Morgenausgabe Nr. 120 A 66 4S.Iahrgang Wöcheatlich SS Pf, monatlich 3.6V M. wi voraus zahlbar. Postbezug 4�2 TL einschließlich 60 Pf. Postzeitun gs- und 72 Pf. Postbestellgebührea. Auslands» obonnement 6,— TL pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- vorto 5,— M. ♦ Der �Ponudm* erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im ftandel mit dem Titel„Der Abend- Illustrierte Beilage„Polt und Zeit" Ferner„Frauenstimme- �Technik"-„Blick in die Bücherwelt", „Iugend-Borwärts-u.»SLadtbeilag«" Berliner Voltsblatt Sonntag 12. April 1931 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die eins palt Nonpareillezeile 80 Pf. Reklamezetle 5,— NM.„Kleine An- zeiaen" da» fettgedruckte Wort 2ö Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Wone). jedes weitere Wort 12 Pf Rabatt lt. Tauf. Stellengesuche das erste Won Ib Pf, jede» weitere Wort 10 Pf Worte über 15 Buchstaben zählen fü» zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pf Familien- anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. woch«u- täglich von SV* bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen»ori Jentvalovgms der GozialdemotvaMchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin EW 68. Ltndenstr. 3 >?krnsprccher.- DöiUwkl SSZ— ÜS7 Telexramm-Adr i So?ia!demokrol B-ilin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postlcheckkonto. Berlin 37536— BanNomo: Bank der Arbctler. Angestellten und B-aniKN. Lind«nstr.Z.Dt.B. u.Diic.Gcl..DePosilenr..Jeru!aIcmer ett.65/6G. Krau, Frieden, Sozialismus! Zum internationalen Frauentag Von Louise Schröder. Fünf Millionen deutscher Volksgenossen leiden heute mit Frauen und Kindern unmittelbar unter der Arbeitslosigkeit. Weitere Millionen leiden mittelbar in ihrer wirtschaftlichen Existenz, weil die Familien der Arbeitslosen mehr und mehr ihren Konsum einschränken müssen. So ist eine Unsicherheit in das Leben der Massen gekommen, die aull) diejenigen Kreise mit ersaßt, die eine solche Unsicherheit früher für un- nchglich gehalten hätten. Die Folge ist das Suchen nach den Schuldigen, das Suchen nach einem Wege aus der Not. Ve- schuldigungen werden geglaubt', je ungeheuerlicher sie sind. um so mehr.- Heilslehren wird nachgelaufen: je Unverstand- licher sie scheinen, um so mehr klammert man sich an sie. Sa kann es nicht wunder nehmen, daß Schlagworte wie der vom „Marxismus" gerade jene Kreise am meisten erfassen, die politisch am wenigsten denken gelernt haben, und dos sind leider— und nicht nur in Deutschland— zum großen Teile die Frauen. Deshalb mögen hier ein paar Gegenüber- stellungen folgen: August 1914: Die Schüsse von Serajawo sind ge- fallen— die Regierungen Oesterreichs, Serbiens, Deutsch- lands, Rußlands wechseln Noten mlteinänder. von denen jede dest entstandenen Brand nur noch mehr zum Auslodern bringen muß. Nur eine Macht ringt um den Frieden: die Sozialdemokratie allerLänder. Im Paris kämpft Jean Iaurös unter Aufbietung feiner ganzen Persönlichkeit, in Wien Victor Adler: Hermann Müller wird vom deutschen Parteioorstand nach Paris entsandt, um für die Erhaltung des Friedens einzutreten— da kracht ein Schuß: der erste Mann und der beste Mann ist dem Weltkrieg zum Opfer gefallen: Jean Iauräs ist tot. Die den Krieg und damit das Verderben Europas wollten. fix töteten ihn. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie als Landesverräter wurde nicht von Herrn Hitler erfunden, ihn gibt es, feit dem die Sozialdemokratie aller Länder für den Frieden und damit für das Glück der Völker kämpft! Sommer 1913: Seit dreiviertel Iahren wütet der Krieg. Auf der Straße erscheinen, herausgelockt von der warmen Sonne, die ersten Kriegsbeschädigten: an Krücken humpeln die Einbeinigen, neben ihnen gehen müde die Ein- armigen. Die bisher glaubten, daß der Krieg nur zum Hurraschreien da sei, erschauern bei ihrem Anblick. Immer häufiger ertönt in den engen Arbeiterstraßen ein Frauen- schrei, dos Jammern der Kinder. Die Nachbarn schließen stumm die Fenster: wieder eine Todesnachricht von der Front. Und doch: noch hofft man auf ein baldiges Ende des Krieges: noch ist wenigstens der Hunger in seiner schlimm- sten Form nicht eingezogen in das Land. Da— eine neue furchtbare Nachricht: sonnige Pfingsttage haben die Frauen und Kinder hinausgelockt in die Natur: als sie den Heimweg antraten, kommen die Extrablätter: Italien hot den Krieg gegen Deutschland erklärt. Die Front der Feinde rings um Deutschland hat sich geschlossen. Und der für diesen Verrat an Deutschland fest Monaten kämpfte, war der italienische Sozialist Mussolini, den seine Partei wegen dieses Eintretens für den Krieg gegen Deutschland ausgeschlossen hatte. 4. April 1931: Im„Völkischen Beobachter" setzt Adolf Hiller auseinander, daß„die Preußen des heutigen Deutschlands die Nationalsozialisten sind, ganz gleich, wo sie sich befinden mögen, und er fügt hinzu, daß identisch mit dem Begriff„Preuße" der Begriff der„Treue und des Gehorsams" sei. Wer aber ist nach seiner Ansicht ein solcher Edeldeutscher, ein solcher Preuße? Hören wir ihn selbst: „Mussolini ist mehr Preuße als etwa Schlange-Schöningcn, obwohl der eine aus Italien und der andere aus Pommern stammt." So also verherrlicht man den Mann, der Deutschlands Unglück im Kriege besiegelt hat! Zurück zu 1918: Der Krieg tobt seit mehr als drei Jahren. Längst ist der Tod in fast jede deutsche Familie eingekehrt. Der einarmige oder einbeinige Kriegsbeschädigte auf der Straße ist keine Seltenheit mehr, stumpf geht man vorüber an den zahlreichen Opfern des Krieges mit ihren verbundenen Köpfen oder Gliedern, mit ihrem Nervenzucken oder sonstigen grausamen Merkmalen ihrer„Fronttätigkeit". Stumpf auch blickt man auf die zahllosen schwarzgekleideten Frauen, denen tiefstes Leid im Gesicht geschrieben steht. Nur wenige gibt es. die nicht ungeheuer schwer tragen. Da ist die Mutter, deren Achtzehnjähriger van der Schulbank oder aus der Lehre ins Feld mußte. Da ist die Straßenbahncrin, die Munitionsarbeiterin. deren Kinder zu Hause hungern. Da stehen sie„Schlange" eine, zwei, drei, vier Stunden, die hochschwangeren Frauen, die siebzig- und fünfundsiebzigjährigen Greisinnen, um ein paar Knochen zur Suppe,, zwanzig Gramm Margarine oder ein halbes Pfund Karwffeln zu bekommen. Und zu allem Unglück kommt die Grippe und vollendet, was Krieg, was Hungerblockade zu tun noch übrig ließen: den Tod! Nur eine Stimme gibt es noch: der Krieg muß zu Ende gehen. Die Kraft ist bis zum letzten erschöpft: die .Kraft der Kämpfer an der Front, die Kraft der Frauen in der Heimat. Winter 1930: Ein genialer Schriftsteller fand sich, der das Erlebte für die Nachwelt erhielt: sein Buch„Im Westen nichts Neues" hiest fest, was dem achtzehn- jährigen Kriegsfreiwilligen der Krieg bedeutete, was er ihm zerstörte an Lebensglück und Lebensinhalt. Und die Technik, die Darstellungskunft bemächtigte sich des geschilderten Er- lebens: in unerhört wahrer und packender Weise zeigte sie den Iungen/wqs Krieg ist. Kein Wort der Krstik, kein Wort gegen Deutschland: nur nackte Wahrheit. Männer, die vier Jahre draußen lagen, verlassen erschüttert die Aufführung — noch einmal haben sie durchlebt und durchlitten, was ihnen der Krieg war.: Frauen schluchzen auf in der Erinnerung an jene Stunden, in der sie den Freund, den Geliebten, den Gattep, den Sohn zur Bahn geleiteten— um ihn nie wieder- zusehen. An ihnen vorüber fahren die Wagen mit den ab- schiednehmenden Soldaten— in ihren Ohren klingt es wieder:„In der Heimat, in der Heimat, da gibl's ein Wiedersehen!"—, wie einst sehen sie sich mühsam die Stufen des Dahnhofs hinuntergehen— in die Einsamkeit, in das Alleinsein, vielleicht und nur zu oft für immer! Dieser Film ist eine Tat im Kampfe um den Frieden, um das Glück der Menschheit! Aber— mit weißen Mäusen. mit Blindschleichen � geht man gegen ihn vor: das Ausland hat einmal wieder Ursache, über Deutschland zu hohnlachen. Denn, wer sind die VeranstaUcr des Skandals gegen den Film? Sind es Frontkämpfer, sind es Frauen, die den Krieg erlitten? Ach nein: Herr Dr. Goebbels, Herr Dr. Rosenberg, Herr Dr. F r i ck— sie nennen sich die Fuhrer der„Partei der Frontkämpfer": aber als neben dem Arier der Jude, neben dem Bauern der Marxist im Schützen- graben lag. als sich der sozialdemokratische Reichstags- abgeordnete Ludwig Frank freiwillig an die Front meldete und sein junges Leben hergab, als die Frauen und Mütter des Proletariats hungerten, da saßen sie aus der Schulbank der Universität! oder w Pirmasens und ließen anbete für sich bluten! Dafür beschimpfen sie heute jeden, Vorläufiger Tarif im Baugewerbe Ein Aufruf der Bauarbeiier-Verbände. Die am Tarifvertrag beteiligten Bauarbeüerverbänbe Grog- Berlins erlassen folgenden Ausruf an ihre Mitglieder: Nachdem sich die übergroße Mehrheit der Berliner Bauarbeiter für den erneuten Abschluß eines Tarifvertrages entschieden hatte, sind langwierige, leidenschajtlich geführte Verhandlungen vor den verschiedenen Stellei» gepflogen worden. Di« organisierten Bau- Was Otto Braun Sportpalast Stach dem endgültigen Schiedsspruch Dienstag 19 V2 Uhr wird aus Preußen? arbeiter haben es einmütig abgelehnt, einen Revers zu unterschreiben, wodurch sie sich verpflichten sollten, ohne eine» Vcprkstarifvcrtrag zu den nackten Löhnen des Zentralschiedsspruches zu arbeiten. Aus dieser Ablehnung ergaben sich Lohnkompfe met Arbeitseinstellungen. Nunmehr sind in den letzten Tagen alle weiteren Erfolg versprechenden Möglichkeiten vor dem staatlichen Schlichler erschöpft worden. War es schon beim Tarifamt und bei der Zentralschiedsstelle ge- lungen, den von den Unternehmern geforderten unerhörten Lohnabbau von 20 bis 25 Proz. auf 7L Proz. herabzudrücken, so gelang es vor dem staatlichen Schlichter, durch Einsetzung einer Schlichter- tannner. einen Spruch zu erzielen, der den Spruch der zentralen Schiedsstelle noch etwas verbessert. Diez Ergebnis konnte erst in zweitägigen schwierigen Nachverhandlungen erzielt werden. Wie schwierig die Verhandlungen waren, geht daraus hervor, daß des Reichsoerband Industrieller Bauunternehmungen von der Unter- mhmergruppe absprang und sich auch dem nunmehr gefällten endgültigen Schiedsspruch nicht unterwarsi Er hast seinen Antrag auf Verbindlichertlärung des Zentralschicdsspruchs aufrecht. Den Bemühungen des Schlichters gelang es lediglich, die Vertreter dieser Unternehmerorganisotion zu bewegen, daß sie innerhalb einer Frist bis zum 14. April 1931 den nunmehr gefällten Schiedsspruch auch für sich«nertennen tämiell. gelten vom 8. April 1931 folgende Löhne: für Maurer....... 1,42 SN. , Zimmerer...... 1,42„ „ Zcmentsacharbeiter... 1.42, „ Tiesbauarbeiter.... 0,92. , Maschinisten 1 Klasse.. 1,47„ „ Bauhilfsarbeiter.... 1,18„ I Von graßer Bedeutung ist, daß in dem endgültigen Schiedsspruch«ine Bestimmung ausgenommen worden ist, wonach bis zum Zustandekommen eines neuen Bezirkstarifvertrages die Bestimmungen des bisherigen Lobn- uait AxbeUsfarnriertrages für Sroß-BerNn (vom 20. Juni 1929) in Geltung bleiben. Damit besteht für Groß- Berlin im Baugewerbe bis zum Abschluß eines neuen Bezirks- tarifoertrages der bisher geltende tarifvertraglichc Zustand. Bauarbeiter Berlins! Mitglieder der vertragschließenden Arbeiterverbände! Unter den besonders im Baugewerbe herrschenden sehr schlech- ten Wirtschaftsverhältnissen und angesichts der riesengroßen'Arbeits- losigkeit würde dos Weiterführen des Kampfes lediglich unnötige nutzlose Opfer fordern. Deshalb haben die verantwortungsbewußten Führer der Bauarbeitcrgewerkschoften, nachdem es ihnen gelungen ist, die bisherigen Schiedssprüche nicht unbcachtlich zu verbessern, den Lvhnstreit zum Abschluß gebracht. In der Ueberzengung, daß damit den Bauarbeitern und ihren Aamllieu am besten gedient ist, fordern die verantwortlichen Leiter der Vauarbeiterverdände Ihre Mitglieder aus. nicht auf die politischen Geschäslemocher und Demagogen zu hören. wir ersuchen unsere Mitglieder, strengste Disziplin zu üben und um Dienstag, dem 14. April 1931, ebenso geschlossen die Arbeit wieder aufzunehmen, wie sie die Leistung der Reoersunterschristen abgelehnt haben. Bauarbeiter! Laßt euch nicht provozieren! wo versucht werden sollte, durch Terror unverantwortlicher Personen euch von. der Arbeit abzuhalten, weist sie mit aller Energie zurück. Hebt gewerkschaftliche Disziplin! Die am Berkrag beleiLgleu Arbeiterverbände. der etit gleiches neues Unglück bekämpft, in der unflätigsten Weise! So müssen wir immer noch um den Frieden der Welt ringen? O so, wir müssen es: wir müssen es heute mehr als je. Mit Grauen sehen wir aus illustrierten Zeitschriften, wie man sich in den verschiedensten Ländern auf den Schutz gegen die neueste Kriegsform, den Gaskrieg, einstellt. Ab- rüstungskonferenzen über Abrüstungskonferenzen werden abgehalten: aber wo hätten die Staatsmänner den Mut. wirklich mit der Abrüstung zu beginnen? Wie einst 1914. so nimmt auch heute nur«ine Idee, ein» weltumspannende Organisation ernstlich den Kampf für den Völterfrieden auf: „die Sozialdemokratie". Die International« wird die Welt befreien" dieses Wort muh allen zum Leitstern werden, die den Frieden ernstlich wollen. Es gehört nicht weniger Mut zur Erhaltung des Friedens als zur Führung des Krieges. Opfer, wie Jean Iaures, wie R a t h e- n a u, wie E b e r t, wie Hermann Müller zeigen es uns. Aber nicht nur einzelne müssen diesen Mut, dies« Selbst- Hingabe haben, um diesen Frieden zu erringen. W i r alle müssen es, und wir Frauen, müssen es ganz besonders.„Die Internationale wird die Welt befreien"— sie kann«» und sie wird es. wenn wir ihre Rechen immer mehr stärken. Sie kann es vor allem, wenn unsere Stimme übertönt und unsere Zahl überflügelt die Stimmen und die Zahlen derer, die lieber heute als morgen einen neuen Weltbrand entfachen. „Wo bleibt der zweite Mann"— der zweite Mann nicht für den Krieg, sondern für den Frieden, wurde die Parole. Aber immer noch fehlt ein großer Teil der Frauen. Des- halb muß unsere Lösung sein, die Frauen aufzuklären, daß nicht Landsknechte, nicht Schwadroneure ihnen helfen können in ihrer Not, sondern daß sie sich nur selber helfen können, indem sie sich zusammenschließen.„W o bleibt die zweite, die dritte, die vierte Frau?"— laßt es uns hinausrufen, wo bleiben die Frauen, um die Kreis« derer zu stärken, die der Welt den Frieden, der Arbeiterschaft ein Wirtschaftssystem erkämpfen wollen, das der Not von Mil- lionen endlich ein Ende bereitet? Arbeiierinnen-Aufstieg. Oer Weg zur Höh«. Räch etwa isjähriger rastloser, hingebungsvoller Arbeit einer -uerst sehr kleinen Anzahl junger Sozialtstinnen war die politische Organisation der deutschen sozloldemokrotlschen Frauen in dem weiten Altösterreich 1907 auf— 7 Mitglieder gebracht. 25 Jahre später�gehötten der Sozialdemokratischen Partei in der kleinen Republik' Deutschösterreich 221 000 Frauen an. Dl« Republik hat ihnen da« gleich« Wahlrecht gegeben und die sozialpolitischen Forde» rangen zum größten Teil erfüllt, die um die Jahrhundertwende und nachher noch Nur erst die Forderung unzähliger Versammlungen, Konserenzen, Kongresse, parlamentarischer Reden und Anträge ge« wesen waren.- An derselben Stelle, wo in den neunziger Iahren die erst« DienstbaU noersarnmlung tagt«, steht heut« das Hausgehilfinnen. heim der roten Gemünd« Wien mit seinen gesunden Wohnräumen und den gewerblichen'pnd hauswirtschaftlichen Kursen, deren Ein- suhrung damols ein« noch aussichtslos«, wenn nicht gar als„revo- lutwnör" strafbare Forderung war! Adelheid Popp, die Varkämpferin der sozialistischen Frau«nb,weguvg in Oesterreich, hat deren Beschichte unter dem Atel„Der Weg zur Hlih»" erscheinen lassen und vor kurzem ist die zweit« Auslage herausgekommen—«in schöngedrucktes. nicht zu starkes Buch mit vielen Bildern, die uns mit den Frauen und Männern der jungen Bewegung auch die frische junge Karkswppel» Arbeiterin Adelheid Dworzak zeigen, die von chren paar Gulden Lohn noch die Mutter erhält, die. Ausgaben der Agitationskorre- sapndenz bestreitet und dann als Redakteurin der„Arbeiterinnen- Zeitung" den kränklichen Verwalter des Zentralorgan«, den früheren Schuhmacher Julius Popp, nachmals Vorsitzender des Parteivor- standes, heiratet und die, bald verwitwet, nach 20 Iahren ihren einzigen Sohn verlieren sollte. Ihre Mitkämpferinnen tauchen vor uns auf, die zum großen Teil noch heute tätig sind und viele Ge- npssen, Förderer der anfangs noch wenig anerkannten„Neuerung" aber Vittor Adler. Engelbert Perne? st orfer waren schon reife Männer und sind längst dahin, doch auch unser junger„Krön- prinz" Leopold W i n a r s t y... Th. G. M a s a r y k taucht aus. der mit Michael H a i n i s ch und anderen die Enquete über die Frauenarbeit veranstaltete, beide nachher Staatspräsidenten, Alice Sa l o m o n in der Wiener Agitation, Klara Zetkin und Emma Ihrer als Mitarbeiterinnen aus Deutschland. Aber auch der Holzinger-Senat, der die Sozialisten- oerurteilt« und jener Polizei- kommissär im schwarzen Vorarlberg, der«ine Agitatorin von ihrem sreolertschen Beginnen damit abhalten will, daß«? ihr zuspricht. si««erde keinen Mann kriegen,«r würde auch kein« nehmen, die Reden gehalten hat, schon gar solch«! Oder jenes„christliche" Blatt, das die Genossin B o s ch e ik ihren Lesern als„liederliche Dirne aus Wien" vorstellt. Der Frauentag erweist sich ebenso als Hebel der Frauen- bewegung. wie die M a i s e i« r die Arbeiterbewegung überhaupt vorwärts gebracht hat. Und dann— der Krieg! Das Frauen- relchskomitee lehnt es ab, den Arbeiterinnen zur Arbeit in den Rüstungswerken zu raten. Die Versprechungen, mit denen man hungernde Frauen in fern« Fabriken lockt, werden ichmählich ge- krochen. Verheerend« Arbeit zu Mordzwecken, selbst hungernd und krank gewacht, zerrissen von fürchterlichen Explosionen in der GranatenManstalt. deren Türen bis auf«in« versperrt sind, damit die Hungernden nicht vor dem Mittagszeichen zur Küche drängen... Man stellt die Arbeiterinnen unter da» KriegsdiensUelstungsgesetz, fesselt sie an den Betrieb, richtet zugleich«in« Jrauenschutzkommission ein und bietet Adelheid Popp die Leitung der Organisierung der Frauenarbeit im Felde an. Sie lehnt jede Funktion ab. die den Krieg auch nur um«ine Stunde verlängern könnte; der Parteivor- stand billigt diese Ablehnung. Mit dein Krieg verschwand nicht nur die Ueberausbeutung der Arbeiterinnen und der Weltskandal der„weiblichen Kanzleihils»- kräste", der sagenannten Bobineks, in der t. u. k. Arme»— es verschwand mit der Monarchie und der Vorherrschaft de» Adels und der Bourgeoisie die staatliche Rechtlosigkeit der Frau. Es begann jener große Aufstieg der ArbetterNasse, besonders in d« m Lande, dem die Parteispaltung erspart geblieben Ist und in dessen Arbeiterbewegung auch nach dem Zeugnis Adelheid Popp» alle persönliche Gereiztheit schließlich immer besiegt wurde durch den allgemeinen Glaubenssatz: UeberallemdieOrganisatian! e. dn. Am vierten Tage de» Volksbegehren» haben sich in Berlin 22 277 Personen eingezeichnet. An den ersten vier Tagen sind im ganzen in Berlin 78 929 Eintragungen erfolgt. Das Bauvolt der kommenden Welt Die Z�eichskonferenz der Kinderfrevude. Im Stadtoerordnetensitzungssaal de» Bervner Rathauses begann gestern die Reich, tonferenz der Reichsarbeitsgemeinschast der Kinderfr-und«. die auf SS Bezirken beschickt war. Räch dem gemeinsamen Gesang des Liedes„Wir sind das Bau- volt der kommenden Welt" sprach D«. Kurl Löwenstein herzliche Begrüßungsworte. Cr begann mit einem Dank an di« Behördenvertreter und hieß dann vor alftm unseren Ge- nossen Max Winter aus Oesterreich, den Führer der Inter- national« der Kinderfreund«, und die Vertreter der Oesterreicher. Polen. Dänen und Danziger willkommen„Unsere Tagung, di« mit der Feier des zehnjährigen Bestehens der Berliner Kinderfreunde zu- sammensällt. zeugt für den Ernst unseres Wollen« und dafür, daß wir auch in Zeiten der Rot kein« Angst zu haben brauchen." ZNax D inter- Dien richtete sodann an die Aersammlunz herzliche Worte, vor allem auch des Lank«,.„Als ich vor zehn Iahren in Berlin war. bildete unser« Gemeinschaft nur ein« kleine Schar, und unser deutsches Zentralorgan erwähnte unser Zusammenkommen in wenigen Zeilen. Sehen wir uns den„Vorwärts" von heute morgen an, so finden wir einen L e t t a r t i k e l unseres Freundes Löwen- stein„Zehn Jahre Kinderfreunde" mit der stolßen zweiten Ueber- schrift„Arbeit für den internationalen Sozialismus". Auch in der Internationale der Kinderfreunde finden wir uns immer enger zu- sammen. Unsere Gegner nennen uns„rotes Unkraut". Aber wir sind kein Unkraut, sondern wir sind gesund. und wenn Sie so weiter arbeiten, wie bisher, dann werden wir im Kampfe gegen Faschisten. Klerikale und Klerikofaschisten immer stärker werden. Ich habe in der S ü d s ch w e i z gesehen, wie der Faschismus arbeitet. Kostenlos stellt er südschweizerischen Proletarier» lindern italienischer Zunge den Besuch seiner Heime zur Verfügung, um dort seine verderbliche Erziehungsarbeit auszuüben, und die Inspektorin des gesamtenIugendfürsorgewesens in Bellinzona stand jahrelang in italienischem Sold. Verdoppeln, nein, verzehnfachen wir unsere Anstrengungen, damit der sozialistisch« Erziehungsgedanke sich immer mehr aus- breitet und alle Länder erobert." Genosse Löwenstein betonte in dem Hauptreferat der Tagung. die Frage Aamllleaerziehong oder öffeniliche Erziehung stehe im Mittelpunkt der Betrachtungen. Wir behandeln irrtüm- licht Anschauungen unserer Gegner nach dein Satze Spinozas, daß di« Wahrheit sich selbst und dem Irrtum leuchtet. Wenn wir unsere Gegner auch nicht überzeugen können, so zwingen wir sie doch zur sachlichen Beurteilung unsere» Tun». Wir können mit Freud« fest- stellen, daß unter unseren Gegnern sich«in« groß« Reih« anständig«? Menschen findet, di« uns sachlich würdigen und aner» kennen. Um so schmählicher sind die verleuwdnngsschrtsl« nach dem Muster der Auslassungen de« österreichische» Pater« Cyrill Ztscher. die setzt auch im Stahlhelm-Voltsbegehreu der Propaganda dienen und von Lügen strotzen. Wenn un» die Nazi» bekämpfen, so ist da, ein« Ehr» für un». Wa» aber au» der Feder katholischer Geistlicher kommt, kann un» nicht gleichgültig sein. Die Notoerordnung vom'28. März hat gewiss« Zw angsformen der Anständigkeit eingeführt. Si« muh uns«in Mittel geben, dar- artigen Schmähungen und Verleumdungen zu begegnen. In Bayern unterbindet man unser« Arbeit, die gewiß nicht«rziehungs» und staatsfeindlich ist. dadurch, daß man Schülern di« Teilnahm« an Veranstaltungen der Kinderfteunde verbietet. Da« ist ein Akt der Intoleranz und ein Mißbrauch augenbticklichrr pariri- politischer Macht. Sie zeig« aber den starken Willen und die Energie dieser un» feindlich gesonnenen Kreise. Um so mehr müssen wir unsere Arbeit dahin verlegen, daß wir immer mehr«indringen in die Herzen der sozialistischen Eltern und ihnen sagen: Wir bringen euren Kinder Licht und Sonne! Es ist«ine Ungeheuerlichkeit. die nicht andauern kann, daß Gendarmen in die Wohnung von Arbeitereltern dringen und Lehrer auf behördlühe Anweisung in der Schule auftreten, um gegen die Kinderfreund« zu arbeiten. Nicht überall wird der Geist der Notverordnung, wie er uns angekündigt ist, so gewahrt, wie es nötig ist. Wie könnten sonst Be- Hörden da, Führen roter Wimpel als politische De- monstration bezeichnen und verbieten. Wir müssen vom Reichsmimster des Innern verlangen, daß er dies« politisch« Schikane durch ganz klare eindeutige Bestimmungen unterdrückt. Erziehung«- und Erholungsfürsorge werden durch unsere Arbeit auss beste ge>' fördert. Hierin möge man uns kontrollieren. Wir scheuen keine Kontrolle, erheben aber Anspruch aus volles Vertrauen und gerecht« Behandlung. Jede Prüfung wird dazu führen, daß kein Anlaß ist, am Nutzen unserer Arbeit zu zweifeln. hundertlausend Arbeiterkinder sind heule bei den Sindersrcunden vereinigt. Do» ist eine große Sache, gibt aber auch groß« Pflichten und Aufgaben. Das ganz» Leben auch des Alltag» soll für dies« Kinder von unseren Ideen erfüllt sein. Wir wollen sie zu de- wußten Menschen der Arbeiterklasse erziehen, die in der Arbeiter« bewegung heimisch sind. Wir wollen sie nicht erziehen zu wart- reichen Rednern und Schwätzern, sondern zu ernsten Menschen. In kindtümlicher Weis« muß in Köpfen und Herzen unser Streben lebendig sein. Wenn ein katholischer Schriftsteller die Pädagogik der Kindersreunde als den Beginn eine» neuen Jahrtausends der Pädagogik bezeichnet, so halten wlr das für übertrieben. Aber in unserem Streben wollen wlr alle Schwierigkeiten überwinden, da- mit auch durch da» stärkste Dickicht der Sonnenglanz unseres Ziele» strahlt und unsere sozialistische Kultur immer mehr herausgestellt wird. Dicles ist noch auszuprobieren und auszuschleisen. Erfassen. Erleben und Tätigen muß dieser Jugend«ins werden. Aufopferung und Begeisterung tun not. Wir fürchten keine Konkurrenz, aber er- zwingen uns im Rahmen der Gesetze den Lebensraum, der un» notwendig ist. Wir wollen keinen engen egozentrisch lebenden Menschen, sondern e, soll über der Einzelexistenz das SesellschofUich« stehen. Nicht nur Gemeinschaft, sondern Gesellschaft heißt dos Zi-l. Unser Wirken ist Gegenwartsarbeit für den Sozialis- m u s im besten Sinn«. Setzen wir sie unermüdlich fort! Hon» Deinberger gab sodann den Geschäftsbericht für di« Zeit vom Herbst 1S2S bis zum Mörz 1921. In 25 Bezirken von 34 Parteibezirten sind ocbeilssähige Bezirksarbeitsgemeinschasten eingerichtet. Rur ein-~ natürlich in Bayern liegender Bezirk steht aus. Seit der Reichs- konferenz im Herbst 1929 wurden 2S8 Ortsgruppen neu g e- gründet. Der Siudersreundebeweguug in Deutschland gehöre» a» rund 7t0 Ortsgruppen. 