BERLIN Donnerstag Z. April 1931 10 Pf. 3tr.156 B 76 48. Lahrgang Erscheinttiglich-ußtrS-untag«. Zuzleich Abendausgabe des.Vorwärtt". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche,-�6aM. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW6«,Lindenßr.S Fernsprecher: Dönhoff 292— 297 ff\£lWtlsd& Anzeigen preis: Die eiuspaltigeNonpareillezeil« 80 Pf.. Reklamezeile S M. Crmäßigun en nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b.H.. Berlin Nr. 87 536.- Der Derlaa behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Oer Kampf im Hakenkreuz Hitler befiehlt„Säuberung"— Goebbels wird Scheuerfrau— Stennes Fahnenträger der Rebellion Die SA.-Fuh«*, die zn Ttennes halten» habe» im Laufe des gestrigeus Abends Verbindung mit Moebbels. Gtöhr und Reveutlow aufgenommen, um deren Haltung festzustellen. Goebbels hat sich sofort auf die Seite Hitlers geschlagen» Stöhr und Reventlow habe» die bei ihnen vorsprechenden SA.» Deputationen auf den Ausgang der Weimarer Führer- tagung vertröstet. Die politische Führung der NSDAP, hat gester» de« ganzen Dag über Anstrengungen gemacht, die SA.-Führer durch fiuauzielle Versprechungen für sich zu gewinnen, jedoch vergebens. In der Hitler- Jugend» die gestern Versammlungen abhielt» zeigte sich außerordentlich starke Verstimmung gegen Hitler und unverhohlene Sympathie für die SA. Tie Partei- und Zeitungsraume in der Hedemannstraße sind immer noch von der SA. beseht. Heute morgen Vtd Uhr ist die Wacheabgelöst worden. Wie es heißt» ist Stennes entschlossen, die Räume nicht h-rauszugeben. Was aus dem„Angriff" werde» wird» ist noch unklar. Die Mehrheit der Anteile ist im Besiü eines gewissen Dr. Weißauer» der sich gester» auf die Seite von Stennes geschlagen hat. Hitler reitrgt. llnd Goebbels ist seine Scheuerfrau. München, 2. April. Adolf Hitler hat an Goebbels einen Brief gerichtet, in dem er diesem Ge-neralvollmacht zur Säuberung der nationalsozialistischen Bewegung von allen zersetzenden Elementen erteilt. In dem Brief, der heute im„Böttischen Beobachter' veröffentlicht wird, heißt es u. a.: „Gewissenlose Kräfte versuchen seit Monaten immer wieder geleistete Arbeit zu unterhöhlen und zu zerstören, in die einzelnen Formationen der Bewegung den Geist des lln- frieden s, nörgelnder Kritikfücht, ja sogar der Untreue hineinzubringen, um sie dadurch zu zersetzen. Angesichts der erlassenen Notoerordnung besteht die große Gesahr, daß die Absicht der inneren Feinde, die Bewegung durch Aufreizung zu illegalen Handlungen hinzureißen, verwirllicht und damit den Fem- den des deutschen Freiheitskampfes endlich die Möglichkeit geliefert wird zu einer Unterdrückung und Auflösung der Bewegung. Ich habe mich deshalb entschlossen, gegen diesen Versuch der Zerstörung der nationalsozialistischen Bewegung den Kampf mit allen Mitteln und aller Entschlosienheit aufzunehmen: Ohne Rücksicht aus irgend- welche Folgen werde ich die Partei nunmehr von ihren zersetzenden Elementen sänbern. ganz gleich, in welcher Slellnng und in welchem Parteiaml sie sich befinden mögen. Ich werde die Hoffnung der Feinde unseres Volkes, gegen die ich fett elf Jahren fechte, auf ein Zerbrechen der nationalsozialistischen Bewegung von innen heraus, zuschartden machen. Herr Dr. Goebbels, ich beauftrage Sie nunmehr erneut, die Säuberung der Bewegung mit aller Entschlossenheit in die Hand zu nehmen und durchzuführen, und ich erneuere zu diesem Zweck die ihnen im November 1926 erteille Generalvollmacht: Handeln sie rücksichtslos und lasten sie sich durch keinerlei Bedenken über irgendwelche Folgen in diesem Entschluß beeinträchtigen. Was immer Sie in ihrer Erfüllung tun mögen, ich decke Sic." ZVeiwar. 2. April. Die Nationalsozialisten veranstalteten am Mittwochabend in Weimar eine große Massenkundgebung, auf der Adolf Hitler. Dr Goebbels, Hauptmann a. D. Göring und der Frak- tionsfiihrer im Thüringer Landtag. Sauckel, sprachen Nachdem Sauckel noch einmal kurz auf die Krise und ihre Folgen eingegangen war. ergriff Adolf Hitler das Wort. Er führte u. a. aus: In Weimar habe sich wieder einmal die Schattenseite unsere» deutsch»» Volkes gezeigt: die Gesinnungslosigkeit, die Preis- gäbe aller Lerfichenmg« und Programme. Nach diese« Tage käme wieder ein Tag des Emporsteigens. Ich werde dafür sorgen. daß die Bewegung eins wird im Ziel mck> in der Führung und daß jeder unnütze Ballast enkfernl wird. Es gibk nur einen blinden Gehorsam um der deutschen Zukunft willen. Der 1. April 1931 wird der s ch w ä r z e st e Tag in der Geschichte der Deutschen Aalkspartei werden. An diesem Tage stirbt die Deutsche Balksparteiin Thüringen und auch im übrigen Reich. Im Anschluß sprach Dr. G o e b b e l s. Er ging auf die inneren Säuberungsprozesse in der Partei ein, die Stennes, der ftlann ohne Dencendwtg vor allem in den Großstädten vorgenommen werden müßten. Um die Reichshauplstadl gehe der Kampf der Nationalsozialisten bereits seil fünf Jahren, obwohl die Partei ein Jahr lang verbalen gewesen sei.„Ich bin," so fuhr Dr. Goebbels fort,„mir keine Sekunde im unklaren gswesen, welche Ausgabe meiner wartete. als ich die Gauleitnng von Berlin übernahm. Auch in diesen Tagen wird wieder eine Auscinandersehnng mit gewissen bolschewistischen Elementen in der Partei staltfinden. Dies ist meine Aufgabe, da lch aus der Ajphnilwllste Berlins wieder ein deutsches Berlin machen will. Ein Entgiftungsprozeß, dem ein jahrzehntelanger Vergiftung?- prozeß vorausgegangen ist, kann innerhalb von fünf Jahren noch nicht beendet sein. Der Prozeß ist aber angefangen." Zum Schluß sprach G ö r i n g. der die Zuhörer über den Marxismus unterhielt. Anschließend verließen Hitler und Goebbels Weimar, um von Jena aus mit dem D-Zug nach München zu fahren. Stennes proklamiert. Hitlers Treubruch.— Derwässerung der Partei mit liberalistischen Tendenzen. DieRedaktlandesGoebbels-Organs„Der Angriff" übermittelt der„Xelegraphen-Union" eine Erklärung von Haupt- mann Stennes, die gleichzeitig von folgenden Oberführern der SA. unterzeichnet ist: für den Gausturm Berlin gez. wetzet, für den Gaustnrm Brandenburg- Ost mark gez. Belljen,. für den Gaustnrm Mecklenburg gez. Püstrow. für den Gau stürm Pommern gez. Lustig, für den Gau- stürm S ch l e s i c n gez. Kremser. In der Erklärung heißt es: „Durch Verfügung des Stabschefs der SA.. Hauptmann a. D. Röhm, bin ich in meiner Dienststellung als Gruppenführer Ost ent- hoben worden Ein gegen den Willen meiner Umgebung von mir eingeleiteter Bermittlungsversuch wurde von Adolf Hitler brüsk zurückgewiesen. Damit ist der Treubruch Hitlers, den ich noch gestern für unmöglich gehalten habe, Tatsache geworden Diese Maßnahme hat grundsätzliche Bedeutung. Es gcht nicht um die Person, es geht um die Sachs. Getragen von dem Dertrauen her mir mttesstMe» SA�5«bünde habe ich die Urb er nähme der Führung der Bewegung in den Provinze» Mecklenburg, Pommern» Branden- burg-Ostmark» Schlesien und in der Reichshauptstadt durch die SA. angeordnet. Die politische Leitung der NSDAP, in München hat sich von den Idealen abgewandt, für die Tausende der beste» SA-Leute ihr Leben eingesetzt haben Für uns gibt es kein Ber- sagen, und treu wollen wir weiter zur allen Fahne stehen Di« revolutionäre Schwungkraft der SA ist durch dir politische Leitung der NSDAP, mit bürger- lich-liberale« Tendenzen durchsetzt worden. Damit ist der Lebensnerv einer Bewegung getroffen worden» mm der erwartet werden könnt», daß st» das soziale Elend dos deutschen Polle, bchebsn würde. Di« politische Leituttg hat das Volk um dies« Erwartung betrogen, indem sie versuchte, aus d«r notionalsoziallstischen äampfbewegung eine Partei zu machen, die sich innichtsvonanderenParteienunterscheidet. Schon die Errichtung des„Branueu Hauses" im Auch- gang einer Sturmstellung ist ein typisches Merkmal für die Verantwortungslosigkeit» die bereits Platz gegriffen hat. Parlamentarisch« Bräuche und Sitten. welche bie nationalsozialistische Bewegung früher brüsk abgelehnt hat, find heute Selbstverständlich- ketten für die politischen Letter geworden. Die Verwässerunz und Verweichlichung der Partei und die Ab- Wanderung der aktivistischen Kämpfer ins Lager der Kommunisten und Straßer-Leute(Fall Scheringer» Fall Cassel) sind die wellerc Folge solcher uiwerständlichen Hallung. Wer Kompromisse schließt, kompromittiert sich selbst... Der Gruppenführer Oft. gez. Stennes. Heines verprügelt. Dr. Goebbels ist heute früh vorzeitig nach Berlin zurückgekehrt» als er von der Besetzung des Gaubüros erfuhr, ist er weder in die Hcdemannstraße, noch in seine Steglitzer Wohnung gegangen, sondern häll sich zur Zeit an einem dritten Ort verborge». Seiner Umgebung gegenüber hat er erklärt, er sehe nicht ein, warum er sich von der rebellischen SA verprügeln lassen solle. Der neu ernannte Adjutant des SA.