BERLIN Vienstag 2. April 1931 10 Pf. Jfr. 161 B 51 48. Jahrgang Erscheiuttiglich»»ierSennttg«. Zugleich Abcodautgabe de«.Vonrärtj". D-iug«preis beide Zlotgabeu SS Pf. proWoche.».60 M. pro Mouat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 292— 297 Anteigenpret«: Die einspaltige NonparciUezeile So Pf., Reklameteile s M. Crmäßigunaen nach Tarif. Postscheckkonto: Vonoärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin Nr. S7 S36.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Abrüstungskonferenz in London Tragödie auf der Landstraße. Zwei Todesopfer. Nürnberg, 7. April. «m Abend de» zweiten vsterseierlages hörten ans der Land. ssraße zwischen Nürnberg und dem Vorort Leyh Radfahrer plötzlich Schüsse fallen und fanden kurz daraus zwei Personen, einen M a n a und eine 5 r a u, auf der Strotze inihremvlute. Ein Schutz von rückwärts in den Kops hotte den Tod der grau zur Folge, während sich ihr Begleiter durch einen Schutz in den Mund getötet hatte. Man fand auch die Waffe, einen alten Trommel. revolver, in der Hand des Mannes, lieber die Beweggründe und Einzelheiten der Tat müssen erst die polizeilichen Recherchen Aus- schlutz geben. Fünf Menschen ermordet. Srauenhaste Bluttat in der Osternacht. Belgrad. 7. April. Ein synssacher g r a u e n h g s t e r Mord ist in der Rocht aus vslersonnlag in Samaica bei Marburg in Slowenien verübt worden. Der wohlhabende Lauer Alois v o b a j bewahrte eine grötzere Summe Geldes in seinem Hause aus. von deren vorhanden- sein ein unbekannter Verbrecher ossenbar gemutzt hat. der in die Wohnung eindrang, zunächst den schlafenden Bauern mit einer hacke erschlug und weiter die siebzigjährige Schwester des Bauern, sowie zwei erwachsene Töchter und einen Knaben ermordete. Gr ergriss mit de« geraubten Gelde die Flucht. Im Hose stietz er mit dem gerade heimkehrenden Sohn de, Bauern zusammen, den er gleichfalls bedrohte, ver Mörder konnte unerkannt entkomme». London. 7. ApriL l Der diplomatische Korrespondent de» Daily Herald schreibt: Aus dem Kontinent gewinn! die Anficht immer mehr Boden, daß London der geeignetste Platz für den Zusammentritt der all- gemeinen Abrüstungskonferenz im nächsten Zahre sein«pürde. Riemand glaubt recht daran, dah Genf imstande ist. 3000 bis 4000 Delegierte. Sekretäre. Sachverständige und Pressevertreter unterzubringen. Auch gegen Barcelona und Biarrih und die übrigen Städte. die sich angeboten haben, bestehen ossenbar Bedenken. Man ist der Meinyog. dah nur eine grohe Stadt die Konferenz beherbergen kann, und von alle« grotzen Städten dürfte London am besten geeignet sei». Offenheit über aNe Rüstungen! Veaisches Verlangen in Genf. Genf, 7. April.(Eigenbericht.) In einem Brief vom?7. Mörz hat die deutsche Regierung beim Generalsekretär des DAkerbundes den Antrag gestellt, die Frag« der Ausstellung und Beantwortung eines vollständigen Fragebogens ' über den Stand der Rüstungen in allen Staaten auf die Tagesord- ' nung der Ratstagung im M a i zu setzen. Bekanntlich hat der Rat im Januar beschlossen, der Abrüstungs- konferenz dos nötige Material über die bestehenden Rüstungen u.a. auch durch ein« Umfrage zu verschaffen, die allen Regierungen zugesandt werden sollte. England hat inzwischen bereits vorge- schlagen, für diese Befragung einfach die Tabellen zu verwenden, die dem Entwurf der Abrüstungskonvention angeheftet sind. Die deutsche Regierung stimmt mit Englands Meinung dahin überein, dah ein für alle gleicher Fragebogen verwendet werden solle, da allein Tabellen, die nach den gleichen Prinzipien ausgestellt seien, der Konserenz einen Vergleich des Rüstungsstandes der verschiedenen Staaten und eine Berechnung des inneren Verhältnisses der Rüstungsausgaben zu den Budgets gestatten können. Darüber hin- aus will aber Deutschland, daß olle Staaten zu den gleichen Angaben verpflichtet würden und so die Fragebogen auch über die Budgetausgaben hinaus sämtliche vorhandenen Rüstun- gen, das lagernd« Material und die ausgebildeten Reserven ent- halten sollen. Aus diesem letzteren Grunde vor ollen: wild die erneute Beschlutzfassung durch die 63. Ratstagung beantragt. Henderson als Präsident? Macdonalds Einladung an Brüning Briand lehnt ab, Paris ist verstimmt Pari», 7. ApriL(Eigenbericht.) Die Eiuladvng henderfons an Brüning und Eurtiu«, Ansang Mai nach London zu kommen, hol hier grotzes Aussehen erregt und wird in der Press« im allgemeinen al» unpassend be- zeichnet. Das nationalistische.Zournal" erklärt, hendersoo wolle auch in der Angelegenheit de» deutsch-österreichischen Zollabkommen» die Schiedsrichlerrolle übernehmen, wozu er aber nicht geeignet sei, da e, ihm aa Unparteilichteit fehle. Der Konflikt könne nur in Genf in Anwesenheit der houptbeteiUgten. nämlich der Staaten der Kleinen Entente, geregelt werden. Auch da» radikale„Oeuvre* hält den gegenwärtigen Zeitpunkt zu schlecht gewählt, da Brüning und Turtius in London den Eindruck erhalten könnten. dah England sich in Gens dem deulsch-öslerreichischen Plan nicht entschieden widersehen«verde. Ihre Unnachgiebigkeit rvürde also dadurch nur gestärkt«Verden, wie da» Blatt serner mitteilt, soll v r i a n d eine an ihn ergangene ähnliche Einladung abgelehnt haben,«veil er eine solche Zusammenkunft wenige Tage vor der Genfer Ratstagung auf der die deutsch-österrcichische Zollverein- barung erörtert werden soll, für unopportun hält. Als«Vahren Grund für die Einladung sieht die sranzösisihe Presse den Wunsch hender- sons an. sich für die bevorstehende Abrüstungskonferenz den Vorsitz zu sichern. Der Besuch von Brüning und Curtius bei Macdonald war schon feit längerer Zeit in Aussicht genomnien. Mit dem öfter- reichisch-deutschen Zollumonsplan hatte diese Einladung nicht das geringste zu tun, sie ivar schon erfolgt, noch eh« von der Zollunion die Rede war. Sie danach zurückzuziehen, wäre ein« Lächerlichkeit gewesen: Minister sii«d doch nicht klein« Kinder, die man durch das Versprechen eine Reis« belohnt, aber mit Zuhausebleiben bestraft, wenn sie unartig gewesen sind. Wie die kleinen Kinder beirehmen sich jedoch diejenigen fron- zösisthen Journalisten ,di« jetzt ein Wehzezeter erheben,««»eil Mac- donald die beiden Deutschen eingeladen hat- Wollt« man sie als be- rufen« Vertreter des französischen Geistes betrachten, so würde dieser Geist durch ihr Verhallen weder an Sympathie noch an Achtung gewinnen. Unter i>er»«üniftigen Merrschen kann«nan doch«vahrhaftig nichts dabei finden, roenn sich Mimster verschiedener Länder irgend- Blinder Gehorsam wird seht durch besondere Einrichtungen in der SA. wieder hergestellt wo treffen, miteinander«in Glas Tee trinken und dabei über allerhand irrteressante Dinge sprechen. Solche Zusammenkünfte müßten eigentlich etwas Selbstverständliches sein, auch dann, we.sn — was wir im deutfch-englischen Fall nicht annehme» wollen— starke sachliche Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Als die Nachricht von der Einladung nach Chcqucrs bekannt wurde, wird sich jeder Freund der deutsch-französischen Derständi- gung gefragt haben, uxrrum nicht«ine ähnliche Einladung nach Frankreich möglich sein soll. Die Antwort auf diese Frage gibt jener Teil der Pariser Presse, der jetzt die englische Einladung so »nzünstig beurteilt. Aus«hin spricht-sine Stinmiunz der ver- k n i f f« n e n Gehässigkeit, die sich von der großzügig gc- lassenen Art der englischen Arbeiten eaierurij auf das peinlichste äbhebi. Man kann gewiß über hie Bedeutung des österreichifch-deut- fchen Zollunionsplanes verschiedener Meinung sein, man kann auch finden, daß fem« Borbercitung kein diplomatisches Meisterwerk war — aber die dadurch entstandenen Schwierigkeiten sind nicht so groß, daß man sie nicht durch ruhig« Ueberlegung und«in bißchen gegenseitiges Wohlwollen beseitigen könnte. Die Ausgeregten vm« Paris täten gut, etwas«veniger Eifer und schlechte Laune zu zeigen! Forderungen der Mieter. preußische Mietertagung in Magdeburg. Der Landesverband Preußen im Reichsbund Deutscher Mieter hiell am Sonntag in Magdeburg eine Delegier» t e n t a g u n g ab. Landesoerbandsvorsitzender D z i e y k hielt einen Vortrag über die mieterpolitische Lage und die Forderungen der M i c t er s ch a f t. Er gab in großen Zügen einen Rückblick aus die Entstehungsgeschichte des Mieterschutzes seit dem Jahre 1914 und wies Saraus hin, daß der Schutz der Wohnung von der Militär» regierung des Krieges als Notwendigkeit erkannt war. Dies« ur- sprüngliche Forderung der Regierung fand Verankerung in den Mieterschutzgesetzen von 1922/23, und es blieb den nachfolgenden Re- gierungen des Reiches und der Länder vorbehalten, diesen Schutz mehr und mehr abzubauen, bis durch die Notverordnung vom 1. De- zeinber 1930 seine kümmerlichen Reste fast gänzlich ver- n i ch t e t wurden. Der Referent ging im einzelnen auf die Ver- schlechterung der Notoerordnung ein und forderte ein soziales Miet- und Wohnrecht als Dauerrecht für alle Zukunft. Der Mietertag nahm eine Reihe von Entschließungen an. Unter anderem wird ein Mietsenkungsgesetz gefordert: „Für das Gebiet des preußischen Staates ist die Lösung dee Frage der M i e t s e n k u n g besonders dringlich, weil dem Haus- besitz durch den für die Hauszinsstcuer in Preußen geltenden Ver- anlagungsmodus alljährlich mehrere hundert Millionen Mark Zwischengewinne zugeführt werden, die der Staat nn Interesse der steuerlichen Gerechtigkeit zur Mietsenkung verwenden müßte. Die Versammelten richten an die preußische Staatsregie- rung und an die Parteien des Landtags das dringende Ersuchen, durch entsprechende Beschlüsse und durch geeignete Maßnahmen gegenüber der Reichsregierung die baldige Durchführung derMietsenkungzu unterstützen." Weiter wendet sich der Mietertag gegen die Lockerung de» Mieterschutzes und erhebt die Forderung, dah den Mietern durch das künftige soziale Miet- und Wohnrecht nicht nur ein Kündigungsschutz gewährt wird, sondern darüber hinaus auch ein Schutz vor übermäßiger Steigerung der Miete. Die H a u s z i n s st e u e r, so wird ferner gefordert, soll nur zu Zwecken des Wohnungsbaues verwendet werden. Die Ein- kommensgrenzen für die Anträge auf Stundung und Erlaß der Hauszins st euer soll herausgesetzt werden, um der w« r t- schaftltchen Not der Mieterschaft mehr als bisher gerecht z» werden. Neben der erhöhten Miete leiden die N e u b a u m i e t e r er- heblich darunter, daß ihnen vielfach auch bei Neubauten, die mit Hilfe von Mitteln aus der 5)auszinssteuer errichtet worden sind, er- hebliche Beträge in Form von Baukostenzuschüssen, Mieter- darlehen, Kautionen>«. Vgl. abgenommen werden, deren Rück- zahlnng in keiner Weis« gesichert ist. Dies« Beträge werden vielmehr von den Bauherren als Cigenkapital verwendei und gehen in den zahlreichen Fällen des finanziellen Zusammen- bruches der Bauherren fast immer restlos verloren. Deshalb fordert der Mietertag, die preußische Staatsregierung möge durch ent- sprechende Anweisungen an die geldgebenden Stellen dafür Sorge tragen, daß die von den Mietern in solchen Fällen eingezahlten Be- träge unbedingt sichergestellt werden, so daß sie auch im Falle de» finanziellen Zusammenbruches des Bauherrn dem Mieter nicht ver- lorcn gehen können. Ferner wird gefordert, daß die geldgebenden Behörden angewiesen werden, den Bauherren, die mit i)ttf« von .« Staatsregierung angewiesen wor- den, im Reichsrat bei den Verhandlungen Über das Ausländer- kontingent für 1931 dafür einzutreten, daß Mecklenburg- Schwerin außer den 6009 bewilligten ausländischen Landarbeitern weitere 1 S 00 erhält. Mit demselben Ansinnen ist die Regierung auch an da» Lands, arbeltsämt Nordmark herangetreten. Das Verhalten der Rechtsregierung des Freistaates Mecklenburg- Schwerin ist ausschließlich im Sinne der landwirtschaftlichen Arbeit- geber gelegen. Ihnen kann die Zahl der genehmigten ausländischen Landarbeiter nicht hoch genug sein, well es ihnen darauf ankommt, recht viel« gefügige und b/lige Arbellekräste zur Verfügung zu haben. il», angenehmsten wäre es ihnen, die Kontingentierung der Be- v nfiigung auskändischer Landarbeiter würde Uberhaupt verschwinden. Leichenschändung als Vergnügen Kommunistischer Zugendiag travestiert das Leichenbegängnis Hermann MüNers London-Kapstadt in sechs Tagen. Das Leben eines vom Glück begünstigten Menschen. London. 7. April. Der AliegermillionSr Glen Kidslon ist auf seinem Rekord- finge London— Kap st aM am Montag um 17 Uhr örMcher Zeit an seinem Ziele glatt gelandet, ktdston hatte London am Dienstag voriger Woche in der Absicht verlassen, Kapstadt in sechs Tagen zu erreichen. Er hätte die 13 700 Kilometer lange Sirecke wahrscheinlich in noch kürzerer Zeit zurückgelegt, wenn er nicht am Sonntag kurz vor seinem Ziele ein« Notlandung hätte vornehmen müssen. Er beabsichtigte, dem englischen Lustsahrtministerinm zu beweisen, daß die von diesem für di« Strecke London— Kapstadt vor- gesehene Flugzeit von 12 Tagen viel zu lang sei. Kapitän Kidston hat in seinem bisherigen Leben«in außer» gewöhnliches Glück gehabt. Im September 1914 war er als fünf- zehnjähriger Seekadett auf tem englischen Kreuzer„Hogue", der durch dos deutsche Unterseeboot U 9(Kapitän Weddigen) torpediert wurde. Kidston wurde noch SXstundigem Schwimmen an Bord Liest Man kommunistische Blätter, so erfährt man aus ihnen, daß seit dem Erlaß der Notverordnung am 2«. März in Doutsch- land der Faschismus herrscht und daß jede oppositionell« Meinung, besonders die kommunistische, grausam unterdrückt wird. Di« Leser nehmen da, ganz krlttttos, obwohl sie sich selber sagen kömiten, daß in einem Lande, In dem der Faschismus wirklich herrscht, kommunistisch« Zeitungen ja gar nicht erscheinen und noch weniger so lungen kräftig schimpfen können, wie das alltäglich noch hierzulande geschieht. In der„Roten Fahne" vom Sonntag veröffentlicht Ernst T häl- mann«inen Gvuh an den Kommunistischen Reichefugendtag in Frankfurt(Main), in dem er erklärt:„Die Bourgeoisie und di« Sogialdemokrattsch» Partei wollen die Arbeiterjugend mit brutaler Macht niederhaften." Und Mlli Münzenbery deklamiert mit I. S. Mackay!„Öhr könnt dos Wort verbieten, thr tötet nicht den Geist!" Nun, das Wort ist nicht verboten: der kommunistische Jugend- tag hat In Frankfurt a. M. stattgefunden. U. a. hat«in zwölf- jährige» Mädchen ein« Rede gegen di» verrucht« SPD. halten dürfen, ohne in diesem kindlichen Vergnügen gestört zu werden. Süie war es mit dem„Geist"? Darüber berichtet die„Frankfurter Zeitung": Ein Junge aus der Spielschar kündigt einen„Song" an, in dem«In bedeutender SPD.- Mini st er betlagt werde, der kürzlich gestorben sei. Der Absoger verbessert sich und sagt, es sei natürlich kein Minister der SPD., sondern ein türkischer Minister. Von Deutschtand dürfe man ja nicht sprechen. Der Minister hieß« Aman Mulla. Alles wiehert vor Lachen. Man weih Bescheid. Die Truppe marschiert dann mit einem Sarg aus vier holz- platten, ein schwarze» Tuch darüber, auf. Mit Musik. Aman Mulla, der dos Volt hungern lieh, die Jugend niederknüppelte, dafür aber Panzerkreuzer baute. Immer wieder heult ein Spieler dazwischen„Aman Mulla", während die anderen sich vor Schmerz krümmen und laut heulen. Schließlich wird dann Aman Mulla bescheinigt, daß er zum Teufel fahren könne. Im Saal ist unter den Vernünftigen ein peinliches Schwelgen eingetreten. Die Mehrzahl klatscht vor Lust, daß die Handflächen brennen. Nach dem Bericht der„Frankfurter Zeltung' ist anzunehmen. daß die Polizei erst nach Beendigung dieser dramatischen Darbietung eingeschritten ist. Und zwar hat sie sich darauf be- schränkt,«in« Warnung zu erlassen und der Spielschar ein weiteres Austreten zu verbieten. Aufgelöst wurde die Versammlung nicht. Die„Rote Fahne" wird morgen heulen, wir hätten denunziert und wünschten eine schärfere Anwendung der Notverordnung. Dem- gegenüber stellen wir in aller Ruhe fest, daß wir für Deutschland weder italienische noch russische Zustände wollen und weiter das unsere tun werden, damit sie nicht»intreten. Mit der Unfreiheit der Kommunisten in Deutschland kann«» aber nicht sehr arg sein, wenn ihnen noch erlaubt ist, solche schmutzigen Lausbübereien zu begehen wie di« in Frankfurt vorgekommenen. des Kreuzers„Woukir' gerettet, der sofort daraus von dem- selben deutschen 11- Boot torpediert wurde. Der Seekadett Kidston konnte wiederum gerettet werden. 