1100 Neftsalkengruppev mit etwa 25 000 Kindern im Alter von 6 bis 10 Iahreu. 1400 Iungsallengruppen mit etwa 40 000 Kindern iw Alter von 10 bi« 12 Iahreu, 1200 Rote-Zolkea�tzruppeu mit etwa 20 000 Kinder» im Alter von l2 bl« 14 Jahren. 900 Gruppen wtt etwa 25 000 Kindern au» verschiedenen Alhersstufen, ferner 8000 Helfer und Helferinnen als ständige, 2000 als gelegent- liche Mitarbeiter und 70 000 Eltern und Freunde der Bewegung als beltragzahlend« Förderer. Sieben Kinderepubltken und Nestfalkenlager wurden errichtet, und zwar«ln» an der Ost- see, Lübecker Bucht, zwei am Thune? See in der Schweiz, zwei auf de? Insel Namedy,«ins in Kärnten am Keutschbacher See und«ins in der Lünebvrger. Heids. Ein Kassendefizit von 17 000 M. wurde durch„unfern besten Freund, den Parteivor- stand der Sozialdemokratie" beglichen. Oft bedrückt uns noch Raummangel, da es noch heute Behörden gibt, di» uns. di« wir di, Kinder von der Straße entfernen wollen, die Be- Nutzung von Schulräumen verweigern. Schulräume sind nicht unser Ideal, aber das mindeste, was wir verlangen müssen. Hoffentlich gehen bald alle Stadtverwaltungen dazu über, geeignete Räum« für unsere Jugend zu schaffen. Unser Zusammenarbeiten mit den ande- ren sozialistischen Jugendgruppen ist gut und unser Verhältnis zu den Behörden hat sich gebessert. Nach der Verlesung eines Bcgrüßungstelegramm» des vom Naziminister Franzen von Brounjchweig nach Schöningen aus durchsichtigen politischen Gründen versetzten Rektors Hermann Neddermeyer, eines Führers der braunschweigischen Kinder- freundebewcgung, wurde in die Diskussion eingetreten. Genossin S t r o b e l- Bayern sprach über die Kulturreaktion der bayerischen Regierung. Der Führer der sozialdcmokro- tischen Landtagssraktion, Genosse Timm, hat dem Kultusminister mit Recht zugerufen:„Herr Minister, wir pfeifen auf Ihr« Ver- ordnungen." Wir packen nicht«in, sondern suchen nun gerade die proletarische Eitenischost zu gewinnen. Es mär« uns eine Hilf«, wenn unser Protest gegen di« Bestrebungen d«r Reaktion vor aller Oessentlichkeit laut würde und Widerhall sände. Günzrodl-Meuselwitz(Thür.) wies darauf hin, daß der M i- n i st« r F r i ck als übles Erbe seine Schulzuchtverordnung hinterlassen habe. Danach steht dem Lehrer zu. auch das Verhallen der Kinder außerhalb der Schule zu kontrollieren. Ist er reaktionär gesinnt, hat er dadurch die Möglichkeit, unsere Bestrebungen zu bekämpfen. Während bisher nur das Schlagen auf das Gesäß erlaubt war. ist jetzt der ganze Körper bis auf Kops und Arm« freigegeben. Während bisher die Schulordnung nur Nachsitzen bi, in die Abendstund«» gestattete, kann dies« Straf« jetzt bis in di« Nacht stund«» ausgedehnt werden. Kautsch-Zwickau behandell« die reaktionären Bestrebungen der evangelischen Kirch«, di« jetzt beispielsweise im Erzgebirge die Dprs. geistlichkell zum Kampfe gegen die Kindersreunde in Bewegung gesei� hat. In seinem Schlußwort wies Genosse töweustein noch einmal darauf hin. daß di, gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädel zum geistigen Grundgut der Bewegung gehöre. Di« gesellschasllichen Gründe sprechen für uns. und zu irgendwelchen vagen Experimenten wären un» unser« Arbellerkinder wirklich viel zu schade- Wenn un, Regierungsstelleu unterstütz»», so tun st« danut nur ihr« Pflicht,«eil der Wort unserer Bewegung erkannt ist und nicht bestritten werden kann. Ein« Arbeit wie die unserig«. muß in ihrem Wesen grundehrlich und klar s«w. Hotten wir in unserer Bewegung daran fest! Ein« Reih« von organisatorischen Anträgen wurde nach den Vorschlägen des Borstandes angenommen. Di« Sitzung wurde daraufhin auf Sonntagvormittag Uhr oertagt. Wegen Werkspionage verhastet. IS Höchster Kommunisten. Frankfurt a. HL. 11. April.(Eigenbericht s In Höchst wurden der dortige Kommunistenführer Wilhelm Dtestboch und 12 andere unter dem Verdacht der Werkspionage verhaftet. Diestbach Ist Mitglied des Betriebs- und Arbeiterrats der JG.-garbeN'Jndustri«, Kommunallandtagsabgeordneter und Mitglied de» Bezirksrats. Dlestbach wird beschuldigt, Betriebsgeheimnisse der IG.-Farben> Industrie gegen hohe Summen an die russisch« Handele- delegation in Berlin verkauft.zu haben. Die 12 anderen verhafteten Kommunisten gelten al» Helfershelfer Diestbach». An Hand einer umfangreichen Korrespondenz, die Diestbach mll der russischen Handelsdelegation in Berlin geführt hat und die von der Polizei beschlagnahmt werden konnte, gellen sämtlich« Der- hafteten als überführt. Alle Verhafteten sind eingeschriebene Mit» glieder der KPD- Die Rolle des Mittelsmannes spielte der Leiter der„Chemie. gruppe Industrie der RGO-". Erich Steffen(Berlin), der un Anschluß an die Aufdeckung de» weitoerbrelleten Spionagenetzcs gleichfalls in Haft genommen wurde. Beide haben auch in Kunftsetdenfabriken oersucht, Fabrikationsgeheimnisse zu er» fahren. Die Arbeiterschaft ist sehr empört über die Handlungen der beiden Kommunisten, weil si« darin«ine Verschlechterung der Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland erblicken. Oer Warschauer Bombenprozeß. Vieles bleibt unaufgeNärt. Warschau. 11. April. Das Beweisvcrstchren in dem Bombenanschlagsprozeß neigt sich dem Ende zu. Es kann nun als sicher gellen, daß her Angc- klagte Polsanski nicht ohne Komplicen gearbeitet hat. So konnte er über die Herkunft des für den Bombenankauf not- wendigen Geldes keinen glaubwürdigen Aufschluß g�en. Auch er- scheint es mehr al» fvagtich, ob ein einzelner Mann überhaupt im- stand« war. die zu dem Anschlogversuch verwendeten überaus schweren Gegenstände oirs das Dach eines Hauses zu bringen. Ueber all« diese wichtigen Fragen hat der Prozeß keine Aufklärung gebracht. verbalen wurde die nationalistisch« Wochenschrift„Illustrierter Beobachter" wegen Beschimpfung von Polizeibehörden bi» zum 2. Moi 1931 einschließlich. Die Nummer 15 de» Blattes vom 11. April 1931 wurde polizeilich beschlagnahinl und eingezogen. Bulgarisch« Osteramnestie. König Boris begnadigte ZSö Straf- S langen«, darunter politische Strüslingc und vom Kriegsgericht «rurteilte. Maikundgebungen. Von Berlin über Weimar nach München. Fememörder Heine«: Kein Ort. der Sctmh gewähren kann, wo sein« Büchse zielt. Und dennoch hat der starte Man«. die Hiebe selbst gefühlt! Soebbel«: So jung und schon ein Bonze! Zricf: Ach wie bald! Ach, wie bald! Schwindet Einfluß unb Gewalt. Hitler: Noch ein solches Erdbeben und hin ist mein Thron- Schober brandmarkt Heimwehr. Vaterlandsliebe der Patentpatrioten. ....... Wien. IL«peil.(Amtliche Lu emein vorn„Neuigkeits-WagtilaU' uj>cr>www«n»n Artikel der Zeitung..Niederösterreichisch« fy'imtttdvf unter dem Lite. ..Suropa und Oesterreich, gssährllch« Weg« Dr. Schobers in der deutsch,» Zollsrage". mied vor allem festgestellt. daß« sich b,i dem dort kritisierten Projekt einer Zollunion um «ine Aktion der Bundesregierung w�> nicht um«inen Schritt des Außenministers handelt. Gegenüber den Behauptung«« dieses Zeitungsartikels, daß Oesterreich oll« Derhandlungen über die Materie des Zollabkonnnen» mit Frankreich dem deutschen Reichsaußcnamt überlassen Hobe, bah«, darauf verzichtet Hab«, eine selbständige Außenpolitik zu betreiben und ein sevständiger Staat zu bleiben, wird darauf verwiesen, daß gerade diese Aktion alz Beweis der wirtschaftlichen Selbständigkeit Oesterreich, gedeutet werden darf und daß in Artikel l der Richtlinien» dir volle Ansrechlerhaltung der Unabhävgigkeii der beiden Slaabu unter»oller Wahrung der von ihnen dritten Ktaaten gegenüber übernommenen Verpflichtungen besonder» hervor. gehoben und betont ist. Bollkommen übersehen wurde, daß im Zwesten Absatz de» Artikels 1 der Richtlinien beide Teil« sich verbindlich dazu bereit erklären, auch mit jedem anderen Lande auf dessen Wunsch über«ine gleichartig« Regelung zu oerhandeln. Jedenfalls wäre eine derartige Stellungnahm«, wie sie in den oben erwähnten Auslassungen vorliege, in jedem anderen Land« unmöglich. In einer Zest, in der die eigen« Regierung von einem Test de» Auslandes angegriffen werde, sei'es Pflicht aller Parteien, sich hinter die eigene.Regierung zu steljen. nicht aber gegnerische Angrijs« sich zu eigen zu machen und diese zu einer Polemik gegen di, eigene Regierung und das eigene Datorland zu be- nutzen. Lteberzeichnung der Wohnbauanleihe. Wien, 11. April. Dl« staatliche Wohnbauanleih« 1SZ1 ist nach den uorliegtnden noch nicht pollständigen Meldungen beträchtlich über- zeichnet worden. Di« Anmeldungen auf die gesperrten Stücke allein decken den vollen Anleihebctrog.(Mit dieser Anleihe will der Staat den Wohnungsbau fördern: Wien baut nicht mit geborgtem Geld, sondern aus dem Ertrag der Wohnbaufteuer. Red. d. V.) Zollunion als Krisenabhilfe. Beschluß der Metallarbeiteriniernattonale. Brüssel. 11. April.(Eigenbericht.) Das Zentralkomitee der freigewerkschaftlichen Metallarbeiter- international« hat das österreichisch- deutsche Wirtschastsabkommen als ersten Schritt zu einer internationalen Wirtschastsverständigung a u f s wärmst« begrüßt. Die Mctollarbeiterintenmtionale hält ba» Abkommen als Mittel zur Bekämpfung der Wirtschaftsnot für wirksamer als die von den Unternehmern geforderte und zum Tell durchgeführte. Herabsetzung der Löhne. Vertreten waren England, Frankreich. Belgien. Deutschland. Luxemburg, Tschechoslowakei, Oesterreich, Schweiz, Holland, Schweden, Norwegen und Ungarn. Demonstrationen im Lustgarten. Ter Polizcipräsibent hat auf Antrag her Gewrrl- sehafte» für be» 1. Mai um zeh« Uhr eine Dem»»- st ratio» im Lustgarten,»ab ebenso auf Autrag ber Äommunisten eine Demonstratiou a» ber gleiche» Stelle um 3 Uhr nachmittags zugelassen. Geschlossener Anmarsch ist in beiden Fällen gestattet. Zw guten oder bösen... Wie der Stahlhelm für das Äolksbegehren wirbt. Der Landesverband Groß-Berlin des Stahlhelms gibt sich redliche Mihe, für die Eintragung zum Volksbegehren Propaganda zu machen. Irgend«!« muß es aber dabei hapern. Er hat deshalb ein „Merkheft* herausgebracht, für das der Leiter der Aktion für Groß- Berlin Hans von Soden st ern verantworllich zeichnet. Wir übergehen, weil es die�deutsche Literatur nicht bereichert, das Ge« dicht, in dem Sodenstern zunächst den„großen ttönig" zitiert und ihn aus seinem Sarkophag drohend auferstehen läßt. Interessanter erscheinen uns die bis in» einzelne gehenden Anweisungen über die Art der Werbung. Da wird zunächst aus die M u n d p r o p a g o n d a hingewiesen. In der ganz richtigen Erkenntnis, daß sich der größte T«U der Be» völkerung überhaupt nicht um da» Dolksbegehren kümmert, heißt es wörtlich: Die beste Werbung ist, wenn das Volksbegehren Gesprächsstoff der gesamten Oeffentlichkeit wird. Es handelt sich also darum, daß da» Volksbegehren bei jeder möglichen und fast unmög» lichen Gelegenheit zum Gegenstand der Unterhaltung ge- macht wird.* Also auch bei jeder„fast unmöglichen Gelegenheit* soll darüber gesprochen werden. Wer darüber im Zweifel ist, was man darunter verstehen soll, bekommt auch dafür Instruktionen: „Anhaltspunkte zur Führung solcher Unterhaltungen enthält die alle 10 Tage erscheinende Zeilschrist„Die Wache am Branden- burger Tor*.—* Da» Hestchen enthäst auch besondere Anweisungen an die Be- zirksbeauftragten des Stahlhelms für die Agitation und für Ver- iammlungen. Darin heißt es: „Wichtige Gesichtspunkt« in Form von Zetteln(umgedruckt) ausgeben. Immer wieder auffordern, dos Notizbuch zu zücken und auszuschreiben. Daneben, ohne unnötig schars zu werden. moralisch anfeuern, Treue und Hingabc fordern.* Aber mit dem R e d» n a l l« i n ist«» natürlich nicht getan. Zum Kriegführen gehört auch Geld. Deshalb müssen die einmal in eine Versammlung Cingesangenen gehörig geschröpft werden: „In jeder Versammlung muß ein Redebegabter mit zündenden Worten zur Mitarbeit auffordern und um Geldsvenden bitten. Geldsammellisten zum Einzeichnen sind bcrcitzubalten.* Große Sorgen machen dem„Stahlhelm* auch di» Plakat«. Für diese gelten besondere Hinweise: „Der Text eines Plakates, das ein« Versammlung ankündigt. muß zehnmal überlegt werden. Es muß Herz und Leiden- sthast verraten und möglichst nur positiv gehasten sein, Wege und Ziele nennen, aber nicht schimpfen. Alles muß vermieden wer- den, was uns die fernhall, auf di« wir wirken wollen. Denn wir müssen der Totsarhe Rechnung tragen, daß di» verhetzend« Klassenkampslehre«ine besonder« Geistes- Verfassung geschassen hat. Da werden durch«in unkluge» Wort sofort Schranken errichtet.' Was tut mair nun aber, wenn man für die einzelnen Straßen- züg« oder-Häuserblocks trotz aller Bemühungen keinen„Träger der Mundpropaganda* flnbet? Dann soll bei den Hauswirten oder den Verwaltern geschnüffelt werden, um etwas üb« dt« Haus- bewohner zu«rsg v«*" „oderttc�H glättcend«™ Damenhut«90 «rtHeme Glockenform, G.'Tcht. BnndSOtni.tun3— Damen- Pullover mi>A"n«i.ron6»t äääTss meu„, becHcH. L«-». � Strumpfholter-Görtel O— „Ulich cum Haken, 4 HoUr W—" Wirtsehaftsschürxe Zephir. 0- Sport-Anxug 2 tellifl. mi, 001 o�rc'ün.m o�-.m ZY.» a,cwiml»n Cheviot S. Gabardine-Mantel .--,*aBi*rt, hellmod«, Qaca'*"". Sliponfor« oder kos<>■ blau od. mod«, ganio«'"11'' _ aa Zephir, Gr56.�--- Sehlupf hondsehuhe r-namen, lederimHotio». 1 '.Ol id., s»" re" wolle. m»Arnel. runde' »�'r.�rJa'rb8.» 52Ü fnuetert. modern« r->r Crepe de Chlne-�kue „ine Seid«- in A fTTbrnr�d Mu.t-r" *35 solid«, B»'" Damenströmpte >n. 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Oder ob sie fahren irgendwohin, ihr letzter Anblick ist der besagte Bretterzaun, den Regen und Wind graubraun getönt haben und dem da und dort eine Kante ausgebrochen ist, um das Geheimnis besser zu enthüllen. Dieses Geheimnis der zu Schutt und. Staub versunkenen Pepiniere auf dem. Grund- siücksdreieck der Nummern 109 bis 141 der Friedrichstraße hütet heute eine K atze. Zwischen Sleinhlöcken, Grashalmen, Schutlhaufon und Zementsäcken sitzt sie tief unten in der großen Erdgrube und sonnt sich. Noch der Spreeseife hin stehen nodi einige Mauerreste, diesen gegenüber ein paar Müllkästen und in der Mitte ruht eine Wasserlache, an deren Rand kleine, gelbe Blümlein blähen, Sozusagen, eine Schmutz- und AhfalJoase inmittm der City, nur reichlich schmutzig geraten. Aber es ist noch mehr da als diese Steine und Gräser: längs der Friedrichstraße- hat sieh eine Art Jahrmarkt auf getan; im ganzen eine etwas merkwürdige Visitenkarte, die Berlin seinen Gästen überreicht. Von der Pepiniere zum City-Park. Am Anfang mar die Pepmierc. Dos ist nicht gan.; richtig, denn als im Jahre 1787 die Grundstücke Friedrichstraste 189— 141 bebaut wurden, hießen diese Gebäude zwischen der lveidendommer Brücke und der Georgcnstrohe die georgischen Häuser" und die Pepini rc hotte vorerst ein bescheidenes Domizil in einem Zlüget der ölten Artilleriekascrne am Wcidmdamm. Diese PepinUre mar die Pflanz schule für die Militärärzte der preußischen Armee, 179S von dem Generalstabsarzt Görcke gegründet. 1809 wurde die Pepiniere der Bertiner Universität angegliedert, behielt aber ihr« besondere Ausgabe für die Ausbildung der preußischen Sanitäts- ofsiziere bei, wurde 1811 sogar noch durch die Angliederung der Medizinisch-chirurgischen Atademie für das Militär erweitert und existierte von 1818 ab als Medizinisch-chirurgisches Friedrich- Wilhelins-Jnstitut. Im BoUsmunde aber hieß das große Haus immer weiter die Pepinu re, auch dann noch, als am 3. Dezember 1895 das Institut zur Koiser-Wilhelm-Atademie erhoben wurde. An diesem Tage wurde auf dem baurnbeschatteten hos zwischen der Spree und der Bahn ihrem Gründer ein Denkmal gesetzt, vielleicht an der Stelle, wo jetzt die Katze sich sonnt oder die Blumen blühen. Und wenn man heute alte Berliner nach der Pepiniere fragt, dann machen sie ein Gesicht, als wollte man sie uzen und ihre. Rede beginnen sie mit den- verhaltenen Worten:„Na, nun halten sie aber die- Lust an, lassen fie mich bloß mit der Pepiniere in Äuhe!" Dann sickert es langsam heraus, vor flinfundzwanzig, dreißig Iahren war es, da schwirrten mehr als einmal wilde Mordgerüchte durch alle Gassen der Stadt, Gerüchte von ausgesundenen Händen oder Zehen, gefunden mitten auf dem Bürgersteig der belebten Friedrichstrahe, ober das waren wieder keine Gerüchte, sondern bittere Tatsachen, und während sich die Berliner beim Morgcnkassee noch den Kopf darüber zerbrachen, wer dieser infame Lustmärder wäre, amüsierten sich hinter den Mauern der Pepiniere die preußischen Sanitätsstudenten darüber, daß es ihnen wieder einmal gelungen war, Berlin mit den zum Fenster„aus Versehen" hinaus- geworfenen Leichenteilen gehörig erschreckt zu haben. Dann wurden einige Zahre vor dem Kriege die Steine der alten Pepiniüre sang- und klanglos abgetragen, die Kaiser-Wilhelm-Akademie zog in die Scharnhorsistrahc neben das Inoalidenhaus, bis die militärischen Bestimmungen des Vcrsailler Vertrages ihr Dosein auslöschten. Wer heute durch das hohe Tor des Hauses Scharnhorststraße 38 sieht, erblickt eine schwarze Tafel, auf der mit Kreide geschrieben steht: 10 Uhr oftthüringische Textilindustrie, Saal 5: 3 Uhr bcrgisch- märkische Äleineisenindustrie, Saal 2. Wir stehen vor dem Reichs- arbeitsministerium der deutschen Republik. Für die Häuser Friedrich- stroße 139— 141 dagegen begann nach dem Abriß der Pepiniere die bewegte Aera des unvergessenen City-Parks mit dem Hippodrom, der Rutschbahn, dem Teufelsrod und den sonstigen Requisiten eines waschechten Rummelplatzes. Besuch beim Hellseher. Zlls nach dem Kriege auch der City-Park längst sein« Pforten für immer geschlossen hatte und das mehr und mehr verwahrloste Stück Friedrichstraße kaum noch Zigeunern als Wagenplatz genügt hätte, reckte sich an einem kühlen und frühen Morgen ein großes Schild zum Bahnhof Friedrichstraße hinüber: hier entsteht das Turmhaus! Es ist viel über dieses imaginäre Turmhaus geredet und geschrieben worden, aber wie der liebe Gott die Bäume nicht in den Himmel wachsen läßt, ist aus dem Turmhaus nur eine schmale Reihe ebenerdiger Läden geworden. Rechts und links je eine Kneipe, das ist nun mal nicht anders, und dazwischen ein bunter Jahrmarkt. Da steht einer im Schaufenster, der kocht aus Honig, Butter und Zucker Bonbons, aber ehe er die Bonbons fertig hat. gibt er an wie eine Lore Mohren, daneben handelt einer mit Gablonzer Edelsteinen, der dritte bäckt im Schaufenster Kartoffel- puffer, ein vierter steht an seiner Eismaschine und wartet, daß die Sonne scheint und der fünfte, ja, den wollen wir uns noch aufsparen und zu dem sechsten, dem Hellseher, wollen wir hineingehen. Der Hellseher ist ein alter Bekannter. Vor ein paar Jahren noch zog er durch die Bockwurstdielen der Reichshauptstadt und deutete Handschristen. Für 50 Pfennige, heute hat«r seinen Laden,.den hat er austapeziert mit den Anerkennungsschreiben aller möglichen Prominenzen und dazwischen hängt das große Plakat, das feinen Ruhm verkündet: Graphologe Y. Y. gibt Ihnen Auskunft über die intimsten Fähigkeiten und Veranlagungen eines jeden Menschen, haben Sie irgendeine Frage gleich welcher Art, Liebe, Ehe, Reise. Lotterie, Spekulationen, Krankheiten/ ganz besonders Fragen auf sexuellem Gebiet, dann lassen Sie sich hier beraten! Ob das nun jemand glaubt� oder nicht: zu dem Ordinations- zimmer dieses Hellsehers treten die Menschen an! Genau wie vor einem Postschaltcr. Der Donrnttag ging zur Neige und nachdem Männlein und Weiblein abgefertigt waren und ihren Obolus cnt- richtet hatten, kamen wir on die Reihe. Der Graphologe ist ein jüngerer, großer, hagerer Mann, ein bißchen dämonisch, aber er raucht Zigaretten und schlägt die. Beine übereinander, wie jeder andere Mensch, auch..Nachdem man ihm etwas gpsgeschricben hat. hält er seine Predigt im bekanntem geschraubten, verbrämten und gezierten Graphologen-Deutsch, das soll kein Vorwurf sein, die Leute reden halt so. dann kann man noch Fragen stellen über dieses und jenes und zum Schluß erhält man einen Zettel, auf dem es heißt:„Diese Propagandaarbeit sollte bei Ihnen das Interesse ent- wickeln, sich einmal eine große, komplette Deutung einer Handschrift herstellen zu lassen. Und zwar empfehle ich Ihnen eine komplette Iohresdeutung....... 5,— Mk. eine komplette große Schriftdeutung— Charakterdeutung............. 