BERLIN Somierstag s. April 1SZ1 10 Pf. Nr. 165 B 53 45. Jahrgang ErscketnttS«ltch anßerGvnatag«. Zugleich Abendautgabe de«.Vorwärts". B'zuqsxreie beide Ausgaben«S Pf. pro Woche, pro Monat. Redaktion und Erpedirion: BerlinSWKS.kindenstr.s Fernsprecher: Dönhoff 292— 297 Anzeigenpreis: Die eiuspalttgeNonpareillezeile 80 Pf.. Rcklamezeile SM. Crmaßigun en nach Tarif. Postscheckkonto: Vvrwarts-Vcrlag G. m. d. H.. Berlin Vr. 37.536.- Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht aenebmer Anieigen vorl Die neuen Männer Berlins Einigung im Rathaus: Gahm, Lange, Elsas, Asch Heut« vormittag hat sich im Wahlausschuß der Stadt- verordnetenversammlung die völlig« Einigung über die Neubesetzung der freien Stellen im Berliner Magistrat und der Wohl des Oberbürgermeisters vollzogen. Die Wahl am Is. April ist nunmehr völlig gesichert. Oberbürgermeister von Berlin wird der frühere Danz ger Senatsprästdent Dr. H e i n r i ch S a h ni. Die beiden Bürgermeister- Posten werden von dem Sozialdemokraten Lange als langjähriger Stadtsynoikus von Berlin und als stellvertretender Kümmerer ganz besonders um Berlins Finonzwirtschaft verdient, und dem stellvertretenden Geschäfteführer des Deutschen Städtetages Dr. Elsas besetzt. Dr. Elsas gehört der Staatepartei an. Berlins Stadtkänunerer wird der jetzige sozialdemokratische Frankfurter Kam- merer Bruno Asch, dessen Berufung— er wird der„beste Kämmerer Deutschlands" genannt— für Berlin ein besonderer Ge- winn sein dürfte. Die deutschnationale Fraktion wartete in letzter Stunde nvch mit einem eigenen Oberbürgermeifterkandidate» auf. dessen Name jedoch sowohl m der Presse wie auch in den B erHand- lungen schamhaft verschwiegen wurde. In der Sitzung des Wahd ausschusses zeigten die Vertreter der deuljchnationalen Fraktion ei». drolliges Versteckspiel. Auch hier wollten sie den Namen ihres Kandidaten nicht nennen: von den Sozialdemokraten wurde ihnen jedoch zugerufen:„Das wird Euch Herr Steinhoff übel- nehmen!" Die Kommunisten hatten selbstverständlich auch chren eigenen Mann für den Oberbürgermeisterpostcn. Seine Kandidatur war natürlich nicht ernst gemeint und wurde auch von keiner anderen Fraktion ernst genommen. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung. die um 16Ä Uhr beginnt, wird die Wahl des Stadtgemeindc- ausschusses, der sich aus 45 Stadtverordneten zusammensetzt, vorgenommen wcrdcn. Nach der öffentlichen Sitzung wird über das Ergebnis der Verhandlungen im Wahlausschuh in geheimer Sitzung Bericht erstattet werden. Die Wahl der neuen Männer selbst wird, wie schon oben gesagt, erst am 14. April statt- � finden. An der jetzt feststehenden Kombination wird sich jedoch nichts mehr ändern, da die Zustimmung der einzelnen Kandidaten bereits vorliegt. Die neuen Männer. Der bisherige stellvertretende Kämmerer, Stadtsyndikus Lange ist 52 Jahre alt. Er wurde am lt. Februar t»79 geboren und hat lang« Jahre hindurch als Stadtrat in Neu- kölln kammunalpolitisch erfolgreich gearbeitet. Bei der Neugestal- tung Berlins 1920 kam er als Stadtsyndikus in dos Rathaus Sein großes finanzpolitisches Können und seine guten Kenntnisse der Berliner Verwaltung liehen ihn. als der frühere Kämmerer, der gleichfalls den Namen Lange trug, das Rathaus verließ, zum stell- vertretenden Kämmerer besonders geeignet erscheinen. Der zukünftige Stadtkämmerer von Berlin, Bruno Asch, derzeitiger Stadtkämmerer von Frankfurt am Main, ist ein Mann von 41 Jahren. Am 23. Juli 1890 in Wöllstein in Posen geboren, besuchte er das Königstädtische Realgymnasium in Berlin, widmete sich zunächst dem kaufmännischen Beruf und betätigte sich später als finanz-, wirtschafts- und kommunalpolitischer Schriftsteller. Sein« eindringlichen, von großer Sachkenntnis zeugenden Schriften über kommunalpolttische Probleme erregten allseitiges Aufsehen, so daß er 1320 Stadtrat in Höchst am Main und 1923 dortselbst Bürger- moister wurde. Im Oktober 1925 erfolgte seine Ernennung zum Stadtkämmerer von Frankfurt am Main. Bruno Asch ist lang- jähriges Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und wurde von dieser in den Kommunallandtog in Nassau und in den Prooinzial- landtag von Hessen-Nassau gewählt. Dr. Fritz Elsas wurde als Sohn eines württembergischen Textilindustriellsn am 11. Juli 1890 in Cannstatt geboren, studierte In München. Berlin und Tübingen Rechts- und Staatswissen- schoften, begann sein« iuristische Lausbahn im Jahre 1914 bei der Handelskammer in Stuttgart und ging 1913 zur Stuttgarter Kom- munalverwaltung üvcr, wo er in den Jahren 1915 bis 1919 als Direktor des Städtischen Lebensmittelamtes tätig wir. Seine bald darauf erfolgte Wahl zum städtischen Rcchtsrat brachte ihn mit allen Zweigen der Kommunalverwalwng in Verbindung. 1924 wurde er als Mitglied der Demokratischen Partei in den Württembergischen Landtag gewählt, legte aber 1926 sein Ma> dat nieder und nahm eine Stellung als Pizepräfident und geschästs- führendes Vorstandsmitglied des Deutschen und Preußischen Städte- tages an. Dr. Elsas ist Uterarisch mit einer Reihe von lesenswerten Arbeiten über Wirtschafts-, Sozial- und Kommunalpolitik hervor- getreten. Rückgang der Arbeitslosigkeit Zum erstenmal auch in der Krisenfürsorge Nach den genauen amtlichen Zahlen beträgt die Zahl der Hanptnnterstühungscmpsänger in der Arbeitsloseaversicherung am ZI. März d. 3. Z Z15 554, die der Sriseuunlerstützlcn 923 359. Das bedeutet einen Rückgang in der zweiten Märzhälfte um 211 000 bzw. 2600 0. Zum e r st e n m a l seit längerer Zeit ist ein st ä r k e r e r Rückgang auch in der Srlsenunterstühuag zu ver- zeichnen. Dies ist jedoch nicht auf Beendigung der Unterstützung zurückzuführen, was eine entsprechende Mehrbelastung der gemeindlichen wohlsahrlspslege bedeuten würde. Znsolge der Osterpause liegen die genauen Zahlen der Wohlfahrtsämter noch nicht vor. der Deutsche Städtetag aber gibt auf Grund der Rachrichten der Ge- meinden den Zuwachs bei der Wohlfahrt wesentlich niedriger an. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist nicht nur ans Sic Besserung des welters und dadurch ermöglichte Wiederaufnahme von Auhenarbeitea zurückzuführen, etwa ein Drillet der Mehrbe- jchästigung fällt auf andere Berufe, so hat die: seil Mitte Zebruar vorhandene Besserung des Beschöstigungsgrodes in einigen Zodostrien angehalten, so in der Kleider- und Wäschetonsektion, der Maßschneiderei, dem Tabakgewerbe, der Spinnstosferzengung, der Seeschiffahrt und auch der Umzugstermin hat Beschäftigung gebracht. Oer Lohnstreit im Baugewerbe. Aachverhanviungen im Reichsarbeitsministerium Im Reichsarbeitsminlsterium sind die N a ch v e r h a n d l u n- gen im tziange über die Verbindlichkeitserklärung des vom zentralen Schiedsgericht gefällten Schiedsspruches. Der Schieds- soruch sieht eine Kürzung der Berliner Bauarbeiterlöhne um 7,8 Proz. vor und ist von den Berliner Bauarbeitern abgelehnt worden. Der Verband der Baugeschäfte hat dem Schiedsspruch zugestimmt und dessen Berbindlichkeitserklärung beantragt. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen ist noch nichts bekannt, doch Frick im Glück! düriten sie zu einer Einigung führen, durch die die Teilstreiks beendet werden. Die Streikbewegung hat durch den Streikbeschluß der Aktordmaurer ein« Verstärkung erfahren, ist jedoch nicht von erheb- licher Bedeutung. Erst durch das Vorgehen der Unternehmer, den Arbeiter» Reverse vorzulegen, anstatt die Verhandlungen abzuwarten, hat der Streit seit dem 8. April«inen größeren Umfang angenommen, doch wird er nicht von langer Dauer sein. Anfang mit Fälschung. Wie wird das Ende fein? Zur Einleitung der Propaganda für das Anti- preußen-Volksbegehren läßt die Stahlhelmgesell- schast als„Flugblatt Nr. 1" einen Wisch verbreiten, der von einem sicheren Dr. Hans Hübotter verantwortlich gezeichnet ist. Dieses Flugblatt beginnt die Reinigungskampagne mit einer ungewöhnlich frechen Fälschung. An der Spitze bringt es folgenden nachgeahmten Aufruf: An alle! „Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. Der Kapitalismus gehört in Zukunft einer überwundenen Zeit am Jeder Werktätige erhält gerechte EnUohnung. Die Republik garantiert jedem Arbeit und Brot. In der Republik ist kein Platz für Korruption. Ein allgemeiner wirtschaftlicher und politischer Aufschwung wird die Folge sein. Durch diese Revolution tritt unser Volk in den Zustand einer wahren Freiheit, Schönheit und Würde." (Aus dem'Aufruf der Volksbeaufttagten vam 9. November 1918.) Dieser Aufruf ist, wie schon zu wiederholten Malen öffentlich festgestellt wurde, schamlos dreist er- f u n d e n. Schon ein Blick auf das Datum hätte die Stahl- helm-Schreibcrlinge davon überzeugen können. Denn am. S. November 1S18 gab es überhaupt noch keine Volksbeauftragten, infolgedessen auch keine Aufrufe von ihnen! Erst im Februar dieses Jahres hat das Reichs- innenministerium auf eine Anfrage geantwortet: „Unter Rückleitung der anliegenden Nr. 215 des„Striegauer Anzeigers" vom 13./14. September 1930 beehre ich mich mitzuteilen, daß nach den vorgenommenen Feststellungen weder im Reichs- ministerium des Janern noch im Rcichsarchiv ein Originalmanu- skript zu dem angeblichen Aufruf der Volksbeoustraglen vorhan- den ist. Ferner erlaube ich mir noch folgendes zu bemerken: llnmög- lich kann dieser Ausruf im damaligen Reichsgmt des Innern oder einer anderen Zentralbehörde des Reichs auf Veranlassung des die Regierung führenden Rats der volksbeanflraglen(Ebert, Haas«, Scheidemann, Landsberg. Dittmann, Barth) entstanden sein. Diesen Rat der Volksbeauslragten gab es am 9. Rovember noch nicht. Der erste von ihm bekanntgewordene Aufruf datiert vom 12. Rovember 1918 und hat ganz anderen Inhalt sz. vgl. Reichsgesctzblatt S. 1303). Die Aufrufe, welche am 9. November erlassen und in den beim Reichsarchiv gesammelten Zeitungen aus jener Zeit ab- gedruckt sind, stammen von Prinz Max von Baden (Thronverzicht), Ebert(Uebernahme der Reichskanzlergeschäste und Antritt der neuen Regierung), von der Sozialdemokratischen Partei (Erfüllung ihrer Forderungen), vom Arbeiter- und Soldatenrat (Gencralstrelk). Schließlich gibt es noch einen von Ebert, Scheide- mann und Landsberg unterzeichneten Aufruf:„Volksgenossen!" Die Fo r m des Aufrufes und die Anrede„An a l l«!"