Morgenausgabe Nr. 460 A 51 4S. Jahrgang W Sch-iUllch SV m-iuMch 8,60 3!. kr oorau» ,-r. Postbezuz«LZ Tit. »«nlchäeßlich SOPf. P->stz.rw«g,. und 72 Pf. Postdkftellgedühren. Huslrabf •boniKment 8,— M. pro Könnt; för Länder mit enräfeigttm Drucksachen. Porte 8,— TU * Sto.Borod«»*«Ichatm wochamiz- Bch»wateral. BouMag» und Kooteo» otemal. dte Abandausgade für Brrlin >u>d iw Houdal oiit dem Titel.»er Abend* Illustriert« Bella,,.Volk und Zelt*, gerner.Frauenstlmm«*. �cechnlk*..Blick in die«Üdjero-If, «SütmNSocsärte'a..Ktadtdeil,,«* Oienstag 7. April 1931 Groß-Serlin 10 Pf* Auswärts 15 p(. Die einlpali. Nonpareillezeile SV PI. Siellamezeile 5,— NM...Kleina An. »eigen" da» fettgedruckte Wort Zb Pf. teulSIsig zwei settgedruckie Wort«>. jede, weitere Wort l2 PI Rabatt lt. Taeis. Stellengesuche das erste Wort ld Pi.. lebe» weiter« Wort 10 PI Wort, oder 15 Puchsiaden zählen füt zwei Warle. «rdeit-marlt Zeile 00 Pf Familien. Berliner Vottsbtatt Jentralorgan der Sozialdemokratiswen Partei Deutschlands täglich uon«>/, d>» 17 Uhr. Per Perlag behält sich da» Recht der klblehnung nicht genehmer Anzeigen ootl Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbofs 292—297 Telegramm-Adr,: Sozialdemokrat Berli». Vorwärts-Verlaa G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536,— Bankkonto: BankderArbeiler, Angestellten und Scainten, Lmdenstr.S.Dt.B.«.DiSc.-Ges..Depostte»k., Jerusalemer Str. SS, SS. Erlebnisse in der SA. „Wenn wir an die Macht kommen, seid Ihr versorgt!" Der Krawall ia der hiller-parici, die Rebellion der[ S lurm-Ab leilungea um Stenaes und die faschistische„Erledigung" durch den Stalin aachgeahmten Massenausschluh hat die Aufmerksamkeit In erhöhtem Mähe aus die saschifttsche braune Miliz gerichtet. Deshalb verdienen die nachstehenden Aufzeichnungen eines Arbeiters, der ein Zahr lang den Spuk mitmachte, sich seht aber von den gewalttätigen Horden ab- gewandt hat. besonderes Interesse: Ich besuchte einmal die Versammlung der NSDAP. Dort wurde von der Knechtschaft des deutschen Voltes und Ausbeutung der Ar- beiterschaft gesprochen; zum Schluß die Parole: hinein in die SA.! Gedacht, du bist jung, du tannst mitkämpfen für die Ziele dieser Partei, die es glänzend oerstanden hatte, die Empörung und den haß gegen die Arbeitslosigkeit zu wecken, so meldeten sich sechs junge Männer im Alter von 19 bis 23 Jahren. Mein Eintritt erfolgte ain 1. Oktober 1929. Die folgenden Zeilen beweisen, w i e der jugend- liche Arbeiter in der SA. so erzogen jpirb, sein Leben und Gesundheit im Kampf gegen das Proletariat nnd der Arbeiterschaft aufs Spiel zu setzen. Wer dieses nicht mitmacht, der fliegt aus der Partei. Wir wurden bei jedem SA.-vieost immer wieder auf Sadavergehorfam gedrillt. Beschwsrden, die von irgendeinem Kameraden geführt, wurden sthotz vom Truppenführer unterdrückt. Wagt« man noch einmal eine Beschwerde, so sorgten Trupp- und Süirwführer für Ausschluß aus der Partei und SÄ. Junge Burschen von l9 bis 21 Jahren wurden zum Gruppen- und Truppenführer ausgebildet. Diese führten sich so auf wie früher die Herren Offiziere auf dem Kasernenhof. Da stand ich nun als 26 Jahre alter, verheirateter Mann und lernte die Methoden zur Befreiung Deutschlands auf Deutsch kennen. Es war vor der Wahlzeit, Dienst folgte auf Dienst. hofpropagandal Ein Trupp von 39 Mann ging los, unterwegs wurden Leute belästigt und mit unerhörten Redensarten beschimpft, ich kam mir vor wie zwischen einer Rotte von Schuljungen. Nachtmärfchel Es regnete, was es nur konnte, aber trotz alledem, die Leute mußten antreten, los ging es zu Fuß nach Mach- itower Schleuse. Durchnä ßt bis auf die Knochen kamen wir dort an, verschiedene von uns brachen erschöpft zusammen. Trotz alledem wurden wir jetzt getrennt und mußten den„Gegner"' im nassen Grase und Wä sserpfützen beschleichen, es ging bergab, berg- auf, auf und nieder. Dann mußte der„Gegner" in einem 10-Minuten- Dauerlauf genommen werden und wiederum brach ein Mann be- wußtlos nieder. Man bedenke, voll« sechs Stunden marschiert mit Tornister und Gepäck, Hann weiter vier Stunden Geländeübung. Mit der Zeit wurde es hell, und wir nahmen Aufstellung auf einer Wiese, hundemüde. Aber jetzt ging erst der Drill los., Gruppen links schwenkt! und Paradeschritt wurden eingedrillt. Ich war vollständig ermattet und gleichgültig, nur retn mechanisch hörten wir hin. Das ärgert« den Trüppführer und er lieh drei Mann, die er aufs Korn genommen hatte, eine halb« Stunde strafexerzieren. � Dabei Hagellen Kasernenworte auf sie herab, daß es nur so brummte. Vollständig zerschlagen, kaputt und halb krank schlichen wir bis Lichterfelde-Ost, um dort mtt der Bahn nach Hause zu fahren. Der Erfolg: drei Kranke, die ihren Austritt aus der SA. erklärten! Ich besucht« außer der SA.-Dienstzeit das Partellotal. Dort lernt« ich die Charaktere dieser braunen Schar kennen. haß. Reib uud Mißgunst gegenseitig war die Parole, der Sturmfuhrer selber verbarrikadiert« sich hinter irgendeiner Einbildung, er stehe höher als alle anderen Arbeits- g-nosten. Sein Ausspruch war:„Ihr habt in mir j« d- r z e i t den Eturmsührer und Borgesetzten zu sehen und ich möchte von meinen Leuten danach begrüßt und respektiert werden." Eines Tages fuhren wir im Laustauto nach einem Dorf, um bort ein« Versammlung abzuhalten. Aber die Arbeiter lachten vn» vom Fenster heraus aus, Kosenamen wie„Ar- beitermörder",„Strolche" usw. bekamen wir zu hören. Der Stunn- führer ordnete mißmutig die Rückfahrt an, der Plan wurde herunter- gelassen. Ich wunderte mich darüber, bald sollte ich jedoch auf- geklärt werden. Das Auto stoppte, die SÄ.-Leut« fielen über ahnungslos von einer Bersammlung kommende Arbeiter her, nach- her brüsteten rlch diese Iungens gegenseitig ihrer Tat. Gummi- knüppel, Schlagring oder Pistole hatte plötzlich fast leder in der Hand. Der Plan wurde jetzt festgemacht an den Seiten des Wagen? und keiner durste ein Wort sprechen. Sklll uud lels? und auf Umwegen wurde nach Hause gefahren. Wir fuhren nicht zum Parteilokal zurück, sondern machten etliche Srroßen vorher holt und jeder einzelne inußtc sich gleich nach Haus» begeben. Da gingen mir zum erstenmal die Augen auf: Arbeiter gegen Arbeller! Mit der Zeit lernte ich alle kennen, der älteste unter diesen war 29 Jahre und das war der„S t u r m f ü h r e r". Revolver in der Tasche war Tagesordnung, damit fuhren sie nach Grundmühle, übten dort mit den Mordwaffen. Einige erklärten folgende rohe und gemeine Schießweise: die Waffe muß nach unten gehalten werden, damit würde ein Querschläger entstehen. Auf meine Frag«, was«in Querschläger ist, wurde mir geantwortet. die Kugel fliegt mit doppelter Umdrehung in den Bauch des Gegner? und würde dlesem die sämtlichen Gedärme zerreißen! Angeekelt über diese Methode, dachte ich über die Menschen nach, die so erbarmungslos und gewissenlos an ihren Mitmenschen handeln konnten. Fahrt nach Mecklenburg! Exerzieren, Strammstehen, Truppenübung auf einer Wiese. Plötzlich kommt Stennes mit seinen Adjutanken. Alle« Strammstehen, Augen rechts! Wir wurden gemustert wie ein paar gut« Kühe, die gut genug waren zum Schlachten. Stennes selber, schlank, mit einem Klempnerladen behastet, zart und fein- polierte Hände, ein Schwerarbeiter! Stennes weiß auch schon, daß trocken Brot in der Familie Wangen rot macht! Ein jeder fühlte sich beglückt, wenn er von Stennes gemustert oder angeredet wurde. Fast sämtliche SA.