BERLIN Soimabend U. April 1931 10 Pf. Nr. 169 B 85 48. Jahrgang L rsch e i n t t ä g l i ch außer EonntaKs. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. N.60M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWkS.Lindenßr.S Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Anzeigenpreis: Die timpaltigeNonpareillezeil« «v Pf.. Reklamezeile S W. Crmäßigun en nach'Tarif. Poßschecktonto: Vorwärts-Verlaz G.m. b.H.. Berlin Nr. 37 536.- Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Stahlhelm empfiehlt sich... Im Kall von Unruhen als Schuhtruppe Der Berliner Stahlhelm hat seine gegenwärtige Aktion eines Volksbegehrens für Auflösung des Preußischen Lonötags mit einem großzügigen Vettolfeldzug eingeleitet. Nach der Mechode„Hilf, was helfen kann" wurde dabei init den allergröbsten Mitteln gearbeitet. Ja. man scheute sich nicht, den Besitzenden vorzuspiegeln, es stunden Unruhen bevor, die vom Reichsbanner angezettelt werden würden, und dann werde es die Aufgabe des Stahlhelnis sein, die bedrohten Geldschränke zu schützen.— Bor uns liegt ein Flugblatt folgenden Wortlauts: Der Stahlhelm L.-B. Groß-Berlin Volksbegehren! Aufruf an die nationale Bevölkcrnug von Groß-Berlin und Umgegend zur Mitarbeit am Volksbegehren und dessen finanzieller Unterstützung. Der Stahlhelm. Bund der Frontsoldaten, hat mit dem Einbringen ein»? Volksbegehrens auf Auflösung des Preußischen Landtages den Kampf gegen dos rote Preußen in offener Feldfchlocht ouf> genommen und wird ihn durchführen. Die Hauptlast des Kampfes wird, wie immer, der Stahlhelm Groß-Berlin zu tragen haben. Davon geben die folgenden Zahlen ein anschauliches Bild. Von 254 Ileberjällen auf Stahlhelmleute im ganzen Reiche in den Fahren 1929 und 1930 entfallen ollein 239 auf Groß-Berlin. Auch in dieser Bolksbegehrenschlacht wird der Stahlhelm Groß-Berlin wieder die härtesten Kämpfe führen müssen. Ihm liegt es schon in erster Linie ob, die benötigten 29 999 Unterschriften für dos Zu- lasjungsverfohren zu sammeln. I D>e Berliner Slahlhelmkamcradcn find es aber auch, auf deren Hilfe sich die naklouolen kreise der Reichshauplstadt»erlassen bei Unruhen, die der Relchsbonnergenerol hörsing so offensichtlich vorbereilet und sreimülig in Aussicht stellt. Auch der Verhinderung derartiger Unruhen dient das Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtages. An die nationale» Kreise Groß-Berlins richtet der Stahlhelm, Landesverband Groß-Berlin. deshalb die dringende Bitte, ihn für die Durchführung des Volks- begehrens mit Geldmitteln und durch Propaganda von Mund zu Mund zu untersiützeo und dafür zu sorgen, daß die aus Berlin kommenden Mittel auch dem Kampfe in Berlin zugute kommen. Zahlungen werden erbeten auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 914-i Stahlhelm, Bund der FrontsoLxiten, Landesverband Groß-Berlin e. V. Berlin, mit dem Vermerk auf dem Mirteilungsabschnitt: Konto Volksbegehren, oder durch unmittelbare lieber- sendung. mit dem gleichen Vermerk, an das Landesamt des Stahl- beim, B. d. F.. Landesverband Groß-Berlin, Berlin W 9.. Pots- damer Str. 134b, wohin auch alle Anfragen, das Volksbegehren betreffend, zu richten sind. vou Stephani Major a. D. und Führer des Stahlhelm, B d. F. Landesverband Groß-Berlin. Berlin, den 19. Februar 1931 W 9, Potsdamer Str. 134b Fernspr.: Lützow(B 2) 4116 7 Herr Stephani macht sich einer plumpen und dummen Der- leumdung schuldig, wenn er die Behauptung aufstellt. Hörsing oder das Reichsbanner hätten Unruhen vorbereitet. Offenbar hatte der Berliner Stahlhelmführer taktische Gründe, von den Nationalsozialisten oder den Kommunisten in diesem Zusammenhang nicht zu sprechen— infolgedessen kam er auf die abenteuerliche Idee, für etwa kommende Unruhen das Reichsbanner verantwortlich zu machen. Bei diesen Unruhen soll nun angeblich der Stahlhelm den „nationalen Kreisen" Schutz gewähren! Und als Vorschuß für diese Leistungen treibt der Stahlhelm bei den Besitzenden Beiträge ein. Jeder politisch Unterrichtete weiß, daß es ein Aberwitz ist, dem Reichsbanner Pläne auf Entfesselung von Unruhen zu unterstellen. Feder politisch Unterrichtete weiß aber auch, daß der Stahlhelm als eine private Organisation weder berufen noch imstande ist, im Falle von Unruhen als Schutztruppe in Funktion zu treten. Es handelt sich also um weiter nichts als um einen Versuch, denen, die nicht alle werden, unter betrügerischen Vorspiegelungen Seid abzulocken. Eine sozialdemokratische Anfrage Ende März ist durch eine kommunistische RcichStagsred« in der Oeffentlichkeit bekanntgeworden, daß dem ehemaligen Konig Ferdinand von B u l g a r i e n wiederholt größere Geldbeträge aus Reichs mittel» zugeflossen sein sollen. Inzwischen haben sich die Gerüchte über Zahlungen des Reiches an den Exkönig Ferdinand weiter vertnchtct. Darum hat die sozio ldcmo- lDisriStss abend, 19.30 Uhr Sportpalast Otto Braun kratische Reichstagsfraktion jetzt folgeiche Kleine An- frage an die Reichsregicrung gerichtet: Der ehemalige König Ferinand von Bulgarien Hot seit dem Ein- tritt Bulgariens in den Weltkrieg wiederholt Zuschüsse aus Reichs- mittel» erhalten. Wir fragen die Reichsregierung: 1. Ist es wahr, daß an den ehemaligen Söaig Ferdinand von Bulgarien jährlich ein größerer Betrag aus Reichsmitleln gezahlt wird, wobei das Reich die Berpflichlung übernommen hak, diesen Betrag laufend bis zum Tode des ehemaligen Königs Ferdinand von Bulgarien zu zahlen? Wenn das zutrifft, a) wie hoch ist der jahrliche Zuschuß? b) wird der Zuschuß tatsächlich seit dem Jahre 1927 gezahlt? Das Gretchen in Goebbels Goebbels:„Nach ihm nur schau ich zum Fenster hinaus,— Nach ihm nur geh ich aus dem Haus." c) war das Reich zur Uebernohme des lausenden Zuschusses an den ehemaligen König Ferdinand von Bulgarien rechtlich verpflichtet oder aus welchen Gründen hat das Reich die Zahlung übernommen? 2. Ist es wahr, daß im Frühjahr 1931 eine Sonderzahlung von einer halben Million Mark aus Reichsmitleln an de« ehemaligen König Ferdinand von Bulgarien erfolgt ist, die an seinem 70. Geburtstag ausgezahlt worden ist? Wenn dos zutrifft. �.. a) aus welche» Gründen und aus welcher Veranlassung hak das. Reich diese Zahlung geleistet?: b) inwieweit kaim die Reichsregierung die Auszahlung von einer hglbcn Million Mark aus Reichsmitteln für diesen Zweck bei der gerode von der Reichsregierung in der letzten Zeit immer wieder betonten außerordentlichen f i n a n- zielten Notlage des Reiches verantworten?. 3. welche Zahlungen sind seit dem Eintrill Bulgariens in den Weltkrieg bisher aus Reichsmitleln an den ehemaligen König Ferdi- nand von Bulgarien geleistet worden? Ans Grund welcher recht- lichen Verpflichtungen sind diese Zahlungen erfolgt? 4. 3 st die Reichsregierung bereit, in Zukunft keine Zahlungen — also auch feuue lausenden Zuschüsse— an oder für den ehemaligen König Ferdinand von Bulgarien zu leisten, ohne vorher die Zustimmung des Reichstages einzuholen? Es scheint sich zu bewahrheiten, daß der ehemalige König Ferdinand von Bulgarien gewisse Ansprüche, die er wegen des Eintritts von. Bulgarien in den Weltkrieg an iws Reich zu haben glaubt, heute dazu benutzt, um immer wieder die Auszahlung größerer und kleinerer Beträge aus der Reichstasse zu verlangen. Sollten sich die Angaben in der sozialdemokratischen Anfrage bewahrheiten, so wäre das, abgesehen von allem anderen gerade in der heutigen Zeit um so erstaunlicher, als die schwere finanzielle Not allein schon genügen sollte, um die Reichsregierung an solchen Ausgaben zu hindern. Schönes Gonntagsweiter. Das Schlechtweltergebiel ist erwarkungsgemäß schnell abgezogen. Die Wettervoraussage für den S o n n l a g lautet deshalb ziemlich günstig: Bei heilerem Himmel und steigenden Temperaturen ist mit größter Wahrscheinlichkeit mit sonnigem Zrühjahrswetter zu rechnen. Die starke Einlrübbng am Donnerstag, die ihre Ursache in einer Depression hatte, die mit ihrem Sern über Deutschland lag. ist ziemlich rasch vorübergegangen. Schon heute vormittag teilte sich die Wolkendecke, und das Thermometer stieg von 3 Grad Wärme um S Uhr früh bis Mittag aus annähernd S Grad. Das Tiefdruckgebiet, das von den englischen Inseln über das Reich hinweggegangen ist, ist verhältnismäßig schnell nach dem Osten weitergezogen. In Norddeutschland und der östlichen Hälfte Süddeutschlands sind noch vielfach leichte Nieder- schlage zu verzeichnen gewesen. Die Temperaturen lagen meist unter 19 Grad Wärme, im Küstengebiet war es erheblich kälter. Am Rhein und in Süddeutschland dagegen herrschen durchschnitt- lich 13 Grad Wärme.— Der Depression ist ein Hochdruckgebiet gefolgt, das sich füdostwärts verlagern dürfte und daher für unser Gebiet heiteres Wetter bedingt. Schneefall im Riefengebirae. hirschoerg. 11. April. Seit Freftag vormittag hat es ün Hochgebirge zeitweise wieder kräftig geschneit, so daß 10 bis 20 Zeutimeter Neuschnee gefalle« sind. Die Temperaturen betragen heute vonnittag auf der Schneekoppe 19 Grad, auf dsm Kamm 5 Grad Kälte. Da der Neuschnee zuletzt als Pulverschnee gefallen ist, ist die Ski- fähre wieder gut. Auch die Schlittenbahnen reichen wieder bis zum Zackmsall vub bis zu den ersten Häusern der Gebchzsdörfer. Frankreich England und Ztalien erklären si Paris. 11. April.(Eigenbericht.) Der englische Botschafter in Paris Lord Tyrell ist am Freitag abend nach London abgereist, um die Wiederausnahme der vor Ostern unterbrochenen Arbeiten des Redaktionsausschusses für das Flottenabrüstungsabkommsn vorzubereiten. Allem An- schein nach ist noch keine Annäherung zwischen den von den beiden Parteien vertretenen Standpunkten erfolgt. Rom und Lon- don wollen Frankreich das Recht bestreiten, in den Jahren 1034 bis 1gS6 KS(XX) Tonnen unmoderner Kreuzer und Torpedobootszer- störer durch Neubauten zu ersetzen, weil die neuen Schiffe erst nach 1336 in den Dienst gestellt werden könnten. Da das vorläufige Flottenabrüstungsabkommen nur bis zu diesem Jahre abgeschlossen sei. würde Frankreich den Beschlüssen der neuen Konferenz vor- greifen. Frankreich widersetzt sich dem Wunsche der Engländer, das Höchstkaliber der Geschütze auf den beiden ihm zugebilligten neuen Panzerkreuzern auf 30,5 Zentimeter zu beschränken, da England und Amerika auf den entsprechenden Kriegsschiffen Geschütze von 34 Zentimeter besitzen. OoumergueS letzter Besuch in Tunis. Paris, 11. April.(Eigenbericht.) Der Präsident der Republik ist am Freitag nachmittag in Tunis eingetroffen. Am Abend gab der Bey von Tunis in seinem Palast dem Präsidenten ein Diner, bei dem Trinksprüche ausge- tauscht wurden. Die Nizzaer Rede des Präsidenten wird vom sozialistischen „Populaire" und von der radikalen„Republique* scharf kritisiert. Der.-.Populaire" bezeichnet bis Worte des Präsidenten als poincaristisch und bedauert es, daß der Präsident kurz vor Ablauf seiner Amtszeit seine bisherige Zurückhaltung auf außen- politischem Gebiet aufgegeben habe. Lehnlich drückt sich die„Rc- publique" aus. Sie erklärt, daß diese vollkommen unnütze redne- risch« Kundgebung dem Ansehen Frankreichs im Auslande nur schaden könne.