> läßt vermuten, daß er den Ausrufen, welche die bolschewistische» Machthaber nach der siegreiche» zweite» russischen Revolution im Rovember 1917 erlassen haben, nachgeahmt ist. Er stellt eine»n- gewöhnlich plumpe Fälschung dar. gez. Wirt h." Diese Erklärung des Reichsinnenministers ist Ende Februar fast durch die ganze Presse gegangen. Nur in die Archive der Gtahlhelm-Parteien scheint sie keinen Eingang gefunden zu haben oder sie sollte dort keinen Eingang finden. Um so dreister mutet es an. wenn dieser als„u n- gewöhnlich plumpe Fälschung" amtlich gekennzeichnete Aufruf jetzt, kaum zwei Monate später, wieder an der Spitze eine Stahlhelm-Flugblattes erscheint. A m A n- fang des Volksbegehrens steht die Fälfchungl Wie � wird erst das Ende fein?_ Massenproduktion von Reifezeugnissen. Die Lleberfüllung der höheren Schulen. Ver anhaltende Zudrang zu den höheren uns Hochschulen hat di« Unterrichtsoerwaitung«n der deutschen Länder seit langem vcr- anlaßt, nach einem Ausweg zu suchen. Der Besuch der höheren Schul«, beträgt 140 Proz., der Hochschulen 160 Proz. im Vergleich zu 1913. Soeben haben SO 000 Abilurienlen die höheren Schulen verlaflen gegen IS 000 zu Ostern 1913! Reben der weitverbreiteten Meinung, dag der Besuch höherer Schulen und da» Hochschulstudium allein„würdig" wären,»st es besonders die Hoffnung der Eltern, durch höhere Bildung die Aussichten ihrer Kinder auf Erlangung von Stellen zu verbessern. die diesen Andrang herbeiführt. Viele. glauben auch, daß in der Zeit des Studiums sich die Anstellungsäussichtcn verbessern werden. Diese Hoffnungen sind nach der Ueberzeugung der sachkundigen Unterrichtsverwaltungen nicht berechtigt. Nun hat das Preußische ilnterrichtsmintsterium schon vor einiger Zeit eine schärfere Siebung sowohl bei d?r Ausnahme in die höheren Schulen wie beim Uebergang auf die Oberstufe vorgeschrieben. Die Unterrichts� Verwaltungen haben sich besonders damit beschäftigt, daß die Anstellungsbehörden, die Wirtschaft usw. ganz verschiedene Reifegrade von den Kandidaten verlangen, die durch Schulzeugnisse nachzuweisen sind. Um diese Fülle zu vereinfachen und eine mittler« Reise etwa im Sinne dos früheren„Einjährigen" zu schaffen, die für ein« Laus- bahn mittleren Grades ausreicht, haben die deutschen Unterrichts» Verwaltungen eine Vereinbarung getroffen, die den zehn- jährigen Bildungsgang der verschiedenen Schularten mit- einander gleichsetzt und die Ausbildung durch gewisse Mittel- und Fachschulen als für die Wirtschaft und das praktische Leben nützlicher bezeichnet. Natürlich können oie Unterrichtsverwaltungen durch ihr« Ver- einbarung noch nicht zwingendes Recht schaffen. Eine Kon- fevenz des Reichsinnenministeriums mit den Wirtschaftskreisen hat aber bereits im vergangenen Sommer eine weitgehende Zustimmung der Wirtschaft zu dieser Vereinbarung gebracht. Keine ZoNunion mit Krankreich. Paris wünscht Vorzugszölle mit Oonau-Staaten. Varl». 9. April. Ministerpräsident Laval stattete gestern abend dem Außen- nunister Brland im Quai d'Orsay einen Besuch ab und hatte mit ihm eine längere Unterredung. Die Morgenblätter melden, die Aus- sprach« habe sich auf die gegenwärtig schwebenden außenpolitischen Fragen, also auf die Stockung der Londoner Flottenverhondlungen, auf die geplant« deutsch-englische Mimsterzusammenkunft und im besonderen auf die Haltung bezogen, die die französische Delegation bei der Genfer Debatte über das deutsch-öfterreichische Zollabkommen einnehmen werde„Echo de Paris" sogt. Briand versuche seine an- fängliche Niederlag« dadurch wieder gutzumachen, daß er wirk- schastliche Reorganisationspläne ausarbeiten lasse, um das deutsch- österreichische Abkommen zum Scheitern zu bringen oder wenig- ttens seine gefährlichen Folgen zu begrenzen. Zu diesem Zweck würden im Lause dieser Woche Konferenzen des Außenministers mit den Leitern des Finanz-, Handels- und Landwirtschoftsministeriums stattfinden, in denen vor allem die Frage untersucht werden soll, ob Frankreich den Landwirtschastsstaaten in Mittel- und Osteuropa Vorzugszölle einräumen könne, selbst aus die Ge- fahr hin, daß mit dem System der Meistbegünstigungsklausel ge- brachen werden müsse. Der Gedanke, der deutsch-österreichischen Zollunion ein« weitere Union unter Beteiligung Frankreichs ent- gegenzusetzen, habe einer Prüfung nicht standgehalten. Oie Schädlingsjagd. Verhaftungen im Baumwollgediei. Moskau(über Korono), 8. April. Di« OBPU. hat in Taschkent eine gegenreoolutionäre Organi- sation aufgedeckt, die beschuldigt wird, die Baumwollplantagen und -spmnerclen wissentlich geschädigt zu haben.. Verhaftet wurden: der ehemalige Direktor im ehemaligen Lairdwirtschastsminifterium, Juferow, Professor Rikolski, Professor Kirbatow, der ehemalige Industriell« Schloßberg, Prioatdozent Schadrin, d«r«hemallge Industriell« Knopf und Ingenieur Margulin. Japaner aus Fern-Ost vertrieben. Tokio, 8. April. Nach einer Mitteilung aus Wladiwostok wurde«ine Gruppe Japaner, die in Wladiwostok ansässig waren, von der GPU. o« r- hastet und trotz Protest des japanischen Generalkonsuls aus der Sowjetunion ausgewiesen. Die russischen Behörden erklären, daß die Ausgewiesenen durch Spekulation mitder russischen Währung den Sowjetstaat stark geschädigt hätte». Ltntersuchung der llkrainer-Orangsalierung. London, 8. April. Am IS. April beginnt in London die Sitzung des Völkerbund- Dreierausschusses, der sich mit den Klagen der ukrainischen Minder- Heiken gegen Polen beschäftigen soll. Dem Ausschuß, der sich aus dem englischen Außenminister Henderson als Vorsitzendem, dem norwegischen Außenminister M o w i n t e l und dem i t a l i e- nifchen Botschafter in London zusammensetzt, werden sieben Ein- gaben als Ausgangspunkt für die Untersuchung vorliegen. Aus der großen Zahl der beim Völkerbund eingegangenen Anträge sind st« die einzigen, die als annehmbar bezeichnet und nach London weckergegeben wurden. Entsprechend der Dehennhaltungspraxis de» Bölkerbundes bei derartigen Fällen sind die Londoner Stellen nicht in der Lage, näher« Angaben über die zugelassenen Anträge und die Antragsteller zu machen, jedoch kann angenommen werden, daß die Eingabe von etwa 60 englischen Parlamentariern ober die Polengreuel In der Ukraine dem Ausschuß vorliegen werde. Die RevoluNooSre in Venezuela melden militärische Erfolge im iüdlichen Teil des Landes. Beide Parteien hätten bei den Kämpfen beträchtlich« Verlust« erlitten. Bosheiten in Paris Macdonald wird gegen Henderson auszuspielen versucht Paris, 9. April.(Eigenbericht.) Di« französische Presie ist über die Verschiebung der Londoner Reise Brünings und Curtius' sehr befriedigt, vermeidet ts aber diese Tatsache als«inen Sieg Frankreichs auszubeuten. Da- gegen wird Henderson gelobt,„der schnell das Manöver bemerkt habe. In das ihn die deutschen Staatsmänner hineinziehen wollten", und der daher den ihm von verschiedenen Seiten gemachten Bor- schlag besolgt habe, die Bewegung bis nach der Genfer Ratstagung zu oerschieben. Frankreich könne jetzt mit ungebundenen Händen nach Genf geh». Der„Petit Parisien" schreibt, daß jetzt auch Henderson im Dolkerbitndsrat mit der nallkammen unberührten Autorität eines unparteiischen Richters Plag nehmen könne. Das „Echo de Paris" führt die Vertagung der Begegnung nicht auf politische Erwägungen, sondern auf das Einschreiten Mac- d» n a l d s zurück, der sich durch die von Henderson fest einiger Zeck genommenen Freiheckcn, zum Beispiel bei den eigemnächtigen Verhandlungen über die Flottenabrüstung, beleidigt gefühlt habe und seinen Außenminister zur Ordnung habe rufen und ihn an die Solidarität des Kabinetts habe erinnern wollen. Was die Bedutung der Zusammenkunft anbetrifft, wird in der französischen Presie fast allgemein der Standpunkt vertreten, daß die Begegnung nach der Genfer Ratstagung keinen großen politischen Wert mehr habe. Der„Matin" schreibt, im Grunde genommen. Handel« e» sich jetzt nur noch um einen Wochenendbesuch auf dem Lande, der den deutschen Ministern angeboten werde. Der ..Exzelsior" glaubt, daß die Londoner Reise Brünings und Curtius' keine großen Fragen regeln werde, aus dem einfachen Grund«, da es keine großen europäischen Fragen gebe, die ohne Beteiligung Frankreich» vorgenommen werden. Den Unterhaltungen von Chequere komme also nur die Bedeutung einer symbolischen G e st e zu, durch die England sich von neuem in seinem Entschluß betätigen wolle, gemäß dem Locarno-Abkommen das Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich zu erhalten. Ote Vorgeschichte., London. 