1927 brach sein Motorrennboot in Hundertkilometergeschwindigtelt ans dem Soient(Süd- eNg(and) auseinander und sank. KidstoN wurde gerettet. 1928 stürzte er am Weißen Nil mit demselben Flugzeug ab, aus dem später der belgische Millionär Loewenstein durch Abspringen Selbst- Mord beging. Kidston wurde wiederum gerettet. 1929 raste er mit 1b6 Kilometer Geschwindigkeit bei dem Kampf um die Ulster Tourist Trophy in«IN« Hecke, um«in paar Tage später aus der Rennbahn in Dublin mit knapper Not dem Tode zu entgehen. Bei dem Meopham-Unglück 1930, bei d»m verschiedene bekannte Persöcrfichteiten der englischen Gesellschaft durch Absturz des Flug- zeuges ihr Leben verloren, war er der einzige Ueber- lebende. Er fnhr trotz erheblicher Brandwunden, nachdem er Hilfe herbeigeholt hatte, nach dem Flugplatz Ersydon zurück, wo er sich zur Welterfährt ein Sonderflugzeug mietete, um seine Nerven zu„beruhigen'. Verschiedene andeve abenteuerlich« Errettungen au? Lebensgefahr auf Grohwildjagd in Afrika usw. sind in dieser kurzen Liste nicht enthalten.___ Aus der Oflerfahri verunglückt. Mehrer« tödliche Motorradunfälle. Stralsund, 7. April.(Eigenbericht.) Heute vormittag ereignet« sich auf der Chaussee A l t« f ä h r— Bergen(Rügen) ein schweres MotorräduNglllck. Zwischen Rambin Und Altesähr stürzte der Motorradfahrer B e h m aus Scharbe so unglücklich, daß er auf der Stell« tot war. Die Mitsahrerin, seine Frau, erlitt schwer« Verletzungen und mußte in das Krankenhaus Bergen geschafft werden. Bon der Polizeibehörde wurde di« Leiche beschlagnahmt. Die Ursache diese» furchtbaren Unglücks ist noch nicht einwa ichfrei festgestellt. Det Tischlermeister Lorenz aus Stralsund hatte mit seiner Ehesrau eine Osterfayrt nach Rügen Unternommen. Aus der Chaussee zwischen Bergen und Lietzow geriet das Rad ins Schleudern.' Der Fahrer verlor die Gewalt über die Maschine und stürzte. Seine Odsahrige Frau flog in großem Bogen vom Rad und blieb mit zer- trummerter Schädeldecke liegen. Der Fahrer wurde schwer verletzt und bekan, Schreikrämpfe als er seine Mit dem Tode ringende Frau liegen sah. Cr wurde in das Krankenhaus Bergen geschafft. Ltnter den Bädern der Lokomotive. Aus entsetzliche Weise verübte in der vergangenen Nacht der 54jährige Oberrangiermeister Hermann Hagen aus der Hohenfriedbergftr. 80 in Schöneberg auf dem Anhalter Güter- Bahnhof Selbstmord. Offenbar In einem Anfall von Geistes- störuttg legte sich Hägen guer über die Schienen und ließ sich von einer Röngierlokomotiv« den Kopf abfahren.— Don der Eisen- bahnbtllcke in der Vahnstraße, unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen, sprang der 26jShrlge Bühnenarbeiter Paul M e y e r aus der Kolonie „Sandkrug" auf die Schienen der Ringbahn hinab. M. wurde auf der Stelle getötet.__ Versunken und vergessen. Unbekannte Ertrunkene. In den letzten Tagen sind ans BerlinerGewässer» eine Reihe Ertrunkener geborgen worden, deren Persönlich. keiten noch nicht sestgesteUl werden konnten. Aus dem Humboldtyasen wurde die Leiche eines etwa 60 Jahre alten Mannes geborgen, der vielleicht Händler gewesen ist. Der Tote ist 1,66 Meter groß, hat schwarzes Haar, zahnlosen Obertiefer und Zahnlücken Im ilnterkieser und trug«in graues Jackett aus schwerem Drillichstosf, ein« Wolljacke, graubraune» ! Sweater und schwarzweißen Schal. Er kann etwa drei Wochen ' im Wasser gelegen haben. In seiner Tasche fand man ein 50-Gramm. ' Messinggewicht, das in den Jahren 1924, 1926 und 1928 geeicht ist. Ein anderer unbekannter Mann wurde an der Monbijou- brücke gelandet. Er ist etwa 40 Jahr« alt, 1,72 Meter � groß, hat schwarzes Haar, glattrasiertes Gesicht und lückenhafte � Zähne. Cr trug ein blaues Morinejackett, dunkl« Hose, Makounler- wäsche, graue Strümpfe und schwarze Schnürschuhe. Auf dem Rücken hatte er«Inen Rucksack, der mit einem 80 Pfund schweren Eisenstück belastet war. Aus verschiedenen Anzeichen wird ge- schlössen, daß der Ertrunkene vielleicht ein Schisfer war. Er mag drei bis fünf Monat« Im Wasser gelegen haben.— Au» dem Flutgraben am Schltsischen Tor barg man di« Leich« einer u n b e- kannten Frau, die 43 bi» 48 Jahre alt sein mag. Sie ist 1,58 Meter groß, hat dunkelblonden Bubitopf und an der rechten Gosäßseite«in großes Gewächs. Bekleidet war die Tote mit einem dunkefgrauen Mantel mit rotem Futter(wahrscheinlich einem um- gearbeiteten Militärmantet), dunkelblauem Kleid mit gelblichen Punk- ien.— Nur etwa einen Tag kann eine andere Undetannie Frau im Wasser gelegen haben, deren Leiche an der A u g u st a- brücke aus dem Landwehrkanal gelandet wurde. Die Tote ist etwa 25— 30 Jahre alt, hat dunkelblonden Bubikopf, graue Augen und an der Herzgrub« eine große Brandnarbe. Sie trug dunkel- blauen Ripsmantel mit schwarzem Pelzbesatz, schwarzseidenes Kjeid mit Samtoerzierung. Gewerkschaftliche Verschmelzung. Anschluß vrsvachdeckerverbandrftan venNougewerköbunt». «Der Dachdeckerverband, der zur Zelt im Schucheim des Deutschen Baugewerksbundes in Fangfchleuse am W e r l see zu seinem 17. Berbandstag zusammengetreten ist, hat am Dienstag nach ein- gehendem Vortrag uns ausgedehnter Besprechung mit 31 gegen t Stimme den Anschluß an den Deutschen Laugewerksbund be. schlössen. Der Beschluß Ist endgültig. Am 1. Juni 1931 soll der Anschluß bereits definitiv vollzogen werden. Dieser Beschluß des Dachdeckeroerbändes ist ein weiterer Schritt auf dem Wege, die Gewerkschaftskräfte zu großen Industrieverbänden zusammenzufassen. Bemerkt sei, daß der Verband nicht etwa zum Baugewerksbund kommt, weil er sich schwach fichtt. Die deutschen Dachdecker sind eine gut organisierte A'-'ieitergruppe, die Finanzen des Dachdeckerverbandes sind in besten. Zustand«. Einzig und allein der Drang, die Gewerkschaftskräfte mehr zu konzentrieren, ivar bei diesem Beschluß ausschlaggebend. Es sei bemerkt, daß von den 31 Delegierten, die für den Anschluß an den Deutschen Bau- gewerksbund eingetreten sind, 29 Dachdecker sind, die in Arbeit stehen. Der Beschluß ist also nicht vollzogen durch irgendwelche„büro- kratische" Einflüsse, sondern aus der Erkenntnis der Gewcrkschafts- Mitglieder, daß in, Gewcrkschaftswesen jede Krastverzettelung ver- fehlt ist.__ Gowjetausfuhr mii Rabbisiegel. Kampf gegen und Geschäft mit jüdischem Oftern. Anläßlich des jüdischen Osterfestes wird In Rußland alles getan, um diese Feier, zu verhindern. J«der Mazzebäcker wird verfolgt. Für den Eowjetexport aber bedeuten die jüdischen Feierlage ein gutes Geschäft. Die antireligiösen Parolen gelten nur im Inland, darüber hinaus ist Geschäft Geschäft. Augenblicklich wird In ganz Polen ein schwunghafter Handel mit Gänseschmalz aus der Sowjet- Union getrieben! jedes Pfundpaket trägt die Aufschrift:„Hergestellt In der Sowjetunion", und dann, wie es die religiöse Vorschrift er- fordert:„Koscher für Ostern!" Dazu die Unterschrift eines Rabbiners aus Kiew. Das koschere Sowjetschmalz wird in Polen unter allen Preisen verkauft. Die jüdischen Verbände in Polen nehmen scharf Stellung gegen dieses Spiel der Sawjetregierung. Oer Staat wird liquidiert. Wie Ikeu'SüdwaUS seine Schulden(oft wird. Sidney, 7. April. Die S«z«ssiSnsbewegung in Reu-Südwales macht rasche Fort- schritt». Heute haben sich bereit» IM Maitlander Rathaus« ISO Dele- gierte der für die Trennung eintretenden Bezirke versammelt und einen Verfassungsentwurf für den zu gründenden Bundesstaat„Neu- England" angenommen. Faitys Ende. Ein Opfer amerikanischer Zrauenverbände. In OgdeNsburg(USA.) verstarb in völltger Armut und Einsamkeit der ehemals sehr berühmte Filmschauspieler F a t t y A r b u ck l e, bekannter unter dem Namen„Fatty". Das Leben des Komikers, dessen Spiel vor einem Jahrzehnt noch nicht, von der Sonn« Chaplins überblendet war, endete in tiejfier Tragik. Falty war eines Tägee, vermutlich ohne jeden stichhaltige» Gnind. verdächtigt worden, am Tode seiner Frau schuld zu sein. Es wurde durchaus nichts Belastendes ststgestellt, trotzdem aber verfiel Fatt? der Feme der sehr mächtigen amerikanischen Frauenverbände, die den Boykott seiner Filme veranlaßten. Infolgedessen fand sich in günz Amerika keine Filmgesellschaft mehr, die Fatty beschäftigte. AI« der wahrscheinlich vollkommen zu Unrecht verachtete Künstler schließlich den Versuch mackjle. seinen Lebeneunier- hatt durch Mitwirkung bei kleineren im Lande herumreisenden Schauspieltruppen zu verdienen, wurde ihm auch diese« Bemühen durch ein« unmenschliche Hetze der Frauenverbände vereitelt. Die rumänisch« Regierung ist zurückgeirelen, nachdem sie i» den letzten Monaten vergeblich versucht hatte, die wirtschastttche Loge zu bessern. Wiedersehen vor Gericht Nachspiel der GA.-Nevolie: Eine Serie von Prozessen Die Schlacht in der Hedemannstraße ist vorüber, es beginnt das Schlachten. Sieger und Geschlagene zitieren sich gegenseitig vor den Kadi, um der Mitwelt ihr Recht zu beweisen. Die an> geblich„gefesselte" Justiz der Republik wird als letzte Instanz im Streit der Osafs angerufen. Schon hat der„Angriff" angekündigt, daß die„Pflicht- und ehrvergessenen Elemente"(lies: Stennes und Genossen) sich noch„vor dem Strafrichter werden verantworten müssen". Ein langes Sündenregister: Haus- s r i e d e n s b r u ch, Nötigung, Erpressung, Körperverletzung(begangen an Fememörder Heines) kündigt sich hier an. Ob auch Sachbeschädigung vorliegt, scheint zweifelhaft, da Stennes und die Seinen die nach Kommunarden- und Petroleufen- ort beschlossene Demolierung des Parteilokals vor Ab- zug im letzten Augenblick unterlassen haben. Stennes ist aber keineswegs gesonnen, nur als Objekt der Rechtspflege zu fungieren. In einem erneuten Aufruf kündigt er an, daß er Hitler auf Grund seines Aufrufs gegen die Berliner Rebellen wegen Beleidigung verklagen werden. Es sei u. a. auch unwahr, daß er mit einer Gruppe Gewaltakte gegen den Staat habe führen wollen oder gar bolschewistischen Gedankengänge» anhänge. Die Ursache der Auseinandersetzung sei vor allem in der Unzufriedenheit der soldatischen und proletarischen Elemente der Partei mit der Umgebung Adolf Hitlers zu suchen, die meist aus unfähigen Leuten bestehe und niemals im- stände sein werde, positive Aufbauarbeit zu leisten. So wird der mißglückten Meuterei noch ein langer Ratten- schwänz von Prozessen anhängen. Uns schiene es allerdings am vernünftigsten, die Herren einigten sich auf eine einzige Klage— nämlich wegen unlauteren Wettbewerbs. Das unterschlagene Wirtschastsprogramm.' In der von Stennes veröffentlichten Erklärung gegen Hitler heißt es weiter: Bald ist man für Privateigentum, bald dagegen, bald für den Sozialismus, bald gegen ihn. Niemals wird der SA.-Mann verstehen, daß er sein Leben für den Kampf um sein sozialistisches Ideal einsetzen soll, um doch um die Früchte seines Kampfes betrogen zu werden. „Betrug aber ist es"— nach den Worten Stennes—,„wenn München vor einigen Wochen den Entwurf eines Wirt- fchaftsprogramms herausbrachte, den man bis heute wohl- weislich der Parteigenossenschaft vorenthalten hat, weil das Programm für die deutsche Arbeiterschaft, für die Lösung der so- zialen Fragen weniger enthielt als etwa das Programm der Staatspartei." Sollte da noch eine Klage wegen Betrug und Unterschlagung kommen? Exmissionsklage— Llnterlassungsttage! Di« Prozehlawine rollt weiter. Der Besitzer des Hauses Matthäitirch st ratze IS hat vor Veen Amtsgericht Berlin- Mitt« begntragt, den Haupstnonn Stennes au» der in dem Haufe belegenen Wohnung z u e n t f« r n e n. Di« Klag« gründet sich auf Oeuische Kunstgemeinschast. Fünf Lahre erfolgreiche Arbeit. Der fünfte Jahresbericht der Deutschen Kunstgemeinschaft, den Staatssekretär Schulz soeben hinausgehen läßt, hat nicht nur als Rückblick über«ine fünfjährige überaus erfolgreiche Tätigkeit seinen besonderen Sinn, sondern auch durch die Nachdrücklichkeit, Mit der Arbeitsausschuß und Jahresversammlung der Mitglieder die persön- lichen Angriffe auf den Begründer in einem linksradikalen Abend- blast zurückgewiesen und Gen. Gchulz ihr Vertrauen uneingeschränkt ausgesprochen haben. Demzufolge sind diesmal zwei Berichte verfaßt worden. Der.Jahresbericht 193 9" spricht von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Jahres und daß trotz alledem der gute Gedanke der Kunstgemeinschast sich durch kaum verminderten Uinsatz deutlich, ja überraschend ausgedrückt habe. Gegenüber Verkäufen im Werte von 223 64k. M. im Vorjahre sind 1930 728 Kunstwerk« für 191 810 M. vertaust worden: davon im Dezember v. I. allein 102 Werke für 40 490 M. Selbst die Mitgliedcrzahl, an der die große Krise sich wohl am ehesten hätte auswirken müssen, ist von 1033 auf 1066 leicht angestiegen. Der zweit« Bericht wurde über dieJahresvcrfamnilung der Mitglieder erstattet und enthält vor allem einen genau begründeten Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Heinrich Schulz über die Tätigkeit der Deutschen Kunstgemcinfchast in diesen fünf Iahren, ihre Tendenz und die Verwendung der Reichsbeihilfen. Et war veranlaßt und notwendig geworden infolge der unverantwort- lichen Angriffe eines Malers in einem kommunistischen Blatt! als Richtigstellung der vielen falschen Angaben und al, Darlegung der Geschäftsbücher für die große Oeffentlichkeit, die der Leiter der Deutschen Kunstgemeinschaft wirklich nicht zu scheuen braucht«. Hier ist gegen alle Anseindungen immer wieder das eine ZU sagen: die Reichsbeihils« ist gegeben worden nicht für eine Aktion zugunsten notleidender Künstler, sondern ausschließlich für die Hebung des Jntemsies und der Kauflust breiterer Schichten des deutschen Volkes. Direkt ist schon zahllosen Künstlern durch die Tausende von Per- kaufen geholfen worden:!n der Schlußabrechnung waren es in diesen fünf Jahren weit über 700 000 M., die an 700 deutsche Künstler j«der Art Und Richtung gelangten. Daß dabei auch in allen Einzelheiten von einer Verschwendung von Staatsgeldern nicht die Rede fein kann, bezeugt nicht nur die immer wiederholte Beihilfe des Reichslnnenministeriums und seine sehr sorgfältig durchgeführte Kontrolle der Geschäfts- und Kassen- führung der Deutschen Kunstgemeinschast: bezeugt auch die jährlich mehrfach stattgehabte Revision der Gefchästsbüchsr durch den Kassenwart Bankier Hugo Simon. Schließlich hat der Arbeitsausschuß in seiner Jahressitzung nach ausführlicher Untersuchung aller Anschuldi- gungen und Kassenbelege Staatssekretär Schulz einstimmig sein Per- trauen ausgesprochen, und di« Jahresversammlung ist ihm darin restlos gefolgt. Wir möchten es darum auch unterlassen, auf dl» Widerlegung besonders hanebüchener Anschuldigungen im genannten Abendblatt einzugehen, die in dem Schulzfchen Bericht ausgeführt»erden. Gewisse Repräsentatloneausgaben sind bei dem expansiven Charakter der Deutschen Kunstgemeinschast unverm«idlich. Wahrscheinlich werden die wenig ermutigenden Erfahrungen mit den auswärtigen Aus- stellungen und ihrem an sich kostspieligen Apparat von Reise-, Juroren- und Transportspesen und die notgcdrungene Einschränkung der Reichsbeihilfen der Kunstgemeinschaft ohnehin sede Veranlassung Zu repräsentattven und werbenden Ausgaben«ntzlehen. Was aber nicht erdrosielt werden darf, ist der äußerst segensreiche und zukunfts- arglistige Täuschung, weil die Wohnung von Stenne» für den an- geblichen Bllrobetrieb einer„Grohdeutschen Handelsgesellschaft" gemietet war, der die Übrigen Mieter des Hauses nicht stören sollte. In Wirtlichkeit hat Stennes aber einen Kasernenbetrieb ein- gerichtet. Das bisher ruhige Haus hallt wider von Kommandos, Befehlen, vom Kommen und Gehen der Ordonanzen, Motorrad- fahrer, von Trupps, die die Stiegen hinauf- und hinabpoltern. Stennes seinerseits hat gegen Goebbels ein Verfahren einge- leitet wegen einer Notiz im„Angriff", durch die Stennes ziemlich unzweideutig beschuldigt wird, noch jetzt in den Diensten der Polizei zu stehen und dem Polizeipräsidium einen Parteigenossen denunziert zu haben. Stennes kündet weitere Ent- h ll l l u n g e n über Goebbels und Hitler an. Er erklärt, daß er bei seinem Abzug aus der Hedemannstrahe kompromittieren- des Material vorsorglich mitgenommen habe. Das kann heiter werden. Lohfe gegen„Verbrecher". Oer Mann, ver seine Abgeordnetenkarte verborgt. Itzehoe. 