Morgenausgabe Nr. 155 A 28 45.Iahrgang WöcheotNch SVP� msnaMch Z.S0 N. im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschlirßlich 60 Pf. Postzeltungs« und 72 Pf. Postdestellgebühren. Auslands- oboimement 6.— M. vro Monat; für Länder mit ermäßigtem Druckfachen- vorto S.— HL Der.vorwärts' erscheint«ochentS�» (ich zweimal. SonMags und Montags einmal, die Adendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustriert» Beilage.Volk und Zeit" Ferner.Frauenstimme' .Technik',.Blick in die Dückerwelt'. .Iugend-Borwärts'u..Stadtbeilage' Verttner VolkSbla« Donnerstag 2. April 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die einfpalt. Nonpareill«etle 80 Pst Retlamezeile b.— NM.„Kleine An» »eigen" das fettgedruckt, Wort 2b Pst (zulösstg zwei fettgedruckte Worte),«edes «eitere Won 12 Pf Rabatt lt. Tai ist Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, sede« weitere Won lv Pj Wotte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf Familien- anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen» täglich von 8'/, bis l? llhr. De» Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl JsntvMoegan der SoziawemoSvaMchen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 lictnrprrdjct: Dönhott 292—297 Trlcnromm-Adr; So?iald«mrkral Berlin. Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Postlcheckkonw� Berlin 27 53S�— Banklomo: Bank Der Arbeiter. Angestellten und Bcavuen, Lind«nstr.3,Dt.B.u>Diic-Gel ,Depostienk.,Jerulalemer Str.65'K r u ch vorwirft! SA.» Führer für Giennes. Die von Stennes berufene Sitzung der SA.-Führer bs- gann am frühen Morgen und hielt bis in die späten Nacht- stunden an. Nachdem Stennes die Situation von seinem Standpunkt aus klargelegt hatte und nach ausgiebiger Aus- spräche erklärten sich die S A.- U n t e r f ü h r e r in ihrer Gesamtheit solidarisch mit Stennes und akzeptierten eine ungewöhnlich scharfe Re» solution gegen Hitler. Giennes geht zu Ehrhardt In später Nachtstunde erfahren wir folgendes: Der Gausturmführer von Brandenburg. Metz et. hak sich mit Stennes solidarisch erklärt, er ist zusammen mit dem Adjutanten von Stennea. Zahn, nach Weimar zur nalionalsozialistischen Führer- tagung gesahren. Der Chefredakteur des ,. Angriff", Dr. Li p perl, und der Redakteur B ü r r haben sich ebenfalls scharf gegen Hitler erklärt und sind mit Zahn und Wetzet zusammen nach Weimar gefahren. Kapitän Ehrhardt ist am Ttachmillag in Berlin eingetroffen und hat Fühlung mit Stennes genommen. Beide haben sich aus ein gemeinsame» vorgehen gegen Hitler»ereinigt. Goebbsls kuscht vor Hitler. Weimar, 1. April.(TU.) Im Zusannnenhang mit der Absetzung de» Hauptmanns Stennes vcröffentticht Dr. Goebbels am Mittwochabend folgende Erklärung: „Berliner Pressemeldungen wollen wissen, daß zwischen Adolf Hitler und mir Gegensätze politischer und persönlicher Art bestehen oder daß Ich an irgendeinem Versuch der Absplitterung von der NSDAP, beteiligt sei. Ich erkläre hiermit kategorisch, daß diese Meldungen von A bis Z erstunken und erlogen sind. Es bestehen keinerlei Gegensätze zwischen Adolf Hitler und mir. Nicht nur, daß ich politisch voll und ganz und in unerschütterlicher Treue hinter meinem Führer Adolf Hiller stehe, verbindet mich darüber hinaus mit ihm ein Band persönlicher Freund- schaft, da» niemals und durch niemanden und nicht zerrissen werden kann." Hitlers plane. <5r will zur Macht gelangen.— Laßt er die SA. fallen? Durch ein oertrauliches Schreiben an die Mitglieder des Reichs- ausschusses der NSD2lP. hat Hitler erklärt, es werde in der nächsten Zeit die letzte Gelegenheit sür ihn kommen, auf legal-parlamentari- schein Wege zur Macht zu gelangen. Würde diese Gelegenheit ver- paßt, dann wisse man nicht, ob die Stunde für die NSDAP, über- Haupt noch einmal schlagen werde. Um aber das von ihm angestrebte Ziel einer bürgerlichen Rechtskoalition zu erreichen, müsse er um jeden Preis die Partei entreoolutionieren und e n t s o z i a- l i s i e r e n. Und daher müsse in Berlin, dessen Radikalismus der Partei bereits unzähligen Schaden zugefügt habe, ein e n t- scheidender Wechsel eintreten: außer Stennes mllsie auch Goebbels dos Feld räumen. Hitler, Hugenberg und die Heimwehr. Hitlers Nersen aufs höchste überre zt. München, 1. April.(Eigenbericht.) Bon feinem österreichischen Korrespondenten erfährt der„Baqe- rckch» Kurier" interessant« Einzelheiten über Borgänge in d« r Heimwehr» die nach Deutschland hinüberspielen. Auf der Suche nach Geld zur militärischen Reorganisation bn Heimwehr hat sich— nach dem„Bayerischen Kurier"— vor «iniger Zeit der Nationalrat Dr. Hueber, der ehemalige Heimwehr-Iustizminister im Kabinett Vaugoin, nach Deutschland de- .aebeu. Di» erst« Reis« ging nach München, um»in« Zusammen- arbeit zwischen den Heimwehren und den Nattonalsozialiston in Oesterreich zu vereinbaren. Dr. Hueber ging zu Hitler, mit dem I er durch den Reichsi-ageaogeordneten Görmg stit langem persönlich j bekannt ist. Trotz der wiederholten und stundenlangen Verhandlungen kam aber nichts heraus, nicht zuletzt deswegen,«eil nach Ansicht Dr. HueberS mit Hitler überhaupt fast nicht mehr zu reden ist. Die �stiindige Verhandlung mit Hitler machte auf Dr. Hueber einen geradezu niederschmetternden Eindruck, weit Hitler dabei alle Augenblicke In hoch st er Erregung aufsprang, mit Händen und Füßen um sich schlug und sich wie einer gebärdet«, dessen Nerven auf das höchste überreizt sind. Nach diesen Erfahrungen machte Hueber wiederholt Besuche bei Hugenberg tn Berti n. Schließlich waren die Berhandtungen mit Hugenberg so weit gediehen, daß man den Fürsten Starhemberg zum Abschluß nach Berlin kommen lieh. Hugenberg stellte der österreichischen Hctmwehr eine schr nennenswerte Summe zur BerfÜgung. Bald darauf nahm auch die Geschäftigkeit der Heimwehr in Oesterreich erheblich zu. Welche Pläne die Oberhand gewinnen werden, kann man nack, nicht übersehsn. Man darf aber wohl annehmen, daß In der Hauptsache Wert auf die Wiederher- stcllung der militärischen Schlagkraft gelegt wird mit dem Ziel einer faschistischen JnterNatisnale. Hauptsächlich scheint man sich— wie der„Bayerische Kurier" schließlich noch feststellt zu Konferenzen tn B.erlin zu treffen. Man könne dabei Abgesandte des lettkändischen Nachrichten- dicnstes, italienische Faschisten und andere Leiste treffen. OasGutachienderVrauns-Kommission Mehrwöchige Tagung nach Ostern beabsichtigt. In politischen Kreisen erwartet man, daß die erste Hälfte des Gutachtens der Braune-Kominifsion noch vor Ostern veröffentlicht wird. Dieser Teil des Gutachtens behandelt bekanntlich die Frage der Doppelverdiener, der Arbeiteverteilung und der Arbeitszeit- kürzung. Wie wir hören, ist dieser Teil des Gutachtens über- wiegend im Sinne allgemeiner Empfehlungen ge- halten und wird sich nicht in der Richtung auf Zwangsmaßnahmen auswerten lassen. Gesetzliche Maßnahmen, die namentlich in der Frage der Arbeitszeitverkürzung vielfach erwartet werden, lassen sich also aus dem Gutachten nicht ableiten. Mit einem gesetzlichen Eingreifen zur Verkürzung der Arbeitszeit, das der Reichsarbeits- minister noch vor einem Monat in Aussicht gestellt hat, wird daher nicht mehr gerechnet. Es dürsten wohl einige Wochen nach Ostern vergehen, bis die Kommission wieder zusammentritt, um den zweiten Teil ihrer'Auf- gäbe in Angriff zu Nehmen, die Ausarbeitung eines Vorschlages über die künftige Gestaltung der Arbeitslosenversicherung. Im Gegensatz zu der im Etat 1931 beschlossenen Abhängung der Ber- sicherung von der Reichskasse sind aus den Kreisen der Reichsanstalt selbst Vorschläge hervorgegangen, wonach nach dem englischen Bor- bild die Beiträge zur ArbeitsloseNoersicherung zu einem Drittel den Arbeitnehmern, den Arbeitgebern und dem Staate als Last obliegen fallen. Freilich dürsten die Meinungen innerhalb der Kommission ebenso über die völlige Abhängung der Versicherung von der Reichs- kasse wie über die regelmäßige Beteiligung des Staates an der Beitragsaufbringung weit auseinandergehen: man rechnet deshalb mit einet mehrwöchigen Tagung der Kommission, bis das zweite Gutachten zustande kommt. Die Reichskoffe am März-Mimo» Ohne große(�chwierigkeiien über ven llltüno. Wie nach den Ankündigungen des Finanzministers zu erwarten war,, ist der Mürz-Ultimo von der Reichskassc ohne groß» Schwicrigtsiteu überwunden worden. Dieser Tatbestand darf um so mehr unterstrichen werden, als der Rcichsküsss im ersten Bierieljahr 1931 ein« Erleichterung von der Geldmarklseite so gut wie ganz gefehlt hat, im Gegensatz zum Borjahr, wo in diesem Zeit- räum iLs Millionen einjähriger Schatzanweisungen untergebracht werden kannten. Liese Schatzanweisungen waren in den abg«> lausenen drei Monaten zurückzuzahlen und dies trug wesentlich dazu bei, die Dispositionen d«r Finanzverwaltung zu erschweren. Aller- dings war Ende Januar, in Nachwirkung des Uederbrückung-kredits vom November IZSst und der verhältnismäßig hohen Steuerein- nahmen de» Januar, ein Kassenbestand von 2ll Millionen vorhanden, er dürste aber in den folgenden acht Wochen wie der Schnee in der Sonne dahingeschmolzen setn. Ein Bortest für die Berwallung lag darin, daß das Schatzwechstlkvntingent von 100 Millionen ununier- brachen voll begeben war, e,n kleiner Adrteil auch darin, daß, wie wir hören, einig« Millionen des neuen Schatzanweisungstyps mit. 12« und gmonatiger Laufzeit verkauft werden konnten. Die Steuer- einnahmen im März haben im wesentlichen den Erwartungen des Finanzministeriums entsprochen, allerdings wohl nur deshalb, weil Nach den bitteren Erfahrungen der vorausgehenden Monate die Schätzung schon reichlich niedrig war. Größer« Schwierigkeiten dürften die Reichekasse in den koin- inenden Monaten erwarten, in denen beträchtliche Beträge einjähriger Schatzanweisungen sollig werden, davon im April allein 6Z bis 70 Millionen Mark. Oberbürgermeister Gahm? Angeblich« Einigung im Berliner Rakhause. Die„Telegraphen-Union" berichtet in vorgerückter Abendstunde: Di« inlersraktionellen Verhandlungen über die Frage der Besetzung des Berliner Oberbürgermeisterpostens habe« nunmehr einen ge- wissen Abschluß gesunde». Zn einer gemeinsamen Besprechung der Führer der Sozialdemokratie, des Zentrums, der DBP. und der Staatspartei ist ein« Einigung erzielt worden. Wie verlautet, lst mit einiger Bestimmtheit damit zu reibnen, daß der«-ysmalige D a n z t g e r Senatepräsideai Dr. S a h m Oberhaupt der Retchshauptfladt werden wird. Die SPD., die aut die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichtet haben soll, dürste dafür von den freien Posten der beiden Bürgermeister und de» Kämmerer» voraussichtlich zwei erhalten. Verleumdung niedriger gehängi. Ein Hakenlreuz-F�edakteur verurteilt. Bon Zeit zu Zeit läuft durch die Hakentrcuzpresse immer wisdvr die schon zehnmal totgeglaubte Ente, der..Vorwärts" wäre von „dem Juden Jakob Gokdfchmidt" mit 800 000 M,„finanziert" worden. Deshalb wäre es begreiflich, daß... den Text kann sich ja jeder selbst ausmalen. Trotzdem dieser völkischen Schwindelnachricht schon gleich bei ihrem ersten Austauchen entgegengetreten wurde, hält sie sich jähre- lang aus dem Spielplan der Hitler-Bühnen. Einig« Male haben inzwischen schon die Gerichte über den Schwindel urteilen müssen. So wurde ein nationalsozialistischer Redakteur in Karlsruhe un Februar vorigen Jahres zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. Neuerdings war es notwendig, wieder einmal ein Exempel zu statuieren. Ein Naziblatt in Heiibronn hatte in einer Polemik gegen unser dortiges Parteiblatt die Schwindelbehauptung wieder aufgewärmt. Das Gericht hat diesen Edeling zu einer Geldstrafe ver- urteilt und dabei in seiner Begründung dem Nazi-.,Schnjt- leiter" diese» Zeugnis ausgestellt:„Der Vorwurf und vor allem dos hartnäckige Festhalten des Angeklagten an ihm ist aus seiner Persönlichkeit zu erklären. Cr versteht osfenbar die Zusammenhänge gar nicht, mindestens tut er so. Er könnte sonst im Ernst nicht behaupten, i�af; Ihm der Beweis der Wahrheit seiner Behauptung adungcn sei..." Eine Leuchte aufgenordeten Uebermenschentums, die so vom Gericht gekennzeichnet werden mußte! Und derartiges will das deutsche Volk von allem Hebel erlösen! Von der Kilmzensur. Einspruch gegen Film„Dreigroscheiwprr" abgewiesen In ihrer Sitzung vom 1. April lehnte die OborsilMprüfsiclle unter Borsitz des Ministerialrats Dr. Seeger den Antrag des thü- ringischen Ministers Dr. Frick und der braunschiveigischen Staats- regierung auf Widerruf des Films„Die Dreigroschenoper" ab. Es wurde ledigiich ein ganz unwesentlicher Ausschnitt zuge- lassen. Beisitzer waren sür Kunst und Literatur der Schriftsteller Paul Oskar Höcker, für die Filmindustrie.Herr Rosonthal und für die Bolkswohlsahrt Frau Sludienrat Dr. Philipp und Postdirektor Steintoos. Dann bestätigte dieselbe Kammer das Verbot d«» politischen Tendenzfilms„Wohin kommen wir?". Es hankelt sich um ein« im Auftrag« der Deutschnationalen Volks- Partei von der Ufa zum Stahlhelm-Aolksbegehren hergestellten, imsagbar unanständig« Hetze gegen die Sozialdemokratische Partei Deutschland». Bezeichnend für das Verbot ist, daß die Kammer den Beschluß ohne jede Aussprach« faßte. Dr. K.ülz, der neue Dresdener Oberbürgermeister ist feier'ich in lein Amt eingeführt tcord«». Bei der Feier erklärte der sächsische. Innenminister R i ch t e r zur N o t v e r o r o n u n?: Die sächsische Regierung hätte gewünscht, vor dem Erlaß der Berorduung vom 28. März gehört zu werden. Sie würde sich dann gegen einige, die Länderhoheit kork«inengend« Bestimmungen gewendet haben. Jtr. 155• 45. Jahrgang *1. Beilage des Vorwäris Oonnersiag. 2 April 1931 Bandenüberfall in Schöneberg Räuber im Siedlungsbüro 200Ö0 Mark erbeutet Auf das VerwaltungSSLro der Wohn statten G. m. b. H. Moabit in der Siedlung Cäeüien« gärten 37 SchZnebcrg wnrde gestern abend von einer fünfköpflgea Bande. d!e in einem Auto vorgefahreu war. ein verwegener Lianbiibsrfall verübt. De« Tätern fielen über 20 000 Mark in die Hände. Während in den gestriger, Nachmittagsstunden der Hauptteil der Brrvohner der Dicdiung erschien, um die Mieten abzuliesern, war adends gegen 19 Uhr in den? Verwallungsdüro der Mieten» eini-ehmer der Wohnstältcn G m. b. H. mrt feiner I r a u und dem Pförtner mit der Aufstellung und Adrechnung der ein- gegangenen M'elen beschäftigt. Die Tür wurd« plötzlich auf- gerissen und flins maskierte Männer, die sämtlich Pistolen In den Händen hleil-o, drangen ein. Anxestchtz der U ebermacht und der drohend aus die Ueberfallenen gerichteten Waffen war jeder Widerstand natürlich fruchtlos. Die llsbe> sallenen muhten tatenlos zusehen. wie sich dtc Bauliten der Kassette. bemächtigten, in der sich über 20 000 M. besandcn. Nach gelungener Tot verließen die Täter fluchtartig das Büro. Sie sprangen in das Auto, das in einiger Entfernung mit laufendem Moivr stand und rasten davon. Als das alarmierte Ueberfallkommando eintraf, war von den Tätern keine Spur mehr zu entdecken. Der Pförtner will an dem Banditcnauto die Nummer l.A. 36 220 erkannt hoben. Es sind noch gestern abend sofort Ermittelungen nach dem Besitzer des Wagens angestellt worden. Die Nachforschungen ergaben, datz eine Autodroschke! A mit der Nummer 36 220 zu dem Wagenpark der Berolina Krofchroschkcngesellschast gehört hat. die inzwischen jedoch ' ausgelöst ist. Es bleibt nun die Vermutung, daß die Nummer gefälschi ist oder der Pförtner sich in seiner Zlusregung verschen hat. Oer Autoüherfall auf den polizeibeamien. Wie bereits berichtet wurde, sollen die fünf Täter, die airi 29. März an der Soor- Eck« Hölderlin st ratz« den lieber- fall auf den Polizeicberwachtmeisler verübten,, in einem gelben Sportkabriolet mit gelben Segcltuchverdeck geflüchtet sein. Dieses Auto wurde am Sonntag, dem 29. März, gegen 12 Uhr. am Kaiser- platz gefunden, und wie nun einwandfrei festgestellt wurde, bei dem Ucbcrfall benutzt. Es handelt sich um den Wagen l A 53 300, der am Sonnabend gegen 23 Uhr vor dem Hause Sächsische Strohe 4l gestohlen war. Eigentümer dieses Wagens ist der Kaufmann Herbert Freude aus der Spreestratz«� Im Wagen selbst sind auch noch Patronenhülsen gesunden worden. Bekanntlich wurde aus den Beamten, als er die Nummer des Wagens auf der Flucht feststellen wollte, aus dem Wogen heraus geschossen. Der Wagen hatte in der Soor- Ecke Hölderlinstraße und zwar gerade gegenüber dem Post- amt 9 gestanden. Feuer in Moabit Wofssttsuartisre in der Werftstraße ausgebrannt Das haus Werftstratze lS/lö war gestern nachmittag der Schon- platz eine» größeren Jeuers. Der D a ch st u h l eines Quer» gebäude» und Seltensliigels wurde zum großen Teil vernichtet und eine im drlilen Stockwerk gelegene Wohnung brannte völlig aus. Die Wohnungen im zweiten und ersten Stockwerk wurden von dem Jener ebenfall» sehr stark in Milleidenschasl gezogen. Wie die Ermittlungen der Feuerwehr nach der Löschaktion er- gaben, war da» Feuer in einem schadhaften Schornstein entstanden. Etwa in der Höhe des ersten Stockwerkes geriet eine Bretterwand m Brand. Die Flammen schlugen nach oben, drangen durch die Ofenröhren in die Wohnungen und fetzten gleichzeitig auch den Dachstuhl in Brand. Als die Feuerwehr unter Leitung des Brand» mreUol» Hammer auf Großfeueralarm mit fünf Löfchzugen erschien. war die Situation bereits äußerst bedrohlich und für die alten Gs» bäude mußt« das Schlimmste befürchtet werden. Zum Glück konnte der Brandherd durch starkes Wasiergeben nach zweistündiger Tätigkeit eingekreist werden. Die Aufräumungsarbeiten dehnten sich noch bis In die späten Abenstunden aus. Eine Familie wird besonders hart getroffen, da sie'nicht versichert ist. ür 5n der Dauernheide Cichwalde in der Nähe des Flug- Platzes Staaten entstand gestern ein Waldbrand, der sich bei dem heftigen Wind mit großer Schnelligkeit über«in Gebiet von über 100 Morgen erstreckte. Durch das Feuer wurden viele Sträucher und zahlreiche junge Bäume vernichtet. Die Freiwillige Feuerwehr aus Dallgow und die beiden Spandauer Berufszüge waren stunden» lang mst der Bekämpfung des Riesenbrandes beschäftigt. Durch unvorsichtige» Hantieren mit Petroleum Ist gestern die 63lährige Frau Hedwig Schumann in ihrer Wohnung Görlitzer Ufer ll schwer zu Schaden gekommen. Frau Sch. benutzte beim Anheizen des Ofens Petroleum. Plötzlich schlug eine Stichflamme heraus und setzte die Kleider der Frau in Brand. Die unglücklich« Frau lief brennend auf den Flur, wo Nachbarn die Flammen löschten. Später wurde die Verunglückte durch den Rettungswogen der Feuerwehr mit ledensgefShrlichen Berletzungen ins Urbanlrankenhaus gebracht. Abschied vom Ofen. Nun ist auch die Wiittersaifcn derer beendet, die sich erllabend- sich am fremde Oese» scharten, um ein bißchen Wäome in die er. starrten Glleder und eimen Schluck Kaffee in den hungrigen Mäzen zu bekominen. Am 31. März wurden die städtischen Wärme- hallen geschlossen, setzt soll die Frühlingssoun« da» be- tvouend« Amt des Wärmens übernehmen. Jetzt heißt es die Ueüerganzszett durchholten, so gut oder schlecht e, eben geht. Daß man auch von des Ledens bescheidenster An- nehmlichkeit mit Humor scheiden kann, bewies dos Abfchiedsfest der Wärmehalle Urban st roße 114; dieses Dorad« der Frierenden ist nicht sclch ein Taubenschlag der Berzweifeltxn wie die großen Wärmehallen. Hier im kleinen Raum hat sich eine G e. mein sch oft gebildet, die sich sagt: geteiltes Leid ist holdes Leid. und auf diese Weise vrifuchl, auch des Lebens toouripster Seite ein wenig Frohsinn abzugewinnen. Es sind in der Hauplsache alte Leutchen. Sozia!