BERLIN Zreitag 10. April 1931 1 I i 10 Pf. Nr. 167 B 64 48. Jahrgang Ersch eint täglich außer«onntng«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. BejugSpreis beide Ausgaben 8S Pf. xroWoche,»MM. pro Monat. Kedaklion und Erpedition: BerlinSWOg.Lindenstr.s Ferosprecher: Dönhoff 292—297 fyVflWtUh AnieigenpreiStDie einspaltige Nonpareillezetle So Pf.. Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G.m.b.H.. Berlin Nr.»7 sss.- Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Oito Braun im Sporipala Sozialdemokratische Massenkundgebung am Dienstag Am Vleasiag. dem 14, April, abends 7-30 Ahr veraasialtei der Ve,irksvarstand der Sozialdemotralischen Partei von Groh- Berlin cinc Kundgebung, in der der preußische Ministerpräsident, Genosse Otto Braun, über das Thema sprechen wird:„was soll aus Preußen werden?" Diese Kundgebung soll als Gegenstoß wirken gegen das Treiben der reaktionären Parteien, die unter der Führung de» Stahlhelms auf dem Wege über eine Londtagsouslösung den Sturz der preußischen Slaatsregierung herbcisühren wollen. Wie selten einer dreht sich dieser Kamps um eine Person, um den sozialdemokratischeu Chef der preußcnregierung, Otto Braun. Zwar wagen auch die schärssteu Gegner seine persönlich« Lauterkeit und seine floatsmännischc Bcsähiguug nicht zu bestreiten— und doch hassen und bekämpfen sie ihn wie kaum einen anderen, weil er Republikaner und Sozialdemokral ist. Am Dienstag wird oun Otto Braun im Sportpalast seine« Gegnern antworten. Er stellt sich zum Kamps. Das ist ei« politisches Ereignis bis weit über die Stadtgrenzen»o« Berlin hinaus, von dem eine neue Welle schärfsten Kampswillens gegen alle Reaktion mit oder ohn« Hakenkreuz ins Land gehen soll. Selbstverständlich wird mit einem außerordentlichen Massen- andrang zu rechnen sein. Die bewährte Disziplin der Berliner Sozialdemokraten wird aber dafür sorgen, daß alles glatt und ohne Störung verläuft. Aazibedenken gegen Volksbegehren. Und Liebenswürdigkeiten für das Zentrum. Das nationalsozialistische Zentralorgan in München fordert zwar die preußischen Nationalsozialisten zur Beteiligung am Stahl- helmbegehren auf, aber es tut das nur mit Borbeholten: Bekanntlich ging einst von uns der Gedanke aus, um Neu- wählen für den Preußifchen Landtag zu erzwingen, ein Bolls- begehren nebst nochfolgendem Bolksentscheid durchzuführen lwie das in Lippe jetzt mit Erfolg gelungen ist). Gewisse B e- d�e n k e n formaljuristischer Natur vcranlaßten uns dann, diese Frage weiter zu prüfen. Unterdes hatte der Stahlhelm von sich aus und auf eigene Verantwortung den Beschluß der Bolksbc- fragung acsaßt und den entsprechenden Antrag beim Innen- minister Severing eingereicht, der nach den üblichen Schikanen auch als gesetzmäßig anerkannt werden mußte. Jene B e- denken, die wir früher hatten, bestehen auch heute noch fort. Im weiteren Verlauf des Artikels geht es dann ans S ch i m p- f e n, wobei, wie üblich, alle Bedenken schwinden. Mächtig geht es gegen„die Bolksbetrüger der SPD. und des Zentrums" und abermals gegen„das korrupte vor marxistischen Enthüllungen zitternde Zentrum", und nochmals„gegen den roten und schwarzen Marxismus". Mit dem„schwarzen Marxismus" ist- natürlich der von W i l» Helm Marx gemeint!__ Wetterverschlechterung. Zu Mecklenburg Schneefälle und Kälte. 3m Laufe der vergangenen Rocht ist das Reich in eine ausgedehnte Schlechtwetterzone geraten, die ihren Ausgang von England genommen hat und nach dem Osten zieht. Zn ganz Deutschland herrscht trübes und im nordwestlichen Teil sogar viel- fach regnerisches Wetter. Die Temperaturen schwanken im allgemeinen zwischen 4 und 5 Grad Wärme, nur in West- deutschland ist es erheblich wärmer, heute früh wurden dort bereits 9 Grad Wärme gemessen. Für die ziemlich vorgeschrittene Jahreszeit herrscheu dagegen in Ostpreußen. Pommern und Mecklenburg sehr tiefe Temperaturen. 3n Mecklenburg sind bei 1 Grad kälte Schneefälle zu verzeichnen. Es hat sich eine durchgehende Schneedecke gebildet, die den Frühkulturen schweren Schaden zugefügt hall Die Depression wandert langsam ostwärts weiter, und bereits am Sonnabend, an dem unser Gebiet auf die Rückseite des Tiefs gelangt, dürste wieder mit einer Besserung des Witterungscharakter» zu rechnen sein. Bei kühlen Temperaturen ist trockenes Wetter bei wechselndem Himmel zu erwarten. Ein Prognose für Sonntag kann vom Amtlichen Wetterdienst bei der Unsicherheit der Wetterlage heute noch nicht gegeben werden. Stahlhelm-Zeitschrist verboten Auf die Dauer von drei Monaten vi« Zeitschrisl des Bundes der Frontsoldaten,„Der Stahl- h e l m", ist von heute ab auf die Dauer von dreiMonaten verboten worden. In der Begründung dieses vom Berliner Polizeipräsidenten erlassenen Verbots, das sich auf die Beanstandung einer Reche von Stellen in dem Osterartikel des„Bundeskanzlers" Major a. D. Wagner„Außenpolitik und Preußen— Volksbegehren" stützt, heißt es am Schluß: „Die Ausführungen stellen in ihrem Inhalt und in chrer Form eine besonders oerletzende roh« UeZßeruNg der Miß« a ch t u n g dar. Der beschimpfende Inhalt ist darin zu erblicken, daß der preußischen Regierung«ine äußerst schimpfliche Hand- lungsweise vorgeworfen wird. Es wird von ihr behauptet, sie fei völlig ungeeignet zur Abwehr der polnischen Gefahr, sie Hobe die Sabotage des R u h r k a m p f c s auf dem Gewissen. Sie werde stets ein V c r- bündeter Frankreichs un d�d a m i t Polens sein und werde stets suchen, aus ihrem Haß gegen jede stolze Regung der Nation heraus Volt und Reich zu entrechten. Der preußischen Staatsregierung wird weiter vorgeworfen, daß sie außenpolstisch die Reichsregierung bremse, und anstatt stützend, aufweichend auf sie wirke, und daß dadurch das Ausland bei seinen Verhandlungen mit der Reichsregierung in Genf hoffen könne, d i e preußische Regierung werde dem Reich in den Rücken fallen. Es ist weiter die Rede von dem Haß der preußischen Stoatsregierung gegen dos Preußentum, von dem Be- streben der preußischen Regierung, dem willen des feindlichen Auslandes, sich in die deutschen und deutsch-österrcichischen Angelegenheiten ein- zumischen, eher Vorschub zu leisten als sich ihm zu widersetzen. Die oben ongesührten Gesetzesbestimmungen sind somit erfüllt. Für die Dauer des Verbotes war die Tatsache maßgebend, daß Aufbruch der Nation „Zettt sind wir aber gespannt, vor welcher Würde der Stahlhelmklepper zusammenknackst.* der Artikel nicht etwa nur ein« einzeln« beschimpfcnüe Aeußernnz enthüll, die als einmalige gelegentlich« Entgleisung aufgefaßt werden könnt«, sondern eine Kelle plamnähigcr gehässiger und in politischer Hinsicht denkbar schwerwiegendster Vorwürfe, erhoben gegen die Re- giernng eines deutschen Freistaates." Do der Erscheinungsort des„Stahlhelm" Berlin ist und das Verbot sich auf Reichsgesetz stützt, gilt es damit auch für das gesamte übrig« Reich. Ltniformverbot gegen Aazis. Auch in der Provinz Brandenburg. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat auf/ Grund der Notoerordnung des Reichspräsidenten das Tragen einheitlicher Uniformen oder Bundeskleidung der Nationalsozialistischen Deut- schen Arbeiterpartei oder ihrer Nebenorganisationen verboten. „Geschlossene" Gemeinden. Alles befolgt Stahlhelmparole. Wie seinerzeit beim Poung-Begehren, so beginnt auch jetzt wieder die Stahlhelmpresie mit Gemeinden zu prahlen, die sich „geschloffen" zum Volksbegehren gegen Preußen eingetrogen Hobe« sollen. Genannt werden zunächst die Gemeinden Bevern und Neuendamm bei Bremervörde. Diese„geschloffenen" Eintragungen erinnern sehr verdächtig an sogenannte„Wahlen" aus der Kaiserzcll, bei denen die gesamt« Ortsbevölkerung unter Kontrolle der regierenden Großgrundbesitzen vor dem Wahllokal antreten mußte. Sie geben einen Borgeschmack dessen, was werden soll, wen« die„F r e i h e i t" kommt, die der Stahlhelm meint. Brennender Dampfer auf hoher See. Drahtlose Hilferufe. New park. 10. April. Die Fonkstationen an der Ostküste von Nordamerika siagea LOS.- Rnse des 4470-Tonuen-M otorfrachldampsrrs �kordhval" auf. Da» Schiff befindet sich an der Küste des Staates Virginia iu Brand und treibt im Meer. Die Besah n n g des Dampfer» ist 4 7 M a a n st a r k. sie hat in Rellangs- booten den Dampfer verlasse«. Der Dampfer„Ehrrokee" der Estde-Linie ist als erster an der llnglücksstelle eingelroffen und mit der Bergung der auf See treibenden Besatzung beschäftigt. Süstenboole und Zerstörer befinden sich unterwegs. Zeppelin über Afrika. Hamburg, 10. April. Räch einer bei der Hamburg-Amerika- Linie ringelroffenen Meldung befand sich das Lnslschiff„Gras Zeppelin" heule früh über B e n g h a s i ans der Strecke Tripolis— Kairo. Da» Lusl- schiff macht sehr schnelle Fahrt und wird heute Rachmittäg bereits ägyptisches Gebiet erreichen. •125 Fischer ertrunken. Sturmkatastrophe an der koreanischen Küste. Tokio. 10. April. Ei» schweres Unwetter hat i« der Nacht die V ii d» Westküste von Korea heimgesucht. Mehr al� 100 Fischerboote sind dem Stur« zum Opfer gefallen. Di« Zahl der dabei ertrunkenen Fischer wird auf 12 5 geschützt. Anhallische» Volksbegehren zugelassen. Das onbaltische Staats- Ministerium hat den Antrag der Bolkspartei und der Wirtschafts» Partei auf Herbeiführung eines Bokksbegehrens zwecks Landtags- auflöfung zugelassen. Schwindel mit Erfindung. Em rajfinierter Betrüger entlarvt. Hamburg, 10. April. Die Polizei hak hier den Leiter des„3o[ef- Junten- Jlugzcug- bans" festgenommen, der angeblich die Erfindung eines in Hamburger Jachkreisen geschähien und beiannten Technikers namens V o l p e r k ausnuhen wollte. Volperl« Idee, den Propeller beim Jlugzeug durch einen Düfen-Dorlrieb zu ersehen, wird auch von wissenschaftlicher Seite durchaus ernst genommen. Junten war es offenbar darum zu tun, für die Idee volpert» Geldgeber zu finden, ohne an eine wirkliche Verwertung der Erfindung zu denken. Bei den Geschädigten handelt es sich um Geldgeber aus Hamburg und Berlin. Funken mietete bei der Hamburger Flughafen- Gesellschaft zwei hallen und zog sein„Unternehmen" groß auf. Zahlreiche uniformierte Wächter wurden angestellt, um den Zugang zu den hallen streng zu bewachen. Ueber den eigentlichen Betrieb vernahm man infolgedessen nur Gerüchte, die von Funken zur Verfolgung seiner besonderen Ziele ausgestreut waren. Die Ver- schuldung des„Unternehmens" beläuft sich nach Angaben von Funken auf etwa 34 000 Mark, die er für sich verbraucht hat. Von anderer unterrichteter Seite wird der Betrag jedoch auf höchstens 10 000 Mark geschätzt. Die Flughafen-Gesellschaft ist nicht geschädigt, da die im voraus zu zahlende Pachtsumme nicht pünktlich bei ihr eingegangen war und der Pachtvertrag daher gar nicht in Kraft trat. Großstadt und Naturschuh. Wieder Naturschuhausstellung am Funkturm. Aus Anlaß des 4. Deutschen Naturschuhtage«, der in diesen Tagen in Berlin aba�' Uien wird, veranstaltete der Magistrat im Vortragssaal der � nchalle einen Empfang für die Teilnehmer der Tagung. Das große Interesse, das die Stadt Verlin der Naturschuhbewegung entgegenbringt, zeigt die Tatsache, daß die Naturschutzausstellung, die schon während der Grünen Woche 1931 gezeigt wurde, noch einmal dem Publikum zugänglich gemacht wurde. Für die Stadt Berlin begrüßte der Leiter der städtischen Stelle für Natur- und Denkmalpflege, Herr Dr. h i l z h e i in e r, die Gäste. Oftmals sei, so meinte er, die Ansicht vertreten, als seien Groß- st a d t und Natur Gegensätze. Diese Auffassung sei irrig. Gerade die Großstadtbeoölkerung fühle sich heute mehr denn je mit der Natur verbunden. Di« Reichshauptstadt rechne es zu ihren höchsten Pflichten, die Naturschutzbewegung zu unterstützen. Als Vertreter der Tagungsteilnehmer sprach Herr Staatsrat von Reuter- München der Stadt Berlin den Dank für die freund- liche Aufnahme aus. Als Münchener habe er bisher nicht gewußt, welche Naturschönhelten die Neichshauptstadt ihr eigen nennen dürfe. An den Empfang schloß sich ein Gang durch die Naturschutzaus- stellung an. Verschönt wurde die kurze Feier durch hervorragende musikalische Darbietungen des Berliner Sinfonieorchesters unter Leitung des Generalmusikdirektors Dr. K u n w a l d. Das Ruffengeschäst. Verhandlungen in Berlin. Die ergänzenden deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen sind heute um 10 Uhr vormittags in der Berliner Sowjethandels- Vertretung aufgenommen worden Direktor Kraemer, Generaldirektor Dr. K ö t t g e n und Generaldirektor Dr. Reuter ver- handeln mit dem früheren Staatsbankprüsidenten P j a t a k o w, dem Leiter der Berliner Sowjethandelsvertretung L j u b i m o w und dessen Stellvertreter Bitter. Der Berliner Aufenthalt des Leiters der Bundesvereinigung der russischen Elektrizitätsindustrie „WEO" S ch u k o w, der an den Verhandlungen als Sachverstän- diger teilnimmt, bezweckt die Aufnahme der Vorverhandlungen über. die Vergebung von Aufträgen für die russische Elektrizitäts- industrie im Rahmen des in Moskau vereinbarten zusätzlichen Be- stellprogramms. Kollektiv st ermordet. ZNoskau(über Kowno), 10. April. Am Donnerstag wurde in dem Dorfe Borowischki in der Zentralukraine der Kommunist W o l n o w, der vom Zentralkomitee mit der Propaganda für die Auflösung der individuellen Bauern- wirtschaften beauftragt war, auf der Straße von zwei unbekannten Männern erschossen. Sechs Personen wurden verhaftet. Leben auf der Nertiner Börse. Man ist wieder optimistisch. Seit einigen Tagen ist auf der Berliner Börse wieder einiges Leben zu beobachten. An der heutigen Börse gingen die Kurse wieder weiter nach oben und die Stimmung war fest. Die Ver- ringerung der Arbeitslosigkeit und die Erwartungen einer Diskont- senkung trugen begreiflicherweise dazu bei. Entscheidend dürfte aber sein, daß die Grundstimmung bei den Kapitalbesitzern verändert ist. Die Zersetzung bei den Nationalsozialisten und die fortdauernde innere politische Stabilität haben im Inland das Vertrauen er- heblich gestärkt. Die Kapttalrückflüsse aus dem Aus- lande, auch der Rückfluß geflohener Kapitalien