20,— ,. eine komplette Lebensdeutung(Vergangenes— Gegenwärtiges— Zukünftiges) zum normalen Listenpreis von........... 50,—„ Man sieht, auch die Graphologie ernährt ihren Mann. Aber das Wesentliche im Zusammenhang mit dem Grundstück Friedrich- Berlins„Viergespann" ficher. ZustimmungSerNärung aller DlagistroiSkandipaten. Es ist nunmehr endgüllig sicher, daß die vier vom Wahlausschuß der Stadtverordnetenversammlung gewählten Männer— das..Viergespann" Sohm. Lange. Elsas. Asch— zukünstig Verlin neben den übrigen Magistratsmitgliedern und dem Stadt- Parlament regieren werden. Entgegen immer wieder aus- tauchenden Meldungen in Berliner Zeitungen, wonach einzelne Kandidaten ihre Zustimmung zu der Mahl noch erteilt haben sollen. stellen wir ausdrücklich fest, daß von allen vier Kandidaten eud- gültige Zustimmungserklärungen vorliegen. Das gilt insbesondere sür die beiden sozialdemokratischen Kandi- dalea, Dr. Longe, der Bürgermeister werden wird, und Asch. dem zukünftigen Stadlkämmerer der Reichvhauptstadt. Da die Irak- lionen, die hinter den Kandldataren stehen, sich vollkommen einig sind, kann die Wahl am Dienstag keine Ueberraschungen mehr bringen. straße 139— 141 ist folgendes: wenn es dem 5)ellseher recht ist. neben dem repräsentativsten Bahnhof Berlins sein Gewerbe auszuüben, dann soll das einem Mann billig sein, der morgen neben dem Hellseher vielleicht eine Tätowicrbude aufmachen wird. Fliegerbomben zum Spielen. Es sind noch andere Dinge da. In einen Laden paßt kein Mensch mehr hinein, so voll ist er schon am frühen Morgen. In diesem Laden wird weder etwas verkaust, noch gekaust, in diesem Laden wird gespielt. Mit einem Karussell, an dem acht kleine. bunte Flugzeuge hängen. In jedem Flugzeug steckt eine Bombig Diese Bombe muh über einem Zielseld abgeworfen werden: zder einem bestimmten schwarzen Strich am nächsten konvnt, h-rt ge- wannen. Der Einsatz beträgt 20 Pf., bei zwei Spielern schält der Sieger 30 Pf., bei drei Spielern der Sieger 40 Ps. und der Zweite einen Groschen, so geht es weiter bis zu acht Spielern, immer aber erhäll der Mann, der innerhalb des Karussells stqht, von jedem Spiel«inen Groschen. Achtung:„Meine Herrschaften, ich habe keine Reklame nötig, bei mir gibt es kein Autoxiidbil, kein Motor- rad, kein Fahrrad und kgjnen Teddybären zu gewinnen, bei mir nur die guten Barpreise. Bei mir keine Aufregung wie an« Schießstand. kein Zielen mit zitternder Hand, Sie stehen vollkommen ruhig, warte», bis ihr Flugzeug, den Pfeil»rreichb und drücken ab. Wer macht noch ein Spiel mit« zwanzig'Pfennige ist der Einsatz. Also die Eins, die Fünf und diä Siebest spielen mst, ab dafür... Gewonnen hat die Sieben, bitte schön, vierzig Pfennige,'«nein Herr: zweiter ist die Eins, bitte, einen Groschen! Aahl Meine Herren, seien Sie Kavalier, jetzt spielt eine Dame mit!" Diese Reden hält der Mann innerhalb des Karussells. von« frühen Morgen bis in die späh» Nacht, um die in Schoren herumstehenden zum Spielen anzuretzen, aber die Mitteilung, daß jetz« eine Frau«nitlmelt, löst bei einem jungen Mann, der uneittwcgt jedes Spiel mithält, nur die lakonische Antwort aus:„Was geht denn mich das an, ich«nuß mir noch meine»« Kartoffelpuffer verdienen." Und sein Nebenmann ineint dazu:„Was schreist du denn, Oskar, den Kaffee hast du doch schon zusammen." Unterdessen kreisen die Flugzeuge, klappert das Geld, fallen die Bomben, die betagte Dame, die mit den Sisbzehnjäht'igen um die Wette spielt, ist dabei, einen Taler zu wechseln, ihr Kupfer hat sie schon verspielt, ein Gymnasiast hat zu früh abgedrückt und will noch eüimal für sein Geld schießen, aber die anderen Spieler lachen ihn aus:«s erscheint eine Zwölfjährige mit einem zehnjährigen una einem achtjährigen Mädchen und sehen dem Räderspiele»md sehen den Wassern zu. Aber da Jugendlichen unter 18 Iahren der Ausent- halt im Spielsaal verboten ist, müssen die drei Grazien den Raun« wieder verlassen. Sie nehmen'? leicht und ziehen von dann. Doch ob das nun Morgen oder Wittag oder Abend ist, immer lst der Laden mit den Fliegerbomben knüppeldicke voll und nachts um 10 Uhr, wenn der Mann fchlleßt, dann ist das Volk nicht aus dem Laden heraiiszilkriegerr.„Meine Herrschaften, für heute ist unwider- ruflich Feierabend, gleich kommen die Grünen, morgen früh um 10 Uhr geht das Spiel weiter!" Ein kleiner Ausschnitt aus der City Berlins. Da werden ganze Bibliotheken vollgeschrieben über Stadtplanung, über Siedlungs- wesen und Bauvorschriften, aber daß jemand mal aus den Gedanken käme, das Gegenüber des Bahnhofs Friedrich- straße in Ordnung zu bringen, davon hört inan nichts. Nicht einmal die Pepiniere ist ordenllich abgerissen worden, an der Sprecseite stehen immer noch die Grundmauern. 1 O 1 ku«»". ,11V. r»TO LI\sj� «älW««- 1...... ,50X 200.•• C r n' on 69 ---- ,orti*rt V°�r ffd.»» prii»4 u Oom0 t. H.---- D'un" \.....••• J««SO Vw�:"'-rL�S d«*« JL 150**00»-• q�uo®� " stuVere'- Ct ,50X25° M7! am' Düsseldorfer Massenmörder vor Gericht Wie ist Klempererö Vertrag auszulegen In der klage des GeneralmnsikdireKors Klempercr gegen den prenhischen Aiskus fand der zweite Termin vor dem Arbeitsgericht statt. Die vom Richter im ersten Termin oei>mißte unzweideutige Klarheit des Klageaniroges ist nunmehr hergze Kellt. Cs handelt sich darmn: Klemperer verlangt unter Becufung auf seinen Vertrag, daß ihm auch nach der Schließung der Äroll-Oper die Stellung eines amtierenden Gcneralmusjt- direttors in vollem Umfange belassen wird. derart, daß ihm kein anderer Kapellmeister oder Generalmusikdirektar über- oder nebengeordnet wird. Klemperer will also die Stellung eines allein leitenden Musikers behalten, obgleich die Kroll- .Pper, wo er diese Stellung bekleidet, geschlossen werden soll. Er vrr- iuahrt sich dagegen, daß er durch die Klag«! beabsichtige, sich wie ihm, nachgesagt werde— an der Lindenopar.die Alleinherrschaft zu sichern. Er strebe nicht noch der Lindenoppr, er wolle an der Kroll- Oper bleiben, die er im Austrage des»Staates aufgebaut habe. Warum— fragt Klemperer— solle denn die Kroll-Oper geschlossen werden? finanzielle Gründe seien dafür uicht maßgebend. Gemeinnützige Nerbgnde hätten sich bereit erklärt, von den 6V0 00V Plätzen, welche die Kroll-Oper im Jahre zu vergeben habe, 300 000 zu übernehmen. Das bedeute eine Einnahmg von 2 Millionen Mark. Dadurch würde der Bestand der Oper gesichert, sie würde sich so entwükeln, daß sie keinen Zuschuß brauche. Qberregierungsrat Scheffel, dqr den betsagten Fiskus ver- trat, bezweifelte die.letzten Angaben dos Kläger� und sogt«: Wenn uns die Abnahme von 300 000 Platz« garantiert würde, dann würden wir die �Kroll-Over nicht schließt!» und der Landtag würde sich auch nicht jür die Schließung entscheisien. Iln übrigen berief sich Obcrregicrungsrat Sch.effel auf den Vertrag, wonach der Kläger verpflichtet sei, wenn eine Aendtfrung der Verhältnisse eintreten sollte, seine Tätigkeit auch an einer anderen Berliner Oper auszuüben. Cr solle keinem seiner Kollegen untergeordnet werden, sondern nur dem Generalintendanten Tirtjen unterstehen. Nach mehrstündiger Verhandlung beschloß das Gericht, um fest- zustellen, was der Will« der Vertragspatieien bei Abschluß des Ver- träges war, im nächsten Termin am 20. April den General- intendanten Ti e t j e n, die Ministerialräte Kestcnbcrg und S c e l i g, sowie einige andere Zeugen zu hören. Tabaklager in Klammen. Feuerwehrmann bei den �ofchor besten verletzt. Durch ein größeres Jener ward« gestern abend das Tabea'lager der Zigarettenfabrik„Jsapyrausch" in der Reuen Sistönhauscr Straße 2S vernichtet. Die ZigV»'ttenfabric hat ihre ArbÄtsräume, an die sich das Lager anschl.X'ß.� ich dritten S t,o ck w e r k des Vorder- Hauses- Da��-uer muh lange Zeit unbemerkt geschwelt hoben. dem, kurz nach$ Uhr zerspränge«! dse•Fensterscheiben lautklirrend und meterhohe Fla�nren schassen npch d,r Straßenfront heraus. Z>a kür hie übrig«» Btte>he des Heichtziftshaus-s große Gefahr bestand. rückten unter Leitung.des Baurats Dx. Kallas gleich drei Löschzüge zür Hstümpfung dep Grandes. hergM.. illeber«ijiir mechanische Laster und über haz Treppenha.us drangen die Löschrrupps nach oben vor. Stark«. O ü a.lch'. der dech�hrenpezÜKn Tabakhallen entströmte, erschwerte- die Löschaktion..Nach nlahrstündiger Tätigkeit war das Feuer piedergelämpst. Ein Ae!t«rwehrmann wurde durch herabstürzende Fensterscheiben, erh eblich verletzt, er erhielt von Samaritern die erste chilfe. Der Arsamte Straßenverkehr zwischen der RpsMhaler und Weinmeisterst,;aße mußte eine Zeitlang um» geleitet werden. Selbstmord mit dem Jetgdgewehr. Im Jagen 23 des G r u n e w o l d f o r st« s, unweit des Forst- Hauses Dreilinden, machten Spaziergänger gestern einen grauenhaften Fund. Etwas abseits van, Wege stießen� sie auf die Leiche eines älteren Mannes, dessen Schädel furchtbare Der- 9 vollendete, 7 versuchte Morde 14 Tage Verhandlungsdauer Arn Montag begiaut in Düsseldorf der Prozeß gegen den Massenmörder Sürken. Es werden ihm zur Dast gelegt: 9 vollendeie und 7 versuchte Morde— in Taleinheit mit Sittlich- keilsverbrechcn. 3 0 0 Zeugen und eine große Zahl Sachver- ständiger find aufgebolen. Bleibt kürten bei seinen Geständnissen, so dürfte die Verhandlung in 10 bis Tagen ihr Ende finden. Der Düssetdarser Prozeß, seit Monaten weit über Deutschlands Grenzen hinaus mit Ungeduld erwartet, ist nicht nur durch die Persönlichkeit des Angeklagten und die chrn zur Last gelegte» chand- lunge» bemerkenswert: er wird es iwä) besonders durch die Umstände der Fahndung nach dem Mörder und seine Verhaftung. Auch hier bewahrheitete sich die alle Regel: am eheste» ist es der Zufall, der den Lustmörder zur Strecke brachte. Die Polizei in ganz Deutschland war aus die Beine gebracht, ein umfassender Fahndungsplan aus- gearbeitet, das Publikum zur regsten Mitarbeit ausgesordert, eine hohe Belohnung ausgesetzt— alles ohne Erfolg. Unzählige Anzeigen Uesen bei der Kriminalpolizei in Düsseldorf ein, Seibstbczichtigungen ohne Zweifel fanden statt, Berhastungen in den verschiedenen Teilen Deutschlands wurden vorgenommen, die Berliner Kriminalpolizei griff der Düsseldorfer unter die Arme— oll das beunruhigte den Massenmörder nur wenig. Er setzte seine grausige Arbeit fort, machte sich über die Polizei lustig, richtete an sie und an Zeitungen Briefe, in denen er die Stellen bezeichnete, wo die Leichen seiner Opfer aufzufinden seien. Die Fahndungsaktion befand sich noch in vollem Gange, als der Zufall den Masfenmßrder der Polizei in die 5)ände spielte. Der sehlgegangene Brief eines jungen Mädchens, das Kürten zu sich in die Wohnung mitgenommen, gewürgt und vergewaltigt hatet, führte zu seiner Entdeckung. Das junge Mädchen zeigte der Polizei Kürtens Behausung in der Mettmann- straßc, der Mörder fühlte sich verfolgt, er erwog bereits einen Flucht- plan, wurde aber, nicht zuletzt durch die Vermittlung seiner Frau. verhaftet. Schon auf dem Wege zur Krinünalpolizei gab er sich als der„Düsseldorfer Massenmörder" zu erkennen. Er bezichtigte sich einer großen Anzahl Taten, die er nicht begangen haben tonnte. Was neben den.zahlreichen Brandstiftungen, die gar nicht zur Anklage stehen, schließlich übrig blieb, genügte, um ihn zu einem der größten Massenmörder aller Zeiten zu stempeln. kürlens erste Mordtat liegt lS Jahre zurück. Bei einem Einbruch erwürgte er ein kleines Kind. Damals hatte er bereits eine große Anzahl Strafen hinter sich. Sohn eines kriminellen Trinker» halt« er kaum Ivjohrig dos Gefängnis kennen- ! gelernt: fein Strofregistcr zeigt etwa 18 Vorstrafen, insgesamt 20/l Jahre Zuchthaus und Gefängnis. Zum Verständnis feiner grausigen Serualverbrechn ist es nicht unwichtig, dies zu wissen. Am 3. Februar 1929 setzt die Serie seiner Derbrechen«in. die Düsseldorf monatelang in Furcht und Grauen hielt. Sein erstes Opfer ist Frau Apollonia K ü h n. Sie wird von ihm plötzlich über- fallen, die Scherenfpitze bricht ab und bleibt im Schädel stecken. Arn 8. Februar folgt der Uebersall auf die neunjährige Rosa O h l i g e r. Diesmal benutzt Kürten eine große Kaiserschere. Er würgt dos Kind, fügt ihm zahlreiche Stiche zu und verbrennt die Leiche. Die Ermordung des Arbeitslosen Scheer ist mehr zufälliger Ratur. Auch hier war das Mordwerkzeug eure Schere. Mit der- selben Schere tötet Kürten am 11. August 1929 die Hausangestellte M a r i a 5) a h n. An, 20. August 1929 erhallen in kurzen Zwischen- räumen hintereinander Aenne Goldhausen, Frau Mantel und der Arbeiter K o r n b l n m Dolchstiche. Diesen Dolch benutzt Kürten auch bei den weiteren Uebersällen als Mortuverk.zeug, bis es am 23. August am Kops der Hausangestellten Gertrud Schulle zer- bricht. Diese Hausangestellte erhält 21 Stiche, bleibt am Leben und erkennt später als eine der ersten in Kürten den Täter wieder. Mit demselben Dolch tötet der Urchold die fünfjährige Ger- trud Hamacher und die 13jährige Luis« Lenzen. Er spricht die Kinder an, schickt sie zum Einkauf, schleppt sie dann eins nach dem anderen ins Feld und tötet sie. Der Dolch ist zerbrochen, an seine Stelle tritt«in schwerer Hammer. Mit seiner Hilfe erledigt er vier Opfer. Als er am 23. September 1929 gegen Frau Wanders den Schlag führt, bricht der Stiel ab. Die Frau hat Glück, sie bleibt am Leben. Der Schlag gegen die Schläfe der Hausangestellten Ida Reuter aus den Rheinwiesen am 29. September ist aber tödlich. Tödlich auch der Hieb gegen Elisabeth Dörnier mn 11. Ottober. Frau M e u r e r kommt am 23. Oktober mit dem Leben davon. Kürten streckt sie mit einem Schlag auf den Hinterkopf nieder. Beim letzten Mord an der fünfjährigen Gertrud Albermann am 7. No- vember figuriert wieder eine Kaiserschere. Das unglückliche Kind erhält zahllose Stich« an Schläfe, Brust und Rücken. Die Mord- stelle enthüllt der Mörder selbst durch einen Brief. Dies die Taten des Düsseldorfer Massenmörders. Nach feiner Verhaftung erklärte er, weitere Morde geplantzuhaben. Während der ganzen Voruntersuchung bewahrte er ein« unheiiniichc Ruhe. Er dachte keinen Augenblick daran, seine Taten zu b«- schönigen. Wie er zu seinen Verbrechen gekommen und wie sie zu erklären find, wird vielleicht die Gerichtsverhandlimg ergeben. letzungen aufwies. Reben dem Toten lag ein Jagdgewehr. Polizeibeamte nahmen den Befund auf und stellten den Toten als de» Itzjährigen Kaufwann Ernst Herrlich aus der Siemens- alle« fest. H. muß, wie die Untersuchung ergab, den Laus der Jagdflinte in den Mund genommen und den Abzug mit dem Fuß gelöst haben. Nur so lassen sich die schweren Verletzungen am Kopf des Selbstmörders erklären, Das Motiv zu dem Berzweiflungsschritt ist nicht bekannt. 3fcvD2 Angeklagte die Strafantroge stellte. In vielen Füllen wurden Zucht haus st rasen von zwei bis vier Jahren be- antragt. Unter anderem lautete der Strafantrag gegen einen An- geklagten namens Dziuck auf vier Jahre Zuchchaus und vier Jahre Ehrenrechtsvcrlust. D zuick markierte daraus einen Z u s a m- in e n b r u ch und mußte in ein Nebenzimmer gebracht werden. Nach seiner Rückkehr in den Gerichtssoal stürzte er sich plötzlich über den verkeidigerkisch hinweg zum Tische des Slaalsanwalls und grisf diesen tätlich an. Der Staatsanwalt, der sofort durch den Bör- fitzenden und die Schössen sowie durch Justizwachtmeister Hille erhielt, wurde leicht verletzt. Landgcrichtsdirettor Schauweckrr erlitt eine schwerere Handoerlegung. Der Stootsanwolt Schwarz zog geistesgegenwärtig einen Revolver, ohne jedoch zu schießen. Dziuck wurde überwältigt und aus dem Grrichtslaol entfernt. Die Sitzung wurde sasort geschlossen. Bei der Räumung de? Verhandlungssoäles prolefrierten di« AngeUrlMn'laut: gegen- lftc hohen Sträsanträge. Dos sofoct herbeigerüst ne tieders all k hatte große Mühe, der erregten Menge Herr zu wepden. Der älteste Mau» der Welt auf der„Bremen".• An Bord des Schnelldampfers„B rem« n" des Norddemschen Lloyd, der augenblicklich ans der Fahrt nach Europa ist, befindet sich ein Passagier, den man wohl als den Senior der Senioren bezeichnen kann. Der alle Herr ist der Türk« Zara Agu. der 156 Jahre alt sein soll. Er ist vor einiger Zeit nach Amerika gesahren als lebende Propaganda für die Prohibition. Er behauptet, fein biblisches Aller dadurch erreicht zu haben, dah niemals«in Tropfen Alkohol über seine Lippen gekommen ist. Zära Agu hatte in New Jork einen schweren Autounsall, von dem' er sich aber bald erHolle. Hier greift die Streitmacht Lllise mit fliegenden Fahnen ein. Ja, das Interesse hätte man wohl. Wo doch der Herr Pastor damals so wunderschön gepredigt hätte. Und sicher würde auch Fräulein Papendjeck gern ihres toten Vaters gc- denken: nur die Frau Mafchke fei ja nun leider schwanger und könnte den weiten Weg— Oh, was das anbeträfe: er habe einen Kutschwagen, der reichlich Platz für fünf Personen biete. Den werde er her- .schicken, mit dem werde er die Stubbenlander auch wieder zurnckiahren lassen. lind der besiegte Andreas kann nur noch etwas Unver- ständliches knurren. Aber als der Gemeindevorsteher gegangen ist, fährt er Luisen an: „Also meinsgepoltere: wir gehen in die Schwatzdude. Ein Unglück wird es ja geben, wßim man mich in die Kirche schleppt, das kann ich dir versichern. Und eins jage ich dir: wir gehen nur aus politischen Gründen, hast du kapiert? Nur aus politischen Gründen!" Und Luisen treten säst die Tränen in die Augen. Oh ja, sie hat kapiert. Den Gemeindevorsteher und den Kremser i nd die Wahlen, die ganze hohe Politik hat der liebe Gott in Bewegung gesetzt.— bloß um ihren Andreas in die Kirche zu kriegen! Es ist ein großer Tag für das otubbenlaud. daß es gerade ein Totensonntag ist. ändert nichts daran und macht nur Anna Maschke erschrecken, die seit ihrer Schwangerschaft über- baupt ein menig abergläubisch ist. Sie hat mit Pauk am Fenster gestanden, wie auch Korns daheim am Fenster stehen. und nach dem Wagen ausgesehen-, und als der Kremser, schnell gezogen von zwei hochbeinigen Braunen, den Sandweg hin» aufrollt, löst ein Schauer des Stolzes den Schauer der Angst ab: eigentlich ist es doch eine große Ehre, so vom Gemeinde» Vorsteher eingeholt zu werden. Pauls Gedanken gehen anderswo hin; sie sind, wie immer, geradeaus ins Leben gerichtet, und das ist ihr eben» falls tröstlich.„Daß die Bauern sich Zimmer noch so teure Pferde halten!" sagt Paul.„Wir im Stubbenland zum Bei- spiel hätten gar kein Pferd nötig, wenn wir einen Traktor hätten. Mit Traktorkraft könnten wir roden und pflügen und den Wagen zur Bahn ziehen. Na, wird schon noch werden!" Einstweilen sieht man aus seinem Hause treten das größte Hemmnis für solche Absichten: Andreas Korn.„Wozu bin ich denn Landwirt, wenn ich nicht mal ein Pferd haben soll?" pfelgt er zu erwidern, wenn man ihm derartige Pläne ent- wickelt. Für die anderen zählt nur die Wirklickteit, für ihn der letzte, ähnliche Rest des Traumes. Er streichelt auch jetzt zuerst die weißen Stirnstreifen der Pferde, ehe er mit dem Kutscher spricht. «ie finden sich alle vor Korns Haufe zusammen: und es ist eine beinahe groteske Gruppe, die den Wagen umsteht. Luise hat wieder ihr altes Wagenrad mit der gewaltigen schwarzen Pleureuse aus den Tiefen des Schrankes zu Tage gefördert; gerade daß es wie neu aussieht, macht es direkt unheimlich, Luise sieht aus wie eine auferstandene Tote aus dem Jahre 190s. Sie hat auch Andreas den Zylinder auf- genötigt, der verzweifelt zu glänzen versucht, wie es seine Pflicht ist, und dennoch den Gehrock nicht erreicht, der eben- falls glänzt, wie es nicht seine Pflicht ist. Paul Maschke dazu, der nie einen Hut besessen hat, i» seiner sonntäglichen blauen Schirmmütze, und eitdlich die bucklige und schwangere Anna- Leu«, die sich dieser Groteske als einzige bewußt wird, sieht «in, daß der erste Aufmarsch der Stubbenlander nicht allzu repräsentabel aussallen wird. Alle sind sie um Anna bemüht, sie bekommt den geschützte- sten Platz im Wagen, jeder hat eine Decke extra für sie mit- gebracht: sie sitzt zitternd und läßt sich verwöhnen und hat ganz rote Backen vor Stolz und NovemderkäUe. Der Wagen fährt schnell und scheucht allenthalben Schwann« schwarzer Kräheil aus: die lärmen Holser unD versinken in den Nebel- schwaden, die sich unter der Sonne ducken wie geprügelt und sich doch Nicht vertreiben lassen. Mit Häuscrwändeit, die stuuiiws sind von Feuchte und blattlose Ranken wilden Weiires wie epkelotte an sich tragen, empfängt sie«chloßheide: aber die schrille Glocke der Kirche läutet, sie haben fest Bahren kein Glockengeläut gehört, und es rührt sie alle. Drinnen in der Kirche müssen sie in den beiden vordersten Bänken sitzen, denn die Seitenstühle gehören den alten Bauerngeschlechtern, und die kleinen Besitzer haben weiter hinten ihre Plätze einge- nommen. So sieht ji« der junge Geistliche, als er«ach der«rsten t Chorolstrophe vor den Altar tritt: und ihr Anblick sinkt aus seinen Augen, die flüchtig die Gemeinde hatten überschauen wollen, schmerzhast in sein Herz und wird Erinnerung: Er- innerung an jene Begräbnisstunde, die der Sand durchwehte, und die ihn versagen sah. wie er glaubt. Er weiß, daß alle, die heute vor ihm sitzen, sich als seine Richter fühlen, well er heute um seine Stelle, also nicht nur um ihre Seelen, sondern auch um ihre Steuern ringt: aber er weiß nicht, ob er das voll- zählige Erscheinen der Stubbenlander als«ine Geste des Ver- trauens oder des Zweifels auffassen soll. Während er die Epistel des Tages liest, sieht er dos Gesicht Andreas Korns starr auf sich gerichtet— feindselig, wie ihm scheint: er sieht ein paarmal lange und fest in die grau überbuschten Augen, bis die sich senken, und sein Inneres beschließt, sich zu stellen: er will noch einmal ringen um die Gabe des Wortes, wie da- mals im Stubbenland: et will nicht fein sorgsam und säuber- lich ventilieren, wie er sichs vorgenommen hatte, sondern da- herfahren wie ein Sturm— ob er die Stellung gleich mit umbläst oder nicht. In Luise Korns verklärt dreinblickenden feuchten Augen sucht er sich Mut: dann geht er in die Sakristei und nach dem Berklingen des Chorals und des letzten quietschenden Orgeltons auf die Kanzel, die über dem Altar liegt. Er neigt sich über seine Hände und betet stumm. Er hört den Lehrer von der Orgel auf ieineit Platz gehen, die«stiefel knirschen, das mürbe Holz der schmalen Bank knackt hohl, als der dicke Leib sich setzt. Im Wiederaufrichten sieht der Pastor, daß die Nooembersonne auf ihrem fast waagerechten Weg über die Welt gerade durch die kleine Dorskirche geht, hinein zu den Fenstern der einen Seite, hinaus zu denen der anderen: er steht mitten in dieser Straße aus Licht, die Gemeinde unter ihm bleibt im Dunkel. Nur Andreas Korns Gesicht kann er noch gerade erkennen: in das versenkt er seinen Blick, und er beginnt zu sprechen. Vom Tode spricht er, wie es heute seines Amtes ist. Aber er beschönigt den Tod nicht, wie es die Neuzeit tut; er gibt ihm Wucht. Unentrinnbarkeit, Furchtbarkeit, wie es das Mittelalter tat. Alles, was man unternwunt. so sagt er. soll man so unternehmen, als müsse man morgen schon starben: mit dem Tod im Denken solle man laben: wie es heiße in dem alten Choral: Sieh auf dein Sach'. Du mußt hernach,'-- Es sei heut oder morgen. Gortst Schutzengel für Taschendiebe. Hauptwachlmeiflcr zu zehn Monaten Gefanguü! verurteilt. „Wer der mit der mlcroationciim Verbrecher weit im Sampse stehevdeu Polizei io dea Rücken sölll. ist nickjt mehr werk, veamter zu fein: er fahrt einen Dolchstoß von hinten gegen die pflichttreuen veomten." Diefe Worte der Urteils. begrundung gegen den Haupt wach kmcislcr G a a m e h waren nicht zu fchorf. Die Anklage gegen ihn lautete auf U r- kundeafälschuag im Amte und posfioe Bestechung. Beamte des Taschendiebstohldczernats mochten- seit einiger Zeil eine eigenartige Entdeckung: internationale Taschen- d i e b c aus dem Osten, erst vor kurzem aus Berlin a u s g e- wiesen, tauchten, als wäre nichts geschehen, von neuem in Berlin aui: jvr Rede gestellt, wiesen sie ordnungsmäßig ausge- stellte polizeiliche Anmeldescheine vor. Die Papiere trugen den Stempel eines Polizeireviers im Westen Berlins, die Umerichrift des steUoertretenden Reviervorstehers und des Haus- Verwalters. Die Sache schien verdächtig. Die eigenartige» Fülle hausten sich. Die Anineldungsscheine stammten stets nicht nur aus dem gleichen Polizeirevier, sondern kamen auch iimncr aus demselben Hause. Etwas mußte da nicht stimmen. Man fragte den Hausverwalter: der war wie aus allen Himmeln gefallen, er wußte von nichts, Mieter, wie die von der Polizei benannten, hotte er nicht in seinem Hause. Di« Unterschrist des Hausverwalters war ge- fälscht. War es vielleicht auch die Unterschrift des stellvertretenden Polizeireaiervorstehers? Man sorfchte nach: sie erwies sich als echt. Man nahm sich den Mann vor und war starr vor Ueberraschung: der alle bewährte Beamte hatte systematisch ialsch« polizeiliche An- Meldescheine ausgestellt und damit die von der Polizei ausgewiesenen internationalen Taschendiebe versorgt.