BERLIN Mttwvch IS. April 1931 10 Pf. Nr. 175 B 86 43. Jahrgang erschet»ttSslich-vßerSva«tas«. Zugleich Abendausgabe de«.VonvSrt«'. Bezugspreis beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche.-».«OM. pro Monat. Kedaktioo und Expedition: Berlin SW«8. Lindenßr. s Fernsprecher: Dönboff 2S2— 297 Anzeigenpret«: Die einspaltigeNonpareillezeile «o Pf.. Reklamezeile S M. Crmäßigun en nach Tarif. PoSschecktonto: VorwärtS-Verlag G.m. b.H� Berlin Nr. s? S3S.— Der Verlas behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! �iesenbrand am Tiergarten Das Blücher-Palais am Brandenburger Tor in Klammen Der Umsturz in Spanien Die ersten Handlungen der Republik Madrid. 13. April, sivigottbericht.) Miuifterpräfidcnt Zamora hat gestern abend durch den Rundfunk folgende Botschaft an das Volk gerichtet: „Ich begrüste die Nation. Ich verlange von euch allen, daß ihr inmitten des Enthustasmns eure Würde bewahrt. Spanien muß einen Beweis von Größe ab- legen. Die Provisorische Regierung wird in einem Sinne arbeite», den ihr wünscht. Ahr habt das Recht, uns zur Verantwortung zu ziehen." Der Innenminister Miguel Maura fügte hinzu: „Volk von Madrid! Solang« der llöuig nicht die Hauptstadt verlassen hat, mußt du auf der Hut bleiben. Bewahre deinen Enthusiasmus, ohne dich entmutigen zu lasten. Es lebe Spanien, es lebe die Republik." Kein katatonischer Separatismus. Madrid. 13. April. Ministerpräsident Alcata Zamora hatte eine tele- Phouifche Untcredung mit dem vorläufigen Präsidenten der Republik blatalonien. dem Lbersten Maria. Maria dementierte die Gerüchte, wonach es sich bei Katalonien um eine separatistische Republik handele. Katalonien werde im Schöße der spanischen Republik leben. Er werde Blutvergießen zu vermeiden suchen. Der 14. April ist zum Nationalftiertag erklärt worden. Ausnahmsweise wird in diesem Jahre auch der 13. April als Nationalfeiertag begangen. Alfons geht nach England. Der Exkönig hat Madrid in Begleitung seine? Marinemimster? abends gegen II) Uhr im Automobil verlassen. Seine Familie wird heute von Madrid im Sonderzug über Paris und weiter nach London reisen. Die Familie dürfte im Londoner Kensinotonpolast untergebracht werden, wo auch die Mutter der spanischen Exkönigin. Prinzessin Battenberg, wohnt. Alfons hat ein Manifest an das spanische Volk ausge- arbeitet, das heut« veröffentlicht werden soll. Er ist bereits auf einem spanischen Kriegsschiff unterwegs nach England. Amnestie und Aemterwechsel. Madrid, IS. April.(Eigenbericht.) Die neue republikanische Regiexaing hat fast die ganze Nacht in einem Saal des Innenministeriums beraten, von dessen Balkon die republikanische Fahne weht. Die erste Amtshandlung der Regierung war ein Rundtelegramm an alle Zioilgouverneure, in dem diese auf- gefordert werden, ihre Aemter den Präsidenten der Landgerichte zu übergeben. Die Regierung hat auch sofort eine Amnestie für alle politischen vergehen erlassen. Bon dieser Amnestie sind ausgeschlossen alle Beamte, die sich irgendwelcher Dienstvergehen schuldig gemacht haben, und all« Personen, die wegen— Beleidigung oder Verleumdung bestrozt sind. Die Gefängnisdirektoren.sind telegraphisch angewiesen, alle politischen Durch ein Riesenscuer ist heule früh eines der älteren Vau- deukmäler Verlius. das sogenaunle Vlücherpalais am Varlfer Platz 2 bis 2a zu einem großen Test zerstört worden. Das alle, schöne Gebäude, das erst kürzlich vou der awerika- Nischen Lolschafl käuflich erworben wurde, war vom 2. Stock- werk bl» zum Dachgeschoß stuudenlaug ein einziges riesiges Feuer- meer. Fast schien es, als ob das ganze Vau werk den wüleudeu aDa« brennende Palais, ron der Srtedrlch£berl Straße gefehrn Elementen restlos zum Opfer fallen würde. Den übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehren ist es zu danken, daß der Gebäude- flügel voch dem pariser Platz gerettet wurde. Der D a ch st u h l des Hauses dagegen ist in seinem ganzen llmsange, in einer Länge vou etwa 120 Meter völlig zerstört worden. Das Feuer. das gegeu 144 Ahr früh entdeckt wurde, war um 9 Ahr früh soweit eingedämmt, daß für die angkeu, enden Gebäude keine Gefahr mehr bestaud. Die amerikanische Votschast. die zur Zeit in der Bleich- röderscheo Villa in der Vendlerstraße residiert, sollte iu absehbarer Zeil das Vlücher-Polais beziehen. Auch das a m e r I- konische Geueralkonsulat sollte in das Blücher-Palais verlegt werden. Das Blücherpalais ist ein zweiflügliger Bau, dessen eine Front nach der Friedrich-Ebert-Strahe und desien andere Front nach dem Pariser Platz liegt. Aus dem Hof befindet sich noch ein dreigeschossige? Qucrgebäude, dos von Privatleuten bewohnt wird. In dem Palais selbst sind die Büroräume der' Fcstmorkbank, der Zentralbank, die Stadt- wohnung des Bankiers G u t t m a n n sowie im Flügel nach dem\ Pariser Platz die Arbcitsräume des amerikanischen Handelsattaches. Einen besynderen Teil, im Innern des Gebäudes nimmt der achteckige hi st arische Blüchers« st- saal ein, der sich im 2. Stockwerk von der Friedrich-Cbert-Strätze bis zum Pariser Platz erstreckt. In dem Winkel, den das Gebäude on der hotfront bildet, geht vom Parterre bis zum Dachgeschoß ein Anbau, in dem sich ebenfalls sogenannte Repräsentation s- räume befinden. 3n diesem Anbau scheint nach den bisherigen Ermittelungen der Ausgangspunkt des verheerenden Feuers zu liegen. . Nachts um ZBS Uhr ertönten mehrere heftige Explo- fionen und Flammengarben schlugen aus den Fenstern des An- bans. Als der Nachtwächter hinzueiste, brannte es im 2. Stockwert schon lichterloh. Auf den telepkanisch gegebenen Feueralarm rückten �machst dreiZügeandie Brandstelle. Es zeigt« sich aber, daß (Fortsetzung aus der 2. Sette.) S>ie Stegierung der �Republik 3)er JtepubUkaner Ale als Zamora hat die neue Regierung, die proviforifdhe Regierung der Republik Spanien, gebildef Von links nach rechls: Itliguel'IlLaura Onneres); Fernando de los Xios(Söst..'Unterricht); Alvaro de Albomox, AJeala SBtunora CUVniflerprSfidium); Caballero(Sosu, Arbeit) und Cafare* Quiroga(marine) Me lllatfen Im ndgehu 11 g für Sahm bereits bestätigt. Ebenso Lange, Elsas, Asch und fünf(Stadträte. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt. hat das preußische Staatsmini st erium die Wahl des früheren Senatspräsidenten der freien Stadt Tanzig. Dr.-Jng. h. c. Heinrich Zahm, zum Qberbürger- meister der Stadt Berlin und die Wahl des Stadt- syndikuS Lange und des Vizepräsidenten des Deutschen und Preußischen Städtetages. Dr. Elsas, zu Bürger- meistern der Stadt Berlin bestätigt. Ferner hat der OberPrSsident der Provinz Brandenburg und von Berlin die Wahl von Bruno A s ch aus Frankfurt a. M. zum besoldeten Stadtrat(Stadtkämmerer) und die Wahlen der Stadträte Linxweiler(Dnat.). I u r s ch(T. Vp.f. K inscher(Wp.), Ahrens(Soz.) und Qrtmann fZoz.j zu unbesoldeten Stadträten bestätigt. Der Wahl des Stadtverordneten Fritz Lange(Komm.) zum unbe- soldeten Stadtrat hat der Oberpräfldent die Bestätigung Von Spanien bis Vußland. Kurze Zeitungsschau. l. HUiiiflcrprUfidenl Otto SSraun fprichl vor SEehnlauSenden berliner Soseialdemokraien über den Ramps um Preußen Gefangenen in Freiheit zu setzen. Der Kriegs- und der Marine- minister sind beauftragt worden, ähnliche Bestimmungen für das Heer und die Marine auszuarbeiten und so schnell wie möglich einen Gesetzentwurf über eine allgemeine Amnestie vorzubereiten, der eine Herabsetzung sämtlicher Strafsätze vorsieht. Emigranten kehren heim/ Monarchisten ziehen aus Paris, IS. April. Gestern abend sind auf dem Bahnhof Orsoy eine ganze Reihe Spanier, die hier in der Verbannung lebten oder auch ansässig waren, in ihre Heimt zurückgereist, darunter der neue Finanzminister und der neue Wirtschaftsminister. Zahlreiche spanische Monarchisten haben im Laufe des Dienstag die Grenze überschritten und sich nach Frankreich begeben. Nach Meldungen aus Madrid wurden in Provinzstädten die Denkmäler monarchistischer Führer zerstört. Die Straßenschilder mit den Namen gewesener Königsstützen oder Daktatoren, wie Primo de Rivera u. a., wurden abgerissen. Kampfbereite Arbeiterschast. Madrid über Paris, IS. April.(Havas.) Die Sozialistische Partei und die sozialistischen Gewerkschaften haben der Regierung mitgeteilt, daß sie ihr für den Notfall 100 000 bewaffnete Leute zur Verfügung stellen können. Einfache Aotch'zierung. Pari», 15. April. Das französische Außenministerium erhielt die Mitteilung vom Sturz des Königtums in Spanien und der Errichtung der Republik durch ein Telegramm der Telephonzentrale in Madrid, das einfach lautete: Es lebe die Republik! Oer Brand am pariser platz. (Fortsetzung von der I.Seite.) das Feuerwehraufgebot zur Bekämpfung des Brandes, der in wenigen Minuten Riesendimensionen angenommen hatte, viel zu schwach war. Die Flammen hatten aus das Hauptgebäude übergegriffen. Der Anbau wirkte wie eine Fackel. Nach allen Seiten wurden die Flamemn durch den heftigen Wind weiter- getragen. Der im 2. Stockwerk liegende große Prunksaal des Fürsten henckel-Donnersmarck brannte in feiner ganzen Ausdehnung und die angrenzenden Büroräume des amerikanischen Handels- ottaches sowie die luxuriös eingerlchlele Sladlwohnung des Bankiers Guttmann gingen ebenfalls bald in Flammen auf. In einem kurzen Zeitraum waren auf den Alarm„Alles Verfügbare an die Brandstelle" 14 L ö s ch z ü g unter Leitung des Oberbranddlrektors G e m p p und zahlreicher Branddirektoren angerückt. Don der Straße her wurden acht mechanische Leitern ausgerichtet, zwei weitere Leitern wurden vom Hos des Grundstückes hochgcwunden. Ein Gewirr von Schläuchen bedeckte bald die Straßen. Aus 22 Schlauchleitungen wurde das Feuermeer stundenlang bekämpft. Inzwischen hatten sich Rethingstrupps in das Hinterhaus bogeben, um die Bewohner, die sämtlich im Schlaf vom Feuer über- rascht worden waren, in Sicherheit zu bringen. Zum Teil nur notdürftig bekleidet, mußten die Mieter in aller Eile ihre Wohnungen verlassen. Ueber den völlig verqualmten Hof wurden die Gefahr- deten sicher ins Freie geführt. Der heftige Wind verursachte zeitweilig einen so starken Funken- regen, daß von der Direktion des Hotels Adlons, trotz der Entfernung, für den Luxusbau Befürchtungen gehegt wurden. Ebenso wurde die Feuerwehr vom Tattersall darauf aufmerksam gemocht, daß sich zahlreiche Pferd« tn den Ställen befänden, die durch Rauch und Hitze gefährdet schienen. Alle dies« Gefahren- Momente mutzten von dnn Brandleitenden. Oberbranddirektor Geinpp, berücksichtigt werden. Beim Vorgehen über das Treppen- haus erlitt Brandingsnieur Kallas erhebliche Knieverletzungen. mehrere Feuerwehrmänner trugen Rauchvergiftungen davon. Indessen wütete das Feuer— es war inzwischen$»5 Uhr ge- woiden— init unverminderter Heftigkeit weiter. Das zweite und drille Gsfchoß sowie der vachstuhl in der Frledrich-Ebert-Strahe, waren nicht mehr zu rellen. Der andere Flügel hingegen, am Pariser Platz, konnte bis auf den Dachstuhl gehalten werden. Die Hauptgefahr war nun beseitigt, der Riesenbrand lokalisiert. Der Schaden ist ungeheuer. Wertvolle Kunstschätze sind ein Raub der Flammen geworden. Zahlreiche kostbare Gobelins, die im 1. Stock- werk untergebracht waren, tonnten glücklicherweise von der Feuer- wehr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. lleber dem Feuermeer. Um H6 Uhr war es möglich, unter Führung des Oberbrand- direktors das Dach des Gebäudeflügels am Pariser Platz zu er- klimmen. Ueb'er winklige, hölzerne Treppen geht es nach oben. Aus den ersten Blick sieht man, daß, wie bei allen Bauten dieses Ursprungs, sehr viel Holz verwendet worden ist. Daraus erklärt sich auch das überaus schnell« Umsichgreifen des Riesenbrandes. Um 9 Uhr wurden die erschöpften Mannschaften durch frische Züge abgelöst und die Ausräumungsarbeiten wurden 3)er ausgebrannte �eftfaal vorgenommen. Die Wehrleute müssen mit größter Vorsicht zu Werke gehen, da fortwährend Mauerwerk einstürzt und hier und da immer wieder die Flammen auflodern. Von der Kriminalpolizei sind sofort Ermittelungen über die Entstehungsursache eingeleitet worden, die bisher jedoch noch zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Detonationen, die zu Beginn des Feuers vernehmbar wckren, sind vermutlich auf explodierende Iagdmunition zurückzuführen. Die Brandstätte zeigt ein Bild grausiger Verwüstung. Die Räume des Handelsattaches und des Fürsten Henckel von 'Donnersmarck sind vollkommen ausgebrannt. Die Decke des ersten Stockwerks ist eingestürzt. Es stehen nur noch die Brandmauern. Besonders tragisch ist, daß die Wohnung des Fürsten Henckel von Donnersmarck nsllkommen neu ausgestattet worden war und heute abend wieder bezogen werden sollte. Einberufung des Reichsrais. Bollsitzung am Dienstag. Der Reichsrat ist für nächsten Dienstag zu einer Voll- s i tz u n g einberufen worden, auf deren Tagesordnung hauptsächlich die Erledigung des Entwurfs einer ersten Durchführungs- Verordnung zum Gesetz über di« Abwicklung der Ausbringungs- Umlage und die Neugestaltung der Bank für deutsche In-j dustrieobligationen steht. Nachdem die Ausschüsse die Vor- arbeit sür diese Verordnung abgeschlossen haben, ist die Plenar- sitzung des Reichsrats wegen der Eilbedürftigkeit der Verabschiedung dieser Vorlage sofort einberufen worden. I Die bürgerliche Republik, die jetzt das Erbe der Monarchie an- tritt, kann schon nicht mehr mit den Mitteln der sogenannten bürger» lichen Demokratie sich an der Macht halten. Angesichts der Krise, die in dem ökonomisch rückständigen Spanien mit besonderer Schärfe wütet, und angesichts der akuten Verschärfung des Klassenkampfes, kann die Republik nur mit den Mitteln roher Gewalt ihre Macht etablieren. Daher ist auch ihre erste Amtshandlung die Drohung mit Gummiknüppel und P i st o l e.