Morgenausgabe Dienstag 'tB2 tt ,Ä5as;a5Si:■ IUI MM MT I I I I B MWM?_Mr Auswi-Is 15 pf. 72Ps'P°!tW?� JB r» B B B-B B H B B B uf B"v* obonnemcnt 6,— M. pro Monat; für rjBH M|�| Bl|H H{ Rrklomezeile— RM.„Hlemc Sjn» Linder mit ermäßigtem Drultsochen- �H�|»H H B£|9| BK QS flS| H MS H| t. MlW'c,8e"" fettgedruckte Wort 25 Pf. porlo S— M. Tr�B M B Hl Bv H HB Hfl �| MB ��HbCnD/(äliiosfig fettgedruckte Worte!. ' W| WM B B H B rneitere Wort 12 Pf. Radall lt. T-,i!. VV EHSU yKBaSWgtojr', HM �7/ BW Stellengefuche dos erste Wort 15 Pf., r-r„DorioSrts' erfcheim mochentäz» MM|Htl/ �Ws VV MM jede» weitere Wort l0Pf. Wort- über lid) zmeimol. Sonntag, und Montags/' s // Ufl 15 Buchstaben zählen füt zwei Worte. einmal, die Lbendausgabe für Derltn S Ardeitsmarll Z-ii- 50 Pf. Familienlind im Handel mit dem Titel„Per anzeigen Zeile 4g Pf. Anzeigenannahtne ilbend" Illustrierte Beilage»Volt � B, A. AÄ\M_## W/' im Hauptaefchäft Lindenstraße S. mochen. und Zeil" Ferner �Frauenstimme", BlX eMl IöqW IMI J�MM' täglich oon 8'/, bis i? Uhr. .Techuit".„Blickin die Büch-rrnelt".|A L A ZK A|W|A MV �1 �B WWW MBW� MM W M M M M Der Bcrlog behält sich das Recht der ,Iug-nd-Borivärts"u.,Stadtdeilag-" Ablehnung nicht genehmer Anzeigen Jenivalorgan der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands R e d a k t i o N u n d B e r l a g: Bcrsin SW 68. Lindenstr. 3 Rat'Ma»'ta>-'Noi'laa tlfr ttl ft Postscheck5onio: Berlins? 5SS.— Bankkonto: Baurd-rArbeiicr.Angcstelltenund lzernsprecher: Dönhoff 292—201 Tclegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin.-Vv» U�U»»UU III» v« Beamten, Lindenstr.3.Dt.B.u.Diic.-Gcs.,Dcposlt«nk., Jerusalemer Str. KZ/SiZ. Entscheidungskampf in Spanien Die Wahlsieges fordern Abdankung— Alfons widersetzt sich. Madrid. 13. April. Aerschiedenc rrpubliranische und sozia- listische Persönlichkeiten hielten heute nach- mittag in der Wohnung Acala Zamoras eine Per- sammlung ab. Nach Schlug derselben wurde eine E r- klärung veröffentlicht, in der es heiftt: „Tic Abstimmung in der spanischen Hauptstadt und in den städtischen Hauptzentren hat die Bedeutung eines für die Monarchie ungünstigen, für die Ncpublik günstigen Plebiszits. Sic trägt gleichzeitig die Merkmale eines Schuldspruchs gegen den höchsten Träger der Rcgicrungsgcwalt. Wir fordern sämtliche zivilen und militärischen Institutionen des Staatsdienstes auf, die Entscheidung des Volkes zu respektieren. Wenn die Machthaber nicht den Wünschen des Landes nachkommen sollten, würden wir vor der Ration und der internationalen öffentlichen Meinung die Berant- wortung für das, was unvermeidlich eintreten wird, ab- lehnen. Im Namen Spaniens, das w i r vertreten, da w i r die Mehrheit bcsihen, erklären wir öffentlich, das» wir.. energisch vorgehen werden, um dem Wunsche der Nation durch Errichtung der Republik in Spanien Genugtuung zu geben. Diese Erklärung ist unterzeichnet von Acala a- r.?ora, Ferna»do de Los Rio, Casares, Mi- "ucl Nlaura, Largo Caballero, Albornoz, L c r r o u x und A z a n a. Alfons will seinen Thron verteidigen. Paris, 13. April.it dem Obersten P r e i r i a als Ministerpräsidenten und Oberst Mendes de Reis als Oberbefehlshaber. Sie haben das vor Ma- deira liegende Kanonenboot..„Iba" ausgefordert, sich der revolutio- nären Bewegung anzuschließen, ohne jedoch bisher ein« Antwort zu erhalten. Die Bewegung strebt die Bildung einer selbständigen atlantischen Republik an. Für den Fall einer Blockade der Insel durch Regierung!- truppen soll beabsichtigt sein, die britische Bevölkerung abzu- transportieren. Wird Alfons abdanken? Friedliche Llmwälzung oder blutiger Bürgerkrieg? Mit einer solchen überwältigenden Mehrheit, wie sie aus den spanischen Wahlurnen am Sonntag hervor- gegangen ist, hatten die in einer antimonarchistischen Wahl- front vereinigten Sozialisten und bürgerlichen Republikaner offenbar selbst nicht gerechnet. Wohl dachte man, daß in den ineisten Großstädten die Opposition starke Erfolge würde buchen können, daß sie aber mit ganz wenigen Ausnahmen in allen Teilen des Landes, sogar in den mittleren und klein- sten Städten, die Anhänger der Dynastie förmlich an die Wand drücken würden, das konnte niemand annehmen. Man muß allerdings bedenken, daß am 12. April 1931 die Wähler überhaupt zum erstenmal seit acht Jahren Gc- legenheit hatten- ihre Meinung frei zum Ausdruck zu bringen. Dazwischen liegt eine Zeit der diktatorischen Willkür, der Außerkraftsetzung der verfassungsmäßigen Freiheiten und der Ausschaltung jeder öffentlichen Kontrolle über die Führung der Staatsgeschäste. Das Volk machte den König für diesen Verfassungsbruch und alle seine Folgen mit Recht verantwortlich. Denn e r war es, der ini Herbst 1923 das Militärdirettorium unter Primo de R i- v e r a eingesetzt und die Cortes, das gewählte Parlament, kurzerhand aufgelöst und nie wieder einberufen hatte. Man wußte, daß Alfons XIII. diesen Bruch der von ihm be- schworenen Verfassung verübt hatte, weil er die Kritik der öffentlichen Meinung und des Parlaments an der von ihm selbst angeordneten, katastrophal verlaufenen Offensive in Marokko fürchtete. Als der König inerkte, daß die Diktatur immer unpopu- lärer, daß die Mißstimmung immer allgemeiner wurde, und als er daraus schlimme Folgen für den Bestand der Man- archie befürchtete, ließ er kurzerhand sein Werkzeug Primo fallen und �r ersetzte diesen durch ein anderes Werkzeug, den General Berenguer, gegen den Primo in seiner Glanzzeit rücksichtslos vorgegangen war. Der König glaubte, durch diesen Schachzug Beifall gerade bei den Gegnern der Diktatur zu ernten. Er hatte sich aber verrechnet. Das Volk erblickte in diesem Personenwechsel lediglich eine n c n e Tat des persönlichen Regiments und verlangte mehr: es forderte ein demokratisch- konstitutio- nelles Regiment, das der dynastischen Willkür ein für ollemal einen Riegel vorschieben würde. Die frühere Ver- fassung genügte ihm nicht mehr, außerdem hatte sie ja dsr König selbst gebrochen. Sie war überholt und mußte verbessert werden. Als entscheidende Verbesserung be- zeichneten gerade jene Kräfte, die die Diktatur ain schärfsten bekämpft hatten, die Abschaffung derMon archie und die Errichtung einerde in akratischen Republik. Diese Forderung war berechtigt bmd logischr denn das mo- narchische Regime war schuld daran, daß sich solche Zustände überhaupt hatten entwickeln können. Indem der König die Verfassung acht Jahre lang außer Kraft gesetzt hatte, hatte er sich des Rechtes begeben, sich auf sie zu berufen. Er selbst hatte die gesetzliche Grundlage der Monarchie zerstört. Die erste Tat der Regierung Berenguer war das Ver- sprechen baldiger Neuwahlen. Als aber die Krone und die Regierung merkten, mit welcher Begeisterung die re- publikanischcn Parolen aufgenommen wurden, sobald dv Lockerung der Zensur und die Aufhebung der Versainmlungs. verböte die ersten Willenskundgebungen der Massen erinög- lichten, da versuchten sie schleunigst, ihre ersten Zusagen zu Heute Sportpalast/ Otto Braun/ Fritz Tarnow BertBäffcrn. Zunächst hieß es: nicht vor sechs Monaten— bald danach: nicht vor neun Monaten. Man suchte nach Vorwänden und nach Auswegen, um Zeit zu g e- Winnen. Allein für die Aufstellung der Wählerlisten be- hauptete man, ein halbes Jahr zu benötigen.(Dabei hat z. SS. die deutsche Regierung der Volksbeauftragten mitten im größten Trubel der Revolution und der Heimkehr des Mil- lioncnheeres und trotz des neueingcführten Frauenwahlrechtes die Wählerlisten für die Wahl zur Nationalversammlung innerhalb von fünf Wochen fertiggestellt, und es hat alles in allem vorzüglich geklappt.) Sodann hieß es, daß man dem spanischen Volke, das so lange nicht mehr gewählt hätte, nur stufenweise die parlamentarisch-demokratischen Rechte wieder verleihen könnte. Erst Gemeindewahlen, dann Provinziallandtagswahlen und nur zum Schluß E o r t e s w a h l e n. Diese Verzögerungen und Winkelzüge haben die Miß- stimmung gegen das Regime nur noch verstärkt und besonders das Mißtrauen gegen den schon einmal wortbrüchig gewesenen 5lö,iig Alfons beträchtlich vertieft. Der Träger der Krone hatte gehofft, durch solche Hinausschiebungsmanöver seine Situation bei den Parlamentswahlen, die über die künftige Verfassung entscheiden sollten, zu oerbessern. Er erreichte aber damit nur, daß die Zeitzugunsten seiner Gegner arbeitete. Die Republikaner erhielten immer neuen Zu- zug auch aus solchen Kreisen, die noch vor Jahresfrist grund- sätzlich für die Beibehaltung der Monarchie gewesen wären. Immer größere Teile der Armee sympathisierten offen mit jener bürgerlichen Intelligenz und fortschrittlichen Beamten- schast in den Großstädten, die sich klar zur Republik bekannte. Ja selbst Teile des niederen Klerus lösten sich von der althergebrachten Einheitsfront zwischen Thron und Altar, teils aus der Erkenntnis ihrer sozialen Verbundenheit mit dem Proletariat, teils vielleicht auch in der Erkenntnis, daß sonst die Kirche ihren Einfluß auf große Volksschichten in den Städten völlig einbüßen würde. Die Mißstimmung war sehr stark, daß sie verschiedentlich zu Explosionen revolutionärer Natur führte. Militäraufstände und Generalstreiks lösten einander ab. Sie blieben jedoch erfolglos, teils, weil noch keine einheitliche po- litische Führung vorhanden war. teils auch, wie im Falle der Garnison von Iaca, weil das vorzeitige Vorgehen eines ein- zelnen Truppenteils allgemeine Verwirrung unter den Revo- lutionären zur Folge hatte. Nur zu gern hätte Alfons die Tatsache solcher mißglückten Unternehmungen als Vorwand benutzt, um überhaupt seine Versprechungen vom Januar 1930 wieder rückgängig zu machen und eine neue Diktatur zu errichten. Dafür war aber die Entwicklung schon zu weit fortgeschritten, vor ollem war die Armee zu unsicher geworden. So bildete er schließlich eine Konzentrationsregie- r u n g aller monarchistischen Parteien unter Führung des Admirals Aznar und wartete nun das Ergebnis der Ge- meindewahlen mit vorgetäuschter Zuversicht ab. Dieses Ergebnis liegt jetzt vor und ist für ihn und die Monarchie geradezu katastrophal. In Katalonien imd im Baskenland, in Afturien und in Eastilien, in Andalusien und selbst in der spanisch'maroktanischen Stadt Eeuta, kurzum fast überall, in den größten wie in den kleinsten Städten, hoben die Sozialisten und Republikaner klare, zum Teil sogar erdrückende Mehrheiten erlangt. Ganz vereinzelt, an diesem oder jenem Punkt des Landes, haben die Königstreuen die Majorität errungen. Durch das ganze Land dröhnt die Forderung:„Nieder mit dem König, es lebe die Republik!" Man wende nicht ein, daß Gcmeindewahlen keinen poli- tischen Charakter tragen. In diesem Falle, wo es sich über- Haupt um die erste Volksbefragung seit acht Iahren Handelle, waren sie nur politisch, und um die eigentlichen Kommunal- verwoltungsprobleme hat sich wohl dabei kein Mensch gekümmert. Man sage auch nicht, daß man erst jene Wahlen abwarten müsse, bei denen auch die ländliche Bevölkerung zu sprechen hätte. Selbst angenommen, die Monarchie würde Dank der Hilfe der Kirche in den Dörfern besser abschneiden als in den Städten, so ist es Tatsache, daß auf dem Lande der Analphabetismus, von der Kirche bewußt groß- gezüchtet, bis zu 6V und 70 Prozent der Bevölkerung in tiefster kultureller und politischer Rückständigkeit hält. Sollte die Monarchie moralisch so tief gesunken sein, daß sie für ihre Rettung nur noch auf die Hilfe derer spekuliert, die weder lesen noch schreiben können? Fast hat es diesen Anschein. Denn, obwohl die einzige logische und anständige Lösung für den König die unverzügliche Abdankung wäre, hört man bisher aus Madrid nur von krampfhaften Versuchen, den klaren Sinn der vorgestrigen Wahlen zu ignorieren und um- zufälschen. Es scheint das Schicksal der meisten gekrönten Häupter zu sein, daß sie den günstigen Augenblick für not- wendige Entschlüsse immer versäumen. Die unfreiwilligen Lehren, die die letzten Monarchen von Deutschland, Rußland und Osterreich-Ungarn ihren bisher glücklicheren Kollegen hinterlassen haben, scheinet umsonst gewesen zu sein. Viel- leicht hätte König Alfons noch vor Jahresfrist seinen Thron behaupten können, wenn er damals sofort hätte wählen lassen. Heute ist es dafür offenbar zu spät. Immerhin könnte er heute noch, wenn er unverzüglich die Konsequenzen aus dem Volksurteil des 12. April ziehen, wenn er also mit Eleganz umgehend abdanken würde, sich und seiner Familie ein ungestörtes Dasein als Privatmann im eigenen Lande sichern. Wird es aber dazu morgen nicht bereits zu spät sein, wenn das Volk erfährt, wie wenig Alfons und seine Umgebung geneigt sind, den unvermeidlichen Entschluß zu fassen? Wird der König in seiner Verblendung stall eines friedlichen Umsturzes einen blutigen reoolutio- nären Bürgerkrieg heraufbeschwören, dessen Aus- gang nach diesen Sonntagswahlen nicht mehr zweifelhaft fein kann? Handelt er so, dann wird er sich glücklich schätzen können, wenn er noch mit heilen Knochen aus dem Lande zu flüchten vermag, um die Zahl der in der Verbannung leben- den Monarchen zu oermehren. Zottunion vor Völkerbund. England beantragt Prüfung.—„Anschluß" das erstemal wieder vor dem Rat. Genf, 13. April.(Eigenbericht.) Die Rote der englischen Regierung aus die Prüfung der österreichisch-oeutschen Zollunion durch den Völkerbundsrat ist im Völkerbundssekretariat eingetroffen.. In ganz allgemeinen Ausführungen nimmt die Rote Bezug auf die Genfer Protokolle von 1922 über die Völkerbundsanleihe für Oesterreich und ersucht lediglich, dos neue Zollübereintommen auf die Tagesordnung der 63. Ratstagung im Mai zu setzen. Der Teil von knapp einer Seite ist nicht von Henderson. sondern von einem Beamten des Foreign Office gezeichnet. Der Wortlaut der Rote wird heute den Ratsmächten zugestellt und morgen früh in Genf veröffentsicht. Es ist von besonderer Bedeutung, daß die englische Regierung sich durch diesen Schritt in keiner Weise und nach keiner Rich- tung hin festlegt, sondern freie Hand behält für alle Möglich- leiten. So wird nicht Bezug genommen aus irgendeinen Artikel des Völkerbundspaktes. Angesichts der aufgetauchten Zweifel wird lediglich eine juristische Prüfung des Abkommens für er- forderlich erklärt, wobei sich die englische Regierung die Zweifel nicht zu eigen macht. Wie Krankreich sich England entfremdet. London. 13. April. Die politischen Vorgänge der letzten drei Wochen haben, wie der diplomatische Korrespondent des„O b s e r v e r" schreibt, eine genaue Untersuchung der Lage durch die englischen diplomatischen Kreise zur Folge gehabt. Dabei sei man zu dem Ergebnis ge- kommen, daß die Lage e r n st e r fei als jemals seit dem Waffen- stillstand. Die Forderung Briands an Henderson, die Sicher- h e i t s f r a g e dem Abrüstungsproblem voranzustellen, die Bestätigung dieser Tendenz durch Doumergue. der offenbar« Wille Frankreichs, feine Rüstungen zu verstärken und an der mili- tärischen Ueberlegenheit über Deutschland festzuhalten, hätten in England ernste Besorgnis ausgelöst. Man habe den Eindruck, daß olle Abrüstungsverhandlungen überflüssig seien, solange sie sich nicht auf den Grundsatz„Gleiche Abrüstung für alle" stützten. Die Aufregung in Paris über den Besuch der deutschen Minister habe den Engländern die überraschende Tatsache enthüllt, dqß der Quai d'Orsay diesen Besuch als bedauerlich ansehe, obwohl er den- selben freundschaftlichen Charakter trage, wie die früheren Zu- sammenkünfte zwischen den Leitern der englischen und der franzö- fischen Politik. Die Nervosität in Paris zeige, daß man in Frankreich eine ganz falsche Vorstellung von den Zielen der englischen Politik habe, wenn man glaube, daß diese mehr zu Frankreich als zu anderen Ländern hinneige. Die englische Politik müsse diese mißverständliche Auffassung in Frankreich beseitigen, ohne je- doch in Paris den Eindruck zu erwecken, als ob Frankreich der Ge- fahr einer Isolierung ausgesetzt wäre. Während Frankreichs Politik noch immer mit der Möglichkeit eines Krieges gegen Deutschland rechne, betrachte man in Eng- land einen solchen Krieg als eine Unmöglichkeit. Daher habe der bevorstehende Besuch der deutschen Minister in England allgemein die lebhafte st e Befriedigung hervorgerufen. Heute sei es ganz klar, daß England ein wirklicher Freund Deutschlands wie auch Frankreichs sei. Die englische Politik ziele darauf hin, eine Isolierung Frankreichs und auch Deutschlands zu oerhin- dern, das europäische Gleichgewicht wieder herzustellen, die Sicher- heit auf alle Unterzeichner des Kellogg-Paktes auszudehnen und so den Erfolg der nächstjährigen Abrüstungskonferenz vorzubereiten. Die von Frankreich verfolgte Politik mühte bald zu einem neuen europäischen Unglück führen. Rede sehr oft gefallen. Die Polizeiverwaltung Rotenburg hat in- zwischen auf Anweisung des Regierungspräsidenten in Stade gegen Ienke beim Oberstaatsanwalt in Verden eine Anzeige wegen Nötigung und Bedrohung des Polizeihauptwachtmeisters F. erstattet. Der Oberstaatsanwalt ist außerdem ersucht worden, ein Verfahren wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schutze der Republik einzureichen. Di« Strafanzeigen lausen also. Moralisch braucht das Verhalten des R�ichstagsabgeord- neten und Oberpostsekretärs Ienke wohl nicht erst gekennzeichnet zu werden. Gefängnis für Gottfried Keder. Gröbliche Veschimpfunqea gegen die Republik. Kassel, 13. April.