-Leute haben keine Ahnung von Politik, sie sind nur für den einzigen Gedanken reif gemacht: Wenn wir an die Wacht kommen, seid ihr versorgt! Ich sprach Hundert« von SA.-Leuten und einstimmig war die Ant- wort:„Wenn wir dran sind, werden wir SA.-L e u t« im Faschistenregiment versorgt! Wenn die Arbeiter sich gegen diese Diktatur auflehnen, dann treten wir in Aktion." Also aus reinem Egoismus, nur für ihre.eigene Existenz sind diese Leute bereit, gegen die breiten Massen der Arbeiterschaft in Aktion zu treten. Dte SA. und die Führer der Bewegung sind die Leute, die bewußt und unbewußt der Arbeiterschaft in den Rücken fallen. Aber viel« SA.-Leute werden dennoch rechtzeitig erkennen, was gespielt wird. Die Internationale ist der Frieden. Sozialistische Kundgebung in Brüssel. Brüssel.«. April(Eigenbericht). Der Programm-Parteitag der Belgische« Sozial» demvkratie wurde zu einer großen Kundgebung für Internationale. Völkerfreundschaft und gegen Fa- schismus. Der Kongreß war Anlaß einer großartigen und erhebenden inter- nationalen Veranstollüng. Es handelle sich um die Ausführung des Beschlusses des vorigen Kongresses der Sozialistischen Ar- beiter-Jnternationale im Jahre 1928 in Brüssel, der auf Antrag des damaligen Präsidenten der Internationale, A r t u r henderson. des heutigen Außenministers von Großbritannien, den Beschluß faßte, das Banner der Internationale der belgischen Arbeiterpartei anzuvertrauen als Anerkennung der musterhaften Entwicklung des belgischen Sozialismus und der wertvollen Dienste, die die belgische Partei dem internationalen Sozialismus geleistet hat. Die feierliche Bannerübergabc gestallete sich zu einer un- gewöhnlich machtvollen und begeisterten Demonstration, an der verschiedene zum Kongreß erschienenen ausländischen Dele- gierten das Wort ergriffen, namenllich der Internationale Sekretär Fritz Adler, der das Banner überreichte. Breitscheid als Delegierter der deutschen Sozialdemokratie, Leon Blum, der Führer der französischen Sozialistischen Partei, und P i e t r o Nenni als Vertreter der Ualienischen Sozialisten. Den Vorsitz führte der frühere belgische Unterrichtsminister Eamille huysmans, der insbesondere die deutsche Sozialdemokratie in ihrem schweren Kampf« um die Demokratie der völligen Solidarität der belgi- Arbeiterpartei und der gesamten Internationale versicherte. Das gleiche tat später in seiner Festrede der Genosse Emile Dandervelde. Nudolf Breitscheid. der in deutscher Sprache die Grüße der deutschen Sozialdemokratie überbrachte und die gegenwärtigen politischen Kämpfe in Deutsch- land schilderte, wurde von der gewalligen Bersammlung lang- anhaltender demonstrativer Beifall gezollt, insbesondere als er darauf hinwies, daß die belgische Arbeiterpartei die große und ehrenvolle Mission Haje und würdig erfüll«, das Einoernehmen und di« Freundschaft zwischen dem deutschen und dem französischen Volke, auf denen der europäische Friede ruhe, zu vermitteln. Räch dieser Rede reichten sich Vreitscheid und L6on Blum mit vanderoelde in der Wille als Symbol der Freundschafk der drei Völker unter dem unbeschreiblichen Jubel der Versammlung die Hände. » Der Kongreß beschäftigte sich mit der Prüfung des von einer Kommission ausgearbeiteten Entwurfs des neuen Partei- Programme Die wichtigste Frage, die einzige, die zu starken Meinungsverschiedenheiten und lebhaften Debatten Anlaß gab, war dabei die Stellung der Partei zur Frage der Landesverteidigung und der Abrüstung. Diese Frage war schon in den abgelaufenen Monaten Gegen- stand sehr langer und eingehender Auseinandersetzungen im Schoß« des Generalrats der Partei, und die dort zum Vorschein ge- kommenen Meinungsverschiedenheiten machten sich auf dem Kongreß mit der gleichen Schärfe geltend. Als Grundlage diente der schließlich vom Generalrat mit großer Mehrhett angenommene und seinerzeit von uns mitgeteilte Text, besten Grundgedanken sind: auf internationalem Boden Kampf um die ollgemeine, gleichzeitige, fortschrettende und kontrollierte Abrüstung: aus nationalem Boden in Belgien so- fortige starke Herabsetzung der Rüstungen in einem Maße, das das Gleichgewicht am Rheine herstellt, mit anderen Worten, sofortige Abrüstung Belgiens auf das Deutfchland durch den Friedensvertrag auferlegte Maß. Die namhaftesten Vertreter dieser Auffassung auf dem Kongreß waren Banderoeld«, der Bergarbetterführer D« l a t t r« und der junge Brüsseler Rechtsanwall S p a a k, der bis vor kurzem noch den weitergehenden Standpunkt oertreten hott«. Dieser andere Standpunkt fordert die sofortig« gänzliche Ab- rüstung Belgiens, einerlei was andere Länder tun oder lasten mögen, er verneint also die Landesverteidigung und will Krieg und Kriegsgefahr durch sofortige Abschaffung jeder bewaffneten Gewalt im eigenen Land« abwenden. Diese Auffassung vertritt fast«in- st i m m i g der große Antwerpen«? Bezirksoerband der Partei, die große Mehrheit des Brüsseler Verbandes, ein« starke Minderheit d«« Lütticher Verbandes, sowie die Frauen- und Jugendorganisationen der Partei. Ihre bedeutendsten Wortführer am Kongreste waren der Antwerpener Abgeordnete Eeckelers und die Führerin der Frauen- organisation. Isabelle Blume. Die Debatte stand durchweg auf einem sehr hohen Niveau und wurde in sehr kameradschaftlichem Ton« ausgetragen. Di« von den faschistischen Ländern her drohend« Kriegsgefahr sowie die national- sozialistische Welle in Deutschland spielten dabei eine erhebliche Rolle. Stark unterstrichen wurde von mehreren Rednern, daß auch der von der Mehrheit vertretene Text die belgische Partei aus die Forderung sofortiger Ungleichung der Rüstungen Belgiens an hie dem Deutschen Reiche gestatteten festlegt, daß also auch!n Belgien nicht nur Befestigungen abzulehnen sind, sondern auch alle dem Deutschen Reiche untersagten Kriegsinstrumcnte. ebenso wie aller verhältnismäßig stärkeren Kriegsausgaben und Truppenzahl. Dieser Entwurf, der u a. die Unterschriften Vanderveldes und de Brauck er es trug, wurde schließlich vom Kongreß mit großer Mehrheit angenommen. Oer holländische Parteitag. Amsterdam, 6. April.(Eigenbericht.) Auf dem Arnheimer Parteitag d«r niederländischen Sozial- demokralie wurde die von dem Parteivorstand gegen da? selbständige organisatorische Austreten des linken Flügels vorgelegt« Entschlie- ßung, die dieses Auftreten für unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Part«! erklärt, mit 838 geg«n 493 Stimmen bei 264 Stimmenthaltungen angenommen. Zur Frage der AvrHdmg»urie nach Hfa langer Aussprache eine Entschließung hcf Parteworftandes einstimmig gutgeheißen, wonach für die Nieder- lanha die selbständig« Abrüstung, von der niederländischen Negierung die denkbar energischste Teilnahme an der vorbereitenden Ab- rüftungskonfevenz des Völkerbundes und von der International« gc- rne'mschastlich mit dem Internationalen Gewerkschostsbund ein ent» schiedener.kkampffür den Frieden gefordert wird.' De- nasse A l b a r d a gab nochmals in Uebereinstinnnung mst seiner Rede in der Zweiten Kammer unter begeisterter Zustimmung des Partei. tages di« Erklärung ab, daß an«ine Teilnahme der Sozial- demokrati« an einer Mobilmachung niemals mehr zu denken sei. Der Parteivorstand wurde wiedergewählt. Die britischen Radikalen. London. 6. April.