9. April. Wie das Reuterfche Büro erfährt, ist die anscheinend In mehreren auswärtigen Staaten bestehende Auffassung, daß die Abhaltung einer Drei- oder Biermächtekonferenz innerhalb der nächsten Wochen in London in Frage kommt, aus die Verquickung von zwei ge° sonderten und verschiedenen Fragen zurückzuführen— die eine, die Einladung an die deutschen Staatsmänner, und die andere. die wahrscheinlich« Anwesenheck auswärtiger Minister anläßlich der Unterzeichnung de» Flottenabtommens zwischen Groß- britannien, Frankreich und Italien, deren Zeitpunkt noch unbestimmt ist. Was die Einladung betrifft, so erklären unterrichtete deutsch« Kreis«, der Gedanke, eme Zusammenkunst zwischen Macdonald und dem deutsch«» Reichskanzl«? zu vereinbar«», sei angefichts der Tat- fache entstanden, daß der britische Premierminister so oft mck führen- den Staatsmännern anderer Mächte, insbesondere im Zusammen- hang mit Erörterungen über die Flottenabrüstung zusammengetrossen ist, während er mck dem deutschen Reichskanzler bisher noch kein« Zusammenkunft gehabt hat. Zu diesem Zweck erörterten etwa Mitte März der britische Staatssekretär des Acußern mit dem deutschen Botschafter in London einen Vorschlag, daß der deutsch« Reichskanzler und der deutsche Außenminister ein Wochenende in Chequers verbringen sollten, um Fragen von gegenseitigem Jnteress« zu erörtern. Diese informelle Anregung wurde von dem deutschen Botschafter nach Berlin übermittcck und wurde von beiden deutschen Staatsmännern herzlich aufgenommen. Gegen Ende März teilte der deutsche Botschafter Henderson mit, daß der britische Vorschlag begrüßt und eine Einladung nach Chequers mck großem Vergnügen angenommen werde. Der zuerst vorgeschlagene Zeitpunkt war der 1. Mal. Es stellt« sich darauf ssdoch heraus, daß der Premierminister zu dieser Zeit Berpflichtungen hacke, die nicht umgestoßen werden konnten. London schlug hieraus ein eine Woche später liegendes Datum, nämlich den 8. Mai, vor. Es war nicht sicher, ob dies den deutschen Herren passen würde, da noch nicht eine Woch« später, nämlich am 15. Mai, Dr. Curtius an einer Sitzung des Ausschusses für die europäische Union in Genf und drei Tag« später am Völkcrbundsrat teilnehmen müßte Da Ende Mai für die deutschen Minister noch ungelegener war. fand ein weiterer Meinungsaustausch mit Berlin statt und schließlich wurde am heutigen Spätnachmittag im Foreign Office, nach Gesprächen zwischen Brighton und Losstmouth und den deutschen Staatsmännern, die Zeck vom 5. Juni bis 9. Juni festgesetzt. Die deutschen Minister, in deren Begleckung sich eine Anzahl von Sekretären befinden wird, werden in London in der Nacht zum Freckag, dem 5. Juni, eintreffen und Sonnabend und Sonntag m Chequers verbringen. Am Montag, dem 8. Juni, wirb in der Deutschen Botschaft ein Bankett für die Brittsche Regierung und das Diplomatische Korps sowie ein Empfang stattfinden. Die deutschen Minister werden am Dienstag, dem 9. Juni, nach Berlin zurückreisen. Daily Herald ruft die ftanzösifchepresse zur Ordnung London. 9. April. Das Arbeckerblott„Daily Herald" schreibt: Die Bemerkungen der französischen Presie Über den bevorstehenden Besuch der deutschen Minister in London sind reichlich taktlos gewesen. Dt* Ausfosiung. Frankreich sei berechtigt, sich durch einen deutschen Besuch in London beleidigt zu fühlen, ist wirklich etwas stark. Das Black erklärt, der- artige Ansprüche brächten Paris nur Schaden und riefen in England ein« Verstimmung hervor, die die Franzosen in ihrem eigenen Iickeresie schwerlich erregen wollten. Gasausbmch ia Rumänien. Schwere Explosionsgefahr.- Eine Gemeinde geräumt. Bukarest, 9. April. Au der Näh* von P l o e st erfolgte aus einer 18 9 0 Meter tiefen Sonde ei« außerordentlich starker Gasausbruch. Das Getöse des Ausbruchs war IS Kilo» meter weit zu hören. Die Gasmassen brennen nicht, g e» fahr den aber die ganze Umgebung. Tie Ge» meinde S z a e» i wurde panikartig geräumt. Ob- wohl alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden sind. ist die Gefahr nicht behoben. Der Ausbruch dauert un- vermindert fort. Gastod dreier Frauen. lO jährige geht mit ihren Töchtern in den Tod. Eia« furchtbar« Familientragödie spielt« sich im Hause Rank«. straße 20 in Eharlotlnburg ab. Zm gegenseillgea Etaverstäod. ni» vergiftete sich die 70jShrige Witwe Anna Goldschmidt mit ihren beiden verheirateten Töchtern, der 55jährigen Martha Valentin und der S2jShrige« Toni welßmann durch Gas. Als die Tal heule mittag entdeckt wurde, waren die Frauen bereit» tot. Frau Anna Goldschmidt bewohnt im Hochparterre des Hauses Rankestraße 28 eine aus acht Zimmern bestehende Wohnung. Heute mittag wollte ein Verwandter bei der alten Dame vorsprechen, er fand jedoch keinen Einlaß. Als der Mann bei dem Hausmeister nachfragte, wurde ihm erklärt, daß Frau G. schon seit Dienstag nicht mehr gesehen worden sei. Der Besucher schöpft« jetzt Verdacht und ließ durch einen Schlosser die Wohnungstür öffnen. Bereits auf dem Korridor schlug den Eintretenden starker Gasgeruch entgegen. Nachdem auch die von innen verrammelte Küchen- t Q r gewaltsam geöffnet worden war, bot sich den Männern ein erschütterndes Bild. In dem völlig mit Gas erfüllten Raum saß die greise Frau Goldmann leblos ans einem Volstersessel, ihre beiden Töchter lagen regungslos auf einem Soso. All« drei Frauen hatten Gasschläuche im Mund, di« durch eine Schnur am Kopf befestigt war. Die Schläuche waren noch ganz neu und sind zweifellos erst für den genieinsamen Selbstmord angeschafft worden. Die Feuerwehrsamarcker brauchten nicht erst in Tätigkeit zu treten, da bei den Lebensmüden bereits die Totenstarre eingetreten war. Offenbar ist die furchtbar« Tat schon am Dienstag passiert. Am Nachmittag erhielt Frau G. den Besuch ihrer beiden Töchter. Niemand hat jedoch gesehen, daß die beiden Frauen die Wohnung ihrer Mutter wieder verlassen haben. Dagegen wurde in den Abendstunden desselben Tages vom Portier in der Wohnung der allen Frau Hämmern wahrgenommen. Die sich jetzt herausgestellt hat. haben dt« Frauen, bevor sie di« Gashähn« öffneten, sämtliche Fenstersugen und Türritzen in der Küche mck Filzstreifen verstopft und vernagelt. Daher stammten di« Klopf- geränsch«. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, ist Frau Goldschmidt mit ihren beiden Töchtern aus Gram über den Tod ihres vor Jahresfrist verstorbenen Mannes aus dem Leben geschieden. Frau G. war seit dem Tode Ihres Mannes sehr schwermütig. Es scheint, daß die Lebensmüden sich schon seit einiger Zeck mit dem Gedanken getragen haben, dem Mann und Vater freiwillig in den Tod zu folgen. Durch«inen Arzt ist noch festgestellt worden, daß die Lebens- müden vor ihrem letzten Schritt ein starkes Schlafmittel«in- genommen hatten. Kampfpause in Dänemark. Die Aussperrung aufgeschoben. öopenhagen.S. April.(Eigenbericht.) Die für morgen angekündigte Aussperrung tk der dänischen Industrie ist bis zum 20. April aufgeschoben worden. Die Verschiebung erfolgte, weck der allgemeine Gewcrkschaftobund sich am 12. Aprll in einer Generalversammlung nochmals mit den wögllch- ketteu einer Verständigung in dem Lohnkonflikt befassen will. Die Unternehmer fordern Lohnkürzungen von 10 bis 20 Pro- zent, die Arbeiter fordern dagegen Lohnerhöhungen und einen achttägigen Urlaub. Für die am I.Februar ablaufenden Verträge für 53 500 Arbeiter hatten die Unternehmer bereits die Aussperrung am 9. März angekündigt, durch Eingreifen des staatlichen Schlichters wurde sedoch die Aussperrung verschoben. Seitdem sind di« Der- Handlungen vor dem Schlichte? ununterbrochen fortgesetzt worden. Die Arbecker widersetzen sich mit der größten Entschiedenheck einer Lohnkürzung. Aber auch die Unternehmer wollen nicht nachgeben. Der Kampf wurde mindestens 100 000 organisiert« Arbeiter un,» sasi-n._ 40 Stunden unter dem v-Zug. Rumänischer Deserteur in Derlin gelandet. Die abenteuerlich« Flucht eines rumänischen Sot- baten endete heute früh mit seiner Festnahme ans dem Schlesischen Bahnhof in Berlin. Als der D-Aug 42 Bukarest— Berlin nach rund vierzig- stuichiger Fahrt um 6.59 Uhr fahrplanmäßig auf dem Schlesischen Bahnhof«intraf, entdeckten Kontrollbeamte am Drehgestell unter einem sogenanickeii Kurzwagen einen jungen Mann, der rumänisch« Milltärnnisorm trug. Der blind« Passagier, der über und über mit Schmutz bedeckt war, wurde halb b e- w u ß t l o s hervorgeholt. Als er später vernommen wurde, war er erstaunt, sich schon in Berlin zu befinden. Es handeck sich um den 21jährigen Michel Stanger, der bei einem Bukarester Regiment Dienst tat, Stanger wurde zunächst der Abteilung I A im Polizeipräsidium übergeben. Was weiter mit ihm geschehen wird, ist noch unbekannt._ Schweres Bauunglück in Kalifornien. Fünf Arbeiter getötet. Berkeley(kaliforuieu). 9. April. 3n dem Neubau der hiesigen llniversilät stürzte gestern da, drille Stockwerk ein. Fünf Arbeiter wurden getötet und lS schwer verletzt. Lokomotive rast in Arbeiterzug. Zwei Tote und zehn Verletzte. Varls, 9. April. Ein schwere» Eisenbahnunglück ereignete sich am Mittwochabend in der Nähe von Marseille. In dem Augenblick, cki dem ein A r b e i t e r z u g in einen Tunnel einfahren wollte, kam in entgegengesetzter Richtung eine Lokomotive herangebraust, die direkt in den Arbeiterzug hineinfuhr. Der Zusammen- prall war so heftig, daß mehrere Wagen des Arbeiterzuges aus den Schienen sprangen und zum größten Teil zerstört wurden. Aus den Trümmern zog man zwei Tote und zehn Verletzte. Don den Verletzten dürften mehrere kaum mck dem Leben davon- kommen. Naturforschertagung in Mainz Wie popularisiert man Museen? In Mainz fand die dritte Tagung des Bundes der deutschen nalurwiss�nschastlichen Museen statt, die mit zahlreichen Wissenschaft- lichen Vorträgen und Besichtigungen verbunden war. Wie der Vorsigeno«, Prof. Zimmer-Bcrlin bekanntgab, umfaßt der Bund 189 Mitglieder(Organisationen und Einzclpe.sonen). Büh�r wandte man sich nur an die Museen im deutschen Sprachgebiet: in Zukunft sollen auch Museumsvertreter nichtdeutscher Gebiete zur Mit- arbeit eingeladen werden. Ferner wurde beschlossen, zu erstreben, daß die naturwissenschaftlichen Museen den Kultur- und Kunstmuseen gleichgestellt werden. Von den Vorträgen waren auch diejenigen, die sich mir der Orga- nisation, den Arbeitsmethoden und den Berujrgesahren der Museums- beamten und-leiter befaßten, von großem allgemeinem Interesse Prof. Z i mm« r- Berlin sprach üb«r die Ausbildung. Wie auf den vorausgegangenen Tagungen, erörterte auch in Mainz Professor M. E. Thiel- Hamburg das Thema der' "'-bsitsgemeinschaft alter natur wissenschaftlichen Sammlungen. Eine Rundfrage über die Spezialgebiete der einzelnen Sammlungen, die Prof. Thiel eingeleitet hat, ergab viele zustimmenoe Antworten für die Einführung von Tauschlisten und die gegenseitige Hilfe zur Ergänzung der naturwissenschaftlichen Museen. Einen erfreulich großen Raum ersorderte in der Debatte die Frage, wie die Museen für die Wissenschaft und für die Allgemein» heit besser nutzbar gemacht werden können. Dr. Wachs» Stettin sprach zur Einleitung über das Thema: Das Naturkundemuseum und der Dienst am Kunden. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen führen neben den Kunst» museen meist«in Aschenbrödeldosein. Ein großer Teil jener Alters» stufen, die früher begeistert ins Museum kamen, werden heute nur mehr vom Sport erfaßt. Demgegenüber müssen die Museums- leiter befondereAn strengungen machen, um ihre Anstalten recht anziehend und anheimelnd zu gestalten. Man soll statt der übercinandergetürmten Fülle Weniges zeigen, aber von«indrucks- voller Eigenart und in schöner Aufmachung. Di« Nebeneinander« stellung von„Verloandtsnreihen� ermüdet, die Aufstellung biologisch-r Gruppen nach dem Muster de» Berliner Museums mufi an ihr« Stell« treten. Wenn kleiner« Sammlungen nicht die Räume haben, sann schaffe man.Wechselnde Ausstellungen". Die Besucher des Museums sollen stets die Möglichkeit haben, sich beim Beschauen der Ausstellung ein Lebensbild zu gestalten, man soll alles von einem Tier zum Beispiel«rsahren, auch Lebens» ort und Losung! Neben die Skelette und Tälge müssen auch stets Modelle und Photos gestellt werden. Die ästhetische Wir» k u n g der Ausstellung darf unter keinen Umständen vernach'Sssigt werden. Der Untergrund urd Hintergrund der Schau, die Durch» arbeitung jedes Etiketts, die Bereithaltung guter Bücher und Dtlder soll helfen dem Museum Stammkunden anzuwerben und zu erhaltent In Stettin sind zu jeden Mittwochnachmittag.Lurzoorträge" über bestimmte Wissensgebiete eingeführt worden, dl« dem Museum viele neue Freund« verschafften, die jetzt jede Woche wiederkommen und in ihr Museum gehen. Das allerwlchtigfte bleibt freilich die enge Verbindung mit den Schulen, dafür ist Mainz vorbildlich geworden Die Lehrer wurden so interessiert, daß viel« heut« ihren ganzen noturkundlichen Unterricht im Museum abholten. Durch neu» Methoden müssen die alten Museen locken, werben, erziehen. So gewinnt man neue Freunde. Auch zum Grammopbon und Lautsprecher wird man greisen müssen, um stets kleine Vorträge bereitzuhalten. Das Museum soll vor allem denen«ine Freude machen, die die ganze Woche über im harten Frondienst stehen! In der Besprechung dieses Vortrages wurde auch angeregt, Mas» bilder anzuschasfen und mit ihrer Hilst in Versammlungen und Vorträgen zu zeigen, was man alle» im Museum sehen könne. Im Museum müßt« auch bei den einzelnen Tiergruppen der Boden und da« Klima berücksichtigt werden sowie«ine Darstellung der geologi» schen Verhältnisse. Zum Schluß wurde von mehreren Rednern betont, wie dringend notwendig ein« eng« Verbindung der Museumsleiter mit der Presse sei. Reivenchimrgte. Tagung der Gesettschast für Chirurgie. Di« 55. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde am Mittwoch im Langenbeck-Dirchow-Haus durch den Vorsitzenden, Professor Schmieden. Frankfurt a. M., eröffnet. Er konnte mitteilen, daß die deutschen, österreichischen und ungarischen Chi- rurgen nunmehr der.Internationalen Gesellschaft für Chirurgie" wieder beitreten können, nach dem 12 Jahre der Kriegszustand fortgedauert hat. In besonders erfreulicher Form Ijtrtle diese Gesellschaft zu erkennen gegeben, daß sie von dem Wunsche beseelt sei, die Vertreter der Chirurgie aller Nationen von neuem zu fruchtbringender Arbeit in eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens, gegenseitiger Achtung und herzlichen Einvernehmens zu vereinen. Der Vorsitzende verlas unter lebhafter Zustimmung ver Versammlung das in gleich herzlichem Tone gehaltene Antwort- schreiben und sprach den Wunsch aus, daß es dem deutschen Volk gelingen möge, auf all den unzähligen Gebieten des internationalen Lebens fein Ihm gebührendes Recht in Würde und Ehre zu erringen. Di« Reihe der wissenschaftlichen Vorträg« wurde dann eröffnet mit einem Referat von Kütiner-Breslau. lieber das große Gebiet der Chirurgie des peripheren Nervensystems Suhert« sich Professor K ü t t n e r unter Hin- weis auf die großen Erfahrungen des Weltkrieges u. a. dahin, daß die Wiederherstellung der Nervenfunktionen nicht allein von der sofortigen Behandlung abhängig sei, sondern daß die Nachbehand- lung, die sich über Jahre erstrecken müsse, zum wesentlichen Erfolg heranzuziehen wäre. Die Heilung großer Nervendefekt« werde auf den verschiedensten Wegen erstrebt. Nervenüberpflanzungen und Nerveneinpslanzungen sowie das Einschalten anderer Gewebeteile führten in manchen Fällen noch zu einem vollen Erfolg, wenn die Nachbehandlung über Jahre ausgedehnt werde. Bräucker-Hamburg stellte der echten Raynaudschen Erkrankung, die er als Neurose des gefäßregulierenden Systems im Rückenmark betrachtet, die sekundären, der Roy» naudschen Erkrankung ähnelnden Kraickheit-dilder getztnüber, die bei Krankheiten des Zentralnervensyslems, des vegetativen Systems des Herzens und der Gesäße und bei Stoffwechselkrankheiten auf- treten. Der Vortragende hat durch seine Methode der Stauungsbehandlung gute Erfolge erzielt und entschließt sich nur bei Wieder- austreten der Krankheitserscheinungen zur Operation.— Olive- c r o n a- Stockholm berichtete über den spastischen Schiefhals und seine chirurgisch« Behandlung: er hat gute Erfolge erzielt mit dem Durchtrennen der drei obersten Halsnerven und des elften Hirn- nerven. Ueber das Thema„Das Zentralnervensystem" sprach Röpke- Barmen, der die Operaltonsnwglichkeit der Geschwülste der Himanhangdrüse darlegte. Schuck- Berlin äußert« sich über „Hirnverletzung und Bewußsseinsfrage". Es habe sich gezeigt, daß nicht allein die Größe der Gewolteinwirkung, sondern auch der Ort maßgebend sei für die Schwere und Schnelligkeit, mit der Be- wustsseinsstörungen bei Schädel- und Hirnverletzungen auftreten. „Keuersnoi"—„Iosephslegende". Strauß-Abend der Stadtischen Oper. Zwei Bühnenwerke von Richard Strauß, die uns heute beide schon ein wenig fremd anmuten: Das Tanzspiel von 1914„Ja- sephslegende" und dos„Singgedicht" von 1921„Feuersnot". Viel Persönliches nicht nur, sondern Zeit- und Ortgebundenes steckt in dieser Münchener Oper der Jahrhundertwende. Richard Strauß, der geborene Münchener. setzt sich ein bißchen grob mit seinen Lands» leuten auseinander und warnt sie In aller Eindeutigkeit, nicht in verständnisloser Ablehnung vor ihm zu versagen, wie einst oor Richard Wagner, als dessen Nachfolger er sich in der Gestalt Kun> rads des Ebner, selbstbewußt und ohne Umschweife präsentiert. Sn dieser Partitur steilich zeigt er sich noch ganz befangen in innerer Abhängigkeit vom Stil Wagners— nicht zu reden von der Dichtung Ernst v. Wolzogens. deren lächerlich gespreizt« Sprache sich heute lieft wie unfreiwillige Wagner-Parodi«. Echter als die Andeutungen von oberbayerischem Dialekt, die der Dichter gibt, wirkt der derb-gemütlich« Grundton, mit dem die Musik, unter Berwcn- düng alter Münchener Lieder, das Milieu liebevoll charakterisiert. Di« fast voll-opernhasten Chor- und Ensembleszenen haben sich am stischsten gehalten; und auch in diesem Werk stellich besticht die Virtuosität der Orchesterbehandlung, auch wenn das heutige Ohr sich durch den rauschhaften Klang des damals sensationellen Or- chesterzwischenspiels nicht betrügen läßt. Von dem Welterfolg, dessen der Zösährig« Komponist sich schon sicher fühlte, blieb diese frühe Oper, dl« ihn ankündigt, ausgenommen. Nicht ohne Grund ist da» auch von dem zweiten Stück, der„Ja- sephslegende". festzustellen. Diese» ästhetisierende Spiel mit Figuren des Alten Testaments, prunkhaft und überladen mit Bildungsdetalls ist aus einer Art Kunstbedürfni« und Kunsianschauung entstanden, die zum mindesten nicht dt« unseren sind, und entscheidend ist, nicht nur für den Wert, sondern auch für die Wirkung: bei bestem Willen läßt sich sagen, daß es reich an musikalischer Substanz sei. An die Wiedergabe der beiden Stück«— beide in Berlin seit längerer Zeit nicht gegeben— hat die Städtische Oper viel gute Arbeit gewandt. Den Erfolg der„Feuersnot" trägt Hans R e i n m a r. in de« Roll« des Kunrad gleich überragend als Sänger und Darsteller. Der Dir!- gent, Paul B r e i s a ch. enttäuscht ein wenig in der Oper: wie er ist auch der Regisseur Hanns Niedecken-Gebhard glücklicher in dem Tanzspiel, hier freilich durch die üppig-phantasievolle Szenerie Ludwig Kainers und Lizzi« Maudriks Choreographie wirksam unterstützt. K. P. * ♦* Die Hofmannslhal-Straußsch«„Iosephslegende" wird immer wieder zu choreographischer Gestaltung benutzt. Trotz der spröden seelisch komplizierten Handlung und einer Muflt, die moderner tänzerischer Formung widerstrebt. Auch Lizzie Maudriks große und reife Kunst ist der undankbaren Aufgabe nicht ganz Herr geworden. Zumal in dem szenisch-dekorativen Ausbau der Städti- schen Oper zu den schon vorhandenen Schwierigkeiten«ine neu« sich gesellte. Inmitten dieses wilden, ungegliederten Linien- und Farben- furioso» tonnten rhythmisch bewegte Menschengestalten nicht zur Geltung kommen. Grelle, riesenhafte Arabesken erschlugen und er- drückten zartere Wirkungen. Die„Iosephslegende" bietet eigentlich nur zwei Tanzpartien: Joseph und Potiphars Weib. Beide waren ausgezeichnet besetzt mit Edgar Frank und Ruth Abramo» witsch. Franks stille, scheue, anmutig bescheidene Knabenhaftig- teit und da» in tausend Nuancen der Perversität schillernde Raffi- nement der Abramowitsch brachten Gipfelleistungen de» modernen Bühnentanzes. Frank mit rein tänzerischen, die Abramowitsch mit mimisch-pantomimischen Mitteln. Sehr schön da» Loslösen der Sulanuth(Erna S y d o w) aus den Gruppen der tanzenden Frauen und die Schlußszene zwischen Joseph und Potiphars Weib, die frei- lich auf ungünstig gegliederter und beleuchteter