(Eigenbericht.) Das Schöffengericht Kassel verurteilte den nationalsozialisii- schen Rcichstagsabgeordnetcn Gottsried Feder am Montag wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz zu einem Monat Gefängnip. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis und 200 M. Geldstrafe beantragt. Di« Anklage warf Feder vor. mit Bezug auf die Republik ge» sagt ZU haben, daß es infolge des Republikschutzgesetzes oerboten fei, einen Lumpen Lump zu nennen, wenn er Minister würhe. Ferner sei dieser Staat, wenn er dos Crwerbslosenproblem nicht lös«. Wirt, daß er perreck«. Weiter machte er der Republik zum Vorwurs, daß sie dos Volk belogen und bestohlen habe. Schließlich verglich er den Staat mit einem schwerkranken, rachitischen Kinde. das nicht allein laufen könne. Die Verhandlung ergab ferner, daß Feder in Versammlungen in Kassel und Hanau auch noch gesagt hatte, die Regierungen von heut« arbeiteten schamlos in die eigenen Taschen. Dos sirtell gegen Feder fiel verhältnismäßig milde aus, weil das Gericht seine bisherige Unbescholtenheit als Milderungsgrund betrachtete. Ein Messerheld vom Hakenkreuz. Stralsund. 13. April.(Eigenbericht.) Dep Nationalsozialist Otto H ü b s« l, der Ostern in Iarmen «inen Arbeiter niederstach, dann flüchtete, sich kurze Zeit darauf aber stellte, wurde vom Schnellrichter zu 7 Monaten Ge- fängnis verurteilt. Hübfcl war Angestellter der nationalsozialistischen Gauleitung in Kuntzow. Eine Giahlhelm-Erfindung. Grundlose Angriffe gegen iLandrat HanSmann. Der Landesverband Westmark des Stahlhelm hat in einem dringenden Telegramm an den preußischen Innenminister die so- sorlige Abberufung des sozialdemokratischen L a n d r a t s Lzansmann gefordert. Angeblich hat Honsmann am Sonn- tag in einer sozialdemokratischen Versammlung in Schwelm ei� klärt, der deutsche Frontsoldat habe Heldenmut nur dann gezeigt und wäre zum Angriff nur dann vorgegangen, wenn er„b e- soffen wie ein Schwein" gewesen wäre. Als Quelle diente dem Stahlhelm.zu seiner Behauptung die nationalistische „R h e i n i s ch- W e st f ä l i s ch e Zeitung". Die Behauptung des nationalsozialistischen Blattes, die sich der Stahlhelm, Landesverband Westmark, ohne vorherige Prüfung vollinhaltlich zu«igen gemacht hat. ist er st unken und erlogen. Die amtlichen Ermittlungen hoben ergeben, daß Hausmann weder die ihm in den Mund gelegte Be- houptung noch, eine ähnliche Acußerung getan Hot. Oer Stahlhelm beschwert sich. Noch einer Mitteilung des Bundesamtes des Stahlhelm Hot b»t Leiter der Abteilu,� Volksbegehren beim Dundesamt im Aufträge der Bundcsführung des Stahlhelm dem Reichskanzler„die gröbsten Fälle der zahllosen bisher schon erfolgten Behinderungen des Volksbegehrens„Landtagsairflöjung" durch Behörden auf Grund der Notverordnung übermittelt und fein Eingreifen zum Schutze der verfassungsmäßigen Volksabstimmung in Preußen erbeten." politische Schlägereien. In N e u m ü n st e r kam es bei einem Stahlhelrnausmorsch zu einer Schlägerei. Fünf Personen wurden dabei verletzt, darunter zwei schwer. In Dessau rief eine Hakenkreuzdemonstration Zusammen- stößc hervor, wobei sechs Hakenkreuzlcr verletzt wurden. Volksbegehren oder Lügenbenielei? Gin Schwindel folgt dem andern. Für da» Volksbegehren wird unter dem Tittl„Kamps um Preußen" eine Broschüre verbreitet, die in der Deutschen Bych- druckerei und Verlags L.-G., Berlin SV- 19» gedruckt ist und von einem Dr. Hans Hübotter, Berlin, gezeichnet wird.' In diesem Heft wird u. a. behauptet,„der Reichsminister Soll manu" habe mit Barmat in Berbindung gestanden. Das ist ein« freie Erfindung. Richtig ist, daß Sollmann die Barmots weder g e- sehen noch gesprochen noch mtt ihnen korrespondiert noch jemals auf sonst eine Art direkt oder indirekt mit ihnen in Verbindung gestanden hat. Die Legalität des Galgens. Oer Herr Oberpostfekretär mit der Henkersehnfocht. Amtlich wird mitgeteilt: In einer nationalsozialistischen Per- sammlung in Rotenburg in Hannooer sprach der nationalsozio- listische Reichstagsahgeordnete Oberpostsekretor Ienke aus Breslau. Noch cinigqn einleitenden Worten griff der Redner den die Der, sammlung überwachenden Polizeihauptwachtmeister F. persönlich an, jedoch ohne dessen Namen zu nennen. Er sagte u. o. wörtlich: „Auch hier in Rotenburg ist unter den Polizeibeamten einer. der rot ist, und zwar der aus Magdeburg: auch für dich ist dieZeitgekommen. meinroter. rosaroterSchutz- mann aus Magdeburg: wenn du dich nicht ball» umstellst und dich in die Reihe der nationalen Männer stellst, so wirst du roter, rosaroter Schutzmann aus Magdeburg es zu spüren be- kommen, wenn wir in einigen Wochen oder Monaten ans Ruder kommen, wenn wir die Bonzen. Verbrecher und Spitzbuben da oben gehängt haben. Blut soll nicht fließen, aber aufgehangen werden sie. Auch für dich, du roter, rosaroter Schutzmann aus Magdeburg, ist dann ein Platz frei, wo du hängen wirst, und zwar werdet ihr so lange hängen, bis ihr am Strick vertrocknet seid oder abfaulen werdet." Der Ausdzuck, daß der Polizeihauptwachtmeister F., der allein gemeint sein konnte, da von den drei städtischen Polizeibeamten in Rotenburg nur er aus Magdeburg gekommen ist, gehängt werden solle, sowie die Wendimg„roter, rosaroter Schutzmann" sind in der Eine neue Reichsanleihe? Voraussichtlich llltimokredit von Bansseite. Es gehen Gerüchte um über ein« neue Reichsanleihe, die ongeb- lich für Mai oder Juni geplant sein soll. Diese Gerüchte scheinen ihren Ausgang von der Feststellung genommen zu haben, daß nach den heute möglichen unsicheren Berechnungen die Reichs- k a s[ e spätestens Ende Mai eine stärkere Anspannung erleiden wird, wenn es bis dahin nicht gelingt, für die zurück- zuzahlenden einjährigen Schatzanweisungen aus dem Vor- jähr« Ersatz zu schaifen. Von April bis Juni dürften 100 bis 1S0 Millionen solcher Schatzanweisungen fällig werden, und hierzu kommt unter Umständen ein weiterer Einnohmeausfoll im Etat, wenn, wie zu befürchten ist, die wirtlichen Eingänge an Steuern hinter den Schätzungen zurückbleiben. In den ersten Monaten des laufenden Kalenderjahres konnte nur«in Teil der fälligen einjährigen Schatzanweisungen durch die Begebung des neuen Typs von halb- und ganzjährigen Schatz- anrneisungen ersetzt werden, etwa 70 bis 50 Millionen Mark. Wie hoch tatsächlich der im Mai zu deckende Bedarf fein wird, wird wesentlich davon abhängen, wie weit der Geldmarkt willig und imstande ist, neue Serien von Schatzanweisungen auszunehmen. Je nach den», wie der Absatz verläuft, könnie auch mit einem geringeren Kassenfehlbetrgg gerechnet werden. Somel uns bekannt ist, hat sich die Re ichsfinanz Verwaltung beretts bemüht, für den schlimmsten Fall Vorsorge zu treffen: wahrscheinlich käme e i n entsprechender Bankenkredit in Betracht. Der staager Gerichtshof tritt am Dienstag zur Verhandlung über den öeutsch-polnijchen Schulstreit zusammen. Vorsitzender ist der Japaner Adatschi, deutscher Richter Schücking. deutscher Anwalt Prof. Kaufmann. Das Bauvolk der sozialistischen Welt. Gegnerische Anerkennung für die Kinderfreunde. Die Feierstunde der Berliner Kinderfreunde im Großen Schauspielhaus hat auf die anständigen Gegner großen Ein- druck gemacht. Die„Märkische Bolkszeitung", das Berliner Zentrumsorgan, schreibt darüber: „Schon vor Beginn der Veranstaltung rvar der weite Raum mit Ausnahme des Parketts bis auf den legten Platz gefüllt. 80 Prqzent der Teilnehmer waren Erwachsene, schlichte, einfache Leute des Volkes ohne jeden Fanatismus. Wie eine große Ge- meinde im sicheren ungestörten Besitz ihrer lebendigen Idee vor» sammelten sie sich... Hinter mir saßen zwei Frauen, deren Ge- sprach verriet, daß der Sozialismus ihr Leben und Fühlen voll- kommen beherrscht. Beim Anblick der leeren Parkettplätze meinte eine:„Die sind wohl für die Prominenten reserviert."' Wer ent- puppte sich als die Prominenten? Von allen vier Seiten strömten die Roten Falken beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters herbei und nahmen die Parkettplätze ein. Eine packende symbolische Platz- Verteilung— der riesige Rahmen der erwachsenen Sozialisten um- schließend das Bauvolk der kommenden sozialisti- s ch e n Welt. Volle Anerkennung aber muh bei der Arbeit der sozialistischen Kindersreunde die Mitarbeit der erwachsenen Ge- » o s s e n. vor allem aber auch die Opferbereitschost und mühselige Arbeit der Helfer und Helferinnen finden. Wer selbst einmal an der Jugend gearbeitet hat, wird er- messen können, wieviel Geduld, Hingab« und B e g e i st e- r u n g nötig ist sür Arbeit an jungen Menschen. Diese Eigenschaften aber besitzen die Kinderfreunde. In einer Vollversammlung der Katholischen Aktion vom 8. April 1931 hat Dr. Algermissen auf die starke Kraft und damit auf die ernsten Gefahren hingewiesen, die unserem Balte und unserer Kirche aus der Kindersreundebewegung erwachsen können." Die hingebungsvolle Arbeit der Kinderfreunde hat diesen Gegnern Achtung eingeflößt und Anerkennung abgerungen. Sie bekämpfen die Kinderfreunde aus religiösen Gründen— aber die Art ihres Kampfes sticht wohltuend ab von der ge- hässigen und verleumderischen Methode, die namentlich in bayerischen katholischen Kreisen gegen die Kinderfreunde- bewegung geübt wird. Einer"Bewegung aber, die den Gegnern solche Aner- kennung abringt, gehört die Zukunft! Oer Kall Zacobowicz. Eine Erklärung des anzeigenden Arztes. Slallgarl, 13. April.(Eigenbericht.) Im Verlaus der Presseerörterung, die der Einleitung eines Ver> fahrens gegen Dr. Friedrich Wolf rnid Frau Dr. Jacobs- w i c z- K i e n l« folgte, ist mehrfach darauf hingewiesen worden, daß den Anstoß zu dem ganzen Verfahren«ine Denunziation ge- geben habe, deren Urheber ein hervorragender Stuttgarter Arzt, Leiter eines Krankenhauses und Vorstandsmitglied der Württ. Aerztekammer gewesen sei. Damit war Sanitätsrat Dr. H. Neunhoeffer-Stuttgart gemeint, der nun zur Abwehr der gegen chn erhobenen Vorwürfe im„Medizinischen Korrespon- denzblatt für Württemberg" zu der Sache selbst das Wort nimmt. Er führt dort aus: „Vor mehreren Wochen wurde ich in der Bethesda-Anstalt, wo ich jehbst tätig bin, in das Operationszimmer gebeten. Schon quf dem Psg dahin teilte mir die Schwester, die die Aufnahm«:» besorgt. aus mein Befragen, was los sei. mit, daß von Frau Dr. Ja- cobowiez-Kienl« soeben«in junges Mädchen zu so- i artiger Operation eingewiesen wurde. Das Mädchen lsi in Beglinwng einer Krankenschwester in tiefer Narkose mit dem Sanitätswagen von der Klinik der Frau Dr. Jacob owicz-Kienle nach der Bethesda-Answlt übergeführt worden." „Dr. Neunhoeffer schildert weiter, daß durch einen schweren Kunstfehler eine sehr schwer« Verletzung des Mädchens verursacht worden sei und fährt dann fort: „Don diesem Fall und der glaubhaften Mitteilung, daß Frau Dr. Jacobowicz.Aienl« sich schon melirer« ähnliche Fäll« habe zu- schulden kommen lassen, war ich so erschüttert, daß ich es für nötig hielt, Schritts zu unternehmen, um dem unverantwortlichen Treiben der Frau Dr. Iocobowiez-Kiente ein Ziel zu setzen und um in höherem Interesse und im Interesse hilfesuchender Frauen einer Wiederholung vorzubeugen. Ich erstattete deshalb sowohl bei der Polizei als fcer Staatsanwaltschaft gegen Frau Dr. Jacob awicz- Kienlc Anzeige wegen schwerster Kunstfehler und Körperverletzungen. die sie sich bei Gelegenheit von Schwangersähastsunterbrechungni hatte zuschulden kommen lassen." Frau Dr. Jacobowicz hat dazu erklären lassen, daß dos Mädchen aus einer anderen Behandlung erst zu ihr gekommen sei und sie die Uel�rführung veranlaßt habe. Aus all« Fälle ober richten sich die Angriffe Dr. Neunhoeffers lediglich gegen die medizinische Eignung von Frau Dr. Jacobowicz. Für die Entscheidung der die Oeskentlichkeit am stärksten besihästigenden Frage, ob der§ 218 des Sirosgefetzbuches einer Abänderung bsdars, ob es nicht dringend geboten ist. die Zlussührung van Schwangerschaftsunterbrechungen in einem weiteren Rahmen, als es heute der Fall ist. Zu legalisieren und sie dadurch in die Hönde von wissenschaftlich eimpondfreien und besonders dafür ausgebildeten Fachleuten zu überführen, ist mit den persönlichen Angriffen des Herrn Dr. Neunhoeffer gegen Frau Dr. Kienle nicht der geringste Beitrag geleistet worden. itO Lahre für Gowjeiatieniäter. Die Hintermänner vleibea im Dunkeln. Marschin», 13. April.(Eigenbericht.) Der Urheber des Bombenanschlags auf die Warschauer Sowjet- Gesandtschaft, P o l a n s k i. wurde am Montag zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Verteidiger des Angeklagten fsrdcrte das Gericht in seinem Plädoyer auf, keine diplomatischen Rücksichten aus die amtliche sowjetrussische Erklärung zu nehmen die«ine strenge Bestrafung Polanstis forderte. Sein Klient leide offensichtlich an Geistesschwäche. Polanski selbst verfiel in seinem letzten Wort vor dem Urteil wieder in religiösen Pathos und bat Gott, den Bolschewiken zu verzeihen. Die Frag« noch den Hintermännern Polanski», deren Existenz durch den Verlauf des Prozesses als feststehend an- gesehen werden kann, wurde in dem Urteil aus diplomatischen Rücksichten nicht berührt._ Der Oeslerr elchische Arbeiterkammerkag hat das von der Wiener Arbeitcrkammer vorgelegte Gutachten, da« sich ii, der schärfsten Weise gegen die von der Regierung geplante Verschlechte- rung'der Sozialversicherung wendet, einstimmig— bei Stimmenthaltung der christlichsozialen und deutschnationalsn Gewerkschaften— angenommen. Auch die Ehristen und die Deutsch- «ticmalen nahmen sehr scharf gegen die Vorlage Stellung. Nach der spanischen Wahl. Alfons:„Letzt werde ich mir wohl auch einen andern Hut kaufen müssen Industriespionage für Rußland. Kührer der?U30. betätigen sich als Handeisspione. Iranksurl a. 13. April.