(Eigenbericht s Unter dem Vorsitz von Maxton tagt? der Parteitag der Un- abhängigen Arbeiterpartei(JLP.) in Scarborough. viele radikale Reden, heftige Angriffe gegen die Regierung wurden gehasten, aber all« Beschlüsse und Resolutionen lassen das alte Verhältnis zwischen Labour Party und ILP. bestehen. Gegen den Willen des Vor» standes wurde zwar«in Antrag auf Trennung von der Ar- beiterportei gestellt, jedoch mit 17? gegen Z7 Stimmen bei S<1 Enthaltungen abgelehnt. Immerhin zeugt die verbälwismäßlg große Zahl der Abstinenzler«lnmo! van der radikalisierten Snm- rnung innerhalb der ILP. und von den Meinungsverschiedenheiten in ihr. die mehrmals zu heftigenAu sei na» Versetzungen führten. Diese Differenzen sind so groß, daß sie sich sogar zu einem Mihtrauensantrag gegen die Parlonientsgruppe der ILP. und deren politische Taktik verdichteten. Auch dieser Antrag wurde gegen 37 Stimmen bei rund S0 Enthaltungen abgelehnt. An Stelle des wegen Arbeitsüberlastung zurückgetretenen M a x t o n wurde Fenner Brockway zum Pvtisidenien gewählt, was gleichfalls die radikalisierte Stimmung in der ALP. ausdrückt. Britische Einladung. Brüning und Eurilus besuchen Maedonald. Die britische Regierung beabsichtigt, demnächst eine offizielle Ein- ladung an Reichskanzler Dr. Brüning und Retchsaußenminister Dr. Curtius zu einem Besuch auf dem Landhaus des sewelligen Premierministers in Ehequers ergehen zu lassen. Dr. Brüning und Dr. Curtius werden sich, wie WTB. mitteilt, gern nach England begeben. Es handelt sich bei dieser Zusammen kunst, deren genauer Termin noch mcht feststeht, um eine intime und sreundschast- I i ch e allgemeine Aussprache über alle Fragen, die die beiden Länder gemeinschaftlich interessieren. chenderson möchte di« Einladung als eine besonders freundschaftlich« Geste gegenüber den deutschen Staats- »lännern angesehen wissen, um die Atmosphäre zwischen Deutsch- land und England sowie in Europa überhaupt zu verbessern. Man nimmt an, daß chcnderson auch die Abrüstungsfrage auf» werfen wird. Der Besuch dürfte in den ersten Tagen des Mai, also noch »or der Sitzung des Bölkerbundsrates, erfolgen. LlSA. und Oeuischlünd. MiUionenstifiuvg zum Dölkerstudium. New Vorss, 6. Slpptl. 9hU ÄSlffio* Dollar hat der auK Barme« stammende Qtaftati DVarlaeudor der Darl-Srhurs»Seda«cht«iS-Stiftaag für Utadien von US2l.»Bürger» i« deutsche» Länder» gesstxndot. Die Spende wird durch ein Schreiben Vberlaenders dahin«r» läutert, er sei der festen Ueberzeugung, daß ein bessere« wechselseiti- ges Derftändnis zwischen der amerikanischen Nation und den Deut- jchen den Geist des guten Willens wesentlich stärken werde. Die Mistel dieser Stiftung, di« Oberlaendertrust heißt, seien nur für solche amerikanischen Bürger bestimmt, di« auf dem Gebiete der öffentlichen Wohlfahrt tätig sind, und darunter seien solche Per- Rundfunk der Woche. Die frömmsten Sender... Die Sendergruppen Langenberg, Mühlacker, Frankfurt a. M., .Hamburg und Wien haben— wie all« europäischen Großsender— auch in der Karwoche ihr« Hörer mst Tanzmusik versorgt: Breslau, Leipzig und Heilsberg ließen diese zwar ausfallen, venmeden jedoch olle» Uebergewicht an religiösen Darbietungen. Die frömmsten Sender waren Berlin und München, heitere Unterhaltung gab es in Berlin in dieser Woche überhaupt nicht. Am Donnerstag berests bracht« die Funtftunde laut Programm genau 5% Sendestunden lang, vom späten Nachniittog bis 1 Uhr nachts, ernste Musik und religiös« Vorträge, und nur zufällig, infolge einer aktuellen Re- povtaz«, verkürzten sich dies« Deranstaltungen um ungefähr eine Dreiviertelstunde. Der Frestag begann mst einer religiösen Morgenfeier: es folgten Ehorolvorspiele. dann«in Vortrag„Spiele von Leiden und Sieg",«in anspruchsvolle« Mistagskonzert, klassische Werke au« dem Barock und Rokoko, in der Jugendstunde Legenden, daraus Passionsdichtungen. Wenn man das L-Dur-Stteichguintett von Schubert und«inen Vortrag über„Redaktionkollegen Löns", Dar» bietungen, die zusammen eine Stunde und zwanzig Minuten be- anspcuchtcn. abzieht, so hiell das Programm bis zum Schluß diesen für Berlin mindesten« sehr unvolkstümüchen geistlichen Stil durch. Daß in der vsterwoch« und besonder» am Karfreitag dem reli- giSsen Empfinden auch im Rundfunkprogramm Äonzeffionen gemacht werden, hätte sicher bei keinem einsichtsvollen Höver Kritik heraus- gefordert. Aber die Funkstund« durste nicht außer acht lassen, daß der Karfreitag ein Ruhetag ist, der allen Werktätigen ausgezwungen wurde, und daß er für die allermeisten einen Feiertag darstellt, den sie mit dem verzichtaufeinenTagelohn bezahlen müssen. Sehr vielen von ihnen bedeutet« das Programm weder in künstlen- icher noch In weltanschaulicher Beziehung etwas. Der Tag. der sie mst dem zur Zeit so besonders schmerzlichen Derdienstausfall belastet, wurde ihnen von der Funkstunde nun auch noch mst Langeweile b«- schwert. Gewiß waren die musikalischen Darbietungen ausnahmslos gut. zum Teil sogar hervorragend. Dock) selbst sehr musttverständige .Hörer können so gewichtige Musik nur in begrenzter Menge genießen-, auch ihnen wäre daher mit«inen, obwechflungsreichercn Konzertprogramm gedient gewesen. Fast alle übrigen deut- jchen Sender fügten am Karfreitag ihrem Programm unterhaltend« und belehrende Vorträge und Darbietungen ein. Am besten sorgte Langenberg mit den angeschlossenen Sendern Köln, Aachen und Münster für sein« Hörer, denen in bunter Folge religiöse und nichtreligiöse Aeronstallungen geboten wurden, u. a. ein Kanzert. das im Zeichen der westlichen Liebe stand, und in dessen Vortrags- folg« Arten aus„Figaros Hochzcst',„Fidelio",„Tristan und ( fönlichkesten auszuwählen, weiche sich mst dar Angestellten» Altersoersicherung', den Rassen beziehungen und den Gebieten der Musik und Kunst beschäftigt haben. Ganz be- sondere Aufmerksamkeit sei jenen Persönlichkesten zu widmen, die auf dem Gebiete der internationalen Anzelegeichesten arbei- ten. und geeignet seien, ihre Studienergebnifle dem amerikanischen Volk« vorzutragen. Di« Stiftung muß innerhalb 25 Jahren aufgebraucht sein. Das wird damtt erklärt, daß niemand die Zukunft vor- aussehen könne und heute klug erscheinende Einschränkungen sich möglicherweise in späteren Jahren als unpraktisch erweisen würden. Botschafter H o u g h t o n erklärte in einem Gluckwunschschrei- den an Oberlaender, es' sei«in« edle Stiftung, und er hoffe und glaube, daß dies« edle Tat wesentlich dazu beitragen werde, das Glück und die Wohlfahrt der beiden Völker zu mehren. Die besten Aamen... Das Adels-Begehren für das„Volk". Die Reaktion aller Bekenntnisse mochte Preußen er» o b e r n. Zu dem Zwecke veranstalten sie ein«Volksbe» aehren" unter Führung des Stahlhelms. Neuerdings setzen sich sogar Katholiken für den Unfug ein mit einem langen Ausruf, der sich gegen das Zentrum und die Marxisten rich- tet. Glückstrahlend berichtet die„Kreuzzeitung"(..mit Gott für König und Vaterland"): Der katholische Adel ist mik seinen besten Namen vertreten: Prinz Albrecht von hohenzollern auf Schloß Namedy, Freiherr Hermann v. Lüningk, Bonn, Graf Beissel von Gym- nich, Generalleutnant Erich v. Beckedorff, Pizeadmiral Freiherr v. Dalwigk zu Lichtenfels, Berlin, Freifrau v. Schönberg geb. o. Savigny, Freiherr v. Schönberg aus Tammenhain, Rechts- anwall v. Savigny, Berlin. Graf Brühl, Niederlousttz, Freiherr o. Schorlemer, Bolpershausen, Herzog von Ratibor, Randen, N.