Morgenausgabe Nr. 166 A 64 4S.Iahrgang Wöchentlich 35 Pf., monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitun gs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 6.— M. pro Monat; für Linder mit ermäßigtem Drucksachen« oorto 5.— M. ♦ Der„Dorwärts' erjcheml Wochentag» -lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im chande! mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Volt und Zeit" Ferner„Frauenstimme". �Technik".„Blick in die Bücherwelt". .Iugend»Vorwärts"u..Stadtbeilage" f berliner VoUsblatt Freitag �0. April 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die e l n s p a l t. Nonparetllezeile 80 Pf. Reklamezeile 5,— RM.„Kleine An» zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort l2 Ps Rabatt lt. Taiif. Stellengesuche das erste Wort l5 Ps., jede» weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf Familien- anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen- täglich von S'/z bis 1? Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Jentralovgan der �ozialdemoSvatifchen Partei Deutschlands üiedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbosl 292—297 Telepranim-Adr: Soiialdemokra» Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonio: BerlinS7S39— Banttonio: Bank derArbciicr.Angestelllcn und Beanuen, Llndcnslr.3,Tt.B.u.Di?c.>Ge!.,Deposiienk.,Jerulalcmer Stt.KSchS. Hitlers krankhafter Charakter. Gtennes legt los!— Führertränen und Barritaden. S t e n n e s hat sein Wort wahr gemacht und am Donners- tag Zum erstenmal die angekündigte �Halbwachen- Zeitung„Arbeiter, Bauern, Soldaten" er- scheinen lassen. Die erste Ausgabe enthält eine ganze Reihe interessanter Dinge. So werden in einem längeren Artikel „Abrechnung" die Ursachen des Konflikts untersucht. In dem Artikel heißt es u. a.: „Wie konnte es zu der heutigen Lage kommen? Das liegt in der Entwicklung begründet, die die NSDZlP. insbesondere in de» letzten anderhalb Jahren ging und die ein einziger, immer wieder auftauchender' Verstoß gegen den 8 2 der Satzungen war. Dort heißt es:„Dos Programm ist unabänderlich." Als die national- sozialistische Reichstagsfraktion den Antrag einbrachte, daß der Zins- fuß durch Gesetz aus.? Proz. herabzudrücken sei, wurde es auch dem unbefangensten Parteigenossen zun, ersten Male klar, daß das alte Prooranun— welckes doch..Brcckiung der Zinsknecktslbaft und Ab- schafsung des arbeits- und mühelosen Einkommens fordert— feit hiklers großkapilalistischen Irllhslücksbckannischasien mit Herrn von Stauß und anderen leine Gültigkeit mehr besaß. Oder gilt Herabsetzung des Zinsfußes bei.Hitler als Vernichtung des kapitalistischen Systems? Und vor ollem den alten Sozialisten in der Partei wurde beim Bau des„Braunen Palais", bei der Art der Verwendung der für die ,.Angrifi"-Gründung gesammelten Gelder klar, daß der alte national- sozialistische Satz„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" für die hohe» Parteifunktionäre schon längst nicht mehr gültig sel. Hitler schrieb in richtiger Erkenntnis vorhandener.Tatsachen. in seinem Buch,„Mein Kamps",.dgß der Wert der. zahlenmäßigen Stärke seiner Partei glAch Rull sei. Dennoch wurde» alle n'ntomntcndcn Gelder, die in die M.> l- lionen g in gen. für Zwecke der Propaganda und Agitation verbraucht. Erst iin September 1930 setzte die Berliner SA. gegen den Willen des erschrocken unter Tränen nachgebenden Führers durch, daß wenigstens ein Bruchtell der Beiträge für den Ausbau der SA.-Organisationen zur Bersügung gestellt wurde...Die SA. lies nicht nur, zum größten Teil e r- werbslos., niit zerrissenen Stieselsohlen in den Dienst, während man in München Repräsentatiansgebäude ankauste, sondern sie wurde auch in immer fortschreitendem Maße von den politischen Leitern j,, die Rolle einer Klebekolonne herabgewürdigt In großen Sportpalastversammlungen trleb man die Stimmung bis zur Siedehitze cinpor und schuf die Bereit- schaft zum Barrikadenkampf für die deutsche Revo'ution, um anschließend bekanntzugeben, daß jeder Verstoß gegen die Notoerordnung mit Ausschluß aus der Partei best rast würde Derselbe Gegensatz zwischen Worten und Taten zeigte sich auch an anderer Stelle Lest einmal nach, ihr Narionalsozialisten, wie Hitler in seinem Buch und in Artileln gegen die Verbindung mit schleimigen, vürgcrbreilichcn Elementen wettert. Von der Deutschen Volkspartei der Herren Stresemann und Eurtius tonnte nach den Aeußerungen des Parteiführers kein krummer Hund mehr ein Stuck Brot nehmen. vis es jenem dann gefiel. Herrn Zrick nach Weimar zu dirigieren und mit Hilfe der schwerindustriellen und großkapilalistischen Volksparlei die Sopf. st euer, diesen Hohn aus jede soziale Gerechtigkeit, einzuführen> Und als Herr Zrick durch einen Parlaments- beschluß gestürzt wurde, jagte er da mit Hilfe des 8 48 die Quafseibube auseinander oder behauptete sich der Herr Polizei- minister mit Hilfe seiner Schupo solange, bis er dann, wie einst Zetgner in Sachsen, der Reichscxekutive wich? So hätte der einfachste SA.-Munn gehandelt? Dies wäre die Art eines Revolutionärs gewesen!� Frick aber fuhr aus direkten Befehl des selbst anwesenden Adolf Hitler nach München, ohne auch nur den Versuch zum Wider st and zu machen. Einst hieß es in„Mein Kampf" von Hitler, daß die erste Auf- gäbe der SA. die Propaganda sei, und wir alle wußten, dies ist nicht die letzte und höchste Ausgabe. Ost genug war uns ja das letzte Ziel gewiesen, das ohne.Köpferollen"(Hitler) oder„Blutopfer" (Goebbels) nicht erreicht werden konnte Bis dann wie eine Bombe der Erlaß Nr 1 des Herrn Röhm einschlug, in dem die SA. als „eine Propagandatruppe" bezeichnet wird: do wußten wir alle, wohin der Weg ging, und doßmanunsobschüttelnwollte. Seit Jahr und Tag kämpfte Stennes dafür, das der SA. die Eni- wicklungsmöglichteiten zur Erfüllung ihrer letzten und höchsten, nicht nur ihrer ersten Ziele gegeben würde Doch das wollte Herr Röhm nicht, der sich bei Osas-Ost zur„Orientierung über die für die SA. gegebenen Notwendigkeiten" ansagte, dann Hauptmann Stennes erst eine Stubde vor Abgang feines Münchener Zuges in den Bahn- hosswartesaal bestellte, im übrigen aber zwei Tage und zwei Nächte bei dem seit Jahren als homolexueii in der Presse ongeprangerten Herrn Röhrbetn, wahr- scheinlich zu Orientierungszwecken, oerbrachte, dessen„Intimus" Karl Ernst nunmehr Gausturmadjutant ge- worden ist!" An einer anderen Stelle des Blattes findet man folgen- den auf Adolf Hitler gemünzten Kernsatz: „Es wäre ein Unglück, wenn das Schicksal des deutschen Volkes jemals in die Hände eines solchen krankhasten Charakters gelegt werden würde." Deutschland hat eben seit Kapp und Ludendorff mit all seinen Diktatoren Unglück. Oder eigentlich Glück, denn diese heroischen Gestalten von gestern verschwinden am Mor- gen darauf als lächerliche Figuren. Daß Stennes— der nach seiner Exmittierung in der Matthäikirchstraße sein Hauptlager im„Potzenhofer", Ecke Potsdamer Straße und Karlsbad ausgeschlafen hat— den Kampf für seinen echten revolutionären Nationalsozialismus fortsetzen will, beweist er nicht nur durch die Herausgabe seines Blattes, sondern auch durch Ankündigung einer regen Bersammlungstätigkeit. Freitag ist SA.-Amiell in Wilmersdorf und am übernächsten Sonntag eine„öffentliche Massen- kundgebung" im Sportpalast. Oer Kampf im Baugewerbe. Die Verhandlungen in Berlin. Gestern fanden vor dem Schlichter die Nachverhandlungen statt über den Antrag des Verbandes der Baugeschäste von Groß verlin. den Schiedsspruch des Zentralschiedsgertchts für verbindlich zu erklären. Die Verhandlungen begannen am Nachmittag und dauerten bis'A10 Ahr abends an. Der Schlichter vcr tagte hieraus die Verhandlungen aus Sonnabend vormittag, um, wenn irgend möglich, eine Einigung zwischen den Parteien herbei. zuführen. Abwehrstreik in Meinland-Westfalen. Bochum, g. April(Eigenbericht). Der sreigcwerkschaslliche Deutsche Lougew:rksbund sowie der christliche Vauorbeiterverband haben am Donnerstag für Rhein- land und rvestsaleu den Streik proklamiert, von dem Streik werden etwa 12 000 Bauarbeiter betroffen. Seine Ursache ist in der Ablehnung des Schiedsspruches durch die Bauunternehmer zu suchen. Sie erklärten sich statt zur Zahlung der Im Schiedsspruch seskgeleglen Stundenlöhne in höhe rxon 1,15 Alk. lediglich zur Zahlung eiues Skuudenlohncs vou 1,05 Rlf. bereit. Besserung des Arbeiismarlies. 224000 Arbeitslose weniger. Wie wir in unserer gestrigen Abendausgab« bereits mitgeteilt haben, ist sowohl die Zahl der 5)auptunterstützungs«mpfänger in der Arbeitslosenversicherung wie auch der Unterstützten aus der Krisen- fürsorge in der zweiten Märzhälste um 211000 bzw. 26 000 zurück- gegangen. Die Zahl der Arbeitslosen selbst ist im gleichen Zeit- räum von rund 080 000 auf 4 756 000, also um 224 000 zurückgegangen. Wenn die Reichsanstalt auch berichtet, daß der Rück- gang der Arbeitslosigkeit nicht nur auf die Wiederaufnahme von Auhenarbeiten infolge des Eintretens des milderen Wetters zurück- zuführen ist, sondern daß eine Besserung des Beschäftigungsgrades auch in aßderen Industrien festgestellt wurde, so läßt sich heute mit Bestimmtheit noch nicht- sagen, ob und wie weit es sich dabei um einen Wiederaufstieg der Konjunktur handelt, oder ob dieser stärkere Rückgang der Arbeitslosigkeit aus die sich mehr und mehr durch- setzende Arbeitszeitoer kürzung zurückzuführen ist. Immer- hin muß festgestellt werden, daß eine Arbeitslosenzahl von 4 756 000 Ende März ungeheuer hoch ist und noch um 1% Millionen höher ist, als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Durch- sührung der 40-Stunden-Woche bleibt also die dringendste Aufgabe. Göring denunziert! Stennes wollte«.den Marsch nach Rom". Der neue Osaf für Ober- Ost G ö r i n g gibt jetzt in kurzen Abständen ununterbrochen Erklärungen von sich, in denen er versichert, daß der Stennes-Putsch aus- geputscht und alles wieder in vollster, bester und schönster Ordnung sei. So empfing er im Lauf des gestrigen Tages Vertreter der„nationalen Verbände", um ihnen folgendes auseinanderzusetzen: Politisch seien überhaupt Unruhen nicht zu verzeichnen gewesen, es habe sich immer nur u in d i e S A. gehandelt. Die Ober- führer der Gaustürme in Mecklenburg, Pommern, Schlesien, Brav- dcnburg und Ostmark, die intime Freunde von Stennes seien, seien mit Stennes aus der Partei ausgeschieden. Im übrigen sei nur eine ganz geringe Anzahl von Ausschlüssen in diesem Gebiet erfolgt. Es handele sich im ganzen um etwa 20 Mann. Nur in Berlin sei die von Stennes verursachte Bewegung gegen Hitler etwas stärker gewesen, und zwar infolge der falschen Informationen, die der„Angriff" unter dem Druck von Stennes verbreitet habe. In Berlin seien ungefähr 200 SA.-Leute in ihrer Haltung schwankend geworden. Die Spannung zwischen Stennes und der Partei- leitung bestehe schon seit langem, da Stennes nicht. damit einverstanden gewesen sei, daß die politische Parteileitung die Legalität beschworen habe., Stennes habe von einem Marsch nach Rom ä k Mussolini und ähnlichen Mahnahmen gelcäuml, mit denen sich die politische Parteileitung nicht habe einverstanden erklären können. Die Notverordnung der Reichsregierung sei nun für die Partei der Anlaß gewesen, tatkräftig gegen alle Elemente vorzugehen, die eine Gefahr für die ganze Bewegung bedeuteten. Äste Göring ferner erklärte, habe sich bei der Konferenz der-Innenminister S c o e r i ng gegen ein Verbot der S?l. aus- gesprochen, weil er die Ansicht vertrete, daß die SA. doch bald zu illetzalen Handlungen schreiten würde und weil er dann noch ganz anders nicht nur gegen die SA., sondern auch gegen die ganze nationalsozialistische Biewegung hätte vorgehen können. Ilm dieser Gefahr für die ganze Bewegung zu entgehen, habe sich die Partei- leitung genötigt gesehen, alles zu tun. um jede illegale Hand- lung von Zlngehörigen der Partei, also auch der SA,, zu ver- meiden. Es sei nicht beabsichtigt, gegen Stennes von Partei wegen irgend etwas zu unternehmen, und man gebe sich der Host- nung hin, daß auch von dieser Seite jetzt Ruhe geholten werde. Nach diesem Reinigungsprozeß stehe die Partei geschlossener denn>e da, und vor allem habe sie bewiesen, daß sie die Legalität, die sie einmal beschworen habe, o u ch h a l t c. Man maß es den Hakenkreuzlern zugestehen, was sie machen, das machen sie gründlich. So dick sie noch vor ein paar Monaten ihren alles zerschmetternden Revolutionaris- mus aufgetragen haben, so schreiend plakatieren sie ihre neue lammfromme und gesetzestreue Gesinnung. Wahrhaftig: Jetzt sind sie streng legal und gern erbötig, Das Hemd zu wechseln, ja die Haut, wenn nötig. Bon dem lichten Hintergrund dieser neugewonnenen Staatsgesinnung hebt sich der schwarze Schatten des Hoch- Verräters und Putschisten S t e n n e s um so schärfer ab. Ja, vielleicht würde man es gar nicht so ungern sehen, wenn sich der Reichsanwalt dieses Mannes ein wenig annähme, dann hätte man eine Sorge weniger? Was aber Herrn Göring betrifft, so muß man bedauern, daß die Republik keinen Orden besitzt, den sie ihm für ihre Rettung verleihen könnte. E r n st gesprochen, Hitler und die Seinen haben nicht das allergeringste Recht, den Stennes und Otto Straßer Bor- würfe zu machen. Denn das Gesicht, das diese zur Schau tragen und der Ton, den sie anschlagen, das ist das Gesicht und der Ton des Adolf Hitler von gestern und— wer weiß— vielleicht auch das Ge'cht und der Ton des Adolf Hitler von übermorgen. Denn das ist das Peinlichste an den National- sozlalisten— und darin zeigen sie wieder eine verblüffende Aehnlichkeit mit den Kommunisten—, daß man nie genau weiß, was bei ihnen Ernst und was bloß Theater ist. Fanatiker stellt man sich gemeinhin als Menschen vor, die bis zur Tollkühnheit wahrheitsliebend sind. Im Gegensatz dazu ist das Charakteristikum unserer Rechts- und Linksradikalen von heute eine Verstellungssucht und Verlogenheit ohne- gleichen. Wenn z. B. sich die 51ommunisten für die„natio- .nale Befreiung des deutschen Volkes" begeistern können, warum» sollen dann nicht die Nationalsozialisten gelegentlich auch„legal" sein können? War es aber ein Schritt zur Legalität, als Hitler seine Mannen aus dem Reichstag herauskommandicrte? Auch hier zeigen Stennes und seine Leute nur eine Folge- richtigkeit im politischen Denken, die Hitler, Goebbels und Konsorten vermissen lassen. Der Auszug aus dein Parlament Um das Wahlalter! Eine Diskussion im Rundfunk. Lar dem Mikrophon des Berliner Senders diskutierten gestern die Reichstagsabgeordneten« o l l m a n n sLo,;.) und Lr. Scholz lD. Lp.) über das Für und Wider einer ftcraussetzung des Wahlalters. Genosse S o l l in a n n siihrte aus, daß die Sozioideinotratische Partei immer für eins H e r a b s e tz u» g d e s W a h l a l t e r s gc- kämpft habe. Sie ging von der Erwägnnff-aus, daß die arbeitende -Jugend mit 14 Jahren ins Erwerbsleben trete und in hohem Maß« Objekt der Gesetzgebung sei. Oft sei sie im Alter zwischen 16 und 18 Jahren an Aussperrungen und Streike beteiligt und stände in der Gewerkschaft gleichberechtigt»eben den älteren Kameraden. Auch die- Jugendlichen des weiblichen Geschlechts bildeten heute einen wichtigen Faktor im Produktionsprozeß. Oer viel verlästerte Marxismus habe dies vorausgesehen, die Sozialdemokratie habe deshalb schon 18gl in Erfurt das Wahlrecht der Jugendlichen ver- langt, und die sozialistischen Volksbeauftiagtcn hätten deshalb 1g18 für die Nationalversammlung ein Wahlrechtsalter von 26 Iahren festgesetzt. Dr. Scholz erklärte die Bestimmungen der Weimarer Ber- fassung über das Wahlalter für unzulänglich und abänderungsbe- dürstig. Seine Partei sei immer für 5?«raussetzung des Wahlalters gewesen, wenn er auch zugeben müsse, daß die Jugend in immer steigendem Maße in das politische Leben hinein- gezogen würde. Es fehle aber oft die politische Reise. Vollwertig sei doch nur der Familienvater und die Familienmutter, die durch eigenes Erleben die Zusammenhänge erkennen und deshalb mit Verantwortung ihr Wahlrecht ausüben. Sollmann setzte dem entgegen, daß heule mancher prole- tarische Jugendliche die Dinge besser durchschau« als ein Familien- vater. Wolle sein Gesprächspartner etwa Familienvätern eine Zu- satzstimme geben, so erinnere er daran, daß man mit derartigen Dingen immer ins Gedränge gekommen sei. Praktisch liege zudem die Sache heute so, daß in der Verfassung das Wahlalter festgelegt sei und deshalb nur durch eine Zweidrittelmehrheit geändert werden könne. Scholz bedauerte, daß man 1919 allzu viel auf Dauer fest- gelegt und nicht nur versuchsweise eingeführt habe. Dadurch sei manche an sich veraltete Bestimmung geradezu unantastbar. Er aber wolle kein Pluralrecht verlangen, das ihm zwar an sich nicht unsympathisch sei, da der Familienvater mit dem Staate enger als junge Menschen verbunden wäre. Sollmann erinnerte daran, daß in der Nationalversammlung sich der Kamps um die Altersgrenze recht ruhig abgespielt habe. Die deutschnationale Frau Behm habe zwar gesagt, daß erst aus Gärung Reife käme, aber stellten denn die älteren Jahresklassen alles Edelgewächse dar? Scholz zitierte demgegenüber Bebel, der sich einmal gegen ein allzu stark herabgesetztes Wahlalter gewandt habe. Sollmann bestätigte, daß Bebel in der Tat bei seiner ersten Red« 1863 die non Scholz zitierten Worte gesprochen Hab«, dann aber durch fast 50 Jahre politischen Wirkens ein« anderen belehrt worden sei. Das Wahlrecht radikalijiere die Jugend nicht, sondern die Not der Zeit. Nehmen wir der Jugend ihr Wahlrecht, radikalisieren wir sie erst recht, denn dos Lesen von Zeitungen, den Besuch von Versamm- lungen, die Zugehörigkeit zu politischen Parteien können wir ihr nicht verbieten. Beide Redner waren sich einig, daß«in« Alenderung des Jugendwahlrechts nur auf verfassungsmäßigem Wege möglich fei. Während aber Scholz an der fieraussetzimg des Wahlalters auf 2S Jahre festhielt, schloß Sollmann mit den Worten: „Lehren wir die Jugend, die Demokratie benutzen." Gesetz und Notverordnung. Zunkvortrag Wilhelm OittmannS' lieher das obenstehende Thema sprach am Donncrstagnachmitlag Genosse Wilhelm D i t t m a n n ini Berliner Rundsunk. Er sühne u. a. aus: Die Aufnahme der Natverordmingsgcsctze in der Bc- völkerung gibt einen Borgcschinack davon, wie eine Diktatur wirtt. Was von oben her dekretiert und aufgezwungen wird, löse natur- gemäß mehr Widerspruch und Unzufriedenheit aus als dos, was von unten her»ist zustandegebracht und mitbeschwiseu wird. Der Weg der staatlichen Entwicklung in allen Kulturländern geht von der Diktatur zur Demokratie, zeitweise Rückschläge ändern nichts daran. Di« frühere Alleinherrschaft der Fürsten ist abgelöst worden durch den demokratijchen Parlamentarismus. Mit innerer!>tot» wcndigkcst hat das kapitalistische Wirtschaftssystem dazu geführt, die Verantwortung für die staatlichen Ausgaben, Schulden, Steuern und Abgaben auf eine breitere Grundlage zu stellen, die Gesetz« nicht mehr von oben her aufzuzwingen, sondern von einer Volk-ver- tretung bcfchlichen zu lasse» und die Staatsgcschäfic im Einoer» nehmen mit der Volksvertretung zu führen. In Deutschland hat erst die bittere Erfahrung des Weltkrieges dieser Erkenntnis zum vurchbruch verholfen, leider erst zu einem Zeitpunkt, als der Zu- fammenbruch bereits vor der Tür stand; so wurden vemokralic und Parlamentarismus sofort vor die schier unmögliche Ausgabe gestellt, mit einem niedergebrochenen Volk und Stpat einer ruinierten volkswirlschasl und den aus Jahrzehnte in die Zukunst wirkenden Folgen des Krieges Deutschland neu auszubauen. lieber 166 Milliarden deutsches Volksvermögcn hat der Krieg ver- schlungen, weitere 166 Milliarden innen- und außenpolitische Dauer- lasten hat er uns dazu aufgebürdet. Diese fürchterlich« Erbschaft Hot das deutsche Volk seiner neugewonnenen dcmpkrotischen Freiheit und Selbstbestimmung nicht froh werden lassen; sie hat zu einer Ver- wirrung der Geister geführt, man macht die demokratischen Kontursverwaller veranlworllich für d e vom allen System verursachten Zustände. Diese Verwirrung Hot neuerdings unter dem Einfluß der schweren Wirtschaftskrise verzweifelnde Wählermassen dahin gebracht, in größerer Zahl Abgeordnete in den Reichstag zu wählen, die«ine Wiedererrichtung der Diktatur anstreben, das gleiche Recht für alle beseitigen wollen. Dadurch ist für die Gejetzgebungs- Maschinerie der anormale Zustand entstanden, aus dem die Notver- ordnungen hervorgegangen sind. Nachdem der Redner den Auszug der Rechtsradikalen aus dem Reichstag« und ihre neuerlich« Forde- rung auf früheren Wieder, zusammentritt des Reichstages erörtert, beschäftigte er sich im wesentlichen mit der normalen Reichs- gesetzgebung, wie sie durch die Weimarer Verfassung gestaltet worden ist. hatte den Sinn, daß er den Marsch auf!�oin. d. h. die gewaltsame Vesitzergreifung.der politischen Macht, vorbereiten sollte-- oder er hatte tiberhaupt keinen Sinn! Ja, und wie ist es mit dem„Dritten R e i ch"? lim in das„Dritte Reich" zu kommen, bedarf es einer Ber-' fassungsänderung, die legal nur durch eine Zweidrittelmehr- heil des Reichstags oder durch die Mehrheit aller stimmberech- ligten Wühler der deutsclzen Republik herbeigeführt werden kann. Wer wundert sich, daß dw SA-Lcute mit den zer- rissenen Stieselsohlen, denen man die unmittelbare Rühe eines für sie goldenen Zeitalters verkündet hat, nickst so lange warten wollen? Wer sich verteidigt, klagt sich an. sagt das Sprichwort. Bei Herrn Göring kann es aber auch heißen: Wer andere denunziert, denunziert sich selbst! Kleinigkeiten vom Kriegsschauplatz. Die M ü n ch o n e r Parteileitung der Nazis hat gegen den ehenialigcii Vcrlagslciter des„Angriff", W e i ß a u e r, bei der Staalsanwaitfchast A-n zeige erstattet. Die Anzeige lautet auf Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschung. Weißauer soll Stenncs Gelder des„Angriff" zur Versügung gestellt haben. I» dem Wochenblatt der„Revolutionären Nationalsozialisten", Richtung Otto S t r a ß e r, heißt es, daß der C h»e f der Heeres- leitung, Generalleutnant von Ha mm er st«in, vor einigen Wochen mit demobcrstcn SA.- Führer in Kissingen eine Besprechung gehabt habe, in der von Hammerstein die Auslösung der geschlossenen SA.-Formationen und ihre restlose Unterstellung bzw. Änglicderung in die politische Propaganda- orgainsaiion gefordert worden sei. Röhm habe die Erfüllung dieser Forderung zugesagt. Das sei der wirkliche Grund, der Hitler ver- anlaßt habe, jetzt gegen die SA. vorzugehen.— Von zuständiger Seite wird erklärt, daß Generalleutnant von Hammerstein nie- m a l s eine Unterredung mit dem Führer der SA., Röhm, ge- hobt hat. In Kiel überfielen SA.-Leute einen Flugblattverteiler, der die Anklage von Stennes gegen 5sttler verbreitete. Oer Mann wurde bewußtlos geschlagen. K i l l i n g e r- Sachsen erklärt alles, was über seine angeblich unfreundliche Stellung zu Hitler behauptet wird, für„erstunken und erlogen". Goebbels steht noch, wie Göring erklärt, bei der Münchener Zentrale in voller Gnade. Cr ist angeblich auch nicht mehr in München, sondern schon wieder in Berlin. Man sieht ibn bloß bier nicht, weil er krank ist.