„Aus blvher Gesälligten", sagte er vor Gericht. Wie war aber der alte Beamte zu seinem Verbrechen gekommen? Den bösen Geist ipielte hierbei ein Mann naiucns Sattler. Kriegsgefangener m Ruhland, hatte er Rustuch und Polnisch erlernt, nach seiner Rückkehr in die Heimat, an die Ruhr, war er in den Polizeidienst getreten. Die Richrbesegung führte ihn nach Berlin. In den zahlreichen russischen Emigranten sand£r eine gut zahlende Klientel. Er spielte den Dolmetscher. schrieb Gesuche und verdiente Geld. Die Zahl der Emigranten verminderte sich aber mit der Zeit. Sattlers Einnahmequellen versiegten. Er sah sich nach einer neiien Klientel um und fand sie— in den internationalen Taschendieben. Er erinnerie sich seines guten Bekannten, des Hauptwachtmeisters im westlichen Polizeirevier, gewann ihn durch gute Zureden und reiche Ver- sprechungen für seine Sache, legte ihm polizeilich« Anmeldescheine vor und ließ sie unterstempeln. Das Gericht erster Instanz hatte den Hauptwachtmeister zu 10 Mannten Gefängnis und zur Aberkennung der Fähigkeit öffentliche Aemter im Laufe von 3 Jahren zu bekleiden, erkannt. Di« Berufungsinstanz bestätigte das Urteil. Aei den Volksbegehrlern. In allen Stadtteilen Berlins find die Listen zur Eintragung zum Boiksbe zehren in Räume» van Schuten ou:-- gSegt.' Wochentags von 1 bis 8 Uhr kann, wer Preuße ist und den Drang in sich spürt, aufzubegehren gegen diesen Staat, dies mit seiner Unterschrist besiegein. Und man müßte annehmen, daß � jurtge temperamentvolle Higköpie wären, die da Derönderungcn von. Staats wegen wünschen. Aber nichts von.deni. Am Schalter patrouilliert ein- emsama�Smhlhelmer in vollor. Unüaiun ach und cch. und beschaut sich zuweilen seine hohen Schaftstiefel. Sonst hat er gauiichts zu tun.<£l kommt kaum einer. So sieht es wenigftens in den Arbeitervierteln aus. Im Westen hängt, und das wirkt symptomatisch, das Plakat mit dem Bild des Allen Fritz in seinen letzten Lebensjahren am Eingang einer Eintraglingsstelle. Man glaubt beinahe, es würde als Beigabe dort„Dos Flötenkonzert- gegeoen, und man möchte unwillkürlich wissen, ob der getreue Darsteller des großen Königs seiner lukrativen Rolle zuliebe auch im Privatleben dem Klub der Bolksbegchrlcr beigetreten ist. Aber nein, er ist ja noch viel zu sung dazu! Wer dort erscheint, muß die Fünstmdsünszig mindestens überschritten hoben. Im Eintragungsraum sitzen die Beamten ge- langweilt hinter ihren Tischen und begrüßen jeden Eintreteichen s räudig.„Sie wohnen?" fragen sie böslich, und wenn die Stimm- listen dann den Volksbegehrler richtig vermerkt haben, darf er seinen vollen 9iiatter Kremke". Ansprache: Gertrud Hanno, M. d L. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, 20. April, 195- Uhr. in den Andreasfestsälen. Andreasstr. 21. Ansprachen: Marie Kunert, M. d. R.. Else Michaelis, AsA-Bund. 6. Kreis Krenzberg. Montag. 20. April, 1954 Uhr. im Orpbeum, S..79. Hosenheide 32/38, Vorführung des Filmes „Lohnbuchhalter Kremke", vorher Fahneneinmarsch der Sportler. Ansprachen: Polizeipräfident Albert Grzesinski. Gertrud Hanna, M. d. L.. ADGB. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 21. April, 195- Uhr. in Ahlerts Festfäleir, Berliner Str. 88, Vorstihrung des Filmes „Giftgas". Ansprachen: Karl Litte, M. d. R., Frida Licht, AfA.-Bund. 8. Kreis Spandau. Montag, 20. April. 20 Uhr. in Sawades Metrcpolfäle, Spandau. Schönwalder Str. 98/99. Ansprachen: Dr. Hildegard Wegscheider, M. d. L., Luise Kahler, M. d. L.. ADGB. 9..Kreis Wilmersdorf. Freitag. 17. April, 195- Uhr, im „Viktoriagarten", Wilhelmsaue 114/115,„Unser Kampf gegen den Faschismus". Refcrentin: Mathilde Wurm, M. d. R., außerdem Ansprache von Gertrud Ellert,?lfA-Bund. 11. Kreis Schöneberg. Dienstag. 21. April. 1954 Uhr. im Gesellschaftshaus des Westens, Hauptstr. 20/30(unterer Saal), Vorführung der Lichtblldserie„Im Westen nichts Neues'. Ansprachen: Paula Kurgoß, Frida Gladosch, ADGB. 12. Kreis Steglife, Lichterfelde, Lankwitz. Montag, 13. April, 1954 Uhr, im„Parkrestaurant", Südende, Steglitzer Straße sBohnhof Südende), Vorführung des Filmes „Giftgas", Rezitationen Friedet Hall.'Ansprache: Käthe ftetn. 13. Kreis Tempelhof, Martendorf. Marienfcldc. Lichten- rade. Mistioach, 15. April, 195- Uhr. in der Aula des Real- gymnastuins, Tempelhof, Kaiserin-'Augiyta-Strohe. Gesagg: Volkschor Tempelhof-Mariendorf. Rezitationen: Friede! Hall. Ansprachen: Klara Lohm-Schuch, M. d. R., Emma Ritschc, ADGB. 14. Kreis Neukölln. Montag, 20. April. 195- Uhr, im Saalbau Bergstr. 147, Vorführung des Filmes„Lohnbuchhaltcr Kremke". Ansprache: Dr. Meycr-Lrodnitz. IZ. Kreis Treptow. Donnerstög, 16. April. 1954 Uhr,!iii Märners Blumengarten. Oberschöneweide, Osteirdstr., Fnynkn- einmarsch der SAI., Gesang Lolkschor„Südosten", Rezitationen. Ansprachen: Klara Lahm-Schüch, M. d. R., Marie Webe'r, ADGB.— 101. Abt. Treptow. Montag, 27. April. 1954 Uhr, im„Viktoriagarten",(vorm. Nitschke), Am Trep- tower Park 25/26, Vorsührung dos Filmes„Lohnbuchhaltcr Kremke", Mitwirkung der SAI. Ansprachen: Adele Schreiber- Krieger, M. d. R., Emma Ritsche, ADGB. Kreis ftitpenick. Montag. 20. April, 20 Uhr. im Stadt- lhcater Köpenick, Wilhclmplötz. Referat- des Gen. Dr. Georg Löwenstein. Außerdem Ansprache von Marie Weber. ADGB. Kreis Lichtenberg. Sonntag, 19. April, 5412 Uhr vor- mittags, in der städtischen Iugcndbühnc in der Schule Hollei- straßc in Lichtenberg, Vorführung des Filmes.„Lohnbuchhaltcr Kremke". Ansprachen: Minna Todenhagen, Stadtverordnete, Luise Köhler, M. d. L., ADGB.— 120. Abt. Friedrichsfelde. Donnerstag, 16. April, 1954 Uhr. bei Wiehe, Wilhelm- straße 38, Vorführung des Films„Giftgas über Berlin". An- spräche: Marie Kunert, M. d. R. 18. Kreis Weißensee. Beteiligung an der öffentlichen, all- gemeinen Parteiocranstoltung, am Freitags 24. April, 195- Uhr, in der Stadthalle Weihensee, Pistoriusstr. Rescrcn- ten: Prof. Erik Nölting, Köche Kern. 10. Kreis Pankow.' Dienstag, 21. April, 1954 Uhr, bei Linder, Breiteftr., Vorstihrung des Filmes„Lohnbuchhalter Kremke". 'Ansprachen: Marie Kunert, M. d. R., Else Krummschmidt, ADGB. 20. Kreis Reinickendorf. Sonntag, 19. April, 14 Uhr, Film, vorlührung im Rcsidcnzpalast, Rcinickendorf-Ost, Residcnzstr. Ansprachen: Marie Kunert. M. d. R., Gertrud Hanna, M d. L.. ADGB. 1«. 17. Berlin wurden durch diesen Kursus, und zwar durch eine Reihe von Barträgen, die den gewaltigen Stoff sehr guergisch zusammen- faßten, in dos Weien der mckdernei, Tageszeitung und ihrer geistigen, wirtschaftlichen und technischen Grundlagen eingeführt. Am Sonn- abend nachmittags vereinigten sich sämtliche Teilnehmer mit dem Dozenten in den schönen Räumen des Deutschen Prcssehouses in der Tiergartenftraße noch einmal in einem gejelligen Beisammensein, wabei Professor Dr. Dovifat Worte des Dankes und der An- erkennung an die Teilnehmer richtete, währcad Professor Dr. H i I« debrandt den Dank der Teilnehmer zum Ausdruck brachte. Massenprotesi der Kriegsapjer.- � Der Reichebund der Kriegsbeschädigten, Äriqgsteilnehmer und'- Kriegerhiiücrblicbenen schreibt uns: Der Versorgung der Kriegsopfer drohen schwere Gefahren. Seit 1927 sind die Rechte der Kriegsopfer in erl»blichem Umfange eingeschränkt und durch Aufhebung von gesetzlich gewährleisteten Kann-Ansprüchen im Gesetz begründete Leistungen, abgebaut worden. Wiederholt von Reichsregierungen und vom Reichstag gegebene Ver- sprechungcn, die Lage der Kriegsopser zu besscra, blieben unerfüllt. Jetzt wird sogar geplant, die gesetzlich gesicherten Rechtsansprüche der Kriegsopfer anzutasten und eine Kürzung der Renten und Zusatz- renten vorzunehmen. Dagegen hat der Bundesvorstand des fast eine halbe Million Mitglieder umfassenden Reichsbundes der Sriegsbefchädiglen. Kriegsteilnehmer und Kriegerhinlerbliebenea zu großen Protestkundgebungen aufgerufen. In allen Gauen des Reiches werden am 19. und 26. April 1931 die Kriegsopfer dem Rufe des Reichsbundes zu hunderttauscndsn folgen und in den größten Sälen der Reichshaupfftadt sowie, der Hauptstädte der Länder und Provinzen für Sie Erhaltung ihrer Lebensexistenz de- monstriercn. Vom dcutjcheti Volke wird erwartet, daß es sich seiner Ehrenpflicht gegenüber den Opfern des Krieges bewußt bleibt und mit ihnen der Reichsregierung zuruft: Hönde weg von den Renten der Kriegsopfer! Heber die INeineidsieuche sprechen in der Liga für Menschen- rechte am Montag, 13. d. Mts., 2054 Uhr, im Reichswirtschaitsrot. Bellemiestr. 15. Professor I. M. Iastrow. Oberstaatsanwalt Köhler, Rechtsanwall Dr. Georg Locwcnthal, Rcdalteur Dr. Carl Misch, Iustizrat Werthaucr, Redakteur A. H. Zeitz. Gäste gegen Zahlung des Unkostenbeitragcs willkommen. «.Zeppelin� auf der Rückfahrt nach Deuifchland. Friedrichs Hasen. 11. Aprik. Die Badenseesunkstellc des Luftschiffbaues Zeppelin erhielt Sonnabend abend van Bord des Lufftchiffcs„Graf Zeppelin" folgenden Funkspruch:„17.30 Uhr ausgestiegen zur Rückfahrt. Kurs Sollum. Alles in Ordnung." Die Sladloerordnelenversommlung am kommenden Dienstag begirrnt um 18 Uhr pünktlich. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Oberbürgermeisters, der zwei Bürger- Meister, des Stodrkämmerers und det sechs unbezal- deten Stadtxate. Sollten die übrigen Punkte'st?r Sgges- ordrchng in dieset �Sitzung nicht erledigt iverdcnKöimcn, der Vorsteher eii»e zÄeite Sitzung mit derselben- Tagesorduflsttf am Donner s.tag um 10?, Uhr vorgesehen. Die Eintrittskarlen zur Iehn-Iahres-Feicr der klndcrfreunde im Großen Schauspielhaus sind ausverkauft. MeMianer bitten umEnffchuldigung Die Zigarrenraucher fttideii zu ihrem Leidwesen, daß es mit einigen Schwierigkeiten verknüpft ist, in den Besitz von Krentcr- Zigarren zu kommen. Es zeigt sich, daß die Aufnahme bei den Rauchern derart stürmisch ist, daß eine vorübergehende Warenknappheit sich bemerk- bar macht. Trotzdem die Krentcr Zigarrcn-Werke bei Tag und Nacht in drei Schichten arbeiten, können sie der ungeheuren Nochsrogc nicht gerecht werden. Täglich verlassen ca. 420 000 Zigarren die Fabrik, von denen etwa 220 000 nach Berlin und etwa 200 000 nach Sachsen gehen. Außerdem finden die Krcnter-Zigarrcn auch im Auslände starken Absatz. Die Krentcr Zigarren-Werte bitten die Zigarrenrauchcr um Entschuldigung, daß sie vielleicht hier und da diese Oualitätszigarrcn entbehren und andere Sorten rauchen müssen. Diesem Umstand wird in aller Kürze abgeholfen sein. Wie wir hören, beschäftigt dos Döbelncr Werk zur Zeit etwa 2000 Arbeiter. In den nächsten Tagen werde» es 1000 mehr sein, da weitere Einstellungen vorgenommen werden. In einigen Wochen ist infolgedessen mit einer starken Vermehrung der Produktion zu rechnen., Peristan Teppiche qes qeiCh. reine Wolle rn. Honofronte, qerreye Cowcn v. PerieeTeopicnen -To 1*7. 260£9* Wollplüsch Teppiche reine Kammgarn wolle nun ein Stilmusrer, gute Qualität 50 39. Qualitäts Teppiche hochwerf, iei r Johrierinr. r m.-oii HorKe, sesfe Kammaarnwolic Jl- «isa- "UM- -159. (a-Wo Smyrna- Teppiche vecle mechon. "Ouotitäten mock.Musten öa rd i n e n Stoffe -65 Cratormc.imlonkhren bedr ückt, caUO cm. on Htr. Moderne Skreiltm, mdonknren. in vielen Pörben.co.llOtm.urt. Htr 1.� Möbel bezuq Stoffe 7.5° WoiimoKekstous pester Weft wolle, mod. Muster CaUOem.Brl Mtr. Walbstores Mehcnware l65 Oitterküll m.Eiasatz u franse caJlScm.horh Mir. 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Erst am Abend brach in Nordschottland eine etwas küblere Luftmass« nord- westlichen Ursprungs ein, die uns aber am Sonntag nicht erreichen dürste. Der Drucksall im Nordwesten und Westen von uns dürfte auch bei uns Winddrcbung nach südwestlichen Richtungen bewirken. Lnsolgedessen werden die Temperaturen etwas ansteigen. e- welleraussichlev sür Berlin: Zeitweise heiter, bei ansteigenden Temperaturen, keine wesentlichen Niederschläge.— Jür Deutschland: Im gröhten Teile des Binnenlandes teilweise heiter bei ansteigenden Togestemperaturcn. Lm Küstengebiete meist stärker bewölkt, namentlich an der Nordsee leichte Niederschlage. Eozialiftische Arbeiterjugend Grotz-Verliv älnftr.Nr.itn für dwte R-SrN mn«■»o< 3u«iiOI»lre1ort«,'■• :*frün W. rintcnftroS*» 'ttorfif.fcbcnloufcrcn� msrgcn. 19V firciiAtitcp, Parckstr. 11. Obnt Slimnc____ . Abteitunaslelt«», liefert morpfii auf her Borsib?nt>:nlon seren, btn Berichts. I»9cn ab. Zur ftuntqtbuna int cBortpalaft am Dicusiaa Müllen alle Zahnen NM 19 Uhr im Borraum bcz Lportnalalies kein. Werbeb«,irle Ziergarte», Weddiug, Reutöll». Si»gek«i», Streichorchester »üb öpielgrunpe Ofleat Heute, 16 Uijr.(Sencralprobe in den Ärminiuslitlen. Ztlaabii, Bremer 61t. TU. 6tradendabn bis Zurmstrahe, Autobus 11, 16 unb ZZ. Enrechchor Tiergarten übt bereits um IS Uhr. 19f-e Uhr, im Eiftungslaal bej Bezirksamts iiisnx:lä und Mitgliedsbuch fein Zutritt. KoUeglnrinen! Genossinnen! Besucht die zentrale Kundgebung zum internationalen Frauentag! Donnerstag, den 23. April 1831, 30 Uhr, In beiden Sälen der„NE. EN WELT" Hasenheide 108— 114 Es sprechen: fär die Partei: PeichstagsprHsident Paul Löbe. M.d.R., Klara Böhm> Schuch. M.d.R. für die CewcrkschaHen: Uertrud Ellert vom AfA-Bund, Gertrud Hanna, M.d.L., v. A. O.G.B. Es wirken mit: Freie Sport, und Musik-Vereinigung. Sport. lerlnnen des Arbelter-Turn* u. Sport-Bundes, Soziallstische Arbeiterjugend, die Kleinkunst- bUhna zeigt eine politische Revue„Am laufenden Band dar Zelt". Pflicht Jeder Kollegin und Jeder Genossin Ist ea. mindestens eine Frau aus Ihrem Bekanntenkrelse mitzubringen heute. Sonntag, Heimabende. Sesu»bbr»u»«o l: Gotenburgrr Str 2.— Kochplag: Willbrnomkir. j.— SBatbra: Lording. Ecke Graunstrahe, IS Uhr. � B«bbi»g: Billbenowstr.>.— Wrbbiug, 91: F.: Willdenowstr. ö.— W«bbi»g'9!»rb: Wilidenomstr. ü.— Ar»». malbrr Platz l: Rastenburger Str. 1«.— Sch9»b»ni«r Borstabt: Seimadend fällt aus.— Kflmboltzolatz:?an,iger Ltr. W, B. U.. 4 Reicheuberger»irrtd: Treffpunkt 9 Ubr Ziate.lsalken.-Eck!:. Ainchlieücnb an die Besichtigung der Linbcar.Werte gehen mir aus ftabrt.— galtpla» II: 19 Uhr„Bäte Ecke", Lausmerbung.— Zicutöln I I: 9 Uhr am Hertzbcrgplatz snm Spielen. 19',; Uhr Hetmadend,— Britz: 6 Uhr Duschkrug, Spaziergang. 19 Uhr Heimabend.— Wrsteub: Bofinenstr, 1: fsunkt'onäriitzung.— Tegel: Bahnhofsle. 1.1: Bunter Adend,— Wittenau: Hauvtste. 1Z: 16 Ubr iBctbcfcicr. Serbe bewirf Mitte: Wir beteiligen uns gefchlajsen an der Prabe für die Maiseier bei Partei um Tri Uhr im Clou, Maueesiraßc. Werb«b«,irk Ztreustxug: 9',. Uhr Treffpunkt Blüchcrplah. Besichtigung der Lrndeae.ZLerke, Werbe he, irk Tempelhoi: 9 Uhr.Mal!" Mariendorf, Chausseesir. Siü tTheatcrsaal), Generalprobe lue»Baten Matinee". Werbebe,jrf Lichtenberg:„Ziotc Tunker" üben 17 Uhr in starlshorsi, Teeslamallec 1k,— Zusammenkunft der Alllere»gruppc um 19 Uhr ebendort. Es spricht Gerb Bothür. Morgen, Montag. Id'A Uhr. Hoos»! Bachumer Sir. 8b:.Die Lsienfahrt".-. Moabit I: Watdensersir, 29: Einsühnungsabcnb,— Aru«oalb«r PI»» V: Basienburger Str. 16:.Gemein. same Erhebung der Geschlechter".— lsalkplotz 1: Sonncnburger Str. 29:„Das neu« Rusiland".- Tollplatz N: Sonnenburgcr Str. 29:„Marxismus als neu« Lebtnslehrc".— Preu/ckouer Borstabt: Gleimstr 66— 35; Arbeitsgemeinschaft.— Echöuhouser Borstobt. Sonncnburger Sie, 29:.Unsere Balixci".— lsricbrich». b«i»' Diestrlmenerltr. 6--ä: Zieicharagssitzung.- Stralauer Liertel: Gosilee. sirasic 61:.Natuekunbliches Wandern",— Baumichulenweg: Ernstste. 16: »Unsere Ostersahrl",— Zohao»i»thal: Railiaus: Schallpiattenmusik, Werbebexirt Mitte: LanbSberger Str. üv: Ucbcn für die Maifeier. Voriräge, Dereine undVerfammlungen. m Reichsbanner„Schroarz-Rof-Oolö". MBA«olchäftosiel": Berlin 6 14 Ccbaliianltr 31-33 So» 2. 5t WJKT Gauss rstaob. lfür die Perar,ftaltu»g be» SPD. im Sportpalast«m Dienstag, 14. April. Hobe» sack sie her de vrtooeeei»« be» Saalschutz überiroorm»»! Padette rechte Seite� Srourberg: Parkett llnie Seit«: Beut oll»: "Sch�e? ______ W___________________ Pwiel. aatUen erfolge»»icht!— Da» Te»»i«ipiele» der Mnierspar'abierlung auf ihrer Platzanlage am ssunliuru: hat begannen, kameraden»der deren mcib. liche Angcbbrlgen kbnncn sich rur Teilnahme beim Sameraben James Brcs» lauer, Markgrafenstr. 21, Telephon DSnHaff 6Ä. melden.— Mitte, 4. Kamerad» ichaft:- Sonntag. 12. April, ab. 11 Ubr. Schirsiplatz ssriebrichskidc. Upstall- meg.— Montag, 13. April. Pren, lauer Berg fIungbannrrl: 29 Uhr Jugend. heim. Lichtbilder onerrao: ,�>ni Westen nicht Neues", Geschlossene Beran» slaltung. Schöneberg-Friedenau, Kameradschaft Friedenau: 29 Ubr General. vertanunlunq bei Katz, Borirstr. 6. Borher Beserat Kam, Halter Uber»Warum brauchen wir ben deutschen Einheitsstaat?" Charlottenburg, 1. Kamera!» schast: 20 Uhr kameradschaftmicrsammlung bei Nelmer. Wilmersdorser Str. 21. Wasserlsortabteilnug: 29 Uhr für alle Mstoibodtfahrer Int Ratskeller de« Be. »irlsamtes Webdtna, Müllerstr. 146—147, technischer Vortrag. Zur Erlangung des fführarschcine» ist der Besuch notwendig.— Mittwoch, 13. April. W ilmer». borf sZungbanner): Seffeniliche Kundgebung rm Viktorig-Garten. Referent Dr. Kolb vom Republikanische» Etubentenbund. Köpenick, Kamcoadtchaft Bohnsborf.Grüriaut 29 Uhr Lamerghschaffsveriaurmluna km(k.nrthfchafbhirai ffalkenberg._ Arbeiter. Radio Bund Deuifchlando, e. V.. Ortognlppe Groh.Zerll». Unter. grnpp« Prenzlauer Berg: Dienstag, 11 April, Lokal Klug, Äinsiger Str. 71. Vortrag:„Dos Audion, Gitter.- und Anodcngleichrickstung�l— Gemnbbrunnen: .Trciiag, 17. April, Lokal Mün.chcrg, Sttttincr Str. S2, Lichtdilderaortrag: „Welche Vorteile bieiet der ARB,?"— ssricdrichsbain: Donnerstag. 16. April. Lolal Wcrlalla, Hobenlohestr. 2. Bortrag für Anfänger:»Das Dhmsäie Gesetz nnd dessen Anwendung", Referent Genosse Dr. Voigt,— Ehorlottenhurg: Zmtag. 17. April. Lokal Lebmann, Kbnigsmeg 6. Fortsetzung der Boctrags. reihe:„Einlühruiut in die Elettroieckinik", Beginn übktaU 29 Uhr, Verein der Driesencr»» Berlin. Mittwoch. IS. April, 29'.-' Uhr, zilonats» sitzung in Landrce» Wcisitierstuben, Kiosser.- Ecke Grauirstraüe, Ärbeitcr LoienIpiclrr.Lcrbaob. Grichäflsftcllc: H, tfirschfe, Bcelill-Lichic::. beeg, Türrschmidtstr. 93. Montag, 11. Aprils 19% Uhr, im Zugendheinr Lartzing- Ecke Graun strasie. Gäste können eingesübrt werden. Repnblitaniichc Rcdncevcrcinigung. Montag, 29'� Uhr. Vortragsabend mit Diskussion im»Alten-Askaniep", Anhaltstr. 11. Es sprich! Genosse Rcumann über„NSDAP.,.eine Arbeiterpartei?" Ureireligiösc Gemeinde. Sonntag, 11 Ubr. Pappclallee lä. Bortrag de? Herrn Dr. spritz Schiff:„Die Gollcsporstellung der Naturvölker". Gäste will- lammen. Deutscher Arbeiter. Abstinenten. Bnnb unb Bolkosnrsorge. Gemeinsame Ber. anstalluiig am Montag, 1,1 April, 29 Uhr, Swiuemünder Str. 12, unter Mit» tnirkunq der Bolkskunstgcmeinschaft Wcdding, des Bolksfürsorge.Mnsiktrios und des Gcnosscn Zatods lRetzitationent, Gezeigt werden die ssilmr„E in Bolls- fciwd" lReferent' Genosse Katzenstein) und„Der glänzenbe Aufstieg der Volks- sürsorge" sReferent Genosse Zesiath). Unlektenbeitrag 19 Pf. Die altbekannte Zirwa Belmonte u. So. hat ihre Geschäftsraum« In der Leipziger S'r, 97. die sie über 29 Jahre innehatte, aufgegeben und ist nach Cbarlrttenste, 27 getzogen, da die Hobe Miete für ihr Prinpp, Qualitätswar m tzu billigen Preisen::: peekaufen, untragbar wurde. Viele tausend Artikel werden mit neuen herabgesetzten Preisen abgestempelt. Bis zur vollständigen Umxcichnung gewahr' die lsirrna Belmonte u. Co, auf alle noch nicht ümgetzeiät- netcn Waren bi? 39 Prot, Rabatt, Die ersten 299 Kunden erbalien als Geschenk ein Saltznäpschen mit echr stlberneni Deckel und silbernem Untersatz. Das Geschäft Königstr.:.S bleibt in vollem Unttange bestehen. Man notiere sich: Belmonte u,(!o, letzt Eharlotianstr. 27, zwischen Leipziger und Kroncnstrasie: 2. Geschäft: königstr. 39. Die Konsum-Waeenbänser(Berlin S.. Dranicnstr. 16<— 16ü; Eharlottcnbueg. Rosinenstr. 1; Berlin 3!., Brunnenstr. 188—190: Bertiii N.. Reinickendorfer Strasie 21) veranstalten in der Woche vom 1?, bis 18. April Serientaq« für ihre Schuhtoarenabteilung-n. Die Seiwisenschafismilgiieder werben nicht per- säumen, die ausieeordenttich billigen Angebote inr Deckung ihres Schuhwaren- bedarfs im eigenen Unternehmen tu benutzen. Die Preise der einzelnen Serie» bewegen sich»anch.'n 2,90 und 9,90 M.(siehe Anzeige in der heutigen Ausgabe unserer Zeitung). Der vom Montag. 13. bt» einsck liesilich Sonnabend. 18. April, in den viir Berliner Häusern der lsirma Wertheim stattfindende Sonderocrkauf von Damen-, Herren, und»inderwäsche wird veranstaltet in der Absicht, der Wer:. beimschen Kundschaft eine ausicrgcwöbnlich vorteilhafte Gelegenheit au bieten, ihren Wäschcvoerat ,u cegänxen. Die Preise für Wäsche habe:: den feit vielen Jahren— unb sehr wabrscheinlich für lange Zeit, tvenn nicht für immer— niedrigsten Punli erreicht, und dazu wirken stch noch besonder» günstige Be- schaswngsd'sposttionen bei diesem Wcrtbeim-Wäscheptrkauf aus. Alle vom Montag bis Sonnabend bei Wertheim gclauflcn Wäschestücke werde» auf Wunsch gratis gleich vor den Augen der Kundin auf iniercssanten Monogrgmmstick. inaschinen mit Monogramm bestickt. Gin»orxügllche» Mittel, um die Mundbaktcrien, die den Haupttchaden anrichten, in ihrer Entwicklung iu hemmen, ist die regelmäsiige Pfteoe des Mundes nnd der Zähne mit dem bewahrten Odol-Mundwasscr IN Bcebindung mit Odol-Zahnrasta— mindelicns dreimal am Tage. Künstliche Augen wceden demnächst durch die ssirma 5. Ad. Müller Söhne, Anstatt fftr künstliche Augen. Wiesbaden, in Airwrfcnheit der Pattcnten nach der Natur angefertigt und cingepasit. Näheres ist ans der heutigen Angeige der ftinno in dieser Nummer au ersehen. TrftnBce ifiräuierM«« uin«& �esuinul«? Nor eine Krünterkar, wie sie schon seit Jnhr'aoscnden van der leidenden Mcnschbeit angewendet wird, i d. einriß Bleibende> loriivahrcnden Wechsel rnedirinische Systeme gewesen. D eififrcieit Heilkräuter führen d Organismus diejenigen Suhstanren r.u. d unbedingt zur Ausscheiduirg kranker Storffe notwendig sind— Aus dies Orunde sollte(edermänhfd. d Blut seines Körpers— den Hauptsaftstrom— gesund erhalten will, i seinem eigenen Interesse i jedem Jahre, im Früh ahr und im Herbst, wenn die Blätter fallen, eine Bln.'rclnlgnngs- kor vornehmen u. sich zu diesem Zwecke des beröhmten Kwletscbm Uni. venal-Tecs hedie en. Es können leicht Hantonreinlgketten. 