-Führers Schulz, Feme- leutnant Heines, ist heute morgen im Auftrage von Schulz in das SA-Büro gegangen, um dort zu verhandeln und zu versuchen, zu einer Einigung zu kommen. Bevor er seine Stellungnahme auch nur präzisieren konnte, wurde er von den anwesenden SA-Leuten mit Ohxfeigen traktiert und zur Tür rausgeschmissen. Um 1 Uhr mittags war das SA-Büro und das Gaubüro von den SA- Leuten besetzt. Ebenso ist der„Angriff"(Redaktion und Druckerei) in den Händen der SA Dr. Meinshausen, Gobbels Privatsekretär, hat daraufhin Verhandlungen aufgenommen, um mit Hilse des Druckereibesitzers und der Polizei wenigstens die Druck« räume in seine Hand zu bekoinmen, nachdem die SA. alle Vorbereitungen getroffen hatten, die gegen Hitler gerichteten Erklärungen in großer Aufmachung in der heutigen Ausgabe des„Angriff" zu bringen und den Frickschen Regierungssturz endlich zu veröffentlichen. Die politische Leitung der Berliner NSDAP, ist in ein Hotel in der Linlstraße geflüchtet. Kränzen will nicht Frick sein. Er verhöhnt den Reichsinnenminister. Brannschweig, 2. April.(Eigenbericht.)' In einem Interview hat sich Franzen stark gemacht, daß der Sturz Fricks in Thüringen auf die braunschweigischen Per- hältniss« keinerlei Rückwirkungen zeitigen werde. Dia Braunfchweiger Koalition sei fester denn je, nicht zuletzt dank der Unter st ützungdes jungdeutschen Abgeordneten Schradn-. Franzen sprach höhmsch von einem„Fall Franzen", der sich„als ein Muff" erwiesen habe. Di« dvohend« Entzichung der PÄizeikpsten- Zuschüsse habe sich in Wohlgefallen aufgelöst. Auch die„Hetze an. läßlich des Sautages und der daran konstruierl« Fall DahldiT[ei „kläglich im Sande verlaufen". Liefen Hohn wagt Franzen dem Reichsinnen- ministerzu bieten, weil bis heute von der Relchsregterung die Nazimißwirtschast in Vraunfchweig all�u zahm angefaßt worden ist. Inzwischen beweist Franzen weiterhin, daß er die Hartbhabung der Nobverovdnung versteht. 87 Kommumsten. die angeblich ein« verbotene Demonstration unterncounen haben sollen. wurden verhaftet und dem Schnellrichter vorgeführt. Ihrer harrt rine Mndeststrafe von Z Monaten Gefängnis. Wieder neue Raubüberfälle Verkäufer in einer Pfandleihe niedergeschlagen Gtöhr humpeli nach. Er möchte wieder in den Reichstag. Der nationalsozialistische Reich-tagsabgeordnete Stöhr hat an Reichstagspräsident L ö b e folgenden Brief geschrieben: Sehr geehrter Herr Präsident! Ich beantrage die s o f o r t i g« Einberufung des Reichstages,«rforderlichenfalls des Aeltestenrates, um diesen Antrag zu besprechen. Zur Begründung möchte ich ermähnen, daß es unerläßlül, ist, dem Reichstag Ec- legenheit �u geben, zu der sogenannten Notoerordnung des Reichspräsidenten Stellung zu nehmen, mit der nahezu alles, was als wesentliche Bestandteile der demokratischen Republik von ihren Urhebern uns verlockend dargestellt war, in sein Gegenteil oerkehrt worden ist. Mit größter Hochachtung, Franz Stöhr. Auch die Deutschnationalen, die eine Sitzung im Reichstag ab- hielten, haben jetzt den Antrag auf Einberufung des Reichstags gestellt. Der Antrag kommt zu spät, denn inzwischen ist bereits auf Antrag der Kommunisten der Aeltestcnrat zum 8. April ein- berufen worden. Dabei wird allerdir.gs das wunderooll« Schauspiel abgerollt werden, daß die Feinde der Demokratie die Demokratie retten, die Anhänger der Diktatur aber eine diktatorische Verordnung aufheben wollen! Hier geihi hei hen... Herr Rehmer von Leverkusen. Der Kommunistischen Partei ist großes Hell widerfahren. Ihre Presse bringt in großer Aufmachung die Mitteilung daß der Frak» tionsführer der sozialdemokratischen Stadtverordiicren von Lever- kusen, Rohmer, während der Stadtverordnetensitzung plötzlich seinen Austritt aus der Sozialdemokratie und seinen Uebertritt zur KPD. erklärt habe. Die Tatsache ist richtig. Herr Rohmer, der am Somckag auch noch zum sozialdemokratischen Parteitag kandidierte, dabei aber durchfiel, sollte am Montag im Rathaus die Ctatsrebe halten. Statt dessen überraschte er die Versammlung mit seiner Aus- und Uebertrittserklärung. Diese Uebertrittserklärung ist ihm augenscheinlich nicht ganz un- gewohnt. Denn erst vor drei Iahren ist Rohmer. ein kaufmännischer Angestellter, von der KPD. zur Sozial» demokratie gekommen, jetzt kehrt er dorthin zurück, von wannen er kam. Für Ihn gilt also das alt- Wort:„Hier geiht hei hen, dor geiht hei hen!" Mit Recht bemerkt unser Solinger Parlcidlatt zu dem Fall: ..Es ist nun einmal so, daß leichtfertige Schwadroneure, die In den Mitgliederversammlungen sich recht radikal gebärden, tat- sächlich heute noch Anklang finden. Die Prüfung des E h a- rakters, der Vergangenheit eines Menschen, die Festigkeit seiner politischen Gesinnung, die bei den Funktionären der Vor» kriegszeit eine Selbstverständlichkeit war, ist heute bei vielen Ge- nassen eine überlebte Angelegenheit. Gerade der Solinger Bezirk sollte auf Grund der Erfahrungen solchen Elementen wie Rohmer mit größtem Mißtrauen entgegentreten. Wer zurückkommt zur Sozialdemokratie und es ehrlich meint mit dem Aufstieg der Ar- beitertlasse, der ist die Phrasen satt. Der will und wird un. ermüdlich mitarbeiten in der Bewegung ohne Rücksicht darauf, ob er oder der andere im Mittelpunkt der Geschehens steht. Denn es geht um die Sache und nicht um die Befriedigung desEhr- geiz es des einzelnen."_ Zetlenbildung in der Reichswehr? Verhaftungen in �ürstenwalve. Frankfurt a. d. O„ 2. April.(Eigenbericht.) In Fürstenwalde wurden am Mittwoch sieben Angehörige des Reiterregiments 3 und mehrere in der KPD. organi- fierte Arbeiter festgenommen. Die festgenommenen Soldaten und Arbeiter stehen im dringenden Verdacht, seit längerer Zeit«ine Zellenbildung in der Reichswehr betrieben zu haben. Unter den Verhafteten befinden sich auch Unteroffiziere. Pom Reichswehrministermm wird die Meldung bestätigt. Vor «inigen Wochen hätten Mannschaften des 9. Reiterregiments Fürstenwalde ihren Vorgesetzten von einer verstärkten kommunisti- schen Propaganda Mitteilung gemacht. Im Einvernehmen mit der Polizei vorgenommene Beobachtungen haben dazu gesührt, daß vor- gestern eine Anzahl Kommunisten verhaftet wurden. Auf Grund des bei ihnen gefundenen Materials sind auch sieben Soldaten und Unteroffiziere des Reiter- regiments 9 oerhastet worden. Ob diese Soldaten jedoch schon einen Zusammenhang mit den Kommunisten gehabt haben, oder d'e letzteren nur die Namen dieser Soldaten ausgezeichnet hatten, ist noch nicht festgestellt. Ein Brief an Stavtbaurat Wagner. Der Bezirksvorstand des Bezirksverbandes Berlin der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat heute per Einschreiben einen Brief solgenden Inhalts an Stadtbaurat Wagner gerichtet: „Sie haben die Fraktionsgemeinschaft zur sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion gelöst und sind aus der Soziald-mo- kratifchen Partei ausgeschieden. Der Bezirksvorstand hat einstimmig beschlossen, Sie aufzufordern, das Amt eines Stadtbaurats von Berlin nieder- zulegen. Sie find durch das Vertrauen der Sozialdemokratischen Partei aus diesen Posten gestellt worden. Politische Sauberkeit und Moral verpflichtet, ein Amt nicht länger aukzuüben, nachdem Sie mit der Partei gebrochen haben. Nach Ihrer Erklärung vor dem Bezirksvorstand sind Sie bereit, Ihr Amt nur niederzulegen, wenn Ihre wirtschaftlichen Bezüge gesichert sind. Der Bezirksvorstand ist in Wahrnehmung der Interesien der arbeitenden Bevölkerung von Berlin der Ansicht, daß niemand ein Einkommen beziehen