(Aber, wie wir aus München erfahren, war er gestern mittag noch dort!) Uniformverbot für die NSDAP. Der Polizeipräsident teilt mit: Nachdem durch die Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten zur Äetämphmg politischer Ausschreitungen das bisher bestehende Unifor in verbat sür Mitglieder der NSDAP. gegenstandslos geworden ist, ist mit dem Heutigen Tage auf Grund des Paragraph 8 der Nakverondnung erneut das Tragen einheit- licher insbesondere militärähnlicher Parteiuniformen oder Bundes- kleidung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder ihrer Nebenorganisationen, insbesondere der Sturmabteilungen (S. A.). Schiitzstasfeln z e i b« a m t e»u mehrtägigem Be- such der bulgarisch«, Polizei und zum«tudium van Organisation und Einrichtungen der bulgarischen Polizei ein. Die Gäste wurden am Bahnhof von bulgarischen Behördenvertretern und einer riesigen Volksmenge außerordentlich freundlich empfangen. Das Regierungsblatt„Slow o'(Das Wort) bezeichnet die preußische Polizei in einem längeren Artikel als vorbildlich. Wohlfahrtserwerbslose und Städte. Eine trübe Statistik. Ueber die Zahl der Wohlfahrteerwerbslosen in den verschiedenen Größentlassen der preußischen Gemeinden berichtet da» Preußisch« Statistisch« Landesamt, daß von den Ende Februar 1631 für das Staatsgebiet ermittelten 663 168 Wohlsahrtserwerbslosen 64,4 Proz aus Großstädte. 14,4 Proz. aus Gemeinden mit 23666 bis 166666 Einwohnern, 30,7 Proz. quf Gemeinden mit 2666 bis 23 666 Einwohnern und 16ch Proz. auf Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern entfallen. Di« Entwicklung von September 1936 bis Februar 1631 zeigt«In fortlaufendes Anstelgen der Ziffern ausnahmslos in allen Größengruppen, doch macht sich der Zuwachs an Wohlfahrtserwerbslosen desto stärker bemerkbar, je kleiner die Gemeinden sind;«r beträgt bei den Städten mit mehr als 566 666 Einwohnern 36,4 Proz. und steigt bis zu den kleinsten Gemeinden auf 136,3 Proz. an. In den Städten wurden 81,8 Proz., und zwar in kreisfreien 68.6 Proz., kreisangehörigen 13,8 Proz. und in den Landgemeinden 18.2 Proz. aller Wohlsahrtserwerbslosen gezählt. Unter den Großstädten haben Breslau, die hesten-nastavstchen Städte Wiesbaden, Kastel und Frankfurt o. M.. ferner Duisburg- Hamborn die höchsten Wohlfahrtserwerbslosenziffern im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufzuweisen. Oer Warschauer Nombenprozeß. Dielversprechender Beginn. Warschau, 9. April.(Eigenbericht.) Der erste Verhandlungstog in dem Prozeß wegen des Bomben- anschlags auf die Sowjetgesandtschast hat allgemein den Eindruck hervorgerufen, daß der Angeklagte Poljansti bei seinem Anschlags- versuch aus Bestellung gearbeitet hat. Es bestehen aber keine konkreten Anhaltspunkte, weder sür die sowjetrussisch« Behauptung, daß der Angeklagte ein Werkzeug antibolschewifti scher Emigrantc» gewesen sei, noch für die entgegengesetzte Auffassung, für die beso»- der« viele Umstände sprechen, daß die Bolschewiken diesen miß- glückten Bombenanschlag selbst bestellt hoben. Das wird wohl niemals ganz geklärt werden, da Poljanski die ganze Schuld auf sich nimmt. Eine Sensation bildete die Verlesung einiger Briefe des An- geklagten au« der Haft in Loiboch an den südslawischen Minister Präsidenten. In diesen Briefen bewirft Poljanski Polen und die polnisch« Regierung mll de» gröbsten Beschimpfungen, wo nach er auf besondere Milde der polnischen Richter kaum nyä rechnen kann. Sensationell wirkten auch die Aussagen des Haus- Wächters des Nachbarhauses, von dem aus die Höllenmaschine an gelegt war. Dieser erklärte, daß er von der Sowjetgesandtschaft f ü> bestimmte Dien st e mit hohen Summen bezahlt worden sei. Sluttgarler Vurgermelsterwahl. Die sozialdemokratische Frak- tion der Stuttgarter S t a d t v e r o r du e t e n p e r s a m m- l u n g wird bei der Neuwahl des Oberbürgermeisters am 26. April für die Wiederwahl des gegenwärtigen Oderbürgermelsters Dr. L a u t e» s ch l ä g e r stimmen. Die Wahl Lauteuschläger» ist da mit gesichert. Di« Kommunisten präsentieren als Zählkandidaien T o r g l e r. Zum Slahlhelm-Volksbeqehren haben sich am Donnerstag in Berlin 19 638 Personen«ingezeichnet. Zälscherslugblatl beschlagnahmt. Das Flugblatt de» Stahlhelm zum Volksbegehren, das den gefälschten„Aufruf der Volksbeans- trogton" wiedergibt, obwohl die Fälschung schon längst amtlich festgestellt wurde, ist am Donnerstagabend der Beschlagnahme oerfallen. pjalakoss in Berlin Das Prästdialmitqlied des Obersten Volkswirtschaftssowjets Pjatakofs ist hier«ingetrassen, um dl« Le- sprechungen mit den deutschen Industriellen zum Abschluß zu bringen. Reitergeneral Thaelmann. Teddy Thaelmann wurde zum Chef eines russischen Reiterregiments ernannt. > /! I Ii|,l* MWM � Keine Angst, General Teddy. Oer Gaul ist lammfromm wie die deutsche kommunistische Partei, der wirst Sie nicht ab und wenn Sie noch so tölpechast reiten!"' Ooumergue gegen die Zottunion. Eine Rede in Rizza. Paris, S. April.(Eigenbericht.) Der Präsident der Republik. D o u m e r g u e, der am Donners- tag auf seiner Reise nach Tunis in Nizza eingetroffen ist, hielt dort auf einem Bankett eine Rede, m der er auch auf die deutsch- österreichische Zolloereinbarung anspielte. Präsident Doumergue erklärte zunächst, daß der französische Patriotismus für niemand gefährlich sei, und er nicht darauf hin- ziele, andere Länder die Hegemonie Frankreichs aufzuzwingen, sondern daß er Frankreich auf friedliche Weis« nur den Platz sichern wolle, auf den es ein Anrecht habe. Doumergue befaßte sich dann mit der Grenzverteidigung Frankreichs und begründete sie damit, daß, solang« der Völkerbund noch keine militärischen Streitkräfte zu seiner Verfügung habe, um die Ausführungen seiner Beschlüsse durchzusetzen, Frankreich nur auf sich selbst rechnen könne. Es habe um so mehr ein Recht so zu denken, als es sich plötzlich einem Ereignis gegenüber befunden habe, desien Bsdcu- tung in der Gegenwart und dessen Folgen in der Zufunst nicht o er k an n t werden dürsten, weil die Geschichte des t�ltlhes, in dem� es sich abgespielt habe,«inen l e h rrt i che n"P raz ed enz f a kl aufzeichne, den es gefährlich sei, zu vergessen.„Ich will nicht dramatisieren." füg»! Doumergue hinzu,„aber man muß die Dinge klarstellen. Denn nur so kann man sich gegen neu« Ueberraschungen und gegen die Gefahren schützen, die diese mit sich bringen könnten." Am Schluß seiner Rede fardcrt« der Präsident all« Franzosen zur Einigung auf. Bevor man den Frieden zwischen den Völkern verwirklichen könne, müsse erst der Friede und die Einigung im eigenen Lande hergestellt werden. Direkte Abrüstungsvorverhandlungen zwischen Deutschen und Iranzoien? Paris, 9. April.(Eigenbericht.) In einer aus Genf daiierien Meidung des..Matin", in der auf die außerordentliche Bedeutung der bevorstehenden Genfer Rats- tagung, besonders in bezug aus das Abrüstungsproblem hingewiesen wird, tritt S a u e r w« i n dafür ein, daß Frankreich mit Deutschland Vorverhandlungen über Militär- fragen> einleite, um, wen» möglich, auf der Abrüstungskonferenz einen folgenschweren Konflikt zwischen den beiden Ländern zu vermeiden. Deutschland und feine früheren Verbündeten würden sicherlich die sich ihnen auf der Konferenz bietenden Gelegenheiten benutzen, um«ine A band«.rung des ihnen durch die Frieden�-' vertrage auferlegtan MilitÜrregimes zu verlangen. Die Bezishun- gen Frankreichs zu Deutschland auf militärischen Gebiet seien ein wichtiges Element für die Sicherheit Frankreichs. Deshalb müßten sich die deutschen und französischen Sachverständiaen zusammensetzen und sich vorher über die Land- und Luftrüstungen verständigen. Parlamentarismus in Preußen Schärfere Ausgabenkontrolle durch den Landtag. Au« dem soeben dem Preußischen Landtag vorgelegten Bericht des Hauptausschusses über die Borberotung des Gejetzentwurfs zur Fest- siellung des Haushaltsplans für 19Zl, mit der die Ausschußdebatte über den neuen preußischen Haushaltsplan obgelchlossen wurde. ergibt sich, daß der Ausschuß neu« Bestimmungen in das Haushalts- oesetz eingefügt hat, die vor allem auf eine schärfere Kon- troll« der Ausgaben des Staates abzielen. Zunächst ist bemerkenswert, daß der Ausschuß beschlossen hat, den Finanzminister zu ermächtigen, zur vorübergehenden Verstär- kung der Betriebsmiiiel der Generalstaatstasse im Jahre I9Zt nicht nur bis zur Höhe von 209 Millionen Mark Schatzanwsisungen aus- zugeben, WechselverbindUchkeite» einzugehen oder Darlehen auf- zunehmen, wie es der Entwurf vorsah, sondern diese Summe auf 390 Millionen Mark zu erhöhen. Reu eingefügt wurden in das Haushaltsgesetz Vorschristen dahin. daß außerplanmäßige Ausgaben dem Hauptausschuß des Landtags vierteljährlich durch den Finanzminister mitzu- teilen sind, soweit sie im Einzelsall 19 999 Mark oder mehr betrogen. Auch sollen außerplanmäßige Ausgaben dann der G c- n e h m i g u n g des Houptausschnsses des Landtags oder«ine» von ihm zu bestellenden Unterausschusses bedürfen, wenn sie im Einzel- iall nach Abzug der ihnen gegenüberstehende» außerplanmäßigen Einnahmen 199 999 Mark oder mehr betragen. Außerplanmäßige Einnahmen sowie die von anderen zufließenden Einnahmen, die auf Grund eines Vermerks im Haushaltsplan das Soll eines Aus- gabesonds erhöhen, sind, soweit sie im Einzelfall 19999 Mark oder darüber betragen, dem Finanzminister unverzüglich mitzu- teilen. Etwas von Oiktaioren. Klagen und Hoffnungen eines alldeutschen Stammtisches. „Wer ist der deutsche Mussolini? Lebt in Deutschland schon ein Führer, der berufen ist, den Ausweg aus dem politischen Chaos zu finden? Wird das Dtttaturproblein vielleicht unerwartet gelöst werden durch eine rote Diktatur? Wie wird man Diktator und wie bleibt man es? Wer in Deutschland möchte gern Diktator werden?" Viele Fragen in der Tat, die hier der Alldeutsche Verband in einer Einladung zu einer Versammlung im Würzburger Hosbröu stellie! Der Berliner Vorsitzende Dr. S ch i l l m a n n sollte sprechen: „von Diktatoren und solchen, die es werden möchten", lind er sprach vor ganzen 21 Menschen einschließlich der Damen und Herren am Vorstandstisch. Er habe das Wort: ,Ln Rom wurde ein Diktator berufen, wenn Gesahr im Verzuge war. In Deutschland war bis in die jüngste Zeit der Begriff eines Diktators unbekannt." Erst die „Lohnbewegung von 1918" ließ den Diktaturgedanken ausiauchen. Aber 1929 versuchte von der rechten Seite aus die K a p p- B e- w e g u n g ihn„mit unzulänglichen Mitteln und unzulängliche» Mensche» zu verwirklichen, und der Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 kam überhaupt gar nicht erst zur Auswirkung".(Dies war das einzige Mal. daß Dr. Schillmann den Namen des großen Adolf Hitler erwähnte.) Was ist denn nun aber mit der Diktatur. Haben wir«ine? Ja, wir haben eine.„Nachdem das Projekt der demokratischen Linken, ein Direktorium aus General Schleicher, Dr. Luther und einem Sozialdemokrat«», desien Namen ich unter der Herrschojt der Notoerordnung nicht nennen darf, weil er Minister ist, gescheitert war, besteht erne Diktatur des Paragraphen 18, der die Regierung besonder?! Vollmachten gibt.""(Erstens hat die Verfassung keine« Paragraphen, sondern Artikel und.zweitens gibt der Artikel 18 nicht der Reichsregiarung, sondern dem Reichspräsidenten außerordentlich« Vollmachten! Uber von dem staaisrechtüchen Unsinn merkte niemand«twas. D. R.) Was ist das nun aber für eine Diktatur, die Brüning ausübt? Es ist——•«ine Diktatur des Proletariats! Und wer ist der deutsch« Stalin? Der preu- hlsche Ministerpräsident Braun, der mehr Macht hat als die Platzhalter vom Schlage eines Schiel« oder Tr«viranus.„Vorm Palais des Reichspräsidenten stehen im Garten zwei Reichswehr- soldaten und draußen mindesten acht Schutzpolizisten. Der preu- ßisch« Ministerpräsident kann den R«ichspräsi» dent«n verhasten lassen, ehe dieser die ihm unterstehend« Reichswehr alarmieren kann." Uebri- gens gab selbst Dr. Schillmann zu,„daß Herr Braun sich wahr- schemlich mit einer derartigen Absicht nicht trägt." Diese rote Diktatur aber ist in Preußen durch Herrn Bnaun und das gleichfalls marxistische Zentrum durchgesührt, und wenn die Deutschnationalen nur einen Mann von der Energie des Herrn Braun hätten und an die Regierung kämen, dann wäre heute ganz Preußen deutschnational. Aber sie haben so«inen Mann! Und wer ist das? Der G e h« i m r a t H u g e n b e r g. Er ist der wahr« Führer der nationalen Opposition, und die Nationalsozialisten und die parteipolitisch nicht eingegliederten rechtsstehenden Gruppen schauen heut« nur auf Alfred Hugenberg. Wenn eine völkische Diktatur kommt, was Herr Schillmann erhofft, wem, er auch zu- gibt, daß es damit noch lange dauern kann, dann muß sie vom Geiste Hugenbergs gesegnet seht Heil Hugenberg! Hiller, wie wird dir? Di« Bersammlung ging auseinander, nachdem«in besonders rabiater Alldeutscher verlangt hatte, daß man d!« gegenwärtig Re- gierenden nicht, wie der Redner, alz Männer bezeichne. Herr Schillmann meint«, daß Ihm bei der Notoerordnung die„richtigen Ausdrücke" fehlten. Uns fehlen„richtige Ausdrücke" oft schon aus persönlichem An» standsgefM._ Die Knechtung Oeutfch-Südtirols. Verbannung gemildert in Berfemung. Bozen. 9. April. Die dreijährige Verbannung best ehemaligen Abg. MKihscl Molfcrteiuer ist in zweijährigen JwaugS- anscuthalt in der Stadt Bozen umgewandelt worden. Die Umwandlung wird mit der RUcksiehtkahme auf das Alter und die Fainllie Malferteiners begründet. Malferteiner konnte in seine Bozeuer Wohnung zurückkehren, wird jedoch strengsten» überwacht. Er darf Bozen nicht der- lassen; vormittags, abends und in der Nacht muß er stets zu Hanse sein. Der Besuch öffentlicher Gaststätten ist ihm gestattet, jedoch jedes Gespräch mit einem anderen Gast nntersagt. Auch darf er an keinem Tisch Platz nehmen, sonder« muß stehend effen und trinken. Nicholas Lovgworlh, der Präsident des Rcprösentantenhauses in Washington, ist on einer Lungenentzündung gestorben Seine Frau ist dl« älteste Tochter de» verstorbenen Präsidenten Rooseselt. Alarmbereitschaft in Barcelona. Major Jranco wieder in Spanien. Paris. 9. April. Haoa» meldet aus Barcelona: Da der Polizei Gerüchte zu Ohren gekommen waren, daß sich General Oueipo de L l a n o, Alasor Franca und der Bordmechaniker Rada in Lerida auf- hallen sollten, hat sie gestern überall eifrige Bochsorschuu- geu angestellt. 3n Barcelona sind scharfe Vorsichtsmaßregeln ge- «rossen worden. Die Gendarmerie häll sich in den Kasernen in Alarmbereitschaft. Die bekannteste» Republikaner werden von der Polizei scharf überwacht. Etwa 100 Monarchisten, die zum größten Teil der Aristokrakie angehören, haben in den verschiedenen Straßen Plakate an- geschlagen, in denen sie den Republikanern und Kommunisten(?) Feindschaft ansagen. Konflikt zwischen Artillerie- und Pionieroffizieren. Paris, 9. April. Wie Hava« aus Madrid berichtet, ist es zwischen den Artillerie- und den Pionier offizieren auf der«inen und dem Direktor der Militär-Atademle tn Saragossa, General Franca, einem Bruder des bekannten Fltegermajors Franca, auf der anderen Seite zu einem Konflikt gekommen, der darauf zurückzuführen sein soll, daß die Offizier« der genannten beiden Waffengattungen entgegen den derzeitigen Bestimmungen verlangen, daß di« jungen Osfiziere zunächst sür drei Jahre aus die Offizier»- schulen der einzelnen Waffengattungen entsandt und erst dann zu einer einjährigen Dienstzeit zur Militär-Llkodcmie abkommandiert werden. Reparationen und Europapolitik. Oie Unterhaltungen ves enalifchen Tlotenbantpräsidenten in Washington. Zu den Besprechungen des Gouverneurs der Bank von England. Montagus Norman, tn Amerika berichtet die„Exchange Telegraph Company", daß man in den amtlichen Kreisen sich über die zutünstige Stellungnahme gegenüber englischen und europäischen Angelegenheiten klar und einig geworden sei. so daß hiermit in großen Zügen di« Grundlage für eine endgültige Zusammen» arbeit gelegt sei, sobald sich die Gelegenheit hierzu biete. Dies könne man als ziemlich sicher annehmen, obwohl di« awllichen amerikanischen Kreise sofort das Gerücht als falsch bezeichnet hätten. daß di« Vorschläge zur Einberusung einer internationalen Konserenz über Reparationen, Zollfragen und interalliierte Schulden und mit ihnen in Zusaimnenhang stehende finanzielle und wirtschost- liche Fragen erwogen hätten. Der Besuch Normans werde zu einer bemerkenswerten Ver» tiefung des«Nglisch-amerikanischen Einvernehmen» in finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten führen. In den amtlichen amerikanischen Kreisen leugne man nicht, daß Norman aus die günstigen Rückwirkungen einer geeigneten Fi- n a n z p o l i t i k hingewiesen habe. Man glaube ferner, daß Norman die Möglichkeiten erörtert habe, die Kriegsschuld�nlost Deutschland- zu erleichtern um hierdurch, die Lage in Europa zu stabilisieren. Hierdurch würde Amerika mich berührt werden, da!ü« Schuldnernationen möglicherweise von dem Recht«Ines zweijährigen Zahlungsaufschubs Gebrauch machen müßten. Endgültige Beschlüsse würden von den Konferenzen abhängen, d i« Mac- d o n a l d über di« europäische Lage haben werde. Ihnen würde dann vielleicht eine Zusammenkunst der Bankiers und der Ver- treter der Mnanzministerien folgen, um«ine gemeinsame Aktion zu besprechen. Regierungen werden gemahnt. Sie sotten Rechenschast geben, warum sie Welfabkommen nicht beitreten. Genf. 9. April. Der Generalsetrelär des Völkerbundes richtet an di« Mitglieds- staaten«in Rundschreiben, in dem di« Regierungen ausgefordert werden, mittzuteile», ob sie den internationalen Abkommen und Verträgen, die vom Völkerbund in den letzten Jahren angenommen und von ihnen noch nicht unterzeichnet worden sind, bei- zutreten gedenken bzw. welche Bedenken ihrerseits für«inen Beitritt zu diesem Abkommen bestehe». Der Schritt des Generalsekretärs stützt sich auf eine Entschließung der letzten Vollversammlung des Völkerbundes vom 3. Oktober 1939, in der der Generalsekretär entsprechend beauftragt worden ist. Der Generalsekretär ersucht die Regierungen um Antwort bis zum 15. Juli, damit die nächste Vollversammlung über die bisher uizter- zeichneten und ratifizierten Abkommen unterrichtet werden könnte. Rußland und der ferne Osten. Schießerei an der Mandsibureiarenze. Moskau(über Kowno), 9. April. An der russisch-chinesischen Grenze bei C ha l i er ist«s zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Schmugglern und der chtne- fischen Grenzwache gekommen. Insgesamt wurden acht Schmuggler und zwei Grenzsoldaten getötet. - Maiwahlen Die Regierung wird siegen, Kairo, im April.(Eigenbericht.) Aegypten schickt sich zur Zeit an, die Innenpolitik noch einer Mehrmonatlichen Flaute wieder ein wenig in Wallung zu bringen. Die Tatsache, daß Ministerpräsident Sedky Pascha gegen den Widerstand eines Teils seiner Kabinettskollegen endlich den Wahllermiu für das ägyptische Parlament auf Mai durchzusetzen vermochte, hat die Gemüter in der stets bei allen Affären der Politik üblichen sehr temperierten Form wieder stark c r h i tz.l. Als Gcgenzug gegen den Propagandaseldzug, den Sedky Pascha für seine Wahlen in der Provinz begonnen hat, ist vom Wafd(Unabhängigkeitspartei) eine Agitationstour für Wahlenthaltung beschlossen worden. Der Ministerpräsident hat diesen schüchternen Versuch allerdings bereits im Keime erstickt. Sofort nach der Bekanntgabe der Absicht von Nahas Pascha und anderer Führer des Wafd, im oberägyptischcn Beni-Sucs eine .Kundgebung für die Wahlenthaltung zu veranstalten, ist ein R c- gierungsverbot der Demonstration erfolgt. Die Maßregel wurde ergänzt durch eine kleine Schikane der Eisenbahnverwaltung, die. selbstverständlich auf höheren Befehl, die Stellung eines Sonder- zuges für die Reise der Führer des Wajd ablehnte. Obwohl die Begründung des Schritts der Regierung vom Standpunkt des Rechtes auf freie staatsbürgerliche Meinungsäußerung nichts weniger als gerechtfertigt ist, so entbehrt sie doch formal nicht der Logik. Sie beruft sich ans den Artikel 7ö des von Sedky Pascha für die Wahlen präparierten Gesetzes, nach dem jede Beeinflussung der Wähler zur N i ch t b e t e i l i g u n g an den Wahlen untersagt ist. f Auf Grund der bisherigen Erfahrungen werden Rahas Pascha und seine Anhänger kaum den Versuch machen, ihren Willen mit Gewali durchzusetzen. Ihr Verhalten in den kritischen Tagen nach der Schließung des Parlaments hat gezeigt, daß persönlicher Mut nicht gerade ihre hervorstechendste Eigenschaft ist. Sie werden, sich mit einem papiernen Protest begnügen, der höchstens einiges Rauschen Im Blätterwald hervorrufen wird. Sedky Pascha wird daher seine Wahlen durchführen und in den Stand gesetzt sein, mit einem ordnungsgemäß gewählten Parlament zu regieren, dos jede englijche Regierung als verhandlungsfälligen Partner ansehen kann. Unter diesen Umständen kommt der Wafd wieder um einen politischen Erfolg, der ihm bei geschickterer Taktik mit pupillarischcr Sicherheit in den Schoß gefallen wäre, denn die Massen stehen tatsächlich hinter ihm. Bei Wahlbeteiligung des Wafd hätte das Kabinett vor dem Volkswillcn kapitulieren müssen oder es wäre, was Sedky Pascha nie tun würde, gezwungen worden. blutige Wahlen zu machen. Bei der augenblicklichen Situation besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, daß eine Volksvertretung zustande kommt, deren Existenzberechtigung mit einiger Dialektik wird gerechtfertigt werden können. Es ist die Tragik von Rahos Pascha, daß er genötigt ist, in einem Lande den Volkssührer zu machen, in dem sich aus Mangel an einer herrschenden politischen und sozialen Idee sich alles gm Ende in einem Kompromiß von Personen arrangiert. Seine Größe besteht. in seiner per- sönlichen Integrität, die ihm sein großes moralisches Ansehen im Volke gibt. Auf dem Felde der politischen Manöorierkunst, die zur Zeit in Aegypten noch das Wesen des Kampfes bedeutet, versagt, er dagegen vollkommen. Sedky Pascha ist dagegen ein M ei st er des politischen Opportunismus und ein genauer Kenner der an der ägyp- tischen Politik üblichen Mittel. Er wird, daher wohl noch lange der Repräsentant des Landes bleiben. Eine Reihe von Umständen außenpolitischer und wirtschaftlicher Art trögt dazu bei. seine Stellung zu festigen. Sie sind zwar nicht das Ergebnis seiner Stoatskunst, aber Sedky Pascha ist durchaus der Mann, Gelegen- heften beim Schöpfe zu fassen. Die ökonomische Kata- in Aegypten. weil die Opposition versegt. st r o p h c, die der Sudan augenblicklich als Folge der verfehlten englischen Baumwollpolitik durchmacht, wird die Möglichkeit bieten, bei den kommenden anglo-ägyptischen Verhandlungen Groß- britannien zu größerer Nachgiebigkeit zu bewegen. In der Frage der Sondervorrechlc für Ausländer(„Kapitulationen") beginnen die interessierten europäischen Mächte gleichfalls mürbe zu werden und sie werden früher oder später zu einem Kompronriß geneigt sein, das ihre Privilegien gegen Konzessionen auf Handels- politischem Gebiet eintauscht. Als drittes und bedeutsamstes Phänomen wird Aegypten im schlechten Stand des Nil, der eine schlechte Baumwollernte verheißt, einen unfreiwilligen Helfer zur vorübergehenden Beseitigung seiner Baumwollnötc finden. Aegypten wird sich zwar mit den Folgen einer Mißernte ab- zufinden haben, aber dafür winkt als Preis die Aussicht, sich des Bleigewichts seiner Bau nuw o l l st o ck s aus den ver- gangencn Jahren zu entledigen. So wird eine Gnadenfrist von mindestens zwei bis drei Jahren geschaffen, die Aegypten vor schweren politischen und ökonomischen Erschütterungen bewahrt, und damit entsteht für Sedky Pascha die Aussicht, die jeden seiner europäischen Kollegen in helles Entzücken versetzen würde, ein Staatsschisf zu steuern, das nicht dauernd in der Gefahr schwebt, auf unvorhergesehenen Klippen zu stranden. Frankreich in Vorderasien. Ein Schachzuq wider England. Die groß-arabische Bewegung, stark gefördert vom Wahabiten- könig Ibn Saud, macht England auf seiner nordasrikanisch-oorder- asiatischen.Landbrücke nach Indien" immer mehr zu schaffen. Frank- reich hat längst ausgehört, sich als„traditionelle Schutzmacht des Christentums im Orient" hervorzu-drängen. Neidlos überläßt es die steigende Sorge um Palästina dem brftischen Weltreich, das mit Indien auch noch nicht zu Rande ist. In Asien kann Frankreich nur in Syrien zu einem Konflikt mit den Arabern gelangen, da es im Auftrag des Völkerbundes dieses Land als Mandatsmacht regiert. Hier erscheint es nun Frankreich nützlich, in den Hintergrund zu treten und die Gesetze, Befehle und Urteile im Namen eines— syrischen Königs ergehen zu lassen. Als König soll Emir Ali, der Sohn des gewesenen Hodschaskönigs Hussein auf den Thron gesetzt werden. Hussein ist der letzte König des Hcdschas gewesen, der Mekka und Medina gegen die Wahabiten nach der Flucht seines Vaters erfolglos verteidigt«. Die beiden jüngeren Brüder Emir Alis sind König Feifol vom Irak und Emir Abdallah von Trans- jovdanicn. Dem Wahabitenkönig wird gerade dieser Kollege kaum sehr erwünscht sein— aber Frankreich gewinnt dadurch die Freundschaft der anderen arabischen Reiche und zeigt sich dem ganzen Arabertum als sein Gönner und Förderer. Aus London wird man gewiß bald Mißstimmung vernehmen, vielleicht auch den nicht unbegründeten Zweifel, ob das Välkerbundsmandat die Befugnis zu solchen Aende- rungen in den Mandatsgebieten in sich schließe. Paris dementiert. Paris, ll. April. Das Außenministerium bezeichnet alle Geoüchte über ein angebliches Abkommen zwischen der französischen Regierung und dem Emir Ali, wonach dieser zum König von Syrien ausgerufen wer- den soll, als falsch! es seien weder Verhandlungen mit dem Emir geführt worden, noch habe die französische Regierung überhaupt einen derartigen Plan ins Auge gefaßt. Oer Ostermord in Palästina. Den Mö, dern auf der Spur. Jerusalem. 