„Volonte" und„Oeuvre" wenden sich gegen die Kommentare einiger nationalistischer Zeitungen, die behaupteten, daß Domergue mit seiner Red« gegen die Außenpolitik Briands habe Stellung nehmen wollen. Die wichtige Ratstagung. Büfiungsstanv- Konferenzort-Minderheitenbefdjv« den. Genf, 11. April. Die Tagesordnung der 63. Tagung des Völkerbundsrates, die am 18. Mai in Genf unter dem Aorsitz des deutschen Reichsaußen- isoliert sich ch gegen seine Uottenaufrüstung Ministers Dr. C u r t i u s beginnt, weist außer zahlreichen nur!- schaftlichen, völkerrechtlichen und Verwaltung-technischen Pölkerbunds- angelegenheiten eine ganze Reihe wichtiger politischer Fragen auf, Unter den Problemen, die zur Behandlung stehen, wird die Ab- rüstungsfrage das meiste Interesse beanspruchen, da in ihr ein deutscher Antrag und eine englische Anregung auf Bekannt- gäbe des Rü st ungs stände? vorliegen. Der Rat hat auch Beschluß zu fassen über die weiteren Verhandlungen wegen der Herbeiführung eines Abkommens über die Kontrolle der Rüstungs- industrien. Die Präsidentschaft der künftigen Weltabrüstungs- konferenz von 1932 wird auf der Maitagung voraussichtlich noch nicht entschieden werden. Dagegen dürfte die Entscheidung über dest Tagungsort fallen, wobei die Völkerbundsstadt Genf in erster Linie in Frage kommt. Dem Rat liegen im Mai auch wieder zahlreiche Minderheiten- fragen vor, von denen die wichtigste den Bericht der polnischen Regierung über die Abstellung der deutschen Minderheiten- klagen in Polnisch-Oberschlesien betrifft. Die ukrainische Minderheitenbeschwerde wird erst in der kommenden Woche durch den Dreierausschuß in London geprüft, und es steht noch nicht fest, ob sie ebenfalls auf der Maitagung des Rates zur Behandlung gelangt. Verschiedene politische Fragen werden den Rat wieder beschäf- tigen, u. a. die deutschen Memelbeschwerden und der polnisch-litauische Grenzstreit. Ob der Rat in irgendeiner Form sich mit dem deutsch-öster- reichischen Zollabkommen befassen wird, kann sich erst noch Eingang des angekündigten englischen Antrages beim Völkerbund, mit dem man in Genf für die nächste oder übernächste Woche rechnet, ergeben. Zusammen mit der Tagung des Europaausschuffes, in dem das deutsch-östsrreichische Zollabkommen eingehend besprochen werden dürfte, werden die politischen Verhandlungen in Genf vom 15. M a i bis unmittelbar vor Pfingsten, vielleicht auch noch dar- über hinaus, dauern. Tie Tagesordnung, die satzungsgemäß den Mitgliedern vier Wochen vor Beginn der Ratstagung mitgeteilt wurde, läßt voraussehen, daß die bevorstehende Ratstagung eine der politisch wichtigsten der letzten Jahre sein wird. Amerikaner Abrüstungsbeamier in Genf. Genf, 11. April. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat«Inen Beamten des amerikanischen Staatsdepartements, de Wolf, in die Abrüstungs- abiellung des Sekretariats berufen. Das neue Mitglied der Ab- rüstungsabteilung tritt seinen Dienst am 1. Juli an. Oer Krieg im Nazi-Lager. Ausschlüsse, nichts als Ausschlüsse! Schwerin. 11. April.(Eigenbericht.) In der Ortsgruppe Schwerin der Hitler-Iugend scheint ün ernster Konflikt ausgebrochen zu sein. Der Führer der )itler-Jugend, Bürger, hat die Ortsgruppe Schwerin i u f g e l ö st. Nach einer von ihm herausgegebenen Verfügung muß »lles der Ortsgruppe gehörige Eigentum in der Geschäftsstelle des Baues Mecklenburg-Lübeck der NSDAP, abgeliefert werden. 2llle »iejenigen Mitglieder der Hiller-Jugend, die sich bis zum 14. April »icht bei der Gauleitung gemeldet haben, schließen sich damit »utomatischaus. Der bisherige Führer der Schweriner Hitler- Zugend, Ruhbült, ist seiner Aemter enthoben und aus der hitler-Jugend ausgeschlossen worden. Mit der Neuorganisation der hiller-Jugend, Ortsgruppe Schwerin, ist ein gewisser Kurt Wegner »eauftragb Nazi-Köchin gesucht. Llnd eine Büfettdame dazu. Im Anzeigenteil des„Angriff" finden wir dieses nicht uninter- essante„Stellenangebot": Tüchtige Köchin, junges Mädchen für Büfett verlangt Zdunek, Erfrischungsraum der Landwirtschaftlichen Hochschule. Daß der„Erfrischungsraum" der Landwirtschaftlichen Hochschule »usgerechnet im hakenkreuzlerischen„Angriff" seine Köchinnen und seine Büfettdamen sucht, läßt darauf schließen, daß auch der Kantinenwirt zur Zunft der Nazis gehört, trotzdem ir den edelgermanifchen Namen Zdunek führt. Und das väre für die Landwirtschaftliche Hochschule immerhin der Beachtung vert. Oer Schulsireik in Braunschweig. In Geschlossenheit durchgeführt. Praonschweig, 11. April.(Eigenbericht.) Ebenso einheitlich und geschlossen wie am Freitag wurde auch am Sonnabend der Streik der Weltlichen Schulen fortgesetzt. In der Stadt Braunschweig erschienen von rund 3000 Schul- lindern 81 zum Unterricht, in Wolsenbüttel von 285 nur 10 und in Schöningen erschien kein einziges Kind. Alle Ein- Mischungsoersuche der von Franzen geschickten Polizei scheiterten an der Disziplin der Eltern und Kinder. Sonnabend früh wurde aus nichtigen Gründen der vor einer Schule stehende Gewerkschaft s- sekretär Maas verhaftet. Am Montag wird nach einem Aufruf des Weltlichen Elternbundes die Schularbeit geschlossen wieder auf- genommen. Deportierte machten den Aufstand. Madeira-Gouverneur fefigeseht. London, 11. April. Der„Dailq Telegraph" veröffentlicht heute den Bericht eines Augenzeugen über den jüngsten Aufstand auf Madeira. Die Revolte ist» diesem Bericht zufolge, von 300 politischen Ge- fang rne n, die die portugiesische Regierung nach Madeira de- Portieren ließ, in aller Verschwiegenheit und mit äußerster Gründ- lichkeit organisiert worden. Am 5. April wurde von den Depor- tierten, der Garnison auf Madeira und portugiesischen Truppen, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Madeira geschickt wurden, eine Militärdiktatur ausgerufen. Der Gouverneur von Madeira wurde verhaftet und auf einem Dampfer gefangen gesetzt. Die Regierung hat mehrere Reservistenjahrgänge mobilisiert und an allen strategischen Punkten von Funchal Geschütze auf- gestellt. Oie Lage ruhig— die«Revolutionäre� herrschen. London. 11. April. Ueber die Lage in Madeira berichten Funksprüche zweier Passa- giere des Dampfers„Edinburgh Castle", der gestern aus dem Rück- weg« von Kapstadt in Madeira anlegte. Der eine Passagier, der die letzten zehn Tage auf der Insel zugebracht hat, bezeichnet die Loge als ruhig: die Revolutionäre seien Herren der Situation. Dort wohnende britische Untertanen, heißt es in der Meldung welter, sind durch die Anwesenheit des Kreuzers„London" beruhigt. Andererseits verlassen Besucher, die das Schauspiel einer Revolution nicht in ihr Erholungsprogramm aufgenommen haben, die Insel. Ein Teil der portugiesischen Bevölkerung, die ernste Zwischenfälle befürchtet, wenn die portugiesische Flotte eintrifft, ver- läßt Funchal, um in den Bergen Schutz zu suchen. Die Angehörigen anderer Nationen erwarten das Eintreffen von Kriegsschiffen ihres Landes. Der andere Passagier berichtet, er sei gestern gelandet und habe eine Fahrt um die Insel unternommen, ohne dabei in irgendeiner Weise b e l ä st i g t worden zu sein. Allenthalben sei das militärische Element vorherrschend. Das Geschästsleben scheine sich in n o r» maler Weise abzuspielen. Nur wenige Läden seien geschloffen. Kein Schiffsverkehr mit Madeira. Paris, 11. April.(Eigenbericht.) Die portugiesische Regierung hat mehrere Funksprüche auf- gefangen, die zwischen den Aufständischen der Insel Madeira und dem früheren Präsidenten Machado ausgewechselt wurden. Eine Liffaboner Zeitung erklärt, daß verschiedene in Spanien und Frank- reich in der Verbannung lebende portugiesische Politiker in ständiger Verbindung mit den Aufständischen stehen. Die Pariser portugiesische Gesandtschaft gibt bekannt, der amt- liche Staatsanzeiger habe eine Verordnung veröffentlicht, nach der jeder Schiffsverkehr und Handel mit den Häfen von Madeira ver- boten sei. Ausnahmen würden nur für die Schiffe gemacht, die als Zufluchtsstätte oder zur Evakuierung der auf Madeira ansöffigen Ausländer dienen.— In Paris wird die Lage in Portugal und auf Madeira trotz der optimistischen Nochrichten der portugiesischen Re- gierung als ziemlich ernst angesehen. Au« Til os tau ausge wicscu. Die Sowjetregierung bejehlOB, den Moskauer Korrespondenten der„Neuen Freien Presse", Nikolaus Vasseches, aus der Sowietunion auszuweisen, weil er in der „Neuen Freien Presse" ein Telegramm über Zwangsarbeiten in der Sawjewnion veröffentlicht hat. Die Ausweisung" hol bei den ausländischen Pressevertretern in Moskau großes Aufsehen erregt. Asch ein Todsopfcr des irrsinnigen Ingenieurs Zotlola, der in der Budaxester Hauptsynagoge am Karfrcitog herumschoß, ist in dem Lehrling Eugen Roth zu verzeichnen. Raubüberfall auf Konsum. Lagerhalter mit Revolver in Schach gehalten. Breslau. 10. April. Am Freitagabend, kurz nach Ladenschluß, drangen zwei maskierte Männer mit vorgehaltenen Revolvern in das Warenlager des Dree lauer Konsumvereins in der Gräbschen- siraße ein. Dem Lagerhalter, der gerade mit dem Zählen der Einnahmen beschäftigt war, entrissen sie da? Geld und zwangen ihn. auch noch das in einem Tresor befindliche Geld herauszugeben. Die Räuber entkamen unerkannl mit der Beule in Höhe von 1300 M. Zeppelin bei Kairo gelandet. Kairo, 11. April. Das Luftschiff„Gras Zeppelin" landete um 7.20 Uhr morgens imFlughafsnvonAlmaza,wosich trotz der frühen Morgen- stunde etwa 25 000 Menschen eingefunden hatten, um der Landung beizuwohnen. 150 Soldaten waren von den britischen Lusistreit- träften, weitere 200 von den britischen Besatzungstruppen zur Der- fügung gestellt, um das Luftschiff während seines Aufenthalls auf dem Flugplatz zu hallen. Eine Stunde später stieg das Luftschiff unter dem Beifall der Massen erneut auf, um einen Rund- f l u g über Palästina zu unternehmen. Jerusalem. 11. April. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" traf hier um 11 Uhr vor- mittags ein. Offizier als Einbrecher. ver Überfallene Siebzigjährige erschießt den Täter. Paris, 11. April. Am Freitag wurde ein französischer Artillerie- o f f i z l e r während eine, Einbruches bei einem reichen Gutsbesitzer überrascht und erschaffen. Der Besitzer des Gutes, ein über 70 Jahre aller Herr, hörte in der Nacht plötzlich ein Geräusch. Er begab sich in das Nebenzimmer und stand dort einem maskierten Einbrecher gegenüber, der sich auf ihn stürzt«. Trotz seines hohen Allers gelang es ihm nach langem Kampf, den Einbrecher bis in das Schlafzimmer zu drängen und den dort auf einem Stuhl liegenden Revolver zu er- greifen. Während er seinen Angreiser mit der einen Hand festhiell, feuerte er mit der anderen zwei Revolverschüsse auf ihn ab, von denen der eine den sofortigen Tod herbeiführte. Erst bei Eintreffen der Gendarmerie stellte man aus den Papieren des Einbrechers fest, daß es sich um den Sohn eines benachbarten Guts- b e s i tz e r s handelte, der als Ofsizier in einem Artillerieregiment Dienst tat. Man vermutet, daß Schulden ihn zu diesem un- überlegten Schritt getrieben hab-n. Der Gutsbesitzer wurde auf freiem Fuß belassen, da alle Anzeichen dafür sprechen, daß er in Notwehr gehandelt hat. Nächtliche Messerstecherei. In der Tegeler Straße kam es in der vergangenen Nacht zu einer Schlägerei zwischen H a k e n k re u z le rn und Kommunisten, bei der wieder das Messer eine Rolle spielt«. Ein lOjähriger Herbert P o n b e r g, der Mitglied der NSDAP, sein soll, erhiell mehrere Messerstichs in den Rücken. 