7. Ap-ril. Am Ostermontag waren etwa 2000 SA.-Leute in Itzehoe zusammen gekommen. Nach einem Prcpazandamarsch durch die Stadt sprach Gauleiter Löhs«— der bei der Reichs kigse-rbfstnrng sein« Abgeorduetenkarte an den Landwirt Guth verbargt hatte— über die Vor-gönge in der Berliner SA. Er erklärte, wenn di« Gegner sich der Hoffnung hinzcgeben hätten, mit einer solchen Angelegen- heit die nationalfogiatistifche Bmveguny niederzuringen, fo hätten sie sich eines anderen belehven lassen müssen: denn heut« spreche bereits niemand Mehr von dem Stennes-Spuk. Er werde als verantwortlicher Gauleiter in feinem Bezirk vücksichislos all« verbrecherischen Elemente, die sich in die Bewegung eingeschlichen hätten, ausschließen. Die nalicndlsozialistrsche Bewegung stehe und salle mit dem Führerprinzip. Die„Angestammten". Hannover, 7. April. Die SA. Osthannover veröffentlicht folgende Erklärung:„Die SA. Osthannover, Friesen und Niedersachsen, von der Wasserkante und aus der niederdeutschen Heide, steht In a n g e st a m m t e r Treue unerschütterlich zu ihrem einzigen Führer. Auch der jüngste SA.-Mann Riedersachsens weiß: In der national- sozialistischen Freiheitsbewegung geht es nicht nach dem eigen- süchtigen Wollen einzelner Gernegroße, sondern nach dem allein maßgebenden, zielklaren Willen dessenlgeN, der diese unser« stolze Bewegung schuf und sie dereinst, allen Gewalten zum Trog, zum Stege führen wird: Adolf Httler. Treue um Treue!" Bisher war das alte Hannover doch wohl dem Eumberländer „angestammt". Nun hat Adolf i. auch schon den Schwiegersohn Wilhelms in der Gunst seiner Weifen verdrängt wo soll da» noch enden? �dkifegenikMatt der Kinderfreunde firoß-Berlin 10 Jahre Berliner Kinderfreunde Feierstunde;„OHSCr«IC Sonn«" KM SOKÜMf,«CM 12. April. 11.30 DPr, im firopes Sdiaospielitans. Zwei Chorwerke:.Mein Vater geht auf das Hammerwerk* und.Unser die Sonne, unser die Erde*/ Sprech- und Slngdiöre/ Bewegungsgruppen/ Orthester/ Orgel/ Film. looo Mitwirkende? Eintritt> 0 Pfennig/ Garderobe frei! f Karten bei allen KindeHreundehelfem und in der Geschäftsstelle, Lindensira&e 3. frohe Betrieb dieser Organisation selber. Diesen inauguriert und mit solcher Umsicht, solchem Erfolg geleitet zu haben, Ist ein nicht genug zu schätzendes Berdlenst von Heinrich Schulz. p. f. seh. Richard Tauber als Evangelimann. Theater des Westens. Biermal singt Richard Tauber den Mathias Freudhoser tu Kienzls„Evangelimann". Der Leharfänger Ist zur Oper zurück- gekehrt. lieber„O Mädchen, mein Mädchen" oder„Dein ist mein ganzes 5)erz" hat man fast vergesse», daß Tauber ein hervor- ragender Mozartinterpret ist, daß ihn seine Gestaltungskraft wieder zur Oper drangen mutz. Der große Tenor, der Star tritt hinter den kleinen Schreiber. Dieser Mathias zeigt nicht die üblichen Allüren de» Kammersängers. Er ist der verschüchterte Liebhaber, dem die Worte schwer fallen, er ist der bettelnde unbeachtete Evangelimann, der sein„Selig sind, die Bersolgung leiden" gewohnheitsmäßig herunterfingt und nicht als große Arie hinlegt. Täubet zerbricht nie durch»ine große Geste die Glaubwürdigkeit der Gestalt, er bleibt auch in dramatisch de- wegten Szenen innerhalb der Figur. Ein Durchschnittsmensch, der ein unverdientes schweres Schicksal tragen muß. Tauber spielt und singt ohne Pathetik, aber mit größter Musikalität. Seine Stimm«, in der Höhe außerordentlich vorsichtig behandelt, fließt in breiter, getragenen Cantilcne dahin und hat di« Kraft zum starken dramati- schen Ausdruck, ohne dle melodische Linie zu zerreißen. Um Tauber geschieht Schlimmes. Nur Ntta Suttner fällt durch ihren gepflegten Sopran auf. Sonst herrscht finster« Provinz zwischen wackelnden, geschmacklosen Kulissen. Kein Regisseur sorgt für Ensemblespiel, für sinnvolle musikalische Bewegtheit der Szene, für die Beruhigung splelwütig gewordener Sänger, die sich an Augenrollen und Fäusteballen nicht genug tun könne». Das Orchester hält sich am liebsten im Fort« auf. Außer Tauber bietet die Darstellung nichts Erfreuliches. Der groß« Sänger wirkt aber erst in einem ebenbürtigen, gefchtosienen Ensemble. Das hat Tauber vergessen. Berlin hat drei Opernhäuser, man braucht nicht In einem vierten musikalisch« Komödie schlecht zu spielen. 8rh. „Aida" mit Gästen. Städtische Oper Berdis„Aida" als Osterfonntagsvorstellung in der Städtischen Oper. Das musikalische Gesamtbild der Aufführung auf dem hohen Niveau, auf das Leo Blech sie tn dieser Saison gebracht hat. Im Bordergrund steht di« Aida der Dusolina Giannint. Eine ge- sangliche Ausnahmeerscheinung. Wunderbar, wie dieser selten« s Sopran, der nicht groß scheint, den Riesenraum de» Opernhause» mühelos füllt und das große Chor- und Orchesterensemble überstrahlt. Die Nilarie, Glanz- und Paradestück der Literatur, kann nicht mit größerer Vollkommenheit gesungen werden. Rosette A n d a y als Amneris sesielt durch den warmen Klang lhrer schönen Altstimme. Durch Umbesetzungen, die in letzter Stunde notwendig geworden, schien die Vorstellung gefährdet. Fritz Zohsel, al, Radames ein- springend, rettet den Abend, bühnengewandt, ein'Sänger von an- sehnlichen Mitteln. Im großen Duett wächst er neben der Giannint stimmlich zu überraschender Höhe. Die neue Ausstattung könnte mehr zum guten Gesamteindruck tun. Besondere malerisch« Reiz« entfaltet sie kaum und historisch stilecht ist sie auch nicht. Das Aegyp- tischst« ist die Finsternis, in der man das Ballet des ersten Aktes tanzen läßt. Viel Beifall Im ausverkauften Haus. K. P. „Vie große Aahri." Mozart«Saal. Daß die Pioniere, die Urland rodeten, allerorts den größten Gesahren ausgesetzt waren, wissen wir. Sie nahmen Schwierig- keilen schwerster und mannigfacher Art auf sich, ganz gleich in welchem Erdteil sie ihre Kulturarbeit leisteten, das wollen und müssen wir anerkennen. Der Fllm„The Big T r a i 1* ist in der deutschen Fassung den deutschen Kulturpionieren gewidmet, die von Saint Louis aus ins Land eindrangen. Das kann gegebenenfalls eine recht einträg« llche Reklame sein. Der Film selber ist Höchst überflüssig. Wir Haben Heute di« großen, wahren Reportagen, die erschüttern und aufrütteln zugleich. Byrd, Filchner, Colli» Roß, Hürliman und wie di« Forscher und fleißigen Reporter vlle heißen, geben uns einen genauen Abklatsch des Lebens in fremden Zonen und unerforschten Gebieten. Wir brauchen keine Rekonstruktion, wenn der Regisseur R a o u l W a l s h sich auch noch so gut auf eindrucksstark« Massenszenen versteht. Wo« nützt uns das Märchen von den grausamen Indianern und den gesahrenreichen Kämpfen mit Büsfelherden, wo wir al» Folge de» Eindringen» der Weihen es heutzutage erleben, daß Indianer und Bisons als Naturdenkmäler in abgezirkelten Schutzgebieten gehegt und gepflegt werden müssen. Was nützen uns ein paar grandios« Massenszenen, um derentwillen die Gesundheit der Komparsen aufs Spiel gesetzt und aus den Tieren das letzte Restchen Kraft grausam herausgeprügelt wird? Weil aber Massenszenen an Massenszenen gereiht auf dte Dauer ermüden, wird inzwischen ein bißchen Theater gespielt, und Schauspieler gefallen sich In übelster Opernhelden- monier in etlichen großen, verlogenen Gesten. Der Film bringt in Massen Gebetsszenen und auch einen reget- rechten, Männer und Frauen mordenden Kampf. Er ist also bemüht, jedem Geschmack Rechnung zu tragen. e. b. „Oer lustige Krieg" Theaier im Avmiraispalast. Dieser„Lustige Krieg" ist In fünfzig Jahren sür uns nicht lustiger geworden. Eine angestaubte Operette des„Ftederinaus"- Komponisten Johann Strauß, keine von seinen besten, und auch in der Zeit, der sie angehörte, war es wohl kein großer Erfolg. Achtzehntes Jahrhundert, österreichisch-italienischer Kleinkrieg, kaiserliche Hoheiten, ein Herzog, eine Herzogin, Liebe«- und Staatsassären, harmloseste Berutkung von Zuständen, die uns nichts angehen— viel ist aus dem schwachen Buch nicht herauszuholen. Mehr Immer->a hin aus der Musik, um deren Erneuerung Dr. Felix Günther sich mit Glück bemüht hat. Der Abend wäre kurzwelliger, wenn nicht fast jede Nummer, kaum, daß am Parkett ein paar Hände sich gerührt haben, wiederholt und noch einmal wiederholt würde. So wird Crsolg beharrlich vorgetäuscht: man merkt, daß Rotters die geschäftliche Leitung haben. Man merkt e» auch an der Fehl- besetzung der Hauptrolle: diesmal wird Martin O« h m a n das Opfer ihrer Spekulation in Opernstars. Leider hat der Heldentenor der Städtischen Oper sich an«inen Platz locken lassen, an dem er ver- sagen mutz. Neben ihm gute Operettenkräste: Ann! Ahlers. Edith S ch o l l w e r und als Gast Ernst T a u t h e n h a l n, der persönlichen Charine und beste Wiener Tradition mitbringt. K. P. Erfolg der(frankfurter Opernhils«. Einen«rsalgreichen Versuch. einen Weg aus der allgenielncn Theaterkvise zu finden, hat der Ver- ein Opernhils« in Frankfurt a. M. gemacht, der trdtz seine» Namens den beiden städtischen Bühnen der Oper und dem Schauspiel gleich- mäßig dient. Der anläßlich der Zv-Jähr-Feier der Frankfurter Oper ins Leben gerufene Verein zur Förderung de» Theaterbesuch« und der Teilnahme der Oessentiichkeit am Theaterleben zählt bereits setzt, im vierten Monat seines Bestehens, 12 000 Mitglieder. Schon schreibt er seine TNemairen. Karl Ballentin, als Liest Karl- stadts Partner berühmtester Komiker Münchens, hat seine Memoiren vollendet!«In bedeutender Münchener Verlag hat sie bereits zur Ver- öfsentlichung erworben. Damit werden die Wünsche seiner Be« wunderer erfüllt, und Karlche» zieht in die Gefilde der»nsterli- lichkelt ein. Frau und Kind verbrannt. Bei der Rettung eines Mädchens umgekommen. Irtrr. 7. April. Am Nachmittag des Ostersonntags brach in Kell bei Hermes- keil(Hunsrück) Feuer in einem Anwesen aus, dessen Bewohner zu einem Osterbesuch in ein benachbartes Dorf gegangen waren und Ihr sechsjähriges Töchterchen in der Obhut einer 4Sjährigen Verwandten im Hau» zurückgelassen hatten. Boller Schrecken rannte die Frau, die von dem Feuer überrascht wurde, aus die Straß«, um Hilf« herbeizurufen. Da entsann sie sich plötzlich de» Kindes und eilt« in da« brennende Haus zurück, um da» Kind zu retten. Beide wurden durch Brandgase vergiftet. Wieder- belebungsoersuch« blieben erfolglos. Zwei Anwesen mit Scheunen und Stallungen brannten bis auf die Umfassuugsinauern nieder. Großfeuer bei Greifswald. Ein Dorf in höchster Gefahr. Gretfswald, 7. April.(Eigenbericht.) Ein schwere««roßseuer brach in dem Dorf« Hanshag, n bei Greifswald aus. In der Pfarrscheune entstand infolge Kurz- schluß«in Brand, der sich in ganz kurzer Zeit über insgesamt sechs Gebäude ausdehnt«. Auch das alte Schulhaus fiel den Flammen zum Opfer. Di« Feuerwehr au, Grelfswakd mußte herangezogen werden, da für das ganze Dorf höchste Gefahr bestand. Es gelang schließlich, den Brandherd zu lokalisieren. Der Schaden Ist außerordentlich groß. Zur gleichen Zeit brach aus dem Stadtgut Stahlbrod«»in Brand aus, dem eiti Blehstoll und eine Scheune zum Opfer fiel. s Zahlreiches Vieh kam in den Flammen um. Wilde Landarbeiterfireiks. Wie die NGO sie macht. Die tommunistych« Press« ist voll von Berichten über„siegreiche" Londarbeiterstreiks der RGO. Wie diese Streiks in Wirklichkeit aus- sehen, zeigte sich kürzlich unter anderen, in K c m i g, Kreis Torgau. Dort erschienen mehrere auswärtige Kommunisten, nahmen in den einzelnen Ortsteilen Aufstellung und machten sür einen Streit der Landarbeiter Propagairda. In der Mittagszeit wurde von dem Kommunistentrupp, der sich inzwischen verstärkt hatte, mit den Ka- mitzer Arbeitern eine Versammlung unter srciem Himmel abgehalten. Ein Kommunist hielt ein« Ansprache, die in die Aussonderung eines Streiks ausklang. An der II r a b st i m m u n g beteiligten sich von der insgesamt 30 Mann starken Belegschaft ganze neun Mann, von denen einer gegen den Streik stimmt«. Dennoch wurde der Streik vom Wortführer des RGO.-Trupps für b«- schlössen erklärt und dieses Afsencheater im„Klassenkampf" in Halle als neue bemerkenswerte Aktion der RGO. hingestellt. Die Landarbeiter, die sich an der Abstimmung nicht beteiligten, pfiffen auf die Parol« der Kommunisten. Dafür wunde ihnen angekündigt, daß sich„das Weitere finden" würde. In Grau winkel, Kreis Torgau, brachten es die Kom- rnunisten soweit, daß die Landarbeiter eines Morgens in>den Streik traten. Das Spiel währt« aber nur einige Stunden. Am Mittag wurde die Arbeit wieder aufgenoinnren. Der Haupttreiber, ein dort bsschäftigter Landarbeiter, trat nach Abbruch des Streiks in demütiger Haltung vor seinen Arbeitgeber und bot ihn eindring- lichst, zu gestatten, daß er unter den alten Bedingungen wieder weiter arbeiten darf. In Lichtenburg, Kreis Torgau, ist der von der RGO. angezettelt« Streik ebenfalls in ganz kurzer Zeit zusammengsbrochen. Di« beteiligten Landarbeiter verloren ihre Stellung. Bei den von der RGO. angezettelten Landarbeiterstreiks kann «in anderer Ausgang auch gar nicht verwartet werden. Ihr fehlt alles, was unbeKngt zu einem Streik gehört, vor allem die Massen. Nach solchen unsinnigen Streikaktionen der RGO. werden die Landarbener bald erkennen, daß diese Streikmacherei«in großer Unfug auf ihr« Kosten ist, und nur der Deutsche Landarbeiter-Her. band die Organisation ist, die gehörig ihre Interessen vertritt. Aeiriebsraiswahl in der Ehoriic. Die NGO zurückgedrängt. Stimmberechtigt waren 731 Arbeiter(im Borjahre 703) und 561 Angestellte(509). Bon diesen 1302 Wöhlero(1212) wurden 1001 Stimmen abgegeben(956) und zwar von den Arbeitern für die Liste der Gewerkschaften 451(390) Stimmen und für die RGO. 133(171) Stimmen. Von den Angestellten stimmten für die Liste der Gewerkschaften 333(331) und kür die RGO. 49(50). Di« RGO. hatte im Vorjahre drei von 11 Sißen„erobert", jetzt hat sie den einen Sitz im Angestelltenrot verloren, aber ihre zwei Mandate im Arbeiterrat noch einmal gerettet. Die freien Gewerkschaften haben sechs Sitze und einen Ersatzmann im Arbeiterrat und fünf Sitze im Angestelltenrat. 3n Rumänien gilt ab 15. April die mitteleuropäische Zeit. Wetter für Berlin: Wieder zunehmende Bewölkimg mit an- steigenden Tagesiemperaturen. doch keine erheblichen Niederschläge. Winddrehuna nach Süd. Für Deutschland: Im Osten heiter und kühl, im Westen mild, bewölkt und strichweise etwas Regen. G Areie Gewerkschafts»Lugend Verlin Seilte, IMA Uhr. taqen die lhrinwen: Irepto«: Grlwvexhei». Schul» Wildeilbruchstr..V)-j4 tK»rtt immer). SeimbciPrechuira.— gtaatfntttt AI«: StWt.?ua«nj>h«i!n Litauer Str. 18. Keimbesvrechuna. Ber- bandsbuck�sutrolle.— Lichtenberg: Dasscslr.'22. gahrtenausipraAe.— Lichtenberg: Jugendheim(Sunteritr. 4t. Ausspracheabend.— Pank»»: Gruppen. heim Pankow. Aislingenftr. 48, Zimmer Z. Gekellschaktsspiele und Liederabend. Austausch unserer Ost-rerlebnisse.— Sewerkichastsban,: Gruppenheim Engel» Ufer 34—23. Saal 11 des ffabrikgrbeiterverbondcs. Leimbesprechung. An» schließend:„Apil-April".— Schöneweibe: Jugendheim Niederschönewribe, Ber» liner Str. iil. Keimbespreckiung. spie Gewerkschaft por dem Wetirrieg.— Ablersdof: Jugendheim Bismarchstr. I. Adlerzhos besucht die Gruppe Schöne» weide.— Wedbing: Jugendheim Willdenowstr. 3, II. Heimbesprechung. Heim» auswei�, und ZZerbandsbuchkontrobe.— Ostende: Jugendbeim Karlshorst. Treslowall« 44(Aant-Schul!). Leimbesprechung.— Arnswalber Plag: Gruppenheim Pafteurltr. 44 lObcrrcalschule. pt.. Z. 13). Heimbesprcchung. Groß-Berliner Parteinachrichten. Beginn aller Veranstaltungen 1 914 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heute. Dienstag. 7. April. 7. Abt. Junktianariihung bei Bärwalde. Schlegelstr. 9. 13.»bt. Junktionärschun« bei Obiglo. Stralsunder Str. II. I». Abt. Junktionörsigunq bei Schrepel, Grilnthaler Str. 18. Mittwoch, ö. April. 33. Abt. Gruppenabende bei Loffman::. Stralaucr Allee 17. Bcrkvw:»Bas ist Morrismus?" Wertallo. Hoftenlohestr. Z. Gutekunst:»Stadtgemeinde P-rlin". Möller, Simvlonstr. 