BERLIN SienStag 14. April 1931 10 Pf. Nr. 173 B 87 48. Jahrgang er scheint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vonrärts'. Bezugspreis beide Ausgaben»ä Ps. proWoche.-r.mM. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW�fi.LindenKr.Z Fernsprecher: Dönhoff 292—297 vV)iWiSUfa Anielgenprei«: Die einspaltige Nonpareillezeile So Pf.. Reklamezeile s M. Crmäßigun en nach Tarif. PvKschecktonto: Vvrwärts-Verlag G. m. d.H.. Berlin Nr. S7SZ«.- Der Verlag dehält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Kampfwahl im Rathaus Auf jede Stimme kommt es an/ 114 gegen III Stimmen Bei der heute nachmittag im Stadlparlament stattfindenden IBahl des Oberbürgermeisters, der Zwei Bürgermeister, des Stadl- kämmerers und der sechs unbesoldeten Magistratsmitglicder wird es einen harten Kampf zwischen den radikalen Parteien einschließlich der Deulschoationalen und dcu hinter den Kandidaten stehenden Fraktionen geben. Die Soalitionsparteicn haben zur Zeit im Stadtparloment 114 Stimmen, während ihre Gegner über III Stim- wen verfügen. Gelingt es. den hinler Sahm und den übrigen neuen INännern stehenden Zraklionen nicht, jeden einzelnen INauo zur Riecht heranzubekommen, so ist eine Ueberraschung doch noch möglich. Die Beschlußfähigkeit der StadKerordnetenoersammlung liegt uäm- liich zwischen III und HZ Stimmen. Fehlen einige Stadtverordnete der Mitte oder der Sozialdemokratie, so kann die Rechte oder die kommunistische Linke die Beschlußfähigkeit des Hauses bezweifeln. Der Stadlverordnelenvorsteher. Genoffe haß. hat jedoch auch für den Fall, daß Beschlußunfähigkeit des Hauses eintreten sollte, die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die für die Reichshoupl- fladt so wichtige Wahl des neuen Oberhauptes nicht wieder durch die Obstruktionsparleiea verschleppen zu lassen. Der Vorsteher würde die Sitzung dann heute kurzerhand schließen, und die Wahl würde am Donnerstag vorgenommen werden. Räch§ 44 der Geschäftsordnung ist die Versammlung in der Donnerstagfltzung auch beschlußfähig, wenn die für die normalen- Sitzungen vor- geschriebene Zahl der Mitglieder nicht anwesend sein sollte. * Die Wahlen der einzelnen Männer werden sich ziemlich kam- pliziert und langweilig gestalten, da jeder Kandidat in einem besonderen Wahlgang gewählt werden muß. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, daß noch mehrere Stich- wählen stattfinden müssen. Wenn die Koalitionspartner alle Mann zur Stelle haben, wird dieser Fall allerdings nicht eintreten. Bei der Wahl des Oberbürgermeisters werden im ersten Wahlgang neben Dr. Heinrich Sahm noch der von niemand ernst genommene Kandidat der deutschnationalen Fraktion Dr Steiniger und die gleichfalls nicht ernstgemeinte Kandidatur der Kommunisten gegenüberstehen. Erreicht Sahm im ersten Wahlgang nicht die absolute Stimmenmehrheit, so ist ein zweiler und dritter Wahlgang notwendig. Im Endeffekt werden die Radauparteicn jedoch nur eine unnötige Verzögerung der Wahlen erreichen können. Im allerletzten Wahlgang haben die Mittelparteien mit den Sozialdemokraten zusammen doch die für die Wahl der von ihnen vorgeschlagenen Persönlichkeiten notwendige Mehrheit. Der neue Oberbürgermeister, bis vor kurzem Senaispröstdenk in Danzlg. wird seine Geschäfte voraussichtlich bereits in der nächsten Woche aufnehmen. Dr. Sahm steht der Volkspartei nahe. Er hat jedoch wahrend seiner Amtszeit in Danzig mit de» Sozialdemokraten sehr eng und gut zusammengearbeitet und wurde von den Deutschnationalen und Nationalsozialisten gestürzt, weil er einen Stahlhelmtag in Danzig verboten hatte. Vor seiner Tätigkeit in Danzig hat Berlins neuer Oberbürgermeister kommunalpolitisch sehr erfolgreich an verantwvrt- sicher Stelle in Stettin, Magdeburg, Bochum und während des Krieges als deutscher Kommunakeferent in Warschau gearbeitet. Hitler-Palazzo Ar. 2. Flucht des Hakenkreuzvermöaens in die Sachwerte. München. 14. April.(Eigenbericht.) Dem den Nationalsozialisten nahestehenden„Fränkischen Kurier", einem Blatt der rheinischen Schwerindustrie, wird aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt, daß Hitler seit längerer Zeit über den Abkaus des alten Adelspolais verhandelt, das neben seinem braunen Palast in der Brienner Straße in München steht. Die Verhandlungen stünden unmittelbar vor dem Abschluß. Dieses zweit« Palais soll die von Hitler geplante SA.-Führer-Sck)ule aus- nehmen. 3)ie neuen lllänner XQrgermelfler von SßerVn Str. Srilsi Slfas bisher Vizepräsident des Deutschen Stadtetoges. Er ist 41 Jahre alt und geHort der Staatspartei an. ZBerttns neuer Stämmerer 3)r. SSruno Afch bisher Stadtkämmerer in Frankfurt a. M., Sozialdemokrat und als konv» munäler Finanzpolitiker anerkannt. SUtrgermeifler von 3terlln Sriedrich£angc bisher stellvertretender Kämmerer, S»- zialdemokrat und um Berlins Finanz- Wirtschaft besonders oerdient. Noch keine Entscheidung in Spanien Aachrichtensperre?— Festesfreude in den Madrider Straßen Heber die Vorgänge am heutigen Vormittag i« Spanien Ware» bei Redaktionsschluß keinerlei direkte Nachrichte» eingelaufen. Daei läßt auf eine neue Ver- läugerung der Zensur schließen, wen« auch darüber keine Meldungen über Paris oder London vorliegen. Ueber dir Vorgänge in der letzten Nacht in Madrid wird gemeldet: Madrid, 14. April. tEigenbericht.) Am Montagabend kam es in Madrid zu blutige» Zusammenstößen. Als die Stadt von dem Gerücht durch- eilt wurde, daß der König abgedankt und nach-London abgereist sei, kam es zu großen antimonarchistische» Kundgebungen, in deren Verlauf die Polizei eingriff und zahlreiche Schüsse abgab. Mehrer« Personen wurden schwer verletzt. Nach Mitternacht war erneut das Gerücht von der Abdankung des Königs im Umlauf. Die Menschenmassen haben die Cafös und Nachtlokale verlassen und strömen unter brausenden Hochrufen auf die. Republik durch die Haupt st raßen. Die Polizei hat sich z u r L ck g e z o g e n und die Bürger- garde beschränkt sich darauf, die wichtigsten Gebäude besetzt zu halte», ohne aber bisher in irgendeiner Form einzugreifen. Neuerlich wird bestätigt, daß das Ab- dankungsgerücht falsch ist. Um 1 Uhr(MEZ.) ist die Menschenmenge auf zehn- tausend angewachsen, die die Maiseillaise singend durch die Straße« der Stadt zieht. Stelleniveise finden Verbrüderungen mit der Bürgergarde statt. Ter königliche Palast ist in weitem Bogen durch Bürger- garde abgesperrt worden. Der Jubel ist unbeschreiblich. Tie offizielle« Stelle« dementieren weiterhin das Gerücht. daß der König die Stadt um 22 Uhr verlasse» hätte. Wie verlautet, hat die Bürgergarde den Befehl er» halte«, lediglich für den Schutz des Eigentums zn sorgen und sich sonst auf nichts einzulassen. Madrid tanzt und fingt. Loodon, 14. April. Ein tn den frühen Morgenstunden aus Madrid abgesandtes Reuter- Telegramm besagt: Allgemein glaubt man, daß der König zurücktreten wird. Zu einigen Teilen der Stadt sind die Polizisten angewiesen worden, keinen Gebrauch von der Masse zu machen. Sie verbrüdern sich mit der Menschenmenge, die hochruse aus die Republik ausbringt. Bisher ist nur ein Zusammenstoß gemeldet worden, bei dem vor dem Verlagsgebäude einer republikanischen Zeitung durch Schüsse der Polizei zwei junge Leute schwer und fünf Personen leicht verletzt wurden. Um zwei Uhr morgens waren die Straßen noch voll tanzender und singender Menschen. pariser Glückwünsche. Paris, 14. April.(Eigenbericht.) Leon Blum und Paul F a u r e haben im Namen der Sozia- listischen Partei Frankreichs die spanische Sozialistische Parte, zu ihrem glänzenden Erfolge bei den Gemeindewahlen, der ein Bor- zeichen sür den Triumph der Republik und des Sozialismus sei, beglückwünscht. Kein Belagerungszustand. Zn Pariser gut unlerrichlelen Kreisen rechnet man damit, daß der Ministerpräsident bei seinem Heuligen Besuch beim König dos Rücklrillsgesuch des Kabinetts einreichen, und daß der König wahr- schelnllch Santiago Alba mit der Regierungsbildung beaostrogen wird. Es wird allgemein seslgeslcllt. daß der Belagerungszustand in Spanien nicht verhängt sei. wenn auch eine gewisse Zensur in der Ueberwlttlung von Rachrichten an dos Ausland bestehe. Das I» tonte Sportpalast/ Otto Braun/ Fritz Tarnow Kiiriens Schuldverhängnis Oeffentlichkeii ausgeschZoffen— Oer Mörder schildert sich selbst Düsseldorf. April.(Eigenbericht.) Nach einer Prüfung der Zulassungsgenehmtgungen für die im Saale anwesenden Personen wird die Verhandlung fortgesetzt. Vors.: Kürten, erzählen Sie einmal, was Sie über Ihre Veran- lagung für wichtig halten Kürten: Ich glaube, ein gut Teil der Verfassung, In der ich mich befinde, bereits erklärt zu haben. Das Beispiel zu chause hat diese Veranlagung gefördert. Ich war als Kind Zeuge, wie der Vater die Mutter barbarisch mißhandelte. In den ärmlichsten Wohnungen haben wir gewohnt, wo allerlei zu sehen war. Ein Verwandter von mir, der im gleiäzen Hause wohnte, war Hundefänger. Ich habe dabei mitgeholfen und habe mich als Kind nicht gerade geschickt dabei angestellt. Diese grau- same Art blieb natürlich nicht ohne Einfluß. Mit acht Iahren spielte ich auch Flößen im Hosen. Dabei habe ich einen Jungen vom Floß gestoßen, einen anderen, der von einem einzelnen Stamm abgerutscht war, habe ich noch weiter in die Strömung gestoßen, natürlich ohne bewußte Mordabsichten. Beide Kinder sind ertrunken. Die eine Leiche wurde gefunden, in ein Leinentuch geschlagen und von einem Manne sortgetragen. Ich ging hinter der Wasserleiche her, bekam Furcht und wagte nicht mehr, in dunkle Räume zu gehen. Es folgten die er st en Straftaten. Wenn ich in einem Hast- lokal saß, waren die ersten Gedanken Vergeltungsgedanken. Die langen Strafverbüßungen haben mich vor weiterem Unheil bewahrt, was ich heute als ein Glück bezeichnen möchte. Für Desertion erhielt ich sieben Jahre Zuchthaus. In diesen Jahren haben sich die Vorstellungen ständig wiederholt. Ich fröhnte ihnen wie einem Laster. Auf Veranlassung des Vorsitzenden geht der Angeklagte dann auf den Fall Klein ein. Er schildert diese Tat wie schon gestern und betont wiederum das Plötzliche des Sinneswechsels. Er erklärt, wie ihm die Vorstellung der sadistischen Triebe nicht mehr genügte und er so zur Tat getrieben wurde. Nach der Tat ist er am nächsten Tage nochmals von Düsseldorf nach Mülheim gefahren, hat sich in eine Wirtschaft dem Mordhause gegenübergefetzt und mit Vergnügen die Berichte der Zeitungen' und die Erzählungen der Gäste angehört. V e r t e i- d i g e r: Ich bitte. Kürten zu fragen, ob er darauf ausging, einen Menschen zu töten. Dem Untersuchungsrichter sagte er:„Ich ging aus, mir ein Opfer zu suchen." Kürten: Ich ging tatsächlich aus. um mir ein Opfer zu suchen und steckte mir dazu eine Schere ein. Aber ob ich mit der festen Absicht ausging, einen Mord zu begehen. das möchte ich bestreiten. Kürten wird dabei sehr ausführlich, sprickst lebhaft, mit zahlreichen Gesten. Er betont, daß er oftmals sich gesagt Hobe, du tust es nicht, so im Falle Hahn. Warum er es dann doch getan habe, das wisse er nicht, das könnten auch die ganzen Psychopathen nicht ergründen. Man kann mich hier oben aufmachen— dabei zeigt Kürten auf seinen Hinterkopf— und in die sogenannten Äörnerschichten hineinsehen. Das kann aber niemand, denn Menschcnwerk bleibt ewig Stückwerk. Tagesgespräch in den Straßen von Madrid Ist nur noch die Frage der Thronentsagung des Königs. Einer der Führer der Dezember- revolulion, dem man die Frage vorlegte, was mit der königlichen Familie geschehen werde, falls sie sich gezwungen sehe, abzudaoken. erklörie. daß gerade er von seiner Partei beauftragt worden sei, die ganze Familie im Aulo über die Grenze zu bringen. Erksnat der König das Voiksurteil? Madrid. 11 April. Die Agentur Fabra veröffentlicht eine Milleilung, daß der Konig heute früh zu einem Minister, der mit ihm über die durch die Gemeindewahlen geschaffene Lage sprach, geäußert haben soll. es fei nutzlos, wenn feine Freunde oersuchten, die Tragwsüe der Volksabstimmung zu mildern. Er sei überzeugt, daß sich die gegnerischen Stimmen nicht gegen das monarchische Regime an sich oder gegen Persönlichkeiten, die der Monarchie dienen, richten, sondern gegen ihn persönlich. Und weil er glaube, daß es sich tatsächlich so verhält, würde es seinem Gewissen entsprechen, dieses Problem auf klare und endgültige Weise zu lösen. Die Peseta fällt. Madrid. 14. April. Wie an den übrigen Weltbörsen, so war auch hier die Peseta sehr abgeschwächt. Das englische Pfund notierte 46 Peseta gegen- über 44,26 am Sonnabend. Es wurden nur wenige Umsätze getätigt. Paris. 