2. fand im Virchsw- Krankenhaus Aufnahme. In einer Afchinger-Filiale in der Stresemannstraße mußten gestern nacht, kurz nach 1 Uhr, drei nationalsozia- listische Studenten, die das Publlkum provozierten, fest- genommen werden. Sie werden sich wegen Beleidigung, Haue« friedensbruch und Beschimpfung der Schupobeamtcn zu verant- warten haben. Was wir schaffen, wie wir leben! AusfielUmg der.Kinderfreunde" am Kreuzberg. Eine Well freudigen Schaffens, seelische und körperliche Hinauf- entwicklung junger Menschen, spricht aus der Ausstellung im Gesundheitsamt Kreuzberg, der ein zahlreiches, un- gemein interessantes Material der ,Linderfreunde"-Bewcgung in bildhafter, statistischer und handwerklicher Gestalt zeigt. Prachtvolle Photos aus der Schweizer Kinderrepublik am Thunersee geben den Auftakt: Junge Menschen, die in- mitten einer Landschaft von grandioser Schönhell Frohsinn und Gesundhell empfangen: da sieht man eine der hübschen Zelllager- veranstollungen, wo die frohe junge Gesellschaft im Kreffe zahlreicher Gäste fröhliche Spiele vorführt, auf einem anderen Bild ist die Kochmannschaft in höchster Berellschaft, denn„heute gibt's Kohl", und das erfordert viel Arbell: auch der Stullensaal, an dem täglich für 1700 Kinder 10 000 Stullen bereitet werden, zeigt eine rege Bs- tätigung. Erfreuliche Zahlen stets wachsender Beteiligung bietet das statistische Material, das unter anderem 24 600 Zelllagertage im Jahre 1930 gegen 13 080 im Vorjahre aufweist, das ferner milleilt. daß 9310 Arbellerkinder im Jahre 1930 gegen 6660 im Jahre 1929 Freude und Erholung bei den„Äindersreunden" fanden, daß 15 617 Gäste(1930) gegen 7705(1929) sich eingefunden hallen und daß im Jahre 1930 7067 Ellern gegen 4932 im Vorjahre an den Eltern- beratungen teilgenommen haben, ebenso weist der H e l s e r k u r s u s eine erfreuliche Steigerung der Teilnehmer auf: 6363 im Jahre 1930 gegen 4961 im Jahre 1929. 188 Berliner Gruppen, 800 Orts- gruppen in Deutschland, ferner Gruppen in Dänemark, Holland, Schweiz, Estland. Lettland. Polen, Oesterreich. Belgien. Elsaß- Lothringen. Tschechoslowakei. Ungarn und Rumänien führen Arbellerkinder aus aller Well zusammen, unter dem Motto: „Zusammen mit den Arbeitern aller Länder kämpfen wir für eine bessere Well!" Bastelarbeiten, Knet- und Plastikarbellen, Schwarzweißtunst, hübsche Buchbindereien zeigen die Arbell in den Winterheimen. Die Ausstellung ist täglich von 14 bis 21 Uhr bei freiem Eintritt im Gesuikdheitsamt Zkreuzberg am Urban geöffnet. Llnverbefferlicher Klepiomane. Oer Schreüea der Juweliere festgenommen. Durch ungünstigeFamilienoerhältnisseistein jetzt 29 Jahre alter Adolf Z. nach und nach auf die Bahn des Per- brechers gebracht worden. Z. hatte früher studiert, mußte aber das Studium aufgeben. als sein Vater sich von seiner Mutter trennte. Halllos geworden. kam er immer tiefer herab und wurde schließlich zum Dieb. Schon im Jahre 1927 war Z. geradezu ein Schreckend erJuwelen- Händler geworden. Sein Aeußeres ließ nicht darauf schließen, daß er ein Spitzbube war. In der Maske eines Kunden kam er in die Geschäfte, ließ sich allerhand vorlegen, kaufte aber niemals. Mit dem Bemerken, daß er noch einmal wiederkommen werde, ging er jedesmal fort und bald daraus wurde festgestellt, daß irgendein wertvolles Stück verfchwurden war. Als er gefaßt wurde, konnte er nicht verurteilt werden, da die Aerzte ihn für einen geisteskranken Kleptomanen erklärten. Er wurde statt dessen in eine Anstall gebracht. Hier führte er sich zur Zufriedenheit und wurde im Januar d I. wieder entlassen. Prompt setzten auch die Diebstähle bei den Juwelieren wieder ein. Der Dieb erbeutete Stücke, die manchmal mehr als 2000 Mark wert waren. Bei dem Verluch.«in gestohlenes Schmuckstück zu oersetzen, wurde Z. jetzt abermals ergriffen und der Kriminalpolizei eingeliefert. Seit seiner Freilassung, also seit dem Januar d. J„ hat er schon wieder 13 Fälle auf dem Kerbholz. Im auffländischen Burma wurden neuerdings ekf Rebellen ge- tötet und zahlreiche andere verwundet. Zum Internationalen Frauentag Kampf gegen den H 2-18 Die Sozialdemokratie kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, daß in ihren Reihen die ungeheuren Nöte um den ß 8 1 8 schon vor Jahrzehnten erkannt wurden, daß sie hie erst« Par- tei war, die nach der Revolution im Parlament den Kamps gegen diesen mörderischen Paragraphen aufnahm. Es gelang ihr, lgZfj eine wesentliche Milderung der harten Strafbe st immun» gen durchzusetzen. Seitdem wird Fruchtabtreibung nicht mehr als Verbrechen mit Zuchthausstrafe, sondern lediglich als V e r» gehen mit Gefängnisstrafe geahndet. Betrug vordem die niedrigste Strafe bei Annahme mildernder Umstände 6 Monate Gefängnis, so konnte der Richter nunmehr bis auf einen Tag Gefängnis, ja bis auf drei Mark Geldstrafe heruntergehen. In besonders leichten Fällen konnte sogar von Strafe abgesehen werden. Zuchthausstrafe kam nur noch in Betracht in Fällen, wo die Abtreibung gegen den Willen der Schwangeren oder gewerbsmäßig begangen worden war. Im Jahre 1829 fand innerhalb der Beratung der Straf- gesetzreform im Ausschuß die erste Lesung der neuen Ab- treibungsparagraphen 253 und 254 statt. Der frühere% 218, wie er 1926 gefaßt worden war, erhielt den Zusatz, daß die Verjährungs- frist, die damals von ll> auf 5 Jahre herabgesetzt worden war. auf 2 Jahre zu begrenzen sei. Neu war der Z 254, der die ausdrückliche Straffreiheitserklärung der medizinischen Indikation be- deutet: „Eine Abtreibung im Sinne dieses Gesetzes liegt nicht vor. wenn ein Arzt eine Schwangerschaft unterbricht, well es nach den Regeln der ärztlichen Kunst zur Abwendung einer ernsten Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter erforderlich ist. Eine Tötung im Sinne dieses Gesetzes liegt nicht vor, wenn ein Arzt aus dem gleichen Grunde ein in der Geburt begriffenes Kind tötet." Der Ausschuß stimmte diesem§ 2.54 zu, der den Aerzten endlich die bisher fehlende gesetzliche Festlegung der medizinischen Indikation gab. Alle weitergehenden Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten wurden abgelehnt. Die zweite Lesung der Wtreibungsparagraphen im Aueschuß steht im Herbst bevor. Die Vorgänge in Stuttgart haben eine starke Volksbewegung ausgelöst, von der wir eine weitere Erschütterung der immer noch sehr reaktionären Paragraphen er- hoffen. Die Sozialdemokratie wird ihre in erster Lesung abgelehnten Anträge von neuem einbringen. Vielfach wird einfach die Beseitigung der Wtrejbungspara- graphsn gefordert. Sie ist aber nicht nur völlig aussichtslos, sondern auch nicht empfehlenswert, denn sie würde einen Freibrief an das Pfuschertum bedeuten, das unschädlich zu machen eine unserer wichtigsten Aufgaben ist. Selbst in Sowjetrußland gibt es eine bedingungslose Unterbrechung der Schwangerschaft nicht. Ihr« Ausführung sollte auch bei uns nur Aufgabe des geschulten Arztes sein und innerhalb der ersten drei Monate erfolgen. Im übrigen wollen wir auch die Zahl der Abtreibungen nach Möglichkeit eindämmen, weil der Abortus kein wünschenswertes Mittel zur Geburtenregelung ist. Man kann ihn nicht beliebig oft wiederholen, ohne die leibliche und seelische Gesundheit der Frau zu gefährden. Wir haben desHaft neben der Umgestaltung der Ab- treibungsparagraphen immer erstrebt die weiteste Verbreitung der Kenntnis und Technik hygienischer Schwangerschaftsverhütung. Der Ausbau von Ehe. und Sexual beratungs stellen muß eine dringende Aufgabe der Gemeinden im Einvernehmen mit den Krankenkassen sein. „Künstler unier sich." porträtschau der berliner Sezession. Die Frühjahrsschau der Sezession(Tiergarienstraße 21», täglich 19 bis 18 Uhr) hat ein sehr verlockendes Aushängeschlld:.Künstler unter sich"; und wirklich erfährt man da auf sehr amüsante Weise, wie das„lustige Künstlervölkchen"(so heißt sogar ein reizendes Bild von Erich Rhein) sich untereinander beurtellt, anschauender und darstellender Weise. Das früher gern gebrauchte Motiv, sich abzukonterfeien, wie der eine den anderen gerade malt, haben die Paare I a e ck o l und Fritsch. Krauskopf und P e ch st e i n, A n n o t und I a c o b i wieder zu Ehren gebracht. Daß ein leicht neckisches Element vorherrscht, treu dem Schillerwort„Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst", beweisen auch viele Porträts, die mit Humor auf das eigene Selbst im Spiegel blicken: Leo von König, Charlotte Berend, Kohlhoff und Otto Schaff, die ihre Modelle, tellweise hintergründig, gleich mit verewigen; Annot, die ihren Mann im Frack sich als dunkle Folie beigesellt: W. R. Huth, der sich in einem geistvoll komponierten Bilde zwiefach, aufrecht und verkehrt, umschreibt, und Karl Döbel, der sich aus ähnlich verzwickte Weise mittels eines Spiegels ver- doppelt. Robert S ch o l tz zeigt sich mit seinem Lieblingspferd, Büttner mit seiner Mutter, Schmidt-Rottluff mit seiner Frau, und solchergestalt ofenbaren sich Charakter unb Neigung bei fast allen; es sind sreiwilligs Selbstbekenntisie und aufgeschlagene Bücher, auch wo nur das schlichte Porträt erscheint, wie bei den ausgezeichneten Beispielen Augusta von Z i tz« w i tz', Lesser U r y s und F. Kuttners. Vielleicht die interessantesten Bilder ent- stehen, wenn Kollegen von einer anderen Fakultät porträtiert werden. In vergeistigtem Blau malt Charlotte Berend unseren Paul Grätz, ein herrliches Dokument, Batö Ferdinand Bruckner, wie«r sich die grüne Maske von dem strengen Antlitz Taggers zieht; Marlene Dietrichs pikante Anmut wird von de F i o r i .zweimal verewigt, Florath als Totengräber von K r a u s k o p f, Flechtheim als Stierkämpier verkleidet von P a s c i n, Ludwig Hardt in prachtvoller Rednerxeste von Spiro gemalt, eins feiner gelungensten Bilder, und das Porträt der jungen Heidi Lenzen ist Graf o. Merveldt zu einem seiner besten Werke geraten. Schließlich noch ein paar intime Szenerien: das schöne Familienbild von Magnus Zeller, bei dem Wolfgang Heine assistiert, die allerliebste kleine Weihnachtsunprovisation von Ch. Crodel, und das amüsanteste Bild der ganzen Ausstelluilg: „Der tolle Pariser Platz" des sehr begabten Felix Nußbaum. Diese Paraphrase aus unsere Kunstzustände ist ebenso treffend wie scharmant: nicht bloß, weil sie die alten Herren der Akademie„in Gruppen links schwenkt marsch" durch den Kalao zieht und die Refüsterten zu einem ratlosen Berkehrshindernis sich ouswachsen läßt, sondern well sie so gut gemalt ist, daß man auch viel derbere Anzüglichkeiten verzeihen und miteinrechnen müßte in die Qualität dieses allerliebsten Zeitbildes. Lsul F. Schmidt. Aeue Orchesterwerke. Konzert der ISNM. Em modernes Orchesterkonzert unter Otto Klemperers Leitung, veranstaltet von der Internationalen Gefellschaft für Neue Musik, versammelt in der Singakademie das fortschrittlichst«, musik- interessierteste Berliner Publikum. Di« Erwartungen sind größer als der künstlerische Erfolg des Abends, und das liegt gewiß nicht an den Ausführenden, die alle— Funtorchester, Funkchor und eine Reche namhafter Solisten— vom Dirigenten zu einer außerordeirt» lichen Gesamtleistung emporgerissen werden. Es liegt an der inneren Unergiebigkeit eines langen Programms, und wir finden von neuem bestätigt, daß sich die musikalische Produktion bei uns zur Zeit in einem fast krisenhaften Zustand von Unproduktivität befindet. Die stärkste Nummer macht den Anfang: Ernst T o ch» Kon- zert für Violincell und Kammerorchester(der Solopart findet in Emanuel Feuermann einen meisterhaften Interpreten): kein wesenllich neuer Zug im Bild des ausgezeichneten Musikers, der hier kein Fremder ist, aber ein neues und glänzendes Beispiel seiner spielerisch leichten Art, mit den Mitteln moderner Harmonik und Rhythmik formvollendet und wirtungssicher zu musizieren. Das Bewegte, Lebhaste herrscht vor, im langsamen Mittelsatz fesselt ein Grnndwn von ruhiger Versonnenheit. Conrad Becks Konzert für Streichquartett und Orchester hält lecher nicht, was der erst« Sag, gewinnend durch Selbständigkeit der Gedanken und straffe Ge- staltung, erwarten läßt; die Mißtönigkeit, in die der Komponist verfällt, ist Modernität von gestern. Doch was dann folgt, vermag nur an persönlich bedingtes Interesse zu appellieren: ein„Sinfonie" genanntes Werk des Schönberg-Tchülers Anton Webern, sehr aufrichtig gewollte Musik, gewiß, doch so herausfordernd in ihrer eigensinnig-verstvckten Unzulänglichkeit, daß nur die Autorität Klemperers«wen Ausbruch böser Heitertest im Pnblitnm oerdüte» 3ran&<£udM, der am 12. April sein 80. Lebensjahr vollendet, gehört zu der großen Schar der Berliner Parteigenossen, die ihr Leben lang der Arbester- bewegung mst allen Fasern ihres Herzens dienten. Tischler von Be- ruf, hat Genosse Lucht Jahrzehnte in dem früheren 1. Berliner Wahl- kreis als Funktionär gearbeitet. Vielfach war er auch, der früheren Organisation der Partei entsprechend, in der Provinz Brandenburg als Agitator unterwegs. Seit 1913 war er als Haustischler im„Vorwärts"- hause tätig, bis ihn das vorrückende Alter vor wenigen Jahren nötigte, die Dauerbeschäftigung einzustellen. Auch heute noch nimmt das greise„Geburtstagskind" am Leben der Parkest regsten Anteil. konnte. Uich zum Schluß zwei Szenen aus Matthias Hauers Oper„Salainbo") unter den Solisten hervortretend Margarete Hinnenberg- Lefebre und Wilhelm Guttmann, der in letzter Stunde einspringend, mst seiner unfehlbaren Musikalität die Aufführung rettet. So unerlaubt es wäre, nach dem Eindruck dieser Bruchstücke die ganze Oper abzulehnen: ein Bedürfnis, sie in Operntheatern aufgeführt zu sehen, konnte durch diese Proben seltener Bühnenfremdheit wohl nicht geweckt werden. Auch hier bleibt nicht viel mehr als der Respekt vor einem Musiker, dessen Echtheit und konzelstonsloser Ernst nicht zu bezweifeln sind. K. P. Romantische Mannequins. Llravsführung im llT. Korsürstendamm. Eine Welt, wie sie der Leser gern erleben möchte, eine Weit, in der Probleme nur vorsichtig angedeutet werden. Aber Wilhelm Speyer kann diese Well nicht ernst nehmen. Eine kapriziöse Wen- dung, daß er dem Leser zulächelt: so liegen die Dinge gar nicht, doch ihr wollt betrogen werden. Dem Film„Ich geh aus, und du b l e i b st da" fehll dagegen die spielerische Ironie des Romans. Hier wird alles fest umrissen. Romantik des Mannequins, die in der Wirklichkest nicht besteht. Gabys Gelüste, die vornehme Gesellschaft kennenzulernen, müssen auch finanziellen Erfolg bringen. Sie will einen adligen Dalles- Prinzen mst seinem reichen Detter aussöhnen und soll dafür pro- zentual am Gewinn beteiligt werden. Di« Sache scheitert beinah«, da Gaby den Detter sehr liebenswert findet. Alles wird ocher ein- gerenkt. Gaby kehrt schließlich in die Arme ihres Geliebten, des Fahrlehrers Georg zurück, dem eine gute Stellung in Amerika offeriert wird. Um diesen Handlungstern gruppiert sich eine Fülle von Episoden, die etwas Milieu geben und etwas mit den Dumni- hellen und Wünschen der Menschen jonglieren. Der FUm muß das Geschehen konzentrieren. Hübsche Szenen werden darum geopfert. Manchmal entstehen Sprünge in der Handlung. Ueberraschungen, die einer Vorbereitung bedürften, frieren in ihrer Jsolierthest. Die Zahnräder greifen nicht exakt in- einander. Hans Behrendt inszeniert in der üblichen dekorativen Art des Gesellschastssilms, aber er ist nuancenrsich in der Behand- lung des Dialogs und der Darsteller. Jede Figur zeigt«in markantes Gesicht, die Konversatton glitzert. Man spricht mst Grazie. Camilla Horn spielt die Gaby. Ei« ist reicher an Ausdruck geworden, an der Fähigkest zu charakterisieren. Reizend dos Kom- promiß von kleinem Mädchen und großer Dame. Alles ist bei ihr aufgelichtet, gelockert. Neben ihr Braus« wetter, der Pro- letarier. der treu Liebende, etwas dumpf und befangen, und Fritz L e y. der Räsoneur und Rechner, die Fleisch gewordene Zahl. Marga Lion und Gülstorfs gehen ins Groteske. Auch auf diese Note hätte der Film festgelegt werden können. F. Seh. hereinbrechenden Hochwassers. Sehr gut ist das Mllieu getrossen, wenn es sich auch etwas langsam entwickelt. Wie die Bar rein gemacht wird und dann nach und nach zum Leben erwacht, wie die ersten Gäste kommen und ihre Physiognomie zeigen, wie das Per- sonal gekennzeichnet wird, alles das ist srisch und lebendig. Dann bricht mtt einenimal das Hochwasser herein, erfüllt die Straßen und beginnt die Bar zu überfluten.(Die Photographie ist hier ganz auf der Höhe.) Schnell werden die eisenen Sdzutztüren geschlossen. Man ist vorläufig gerettet, aber der Arzt bereclznet die Zeit, die ihnen noch zum Leben bleibt, in einigen Stunden wird die Luft erschöpft sein. Nun setzt eine Orgie ei», und die Masken fallen. Der reiche Spekulant offenbart seine brüchige Existenz, die vornehme Tochter gibt sich ganz ihren Trieben hin. der Kellner gesteht seine Unterschlagungen, und ein entzückender Boy schrett nach seiner Mutter. Die Niggermusikqntcn drängen sich zu einer engen Gruppe zusammen und stimmen hellige Gesänge an. Das Ende steht bevor. Da öffnet einer die eiserne Tür, nachdem das Wasser schon gefallen ist. Luft und Licht strömen herein, alle sind gerettet, und das alte Leben beginnt von neuem. Der Betller ist nicht mehr Bruder und der Unternehmer entläßt das Personal, das in seiner Todesangst seine Sünden bekannt hat. Nach oll dem Operettenkitsd) ist man froh, einmal einen: ernsteren Problem im Tonfilm zu begnen und weiß Dieterle Dank, daß er diesen, wenn auch nicht ganz neuen Stoff gewählt und ihm immerhin manches abgewonnen hat. In der Darstellung herrscht Ensemblespiel vor: Lissie Arno, Anton Pointner, Karl Et- l i n g e r, Carla B a r t h e e l und auch die anderen Darsteller sind alle gut am Platz. Auch Dialog und Musik stehen durchaus im Dienst des Gesamteindrucks. r. „Sonntag des Lebens." Titauia. In ein Mädel, das nicht die Männer, desto mehr aber den In- hall ihrer Briestaschen liebt, verliebt sich der Sohn eines Millionars. Als seine Frau geht sie mit ihm' aufs Land in der festen Wsicht, sich recht bald abfinden zu lassen. Zwischen seiner bäuerlichen Famllie und ihr kommt es sofort zum Strett und sie zieht goldbeladen von dannen. Doch kommt sie, getrieben aus wahrer Liebe, wieder zu ihm. und er. der durch ihren Verlust in die Gefahr geriet. Iidot zu werden, wird gesund. Der Film marschiert unter der Devise:„Je weniger wir Frauen den Männern geben, desto mehr geben sie uns." Er ist also eine Angelegenheit für die sittenstrengen amerikanischen Frauenvereine. Der Regisseur Leo Mittler läßt Theater spielen und weiter nichts, und dieses Theater ist schon darum schlecht, well die Stimmen ohne Klangschattierungen sind. Man erzieh keine Bühnenwirkung, man vermittelt nur den Eindruck der Geräuschkulisse. Wir bekommen nur ein paar schlechte Innendekorationen zu sehen. Nichts wird uns an Landschaftsbildern, nichts wird uns vom ländlichen Leben über mittell. Camilla Horn spiell ohne wechselnden Gesichtsausdruck die Hauptrolle.«. d. Tictjen und die Städtische Oper. Generalintendant Tietjen tellt der Presse zu den von uns im Morgenblatt bereits dementierten Meldungen mtt. daß er nicht daran denkt, die Leitung der Städli- schen Oper in irgendeiner Form in die Hand zu nehmen, daß er serner mit dem Aufsichtsrat keinerlei Fühlung genommen hat und es ablehnen muß, überhaupt einen Kandidaten für die Städtische Oper zu benennen. Das Hirn Sudermonns. Der Dichter Hermann Sudermann hatte sein Gehirn testamentarisch dem Direktor des Kaifer-Wilhelm- Instituts für Hirnforschung in Berlin-Buch, Professor Oskar Bögt, vermacht mtt der Bestimmung, eine objektive Untersuchung seiner geistigen Fähigketten, vor allem der dichterischen, herbeizuführen. Die Untersuchungen sind jetzt abgeschlossen worden: über die Er- gebnisse wird demnächst in einem Buche ausführlich berichtet. Ein großer Rmuanersolg. Der Frauenroman von Ipsef Maria Frank„Das Leben der Marie Szameitat" ist zu einem großen Bucherfolg geworden. Der Verlag„Der Bücherkreis" hat die erste Auflag« von 15 999 Exemplaren resttos ausverkauft, von 89 Zei- tungen wurde der Roman zum Nachdruck übernommen. Ueber- setzungsrechi« wurden für England, die englischen Kolonien sowie für USA. verkauft. Eine Weltsriedensmarke. Die Gewerkschaft der englischen Post- beamten hat bei dem brttischen Geueralposuneister die Schafsung einer Serie von Briefmarken angeregt, die der Propaganda für den Weltsrieden dienen soll. Die Angelegenheit soll aus dem näch- sten Postkongrcß erörtert und entschieden werden. Da» Zltaseam silr Katurluade kInvalidenstr. 43) beabsichtigt, in Zukurist wechselnd« SluSstellungen zu vcranstailen. die in der Regel zwei Monate lang dauern sollen. Vom April bit 27. Mai werden gezeigt: Eisbär, Nashorn und Schimpanse, ihre Darstellungen im Wechsel der Zeit und bei den verschiedenen Völkern,— Ocffnungszeiten des MuleumZ: Sonntag 10—16 Übt; Montag und Donnerstag l0— tS Uhr: Mittwoch 17—21 Uhr, Sonnabend 10—14 Uhr. i Sonntag, Mittwoch, Sonnabend unentgeltlich. sonst SO Pfennig, Schulllaffen in Begleitung deS Lehrers stei) ver 4. Autorenabend der Volksbühne, der Montag. S Uhr, im Bürger- l-al beS RathauIeZ stattfindet, wird Werner F i n ck den SonfSrencier de« Katakombe, und Rod. Ad, S t e m m l e am VartragSPult zeigen. «Die Maske fäNt." llfa-pavilloa. Die Maske fällt, wenn die Menschen dem Tode unentrinnbar ins Auge sehen müssen. Sie zeigen dann ihr wahres Gesicht: olles, was das Leben ihnen heuchlerisch angeschminkt hat, fällt ab. Der Trug, den sie ein Leben lang gefpiell haben, kommt heraus, ihr« Brutalität und ihr Egoismus zeigen sich nackt. Dies ist die Situa- tion, um die Wilhelm Dieterle mtt seinem in Hollywood go- schaffenen Film führt. Die ganze Handlung konzentriert sich auf eine bessere Bar in einer Stadt am Wississippi während eines -14 Schwerverletzte in Oauzig. Zusammenstöße zwischen Nazi« vnV Kozi«. Danzig. 