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Echt kapitalistische Krise.- Der unvorbereitete Staat.— Aufgaben der Arbeiterklaffe. Wir hob«» einen Abschnitt der Krisenperiode hinter uns. jene Zeit nämlich, in der der krisenhafte Tiefstand der Beschäftigung mit ihrer saisonmäßigen winterlichen Verschlechte- rung zusammenfiel. Jetzt sind wir in die Zeit eingetreten, in der sich die satsonmäßige Belebung fühlbar zu machen pflegt. Ist hiermit auch der Tiefpunkt der Krise überschritten? Ist die Wendung zum Desieren. zur Ueberwindung der Krise schon da? Es wäre möglich— trotz der noch wenig befriedigenden Entlastung des Arbeitsmarkts im März—, einige Gründe für die Bejahung dieser Fragen anzu- führen. Es ist aber durch verschiedene Krisenbetrachtungen der letzten Zeit die Berechtigung dieser Fragen selbst in Frage gestellt worden. Es wird nämlich von verschiedeueu sozialistischen Schriftstellern die Aus- sassung vertreten, daß sich die gegenwärtige Krise nicht nur durch ihr Ausmaß, sondern auch durch ihre ganze Art so stark von den früheren kapitalistischen Krisen unterscheidet, daß auch ihre Ueberwindung in der aus der Beschichte der früheren Krisen bekannten Weise nicht mehr möglich sei. Ja, es seien infolge der grundlegenden Aende- rungen in der Struktur der kapitalistischen Wirtlchaft diese Vorgänge selbst, wie von allem die Anpassung der Preise, nicht mehr in aus- reichendem Maße möglich. Diese Ausfaflung wird freilich nicht von allen ihren Vertretern in Ihrer äußersten Form vertreten, und es werden aus chp verschiedene, ihren Abstufungen und auch sonstigen Gesichtspunkten entsprechend, Schlüsse auf die künstige Entwicklung gezogen. Allen Abstufungen dieser Aussasiung dürfte aber die Schlußfolgerung gemeinsam sein, daß man nicht mehr die Ueber- Windung der Krise in der aus früheren Erfahrungen bekannten Form erwarten darf. Es liegt auf der l}and, daß die Theorie in diesem Falle eine eminent große, praktische, politisch« Bedeutung haben muh, so daß versucht werden muß, sich über diewirklichenLehren dieser Krise klar zu werden. Mag es auch etwas seltsamklingen— die wichtigste Lehre ist aber die. daß der kapikalismus auch in dieser Krise immer noch Kapitalismus geblieben ist. Scheinbar ist da» eine allgemein bekannte Tatsache, die von nie- mandem destritten wird. In der Tat wurden aber in den letzten Iahren die an sich zweifelsohne sehr bedeutsamen Veränderungen innerhalb des Kapitalismus von verschiedenen Seiten so stark überschätzt, daß man faktisch eine neue Wirtschaftsform kce- struierte, die eigentlich mit dem Kapitalismus nicht mehr gleich- gesetzt werden durfte. Wir wollen aber weder um Worte, noch um Begriffe streiten. Don sachlicher Bedeutung ist, daß die Erscheinun- gen, die bisher als Wesenszüge des kapitalistischen Systems be- trachtet, in Abrede gestellt oder nicht mehr als notwendig an- erkannt wurden. Wir meinen hier den kapitalistischen Zyklus, die dem Kapitalismus wesentlichen, ständig sich wirtlerholendeu Uebergänge »om Ausstieg zur Depression, dann zur Erholung und wiederum zum Ausstieg. Die Notwendigkeit dieser Art der Entwicklung wurde zunächst von densenigen bestritten, die die Lehr« von der kon- junkturlosen Wirtschast auf Grundlage der k a p i t a l i» stischeo Produktion vertraten. Der Glaube, daß wenigstens in A m e r i k a die konjunkturellen Schwankungen, wenn schoa nicht gänzlich ausgeschaltet, so auf jeden Fall auf enger« Grenzen beschränkt seien und daß deshalb eine Produktionskris« im stüheren Sinne nicht mehr als möglich er- scheine— dieser Glaub« war bei manchen Volkswirten so stark, daß sie in den ersten Monaten nach dem Ausbruch der amerikanischen Produktionstris« die Tatsache der Krise selbst anzweifelten. Nun war der Ausbruch der amerikan-fchen Sri,« wirklich nicht zu bestreiten, und er hat sich in einer geradezu„klassischen" Form voll- zogen. Man hat deshalb einsehen müsien, daß alle Erscheinungen, die al» Konjunkturausgleich gedeutet wurden, die Wesenszüge der kapitalistsschen konjunkturellen Entwicklung nicht geändert haben. Auf Grund der Eigenart des Verlaufs der Krise— ein« Eigenart, die wir nicht leugnen—, entstand während der Krise«ine neue Lehr«, die in gewissem Sinne eine Umkehrüng der eben gezeichneten ist: nämlich die. daß die kapitalistische Wirtschaft zwar in eine Krise geraten ist. baff der kopitalismu« aber nicht mebr imstande sei. den Weg au» der Krise zu finden. Diese Auflassung stützt sich auf eine an sich durchaus richtige Beobachtung, daß die Anpassung der Preise(der Preis- abbauf im Derlauf dieser Krise wesentlich gestört wurde. An bestimmten Stellen der Wirtschaft(z. B. in der Schwerindustrie oder im Einzelhandel im Vergleich zum Großhandel) läßt sich eine nur sehr langsam« Herabsetzung der Preise feststellen. Einige Verfasser führen diese Erscheinung hauvtsächltch auf die Ausschaltung des freien Wettbewerbs, auf die Monopolisierung des Markts durch die Unternehmerorganisationen zurück, die anderen betonen von allem die stark« Zunahme der Bedeutung der f i x e n K o st e n. im Gegensatz zu den Löhnen, Steuern usw.. die einen viel geringeren Raum für die Herabsetzung der Preise lassen oder wenigstens stärkste Hemmungen gegen sie erzeugt. Die Tatsache ist da, und die Ueber- Windung der Krise wird durch sie zweifelsohne erschwert. Mit Recht schreibt Lederer in seinen„Wege aus der Krise"(S. 28): „Bedeutsamer erscheint mir die Tatsache, daß die Regierungen der europäischen Staaten, durch die Not gedrängt, eine Erschütte- rung de« unhaltbaren, die Krise verschleppenden Preissystems ver- suchen. Damit übernehmen die Regierungen nunmehr die Ausgabe, die zur Liguidation der Krise entscheidenden Schritte zu erzwingen. Das ist ei« außerordentlich wichtige» Symptom. Der Auto- mattsmu» der kapitalistischen Wirtschaft ver- sagt.* Ez ist nun Sache des richtigen Augenmaßes, die tatiäch- lich« Bedeutung dieses Bersagens abzuschätzen. Wenn wir feststellen, daß der Kapitalismus immer noch Kapitalismus geblieben ist. so wollen wir damit auch sagen, daß sich letzten Endes die Anpassung der Preis« trotz aller Hemmungen, die das Leiden der Menschen verschärfen und verlängern, allmählich durchsetzt. Die Stockung de» Preisabbaus an bestimmten Stellen hat den allgemeinen Prer- abbav doch nicht oerhindert, und er hat allmählich, obwohl zweifelsohne sehr langsam, auch dos Gebiet des Absatzes an die letzten Verbraucher erreicht. Damit ist die Möglichkeit entstanden für die Steigerung der Kaufkraft im Vergleich mit dem erreichten Tiefstand und also für die Wiederankurbelung der kon- junkturellen Entwicklung. Freilich kann bei uns dies« Möglichkeit durch die erneute Schmälerung des Hasscncinkommens illusorisch werden, und die Verhinderung des weiieren Lohnabbaus wird damit zu der dringendsten wirtschaslspolilischen Aufgabe. Die Verknüpfung des Preisabbaus mit dem Lohnabbau hat schon, wie wir vorausgesehen haben, die Entwicklung außerordentlich ungünstig beeinflußt. Das Fortfahren auf dem gleichen Wege würde eine verhängnisvoll« Erschwerung des ohnedies mit großen Hem- muygen vor sich gehenden Prozesses der Ueberwindung der Krise bedeuten. Kapitalismus bleibt Kapitalismus. Deshalb bedeutet die Be» kämpfung der Krisen als einer sich ständig wiederholenden Erschei- nung notwendigerweise die Bekämpfung des kapitali» st i s ch e n Wirtschaftssystems. Die Entwicklung der Organi» sation innerhalb dieses Systems bedeutet noch keine planmäßige Lenkung des Wirtschaftsprozesses. Deshalb darf keiner, dem während dieser Krise die Notwendigkeit einer solchen planmäßigen Lenkung klar wurde, dies« Lehre der Krise in besseren Zeiten vergessen und muß sich den Reihen der Kämpsenden gegen den Kapitalismus an- schließen. Deshalb darf aber auch der Kampf gegen den Kapitali»- mus nicht bloß agitatorisch, sondern muß durch planmäßige, sozialistisch orientierte Politik geführt werden. Und hier begegnen wir noch einer außerordentlich wichtigen Lehr« dieser Krise. Es ist für die Staaken unmöglich geworden, dieser Krise gegenüber tatenlos zu bleiben. Auch die deutsche Regierung versuchte, den Ablauf der Krise zu beeinflussen. Die Ergebnisse aller staatlichen Intervultionen können niemanden zustiedenstellen. Gewiß sind manche Fehlschläge zum Teil auch auf falsche wirtschaftliche Vorstellungen zurückzu- führen, d. h. auf dos mangelnd« Verständnis der Regierenden. Nicht dies ist aber entscheidend. Man steht jetzt, wie beschränkt die Möglichkeiten sind, die dem Staat« zur Berfügung stehen, nachdem die Krise schon ausgebrochen ist, wenn der Staat sich nicht das Handwerkszeug und die Machtmittel für die Beeinflussung der wirtschaftlichen Vorgänge früher besorgt hat. Di« Bemühungen um den Preisabbau sind in dieser Hinsicht besonders lehrreich. E s fehlte eine ausreichende Durchleuchtung der Bedingungen der Preisbildung, wie sie durch die Tätigkeit der Unternehmungen und namentlich der Unternehmeroerbände bestimmt werden. Es stellte sich weiter heraus, daß viele Hemmungen für den Preisabbau während der Krise durch die Wirkungen der vorherigen Preispolitik und der früheren Investitionstätigkeit bedingt sind. Deshalb wird jetzt der Kampf um dj� Organe der ständigen Durchleuchtung, Ueberwachung und Besinflni- s u n g der entsprechenden Vorgänge zur aktuellen Aufgabe. In dieser Richtung bewegt sich unsere Forderung nach der Kontrolle der Kartelle und sonstiger Monopole durch ein bejondcres Organ, sine Forderung, deren zentrale Bedeutung auch in unstrsn Reihen noch nicht die ausreichende Anerkennung gefunden hat. Die Frage ruht bei uns bis auf weiteres, während in dem a n g« b I ich viel kapitalisterischen England neulich die zweite Lesung des Gesetzes über einen„Konsumentenrat" mit wcitgel>öndcn Vc- sugnissen begonnen hat, unter bestimmten Umständen auch die Fest- setzung von Höchstpreisen durch vi« Regierungsstellen. Die Regierungen waren zu der Beeinflussung der wirischas!» lichen Vorgänge während der Krise nicht vorbereitet, nicht gerüstet. Das ist aber die Folge nicht einer Unterlassungssünde, sondern der Tatsache, daß die Staatsmacht bis jetzt zu stark von den kapitali st ischenKrästenabhängig war. Die Durchsetzung der staatlichen Kontrolle über die wirtschaftlichen Vorgang« ist nicht nur eine Frag« des Wissens, sondern vor allem der M a ch t v e r- hältnisse. Noch einmal hat eine Krise, und zwar drastischer als je zuvor gezeigt, mit welcher erschreckenden Verschwendung von Kräften, mit welchen Qualen für die große Mehrheit der Menschen die kepita- listische Wirtschaft den Weg ihrer Entwicklung geht, mit welchen Opfern in dieser Wirtschaft auch ihre Fortschritte bezahlt werden müssen. Der Kapitalismus scheint durch die gegen- wärttg« Krise verurteilt zu sein. Er stirbt aber nicht von selbst. Trotz des Versagens seines so oft gerühmten Mechanismus findet er immer noch die Kraft zur Selbsterhaltung. zur Ueberwindung seiner Erschütterungen. Cr selbst kann nur durch die Kraft und durch die höhere Leistung seiner Gegner über- wunden werden. In diesem Sinne die Erfahrungen dieser Krise zu verwenden, dos ist die Aufgabe der sozialistischen Arbeiter-- bewegung heute wie je. Gee-rz Dec.Ver. Eisenpreispolitik rächt sich. Oer Stadltrust im ersten Quartal 1931. Der westdeutsch« Stahltrust. dieBer�inigteStahlwerke A.-G. in Düsseldorf, veröffentlicht jetzt den üblichen Quartals» bericht für die Zeit vom Januar bis März 1931. Da die Konjunktur in der Schwerindustrie seit dem 1. Oktober, dem Beginn de» Ge- schästsjahres 1930/31, ständig zurückging und in den letzten Monaten noch die saisonmäßige Geschäftsstelle des Winters mitwirkte, hoben sich Produktion und Absatz bei dem Stahltrust weiter ver» schlechtere Es bedarf aber keiner Frage, daß die Krise in den Betrieben de« Stahltrusts wie auch bei den übrigen schwer- industriellen Konzernen nicht diese Zuspitzung erfahren hätte, wenn nicht die konjunkt'.-rdrosselnde Preispolitik der Syndikate, deren Linie der Stahltrust bestimmt, jede Cnt- sxannung verhindert hätte. In der Berichtszeit sank die Kohlenförderung gegen- über dem vorhergehenden Vierteljahr um mehr als 10 Proz., von 5,23 auf 4,69 Millionen Tonnen, die Kots Produktion sogar um 16 Proz., von 1,73 auf 1,45 Millionen Tonnen, die Roheisen- erzeugung von 0,94 auf 0,80. um fast 15 Proz., und die Stahl» werk» Produktion von 1,0 auf 0,95 Millionen Tonnen, um rund 5 Proz. In welchem Umfang die Betriebe unterbeschäftigt sind, zeigt ein Vergleich der bisher verstrichenen sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres 1930/31 mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres. So betrug: 0kl. 1929 Ott l930 produkllons- bis März 1930 bis 77 ärz 1931 aussoll in TNillionen Tonnen Sohl:.... 14.03 9.92— 29 proz. Koks.... 5,09 3,13—37. Roheisen... 3.13 1.7S—44. Rohstahl... 3,26 1,96— 40. Die Belegschaft, die Ende März 1930 noch 169 336 und zu Beginn des Jahres 1930 sogar noch fast 174 000 Mann umfaßte, ist bis Ende März 1931 bis auf 105 078 Mann abgebaut worden. In der Zeit vom Januar bis März 1931 wurden 16 000 Arbeiter und Angestellte abgebaut. Seit dem Januar 1930 hat sich also die Belegschaft des stärksten deutschen Montanunternehmen» um 40 Proz. verringert. Die Umsätze haben sich dem Produktionsrückgang entsprechend weiter gesenkt. Sie gingen gegenüber dem Vorquartal von 233,7 auf 205 Millionen Mark zurück Der I n l a n d s u m s a tz, der bis Dezember 1930 gegenüber dem Vorjahr bereits um fast 46 Proz. zusammengeschrumpft war. ist bis zum März 193l verhältnismäßig wenig, um 7 Proz.� gesunken, dafür aber ist der A u s l a n d s u m- sa tz, der im vergangenen Jahre insgesamt nur um 26 Proz. zurück- gegangen war. in den letzten drei Monaten allein um fast 20 Proz gesunken. Der vorhandene Auftragsbestand, der Ende März vorhanden war. stellte sich auf n u r 58.8 Proz. der«nt- sprechenden Bestände im Monatsdurchschnitt des Geschäftsjahres 1929/30.. � Grippe und Apothekerprofit. Man erinnert sich noch der ebenso zynischen wie empörenden Bemerkung der schwerindustriellen„Deutschen Bergwerkszeitung" am Tage nach der Eschweiler Bergwerkekatastrophe: Aus die Dividende dürste das Ereignis keinen Einiluß haben. Auf dem gleichen Niveau steht der Geschäftsbericht der Handelsgesell- schaft deutscher Apotheker Ä.-G. Berlin(Hogeda), der darüber jammert, daß die sonst üblichen Gripp«» und Er» kältungserscheinungen ausgeblieben seien, wodurch die Gewinn« ungünstig beeinflußt seien. Unverblümter kann die Gier nach dem Mammon allerding» nicht zum Ausdruck kommen, wenn in einer Zell, wo fünf Millionen Erwerbslose auf der Straß« siegen. das Ausbleiben einer Grippeepidemie bejammert wird. Dabei sind die Gewinn« dieses pharmazeutischen Großunter. nehmen« nach wie vor sehr hoch. Der Reingewinn wird mit 650 000 gegen 803 000 Mark ausgewiesen, vorher aber sind 100 000 Mark vom Reingewinn in die Reserve gewandert, so daß der Gewinn de» Borsahre» fast erreicht wurde. Die Senkung der Dividende von 10 auf 8 Proz. entspricht daher keineswegs den tatsächlich erzielten Gewinnen. Gewinne der Gosina. 155 Mstionen belgische Franken im vergangenen Jahr. Die belgische Gosina, der zur Zeit größte europäische Konzern für Elektrizttätsunternehmungen mit Interessen tn den verschiedenste» europäischen und außereuropäischen Ländern, konnte im vergangenen Jahr ihren Reingewinn um über 30 Proz. steigern, und zwar von 116,2 Millionen belgischen Franken auf l55,4 Millionen im Jahr« 1930(1 belgischer Franken--> rund 12 Pf.). Der Rohgewinn zeigt eine Vermehrung von 140 auf 166,6 Millionen Franken. Wie schon im vergangenen Jahr ist auch diesmal die Bilanz in außer- gewöhnlich hohem Grad« flüssig und der Bestand an Bar- geld und Bankguthaben erstaunlich hoch. Im ver- gangenen Jahr waren c» 1,3 Milliarden Franken, diesmal sind es 1,1 Milliarden Franken. Der Konzern ist also für Expansions- maßnahmen größeren Stils durchaus gerüstet. Die gesamte Bilanzsumme, die im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Umkapttalisierung von 720 Millionen auf 3,02 Milliarden Franken angeschwollen war, ist nur in geringem Umfang zurückgegangen, nämlich aus 2,82 Milliarden Franken. Die Beteiligungen vermehrten sich 1929 auf 490 Millionen Franken und sind bis Ende ,930 weiter auf 590 Millionen Franken gestiegen. Wie die Geschäftsberichte anderer Finanzierungskonzerne der Elektristtätsbranche zeigt auch der Sofina-Bericht, wie günstig Gesellschaften dieser Art selbst in schweren Krisenzeiten abschließen. Wir werden bei Borlieaen des Geschäftsberichts uns noch ausführ- sicher mit dieser Gesellschaft befassen, die sich ja bekanntlich jetzt auch in die Berliner Kraftwirtschaft einschalten möchte. Die Verhandlungen mii den Nuffen. Einzelheiten der AuftrassSverpedunq Bei den vorgesehenen Aufträgen sollen, wie wir hören, aus d-e eisenverarbeitende Industrie Bestellungen in Höhe von 150 Millionen Mark enlsallen, also etwa die Hälste der Gesamt- aufträg«. Der Werkzeugmaschinenbau ist hieran in erster Linie beteiligt. Die Elektroindustrie wird voraussichtlich für 30 Millionen Mark Aufträge erhalten. Di« Eisenindustrie wird teils direkt teils indirekt durch Lieserungen an die Eisenoer- arbeiter mit insgesamt 100 Millionen Mark beteiligt sein. Auch die Werften dürften größere Aufträge an Tank- und Fischdampfern im Gesamtwert von 40 Millionen Mark erhalten. Die bisher bei den verschiedenen Russengeschäften vereinbarten KreditsristeN von 12, 18 und 24 Monaten werden aus 14. 21 und 28 Monate erhöht. Einzelheiten über die Finanzierung sind noch nicht bekannt. 1 MSzWss Mz-L»?Z« i*'\S yv»'.v-.*!** �**y"■ UK-SstzKMKMz. MS.'�KWS-sc-SW«�. MMMMMKiM-. ��WK?RM?Ä.'Ä'.?.MNLZ «W�Msk?:4ax;3&■:M?iW i �° 1 �- mjflgKBP:-' � JäJiif::::::::; litSlSHiflUn ni:;:: MWMZ�WH WWWWM� 1 »•••■ V*N***■-'■».'■-■ c-.c�r�v y.-rj'A*' jr�Cr-a*:;-.—•;■" �».wg �-'V'Cyv* »•V;•>«•?. ♦•• a ✓. �•*.-'>»,:..» MM-S?" /-'W� i'xaj;v> r..*A~CN •i'v--?» die bewährten Henkelsachen! Mmtzum großen Rdnematlien BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN ESSEN Düsseldorf: HANNOVER DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT VI» WUPPERTAL BREMEN Cxe-wictmei allen freunden unseres TrLevLUSes UkH und denen, die es-werden-wollen. Copuright bg Kurt Lisser Reklame 1931 Nachdruck von Wort uüfU�sfd verboten! In einem großen, hellen, luftigen Saal sitzen an langen Tischen 12 junge Damen und sichten?— eichten— sichten. Immer höher türmen sich die Stöße der Stimmkarten, jede einzelne wird dreimal geprüft, bis sie Ihre„Zensur" bekommt Es klingt fast unglaublich, aber: alle zur Bearbeitung eingegangenen Stimmzettel übereinander gestapelt, würden die Spitze des Kölner Domes noch uro ein weniges überragen. Und das Ergebnis?- Nun. es Sind verschwindend wenig ganz richtige Lösungen dabei.— Aus Magdeburg z. B. bei über 19 000 ausgegebenen Stimmkarten nur 11 ganz richtige— aus unserem Berliner Geschäft Oranienstr. bei über24000 Stimmkarten sogar nur 9- den Vogel hat bisher Duisburg abgeschossen, mit 53 ganz richtigen Lösungen. Aber die überwiegende Mehrheit aller eingegangenen Stimmkarten(soweit sie bisher geprüft werden konnten) gibt ein vollkommen falsches Resultat an. Man kann also sagen, daß ungefähr V.Million Menschen nach sorgfältiger Prüfung unserer Kleidung den Preis für die in Frage kommenden 4 Kleidungsstücke als durchaus ange» messen empfunden haben, obwohl sie mit der doppelten Höhe ihres wahrenPrei- ses ausgezeichnet waren. Wie glücklich müssen alle diese Menschen sein, in dem Bewußtsein. diese 4 Kleidungsstücke jetzt für die Hälfte des Preises kaufen zu können, der ihnen richtig schien. Aber auch all' den anderen, die entweder eine falsche Lösung abgegeben haben, oder die sich an diesem Wettbewerb überhaupt nicht beteiligt haben, sollte das überaus bemerkenswerte Ergebnis doch zu denken geben. Es sollte sie— meinen wir— zu der Überlegung führen: „Doimerwetter, da sollte man doch mal einen Versuch machen— sollte doch mal sehen,„was d ran ist" — und ob nicht am Ende d 1 e die wirklich klugen sind, die der Parole folgen- Und— fugen wir hinzu: All diese schöne Kleidung ist da— preiswert und gut bei C 81 A! Eögac Mallace der Mann mit der riesig- langen Zigarettenspitze— das haben Sie vielleicht gelesen— wurde als Herausgeber einer eng- lischen Zeitschrift verpflichtet. Sicher wird er seine Zeitung auch so inter- essant gestallen, daß seine Leser stets voller Spannung auf die»nächste Nummer* warten. --- Wie auch unsere Kunden immer gespannt die nächste»C& A-Seite* erwarten. Denn auch sie ist immer den neuesten Mode- Einfällen»auf der Spur* und zeigt Ihnen. was Sie als moderner Mensch, der etwas auf fein Aeußeres gib», von der Mode wissen müssen. Aber auch sie bringt Ihnen— genau lpi« Wallace seinen Lesern— stets ein überraschendes, aber hochbefriedigendes »cheppx end": Sie verrät Ihnen. wie auch Sir immer flott und modern ge» kleidet gehen und trotz» dem Ihre Sparbüchse erheblich auffüllen tön- nea. Denn unsere fabelhasten Preis« find durchaus auf spare» eingestellt. Gibt's wohl einen schöneren Schluß? 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Hübsche, höhliche. Gute, schlechte. Solche, die gar nicht in Frage kamen und solche, vor denen man sich in acht nehmen mußte. Wer der Richtige, der Richtige... der einzig und allein Richtige... wer weiß? Es war schwer, den Richtigen zu finden. Erika jedenfalls mußte sich mit Viertel- und Halbrichtigen trösten. Vielleicht fand Käte einen Drciviertelrichtigen. Nett und hübsch genug war sie. Nur eben: nicht klug genug. Nicht kokett genug. Sic würde schließlich noch an den Unrichtigen kommen. Aber Erika sagte:„Pah ans. Der Sonntag wird famos. Zieh dein Neues an!" Und Käte zog ihr Neues an. Kurz vor neun war sie auf dem Bahnhof. Sie stand unter der großen Uhr in der Halle und suchte in der strömenden Säzar der Sonntagsausslügler ihre Freundin Erika. Hatte sie verschlafen? „Der Tag fängt schön an!" dachte Käte. Unaufhörlich lösten sich aus Elektrischen und Autobussen die hellen, leicht gekleideten, sonntäglichen Gestalten, schon gebräunt von ersten Wochenendausflügen. Unaufhörlich strömten sie in die Halle des Bahnhofs, mit kleinen Koffern, Rucksäcken und gerollten Bade- tüchern. Ueber die Treppen zum Bahnsteig hinauf summte das frohe Wandern der vielen Hunderte. Wer Erika war nicht zu sehen. Di« Uhr zeigte auf ein Viertel noch neun. „Noch fünf Minuten!" dachte Käte enttäuscht. Aber auch die fünf Minuten vergingen, ohne daß Erikas roter, fescher Pullover in der Menge auftauchte und ihre Stimme lustig an Kätez Ohr drang: „Run aber raus in die Frühlingsluft!" Käte sah sich noch ein paarmal um, langsam ging sie die Treppen zum Bahnsteig hinauf, immer noch unschlüssig, immer noch voll Hoff- nung, Erika im legten Moment entdecken zu können, dann bestieg sie enttäuscht den Zug... Bald schwand die kleine Falte der Enttäuschung von ihren Mundwinkeln, sjhre Lippen öffneten sich zu stummen Ausrufen der Freude über kleine Häuser und Gärten, über winkende Dorsjungen, die an der Bahnstrecke standen, über stille Waldwinkel, durch die der Zug brauste. Berlin lag hinter ihr. Irgendwo dort hinten, wenn sie den Kopf aus dem Abteilfenstcr steckte und über die Felder sah, lag Berlin, lag die Fabrik, in der sie arbeitete. Aber hier, wo Käte den Zug verließ, surrten keine Maschinen, hiellen keine Mauern das Licht zurück, hier schmerzte der Rücken nicht mehr vom Rücken über Arbeitstische. Sic stand noch eine Weile auf der kleinen Station, als müßte sie sich erst einmal recken, erst einmal tief Atem holen, schon spielte ein weicher Wind mit dem Löckchen über chrer Stirn und die Sonnenstrahlen fielen in ihren noch ungebräunten Nacken wie kleine, wohltuende Messcrchcn...T.