kann, ohne entsprechende Arbeit dafür zu leisten." Till dreister Raubüberfall wurde heule früh im Osten Berlins in einer psandleihe verübt. Im Hause Königsberger Straß« 1, an der Eck« de» Küstriner Platzes, liegt im ersten Stock das„Leihhaus Ost- bahn Hof", dessen Inhaber der Kaufmann Adolf Daoidsohn ist. Da» Geschäft war zur gewohnten Zeit gegen 8'A Uhr geöffnet worden. Heute früh war dort ein« Verkäuferin be- schäftigt. In dem Nebenzimmer, in dem die eigentlichen Geschäfte abgewickelt werden, in dem die Pfänder sind und der Geldschrank steht, arbeitete der Schwiegersohn des Inhabers, der Kaufmann Isidor Katz. Gegen 9 Uhr betraten zwei Männer das Leihhaus und jagten der Verkäuferin, sie wollten Anzüge kaufen. Sie wurden in da» Nebenzimmer verwiesen und ließen sich dort von dem Kauf- mann Katz auch einig« Anzüge zeigen. Man handelte über den Preis. Plötzlich hörte die Berläuferln aus dem Geschäfkszlmmer einen Schuß fallen. Sic lief nach der Tür. als die beiden Kuudcu hlnausstürmkev. Sie schlugen dos junge Mädchen mit einem harten Gegenstand nieder. An der Tür, die zur Treppe führt, stießen die flüchtigen Räuber auf den Briefträger und zwei andere Kunden. Die drei Leute wurden beiseite gestoßen und mit Boxhieben kampfunfähig ge- macht. Die beiden Räuber flüchteten dann aus dein Hause und über den Küstriner Platz, wo sie in dem starken Verkehr e n t- kamen. Der Briefträger, die Kunden und die Verkäuferin sahen sich schnell nach dem Kaufmann Katz um. Sie fanden ihn in dem Keschäftszimmer. Er hatte eine stark blutende Wunde an der Stirn,«in« zweite am Hinterkopf. Dos Ueberfallkommando wurde alarmiert, konnte die Räuber aber, da sie einen großen Dor- sprung hatten, nicht mehr eiicholen. Soweit bisher festgestellt werden konnte, haben die Räuber jeder einen Anzug mitgenommen. Geld oder andere Pfänder scheinen nicht zu fehlen. Lseberfal! im Grunewald. Zum dritten Male in kurzer Zeit ist in der vergangenen Stacht im Grunewald ein Ueberfall auf eine alleingehend« Frau verübt worden. Wie in den früheren Fällen Ist auch diesmal der Täter mit einer Droschke entkommen und konnte noch nicht ergriffen werden. Als die Frau die Kreuzung der Lynarstratze und der Hubcrwsallee passierte, sprang der Bursche sie plötzlich an und versetzte ihr mthrere Box hieb«. Der Ueberfall kam aber nicht Sterbende Stadt. Zehntauscnde verlassen Managua. New Zork. 2. April. wie aus Managua gemeldei wird, haben 2 5000 Einwohner dle Stadl auf Lastwagen. Kraftwagen. Ochsenkarren und zn Fuß verlassen und sich in das Innere des Landes begeben. 20000 Obdachlose kannten in einem riesigen Zeltlager auf einem Hügel in der Zlähe der Stadl untergebracht werden. Nach den letzten Meldungen sind 1150 Personen beim Erdbeben in Managua ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten beträgt ZAtü Die Gerüchte, wonach 2500 M.'i.lchen getötet wprden seien, sind bisher nicht bestätigt worden. Eine einigermaßen genaue Schätzung ist vor Ablauf einiger Tage nicht inögltch. Die Feuersbrunst, die seit Beginn des Bebens in der Stadt wütete, hat sich gestern, als sich der Wind plötzlich drehte. auch auf das Geschäftsviertel ausgedehnt. Soweit bis jetzt bekannt ist. sind sechs Amerikaner um» Leben ge- kommen. Der Sachschaden an amerikanischen Gebäuden beläuft sich auf 30 Millionen Dollar. Die große südamerikanische Bank ist auf Anordnung der Behörden gesprengt worden. In ihren Kassen befanden sich 500 000 Dollar Bargeld. Der National- palast ist bis auf die Grundmauern ausgebrannt, wobei sämtliche Reglerungsakten vernichtet wurden. Dys deutsche Warenhaus Franz Bräunt st vollständig zerstört worden. Es oerlautet, daß der Präsident von Nicaragua, Moncada, die vollständige Räumung der Stadt erwägt, da in den Nachmittogsstundcn erneut leichte Erdstöße oerzeichnet wurden. Hilfe für Managua. yttw Dork, 2. April. Die amerikanischen Flottenstäbe haben eine umfassende Hilfsaktion für das Erdbebengsbiet von Managua eingeleitet. Um 14.30 Uhr flogen fünf Flugzeuge vom Kriegsschiff.Lextngto»" etwa 240 Kilometer von der Ostküste Nicaraguas ab und erreichten Managua um 6,30 Uhr, sie führten größere Mengen von M e d i- k a m e n t« n, Verbandmatertol, Lebensmittel umd an&sre notwendige Gegenstände mit sich. Mehrere amerikanische Aerzte und ärztliches Hilfspersonal, die sich mit diesen Flugzeugen nach Managua begeben hatten, tonnten mit der Hilfeleistung in der zer- störten Stadt beginnen. Ktiegsfchiff rammi paffagierdampser. Matrosen schwer verlcht und getötet. London, 2. April. Ein schwerer S ch i f f» v« f a l l hat sich am wiltwoch zwischen dem«r tischen Flugzeugmulle: schiss„Glorious" und dem sran- zösischen Passagierdamps.r„Florida" infolge dichten Nebels in der Nähe von Gibraltar ereigne«. Das Flugzeugmullerfch ff hat keiner- (ei Beschädigungen davongetragen, dazegca wurde die„Florida" stark gerammt. Nach den letzten Nachrichten ist der Zusammenstoß folgen- schwerer gewesen, als zunächst angenommen wurde. Die Aomirali- tät glht ohne genaue Zah'enangabe bekannt, daß einig« Matrosen der Besatzung der„Florida" getötet und eine ganze Reihe schwer verletzt worden sind. Die S 0 0 Passagier«, die die„Floriaa" von Buenos Aires nach Genua an Bord h.tte. wurden auf die„Glorious" übergeführt: von ihnen wurde niemand verletzt oder getötet. Später nahm das Kriegsschiff die„Florida" ins Schlepp, um sie nach Malaga zu bringen, wo die beiden Schiffe am Donnerstag erwartet werden. Das Unglück hätte um so solgen« schwerer sein können, als sich zur Zeit des Zusammenstoßes sieb- zehn Flugzeuge des Flugzeugmutterschiffes in der Luft be- fanden und infolge der dringenden Rettungsaktion ihres Lande- platz«, beraubt und gezwungen waren, mit Erlaubnis der spanischen Behörden aus dem Flugplatz von Malaga zu landen. so unerwartet, und die Frau setzte sich kräftig zur Wehr. Es gelang dem Räuber zwar, ihre Aktentasche und eine Schreib- Maschine an sich zu reißen, die Handtasche mit dem GeÄe konnte die Ueberfallene retten. Langsam war inzwischen«ine Droschke an den Bürgersteig herangefahren, der Räuber sprang in den Wagen, und dieser fuhr rasch davon. In der wenig belebten Gegend waren die Hilferufe der Beraubten erfolglos. Die Ueberfallene glaubt, daß die Droschke die Nuituner IA 6291 oder 9162 getragen hat Ein Wagen mit solchen Nummern ist aber nicht als gestohlen gemeldet. Wahrscheinlich haben der Räuber und sein Komplice die Nummer gefälscht. In der geraubten Aktentasche befanden sich Schriftstücke, mit denen der Täter nichts anfangen kann. Die Schreibmaschine war eine Remington-Portable und trägt die Nummer 64 103. Versuchter Ladenkassenraub. Ein merkwürdiges Erlebnis hat am Mittwochabend eine Putz- lnachsrin aus der Sophie-Charlotte-Straße 84 in Ehar- lottenburg der Polizei angezeigt. Die Putzmacherin ist in einer Büglerei in der Emdener Straße beschäftigt. Kurz vor Geschäfts- fchluß war sie am Mittwoch allein im Laden, als ein junger Mann eintrat und einige belanglose Fragen stellte. Plötzlich zog er eine Flasche hervor und spritzte der Putzmacherin von dem Jnhcht etwas ins Gesicht. Das Mittel versehlte aber seine Wirkung, die Angefallene rief u m 5) i l f e und der Täter flüchtete und e n t- kam. Wahrscheinlich hatte er es auf die Ladenkasse abgesehen gehabt. Die Putzmacherin beschreibt den Täter als etwa 17 bis 19 Jahrs alt, 1.60 Meter groß und schmal, der einen braunen Iackettanzug und ein« hellbraune Schiebermütz« trug. Oer MietSgeidrSuber in Gchöneberg. Die Nachforschungen der Polizei nach den flüchtigen Auto- banditen. die gestern abend in der Siedlung Cäciliengärten in Schöneberg in das Mietsbüro eindrangen und 20 000 Mark erdeuteten, sind bisher erfolglos geblieben. Die von dem Verlust betroffene Firma, die Wohnftatten G. m. b. H., hat für die Er- greisung der Täter 500 Mark Belohnung und außerdem 10 Prvz. ran der wtederherbcigeschafsten Summe ausgesetzt. Wahr- scheinlich wird auch die Kriminalpolizei 500 Mark ausloben, so daß die Gesamtbelohnung 1000 Mark beträgt. Wie noch bekannt wird, ist d>« Äutodroichke, die von den Verbrechern benutzt wurde, gestern abend in der Fricdrichstraße gestohlen worden. Schreckenstat einer Mutter. Ihre drei Kinder und sich selbst erschossen. Aschafsevburg.?. April. Am vonnerswg früh gegen 7 Ahr erschoß die 24 Jahre alte geschiedene Ehefrau Theres« INöhu ihre 37 Z ahre alte S ch n» e st e e und ihre drei Linder, ein Zwillingsmädchen. paar im Alter von 6 Jahren und einen Zungen von 4 Jahren. Die Schwester und die beiden Mädchen waren sofort tot, der Junge liegt im Sterben. Die Täterin stürzte sich aus dem 4. Stock- wcrkous die Straße, w>i sie tot liegen blieb. Die Frau lebte seit drei Jahren in Scheidung und beging die Tat, da sie auf eine gerichtliche Entscheidung hin die Linder ihrem Ehemann abgeben sollte._ Qebesörama in St. Pauli. Hamburg, 2. April. In der Nacht auf Tonnerstag erschoß ein S e e m a n n in einem Absteigequartier in S t. P a u l i ein« Bardame und brachte sich dann selbst einen Kopfschuß bei, dem er bald darauf erlegen ist. Der Tat, deren Motive völlig ungeklärt sind, ist offenbar«in Kampf voraus- gegangen. Das Mädchen hat drei Vcuchfchüsse erhallen. Keine Handhabe gegen Zollunion! Frankreich bereitet»virtschofii.che G?f>envor schlüge vor. London. 