dauern an und haben sich in der letzten Zeit sogar verstärkt. So kommt es, daß an den deutschen Börsen auch vom Depositenpublitum der Banken wieder gekauft wird. Von den Finanziers des Auslandes wird die Aktivität der wirtschaftlichen Außenpolitik Deutschlands anders be- urteilt als von der Diplomatie, und zwar auf der ganzen Linie günstig. Das erhöht natürlich den deutschen Kredit. So dauern auch gegenwärtig A u s l a n d s k ä u f e aus den deutschen Börsen noch an. Die Loraussetzungen für eine Besserung der Wirtschaftslage, die allerdings vorläufig noch recht vorsichtig beurteilt werden müssen, werden durch diese Entwicklung sicher gefördert. Ltm die Arbeitslosenversicherung Die Gewerkschaften warnen vor weiterer Verschlechterung Die„Gewertschaftszeitung", das Organ des Allgemeinen Deut- fchen Gewerkschafts-Bundes, beschäftigt sich in seiner neuesten Nummer mit dem weiteren Schicksal der Arbeitslosenversicherung. Die„Gewertschaftszeitung" weist auf die verschiedenen Pläne hin, die Arbeitslosenversicherung durch weiteren Leistungsabbau zu „retten" und bemerkt zu ihnen: „Für eine solche„Rettung der Arbeitslosenversicherung" danken die Gewerkschaften. Sie sind der Meinung, daß der Arbeits- lofenschutz nicht noch weiter abgebaut werden darf. Wir haben seinerzeit darauf hingewiesen, welche Konse- quenzen entstehen müssen, wenn der Arbeitslosenversicherung die Möglichkeit genommen wird, nötigenfalls auf Reichsdarlehen zurück- zugreifen. Nun, wo die Regierung bewußt diese Situation ge- schaffen hat, soll man nicht der Arbeitslosenversicherung die Schuld geben. Es ist vollendete Demagogie, es jetzt so hinzustellen, als müsse man erst die versicherungstechnischen Grundlagen einer Ar- beitslosenversicherung herstellen durch Ausscheidung der besonders großen Risiken und durch Beschneidung der Unterstützungshöhe, um so die Ausgaben den Einnahmen anzupassen. Daß diese Versiche- rung eine Sonderstellung in der Sozialversicherung einnimmt, daß ihr Risiko viel wechselvoller und unberechenbarer ist als das jeder anderen Versicherung, weiß und wußte letzten Endes jedes Kind. Darum kann die Arbeitslosenversicherung die Garantie der öffentlichen Hand, auf die im Jalle besonders großer Not zurückgegriffen werden kann, einfach nicht entbehren. Die Notwendigkeit, auf die Garantie zurückzugreifen, kann durch Beitragsbemessung möglichst weit hinausgeschoben werden, aber sie muß letzten Endes für den Fall der Notwendigkeit vorhanden fein. So auch jetzt. Ist die Belastung der Reichsanstalt größer als ihr Etat gestattet, so muß entweder der Beitrag erhöht werden swas auch wir für bedenklich halten), oder aber es muß das Reich helfend einspringen. Vielleicht gibt es noch einen weiteren Weg, nämlich alle jene Personentreise, an die dank ihrer Stellung oder ihres Beschäftigungsverhältnisies der furchtbare Schrecken der Arbeits- losigkeit nie herantritt, finanziell mit für den Schutz der Arbeits- losen eintreten zu lassen. Dieses kann geschehen durch unmittelbare Beteiligung an der Mittelaufbringung oder im Wege der Darlehns- gewährung durch das Reich, das dann wieder bei diesen Personen- kreisen entsprechenden Ersatz sucht. Jedenfalls aber, und das sei hier noch einmal wieder mit aller Entschiedenheit gesagt, darf der Weg nicht über eine Einschränkung des Arbeitslosenschutzes gehen. Dieses sei insbesondere der Reichsregierung gesagt, die sich, wie es gelegentlich scheint, die Sache verdammt einfach vorstellt. Während man nach anderer Seite sehr splendid sein kann— erinnert sei an die hunderte von Millionen Ost Hilfe— oder sehr zag- Haft auftritt, wie in den brennenden Fragen der öffentlichen Ver- waltung, scheint man beim Abbau des Arbeitslosenschutzes größere Entschlossenheit zu zeigen. Wer dazu bereit ist, muh aber zugleich damit rechnen, daß er das deutsche Volt in schwere so- ziale Unruhen hineintreibt, die unsere Wirt- schaft jetzt am allerwenigsten gebrauchen kann." Auch die Christlichen warnen. Der Ausschuß des Gesamtverbandes der christlichen Gewerk- schaffen hat eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Ausgangspunkt aller Bestrebungen zur Ueberwindung der deutschen Volks- und Wirtschaftsnot muß die schnellstmögliche Be- seitigung der katastrophalen Arbeitslosigkeit fein. Soweit die Wiedereingliederung der Arbeitslosen in den Produktions- prozeß nicht erreicht wird, muh ihr Lebensunterhalt sichergestellt werden. Die Wiederbelebung der Wirtschaft setzt jedoch eine entschiedene und rasche Senkung der Preise voraus. Umfang und Zeit- maß der bisher erfolgten Preissenkungen haben den breitesten Volksschichten Enttäuschung bereitet. Soweit die Preissenkung von einer Verminderung der Ge- stehungskosten abhängt, müssen Unternehmerverbände und Gewerk- schaffen gemeinschaftlich nach wirklich aussichtsreichen Wegen suchen. Da» einseitige Vorgehen im Sinne eines Lohnabbaues erschließt keine solchen Wege. Wir fordern daher auch im Hinblick auf die durch die technische Entwicklung bedingte Kürzung der Arbeitszeit mit größter Entschiedenheit: Schluß mit dem Abbau der Löhne! Ebenso entschieden wenden wir uns gegen eine Unterhöhlung und Verschlechterung des deutschen Knappschaftsgedankens und der Sozialgesetzgebung sowie gegen jede Störung der tarifvertraglichen Entwicklung." Zollunion und Chequers England läßt sich nicht verhetzen Während die Pariser Regierungsblätter der neuen politischen Kampfansage des abtretenden Präsidenten Doumergue wider die Zollunion Berlin-Wien ganz natürlich zustimmen, beschäftigt sich die Londoner Wirtschaftszeitschrift„Financial Times" sachlich mit 1 dem Plan. Als Ergebnis der Schutzzöllnerei und Jndustriezüch- ! hing feit dem Kriege wird verzeichnet, daß die Menge der Waren ständig zunimm�, denen es schwer wird, einen Markt zu finden, was zweifellos zur B e r s ch ö r f u n g der Welt- Handelskrise beigetragen hat. Deutschland hat durch die ihm auferlegte Reparationszahlung noch einen weiteren An- trieb, feine Ausfuhr zu vergrößern. Es hat daher guten Grund, einen Markt für feine Waren zu wünschen, der unbestritten bleibt. Das geplante Abkommen mit Oesterreich ist ein durchaus logischer Schritt, in dem beide Länder offenbar vorteile für sich erblicken. Die andere Seite sei, welche neuen Schwierigkeiten die künstlich hochgezüchteten Industrien bei einem Fallen der Zollschranken haben würden. Vom theoretischen Standpunkt gesehen ist die Beseitigung künstlicher Handelsschranken natürlich vorteilhaft. Aber der Ge- danke an die günstigen Folgen in der Zukunft wird von den Sorgen überschattet, welchen Leiden die einzelnen Industrien in der Gegenwart ausgesetzt sein würden. Diese Erwägungen haben bisher die Verwirklichung der Beschlüsse zahlreicher wirlschaftskonferenzen verhindert und die Nationen davon abgehalten, die Theorie in die Praxis um- zusetzen.„Financial Times" schließt: Jetzt sind Oesterreich und Deutschland in Berücksichtigung ihrer eigenen Lage zu der Ueber- zeugung gekommen, daß ein engeres Verhältnis für beide Länder vorteilhaft wäre. Zwar ist ihre Zollunion noch weit von der Verwirklichung entfernt, aber doch schon in ihrer jetzigen Gestalt eine Einladung an andere Länder. Es bleibt abzuwarten, ob diesep erste entschlossene Schritt auch tatsächlich dem Gedanken greis- bare Gestalt geben wird und das Ziel in die Nähe rückt, das beinahe allgemein als erstrebenswert erkannt worden ist. Oer Aufschub von Chequers. Das Wert Frankreichs. Paris, 10. April.(Eigenbericht.) Nach halbamtlicher Mitteilung hat der britische Botschaster T y r e l l den französischen Außenminister B r i a n d über die Aenoerungen unterrichtet, die an dem ursprünglichen Plan der deutsch-englischen Ministerbegegnung in Eheguers vorgenommen worden sind. Aus dieser sehr diplomatischen Forniulierung geht ohne weiteres hervor, daß die französische Regierung Schritte in London unternommen hat, um henderson zu veranlassen, die Zusammenkunft bis nach der Genfer Ratstagung zu oe r s ch i e b e n. Dieser Ansicht ist auch der sozialistische„Populaire", der' die Haltung der sranzösi- schen bürgerliche» Presse und der Regierung in kieser Affäre scharf a n g r e i s t: Auf der Tagesordnung des Rates stehen«raste Frage»! zu ihrer Lösung ist eine Verständigung zwischen den wichtig- sten Mächten notwendig. Da die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland seit einigen Wochen zu wünschen übrig lassen, hat henderson versucht, die V e r M l t t l u n g zu übernehmen. Nachdem er vor kurzem mit Briand gesprochen, wäre es ganz natürlich und nützlich gewesen, wenn er sich auch mit den deutschen Minister» unter- halten hätte. Die französischen Nationalisten wollten aber mit allen Mitteln verhindern, daß der Völkerbundsrat für den Zollunion?- konflikt«ine gerecht« Lösung findet: si« wollten außerdem die vor- bereitende Abrüstungskonferenz erschweren. Aber sie wagten nicht, dies offen zuzugestehen und verschanzen sich hinter stupiden Argumenten. Diese Haltung ist nach den Worten Snowdens im Haag„grotesk und lächerli ch". Weber Einbruch noch Versicherungsbetrug. Freispruch, weil unbeweisbar Die drei Galgenvögel und der„Geschäftsmann", die gestern unter der Anklage des oersuchten Bersicherungsbetruges resp. des Einbruchs den Gerichtssaal des Schöffengerichts Charlottenburg betraten, verließen nach einem F r e i s p r u ch die Anklagebank gegen Mitternacht. Das Gericht hielt es für ausgeschlossen, daß der Einbrecher bereits im voraus für den Fall des Mihlingens sich eine Rückzugslinle gesichert und sich verabredet haben sollte, den Gutschein als Anstifter zu einem Versicherungsbetrug vorzuschieben. Der Verdacht des Einbruchs, sagte das Urteil, bleibe bestehen, desgleichen auch der Verdacht eines Versicherungsbetruges, ein schlüssiger Beweis konnte weder in der einen noch in der anderen Richtung gefichrt werden. Daher der Freispruch. An die Freunde der Befreiung Zialiens! Erinnerungsscheine für den Freiheitskampf. Das„Sekretariat der antifaschistischen Konzentration" in Paris ersucht uns um Wiedergabe des nachstehenden Ausrufes: Der Kampf um die Befreiung Italiens aus dem Joch des Faschismus wird von Tag zu Tag heftiger. Die Nachrichten, die täglich aus Italien zu uns kommen, be- weisen, daß dieser Kampf nicht mir im Interesse dieses Landes, sondern auch im Interesse von ganz Europa, der allgemeinen Kultur und des Völkerfriedens notwendig ist. Die antifaschistische Konzentration in Pari?, die in ihren Reihen die Antifaschisten aller Parteien und Organisationen, die auf den Boden der Demokratie kämpfen, oereinigt, hat in der letzten Sitzung ihres Verwaltungsrates beschlossen, den Kampf mit erneuter Kraft und Energie, in Italien wie im Auslande, zu führen. Um diesen Zweck zu erreichen, wendet sich die Konzentration mit einem Appell an die Solidarität der Freunde ihrer Sache in allen Ländern, um eine außerordentliche Unterstützung zu erhalten. Um dieser Unterstützung ein Zeichen der Anerkennung Italiens, das unter dem Druck des Faschismus entsetzlich leidet, und sich gern davon befreien möchte, zu geben, Hot die Konzentration, dem Bei- spiel der jreiheilsanleihen (Prestiti dello Libertä), die zur Zeit M a z z i n i s Italien von dem Joch der fremden Herrschaften zu befreien geholfen hat, folgend, eine Serie von künstlerisch ausgestatteten Erinnerungs- scheinen herausgegeben, die sicher, wenn ihr Ziel erreicht ist, einen historischen Wert erhalten. Diese Erinnerungsscheine werden auf Beträge von 25, 50, 100,. 500, 1000 Franken(4,17, 8,34, 16,66, 83,33, 166,66 Mark) auf den Namen des Einsenders ausgestellt und mit den Unterschriften des Vertreters jeder in der Konzentration vereinigten Parteien oersehen. Jede Einsendung wird unter den Namen des Einsenders oder in jeder von ihm gewünschten Form(Pseudonym usw.) in der „Liberta" veröffentlicht. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß unser Appell bei allen mit uns Fühlenden nicht unbeachtet bleibt, damit wir mit neuen Mut den Kampf weiter führen. Alle Sendungen bitten wir direkt an das Sekretariat der anti- faschistischen Konzentration, Faubourg Saint Denis 103— Paris(10) zu adressieren. Sekretariat der anlifaschistischen Konzentration. Pietro Montasini. Feftnahme einer Bahnhofshyäne. In der Umgebung des Schlesischen Bahnhofes gibt es eine Anzahl Leute, die ihre Opfer unter den betrunkenen Männern such«». Sie schicken ihre Freundinnen vor, die die Bekanntschast einleiten und suchen dann Lokale auf. Wenn das Opfer genügend betrunken gemacht ist, wird es bis auf den letzten Pfennig a u s g e f l e d d e r t. So ein„Kunde" ist der 33 Jahre alt« „Händler" Fritz Hasel, der jetzt gefaßt werden konnte. Bei dem Festgenommenen fand man die goldene doppclkapselige Uhr des letzten Opfers, die ihm so gut gefallen hatte, daß er sie nicht ver- kaufte. Der Bestohlene, der schon Anzeige erstattet hatte, konnte sie zurückerhalten. Auf Blonalsdauer verboten ist die in Itzehoe erscheinende Tageszeitung„Das Landvolk". Schuh für arbeitende Kinder Internationale Festlegung des Mindestalters Von den dreißig Uebereinkommen, welche die Tagungen der Internationalen Arbeitskonferenz bisher ausgestellt haben, setzen drei ein M t n d e st a l t e r für die Beschäftigung von Kindern in der Industrie, der Schiffahrt und der Landwirtschaft fest. Eine internationale Regelung des Mindestalters für die Beschäftigung in anderen Zweigen der Wirtschaft, in denen Kinder vielfach ernsten Gefahren ausgesetzt sind, fehlt aber noch. Diesem Mangel soll nun abgeholfen werden. Die nächste Tagung der Arbeitskonferenz, die im Mai beginnt, wird u. a. die Aufstellung einheitlicher Grundsätze über das Mindestalter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtlndustrlellen Berufen beraten. Hält die Konferenz den Gegenstand für geeignet, den Inhalt eines Uebereinkommens oder einer Empfehlung für die Gesetzgebung der Staaten zu bilden, so findet auf ihrer nächst- jäbrigen Tagung die zweite Beratung und die endgültige Be- schlußfassung statt. Zu den