14. April. Die Peseta an der hiesigen Börse ist von 284 auf 264,75 Fran- k«n zurückgegangen. Sämtliche spanischen Werte haben Verluste erlitten.. Rio Tinto fielen von 3285 auf 3196. Goebbels erscheint vor Gericht Llnd hält eine politische Ansprache. Der kleine Zcsef ist von seiner Stennes-Grippe genesen: Goebbels erschien henke in Moabit, um seine Wieder- auserstehung durch eine politische Rede an Gerichtsstelle zu feiern. Heilrufe seiner Anhänger begrüßten seinen stolzen Mercedes. (Sogen Dr. Goebbels sind Anklagen erhoben wegen V e r» gshensgegenZ116 durch Auforderung zum Ungehorsam gegen die Anordnungen einer Behörde und wegen Beleidigung des Polizei- Vizepräsidenten Dr. Weiß. Beide Vergehen beruhen auf Artikeln im„Angriff" Zuerst wurde die Anklage aus K 110 oerhandelt. In einem Artikel vom 15. Juni 1936„Der Kampf beginnt" war Stellung genommen gegen das soeben erlassene Verbot der preußi- schen Regierung und den dazu erlasienen Anordnungen des Polizei- Präsidiums bezüglich des Tragens der sogenannten Parteiuniform und des Parteiabzeichen». Es wurde gesagt,„daß die Mitglieder ihr braunes Hemd in der Woche als Arbeitshemd und am Sonntag als Sporthemd tragen sollten. Es gäbe kein innerliches Beugen vor dem Polizeiterror."(Das klingt nach Herrn Stennes zerrissenen Stiefeln! Geld für braune Hemden ist nicht da, wohl aber für das braune Haus!) Der Angeklagte Dr. Goebbels äußerte sich zu der Anklage ausführlich, wie sich eben ein Goebbels äußert. Die An- ordnung der preußischen Regierung sei ungesetzlich gewesen. Sie habe gegen die Verfassung verstoßen.(Herr Goebbels schützt die Verfassung?) Die Verfassung sei die Magno Charta des ge- sellschaftlichen und politischen Lebens. Jedem Slaaisbürger stehe das Recht zu. die Rechte der Verfassung in Anspruch zu nehmen, ebenso wie er die Pflicht habe, dle Verfassung zu respekklercn.(Legaler geht'» nimmer!) Das Unrecht liege also nicht auf ihrer Seite, sondern auf der der Regierung. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Fischer erklärte, daß die Anklage aufrechterhalten werden müsse, denn§ 110 treffe zu. Der Artikel fordere auf, die Anordnungen zu m i ß a ch t e n. Es könne dahin- gestellt bleiben, ob durch da» bekannte Kammergerichtsurteil für das Gericht eine bindende Entscheidung getroffen sei. Das Urteil befasse sich n i ch t mit dem Verbot des Innenministeriums, sondern mit der anschließend daran ergangenen Anordnung des P o l i z e i p r ä s i- d i u m s. Aus subjektiven Gründen habe der Angeklagte sich straf- bar gemacht. Als damals der Artikel erschien, stellte sich der Der- fasser, als der sich Dr. Goebbels selbst bekannt hat. auf den Stand- punkt, daß es ein r e ch t s g ü l t i g c s V e r b o t sei. Im Gegenteil, es wurde in einem Passus gesagt, daß das Verbot nicht umgangen werden solle, daß es aber manche Lücke enthalte. Aus diesen sub- jektiven Gründen müsse das Gericht zu der Erkenntnis kommen, daß der Angeklagte sich schuldig gemacht habe. Sonst würde freie Lohn gegeben werden für jeden, dem eine Verordnung gegen den Strich gehe. Das wolle§ 116 verhindern. Die Strafe müsse dem Angeklagten fühlbar machen, daß er sich gegen die Strafgesetz« ver- gangen habe, und er beantrage eine Geld st rafevonöOO Mark oder 56 Tage Gefängnis. Nach längerer Beratung verurteilte das Schöffengericht Berlin- Mitte den Angeklagten Dr. Goebbels wegen Vergehens gegen § 110 zu 200 Mark Geldstrafe bzw. zu 26 Tagen Gefängnis. Ltngarn braucht Geld. Ordenshandel in Oeutsch�and. Es ist keine neue Tatfache, daß das Königreich Ungarn mit am schwersten durch den verlorenen Krieg betroffen worden ist. Der „Reichsoerweser" ist bemüht, dem verarmten Lande neue Einnahme- quellen zu oerschaffen.„Mit hohem Entschluß vom 26. Mai 1929 wurde von Sr. Durchlaucht, dem Herrn Reichsverweser von Ungarn, die Kriegserinnerungsmedaille gestiftet." Diesen kost- baren Orden kann so ziemlich jeder bekommen, wenn er nur als Offizier 6 M., als einfacher Soldat des Weltkrieges 2 M. per Post an die königlich-unganschen Vertretungen schickt. In Deutschland kostet wegen der Bemühungen eines damit beauftragten Majors Baron Collas jede Medaille 1,25 M. mehr. Jeder ungarische Soldat kann dieses„Schmuckstück"„mit Schwertern und Helm am rotweiß- grünen Bande" bekommen, wenn er im Weltkriege effektiven Militär- dienst sowohl vor dem Feinde als auch im Hinterlande geleistet hat. Das Gleiche gilt auch für die Angehörigen aller mit Ungarn im Welt- kriege verbündet gewesenen Armeen. Aber auch Kriegerwitwen. Äriegerwaisen, Krankenpfleger oder solche Personen, die während des Krieges bei der Verwaltung, bei Post, Telegraph, Eisenbahn. Schiff- fahrt, Kriegsindustrie usw. beschäftigt waren, können die Medaille erhalten. Selbstverständlich dürfen sich auch mit der Medaille diejenigen schmücken, die in der Revolutionszeit und in den„schweren Jahnen der nationalen Heimsuchungen" Verdienste um Ungarn«r-� worden haben. Also eine Flut von Medaillen wird sich über die nach Orden Hungernden ergießen. Einzige Voraussetzung: 4,25 M. bzw. 7.25 M. in die königlich-ungarische Kasse! Auch zahllose Deutsche werden die Medaille anlegen, denn die Relchsregicrung hat bereits entschieden, daß Bedenken wegen des Artikels 175 der Reichsver- fassrmg nicht erhoben werden können. Es lebe der Klempnerladen! Finanznot in Braunschweig. Die Regierung Kränzen zerstört die Lanvesfinanzen. v raunschwelg. 14. April.(Eigenbericht.) Die sinanzlelle und personelle VUßwIrischaft des Regime» Franzen sängt an, sich für die Finanzlage des Landes Braun- schwelg verhängnisvoll auszuwirken. Die andauernden Zwangspenflonierungen und Verabschiedungen republikanischer, der jetzigen Regierung nicht genehmer Beamter Hai den Pension s- etat de» Landes Braunschweig zu der höhe von sieben Rill- liooeu Mark herausgetrieben. Die Folge lsl, daß der Kredit des Landes Braunschwelg völlig zerstört wurde. Ohne seine sofortige Wiederherstellung ist die Auszahluug der mit dem Siaatshaus- hallplan bewilligten Miliel in Frage gestellt worden. Braunschweig beuökigl dringend 10 Millionen Mark zur Deckung der nolweudigfien Ausgaben. Die jetzige Regierung kann es aber nicht wagen, eine Anleihe aufzulegen. weil sie genau weiß, daß sie dann ein noch nie dagewesenes Fiasko erleiden würde, von Wirischasi»kreisen hat sie bereits eine Abfuhr erhallen. Zufolge der unverantwortlichen Politik des Razimlniste- riums krelbl das Land Braunschweig früher oder später einer Flaanzkalaslrophe enl�geu. Kränzen wirtschaftet we'ter. Professor L i e k e l. ordentlicher Professor für allgemeine Er- ziehungswissenschast an der Technischen Hochschule in Braunschweig, ist zum 15. April von dem Raziminister Franzen seiner Lehrtätigkeit enthoben worden. Den einzigen Vorwurf, den Franzen Liekel machen kann, ist der, daß er Sozialdemokrat ist. Hetiie Minisierwahl in Thüringen. Die neue Liste ohne Hakenkrcuzler. Weimar, 14. April.(Eigenbericht.) Im Verlauf der am Montag wettergeführten interfraktionellen Besprechungen über die ErgänzungderRegierunzVaum wurde beschlossen, die bereits bekannte Vorschlagsliste mit je drei Land bündlern und Wirtschaftspartellern und einem Volksparteiler dem Landtag zur Entscheidung vorzulegen. Die Abstimmung soll heute erfolgen. Razi-Reinfall. Der berühmte„Eostalistische Kampkbund�. Der„Völkische Beobachter" bringt in großer Aufmachung einen „Ausruf zur Bildung eines Sozialistischen Reichskampfbundes" gegen den Faschismus, der von einem Walter Myller-Breslau ausgeht. Der Aufruf ist schon im Oktober 1936 erschienen. Die darin empfohlene Sonderbündelei ist von der Sozialdemokratischen Partei damals bereits energisd) zurückgewiesen und Walter Müller-Vreslau am 26. November 1936 aus der Partei aus» geschlossen worden was in der ganzen Parteipresse mitgeteilt wurde. Das NaziorgaN ist also auf recht„olle Kamellen", die es als funkelnagelnsne Enthüllungen ausgibt, hereingefallen. Wir kondolieren. Wieder eine Giahlhelmlüge geplahi! Ein Protest Oes Präsidenten des statistischen Zieichsamts. Der Präsident des Statistischen Reichsamts teilt folgendes mit: Nach Mitteilung der Morgenblätter Hot das Stohlhelmbund-samt, Abteilung Volksbegehren, sich wegen Behinderung des Bolksbe- gehrens„Landtagsauflosung" durch Behörden auf Grund der Rot- Verordnung beschwerdeführend an den Herrn Reichskanzler gewendet und u. a. behauptet, das Statistische Reichsamt habe seine Beamten einen Revers unterschreiben lassen, durch den dies« sich in ihren durch Artikel 136 6 der Reichsversassung gewährleisteten Rechten, insbesondere dem Recht auf Eintragung zum Volksbegehren, b e- droht fühlen. Die Behauptung muß zurückgewiesen werden, sie beruht auf falscher Information des Stahlhilms. Das Statistische Reichs- amt hat von seinen Beamten weder einen schriftlichen Revers noch eine mündliche Erklärung verlangt noch sonstwie auf die Stellung- nahm« seiner Amtsangehörigen zum- Volksbegehren Einfluß ge» nommen. Die Lüge gegen Hansmann. Landrat H a n s m a n n hat die ihm von der Nazi» und Hugen- berg-Press« zugeschriebene Behauptung über die Frontsoldaten, die nur in den Kampf gegangen wäreiv wenn sie besoffen wie ein Schwein waren, nicht getan. Er hat den betretenden Zeitungen Berichtigungen zugeschickt. Hansmann hat in der sozioldemokroti- schen Versammlung, in der auch viele Nazis waren, u. a. von de» Gefahren eines Krieges gesprochen, der besonders die Grenzgebiete zuerst in die Gefahr bringen würde, von feindlichen Fliegern mit Giftgasen verseucht zu werden. Die Wirkung dieser „modernen" Kriegsmittel habe man schon im Weltkrieg kennengelernt, wo sie die Nerven der Soldaten furchtbar zerrütteten, wo- gegen man auch durch Alkoholzufuhr aufzukommen versuchte. Ein gewesener Lehrer, ein Hitler»Mann, mochte den Zwischen- ruf:„Mir hat nochkeinSchwein befohlen, besoffen vorzugehen." Dadurch dürfte der falsch« Berickst entstanden sein. Hansmann hat den Krieg an der Front mitgemacht als ein- sacher Kanonier, das Eiserne Kreuz erster Klaffe erhatten, und ist als besonnener Mann bekannt, der eine Beschimpfung der Front- soldaten sicher nicht gebraucht hat. Die Gtahihelmbeschwcrde. Der Berliner Polizeipräsident hat die Beschwerde der Bundes- leitung des Stahlhelms gegen das Verbot des Vundesorgans„Der Stahlhelm" mit einem ablehnenden Bescheid an den preußischen Minister des Innern weitergeleitet, der ebenfalls der Be- schwerd« nicht entsprechen wird. Die Veschwerdeschrist wird deshalb entsprechend der Notoerordnung des Reichspräsidenten m:mneljr an den..zu ständigen Senat des Reichsgerichts weiter- geleitet._ England für Nechi au? Zottunion. Der Wortlaut des englischen Antrages in Genf. Genf. 14. April. Der Antrag der englischen Regierung, die Frage der deutsch» österreichischen Zollangleichung auf die Tagesordnung der Rats- tagung im Mai zu setzen, ist heute gleichzeitig in London und Genf oeröffenllichl worden. Das Schreiben lautet:„Der Staatssekretär für die auswärtigen Angelegenheiten, Henderson, beauftragt mich, sie zu bitten, aus die Tagesordnung der 63. Ratstagung folgende Frage zu setzen:„Das deutsch-österreichische Protokoll für die Er- richtung einer Zollunion." Die Mitglieder des Rats, deren Aufmerk- samkeit gewiß auf dieses Protokoll gelenkt worden ist, wissen wahr- scheinlich, daß Zweifel ausgedrückt worden sind hinsichtlich der Vereinbarkeit des durch dieses Protokoll vorgesehenen Regimes mit Verpflichtungen, die die österreichische Regierung durch das Protokoll vom 4. Oktober 1921 aus sich genommen hat. Da über dieses Pro- tokoll zuletzt unter den Auspizien des Rats verhandelt worden ist, ist die englische Regierung der Meinung, daß es von der größten Wichtigkeit fei, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt alle Zweifel in dieser Beziehung zu zerstreuen, und sie hält es für angebracht, daß zu diesem Zweck die Frage durch den Rat selbst geprüft werde.(Unterschrift): Orme Sargent." Der Generalsekretär des Völkerbundes hat dieses Schreiben der britischen Regierung den Mitgliedern des Rats übermittelt. Frau kämpft mit Räubern. Neuer frecher lleberfaU im Nor dosten Aerlins. Zn der Oraukestroße in Hohenschönhausen wurde heule früh die Mitinhaberin einer Engrocschlüchtcrei Frau Ma.ic Marquardt voa Zwei toi) unbekannten Tätern niedergeschlagen und beraubt. Dle Banditen hatten es offenbar aus eine große Summe abgesrhen. die die lleberfallene bei sich trug. Der Frau gelang es jedoch, ihre Gcldiajche. in der sich über 509g�M. befanden, krampfhast sestzu- halten, biz auf ihre Hilferufe Passauten herbeieilten und dle Räuber die Flucht ergriffen. Brandkaiastrophe im Kanalschacht. Man befürchtet Sen Tod von llS Zeuerwehrleuien. Chicago. 