9. April. Die Polizei hat eine Belohnung von zweihundert Pfund Sterling ausgesetzt für Angaben, die die Verhaftung der Mörder von Jaggur ermöglichen. Diese hatten elf Juden, die in einem Wagen nach der jüdischen Kolonie Jaggur bei Haifa zurückkehrten. beschossen, drei von ihnen, darunter eine Frau, getötet und vier weitere verwundet. Alles scheint darauf hinzudeuten, daß es ein vorbereiteter Anschlag war, die Telegraphendrähtc waren zer- schnitten worden. Man hat bereits Spuren der Mörder gefunden, so daß man mit ihrer baldigen Verhaftung rechnet. Die Meldung, daß die Regierung eine Verstärkung der britischen Truppen nach Aegypten erbeten habe, entspricht nicht den-Tatsachcn. Madeira blockiert. Alle Häfen qesperrt. Der unblutige Umsturz auss Madeira mit Absetzung der portu- giesischen Kommandanten und Abbruch aller Beziehungen zur Zentralregierung scheint in Lissabon recht ernst angesehen zu werden. Nach einer Mitteilung der portugiesischen Gesandtschaft in Berlin sind alle Hafen der Inselgruppe von Madeira für Schiff- fahrt und Handel gesperrt. Jede Verbindung der Einwohner mit der Außenwelt ist verboten, abgesehen von dem von) Sondcrdelegtcrten der Regierung anzuerkennenden Notfall, da» Schisse ein- oder ausfahren müssen, um fremden Staatsangehörige» Zuflucht zu geben, oder sie im Falle einer Räumung autzunehnie»� Die Verordnung ordnet für den Fall der Verletzung dieser Bcstim- mungen ein S ch n e l l»« r f a h r e n vor dem Bordgericht der Schisse an, die an den militärischen Operationen teilnehme»! eine besondere Strafe wird auf Handel mit Waffen oder Munition gesetzt. Havas übermittelt aus Madrid Prioatnachrichten über die Vorgänge in Madeira, wonach die Ausständischen mit dem portu- giesischen Festland in Verbindung ständen. In Porrugal seien deshalb umfangreiche Maßnahmen getroffen worden.— Die portugiesische Regierung behauptet, die Moral der gegen die Auf- ständischen entsandten Truppen sei ausgezeichnet. Die Regierung werde vorläufig keine weiteren Mitteilungen über die militärischen Operationen machen. »___ Oie Säuberung Chikagos. Aniündiguug des neuen Bürsiermeisiers.. Rcw Park. 9. April. Die Nachricht von der Niederlage des früheren Bürgermeisters Thompson bei der Wahl in Chikogo wurde im ganzen Lande mit Genugtuung oufgenomincn. Die Mehrheit gegen Thompson betrug nach den letzten Zahlen 19) 900 Stimmen. Der neue Bürgermeister, C e r m a k, erklärte, die Verbrecher würden künstig in Chikogo keine Schlupfwinkel mehr finden und die Straßen der Stadt würden wieder sicher sein. Bürgermeister Cermaks Vater, ein tschechischer Bergarbeiter, war mit seiner Familie eingewandert, als der jetzige Bürgermeister ein Jahr alt war. Er hat zuerst als Mauleseltreiber im Bergwerk, dann als Straßenhändler gearbeitet und sich, wie die tschechische Presse berichtet, stets als Sohn seine» Volkes gefühlt und betätigt. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Veranttvortlick für Politik: Franjs Klühs: Wirtschaft: V. Kliagclhöfer; Gewcrtschaftsbewcgung: Fr. vtzkor»; Feuilleton Dr. Ioi,» Gchitowsti: totales: und Lonstiaes: Frit, Karstadt; Antigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verla«: Vorwärts-Verla« m b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Vvrlassanstalt Paul Sinqer u. Co.. Berlin EW 68, Lindenstrake Z. Hierzu 2 Beilagen und„Etadtbetlage�. WERTHEIM«!»''- SctDcif(Vcirralt Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisch. Fleisch Querrippe....ptund Rinderkamm u""p'üna Schmorfleisch Roastbeef mit Knoch., pta. Gehacktes.... p«und Guiasch 0.99 Liesen Riickenielt b,a',e,,,Ä'una Kalbskamm...Ptund Kalbsbrust-""�und Kalbsschnitze] ptuna Hammel-Vorderfi. Schweinerücken.Baudi KdfjBcr mild gesalzen. Ptund Fr. Bratwurst Sp,rS Frisch, fcisbein b�n.Vw." 0.68 0.90 1.12 0.98 0.75 0.55 0.56 0.76 0.86 1.80 0.90 0.63 0.94 1.10 0.53 RäfKsherwaren Bücklinge 0.Z2 Sprollen�n'O.SOicistch. 0.30 'Makrelen 0.42 SeehaSCn Pfund von an 0.48 Aale S.u2n 0.30 � 2.80 WEarstwaren Hausmach.-Sülze P'd. O.SO Speckwursf... ptund 0.68 Dampfwurst u'fitnd.w'. 0.68 Brühpolnische wiener 1.04 Jagd- u. Me.twursf 1.10 Leberwurst u.FMetwum 1.40 Teewurst 1.40 grobe 1.45 Speck tt'an 0.76 mager 1»02 Gek.f chlnken 0.45 Käse is. Fett Camembert 0.14 Briekäse voiito« ptund 0.66 Dän. Schweizer 0.75 Steinbuscher«>iifett,pfd. 0.78 Limburger 0.46 �'0.82 TÜSiter vollfett. Pfd. von an 0.84 Holländer"�men �piund 0.86 Margarine.. 2 ptund 0.75 SchweineschmaizPtd. 0.69 Tafelbutter p 10. April 1S31 Berlin unter dem neuen Gesetz Stadtgemeindeausschuß gewählt Magistratswahlen am Dienstag Die Kommunisken waren gestern sehr böse, als sie feststellen muhten, daß ihr phrascngcdresch über Fragen der„hohen joHUl" zukünftig aus dem Stadtparlameut verbannt sein wird. Sie machten deshalb auch zu Unfang der Sitzung wieder Radau, beruhigten sich aber sehr schnell, als der Vorsteher sie aus die neuea Bestimmungen der verschärften Geschäftsordnung aufmerksam machte. Das wichtigste Ergebnis der gestrigen Versammlung ist die Wahl de» Stadlgeineindeousschusses.die in fünf Minuten erledigt mar. Dem Slusschuh. der bedeutungsvolle Arbeit zu leisten haben wird, gehören dreizehn Sozialdemokraten an.— Die Wahl der sechs unbesoldeten Stadträte wurde vertagt. Sie soll zusammen mit der Lberbürgermeisterwahl am Vieustag vor- genommen werden. Zur Lberbürgermeisterwahl haben nun. nachdem die anderen Fraktionea endlich zu einer E I n i(s% n g gekommen sind, die Deutschnationalen ihren eigenen Kandidaten entdeckt. kierr von Z eckt in. Leuchte der deulschnationalea Fraktion, nannte Vresieverlrelern im Ra'haus als Auserkorenen Herrn Dr. Steiniger, den ehemaligen Vorsitzenden des Zweckverbandes Groh-Verlin. Aber dirse Kandidatur— der Herr Steiniger zählt bereits 67 Zahre— nimmt niemand im Rathaus ernst. Für einen der Bürgermeister- Posten präsentieren die Deutschnationalen den Landtagsabgeordneten S t e i n h o f f. Auch er hat keine Aussicht, gewählt zu werden. * Die gestrige erste Stadtocrordnetensttzung nach den Osterferien, die zugleich die eiste Sitzung nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes über die Stadtgemeinde Berlin war, begann Mit einem Ueinen Kammunistenkradlr Als drei Dringlichkeiteanträ en dt" Kommnn sten durch den Widerspruch anderer Fraktionen die Dringlichkeit oer- sagt war und somit die Behandlung in der restrigen Sitzung unmöq. lich wurde, meldete sich der derzeitig«.Führer" der kommunistischen Fraktion, Wienewski, zur Zlbgabe einer Erklärung zum Wort. In dem seitenlangen Erguh war davon die Rede, dah durch die neue .O b e r b ü r g e r m« i st e r d i k t a t u r" mit der demokratischen Selbstverwaltung in Berlin aufgeräumt werde. Al« der Redner dazu überging, die Fraktionen der Stadtverordnetenve sammlung, ins« besondere die sozialdemokratisch« Fraktion, in der uner« hörtesten Weis« zu beschimpfen, unterbrach ihn der Dorsteh.'r, Genosse hah. indem er ihn unter Berufung aus die neue Geschäftsordnung ermahnt«, zur Sache zu sprechen. Wienewski hätte zudem, so erklärt« haß weiter, die Erklärung vorher nicht zur Kenntnis des Dorstehers gebracht, und al» Wienewski daraufhin Einwände erhob, zog er stch einen Ordnungsruf zu. Di? kommundische Fra'tion lärmt« unterde« unausgesetzt, so daß die fortgesetzte Verlesung der Erklärung und die weiteren Crmahnungen des Dontchers m dem Tumult untergingen. Als schließlich Wienewski die Angriffe gegen die Sozialdemokratie fortsetzte, forderte der Borsteher ihn auf. die Aerlesung abzubrechen, da sie nicht in die Stadtverordneten- Versammlung gehöre. Schließlich trat Wisnewski denn auch von der Rednertribüne ab. Unterdes lärmten sein« Fraktionsgenossen weiter, Hochruf« mengten sich in Riederrufe, Stadtverordnet r Lange- Neukölln(Komm.) zog sich zwei weitere Ordnunosruse zu und wurde vom Borsteher auf die Fo'gen eines weiteren Ordnungs. rufes aufmerksam gemacht. Damit war die Aktion der Kommunisten verpufft: wer ein« schärfer« Demonstration gegen das von ihnen außerordentlich scharf befehdete neue Gesetz Groß-Berlin erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Um 18 Uhr wurden die Wahlen zu dem äS Köpf« starke« Gtadtgeme ndt'ausschuß vorgenommen, der in Zukunft einen Teil der Funktionen der bis- herigen Stadtverordnetenversammlung übernehmen soll. DI« Wahl kam einer Ernennuno gleich, da nach dem neuen Gesetz«ine „Wahl durch Zuruf" möglich ist wenn kein Mitglied der Bersamm- luna widerspricht. Das war gestern der Fall, weil die einzelnen Fraktionen, gemäß ihrer Stärk« in der Versammlung, Borscklöge für den Etadtgemeindeausschuß eingereicht hatten, die alle vollgültig waren, so daß sich also eine Wahl erübrigte. Für die sozial- demokratische Fraktion, der nach dem Verteilungsschlüssel 13 Mitglieder zustehen, traten in den Ausschuß ein die Genossen: Flatau, Riese, haß, Robinson, Loewy, Woywod, Urich. Bublitz, Strieder, Gutschmidt, Burg«» meister, Schäfer und Amberg. Die Wahl der sechs unbesoldeten Stadträt« für das neu« Maosstratskollegium wurde auf Antrag der Sozialdemokrai-m und der Mittelparteien bis ,zum Dienrtao v e r ta fl t, so daß sse assa aemeinsam mit der Wohl des Oberbürgermeisters, der beiden Bürgermeister und des Stadtkämmern« vorgenommen wird. Vorher hatte die Versammlung in rascher Folge eine Anzahl kleinerer Dorlagen verabsibiedet. Dem Projekt für den Ausbau der N e u f e r t a l l« e, für die Anlage von Parkplätzen und eines Fußweges längs der Kahn am Bahnhof Eichkamp wurde zugestimmt. Genehmigt wurden auch die Vaukosten für den Volksschulneudou in Zehlendorf-Rord in ih'«m ersten T»il und die restlichen Baukosten aus gemeinsamen Vord?ha'tsmitteln. Für die Schmutzwasserkanglisatiim in der Kdtonie Wendenschloß wurden 32 300 Mk. bewilligt, die Vorlage wessen der neuen Hunde st«Verordnung wur�e einem Sonderaueschuß üb r» wiesen. Zugestimmt wurde schließlich einem Antrag der sozial- demokratiscben Fraktion und der Mittelrwrtei n, der N« Ein- setzunn eines LSgliedrigen Auosckusses zur Bearb'ituna und P-üfuna der Verhandlungen über die replant» Aktion mit der P r, a g fordert. Dieser Aussckuß soll nach dem Willen der Antragsteller di« Maß- nahmen des Magistrat? in>les?r Sache beodackten und kontrollieren: die Kommunisten, die sonst immer dem Magistrat s�ärfstes Miß. trauen entgegenbringen und für di« weitgeden�st« Demokrrj'e in der Stadtverwaltung sind, waren gegen den Antrag. Der öffent- lichen VerbanNüina ickloß stck»»in» nickt öffentlich» Sitzung an, in der Barsteber Genosse Käß über die Verhandlungen zu dan Wahlen im Mogistrat berichtet«. meldet« sich selbst bei der Polizei und gab die wahrheitsgemäße Darstellung der Vorgänge in der Wohnung. Danach tonnte van einem Ueberfall oder gar Mord gar keine Rede sein. Bestätigt wurde das noch durch den Sektionsbefund, durch den einwandfrei Schlaganfall als Todesursache festgestellt wurde. Ein Verschulden der früheren Untermieterin oder ihres Bräutigams schied völlig aus. Als man dem Tischler das Ergebnis der Unter- suchung vorhielt, mußte er zugeben, gelogen zu haben. Er hatte von seiner Untermieterin ein Sparkassenbuch«in- behalten. Durch die wissentliche Falschbezichtigung— der Arzt und der Gerichtsvollzieher hatten ihn über die Vorfälle aufgeklärt — beabsichtigte er, der früheren Mieterin Schwierigkeiten zu bereiten und es dahin zu bringen, daß sie und der Bräutigam fest- genommen würden. In der Zwischenzeit wollte er das auf dem Sparkassenbuch vorhandene Geld abheben. Defchuldigung aus Rache. Seltsame ÄUlt ärung eines TodeStailrS. Rachsucht und Geldgier haben einen 33 Zahre allen Tischler aus der üüdensiraße in eine Lage gebracht, die für ihn ein peinliches Rachspiel haben wird. Bei dem Mann, der Witwer ist, war als Wirtschafterin eine Frau Frieda B o r g f e l d tätig. Ende März kam der Tischler eines Abends nach Hause und fand Frau B. besinnungslos und schwer- atmend auf dem Sofa siegen. S. begab sich zur Polizei und er- stattete Anzeige, daß ein« frühereUntermieterin und deren Bräutigam«inen Raub Überfall auf seine Wirt- schafterin oerübt hätten. Cr habe, wie er angab, die beiden au» dem Hause noch flüchten sehen. Roch am späten Abend mußte Frau Borgfeld nach dem Krankenhaus« gebracht werden, wo sie bald darauf starb. Die Untersuchung, dk« daraufhin von der Kriminal» pvlizei angestellt wurde, ergab aber ein ganz andere« Bild. An jenem Rachmittag war in der Wohnung de« Tischler» der Ge- richtsvollzieher erschienen in Begleitung der Untermieterin, die«ine Forderung an den Tischler hatte. In Abwesenheit des Wohnungsinhabers führte die Wirtschafterin, eine ättere Frau, den Beamten durch die Zimmer und auch auf den Boden. Dort erlitt sie plötzlich einen Herzanfall, fiel zu Boden und hatte unter Atem» not zu leiden. Der Gerichtsvollzieher trug di« Bewußtlose in die Wohnung zurück, bettete sie auf«in Sofa und bemühte sich, ihr beizustehen. Ein Arzt, der geholt wurde, hiett es für ratsam, die Frau in«in Krankenhaus zu bringen. Der Dollziehungsbeamte Das Llrteil im Nazi-Prozeß. Gefängnisstrafen für alte Anaektaaten. Die Beweisaufnahme im Prozeß gegen die Rational- sozialisten Martowski und Genossen ergab am letzten Berhandlungstage noch in zweifacher Beziehung Bemerkenswertes. Der Angeklagte Becker wurde von seinem Ztmmergenossen P schwer belastet. Er erzählte, daß Becker ihm eines Tages gesagt bab«, er. Becker, habe einen Menschen mit dem Messer gestochen. Auch der Angeklagte Konrad Domning sei bei der Unterhaltung dabei gewesen. Der Zeuge P. Mar es übrigens auch, der der Polizei seinerzeit den Nationalsozialisten Neubert als den Messer- stecher in der Silvesternacht genannt hatte. Neubert war dann auch geständig. P. ist nicht mehr Mitglied der Nationalsoziallstisckien Partei: der ewigen Schlägereien und des SA.-Dienstes müde, ist «raus der Partei ausgetreten. Nock bemerkenswerter als die Aussage dieses Zeugen war die Feststellung, die auf Grund des Strafregisters über den Zeugen des Verteidigers, den Redakteur des..Angriff", Kiefer gemacht wurde. Sechs Vor- st r a f e n, darunter vier wegen Betruges, sollten auch für einen „Angrlff"-Redakteur wahrlich zuviel sein. Entsprechend der neuen Situation änderte der Staatsanwalt seinen Strafantrag in bezug aus den Angeklagten Becker. An Stelle der früher beantragten 2 Jahre Gefängnis wegen gemein- Ichaktlicher schwerer Körperverletzung beantragte er nun 3 Jahre Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todeserfolg. De? Staatsanwalt hielt ihn der Messerstecherei überführt, wollte aber trotz der„ungeheuerlich viehischen" Tat. wegen seiner Jugend von einer Zuchthauestrafe absehen. Die Anträge gegen die übrigen fünf Angeklagten blieben die gleichen: je zwei Jahre Ge- f ä n g n i s für Martowski, Proschauer, Foyer und Fritz Donming, 1 Jahr gegen Konrad Domning. 3n später Abendstunde kam da» Schwurgericht nach längerer Beratung zu einer Verurteilung sämtlicher Angeklagten, und Zwar erhielt der Angeklagt« Becker wegen schwerer KSrperverlehung mit Todeserfolg S Jahre Gefängnis, während die anderen An- geklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Raufhandel verurteilt wurden, und zwar Martowski zu zwei Jahren Gefängnis. Aroschauer zu 3 Jahren Ge- f ä g u l s. Friß Domning zu 2 Jahre« SefSngnls. Ksnrad Domning zu 1 Jahr Gefängnis und Aoyer zu Z Jahren Ge�ängni». Wahnsinnige Mutier erwürgt ihr Kind. Offenbach a. Main, g. April. Zm nahen Sprendlingen erwürgte die zwanzig Jahre alte Ehefrau Brandt in einem Anfall geistiger llmnachtung ihr zwei Jahre alte» Kind und versuchte daraus, sich mit einem Beil die Pulsader zu öffnen, was ihr aber nicht gelang. Als ihr Mann zurückkehrte, oerschwand sie Im Walde, wo sie vergeblich von Gendarmeriebeamten gesucht wurde. Später erschien sie aus der Gendarmeriestallon und legte ein Geständnis ab. fi Es ist also all das gekommen, wahrhaft und wirklich ge> kommen, was oft in ihren Träumen gewesen ist, was sie sich oft lockend ausgemalt haben, wenn sie an der Not zu zer- brechen drohten. Das große Wunder ist geschehen: Der Sand vom Stubbenland hat Frucht getragen, reiche, vielfache Frucht. Sie haben damals geglaubt, daß sie ihren Jubel würden aus- tanzen müssen zwischen ihren hohen, grünen Spargelstauden, ausspringen über ihre breiten chügel hinweg, um nicht irre zu werdeil vor Freude. Aber nun ist alles ganz anders: sie wagen dos Wunder nicht anzulachen, denn es hat auf seinem Wege zur Erde den Tod getrosten: sie wagen ihm nicht die Hand .u drücken, denn es hat Blut an den Fingern: das Blut des . st inen, lieben Juden, der nun in der Charit ln Berlin liegt und darauf wartet, e'tvas kräftiger zu werden— damit sie ihm bei verminderter Lebensgefahr die Rippen aus dem Leibe schneiden können. So ähnlich wenigstens hat es Lene Papendieck erzählt. der er es geschrieben: Lene, die jetzt, wo doch die Ernte längst vorbei ist, noch immer auf ihrem Felde umherstapft, die Hände vor dem Leib ineinandergeschlungen, den Kopf gesenkt, eng geschlossen die Brauen. Seit sie so still, so verbissen ist, seit es den Stubbenlandern geradezu so vorkommt, als leuchte ihr Haar nicht mehr— seither wissen sie erst, was ihnen inmitten der Schwere ringsum die Unbeschwertheit dieses Menschen bedeutet hat. Und sie glauben alle, daß ihre Worttargheit und ihre Einsamkeit Trauer sind: denn Menschen wie Lene haben ihre F?euden für alle: ihr Leid für sich. Einmal nur zeigt sich, daß Lene nicht nur zu leiden hat: sondern zu kämpfen. Es ist ein Augustabend, der sommerlich breit über dem Stubbenland liegt und die ungeduldige Dämmerung immer wieder, mit immer neu strahlenden Farben, vom Himmel wischt: nur in Luise Korns Küche hat sie sich heimisch machen können. Lene ist gekommen, irgendeiner gleichgülltgen Bitte wegen: hat auch Anna Maschke angetroffen: und ist ein Well- chen geblieben. Die drei Frauen sind allein. Anna Maschke erzählt immerzu. Wie sie stch auf ihr Kind freut: wie sie stch um ihr Leben ängstigt; wie ihr Paul jetzt so besorgt um sie ist. Nun muß auch Lene von Siegfried Schmitzer erzählen. „Heute ist er operiert worden. Er hat mir geschrieben, daß nun vierzehn Taae kein Brief von ihm kommen wird; so lange muß er wahrscheinlich im Gipsverband liegen. Seine linke Drustseite wird enger durch die Operation." Die beiden anderen schweigen. Sie wissen, um wen Schmitzer gedient hat. Und sie ahnen, womit Lene ringt. Endlich sagte Luise„Wenn er nur durchkommt..." „Ja", sagte Anna Maschke leise,„wenn wir nur durch- kommen." Tränen der Angst sind in ihren blassen Augen. „Es ist alles so schön jetzt, gerade jetzt. Ich möchte jetzt nicht weg..." „Wer denkt denn an so was!" sagte Luis«, und Anna Maschke geht, dankbar für den kleinen Trost. Die Dämmerung hat sich endlich den Zutritt zum Lande erkämpft. Der Himmel steht gelb vor dem Fenster. Zwischen gelbem Himmel und gelbem Sand ist das dunkelgrüne Band der fernen Kiefern und da» blaßgrüne Fransenwert der Spargelstauden. Es ist eine einfache Landschaft, und sie ist sehr schön, und es ist nun die Helmatlandschast: vielleicht hat die harte Arbeit sie so schön und einem so zu eigen gemacht... Luise fragt:„Wenn Schmitzer wieder gesund ist: wird er denn dann noch so arbeiten dürfen?" „Nein." Das Nein bleibt �lange allein im schw-iaen�en. dann steht Lene auf:„Bis zur nächsten Ernte werbe ich e» allein schaffen mit der Arbeit. Und dann— uno uonn unu» man ja weiter sehen." Und sie geht mit dem festen Schritt der Entschlossenen. Nur wenige Minuten hat Lene in einem Gartenhof der Eharitö gewartet: da tritt Siegsried Schmitzer schon aus dem Torweg. Er hat den Stock mit dem Gummiende über die Schulter gelegt und geht ohne Stütze— das soll ihr zeigen, daß die Operation gut überstanden ist. Aber sein Gesicht ist schmal, die Unterlippe hängt fahlrot in die gelbe Haut, die Ohren scheinen abstehend und groß: die blau gestreifte An- staltskleidung der dritten Klasse steht ihm nicht, weil er stch schlecht hält, der Kragen ragt hoch über di« schrägen Schultern: er trägt hackenlose Schuh« und Ist klein gegen Lene, als er vor ihr steht. Cr gibt chr die Hand, lächelt ein rührendes Kranken- lächeln, geht neben ihr her unter den Kastanien entlang, die in diesen engen Höfen schon welken: und bald erschrickt er: sie hat eine Gefaßtheit, so stark, daß er sie nicht begreift. Sie finden eine freie Bank und setzen sich. „Ich habe Ihnen zuletzt wenig geschrieben", sagt sie mit einer unnötigen Festigkeit in der Stimme. „Sie werden in der Landwirtschaft zu tun gehabt haben." „Es gibt jetzt nichts zu tun bei uns. Aber ich wollte nicht feige fein. Ich wollte Ihnen nicht einfach das schreiben, was ich sagen muß." Er wird ganz weiß unter der stubengrauen Haut, und der Stock, mit dem er im Sand« schreibt, zittert. „Glauben Sie mir, Herr Schmitzer: ich weiß, wieviel Dank ich Ihnen schuldig bin. Ich weiß auch, welches der ein- zige, wirkliche Dank für Sie wäre... ich weiß sogar, daß Sie schon zufrieden wären, wenn ich nur Ihres— Ihres Wertes wegen—" Obgleich sie den Satz nicht vollenden kann, vermag er ihr nicht zu helfen, vermag er nicht abzuwehren— er hat rote Flecken auf weißen Backen und schluckt und wartet, bis sie sich wieder gefaßt hat. „Ich wäre ja auch fähig, es zu tun. Es ist kein anderer da, der uns trennen könnte. Es ist der Boden, verstehen Sie, das Stubbenland— die achtzehn Morgen. Es läßt mich nicht los. Früher oder später— verstehen Sie— früher oder später werde ich einen haben müssen, der den Hof versieht; keinen Knecht, den kann ich ja nicht zahlen; einen, der Interesse, eigenes Interesie haben muß— einen, den ich heiraten muß... Dieser Mann, den ich noch gar nicht kenne— der trennt uns." Sein Stock wippt vom Boden nach oben: so zuckt er zu-' sammen. Die Bewegung ist erschreckend traurig. Lene muß sich zusammen nehmen, um weiter sprechen zu können: „Ich müßte also verkaufen, wenn ich mit Ihnen— mit Ihnen zusammengehen will. Und verkaufen kann ich nicht. Nun nickt mehr. Ich hätte vielleicht eher gehen müssen, jetzt ist es zu spät, jetzt hat mich der Boden da so erzogen, daß ich nur auf ihn passe... das ist es wohl." Eine Weile sitzen sie nebeneinander und schweigen. Sein Kopf bleibt gesenkt. Sein Fuß wischt über die zittrigen Sand- figuren, die sein Stock gemalt hat. Fast wird Lene wieder weich; aber zugleich begreift sie, daß der Boden vom Stubben- land diesen hier ausgestoßen hat, seiner Demut wegen; wie er ihren Vater ausgestoßen hat, seines Hochmuts wegen. (Fortsetzung folgt.) Arena im Freien Auf einem Steglitzer Laubengrund st ück ijt unter freiem Himmel eine einzige Arena aufgebaut. Im Halbkreis herum zwei Reihen Sitzplätze i 2 0 P f. für Sind er, das Doppelte für Erwachsene. Ein langer Wohn- wagen schließt rückwärts die Sze- nerie ab. die noch durch Reihen kleiner Fähnchen, eine primitiv« Beleuchtungsanlage und Geräte für Luftakrobatik belebt wird. Än hellen Scharen strömen die Kinder von der Straße her zur Nachmittags- Vorstellung. Ein Glück, daß die schönen Frühlingstage die Vor« stellungeu im Freien begünstigt. Die Sitzreihen sind gedrängt voll, die ungebetenen Zaungäste, die zum Teil auf den Bäumen sitzen, werden verjagt und dann wird das Ein- trittsgeld eingesammelt. Eine kleine Kapelle, bestehend aus einem Geiger und einem Harmonika- spieler, eröffnet das Programm dieser„Notgemeinschost erwerbsloser Artisten". Man sieht Sieg- fried, das litauische Kraftwunder, ungeheure Gewichte stemmen und mit vielen Zentnern belastet aus einem Nagelbrett liegen.