41. Mar Saale:»Stadtgemeinde Berlin". Becker, Simon-Dach-Skr.!i. Modus:„Berkehrswssen". z»,. Abt. Jablmorgen..3 Uhr Lakal Marigrafeneck. M-rkgrasen. Ecke Befiel» sirghe. Vit» Meier. M. b. L.:»Der Reich, paebeitag". 11t. Abt.,-ablabend bei Wegcncr, Jrankfurtcr Allee 236. Ausspracheabend. Eine Skizze„Bon Bater und Mutter" wurde vom Ber- sasser Nikolaus Schwarzkopf im Programm der Funk- stunde gelesen. Aus einfachen, klaren, harten Sätzen forinte sich«in Bericht vor, mühevollem Leben und stillem Sterben. Die Eltern, von denen Schwarzkopf erzählte, trugen die Züge von Taufenden und Hunderttausenden Proletariereltern. Ihnen allen haben Sorge und Daseinskampf den Stempel aufgedrückt und ihren Gesichtern und ihren Seelen die gleichen strengen Linien«ingeprägt. Man muß sie lange anblicken, muß scharf in sie hineinsehen, um hinter dem Allgemeinen das Persönliche zu erkennen. Das verstand der Verfasser zu zeigen. Der Ostersonntag brachte sehr viel Musik. Da all« Geschmacksrichtungen dabei berücksichtigt waren, komite man damit einverstanden fein. Das volkstümliche Mittagskonzert wird fast allen Hörern Freude gemacht haben; besonderen Genuß bereitete der Gesang von Marguerit« Perros, deren prächtiger Koloratur- fopran ausgezeichnet vor dem Mikrophon bestand. Ein Mando- linenorchefterkonzert fand sicher ebenso Liebhaber wie die Vorträge der Comediau Harmonists, und wenn auch die Uebertragung von Mozarts„D o n I u a n" aus der Mailänder Skala unter Bruno Walter nicht ganz störungsfrei gelang, so blieb sie trotzdem ein herrlicher Abschluß des Tagesprogramms. Zu der Bach-Kantate„Christ lag in Todesbanden" wäre ein« mustlalifchc Einführung sehr erwünscht gewesen. In der„Eltern st und«" wurde für' den Religionsunterricht in der Schul« Propaganda gemacht: der Vortrag war nur dann berechtigt, wenn die Funkftund« die Absicht hat, auch die entgegengesetzte Meinung in sachlicher Form in dieser Stund« zu Worte kommen zu lassen. vi» tadaietUstttche« Dcrdiefcngf» an emuSag tma«to» danedengeglückt. So anspruchslos« Häver, wie sie Haus Brennerts„Berliner Ostern" voraussetzt«, gibt es hoffentlich gar nicht. Di« Veranstaltung„Hintertreppe" war unscharf, oft sogar falsch in der Milieuschilderung: di« nicht sehr umfangreiche wesentlich« Substanz ertrank im Nebenher der Musik und der Worte. Dafür entschädigte der Montagabend.„Berliner Ostern vor hundert Jahren", Manuskript»on Egon Iacobsohn, Leitung Gert Fricke. Dersasser und Regisseur gebühren Anerkennung zu gleichen Tellen. Egon Iacobsohn hat:n historischen Dokumenten dem Berlin von 1831 nachgestäbert: da gab es Räuberbanden in der Stadt, Polizeira.zzisn in düsteren Lokalen. Starverhimmelung und Theaterpleiten, und selbst der Bürgermeister» krach fehlte nicht. Am Welthorizont drohten Unruhen; in Brüsiel. in Madrid gab es Aufftände. Auch daran erinnert« Iacobsohn. Die heitere Veranstaltung tonnt« sehr nachdenklich stimmen. Eine Unterhaltung über„Liebesbriefe" führten Lola Landau und Arnim T. Wegner. Interessant war die Gegenein- aicherstellung der verschiedenen Briefe, die von Zeiten und Menschen bald viel, bald wenig verrieten. Wo die Liebe als starkes, un- beschattetes Gefühl aufleuchtet, überblendet sie beides, und«in Jahr- tausende alter Liebesbrief klang völlig zeitlos, war losgelöst von Rang. Stand, ja sogar vom Geschlecht des Brieffchreibers. Di« Diskussion zwischen Lola Landau und Arnim T. Wegner wuA« nicht mit der exakten Klarheit geführt, di« für solch« Gespräch« vor dem Mikrophon wünschenswert ist. Der Hörer, dem die Briet- schreibcr und ihre Zeit nicht vertraut waren, blieb auch abseits des Gespräches, da es dies« Kenntnisse als selbstverständlich voraussetzte. Die Veranstaltung„EinTonfilmsänger—«in Ton- f i l m k a p e l l m e i st e r" trug d«n hochtrabenden Untertitel„Unter- haltendes aus der Tonfilmpraxis". Anspruchsvolle Titel sollten mäßig vorgetragene Schlager den Hörern genießbar machen. Tes. Dienstag, 7. April. Bertis. 16.05 Aktselle Abteilung. 16..41 Unlerheltunismusllc. 17.40 Vom Kampf in der Technik.(Dipl.-In«, loh. Kluitmenn.) 18.10 Bücherstunde. Novellen nnd Eriihlnnsen.(Mikrophon: Dr. Lanrheinrich- Anlhos.) 18.40 Udwis Spohr: Komert-Sonate für Harie md Violine,. IIA(Hildesard Roscher nnd Maurits van den Ber«.) 19.05 Dr. 0. Stolper. M. d. R.: Krise nnd Wihran*. 19.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35 Arbe:ter-Chor«esän«e.. I. Klaus Prinsshelm, Sa fr von Sfemttztl; Arbeiterlied. 2. Erwin Lendvai; Klirr. Sense, klirr. 3. Heine Tlessen: Arbeitsrhythmus. 4. Hanns Eisler: Bauernrevolution. 5. Die Binsgauer Wallfahrt.(Volksweise. Säte von Hans Gäl.) 6. Die Leineweber, Volksweise. (Volkschor Lichtenberg.) 20.00 Wovon man sprich». 20.30„Ostereier". Texte; Max Ophul». Musik: Trans Qrothe. Als Einlage; Das Aktuelle Potpourri(Urauffiihrung) von K. A. Deutsch. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. KSnlgsvaslerkiasem. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16J0 Leipsig: Konzert. 17.30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Dr. Friedrich Lange: Rechtsgrundlagen des Deutschtums in Oslober- schlesleiu 18.30 Lietzmann: Anfänge des Christentums. 19.1)0 Französisch für Anfänger. Krankentransporte führen feit 48 Jahren auch Koppsche Krankenwagen aus. Diese Finna verrechnet bei Mitglledschaft mit den Krankenkassen direkt— arztL Bescheinigung genügt— kostenlos. Bettennochweis— Tag und Nacht— Sammeln. D. 1 Norden 3422. � SnanfmotH. ffit die Wrtafuort.- Heebeef»«»�. Beeltn: Anj-iqen:».»lecke � «erlitt. Sftlcfl: Borwöits Berlaa s. m. h. S>., B-rltn. Druck:»-rtvSrts Buch. htuimi und Settefisontlalt Paul Sinaet& Co.. Setlut S3B 68, SittbenfttaSe 8. Hier,» 1 Beilaae. fllr die Zeit vom 7. bis 9. April KINO-TAFEL fllr die Zeit vom 7. bis 9. April K CDIOG Potsdamer Strafe 35 W, 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7, 9 Uhr Ariane mit Blltabrth Bertner, Rudolf Fonter_ Rhcmstra$e 14 KiA».n-E1crhe) W. ab 515 Uhr S. 3.15 Uhr Bäte Litfclcr(7 Akte) mit Nancy Cerrolt, Richard Arien— Außeidem: Die Stimme ans dem Jenseits(7 Akte) Odcon, Potsdamer Sir. 75 W. 5, 7, 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Lachschlager; Moritz macht setn Glfick mit Slegtried Arno Für Jugendliche Ireigegebenl Turmstrafjc 12 s'Awu. Afrika spricht(Das Paradies der Hölle)_ Aicxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die grolle Berliner Posse; Lanben- Vo'oaie mit Fritz Kampen, Camilla Splra g W»St»H j Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir. W. 5.15,7.15, 9.15 Uhr S. ab 3.15 Uhr Uraufführung! Tonfilmschwank: Der wahre Jakob mit Anny Ahlers, Felix Dressart« Ralph A. Roberls E Frladrfchstactt j Franziskaner ab ifffhr vmm. Gcorgensiraße(Ecke Friedrichstraße) Das große bunte Oster-Festprogramm; glly(Farben-Revuc-Tonfilm) gibt s och Kavaliere mit Oiio Wallbarg, Cart Vesper- mann, ßelly öird Die xwetondvlerzigatc Strafe (Tonfilmsketch) Oer Imllge Hutzi-Putzl und Wappys explodierende Ostereier Neaestc Wochen- and Kaltarschaa »» Honksi«"j n- o. W a 6J0 Uhr Bühne S. ah 5 Uhr Perleberger Str. 29 100 proz. Tonfilm! Die PrivatsckreUrtn mit Renate Müller, Feltz Brestart Beiprogramm• Artushof boSü Welt-Kino Alt-Moabit 99 Der groBe Tonfilmerfolg; Liebe auf Befehl m Olg» Techecho va, Job» Riemann— Tonwoche— Beipr. W_ Chrlottanbwrg""1� Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilm ersdorfer Str.) W. 5. 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Ariane mit EUaabeih Bergner, Rudolf Förster Sdüüter-Thcatcr Schllltcrstr. 7 Beginn: S, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr: Jugend-Vorstellung T onfilm; OnaMSdcl won der Reeper. bahn m O. Techechowa— Tonhcipr. W"�NTünarzdor?-- k Atrium Beba-Palaei uß Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Sonnabend und Sonntag 5, 7 u. 9.15 Uhr Arme kleine Era mit Orele Mo». heim, Eduard r. Wintenteiu- Ein Tonfilm nach dem bekannten Roman von Paul Langenscheidt 1 llnrndes Beiprogramm ■ Retitonharg■ TitaniaSchöncbg. HauptstraBe 149 100 proz. Tonlustspiel! Moritz macht»ein Glück mit Sieg. Med Arno— Grobe» Beiprogramm W"TrinGnnatr��k Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W.7,9. So 5,7. 9 Toniilm; 9 Tage Liebe mit Hau» Alben, Ktthe Uor>cfa— Tonbcipr. a stefliit«■ Titania-Palast�.�Vu1 Steglitz. SchloBstr. 5. Ecke Qutsmuthsstr ld0proz„Tonfilm: Arlane m. ElUabetb Bcrgncr, Rudolf Forster Tönendes Beiprogramm a Enhlenetorf-Mittn W Wochentags 7, 9.10 Uht Sonntags 5. 7, 9.10 Uhr Potsdamer Str. SO Stg. 2J0(ugendv. Afrika spricht(Das Paradiesder Hölle) a MarlcnGor« V9 a T: nariendorter Wochentg, l Ja-lal Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 303 100 proz. Tonfilm: Orodc in seinem Tonfilm mit Liane Haid— Belprug». Zeli Tivoli Berliner Str. 97 Beg. 3, 7, 9 u. Stgs,3 Uhr: Jug.-Vorit 100 proz. Tonfilm: D. lästigen Wdbcr rem Wien m W. Forst, Lee Parry Beiprogramm Lichtspiele Südwest BIflcherstr. 12 W. 5. So. ab 5 Uhr lOOpror. Tonfilm: D. Bergführer von Zakopano m. Domknico Gamblno •Beiprogramm Füm-Paiast Kammersäle Teltower Str. I W. MO, Stg. 3.30 U- 100 proz. Tonfilm: Zwei Menschen mit Cbarl. Snsa, Gustav Frühllch Ausgezeichnete» Beiprogramm a»MGun a. Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wo. 6.45, U, Sonnt ab 3 U. Wegen Riesenerfolg verlängert! Tonfilmerfolg. Die DreigroKhenoper mit Carola Heber, Rod, Fonter Beiprogramm— Bühne: Kapiifn Orldo, Marinekraftakt Tb. am Moritzplatz Beg.; Wöchig ab 5 Uhr, Sonnt ab 4 U, Tonfilm: Boykott m LH Dagorcr AuwhluS um Mitlcrnachl m. Albaul a WukBlin B Mercedes- Palast Hermannstralle 212, Ecke JägerstraBe Werktags ll�'i Ubr, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Er und»eine Scfaveiter m. A. Ondro, VI. Bnrfan— Beiprogr.— Bühne Kukuk Woehent 6.45. 9 U. Sonnt 3, 5. 7. 9 Uhr Kottbusser Damm 92 1Q0 proz. Tonfilm: Ihre Hobelf hefiehU rrt K. ▼. Nagy, W, Frlt»ch— Beipr.— Jgdl. Zutritt Pve-sslaists* Woehent 6.45. 9 U. CXCClSlOr Sonnt 3, 5.7.9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191[gdl. Zutritt Tonfilm: Ihre Hoheit befiehlt mit KIthe von Nagy, Willy Frltsch Stern» Hermannstra�e 49 Wochen». 6,4,3. 9 U, Sonnt 3,5 7, 9 Uhr , 100 proz- Tonposse: Oer wahre Jakob mit Bres»art, A. Robert* Filmeck Skalitzer StraBe, am Ofirlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5. 7. 9 Uhr Tonfilm; Orock mit Liane Haid Beiprogramm— Bübnenichao Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater Rcichenberger Str. 34 Ant. W. 630U.9 U Stg. 3, 5, 7, 9 U. Tonfilm: Kopfüber fn» Glück mit Jenny Jugo— Bühnen«hau Stella-Palast Köpenicker StraBe It— 14 Wochtgs. 6.30, 9 v, Sonntags ab 3 Uhr 100 proz. Tonlustspiel: Der wahre lakob m Felix Brettart, Ralph A. Robert«, Paul Henkel* Beiprogramm— ttühnen»ebau Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6, Sonnt ab 3 U. lOOproz. Tonlustspiel: Moritz mach! •ein Glück mit S. Arno Da* eUcrne Netz mit Loa Cbaney Bfihneiuchaa— Jugendliche Zutritt Sternwarte— Treptow Dienstag 4, 8: Spanten. Mittwoch, Donnerstag 8: Zwischen Amazonas und La-Plala-Strom(Filmvortrag) «Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15. S. 3.15,5,7.15, 9.15 Uhr Arlane mit EUsaheth Bergaer, Rudolf Förster— Foxtouwochc Bllhne: Lotte Werkmeister Flora-Liditsp.'"ÄÄ/if' Wo. 6J0, 9, Dienstag ab 5. Sonnt ab 3 Grock In seinem Tonfilm mit Uaae Hold— Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ■—■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentgi 6 30 U» Sbds. 5, Sonnt 3 u. 100 proz. Tonfilm: Grock mit Ulan» Hold. Betty Bird Bd.: Martha Hübnci, Parodistin— Drei Dabe- Beiprogramm Jugendliche haben Zutrittl Luna-Palast Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm; Ihre Hoheit befiehlt mit Ktthe ron Nagy, Willi Frltsch Bühne: Maria Ney(Kabarett der Komiker)— Frankenburg»** 3 jg5*v.5 Große Frankfurter StraBe 74 Tonfilm; Cyaukall#»lü mit©.Mosheim- Beiprogr.— Bübnentchan Schwarzer Adler XjS« Woch. 5, 7, 8.45, Sonnt ab 3 Uhr GroStonfilm: Artaue m Ells-Bergucr, Rudolf Farster Toubclprogramm— Ton woche Pharus-Liditspiclc MQIIers tr. 142 W.5.7.9U, Stg. 3.5, 7, 9 U 100 proz. Tonfilm; Schatten d. Manege mit Uoac Haid, H. Pich», Walter ■Ulla— Beiprogramm Viktoria Lichtbild Tb. Frankfurter Allee 48 Woch. 5, 7. ca 8.45, Sonnt 3. 5, 7. 8.45 U. GroBtonfilm: Zwei Measchcu mit Cbarl. Soza. Frühllch Beiprogr.- Woche—Jugend!. Zutritt Babylon» am BOlowplalz Wochentags 5 U. Sonnt ab 3 U, letzte Vorst 9.10 U V arlrlA schau Ariane mit Elisabeth Bergner, Rod. Förster Bühne; 90 Miauten Varl et* W Huu-Uehtenlsara> Kosmos-Lichtspiele UUckstr. 70 W. 5. 7. 9. Sonnt 3. 5, 7. 9 U. lOOproz Tonfilm: Drei Tage Liebe mit Haus Albers, Küthe Dorsch Micky Maus— Beiprogramm FilacmctmfW Beginn täglich 5 Uhr Kino Busch Alt-Fnednchsfeide Tonlustspiel: Zweimal Hochzell mit Liane Haid, Roberts Lustiges Beiprogramm W WlOunzuu Schloßpark Film. Bühne Berlinet Allee 206— 21u Tonfilm: Er und seine Schurester ml: Anny Ondra. VL Button - 1 Alhambra Woehent s, 7. 9 U., Sonnt 3, 5. 7, 9 U lOOproz. Tonoperette; Die Instigen Weiber ron Wien mit Willi Forst Pralcr-Lichtspicl-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 6»/» Stgs. 4 U Tonfilm; Sshnbcrls Fr Ohltog« träum mit S. Arno. C. JSken Toubclprogramm Bühne: Jazz-Ladies Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5, S. 4 U Tonfilm; Fladtsmaun als Ersieher m|t A. Braun, Cb. Ander lffiSVSZmy~i*U m PNHROW k Palast-Theater Breite StraBe 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7,mc der andere, alle lassen sie sich im Stehen Ge- tränke reichen, dies oder das, irgend was: Alkohol. So standen sie in der Union, so stehen sie tn allen Kolonial- ländern, in den Tropen, in Senegal, auf Neu-Guinea, in Indien und Zentralamerika...(sa stehen sie auch schon immer häufiger in Europa, im amerikanisierten Berlin zumal), all« so unterschied- lich auf Alkohol reagierenden Völker: an der Theke der Zweck- m ä ß i g k c i t: i über hie die Münze rollt, über die die Getränke Hießen... Fronzcseil, Deutsch«, Italiener, Ungarn neben Eng- ländern und Amerikanern,. i• Die Theke hat dem Trinker jeden letzten Rest von Volkssitte, van Zurückhaltung, von innerer Fröhlichkeit genommen. An der Theke gibt es nur B a r s i t t e n: Unsitten, die der gelbe, Huri SeftmeCi$ett (piepenßtinfh von unten Sie waren schon da, als wir einzogen, nämlich in der Parterrewohnung, zu der der kleine Vorgarten gehört. Wir hatten die Mahnung über ihnen gemietet. K. Piepenbrink— steht an dem glänzend blanken Türschild, und.— wenigstens di« Frau sieht auch so aus. Es sind nette Leute, wir grüßten uns freundlich, wenn wir uns auf der Treppe traten, sprachen auch schon mal ein paar Warte über das Wetter und die Hausangelcgenheiten, ihre Kinder benahmen sich wohlerzogen— freilich die oksensichtlichen Vemühiingen der Frau Piepenbrink, dies« lockeren Flurbeziehungen in direkt freundschastlichcn Verkehr ausarten zu lassen, übersahen wir geflissentlich. Man sollte dos nicht übelnehmen, denn wir haben da unsere Erfahrungen, deren letzte Konsequenz Wohnungstausch heißt. Aber Piepenbrinks nahmen leider übel. Man merkte bas zuerst an den Kindern. Sie streckten uns ja nicht geradezu die Zunge heraus, wenn sie uns sahen, aber man konnte doch an ihrem Gebaren erkennen, daß etwa diese Unter- Haltung in dcr Wohnung unter uns geführt worden war: Papa Piepenbrink!