14. April. Tic Zahl der Todesopfer bei einem Brand in einer kaualisationsanlage wird mit sechs angegeben. Der Offizier der Feuerwehr, die den Brand bekämpft, hat aber die Befürchtung ausgesprochen, daß achtzehn in die Kanalisationsanlage cingedrun-':«e Feuer» Wehrleute den Tod gefunden haben. Vernchmunq Gualinos verweigert. Der itostemfche Bankier, der bei der Einführung der SniS Biscosa-Aktien auf dem französi- schen Wertpapiermarkt eine Rolle gespielt Hot und gegenwärtig in Italien«ine fünfjährige Freih-ltsstrafe verbüßt, sollt» in Poris vor dem parlamentarischem Unjersuchungeausschuß in der Ousiric-An- ßclegenheit vernommen werden. Die italienische Regierung hat jedoch ihre Genehmigung verweigert. Wekalfchuki ist japanischer Mlaisterpräsideuk geworden. Sein Vor- gängcr Hamagutjchi hat die Attematsjolgen noch nicht überwunden. puccim's„Manon Lescaut." L.indenoper. Cm Werk, durchaus typisch für das bürgerlich-gesellschastliche Operntheater seiuer Zeit und mit allem ausgestattet, was darin Ersalg versprach: trotzdem ist Puccinis„Manon Lescaut', 1893 in Turin uraufgestihrt, bei uns wenig bekanntgeworden und hat es auch in der internationalen Opernwelt nicht zu dem nachhaltigen Erfolg seiner späteren Hauptwerte—„Boheme",„Xosca",„Madame Butterflq"— gabracht. Der Stoff, dem berühmten Roman des ilbbi Pr6vost entnommen, hatte in der„Manon" des Franzosen Massenet eine für das große Publikum wirkungsvolle Reformung gefunden. Masscnets Oper, mit der glänzenden Kennzeichnung des Pariser Rococamilieus, mit der gefälligen Sänstigung der menschlich- gesellschaftlichen Konsliktc, ist für die Bühnen die eigentlich«, die gültige„Manon Lescaut" geblieben! der jüngere Puccini, noch weniger cheaterroutiniert damals, konnte dagegen nicht aufkommen. Es mangelte ihm wohl noch an der raffinierten Skrupellosigksit der reiferen Jahre. Aber sichere Bühnenerfahrung und Sinn für starkes, unmittelbar wirksames Theater zeigten sich auch schon in dieser frühen Partitur— es war immerhin schon seine dritte Oper. Hier klingt der kitschig-reißerische Ton, mit dem er später die Opern- welt be.zwungen hat, noch frischer und aufrichtiger: der 3Sjährige Äomponist nfmmt es noch gewissenhafter mit der Echtheit seiner Inspiration bedeutender Kenner schon damals: ein Meisterstück wie das Finale des zweiten Aktes ist ihm kaum wieder gelungen. Manon. 18jährige Unschuld aus der Provinz, in Paris verführt und verdorben, verliebt auf der einen, verkauft auf der anderen Seite: der betrogene Käufer überliefert sie aus Rache der„Justiz", die„IZefallene" wird in die Hölle einer amerikanischen Strafkolonie deportiert: mit ihr ein Transport unglücklicher Leidensgefährtinnen. Man spürt aufrührerischen, anklägerischen Geist in der Szene, in der das gezeigt wird. In diesem dritten Akt. in dem die Handlung gipfelt, oersogt das sSngerisch-dramotische Vermögen Marcel Wittrischs, der im übrigen als des Grieux schöne Momente hat. Auch dem harten Sopran Jarmila R o w o t n a s. die der Manon all ihren persönlichen Charme gibt, fehlt au den Höhepunkten die leidenschaftlich mitreißende Kraft der italienischen Oper. Die Stimmung reicht aus der Bühne, die Emil Pirchan mit malerischem Geschmack betreut, nicht den Grad von Intensität, de» Leo Blech leider nur im Orchester erzielt: von hier geht die stärkste, für den Erfolg entscheidende Wirkung aus. X.?. �Von Kreiiag bis Oonnersiag." Ein musikalisches Zeitspiel. Sprech- und Gesangschöre, Bewegungs-»und Tanzgruppen. Musik, Film und Malerei, zu neuer Einheit verbunden, erobern sich erstmalig die Opernbühne. Als Mittelding zwischen Ueberbrettl, Revue und Oper erscheint das„Spiel". Karl. Hermann P il l n e y, dem für ein Divertimento op. 2 vom Sozialistischen Kulturbund im 1. Preisausschreiben ein Sonder- preis von 1000 Mark zugesprochen wurde, suchte und fand zur Ler- wirklichung dessen, was ihm musitalisch für seine neue Kunst vor- schwebte, den Mann, den er brauchte: Bruno Schönlank. Pillney wußte, was er wollte. Schönlank, Typ des proletarischen Bohemien, nicht nur Lyriker, sondern auch Fachmann in Fragen des Sprechchorwerks, sorgt für„Milieu". Rudolf Schulz-Dornburg. der die Uraufführung im Essener Stadttheater im Rahmen des 4. Rheinischen Musiksestez besorgte, setzte sich mit Ucberzeugung jür das Werk ein, das er für den Spielplan übernommen hat. „Die Pflege der kullurell viel zu wenig beachteten sogenannte!: leichten Musik", sagt Pillnsy,„ist unter den heutigen sozialen Ler- hciltnissen von Wichtigkeit. Den schaffenden Musikern bietet sich hier die Möglichkeit, mit ihrer Musik vor ein neues, zuweilen vielleicht ungebildetes, dafür aber auch unverbildetes Publikum zu treten." Der Komponist, dessen Musik, farbig, klingend, aufgelockert, im besten Sinne zeitgebunden und erarbeitet ist, überträgt den Stil seines Divertimento auf das neue Werk. Gleichzeitig entkleidet Schönlank den Sprechchor erstmalig aller Pathetik und verwendet ihn auch zur Erzielung komischer, drastischer Wirkungen. Berliner Gegenwart. Mit schnoddriger Ueberlegenheii behandelt der Ansager Parkett und Ränge. Sprechchor, Film und Musik ver- Mitteln den Rhythmus der Großstadt. In schroffem Gegensatz hierzu das gutgesehene, kleinbürgerliche Kollektivvergnügen. Rundfunk, einzige Äulturerrungenschast der Kleinbürgers- und der Proletarier- frau. Er und ein Hund sind ihre einzige Gesellschaft an einsamen Freitags- und Samstagsabenden. Wilhelm, der Mann von Olja, er- hall sich unterwellen bei seinen Kegelbrüdern, Lissy, ihr« Tochter, mit Emll schwofend und aus einem Bankplatz nächtlicherweise parkend. Bei Heimkehr sämtlicher Familienmitglieder obligate Gardinenpredigt und Krach um das Kostgeld. Welllicher Sonniagschoral. Opernmäßiger Einschlag. Starke Chorwirkung. Musikalischer Höhepunkt. Schrebergärten. Zündender Wannseeschlager. Wieder beginnt der Werktag mit der langen Arbeitswoche. ...„Frohtag"... Schweigend, schweren Schrittes verläßt der Sprechchor, Mann um Mann worllos die Bühne. Erschütternde Wirkung. Nicht ein Wort Tendenz. Sie schwingt überall im Spiel. Hierin sehe ich das Neue, Zutunftweisende des mit großem Beifall aufgenommenen Stückes.» Wie wäre es Ihr Volksbühnen, Ortsgruppen und Kulturlartelle mit einer Berliner Aufführung? Welter tfänel. Die Meineidsseuche Hohe Lustizbeamte für Einschränkung der Eidespflicht »Das Lied vom tebeu� freigegeben. Der bisher von der Z«n- für verbotene Granowsky-Fllm„Das Lied vom Leben" wurde der Filinprüfstelle in abgeänderter Fassung vorgelegt und zensiert. Die Uraufführung findet in den nächsten Tagen statt. Seltsame Schicksal« des Felms: zuerst Freigabe durch die Film- prüfftell«, dann Verbot durch die Oberprüfstelle, jetzt erneute Frei- gäbe durch die untere Stell«(noch geringen Veränderungen)! Corsolichtspiele. Bei der Besprechung des Films»Stürmisch die Nacht", mit dem vorige Woche die Corsolichtspi-cle Charlotten- bürg erösfnet wurden, ist hier aus die Unzulänglichkeit der Ton- Übermittlung hingewiesen worden. Um ein Mißverständnis aus- zuschließen, sei festgestellt, daß es sich um Mängel des Aufnahme- apparats handelte. Von der guten Qualität der.,Alangfllm"-Appa- raha, die in den Corsolichtspielen verwendet wird, habe ich mich persönlich überzeugt.. K. P. Vitaminvtxtrag und vikaminsouper. In der schuxdisch-deut- schen Vereinigung zu Stockholm sprach Montag der bekannte oeutsch-schwedlsche Biochemiker und Nobelpreisträger Professor von Euler über moderne Vitaminforschung. Im besonderen gina er aus den gelben Farbstoff der Möhre, das Karotin. ein. das den Aus- gangssroft der /.-Vitamine bildet. In dem Stockholmer biochemischen Institut, das vor einiger Zell durch eine amerikanische Mil- lionenstistung für Euler errichtet wurde, werde zur Zell die Wachs- tumswirkunq von zwei neuen Karorinfarmen untersucht. Veson- der» interessant sei dos Problem, wie weit dies« Karotinsormen Anti- infektionseig-nschaften besäßen. Anschließend an den Bortrag wurde ein Vitaminsouper als praktisches Beispiel aufgetragen. In einem stark besuchten Vortragsabend der Deutschen Liga für Menschenrechte am gestrigen Montagabend im Relchswirtschafts- rat sprach als erster Redner zum Thema der Melueidsseuche Ober- staatsanwall Dr. K ö h l e r. Er hält zwar die Beeidigung solcher Zeugenaussagen, die für das Urteil wesentlich sind, noch für unentbehrlich. verkennt aber ebensowenig, daß es ganz falsch ist, auch nebensächliche Dinge unter Eid zu stellen und im Falle unrichtiger Aussagen so schwer zu verfolgen wie das Gesetz fordert. Der. Ober- slaatsanwalt gab selbst einige solche Fälle an. Die Folge dieses Zu- siandes ist, daß die Staatsanwollschaften mst Meineidsanzeigsn überschwemmt werden, die ihnen unnötigerweise gewaltige Mehr- arbell verursachen. Immerhin versichert der Oberstaatsanwalt, daß von diesen Anzeigen nicht einmal mehr als 1 Prozent zur Erhebung der Anklag« führt und hiervon wahrscheinlich die Hälfte noch mit Freisprechung endigen. Mau könne also heute nicht mehr von einer Meineidsseuche sprechen, und dazu haben einschränkende Ver- ordnungen, besonders der preußischen Justizverwaltung, erheblich beigetrogen. lledensalls ist eine wesentliche Einschränkung der Eidespfllchl erforderlich. Rechtsanwalt Dr. Werthauer oerweist darauf, daß dieses Verlangen sogar schon Bismarck als Referendar in einer Arbell l83K verlangt hat. Wenn die Forderung, die Zeugenbeeidigung überhaupt abzuschafsen, auch schwere Anforderungen an die psycho- logische Fähigkeit und die Lebenserfahrung der Richter stellt, so muß dies« Forderung erhoben werden. Dann erst wird die Krücke wegfallen, der Richter den Zeugen als Mensch gegenübertreten und aus den Aussogen das Richtige erkennen. Darauf sprachen zwei Gerichtsberichterstatter, von denen der eine ein zu Nürnberg 1829 erschienenes Buch zitierte. das bereits die Verminderung der Eide gefordert hat. Stall dessen aber ist seitdem ein« ungeheure Vermehrung«ingetreten, und heule werden mindestens 2 Millionen Zeugeneide alljährlich in Deutschland geleistet,»an denen nach fachmännischem Urteil 70 000 falsch sind. Rechtsauwall Dr. L ö w e n t h a l, Mitglied der kommunisttfchen Relchstagsfraktian, betont u. a., daß die Meiueidsprozesse nach der Emmingerfchen»Reform" von 1924 mächtig angeschwollen sind. offenbar, well die Staatsanwälle von den großen Schöffengerichten eher Verurteilungen zu erlangen hoffen als von den früheren Schwurgerichten der zwölf Männer aus dem Volk«. Landgerichtspräsident Dr. S ö l l i n g- Berlin: Es wird viel öfter aus Liebe oder Sympathie falsch geschworen als aus Haß. Im allgemeinen ist man im deutschen Volt mehr geneigt, vor Ge- richt den Eindruck zu beschwören, den man selbst von einem Vor- � gang gehabt hat, als den wirklichen Hergang. Das dürste von der � altdeutschen Einrichtung der Eideshelser herkommen. Man kann die für den guten Richter notwendige Seelentunde nicht lehren. aber man sollte bei der Auswahl der Richter daraus achten und dann wird man den Eid in den allermeisten Fällen entbehren können, und die Meineidsseuche wird ebenso verschwinden, wie die j Foller in der Aufklärungszeit verschwunden ist. Das Schlußwort hielt Universitätsprofessor I a st r o w: Je mehr Eide, desto mehr Meineid«, aber auch desto größere Entwertung des Eides. wir haben eine Eidesiuflotion. wo bleibt die Heiligkeit des Eides, wenn ganz nebensächliche oder auch unflätige Dinge unter Anrufung Gottes beschworen werden müssen? Auch nach dem heutigen Strasrecht hat der Richter unter den gc- schworenen Aussagen noch seinem Gewissen auszuwählen, was er für wahr hält. Die„feierliche Beteuerung" nach dem neuen Straf- gesetzentwurf würde die Inflation nicht beenden. Wenn man ober die Zeugen zwingt, zu schwören, dann muß man sie auch gegen unbegründete und leichtfertige Anzeigen schützen, etwa indem man solche Anzeiger öffenllich bekannt gibt. Einer der früheren Redner Halle übrigens die vielen Meineids- anzeigen zum Tell darauf zurückgeführt, daß zur Wiederaufnahme eines Strafprozesses der Nachweis einer im Haupio erfahren ob- gelegten falschen Zeugenaussage vom Gesetz gefordert wirtv Raubüberfall aufgeklärt. Drei der Tater aus der Eänliengärtenkolonie