Riesenbühne nicht in allen Details zur künstlerischen Wirkung kommen konnte. J.S. Karneval im Tonfilm. Gloria-palast. Steht nicht unser ganzer Tonfilm im Zeichen des Karnevals, darf man an ihn noch Maßstäbe anlegen, von der Handlung irgend- welche Wahrscheinlichkeit, von den Figuren Lebensmöglichkeit er- warten und dergleichen allmodische Anforderungen überhaupt stellen? Die Welt unseres Tonfilms ist immer auf Karneval gestellt. Karneval ist das große Allheilmittel unserer Filmproduzenten. Man wird deshalb auch gegen den neuen Ioe-May-Film ,„. und das ist d i e H a u p t s a ch e!?", der ausgesprochen im Karneval spielt, nicht allzu streng sein dürfen. Hier herrscht das Maskentreiben und die Laune des Dallsools, hier gehen brave Ehemänner auf Zlbenteuer aus und lassen sich von jungen Fratzen beinahe(!) verführen, hier sucht die vernachlässigte Ehefrau Ersatz bei einer angeblichen Durch- taucht, der sich nachher als Hochstapler entpuppt. Die beiden Paare spielen dann ihre Rolle im Hotel und in der Wohnung der Kleinen weller, da» Happy-end macht aber allen Komplikationen ein End«: die anständige Frau wird vor dem Fall durch die Zaghaftigkeit de» Hochstaplers und die Prompthell der Kriminalpolizei bewahrt, der Ehemann aber kehrt reumütig zu seiner Frau zurück, und die Leid- tragende ist allein das abenteuerlustige junge Mädchen. Die Hand- lung ist allzu dürftig und wird über die Maßen gedehnt, der Schluß ist moralkitschig bi» zur Lächerlichkeit. Joe May hat schon bessere Regie geführt. Immerhin ist e» ihm gill gelungen, da» kanieoalistische Treiben cm Film auf- zufangen. Auch hier würden Kürzungen das Tempo bessern. Der Tonkilm ist jetzt so weit entwickelt, daß er die Geräusch«, den Dialog und die Musik eine« Ballsaal, gleichzellig wiederzugeben vermag (wobei sich Joe May eines besonderen Mischungsverfahrens bedient hat). Die Hauptsache aber sind nicht Handlung, Regie oder Musik. sondern die Darstellung. Hier kann man restlos loben. Harry L i« d t k e gibt sehr zurückhaltend, aber mll guter Laune den Che- mann und Liebhaber, etwas matt ist. Nora Gregor als Ehefrau, die durch ihren eigenen Mann in» Abenteuer gedrängt wird. Sie soll beschwipst sein und doch Haltung oewahren, sie soll dem Zauber der Durchlaucht erliegen und doch ihrem Mann treu bleiben. Die Folge davon ist, daß sie nicht» ganz sein darj. Um so ausgelassener und spritziger ist Ursula G r a b l« y. die ihren Harry Liedtte ver- führen will. Sie wirkt ansteckend mit ihrer echten Karnevals» befessenheit, sie ist«in Puck, dem man all« Streiche glaubt. Nicht recht gelockert ist auch Robert Thoeren als Hochstapler. Auch hier scheint die Hemmung durch da» Manuskript bedingt zu sein. Otto W a l l b u r g in seiner Beschwipstheit und Jakob T i« d t k« als hochherrschaftlich« Diener und Julius Falken st ein erzielten Extraapplau«. Sie waren echt« Karnevalsfiguren. r. Zwanzig Jahre Vereinigung künstlerischer Lähneuvorsiäude. Die Berufs- und Standesoroanisation deutscher künstlerischer Bühnen» vorstände beging in den Räumen des Deutschen Bühnentlub» in Berlin die Feier ihres zwanzigjährigen Bestehens. Der geschästs- führend« Vorsitzende Dr. Bruno Satori-Neumann gab in seiner Fest» red««in Bild van der Geschichte der Bereinigung. Leopold Jeßner betonte in seiner Schlußansprache, daß es immer schon groß« Regisseurpersönlichkeiten gegeben habe, daß aber erst die Vereint- gung den eigentlichen Beruf des Regisseurs geschaffen habe, der jetzt wieder durch die einseitig betriebenen Abbaumaßnahmen gefährdet sei. Im Gegensatz zu den beiden sozial wirkenden und kämpfenden Theaterorganisationen, dem Deutschen Dühnenverein und der Bühnengenossenschast, suche die Vereinigung al»«ine überparteiliche Organisation den Ausgleich anzubahnen und herbeizusühren. Wenn jedoch der durch die Vereinigung geschaffene Stand der Regisscure bedroht werde, so müsse sie notgedrungen zur Wahrung dieser Be- lang« ein« Kampsorganisation werden. LSHoenchronik. Ellen Fr an-k wurde von der Volvbühn« für ein« Haupttoll« in Dö blink.Ehe»»erpflichtet. Schulstreit in Braunschweig. Protest gegen die Maßregelung dissidenlischer Lehrer. Vraunschweig, S. April.(Eigenbericht.) 3m Lande Braunschwelg ist für die weltllche Schule der Schul- streik proklomierl worden. Der wellliche Elternbund wird ihn für Jrellag und Sonnabend festsetzen. Der Streik soll ein prolest feln gegen dle Eallassnug der dlffldenllsche« Lehrer und Hilfslehrer, gegen den Schulabbau, gegen die Er- höhung der ftlassenstegnenz und gegen die anderen willkllrmatz- nahmen Zranzen» auf dem Gebiet der Volksschule. Einbruch oder Verfichermtgsbeirug? Drei Galgenvögel unl> ein Kaufmann auf der Antiaaebant. Mit einer verzwickten Angelegenheit hak sich da, Schäffengerlchl Charlolieuburg zu befassen; e» hat zu enkscheiden, ob e» sich in dem znr Verhandlung stehenden Fall um Einbruch oder um verflcherungsbrlrug Handell. Auf der Anklagebank hinter der Barriere sitzen drei Mann— der unvorbestroste Tierpfleger F., und zwei vielfach Vorbestrafte namensRocha undHoffmaim— wegenEinbruchs.— Aus der Anklagebank oor der Barriere sitzt Herr G. wegen versuchten Versicherung»- betrüge». Dieser Herr G. soll die drei aus der Haft Borgeführten dazu angestiftet hoben, da« Konfekiionsgtschäft seines Dater» in Charlottenburg, in dem er Geschäftsführer ist, auszuräumen. Auf dies« Weise sollte der Versicherungsgesellschaft ein Schnippchen ge- schlagen werden. S. bestrellet, mit der Sache auch nur da» Geringst« zu tun zu haben. Di« Ausräumung mißlang. Vier mächtige Paket» standen abfuhrbereit, als der Wächter auf der Bildfläch« erschien und den Diebstahl vereitelt«. Di« Einbrecher entkamen im Auto, da, ste gebracht hatte, ohne, wie sie behaupten, auch nur.cha» Schwarz« unter den Nagel mitgenommen zu haben". Der Pater de« angeklagten G. hat aber ein lange, Verzeichnis der an« geblich gestohlenen Anzüge aufgestellt und fordert von der Versicherungsgesellschaft Lfuszahlung der Versicherung. Sollten die„Einbrecher" bereits«in« Partie Waren fortgeschasst haben und zurückgekehrt sein, um die vier Pakete zu holen? Die An- geklagten behaupten, man habe ste in«ine Falle gelockt. Sie ver- dächtigen den Angeklagten G., sie zum Einbruch angestiftet und ihnen da» Auto gestellt zu haben, um ste hinterher von dem Wächter überraschen und von dem Chauffeur verraten zu lassen. Nun tonnt« er behaupten, bestohlen zu sein und war in der Lage, die Per- sicherungssumme zu fordern. Die Frage, die da» Gericht zu ettt- scheiden haben wird, ist dies«: Sind die Angeklagten wegen Einbruch» zu verurteilen oder haben sie sich der B e i h i l f« zum versuchten Betrug misschuldig gemacht? Di« Schilderung der drei„Einbrecher" über ihr« Bekannsschoft mtt dem Angeklagten G. und die Vorbereitung zum„Einbruch" zeigen manch« verdächtigen Momente und erscheinen in mancher Hinsicht wenig glaubhaft. Der angeklagte Tierpfleger F. will G. in einem Lokal in der Weinmeisterstraße kennen gelernt und mit ihm die erste Unterhandlung gepflogen haben. G. habe genau dl« Lo kalitäten beschrieben und versprochen, dos Sicherheitsschloß offen zu lassen. Er machte zur Bedingung, daß er von dem Erlös der Ware 599 Mark als Abfindungssumme erhalte. Am 29. Januar fuhr man in dem von G. gestellten Auto an den Laden in der Wilmersdorfer Straße heran, erbrach das kleine Hängeschloß, packt« die Anzüge zusammen und— wurde vom Wächter überrascht. Schon am nächsten Morgen nahm die Polizei den Angeklagten H. in dessen Wohnung fest; man fand bei ihm 62 Anzüge, die von «wem anderen Einbruch herrührten. Der Angeklagte behauptet übrigens, daß in der Gegend um das Rosenthaler Tor öfter der- artig« Bestellungen zu Einbrüchen gemacht werden. „Graf Zeppelin" in Fahrt. Frledrlchzhafeu, 0. Apnl. Da» Lufsschifs„Graf Zeppelin" ist heute früh um 6 Uhr 98, wie vorgesehen, unter Führung von Dr. E ck e n e r, der am Dienstag von seiner Amerikareise zurückkehrt«, zu der bereit» angekündigten Aegyptensahrt ausgestiegen. An Bord befinden sich 25 Passagier«. Kurz vor der Ausfahrt mußten wegen Photogrophierverbots samt- liche Photoapparate aus dem Lustschiff gegeben werden. Am Sonn- abend erfolgt von Kairo aus d-r"(m;-;.r Rückfahrt nach Friedrichs- hafen, wo da» Lufsschifs im Lauje des Moutazs wieder erwartet wird. Die Sammler. „Revo utionarer* Klingeideuteikampf. NGO„f ü Ij r t" den Lauarbeiterstreik. Da mehr al' •. Saneburg, Sckiloblir. Nil!— IllS. Einen Erlra-Nabati erbalten Barteiger.ollcn. Blinde und Kriegsbeschäbigte. i i LWMnd Restaurant Berl! ns BETRIEB /{ A KEMPIHSK'U Reichshaiien-Theater Aiiealis sTi Sjnctjg fMin. FTTl Oes April-Lach-Programm der Stettiner" Pop cläre Preise von 60 Pf. bis 2,50 M. auch Sonntags) Nachm. ermäßigte Preise 1 Oönhofi-Brettl: Varle«— Konrert— Tanz! Schwerhörige KOMneil boren tolon wiener mit dem ärztlich empfohlenen onieim- Äaesruf- sppabat mit Bencfiem UieinbOrerl — Noch Peweres gibt es nicht!— Hell Ilde P.kojtik Cessllsdiaft id. d. H. Aelteste u. tührende Spezlalfabrik Verkauf u. Vorführung: B«rUn-«ninortfl8. S 42, FQr«ten«tr 20 Wäsche asler Art � Gate Beschafienheit, kulante Bedingungen! Antobereifung* Wilhelm tirabs Vertrieb In- and an« lad!* eher Rei en Aatore fen- und SdiUudi Reparatar- WerkilSUc/ Autozubehör Berlin SW 48, Fried richstr. 249 Nahe Bellc-AHlaace-riali- Tel. F» DergmeDn 4730 Haben Sie Bedarf In; .vaV. Herrenö�r aerobe( eriiü nnü nadi Haß). 