(Am Abend versuchen sogar zwei Kleinautos ihn auseinanderzuzerren, ober ohne Erfolg.) Siegfried lag erst kürzlich vier Wochen lang mit einer Sehnenzerrung zu Bett. Aber jetzt treibt er mit der bloßen Faust Zimmermannsnägel durch eine 5 Zoll starke Kiefernbohle. Dann sieht man indische Fakire saus Neukölln): mit offensichtlichem Genuß nehmen sie mit kräftigen Schlucken Petroleum, Benzin und Spiritus zu sich und husten dann das ganze Zeug gegen ein unscheinbares Flämmchen, aus dem sofort eine mächtige Feuerwolke aufschlägt. Beim Feuerschlucken hatten sie neulich Pech: der Wind schlug plötzlich um und das Feuer verbrühte ihnen das Gesicht, so daß sie wochenlang mit Heftpflastern herum- laufen mußten. Der«ine der Fakire, der auch noch verschiedene andere Numntern bestreitet(Groteskfigur, Kletterwunder), ist ein erwerbsloser Metallarbeiter. Mit affenartiger Geschwindigkeit klettert er aus allen Vieren einen 16 Meter hohen Mast hoch, um oben allerhand halsbrecherische Kunststücke zu fabrizieren und zum Schluß, Kops nach unten, nur im Beinschluß die Stange hinunter- zusausen. Daher befürwortet auch der Herr Direktor wegen des „großen Verschleißes an Beinkleidern" eine Extrasammlung für den Matrosen. Mit größtem Jubel werden von den Kindern die Spaße der Clowns aufgenommen, unter denen der Direktor selbst die führende Rolle spielt.„Einst habe ich 140 Pfund gewogen", erzählte er mir, nachdem der Trubel ein Ende genommen hat und in der Arena nur noch seine fünf Kinder herumspielen,„setzt wiege ich kaum einen Zentner, aber dafür kann ich Meine schlappe Magen- haut zur Belustigung des Publikums ausziehen als ob sie aus Gummi wäre. Auch mit dem Bauch ist dasselbe Kunststück möglich. Natürlich bin ich M Neukölln� gSbsren, der Wiege der. Artisten. Sollte Moler werden,- war. aber schon-als: Kind für den Zirkus ein« genommen. Als Mutter'.starb, war ich drei Lohr«. Nun bekamen wir acht Geschwister eine Stiesmutter, die auch noch einige Kinder als Zuwachs brachte. Bald nach der Einsegnung zog ich von Hause fort auf Tippelei, fand bald Anschluß bei Zigeunern, die mit Pferden handalten und allerhand Reparaturen ausführten und sich abends auf dem Dorfanger als Seiltänzer und Tierdresicure zeigten. Do ich selbst große Neigung zur Tierdressur hatte, kaufte ich einen Esel und sieben Gänse, die ich mit Soldateumützen und Spitzenhöschen kostümierte und für komische Aufmärsche dressierte. Dann kam noch ein Ferkel hinzu, das sich im Wickelband als Baby produzierte. Als der Krieg ausbrach, wurde ich«ingezogen. An der Westfront wurde ich einmal zu dem Wanderzirkus abkomman. diert, der bei jedem Armeekommando, das in Ruh« lag, ein viertel- jährliches Gastspiel gab. Eines schönen Tages wurden wir mitten in der Vorstellung alarmiert und ich mußt« mit weihgsschminktem Gesicht als„Onkel Pelle" das Gewehr nehmen und losziehen. Nach dem Kriege, der mich sehr heruntergebracht hat, zog ich als Geschäftsführer mit mittleren Zirkussen mit. Von der Schweiz bis nach Schweden und von Polen bis nach Holland. Nun habe ich mich mit erwerbslosen Artisten zusammengeschlosien zu einer besonderen Tournee. Wir sind die letzte Arena, die noch in Groß- Berlin spielt. Im Winter machen wir eine„Saaltournee". Ein Trecker zieht den Motorwagen und den Gerätewagen und so gehts mit acht Kilometer Stundengeschwindigkeit von Ort zu Ort. Die Bauern haben im Winter mehr Zeit und versammeln sich schon um 6 Uhr abends im Wirts Haussaal zur Vorstellung. Oft hält man uns für Zigeuner und dann hört man Warnungsrufe wie„Geh' man schnell in den Garten und nimm die Wäsche ab, Zigeuner kommen!" Wir halten gut zusammen. Scheidet einer aus, weil er nach längerer Arbeitslosigkeit endlich einen Posten bekommen hat, so springt ei» anderer Kollege für ihn«in. Zllle sind prozentual an der Ein- nähme.beteiligt, Sie., reicht gerade, hm, um das Leben zu friste«. Große Kämpfe find auch- immer mit de» Behörden.zu bestehen wegen der-Platzbewilligung. Denn den meisten Spaß macht ja doch die Arena im Freien, die der Vorläufer de? heutigen Varietes ist." Schlachthaus im Hof Warum noch immer Pr'watschlachthäaser?<-»- Die fehlenden Kählräame Auch ein Raubüberfall. Drei Monate Gesänstnis. Zu rühmen ist ein verständnisvolles Urteil, das gestern von der Strafkammer beim Laadgericht 1 als ZZerustmgs- ivstanz gegen den Chauffeur 3. gefällt wurde. Arbeitslos und durch ungünstige Verhältnisse in größter Not. kam er aus die hirnverbrannte Idee, einen Raub zu inszenieren. Di«„Annonce" erhielt er unverhofft von seiner Braut. Diese besah nämlich eine Freundin, die als Hausangestellte beim Rechtsanwalt F. beschäftigt war. Die Freundin hatte der Braut eines Tages erzählt. daß der Rechtsanwalt fein Geld in einem schwarzen Kästchen auf- bewahre. Was tut nun der Arbeitslose? Er schreibt an den Rechts- anwalt einen Brief des Inhalts, daß er ein Gespräch zweier Männer belauscht habe, die bei ihm einen Einbruch zu verüben beabsichtigten: sie hätten es auf den schwarzen Kasten abgesehen, er wolle ihn ober vor dem Unheil bewahren: es gehe ihm, dem Briefschreiber, übrigens sehr schlecht. Nun hätte man erwarten können, daß der Chausfeur den Brief abschicken und eine Stelle angeben würde, wo die Be- lahmmg für diese Warnung zu hinterlegen wäre. Keine Idee! Mit dem Brief in der Tasche, begibt sich I. in die Wohnung des Rechts- anwalts. Die Wirtschafterin R. öffnet ihm die Tür und weist ihn an das Büro, damit er dort den Brief dem Rechtsanwalt persönlich überbringe. I. sucht nun das Warenhaus Tietz auf, kauft sich «ine Kinderpistole und erscheint zum zweiten Male m der Wohnung des Rechtsanwalts F. Und wieder wird er von der Wirtschafterin an das Büro verwiesen. I. macht kehrt, spaziert eine halbe Stunde lang auf der Straße hin und her, überlegt, was min zu tun fei, er hat nicht den richtigen Mut, fein Vorhaben zur Aus- führung zu bringen. Dann geht er zum drittenmal zur Woh- nung des Rechtsanwaltes. Sein Gesicht hat er durch Tücher un- kenntlich gemacht. Er läutet. Die alte Mutter des Rechtsanwalts öffnet. Im nächsten Augenblick erscheint auch die Wirtschafteri.r. Sie will die Tür zuschlagen, I. klemmt seinen Fuß dazwischen, verseyt der Wirtschafterin einen Stoß, sie fällt zu Boden, I. hält ihr die Kinderpistole vor das Gesicht, und riegelt die Tür von innen zu. Die Wirtschafterin merkt aber, daß die Waffe bloß eine Kinderpistol« ist, läuft zum Fenster, r u f t u m H i l s e. I. flüchtet und wird auf der Straße gefaßt. In seiner Tasche findet man einen Strick mit Schlaufen. Das Gericht erster Instanz oerurteilte ihn wegen versuchten Raubes zu 6 Monaten Gefängnis. In der Berufungsverhandlung sah man sich einem bescheidenen Mann von 36 Jahren gegenüber, dem man es kaum ansah, daß er eine Tat, wie sie ihm zur Last gelegt wurde, fähig gewesen wäre. Di« Kinderpistole, das vermummte Gesicht, der unsinnige Brief in der Tasche— das alles hätte man diesem Mann nicht zugetraut. Und so setzte das Gericht zweiter Instanz, die Strafe von 6 aus 3 Monate herab._ Versicherungsbetrug und kein Ende. Fingierter LleberfaN im Gebirge. Bozen. 9. April. Vor einigen Tagen fanden Bauern in einer Schlucht bei V i l l a n d e r s einen jungen, nur halb bekleideten Mann mU schweren Verletzungen aus. Der verlehle nannte sich Architekt Heinrich Günther aus Deutschland, der gegenwärtig in Brixen zur Kur weile. Cr sei von zwei llnbekaonlea überfallen, ausgeraubt und dann in die Schlucht geworfen morden. Die Ermittlungen ergaben, daß Günther» Raub- Überfall fingiert war und er einen Versicherungsbetrug »ersuchen wollte. Günther gestand ein. daß er sich zunächst wegen großer Schulden das Leben nehmen wollte: dann fei ihm der Ge- danke gekommen, einen Raubüberfall vorzutäuschen. Er habe sich bei einer Versicherungsgesellschaft in Deutschland ziemlich hoch versichern lassen. Günther, wurde dem Gericht in Bozen zugestellt. _ Desertierte Ehefrauen. Avs Nordengland in Sie deutsche Heimat. London. 9. April. Am Mittwoch haben in Norde ngland sechs Frauen gemeinsam ihre Ehegatkeu verlassen, um ln die deutsche Heimat zurückzukehren. Fünf dieser Frauen stammen au« Köln und Andernach, die sechste ist an» w a n n s ee bei Verlin gebürtig. Alle sechs Frauen hatten ihre aus NordenglanZ» stammenden Männer, ehemalig« britische Soldaten, in der englisch besetzten Zone kennengelernt unj> geheiratet. Das Heimweh scheint jedoch länger gedauert zu haben als die Liebe. Die Frauen faßten deshalb den Entschluß, gemeinsam zu fliehen. In Newcastle o n T y n e trafen sie sich, bestiegen den Zug und dampften ab. Eine der Frauen, ihr Kind an der Hand, kam sogar im Unterrock an den Zug, da der Mann hinter ihr her war und sie keine Zeit hatte, sich vollständig anzukleiden. Der verlassene Ehegatte will versuchen, seine Frau und das Kind zurückzuholen. Von Newcastle sind die Flüchtlinge nach London gefahren, um von dort die Heimat zu erreichen. Der deutsche Konsul in Newcastle erklärte, daß er erst noch- träglich von der ganzen Angelegenheit Kenntnis erhallen habe. Von Nazis überfallen und niedergeschlagen. Vor dem Hause Kirch st raße 1ö wurde gestern nachmittag der 24jährige Chausfeur Bruno Schulz von mehreren Haken- kreuzlern aus unbekannten Gründen überfallen und zu Boden geschlagen. Der Wehrlose wurde von den Rohlingen solang« mit Stieselabsätzcn bearbeitet, bis er das Bewußtsein verlor. Mit schweren Kopfverletzungen wurde der Uebersallene ins Moabller Krankenhaus gebracht. Em Täter könnte festgenommen und der Polltischen Polizei übergeben werden. Dnrch einen Hufschlag getötet. Aus tragische Weise kam gestern abend der 54jährige Fuhr- Unternehmer Emil S e m k e aus der Schützenstraße 28 in Steglitz ums Leben. S. begab sich abends noch seinen Stallungen in der Schloßstraße 74, um nach dem Rechten zu sehen. Ein Pferd scheute plötzlich und Semke wurde durch einen Huf schlag so unglücklich am Kops getroffen, daß er bewußtlos zu Boden sank. Ein hinzu- tzepusener Arzt oermochte nur noch den Tod i n s o l g e S ch ä o c 1- » r u ch e s festzustellen. Selbstmordversuch eines SA.-Mannes. Wie erst jetzt bekannt wird, versuchte der Wjährioe SA-Mann Gerhard Reußner tn der Nacht zum 7. April Selbstmord zu verüben. R. brachte sich«ine schwere Schußverletzung bei. R. hatte sich schon seit einiger Zeit mtt Selbstmordgedanken getraasn. Der groß» Krach innerhalb«er Nottonasslrztalistcn beraubti den jungen Mann, wie er zu Bekannten geäußert hatte, seiner„letzten Ideal«". Er glaubte alt einzigen Ausweg den Freitod zu sehe» und griff zur Schußwaffe. ! kürzlich konnte der städtische Vieh- und Schlachthof sein öüsähriges Jubiläum fetern. Es dürfte wenig bekannt fein. daß neben dem skädlischeu Schlachthof noch viele Prival- schlachthäuser bestehen.. hierüber gehe« uns die folgenden Ausführungen zu: Am 1. April 1883 mußten in der Stadtgemeinde Berlin sämt» liche Privatschlachthäuser geschlossen werden und die Schlächter durften nunmehr nur noch auf dem städtischen Schlachchof an der Thaerstraß« schlachten. Die Anlage hatte natürlich bei weitem nicht den Umfang und die technischen, sanitären und hygienischen Einrichtungen, die sie heute aufweist. Durch Krieg und Inflation in der Entwicklung gehemmt, hat die Stadt Berlin sowie der zur Zeit amtierende rührige Direktor in den letzten Iahren Erhebliches geleistet, den städtischen Vieh» und Schlachthof mll den geringen zur Verfügung stehenden Mitteln auszubauen und zu moderni- sieren. Ws im Jahre 1920 durch das Gesetz Grvß-Berlln die Ein- gcmeindung der Bororte stattfand, ließ man den in den Bezirken bestehenden, etwa 250 bis 300 Privatschlachthäusern die Schlacht- erlaubnis, wandte also hier nicht den Zwang an. den städtischen Schlachthof zu benutzen. Diese Maßnayme war vielleicht verständ- iich angesichts der damals noch unzureichenden Einrichtungen und der Tatsache, daß die Stadt kein Ge.d hatte, die Konzessionen dieser Schlachtstätten durch Geld abzulösen. Die Vorortschlacht- Häuser, wie sie jetzt noch bestehen, entsprechen zum Teil nicht den bescheidensten Anforderungen an Technik und Hygiene. Da sich der Schlachtprozeß in verschlossenen Hösen abspielt, ist eine Kontrolle der Arbeitszeiten und anderer Umstände sehr schwer möglich. Bekannt ist aber, daß oft bis weit in die Nacht- stunden, wenn nicht gar die ganze Nacht gearbeitet wird. Zum Teil werden die Tiere auf dem Hof getötet und weiter bearbeitet, so daß die Arbeiter allen Witterungseinflüssen im Sommer und Winter ausgesetzt sind. Einige Firmen, die auf dem städtischen Schlachthof schlachten, benutzen, wenn derselbe geschlossen wird, Schlachthäuser in den Vororten, um mit demselben Personal dort weiter zu schlachten, und da-, obwohl sie das Vieh erst vom städtischen Viehhof dorthin transportieren müssen. ZZerwunderlich ist, daß noch jetzt hin und wieder Genehmi- gungen zur Neueinrichtung solcher Schlachthäuser inmitten dicht- bevölkerter Stadtteile erteill werden. E» entsteht dadurch eine er» hebliche Belästigung der Anwohner besonders durch die üblen Ge» luch« und die Fliegsnplage. s n ist Unterrichtsziel. Wenn ein Kind sich mit IS Minuten freigeschwommen hat, steht in Aussicht das Zeugnis als Fahrtenkchwimmer(45 Minuten� oder als Rettungsschwimmer. Mancher Volksschüler hat sich den Grund- schein der Deutschen Lebensrettungsgesellschast er- worden, der doch allerlei voraussetzt: IS Meter Streckentauchen, das Heraufholen eines fünf Pfund schweren Steines, 20 Meter Rettung?- und Tronsportschwimmen, verbunden mit Wieder- belebirngsverjuchen, glücklicherweise am lerngesunden Objekt: aste» ungemein praktische, vom Standpunkt des Laien erstaunliche An- sorderungen. Ein anderes Bild hinten im Brauseraum,: eins, zwei, drei— eins, zwei, drei— hört man den Leiter der Trockenschwimm- Übungen vor zehn, zwölf Anfängern kommandieren mit häufigen Korrekturen an der Haltung dieser Neulinge.— Interessant ist der erste, entscheidende Augenblick beim Schwimmenlernen. Nach Be- lehrungen über den Auftrieb des Wassers setzt sich der Mutigste der Nichtschwimmergruppe zusammengekauert auf den Boden des Bässins, natürlich an der Nichtschwimmerseite, streckt Arme und BS ine aus, kommt in gestreckter Haltung an die Oberfläche und macht die ersten Schwiimnstöße, die vorher auf dem„Trockenen" gedrillt worden sind(teilweise unter Verwendung der Turnstundens. Nach zwei, drei llebungsstunden können einige quer durchs Bassin schwimmen, und Kork und Leine kommen nur für die Unbeholfenen in Betracht. Möglichst ohne Hilfsmittel, das ist modernes und natürliches Unterrichtsprinzip, bei manchen dauerts länger, die üben dann in Gruppen zu dreien' im Wasser, wobei einer von den beiden anderen gehalten wird und die Schwimmbewegungen ausführt. Zu den Höhepunkten im Schulbetrieb gehört als modernst« Veranstaltung das S ch w i m m s e st. Einmal aufmerksam geworden. nimmt die Oesfentlicbkeit daran lebhaftesten Anteil. Die Elternschaft erhält da einen persönlichen, unmittelbaren Eindruck von dem neu» artigen Getriebe, dem sich ihre Kinder widmen. Ein Schau- schwimmen und-springen mit Staffeln. Wasserballspiel, Scherzvor- sührungen, Rettungsübungen usw.— das ist dann das Ereignis der Schuljugend des ganzen Bezirks. Darüber steht die jährliche- Der- anstaltung aller Berliner Schulen, die Wettkämpfe um den Wander» preis des preußischen Ministeriums für Wissenschaft. Kunst unk» Bolksbildung. Die Schwimmstunde ist de» Kindern die liebste und wertvollst« Stunde, sie paßt so ganz in den Gesamtrahmen der weltlichen Schulen. Entschlossenheit, Geistesgegenwart, Gefahrenminderung. sind die Allgemeinerkenntnisse des Schwimmunterrichts. Schuh für Wald, Naum und Busch. Forderungen des 4 Deutschen 7!aturschuhtoges in Berlin. Der 4. Deutsche Naturschutz tag. der vom 8. bis 12. April vom Deutschen Ausschuß für Naturschutz in Berlin im ehemaligen Herrenhaus« veranstaltet wird, begann mit einem Begrüßungsabend. Der erste Borsitzende des Deutschen Ausschusses für Naturschutz, Staatsrat von Reuter- München, betonte in seiner Begrüßung?- ansprach«, daß die Tagung»er Erweckung. Ausbreitung und Fö:de- rung des Raturschutzgedankens. in Deutschland dienen solle. Er erinnerte an die- Gründung des Deutschen Ausschusses beim l Naturschutztog 1925 in München. B e rl i y'.'s«.fc a l s Tagungsort g.e wä hl.t worden. �V« iI die pr«u bi s ch« st a atl i.ch« Stell« für Rätürdenkmalpfleg« t» diesen Tagen ihr LS jähriges Bestehen feiere. Außerdem befänden sich in Berlin und semer Umgebung wichtige Raturschutzdenkmäler. Die Schäden, die der Natur aus den Einwirkungen der Weltstadt erwachsen, bedürften besonderer Aufmerksamkeit. Landesgerichtsdirektor Dr. W i lck e n s. Bremen, der im Namen des Vereins Naturschutzpark Stuttgart sprach, beto..te die Notwendigkeit, Naturschutzrsservat« in Deutsch- land anzulegen. Als dritter Redner schcloerte der Schriftsührer der vor kurzem gegründeten Fürst-Pückler-Gesellschast. Meyer- Iungelausen äus Frankfurt a O., die Bestrebungen dieser Gesell- schast. Bei der Mitarbeit an den umfassenden Aufgaben oer L a n d. schaftsgestaltung und Landesplanung hätte sich die Gesellschaft als ihr besonderes Gebiet die Pflege von Baum und Busch im heimatlichen LandschaftsbUo erwählt. Zeppelin auf Aegyptenfahr�. Marseille, 9. April. Das Luftschiss'„Gras Zeppelin" hat, nachdem es um 12.30 Uhr französischer Zeit die Reede von Marseille überflogen hatte, Kurs nach Süden genommen. Rom, 9. April. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" wurde um 17.20 Uhr über Terranova Pausania gesichtet. Es flog in südöstlicher Richtung nach der.Straße von Messma. Die girwa fffcbmanit u. Weber, Berlin W., Kb'.edrich-Ebert-Ttr. 8, eröffnet roictwnim öle mm feton ttoKi'ontn nemotieue commerausürHun«„8onb6sus und iSthiXa". deren(Montttnimurf Ernst{ftieönwmn schuf, währcird den »ärtnerifchen Teil Setntoim zinthe belecrat. Bei Schwindelonröllen schwerer Unruhe. Nerven- krümpfen usw. nehmen Sie BALDRAM�NT REICHEL das na ürilche Sedativum von prompter Vyirkur Flasche Miel.' 0 u. 2.50, In Apotheken und Drogerien erhältlich, sonst durch OTTO RElCHEjL, Berlin SO, Elsenbahnstraöe 4. Verlangen Sie kostenlos das reich Illustrierte Buch„Quter Rat In gesunden und kranken Tagen". (Der erste Griff am Morgen---- nach der guten AbduIlaST AND ARD' Packung UroMK- Packung 1,50 IUI. B E S S ER E S S EN• WENIG ER D A F ü R AUSGEBEN DURCH KARST ADT-L EVE N S MIT TEL BUTTER UND KÄSE KOLONIALWAREN Molkereibuttor...... pfa. 1.43 Tafelbutter......... Pfd. 1.54 Aitorf-diMiMMarkenbuttemd. 1.80 Bratenschmalz..... Pfd 0.64 Margartn«. Cocosfett. 2 Pfd. 0.75 Pa. Dayr. Schweizer. 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Ltr.0.75,10Ltr. 7.00 Dürkheimer.Ltr. 0.95, 10 ltr 9.00 Tarragona. Ltr. 1.05, 10 ltr. 10.03 Samos____ ltr. 1.16, 10 Ltr 11.00 Malaga... Ltr. ILO, 10 Ltr. 11.50 Oowro Portwein ltr. ILO, 1 0 ltr. 1 8.00 Alter Wacholder 1 ltr. m Fl. 4.60 Weinbrand SpeciaLLtrin.Fi. 4.80 27er Graves....... mit R. 1.65 Alter Medac....... mit FI. ILO Himbeersaft lose..... Ltr. 1.70 KARS Wolga-Hühner... an Pfd. 0.90 frische Suppenhuhn, an Ptd. 0.98 Milchmast-Hähnchen.. St. 1.45 Feinste fr. jg. Enten.. Pfd. an 1.40 Mastputen........ Pfd. an 1.20 Suppentauben... Stck. an 0.50 Spießerkeule....... Pfd. 1.30 Frischlingskeule..... Pfd. 1.30 Hirschblatt....... an Ptd. 0.85 Hirschbraten..... an Pfd. 1.15 Wildragout...... Pfd. an 0.36 Frisch-Fiei5ch in hochwertiger Qualität zu billigsten Tagespreisen KONSERVEN Karotten geschn.....>/, Ds. 0.25 Jg. Schnittbohnen.. V, Ds. 0.35 Jg. Brechbohnen Ds. 0.38 Jg. Spinat...... Ds 0.38 Jg. Kohlrabi Ds 0.33 Erbsen mit Karotten..'/, Ds. 0.54 Gemüse-Erbsen Ds. 0.48 Jg. Erbsen......... D». 0.60 Jg. Erbsen fein Ds. 0.85 Kaiserschoten. vs. 1 15 Stangenspargel'/, Di. 1.85 Brechsparg. Ig>bsdin.'/, Ds. 1.30 Sellerie l. Sch.......>/, Di. 0.58 Steinpilze......... L, Ds 1.20 Pfifferlinge........'/i Ds. 1.35 Mirabellen..... Ds. 0.92 Stachelbeeren..... V, Ds. 0.60 Aprikosen'/, Frucht.. V, Ds. 0.93 Apfelmus I........», Ds 0.88 Kirsch-, Aprikosen-, Johannisbeer-. Pflaumen-Marmel, 2 P'd-Eim. 1.00 Vierfruehtmormelade 5 Pfd-E 2.00 Apfelgelee.. ca. 1 Pfd-Gl. 0.50 FISCHE, RÄUCHERWAR. Kabeljau O.K. I Gz an Pfd. 0.12 Rotbars o K......... Pfd. 0.32 Kabeljaufilet..... an Pfd. 0.20 Grüne Heringe, Holl. 3 Pfd. 0.40 Lebende Forellen... Pfd. 2.70 Fett-Bücklinge.... an Ptd 0.32 Sprotten... ca. 1 PM.-K!ste 0.30 la Stückenlachs..... Pfd 1.80 DELIKATESSEN WU R STWAREN Franz. Olsardinen.... Ds. 0.48 Russ. Sprotten in Ol... Ds. 0.60 Anchovis............ Gl 0.48 Gabelbissen........ Ds 0.85 Rollheringe i Rem..... Ds. 0.85 Fettheringe in Tomaten. Ds. 0.58 Makrelen in Tomaten. Ds. 0.58 Pilchards l Tomaten Ds. 0.95, 0.50 Filethappen i. Rem..... Ds. 0.90 Dhr. Fischmarinaden ltr-Ds 0.78 Senfgurken z w.-h. md,, m-dl 0.60 Würstchen..... 5 Paor-Ds. 0.88 Ital. Salat.......... Pfd. 0.75 Heringsalat m. Moyon. Pfd.O 75 la Mayonnaise...... Pfd. 0.75 Frisch. Blut- u.Leberw. pfd 0.60 Speckwurst......... Pfd. 0.68 Sülzwurst.......... Pfd. 0.78 Jagdwurst.......... Pfd. 0.98 Fleischwurst......... Pfd. 0.88 Landleberwurst..... Pfd. 0.82 Bauern-Leberwurst.. Pfd. 1.18 Feine Leberwurst____ Pfd. 1.10 Teewurst, grob, fein.. Pfd. 1.40 Braunschweiger..... Pfd. 1.08 Filetwurst........... Pfd. 1.38 Bierwurst........... Pfd. 1.38 Cervelat und Salami Pfd. 1.35 Schinkenspeck...... Pfd. 1.38 Nußschinken........ Pfd 1.88 Apfelsinen...____ 3 Pfd. I Blutapfelsinen..... 3 Pfd. I Jaffa-Apfelsinen.. 3 Pfd. I Amrik. Tafeläpfel Pfd 0.48,1 Bananen.......... 3 Pfd.l Zitronen......... Dtz. an I Blumenkohl..... Kopf an< Jg. Blattspinat..... 3 Pfd. I Salatgurken,.... an Stck 1 Malta-Kartoffeln... 3 Pfd. I Möhren, gewaschen.. Pfd I Rotkohl Pfd. 0.14, Weißk. Ptd. I Tomaten......... an Ptd. I Jg. Kohlrabi...... an Bd.( Radieschen..... an 3 Bd. I stehen unter stSiMlIger Kentrelle eines Nahrungsmlttelshemlkers and eines irerarztes Leichtverderbliche Ware ist vom Versandausgetctiiesseii Zusendung nur bei Sestellung von MK. i.OU an NIU> HEiSCH-VESSANOWAOSN OBST UND GEMUSE KONFITÜREN Speise-Schakal. srn.A ioo gr 0.50 Creme-Schok m.Frodilgosdi. 3Ttl. 0 50 Burgm.-Vollm.-Schok. 