Berufsgruppen, die in die neue Regelung einbezogen werden sollen, gehören die Arbeit in kaufmännischen Be- trieben, die Büroberufe, der Straßenhandel� Arbeit in öffentlichen Vergnügungs statten, Schankstäiten sowie Arbeit in H e i l st ö t t e n und Anstalten für Kranken- behandlung. Den Vorschlägen des Internationalen Arbeitsamtes gemäß soll auch in diesem Falle wieder ein Uebereinkommen aufgeftellt werden(nicht bloß eine Empfehlung), das für alle Länder, die ihm beitreten, bindend ist und für dessen Einhaltung Internationale Sicherungen gegeben sind. Ebenso soll, wie in den oben erwähnten älteren Uebereinkommen. das Mindeflaller für die vefchäfligung allgemein das vollendete l4. Lebensjahr sein. Ein geringeres Alter könnte vielleicht für gewisse Arten leichterer Arbeit zugelassen werden, die unter Bedingungen geleistet wird, welche ein Abweichen von der Norm rechtfertigen würden. Die Frage derartiger Ausnahmen wird die Arbeitskonferenz jedenfalls mitgroßerDorsicht behandeln müssen, weil manche Beschäftigungen zwar scheinbar leicht von Kindern au-- zuführen sind, in Wirklichkeit sie aber in gesundheitlicher und sitl- licher Hinsicht ernsten Gefahren aussetzen. Für gewisse Berufe ist andererseits ein hinaussehen des Schuhalter» zu empfehlen. Dazu gehört z. B der Strahenhandel. In nahezu ollen Ländern, wo dos Mindestalter für die Beschäftigung gesetzlich festgelegt ist, sehen die Gesetze für den Straßenhandel ein böheres als das sonst geltende Mindestalter vor. Wo eine allgemeine Gesetzgebung über das Mindestalter nicht besteht, sind zumeist be- sondere Vorschriften für den Straßenhandel erlassen worden. Auch für eine Reihe anderer Beschäftigungen ist ein Mindestalter von mehr als 14 Jahren angebracht. Wahrscheinlich wird die Internationale Arbeitskonferenz wünschen, Ausnahmen zugunsten der asiatischen Länder zu treffen, deren soziale Verhältnisse die sofortige Einführung des- selben Mindestalters, wie es für die europäischen Staaten in Be- tracht käme, erschweren würden. In orientalischen Län- d e r n ist es vielfach alteingebürgerte Sitte, Kinder in sehr jugendlichem Alter zur Arbeit in nichtindustriellen Berufen heranzuziehen. Eine Lcrrückung des Mindestalters um eine Reihe von Jahren dürfte daher allseits auf heftige Widerstände swßcn. Für diese Länder wird deshalb die Altersgrenze etwas niedriger festzusetzen sein als für die anderen, natürlich unter der Voraus- fetzung, daß dieses nur ein erster Schritt zur Besserung der Zustände wäre und daß die Wandlung der öffentlichen Meinung sowie der Ausbau der Gesetzgebung über den Schulbesuch recht bald einen weiteren Fortschritt ermöglichen. Ueber die Gesetzgebung und die Praxis betreffend das Mindest- alter für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtindustriellen Inlernailonaler Franenfaö tz. Kreit Sieglitz, Montag, den 13. April, 191', Uhr im„Park- Lich'er e!de, resfaurani", Södende. Marlendorfer Sir.(Bahn- Lankwitz, hol SQdende). VorlQhrung des Filmes„Giilgas", Rezitationen Martha John, Anspradie Käthe Kern. Berufen hat das Internationale Arbeitsamt«inen Bericht verfaßt, der als Grundlage für die Verhandlungen der bevor- stehenden Konferenz dienen wird. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß ein M i n d e st a l t e r für die Beschäftigung von Kindern über- Haupt— ohne Beschränkung auf bestimmte Berufe— i n 17 Staaten vorgesehen ist. In 12 dieser Staaten gibt es außerdem noch besondere gesetzliche Beschränkungen der Kinder- arbeit in einigen namentlich angeführten Berufen. Das Mindest- alter ist in den meisten Fällen 14 Jahre, in Spanien jedoch nur 10, in einigen anderen Ländern(darunter England) 12 Zahre. In vielen Staaten, wo es zwar für Kinderarbeit keine allgemeingültige Altersgrenze gibt, ist ein Mmdeltalter für die Zulassung zu gewissen Arten von Arbeit festgelegt, lo z. B. für die Beschäftigung in kaufmännischen Betrieben in 16 Staaten, für die Zulassung zur Teilnahme an öffentlichen Vorführungen in 23 Staaten, für die Arbeit in S ch a n k- st ä t t e n in 21 Staaten usw. Neben der Festsetzung einer Altersgrenze schreiben die Gesetze gewähnlich noch vor, daß Kinder zu bestimmten Berufen, manchmal sogar zur Arbeit überhaupt, nicht zugelassen werden dürfen, bevor gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. Solche Bedingungen gelten hauptsächlich für den Straßenhandel und öffentliche Vergnügungs- stätten. Sie beziehen sich besonders auf die körperliche Tauglichkeit zu der besonderen Beschäftigung und die Erreichung eines gewissen Mindestmaßes von Schulbildung. In einigen Staaten ist der Nachweis zu erbringen, daß die Eltern durch Armut ge- zwungen sind, ihr Kind zur Arbeil zu schicken. II. F. Turgenjew:„Aaialie". Komödie. Im Pariser Tafö Brebant saßen drei Riesen mit Mandarinen- schnauzbärten. So schwer waren ihre Körper, daß sie sich kaum noch bewegen konnten. Auch ließ ihnen die Arbeit kein« Zeit zum Spazierengehen. Es waren Flaubert, Edmond de Goncourt und Turgenjew. Aus den Tagebüchern Goncourts wissen wir, daß die drei Freunde sich gelegentlich über ihre merkwürdigsten Geheimnisse aushorchten. Denn sie waren die neugierigsten Schriftsteller ihrer Zeit. So mußte Turgenjew beichten, welches Mädchen ihm zum erstenmal die. Liebe gelehrt hätte. Dabei dachten sie durchaus, daß Turgenjew der leidende Teil gewesen wäre. Denn er war nach ihrer Beobachtung sein ganzes Leben lang in der Liebe der leidende Teil, und er starb als seufzender und nur geduldeter, doch nicht er- härter Anbeter jener Madame Viardot-Garcia, die eine bezaubernd« Sängerin und ein Hausdrache war. Trotzdem lernte Turgenjew von ihr all« Zärtlichkeit. Ja, es ist seltsam, alle diese sehr kurpulcnten und genialen Romanschriftsteller bilden eine besondere Rasse, zu der auch Gottfried Keller, Jean Paul und Balzac gehören: sie unter- richteten uns, trotz ihrer äußerlichen Bullenbeißernatur, in den feinsten Herzensdingen. Von den unglücklichen Frauenherzen, von den gebrochenen, von den Liliengefühlen, die nicht fähig sind, so schlicht zu sündigen, wie es das gesunde Blüt fordert, wußte Turgenjew sehr viel. Da er gelegentlich über s)t Frauentragödie ein Schauspiel dichtete, stattete er die Dame mit ungeheurem Leide aus. Sie ist in höheren Jahren Liebesrivalin der Siebzehnjährigen. Sie vergöttert den Hauslehrer ihres Jungen, der aber mutig genug ist, sie im Stich zu lassen. Sie zwingt den Verehrer, der treuer zu ihr hält und sich ihretwegen zu Tode schmachtet, das Weite voller Trübsal zu suchen. Und sie schluchzt und schlugt, durchgeschüttelt von jener unheilbaren Hysterie, die nun einmal nach dem Schicksalsrezept aller dieser halb natura- listischen und halb romantischen Dichtergenies zur Psychologie dieser großen Sentimentalen gehört. Helene T h i in i g spielt die große Sentimentale, um zu zeigen, daß nicht die Dichtung, sondern nur die herrlichen Schauspielergaben dem empfindsamen Publikum die tiefgehenden Erregungen vermitteln. Sie spielt, paradox zu sagen, mit einer geradezu provozierenden Ein- fachheit. Wo sonst die Seelenstärke des Darstellers endet, nämlich in der überspannten Seelenlage, beginnt erst ihre Kunst. So wird alles zu einer pompösen Virtuosenleistung, so entwickelt sich alles in psychologischer Akrobatik, die als beispielgebende Art für den Iheatervirtuosen äußerst gefährlich wirken könnte. Dennoch wird, weil eben die Künstlerin über so oolllommene Mittel, über ganz «inzigarttge Zwischentöne, Seufzer, Aufschreie und Heroinengesten verfügt, der Anblick und das Erlauschen all dieser seltenen Tricks zu einem kostbaren Genuß. Die übrigen Künstler verschwinden dann als interessante Gegen- fpieler, Stichwortgeber und Begleittypen, denen nur soviel Text ge- schenkt wird, wie die leuchtende Solospielerin gestattet. Lore Anne Mosheim ist im Vergleich zu der überragenden Virtuosin eine rührende Anfängerin. Herr S i m a als Räfoneur. Herr Hör- b i g e r als Tölpel und Herr E d t h o f e r als galanter und resignierender Gefühlsaristokrat orchestrieren den Solotext der Frau Thimig, und es gelingt ihnen, bescheiden zurückzustehen, sobald die großen Paradearien ertönen.>lax Hochdorf. Berichtigung. In unteren grsttigen Opernbertcht ist iniolqe eine« lKrucksebl-r« eine talfche Angabe geraten. Die Oper.FeuerSnot" stammt »icht au» de« Jahre 1921, sondern 1901. „In Wien Hab' ich einmal ein Mäbel geliebt." Roxy- Palast. Das für diesen in der Kulisse gespielten Wien-Film benutzte Manuskript gleicht einem guten Nudelteig. Es läßt sich beliebig langziehen. Und für alle die unentwegt rührsamen Gemüter wird mal wieder die Geschichte von dem vielliebenden feschen Leutnant erzählt, der endlich einmal etwas für sein Herz erobert. Diese Er- oberung ist natürlich das liebe Mädel aus dem Volk. Da aber der Herr Leutnant ein bißchen stark begriffsstutzig ist, kommt durch ein Mißverständnis die Trennung. Die Liebenden finden sich erst, als der„böse" Umsturz den Herrn Leutnant auf die Straße geworfen hat. Er schlägt sich als Eintänzer und Filmkomparse durchs Leben. Sie jedoch wurde ein berühmter Filmstar, und bei allerhellster Atelierbeleuchtung liegen die beiden sich in Großaufnahme in den Armen. Sobald Greil Theimer erscheint, wird der Kitsch erträglich: denn diese junge Darstellerin bringt so viel natürliche Anmut mit, daß man allein das herzige Mädel und weiter nichts steht. Werner F ü t t e r e r hat nur eine gute Figur zu machen und höflich zu sein. Nicht bloß das erster«, auch das letzter« gelingt ihm im Film. Der Regisseur Erich ipchönfelder kopiert sich und seine Kollegen. Cr hat eine Sucht nach dem Altbewährten und eine erschreckliche Angst vor dem Neuen. Trude Hesterberg holt sich als tempera- mentvolle Marchesa sehr zu Recht einen Sondererfolg, das gleiche gelingt Ernst V e r e b e s. Ebenso stellt Max Ehrlich einen ganz famosen Filmregisseur auf die Beine, obwohl er eigentlich keine neue Rolle schafft, sondern nur Max Ehrlich spielt. e. b. Marconi über die„drahilose" Zukunft. Marconi, der sich gegenwärtig in London befindet, hat sich dort über die Zukunft der drahtlosen Technik in den nächsten zehn Iahren ausgesprochen.„Die drahtlosen Apparate", sagte er,„werden viel billiger werden und ganz allgemein sich einbürgern. In diesen zehn Jahren dürfte die Welt sehr Nein werden, denn man wird von Europa nach Australien ebenso leicht und schnell telephonieren wie jetzt innerhalb einer Stadt. Ich glaube auch, daß in dieser Zeit die Teilnehmer drahtlose Telephone in ihren Häusern erhalten können. Das Fernsehen wird sehr entwickelt werden und nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zu praktischen Zwecken dienen. Die Entwicklung der drahtlosen Technik bringt die Welt einander näher und soll dadurch dem Krieg entgegenarbeiten. Je besser die Menschen einander kennen, desto weniger werden sie sich feindlich begegnen. Außerdem wird die Möglichkeit einer Ueberraschung verringert sein, und man wird nicht mehr ein« unvorbereitete Nation mit Krieg überziehen können. Für die Betreibung von Fahrzeugen auf draht- losem Wege sind bisher noch keine Zeichen vorhanden. Aber man wird zum Beispiel Flugzeuge drahtlos lenken können, so daß eine Flotte von Bombenwerfern durch die Luft entsandt werden kann, ohne dabei Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Der Feind wird allerdings diesen Agrisf abwehren und vielleicht sogar gegen den Angreifer richten können. Eine große Entwicklung wird die Ueber- tragung von Telegrammen und Auszeichnungen in der Handschrift des Absenders erfahren. Telegramme werden überhaupt nur noch Hand- schriftlich gesandt, und zwar auch in Stenographie, die dann wohl überall eingebürgert sein dürfte. Das wichtigste Problem liegt gegen- wärtig in der Erforschung der kurzen und der extra kurzen Wellen. Wenn wir diese ganz kurzen Wellen beherrschen, dann wird jede „Verstopfung" in der Lust vermieden werden. Besonders bedeutsam ist die Benutzung dieser kurzen Wellenlängen für Schiffe, die dann imstande sein werden, um sich ein„Band" zu ziehen, durch das ihr Aufenthalt jedem anderen Schiff bekannt wird, dos in den Umkreis dieses Bandes kommt. Auf diese Weise werden Zusammenstöße vermieden werden." Die Bühnengenossenschafk gegen die Filmstudios. Gegen den Plan der Filmstudios, die Schauspieler gegen Ersatz der Tagesspcfen mit einer Gewinnbeteiligung statt der Gagen zu verpflichten, hat die Bühnengenosscnschaft Protest erhoben. Die Genossenschast Deutscher Bühnenangehöriger schreibt in diesem Protest:„Wir villigen den Gründern dieses Studios(gemeint ist die Carl- Fröhlich- Film- Gesellschaft) die gute Zlbsicht und den Glauben zu, müssen aber trotzdem schärfsten Protest gegen dieses System erheben. Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn ab und zu ein paar künstlerische Menschen sich zusammentun und das Risiko ihrer Arbeit unter- einander teilen, aber daraus ein System zu machen, birgt große Gefahren in sich." Die Wiener Festwochen sollen Heuer vom 7. bis 21. Juni ab- gehalten werden und im Zeichen Mozarts stehen. Ausführungen in der Staatsoper, die einen Mozart-, Wagner- und Richard-Strauß- Zyklus bringen Konzerte und eine Reihe von Ausstellungen sowie sportliche Veranstaltungen und internationale Kongresse werden im Rahmen der Festwochen veranstaltet. Die österreichischen Bundes- bahnen werden weitgehende Fahrpreisermäßigungen gewähren. Eine prähistorische Stadt in Vorderindien entdeckt. Unter der früheren Stadt Mauryan im Distrikt Chitaldroog wurde eine pra- historische Stadt entdeckt, die den Namen Deccan führte. Die Eni- deckung Deccans im Distrikt von Chitaldroog wird, wie Sochver- ständige erklären, voraussichtlich dazu führen, daß man infolge weiterer Ausgrabungen die Geschichte der Zivilisation Südindiens mehrere Jahrtausend« weiter zurückverfolgen kann als bisher. Zm k« ihshtidririr-Zfrabr ifi die 9vf'niisfiibtiinn ,AIIr?Schwind«l' aus Connabrnd verlegt worden. Tie sür die Piemicre gelösten Karten be- halten Gültigleit. Friedrich kavssler lieft auf dem 6. Dichterabend de« Verbände» Deutscher Eizäbler heute acht Uhr im ehem. Herienhaus« au« seinen erjähienden Schrislen. Die vereinigten Staa'sopernorchester Im Sportpalast Sonntag, m'ttag« 12 Uhr, findet im Sportpainil ein voiksliiimiche« Konzeit der vcieinigtcn Siaatsopernoichcfier unter der Leitung van Leo Blech. E>ich Kleiber, Otto Kiemveicr zu Gunsten der Unteruüdiingstasse statt. Da« Programm besteht au« Tänzen und Märichen. Preise: I bis 3 M. Karten: StnaiSlheater, Sportpalast, Werlheimtassen, KdW, Bote 6r Bock. AM das Wahka'ter. Die O skussion in der?iund:U!ithörstunde. Angehörige der Arbeiterjugend, der Freien Gewerkschafts- jugend, der sozialistischen Studenten und aller übrigen an diesem Thema besonders Interessierten Organisationen hatten zahlreich dem Rufe des Ausschusses für Rundfunkhör st unden Folg« geleistet, das Streitgsspräch des Genossen Sollmann mit Dr. Scholz von der Deutschen Volkspartci gemeinsam zu hören j und sich darüber auszusprechen. Ueber den Inhalt des Gespräches i haben wir im Morgenblatt berichtet. Einmütig wurde die Erörterung politischer Fragen vordem Mikrophon begrüßt. Wenn auch die Zeit zu gründlicher Erörterung zu kurz war. so diente allein die vornehme Form dieses Streitgespräches zwischen scharfen politischen Gegnern der politischen Erziehung insbesondere zur Loyalität Andersdenkender gegenüber. Gewünscht wurde allerdings, daß die Themen dieser Streitgespräch« mehr aus brennender, im Augenblick zu entscheidenden Fragen gewählt sein müssen, um wirklich breiten Resonanzboden finden zu können. Die unter Leitung de» Genossen A. Flatau und später des vom Mikrophon des Berliner Senders herbeigeeilten Genossen W. S o l l m a n n stehende sehr sachliche und rege Aussprache ergab, daß niemand aus den Kreisen der sozio- listischen Arbeiterbewegung an eine einseitige Herauf- setzung des Wahlalters denke. Allerdings müsse der politischen Schulung in den sechs Jahren zwischen Schulentlassung und Beginn des Wahlrechts wesentlich mehr Aufmerksamkeit ge» schenkt werden. Der Ahnungslosigkeit in politischen Dingen, die der Boden für die geistlose Schlagwortpropaganda sei, müsse durch die staatsbürgerliche Erziehung beseitigt werden. Daneben haben dann die Arbeiterorganisationen die wesentlich stärker zu be- tonende Aufgabe, die sozialistisch« Durchbildung oorzunehinen. So könne der 6 Jahre durch das Erwerbsleben gegangene politisch ge- schulte Jungwähler mehr politische Reife haben als manch An- gehöriger der älteren Generation. Man dürfe die Frage des Wahl- alters nicht zur Konjunkturfrage machen. Ob die Stim- mung der Jungwähler uns günstig fei oder nicht, dürfe in unserer Stellungnahme keine Rolle spielen. Grundsätzlich müsse man dafür sein, daß dem jungen Menschen Möglichkeiten zur politischen Be- tätigung gegeben werden, weil er gerade dadurch am ehesten zur politischen Erkenntnis gebracht werden könne. Die Aussprache schloß mit dem Dank an die Berliner Funk- stunde für dieses Gespräch in der Hosfnung, daß ähnliche regelmäßig folgen werden. Damit werde eine wesentliche Ausgabe des Rund- funks erfüllt. Am 29. d. M. soll eine besonders interessierend« Funkoper „Malpopita" unter der Leitung von Claus Pringsheim gemein- sam abgehört und besprochen werden, wenn die Funtstunde die Zeit günstiger ansetzt, da es für den berufstätigen Menschen unmöglich ist, ab 21,19 Uhr eine fünfviertelstündige Oper anzuhören. Emer auf dem Hängeboden. OaS Zechgelage als BerliängniS. Einen raffinierten Plan, um sich in den Besitz der großen Kasse einer Schankwirtschaft in der Frankfurter Allee zu setzen, hatte ein 24jähriger frühere Fremdenlegionär B. ersonnen. Als Helfer und Aufpasser hatte er seinen Freund, einen 29 Jahre alten L., gewonnen. B. erschien zunächst in dem Lokal als Gast und benutzte einen unbewachten Augenblick, um sich In die Hinterräume zu schlängeln und sichaufdemHängebodenzuverkriechen. Als um 3 Uhr Schluß gemacht wurde, wartete er immer noch, bis auch die Angestellten fortgegangen sein würden. L. stand auf der Straße und paßte auf. Durch Klopfen sollte er ein Zeichen geben, daß die Luft„rein sei". Ein Angestellter des Lokals hatte aber den Postensteher beobachtet und glaubte, es fei ein Einbrecher. Bis 5M Uhr hielt er sich deshalb zur Vorsicht in den Räumen auf. Jetzt kam B. au« seinem Versteck heraus. Mühelos brach er die Ladenkasse auf und fand darin die Tageseinnahme von 1389 Mark. Er traf sich an verabredeter Stelle mit L., beide fuhren nach dem Tiergarten hinaus, teilten die reiche Beute und betranken sich ausgiebig. Am Morgen wurde der Diebstahl entdeckt und der Angestellte beschrieb den Schmieresteher. So wurden die beiden von der Kriminalpolizei aufgespürt und fest- genommen. Ein kleiner Teil des Geldes war noch vorhanden und wurde für den Bestohlenen beschlagnahmt. Der 24jährige B. war früher in der französischen Fremdenlegion, es gelang ihm aber die Flucht und Heimkehr. Oer Kampf im Baugewerbe. Oie?�GO will ihr Süppchen kochen „Schon schlägt d«r große Bauarbeiterstrrik unter der Führung der NGO. auss neue die Wellen des proletarischen Gegenangrisss über das ganze Reich"— prahlt die„Rote Fahne", und die KPD. tut so, als habe ihre RGO. die ganzen Bauarbeiter hinter sich. Wie steht's nun mit dem Bauarbeiterstreik? An der Lohn- regelung im Baugewerbe, das heißt augenblicklich an der möglichst kräftigen Abwehr des Borgehens der Unternehmer zur Kürzung der Löhne, sind natürlich sämtliche Bauarbeiter interessiert, also auch die 80 Proz. der arbeitslosen Bauarbeiter. Allein, die Arbeits- losen können nicht streiken. Ihnen sällt die passive Rolle zu, in einem Streik Solidarität zu üben, keine Strcikarbeit anzunehmen. Die 20 Proz. der beschäftigten Bauarbeiter konnten während der Ber- Handlungen nicht streiken und hatten dazu auch so lange keine Ur- fache, so lange die Unternehnier die bisherigen Löhne weiterzahlten, bis der Streit ausgetragen ist. Die Unternehmer wollten jedoch die Verhandlungen über ihren Antrag auf Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchez zu ihren Gunsten beeinflussen und legten den Ar- heitern Reverse zur Unterschrift vor, um die Borarbeiter zu zwingen die willkürlich gekürzten Löhne aiizuerkennen. Selbstverständlich forderten die Arbeiterorganisationen des Baugewerbes— zu denen die RGO. nicht zählt, da sie nicht tariffähig und auch sonst unfähig ist— auf, derartige Reverse nicht zu unterschreiben. Die Bauarbeiter, die dieser Weisung folgten, wurden entlassen, ausgesperrt. Die RGO. suchte oie Bauarbeiter in den April zu schicken und verkündete den Streik zum 1. April. Daraus wurde nichts, und erst nach der Aussperrung der organisierten Bauarbeiter konnte die „Rote Fahne" von einer Ausdehnung des Bauarbsiterstreik- berichten. Den Lohnkampf führen die Bougewerkschaften und die RGO.-Leute laufen nebenher und schreien:„Wir führen!" Sie haben nichts zu fiihren, sie sammeln Gelder zur eventuellen Unterstützung ihrer Nachläufer und machen Krach. Bon dem morgen zu erwartenden Ergebnis der Nachverhand- lungen hängt es ab, ob und wann der Streik beigelegt wird, nicht ober von dem Toben der REO., das sich nicht gegen die Unter- nehmer, sondern gegen die Gewerkschaften richtet. Wanderfcheme. Für wandernde Ardettslose. Männlichen unterstützmigsberechtigten Arbeitslosen, die ihre Lehrzeit beendet haben, kann auf ihren Antrag vom Borsitzenden des Arbeitsamts ein Wanderschein ausgestellt werden, wenn das Wandern zur Erlangiing einer geeigneten Beschäftigung und beruflichen Weiterbildung zweckmäßig erscheint. Der Wanderschein darf einem Arbeitslosen innerhalb eines Jahres nur einmal aus- gestellt werden und ist auf höchstenszehnWochenzu befristen. Der Wanderschein begründet die Zuständigkeit zum Bezug der Arbeitslosenunterstützung in den Orten der Wander- schast. Diese Bestimmung des Arbeitsvermittlungs- und Arbeitslosen- nersicherungsgcsetzes ist noch recht wenig bekannt, obwohl sie gerade für die jugendlichen Arbeitslosen sehr wichtig ist. Der Wanderschein soll nur ledigen Arbeitslosen im Alter von 18 bis 30 I a h r e n erteilt werden. Ausnahmen sind zugelassen. Der. Arbeitslose muß seine W a n d c r r a u l c festlegen, und das Amt hat zu prüfen,-ob in den Gegenden dieser Wander- route die Möglichkeit'besteht, Arbeit zu bekommen. Das Amt kann von sich aus gewisse Gegenden Deutschlands als Wanderbezirke aus- .nehmen, wenn deren Arbeitsmarktverhältnisse es rechtfertigen. Auf jeden Fall wird das Wanderziel festgesetzt. Kann einem Wandernden in einer bestimmten Gegend unbe- dingt Arbeit nachgewiesen werden, so kann jedes Arbeitsamt, bei dem sich der wandernde Arbeitslose meldet, das Reiseziel abändern. Auch wenn der Arbeitslose auf seiner Wanderung von einer ander- weitigen Bcschäftigungsmöglichkeit erfährt, kann er vom nächsten Arbeitsamt die Abänderung seiner Reiseroute beantragen. Unterwegs ist der Arbeitslose verpflichtet, sich sofort nach seinem Eintreffen am Wanderungsorte, spätestens jedoch bis 10 Uhr vormittags des folgenden Tages, bei dem Arbeitsamt oder der zuständigen Arbeitsamtnebenstellc zu m c l d e m Ln der Durch- oangszone und im Wanderbezirk ist der Arbeitslose an jedem Wanderungsork zum Bezug der Arbeitslosenunlerstühung berechtigt. Nur bei Arbeitsaufnahme oder einem anderen besonders wichtigen Grunde darf der Arbeitslose seine Wanderung durch Aufenchalt unterbrechen, jedoch nicht länger als drei Tage. Der Wandernde kann sich auch einen Teil seiner Unterstützung in Sachleistungen geben lassen. Die Unterstützung wird wöchentlich nachträglich gezahlt. In Ausnahmefällen kann der wandcrude Arbeitslose auch für kürzere Zeitabschnitte seine Unterstützung erheben. Die Ausstellung des Wanderscheins wird meist an die Bc- dingung geknüpft, daß der Arbeitslose mindestens seit vier Wochen Arbeitslosenunter st ützung bezogen hat. Bei Fristablauf des Wanderscheins ist für den Arbeitslosen dos Arbeits- amt zuständig, in dessen Bezirk er sich gerade aufhält. Ein Rück- besörderungsrecht gegen die Reichsanstalr besteht nicht. Will der Arbeitslose bei Fristoblauf wieder zu seinem Aus- gangspunkt zurückkehren, so muß er seine Wanderung selbst danach einrichten Der Wanderschein bietet auch den Vorteil, daß der wandernde Arbeitslose auch gegen Krankheit versichert ist. In Frankreich kann man'S auch. Die Arbeitgeber der Textilindustrie haben den Gewerkschaften mitgetellt, daß sie infolge der Wirtschaftskrise gezwungen seien, eine beträchtlich« Lohn Herabsetzung vorzunehmen. Wetter für Berlin: Ziemlich kühl, wechselnd bewölkt, nur unerhebliche Niederschläge.— Für Deutschland: Im Westen Wetter- besscrung, im Osten noch ziemlich trübe mit Niederschlägen, Temperaturen im ganze» wenig verändert. Rückschau. „Lebe n und Sterben des großen Sängers Enrico Caruso", Hörspiel von Günther Eich und Wart in R a s ch k e. Der Titel schmeckte noch Vorstadtkino. Und, um es gleich vorweg zu sogen, eine große Dichtung war das Wert nicht, nicht ein- mal der Anlauf dazu. Aber trotzdem ein gelungenes Hör- spiel. Schollplatten, in denen Carusos Stimme über die Vergäng- lichkeit seines Körpers triumphiert, sind dem Musikfreund ein ewiges Wunder: denn die strahlende Inbrunst dieses Gesanges wird nicht durch Nachgeborene erfetzt. Um diese Schallplatten herum entstand das Hörspiel von Eich und Raschle. Nicht Caruso, seine Stimme ist der Mittelpunkt des Werkes, und nur so ist das Schwergewicht richtig verteilt. Der Hörbericht, der dies« Schall- platten ergänzt Und sie durch eine Art Handlung aneiiianderbindet, begnügt sich mit bescheidenen Dialogsätzen, in die oft Ausschnitte aus Pressemitteilungen und Kritiken über Caruso eingefügt wurden. Dabei haben die Verfasser sehr geschickte Arbeit geleistet. Denn das, was uns heute von Caruso zu wissen wichtig ist, sein Weg zu seiner Kunst und mit seiner Kunst, wird— nein, nicht enthüllt: das wäre zuviel behauptet. Bis zu letzter Klarheit hätte nur ein genialer Dichter vorstoßen können: die beiden Horspieloersasser deuten diesen Wtg nur an. Doch schon damit gaben sie dem Hörspiel einen natür- lichen, haltbaren Zusammenhang. Mehr noch: Spannung ent- stand, Erwartung auf das Kommende, auf die nächste Schallplatte, auf das neue Klangerlebnis. Carusos Kehlkopferkrankung, miß- billigende Presseurteile weckten die Furcht: wird die Stimme wieder durchhauen? Die Verfasser ließen keine Platte jäh abbrechen. Sie bewiesen damit viel Geschmack, sehr viel Ehrfurcht cor der Kunst. Der Hörer genoß ungetrübt den herrlichen Gesang, erlebte immer wieder seinen Triumph. Für diesen Abend gebührt auch der Regie und den Sprechern Donk. Max Bing formte eine Aufführung, die sich immer auf das Wesentliche konzentrierte und kein belangloses Nebenher duldete. Nur einmal wirkte störend, daß der Gesang Carusos längere Zeit von anderer Musik und Gesprächen über- schnitten wurde. Und vielleicht lassen sich künftig Massengerä.iscbe etwas niehr däinpfcn. In einem mittelgroßen Zimmer wirkten sie gegen die übrigen Klangstärken bisweilen noch überlaut. Es kommt bei einem Hörspiel ja nicht auf die Realistik der einzelnen Tone an. sondern auf die Einheitlichkeit des Ganzen. Eugen Klöpfer sprach den Caruso. Die sprachliche Diszipliniertheit und die Zurückhaltung dieses großen Schauspielers waren bewundernswert. Er stand ganz im Dienst des Werkes: vielleicht sagt man noch richtiger: ganz im Bonn dieser bezaubernden Stimme. Klöpfer lebte den oänger Caruso: er versuchte so wenig wie die Verfasser, den Menschen Caruso noch seinem Bilde zu formen.— Der Berliner Sender hat seinen Hörern seit langer Zeit keinen so schönen Scndespielabend geschenkt. T e s. kreitax, 10. April. Berlin. 16.05 Hermann Heilweser: Radsportlichea Allerlei. 16.30 Leipzig; Der nnbekannte Haydn. 17.30 Ministerialdirektor Dr. A. Schneider: Erholunei reisen hilfsbedflrftigsr Schulkinder und erwerbstäticc Jugendlicher. 17.55 Lieder v. Brahms. Wilh. Berger und Ludur. Renner.(Helene Eisner- Renner, Sopran. Am Flügel: Jul. Börger.) IS. 15 Das neue Buch. Frank rbieü:„Der Centanr".