verhaftet. Der Derllner Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, den Banden- Überfall auf das Derma ltuogsbüro der wohustälken- G. m. b. h. in der Siedlung Cäcillengärtcu in Schöneberg aufzu- klären. Drei Täter befinden sich bereits hinter Schloß und Riegel. Drei weitere au dem Raubüberfall Beteiligte sind zur Zeit noch flüchtig, mit ihrer Festnahme Ist bald zu rechnen. Wie erinnerlich, drangen am Abend des 1. April fünf maskierte und mit Pistolen bewassnet« Männer in das Verwaltungsbüro ein. Der Mieteneinnehmer, dessen Frau und ein Pförtner, die mit der Abrechnung der einkassierten Mieten beschäftigt waren, mußten tatenlos zusehen, wie die Täter 20 000 Mark raubten. Nach dem gelungenen lieberfall verließen die Banditen fluchtartig das Büro, sprangen in ein bereitstehendes Auto und entkamen. Das Auto hallen die Räuber in der Friedrichsiraße gestohlen. Obgleich' die Ueberfallenen von den Räubern eine sehr ungenaue Beschreibung geben konnten, kam die Polizei durch tagelange Beob- achiungen dennoch auf die Spur der Täter. Die Autodiebe wurden besonders überwacht. Dabei stellte sich heraus, daß ein gewisser 29jährtger Adolf Stolle aus der Augsburger Straße,«in berüchtigter Autodieb, früher einmal in den Cäciliengärten gewohnt Halle. Das gab die ersten Anhaltspunkte. Stolle war jedoch nirgends aufzufinden, dagegen konnte fein 24jähriger Bruder Werner sowie zwei Freunde, ein 2Sjähriger Fritz Ballmgart aus der Guftav-Müller-Sllaße und ein 24jähriger Heinrich Garz aus der Rüdersdorfer Straße unter dem Verdacht der Mlltäter- fchaft festgenommen werden. Nach anfänglichem Leugnen gaben die drei zu. an dem Bandenüberfall beteiligt gewesen zu fein. Durch die Geständnisse der Festgenommenen konnte ermittell werden, daß Adolf Stolle die Anregung zu dem Raubüberfall gegeben halle. Er war es auch, der dos Auto stahl und nach Schöneberg hinausfuhr, wo in der Nahe des Tatortes die andern fünf Räuber zustiegen. Noch dem Raub begab sich die Bande in die Wohnung eines»och flüchtigen 47jährigen Franz Sternau, wo die Beute geteilt wurde. Außer Sternau werden noch ein 23jährlger Max K l a y, genannt„Teddy", und der Haupttäter, Adolf Stolle, gesucht. Von dem geraubten Gelde konnte bisher nichts wieder herbeigeschafft werden. Werner Kinck und Robert Stemmte. Vierter Autorenabend der Volksbühne. Am vierten Autorenabend der Volksbühne lasen im Bürger- saal des Rathauses Werner Finck und Robert Stemmle. Es war eine vergnügte Veranstaltung. Werner Finck, der Konfsrencier der Katakombe, trug Gedichte vor. Finck wird nie aggressiv. Er stößt nicht zu, er belachest nur 'Menschen und Dinge, liebenswürdig und verstehend. Seine Ironie will nicht tödlich treffen, sie ist eher eine fpielerifch-graziöse Arabeske, eine Nuance, die seinen Versen einen persönlichen Stempel auf- drückt. Finck ist kein Zeitsatiriker, der die Dummheiten in einem Hohlspiegel sammelt und grotesk verzerrt zurückwirft. Nur der Ausklang dos Gedichts, die Pointe, zeigt die Kehrselle der Medaille, löst eine Stimmung in Witz aus. MU formaler Eleganz, in Versen, die reibungslos dahinssteßen, macht cr sich über die Naturgeschichte des Kleinbürgers luftig. In denselben Bahnen bewegt sich Robert Stemmle. Zwei Szenen aus der Komödie„Krieg dem Kitsch" skizzieren mit Betonung des Wesentlichen das Milieu bei einem kleinen Beamten, geben in wenigen Sätzen die oermuffte Luft diese? Lebens Auch hier nicht der Wille zur Karikatur, zur grotesken llebersteigerung. Stemmle läßt die Tatsachen ohne Kommentar wirken. Er deckt sie einfach auf. Der Stoff selbst ist komisch, er braucht nicht mehr'unter- mall zu werden. Die Komödie ist eine moderne Schultomödie, die ober nicht die Lehrer als Zerrbilder zeichnet, sondern die den Kamps in geistiger Enge lebender Estern gegen den sortschrllllichen Willen der Ausbauschule gestalten will. In einer Novelle, die das Be- gräbnis eines Zirkusmanagers behandelt, zeigt sich Stemmle als impressionistischer Schilderer von starker Begabung. Werner Finck und Robert Stemmle sind beide ausgezeichnete Interpreten ihrer Werke.— t. Der Kongreß der inneren Medizin wurde Mantoq in Wiesbaden durch Professor von Dergniann-Berlin eröffnet. Cr ist von ungefähr 1000 Acrzten besucht, darunter einer Reihe von Aus- ländern. Mit ihm ist ein« Ausstellung verbunden. Die türkische Vresse»msaßt nach einer amtlichen türtischen Zu- sammenstellung 232 Zeitungen und Zeitschriften, davon 210 in tür- kischer Sprache Von diesen türkiichen Veröffentlichungen erscheinen 76 in Stombul, 25 in der Hauptstadt Angora, 10 in Smyrna: 33 sind einmal täglich erscheinend« Zeitungen. Von der fremdsprachigen Press« erscheinen 21 Blätter in Starnbul, und zwar zwei deutsche, die„Türkische Post" und„Türkische Rundschau", 9 französische, 4 qriechisch«. 4 armenische, 1 italienische und 1 hebräisch«. 17 türkisch« Zeitungen erscheinen im Ausland. Die Leclinrr Skoa'stührea schlichen die diesjährige Svielzeit am 3. Juli. Die neue Spielzeit beginnt für die«taaiSopcr am 23. August und für die Schauspielhäuser am 2g. August. Ein Dlslussionsabeud findet Donneistag. S Uhr, in der Berliner Sezession, Tiei galtcnstrafie 21», statt über die»von Dr. Döblin gestellte s-rage»H a t die Malerei hente noch eine kulturelle Bedeutung?" Alax Holbe-Abead.»Am Brellenbachplatz*. eine Werkgemeinichast für Moitkunn, tifiönel seine Veranslallungen Steglitz, Kleistitrahe 23, am Mittwoch, 20,18 Ubr. Max Halbe spricht über sei» Schasse», Ernestine Münchheim liest aus seinen Werte». Iazz-Oirigent verhaftet. Ein Mädchen fahrlässig getötet. Saarbrücken, 14. April. Der Berliner Zazzbanddirigenl Eric Borchardl. der mit seiner Kapelle ein Gastspiel in Saarbrücken absoloierle, wurde hier von der Polizei verhaftet. Der An- gelegenheit liegen folgende Vorgänge zugrunde: Am Sonnabendnachmittag fand die Wirtin Borchardts in dessen Wohnung ein junges Mädchen auf, das schwere Vergiftungserscheinungen zeigte. Der sofort herbei- gerufene Arzt stellte fest, daß sie neun Veronaltabletten genommen hatte. Das Mädchen ist an den Folgen der Vergiftung gestorben. Vorchardt, der gerade im Begriff war, mit feiner Kapelle Saarbrücken zu verlassen, da sein dortiges Gastspiel ab- gelaufen war, wurde von der Polizei zur Aufklärung des Sach- Verhalts festgehalten. Er gab an, daß das Mädchen in feiner Ab- wesenhell Verona! genommen habe. Man habe versucht, sie wieder ins Leben zurückzurufen und wollte nicht erst die Polizei benoch- richtigen. Der Kapellmeister befindet sich noch in Haft, doch dürste er noch heute in Freihell gesetzt werden, da man dos Vorliegen eines Mordes als unwahrscheinlich betrachtet. Die bereits vorge- nommene Obduktion der Leiche hat weder Anhaltspunkte für noch gegen einen Mord ergeben. Nicht vergiftet, sondern erstickt? Am Montagabend hat die Obduktion der Leiche der 23jährigen Margot Candelier, des Mädchens, das in der Wohnung Borchardts tot aufgefunden wurde, stattgefundeu. Es wurde dabei festgestellt, daß der Tod nicht durch Vergiftung, sondern durch Ersticken eingetreten ist. Der Kapellmeister LvrchardI und das Mitglied seiner Kapelle, Hoffmann, haben dem bewußtlose» Mädchen, das angeblich in chrer Abwesenheit aus selbstmörderischer Absicht mehrere Veronaltabletten eingenommen hall«, einen Schlauch durch den Mund eingesühri, vm durch Auspumpen des Magens die Giftwirkung der Veronaltabletten zu beseitigen. Dabei muh das Mädchen erstickt sein. Das Obduktionsergebnis hat den Unter- fuchungsrichter oeranlaßt, auch gegen Hoff mann Haft- befehl zu erlassen. Hofsmann ist bereits festgenommen. Der Kapellmeister war in der letzten Zeit in Berlin oft das Opfer von Erpressungen. Er war, wie man in Artistentrcisen zu sagen pflegt, eine„große Nummer". Cr halle zum zweiten Male geheiratet, geriet aber bald in die Hönde eines Tschechen, der ihn mit Morphium und Kokain versorgte. Borchardt gewöhnte sich so an den Genuß der Rauschgifte, daß seine Eh« darüber zu- gründe ging. Seine Frau trennte sich schließlich von ihm. Im Oktober v. I. wurde Borchardt straffällig, weil er Rauschgift auch an andere abgegeben halle. Wegen Geringfügigkell wurde das Ver- fahren eingestellt. Eine Entziehungskur, die er dann durchmachte, halle guten Erfolg. Als er wieder auftreten konnte, machten sich die Erpresser abermals an ihn heran und kamen mll Geld- forderungen. Der ein« der Kcksschiedcr, der das Gift auch heimlich über die Grenze bringt, konnte noch nicht gefaßt werden. Die Eiserne Internationale Kür die wirtschastliche Einheit Europas Di« Metallorbeitertnternattonal« tagt« in der vergangenen Woche in Brüssel, um sich mit der gegenwärtigen Lag« in der E i s e n Maschinen- und Metollindustrie der verschiedenen Länder zu befassen. Wie von den deutschen Gewerkschaftsvertretern vorausgesagt wurde, führt der verhängnisvoll« Cohnabbao in der deutschen Industrie auch zu Lohnkürzungen in anderen Ländern. So stehen zur Zeit die Arbeiter in Norwegen und Däne- mark in einem Abwehrkampf Wenn ein« Derständigung nicht noch in letzter Stunde erfolgt, so werden neben der bereits erfolgten Aussperrung in Norwegen in kurzer Zeit gegen 300 000 Arbeiter auch in Dänemark von der Aussperrung betroffen sein. Zur gleiche» Zeit sind die Arbeitgeber des Bergbaus und der Eisen- Industrie in L u x c m b u r g zu Lohnkürzungen übergegangen. Auch ddrt droht der Ausbruch eines größeren Wirischoftskonslikts. Diese Gestaltung der Dinge sei ein Grund mehr, jetzt endlich in Deutschland mit dem Lohnabbau Schluß zu machen. Größte Sorgfalt wurde dem weiteren Ausbau schwacher Landesorgabisationtn zugewandt. Die Kräfte der Landes- verbände müßten gesteigert werden, um in Krisrnzeiten den Ler- schlechterungsoersuchen der Unternehmer stärkeren Widerstand entgegensetzen zu können als bisher, und um bei wiederanstcigender Konjunktur die Lohn- und Arbeitsbedingungen der einzelnen Länder auf der sozial höheren Stuf« einander anzugleichen. Nur so könnte die Ueberwindung der Wirtschaftskrise gelingen. Die Konferenz nahm auch Stellung zur deutsch-öster- r e i ch i s ch e n Zollunion. Sie faßte dazu einmütig folgende Entschließung: „Das Zentralkomitee des Internationalen Metallorbeiterbundes ninunt Kenntnis von der deutsch-österreichischen Zollunion und erachtet darin einen einleitenden.Schritt zur Herbeiführung der wirtschaftlichen Einheit Europas. Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß dieser Schritt nur der Anfang einer Gesamtlösung der Zoll- und Handelssrogen aus der Basis der wirt- schaftlichen Gleichberechtigung der Völker sein kann, fordert die Konferenz die angeschlossenen Landesorganisationen auf, die Rege- lung der wirtschaftlichen Streitfragen zwischen den Völkern im Sinne einer allgemeinen überstaatlichen Derständigung mit ollen Kräften zu fördern. Die Ausschaltung wirtschaftlicher Kampfhandlungen ist zugleich die beste Gewähr jiir das Gelingen der Abrüstung militärischer und diktatorischer Gewalten unter den Völkern. Voraussetzung für den Abbau der Zölle und Handelshemmungen ist die Beseitigung jeder Art schädigender Konkurrenz mittels niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen. Die Konferenz erhebt deshalb erneut ihre warnend« Stimme gegen den das gesamte Wirtschaftsleben schwer schädigenden Lohnabbau. Nur die Erhaltung und Steigerung der Kous.krost der Völker kann in Verbindung mit weitsichtig«» politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen aus der furchtbaren Wirtschaftskrise herausführen, in die die Völker durch den hemmungslosen Expansionsdrang des Kapitalismus, durch Weltkrieg' und systemlose Mechanisierung der Produktion gestürzt worden sind." Hände weg vom Llnfallschutz! protefltundgebunc» der-Berliner Gewerlschasten. Der Ortsausschuß des A D G B. und das A f a- Gr t s k a r t e l l hatten zu gestern die Berliner Gewerkschaftsfunktionäre nach dem Gewerkschaftshause zusammenberufen, um sie über den ungeheuer- lichen Anschlag aus die Unfallversicherung zu in- formieren, der so ziemliai unbemerkt von der Oeffentsichkeit, von der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberoerbände. dem Reichsverband der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeber- Vereinigung und. dem Rcichsverband des Deutschen Handwerks vor- bereitet worden ist. Der Leiter des Berliner Arbeitersekretariats, Genosse Z i p p c l, zeigte an den einzelnen Positionen der Eingabe der Arbeitgebernerbände an das Rcichsarbeitsministerium wie rigoros die Unternehmer den heute noch längst nicht ausreichenden Unfallschutz wieder abbauen wollen. Zunächst fordern si». den Wegsall der Entschädigung f ü r W e g e u n s ä l l e, die in dem jetzigen Umfang erst seit 1925 besteht. Wie notwendig dieie Entschädigungspflicht ist, beweist allein schon die Tatsache, daß im Jahre 1929 über 7500 Wegeunfälle entschädigt werden muhten Der nächste Borschlag der Unternehmer enthält die Forderung nach der,... Beseitigung aller Unsallren t«, bis zu 20 proz� das. ist- etwa e i N B i« r t e l aller'zur Zeit gewährten Unsallrenten. Dre in dieser' Höhe bereit gezahlten Renten' sollen o hn c j e de Entschädigung der Rentenempfänger einfach gestrichen werden. Neben diesen beid>.n Hauptforderungen enthält die Eingabe noch ein« ganze Anzahl anderer.