100 gr-tfl. 0.25 Burgm-Schmelz-Schakal. 100 gr 0.25 Burgmühlen-Kakao. Pfd 1.00 Burgm.-Schok.-PulverPfd 1.00 Haushalt-Kakao.... Ptd. 0.50 Vollm.-Nuß-Bruch Pfd 1.25 Nuß-Pralinen-Mischg.Pfd. 1.00 Vollm-u Schmelz-Reliefs Pfa. 1.20 Kokosflocken gemischt Pfd 0.60 Schokoladen Bruch,. Pfd 0.90 Marzipan- Bruch..... Pfd. 1.40 Ananas-Bonbon____ Pfd 1.00 Gef Stachelbeerbonbon Pfd 0.70 »w 17. QroBe Voikswohl- Lotterie v\ Si« können für Ziehung vom 15. bis 22. 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Hanbiistr. 5 Die Einllichetung findet Sonnabend. den 14»pt», I? snachm d) Uhr. Im Ktemaiorium Baumichulenweg itoti, Wer WsIlittiM-WM VerwaMuegsaie le Bei IIb Todesanzeige Den Mitglied, tn»ut Ziocktichl, bah uniet Kollege, der Arteiier Wetter ttadke am 8 April g. störten ist. Die Einöickernno finde: am Eonn- abend, dem II. April,>9 Uhr, im Krema or>um Baumichulenweg stall Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung nwamt Die Ottrrc» wsllan«. Oraars- v-/ Lorrei Lorrerie Hau ptgdwim ne und Primicn «xsooooo -300000 >x 200 000 100000 Ich 1/4 Ich 1/1 Oopp.-t.ee 5.. 10.. Ä).. 40.» do.. Ufeatllch» CeNaela-Tinnahms b e r u n w a Fried rl chstraße 83 Zwilchen Bthrtntlr. u.U. d. Linden Dnfl 10 Dein ürlauö nodi fo hidn, Im CaKSSdiflnclicr� muH! Da gewelcn fein! Inhaber: Wolf gang Grunge, Hauptltrajjc 25 24 Jlr. 166• 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag. 10. April 1931 Wirischast und Kreditverbittigung. Die Voraussetzungen für eine Oiskontsenkung zum-15. April. Zum Märzende ist die erste fühlbare Verringerung der Arbeitslosigkeit eingetreten. Man darf dieses Faktum nicht überschätzen. Mit Sicherheit handelt es sich um eine saisonmähige Erleichterung, die in erster Linie durch die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Arbeiten und die auf dem Baumarkt erfolgte Belebung zu erklären ist. Es ist auch zu beachten, datz diese Erleich- terung des Arbcitsmarktcs sehr spät eingetreten ist, und dag sich nicht voraussehen läßt, ob sie im ganzen ebenso stark sein wird, wie in normalen Iahren. Uin so wichtiger ist die Frage einer Vcr- billigung des Kredits. Durch Kreditoerbilligung können olle Auftriebsmomente in der Wirtschast wesentlich gefördert werden, und Deutschland hat die sorgfältige Pflege der wenigen Zluftriebs- Momente, von denen man bis jetzt sprechen kann, wahrhaft nötig. Gestern ist nun der Reichsbankausweis zum 7. April veröffentlicht worden. Auf den ersten Blick sieht er nicht gut aus. Die Bestände an Handelswechseln haben in der ersten Aprilwoche, ganz entgegen aller Tradition, und zwar trotz des starken Zuganges in der letzten Märzwoche, nicht ab-, sondern um 24,5 auf 1975,4 Millionen zugenommen. Immerhin sind dagegen die Lombard- zarlehcn um 118,9 auf 155,2 Millionen gesunken, und die Bestände aß Reichsschatzwechscln haben sich um 93,9 auf 48,5 Millionen ver- ringcrt, und zwar, obwohl nach unserer Kenntnis in den letzten Tagen noch Reichsschatzwechsel in Umlaus gebracht worden sind. Die unverzinslichen fremden Gelder auf Girokonto haben ungewöhn- licherweise eine neue Abnahme»m 54,6 auf 332,8 Millionen Mark zu verzeichnen. Die Entlastung der Reichsbank ist also zahlenmäßig relativ gering, geringer jedenfalls, als sie nach der starken Illtimobeanspruchung von rund 899 Millionen Mark normalerweise Härte erwartet werden dürfen. Im Notenumlauf und bei der Deckung zeigen sich entsprechend geringe Verschiebungen. Der Notenumlauf ging um nur 77,8 auf 4377,9 und der Umlauf an Rentenbankscheinen um 27,2 auf 412,9 Millionen Mark zurück. Die Goldbestände haben sich durch neuerliche Käufe von Russengold zwar um 29,2 auf 2343,6 Mil- lionen Mark vermehrt. Dafür sind aber, da die Reichsbank offenbar Rußland mit Devisen helfen wollte, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 22,4 weiter auf 165,6 Millionen Mark zurückgegangen. Die gesamten Deckungsbestände haben sich also noch um rund 2 Mil- lionen Mark verringert. Dementsprechend ist auch die Deckung der Noten selbst durch Gold und Devisen zusammen gegen die Vor- woche nur von 56,4 auf 57,3 Proz. gestiegen. Obwohl diese Erleichterung der Reichsbank und diese Verbesse- rung der Notendeckung nur geringfügig war, halten wir es dennoch für falsch, sie zu unterschätzen und weiterhin den Schluß zu ziehen, daß die auch von uns zum 15. April erwartete Diskont- crmäßigung damit gefährdet sei. Dafür spricht eine ganze Anzahl von Gründen. Die erste Aprilwoche hatte nicht sechs, sondern nur drei Bankgcschäftstage bei der Reichsbant. Ferner fielen Ultimo-Entlastung und Osterfest zusammen. Das Osterfest bringt immer einen großen Geldbedarf, auf der anderen Seite aber zugleich Geschästsstille und auch dann keine Rückflüsse, wenn sie geschästlich möglich wären Zum dritten dürften die-83 Millionen Mark Lom- barddarlehen für die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung sich wenigstens zum Teil schon ausgewirkt haben. Viertens mußte sich die saisonmäßige Wirtschaftsbelebung in der Landwirtschast und aus dem Baumarkt, da die Banken gegenwärtig wegen des teuren Preises für Leihdcoisen möglichst wenig Auslandskrxdijc in Anspruch nehmen, bei den Banken und bei der Reichsbank um so stärker fühlbar machen. Endlich dürste die Zunahme der Wechselbestände nur eine sehr vorübergehende sei»! es dürfte sich um sehr kurzfristige Wechseleinrcichungen handeln, die auch nur deshalb vor- genommen worden sind, um die Lombarddarlehen stärker abdecken zu können. Das alles find Gründe, die die geringe Entlastung der Reichsbank in der ersten Aprilwoche sehr plausibel erscheinen lassen. die zum 15. April eine sehr viel stärkere Entlastung versprechen und die zum mindesten dazu oerpflichten, mit einem Urteil über die mögliche Kreditverbilligung bis zum 15. April zu warten. Wir hallen eine Diskontsenkuntz, was wir schon immer gesagt haben, sofern nur die gesamtpolitische Situation weiterhin stabil bleibt wie bisher, für notwendig und tendenziell auch für möglich. Freilich gehört dazu in der gegenwärtigen Lage auch etwas Mut. Denn Monatsgeld kostet immer noch 5K Proz., und Tagegeld wurde in den letzten Tagen immer noch mit 4)4 bis 5 Proz. bezahlt. Aber man weiß ja, daß auch die Zins- sätze auf dem Geldmarkt willkürlich hochgehalten und deshalb auch durch eine Diskontfenkung stark beeinflußt werden können. Jedenfalls wäre es ungerechtfertigt, einfach nach der Kon- statierungstheorie zu verfahren� und nur die Entwicklung aus dem Geldmarkt zu berücksichtigen. Wir haben die Zuversicht, daß die Reichsbank das auch nicht tut. Man wird erwarten können, daß die Devisen für die am 15. fälligen Reparationszahlungen sichergestellt sind und daß die Reichsbank selbst an der gestern erfolgten Herabsetzung des Privat- diskonts(Preis für Filanzw�hsel erster Häuser) um% auf 4°/» Proz. nicht unbeteiligt gewesen ist. So möchten wir annehmen, daß der 15. Aprll doch der Termin zu der wirtschaftlich mehr als je er- wünschten Kreditoerbilligung durch die Reichsbank fein wird. Dabei wäre imr zu bedauern, daß die Diskontoerbilligung nicht ein volles Prozent ousniachen würde. Naiurstickstoff greift an. Oer Chilesalpeiertrusi endlich geboren.— Mlliarden Kapital. Es ist rund ein Jahr her, daß aus Chile die Meldung kam, sämtliche Salpetergesellfchoften würden zu einem großen einheit- lichen Trust zusammengeschlossen, an dem der chilenisch« Staat zu 59 Proz. beteiligt werden sollle. Ms Namen der Gesellschaft war „Cosa na"(Compania Salitrera Nacional, 6. h. Nationale Sal- petergesellschast) vorgesehen. Jetzt ist nach endlosen Verhandlungen mit den in Frage kommenden Finanzierungsgruppen die Trust- gründung vollzogen. Die neue Gesellschaft heißt jetzt„Cosa ch" (Compania de Salitr« de Chile, d. h. Salpetergefellfchaft von Chile). Ihr Aktienkapital beträgt 3 Milliarden Pesos, was etwa dem Wert von 1,5 Milliarden Mark entspricht. Die eine Hälfte des Kapitals wird die chilenische Regie- rung in Händen haben, während die andere Hälfte für die Aktionäre der 36 SalpetergesMschafteb bestimmt ist, aus deren Uebernahme die Cosach entsteht. Die chilenische Regierung bringt kein Kapital in Geldform ein, sondern übereignet erstens der neuen Gesellschaft die ihr gehörenden unerschlossenen Salpcterfelder, deren Wert in der Eröffnungsbilanz mit über 2,6 Milliarden Goldpcsos angegeben wird. Zweitens verzichtet die Regierung auf die Sal- peterexportabgabe, die bisher eine der wichtigsten Finanzeinnahnien des chilenischen Staates gewesen ist. Statt dessen erhält die Regie- rung Entschädigungen und wird nunmehr auch an der Dividenden- ausschüttung des neuen Trusts zur Hälfte beteiligt fein. Die beiden wichtigsten vom neuen Trust aufzunehmenden Ge- scllschaften sind die Guggenheim-Uniernehmungen: erstens die Anglo-Chilean Eonsolidated Nitrate Corporation(Vereinigte Englisch-Chilenische Stickstoff-Gesell- schaft) und zweitens die Lautaro Nitrate Company Ltd. (Lautaro Stickstoffgesellschaft. Beide Gesellschaften arbeiteten trüher mit englischem Kapital, gingen aber in den letzten Jahre» in amerikanische Kontrolle über. Ihre Beherrscher sind die Gebrüder Guggenheim, die gleichzeitig zwei große amerikanische Metall- konzcrne(Kennecott Copper Corporation nebst zahlreichen Beteili- gungen und American Smelting and Refimng Company) kon- trollieren. Die Guggenheim-Gruppe hat in den letzten Iahren ein neues Salpeterbearbeitungsverfahren ausprobiert, dessen Ergebnis eine wesentliche Senkung der Produktionskosten ist. Durch dies Verfahren wurde die Ueberlegenheit der beiden Guggenheim- Gesellschaften über die übrigen Salpetergruppen so groß, daß auch ohne Gründung des Trusts mit einer allmählichen Beherrschung der ganzen chilenischen Salpeterindustrie durch die Guggenheim-Gruppe zu rechnen gewesen ist. Zweck der neuen Gründung ist die endgültige Rationali- sierung der chilenischen Salpelerproduktion, die zahlreichen unrentablen Betriebsanlagen stillzulegen, die Pro- duktion auf di« rentabelsten Felder zu konzentrieren, das Verkaufs- Llm dasBerlinerElektrogefchäfi Wnd sich die Eofina doch noch einschieben? Don den Verhandlungen über die U m g e st a l t u n g der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke hat man in der letzten Zeit wenig gehört. Das ist natürlich angesichts der Tatsache, daß die Stadt Berlin durch die Annahme des 75-Millionen- Kredits den ersten moralischen Schritt auch zur Annahme des von dem in- und ausländischen Bankenkonsortium vorgelegten Plans bereits gemacht hat und daß umfangreiche und sehr wichtige Vor- arbeiten über die wertmäßige Angemessenheit der der Stadt Berlin gemachten Vorschläge vorgenommen werden nzllssen. Die VerHand- lnngen entziehen sich auch, was in der Natur der Sache liegt, der Mitwirkung der Oeffentlichkeit, nachdem die Stadt Berlin begrühens- werterweise die Vorschläge im Wortlaut der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht hat und die Möglichkeiten zur Urteilsbildung dadurch ge- geben sind. Es scheinen sich aber im Rahmen des in- und ausländischen Konsortiums selb st gewisse Veränderungen zu voll- ziehen, auf die die Oeffentlichkeit achte» muß. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, weiches ganz besondere und nach unserer Auffassung auch gefährliche Interesse die unter der Leitung des Herrn Dan nie Heine mann stehende belgische Sofina und die mit dieser zusammenwirkende und von Herrn Oliven geführte Gesfürel an der Berliner Transaktion nehmen. Weder Herr Heinemann, noch Herr Oliven, die beide als Techniker große Elektro- plane in Europa verfolgen, scheint aber auf die Beteiligung am Berliner Geschäft verzichten zu wollen. Das widerspricht zwar den von Herrn Oliven für die Gesfürel und die Sofina abgegebenen Erklärungen, ist aber angesichts des Betätigungsdranges der beiden Herren begreiflich. Von hieraus dürfte auch die Meldung zu erklären sein, daß jetzt ein amerikanischer Partner, nämlich die United Light and Power Co., die zusammen mit Harris, Fordes u. Co. 89 Mil- lionen �-Aktien übernehmen sollte, sich aus dem Geschäft zurück- ziehen will. Wir vermuten, daß es dem immerhin sehr beachtlichen Einfluß des 5)errii Hcincmann gelungen ist, feine Ansprüche mit einigem Erfolg geltend zu inachen und daß an die Stelle der amerikanischen, an sich von Harris Forbes u. Co. abhängigen Gruppe die Sosma und die Gesfürel mit 49 Millionen Mark �.-Aktien treten sollen.■....... Wir halten diese Entwicklung, obwohl sich Ziffern- und einfluß- mähig an dem ursprünglichen Plane'dadurch' nichts Entscheidendes ändert, n i ch t f ü r g ü n st i g. Die Absichten, die Herr 5)eincmann und Herr Oliven bei dem Berliner Geschäft verfolgen, sind nicht rein finanzieller Natur, sondern hasten, weitere, clektpopolitische Hinter- gründe, die auch die selbsbäudige Verfügung Deutsch- lands über seine Eloktrowirt schaft in der Zukunft nachteilig beeinflussen können- Die Verantwortung, die die Unter- Händler der Stadt Berlin, aber auch die öffentlichen Beteiligten am Bankenkonsortium bei der Berliner Transaktion zu tragen haben, wird dadurch ernster und schwerer.' geschäft fest in einer Hand zu zentralisieren und auch die Finanzlage endgültig gesund zu machen. Von den zwölf Verwaltungsratsmit- gliedern des Trusts stellt vier der chilenische Staat, den Rest stellen die übrigen Aktionäre. Die sich zusammenschließenden Unternehmun- gen beschästigen rund 59 999 Mensche»; der jährlich« Sal- peterexport Chiles beziffert sich auf 399 bis 499 Millionen Mark. Vor dem Kriege war Chile der wichtigste Stick st offproduzent der Welt. Als dann während des Krieges und in den nachfolgenden Jahren in allen Industrieländern teilweise ganz gewaltige Anlagen zur Herstellung künsttichen Stick- stoffs emporwuchsen, ging nicht nur die Bedeutung der chilenischen Salpcterindustrie für den Weltmarkt anteilsmäßig stark zurück, sondern die Wettbewerbsfähigkeit der Chilenen wurde- von Jahr zu Jahr geringer, und der Export sank tics unter den Vorkriegsstand. Erst das erwähnte Guggenheim-Vcrfahren und energische Bemühungen der chilenischen Regierung, die an der Exportabgabe ein starkes Interesse halte, ließen die Produktions- und Exportziffern in den letzten Jahren wieder anwachsen. Das Jahr 1939 brachte allerdings einen neuen Rückschlag: der Export ist von 2,H auf 1,8 Millionen Tonnen zusammengeschrumpft. Anfang des Jahres 1939 arbeiteten in Chile nur noch 16 Salpeterfabriken.' Die inlernalionale Bedeutung dieser Trustbildung liegt darin, daß die jetzt vor sich gehend« Kon- zentration der chilenischen Salpeterindustri« für die kommenden internationalen Stickstoff Verhandlungen«inen den großen Kunststickstoffkonzernen ebenbürtigen Verhandlungspartner für Naturstickstoff schafft. Insbesondere muß damit gerechnet werde», 1 daß die chilenische Salpeterindustrie, wenn sie auch niemals die monopolähnliche Stellung der Vorkriegszeit wieder einnehmen wird, jetzt die Möglichkeit hat, ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Äunststickstoss wieder in großem Umfang herzustellen.- Neue Versicherungspleite. Oaö Versagen VeS NeichsaufsichtSamteS. Noch ist über di« Verluste bei dem Zusammenbruch des Frankfurter Vcrsichcrungskonzerns kein Gras gewachsen, noch sind die Abwicklungen über die verschiedentlich«» kleineren Vcrsichcrungszusaminenbrüchc im Gange, da wird bereits wieder«in neuer schwerer Versicherungskrach aus Süd- deutschland gemeldet. Es handelt sich um die Deutsche Auto- v«rsicherungs-A.-G. in Stullgart, die zu deizi Rothen- b u r g e r Konzern gehört. Die Gesellschaft, die gestern ihre Zah» lungscinstellung bekannt gab, hat bereits den Konkurs angemeldet, da nach den verschärften Bestimmungen des Reichsaufsichtsamtes für Prioatversicherung, dj« seit dem 1. Aprll d. I. in Kraft sind, Ver- gleichsverfahren bei Versicherungen nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Die zusammengebrochen« Gesellschaft hat der Presse eine Mit- teilung zukommen lassen, worin sie folgende Gründe als Ursache der Zahlungseinstellung anführt: Es fei bekannt, daß die Gesellschaft sich außerordentlich schnell auf durchaus gesunder Basis entwickelt habe. Diese Zunahme des Geschäftes bedingte jedoch eine Aer- breiterung der Kapitalbasis. Die Kapitalcrhöhung und Zuführung weiterer stüsfiger Mittel sei bereits Ende März in Verhandlungen so gut wie gesichert gewesen, als durch salfchc Gerüchte und Manöver der Konkurrenz diese Aktion hintertrieben wurde. Hierdurch seien letzten Endes die Schwierigkeiten des Unternehmens entstanden. Man muß diese Begründung der Gesellschaft als äußerst fadenscheinig bezeichnen, denn«in innerlich ge- f u n d e s Versicherungsunternehmen hätte doch unter keinen Um- ständen durch angebliche Konturrenzmanöocr bis zur Zahlungsein- stellung und zum Konkurs getrieben werden können. Die Dinge scheinen vielmehr so zu liegen, daß die Deutsche Autovcrsichcnings- A.-G. ausser Jagd nach Prämien die notwendigsten Sicherheiten außer acht ließ und und damit auch den Rothenburzer Konzern mit allzu großem Risiko belastete. Die Frage, die bei diesem neuen Versicherungskrach in erster Linie interessiert, ist die Haltung des Reichsau fsichts- amtes. Dieses wird sich erst heute mit der Angelegenheit des Rothenburger Konzerns beschäftigen. Es ist»nbegreislich, daß das Reichsaufsichtsamt nicht schon längst eingegriffen hat, da Gerüchte über Schwierigkcsten bei dem Konzern schon l ä n g st im Um- lauf waren. Das Reichsaufsichtsamt hat auch offenbar nichts davon gehört, obwohl die Spatzen es von den Dächern pfiffen, daß sich bei dem Rothenburg« Konzern schon seit längerer Zeit merkwürdige Verzögerungen bei der Abwicklung von Schadensfällen bemerkbar machten, die die Konzern- leitung in einem Rundschreiben an ihre Agenturen mit der Wirtschaftskrise(!) erklärte. Man kann nicht sagen, daß dieser neue Versicherungskrach für die mit dem 1. April in Kraft getreten« Verschärfung der Aufsicht ein Fiasko darstelle, da diese erst seit dem 1. April besteht. Die Neuregelung der Versich-erungsaussicht wird ihre Früchte tragen, wenn das Reichsaufsichtsamt mit entsprechend befähigten und unbe- sangencn Persönlichkeiten besetzt ist. Bei der jetzigen Zusamnien- setzung des Aufsichtsamtes, unter denen sich Persönlichkeiten befinden, di« den Versicherungsunternehmen selbst nahe stehen, muß man die notwendige Unbefangenheit anzweifeln. Das Versagen des Rcichsaussichtsamtes im Falle Rothenburg beweist aufs neue, wie notwendig die von den Gewerkschaften und der Soziaidemo- krati« wiederhalt geforderte Neubesetzung von Stellen im Auf- sichtsamt durch Vertreter der Angestelltengewerkschaften ist. Der Ruhrkohlenversand des Rheinifch-Westfälifchen Kohlen- Versands betrug im M a i arbeitstäglich 189 999 Tonnen gegen 191 999 Tonnen im Februar und 219 999 Tonnen im Februar vorigen Jahres. Im unbestrittenen Gebiet wurden 91 999 gegen 94 999, im bestrittenen Gebiet 98 999 gegen 97 999 Tonnen im Februar abgesetzt. Aus Halde lagen 8,3 gegen 8,7 Mill. Tonnen (einschl. Koks und Briketts). Jung gewohnt ist alt getan! So heißt's im Sprichwort und so bin ich auch mit Ihrer Chloradont- Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß mich kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben. Tube 54 Pk. und 90 Pk., Zahnbürsten l Mh., kür Kinder 60 p k. Für Kinder nur Chlorodont Die Osthilfe der Reichsanstatt. Ostprovinzen erfordern stärkste Zuschüsse. Immer wieder wird von„Kennern" und Laien mit dem Ge- danken gespielt, bei der Reichsanstall eine territoriale Risikoteilung vorzunehnien. Man glaubt, dah die Beitrags- höhe z. B. in ausgesprochen ländlichen Provinzen gesenkt werden könnte, da ja dort die sommerliche Entlastung des Arbeits- Marktes bedeutend größer sei als in ausgesprochenen Industrie- gegenden. Die Tatsache der sommerlichen Entlastung stinnnt. Präsident S y r u p von der Reichsanstalt bringt jedoch in seiner sehr sehr- reichen Veröffentlichung„Sanierung der Arbeitslosenhilfe" ein Zahlenmaterial, aus dem hervorgeht, daß die ausgesprochen landwirlschastlichen Provinzen die Reichsanstalt am meisten belasten. Noch diesen Zahlen ist für die Finanzierung der einzelnen Lqndes- arbeitsämter nicht dje Tatsache der konjunkturellen und saisonalen Arbeitsmarkteutlastung, sondern die regelmäßige Beitrags- l e i st u n g maßgebend. Syrgp hotte theoretisch errechnen lassen, welche Beitragssätze ausgebracht werden müßten, um die Ausgaben der einzelnen Landes- arbeitsämter aus eigenen Mitteln zu decken. Die Tabelle sieht so aus: Landesarbeitsamt u.hegretst�r Ostpreußen � 8,6 Pommern Schlesien... Bagern.... Hessen.... Milieldeutschland. Nordmark... Sachsen.... Niedersachsen.. Rheinland... Brandenburg Südwestdeutschland Westfalen... Aus dieser Tabelle ersieht man, daß die so arg und oft gerade von Rechts- und landwirtschaftlichen Kreisen angegriffene Reichs- anstalt dgrch die Verteilung der Mittel nicht unwesentlich für den notleidenden Osten sorgt. Die unter der Arbeitslosigkeit besonders stark leidenden Industriezentren Sachsen, Rheinland, West- geschätzt) falen und sogar Brandenburg mit Berlin konnten mir niedrigeren Beiträgen auskommen, da hier auch hie meisten Beschäftigten, also Beitragszahler, vorhanden sind. Der durch die Reichsanstalt ge- jchasfene territoriale Risikoausgleich in der Arbeitslosenversicherung ist eine ganz großzügige Osthilfe. Die von Syrup gebrachte Zuschußtabelle ändert natürlich die Reihenfolge, da die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in den einzelnen Landesteilen gewaltig auseinandergeht. Aber auch hier ist dasselbe Bild: i» Millionen Mark Landesarbeiisamt Zuschüsse Uebcrschüsse Beinagoeinu. Ausgabe» Bayern..... 181,36— 206,63 367.99 Schlesien.... 139,84— 128,59 268,43 Brandenburg... 130,11— 381,98 312,09 Rheinland.... 118,19— 320,89 439.08 Mitteldeutschland. 117,62— 193,42 311,04 Sachsen..... 112,16— 271,40 383,56 Hessen..... 92,31— 138,83 239,64 Nordmark.... 74,30— 162,09 236.39 Ostpreußen... 58,41— 37,46 95,87 Niedefsachjen... 57,77— 139,36 197,13 Pommern.,.. 55,48— 42,42 97,90 Westsalen... 1,51— 242,21 243,72 Südwestdeutschland'— 6,77 1854)9 178,32 Auch diese Zahlen, die die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis zum 31. Juli 1930 umfassen, beweisen die L> st h i l s e der Reichs- anstalt. Während Brandenburg z. B. nur etwa 33 Praz. seiner Einnahmen noch als Zuschuß verbraucht, ersorderk Ostpreußen 150 proz. Zuschuß zu den Einnahmen. Syrup sagt dann noch, daß dieses Bild sich nicht unerheblich verändert, sobald man die Monate vom 1. Juli 1929 bis 30. Juni 1930 gesondert betrachtet- Infolge der ungeheuren Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie rückt Sachsen in diesem Jahre an die erste Stelle der Zuschußbezirte und auch Südwestdeutschland wird aus einem Ueberschußbezirk ein Zuschußbezirk.