(Cngelliorn, Stuttgart.) (Am Mikrophon: Dr. Harald Braun.) 18.25 Alte Kreisspiele und neue Kinderlieder, zusammengestellt von R. A. Slemrale. Mitwirkende: Eva Ornber. R. A. Stemmle, ein Kinderchor. Ltg.: Walter Gronostay.t 18.55 Sprechstunde am Mikrophon. 10.40 Unterhaltungsmusik. 20.30 Aus dem Herrenhaus: Friedrich KayBler liest aus eigenen Werken. 21.00 Tages- und-Sportnachrichten. 21.10 Singakademie; Orchesterkonzert Dir.: Generalmusikdirektor Otto Klempcrer. I. Conrad Beck: Konzert ffir Strelchnuartett und Orchester. (Berl. Streichquartett.) 2. Anton Webern: Sinfonie, op. 21. 3. Jos. M. Hauer: Drei Fragmente aus„Salambo".(Jarmila Nowotna. Sopran! Arthur Cavara, Tenor: Matihieu Ahlersmeyer. Bariton: Hau» Heins Wunderlich, Baß. Bert. Funkchor. Ltg.: Maiimillan Albrecht. Bert. Funkorchester.) 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Blasorchester-Konzert. KAnigswusterh aasen. 16.00 Gustav Piater: Lehrer und Gemeindevorsteher einer GreszIandgemeiDda, 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Kurd Klßhauer; Naturwissenschaftlich-astronomische BOcherstunde. 15.00 Dr. Werner Feilchenfeld: Die Bedeutung des Alkoholverbots in U.S.A. 18.30 Prof. Dr. Mas Sering: Die Weltagrarkrise 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 19.30 Dr. Suerken: Deutsch-holländische Grenze. 20.00 Hamburg; Hector Berllcr— Franz Llsrt, 21.10 Stuttgart:„Sturm und Drang", Schauspiel rem F. M. Dtager. . i+%-v 21•_■• Crime KuIctlonrCc CftTtScufooeleqcnbeit Schicksal der Renate Landen mit Madjr Christians Alexandersir. 39-40 (Paisagc) Den ganzen Tag geöffnetl Stg. ab3Uhr Sifirme Ober dem Montblanc Für Jugendliche freigegeben 1 j Wa.tan M Primus-Palasi Potsdamer Str. 19 Ecke Margarctenslr. W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. ab 3.15 Uhr Uraufführung! Tonfilmlustspiel: Der Schrecken der Garnison mit Felix Bressart, Lade Englisch, Adele band. rode, Vespermann, Fischer- Kftppc Regie: Kail Boese ■ H«a»lt 1 Arfuchrtf F,,m- u- w a 6.30 Uhr ■rtTIUSnOI tifihne S. ab 5 Uhr Perleberger Sir. 29 100 proz Tonfilm! Lieb« aal Befehl mit Olga Tschcchowa« Job. Riemana Tonbeiprogramm Auf der Bühne: HoielgehelmnUse Welt-Kino Wochent 6.45, 9.05 Alt-Moabit 99 Sonntags ab 4 45 100 proz. Tonfilm: Täter gesucht mit Gerda Maurus, Paal Henkelt- Tcmtilmbclprogr. Kant-Lichtspielc Kamslr. 54(an dcrWilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm; Ariane mit Elisabeth Bergncr, Rudolf Förster Schlüter-Theater Schlütcrstr. 7 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Lustiger Tonfilm: Grock(Aus dem Leben d. berühmt Clowns mit Liane Haid— Tonbcipr,— Jugdl Zutritt Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Sonnabend und Sonntags, 7 u. 9.15 Uhr Tonfilm-Uraufführung! Walzerparadles mit Charlotte Snsa, Grell Thclmer, Betty Bird. Ernst Verebes— Tönende» Beiprogramm W belionobora fc Titania Schöncbg. Hauptstraße 149 100 proz. Tonfilm! Arlane mit Elisabeth Bergner, Rndolt Forster Tonbeiprogramm— Toner oche > Frfdawau Kroncn-Lichtspiclc Rheinstr. 65 W.7,9, Sbd- u. Stg 5,7. 9 Tonlustspiel: Die lästigen Weiber Ton Wien(Paul Hörbigen m W.Forst, Lee Parry— Tonfilmbeiprogramm ■ Steaiit«> Titania-Palast sig.i.wo�u. Steglitz. Schloßstr.S, Ecke Gutsmuthsstr. 100 proz. Tonfilm Sonntag d. Lebens mit Camilla Horn, Oakar Marion« Leopold Ledeboor, Willi Clerer Tönendes Beiprogramm g lehlendorF-Mttte g Tr_|{ Wochentags 7. 9.10 Uhr *-�11 Sonntags 5. 7. 9.10 L'hi Potsdamer Str. 50 Stg. ZJO lugendv. Tonfilm: Der wahre Jakob mit Bressart, Roberls— Beiprogr. G Marlendorf � g Ma I i fiaricndontr Wochentg l Itl- L,1 Lichtspiele ab 7 Uhr ChausSeestr. 305 100 proz. Tonfilm: Die lattig. Weiber von Wien mit W.Font. Lee Parry Tampdhof Tivoli Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9 U- Stgs.3Uhr: Jug.-VorsL 100 proz. Tonfilm: Ariane mit Elisabeth Bergner, Bad. Förster Grohes Beiprogramm Südwesten Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So. ab3Uhr Tonfiimopcrclte: D. Priratsckrc'grln mit Renale Mfiller, Bessart Tonbeiprogramm— Tonwoche FUm-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1 W. 5.30, Stg. 3.30 ü. lOOpror. Tonfilm 1 Tohlustspiel. Der wahre lalcob m. Bressart, Roberts D. Geheimnis seiner Fr an m. lannings Beiprogramm Süden Primus-Palast Am Herrn annplatz, Urbanstr. 72/76 Wo. 6.45, Sonnt aö 3 U. Ab heute und folgende Tage: Ariane m-EHtobeth Berfner in ihrem ersten$prech- und Tonfilm-Erfolg Beiprogr.— Bü.: Internat. Variei* Großer Preisabbau! Th. am Moritzplatz Beg.: Wochig ab 5 Uhr, Sonnt ab 4 U. Tonf.: O. Mflrder Dimitrt Karamasofi mit Fritz Kortncr, Anna Sien > Mnuicann g Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraße Werktags 6-Vi Uhr, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm; Oberst Redl mit Theodor Loos, Lil Oagover Tonbeiprogramm— Bühnenscban Kukuk Wochent, 6.45, 9 U. Sonnt. 3. 5. 7. 9 Uhr Kottbusser D�mm 92 100 proz. Tonfilm: Der wahre Takob m Fe Ix Bressart« Ralph A. Robert.'» Paal KenkeU Beiprogramm B* mp g* 1£* Wochent. 6.45. 9 U. CrXCCISlOr Sonnt. 3, 5,7,9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilm; Stflrme über d. Montblanc mit Lenl Ricfcpstaht— Jgdl. Zutritt Stern, HermannttraHe 49 Wochent. 6.45. 9 U.. Sonnt. 3, 5 7. 9 Uhr lOUproz. Tonf.: Ihre Hoheit befiehlt mit Kiihe von Napr— Tonbcipr. Jugendliche haben Zntritt Südosten Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7, 9 Uhr Tonfilm. Die Dreigrosdienoper mit Carola Naher— BGhnensdhaa Luisen-Theater Reichcnberger Str. 34 Anf. W. 6 30U.9 U. Stg. 3. 5. 7. 9 U. Tonfilm: Arlane m. E. Bergner« Rudolf Förster Beiprogramm— Bfihncnscfaaa Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 v, Sonntags ab 3 Uhr lOOpror. Tonfilm: Ariane mit Elisabeth Bergner, Rad. Förster Beiprogramm— Bühncnsdsao Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr; Zwischen Amazonas and La-Plata- Strom(Quer d. Südamerika, Film) „Elysium" Prenzlauer Allee.V, W.5.15, 7. 9.15, S. 3.15, 5, 7.15. 9.15 Uhr Tonfilmerfolg: Der wahre Jakob mit Felix brcasait, R. A. Roberte Bühne Mario Guido(III. Jazzshow) Foxionwocbe Flora-Lichtsp. Wo. 6.30, 9. Sonnabd. 5. Sonnt, ab 3 U. Ariane m Elis. Bergner, R. Förster Ant Tlgerfa�d In Indien (L. Hagenbcck spricht) ■ 0»fH■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochemgs. 6 30 U., Sbds. 5. Sonnt 3 U. 100 proz. Tonfilmoperettc: Die Förslerchristl m. Irene Eis Inger, Oskar KarlweU Bühne: Perestos Duo «Humoristischer Musikalakt) Luna-Palast �cSba�h?r Gr. Frankfurter Str. 121 Großtonfilm: Afriha»prickt l Bühne: Gosil Beer und Ensemble Beiprogr Frankenburg,*£3$ v.5 Große Frankfurter Straße 74 Die grobe SebniDcht mit Camilla Horn und 30 Promtneatea.— Beiprogr.— Shd. 1 1,30 Kabar.-Nachtvorst Schwarzer Adler Xi!«« Woch. 5, 7, 8 45, Sonnt ab 3 Uhr Großion film: Da» Laad d. LCdrelaj mit R. Tanber. Toabelprogramm— Jugend). Zutritt Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6, Sonnt ab 3 U. 100 proz. Tonfilm: Die Dreigrosdienoper.— Oer Pilger m. Chaplin— BQhnc: Der Sehne II riditcr ni. Harry Hill und Marga Lind. Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7. ca. 8.45, Sonnt 3. 5. 7, 8.45 U. Großtonfilm: Sdutelder Wibbel mit Paal HcnkeU. Tonbcipragramm— Jugend! Zutritt W Xentrum"b Babylon, am DOlowplalz Wochentags 5 U. Sonnt ab 3 U, letzte Vorst 9.10 U Varieidsdiaa Anny Ondra, VI acta Bariaa Tonfilm: Er and seine Schwester. Jugendliche haben Zutritt a Weu-»chtenl>erg"g Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 W. 5. 7. 9. Sonnt. 3. 5.7.9U IDOnroz Tonfilm: Eine Freundin so goldig wie da mit Anny Ondra, Bressart.— Tonbeiprogramm. a FriedrlchlKIda> Beginn täglich 5 Uhr Kino Busch Alt-Friednchsfelde. 100 proz. Ton-Sprechfilm: Drei Tage Miitclarsest mit Felix Bressart, FritzSchalZp Loci. Englisch, M. Adalbert Losügcs Beiprogramm. Pausenlose Vorführung. A Wet'oenscc"fc Schloßpark Film- Sühne Berliner Allee 205—21» Tonfilm: Fasdhlngslee m W.Jansen, Verebt*, A. Ahlen.— Tonbeipro gr Alhambra Wochent 5, 7, 9 U, Sonnt 3,9.7,9 U. Tonlustspiel: Marita madsi sein Olflck mit Siegfried Arno— Ton beiprogr. Pharus-Lichtspicle Müllerstr.142 W.5,7,9U, Stg. 3.5,7. 9U. 100 proz Tonfilm: Ihre Hoheit befiehlt mit Kgihe von Nagy, Frltsdi. Beiprogramm— Jugendliche Zutritt Pratcr-Liditspicl-Palast Kastanienallee 7-8 W- ab 6"» Stgs. 4 U.> Tonfilm: Schachmatt mit S. Arne als DeleldlT.— Tonbcipr.— Varlelt. Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W. 5,5.4 U. Tonfilm: Das Uebeslied mit Renale Maller, Gastav Fröhlich.— Beiprogr. BUhne: Kabarett der Prominenten. a Pankow g Palast-Thcatcr Breite Straße 21 a W. 7 u. 9. Stg. 5, 7. 9 lOOpr. Tonfilm: Arlane m. E, Bergner, R. Forster— Beipr.— Btthnenschaa. ■ Tea"* Filmpalast Tegel �gehf Stgs. 2 U- Jgd.-VorsL W. 6. Stg. 4»/« U. Ariane m. Elisabeth Bergner, Rad. Forstet.— Gute« Beiprogramm. Umon-Theater Hauptstr.3 W 6. SVa, Stg. 4 Vs, 6'/-. 8*/* U. Stg. 2 U. Jgd.-V. Lastige Vagabunden mit Pol and Patachon.— Das Paradies im Schnee „Kosmos" Filmbühoe Hauptstraße 6 Beg. 6 Uhr,«.30 Uhr 100 proz Tonfilm: Tänzerinnen für Südamerika gesacht mit Oiia Parlo Tonbeiprogramm. G Hennigscgor» B R'mnrJ/tsi Beg. w.6. pjo klupCäZUil Stg. 4\<. bLs, frfc U. Berliner Straße 59 Stg. 2U. fu 5.-Vorst. Tonfilm: Die lästigen Weiber rem Wien m. Willy Font, Lea Parry älellage Freitag, 10. April 1931 DivMpnA SholaaiaalZa jda* t£*h&cifik Wie wir wurden... �ine /�r!DeiiSrTÄngSr-�!�e! wohnheiten und künstlerischer Bedürfnislosigkeit entstanden. Ver- schiedentlich wurden die Aufnahmebedingungen für Vereine verschärft, eilte größere Mllgliederzahl vorge- schrieben, die Aufnahme von einer Mwiffen gesanglichen Leiftungs- fähigkeit abhängig gemacht. Die zur Ausgabe gelangenden Lieder wurden gesanglich schwieriger und verlangten an sich stärkere Chor- körper. Es gelang auch, gute C h o r m e i st e r zu gewinnen, die die Ansprüche der Sänger und der Zuhörer zu steigern wußten. Einen starken Antrieb fand die Idee des Zusammenschlusses der kleinen Chöre durch die 1908 erfolgte Gründung einer f e st« n Zentralorganisation, des jetzigen„Deutschen Arbeiter-Sänger-Bundes". Von nun an wurde durch die Gauleitung in Berlin energisch die Verschmelzung kleiner Vereine betrieben, so daß 1910 die Anzahl der Vereine nur 149 betrug. während die Zahl der aktiven Mitglieder auf 5855 gestiegen war. Von den tatkräftigen Mitarbeitern dieser Zeit seien genannt A u g u st Seikrlt tz, 1. Kassierer van 1900 bis 1914, Julius Meyer und Paul Kupfer f, Vorsitzende, und' der langjährige beliebte Bundesdirigent Richard Blobel. Nach dem Beschlüsse der ersten Bundestagung in Köln, demzufolge die Einteilung in Gaue an die Stelle der bisherigen Einzelbünde trat, erfolgte 1909 die Umbenennung des Berliner Arbeitcrfängcrbundes zum„Gau. Berlin und Umgegend" Die durch die Umstellung und den propagierten Zusammenschluß der Chöre sich durchsetzende Steigerung der gesanglichen Leistungen zeigte sich vor ollem in der Bewertung der Stistungsseste des Bundes, die olljährlich in der Brauerei Friedrichshain stattfanden, stets von Tausenden besucht waren und nun mehr und mehr zu einem Wettbewerb fortgeschrittener Chöre unter Mitwirkung guter Künstler umgestellt wurden. Auch die S ä n g e r f e st e zeigten diesen Umschwung, indem dem gesanglichen Teil gegen früher viel mehr Beachtung im Rohmen des Dargebotenen zugewiesen wurde. Große Chöre und Chorgruppen traten neben den Massenchören auf und veränderten so in kulturfortschrittlichem Sinne ihren Zweck und Sinn. Auch trat mit dem letzten Jahre des Zeitabschnittes mit dem Eintritt des„Berliner V o l k s ch o r e s" ein Moment in die Bewegung, die in späteren Jahren große Veränderungen in der Gesangsliteratur und in der Zusammensetzung der Mitglieder herbeiführte. Bis auf einige kleine gemischte Chöre waren in den ersten beiden Jahrzehnten die Frauen in der Bewegung fast unver- treten, kamen als Gesangskörper kaum in Betracht. Die Kründung des Berliner Volkschores, der sich seinerzeit die ausschließliche Aui- gäbe stellte, durch die Arbeiterschaft selbst die Aufführung der großen klassischen Chorwerke mit Orchester, wie Oro- torien, Sinfonien und dergleichen herbeizuführen, hat In dieser Beziehung bahnbrechend gewirkt. Es war indirekt mit der Anstoß der in den nächstfolgenden Jahren der Gauleitung Ver- anlossung gab, die Gründung von Frauenchören in die Hand zu nehmen. Sie wurden die Vorläufer der nunmehr in reicher Zahl im Bund vertretenen gemischten Volkschöre, ohne die heute die kulturelle Betätigung des Bundes kaum denkbar ist. (Ein zweiter Aufsatz, der die Entwicklung bis zur Jetztzeit fort- führt, folgt.) Straßenleben Notizen aus dem Süden/ Von Rudolf Schneider Eil, Hauptmerkmol des Südens ist es, daß sich Handel und Wandel, bedingt durch das warme Klima, in einem uns u übe kannte), Maße auf den Straßen und Plätzen abspiele». Da arbeitet der Handwerker in aller Oefsentlichkeit vor seinem Hause, oder er hat, wenn er es doch im Innern tut, Türen und Fenster seiner Werkstatt so weit geöffnet, daß ihn jedermann bei seinkr Beschäftigung beobachten kann. Da stehen vor den Restaurants und Cafes die Stichle und Tisch« auf dem Fußweg, zuweilen noch«inen Teil der Straße mit einnehmend, und unbekümmert um den vorüberbrausenden Verkehr, um den Lärm und Trubel, den Blicken aller Vorbeigehenden ausgesetzt, sitzen die Gäste bei ihrem Eisgetränk. Den Hauptanteil an der Belebung des Straßenbildes aber hat der Straßen Handel in Spanien. Ein Straßenhandel, der fast alle Verkaufsgegenstände und all« Tageszeiten umfaßt, der sich überall durch fein lautes Auftreten bemerkbar macht. Bereits am frühen Morgen geht es los. Da werden große Ziegenherdcn von den umliegenden Dörfern in die Stadt getrieben. Mit Prallem Euter trotten die Tiere, dicht aneinander- gedrängt, durch die Straßen. Einige Hirten halten die Herde zu- fammen und lassen immer und immer wieder ihren schrill«» Schrei ertönen:„Tccbc! Leclic!"