« nnd Klein rentner. die viellc.chr auch schon dis iiStig« Adgektä.theit besitzen, um der Derzwolfiung lein allzu willen- loses Opfer su Icln._A'e bis au! einen arg verbitterten Jung« gesellen haben sich an dem Fest bereiligr.«n.rst'.t die Letterin. Unter der Devise„Z i l l e s c st" hatten sich die SO Insassen in präch- kizsie mirurgelreue Kostüm ievung geworfen und im bunt geschmückten Saal zu den Ktäwzen einer flotten Houekopelle drehten sie eine„Mse Sohle" nach der anderen, es gao aber auch hochnoble Bürgerinnen im starren Schivorzseidenen und der dazuzehörigen Unterrcckpracht. Damit die Feier ober nicht der soliden LlnteAaze entbehre, hatte der Schlächter fünf Pfund Schinken, der Bäcker fünfzig Schrippen und der Herbergsvater für jeden zwei Glas Bier lpenidicrt. Bis in die späterz Abendstunden verzriüztcn sich die Alten. Im Sommer wird man sich jeden- Monat einmal zu einem Vmnen. Ausflug treffen. Die Erdbebenkaiastrophe. Ttcue Erdstöße in der Hauptstavi Manacva. London, 1. April. Nach Meldungen aus Managua sind durch die neuen Erdstöszc die wenigen noch unbeschädigten Hänser dem Erdboden gleichgemacht worden. In den Berichten brltischrr Handelshauser wird die Zahl der Toten a n f t 1 2 0 und die der Verwundeten auf 3000 geschäht. Tie Zufuhr von Medilamenten und Nahrnngs« mittel» durch Flugzeuge ist ungenügend. Der Sehnde« wird wahrscheinlich in der Hauptsache von englischen Ver- sicherungsuesellschaften getragen werden müssen- Ter Präsident von Nikaragua mußte die Nacht in einem Zelt verbringen. Die Trümmer der englisch-südamerikanischen Bank, in deren Stahlkammer 2 Millionen lagen, mußten aus Sicherheitsgründen gesprengt wer- den. Unter den Trümmern soll eine ganze Reihe von An- gehörigen der amerikanischen Kolonie liege«. Die deutsche Kolonie hat kellte Todesopfer zu be- klagen: allerdings wurden einige Deutsche verwundet. Das deutscht Konsulatsgebäude Ist zertrümmert worden. Die ameri» konische Gssandlschaft wurde durch Feuer vernichtet. Amerikanisch« Truppen versehen zur Zeit in der Stadt den Wachdienst. Die Be- völlerung ist geflüchtet. Leichtes Beben zwischen Bhein und Mosel. Trier, l. April. Das lrlchke Erdbeben, das heule früh hier wahrgenommen wurde, trat auch in den Bergen recht» der Mosel, aber.nu« in bestimmten Gegenden, aus. Seine Auliärser erstrecklen sich bis an da» Mosellal. Zu der Eiset wurde da» Beben, da» von einem dumpfen Rolle« begleitet war. nicht verspürt. Auf dem Ooburger Hochwald trat das Erdbeben in größerer Stärke aus. Man verspürte dort zwei Stöße von se drei Se« kund«, Dauer, die die Häuser erbeben ließen. 3n verschiedenen Dörfern de» Hechwalde?, in der Gegend von Zerf, wo die Stöße sehr stark verspürt wurden, eilte die Bevölkerung erschreckt ins Ireie. Schaden wurde nicht angerichtet. Elve Reportage vor dem washlngloner Denkmol in Washington wird Donneretag von 17.45 Uhr bis 18.15 Uhr gesendet. Die Uebcr- rragung erfolgt auf Kurzwellen. Am Mikrophon Hellmut H. Hellmut. Die für dieselbe Zeit im Programm angesetzte Veranstaltung„llleue katholische Lyrik" sollt aus. Vorsichtig setzt er Bein vor Bein, mit der aufopfernden Miene eines pfftchtgetreuen Beamten, der sich noch an feinen Dienst begibt, obgleich er eigentlich schon längst peniioniert lein müßte. Zuerst gehts bergab, zum See binunter; da braucht nur gebremst zu werden; eine Arbeit, auf die Hans sich großartig versteht. Und der Sandweg nach Schloßheide, de? zuletzt fast urwe'ahrbar geworden war, haben die Stubben- lander kurz vor der Ernte ein wenig ausgebessert; die schlimm« Pen Hügel haben sie geglättet, die schlimmsten Löcher ausge- füllt, trotzdem wirds dem Hans schwer: wenn er zehn Minuten gezogen hat, bleibt er immer eine Welle stehen, die Flanken pumpen heftig; man darf ihn dann nicht weiter treiben, man muß warten, bis hinier dem zottigen Fell wieder Raum ist für ein ruhiges Kommen und Gehen der Luft. Bon Tag zu Tag geht es langsamer mst der Fuhre; Papendiecks Sonne aber sieht das ein. Auch sie wandert täg- sich langsamer dem Horizonte zu, damit das halbblinde Tier noch vor dem völligen Dunkel nach Hause kommt, und wenn die Spargelkörbe in Schloßheide verladen werden, steht sie immer gerade noch hoch genug, um das Rohrgestecht golden erglimmen zu lasjen, so daß man glauben möchte, es sei bronziert. Erst wenn der Zugführer der Kleinbabn dt« roten Schlußlichter am letzten Wagen angezündet und den schrillen Abfahrtspfiff gegeben hat. erst wenn sie den Spargel vom Stubbenland aus guter Fahrt weiß, erst dann gleitet auch sie langsam in die Ferne, groß aufleuchtend über der� letzten, ruhig h'mrollenden hellen Stunde,«in rotes Schlußlicht des Tages. Lene Papendieck steht über dem Hügel, die Füße in die beiden nebenherlaufenden Furchen gestemmt, und buddelt. Sie kann sich noch immer nicht daran gewöhnen, auf den Knien entlang zu rutschen, wie es fetzt alle anderen tun nach über drei Wochen zermürbender Erntearbsit. Auch Schmitzer kniet; sie kann ihn sehen, wenn sie den Kopf sinken laßtMein schwarzes Kraushaar glänzt fettig in der«onne: feine Hände liegen fast wächsern im Sand, sie bemerkt, daß diese Hände fein und schmal sind. Es freut sie, etwas an ihm schon finden zu können; als er jetzt den Kopf hebt und die großen mandel- förmigen Augen zu lhr aufschlägt, lächelt sie ihn an. Sie tut das ost, well es ihn beglückt: obgleich sie weiß, daß es ihn auch lockt. Denn es ist so, daß nach zwei kurzen Gewitler- regen die Sonne noch immer brennt wie am Anfang der Ernte; daß sie die Luft über dem Boden angezündet hat, die nun flackert und den Horizont verwischt; daß sie den Sand geheizt hat wie-einen Ofen, der bis an die Schienbeine strahlt. Es ist auch so. daß man der Fruchtbarkeit nicht Herr werden kann, die man geschaffen hat; daß nicht nur das Auge, daß der ganze Körper dies tolle Heraufdrängen von Fruchtbarkeit «mpstndet. Jedesmal, wenn der Oberkörper sich neigt, zer- brechen die Hände drei, vier von den weißen Säulen, den Siegesmalen der Erdkrast. und während so die Finger graben und schneiden, rauscht das Blut in breitem Strom durch den Leib und die Brust und dröhnt in den Kopf, und wenn der Oberkörper sich wieder hebt und die gestochenen Pfeifen in die Körbe fallen, riefest es langfam wieder hinab, man fühll es riefeln in jeder feiner taufend Adern. Lene liebt den flutenden Rhythmus dieses Sichneigens und Sichhebens, dieses Strömens und Sickerns, sie liebt ihr Blut, das so laut ist und so machtvoll in seinen engen Wänden aus Haut; darum kniet sie nicht, darum bleibt sie stehen. Manchmal aber fürchtet sie es, manchmal, wenn sie den Kopf sinken läßt und dem Mann hinter sich zulächelt, und die heiße Luft flimmert um diesen Mann, und zwischen ihren Füßen, die fest in den Sand ge- rämmt sind, und ihrem Kopf, der in dieser flirrenden Luft hängt, ist kein Leib mehr mit gespannten Sehnen, ist nur noch ein einziges Donnern von Blut... Sie richtet sich dann schnell aus. die Stirn steht hoch im kühlenden Wind, im Wind von Slubbenland, dem sie dankbar ist in solchen Sekunden. aber auch er kann nicht hindern, daß ihr ganzer Körper zittert im Gefühl des Hinabrisjelns heißer Blutstropfen. Abeich», wenn Schmitzer und sie in der Küche sitzen und esien, schwebt die Eule der Müdigkeit mit ruhigen Flügel- schlagen über Rausch und Dunst ihrer Leiber; sie sprechen nur wenig, und dann geht er in seinen Pavillon, und sie denkt: wie ein Hund in seine Hüfte, und lächelt spöttisch. Aber kurz darauf vergleicht sie sein Berbaften mit der Distanzlosigkeit des Ehefs in Berlin, sie sieht dessen weichliche, weißliche Backen und schüttest sich bei dem Gedanken, die tätscheln zu müssen, und sie denkt daran, daß an Siegried Schmitzer kein Fett ist. Wie sie sich ausstreckt, ist noch einmal das Brausen de» Blutes in ihrem Körper, und das Bett ist eine Furche au, Linnen; wenn da» vorüber ist. denkt st« de» morgigen Tage», der voll Sonne sein wird wie dieser. Das Bild Schmitzers ist groß darin, sie sieht genau, daß sein Kragen schmuddelig ist, auch sind seine Knie durchgescheuert, er hat ja auch keinen Arbeits- anzug; aber in seine braunen Augen hinein führen Wege, sie geht sie entlang bis in sein Hirn und sein Herz, und drinnen ist alles sauber, seine Gedanken und seine Gefühle, und alle blicken sie an mit hündisch demütigen Augen. Es ist eine Güte über ihm, wie er ihr hilft, aus Liebe hilft, eine Güte, die um Lohn nicht zu bitten wagt. Und wie Schlaf und Traum zu ihr treten, ist sie bereit, diesen Lohn zu schenken. » Die Zufälle, aus denen das Unheil entstand, sind im ein- zelnen ganz erklärlich. Nur wie sie zusammenhaken: da» ist bösartig. Da ist zunächst der Umstand, daß Papendieck damals, als er zur Kreisstadt fuhr und nicht wiederkehrte, den Pflug auf dem Hofe stehen ließ. Do steht er noch, am Fahrweg, die scharfen Schneiden nach außen gekehrt. Lene hat noch nicht daran gedacht, ihn in den Schuppen zu bringen. Dann kommt hinzu, daß gerade heute besonders viel Spargel auf Stubl?enlcnd gestochen wurde, obgleich man doch schon über sieben Wochen erntet; deshalb führte Anna Maschke den Hans mtt dem Wagen die Raine entlang und sammelte die Körb« auf. Man muß doch sehen, wie man durchkommt bei so wenig Arbeitskräften. Sie war gerade zurückgekommen und hotte die Körbe ins Spargelhaus gebracht; der Hans war ohne Aufsicht und fraß das frühe Unkraut, das am Weg neben dem Pfluge wuchert. Und endlich mußte gerade an diesem Tage Maschke die Nachricht erhalten, daß der Bevollmächtigte der Genossenschaft nach der Kreisstadt kommen solle; noch nicht zur Auszahlung. ober doch zur Unterferiigung der Papiere. Maschke wollte schnell sein, wollte aber auch die frohe Botschaft der Anna bringen; deshalb fuhr er gleich mit dem Motorrad auf den Hof. Fuhr rechts an Hans» vorbei: an der Seite, wo das blinde Auge ist. Ein paar knallende Fehlzündungen gabs überdies— und der Hans erschrak, sprang auf und sprang seitwärts und fiel mit der Brust in das Eisen des P'luges. Maschl» riß ihn zwar sofort wieder hoch und Hans zeigte zuerst keine Zeichen von Schmerz. Es schien auch die Hals- fchlagader nicht getroffen zu sein/ dazu saß die Wunda zu weit unten; aber sie war sehr long, und sie blutete sehr stark. immerzu lief das rote Pferdeblut schaumig über das braune Fell; der Hans suchte die Stelle vergeblich mtt dem Maul zu erreichen, wippte den Kopf unaufhörlich aus und ab; dazu saß di« Wund« wieder zu hoch.(Fortsetzung folgt.) Lankwitzer Dorfidyll t. Im Südroesten Berlins, mit der elektrischen Vorortbahn ah Potsdamer Bahniwf iri 14 Minuten erreichbar, liegt Lankwitz, heute ein Ortsteil im 12. Bezirk Steglitz. Vom Bahnhof geht es zwischen gärtnerischen Anlagen eine Terrasse hinab. Ein etwas .zu pompöses Rathaus erinnert an die ffekordbauerci vor dem Kriege, die zwisdien einigen benachbarten Gemeinden im Westen Berlins eingerissen war. Lankwitz schlief lange den Dornröschenschlaf. Seine alte Dorfkirchc, die mit dem hisiarisdien Sdrlofl und dem kürzlidi abgerissenen Sdiul- gebäude an der ehemaligen Dorf quo in der Hauptstraße zu dem ältesten Teil des Ortes gehört, träumte jahrhundertelang in stiller Vergessenheit. Aber nadi und na dt oersdiwanden Die alte Dorfkirche an der Dorfaue. die grünen Wiesen und malerischen Kornfelder und. machten neuen Wohnbauten Platz. Hochhaus am Potsdamer Platz. Die Bauzäune von Lafayette. vor Jahren erregte der Plan der Galeries Lasayette A.- G-. am polsdomer �Zlah ein grohes modernes Kaufhaus zu errichten, in der Oeffentlichkeit nicht geringes Aufsehe». Dieser Plan kinnte aus den verschiedensten Gründen nicht verwirklicht werden. Auch der Gedanke, im Westen ein ähnliches Kaufhaus zu errichten, wurde nicht zur Tat. Die Galeries Laiayette A.-G. sah sich daher veranlaßt, sich von einer Kaufhaiisbctriebsgesellschast auf eine reine Grundstücksgesell- schalt umzustellen. Sie pachtete das bekannte Grundstück Tauentzicn- straho lg und baute das Taucirtzien-Kino neu aus. Es ist ihr' ge- ludgen, für fast alle Räume Mieter zu finden. In der Nürnberger Straße»ahm sie den Bau eines großen Bürohauses in Aflzrifs, dos soweit hergestellt ist, daß es voraussichtlich im Juli d- I. KVasH- bar ist. An diesem Bau haben die Architekten Bielenberg und Moser und Professor Fahrenkamp mitgearbeitet. Das Gebäude wird den Namen./) a u s Nürnberg" führen. Nachdem die Baupolizei die Genehmigung erteilt hat, am Potsdamer Platz ein zehnstöckiges Gebäude zu errichten, wird nunmehr der Bau des Hauses„fiolllmbus" unter � Leitung des Architekten Erich Mendesjohn in Angriff genpnrraeri werden. Auch dieses Haus wird ein modernes Bürohcms: alle Porbitidungen mit dem Pariser Kaufhaus Galeries Lafoyelte wurden gelöst, da ja der Bau eines Kaufhauses unmöglich geworden war. Uebrigens wird auch der Name Lafayette verschwinden, die Firma wird künf- tig„Berlin-Westen Grundstücks A.-G." heißen. Angesichts des großen Ileberangebats van Büroräumen m Berlin kann man Zweifel an der Zweckmäßigkeit so großer Büro- bausKeubouten hegen. Die Leitung der Gnindstücksgcsellschaft ist aber der Ansicht, daß große moderne, gut eingerichtete Büroröumc auch heute noch leicht zu vermieten seien. Die Krau mit dem Gchimmelgespann. Alte Betrügerin wieder festgenommen. Bor etwa 3 Jahren trieb in Berlin ein« Schwindlerin immens Ludwig ihr Unwesen, die damals Hunderte von alten Leuten um zum Teil nicht imevhehliche Summen betrogen hat. Die Ludwig bgttc sich eine Equipage mit zwei Schimmeln gemietet und fuhr entweder allein oder mit ihrer„Gesellschafterin", in Wirk- lichkeit einer Helfershcliferin, bei alten Rentnern oder Rentnerinnen vor. Sie gab sich stets für eine Abgesandte einer wohltätigen An- statt aus und wußte zu erzählen, daß alte Sparguthaben oder R e nten aufgewertet und erhöht werden sollten. Unter den verschiedensten Vorspiegelungen verstand es'die Schwindlerin, die Leute aus dem Zimmer zu entfernen und st a h l die Spargroschen. Die Kriminalpolizei ermittelte sie damals, sie kam vor Gericht und wurde abgeurteilt. Nachdem sie vor zwei Iahren die Freiheit wieder- erlangt hatte, nahm sie den Betrug von neuem auf. Zwar nicht mehr mit einer Equipage, aber ebenso erfolgreich, schwindelt« sie von Aufwertung oder trat als„Grußbestcllcrin" in Altersheimen auf. Für gewöhnlich behauptet sie, eine entfernte Verwandte der alten Leute zu sein und entlockte im Laufe des Gespräches Einzet- Heiben, auf die sie ihre Geschichte ausbauen konnte. Eine ganze Reih« von Anzeigen, die unzweifelhaft auf die Ludwig hinwiesen, lag schon wieder vor. Gestern wurde die Ludwig dank der Aufmerksamkeit einer Pförtncrsfrou wieder unschädlich gemacht und verhaftet. In Berlin allein hat sie etwa 80 Fälle auf dem Kerbholz. Zu ihrem Arbeitsgebiet gehörten aber auch Oranienburg, Potsdam und Frankfurt(Oder). Endlich neus Schule für Britz! Der Magistrat hat im Grundsatz dem Prosekt, der Schul- Verwaltung zugestimmt, wonach in Britz«ine Volksschule ireu errichtet werden soll. Die Kosten belaufen sich nach dem Vor- anschlag auf 1,2 Millionen Mark, von denen im Haushaltsjahr 1931 300 000. Mark. �vr. Ausgabe,.gelangeivsollen...Hicrs!ilr jpllen 12.Klassen- z immer uäd!Z. Nehenräume.arlmut..