-Schlesien, Freiherr Alfred v. Landsberg-Belen. Münster i. W.. Graf von und zu Bodman. Schloß Bodman am Boden- see, Graf Ferdinand hoensbraech, Unkel, F r e! h e r r o. Stotzingen, Konstanz. Die alte Arme« ist besonders versteten durch General der Artillerie o. Gallwitz, Freiburg, General der Infanterie v. hutier, Berlin, Exzellenz Bischaf-Pascha, Berlin. Da weiß man wenigstens, wessen. Interessen dieses ,.Bolks"begehren gegen Preußen dienen soll. Wenn der kacholische Adel sogar seine„besten Namen" hergibt, um das Volk vor dem Marxismus zu retten, dann kann es ja wirklich nicht fehlen. Wer auf den Stahlhelmbettel hineinfällt, stimmt für die Hohenzollern, Prinzen, Trafen und Freiherren. Viel Vergnügen!_ Generalagent Göhring. Oer Mann mit„avßerordentlichen Vollmachten". Im Zusammenhang mU dem Stennes-Konflikt ist dem Reichstagsabgeordneten Göhring folgende G e- neralvollmacht von Adolf Hitler gegeben worden: „Für das gesamt« Gebiet der Gruppe Ost(mst Ausnahme des Gaues Berlin) bestelle ich als politischen Kommissar mit außerordentlichen Vollmachten den Hauptmann a. D. Hermann Göhring. gez. Adolf Hitler." Das ist ganz der Stil des wilhelminischen Kriegszeitalters. Aber selbst Wilhelm hat den Zusammenbruch nicht verhindern können. Was kann da schon Adolf I., der nicht ein» mal einen Stenn«, im Schach zu halten vermag, von dem. Reich swehr-Scheringer schon gar nicht zu reden! Maffenverhastungen in Vraunschweig. Wahrheits-Zranzea schützt die Ordnung. vraunschweig, S. April. Zu oer über Ostern geplanten TagungderKommunisti» s ch« n Jugend und der.Gostlosen-Verbände". für die im Stadt» bezirk Kundgebung.}- und Dersmnmlungsverbot bestand, waren viele Isolde", ein Lied von Schubert und Teil« aus der„Kleinen Nacht- musik" von Mozart und der„Phantastischen Suite" von Bertioz standen. England, Fransteich, Belgien. Holland, die Tschechoslowa- fei, um nur einige wichtig« europäische Sendestaaten zu nennen, verzichteten ebenfalls an diesem Tag« durchaus nicht auf Unter- Haltungsmusik: London spielt« im Abendkonzert sogar den Donau- wellenwalzer von Sstauß. In Frankreich, wo Kirch« und Staat gestettnt sind, gab es überhaupt kein« religiösen Darbietungen, da- für sehr viel gefällige Musik. Aber selbst wenn man von dieser letzten Ausnahme ganz abfleht. mußte ein« Durchsicht der Sende Programme den Berliner Hörer mst Mißvergnügen über die Vortragsfolge erfüllen, die ihm von der Funkstunde zugemutet wurde. Die Leitung der Funkstunde beweist, daß sie den Berlinern sehr fremd gegenüber- steht,«enn sie so wenig imstande ist. ihr« Bedürfnisse zu erfassen. E» hilft gar nichts, ein sehr gebildetes Programm aus dem Papier auszuklügeln: mit den Ohren und Sinnen der hörermafs«, für di« «, bestimmt ist. muß es akustisch vorgeschmeckt werden. Dann wstd es vielleicht weniger bedeutend sein: aber es wird stotzdem mehr Hörern etwas bedeuten. Gl» Rückblick. Der allmonatliche„Rückblick auf Platten" hat im Ler- liner Programm einen festen Platz gewonnen, und wenn auch dl« einzelne dieser Darbietungen nicht immer den Erwartungen ent- spricht, so darf man doch auf jeden Fall diese Einrichtung grundsätzlich begrüßen. Was bisher noch fast stets störend auffiel, ist die wahllos« Buntheit, mst der die Ereignisse hier an- einandergereiht werden. Sie marschieren auf in der Reihenfolge der Kalendertag«, auf die sie fielen. Auf eine Erinnerung an ein musikalische» Werk folgt vielleicht die Rückschau auf«in wichtiges politisches Ereignis, anschließend dann ein Ausschnitt au» einem Interview mit einem Clown. Infolge dieser Aufstellung wird der „Rückblick" eine Art Illustrierte hörtzeitung für Neugierige, die sich mit nichts ernsthaft beschäftigen, ober von allem erfahren möchten. Am nachhaltigsten und wertvollsten konnte die Veranstaltung wohl werden, wenn in ihr jedesmal di« G r u n d st i m m u n g des betreffenden Monats oder wenigstons etwa» von dieser Grund- stimmung gezeigt würde. Unter dieser Voraussetzung wäre es sehr wohl auch möglich, ein buntes Durcheinander als Abbild eines Mo- nats zu bringen, doch nur dann, wemi diese Vielhest ihn wstllich charakterisiert. Die Tage des März standen im Zeichen der Politik. Eine Rückschau nur in dieser Richtung Höste am klarsten sein Bild enthüllt. Von der ängstlichen Beschränkung der Veran» staltung auf nur solche Geschehnisse, di? berests von seinem Sender übertragen wurden, ist Berlin ja schon längst abgekommen. Das war asswärtiga Kommunisten erschienen und zckzte» sich tat Straßenbils. Es kam wiederholt zu Ansammlungen. Die Polizei mußte mehrmals einschresten. Sonnabend nachmittag wurden sieben Auswärtige festgenommen, die an einem verbotenen Umzüge teilgenommen haben sollen. Sie werden wegen Widerstand«« dem Richter vorgeführt werden. In der Nacht zum Ostersamstag wurden an verschiedenen Stellen der Stadt an den Häusern iommumstisch« Plakate angeklebt. Gegen Mittag fanden in benachbarten Ort- schasten kommunistisch« Versammlungen statt. Im Anschluß hieran bildeten sich Demonstrationszüge. Die Teilnehmer versuchten, ge- schlössen in die Stadt zu gelangen, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Dabei wurden IN Personen festgenommen. Am späten Nachmittag bildete sich auf dem Kleinen Exerzierplatz, wo 500 bis 600 Teilnehmer zusammengeströmt waren, ein Demvtt- strationszug, der gleichfalls von der Polizei auseinandergetrieben wurde. Dabei wurden 21S Personen festgenommen und in Haft gesetzt. Zwei Verhaftete, bei denen Waffen gefunden wurden, werden dem Richter vorgeführt werden. Ein Polizeiwacht- Meister erhiest einen Stich durch den Tschako in den Kopf. Der Täter wurde oerhaftet. Sest Erlaß des Demonstrations- und Der- sammlungsoerbots am 1. April sind insgesamt 437 Personen, meist Auswärtige, festgenommen worden. Hitlers Ehrengarde. Wieder ein Arbeiter niedergeschossen. Jarmen(Vorpommern). 6. Aprll.(Eigenbericht.) In einer hiesigen Gastwirtschaft kam es zwischen einem Ko:n» munisten und einem Nationalsozialisten zu einem blutigen Streit..Mehrere Nationalsozialisten leisteten dabei ihrem Partei- genossen hilf« und schlugen mit oereinten Kräften aus den wehrlosen Gegner ein. Im Verlauf des Streits wurden von einem National- sazialisten aus einem Revolver mehrere Schüsse abgegeben, die den Kommunisten, den Arbeiter Wolfs aus Iarmsn, an der Schuster, am Arm und der Brust lebensgefährlich verletzten. Wolsf mußte in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus gebracht werden. Trotz aller Bemühungen ist es den Behörden bisher noch nicht ge- lungen, den Revolverhelden zu ermitteln: die vernommenen Nazis schwiegen sich über die Persönlichkeit des Täters aus. Sechs Hinrichtungen. Russische Eisenbahner ohne Gerichtsurteil erschossen. Moskau(über Kowno), 6. April. Amtlich wird gemeldet: Das ftallegium der LGPU. in Riasan gibt bekannt, daß die Eisenbahnbeamten Popow, Samburski, Schkod, Frolow, Nikitin und Platonow wegen Sabotage und Konterrevolution zum Tod« ver- urteilt wurden. Das Urteil wurde gestern vollstreckt. Militärrevolte auf Madeira. Portugal schickt ein Strafkorps. Funchal. 6. April. hier ist es zu einem mililastschen Pronunciamento gekommen. Der Sonderdelegierte der Regierung, der Zwilgouoerneur und der Militärgouverneur sind festgenommen worden. Die Milstör- und Zioilgewali ist dem General Sauza Dias als dienstältestem Offizier übertragen worden Es herrscht wieder Ordnung- Dex portugiesische Ministerrat hat beschlossen, ein Truppen» kontingent nach Madeira zu entsenden, um die Zbifftandsbewegung zu unterdrücken. Man vermutet, daß dieRegterungsgebäube- in der Gewalt der Aufständischen sind, die ein Leutnant Camo'en» befehlige.