(Milch.) Darauf öffnen sich die Türen der Häuser und heraus kommcn die Hausfrauen, mit einem Topf in der Hand, um ihre Milch zu kaufen. Ein Hirt« greift irgendeine Ziege heraus, hält sie fest, stellt den Topf auf die Erde, und— melkt. Um dieselbe Zeit etwa zieht einem mitunter ein eigenartiger, angenehmer Duft in die Nase. Man denkt unwillkürlich an unsere Jahrmärkle, wo es in der Nähe der.Frabbeichenbuden" genau so riecht. Man geht den, Duft nach und gelangt dabei an ein Haus. vor dem schon eine Reihe Frauen und Kinder anstehen. Es ist eine sogeminnte bunueleria, eine Pfannkuchenbäckerei, wo IN einem Kessel kochenden Olivenöls Brezeln und allerlei Kringel aus Hefeteig gebacken werden, die van den Spaniern sehr gern zum Frühstück gekaust iverden. Unterdessen sind die Geschäfte geöffnet worden, der Straßen- verkehr nimmt zu. und damit tritt auch eine große Schar Straßen- Händler auf den Plan. Rusend, schreiend, klingelnd und trompetend ziehen sie durch die Straßen und preisen ihre Waren an. Fische, Früchte und Gemüse werden vor allem in den Vormittags- stunden ausgeboten. Daneben zieht mit einem Karren der K o h l« n- Händler herum und verkauft Kohle und Holzkohle kiloweile. Häufig kann man beobachten, wie Frauen, die in höheren Stock- werken wohnen, ihr« Einkäufe machen: sie verständigen sich vom Balkon ihrer Wohnung aus mit dem unten siehenden Händler über den Preis und lassen dann einen Korb, in dem das Geld liegt, an einer Schnur hinunter. Der Händler nimmt das Geld aus dem Kork und legt dafür die War« hinein. Gegen Mittag nimmt der Berkehr merkbar ob, um wahrend der glutheißen Mittagsstunden fast ganz zu ruhen. Die Geschäste werden zumeist geschlossen. Wer es nicht unbedingt nottg hat, jetzt sich nicht den brennenden Strahlen der Sonne aus. Erst am Spät- nachmittag belebt sich wieder das Straßenbild, und am Abend er» reicht der Verkehr den Höhepunkt. Am Nachmittag ist es vor allem die Legion der Speiseeis» Verkäufer, die Bombengeschäfte machen. Aber auch den Ruf: „.5en»! As"» tresca."(W a s s e r, f r i s ch e s W o s s« r!) hört man häusig durch die Straßen klingen. Das sind die Wasierhändler, die Zöndoojj«» das ojt jcttcne und daher sehr begehrte Naß, in klein« Fäßcheu oder Tonkrügen herumtragen und das Glas zu 5 Eenttm.i» verkaufen. Die Händler, die kleine, einfache, buntbemalte Papier- f ä ch e r zu verkaufen haben, kommen nicht weniger auf ihre Kosten, da das„Fächern" anscheinend zu den Lcbensgewohnheiten der Spanier gehört. Währenddessen sind die Tageszeitungen erschienen, und «in gan.zes Heer van Zcitungshändlern rennt schreiend, die Schlag- Zeilen laut ausrufend, durch die Straßen. Da in Spanien die Zei- tungen nicht im Abonnement, sondern nur im Straßenhandel und in Zeitungskiosken verkaust werden, gilt der Grundsatz: Je mehr Ge- schrei, desto größer der Umsatz! Wenn sich die Bevölkerung bei Einbruch der Dunkcll)e putzen?" aus ihn zu. Genügend Beschäftigung gibt es für die Stiefelputzer immer. Denn die Straßen sind meist schmutzig und staubig, und der Spanier legt großen Wert aus saubere Schuhe. Eine andere Gilde sind die Verkäufer von Lotterielosen. Die Lotterie müerliegt in Spanien einem Stootemonopol und ist, wie bei, uns in mehrere Klassen eingeteilt. Ein« spanische Eigentümlichkeit ist es, daß die Lose, in möglichst kleine Anteil« zer- legt, fast ausschließlich durch Händler vertrieben werden. Diese Hausierer, vor deren Ausdringlichkeit man sich kaum retten kann, stehen mit ihren Lasserien an jeder Ecke und kommen in jede Wirt- schast. Ueberall wird man von ihnen angehalten, überall hört man sie ihre Lose laut anpreisen, und jeder behauptet, daß sich gerade unter seinen Losen der Hauptgewinn befindet. Am häusigsten anzutreffen sind jedoch die Bettler! Es ist geradezu unglaublich, in welcher Menge diese er-bormiingswürdigen Menschen di« meisten Städte bevölkern. Auf Schrit und Tritt wird man von den meist in elende Lumpen gehüllten Gestalten um ein „limoMis",«in Almosen, angefleht. Vor Kirchen, Theatern, Museen und sonstigen öffentlichen Gebäuden, überall dort, wo viel« Leute zusammenkommen, da liegen oder bocken sie oft zu Dutzenden, ein« wahr« Landplag« bildend. Erschreckend groß ist dabei die Zahl der Verkrüppelten und Verstümmelten. Sie zeigen ihr« Wunden oder Gebrechen vor, um dadurch das Mitleid der Vorüber- gehenden zu wecken und sie zu einer Spende zu bewegen. 2luch viele Blinde befinden sich unter ihnen. Dies« Bettler sind das betrüblichüe Bild in dem sonst so färben- frohen, heiteren und lärmendeil Treiben Spaniens. Mit oller Deut- lichkeit führen sie einem vor Zlugen, daß an der sozialen Ordnung nicht oües stimmt. J)ie fic&cfticfttc dex Wocfte Von fiel fr alt Herlmann Wiostar In Preßburg sprang ein Mann in die Donau, wurde aber gerettet. Der Mann erklärte auf der Polizei, er sei lebensüberdrüssig geworden, weil sein Beruf allzu schwer geworden sei. Er sei nämlich Einbrecher. Der Kommissar verbeugte sich geschmeichelt: „Ausgezeichnet! Sie wollen damit sogen, daß die Polizei jetzt so vorzüglich arbeitet, daß Einbrüche mit Aussicht auf Erfolg kaum noch möglich sind...?" Der Lebensmüde verbeugte sich ebenfalls: „Letzteres ja— erfteres nein, Herr Kommissar." „Wie meinen Sie das...?" fragte der Beamte verwirrt. „Lassen Sie sich erzählen, Herr Kommissar!" „Sie sind sicher ein origineller Kauz. Aber meine Zeit erlaubt mir nicht..." „Lassen Sie sich erzählen! Ich werde Ihnen drei Ein- brüche gestehen! Drei Einbrüche, die Sie sonst nie heraus- bekommen hätten!" „Also dann natürlich— mit größtem Vergnügen! Bitte— erzählen Sie!" Und der Selbstmordkandidat erzählte wie folgt: Vor etwa einem Monat war der Mann, den man jetzt aus dem Wasser ziehen mußte, in denkbar bester Stimmung aus einem der umfangreichsten Gebäudekomplexe der Stadt Preßburg auf die Straße getreten. Man wird diese Stimmung verstehen können, wenn man berücksichtigt, daß es sich bei dem Gebäudekomplex um das Gefängnis und bei dem Mann um einen äußerst berufs- eifrigen Einbrecher handelte, der nicht weniger als fünf Jährchen abgesessen hatte. Nun aber war draußen Frühling und Freiheit und in ihm jener Tatendrang und jener Optimismus, der sich mit dieser Jahreszeit nun mal verbindet. Infolgedessen waren nur wenige Tage vergangen, genau so viele, wie man zur genauen Ausboldowerung einer prima Gelegen- heit benötigt, als der Mann gewandt die Front einer Villa er- klomm: die protzige, auswuchsreiche Stukkatur erleichterte ihm das. Verlockt hatten ihn die Juwelen der Dame des Hauses, die in ganz Preßburg als außerordentlich kostbar be- könnt waren. Zielsicher bahnte sich der Einbrecher den Weg zu dem Behältnis, in dem er mit Recht die Gesuchten vermutet«: und schon hielt er sie in frohen Händen, als er hinter sich die beschwörende Stimme des Hausherrn hörte: „Ich bitte Sie in unserem beiderseitigen Jnteresie, die Juwelen hier zu lassen." „Wieso beiderseitiges Jnteresie...?" fragte der Einbrecher verständnislos. „Weil Sie uns ruinieren und sich nichts nützen würden. Die Juwelen find nämlich fals ch." „Herr— ausgerechnet ihre Juwelen, die in der ganzen Stadt..." Der Herr winkte müde ab:„Ich weiß, ich weiß. Aber sie sind trotzdem falsch. Man weiß es nur nicht. Gott sei Dank nicht, denn wir leben davon, daß man den Schmuck noch immer für«cht hält Bis vor einem halben Jahr war er's ja wirtlich: aber dann kam die Pleite, wir mußten verkaufen und ließen Nachbildungen an- fertigen. Und wenn Sie nun die Nachbildungen klauen, muß ich angeben, daß sie unecht sind. und. wie gesagt— wir leben davon... Haben Sie ein Einsehen, mein Herr, ein Einsehen vor allem In diese meine Brieftasche, in der Sie die Verkaufsbescheinigung sowie mein« ganze Barschaft finden werden!" Und der 5zausherr überreichte seine Brieftasche. Sie enthielt tatsächlich die Bescheinigung sowie zwanzig Mark. Der Einbrecher steckte trübsinnig kopfschüttelnd die zwanzig Mark ein...Und dastir die ganze Fasiade...! Zurück darf ich wohl über die Treppe...?" „Bitte schön! Vielleicht später, nach Besierung der Wirtschafts- läge, wenn Sie wieder mal vorbeiklettern...?" Zwanzig Mark reichen nicht weit. Infalgedesien sah sich ihr nunmehriger Bescher schon in der nächsten Nacht vor dem wohl- gesichorten Geldschrank eines großen Unternehmens. Mit Aufwendung all seiner beträchtlichen Fachkenntnisse hatte er die elektrischen Sicherungen unwirksam gemacht. Hatte er den Schweißapvarat in Betrieb geletzt und endlich, noch Stunden, den Schrank geökinet. In dieiem Moment kam der Wächter. Mit Alarmp�ife, Bistole und Hund. Er hatte gerade noch Zeit, die im Schrank in verschwenderischer Fülle liegenden Bündel von Scheinen zum größten Teil in seine Mappe zu verstauen— dann begann«in« wahnsinnig« Flucht über Korridore, Trenven, Dächer:«ine Flucht mit Klimmzügen, Kriech- Übungen und Sprüngen, die einer ganzen Olymviade von Leicht- athleten Ehre aemacht hätten: und dabei pflegen Leichtathleten nicht Taschen voll Panier mit sich herumzuschleppen. Aber alles klaopte. Mit pfeifender Lunge, zerschlissenem Anzug und zerschundener Haut kam er endlich in seinem Quartier an. Und hatte die Tasche noch! Er ösknete sie und zog die Bündel heraus. Es waren drei. Bei Durchsicht des ersten wurde er blaß: bei Durchsicht des zweiten zornrot: bei Durchsicht des dritten erlitt er einen Nervenchok. Das erste enthielt Wechfelvrotefte. Das zweite Zahlungsbefehle. Das dritte Steuermahnungen... „Sehen Sie, Herr Kommissar, so war das. Wie Ich mich wieder halbwegs erholt hatte, da hatte ich Ungarn satt und bin nach Deutschland hinübergewechselt. Da bin ich bei einem Inflations- gew'nnler eingestiegen, habe den Mann im Schlaf überrascht und gefesselt und ihm die geladene Pistole vor die Brust gehalten und ihn gefragt: „Wo haben Sie Ihre Hunderttausende?" Und der Mann hat gesagt: „Wo alle sie haben. In der Schweiz..." Da bin ich nach Preßburg zurückgekehrt, ein gebrochener Mann. Und wie ich heute im Abendblatt las, daß«in Obergerichts- Vollzieher aus Aerger über die vielen fruchtlosen Pfändungen einen Tobsuchtsanfall bekommen und sich selbst über und über mit Kuckuck» beklebt hat— da ist mir'» zu viel geworden, und ich habe ein Ende machen wollen und bin in die Donau gesprungen. Na, und damit auch für Sie ein Kompliment abfällt, Herr Kommissar: ganz so untüchtig ist unsere Polizei ja doch nicht. Dabei wenigstens haben sie mich erwischt.»." Ein lastendes Schweigen herrscht im Raum: nur der Gummi- knüppel schwingt schmerzvoll hin und her. „Wissen Sie." sagt nach einer Weile der Lebensmüde,„das einzig Vernünftige wäre, Herr Kommissar, wir täten uns zusammen und gründeten ein Kreditgeschäft." „Ein Kreditgeschäft...?" „Jawohl. Wir baldowern zusammen Leute mit falschen Juwelen und leeren Geldschränken aus. Da breche ich ein: das hebt den Kredit: dafür sollen die Leute zahlen. Sie kriegen den Ein- brecher raus, natürlich den falschen, wie immer— und wir teilen den Raub." Der Kommissar läßt den Mann abführen. „Haben Sie," fragt ihn im Untersuchungsgefängnis ein Be- amter,„haben Sie besondere Wünsche in bezug auf einen Anwalt?" „Jawohl. Bitte: Stellen Sie mir den unfähigsten An- w a l t, der in Preßburg aufzutreiben ist!" „Den unfähigsten? Warum denn?" „Weil ich wenigstens so viel Jahre kriegen will, daß ich sitzen kann, bis die Wirtschaftslage sich gebessert hat." Der Beamte schüttelt ungläubig den Kopf. „Ausgeschlossen! Auf drei lumpige Einbrüche gibls doch nicht— lebenslänglich!" £ Buch 9Celdeii des Polarmeeres Als im vorigen Jahre die Kunde von der Auffindung der Andree-Expedition kam, wurde die Welt wieder aufmerksam auf die große Tragödie des ersten Nordpolfluges. 33 Jahre waren oer- gangen, seitdem die drei Männer mit ihrem Ballon zu einer Fahrt aufstiegen, von der sie nicht wiederkehrten. 33 Jahre hat das Eis ihre Arbeiten, ihre Forschungsergebnisse und ihren heldenmütigen Kampf verborgen gehalten. Eine gute umfassende Darstellung dieses Polfluges, der Luft- und Eisverhältnisse im Polarmeere und der Auffindung und Bergung der gescheiterten Expedition bringt mitsamt genauem Ab- druck der entzifferten Tagebücher das Buch: S. A. Andre«: „D e m P o l e n t g e g e n". Es ist„auf Grund der während Andrees Polarexpedition 18S7 geführten und 1330 auf Vitö gefundenen Tagebücher S. A. Andrees, N. Strindbergs und K. Fraenkels her» ausgegeben von der schwedischen Gesellschaft für Anthropologie und Geographie", michin der einzig« authentische Bericht über den Ver- lauf der Expedition.(280 Steiten, 122 Abbildungen, darunter mehrere der aufgefundenen Expeditionsaufnahmen. S Karten, ge- heftet 11 Mark, Leinen 13 Mark, F. A. Brockhaus, Leipzig.) Eine andere Würdigung Andrees und seiner Nordpolfahrt ver- sucht Adrian Mohr in„33 Jahre verschollen im Pack- eis, die arktische Freiballonexpedition des Schweden S. A. Andre«" (160 S., 22 Abb. 1 Karte, geb. 3 Mark, Grethlein u. Co., Leipzig). Leider scheint das Buch«ine Rwas voreilige Arbeit zu sein. E» steht an manchen entscheidenden Stellen mit den Aufzeichnungen der Tagebücher im Widerspruch und gibt daher ein falsches Bild von der Expedition. Desgleichen ist die Karte falsch, und manche andere Angaben müssen bedenklich erscheinen. Es ist bedauerlich, daß dies im Preis billige, in der Ausstattung gute und als Volksbuch geeignete lebendige Werk inhaltlich unzulänglich ist und daher nicht empfohlen werden kann. Ein Meisterwerk biographischer Würdigung Ist Fritz Warten- weilers„Fridtjof Nansen, ein« Biographie"(mit S Bild- nissen. 