(„Rote Fahne".) II. In Dnjepropetrowsk wurde ein Prozeß gegen 68 frühere Ge- treidehändler, Agenten und ehemalige Großbauern durchgeführt, die in den letzten Jahren als Aufkäufer in der Getreideorganisation der Sowjetregierung angestellt waren. Die Anklage warf ihnen vor, in gegenrevolutionärer Absicht schwere Sabotage an der Ge- treideaufbringung ausgeübt, Getreide hinterzogen und den Bauern gefälschte Quittungen ausgestellt zu haben, um sie vor der vollen Erfüllung der Lieferpflicht zu schützen. Zehn Angeklagte wurden zum Tode verurteilt. Die übrigen 58 erhielten Gefängnisstrafen.(„Vossische Zeitung.") Kürten bereut. Die ersten Zeugenvernehmungen. Kürten bedauert seine Taten. Er bittet die Herren, ihm das ja zu glauben. Es fei kein Theater, sondern ganz echt. Er sei jetzt vollkommen ernüchtert, wenn er mit seinem Bedauern nicht von selbst herausgerückt sei, so bloß, um Mißdeutungen aus dem Wege zu gehen: die Presse habe ihm am ersten Tage ohnehin miß- verslanden. Früher habe er allerdings kein Bedauern gehabt.. Aber jetzt, jetzt beklage er tief dle armen unglücksellgen Opfer, insbesondere die kleinen Kinder... Kürten ist wirklich sehr fromm geworden: Während der Abnahme der Zeugeneide hält er seine Hände auf dem Bauch.zz salbungsvoll übereinandergefchlagen Dann hört er den Zeugen- bekunduNgen äußerst interessiert, ja gierig zu und macht ab und zu Notizen. Inwieweit detaillierte Erörterungen der achtzehn Jahre zurückliegenden Tötung des Klein notwendig sind, bleibt das Ge- heimnis der Prozeßführung. Kürten ist geständig, an seiner Selbst- bezichtigung ist nicht zu zweifeln, eine weitere Klärung des Tat- bestandes weder erforderlich noch möglich. Hier erscheint es am Platze, überhaupt ein Wort über die Technik der Kürten-Verhand- lung zu sagen. Es wäre unnützer Zeitverlust, sämtliche 300 Zeugen zu vernehmen. Wohl erscheint es notwendig, sein Verhalten während der einzelnen Ueberfälle zu überprüfen, um den Grad seiner Erregung festzustellen. Nur so dürste di« Frage der Ueberlegungsfähigkeit und der Ueberlegung zu beantworten sein. Die Vernehmung der Zeugen in den Fällen, da die Opfer tot sind, wäre dagegen völlig zwecklos, höchstens daß noch«in Zweifel an der Selbstbezichtigung vorhanden wäre. Wer wollte aber noch an deren Richtigkeit zweifeln? Es liegt nicht im Interesse der Allgemeinheit, die Verhandlung ins Uferlose auszudehnen. Man sollte die Verhandlung, sofern die U r- teilsfindung nicht darunter leidet, auf das not- wendigste Mindestmaß beschränken. * In der Mittwochoerhandlung des Mordprozesies Kürten wurde die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. Der Vorsitzende stellte die Anwesenheit der Zeugen und Sachverständigen sür den Fall Christine Klein fest. Vorher fragt der Vorsitzende den Ange- klagten, ob er Reue über seine scheußlichen Taten empfinde, die er an den beiden Vortagen so kalt geschildert Hab«. Der Angeklagte gibt zur Antwort: Ich kann versichern, daß ich ein tiefes Bedauern mit den armen unglücklichen Opfern, besonders den Kindern habe und daß ich das auf das Tiefste verabscheue. Aus die Frage des Vorsitzenden, ob er zurzeit der Begehung der Taten auch Reue empfunden habe, erwidert Kürten: Das allerdings nicht. Es folgt dann die Vernehmung der Sachverständigen. Als erster berichtet Medizinalrat Dr. P l e m p e l über die Auffindung der Leiche der Christine Kleine, die am 25. Mai, an einem Fronleichnamstage, in Köln-Mülheim in einem Busch ausgefunden wurde. Nach Angabe des Sachverständigen ist der Tod durch eine Kombinativn von Verblutung und Erstickung eingetreten. Das Flugzeugunglück bei Roihenburq. fvörlih. 15. April. Alle Insassen des bei Rothenburg(Oberlausitz) verun- glückten Flugzeuges v 1928 sind R e i ch s w e h r o f f i z i e r e. die zu einer eiligen Uebung von Berlin nach Görlitz wollten. Der Apparat war von der Reichswehr für den Flug ge- mietet worden. Von den sieben Reichswehroffizieren ist einer unver- letzt, während sechs leichtere Verletzungen davongetragen haben. Der ebenfalls in der Kabine sitzend« Funker Stöwer hat in der Hauptsache schwere Gesichtsoerletzungen davongetragen. Der Pilot Schirner und der Bordmonteur Bischofs sind anscheinend von dem Motor des Flugzeuges erdrückt worden, der sich bei dem Aufprall losgelöst hatte. In hiesigen Lustsahrtkreisen legt man Wert auf die Feststellung. daß das zwischen Rietschen und Hähnichen im Kreis Rothenburg (Oberlausitz) abgestürzte Verkehrsflugzeug D 1928 e r st b e i m A u f- prall auf die Erde in Brand geraten ist und sich nicht etwa schon in der Lust entzündet hat. Sieg der Sachlichkeit Betrachtungen nach der Berliner Magistratswahl Die von der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfrattion jetzt getroffenen sachlichen und taktischen Wahlentscheidungen müssen auf der Grundlage der zahlenmäßigen Zusammensetzung der Berliinsr Stadtverordnetenversammlung als im Interesse der Partei und der Stadt Berlin liegende Notwendigkeiten klar erkannt werden. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung haben gegen- wärtig die Sozialdemokratie 66� die KPD 54, die Mitte (Volkspartei 16, Staatspartei 14, Wirtschastspartei 10, Zentrum 8) 48 oder bei Hinzutritt der 3 Mitglieder des Christlichen Volks- dienstes 51, die Rechte(Deutschnationale und Nationalsozialisten) 54 Mitglieder. Ein Zusammengehen von Sozialdemokraten und Kommunisten ergäbe eine Mehrheit von 120 Stadtverordneten oder von 117 nach Anrechnung von drei an ihrer Anwesenheit aus ver- schiedenen Gründen langfristig verhinderten Kommunisten. Die Rechte und die Mitte(einschließlich des Christlichen Volksdienstes) brächten insgesamt 105 Mitglieder aus, hätten also bei dem bisher zu beobachtenden nichtgeschlossenen Vorgehen von Sozial- demokraten und KPD. eine glatte Wahlmehrheit. Seitdem die kommunistische Stadtverordnetenfraktion 1026 bei den Etatberatungen gewaltsam die damals ernsthaft diskutierte Grundlag» zerschlug, die von Sozialdemokraten und Kommunisten gemeinsam hätte getragen und verantwortet werden können, konnte eine„proletarische Einheitsfront� in der Berliner Stadtverordneter- Versammlung nie mehr hergestellt werden, am wenigsten in der Gegenwart, in der die KPD. mit den wüstesten, blödesten Be- schimpfungen und Verleumdungen der Sozialdemokraten ihre Agi- tation fast ausschließlich bestreitet.— besonders in Berlin! Wer — vielleicht nicht völlig mit diesen Dingen vertraut— etwa noch Zweifel gehabt hätte, wäre völlig belehrt und bekehrt worden durch die bei den letzten Debatten im Wahlausschuß vom Kommunisten Wisnewski getroffene„grundsätzliche Feststellung": „Die kommunistische Fraktion wählt für keinen der freien Magistratsposten einen Sozialdemokraten, da ein Sozialdemokrat sich in nichts von einem Bürgerlichen unterscheidet, höchstens, c,oß er in der Ausplünderung der werktätigen Massen noch bruraler vorgeht als ein Bürgerlicher." Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion war im steten Einverständnis mit der Berliner Bezirksleitung ernsthaft gewillt, die Verantwortung für das in zehn schweren Arbeitsjahren mühevoll Erreichte auch äußerlich sichtbar dadurch zu übernehmen, daß sie ein- mutig für die Wahl eines sozialdemokratischen Oberbürger- meisters eintrat. Diese Wahl war aber auf Grund der oben an- gegebenen Zahlen mit sozialdemokratischen Stimmen allein nicht durchzusetzen. Zur Erzielung einer Wahlgrundlage mußten also Besprechungen geführt werden. Da die Kommunisten als Wahl- und Verhandlungspartner sich selbst ausgeschaltet hatten, mußte versucht werden, ein« Basis zu finden in Unterredungen mit Vertretern anderer Fraktionen, die den Wunsch hierzu erkennen ließen Das waren die Gruppen der Mitte. Trotzdem diese in den Aussprachen die fachlichen und menschlichen OualilSlen des sozialdemokratischen ,3,. Sandidalen, des Altonaer Oberbürgermeisters Brauer, voll anerkannten, konnten sie sich infolge„politischer Hemmungen" zur end- gültigen Zustimmung nicht entschließen. Die sozialdemokratische Fraktion mußte bei solcher Sachlage darauf verzichten, ihren im„Vorwärts" genannten Kandidaten im Wahlausschuß zur Diskussion zu stellen, weil er— ohne endgültig nominiert zu werden— auf solche Weise doch nur Ziel widerlichster Beschimpfungen durch die Kommunisten geworden wäre, die hier- mit schon bei den letzten Debatten im Preußischen Staatsrat über das neue Berlingesctz begannen, für das Genosse Brauer dort Mit- berichterstatter war. Es ist nur zu begreiflich, daß eine in ihrer gegenwärtigen Tätigkeit allseitig anerkannte Persönlichkeit wie Max Brauer in Würdigung aller Umstände schließlich den Wunsch hatte, nicht weiter Mittelpunkt erfolgloser Wahl- erörterungen zu lein. Dieser Wunsch mußte respektiert werden. Dennoch konnten die Sozialdemokraten die Dinge nun nicht ein- fach lausen lasten, wenn gemäß der Erklärung ihres Redners bei den Etatberatungen für 1930 der Einfluß der intransigenten Oppo- sitionsgruppen sich nicht verstärken sollte. Der„völkische Beobachter" der deutschnationalen Stadtverord- netenfraktion, Dr. Steiniger, hatte allzu geschäftig und allzu deutlich in Wort und Schrift erkennen lassen, welche Taktik zur Vorbereitung der Vernichtung de» sozialdemokralischen Milbestimmungsrechts im Magistrat ihm angenehm gewesen wäre, nämlich die Schaffung eines bürgerlichen Wohlblocks. Eine grenzenlose mensch- liche und politische Dummheit wäre es gewesen, wenn die Sozial- demokraten im Berliner Rathause die Voraussetzungen für den Er- folg einer solchen deutschnationalen Taktik hätten schaffen Helsen. Sie haben in richtiger Erkenntnis dieser Zusammenhänge, aber auch im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortung für den„bürgerlichen" Dr. S a h m gestimmt, der schließlich allein von allen ernsthaft zu wertenden nichtsozialdemokratischsn Kandidaten übrig geblieben war. Gründe der Sachlichkeit, die aus dem vorstehend Dargelegten hervorgehen, waren dafür allein bestimmend, wie auch der Wille für eine notwendig« korrekte Zusammen- arbeit, der die Danziger Parteigenosten ja auch jahrelang zur Unterstützung Dr. Sahms veranlaßt hatte. Im Vergleich mit Dr. Steiniger, der in sich einen er- ledig ten kommunalen Begriff von ehedem verkörpert, zeigt Dr. Sahm gerade durch die Anerkennung der Arbeitsgrund- lagen, die In Danzig ursprünglich gegeben waren, daß er der be- sonders schwierigen Berliner Konstellation verständnisvoll gegen- überstehen wird. In Verbindung mit der Wahl Dr. Sahms zum Oberbürgrr- meister konnten die Posten eines Bürgermeisters und des Stavt- rats, der die Kämmcreigeschäfte übernehmen wird, mit zwei Sozial- demokraten, dem bisherigen Stadtsyndikus Lange, und Bruno Asch, dem Frankfurter Kämmerer, besttzt werden. Uebereinstim- mende Urteile der Presse verschiedener Richtungen(mit Ausnahme der Press« der Oppositionsparteien) und Erklärungen von Vertretern bürgerlicher Stadtverordnetenfroktionen in den voraufgeganaenen Verhandlungen zeigen, wie völlig sachlich einwandfrei durch die Sozialdemokraten hier die Auswahl erfolgte. Daß dies der Fall ist,— daß in Wirklichkeit so gar nichts übrig blieb für«in Verächtlichmachen dieser beiden sozialdemo- kratischen Kandidaten—, das ist der besondere Schmerz der als „vereinigte Opposition" von ihrem„geistigen" Führer Wisnewski in der Berliner Stadtverordnetenversammlung bezeich- neten Gruppen der Deutschnationalen, Nationalsozialisten und Kom- munisten,— einer Opposition, die durch einen infolge„B e- triebsunfalls" bekanntgewordenen offiziellen Besuch deulschnationaier Vertreter bei dem Kommunisten Willi Kasper wohl besonders gefestigt werden sollte. Eine glückliche Ergänzung des Magistrats stellt auch Dr. Elsas dar, der bisherige Vizepräsident des Städtetages und frühere demo- kratische wurttembergische Landtagsabgeordnete. Auch für ihn, der als erfahrener Wirtschaftspolitiker gilt und den anderen Bürger- meisterposten neben Lange bekleiden soll, haben die Sozialdemo- traten gestimmt. Aus dem sinnlos gellenden Wutgeheul der„vereinigten Oppo- sition" von rechts und links sind Worte, wie„Kuhhandel",„Schie- bung",„Stellenjägerei" verständlich geworden. Als„Stellenjägerei" bezeichnet man es, wenn fachlich anerkannte Persönlichkeiten bisher erfolgreich bekleidete Posten mit Stellungen vertauschen, die materiell für sie gar keine oder nur ganz geringe Verbesserungen bedeuten, Oer Kampf um die Klamotten Lungfrau Goebbels:„Mein ist der Schrank und mir gehört er zo.