2. April. Der diplomatische Korrespondent des Daily Telegraph schreibt. man«rwarle, daß Brlmid während der nächsten Tagung des Völker- bundsrakes diesem sowie Leulschlaud und Oesterreich Gegenvorschläge für einen größeren wirtschaftlichen verband unterbreiten werde, dem diese beiden Länder ebenso wie andere Länder einschließlich Frankreichs beitreten könnten. Briand und der Quai d'Orsoy singen an. die rechtlichen Schwierigkeiten zu erkennen, die einem latjSchllchea Veto gegen die deutsch-österreichische Vereinbarung im Wege ständen, und es werde bereits zugegeben, dost eine Zollunion den Buchstaben der Verliäge von Versailles und St. Gcrmalu nicht verletze. Es sei auch nicht sicher, ob der haagcr Gerlchlohos die Abmachung al» Verletzung des Genfer Anleihe- Protokolls vom Jahre 1922 bezeichnen würde. Englifch-deuifche Verhandlungen. Llebcr die Arbeitszeit im Verqbau. Der britische Bergbaumini st er Shinwell Hot dieser Tage mit dem Reichsarbeitsministerium in Berlin über d'e Verkürzung der Arbeitszeit im Braunkohlenbergbau verhandelt. Nach den Besprechungen konnte er feststellen, daß England in der Frage der internationalen Regelung dieser Arbeitszeit em gutes Stück Weg mit Deutschland zusammengehen könne. Dle endgültige Stellungnahme wird auf der Pariser Konserenz am 13. dieses Monats erfolgen, an der Deutschland, Frankreich und England teilnehmen. Die Meldung des„Daily Herald", daß auch Polen zugezogen werde, ist bisher nicht bestätigt. Or. Riech Ge'anMcr in Wien. Zum Gesandten des Deutschen Reiches in Wien ist Dr. Rieth. bisher Botschaftsrat in Paris, ernannt worden. Freiballon„Reichsmilchausschuß" startet. Am Karfreitag. morgens 8 Uhr. startet auf dem Flughafen Berün-Tempelizos der Freiballon„Reichsmilchousschuh" zur ersten Fahrt in diesem Jahre. Der Dcmziger Senat hat Polen das Recht gekündigt, seine Kriegsschiffe im Danzlger Hafen zu stationieren. Der polnisch« Hafen Gdinaen sei genügend ausgebaut, es liege also kein Anlaß mehr vor, polnischen Kriegsschiffen in Danzig besondere Borteil« einzuräumen. Gefälschte politische Dokumente Geschäststüchtige Hochstapler vor Gericht Mit gefälschten politischen Dokumenten ist m der Nachkrieys« zeit so manches brillant« Geschäft gemacht worden. Die Dokumenten- f Äscher nutzten W« AonsunLiur und füllten sich die Zeichen. So taten es dt« Russen Orlow und Drufchelowsti tn Berlin, so zwei andere Russen in Paris. Die Folgen diefer gesiilsch-cn Iiciutueni;« waren unabsehbar. Der„Sincwsew-Brief" spiele ein« Verhängnis« voll« Roll« bei den erotischen Wahlen, gefälscht« Bo roh. Dokument« hatten Einfluß auf das Beichalten der Berernigten Staaten zu Sowjetruhlond. Nicht ohne politische Folgen blieben auch die Fäl- schunzen zweier genialer Hochstapler, der Rumänen Rofescu-Bison und Henry Eold. Beide weichen sich in den allernächsten Tagen vor einem Bukarester Gericht zu verantworten haben. Verwandte Seelen finden sich. Rosesau-Bison war in allen Fäkscherkünsten ein erfahrener Mann. Insbesondere in Paßfälschungen. Er hatte seinen ge- liebten Fälschcrbgruf an den Nagel gehängt: ihm fehlie das Betriebs- kapital. Er versuchte sich als Kellner in Pariser Nachtlokalen und eines Tages lächelt« ihm wieder dos Glück. Der Aufall gab ihm«inen Menschen in seine Hände, der in Füll« besaß, was er am notwcn- digsten brauchte: Geld. Der Lkjährlg« HenryGold.der Sohn eines Bukarest«! Groß. kaufmannes, war nach Paris gekommen, um zu studieren. Er dachte jedoch nicht daran: zuerst kam das Amufemem. In Nachtlokalen brachte er das väterliche Geld durch, hier lernte ihn Rofesou kennen und schätzen. Das war fein Mann. Selch«inen suchte er. Er sing den jungen Menschen in sein« Netze, begann mit Andeutungen, wurde allmählich deutlicher wich breitete schließlich seh« großzügigen Pläne vor ihm aus. Henry Polch war einoerstanchen. Er gab sein Geld her, Rofesou sein Könnsn. Die Falscheres mbH. war perfekt. Das Geschäft blühte. Vis eines schönen Tages die Fälscher mit Ach und Krach auseinandergingen. Sie lieferten einander in die Hände der Behörden, zuerst Rofesou den Gold, dann Gold den Rosescu. Bevor es soweit war, hatten sie einig« Hunderttausende in Francs ein- geheimst. Di« aefÄschton Dokumente werden< g HOTEL S 2 EXCELSlOß i am Anhalter Bahnhof-j- _i Zimmen1BettM.7-ti11;£3 2 Betten 11.14,- bis 22;< B BadM.V5aIonM.ia- 5 SC Keine höheren Preise!«g rny Der qrpiSte Hoteltunnel der Welt! ROSE THEATER Voittshflbne Fteter in BIlovjlili. 8 Uhr Die befdea Adler 5. April bis 8 April 8 Uhr Dans Albers in Liliom itaatüdiiller-Tb. 8 Uhr Die Bekelmmg de» Ferflvs Pistora ineater am stnimiaueniamm 8 Uhr Ualienlsdie Kadi! Oeoiidtes rieam TDhr Der Hauptmann von Rüpenidi t. Carl Zuckmayet Regie: Heinz Hilpert Die Komödie SVt Uht KotnmleinYogel na Valtei Bisenzimr Regie: Gustav Bertug gut und billig? Gross"Berlin| Neues Theater i am Zoe— Um toll Zoo. SfyLGSSi Täglich 8V. Uhr Uebet 125 Mal; von Max Alsberg u Otto Emst Hesse Preise I— S Mark. Soootag nadua. 4 Ohr Vonmiersm&uno in der vollen Abend- besetrungzu halben Preisen Bamowskj-SDliflen Tbsattr in dd Mrcseratmnsii. GeschloBscn Sonnab., 4. April Vn Übt FrstnKObnug; Geslern n. Henle (Ritter Nörestan) Schauspiel von Christa Winsloe KomOdionnau 81. Uhr Eine Komgiiche Familie Kleines Theat. Täglich SV. Uht Erika Gläßner in; Oer stille Hompadnon Lustspiel tob Leo Lenz. 1. und 2. Feiertag nachm 4 Uhr Der SpranG w die Epe 10. 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Edouard Bourdet Regit; Nu Reiilurdl Thealer Im Admlralsiudast Oatersonmag Premiere Oerlustig« Krieg öhmann. Ahlers, Trautenhayn a 0. £)eilage Donnerstag, 2. April 1931 LprNbnid Ein ietxter Qruß Dem Freunde Hermann Mütter— Von Luise Kautsby Men, 26. Marz 1931, am Tag«, wo man unser«» Genossen Müller zu Grabe trägt. Lieber Freund Stampfer! Es drängt mich, unserem kurzen Beileidstelegramm, das nur so wenig die Fülle unserer Empfindungen für den so früh dahin- gegangenen Freund Hermann Müller zum Ausdruck brachte, noch einige Zeilen folgen zu lassen. Nur dem widrigen Umstand, dag Karl seit nun zwei Wochen hoch siebernü an einer starken Bronchitis ans Bett gefesselt ist, war es geschuldet, daß er nicht selbst schrieb, um der Freundschaft und der hohen Achtung Wart« zu verleihen, die er stets für Hermann Müller gehegt hat. Nur mit äußerstem Widerstreben gab er seine Einwilligung zur Absendung unserer kurzen, viel zu wenig besagen- den telegraphifchen Teilnahmsbczeigung. Mit heißer Angst haben wir den Verlaus der tödlichen Krank- heit Müllers verfolgt. Alltäglich llingelte ich noch spät abends bei Genossen Austerlitz in der„Arbeiter-Zeitung* an, um die letzten Nachrichten über sein Befinden zu erfragen und tiefe Trauer erfüllte uns über die immer hoffnungs- und trostloser lautenden Auskünfte. Jetzt, wo das Unabwendbare eingetreten und unser Freund und Genosse in der Blüte seiner Monnesjahre aus dem Leben und aus seiner Tätigkeit gerissen ist. an denen er mit allen seinen Fasern hing und um die sein starker Wille monatelang einen so zähen und leider vergeblichen Kampf