> U eberall war Wald. Es rochZchpn nach See. Die Luft wurde schwerer, von Feuchtigkeit satter. Die Stille wich. Stimmen schwirr- ten wie Vögel durch die Lüft. Halbnackte Menschen tauchten plößlich zwischen den Bäumen auf, und an ihrem Körper war das Silber- rraß des Sees noch nicht getrocknet. Die Leiber funkelten in der Sonne, die zwischen den Banmreihen durchbrach. Dann lag der große, slitnmernde See vor Käte mit seinem bunten Strand voll Menschen... Am Nachmittag begann Kätes kleiner Roman. Sie lernte einen Mann kemicn. Er war beinahe„richtig". Auf den ersten Plick. Er sah gut aus, ohne Talmieleganz. Er war hübsch, ohne Talent zum FUinliebling. Und er war gewandt, ohne aufdringlich zu sein. Der richtige Mann für Mädchen wie Käte. Er fragte sehr höflich, gar nicht in dem Ton eines Annäherung-- versuche:„Darf man sich hier niederlasten?" Und Käte nickte. Sie zog die Beine nur etwas an. Ihr Gesicht lag im Schatten eines Weiden- busches. Aus ihre Schenkel brannte die Sonne. Die Westen schlugen leise an den Strand, der hier, im Gegensatz zu anderen, belebteren Stellen, wie eine Oase der Stille war. „Ob er sich nicht ausziehen will?" dachte Käte nach einer Weile. aber der Mann schien keine Anstalten zu machen. Darin stand sie plötzlich auf, dehnte sich in ihrem Trikot und lief in den See. Wie sie im Wasser war. sah sie, daß der Mann sie beobachtet«. Sie lächelte einmal hin, wendete und schwamm weiter in den See hin- aus. Ihre rote Badekappe leuchtete dem Mann«. Als sie zurückkehrte, sah sie einen braungebrannten Mann im weißblauen Trikot neben ihrem Plag hocken, es was ihr Nachbar. „O," dachte sie.„wie braun er ist. Üsiie ein Neger!" Und er lächelte sie jetzt an, seine weißen Zähne blitzten, sie senkte die Augen. Dann stand er aus, groß, schlank, sie sah ihm nach... Später rückte er näher zu ihr Sie sah den braunen Glanz seiner Haut und hatte für Augenblicke den Wunsch, mit ihrer Hand darüber zu streichen. Er zündete sich eine Zigarette an, rauchte mit Genuß, wie ein Mensch, der weiß, was er an einer Zigarette hat. und der es vielleicht mir deshalb weiß, weil er in Lagen war, wo er die Zigarette hatte entbehren müssen. Es war wie der Nochtisch einer Mahlzeit, deren Hauptgang tuis eben genossene Bad war, und die ihm nun noch ein besonderes Destert bot: die Unterhaltung mit einem hübschen Mädchen. Die Unterhaltung des Mannes mit dem Mädchen begann wie olle Unterhaltungen am Strande und noch dazu am Sonntag. Sie dachten an Liebe und sprachen vom Wetter. Sie wollten sich näher kommen und hielten scheinbar aus Abstand. Sie sagten„Nein" und dachten„Ja". Und so rückte er immer näher. Auch In ihrem Herzen. Ihr erstes Fort hatte schon dos weiße Tuch gehißt. Sie begann in dem siegreich Vorrückenden keinen Feind mehr zu sehen, gegen den die Masse des Mißtrauens geboten war. Sie stand noch sest und un- eingenommen in ihrem WUlen und überdies hatte sie für den Not- fall noch genügend Reserven zur V«rsügung, doch es schien, als würde sie, wenn es darauf ankommen sollte, vielleicht doch keinen Gebrauch von diesen Reserven machen. Sie lockte mit ihrem Wider- stand den Feind zum Sieg. Sie glitt lächelnd in ihre Riederlag«. „Ein Mann!" dachte sie.„Ein Freund. Für mich! Für heute Für morgen. Uebermorgen. Für immer. Ein Erlebnis. Ein An- fang. Eine Entscheidung!" Sie lagen am Wasser, lachten, sprangen auf, liefen in den See, schwammen, kehrten zurück, trockneten in der Sonn«, blitzten sich mit den Augen an, mit den Zahnen und sagten„Sie". Die Sonne war schon in den Wald hinuntergesunken, der Strand war leerer geworden, Dampfboote fuhren mit Ausflüglern Der rSlarfrf) unserer Fruueu Äus alten, Jahrtausend 1l.ud lange vergittert, BriGt Mrureud und brausend 3Ind welteugeroitternd Der rGflarfd) nns'rer Frauen, Die Freiheit zu sGanen, SiG selber zu leben Tbnd Frieden zu geben! �Zu laoge'iserkettet Den dunklen Geroalten, Dfain cnbllzh gerettet Die Zv gestalten, DTlarftihieren die Frauen Voll Glut und Vertrauen! c5m blühenden �Morgen Sind alle geborgen. Das Glürk wird den Bindern, Die Gjxal geht zu Ende! Das Elend zu lindern, Glüh'n Serzen und Hände. VZillkomweu, ihr SGwesteru! Vorbei ist das Gestern! Das Äite ist ri�tbarl Das Diene wird flphtfear! LQIoje Baithel heim, aus einem Gartenlokal klang Musik herüber, da standen auch sie aus,, zogen sich au. hinler.Busch«».. D mu gingen sie. erwas fremder, kühler, vorkichtiqer, den Z>.t� zum Bahnhof.' „Sie werden doch nicht jetzt schön Nach Hause fahren?" sagte der Mann, als das Gartenlokal in Sicht kam. Die Musik hotte gerade Pause. „Ich muß!" antwortete Kate. Six glaubte in diesem Augen. blick wirtlich:„Ich muß!" Jetzt standen sie vor dem Lokal. Alle Tische waren besetzt. Die Kellner liefen mit Völlen Tabletts.. Käte sah den Bicraläfern nach und sagte mechanisch, eigentlich hatte ste es nur denken wollen:„Ich habe Durst!": „Dann bleiben wir ein wenig hier. Wir finden schon Platz. La?" Die Kapelle setzte in diesem Augenblick mit einem Marsch ein, rasch war die Tanzfläche in der Mitte des Gartens nüt Tanzenden gefüllt, auch van Käte wich die Müdigkeit plötzlich, sie hielt ihren Begleiter am Arm fest:„Tanzen wir einmal!" Jetzt drückte er sie zum erstenmal an seine Brust. Sie neigte den Kops nah an seine Schulter und dacht« a» den oraunen Glanz der Haut. Sie wurde schwerer im Arm. Sie kam näher. Er hielt sie fester. „Ist das nicht schön?" fragte er. Sie nickte nur. Sie blieben noch bis zum nächsten Tanz. Sie blieben noch den übernächsten Tanz. Sie blieben bis zum letzten Dampfboot, das um 10 Uhr nach Berlin zurückfuhr. Als ihr Begleiter die Fahrkarten löste, erschrak sie, sovielc Geldscheine sah sie in seiner Brief- lasche. Er bemerkte ihr« Verwunderung, lächelte flüchtig, klappte die Briestasche zu und steckte sie wieder fort.„Komm, schnell, sonst kriegen wir keinen Platz nuchr!" sagte er Heiser. Sie lief hinter u?m her, in einem neuen Gefühl.„Er ist reich!" dachte sie.„Reich!" Es wäre ihr gleich gewesen, er hätte auch ganz arm sein können. ober da er nun reich zu sein schien, spürte sie eine dunkle Welle neuer Glückseligkeit durch ihr Herz wehen. Sie dachte gar nicht an sich. Sie sah nur imm�r noch die vielen Scheine. Sie dachte höchstens an glückliche Stunden.... Dann saß sie neben ihm. Es wurde dunkel. Aus dem Schisj schoukellen die bunten Laternen. Die User dämmerten vorüber. Der Himmel sah herab. „O" sagte Käte einmal,„mein Nacken brennt so". Er fuhr mit. der Hand sacht darüber, und sie schrie leise auf. Es schmerzte. „Du hast zu lange in der Sonne gelegen. Mädchen", meinte der Mann.„Nun wirst du aber braun, paß aus, morgen im Spiegel. Am nächsten Sonntag bringst du Creme mit." „Am nächsten Sonntag", dachte Käte. „Wann sehen wir uns wieder?" fragte sie leise. „Nächsten Sonntag. Bestimmt. Am Bahnhof Friedrichstraße. Um zehn." „3a!" sagte sie, gern. Sie wurde müde. Unablässig summte der Motor im Schiff. Die Wälder an den Usern sanken in die Dunkelheit. Sie standen wie ganz jern, in einem unwirklichen Land. Die Stimmen der Mit- reisenden wurden leiser. Man küßte sich auf verstockten Bänken. Zigaretten blinkten mit ihrem aufglühenden Feuer. Am User sang' jemand. Es verstummte. Immer gleich in Fern« und Schweigen strahlte der Himmel jetzt hellere Sterne herab. Das Wasser gluckste... „Kätchcn!" slüstcrte der Mann,„nachher kommst du noch«in Stündchen zu mir." „Ach, nein!" erschrak sie. „Nur ein Stündchen. Es ist schön bei nnr oben. Später kannst du immer da bleiben. Weißt du... Du mußt doch heut« noch sehen, wie ich wohne..." „So spät? Ick) muß noch Hause. Ich habe Angst." Er küßte sie. Sie wollte sich freimachen, sank aber plötzlich zu- sammen. Niemand sah sie. Am Ufer leuchteten die Fenster eines einsamen Hauses. „Kommst du?" fragte er böse. „Ja", seufzte ste. Die bunten Laternen schoukellen leise im Wind... Zitternd verließ sie das Schiff. An der Landungsbrllcke standen Leute, die Ankommende begrüßten, Bekannte suchten. Eine Straßen- lampe warf scharfes, helles Licht auf die Aussteigenden. Man blinzelte, wie aus einem blauen Traum in der Wirklichkeit ge- landet. � Kätes Freund war dicht neben ihr. Sie schritten durch die Sperre. Sie wollten stehen bleiben, sich in die Augen sehen und dann den Weg zur Wohnuntz einschlagen. Sie wollte noch„Nein!" sogen. Sie wollte nicht mehr„Nein" sogen. Sie wollte schon bei ihm sein, allein. Da war«r plötzlich weg. Sie sah sich um, er war nicht zu sehen, überall waren Menschen, sie lies hier hin und dorthin, rief leise seinen Nomen. Er war vcrschwmKien. Sie stand zuletzt ganz allein' auf der Brücke. Ganz verzweifelt. Ganz betrogen. Sic weinte „Was ist Ihnen?" fragte ein vorübergehender Schupo. „Ich suche jemand!" schluchzt« sie.„Er ist fort. Auf einmal!" „Wie sah er denn aus?" Sie schilderte ihren verschwundenen Freund. „Hm?" meinte der Schupo bedächtig." vorhin haben ste einen Wann am Steg verhaftet, wie sie ihn beschrieben haben. Zwei Beamte in Zivil haben ihn abgeführt. Er wurde gesucht. Gehören Sie zu ihm?" „Nnnein!" stammelte sie. Der Schupo sah sie noch einmal an und ging grüßend. Käte erfuhr nie, welches Schicksal in dieser Nacht von ihr abgewendet worden war. Sie vergaß das Gesicht des Mannes nie. Es erschien ihr nicht wie das Gesicht eines Der- brechers. Sie sah ihn im Traum im Gefängnis. Er streckte die Arme nach ihr ans und sagte„Mein Engel!" Morgens weinte sie dann sehr. Manchmal faßte sie nach der Stelle an ihrem Hals, rno der Mann sie geküßt hatte. Dann erschrak sie vor einem sürchter- lichen Gedanken: Lustmörder! Vielleicht nur: Heiratsschwindler! Sie rieb die Stelle an ihrem Hals, wusch sie, ober sie brannte weiter Und ihr Herz, damals leicht entzündet, schwelte weiter in verborgenem Feuer, bis es irgendeiner löschte. Ein Dreiviertel richtiger.■ ■' v.■ TT--.'.--- SRudolf Weip: TOidlllliilfl Warum weinst du auf der Straße, fremde Frau? Ich gehe an dir vorüber mit vielen andern, wir sehen dich an. In manchem von uns wächst ein Gefühl, wir wollen, zu dir hin. dich fragen... Wer keiner bleibt auch nur stehen. Es wird eine Unschlüssige Gebärde, wir sind leicht irritiert, und du bist schon weit fort, verschlungen, untergegangen im Gewühl vieler Menschen. Du bist etwa sünfzig. Jahre alt, hast also lange gelebt und sicherlich schon viel erlitten. Hast.furchtbar«, grausame Dinge ge- sehen, oder doch wenigstens von solchen gehört. Die letzten zwanzig Jahre waren ja voll davon: Tod, Mord, Verstümmelung. Der- wüstung. Und heute ist es so schlimm geworden, daß du aus der Straß« gehst und meinst?! Wäre ich aus dich zugegangen, hätte ich dir helfen können? Vielleicht. Aber wir haben keine Zeit für andere. Wir haben nicht ein- mal Zeit, unsere eigene Stimme zu hören, die in uns weint. Viel- leicht, wenn du diese Zellen liest— aber du wirst sie nicht lesen— käme eine kleine Wärme in dir auf. Du wärst nicht so allein. Ich schreibe jetzt ein Buch, dessen 5ield das Schicksal sein wird. Das Schicksal, das dich heute weinen läßt und jenen dort lachen, der morgen auch weinen wird. Es wird ein grausames Buch fein und ich und die Menschen darin werden nicht verweilen dürfen bei solch geringen Dingen wie es dein Weinen ist. Du bist kaum«in besonderer Aktepr in dem Drama, da das Schicksal mit sins ollen spielt. Geboren wurdest du,— da sing dein Tod schon an,— man hatte dich lieb, du liebtest. Langsam nimmt man dir die, die im liebst, du bleibst allein und nun stirbst du wohl bald. Das ist nicht viel. Es ist nicht wenig, ich weiß. Aber nur wir beide wissen da», du und der Dichter. Was will ich denn mit diesem Buch? Wissen, daß viele um mich sind, die diese Zeilen lesen, die ich in großer Einsamkeit und Not geschrieben habe. Viele Hirne, die meine Gedanken nochmals denken. Augen, die mich ansehen, indem sie die Menschen betrachten, die ich gemacht. Darum gehören die ersten Blätter dieses Buches dir, fremde Frau. Sieh, ich bin wie du. Denn was tut der Dichter anderes? Er geht in den Straßen und weint. Der erste Phonograph wurde im Jahre 1877 hergestellt und sprach als erster die Verse:„Maricchen hol«in kleines Lamm, sein Fell war weiß wie Schnee." Im gleichen Jahr begann der Bank- beamte George Eastman daran zu qrbeitcn. die schweren Photo- graphenapparote zu zusammenlegbaren Taschenapparaten umzuarbeiten und damit die Photographie zu einem Sport für Millionen zu machen. blUTZbdl SIE DEN JETZIGEN TIEFSTAND DER PREISE, DIE AN 1913 ERINNERN! SCHLAFZIMMIR„RUTH" Bch« in gediagen«r Ausführung rm 518.- SCHIAPZIMMIR NuObaum/Mahagoni od.' rm 675.- E DRiUA mOB£L[ mmmM ELSASSER STRASSE 37 BRUNNENSTRASSE 33■ SPEISEZIMMER„SERIIN" Elch« gebeizt mit polierten Türen RM 465." SPEISEZIMMER„STUTTGART" ICoukasisch Nußbaum poliert| rm 660.- AUCH TEILZAHLUNG— 24 MONATSRATEN am oranienruroer toe nahe iNVAHOENSiEASse 1. RATE JUNI— PROSPEKT O. KOSTENLOS %rude£. Schills: Man mußte es ihr lassen: tüchtig war die Kalinken. Solange man denken konnte, verließ sie morgens um sechs das Haus und , betrat es erst wieder spät abends, mit gebeugtem Rücken, obwohl ihr Schritt immer klang, als geh« ein reschcs junges Mädel. Sic war«ine gesuchte Wäscherin, die selten einen arbeitsfreien Tag hatte. Sonntags hörte man sie bis zum Mittag schrubben und putzen, und am Nachmittag planschte sie mit ihrer eigenen Wäsche herum oder sie rattert« stundenlang an der Nähmaschine. Deshalb sah man es ihrem Haushalt und ihrem einzigen Jungen, dem Emil, auch nicht an, daß ihr Mann, der Maurer Kalinke, ein unverbesserlicher Säufer war. Solange der einen Groschen in der Tasche hatte, vertrank er ihn. Im Rausch war er von. einer schläfrigen Gemütlichkeit: aber wenn er nüchtern war und wußte, daß seine Frau oben im Wäsche- schrank ein paar Mark verwahrt hielt, machte er Krach und verlangte von ihr, sie solle das Geld herausgeben. Anna Kalinke ertrug geduldig die Trunksucht ihres Mannes. Sie schimpfte oder weinte nicht, wenn er taumelnd nach Hause kam und in den Kleidern auf das Bett sank, von dem er dann manchmal vierundzwanzig Stunden lang nicht aufstand. Sie schien sogar un- bewegt, wenn sie ihren Mann irgendwo von der Straße auslesen und heimführen mutzte. Nur wenn er von ihr Geld wollte, begann sie wild zu werden. Zwar hörten die Nachbarn nur da» Geschrei und die unflätigen Worte de» Mannes. Doch sie vermuteten nicht ganz mit Unrecht, daß die schallenden und dumpfen Geräusche, von denen seine Reden oft unterbrochen wurden, von Frau Anna Kalinke verursacht wurden, und eines Tages hatte malt nach solchem Gefecht den Mann mit einem halbverbrühten Gesicht brüllend aus der Wohnung stürzen sehen. Von der Kalinken selber erfuhr man nichts darüber: sie gab auf neugierige Fragen eine rasche Antwort, aus der man nicht klug wurde, und ging eilig weiter. Manchmal blieb nach solchem Austritt der Mann tagelang fort, bis er dann in lallender Betrunkenheit wieder heimfand oder aus irgendeinem Rinnstein von Anna geholt wurde. Bis man ihn chr eines Tages brachte. Verschmutzt, init blauem gedunsenem Gesicht lag er auf einer Bahre. Der Arzt, der den Totenschein ausstellte, sah das stumpse Trinkergesicht des Mannes, die hagere Frau mit den verkniffenen Lippen, den verschüchterten zehnjährigen Jungen, die blitzsaubere Wohnung, und schenkte sich jedes Trostwort. Anna Kalinke weinte ihrem Mann nicht nach, was begreiflich war. Aber sie sagte auch nicht Gottseidank über seinen Tod: wenigstens sagt« sie es nicht zu anderen, auch nicht zu dem kleinin Emil. Sie ging weiter tagaus, tagein waschen und schrubbte und nähte zu Hause. Doch an schönen Sonntagen sah man si« oft schon am frühen Vormittag mit ihrem Jungen zusammen fortgehen, in einem Kleid, das sie sich ganz neu angeschafft hatte, und dos nicht schwarz war, sondern dunkelblau mit kleinen weißen lupfen. In diesem Sommer richtete sich ihr Körper allmählich gerader aus, wenn auch der Rücken immer noch eine leichte Rundung zeigte, und die Hausbewohner stellten erstaunt fest, daß die Kalinken früher einmal ein« ganz hübsch« Frau gewesen sein mußte. Jetzt hatte sie zwar erst knapp die Mttte der Dreißig überschritten, doch chr Haar war grau und ihr Gesicht von Furchen durchzogen. Manchmal, wenn sie mit ihrem Jungen zusammen war, hörte man sie schwatzen und lachen. Früher, wenn es nicht gerade Lärmszenen mit dem Mann« gab, war es in der Wohnung totenstill gewesen. Der kleine Emil, der im körperlichen und geistigen Wachstum scheinbar immer etwas zurückgeblieben war, erholte sich zusehends und entfallete sich zu einem hübschen Jungen, dessen blauäugige Blondheit der dunklen Mutter ganz unähnlich war.„Er wird seinem Vater ähnlich", flüsterten die Nachbarn, und es klang wie eine düstere Prophezeiung. Smil war«in heiteres Kind. Er machte nicht mehr dumm« und nicht schlimmere Streiche, als sie seinem Atter gerade angemessen waren. In der Volksschule war«r«in guter Durchschnittsschüler. Als er vierzehn Jahr« all war, kriegte er«inen feierlichen Ein- fegnungsanzug mit langen Hosen. Das war Zeichen dafür, daß nun der Ernst des Leben» für ihn begann. Emil war gegen Fremd« weniger verschlossen als seine Mutter. So erfuhr man rasch, daß er Schlosser werden wollte, und daß die Mutter ihn in einer großen Fabrik ein« Lehrstelle verschafft hotte. Noch immer sah man Emil stets mit seiner Mutter und nur mit ihr fortgehen. Die Kalinken trug dann sogar Handschuhe und sah fast stolz aus. An einem Sonnabendnachmittag ober wurde Emil van zwei jungen Burschen abgehott. Ihre Gesichter waren braun- gebrannt und auf ihrem Rücken lasteten dickgesüllta Rucksäcke. Als Emil mit den beiden abzog, winkte die Mutter ihnen vom Fenster aus noch. Am Sonntagnachmittag aber, obgleich das schönste Sonnonwetter war, hörte man sie Maschine nähen. t Anna 9ialinke Emil ging von da an häufiger allein oder mit Freunden aus. Frau Kalinke verließ bisweilen an den Sonntognachmittagen die Wohnung, feiertäglich angezogen. Wohin sie ahne ihren Sohn ging, wußte niemand: denn Verwandte hatte sie nicht in der Stadt. Anna Kalinke ging aber nur spazieren, damit ihr Emil nicht glauben sollte. sie freue sich nicht, daß er endlich den Weg zu jungen Kameraden gesunden hatte. Das wußte niemand, und niemand hat es erfahren. Aber eines Abends hörte man aus der Wohnung von Äalinkes laute.�hestige Worte: dann schwere, dumpf« Geräusche. Es klang fast wie Schläge. Eine Woche verging. Von da an sah man wieder Sonntag jür Sonntag Anna Kalinke und Emil zusammen fortgehen. Das Gerücht entstand: sie hat ihrem Sohn die Freihett nicht gegönnt. Man brauchte nur zu sehen, wie geduckt er jetzt neben ihr ging, um sicher zu wissen: si« will ihn ganz für sich haben. Dabei war Emil ein so rührend guter Sohn geworden.„Meine Mutter" war beinahe sein zweites Wort, und es wurde die Bc- kräftigung jeder Meinung, die er äußerte. Als er sich in ein Mädel verliebte, teilte er seine Frcizett gewissenhast zwischen chr und der Mutter. Diese war von Emils Bekanntschaft nicht sehr begeistert. „Keine Frau für dich", sagte sie, als Emil dos junge Ding auf ihr Geheiß zu einem Nachmittagskaffee in ihre Wohnung eingeladen hatte. Aber weiter sagte sie nichts. Emil war nun schon fünfundzwanzig Jahre alt. Aber vor der Mutter fühlte er sich immer noch als unmündiges Kind, seit jener Zeit, da er als beinahe Zwanzigjähriger die erste Prügel von ihr gekriegt hatte. Das war damals gewesen, als er sich seinen Wonder- freunden entfremdet hatte und in enie« Kreis geraten war, der sich in Kneipen und üblen Vergnügungsstätten henimdrückte. Als er die ersten Male mit einem leichten Schwips heimgekommen war, hatte ihn die Mutter wortlos ins Bett gesteckt und ihm starken Kaffee gekocht. Eines Tages erzählle sie ihm dann von seinem Vater, dem er so ähnlich sähe, und der e�i guter, und tüchtiger Mann gewesen sei, bis ihn die Trunksucht gepackt habe. Emil erinnerte sich, daß er damals geweint hatte und der Mutter versprochen, keinen Tropfen Alkohol mehr anzurühren. Es war ihm sehr ernst mit dieser Versicherung gewesen, denn unauslöschlich hatte sich in seine Erinnerung das schaurige Bild des in der Trunkenheit ge- storbenen Vaters eingeprägt. Er wußte nicht, wie es gekommen war: aber am folgenden Sonnabend war er doch wieder mitgegangen auf eine Bummeltour, von der er leicht schwankend heimkehrte. Die Prügel, die er damals besehen hatte, waren nicht von schlechter Herkunst gewesen: niemand hätte seiner kleinen, schmächtigen Mutter solche Kräfte zugetraut. Dann hatte sie ihn angeschrien:„Vielleicht ist's noch nicht zu spät", und die dicken Tränen waten ihr dabei über das Gesicht gelaufen. Von der Zeit an hatte die Mutter ihn kurz gehalten. Von seinem Lohn durfte er nur einen kleinen Teil für sich gebrauchen. Vom Rest zog die Mutter ein sehr bescheidenes Kostgeld ab und legte dos übrige auf die hohe Kante. Sie selber nahm von ihm k-Me Unterstützung: was sie zum Leben brauchte, verdiente sie sich durch Waschen und Ausbessern. Emil begriff nicht, was die Mutter gegen feine Braut einzuwenden hotte. Doch er wußte, daß es müßig war, danach zu fragen. Die Mutter hatte immer nur soviel und nicht mehr gesagt, als sie sagen wollte. Also hoffte er, daß sie mit der Zeit anderen Sinnes werden würde. Denn ein sanfteres und fleißigeres Mädchen als Erna tonnte es gar nicht geben. Gerade diese Sanftmut fürchtete Anna. Kalinke. Sollte sich an chrem Sohn nach einmal das Schicksal ihres Mannes erfüllen? Zum ersten Mal« zittert« sie vor der Zukunft, well ihr tapferer Geist sie in keiner Richtung durchdringen konnte. Da befreit« eine stärkere Macht sie von ihren Sorgen. Leise und plötzlich drückte ihr der Tod die Augen zu. „Nun wird der Emil wohl bald heiraten", hieß es:„allein kann er doch die Wirtschaft nicht in Ordnung hallen." Das brauchte er auch' nicht. Erna kam allabendlich, machte die Wohnung sauber und kochte das Essen. Sonntag vormtttags wusch und schrubbte sie, wie einst die Mutter, nachmittags ging sie mit Emil aus. Ein halbes Jahr wird er warten wollen, ehe er Hochzeit macht, dachte sie und fand es in der Ordnung. Sie zankte auch nicht, als Emil begann, abends unpünktlich heimzukommen. Er war nach dem Tode der Mutter immer traurig und verstimmt: vielleicht schmerzte ihn der Verlust so sehr, daß er sich fürchtete, die Wohnung zu betreten, die er so lange mft ihr geteill hatte.