>»,23 M. Die in der Halle 0 de? Funkturm- Hallenvierecks stattfindende Ausstellung wird täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet fein und ist vom Funkturmciirgang aus zugängig. Dos Wusikkorps des Ortsvcreins Neukölln. Britz. Reichsbonner Schwarz- Rot-Gold, veraiistoltet am oonntag, dem Z.April, 17.30 Uhr (1, Osterfeiertag) in Kliems Festfälen, im Rahmen eines Ost er- konzertes eine Mufik- und Varietercvue. Anschließend Tanz. Eintrittskgrtcn ä 1 M. find bei allen Funktionären erhältlich. Der Deutsche Arbeitcr-Abstinenten-Bund hält am 4. und Z. April seine neunte Generalversammlung ab. Dieser Tagung geht ein � Reichslehrgang über„Die Alkoholkrankensürsorgs in Theorie und Praris" voraus, worüber nambafte Kenner der Alkohol- kronkensürforge referieren werden. Der Kursus beginnt Karfreitag, 14 Uhr. Außerdem findet am 4. Apvit, 20 Uhr, ein G a st a b cn d zu Ehren der Delegierten statt. Alle Veranstaltungen im„Schräder- saal", Malplaquetstr. 14— 16. Heule totale Mondfinsternis. heute abend wird sich" in Berlin eine Wovdsinstcrais beobachten lassen, wobei der Wond in seiner ganzen Au»» dehn um g verdunkelt erscheinen wird. Nur bei Vollmond kann ein solches Ereignis eintreten, weil nur dann Sonne und Mond von der Erde aus gesehen sich gegenüber- stehen, der Mond also durch den von der Erde geworfenen Schatten verdunkelt werden kann. Daß das nicht in jedem Monat geschieht, liegt daran, daß der Mond sich in einer zur scheinbaren Sonnenbahn geneigten Ebene bewegt und der Erdschatten daher bald über, bald unter dem Monde vorbei streicht. Diesmal befindet der Mond sich ganz nahekam Schnittpunkt seiner Bahn mit der der Sonne, wes- halb der schatten der Erde unmittelbar über ihn hnistreichen wird. Der Eintritt in den Erdschatten, also der Beginn der Ver- f i n st e r Ii n g, wird etwa eine halb Stunde nachSonnen- Untergang, um 7 Uhr 5 3 Minuten abends, stattfinden. Der Mond steht dann noch nicht sehr hoch über deni Horizont- so daß er zmischen dem Hänsermeer nicht gut zu' beobachten ist. Die Totalität, d. h. die völlige Bedeckung der ganzen Mondscheibe, tritt aiier erst eine stunde spater ein, yni 8 Uhr 22 Minuten, zu einer Zeit, wo der Mond schon um volle IZ Grad weiter auf seiner Bahn fortgeschritten ist Diese völlige Verdunkelung der Mond- scheibe dauert 1>- Stunden, bis 9 Uhr 53 Minuten. Dann beginnt der Schatten langsam von der verdunkelten Scheibe zu weichen, aber es dauert wiederum noch eins volle Stunde, bis 10 Uhr 52 Minuten, ehe die Mondscheibe wieder völlig frei und hell ist. Aber auch während der Totalität, d. h. der völligen Verdunke- lung, wird der Mond nicht unsichtbar sein, sondern als eine mehr oder minder rotliche Scheibe erscheinen. Dieser rötkich« Schimmer rührt von dem Sonnenlicht her, das auch nach Sonnenuntergang noch die»rdische Lufthülle durchdringt und in den Schatten der Erde hineingebeugt wird. Bei sehr reiner Luft geschieht das verhältnismäßig wenig, und der Mond erscheint dann schwach rötlich, ist die Luft dagegen mit Wafserdampf und Staubteilchen stark angefüllt, so ist die Lichtbougung beträchtlich, und die Mondscheibe ist in solchem Falle als fast kupferrot beschrieben worden. Wir wollen hoffen, daß wir klaren Himmel, aber doch etivas unreine Luft hoben, so daß unsere Leser während der ZHstündigen Dauer der ganzen Erscheinung doch einige ihrer hauptsächlichsten Momente gut zu beobachten Gelegenheit finden. Planetarium bleibt geöffnet. plan des(Stadtschulrates wird verwirklicht. Der Magistrat hat den Vorschlägen der Verwaltung, das Planetarium auch im Sommerhalbjahr geöffnet zu halten, zugestimmt. Es werden täglich nachmittags um 16 und 18 Uhr astronomische Borträge geholten, am V o l k s t a g(Mittwoch) außerdem abends 20 Uhr. Während der übrigen Zeit wird das Planetarium für geschlossene Veranstaltungen von Wissenschaft- lichen und kulturellen Vereinen vermietet, zur Vorführung von Kulturfilmen usw. Für die notwendige technische Umgestaltung sind vom Magistrat einmalig 4000 M. bewilligt worden. Für 80 Abende ist das Planetarium bereits vermietet worden. -Bei den„Borfchlägen de? Verwaltung" handelt--es- sich um den Plan des Stadtschulrates, dessen Einzelheiten tptr zustimmend bereits vor einigen Tagen verösfentticht haben. Es ist erfreulich, daß sich der Magistrad das Projekt zu eigen gemacht und so Berlin eines der wertvollsten Bildungsinstitut« erhalten hat. Kohleulotterie. Bei jeder War« kann sich der Käufer aussuchen, welch« Qualität er haben möchte, und er zahlt in der Regel für bester« Qualität etwas mehr, für schlechtere etwas weniger. Allcia bei der Kcchie ist es anders. Genau gesagt: beim Brikett.» A gibt Briietts. die gut brennen, und andere, die weniger �itze geben. Es gibt solche, die.den Ofei, mit Asche füllen, und andere, die sehr wenig Aich« geben. Der Käufer wünscht«ine bestimmte Sorte, aber das ist ivie in der Lotterie. Hat sein Kohlenhändler gerade die gewünschte Sorte da, ist es gut. Hochbeglückt und fröhlich letzt man sich geruhsam an den Ofen. Der Kohlenhändler sagt dir: „Ich muß zusehen, was ich heranbekoimne, denn das K)ohlen- syndikat gibt, was es will." Und der Mann hat rechh In den Kauf- und Liesenmgsbedingungcn des Ost elbischen Braun- kahle n.fyndikats wird ausdrücklich bestimmt:.Das Syndikat behält sich grundsätzlich und ausdrücklich sowohl die Auswohl der Erzeugungsgebiete als auch die Auswohl der Werke ftir sämtliche Lieferungen vor." Das ist der Zwang ftir den Kohlenjtändler, gute und schlechte Briketts zum gleichen Preise abzunehmen(und weiter zu verkaufen), wie sie ihm der Himmel, d. h. das Kohlensyndikat, zuteilt. Nun versucht sich der Käufer zu Helsen:„Ich möchte süe meinen Vorrat nur die und die Marke haben.. Liefern Sie mir die!" Und der Kohlenhändler holt wiederum die Lieferungs- bedingungen des Ostclbischen Kohlensyndikats vor und liest:„Ebenso- wenig wie das Syndikat dem Käufer irgendwelche Zusicherungen für die Lieferung aus bestimmten Erzeugungsgebieten oder Werken macht, kann und darf auch der Käufer seinen Untcrobnehmern derartige Zusicherungen geben." So ergibt sich die außergewöhnlich merkwürAige Tatsache, daß wan Koks, Steinkohle, Holz und anderes Brennmaterial nach Belieben kaufen kann: schlechte Sorten find billiger, gute teurer. Nur beim Brikett ist alles eins. Du zahlst, p Käufer, für Briketts minderer Güte denselben Preis wie für gute, Heizkräfsige Kohle, und mußt doch den Mund hallen. Dein« Worte des Aergers und' der Empörung dringen nicht in die Direktionszimmer dey Herrischer im Braunkohlensyndikat. Man kann schließlich noch folgendes ver- suchen: Man geht von einem Kohlcrchändler zum anderen und fragt nach guten Kahlen. Man wird schon einen finden. Oder— man hat den Rundlauf vergebens gemacht und sieht, wie der letzt.» Zentner der guten Kohlen vom ersten Kohlenhandle? gerode aus- verkauft ist. Wie auch immer die Sache und die Suche ausgeht, es bleibt eine Kohlcnlotterie.__*;/. J Ein unglücklicher Wirrkopf. „Brüning ist an allem schuft'. Vor dem Schrie llschöffenger icht steht ein Moera nan etwa 35 Jahren. Er lebt mit feiner Frau in Scheidung, ist arbeitslos, erhäll 10 Mark wöchentliche Unterstützung, leidet Not. Dies zum Verständnis des weiteren. Zwischen dem Vorsitzenden und dem Angeklagten entwickelt sich fönender Dialog: Der StaatsaNwall klagt Sie an wegen Bergehevs fl«gen das RepubErs>ltzg«s«tz. Sie hoben vorgestern die Schärpe. b«unten vor dem. Auswärtigen Amt gefragt, was das für«in Gs, bände sei. Als' sie Ihnen sagten, daß es das Auswärtige Amt fei. erklärten' Sei Das brauche ich nicht. Mich intsrefsiert nur die Reichskanzlei. Ich. will den Reichskanzler vernichten. Stimmt dös? Angeklagter Ja. Das habe ich gesagt. Bor. sitzender: Weshalb lzobei� Sie das getan? Angeklagter: Ich habe meinem Arbeitgeber einen Brief geschrieben, daß er mir eine Bescheinigu-ng ausstellt, damit ich 10 Mark Steuern zurück- erhalle. Er hat darauf nicht geantwortet. Ich habe meine Frau aufs Wohlfahrtsanck geschickt. Sie Hot da nichts Kekommen. Ich habe zu Haufe dauernd Aerger und Krach. Als mir mm alles ab- gelehnt wurde, da sagte ich mir: Dieser Herr in der Reichskanzlei. der Herr Brüning, hat an allem schuld. An dem ganzen Elend. Er erläßt Notverordnungen, gibt Millionen hm für Panzerkreuzer. für die Arbeiter ist nichts vorhanden. Wenn er mir über den Weg gelaufen wäre, da hätte er von mir was abgekriegt.(Er hat schuld, daß die Menschen auch zu Haufe kein« Ruhe haben. Vorsitzender: Wie soll er denn an all dem schuld fein? Angeklagter: Aber Herr Vorsitzender, es ist doch«ine Clique da oben. Ein Volk von 60 Millionen Menschen soll unter dem Aoung-Plan leiden. Und dann das Schandgesetz von der Notverordnung. Ich mutzte der Ungerechtigkeit steuern, muhte mir irgendwie Lust machen. Vor- sitzender: Na gut, wir wollen hier kein« politischen Gespräche führen. Sie haben aber auch auf dem Wege zum Polizeirevier über den Reichskanzler geschimpft: Dieser Strolch, dieser Lump. und haben auch auf der Wache weiter Kvoch geschlagen- Ange- klagter: Ich stehe auch heute noch za dem, was ich gesagt habe. Der Reichskanzler ist mitschukdiy an allem... Dos Gericht verurteilte den Angeklagten zu 3 W ochen 1 Tag Haft und erlleß einen Hastbefehl. Der Nerarieifle erklärte, Be. rustmg«inlegen, zu wollen. Di« radikalen Schimpfbolds beider Richtungen können diesen unglücklichen Wirrkopf mit Fug und Recht als Erfolg ihrer Hetz« buchen. pp»mi vechisn Sstevfttmmung sebövi ein guter-Kaffee, tu«. vum nicht den allerbesten neb» men?-Kaffee Sag Ist ein Soch» sewSchs»»n auserlesener QnalltSt, dabei gesund— auch für die-Kinder, denen Sie da- mit eine tvirkliche 4Astersvende machen. KA F F E E HAG jetzt nur coeji RM 1.62« Ber- bindung besteht m folgendem Fahrplan: ab Berlin Stettiner Bahnhof 13.43 Uhr, an Brunshoupten 0 08. an Ostseebad Arendsee 0.17 Uhr. Der Zug Hot auch. Anschluß non Homburg, ob 10.38 Uhr.. 3m Gesellschafisauto zur Sächsischen Schweiz. Im G e s e l l s ch a f t s r e i s« a u t o veranstaltet der Zentral- verband der?lnge st eilten, Ortsgruppe Groß- Berlin, ein« Osterreise in das große Gebiet des schönen Elbsandsteingebirges. Die Hinfahrt erfolgt am Karfreitag morgens aus Berlin, die Rückreise, gleichfalls im Auto, wird so durchgesührt, daß die Teil- nehmer am 2. Osterfciertag spätabends in Berlin eintreffen. Als Quartier dient das Hotel..W a lte r s d o r s« r Mühle' im P o l c n z t a l, t)oii wo aus die täglichen Wanderungen unter jach- kundiger Führung unternommen werden. Der Teilnchmerpreis betrögt 47 M. und umschließt alle Fahrgelder, Uebernochtunaen, Frühstück, sehr gutes, reichliches Mittagessen, Führungen und Be- sichtigungen. Da noch einige Plätze frei sind, können sich Interessenten am Donnerstag im Vcrbandshaus des ZdA., Hcdemonnstraßc 12, bei gleichzeitiger Zahlung der Teilnehmergebühr anmelden. Wendung im Raziprozeß. Oer Angeklagte Secker des Totschlages verdächtig. Ja dem Prozeß der SA..ceul« MarkowskinndGe- nassen, die am 20. Januar die Blutlok in der Hebbel» lkra ßc verschuldei hoben, kam es gestern nachmittag zu einer ' unerwartete!'. Wendung. Der Prozeß drohte wie das Hornberger Schieße» auszulassen. Nacktem der Staoteanmalt die Anklage gegen Markowski wegen Körpernerletzurig mit. Tadeserfolg fallen, gelassen und die Täterschaft des Angeklagten Becker trotz des schweren Verdachts, der gegen ihn vorlag, als für nicht ermiesen erklärt hotte, bestand die Gefahr, daß der Messerstecher nngestrvst davon kam. Die Nationalsozialisten kosteten schon im voraus den Triumph. Da fauste auf die Angeklagten die Feststellung des Vorsitzenden nieder, daß für den Ange- klagten Becker, der sich gerühmt hatte, den Dolchstich gegen Schirmer geführt zu haben und der unmittelbar nach der Tat seinen Genossen ein Mesier zur Ausbewahrung gegeben hatte, eventuell auch der T o ts ch l a g s p a V«, g ro p h in Frage kommen könnte. Kaum hotte sich die Verteidigung von der iloberraschung erholt, als sie den'Antrag stellte, Professor et rauch „nd Dr. Mahrcnhol; darüber zu hören, daß das beschlagnahmte Beckevsche Messer nicht in die Stichwunden passe, und Professor Brüning darüber zu befragen, ob mit diesem Messer überhaupt ge- stachen werden konnte. Diese Anträge der Verteidigung wurden aber einige Minuten später durch die Aussage der Mütter des Ange- klagten Becker, die sich selbst zu Worte gemeldet hatte, durchkreu.zt. Sie erklärte u. a. daß der Messerstecher unmöglich ihr Sohn gewesen sein könne, da sie ihm ja stets jeden Dolch fortgenommen habe. SÜfa hatte Becker mehrere'Dolche: die tödlichen Stiche brauchte er gar nicht mit dem beschlagüahmtm Dolch geführt zu Hadem Der Mgeklagte K o n r a i> D a m ning ist übrigens gestern i n Host genommen morden.'Das Gericht beschloß, die Sach- örrständigen Professor Strauch. Professor Brüning und Dr. Mahren- holz zu laden und am Sonnabend einen Lokaltermin im Lokol Hebbelstraße 20 vorzimebmen. ikiWWWUIküilWIIIkWMl Wagner aus der Partei ausgetreten. Dom Berliner Bezirksvorstand wird uns geschrieben: Stadtbaurot ffi a g n e r hat vor längerer Zeit noch einem kaum zweitägigen'Aufenthalt in Moskau der„Welt am Abend' ein Interview gegeben. Wagner mußte sich infolgedessen gegen den Verdacht wehren, daß er beabsichtige, als Baumeister nach Moskau zu gehen und zur Kommunistischen Partei überzutreten. Bor kurzem ist Wagner aus der sozialdemokratischen Rathausfraktion ausge- treten. W. wird« daher vom Bezirksvorstand aufgefordert, seine dem Bezirksvorstand vor Wochen gegebene ehrenwörtli ch-e Erklärung,„sein Amt als Stadtbaurot niederzulegen, wem, es der Bezirksverband van ihm verlange', in die Tat umzusetzen. Das lehnte Wagner ab. Er führte aus, daß er lediglich bereit sei, zu erklären, daß«i> sein Amt infolge der?l«nderung des Gesetzes Grah-Berlin niederlege, daß er ober darauf bestehen müsse, sich die Bezüge. des Stodtbaurais für die Dauer seiner Wahlperiode zu sichern. Dem Bürgermeister und dem' Stadtoerardnetenvorsteher Hobe er in diesem Sinne bereits geschrieben. Wagner will also nicht mehr im Interesse der Stadt seine?lrkeitskroft auswerten, er will aber sein Geholt ohne Arbeitsleistung weiter beziehen. Wagner ist aus der Sozialdemokratischen Partei freiwillig ausge- schieden. Wir sprechen der Partei, der Wagner beitritt, schon jetzt unser Beileid cms. Zwei kleine Negerlei«. Ein«.Dunkle" Angelegenheit wird in Potsdam viel besprochen und viel belacht. Die Freundin eines Potsdamer Herrn erwartete dieser Tage den Kkopperstarch imd der Herr ließ das junge Mädchen m ein Krankenhaus überführen, damit sie dort entbinden kann. Der Herr war auch bereit, später seine kleine Freundin zu heiraten. Er erhielt dieser Tage die Nachricht, daß er die Patientin besuchen kön>e, die Zwillingen das Leben gegeben bot. Nicht wenig erstaunt war der Kavalier, als er feststellen mußte, daß seine Liebste ihn mit Negerzwillingen beschenken wollte. Es stellte sich heraus, daß der Dater ein Neger war, der sich mit feinem Zirkus im Juni in Potsdam aufgehalten hotte. 3 Osterhasen empfehlen sieh � � zum Festbraten! •■V, ö----- <& WWWW N. 3L Iteubcrl: draußen ficht Dieser Satz ist eine ganze Geschichte. Das Schicksal eines Mannes aus unserer Zeit. Es begann damit, daß seine Ehe rechtskräftig geschieden wurde. Cr war der allein schuldige Teil. Wir sehen, daß er an seinem Schick- sa! also nicht ganz unschuldig war. aber es wäre ungerecht, ihm Milderungsgründe zu versagen. Schließlich gibt es für seine Schuld auch keine absolute Messung, und es mag Menschen geben, die mit den gleichen Charakteronlagen auf den chöhen des Lebens wandeln. An seiner Wege jedoch schien ein Mephisto das schöne Lied„Wer nicht liebt Wein, Weib. Gesang" gesungen zu haben. Zeit seines Lebens hatte er sich nie geweigert, Wein, Weib und Gesang zu lieben, aber Zeit seines Lebens war er doch«in kleiner Narr geblieben. Ein kleiner Narr seiner kleinen Süchte Seine Frau verlor er, weil er nicht nur den Wein, sondern auch das im Lied besungene Weib im Plural liebte— das Weib— die Frauen— nicht etwa die Weiber— diese Deklination hörte man erst rn seinen späteren Jahren von ihm. als es ihm nicht mehr gut ging und er reichliche Erfahrungen mit dem Deklinationswort gs- sammelt hatte— seine Frau verlor er also durch Scitensprüng«. Er verlor auch seinen Jungen, ihm blieb nur das Recht des Blutes und der Paragraph, der die Besuche dos Vaters nach«riolgter Scheidung regelt. Das Recht des Blutes und der Paragraph, der die Besuche des Daters nach erfolgter Scheidung regelt. Das Recht des Blutes war mit Zahlungs pflichten verknüpft. Diesen Zahlungsverpflichtungen kam er zwei Jahre nach. In diesen Jahren sah er viermal feinen Sohn. Dann bekam er einen Brief, der ihn von allen Zahlungspflichten erlöst«. Seine Frau hatte sich zum zweitenmal verheiratet und ihr neuer Mann wollte gewisser- maßen die Vaterrcchte von ihm kaufen. Es ging rascher als beide geglaubt hatten. Auf dies« Weise erfuhren sie nie, daß der richtige Vater feinen Unterhaltspflichten nicht mehr hätte nachkommen können. Er hatte feinen alten Posten verloren und eine ander«, bedeutend kleinere Vertretung übernommen, die ihm das Leben In bisherigen Ausmaßen nicht mehr gestattete. Immerhin gelang es ihm,' sich den Platz am Stammtisch zu wahren, gut angezogen zu geheu und seiner alten Neigung zu Gesten. sprängen gelegentlich nachgeben zu dürfen. Einmal war er sogar sowest, sich wieder zu verloben, mst der Tochter eines Geschäfts. freundes, aber der Geschäftsfreund machte Pleite. Nach diesen zwei Jahren sah er einmal zufällig seine frühere Frau wieder. Sie plauderten wie zwei alte, etwas entfernte Bekannte, als hätten nie ernstere Dinge zwischen ihnen bestanden. Ihr neuer Name klang ihm so fremd. Sie hieß jetzt Frau Hauser. ..Und wie geht es dir?' fragte er, aber das war überflüfflg, denn man sah daß es ihr gut ging. Sie sah ihn einen Augenblick nachdenklich an, dann sagte sie:„Ich haste sehr, sehr viel Glück.' „Und Udo?' fragte er. „Udo. Ja. natürlich, es muß dir nicht leicht fallen. Vermißt du ihn sehr? Du hast ihn lange nicht gesehen? Bergesien hat dich Udo selbstverständlich nicht, aber.. „Sprech nur weiter. Du meinst, daß er seinen neuen Bater lieber hat?' „Wie Kinder so sind, wenn man LerstänSnis für sie zeigt,' sag!