11. April. Bor dem Lokal„An der Ostbahn" in Danzig-Ohra kam es am Freitagabend zu schweren blusigen Zusammenstößen. Die NSDAP. wollte um 20 Uhr in dem Lokal eine Versammlung abhatten. Beretts Stunden vor Beginn der Versammlung, um IS Vi Uhr, bemerkten Polizeibeamte große Ansammlungen von Kom, m u n i st e n und Sozialdemqkraten vor dem Lokal. Als der nationalsozialistische Saalschutz den Kommunisten den Eintritt ver» weigerte, kam es zu den ersten Zusammenstößen. Zur gleichen Zett drängten die Kommunisten von draußen hinein. Es wurde sofort zu Messrn, Knüppeln und Stöcken gegriffen. Dann siel aus den von der Straße nachdrängenden Kommunisten ein Schuß. worauf die Nationalsozialisten ebenfalls zu den Schußwaffen griffen. Es fielen im ganzen etwa 29 Schüsse von beiden Sellen. Das kurz nach 19 Uhr alarmierte Ueberfallkommando griff mit dem Gummiknüppel ein und trieb die Ansammlungen auseinander. Auch auf die Schupo wurden Schüsse abgegeben. Man fand bei einem Kommunisten ein« große Paradellumpistol« und 16 Patronen. Bei den Zusamenstößen wurden acht Personen durch Schüsse so schwer verletzt, das sie in das Städtische Krankenhaus«ingeliefert werde n mußten. Ferner wurden sechs Personen durch Messerstiche und Hiebe schwer oerletzt. Zahlreiche wettere Personen wurden leichter ver- letzt. Auch später bei dem Abzug der Nationalsozialisten kam es .zu Zusammenstößen, bei denen ebenfalls mehrer« Personen verletzt wurden. Schließlich beworfen die Kommunisten einen Autobus, in dem sich Nationalsozialisten in Uniform befanden, mit Steinen, wobei die Fensterschellisn des Autobus zertrümmert und eine älter« Krau schwer verletzt wurde. Nazis und KPD. auf demNückgang Lhr Mißerfolg bei den Betriebsrälewahlen Hannover, 1l. April.(Eigenbericht.) 5n der hannoverschen Metallindustrie sind die Be- triebsrätewahlen bis auf zwei Betriebe durchgeführt und beendet. ?n 79 Betrieben wurde nur eine sreigewerlschaftliche B o r s ch l a g s l i st e eingereicht und ohne Stimmenabgabe gewählt. Zu einer eigentlichen Wahl kam es nur in drei Betrieben. Bei der h a n o m a g mit 42öl) beschäftigten Arbeitern erhielt die Lifte des Deutschen Metallarbesterverbandes 2753 Stimmen und 11 Man» dote im Betriebsrat, dazu zwei Ergänzungsmitglieder im Arbeiter- rat. Die Liste der REO. erhielt 849 Stimmen und 3 Mandate im Betriebsrat. Bei G e b rt Körting A.-G erhielt der Deutsche Metallarbeiteroerband 587 Stimmen. 8 Mandate im Betriebsrot und 2 Ergänzungsmitglieder im Arbeiterrat. Die Nationalsozia- listen erhielten 46 Stimmen; ihre Liste blieb ohne Mandat. Bei der hackcthal Draht- und Kabelwerke A.-G. find 933 Arbeiter beschäftigt, hiervon stimmten für den Deutschen Metallarbeiteroerband 619, auf die Liste des Deutschen Metall- orbeiterverbandes entfielen 8 Mandate im Betriebsrat. Eine nationalsozialistische Liste erhielt 48 Stimmen, ein Bertreter entfiel auf diese Liste nicht. Die Gelben erhielten 152 Stimmen, worauf ein Mandat im Betriebsrat und ein Ergänzungsmitglied im Arbeitcrrot entfällt. RückgangderRGO. imAEG-Konzern In Die Minderheit gedrängt Gestrr,, sind im A E G- K o n z c r n die Bclriebsrälewahlen beendet worden. Sic haben der RGO. nicht dea erwarteten Erfolg gebracht. Die RGO. Hot vielmehr im gesamten AEG.-Konzern an Eivsluh verloren. Lediglich bri den Angestellten ist es dem DHU., der auch die Stimmen der R a z i s auf sich vereinigte, gelungen, einen Einbruch in die freigewerkschaftliche Front zu machen. Räch den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen wurden in dem AEÄ.-Son�rn gewählt: ZZ(1939: 41) freigewerkschaftliche An- gcstcllicnrätc. Z(Z) GdA.-Angestelltenräte und 16(6) DHV.-Ai-ge- stelltenräie. von den gesamten Arbeitcrrälen entfallen aus die freien Gewerkschaften 42(59). aus die RGO. 49(52) und auf die Razis 1(9). Zn dieses Ergebnis ist jedoch nicht einbezogen die Abstimmung in der A E G.-£» r b i n e n s a b r i k. die infolge eines Wahl- Vergehens eines früher kommunistischen Abgeordneten ukigültig ist. und die Abstimmung in dem Betriebe Dr. P a u l A! e Y c r, der erst seit diesem bahre offiziell zum AEG.-Konzern gehört. Im Betriebe von Dr. Paul Meyer wurde in diesem Jahre nur eine frei- gewerkschaftliche Kandidatenliste ausgestellt. Der Ar- dciterral setzt sich demzufolge aus 7 Frelgewerkschaflern zusammen, wäh'cnd er im vorigen Zahre nur au» 2 Freigewcrkschoslcru und 5 RGO.-Lcutcn bestand, hier ist die RGO. einfach von der Bild- fläche verschwunden. Demzufolge erhöht sich die Zahl der srcixcwerksäzaftiichcn Arbeiterräte im gesamten AEG.-Konzern auf 49. denen 49 RGO.-Arbeitcrrätc gegenüberstehen. Zfeigewerkschastlicher Erfolg in Bayern. München,.1.1. April.(Eigenbericht Die Ergebnisse der Betriebsräte wählen in den Augsburgcr Industriebetrieben zeigen, daß trotz der ungeheuerlichen wirtschaftlichen Not die freigewerkschaftliche Diszipnn nicht im geringsten erschüttert ist. Das erfreuliche Ergebnis für die freien Gewerkschaften ergibt sich aus dem weiteren Rückgang der kommunistischen Opposition, die im Großbctrieve der MAN. vor zwei Jahren fünf Betriebsräte erhalten hatte und jetzt nur noch einen einzigen Sitz. In allen anderen Industrie- betrieben haben die Kommunisten bis auf die Spinnerei am Stadt- dach, wo die unorganisierten Frauen der kommunistischen Demagogie teilweise auf den Leim gingen, keinen einzigen Sitz erobert. Der Bauarbeiterkonflikt in Berlin. Der Deutsche Bougewerksbund, Baugcwerkschast Berlin, keilt mit: Die Kollegen Generalverfammlungsdelegierle. Bciralsmitglicdcr. Obleute der Fachgruppen der Maurer und hilfsarbeiler, Betriebsräte und Boudelegiertc des hoch-, Beton- und Tiesbaugewerbcs werden hiermit eingeladen zu der großen Funktionärverfommlunz am Sonnlaa, dem 12. April, vormittags Q'A Uhr, in den Germanio- Brochtfälen.Berlin 3t., Chauffeestr. 119. Tagesordnung: Bericht über die 3tachverhandlungen beim Schlichter. In Anbetracht der wich- tigcn Tagesordnung ist es Pflicht, daß olle Sollegen bestimmt und pünktlich erscheinen. Mitgliedsbuch und Deiegierlenauswei» find am Soalcingang vorzuzeigen, ohne dieselben kein Zutritt. Die zweit« erfreuliche Tatsache für die freien Gewerkschaften ist die Z c r t r ü m>n e r u n g der von den hakenkreuzlern gehegten Hoffnungen auf einen Wahlsieg. Im MAN.-Betriebe hallen sie besondere Ehanecn, weil die scharfmacherische Werksleitung ihren gelben Schutztruppen das größte Entgeaenlommen zeig:«. Dazu gehörte auch die Zahlung einer Unterstützung an die im Arbciterring organisierten Arbeiter während der letzten Aussperrung sowie die Entlassung freigewcrkschasUichcr Arbeiter im abgelaufenen Jahr. Bei einer Reduzierung der Belegschaft um rund 499 Arbeiter erhielt bei der MAN. die freigewerkschaftliche Lstte 2991 Stimmen und 19 Sitze(im Borjahre 2396 Stimmen'— 12 Sitze), die Liste der Christen 665 Stimmen und 3.Sitze(741 Stimmen— 3 Sitze), die Liste der Kommunisten 428 Stimmen und 1 Sitz(533 Stimmen— 2 Sitze) und schließlich die Liste der Gelben 439 Stimmen und 2 Sitze(im Vorjahre 252 Stimmen— eine» Arbeiierratssitz). In 21 Textilbetrieben haben die freien Gewerkschaften die überwältigende Majorität. In einigen Betrieben gab es überhaupt nur freigewerkschaftliche Listen.— Auch in den Bayerischen Flugzeugwerken wurde nur die frelgewerkschostliche Liste gewählt, ebenso in zwei Schuhfabrilen, während in der dritten Schuhfabrik 7 Freigewerkschafter und 3 Christen den Betriebsrat bilden. Das gleiche Verhältnis ergab sich in fünf Brauereien, wo 19 freigewerkschaftliche!! Betriebsräten 3 Christen gegenüberstehen. FreigewerkschastlicherSieginMitteldeutschland NteDerlage Der GewerkschastsfeinDe halle a. d. S., 11. April.(Eigenbericht.) Die im Braunkohl«»», Kali- und Erzbergbau des Bezirks Halle durchgeführten Belriebsratswahlen in 99 Betrieben mit rund 37 348 Belegschaftsmilgliedern ergaben 31 418 abgegebene Stimmen. Davon entfielen: Liste der freien Gewerkschaften 21 161 Stimmen— 464 Mandate „, Christen..... 879,=»14 „„ NGO...... 4 931.=63 „, Gelben. Nazis und Stahlheliner... 4 251,= 63„ ungültig..... 292 Eine kleine Anzahl von Ergebnissen steht noch aus, die aber das Bild des Gesamtergebnisses nicht ändert. Die diesjährigen Wahlen mußten von den Gewerkschoften unter besonders schwierigen Berhältnissen durchgeführt werden. Neben einem rigorosen Abbau der Belegschaften, insbesondere der frei- gewerkschaftlich Organisierten, muhten sich die Gewerkschaften gegen die berufsmäßigen Zersplitterer der Arbeiterbewegung wenden. Erfolg bei öen Deutschen Telephonwerken Die Betricbsrotswohlen bei den Deutschen Telephon- werten brachten der KPD. den Verlust eines Mandats. Die Le- lcglchaft ist gegenüber dem Lorjohr von 1181 auf 781, die Zahl der zum Arbeitcrrat abgegebenen Stimmen van 1159 auf 728 zurückgegangen. Die freie st' Gew« r k sch ä f ten erhielten 486(764) Ststnmen UFd 7(7) Mandate, die NGO. 217(386) und 3(4) Mandate.» Bei den Angestellten ist insofern eine Lerschiebung ein- getreten, als die Nationalsozialisten dem DHL. sein einziges Mandat abgenommen haben. Der AfA-Bund Hot sich erfolgreich behauptet. Es erhielten der AfA-Bund 149 Stimmen und 5(5) Mandate, der GdA. 46 und 1(1), der DHD. 23 und kein(1), die Nazis 49 Stini- nccn und 1(—) Mandat. Rückschau. Sprechstunde vor dem Mikrophon. Eine Ein- richtung, die sich als sehr zweckmäßig erweist, denn die Fragen, die hier von einzelnen vorgebracht werden, sind vielen wichtig— gerade weil sie meist alliägliche Probleme behandeln. Und es Hot noch einen anderen Sinn, sie so in breitester Oeffentlichkell zu erörtern. Mancher, der zur Abstellung des einen oder des anderen Uebels mitbcitragcn kann, wird durch diese Diskussionen an feine Pflicht erinnert, es auch zu tun. Eine stellungslose Sekretärin, seit Sep- tember arbestslos, führt Klage darüber, daß viele Firmen, die unter Chisfreangabe einen offenen Posten inserieren, die ringe- forderten Zeugnisabschriften nicht zurückgeben. Ein Personalchef zieht gegen den B e r e ch t i g u n g s s i m m e l zu Felde. von dem heute sehr viel Unternehmer besessen sind. Er prangert ein Inserat an: Gemeinde von 3999 Einwohnern sucht Gemeiude- schreiber, der auch dos Glockenläuten besorgt; Abiturient bevorzugt. Ein junger Versicherungsangestelllor tritt ei» für das Recht der jugendlichen Erwerbstätigen auf einen Mindesturloub vo» 14 Tagen bis 3 Wochen. So geht es wcster; dreiviertel Stunde dauert die Sprechstunde Die Zeit scheint zu versliegen. Die Ant- warten von Professor h e i l s r o n und Alfred Braun gehen auf den persönlichen InHall der Fragen ein, aber sie nveisen nach Möglichkell auch stets aus die allgemeine Bedeillung des betreffenden Falles hin. Prachtvoll, wie beide es verstehen, totes hin- und her- reden abzustoppen, aus jedem das herauszuholen, was ihm wirklich am herzen liegt. Sie helfen geschickt und mit echtem Verständnis, die Mikrophonschou zu überwinden. Man bekam beim Zuhören dos Gefühl: ganz ungetröstet ging keiner aus dieser Sprechstunde fort. Der Zyklus der Deutschen Welle„Aus der Welt des Arbeiters" brachte am Donnerstag ein Gespräch:..Di« berufstätige Frau in der proletarischen und bürgerlichen Welt". Eine Lehrerin und eine Fabrikarbellerin standen sich bei dieser Aus- spräche gegenüber, deren Ergebnis der Leiter dieser Diskussion, Profesior W o l d t, sehr richtig zusammenfaßte, als er feststellte. daß der Titel des Zwiegesprächs eigentlich unzutreffend gewählt worden fei; ein Gegensatz zwischen proletarischer und bürgerlicher Welt ist nicht vorhanden zwischen Frauen, die berufstätig im Leben stehen und Fühlung mll der Wgemeinhell haben. Die Lehrerin betonte, daß heute alle Arbeit nicht mehr für das Individuum, sondern für ei» Kollektiv geleistet werde, in geistigen Berufen so gut wie in denen, die körperliche Arbest forden,, und beide Rcdnerinnen waren sich darin einig, daß Anerkennung dieser Tatsache erst die Grundlage für Arbeitsfreude schaffen kann. Nicht die andersartige Einstellung der Handarbeiterin zu ihrer Arbeit, sondern deren unzureichende Entlohnung beeinträchtigt die Arbeitsfreudigkeit der Fabrikarbellerin oft wesentlich. T e s. Lvnnnbenci, 11. April. B c r I i o. 16.05 Utiterlia-ltunffsrnusik. 