(Das ist auch der Name des portugiesischen Nationaldichter».) Zwei Iahresklassen sowie sämtliche Reserveoffiziere find eingezogen worden: die strategisch wichtigen Punkt» find mit Artillerie besetzt. Sine geplaule vemouskralton der ägyptischen Oppositionsparteien in Ben! Suef wurde dadurch heeintröchtigt, daß Nahas Pascha und Mohammed Mahmud auf dem Bahnhof zurückgehalten wurden: trotzdem gab es dach 15 Verwundete. auch unbedingt notwendig, denn gerade die Derknüpsung jener bereits vom Rundfunk aufgenommenen Ereignisse mit der Gesamtheit de, Geschehens gibt dieser Rückschau die Bedeutung. Sind mehrere verschiedenartige Eretgnisgruppen für die vergangenen Wochen be- zeichnend, so wird dem Hörer das Erfassen der Zusammenhänge außerordentlich erleichtert, wenn die Gruppen deutlich vaneinander abgegrenzt sind, die einzelnen Tatsachen also nicht in der zeitlichen. sondern in der geistigen Aufeinanderfolge gegeben werden. Vom Anfang der Welt... ..Philosophische Gespräche" mst werktätigen Menschen hat Professor Dr. Hans Reichenbach begonnen.� Diese Unterhaltungen haben jetzt berests dreimal stattgefunden. Sie erbrachten den Beweis dafür, daß auch der van Schulbildung wenig beschwerte Mensch sehr wohl imstande ist, abstrakte Wissenschast logisch zu durchdenken, ohne sie dabei aus allzu primstiv« Formeln zu redu» zieren. Das letzte Gespräch handelte„Vom Ansang der Welt und von der Entstehung des Lebens". Das Thema ist beinahe gefährlich volkstümlich. Ein ziemlich vages Wissen über dies« Ding« scheint vielen schon befriedigend« Erkenntnis. Professor Reichenbach versteht es. im Gespräch alle Unklarheiten aufzudecken: aber er beschämt seinen Gesprächspartner nicht und hemmt dadurch dessen Gedanken, er regt an und weckt Freude am streng folgerichtigen Denken. Es war erstaunlich, bis zu weicher jklarhest der Erkenntnis— auch der Erkenntnis des Nicht-wisien- könnens— unter seiner kaum spürbaren Führung ein naturwtssen- schastlich interessierter Techniker vordrang. Dies« Gespräch« geben dem Hörer mehr als nur Anregungen zu dem gerade darin behandelten Thema. Ei« sind«in« ausge- zeichnete Uebung für exaktes Denken: der Hörer, der den Unter- Haltungen aus Freud« am behandelten Stoff folgt, wstd ganz un- bewußt durch die Art der Gespröchsführung darin geschult. Ihm wird in der Unterhaltung nichts gegeben was er— d. h. der Mensch, der für ihn Professor Reichenbach gegenübersteht— sich nicht selber erarbeitet hat. Die stoffliche Ausbeut« der 25 Minuten ist deshalb nicht übermäßig groß, die Anregung und Anleitung für das selbständige Westerarbeiten desto größer. Und das ist da» Beste, was in einem Rundfunkvortrag dem Hörer geboten werden kann. Te». vo>k»bühae- Di« musikalische Eivsiudierung und Leitung der Aus» sühruvg von Töblin's„Ehe" Ir. der DolkSiLhne übernimmt Theo Mockeien. «ertrud Cysold wurde anläßlich ihre« sechzigsten Geburtstage» von Mo; Reinhardt eine Urkunde überreicht, in der, zugleich mit dem Titel eines SbrenmitgliedeS de, Deutlchen TbeoterS, der Künstlerin unter Wür» digunz ibrer geistige» Bersönilchkett der Dank für ihre langlSbrige Mit» arbeit und für ihre wegeweis enden Berdienft« um die weibliche Darft�lmtgS» Wust zuerkannt wurde. Das richtige Trohdem Massenausflugsverkehr in den Das Osterwetier entsprach diesmal den überall nicht sehr hoch gespannten Erwartungen. Die Voraussagen, daß zu den Feiertagen eine Vetleroerschlechieruug eintreten werde. crfüMen sich ziemlich programmäßig. Bereit» am 1. Oslerfeierlag machte sich in den Vormittagsstunden bei noch heilerem Himmel ein erheb- liche» Sinken der Temperaturen bemerkbar. G.'grn Mittag bezog sich der Himmel inuper mehr und bald regnet« es mit kurzen Unterbrechungen ziemlich unentwegt. Der Regen hielt bis in die späten Abendstunden an. Zlach einer verhältnismäßig kühlen Ztacht leitet««iusvnaigerMorgen zum 2.Feierlag über. Bei wechselndem Himmel und kühlem Wetter blieb e» bis aus einen Regenschauer am Rachmittag trocken. Das unbeständig« Feiertagzwetter vermochte Berlin aber keines- wegs in seinen Mauern sestzuhalten. Schon am Ostersonntag strömten Hunderttausend« in. die näher« Umgebung Berlins. Be- sonders der Grunewotd war wieder das Ziel Zehntausend«?. Auch der Ostermontag bracht« den auswärtigen Lokalen einigen Zu- ipruch, der jedoch hinter dem des Vortages erheblich zurückb'.ieb. Jedenfalls gab es in Berlin in den Abendstunden an beiden Feier- tagen gutgesullte, zum Teil sogar überfüllte Gaststätten. Die Berliner Verkehrsmittel hatten an beiden Feiertagen zeitweise einen erheblichen Ansturm zu bewältigen. Im großen und ganzen gehen die Zahlen über den Durchschnitt— gemessen an anderen Sonntagen— wenig hinaus. Das beste Ostergeschäst dürfte noch die Reichsbahn gemacht haben. Zu der großen Zahl der fahrplanmäßigen Fern- und D-Züge mußten vom Gründonnerstag bis zum 1. Feiertag einst stieUich 167 Bor- und Nachzüge auf den verschiedcnen Berliner Weitere Erdbebenopfer. Visher 500 Tote beerdigt.- 20 Plünderer erschossen. London, 6. April« Durch ein«« Erdstoß find weitere fünf Per» sone» in Managua getötet worden. Sie wurden unter einer einstürzenden Hauswand begraben, als fte versuchten, einig« Habseligkeiten nuter den Trümmern ihre» Hauses hervor,«suche«. Bisher find 800 Tote be» erb igt worden. Am Ostersountag wurden in der Nähe der Stadt am Rande eines kleinen Kratersees die Seichen von 40 gsrane« entdeckt, die beim Ausbruch der Katastrophe mit Wäschewaschen beschäftigt waren. Bisher find 20 Plünderer in der«tadt erschossen worden. El» amerikanischer Marineoffizier wurde bei einer Schießerei der Besatzung getötet. Rem Aork. 6. April. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, wurden dort am ORexstMtog früh zwei leichte Erdstöße verspürt, die bei der Aeoälkerung großen Schrecken hervorriefen, besonders, da auch am Donnerstag ein Erdstoß verzeichnet ward« war. Tod durch Polizeikugel. El« Vorfall, der dringend der Klärung bedarf. Zu der Seichenberger Straße ist gestern abend der Zgflhrige Werkzeugmacher wtlll Funk au» der Ossastraß« in Neukölln tm verlaufe eine» Handgemenges von eine» Schupo- beamleu durch eine Sugel iu der Zlotwchr getötet worden. Funk, der angetrunken war. taumelt« gegen 19 Uhr an der Ecke Reichenberger und Glogauer Straße auf den Fahrdamm, wo er sich vor«in herankommendes Auto stellte und den Führer zum Halte» zwingen wollte. Ein Pollzetbeamter des zuständigen Revier» beobachtete den Vorfall und wollte F. wegen groben Un- iugs festnehmen. Funk schlug dabei auf den Beamten ein, so daß dieser zu Boden stürzte und mit dem Hinterkopf aufs Pflaster schlug. Inzwischen hatte sich eine größere Zahl Possanten angesammelt, die gegen den Polizisten eine drohende Haltung ein- nahm. Bei dem Durcheinander versuchte Funk zu entkommen, der Schupobeamte eilte hinterher und etwa 200 Meter weiter gelang es ihm, den Flüchtling in der Reichenberger Straße einzuholen. Hier kam es erneut zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf der o e r- hängnisvolle Schuß krachte. Der Beamte hatte Funk, wie -er behauptet, durch einen Bauchschuß niedergestreckt, der dann seinen Tod zur Folge hatte. Der ganz« Vorgang