„Reform"vorschloge, deren Aus- Wirkung auf die Unfallverletzten oder die Hinterbliebenen von tödlich Verunglückten nicht minder katastrophal wäre. So wird weiter verlangt eine Verschlechterung, der Berechnung der Renten nach dem Iahresarbeitsverdienst. der Wegfall der Unterstützung der Unfall- verletzten durch die Berufsgenossenschaft, deren Erwerbsunfähigkeit infolge des Unfalls nicht länger als dreizehn Wochen dauert, die Kürzung der Ivilwenbeihilfen, die Beschränkung der Berufssürsorge usw. Von ungeheurer Bedeutung sind schließlich auch die Anträge, die eine Ausdehnung der zwangsweisen und auch„freiwilligen" Ab- findung der Unfallverletzten verlangen, sowie das Verlangen der Unternehmer, nach der Beseitigung der Unentgeltlichkeit der Rechts- mittel Keim Einspruch des Berufungsversohrens in der Unfalloer« sicherung. Die Verwirklichung all dieser Forderung würde jedenfalls den Abbau der Leistungen um etwa die Hälfte bedeuten. Der Referent schloß seine erschütternden Mitteilungen in der Erwartung, daß es den vereinten Bemühungen der Gewerk- schaften und der Sozialdemokratischen Partei gelingen möge, diesen frevelhaften Anschlag zunichte zu machen. Genosie P e t e r h a n s« l vom Bundesvorstand des ADGB. gab die Erklärung ab. daß sich der Allgdmetne. Deutsche'.Gewerksthaftsbunö bereits«ingehend mkt dieser neuen Attacke der'Ünternehmer auf dieses wichtige Gebiet der Soziälversicherung beschäftigt and die' et-sorderlichen Schritte bereits eingebettet habe, um diesem Vorstoß wirtsam zu begegnen. E i n st i m m i g wurde nach einer kurzen Aussprache eine E n t- fchließung angenommen, in der die Funktionär« ihrer Empörung über diesen neuesten Streich der Unternehmer Ausdruck geben und vor ollem die Regierung davor warnen, diese Bestrebun- gen der Unternehmer etwa im Wege der Notverordnung zum Gesetz zu erheben. � Llnd dann der Herre Hauptmann... Er geht unbeirrt durch. Die Finna H. B e r n e r t. Chorlottenburg, hat Lohnabzüge in Höhe von 1>t bis 15 Proz. vorgenommen. Der Deutsche Metollarbeiterverband führt deshalb feit etwa drei Wochen den»streik gegen diese Firma, deren Inhaber, ein Hauptmann der Reserve, „Arbeitswillige" heranzuziehen sucht, wozu er Korten fvl« genden Inhalts oerschickt: „Betr. Mechaniker für Stempelbranchel Ich nehme Bezug aus Ihre Bewerbung vom... Wollen Sie sich am Montag, dem..., in der Zeit zwischen 5—12 Uhr vor» mittags zur unverbindlichen Besprechung bei meinem Betriebsleiter, Herrn Müller, vorstellen. Zeugnisse wollen Sie mitbringen. Lassen Sie sich nicht irremachen durch irgendwelche Personen, die nicht mehr zu meiner Fabrik gehören, soiidern gehen Sie un- beirrt durch: es arbeiten in meiner Fabrik über 80 Personen," Der. Herr, der„unbeirrt" die Lohnabzüge vorgenommen, hat damit. seine Arbeiter irre gemacht und sie zum Streik getrieben. Er darf mit der Lohnkürzung nicht durchkommen. Es ist daher notwendig, daß olle Arbeitnehmer, besonders' die der Stempel» betriebe, Solidarität üben! Fori mit den Zwergkrankenkaffen! Wo bleibt hier die Durchführung der Tlotverordnuug? Die Nowerordnung zur Krankenversicherung vom 20. Juni 1930 enthielt u. o. auch die Bestimmung, daß Innungskranken- lassen mit weniger als 150 Mitgliedern zu schließen sind.. Daz war einer der wenigen, bescheidenen sozialpolitischen Fortschritte, womit die bitteren Pillen der Not- Verordnung etwas versüßt werden sollten. Seit dem Erlaß der Notverordnung hat man tatsächlich auch ob und zu gehört, daß eine allzu kleine Krankenkasse geschlossen wurde. Etwas Durch- greifendes ist jedoch nicht geschehen. Die Notverordnung ist seinerzeit gegen die Versicherten mit oller Schärfe durchgeführt worden. Man darf daher verlangen, daß si« endlich auch dort durchgesetzt wird, wo es sich nicht um das Wehe, sondern um das Wohl der Versicherten handelt. Daß die Zwergkrankenkassen ein Hemmnis für jeden Fort- schritt in der Krankenversicherung sind, steht fest. Es wird daher Zeit, daß mit diesen Kassen Schluß gemacht wird. Gesetze sind dazu da, daß si« durchgeführt werden. Für sozial- polttische Gesetze gilt das ganz besonders. Wie lange noch sollen die Zwergkrankenkassen gegen Gesetz und Recht weiterbestehen? Für die Betr.iebskrankenkassen besteht die gleiche Vorschrift, wie sie die Notoerordnung bracht«, schon seit Jahren; ober auch da stand sie fast nur aus dem Papier. So gab es nach der Reichsstatistik vom Jahre 1928 noch 728 Betriebskrankenkassen, die weniger als 150 Mitglieder hattcn. weller für verlin: Fortdauernd kühl, wechfelnd bewölkt, noch einzelne Schauer.— Für Deutschland: Im größten Teil des. Reiches veränderliches-Wetter mit Schauern, nur im Westen und Süden vielfach heiter und ohne wefcntliche: Niederschläge.... ,i� Bkiantwortl fiit dl« S-rdal'wn: 8t»er«. B-rtin: Än, eigen: Id.«lacke, «erlin. Verlag: Vorwärts Verla« ffi. m. b. L. Berlin. Vruck: Vorwärts Buch« druclerci ll»b Berlagsanslalt Paul Singer«I Co Berlin SW 68, Linbenstrohe 3. Kierpi l Beilage. P R O G R AM M • tCr die Zeit' vom 14. bis 16. AprQ Kgxmj Potsdamer Strafe 38 w. 5, 7.» Uhr s. 3. 5, 7. 9 Uhr Verlängert! Der wahre Jakob mit Felix Breacrt, Ralph Artnr Roberts Rheinstraije 14 W. ah 5.15 Ohr S- ab 3 Ohr Die Warenbaotprtacecsln, 6 Akte, mk Hei!« Mo/«, Hon» Alben— Ole Sünden einer»diftnöi Fr«o, 6 Akte.j mit Mar cell« Alban! Odeon, Potsdamer Str. 75 W. 6,7. 9 Uhr S 5, 7, 9 Uhl Verlängert! Ariane mit Elisabeth Bergner« Rad. Förster'_ Turm strafe 12 sVviju. Alraune mit Brigitte Helm, Albert Bas»ermann Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen lag geöffnet Stg. ab3Uhr Der Mann, der seinen Mörder sacht mit Heinz ROhmann, Lien Dcyer» j W.tan« Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarelens'r. W. 6.1a, 7.15, 9.13 Uhr S ab 3.15 Uhr Der große Erfolg! Oer Sebrecken der Gamlaoa m. Felix Dreuart, Lade EnglUeh K I N O-T A FE L Kant-Lich ispicle Katvslr 64(an der Wilmersdorfer Str.' W. 5. 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Arlane mit Ellsabelb Rentner, Rade'.f Foraler_ c Moabit Artushot£iw0- Lbrn,}*' Perlcbcrgcr Str. 29 lOOprör. Tonfilm! Zwei Menschen mit Cbarloitc Gustav Fröhlich— Ti-uwoche Bühaenscfaao Welt-Kino-oc*er" Sonntags ab 4 45 Ait-Moab» 99, ICO proz. rönlus'spiei: Er nad aeiac Sdiwester mit Aaay Oadra, Viaat» Harlan, Uod» Roda Mlckj Man«— TaawocheaMka« Schlüter-Theater Schlüterstr. 7 Beginn: 5. 7. 9 Uhi' Stg 3 Uhr. Jugend-Vorstellung Kriminaltönfilm; Schachmatt mit &• Arno, G. hiaorus Gnies Beiprogramm ' Atrium ßcba-Palast Kaiscrallee. Ecke Berliner Straße Wochentgs. 7. 9.16, Sbd, Stg. 5, 7. 9,15 Tonfüm-Uraufführung I Walzerparaolca mit Charlotte Sosa, Greil Thelmer, Betty B.rd, Ernat Verebes— Tönen de» Beiprogramm g~»chönebcrg g Titania Schöncbg. slcab! Hauptstraße 149 100 proz. Tonoperette! Die Försterchrlsil m. Irene Eisinger, P. Richter— Tonbeiprogramm M Frledcna,> Kronen-Lichtspiele Rheins» 65 W. 7,9. Sbd u. Stg 5.7 9 Tonlustspiel: Die loattgen Weiber TOD Wien(Paul Hörb'ger» m w. Forst. Lee Päxr,— ToDfi.mbeiprogramm a stafliit» h Titania-Palast&SM. Steglitz. Schloßsti. 6, Ecke Outsmutnsstr 100 proz. Tonfilm Sooniag d. Lebeot mit Camilla Horn, Oskar Marlon, Leopold Ledeboar, Willi Ciexer Tönende* Beiprogramm Woehentacs 7. 9.10 Uhr Sonntags 5. 7. 9.10 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg. 2J0 lagendv. Tontilmerfolg: Der vabre* Takob mit Felix Rremart. R.A. Roberts Ein Hundeleben m Charly Chaplin (VI- Fi•'lar�ndono Wochentg l ja—*el Lichtspiele ab 7 lihr Chausseestr. 305 100 prog. Tonfilm: Elle laittg.Weiber von Wien mit W. Forst, Lee Barry Beiprogramm Zeli TempeihoF Tivoli Berliner Str. 97 Beg 5, 7. 9 U. Stgs. 3 Uhr: Jug.-Vorst. • 100 proz. Tonfilm: Ariane mit EiUabeth Bergner. Rod. Forster Grones Beiprogramm Südwesten Lichtspiele Südwest Blüchcrstr. 12 W. 5, So. ad 3 Uhr Tonfilmopereue: D, Pr Ivatsekre- Ärin 'mit Renate Müller, Bessert Tonbeiprogramm— Tonwocfae Film-Palast Kammersäle Teltower Str.> W. SJO, Stg. 3 30 U. lOOproz. Tonfilm! Tonlustspiel Der wahre lakob m. Breuart, Roberts Geheimnis seiner Fr an m. iaanings Süden Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 73/75 Wo. 6.45. U.. Sonnt ao 3 U- Wegen Riesenertolg verlängert: Arlane m. Ellsabelb 4er ner in ihrem ersten Sprech- und Tonfilm-Erfolg Belprogr— Bü.. Internat. Varrel« Großer Preisabbaul Th. am Moritzplatz Beg. iäochtg ab 5 Uhr. Sonnt ab 4 U. Wilde Orchideen m. Greta Garbo Ansgezeidmeies Beiprogramm U Meukölln g Mercedes- Palast Hermannstraße 217, Ecke Jägerstraße Werktags O3*« Uhr, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Toni.. Die Dreigroschenoper mit Carola Neher, Rndolt Förster BCknensshan ICisleiile WoChenL 6.45. 9 Li. IVUKUiC Sonnt. 3, 5. 7. 9 Lh. Kottbussei Damm 92 ioo proz Tonfilm Der wahre lakob m Felix Brcuari, Ralph A. Robert], Paul Henkel» Beiprogramm_ P-vr-wlci r»y Wochent. 6.45., 9 U- CXCCISlOr Sonnt 5.5.7.9 0. Kaiser-Friedrich-Straße 19J Tonfilm: Stfirme Aber d. Montblanc mit Lenl R'efensiahi— r Jgdl- Zutri» Stcm, Hermannstraße 49 Wochent. 6.45. 9 U, Sonnt 3.5 7. 9 Uhr ItO pro?. Tonf.:' ihre Hobelt beSebll mi, KAihe top Nagy-—; Tonbcipr. Jngendlief!« höben Zutritt SOdostan Filmeck Skaiitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags; 3. 5. 7. 9 Uhr Spionage-Tonfilm: Obeisl Redl mit Lil Dagoxcr, Theodor Loos Beiprogramm— Böbnenscfaaa Luisen-Theater Reicheoberger Str. 34 Anf. W. 6 3DU.9U Stg. 3, S, 7. 9 U. Tonfilm: Die Dreigroschenoper mi: Carola Neber, Rad. Förster Beiprogramm— Bfihnenichaa Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6Jn. 9 ü,, Sonntags ab 3 Uhr IhOproz. Tonfilm: Arlane mit EiUabeth Bergner, Rad. Förster Belpiogramm- BObnenschaa Sternwarte— Treptow Mittwoch 8. Donnerstag 8 Uhr: Mit Byrd zum Südpol(Film) � Norctoston M|p «Flysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15. 7. 9.15. S. 3.15, 5, 7.15. 9.15 Uhr Tonfilmerfolg: Der wahre lakob mit Felix Uresaavt, R. X, Roberts Bühne Mario Guido(JII. Jazzshow) Foxtonwodxe Flora-Liditsp. Wo. 6.30, 9, Sonnabd. 5. Sonnt, ab 3 U. Tonfilm: Drei Tage Liebe mit Hans Albers, Küthe Dorsch Kampf mit dem Drache» m Brcssart c Osten Germania-Palast Frankfurter Alle« 314 Wochemgs. 6 30 U- Sbds 5, Sonnt 3 U 100 proz. Tonfilmlustspiel: Der wahre Jakob tn. Felix Breuart, Ralph A. Robert« Gnies Beiprogramm Bühne- X groche Varletöaammern Luna-Palast s£V?uhrhr Gr Frankfurter Str. 121 Ariane m. E. Bergner, Rad Forstsr Bühne: Jsxxkapcll«— Beiprogramm Frankenburg. U-M.» Große Frankfurter Straße 74 Tonfilm: Namensbelrat mit Exielrn Holt, Walter Rilla Grobes Beiprogramm Schwarzer Adler Xii«99 Woch. 5. 7. 8 45, Sonnt ab 3 Uhr Großonfilm: Hokospolnu mit LH. Harxey, Fii seh. Wallbarg Tönende* Beiprogramm Concordia-Palast Andreasstr. 6« W. ab 6, Sonnt ab3U 100 proz. Tonfilm; Die Drelgroschca- oper.— Der Pilger m. Chaplin— Bühne: Eric Dalsen Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. 7. ca 8.45. Sonnt 3, 5, 7. 8.45 U. Groß'onfilm: Dreigroschenoper mit Car. Neher, R. Förster, Schänzel Tonbeiprogramm Babylon« am BOlowpIaiz Wochentags 5 U. Sonnt, ab 5 U. letzte Vorst 9.10 U Tonfilm: Er and seine Schwester mit Anny Ondra, Vtasia Boriaa Vaiietäschaa Jugendliche haben Zutritt W Neu- Lieh tan barg Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 W S. 7. 9. Sonn 3. 5. 7. 9 U. lOOproz Tonfilm: Oer Weg aach Rio mit Maria Solycg, Karl Gerten Betprogramm— Mlcky-Maos g FrieelrichgreMe M Beginn täglich 5 Uhr Kino Busch Ali-Fnednchsfelde Tonius spiel: Die 9 von der Tankstelle mit Lilian Karvey, Willy Frttsch, O. Karlwels Jugendliche Zutritt » WIQanxaa"fc Schloßpark film- Böhne Berliner Allee 206— 21> Tonfilm; Scuanoe macht Ordnung mit Tr. v. Aalten, Lederer Mbtunachao— Bedptogra PROGRAMM für die Zeit vom 14. bb 16 April Alhambra Wochent 5. 