„Was sind das schon sür Leute, da über uns! Schriftsteller? Tagediebe und Hungerleider! Schlafen bis zum Mittag und brennen die halbe Nacht das teure Elektrische. Hinterher können sie die Rechnung nicht bezahlen und der Kassierer muß halb Dutzend mal kommen. Was das allein die Rechnung ver- teuert. Und ich fresse einen Besen, wenn die Frau, mit der er da zusammen haust, seine richtige Frau ist." M am a Piepenbrink:„Na, und dann das Volk, mit denen sie verkehren! Di« richtigen Schlawiner! Hast du dir die Fenster- scheiden mal angesehen? Mindestens sechs Wochen sind die� nicht geputzt. Und den Müll trägt der Mann runter. Ich danke. Sowas ist dann Dichter!" Piepenbrinks haben eben Ideale. Das merkte ich schon, als sie einen Zwerg in ihrem Vargärtchen aufstellten, einen Zwerg mit roter Hose, blauer Jacke, grüner Zipfelmütze und weißem Umhangebart. Dazu muß man wissen, daß Herr Piepenbrink Generaldirektar eines Versicherungsunternehmens ist. Im Büro hat er also nur Zahlen und Abschlüsse und solche Sachen im Kopf, aber zu Hause ist er Mensch, mehr, ist geradezu Romantiker. Ferner sind Piepenbrinks musikalisch. Sie sind es vermittels eines Klaviers, das in ihrem Zimmer, unter dem, das Elisabeth mein Arbeitszimmer nennt, feinen Platz hat. Irmgard Piepenbrink, schätzungsweise zwölfjährig, lernt noch Klavier spielen, Sie hat jedoch keine festliegenden Uebungszeiten, sondern überrascht mich willkürlich mit ihren Dar- bietungen. Meistens beginnt sie mit: O Donna Lfiaro, ich Hab dich tanzen gesehn..., wozu sie such manchmal singt. Ich ziehe es vor, wenn sie dozu singt, denn dann bleibt sie in einem passablen Tempo, während sie ohne Gesang, da sie das Stück schon schr gut kann, leicht in Raserei verfällt. Dann kommen einige andere Tänze, di« ich durch sie kennengelernt habe. Darunter ist einer mit mit einer kniff- ttflen Stell«, die sie vermutlich nie lernen wird. Sie spielt den An» sang nach ihrer Art ziemlich hastig, dann kommt die Stelle, die nicht geht, wird zirka sechsmal probiert, bis sie zufällig glückt, dann im Zusammenhang nachmal vorgenommen, wobei sie wieder daneben gelingt, ober jetzt resolut übergangen, worauf der Schluß gleichfalls in dem übersteigerten Anfangstempa zurückgelegt wird. In der traulichen Weihnachtszeit übte sie feit Anfang November täglich ein Potpourri von Weihnachtsliedern. Im Laufe der Zeit gelangen ihr die recht gut, und da die M am a und die jüngere Schwester meistens dazu sangen, kloppte es auch mit dem Tempo. Nun kommt ja aber leider„Schlaf in himmlischer Ruh" vor, und die himmlische Ruh war ihr Verhängnis. Die kriegte sie in den ganzen acht Wochen nicht weg, und als dann der Weihnachtsbaum brannte und Papa Piepenbrink seinen Baß in den Fomiliengejang mischte, wurde sie wieder ihr Unglück. Dreimol probierte Irmgard die schlimme Stelle und dreimal mißlang sie, so daß sie weinend vom Klavier aufstand, und Papa Piepenbrink die Situation mit Schwung und viel Pedal retten mußte. Papa Piepenbrink spielt nämlich auch Klavier. Zwar nicht oft, aber manchmal in der Abendstunde kramt er ein Heft Armeemärsche in erleichterter Ztu-gabe hervor und bringt sie zu Gehör. Dazu paßt ja, Schwung und viel Pedal ausgezeichnet. Aber dem Zusammensteller des Heftes ist ein Unglück passiert, er hat nämlich den Hohensriedberger nicht erleichtert, und Papa Piepen- brink muß sich verzweifelt damit plagen. Während er die anderen hinlegt, daß sich dazu marschierende Infanterie die Stiesel von den Knochen schleudern würde, bringt er den Hohensriedberger wie eine Zeitlupe. Aber dann kommt Gott sei Dank der Petersburger wieder erleichtert und bei„Denkst du denn, du Berliner Pflanze" singen alle freudig mit, und Mama Piepenbrink wird so angeregt, daß sie nun auch ihrerseits.... Also Mama Piepenbrink kann nicht nach Noten, aber nach dem Gehör. Sie hat Bruchstück« von der„Uhr" von Loew« noch im Gedächtnis, an denen oersucht sie sich. Den Text kann sie auch nicht mehr, da behilft sie sich leicht mit La— lo— la. Und wenn di« Harmonien nicht recht klappen wollen, genügt ihr ein Finger und zur Verstärkung zieht sie einen zweiten im Baß heran, der die Oktave spielen muß. Aber dazwischen weiß sie geschickt Triller und Schleifen, sogar Läuse, anzubringen. Leider, wie gesagt, kann sie es nicht zu Ende. Sie schließt darum mit«inem besonders schönen Triller und nimmt sich„Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar" vor. Ader auch der bleibt zum Torso verurteilt, zwar einem schönen Torso mit Trillern und Schleifen, und es folgen Reminifzen. zcn von„Vater, Mutter. Brüder, Schwestern Hab ich auf der Welt nicht mehr". Ich pflege, wenn Piepenbrinks ihre musikalischen Unterhaltungen beginnen, meine Schreiberei beiseite und mich auf di« Ehaisolongue zu legen, nachdem ich das Licht ausgeknipst Hab«. Ich muß ge- stehen, ich höre ihnen gern« zu der braune, der schwarze Mann mit dem weißen gemein hat, wo immer cr sich mit ihm gemein machen darf. Man kommt mit einem Zechkumpan oder findet einen oder freundet sich an: Theken- betanntschosten. Das sind nicht Stammtischfreund«. Es wird bald Kehraus gemacht mit angestammten Traditionen: Stamm- glöfer, Stmnmgarten, Stammsitzen, altes Geriiinpel, man geht an die Theke und bestellt Lagen,— eins, zwei, drei,— oerschlingt Lagen mih trintt runter. So ist's in der ganzen Welt, bald wird's in Europa ebenso sein. Die stillen Winkel verschwinden, das bißchen Bescheuüchkeit, der innere Anschluß. Die Frage ist nur: gehört er mit oder nicht mit zur Lage. Die Theke wird Symbol leicht sich konstituierender, auflösender und rekonstituierender, vehementer Zechständchen. Alkoholfchnellkonsum— Massenkonsum— Rowdykonsum. An der die Theke schützenden Messingstange stehen zechend, rauchend, streitend, fluchend, spuckend, Männer... Draußen in der Welt nur Männer. Die Theke forden leichtsinnige Geselligkeit, zerstört Ge- miitlichkeit, Sitte, Anstand. Gingen Frauen in die American bars von Amerika, wie sie heute in die speak-easis gehen? Nie- mals! Nicht einmal Barmaids gab es, so wüst ging es in den American bars her, daß man Fraucn ausschloß, und dann die Bars schloß. Heute sind sie fafhionabel. Die europäische Bor ist eine Animierkneipe, eine E r o t i» sierung des W i r t s h o u! e.s. Stehen Auftraliermnim, Kern gb kr innen, Südasrironerimien cm der Theke, die überoll und als einzige Gaststätte in diesen Ländern zu finden ist? Niemals! Es sind Schankstätten, wie es die amerikanischen waren. Die echte „American bar" ist ohne Musik, ohne Frauen, ohne Essen, ist nur dem Alkoholgemiß gewidmet. Der Anglosachse mischt vieles zu- sammen, aber niemals Alkohol und Erotik. Der Engländer vermaledeit die American bar. Sie hat das heimelig ausgestattet« engtische Gasthaus, dos„pule", verdröngt: dieses unmöblierte Trink- institut„American bar" besteht aus nichts anderem als leicht unter Wasser setzbaren Fließen, Kacheln(oder Marmorplatten)... und einer formidabten viereckigen Theke, eine Art Trrnk-Feste im Zentrum. Um so mehr Gaste gehen in ein Lokal, als man Möbel hin- ausräumt. Rascher wird getrunken und am unbekömmlichsten ist Alkohol im Stehen genossen. Aber die Theke triumphiert. Die Theke wandelt Osteria und Bodcga, Weinstube und Bicrbude zu einer uniformierten Alkoholkonsumanftalt um. Di« verfluchte Theke ist aus bestem Wege, die Welt zu mono- poiisieren, zu egalisieren und komplett zu veralkoholisieren. Damn tlte bars! Jwau Meilhut: (Xn det£efte dbonfteffipCatf Was es an dieser Ecke nicht alles zu sehen gibt! Hinter der Ricsensclieibc des Warenhauses stehen weißbekittelt« junge Mädchen an den Maschinen. Wickeln sie Zigaretten? Nein, sie wickeln Eierchcn ein, Schokoladeneierchcn. Nackt, braun und gerillt liegt das Ei aus der mechanisch bewegten Scheibe in seiner kleinen Höhlung— ein Hebel schießt vor, kleidet es ein, «in anderer gibt dem Ei eins auf's Köpfchen, ein dritter schlägt ihm sacht noch eins auf den niedlichen Dcez— und durch's Loch der Scheibe purzelt das Ei fertig in einen Behälter. Mit jedem Stoß der sekundlich rückenden Scheibe ein Ei. An der Maschine daneben geht ein noch größeres Wunder vor sich. Ein Schokoladenblock, unbekleidet, wird von i�ncr Mädchenhand in die Maschine gelegt und seinem Schicksal überlassen. Das vollendet sich rasch. Zwei Schritte entjernt von diesem ersten nimmt einige Sekunden später dos zweite junge Mädchen eine überaus akkurate Packung aus dcr Maschine heraus. In wenige» Augenblicken hat die Maschine den negcrbraunen Urzustand des Blocks mit europäischer Zivilisation umkleidet. Fragt mich nicht, wie es geschah. Die Missionare(das Packpapier) lagen in Stapeln auf der Lauer, und als der kakaodunklc Bursch, von der Maschine gestoßen, aus sie herein- und herunterfiel, da falteten sie sofort und ungeheuerlich fix die Flügel über seinem Leib— sie schlössen ihn ein, die Enden der Flügel schoben sich fest ineinander. So ging es einem nach dem anderen. Es gab kein Entrinnen. Ein kleiner Fall in die Tiefe— und er lag verpackt. Die jungen Mädchen an den Maschinen scheinen guter Ding« und unbefangen, obgleich sie ahnen müssen, daß das Publikum, das sich vor der Scheibe drängt, ganz gewiß etwas sehr Berlinisches äußert— etwas Vergleichendes in bezug auf die Süßigkeit von Schokolade und Maschinenbedienerin. Unwillkürlich suchen die Blicke der Zuschauer weiter hinten— sie erwarten, dort die Fabrikation der Schokolade selber zu finden. Warum denn nicht noch eine kleine Schokoladenfabrik im Hintergrund? Unmöglich wäre es, nach dem Gebotenen zu schließen, nicht... Flankiert wird dies Schaufenster, das der Technik alle Ehre macht, von zwei Blinden. Der eine spielt unaufhörlich auf seinem Flötchen dudelnde Läuse; neben ihm, unglücklich wie er selbst,«ine graue Frau. Der Alte auf der anderen Seit« aber ruft ununterbrochen in die Straße hinaus:„Gruß an de» Hcchfstvagcn ßigcntwtmavovbebalt auf einer Itecbmmg In der neuesten Zeit hat sich im Wirtschaftsleben die Uebung herausgebildet, die vor der oder bei Uebersendung der Ware er> teilte Rechnung mit der Klausel zu versehen„die Ware bleibt bis zur völligen Begleichung Eigentum der Lieferfirma, auch bei Weiterveräußerung". Welche Bedeutung kommt diesem auf eine Rechnung gesetzten Eigentums- Vorbehalt zu, wenn vorher ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde, in dem von einem Eigentumsoorbehalt nicht die Rede war? Das Landgericht Karlsruhe— Entscheidung vom 3. Dezember 1929,— und das Kammergericht— Entscheidung vom 14. April 1929 — haben zu dieser Frage Stellung genommen. Beide Gerichte sind zu einem entgegengesetzten Ergebnrs gekommen. Während jenes dem Bermerk des Eigentumsoorbehalts auf einer Rechnung kein« Bedeutung zuerkennt, erblickt dieses in einer solchen Rechnung, die zugleich mit der War« übersandt wird, den Willen des Verkäufers, das Eigentum nicht zu übertragen, auch wenn vertraglich ein Eigen- tumsoorbehalt nicht vereinbart war. Dem Erkenntnis des Kammergerichts muß in der Begründung und zum mindesten auch im rechtlichen Ergebnis beigetreten werden: es hat auch im Schrifttum seinen Beifall gefunden. Die Frage, ob jener Vermerk auch vom Standpunkt des Verkäufers aus zweckmäßig und vom Standpunkt des gesamten Wirtschaftslebens aus als wünschenswert anzusehen ist, muß von der Frage der Wirksamkeit des Vorbehalts scharf getrennt werden. Im Rahmen des genannten Streitfalles interessiert mehr, ob der Lieferant noch mindestens bedingter Eigentümer geblieben ist. Dies aber ist zu bejahen. Das Landgericht Karlsruhe und die Gegner der Entscheidung des Kammergerichts scheiden nicht genügend zwischen dem Kauf als solchen und der sachenrechtlichen Einigung, durch die der Ver- käufer sein Eigentum der gekauften Ware auf den Käufer über- trägt. Nur jener Kaufvertrag ist zweiseitig verpflichtend und das Maß der beiderseitigen Verpflichtungen kann allerdings nach der in Deutschland allgemein anerkannten und zweifellos richtigen Ansicht nicht durch einseitige Erklärung der einen Partei— Insbesondere des Verkäufers auf der Faktura— festgesetzt oder nachträglich ge- ändert werden. Aber eine ganz andere Frage ist die, ob der Verkäufer seinen durch die Uebersendung von Ware und Faktura erklärten Ueber- eignungswillen nicht durch den in Rede stehenden einseitigen Ver» merk beschränken kann. Das ist zweifellos zu bejahen: denn die Uebersendung ist ein Akt, dessen Wirksamkeit lediglich von dem Willen desjenigen abhängt, der Eigentum überträgt. Fehlt dieser Uebereignungswille, so ist das Eigentum überhaupt nicht, wird er von einer Bedingung abhängig gemacht, so ist es nur unter einer Bedingung übergegangen. Allerdings hat der Verkäufer dadurch seine Vertragspflicht aus Z 433 BGB. nicht erfüllt und der Käufer 'kann dann die entsprechenden Konsequenzen ableiten: aber er kann nicht unter Zurückweisung der ihm angesonnenen Bedingung das Eigentum nun unbedingt erwerben. Voraussetzung ist dabei allerdings, daß der Verkäufer den der Uebereignung beigefügten Eigentumsvorbehalt dem Käufer i n aller Form erklärt hat. und daß die Erklärung dem Käufer zugegangen ist. Mit dem Kammergericht ist der Fakturaoermerk als eine durchaus genügende Erklärung anzusehen. Wenn auch die Faktura für den Empfänger nicht bindend ist, so folgt daraus doch nichts für ihre vollständige Belanglosigkeit. Sie hat vielmehr, wenn sie der übersandten Ware beiliegt, eine erhebliche Bedeutung für die Frage, in welchem Sinne und welchem Zweck die Zusendung erfolgt ist. Es entspricht der Verkehrssitte, daß der Empfänger sie darauf- hin durchsieht und ihren Inhalt als ihm gegenüber erklärt behan- delt. In den Machtbereich des Empfängers gelangt ist die Erklärung jedenfalls auch dann, wenn der Geschäftsinhaber oder ein leitender Angestellter des Unternehmens die Faktura nicht zu Gesicht be- kommen hat. Ob der einseitige Eigentumsvorbehalt sich in Liefe- rungsbedingungen befindet oder in«inem Vermerk auf der Fat» iura zum Ausdruck gelangt, kann nach dem oben Ausgeführten keinen Unterschied machen. Der einseitige Eigentumsoorbehalt auf der Faktura hindert also den Eigentumsübergang auf den Erwerber und begründet das Recht des Verkäufers, im Falle des Kon» kurses des Käufers eine vor der Konkurseröffnung dem Käu- fer als Grundschuldner gelieferte Ware auszusondern. Die Beurteilung der hier gestellten Frage ändert sich wenigstens jn gewissem Sinne, wenn der Kauf noch nicht früher geschlosien war. sondern durch die Uebersendung der Ware im Sinne einer Annahme- erklärung des Verkäufers erst geschlossen werden soll. Dann bewirkt der in der Faktura beigefügte Eigentumsvorbehalt, daß die Annahme des Angebotes nicht so, wie es vom Käufer gestellt war, er- folgt ist. Mit Recht legt das Kammergericht dar, daß hier eine Ab- lehnung der auf Abschluß ohne Eigentumsvorbehalt gerichteten Offerte des Käufers in Verbindung mit einem neuen Angebot des Verkäufers— auf Kauf unter jenem Vorbehalt— anzunehmen sei. Auch hierin muß dem Kammergericht beigetreten werden, daß im Schweigen des Käufers nach Lage des Falls eine Annahm« dieses Gegenangebotes zu finden s«. Mlagistrstsrat Dr. zur. W. Krotosdiiner, Fr ü h l i n g", er hat V e r s e zu verkaufen, und wer ihn steht, wird nicht auf den Gedanken kommen, zu lachen. Ein Groll gegen die Umstände, die diesen Mann zwingen, diesen am allerwenigsten ver- langten Artikel— Verse— hier feilzuhalten, steigt in dem Passanten hoch. Cr hält dem Mann den Kaufpreis von einem Sechser hin, aber der Mann ist ja blind— man zwängt ihm die Münze in die alterssteife Hand hinein, man will sich, wegen dieses elenden Sechsers geniert, eilig drücken. Aber der Verseverkäufer hält dich mit der Geste des vorgestreckten Kopfes flehentlich fest. „Aber lesen Sc o o ch", sagte er,„ick habe mir Mühe je- jeben." Er ist ein Schriftsteller, er hat Ehrgeiz und Selbstbewußtsein wie alle seiner Gattung. Aber ein banges Ahnen verrät ihm. daß sein Gedicht, dieser Zettel, klein wie ein kleines Programm, nach wenigen Schritten zerknüllt auf das Pflaster der Leipziger Straße fällt, achtlos hingeworfen, ungelesen. Dieser kleine Vorgang aber machte ihn zum Bettler. Er hätte den Sechser um nichts bekommen. Ich weiß nicht... wenn ich mir sein Gedicht betrachte, finde Ich. trotzdem, dieser Mann wird unterbezahlt. Er wird unter- bezahlt. Er ist ein Schriftsteller. Dielleicht ist er mehr noch,«in Dichter. Wenn es zum Dichten genügt, ehrlich zu sagen, was ehrlich gefühlt ist— ja, so i st er einer. Er sagt: „Es(das Blümchen) neigt sein Köpfchen nach der Sonn« Lauf. wenn diese fern im Osten steiget auf." Hat der Mann in seinem Osten denn je die Sonne aussteigen sehen? Und der Schlußvers heißt: „Als Trost sich ein Zitat von meinen Lippen preßt: dlemo ante mortem beatus äicen-ius est." Lilly Post. Pücklerstraß« 43 Hecblsiäbigbeil Minderjähriger. Ein junger Mann von großem Wuchs und breiter Statur läßt in einem photographischen