« sie leicht verlegen.~■•''■.'i Er antwortete nicht gleich, ade? man sah, daß er etwas zu sagen hatte, erst nach einer Weile erfuhr sie es:„Dein Mann kann auch sicher sehr viel mehr für ihn tun als ich.' „Oh, geht es dir denn nicht gut?' fragte sie verwirrt „Es geht so... meinte er. „Du hast mich immer sehr viel Geld in Lokalen gelassen,' sagt« sie. plötzstch wieder in jenem altvertrauten Ton, der ihn immer etwas nervös gemacht hatte, weil ein Borwurf darin lag, aber sie loch rasch auf ihr« Uhr. „Halte ich dich etwa auf?' bemerkt« er, mit einer schlecht ver- bvrgensn Bitterkeit. . Leb wohl,' sagte sie.„ich muß weiter. Es hat mich gefreut. Nach so langer Zell grollt man sich wohl nicht mehr. Und es war ja auch das beste so. wie es gekommen ist. Alles Gute für deinen wetteren Weg. Willst du nicht einmal Udot sehen?' Cr schüttelte den Kops. „Ich werde schreiben, wenn ich.. Sie ging rasch fort und er sah ibr nach. Frau Hauser, dachte er. Wer ist das? Frau Hauser? Das war einmal meine Frau. Meine Frau.' ..Meine Frau!' wiederHosts er noch im Gehen. An dielem Tage konnte er kein Geschäft mehr abschließen. Vielleicht gingen oder fuhren sie manchmal aneinander vorüber, ohne es zu wissen, in dem Verkehr einer Viermillionenstadt. Ihr log ja auch nichts mehr daran, durch ihn an eine Zest erinnert zu werden, die nicht gerade sehr glücklich für sie war. Aber er erinnert« sich ihrer gelegentlich, und dies« Erinnerung wurde eine stille Krank- heit. Sie brach immer aus, wenn er zuviel getrunken hatte. Natür. lich, es war dann zu Haufe niewand da, der ihn beforgie, ihn ins Best bracht« und schall: Wohin soll denn das noch mal führen? Es war ja allen ganz egal, wohin das führte. Den Jungen hatte er jegl manchmal total vergessen. Er konnte froh s'in, daß er sich nicht um ihn zu kümmern braucht«. Er wußte nur: Dem Jungen geht es gut. besser als seinem Vater! So wurde die Sehnsucht nie brennend. Die Scham löscht« sie. Sein Vertreterposten bracht« ihm immer weniger ein. Der Kamps wunde immer schwerer. Neue Verdienstmöglichkeiten waren in dieser Zest kaum auefindig zu machen. Oder andere waren schneller. Rücksichtsloser. Er ließ sich gehen, wie ein Mensch, der das Steuer nicht mehr fest in der Hand hat und sich sagt: An einem dieser Felsen muß ich doch zerschellen k Nach zwei weiteren Iahren erfuhr er von dem Tode seiner früheren Frau. Er haste sich eines Bormittazs in ein Cafe gesetzt, wo er sich Notizen über Kunden und Aufträge machte und dann Zsstungen las. In einer dieser Zeitungen stand hie Anzeige: Mist- wach früh starb nach kurzem, aber schwerem Leiden mein« lieb« Frau, meine liebe Mllter, Frau Annemarie Hauser, geb Pötschke. Geborene Pötschke. Das stimmte. Geschiedene Krane hätte noch dastehen können. Er saß eine Biertelstunde mit leeren: Gesicht vor der Zeitung. E» war ihm, als hätte er sein« Frau erst gestern getroffen. Er hört« sie sprechem Er sah die Locke unter dem Hutrand. Und ihr Mund lächelte ihn an:..Ich hatte sehr, sehr viel Glück.' Er starrte noch immer auf die Zeming, ein Herr erhob sich am Nebentisch, trat auf ihn zu und fragte hßilich-„Piste, ist die Zeitung frei?' Er neigte das leere Gekicht. D'.e Zeitung enta'itt seinen Händen. Mechanisch fuhr seine Hand zur Kasseelosse. Der Kaffee war kalt und fad«. Aus seinem Notizbuch starrten ihn Zahlen und Adressen an. Er verstand ihren Sinn nicht mehr. ein Wann... „Annemari«!' dacht« er. Ein Lautsprecher, der im Lokal aufgestellt war, brachte Schall- Plastenübertragungen... In dieser Nacht warf man ihn aus einer(leinen Kneipe auf die Straß« Er war schon etwa« angetrunken m das Lokal gekommen, aber doch nicht so. wie es nach dem Autgang dieses Besuches scheinen muß Er saß erst still in seiner Ecke, und man kümmerte sich nicht um ihn. Erst als ein« Frau, die von der Straße hereingekommen war, um einen Freier zu suchen, sich an seinen Tisch setzte und eine Einladung zu einem Glas Vier nicht abgeschlagen hätte, sing er plötzlich zu reden cm. „Laß mich in Ruh!' sagt« er nämlich. „Du bist aber ein feiner Mann!' erwiderte die Frau.„Warum sitzt du dann überhaupt hier?' Ein« so schwere Frage konnte er nicht beantworten. Cr schwieg und starrte in sein Bierglas. Erst die vierte oder fünfte Molle machte ihn gesprächiger. Der erste Stein der Lawine rollte. „Wenn du meine Frau ge'aimt hättest sag ich dir. sing er an. .Haste s« noch oder hast« se nich mehr?' fragte sie im Jargon der Straße. „Nee!' sagt« er, den Kopf schüttelnd. „Es gibt noch andere.' lachte sie. warum willst du nicht? i Komm mit!' „Ich bin mir zu gut!' Er sagte das mehr zu sich selbst, wle.zu einem verlaufenen Äind«. da» noch Hause finden soll. Der Weg wurde immer beschwerlicher. Di« Frau lachte amüsiert?„Du? Zu gut? Hahaha! Mensch, dich nimmt doch keine!' „Wenn du meine Frau gekannt hättest.' fing er wieder an, zornig über die Spötterin und noch deutlich sich des Unterschiedes bewußt, der zwischen dieser Frau und einer Annemarie Pötschke. bestand, aber von Bier. Einsamkeit. Erinnerungen zum Reden gelrieben: den Niedrigsten der Niedrigen, erzählte er seine Geschichte Die Menschen, die dies« Geschichte unfreiwillig, aber gern hörten hasten kein Per- stöndnis für ihr« Zusammenhänge, sie konnten sich nur an der Komik schadlos Hollen, die immer an einem Erzählenden zu finden ist, der leicht betrunken ist. Sie hörten ihm schon an den Nebentischen zu. Ein Lieb et paar unterbrach das Vorpastengefecht in einer Mod'anischs und folgte den Ausführungen des Mannes über Wert und Unwert der Frauen, über die Frauen im allgemeinen und über die Ars», über Annemarie Pötschke im besonderen. ..Mensch!' sagt« ein Hinzugekommener, um Stimmung zu machen,' deine Frau aus'n« Briefmark«, dann macht die Reichspost Pleite.' Es gab ein lautes Gelächter und es schien, als stimmte auch der Mann darin ein, man tonnte das nicht feststellen, da sonst alles lachte, aber der Mann haste auch den Mund offen, und sein Gesicht war oer. zogen, wie da» der anderen, die über den Witz lachten. Eist als die onderen vsistummten, bemerkte man, daß der Mann nicht lacht«, iondsrn ein Geräusch wie das Stöhnen der Buk von sich gab. und darüber nun fingen die anderen wieder zu lachen an Der Witzbold sah eine neue Gelegenheit zu einem Witz und jagte zu der Frau, die er kannte:.Hib dem Kindchen die Brust. Eva! Sonst schreit es.' Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen Das ist ein Sprichwort, dessen Wahrbeit sich hier wieder erwee. Sechs, sieben grausam unbekümmert« Menschen standen hier gegen einen, dessen Unglück chnen Gelegenheit gab. Witze zu machen und über Witze zu lachen. Gewiß, sie lachten nicht einmal über sein Unglück, sie lachten über ihn. aber er war doch der Unglück» liche. Warum sagt« niemand:„Laßt ihn hier ruhig sitzen und fein Bier trinken. Der Mann hat elwae erlebt, das er mit sich aus» machen mag. Ueberleht ihn wohlwollend' Niemand sagte das. Vielleicht dachte der Mann das im gleichen Augenblick: warum über. seht ihr mich nicht? Ich will nichts von euch. Ich gehe alleine vor die Hunde. Mit euch ist es ein Schrecken ohne Ende. Pfui Deubel! Dielleicht hatte her Mann noch di« Klarhest i»es«s Gedankens. Es war aber nicht nötig, dem anderen die Faust auf das Auge zu setzen. Es standen cluch sieben gegen«inen. So flog er nachts aus dem Lokal auf die Straße.. Seine Geschichte ist gleich zu Ende. Vielmehr: die Geschichte geht in diesem Tempo weiter. Es ist mir noch davon zu be-i+ten, wie er eines Tages an einer Wohnung-tür klingelte und ein Knabe öffnete und zu irgend jemand m der Wohnung sagte:„Draußen steht ein Mann!' Der Mann hatte an diesem Tage schon an vielen Wohnungesti'en geklingelt, denn er ging hausieren, ein schweres Brot, treppauf, stepp- ab, eine Trepp«, zwei. drei, vier Treppen, treppauf, treppab und dabei sinkt man von Stufe zu Stufe. „Draußen steht ein Mann!' sagte das Kind. Dieser Satz ist«ine ganze Geschichte. Hier schließen wir. Der Mann war der Vater des Kindes. Der richtige Vater, aber ein anderer sorgte für das Kind. Sie erkannten sich nicht mehr. Di« Tür ging auch nicht mehr auf. denn drinnen sagte ein« Stimme: „Jedem kann man auch nicht geben. Das ist der achte heut«.' Heinrich Viemmer: 3)er große Z „Es tut mir unendlich leid', sagt« Herr Iokiboki, bei dem mich em deutscher Kaufmann eingeführt hatte und der uns zu Ehren ein Osterbanlett vevanstallet«,„meine Frau und ich sprechen keine fremden Sprachen, aber wir haben einige junge Damen geladen, die etwas englisch sprechen'... oder vielmehr sagten dies drei von Herrn Iokiboki instruierte schlitzäugige Grazien, einander in Dokabelkenntnissen sekundierend. . Herr Joklbok» hast« Rock und Hofen cm. sogar silbergrau ge- ssteifke, und schüttelt« auf europäisch« Art uns— statt sich selbst— die Hand. Seme Frau aber siel vor meiner Frau auf die Knie. um sie zu begrüßen, erhob sich und verbeugte sich viele Male, mit den Händen auf den Knien. Sie hörte nicht eher damst auf, als wir aufhörten, weil wir nicht mehr konnten. Die Grazien trugen gold- und silberbestickt« Kimonos, ober nicht die Spur von Geschmeide, außer großen silbernen Pickenadeln im pechschwarzen Haargeflechte. Plötzlich verschwand ein» Wand. Dahinter erschien ein leerer Raum mst einem Dutzend Samtkissen in einer Reche auf dem Boden — sonst nichts. Das war dt« Slnkündigung zum Essen Wir wurden zu den ersten zwei Kissen hingewinkt. Niemand setzt« sich. bis wir uns fetzten. Und als wir uns gefetzt hasten, wollte jeder dem anderen die hohe Ehre zuteil werden lassen, neben uns zu sitzen. Vor allem gab's Tee. Grünen Tee. ohne Zucker, ohne Milch. ohne Geschmack, die winzigen Tassen ohne Henkel. Herr Iokiboki iraitk von seiner Tasse und wir stanken von den unseren— zuerst. Dann bat Herr Iokiboki, aus unseren Tassen trinken zu dürfen und reichte die seine. Süßwev? wurde jetzt ausgetragen, in großen Mengen, dann folgte unvermsttell: geräucherter Aal. Dos nächste waren Frücht«. Sie hingen an einem Baum, den ein bisterernstes ' Servierdämchen in einer grünen Aale herumtrug, und bestanden aus Zucker und ungekochtem Reismshi. Pause. Ein« andere Wand ver- ichwindet. Dahinter sitzen drei Mädche-n aus Kissen auf dem Boden. Zwei sangen zu spielen an. Die dritte erhebt sich und taitzt. Es ist eine Geisha. Die Wand hatte sich wieder geschlossen, nachdem die Mädchen auf ihr« Kissen gesunken waren. Jetzt wurde unsere Aufmerksamkeit auf Monstren des Meeres gelenkt, die hereingetragen wurden. Jeder Gast bekam einen Fisch, und jeder Fisch wog gewiß drei Pfund- Drei Pfund Fisch mst Eßssäbchen zu erledigen ist ein« Leistung, der wir uns nicht gewachsen fühlten. Meine Frau suchte ver- zweifelt»in paar Quadratzentimeter aus dam Monstre heraus- zubohren, ich riß ihm kuragiert ein Stück Rücken ab und balanciert« es gegen den Mund zu, als ein« der geladenen Damen errötend uns darüber aufklärt«, daß es nicht nötig sei, den Fisch auf der Stelle zu vertilgen, was wir übrig ließen, würde uns für morgen ins Hotel nachgefitzlckt. Ein« ausgezeichnete, nachahmenswerte Idee. Wir fielen erlöst Eber ein Assortiment von Delikatessen her und die Meerungeheuer wurden entferlst. Pause. Wieder ging die Wand auf. Wieder erhob sich die Geisha. Jedoch zu einem Trauergesang Ob das mst unserem Benehmen zusammenhing? Meine Frau wurde sehr unnihta bei dem nächsten Gang. Er bestand aus Pratvögeln, die mit Kirschsn gefüllt waren und in allen ihren Federn serviert wurden, die man ihnen wohl mühsam wieder aufgesteckt haste. Die drei Grazien nahmen di« Federn sehr geschickt ab. ehe sie zu essen begannen, aber ich geriet in große Schwierigleiten und brachte Bogel, Federn, Kirschen und alles durch- einander. Ich war froh, als wieder eins Pause eintrat. Diesmal rezitierte die Geisha: etwas, das unseren Wirt sehr erheiterte. W'r lachten wie die kleinen Kinder mit ohne zu wissen warum. Aber jetzt durften wir uns erheben. Di« Knie knacksten und wir s-k-wankten auf unseren Beinen, die wir krumm und rund gs-, sessen hasten, nach vielen langen Adieus den wartenden Rickshaws zu. In jedem Rickjhaw— das war fein gemacht— lag eine Lack. ichachtel, das Meerungeheuer intd die dazugehörigen Eßstäbchen«nt- hallend— und ich hatte den Kopf und meine Frau den Schweis des Kirsckenvogels mit einer großen roten Zuckerblnms. Ach und eine zweil« Schachtel lag auch noch im Rickihaw. Den Dcckrl öffnend, entdeckten wir zu unserem Entzücken zwei Dutzend MeM'+e braune Eier, jedes auf einem Sägefpankiffen ruhend. Die Grazien er- ifch von*Eokio llärien uns, sie hätten ihr« Ostereier schon zu Wechnachten bekommen. wo jeder Japaner dem anderen Eier schenkt, der sie weiterschenkt, so daß man von den vielen in Japan zirkulierenden Eiern auf Umwegen wieder die seinen zurückkriegen kann. Ab«r wir sollten uns in Gottes Namen mit diesen zwei Dutzend Eiern die Ostern ver- treiben, wie das einmal in Europa Sitte sei. Nun. und jetzt bin ich wieder in Europa und meine Frau cht in Aegypten, ol-t Zeit ist verstrlchen und nichts für mich besser ge. worden. Wer wird mir diese Ostern etwas vorsingen und-tanzen. mir lustige Fische und Böge! auftischen, und wo sind in« Grazien? Aber ich kann, mir stitmerhin aus«cht japanisch« Art selbst die Hand schütteln._ Sie role Barbe des Sirius Der funkelnd« Hundsstern(Sims), der hellst« Fixstern unseres Himmels, der dem schönen Sternbild des Orion nachfolgt und jedem Betrachter des Himmels besonders auffällt, gehört zu den glänzend weißen Sternen. Aber die Nachrichten aus dem Altertum bezeichnen ihn merkwürdigerweise als einen roten Stern, obwohl die alten Astronomen doch sehr scharfe Beobachter waren. Auch ein so aus» gezeichneter Forscher wie Ptolemäus, dessen Schriften 1K Jahrtausende lang die astronomischen Vorstellungen beherrschten, spricht vom Sirius als einem„feurig'-rötlichen' Stern. Zur Aufklärung dieses Widerspruchs ist sehr viel Scharssinn aufgewendet und sehr viel Tinte verspritzt und entsprechend Druckerschwärze verbraucht worden. Die Farbe de» Sterns sollte sich wirklich m ZÖOO Jahren geändert haben, obwohl doch zu solchen llebergängen eines Sterns, der sich von einer rot leuchtenden Riessnmasse durch Zusammenziehen zu einer kleineren heißeren und daher weiß glänzenden Kugel ver» dichtet, Milliarden und Billionen von Jahren gehören. Dann wurden llmdeutungen der Wort« versucht, als vb jene Bezeichnungen der Alten gar nicht die Bedeutung von„rot' gehabt hatten. Nur an eines dachte man nicht: daß ein Stern bei seinem Aufgehen ander» erscheint, als wenn er hoch am Himmel steht, wie dies von der Sonn«, die als roter Giutball über den Horizont heraufsteigt, ja jeder-» mann bekannt ist, und daß der Sirius im Altertum vornehmlich bei feinem Aufgang de» Morgens(Frühaufgang) beobachtet wurde, weil solche Beobachtungen zur Ermittlung der wirklichen Länge des Jahres dienten. Die rote Farbe, welche di« gelblich-weiß« Sonn« bei ihrem Aus- und Untergang zeigt, ist durch den Dunst in der Atmosphäre verursacht, und derselbe Dunst muß die gleiche Wirkung auch bei anderen Sternen haben. Ein Zufall hat jetzt die Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Wir finden hierüber In den„Astronomischen Nachrichten' eine Mitteilung des Direktors der Wiener Universitätssternwarte, des rühmlichst de- kannten Astro-Physikers Prof. Grafs. Er beobachtete aus der spanischen Insel Mallorka den Frühaufgang des Sirius, als er sich gegen End« des abgelaufenen Jahres dort auf der Station der öfter- reichifch-deutschen Wissenschoftshilfe befand und an den Arbeiten zur Ermittlung des Autlöschungsvermögens d«r Atmosphäre hinjl+tlid) des Lichtes der Stern« beteiligte. Dazu ist am geeignetsten die Prob- achtung von Auf- und Untergängen hellerer Fixsterne, und so kam es, daß er den Frühausgang des Sirius beobachtete, wobei ihm die tief rote Färbung des Sternes auffiel. Nach ein« halbe Stunde nach dem Aufgang, wenn er schon eine Hö�e von 7 Grad über dem Horizont erreicht hat, darf er nach Grafis Angaben als rötlich angesprochen werden. Dadurch scheint das rätselvolle in den Angaben der Allen über die Farbe dieses Sterns völlig geklärt. Bt. Sirafeu für ranchrndc Jugendliche. Die Küntonbehörde von Ob' walten hat»m Geietz wieder eingesührt. das feit 80 Jahren nicht mebr bestanden hatte, das Personen hxiderlei Gcs hlechtc- unter 18 Jahren das Rauchen verbietet. Es sind Slrasen von einer Woche Gefängnis und 100 Franken festgesetzt, di« sich im Wiederholung»- fall« verdoppeln. Schulz schlägt Stennes. Schupobaupimann a S. Stenn«« wurde al« Leiter oer Berliner SA. obgebalfter» und d««ch den Zemeleutnant Schulz ersetzt. �Wasi-- mit dem einen steinen Fememord bei der Schupo will mir dieser Häuptling imponieren, wo ich die Schwarze Reichswehr gejährt habe?!' Zu müde für die Außendebatte. Kammer und Senat nach Annahme des Haushalts bis zum Mai vertagt. Poris, 1. April.