7. 9 u. Sonnt 3, 5. 7. 9 U. Tonlustspiel: Moritz macht sein Glück mit Slegtr ed Arno Ab Donnerstag: Ariane mit ellsahe b Bergner_ Pharus-Lichtspicle Müllerstr 142 W.5.7,9U.,?tg. 3.5.7.9V. 100 proz Tonfilm: Ihre Hoheit befiehlt mit Kftthe von i�agy, rriisch Beiprogramm— Jugendliche Zutritt Pratcr-Licfalspiel-Palast Kastanienallee 7-8 W ab 6>? Stgs 4 U. Tonlust piel: Der Hampelmann m. M. Hansen, Llen Dever»— V»riet« Filmpalast Puhlmann Schönhauser Ailee 14S W 5,5. 4 U. Tonfilm; Der kensebe Josef mit F. ressarf, Elga Brink Beiprogramm- Bühne g" Pankow b Palast-Thcatcr Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. S. 7. 9 Nur 3 Tage: luOproz. I'onfilm: Zwei Menschen mit Cb. San. Gastay Fröh.lch Beiprogramm— Böbneiufhaa Jugendliche haben Zutrittl ■ t*9e■ Filmpalast Tegel ��eho; Stgs. 2 U Jgd.-VorsL vV.6, Sip.. i1/* U. Tonlustspiel: Jer wahre Jakob mit Felix Bressart, Ralph A. Roderts Aosgezeichneies Beiprogramm Union-Theater Haupts». 3 NV ft, b*/?, Stg. 4V4. 61/«. 82.4 U. Stg. 2 U. Jgd.-V. Während der Sommermonate �____ geschlossen_______ „Kosmos" Fümbühne Hauptstraße o Beg. 6 Uhr.-30 Uhr >00 proz Tonoperette I Ibre Hobelt befiehlt mit tULbe von Nagy, Willy Frttsch Grobes Bclp«gramin « Men iflßciorj> .-JO 6> ,. 8»c U., s>! Fi.mpalast stg____ Berliner Straße 59 Stg. 2 U lug.-Vorsi Mittwoch. Donnerstag: Tonfilmertölg: Arlane mit Ellsabelb Bergner, Rudolf Forster Aoagczeichaele» Beiprogramm (Beilage Dienstag, 14. April 1931 Sn-Mmid StiälauUaß* Ja I�uhzW» Vier Bttcher über die Ehe Van de Velde/ Marie C. Stopes/ Bertrand Russell Die Literatur über die Ehe schwillt immer noch an. Es Hansell sich dabei hauptsächlich um die Fracic, ob die geltenden Gesetze über Ehe und Geschlechtsleben noch den Bedürsnissen des heutigen Lebens entsprechen. Die wirtschaftlichen Umwälzungen, die veränderte Stellung der Frauen, die am politischen Leben teilnehmen und in immer wachsender Zahl einen Beruf ergreifen müssen, die Er- schütterung altgewohnter Anschauung durch das Kriegserlebnis und endlich eine neue Einstellung, zur sexuellen Frage, das alles sind Faktoren, die an die Grundlage der Eheeinrichtung rühren. Die Spannung zwischen Gesetz und Lebensnotwendig- keit wird überall bemerkt, man denke nur etwa an den Kampf um§ 218. Während man auf der einen Seite jede Acnderung der Gesetze über Ehe und Geschlechtsleben als verderblich ablehnt und an den ollen Formen beschallen will, wird andererseits ein gänzlicher Um- bau der Gesetzgebung verlangt. Zwischen diesen entgegengesetzten Stellungnahmen steht die große Zahl der vermittelnden D o r s ch l ä g e. Die moderne Literatur über die Eh« behandell aber nicht nur die Frage der Neugestaltung des Ehercchts und der Sexual- echik,— einen wichtigen Zweig bilden die Bücher, die über das richtige Verhallen in der Ehe belehren wollen. Früher herrschte allgemein die Meinung, daß die Ehegatten gleichsam von selbst den rechten Weg finden, man hiell eine Belehrung und Aufklärung der Ehe- leute für nicht notwendig. Bielfache ärztlich- Erfahrungen zeigen. daß dies ein Irrtum ist Durch rechte Belehrung können schwierig- kellen beseitigt werden, die sonst vi?le Ehen beeinträchtigen. Für die Gestaltung des staatlichen und polllifchen Lebens sind diese Probleme ebenso wichtig wie für die Hygiene, die Dolksgesundhell, die Echik und das religiöse Empfinden. Ohne Zweifel ist Aufklärung und Wissen besser als Unwissenheit und als eme Verschleierung der Probleme. Aber die groß« Literatur über dieses Gebiet ist zum Teil sehr schlecht, vorsichtige Auswahl ist notwendig. II. Bon dem holländischen Arzte Dr. Th. H. van de Beide ist ein neues dickleibiges Buch erschienen„E. T. oder E. U.(Ehe- Tauglich oder Ehe-Untauglich)?"(Deutsch Schweizerische Verlagsonstott, Berlin-Zürich, 1930, geb. 14 Mark.) Das ist nunmehr das vierte der recht teuren Bücher dieses Autors und zwei weitere aus demselben Problemgebiet werden noch angekündigt. Dan de Velde betont zwar wiederhol», er wende sich an.breiteste Kreise", aber wird.-es heute wirklich �reitefte.Kreise".geben, die sechs Bücher Mark kaufen könne» oder Hot der Arbeiter. Zeit, crn« soich? Bibliothek durchzuarbeiten? Bücher, die wirklich volkstümlich sein wollen, müssen kurz und sehr billig sein. Von de Velde Halle mll dem ersten Bgnd seiner Ehe-Bücher („D i e v o l l k o m m e n e E h e") bekamlllich ewen buchhändlerischen Erfolg, der wohl in erster Linie daraus zurückzuführen ist, daß er mit großer Ofsenhell von den körperlichen Vorgängen des Geschlechts- lebens spricht. In Kreisen, in denen d«r teure Preis des Buches kewe Roll« spiell, werden solche Werke gerne gelesen. Das neu« Buch untersucht die Frage:.Lann, will, darf und soll ich heiraten?" Es untersucht also die Voraussetzungen, die angeblich für«ine gute Ehe vorhanden sein müssen. Der erst« Abschnitt be- Handell dos Problem von der biologischen(körperlichen) �eite. Hier wird etwa untersucht, wie Kronkhellen die Ehetouglichkell beeinflussen. Aber diese langen Ausführungen haben für den Laien, für den doch das Buch bcftimnll ist, sehr wenig praktischen Wert: denn in der Praxis wird man einen Arzt zu Rate ziehen müssen. Jeder sollt« wissen, daß er nicht leichtfertig eine Ehe eingehen soll, daß er zweckniäßigerweise vorher einen Arzt befragt. Der zweit« Tell behandelt die psychologische(seelische) Seite der Ehe- tauglütikell. Auch hier steht sehr viel Banales und Usberslüsstgcs in breiter Ausmalung. Van de Beide rühmt oft die Offenheit, mll der er olle Fragen bespricht. Aber in Wirklichkell besteht sein Mut nur darin, daß er sexuelle Vorgänge eingehend behandelt. Dazu gehört aber kein besonderer Mut, vor ollein wenn es sich um ein teures Buch handelt, daß dadurch der Masse nicht zugänglich ist. In den Flogen, zu deren Entscheidung wirklicher Mut und wirkliche Selbständigkeit des Denkens gehört, ist van de Velde von einer kleinbürgerlichen Uebervorsicht, er will nirgends anstoßen. Das zeigt sich deullich im dritten Teil des Werkes, der„S o z, a l e n Gesichtspunkten" gewidmet ist. Von der Arbeitslosigkeit, der Wohnungsnot, die doch sicherlich auf den Verlauf einer Ehe den größten Einfluß haben, spricht von de Velde gor nicht oder in einigen flüchtigen Sätzen. Er meint, dos Ziel der sozialen Neuordnung sei nicht durch Klassenkampf, sondern durch„Gerechtigkeit und Nächstenliebe" zu erreichen. Dieser Optimismus kann nur als leichtfertig bezeichnet werden. Van de Velde findet es wünschenswert,„daß die Frau etwas Vermögen in die Che bringt". Wo aber ist tn der breiten Masse dieser Wunsch erfüllbar? Der sozialistischen Aus- sassung von Karl Marx wirft van de Velde vor. ihr fehle völlig „das Verständnis für seelische und sittliche Kräfte im Menschen".(!) Daß sich hinter der angeblichen Modernität von de Veldes eine Nein- lichc, philiströs« Auffassung verbirgt, zeigt der Satz:„Das Mittel- alter hatte nicht so ganz Unrecht, wenn es ehrliche und unehrliche Beruf« unterschied."(!) Ebenso rückständig und voll von Vorurteilen ist von de Veldes Beurteilung der Frau und ihrer politischen und wirtschaftlichen Befreiung. Ferner will er in der Rossensroge nicht recht Farbe bekennen. Die großen Probleme der Gegenwart löst van de Velde höchst einfach, er sogt, „es muß die Zeit kommen, da Einsicht und Vernunft wieder berrschend fein werdsn". Dos heißt aber, sich die Aufgabe höchst bequem machen: denn die Hauptfrage bleibt doch, was müssen wir hier und jetzt tun. un, den erwünschten Zustand herbeizuführen. NI. Befaßt sich van de Velde mit der Frag« der Ehetouglichkeit. also mll Provlemen, die vor her Eheschsteßung von Bedeutung sind, so ist dos neue Buch von Marie E. Stop«?„Vollendetes Eheglück"(Drell-Füßfi-Berlag, Zürich und Leipzig, m. geb. -».40 Mark) dem späteren Eheleben gewidmet. Marie Stopes, eine englische Sterztin. hat ebenfalls berolls«we Reihe von Büchern über Che- und Liebesleben veröffentlicht. Sie hat dos Verdienst, in London aus eigenen Mitteln eine vielbesuchte Eheberatungsstelte gegründet zu haben. D«r neue Band trägt den Untertitel: „Weitere Beiträge zur Lösung, sexueller Schwierigkeiten." Frau Dr. Stopes geht von der oft gemachten Beobachtung aus, daß im Laufe der Jahr« auch relativ glücklich« Ehen unter einer Abstumpfung, der Ehegatten leiden. Die verbrellete Meinung, daß dies so sein müsse, bekämpft die Autorin. Sie meint, ein kluges Verhallen der Eheleute besonders in sexueller Richtung könne«in hohes Maß auch von körperlicher Beglückung für dauernd erhallen. Dazu gibt sie eingehende Ratschläge, die sich aus die gegenselligc Anpassung im Eheleben beziehen. Das Buch wird ernsten Menschen manchen Gewinn bringen. IV. Während van de Velde und Marie Stopes vornehmlich als Aerzte sprechen und daher die hygienische und körperliche Selle besonders betonen, nimmt das neue Buch Bertrand Russells einen viel höheren und wetteren Standpunkt ein. Bertrand Russell, der bekannte englische Mathematiker, Philosoph und Kulturpolllller, geHort zu den- klarsten und unabhängigsten Köpfen der Gegempart. Russell ist überzeugter Pazifist und hat alz Kriegsdienswerwerger« während des Krieges im Gefängnis gesessen. Durch seine Einstellung zu den großen Problemen der Gegenwart hat er den Lzaß der englischen Gesellschaft auf sich gezogen. Russells neues Buch„C h e und Moral, eine neu« Sexualethit"(Drei-Masken- Verlog, München, 1930) verdient daher besondere Aufmerksamkell. Russell stellt das Problem der Ehe in den geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang und gewinnt dadurch einen festen Gesichtspunkt für Krllik und neue Vorschläge. Die heute üblichen Anschauungen über die Ehe sind keineswegs immer vorhanden gewesen, sie sind das Prodirkt einer historischen Entwicklung. Russell unterwirft die bisherige Eh« gesetzgebung einer scharfen Krllik und zeigt, daß die neue Stellung der Frau, die geänderte wirtschaftliche Loge und die Erkenntnisse der moderneu Wissenschast mll Notwendigkell auf eine neue Ehe- und Scxuolmoral hindrängen. Das Verhältnis von Ehe und Staat, die Bevölkerung?- frage, die Bestrebungen, die auf neue Eheformen ausgehen(Lindsey), finden bei Russell eine bedeutende Klärung. Der Einfluß des Wirtschaftslebens findet hier— im Gegensatz zu vielen anderen Büchern— eine eingehende Würdigung. Durch das Russellfchc Buch weht der Geist eines aufgeklärten, freien und verantworttmgsbewußten Menschen, der nn't großer Entschiedenhest gegen den Aberglauben und gegen veraltete Bor- urteile Front macht. Daß die neue Echik auf sexuellem Gebiet keineswegs zu Hemmungslosigkell führt, wie manche Gegner behaupten, zeigt sich an den Russellschen Ausführungen mll besonderer Deutlichkeit. Dr. S. Weinberg. Staat und Jugend Von den Aufgaben der Jugendämter Dos im Jahre 1924 entstanden- Reichsjugendwohlfahrtsgetetz sieht als Grundlage der Jugendfürsorge Sie Einrichtung der Jugendämter vor. Das Jugendamt hat sich um da? Kind von seiner Geburt bis zum vollendeten 21. Lehensjahr zu kümmern für den Fall, daß keine Eltern un» Verwandte mehr da sind und dann, wenn die Eltern in der Erziehung oersagen. Bei der Be» trewing der Kinder muß vor allem berücksichtigt werden, daß es sich um Kinder Handell, die erst zu vollwertigen Menschen erzogen werden müssen. Bei der Schaffung der Jugendämter gab es zwei Ansichten. Die eine ging dahin, daß das. Jugendamt an d-ie.S.chu.le an- Ä« gliedert Werden' joff," weil W! Schule daS" linterrichts-' und PTIbungstnflifell'.für' den Jugendlichen fei. Die andere Hot Viter Anficht nÄerspröchen mll der nicht zu widerlegonden Be- gründung, daß der größte Tell de? Lebens der Jugendlichen äußerhalb der Schule liege, und daß die elterliche Erziehung sehr häusig versage. Der Gesetzgeber Hot sich der letzteren Ansicht angeschlossen und schuf selbständige Jugendämter, ohne dieselben an die Schule anzugliefern. Die Praxis lehrt, daß das Zusammenarbeiten der Schute mit den Jugendämtern im Interesse der Jugend erforderlich fit. Da» ist schon deshalb notwendig, well das Jugendamt wie die Schule Erziehungsardell an der Jugend zu leisten hat. Bon dieser Zusammenarbell ist leider nicht viel zu spüren. Die größte Ab- neigung gegen Zusammenarbeit besteht bei den höheren Schulen. Es wird Aufgab« der Leiter der Schulen und der Jugendämter sein, eine Grundlage zu suchen, um gemeiirschasllich für die Jugend zu wirken. Wenn dieses bis heute noch nicht der Fall ist. so mag da? zum Tell daran liegen, daß das Jugendamt gegenüber den Schulen noch eine zu neue Einrichtung