führt«, zeigt uns die Größe unseres Schmerzes, was er uns war und wie sehr wir ihn liebten. Besaß er doch neben seinen vielen glänzenden, vor aller Augen zutage tretenden Gaben, die ihn seit seiner Iünglingszeit befähigten, im Dienste der Arbeiterklasse und in der Partei an hervorragender Stelle und später zum Wohl« Deutschlands und der ganzen Welt zu wirken, noch«ine Eigenschaft, die ihn gerade uns besonders wert machte und die im Hause des Theoretikers ihm besondere Schätzung sicherte: er liebte die Bücher, war stets ein eifriger, ja, hungriger Leser, auf historischem und nationalökonomischem Gebiet voll beschlagen, war stolz auf seine reiche, erlesene Bibliothek, in deren Bänden er so zu Hause war, wie selten einer, dessen Zeit mit dringender Tagesarbeit so ausgefüllt«var; er war selbst ein guter, gewandter, ungemein gewissenhafter Schriftsteller und brachte der Wissenschaft und ihren Vertretern jenes tiefe Interesse und jene Achtung entgegen, die wohltuend abstach von der oit ans Verächt- • lichc streifenden Gleichgültigkeit, inst der. heute noch manche Nur- Poiitjkchvfelbst in unseren. eigenen Mithen die Theoretiker betrachten. Darum war sedes Beisammensein mit ihm für uns eine doppelte Freude und es war ein Fest, wenn wir ihn als Gast begrüßen durften, was in den letzten Iahren einige Male der Fall war. Und auch er, dos dürfen wir wohl behaupten, brachte uns«ine über die parteigenöffisch« Zugehörigkeit hinausgehende Anhänglich- kcit und Zuneigung entgegen. Selbst al« noch die unselig« Spaltung in der deutschen Partei bestand, die weit über ihr parteipolstisches Unglück hinaus als schwerstes, persönliches Seelenleid von meinem Mann und mir empfunden wurde, fanden wir, die USP.-Vertreter, bei dem Mehr- Heister Hermann Müller Sympathie und freundliches Entgegen- kommen. Ich denke da an jene Unterredungen, die wir mit ihm in seiner Eigenschaft als Außenminister wegen der A kte n p u b l i i a- t i o n.zu führen hatten. Diese Herausgabe war ursprünglich vom Rat der Volksbeaustragten meinem Mann übertragen worden und nach dem Austritt der USP. aus der Regierung war der Auftrag von den verbleibenden Volksbeauftragten bestätigt worden. Nach dem Rücktritt von Vrockdorff-Rantzau hatte Hermann Müller über deren Veröffentlichung zu befinden. Wie stets benahm er ssch auch bei diesem Anlaß freundschaftlich und meinem Mann gegenüber respektvoll, wie der Schüler gegen einen verehrten Lehrer. Auch einer anderen Episode möchte ich gedenken. Es war auf der Berner Konferenz im Januar 1919, wo wir nach der Spaltung zum ersten Male wieder mit Müller und Wels uns in einem Raum zusammenfanden. Kam es auch dort zu keiner Aussprache zwischen uns, so begrüßten wir uns doch nicht als Fremde oder gar als Gegner. Sowohl Müller als Wels haben es mir gegenüber öfter betont, wie wohl ihnen damals in der für sie im allgemeinen feindseligen Atinosphär« meine freundlichen Blick« getan hätten. Ueber Müllers Aussehen war ich übrigens damchs direkt entsetzt. Wie sah der starke Mann aus! Was hatten Krieg und Blockade aus ihin gemocht! Die Kleider schlotterten ihm um den Leib, so abgemagert war er. Er habe in jener Zeit um 40 Kilo abgenommen, erzählte er mir später einmal. In den der Einigung folgenden Jahren gestaltete ssch unser Verhältnis immer wärmer. Zu meinem 60. Geburtstag, am 11. August 1924. schrieb mir Müller eigenhändig im Namen des Porteivorstandes und gratulierte mir in besonders herzlicher Weise. Ebenso schrieb er im Oktober desselben Jahres meinem Mann anläßlich seines 70. Geburtstages in der gleichen herzlichen Weise. Auch nach unserer Uebersiedlung nach Wien rissen die Fäden nicht ob. Bei meinen häufigen Besuchen in Berlin war ich rcgcünäßig zu Gast im Müllerschen Hause: oft hatte ich das Gefühl, als bedeute unser Berkehr eine Art.Wiedergutmachung" für all das. vxl» wir i» den vorhergehenden Iahren leider einander schuldig »«blieben waren. Mit Hermann Müller zu plaudern, war ein Genuß. Das Gespräch stockte keinen Augenblick und war stets reiz- voll und anregend. Reminiszenzen aus dem Parte'lleben, witzig« Anekdoten über gemeinsame Bekonnte wechselten mit ernsten The- wen. Freimütig äußerte er sich auch wahrend seiner Kanzlerschaften über die jeweiligen Schuüerigkeiten de« politischen Sampfes und wer viel« aktuelle Frage», llnj» ein« nie versiegende» Gespräch- stoff boten uns leidenschaftlichen Lesern immer wieder die Bücher, d i e B ü ch e r. Als ich im Januar 1930, das Jahr nach feiner schweren Opera» tion, im Familienkreis bei ihm weilte, sagte er:„Ein Gutes hat mir meine Krankheit gebracht, sie hat mir die Zeit verschafft, wieder ein- mal ordentlich lesen zu können, wozu sonst unsereiner gor nicht mehr recht kommt. Und auch jetzt, wo ich auf ärztliche Anordraing täglich noch Tisch unbedingt zwei Stunden ruhen muß, komme ich endlich wieoer zum Lesen." Im November 1930 war Müller dann unser lieber Gast. Er war nach Wien gekommen, wn unseren österreichischen Genossen in ihrem schweren Wohlkampf zu helfen. Nachdem er eine ganze Anzähl von Versammlungen in Wien und in der Provinz abgehalten hatte, in denen er überoll stürmisch bejubelt worden war, kam«r frisch und vergnügt am Wohlsonntog mittags zu uns und blieb lebhaft wie immer erzählend und plau- dernd bis zum späten Nachmittag. Abends trafen wir uns dann im Rathaus, um die Wahlresultate zu erfahren. Dann nahm er Abschied, um noch mit dem Nachtzug noch Berlin zurückzufahren. Wir ahitten, nickst, daß es einen Abschied für immer bedeute, daß e« das letztemal gewesen sein sollt«, daß wir ihn gesehen und uns an seinem prächtigen Wesen erfreut hatten. Wie immer, hinterließ er auch damals bei uns allen«inen wohltuenden, angenehmen Eindruck. Wenigen Menschen war solch innere Harmonie beschieden wie ihm, darum oerstand er es auch, eine wohlige Atmosphäre um sich zu schaffen.'Auf ihn paßte voll und ganz das Nietzsche-Wort:„Im rechter, Manne ist ein Kind vor- steckt", denn ihm eignet« neben allen seinen hohen sittlichen Gaben, seinem Pflichtgefühl, seinem Arbeitseifer, auch«cht« Lebensfreude, heiterster Optimismus, größte Genußfähigkeit. Und darum haben wir ihn nicht nur bewundert, geschätzt und verehrt, sondern von Herzen lieb gehabt wie einen Bruder und, fast möchte ich für meine Person sagen, wie einen teuren Sohn. Und das verschärft iwch unsere Trauer über seinen frühen Hingang und läßt uns seinen Verlust noch herber und bitterer empfinden. Es begrüßt Sie in herzlicher Freundschaft j Ihre Luise Kautsky. Wo stehen die Jungen f Ein Bericht über Selbstdarstetiungen Das Problem der Jugend steht mit Recht im Brennpunkt aller politisch-pädagogischen Diskussion. Der kommend« Reichsparteitag enthält in seiner Tagesordnung auch das Jugendproblem. Deshalb mag es nicht überflüssig sein, im Anschluß an zwei unlängst er- schienen« Verösfenllichungen(Leopold Dingräve:„Wo steht die junge Generation?" Eugen Diederichs Verlag, Jena 1931, und Frank Matzke:„Jugend bekennt: So sind wir!" Verlag Re- clam, Leipzig 1930.) aus den Rechen der Jugend selbst der Frage nachzugehen: Wo steht die junge Generation? Wie steht sie zum Sozialismus, wie steht sie zur Sozialdemokratie? Unser« Betrach- tungen gehen nicht von parteiorganisatorischen Problemen aus, sie werden zunächst versuchen müssen, den geistesgeschichtlichen Stand- ort der heutigen Jugend zu bestimmen, che daran gedacht werden kann, dem Jugendproblem, so wie es sich für die Soziosdemokrotie stellt, gerecht zu werden.. Generation Ist der Begriff der Generation ein zuverlässiger und eindeutiger Leitfaden, unsere Probleme scharf zu fassen? Was soll irntet Generation oerstanden werden? Es ist in den letzten Iahren mit der Einführung des Generationsbegriffes in gesellschaftswissenschosliche Zusammenhänge viel Unheil angerichtet worden. Man hat K u n st- g«schichte nach Generationen geschrieben, auch in die Litern- turge schichte ist der Generationsbegriff eingeführt worden. Nicht immer ohne Erfolg. Eine prinzipielle Auerichtung der Geisteswissenschaften nach dem Generationsprinzip steht bislang noch aus. Wir fassen die junge Generation im Anschluß an Wilhelm D i l t h e y:„Generation