Atelier«in größeres Bild von sich an- fertigen und erklärt dabei, er wolle es seinem Vater zum Geburtstag schenken, es solle eine Ueberraschung sein. Bei dem Aeußeren des Bestellers kam der Photograph gar nicht auf den Gedanken, daß diofer etwa das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet Hab«, und nahm ohne weiteres an, daß ein so gewandter Herr auch„geschäftsfähig" im Sinn« des Gesetzes fei. Da der Name des Vaters dem Photographen bekannt war und in der Geschäftswelt einen guten Klang hatte, liefert« er das Bitd ohne Vorauszahlung und sandte erst dann dem jungen Mann seine Rechnung. Dieser erklärt« nunmehr, daß er erst 29 Jahre all sei, und daß sein Vater die Bestellung nicht genehmigt habe. Die Rechtslage des Photographen war damit eine äußerst un- günstige: er hatte mit einem Minderjährigen ein Geschäft ob- geschlossen, das mangels der Genehmigung des gesetzlichen Vertreters — hier des Vaters— ungültig war. Er konnte auch gegen den Minderjährigen kein« selbständig« Klag« erheben, da«in Minder- jähriger nicht rechtsfähig ist, also auch nicht verklagt werben kann: er konnte die Klage nur richten:„gegen den Minderjährigen N. N., vertreten durch seinen Vater---" Da der Photograph aber schon durch den Sohn erfahren hatte, daß der Dater mit dem Rechtsgeschäft nicht einverstanden gewesen war, und mit Sicher- heit vorauszusehen war, daß er dies im Prozeß einwenden würde, unterließ er die Klage, die auf alle Fälle abgewiesen worden wäre, und sparte so wenigstens das Geld für eine erfolglos« Klage. Minderjährig ist, wer das 21. Lebensjahr noch nicht voll- endet hat. Ein Minderjähriger kann selbständig ein wirksames Rechtsgeschäft nicht abschließen, er bedarf dazu der Genehmigung seines gesetzlichen Vertreter,;«e» kann der Vater, in anderen Fällen die Mutter oder auch der Vormund sein. Wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann durch Beschluß des Vormundschaftsgerichts für volljährig erklärt werden: durch die Volljährigkettserklärung erlangt er die rechtliche Stellung eines Voll- jährigen. Es rst im Geschäftsleben natürlich von größter Wichtigkeit, sich über die Rechtsfähigkeit desjenigen, mit dem man ein Rechtsgeschäft abschließt, zu vergewissern: denn wer mit einem Minderjährigen ein Geschäft abschließt, hat kein Rechtsmittel, sich vor Schaden zu schützen. Allerdings gibt es auch Fälle, m denen«in Minderjähriger Ver- träge wirksam abschließen kann. Zum Beispiel, wenn chn der gesetz- liche Vertreter ermächtigt in Dienst oder in Arbeit zu treten, so ist der Minderjährige für solche Rechtsgeschäfte unbeschränkt ge- schästssähig, welche die Eingehung oder Aufhebung eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses der gestatteten Art betreffen. Ja selbst die für einen einzelnen Fall erteilte Ermächtigung gilt im Zweifel als allgemeine Ermächtigung zur Eingehung von Verhältnissen der- selben Art. Eine wettere Bestimmung des Gesetzes betrifft die Auf- sichtspflicht über Minderjährig«, die der gesetzliche Vertreter auszuüben hat: sie kommt haupssächlich wohl bei Kindern oder geistig Zurückgebliebenen in Frag«, die für ihre Taten nicht verantworttich zu machen sind. Das Gesetz bestimmt: wer nicht dos siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich: und weiter: wer das siebente aber nicht das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für solchen Schaden dann nicht verantwortlich, wenn ihm die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht fehlt. In solchen Fällen wird zu prüfen sein, ob der zur Aufsicht Verpslichtet« dieser Pflicht genügt hat: ist die, der Fall, so tritt eine Ersatz Pflicht seiner- seits nicht ein, ebensowenig, wenn der Schaden auch bei gehöriger Aussichtssührung entstanden sein würde. Margarethe Falkenfeld. eBuch ttlaria Marlweis: Schwindel Der Zusammenbruch der bürgerlichen Welt ist so oft In Romanen gestaltet worden, daß ein Schriststeller neues zu diesem Thema kaum mehr sagen kann. Marta Karl weis gibt in ihrem Buch „Schwindel"(S. Fischer Verlag) denn auch keine soziologischen Offenbarungen. Sie zeigt, daß die wirtschaftlich« Unterminierung den Untergang des Bürgertums zum Abschluß bringt: dem einzelnen bleibt nur die Wahl zwischen Vernichtung oder Rettung in, Prole- tariat, und viele fürchten solche Rettung mehr als den völligen Untergang. Diese Tatsache haben bereits andere Schriftsteller aus- führlich ausgezeigt und begründet. Aber ich kenne kein Buch, in dem der Vorgang der Auflösung so unheimlich deutlich wird, in'dem der Zerfall nicht nur in seinen Symptomen, sondern unmittelbar der Erkenntnis so nahe gebracht wird. Die große Familie, von der das Buch erzählt, ist eine Sammlung typsscher Vertreter des Bürgertums. Das elende Haus, mit dem diese Menschen von ihren eigenen Familienangehörigen angeschmiert worden sind, dessen miserablen Zustand sie kennen und fürchten, und um das doch immer wieder Haß und Gier und Neid und Streit entbrennt, könnte man fast symbolisch nehmen. Aber alles Typische, alles Symbolhafte steht in diesem Roman hinter erschütternder Lebendigkeit— soweit man bei dieser Bürger- samilie vom.Leben" reden kann. Wie Schauspieler einer Schmiere führen sie mit verstaubten Atrappen, zwischen schlechten Kulissen, einen Lebensersatz, weil sie zur tätigen Teilnahme am wirklichen Leben weder Kraft noch Mut haben. Sie betrügen ein bißchen, ver- kümmern und sterben, werden verrückt. Von den wenigen, die«in glückliches Geschick früh aus diesem Kreise herauslöst, berichtet das Buch nicht weiter. Wer es ist doch einige- wirkliches Leben noch vorhanden, angefressen zwar, schwer bedroht, doch im Kern gesund. Ein Mädchen erzwingt sich ihr eigenes Schicksal. Der Weg von der Familie in die Arme eines genialen, ober lebensunjähigen Mannes scheint kein Ausstieg. Er ist es trotzdem: denn er rettet sie vor dem Untergang mit der Familie, und er führt sie endlich hinein in die Welt der Wirklichkeit. Phantastisch drängt sich gegen den Schluß des Buches die an ihrer seelsschen Verkümmerung allmählich irrsinnig gewordene Schwester in den Vordergrund, die noch einmal de» ganzen Willen zum Schwindel, den fanatischen Glauben an seine Notwendigkeit, seine Zweckmäßigkeit mit der unheimlichen Gewalt einer Geistestranken entwickelt. Der Stil des Buches entspricht dem Ausbau de« Stoffes. Der Leser wird vorwärtsgepeitscht.von keiner Reflexion, von keiner reflektierenden Wendung aufgehallen. Wie die Gestaltung des Inhaltes genügt auch die Sprache nicht immer höchsten tünsllerischen Anforderungen. Aber alles ist unmittelbarer Ausdruck, klar, scharf geformt: es zwingt zum Miterleben. Trude El Schulz. WAS DER TAG BRINGT ERZÄHLT VON YORICK Die Wette Sie waren Polen, all« beide, und sie hießen, wie sich das für zwei Polen gehört, die in der Stadt Pari» ihre östlich« Heimat vertreten: Wenzeslaus und Stanislaus. Wirklich! Außerdem waren sie Freunde und außerdem hatten sie Geld. Was tun Leute, die befreundet sind und zuviel Geld haben? Sie wetten miteinander. Irgendeine möglichst blödsinnige Wette. Im Fall Stanislaus und Wenzeslaus ging es um einen Wettlauf auf den Montmartreberg. Und zwar ohne Strümpfe und, um die Sache schwierig zu machen, mit— Bohnen in den Schuhen. Weil der Austrag der Wette am hellen Tag« einiges unliebsam« Aufsehen erregt hätte, wählten Stanis- und Wenzeslaus die Nacht. Und so sahen denn zwei im Montmartreviertel stationierte Schutz- leute, wie zwei Männer den Montmartrehügel erNommen. Der«ine ächzend und hinkend, der andere aber leichtfüßig wie ein Reh. In- folgedessen war der letzt« lange vor dem ersten oben. Und als der Hinkend« endlich ebenfalls angelangt war, gab es zuerst einen Wort- Wechsel und dann eine wüste Prügelei. Hier griffen die Hüter der Ordnung ein. Sie ermittelten die Ge- schichte der Wette und ihren Austrag, und sie ermittelten auch den Grund für den Sieg Wenzes- und den Zorn Stanislaus'. Beide hatten vorschriftsgemäß Bohnen in chr« Schuhe getan. Beide Bohnen von gleicher Größe und gleicher Anzahl. Nur hatte Wenzeslaus die seinen vorher— gekocht! Der Held und die Behörde Daß einer ins Feld zog und eine Frau zurückließ, die er erst vor zwei Wochen geheiratet hatte: daß dann nach einem Jahre die amtliche Nachricht an die Frau gelangt«, daß ihr Mann gefallen sei— das kam in den Iahren de» Wellkrieges häufig, viel zu häufig vor. Auch daß die Witwe, nachdem Trauer und Trauerjahr vorüber waren, sich von neuem verheiratete, wie es Frau Szabo aus dem ungarischen Orte Kolozsoar tat, ist ein durchaus häufiger Fall: kom- pliziert wurde er nur dadurch, daß ihr erster Mann Mann, Alexander Szabo, gar nicht tot war, sondern von den Russen gefangen. Er hat keine Möglichkeit, sich mit der Heimat in briefliche Verbindung zu setzen; weih also von der Totmeldung und von de? zweiten Heirat seiner Frau nichts. Erst im Jahre 1923 kommt er in die Heimat zurück und erfähtt all das... Auch dies noch ist Heimkehrerschicksal, das nicht nur einmal ge- schah. Wie aber Alexander Szabo es meisterte, indem er ihm nach- gab, wie er nicht an den vier Iahren Krieg, sondern an den sieben Iahren zwischen 1923 und 1930 zum Helden wurde, zum Helden im seelischen und somit wahrhastigen Sinn«: da« ist wohl einmalig! Denn Alexander Szabo ging nicht hin, um sein« Frau zu fragen:„Der andere oder ich!", ging nicht hin, um die Ehe ungültig erklären zu lassen, die sein« oder die des andern. Er liebte seine Frau, liebt« sie mit jener tiefen und rechten Liebe, die auch auf den Besitz der Geliebten verzichten kann, die sich im Brücke-Sein zu ihrem Glück zu bescheiden weiß. Und so ging er nicht zu seiner Frau, sondern sorgte, daß sie von seiner Wiederkehr nichts erfuhr. Ließ sich aber unterrichten von allem, was sie lebt«, wußte, daß ihre Ehe glück- lich war. erfuhr im Lause der Jahre von der Geburt dreier Kinder. Und erfuhr also auch vor einigen Monaten, daß der zweite Mann seiner Frau geostrben war. Er schrieb ihr sofort: die Bahn war für ihn frei. Und er gedachte sie bald zu heiraten. Sie willigte gern ein; si« hatte ihn wohl immer geliebt. Dos Heldenstück eill« mit Riesenschritten seinem Happy end zu. Es wäre schon zu Ende— aber auf seinem Weg« saß— die Behörde. Nämlich für die Behörde ist Alexander Szabo tot. Um zu ver- meiden, daß sein« Frau durch sein Wiederauftauchen beunruhigt wurde, hatte er sich bisher nickst amtlich zurückgemeldet. Das rächte sich nun. Die Beamten weigern sich, ihn jetzt noch anzuerkennen. Ungezählt« Papiere, Dokumente, Akten muß er beschaffen, ungezählte Papier«, Dokumente, Akten müssen geändert oder neu gefertigt werden. Und wenn es ihm gelingt, den widerspenstigen Amts- schimmel in Trab zu setzen— dann, das ist zu hoffen, wird er wenigstens noch bei Lebzeiten sein« Witwe heiraten können! Die Fahne O Wunschttaum jede» Militaristen vom romantischen Schlage: eine feindliche Fahne zu erobern! O unerfüllbarer Wunschttaum, unerfüllbar wenigstens tn diesem letzten Krieg«: Fahnen hatten sich als für den Schützengvabenkrieg nicht so recht geeignet erwiesen, und die Beut« an wehendem Tuch war also selbst bei den größten Siegen recht bescheiden. Einem braven sächsischen Soldaten, einem simplen Muskoten aber glückte es, gleich im Anfang, anno 14, als man Fahnen noch >chätzte und mit sich führt«— in dem Oertchen Säryles-Mezieres, dicht bei Et. Ouentin, fand er ein« Fahne— fand sogar ersichtlicher- weift eine prachtvolle Regimentsstandarte! Er meldete seinen Fund nickst: es gelang ihm sogar, ihn in die Heimat zu schicken: da hing die Fahne nun in stolz geschwungenen Falten über dem Kanapee, und als der Sachse heimkam, saß er Abend für Abend unter seiner Trophäe— bis er kürzlich starb. Die Witwe legte wohl nicht soviel Wert auf die französische Fahne, oder si« brauchtt Geld: jedenfalls verkaufte sie die Fahne einem Bekannten für fünfzig Mark. Der aber hatte seinerseits wieder«inen Reflektanten, einen Leipziger, von dem er wußte, daß er solche Dinge sammelt«. Der Sammler besah die Fahne, schmunzelte und bezahlte sie— allerdings auch nur mit fünfzig Mark. Und dann setzte er sich hin und schrieb einen Brief nach Söryles- M�ziires, in der Landessprache, denn er konnte, al» erster deutscher Besitzer der Fahne, französisch. Aus Frankreich kam ein Brief zurück. der enthielt fünfzig Mark, und dann wurde die Fahne verpackt und nach Söryles-Mezieres befördert. Und in Säryles-Mözieres fand am Sonntag nach der Ankunft der Standarte ein großes Volksfest statt. Man hatte auch Grund dazu. Denn die— F eaerwehr hatte ihr« Fahne wieder! Dienstag 7. April 1931 Nr. 161 48. Jahrgang Der Vulkan als Kraftquelle Billige Elekhiziiäts-Erzeugung/ Radio-Ortssender mit mehreren Programmen/ Die SOprozentige Glühlampe Die Ingenieure, diese modernen Hexenmeister, schrecken bekannt- lich vor nichts zurück, und so haben sie sich denn neuerdings mit Er- folg an die säst mahmvitzig anmutend« Aufgabe gewagt, die zügellos sich austobenden vulkanischen Kräfte eirrzusangen und sie ihren Zwecken dienstbar zu machen. Da gibt es z. B. in T o s c a n a, nicht weit von Florenz, ein vulkanisches Tal, das den bezeichnenden Namen„Balle dell' Inferno"(Höllental) trägt und das noch vor wenigen Jahren von Mensch und Tier ängstlich gemieden wurde. Bis eines Tages der italienische Chemiker und Ingenieur Fürst Conti auf dem Plan erschien und mitten in dem verrufenen Tal ein grobe» Kraftwerk zu errichten begann. Dampfturbinen und Dynamomaschinen wurden aufgestellt,«in Netz von Kabeln und Rohrleitungen verlegt, nur die von Dampfturbinen sonst untrennbaren Kesselanlagen fehllen in diesem seltsamen Kraft- werk. Statt besten wurden ringsum eine Anzahl Bohrlöcher in den heißen, vulkanischen Boden getrieben, aus denen alsbald dicke Dampfstrahlen Hervorschossen. An jede Bohrung wurde eine Rohr- leitung angeschlossen, die den Dampf auffängt und ihn zunächst in eine Reinigungsanlage leitet, wo er von allen schädlichen Beimengungen befreit wird. Erst der so gereinigte Dampf strömt in die Turbinen, die seine Wärme- und Spannungsenergie in mechanische Arbeit umwandeln. Dieses erste Vulkan-Krastwerk der Welt arbeitete von Anfang an so zufriedenstellend, daß es im Lauf der Jahre immer mehr aus- gebaut urtd vergrößert wurde. Zur Zeit werden dort rund 10 000 PS. erzeugt. Ein Dutzend Bohrlöcher, deren Tiefe zwischen 80 und 250 Meter schwankt, liefern den erforderlichen Dampf zum Antrieb der Turbogeneratoren, die zusammen mit dem Strom mehrerer Wasserkraftwerke Florenz und einig« andere norditafienisch« Städte mit Licht und Kraft oersorgen. Zn finanzieller Hinsicht rentiert sich da» Unternehmen glänzend, denn es ist nicht nur Stromlieserant, sondern erzielt außerdem er- hebliche Gewinne aus dem Berkauf der dem Dampf beigemengten und aus ihm abgeschiedenen„Verunreinigungen", unter denen sich zahlreiche sehr wertvolle und von der chemischen Industrie hochbe- zahlte Stoff« befinden, so z. B. Borsäure, Kalzium- und Magnesium- salze, Schweselwaflerstoff, Methan, Neuerdings sind auch die Ameri- kaner dem Vorbild der Italiener gefolgt und haben in Kalifornien, nicht weit von San Franziska, ebenfalls ein von vulkanischen Dämpfen gespeistes Kraftwerk in Beftieb genommen. „Ultrakurzer" Rundfunk? Nach den sprunghaften Forffchritten der ersten Jahre schien die Rundfunktechnik in jüngster Zeit auf einem gewissen toten Punkt angelangt zu sein. Zwar war an Verbesserungen im einzelnen nach wie vor kein Mangel, die Geräte wurden immer laufftärker, selektiver und klangreiner, aber man hörte wenig oder gar nichts von wirtlich umwälzenden, prinzipiellen Neuerungen, auf die es letzten Endes doch allein ankommt. Um so größere Beachtung verdienen die in jüngster Zeit von verschiejMen Seiten angestellten Versuche mit sogenanntem ultrakurzen Rundfunk. denn hier zeigt sich ein Weg. wie man den Wünschen der Hörer mit einfachem Ortsempfangapparaten entgegenkommen kann. Als„ultra- kurz" bezeichnet man bekanntlich Wellen, deren Länge nur einige Meter beträgt, im Gegensatz zu den gebräuchlichen Rundfunkwellen von mehreren hundert Metern Länge. Derartigt ultrakurze Wellen, deren Erzeugung und Erforschung eines der Hauptarbeitsgebiete der Radiotechniker in den letzten Jahren war, zeigen ganz merkwürdige Eigenschaften, vor allein was ihre räumliche Ausbreitung anbetrifft: sie verhalten sich nämlich in dieser Hinsicht genau wie die Lichtstrahlen, d. h. sie reichen nicht weiter, als bis zu dem vom Sender aus sichtbaren Horizont. Ihre Reich- weite wird also um so größer, je höher der Sender aufgestellt ist, ebenso wie ja auch das Gesichtsfeld mit jedem Meter Höhengewinn eine entsprechende Erweiterung erfährt. Für viele.