ist und es deshalb noch nicht das notwendige Berständnis und Entgegenkommen findet. Aber auch die freie Wohlfahrtspflege kann bei der Erfüllung der Ausgaben der Jugendämter große Arbeit an der Jugend leisten. Zusammenarbeit und gut« Erfolge können da schon festgestellt werden. Wenn man bedenkt, daß von 29 900 Jugendlichen, die sich'in Preußen in Fürsorgeerziehung befinden, sich noch 24000 Jugend- liche in Heimen der steien Wohlfahrtspflege aufhallen und von 324 Kinderhorten in Preußen noch 180 der freien Wohlfahrispfleg« gehören, so hat der Staat noch eine große Zlufgabe zu erfüllen. Di« Erziehungsheime sind ober heute nicht mehr die Korrektionsanstallen von früher. Heute wird in den Erziehungsheimen Rücksicht ge- nommen auf das Innenleben des Kindes. Heute wiro, tm Gegen» sah zu früher, der Jugendliche nicht be st rast, sondern er- zogen. Dem Jugendlichen wird durch Zielsetzung die Richtung seines künftigen Lebens gegeben. Der Jugendliche wird auch nicht wie früher nach der Verbüßung der Straf« sich selbst überlassen. sondern er wird durch.stänoige Fühlungnahme und Führung vor wetteren Strostaten bewahrt. Die vorbeugenden Maßnahmen sind heute notwendig, weil dos ganze Familienleben sich von Grund aus gewandell hat. In den Grohstäoten ist es gor nicht anders möglich, weil die-Frau und Müller einer Beschäftigung nachgehen muß. well die Famllie zum Tell 63 M. im Monat für Miete auszubringen hat. Es fehlen aber hier noch die notwendigen vorbeugenden Einrichtungen. Da? wird jedem klar, wenn man bedenkt, daß es z. B. in Berlin mit 600000 Kinbern nur 460 Kinderhorte gibt, in denen nur 15000 Srnder betreut werden können. Es ist daher Aufgab« der Kommunen, überall, wo eine größere Siedlung errichtet wird, gleichzeitig dafür zu sorgen, daß ein Kinderhort entsteht. Die vorbeugende Fürsorge ist eine Sparmaßnahme und führt dazu daß später hohe Kosten vermieden werden. Der Einwand, daß das Kleinkind zur Mutter gehört, kann nur da gemacht werden. wo di« Mutter auch imstande kst. das Stnb-zu betreue«. Der Kindergarten soll nur eine Ergänzung der Erziehung des Ellernhäuses sein. Er kann' ober aych als vorstuf« der Schul« betrachtet werden. Hierdurch und durch di« Erziehung.schwer erziehbarer Ki nh er entstehen den Gemeinden Aufgaben, die si, früher nicht zu erfüllen brauchten. Bei der Gesundheitsfürsorge hat vor allein das Jugendamt, wie nochmals betont werde« muß, die große Aufgab« der hellenden Fürsorge. Bei der Durchführung der Schutzauf« ficht konnten die Jugendämter noch keine großen Erfolge auf« weisen, well es noch nicht viele Menschen gibt, die bei dieser wich« tige,, Aufgabe mithelfen. Die Schutzaufsicht kann nur dann segens» reich für die Jugendlichen wirken, wenn die Einwirkung von Mensch zu Mensch tatsächlich gegeben ist. Mithelfen können die prina- ten Wohlsahrts- und Iugendpslegeorganisationen, indem sie deq Jugendämtern Menschen zur Verfügung stellen, die sich gen, diesen Ausgaben widmen. Auch die Einrichtungen von Jugendheimen. Sport- und Turneinrichtungen werden dazu beitragen, diese schwierige Arbell zu bewälligen...: Di« Gefahren für die JllgenÄichett- sind. heute sehr groß. In he«. Großstädten z. B- sind, dj�-. joggyanut«,-„K l u b s, d e r Jugend" wahre BrusstÄten für' jugendlich«' Verbrecher. Diese Stätten bilden aber auch eine, Gefahr für die Jugendlichen vom Lande, well die Großstadt für die Jugend immer einen Anziehungspunkt bildet. Der Jugendliche, der vom Lande nach ver Großstadt zieht, ist sich der Gefahren nicht bewußt, die dort auf ihn lauern. Erschütternd sind die Vernehmungen der geschellerten Jugendlichen, die in di« Großstädte kamen und glaubten, dort das Paradies zu finden. Diesen Jugendlichen zu Helsen, ist nur durch engstes Zu« sammenarbellen der Jugendämter von Stadt und Land möglich. Diese Zellen mögen dazu dienen, bei allen Menschen das Der« ständnis für di« Aufgaben der Jugendämter in der heutigen Zeit herbeizuführen und neue Heljer zu werben zur Erfüllung der Er» ziehungsorbeit an unserer Jugend. ivreisjugenckemtlefter Luchomel-Deine. Tjuv Problematik der Narkotisiernng; C? ist etwa 100 Jahr« her, daß die Slllgcmeinbetäubung cnt» deckt wurde und ihren siegreichen Einzug in die Chirurgie hielt. Trotzdem ist es zu verwundern, daß die Narkosefrage noch immer nicht zur Ruh« kommen will- Die Chirurgen haben seinerzeit die Allgemeinbetäubung mll Begeisterung begrüßt, weil die Narkose es möglich machte, die chirurgische Technik zu einer ungeahnte» Höhe zu bringen. Mll den anderen narkotischen Mitteln, vor allen Dingen mit den Opiaten, erzielt man die Schmerzunempsindlich« keit erst mit solchen Dosen, die dicht an die tödliche Menge grenzen. Die sogenannte Narkosenbreite ist bei A e t h e r und E h l o r o« form viel größer. Sell langem hat man sich bemüht, statt Aether und Chloroform andere Inhalationsnarkotika zu finden. So ver« wendet man in einigen Kliniken für die Rauschnarkose dos Chloräthyl. Bei diesem Bemühen nach Ersatz darf man nicht vergessen, daß in jedem Falle die Ausschaltung des Bewußtseins und der Echmerzempfindung nur durch ein Gift erreicht werden kann. In der chirurgischen Praxis kombiniert man die Jnhalations» narkose regelmäßig mit Opiaten oder anderen narkotisch wirkenden Mitteln. Man spricht daher von dem verwendeten Basis« Narkotikum und dem Zusatz Narkotikum. Die Allgemeinbetäubung schien eine Zeit lang. gänzlich ver« drängt zu werden durch die Lokalanaesthesie, besonders durch die Leitungzanaesthesie. Die örtliche Betäubung wird fast überall kombiniert mll Opiaten, ist also eine Kombinattons» betäubung. Aber es gelingt nicht immer, völlige Gefühllostgkell zu erzielen. Die Mehrzahl der Patienten lehnt die örtliche Betäubung ob und fordert eine Allgemeinbetäubung. Alles in allem hat in den Kliniken heute die Aethernarkose gesiegt, nur bei geburtshilflichen Narkosen gibt man nach wie vor- dem Chloroform den Vorzug. Amerika. Hot Narkose-Spezialisten, während bei uns in den Kliniken die Betäubung durch di« jüngsten Hilfsärzte und. in kleineren An» stallen sogar von Krankenschwestern ausgeführt wird Dadurch er« wächst dem Operateur die Aufgab« und die Verpflichtung sich während der ganzen Operatton um die Narkose zu kümmern. In alterjüngster Zell spielen bei der Lllgemeinnarkose das Avert.tn und das P e r n oc ton eine Rolle. Aber auch bei diesen Mitteln kann mau Aether als Zusatznarkoükum. nicht entbehren.„Früher war es nichts Unnatürliches, daß eine Allgemeinnarkose bis zu drei Stunden ausgedehnt wurde. Die fortgefchrlltene Technik gestallet es heut«, große und größte Operation«, in höchstens ein bis zw«) Stunden zu erledigen. Dr. I. Ringkampf statt Boxen Aenderf das Publikum seinen Geschmack? Der Internationale Ringer-Berband, die' Vcr- tretung der Berufsringkämpfer, bittet uns um Veröffentlichung folgender Zeilen: Die Uebersteigerung der Boxsensationen in Slordamerika hat seltsame Folgen gezeitigt. Sie hat zum mindesten einem Teil des Publikums den Geschmack an den großen Boxoeranstaltungen ver- korben und eine andere Form des Kampfsportes wieder zu Ehren gebracht, die nach großer Volkstümlichkeit für eine Zeitlang stark in den Hintergrund getreten zu fein schien: den Ringkampf. Die Boxveranstaltungen der großen Klasse, namentlich die um die Welt- Meisterschaft, sind in letzter Zeit, was die eigentlichen Matchs selbst betrifft, fast weniger interessant geworden als das geheimnisvolle Hin und Her der Finten und Inttigen bei den Vorbereitungen. Die wenig seriöse Siegeskampagne des italienischen Boxriesen Carnera, der mit tödlicher Sicherheit einen schwachen Gegner nach dem anderen niederschlagen durfte, und der häßliche Streit um Schmelings An- treten zur Weltmeisterschaft haben, wie man aus Amerika erfährt, die Massen stark oerärgert. Das große Gebäude des Garden in New V o r k. bisher in der ganzen Well berühmt als Schauplatz großer Boxkämpfe, ist nun gefülll von den Masten sportfreudiger New-Jorker, die sich dort Ringkampf ansehen wollen. Ein Mittel- punkt dieser Veranstaltungen ist u. a. der Deutsche Richard Schickst, der seinem Manage? Curley volle Häuser bringt. Es kam kürzlich zu Ruhestörungen, well Tausende keinen Einlaß mehr i» das 22 000 Personen fassende Haus fanden. Aehnliches, wenn auch nicht in amerikanischem Maßstabe, ist von Ringkämpfen in den anderen amerikanischen Großstädten zu berichten. In Madrid, Barcelona und Listabon, in Budapest und Wien, in fast allen Städten der östlichen Randstaaten, in Stuttgart. Karlsruhe und Augsburg, bei den regelmäßig sich wiederholeichen Wettkämpfen in Südamerika stauen sich die Massen, wenn sie sich nach den ersten Kampftagen von dem Charakter und der Qualität der Teilnehmer und der Kämpse selbst überzeugt haben. In Bromberg, Posen und Warschau mußte letzthin die Polizei mit Hundertschaften zum Schutz der Veranstaltung herangezogen werden. Die stille und beharrliche Organisationsarbeit des Internatto- nalen Ringer-Verbandes, der 1930 wieder KO internationale Well- kämpfe liszensierte, trägt seine Früchte. Die sich überstürzenden Skandale bei den Sensationswettkämpfen mit ihren so viel gerügten Spesenamateuren und bei den übrigen Sportarten werden das ge- funde Urteil der Zuschauer entscheidend beeinflussen, und es ist nicht einzusehen, warum der Ringkampf, der einmal seine große Zeit in der Volksgunst besessen hat, nicht wieder große Erfolge seiern soll, zumal wenn die geschäftstüchtigen und pekuniär Gewaltigen der - andern Sporte nicht von ihren allzu smarten Praktiken ablassen. besiegte. Der Berliner lieferte einen technisch und takttsch aus- gezeichneten Kampf, der Üauer nie eine Chance ließ. Hans Schiller war über seinen Landsmann Erich T h r i m m- Hannover nach Punkten erfolgreich. Den Einleitungskampf gewann der Debütant Walter Eggert- Spandau. Sem Gegner G e b b e n- Berlin stürzte in der 2. Runde so unglücklich, daß er wegen einer Knieverletzung aufgeben mußte. Li gibt keine Ruhe Nazi-Schwimmer Dr. Geisow«erobert*' weiter Auf dem in Gotha abgehaltenen Kreistag des Kreises VIII des bürgerlichen Deutschen Schwimmoerbandes erhob der frühere Verbandsvorsitzende Dr. Geisow- Frankfurt a. M. schwere Vorwürfe gegen den DSV. und seine jetzigen Führer. Er warf u. a. dem Verbondsschwimmwart Dinner vor, daß er den DSV. zu einer pazifistischen Organisation gemacht habe, krllisierte es, daß die Geschäftsstelle des Verbandes sich in dem „materialistisch verseuchten' Berlin befinde und daß es dem Verbände an dem richtigen Sportgeist fehle, der auch im Deutschen Reichzausschuß für Leibesübungen nicht vorhanden sei. Der jetzige Vorsitzende Georg Ha x- Berlin bezeichnete die Aus- führungen Dr. Eeisows als Anmaßung und�stellte unter dem Beifall der Versammlung fest, daß der DSV. nach wie vor sich allen Politisierungsbestrebungen energisch widersetzen werde.(Dabei hat der Deutsche Schwimmverband nichts weiter getan, als sich gegen die Bestrebungen des Herrn Geisow zu wehren, den Verband für die Nationalsozialisten zu erobern. Sonst ist alles noch beim alten geblieben.— Red. des„Abend".) �Ver macht mit? Arbeitersportvereine laden ein Im Einvernehmen mit der Freien Turnerschaft Groß-Berlin ist der Schwimmbezirk der FTGB. ein selbständiger Verein unter dem Namen„Arbeiterslbwimmverein Kreuzberg' ge- worden. Der Derein, der dem Arbeller Turn- und Sportbund an- gehört, hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Schichten der Bc- völkerung des Bezirks Kreuzberg im Schwimmen zu unterweisen. Unentgeltlich wird an jedermann Schwimmunterricht erteilt: für Weiterbildung im Reigenschwimmen. Wasserballspiel und ganz be- sonders im Rettungsschwimmen ist bestens gesorgt. Die Badeabende im Stadtbad Bärwaldstrahe sind: Montags 20 Uhr und Freitags 19 Uhr. Es ist somit allen Möglichkeit gegeben, auch bei späterem Arbeitsschluß sich an der Uebungsstundea zu beteiligen. Auskunft an den Badeabenden, beim Vorsitzenden Hermann Schlottmann, SO. 36. Mariannenstraße 4, und beim technischen Leiter: Erich Breitkopf, Berlin-Britz, Bürgerstraße 7. -» Der Sportklub Einigkeit 26 beginnt jetzt wieder einen neuen I i u- I i t s u- K u r s u s in der Turnhalle Markusstrah« 49. Alls freien Gewerkschafter und Parteimitglieder, die für Jiu-Jitsu Inter- est« haben, können sich sofort bei A. Dietze. Berlin O. 17, Maidai- straße 2, melden. Tennis als Volkssport. Die Tntwicklung der Arbeitertennis- bewegung hat bewiesen, daß dieser Sport für die arbeitende Bevölkerung nicht zu teuer ist. In den Arbeitertennisvereinen haben die Mitglieder außer der Sportkleidung, die der Kleidung der übrigen Sportarten entspricht, nur den Schläger selbst zu kaufen. Bälle und Plätze werden von den Dereinen bezahlt. Zur Zeit beträgt in fast allen Arbeitertennisvereinen der monatliche Beitrag für Erwachsene 3 M., Jugendliche und Erwerbslose werden entsprechend berücksichtigt. Deshalb bemüht sich auch die Freie Turnerschaft Groß-Berlin, das Tennisspiel weiten Volkskreisen zugänglich zu machen. Sie ist in der Lage, noch Mitglieder in ihren Abteilungen Neukölln, Prenzlauer Berg, Humboldthain und Rehberge aufzunehmen. In der Abteilung Neukölln wird bis Ende Mai nur ein Eintrittsgeld von 1,S0 M. er- hoben. Anfängerkurse weiden bis Ende April durchgeführt in der Turnhalle Mariendorfer Weg 70. Interessenten melden sich bei Paul Rauch, Reukölln, Schillerpromenade 9, oder in der Geschäftsstelle des Vereins. Berlin NO. 18. Lichtenberger Str. 3, Königstadt 3656. Deri:»Die i>r«t möqli4tit Weliairi ckMrungen". JlBlofcnSeiäätt 5# et.