17.50 Die EirShluu? der Woche.(Artur Holtecher.V IS.OO Koloratur-Gcsänco.(Helene Mara, Sopran. Ära FIuecI: Bruno Seniler«� Winkl er.) tS.30 Haus Jacob: China mit und ohne Zopf. tM5 Hans Sochaczewer liest eiffenc Erzählunceo. 19.10 Untcrhaltun?:smusik- IMO Interview der Woche. 20.00 Tanzabend in Alt-Berlin. 22.13 Wetter-. Ta�es- uud Sportaachrichten. 22.45— 2-1.00 Budapest: Zigcuaermusik. Königs vusterhauseu. 16.00 Prof. C. Hvlla: Ausbau der oberen Jairgänge der Volksschule. 16.50 Hamburg: Konzen. 17.30 Prof. Dr. Gins: Tür uud gegen den Impfzwang. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.50 Prof. Dr. Franz Sarau: Psyche, Körper und Stimme. I.O.no Carl Meißner: Konstantin Mcunier zum 100. Geburfstag. 19.30 Stille Stunde.„Arbeitende Hände." Sonntag, 12. April. Berlin. 6.30 runkwcnnaMik. frühkoazert. 8.00 Für drn Landwirt o.no.Mor�rnfaier. lO/Lt Wcttervorhersacre. II..30 Leinris: Rcielis.eiiduii? der Bachkantalen. 13.00 Großes fchausidelhaus: Jubüäuuisteie, jum lOiahnsea Bostehen der ..Kinderfreunde". 13.30 Sportpalast: Verelnictcs StaalSopern-Orchester, U«.; Blech. Kleiber. Klctppsrer. Märsche und täii/e. 1LJ0 Märchen.(Sprecher; Wanda v. PocHnitr.) 15.00 Siädioit Wann.see; Radfernfahrt Berlin— Kodbus— Berlin(Ziel). 1.5.30 Arifip Knab; Lieder.(Ebe Wachsmann, Alt; am Fiüsel: Julias Bürger.) 16.00 Alfred Prügel liest eigene Geschichten. 16.30 linterbaHnngsransik. 18.00 Lesehühne. Aus..Die versunkene Glocke". 19.00 I. Jos, Haydn: Streicbouartelt f>-Dur. op. 76. Nr. 5 f. M ende!.»söhn- Bartholdy: Lieder.(Tilly de Oarnio. Sopran: Flügel: Frite Zweie) 3. Schuherl; Ouartett.-ate C-Moll. 4. FI. J. Günther: Streichquartett in einem Satz.(Gebrüder Steiner.) 30.00 Sportnachfichten. 30.10 Fränre HerzfeJd: Kurrgeschichlen 30 30 Ein Funkpotponrri v. Walter Goebr. 33.00 Weber-, Tages- und Sportnachrichren. Anschließend bis 0.30; Tanmiusik. Königswnslerhausen. 7,no Hamburg: Hafenkonzcrt. 11.00 Or. Ernst üoldbcck:„Schulanfang". 16.00 Prediger K. Kreutzer: Aul den Spuren des Apostels Paulus. 19.00 Hans Kyser: Freiherr vom Stein. 19 30 Margarete Jokl: Sonnenstrahlen im Leben. 19.35 Novelle von W. C. Gomoll.(Gelesen von Karl Graef.) 20.00 Leipzig: Lustiger Abend. Wetter für Berlin: Teils heiter, teils wolkig mit leichter Erwärmuno und schwacher Lustbewegung.— Für Deutschland: Im nordwestlichen Küstengebiet leicht veränderlich, im übrigen Reiche beständiges und zeitweise heiteres Well«. äictaiitmorti. tttt hic-Sthaftion: Bcritri gepet«, Berlin: Snit-igen:?h. SUcke. Berlin. Betloq: Sotmcrts Verla« iS. m. l>. Berlin. Druck: Botwärts Buch- hruckerei unh Berlassanstal! Paul Singer& Co. Berlin£3B 68, giithenßtaSe 3. Sur»» 1 Beilage. Somiab., II. 4. Staats-CpGr Unter d. Linden 223. A,-V 20 Uhr mpietta Ende C.Zi'hUhr Siaats-3per An Fiat: der Repobül: 20 Ulli Der fliegende Haiianüer Seflentl. llarteeveri«! Endeg. 22:Va Uhr Sonnab., IL 4, Siadt. Oper Bismarckstr Turnus I 191/3 Uhr liio Hodizeit des Fisaro Cuhdfiits uRoöhig. Ende n.221 a Uhr Staat!. Sctiauspli. Um Gnibniianmirkti 191 A.-V. 20. Uhr Die Porlugaie- sische Süiiadit Ende 23 Uhr ZM.WIIei-WWMIU 20 Uhr Die Bekehraiio des Fsrdys Pislora Ende gegen 22',-i Uhr Voiks&Uiine Theater in Bülowjla!:. S Uhr Die beiden Adier itaatLSdiiller-Iii. 8 Uhr Die Bekehrong des Ferfiys Pistora Theater Im Admiraisoalast Täglich 8'/« Uht Der lustige Krieg Ohmann. Ahlers, Trajtenhayn a 0. u a. in ÜÄSINO-THEATER a,"Vh' Lothringer Strafe 37. iiniifiMiiiiiiiiiiiniuliiiiieiiiwfMUliiieiiiiiniilliiiiHiiiHiefiMeimi ----- Der neue Schlagen-- „Er träumt won Jfse" Dazu das neue Fest-Programm Galsdicin 1-4 Personen Fauieuil 1,25 Sessel 1,75 M. Sonstige Pr. Parkett 75 Pf. Ran? 60 Pt. GROSSES SCHAUdPiELHÄUal Täglich 8 Uhr: Im lUPlSSWI ROSlI. Stg. nachm. 3 Uhr Originaibesetzungj billige Preise Regie; Erik tharell 8 15Ultr. Zentr. 2611 fiaudien erlaubt. Oavelma-BalleU. Grell. Vernon, 2 Hartwells, RtoStafe uarlmba Bamt an». Soniia'ijeail und Soanlags je l Vorsteliunqen 4 und S15 Uhr. 4 Uhr kleine Fr, Damowskj-BBiiMn Theoter In der Sireseniannstr. Täglich 8'.. Gestern a. Beate Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich 8V« Uhr Eine koniglichs Familie Neues Theater —■ am Zoo*— (niSabitZio. StpL655< Täglich 8'lt Uhr Ueber 125 Mal; UllMMlU von Max Alsberg u Otto Ernst Hesse TIP. 8,|U, Sm, f. 2, 5, au Ute Iib. M n. 8» V>. «Müt 1.- 81t 2.- M. äleiuüer W8 Komische Oper 8'* Uhr loi Sanolag 4 01» Alt-Heidelberg Locie Englisdi, Westemoier ILMiBbis, PeuXert meaterl Mm Täglich 8 Vi Uhi Das Land des Lacheins. Preise 1—9 M Sonntag''räUhr SdiöD Ist nie Weit .Su.S'i, Uhr.- 5 Barö. 99501 ! hdodäp 50 PL— 3 M. ttends 1-S« ß Letzte 3 Taoei AI Trahan | dir inttrikasisdit Meister t Musiul-OioteskiS fl" Anselmi, Brena Beadi usw. Kleines ineai. Täglich SV» Uht Erika Gläßner in: Der Sülle ttompadnon liBfspiei loa Leo Lenz. Sonntags 4 Uhr Der SvmnS In die Ehe kleine Pr. 1— t M. Inline-IlieaiEr Täglich S>/, Uhr Hosarenfieber Gudio Tbiclscher, Kastner, Arnstadt, Vespermann Inlerieren brlnrt BRPOLQt Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Ms'WSUJ««!»- und Stferbekosse für das Deuisdie Reick ,ra» fatar« tS04 di«7Ct>'*lndea— ig—qoaaamMuigtj(■.■«ttadaerSelcSeir Erscadskoass-c) wmtmmmmmmmmmmmamm Inn Jnlsr«c SSS4«tcralrUnded die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken Versicherungsschutz bietet SiaaiBiDtfsrerwaBitundl: Berlin M24I. Oranienburger Sir. und soo Verwaltungsstellen im Reich jülellage Sonnabendj 11. April 1931 �hainulCaße Asä Eine Industrielandschaft soll geformt werden Bericht aus dem Rukrgebiet � Von Georg Schwarz em u KREFELI 1) ERDING Demnächst erscheint vmn Verfasser dieses Aufsatzes bei der Büchergilde Gutenbsrg unter dem Titel„Ä o h l e n p o t t" «in Buch über das Ruhrgebiet. Das Industriegebiet an der Ruhr, der Kahle Up ort im Westen— Produttionsorganismus, der achtzig Prozent aller deutschen fchwerindustriellen Erzeugnisse liefert. Eine Landschaft, in der annähernd vier Millionen Menschen auf S#538 Quadratkilometer wohnen. Eine Landschaft? Wie ein Chaos steht dies« Gegend aus. Wie von einem Wirbelwind über das Land gefegt, so sinnlos und systemlos aufgehäuft, zufanunen- geschachtelt, durcheinandergewürfelt sind diese Miethäuser, Fabriken, challen, Zechentürme, Hochöfen, Winderhitzer, Brücken, Krane, Straßen, Eisenbahnschienen, Schlackenhatdeir. Bürohäuser. Der Durchgangszug Berlin— Köln fährt durch einen Dschungel wirrer Eisentonstrüt- jionen. Der Reisende steht gluterleuchtcte Hallen: Gießereien, Walzwerke, Preßwerke. Funken- sprühende Schlangen kriechen über den Boden: Stcchldraht, der durch Düsen gepreßt dünner und dünner wird. Dröhnen, Stampfen, Rasseln Weiß- glühende Blöcke zwischen gigantischen Maschinen. Schweißnasse Körper in der Nähe rotglühenden, funkenzischenden Eisens. Der Fremdling atmet auf, wenn er diesem von Gott und allen Grazien verlassenen Land bei Duisburg entflieht. Und doch hat er nur e i n e K u l i s f e vom Ruhrgebiet gesehen, und nicht einmal die trostloseste. Von der Soziologie und Topographie dieser Landschaft erfährt auch der gründlichste Reisende recht wenig. Bestenfalls läßt er sich durch die 120 Druckzeilen der Blitzreportage im schlagzeilengsladcnen Baute- vardblatt, die zum xten Male über das„Wunder- land an der Ruhr" orakelt, seine flüchtigen Ein- drücke von der„Großartigkeit der Technik" und den„riesigen Leistungen deutschen Unterneh- mungsgeistes" bestätigen. Dabei geschehen durch- aus keine Zeichen und Wunder an der Ruhr. Was hier gewachsen ist, ist das Ergebnis einer zwangsläufigen Entwicklung. Der Ruhrbezirk war der W a f f e n a r m des impe- rialistischen Deutschlands, es wird das st ä h- lern e-H e rz-'M ittele uro p a s. Das Gesicht dieser Landschaft? Nun, so formt. die kapitalistische Produktionsweise ihre Arbeitsstätten! Die Mcn- schon, die von der Kohle leben, hoben ihr Dasein der Kohlegewinnung— und nichts außer dem anzupassen. Und die Fabrikanten untereinander? Jeder ist der Konkurrent des andern, jeder ist der Feind'von jedem! Woher soll da System nnd Plan kommen? So wuchsen in den sechs Jahr- zehnten großindustrieller Produktion bis zum Krieg Städte und Dörfer, Bergwerke und Fabriken wild ineinander. Wald? Wozu braucht den der Kohlenarbeiter? Vernünftig angelegte Straßen und Städte? Die Waren müssen transportiert werden! Die Menschen, die sie herstellen — die sind ja so anspruchslos! Die Einwohnerzahl aus dem Jahre 1871 hat sich im Ruhr- gebiet mehr als verfünffacht, während sie sich in Preußen während derselben Zeit nur verdoppelt Hot. Auf einem Quadrat- kilometcr wohnen hier etwa 1000, in Preußen 130 Menschen. In der Zeit des rapiden Aufstiegs von Deutschland zur Jndustricweltmacht hat das Großkapital aus dem Ruhrgebiet, aus einer einst idyllischen und fruchtbaren Landschaft nichts viel Besseres machen können— wenn man es vom Standpunkt der Landesbcwohncr und nicht vom Standpunkt der Besitzer seiner Produktionsmittel onsielst— nichts viel Besseres und Wohnlicheres als einen halbfertig stehengebliebenen Neubau, bei dem vergessen wurde, den Schutt und das Gerümpcl des alten Gemäuers wegzuräumen. Chaotisch die Produktion, chaotisch die Menschenonhäufung! Bon Dortmund bis Duisburg ein Dutzend großer Städte— keine Großstädte, eher eine regellose Masse vernach- lässigter Fabrikvororte um verhältnismäßig kleine Villenviertel und Geschäftszentren so zusammengepfercht, daß es unmöglich ist, eine Wgrenzung zwischen Stadt und Stadt wahrzunehmen. Das ganze ist eigentlich eine einzige, riesige Stadt und besteht doch aus Hunderten kleinerer und größerer Gemeinwesen, mit Selbst- Verwaltung und den widcrstreitcndstcn lokalen Belangen. Die Ein- hcitlichkcit des Kohlenpotts als Wirtfchafts- und Lebcnsraum hat sich immer noch nicht die nötigen politischen Konsequenzen zu erzwingen gewußt. Diese Landschaft, die einem Interesse, einem einzigen, dem Ausbeuten des Kohlevorkommens, ihr Entstehen verdankt, wird heute noch von zwei Provinzen und drei Regierungsbezirken verwaltet. So sind hier die meisten Wohnviertel entstanden: Die Gruben- besitzcr ließen Schächte nicdertreiben. Sie bauten in der Nähe Bergarb e/iterkolonien. Primitiv, dörflich. Rote Backstein- bauten, die bald grau wurden, von den Abdämpfen zerfressen. Mau holte die Arbeiter mis dem rückständigen Osten. Sie staunten über die schönen Häuser. So fein hatte es in Ostelbien nur das Herrschafts- vieh gehabt. Eine Kirche war dann auch bald da, eine Schule, Kneipen, vir le Kneipen, Derwallungsgebäude der Zechen. Straßen. die alle zur Zeche führten. Der Grubenbesitzer war wie ein kleiner Herrgott für den Ort. Selbstherrlich durfte er mit seinem Abraum die Landschaft verschandeln, den Wakd abholzen. Aus solchen scheußlichen Bergmannsdörfern wuchsen die Städte zusamnien. weiteten sich nn Ring, fraßen das Grünland weg, das sie noch trennt«. Rur Berwaltungsspeziabsten können da Stadtgrenzen zwischen den torrren, scheußlichen Sebäudchaufen sehe». Die verfluchte Bedürfnislosigkeit der Massen gab sich nnt allem zufrieden. In einem schwcrarbeitenden Gebiet von vier Millionen Menschen— keine Arbeiter wohnung mit Badeein- richtung. Man sitzt auf dem Urstofs aller Kraft,— in den Kumpelhöusern brennt man heute noch mancherorts Petroleum- funzeln. Nichts