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Das Prinzip strengster Auslese sur die Aufnahme an den höheren Schulen und Hochlchulen, das mancherorts besiirwortet und zum Teil schon gehandhabt wird, kann nur eine Notlösung sein, solange durch das Berechligungswesen in seiner heutigen Form der Bildungsgang der Volksschule sür die Praxis der Berufsergreisung sast gänzlich entwertet wird. Es ist deshalb ersreulich, wenn das preußische Kultusministerium sür die„W iederehrlichmachung" der Volksschule eintritt. Ohne wesentliche Reformen allerdings wird die Bedeutung der Volksschule nicht gehoben werden können. Genosse Wilhelm Paulsen gab bereits in seiner an dieser Stelle seinerzeit ausführ» B— höhere Schule, A---- Aufbauschule, G= Gewerblicher Unterricht, ((f �kaufmäBniscber U., Kst= künstlerischer U., Hw= hauawirt- fchaftHeher W— sonstiger Wahl Unterricht, S= gemeinsamer Unterricht. lich behandelten Schrift„Das neue Schul» und Bildungs- Programm' eine theoretische Auseinandersetzung über Möglich- leiten und Wegrichtungcn einer derartigen Reform. Inzwischen hat sich ein Arbeitsausschuß des Preußischen Lehrer- v-reins unter Leitung von Wilhelm Paulsen mit den aus der Bcrtretertagung des Vereins in Dortmund beschlossenen Leitsätzen zum Ausbau der Volksschule beschäftigt. Diese Leitsätze besagen in ihrem praktischen Teil: 1. Der inner« Ausbau der Volksschule erfordert eine Umge- staltung der Arbeitsweise, der Lehrpläne und des gesamten Schul- lebens., 2. Die Voltsschule ist vis zum Ende des zehnten Schuljahre» gradlinig und einheitlich fortzusetzen. Ihre Arbeit und Gestaltung muß so durchgeführt werden, daß sie auch die Aus- gaben der Mittelschulen übernehmen kann. 3. Um auch für die Landschule Ausbaumöglichkeiten zu schaffen, ist eine Vereinigung wenig gegliederter Schulen in weit- gehendem Maße zu erstreben. Di« Veibindung her Bolkeschul« mit dem höheren Schulwesen muß in erster Linie durch die Auslviuschule hergestellt werden. Dies« ist in allen Grundformen, sowohl auf dem Lande als auch in den Großstädten«inzurichten. S. Der Auebau der Volksschule muß einen engen Zusammen- hang zwischen o«r Volksschule und dem Beruss- und Fach» j ch u l w e s e n herstellen. Im Anschluß an diese Richtlinien und an die produktive Arbeit des Ausschusses erscheint nunmehr im Verlag von A. W. Zickfeld: (Osterwieck i. Harz) unter dem Titel„Der Neuaufbau unse- res Schulwesens' eine neu« Schrift von Paulsen, in der «in Schulprogramm dargelegt und begründet wird, das zu einer grundsätzlichen Neugestaltung des gesamten Schulwesens führt. Unter Berücksichtigung der Gegenwartetage wird ein Organisations- Programm aufgestellt, das die Bildungswege für alle verbreitert, in- dem es die Volksschule indenMittclpunktdes Gesamt- a u s b a u e s stellt. Paulsen sagt: „Die Volkeschule muß zum Hauptbahnhos werden. In dem die Bildungs- und Lcbensanschlüsse liegen. Birher war sie eine unbrauchbare Kopfstation, um die alle Schienenstränge in die Welt Herumliesen, in die Gesellschaft, in die Wirtschaft, in Ver- waltung und Kultur. Erst von dem Hauptbild ungs- Zentrum aus erhalten alle Bildungsveranftaltungen ihren Sinn. Diese liegen zwischen ihm und den Zielst tionen tes Lebens. Unordnung und Bildunaswirrwarr werden sofort verschwinden. wenn ihre Wegbestimmung klar gegeben ist. Kreuzen können sich ihre Aufgaben nie.'' Da nach der von Pan'sen behandelten Reform die Volkeschule zum Unter, und Mittelbau des gesamten Schulwesens wird, würde die Vo'ksfchule auch die Aufgabe übernehmen, das so außerordent'ich mannigfache Berussschulwesen mit dem Gcsamtbildungs- wesen organisch zu verbinden. Um ihre Ausgabe bewöUigen zu können, wird die Volksschule bei einer zehnjährigen Gesamt�auer in eine Dolksgrundschul« lUnterstuf«) eingeteilt die tte ersten vier Jahre umfaßt, ab?r auch für die beiden nächsten Jahre die Arbeiten der heutigen Oberklassen der Volksschule übernimmt, und in; ein« Volksm ittelschul«(Mittelstuse), in der das si-bente und achte Schuljahr pflichtmäßig, das neunte und zeh t« freiwillig ist. Der praktisch« Zweck der Volksmittelschule ist es, nach Absolvierung de» siebenten und achten Schuljahres, einer Praxis von drei bis vier Jahren sowie eine« Berufs- und Ergänzungsunterricht» die Gleichberechtigung mit der mittleren und der Obersekundareife zu geben. Roch dem zehnten Schul- jähr würde der Anschluß an das höhere Schul- und Fachschulwesen(die künftige Bolksoberschule) erreicht sein. De? Lehrplan hätte sich besonders in den letzten drei Jahren nach Begobunge«. Fach- und verufsinteressen zu gliedern, wobei im j Bedarfsfall die Lehrer der verschiedenen Schulgottungen ndben- einander unterrichten würden. Ein wichtiger Zweck des zehnstufigen Aufbaues ist es, die Jugend aus dem zermürbenden Berufsleben solange zurückzuhasten, bis sie ohne Gefährdung ihrer leiblich-geistigen Entwicklung an den Aufbau � ihrer persönlichen Existenz herangehen kann. Sein Hauptstück wäre � die organische Verbindung der Lolkeschille mit der Beruss- und Fachschule. Als Wirkung erwartet der Versasser: „Die Eltern werden� jedes mögliche Opjer bringen— wie heute bei den höheren«chulen und Mittelschulen—, wenn die Bildungswege durch die Volksschule offen liegen, der Anschluß an weitet sührende Bildungcanstalten gegeben und die zukünftiae Entwicklung des Kindes verbürgt ist. Die Vorurteile einer„standesgemäßen höheren Bildung' werden verschwinden, mindestens eingedämmt.... Sobald die Volksschule gleichberechtigt erscheint, wird die Frage der Abschaffung der Berechtigungen zu einer Frage der Gestaltung des Berechtigunoswesens.' Auf den unterrichtlichen und beruflichen Aufbau des Reform- planes, der in weiteren Kapiteln behandelt wird, einzugehen, ist hier nicht der Ort. wenn auch mit Bedauern festgestellt werden mag, daß dem bisherigen Stiefkind der Schulen, der Staatsbürger- künde, auch noch vorliegendem Plan nicht der Platz eingeräumt zu werben scheint, der ihm gebührt. Di« Gestaltung des ländlichen Schulwesens nach dem Reformplan soll ein andermal behandelt werden. Unsere Graphit, die der Schrift entnommen ist. verdeutlicht Wesen und Sinn des neuen Aufbaues Ein wesentlicher Punkt sür die Verwirklichung des Planes ist die K o st e n s r a g e. Paulsen hält die Neuordnung bei zunehmen- der Stabilität unserer Wirtschaft für finanziell tragbar, wenn sie auch Opfer in begrenztem Umfang, die in den Städten gering, auf dem Lande um so größer seien, voraussetze. Wie dem auch sei, wird man dem Autor, der während seiner braunscyweigischen Tätigkeit bewiesen hat, daß er nicht nur ein Mann der Theorie ist, bei» pflichten müssen, wenn er von der Regierung die Möglichkeit zu Experimenten in begrenztem Umfang verlangt, und er hat so unrecht nicht, wenn er sagt: „Es ist der Fluch aller Behörden, daß sie in engster Berwal- tungsarbeit besangen bleiben und nicht Zeit finden, groß« Entwick- lungen voraussehend planmäßig vorzubereiten. England ließ einen Sachverständigenausschuß unter dem Vorsitz Hadows jähre» lang arbesten, und Glöckel rief in O e st e r r e i ch die gesamte Lehrerschaft zur Mitarbeit auf. Der Erfolg war durchschlagend, das werdende Schulwesen beider Länder zieht heute die Welt- aufmerksamkeit auf sich. In Amerika und Rußland vollziehe» sich ähnliche schulpolitische Ereignisse. Deutschland hat seinen Weltruf als„Land der Schulen' mühsam zu verteidigen.' h. l. Das Elend der Hochschulen Glossen zur Situation/ Von Alfred Ehrentreich Ueberfüllung. Fragt man sich noch den Ursachen des katastrophalen Ansteigens der Zahl der Studierenden an den Hochschulen, so ist der Zustrom leider keineswegs durch ein vermehrtes, breitere Massen ergreifendes Bildungsbedürfnis zu erklären; vielmehr erscheint er als Auswirkung einer negativen Abwehr, einer Flucht vor der Unsicherheit der kausmännischen, selbständigen Berufe, vor dem ständig drohenden Abbau tn Fabrik und Wirtschost; man glaubt der Arbeitslosigkeit zu entrinnen und verschiebt sie doch nur um einige Jahre in so vielen Fällen: es wächst das akademische Proletariat. Außerdem hat die Unsinnigkeit des Berechtigung«- wesens, das fast für jede gehobenere Stellung der Praxis die Reifeprüfung fordert, schieusenartig die Auebildung aus der höheteu Schule aufgestaut. Verläßt nun der künstlich emporgezüchtete Abiturient die Schule, so wendet er sich jetzt vielfach gar nicht den Stellen zu, die von ihm die Abschlußprüfung forderten, sondern er geht zur Hochschule über, der noch ein gewisser Geruch von 'Vornehmheit und Elite anhaftet. Der Gedanke an eine gesicherte, akademisch fundierte Beamtenlausbahn spielt dabei sicher wesentlich mit. Der Begabtenaufftieg aus der Masse ist dabei von ganz untergeordneter Bedeutung, obwohl manche Universitätsvertreter in ihr das Hauptübel sehen wollen. Alle Sperrmaßnahmen an der Hochschule selbst werden wenig Erfolg zeitigen, wenn man den Zu- ström nicht schon aus der Schule seitlich ableitet; das heißt, wenn man nicht ganz energisch das Berechtigungswesen abbaut. Die Zahl der Studierenden ist in Deutschland im letzten Semester um 4900 zurückgegangen, man hofft aus eine weiterhin absteigende Kurve nach Ostern wegen des Ausfalls der Kriegsgenerationen; immerhin, fühlbar wird der Ausfall vorläufig nicht werden. Es ist sehr anschaulich, sich die Auswirkungen einmal an«in paar Zahlen von der Berliner Universität zu ver- deutlichen: Wir haben eine verdoppelte Anzahl von Studierenden im Vergleich zur Vorkriegszeit. In den letzten Semestern waren bis zu etwa 900, vielleicht noch mehr Hörer allein für das Studium des Englischen eingetragen. Die entsprechenden Seminare und Pro- scminare, die Grundzellen der Arbeit während der Ilniversltäts- ausbildung, waren trotz sinnvoller Aufteilung in Kurse vollgestopft mit jungen Menschen, deren Aktivität nicht mehr aus ihre Rechnung kam und die andererseits den Kursusleitern kaum erfüllbare Korrektur- und Prüfungsarbeit zumuteten. Wenn man weiß, daß der größte Raum der Universität, das Auditorium Maximum, «30 Sitzplätze hat, wird man sich nicht mehr wundern, daß es für die Borlesungen der angeseheneren ordentlichen Professoren nicht mehr ausreichte: es wurde von ihnen in der Reuen Aula ge- lesen, vor 1000 bis 1500 Hörern! Es wird dann nicht mehr unwahrscheinlich klingen, was mir ein Hochschullehrer ver- sichert«:«in juristischer Dozent, dessen Hörsaal