bedarf dringend einer genauen Unter- suchung. * • Lei einer Messer st echerei in der Luisenstraße wurde der 4?s2hrigt Friedrich Spta von dem ööjährigen Wilhelm Binder durch einen Stich in den Kopf lebensgefährlich ver- letzt. Spia fand in der Chartt« Aufnahme, der Messerstecher wurde festgenommen. Erfolglose Mördersuche. ?ioch keine Spuren des Mörders des«mtsvorssebers. Der Mord an de« Amt»vorst,her Schie«« to Mansch. now bei Süstrin hol«ach keine Aufklärung gesunden. die Täter konnten bisher nicht erwlllell«erden. Ans Ihre Ergreifung ist ein« Belohnung von 10 0 0 Mark emsgeseh! worden. Wie die Nachforschungen ergeben haben, ist der Amtsoorsteher morgen» gegen Uhr, als er verdächttges Geräusch gehört hatte, im Nachthemd in das Geschäftszimmer gegangen. Aus seinem Revolver gab er einen Schuß ab. der aber fehlging. Beim zweite» Abdrücken hatte er«ine Ladehemmung. Ehe er sie be- fettigen konnte, schössen die Einbrecher bereit« auf chn. Eine Kugel traf ihn in die Brust und hatte de» Tod zur Folg«, die zweit« drang in den Oberschenkel. Im ganzen haben die Ein- breche? viermal gefeuert. Nach den Zeugenaussagen soll in der Nähe des Gebäudes ein dunkles geschlossenes Auto gehalten baden. Zwei der Täter können einigermaßen beschrieben werden. Der«ine war 1.« bis 1.69 tn groß und hatte ein« helle, hohe Stimme. Ein anderer war 1,72 w groß und von kräftiger Gestalt. Ml« Einbrecher trugen dunkle Anzüge, ketn« Mäntel, und söge- sannt» Dachdeckerschuh« wtt dicker Strvhsohle. Unter dem Werk- Aprilwetter. Feiertagen.— Die ersten Vootsunfälle. Bahnhöfe« eingesetzt werden. Der Betrieb Hot sich überall, wie die Oberzugleitung der ReichsbahnÄrektlon Berlin mitteilt, völlig reibungslos vollzogen. Vom Ring- und Vorortverkehr wird gesagt, daß der Betrieb bis auf die Mittagsstunden sich in durchaus normalen Bahnen vollzog. Vootsunglück auf der Havel. Arbeitersegler als Lebensretter. Auf der Havel bei Lindwerder kenterte am 1. Feiertag eine mit fünf Personen besetzte Segeljolle. Deel der verunglückten konnten nach langen Bemühungen durch die Zufassen eines herbeigeeilten Segelboote» gerettet werden. Der Unfall ereignete sich mitten auf dem Strom, als die Segel- soll« von einer heftigen Bö erfaßt wurde. Sämtliche Insassen. zwei Frauen und drei Männer, stürzten in» Wasser. Etwa 199 Meter von der Unfallstelle entfernt kreuzte das Segelboot„Frohsinn", das zur Flottille des Seglervereins Stöhenfee gehört. Die Arbettersegler machten sich sofort ans Rettungswerk und trotz des hohen Wellenganges, der das Manöverieren sehr erschwerte, gelang es, nach und nach drei der verzweifelt mtt den Wellen Kämpfenden aus dem Wasser zu ziehen. Die beiden anderen Verunglückten, die sich an dem gekentert«» Boot festhielten, konnten bald darauf von einem hinzueilenden Boot gerettet werden. Di« Rettungstat der Segler ist um so höher anzuerkennen, als sie bei dem stürmischen Wetter selbst mehrmals in Gefahr gerieten. Auf dem Müggel» und Tegeler See kenterten ebenfalls mehrere Sportboote. Glücklicherweise sind, soweit bekannt- geworden ist, nirgend» Menschenleben zu beklagen. zeug, das sie bei der Flucht im Stiche lassen mußten, befinden sich Rohrzange, Brustleter und ein Meißel mit den Luchstaben A. Z. Am Sonnabend spät abends wurde zwischen Müncheberg und Heidekrug«in B e r l in« r Auto mit der Rummer I. A. 77 225 verlassen gefunden. Es scheint aber, daß die Täter diesen Wagen nicht benutzt haben, daß er vielmehr von Autodieben im Sttche gelassen wurde. Unter Hinweis auf die Belohnung werden alle Mitteilungen, die zur Aufklärung der Bluttat beitragen können, an die Dienststelle L. 1 im Polizeipräsidium erdeten. Lm Gireit erstochen. Blotige Aueeinandersehung nach einer Kindiavfe. Plan(Mecklbg.). 6. April. �Eigenbericht.) Eine schwere Bluttat ereignet« sich am 1. Osterfeiertag tn der Ortschaft Wendisch-Priborn bei einer Kindtauf«. Dort geriet der Arbeiter G a j e w« t i au» Meinburg in der Prignitz mtt seinem Schwager, dem Landarbeiter Otto Düring, in Streit. Schließlich ergriff Gajewski ei» Messer und stach seinen Schwager in die Brust. Düring brach sofort zusammen und starb«ach kurzer Zelt infolge starken Btotveelufi. Der Täter, der inzwischen noch Weinburg geflüchtet war. konnte dort verhostet und dem Amts- gerichtsgefängnis zugeführt werde«. Arbeiter Fufj- Auswärtige Mannschaften Auf dem städtischen Sportplatz in der Kynaststraß« standen sich am ersten Feiertag Lichtenberg I und der th üringische Bezirks- Meister Waltershausen gegenüber. Den ungefähr 290 Zu- schauern wurde ein Spiel gezeigt, wie man es selten zu sehen bekommt. Von beiden Seiten wurde äußerst fair und flott gespielt. Schon nach 7 Minuten gingen die Lichtenberger in Führung. Trotz großer Anstrengung der Thüringer gelang ihnen der Ausgleich erst kurz vor der Pause. Beide Mannschaften hatten allerdings schon vor- her de, öfteren die Möglichkett. das Resultat zu ändern. In der zwetten Halbzeit kam durch das eigensinnige Spiel de» Mittelstürmers einige Verwirrung in die Stürmer Lichtenbergs. Durch ein Selbst- tor des rechten Verteidigers von Waltershausen kamen die hiesigen zur billigen Führung. Wenige Minuten später gelang es dann dem Halblinken Lichtenbergs, eine Flanke des Rechtsaußen zum dritten Treffer einzulenken. Ergebnis 3: 1. Im Neuköllner StadWn spielte Minerva gegen Herford. Auch hier gab es«inen Kampf, der beide Mannschaften zur vollen Hergab« ihres ganzen Könnens zwang. Nachdem die Westfalen in der fünften Minn-rn den erste n Treffer buchen konnten, glichen die Neuköllner zehn Minuten späte? aus. Dann gingen die Neuköllner wieder in Führung, Herford kam aber kurz vor der Paus« zum Ausgleich. Durch einen Fehler der Minerva-Berteidigung konnte Herford berett» acht Minuten nach dem Wiederanstoß zum Sieges- trefser einsenden. Eine glückliche Verteidigung ließ es bei diesem Resultat bleiben.— Oberspree hatte Adler- Hindenburg zu Gast. Nachdem die Seiten torlos gewechselt waren, rissen die Oderspre« in der 25. Minute die Führung an sich. Als olles schon an dieses knapp« Resultat glaubt«, erhielten die Oberspreer noch einen Elfmeter zu- gesprochen, der unverständlicherweise zum zwetten Tor verwandelt wurde.— Wenig rühmlich spielte Borwärts-Wedding gegen Wal- Halla>S tettin. Mit dem hohe« 7: I-Resultat blieben die Stetttner siegreich. Der zweite Feiertag brachte envartungsgemäß nicht derartig schnelle Kämpfe als der erste: die Spieler waren sehr abgekämpft. Eine Ausnahme brachte das Treffen Eiche gegen Hindenburg. Die Köpenicker mußten sich sehr anstrengen, um wenigstens noch ein Unentschieden zu erzielen. Mtt 3: 3 trennten sich die Mannschaften. Lichtenberg I konnte gegen Walhalla-S tettin ebenfalls nur unent- schieden 1: 1 spiele». Von den zahlreichen Tormöglichkeiten ver- mochten die Lichtenberger keine zu verwerten. Weißense« konnte gegen Herford nu, einen knappen 2: 1-Sieg herausholen, Hier verhalf der Torwart der Westfalen die Weißenseer noch zur billigen Fuhrung, indem er einen sehr gutgefangenen Ball selbst ins eigene Tor warf.