ist... die Bezeichnung für einen Zell- räum, und.zwar... eine von innen abmessende Vorstellung, welche der des Menschenlebens eingeordnet ist. Dieser Zeitraum reicht von der Geburt bis zu derjenigen Lebenzgrenze, an welcher durchschnitt- lich ein neuer Jahresring am Baum der Generation sich ansetzt, um- faßt also etwa dreißig Jahre... Diejenigen, welche in den Iahren der Empfänglichkeit dieselben leitenden Einwirkungen er- fahren, machen zusammen«in« Generation aus." Fügen wir zu diesen Bestimmungen von Dilthey noch die Einsicht von Marx, nämlich, daß in der Geschichte„auf jeder Stufe ein materielles Resultat,«ine Summe von Produktions- kräften, ein historisch geschaffenes Verhältnis zur Natur und der Individuen zueinander sich vorfindet, die jeder Generation von ihrer Vorgängerin überliefert wird, eine Masse von Produktivkräften, Kapitalien und Umständen, die zwar einer- seits von der neuen Generation modifiziert wird, ihr aber auch andererseits ihre eigenen Lebensbedingungen vorschreibt und ihr eine bestimmte Entwicklung, einen speziellen Charakter gibt, daß also die Umstände ebenso sehr die Menschen wie die Menschen die Um- stände machen." In diesen Sätzen sind die grundsätzlichen Einsichten über die Bedeutung des Generationsbegriffes beschlossen. Verbleibt, sie für unsere konkrete gegenwärtige Situation anzuwenden, wobei davon ausgegangen wird, daß unter„j u n g e r G e n e r a t i o n" die heute Sechzehn- bis Dreißigjährigen zu verstehen sind. Grenzen der Selbstverständigung Betrachten wir die beiden Arbeiten von Dingräve und Matzke. so fällt zunächst auf, daß M a tz k e von einen, Verhältnis der Äugend zu politischen Parteien prinzipiell nicht spricht, so wenig wie er der ökonomischen Struktur der Gegenwart irgendwelche Bedeutung für die„Form" der jungen Generation einzuräumen gneigt ist. Dingräve beschäftigt sich ausdrücklich mit den politischen Problemen der Gegenwart, zeigt jedoch keineswegs auch nur von ferne ein ernstes Verständnis dieser Zusammenhänge. Er gibt zwar zu: „Die junge Generation ist grundsätzlich sozialistisch ein- gestellt, wobei das Bedenkliche ist, daß dieser Sozialismus vorläufig nur«ine allgemeine Grundhaltung darstellt und keine inhaltliche Bestimmtheft besitzt." In der deutschen Republik sieht er nur den weiter bestehenden Staat der Vorkriegszeit,„dem man die Spitz« genommen hatte, in dem aber dieselben Männer weiter re- gierte» und wirkten, die da« vorher auch schon getan hatten" Der Parlamettterismus kann nach Dingräve der jungen Gen»- ratio»„nicht mehr eingehen", für sie ist diese Institution„kein In- slrument echter Willensbildung und nationaler Zusommenführung mehr". Da» sind Behauptungen, die wir allen Grund haben, höchst »»»st»»»ehme«. Wenn auch Diugräv« zweifellos im Dame». der bürgerlichen jungen Generation spricht, so kann sich an- dererseits diese bürgerliche Jugend schwer in die oft stark traditiona- listischc Ideologie des marxistischen Sozialismus Hineinsinden. Das „Kommunistische Manifest" von Marx und Engels ist nun einmal keine Interpretation unserer Gegenwart. Auch die jungen Sozialdemokraten finden von dogmatisch aufgefaßten Texten unserer Meister in den seltensten Fällen den Weg zum Verständnis des Heute. Deshalb muß mft aller Energie daran gearbeitet werden, dos klassische Lehrgift unserer Bewegung, so wie es Lederer vorbildlich für das Zlngestclltenproblem durchgeführt hat, für unsere Gegenwart umzuprägen, mit der bleibenden marxistischen Me- thode die Probleme unserer Tage zu durchdringen. Es kommt also aus.die inhaltlich« Bestimmtheit der. sozialistischen Gefühls- Neigungen, der jungen.Menschen, an, was nichts anderes heißt, al?" daß sie' durch Vorbild und. Mltarbeft zu' klassenbe wußten Sozialisten erzogen werden müssen. Die Selbstdarstellung der jungen Generation Gewiß, man darf nicht mft zu hohen Anforderungen an eine solch« Darstellung, wie sie Matzke vorlegt, herangehen. Begriff- liche Fixierungen oft nur gefühlter oder erschauter Zusammenhänge ist schwierig und will gelernt sein. Aber hier soll nicht auf Un« genauigkeften der Begrissssührung, auf die laxe Systematik der Darlegungen hingewiesen werden: wichtig ist, was trotz all dem gesehen wird. Auf eine Erklärung des Generationswechsels wird verzichtet.„Wir haben keine." Das ist doch zumindestens ehrlich Einsamkeit sieht Matzke als einen wichtigen Wesenszug seiner Generation.„Unter den Menschen sind wir einsam, auch wenn wir ihnen ganz nahe stehen. Selbst der eigenen Familie, der eigenen Frau gegenüber." Matzke steht, man sieht es. der Arbeiter- bewegung fern. Man höre ihn wiederum selbst:„Jndividua- listen sind wir der Herkunft nach: Gemeinschaft möchten wir sein der Sehnsucht nach: bis zur Unterordnung unter Verbänien im Aeußeren gelangen wir in der Wirklichkeit." Dennoch will diese Generation die„Gänze", die Einheit, sie will dos menschliche Dasein nicht„in Gebiete" ausspalten.„Sinn" des Lebens? Man kennt diesen Sinn nicht, man tut seine Pflicht, man arbeitet, gleichviel was und wo. Zu Gott Hot diese Gene- ration, so Matzke, kein Verhältnis. Am Katholizismus bewundert man den„großartig sachlichen Aufbau". Alte Kultur liebt man, wie man ehrfurchtsvoll frühere philosophische Systeme erlebt. Tech» n i k ist selbstverständlich. Lieb« wird nicht zur Zuchtlosigkeit, sondern zur gestalteten Selbstverständlichkeit. Die Ehe dieser Generation:„eine Gemein- schast ohne Grundsätze(was hätte auch Grundsätze in unserem Le- den?) aus Selbständigkeit auf beiden Seiten eingegangen in einem Gefühl des Zusammengehörens. Es liegt viel Bewußtheit und ver» ständige Wahl in ihr..." Zur Natur hat man ein positives Ver- hältnis. Sie ist„ein Ganzes, Großes". Hier machen wir«in Frage- zeichen, ob die Selbstdarftellung nicht fehlgeht. Die Natur, so wie sie Matzke steht, existiert nur für den Reisenden. Di« städtischen Massen können sich kaum mehr, so sehr ist sie schon„abgeholzt", in ihr erholen. In der Stellung zur K u n st identifiziert sich Matzke mit dem spanischen Denker Ortega y Gasset, der von chr schrieb:„Die Kunst aber ist unfähig, das Gewickst unseres Daseins zu tragen", andererseits soll die Kunst nur„Spiel" sein. Hier widerspricht sich Matzke zu offensichtlich, um daran vorbeigehen zu können. Wie kann man spielerisch Verantwortung tragen? Stimmt diese Selbtdarstellung? Es ist vieles scharf unf. gut gesehen in dieser Selbstdorstellung, so flüchtig und unvollständig sie ün einzelnen ist. Es wird vtelfach mehr über die Dinge und ihr« Zusammenhängo geredet, als die fach- Halligen Dinge in ihren Zusammenhängen herausgearbeitet. Ich habe oft den Eindruck, daß diese zunge Generation sich zu iso. liert als neue Generation steht, während es doch gerade auf die Konttnuftät der gesellschastlich-geschichtlichen Bewegung ankommt. Hier hat es die junge sozialistische Generation leichter als die Wortführer der bürgerlichen Jugend: denn die sozialistisch« Bewegung Izat euren Sinn, sie ist diejenige Bewegung, die alle bisherigen geschichtlichen Abläufe zu einer EinHeft zusammenfaßt, zur SeÖftbesrenrng des Menschen...;._ ,, j. P.Mayer. Kommunisten und Faschisten in gemeinsamer Front gegen sozialistische Sportler Der kommunistische Sportvsrband in Deutschland fuhrt im Auftroge der Moskauer Sportinternotionale in diesem Sommer als„Gegenoeranstaltung zum 2. Arbclterolympia in Wien eine Spartakiade"' in Berlin durch. Besondere Spartakiade» werbetage und-machen sollen ihr vorausgehen. Der internatipnalc Spartakiadeausschuß hat auf setner ersten Sitzung am 7. und 8. März in Berlin die Richtlinien für die sporttechnischen Vorarbeiten auf» gestellt, in denen mit besonderem Rachdruck aus die Durchfuhning von Betriebsspartatiaden hingewiesen wird. Diese Anweisung verlangt die Zusammenarbeit mit den faschistischen BetrlebsangehSrigea und bürgerlichen Sportlern! Ganz gleich, ob verkappte oder offene Faschisten, ob bürgerliche Sportler, indifferente oder kommunistische Arbeiter, sie all« sollen den kommunistischen Sportverband bei den Betriebsspartakiaden als Vorbereitungen für die Spartakiade in Berlin und als Gegenkund- gedungen gegen das 2. Olympia der Sozialistischen Arbeitersport- internationale in Wien unterstützen. Die so zusammengewürfelte Landsknecht-schar ist das getreueste Spiegelbild für die ideologische Einstellung des deutschen kommunistischen Sportverbandes und der Mostauer Sportinternotionale in ihrem Kampf gegen die Verbände der Sozialistischen Arbeitersportinternationale. Mit dieser Anweisung haben sich die kommunistische Sportinternationale und ihr deutscher Verband in die vorderste Reihe der Gehilfen für den Faschismus gestellt. Damit sich jeder von der Waffenbrüderschaft der kommunistischen Sportler' mit den Faschisten und bürgerlichen Sportlern überzeugen kann, bringen wir nachstehend das vom internationalen Spartakiade- au-schuß angeordnete und in den Organen des KPD.