ist hier um der Menschen willen da, die Industrie nicht, die Städte nicht', die Straßen nicht. Der Kapitalismus hat keinen Bauplan, kein« logische Orga- nksation der Erschließung dieses Landes zugrunde gelegt, nur«in Ziel: Profit! Industrieflächcn und Wohngebiet« stnd zu einer gesundheitsnwrdenden Hölle durcheinandergemifcht. Die Machthaber des Bodens und die Ausbeuter seiner Schätze haben sich wohl über- DE STÄDTE AN DER RUHR NACH DER UMGEMEINDUNG BEVOLKERUMJGSQICHTE DES RH PN-RUHRGEBIETES. DOkTMUND 30 km 10 km Radius 1 150 000 20 km Radius Z 570 000 30 km Radius � 230 000 EinwoJmec Haupt kerne Gedanken darüber gemacht, daß Menschen, die arbeiten, auch wohnen und atmen können müssen. Di« Verkehrsmittel in diesem riesigen Wirtschaftskörper, dessen werktätige Bevölkerung zur Ucberwindung großer Cntsenrun- gen gezwungen ist,— diese Verkehrsmittel sind eine große Kalamität, nicht für den Zu- und Abtransport der Güter nur für die Mcn- s ch e n. Die Wagengestellung für de» Ruhrbergbau funktioniert tadellos. Da gibt es keine Stockungen. Und dann hat man ja auch seine Wasserwege, große Hafenanlagen, zahllose Schleppkähne. Stromauf und stromab kann man über den Rhein die Kohle ver- frachten. Erze kommen von Schweden und Spanien via. Emden und Rotterdam. Unvorstellbare Tonnenzahlcn des Güterumschlags find zu verzeichnen. Menschen? Für sie hat man Straße, Gähnen, die entsetzlich langsam durch die Straßen bimmeln, zum Teil noch auf schmalspurigen Gleisen. Teure Fahrpreise für kurze Strecken. Drei Dutzend Straßenbahngesellschaften gibt es im Revier, unmöglich, die unter einen Hut zu bringen. Dann würde es nämlich nicht mehr 30, sondern nur noch einen Aussichtsrat geben. Dafür hm aber auch die Reichsbahn keinen Stadt- oder Vororttarif im Revier.. Die Staatsumwälzung brachte allen diesen Schäden«ine kleine Besserung. Es wurde der interkommunale Siedlungs- verband geschaffen, der wagt sich an die Regelung einer Menge wichtiger Fragen im Ruhrkohlcnbezirk. Besiedlung, Verkehr, Städte- bau, alle diese brennenden Probleme versucht er zu lösen. Ob es chm gelingen wird, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen? Es wäre höchste Zeit. Und manche vielversprechenden Ansätze zeugen heute schon dafür, daß der Siedlungsverband gut erfaßt hat, worum es geht. So hat es zum Beispiel der Siedlungsverband durchgesetzt, daß die elektrischen Straßenbahnen von einer Stadt in die andere fahren. Von Bachum nach Gclsenkirchcn etwa, oder von Essen nach Buer. Wenn das Vergnügen, das man in Berlin um 23 Pfennig Hot, einem auch noch immer im Industrtebezirk 90 Pfennig kosten kann. Früher mußte man aber fast an jeder St*»•»••«•», Sport am Sonntag Arbeiiersportlichcs und anderes wetistreit Im Ringe» für Schüler und Jugendliche. Morgen Sonntag, 1l) Uhr. veranstaltet der bundestreue Krast-Turn�Derein „Sparta ILSü"' zu Neukölln, Turnhall« der Schule Elbe» ftrahe 11/12,«inen kreisoffenen SEßett streit im Ringen für Schüler und Jugendlich«. Die Veranstaltung ist eine Neuerung, um den zahlreichen Iugendmitgliedern der Vereine Ge. legenheit zu geben, die Pause der Wintersaison, die durch die Wann- fchaftskämpfe der anderen Klassen«intrat, mit einem großen Weit- streit zur Sommersaison überzuleiten, und um gleichzeitig«inen Maßstab über die Ergebnisse des Wintertrainings der Jugendlichen zu erhallen. Daß es mit dem gut bestellt ist, beweist die hohe Zahl der Meldungen; 40 Teilnehmer aus erst vier Dereinen kommen zusammen. Ausscheidungen im Ziu-Zilsu zur wiener Olympiade. In der Turnhalle Markusstr. 43 finden morgen 10 Uhr die Aus- fäieidungskämpf« in der Iiu-Iitfu-Sparte der Ar- beiterathleten statt. Außer den Berlinern werden Kämpfer aus Wusterwitz, Brandenburg und Luckenwalde am Start erscheinen. Werbespiele bei„Solidarität". Da in diesem Jahr« bei Soll die Bundesmeisterschaften im Radsport ausgetragen werden müssen, hat sich der Gau 9 und die Ortsgruppe Groß-Berlin entschlosien, die Vorkämpfe zur Bundesmeisterschaft im Sechser- Rasenradballspiel und 100-Meter-Langsainfahren in Berlin auszutragen. Die Kämpfe beginnen morgen Sonntag auf dem Sportplatz am Kreuzberg um 12 Uhr. Der Eingang zum Sport- platz ist Kreuzbergstraße. Eintritt frei. Werbeschauturuen in Friedrichs selbe. Der.Arbeiter-Turn- und Sportverein Friedrichsfeloe" hat morgen in der Turnhalle Wilhelm- straße 29 ein großes W e r b e sch au tu r n e n, an das sich ein geselliges Beisammensein in Tempels Festfälen in der Prinzenallce in Friedrichsfelde anschließt. Der fjallensportsest-Zllm, der am 7. März im Sportpalast von der großen Schau der Arbeitersportler aufgenommen wurde, läuft morgen Sonntag in Beckers Gesellschastshaus, Britz, Chausieestr. 97. bei einem zwanglosen Beisammensein, das.Volkssport Neukölln- Britz" im Anschluß an seine Quartalsversammlung um 16 Uhr abhält. Ausfielluug der Freien Lauu-Umon in Spandau. Eine Aus- stellung von Booten und Bootsmateriol, Wanderartikeln und allem. was zum Kanusport gehört, veranstaltet die Abteilung Havel der Fryen Kanu-Uiuvn am heutigen Sonnabend von 17 bis 22 Uhr und morgen. Sonntag, von 10 bis 12 Uhr, im Jugendheim in Spandau, Lindenufer. Arbeiler-wasierball. Serie. Die Meisterschaftsspiele der Serie 1930/31 werden am Sonnabend und Sonntag programmgemäß fortgesetzt. Es spielt am Sonnabend Spandau gegen Lichtenberg und am Sonntag Weißensee gegen Möwe. Der Ausgang des erst- genannten Treffens ist offen, im Sonntagsspiel dagegen sollte die Routtne der kampferprobten Weißenseer ben aufftrebenden Möwe- Leuten den Weg zum Erfolg Verlegern Auf ein« sehr beachtens- werte Veranstaltung der Wasserballspieler sei schon jetzt hingewiesen. Am Sonnabend, dem 18. April, werden die meisten der noch zu erledigenden Serienspiele im Rahmen eines Wosserballlurniers im Lunabad, dem ständigen Austragungsort der Serienspiele, ab- gewickelt. Wegen der Arbeiter-Fußball.,-Handball- und-hiockeysplele oer- weisen wir unsere Leser auf die Vorschau im Sportteil des „Abend" vom Freitag. * .Der Straßeulauf des Ostens." Der aus ehemaligen Schülern der 30. Gemsindefchule in der Rübersdorfer Straße bestehende „Sportklub 1912" veranftallet morgen, Sonntag, um 145s Uhr, feinen traditionellen„Straßenlauf des Ostens" mit Start und Ziel in der Rüdersdorfer Str. 4/3. Die Teilnehmer erstrecken sich auf Schüler, Jugendliche und Männer. wasserball-Blihlurnier lu Berlin. Die spielstärksten bürgerlichen Schwimmvereine Berlins tragen am Sonntag im Wellenbad Luna- park ein Wasferball-Blitzturnier aus, bei dem jeder gegen jeden zu spielen hat. Dem mehrfachen brandenburgrschen Meister Weißensee 96 stellen sich Spandau 04, Wasserfreunde 09. SSE. Neukölln und Pollzeisportoerein zum Kampfe. Revuen zu Larlshorst. Mit einem interessanten Sport oer- sprechenden Programm weroen die Rennen zu Karlshorst am Sonn- tag fortgesetzt. Die Rennen beginnen um 13 Uhr. Trabrevuen ln Mariendorf. Nach kurzer Pause nimmt die Trohrenn-Kampagne in Mariendorf am Montag. 15 Uhr, ihren Fortgang. Wieder steht ein« Zuchtkonkurrenz, der Hengste-Prüfungs- Preis, im Mittelpunkt eines interessanten Sport versprechenden Programms._ Eine Auiomesse gebrauchler Wagen in der Neuen Welt In der Neuen Welt. Hasenheide, ist heute mittag eine Messe gebrauchter Automobil« eröffnet worden. Als Veranstalter firmiert der Reichsverband des Kraftfahrzeughandels und-gewerbes. Zum erstenmal ist in Berlin eine solche Autoschau arrangiert worden: Berlin folgt damit erst ziemlich spät fünfzehn anderen deutschen Großstädten, die längst solche Messen kennen. In einer Ansprache betonte Frecherr von T h ll n a, daß es die Absicht des Verbandes fei, beim Publikum Vertrauen zum gebrauchten Kraftfahrzeug als Kaufobjekt zu schaffen. Zu diesem Zweck seien von den zuständigen Ler- bänden Tax- und Treuhandstellen Ins Leben gerufen worden, durch deren Taxbriefe der Käufer eines gebrauchten Automobils vor lieber- vorteilung geschützt sei. In allen sechs Sälen des Etablissements sind über 300 Kraftfahrzeuge aller Art ausgestellt. Personenwagen und Motorräder hat man in den Sälen untergebracht, während die Last- und Lieferwagen im Garten der Reuen Weit stehen. Da die Wagen vollkommen überholt, zum großen Teil auch neu lackiert sind, so unterscheidet sich die Messe kaum von den gewohnten Automobil- ausstellungen. Jeder Wagen ist mit dem Taxbrief der Tax- und Treuhandstelle Berlin versehen, worin der auf Grund eingehender Untersuchung festgestellte Taxpreis für jeden Besucher feststellbar ist. Unter den ausgestellten Fahrzeugen findet man schon gebrauchte Personenwagen von 300 Mark an: die Preise steigen je nach der Qualität der Wagen bis zu 17 000 Mark Hier handelt es sich allerdinge um ein fast neues Cabriolet von 140 Pferde- kräften.— Die Ausstellung ist bis zum 14. April täglich von 9—20 Uhr geöffnet: der Eintrittspreis beträgt 73 Pf. Nahirfreimdefahrt nach Guben Am 25. und 26 April findet ein großes Treffen der Berliner, ostbrandenburgischen und Lausitzer Naturfreund« in Guben statt. Es soll versucht werden, in weitestem Umfange interessierte Freunde der Bewegung, Arbeitersportler und Parteigenossen für dies« Fahrt zusammenzufassen. Jeder ist zur Fahrt in die Baum- blüte willkommen. Fahrtmöglichketten: Bahnfahrt Sonnabend 17.54 Uhr(Schlesischer Bahnhof) mit Sonntagsrückfahrkarte, Preis 7.30 Mark(einzelne, fahren bereits gegen 14 Uhr): Fahrt mit guten Lastkraftwagen zwischen 16 und 1? Uhr ab Berlin. Preis bei genügend Meldungen etwa 3,30 Mark. Für die Teilnahme an zwei Veranstaltungen in Guben, Führungen und Quartier wird dort ein Unkostenbeitrag von 0,70 Mark erhoben. Die Quartierverteilung erfolgt für männliche Teilnehmer(soweit dagegen nicht besondere Gründe vorliegen) in Massenlagern, für weibliche privat oder in der Jugendherberge. Für die Maffenquartiere sind Decken mit- zubringen. Am Sonntag finden in Guben neben den Veranstal- tungen Blütenwanderungen durch die Gubener Berge, Spaziergänge, Lagerleben, Spiele und Besuch der Naturfreunde- ousstellupz statt. Allgemeiner Treffpunkt ist das Schützenhaus. Di« Meldungen zur Tellnahme müssen umgehend— mindestens aber bis zum 13. April— gruppenweise erfolgen an: Adolf Lau, Berlin O34. Warschauer Straße 701-, für Einzelleilnchmer aus befreundeten Organisationen auch an die Geschäftsstelle Johannis- straße 14/13(Tel. v 1 Norden 4177): Angabe, welche Art der Fahrt- teilnahm« erwünscht ist(Bahn, Auto) ist erforderlich. Ferner sind die Wünsche betr. Mittagessen(0,60 und 1,— Mark) mit anzugeben. tiein Domgörgen boxt in Berlin Deutschlands langjähriger Mittelgewichtsboxer Hein Dom- g ö r g e n- Köln, der seinen Titel vor Jahressrist ungeschlagen zur Verfügung stellte, wird den Berliner Boxfreunden in der nächsten Woche seine Kunst zeigen und zwar am 17. April im Boxring „Neue Welt". Der Veranstalter wird, wie bei seiner Premiere, sich wiederum nicht nur auf«ine Zugnummer beschränken, sondern auch diesmal sein Programm in großzügiger Weise ausbauen. Da- von legt die Tatsache Zeugnis ab, daß neben Hein Domgörgen auch noch der schlagstarke Bonner Heuser verpflichtet wurde, der einen guten Ausländer als Gegner erhält. Was bringt die Arbeiter-Olympiade? Einiges aus dem Sportprogramm in Wien Deutsche Autbord-Regatta In einem Heft von 23 Druckseiten legt der Deutsche Aut« bord-Club jetzt seine Ausschreibung zu der am Sonntag. 