„Wollen wir versuchen, eine andere Wohnung zu finden?" fragte si« ihn eines Tages: aber er schien den Sinn ihrer Frage nicht zu verstehen. So beschloß Erna, ihn in Ruhe zu lassen, bis er den ersten Schmerz überwunden haben würde. Sie mußte abends immer länger auf Emil warten. Manchmal schlief sie ein» den Kops auf den Küchentisch gelehnt. Wenn Emil heimkam, war er brummig und roch nach Bier und Schnaps. Ernas Tränen reizten chn dann zur Wut, und eines Abends schrie er sie an:„Geh' doch deiner Wege, ich brauch' dich nicht." Vielleicht reckte in diesem Augenblick Anna Kalinke aus dem Schattenreich die Hund über ihren Sohn: denn Erna Holle plötzlich weit aus und verabreichte ihm eine Maulschelle von rechts und eine i>0n links und denn noch eine von rechts. Dann ging sie wirllich und schlug dabei knallend die Tür zu. In dieser Nacht träumte Emil von seiner Mutter, und es war ein schöner, zärllicher Traum. Am nächsten Tag Holle er sich Erna zurück, und vier Wochen darauf waren sie Mann urtt» Frau. Sie führen«ine sehr glückliche Ehe. Nie gibt es zwischen ihnen Zank und Streit, und nie gäbe es auch einen ernsthaften Anlaß dazu. Aber die Hofen hat Frau Erna an. 3>aul.7. Sdimidl: Conflaniin'illeiinier Vor hundert Jahren, am 12. April lWl, wurde Mcunier in einem Vorort von Brüssel geboren, crhiell dort feine erste Aus- bildung bei dem Bildhauer Froikin und dem Maler Navez und malle zunächst, fest 1857, in einem dunklen und festgefügten Realts- mus Bilder religiöser und besinnlicher Art. Um 1880 ging er zu hellerer, vom Improssionisimis beeinflußter Malweise über und damit zugleich zur Darstellung des Arbefterlebens, vor ollem dem von Lastträgern und Bergarbeitern aus dem belgischen Kohlen- revier der Borinage bei Möns. Erst 1886, also im Alter von 55 Iahren. nahm er die ursprünglich geübte und vergessene Bild- Hemerkunst wieder aus. Er übersetzte viele seiner Arbeitcrgestalten aus den Gemälden ins Plastische. Bald galt seine ganz« Tätigkeit der Bronzebildncrci, und bis an sein Lebensend« wurde er nicht müde, dos eine Thema des Arbeiters zu gestalten, teils als Typus in Ruhestellung, teils in anstrengender Tätigkeit begriffen. Am 4. April 1905 ist er in Ixelles, einem Vorort von Brüssel, gestorben, in der Blüte seines europäischen Ruhms, der seit den großen Aus- stellungen bei Bing in Paris 1896 und der Internationalen Kunst- schau in Dresden 1897 fest begründet war. Man kann also Meunier durchaus nicht nur als Bildhauer ansehen, obwohl in weiten Kreisen man nur diese Seite seiner Tätigkeit kennt. Die größte Hälfte seines Daseins als schaffender Künstler hat er der Malerei gewidmet, und nicht ganz die letzten zwanzig Jahre der Skulptur. Dennoch hat, geht man aus das Wesentliche, die allgemeine Meinung recht, wenn sie ihn nur als Bildhauer betrachtet. Meuniers Bedeutung als Maler ist, ent- sprechend der der belgischen Malerei im 19. Jahrhundert schlechthin, nicht eben groß: weder sein trüber Realismus, noch sein nicht sehr viel aufgehellterer Impressionismus stehen über Mittelmaß, und nur die ausschließliche Betonung des Arbeitsmilieus, vor allem der Kumpels, heben ihn deutlicher heraus. Erst als er seine Hel- den aus chrem Lebcnsraum entfernte und als Statuen oder als Reliefgruppen in Bronze isolierte, fand er das ihm zusagende Darstcllungsmittel. Künstlerisch und kunsthistorisch wuchs er auch damit nicht über seine Zeitgenossen hinaus:«r gehört eher in die Stufe des Lieblingsbildhauers der Belgier Jef Lantbeaux, als etwa zu Rodin oder gar zu unseren Schilderern des Proletariats, wie Käthe Kollwitz und dem Bildhauer Christoph Voll. Meuniers Form bleibt immer ein wenig typisch, sie verallgemeinert die Erscheinung des Arbeiters, sie hobt ihn in eine chm nicht ganz passende Sphäre von markiger und glanzumflossener Höhest. Das lag aber wohl mehr an der Ideologie des 19. Jahrhunderts und war notwendig, um die Aufmtrtsamkest der bürgerlichen Well erst einmal auf die Existenz und das schwere Los des Proletariers zu richten. So kam allerdings nicht die Gestall des unterdrückten und mir in der Zusammenballung vieler starten Proletariats.zustande, sondern ein von oben her, von dem gesicherten Standpunkt de» Gebildeten gesehener Arbeftertyp, der etwas Heroisches zur Schau trägt: Figuren, deren innere Wahrhest uns nicht über einig« Zweifel erhaben erscheint. Das Cefamtwerk dieses edlen und aufrichtigen Künstlers ist gleichwohl aufs höchste zu achten. Er liebt« das Volk mit Leiden- fchäit und echtem Gefühl, sein Sozialismus drückt sich deutlich und einfach aus und ist sehr gut. verständlich. Und vor ollem hat er das große Verdienst, als Erster sein Lebenswerk der Verkörperung. vielleicht sagt man besser: der Verherrlichung des Proletariats gewidmet und seine Erscheinung in einer zuständigen Kunstform aufbewahrt zu haben, die uns noch heute ergreift. Den Blinden stellt man jetzt in manchen Ländern kostenlos Radioapparate zur Verfügung, durch die ihr trauriges Los etwas erleichtert wird. Charmeuse' Komplet mit r«icbcr Sprltautickerel m d. Bolerojäckchen, eleganter Weste u., besonders schönem Faltenrock, äußerst apart und, kleidsam Vornehmes Mantel-Komplet w. langem Mantel ganz gejüttcrl a. schönen reiawoQ. Stoffen mit breiten Kaveri o. hübsch. Besatz d. Kragens aus hcrtnelmShnlichcr PeUimitation, mit feschem buntbedruckten Glockenrock. 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Dos Unternehmertum hat bisher alles getan, um die seit Ende 1928 gewaltig gesteigerte Arbeitslosigkeit durch Lohndrücker«! und Verschlechterung der Soziawersichcrung sür sich auszunützen, aber noch nichts, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der Lohndruck sollte just das rechte Mittel zur Eindämmung der Arbeits- losigkell sein. Nachdem sich dieses Mittel als versehlt erwiesen hat, von der in Aussicht gestellten Preissenkung aber im Arbetter- Haushalt so gut wie nichts zu verspüren ist, erklärt das Unter- nchmertum die erste Dosis seines Hellnuttels als viel zu schwach es müsse ein weiterer, noch stärkerer Lohndruck herbei- geführt werden, um die gehörige Wirkung zu erzielen. Die(Sewcrkschajten lassen sich auf dieses muntere Spiel nicht ein, das zwar zur vollständigen Verelendung der Arbeiter und Angestellten führen muh, an der Arbeitslosigkeit aber nichts ändert. Dos Unternehmertum der übrigen In- dustricländcr wartet natürlich nicht darauf, daß ihm das deutsch« Unternehmertum auf Grund der heruntergedrückten Arbeiterlöhne durch Preisunterbietungen Aufträge entzieht, es steht stch vielmehr allein schon aus Äonkurrenzgründen gezwungen, das Beispiel der deutschen Unternehmer zu befolgen und die Löhne ebenfalls herab- zudrücken. Die internationalen Arbeitsmorkwerhättntss« finden dadurch sozusagen automatisch ihren Ausgleich, die Arbeits- losigkeit bleibt und was sie an Kauskrast übrig läßt, wird durch die„ermäßigten" Löhne noch gründlich vermindert und so ejne Neubelebung der Wirtschast erschwert anstatt erleichtert. Die Arbeitslosigkeit hat stch— wie unser« Graphik Zeigt— in den letzten zwei Jahren immer stärker nach oben bewegt, so daß selbst vorübergehende saisoranäßige Erleichterungen auf dem Arbeitsmarkt, wobei die Zahl der aus der Krisensürsorge ausscheidenden Arbeitslosen nicht mitrechnet, die Gesamtlage auf die Dauer nicht entlasten können. Besandere Aufmerksamkeit verdient in dieser Graphit die Entwicklung der Zahl der Hauptunterstützungs- � empfänger, die vielfach und mitunter sehr stark von der der ver- j fügbaren Arbeitslosen abweicht. Die Hauptunterstützungzempföngcr werden bei Rückgang der Arbeitslosigkeit vielfach nicht in ent- sprechender Weise berücksichtigt, ältere Arbeitslose nicht mehr ein- gestellt, so daß stch ihre Lage noch bedenklich verschlimmert. Die /VriieUslo�iekeit in DcutscKland D e2(?Tn"beT» 1Q?8- 100 J M H J S U J 71 11.7 5 hl J H FAJ ADD FAJ AODF 19 9-9 19 iO 3931 Notwendig ist also, den Forderungen der Gewerkschaften, dem Beschlüsse des Reichstags solgcnd, und im Sinne des Gutachtens die Vierzigstundenwoche auf schnellstem Wege herbeizu- führen um aus diese Weise die Loge der Arbeitslosen möglichst zu erleichtern. Verbandstag der poliere. In Dortmund tagte kürzlich die Berufsorganisation der Poliere und Schachtmeister, der dem Allgemeinen freien Angcstelltenbund lAsA-Bund) angeschlossene Polier-, Werk- und Schachtmeistcrbund sür das Baugewerbe Deutschlands, Sitz Braunschwcig. In den Geschäftsberichten spiegelten sich die mißlichen Wirt- ichaftsverhältnisse wider, von denen gerode das Baugewerbe in erster Linie betroffen wird. Was vom Baugewerbe im all- gemeinen gllt, trifst auf die baugewerblichen Arbellnehmer im besonderen zu. Die Arbettslosigkett unter den Mitgliedern der Bau- arbeitergewcrkfchasten Hot«inen ungewöhnlich hohen Stand erreicht. und auch die aufsichtführenden Personen im Baugewerbe, nicht in letzter- Linie. die Poliere und Schachtmeister sind stark tn Mitleidenschast gezogen worden. Die Folge,«ine erhöhte Nnanspruchnahrn« der Unterstützungs» «inrichtungen. kommt im Kassmbericht zum Ausdruck. In den Berichtsjahren wurden wcit über 900 000 INk. an Ilnlcrflüßungsgcldern an die Mitglieder gezahlt. Dennoch konnte der Bund den Stürmen wirksam begegnen. Auch der Mitgliederbestand kann als durchaus stadll bezeichnet werden. Ein Beweis, daß der sreigewerkschosllich« Gedanke in den Mitgliederkreisen des Policrbundes gut ver- wurzelt ist. Das Vorgehen der Unternehmer, die in vielen Bezirken, auch in der Massenkündigung der Poliere und Schachtmeister ihr Heil suchten/ wurde scharf tmrurteilt. Auch die von der Regierung zur Belebung des Baugewerbes ergriffenen Maßnahmen lösten scharfe Kritik aus. Das Baugewerbe ist ohne Zweifel«ine Schlüstolindn- strie. Ihre Ankurbelung zieht nicht nur die Belebung anderer Gewerbe nach sich, sie hätte auch der Erwerbslosigkeit in erheb- lichem Maße gesteuert und die Wohnungsnot bedeutend gemildert. Di« Forderung! die hauszlnssteuermitlel in voller höhe dem Baugewerbe zur Verfügung zu stellen. ist nicht mehr als berechtigt und muß doch einmal erfüllt werden. Den veränderten Wirtfchastsverhältnissen mußten die Satzungen des Polierbundes angepaßt werden. Diese Ausgabe siel dem dritten Tag der Tagung zu. In gewerkschaftlicher Hinsicht war der Bundestag von be- sonderer Bedeutung. Im Vordergründe der Beratungen standen Ent- würfe, nach denen die Errichtung einer Einheitsorga- n i s a t i o n aller Poliere, Werk- und Schachtmeister im Baugewerbe geplant wird. Die jüngsten Tarisverhandlungen im Baugewerbe zeigten die ungeheuren Lohnabbausorderungen der Bauunternehmer. Die Massenkündigungen von Polieren und Schacht- meistern beweisen insbesondere, daß die tariflichen und gesetz- lichen Rechte dieser baugewerblichen Angestellten in Gefahr sind. Ilm so berechtigter ist der Ruf nach der Cinheitsorganisation. Die auf dem Bundestage gepflogenen Beratungen hatten eine Ent- s ch l i e ß u n g zum Ergebnis, wonach der Polierbund die Per» Handlungen mit dem Baugewerksbund über die Gründung wetterzuführen hat. Ein merkwürdiges Wahlergebnis. Die Arbeiterratswahl bei llllstein. In, vergangenen Jahre stand nur eine Liste zur Wahl,«in« „Einheitsliste" nach kommunistischem Muster, auf der RGO.-Leute und nur drei Kandidaten der Amsterdamer Richtung standen. Damit war der RGO.-Terror im Hause Ullstein legalisiert. Die in der ver- gangenen Woche vorgenommene Arbeiterratswahl, der ein scharser Wahltampf vorausging, wies eine starke Beteiligung auf. Don den abgegebenen ZlA) Stimmen waren 41 ungültig und von den 3088 gültigen Stimmen entfielen je 1544 Stimmen ans die Gcwerkschasts- liste und die BGO.-ciste. Die Wahl der Angestellten, bei der sich ebenfalls zwei Listen gegenüberstehen— die frrigewertschaftliche Liste 4 und eine„Einheitsliste", die zur Verwirrung unter den An- gcüellten nicht nur RGO.-Kandidaten, fondern auch GdA.-Leute auf- weist—, erfolgt in nächster Woche. Von dem Ergebnis dieser Wahl häizgt es ab. ob der RGO.-Terror im Betriebsrat diesmal schon gebrochen werden kann. Aetriebsratswahl im AEG.-Kabelwerk Oie RGO. schreitet»von Sieg zu Sieg" Trotz verminderter Beschäftigtenziffer, trotz der wüsteten Agitation der Kommunisten tonnten die freien Gewerkschaften bei der Betriebsratswahl im Kabelwerk Oberspre« ihre Mandate be- haupten, während die RGO. den Verlust«ines'Mandats zu ver- zeichnen Hot. Die Arbeiter haben für die freien Gewerkschaften 1374 Stimmen abgegeben(im Vorjahre 1694), worauf sie acht Mandate erhalten wie im vorigen Icchr«. Die RGO. erhielt 1ZS9 Stimmen(1662) und sieben Mandate, anstatt acht im Vor- jähre. Die Wahl der Angestellten ergab sieben Mandate für den AfA-Bund und je zwei für GdA und DHV. Die Wahl bei Schwarhkopff. Vergebliche Gelbenhegunq. Trotz aller Bemühungen ist es der RGO. bei Schwartzkopff, Scheringstraße, nicht gelungen, die freigewerkschastliche Mehrheit im Betriebs- und Arbeiterrat zur beseitigen. Es wurden von den Arbeitern insgesamt 478(im Vorjahr S78) güllige Stimmen ab- gegeben. Davon erhielten die freien Gewerkschaften 287 (327) Stimmen, die RGO. 162(203) und die Einheitsliste der Gelben und Nazis 59(48). Der Verteilung der Mandate im Arbeiterrat ist folgende: Die freien Gewerkschaften 5(6), die RGO. 3(4) Mandate und die Einheitsliste der Gelben und Nazis 1(0) Mandat. Da bei den Angestellten nur eine Liste eingereicht war. senden die Angestellten zwei Vertreter der freien Gewerkschaften in den Betriebsrat, so daß im Betriebsrat die freien Gewerkschaften 6 Mandat«, die RGO. 3 und die Einheit der Gelben und Nazis 1 Mandat haben.''.' Nach sünfsährigen Bemühungen ist es also der Direktion gelun» gen, den Gelben ein Mandat'im Betriebsrat zu verschaffen. Man muß schon sogen: sie hat es sich auch etwas kosten lassen. So wurden noch kurz vor der Wahl einige HUfsarbeiter„be- nöttgt", die man aber nicht vom paritätischen Nachweis anfordert«, sondern vom Nachweis der Gelben bezog. Drei Tage nach der Wahl wurden zwei davon wieder enttasien. Auch bei den Ent- lasiungen in den letzten Jahren wurden die Mitglieder des Werk- Vereins recht schonend behandelt. Arbeiierratswahlen in Mannheim. 622 Gewerkfthafis- gegen 34 Ji&D-Sitze. Bei den Arbeiterratsmitgliedern in den Mannheimer Betrieben haben die freien Gewerkschaften gut abgeschnitten. In der Gruppe C Hernie(28 Betriebe) erhielten die freien Gewerk- schasten 153 Sitze, die Christen 15, die RGO. 7, der Jndustriever- band 1. Nahrungsmittelindustrie(18 Betriebe): Freie Gewerkschaften 83, Christen 3, RGO. 3 Sitze. Gemeinde- betriebe(20 Betriebe): Freie Gewerkschaften 90 Sitze, Christen 2, RGO. 4. M e t a l l i n d u st r i e(26 Betriebe): Freie Gewerkschaften 126 Sitze, Opposition 14. Christen 2, Jndustricvcrband 2. Be- kleidungsindustri«(5 Betriebe): Freie Gewerkschaften 32 Sitze, Opposition 6, Christen 1. Handel, Berkehr und Holzindustrie(29 Betriebe): Freie Gewerkschoflen 95 Sitze, Christen 2. Graphisches Gewerbe(13 Betriebe): Alle Arbeiterräte freigewerkfchostlich(mit Ausnahme der Arb.-Zeitung) Das Gesamtergebnis laittet also: 136 Betriebe: Freie Gewerkschaften 622 Sitze. Opposition 34. Christen 25, Jndustriever- band 3, zusammen 684. In 112 Betrieben wurden nur freigewerkschaftliche Listen ausgestellt, in 24 Betrieben fanden Abstimmungen statt. Dabei bekamen die freien Gewerk- schasten 5406 Stimmen(130 Sitze), die' Christen 1001(23), die RGO. 1880(36), der Industrieoerband 244(3>, der Stahlhelm 35(0), die Nazis 14(0). In den kleineren Betrieben laufen die Wahlen zur Zeit noch, sie ändern jedoch an dem Ergebnis kaum noch etwas. Verbandstag der Dachdecker. Vom 7. bis 11. Aprll tagte im Schucheim des Deutschen Bau- gewerksbundes am Wcrlsee der 17. Vcrbandstag der Dachdecker. Wir haben bereits berichtet, daß der Anschlußan den Deutschen Baugewerksbund zum 1. Juli 1931 mit 31 gegen 1 Stimme beschlossen worden ist. Damit geht an diesem Tage der Zentral- verband der Dachdecker Deutschlands als Fachgruppe im Rahmen des Deutschen Baugewerksbirndes auf. Aus dem übrigen Verhandlungsstofs ist zir erwähnen, daß der Geschäftsbericht des Borstandes, den der Vorsitzende des Verbandes, Theodor Thomas, gab. ein st immig gutgeheißen wurde. Auch die drei auf dem Verbandstag anwesenden Kommunisten erklärten sich für den Antrag, dem Vorstand des Verbandes das Vertrauen auszusprechen Auch an der Haltung der..Dachdecker- zeitung" wurden Monitas nicht gemacht. Obwohl einzelne kommu- nistisch beeinflußte Zahlstellen der Organisation Anträge gegen die„Dachdeckerzeitung" eingebracht hatten, wurde auch die Haltung der..Dachdeckerzeitung" mit den Stimmen der drei Kommunisten einstimmig gutgeheißen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt dieses Verbandstagcs war ein Referat des Genossen Nikolaus Bernhard, Vorsitzender des Deutschen Baugewerkbundes, über Wirtschaftsfragen im Baugewerbe. Der Referent, der dieses Thema mit eingehender Sachkunde behandelte, fand auf dem Verbondstag stürmischen Beifall. Ueber den R e i ch s t a r i s v e r t r a g im Dachdeckergewerbe sprach der Sekretär des Verbandes, O. A. Schmidt. Aus seinem Bericht ging hervor, daß sich die Verhandlungen über einen neuen Reichstarisvertrag im Dachdcckergewerbe zerschlagen haben. Die Unternehmer verlangten eine Reihe Derschlechterun- gen zum Reichstarisvertrag, womit sich die Arbeitervertreter nicht einverstanden erklären konnten. Stellenweise ist in Deutschland, nach- dem der Reichstarisvertrag am 31. März d. I. abgelaufen ist. b e- reits der Abwehrkampf der Dachdecker ausgc- brachen. Die Organisation der Dachdecker ist so fest fundiert, daß sie diesen Kampf mit Leichtigkeit austragen kann. Erwähitt sei von diesem Vcrbandstag auch ein eingehendes Referat des Genossen Spliedt vom ADGB. über die soziale Gesetzgebung in Deutschland. Genosse Spliedt als Sach- verständiger auf diesem Gebiet verstand es, die Zuhörer während seines zweistündigen Vortrages von Anfang bis zum Schluß zu fesseln. Vor allem wies er auf die neuerdings zu erwartenden A n- schlüge auf die Arbeitslosenversicherung hin. Es werde aller Kräfte der Arbeiterschaft bedürfen, um diesen Anschlägen der Reaktion aus die Arbeitslosenversicherung die Spitze bieten zu können. Erwähnt sei von dieser Tagung ebenfalls noch ein Referat über Bauarbeiterschutz durch den Genossen Sachs vom ADGB., der ebenfalls ungeteilten Beifall fand. Als Reichsfachgruppenobmann der Dachdecker im Deutschen Bau- gewerksbund wurde einstimmig Theodor Thomas gewählt. Keine E'niquna in der Meinfchiffabri. Der Einigungsversuch des Reichsarbeitsministcriums im Tarif- konstitt der Rheinsctzifsahrt ist resultailos verla u fem Dje Unternehmer lehnten jede Abänderung des Schiedsspruchs gb ugd stellten sogar Antrag aus- Zterbindiichkeitserklärung. Dos in Aussicht genommene Schiedsgericht konnte infolgedessen nicht zusainmen- treten. Verbindlich erklärte Schiedssprüche. Köln, 11. April. Der Schiedsspruch der vereinborten Zentralschiedsstelle für das Baugewerbe des Bertragsgebietes Westdeutschland vom 27. März 1931 ist heute für verbindlich erklärt worden. Plauen i. V.. IL April. Der am 4. März gefällte Schiedsspruch für die Stickerei-. Spitzen- und Konfektionsindustrie ist. für verbindlich erklärt worden. Die neuen Löhn« gelten ab 1. April und find erst- malig sür Ende August 1931 kündbar. Die Löhne sür die St ick e r sind u m 4 P r o z., für die übrigen männlichen. Aröeiter uv> 6 Proz. und für' die Arbeiterinnen aller Gattungen u m 5 Proz. gekürzt worden. Laudelegierte des Laugewerksbundes. R-rqen, M-ntag, II Uhr, Band«lrqi«rte»»«rsammlu»a dr» Gesamten Aach.. Beton- und Tiefbauaewcrbr» in den Residenz-grstsölr». Landaberoer Str. ZI. mitzubrinarn. Ob»« dieselben tri» Dcntlcher Baugewcrlzbnnd. Mitqlicdabuch und Delegtertrnaiuwei» stnd Lerliuer Gewerkschaftsschule. ?cr nächst« Betriebar-itekursu?:.Do-.' Wobwcrtahren, die Ge.schäftafltdruno, Cinsveuchtt-rrtolnen und Entlossunasschun" drainnt om Nontaa, t.1. April. 1» Uhr, im Sophien-Lnzenm, Weinmeiiterstr. 14— tZ. Lehrer: O'lo Bach. Dauer tea fturiu« 5-adeitdc.»ursusnedtUir insorsomt 2 W. Amncldunjra rsnnol im ftutsuä selbst oder Monios» und greiiaa» iit den Lehrberotunaosurech- stundcn der Gcwcrkschaftslchule, Enacluicr 34—25, 2 Treppen, Zimmer 25. gemocht werden._ Bauaewerkschast Berlin, Zachgrupp« der Slascr. Tvnnerdtoa. 1£ April. 19 Uhr. im Eool I des Gewertschoftshouses, ouficrordentliche MÜglirdrrver. lammluna. Taaesordnuna: Etellunanohme»um Lolinschicdsspruch. In An. be'rockt der ZLichtialeit der Toaesordnuna ist dos Erscheinen oller Kolleaen Pssichl. Miigliedsduch leaitimicrt. Die zachgrnppcnlcitung. Ludwig Loewe. Mittwoch, 15. April, 1614 Uhr, michiig«-ssraltlaiis- ffZ »crsammluiia bei Oelschläaer, Berlschinaenstr, 5. Der iZraltionaoarita'd. Kj Bergmann, Scesirahr. Vcrsammknna sämtlicher EPD,. nicht der kleine Angestellte. Oer Nazi-Gturm auf„Ctbtn*. Die Verhandlung gegen die Nationalsozialisten Stief und Genossen, die bei dem Sturm auf das Lokal„Eden' drei Ko> n- munisten verletzt haben, mußte heute zum zweitenmal vertagt werden. Der angeklagte kricgsbcschödigte Lerlich, der zwölf Tabletten Verona! zu sich genommen hatte, war auch Herne nicht verhandlungsfähig. Er liegt in der EharttS mit Vcrgiftungserfcheinungen und dürfte nach Ansicht des Sachvcr- ständigen erst am Mittwoch so weit sein, daß er im Gerichtssaal erscheinen kann. Das Gericht beschloß, die Berhandlunz auf Mitt- woch zu vertagen. Eine Ausstellung des Arbeiler-Abstinenken-Bundes. Der Arbeiter-Absttnentenbünd, Ortsgruppe Bertin, veranstaltet im S t ad i b a d Gericht st raße vom 1ö. bis 23. April 1931 eine Ausstellung, die den Alkohol als Feind des Proletariats an Hand von reichhaltigem Material demonstrieren will. Am 19. April. soll im Rahmen der Ausstellung ein Lichtbildervortrag über Alkohol- krankenfürsorge abgehalten werden. Ort und Zeit wird noch bekanntgegeben. Eintritt frei. Die Ausstellung ist von 14 bis'26 Uhr, am Sonntag von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Freie Sozialistische hochschale. Am Sonnabend, dem 18. April, 19)4 Uhr, findet im Plenarsaal des ehemaligen Herren- Hauses, Leipziger Straße 3, ein Dortrag des Genossen Dr. Kurt Lö wenstein, DidR., über das Thema„Sozialistische Er- Ziehung als Forderung und Tat' statt. Karten zum Preis« von 36 Ps.(einseistießlich Garderobe) sind an folgenden Stellen zu haben: Buchhandlung ci H. W. Dietz Ztachs, Lindenstr. 2, Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallitr. 63. Deutscher Hqlzarbeiter-Berband, Am Köllnischen Park 2 und Rungestr. 36, Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Rittcrstraße Ecke Luisenufcr, Zigarreng sschäit Harsch, Engeluser 24/23, Verlag des Bildunzs- Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibimdftr. 3, Zentraloerband der Angestellten, Hedemarnistr. 12, Berlagsgoscllschast des ADGB.. Abteilung Sortiment, Jnsolstr. 6a, Frauensekretariat der SPD., Lindenstr. 3. 2. Hos links 2 Treppen, Bezirksausschuß sür Arbeiter- wohlfahrt, Lindenstr. 3, 2. Hos links, 2 Treppen. Geschäftsstelle des Touristenvereins Naturfreunde, Johann isftr. 