(Eigenbericht.) Im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet herrscht allgemein große Erregung über die von den Kommunisten und der RGO. mit blinder Skrupellosigkeit getriebene Industriespionage. Besonders unter den Angestellten und Arbeitern der I. G. Farben, die wohl das ehemalige Betriebs- und Arbeiterratsmitglied der Farbwerke, den Kommunisten Wilhelm Dien st dach, genau kannten, aber keine blasse Ahnung von seiner Industriespionage hatten, ist die Em- pörung außerordentlich groß. Die Erregung und Bestürzung kommt auch in einem Artikel der sozialdemokratischen„Frankfurter Volks- stimme:„So wird deutschen Arbeitern Arbeit und Brot gestohlen" zum Ausdruck. Der vechostetp Dienstbach ist einer der übelsten kommunistischen Maulhelden Deshalb kam er auch schon in jungen Jahren in den Kommunallandtag und in den Höchster Bezirtsral als Vertreter der KPD- Eine Zeitlang wurde er auch in von Arbeiter- und Betriebsrat der I. G. Farben delegiert. Im Höchster Bezirksrat war Dienstbach der Wortführer der KPP. In seinen Reden wimmelte es von Angriffen gegen die„Korruption" der Sazialdemokrytie. Vor jeder Betriebsratswahl in den Höchster Farbwerken hat Dienst- dach den gehässigsten und persönlichsten Kampf gegen die sreigcwerk- schaftlichen Mitglieder der Arbeiteroertreter geführt, sie als„La- kaien des Kapitals" beschimpft und den Arbeitern vorgeredet, daß nur unter„roter Führung" mit dem I.G. Farben-Kapital ganz anders umgesprungen werden könnte. Nach den jetzigen Enthüllun- gen kann man ermessen, was dieser Industriespion mit dem„ganz anders" vorstanden wissen wollte. Schon lange war es aufgefallen, daß Dienstbach über sein« Verhüllniss« leben konnte, sich elegant kleidete und allerhand Passiv- nen hatte, die sich ein Proletarier nicht leisten kann. In den ein- z einen Fabrikationsabteilungen der I. G. Farben hatte man bereits seit längerer Zeit bemerkt, daß versucht wurde, Betriebsgeheimnisse auszuspionieren. Dienstbach hatte sich auf Der» anlassung des Berliners Steffen eine Reche von Helfershelfern«ms der Kommunistischen Partei verpflichtet. Man nimmt aber an. daß es nicht 30 Arbeiter sind, die von Steffen«ingewecht wurden. Dienstbach führte diese Namen offenbar nur listenmäßig, um mehr Geld von seinen Auftraggebern zu erhalten. Es kam den Steffen und Dienstbach nicht nur aus die Geheim- nisse der Farbwerke an, sie wollten auch zum Beispiel die B e» triebsmethoden der Kelsterbacher Kunstseiden- fabrikation ausspionieren. Dienschoch machte sich zu diesem Zwecke nicht nur an die kommunistischen Arbeiter des Wertes heran. sondern suchte auch ein Verhältnis mit der Köchin eines Direktors von Kelsterbach. Das wurde ihm zum Verhängnis. Als das Mädchen durch die Art der Annäherungsversuche stutzig wurde, be- richtete es von den Methoden des Dienstbach. Die Aufdeckung des Spwnagesystems geschah aber erst durch den Sohn eines Werk- Meisters Raschig in Ludwigshafen. Ein Agent des Dienstbach ver- suchte von diesem jungen Mann Material zu erhalten. Dienstbach kam schließlich selbst nach Mannheim und Ludwigshafen und sprach immer von einem.Lerrn aus Berlin", der die ganze Aktion leiten würde. Es scheint den kommunistischen Werkspwnen hauptsächlich darauf angekommen zu sein, Skizzen von neuen Appa- raten und Mitteilungen üer technische Verfahren zu erholten, wie Rezepte für Karbolsäure, Rezepte des Nitrolack. Verfahrens, des Harnswffverfahren«, der Asphallmassenherstellung und der Kohlenverflüssigung. Der erste Zusammenkunft de« Wertmesstersohne» au» Ludwigs- Manon Lescaui. LindewOper. Pueeinis frühe Oper„Manon Lese auf, mit der das Scala-Gastfpiel uns vor zwei Iahren bekanntgemacht hat, erscheint zum ersten Mole in deutscher Sprache auf der Bühne der Linden- Oper. Handlung und Musik kommen gestrigem Theatergeschmack mehr entgegen als heutigem Kunstbedürfnis. Szenisch glänzende Ausmachung. musikalisch ausgeglichene Aufsührung. Biel Beifall, vor allem sür Iacntila Novotna und Leo Blech. Hafen mit dem Berliner Spionageleiter Steffen erfolgte in Lud- wigshasen. Steffen war zu diesem Zweck von Berlin noch Mann- heim gekommen. Mitte März wurde der Ludwigshafener kam- munistische Agent verhaftet. Schließlich konnten am 22. März in Ludwigshafen auch D i c n st b a ch und Steffen festgenommen werden. Als Helfershelfer von Steffen wird neuerdings auch der bayerische kommunistische Landtagsabgeordnete Eugen Herbst genannt. Die bei den Haussuchungen gefundenen Papiere ergaben, daß der RGO.-Mann SteffenderFührerderSpionage war. Die„Frankfurter Zeitung" teill dazu im einzelnen noch mit:„Nicht nur die Chemiegruppe der RGO.(Revolutionär« Gewertschafts- Opposition) wurde von ihm geführt, sondern gleichzeftig Holl« Steffen auch«in Büro im Hause der russischen Handelsgesellschaft, al? deren Sekretär er tötig war. Anscheinend in dieser Eigenschaft organisierte er die Auswanderungen deutscher Focharbeller nach Rußland." Die deutschen Auswanderer noch Rußland erhielten von Steffen Frage- bpgen zugestellt, auf denen genaue Angaben über die bisherige Tätigkell, Ausblldung usw. verlangt werden. Der für den Höchster Bezirk zuständige Funktionär für die Auswanderung nach Rußland hatte ebenfalls Beziehungen zu Chemikern und Ingenieuren an- geknüpft. Das Blall der Kommunistischen Partei in Frankfurt o. M. bringt in seiner Montagausgabe keine einzige Zeil« über den Skandal, dafür ober eine ganze Seite mit der Ueberschrift: „Hinein in die RGO." Di« Höchster Arbeiter dürften jedoch van der RGO. die Nase voll haben. * Die Handelsvertretung der Sowjetunion bestreitet, direkt« oder indirekte Beziehungen zu dem Verhafteten gehabt zu haben. Gchlußverhandlungen mit den Russen. Aor Beginn der Auftragsvergebung. Di« Verhandlungen mit den sowjetrussischen Delegierten wegen Abschluß der Industrieaufträge in Deutschland sind jetzt in ihr letzte» Stadium getreten. Am Montagnochmillag be» gönnen die Besprechungen über Einzelhellen der Lieferbedingungen. Die deutsche Delegation führt Direktor Lange, der Geschäftsführer des Vereins Deutscher Maschincnbauanstallen, für Rußland führt P j a t a k o w die Verhandlungen. Es Handell sich bei diesen Besprechungen um die Festsetzung des Abnahmeortes, wobei die deutsche Industrie begreiflicher- weise Wert darauf legt, daß die technische Abnahm« der Lieferungen nicht erst in Rußland, sondern in Deutschland in den Werken selbst erfolgt. Eine große Rolle spielen ferner die Montagebedin» g u n g e n in Rußland. Hier will die deutsche Delegation auf Grund der bisherigen Erfahrungen deutscher Ingenieure und Monteur« in Rußland klar« Verhältnisse in der Gehaltsays» Zahlung und Lebensmittelversorgung der deutschen Fachkräfte schaffen. Di« Vergebung der Aufträge wird nach Klärung dieser Fragen sodann durch die inzwischen eingetroffenen russischen Soch- verständigen erfolgen. Es sind bereits die Leiter der russischen Elektrizitätswirtschaft und des Maschinenbaues in Berlin anwesend. Bei Siemens haben bereits die ersten Auftragsvcrhandlungen eingesetzt. Beleidigte polen-Industrielle sagen ab. ILorfchau, 13. April.(Eigenbericht.) Eine Reise polnischer Industrieller noch Sow» jet-Rußland, die am Montag beginnen sollte, wurde in letzter Minute abgesagt, da in der Zwischenzeit in der Sowjetpresse ein angeblich halbamtliches Kommunique erschienen ist, in dem der Industriellsnausflug, der zu einer Generalversammlung der polnisch- sowjetrussischen Handelsgesellschaft stattfinden sollte, als Beweis da- für angeführt wird, daß die polnische Wirtschaftslage ohne Aus- weg fei. Die polnischen Industriellen fordern nunmehr angesichts des Kommuniques vor ihrer Reife von den amtlichen sowjetrussischen Stellen„Genugtuung". WERTHEIM"ü* SecMti flPowtifa Zusendung von 5 M an. Obsf, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt JßeheitsmSttel Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Hammel-Vorderfl. 0.92 Rinderkamm 0.80 Querrippe.... Pfund 0.70 Gehacktes....Pfund 0.75 Gulasch 0.90 Liesen 0.55 Rückenlett bra,,8,,iftjnd 0.54 Kalbskamm...Pfund 0.75 Kalbsbrust u 0.85 S ch weinerücken. s"uch 0.68 Kahler Rippchen pm. 0.85 Fr. Bratwurst �"Ä'I.IO Nierentalg 1.75 Rinderleber gefror., Pfd. 1.16 Tafeläpfel taiif. 0.38 0.48 Amoretfenbirnenpid. 0.38 Zitronen Dutzend 0.30 0.38 Apfelsinen vfzd. 0.45 0.65 Bananen.... 3 Pfund 0.98 Möhren gewaschen 3 Pfd. 0.1 5 Salat..... grofjer Kopf 0.20 Grüne Gurken von�an 0.38 Blumenkohl Kopf v. an 0.38 RaMcherwayega Bücklinge Pfund von an 0.28 Sprotten u- Ä™n an 0.35 Seelachs �d'�n ,n0.36 Wurstwaren Speckwurst... Pfund 0.68 Dampfwurst u.*piti!d.w! 0.88 Leberwurst(Hausmads.) 1.10 MettWUrSftBraunschw.Apf) 1.10 Käse u, Fett Camembert �«'"sdi'adi? 0.22 Briekäse voiifatt.. Pfund 0.60 Steinbuscher voiifetf.pfd. 0.80 Limburger 0.46 0.82 Schweizer teÄ 1.1 2 Margarine■■ 2 Pfund 0.75 Markenbutter.... 1.56 Dän. Butter■.. Pfund 1.64 Holsteiner faÄVJünd 1.Z5 Leberwurst Ir.FMotwur.» 140 Speck v' an 0.68 magar 0.95 Gek.SchinkenlÄpl: 0.45 Konserven D;'U Br.- u. Sehn.-Bohn. 0.48 0.S4 Gemüse-Erbsen... 0.46 Jg. Erbsen lÄff.n 0.68 Karotten junge kleine 0.58 Junger Spinat..... 0.38 Preiselbeeren i-'io 0.90 AprikOS.eKonfif. Eimer 110 Würstchen Dose 5 p-er 0.85 Pfund von an Hühner gefroren Hühner frlzd,.... Pfund von an Brathühner frisdi, Pfund von an Frische Eier 10 sfude von an 0.88 0.95 1.10 0.68 Kabeljau game Piidse, Pfd. von an 0.1 Jt Kabeljau-Fiiet. k'fund von an 0,12- Brafschollen. 3 v. an 0.28 bebende Fletzen Pfund v. an 0.23 Grüne Heringe 3pfd.v.an 0.40 Frisch gebr. Kaffee eigene Rösferei Pfund 1.80 2.40 2.80 3.20 3.60 DMeiitallarBeimaDii Achtung! Mittwoch, ••cm. II.Ahe. tten 15. April. Im Sihungsfoal»eu Wahlkörper-Versammlung des Wahlkörpers II der Elsenkonslrukiion. AalO', Maschinen-, Bau-, Schwarrbledi- tmc Karosserie-Schlosser Tagesordnung. Berichterstattung von der am 3i. Marj ftattgesundeneu Generalversammlung. Vonnerstag, den 16. April. nach«. 5 Ahr, im verdondshaus Linieustr. 83 85, Sitzungssaal 4 IV Portal i Versammlung der sctmltiariieifer Sag esottnunfl; 1. Iahrr-dericht. 2. Nruwahl bcc Branchenlciiung. 3. Secfchicbenes. Ohne Mltaliebsbuch kein jjufrill. Es ist Pflid>t oller Kollegen unb Kolleginnen, an bicser Beriammlung bestimmt tcilzmiebmen. vooncrslog. von IS. April. »brnv»! Ahr, in unserer auKur- Adlelluug. Liniensirohe 192 (gegenüber bem Verdanbshause) Frauen-ueranstaiiung Tagesordnung� I. Aur Tforsührung gelangt der Fllm „Cgontali". Dieser Fiim behandelt die ieht alute Frage des g 218 des SlSB 2. Bortrag der Frau Paula Kurgatz von der ArbeUcrwohlfahrr über das gleiche Thema. Die Kolleginnen unb Kollegen werbe» gebeten. ISr bie Veranstaltung die lebhai- i.ste Propaganda zu machen, da der Kampf um bie Beieitigung des g 218 im gegen- würtigen Augenblick im Brennpuntr der Geschehnisse steht. Durch die Strasanzeige gegen den Eiuti- garter Arnl Dr. Friedrich Wulff und gegen bie Aerziin Frau Dr. Kienle zeigl sich die grausame Auswirkung besseibe» im Zeil- alter eine» tulturell hochstehenden Volkes Der Echriststeller Bernarb Shaw sagt über bie Geburtenregelung:„Ein Voll. das nicht bie Möglichteit hat, feine Kinder zu ernähre», hat nicht das Recht, Kinder zu verlangen" An alle orgauisieiien weiblichen Mitglieder des- euischen Meiallarbeiler-Ver- bände» ergeht deshalb der Ruf, zu bieier Veranftaliung zu kommen unb nicht beiseite zu stehen, sandeln„Forbern unb Hon dein" heißt das Gebot der Clunde. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Veranstaltung ist lostenfos. Die Orifver Walfang. Vo'.Ksbflline Theattf am BDIowplalf. 8 Uhr Das UiinternMsn Staatl�diiller-Hi- 8 Uhr Bürger Schippel Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Perichoie f! I 8"Dar. Grell. 8 BIOS! Wintej. - Garten- GROSSES SCHAUSPIELHAUS Zntr. 2819. fiaudtsn erlaubt. Daveima-Ballett. .vernon. 2Harfwßlls. Bio State Manama Banüuiw. Mm Theater 8 Uhr Der Hauplmann von RöDcnidt Carl Zuckmayer Regi!; Heinz Hilpert I Tägl. 5 u.S'i, Uhr. ii 5 BorD. 925B I ( Hadimittags 58 Pf.- 3 M. tbenis 1-B«.| merken leßtsr rag AI Trahan | der amerikanisdie Meister d.Musical-Cteteskel d' Ansefml, Brena Boaöi usw. S1? Uhr v luan Turgenjew Thealer Bismarck 440 | 8'<2 Uhr| . Alles Schwindel von Schiffer Musik v.Spoliansky iiezli: lilthf ürüldgcos Bamowsky- Thgatsr In der biresemariaslr. Täglich SV« Gestern o. Heule Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich 8'/. Uhr Eine Königliche Familie VONAG Wir liefern unsere weitbekannten in Tausenden von Lastwagen bewährten 80-130 PS Vergaser-Notaren für stationäre Zwecke Krananlagen Triebwagen usw. Vogtländische Maichinenfabrik Plauen i.V. 2. 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Beilage des Vorwärts Dienstag. 14. April 1932 Der Vampir von Düsseldorf. Kürten berichtet ohne eine Spur von Reue. Düsseldorf. 13. April.(Eigenberichl.) 3n einer knappen Dreivierkelstunde schilderte Kürken seine ge- samken Morde, wie er das in eisiger Rnhe kat, das tnusj man gehört haben. Er betonte einzelne Stellen seiner Erzählung, er sprach das„löte-,„schlug mit dem Hammer" und anderes so gelassen aus, als handele es sich gar nicht um ihn. Seine Stimme klang so fern — so fern, wie seine Taten selbst im Augenblick ihm sind oder zu sein scheinen. Er hat offenbar nicht den geringsten Begriff davon. wie ungeheuerlich seine Taten seinen Mitmenschen erscheinen müssen: sie waren ihm derart lustbetont, dajz er selbst heute noch nicht emp- findet, wie unausdenkbar schrecklich seine Handlungen gewesen sind. Und doch muhte er, dasz er sie immer wieder begehen würde, weil er es wühle, nahm er, wenn er ausging, das Werkzeug ssiner Morde mit. Man sieht sich einem hemmungslos triebhaften Menschen gegen- über.„Die Hemmungslosigkeit habe ich vom Vater übernommen". sagte Kürten. Er nennt sich selbst Sadist und er glaubt die Quelle dieser unheilvollen Abirrung zu kennen. Die Schilderung seiner Inchthauserlebnisse war erschütternd, die Darstellung seiner Kind- heit im Elternhaus uicht minder. Man hatte nicht das Gefühl, dah der Massenmörder das zu seiner Verteidigung vorbrachte. Er tat das, weil er nach Motiven seiner Tat befragt wurde und weil er im Gefängnis Zeit genug Halle, über alles nachzudenken. Zn seine Reflexionen mischt sich auch nicht die leiseste Reue. Seine Opfer lassen ihn kalt. Am Dienstag wird er in nichtöffentlicher Sitzung vernommen werden. Nachdem dos Gericht seinen Beschluß, den Antrag des Staats- anwalls auf Ausschluß der Oeffentlichkeit abzulehnen, verkündet hatte, wurde in der Vernehmung des Angeklagten fortgefahren. Der Vorsitzende fragt Kürten zunächst, ob er über die B r a n d st i f t u n- g en aussagen wolle, und der Angeklagte gab an, daß er aus den gleichen Motiven wie die übrigen Taten schon 1904 die Brand- stistungen begangen habe. Er habe Gefallen an dem Feuerschein gefunden, an der Aufregung, der Angst und dem Hilfegeschrei der Bewohner und war stets in der Näh« der Brandstelle. Er schildert dann seinen mehrjährigen Aufenthalt in Altenburg bei Leipzig, wo er vier Jahre arbeitete. Er hat dort auch durch Ver- mittlung seiner Schwester seine jetzige Frau kennengelernt. Nach Düsieldorf sei er wieder verzogen, weil er hier besser« Verdienst- Möglichkeiten zu finden hoffte. Zum größeren Teil tat er dies aber doch aus der Neigung zum Sadismus. Da feine Frau erst im herbst nach Düsseldorf nachkam, hatte er Gelegenheit, seinen Neigungen nachzugehen. Mit zwei hausangest« Ilten, an die er sich zuerst herangemacht hatte, war es ihm übel ergangen. Er hatte die Mädchen mißhandelt und gewürgt, so daß er stch eine Anklage wegen Notzucht zuzog. Außerdem verfvlgten ihn Dienstmädchen mit. Strafanträgen. Lpn der Anklage der Notzucht wurde er frei- gesprochen, da chan seine LeranlaguW damals' noch" nicht�ertannt hatte, Kürten gab von den meisten Ueberfällen der nächsten Jahre an, daß er sich dabei begnügt habe, stch an der Angst seiner Opfer zu weiden. Es wurde dann der Mordversuch an Frau Kühn, den Kürten am S. Februar 1929 in Düsseldorf-Germersheim im so- genannten Torfbruch verübt«, zur Sprache gebracht, wobei er sich einer Scher« bedient hatte. Nach einer kurzen Pause schildert Kürten den Fall der Rosa Ohliger, die er etwa 19 Minuten von seiner Wohnung entfernt auf der Kettwiger Straße angetroffen habe. Er habe sie aus das Baugelände in der Nähe der Vincenzkirche mitge- nommen Abends nach der Tat ist er in ein Kino gegangen. Der nächst« Fall vom 13. Februar betrifft Scheer. Am Karnevals- Dienstag sei ihm ein ziemlich schwer angeheiterter Mann auf dem Hellweg begegnet, der, wie es Angetrunkene häufig zu tun pflegten, ihm den Weg verlegte. Er, Kürten, habe ihn niedergestoßen und dann getötet. Der nächste Fall ereignete sich am 11. August 1929 und betrifft die Hahn. Kürten lernte sie im Zoo-Viertel kennen. Die Ermordete hat ihn angesprochen und er hat mir ihr für den kommenden Sonntag einen Ausflug nach dem Neandertal verabredet. Auf dem Heimweg bei Pappendelle habe er sie dann ermordet. Kürten erzählt mit sehr leiser, kaum zu oerstehennder Stimme, aber ziemlich fließend. Er lehnt stch zurück, schließt die Augen und öffnet sie nur, wenn der Vorsitzende ihn unterbricht. Bei dieser Gelegen- heit erwähnt der Vorsitzende die Briefe, die Kürten an die Zeitungen und die Polizeiverwaltung der Stadt geschrieben hat. Kürten erklärt, diese Schreiben hätten eine ähnliche Ursache wie die Verbrechen selbst. Am 13. Oktober schrieb er an die Polizeiverwal- tung und legte auch eine Skizze des Mordplanes bei, die aber nicht genügte, um die Leiche zu finden, er Hab« dann im November an die„Freiheit" in Düssetdorf«inen genaueren Lageplan geschickt, woraus auch die Leiche gefunden wurde. Nacheinander werden dann behandelt der Mord an dem Mädchen auf der Lierenfelder Kirmes, an der Frau Mantel, der Fleher Doppelmord vom 24. August 1929, dem zwei Kinder zum Opfer fielen, der Mord an der Gertrud Schulz« und der Fall Reuter am 39. September 1924. Dieser letzte Fall ist dadurch charakteristisch, daß sich Kürten hier zum erstenmal statt einer Stichwaffe eines Hammers bediente. Weiterhin wurde der Fall der Elisabeth Dörrier, der Frau Meurer und der Prostituierten Wanders behandelt. Der letzte der zur Anklage stehenden Fälle ist der Mord an Gerda Albermann, einem niedlichen und liebens- würdigen kleinen Mädchen, am 7. November 1929. Nach einer kurzen Schilderung der einzelnen Mordfäll« bittet der Verteidiger Dr. Wehner mit Rücksicht auf die seelische Erregung des Angeklagten, die Verhandlung auf Dienstag zu vertagen. Der Vorschlag wird angenommen. Der Vorsitzende weist darauf hin. daß die Verhandlungen des kommenden Tages größtenteils unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchgeführt werden. Die Verhandlung wird darauf auf Dienstagvormtttag vertagt. Strolche unterm Stahlhelm. lleberfall auf friedliche Arbeiter.