— Die Bezirksmannschaft von Eiche spielte gegen Wal- tershausen. Die Thüringer waren vom Bortag« gar nicht mehr wieder zu erkennen. Mit 9: 0 trennten sich die Mannschaften. Die Arbeiter-Handb aller hatten die Feiertage zu Freundschaftsspielen gegen auswärtig« Mannschaften aus- genutzt. Lübeck befand sich am 1. Feiertag in Bohnsdorf und Orkan in Japan. Dreißig Häuser eingestürzt, vier Personen getötet. Tokio, 5. April. Ein plötzlich hereinbrechender Orkan, der mtt schwerem hagÄschlag verbunden war, zerstörte auf dem Zlllllkärflugfelde Tachl- aroi ans der Znsel Sioschiu zehn Flugzeuge; zehn weitere Flugzeugs wurden schwer beschädigt. Der Sturm brachte Z 9 h S u s e r zum Einsturz und richtete oa 40 Häusern starten Schaden an. vier Personen, sämtlich Frauen und Sinder. wurden von den Trümmern erschlagen, mehrere Dutzend Mensche« sind verletzt, ver Schaden, soweit er durch den Orkan auf dem Fing selbe angerichtet worden ist, wird auf eine Million Pen geschätzt. Die Riviera im Schnee. Schwere Unwetter in Spanien und Portugal. Genua, 6. April. Zufolge eine» Temperatursturzes ist auf den Anhöhe» der lignrifchen Revier« wieder Schnee gefallen. Ebenso hat es in Rovi Ligure an der Linie Mailand— Genna am Sarfreitag geschneit. Auch au» Salobrien werden heftige Schneestürme ge- meidet. vigo, 6. April. An der spanischen Küste tobt ein gewaltiges Un- weiter. Der deutsche Dampfer„Hamburg", der Vigo anlaufen sollte, funkte, daß er seine Reise nordwärts fortsetzt. Der Hafen- tommandant hat den Hafen von Vigo für Schiffe feder Art gesperrt. In verschiedenen Gegenden Portugals sind in den letzten 24 Stunden so schwere Wolkenbrüche niedergegangen, daß Tausende von Hektar Land überschwemmt wurden. Di« L i m a ist über die Ufer getreten und hat die niedriger gelegenen Viertel der Stadt Viana do Eastello überschwemmt. In dieser Stadt ist der Hafenverkehr völlig eingestellt worden. Die größten elek- irischen Ueberlandzentralen mußten ihren Betrieb einstellen. 19 kleinere Schiffe werden vermißt. 2 Todesopfer eines Vombenanfchlaas. Rem Jork. 6. April. Eine Erpresserbaude, die einen italienischen Solonialwarenhändler schon seit längerer Zeit bedrohte. legte heute Feuer an dessen Laden und zerstörte ihn durch Bomben, hierbei fanden zwei junge Mädchen den Tod, sechs Personen wurden verwundet. verhiaderte Sommunislendemonstratiouen. Trotz de« Polizei- lichen Verbote» wurden von jungkommunisttsche» Gruppen am l. und 2. Feiertag in allen Stadtgegendon, beson- der» im Norden, Moabtt, im Zentrum und in Treptow, mehrsech Versuche unternammen. Demo» st ratio»» züge zu bilde i. Diese Aktionen wurden von der Polizei verhindert. 187 Personen wurden an beiden Tagen festgenommen und der Abteilung des Polizeipräsidiums eingeliefert Der größte Teil konnte bald wieder entlassen werden. Deulfchösterreichifche Stieg» teilnehmet mit der goldenen oder der silbernen Tapferkeitsmedaive L S&fft erhallen eine Zulage. Der Anspoach ist bis zum SL Suli 1981 bei den zuständigen Konsulaten anzumelden. Die M'eDepsllcht gkll auch für jene Tapferkells- me�?llenbesitzsr. deren Anspruch wegen höhere» Einkommens der- zeit ruht. Amneldeformular« bei den Dertretunysbshörbe». und Handball in den Feiertagen in Berlin mußte ohne Sieg« nach Hause fahre». DI« Iugendmannschast ver» lor gegen Bohnsdorf mit 2:1(2:0). Bei den Frauen gewann Bohnsdorf mtt 2: 9(2: 9). Bohnsdorf hatte bessere Spielerfahrung und war im Zuspiel genauer. Lübecker Läufer konnten nicht ge« ' fallen. Bohnsdorf 1. Männermannschaft und Lübeck 2. gingen in der ersten Halbzeit torlos aus, obwohl Bohnsdorf viel im Angriff war. Gleich nach der Pause tonnte Bohnsdorf da» erste Tor er- zielen, dem, nach sehr vielen daneben gefunkten Schüssen, dann noch da» zweite Tor folgt«. Lübecks 1. Männermannschaft legte gegen Köpenick 1. zum Anfang ein schnelles Tempo vor und holte in schneller Folge die drei Tore. Dann erst fand sich Köpenick allmäh» lich zusammen und tonnt« bis zur Pause zwei Tor« buchen. In der 2, Halbzeit spielle Köpenick mtt Wind und gute» Kombinattons, spiel gestalteten das Spiel für Köpenick überlegener. Endergeb, nis 7: 3. Bei den Lübeckern war der best« Mann der Mittelläufer, während der Mittelstürmer etwa» eigensinnig spielte. Wilmersdorf hatte sich ein« Mannschaft aus Dessau ver- pflichtet. Zur Pause standen sich beide Mannschaften mtt 2:2 gleich. Wilmersdorf führte 12 Minuten vor Schluß noch mtt»:Z fiel aber dann dem Tempo zum Opfer, so daß Dessau zum Schluß mtt 8:3 den Sieg davontragen konnte. Guben weilte am 1 Feiertag in Vellen: die Jugendmann- schaft gewann gegen Velten mtt 4:3(3:2), während die Männer» Mannschaft gegen Velten 1. mtt 6:4 verlor. Velten-Frauen verloren gegen Hennigsdorf mit 9:1(9:1). Am 2. Feiertag spielte Guben iu Hennigsdorf. Die Jugend mußt« gegen Bötzow 2. Männermann- schaft antreten und gewann mit 14: 2(7: 9). Di« 1. Mann er mann» schaft war den Hennigsdorfern nicht gewachsen und konnte gegen die Hintermannschaft nicht aufkommen. Hennigsdorf konnte in gleichen Abständen drei Tore buchen, dem erst kurz vor der Pause Guben ein Tor entgegensetzte. Ergebnis 8: 2. Dann spiellen noch Bötzow 1 gegen Altruppin 1:1; Marwitz gegen Kleingärtner 7:5 (4:3): Henigsdorf 2 gegen Moabtt 1 3:2(2:0). FTSB.-Friedenau veranstaltete ein Blitzturnier, bei dem folgende Resultat««rziell wurden: Köpenick gegen Wilmersdorf 1:0(1:0): Stralau g«gen Nordost 0:2(0:0): Köpenick gegen Friedenau 2:0(1:0): Wilmersdorf gegen Nordost 0:0: Stralau gegen Friedenau 0:1(0:0): Köpenick gegen Nordost 2:0(0:0): Wilmersdorf gegen Stralau 0:1(0:0): Friedenau gegen Nordost 1:0(1:0): Köpenick gegen Stralau 1:1(1:1): Wilmersdorf gegen Friedenau 0:3(0:1). Der Stand de» Turnier» ist demnach: Köpenick 7: 1 Punkte(6: 1 Tore). Friedenau 6: 2 Punkte(2: 2 Tore), Nordost 3: 2 Punkte(2: 3 Tore), Stralau 2: 2 Punkte (2: 4 Tore) und Wilmersdorf 1: 7 Punkt«(0: 5 Tore). Holl neßrn von Zeit gu ZaZ Oster-Radrennen Eröffnung auf Olympia Der hart umstrittene Beschluß des Verbandes Deutscher Rad» rennb ahnen, die Fahrer in Zukunft nur noch auf„K a m p f b ö r s e" fahren zu lassen— 50 Proz. der Gesamteinnahmen für die Ver- anstalter und 50 Proz. unter Anwendung eines Börsenschlüssels für die Startenden— sollte für Berlin am Ostersonntag zum ersten Male aus der O l y m p i a b a h n durchgeführt werden. Das unfreundliche Wetter und aucf» die wenig ausgeglichene Besetzung— neben Wolter Sawall und Thollembeek waren Carpus, Dauer, der frühere Schweizer Amateur Gilgen und der für Berlin völlig unbekannt« Franzose Volle« verpflichtet— lockte nur wenige Besucher nach Plötzensee, so daß schließlich die ganze Veranstaltung ein Fiasko wurde. Die„Kampfbörse" der Fahrer mußte unter diesen Umständen eine sehr magere sein und d i« Herren der Sturzkapp«. dieses nicht so sehr nötig haben, nach einem Cnga- gement zu gehen, werden schließlich ihr Geld lieber da verdienen, wo man nichts von der famosen„Kampfbörse" hält, nämlich im Auslande! Und wir dürfen uns hier nur mit der kleinen Liloffe begnügen, well eine Anzahl auf ihre Art„tüchtiger" Veranstalter glaubt, mit dem Kampfbörsenbeschluß den richtigen Weg aus der geschäftlichen Krise gefunden zu haben. Nicht alle unter ihnen sind dreser Ansicht. Es steht zu hosten, daß die Zahl der Einsichtigen sich vermehrt und einen gangbaren Ausweg findet! Infolge des einsetzenden Regens konnte nur der„Eröff- »ungspreis" über 20 Kilometer regulär zum Austrag gebracht iverden. Sawall der den Berlinern seinen neuen Schrittmacher Grolimond präsentierte, sicherte sich sofort nach Beginn die Sprtze und damit den Sieg. Der frühere jetzt zu den Stur?