(Eigenbericht.) Kmnmcr und Senat haben am Mittwoch da« Budget für das Finanzjahr 1931/32 verabschiedet. Die Kammer nahm den dirttmirs mit 458 gegen 120 Stimmen, der Senat mit 274 gegen 18 Stimmen an. Aar der Abstimmung wurden in der Kammer die verschiedenen vom Senat abgelehnten Kredit« immer wieder b«antragt. Da diese Kredite aller da« Budget aus dem Gleichgewicht zu bringen drahten, sah sich die viermal genötigt, unter Stellung der V e r» trauenasrag« von der Kammer deren Ablehnung zu vs» langen. Jedesmal siegte di« ssiegterung mlt Mehrheiten, die zwischen 30 und 84 Stimmon schw-nrkten. Das Budget steht jetzt folgender- maßen aus: Einnahmen 30643 500 000 Franken, Ausgaben 50 640 S00 000 Franken. Es ergibt sich also. nur ein rschnerischer Ueberschutz von drei.Millionen Franken, der sich im Laufe des Jahres sicherlich in«in beträchtliches Defizit verwandeln wird. Kammer und Senat l)aben sich noch der Annahme des Budget« auf den S. Mai vertagt. Di« angekündigt« Kammer- debatt« über di» deutsch-östersichische Zollvereinbarung hat Nicht stattgefunden. Dies ist«inmal darauf zurückzuführen, daß die Kammer nach den längen Nackst- und Bormiltagssitzungeu vom Dienstag zum Mittwoch zu abgespannt war, um dieses heikle Thema mit der notigen Aufmerksamkeit erörtern zu können, außer- dem aber ist man in Linkskreisen der Meinung, daß es nicht oppor- tun fei, jetzt eine große öffentliche Debatte über das doUtsch-Sster» reichische Abkommen einzuleiten, nachdem Dr. Curtiu» auf du Erklärungen 1)endersons und Vriands in einer Form geantwortet hat, die dem Konflikt seine ursprüngliche Schärfe genommen hat. poienanleihe in Frankreich. pari», I.April. Nach der grundsätzlichen Zustimmung der französischen Regick- mng ist das Anleiheprstokoll über sin« Milliarde Frank«vl zwischen Polen und der sranzösischen Gruppe Creuzot-Bamp« d»» Po ys du Aord-Credit Lyonuais paraphiert worden. Dar Austausch der Urkunden soll denmachsl in Warschau stattfinde». Außenminister ZaleskI, der an den letzten Verhandlungen teilgenommen und ein« polnische R e g i« r u n g s g a r a n t i e für«inen Mindestertrog der GdingtNcr Eisenbahnlinie übernommen hat, ist nach Warschau ah- gereift. Kommunistische Paroleausgabe Die Betriebe sollen in„Anqriff* genommen werden. Wenn man die täglichen Siegesmeldungen der kommunistischen Presse über den Vormarsch ihrer Partei in den Betrieben liest, so möchte man annehme», daß der Ausbruch der bolschewistischen Welt- revolution in Deutschland»nmitteibar bevorstände. In Wirklichkeit steht der kommunistische Einfluß in den Betrieben in umgekehrtem Verhältnis zu dem Geschrei ihrer Presse. Wenn erst das Gesamt- ergebnis der Betricbsratswahlen vorliegt, so wird sich zeigen, daß es der„RGO.* trotz wirtschaftlicher Not und politischer Unsicherheit auch diesmal nicht gelungen ist, die gewerkschaftliche Front ernstlich zu gefährden. Im März-Heft der �Internationale", der sozusagen wissenschaftlichen Zeitschrift der Kommunisten, muß der Reichstage- abgeordnete Creutzburg selbst zugeben, daß sein« Partei in der Betriebsratsarbeit bisher völlig versagt hat. Wir finden dort folgende Aufstellung: „Es sind in Deutschland vorhanden: 191211 Betriebe mit einer Belegschaft von 11 bis über 5000 Mann. Dies« Betrieb« verteilen sich wie folgt: 148112 mit einer Belegschaft von 11-- SO Mann 40 189.,.. 51- 500. 1788.... S01-1000. 1051.... 1001—5000. 71.... über 5000. Die KPD. hatte im August 1930 Zellen: mit einer Belegschaft von s) ln 103 Betrieben... 11— 50 Mann--- 0.06 Prsz. d). 702.... 51— 500.--- 1,74. c). 245.... 501—1000.-- 18. 6. d)„ 328.... 1001— SOOO.•» 31,20, e), 33.... über 500Ö.»«6,47. Die KPD. hat also insgesamt i n 1411 Oberin 0,73 Proz. oller Betriebe mit einer Belegschaft von über 11 Mann Betriebszellen. Davon 103 oder 0,06 Proz. in Kleinbetrieben. 702 oder 1,74 Proz. in Mittelbetrieben und 606 oder 20ZS Proz. m Großbetrleben. Seit August 1930 wurden in 170 Betrieben neue Betriebs- z-llen geschaf,en, so daß die KPD. gegenwärtig 1581 B«. rriebszellen hat." Man muß sich daran«rinnern, daß die Kommunistisch» Partei ihre Organisation schon seit Jahren von Straßen- und Wohn- gellen auf Betriebszellen umgestellt hat. Die Organi- kation noch Wohnbezirken ist von ihr als„sozialdemokratisch" de- nunziert worden, das„revolutionäre" Element in der kommunisti- chen Arbeit sollte allein die Betriebszellen bilden. Nach dieser jähre- langen intensiven Arbeit kann die Kommunistische Partei in 191 211 Betrieben mit einer Belegschaft über 11 Mann ganze 1S81 Betriebszellen verzeichnsnl Selbst in den Großbetrieben, wo es im allgemeinen gewiß nicht schwer fallt, kommunistische Zellen zu bilden, ist der KPD. das nur im kleineren Maße gelungen. Nicht einmal in den Riesenbetrieben mit einer Belegschaft von Über 5000 Mann hat sie auch nur zur Hälft« Betriebszellen zu bilden vermocht. Mitglisderzahlen werden überhaupt nicht angegeben. Aber wenn es schon um di« kommunistische Organisation in den Betrieben so schlecht bestellt ist, so kann man sich vorstellen, was es mit der Gs- samtorganisation der Kommunistischen Partei aus sich hat. Jetzt ober soll die„Masiemnobilislerung für die Bvlksakliim" � beginnen und Creutzburg verlangt deshalb„eine entschiedene W-nb«ng der Gesnintpartci aus die Betriebe". In einigen Mo- Noten sollen unter allen Umständen starke kommunistische Betriebs- Zellen in den 9000 Mittel- und Großbetrieben mit einer Belegschaft »cm über 200 Mann, vor allem aber in den wichtigsten entscheiden- den Großbetrieben geschaffen werden. Und das soll so geschehen: „Erreichen läßt sich dieses Ziel nur, wenn zunächst olle Lei tun- gen der Partei mit Kühnheit aus den alten und neuen Parteimit- gliedern 9000 neue Funktionärs als Instrukteure auswählen und sie den In Angriff zu nehmenden Be- trieben als Helfer und politische Organisatoren zuteilen. Mit Hilf« und unter Fuhrung der Parteileitungen müssen diese Instrukteure rasch auf ihr spezielles Aufgabengebiet«mge- stellt und eingeschult werden. Gleichzeitig musz ihnen aus den be- nachbarten Betrieben, in denen wir bereits eine Betriebszells haben, und aus den Stratzenzellen, die sich um die Betriebe gruppieren, eine Anzahl der besten aktivsten Parteiarbeiter al« Sturmgruppen zur Verfügung gestellt werden. Diese Sturm- gruppen müssen ihre Gesamtzellen auf diese Aufgabe konzentrieren, die sympathisierenden Arveiter in den Betrieben r e g i st r i e r e n, um diese planmäßig durch die Zellen im Betrieb wie auch Im Wohngebiet zu politisieren und sie als Mitglieder in die Partei zu führen." Reben der Betnebsarbtit soll aber auch die Zell«narb«tt in den Massenorganisationen der Arbeiterschaft verstärkt werden, um diese von Innen heraus zu unterwühlen. Zu diesem Zweck gibt Creutzburg solgeude Parole aus: „Im Rahmen dieses Werbeplanes muß die politische Aufgab«, die das Zentralkomitee in seiner letzten Sitzung der Partei stellte: Liquidierung des Masse neinflusses der SPD. und Liquidierung der SAI. als Massenorgani- f a t i on, gelöst werden, d. h. die politischen und organisatorischen Methoven, unsere Einheitsfronttaktik von unten zur Gewinnung der SPD.-Arbeiter planmäßig auszubauen und grmz wesentlich verbessern. Hand in Hand damit ist die planmäßige Ueberprüsung all unserer Fraktionen in den Organisationen, die unter sozialfaschistischer Führung stehen und Abkommandierung von zuverlässigen Kommunisten in solche Massen- o r g a n i s a t i o n e n, in denen bis beute die Partei noch keine oder nur geringe revolutionäre Arbeit geleistet hat, erforderlich. Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo wir nicht nur in Masten- organisationen arbeiten müssen, die unter soziatjasckistischer Führung stehen, sondern auch in christlichen, gelben und faschistischen Organisationen. Mit allen Mitteln müssen wir die politische Linie der Partei, Loslösung der Arbeiter und Gewinnung neuer Der- bliiiideter aus diesen Organisationen, durchsetzen." Es ist gewiß nicht zu befürchten, daß die Kommunistisch« Partei mit ihren neuen Parolen größere organisatorische Erfolg« als bisher erzielen wird. Gewiß schaffen die Auswirkungen der Wirtschaftsnot einen günstigen Nährboden für alle Zersplitterungsbestrebungen. Aber die deustche Arbeiterklasse ist in ihrer gewaltigen Mehrheit doch geschult genug, um nicht zu erkennen, daß angesichts des Ansturms der Unternehmer und ihrer nationalsozialistischen Zutreiber auch die volltischen Freiheiten und sozialen Rechte di« Erhaltung und Stärkung ihrer Organisationen und du Abwehr aller VerwirrungsmanSoer doppelt« Pflicht jede» einzelnen sein muß! Der ehemalige Wohlsahrisminifler Tleville Chamberlain hat den Vorsitz der Konservatoen Partei niedergelegt. In vinem Briese an Baldwin bringt er zum Ausdruck, er halte las Werk der Reorganisation das Zentralamtes für genügend gefordert, um seine Tätigkeit im Unterhaus wieder ausnehmen zu können, zu- mal da auch die Verhandlungen mit Lord Beaverbrook nunmehr erfolgreich beendet seien. Baldwin hat sich mit diesem Schritt Chamberlains einverstanden erklärt und zu feinem Nachfolger Lord Stove Hoven ernannt, der kürzlich von Australien zurück- gekehrt ist. wo er süns Jahre lang die Aemter eine« General- gouverneurs und Oberbefehlshabers inne hatte. Aetteflenrat am S. April. Aeratong über den kommunistischen Antrag. Der Aestestenrak de« Reichstags ist jetzt für Mittwoch, 8. April, 11 Uhr, zu einer Sitzung einberufen worden. Auf der Tages- ordnung steht der kommunistische Antrag aus sofortige Einberufung des Reichstags, der nach dem Antrags der Kommunisten zu der neuen Notnerordnung Stellung nehmen soll. Oer kleine Bombenlegerprozeß. Llrteil rechtStsZftig. Kiel. 1. April. Die Ilistizprestesielle teilt mit: Im sogenannten kleinen Dombenlegerprozeß haben die Ülngetlagten und die Staatsanwaltschaft ihre Revision zurückgenommen. Damit ist dos Urteil des Schwurgerichts Altona vom 16. Dezember 1930 in vollem Umfang rechtskräftig geworden. In dem Prozeß waren, wie erinnerlich, der Chemiker Dr. Hellmann zu drei Iahren und einem Monat Zuchthaus und der Kaufnmnn Witamvwitz zu fünf Iahren Zuchthaus verurteilt worden. Eine Folge des Msiein-prozeftes. Separatisteufvhrer Matthes stellt bei der?erl ner Staats- anwaltschast Strafantraa gegen sich selbst. In dem Prioatbeleidigungsprozeß Professor Bernhards gegsp Dr. Franz Ullstein kam am ersten Verhandlungstage durch Rechts- anmalt Dr. Alsberg zur Sprache, daß die ganze Ullstein-Afsäre mit dem Erpresserbries des S e p a r a t i st e n f ü h r e rs Matthe» an Dr. Franz Ullstein angefangen habe. In diesem Briefe habe MvttHes von Ullstein 3000 M. gefordert, weil er Ma- terial, das Frau Ullstein belaste, in Händen habe und daß er nur gegen Zahlung dieser Summe von der Vcröfsentlichung Abstand nehmen werde. Dr. Alsberg erklärt« in diesem Prozeß, daß die 3000 Mark vom Hause Ullstein bezahlt worden seien. Jetzt hat Matth««, der bekanntlich in Paris lebt, aus offener Postkarte Renaiffance-Thsaier. Georg Kaiser:.Hellseherei". Georg Kaiser türmt in seiner.Hellseherei" die gewaltsamen Arabesken seines Stil» um eine dramatische Spielerei. Wie immer bei Kaiser ist die Komödie virtuos aufgebaut: Gespannt folgt das Publikum einer völlig, belanglosen Geschichte von einem verlorenen und mit okkulten Kräften wl«derbsschasft«n Ring. /Die Hauptrollen sind Darstellern onoertraitt. die durch ihr maniriertes Spiel da» Stück beinahe der Lächerlichko-t preisgeasüen hätten. bei der Staatsanwaltschaft 1 Berlin Strafanzeige wegen Erpressung gegen sich selbst erstattet mit den? Hinweis, daß er Reichsdeutscher ist. England besriedigt. Deruhigung über die iZottnmon. London. 1. April.(Eigenbericht.) Dt« Rede des deutschen Außemmnisters hat sowohl in oer englischen Presse wie in den offiziellen Kreisen große B« s r i e d i- g u n g und einen außerordentlich g ü n st i g e n Eindruck erweckt- Der„Manchester Guardian" sagt. Dr. Eurtius Habs eine schwierige Situation mit großem Takt gern e i st e r t. Die bisherige Aufregung über oie deutsch-österreichische Zoll- union hat sich in England vollkommen gelegt. Gandhi kommt nach London. Bombay. 1. Apttl.(Eigenbericht.) Der allindische Kongreß hat Gandhi zum D e l e g o t i o n s f ü h r e r für die zweite in London stattfindend« englisch-indische Konferenz b e st i m m t. Unter den vom Kongreß als Verfassungsgrundlag« bestimmten Forderungen befinden sich». a.: Aufhebung der Salzsteuer. Verbot der Einfuhr mislöndischer Klciderstosfe, Alkoholverbot. Staatstontrolle über die indische Industrie, Minimallöhnt, Verbot der Kinderarbeit, Arbeitsrecht, Arbeitsschutz und Konlitionsrecht für dt« Werktätigen beiderlei Geschlechts. Mchverflandene Gwubenshetze. Gottloftngruppe wegen Pogrom ouHelöst. Moskau, 1. April. Die Leitung des Bundes der Gottlosenoerbände beschäftigte sich mit Vorgängen der letzten Zeit in Tut a. Die Gottloseiwerbätrde m Tula hotten Beschlüsse unter der Devise„Kampf gegen das Judentum und gegen die Kirche" gesaßt, worauf U e b e r s a l l« aus Juden verübt wurden. Durch die Untersuchung der OGPU. wurde fest. gestellt, daß die Ueberfälle unter Führung der Kommunisten Lara- bantschikow und Wasilijew ausgeführt wurden Der Gottlosenoerdand in Tula wurde aufgelöst, und seine Teilnehmer werden sich vor Gericht zu verantworten haben. verurteilter Mordheher. Der Redakteur de« ehemaligen Lappo- Organs„Aktivisti", der zur Zeit der Präsidentenwahl ,n einem Artikel zur Ermordung de» Linkskandidaten S t a h l b e r g gch.tzt hatte, ist zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Zeit» schrift„Aktivisti" wurde für ein Jahr verboten. Fälscher von Lebensmittelkarlen ne-rbastet. Die Mostäner OGPU. hat Personen verhafter, die 9000 Leoensmittelkarten gefälscht und an Landleute verkauft halten. Dt« Fälschungen wursien be» sonders von Beamten einer Setzerei in Moskau begangen. Die Verhafteten werden von der OGPU. abgeurteilt werden. Vierzigstundenwoche! Ihre gesetzliche Festlegung ist notwendig zur Entlastung des Arbeitsmarktes. Dos Washingtoner Abkommen über die 48ftünM$c Arbeitswoche ist bis heute von der deutschen Regierung noch nicht ofsiziell an- erkannt. Inzwischen ist es durch die Rationalisierung sachlich längst überholt. Die Rationalisierung, vielmehr ihre Uebersteigerung, hat nicht nur die Wirkung, mit weniger Arbeitskrästen Möhr zu pro- duzieren, was schließlich ihr Zweck ist, sondern sie spannt den Ar- beiter in das Tempo der Maschine, verbraucht vorzeitig seine Ar» beitskraft, setzt ch» dann aus die Straße und wiederholt das gleiche Spiel mit immer wieder jüngeren unverbrauchten Arbeitskräften. Der Arbeiter tostet ja nichts und an Arbeitern fehlt es nicht. Der einzeln« Arbeiter kann sich gegen den Raubbau an seiner Arbeits- kraft nicht wehren. Doch nicht nur er selber und seine Familien- onge hörigen haben ein Interesse daran, sich dagegen zu schützen, auch die Allgemeinheit, der er sonst samt feiner Familie zur Last fällt, hat ein Interesse daran, das wachgerufen werden muß. Von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, ist seder Appell an die Ein- ficht des Unternehmertums ein verfehltes Experiment am untaug- lichen Objekt. Die Sozialgesetzgebung muß den Arbeiter davor schützen, daß er vorzeitig verbraucht wird und dann der öffent- lichen Fürsorge und Wohlfahrt überwiesen wird und dem langsamen aber sicheren chungertode auszeliesert wird. In dem Maß«, in dem die Rationalisierung vorwärts schreitet, muß der Arbciterschutz ver- stärkt und zu diesem Zweck in erste? Linie die Arbeitszeit verkürzt werden. Der Widersinn der kaplkalistischen Produktionsweise zeigt sich nicht nur sinnfällig in den Zeiten der Krise, in der Krise an sich, er zeigt sich insbesondere m der Arbeitszeitpolitik der Unter- nehmer. in ihrem Widerstand gegen jode Verkürzung der Arbeitszeit, trotzdem deren heutige Dauer überflüssig geworden ist. überflüssig