— Stahlhelmführer Falck sieht zu. Zu einem frechen und feige« lleberfall auf fünf Vorteigenoffeu kam es am Sonntagvormiklag in Zänickendorf bei Jürsteowalde, wobei das passive Verhalten des Skahlhelmkreisführers Dr. Jalck ganz be- sonder» auffiel. Unser« Genossen waren in Jänickendorf mit der Verteilung von Flugblättern der Sozialdemolrgtischen Partei beschäftigt, als eine Kolonne v an u nges äh'i Wb i s TO sin ifor ml erteil Stahlhelmern mit Autos unter Führung des Dr. F a l ck in Jänickendorf erschien. Di« Stahlhelmer formierten sich unter Vorantritt ihrer Musikkapell« zu einem Umzug durch da« Dorf, um für ihr Volksbegehren Propaganda zu machen. Ale die Stahlhelmer unsere Genossen erblickten, stürzten sofort ein« größere Anzahl auf die einzelnen Genossen und entrisien ihnen mtt den Worten:„Flug- blätter Herl" die Flugblätter und warfen sie in den Dorfpfuhl. De- sonders übel mitgespielt wurde zwei unserer Genossen. Obwohl sie von fünf bis sechs Stahlhelmern umringt wurden, verweigerten sie die Herausgabe der Flugblätter. Die Strolche mtt dem Stahlhelm- abzeichen schlugen auf unsere Genossen derart«in, daß dem einen sofort das Blut aus Mund und Rase trat und er be- sinnungslo» zu Boden stürzte. Der Führer des Stahlhelm», Dr. Falck, sah dem Vorgang vom Auto au» zu, ohne sofort einzu» greifen. Sein Verhalten läßt die Vermutung zu, daß der lleberfall in seinem Auftroge, zumindestenL aber mit feiner Billigung stattfand. Unsere beiden Genossen mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Art der Verletzungen läßt erkennen, daß die Schläge mtt harten Gegenständen, Schlüssel oder Schlagring, geführt worden sind. Wir erwarten sofortiges Eingreifen der zuständigen Stellen, und Maßnahmen, die künftig derartige Ueberfäll« unmöglich machen. Republik, mache Schluß mit diesem politischen Rowdytum! Heute Oberbürgermeisterwahl. Großer Tag im Rathaus.- Es bleibt bei Sahm, Lange, Elsas und Asch. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung in der vorigen Woche den Sladtgemeindeausschuß gewählt hat. werden in der heutigen Sitzung, die um IS Uhr beginnt, der Oberbürgermeister, die zweiBürgermeister, der Stadtkämmerer und die sechs unbesoldeten Rlagistratsmitglieder gewählt werden. Eine Stunde vor Beginn der Sitzung treten die meisten Irak- lionen noch einmal zusammen. Eine lleberraschung wird die Wahl sedoch nicht bringen, da. wie der„vorwärts" bereits in der vorigen Woche melden konnte, die Iraktlonen der Mitte und die Sozialdemokratie zu einer Einigung gekommen waren. Oberbürgermeister wird also der ehemalige Danziger Senatspräsident Dr. Heinrich Sahm, der der Volkspartei nahesteht, Bürgermeister wer- den der sozialdemokratische stellvertretende Sladtkämmerer Lange und der Vizepräsident des Deutschen Städtetages Elsas. Dieser ist Mitglied der Staalsparlei. Die Berliner Finanzen werden zu« künftig von dem bisherigen Stadtkämmerer von Frankfurt a. M., unserem Parteigenossen Dr. Bruno Asch, verwaltet werden. Bei der Wahl der unbesoldeten Stadträte wird die sozialdemokratische Fraktion mit zwei Kandidaten vertreten sein. Außer dieser Wahl flehen auf der Tagesordnung noch einige andere wichtige Punkte, und der Stadtverordnetenvorsteher hat für den Fall, daß die Tagesordnung nicht aufgearbeitet werden kann. eine zweiteSlhuogin dieser Woche am Donnerstag vorgesehen. Die Einführung des Oberbürgermeisters und der neugewählten Magistratsmilglieder wird voraussichtlich schon in der nächsten Woche im Stadtparlameat erfolgen. Großer Wasserrohrbruch am Kemperplah. Bor dem Hause Tiergarten st raße 2. unmittelbar am Äemperplatz, stürzt« gestern gegen IS Uhr die Asphaltdecke des Fahrdammes«in, und ein starker Wasserstrahl schoß an die Ober- fläche. In kurzer Zeit war der Fahrdamm überflutet, und der Ver- kehr mußte durch die Polizei gesperrt werden. Wie von der �r- mjerien. FeuerwM.. festgestellt wurde, war«in Hauptwasserröhr geplatzt: durch Einschalten der. Sicherungsschieber konnte spoter'ein weiteres Ausström«» der Wassermengen verhindert werden. Der Schaden wird vermutlich erst im Laufe des heutigen Vormittags repariert werden können. Leim Aufrichten eines Gerüstes kam der Stzjährig« Maurer Hermann Götz au» E i ch k a m p auf dem Grundstück Linden- straß« 4 2 ums Leben. Götz stürzte auf der Baustelle so Unglück- lich, daß er mit dem Hinterkops auf einen Stein schlug. In be» wußtlosem Zustande wurde der Verunglückte zur Rettungsstelle 12 gebracht, wo der Arzt nur noch den Tod insoloe Schädel- b r u ch e s feststellen konnte. Hermann Götz ist seit vielen Jahren Mitglied der Partei: er gehörte zur 97. Ab- teilung. Anna Majchke erschrickt und schluchzt leise; er sieht es nicht. Paul legt den Arm um ihre Schulter; sie beschließt, etwas wie ein Eottesvrteil durch den harten Mann da oben fällen zu lassen. Spricht er einmal, nur einmal vom Sieg des Lebens, vom Gebären, von Kindern, von etwas, das entfernt damit zusominenhängt, dann wird alles gut gehen; spricht er immer und immer nur vom Tode, dann... sie erschauert. In letzter Zelt liebt sie solche traurigen Spiele. Heut oder morgen, sagt droben der Pfarrer, heut oder morgen schon müssen wir hernach. Er ereifert sich, die Frucht- barkeit diesem Gedankens zu enthüllen; als Andreas Korns Gesicht noch immer unbewegt bleibt, sich nicht hebt und sich nicht neigt, greift er mit jäher Gebärde hinter sich an die Wand; da hängt eine alte, dreiteilige Sanduhr, wie man sie in vielen Oorfkirchcn findet: zwei der Gläser sind zerbrochen, aber das dritte ist heil geblieben, vielleicht durch viele Jahr- hunderte.„Stellt euch vor, Christen", ruft der Pastor und hält die Sanduhr mit ausgestrecktem Arm vor sich hin in die Sonne, daß eine Staubwolke leuchtet und die Spinnweben blitzen und das trübe Glas schimmert,„stellt euch vor, der Tod tritt vor euch hin wie jetzt ich. er hebt seine Sanduhr wie jetzt ich. er svricht: Bis dieser Sand verronnen ist, habt ihr zu leben, und länger nicht,— er dreht die Uhr um, wie jetzt ich— was wollt ihr tun?" Und mit hartem Ruck der Hand wendet er die Gläser um, und in dem einen, das nicht zerbrochen ist, beginnt der gelbe Sand zu rinnen. Andreas Korn hat sich bisher unbehaglich gefühlt. Die besondere Aufmerksamkeit des Pastors hat er unangenehm empfunden und nicht verstanden: die lauten, eifernden Worte sind über ihn hinweggegangen, und er hat gedacht: Klappern gehört zum Handwerk. Rur geweckt haben sie ihn immer wieder, wenn er allzu müde zu werden drohte. Run aber, als der Mann da oben die Sanduhr schwingt, wird das anders. Mit Anna Maschke fängt auch Luise an zu schlucken, das begreift er nicht; aber daß mit dem Sand das Leben gemesien wird: das begreift er. Der Pfarrer von oben spricht nun leise und eindringlich, aber Andreas hört keines seiner Worte; es ist ihm nur, als ob er den Sand rieseln hört. Allerlei Gedanken gehen ihm durch den Kopf. Hat es Luise nicht neulich erst betnahe beweint, daß sie so wenig er- lebt hätten? Allen anderen, hat Luise gesagt, passiert doch etwas; Anna Maschke krlegt ein Kind. Lene verliert ihren Vater und vielleicht einen Geliebten, manches ist ja traurig, aber es ist doch da— nur an Korns geht es immer vorüber, das Erleben, das Schicksal, und kommt nicht herein. Damals hatte er nichts zu antworten gewußt; jetzt aber wünschte er. mit ihr reden zu können. Da hat man es ja, ihr Leben und ihr Schicksal, da in der Sanduhr rieselt es ob. Sie haben keine besonderen Erlebnisse gehabt, weil sie keine Zeit dazu übrig hatten: ihre Zeit brauchen sie für den Boden, ihre Kräfte brauchen sie für den Boden, ihr Schicksal ist der Sand. Solch eine Uhr, die ist gewiß auch von solchen Menschen dem Tode in die Hand gegeben worden, die auf Sandboden gelebt haben... Da rieselt er nun der Sand, verliert seine Körner, wie im Stubbenland der Wind ihm seine Körner nimmt, immerzu. Manchmal hat Andreas schon gedacht, ob nicht eines Tages alle Körner verweht sein werden, und hat sich dann getröstet: ihm kann es gleichgültig sein; bis dahin lebt er nicht mehr, und Luise auch nicht. Droben in des Pastors Brust schlägt hell das Herz: end- lich hat er diesen widerspenstigen Zuhörer eingefangen. Korns Augen sind ganz weich und blicken voll auf die Sanduhr, die langsam, langsam abläuft. Und je länger der Pfarrer spricht. mit heiserer Eindringlichkeit, desto mehr lösen sich die harten Züge des alten Mannes. Bald, bald wird der Prediger dos erlösende Aber sprechen können, das Aber, den Einwand des Lebens: bald das Dennoch des Lichtes verkünden können; er freut sich schon darauf. Nur die Sanduhr noch ablaufen lassen. Indessen gehen die Gedanken Andreas Korns immer langsamer. Sie drehen sich im Kreise, wie Luises Suppen- löffel oder ihr religiöser Fimmel, die sie immer zusammen dreht: sie bleiben immer bei Schicksal und Spargel und Sand, Sand. Aber es ist ihm sehr wohl dabei: e» erfüllt ihn mit dunkler Freude, ein Sinnbild so voll und ganz zu begreifen wie das der Sanduhr. Wenn es denn einen lieben Gott gibt, wie Luise es haben will, dann ist seine Sanduhr gewiß das Stubbenland. Er hält sie Andreas vor die Augen, jeden Tag; der Sand darin verrinnt, verrinnt; wenn er ganz verronnen ist, dann ist man auch verronnen: und Gott dreht die Sand- uhr in seiner Hand, und der Sand rinnt zurück, und mit ihm lebt und stirbt ein neues Geschlecht, das künftige kleine Maschke- kind zum Beispiel... man wird so müde vom Sand, er hat es Luisen gleich gesagt, sie soll ihn nicht in die Kirche schleppen. es gibt ein Unglück, hat er gesagt... bald ist er abgelaufen. der Sand, das Schicksal... Schicksal Sand, ich bin so müde.., Und Andreas Korn schläft ein.— Luise, hingerissen von der Predigt, bemerkt es erst, als er schnarchen will. Aber der Pastor hat es gleich gesehen: er ist zornig und traurig, daß er wieder oersagt hat, wieder kein Redner war. Er reißt die Sanduhr aus der Sonne, ehe sie abgelaufen ist, und stellt sie ins Dunkel zurück; dann bricht er feine Predigt kurz ab, ohne das. Aber und das Dennoch, ohne auch nur einmal vom Licht, vom Leben, von Kindern zu sprechen. Anna Maschke schreckt zusammen. Singen. Aufstehen. Beten. Singen. Aufstehen. Segen. Singen. Aufstehen. Gehen. Der Gottesdienst ist zu Ende. Während die Leute vom Stubbenland sich wieder im Kremser einrichten und vor ollem die zitternde Anna Maschke sorgsam in Decken verwahren, steht Zlndreas Korn noch eine kurze Weile mit dem Gemeindevorsteher, dem Krugwirt, dem Kaufmann, dem Lehrer zusammen, wie gleichberechtigt, und legt sich mächtig für den Pastor ins Zeug; eine so gute Predigt habe er lange nicht zu hören bekommen: Gott sei Dank haben ihn die anderen nicht schlafen sehen, weil er ganz vorn saß. Nun kommt er in den Wagen, sieht sofort Luises vor- wurfsbereites Gesicht und knurrt noch im Einsteigen:„Ich habe es im voraus gesagt. Damit basta." Und Luise schweigt. Und die anderen lächeln, außer Anna. Unterwegs holen sie einen einsamen Fußgänger ein. Es ist Schmitzer. Er steigt mit ein; ein frohes Hinundhersragen beginnt. Nur Lene beteiligt sich nicht. Schmitzer bemerkt es und läßt einfließen, daß er aus geschäftlichen Gründen gc- kommen ist. Dos macht die Neugier groß und nimmt den Druck der düsteren Predigt weg. Er muß dem Drängen aller nachgeben und gleich jetzt das Wesentliche seiner Pläne ins Rattern, des Wagens schreien; dadurch klingt alles so ver- wegen, so großspurig: Landerwerb, Konservenfabrik, Sorten- zucht... aber sie nicken alle zu allem, es ist zu merken, wie gut Andreas vorgearbeitet hat; sie werden ihm die Vollmachten geben, die er braucht. (Schluß folgt.) England schickt schlechtes Wetter Neuer Kälteeinbroch droht. Entgegen den Erwartungen ist das Wetter wieder nnbc- ständig geworden. Am letzten Sonnlag war zwar ein erheb- licher Temperaturanstieg zu verzeichnen, die vorausgesagte Ans- heile rung blieb aber leider aus. Dagegen begann es um die Alillagsstunde leicht zu regnen, wenn die Niederschlagsmengen auch recht minimal waren, so wurden die vielen Tausenden, die sich auf rinen Sonnkagsausflug in die Umgebung Berlins gefreut hakten. uy» ihre Hoffnungen betrogen. Die Ursache des schlechten Wetters waren warme feuchte Luftmassen, die von Westen heranströmten. In der Nacht zum Mon- tag war eine vorübergehende Aufheiterung zu verzeichnen, in den gestrigen Morgenstunden setzte aber erneut eine Trübung ein. Von den britischen Inseln ist ein Schlechtwettergebiet südost- wärts gezogen, in dessen Bereich unser Gebiet gelangt ist. Es wird sogar von einem Kaltlufteinbruch gesprochen und die Tempe- raturen sind demzufolge in Berlin von 12% auf 6 Grad Wärme gesunken. Diese Schlechtwetterzone geht relativ schnell vorüber, Nordwestdeutschland beispielsweise hat schon wieder heiteres Wetter. Da auch von Westen ein Hoch nachdrängt, ist anzunehmen, daß sich die Wetterlage bessern, allerdings lcichtverändcrlichen Charakter tragen wird. Betwg um 200 Millionen. Beginn eines phantastischen Prozesse«. Breslau, 13. April. Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Breslau uohm der Riefenbclrugsprozeh gegen die angeblichen ZOO-ZNillionen-Erben am Wem tag seinen Anfang. Angeklagt sind neben der SZjährigen geschiedenen Lehrcrsfrau Hedwig Schneider die Stljährige geschiedene Buchdruckerfrau Anna Hartmann, der Rechtsanwalt und frühere Notar Stiller und weitere neun Personen. Der Anklage liegt eine romanhafte abenteuerliche Vorgeschichte zugrunde, die in ihrer Art einzig dasteht. Es handelt sich um das Schicksal einer Mil° I i o n e n hx r r f ch a f t. Die Angeklagten sollen erbberechtigte Nach- kommen des im Jahre 1839 in Paramaribo(Niederländisch- Guayana) verstorbenen deutschen Kapitäns Carel Diederichs K o n i n g fein, der seinerzeit ein B e r m L g e n von 29 909 M. h i n t e r.l i e ß, das im Laufe der Jahre angeblich a u f 2 9 9 M i l- lionen Mark angewachsen sein soll. Da die Feststellungen nach dem Tode Konings ergaben, daß er der Sohn eines Weinhändlers in Neuwied sei, wurde im Jahre 18S4 die Erbschaft dem Kreis» gericht Neuwied zur Auszahlung überwiesen. Die Beträge, nm die in den einzelnen Fällen Betrügereien verübt worden sind, umfaßten 199 999 bisö99 999 Mark. Die„Erben" und ihre Helfershelfer borgten auf die bevorstehende Erbschaft bei gutgläubi- gen Geschäftsleuten allerhand Sachen und nahmen Darlehen auf. Als Gegenleistung gaben sie Anteilscheine auf die Erb- s ch a f t aus. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte mehrere Stunden. Bei der Vernehmung der Angeklagtci; Hartmann erklärte sie auf die Frage, ob sie an die Erbschaft geglaubt habe:„Ich bin die rechtmäßige Erbin." Der Vorsitzende fragte:„Sie glauben also «n die Erbschaft?" Die Angeklagte antwortete:nochnzäss: .Sie'' Erbschaft ist todsichet* Auf dem Vorwurf/ daß trotz der gc* borgten Gelder keine Schritte In de? Durchführung der Erbschaft Unternommen worden seien, wandte die Angeklagte ein, daß auch So verleumdet Goebbels! Er veröffentlicht Beschuldigungen ohne Nachprüfung. Die Leichtferligkeit, mit der Nationalfoziallsleu Andersdenkende beschimpfen und beleidigen, wurde gestern wieder einmal in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Eharlotlenburg offenkundig. Joses Goebbels und ein Sapilänleutnant a. D. Dr. Zunge waren wegen Beleidigung des Bürgermeisters Dr. Herz und des Stadtrats E o n r a d vom Bezirksamt Sreuzberg angeklagt. Dr. Goebbels, der noch immer an seiner Grippe aus den Stennes-Tagen darniederliegt, war auf Grund eines ärzt- lichen Attestes nicht erschienen Es wurde ohne chn in die Verhandlung eingetreten. Dies ist der Tatbestand: Der frühere Kapitänleutnant Junge hatte ein Grund st ück im Vogtland, das seinen minderjährigen Kindern gehörte, an die Stadt Berlin abgetreten, um dafür eine Gegenleistung in der Form einer Wohnung in Berlin zu erhalten. Später fühlte er sich übervorteilt und klagte auf Rückgängig- machuug des Vertrages. Er wurde in sämtlichen Instanzen des Zivilprozesses bis zum Kammergericht abgewiesen. Im Laufe der Zeit hatte sich der Mann, der vor Gericht einen zerfahrenen Eindruck macht und offensichtlich nervenleidend ist, in eine solche Verbitterung hineingeredet, daß er gegen die zuständigen Beamten des Magistrats, vor allem Bürger- meister Herz und den Dezernenten des Wohnungsamtes, Stadtrat Conrad, mit den gröbsten Beleidigungen vorging. So be- schuldigte er Conrad der B e st e ch l i ch k e i t und„schmutziger Grund st ücksgesch äste", ja er zeigte ihn sogar wegen Mein- eides an. Diese Anzeige war indessen so unbegründet, daß die Staatsanwaltschaft ein Einschreiten sehr bald ablehnte. Mit väter- licher Güte ermahnte gestern Landgerichtsdirektor Dr. R a m b k e den Kapitänleutnant, der sich übrigens brieflich schon einig« Male entschuldigt hatte, um nachher frellich wieder schwan- kend zu werden, doch alles zurückzunehmen, denn er kämpfe für eine verlorene Sache. Wenn ein anständiger Mensch einsehe, daß er unrecht getan habe, dann müsse er doch auch sein Unrecht eingestehen und sich entschuldigen. Ehe sich Junge hierzu bereit fand, mußte ihm sein eigener Anwalt, der rechtsradikale Verteidiger Dr. Sack, wie einem kranken Schimmel zureden, daß er doch nachgeben solle. End- lich ward eine Sühueerklärung aufgesetzt, in der von dem Sapilänleutuant Dr. Zunge alle Beleidigungen gegen Bürgermeister Herz und Stadtrat Eonrad mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen werdeu, vor allen Dingen der Vorwurf der Bestechlichkeit und anrüchiger Grundstücksgeschäfte. Nach dieser Erklärung zogen Dr. Herz und Stadtrat Conrad ihre Klage zurück, und der Vorsitzende meinte ernst: „Hoffentlich sehen wir uns hier nicht wieder. Herr Dr. Junge!" Die ganze Angelegenheit bekommt aber ihre rechte Bedeutung erst dadurch, daß der Kapitänlcutnant, der ohne jede Unterlage ehren- hafte Kommunalbeamte beschimpfte, ein Berliner Blatt fand, das seinen Beschuldigungen ohne jede Nachprüfung Raum gab. Dies war der„Angriff" des Herrn Dr. Goebbels. Bei einem solchen Grade weitgehender jouralistischcr Bedenkenlosigkeit möchte man es geradezu bedauern, daß durch die Zurückziehung der Klage der beiden Äommunalbcamten gegen den Haupttäter Dr. Junge aus prozessualen Gründen auch die Klag« gegen den Nebentäter Dr. Goebbels erledigt ist. Das eine beruhigt: Ems solche Art gewissenloser Berichterstattung straft sich auf die Dauer selbst, weil mit der Glaubwürdigkeit auch der Glaube schwindet. Oeffentliche Kundgebung Mittwoch, den 15. April Abt. 140a, Wittenau, 20 Uhr. Lokal Heese. Reinickendort-Wesf, Berliner Strebe 73(an der Kremmener Bahn).— Thema:.Gegen Faschismus und Kriegsgefahr*. Rednerin KSihe Kem. Vorführung der Lidiibildserie aus dem Film.Im Westen nichts Neues*. Volksgenossen I Folgt unserem Rufe, kommt zur Kundgebung! Helft den Faschismus bekämpfen! ernste Leute, wie der Landtagsabgcordnete Janotta, an die Echtheit der Erbschaft geglaubt haben und sich erboten hätten, von der Re- gierung mehrere Millionen auf die Erbschaft vorschußweise zu borgen. Bierfachef Mord und Selbstmord. Zürich. 13. ApriL In dem kleinen Dorfe Teufenbach bei Horgen erschoß der ZSjährige Büroangestellte Barth— offenbar in einem Anfall von Zahre alten Buben und zwei Mädchen aus Zürich im Alter von fünf und acht Jahren, die bei ihm ihre'Ferien verbrachten. Barth verübte dann Selbstmord durch einen Kopfschuß aus einem Mllitärgewehr. Unser die Sonner* Feierstunde der Kinderffreunde im Großen Schauspielhaus. Den Höhepunkt der von den kinderfreunden aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens getroffenen Veranstaltungen bildete eine groß- ongelegte Feier stunde der Gemeinschaft im Großen Schauspielhaus. Sie wurde allen Erschienenen zum bleibenden Er- lebnis. Bühne und Zusd)auerraum waren zu einer Einheit ge- worden. Eine neue proletarische Feslkultur ist im Werden, lieber die vorausgegangene Konferenz der Reichsarbeitsgemeinschafl haben wir bereits im Montag-,, Abend" berichtet. Lange vor Beginn der Feier, deren erster, besonders stark wirkender Teil durch den Rundfunk übernommen wurde, war der Riesenraum überfüllt. Von allen Bänken, aus allen Ecken leuchtete das Blau der Lkinderfreundekittel. Der F e st m a r s ch von Mozart eröffnet die Feierstunde. Unter seinen Schlußklängcn marschieren die Falken ein, um unmittelbar vor der Bühne Platz zu nehmen.„Wann wir schreiten Seit' an Seite", stehend und freudig singen es die Tausenden gemeinsam. Die Falken bringen ihren Will- kömmensgruß Aus den Kehlen Hunderter, frischer Arbeiterjungen . und.?mädel ertönt e!n kräftiges„F r e u n d s ch a f.t. Genossen!". Der Rauni verdunkelt sich, auf der Leinwand erscheint jetzt im Film das Leben der Arbeiterkinder. Der Bildstreifen, der ein Vorspiel des Filmwertes„Lachendes Leben" darstellt, ist ein Meisterstück des stummen Films. Seine erschütternde Wirkung geht von der realen Darstellung des Lebens in Hinterhöfen der Großstadt aus. Kinder im vchntten der Mauern. Eine Anklage. Der erste Teil der Feier endete mit dem Chorwerk„Das Proletarierkind". Für Worte von Heinrich L e r s ch hat Ernst Lothar 0. K n 0 r r die Musik ge- schrieben. Auf der verdunkelten Bühne, die nur durch die Licht- reflexe eines riesengroßen Lichtbildes von Käte Kollwitz„Proletarier- frau" erhellt wurde, vereinigten sich ein kleines Mädchen als Einzel- fprecherin und der Singchor der Helfer unter Orgelklängen zu einer stark künstlerischen Leistung. Kinderrepubli? auf der Bühne. Dann wurde es auf der Bühne lebendig. Der Bewegungschor .der Helfer stellt einen Ausruf symbolisch dar, er wird abgelöst von den Nestfalken, wir sehen das Leben in einer Kindcrrepublik. Hunderte von Roten Falken lassen die Bühne zu einem lustigen Tummelplatz werden. Wir erleben eine richtige Wahlsitzung mit anschließender großzügiger Wahlpropaganda.„Fritzens Kandidatur" wird mit allen Mitteln betrieben, wobei selbst die lebenden Buch- stoben nicht fehlem Aus der Schar der Roten Falken erhebt sich jetzt, selbst im Kindcrfreundekittel, Genosse Dr. L ö w e n st c i n. Er spricht von dem Werden der A r b e i t e r k l a s s e. In die Reihen der schutzlosen Arbeiter schlägt der Funke des Sozialismus und schafft die Millionenorglutisatian der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften. Auch die Arbeiterkinder kennen jetzt den Stolz auf die große Bewegung der Arbeiter. Sie haben er- kannt, daß sie dereinst den Sozialismus zu verwirklichen haben werdem Rasch ist die Kinderfreundebewcgung gewachsen, bei der Gründungsfeier war die Volksbühne zu groß, heute, nach zehn Iahren, ist das Große Schauspielhaus zu klein, und nach einem weiteren Jahrzehnt wird selbst der Sportpolast für unsere Feierstunde zu klein seim Eine neue Welt ist erstanden, die das Werk des Kampfes und des Aufbaues vollenden wird. Vor uns stehen die roten Fahnen als Symbol des internationalen Sozialismus imd des Friedens. Unter diesen Fahnen kämpfen wir und unsere Kinder für die Welt des Sozialismus. Mit uns die Zukunft! Mit uns der Sozialismus! Freundschaft! Tausendfach fand der Ruf Widerhall. Die Kantate„Unser die Sonne, unser die Crde" bildete den Schluß der Feier. Für Worte von Alfred T h i e m e hatte auch hier die Musik Ernst Lothar von Knorr geschrieben. Einzelsprecher, Orchester, Sing- und Sprechchor brachten das Werk zu zündender Wirkung. Die letzten Strophen des Tonstückes, das ausklingt in die Verse: „Unser die Sonne, unser die Crde, unser der Weg in das blühende Land, daß eine glückliche Menschheit werde, Bruder, reiche dem Bruder die Hand", wurden von allen Festtcilnehmcrn stehend gemeinsam gesungen. So wurde die erhebende und aufrüttelnde Feierstunde der Kinder- freunde zu einem neuen Bekenntnis, auszuharren im Kampf für Sozialismus und Friede, für Gerechtigkeit und Wahrheit. Streikexzesse vor Gericht. Unter Anklage des schweren Landftiedeasbruchs. Das Schöffengericht Oranienburg verhandelte gegen elf Arbeiter, teils Mitglieder der APD., teils mit ihr sym- pathisierend, wegen schweren Landfriedensbruches in Tat- einheit mit gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung und versuchter Nötigung. Die Möbelfabrik Louis Bergemann in Klosterfelde beschäftigt etwa 399 Arbeiter. Die Fabrikleitung glaubt« sich ver- anlaßt, wegen der schlechten Geschäftskonjunktur Lohnabzüge vornehmen zu müssen. Der erste Lohnabzug betrug 7 Proz., der zweite noch 8 Proz. dazu, im ganzen also 15 Proz. Der am geringsten bezahlte Arbeiter erhielt unter solchen Umständen nidst mehr als 26 Mark Wochenlohn. Ansang März traten 279 Arbeiter in den Streik. Eine Streikleitung wurde gewählt. Streit- posten aufgestellt. Schon von Anfang an kam es zu geringen Aus- schreitungen gegenüber den Arbeitern, die sich bereit erklärt hatten, weiterzuarbeiten. Alle Berfuche, zu einer Einigung mit der Fabrik- leitung zu kommen, schlugen fehl. Die Stimmung, der Arbeiter wurde immer gereizter. Der Streik nahm Formen, an. wie sie. die organisierte Arbeiterschaft stets abgelehnt hat. Die kommu rufti« schon E I e m« n t e. erhielten ollmählich die Oberhand. Es. kam SS Tätlichkeiten, die Fensterscheiben in der. Wohnung des Wächters wurden eingeschlagen, vier Landjäger mißhandelt. Als«ine der letzten Versammlungen in eine kommunistische Radauversammtung ausartete, verlies der sozialdemokratische Betriebsrat das Berfamm- lungslokal. Am 29. März fand eine Demonstration statt, es kam wieder zu Ausschreitungen und zur Verhaftung von elf Teilnehmern. Das Wasser war zu kalt. Am Montag vormittag fand ein Wächter bei einer Brücke an der Obcrspree einen Vrief, dessen Bogen und Umschlag Trauerrand hatte. Das Schreiben war an ein Fräulein F. aus der Gubener Straße gerichtet und der Absender hatte eine Adresse in der P i n t s ch st r a ß« im Osten der Stadt angegeben. Der In- halt besagte, daß ein junger Mann wegen seiner Missetaten s i ch das Leben genommen habe und daß seine Leiche unter der Brücke zu finden sein würde. Der Wächter übergab den Abschiedsbrief der Polizei, die jedoch keinerlei Vermißtanzeige,«inen jiWgen Mann aus der Ptntfchstrahe betreffend, erhalten hotte. Nach- fragen im Hause dort klärten bald alles zur Zufriedenheft auf. Der junge Mensch hatte Schulden gemacht und in der Tat beabsichtigt. sich in der Spree zu ertränken. Kaum war er bis zu den Beinen im Wasser, so verspürte er die scharfe Kälte und alle. Anzeichen eines Schnupfens. Zum Glück überlegte er sich die Sache und ging nad) Haufe, wo ihn fein Vater ins Bett steckte, damit er gehörig schwitze. Hosfenllich schwitzt er seine Todcsgedanken mft heraus, denn der Vater hat sich nun bereiterklärt, die„Bären" des Sohnes abzubinden. Durchschnittenes Ueberseekabel. An der Londoner Börse wurde festgestellt, daß auf dem Kabel, das von England nach New Aork läuft, kein« Meldungen aus New Nork erfolgen. Das Kabelfchiff der Telegraphengesellschaft lief sofort aus und entdeckte nad) zweitägigem Suchen, daß das Kabel an einer Stelle durch- sägt war. Es besteht kein Zweifel, daß das Kabel vorfätzliäi zerstört wurde, um Kursmeldungen nach England zu verzögern. Unzweifelhaft haben die Spekulanten mit dieser Manipulation einen bedeutenden Gewinn an der Börse erziÄt. Die Kabelgesellschaft hat eine Belohnung von 1999 Dollar zur Ent- deckung der Täter und ihrer Hinterniänner ausgesetzt. Scliolle voiße Zähne „ATiifl) ich vchchte nicht mein« größte Aner- � lenuung und vollst« Zufriedenheit Üb« die„Chiolodont-Zahnpaste" zu übenniiteln. 2dj gebrauche «Chlorodont" schon seit Jahren und werde ob meiner ickönen weihen Zähne oft beneidet, dl« ich letzten Endes nur durch den täglichen Eedrauch SSrcr „CHIorodont- Zahnpaste" erreicht habe." C. Rcichell, Sch../Saalkrels.— Man verlange nur die echte CHIorodont-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pst, und weile leden Ersatz dafür zurück. EineZigarette.dieso schnell beliebt geworden ist beweist wie sehr sie gefehlt nah- E MVE R BEV VAi-UTA ZW Schüchterner Frühling „Die ganze Well ist wie ein Buch/ darin uns aufgeschrieben in bunten Zeilen manch ein Spruch../' Aber nur für diejenigen die mit offenen Augen durch die Fluren gehen, die auf Pfaden wandeln, welche an einsamen Hängen, in langsam grünenden Wiesengründen sich verlieren. Leider ist in diesem Jahr der Früh- ling gar so schüchtern und zurückhaltend, er konnte schon etwas zutraulicher sein. Wir würden es ihm gar nicht übel nehmen. Und da er uns so wenig entgegenkommt, müssen wir hinausgehen und ihn suchen. Dutzende von Feuerkäfcrn tanzen ihre Ringelreigen, lausen gewundene Licbespsade, wärmen sich in der Mittagsglut unter den goldenen Rädchen auf den weißgrauen, filzigen Schäften des Huflattichs. Die ersten Sterne des Maßliebchens, des Gänseblümchens mit ihren rötlichen Spitzen blicken aus saftgrüner, zusammengedrückter Blattrosette. Das erste Summen der wachzewordenen Hummeln und der emsigen Bienen kreist um die dichten Teppiche der niedrigen Taubnesseln, die reich- lichen Frühlingsschmaus freuen in den langen Metschläuchen unter purpurnen Lippen. Myriaden von schneeichten Sternchen stecken die moosigen Geschlinge der Vogelmiere auf, die unseren kleinen Sängern in Busch und Ääfig grünen Nachtisch bietet. An sonnigen, geschützten Waldftellcn treiben die kriechenden Stengel des Gundermann oder der Gundelrebe mit ihren grobgekerbten, nieren- bis herzförmigen Blättern violette Kronen. Auch das Buschwindröschen aus der vielfarbigen Familie der Ane- monen, im Volksmund„Osterglöckchen" genannt, schiebt aus fparrigen BlattwinkÄn weißrötliche Blumentöpfchen. Aus der an die Erde augeschmiegten Blattrosette ragt bereits der Blütenstengel des Hirtentäfchelkrauts mit seinen unscheinbaren kreuz- förmigen Sternchen. Auch der goldgelbe Goldstern hebt stn salben Laub seine spärlichen Blüten zur Sonne. Sie alle wachsen ohne die ordnende Hand eines Gärtners, ohne sorgende Pflege als erste und meist unscheinbare Gaben der frühlingsprossenden Natur. Ehrung Ser Alten. Die neuen Parteigenossen und Wähler der Sozialdemokratischen Partei in grundsätzlichen Vorträgen über die Ziele der Sozialdemo- kratie zu unterstützen, soll der Zweck der„Sozialistischen Abende" fein, die seit einiger Zeit von der 85. Abteilung Tempelhof veranstaltet werden. Am Sonnabend sprach einer unserer allen oerdienten Genossen, der Reichstagsabgeordnete Karl Hildenbrand über das Thema:„Was will die Sozialdemo- kratie?" In den Worten des allen Arbeiterliedes„Wir wollen Frieden. Freihell. Recht, daß keiner sei des anderen Knecht" fand er die Ziele der Sozialdemokratie in großen Zügen am besten aus- gedrückt. Aber alle Kräfte der deutschen und internationalen Arbeiterschaft müssen zusammengefaßt werden, nur die geschlossene und einheitliche Arbellerbewegung wird unsere Ziele verwirklichen. Eine Schilderung der Kämpfe der Partei in den Jahren ihrer Entwicklung gab gewissermaßen die Einlellung zu einer Ehrung der Parteigenossen, die 25 Jahre und länger der Partei an- gehören. Der Vorsitzende richtete Worte des Dankes für die Äeterimen der Bewegung, von denen viele bald ein halbes Icchr- hundert in der Arbeiterbewegung kämpfen./ Die Ehrennadel der Parke! wurde chnen. überreicht, und einer der allen Kämpfer sprach lln Namen aller, daß sie ihre Arbeit nicht als ein Verdienst, sondern als die einfachste Pflichterfüllung betrachteten und weller arbellea würden wie bisher. Und wenn die Jugend im alten Geiste mit- atbelle, olle und junge gemeinsam, dann werden wir endlich ein freies Menschentum und Sozialismus erringen. Musikvorträge und Rezitationen Tho Marets rundeten die außerordentlich gelungene Veranstallung ab, die mit dem gemeinsamen Gesang des Sozialisten- morsches beschlossen wurde. Straßenbahn beschossen. Schweres Unheil wurde gestern abend durch mehrere Jugend- liche angerichtet, die auf dem Laubengelände an der See» und Hcnnigsdorfer Straße im Norden Berlins mit einem Desching spielten. Eine Kugel traf den Anhänger einer gerade vorüfrerfahrenden Straßenbahn der Linie 99. Durch das Geschoß wurde eine große Seiten scheide zertrümmert und ein Fahrgast, der 67jährige Albert©ehrte aus der Blumen- st r a ß e im Gesicht erheblich verletzt. Leider ist es bisher nicht gelungen, die leichtfertigen Schützen festzustellen. Die Kriminal- polizei Hot die weiteren Ermittelungen ausgenommen. Durch Sanssouci