(7.24 Millionen Mk.) Aber auch in diesem Notjahr konnte Sachsen für seine Aus- gaben(183,69) an eigenen Beiträgen(99,77) noch mehr aufbringen, als die Zuschüsse betrugen(83,92). Dies natürliche Berhältnis zwi- scheu Beiträgen und Zuschüssen ist bei den Landesarbeitsänuern Schlesien, O st preußen und Pommern nicht mehr gewahrt. Faustrecht bei Löhnen. Wie die GchwerindustrieNen sich die Lösung der Krise Vörstetten. Tarisverhandlungen in der Schwsrindnstri« verdienen stets be- sondere Beachtung i denn die Eisenkänige bestimmen in Deutschland vielfach die Marschroute des Unternehmertums. Kein Wunder also, wenn im Zusammenhang mit den neuen Gehaltsabbauver- hqttdtungen in der S i se n> n du st r i« Nordwest die. Befürchtung«staucht, daß. ep sich hier u>n eine Art Bgrgefecht «x Einleitung eines necken Lphnabbsuseldzugss ter Jndusiriq Handell. Bei den BerhaMhmgen am 17. März ist von Uniernchmerseit« ganz pffen mit einem solchen neyen Lohnabbau selhzug gedroht worden. Die Untsrnechnervertreter sagten, wenn nicht im ganzen Deutschen Reich Lohn« und Hchälter ym 2 0 P r p z. gekürzt würden, dann könne die deutsche Wirtschaft nicht wieder aus die Beine kommen. Das ganze Reich müsie ihrem Beispiel solgen. Sie würden olle Hebel in Bewegung setzen, um den Zitprozeniigep Abbau zu erreichen. Deshalb müsse bei den Angestellten der Rordlstestgruppe ein weiterer Abzug von 15 Proz. ersolgen. Die maßgebenden und spr unsere Lohnstalitik psraniwarUichen Stellen oersuchen gegenüber diesen Drohungen hie Memütcr zu beruhigen. Sie meinen, daß den Gehallspcrhondsungcn in Nordwest eine ollgemeine Bedeutung nicht zukomme und daß sich die rigorose Abbauforderyng. in der Eisenindustrie nur aus Heren besonderen. nicht rosige» Geschäftslage erkläre. ZLie dem aber auch sein mag, ah nun den Tarijoerhandlungen für hie Angestellten in Nordwest wirklich eine qllgememe Bedeutung zukommt oder nicht— soviel steht qus alle Fälle f#st; Das Unternehmertum läßt, so lange es Lohnabbauchancen hol, nicht locker. Ohne jede Hemmung, mit geradezu erstaunlicher Brutalität, und, man mochte jast sagen, bewunderungswürdiger Rücksichtslosigkeit, wird von ihm überall, wo sich npr irgendwie eine Aelrgenlzeit bietet, den Arbellern wie den Ängestelllen die Faust hingehaste». Aus ihre wissenschaftlich ausgemachten Lohrwbbaubegcundunge» nach einzugehen, lohnt daher schon längst nicht mehr. Das, Faustrecht ist Trumpf. Der Eisenindustrie geht es nicht rasig. Das>st nichts Neues, dos ist»her ivoch lange leine Rechtfertigung für die neue Gehalts- abbaujorderung von 15 Proz. wie sie in Nordwest bei Heu am Mist- wach ergebnislos qbgchracheiien Berhandlungen wiederum gestellt morden ist. Was soll ein Abzug mm solcher Höhe bei einem Durch- schnittseinkommen der AngesteMen von etwas über 200 Mark? Er uwcht dem oerhciratetqn AngesteWn dos Leben unmöglich. Di« Lebenshaltungskostsn haben sich in der in Frage lftminenden Zell nur um 4 Praz. gesenkt; dl« C i» k a m»i�» s b e z ü g e her kaufmännischen Angestellien in der Nordwestgruppe dagegen sind bereits u m 6,8 P r o z. gekürzt. Nun soll weiter davon abgehackt werden. Was man mit 15 Proz. herauspressen will, tönille man mll einer Minderung der Bezüge der Direktoren auf die immerhin nicht bescheidene Summe pyn 100 000 M. st) st ebenso gut erreichen- Ja, wenn man den.hyng/rleidern nur wenigstens d>e Ar, b«its stelle sichern könnte. Aber da, will nian guch nicht. Man tut zwar so, als ob in Nordwest überhaupt keine Entlassungen van Angestellten vorgekommen seien. Die Nordwestgruppe beschäftigte noch am 30. Juni 1930 rund 32 000 Angestellte; davon waren> schätzungsweise rund 12 500 kaufmännische. 9-500 technische Angestellt«! 'und 10000 Werkmeister. Kiß Pestag beschäftigt» dapyn 15 700 An- gestellte. Nach den Berechnungen btx Organisation werden hiz Ende Dezemher 1.M proz. der Angestellten enklasse«. wobei d>« kaufmännischen AngssteMen mll 6.8 Proz. beteiligt waten. und im Laus« des ersten Quartals wurden schätzungsweise w«it»re 15 Proz gekündigt. Es gab einmal neben der Lohn- und Geholtsfrage auch eine Preis frage. Heute werden in Deutschland Krisen nur noch per Lohnobbau„gelöst". In England und in den Bereinigten Staaten ging die«isenschafsende Industrie mit chren Preisen in nennenswertem Ausmaß herunter. Weil hie Schwerindustrie nicht herunter will, proklamiert st« den allgemeinen Lohn- und Gehaltsabbou. Im Zeichen des Lohnabbaus können und sollen sich Eisenerzeuger und Eiscnverarbeitex finden. Oer Lohnabbau im Gastwirisgewerbe. llrabstimmunq über den Schiedsspruch. Der Zweigverein Berlin im Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- uiifc Eafe-Angestellien erstattet« am Donnerstag in drei össeillftchen Bersammlungen im Halles chcn Hof Bericht über den Ber- lauf der Verhandlungen vor«insin freiwillig vereinbarten S ch i e.d s> gericht. Die Bevollmächtigten des Verbandes ließen zwar keinen Zweifel daran, i>oh der vorgeschlagene Lohnqbbäuvon8Proz. alle Befürchtungen Übertresse, sie mochten aber auch darauf aus- rnertsam, daß ohqe den Zentraloerband die Verschlechterungen im Manteltarif und der Lohnabbau noch viA erheblicher sein würden. Der Verband als solcher fürchte einen nach etwaiger M- lehnuflg des Schitzdsspruchs eintretenden tariflosen Zustand durch- aus nicht; er fühlt sich aber auch nicht berufen, die Abftimnmng der Mitglieder in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Da sich in der Nachmittagsversammlung einige widerrechtlich eingedrungene, ausgeschlossene Verdanfcsmitglieder Gehör verfchaften wällten, verlies die Versammlung zum Teil recht stürmisch: aber auch nach Ausschluß der Störenfriede erklärte sich die Mehrzahl der Diskussionsredner für Ablehnung hes Schiedsspruchs. Das Ergsbnis der Urabstimmung konnte bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt sein, da in her Nacht pom Donnerstag zum Freitag nach Mitternacht noch eine Versammlung stattfand. Lohnkonfliki in der Binnenschiffahrt. Internationaler Wrtilouf im Lohnabbau. Der Tqrifkonslikt sp der Rheinschiffahrt ist noch immer nicht geschlichtet. Das Reichsarbellsministerium hat deshalb die Parteien zu heute zu unverbindlichen neuen Verhandlung«» geladen, um ein« Eiyjgung herbeizuführen. Dabei soll der gesamte Fragenkreis des Konflikt, nochmals aufgerollt werden. Der Gefqmtverband hat jeden Lohnabbau in der Zchem» fchlffahrt abgelehnt. Wie recht er damit getan hat, zeigt die Tot« fache, daß setzt auch m Holland dl« Rheinreeder mll B»? rufung auf hie deutschen Lohnkürzungen selbft zum Lohnabbau übergehen und zu diesem Zweck die Lohnabkommen kündigen. Ein neckisches Spiel! Die deutschen Rheinreeder berufe» sich auf die Konkurrenzlöhne der Holländer und dringen aus eine neue Kürzung der Löhne des deutschen Rheinschissahrtspersonals, obwohl die Löhne erst im Herbst um 7 Proz. gekürzt worden sind. Und die Holländer berufen sich in gleicher Weise auf die Deutschen. Effekt: die L o h n s p a n n e zwischen Deutschland unh Holland bleibt, und jedes Lohnabbauopser des Rheinschissahrtspersonals ist volks- wirtschaftlich wertlos. Die Verhandlungen über die Neuregelung der Tarife in der Westdeutschen Kapalschifsahrt brachten keine Einigung. Der Antrag der Unternehmer aus Kürzung des Lohns und Ver- schlechterung des Rahmentarifs wurde vom Gesamtverband abgelehnt. Jetzt hat der Schlichter zu entscheiden. In der Monopol-Schleppschiffahrt(Duisburg- Hannooer) brachten die Verhandlungen mit dem Reichsverkehps- Ministerium ebenfalls keine Verständigung. Frü die Schlichtungs- oerhandsungen der W a s s e r b a u a r b e i t e r, die am kommenden Dienstag stattfinden sollen, hat das Ministerium einen Vorschlag des Gesamtverbandes abgelehnt. Für die W e s« r s ch i f f a h r t, deren Tarife ebenfalls gekündigt wurden, sind noch keine Verhandlungen angesetzt._ Textilarbeiier in der Abwehr. Erfolgreicher Widerstand im Korster Zlevier. Der Dr.- Völckers-Schiedsspruch für die schke- fische Textilindustrie sieht außer einem Lohnabbau von 6 Proz. auch eine wesentliche Verschlechterung der Aklordbestim- mungen vor. Die Gewerkschaften hatten den Schiedsspruch abge- lchill, die Unternehmer hatten ihn angenommen und Verbindlich- keitserklärung beantragt. Die Gewerkschaften ließen das Reichs- aibeitsministerium nicht im Zweifel, daß ein Kampf unvermeidlich wäre, wenn es den Unternehmern einfallen würde, die Ueberver- djenste für die Akkordarbeiter über die 6 Proz. hinaus zu kürzen. Im Hinblick auf diese Stellungnahme der Gewerkschaften ist die der Verbindlichkeitserklärung beigegebene Begründung von besonderer Bedeutung. Sie lautet: „Diese Entscheidung ergeht, nachdem die Arbeitgeberseite dem Reichsarbeitsministerium gegenüber erklärt hat, der Arbeitgeberoer- band werde dahin wirken, daß im Durchschnitt keine stärkere Herabsetzung der Stücklohnsätze gelegentlich der jetzigen Neuregelung der Löhne vorgenommen wird, als der s e ch s p r o- zentigen Senkung der Tariflöhne im Schiedsspruch entspricht, ez sei denn, daß in Einzelfällen besonder« Auswüchse bei der bis- herigen Stücklohnansetzung eine stärkere Korrektur rechtfertigen." Die schlesischen Textilarbeiter werden streng darüber wache». daß diesex Erklärung entsprechend pyn den einzelnen Unternehmern gehaadelt wird. * Der Lohntonflittitt der Forster Textilindustrie hat mit einem Erfolg für die Textilarbeiter geendet. Die Unternehmer wollten in der Askordsrage einen Abbau well über das im Schiedsspruch festgelegte Maß von 6 Proz. durchführen. Sie haben sich, als es dje Textilarbeiter aus«inen Streik ankommen ließen, zum Nachgeben bequemen müssen und der Forderung des Spruch? gefügt. D'e Arbeit wird«n Freitas wieder qpsgenommen. Die Aussperrung in Norwegen. Attoholverbot während deck Kampfes. , Oslo. April. Seit heute früh st»d in Norwegen 4 3 000 Arbeiter au», gesperrt. Bis zum 15. April werden mindesten, 82 009 Mann von der Aussperrung betroffen fem. Die Regierung er, klärt, nur eingreifen zu wollen, wenn Uillernehmer und Arbeiter dies wünschten. Ein allgemein es Alkoholverbot wird für die Dauer des Arbeitsstreites erwartet Wie der Reichsschlichter bekanntgibt, hatten die Unternehmer ein« Lohnkürzung von 12 bis 15 Prozent bei den Mindestlohn- und Slnndentohnsätzen sowie ein« Herabsetzung von 15 bis 25 Prozent bei den Akkordsätzen verlangt. Di« Arbeiter forderten dagegen die Herabsetzung der Ar» b e i t s z e i t von 48 auf 42 Stunden, Erhöhung der Lohnsätze um lO bis 20 Prozeitt, Begrenzung der Ueberstundenarbell sowie verschiedene Aenderungen der ollgemeinen Arbeitsbedingungeil. Eine Einigung in der Lohnfrage sei unmöglich gewesen. Zur Zeit gehen die Bemühungen vor allem dahin, eine Einigung in der Küsten- jchiffahrt zu erzielen. Berliner Gewerkschaftsschule. Der«mül»<%*•- 10: ftutfg* füt RatlatliuMtne' itki feint ilcbüi! heut« um 10 Ilbr im UnlmiAtstaum der Berlin» Sewerkfckan»- ickmi«. Berlin££). 1«, Snstlimc Sf— 25, 2. Hol. 1 Trepp«, fort. S» wir» um pillckttiches arsaieinen gebetenl � foi �-reie Gewertschafts-Iuaend Berlin Heul«, Zreitoq, l0'4 Uhr. innen i>ie«riwuen: Waiftriia, 8u»-ntzeim schule Sonncnburner rttr. 28. SchochlebrabcnS. v. Strauniml«»: Sruppen5-im canbcrflr. U. Sie Aebrechiliralce. yber.Di« «cfcUfckoft Oer wemchenrechie".— Süden: GruppenlioiM iSalsertorbr. 0. VS-N »ort HeimdespreAunu:.Irrci, lSemeftlchalten und ffiaii".— RWtliimlafc: ?>,oendl>riin T»rt»«r Ecke ifwiitrnft« fiEntflono Turiner o'totu), Walter lammt »um flu ntcu«lb-nv.— fidartotientara: Iu»«ndl>eim Sprecltp.*0. Heim. delprcchuna. Lltrrarrschrr Abend.— L»l«r»h»f: Sruppeniieim Adlersbal, Bis» marckltr. I. Heimbttprechun«. EeleMckaft-spirlk, � Reinickendarl-Ost! Zuaerd- heim Lindauer Straße iBarackenj. Hrimdetorieduva. Nurzrelerat«. Slirdiresi- l»i»i Wcrbeuerankwftun« ärtiroa. Z0. April. IS«, Ud». ip»er«ula t»r Eim->udeschule, flantstr. 20-22. Pwlmwiai: Vluftk, Aioprachc. Reu- tatipnrn, Sprech, und Bewegunsschor. S .�uaendaruvve deck��ettkra'perbondes der AnaesteNten Heute, Zrei'ao. linHen foloende Boranftaltunaen statt! Südmeft! � Iua-ndlieim Porckltr. U<2. Hot. Querarbitud- l Trefft!, Zimmer 5>. chruppenmitaliederverlammlung.— Norden! Sir d-kuchen dl« Versammlung des Serbebe»irk- Dir nereinstalten ein' Schulcntlasl«nenlei-r in der A»la der Heinrich-Schliemann�chul«, Gleimstr. 10. fleainn 28 Udr. Einlas ist» Uhr. Eintritlalartep»um Preise non 20 Vi. sin» an der Abrndlass« erhältlich.— Heute ckavimt dir Phoia-Ärdeitsgemeinschaft um 20 Uhr im Zugenddibliothets. rau««vfltes Verbqndshausea iulauuuen. AndreasUayy: Am den Erzählungen des Itlilolch XokUfch Der qandelsdampfer„Etoile", der von Marseille nach Emyrna abfuhr� war freilich ein alter Kasten; hier war keine Spur jener enopmen Wiptergärten, Gesellschaftsräume und Speisesäle, die den mächtigen Ozeanriesen zu einem bürgerlichen Schweizer 5)ptel de- gradieren. Aber ich entsagte leichten Herzens jeder Bequemlichkeit, denn ich rejste im Heizrqqm, wo ich von früh bis spät Kohlen schippte und auf diese Weise mein Fechr�id{jegjjch, da ich nicht im Besitze anderer Zahlungsmittel war.. Man sagt, die Reise von Marseille nach Smyrna sei eine schöne Fahrt, aber ich sah nichts davon, außer Kohlenstaub qnd Schmieröl. Wir, die armen, verrußten Teufel der Unterwelt, hatten keinerlei Möglichkeit der Unterhaltung. Etwas Abwechslung brachte, wenn die Passagiere der ersten Klpsse aus Langerweile manchmal zu uns herunterstarrten, um ihren Reichtum durch den Anblick unseres Elends neu zu empfinden. Sie sahen zu, wie aus unseren nackten Körpern der Schweiß entlang lies, sprachen mit uns und warfen uns manchmal Zigarren oder Zigaretten zu. Einmal.mar gerade ein kräftiger, rothaariger, glattrasierter Herr an der Reihe. Er unterhielt sich mit mir französisch. Ich beantwortete seine obligaten Fragen mit Anstand, und als er die Meinung äußerte, daß es wohl hier unten neben dem Kessel ziemlich heiß sei, bejahte ich diese seine Ansicht: Er könne sich vorstellen, welche Temperatur hier herschtx, wenn das Thermometer an Deck dreißig Grad zeigte— im Schatten bei Whisky und Soda. Aber wenn diese Unterhaltung auch ziemlich blöde war, wurhe ihr Ergebnis um so interessanter. Der rothaarige Herr entnahm nämlich seiner Tasche eine herrliche Upman-Zigarre und warf sie mir zu. Ich war schon immer«in großer Tabakamateur... („Schon gut!� brummte einer der Zuhörer.—„Hier hast du eine Juno." „Ich habe es nicht darum erwähnt!" entgegnete Lokitsch be- scheiden, aber er nahm sie natürlich.) Wie gesagt, ich war schon immer ein großer Tabakkenner, ich warf daher nur einen Blick aus die Zigarre und brummte zu- frieden vor mich hin: „Knorke!" Der Rothaarige hörte es und antwortete auf gut berlinerisch: „Watt denn, Mensch! Du bist ooch Berliner?" Ich wollte nicht für einen verkommenen Taglöhner gehalten werden, daher antwortete ich ihm lateinisch: „Lic transit gloria mimdi!" (Einer der Zuhörer knurrte ärgerlich: „Idiot! Mit soviel Latein konntest du immer noch ein ver- kommener Taglöhner sein! Hättest du ihm wenigstens Virgil zitiert!") Auch dieses altbekannte Sprichwort erzielte die erwünschte Wirkung Der Rothaarige fragte mich darüber aus, welch Miß- geschick mich so tief hinabgestürzt hatte, dann versprach er mir. daß er in Smyrna für mich sorgen würde. Wix waren kyum in Smyrna angekommen, als er sein Gepäck eilig im Hotel ablud, dann setzten wir uns auf der Strohmatte eine» kleinen türkischen Cafes zusammen. Ich erinner« mich nicht mehr genau auf seinen Namen, er hieß Bergström oder Grün- bcrger oder ähnlich. Noch als junger Mensch war er von daheim durchgegangen, blindlings in die weite Welt hinaus. Nach vielen Abtenteucrn kam er endlich so weit, daß er ein Berinögen erwarb und. heute Inhaber,«was blühauden.Geschäfts in dtzr Aye Kpetie in Paris war. DaZ aUs Jjffße«? seiner Leibenschsft fhr Urchay- logt» m vardankikn. ßr nahm'nämlich in jikemasien auf' seine eigene Kappe Uy-grapiMgen vor, ip her syrischen Wüste. Es stimmt natürlich, daß alle asten syrischen Kteinlöwen, Säulenkapitäke und Brunnenbecken bereit» im Britischen Museum. im Louvre und in den deutschen Museen liegen. Aver der Rost haarige begnügte sich mit den Ueberbleihseln: kleinen Stein? trümmern, Schüsseln, Näpfen. Bronzebechern. E? kgnflte gar nicht soviel aus dem Sanada gewinnen, wie hie amerikanischen Museen von ihm um teures Geld kaufen wollten. Denn jeßt wachsen in Amerika die neuen Weltstädte auf Schritt lind Tritt aus der Erde, und es ist bekannt, daß sie in den Bereinigten Staaten erst auf freiem Feld die Wege, Plätze und Kanäle anlegen, später die Oper, Börse und das Museum erbaut wird und erst dann die Bewohner durch Plakate und' Reksgmetricks angelockt werden. Auch jetzt kam der Rothaarige herüber, um sein Pariser Waren- lager neu auszufüllen. Er hatte sich vom Pascha von Anatolien das ausschließliche Grabrecht für ein großes Gebiet verschafft und machte mir den Borschlqg, ihn zu begleiten. Er wollte für meine Per- pflegung sorgen und mir einen anständigen Taglohn zahlen. Ich würde ihm, als gebildeter Mensch, sicher nützen können, denn die eingeborene Horde, die er zu den Ausgrabungen gewöhnlich mit- nahm, schädigte ihn mehr, als sie ihm nützte. Bei jeder Gelegen- hell brachten tziese Burschen mit großem Klamauk etwa die blecherne Benzinschachtel irgendeines Ozeanfliegers angeschleppt, hingegen zer- schlugen sie schonungslos die dreitausend Jahre alten Näpfe mit ihren Spitzhacken. Ich hatte keine Wahl, ich schlug also freudig ein, als er zwei englische Goldstücke auf den Tisch warf, als Angabe. Mir fuhren mit der Bahn und später aus Kamelsrücken bis zym Fuße de? Berges Sinai. Uuf mein Ehrenwort, ich war sehr ergriffen, als ich zum ersten- yial diesen biblischen Berg erblickte, auf welchem Moses seinerzeit «ine vierzig Tage wäh-rende Konserenz mit Jehova gehabt hat. Uber nachdem ich diese fromme Erinnerung ausgekostet hatte, verfluchte ich diesen schrecklichen Ort ays da? Heftigste. Dieser Gegend merkte man an, daß die Geschichte hier ihr gröhsts Schauspiel inszeniert hatte, um dann die Bühne von sich zu werfen, wie ein Paket alter Spielkarten. Dieses Gebiet war so unwirtlich und leblo?, wie die ausgebrannte Asche eines verlassenen Herdes. Nicht nur die Bäume fehlten, auch keinen Grashalm gab es, soweit dos Auge reichte. Nur Sand und Felsen und dazwischen di? zerbröckelten Grundmauern lange gestorbener Städte. Kein Wftchen regte sich, kein Wölkchen stand am Himmel, und unerbiit- lich brannte die Sonne. Ich. erfuhr bald, wie die volle Verpflegung des Rothaarigen aussah. Mein Schlafzimmer war eine Pferdedecke, meine Nahrung bestand aus steinhartem Brot und ekelhast lauwarmen Konserven. Das Wasser lieferte uns ein Araber per Maultier in einem Leder- schlauch. Ich erhielt täglich eine schmalbemessene Portion- Natürlich besaß der Rothaarige ein tadellos eingerichtetes amerikanisches Zelt, ein zusammenlegbares Feldbett, ein Luftkissen, und ich hatte ihn im Verdacht, daß auch ein paar Flaschen schottischer Whisky in seinem Riesenkoffer steckten, den drei Kamele hierher geschleppt hatten.(Schluß folgt.) John fflenry Wackay: 3) US CSIM,eCT Er kam von seinem Büro im Zentrum der Stadt, und ging mit seinen mühsamen Schritten die Linden hinunter, immer in der Mitte, und ohne sich umzusehen. Er war alt und grau, seine Klejdung abgetragen, wenn auch sauber, und er sah aus wie ein Mann, der mit den Dingen des Lebens abgeschlossen hat— wie der ausgebrauchte Büroarbeiter mlt 90 Mark monatlich, und acht Tagen Urlaub im Lahr, der er war, genau so sah er aus. In der Nähe des Tores bog er zum Bürgersteig ab und trat an ein Fenster der großen Kunsthandlung. Seit 14 Tagen machte er jeden Abend diesen Weg und Halt vor diesem Fenster. Denn eines Sonntags, als er aus dem Tiergarten gekommen war, sah er in diesem Fenster ein Bild, das er seitdem nicht mehr vergessen konnte, so daß er jeden Tag hierher kam, um es zu sehen. Den ganzen Tag über freute er sich aus dieses Wiedersehen. Gleich, als er sich heute abend dem Fenster näherte, sah er, daß»s aus ihm verschwunden war. Er glaubte zuerst, es habe nur seine Auslage gewechselt. Aher es war wirklich fort. In dem sinen hing«ine große Schmiererei in Gelb und Grün. Das Gelbe war eine grasende Kuh und das Grün die Natur, in der sie brestbeinig stynh. Au» dem anderen schaukelte ein? nackt? Frauensperson ihre üppigen Fleischmassen von zwei lila BZuMen aus dem Beschauer in» Gesicht, und lächelte ihp dabei einladend an. Da» Bild war fort. Der alte Mann wurde ganz unruhig. Er haste sich so daran gewöhnt, die» Bild zu sehen, daß er nie auf den Gedanken ge- kommen wgr, es könne eines Abends nicht mehr da sein. Denn es war ihm eine Erinnerung gewesen, eine der wenigen Erimmungen seinc? Leben», m denen seine aste g. mühen M xssignierten GedaMn nach wphnen konnten.?. _ Damyk» ppr einem Mensch e» alter, als pr noch fung und MM», unh daher nach voller HoffmmgM und Träum« gewesen mar, sich noch hinaus fhh nie in Fernen, vi« er nicht kannte, lud ihn «m Fr«und zum Besuch m sein« Heimat an dar Ostsee auf einige Wpcheu eine in die alt» Atadt mit den Wnkslgassen und den spitz- Abdul tiau:-Die Strafte der Wohlgerüche nacherzählt von Erna Zßüfing Im Sattlerbasqr in Aleppo betrachte» mein Freund und ich die wunderbare Kunst der Salller. Doch bei meinem Freund ist nicht nur das Auge gebannt, es ist auch seine Nase erfreut: denn bereits hier, zweihundert Meter entfernt, genießt er die Straße der Wohlgerüche. Wir haben unseren Einkauf längst erledigt, aber mein Freund denkt nicht daran, nach Hause zu gkchen. ihn zieht es mst fast inagischer Gewalt nach den Lad«» der Parjümhändler. Wir gehen zn Hadsch Bekri. dein groß«» Kaufmann im Basar der Gerüche, gegenüber der berühmten Omajaden-Moschee. Es ist der älteste Sktard(Parfümerieladen) i» diesem Basar. Unsern Gruß erwidert Hadsch Bekri freundlich, ahne sich zu erheben und ohne das Mundstück seiner Wasserpseise au» dfew Mund zu nehmen. Er bedient gerade zwei aste Frauen. Di« ein« will für ihr« fiebernde Tochter eine Portion astbewährter Kräuter, die andere hingegen will nur einen Gegenstand, der uns nicht wester reizt, nämlich einen Besen. Der Kausmann nimmt, ohne auszustehen, mit der linken Hand au»einer großen Blechdose, die wohl einstmals Drops enthielt, dl« gewünschten Kräuter. Er reicht sie der grau, gibt ihr die genaueste Gebraiich»anly«is»ng und erhält als Gegengabe fünf Pfennig. Dys berühmte Rosenöl hat c» meinem Freund angetan. Wir kouflkn fünf Gramm Rosenöl süx zwei Mark, da» einer großen Flasche entnpmmen wird. Ein einziger Tropfen würde vollauf genügen, ein« große Flasche Kölnisches Wasier mst Rgsendust zu •V'-fphen. Wenn wir die konzentriert« Form diese» Rosenöls be- denken, müssen wir eingestehen, bah wir recht billig gekauft haben. Unser Rosenql ist derartig scharf, daß«», direkt aus die Haut ge, bracht, dort ocrheerend wirkt und schwere Brandwunden hinterläßt. Auch als er uns beoiente, brauchte Hadsch Bekri nicht auf- zustehen: denn die Flasche mit Rosenöl hat ihren Platz uisterm Ladentisch. Hadsch Batri kann sie bequem mit seinem Ann erreich«»- Mein Freund betrachtet austnerksamen Auges die vielen, vielen Schachteln mit allen möglichen Beschriftungen, die zahlr«ichen Dosen und die Flaschen aller Sorten. Er möchte pur schauen und schauen uno zwischendurch seiner Nase«ine Wahltat erweisen. Er»«spürt nicht di« geringste Lust, den Laden z» verlosten. Ich will meinem Freund«neu Gefallen tun, unlerhaste mich mit chadsch Bekri und frage ihn. ob er auch an dem Krimkrieg teilgenommen hat»ist» sich noch«n Ibrahim Pascha erinnert, der au? Aegypten i» dieses Land eindrang und der Hohen Psort« viel zu schaffen mochte. Inzwischen kommen zwei Nein« Knaben, die jeder für fünf Pfennig Drage« l Mandeln mst weißem, glattem Zückerüberzug) hole». Sitzend füllt der Kaufmann da» begehrt« Roschwerk in Heine Tüten. Em Bfeduine, der des Wege» fchfelGert. frazt Hadfch Bekri, »d«r ein gute» Pflaster hätte. Oiackidem er eine Rollo d«? von Hädich Petrt selbst fabrizierte» Pflaster, bekommen hat. gedentt der Beduine seiner Frau und kauft ein Stück Seif«(parfümierte Toyeröe) und für das Haar«inen hölzernen Kamm. Nach langer Wahl entschließt er sich, noch einen- perlbestickten Geldbeutel sich zuzulegen und qt»«r dann die schönen Zahnbürsten(Hol.z, das den Namen Mißwak trögt), garantiert aus Mekka, siebt, kauft er auch nach diese bewährten Hölzer. Den ganzen Einkauf verstaut er in seiner Hemdtasche, um dann mit dem Gruß des Friedens zu gehen. Ein junges Mädchen, kaum zwölf Jahre alt, betritt, tief ver- schleiert, in Begleitung seines jüngeren Bruders den Laden. Die jung« Dauie tauft für zehn Pfennig Henna, um die Haar« zu färben, für fünf Pfennig Augen- und Augrnbrauenschminkc, die der ehrwürdige Onkel direkt aus Mekka bezieht und für fünf Pjenuig Orudh, um die Fingernägel damit anstreichen zu können. Dt« Tante Fattum Hot doch morgen Hochzeit und Darum muß da» jung« Ding sich derartig schmücken. Kaum hat dies« Sundu, den Laden verlassen, al?