-Sportoerban- des veröffentlichte Programm: „Wie wird das Programm einer Betriebsfpartakiade aus- sehen? Bei der Programmzusammenstellung muß man sich von dem Gedanken leiten lassen, nicht nur die sporttreibende Jugend, d. h. die in den Vereinen organisierte, sich betätigen zu lassen, sondern die Gesamtbelegschaft muß mobilisiert werden. Eine Ab- tellung muß gegen die andere in Konkurrenz treten, ein Betrieb muß gegen den anderen einen Mannschaftskampf austragen. Die Aueschreibung zu den sportlichen Wettkämpfeii muß«ine Stoffs- lung haben, d. h. sie muß trennen Jugendliche. Männer, Alters- sporller und Frauen, ja, wenn die Gelegenheit vorhanden, müssen sogar die Kinder der Belegschaft interessiert werden. Die.zur Aus- schreibung gelangenden Konkurrenzen müssen so einfach sein, daß jeder sich ohne lange vorberciluna daran beteiligen kann. Da sind also Schießwettkämpfe, Hindernisläufe, Kurzstreckenläufe mit St-rt aus dem Liegen, Wurfübungen(Ballwerfen), Tauziehen, Gepäck- morsche. Schwimmen. Rodfahren, Staffelläufe kombinierte Staf- seln mit Radfahren Laufen, Schwimmen. Das alles find Hebungen, für die im Rahmen einer Betriebs- spartakiade lange Vorbereitungen nicht nötig sind. Dazu müssen, wenn die Möglichkeiten vorhanden, Demonstrationen in Jiu-Jitsu, Ringkampf und Boxen, also ausgesprochene wehrsporlübungen gebracht werden." Der kommunistische Sportverband schließt also nicht nur mit den in den Betrieben steckenden Elementen faschistischer Orientierung ein« ideologische Gemeinschaft, sondern darüber hinaus bildet er die sich in den Betrieben befindenden Mitglieder der f a s ch i st i- schen Sturmabteilungen im Rahmen der Betriebssparta- kiaden weiter aus, um sie als Hilfstruppen zum Kampf egen die deutschen Verbände der Sozialistischen rbeitersportinternationale zu benutzen. Mit ver von den Instrukteuren des kommunistischen Sportverbandes genossen m Ausbildung werden die faschistischen Sturmabteilungen noch br: taler als bixher gegen die organisierte Arbeiterschaft vorgehen. Unter diesen Verhältnissen kann von einer Annäherung der Sozialistischen Arbeitersportinternationale an die Moskauer Sportinternationale gar keine Rede sein, was übrigens nie.beabsichtigt war! Man macht MBegebterung" für die kommunistische Spartakiade Nachfolgend zeigen wir ein Spiegelbild von der Spartakiade- stimmunz unter den Berliner Mitgliedern•bts KPD.-Sportverüandes. Entnommen ist der nachstehende Bericht dem amtlichen Blcut des kommunlftlschen Sportverbandss Brande nburg-B erlin„R o t Sport" vom 30. März 1931. Zweifel an seiner Echtheit sind also von vornherein ausgeschaltet.„Rot Sport" muß über die G r ü n- d u n g s v e rsa m m lu ng des S p a r ta k i a d e a u s schuf s e s der Fußballspieler folgendes berichten: „Die am 23. März stattgefundene Tagung der Dereinstechniker der Märkischen Spielvereinigung, die zu den speziellen Aufgaben der Fußballspart« zur Spartakiade Stellung nahm, wies einen Besuch auf, der im Verhältnis zu der Bedeutung dieser Tagung als mangelhaft bezeichnet werden muß. Mit Recht stellt der Genosse Linke in seinen einleitenden Ausführungen fest, daß das Interesse der Ber- liner Fußbollvereine, gemessen an der in allen Teilen des Reiches wie auch im Auslande herrschenden Begeisterung(!) ein verschwindend schwaches ist." Als kleines Beispiel für die„Begeisterung im Reichs"«in Stoß- seufz er des Fußballberichterstattercbmannes vom Bezirk Halle des KPD.-Sportverbandes im„Klassenkampf"-Halle, wobei zu beachten ist. daß sich der Hallesche Bezirk als mitteldeutsche Hochburg des KPD.-Sportverbandes fühlt! Spartakiadespiele in Bitterfeld lieber diese Spiele gingen leider, wohl infolge Flauheit und Zaleresselosigteil der beteiligten Vereine keine näheren Berichte ein. In Zukunft mache ich es jedem an den Spartakiadespielcn beteiligten Derein zur Pflicht, über die Spiele sofort Berichte einzusenden, andernfalls Bestrafung eintreten wird. Also noch- mals, mehr Interesse und Pünktlichkeit. Berichterstatterobmann R e i m a n n. So ist es auch verständlich, daß der internationale Spartatiade- ausschuß am 7. und S. März die Anweisung herausgegeben hat. Betriebsspartakiaden abzuhalten und dazu die gesamten Beleg- schaften, also auch die Nazis, bürgerlichen Sportler, Unorganisierten usw., aufzubieten. Im Kampf gegen die Arbeitersport- verbände ist den Leitern des kommunistischen Sportoerbandes und der Moskauer Sportinternotionale jedes Mittel und jeder Gehilfe recht, auch wenn es die Faschisten sind. Darüber Hinaus wird der Oeffentlichkeit eine„Begeisterung" vorgetäuscht, die man wohl haben möchte, die aber, wie obige Beispiele zeigen, nirgends vorhanden ist. -ARBEiWi WSSBALL Stettin— Berlin Morgen stehen sich in Stettin die beiden Städte mann» schaften von Stettin und Berlin im Wettkampf gegenüber. Die Stettiner stellen den Hauptteil der Mannschaft aus ihrem„Ball- spieltlub Stettin": nur einige Spieler sind aus dem Verein„Wal- hgsta" entnommen. Die Berliner haben wieder einmal eine Mann- schoft aufgestellt, die mehr einer Kreis- denn einer Städtemannschaft gleicht. Im Tor steht ein bewährter Kämpe der bundestreuen Be- wegung. Die Verteidigung stützt sich in der Hauptsache auf den rechten Derteidiger von Luckenwalde I. Die Läuferreihe, die mit zwei Spielern von Eiche-Köpenick besetzt ist, dürfte zur Zeit die beste darstellen, über die Berlin verfügt. Das Schmerzenskind sollte der Sturm sein. Hier hat man zwei Spieler, die bisher nur bei dem Hallensportfest im Sportpalast mitgewirkt haben, ob sie aber auf dem Spielfeld das halten, was sie in der Halle versprochen haben, bleibt sehr fraglich. Die Mannschaft spielt in folgender Aufstellung: Grudert l JBciSf nfte) OttzrWdt fläSff iLucksuwülde I)(Minerva) Recker Israel MsMtjcrfl (ffiidltrStöBcmtt)(Weißensee) Harm» Iöfmickc Wuttke Weidauer Kleider (F. Lehr.-Sp>?.)(Sertha-L.)(Fr. Lehr.-Sp-B-)(Lichienderg Ii Ersaßi Zansan(Bulab, Die Berliner Spieler treffen sich inn 8 Uhr vor dem Haupteingang des Stettiner Bahnhofs. Abfahrt des Zuges 8.34 Uhr. Außerdem findet am Karfreitag in Lichtenberg, Sportplatz Kynast- straße, am Bahnhof Stralau-Rummelsburg, ein Spiel zwischen Lichtenberg I und Teltow statt. Vorher treffen sich die Äugendmannschaften von Rormannta und Lichtenberg I. Beginn des Spieles der Männermannschaften 15 Uhr. Der freie Fußballvercin Minerva 28 Neukölln hat zu den Osterfeiertagsn Besuch aus Westfalen, und zwar die S ta d t m a n n° sschaft derFreicnTurnerschaftHerforth.diean beiden Feiertagen auf dem Spvrtpark Tempcihofer Feld, Platz Nr. 6, spielen wird, am 1. Feiertag um 16 Uhr gegen den Bezirksmeistcr des 1. Bezirks Fr. F. V. Minerva 28 Neukölln und am 2. Feiertag um die gleiche Zeit gegen den spielstarken Weißcnseer Ballspiel-Club. Eiche-Köpenick sucht für die 1b- und 2. Mannschaft noch Gegner zum 2. Feiertag auf eigenem Platz. Angebote an. Hugo Israel, Köpenick. Grünauer Straße 46(Telephon F. 4 Köpenick 2916). IrisncidQ!! am Karfreitag Mehrere Mannschasten stehen sich am Karfreitag in Gesellschaftsspielen gegenüber. Im 1. Bezirk spielt �die erste Männermannschaft von Halbe gegen FTGB.-Nordring, Turner 1, um 14� Uhr in Halbe und Eiche-Köpenick 1. Männermannschaft gegen FTGB.- Friedenau 1. um 14 Uhr in Köpenick, Wendenschloßstraße. Ferner Friedrichssekde 1. Männer gegen FTGB.-Stralau 2. um 14 Uhr und Friedrichsfelde 2. Männermannschaft gegen FTGP.