- kappenfahrern übergetreten« Herrenfahrer Gilgen hinterlieh «inen recht guten Eindruck, während der Franzose V a l l c e nur eine untergeordnete Rolle spielte. Auch Bauer, der einmal von Thollembeeks Schrittmacher Krüger in der Auslaufkuroe recht un- fporlllch herausgedrängt wurde, wußte nichts auszurichten. Da» Ergebnis der20Kilometer:1. Sawall, 2. Gilgen (130), 3. Thollembeek(170), 4. Dauer(230). 5. Carpus(460). 6. Vallee(780 Meter zurück). Der„Große O st e r p r e i s" über ein« Stunde wurde infolge Regen nach dem 10. KUometer a b g«» krochen. Der Stand war: 1 Carpus, 2. Sawall(60). Z. Thollem- beek(150), 4. Gilgen(180), 5. Lalle«(350). 6, Bauer(390 Meter zurück). vi« Zciiungsfahrermeisferscfaaft Die Meisterschaft der Berliner Zeitungsfahrer fand gestern auf dem Gelände der Rütt-Arena ihre siebente Wieder» holung. Das weite Rund der Rennstrecke war dicht mit Zuschauern besetzt. Rur schade, daß die Organisation dieser Veranstaltung voll- ständig versagte. Als das Rennen begann, war der mit allerlei hochtönenden Namen im Programm verzeichnete Rennausschuß nirgends aufzutreiben und erst beim dritten Vorlauf haste man am Ziel einig« Funktionäre zusammen. Zu dem Rennen hasten sich 132 Fahrer gemeldet, so daß zur not- wendigen Aussiebung für den entscheidenden Endlauf drei stark besetzte Vorläufe erforderlich wurden. Von den Junioren .'amen die ersten fünfzehn, von den west weniger stark vertretenen Altersfahrern die ersten vier.eines jeden Borlaufs in den Endlauf. Nach den langwierigen Ausscheidungskämpfen— jeder Vorlauf ging über 10 Kilometer, gleich 1214 Runden— gab es eine lange Pause, die mit einer Regenhusche und freundlichem Ulk einiger Spaßmacher ausgefüllt wurde. Dann endlich ging es der Entschei- dung zu. Hier hasten die Tellnehmer 30 Kilometer zurückzulegen. Don etwa 50 gestarteten Fahrern hielten nur 21 bis zum Schluß durch. Der Sieg fiel an Erwin G o l z(Großkopf), der sicher durchs Ziel ging, während der Verteidiger der Meisterschaft, Schütze, sich mit dem siebenten Platz begnügen mußte. Die nächsten waren: Kantorowicz, Fischer, Tollmann. Giese, Otto Tietz, Schütze, Geschke. Wiedeuberg, Mbroczoszeck.— Einige Stürze ver- liefen erfreulicherweise glimpflich.— tz. „Berlin— Wilkenberg— Berlin". Das bekannte Straßenrad- rennen der Ortsgruppe Berlin der DRU. von Berlin nach Witten- berg und zurück über 158 Kilometer bracht« am Ostermontag 167 Teilnehmer an den Start. Bei Seddin unternahmen die Der- liner Max Frank« und Tadewakd einen Ausreißversuch, jedoch kam das Feld später wieder heran. Im Endspurt auf der Stadionbahn in Wannsee setzt« sich der vorjährige Sieger Gi« hl» Berlin sicher gegen E. Rodde und Quindt durch. Bisch gtMjluiU„Bervn— Leipzig". Unter 160 Vundesamateuren brachte der Gau Leipzig des BDR. auf d«r 151 Kilometer langen Strecke Berlin— Leipzig fein traditionelle» Osterstraßenradrennen zum Austrag. Nach wechseloollem Kampf. wobei die Spitzengruppe vorübergehend aus fünf Köpfe zusammen- geschmolzen war, gelang e? R i s ch, Hanke und Kutschbach 12 Kilo» meter vor dem Ziel davonzustürmen. Am Ziel konnte Risch' einen knappen Handbreitensieg vor dem Chemnitzer Hank« davontragen. In der Altersklasse setzte sich der Chemnitzer Kreuzer durch. Kleine Sportergebnisse Teunis-Borufsia besieg! Bayern. Die beständigst« Form von den Berliner Fußballvereinen zeigt immer wieder Tennis-Borussia, die am Sonnabend vor 15 000 Zuschauern auf dem Herthaplatz der ausgezeichneten Elf von Bayern-München mtt 5: 4(2: 3) Toren eine verdiente Niederlage bereiten konnte. vieuna enttäuscht.— Matte» Spiel gegen Hertha BSC. Die viel gepriesen« Fußballkunst der Wiener Fußballmannschaft Lienna haste etwa 20 000 Zuschauer nach dem Herthaplatz am Bahnhof Gesundbrunnen gelackt. Sie wurden jedoch schwer enttäuscht, denn die Gäste lieferten gegen Hertha BSC. ein mattes, lustloses Spiel. Nur mit Ach und Krach brachten die Wiener einen 3:2-(3: 1> Erfolg zustande. Hockeyländerkamps gegen England unentschieden. Was man nach den beiden diesjährigen Spielen der deutschen Hockey-National- Mannschaft kaum erwarten durfte, hat sich nun doch erfüllt. Deutsch- lands Vertreter lieferten der englischen Länderelf am Sonnabend in Hamburg«inen völlig«benbürstgen, großartigen Kampf und er» zwangen ein gerechtes Unentschieden von 1: 1, nachdem die Engländer bis zum Seitenwechsel mtt 1: 0 in Führung gelegen hatten. — Einen ausgezeichneten Eindruck hinterstehen die englischen Hockeyspielerinnen„Polytechnic Ladies H. C." in ihrem Spiel am 1. Feiertag gegen die Damenelf des S. C. Charlotten» bürg. In dem in Eichkamp durchgeführten Spiele hielten sich die Berliner Damen bis zur Pause recht gut, dann aber ließ ihre Verteidigung immer mehr nach, so daß die englischen Damen mtt 6: 1 (1: 0) einen hohen Sieg erringen konnten. «-rontw-rtlich Mr P-Mik: gr»», KlSH,: Wirstchak!:«.«finnaZt«: Tewertkchastsbewegung: gt fcgtot«; geulllkion Dr. Jod» Schil»«»t>: Lotal«»: unt> eonftiot»: Rti*«»rftädt:«nwlarn: T». ßloÄe; sämtlich in Berlin. Berlact: PorVärts.Berlnq(B, m. b, H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchbruckerei und Berlogsanlialt Paul Singer n. Co.. Berlin S3B. 68, Cinbenßtoft»& AvN > Theater, � Lichtspiele usw. <) Dienstag, 7. 4. Staats-Oner Unter ck. Linden 218. A.-V. 20 Uhr Marsarete Ende g. 23 Uhr Stsats-oper ta Plthte Ndift. V.-B. „20 Uhr Fldelfo Ibftal brlnnttaf Ende 22% Uhr Dienstag, 7. 4. Q Stadl Oper Bisrnarckstr. Turnus I 20 Uhr Boltäme Ende g. 22V» Uhr In Gadimniurktl. ,87 A.-V. 20 Uhr vis Portsgals- sistbe Sdiladit Ende 23 Uhr itaaymillrtater.üiarltlig. 20 Uhr DisBekehrans desferdys Pistora Ende gegen 22»/s Uhr Tä«1. 5, 815, Sonnt, 2. S. 815 Nachm. 60 Pf. bis 1,- M. Abends 1.- b. 2.~ M. Alax. 8066 2 Hugos s Moeser Jos6/ Okito und weitere Attraktionen GROSSES SCHAUSPIELHAUS TJgllch 8 Uhr: Im Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesetzung billige Preise Regie: Erik Charell. VolKsbtthne Tiwattr im Sllowpliti. 8 Uhr: Hans Albers in Liliom StaatLMiller-Tli. 8 Uhr Die BeKeörnno des Ferdvs Pistora inoater am schliniaiieniamm 8 Uhr Uallenlsdie NadU Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Fidello ßsotsdies Tüeater 8 Uhr Der Haaptmsnn von RdpeniA r. Carl Zuckmayer Btaii: Heim Hilpert Die KoinDdie SV* Uhr Utile AuffühniDseD Kommt einVogel m Walter Hasentlever fi!jie: Quslav Bartmg Kurtiirstendamm- TDeater Bismarck 449 g«al« leiste aaHMiren; l�ührl Das sctiwacne Geschlecht v. Edouard Bourdct Regie: Mu Sein-irtl Lusisptettiaus Täglich SV» Uhr Der Lügner d. die(tonne von Kurt Götz Sehenswürdigkeit PgM�tnotntt» iM Der größte Hoteltunnel der Welt! berun Zimmer:1BettM.7-bis11,-*2BeftenM.1Vbi522; BadM3,-*5alonM.10r* Keine höheren Preise! Kleines Theat. Täglich 8V« Uhr Erika Gtaßner Der situie Kompagnon ÜBtspiel lau Leo Lenz. Theater im AdmlraisDatasl Täglich SVi Uhr Der lustige Krieg Öhmann. Ahlers, Trautenhayn a. Q. I Billig-Tlieatei Täglich StU Uhr Husarenlieber audio Ttalelscber, Kastner, Arnstadt, Vesper mann Bannwüt-BllmEi Tktattr In der Stresemannstr. Täglich SVt Gestern o. Beule Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich 8V< Uhr Eine Königliche Familie UCHT DM SabenswBraigkeR Borilns Die tUbrsMs vaneie- und nimMiu« Direktion; Luis Gutman Berlin-Getnndbrunnen Dienstag. T. Agni bis Uontas. 18. April BÜHNE: lUMmrc-kympboole-Orfliesler Dlilgeai Paal Bgnsc! 3 SCÜCS. Physische Kul ur. Alfred SteilL ver Humorist. Eiste, Lola o. 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