«in vierzehn« jähriger Knabe gerannt kommt und fast atemlos erzählt, sein Vator Scheich Achmed habe hohen Besuch bekommen, darum möchte Hadsch Bekri dach sofort fünf Pfund Zucker, ein Pfund Kaffee von dem frisch gerösteten und gemahlenen, zehn Gramm Safran und hundert Gramm von ssiner allgemein bekannten, gute,, Gewürzmischung schicken. Der Aste verspricht den Laufjungen umgehend zu senden und während der Knabe sich nnt einem höflichen Gruß entfernt, macht Hadsch Bekri sich daran, die Gewürzmischung zu bereiten. Mein Freund wendet sich unwillkürlich ab: denn er denkt, der scharfe, beißend« Geruch, der ihn schon lqnge Zest stört, slannn« van dieser Gewürzmischung. Aber nein, lieber Freund, de? eiststrchnt doch der große» Flasche Salpetersäure. Die konzentrierten arabischen Gerüche beißen nicht und unsere Gewürz« sind nicht so scharf, wie die Europäer gemeinhin Goubon. Jedoch schmeckt uns kein Esten ohne Gewürz, hingegen ist Pfefser allein viel zu scharf und wird bei un» kaum gebraucht. Nun sieh. Hadsch Bekri greift nach der großen Rolle, die von der Decke de? Ladens baumelt und er nimmt ein Röhrchen Kaneel,«ine gehörige Portion Piment, eine Muskatnuß, einige Nelken, etwas schwarzen Pfeffer, einige Körner Kardamom und stößt all«? zusammen in einem schöne», kupfernen Mörser. Obwohl mein Freund noch d«n Wunsch hat. die Geheimnisse de» Löbens weiterhin zu erforschen, wird ihm der Aufenthalt unangenehm, weil dip seinen Stauhchen des gestoßenen Gewürzes ihn zum Riesen zwingen. Er muß niesen und immer wieder niesen. Darum verabschieden wir un». grüßen den ollen Herrn und geben die zweihundert Meter lqnge, au» Läden bestehende Straße d«r Gerüche entlang. Hier kann man alle Wohkgerüch» Lrabim«. garantiert m Driginalpackunge«. für sehr wenig Geld bekomm»«, denn Hadich Bekri und oll? sein» Kolleg»» wissen sehr «oht dt« Shr« ihr« B«Ntf» zu wahren. türmigen Kirchen, den Giebeldächern und dem großen Hafey— iu die Stadt am Meer. Dem tiefen, dem leuchtenden: dem grollenden, flüsternden, stürmenden und klagenden, dem stillen, dem grauen Meer, dem geheimnisvollen, nach dem er sich sehnte, das er nicht kannte, und das er nun sehen sollte von Angesicht zu Angesicht... Natürlich war aus dem Besuch nichts geworden, wie nie irgend etwas in Erfüllung gegangen war von allem, woraus er sich einst gefreut und wonach er sich gesehnt hatte, wie aus ihm selbst nie etwas geworden war. An den Traum, den er damals geträumt, den Traum pom ewigen Meere, erinnerte chn ein Bild, das ein französischer Maler irgendwo dort unten aus einer seiner Studienfahrten in einer stillen Stunde gemalt haben mußte. Denn er nannte es: La wer arisc— (zu Haufe in einem verstaubten Diktionär fand der Alte, was das hieß—: das graue Meer)—. Einige Fußbreit gelben Sandes, ein paar Wellen, die müde darüber hinflössen, ein Stück Himmel darüber, ohne Farbe, ohne Licht... Das Bild war fort. In der Tür her Kunsthandlung stand ein breitschultriger Portier in großer Livree. Er sah gutmütig aus, so daß sich der Alle ein Herz faßte:„Od ex ihm nicht sagen könne, wo da? Bild geblieben sei, dg» in diesen Wochxi, in dem mittleren Fenster gehangen habe?" „Ja. Es sei mit den anderen hineingenommcn worden und noch bis morgen ausgestellt, wo dann die neue Ausstellung beginne." Nur noch heute? Jg. Und in eink? Stunde würde geschlossen. De? Alte dankte für die Auskunft und ging weiter. Er wollte nach Haus«. Aber er kehrte wieder um. Et fempiaich«ine so groß» Sebnsucht. da» Bich noch eiumol zti sfehvN. Doch wl« durstfe er wohl daran benk»«. An» gaiyze Mark dasär auszugeben, um«rn Bich zu sehen! EbezFogut konnte ihm einfallen sn ein große? Restaurant zu gehen pick» sich wormr? Abendbrot zu bestellen. Oder in einer Droschke noch Hause zu fahren, nur weil er mstd» war. Er begann zu rechnen— jeden Groschen. Aber es ging nicht. Es ging m:r, wenn er nicht rechnete. Ein plötzlicher Trotz packte ihn und er ging geradewegs an dem Portier vorbei und trat ein- Nochmals erklärt« er an der Kaste, um was er sich für ihn Handel«, und wieder wurde chpi versichert, das gesuchte Bild hinge an der hinleren Wand des letzten Saale». Da bezahlte er seine Mark. Es war Um Mensch mehr in den stillen Sälen. Ein Diener wies ihn zurecht und ließ ihn allein. Der späte Besucher setzte sich aus da» Sofa der Wand gegenüber. Die elektrischen Bogenlampen warfen ihr Licht grell und weiß aus das farbenbunte Wirrwarr, das dort— sinnlos und frech zusammen» gewürfelt— hing. Wie das eine das andere verdrängte und erstickte. so war bei keinem Bilde die Möglichkeit gegeben, sich über seinen Rohmen hinauszudenken, denn bei jedem Versuch dazu stieß ob�n und unten, rechts wie links der Blick in ein anderes, verwirrte, ver- stimmte und beleidigte. Aber was war das dem Allen, der nie Bilder gesehen, und der nur gekommen war, rnn ein einzige» zu sehen, c» sah, und außer ihm nichts. Dort hing es. Er hatte es gleich erkannt, und nun saß er ihr» gegenüber, Das war es, da? war es wieder— sein Bild: ein Streifen Strand, über den nmd» Wellen hingehen, ein Stück Himmel darüber, grau und regenschwer— das war alles. Welche» Meer?— welcher Strand?— Er wußte e» nicht, und e» war ihm ja auch gleichgültig, gleichgvllig wie die grobs, sichere Kunst, die es allein wagen konnte, ein« Stimmung wie diese>n ihrer grandiosen Einfachheit zu fassen und zu Hannen. Denn er liebte dieses Bild deshalb, weil es das Bild seine» Leben», seines eigenen, mühseligen, eintönigen und engen Lebe:,» war, das es ihm zeigte. Denn so, ganz so, war sein eigene» Dasein: »in enger Raum, kaum groß genug, um-hin vnd wieder her zu gehen, überdeckt von dem Stück Himmel, das er durch die trüben und immer schmutzigen Fenster seines Büros sah, und bespült, ja lange er denken konnte, immer und immer nur von den kleinen. armsoligen und müden Wellen ssiner freudlosen Tage, von denen einer dem anderen sich glich, wie diese Wellen sich glichen: eintönig, mutlos, geräuschlos und müde letzte der letzten, deren letztes Ringen keiner sah, deren letzten Atem niemand vernahm.., Und wie er jetzt wieder vor diesem BUde saß, und wieder den Blick nicht lassen konnte pan den blaugrauen Wogen, den, grau«: Himmel ohne Wolkenspiel und Sonne, dem braunen Strande, da begriff er wohl seine geheimnisvolle Macht noch immer, aber zugleich auch legte sich auf ihn mlt erdrückender Schwere die Last seines Lebens, von dem er nun wußte, wie arm es gewesen war: die ganze endlos» Reihe seiner abgearbeiteten Tage. Und eine Mudiglcit, ja tief kam übir ihn. daß er einschlief.— Der Diener ging durch die Säle, um die Lichter zu löschen, sah den einsamen Besucher, der schlief, wollt« grob werden, besonn sich aber, daß«r einen zahlenben Besucher vor sich hatte und weckte ihn höflich. Der Aste schlich hinaus, ahn« noch einen Blick auf da» Bild geworfen zu haben. Müde und hungrig, und von einer Erbitterung erfaßt, dst ihm bisher fremd gewesen war. schatt er innerlich sich und sein« Dummheit, sein Geld sortzuwersen. um»in Lild zu sehen und dann nur ihm einzuschlafen. FRISCHES FLEISCH tniD tfxdc&ßensmätdl ein&aufixi Wursfwaren Wien. Würstchen Pfd. 1,04 Damp|wursf...... Pfd. 0,88 Jagdwurst......... Pfd. 0,98 Nellwursl Era«5!ch»Jlrt.l,M 0,98 Knoblauchwurst Pfd. 0,98 Schinkenpolnische ph.1. 08 Feine Leberwurst Pfd. 1,10 Teewurst........... Pfd. 1,40 Filelwurst.......... Pfd. 1,50 Speck fett........... Pfd. 0,76 Feine Rot- u. Leberwurst Z. Speck mager....... Pfd. 1,02 Schinkenspeck„pm. 1,38 Nussschinken..... pm. 1 ,68 Holst. Zervelal...Pfd. 1,35 Holst. Salami....Pfd. 1,35 Oslpr. Zervelat..ptd. 1,44 Oslpr. Salami...pm. 1,44 Delikatesswürstchen Dose 5 Paar 0,85, 5 Stück 0,50 Gek. Schinken>,« pm. 0,45 Dosen Q QC ä. 400 g Ein wage Fische und Räucherwaren Preise nur rreltag und Sonnobend. Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Die Zusendung von Lebensmitteln ertolgt bei Käse und Fette Frühslückskäse isioi 0,15 Camembert 2 Schacht 0,25 Harzer.... i.pfd.-Paket 0,35 Briekäse voUfett...Pid.O,66 Sleinbuscher vout.pid. 0,78 Tilsiler voiifett..... pid.0,84 Edamer voiifett....Pfd. 0,86 Edamer 20°/,....... Pfd. 0,65 Holländer vomett,Pfd. 0,86 Holländer 20»/,...Pfd. 0,65 Dän. Schweiz, an. Pd. 0,75 Kokos'elt....... 2 Pfd. 0,75 Aller'einste deutsche Markenbuiler....Pfd. 1,60 Moikereibulier..Pfd. 1,43 Allerlelntie deutsche Moikereibulier...Pfd. 1,54 Margarine..... 2 Pfd. 0,75 Obst und Gemüse Älmeria-Wein...PM. 0,50 Apfelsinen..... zpfd.0.72 Blutapfelsinen 3 pid. 0,84 Jaffa-Orangen 3 Pfd. 0,98 Amerik. Äpfel...Pfd. 0,38 Bananen....... 3 pm. 0,98 Zitronen DnöM. von 0,32 aa Tomaten....PM.vonO,38an Rote Rüben...... Pfd. 0,08 Spinat........... 2 Pfd. 0,55 Möhren gewaschen, Pf± 0,07 Rotkohl........... Pfd. 0,14 Wirsingkohl..... Pfd. 0,10 Weisskohl....... Pfd. 0,08 Radieschen.3 Bund 0,25 Bayr. Relliche stock 0,10 'Grüne Heringe spm. 0,40 'Lachs£i(r, 1. 1>. m. L, Pfd. 0,68 'LadlS gefroren,- Q. tm Ausschnitt........ Pfd. 'Kabeljau gr., ex i.g. Pid. 0, 1 2 'Schellfisch i.j.. ni.K, Pia. 0,26 'Seelachs gr.,o.K,i.E-m 0. 1 2 'Rolbars........... Pfd. 0,32 'Kabeljaufilet....Pfd. 0,20 'Knurrhahn....... Pfd. 0,26 Bücklinge hoiL,PM.T. 0,3 2 111 Schellfisch ger.... pm. 0,38 Seelachs getünchert, Pfd. 0,32 Makrelen geriuch�PM. 0.42 Aalleber LTomaten.PM. 0,85 Slör in Tomaten i... PM. 0,65 Salm..... Dose ca. LSI g 1,00 Bratheringe i-Ltr.-Dos. 0.75 Heringe in Geiee, A_c l-Ltr.-Dose *ln atlen HSusern ausser Andreasstr. Kaffee- Ersatz-Mischung 20•/, Pfd. Oj 7 0 40''o rld. 1 J10 Kd{t66Pfd.vonlj80an TGG lose, PM. von 3 j 80 KrümGlschokoIadcn-PulvGr pm 0,85 FiCiiCh und ieichtverdercliche Bestellung von 5,V0 Mark an Kclonialwaren Bruchreis...PM. von 0,1 San italienischer Reis pm. 0,20 Harlgriess......... ptd. 0,28 BruchmakkaroniPM. 0,44 Linsen.............. Pfd. 0,15 Vikloria-Erbsen Pfd. 0,18 Weisse Bohnen pm. 0,18 Backobst....PM. von 0,38an Aprikosen kau/....Ptd.O,68 Birnen kaut........ pm, 0,55 Pflaumen ge(r.,PM.Y. 0,28 an Pflaumen geir., ohne Stein...... Pfd. Cl,dIS Konserven � Slangenspargelsohrti 2,35 Slangenspargel kam. 1 ,90 Stangenspargel dünn 1,45 Spargelabsdmille... 1,30 Junge Erbsen«tirfiin 1,05 Junge Erbsen fein.... 0,85 Junge Erbsen mitwteia 0,78 Jg.Erbsen[iimeif.,m.Kifoti. 0,65 Qsm.Gemüse sehrw» 1,45 Gem.Gemüse miiiaiiein 0,84 Leipziger Allerlei... 0,66 Junge Karotten..... 0,58 Jg. Sdmillbohnen I 0,54 Spinat.................. 0.38 Selleriesalal tafelfertig 0.65 Rote Rüben........... 0,50 Schweinebauch o. Beiig., pm. 0,68 Schweineblatt............Pfd. 0,78 Schweineschinken mitsein, pid. 0,84 Sdiweinekamnio. Beiig., pm. 0,98 Schweineschuft o.Beilage, Pfd. 0,98 Sdiwelneko1e!etipM.von 1,08 an Eisbein mit Spitzbein, gepdk., PM. 0,48 Kassier mild.......... Pid. von 0,94 an Röckenfeltbrallerl., ohne Sohvarie, Pid. 0,56 Kaibskamm o. Big. Pfd. von 0,76an Kaibsrücken ohne Beilage. PM. 0,86 Kalbskeule hl» s PfiL. gana oder geLeilt..................... Pfd. 0j98 Kalbskotelett..... Pfd. von I.ZOan GEFRIERFI.FI5G« Kalbsschnitzel... pfiL.von l�Oan Kaibsroulade geroiit.ltfd.v.l,Z8 an Fiammeivorderfi. r»,. 0,90 an Suppenfleisch....Pfd. von 0,68 an Schmorfleisch feuie.».K«,Fid.i. 1,12-0 Roulade.................... Pfd. 1,28 Gulasch gemischt............ Pfd. 0,90 Roastbeef o. Knochen, Pfd.v. 1,48 an Schweinekopf mit Backe, Pfd. 0,30 Rinderbacke ohne Knoch., Pfd. 0,44 Rinderlunge.............. Pfd. 0,34 Rinderherz............... pm. 0 54 Rinderleber.............. pm 0,98 Euter.......................... pm. 0,28 Hammelvorderfleisdi getroren.................. Pid. von Wj5!»an Hammelrücken gefroren, pm. 0,68 Suppenfleisch gefror., Pfd. v. 0,58 an Schmorfleisch. gelroren, ohne Knochen, Pfd. von OjVoan Preise ohne Plasche Billige Weine und Fruchtsäfte Stach albee rwein............... �*/! i'L 1923er Brutli ger Mark........... 1 � FL Johannisbcerwein, rot, süss.....*7 ZT 1929er Obermoseler.........\ r\ p.m*, üsscr Apfelwein........;| I/ J 1629er EdenKobener Gerech..... j V J srwein.................. 7 1929 er Wiltlnger Motel.......... t, naturrein, alkoholfrei J 10 FL 7,00 Montagna-Rolwein.............. 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Cr. 1 0,65 Jede weitere Grösse 0,10 mehr Sdiwsrze Rindbox Kinder Stiefel 27'N 81-35 strapazlertühige Ansführnng................ 5,25 5,75 Graue Turnschuhe mitCbromledersohle 1,65 1,75 Graue Turnschuhe mit Ledertohle.... 1,90 2,25 Braune Turnschuhe 24-28 29-35 mit angegossener Gununisohta.............. 1,75 1,90 Rindleder- Schulmappen longrain genarbt, für Knaben n. Mädchen, ca. 34 cm lang, Stück 4,50 Echte Vollrind)eder-Schu!mappen krüftiges Leder, für Knaben und Müdcheu..Stück 7,93 Frühstückslaschen rum ürnhüngen, ans starkem Eindieder..... Stück 0,95 Schreibetuis ans Leder.mlt kompletter Füllnng, wie Bleistift, Kedcrhatter, Gummi usw...... Stück 0,95 Sidierheitsfüllfederhaltermit stahited.SL 1,75 Zählmaschinen................ 0,25, 0,50, 0,95 1 DlZ.SdireibheflCholztrei Papier, m.LöschbL 0,95 1 Dutzend Farbstifte mit Hoizfaasung..... 0,50 Diarien imit Wachstuch und steif broschiert........ 48 Blatt 0,25, 96 Blatt 0,50 Grosse Auswahl in Schultüten BLUMENZWIEBELN VorzfloUch Kefm�SHlge BItimGn-Prachlknollen« Zwiebeln u. Samen, lilumen- u. Pflanzenüt ncer Blumen- und Gemüsesamen sortiert nach Wunsch, Beutel 0,10 3 Beutel 0,25 10 Beutel 0,80 Gladiolen separate Prachtfarben, rosa, lila, gelb und rot... 5 Stück 0,30 10 Stück 0,55 Dahlien separat« Praohtfarhcn, rosa, lila, gelb nnd rot, Püoniflora- n. Kaktus-, Stück 0,40 3 Stück 1,15 Dahlien grossblumig. Prachtfarben, gemischt..... Stück 0,35 3 Stück 1,00 Maiglöckchen........................ e stück 0,50 Päonien(Pfingstrosen) Farben gemischt............ Stück 0,40 3 Stück 1,10 Lilien getigert............ Stück 0,29 3 Stück 0,50 Lilium umbeliatum... stück 0,23 3 stück 0,53 Japanische Goldlilien St. 0,65 3 stück 1,80 Anemonen.......... 5 stück 0,33 to stück 0,55 Ranunkeln.......... 5 Stück 0,25 10 Stück 0,45 Montbretien........ s stock 0,25<0 Stück 0,45 Begonien............ 6 stück 0,30 10 stück 0,55 Raketenblumen................... 3 stück 0,75 Iris Germanica..................... 3 stück 0,75 Phlox...........................-..... 3 Stück 0,95 Wunderzwiebeln..... Stück 0,35 s stock 1,00 Grassamen TiergartenmischJ, Pid. 0,75, 6 Pfd. 3,60 Grassamen Tiergartenmisch.II,PM.0, 65, IPfd. 3,20 Pflanzendünger Hamstoff-KaJi.Phospbor.Dose 0,50 >i, kg 1,23, 6 kg 7.00 Erdsalz konzentrierter organischer Blumen- und l'flanzendünger............... 0,15, 0,25, 0,50, 0,75 Hornspäne................. P'd. 0,30, 5 Pid. 1,40 Die Vorstellungen sind am: Sonnabend, den 1 I.April Sonntag, den12.Aoril (nacnmittagsQ'ijUhr. abends 8'l, Uhr) Montag, den 13. April Dienstag, den 14. April Mittwoch, den 16. April Donnerstag, den 16. April Fre tag, den 17. April Sonnabend, den 18. April abends S15 Mitwirkende; Kammersanger Otto Fasset, Lotte Carola, Louise Stössel, Franz Eckardt, Guido Goroll u. a. m. Dirigent: Kapellmeister Grosskopf. 9 VOLKSVORSTELLUNGEN Franz Lehärs WelterJofg: Das LAND DES LÄCHELNS Operette in 3 Akten zu noch nie dagewesenen Preisen PREISE 3. Rang 0,50.0,75,1,00 2. Rang 0,75, 1.00 1,50 t. Rang 1,00. 1,50. 2.00 DER PLATZE: Parkett.. 1,50, 2,00,2,50 crchestersitz 2.50,3 00 Logen....... 2,50,3.00 Allelnvorverkauf n u r in unseren Häusern: Leipziger Str., Alexanderplatz, Frankfurter Allee B3lIe-Alliance-Str,Kottb'-S8rDamm.ChauS86estr. Brunnenstr., Andreasstr, Wümersdorfer Strasse sowie im Kadewe CÄSINO-THEATEll Loihnnger Strafte 37. MtMiiamiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiimiinMiiiiiiiiiumifiiiimifmmMm = Der neue Schlaaeoi= „Er traiitnl uon Jise" Dazu öas n©ue F e st-Frooramnn Guisdiein 1— 4 Personen Fauteuil 1�5 M.. Sessel 1,75 M- Sonstige Fr«: Parfcttt 75 Fi, Rang 60 PU Volksbühne nuttr an äMowplal:, 8 Uhr Das uiintermgrchen Staat). Sdiiller-Ili- 8 Uhr Bürger Schippe! Staatsoper Am Pl.d.Republlk 8 Uhr nadame Bntierliy Täglich S'k Uhr Das Velldien f. Montmartre 3perette v. Kaiman Gliln Mpar, Bidi. Waldemar a.O. Montmanre Lustspiemaus Täglich 8la Uhr Oer Lügssr u. die nonne van Kart Götz Winrer ★ uarren� 1 8.15 DU— Ztr. 2819— Randieii erlaubt| Betty Campson— Germaine Myrtell im Dayelma- Ballett Original French- Cancan [2 Hartwell'a, CtrctI Vcrnon ] Rio 8i«ate, nnrlmba Band Trnppc»al Paos und weitere intcmaiionaie I Vartefd- Neuheiten GROSSES SCHAUSPIELHAUS) Täglich 8 Uhr: Im walMen ROSSl. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbcsttzung biilige Preise Regie: Erik Charell. Reichshallen-Theater Uaui:|T| Sonntag Radio, mn Das April-Ladi-Programm der „StettinerM Popnläre Preise von 60 Pf. bis 2,50 M. auch Sonntags) Nachm. ermäßigte Preise! Oönhoft- Brettl: Varleld— Koaiert— Tanz! BETRIEB KEMPINSklU Amerikanische Komödie von Edwin Burke Die Aofsehen erregende .Novität | des Rose-Theaters 1 |2�H5�if9*n raiwil j Von Montas hl» Fr«lt«fl [ Abendpreise v. 0.50-3 M Große Frankfurter Straße IZ2 j I U-Bahn Strausberger Platz> 1 6 tägiger Vorverkauf täglich von n— 1 Uhr und 4—9 Uhr Tel. Bcstcllir.: Alex- 3422 u. 3494 Deattdies meatei 8 Uhr Der Hauptmann von KOpenidc Carl Zuckmayei Regln: Heinz Hilpert Die Komödie 8>5 Uhr Natalie v Iwan Turgenjew Regie: Iwan Schmlth THEATER Kurfürsten damm- Theater Bismaick 449 Heute geschlossen! Preenlera Morgen 8 Uhr; Alles Schwindel von Schiffer Musik». Spollansky Repit: OnW örSwlsiis Bamowsky-BöhneD ThMier In 4«i SlresemonnsH. Täglich 8'lt Gestern n. Heute Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich 8V« Uhi Eine Mnigiictie Familie Kleines Theat. Täglich 8Vi Uhr Erika Gläßner in; Der stille Kompagnon Lustspiel von Leu Lenz. Sonntags 4 Uhr Der Sprung in die Ebe kleine Pr. I— I M Neues Theater warn Zoo— äm äaSoXIoo. StpL 6554 Täglich 8>;« Uhr Ueber 125 Mal: WmiWOW von Max Alsberg u Quo Ernst Hesse Komiscne oper Heute 8 Uhr findi Sopnlag t Uhr Neueinstudierung Alt-Heidelberg locie Euglisdi. Westemsier iLLMoehis. Renten — Elite-Sänger— Kottbusser Str. n Tag! 81/« Uhr Sonntag Zl.x Uhr FRITZI Dan Oasheid Lotte Han6 1. i Ksnpu. legwart Ehr, ich llidim. crmiSioti Niu! Theater im Admtralspalast Täglich 8'.. Uhr Derlusligo Krieg Öhmann. Ahlers, Trautenhayn a G, u a. m lealnu-TliBattr Täglich S1,« Uhr ilusarenlieber Gudio Thlelscbcr, Kästner, Arnstadt, Vespeimann > Ufo speist man i gm uns aiiug? Nur Gross-üertin Alexandorplatz Hrd.Weitess Täglich 81« Uhi Das Land des Läcbelns. Preise 1—9 M Sonntag"»3 Uhr smon ist aie Veit PreuB. Süddeutsche Staats'Lotterie am 20. and 21. April 1031 Erste Klasse Hi>'""gewi'ing: 4x500000 DM 2x300000RM 2X200000RMI2X 100000 RM Los- »/, Doppeliose preise 5.— 10.— 20.— 40.— 80— RM Hahn"rr.sr- Berlin S14 PrinsenatraBe 70 am Morltzplatz Postscheck Berlin ZI 131> f Berliner, schützt euren Wald! DURCH m WALDSRANDE WURDEN IN 40 JAHREN 3 AI 7 ha WALD DER STADT BERLIN VERNICHTET ETWA � DES GRUNEWALDS Mehr als% aller Waldbrände der letzten 10 Jahre sind durch ünaditsamkeii der Waldbesucher entstanden. Raucher, die ihre glimmenden Zigaretten- oder Zigarren- res'.e achtlos wegwarfen, Wanderer, die nach dem sogar oerbotenen Abkodien das Feuer nicht ganz löschten, oerursachten über 20 0 Waldbrände. Demgegenüber ist die Zahl der durch Funkenflug und Brandstiftung oerursachten Brände gering Der jähr liehe Schaden betrug in den letzten 10 Jahren durchschnittlich rund 70000 Mark. Für diesen Betrag, der oollkommen unnötigerweise ausgegeben werden mußte. und der sich aus 10 000 M. für Feuerschutz- und Löschhilfekosten, rund 13 000 iL für Abräumungs- und Wiederauf forslungskosten, über 42 000 M. für Ausfall der Nutzung in hiebfreiem Holz und aus 4000 M. Wertminderung zusammensetzt, könnten jährlich 17 50 Ruhebänke aufgestellt oder mindestens 12 Kilometer Radfahrwege neu angelegt werden, Berliner, betrachtet den Wald als euer Eigentum und befleißigt euch der gleichen Vorsicht, die ihr in eurer Wohnung malten laßt! Genau so wenig, wie man ein noch brennendes Streichholz oder eine glimmende Zigarre in den Papierkorb wirft, weil sonst ein Zimmerbrand entsteht, sollte man diese Unachtsamkeit im Walde begehen, wo besonders im Eodisommer das ausgedörrte Laub oder die ausgedorrten Nadeln des Waldes leicht Feuer fangen. Die Forstoermaliung würde die Beträge für den Brandsehaden nicht einfach sparen und in die Tasche stecken, sondern wäre gern bereit, die unisprechende Summe dafür auszugeben, dem erholung- mchenden Großstädter den Aufenthalt im Wald so angenehm 693000 RM. WALDßßANWCHAOEN DIE URSACHEN DER WALDBRÄNDE FUHKENFUJS BRAND5TIFTUN5 ERMITTELT UNVORSICHTIGKEIT wie möglich zu gestalten, durch Aufstellung von Ruhebänken, Anlage von Radfahrwegen usw. Dämmt Berliner, helft Waldbrände oerhüienl Grünflächen geben Arbeit Notstandsprogramm der Stadt Berlin: 400 G 00 Tagewerke für die Erwerbslosen Die Ausmabe der Nerlin�r Grünflächen hnben sich seit dem 3a hr 1920 unter dem Einfluß der Sozial. demokralle durch die sogeuannten Zlotslandsarbelien außerordentlich vennehrt, während Berlin im Jahre 1915. also vor der Eingemeindung, nur rund 250 Hektar zur Ver. fügnng halte, betrug das Areal im Jahre 1920 de» neuen Groß-Berlius bereits 1000 Hektar, 1925 rund 1400 Hektar, um bis zum Jahre 19Z0 auf ruud 2500 Hektar anzuwachsen. Unberücksichtigt stno dabei die Dauerwälder, sonstige Frei- flächen und die meist privaten Kleingärten geblieben. Seit etwa zwei Jahren ist man aus Gründen der Rentabilität dazu über- gegangen, dies« größtenteils mit Hilfe von Notstandskrediten finan- zierten Arbeiten einZkftsllen. Die Stadt Berlin beschäftigt nunmehr nach Maßgabe der Arbeitsmöglichkeiten und Arbeitsgebiete die W o h l f a h r t s e r w« r b Z l o f« n, also diejenigen ArbsitZlo>n, die von der Arbeitslosenunterstützung ausgesteuert worden sind und aus dem Wohlfahrtsfonds unterstützt werden müssen. Die Mittel, welch« dazu zur Verfügung gestellt werden, müssen fast ausschließ- lich zum Arbeitslohn verwandt werden und zwar dergesta't, daß aus den Lohn 85 Proz. und auf den Materialbedarl im höchst. jall 15 Proz. entfallen. Arbeitslohn und Material dürfen pro Tage- werk(ein Tagewerk gleich der Arbeitsleistung eines Mannes in acht Stunden) 11 M. Maximum betragen. Rentabilitätsberechnungen haben ergeben, daß diese Aufwendung den Unterstützungssatz der nichtbeschäsigten, jedoch unterstützungsbedürftigen und-berechtigten Erwerbslosen nicht überschreitet. Jeder eingestellte Wohlfah�ts- erwerbslose arbeitet wöchentlich an vier Tagen und zwar auf die Dauer von Wochen. Die Entlohnung erfolgt nach dem städtischen Tarif, so daß reguläre Arbeiteleistung verlangt werden darf. Ratür- lich sind die betreffenden Ausstchtsstellen angewiesen, unbillig« Härten zu vermeiden und nach Möglichkeit auf die ungelernten Arbeitskräste Rücksicht zu nehmen. Die Tagewerke in den Vezirken. Zurzeit sind rund 400 000 Tagewerke bereitgestellt und damit eine Reihe van Arbeiten in Angriff genommen worden, houpt- sächlich werden aus vergangenen Jahren unvollendet gebliebene Arbeiten fertiggestellt und bestehende Anlagen erweitert. Die her- stcllung vollkommen neuer Anlageslächen wird neuerdings wesentlich eingeschränkt, um die Unkosten, die durch die später notwendig werdende Pflege und Unterhaltung der Flächen entstehen, tunlichst einzuschränken. Aus