sowohl im Hinblick auf die gesteigerten Produktionsleistungen wie den Monzel an Kauskraft, der den Bedarf auss äußerst« einschränkt und damit die Produktionsmöglichkeit. Die Unternehmer, die sich mit aller Gewalt gegen jede generelle Verkürzung der Arbeitszeit wenden. führen ohne Wimpornzucken Feierschichten und Kurz- arbeit ein. Sie beweisen damit wider Willen die Notwendigkeit und die Möglichkeit verkürzter Arbeitszeit, überall da und solang« es ihnen in den Kram paßt. Charakteristisch ist die Geschichte des Mehrarbeitszeitabkommens im Bergbau. Hundert- tausende Arbeiter wurden abgebaut aus Arbeitsmangel, unzählige Feichschichtsn eingelegt aus Absatzmangel infolg« der gesteigerten Produktion. Tvotzdem klammert sich das Unternehmertum an das Mehrarbeitszeitabkommen, unterstützt von der Regierung, das die Bergarbeiter durch den Appell an ihre Solidarität mit der Allge- meinheit des deutschen Volkes freiwillig eingegangen sind. Obwohl heute jeder erfindliche Grund für die Aus rechte rhallung dieses Abkommens fehlt, es bleibt bestehen, bis für die Bergarbeiter der Zeit- punkt gekommen ist, wo sie dieses Joch wieder abwerfen können. Di« Unt«rn«hmer im Bergbau können dieses Mehrarbeitszeitab- kommen sehr wohl missen, allein die Gesamtheit des Unternehmertums betrachtet es als eineu Wall gegen die Verkürzung der Arbeitszeil. Wenn noch nicht einmal im Bergbau unter Tage die sestgelegte Arbeitszeit von sieben Stunden durchzesührt ist, wie wollen dann die übrigen Arbeiter eine Arbeitszeitverkürzung fordern? Dennach dürft« das Unternehmertum sich darüber klar fem, daß ihm aus die Dauer die Kämpfe um die Berkürzung der Arbeitszeit nicht erspart bleiben. Es ist kein« Frage, ob die Gewerkschaften dies« Kämpfe ausfechten wollen oder nicht, die Verhältnisse zwingen sie dazu, diese Kämpfe zu führen, sobald die Gelegenheit dazu gekommen ist. Was die Gewerkschaften jetzt fordern, ist eine Notmah- nähme, bei der es sich nicht um eine dauernde Verkürzung der Arbeitszeit handelt, sondern darum, einen Teil der Arbeitslosen wieder in Arbeit zu bringen. Man sollte annehmen, daß das Unternehmertum selber ein Interesse daran hat, eine verhältnismäßig möglichst große Zahl von Arbeitslosen schon jetzt wieder einzustellen, um nach dem Unischlag der Konstinktur«ine eingearbeitete Arbeiterschaft zu haben anstatt der Arbeit jahrlang entwöhnte Arbeiter. Größer ist jedoch das Interesse der Unternehmer an der Ausnutzung der Krise zum Lohndruck und zu Verschlechterungen der einzelnen Zweige der Sozialversicherung, zur Abwälzung der„sozialen Lasten", zur Senkung des Kultur Niveaus der deutschen Arbeiterschaft, am liebsten bis aus die russische Stuf«. Wenn der deutsche R e i ch s- arbeitsminister, der als Gewerkschaftsführer die Kämpfe der deutschen Arbeiterschaft um ihren Aufstieg mit erlebt hat. heute eine Schonzeit für das Unternehmertum zur Neubildung von Kapital proklamiert, so dürfte er sich nicht im unklaren darüber sein, daß diese Schonzeit auf der einen Seite nur««ne Zeit noch stärkeren Druckes auf die Existenzbedingungen der Arbeit- nehinerschaft sein kann. Die Gewerkschaften haben bisher mit ihrem Kapitalvermögen das aus den Wochenbeiträgen ihrer Mitglieder gebildet wurde, dazu beigetrogen, die wirtschaftlichen wie die psychologischen Auswüchse der Krise einzudämmen. Gehen sie darin auch bis zur äußersten Grenze, so kann doch die Zeit kommen, wo diese Grepze erreicht ist. Sie werden dem Unternehmertum den Gefallen nicht tun, sich von ollen Mitteln zu entblößen für die Zeit, in der sie diese Mittel ge- brauchen, um auch nur die Positionen zu gewinnen, die der Arbeiter- schaft entrissen wurden. Bei den Opfern, die die Gewerkschaften heute bringen, können sie fordern, daß auch das llnternehmerkum einige Opfer bringt. die ihn, aus der Beschäftigung einer größeren Arbciterzahl durch Einführung der Vierzig-Siundcn-Woche erwachsen. Das größte Opfer haben dabei die beschäftigten Arbeiter selber zu tragen, die trotz ihrer verkürzten Löhne zur Verkürzung der Arbeitszeit berch sind, um einem Teil ihrer erwerbslosen Kameraden Platz zu machen zur Arbeit Der Reichstag hat die Notwendigkeit anerkannt, zur Eni- lastung des Arbeitsmarkies die vierzigstündige Arbeitewoche einzuführen. Die Ueberstunden müssen heute nach erst verboten werden, wül das Unternehmertum nicht. freiwillig darauf ver- zichten will Doch trotz der Solidarität und des großen Opsernnttes der Arbeiterschaft bringt das Unternehmertum es fertig, gegen diesen Brschluß des Reichstags zu protestieren, bei dem es sich doch nur darum dreht, die katastrophalen Folgen der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise für die Finanzen des Reiches, der Länder und der Gemeinden, für die Verelendung der Arbeitermassen in etwas zu lindern. Die Einführung der vierzigslündigen Arbeitswoche kann der Krise, kann der Riesenarbeitslosigkeit nicht gründlich ab- Helsen. Aber es gibt kein anderes Mittel, es gibt keinen anderen Weg, uni möglichste Linderung zu schaffen, ein Ventil zu schaffen, um der Erbitterung und Empörung der großen Masse des Volkes entgegenzuwirken. Die Katzbalgerei mit den Unternehmern um den Lohnausgleich soll dadurch eingedämmt werden, daß für den Ueber- gang die freiwerdenden Unterstützungsmittel mit herangezogen werden. Die Erfüllung dieser Notforderung darf nicht mehr lange auf sich warten lassen. Es ist schon viel zu viel Zeit ver- st r i ch e n bei dem vergeblichen Warten daraus, daß ein größerer Teil des Unternehmertums, das so verdächtig oft und aufdringlich seine Bereitwilligkeit zur Verständigung mit den Gewcrk- s ch a f t e n beteuert, aus freien Stücken zur Verkürzung der Ar- beitszeit auf vierzig Stunden und damit zur Neueinstellung von Arbeitsträsten übergehen würde. Diese Zeit ist schon verloren. Die Reichsregierung würde sich um den letzten Kredit im Volke bringen, wen» sie dem Beschluß des Reichstags auf gesetzliche Einführung der vierzig- Stunden-Woche nicht unverzüglich die ersorder- liehe Beachtung oerschaffte.«z. 25 Zahre Gewerkfchastzbeamier. Karl Schräder, der erste Vorsitzende des Deutschen Textilarbeiter-Verbandes, konnte am 1. April auf 25 Jahre Arbeit an führender Stelle im Verband zurückblicken. Schräder— einer der Pioniere der Gewerkschoftsbewegung— holte schon lange vor seiner Anstellung seiner Berufsorganisation so manchen— zweiten Mann. Er war einer der aktivsten Funk- tionäre. Am 1. April 1906 wurde er durch das Vertrauen der Kol- legenschaft zum besoldeten Geschäftsführer einer größeren Zahlllelle des Verbandes gewählt und nahm dann den Weg über die Gau- leitung in die Hauptverwaltung. Nach Iäckels Tod wurde er Verbandsvorsitzender. Schräder hat«inen guten Namen nicht nur in der deutschen und internationalen Gewerkschaftsbewegung, sondern auch bei Partei und Genossenschaft. Dem wackeren, unverdrossenen Kämpfer un- seren herzlichsten Glückwunsch. Neuen Kämpfen enigegen. Genosse Heinig vor den Betriebefunktionären. Vor den SPD.-Betriebsfunktionüren Hielt Rei chsiags abge o ich- neter Genosse Kurt H e i n i g am Freitag m den MusikersAen einen instruktiven Vortrag über die wirtschaftliche Lage. Der Redner verbreitete sich erst über die Ursachen der Krise, gab dann einen Ausblick in die Zukunft und stellte Vergleiche an zwischen den sozialen Kämpfen der Vorkriegszeit und der Gegenwart. Die heutige Krise mit ihrer gewaltigen Arbeits- losigkcit ist zum grohen Teil zurückzuführen auf die plan- lose kapitalistische Wirtschaftsweise. Zuwanderen hat aber auch der Weltkrieg in starkem Maße dazu beigetragen, daß sich alle die Länder, die früher für den Export von Industricerzeug- nissen in Frage kamen, eigene Jndusftien geschaffen haben. Sie sind dadurch nicht nur unabhängig geworben von Europa, sondern sie treten bereits als Konkurenten aus dem Weltmarkt auf. Die 100 Milliarden Goldmark, die aus Europa während des K liege z für den Ankauf von Rohstoffen hinausgingen, haben zur Folge gehabt, daß überall Fabriken entstanden. Weiter hat die von Amerika schematisch übernommene Rationali- s i e r u n g zur Verschärfung der Krise beigetragen. Anzeichen für eine in absehbarer Zeit einsetzende Besserung der wirtschafftichen Verhältnisse sind vorhanden, bei der Verflochtenheit der Wirtschaft der ganzen Welt muß jedoch vor unberechtigten Hoff- nungen gewarnt werden. Am allerwenigsten werden die vor kurzem von Rußland gegebenen Austräge zur Belebung der Wirtschaft bei- tragen. Das jetzige?ahrzehni wird zu einer Auseinandersetzung um die 40- Stunden-woche bei Erhaliung des Lohnniveaus werden. Im Vergleich zur Vorkriegszeit sind in den letzten Jahren weit mehr Kämpfe um Lohn und Arbeitszeit ausgetragen worden. Die Kampfbasis ist nicht kleiner, svildern größer geworden. Darum wird die Kraft der deutschen Arbeiterbewegung auch die faschistische Gefahr überwinden und den Weg wieder freimachen zu neuem Ausstieg der Arbeiterklasse. Die durch reiches statistisches Material ergänzten Ausführungen wurden mit Beifall ausgenommen. Verschieden« Anfragen aus der Versammlung beantworte Genosse Heinig«ingehend. Als Vertreter für den erweiterten Bezirksvorstand wurden die Genessen Hansen, H o f f m a n n und M a d e r ho l z wicdergewählt. Mit dem Appell, in allen Betrieben für die Sozialdemokratische Partei zu werben, schloß die Versammlung. Unverständliche bürokratische Maßnahme. Arbeitslosrnvnterstühunq witro für 2 Tage einb-hol'en Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung hat vor einiger Zeit oerfügt, die Auszahwngstermine für die Arbeitslafenunterstützung so einzurichten, daß der Zeitraum, für den ausgezahlt wird, den letzten Werktag vor dem Zahltag nicht mehr umfaßt. Das heißt, daß sür zwei Tage die fällige Arbeitslosen- Unterstützung nicht sofort ausgezahlt, sondern genau wie bei der Lohnzahlung in der Industrie der Betrag für zwei Unterstützungs- tage zurückbehalten wird. Dafür wird aber in der Anordnung groß- zügig erklärt: Der Arbeiislose, der im Laufe eines Auszahlungszeitraumes in Arbeit tritt, hat dann in jedem Aalte noch einen res!l:chc, Unterstützungsanspruch einzulösen. Das heißt, er kann ein paar Arbeitsstunden versäumen, um den Rest seiner Unterstützung ab- zuholen. Der Lohnzahlungsmodus in der Industrie hat immerhin den sachlichen Grund für sich, daß mit Rücksicht auf die Akkordarbeit d« Lohn nickst bis zur letzten Stunde im Lohnbüro berechnet werden kann. Für die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung fällt dieser Grund fort. Welchen Grund hat die Verwaftung der Reichs- o n st a l t für ihr Vorgehen? Der Gesetzgeber hat den Unterstützungsbezug von der Zurücklegung einer gesetzlich genau begrenzt�, Wartezeit ab- hängig gemacht, die je nach der sozialen Lage des Unterstützungs- falles drei, sieben oder vierzehn Tage beträgt. An sich bedeutet schon diese Wartezeit eine Härte flir viele Arbeitslose. Bei dem jetzigen Lohnniveau ist nicht jeder Arbeitnehmer ohne weiteres in der Loge, für 14 Tage oder bei größerer Familie sür sieben Tag im voraus zu sorgen. Hinzu kommen ja noch außerdem die sieben Tag«, nach denen die erste Unterstützung fällig wird, die wöchentlich nachträglich ausgezahlt wird. Dielfach müssen die Wohlsahrtsämier schon diese Zeiten durch Darlehen überbrücken helfen. Die Bemäntelung der Verlängerung der gesetzlichen Wartezeit um weitere zwei Tage mit dem Hinweis, daß dem Arbeitslosen dabei nichts verloren geht, weil er bei Avdeitsaiufnahme ja„noch«inen rest- lichen Unterstützungsanspruch einzulösen" habe, ist hinfällig. Der Ge- fctzgeber hat die Schwierigkeiten bei der Arbeitsaufnahme voraus- gesehen und deshalb die Möglichkeit geschaffen, den in Arbeit tretenden Arbeitslosen durch Weiterzahlung der Unterstützung»der durch Darlehen bis zur Höhe des Lbfachen täglichen Unterstützungs- satzes zu helfen. Die neue Anordnung bedeutet jedoch nicht H Ise für die in Arbeit Gehenden, sondern«ine Sparipatznahme der Verwaltung aus Kosten der Arbeitslos en. Streik in den Mörielwerken beendet. Der Streik der Arbeiter in den drei Berliner Mörtclwerken „Vereinigte Berliner Mörtelwerk« A.-G",„Gebrüder Tobbert" und .Gustav Weidner" ist nach üi-bwöchiger Daper beendet worden. Die Parteien haben sich vor dem Schlichter verständigt und einen neuen Lohn- und Manteltarifvertrag abgeschlossen. Die Unternehmer hatten einen durchschnittlichen Lohnabbau von IS Proz. gefordert, der sofort in Kraft treten sollte. Trotz des langen Streiks konnte zwar der Lohnabbau nicht abgewehrt werden, doch wird er jetzt in drei Etappen und dann längst nicht in dem Ausmaße vorgenommen. wie es die Unternehmer wünschten. Ebenso ist der Schiedsspruch, der den Vergleichsverhandlungen vor dem Schlichter voraufging, noch dahin abgeändert worden, daß die Arbeitsaufnahme nicht nach Bedarf erfolgen soll, sondern daß alle Arbeiter bis zum 9. April wieder eingestellt werden müssen, also keine Arbeiter gemäß- regelt werden dürfen. An der Bewegung waren rund 3lX1 Ar- bester beteiligt.___ KpD- Aktion im sranzösischett Bergbau. Vom proteflstrrik zum.Generalstreik'. Paris. 1. Aprit.(Eigenbericht.) Die Kommunisten haben den ursprünglich nur aus 24 Stunden festgesetzten Grubenarbeiterstreik in einen Dauerstreit umgewandelt und machen groß« Anstrengmigen.' um alle Grudenarbeiter zum Streik zu bewegen. Si« haben durch ihren Druck«inen gewissen Erfolg erzielt. Etwa SO Prozent der Belegschaften, zu denen aller- dings zahlreiche Ausländer gehören, haben sich in Nordfrankrelch seit Dienstagnachmittag dem Streik angeschlossen. In einigen Orten ist es am Dienstag zu Zwischenfällen ge- kommen In Dechy bewarfen Streikende die Polizei mit Pflastersteinen. Mehrere polnische Bergarbeiter wurden verbostet. Die Zahl der Streikenden hat sich am Mittwoch noch erhöht. Im Gebiet von Pas de Calais streiten etwa 2999 Mann, in Arion 999 und in Dourges 1199._ vaugewerksthasl Verlin. Fachgruppe Stock- und Gipsban. Den Kollegen zur Kenntnis, daß auf Grund der van den Tarisparteie» getroffenen Vereinbarungen die bestehenden Löhne bis zum 8. April weiter in Geltung bleiben. Für die Festsetzung der Löhne für die folgende Zeil tritt das Haupttarifamt am 13 und 14. April zu- sammelt. Die Fachgnippenleitung. Die Vetriebsratswahlen im Bergbau sind mtt Ausnahme der Zeche de Wendel in Hamm beendet. Auf 184 Zechenanlagen hotten sie folgendes Ergebnis: freie Gewerkschaften 39 941 Christen 53 899, Hirsch-Duncker 1687, Polen 193. REO. 99 909, Syndikalisten 1931, Gelbe 19 529 und Nazis 7728 Stimmen. Bei den Betriebsrätcwahlcn im rheinischen Broun- kohlenrevier erhielten die freien Gewerkschaften 4887 Stimmen(im Vorjahre 9958), 97 Betriebsratssitze und 199 Arbeiterratssitze, die RGO. 1219 Stimnien(789), 15 Be° triebsratssttze und 21 Arbeiterratssitze, die Christen 3599 Stimmen (4292). 99 Betriebsratssitze und 84 Arbeiterratssitze, Nationalsozia- listen. Stahlhelmer und Unorganisierte insgesamt 193 Stimmen (245), 4 Betriebsrats sitze und 5 Arbeiterratssitz«.— Die Belegschaft hat sich seit 1. Januar 1939 um 1899 verringert. Die Betriebsrätewahlen im Bitterfelder Braun- kohlenrevier waren von den Kommunisten mit besonderer Schärfe geführt worden. Das Ergebnis der Wahlen ist: freie Gewerkschaften 41 Betriebsratssitz« und RGO. 7: die Nazis brachten es aus einen Sitz. �reke EeVerkichasts-�uaendNerlin Seilte. Tonnerstafl, 19H Uhr. Ionen dir Erupvcn: iiöpenick! Wir be. qinnrn unfcrc Osirrfahrt.— SlHnduns« Tori Auf frohrr vitcriahrt.— föelnrWirnmten: Wir neijen auf Ostcrfahrt.— kiidostrn! Wir aohen auf Oftrrfabrt. Trirpelhafi Eruvpcnlirim, Lnzem» Gennaniafir. 4— 5. 51n- «an«©Sfcftcoftt. üahrtbrfprritnma.— Moadit: Iuaendhcim Lrhrtrr Str. 18—19. Scimhcsprrchuna. Wir rilstrn ,ur Oftrrfahr'..— Li-s tcnbcra: Wir achrn auf ssahrt.— Lardsbrrarr?la>ii Wir arhrn auf Oltrrfalirt.— Etaateu! Gruiwrn- keim, 17. Dolksschule. Staakcn.cfartcn stakt, S-kuIftrastc. Scirnbeivrechuna— Iuarutstiruuur des B-Nrikuuasarbc'trrvrrdandr». Erkastianstr. 37—3«. Iuciend- nkcni;. Arbc'lcrrcchtsabrnd".?arbrrritii»a unsrrrr Wrrbuna. Ausaakr drs Warbernaicrialz. Fnc-ensic'Nik've peS�entraipert'ank't« der Anoeftellten Kaute, Donnrrs'oa. si»i> folge nd« Vcronstaltunarn: Panloro, Nieder. Iklörkauicu! Iuacudkcim Giirsckstr. 14. arvkez Zimmer. Bunter AK. nt>. �— Osten! Iuaendkcim der Schule Litauer Str. 18. Druppenbesorrchuna.— Treploio: Iuucndkc'm der Schule Wildem ruikstr. 53(Zugana von der Gractc- sirastc in?rcv!ow). Bunter Abend.- SchLnebera: Wir besuchen die Ber- sammlnna des Werliebe,irkz.