290 S., geh. 4,50 Mark, Leinen 6 Mark, Rrtapfel-Verlag, Zürich). Diese Biographie, aufgebaut auf den W«>ken Nansens, den Mitteilungen seiner Vertrauten und auf persönlicher Freund- schaft, ist alles andere als eine ruhig berichtende Arbeit. Es ist viel- mehr ein Lebensbuch des großen Norwegers, voll spannender Aben- teuer aus den Kinder- und Jugendjahren, voll weittragender Ge- danken aus den Jahren gewissenhafter Forscherarbeit, voll uner- schöpflicher Liebe und Hilfsbereitschaft aus den Jahren der Fürsorge für die Opfer des Weltkriegs. Es zeigt uns den Polarforscher und den Menschenfreund in seinem unermüdlichen Ringen um Wahrheit, Weltfrieden und Völkerverständigung und schöpft aus dem großen Reichtum seines Erlebens. W. Tietgens. ZPolilifche trasiehung? In einer Epoche wie der gegenwärtigen, in der sich totale Wandlungen der geschichtlich-gesellschaftlichen Wirklichkeit in un- geheuerstem Ausmaß vollziehen, ist die Erziehung des Menschen zum politischen Denken von ausschlaggebender Bedeutung. In einem Land wie Deutschland, das durch verhältnismäßig junge politische Tradition die politischen Kräfte erst ausrichten muß, ist diese politische Erziehung von besonderer Dringlichkeit. Von dieser Vor- aussetzung aus umreißt Otto Jenssen in einem Büchlem„E r- ziehung zum politischen Denken"(Verlag Lauv, Verlin 1931) den allgemeinen Rahmen, den eine sozialistische Erziehung zum politischen Verständnis erst auszufüllen hat. Wichtiger jedoch als der allgemeine Rahmen wäre die kontrete Zuspitzung einer politischen Pädagogik, die diese„anspruchslose politisch-pädagogifche Plauderei", wie sie Jenssen selbst einsichtsvoll bezeichnet, freilich nicht bieten kann. Vielleicht geht man mit solchen Erwartungen an Gurlands Buch„Das Heute der proletarischen Aktion" heran. das der gleiche Verlag herausbringt. Gurland distanziert sich sehr scharf von Max Seydewitz und dessen Freunden, indem er unab- hängig von diesen Genossen einen imaginären linken Flügel der Sozialdemokratie konstruiert. Wir lehnen es ab, uns mit Gurland hier auseinanderzusetzen, weil uns ein Buch, in dem die Haltung des „Vorwärts" in bezug auf gewisse Probleme der Agrarpolitik als gleichsinnig mit der„Kreuz-Zeitung" oder der„Deutschen Tages- zeitung" ausgesprochen werden darf, nicht von jenem Partei- genössischen Geist erfüllt scheint, der für jede sachliche Auseinander- setzung als unerläßliche Voraussetzung angesehen werden muß. J. F. Mayer. Storkenbach: 3)as 3)eulfche ftetch') Das Neue an diesem Nachschlagewerk ist, daß es einen Ge- schichtskalender mit einem politischen Jahrbuch in sich vereinigt. Auf den ersten 344 Seiten wird eine Uebersicht über die Ereignisse der Jahre 1918 bis 1930 gegeben. Es folgen auf weiteren 500 Seiten eine Darstellung der politischen und Verwaltungsstruktur des Deutschen Reiches, das Wichtigste aus der Statistik und die Biographien der führenden Persönlichkeiten der Politik. Der handliche, gut gegliederte und überaus inhastreich« Band wird vielen gute Dienste leisten. - St. •) Euno Horkenbach. Das Deutsche Reich von 1918 bis heute. (Verlag für Presse, Wirtschaft und Politik.) »« FÜR DEN KLEINGÄRTNER ■uiiiiiiniimiiiiiiiiuiiuiiiiHiiiiimiiiuuiiiiiiimimiinniiuniiiiUiiiiuiHiiiiiHirauiuuiimuuiuiimiuiiiiniiiniiimiiiniiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiimiiMiiuiiiitiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuniiiiHiiiiiiiiiinnii Kleintier hof im April. Im April muß der Kleintierhalter wegen des oft sehr launischen Wetters auf sein Jungvieh und Geflügel ein sorgsames Aug« haben: denn nicht selten gehen die jungen Küken infolge von Unachtsamkeit zugrunde. Sehr oft erkälten sie sich auf dem noch zu kalten und feuchten Erdboden und ziehen sich dadurch Durchfall und Gicht zu, was meist den Tod im Gefolge hat. Man vermeide es auch, die jungen Küken in einem Stall aufzuziehen. dessen Boden mit Steinen gepflastert ist. Hat man jedoch keine anderen Räumlichkeiten zur Verfügung, so bedecke man die Steine reichlich mit Torsmull oder anderer wärmender Streu. Man kann die Tiere auch in eine entsprechend große Kiste, deren Seitenwände mit engmaschigem Draht abgeschlossen sind, halten. Für entsprechen- den Auslauf sorge man an sonnigen, warmen, windstillen Tagen. Verfügt man nur über einen beschränkten, feststehenden Auslauf und zieht trotzdem mehr wie eine Brut auf, so dürfen diese nur dann nacheinander hinein, wenn der Boden des Auslaufs zuvor erneuert oder umgelegt wurde. Am besten ist es jedoch, wenn man sich ein größeres tragbare» Drahtgestell anfertigt, daß man je nach Bedarf in die Sonn« stellen kann. Im übrigen sollte im Hinblick auf den Hühnerhabicht und andere Kükenseind« jeder Auslauf auch nach obenhin mit Draht abgeschlossen sein. Was nun die Fütterung der Küken anlangt, so gebe man in den ersten vier Tagen feingewiegtes E> oder Hafer-, Buch- wetzen- oder Gerstengrütze und gehe dann zu dem käuflichen Küken- trockenfutter oder Weichfutter über. Nebenher ist seingewiegtes Grünzeug(besonders Brennesselspitzen, junger Löwenzahn usw.) unerläßlich. Dem Weichfutter, das zweckmäßig aus Maismehl, Gersten- und frischem Knochenschrot, gekochten Kartoffeln oder Weizenkleie besteht, füge man möglichst eine Gabe Nährsalz bei. Angerührt sollte das Weichfutter nach Möglichkeit mit Milch werden. Diese— am besten ist Ziegenmilch— darf keinesfalls irgendwie angesäuert sein, weil dies äußerst schädlich ist. Dicke Milch hin- gegen ist sehr gesund und kann ohne weiteres verabreicht werden. Man achte darauf, daß nie Reste vom Weichfutter im Stall zurück- bleiben und daß es immer frisch angerührt wird. Ist das Wetter im April längere Zeit anhaltend schlecht, so daß die Küken nicht ins Freie hinaus können und der Raum, in dem sie gezogen werden, so klein, daß sie sich nicht genügend Bewegung machen können, so tritt bei den Tiere» sehr oft die Beinweiche auf, die im allgemeinen ohne genügende Beihilfe der Sonne sehr schwer zu heilen ist. Immerhin tun Lebertran und Fischmehl oder noch besser feingewiegte gekochte frische Fische sehr gute Dienste bei der Beseitigung des Uebels. Um der Beinweiche vorzubeugen, emp- stehlt es sich, das Futter so zu geben, daß die Tiere danach springen müssen, um es zu erreichen. Wer Puten hält, wird jetzt, sofern die Tiere richtig gepflegt worden sind, wieder Eier von ihnen erhalten: man oermeide es aber unbedingt, beim Eierholen da» Nest zu berühren: denn sonjt kann es passieren, daß die Truthenne sich ein anderes Nest sucht, das man nicht so ohne weiteres auffinden kann. Im Kaninchen st all läßt man die vorhandenen paarungs- fähigen Häsinnen, soweit sie den Haarwechsel hinter sich haben. decken. Man füttere viel Heu und gehe allmählich zur Grün- fütterung über. Nasses Grünfutter darf auf keinem Fall verabfolgt werden. Auch im Z i e g e n st a l l, wo man für ausreichende Bewegung der jungen und alten Tiere zu sorgen hat, kann man allmählich zur Grünfütterung übergehen. Ein plötzlicher Uebergang ist jedoch nicht ratsam. Im Schweine st all bringt der April meistens neuen Zu- wachs. Selbstverständlich ist für Sauberkeit und gründliche Durch- lüftung des Stalle» zu sorgen. Nicht selten werden bei der Fütte- rung der säugenden Mutterschweine Fehler begangen, die sich schwer an den Ferkeln rächen. So lönnen die jungen Tiere leicht zu- gründe gehen, wenn man der Sau zu eiweißhaltige Futtermittel gibt: denn dadurch wird die Muttermilch, die bis zur sechsten Lebenswoche die alleinige Nahrung der Ferkel darstellt, zu fett und verursacht die fast immer tödlich verlaufende Lähme und de!, nicht minder gefährlichen Durchfall. Zu wässeriges oder saures Futter kann ebenfalls sehr schlimme Folgen zeitigen. Auch die be- liebte Kartofselschlampe ist keinesfalls zu empfehlen. Was die Sau braucht, ist ein gehaltreiches, die Milchabsonderung förderndes Futter, das zweckmößitz aus einem Gemengsel von Haferschrot und Weizenkleie, etwas gelochten Kartoffeln und süßer Magermilch besteht. Daneben kann man später Möhren oder Runkelrüben. sowie anderes nahrhaftes junges Grunfutter verabfolgen. Im Stall muß stets ausreichend frisches Wasser vorhanden sein, weil die Sau jetzt sehr viel säuft. Zwei Wochen nach dem Wurf kann sie mit den Jungen an schönen, sonnigen Tagen ins Freie gelassen werden: denn nichts ist der Sau und den jungen Tieren dienlicher als aus- reichende Bewegung in der Luft. Gottbarä Brodt. Baupolizeiliche Genehmigung von Wohnlauben. Wer viel fragt, bekommt viel Antwort, heißt es ja wohl im Volksmunde. Aber mit der lieben Baupolizei ist das so eine Sache! Deshalb sollte sich jeder„Bauherr" vorher vergewissern, ob seine Baupläne genehmigungspflichtig sind oder nicht: er erspart sich dadurch viel Aerger und allerlei Unannehmlichkeiten. Ein Kleingärtner hatte, obwohl ihm sein Antrag auf die bau- polizeiliche Genehmigung abschlägig beschieden worden war. trotzdem eine Wohnlaube errichtet. Er wurde darob zur Verantwortung gezogen und prompt zu einer G e l d st r a s e verurteilt. Die von ihm beantragte Revision wurde von dem 1. Strafsenat des Kammer- gerichts zurückgewiesen, und das erste Urteil blieb zu Recht be- stehen. Man sagte, daß unter Bau ein Werk zu verstehen sei. das gebaut werde. Also fiele diese Tätigkeit in das Gebiet des Bauhand- werks und daher outomatifch auch in den Bereich der Baupolizei. Zuwiderhandlungen gegen die Regeln der Baukunst können mit Gefahr für andere Personen verknüpft sein. Nur ossene Schuppen, Lauben. Garten- und Feldhäusckien. d'« keine F e u e r u n g s- anlag« haben, seien im allgemeinen nicht genehmigungspflichtig. liier handele es sich ober um eine Wohnlaube im wahren Sinne des Wortes. Es könne darüber hinaus sogar der Fall ein- treten, daß auch für nicht genehmigungspflichtige Bauten die Bau- erlaubnis nachgesucht werden müsse, wenn ein öffentliches Interesse vorläge. Ob aber dieses öffentliche Interesse vor- liege, müsse die Ortspolizeibehörde und nicht das Gericht nach pflicht- mäßigem Ermessen entscheiden. II. Fr. F. Arbeiter�Rasenspiclc Fußball, Handball und Hodcey am Sonntag Nach der kurzen Osterpause beginnen am kommenden Sonntag wieder die F u h b a l l s e r i e n s p i e l e. In allen Bezirken und Abteilungen herrscht Hochbetrieb. Die Kreisklasse wartet mit einem interessanten Treffen in Spandau, Seeburger Straße, auf: hier stehen sich Spandau 25 und Eintracht-Reinickendorf gegenüber. Wenn die Reinickendorfer sich von ihrem Schreck im Spiel gegen Luckenwalde I schon erholt haben, werden die Spandauer einen schwer zu schlagenden Gegner antreffen.— Im Weißenseer Stadion am Faulen See sollte der Ballspielklub Weißensee wenig Müh« haben, seinen Gegner Hertha-Luckenwalde zu schlagen. Allerdings ist auch hier eine Ueberraschung nicht ausgeschlossen.— Im Mariendorfer Volkspark stehen sich Union-Tempelhof und Wilmersdorf gegenüber.— Oberspree erhält in der Wuhlheide den Besuch von FTGB.-Osten. Weitere Spiele: Luckenwalde III gegen Pankow. Luckenwalde II gegen Trebbin. Hoppegarten gegen Rormannia. 5)erzfelde gegen Britz 88. Storkow gegen ASB Neukölln. Selchow gegen Dolgenbrodt. Storkow gegen Friedersdorf. Deutsch-Wuster- hausen gegen Wildau. Eintracht-Reinickendorf gegen Vorwärts- Wedding. Weißensee Bezirksmannschaft gegen Zehdenick. Wans- dorf gegen Schwarz-Weiß. Cladow gegen Potsdam. Ketzin gegen Brandenburg. Nauen gegen Nowawes. Rathenow gegen Briese- lang. Werder gegen Butab 2. Drewitz gegen Potsdam 2. Caputh gegen Sokol. Staaken gegen Spandau 2. Teltow gegen Volks- spart Neukölln. Brück gegen Schöneberg. Niemegk gegen Lucken- walde I Bezirksmannschaft. Jüterbog gegen Treuenbrietzen. Woltersdorf gegen Dahme. Zweite Mannschaften: Oberspree gegen Osten. Hoppe- garten gegen Normannia. Herzfelde gegen Britz. Storkow gegen ASB. Neukölln. Wildau gegen Wacker 30. Lichtenberg I Bezirk»- Mannschaft gegen Eiche. Minerva Bezirksmannschaft gegen Kogel. Strausberg gegen Eiche Bezirksmannschaft. Wansdorf gegen Pankow 3. Cladow gegen Potsdam 3. Knoblauch gegen Branden- bürg. Nauen gegen Nowawes. Rathenow gegen Brieselang. Teltow gegen Volkssport Neukölln. Teltow 3 gegen Wilmersdorf. Niemegh gegen Luckenwalde I. Wollersdorf gegen Dahme. Klausdorf 1 gegen Luckenwalde III. Trebbin jjegen Luckenwalde V. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 16 Uhr. Zweite Männermannschaften 14,15 Uhr. Der Weddinger WerbespieUag Der Volkssportverein Wedding veranstaltet mit allen seinen Mannschasten am Sonntag im Volkspark Rehberge einen Werbespieltag. Die Reihenfolge der Spiele ist folgende: 2. Jugend gegen FTEB.-Süden 2 um 9 Uhr; 2. Frauen gegen FTGL.-Stralau um 10.10 Uhr: 5. Männer gegen Kleingärtner 1; 4. Männer gegen Siemensstadt um 12.10 Uhr: 3. Männer gegen Hennigsdorf um 13.20 Uhr: 1. Frauen gegen Luckenwalde 2. Abt. um 14.30 Uhr: 2. Männer gegen Reinickendorf um 15.15 Uhr: 1. Jugend gegen Süden um 16.25 Uhr, und um 17.30 Uhr die beiden gleichen Mannecmannjchasten. Dieses Spiel wird eine kleine Vor- probe auf die Kreismeisterschast geben. In der 1. Klasse spielen in der Abteilung A. FTGV.-Nordring gegen FTGB.