in Filzpantoffeln. Wie die Verwaltung der staatlichen Schlösser mllteill, werden gegenwärtig in den Sälen des Schlosses Sans- f o u c i die unschönen Linoleumläufer beselligt, so daß der ge- musterte Parkettfußboden wieder zur vollen Gellung kommt. Da- mit das kostbare Parkett nicht beschädigt wird, werden die Besucher Sanssouci� in Fizpantofseln durch das Schloß geführt werden. Gin Todesurteil in Deffan. Dessau, 13. April. Dos Schwurgericht Dessau verurteille am Montag den 51 Jahre allen Bierkutscher Gustav Hinze aus Leopolds- hall wegen Mordes zum Tode, wegen Mordversuchs in zwei Fällen und wegen unbefugten Waffenbesitzes zu vier Iahren und vier Mo- mllen Zuchthaus bei lebenslänglichem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Hinze hatte in der Nacht vom 28. zum 29. Juli 1939 in Leopoldshall den Tischler Otto Harke durch zwei Revolver- schüsse getötet und weller versucht, dessen Schwiegermutter, die geschiedene Frau Hcrmine Neuenfeld, mit der der Angeklagte mehrere Jahre zusammen gelebt halle, und deren Tochter Hildegard Neuenseld zu töten. Der Angeklagte, dessen Vater und Brüder Trinker sind, ist erblich stark belastet. Der Sachverston- dige erklärte ihn jedoch für voll zurechnungsfähig. vis Bruche zwischen Osl und uiesi Vom und seinem Erleben. Wie der K a i s e r d a m m und die ganze Gegend vom Charlollenburger Knie bis über den Funkturm hinaus wurden,.das haben die meisten der heutigen Berliner mllerlebt. Anders steht es mll den Gebieten innerhalb des allen Berlins, z. B. des M L h l e n» d a m m s. Seine Entwicklung können wir nur m den Chroniken verfolgen, seine Geschichte reicht weit zurück. Bürger und Landesherr. Einst mar für Berlin der Mllhlendamm von größter Bedeutung, da dieser Damm, der damals allerdings nur'ein schmaler hölzerner Steg war, die einzige Verbindung zwischen Verlin und Kölln, also Barnim und Teltow über die Spree bildete, die von allen Kaufleuten, die mit ihren Handelswagen und Waren vom Westen nach Osten wollten, benutzt werden mußte. Bereits 1298 finden wir den Mühlendamm als Molendamm urkundlich erwähnt, woraus wir entnehmen können, daß dort schon Mühlen gestanden haben müssen. Und so war es auch, wie wir aus anderen Urkunden aus dem 14. Jahrhundert hören, noch denen Mühlen teils dem Landesherrn und teils der Stadt ge- hörten. Allerdings versetzten die Markgrafen ihr Eigentum ziemlich häufig bei der Stadt Berlin, oftmals war ihnen dasGeldknapp. Das geteille Eigentumsrecht an den„Dammühlen" hörte 1448 noch der Empörung der Berliner Bürger gegen Friedrich ll.„Eifenzahn" auf; alle Rechte der Stadt gingen auf den Landesherrn über. Diese Rechte waren infolge der eingehenden Mahlgelder ziemlich wertvoll. denn jeder Mühle war ein bestimmter K r e i s M a hl- Pflichtiger zugewiesen, die nur hier, natürlich gegen Ent- gell, ihr Korn mahlen lassen durften. Im Milleloller werden vier Mühlen erwähnt, die hier standen: dieBerlinerMühlemll sechs Mahlgängen, die n e u e, die kölluifche und die Klipp mühle mll je acht Mahlgängen. Später, zur Kurfürstenzell sind es nicht nur diese Mühlen, sondern es kommen zu ihnen noch Lohmühlen. Walkmühlen und eine Tabaks-Mahl- und Stampfmühle. Denn auf dem Mühlendamm wurde nicht nur Getreide gemahlen. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm gab dem Mühlendamm eine neue Gestall, indem er die baufällig gewordene alle Brücke erneuerte und auch 1683/97 die Mühlen neu erbauen ließ. Auch die hölzernen Händlerbuden verschwanden. Statt der feuergefährlichen Buden ent» standen dann steinerne Bogenlauben, die für Berlin als erstes Bei» spiel von Brücke nkolonaden gellen können. Berlins erste Börse. König Friedrich I. der Prunksüchtige vollendete die Anlage und ließ über dem mittleren Teil der Bogenlauben noch einen Saal aus- stocken, der für die regelmäßigen Zusammenkünfte der Berliner Kaufleute beftimnll war und dadurch zum ersten Orte der Berliner Börse wurde. Bon der Zell Friedrich II. an bis zum Jahre 1887, in welchem die Dammühlen und die 33 Häuser daneben abgebrochen wurden, blieb der Mühlendamm ohne erhebliche Veränderungen seiner äußeren Form. Der gänzliche Abbruch dauerte von 1887 bis 1890. Das alte große, festungsartige Dammühlengebaude aus den Jahren 1683 bis 1687 wurde zu der heutigen Sparkasse umgebaut, und sonst blieb alles andere frei, wodurch dieser verkehrsstarke Uebergang bedeutend gelichtet und breiter wurde. Die neue Brücke ist 19 Meter breit. Die Geschäftslauben aber erwiesen sich mll der Erweiterung der Stadt nach Westen für manchen als zu klein. Das Ephraimfche Haus. Das einzige, was sich hier noch aus dem allen Berlin erhalten hat, ist das Ephraims che Haus, Ecke Poststraße, das in den Jahren 1761 bis 1766 von dem Hofjuwelier mll> Münzmeister Friedrichs des Großen, Belle! Ephraim, errichtet wurde. Er hatte im .Auftrag« des Königs in bedrängter Zett unterwertige Münzen her- stellen lassen, von denen das Volk sagte: „Außen schön, innen schlimm, außen Friedrich, innen Ephraim". Das Gebäude ist das besterhalten« Berliner Pnvathaus im Rokokostil und von einem Baumeister Dllerichs erbaut. Di« acht den Balkon tragenden toskanifchen Sandsteinsäulen sollen nach der Ueberlioferung von einem Brühlschen Schlosse stammen, das im Siebenjährigen Kriege zerstört wurde. Sell 1895 sind städtische Der- wallungsgebäude hier untergebracht. freie Sozialistische Hochschule Sosmabend» den 18. April. 19,50 Uhr, im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Luipsiger Strafe 3 Vortrag de» Genossen Dr. Kort Ldwenstein, MdH. Über das Thema „SGziallstisdie Erzlehang als Forderung und Tal" Karten zum Preise von 50 Pf.(einschl. Oarderobct sind an folgenden Stellen zu haben: Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf. Lindenstr 2. Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, WaJIstr. 65. Deutscher Holzarbeiter-Verband, Am Köllnischen Park 2 u Buchhdlg Rungestr 30. Verband der graph Hilfsarbeiter, Ritterstr. Ecke Luisenufer: Ziganen- geschäft Mörsch. Enaeluter 24/25- Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr.S. Zentralvcrband der Angestellten, Hedemannstraße 12. Verlagseeseilschaft des ADGB, Abteilung Sortiment, Inselstr. 6a. Geschäftsstelle des Tounstenvereins Naturfreunde, Johannisstr. 15, und an der Abendkasse. Allgemeine Wetterlage. >l3.AppiL 43Ai,sdds. E- >® weUtenlos-O heiler. O halbbedeckr »wolkig.SbetJecktaRegeiuGraupetn Film„Das Lied vom Leben", der vor einigen Wochen von der Berliner Filmprüfstelle unter befremdenden Gründen verboten worden war. wurde in seiner neuen Fassung nicht mehr beanstandet und bis auf einige ganz unwesentliche Ausschnitte freigegeben. von der Arbeitsberalmigsstelle des Arbeitsamtes Verliu-Mttq wird am Mittwoch, dem 15. April, nachmittags um 4.95 Uhr eine Reportage im Programm der Aktuellen Abteilung gesendet. Am Mikrophon Felix Stößinger. Sport. Rennen zu Marieudorf am Montag, dem 13. April. 1. Rennen. 1. Cresceus(J. Krilitbos stin.), 2. Morgan, 3. Adel» Beta, 4. PerleuS. Toto: 621:10. Platz: 63. 20, 41, 15:10. Ferner liefen: Peter, Brulflloff. P-rlschnur, Erich L.. Tullia, Cyllon, Dtaiette. Bitruv, Domina. Costa Rica. 2. R e n n e n. 1. Edellinde(Heckcrtl, 2. Dattel, 3. Kavalla. Toto: 118: 10. Platz: 34, 22, 19: 10. Ferner liefen: Jcarus, Nifefrnrg, Dunean, Querulaut, Putte, Huberta, Elfenbein. 3. Rennen. Loatton(F. Schmidt), 2. Idylle PaloS, 3. Kordula I. Toto: 40:10. Platz: 16, 15, 35:10. Ferner liefen: Wenesti, Hüne. Margarete(o. 32.), AU, Farina, Northern Druien, Goldfalan, Elite, Allmacht. 4. Rennen. 1. AeschhloS(P. Finn). 2. Carol, 3. Diamant Totor 36:10. Platz: 14. 16. 13:10. Ferner liefen: Champignon, Fechtmeister, Adam, Hexenmeister, Banco Duffy, Nerv. S. Rennen. 1. BergamoUe(I. Mills), 2. Schautwalebo, 3. Natur, Toto: 80: 10. Platze 26, 13 35: 10. Ferner liefen: Piaster, Pistazie, Jo laste, Dornzieher. Alma Mater. Adresse. 6. R e n n e n. 1. Quo vad!Z B.(J. Kruitbos tun.), 2. Fngelind«, 3. Eckstein. Toto: 122: 10. Plötz: 35, 32, 49: 10. Ferner Uesen: Cillq Dillon, Eoudster jr., Interpellant, Hetaan. Florian, Monarch I, Lindow- gold,(2. disq 80 Proz. PI zur.), Britton. Königsadler. 7. Rennen. 1. Oltetprinz(SB. Mattern), 2- Charmant, 3 Karola. Toto: 91: 10. Platz: 28, 17, 24: 10. Ferner liefen; Komtesse Jfabcl, Prior, Cyclanu, NuShaga Boy, Nebelkappe, Titania, Padrel, Palmetta. 8.Reonen. 1. lsdelfteins Sohn(I. Frömming). 2. Hasdrudah 3. Hanko. Toto: 173:10. Platz: 28. 25. 31:10. Ferner liefen: Lu-Lq. Harfnerw, Bineta, Lady Duffy, Perlenkette, Zlnbin, Parmenw. idalMliigc 1 Ihnen Olfidt! Bestellen Sie sofort ein los der Zielinnell. Klosse am 20.u.«l./liwil bei einem Staat!. Lotterie»Einnehmcr oder bei der Preußisdi-Süddeutsdien Lottcriebank Berlin WS, Friedrichstraße 186 Los 5 RM,'MO RM,'/- 20 RM, V« 40 RM MAGQI Suppen|A kostss* nur noch i w rT9 der Würfel parieinachnchien fSk für Groß-Berlin KinfcnDungen für»ies« Rubrik find 8« r 1 1 b S««. Llndenitroß« 3. st«!» an da» Brz>rt»Iekretarlai 2. Hot, 2 Trrooen recht», z» richten Erweiterter Bezirksvorstand. Nächste Sihmtg des erweiterten Bezirksvorstandes am Freitag, dem 17. April, pünktlich 19 Uhr. im Sitzungssaal des Bezirks- Verbandes. Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Tr. * Das Mitszliedsbuch des Genosien Friedrich Wendel. 80, Abteilung, Nr. 254, ist gestohlen worden.— Sollte es irgendwo als Ausweis benutzt werden, dann ist es anzuhalten und an das Büro einzuschicken. I. A.: Alex Pagets. * Beginn aller veranstallungen 19� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe!— sSV.— Krelsvorsland.) heute, Dienstag. 14. April: 22.»bt. gm«undaebiin« Im Eportm-Iost lind noch einige starten ju 80 Pf-, und für Erwerbslose ssreikartcn bis 1K Uhr beim Genossen Wenzel. Olden. bnr« er Str. 21, tu haben. 17.®W, Di« Desirlssttbrer werden gebeten, Plalate und Einlafttarten zur Mgifeier beim Genossen Höhne abzuboien; desgleichen wird ersucht, die Ginlaiiigrten von der lefrie» MInwvvMhrung restlos abzurechnen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Aliklwoch, 15. April, in nachstehenden Lokalen: 1. st reis. Probe de» MaisesiWeis de! Dobrohlaw, Swlnemstnder Str. 11. ?. strei». Zu der am Mittwoch, 20 Ubr, in der Pastcnboser-Brauerei. Strom» Ecke Turmstrabe, stattfindenden streisfunttionörkoirferenz wird um die Anwesenheit oller in der Wohlfahrt tätigen Genossinnen und Genossen insbesondere gebeten. >. Abt. Achtung! Mitgllederoerlammtüag ist nicht bei vhngemach, sondeea de, Lohann.»rtiderstr. 1ö, 8. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen Im Jugendheim Geerthiner Straiie 17, stimmer S.„Der organisierte Unternehmer." Referent: sturt Mastick. 17. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft lunger Parteimitglieder bei stllng«, Geller, siraK« H. Referent: Genosse I. P. Mager, 1».«bt. Zusammenkunft der jtlngeren Partligenossen tn der Roten Schule. Gotenburger Strasse, Thema:„Arbettslofigkeit", 22. Abt. Arbeitsgemeinschaft sunger Parteigenossen in der Hochlschulbrauere�. 24. Abt. Zusammenkunft der lungen Poeteimltglieder bei Müller, Earmrn» Sulva-Etr. 8ö— 86. Walther Pähl:„stugenb und Soiialtemokratle'. 31.«bt. Zablabende: Gsldschmidt, Stolvtsche Str. 8«, Meissner. Echivelbeiner. strasse 37. Schroarz. Pornholmer Str. S. Bezirk Willige, Bornholmer Ecke Malmöer Strasse. 85. Abt. IS'J Uhr«bteilungsvorstondsstssunq bei Lembl«, Seiner«dorfer K' rosse 88. 20 Uhr ssunktionärverfgmmlnng ebenda. 48. Abt. Schwerhörige. 20 Uhr Witolieberverfammlung Im Jugendheim Li». denstrass« 4, vorn 1 Trepve. Bernhard strllger: Anssenpolitische«. All« «enosssnnen und Genossen, sowie„Vorwärtg-.Leser und Sgmvathissereud« lind dazu eingeladen. 77. Abt. Zahlabend« in den bekanntrn Lokalen. In allen Zahlabenden Bor. träge. 78. Abt. Abteilungsversammlung im Gesellschaftsbaus de» Westens. Louvt» strasse 30 ioberer Saal). Genosse I. Meudelsvhn:..Arbei'slvssgkeit und Wirtschaftskrise". Von den Genossen begleitete Geiste berzsichst willkommen. 82. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Schellhase. Ahornstr. Ist». Referat des Genossen Dr. tnaubach über:„Die neue Notverordnung". »i. Abt. Mar fVeckinger, Mssmannitr. 10. verm. stöster. starlsaartrnstr. 4. Wilh. LIiddeke, stgrlsrartenstr. 12. Willi. Rausch, sslughafenstr. 29. sturt Mäuseier, lslugbafenstr. 48. Schre'ber. INuahafenstr. 7. Ramin, Mainzer Strasse 12..Zum sslughosen", Mohlvwer Str. 10. 88. Abt. Arbeitsgemeinschaft junger Genossen in der Lesehalle, Nogat. Eck« 88». Abt. MitgNederversammlung ausnahmsweise in Becker« Gefellschastshaus. Ehausseestr. 97. Ludwig Diederich:„Gibt«s ei» Genevgtionsvrvhlem inner. halb der Partei?" 184. Abi. 20 Ubr im kleinen«aal des..stvsibänfer", Berlinee«te. 81.«de. nasse Polizeivrässdent Grzessn»!!-.„Die Polizei im Volk»staat". sRicht, wi« IrrtSg-lich angegeben:..DI« Religion im ivalkestBot".) 127. Abt. 20 Uhr Runtt'onärssssung im Lokal Schiebe. 142. Abt. Werbe» erlamTrsnng im Lokal Jarill«. sZSrst-M«marck.«trasse. AB» spraye: Ph»z Brinissrr. All« Genolssnnen find ganz besonder, da»» eim- galaden. Morgen, Donnerslag, IS. 2lpril: 8. strA». KreisbildungsaUWschvss D!» nächste Lissun» findet am DonnerBtag, dem 15. April, bei Senkel. Itirechiee Ecke Turiner Strossv. 19V. Uhr. fbaX*. S. sttti». Zckgendheim Dissstsr Sirass, 4 bi»-S stursusbeginnt Z. P. Mauer:„k.arl Marx und iür. Degenwart". Es werden, noch Härar auf. gsnommeü: ui. strai» SteatiS.«ankwrt,. Lichters el de. vlsfenttich, stundaebuna der isreien Dchulgelcklschgft Stegliss und der Elternbeiräte.«chuloufbau" um 80 Uhr i* der Aula der Vbereealschule Ltegliss. Eliienstvass«. Dbema: Ren« Werte in der Erziehung. Redner: vbeestudierdirrtior D». stall Mjiller. Potsdam. 41. und 44. Abt. Parteiaenössssche Areidenier der Gruppe 15 bei Rabe. sTicht«. stresse 20 Grosser Lichtbildevvortrog. Mitglledtbuchkontrolle. 188. Abt. Schulz-ndors.Heiligeusee. 20 Uhr Abteilungsversammlunst im Rostau. rant Kilnert. Abt. RZntgentai.Zepernick. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Messel, Bahnhosstrasse. Vortrag des Genossen Wuschick, W. b. L.; über die Politik der Partei. Sonnabend, 18. April: 8. strei». lltawiferfcr stv. mit allen BezirlidÄogiert«, bei strnger, Grimw. strass« 1.. 188«. Abt. Restanrant Uhlenhorst, Mahlsdarier«trasso. geselliger Ab»«», stan- zrrt, ernste und heitere Rezitationen. Quartett do» Wännerchor, stOpenick und Sa»,. Unkostlltbeitrog 40 Pf. Fravenveranstallnngen. 8. strei». Für dt, grosse ssrauenoeranstaltuna am 17. April in de« Pharuv- läse», Mull er sie. 142, sind bei allen ssunktlonärinnen noch Karten zu haben. 83. sti«I». Di« ssunktionärinnen treffen sich am Mittwoch, dem IS. April,»ur ssraueNkundgebung bereit» eine halbe Stund« früher. 1.18. Abt. Donnerstag, 18. April, 20 Uhr. bei Werner,«öpenicker Str. 125. ..Der stampf um die weltlich« Schule." Referent: Rektor A. Domdsn. 180. Abt. zriedeichoielde. Dannerstag. 16. April. 19H Uhr. ffrauenkundgebung bei Wirb«. Wilhelm sie. 38. Borstihrung de» Kilmao:„Giftga«". Refeoentin: Mari, stunert, M. d. R. 128 Abt, Donnerstag, 15. April, 20 Uhr. in der Baracke Lindauer Strasse. „D4r international« Befreiungskampf der ssrau" Referentin: Gertrud Hanna, M. d. L. Ausserdem Gesang, Rezitationen. Lrbeilerbildungsfchule. 8. strei« Wilin«r»d»rs.«ursu, Zahian fällt heute aus. Nächster Abend wird im„Vorwärts" bekanntgegeben. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grvfj-Berlin. «rei-kasfiererkonserevz Mittwoch, 16. April, 30 Uhr. Geschäftsstelle. streife Prenzlauer Berg und Friedrich ehain. Mittwoch, 18 Uhr. Heim Eber pstr. 12, Sprechchorprob« für den 1. Mai fIungfalken und Rote Falken). strei« Dcmpelhos. Donnerstag, IS. April. Sll Uhr. streishelkersissung bei Görlitz, Marieudorf. Chaussee- Ecke Strelitzstrasse. strei, Mitte. Gruppe Fritz Wille. Heute abend beginnen für die Iungfalken und Roten Falken unsere Turnabende oon Wi bis 20 Uhr in der Turnlalle stöpenicker Str. 126. Turnzeug ist mitzubringen. Die Neftfalkengruppe besucht am Mittwoch gemeinsam mit den El'ern unsere Ausstellung. Treffpunkt um VtVi Übe im Jugendheim stöpenicker Str. 92. strei« Wrddiug. Gruppe Schillcrparl. Dienstag Besuch der stinderfreunde. Ausstellung. Treffpunkt 17 Uhr Untergundbah» S«strasse. 20 Pf. Fahrgeld mitbringen. strei, streuzberg. Iungfalken Donnerstaa Verfanunlung aller Zeltlager. teilnehmer im Jugendheim Wassertorstr. 9. 