— Bie Berliner Uebunasbank diilt ikrrn Ar» bciisabend von 29 bis 22 Übe im Berka ndsbaufc ab. Berantwortlich fllr Politik Tr. Snrt«Seiler: fflirtfdiafl: G. Älinqctliiif«; vcwerklchottsbew.mung ge tefilom: nevillrion?r Zobo Echilowslii Lokales: i und Sonst sc«: gti« Laistiidt:«nzelaen: Tb. GloSe: sämtlich in Berlin. ! Verlan: Borwärls-Bcrian m b.». Brrlln. Druck: Borwärts-Buckdruckere! und Verionsanstall Baut S noer it. Co Berlin SW S8. Linden strabe 3 Jiittjn 2 Bcstaqcn und.Rraucnfiimnic* „ T&ho'i'i. Bratensoße Für alle Gerichte, bei denen die Soße knapp ist! Ein Würfel ergibt>4 Li'ng der Bewag lenkt ebenso wie vor einigen Monaten die Umorganisierring der Dereinigten Elek- trizitäts werke Westfalen(D. E. W.) die Aufmerksamkeit auf jene großen amerikanischen Finanzierung�- und Beteiligungs- gesellschasten, die sich für ElcktrizitAsunternchnmngcn in den Bereinigten Staaten und der übrigen Welt interessieren. Sowohl bei den V. E. W. als auch bei der Bewag wurden die Verhandlungen mit dem Dankhaus Harris, Forbes u. Co. sowie einigen nahestehenden Banken geführt. Das Haus Harris, Fordes u Co. ist keineswegs eine Bank im landläufigen Sinn«, sondern ein E m i s s i o n s h o u s. d. h. ein« Firma, die lediglich Aktien und Anleihen verschiedenster Gesellschaften an Kapitalbesitzer zur Geldonloge vertaust. Es ist das größte Institut dieser Art in den Vereinigten Staaten-,.in den vier Jahren von 1827 bis 19,18 Machte der Betrag derjenigen Emissionen, die unter Führung von Harris, Fordes u. Co. in Amerika aufgelegt worden waren, 1606 Millionen Dollar aus, d. h. 6,7 6 Milliarden Mark. Harris, Fordes u. Co. ging Mitte vergangenen Jahres an die Chase National Bank, jetzt das größte Bankhaus der Der- einigten Staaten und der Welt, über. Nicht nur Kapitalbeschaffung, sondern auch Herrschaftsziele. Harris, Fordes u. Co. begnügt sich aber nicht damit, durch Anleihe- und Aktienouslegung für andere Unternehinungen Kapital zu beschaffen, sondern ist auch bestrebt gewesen, solche Transaktionen zur Einflußnahme auf die betreffenden Gesellschaften zu benutzen. Zu diesem Zweck wurden von Harris, Fordes u. Co., oit in Gemeinschaft mit anderen Finanzgruppen, große umsasiend« Dachgesellschaften organisiert, die teilweise auch in Deutschland nicht mehr unbekannt sind. Die in Deutschland meist genannte ist die Public Utilities Holding Co. of America(Dachgesellschaft für öffentliche Versorgungsunternehmungen), die z. B. jetzt am Kapital der D. E. W., ferner an Elektrizitötskonzernen in Frankreich und Luxemburg beteiligt ist. Etwa einen Monat nach dem Zufamnien- schliiß von Harris. Forbes u. Co. mit der Chase National Bank wurde bekannt, daß diese Public Utilities Co. sich mit der United States and Ovcrseas Corporation versthinelzen wolle. Diese letztgenannte Gesellschaft wurde vor einigen Iahren von Harris, Forbes u. Co. gemeinsam mit der Deutschen Bank, setzt DD.-Bank, gegründet.(Deutsche Großbanken schalten sich ein, um Kursgewinne bei der Kapitalbeschaffung zu inachen oder Pro- Visionen zu verdienen.) Sie ist vorwiegend an nichtamerikanischen Gesellschaften verschiedener Art beteiligt. Die Hauptinteressen der Public Utilities Holding Co. Hegen nicht in Europa, sondern in den Bereinigten Staaten selbst, wo sie bis in die letzte Zeit hinein ihre Beteiligungen immer stärker ausgebaut hat. An einer ganzen Reihe großer amerikanischer Elek- trizitätskonzerne ist sie beteiligt, an einigen von ihnen maßgeblich. Außerhalb der Vereinigten Staaten reichen ihr« Interessen auch nach Kanada»nd Argentinien. Die Gründung erfolgte erst im September 1929, doch betrug der Wert der Beteiligungen bereits Ende Mai 1SM nicht weniger als 319 Millionen Mark und ist seitdem in raschem Tempo weiter gewachsen. Zur Gruppe des Hauses Harris, Forbes u. Co. gehört ferner die United Founders Corporation die teils direkt, teils durch Tochtergesellschaften an einer großen Reihe amerikanischer und nicktamerikanischer Gesellschaften beteiligt ist. Der Konzern der United Founders-Kruppe wies für Ende November vorigen Jahres eln Vermögen von 333 Millionen Dollar aus, nicht viel weniger als 11- Milliarden Mark. Die älteste und meistgeoannle amerikanische Veteiliqungs- gesellschaft ist die Electric Bond and Share Eo.. ursprünglich eine Gründung der Thomson-Houstan-Electric Co., aus der sich dann später die G e n e r a l Electric Co. entwickelte, die heute der größte elektrotechnische Konzern der Erde ist. Seit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gründete überall in den Industriestaaten die Elektroindustrie Finanzierungsgesell- schafte»(in Deutschland auch AEG. und Siemens), die die Aufgabe hatten, das Geld zur Errichtung von Kraftwerken, zur Unuvandlung von Pferdebahnen in elektrische Straßenbahnen und ähnliche Zwecke zu beschaffen. Die Electric Bond and Share Eo. hat für Amerika diese Aufgabe in großem Umfang erfüllt, doch war es bald nicht mehr nötig, Kapitalien für Elektrifizierungszwccke besonders an,zu- Ecken, weil an der Rentabilität elektrischer Unternehmungen bald niemand mehr zweifelte. Daher entw-ckelten sich aus diesen Finan-> zierungsgesellschasten allmählich große Beteiligungs- und Dachgefell-, Ichakten, die nun heut« große Teile der anierikanifchen Elektrizitäts- Wirtschaft fest kontrollieren. Die Electric Bond and Share Co. hat ihrerseits wieder eine gewaltige Dachgesellschaft, die American and Foreign Power Co., die in Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Gua- temala, Mexiko, Kolunchien, Benezuela, Costarica, Panama und auf Kuba, ferner in China und Britisch-Indien. also außerhalb der USA., zahlreiche Elektrizitütsgesellschaften kontrolliert. Das gesamte Vermögen des Electric Bond and Share-Konzerns betrug Ende Oktober vorigen Jahres 999 Millionen Dollar, d. h. rund 4,2 Milliarden Mark. Ein weiterer sehr einsluhreicher Bekeiligungskonzera ist die American Superpower Corporation, dwn Beteiligungen Ende 1930 einen Wert von 600 Millionen Mark hatten. Der Kurswert war sogar noch erheblich größer. Diese (Bsfellschaft ist teils an amerikanischen Elektrizitätsunternehmungen, teils aber auch an anderen Beteiligungsgesellischafton wie z. B. auch an der Electric Bond and Share Co. beteiligt, besitzt jedoch im allgc- meinen nur einen geringen Prozentsatz des Kapitals der Unter- nehiiTunaen. Der American Superpower Corporation liehen einige weitere Beteiligungskonzelne nahe, insbesondere die International Superpower Corporation, die an französischen, italienischen, brasilianischen und auch deutschen Gesellschaften beteiligt ist, meist jedoch mit relativ geringen Kapitalien, ferner die I t a l i a n Superpower Corp., die an einigen der größten italienischen Clektrizitätslonzerne interessiert ist. Eine Dachgesellschaft etwas anderen Eharakters ist die United Eorporation. die vor etwa 2 Iahren von dein bekannten Bankhaus I. P. Morgan u. C o. und einigen weiteren amerikanischen Gesellschaften gegründet worden ist, u. a. auch von der von uns erwähnten Electric Bond and Share Co. Diese Gesellschaft beschränkt sich aus kapital- mäßige Einflußnahme auf große amerikanische Elektrizitätskonzerne und zwar auf solche im Osten der Vereinigten Staaten. Ende 1930 wurde in der Bilanz der Wert der Beteiligungen auf 5SS Millionen i Dollar angegeben, d. h. aus säst 21l Milliaiöen Mark, allerdings war der Börsenwert mit 401 Millionen Dollar um rund 600 Mi!- lionen Mark niedriger. Bis in die letzte Zelt hat die United Corpo- ration ihren Einfluß auf große ostamerikanisch« Elektrizitätsgruppen erweitert, offenbar in dem Bestreben, diese Konzerne wirtschaftlich und technisch allmählich einander näher zu bringen und im O Ü e n der Vereinigten Staaten einen gewaltigen Elek tri zi- tätstrust zu gründen. Au den Gesellschasten, an denen die United Corporation beteiligt l ist, gehört insbesondere die Niagara Hudson Power Corporatwn, die mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 7 Milliarden Kilowattstunden die größte Elektrizitätsgesellschaft des Erdbolls ist. Neben dielen außerhalb der Vereinigten Staaten meistgenannten Beteiligungsgesellfchaften gibt es noch eine große Reihe an- derer, teils Elektrizitätskonzerne, tells Betcillgungsgefellfchaften, die lediglich gute Effettengewinne erzielen wollen. Teilweife reicht mich ihr Einslußgebiet w?>t über die Grenzen der Bereinigten Staaten hinaus. Die Ziele aller dieser Aiaanzieruags- und Beteiligungs- gesellschasten mit ihrer Jnteressenausdehnung über die Vereinigten Staaten hinaus sind verschieden. In vielen Fällen handelt es sich lediglich um die Erzielung von Kursgewinnen und Divi- denden. die höher sind als in den Vereinigten Staaten. Ver- fchiedentlich lausen die Interessen auf die Bildung großer Ver- s o r g u n g s s y st e m e himms, die dann mehr oder weniger unter amerikanischem Finanzierungseinsluh stehen. Soweit diese Gesell- kchaften in Kanada, Mittel- und Südamerika und im Fernen Osten ihren Machtberich ausdehnen, dient ihre Expansion meist gleich- zeitig den E x p o r t i n t e r e f I e n der amerikanischen Elektro- Industrie. Di« oben erwähnte Electric Bond and Share Co. z. B wird heute zwar nicht mehr von der General Electric Co. kon- trolliert, doch ist die Zusammenarbeit offensichtlich. Gerade deswegen ist es auch von Interesse, daß diese Gesellschaft in der letzten Zeit auch auf europäische Märkte ihr Zwgenmerk zu richten beginnt, wie dies besonders die Verhandlungen zeigen, die sie fest einigen Monaten über die Elektrizitätsversorgung der Stadt Bukarest führt. In der Gesamtheit stellen Elektrizitäts-Beteiligungsgesellschasten wie die erwähnten wichtige Formen des omerika- Nischen Imperialismus dar. Kredite für neue Arbeit. Deutsche Gesellschast für öffentliche Arbeiten A.-G. baut ihr Kreditprogramm aus. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Ar- beiten A.-G. in Berlin, das vom Reich im vergangenen Jahr er- richtete Unternehmen zur Finanzierung öffentlicher Arbeiten, halte zur Gewährung von Darlehen für Notstandsarbeiten zunächst eine Summe von 46 Mill. Mark bereitgestellt. Diese Summe ist bereits durch entsprechende Kreditzusagen der Gesellschast voll in An- spruch genommen. Darüber hinaus war es der Gcsellschaft möglich, ihr Kreditprogramm wesentlich zu erhöhen, und zwar bis auf 70 Mill. Mark. Die weiteren Maßnahmen der Ge- sellschaft werden von der Entwicklung des deutschen Kapitalmarktes abhängig fein. Die von dem Unternehmen bisher bewilligten Dar- l e h e n belaufen sich zur Zeit aus 49,8 Mill. Mark, wovon der größte Teil auf sehr umfangreiche wirtschaftliche Objekte cnt'ällt. U. a. würden Talsperren, Hochwasserlchutzvauten, Ansagen für Gas- fernversorgung und verschiedene Bahnbauten von Verkehrswirtschaft- lich besonderer Bedeutung finanziert. Die Gesellschaft hat serner die Verhandlungen über ihre Beteiligung an der neuen Elektrifizie- rungsarbeit der Reichsbahn auf der Strecke Augsburg— Ulm— Stuttgart zum Abschluß gebracht. Der Kreditanteil, der auf werbende Anlagen entfällt, beläust sich bisher aus 66 P r o z., während 28,2 Proz. auf Straßenbau und 16,8 Proz. auf anderweitige T i e s b a u- f i n a n z i e r u n g sich erstrecken. Die gesamte.Kostensumme der mit Hilfe dieser Gesellschast sinanzicrten Objekte stellt sich auf rund 2 26 M., so daß der Anteil der Gesellschaft etwa 26 Proz. ausmacht. Bon den Restkosten trägt die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung etwa 26 bis 30 Mill. Zuschüsse, während der Rest von den Ländern oder den Trägern des Beschaffungsprogramms selbst aus- gebracht wird. Von den Kreditnehmern sind mit 44 Proz. der Kreditsumme öffentliche und gemischtwirtschaftliche Unternehmungen beteiligt, preußische Provinzen mit 19 2 Proz. Kommunen mit 31,1 Proz. und das Reich und die Länder mit'5,7 Proz. Die Wirtschaft im Die Berichte der preußischen Handelskammer über die allgemeine Entwicklung der Wirtschaftslage im vergangenen Btonat lassen übereinstimmend erkennen, daß im Ndärz nur sehr geringe Anzeichen zur Ueberwindung des Tiesftandes vor- handen waren. Ueberraschenderweise hat der starke Kälterück- schlag im Berichtsmonat keine merkliche Belebung des Koh'en- abjatzes nnl sich gebracht. Um so stärker hat er dagegen den Bau- markt beeinflußt. Der Stahlwerksverband meldet für ken Inlandsmarkt gleichfalls noch völlige Stagnation, wogegen sich aber die Nachfrage im Auslande gebessert hat. Die Drosselung der Reichsbahnbestellungen für schweres Oberbaumaterial um 60 Proz., von 40 000 auf 20 001 Tonnen je Monat, wird für den April auch nicht oerheißungsooll. Dagegen machte sich in der A u t o m o b i l i n d u st r i«, serner in einzelnen Zweigen der chemischen und Textilindustrie sowie der Schuhwaren- und Margarineindustrie Anzeichen einer lebhafteren Auftragstätigkeit geltend.die nicht nur saifonmäßig be- dingt erscheinen. Stftler pfandbriesmarki m Kebruar. Nach dem guten Austakt auf dem Pfandbriefmarkt im Januar ist der Pfandbriefobsatz im Februar, für den jetzt die entsprecherbden I Ziffern verössentlicht werden, erheblich zurückgegangen. Diese! Entwicklung wird nicht ohne weiteres auf die geringere Ausnahme- fähigkeit des Marktes zurückgeführt werden können, sondern dürfte> im wesentlichen wohl auch durch die Zurückhaltung der Hypotheken-! danken hervorgerufen sein. Der Bruttozugang cm Psandb riefen im Inland stellte sich im Bertchtsmsnat auf' 121,9 gegen 198.4 Millionen Mark im Januar. Bei kommunalen Schuldverschreibungen war der Bruttozugang mit 23 Millionen Mark um 3,2 Millionen Mark höher als im Bor- monat. Andererseits stellten sich die Rückflüsse auf dem Psandbries- markt aus 47 und bei den kommunalen Schuldoerscheeiburigen auf 7,1 Millionen Mark, so daß sich bei de» Pfandbriefen ein Rein- zugang von 76 Millionen Mark ergibt. Bei den Neuzugängeu entfallen 63 Millionen aus den achtprozentigen Typ und 49 Millionen auf den siebenprozentigen Typ. Der Gesamtumlaui an Pfandbriefen stellt« sich' im Inlande im Februar auf 6716 gegen 6641 Millionen Mark im Vormonat und im Auslande auf 991 gegen 993 Millionen Mark. An kommunalen Schuldoerjchrei- bungen liefen im Februar 1934,2 gegen 1917,6 Millionen Marl im Inlands um und an Auslände 216 6 gegen 216,0 Millionen Mark. Internationale Kohlensorgen. Hamburger Importcure zur englischen Kohlenein'uhr. Der„Verein der Importeure englischer Kohlen" in Hamburg macht seinem jetzt vorliegenden Jahresbericht bemerkenswerte Ausführungen über die Situation auf den Weltkohle n- in ä r k t e n und zu dem Konkurrenzkamps zwischen der englischen und der deutschen Kohle. Die W« l t k o hl e n f ö rd e ru n g, die 1929 mit 1,52 Milliarden Tonnen aufgewiesen hatte, sank im Berichtsjahr 1930 u m etwa 13 Pr o z. auf 1,32 Milliarden Tonnen. Die Weltkohlen- förberung ist also in der internationalen Krise um annähernd 200 Millionen Tormen gesunken und damit wieder auf dem Stande von 1913 angelangt. Während in Großbritannien die Kohlen-, förderung verhältnismäßig wenig, um nur 5'A Proz., zurückgegangen ist, verringerte sie sich in Deutschland nach der starken Konjunktur im Jahre 1929 um fast 13 Proz. Noch stärker wurde Polen mit einein Rückgang von 18 Proz. von der Krise betroffen. Der Bericht befaßt sich sodann eingehend mit dem Konkurrenz- kämpf aus dem Weltkohienmarkt. So ist der Kohlenexport Englands, des größten Ausfuhrlandes Europas, im Berichts« jähr um 9,5 Proz. von 64,4 auf 68 3 Mill. Tonnen gefallen. Gegenüber 1913 mit einer Kohlenaussuhr von fast 78 Mill. Tonnen ist Großbritanniens Kohlenexport demnach um volle?5 Proz. zu- sammengeschrumpf!. Frankreich ist nach wie vor der beste Kohlenkunde Englands mit einer Einfuhr von etwa 13 Mill. Tonnen geblieben und auch Italien, das als Kahlenkäuier den zweiten Platz einnimmt, hat im Berichtsjahr fast die gleichen Mengen in Höhe von 7,1 Mill. Tonnen abgenommen. Anders ist die Lage in Deutschland. Hier ging die englische Kohleneinfuhr von 5,38 auf 4,78 Mill. Tonnen im letzten Jahr zurück, also um 11 Proz. Im Dergleich mit dem letzten Borkviegsjahr 1913 ist die britische Kohlenaussuhr nach Deutschland auf fast die Halste(62 Proz.) gesunken, Zum Schluß nimmt der Bericht der Hamburger Kohlenimpor. teure noch zu der in Deutschland vielfach diskutierten Frage einer Einschränkung des Imports englischer Kohlen Stellung. Wenn auch die Hamburger Kohlenhättdler in ihrer Be- trachtung reine Interessenpolitik verfechten, so sind ihre Argumente immerhin beachtenswert. Es wird betont, daß die deutsche Handelsbilanz mit England in der Bor- und Nachkriegszeit stets aktiv gewesen ist und daß bei einem Werte der deutschen Ge- sarnieinsuhr von 10,4 Milliarden Mark die für englische Kohlen aus- gegebene Summe von 90,4 Mill. M. nur 0,9 Proz. vom Werte der Gesamteinfuhr ausmacht. Wenn auch, wie gesagt, die Hamburger Importeure bei dieser valikswirtschaftlichcn Betrachtung ausschließlich ihre eigenen Interessen im Auge hoben, so ist es doch im handelepolitischen Gcsamtinteresse gefährlich, die Agitation gegen Kohleneinsuhr aus En-band n n? d i e S p i ß e z u t r e.i b c n. Kräftige Belebung bei der b-amant-Ga- glühlicht A.-G. Di« D i o m a n t- G a s o l ü h l i ch t A.-G. in Berlin weist für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1929/30 einen kleinen Reingewinn von 4664 M. auf, der die Auszahlung einer Dividende nicht zuläßt. In den beiden vorhergehenden Jahren wurten je 8 Proz. Dividende aezohlt. Auf der Generalversammlung«rk'ärte der Bor» sitzende, daß sich im laufenden Geschäfissnhr ein? sehr störte Belebung durchgesetzt habe. Achtung, Lehrlinge der Filmbranche! Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß am l. April für B e r u f s s ch u l p f l i ch t i o e. die im dritten Berufsschulsemester stehen, ein neues Halbjahr der Filmberufsschulklassen begonnen hat. Es müssen alle männlichen Ungelernten, die in Betrieben des Filmgewerbss beschästigt und in der �eit bis zum 1. April 1930 berufsschulpflichtig geworden sind, in diese Klassen eingeschult werden. Die Klassen sind im Haufe des Film- und Bildamtes der Stadt Berlin in der Levctzomstratze 1/2 untergebracht. Der Lehrplan sieht unter anderem Einführung in die Filmarbeit, Kenntnis der Projektioiisfleräte, Filmbehandlun.g und ähnliches oor. Die Klasse 1(S. und 6. Semester) hat Unterricht am Donnerstag von 7,20 Uhr bis 13 Uhr; Beginn: Donnerstag, den 9. Avril: die Klasse 2(3. und 4. Semester) Dienstag von 7,20 Uhr vis 13 Uhr; Beginn: Dienstag, den 7. April. Anmeldungen werden unmittelbar an die Gewerbliche Berussschule Moabit. Berlin NW. 21, Bremer Straße 18/20, mit der Aufschrist: Film- klaffen, erbeten. Allgemeine Wetterlage. Mpril 4934, abds. O k f <3>wclkenlos.O heifsr.aWb bedeckt 9 wolkig, 9 bedeckt�RegewGrsupein 'SciineeiSHebei.�GewittBC@,iMnfcrille Unter dem Einfluß des nordischen Hochdruckgebietes herrschte am Mittwoch in ganz Deutschland heiteres Wetter. Da die Winde allgemein schwächer waren als bisher, stiegen die Temperaturen in den Mittagsstunden etwas höher als in den Vortogen. Selbst in Ostpreußen wurde mittags 2 Grad Wärme gemessen. Las Hoch weicht jetzt langsam nach Osten zurück. Daher ist bei uns mit all- mählicher Winddrehung nach Südosten zu rechnen. Das westliche Störuna'-oebi-t dürft» eher fnntrr ni BemRfSyna'OHr-ni ?vfir+»(. ItnSort-.ihiWfr.luw/ fy--n".bnh�ffr—- � v»»' # Velleraussichien für Berlin: Heiter und trocken mit weiter an- steigenden Tagestemperaturen.— Für Deulschiand: In Westdeutsch- land fortschreitend« Eintrübung, am Tage ziemlich mild, später auch auskommend« Niederschlagsncigung. im übrigen Reich noch größtenteils heiter und am Tage etwas wärmer als bisher. KLEINE ANZEIGEN iiiuiiiiRiiiiHiiDiiiiiiiiniiiiiiiimuiiinimiiniiiiiniminimiiiinniimiuiiiniiiiiiiiuiimmuniiniüminiiniinmitiniini Preise: Überschrift: wort 3S Pfennig. Textwort IS Pfennig Wiederholungsrabatt: 10 mal 5 Prof., 20 mal oder 1000 Worte AbschluO lOProz-, 200U Worte 13 Pro*., 4000 Worte 20Proi.� Stellengesuche, Obersehriftswort 15 Pf� Textwort 10 Pf.>» Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41', Uhr nachm. im Verlag, Undenstr. 3, oder auch In sSrnll. Vorwörts RIialen und �Ausgabestellen abgegeben sein I i/er»3yte| Sapttea. EMa!. ftolonit ftrabt 3* KiBidungsstocm. wasche usw. SamuntiBtcI. �rüWairstnäntcI �r—. bctzcnftMf lir-. Kr-, 12,—. Ripsmänicl IS.—. Tfleut-ffttfce ZI.—. Modellmänttl 24,—. 34,—. 44,—. flleiber spottbillig. Srfimr. ritel. Slvssirah« 15, Babnbai Bürle.* Wenla notradtne AtticruoTbEcsbe, teils auf Seid«, netfauf« fpoUbiKl«: 3ott«ttan»afte.®mo. linacnsila«, Vele- tnts. Ulster, Sem. flelhec sowie etft. riaffi«« neue®ac. fcccabc. 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Aprtl Dir Jubilar, der in unoeiminbcrlcr törpeUicher und peiftiger Frische' sein Amt versieht, war(Segenstand mancherlei Ehrungen durch die GeschästZIeituiig, die Angestellten und auch auZ den Kreisen dcZ PubliknmZ. Sport. Renneu zu Strausberg am Mittwoch, dem t. April. 1. Rennen, l. Achmed(Watff), 2. Borussia. 3 Mansbach. Toio: 27:10. Platz: 10, ll, 12:10. Ferner liefen: Filigran, Giasenliede, Peter- silic. Wegwart. 2. Rennen. 1. ZZigor(Dr. Liehr-cht). 2. Eiche. 3. Jnltructor. Toto: 35:10. Platz: 18.23:10. Ferner liefen: Malfrone. Partie. Franzia. 3. Rennen. 1. Saff-nstmge(Printen), i.«rgauwfdj, 8. R-tenSem. 4. Runkler. Toio: 29: 10. P.atz: 13. 15, 12, 17:10. Ferner liefen: Wallw. Krautsunkcr, Kilo, Hetman, Carl Heinz. Stalliebling. Novena, Dollar, Historia,(Aasrile. 4. R e n n e n. 1. Kis Kis(Wolff). 2. Immortelle, 3. Sega«. Tuto:' 37: 10. Platz: 10, 10:10. Ferner liefen: Barfutz. Prachtkerl. 5. R e n n e n. 1. Radames(Unterholzner). 2. Eminenz. 3. Schmeichlerrn. Toto: 44: 10. Platz: 27, 18: 10. Ferner liefen: Octavia. Ernani, Moslenr. 6. N e n n e n. 1. Bienchen(Huguenin). 2. Antonius. 3. Page, 4. Götter- sage Toto: 259:t0. Platz: 24.>2, 15, 14:10. Ferner liefen: Golo, Jguanodon, Vatikan. Feuersunke, Diedrich. Frellos, Wanda, Genug, Gtoriett, Carmencita, Optima. 7. R e n n e n. 1. Askari(Rastenberger), 2. Rosenquarz. 8. Monte. Carlo. Toto: 25:10. Platz: 18. 42. 22:10. Ferner liefen: Lehens- künstler, Jwo, Irrwisch. Drachenschlucht, Komm voran, Till Eulenspteges, Malrone, Rotbuche. Ml&K- (nsiruhicntc Rtakpianas, Mietvianos überaus preiswert. Sianotabcik Link, Srunnenßrabe 35* Pianos- ffliael SRiefenlaaet. Sech» Rein BlÜtbnee ffiteinman. Schmechten Salonpiano: 275,-. 390.- 425,- «ebrau4te»benb- toih. Potsdamer» ftrabe 74__ Schnxchtenviaieo. gebraucht. 350.—. Piano maa»»in, StiinKnfttobe nenn. »i«.* SUnos 130,-, 150.— ,178,—, 420,—. gebraucht grobe Auswahl in neuen, längs isbrige Garantie Lerer Brunncnftrabe 191 eine Treppe, Rosen» thaler Plab. 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Da» Parteibüro bleibt am vstersoiulabead-ab am 3. geiertaa aeschloss«-. 17. ffiteis. Trrfwnalt bc» R reife« ,»r Beisctmaa der Asck« aafere« Se-°fsea Kermaaa Müller am 1S% Uhr am Ei-aa-a»»a> Friedhof Fricbrichsfclde. i. Tbt. Fi-nitioiiärflKung bei Brandio, ENafauer Str. Ib. 12. Abt. Erwerbslos« Portemritglicber kommen heute um lb Uhr zum Lokal Schmidt. Wiclefstr. 17. Iii. Zlbt. Porstand z- und FunktionärKhun» Ubr. geüffnet, desgleichen Freitag. 10. April, bis A Uhr. Vergeht nicht die üartcn 3ur.liehn-Iuhres-Fcicr" abzurechnen und Quartier« für die Delegierten der Reichskonferen, sofort brieflich mit genauer Abreise tu melden. E S W Laser die Sonae. Feierstunde der Rindersreuich« Drotz�erltn mm»eh». PI sährigen Bestehen im Trotzen Schauspielhaus am Sonntej, dem fs □ 12. April, mi Uhr. Eintritt starten bei unseren Seffern. Preis 80 Pf. S Rrei» Vre»ilaner Berg. Gruppe Viktor Adler. Nestfaffen. Freitag, 8. April, Fahrt, ow Uhr Falkenecke. 30 Pf. Iungsalten 8% Uhr Stettiner Bahnhof, Saupteingang. Krei» Reukällu. Gruppe Baun»!?. Für Osterfahrt treffen wir UN, morgen, Freitag. 7-4 Ubr. Babnbof Neukölln.— Gruppe Lichikämpfer. Alle Teilnehmer an der Osterfahrt treffen stch morgen. Freilag. T% Uhr, Bahnhof Neukölln. Lichtenberq-Norh. Ostersahrt nach Eoratz iSchwielochsee). Tresspunkt Dan- nerstag, 2. April, 13 Ubr. Note Ecke(Sd-njarwr Adler).-»eu-Lichteaberg. Lstersabrt nach BuckoimTiefensee. Treffpunkt Donnerstag, z. Aptil. istzi Uhr, ole Insel lBohnhof Neu-Lichleaberg).- ikrei» Lichtenberg,«chlung. Seiferl Mittwoch. 8. April. Rreisbelsersttzuna im Seim«nnterstratze um A Uhr. Da» selbst Abrechnung de: Rorten lur F«bn.Iahire>ffeier.. Gruppe Beitzensee. Osterfahrt. Treffpunkt morgen, Freitag. 6-4 Uhr, Antonplatz. Ende der Fahrt Man!-», 0. April. 10 Uhr, Bahnhof Beitzensee. Wimpel und Bälle nicht pergefsen. Unser nächster Seimabend ist am Dienslag, dem 7. April, von 17 bis 19-4 Uhr. Osterfahrtbericht. Rtci» Weddioa. Die Mustkgruppe kommt erst wieder am Mittwoch, dem 13. April, lufamnien. Die Sprechswnd« findet jeden Donnerstag in der Barackenschule Seesrr. 84 statt. Gruppe Sesundbru»»»». Dienstag. 7. April 'l. Feieriaal, Fahrt nach Meitznershof. Treffpmltt 8-4 Ubr Bahnhof Gesund. JUGENDWEIHEN der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften Berlins Karfreitag, den 3. April Berlin, VolksbOhne, Theater am Büiowplolz. 11 Ubr Frcdersaert,.Zu den drei Unden* am Bahnhot 101/, Uhr Gasikarien 4—,75 u. 1.— H, noch erhältlich(audj für Volksbühne). Mn»(k/ Gesang/ Sprechchor /Weiherede brunnc». Essen und so Pf. mitbringen. Gruppe Sckillerpark. Dienstag lZ. Feier» rag). 0 Uhr, Bahnhof Wedding. Treffpunkt zur Fahrt nach Buckow. Wander. ausrllstung für grotze Fahrt. Sterbetafel der Groß«Berliner Partei- Organisation| 13*. Abt. Die Beisetzung unsere« verstorbenen Genossen Willi RIemm findet heute. Donnerstag, 14 Uhr, auf dem Tegeler Friedhof statt. Wir bitten um rege BeteUigun«. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner.Schwar)-Rol-Gold". Seschllftsstell'. Berlin E 14 Eebaftionstr 87—88 s»f ll. Dr Freitag, 8. April. Tiergarten sOrtsverein). Ostevappell. Näheres durch die Blockführer. Friedrichsdai». Iungbanner. Lagowfahrer mit großem Marschgepäck 8 Uhr bei Busch. Tilsttcr Str. 27. Treptow sOrts» verein). 8 Uhr Antreten der Kchnso auf dem Sckietzvlatz in Friebrichsfeld«. Bundeskleidung. Obne Gepäck. Beitzensee fOrtsverew). Die am Freitaa. dem 8. April, fällia» Mitgliede-wersammlun« findet erst Freitag. 10. April statt. — Prenjlauer Berg. Jung darrner. 75» Uhr Treffpunkt Sochbahnhof Danüger Strotze. Iurti 14 Uhr._ Fentraloerband der Arbeiirinpaliden und Bitme» Deutschland«, Ga» Geotz» Berti». Donnerstag. 2. April. Prenzlauer Berg II: Swatzki, Allensteincr Stratzr 23. 17 Uhr. Refrrcni: Gauleiter Rollege Voigt.— BuchholH: Lokal Nossack, Sauptftr. 71. 10 Ubr.— Tiergarten II: Naiio Nalhof. Blllowstr. 87. 10 Uhr.— Eharlottenburg: Lokal Wach». Äehrinastr. 24—20. 18 Uhr.— Rieder- fchöneweide: Lokal Tbouialla. Berliner Str. 88. 1« Uhr.— Mitte v: Lokal Schub-, Elifabeikckirchftr. 20. 17 Uhr.— Friedrichsharn: Lokal Gaul. Bor» Hagener Str. 114. 10 Uhr.— Prenilauer Berg l: Lokal Soffmann» Festfäl«, Scheoctter Etr. 23. 10 Uhr.— Bohnsdorf: Lokal Vetter, Dorfplatz 10. 10-4 Uhr.—«reuiberg m: Reichenberq«, So f. Neichenberger Str. 147. 17 Uhr.— Alt-GI!enickc: Lokal Sobrecht, Friedrichstr. 2. 10 Uhr. Arbeiter.Abftinenten.Bnod, Ortsgruppe Berlin. Bezirk Norden. Donner» tag, 2. April, 20 Uhr, im Schraderfaal. Malplaquctstr. 14—10, Vortrag über 5 318 mit Lichtbildern. Referent: Genosse Fimmer. Landsmannschaft der Schleswig. Solsteiner*» Berlin(1892). Geschäftsstelle ®. 14, Vringenftratzc 61. Donnerstag. 2. April, 20 Uhr. im DreÄener Garten, Dresdener Str. 4S, plattdeutscher Abend. Vortrag von Landsmann Wilhelm Steffen. Aufnahm« neu« Mitglieder. Berichte. Abrechnungen. Sonntag, 3. April, 11—13 Uhr, Zusammenkunft im Pilsator, Rottbusser Etr. 28. Lands- leute, Plattdeutsch«, willkommen. »ratsch« FTHbcuB-nk. Dommrswq, 2. AprN, 30 Uhr, im Restaurant Rotlschalk, Belle-Alliance�PIatz 8. Serr Franz Lefchnitzer spricht über:»Zehn Iadre Reichswehr�. Gäste wtllioimnen. Sozialistische Arbeiierjllgevd Srop-Verltv Einsendungen für diese Robe« nur> l�eeiw GW SS. linden NrnS,» i de« ZaaeodfeSeto-i« (3. Achtung, das Sekretariat bleibt ab Rarfieitaa bis inkl. Dienstag, 7. Äistil Feiertag), geschlossen. »er Stngekrci, fällt heut« aus. Ableilullgsmikgliederversammlungea heule, 19 Ahr. Uruow-ld« Platz II: Rasteuburger Etr. 10.— Fallotatz l: Sonnenburüf Etratze 20.— Nordofteu II: Danzigcr Str. 02, B. 2.— Pren, lauer Borftodt Gleimstr. 85. Sallesche» To«: Dorckstr. 11. Werbeabend:„Uni« Leben im Seim und«uf' Fahrt".— Ropenicker Viertel: Seimabend Görlitz« Stratze— Reichenbergee Viertel: Osterfahrt. 5 Ubr Fallcnecke. Sonnabend 0-,) Ud: ebendor«.— Dda-e. lotte» bürg. Nord: Osterfahrt. 23 Uhr Bahnhof Iungsernheide.— llhallorte«. bnrg-Eiid: Osterfahrt. 17-1 Uhr Bahnhof Eharlottenburg. Fahrt und Leber» nachtun« 2.00 M. Sonnabend, A Uhr, ebendort. Rosten l.M M.— Neukölln ni: Osterfahrt. 18Vi Uhr Ronfumccke. Sonnabend. W,'; Uhr, ebendort.* Neukölln VI: Osterfahrt. 19 Uhr Bahnhof Raiser.Friedr:el>.Stratze. 20?» Uhr Stettincr Bahnhof. Sperre. Sonnabend. 21 Ubr, U-Bahnhof Aeutöllner Ring» bahichof, Bergstratzc.— Ar-implatz: 19% Uhr Bahnhof Schönhamer Allee-. Freitag, ISV, Uhr ebendort. SSS. Westen: Rosinenstr. 4. 17� Uhr. Di- Taktik der SPD. seit d-m 14. September 1800. Werbe bewirk Brdding: Züngerenarbeitskreis. Die Arbeitsgemeinschaft ist. b«ndet. Morgen, Freitag, Treffpunkte für Oslerfahrten: Snmboldtbain: 54o Ubr Bahnhof Gesmedbrunnen(Badstratze). Sonnabend, 2» Uhr. ebendort.— Arnowaide, Platz I: Ä Uhr Bahnhof Weitzeuiee.— Arnowaldrr Platz II: 7 Ubr Stettiner Bahnhof(Normaluhr).—»äpcnickeo Viertel: 014 Uhr Sochbahnhof.— Steglitz I: 7 Uhr Tathaus. Sounabend, 2014 Uhr, rbendort. Fahrgeld 3 M.— Neukölln VU: 6 Uhr Bahnhof Jlaif«- Friedriä>Stratze. Sonnabend, 17-4 Uhr, ebendort.— Neukölln l.Xr 7 Uhr Bahn- hok Neukölln. Sonnabend. 18 Uhr, ebendort.— Neukölln VI: 6-4 Uhr Sei» ehower Etratze. Sonnabend. 20 Uhr, ebendort.— Friebrichosclde: 7 Uhr Bahnbof Lichlenberg-Friedrichsfekde(oben).— Neiuickcndors.O!»: 0 Illir See- bad. Sonntag, tffi Uhr Potsdamer Ringbahnhof.— Schöohauser Borstadt: Nach Nheinsberg. 0 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Sonnabend, 18 Uhr, Bahn, Hof Gefundbrunnen. Karfreitag nur Tierschau im Clrau Carl Hagenbecks Im Circuü Carl Hagenbeck finden am Karfreitag keine Vorstellungen statt, doch ist die riesige Tierschau ab 12 Uhr mittags zur Besichtigung frei- gegeben. Eintritt Erwachsene 50 Pf., Kinder 30 Pf. Die sehr starke Nachfrage nach Eintrittskarten zu den Circusfestfpielen hat die Direktion des Circus Carl Hagenbeck veranlaßt, noch einen weiteren Telephonanschluh herzustellen. Außer der Nr. Amr Bärwaid 8598 sind jetzt auch unter der Nummer Amt DärwaU» L!71 Karten er- hältlich. Da der Circus nur noch wenige Tage in Berlin gastiert, besorge man sich rechtzeitig Karten. Vorverkauf außer an den Circuskassen auch an den Theaterkossen der Kaufhäuser Werthehn, Karstadt und Tietz. 30»««mm— 2 Pf-ndl Ein Würfel Rnorr-Bralensotze gibt soviel Svtz« wie 2 Pfund Braten. Die Saussrau hat es näht mehr nötig, bei den vielen Fleischgerichten, die wenig oder gar keine Sotze«eben(Deafsteek, Bratwurst, Schnitzel, Leber usw.) erst mühseii« eine Tünte inZubereiten. Rnorr-Bratcn- sotze entbäll alles— von der Mehlschwitze b!» lnm: feinsten Eewür.,— unk schmeckt auch ohne Fleisch oowÄgiick). Ein Würfel kostet 1! Pf. Uhsore GeseUschait hat einen schweren Vertuet erlitten. Der Gründer unseres Unternehmens, Herr Generaldirektor Wilhelm Graaff der 30 Jahre lang als Vorkämpfer für den Gedanken des Selbstschutzes gegen Feuersgefahr an der Spitze unseres Unternehmens gestanden hat, ist in der Nacht vom 29. zum 30. MSn d. Js. nach kurzer, schwerer Krankheit an Herzschwäche in einem süddeutschen Sanatorium verschieden. Mit ihm ist ein Mann von anilercrdentlicker Tatkraft und Weitsieht auf der HSbe seiner Schaffensfreude dahingegangen. Wir verlieren durch seinen frühen Tod einen selbstlosen Förderer und Freund, der für seine Mitarbeiter und Untergebenen ein Vorbild an Pflichtbewußtsein und unermüdlicher Arbeitskraft war. Sein Andenken wird von jedem, der mit oder unter ihm gearbeitet hat, stets in Ehren gehalten werden. Auf Wunsch deo Verstorbenen hat die Beisetzung in aller Stille stattgefunden. Berlin-, den 2. April 1931. Der Aufsichtsrat und Vorstand der Minimax Aktiengesellschaft Wir Hitaliarbiitir-TiriiaDii VerwaUimgjolclle DerUn Tedesanx«lg«ii De» Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege. der Schleifer »odett Rosenberg am 30. März gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend. 4. April. 11--, Uhr, von der Leichen- Halle de» Neuköllner Rirchhofes in der Gottlied-Dnnkei-Stratze au» statt. «m SO. Würg starb unser Rollege, der Mechaniker Karl Bohne gebaren 20. Zanuar 1874. Dt» Ett-aichernng findet Sonn» abend, den 4. April, 17 Uhr. im Rrematorinm Wilmersdorf, Berliner Strafte 101/103. statt. «hre ihrem A»denken! Ziege Beteiligung erwartet Ute Ortoneiwaltrmtz- uerwaltungsmitgiieder! Freitag, den 3, April, ktiae Sitzung der Mitttrrr» Bermaltnnz. Die OrlooerwUmig. Eiektrovnrke Aktiengesellschaft zu Berlin Aktiva Bilanz am 31. Dezember 1930 Passiva Grundbesitz........... G ruhen.»,-»-,.,..,, Kraftwerke.......... Femleitungen, Schalt- und Umspannwerke....... Im Bau befindliche Keuanlagen.. Inventar und Fahrzeuge...... •/. Abschreibungen....... Kasse Effekten und Beteiligungen.... Abrauxnvorrat.......... Vorräte............ Debitoren: BäDhrgT2tih3.D€ll Forderungen an befreundete Ge- sellsohatten......... Verschiedene......... Darlehn an den Magistrat der Stadt Berlin..•........ Kautionen und Bürgschaften,,, RM Pf. 32349 30 32248 i.30 413903 3030311 6498652 8254221 47 1 15292 30527511 3528965 1530718 9942768 25000000| 10 44 30 29 283437039 1 70 Aktienkapital......». Reservefonds........ Erneuerungskonto: Bilanz am 31. 12. 1929.... Abgang 1930........ Zuweisung 1930....... Rücklage für soziale Zwecke; Bilanz am 31. 12. 1929.... Abgang 1930........ Zuweisung 1930....... Rücklage für Selbstversichernng: Bilanz am 3t. 12. 1929.... Abgang 19o0........ Zuweisung 1930....... Amerikanische Anleihe 6'/,•/„.. Kreditoren......... Zwiscnenkredit........ Gewinn........... Kantionen und Bürgschaften.. RM Pf. 51900203 02 1788 889; 07 50110313 95 10400000- 1250000— 169119 56 1080880 44 169119 56 1000000 29.159 704840 95159 8254221 47 RM 90000000 28500000 60510813 1250000 800000 51 712500 28898217 25000000 6766008 Pf 95 283437039 70 soll Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 1930 Haben Allgemeine Unkosten.... Zinsen Anleihezitteea...... Sonstige..»....> Abschreibungen Inventar und Fabnenge.< Zuweisung jür Erneuemngsko Rücklage für soziale Zwecke Rücklage für Selbstversiohorung Reingewinn....... Gewinn-Vortrag ans 1929 Betriebstiberschuß... Zinsen und Dividenden. RM Pf. RM 324563 20889983 2563040 2377757? 77 Barfln, Im Mira 1931. DER VORSTAND. PiMai wirkt sich ans. 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