dem gleichen Grund« geht man auch dazu über, ältere Gartenanlagen, insbesondere kleinere„ReprSsentations- ecken' ganz oerschwinden zu lassen, oder doch jedenfalls derart umzugestalten, daß sich die Pflegekosten zwangsläufig verringern Die gesamten Pflege- und Unterhaltungskosten werden im Gegensatz zu den eben aufgezäh'ten Arbeiten aus«tatsmghigen Mittein bestritten, die übrigens vor einigen Tagen um 42 Proz. gegenüber den 1929 bewilligten Mitteln gekürzt worden sind. Nachfolgend« Aufstellung gibt über dl« VerteNung, bezlehungs, weife Verwendung der obengenannten Tagewerte in den einzelnen Stadtgegonden Aufschluß, Es wurden vorgesehen: 20 000 Tagewerke für den Bau eines Sportplatzes in hohen» schönhausen; 28 000 Tagewerke für die varläuftg« Fertigstellung des Luisen- städtischen Kanals: 15 000 Tagewerk« für die Herrichtung einer 10 Morgen großen Lagerwiese im Humboldt Hain: 18 000 Tagewerk« für die Herstellung von Uferanlagen mit Promenadenwegen in Plötzensee: 85C00 Tagewerke für die Fertigstellung der früher bereits erfolgten Erweiterung des Volksparkes Rehberge, Anlage eines Teiches auf dem Sumpfgeländ«: 30 000 Tagewerke für die Einplanierung und Anlage von Rasenflächen des Tsmpelhofer Feldes entlang der Ausfallstraße nach Mariendars: 8000 Tagewerke für den Bau einer neuen Spielwies« auf dem Tempelhofer Feld: 50 000 Tagewerke für die Fertigstellungsarbeiten im Valkspark Mariendars, Anlage der Rodelbahn an den eiszeitlichen Rinnenscen: 10 000 Tagewerke für die Anlage einer Kleingarten-Dauerkolonie auf den L r i tz e r Wiesen: 5000 Tagewerke für die Umänderung des Welchselplatz«s zu einem Ruhe- und Kinderspielplatz: 20 000 Tagewerke für gärtnerische Arbeiten zur späteren Anlage des Freiluftbades im Sportpark am Tempelhofer Feld: 25 000 Tagewerke für die Fertigstellung eine» Teile» der Wuhlhei de zum Waldpark: 22 000 Tagewerke für die Umgestaltung des alten Kurparkes in Friedrichshagen und für den Bau eines Naturtheater» für Schüleraufführunxen: 20 000 Tagewerke für die Herstellung van Promenadenwegen und-anlagen am Oranke-See in W e i ß e n f e e: 50 000 Tagewerke für die Vollendung der Rodelbahn und für die Erschließung der Schönholzer Heide durch den Bau neuer Waldwege. So begrüßenswert die Pläne der Bezirksgartenämter sind, erscheint wunderlich, daß die Berliner Kleingärtner in dem vor- liegenden Programm relativ schlecht weggekommen sind. Bon den rund 400 000 Tagewerken sollen nur 10000 Tagewerk« zu Oer Anlag« der Kleingärtnerkolonie auf den Britzer Wiesen verwandt werden. Dabei ist zu bedenken, daß die Anlage solcher Kolonien — ganz abgesehen von dem dringmoen Bedürfnis, welche» unzweifelhaft vorliegt— letiglich ein« einmalige Investierung erfordert, Sicherlich ist bei Aufstellung der Plön« der Gedanke maßgebend gewesen, durch die Schaffung von Grünflächen möglichst vielen Volksgenossen neu« Erholungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Be- rechtigung oieses Grundsatzes soll von uns nicht angezweifelt werden, wir möchten nur nicht, daß man darüber die große oolkegefundheit- lichs Bedeutimg der Kleingärtner gerade für eine Großstadt wie Berlin oergißt. Tai�onanSv�rkaus wieder am I.?luqnst. Der Polizeipräsident in Berlin hatte an die In- dustrie- und Handelskammer zu Berlin die Anfrage gerichtet. ob eine Verlegung des Beginns des diesjährigen Saison» ausverkaufe vom 1 August auf den 1. Juli erfolgen soll. Die Kammer hat, wie sie jetzt mitteilt, nach Fühlungnahme mit dm beteiligten Verbänden des Einzelhandels und der Warenhäuser g«» beten, von einer Verlegung des Termin» abzusehen und es bei dem bisherigen Beginn— 1. August— zu belassen. Ein peinlicher Zrrium. Deutsch not-onale bei Herrn Kasvcr zu Besuch. Durch rmen Zufall ist die enge Verbundenheit, die zwischen drutschnationalen und kammunistischen Staidtverord- steten besteht, wieder einmal bewiesen worden. Es zeigt sich, daß Leute, die sich>m Stadl parlanienl wüst beschimpfen, nichts dabei finden, sich gegenseitig Besuche zu machen. Folgendes hat sich zu- getragen: In der Wohnung des sozialdemokratischen Stadt- verordneten Fritz Kaspar erschienen gestern der dcutschnationale Stadtverordnete Spring seid mit einem seiner Fraktionskollegen und oerlangten Herrn Wilhelm Kasper zu sprechen. Als unser Parteifreund den beiden Herren erklärte, daß sie sich in der Adresse geirrt haben müßten, denn sie wollten doch wohl den Kommunisten Kasper sprechen, erschraken die teutschen Männer gar sehr über ihren verhängnisvollen Irrtum. Verdattert stotterten sie etwas von einer Verwechslung und zogen betroffen ab. Nachher haben sse dann glücklich ihren Freund Kasper erreicht, der über so vornehmen Besuch sehr erfreut gewesen sein soll. Tuberkulose muß weichen! Erfreulicher T�ückqanq der Tuverkulosefterb ichkeit in Berlin. Nach den soeben vorliegenden vorläufigen Ermittlungen starben im Laufe des vergangenen Jahres(1930) in der Reichshauptstadt 3630 Personen an Tuberkulose der Atmungsorgane, während sich die Zahl der von dieser furchtbaren Krankheit dahingerafften Personen im Lause des Jahre« 1929 noch aus 4071 belief, so daß sich eine erneut« Abnahme der Tuberkulosesterbefälle um 441 oder 12,1 Proz. ergibt. Damit weist die Kurve der Tuberkulosesterblichkeit seit dem Jahr 1923, als das Maximum mit 7252 Todesopfern dieser Volks- seuche erreicht wurde, weiterhin eine stark sinkend« Tendenz auf. Allerdings darf der gegenwärtige Altersaufbau der Berliner Bevölkerung bei Betrachtung dieser Erscheinung nicht unberücksichtigt bleiben, der namentlich in den mittleren Jahrgängen von 20 bis 30 Jahren, die am häusigsten von dieser Krankheit befallen werden, ein» relativ schwache Besetzung aufweist, wodurch an sich eine Verminderung der Sterblichkeit bewirkt wird. Es hicßo jedoch die Fortschritte in der vorbeugenden Behandlung der Tuberkulose ver- kennen, wenn man nicht auch den gesundheitsfürsorgeri- scheu Maßnahmen den gebührenden Anteil am Erfolg der Tube«» tulosebekampfurig in der Reichshauptstadt einräumen wollte. Slnfonie.äonzerl für Arbeiter in Treplow. Tin Nnfonie» Konzert veranstaltet das Bolksbtldungsomt Treptow am Sonnabend, dem 11. April&. 3.. 20 Ubr. im RZtauront Kpffhaufer« Niederschöneweide, Berliner Str. 91. Da» Berlins.- Sinfonie- Orchester wird unter dem Gastdirigenten Ernst Ewaid Gebert im Rahmen eines„Romantischen Abend-' Werke von Tschaikowsky (5. Sinfonie) und von Mendelssohn(Scherzo uitd Hochzeitsmarsch aus dem Sommernachtstraum fowi« Violinkonzert K>Moll) bringen. Eintrittskarten zum Preise von 30 und 50 Pf. sind bei Bader, Oberschöneweid«, Wilhelminerhofstr. 17, Boges, Baum- schulenweg, Vaumschulenstr. 100, Stosfeldt, Ruthaus Treptow, Zimmer 80 und in den städtischen Büchereien erhältlich. Zimmer für Skudculen. Parteigenossen, die billige und gut« Zimmer an studierende Genossen vermieten wollen, werden gebeten, sich an den Sozialistischen Hochschulausschuß zu wend>n. Genaue Angaben des Mietpreises und evtl. Nebenkosten erwünscht. Anschrift: Wohnungsamt,„Bund', Berilin NW 6, Albrechstr. 11. Wer kanil «eh äfft der Heimat Arbeit. Zu haben in allen lelstnngsfähigen Hat-Spezlalgeeehäften „Bilderbücher" sprechen. Eine AuSsteliuuq im GesunoheltshallS Kreuzverq. ver stark unier s o z I a l d e m o k ra i i s ch e m Ei». s l u ß stehende Bezirk K r e o z b e r g Hai mll seinen Au»- stellungen immer vorbildliche Arbeit für seine zahlreiche AriÄterbevölkeruag geleistet. Die.,B i I d st a t i st i s ch e£ o n b e r f th o u" aber war besonders sehenswert. Das Geselllchafts» und Wlrtschaftsmuseum m Wien seine großartige Schöpfung unserer österreichischen Genossen) hatte hier seine Kunst gezeigt, aus trockenen Zahlenstatistiken inter- elfante, sa fesselnde„Bilderbücher� für Erwachsene zu machen. Neben allgemeinen Darstellungen aus Weltwirtschaft und Geschichte fand man aus der Ausstellung viele Dinge, die den Arbeiter vor» heute dringend angehen. Da war zum Beispiel die Zeichnung von den Reallöhnen in einzelnen Ländern und zu verschiedenen Zeiten: aus dieser Darstellung ersieht man auf den ersten Blick, daß die Reallöhne in Berlin keineswegs besondere hoch sind. Aller- dings gibt es auch viele Städte, in denen der Reallohn niedriger ist als in Berlin, zum Beispiel, und das ist bemerkenswert, in Moskau und natürlich auch in Italien. Wichtig � ist ferner, daß die deutschen Reallöhne um 1900 höher waren als heute, und be- sonders, daß in der Metallindustrie schon vor den letzten Lohn- kürzungen die Reallöhne unter dem Niveau von lagen, im Gegensatz zu allen anderen Industrien. Das Ist aber nur ein wenn auch sehr wichtiges Problem, das auf der Ausstellung bildlich dargestellt wird: andere sind: Arbeits- l o s i g k«! t in verschiedenen Ländern, auf der ganzen Welt und in Berlin, Vertrustung der Industrie, Entwicklung und heutige Macht der Gewerkschaften, Streiks und Aussperrungen usw. Sehr interessant ist auch die Tafel: Staatsauegaben einzelner Länder, denn «!n Vergleich zwischen den Ausgaben für soziale Zwecke und Cr- ziehung in Deutschland einerseits und in der S o w j e t u n i o n andererseits fällt zu deren Ungunsten aus. Natürlich wird auf dieser Ausstellung B e r l i n sehr stark berücksichtigt: Man sieht dort: woher das Geld für den Etat der Stadt kommt und wofür es ausgegeben � wird, die Entwicklung der kommunalen Betrieb«, die sa«ine Etappe auf dem Wege zum Sozialismus sind, da» Berliner W o h n u.n g s- wesen, wie die Berliner wählen, wie groß der Anteil der Arbester an der Zahl der Erwerbsätigen ist und vieles andere mehr. Die Ausstellung fft sehr beachtenswert, aber wenn man alles gesehen hat. kommt einem der Gedanke: Warum schafft man nicht eine ähnliche Ausstellung gegen den Faschismus? Warum stellt man nicht einmal die Reallöhne in Deutschland und in Italien nebeneinander, damit seder Arbeiter auf den ersten Blick sehen kann, welches System für ihn besser ist: Demokratie oder Faschismus? Die Wldstatistik ist ganz sicher ein hervorragendes Mittel im Kampfe gegen den Nationalsozialismus. Wie wäre es zum Beispiel mit einem bildlichen Vergleich der Ausgaben Mussolinis für Heer. Miliz und Polizei einerseits und den Ausgaben für Sozialver- s i ch e r u n g andererseits? Demagogie bis zusetzt.- 4. Bezirk- pren- lauer Berq. Nun hat auch Im Bezirk Prenzlauer Berg die letzte öffentliche Bezirksverordnetenversammlung stattgefunden. Es war eine außer- ordentliche Sitzung und veranlaßt durch die deutschnationale Fraktion zur Behandlung mehrerer von ihr gestellter Anträge. Hinzu kamen noch einige kommunistische Anträge. Es handslle sich durchwog um reine Agitationsanträge. Ein Antrag der KPD., der-bereits in der Stadtverordnetenversammlung seine Erledigung fand, oerlangte für olle Unterstützungsempfänger eine Winterbechille von 50 M. und dazu für jedes unterhastspftichtige Familienmitglied 10 M., und im weitest gehenden Maße die Bewilligung von Kleidung und Hetz unentgeltliche Lieferung von Essen daß sie wüßten, daß der Antrag keine Annahn« finden könne. aber er gab ihm doch Gelegenheit zu heftigen Ausfällen gegen unsere Partei. Ihm wurde m treffenden Worten unter Hinweis auf Beschlüsse der Reichs- und Landesparlomente und der Stadt- verordnetenoersammlung von der Genossin Kay geantwortet. Die KPD. versuchte ihre Ausführungen durch wüstes Lärmen zu unter- drücken, was ihr jedoch nicht gelang. Unter anderem stellte Genossin Kay fest, daß auch Kleidung schon in sehr starkem Maße von den Wohlfahrtskommissionen bewilligt werde. Der Antrag wurde ob- gelehnt.— Bon den Deutschnationalen wurde ein Protest gegen jede weitere Erhöhung der Steuern und eine Senkung der Nerkehrstarise und Steuern oerlangt. Man müsse dafür sorgen, daß der Mittel- stand, von denen man die Steuern verlang«, sie auch verdienen könne. Die KPD. sekundiert« natürlich. Unser Genosse Knopf fertigte beide Parteien recht wirkungsvoll ab. Er wies den Deutsch- nationalen nach, daß es ihr Parteigenosse Dr. Steiniger war, der in der Stadtverordnetenversammlung die Erklärung abgab, daß er stos, darauf sei. daß die Bürgersteuer im Reichstag von ihm und seiner Partei angenommen sei, und der KPD., daß die letzte Tarif- «rhöhung erfolgt Ist. damit die Wohlfahrtsempfänger unterstützt werden können. Nebenbei brachte er noch den Herrn Forster von der KPD. mit einer Bemerkung über eine Versammlung der NGO., in der über an ihre Bonzen zu zahlenden Gehäller verhandelt wurde, zum Schweigen. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Rechten und denen der KPD. angenommen.— In einem weiteren Antrage der veutschnationalen wurde verlangt, daß eine Verlegung der ?4S./Z03. Volksschule in der Ibsenstroße unterbleibt. Genosse Kermes stellte fest, daß entgegen den umlaufenden Gerüchten, an eine Verlegung dieser und auch der Schule in der Scherenbergstraß« gar nicht gedacht werde. Jedenfalls werde die Heckersche Realschule aufgelöst werden müssen. Bemerkenswert sei, daß die Mitglieder der Rechten dagegen seien, daß die Berussschule da hinein komme. Auch dieser Antrag wurde angenommen.— Ein Antrag der KPD., in dem verlangt wird, daß die bestehenden Spiel- und Sportplätze weiterbestehen bleiben und für deren Unterhalruno Sorge zu tragen ist. wurde einstimmig angenommen. Genosse Kermes konnte nacbweisen. daß vor allem unser Genosse Kreutziger bereits durch «inen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung in diesem Sinn« gewirkt hat.__ Sprech eor Ifir proletarische Feierstunden. Die Mügl'eder beteiligen sich «n der Hauptprobe jm Hebnjabrteler. Jonnabend. den U eiprtl. nach- miltagS 4 Ubr. KmI-'ytary-Tchiile. Neukölln. Kailer-�riedrich-Ttrage. Allgemeine Wetterlage. a�prcl. täW, abds. "V � Sl-gW*. 0 wolkenlos. 0 he:rer,9 halbbedecki ® wolkig,•bedtckr.-Regen.AGraupsln iSd!net=NeW,*Gewir»ec@Wmdstine Auch am Donnerstag stand der größte Teil Deutschlands unter dem Einfluß eines Hochdruckgebietes, dessen Kern aus der oben- stehenden Wetterkarte über der südlichen Ostsee zu erkennen ist. Es herrschte daher allgemein schwache Luftbewegung, und der Himmel war mit Ausnahme des Nordwestens den größten Teil des Tages über heiter. Dabei war es besonders Im Westen mäßig warm: am Rhein betrugen die Höchsttemperaturen 18 bis 19 Grad Wärme: sonst wurden nur 11 bis 14 Grad Wärme gemessen. In Ostpreußen, das noch immer unter dem Einfluß eines russischen Tiefs stand und etwas unbeständiges Wetter hatte, stiegen die Temperaturen nicht über 2 Grad Wärme empor. lieber England hat sich aus einem Tiefdruckausläufer der Jslanddepression im Laufe des Donnerstags ein flaches Minimum gebildet, das gegen Abend nach Osten zu wandern begann und seinen Einfluß rasch über den größten Teil Deutschlands ausdehnte. Abends hatte das Reich bereits bis zur Oder hin Bewölkung: an der Rordsteküste fiel Regen. Da die neu« Störung ostwärts weiter zu wandern scheint, wird das Wetter am Freitag einen vorwiegend bewölkten Charakter haben. « Wetteranssschten für Verlin. Meist wolkig und vielfach etwas Regen: zunächst noch mild.— Für Deulschland. Ueberall wolkiges Wetter: nur im Norden vielfach etwas Regen. •tafeaftanstn füt M«le Nudrtl st»d •(Iiis SS SS, Lindrnilrahe 3. Parteinachrichten für Groß»Verlin ftrt» a» kos NczirtklttMtarU) _ Hot, i Srcponi«St», zu richte» Achlunfl, Erweiterter Äezirlsvorssand. Heute. Freitag, de« 10. April, pünktlich 19 Uhr. Sitzung des erweiterten Be.'irksvorstandetz Im Sltzungs- saal des Bezirksverbaudeö, Liudeustr. 3, 2. Hof. 2 Trp. Beginn aller Veranftaltuuge« 1914 Uhr. safer« keine besondere Zeitaugo heule. Arellag. 10. April. J». Jtwt«. fftattiotionfcun« nril?araeri»»vut irrte» und grritoorstaud. Mit. bau», ffiiiumasfcal. Mar iltchner. 22. d..Da, urue Srsrt HroZ. Tr-II»". tu. Abt. JXnfti fflto* rft uursrbend vom Sc>w Isen Gr-vvler akiubow«. Morgen. Sonnabend, 11. April. 51. STW. Werbeadend der CSg. im Wob'fabrtssaal. Ltömgin�srsabetb�tr. S. Socführuhq: Die Matrosen voll ckatlaro'. Sintrtu Z0 Pf.(täfle lind beacMft m'DIo muten. 85. Abt. 8»«!altftitir n«der»»m A» llbr im S«ta» Martendorf. UUftel». «Tafte,«ort»ltder br«rd. M. d. spricht über.«a» will die Sozial. de•toteotie?" Werner Edruun dreien iueu»tnogen, d'e 25 Söhre u-d mehr Mtalled der Partei sind. Mus» u-d«czitatioueu. Nach dem alfUicSe» Teil aetnülIHe« Brlsommeuseiu. Siutrllt frei. M.«dt. 18 Uhr Besxbtiauna der Dovwärt�Buckldruckeret. Trekwunit Sek Lindeufrr. 3. 112.«dt. Sie Mltalirderver'amml»»» für Schm?ch»id.«arvlineudaf»ad Rouchsounswe' der lir.d'i dielen Monat»m 20 llbr im Safs Laaddau» i» Schmöckwift. über der Brüche, statt. « 8. strei». Montau. 13.«peij, 20 Ubr, eifcnw des ettoean streisvorstandes bei Shlenftli. Ubland. Ecke Ellndelklrafte. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Verlln. Die«»»stelluau.Die Arbeit der Di Uders reurde- im Sesundbeltahaus Kreuz. brra. Am Urban. Ecke gonianepromenade. ist vom 10. die 10. April, woben» taa» von 14—21 Übt unA Conntaa» von 10— N Uhr aeäkfnet. Eintrilt frei. Die Sröffnunasseiee findet an, itreilau, 10. April, um 20 Ubr, statt. Die Keifer der Droft-Berliner Deweauna stnd dazu einaeladen. Die Eesckäst« stelle ist am WTe't««. 10. Avril. von 16—19 Ubr cteCffnet. Die Karten zur gehniobresseier find dl» ffreilaa abzurechnen. Quartier- aaoabe für die Sieich-kvnferenz bat solvrt telepbonisch Ddnbofs 743 beim So- nassen Lchllatve»u er'olaen. Zlbuiab«»fei»r: greitaa. 10. Avril. 17lo Ubr. in der Vstwlckule. Nütli- strafte. Reukillln.— Eeneralmobe am Sonnabend, 11. April. 16 Ubr. in der Sarl.Narr.SchuIe.«aIser.Wricdrlch.Ltr. 206—210. T'rraortr»! Alle Kind« trefft« fich zur Seneralprode am Lonnobrnd. «Ri Ubr. Wald- Ecke Tnrmslranc. Kre!» Mite: Kilferfiftunq Montaa. IZ. Avril, im Zua'ndbelm Elisab.lb- (itckrfit. 19. Die Karten zur gebnsabrc»fcier müssen bi» Wreitaa. 10. April, 17 Ubr. bei der Senosftn Uunke. Adalberlstr. öS. adaerechuet sein. Alle Eruvpzn müssen zur Eeneralurobe einladen. Sr»ppe Rariead-rf.«Nr treffe» uns zur?edirlabre«ifeiei am Eonnta« Tbaussee- Ecke Ka'fcrftrafte um 10 Ubr. Kabraeld kür Sin, und Nücksabrt nicht veraessen. Die Karlen find abzubolen bis Wreiiaa im Zuaendbeim VON 17 bi« 1» Ubr. Der Nenkclaer Sinne, und Znstr»me»tallrets ist avl Wrelta» um 20 Ubr an der ErSfsnnnasfeier der Groft.Zerlincr«uoftcHuna aktiv deteMfit. Es kommen nur dr Sänaer in graae. tne tan 17 Ubr zur Pro,,» der Nestfatten in der Pttll schule anwesend find. Die belfer schicken die Sänaer vom Gruppenodend sofort zu: Tütlischuse. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation � Snttcrnt«I. tü-rridSvrelüiXXZ �rzle-Gutscliteti!> Vollkommen unsckScklicd. sir»g. 5ie lttr. Arn. I III. Abt. Unser(denosse Keara Stodon Ist pwftvch verstorben. Ein» äschemna Sonnabend. 16 Uhr. SrentalorUim Baumschulen.wea. Neue iSeteili. auua mid) erwartet. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliv »aiendimoeo dir diele Kadr» nw<*»oe.tnaend eireza-U» Mtp m e Ionen n--».- »chtnna, AdteNnaaelelterl Koli lolort. louxit noch nicht«escheben, die Eintritlekarten kür unkere Werdekeiee in der Do ksbübne am 19. April ad. Streicharckiester E ruft. Berlin: Kev'e, iSlt Ubr. ZÜlichtprode im Keim See- Ecke Duriner Strafte'U-Dabn Seestraftel. Spielleiterlnrw«: Moraen Treffpunkt 18 und 20 Ubr Bbf. �rirchr:«straft«. Sonntaa Sli Uhr»bendort. ääe-tedes rie f t qorttn, ftpeddira, Renkküu. Si-aclrcle. Stra'�orchester Eeoft.Verli!, und Sv'.clftnvat O'l«,: für unser» Serbeseier am 19,»orik Seneralprode am' Sonnt««. 12. April, 16 llbr. In den Arminluskalen. Aoabit. ticemn Str. TS. Straftenbab» bi« Durmstrafte, Autvdu» Ick. 16 und 28.»4 Svrechchor Dieraarten üot bereit» um 15 Uhr. Borfidendeakonsereuz Montaa. 13. April. 1914 Uhr. im Siftunaslaol de-, Bezirksamts Kreuzdera, Porckstr. U. Zutritt nur mit Ausweis und MilaUeds» buch. Alle Ab'eUunaen müssen vertrete» lein. Abteilnngsmilgllederversammlnngen, Freitag. 1914 Uhr. Arkonoplaft: Elisadetlchirchftr. 19.— Italkolan U: Souuenburaer Str 20.— Sumann�Iaft: Sleimstr, 30—36.— Seiftenle«! Parkstr.»6.— Andreasvlaiz: Brvmmnfir. 1.— Kriedrichshaint Diesieimenerstr 5t-6.—?»rala»er S ertel; Eoftlcrfir. 61.— Warschauer viertel: Lilauer Str. 18.— Zr-zrs�aner vieitel. R. F.: Litauer Str. 16.— Lnlsens'adi: Wasscrlorstr. 9.— Süden: Porckstr. 11.— Echönebera l: fm o fit. 15.— ölarloi Icnfcurq; D ofinenstr. 4.— üborlotte». bura-Rord: Ollxrsstvafte.— Larkwift: Schule Schulstraftc.— Stealift ll: glem- minastr. 14.— Marien dars 1, R. ff.: Doristr. 7.— ScnleHn VII: Karl.Mari- Schuir.—»enlöBn VIII: 9 üllifchule.— Aaumschulerwen- Ernststr. 16.— Zobannisltal: Dalbaus.— Zreptow: Elsenstr. S.— Köpenick Ii Grünauer Strafte J.—«dpenul II: Dadlw lur Str. 15.— Karlsborst: Treskowaüc« 44.— Reu-Lichtenbeia: LaufMrafte.— Ll�tenbera.ZioU»:©unletjii. 44.— Srrmsdors: Zwonstrafte.—»uchdol,: Berliner Str. 10. -» Sewerkschaftebo«»: Kövenickcr Str. 02: Lichibilder: Heinrich sylle".— «kklnischer Park: Da senltr. IS:..Soziales?uaendu>andcrn�.— O anienbnraer Tor: Tieckstr. 18:.Eefchichäe de» 19. bis 20. Jahrhunderts".— Sloientbaler Vor- ftadt: Elisabctbkirchstr. 19:.Di« benfae Laae IN Suft'and".— geutrum: Lands» beraer Str. SO:.4 218".— Sirnimplah: Sonnenburaer Sit. 20:..Partei und Sewerkschaften IM Samos aeaen di« Wirtschafiskrise".— Aroroalder Plan I: Rastenburaer Str. 16: Kurzreferate.— Balian: Mandelstr. t:.D:n Doten der Rerolut'on".— KobeulSö'daulcn: ffreienzvalder Str. 6:.ssrcikörverkultur"— Siordosten I: Danziaer Str. 62. B. III: Einführunasadend— Wörlher'Ol an: Lastanirnallce 82:-Ar! eilerluaend und ütoutlik".— Paltenplaft: Tilfiter Strafte 4—5: Werbeabend.— ffranklurler Viertel: ffrankfurter Allee 507:„Tie ffrau und der Sozialiemus".— Peteraimraer viertel: Ebrrtnstr. 12:..Seruelle fftaaen".— Kepenicker viertel: Wranaelstr. 128: Austchuftfiftuna.— Lird-ndof: Se m der Eiedluna:„Daaespoiltii".— Westend: 19 Ubr Generalprode. Kön ain- Elisabetb�ätr. Sd kWoblfabrlsloall.— Wilweredars: Wilbelmsaue 123:„Wirt- schaiiskrise und Sozialdemokralie".— Reukelln t- Sander. Ecke stobrechtstrafte: Arbeitsaemeinschait.- Slenkelln II: Sleinmrftstr. 94:.chditerschnltt durch unsere Arbeit".— Neukölln Hl: ftie brnftr. 58:. KoinmunalvvIitiZ". M.— Reukölln IV, R. ff.: Schierkefir. 44: Kordn abei d.— Reuktlln VI: Treptower Str. 95: Werbe. abend.— Neukölln Vi: Schierkefir. 44:-ReNaion. Kirche, Sozialismus", lll.— Renlcll» XI: ffluabafcnfir. 6«:„Proleiarssche Dichwna".— ffalienbera: Sc. meinlchaftsbans:„Bolschrrvismus". ffriedrichslelde: Suuterstr. 44:..Taaes. poütii".— Li�trntera-Mitte: Scharnwcberstr. A:„Unsere Qraanisatlon"—- Reinickendorf-Oft: Lindaner Strafte(Darackel:„Seruelle ffraaeu".— Wilteuau: Reue Schule. Kauvlstr. 18.„ffe-d nand Lassall-".— Rlederschönssausen: Linden- strafte 47: Keimabend.— Reulilln X: Werbcfeier fällt au», dafür Beteiliauna an der Ausficlluna der Kinderfreunde. Treffpunkt 18 Uhr'Za�acke Eanobofer. strafte, ffalkentracht.— Schöncdera vi': Sanvtstr. IS: Schallpiattrnadend. ss0 Ferner lielen: Schlagbaum. Rund- lunk. Eimplois. Suleipe. Kern, Kurzicklutz. Fuluiist 7. Rennen. 1. Peluga iKrabich). 2. Ainönenwarle, 3. honesta. Tolo: 34: 10. Patz: 18, 22: 10 Ferner liefen: Donalello. Sa» Marco d-isn ickmeickelt«t«m ftunrZ unrß meint die Herrin.... Man spricht von der Schönheit einer Frau und meint doch ihre Gesamterscheinung, ihr Auftreten, ihre Sprechweise, ihre Ruhe, ihre Sicherheit. Nervösen und gereizten Menschen wird man nie das Prädikat „schön" zuerkennen. Innere Unruhe zeichnet sich immer im Gesichtsausdruck oder in Haltung und Ge« birde ab. Zur Schönheitspflege gehört Nervenpflege und zur Nervenpflege gehört Kaffee Hag, dsr Coffein» freie, völlig unschädliche Bohnenkaffee. Man sagt Hag und meint GenuQ und Gesundheit