17 tri Uhr. strei» Friedrich, Hain. Diensiag kein« Kursus, und Selfersstzung. Dienstag Besuch der Ausstellung. Treffpunk' 15 Uhr stüstriner Platz. Mittwoch. Rote Falken und Iungfalken. 18 Uhr Heini Ebertnstr. 12 Probe für den 1. Mai. Donnerstag, stoeiselternpersamlung erst am 23.'April. Alle Eltern iresfen sich zum Besuch der Ausstellung 19 Uhr stüstriner Platz sNormaluhr).— Pfingst- fahrt. Die Gruppen Martha Demmntng. Freiheitsdrang und Landsberger Platz fahren am 23. Mai bis 80 Mai l8 Tage) nach Lehnitz bei Oranienburg Kosten bei voller Verpflegung 10 M. Anmeldung und Anzahlung von 1 M. bi» 28. April.— Gruppe Landsberger Platz. Freitag Treffen aller Falken 17'/) Uhr Falkenecke.— Gruppe Freiheitedrang. Freitag, 18 Uhr, Heim Frankfurter Allee 307. Trinkbecher mitbringen. Kreta Weissens««. Donnerstag. 16 April, streishelfersttzung bei Ann! Schulz, Hohenschönhausen, Am Faulen See 3. Tagesortnung: Referat de» Genossen Bothur. Verschiedenes. Gleichzeitig muss das Geld für starten der„Zehn. Iahres-Feier" mitgebracht werden. Anmeldungen für Restfallen, und Rote- Faire n-Lager. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 8. Abt. Unser Genosse Heinrich Wendrich ist am 10. April verstorben. Ehr« seinem Andenken. Die Einäscherung findet am 16. April, Itzth Uhr. in der Gerichtstrasse statt. Wir erwartrn rege Beteiligung. 47. Abt. Unser Genosse Paul Fvenzel ist verstorben. Ehre seinem An. denken. Einäscherung Mittwoch, 16 Uhr, Krematorium Gerichtstrasse. Rege Beteiligung wird erwartet. SoztalWche Ardelterjogend Groß-Berlin Etnsrndimgeo(Or diese Nudrst nur ob da« JugenWefretortae verfWi GW 8». klobenflrafa? Wanderleiterkonseren, Donnerstag, 16. April, 19)4 Uhr, im Vortragssaal de» Parteioorstandr«, Lindenstr. 8. 2. Hos, 2 Treppe» link». Bortrag:„Fahrten um Frankfurt am Main". Jede Gruppe muss vertreten sein. Heute Kundgebung der Partei im Sportpalast, 19� Uhr. Alle Jahnen müssen um 19 Uhr im Borraum des Sportpalastes fein. Treffpunkte der Abteilungen: «rnimplatz: 19 Uhr U.Bahnhof Rordring.— Oranienburger Tor: 18>.4 Uhr Oranienburger Tot, Normaluhr.— stgttbusser Tor: 1814 Uhr stottbusser Tor.- stöpenicker«iertel: 19 Uhr..Roter Treff".- Schöneberg ni: 19 Uhr am stlefstpark.— Rcnlölln IT: Ig'ch Uhr Rahnhof Hermanilsttasse.— Ren. köll» VII: 18 Uhr vor der«MS.- Reukölln I: IS Uhr Reuterplatz.- Rntköll» VM: 18J4 Uhr Weichielstrasse Ecke staiser-Friedrick>Strasse.— Reu. köll» IV: 18'i Uhr Bahnhof Hermanvstrasse. Reu. Lichtenberg: 18)2 Uhr Bahnhof" Stralau�immnelsdurg, Eingang Sonntagstrasse. VorirZge, Vereine und Versammlungen. K Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sedastianstr 37—38 Hol 2. Tr Mittwoch. 15. April. Treptow fstameradschakt). Fungbanner. 20 Uhr Jugendheim Grartz. Ecke Wildenbruchftrasse. Lichtenberg sOrtsverelm). 20 Uhr Antrrten aller Funktvnäre auf dem Sportvla» Fried- richsfrld«. Uvstallwrg. Pankow iOrtsverein). 20 Uhr im Türkischen Zelt, Breite Strass«. Bollversammlung. Akffve Kameraden in Bundeekle'dung.— Don. aentaa. 18. April. Wilmersdorf(Ott«verein). 20 Uhr bei stuifto. Lauonhurger Strass» a, Wgsatsperfommlu ng. Referat Kamerad Dr. Haubach. verein Friedeberg«enmark smb Umgegend. Sitzung am Di»n»tag, 14. April, ZOtss Uhr, un Weissen Saal der llnionsfeftiäle, Greiiswalder Strasse 221—228. Zieichiduud der Krieg« b«lSadigt«B, striegsteilnehmrr nud strirgeebinter. fKcbene», O:t»grnpp« Weste». Bezirkenersammlung im Sckmdert�aal. BiUnw. strasse 104. 20 Uhr. DßerBcfitm 1*3 Reichshundes und der Firma Maggi.— Ortsgruppe RäiHen 14. Donnerstag. 2ä Uhr, Mitgllederoerfammlurg in den Gastno-Flstfälen. Pappelalle« 15. Rescrcvi: Herrn Dr. Ernst Levingev. Thema: ..Wa« müsse«! wir heul« wissen von der Seele, den Nerven und der Eeruali. tat". Di» Ortsgruppe Norden 14 beteiligk sich geschlossen an der grossxn Kuichgebung am Sonntag, dem IL. April, ll'/J Uhr, im Spar lpglast. Steichoburd Deutscher Meter. Berlin«» RIeterverelB«. B. Älenstgg, 20 Uhr. im Nationalhof. Bülowstr. 87,»ffentstch« Mieterversammlung. Thema: „Die Notverordnung vom t. Dezember 1930". Schutzvcrbond der SSwerhSrige«. Ortsgenppe Berlin, E. B. Theaterabend Sonntag. 26. April, Mustkorfestfäl«.«aiser.WilhelMrSir. 31 fnahe DiUowvlatz). „Flachsmann als Sozi eher." Eintritt 1 M. Beginn 18 Uhr. Bielhörcranlage ist aufgestellt. Gäste willkommen. Landgmannschait der Sckleewig.Solsff'ner zu Berlin, 1692. Geschäf«»ftelle: S. 14, Pringenftr. 61. Donnerstag, 20 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Strosse 46, Generalversammlung. Proiokollverlesung. Aufnahm« neuer Mit. g Ii«der. Geschäft«» und Kassenbericht. Abrechnungen. Anträge. Berichte. Wahl der Delegierten. ««reu, der Reppenee in Bern». Sonnabend. IL. April. 20 Uhr, im grossen Saal de« Elubhauses, Ohmstr. 2, Heimaiabend. Einheitsverdand der Handel, und Gewerbeteeibeuden und freie» Beruf«, Ortsgruppe Berlin. Dienstag, 14. April. 20 Uhr, Restaurant Ende, Luisen. ufer 21. Werbeversammlung. Thema:„Die Lebensfrage der Selbständigen". ZproctMub„Tnetnelish Speakers": Meetings take place on everyTuesdav at nine o'cloek p rn in the Nordwest-Kasino; NW 87, Ali-Moabit 55(near GotikowsKy Bridge). Topfes and debates of general interest. Guests— Ladies and Qentlemen— are cordiaily welcome. Verantwortlich für Politik: Franz stlllh»: Wirtschaft: a. stlinaelbös«! Gewerksdiaftsbeweguna: Fr. Gtztpra;. Feuistrion Dr. John Schikowsti: Lokales. und Sonstige,: Fritz Karstadt: Anzeigen: Th. Glocke, sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag G m d. H.. Berlin. Druck: Vorwärts�Zuchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Eo Berlin 633 68, Lindenstrasse 3 Hierzu 8 Beilage». �€€€€«6«»*»999»999a Unierer Genossin Rosa Antrik "ch. 6 April ITh Uhr, im stremalorium W: mersdori st>»t Mm Mgtallarlieiief-lferbaßii Verwaltung**! eile Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unler Kollege, der Dreher Otto Lüdicke am 9. Apnl geftordea ist. Die Einäicherung stndet am Dien!» rao.dem 14 Apr,l. miltag»>2 Uhr, im Krematorium Baumlchulenweg statt Vertsnil der Budlbindor und Papierverarbeüer Deutsdiiands Am Sonnabend dem ll April oerftarb nach kurzem schweren Leiden un, er Freund und treuer Muarde ler Gustav Brenner >m Alter oon 53 Jahren. Unser Freund Gustav ist lahrzehnte» lang di» zu leinem Tode al» ehren- amilicher Funkltonär im Interesse der Mitglieder, im irtzten Jahrzehnt a>» Mitglied der Branchen eiluug. Ortsverwaliuna»nd Beirat, in vor» bildlicher und immer uneigennütziger Weise lälig geweien. Sein viel zu irüher Tod dinterläßl tn unieren Reihen eine kaum ausiülldare Lücke. Wir find ihm vielen Dank lchuldig Die ic.iunß Her cadicinder-Eranme. Die Ort verwcim a. Die ioDesleliien des Vcrtandes. Die Trauetseier finde! am Donner»- lag dem>6 April 170, Uhr. im Kremaiorium Wi. Meesdorf(ll-Bahn- Hot Fehrdelltner Platz) stni Am 12. April starb unser Kollege der Schnitlardeiter Keink. Olizeg Die Einäscherung findet am Min» woch. dem 15. April, abend«»18 Uhr. im Krematorium Baumschulen- weg statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet VI« OrtaTCTwallaat;. Xachraf Am 8l. Marz verstarb»Berlin. Buch i nach langen, schweren Leiden meine getiebte Frau. Mutter, Echwieger- und Grossmutter Tksrsss Hundt geb. KarneUai In iiefem Schmerz Hugo Hundt und Sohn. Die Einäscherung hat bereit« am I 7. April stattgetu.'den. ksveidfiiiseii-ZiiiibillliiZtti für BuiMder cai Papierverarlieücr der Zalilstelli Berlin Am Sonnabend, dem II. April, per» schied unser lieber Kollege und Bor» standsmilglied Kll8tsv Lreover im Alter von 53 Jahren. Ein laulerer, ehrlicher Menlch ist von un» gegangen Wir werten sein Andenken stets in Ehren hallen. Die Einäicherung findet Donner». tag, den ,6 April. 17>. Uhr. im stre- malorium Wilmersdorf statt. Um rege Beteiligung bittet Vor Vorstand Verband dersudiblnderulld Papiervcrarbelter Deutsdiiands Ortsvensaliung Berlin Todesanzeiso* Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unser ZMeg«,.d�Znpgild»... Karl Krüger wohnhast Reoaler Str.'/ gestorben ist Di» Einäscherung findet am Mttt» Gtodi, dem 15 Ppril. nachmittags 5 Uhr. Im Krematorium Baum- schulenweg statt. Ferner velstarb unser Kollege der Buchbinder Hugo Oeder wohnhast Eotheniusstrasse 13. Die Einäscherung findet Donnere» tag. 16 April, nachmittag»>,4 Uhr> im Krematorium Baumschuienweg statt. Ehr« ihre« Andenke» 1 Um rege BeteUigung ersucht vt« Crtoverwaltang. Die Trauerjeier für unseren lieben Enlschiafenen Paul prenrel findet am Mittwoch, dem 16. April, 6 Uhr, im Krematorium Gericht, strasse statt. Im Namen der HintirbNedenen: KArhc und Marie Freazcl Am IC. Aplii verschied nach lurzem. schwere:» Leiden unerwariet meine liebe Frau. un|ere gule M-,tter und Schwiegermutter Marie Butzin geb. Müller im 71 Lebensiahie. Um stilles Beileid bist«, Karl Butzin Luise Sdiänfeld geb Butzin Berta Zllctcb geb. Bunin Hans Scbönfeld Berlin RO 18, Höchstestrasse 48. Die Einäicherung findet am Mittwoch, dem lö. April. löUs Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse statt Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme beim Hinscheibe» unseres lieben Sohne» und Bruders Walter Radke sprechen wir ollen Freunden. Be» kannten, den Kollegen oon„Rational. Registrier. Kassen" sowie den Kolli- ginnen und Kollegen der Fachabiel. lang für Metallindustrie unseren herzlichsten Dank aus. FamiUe Paul Radke. Pr»u««l»eh.Sü ddeukseha Staats« 1 Lotterie Hauptgewinn* u»g prgn>i«n «xSOOOOO 8x300000 8x200000 i8xiOOOOO 1/8 1/« 1/2 1/1 Popp- Los 5.- 10.- 20,- 60.» so.. 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Pfd. von 0,36»ll Sdielifisdl gerSuchert Pfd. voll 0,38 AB Porf.Oelsardinen sport-rx». 0,95 *) la edlen lllutcrn auezer tndraaislrasse Obst und Gemüse Amerikan. Aepfel pkl von 0,38a» Apfelsinen............... 3 pm. 0,72 faffa- Apfelsinen..... z m. 0 98 riöhren gewaschen....... 3 Ptd. 0,20 Spinat..................... 2 Pid. 0,25 Radieschen............. 3 Bnnd 0,25 Weisskohl................. pm. 0,08 Maltakar'offeln.........pfd, 0,15 varbchattta. Theater des Westens fggl ch 2'i« Uhr bis elns«s«rlier-n die v»m Drtskoitell Berlin d«, ÄtA-Bunt», ousoeftclllen., mit dem Iabris. ftcmn«!„30" v-rschtnen Betrieb»- und■ännefteOtcnraöoumBeif« ibr«(Eültiflleit. Meldungen der jetzt noraenounnenen Betriebdratmeumahleu miiflcn derBer> bände mSgkich ist. Meldebogen sind im Srtstartell und in den Geschäftsstellen der Beelinee AtA.Gewerkschaften erhaltlich. Diejenigen AfA-Betriebs- und-AngeitelltenraisMüglieder. deren Amts- reriode über den I. Mai dieses Jahwes hinausreicht, otfo uielleicht bis zum Lerbst ISA läuft, haben ihre Ausrveife dem Büro des Ortskartells zu über. mittel«. Diese eingesandten Legitünalionskarten werden neu abgelunnvelt I nd ssdaun non der Geschäftsstelle de« Ortstartell» dem Einsender direkt wieder .zugestellt. Lom l. Mai d. I. ab kSnnen als Legitimation»um Eintritt in Brrsammluuge» usw.»nr die Nu»we>»kaite» mit dem Iahreostem»el ,»l" de- nutzt werden. Alle nur mit dem Stempel„30" versehenen ltarten meiden bei Vorweiz einbehalten. Bationol-ZlegiltrierkoUen, ZteulkSI». Donnerstag, lll'4 Uhr, Lokal � W Zimmermann, Zraktionsversannnktng.„Die Wirischaftsirise." Refe, k? W rent: Genosse Emil Barch. sZrete Aussprache. Verschiedenes. W Der Frattjonsvorstaud. Äß �reie Gewerkkchafts-Iuaenö Berlin Leute, Dienstag, lly-j Uhr. tagen die Gruppen: rreptow: Gruppen. heim. Schule Bildenbruchstr. hg— dt lLortzimmerl. Bunter Abend.— «ruswaldee Platz: Grupp-nheim Basteurftr 44— W, Zimmer 4.3. Ein» kuhrunqsechend.— ifraulfurter Allee: Etädt. Zugendheim Litauer Str. Ig. Die Entwicklung der freien Semerkschakten Deutschlands.— Lichtenberg: Iugeud- heim Dgssestr. 22. Die Sekangenen.fürsorge.— Sieu-Lichtenberg: Zuaendheiin Sunterstr. 44. Die Organisationen der Unternehmer.— Pankow: Grupven- heim Pankom. Zisstnqrnstr. 4ll. Darum bin ich in der DG?.?— Gewe-k, schal tehau«: Engelufer 24—23. Saal 11 des Dabrikarbeiterverbande,. Wie stehen wir zur Mädchenarbeit der ffGI.?— Wedding: Jugendheim Willdenowftr. ö. 2 Treppen. Zimmer ll. Einkührung-abend. Musik. Rezitationen.— Ollende: Jugendheim starlshorst. Treskowallee 44 sstanbSchule). S AB und Arbei'er. schalt.— Adlershaf: Gruvpenheim Sdlershof, Bismarckstr. l. Alle gehen mit zur Werbevergnstaltung in Boumschulenweg.— Schoo eweide: Zugendheim Niederschöneweide, Berliner Str..31«Mädchenschule im Kellerl. Micki-Mou». — Jtecie Oberspeee: Werbereranstaltuna um Ivdtz Uhr in der Aula des Lnzrums Baumschulenweg, Baumfchulenstr. 80. @Iuaendaruvpe des sZentralverbandeS der Anoeftettten Seuie. DienAtgg finden folgende Beranstaltungen statt: Nordwest! Jugendheim Lehrter Str. 18— 19. Wir üben neue Lieber. Leiter: Weihen. beiger.— Lichtenberg: Augendheim Sunterstr. 44. Einführungsatend.— deute findet die Echulentlassenenseier in der Aula der Schuir Prinzenallee 8 statt. Beginn so Uhr. Einlaß isitz Uhr. Sintrlttskortrn zum Preise von 20 Pf. find an der Adeudkasse erhältlich.— Der Sprech, und Bewegunaschor hält ab 20 Uhr in der Schule sTurnhalle) Baruthrr Strafe feinen llebung»abend ob. Iwizcflsn 2 Zigaretten -Tabletten ilßCht&md Vlax 3)orlu: Aus(Mohammeds Melmal „Tüchtiger Photograph gesucht. Näheres Britische Gesandschost.' Die Annonce in der Zeitung.—„Was meinst e, Mutter, soll ich hin- gehen?"'— ,äar Junge, laufe, was de laufen kannst." Das große Tor. Drüben da bunt« englische Wappen. Treppe hinaus— klopf an die Lacktüre.— Herroin! Tag, sind Sie der bri- tische Gesandte?— Yps, ich bün.— Und ich bin der Boris, Photo- graph.— Söhr angenöhm, Sie kämmen auf die Annonce, well, er üs Lord Bacon, ein Forscher, er wüll nach Arabien, mit eine Photo- graph, er wohnt Victoria Hotel, hier: brüngen Sie ühm diese Havanna Zügarre, dann woiß er, daß Sie von mür kommen. Goock bye. Gute Roise! Laufe wie'n Hirsch. Hotel Victoria. Lord Bacon, mager und gelb, wie'n alter Knochen, Haare schimmelig. Zähe Gold— Augen wie die See, grün und grau, scharf wie Dolchspitzen. Lord Bacon: So so, also Sie sind Sozialist, im freien Verband, da möchte ich Sie engagieren, als Reisephotograph für Arabien, was im roten Ver- band ist, das versteht auch seinen Beruf, und die Sozialisten sind mir sympathisch, Macdonald ist mein Freund, unser britischer Minister- Präsident, wenn ich auch Lord bin, so stehe ich doch der Britischen Labour Party mit dem Herzen nahe. Ich reise nach Mekka in Arabien, geographische und geologische Studien, für die Internatio- nale Geographische Gesellschaft. Die Reise ist gefahrvoll, Mekka ist für Europäer eine verbotene Stadt. Sie könnten das Leben ver- lieren.— Und was tönte ich gewinnen?— Völker- und Weltenkenntnis.— Dann reise ich mit!— All right— warten Sie-- there is a Check, für 500 Mark, kaufen Sie sich Kleider.— Danke. Mutter, Mutter, Geld, Geld, money— da hast« 300 Mark, lieb Mütterchen— daß du keine Rot leidest— morgen früh reise ich mit Lord Bacon nach Arabien.— 0, die Tränen, Mutter, Mutter! Expreßzug— Berlin. München, Rom. Rom. Abruzzen. Brindisi. Das Meer, die Ionische blaue See— Wir reisen mit britischem Schnelldampfer— es wird heiß, Aegypten, Port Said, Suez. Wir wechseln das Schiff, wir wechseln die Kleider und die Hautfarbe, wir sind gelbe Berber geworden, Marokkaner, wir fahren mit dem fran- zösischen Pilgerschisf durchs kochende Rot« Meer. Die Sonne sprüht Funken, als Schweißtropfen laufen sie uns über die Stirne. Ich habe sechs winzig klein« Filmkameras, mein Lord hat Stift« und Zeichen- kartons, Landkarten will er neu entwerfen. Kartograph und Photo. graph reisen ins geheimnisvolle Arabien. Einsatz: das Leben. Er- folg? Für die Wissenschast! Am Ziel. Der arabische Pilgerhasen: Dschidda. Di« seichte Bucht, 40 Grad Hitze, eine niedrige weiße Stadt, 30 000 Bewohner, alles lebt von Pilgem, auf nach Mekka! Islamitische Pilger aus Indien, Persien, Marokko— aus aller Welt. Dschidda, heißes schmutziges Trinkwasser. Dschidda, die Hafenstadt der arabischen Landschaft Hid- schas. Ausfuhr: Perlmutter, Schafwolle, Gummi, Felle, Datteln. Teppiche— alles Produkte des Küstenlandes Hidfchas. Was führt Dschidda ein? Lebensmittel, bunten billigen Bijouterieschmuck, aus Pforzheim, Lyon und Glasgow— und Kattunftoffe, aus Manchester und Sachsen: alles geht nach Mekka, dem großen Pilgermarkt. Dschidda,'n paar halbvertrocknete Dattelpalmen, die Wedel sind grau und hängen wie lahme Flügel, wir reisen, auf Kamelen, die Mgerstraße, nix wie Stein, Wüste, die Straße steigt, Aloen, Kakteen, Tamarisken, Agaven— alles ohne Grün, grau und rot und gelb oerstaubt. Nachts knistern und knastern am violetten Himmels- bogen die blitzblanken arabischen Sterne. Wolf und Wüstenfuchs machen Konzert, der Wind pfeift ums spitze Lagerzelt. Wir sind da— noch 100 Kilometer Reise, vom Roten Meer - herauf— da vor uns- liegt Mekka. Die letzt« Sehnsucht aller 'Mohammedaner. Die heilige Stadt! Iii öder steiniger-Talschlucht. 