17. Mai. in Grünau stattfindenden Autbord-Regatta vor. Interessenten erhatten die Ausschreibung kostenlos vom Regatta- Sekretariat des Deutschen Autborv-Clubs, Berlin S 61, Planufer 61, Fernsprecher: F 6 Bärwald 8154. Das Nenngeld beträgt 3 M. Die Regattablchn liegt vor dem Gelände des Grünauer Regattaoeieins und hat eine Länge von zirka 1000 Meter, so daß die Rundenlänge zirka 2000 Meter beträgt. Bezüglich Start und Wertung ergibt sich nichts Neues: es ist das Beste aus früheren Autbordrennen bei- behalten worden. Bemerkenswert ist aber, daß Sonderpreise für rein deutsche Motoren ausgeschrieben wurden und daß man Boots- führern, die noch niemals Preise errangen, also den Neulingen, Iumorenpreise gibt.__ Sportergebnisse im FKB. Die in der Sporthalle Südende ausgetragenen 100-. Kugeln- Konkurrenzen des Gaues Berlin im Freien Keglerbund Deutschlands hatten folgende Ergebnisse: Scherenriege: 1. Trost 633 Holz, 2. K. Behrens 636. 3. Wallrabe 635, 4. Schmidt 633. 5. H. Krautwurst 622, 6. Kuhnke 616, 7. Ryschkowski 612, 8. P. Krautwurst 611, 9. Kossatz 608, 10. M. Behrens 606 Holz. Asphaltriege: 1. Ryschkowski 381 Holz. 2. P. Krautwurst 338. 3. Hubert 362, 4. Berg 348, 3. Koch 347, 6. Prinz 539, 7. H. Kraut- wurst 339. 8. M. Behrens. 334, 9 Gerthe 329. 10. Köhler 327 Holz. Die Riegen auf Bohle im Bezirk Norden und Osten werden morgen Sonntag in der Sporthalle Alexandrinenstraße ermittelt. Der Arbeiler-Rad- und Lraflfahrerbund„Solidarität" teilt mit, daß er eine Unfall-, Haftpflicht- und Diebstahloersicherung nicht unterhält, sondern daß er in diesen Angelegenheiten nur Unterstützung gewährt. 60 llahre Lrennabor. Die Brennabor- Werke in Branden- bürg a.d.H.. eine der führenden deutschen Automobilfabriken, die in anderen Abteilungen die größte Kinderwagenfabrik der Welt und eines der größten Fahrradwerke umfassen, begehen am 11. AprU den Gedenktag ihres 60jährigen Bestehens. Solidarität im Aufstieg. Das Organ des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes„Solidarität" Deutschlands veröffenüicht eine Statistik über die Milgliederbewegung dieses Bundes, in der eine Zunahme von über 13 000 Mitgliedern im Jahre 1930 verzeichnet ist. Die Mitgliederzahl stieg vorn 31. Dezember 1929 bis zum 31. Dezember 1930 von 314 004 aus 329 117. JUrt-Hdciirf Tr-Vt-W. Montaa. 13.«peil, 90 llkn. bei v-mp. Stotb«. schi>>'.n»-U>-. Sasl-lwcrd«rN-. 12, Nor'-Mkun«. Tag-c-rbiu-n«: Unsere Vrcsse. ■äbtidmtmci oon der fflcrbtotranftaltunq. Die Maifeier. S®«. SSweifsier,,«. eunr.lQR, 12. April. AnpoMieln na-b dem Mllaeelilr. Treffpunkt im Tooteba-!- um« Uhr. Dienata«. 14. Äpril, Sifcuna In der Maresit-Klause. Z-oot-- stände noch frei... � �.....„ Freie Bogersah-ee Auswärt», eonnt-a. 19. April. Arbeitzdrenst auf dem GCleftlmet Tchwim-noereiu Freiheit 1907. R�ervierte Bad«ad-nde bis Mitte Mai Monwas um 20 Uhr mb Donnerst« ss um IS Uhr im Stadtbnd Oder. �"�Frei� SaZerf-hrre Köpenick 1924. Voritandssiwm, 16. April. 20 Uhr. bei Sern«, Eartenstr.«5. Nächste Soitulcssfclirten: 12 AprU nach«eine Krampe. 19. April nach Sprec-Eck. Ntiinlieder werden noch«wfaenonnnen.«nfrazen an Sans Boche,«Spcuick. Slicnicker Str. 61, oder ft. Schmidt, Brih. Binych. �"chiiwlittitqlied« der Ruderer und K»u-Iah«r im ATuSp«.!.«rei». Sonntaa. 12.' Avril, Anpaddeln und Rudern nach Crvilinlee, Restaurant Schramm, gilr Teilnehmer, die schon am Sonnabend fahren, ist slir Quartier ausreichend acsorqt. Gäste willlounnen....._, Kartrn sür Arbeitersport-rd Körperpsl-I«. Be,irk Renköllm.«artellsihuna Montaz. 13. April, bereit» um 19'a Uhr. Zwecks AuMelluna der Delem-rten zum Ortsausschuß für Iua-nddsl-«- sind alle der Liste 6 anpeschiossenen Or- eauisatiolien einfleloden.-««»1*1 Tl-raarten. Slsmn« Montau. 12. April. «arteNwin« Mittwoch. 15.«mit. 1»'4 Uhr..Zur Linde". Sticiridi-Sarl. H-k- Berderstrahe.._„..... LTD. Schönederg-Fruden«»»7. Montau. 12- April. Techilileriihuva um 19-4 Uhr bei Sochacfchur,, MLHI-nIlr. 9. Dos Dlatitrainin« auf dem Dom n» kuspla», Priefterweg, bat wieder deponnen, und«»r Die-Staa- ab 18 Uhr. Sonnabends ab 10 Uhr und Sonntaas von 9 bis 1Z Uhr Spiel und Sport Tannerstag, 1« Uhr. nur Leichiathletit.,. FTSB. Airechnuna aller ilasii-rer Montag, tZ. April, IS Uhr. in der Geschäftsstelle. GA.-Si»-i-a 10>e> Ubr ebenda.—«e,"k 2s>°rt- abteiluna. Traininasabend wieder Dienstags and Donnerstag» ab IS Uhr in � Wedding. Kartell lihung Montag. 13. April, fällt aas. Nächste Eitzuna 20. April,.�ur Linde", llfcrftr. IS. 20 Uhr. Ar»eit»e.DH»t°.Gild- Berlin. Cvnntaa. 12. April, 10 Uhr, Bolk-park Reu. Mln. Kampfbahn(Stadion), nahe U�ahn Leinestraße o�r Ringbahn Ser- maanltrahe). Wir phowgraphicren Gymnastik. Sport. Lerchathletik. ALB.» Gruppen willkommen._.._ Freie Photooereinignng Berlin, ironntaa, 12. April. Motiowanderung nach Ftnkenkruq. Brieselang. Treffpunkt 7 Vi Uhr Bahnhof Butlitzstrahe. «rdeiter-Lichtblld.Buod.«rbeitagemeinschaft Berlin. Mittwoch. 15. April, 1» Uhr,«clichtiauna de» Bildamts der Stadt Berlin in der Leoelmwltrah? (Gohlowetn Drücke. Moabit). Anschließend Bortrog des Dr. Gttiith« und Dr. Schm'dt:.Aufgaben des städtischen Bildalats..Praltischc Fragen der Amateurphotographie." Gäste willkommeil. Für die olympischen Hochsprungwettbewerbe sind folgende Ansangssprunghöhen festgesetzt worden: Für Sportler im Einzelkampf 1,60 Meter, sür die Zehnkämpfer 1,40 Meter, für die Stabhochspringer 3 Meter. Für die Sportlerinnen im Cinzelkamps 1,30 Meter, für die Dreikämpferinnen 1,10 Meter. Die Sprung- Wettbewerbe hatten stets ein zahlreiches und begeistertes Publikum. So wird es auch in Wien fein. In Wien werden die besten Springer der mitteleuropäischen Arbettersportverbände mit den bekannten Springern Finnlands und Lettlands ausgezeichnete Leistungen bieten. Der Fuhball'Dreikampf Das Fußballprogramm des 2. Arbetterolqmpias in Wien erfährt eine interessante Bereicherung durch einen Dreikampf, bestehend aus einem 100-Met«r-Lauf in Fußballschuhen auf der Aschenbahn, Ballweitstoßen und Balltreiben mit Torschuß. In jeder Wettkampfart können 100 Punkte erreicht werden. Hoffentlich zeigen die Fußballspieler recht zahlreich, was sie in diesen sür das Spiel überaus wichtigen Einzelleistungen vermögen. Die Gelegenheit für einen großen Achtungscrsolg ist günstig, sie muß ausgenutzt werden. Da» Tennisturnier in Wien Das internationale Tennisturnier beginnt Don- nerstagh 23. Juli, und endet am Festsonnabend, 25. Juli. Das Tur- nier wird nur in Mannschaftekämpfen um den Titel des Olympia- stegers durchgeführt. Jede Mannschaft besteht aus zwei Spielern und zwei Spielerinnen und hat folgende Spiele auszutragen: 2 Männer-Einzel, 2 Frauen-Einzel, 1 Männer-Doppel, 1 Fronen« Doppel, 1 Gemsscht-Doppel. Die Austragung erfolgt in Drei-Satz- kämpsen, auch in der Schlußrunde. Außer dem internationalen Tur- nier kommen noch internationale Freundschastskämpfe zur Durchführung. Kunst- und Turmspringen der Schwimmer Die Anhänger des Wassersports werden in Wie» ihre Freude haben. Da auserlesenes Programm der Springer kommt zur Abwicklung und wird wie beim I.Olympia 1923 in Frankfurt eine von Zuschauern überfüllte Schwimmkampfbahn er- geben. Die Männer zeigen im Kunstspringen 4 Pflichttprünge, 4 Sprünge nach freier Wahl und 2 aus der internationalen Sprungtabelle ausgeloste Sprünge. Bei den Frauen ist das Verhältnis der Sprünge 3, 3, 1. Die Auslosung der letzten Sprünge erfolgt erst am Tage der Veranstaltung in Wien. Besondere Proben von Mut und Gewandtheit wird das Turmspringen von den Wett- kämpfern erfordern. Die Männer führen 4 Pflichtsprünge und 3 Sprünge nach freier Wahl aus, die Frauen 3 und 2. Ebenso spannende Kämpfe wie beim Springen wird es bei den Wasser- b a l l s p i e l e n und im Schwimmen zu sehen geben. Viele Ccerätetumer sind da Die besten Turner aus der Schweiz, Finnland. Tfchecho- slowakei, Oesterreich, Deutschland und einigen anderen Verbänden der Sozialistischen Arbeitersportinternationale werden in Wien einen vielversprechenden Wettstreit austragen. Den Kampfrichtern erwachsen schwere Aufgaben. Um unter ihnen eine recht einheilliche Auffassung über die Wertung der Uebungen zu bekommen, findet am 2. und 3. Mai in Wien ein internationaler Kampfrichter- lchrgang statt, der mit dem am 3. Mai vor sich gehenden öfter- reichischen Olympiaausscheidungsturnen verbunden wird. Die Olympiakampfrichter werden sich am österreichischen Ausscheidung?- turnen praktisch betätigen. Das Kampfgericht für das Olympia wird gleichfalls von den in Wien versammelten internationalen Kampf- richtcrn berufen werden. «Sport und Mensch*— eine Ausstellung Das Österreichische Bundesministerium für Unterricht eröffnet Mitte April 1931 eine Ausstellung:„Sport und Mensch". mit dem Material von der Dresdener Hygieneausstellung. Es ist beabsichtigt, diese Ausstellung auch über die Festtag» des 2. Arbeiter« Olympia« offenzuhalten, um den Olympiadsteilnehmern die Gelegen» heit zu» Besuch dieser Ausstellung zu geben. Theater der Woche. Vom 12. bis 20. April. Voltsbühne. Theater a» MlmaplnA: IT. 18. Sie betten Adler. 14.» 15., Ib. De 353intctmät:nt> Eurnbiti. 14. Rigoietto. 15. Atta. 1«. Fidelio. 15. Die Entwh curia aus dem Serail. 19. Samson und Dalila. 20. Badem«. 4__ Ttaats-Tdeatcr: 12. und 18. die portugalesisch- Schlacht. 1Z. und 13. Die Miischnldia-n. Die Niairone von Epd-su-. 14., 17. und 19. Der blaue Boll. 15. und 20. Asommernnon Säuller. Theater: 12., U5. nnb 30. Die Bekehrung.. 13. Nathan der SSetie. 14. Bilra-r Schippe:. 15. Tie Zrurnalistcn. 17. und Iv. Emilie Dolotti. 18. Don Carlos. Theater mit festem Spielplan: Kurfiirskcndamin-Theater- Alles Schwindel.— Deutsche, Theater: Der ldaup'mann van Käpenick.— Die Kamldi«: Natalie.— Theater in der Strese- mannstraste: Gestern und heute.— Komädienhan»: Eine käniqllche Familie.— «neu he» Schar spielhau,: Im weihen Noipl.— Komisch« Oper: Alt-Keidet- brrg.- Deutsche» Knustlertheater: Vi» 15. Ritter Blaubarts achte Frau. Ab 1«. Minna von Barnhelm.— Reuaislaner-Theater: Hellseherei.— Metwpal. Theater- Das Beilchen von Äionlinartre.— Neue, Theater am Foos Bor. Untersuchung.— Die Tribüne: Das Märchen von der Fledermaus.— No'e- Theater: Sie Sache, die sich Liebe nennt. 18. Nachtvorstellung.— Theater in der Klosterstrahe: Kleine Sklavin.— Theater in Aduiralapalast: Der luftiae Krieg.— Wintergarten, Plaza, Skala: Internationales Boriet«.— Rrichehalleu-Theater: Stettiner Sänger.— Theater am Kottbniler Tor: Elito-Sänger. Nachmilkagsveranfialtungen: Bolktbühne. Theater am Bülowplah: 12.. 10. Die betten Adler.— Grahe» Schauspielhaus: IL.. 19. Im weihen Röss'l.— Metropol-Theatee: 12. Das Veilchen von Montmartre.— N-se-Theater: IL., 19. I4i4 und 17% Uhr. Die Sache, die flch Liebe nennt.— Theater tu der K lotterst raste: 12. IT u>r. 10. 17 Uhr. Büchse der Vandora. 12. 17 Uhr.»leine Sklavin. 19. 15 Uhr. Eedgekst.— Wintergarten: 12.. 18., 19. Interna'iovalr» Daricl«.— Plaza. Skala: Internationale, Bariet«.— Neichshallen. Theater: 12.. 10. Etettiner Sänger.— Theater am Kottbuffer Tor: iL., 12. Elite-Sänger. Erstaufführungen der Woche: Montag. Staat»oper: Mavon Leseaut.— Dannercten. Deutsche» Kilastlertheater: Minna von Barnhelm.— Sch Ivstpark» Theater: De,«»nii>» Nachbarin.— Freitag. S cht kker. Theater 5 Cacilia valotti.— Bollsbühne: Ehe.