©oft* wWommeii.—®ien*tafl, 14. Spril, 2« US*.«Bt grieBriSnSor»: ffKmi. furter Allee 307.— Akt. fftUbenou: Offlubacher Ctr. 5a.— Akt. Sumdolkt- Ixitit: Willdenowltr. 5:»«SacIcnKKlatismus" iMuderhol,).— Abt. Norden füllt weucn Parteioerunftaltunfl im Svortdalait auo: dafitr lofs nufarnmen- lunft.— Abt. Seddin«: Silld-uowftr. 5:.Erb. oder �«u-rbeitattuu«'.— SoBBtrsta«, 16. April, 20 Uhr. Akt. Lichtenberg: Sunterstr. 44:»Eruftes und Seilern".- Akt. ReuLMir: BerasN. 20:.Die gute alle«Zeit".— Mandolinenorchester: 10—21 Uhr Zohannisstr. 15.— Abt. Prenzlauer Berg: Demiiger Sit. 62, Barocke IT;..�rllhlingsflora" tLernvaliackl.— Streichorchester: 10—21 Uhr be! Weihe rrberger, �reiligrathstr. 0, vorn IT*.— Abt. Sllbaest: Porckstr. n.— Abi. Tiergarten: Lehrter Str. 16—19:.Semerlschai'en und moderne Arbeiterbervegung".— Naturkundliche Abteilung: Ivbanntsstr. 1Z: .Polarisation'.— Abt. Spandau: Lindenufer 1.— Abt. Weih-rrsee: Pistarius. strane 24.— Achtung, ZührersektionI gusammentunft am 14. April, 20 Uhr. Iahanntöstr. IS. Alle Zilhrer ersüieinen. �rdeiter-�VssserdaU-Turnier Die Wassersportsparte des 1. Kreises im Arbciter-Turn- und Sportbund veranstaltet am Sonnabend, dem 18. April, 19)4 Uhr, im Wellenbad Lunapark einen Wasserball-Turnier- abend. Technisch hochstehende Mannschaften werden einen kleinen Ausschnitt vom Uebungsbetrieb der Arbeiterschwimmer zeigen. Inter- essante Kämpfe werden sich die Mannschaften der Vereine Möwe, Hellas, Union. Neukölln, Spandau. Berlin 12, Weißensee. Lichten- berg und Charlottenburg liefern. Nach Schluß des Turniers findet «in allgemeines Kürbaden statt, an dem sich jeder Zuschauer be- telligen kann. Karten zum Preise von 60 Pf. bei den beteiligten Schwimmveremen und an der Abendkasse erhältlich. Die lOGOO-Kilometer-kshi-t Oer Automobilklub von Deutschland Für die 10 OOO-Kilometer-Fahrt des Automobilklubs von Deutschland, die vom 21. Mai bis zum 7. Juni stattfindet und durch ganz Europa führt, haben sich bis jetzt 67 Wagen gemeldet. Täglich laufen neue Anfragungen und Anmeldungen ein und der Veranstaller rechnet bis zum zweiten Meldeschluß am 30. April mit rund 100 Teilnehmern. Von den bisher gemeldeten Erzeugnissen sind die deutschen mit 37 Wagen gegenüber 30 Ausländern in der Mehrheit. An Fabriken haben sich bisher drei deutsche Werke beteiligt, nämlich Adler, DKW. und BMW., sowie die drei ausländischen, nämlich Ford, Minerva und Waller. Als überaus bemerkenswert muß hervorgehoben werden daß der Anteil der Damen stärker ist, als bei irgendeiner der bisherigen Tourenveranstallgngen. Nicht weniger als 13 Damen haben sich als Fahrerinnen eingetragen. Die Meldungen vertellen sich aus 21 verschiedene Marken: es wurden genannt: 8 Wanderer. je 7 Mercedes-Benz und Ford, je 6 BMW. und DKW., je 4 Adler und Steyr. je 3 Minerva und Waller, je 2 Horch, Hanomag, NAG.- Protos, Praga, Tatra und Packard, je 1 Austro-Daimler. Delage, Hispano-Suiza. Lancia, Marmon, Z-9 und RUci). Die Streckenführung wurde endgültig nunmehr wie folgt festgelegt: Berlin— Saarbrücken— Gens(1180 Kilometer): Gens— San Sebastian(940 Kilometer): Satt Sebastian— Madrid— Lissabon(1165 Kilometer): Lissabon— Barcelona(1340 Kilometer): Barcelona— Rom(1455 Kilometer): Rom— München(975 Kilometer): München— Katschberg— Trieft— Ragusa(1215 Kilometer): Ragusa— Zagreb— Budapest(1055 Kilometer): Budapest— Wien— Berlin (930 Kilometer). Im Spicher nr inj) Auch bei der wahrscheinlich letzten Saalveranstaltung der Saison blieb da» Stammpublikum der B o x st ä t t e im Spichernring treu. Leider gab e» im Verlauf des Abends zwei bedauerliche Fehlentscheidungen. Der Wiener Mittelgewichller Karl Neubauer, der in seiner Gesamtleistung einen ganz annehmbaren Eindruck hinterließ, hatte den Berliner Paul Vogel klar nach Punkten geschlagen. Das Treffen wurde jedoch unentschieden gegeben, was zu Protesten Anlaß gab. Auch der Landsmann Neubauers, der österreichische Meister Karl B l a f o im Leichtgewicht kam durch das Punktgericht um die Früchte seines Sieges. Blafo lag zum Schluß klar in Front, aber statt seines allgemein erwarteten Punktsieges verkündete der Sprecher: Unentschieden. Eine sehr saubere Leistung vollbrachte der Berliner Mittel- gswichller Seelig, der Otto L a u e r- Saarbrücken überlegen ?ra®®.'ff«B»cBbäB« treffe n.stck, beute um 19 Uhr Sauott; naan« Soort- palast. Turukleiduna mit Brustabseichen. VerwaltunftsaBSlchubstSUBa Mltt. woch. 15. April, W/j Übt, stlfäffer Str. S6, im Lokal von Sundert. Frauen- au»sch«bstl>BBai«reisgeschäftostelle. NiUderauOschutzstfiBna ebenba. Brite 19V: Übe.— Freilöroerkultnibezirk: Mittwoch, 15. April, 2014 Uhr, Nacktbaden, Stadtbad Serichtstrahe. Sonntaa- 19. April. Arbeitsdienst auf der Bätzer Sonncnheide. Jeden Montan, 10 Uhr. Unterfuchuna der Mitglieder durch Avck. Alle Mitnlicdrr meide» sich nur Sinttiluna in Untcrfuchunas- ficuupcu dri Bich. Molf.— Befiel Westen: Da In der Turnhalle die Listen ,um Stahlhelm-Balksdeaedre»«uslteqrn, ist die Salle in dieser Woche flcfperrt. Salle Belelliflun« an der Sportpalast-Kundaebunkl. FahnentrS»er stehe oben. ZVftielekartell Fricdrichahoin. Der Svortbetrieb auf dem Sportplast Friedrichshain ist eröffnet. Spiel, ett jeden Mittwock,. 18 Uhr. Ohne Pasfier- karte Irin Zutrirt. Kart enau-«ade bei Barnom. Koprrnitusstr. 22, und MUt- moch ob 18 Uhr auf dem Sportplah.— Kartellststun« schon Montag, 27. April. in: bekannten Lokal. ASS.. Sockenabtei Inn«. Sistun« 15. April, 20 V: Uhr, bei Iufchkat, Lichtenberg. ckohler. Ecke Sohenlohrstraste. Znierellenten milllournirn. ALB., FIlm.childe Berlin trifft stch Freitag. 17. April, Zugrnbheim Lindrnstr. 4, 20 Uhr. f Schmalfilm.» ToBriftenoerriB»Die iRatutfreunbc', zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 15. April, 20 Uhr, Aula©einmeifterftr. 15—17, Bortrag Dr. Mar Rückschau. Das Montagprogramm des Berliner Senders sorgt« gut für seine 5)örer. Zwar war es nicht besonders vielseitig: die Unter- hallung am späten Nachmittag und Abend bestand nur aus musika- lischen Darbietungen, die Vorträge beschränkten sich auf Stoffe, die sehr aufmerksame, an gewerkschasllichen, wirtschastspolttischen und technischen Fragen interessierte Hörer verlangten. Doch die Gruppie- rung der Veranstaltungen gerade in diesem PcogranunteU war sinn- voll und abwechslungsreich. Die'Zeit des Abendbrotesiens wurde mit einem Mandolinenorchesterkonzert ausgefüllt, das mil virtuos vorgetragenen Darbietungen freundlich unterhielt. Solche Konzerte, die geeignet sind. Freude an Hausmusik zu wecken, die verhällrns- mähig vielen zugänglich ist, sollen auch den Musikgeschmack erziehen. Diesem Zweck zuliebe hätte man aus dem Programm, das unter Carl Henzsches Leitung vorgetragen wurde, noch einige Nummern kitschiger„Salonmusik" herausgewünscht. Am späten Abend gab es ein großes Konzert des Funkorchesters unter Dr. Friedrich Weiß mann; am Nachmtttag sang der Film- liebling Maurice Chevalier auf Schallplatten. So konnte jeder sich die Musik liesern lasten, die ihm zusagte. Dazwischen waren die Vorträge eingeschaltet. Schwierige Themen, die aber ausnahmslos interestant. übersichllich und allgemeinverständlich behandelt wurden. Lorenz Breunig, Voc- standsmitglied des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands. unterrichtete über die Bedeutung der gewerkschasllichen Ocgani- sationen, die nicht nur als Jnterestenverttetung der Arbeiterschaft wichtig sind, sondern die im gesamten Wirtschaftsorganismus des Staates heute einen unentbehrlichen Faktor darstellen. Dr. Gustav Stolper setzte sich mit dem Wirtschastsprogramm der National- sozialisten auseinander. Sein Vortrag behandelte volkswirtfchaflliche Probleme mil ungewöhnlicher Klarheit und Anschaulichkeit. Er machte nicht nur deutlich sichtbar, daß die Nationalsozialisten und ihr Wortführer in Wirtschaftsfragen, Gottfried Feder, von den inneren Gesetzen der Wirtschaft kaum«ine Ahnung haben, er gab auch eine Vorstellung davon, welch lückenloses Ineinandergreifen aller Räder in der großen Wirtschaftsmaschine Staat notwendig ist, wenn diese nicht oerfallen soll. Ein Interview mil Profestor E s a u- Jena, der Aufsehen erregende Versuche mit ultrakurzen Wellen angestellt hat, belehrte die Hörer über den gegenwärtigen Stand der Kurz- wellensorschung. Hans W. P r i e w i s oerstand«s, feine Frage» so zu stellen, daß besonders die Ergebnisse herausgestellt wurden, die sich schon heute praktisch für die Radiotechnik vtrwerten lasten, und die noch Ausbaumöglichkeiten für die Zukunft prophezeien. IV;. Dienstag, 14. ApriL •"' Berlin. 16.05 Prek. Dr. Alfred Nlppoldt. Potsdam: Die marnetlschea Krifte der Crcke und de* Kosmos. 16.30 Leipzie: Scderzando. 17-30 Dr. Ucberall errähit 17.50„Die Aktuelle Kleinkunslbühne." 18.20 Bflcherstnnde...Bücher über den deutsches Osten."(An Mikrophon: Staatssekretlr Krüger.) 18.50 Lieder von Christian Sinding.(Qertrad Sinding-Larsen, Alt. nügcl: Bruno Seidler-Winklcr.) 19.10 Wovon man spricht 19.40 Tanzabend. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Der junge Schiller. Manuskript: Priedrlch Burschen. Leitung: Edle! Kflppen. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königsvnslerhaisei. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Steinhardt: Urwaldgeheimnis und Prauenkauf. 18.30 Dr. Max HUdebert Böhm: Kuostbetrachtnng als Wesenxschan der Nation. 19.00 Französisch für Anflncer. 19.30 Min.-Dir. Dr. Posse: Neue Wege der Handelspolitik. Nach den Abendmeldnngen bis 24.00: Von Hamburg: Heiteres Konzert WM der»MM und Papierwartieiter Mlands Am Sonnabend, dem 11. April, verstarb nach kurzem. schwerem Leiden unser Freund und treuer Mitarbeiter Gustav Brenner im Alter von 53 Jahrev. Unser Freund Gustav ist iabrzehntelanir bis zu seinem Tode als ehrenamtlicher Funktionär im Interesse der Mitglieder, im letzten Jahrzehnt als Mitglied der Brnnchonleitung. Ortsverwaltung und Beirat in vor- bUdiicher und immer uneigennütziger Weise tätig gewesen. Bein viel zu früher Tod hinterläßt in unseren Reiben eine kaum ausfüllbare Lücke. Wir sind ihm vielen Dank schuldig. Die Leitung der Buchbinder-Branche Die Ortsverwaltung Die Angestellten des Verbandes Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 16. April. 17'/, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf(D- Bahnhof Fehrb ellin er Platz) statt Di« Suimltin; für anfnen lieben Snllchiafenen Paul Prenzel ftnbet am Mtiiwucki. dem 15. April. IS Uhr, im firemotozium Sezicht- stra�« statt. Im Namen btz füllet Wie boten; Kilbe nad Marie Frenz rl Weddiogplau, Müllerstraße 1 74 Prenzianer Allee 204 Ich bin 80 Jahre alt und fühle mich nach Gebrauch von 2 Flaschen Ihres Knoblauchsaftes sehr frisch und wohl. Der frühere starke Blutdruck ist bedeutend herabgemindert worden und auch der Druck im Kopf Ist vollständig beseitigt. Ich schwöre auf Ihre Mittel und werde sie allen meinen Bekannten empfehlen. 25606 a. Schröder, Waldegk/Meeklbg Ich litt seit einiger Zelt an Magen- und Dambeschwerden Seitdem Ich Ihren Knoblauchsaft gebrauche, ist mein Leiden fast ganz verschwunden und Ich bin wieder recht froh. 34410 Marie Friedrichsohn, Berlin, Flieders trade. Heilerts echter bulgarischer Knoblauch-Saft hat sich bei Arterienverkalkung. Rheumatismus, hohem Blutdruck, Herzleiden, Hämorrhoiden und Gallenleiden vorzüglich bewährt. Aeiztiich empfohlen. 1 Flasche kostet M. 3.- und reicht 4-6 Wochen. 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