70000 Einwohner. Wovon leben diese Menschen? Ringsher die Berge sind ratzekahl. Die Milchkühe von Mekka sind die Pilger. 100 000 Pilger im Jahre. Riesige Karawansereien. Basare. Heiliges «chlammwaffer in kleinen Tonkrügen— für teures Geld— seder Pilger tauft so einen Krug Dreckwasser. Moscheen. Freudenhäuser mit schwarzen äthiopischen Tänzerinnen. Gebetshäuser. Cafes mit «chlangenpfeifern. Und immer der heiße Wüstenwind, es regnet und rieselt Staub, rosagelb gefärbt. Mekka, ich photographiere, heimlich, unter dem wallenden weihen Mantel heraus, mein Lord zeichnet, nachts in der Zelle der Sora- wanserei, beim Licht der Taschenlampe. Mekka, die heilige verbotene Stadt, oerboten für alle Nichtmoslem. Mekka: Araber, Inder, Neger, Berber. Di« klugen Gesichter sind die Einheimischen, die Füchse sind sie— die einfälligen, aber ehrlichen Gesichter— die sind die Pilger, viele haben einen weltverlorenen Blick, Asketen. Mekka. Die große Moschee, Beit Allah, Haus Gottes. Bell Allah: 152 Kuppeln, sieben schlanke, hohe Türme, die tönenden Nimaretts, horche: der Wüstensturm! Die heiligste Moschee, riefen» großer Jnnenhof, zierliche Säulengänge— in der Mstte des Moscheen- Hofes: die Kaaba, das islamitffche Hochheiligtum, ein viereckiger Tempel, Kaaba, Würfel! Dreizehnmal umwallt die betende Pilger- schar ihre Kaaba, nun der Kniefall, vor dem heiligen schwarzen Meteorstein, dem Elhadscharelaswad, der seit den ferirsten Urzeiten der große Magnet aller Mekkapilger ist, schon vor Mohammed, schon vor Christus. Die Kaaba von Mekka, mit ihrem schwarzen helligen Meteorstein, Meteoreisen, Trümmerstück irgendeines zersprengten Sternes. Wunder aus dem Weltenraum. Von schlauen Priestern als Geschäftsstück benutzt, Mekka lebt von Pilgern, lieber der Stadt die Zitadelle, die rotgemauerte Felsenfest«, mit den weißen Lanzen- Wächtern, den Wahhabiten, aus dem Sultanat Nedschd, Zentral- Arabien. Arafcirtt. Die große Halbinsel, zu Asien. Unabhängig— und englisch Der Süden und Südosten ist britisches Oberhoheitsgebiet, die Stadt 2lden und die Sandwüste Dahna. das unstuchtbare Arabien, das gar nichts nutze Arabien. Laßt das den Briten! Dos bessere Arabien ist unabhängig, zwei große Bölkerstämme. Sunniten und Wahhabiten. Die Wahhabiten haben die polllische Macht, sie wohnen in den Hochsteppen Zentralarabiens, in Nedschd, Kamelzucht und Pferdezucht, Ziegen und Schafe— Nomaden und Hilbnomaden. Datteln, Hirse, Gerste. Die Hauptstadt der Wahya- biten ist Eriad, 20 000 Bewohner, Schmiede, Töpfer, Handweber, mitten in Arabien. Der Sultan von Eriad: Ibn Saud Abdelasis, im Sultanat Nedschd, er ist der Herrscher des gesamten unabhängigen Arabiens, seine Lanzenreitcr fliegen vom Roten Meer bis an den Persischen Golf, vom britischen Aden im Süden bis ans nördliche britische Transjordanien und bis an den britffchen Irak. Arabien» Nedschd hat 1 600 000 Quadratkilometer(dreimal Deutschland) mit 2 Millionen Menschen. Ibn Saud Abdelasis ist ein kluger und maß- voller Herrscher, in seiner Residenz Eriad, im Sultanat der Wahhabiten! Ibn Saud hat sich im Weltkrieg nicht vor die britischen Geschütze spannen lassen, den Versprechungen der englischen Diplomaten glmckte er nicht— er ließ sich nicht für den europäischen Krieg einfangen. Arabien war immer frei! Auch in der Antike. Seine Ureinwohner, die Balde, wurden nicht von Babylon und nicht von Assyrien, nicht von Aegypten und nicht von Persopolis unter- jocht. jjrei ipic der Sturm über die Wüsten und Steppen sagt, so frei ritten die arabischen Beduinen zu allen Zeitaltern durch ihr unendliches Land. Genügsam, aber frei— am Zell- erzähllen die arabischen Dichter ihr« Märchen, beim gllmmenden Lagerfeuer, die Märchen der ,1001 Rocht" sind größtenteils arabischen Ursprung». Nicht die Griechen, nicht Alexander der Mazedone, nicht Alt-Rom und nicht England haben das innere Arabien klein gekriegt— immer war es groß an Selbstbewußtsein und Selbstkönnen— arm, aber frei! Mekka. In ihm ward Mohammed geboren, Sohn armer Eltern, klug und grausam(er ließ 700 Juden enthaupten), Epileptiker und Prophet, Kaufmann und Träumer. Mädchenfreund und Askete, er Halle dreizehn„Frauen", mit 50 Jahxen heiratete er die 10jährige Aischa. Mohammed wuchs auf aus der arabischen Seele, in Gutem und Schlechten! Geboren zu Mekka, im Jahre 570, gestorben zu Medina, Anno 632. Er war der Vater de? islamitischen Religion. Er verband Judentum und Christentum, Abraham und Jesus, er stürzte die allarabffchen Idole, die Götter; den einen!— den Allah, den setzte er in die Kaaba zu Mekka, auf den helligen schwarzen Stein. Mohammed fanatisierte sein Volk, er machte es zu Religions- eiferern. Er gab seinem Volk Weisheit und Sprüche. Tapferkeit und Todesoerlachen—„der Krieger geht durch den Schlachtentod direkt ein ins Paradies, schöne Huris warten dort seiner!" Die arabische Welt ward groß, das Kalifat Bagdad, das ganze östliche, südlich« und westliche Mcttelmeergebiet ward arabisch— Kalifat Cordofa, Spanien, Marokko, Algier, Tunis, Tripolis, Aegypten, eine Zeit hoher Kullur: Künste und Wissenschaft blühten! Der Araber hat im frühen Mittelalter die halbe Welt beherrscht. Weniger durchs Schwert— mehr durch Kultur. Und wir reisen wieder, Lord Bacon und sein Photograph, ich: der Boris! Der Sozialist mit feinem arbeiterfreundlichen lordschen Chef. Quer durch Arabien, am Buckel der Kamele— eine Beduinenstraße von 1500 Kilometer Länge—, von Mekka nach Hall— von da nach Bagdad am Tigris. Durch tiefeingeschnittene Schluchten führt die Straße(die Fährte), durch die„Wadis"— Wadis: in fernster geologischer Urzeit brausten durch diese Schluchten wilde Strome, zur Zeit, als im Norden das Eis bis an die Alpen reichte, von Skandinavien her— zur nordischen großen Eiszeit, da erlebten die Südkontinente eine unendliche Regenzell, die Pluoialzeit, ihre Spur sind die Wadis, die heute ausgetrockneten Urstromtäler in den arabischen Wüsten. Stadt Hail, im zentralarabischen Lande Schammar, eine Be- duinenstadt, 4000 Bewohner. Karawanenführer. Dattelhaine und Hirsefelder, Brunnen und Märchen und Feuertanz, Fatima, die schöne Beduinentochter! Bagdad. Die bunte Stadt. 200 000 Bewohner. Am Silberflusse Tigris. Lord Bacon entläßt mich, seinen roten Photographen, der Boris reist mit der Bagdadbahn in die Heimat— Mntter, Mutter, freue dich, ich komme, an dein Herz! tfanieleimon ffiomanow: Vor der Ausgangstür zum Bahnsteig, wo die Karten kontrolliert wurden, drängten sich die Reisenden mit Körben und Kosfern. In der Mille, ganz eingekeilt im Gedränge stand eine Frau, einen Käfig mit einem Stteglitz in der Hand. „Warum geht es denn nicht weiter?" rief sie ungeduldig. „Die Karten werden gezwickt." „Hier zwicken sie, im Zug zwicken sie wieder, was die nnr haben, möchte ich wissen!" .�heutzutage sind die Leute schon so, daß man scharf dahinter sein muß. Manche leisten sich noch allerhand, eine Person führt oft gratis so viel Gepäck mit sich, daß der halbe Wagen voll ist, und der Staat hat das Nachsehen!" „Mein Gepäck ist nicht groß", sagte die Frau,„da können sie kontrollieren soviel sie wollen." „Wie man es nimmt..." „Weitergehen, weitergehen!" rief der Kontrolleur,„Fahrkarten vorweisen! Hall! Wohin mit dem Bogel? Die Karte!" .Hab' sie schon gezeigt." „Für den Vogel die Kartei" „Für den Vogel? Habe ich ja keine." „Dann bleib zu Hause." „Ja, was heißt denn das? Herr Gott noch einmal!" „Vorschrift! Für Haustiere müssen besondere Karten gelöst werden." „Sell wann ist denn ein Singvogel ein Hauskier? Bist ver- rück geworden?" „Ruhig sein? Wird den Haustieren gleichgestellt! Verstanden! Soll man vielleicht für deinen Vogel besondere Vor- schriften machen?" Die Frau stand sprachlos da. „Geh zur Gepäckaufgabe, dort kriegst du eine Karte, dann kannst du wiederkommen." Er wies mit der Hand auf das entgegen« gesetzte Ende der Halle und setzte die Kontrolle der Karten fort. „Der Zug wird mir ja davonfahren!" „Noch Zell!" Und als die Frau mll dem Käfig davonlief, blickte er ihr noch und meinte mürrisch:„Eilig haben sie es alle, und wenn man sie fragt, wissen sie selbst nicht warum..." „... Hallo, du da mit dem Vogel, was drängst du dich denn vor? Rückwärts anstellen!" .Ich werde noch wegen des Vogels den Zug versäumen." „Wir alle können den Zug versäumen... Das ist eine Ge- sellschaft, keiner will sich anstellen.. I" Die Frau antwortete nichts und schloß sich an die lange Kette von Wartenden an. „Ein Stieglitz, was?" stagte interessiert ein runzeliger Aller in großen Galoschen. Und da die Frau schwieg, fügte er überzeugt hinzu:„Freilich ist das ein Stteglitz!" „Was stehst du denn da", fuhr ein bärtiger Träger die Fra« an. „Zuerst mußt du doch den Vogel abwiegen lassen, erst dann kannst du die Karte lösen. Renn geschwind zur Waage!" Die Frau stürzte dorthin. Zwei kräftige Burschen luden Salz- sacke von der Waage. Ein Bauer war gerade im Begriff, seinen Hafersack auf die Waage zu heben, als die Frau ankam. „Um Gottes Willen!" wandte sie sich an den Bauern,„laß mich vor, mein Zug geht gleich ab... Nur den Vogel da. der wiegt ja nichts." „Na schön, geh halt vor!" Die Frau drängte sich bis zur Waage vor. Der Beamte blickte sie unwillig an: „Was ist denn los?" „Abwiegen lassen möchte ich., „Was denn?" „Das da, den Vogel." „Es ist noch ein Wunder, daß du keinen Floh hergebracht hast!" „Bürgerliche Manieren sind das, Vögel und Schohhündchen brauchen sie schon!" sprach man in der Menge, während der Beamte den kleinen Käfig auf die riefige Plattform der Waage stellte. „Schau, daß die Waage nicht bricht bei der Belastung!" rief ein Bursch, der untätig auf den aufeinandergeschichteten Säcken lag. „Was wiegst du ihn denn samt dem Käfig ab, du muht das Lebend- gewicht zeigen, du Schwindler!" „Der schaut hall auch, daß der Staat zu seinem Prosit kommt." Der Beamte antwortete nichts. Er hielt mehrere kleine Gewichte in der Hantz, blickte sie überlegend an und warf sie wieder weg. „Beeilen Sie sich dock,", sagte die Frau,„ich will ja zum Zug!" „Was bringst du denn so etwas her, wie soll ist das abwiegen. der Vogel ist zu leicht für die Waage." „Wieg die Frau gleich mit, das wird schon gehen", rieten die Leute. „Wie lange wird es denn noch dauern?" rief die Fran ver- zweifelt. „Langsam aber sicher", tröstete{U jemand. „Was ist denn mll dir, Kondratiew, warum kommt nichts nach?" Ein anderer Mann mll einer Eisenbahnerkappe trat aus dem Ver- schlag heraus.„Was gibt es denn?" „Da, mit diesem Teufelsvogel! Zu leicht für die Waage!" Der zweite Beamte musterte den Käfig, der Stieglitz faß gleich- mutig drin. Ein Auge hatte er mit der weißen Kruste überzogen. „Ist er denn krank?" erkundigte sich der Beamte. „Wir fährt der Zug davon!" „Sollen wir ihn vielleicht ungewogen durchlassen?" .Uiqewogen geht nicht? Lorschrift? Uebrigens, man kann ja den Leiter fragen... Iwan Mllrllsch, darf man Gepäck ohne Abwaage annehmen?" Ein erstauntes Antlitz erschien im Schalter und sagte:„Bist wohl verrückt, kennst du die Borschrist nicht?!" „Siehst du?" „Was ist denn los!" schrien die Leute.„Heiratet er die Frau, zum Kuckuck! Wir wollen ja auch fortfahren.., Was hat sie denn?" „Einen Vogel!" „Nur einen?" „So ein Teufelsweib, gleich fährt schon der Zug!" „Vorschriften machen ist leicht", sagte der Beamte verzweiselt. „Was soll ich aber da tun?! Der Bogel ist zu leicht für die Waage. Da schau her, bis zum Tor haben sich schon die Menschen an- gestellt.. „Da hast du", sagte entschlossen der Mann in der Kappe zu der Frau,„eine Quittung wie für einen Pud Gepäck, und verschwind schleunigst, sonst schlagen die Leute dich und uns tot!" Ein schriller Pfiff ertönte draußen am Perron. „Um Gottes Willen!" riefen die Menschen und stürzten und stießen zum Bahnsteig vor. „Fort ist er..!" „So ein verfluchtes Weib! Hat uns alle hineingelegt!" „Woher sie nur kommt!" „Weiß der Teufel, hat so schön gebeten, daß wir sie vorgelassen haben!" „Was hat sie denn mllgehabt?" „Haustiere, sagen die Leute." �,Aber wo, Haustiere! Eine Kleinigkeit» einen Bogel!" „Ja, Kleinigkeit!" sagte der Bursche von den» Säcken.„Zehn solche Kleinigkeiten und der ganze Verkehr steht still..!" . s CSus dun Russischen übctlrtt txm Alerant,«. SerlchpÄron.) ---—"—'—«ü? ITUrnie und 9ÜUle in den dnfeklenneUern Ueber den Därnrehaushalt in den Nestern der Bienen, Wespen und Ameisen erschien vor kurzem eine zusammenfassende Darstellung der neuesten Ergebnisse von A. Steiner. Am einfachsten liegen die Verhältnisse bei der F-wwespe, deren einfache, hüllenlose Nester im Freien an einem Ast oder dergleichen, an sonnigen Stellen aufge- hängt sind. Bis zu einer gewissen Grenze folgt die Temperatur im Nest der Außentemperatur vollkommen, und die Brut verträgt diese Schwankungen auch sehr gut, jedoch dürfen Wärmegrad« von etwa 35 Grad nicht überschritten werden. Man beobachtet nun, daß die Wespen, besonders die Königinnen, wenn die Außentempe- ratur höher ansteigt, eistig Wasser in das Nest tragen, und infolge der austretenden Verdunstungskälte hält sich dann die Temperatur des Nestes auf 34— 37,5 Grad. In einem Falle war die Temperatur eines Kantrollnestes 12 Grad höher als die eines bewohnten, dessen Temperatur von den Wespen reguliert wurde. Der Wärmehaushalt der Hornissen und gewöhnlichen Wespen hat schon einen höheren Grad der Vollkonnnenhett erreicht. Die Nester dieser Insekten bestehen aus einer Anzahl horizontal über- einander frei ausgehängter, mit den Waben versehener Plaüen. und das Ganze ist von einer Hülle umgeben. Dadurch und daß die Nester sich an geschützten Stellen, etwa in hohlen Baumstämmen, befinden, wird schon eine weitgehend« Wärmeisalation erreichst Einer sleberhitzung wird wahrscheinlich auch hier durch Eintragen von Wasser vorgebeugt. Als ganz neue Erscheinung tritt uns aber hier eine aktive Wärmeregulievung bei den NestbewoHnern entgegen. Sie beruht darauf, daß durch mannigfach« Bewegungen der Tiere ihr Stoffwechsel und damll die Wärmeabgabe gesteigert wird. Daher kommt es, daß die Nesttemperatur in der Brutzeit im Mittel weit höher liegt ats das Mittel der Außentemperatur, wenn auch eine gleichmäßige In neittempc ratur nicht erreicht wird. Das ist erst in den Stöcken der Honigbiene der Fall, die von Februar bis August ständig ans 35 bis 36 Grad gehalten werden. Dem entspricht es, daß die Brut zur normalen Entwicklung eine Temperatur zwischen 32 und 36 Grad benötigt; bei höheren Temperaturen stirbt sie ab, bei niedrigeren verkümmert sie. Durch ckiemische Wärmeerzeugung, infolge von Ortsbewegungen, Fächeln mit den Flügeln und Schütteln des Hinterleibes wird die nötige Temperatur aufrecht- erhallen. Eine Ueberhitzung wird wahrscheinlich auch hier durch Wassereintragen verhindert. Eine groß« Bedeutung kommt der physiologischen Wärmeerzeugung auch im Winter zu, wo sie allzu tiefen Temperaturrückgang verhindert. 4000 Zahre alte Skier. Der Boden Schwedens birgt noch eine reiche Ernte archäologischer Fundstückc. Unter den neuesten Eni- deckungen sind die bemerkenswertesten ein Schneeschuh, der auf das ehrwürdige Alter von 4000 Jahren zurücksieht, und eine fein- gearbeitete Steinaxt aus dem Ende der Steinzeit. Der Schneeschuh wurde im Norden Schwedens gefunden. Cr zeigt vier Lächer für die Riemen und ist das älteste Exemplar seiner Ari, das in Schweden entdeckt wurde. Es ist der gleiche Typ der Schneeschuhe, wie sie noch heute in Sibirien und Japan verwendet werden, und scheint die Theorie zu stützen, daß die Skier mit den ersten Ansiedlern nach 'Skandinavien gekommen sind. Die Steinaxt, die überaus fein ge- arbeitet ist, hat die Gestall eines Bärenkopfcs mit langer Nase, mächtigem Nacken und kleinen Ohren. Das durch die Axt gebohrte Loch war für die Aufnahm« des Handgriffes bestimmt. Die Fund- stücke wurden dem staatlichen Historischen Museum Schwedens übergebe«. VeHcauf soweit Vorrat— Mengenabgabe vorbehält*#» • In"''> '■. �•■/.'»» St"■ 'fe-i■ r :•'.fet.-. tocao MACINTOSH MANTEL sind die nach dem Erfinder Ch. Macintosh benannten original-englischen Gummi-Regenmäntel. 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