� aber nach den bisher in Berlin gemachten Erfahrungen allerstärksten Neroenverbrauch fordern und noch auf Jahre hinaus keine Aussicht bieten auf ausgleichende günstige Arbeitsergebnisse, die auch der Oeffentlichkeit sofort offenbar werden könnten. „Kuhhandel" und„Schiebung" nennt man ernst und energisch geführte Verhandlungen, als deren Ergebnis«in« erhöhte Verant- wortung der Partei und Fraktion durch Besetzung des zunächst ge- wiß nicht angenehmen Kämmererpostens mit einem Sozialdemo- traten erreicht wird. Die auf neue Berliner Posten gelangten sozialdemokratischen Mägistratsmitglieder werden mit den bisher schon(besoldet oder unbesoldet) erfolgreich tätig gewesenen Parteigenossen sachliche Leistungen vollbringen können Das Verantwortungsbewußtsein und die Richtigkeit der Taktik der Sozialdemokraten zeigen sich in der schließlich gelungenen Er- möglichung der Befestigung der zahlenmäßigen Grundlagen ihres Einflusses(8 Sitze in einem Kollegium von 18 Mitgliedern). Aber das allein möglich gewesene Zusammengehen mit den Mittel- Parteien hat auch zur Folge eine Begrenzung der Ein- w ir ku n gs m ö g l i ch k e i t der geschworenen Feinde der jetzigen Kommunalverwaltung Berlins und die Zerstörung ihrer auch im„Berliner Lokal-Anzeiger" jüngst noch stark betonten„antimarxistischen" Absichten. Führt die Wirkung dieses Zusammengehens vielleicht auch in anderen maßgebenden Fragen zu günstigen Ergebnisten und wird dadurch nach Perioden größter Arbeitserschwerungen eine stetige normale Tällgkeil aller Organe der Skadt Verlin gesichert, so wird der praktische Wert und das eigentliche Ziel der unter verantwortungsbewußter Führung der Sozialdemokraten jetzt durchgeführten Wahlen noch deutlicher werden. Der„Berliner Lokal-Anzeiger" überschrieb am 9. April eine seiner Wahlooraussagen„Sieg der Sozialdemokratie". Die in ihrer politischen Bedeutung immerhin bemerkenswerte Kenn- Zeichnung soll gelten!! Wertvoll ist es für die Berliner Sozial- demokrotie, daß dieser„Sieg der Sozialdemokratie" zugleich ein „Sieg der Sachlichkeit" ist! End, Flatar.. !- Illanon Ccscaui Der gestrig« Premierenb-richt war vom Miß- 1«schick sinnstörender Fehler besonders Hort betroffen. Der Sopran Jarmila Novatnos sollt« nicht als„hart", sondern als zart, der Kom- ponist Puccini nicbt als„Kenner", sondern als Könner gekenn- zeichnet werden. Und der Manon-Stoff hatte durch Massenet nicht ein«„wirkungsvolle Reformung", sondern eine wirkungsvo"-,« Formung gesunden. K. P. Eine Gedenkfeier sür Gerhard Röhls» wurde in der Aula des Realgymnasiums in Vegesack am Dienstag zur Erinnerung des 100. Geburtstages des in Vegesack geborenen Afrikaforschers ab- gehalten. Eine Zugoslawisch-Deulsche Gesellschast wurde in Belgrad, wo zur Zeit eine groß« Ausstellung deutscher Kunst unserer Zeit stattfindet, begründet. Si« will in Ergänzung der Arbeit, die mehrere deutsch-jugostawiiche Gesellschaften, vor allem ti« in Frankfurt a. M., l«is»«n. die Beziehungen zwischen den beiden Böl- kern und Kulturen stärken. Die Ur-Riesenschildkröle gefunden. Kürzlich gelang e» dem in Indien reisenden Dinosaurierjäger Brown, die Reste einer vor- geschichtlichen Riesenschildkröte aufzufinden, die wahrscheinlich die Urform darstellt, aus der sich die späteren Schildkröten«ntwickelr haben. Die woblerhaltene S-bale dieses Riesentieres ist 210 ZeNti- metcr lang, 90 Zentimeter hoch. Lebend dürfte die Riesenschildkröte ungefähr 2000 Pfund schwer gewesen sein, also siebenmal schwerer als die größten, der jetzt auf der Erde lebenden Riesenschildtröten. „Tke EnglisH Playhouse", Direktion ÖSSfta Richter, veranstaltet im Tbeater in der Bebrcnstrahe Sonnabend nachmittag 4 Uhr eine Wohl- läligteitSvorstellung von Shaw»„Candida". Ernst Legal bestätigt. Oer neue Intendant des EtaatstheaterS. Ernst Legal, der fast ein Jahr lang prooisorrsch die Inten- dantengeschäfte des Staatstheaters besorgte, ist nun endgültig mit der Verwaltung dieses Amtes betraut worden. Sein Kontrakt mit dem preußischen Staat soll auf mehrere Jahre lauten. Legal gibt den Direktorposten an der Krolloper auf, der ja sowieso mit der Auslösung des dritten Berliner Opernhauses erledigt gewesen wäre. Man erinnert sich, daß Ernst Legal als Schauspieler ein guter, ja technisch vollendeter Sprecher gewesen ist. Die Episoden, die er spielte, waren nicht Träger des Stückes, doch Legal gehörte zu den angesehenen Künstlern. Außerdem wurden ihm stets besondere Verwaltungsgeschicklichkoiten nachgerühmt. So konnte er als Inten- dant nach Kassel gehen. Von dort wurde er bald nach Berlin ge- holt, um den Direktorposten für die wirtschaftlich schwer bedrückte Krolloper zu übernehmen. Hier leistete er als finanzieller Refor- mator, aber auch als nachgiebiger Beschützer des modernsten Opern- wesens gute Arbeit. Es war seinem Verständnis zu danken, daß in dem Krollhause die interessantesten musikdramatischen Ex- perimente durchgesetzt wurden. Jessner unterlag vor einem Jahr der öffentlichen Meinung, seiner eigenen Ermüdung und der allgemeinen Finanzkrise. Das Land Preußen war außerstande, diesen ehrgeizigen, kostspieligen und nicht mehr erfolgreichen Experimentator zu unterstützen. Zu der Sparsamkeit und sogenannten Rationalisierungskrast Legals hatte das Kultusministerium Vertrauen. Der fleißige Mann nahm es auf sich, den Etat der Krolloper und des Staatstheaters gleich- zeitig abzubauen und doch nicht unter«in gewisses repräsentatives Niveau hinunterzugehen. Was Legal im Laufe seines bald ein Jahr dauernden Inten- dantenprovisoriums schuf, ist nicht erheblich. Seine eigenen Regie- taten waren nicht sehr originell. Die Aussichtsbehörden sagten sich aber, daß Legal mit den bescheidenen Mitteln, die man ihm jetzt gewährte, auch nicht viel mehr leisten könnte. Jetzt, da Legal endgültig Intendant des Staatstheaters wird. hat sich die Finanzlage Preußens noch mehr verschlimmert. Es muß noch mehr gespart werden. Ob das Schillertheater, das zweite besonders auf Volkstümlichkeit und billige Preise fun- vierte Staatstheater, weiterbestehen soll oder nicht, ist noch nicht klar. Immerhin ist zu sagen, daß man von der geschäftlichen Rührig- keit und Gewandtheit Legals die Lösung sehr schwieriger Fragen erwartet. Denn das Staatstheater kann nicht vollständig aus dem modernen dramtischen Getriebe herausgerissen werden. Es braucht Regisseure, die nicht nur zu gelegentlichen Glanzgastspielen engagiert werden. Den Personalbestand darf man nicht der Qualität nach vermindern. Denn gerade das Staatstheater der Republik hat ganz bestimmte künstlerische Repräsentationspflichten zu erfüllen. Das klassische Drama darf ebenso wenig vernachlässigt werden wie das modernste Theater. Allzu viele Einflüsse machen sich gerade in diesem Moment geltend, um das deutsche Theaterwesen nur einer politischen Muckerkonjunktur entgegenzutreiben. Schon spüren wir an dem Repertoire der Berliner Privattheater, daß die Di- rektoren zaghaft, ja sogar ganz feige geworden sind. Sie suchen inbrünstig nach Amüsierstücken, die auch nicht bei den Züchtern von weißen Mäusen und Blindschleichen anstoßen. Eine große Er- mattung zeigt sich, und es wäre Pflicht eines Staatstheaterinten- danten, hier eine rein künstlerische und von allen niedrigen Stro» münzen unberührte Richtung einzuhalten. *» ♦ In dem Programm, das der neue Intendant für die neue Spielzeit ankündigt, sollen in der Hauptsache deutsche Autoren zu Worte kommen und die Klassiker gepflegt werden. Das Reper- toire der Schauspielhäuser wird im Zeichen des Goethe-Iahres stehen: im Staatlichen Schauspielhaus am Gcndarmenmarkt wird Faust I. und II. Teil aufgeführt, dazu neueinstudiert„Torquato Tasso",„Iphigenie" und„Die natürliche Tochter". Das Schiller- theater wird in einer Neuinszenierung„Egmont" herausbringen. Eine F e st w o ch e wird dann alle im Spielplan befindliche� Werke Goethes vereinigen: von Nebenwerken Goethes wird am Gendarmen- markt noch„Triumph der Empfindsamkeit" mit einer von Krenet geschriebenen Musik gezeigt werden. Gerhart Hauptmanns 70. Geburtstag soll mit einer Neu» inszenierung seines ersten Werkes„Vor Sonnenaufgang" am Gen- darmenmarkt und mit einer Neuinszenierung des„Biberpelzes" im Schillertheater festlich begangen werden. Zu S ch n i tz l e r s 70. Ge- burtstag wird„Der Gang zum Weiher" am Gendarmenmarkt auf» geführt. Das übrige Programm der Neuaufführungcn und Neu- inszenierungen umsaht im Schauspielhaus Werke von Unruh(„Offiziere"), Barlach(„Die gute Zeit"). Wcdelind (.�heracles"), dazu Hebbels„Gyges und sein Ring" sowie Ibsens „Peer Gynt" in einer originalgetreuen Wiedergabe. Vorgesehen ist auch die Neueinstudierung eines Shakespeare-Dramos. Für das Schillertheater sind geplant Georg Hirschfelds „Agnes Jordan", Hans Kysers„Schicksal um Bork", 5)olbergs„Jeppe vom Berge", das zusammen mit einer Komödie von Goldoni ge- bracht werden wird, ferner Schillers„Räuber". Von Raimund wird „Alpenkönig und Menschenfeind" in den Spielplan aufgenommen werden. Oer größte Park der Weit. New Dork hat j�tzt durch die Erweiterung des Naturschutzgebiet«/; von Adirondack den größten Naturpark geschaffen, den e; nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern wohl auch in der Welt> bt. Ein Gesetz erweitert die Grenzlinie des Adirondackparks um 4000 Quadratkilometer und dadurch erhält vas Gebiet eine Ausdehnung von 124)00 Quadratkilometern. Von dieser Flüche inüssen 8500 Quadratkilometer für immer als wildes Wakdg-'bi t erh-lt'""-e-r n. und nicht einmal das abgefallene Holz darf entfernt werden. Fünf Gebirg�-etten und mehr als 100 Seen bcsinden sich in oie.cm Be- reich. Die Wasserflächen bedecken«in Gebiet von 1000 Ouadratkilo- Metern. Der höchst« Berg des Staates New Park, der Mount Marcy befindet sich in dem Part. Der neue Adironvackpark umfaßt ollein mehr als die Hälfte des gesamten Gebiets der 23 Naturparks, die von der Regierung der Vereinigten Staaten unterhalten werven. Der nächstgrößte ist der Pellowstonepark in Wyoming mit 4500 Quadratkilometern: dann kommt der Schutzpark von Mount McKinley in Alaska mit 4200 Quadratkilometern und der Glacirr- park in Montana mit 2500 Quadratkilometern. Ein Rolhschtld-Vluseum in Frankfurt a. JH. Das alte Bant» hau» der Rothschild in Frankfurt, die erste Niederlassung dieser berühmten Familie von Finanzleuten. ist in ein Museum sür jüdische Altertümer umgewandelt worden. Wie Pariser Blätter berichten. hat nun die Frau Edmond Rothschilds eine bedeutende Summe gestiftet, um die Fastade des Hauses, die ausbesterunosbedllrftig ist. zu erhalten. Außerdem sollen bedeutende Erweiterungen des Museums vorgenommen werden. Während im Parterre die An- denken an die Familie Rothschild aufgestellt werden, soll außerdem eine Bibliothek, ein Saal für Vorträge und ein Lesesaal eingerichtet werden. Waffen im Gpandauer Forst. Maschinengewehrschlösser sind„Gerümpel�. Der große waffenschiebullg-prozeß. dcsseo Verhandlung schon einmal im März begonnen wurde, findet heule vor dem Schöffengerichl Charlolleabung stall, das im großen Schwurgerichlssool logt. Angeklagt find der Gastwirt Willi Hoppe, die Polizeisekretäre Reimers. Wille und M a z a n t e. der Schlosser p a e l e l. der llnterwasfea- meifter Heinrich und der waffenhändler Hochhaus. Vorgeworfen wird ihnen u. a. Amtsualerfchlagung, gewerbs- mäßige Hehlerei, vergehen gegen das Srlegsgerälegefeh und gegen die Verordnungen über die Verwendung von heeresgut. sowie gegen die Bestimmungen über Schußwaffen und Munition. Der Ausgangspunkt zur Ausdeckung dieser Straftaten war, wie erinnerlich, ein Lerkehrsunglück in der Nähe von Potsdam. Dort wurde im Juli 1Ü30 der beim Polizeipräsidium Potsdam be- schöftigtc Kurt Dörre bei einem Zusammenstoß mit einem Auto getötet. Bei der Untersuchung fand die Polizei in der hinter- iasienschast das Toten eine umfangreiche Korrespondenz, aus der hervorging, daß Dörre sich mit Waffengeschäften befaßt hatte und daß die heute unter Anklage stehenden Personen mit diesem illegalen Handel zu tun gehabt haben. Eine Haussuchung bei dem Gastwirt Hoppe förderte ein Lager an Wasfenteilen zutage, das er einerfests von dem toten Dörre, andererseits von dem Ange- klagten Reimers bezogen hatte. Nach Hoppcs eigener Angabe hatte er diese Wasfcnteile aufgekauft, um sie an den Argentinier Hochhaus weiter zu geben, der angeblich einen behördlichen Auftrag zum Per- kauf solcher Dinge hatte. Reimers hatte die an Hoppe verkauften Maschinengewehrschlösser von Paetel, Mazanke, Wille und Heinrich erhallen. Bei der polizeilichen Vernehmung hallen die Angeklagten umfangreiche Geständnisse abgelegt. Reimers Halle zugegeben, im Laufe der Zell an Hoppe etwa 1200 Maschinengewehrschlösser verkauft zu hoben, die teilweise aus„schwarzen B e st ä n d e o' stammten.'Die übrigen Lieferanten hatten teilweise zugegeben, daß sie in erheblichem Maße Waffenteile, die sie für unbrauchbar hielten, aus ihren Amts- beständen entwendet hatten, um sich dadurch einen kleinen Neben- verdienst zu �schaffen. In der ersten hauptverhandlung im März hallen sie dies« Angaben widerrufen und behauptet, daß der Kriminalkommisiar Mühlfriedel sie unter der Drohung mll Unter- suchungshaft und mll der Verhaftung von Familienangehörigen zu lügnerischen Angaben gezwungen Halle. Da dieser Zeuge damals beurlaubt war, wurde die Verhandlung aus heute vertagt. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat h e l l h o f s— die Anklage vertritt Staatsanwaltschasllat Schade— wiederHollen heute die Angeklagten ihre damaligen Bekundungen. Sie behaupteten, nur einige MG.-Zubehörteile, die teilweise als„Ge r ü m p e l� aussortiert waren, oder die sie, wie Paetel angab, im Walde gefunden hatten, welleroerkauft zu haben, da sie von Reimers gehört hatten, daß eine von den BeHorden legllimierte Firma mll dem Ankauf solcher Wafsenreste zur Verwendung für die Schupo beauftragt worden wäre. Vor allem betonten sie, daß es sich nur um einzelne Teils gehandelt hätte und nicht, wie sie in den Polizeigeständnissen angegeben hätten, um umfangreiche Lieferungen. Sozlallsfisdie Arbetler-Jndend Groft-Berlin. Am Sonntag, dem 10. April 1031, II'/, Uhr. „V olktbfihne-', Theater am BÜlowplati: WERBEFEIER „Tritt ein, kämpf mitl" Jngcndorchcater/ Film ✓ Singkrcis/ Sprech- and Bearegangschor der SAJ. Grofj-Bcrlin, Eiciriit 50 Piennig. Einlaß ab 1t Uhr. Karten sind im Jußendsekretariat Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, 2. Hof, Z Treppen links, erhältlich. Saroiti-Aestle-Allüren. Ein Feldzug gegen die Arbeiterschaft. Ein neuer sozialer Ungeist macht sich in der Leitung der Sarotti- A.-G. mehr und mehr bemerkbar. Seitdem die Aktienmehrhell der Sarolli-A.-G. zum Nestle-Konzern übergewandert ist. geht es bei Sarotti in Tempelhof nur noch im Zickzackturs, der sich insbe- sondere stark gegen die Arbeiterschaft richtet. Man kann sagen, daß die bisherig« Direktion vor der Der- schmelzung mit Nestle Großes im Ausbau geleistet hatte. Der Brand im Jahre 1322, der die Produktionsställen vollständig vernichtet, wurde mit großer Mühe überwunden, ohne daß die Herstellung von Sarottt-Artikeln und die Güte der Ware darunter litten. Auch wurde damals bei dem Riesenbrandunglück, das die Arbeiterschaft chrer Arbeitsstätte und vielfach selbst ihrer Kleidung beraubte, von der Direktion Entgegenkommen gezeigt. Die Leitung der Sarotti-A.-G. bemühte sich, mit der Arbeiterschaft auf gutem Fuße zu stehen. Heute ist das alles anders geworden. Die Methode des Konzerns macht sich deutlich bemerkbar. Unter dem Vorwand von Sparmaßnahmen zugunsten hoher Dividendenwirtschaft trifft man allerlei kuriose, oft widersprechende Anordnungen. Es wird«in Sparmerkblatt an die Arbeiter- schaft herausgegeben, worin aufgefordert wird, mit Licht und Kraft zu sparen, aber vor allen Dingen keine Minute stillzustehen, da eine Minute bei tausend Menschen tausend Minuten oder mehr als einen Arbeitstag ausmacht, und dergleichen mehr. Man, verlangt Leistungssteigerungen über Steigerungen, die sich schließ- lich an der bisherigen Güte der Ware bemerkbar machen. Klagen der Arbeiterschaft wurden in den bewegten vergangenen Zeiten von der Direktion prinzipiell auf dem Verhandlungswege erledigt, meist zur Zusriedenhell beider Teile. Heute arten die vom Zaune gebrochenen Differenzen aus. Die Klagen wegen Ent- laflungen aller Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht nehmen kein Ende. Man weiß nicht warum. Leider hat die Direktion nicht das richtige Gegengewicht im Arbeiter- und Betriebsrat. Der kommunistische Verhandlungsausschutz wird von der Direktion nicht für voll angesehen, seine Anträge werden nicht ernst genommen und fallen zum Schaden der Arbeller- schaft unter den Tisch. Für die Arbeiterschaft werden die Zustände immer schlechter und schlechter. Die Direktion nützt die Unwisienhell und die Einfall einer sich klug und revolutionär dünkenden Arbeiter- gruppe ständig aus zum Nachteil der gesamten Arbellerschaft. Der kommunistische Verhandlungsausschuß ist in jeder Beziehung unfähig und ohnmächtig. Madjarische pogromiste«. 3om Attentat in der Synagoge. Budapest. 15. April. In der Angelegenhell des Revolverallentats in der hiesig«« Hauptfynagog« ist ein- sensationelle Wendung eingetreten. Der Attentäter Ingenieur Emll Zatloka ist au? der Irrenanstalt an die Staatsanwallschaft abgeliefert worden. Einem Funktionär der orthodox-jüvischen Gemeinde hat bereits am 29. März d. I., sechs Tage vor dem Anschlag,«in Ofener Gastwirt mllgeteilt. es habe eiue Aaffia bejchlosseu. in ciuem israelltlschen Tempel ciu Reoolverallental aussühreu zu lasten. Der Wirt Abraham Knoll wurde häufig von einem älleren Mann namens Josef P a l i ch aufgesucht. Palich erzählte, daß es in Buda- pest eine Gesellschaft gebe, der auch Intellektuelle angehören. die im Lande einen politischen Umsturz herbeiführen wolle. Zu diesem Zweck solle eine g r o ß e Ju de n v e rf o l g u n g«ingeleitet werden und am 22. März sei in einer Versammlung ein Revolver- anschlag in einem jüdischen Gotteshaus ausgeheckt worden. Der Funktionär der orthodoxen Gemeinde wandte sich, als er hiervon er- fuhr, an die Polizei. pallch, der am Tage des Atteulals aus Budapest verschwunden war. wurde schließlich in der Ortschaft Gara ermittelt, wo er ein Kino eröffnen wollte. Er versicherte, daß er den Wtentäter Zatloka nicht kenne. Dem Gastwirt Knoll habe er von einem Anschlag nichts mllgeteilt. In die Angelegenhell wird erst volles Licht gebracht werden, wenn Josef Polich in Budapest eintrifft und vernommen wird. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, über den Attentäter Emll Zalloka die Untersuchungshaft zu verhängen und gegen ihn die Untersuchung wegen Mord und Mordversuch einzulellen. Ein Tag Zwangsvegeiarismus. Protestaktion der tschechoslowakischen Schlächter. Prag, 15. April. Die gesamte Einwohnerschaft der tschechoslowo- tischen Republik ist gestern zu einem fleischlosen Tag verurtellt worden. Die Schlächter hatten den Beschluß gefaßt, zum Zeichen des Protestes gegen die hohen Abgaben und die Haus- schlachtungen auf dem Lande ihre Betriebe am gestrigen Tage geschlossen zu hallen. Dieser„Streik" ist auch tatsächlich in der Hauptstadt der Republik und— sowell bisher Meldungen vorliegen — in den übrigen Teilen des Landes restlos zur Durchführung gelangt._ Städtische Gaswerke. gtüz bic SPD.-Genossen vom Rohrnen motqtn, Dnnnemtaft, 1»V6 Übt, im Safol„gnm Schinka-Pnk". Kastanie Nolle« 54, michtiqe VerfamnUnnq mit Siunpntbisierenben. Sleferrnt Karl Steffel. Alle Genossen müsse« erscheinen. Set FraUlonaoorftanb der SPD. Berontworil. kür die Nedaüion: Herbert Lep/re, Berlin: Anzeigen: Tb. Glode. Berlin. Berla«: Vorrnäriz Verla« G. m. b. S.. Berlin. Druck: Borrnäris Buch. druck« tri und Derlagsanstalt Paul Sin«er öe Ca.. Berlin SW«. Lindrnstrake S. Hier»» l Beilage. GROSSEM SCHAUöPIELHäUö Täglich 8 Uhr: Im WOIHM ROUI. Stg. nachm 3Uhr OriginalbeSctzung billige Preise Reg e; Erik Charell. PItASa Alex. 8066 Täglich 5,«», Sonntags 2, 5, 8,ä Nehm. 50 Pf— t M.. abds. 1-2 M. :ffeule letaler«apl 2Uiie-e*e Toni, Komik, MUgOS Gesang Hans Kelischor, Moasar Josä, Oklto usw. Ab morgen »oi'stanaig neues Programm! fk uhr CASINO-THEATER Lothr»nger Strato 37 iiiirnmiiiiiiiiiimminiiiiinnti»»itinnnmiuiMinMtiiMimtiniiii = Der neue Schlaaen= „rr Witnt von Jise" Da.,. ce-» neco Pect Proörarnm Gutschein 1-4 Personen Fauteuil 1,25 M. Sessel 1.75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 PL, Rang 60 Pl.l WinNä,. • Garten• 8 15 lllir. Zentr. 2819. lertubt. Davelraa-Ballett. Gretl. Vernon, 2 HartveDs. Rio State Marimlia Band a». UCHT dm seheiiswurdigken Benins i tunrende Variete- und FiimbDnne Direktion: Lais Gutman | Dienstng. 14. April». Moaiag. 20. tprll j Dlilosnt Paul Renstl 3 Robbisons und ein Flügel Fred Berger der Humorist Oer besoffene Hund Eine Jusffge Szene m.Fred Berger FILMTEIL 2. Wodhr. Der größte Lachschlager, der bis. her gedroht wurde, den Tausende ein zweites Mal sehen wollen Darum 1 Woche verlängert Der wahre JaKob mit FELIX BRESSART. PAUL HEVCKFlLS, RALPH ARTHUR ROBERTS. AWY AHLERS. Beginn der Vorslellnngen I Wochent S><- u. 8'« Uhr. Sonntags 3. 5"e. 8'/« Uhr. Sonntags 3 Uhr Einheitspreis: Parkett u. Rang 0.80 M.. Balkon und Loge 1,20 M. Vorverkauf ab 12 Uhr für 7 Tage im voraus BETRIEB /JK KEMPIHSKlO flentidiei Hiiatei 8 Uhr Der Haoptmann von Küpealdi t. Carl Zuckmayer «tgi«: Heinz Hüpert Die Komödie 8>h Uhr Natalie *. Iwan Turgenjew Heil»; Iwan Schmith, Theater Im Admlralspalast Täglich 8Vt Uhr Der lustige Krieg Öhmann. Ahlers, Trautenhayn a-G. u a. m. Bamowsky- Bühnen rticaier in «tr strsseaannilr. Täglich 8'/s fieslern n. Heule Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhau* Täglich SV« Uhr Eine KOnigiicbe Familie lOTg-Iheat« Täglich SV« Uhr Husarenlietier Godio Thielscher, Kastner, Arnstadt, Vespermann Karlflrstendamm- Theater Bismarck 440 Meid. Wedeos Täglich SVt Uhr Das Land des Ulcbelns. Preise 1—9 M- lustspiemaus Täglich 8'/- Uhr Der Lügner u. die Nonne von Kurt Götz Komische oper 8'/i Uhr Alt-Heidelberg latie Enjlisdi. Wesfinneier. II Moeiis. Peahrt Alles Schwindel von Schiffer Musik v. Spoliansky Regie; Buhl BrSechens -m Elite-Sänger— Kottbusser Str. 6 TägL8V»Uhr Sonntag 9% Uhr FRITZ1 Dan Cjshgiil Lotte Ban« ■.<. longa. -legwnrt Ehrlich. Ridra, imifligtf Prei«! Eva Broido Weiterlemvien derRetwttttwn wDiese« Buch, neben Vera Eigner« „Nacht über Rußland" wohl da« beste Erirmerungsbuch einer russischen So- «ialistin, sollte jeder deutsche Arbeiter mit Andacht lesen." Luis« Kautsky 1 i. aLeipzi£tr Voikittitunt* 2. Aufl. 1931. 11. vi- 16. Tausend 256 Seiten» Ganzleinen Preis 4.80 Mk. (Für Mitglieder Sonderpreis!) seolas De« Sticherkvets«.m.».«. Lerlin SVl' 6 1, Belle-Alliance-Flatr 1 Volksbühne Dieatei an BOlonplalz. 8 Uhr Das uiinternMen 5taatl.Sdiiller-Ib. 8 Uhr Die Jonrnalisten. Staatsoper Am Pl.d. Republik 71% Uhr: Die Hoduetl des Fldaro zur Miete W50, Ansbachergtr.l Neues Theater ■■ in am Zoo—■ tiiiBalMih.Zia. StpL 655< Täglich»>l« Uhr Ueber 125 Mal: TornntenDdiaDg von Max Alsberg u Otto Ernst Hesse Kleines Theat. Täglich 8Vs Uhr Erika Gläßner Der stine HompaDnon Lustspiel toi Leo Li iL metropol-iheater Täglich 8b.nds 8� Uhr: 30 Plg.- 3. Hk. Am 19. April nwidemifltch. SaUonschiuB l Wiedeitav giaa tm 29. 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Diesem Ort E. bicr gleichen Hunderte von kleinen Landstädten der Südstaaten von USA. Endlos kommen einem die Entsernungen vor: 140 Kilometer haben wir zu sahren bis zur nächsten größeren Stadt. In Deutschland kann man sich vielleicht einen Begriff machen von der Größe dieses Landes, wenn mau sich vor Augen hält, daß der Staat Texas allein ein Fünftel größer ist als ganz Deutschland. Set fünf Millionen Einwohnern! Wie sieht es nun aus in dieser kleinen Stadt? Gehen wir des Morgens zum Frühstück in das kleine Restaurant, wo nicht viel mehr zu haben ist als Schinken und Eier mit Weißbrot, so stgen dort aus den schmalen Holzbänken— ohne Lehne— vor den Schansenstern schon viele der Stadtbürger, tabakkauend, m Hemdsärmeln oder„Overalls*, sie spucken ab und zu auf den Bürgerstetg, sagen wenig, manchmal werden die Ortsneuigkeiten beklatscht oder es fängt mal einer an. ein tolles Garn zu spinnen, wie s kein aller Seemann bester könnte. Auf dem Wellerweg zur P o st. um den Platz herum, treffen wir überall ähnliche Gruppen, auf den Stufen der Bant und einiger Läden, vor der Verkaufsbude des Eishändlers hockend oder auch auf der Kante des Bürgersteigs, der einen halben Meter oder höher über der Straße liegt. Der Barbier kehrt die abgeschorenen Haarbüschel von gestern über den Bürgersteig auf die Straße, wo schon ei» großer Hausen davon liegt, dann kommt er mll einem eimergroßen Spucknapf Heraus und schüttet die köstlich« braune Mischung seines Jnhalls.zu dem Berg der Haarwolle. Ein mll- leidiger Windstoß weht etwas vom dicken Sand der Straße über den ganzen Haufen, zu dem sich noch eine stattliche Anzahl von Konservenbüchsen und Limonadenflaschen gesellen So etwas wie eine geregelte Müllabfuhr existiert hier natürlich nicht. „O du geschäftig-fleihiges Amerika*, geht es uns bei diesen Anblicken oftmals durch den Sinn. Daß es hier in E. mll der Sauberkell besonders schlecht bestellt ist, hat noch einen besonderen Grund. Im allgemeinen ist nämlich hier im Süden der Reger dazu da, dem Weißen alle Dreckorbell abzunehmen Wir aber wundern uns, warum wir in E. kaum einmal einen Neger sehen, außer Sonnabends, wenn sie mll chren Mauttierkarren scharenweise von chren kleinen Pachtfarmen in die Stadt kommen, um dort Einkäufe zu machen und sich untereinander � über die Wochengeschehnisse zu unterhalten. Da hören wir, daß in "Idiejer kleinen Stadt der Rassen- und Wirtschastskampf * zwischen den ärmeren Schichten der wc-ißen Bevölkerung und den Negern immer sehr heftig war. Einige Jahre nach dem Weltkrieg arbeitete hier eine Kolonne von schwarzen Eisenbahn- orbeitern. Eines Nachts wurden chre Baracken und Zelle überfallen und zerstört. Die Neger waren hellsroh, mll dem nackten Leben davonzukommen.