„Kleinhörer" er- geben sich aus der Verwendung der ultrakurzen Wellen die ver- lockendsten Perspektiven. Man braucht nämlich nur in jeder Groß- stadt ein« Anzahl Ullraturzwellenfender mit jeweils eigenem Pro- gramm aufzustellen, um auch den Besitzern einfacher Empfangsgeräte genügend Auswahlmöglichkeilen zu bieten. Eine gegenseitige Störung der verschiedenen Sender ist ausgeschlossen, da man bei den Kurzwellen viel« Sender unterbringen kann. Augenblicklich werden in Berlin bereits Ultrakurzwellen-Dersuchs- fender ausprobiert, an denen man die nötigen Erfahrungen mit der neuen Rundfunktechnik sammeln will. Die auf dem Dach hoher Ge- bände aufgestellten Sender haben ein« Reichweite von etwa 6 bis 8 Kilometer, was für eine Stadt wie Berlin durchaus genügt. Für die Landbevölkerung ist der ultrakurze Rundfunk sowieso ohne Be- deutung, da auf dem Lande durchweg Mshrröhren-Fernempfänger in Gebrauch sind, die eine ganze Anzahl in- und ausländischer Stationen heranholen. Der Empfang der Ultrakurzwellensender wird allerdings vor die Detektor- oder Ortsempfängerapparate die Einschaltung eines Vorsatzgerätes notwendig machen, wenn es der Hörer nicht vorzieht, sich einen besonderen Kurzwellenempfangs- apparat anzuschaffen, der allerdings wesentlich billiger als ein Mehr» röhrenempfänger wäre. Eicht ohne>Varme Die Heutige normale Metallfaden-GlüHlampe setzt nur etwa 6 Proz. der chr zugeführten elektrischen Energie in ficht- bares Licht mn: die übrigen 04 Proz. gehen als Wärmestrahlung und deryleiche» für die Lichterzeugung verloren. Diese, Ergebnis kann mit dem besten Willen nicht als günstig bezeichnet werben, so daß man es versteht, wenn Wissenschaft und Technik unermüdlich um die Verbesserung des Glühlampenwirkungsgrades bemüht sind. Mit welchem Erfolg, zeigt die soeben bekanntgewordene Erfindung einer nach ganz neuen Gesichtspunkten konstruierten Glühlampe durch Professor Pirana«ich Dr. Ewest. die den bisher noch nie auch nur annähernd erreichten Wirkungsgrad von rund 80 Proz. aufweist. Die neue Lampe gehört zu den sogenannten„kalllichlslrahlern". d. h. sie arbeitet im Gegensatz zu unseren heutigen Glühlampen wäy- rend des Betriebes ohne merkliche Erwärmung. Unerreichtes Vorbild auf diesem Gebiete ist die Natur, die ihre Leuchtkäfer und Leucht- schmetterlinge mit Kaltlichtquellen von nahezu hundertprozentiger Wirksamkeit ausgestattet hat. Wie sie das macht, ist vorläufig noch ihr Geheimnis, immerhin ist der Mensch, wie die Erfindung der neuen Glühlampe zeigt, eifrig bemüht, ihr auch auf diesem Gebiet ebenbürtig und eines Tages vielleicht sogar überlegen zu werden. Ihrer Wirkungsweise nach zählt die neue Lampe zu den „Glimmlampen", in denen stark verdünnte Gase bei Strom- durchsluß zu leuchten beginnen. Als Fllllgas dient in diesem. Fall K r y t o n, ein sehr seltenes und verhältnismäßig schweres Gas, das gleich den übrigen Edelgasen Helium, Neon, Argon in ganz geringen Spuren in der atmosphärischen Luft vorkommt und durch einen um- ständlichen Reinigungsprozeß aus ihr abgeschieden werden kann. Außerdem ist die Lampe mit einer Einrichtung versehen, durch die sich in ihrem Innern Natriumdompfe erzeugen lassen. Schickt man nun eleektrischen Strom in die Lampe, d. h. schießt man Elektronen in das Gas-Dampf-Gemisch, so prallen diese an den schweren Kryton- Atomen elastisch ab und bringen dadurch die Natriumdampfatome dermaßen in Schwingung, daß das Innere der Lampe in dem für Natrium charakteristischen strohgelben Licht aufleuchtet. Man wird abwarten müssen, ob es gelingt, die Lampe, die in ihrer jetzigen Form noch recht kompliziert und teuer ist, so sehr zu oereinfachen und zu verbilligen, daß sie für die Massenverwendung im täglichen Leben in Frage kommt. ZWAng. Hans Wohltereck. Wie die Spunveiie der Eisenbahn enisiand Warum sind es gerade 1435 Millimeter? Schon zur Zeit, als noch die Postkutsche das einzige öffent- liche Verkehrsmittel war, hatte sich eine hohe Obrigkeit mit den Mderspurweiten der einzelnen Fahrzeug« befaßt. Eine solche Maß- regel zeigte sich als notwendig, damit sich zwei auf der Landstraße begegnende Wagen ausweichen tonnten. Da die Fuhrleute möglichst viel« Güter auf einmal befördern wollten, wurden im Lause der Zeit ihre Fuhrwerke immer breiter und breiter gebaut, d. h. der Abstand zwischen den beiden Rädern wurde immer breiter und größer. Das ging nur eine Zeitlang, bis die zu geringe Breit« der damaligen Fahrwege und Landstraßen ein Halt geboten. Schimpfereien und hieraus sich ergebende Prügeleien zwischen den Fuhrleuten, die sich nicht mehr ausweichen konnten, waren an der Tagesordnung. Das englische Parlament hielt dämals diese Angelegenheit für wichtig genug, um sich mit ihr zu beschäftigen. Es wurde ein Ge- setz erlassen, wonach der Abstand zwischen den Innenseiten zweier Wagenräder nicht größer als bei den Postkutschen, und dap waren genau 1,372 Meter, sein durste. In späteren Zeiten verfertigten dann die Wagenbauer auch Fahr- zeuge, die nur für den Stadtverkehr bestimmt waren und eine engere Spurweite hatten. Solche Fahrzeuge waren für das Land nickst zu gebrauchen, da man doch hier öfter auch Feld- und Sandwege, in die man Spuren mühsam eingefahren hatte, benutzt«. Aus diesem Grunde mußten Vorder- und Hinterräder genau den gleichen Ab- stand aufweisen, um in den alten Spuren fahren zu können. Als nun Georg« Stephenson im Jahre 1825 eine erste Lokomotive baute, dann Gleis« legte, damit sie auf diesen mit einigen Wägelchen fahren konnte, kam«ine wohlweise englisch« Behörde auf den Ge- danken, dem genialen Erfinder den Abstand der Räder für Wagen und Lokomotive vorzuschreiben. 1372 Millimeter, genau wie bei der Postkutsche, waren ihm zugestanden worden und nicht ein Zen- simeter mehr, obwohl der Dampfwagen doch keine Landstraße be- nutzte! v Als gehorsamer Staatsbürger richtete sich Stephenson zu- erst nach den ihm gegebenen behördlichen Weisungen. Bald aber erkannte er, daß diese Vorschrift jede Entwicklung des Eisenbahn- wesens unterdrücken muhte. Bei seiner Lokomotive lagen nämlich die Dampfzylinder noch zwischen den Rädern. Stephenson, der sich um den Erfolg seiner Erfindung betrogen fühlte, ließ nichts unversucht, um die Erl«ubnis für eine größere Spurweite zu er- halten. Er wandte sich von Behörde zu Behörde, und da«r immer abschlägigen Bescheid erhielt, sckstießlich an das Parlament. Man gestattete ihm hierauf, die Entfernung zwischen den Rädern aus 1435 Millimeter zu vergrößern. Zu jener Zeit hatte man in anderen Ländern noch keine Erfahrungen im Bau von Lokomotiven gemacht. Die erste deutsche Eisenbahn auf der 6,1 Kilometer langen Strecke Nürnberg— Fürth im Jahre 1835 wurde von einer Maschine gezogen, die aus England stammte. Diese. Lokomotive hatte daher ebenfalls eine Spurweite von 1435 Milli- meiern. So wurde dieser Räderabfland zur allgemeinen Norm für die Gleise der meisten Länder der Erde bis aus den Heu Ilgen Tag. Ein« Ausnahme macht in Europa nur Rußland, wo der Abstand zwischen den Innenkanten der Schienenstränge 1524 Millimeter be- trägt, und Spanien nebst Portugal, wo dieser Zwischenraum 1740 Millimeter groß ist. Griechenland und Algerien besitzen Gleise mit nur 1 Meter Abstand, während Chile und Brasilien dem Beispiel Spaniens gefolgt sind. Neben diesen sogenannten vollspurigen Bahnen gibt es aber bei uns auch eine große Anzahl von Nebenbahnen, die eine Spurweite von nur 1075 oder nur 600 Millimetern aufweisen: schließlich baut man auch noch Feldbahnen mit 400 Millimetern Schiencnabstand. Postkutsche, Karosse, Landauer und Leiterwagen sind heut« zumeist durch Postauto, Limousine und Lasttkraftwagen ersetzt worden. Die Spurweiten der Kraftfahrzeuge schwanken gewöhnlich zwischen 1280—1420 Millimeter. Auch bei diesen Maßen mußte man natürlich auf die Breite der Landstraßen und Fahrdämme in den Städten Rücksicht nehmen, um Zustände, wie sie in den früheren Zeiten erlebt wurden, zu vermeiden. Man soll ja doch schließlich aus der Vergangenheit lernen und versuchen, es in der Gegenwart besser zu machen.(lüntdei- Scdekkler. Gesdmittene Spiraifcdcrn Der autogene Schweißbrenner auf der Drehbank Ein neues Verfahren zur Herstellung von starken, flachgängigen Spiralfedern wird im Nürnberger Werk der Siemens- Schuckert-Werke angewandt. Man ist dort von dem.Wickeln" großer Spiralfedern aus der Lefispindeldrehbank abgegangen und stellt die Federn jetzt mit dem autogenen Schweiß» b r e n n e r her. Es handelt sich um Spiralfedern von großem Durchmesser, wie sie etwa zur Abfederung von Waggons und zur elastischen Kupplung von Maschinensätzen benutzt werden. Bei dem angewandten Schweiß-Schneideverfahren ist es gleichgültig, ob es sich um Federn mit offenen oder geschlossenen Enden handelt. Im letzteren Falle bohrt man lediglich in die vorher außen überdrehten und in der erforderlichen lichten Weite hergestellten Rundstücke aus Stahl recht- winklig zur Längsachse je ein Loch an den Enden. In dieses Loch setzt man dann den Schweißbrenner ein und läßt den Support der Drehbank mit dem Schweißbrenner entsprechend der gewünschten Kangzahl der Feder vorrücken. Der Schneidbrenner schneidet die Gänge haarscharf durch die Wandstärke des Werkstückes, ohne daß eine Nacharbeitung erforderlich wäre. Genau so werden Spiral- federn mit offenen Enden geschnitten. Die Qualität der so her- gestellten Federn und die Einfachheit des Verfahrens begründen die Ueberlegenheit über das bisher geübte Aufwickeln einer Vierkant- stahlstange auf einen Dorn. Wie die Zeitschrift des Vereins Deut- scher Ingenieure dazu mitteilt, sind auf die angegebene Art und Weise Spiralfedern von 400 Millimeter Außendurchmesser und 100 Millimeter Wandstärke einwandfrei hergestellt worden. Was die Redner sagten .Au» den Vortragssalen Unter dem Titel„Neuzeitlich« Funktechnik" fand der 21. Vortrageabend aus der Vortragsreihe„Verkehr und Industrie" de» Reichsbundes Deutscher Technik, Ortsgruppe Berlin, statt. Der Dortragende, Abteilungedirektor Dr.-Ing. Harb ich vom Reichs- postzentralamt. zeigte zunächst«inen kurzen Lehrfilm über Sende- technik. In dem das Röhrensenderxrinzip erläutert und ein« Dar- stellung der Antennenstrahlung gegeben wird. Daran anschließend erläuterte er die Strahlung svorgäng« bei langen, mittleren und kurzen Wellen und zeigte, wie sie für die Funktechnik von ausschlaggebender Bedeutung geworden sind. Zum besseren Verständnis für die Eni- Wicklung der neuen Sendetechnik wurden die modernen Kurzwellen- anlagen mit den älteren Langwellenanlagen oerglichen. Es wurde die heute übliche Strahlwerferanlage für kurze Wellen erklärt und ihr Zweck erläutert, sowie auch moderne Anlagen besprochen. Aus- führlich äußerte sich der Vortragend« noch über Reichweite und Vor- wendungsinöglichkeit der ultrakur, zen Wellen, moderne Sender und Empfänger hierfür, über Sende- und Empfangstechnik des Fern- fehens und über die Entwicklung der Rundfunktechnik vom ersten Berliner Sender bis zu den neuesten Großsendern. Es folgte dann eine Beschreibung von Gleichwellenrundfunkanlagen und ihre An- Wendungsmöglichkeiten. Ueber die Errichtung des Großsenders in Mllhlacker führte der Vortragende einen interessanten Tonfilm vor. Anschließend daran wurden Vergleich« zwischen neuen und alten Senderäumen gezogen, die den Einfluß der Senderäume auf die Güte der Wiedergab« klarlegten. Zum Schluß wurden noch einige Schall- platten vorgeführt, die den Einfluß der Sender der Senderaumtechnik deutlich hörbar zeigten. dl..f. Ueber das Ergebnis seiner neuesten Forschungen auf dem Ge- biete der Biochemie und Radioaktivität sprach im Deutschen Ingenieurbaus Prof. Dr. S t o k l a f a aus Prag. Jon Laooisier, der Dater der modernen Chemie, hatte 1782 alles Leben als chemischen Prozeß und die pflanzlichen, tierischen und mensch- lichen Organismen als chemffche Laboratorien bezeichnet. Die Auf- gäbe der Menschen und der Tierwelt im ganzen Weltall ist, sich zu vermehr« und alle organischen Stoffe wie Kohlehydrate, Eiweiß- stoff« und Fette zu mineralisieren und in einfachste Stoff« zu über- führen. Für den Menschen gilt das wichtige Gesetz, nur soviel zu essen als der Organismus mineralisieren kann. Mit zunehmendem Alter nimmt die Mineralisationstraft des Organismus ab. Alle Substanzen, die im tierischen und menschlichen Körper nicht resorbier- bar sind, gehen als feste Erkremente aus dem Körper hinaus. Sie enthalten eine ungeheure Menge aktiver Bakterien(pro 1 Gramm 200 800 Millionen Keime): durch den dem Boden zugesicherten Dünger bedingen sie die Fruchtbarkeit des Bodens, auf welchem die Pflanzenwelt wiederum das vom tierischen und menschlichen Organis- mus ausgeatmete Kohlendioxyd assimiliert. Alle Lebensprozessc werden durch die Radioaktivität beeinflußt. Dafür erklärt sich auch die günstige Wirkung der radioaktiven Inhalations-, Trink- und Badekuren: der Organismus wird von den Schlacken befreit und die„Mineralisation" restlos durchgeführt. Ja, man kann sagen, daß das Leben der ersten Zelle nach dem Erkalten der Erdoberfläche durch die Radioaktivität hervorgerufen wurde. Zum Schluß kündigte Prof. Stoklasa die 1. Internationale Crnährungskonferenz an, die im Herbst 1S32 in Prag stattfinden wird. H.K. ver Architekten, und Ingenieur-Verein zu Berlin veranstaltet Montag, 13. April, 20 Uhr, im Meffterfaal, Köthener Straße 38, «inen Vortrag mit Lichtbildern über„Schwingungen und Er- schütterungen von Bauwerken". Vortragender: Professor vr.