13, und an der Abend- lasse. Abseh- und Sprachheilkurse. In Verbindung mit der Berussschule für Schwerhörige und Taube werden für hochgradig Schwer- hörige und Ertaubte Kurse im Ablesen der Sprach« oom Munde und in der Reinerhaltung der Sprache abgehalten. Für erwachsene Sprachleidende ist ein S p r ach h e i l k u r s u s einge- richtet. Die Teilnahme fft unentgeltlich. Anmeldungen sind sogleich zu richten an die Zentralstelle für die Wohlfahrt der Gehörlosen, Berlin NW. 6. Albrechtsttahe 26. „wir klagen an!" Tieser Kampssilm sür soziale Gerechtigkeit, der Film aller AtbeilSopser, Witwen und Sozialrentenempfänger wird am Sonntag, dem 12. Adril, vormittags 11 Uhr, in den Saminersälen. Berlin SW 61, Tettower Str. 1—4, gezeigt. Der Film, der aus Verantasfung deS Zentral- verbände« der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands beigestellt worden ist, bringt erschütternde Bilder aus dem Fronleben der Arbeiter- Massen, rust aus zur Organisation der Armul für den Kampf gegen die bittere Not In der Zeit des Lohnabbaues und deS Abbaues der Sozial- Versicherung ist der Film aituell. Jeder Rentenempfänger, jeder WerktäUge, mutz diesen Film seben Der Besuch der obengenannten Veranstaltung ist daher der gesamten Arbeiterschait und allen Rentenempsängern wärmstefiS zu empfehlen. Die nächsten Borsübrungen finden statt: Sonntag, den 19. April, vorm. U Uhr, in der Ntarienbad-Zilmbühne, Berlin N 20. Bqd- slratze 35/36, und Sonntag. den 26. April, vormittags 11 Uhr, in den Oiympiolichtspielen, Berlin W 57, Bülowstr. 33. Da» Sommerprogramm de» Soziale» Zoftttuks Eharlottenbnrg ist soeben «rschienen und bietet wieder für seinen sozial utteresstertea Hörertreis Bor. träge nnd ArbeitSgemewIchasten u. a. über Psychoanalyse. Jndividual- Psychologie, Graphologie niw. Auskunft und Programme durch daS Soziale Institut und da» Brattische Frauensemmar, Tharlottenburg, Äoelhestr. 22. C 1 St ein platz 5321. dick un&rund%f Am 18. und 19. April SS2„ Berliner VolKsblattes" f infeaDiuta« für düse Zwbrik stod «« r l i» S««. Li-dknstr-tz- Parteinachrichien/M� fürGroß-Rerlin stet»»» d« Bezirltsekrtarwl Z.Hof.ZTrevpr» recht,, zu richte» Von den Ieitungsfuhrherre« des„Vorwärts" wurden 72 M. lzeiammelt und durch Genossen H. Elias als erste Rate an die Vezirkstasse der SPD. Berlin abgeliefert.— Allen Spendern hierdurch herzlichen Dank. 2. A.: Ale r Pagets. q- Beginn aller Deransiallungen 19% Ahr, sofern keine besondere Zeitangabe!—(SB.— Sreisvorfiand.) Heule. Sonntag. 12. April. N!. Abt. Gruxp« �iedtlau. Besichtigung des Instituts Dr. aSugtme Hirsch- felb. Treffpuntt 10 Mir Mabai- Ecke Fruchtstratze. Nachtsigler Beetiioven. Ertc IeNcn,'tH Uhr. Genossen aus anderen Gruttven sind Nmu ein» geladen. 156. Abt. Die Vartcigcngssrn werden gebeten, sich an dem Satirischen Abend der Sozialistischen Arbeiterjugend um IS Uhr im Logenl>aus. Friedrich. strgße 6, zu beteiligen. Motto des Abends:..Stund um das Dritte Resttr�. 126. Abt. Wir gehen heute alle»um Schau, und Werbeturnen unserer Sportler um 11 Uhr in der Turnhalle. Wilhelmstr. Ad. Anschliehend ab Isi Uhr bei Tempel. Prinzenstr. 4ö. geselliges Beiluinmensein mit Tanz.— Achtung, BezirksfMirer! Montag ab 17 Uhr Material beim Abteilungsleiter abholen. Morgen. Monlag. 1Z. April. 7.»reis. Erweiterte ÄV. Sitzung Zimmer 1 Rathaus. 1.1.»reis.»B.. Sitzung bei Hrnuiq, Tempelhof. Moltie. Ecke»oisei. Wilhelm» Straße. 11.»reis. Eageree«B. IS''. i>h� Parteibsir».— Erweiteetoe»B. Freitag, 17. April.— Bildnngstommisfum. Sitzung Parteibüro. Zuldastraße. 16.»rcis. Wichtige»D.. Sitzung»öpenick, Schloßstr. 27. 17.»er!,. 18 Uhr kurze Besprechung der Zritungslommission sowie Abteilung«- leiter der IIS. und lÄO. Abt. in der Borwärtsspedition. Boxhagener Straße. 16.»reis,»reisdelegiertenneriammlung bei Meier, Türkisches Zelt, Breite Straße. Arcisoorstandssitzung 1 Stunde vorher.« 6. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Hilbner, Wilsnackrr Str. 34. Bor» standssitzung 19 Uhr ebendort. Funktionärkarten sind mitzubringen. 18. Abt. Dir angesetzte außerordentiichr Funktionärlonfereuz sällt umsiinde- halber aus. Bekanntmachung im„Vorwärts" beachten. Infolge der Fronen werbewochcn ist„Unser Weg" von den BezirksMhrern sosort abzu. bolen. �_ 31. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung an bekannter Stelle. 46. Abt. 20 Ahr Mitgliederversammlung bei Förster, Dmbuudstr. 11. Genosse Thador Dan: Rußland. 36. Abt. Anläßlich der Kundgebung am 14. April im Sportpalast findet unsere Abteilungsversammlung Montag, 13. Apris, 20 Uhr, bei Beulel. 51a i irr. Friedrich-Str. 63. statt. Vortrag des Genossen Dr. Wiener:„Die Vertrauenskrise der Justiz". 37. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung der 1. Gruppe bei Schlwh, Krumme Sir. 32. 76. Abt. Milgliederorrlommlung findet erst ausnahmsweise am 20. April statt. 66. Abt. 17 Uhr Flugblattausgabe für Bezirksfithrer bei Niendorf. Chaussee- straße 19.— 18 Uhr FlugblaUverbreiwng uich Handzettelausgabe zur Fraueukunbgebuna. 146a. Abteilung Wittevau. Flugblattverbreitung zur Kundgebung am Mitt. woch, IS. April, wird Maulag und Dienstag durchgefllbrt. Entgegennahme der Flugblätter durch die Bezirksfithrer od Montag nachmittag beim Ge- Possen Paul Nagel, Iathoweg 8. Dieaskag, 14. April. MSr. Abt. Dienstag, 1» Uhr. gemeinsam« Abfahrt vom Bahnhof Köpenick zur Kundgebung im Sportpalast. Mitgliederversammlungen und Zahlabende Mittwoch, den 15. April, in uachsteheadea Lokalen: 2. Abt. s. 23. �lch�gusämmenkunft der ArbeitsgÄteinschafi junger Parteimitglieder bei Gtrurewald. Kameruner Str. 19. 24. Abt. 1.. 1» und 2. Gruppe. Wichtige Besprechung aller Bezirksfithrer und Genossinnen und Genossen, die sich an der Werbearbeit deiciligen wollen, bei Bieberstein, Danziger Str. 46. Oeffentliche Kundgebung Hlttwoch, den IS. April Abt. iSOas Wittenau, 20 Uhr. Lokal Heese, Re inidcendorf-Wcsl. Berliner 5 trabe 73(an der Kremmener Bahn).— Thema:„Gegen Feschismus und Kriegsgefahr", Rednerin Kfilhe Kern. Vorführung der Lichfbüdserie aus dem Film„Im Westen nichts Neues*. Volksgenossen! Folgt unserem Rufe, kommt zur Kunogebung! Helft den Faschismus bekämpfen! 27. 49. 57. 59. 62. 78. 81. 93. Abt. Schwerhörige. 20 Uhr l« Jugendheim. Linbenstr. 4, vor, 1 Tr», Mitgliederversammlniig. Bernhard Krüger: Außenpolitik. All« Mitglieder und Sgmpathifiercnden sind willkommen. Abt. 10 Ubr erweiterte Borstandssitzung: 20 Uhr Funktionärsitzung bei Thunack, Wielandstr. 4. Abt. Turmzimmer des Reuen Ratskellers, Hanns H. Kamm: Die wirb» schastlick>c Lage des Arbeiters im faschistischen Italic». Abt. Marsgndt. Ronnendamm-Allee 80. Riitgliederversammkung. Etabt- verordneter Christian Gutckunst: Das neue Gesetz Eroß-Berlin. Partei- anaelegcnhcitcn. Abt. Die ang> ______...MWWWWW W>. Referent Genosse Schulze, Korreicrept Dr. Hans Cohn. 4. bis 6. Bezirk: Baginski, Stubenrauchstraße Ecke Tauuusstraßc. Ienoss« Schwarz, land: Der Menschewikiprozeß im Rahmen der russischen Politik. Abt. 104., III., 114. Bez.: Hans Seigewasser:„Ration und Arbeiter. gesetzte Mitgliederversammlung fällt umständehalber au«. 3. Bezirk:»labe, Handjerhstr. 60/61. Thema: Agrarfragen. land: Ter Menschewikiprozeß Abt. 104.. III., 114. Bez.: Hans öeigew � nasse" bei Ronig Rachf., Böhmische Str. 43/44.— 112.. 113. Bez. bei — St- 1—-~—-""—-•""»iSrti» Mtth OlT4srtT4a«»FTrt ST»«4'_ Just, Riemetzstr. 19, Artur Gold stein:„Ration und Arbeiterklasse".— 116., 117. Bez. bei Pritzkow. Schönerocider Straße Ecke Richardstraße,(Be. nosse S chicmann:„SBirtfchaftstrife". Abt. Lokal Fricderst.orf. Iägerstr. s, Mitgliederversaumilims. Karl Dreisel:„Demokratie oder Diktatur?" Abt. 142., 145. Sczirt: Lokal Teich. Knescbeckstr. 135, Zahlabend. Sie neue Rolverordnunq. Referent Genosse Eroul. Die Genossen der sibrigeu Bezirke stich ebenfalls eingeladen. Abt. Mitgliedcrncri-mmluag, 20 Uhr, im kleinen Saal d« Knffhäufer, Berliner Str. 91.„Die Religion im Vollsffaat". Referent Geussse Polizei- Präsident Grzesinskt. Abt. Zahlabendc in den bekannten Lokalen. Abt. Lokal Zobian, Alt-Elienicke, Köpcnickcr Ecke Gillnauee Btratze. Jockel Meier: Zur politischen Lage. und 166a Abt. 15. April, 14 Uhr- Versammlung der erwerbslose» Parteigenossen bei Schulz, Bahnhofstr. 31. . Abt. Z abladend des Bezirks südlich der Bahn bei Schulz, Bahnhofstr.>4. Referent Genosse Rohdc:«besetz Groß-Berlin und feine Auswirkung für den Bezirk Köpenick.— Donnerstag, i6- April, Bezirk nördlich der Bahn bei Klose, Mahlsdorscr Sir. 1, Fahlabend- Referent Genosse Kiifter: Gesetz Groß-Berlin und seine Auswirkung für den Bezirk Köpenick. Abt. Heimann, Walter-dorfer Str. 100. Etadkperordneter Hermann Lempert: Das Gesetz Groß-Berlin. Abt. Henseler, Vorhagcner Str. 62. Göttlich Reese: Wirtschaftspolitik. Abt. 20 Uhr bei Vorath, Marzahner Str. 31. Dr. Mönchen:„5 Jahre Sowjet-Rußlaich"..._._. Abt. 26 Uhr Wcrbcocrsammluug bei Zarins, Knbcrtnoftratze. Ansprüche: Mox Brinitzer. Gästc mitbringen. Di« Bezirkosührer lob«»«in. Freikag. 17. April. 4. Kr««». Sitzung de« erweitert«» KB. mit all«» Bezirkotogudekegir�o», Lokal Biederstew. Danziger Str. 46. 139-. Abt. 26 Uhr im Schnllenkrng, Sermodorfer Straße, aBitgtteKawrfW- lang. Karl Hlldenbrandt, M. d. R.: �fur politisch«» Lag«". Frauenveranstalkungea. Die Ableilungsleiferinnen für Agitation werden gebeten. I» der Zeil vom 12. bis 2ö. April im Rahmen der Internationalen Frauen- werbcwochen die üblichen Frauenabende ausfallen zu laffeu. Die Zrauenabende am 27. April dagegen können zu werbeabenden ausgestaltet werden. Das Araneufekretariat. * 5. Kreis. Montag. 13. April. 16 Vi Uhr, in Schmidts G«s«llk<5aftsbans, Kracht- straße 36a. Funktionärinneusitzung. 95. 98. 164. 165. 167. 108. 168«. III. 116. 122. 141. 14. Kreil. Montag, 18. April, 19% Uhr, Funktionärinnensitzung a» bekannt er Stelle. 17. Lrei». Der Kreisfrauenabend wird vom 15. auf den 30. April verlegt. 1. Abt. Mittwoch, 15. April, 19V_ Uhr. im Hackcschen Hof, Rosenthaleu Straß« 40/41, Heiterer Abend. Vortragender Hans Fuhrmann. ll. Abt. Montag. 38. April, 20 Uhr. bei Dobrodlaw, Ewinemünder Str. 11, Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft des Genossen Hans AlUlstmann:„Er. ziclningsfragen". 57. Abt. 20 Uhr bei Arndt. Kantstr. 51:„Der Kampf der Sozialdemokratie für Frauenrechtc". Referent Genosse Dreisel. 58. Abt. Der Fraucnabcnd fällt zugunsten der Kreisveranstaltung am 21. April aus. 79. Abt. Der Frauinabend fällt zugunsten der Kreisveronstaltuag an, 21. April aus. 80. Abt. Mittwoch, 15. April, 26 Uhr, bei«och. Wielondtstr. 28:„Unser Kampf gegen den 8 2l8". Referent wird am Mittwoch bekanntgegeben. 85. Abt. Die Bezirtsfilhrer holen Sonntag früh von Harsdorf di« H-nhgettel für die Fraueilkundgebung ab. 110. Abt. Donnerstag, 16. Avril, 20 Ubr, bei Werner, KZpenlcker Etr. 125: „Der Kampf um die weltliche Schule". Referent Lehrer Hans»unstmonn. 117. Abt. Mittwoch. 15. April, vormittags 10 Uhr, Konsumbesichtigung, Treffpunkt 9% Uhr vor dem Konsumgebäud« in der Rittergutstraße. 121. Abt. Montag, 13. April. 20 Uhr, bei König. Trcsiowallce:„Die Zukunft der deutschen Frau". Referentin Helene Schmidt, M. d. L. 123. Abt. Der Frauenabeild am 14. April fällt aus. 124. Abt. Montag. 13. April, 19!« Uhr, bei Anders, Bahnhofstvaß«: Kölker» bund und Völkerverständigung-" 136. Abt. Donnerstag, 16. April, 20 Uhr. in der Barocke. Lindauer Straß« „Der internationale Befretungslampf der Frau". Referentin Gertrud Hanna. M. d. L. Gesang. Rezitationen- Gäste willkommen. 138. Abt. Montag, 13. April, 18 bis 20 Uhr, Helferinnensitzung im Turu- bollengebäude, Roonstraße. Freitag. 17. April. 19 Uhr, n» gleichen Raum Werbeabend. Rezitation eil, musikalische Darbietungen. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt. 5. Krei«. Montag, 13. April, 1W Uhr. Schmidt« Gesellschafishem«, Bering Fruchtffr. 36. Bortrag der Genossin Paulo Kurgaß. Sitzung aller Wohlsah eis- pfteger und Helfer der Arbcitcrwohlfahrt. Arbeiterbildungsschule. i. Krei» Ritte. Montag, 13. April, 20 Uhr, Sophienschuie, Weinneeister-- straße 16—17, Beginn des Kursus gegen Faschismus. Vortragender Dr. Ernst Rölting. Arbeilsgemeiuschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. Achtung! Wir bittrn dringend darum, morgen beim Anmarsch zur Fest-, vdrstellun« nicht in geschlossenen großen Zügen zu marschieren, rate Fahren uud Wstnpel nicht mitzufllhrcn und nicht zu singen, weil das«ventuell als politische Demonfttariou im Sinne der Rotverordnung aufgesaßt werden tönute. i Karten für 10.Z»t«».Fe!«r sind ausverkauft. Bon den«reisen nicht ab, gerechnete Karten werden nicht zurückgenommen. Kreis Prenzlauer Berg. Donnerstag. 20 Uhr. wichtige Kreishekferzusammr:», kunft Danmger Str. 62. 19Vj Uhr, Geschäftliches. Gruppe Freiheit. Montag. 16>-- Uhr, Bahnhof Schönhauser Allee, Trefl- Punkt zum Besuch der Ausstellung. 30 Pi. Dienstag Turnen. Mittwoch Monats- Versammlung der Roten Falken. Donnerstag Bunter Abend der Rest, und Iungialken. Freitag in der Aula Singekreisveraastoltung. Gruppe Kaulsdorf. Montag. 13. April, findet hei Paul Borrusch, Zander» straße 11, 1BV4 Uhr, die Helferversamminn« statt. Erscheinen aller Helfer ist Pflicht. Krei, Frirdrichohai». All« Falken, welche heute an der Feier mitwirk-g� treffen sich 8 Uhr Landsberger Platz. End« 14 Uhr. Montag, 13. April, Turn» abend filr Restfalken findet nicht mehr statt. Krei» Neukölln. Instrumental, und Singekreis trifft sich zur Prob« pünfi» sich 8 Uhr am Rathaus. Fahrgeld 30 Pf. und Essen mitbringen. Die mit- wirkenden Nestfaltcn treffen sich ebenda. Arbeitsstunde cm Montag aar 18 Uhr Baracke. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 33. Abt. Unser, seit fast 34 Iahreu der Partei augehöriges Mitglied, de» Kaufmann Mar Böhl, Warschauer Etr, 62. ist im Alier von 57 Iahren plötzlich verstorben. Wir werden sei» Andenken in Ehren halten. Einäscherung Dien«- tag, 14. April. 19 Uhr, Krematorium Bamnschulenweg. Um recht rege Bm teiligung ersucht der Dorstoui. 42. Abt. Unser Genosse Julius Braun ist am 8. April verstorben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 14. April, um 16 Uhr, im Kren»» torium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Sdunerzliches Gedenken zam ersten Todestage meines inniggeliebten unvergeßlichen Mannes, unseres guten treusorgenden Vaters August Ladentin Sein Leben war nur Fleiß und Arbeit! Deine schwergeprüfte Frau Martha Ladentin Am 9. April verschied nach kurzem Leiden' ganz unerwarie», unsere liebe, herzensgute, unersetzliche Mutter und Schwiegermutter Auguste Schwarzer geb. Fahl im Alter von 60 Jahren. Um stilles Beileid bittend Ernzt Schwarzer n. Frau Anni, geb.Vorpahi Berlin-Mahlsdorf, den 11. April 1931. Die Einäscherung findet am Miuwoch, dem 15. April, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Kiefhoizstraße, statt Nach langem, schwerem Leiden verschied am 8. April 1931 mein lieber Mann und guter Vater Max Bankert im 55. Lebensjahr. in tiefem Schmerz Auguste Benkert und Sohn Hans Lichtenberg, Rlttergutstr. 23 Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 14. April, nachmittags 3'b(IS'/d Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kies- hoIzstraBe 221, statt. & Nach langem, mit großer Geduld ertragenem, schwerem Leiden ent. schlier am Mittwoch, dem 8. April, vormittags II8/« Upr. mein lieber, guter Mann, unser lieber, treusorgen» der Vater und Schwiegervater, der Gastwirt Max Brandt im Alter von 61 Jahren. In tiefer Trauer im Namen aller Hinterbliebenen Auguste Brandt geh Schuir Nenkölln, den 12. April W8L Vflllgerftroße 19. Die Trailerfeteriichteit stndct am Wontag. 13. April, nachmittags 7'/., (19'/-) Ubr. nn Krematorium Baum- schulenwrg.»iefholzstraße statt Für die viele» Pew-ise herzlich« Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Manne» und herzensguten Vater» Fritz Holtkamp lagen wir allen Freunden, Bekannten, Kollegen und dem Berliner Metall- arbesterverband unseren herzlichsten Dank. Sophie Holtkamp and Tadtter Am 9 April«ntjchliei plötzlich und uncrwarlet mein Uedcr Mann, unser guter Pater, Schwiegervater. Bruder und Schwager, der Kauimann, Mitinhaber der Firma Eleltrobetricb Oft Max Böhl im 58 Lebensjahre Im Nomen der trauernden Hinter. bliebeneu Klara BAU geb. Sch8nfeldt. Berlin. 10. April 1331. Warschauer Straße 62. Die Trauerfcier findet am Dien»- tag, dem 14. Aprtt abends 7 Uhr, im Krematarium Baumschuienweg statt- Bon BeUeldsdeinchen bitten wir Abstand zu nehmen BlDheltsverhond lEisenbalioer Dcotsinianfls.QrtsflniDDc Berlin Nachruf Der Kolleg enschaft zur Rachrichi. daß unsere Kollegin Marie Cziohsek nach kurzem Krankenlager am Diens» lag, beml.ApriL plötzlich verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung hat bereits statt» gefunden. Ute Ortsvcrwaltong. agCCCC—««»»SSSSSz» Dem stets arbcitsbereUen Funktionär Hermann Herbig Pankow. Schul zestr 23, nebst Fra» ißur hevtiae» Silberbochft''.Lt r�t o 1» xelK Ql» rt Prot Dr. W. Ltepmann Charloitcnburg» Berliner Str. 54 Wilhelm 8762 Fast neu I Schlafzimmer.. 350.— Speisezimmer-. 435.— Herrenzimmer. 450.— Küche»»»«»«» 75.— 1 Teppiche u. Gardinen billigst Tannenzapf Weinmeistersir. 3 Oeffentliche Aufforderung ,ur Abgab« einer ZkruerrrNSrnag für die Gein erbesteuer»ach' Gewerbeertrog für 1031 Die Steuererklärung für die Gewerbe. steuer nach dem Gcwerbeettrog ist i» der Zeit vom IS. bis 30. April 1931 unter Benutzung der vorgeschriebenen Bor- drucke abzugeben. Eine Steuererklärung ist abzugeben 1. illr alle gcwerdesteuerpflichttgeu Unter- nehmen, deren Gewerbeertrag im Kalenderjahr 1930 den Betrag von 6000 RM Ueberstiege» hat; 2. ohne Rücksicht auf die Höhe de, Gewerbeerttoge» für alle gewerbe steuerpflichtigen Unternehmen bei denen der Gewinn auf Grundlage des Aoschlusses der Bücher zu er- Mitteln ist: 3. für alle gewerbesteuerflichiiaeit Unter- nehmen, für die vom Vorsitzenden de« Gcwerbcsteuerautschusscs eine Stener- ertlarung besonders verlangt wird. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind, erhalten vom Borsitzenden des Gewerbestetterausfchussc» einen Vordruck zugesandt Die Pflicht zur Abgabe der Steucrertlärung ist aber vom Emviang eines Bordrucko nicht abhängig; erforderiichenkall« haben die Sieuerpstich. tiqen die Vordruck» vor Abiauf der Er- tiärunzsittft vom Vorsitzenden des Ge- werbesteucrausschusses anzufordern. Auch von den städtischen BezittssteuerSmtern und Bezlrkssteuertassen werden Bordrncke abgegeben. Berlin, den 31. Mörz 1931. Sic Ootfifccnban der SctL G-werbest-aurausschüfi« Idi Dringe fl ihnen Glfldi! ziennnä 1. Klasse om 20. n. ZI. Aprü bei einem Staat!. Lotterie-Einnefimer oder bei der Preußiscb-Süddeutschen Lottcriebank Berlin W8, Friedridistraße 186 '/• LosS RM, V.IO RM, V. 20 RM, 40 RM 0 Ziehung 1. Klasse 30. und 31. April■> Preußische Staatslotfterle- Lose erhältlich bei der Staatlichen Lotterie- Kinnahme Müller« Kottbusserdamm 70 »> i Nahe Hermannplatz S Zlchimgsbegliui 20. April» V. Vi Vi Doppellos rreuflischestaats-Loiierie: Lose in allen Abschnitten empfie Eden»„.Ksr..'.«™ Berlin sui 61, upttansip. 9 -»0,-20.— 40.— 80.— RM Lose in allen Abschnitten empfiehlt und versendet (Kriegsblinder) Staat). Lotterie-Einnahme „Mtiilonenecke" Ecke BarwaMitreOe Fcrntpr. F O Bänrald 7625— Poslsdicckkonlo Eberl 311 78 in BERLIN NW 7, Georgen- str. 42/1, am Bhf. Friedrich- straBe, vom 20. bis 23.4.31 egggggggggeggggggggggggggggggga Staatslotterie 1. Ziehung am 20. und 21. April Lose in allen Abschnitten zu haben V« V« Vi FI. S— Kießling, 10.— 20.— 40.— Staall. Lotterie- Einnebeacr Bln.-NcakOlIa. Bertztir. 33 SpargUubigcr der Friedrichs berger Bank! Nach Reichsgerichtsnrteil mutz die Bank aufwerten und zahlen. Keinen Veraleicb, sondern verlangt sofort per Karte Auskunft von der CU8iibl8eT<4l>ntz(telle(WUBmann), Berlm. Marlaanenoier 7. Verzogen von Neukölln, Berliner Str. 47-48, nach safloenerg. Hohenstsnlenstr.« Dr. med. Roth LuDlloer Fachäirztin f Haut- u. Geschlechtsleiden Eheberatung__ Sprechreit tägll 4-6 U. TeU: B6 Corneliu« 2098 Xarltok gekehrt Prof. Dr. A. Piokoss KlelstarraBe 2 Wer Kai Slott? Wir fertigen eieg. Anzog und Mantel für 29 M. mit uns. sämti Zutaten, RoB- haarverarb., tadellos. Sitz. Aus unseren Stoffen IS M. HaOatalinr„Chic", OranlnnstraBe SS, Potedanser Str. 43 a. Eingang Steglitzer Str. 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Iabrcsbcricht. 4 Jlafienbcridjt C Bericht bcc Rrvis rrn. 6 Entgegen» »ahme von Borsch ägen für bte Branchen» lommifftou. Zghirclche Beteiligung wirb erwartet Dienstag, ben 14. Upril, abenbs 7 Hc r. im verbanbshanse Llnlenstrnhe 63 85 Branchen- Versammlung der Bauanschisger Tagesordnung� I Jahresbericht. 2. Kattenbericht. 3. Neuwahl der Branchenleilung. 4. Verbands» »nb Branchenangeiegenhetien Die Kollegen worden ersucht, bte Der» Sammlung reilios zu besuchen. Ohne Mitgliedsbuch lern Zutritt. aUftmod). ben IS. Ilprll, •bbo. 7 Ahr, Im Zngenbhelm bc* Verbnnbsbnnles. Clnlenftt. 83/85 IL Versammlung der Bau- und uarhstatt- Wempner-Jur.ygeseiien und Leiirunga Tagesordnung: 1. Me Taritbewegnng der Bau» und Wertftat tlempner. Ii Fach» und t-eruisschulangelegenheiten. Alls Iugknbkoll ge» müssen in dieser Venammluna erscheinen. Um eure Rechte geht e«.«einer dort tehlen. Ute»IlI8ll«II»MMllZ>8IL 1 Achtung! wahlkörper-versammiung der arbeitslosen mitglleder Mittwoch, ben 15. April. vorm.!!>/, Ahr. Im Slhnngssnol bes verbnnbohanse», Clnlenstrnbe 83/85 WahlküFpap-VchpaainmIung «los Wahlkörpers II der Eltcnkonsfnikiion. Auto-, Maschinen-, Oaa-# Schwarz blech- and Karosserie-Schlosser Tagesordnung: Berichterstattung von der am Marz stattgefundeneu Generalversammlung. Zolelolsn nnlerer Kulwrodlellnng In bei Woche vom 13. bi» 19. April: 1 Sprengbagger 1010. 2. Humoreske. In der Boche vom 20. bis 28. April: J. Zwischen La Blata und Fruerland IFilm und Dortrag des Forschers Herrn Dr. Paschte Uder die Gegend de» Günther Pllischvw) Zu der Woche vom 27. April bis Z. Mai: l. Das hrilige Schweigen. 2. Fabneiifillchtig. 3 Humore te. Antragen wegen Deiuch und Ueder» iaiiung der Abteilung sind«elepdonisch ober Ichriftlich an die«ulturabteiiuno Büro Lintenttr�jZ/W, Zimmer 20> zurtchten. Am Dcmnersiag, dem 16. April, bleibt die Suliurableilung ge- ch l o s s e n. Ol« QrtsAseiualtung. pfänderversteiaerung. Die in ben Monaten Juli, August. Sep» tember>930 versetzten Ptonber kommen, soweit sie nicht erneuen worden find, zur Versteigerung: bei Abteilung II, Elfgsser Str. 74, vom Montag, dem 20 April 1031. ab 0 llhr, und zwar in der Reihenfolge: F>brr-!ber pp,«leider, Pelzwerk und Wätche: bei Abteilung I, Jägerstr fit. vom Montag dem 27 April 1031, ob 9 Uhr, und zwar in der Rcibcniolge Juwelen. Gold» und Silbcrsachcn. «rillall, Fahrräder. Gege. stände der Optik.- leider. Peizwert. Wäsche Für vertallcne P-änier. weiche erst nach dem Auttionsbeqinn erneuen ober eingeiöst werben, muß bestimmungsgemäß Autlions» gebühr berechnet werden Staatliches Leihamt. MlMh 1 T fertlten elegant AnzOge und Piantei »»» nitKebrsebtea Suffes •ich ceoauem laß für M. 39.- _ �einBchlleflllcli uwerer tiatllehes Zutaten— Tadelloser Silz.— BoßbAervererbeitunf! 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