— aber seitdem ließ sich kein ?! e g e r mehr in E. nieder. Nur zur Verrichtung von Gelegen- heitsorbeiten kommen sie mitunter— tagsüber— in die Stadt. Wirklich sicher ist der Neger seines Lebens nie, denn die zahl- reichen armen und arbellslosen Weißen fürchten— wie überall in den Südstaaten— seine Arbellskonkurrenz. In schlechten Zeiten kommt es zu Negerverfolgungen und Lynchmorden. Jedenfalls wundern wir uns nun nicht mehr, daß hier in E., wo man die Schwarzen hinausgeekelt hat, olles so scheußlich schmutzig ist. In der Bank sind die S p u ck n ä p f e sell über einer Woche nicht gereinigt, die braune Tabakgülle läuft über den Rand und verziert den Fußboden. Wenn gekehrt wird, fegt der Strohbesen sie mit durch den ganzen Raum. Wirklich, man hat hier reichlich Gelegenheit zu begreifen, daß„Amerika anders ist*, nicht nur anders als die Verhältnisse bei uns in Europa, sondern vor ollem sehr oft anders als die Vorstellungen, die man sich jenseits des großen Teiches auf Grund jener Reiseberichte macht, die nur von den Großbetrieben des Nordens oder den mechanisierten Weizcnsarmen des Mittel- Westens erzählen. Die meisten Menschen sammeln sich für gewöhnlich in und um den Borbierladen. Dort stehen einige Fässer mit Brettern darüber als Sitzgelegenheiten, an der Wand neben dem Ladensenster ist eine riesige schwarze Tafel angebracht, auf der der Verlaus der Fuß» und Baseballwettspiele mit Kreidestrichen markiert wird. Diese sportlichen Ereignisse finden Hunderte von Kilometern entfernt stall, zuweilen in San Franziska, Kalnornien, der Radio- lautjprecher aber, oben in der Ecke des Barbierladens, überträgt die Wellereigniste den Sportsanatitern von E., die mit bewunderns- wertem Eifer„bei der Sache* sind. Striche auf die groß- Tafel machend und kleine Wetten austragend. Die Arbeitslosigkeit ist groß. Sic llill nicht so kraß zutage wie in den großen Städten, viele schlagen sich bei Ver- wandten mll durch und der Rest des Elends versteckt sich hinter einer ungeheuren Anspruchslosigkeit. Diele Farmer machten bankrott, verließen ihre Farmen, jedes Jahr wird die Baum- wolle, ihr Houptprodukt, wegen der ständigen Bodenocrschlechterung ohne Fruchtwechsel minderwertiger und der Preis sinkt immer tiescr. Man verdient nichts bei der Landwirtschast, sondern macht Schulden. Viele versuchen darum in der Stadt ihr Heil, ohne Glück zu haben, denn in den kleineren Städten gibt es so gut wie gar keine Industrie, nur einige Mühlen und„eins*; so nennt man die aus Wellblech und Holz gebauten Kleinbetriebe, die die Roh- baumwolle von den Samen befreien, reinigen und in Ballen pressen für den Bahnoersand. Sie stnd alle in privaten Händen, Genossen- schost ist in dieser Gegend ein noch fast unbekannter Begriff. Ein solcher„xin* beschäftigt Itt— 20 Arbeiter. In der Hoch- saisan, von August bis Oktober, wird oft sechzehn Stunden und läuger gearbellet, sonst meist zwölf Stunden. Erst bei einer Ärbeitsdauer von über 14— IS Stunden werden etwas Ileberstundenzuschläg« gezahlt. Von Februar/März ab hört die Arbell im..gm* wieder auf bis zur neuen Ernte. Jeder ist froh, wynn er sich in de? Saison dort einige Dollars verdienen kann. obwohl ein Tagelohn von drei DoNar für die unmenschlich lange Arbeitszeit(drei Dollar haben im Süden die Kaufkraft von b bis 7 deutschen Mark) auch nach unseren Begriffen bestimmt nicht hoch zu nennen ist. So sieht das magere Gesicht der amerikanischen „prospemx*(übersetze: Wohlstand) überoll hier in Wirklichkell aus, und so sah es schon aus, lange bevor die große industrielle Krise 1929 hereinbrach. Neulich sprach in einer Wahlversammlung im Kreis- gerichtsgebäude ein Abgeordneter der demokrattschen Partei. Es war eine vernichtende Kritik der Hoover-Regierung in Washington. Die groß angekündigte Farmerhilfe halle versagt. Der Redner sprach von der größten Wirtschastspanik, die dos Land je gesehen hätte, von der Ucbermacht der Banken und der„großen Privuegien*, womit er die industriellen Großkonzerne meinte: er forderte die Ueberiührung der Eisenbahnen aus den Händen dieser Konzerne in öffentliche Regie. Nicht weniger ein Zetchen der Zell war auch die Rede von„M a F c r g u s o n", der Anwärterin auf den Gouverneur- Posten von Texas, welche die Aufhebung der Prohibllion, des Alkoholoerbotes, forderte, um der Ueberfüllung der Ge- f ä n g n i s s e Einhalt zu gebieten. Die fürchterliche Ueberfüllung durch die zahllosen Prohibitionsverbrcchcr verschlingt Riesenjummcn aus dem Staatshaushalt, neue Gefängnisse müssen unbedingt gebaut werden, wozu gerade jetzt in den schlechten Zeiten neue Steuern erhoben werden müssen. So schlägt der Lärm der großen Well auch in dieses kleine, aus den ersten Blick so unbeteiligt aussehende Städtchen. Der Laut- sprecher am Barbierladen tut dazu das Seinige, er ist von symbolischer Bedeutung. Spät abends noch läßt er die Tanz. musit aus fernen Großstädten laut über die Dächer des schlafenden Städtchens schallen, und man fragt sich, während man selbst ein- zuschlafen versucht: Muß das fein? X. JScil. Wie wir wurden... -Die tnlrtichlung des./Irbeilergefanges in den leisten swansig fahren Anläßlich der bevorstehenden 4 0- I a h r- F e i e r des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes Gau Berlin veröffentlichten wir am Freitag eine Rückschau über die Entwicklung der Arbeitersängerbewegung. Wir führen hiermit die der Festschrift des Bundes entnommene gefchicht- lichc Bellachtung bis zur Gegenwart fort. 1911 bis 1920 Infolge der Veränderung in der Struktur der Arbeitersänger- vereine vollzog sich auch durch Aenderungen der Satzungen eine andere innere Orgamsatton. Bis.zum Jahre 1906 wurde der Bundesbeillag als Vereinsbellrag ohne Rücksicht airf die Zahl der Mitglieder erhoben. Dementsprechend war die Derlletung aus der Generalversammlung den Vereinen sreigestellt. Das führte zu sehr wechselnden, unberechneten Beschlüssen, die sich dann besonders bemerkbar machten, als sich die kleinen Vereine zu größeren zu- sammenschlossen. So wurde 1906 die Einführung des Bundesbeitrages noch der Zahl der M i t gl i e d e r be- schlössen und dementsprechend auch die Vertretung aus den Ausschuß- sigungen und Generalversammlungen geregell. Do die auswärtigen Or/e durch Fahrgeld stark.belastet waren, bestand ein dllekter Zwang für den Besuch der Verlletersitzungeu. nicht. Da der Gau aber stetig än Boden in der Umgebung Berlins gewarnt, fühlten sich die Provinzorte gegenüber Berlin zurückgesetzt, namentlich in be.zug aus die B u n d e s ü b u n g s st u n d e n. Es fanden diese erst alle sechs Wochen, dann etwa zehnmal im Jahre statt; die meisten Orte waren dabei außer Berlin schwach oder nicht ver- treten. 1911 erfolgte deshalb eine Neuordnung, bei der die Zahl der Delegierten herabgesetzt und für die Orte außerhalb Berlins Bezirke gebildet wurden. Sie hatten zunächst nur den Zweck, den Rahmen für Bundesübungsstunden in der Provinz zu bilden und diese Veranstaltungen zu Werbezwecken auszubauen, da die Prooinzialsängcrfefte, die seit 1895 alljährlich in ver- schiedenen Orten stattfanden, 1911 abgeschafft wurden. Während in Berlin nur noch vier Bundesübungsswnden abgehalten wurden, fand nunmehr in den neugebildeten acht Bezirken alljährlich eine in den Sommermonaten stall. Der durchschnittlich gute Besuch ergab die Zweckmäßigkeit dieser Aenderung. 1913 wurde die Ver- tretung auf den Sitzungen des Gaues dahin geregell, daß auf je 50 Mitglieder eines Vereins ein Vertreter zu den Ausschuß- sitzungen, aus je 20 ein Vertreter zu den Generalversammlungen zugelassen wurde. Wegen strikter Weigerung, den Zusammenschluß- bestrebungen des Gaues zur Vernnnderttng der kleinen Chöre Rechnung zu tragen, wurden 15 Vereine mit etwa 300 Mitgliedern ausgeschlossen. Dieselben bildeten einen„Freien Arbeitersängerbund*, der ober, ein lächerliches Ge- bilde, nur kurze Zeit bestand, wie auch späterhin etüstehende Ab- splittcrungen immer bald wieder verschwanden. In den Iahren 1912 bis 1914 setzte eine rege Propaganda für F r a u c n ch ö r e ein. 3n kurzer Zeil entstanden in Berlin und anderen Orlen 18 Fraucuchöre mit annähernd 800 Mitgliedern. Wenn jetzt die Zahl derselben wesentlich niedriger ist, so hat das seinen Grund darin, daß sich heute unsere Sängerinnen fast aus- schließlich im gemischten Chor betätigen. In den nach- folgenden zerrütteten Äriegsjahren, die den Gau.zeitweilig fast dezimierten, waren die Fraucnchöre ein wertvoller Faktor für die Vundessoche. Die Erscheinungen der vierjährigen Periode„W e l t k r i e g* sind so bekannt, daß hier jedes längere Eingehen darauf überflüssig ist. Sic hat die aufbauende Arbeit des brüten Jahrzehnts auch im Gau schwer geschädigt. Die Vereine konnten ihre Tätigkeü nicht fortsetzen, da allmählich fast alle Männer eingezogen wurden. Das Konzertleben ruhte, viele Vereine verloren ihre Dirigenten. Der Gau ging 1915 zurück auf 85 Vereine mit 1591 aktiven Mitgliedern, 1916 auf 82 mit 2220, 1917 auf 78 mit 1860 Mitgliedern. Venn Zusammenbruch im Jahre 1918 waren 73 Ver- eine mit 2260 Sängerinnen und Sängern vorhanden. Annähernd 400 Mitglieder verlor der Gau als direkte Opfer im Feld, viele erlagen vorzeitig den traurigen Lebensoerhält' nlssen, de» Ernährungsschwierigkeilea daheim. Das 25jährige Bestehen des Gaues, das ein Wahrzeichen be- ginnenden Aufstieges häll« werden sollen, konnte nur im bescheidenen Rahmen durch ein Konzert der wenigen intakt gebliebenen Vereine, der Frauenchöre und vereinigter Chorgruppen gewürdigt werden; es fand am 5. Dezember 1915 in dem einzigen noch freien größeren Saal, in„Obligos Festsälen* in der Koppenstrahe, statt. Nur mühsam konnte die Verbindung mit den einzelnen Chören auswärts aufrechterhallen werden, weil die Leitungen fortwährend wechsellen. Immerhin war in den vergangenen 24 Jahren d i e Form so fest geworden, daß aus ihr mit Beendigung der vierjährigen Kulturschande und nach dem Umschwung der politischen Verhältnisse in kurzer Zell der Aufbau neu vollzogen werden konnte. Int Wirrnis politischer Zerrissenheit, in wirtschaftlichen Umstellungen, in Sturm und Drang wuchs der Gau weit über die Norkriegszeü hinaus. 1919 stieg die Zahl der Vereine wieder auf 150 mll 7000 aktiven Mllgliedertt, am Schlüsse des brüten Jahrzehnts hatte der Gau Berlin und Umgegend mit 9330 singenden Mitgliedern in 181 Vereinen den Bestand des Jahres 1910 um annähernd 4000 überschritten und konnte mit berechtigten Hoffnungen dem vierten Dezennium entgegensehen. 192 f bis 1930 Neue Zeiten verlangten auch neue organisatorische Formen. Während in der Großstadt Verlin sich die Vereine neuen Auf- gaben zuwandten, stieg in den vorher nicht erfaßten auswärtigen Orten die Bewegung an, überall entstanden Arbeiterchöre neu oder kamen zum Bund. Die Luft war freier geworden, eines der größten Lzindernisse, der Mangel an.Dirigenten, konnte zum größten Test überwunden werden. Lehrer und andere künstlerisch befähigte Kräfte wurden für die musikalische Leüung gewonnen, was unter dem alten Regime eine glatte Unmöglich» keit war. 1922 stieg die Zahl der Gauvereitte aus 246 mit 12 100 aktiven und etwa 4300 unterstützenden Mitgliedern. Die.Zahl der Provtnzvereine hatte sich stark vermehrt. Dieser Entwicklung wurde Rechnung getragen durch organisatorische Um» stellungen im Gau. Er wurde 1920 in zunächst 12 Bezirk« geteilt, die nicht mehr wie früher nur zu gesanglichen Zwecken ge- bildet waren, sondern selbständige Glieder der Organisation dar- stellten. Der Zweck dieser Einrichtung, engere Fühlungnahme der Vereine und Mitglieder, schöpferisch« Mitarbeit verantwortungs- bewußter Funktionäre, ein regeres Bundeslebcn und anderes ist fast restlos erreicht worden; Maßgebend war für die Gestaltung der Bezirke die Erwägung, möglichst günstige und billige Bahn- Verbindung und zweckmäßiges Zusammenarbeüen von Stadt und Land zu erreichen. So wurde Berlin itt vier Innen- bezirke geteilt, die Orte an den nördlichen, südlichen und südöst- lichen, östlichen und wesllichen Vorort st recken zu fünf B e- z i r k e n verc'migt und drei Außenbezirk«(Brandenburg« Rathenow, Eberswalde und Potsdam mit den umgebenden Orten) geschaffen. 1924 wurde dann eine nochmalige Umstellung vor- genommen, die Bezirke verkleinert und auf 19, später auf 20. ver- mehrt. Die organisatorische Arbeit erfolgt nunmehr, wenn auch in engster Verbindung mit der Gouleitung, in den Bezirken, die Vertretung auf den Gesamttagungen des Gaues nicht mehr durch die einzelnen Vereine, sondern durch die Bezirke. 1920 schuf sich der Gau als weiteres Bindeglied unter seinen Mitgliedern ein Mitteilungsblatt, das unter dem?!amen„Unser Lied* seit dem 1. Mai 1920 mit einer kurzen Unterbrechung im schlimmsten Inslationsjahr 1923 regelmäßig erscheint und nunmehr auch in das zweite Jahrzehnt eintritt. So wurde in« den ersten Jahren der neuen Epoche mit Bewußtsein daran gearbeitet, im Gau die technischen wie die geistigen Stützpunkte für den weiteren Zlufstieg zu schaffen. Das 1925 in den Pfingfttagcn in Brandenburg an der Havel abgehaltene Gaufängerfest war ein sichtbares Zeichen der engen Verbindung van Stadt und Land. Daß die Linie nicht immer aufsteigende Kurven zeigt und dem Ende der 40 Jahre näherkommend, nicht in erwarteter Weise noch oben drängt, liegt nicht an der Idee des Arbeitcrgesanges und des Bundes, sondern hat seine Ursachen in d e r s oz i a l e n N o t. Es ist dies der Schatten, der, leider die volle Freude verdüsternd, aus unserer 40-Jahr-Feier ruht. wie stark hemmend sich dieser Feind kulturellen Ausstieges auch der Arbeilersängcrbewegung cnwegensiclll, beweisen uns die letzten Tohre. Die Inflation der Jahre 1922 und 1923, die alle Wertbegriffe auf den Kopf stellte, brachte auch in der Mitgliederzahl einen starken Rückgang, der sich noch 1924 und 1925 auswirkte, so daß sie aus etwa 11 100 fiel. 1926 und 1927 stieg sie infolge wlrtschafUicher Besserung wieder auf 11 750, mit den erstmalig statistisch erfaßten jugendlichen Mitgliedern aus 12 200. 