nicht mehr ausreicht. läßt einen zweiten durch— Lautsprecher anschließen; in einigen überfüllten Räumen sollen Visitenkarten am Fußboden den Studenten einen— Stehplatz gesichert haben! Sind das nicht beredte Beispiele sür eine sinnlose Mechanisierung des Lorlesungs- betriebe»? Gibt es keinen Ausweg? Praktiker an die Fr»»tt! Die Ordinarien, besonders die der großen Universitäten, können die ihnen obliegende Aufgabe nicht mehr bewältigen. Es werden Lektoren, Assistenten und sonstige Hilfskräfte zur Entlastung herangezogen. Ihre Honorierung steht leider oft im umgekehrten Ver- häUnis zu dem Maß an Arbeit, das sie übernehmen müssen. Ich habe junge Referendare kennengelernt, die ganze Nächte hindurch mit der Durchsicht der Aufnahme-, Abschluß- und Fleißprüfungen zu tun und das außerdem nebenamtlich zu erledigen hatten. Es muß hier also eine vernünftige Arbeitsteilung einsetzen, es müssen sowohl die großen Dorlesungs komplexe wie die überfüllten Seminare in kleinere und übersichtliche Gruppengebilde zerlegt werden. Dazu bedarf es sicherlich einer verstärkten Anzahl von Mit- a rb eitern. Woher sollen sie genommen werden? Die Professorenkaufbahn an den Universitäten ist von vornherein nur einem ganz kleinen Kreis« wirtschaftlich Prwilegierter möglich. Di« wenigen Fälle eines heroischen Hinausarbeitens neben einer anderen Berufspraxis sind zu zählen und verzehren ein Uebermaß von Energie. Diese wenigen geistig und geldlich Begüterten würden auch dann nur zögernd das jahrzehntelange Risiko einer fast ein- kommenlofen Zeit eingehen, wenn sie nicht auf gewiss« persön» ltche Verbindungen in ihrem Fortkommen rechnen dürsten. Wer ohne ein solches freundliches Wohlwollen den Weg einschlagen würde, wäre sür immer isoliert. Wie stark solche Beziehungen sich auswirken, zeigen Fälle, in denen die Lausbahn eines Pnvatdozenten zur Luesichtslofigkeit verurteilt war in dem Augenblick, da der ihn stützende Ordinarius etwa vorzeitig starb. Die Exklusivität aller dieser Maßnahmen kann es erklären, daß der akademische Nachwuchs nicht immer genügend gesichert ist. Es muß dem Betrachter nachgerade auffallen, daß von den beiden ordentlichen Professuren für das Englisch« in Berlin immer nur eine besetzt wirti. Es scheint hier mehr ein Substanz- als ein Finanzmangel vor- zuljegen. Die jahrzehntelange Abgejchlossenheit der Dozenten von der Praxis bringt ober auch eine gewisse Benifsfremdheit mit sich?' Wie viele von den Professoren, die elwa Philologen ausbilden, haben selbst auch nur kurze Zeit in einer Schule gestanden oder Unterricht erteilt? Sie kennen gar nicht die Ansprüche und Röte des Berufes, für den sie vorbilden, und stellen andererseits Forderungen für ihn, die als rein theoretisch, abstrakt und lebensfremd anzusehen sind. Soll der Arbeitsbetrieb der Universität also rationell ausgenutzt werden, so muß er sich der Hilfe aller jener erfahrenen Beruss- Praktiker bedienen, die aus der einen Seite sich aus ihrem Gebiet einen Namen gemacht haben, andererseits In ständiger Fühlung mit der Forschung oerblieben sind. Eine solche Auffrischung der Unioer- sitätskörper in allen ihren Groden durch lebeuserfahrene, praktische Fachleute würde das Bildungselement in ganz anderer, sinnvollerer Weise demokratisieren, als es die Ueberfüllung von unten her bewirkt. Wir brauchen heute mehr Fachleute des Lebens als Spezialisten weltenferner Theorien. „Professorenka�italiömuö." Nicht nur die Ausbildung, auch die wirtschaftliche Lage der Hochschullehrer scheint ein Hemmnis für eine gesunde Austeilung der Arbeit zu sein. Bekanntlich gehören die Professoren zu jenen bevorrechteten Beamtenkategorien, die nicht mehr systematisch in eine bestimmte Gehaltsordnung eingereiht werden, sondern die private Verträge(innerhalb gewisser Grenzen) mit dem Staate abschließen über ihre Honorierung. Zu diesem Borrecht gesellt sich ein zweites: sie sind beteiligt an den Gebühren ihrer Hörer, so daß chr« Einnahmen mit der Hörerzahl steigen. An einem Abbau des Massenvorlesungsbetriebes sind sie also primär nicht interessiere. Wenn der karg gestellte Privatdozent Hörergebühren bezieht, so läßt sich das rechtfertigen; bei den Professoren ist das fast unverständlich (demnach müßten auch die Lehrer je nach der Stärke ihrer Klassen einen Anteil an dem Schulgeld ihrer Schüler beziehen!). Entweder ist die Besoldungslage der Professoren angemessen: dann gehören die Hörergebühren dem Staate. Oder sie ist nicht in Ordnung; dann möge sie revidiert werden: denn die Beteiligung am Kolleggeld er- innert in unangenehmster Weise an gewisse alte Regale, Reben- etnkllnfte und Ablösungen älterer und neuerer Zeit. Daß die daraus erwachsenden Folgerungen nicht übertrieben sind, zeigen Borgänge bei den Berufungen von Professoren an andere Universitäten. Eine Hauptrolle spielen dabei immer die „Forderungen' der Ernannten, und viele Austausche sind an solchen rigorosen Forderungen gescheitert. Andererseits werden auch sehr differenzierte Angebote gemacht, je nach der Bedeutung einet Universität oder der besonderen Fakultät an einer Hochschule. Hier ' sängt die hohe Wissenschaft an. einen sehr materiellen Hintergrund zu bekommen. Aus die unwürdige Hervorkehrung von Honorarsragen bei den Berufungen hat schon vor einem Jahre Professor Dr. HansDragendorss in seiner Rektoratsrede vom 10. Mai 1930 hingewiesen, und dieser Vertreter der jüngeren Pro- fessorengeneration, der ausnahmsweise und bewußt zweimal hinter- einander mit der höchsten Uuiversitätswürde betraut wurde, ist nicht zu überhören: „Der vielfache Wechsel und Austausch der Universitäken unter- einander ist gewiß ein befruchtendes Element in unserem Hochschul- leben, so lange nicht materiell« Uebermacht die gegen- wärtig« Zeitloge, die auf allen Gebieten das Materielle so stark in den Vordergrund der Interessen rückt, ausnützt, dadurch die Entwicklung der Fakultäten auf eine falsche, ungesunde Grundlage stellt und gleichsam das innere Gleichgewicht des deutschen Umoersitätslebens stört. Eine Stärke unseres deutschen wissenschaftlichen Lebens war. daß wir in dem reichen Kranz deutscher Universitäten wohl große und kleine hatten, aber nicht solche ersten und zweiten Rang«».' Frühling im Segelsport Zm Arbeiter. Segelsport geht'» jetzt mit Hochdruck an da» klarmachen der Boote. Die kühle Witterung hat die lleberholuagsarbeiteu etwa» verzögert, auu erstrahlen die Fahrzeuge aber tu neuem Glanz, wer de« letzten pinjelstrich getan, jetzt sein Boot über den £!n Fu$ball«Lex!kon hat der AT. and SB. herausgebracht Die Fußballeitung des Arbeiter-Turn- und Sportbundes hat ein Schriftwerk herausgebracht, das einfach alles enthält, was mit dem Arbeiterfußbollsport irgendwie in Verbindung' steht. Die neue Bundessußballsatzung hat den stattlichen Umfang von 424 Seiten. Die alte Satzung hatte K2 Seiten. Vielleicht wird der Begriff„Satzung" dem dicken Heft nicht ganz gerecht; denn die vielen Erläuterungen, Richtlinien uui» Anleitungen stempeln es eher zu einem Handbuch für die Fußdallfporte. Die Satzung gliedert sich in 14 Teile und 242 Artikel. Die Teile der Satzung find: Wefen der Fußballsparte, Verwaltung der Fußballsparte, Wirkungskreis der Körperschaften der Fußballsparte, Mitgliedschaft der Vereine, Mitgliedschaft der Bereinsmitglieder, Spielordnung, das technische Wesen, das Schiede- richterwesen, das Berichterstatter- und Pressewesen, das Jugend- wefen, dos Rechtswesen, Vorschriften und Grundsätze für die Ver- waltung. Geschäftsordnung. Anhang. Der Anhang enthält Zeich- nungcn über den Aufbau der Bezirke, Kreise, der Lundessparte und der Spielverbände, Mustersatzungen für einen E. V.°Bezirk und sür Fußdallabteilungen, Muster für Kassenberichte, Vcrnwgensübersichten und Voranschläge iw Kossenwesen, Richtlinien für das Meldewesen und für die Führuich von Karteien und Listen im Bezirk, aus- gefüllte Muster von Karteikarten, Spiclverträgen, Ausweisen und sonstigen amtlichen Vordrucken der Fußballsparte, Spielregeln für das Spiel mit dem Riesenbau, Berechnungstafein sür Fußballinehr- kämpfe und eine Preisliste mit Bestellnummern für den Orgaui- sations- und Verwaltungsbedarf der Fußballvereine und Fußball- körperschasten. Dia neue Bundesfußballsatzung ist für jeden Funktionär-m Derein, im Bezirk, im Kreis, ganz gleich auf welchen» Gebiet er sieh belätigt, sowie für Berichterstatter, Techniker, Schiedsrichter und Spielführer einfach unentbehrlich. Der Preis stellt sich im Einzel- dezug vom Arbeiter-Turnoerlag Leipzig auf 1,90 M. „Collegia" zieht um ins neue Heim bei Gatow Der Ruderverein ,.C o l l e g i c". der Mitglied im Ar- beittr-Turn- und Sportbund ist, kann in diesem Jahre ganz befon- ders stolz auf die Winterarbeit seiner Mitglieder sein. Die Boots» Unterkunft in Tisfwsrder mußte aufgegeben werden, und so hat man die Winterzeit dazu benutzt,«ine neue fzeimslätte für den Verein zu schaffen. Es ist ein Schuppen von 40 Meter Länge in Cytow gegenüber SchUdhorn entstanden, der die große Flotille des Vereins und die Gardsrobenräum« aufnehmen wird, bis der beabsichtigte Bau eines mafsiosa Bootshauses erfolgt ist. Eine umfangreiche Steganlage wird geschaffen, um einen reibungslosen Verkehr für die an- und abfahrenden Doote zu gc- statten. Der Ruderkasten ist auch wiederhergestellt, so daß die Aus- bildung neuer Mitglieder wieder betrieben werden kann. Man muß es den Ruderern lassen, sie können wirklich große vpfer an Zeit und Arbeit bringen für ihren geliebten Sport. Es ist ein« Freude zu sehen, wie jeder einzelne mit Hand anlegt, das Werk zur Dollendung zu bringen. Einige Handwerker sind dabei. dem Holzschuppen durch Farbanstrich Schönheit und Glanz zu geben, «Mere bauen Schränke für die Garderobe zusammen, die Boots- unterlagen werden angebracht, die Jugend planiert das Gelände und selbst die Frausnabteilung ist nicht untätig und gräbt und buddelt für dl« gärtnerische Auegestaltung des Platzes. Denn schon in den nächsten Tagen soll die Uebersiedlung des Vereins aus Tief- werdsr nach Gatow erfolgen. Es ist bis dahin noch ein gut Sfück Arbeit zu leisten. Doch nun ist es soweit, daß in absehbarer Zeit die Mannschaften des Vereins wieder die Havel befahren können und alles legt sich noch einmal kräftig ins Zeug, um den Rest zu schaffen. Der Derein kann fetzt noch Mitglieder aufnehmen. Interessenten melden sich jeden Freitag, 20 Uhr, in der Vereinsfitzung bei Thuuak, Charlottenburg, Wielandftrahe 4. ver„Stragcnlauf des Ostens" Am Sonntag. 