-Osten auf dem Platz an der Schönhauser Allee und Velten gegen Köpenick in Velten. In der Abteilung B spielt nur Nowawes gegen Schöneberg in Nowawes. Die Spiele beginnen um 16 Uhr. Obwohl Osten und Schöneberg als die sicheren Sieger anzu- sprechen sind, hat auch Velten Aussichten. In der 2. Klasse spl.len: Altruppin gegen Moabit: Nordring-Turner 2 gegen Bernau: Nor- den 3 gegen Tegel: Rathenow gegen Potsdam: Wilmersdorf 1 gegen Neukölln L; Luckenwalde-Sportler 1 gegen Schömberg 2; Friedenau 1 gegen Süden 2; Berlin 12 I gegen Friedenau 2; Teltow gegen Schöneberg 3. Die Spiele der 3. Klasse sind: Neuruppin gegen Nord- ring-Sportler 2: Ketzin gegen Nauen: Rathenow gegen Nowawes 2; Schenkcndorf gegen Ruh!sdorf: Luckenwalde-Sportler 2 gegen Z hlen- dorf: Luckenwalde-Turner gegen Zehlendorf: Sperenberg gegen Friedenau 3: Lankwitz gegen Wilmersdorf 2. Die Frauentreffen sind: Reinickendorf-West gegen Hennigsdorf: Neukölln gegen Schöne- berg: Süden gegen Luckenwalde-Sportler. In Gesellschaftsspielen stehen sich gegenüber bei den Männern: Fußballklub Oberspree: Friedrichsfcld« 2 gegen Großbesten: Friedrichsfcld« 1 gegen Ostring: Lötzow gegen Mahlsdors: Schönow gegen Stralau: Friedrichsthal gegen ZoA.: Siemensstadt 2 gegen Schwante: Charlottenburg-Schwimmer gegen Neptun-Weißensee: Schwimm-Union gegen ASV. Wedding. Frauen: Wildau gegen Rosenthal: ASV. Wedding gegen Baumschulenweg: Nowawes gegen Friedenau: Berlin 12 gegen Kaulsdorf. Neue handballmannschaslcn aus dem Gesundbrunnen. Der Be- zirk Norden III der Freien Turnerschast Groß-Berlin erweitert seinen Betrieb durch die Eröffnung neuer Handballmannschaften. Für Interessenten findet morgen Sonnabend eine Zusammenkunft bei Roewer. Swinemünder Straße, Ecke Ramlerstrahe, um 20 Uhr, statt. Auch sonst ist die Gelegenheit zur Betätigung in allen Arten des Turnsportes unter sachgemäßer Leitung gegeben. Die Uebungs- zsiten sind in der Turnhalle Putbuser Str. 22 für Jugend und Männer Dienstags von 20 bi, 22 Uhr: Sportler Freitags: Jung- mädchen Montags und Donnerstags von 20 bis 22 Uhr: ältere Frauen Donnerstags: Mädchen Montags und Donnerstags von 18 bis 20 Uhr: Knaben Dienstags und Freitags von 18 bis 20 Uhr. Gäste stets willkommen. Hodcey Am kommenden Sonntag finden in der Gruppe Ä nur drei Spiele statt. In Mariendorf treffen erneut die dortige Frei« Turner- schaft Groß-Berlin und der Sportverein Moabit auseinander. Vor drei Wochen konnten die Mariendorser einen sicheren 2:0- Sieg herausholen. In der Zwischenzeit gelang es aber den Moabitern, dem Kreismeister ein eindrucksvolles Unentschieden abzukämpfen. Man darf daher auf den Kampf gespannt sein. Spielbeginn um 10.30 Uhr im Mariendorser Volkspark(Schiedsrichter Ostring 1). In der Schönhauser Allee treffen sich Freie Turnerschast Groß- Berlin-Nordring und Tennis-Rot. Nordring nimmt hier Favoriten- ftellung ein, dessenungeachtet wird Tennis-Rot den Sieg erst nach Kampf abgeben. Spielbeginn 15.30(Schiedsrichter Ostring 1). Im Lichtenberger Stadion treffen sich um 16 Uhr der V. s. L. Ostring 1 und FTGB. Pankow(Schiedsrichter Mariendorf) Trotz der Krisenstellung, in der sich der Gruppenerste augenblicklich befindet, dürste er den sicheren Sieger stellen. In der G r u p p e L spielen ebenfalls in der Schönhauser Allee Freie Turnerschaft Nordring 2 gegen V. f. L. Ostring 2 um 14 Uhr, eine der Interessantesten Paarungen der Gruppe. Gruppe C: FTGB. Mariendorf 2 gegen Sportverein Moabit 2(Schiedsrichter Nordring 2), 9 Uhr Volkspart Mariendorf. FTGB. Nordring 3 gegen V. f. L. Ostring 3(Schiedsrichter Moabit 2), Spielbeginn 12.30 Uhr. Schönhauser Allee. In der Frauengruppe spielen FTGB. Nordring gegen Tennis-Rot 1(Schiedsrichter Pankow 2 Männer), Beginn 17 Uhr, Schönhauser Allee. D. f. L. Ostring- Frauen gegen Volkssport Neutölln-Britz spielen in Spandau, Sport- platze Wilhelmstraße(Schiedsrichter Spandau), um 17 Uhr.— Zu Gesellschaftsspielen kommen zusammen: ASV. Wedding und Volkssport Neukölln-Britz um 11 Uhr Wassersportplatz Plötzensce, Schiedsrichter Pankow 1. In Spandau spielen der dortige Freie Hockey-Club Spandau 1 und der Athletik-Sport-Club 1 um 15.30 Uhr(Schiedsrichter Wedding), und die 2. Mannschaft der Spandauer gegen FTGB. Friedenau 1 um 14 Uhr Sportplatz Wilhelmstraße, (Schiedsrichter ASC.). Die Spandauer sind eine junge, aufstrebende Mannschaft und verstehen, durch eifrigen Kamps auch besieren Gegnern achtbare Resultate abzuknöpfen. Gelang es ihnen doch am letzten Sonntag, einer kombinierten Mannschaft des Kreismeisters V. f. L. Ostring«inen 3:2- Sieg zu nehmen. Der Vorteil des eigenen Platzes und ein zahlreicher Zuschauerring taten ein übriges. den Mut des Freien Hockey-Clubs anzuspornen. Der Athletik-Sport- Club ist eine schnelle Monnschast und dürfte jedenfalls nicht ohne Kampf einen Sieg zu verschenken haben. Das Ergebnis von Magdeburg Die Berliner Schachspieler waren die stärksten Die Bundestagung und die Massenkämpfe des Deutschen Arbeiter-Schachbundes an den Osterfeiertagen in Magde- bürg sind zu End«. Wi« hieß es doch überall in den kommunistischen Lügenblätt«rn? Die„Bundesvorstandstreuen- hätten kein« guten Schachspieler mehr. Sie bekämen nicht mehr als eine Handvoll Schachspieler überhaupt zusammen. Hauptsääiljch die Berliner bundestreuen Schachspieler sollten die schlechtesten und Unerfahrensten sein. Zusammengesucht aus dem Reichsbanner und der SAJ.. weil die besten Berliner Spieler zur.Opposition" hin- übergegangen seien! Nun, die Berliner Freie Arbeiter-Schachvereinigung kann stolz sein auf ihre„aus dem Reichsbanner und der SAJ. zusammen- gesuchten" MitAieder. Ein so großer Erfolg, wie er von den Ber- lin«rn jetzt in Magdeburg errungen wurde, war selbst zu jener Zeit den Berlinern nicht beschieden, alz sie noch vor der Spaltung durch die KPD. in„Russenkämpsen gestählt" wurden. An den ausgeschriebenen Kämpfen nahmen 438 Spieler teil. Außerdem spielten außer Konturvenz noch über 200 Schachspieler. Zu den Kämpfen läßt sich solgendes sagen, schreibt die„Magdeburger Volksstimme": Don den sechs Hauptkämpfen konnte Berlin drei erste Sieg« mit nach Hause nehmen, nein, im wahrsten Sinn« des Wortes noch Haus« tragen: denn jeder«rst« Sieg wurde mit einer Schachuhr als Anerkennung belohnt. Alle folgenden erhielten Figuren mit Schachdccken und Trostpreis« in Buchform. Ein De- monstrationsbr«tt konnte Hannover gewinnen. Die Einzelergebnisse sind: «reiswettrzmvte. eUftrt! 2. Ätcls(ßam&trrfl) mit 28% Punkt««./. Punkten. Ortsgruppe Magdeburg mit 26'� Punkten. Tpielvereinigung Tidöne. deck mi« 2Siri Punkten. 2. MannfSaftskainpf ob 1# Brettern. Sieger: Ortsgruppe Stettin mit 30 Punkten. Es folgten X.«reis. 3. Desirl lLottbusi mit 2SW Punkten. Orts- grnppe Sambura mit N Punkten. Ortsgruppe Cbemnii» lkomb.x mit 17 Punkteil. Ortsgruppe klfchersleben mit 10 Punkten. Ortsgruppe Braunfchmei« mit 8V4 Punkten. 3. MannfKastswettkantpf an 10 Brettern. Sieger: Ortsgruppe Berlin II mit 22 Punkten. Es klagen Ortsgruppe Quedlinburg mit xsii Punkten. Orts» gruppe«dtb.'n.Dernburg iiomb.) mit XZZi, Punkten Ortsgrupv« Magdeburg II mit 9 Punkten. 4, Ronasibaftswett kämpf an 8 Brettern. Sieger: Ortsgruppe Roblau mit 18 Punkten. Es folgten Ortsgruppe BerNn M mit VSV> Punkten. Ortsgruppe Helmstedt mit 11 Punkten. Ortsgruppe Burg bei Magdeburg mit Wi Punkten. Zuge:, bwet! kämpf. Sieger: Ortsgruppe Berlin II mit 2» Punkten. Es folgte» Ortsgruppe Magdeburg mit 2SVk Punkten. Rreisjugend, 6. Kreis mit 25 Punkten. Ortsgruppe Ehemnitl mit 22 Punkten. Ortsgruppe Alcherslcben mit lOZb Punkten. Ortsgruppe Sngelsdorf mit 9 Punkten. Dir.zeltnrnier A fiir starke Spieler, l. Gruppe. Sieger: Ittrig fDanzig) mit S Punkten. 2. Kretfchmer(Dresden) mit 3Zb Punkten. 2. Gruppe Sieger: Willen(Bcrnburg) mit 3 Punkten. 2. Schbn iCalbe a. b. S.) mit 2 Punkten. Einzelturnier II für alle übrigen Spieler. 1. Gruppe. Sieger: Deist lBran» denbura) mit 4)4 Punkten. 2. Gruppe. Sieger: Kannewischrr(Kiistrin) mit 4 Punkten. 3. Gruppe: Franke(Dessau) mit 3)4 Punkten. 4. Gruppe. Punkt- gleich: Web-r(Stabfurt) und Wernicke(Magdeburg) mit ie 4 Punkte». 5. Gruppe. Sieger: Ruiloff(Gommern) mit 5 Punkten.«. Gruppe. Sieger: Nebel(Stabfurt) mit 3 Punkten. 7. Gruppe. Sieger: Albrccht(CtaUurt) mit 3 Punkten. 8. Gruppe. Sieger: Dengin sMagdeburq) mit 3 Punkten. 9. Truppe. Sieger: Richter(Stabfurt) mit 3 Punkten. 10. Gruppe. Sieger: Peter(Solgelmen) mit 8 Punkten. .Achhrag. Kartellvcrcinc! Zu der am Dienslag, 14. April. 19.30 Ahr. staiifindendea großen Kundgebung der Sozialdexnokralischen Partei im Sporkpalasl senden die Vereine wieder ihre Fahnendelegalionen. Da der Einmarsch pünktlich um 19.30 Uhr staltsindel. müssen alle Fahnenträger in Sportkleidung zu diesem Zeitpunkt bereitstehen. Umkkbideranm wie stets links 1 Treppe. Der Spielmannszug der Freien Sport» und Musikoereinlgung tritt um 19 Uhr an. Am Ulontag, 2 0. April, treffen sich die Ulisglieder de» Spielmannsznges um 19 Uhr zur Teilnahme an der sozialdemokratischen Fraucnkundgebung des Kreises Kreuzberg im„Orpheum". Hasenheide 32/38 an der Gräfeslrahe(Bundeskleidung). Fahrt bis Uniergrundbahnhof Hasenheide. Donnersiag. 2 3. April. zur großen internationalen Frauenkundgebung der Sozialdemokraii» schcn Partei in den beiden Sälen der.Plenen Welt" treffen sich die Spiellcuie zur Teilnahme am Fahneneinmarsch der Sportlerinnen um 19 Uhr in den Umkleideräumen hinter der Bühne(Bundes- kleidung). Fahrgeld wird für die Erwerbslosen bei allen ver- anstallungen zurückerstattet. Oehlschläger, Berthelmann. Werdung der dreien Ksnu-LJnion Am Sonnabend, 11. April, von 17 bis 22 Uhr, und Sonntag, 12. April, von 10 bis 12 Uhr, veranstaltet die Freie Kanu-Union eine Ausstellung von Booten, insbesondere von Kanuoierern, Photos und anderem Material. Eine Filmvorführung tind«ine Sonderveranstaltung vom Leben und Treiben bei ben Arbeiter- Paddlern wird viele Freunde finden. Sonntag nur Besichtigung der Ausstellung, die im Jugendheim in Spandau, Lindenufer, statt- findet. Uaturfrcmlde machen Forlschritte. Bor kurzem gründete der internationale Touristenverein„Die Naturfreunde" in Belgiens Hauptstadt B r ü s s el eine Ortsgruppe. Jetzt ist auch der f l ä mi s ch e Toeristen Bond ooor Arbeideers mit 40 Ortsgruppen und 3600 Mit- gliedern dem Touristenoerein„Die Naturfreunde" beigetreten. Der Beitritt mehrerer Arbeiterwanderer-Ortsgruppen aus dem w a l l o- nischen Teil Belgiens steht bevor. Raturfrennbe-isnnktibnärlursns.(folirt nach dem Ilsderfe» am U. uni» 12 April. Abfahrt Stettin«! Bahnhof 14. 25 Uhr nach Meichcra(2 M.) ssithrer: Schuppa. 18.14 Uhr nach Melchow. fZührcr: Jensen. 17.33 XUir nach Ebersrvalde» Finpwiurih<3,20 M). Whrer: Maspfuhl. Sonnabenb geselliger Abend im Naturfreundeheim unter Mithilfe aller Teilnehmer. Sonnta-, Diskussionen über Wanberoemeinschaft, Wandertechnik und Wanderrofl. Leteter Kurfusabend Donnerstag. 10. April. 20 Uhr, Weiiuneifterflr. 18—17, Diskussion der Probleme des proletarischen Kultur!«, upfes und der damit verbundenen Naturfreunde- aufgaben. Referent: Lau. .Eiche-.Bohnedors. Eonnabend. 71. April, 18 Uhr, Plah Schul, endo rfer Strabe. Bohnsdorf I gegen.Bohnsdorf II. ssranen und Jugendlich«. Handball» onb Letchtalhleiik-Trainina ebenda. Der Tennin für den iHlmdi.ug beim „Sturmvogel" wird aus vrgenusaiorischen Gründen auf nächsten Monat vertagt. Steie Spart» nrb Musik Vereinigung. Uebunqsftunden der Trommler und Pfeifer jeden Freitag im.Sporihans". Direkfenftr. 1. An der Iannswitibrüa?. Der Bliiferab'eilung jeden ffrenag in der„Wüii lischt taufe". Berlin O. 112. Wilhliichstr. 36. Beginn 20 Uhr. Arbeiter.SchSgenbnnd, Abt. Eharlottenburg. Uebungsabend fsreitag, 1». April, 20 Uhr. bei Sandmann, Salenfee, Westfiiiische Str. 42. Jugend» obteilunq: Montag, 13. April, 20 Uhr. im Heim Spreefir. SV, Zimmer II. Radfahrer„Solidarität-. Touren am Sonntag, dem 12. April: 1. Abt.: fralkeuhorst. Start 9 und 13 Uhr bei Kroll, Bülowfir. Zü.— 3. Abt.: Streif. giig« durch den Seiden. Start 8 Uhr-otariaiinenplag.— 9. Abt.: Effenouclle. Start 7 Uhr Triftftr. vz.— Abt. Lichtenberg: Propa:andgfah:t. Start 7)4 Uhr bei Senkel, ssinow» Eck- vberstrafte.— Abt. ReÄrklln: Teuplü-Tornow. Start 7 Uhr Sohengollernvlah.— Abt. Eharlottenburg: Glienicke-Rordbahn. Start 13 Uhr. Jugend nach Summt. Start 3 Uhr bei Reimer, Wiimt'sdo.fer Str. 21. — Abt. Schiineberg: Werden neuer Mitglieder..Start wie veeeinearu.— Adt. Reinickendvvf: Briefethal. Start 8 Uhr Provingftr. 10«.— Abt.«eihenfre: Werbearbeit. Start wie vereinbart.— Sihungen in der Woche vom 12. bis 18. April. 1. Abt.: 17. April Abteilungsüüung bei Richert, Sleinmet.str. 3üo» 20 Uhr.— 2. Abt.: 13. April Abteilunqsnhung bei Tok, Cchonlcinftr. 6, 20 Uhr. — 3. Abt.: 15. April Adteilunqsfihnna bei Forster(Berein-Han»), Torster Strahe 9, 20 Uhr.— 6. Abt.: 16. April Abtciliingslihuitg bei Feit, Kopen» Hagener Str. 17, 20 Uhr.— 9. Abt.: 10. April Abteiiungssigunq bei Schreiber, Triftstr. 63, 20 Üb«.— Abt. Friedrichs Hain: 17. April Aoteilungsllhung bei L-rn, iforndorfer Str. 9. 20 Uhr.— Abt. NeukAln: 10. April Abteilunassitnin» bcim„Doppilochfen", Kaiser-ffriedrich-Str. 171, 20 Uhr.— Ab». Lichtenberg: «btci-Iungssitmng bei Seniei. Oderstr. 18. 20 Uhr.— Abt. Moabit: Abteilung«. »Huna bei Schmidt. Wiciefftr. 17, 20 Uhv.— Abt. Wilmersdorf: X3. April Adtc ungsslhung bei Lau, Hilbegardstr. 14, 20 Uhr.— Abt. Eharlottenburg: 13. April Bbteilungssihung bei Reimer. Wilmersdorser Str. 21, 20 Uhr.— Abt. Schönebcrg: 18. April Alkieilungssihung bei Edcrt, Ebcrsstr. 18, 20 Uhr. — Abt. Werhensee: 17. April Abteijung-llhunq be! Nagel, Pistorluestr, 27. 20 Uhr.— Abt. Reinickendorf: 15. April Abteilungssihung bei Neumann, Prvvinzstr. 10«. 20 Uhr.— Abt. OoerschiZncweide: Abteilungsllhnng bei Emmrich, JBUHelminenhofftr. 64, 20 Uhr.—«dt. Kanisdarf: 18. April Ab. teilungsiihung bei Escherich. Alt-Kauisborf, 20 Uhr.— Abt. Mahlsdorf: 2t. April Ableilungsflhuna bei»Ander», Bahnhofftr. 37. 20 Uhr.— Rennfahrer Berlin-Mitte: 10. April Abteilungsllhuna Seidel. Ecke Reue Reue Grllnftrahe. 20 Uhr.- Ausküioft««rieilt die Geschäftsstelle: R. Rothbarth, Berlin, Schöne. berger Str. 17», Bei allen Touren und Bcrfainmlungen find Gäste gern gesehen und heiht unfer Losungswort im'April! Bei Coli im April freier Eintrittl Alle Mikelieder beteiligen llch an der Beranstaltung der SPD, am 14, Aprl im Sporipalaft um 19)4 Uhr. «rbeitersportler.Arbetterlänger.Festfpiel. Tu-nhallen-Aenderung. Sonn» abend, 11. April, findet die gemeinsame Probe oller Funktionäre und Grupmn. lllhrer in der Turnbolle der Waller.Rathenau-SchuIe in Neukölln, Boddin» strahe, 20 Uhr, statt.(Die Turnhalle Pringenstrahe ist anderweitig vergeben.) Bringt die Roten und die Sprechchortert» mit. Freie Kau». Union, Abt. Havel. Gemeinsame Fahrt girr Ausstellung nach dem Jugendheim Spandau am Sonntag, 12. April, 8 Uhr, Bootshaus. Arbciterfchvhenbnod E. B. Sonntag. 12. April. Frilbiahrsanschiesten in Klelnkaltder und Bogen. Erscheinen jeder Abteilung mit Damenmannschaft Pflicht. Reichsdanner�porlpla» ssrietrichsfeld«. Am Uvpfwllwcg. Zum Schulbeginn hat Meister Rategut reditzeitig vorgesorgt. In seiner praktischen Kleidung marschiert man frohen Muts in's neue Jahr. Seine SCHUL- und SPORTANZÜGE, seine ULSTER und REGENMÄNTEL sind bewährte Schöpfungen von heute: zweckmäßig, durabel, korrekt und immer zeitgemäß billig! Wer sie einmal erprobt hat, weiß LEINEWEBER-KLEIDUNG HAT DIE RICHTIGE ART 5oin»w»i»»r Sehul-Anzfige aus festen meliert. Cheviotstoflen Gr. 38: M.27.- 36.- 43.- Sport« Anzüge flottgemusterte starkfäd. 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