1928 zeigte sich leider schon als Vorbote der katastrophalen Erwerbslosigkeit, die ein verfehlles Wirtschaftssystem in den beiden letzten Iahren herbei- führte, und die uns wieder in absteigende Linie drängte. Die durchlebten Jahre mit ihrem Aut und Ab, mit ihrön wechselnden Bildern, zeigen uns ober, daß auch dies überwunden werde» Klezne Seiipzzclgf zmgf ezs: "Dev HSsewicbl Es ist ein merkwürdiges Verhältnis, in dem der nicht erwischte Täter zu dem erwischten Täter steht. Der noch unentdeckte Düsseldorfer Mörder gab der Phantasie weitesten Spielraum. Durch das Dunkel über die Person des Täters hindurch brannten die Leuchtfeuer seiner Taten am Himmel des Bösen, und wir oerbanden mit unsicherer Hand diese Lichter, so daß die Konturen eines zynischen Unmoralisten entstanden, eines Triumphators der Ruch- losigkeit. die Konturen des großen Antimenschen. Heute wissen wir, wer in Düsseldorf gemordet hat: ein Mann, der eines von den zehn Kindern eines blutschänderischen, durch die Zuchthäuser und Gesängnisse geschleiften brutalen Säusers war, ein Mann, der eine denkbar jreudlose Jugend hatte, den die Schul- kameraden ächteten, der Sonntags von einem Kellerloch aus die Gleichaltrigen spielen sah und selber schuften mußte. K ü r t e n s Verbrechen sind durch nichts zu entschuldigen. Es wäre närrisch, zu sagen: das mußte alles so kommen! Es gibt immerhin eine ganze Reihe Menschen, die kaum eine lichtvollere Jugend genossen als Peter Kürten und dennoch nicht kleine Kinder abschlachteten. Aber es wäre ebenso närrisch, zu übersehen, daß das Maß der Sünden. die an Kürten begangen worden sind, mitverantwortlich zu machen ist für das Maß der Sünden, die er selber beging. Es ist um den Wsrwolf von Düsseldorf bestellt, wie es um alle großen Bösewichter bestellt ist: sie sind nicht die großen Gegenspieler der Gesellschaft. ihre grundsätzlichen Antipoden, ihre radikalen Verneiner. Sie sind von ihrem Milieu und ihrem Blut her Getriebene. Sie Herr- s ch e n nicht in der Hölle, die sie entfesselten, sie sind deren G e- f a n g e n e. Es gibt kein an der Idee orientiertes gemeines Verbrechen, es gibt in diesem Bereiche nicht Ueberzeugungstäterschaft wie es sie im Bereichs des politischen Verbrechens gibt: es gibt nur die Umstände, die Zufälle, die Neigungen, den angesammelten Haß. Kürten hat gesagt, daß er sich an der Menschheit habe rächen wollen. Es ist eine dumpfe, blinde, blöde, grundschlechte Rache gewesen, die er ge- nommm hat: aber das Gefühl der Rache setzt das Vorhandensein eines G-fühls dafür voraus, daß ein Wert, ein M e ns ch e n w e r t beleidigt worden ist. Noch ein Kürten muß im tiefsten anerkennen, daß es Wert e gibt, von denen wünschenswert ist, daß sie ge- achtet, daß sie heilig gehalten werden. Das ist ein Trost aus der Welt: es gibt absolute Uebeltaten, aber keinen absoluten Uebeltäter. denn ohne ein paar letzte Gedankensädchen zu dem Bereich des Guten und Menschlichen hin kann selbst ein Peter Kürten nicht auskommen. Sutäfmilieletlfev Ein Mann und fein Schwager, die beide bei Hannover auf dem Lande leben, sehen das Vieh auf ihrer Weide aus unbcgreif- lichen Gründen dahinsterben. Aber ohne Grund geschieht nichts auf dieser Erde, und für den Fall, daß man sich keine Erklärung mehr weiß, hat man den Teufel erfunden Beziehungsweise die Hexe. Die Hexe war bald in der Frau des Nachbarbauern ge- funden— vielleicht hatte sie Zeit ihres Lebens Anlaß gegeben, daß man sie dafür halten konnte. Genug, die beiden Männer aus dem Hannoverschen setzten den roten Hahn auf des Nachbars Dach, nicht eigentlich aus Rachegefühlen, sondern nur in der logischen Wsicht, den Teufel durch dies Feuer auszutreiben Das Resultat davon wgx, daß der Besitzer des Anwesens nebst seinem Sohn in den Flammen umkämen. Diese Tat hat sich im Dezember vorigen Jahres ereignet, sie ist von dieser fortgeschrittensten aller Welten leider nicht wegzu- waschen: und nun ist sie kürzlich vor den Richter in Stade gekommen. Und gerade weil die Sache selbst unser Herz empört, müssen wir dem gerechten Richter unseren Beifall zollen. Ganz offenbar hat er ein Einschen, ein Mitleid und Erbarmen mit diesen beiden Brandstiftern gehabt. Er erwartete von ihnen nicht jene Aufgeklärtheit, die sich eigentlich nach mehreren Jahrhunderten Aufklärungsarbeit von der Menschheit erwarten ließ. Vier Yahre Zuchthaus für den einen, zweieinhalb Jahre für den anderen— das ist, in Anbetracht einer solchen Weltanschauung, einer solchen Rückständigkeit schon das Minimum... möchte man sagen. Halt! Vorsicht! Indem wir selbstgerecht diese Zurückgebliebenen im Geiste verdammen, fallen wir selber einer Art von Teufel zum Opfer: dem Hochmut. Di« beiden Brandstifter und ihre Tat sind ein Mahnruf an uns, um uns darauf aufmerksam zu machen, wo wjr selber stehen Gewiß, wir stehen in Verlin, wir stehen im Jahre 1331— aber rennen wir nicht unermüdlich Sturm gegen Zustände und die dazugehörigen Lebensanschauungen, gegen die und der Ausstieg um so sicherer kommen wird, je mehr in Notzeiten sich ein Werk bewährt. Der Gau Berlin kann rückschauend auf die Entwicklung der gesamten Arbeitersängerbewegung Deusschlands wohl von sich sagen, dieser Entwicklung mit an erster Stelle gedient zu haben. Er war am Aufbau der„ß i e d e r g e m e i n s ch a f T führend tätig, bildete den Verwaltungsausschuß. Als daraus der Bund entstand, stellre er von 1908 bis 1929 die ehrenamtlichen Beisitzer im Zentraloorstand. Das erst« Bundessest in Hannover hat er kräftig gefördert und war dort nicht nur zahlenmäßig, sondern auch gesanglich achtungsvoll vertreten. Berliner Chöre waren am Rhein, in Sachsen, in Schlesien, in Frankfurt am Main wie in Prag usw. zu Besuch, lenkten ihre Schritte nach Kopenhagen und Wien. Andererseits konnte der Gau Brudervereine aus Bremen, Leipzig, Dresden, Köln, aus Stockholm, Kopenhagen und des öfteren aus Wien gastlich begrüßen. Der Gau Berlin umsaßt heute 239 Vereine in Groß-Berlin und 124 Orten außerhalb desselben. 7859 Männer und 3199 Frauen rein zahlenmäßig betrachtet, singen in diesen Chören. 17 Kinder- und zwei Jugerobchöre mit rund 1190 Gemeldeten sind mit ihnen verbunden. Eine beachtliche Anzahl der Vereine ist als gemein- nützig wirkend anerkannt Seit Jahren erblickt«in großer Teil es als Bedürfnis, in Krankenanstalten. Zllters- Heimen, Heilanstalten. Strafan st alten usw. mit dem Lied Freude und Abwechilung ins graue Dasein zu bringen. Die Veranstaltungen der kämpfenden Arbeiterschaft, ihre Feiern und Feste, sind mit ihren Darbietungen verbunden. So können wir diesen Rückblick schließen mit dem Bewußtsein, daß die ge- streute Saar aufgegangen ist, wenn auch die jetzige Zeit ihre volle Entsaltung hindert Letzten Endes entscheidet über den Wert einer Kulturgemein- schasr nicht allein die Zahl, fondcrn ihr geistiges Gut, ihr Wirken im sozialen Beireiungskampfe des werktätigen Volkes. Leides in den durchjchrtltenen 49 Jahren nach besten Kräften gefördert zu haben ist uns am Jubiläumstage erhebendes Gefühl, es raumgreifend zu vermehren die Ausgabe, die wir zukunftsfroh an den Beginn des neuen Zeitabschnittes stelle» Gauleiter Paul Schneider. Propagierung einer Unvernunft und eines Glaubens, der weiß Gott noch in Köpfen genug seinen Platz hat und sich nicht gerade gescheiter ausnimmt als der Hexenglaub« unserer beiden Hannoveraner. Laßt uns also nicht hochmütig sein! Wir werden es uns ge- fallen lassen müssen— ja. wir wollen es geradezu hoffen, daß der Historiker einer Zukunft, in der sich die Vernunft auf der ganzen Linie durchgesetzt haben wird, unsere Epoche mitsamt Automobilen, Seefahrt, Lustfahrt, Telephon. Tonfilm�und Radio dennoch dem Mittelalter(Spätmittelalter) zuzählen wird. I. II. ßin cZnfcrppci der"Bibel Hermann Surfe ist ein Dichter der eine Anzahl Theater» stücke und Romane geschrieben hat und, wenn ich nicht irre. Kleist- Preisträger ist. Hermann Burte veröffentlicht in der„Deutschen Zeitung' ein Feuilleton, dessen Inhalt auch der Gegner der Superlative rundweg und geradeheraus als das Schäbigste, Un. anständigste, Unverschämteste bezeichnen muß, was sich seit Jahr und Tag im deutschen Schrifttum breitgemacht hat. Hitler, Hugen- berg verfechten gewiß Kapitalsinteressen, immerhin haben sie doch Scham genug, soziale Gesinnung wenigstens vorzuheucheln. Bei dem Dichter Hermann Burte erlebt man, was schun lange nicht da war(wenn es überhaupt schon jemals da war): die zynische Be- speiung der Armut und, eine Gipfelleistung der Frechheit, die Diffamierung der Sozialgesinnten als Lügner, Lumpen.... Judas Ischariote. Burte geht von einer Bibelstelle aus, nach der Judos Ischariot seinem Meister Jesus Christus nahelegt, eine köstliche Salbe, die ihm gereicht wird, lieber zu verkaufen und das Geld den Armen zukommen zu lassen. Im Verlauf der Betrachtung, dt« Burte an diese Epssode knüpft, kommt er zu folgenden, an Herzens- härte einfach nicht zu überbietenden Ergebnissen: ,,Das Gleichnis von der armen Witwe, deren Groschen vor Gott mehr bedeutet als der Gulden des Reichen, trifst nicht zu. denn um es klar und hart zu sagen: Im Reiche Gottes gilt der Satz: Wer da hat. dem wird gegeben!' Die soziale Frage ist unlösbar!" „Es hat immer Arme gegeben, es gibt und wird sie geben und nicht wir sprechen dem genialen Julius Möser sein furcht- bares Wort nach: Armut muß eine Schande bleiben!" „An der sozialen Lüge zerbrechen die Völker!' Schließlich schwingt sich Burte zu der verschmockte Ignoranz mit geifernder Bösartigkeit verbindenden Insamität aus, daß er die Direktoren der Sozial- ämter durch die Bank Ischariote nennt, die neun Zehntel der Ein- künfte in ihre Tasche machten, während sie nur ein Zehntel den Bedürftigen zukommen ließen. Alle Sozialgesetzgebung ist ihm nichts als Finte und Dreh, nichts als ein Vorwand von neidischen Gaunern, die einzig darauf aus sind, sich selbst zu bereichern. Das gibt es, das lebt, schreibt und wird gedruckt. In einer Zeit, in der die Not zum Himmel schreit, ruft hier einer diesen Himmel dafür zum Zeugen an, daß der tätige Wille, die Not zu lindern, eine Ischariot-Tat sei. Ja wahrhaftig, das schreibt Burte wörtlich.„Judas", schreibt er.„ist nichts als der erste Vertreter der sozialen Lüge', wobei ausdrücklich betont sei, daß Burte unter „sozialer Lüge' nicht etwa eine besondere ihm unsympathische Art des Sozialsinnes meint, sondern jegliche soziale Lesstung schlechthin. Man muß das Christentum vor Burte in Schutz nehmen, der überzeugteste Freidenker muß es. So wenig Christentum ein Ersatz für Sozialleistung ist. so wenig schließt seine Lehre die Sozialgesinnung aus. Was sagen die Kirchenvertreter zu dem übelsten Verunglimpser ihrer Mitleids- und Erbarmenslehre, zu diesem Hermann Burte. der in einem nationalen Blatt praktische Solidarität mit den Bedürftigen für das Berabscheuenswürdigste erklärt, was der Christ kennt: für eine Judas-Tat? H. B- zBuch SLirei Sdiauhüdier Immer häufiger sieht man in den Schaufenstern Schaubücher, Bilderbücher für die Großen, und vor mir liegen zwei neue solche Photobändchen. Direkter, echter als deine Worte sagen es meine Bilder, rufen mir die Herren Photoautoren zu und schmunzeln zu- frieden, denn sie werden immer unentbehrlicher, diese Licht- und Schattenkünstler. Als Bücherdeckelillustratoren sind sie die große Mode, in den illustrierten Zeitungen haben sie uns arme Wortautoren als die Entbehrlicheren an die Wand gedrückt respektive unter das Bild oder in den Papierkorb, und es fehlt ihnen nur mehr eines, um restlos glücklich zu sein: die Museumsreife. Ein Ghetto im Osten. 65 Bilder von M. Vorobeichic (Orell Fützli Verlag Zürich). Mein Freund Meyrink hat sie im „Golem' visionär gesehen, die Iudengasse... hier ist sie also„wirk- lich'. Ist sie wirklich wirklicher?? Vorobeichic jcheut keine Anstren- gung, um in seinem Bilderbuch gedankliche Anregung zu geben... er photomontiert reichlich und reichlich kühn, dieser Ueber- photograph. Oder wie es eine pompöse Einleitung ausdrückt:„Mit scharfer Schere hat er Quadrate und Kreise ausgeschnitten, die streng begrenzt, um so inhaltsvoller sind, angefüllt mit dem Inhalt der Iudengasse.' Gute Photomontage ist etwas recht Seltenes. Wenn man herumschnipselt und nebeneinander klebt, gehört eine gute Idee dazu, um die Sache schmackhaft zu machen. Mehrere öde Straßen- laufe, die auf einem Bild die Slumwirkung eindringlich machen: gut. Das tägliche Brot: Menschen, die auf die Straße gedrängt werden, auf diese, jene, aber das Elend ist dasselbe, das ist wieder eine veranschaulichte Idee. Die Synagoge zweimal übereinander geklebt, daneben ein Stück Grohkopfaufnahme ist schon etwas gewagt, und neunmal dasselbe Bild, verschieden groß auf einer Seit«(Frau in Erwartung eines Käufers), oder(eine andere Seite) dieselbe neben- einander kopierte alte Ladentür, oder Trödel, Trödel, Trödel, alle Arten, durcheinander geschoben, das ermüdet auch ein begeisterungs- bereites Auge, das wird zum Wirrwarr, zum Durcheinander, zur Manieriertheit...