12. April, 14H Uhr, veranstaltet der„Sport- klub 1912", der sich aus ehmaligen Schülern der 20. Gsmeindefchul« zusammensetzt, unter dem Protektorat des Bezirksbürgermeisters Mielitz und des Stadtrats Günther und unter der Leitung feines Gründers und Führers Lehrer Wiefemann fewen traditionellen „Straßenlauf des Ostens" mit Start und Ziel Rüders- dorfer Straße 4ä. Für den Lauf find rund 300 Läufer gemeldet, die sich auf folgende Klaffen verteilen: Schüler 6 X 100-Mster- Staffel; Jugend 3000 Meter: Männer 6000 Meter; Staffel offen für alle 1000, 200. 100, 400, 800, 100 Meter. Zur Olympiade gibts einen volksiütnlicfacn Fesibeitrag An der Höhe des Festbeitrages und den dafür gebotenen Leistungen ist zu ersehen, daß das 2. Olympia der So- zialistifchen A r b e i te rf p or t-In t e r n a t i o n a l e in W i e n als eine Massenveranstaltung ausgezogen wind. Der Fest» beitrag beträgt 1 Dollar(4,20 Mark). Dafür erhält der Teilnehmer den Festausweis, das Festabzeichen, den Festführer und hat Zutritl zu allen olympischen Veranstaltungen auf den Sportplätzen und außerdem Anspruch auf Privat- oder Masfeuquarti« für die Zeit vom 19. bis 26. Juli. Feftteilnehmer, die als Cinzelfahrer das Olympia besuchen, erhalten in Oesterreich gegen Vorzeigung des Festausweises und Abzeichens 25 Prozent Fahrpreisermäßigung. Das gilt vom 15. bis 26. Juli für die Fahrt nach Wien und vom 19. Juli bis 9. August für die Rückfahrt. Olympiafahrer müssen ihre Meldungen durch ihren Berein an ihre Derbandsleitung einreichen lassen, die das weitere veranlaßt Bis 20. Mai sind die Meldelisten von den Berbands» bzw. Landes- leitungen dem Olympia-Sekrctariat in Wien zu übermitteln. «Zol!" olme Eintrittsgeld Die Ortsgruppe Groß-Berlin des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer- bundes„Solidarität" hat den Monat April als Werbemonat erklärt. Alle Rad- und Rennfporttreibcndsn, die sich in diesem Monat aufnehmen lassen, brauchen kein Eintrittsgeld zu bezahlen. In nächster Zeit beginnt„Solidarität" mit seinqx R e n n s a i f o n. Albe jetzt eintretenden Mitglieder können an den ersten Rennen schon teilnehmen. Die Straßenrennen sind behördlich genehmigt und so wurden für die Sommersaison zahlreiche Straßen- und Bahnrennen ausgeschrieben, so daß jtdcr Rennfahrer genügend Gelegenheit zur Ausübung seines Sportes hat.„Solidarität" ist nicht nur die größte, sondern in sportlicher und wirtschaftlicher Beziehung auch die leistungsfähigste Radsportorganisation der Welt, da er seinen Mitgliedern Sterbegeld und Unfall-, Hastpslicht-, Dieb- stahlversicherung, ferner Grenzkarten und eine monatlich erscheinende Radsportzeitung gewährt. Im Monat April sind die Sitzungen der Rennfahrerabteilungen Freitag, 10. und 17. April, 20 Uhr, Seidel» straße 21, Restaurant Brauquelle. Auskünfte und Ausnahmescheine bei den Mitgliedern Schreiber, SS9. Lachmannstraße 4; Kowalke, SW, Strescmannstraße 58; Werner, W, Gleditschstraße 14; Kegel. N, Weihenburger Straße 81. Preisabbau im Flugsport. Nachdem es durch Zuschuß aus einer gemeinnützigen Stiftung gelungen war. den Preis für ein deutsches Eportflugzeug für reichsdeutsche Käufer aus nur 2450 M. herabzusetzen, ist jetzt im Anschluß daran eine ganz bedeutende Verbilligung des Flugunterrichts eingetreten. Um möglichst vielen die Aus- bildung zum Sportflieger zu ermöglichen, hat die gemeinnützige Deutsche Luftfahrt G. m. b. H., Berlin, die Preise für Ausbildung zum Sportflieger um 10 bis 25 Proz. gesenkt. Dadurch beträgt die Summe für Ausbildung zum Sportflieger nur noch 700 M. Aber nicht nur die Ausbildungskosten wurden herabgesetzt, sondern auch die Preise für Umschulungs- und Uebungsflüge ausgebildeter Piloten. So kann man als ausgebildeter Sportflieger auf nicht eigenem Flugzeug jetzt für 20 M. eine volle Stunde selber fliegen. Der Preisabbau beträgt hier annähernd 40 Proz. Ein Lebensretter von der„Wasscrwadif Der Vertrauensmann der„Wasser wacht" Franz Leon- Hardt rettete am Karfreitag zwei Segler, die mit der Rennjolle Nr. 351 kenterten, und am zweiten Osterfeiertag zwei Leute, die mit einer IS-Quadrarmeter-Segeljolle kenterten. Der vierzehnjährige Günther Bull er half ihm tapfer bei diesem Rettungswert. Don der oben erwähnten Rennjolle Nr. 351, die bei der Insel Valentins« werder kenterte, wurden ein Vorsegel, ein Spinnaler und ein Segel« Persenning verloren. Wasserstraßenbenutzer, dl« die oben erwähnten Gegenstände finden solllen, werden gebeten, die Geschäftsstelle der „Wasserwacht", Berlin S 61, Planufer 61, Fernsprecher:? 6 Bär- Wald 8154, zu benachrichtigen. Die für Mittwoch, 29. April, geplante Lehrerfahri der „Verkehre wo cht" Berlin-Brandenburg«. B. Hot in den Kreisen der Berliner Lehrerschaft so großen Anklang gesunden, daß bereits heute mehrere hundert Lehrerinnen und Lehrer ihre Teil- nähme zusagten. Leider genügt die Anzahl der zur Verfügung gestellten Kraftwagen diesem Ansturm nicht. Di«„Verkehrswacht" Berlin-Brandenburg bittet darum alle Kraftwagen- besiger, sich in den Dien st der guten Sache zu st e l l e n und ihren Kraftwogen sür den Tag ab 14 Uhr aus drei Stunden zur Verfügung zu stellen. Umgehende Meldung der Wagen an die Geschäftsstelle der Verkehrswacht Berlin-Brandenburg e. V., Berlin S61, Planufer 61, Fernsprecher: F 6 Bärwald 8154, ist erwünscht. Photo-Lehrsdiau! Dom 18. April bis einschließlich 10. Mo» zeigt die Photogemein- schaft Berlin des Touristenvereins„Die Naturfreunde" in ihren Räumen Berlin N, Iohannisstr. 15, eine Photolehrschau. In über- sichtlicher Form wird in bildmäßiger Darstellung ein Photolehr» kursus geboten. Der Amateur lernt in erster Linie unnütze Geld- ausgaben vermeiden. Geöffnet ist die Lehrschau werktags von 10 bis 22 Uhr, Sonntags von 10 bis 20 Uhr. Unkostenbeitrag 10 Pf. Der Sportpalasksilm läuft in Lrihi Der beim letzten Hallen- sportfest gedrehte Film„Moderner Arbeitersport" wird Sonn.ag nachmittag in Britz gezeigt.„Volkssport Reukölln-Britz" hält seine Quartalsversammlung Sonntag, 12. April, 16 Uhr, in Beckers Ge- sellschastshaus, Britz, Chausseestratze 97, ab. Im Anschluß daran werden im Rahmen eines zwanglostn Beisammenseins verschieden« Filme vorgeführt, darunter auch der oben erwähnte Film. Bei„Volkssport Reuköllu-Brltz" machte sich eine so große Mit- gliederzunahme bemerkbar, daß jetzt im 14. Verwaltungsbezirk eine dritte Frauenabteilung eröffnet werden muß. Di« Ab- teilung übt ab Donnerstag, 16. April, 20 Uhr, jeden Donnerstag in der Turnhalle der Knaben-Millelfchule, Neukölln, Donaustr. 120. Alle Freunde der Leibesübungen, besonder» die der Frauenabtei» lungen 89, 90, 91, 92 haben jetzt in erreichbarer Nähe Gelegenheit, Gymnastik nach Musik unter guter Leitung auszuüben. Voranmel- düngen in der Geschäftsstelle: Neukölln, Stuttgarter Straße 18 III. (Paul Schulze), Neukölln 8612 und in der Ouartalsoersammlung. Sonntag, 12. April, 16 Uhr, in Beckers Gesellschaftshaus. Britz, Chaufleestraße 97. Diener Schwerachleken kämpfen in Innsbruck. Aus Anlaß der Errichtung eines Tiroler Kreises des Verbandes der Arbeiter-Krast- sportler Oesterreichs fand in Innsbruck eine Sportatademl«, ver- bunden mit einem Städtekamps im Ringen und Heben statt. Neuen den Hauptkämpfen fanden Propagandakämpfe im Jiu-Jitsu und Boxen statt. Im Stemmen siegte Wien, den Etädteringkampf ge- wann ebenfalls Wien mit 14: 10 Punkten. /ffKtt Stabetn-Ctrclitigaii« 1913. 6ifcun« fftritag. 10. torit. 20 USt, ttt .CttaiiMdvIoR", Obcrsd.vncioeid«. Mttglicixr njtiötn noch 9Lr» schritt: Modsock, vielschöneweid«. ffitaftflr. 22. isreieo Stiactscrna Sieinickiudors-west. Eonn odend, N. April. 20 Uhr, irunitoniirli�nna bc\ Etidtth. Donuerziag, 10. Avril, 20 Uhr. Beriinsver- scmmluna bei StiMi«. grcitag. 17. April, ftufammtnhitncn. SS®«., T«n»i,. Beiirl Neulw». Zriitoo. 10. April. 20 Uhr. Mit«lI«S»> »ersaimnluna, Lermrihp'oh 7. Aufnahm« neuer Mitotteder.— Suherbeiirk. Anschrift: O. Zloack, Sleuldlln, Roratitr. 40. Bvo'shous Schöneweih«. Berliner Stroh« 07—96. Tonnersion,#. April, Lihung bei Schmiht. Schöneweih«, 20 Uhr. Lkhter Termin für geltschrinmewuno. lledungoabeuh Sonnabenh» im Bootsbau, Tchöncwelde. Bootsftänh« noch«j Permi et« n. Turn, nub Sport»« rein Siche-Köprnick 1806 c. B. Kus«mnenru«ki der lsrauen Tjtti'aq, 10. April. 20 Uhr, bei Cisner,«arser�LIihelm-Str. 3. T«»al,.Rot, Abt. Weißens«« heoinnt Sann io«. 12. April, in Stadion an lsaulen Lee mit der Spieleeit. Mitolieüer wcrhrn noch ausarnommen. Lokal Pcters, Licht-nbcrger Str. 12. IS. April, 20 Uhr.— Abt.«enkölln. Sonnet«- taa. 9, April, 30 Uhr, Mitoll edlrvirsamuiluno im Claf« Reinhardt, Sake». beide 37. Spielstunh-nelnteiluna. Touriftenperein.Die Ratursrenndr', Abt. Weddioa.chesnndbrvnne». Mim» vortraa:»Da, keimen!, Leben'. Donnersta«. 9. April, chochschulbrauerei. Rar!»i bei Sonnemann. R-der-creia Sollcyia. Sihuna ffrettaa. 20. April, bei Thunack, Thariotte» bur«, Wielandftr. 4. Dranhenburnsahrer in der Sitzung melden. großen Slipwagen ein svild Mitte oben), der März- wind hak es jedoch„spack" gemachi, e» jäufi ab(Bild darunter) und der Sappen muß feste Wasser schöpfen. Auf dem Bilde link» sind Segler mit dem klarmachen der Takelage beschäskigi und ganz rechk» auf dem Bilde übt sich ein kommender Boolsbaumeister. Bald wird der erste Schlag gesegelk, dann:„Gode IDind ahoi!"