-Baumschulen- weg um 15 Uhr in FriedrichsfeUic, Upstallweg: Euhe-Bahiivdors 1. Männermannschaft gegen ASB.-Wedding 1. um 11� Uhr in Bohnsdorf. Schulzendorfer Straße. Im 2. Bezirk stehen sich nur die Frei« Sportvereinigung Reinickendorf-West 1. Männermannschaft und der Sportklub 1930 1. um 14 Uhr in Reinickendorf, Schorn- weberstraße, gegenüber. Im 4. Bezirk spielen FTGB.-Lankwitz 1. Männermannschaft gegen ZdA. um 10 Uhr in Lankwitz. Marien- felder Straße und Dolkesport-Neukölln 2. Frauenmannschaft gegen FTSB.-Norden 1. um 11 Uhr im Lolkspark Neukölln. Sporktlub Dessau 183? gegen Freie Turn erschaff Wilmersdorf. Am 1. Osterfeiertag stehen sich die ersten Mannschasten dieser Vereine im Preutzenpark(Fehrbelliner Platz) um 14 Uhr gegenüber. Sport- klub Dessau ist eine sehr spielstarke Mannschaft, gegen die Wilmers- darf stark zu kämpfen haben wird. Vorher um 13 Uhr spielen Wilmersdorfs Frauen gegen Mahlsdorf. Umrahmt werden die Spiele von Fußballspielen. Sdiwarzwei$rot anerkannt? Ist der Verkehrsminister umgefallen? Der Reichsverkehrsminister v. Guerard hatte der Arbeits- gemeinschaft der bürgerlichen Wassersportverbände am 26. Januar mitgeteilt, daß die schworzweißroten Flaggen des Deut- schen Ruderverbandes, Deutschen Seglerverbandes und Deutschen Motor-Jagdverbandes nicht staatlich anerkannt würden, uyi die Fahrzeuge dieser Verbände vom polizeilichen Nummernzwang zu befreien. Der„Abend" hatte darüber berichtet. Gegenüber dem Deutschen Ruderverband bezog sich der Reichs- verkehrsminister insbesondere aus den Ruderoerbandstag 1928 in Dresden, auf dem der beantragte goldgelbe Grund des Adlerschildes ausdrücklich in einen weißen umgewandelt wurde, damit jeder Ein- druck einer Anlehnung an die verfassungsmäßigen Reichssarben Schwarzrotgold oermieden blieb. Die Stellungnahme des Reichs- oerkehrsministers war vom republikanischen Standpunkt aus be- trachtet, sehr zu begrüßen. Wie nun der Amtliche Preußische Presse- dienst am 26. März mitteilt, hat der Reichsverkehrsminister die Angelegenheit nochmals geprüft und die Flagge des Deutschen Ruder- Verbandes anerkannt. Das wußten die„Leipziger Neuesten Nachrichten" schon am 19. März zu berichten. Sie taten das unter der höhnenden Ueberschrift:„Der abgeblitzte Reichsverkehrsminister — Rudcrerwimpel anerkannt." Die„Leipziger Neuesten Nach- richten" geben auch eine Begründung für die staatliche Anerkennung der schwarzweißroten Rudererslagge an, die so lautet:„Auf den energischen Einspruch des Vorsitzenden de- Deutschen Ruderverbandes hin hat der Reichsverkehrsminister seine Stellungnahme geändert und den Verbandswimpel in dem genannten Sinne anerkannt." Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt über die für die Anerkennung maßgebend gewesenen Gründe nichts mit, so daß man sich mit den Ausführungen der gut unterrichteten„Leipziger Neuesten Nachrichten" abfinden muß. Sic lassen den Reichsverkehrsminister bei der Vertretung der republikanischen Interessen in einer recht wankelmütigen Stellung erscheinen. Zumindest erwarten wir eine amtliche Erklärung für die Gründe zu diesem Umfall. Norwegen. In Luxemburg interessieren sich die Gewerk- schaften stark für den Arbeitersport. Wenn möglich, wollen öfter- reichische Fußballer mit Palästina in direkten sportlichen Verkehr treten. Die Arbeiten zum 2. Arbeiterolympka in Wien sind im regste» Fluh. Das Wintersportolympia hat zwar ein geringes Defizit gebracht: Schuld daran ist hauptsächlich der gewallige Schneesturm, der viele Unkosten verursachte, aber der ideelle Erfolg war unschätzbar groß. Solch gewalliges Wintersports est mit derartiger Massen- beteiligung Halle die Well noch nicht erlebt. Auch das Olympia in Wien verspricht, seine nationalen und internationalen Vorgänger weit in den Schatten zu stellen. Das Schwimmstadion wird un- bedingt fertig und mü ihm das gesamte gewaltige Stadion. Rur mit der Radrennbahn erstehen immer neue Schwierigkeiten. Anfang Mai erfolgt em internationaler Kampfrichterlehrgang in Wien unter Leitung von Bühren-Leipzig. Die nächste Bürositzung der SASI. soll Mitte Oktober, der nächste Kongreß im Juli 1932 stattfinden. Um die Orte dafür wird noch verhandelt. Kleiner Sport von üderaU Neue internationale Rekorde im Heben. Als letzter Wiener Bezirk führte der Bezirk Süd der Arbeiterkraftsportler seine dies- jährigen Einzelmeisterschaften im Stemmen und Ringen durch. Der ausgezeichnete Goliathmann Prunner schuf im Fliegengewicht zwei neue internationale Bestleistungen, die die alten um«in Beträchtliches übertreffen. Prunner erreicht« im Beidarmig- reihen 67,20 Kilogramm und im Rechtsreißen 58 Kilogramm. Amateurboxklub tritt zum Arbeitersport über. Einer der groß- ten und angesehensten Wiener Amateurboxklubs, der Berein Punchtng, ist aus dem Wiener Amateuroerband ausgetreten. Die am Sonntag abgehallene Vollversammlung beschloß den Aus- tritt und zugleich den Beitritt zum Verband der Ar- beiterkraftsportvereine. Der Zuwachs ist um so erfreu- licher, weil der Punchingklub über einen eigenen Kleinring versügt. Punching, dessen Milzlieder fast durchweg der Partei angehören. verfügt über mehr als hundertachtzig ausübende Sportler, von denen die Mehrzahl schon lange den Wunsch hegte, innerhalb der Arbeiter- sportbewegung tätig zu sein. Ein Opfer des„Amaleurismus"? Durch die Berliner Blätter macht die sensationell« Meldung die Runde, daß einer der Berliner Oberligavereins, der Fußballklub Kickers, Konkurs an- gemeldet habe. Da der Verein sich voll und ganz auf den Amateur- ftanbpunlt gestellt hatte, oerließen die Spieler der ersten Mannschaft nach und nach seine Reihen. Dadurch, daß der Verein nun nicht mehr die Spesensätze, die die Spieler verlangten, zahlen konnte oder wollte, hatte er zuletzt durch den Abgang der Spieler eine Schulden- last von etwa 25 000 Mark zu tragen. Hinzu kommt noch, daß der Verband Brandenburgischer Ballspieloereine durch seine Ansehungen von repräsentativen Spielen den Vereinen viel« Spielsonntag« nahm. Das sst nicht der erste Fall und wird auch noch lange nicht der letzte sein. Es zeigt sich also wieder einmal, daß, wenn mit dem Amateur- standpunkt durchgegriffen wird, die sogenannten Amateure das Lager fluchtartig verlassen.__ Urlaub für die Olympiade Die deutsche Generalvertretung für die 2. Arbeiter-Spork- Olympiade in Wien, die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege, hat an die Reichs- und Staatsbehörden, an die Reich- bahn- und Reichspostbehprden, an die Gemeindeverwallungen, an die Lorstände der Selbstverwaltungskörperschasten in der Sozialversicherung und an die sozialen Betriebe und die private Arbeit- geberschaft folgendes Schreiben gerichtet: 3n den Tagen vom 22. bis 27. 3uN dieses Jahres finde! iu Wien die 2. 3 n< e r n a ii o n a le Arbeiter- Olympiode sioii. Es handelt sich um eine Veranstaltung von Welkbedsuiuna. an der 17 Völker aktiv beleiligi fein werden. Sie soll Zeugnis ablegen von dem hohen Stand der Arbeilerfporlbvwegung in den einzelnen Ländern. Es liegt im deutschen 3nteresse, daß an dieser bedeutenden Veranstaltung auch unsere Arbeilerschast so stark wie möglich teilnehmen kann, wir bitten Sie daher. 3hren Angestellten und Arbeitern, die sich an der Olympiade beteiligen wollen, auf Ihren Ankrag für die genannten Tage Urlaub unter Fortzahlung der Bezüge gewähren zu wollen. Zentralkommission für Arbeikerspork und Körperpflege e. v. Berlin. gez.: F. W i l d u n g, Geschäftsführer. Burusifzimg der SASI. Die Exekutive der Sozialistischen Arbeitcr-Sport- internationale tagte kürzlich t» Leipzig. Die Berichte des Sekretärs S i l a b a- Prag bewiesen trotz einzelner Rückschläge durch Wirtschastsnot und..Einheitler" steten Aufstieg. Auch die Kassen- Verhältnisse sind befriedigend. Sehr günstig stehen die Aussichten in Zi«:ck>»b>li»i:«r.Alli>erricft« Berlin. Freitag, S. Avril. 6Vt UBs,, Sootslwi!? ZZciidenschlost,«ir Ostlrsatirt nach Elorfom. NootsZausdienst: Bis i. Aon! ft.£of:ni.r. Kroll. Billaivstr. 33.— 2. Abt.: Dicriagefabri Stund um den Mllrift'ce. Start 3 Ubr, Zidode. Diefscndachstr. 36.— 6. Abt.: 3., 3. 6. April Fiel am S'ar:. Start t2 Uk>r, ,-cIt, Kopp::: Hagener Sir. 17.— Abt. Frirdrichshain: 3. bis