(mit Verlaub gesagt). Der männliche Körper. 59 Bilder, eingeleitet von Pro- fessor EugenMatthias.(Orell Füßli Verlag Zürich.) Ein Buch. angefüllt mit Muskeldemonstrationen ein und desselben Mannes... wem macht das Vergnügen(außer einem Athletenklub)? Kennt man auch nur diesen einen Mann nach Besichtigung der 59 Bilder von allen Seiten? Rein. Trotz der einleitenden Hymnen des Pro- fessors zu jedem Bilde kennt man nur die Muskeln: er spricht auch nur von Muskeln, z. B.:„Man beachte, vom linken Ohr beginnend. die Modellierung des Kopfnickers, auf beiden Brustflanken die Zacken des vorderen Sägemuskels, am Uebergang von der Flanke zur Bauchfläche, besonders auf der linken Körperseite die Abhebung der schiefen Bauchmuskel.' Aehnlich könnte man, als sachlicher Hoch- tourist, von den Schweizer Bergen schwärmen wie hier, ohne sonst auf das menschliche„Objekt' einzugehen oder auch nur seinen Namen zu nennen, von dessen Muskeln geschwärmt wird. Besitzt dieser Muskelmann keinerlei weitere Werte?... Auch der ebenfalls un» gespannte Photograph bemüht sich um nichts anderes, Höheres, alz das Muskelspiel zu zeigen die Spitzlichter fehlen, viele leere Stellen gähnen«inen an. dies« Bilder sind monoton, ermüdend für alle außer dem athletischen Fachmann. Keinerlei Persönlichkeitsreize, keine Tönung in der Licht- und Schattengebung, keine Linienführung. keine Raumverteilung. Nichts als Muskel, Muskel, Muskel. Nicht der männliche Körper, sondern die Gelenkigkeit eines menschlichen Körpers wird gezeigt. Mia, die Pensionsstütze, mir über die Achseln guckend, sagt: Das ist einer von denen, die weiter nichts im Kopp haben als ihr Training. Ihr Körper, meint sie, bliebe ooch ohne Training gelenkig, dazu muh sie viel zuviel arbeiten. Der Pro- fessor aber ruft aus(Bild 59): Kraftvolle Brust, kühner Nacken, prachtvolle Männlichkeit! Prosit! bebe. I�ät sei= Ecke des„Abend" (iMiiiiiiiniiiiiiiiMiiiiiiiimiintir/iiiMiiNtiiiiiiininiiuuiiiiiiiiiiiiifliitiiminuiiiiiiuimiiiuuiiiraittiiiiiiiiiiiiiiiHnniiiiiiMiiiiiiiiiiiitnitiiiiuumiiiuiuiniintiiiiiiuniiiunuiutHni Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Name eines Gewerkschaftsführers: 5. deutsche Stadt: 8. Stadt in Schlesien: 19. Erdteil: 16. Borsitzender des ADGB.; 17. Stadt in der Türkei.— Senkrecht: 2. Bergwies«: 3. Name eines bekannten Luflschiffingenieurs: 4. Stofsart: 5 Person aus dem alten Testament: 6. Gewässer: 7. Kanton in der Schweiz-, 9. geistig anormal: 19. weiblicher Vorname: 11. Voranschlag: 12. Teil des Auges: 13. Versammlungssaal in Schulen: 14. Münze: 15. Anerkennung. eh. Spiralen rätsel. Waagerecht: 2 Wild: 3 weiblicher Borname: 5 Prophet: 6 Frucht. 8 Staat in den Ver- einigten Staaten: 9. weiblicher Vorname: 11 Stadt bei Hamburg: 12 Inselgruppe im Stillen Ozean: 14 Richtung der neueren Literatur: 15 Staat in Asien— Senkrecht: 1. Ausruf: 2 europäische Haupv stadt: 4 Reinigungs- mcktel: 5. männlicher Vorname. 7 weiblicher Vorname: 8. Bieren- züchlerei: 19 Stadt in Indien: II arabischer Volksstamm: 13 böhmisches Gebirge; 14. Teil von Amerika ler. Füllfreuzrä�sel. Die Buchstaben e errrssssstill t t richtig eingesetzt, ergeben, waagerecht von 1— 4 sowie senkrecht von 1—4 Wörter derselben Bedeutung 1 ist hejlige Bewegung, 2, 3, 4 ist zu erraten. It. Versckieden veran'agt Auf dem Heimwege— siehe da— Tressen sich Hilde und Erika. Bon der H--- her kommt Hildegard. Spielte Geige dort, seelenvoll und zart. Di« praktische Erika indessen, Schwärmte schon immer für gutes Essen, Daher war die K--- dann ihr Ziel. Lernte dort braten und backen recht viel. Gegensatz. Der arme Mann müht sich drauf schon Um einen kargen Wochenlohn.— Manch Reicher, der nichts tut zu Haus, Gibt oftmals mehr für„Eine" aus.— Auflösungen in der nächsten Rätselecke. ad. mm. AuW�ungen der lehnen Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1 Norderney: 8 Ale; 9. Alp: 19. Nest: 12 Arie: 13. Tiber: 15 Lei: 17 Bar: 18 Ana: 19. Suedost; 24. Lakai: 26. Lehar; 28. Ar: 29. Usa: 31. AI: 32. Ab- sinth: 35. Milo: 37. Ende: 49. Kur: 41. Bombe: 42 Uoe; 43 Re: 44. Ra.— Senkrecht: 1. Nant«: 2 Ol«: 3. Rest: 4. Er: 5. Narr: 6. Eli; 7. Ppern: 11. Tiburtius: 12 Aeroplan: 14. Bad; 16 Js: 18. At: 29 USA: 21. See: 22. Raa: 23. Aal: 25. Kral: 27. H. hn; 39. Fiume 33. Bob: 34. Tee: 35. Mur: 36 Joe; 38. Dur? 39. Eva. Das kommt davon: Rakete— Kater. Briefwechsel: Nachdruck(Ruck. Ach, nach Druck). Verwandlung- Rubin— Ruin. Rätl'elkreuz: 1. Wilhelm; 2. Teheran: 3. Sperber. Die Pleite geht um bei den bürgerlidien Fu�ballvereinen Vor einigen Tagen machte die sensationelle Meldung die Runde durch die Sport- und Tagespresse, daß einer der ältesten Vereine des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine, der bürgerliche Berliner Fußballklub Kickers gezwungen ist, Kon- iurs anzumelden. Die„strenge* Durchführung der Amateurbestimmungen des Deutschen Fußbollbundes sei schuld, sagen die einen, während andere behaupten, die schlechte Geschäftsführung, ver- Kunden mit der gesamten wirtschastlichen Notlage hätten diesen Fall herbeigeführt. Wie stehen die Dinge nun in Wirklichkeit? Die ganze Wahrheit wird wohl nie ans Tageslicht kommen. Es zeigt sich aber an dem vorher beobachteten Auf- und Niedergang anderer Vereine, daß das S y st e m in den bürgerlichen Verbänden schuld ist. Schon zu Be- ginn des Krieges vollzogen einige große Vereine wegen finanzieller Schwierigkeiten Verschmelzungen mit Turn- und Sportvereinen. So wurde der Fußballklub Berolina zur Fußballabteilung der Tum- gemeinde in Berlin! Union Charlottenburg oerband sich mit dem Sportklub Charlottenburg. Auch später noch kamen Verbindungen zustande. Der Fußballklub Vorwärts schloß sich mit der Union 92 zum Berliner Sportklub Blauweiß zusammen, während Herchu mit dem Berliner Sportklub unter dem Namen Hertha BSC. zusammen- ging. Von allen Verbindungen bestehen heute noch Blauweiß und Hertha BSC Berolina hob die Interessengemeinschaft mit der Turngemcinde schon 1919 wieder aus, während der Sportklub Charlottenburg den Namen Union strich. Berolina mußte allerdings einige Zeit daraus eine neue Verbindung mit dem Lichtenberger Sportklub 91 eingehen, um den sonst unvermeidlichen Zusammen- bruch zu vermeiden. Wir brauchen aber nicht einmal so weit zurückzugreifen. Noch vor zwei Iahren hätte es beinahe einen großen Krach in der Berliner Oberliga gegeben. In Neukölln stand der Fußballklub Tasmania vor dem Bankerott. Nur dem Umstand, daß einige Ver- einsinteressenten einsprangen, hat es der Verein zu oerdanken, daß der Plettegeier noch einmal davonflog. Hieraus ist aber wieder einmal zu ersehen, daß es mit dem sogenannten Amateurismus im Verband Brandenburgischer Ballspielrereine und im Deutschen Fuß- ballbund nicht weit her Ist. Wer wird der nächste bei der Konkursmeldung sein? Diese bange Frage belebt augenblicklich die Fußballwelt. Auch in den ganz großen Vereinen sieht es sehr traurig um die Kasienvcrhällniise au». Griffen doch die beiden führenden Dereine Berlins. Hertha BSC. und Tennis-Borussia, bei ihren Spielen schon dazu, doppelte Eintrittskarten zu verkaufen. Bon Hertha wurde diese Angelegenhett zunächst energisch abgestritten. Die Verbreiter des Gerüchtes wurden mit Anzeigen und Klagen bedroht. (Leider hört man davon nichts mehr!) Je mehr diese Gerüchte in Umlauf kamen, desto ruhiger wurden die Drohungen des Hertha- Vorstandes. Von Tennis-Borussia wurde die Meldung in die Well gesetzt, daß der Verein am Verkauf der doppelten Eintrittskarten nicht betelligt sei. Schuld daran wären betrügerische Kassierer und Kon- tralleure. Aus dem Westdeutschen Verband kam die Mitteilung, daß sich der Vorsitzende des Fußballvereins Falke 04. Gelsenkirchen, das Leben genommen hätte, da es nachgewiesen sei, daß der Verein mit seinem Wissen den Amateurparagraphen über- schritten habe. In Berlin allerdings nahm sich keiner das Leben. Zwei bekannte Spieler wurden von Hertha BSC. a u f g e- tauft. Langwierige Verhandlungen mit dem Verband Branden- burgischer Ballspielvereine, der eine strenge Bestrafung der be- teiligten Berein« ankündigte, wurden vorgenommen. Ein Spieler erhiell sofort die Spielberechtigung, während der andere auf ein Jahr kaltgestellt wurde. Da drohte dem deutschen Meister der Verlust der Abteilungsmeisterschost. Flugs wurde die Sperre über den zweiten Spieler aufgehoben und die Meisterschaft war gerettet(allerdings mit einem Armbruch dieses zweiten Spielers!). Aber nicht nur Hertha verstand es, seine Reihen aus- zusrischen. Auch Viktoria 89, Hertha ernstester Abteilungszegner, schickte seine Aufkäufer aus. Die Bemühungen waren nicht umsonst. Bei der„alleinigen Vertreterin des Arbeitersport*, der k o m m u n i- (tischen„Kampfgemeinschast für die Einheit im Arbeitersport*. fanden sie ihr Opfer in der Gestalt des Linksaußen D a u d a. Daß der Gedanke des reinen Amateurismus auch hier gewahrt wurde, bedarf natürlich keines Zweifels: oder weiß der Verband Branden- burgischer Ballspielvcreine von diesem Geschäft gar nichts? Durch die stillschweigende Duldung des Spielerkaufs oereitet der VBB.-Vorstand den unvermeidlichen Konkurs so mancher Vereine vor. Es sollte uns daher gar nicht wundern, wenn schon in absehbarer Zeit neue Konkursmeldungen den Weg in die Oeffentlichkeit sinken. Die Arbeiterfußballbewegung sieht dem Kommenden mit aller Ruhe entgegen.?..M. t» Rot Sport" spielt Fußball mit den Knochen der tiegner Der bundestreue„Thüringer Arbeitersport* be- richtet über ein Fußballspiel echtesten roten Sports, das am ver- gangenen Sonntag zwischen der VFB. Ilmenau und Rot Sport- Verein Geschwenda in Geschwenda als Serienspiel ausgetragen wurde: „Der Spielbeginn war für 19 Ilhr vormittags angesetzt, um 19.39 Uhr war glücklich alles beisammen, d. h. Geschwenda war immer noch nicht vollzähsig. Der sür das Spiel verpflichtete Schieds- richter erschien überhaupt nicht. Daraufhin wurde vom P)atzvercin ein auch uns als korrekt bekannter Dereinsschiedsrichter als Ver- treter vorgeschlagen. Ilmenau lehnte ihn jedoch als parteiisch ab. Schließlich einigte man sich nach heftigem Reden und Schimpfen dahin, daß die Ilmenauer Mannschaft den Schiedsrichter jür die erste, die Geschwendaer Mannschaft diesen sür die zweite Halbzeit stellen sollte. Der Jlmenauer Schiedsrichter arbeitete im allgemeinen anerkennenswert, trotzdem Tumult aus Tumult. Die Ge- schwendaer wollten Rache Vergeltung für das Vorspiel!n Ilmenau, wie sie immer wieder riefen, sür jenes Spiel, wo man ihnen fünf Spieler zusammengetreten hätte und sie mit b Spielern hätten zu End« spielen müssen. Schließlich mußte der Schiedsrichter einen Geschwendaer Spieler wegen rohen Spielens her» ausstellen. Wieder Redeschlachten, Droh'.mgen mit Revanche für die zweit« Halbzeit, wo ja ein Geschwendaer das Amt des Schiedsrichters übernehmen sollte.(Der Geschwendaer stellte dann auch zum Ausgleich drei Jlmenauer Spieler heraus� Gleich nach Beginn der zureiten Halbzeit muß ein Jlmenauer M:nn wegen grober Beleidigung des Schiedsrichters das Feld v e r l a s s en. Wieder auf beiden Seiten die üblichen Kosenamen, und bald darauf erreichte das Spiel seinen Höhepunkt in einer wüsten Keilerei. Man raust sich, packt sich an der Keh'e jagt sich gegensettia vom Platz«, dann„spielt* man weiter— mit den Knochen der Genossen— der Ball wird immer mehr Nebensache. Einige VFL.-Spieler erklärten nach dem Spiele offen:„Jeden Sonntag hat man es mit solchen Holzmannnschasten zu tun! Wir gehen wieder zu den B u n d e s t r e u e n, da herrscht doch wenigstens Ordnung.* Auf der anderen Seite weigerte sich ein Zstot-Sportler schon während des Spiels weiterzuspic.'en unter solch verrohenden Verhältnissen. Er schämte sich gegenüber den umstehenden bundestreuen Zuschauern— seinen ehemaligen Spiel- freunden—, aus Parteibefehl, der von Moskau über Ber in nach Erfurt und schließlich auch zu ihm gedrungen war, solchen„Ar- bcitersport* treiben zu müssen.* Warum haben sich die Moskausportler nicht gleich aus dem Vaterland der Arbeiter Tanks, Handgranaten und Kanonen schicken lassen? Vielleicht kann auch Reitergeneral Thälmann die nächste Attacke aus die Gesundheit der Sportler anführe»! ttandbaN-W erbetag Sieben Spiele bei»Nordring" Der Bezirk Nordring, einer der stärksten Gruppen der Freien Turnerschaft Groh-Berlin, hat es unter- nommen, seinen zahlreichen Anhängern und der Arbeiterschaft des Nordens«inen Einblick in den gewaltigen Spielbetrieb zu gewähren. Mehrere Handballmannschaften aus der Provinz und dem Reiche sind der Einladung nach Berlin gefolgt Aus Stettin kommen drei Mannschaften. Männer, Jugend und Frauen: serner aus Zossen und Schwante je eine Männermannschaft. Sie werden in nachstehender Spielsolge antreten: 9.39 Uhr: Berlin XII 2 gegen FTGB.-Nordring 4. 19.49 Uhr: Zossen I gegen FTGB.-Nordring 2, IIJSO Uhr: Schwante 1 gegen FTGB.-Nordring 3, 13 Uhr: S.tettin-Frauen gegen FTGB.-Nordring-Frauen, 13.39 Uhr: Stettin-Iugend gegen FTGB.