-In«. Hort. Karten sind in der Geschäftsstelle des Vereins, Wichelm- 1 ftrahe 92/93, zu haben. Der Goebbels-Mann als Boxmanager Herr Kiefer verdient 1800 Mark, seinen Schützlingen gibt er 180 Mark ab? Von einem" Berufsboxer wird uns geschrieben: Der Chef- redotteur des sportlichen Teiles vom„A n g r! f s", dem Berliner nationalsozialistischen Organ, ist ein strammer Goebbels-Mann namens Kiefer, Der Herr befaßt sich neben seiner Redattions- tatigkeit noch sehr lebhast dem Vermitteln von Boxern für Berufsboxkämpfe. Er arbeitet besonders mit dem Auslande. Diese seine nebenberufliche Tätigkeit übt er wohl nur deshalb aus, weil er„sozialistisch" und„National" denkt und er für die nicht gerode auf Rosen gebetteten deutschen Berufsboxer Verdienst- möglichkeiten schaffen will— beileibe aber nicht deshalb, weil er dadurch einen sehr netten Nebenverdienst hat. Wie er die Interessen der deutschen Boxer und das Ansehen seines über alles geliebten deutschen Vaterlandes bei seiner Manager- tätigkeit vertritt, das soll hier ohne Kommentar der Oesfentlichkeit mitgeteilt werden, damit vielleicht auch die Leute, die heute noch von den kommenden schönen Zeiten im künftigen Dritten Reich träumen, sehen, wie diese nationalen, sozialistischen Arbeiterführer mit Menschen umspringen. Zum H. November vorigen Jahres hat Herr Kiefer die Mitglieder des Deutschen Berufsboxklubs/ Kurl Metzung, Willi und Hans Kornetzki, nach Kopenhagen verpflichtet. Im 7000 Personen fassenden Stadion verteidigten die drei jungen Boxer ihre Berufsehre und damit auch das Ansehen des deutschen Boxer- standes, so wie es sich für einen Boxer gehört. Für die Vermitt- lung erhielt Herr Kiefer vom Veranstalter 1800 Kronen, das sind fast 2000 Mark. Die Boxer erhielten jedoch von dem sauberen nationalsozialistischen Manager pro Mann— ganze S0 Mark, und diese Summe auch erst, als sie recht eindeutig ihre Forderung bei Herrn Kiefer geltend machten. Der Restbetrag floß in die Tasche des geschäftstüchtigen Nationalsozialisten. Dafür versäumte 5zerr Kiefer es allerdings nicht, bei dem Kommers, zu dem die Boxer von dänischen Sportfreunden eingeladen waren, in Gegen- wart von hundert Personen, darunter auch�sranzösischen Sportlern, auf seine besondere nationalsozialistische Einstellung an- zuspielen und seine Rede mit einem kräftig geblökten„Heil Hitler" zu schließen Doch Herr Kiefer blieb weiter tüchtig. Einige Zeit später ver- pflichtete er abermals deutsche Berufsboxer nach Dänemark, diesmal nach Oddensee. Es waren Richard Stümer, Sobbke und Kühn. Stümer boxte keinen Geringeren als Hans Holdt, den dänischen Meister im Mittelgewicht. Für diesen äußerst harten, mutigen Kampf erhielt der Deutsche — 100 Mark, die anderen deutschen Boxer 60 resp. 60 Mark. (Wir machen unsere Leser daraus aufmerksam, daß in den von uns genannten Zahlen keine Druckfehler enchalten sind!) Wie hoch sich bei diesen Kämpfen der Verdienst des Herrn Kiefer belies, ist leider nicht bekannt geworden, doch dürfte er bestimmt nicht geringer sein als bei den früheren Kämpfen. Erwähnenswert ist auch die Agitotionsarbeit dieses ausgezeichneten Sportsmannes, die er im Auslande für die Nationalsozialistische Partei betreibt. Die deutschen Boxer haben während der ganzen Fahrt weiter nichts zu hören bekommen als die Aufforderung, doch endlich der NSDAP, und den Sturmabteilungen beizutreten, weil sich Herr Kiefer offenbar von tüchtigen Faustkämpfern in der nationolsozia- listischen Knüppelgarde große Erfolge für die Partei verspricht. Er als Standartenführer, meinte Herr Kiefer, könne sehr viel für die Boxer tun, und wenn einer mal eine„Kanone" brauche, so wäre das mil dem Waffenschein und so auch sehr einfach! Die angeführten Tatsachen sind durch die Boxer ihrem Klub ge- meldet worden, und sie waren auch Gegenstand einer Sitzung, die Ende März tagte. Dort wurde olles.bestätigt. Wie uns weiter mitgeteilt wird, hat sich der Deutsche Berufsboxklub von Herrn Kiefer losgesagt und so kam auch ein Engagement deutscher Boxer für die Feiertage nach Kopenhagen nicht zustande. Auch für dieses Engagement sollten die Boxer nur wenig über 100 Mark erhalten. Steuer Heberrekord ..Liditenbcrg-Fnedridufelde" wieder Meister Aus Anlaß des 27jährigen Bestehens der„Sportlichen � Vereinigung Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" • wurde dem Berein vom 4. Kreis des Arbeiter-Athletenbundes die Austragung der Kreismeisterschaft im Heben übertragen. Am zweiten Osterseiertag führte der veranstaltende Verein in Tempels Feststile die Schlußrunde durch. Alle Konkurrenten er- schienen bereits am Vormittag in bester Form und manch gute Lei- stung erzwang starken Beifall. Kämpfe, die sich würdig dein Arbeiter- spart anpaßten. Der bisherige Kreismeifterverein, der gastgebende Verein, galt auch für die diesjährige Meisterschaft als Favorit. Der Gegner in der Endrunde war die junge Staffel des Kraftsportvereins„Sport a". Mit der Uebung im einarmig Reißen nahmen die Kämpfe ihren An- fang, die Leistung wurde mit einem Gewicht von 85 Pfund begonnen. Einarmig Stoßen wurde mit 155 Pfund beendet.(£s folgten dann noch die Hebungen im zweiarmig Reißen und zweiarmig Stoßen. Bei der ersteren wurde als Höchstleistung 210 Pfund und bei der zweiten 255 Pfund erreicht. Die Spartaner, die in ihren Leistungen recht gutes Können zeigten, mußten doch die Extraklaffe des Gegners anerkennen und, obwohl die Lichtenberger nur mit sechs Athleten an den Start gingen, im Klassement eine Niederlage hinnehmen. Das unter größter Spannung verkündete Ergebnis sah zum siebenten Male„L i ch t e n b e r g- F r i e d r i ch s f e l d e 0 4" als den Meister des 4. Kreises. Der neue alte Meister erreichte 5607 Pfund und 188,7 Punkte vor„Sparta", die 133,4 Punkte erreichte. Der Halbschwere Meister W a l l 0 s ch e k(LF.) startete in blen- dender Form, für seine Farben holte er die meisten Punkte. Es ge- lang ihm, den Vundesrekord von 210 Pfund, der sogar von dem Schwergewicht Kehr im zweiarmig Reißen aufgestellt war, zu erreichen. Roßbach(LF.) konnte im einarmig Reißen 135 Pfund und im zweiarmig Reißen 170 Pfund im Leichtgewicht bewältigen. Schulz und Kehr liehe» auch in ihren Leistungen nichts nach: : P 0 e k e r n und Klink gaben in der Mannschaft ebenfalls ihr Bestes. Für Sparta starteten: Kindler, Schalle. Eks, Hertel, Hüsfner, Dierberg und Mann. Bei dein derzeitigen großen Können der Berliner Athleten be- stand auch kein Zweisel, daß einem bestehenden Rekord der Garaus gemacht würde. Der beste Mann der Spartaner, H ü f f n e r, konnte im Federgewicht' die internationale Höchstleistung im einarmig links ! Stoßen von 140 auf 145 Pfund verbessern. Wenn weiter auch keine Rekorde purzelten, so wurden die Bvndesbestleistungen doch erreicht. Die Besten des gestrigen Kampfes wurden dem Arbeiter-Athleten- Bund gemeldet: aus den Stärksten des Reichs wählt der Bund dann für die Arbeiter-Olympiade in Wien die 35 Vertreter aus. In Herausforderungs-Ringkämpfen standen Vertreter des Meisteroereins „Lichtenberg-Friedrichsfelde" karnpfstärkste Gegner aus den Vereinen Alt-Wedding, Sparta und Tegel gegenüber. Die Lichten- berger Mannschaft zeigte sich wie immer in Höchstsorm und schlug die kombinierte Mannschaft mit S'A: 5Vi Punkten. Besonders hervorzuheben ist der Bligsieg von W. Binder(L.) über Rohmann (AW.). Ein technisch schöner Kampf war das Treffen Wittkomm(L.) gegen Eckert(AW.): der Olympiaderinger Eckert erhielt nach zehn Minuten den Punktsieg zugesprochen. Berliner Arbeiterringer auf Reisen Für seinen Großkampftag im Ringen am Karfreitag ver- pflichtete die„Athletik Sportvereinigung Dessau" die erste Männermannschaft des Berliner Athletenvereins„Tegel 189 9". Der Kampf endete mit 7:7 Punkten; gewertet wurden nur Sieg und Unentschieden. Berlins Fliegengewicht trat mit Uebergewicht an, von Dessau der Holbichwere.— Gleichzeitig startete Berlins kombinierte Iugendmannschaft gegen»i« erste Jugend-Staffel des Meistervereins in Dessau. Beide Runden en- deten mit 7:7 Punkten, so daß im Gesamtergebnis(14: 14) ein Unentschieden die Gegner trennte.'— Eine zweite Berliner Jugend- Mannschaft startet« gegen die Jugendlichen des Sportvereins„Hansa" in We i ß wa s s e r und unterlag mit 12:2 Punkten. Zportergebmsse von überall Sigmund Ruud siegt im Oster- Skirennen aus dem Zugfpihplalt. Die internationale Osterveranstalwng des Bayerischen Skiverbandes auf dem Zugspitzplatt nahm einen recht interessanten Verlauf. Im Skispringen siegte der Norweger Sigmund Ruud mit Leistungen van 45 und 46 Meter vor Stoli-Berchtesgoden(44, 46 Meter), Wal- ter Glaß-Klingental(44. 45 Meter) und Ermel Brückenberg(40, 42 Meter). Reue Flugrckorde. Auf dem Flugplatz von Senia bei Oran haben die beiden französischen Flieger Paillard und Mermoz mit einem Bernard-Eindecker(650 PS. Hispano-Suizo-Motor) einen neuen Weltrekord im Streckenflug auf geschlossener Bahn aufgestellt. Sie legten bei einer durchschnittlichen Geschwin- digkeit van 152 Stundenkilometer in 59 Stunden und 14 Minuten rund 9100 Kilometer zurück, etwa 300 Kilometer mehr als kürzlich ihre Landsleute Rossi und Boussoutrot.— Ein neuer englischer Segel flugrekord wurde am Ostersonntag von dem Segel- slieger F. Buxton in Dunstable mit zwei Stunden 21 Minuten aus. gestellt. Die Flugbedingungen waren wegen des zu geringen Auf- triebs recht schlecht. Außerdem wurde der Flieger von einer großen Zuschauermenge sehr behindert. Bezirksklukmeisterschsfien im FKB. Die Klubmeisterschoften auf Bohle wurden am Karfreitag in zwei Stechen a 100 Kugeln bei Wertung der 5 Besten des Klubs ermittelt. Ergebnisse:"Bezirk Norden: Gruppe A; Olympia 7261 Holz, Gaswerke 7224, Bötzow 7143, Osten 7137, Freiweg 7109. Gruppe B; Artus 7090, Brennstoff 7076, Cartagena 7073, Har- rnonia 7062, Lorbas 7046. Gruppe C: Erpetal 7045, Rand oder Sand 7019, Hansa 6922, Freie Kegler 6698 Bezirk O st e n: Gruppe A: Jfa 7246 Holz, Harmonie 7189, Borussia 7159, Mariendorf 7102, Lustige Sieben 7100. Gruppe B; Nasse Neun 7082, Vordereck 20 7043, Vordereck 06 6989, Fraternitas 6988, Achte um 6934. Gruppe C; BVG. 6896, Dopplurn 6882, Frerya 6636. Neue Amatcurboxmcister Die Meisterschafts Veranstaltung des Deutschen Reichs» Verbandes für Amateurboxen erreichte mit den End- kämpfen in Hamburg ihren Abschluß. Im großen und ganzen wurden recht gute Leistungen geboten, doch ließ die Technik auch diesmal zu wünschen übrig, denn es wurde durchweg mst größter Erbitterung gekämpft, so daß boxerische Feinheiten nur wenig zu sehen waren. Die einzelnen Meister sind: Fliegengewicht Puttkamer- Köln: Bantamgewicht Riethorf-Berlin: Federgewicht Schleinkofer- München: Leichtgewicht Donner-Berlin: Weltergewicht Kurth-Köln; Mittelgewicht Dernlöhr-Stuttgart: Halbschwergewicht Schiller- München: Schwergewicht Polter-Leipzig. * P. Charles nicht mehr Europameister. Die Internationale Box- Union hat dem zur Zeit in Amerika befindlichen Europameister im Schwergewichtsboxen der Berufsboxer, Pierre Charte s-Belgien, den Titel aberkannt, weil er sich nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist(2. April) seinem anerkannten Herausforderer, dem früheren deutschen Meister Hans Schönrath, zum Titelkampf gestellt hat. Es ist ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben worden, zu dem sich der gegenwärtige deutsche Schwergewichtsmeister Hein Müller-Köln bereits gemeldet hat. Karl Neubauer gegen Paul Vogel am 10. April im Spichern. ring. Gleich dem österreichischen Leichlgewichlsmeister Karl B l a h 0, dessen Gegner am Freitag, 10. April, im Spichernring, Herbert Ulrich ist, erfüllt auch der Wiener Karl Neubauer seine nächste Berliner Karnpsoerpslichtung. Er schlug bekanntlich Funke k. o. und siegte über Krüppel nach Punkten. Der vorzügliche Wiener Mittel- gowichller tritt diesmal gegen Paul Vogel an. Eine dritte Paarung von Interesse betrifft Erich S e e l i g und Otto Lauer. Line Reise durch Europa Dieser Tage besuchte uns ein parteigenösstsches Sportlerehepaar auf der Redaktion, das sich auf einer Reise durch Europa be- findet. Krankheit des Mannes oeranlaßte den Arzt, Kliina-�und Luftveränderung zu empfehlen, soll nicht das Leiden weitere Fort- schritte ingchen. Und so entschloß sich das Ehepaar, von der Heimat- ftadt Riga aus eine Wanderfahrt durch Europas Lande zu unter- nehmen. K e n tz l i n heißen die Leutchen: sie sind Deutschbalten, er Modelleur und eifriger Amateursegler, die Frau benutzt die Gelegen- hell, ihr Nationalökonomieftudium auf der Reise fortzusetzen. Es ist eine echte„Wander-Fahrt": Wenn das Geld knapp geworden ist, tippelt man, sonst trägt die Bahn die beiden durch die Landschaft. Seit dem 29. August 1929 ist man unterwegs, Litauen, Oft- preußen, Polen, Estland, Finnland, Schweden. Dänemark sind be- reits bereift: die Küsten wurden zum Teil mit dem Segelboot abgefahren. Jetzt sind Kentzlins in Deutschland, später geht es durch die Tschechoslowakei, Oesterreich. Frankreich an die Mittelmeeküste. Der Sinn steht welter nach Amerika. Ob Körper und Geld dafür ausreichen, muh die Zukunft lehren. In dicken Büchern wurden Stempel und.Bescheinigungen von Behörden. Arbeiter- und privaten Organisationen gesammelt'— frohe und glückliche Fahrt wünschen wir den Globetrottern! »»«.«tbbtM. örortolühf UoUawrl Zl-bberae. Miizliebcr. DcrfatnmlMna Montau. 13. April, Uhr. Einteilung der SpielstuiTden. Reu- aufnQbmc von Mitgliedern. Bedingung: freige-lrc?kschoft'lick>e vder Partri- -»laedöriaZci,.«nschrtst: S. Werner, Berlin-Teqel. fftcic Sebolle. odwllfn. Verein für Leichtalhletik, LaWW«. Socken-?or. Soiraneritaimna bfejinnt TnnnerMöq. 9. etvril. Reilköllnrr ötaSion. Donnerst« AS PloA-. Ttenetoo? SoiipifompfNihn. Vectiici 16 Uhr. Mitgtiederanmeldunnen an den Traininasabenden.., SchwiMmre. ,. Sh*i«, 1.««»iet.««mnftidrter: connohenh. 11. Apr I. 19 Uhr, AefihüftcftcDe.(dtriftliAo unf> münMid» Prüfunaen. gehtftnnhc: conntoa. 12. itppil. ctahfbab Lichtendem. Suhrrtuolfrahr., S M» in Uhr Zmuen und weihliche 3uflenh.(Srmihiibunqen sum Sf.aenichmmimm, ff;. aurenlleaen, Schmimmrctfltii, Sirnftrcipen, AiifommcnftcUen nerfchithenet Rtffaen. Lthrprohe und Werten de« Reipens. Jeder Verein stellt wcniaftens liim Schwimmerinnen. Zwei Trikots. Bademantel oder Tr-tn>n«san.,ua mitbrinacn. in bis 1.1 Uhr Nie alle Sprinaen. Tauche». Waste nspiele nsw. Di- Rettuna«. ichwimmei de« Ve,iri» beteiliqe» sich wie hiebet,«offrebollobleute: Montan. 13 April. ilofaT Siepert. Lichtenderg. Schillerftr. 15, 20 Uhr. Drfcheine» müssen alle Obleute und Mamrichafttfllhree der Vereine. Schwimmwarte, und«anipl. ri6>terpri1sungen. Lonntvg. 26. April, StoMTmb Licht-nderg. ft— 12 Uhr. Meldungen uatflffrnb für cdjtmmnuparir ön•£."ff alter, für Agmpfr.chter an P Buhte,«eebeoeeanftaltunq; 14. ffnni in Wildau. Ter Tag ist dam frei. '�«•It.ip.et Rc»tilln-Vri»>. Ter Bewcgüngschor ,um Ardeitersänaerfest üht am Mittwoch, dem 8. April, in der Käthe-.stollwll�SchuIe. Reukjjlln, Richard- platt. Männer. 19 Uhr, grauen 2»z- Uhr.:. Ahteilungen lVri») Uedunas- delrith auch in den ffcrien..„........ Ruderer und»anusahrrr. t.»«'«. Tie mm 8. Apnl cntherufene Voe. stand Sstduna linder nicht bei Mniichenhagen, sondern beim«reiofabrieUer Walter Smwann, Berlin-Brid. Parchimer Allee 84, statt. «rbeiter.Pbot-.chilhe Berlin. Tonneretag, 9. April. 20 Uhr. TunkeNammer »assertprfir. 9.«ergrösterungen. sffreitag. 10. April. 20 Uhr. 3ugendhei.il Lindenstr. 4, Vortrag Dr. Ziaumann: PHologaphisch« Dplik sBildwinkel. Tiefetüduirfe. Adbildu»qsmaststah>! ffreie VH-touereinigung Berlin. Donnerstag, 9. April. 20 Uhr, Vdnn?- , immer der weltlichen Schule, Bank. Ecke Wiefenftrafte. Bortrag: Die Auf» machun« des Photos. ThtixUc, Lidtlspiele usw. MI.MIik'WN.llliWg. 20 Uhr Die Bekehrung des Ferdjj Pistora Ende gegen 22>b Uhr VolKsbflhne Theater an BOlowplalz. 8 Uhr: Hans Albers in Liliom Staatl.Sdiiller-Th. 8 Uhr Die DeKehrnno des Ferdvs Pisfora ThMier am sctilfraauerdamm 8 Uhr IMlenlidie Madü Staatsoper Am Pl.d. Republik 8 Uhr Ftdelio scaia | Nuhm. 50 pi.— 3 M. Abende 1—0 M| AI Trahan d. emertk. Meister d. Muslcel-Grotuke| 1 d Anselmi, Drena Beach atw GROSSES SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr: Im weiMan KOMI. Stg. nachm. 3 Uhr OriginalbeseUung billige Preise Regie; Erik Charell. Reächshallen-Theater Uunds|T| Sonntag Kadun. sTTI Das wvndervoMe Oster- Proer der stettiner Sänger Nachm. ermäßigte Preise! Tel.: Merkur 1247 Dönhoff- Brettl; Varietd— Konzert— Tanz! BaraovskY- Bohnen Theater Ii du siresemannsir. Täglich 8'T Gestern n. Benfe Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich SV« Uhi Eine Unigiiohe Familie Circus Hagenbeck U-Bhf. GneiwniMlraBe. StraSenbahn 5, 444 Die letzten Vorstellungen Dianstag, 7. Apr.'VjFaniil.- Vorstellung 8V4 Große Vorstellung Mittwoch, 8. Apr. 3V»Letete Kam.- Vorst. r 81/. Abschieds- Vors>- Blmld 8588. 8171. Kbider u. Erw. iKchn. halb* Praiu | Tlallch 10-18 Uhr Tlwrnchaül 4 V. Uhr CASINO-THEATER SV« Ubi Loihringer Strekc 37. 4i4ai4a44ii„a4,4,a4t44»44i444t4ii"i,iiai,"a8»8,8a«>«u""«>"""""">" = Der neue Schlaoerl= ..Er Mumt wen Jiee" Dmu da» nauo Fast-Prooramm Gulsdieln 1—4 Perron cn Fauleuil 1�5 Sessel 1.75 M. Sonstige Pr.: Parket« 75 PI.. Rang 60 PI — Elite-Sänger— Kottbusser Sir. ö Tägl 84.'« Uhr Sonntag »str Uhr FRITZ1 Diu tatipil Lotte Hau , d. a#irp:n Siegwart Ehrlich. Win. imäligtt Pitiu 1 Theater Im idnlralspalasi Täglich S'.'e Uhr Der lustige Krieg Öhmann. Ahlers, Trautcnh�yn a.G. u. a. m. Tbeaterd. Westeos Heute 7 Uhr Blihard Tanber im Der EtangeliiBanD. Sonntag»53 L'hr Kleine Preise Sdidn ist die Weit Kurfttrstendamro- Tbcater Bismarck 4« 8«la letzte lUltillining 8 Uhr Das schuiacne Gescniechi v. Edouard Bourde I bgii: Kq flinliartt Komische oper 8"2 Uhr Nur noch bis S~April Kleine Preise Der große Erfolg Reppina Operette von Robert Stolz Oemsdi» ibbmi 8 Uhr Der Hauolmann von Köpenldc v. Carl Zuckmayer tigie: hin Miml Pampen, ROhrgn. Filter ErsaUlille. Frrislltti nrati» KomaDktüi. Pumpenfabrik uiiua n ei. hinidiniiorfer Str. 95 Inserate im A vorwärts sichern Erfolg! sshrAlolsi «ellill-l«! braun,«obwarz 2S.S0 motorradstlefel 22.50 25.50 U/anderstielel, wettertest. 11.50 13.50 15.50 Alle Sorten Sport-, Jagd-, Reil-, Berufattiefol Kl. BttBir Berlin tW19 Spittelmarkl 7 -mfnlrUtl InhrSHI