-Nordring-Iugend. 15 Uhr: Stettin 1. Männer gegen FTGB.-Nordring 1. Männer, 16.19 Uhr: Hockeyspiel FTGB.-Nordring und Pankow. * Die Turnabteilung der Aelteren wird am Dienstag. dem 21. April, einen G e r ä t e w e t t k a m p f gegen eiste gleiche Mannschaft des Bezirks Osten in der Halle Straßmannstraße aus- tragen. Auch dabei sind Gäste herzlich willkommen. auf O'ympiabahn Die Leitung der Berliner Olympiabahn bereitet für den kommei>den Sonntag einen Renntag vor. der nicht im Zeichen der Kampfbörse stehen wird. Demzufolge wird es auch mög- lich fein, ein Programm zu bieten, daß seine Anziehungskraft nicht verfehlt. Der Renntag betitelt sich„M e m e n t o* und bringt ein 25-Kilometer-Dauerrennen um den„Preis Franz Krupkat* und ein Stundenrennen, das nach Thaddäus Robl benannt ist. In diesen beiden Prüfungen geht«in Eliteseld an den Start Verpflichtet wurden bisher Sawall, Dederichs und B r e a u. Letzterer fährt hinter Sawalls vorjährigem Schrittmacher Pasquier. Amateur- und Berufsfliegerrennen umrahmen die Dauerprüfungen. I,ob für die deutsdhen Straijcnf ahrer In französischen Fachkreisen zollt man besondere An- erkennung den Leistungen der deutschen Beruf» st raßen- fahrer. die diese am Ostersonntag bei der Fernfahrt Paris— Roubaix gezeigt haben Stellt man eine Mannschaftwertung auf, bei der die drei besten Fahrer jedes Landes berücksichtigt werden, so würde diese lauten: 1. Belgien 8 Punkte: 2. Deutschland 32 P.: 3. Frankreich 49 Punkte. Legt man der Bewertung die fünf besten Fahrer zugrunde, so würden sich sür Belgien 19, für Deutschland 122 und für Frankreich 139 Punkte ergeben. Daraus geht deutlich her- vor. daß die deutschen Berufsfahrer, nur 12 an der Zahl, sich bei der klassischen Fahrt gegenüber 46 Belgiern und 38 Franzosen ganz ausgezeichnet geschlagen haben. .Ausscheidungslcämpfe in Jiu Jitsu Um die Teilnahme an der Wiener Arbeitersport-Olyinpiade fanden am Sonntag beim SC. Einigkeit 26 Ausscheidungstämpse im Jiu-Jitsu statt. Dreizehn Bewerber aus Gr.-Wusterwitz, Brandenburg, Luckenwalde und Einigkeit-Berlin stellten sich dem Schiedsgericht. Im Fliegen- und Bantamgewicht Hab es keine Kämpfe, da Langnicke und Borchert in ihrer Gewichtsklasie allein antraten Recht lebhaste Kämpfe gab e» im Federgewicht. Kunz- Einigkeit siegte nach zähem, lebhaftem Kamps nach 8,59 Min. über Rogge-Wusterwitz und im zweiten Treffen in 3 Min. durch Hand- und Armhebel. Gegen Neske-Wusterwitz kämpfte er zweimal un- entschieden. Haller-Brandenburg und Steinkat-Luckenwalde schieden durch Unentschieden aus. Im Leichtgewicht gab es recht lebhaft« und abwechslungsreiche Kämpfe zwischen Hontsch-Einigkeit, P. Rogge-Wusterwitz und Kirstein-Luckenwalde Letzterer ging als Sieger hervor Im Leichtmittelgewicht gab es einen harten und technisch guten Kampf zwischen Kasper-Wusterwitz und Appler- Einigkeit. Appler beendete den Kampf nach 6,59 Min. durch einen guten Armhebel. Itleiner Sport von überall Dolksspork am Uledding. Der Verein Volkssport Wedding übt wie fologt: 1. Männerabteilung' Turnhalle Lütticher Str. 4, Freitags 29 Uhr; 2. Männer-(Alters-)adteilung: Turnhalle Müller- Ecke Trift- straße, Freitags 29 Uhr: 1. Frauenabteilung: Turnhalle Pankstr. 18, Donnerstags 29 Uhr: 2. Frauenabteilung(über 25 Jahre): Turnhalle Pankstr. 18, Dienstags 29 Uhr: Sportabteilung(Männer und Jugend): Turnhalle Pankstr 18, Freitags 29 Uhr: Sportabteilung (Frauen): Turnhalle Pankstr. 18, Montags 29 Uhr: Knabenabtei- lung: Turnhalle Müller- Ecke Trifstraße, Dienstags und Freitags 18 Uhr: 1. Mädchenabteilung: Turnhalle Pankstr. 18, Montags und Freitags 18 Uhr: 2. Mädchenabteilung: Turnhalle Müller- Ecke Trift- straße, Montags und Freitags 18 Uhr. Sportplatz: Städtischer Sport- platz Volkspark Rehberge. Badeanstalt: Städtische Badeanstalt Gerichtstraße Dereinslokal: Otto Saath, Lynarstr. 19, am Sparr- platz. Der Verein betreibt in zehn Abteilungen Turnen, Leicht- othletik, Handball, Faustball, Wandern und Schwimmen für Männer, Jugendliche, Frauen und Kinder. Nähere Auskunst erteilt die Ge- schäftsstelle' Richard Toppel, Berlin-Reinickendorf-Ost, Luisenweg 18, Telephon O 9 Reinickendorf 9688. ver ASv. Wedding beabsichtigt Ende des Monats in der Turn» halle Lütticher Str. 4 eine Leichtathletik-Iugendabteilung zu eröffnen. Interesienten werden gebeten, auf den Uebungsabenden jeden Diens». tag und Freitag, 29 Uhr, zu erscheinen. Eine geologisch-botanische Frühlingswanderung unternimmt Sonntag, 19. April, die Führersektion des TV.„Die Naturfreunde*. Die interesiante Wanderung beginnt in Schildow und führt über Mönchmühle zum Mühlenbecker Fließ und See, zum Summier See und nach Birkenwerder. Treffpunkt 9.39 Uhr in Schildow, Endstation Autobus S, erreichbar mit Untergrundbahn-Umsteigefahr» schein über U-Bahnstation Vinetastrahe Fahrgeld 79 Pf. Partei- und Gewerkschaftsmitglieder willkommen. Der Berliner Tennis- und Wintersportclub Schwarz-Rot-Gold eröfsnet seine diesjährige Spielsaison am 15. April. Seine Plätze am Funkturm sind von Fachleuten neu hergerichtet worden. Außer- dem bietet der Club erstmalig in diesem Jahr seinen Mitgliedern kostenlos Gelegenheit zur Ausübung von Leichtathletik, Gymnastik und Rasenspielen aus dem Sportgelände neben der Tennisanlage. Für das Spieljahr 1931 wird Eintrittsgeld nicht erhoben und auch die übrigen Beitragssätze tragen der Wirtschaftslage Rechnung. Alle Auskünfte erteilt der Vorsitzende Martin Schneider, Königstraße 39. Telephon: Kupfergraben 3851. Sportergebnisse im Freien Seglerbund. Im Gau Berlin wurden am Sonntag in zwei Bezirken die Riegen auf Bohl« ermittelt. Ge- wertet wurden 399 Kugeln in drei Kämpfen. Bezirk Norden: 1. O. Wieland 2293 Holz(Bezirksmeister): 2. Krümmel 2199: 3. Iäschke 2186; 4. Fr. Ulrich 2186: 5. Sperling 2184: 6. Hendrich 2172: 7. Brüning 2171: 8. Gladiczewski 2179: 9. Herzog 2169; 19. Pietsch 2167. Bezirk Osten: 1. Kollath 2197 Holz(Bezirks- meiiter): 2. Scheddin 2184: 3. Kretschmer 2176: 4. Krasemann 2173: 5. Hübner 2164: 6. Köster 2164: 7 E. Kromm 2161: 8. F. Wothke > 2161: 9. Selchow 2159: 19. Röthel 2155. Brandenburgische Ziu-Zitsu-Weisterschasten. Mittwoch. 15. April. 29.15 Uhr, werden im Poststadion. Lehrter Straß«, die Endkämpfe um die brandenburgischen Iiu-Jitsu-Melsterschaften ausgetragen. Präger Schiedsrichter für Berlin— Paris. Für den am kommen- den Sonntag im Berliner Poststadion stattfindenden achten Fußball- kämpf zwischen den Ttädtemannschaften von Berlin und Paris wurde der Prager C e j n a r als Unparteiischer verpflichtet. Loxprogramm„Neue Welt" Im Boxring der„Neuen Welt* wird Freitag, 17. Slpril, wieder ein fünf Kämpfe umfassendes Programm ab- gewickelt, bei dem diesmal die oberen Gewichtsklasien vom Mittel- bis zum Halbschwergewicht zu Worte kommen. Entbehrt die Kampf- folge auch einer Sensationsnummer, so darf sie doch für einen Kleinring, wie ihn der Saal in der Hasenheide darstellt, als außer- ordentlich zugkräftig bezeichnet werden Besonders gilt dies von dem Kölner Hein Domgörgen und dem schlagstarken Bonner Heuser, die in Trollmann- Hannooer bzw. dem tschechischen Meister Hampacher Partner erhalten haben, die ihnen ihr ganzes Können abnötigen werden. Die neue Berliner Schwer- gewichtshoffnung Arno K ö l b l i n, der bei seinem Debüt recht gute boxerische Anlagen verraten konnte, wird sich mit Karl � Walter- Berlin messen, im Halbschwergewicht kämpfen der schnelle Westfale Otto H ö l z l- Hamm und der Berliner S a b o t t k e, und i schließlich wird der wieder aufstrebende Hamburger Mittelgewichtler Karl S a h m, der kürzlich dem holländischen Landesmeister«ine unentschiedene Partie lieferte, sich mit dem Berliner Walter Funke auseinanderzusetzen haben. Frei« Faltb»o Uhr. Mriippi! Norden: Rrstaurant Polster, Cehwrdcnstr. 14 tnicht im Iupendheim). ftiJnroortton;„Bcdeutuna der Volkswrsorqc". Gruppe Nord- ostrn: Nestauron» Cchädel. Brcngauer Allee»2. gahrtenderichte. Gruppe Südosten:„Eporthaus", Dircktenstr. I. ssnhrienberichle. Sonirtaq. 19. April, Pereinsanpaddeln Mrstenrvoldc— Houpelodcro. Abfahrt 7.09 Uhr Elralau- Ruimnclsbura lSrlner umstciaen). Giiste roilllommen. Frei« Sestwimmer Charlottend»»!,.«annadteilnnq. 19. April, 20 Uhr. An- paddein Lindwerder-Collcgia. Anlchliehend Nachfeier bei Schulz, Tiefwerdcr 9. Gäste willkommen., Tonristenoereii,„SM« Naturfreunde-, Abt. Reulölln. Die unter dem Motto „Die»ute alt« /Zelt-' lausende Veranstaltuna mora.-n Donnerstaa, ist nicht im Jugendheim Bergstr. 29, sondern im Portraaofaal Böhmische Ecke Nann-er Etrahe. iZTGST Z-gendfunktionärlonser-n, Donnerstaa. 16. April. 19V4 Uhr. ltreioaeseiniftsstelle, Elfässer Str. 96. Auoaabe der Mai-Iugendplaketten. Bringt die Meldunarn„im Mai-Iugendtaa mit.— B«,irl Nordost: Donnero'ag, 16. April. 20 Uhr, jpunll.onärlonfcrrn, bei Bieberstein.— Bezirk Pankow: Dpnnerotag. 16. April. 20 Uhr, bei Lehmann, llunkt�onärsthung. Sonnabend, 19. April, ISHH Uhr. Bierleliahrcomitgliederverfammluna bei Lehmann, Mllblen. Clke Marimilianstrahe. Das Kallcntnrnen beginnt Freitag. 17. April, Turnhalle Mittelschule, Neue Schönhol, er Sir. 10.— Bezirk Bcsteu: Wir unter. ftUfcon morgen den Bezirk Lankwih demi Wcrbeturnrn. Treffpunkt lOVi Uhr vor Bahnhof Borelstrahe. Keine gahrkarten lösen, itohren auf Fugendschein. «artellbezlrk Weihenlee. Montag. 20. April. 20 Uhr. Sidun« bei Pelero, Lichtenberger Str. 12. Bcreinotechniter und Kindcrleiter erscheinen auch. „Solidarität, Nrastfahre«. Sonntag, 19. April, Anfahren der Orisgrupp» »roh.Berlln Tasdorf- Serzfelte Treffen gegen II Uhr ln Tasdorf. Dazu starten die Abteilungen: Abt. Kreuz, er«: 9 Uhr Warschauer Ecke Revaler Strahe. Abt. grledrlchshaln: 9ZH Uhr Landsberger Plag. Abt. Norden: 9 Uhr Bereinslokal. Seestr.« Abt. Gharlottrnburg: 9 Uhr bei Reimer. Wilmer». ! dorfer Str. 21. Abt. Lichtenberg: 8 Uhr Oder. Ecke Dinowstrahe. Abt. Pankow: 9 Uhr Pankow. Berliner Str. 96. Abt. Temvelhof.Mariendorf: 9 Uhr«ur. wrsten. Ecke Sck>vtzenstrake. Abt. Moabit: 9 Uhr bei Schmidt. Wiclcfstr. 17. Abt. Oberfchöneweide: lOV. Uhr Wilhclminenhofstr. 64. Ab,. Treptow-Baum- fchulenwea: 9 Uhr Bahnhof Baumschulenw-g.— versammlnaqcn finden statt: Abt. Pankow: IS. April. 20 Uhr. bei Loder, Pankow, Berliner Str. 86,— Abt, Ebarlottenbueg: 16. April.« Uhr. bei Reimer, Wilmerodorser Str 21.— Dbt.�F'Z'pelhdk.Mariendprf! 16. April. 20 Uhr, bei Mrrkert. Kurfürsten. Ecke SaMgenstraste.— allen Veranstaltungen Nnd Gäste willkommen. Im Monat April Ist der Eintritt bei allen Adteilunaen frei. Buderpeeri»«olegla. Alle Arbeitslosen Donnerstaa. 1«. April, 14 Uhr. in Gatow zum Arbeitsdienst und ssrcitaa, 17 April, 7 Uhr. Freier«»rperlulturtreis«reuzderg. Mittwoch. 15. April, 20% Uhr Nackt. baben in der Baemvaldstrahe. Donnerstag. 16. April 20 Uhr. Bortrao des Genossen Dr. Bork«ber„Körpcrbau'nven". Schule Dieffenbackfir 61 Gäste 20 Pf., Arbeitslose frei. Sonntag, 19. April. Fahrt über Ranasdarf noch i Moden. Abfahrt 7.21 Uhr Potsdamer Rinqbahnbaf. Oer Kampf um die Möbel. Erster Prozeß Goebbels-Stennes. .IHM ersten Male»rasen sich heuie die feindlichen Nazis >>> o c b b c l s und S l e n n e s in offener Aeldfchlachl vor— den Gerichten der Republik, und zwar vor der 7. Zivilkammer beim Landgericht l verlin unter dem Vorsitz von Landgerichlsdirektor Dr. Paech. Streitobjekt sind die h c i ß u m k ä mf f t e n Möbel aus her. Hedemannst ratze. Am Abend des Karfreitag hatte Herr Stennes die von ihm eroberte Parteifestung geräumt und eine neue Stellung in der Motthäikirchstraße bezogen, aus der er freilich inzwischen durch den Hauswirt exmittiert ist. Vor dem Auszug aus der.Hedcmannftratze hatte er aber feinen SA.-Leutcn Befehl gegeben. Schränke, Pulte, Schreibmaschinen und andere nützliche Dinge mitzunehmen. Als dann die Mannen des Herrn Goebbels unter Femefchulz und Feme- deines noch Abzug des bösen Feindes die Biiroräume wieder besetzten, mutzten sie ihrem an Stenncs-Grippe erkrankten Führer die Meldung über diesen traurigen Befund machen. Uebrigens soll, was vielleicht noch bedeutsamer ist, von Herrn Stennes inter- cssantes Aktenmaterial mitgenommen worden sein. Also zog Held Goebbels in den Krieg zur Wiedererobcrung st iner Möbel, bewaffnet mit einer einstweiligen Verfügung eines republikanischen Gerichts auf Herausgabe. Als ersten Sturmtrupp schickte er einen von Beamten des marxistischen Polizeipräsidenten Greesinski begleiteten Gerichtsvollzieher vor, der aber unverrichteter Dinge wieder abziehen mutzte. Der böse Feind Stennes hatte feiner- fecks durch feinen Rechtsanwalt gegen die gegnerische Verfügung Einspruch erhoben. lim 12.'- Uhr sollten die Kampftzähne in der Arena in der Grunerstratze auftreten. Es kam ober anders. Der Vertreter von Dr. Goebbels war eine Stunde vorher an Gerichtsstelle erschienen und hatte Vertagung beantragt. Dem entspricht dos Gericht. Man munkelt von Vergleichsverhandlungen. Sollen die Möbel geteilt werden? Und was wird aus den Akten? Oie Todesstunde der Legitimisten. Habsburger gegen deutsch-österreichische Zollunion. Der„Dolly Telegraph" weiß zu melden, daß die Opposition Scipels und seiner Anhänger gegen die deutsch-österreichische Zoll- union die Habsburger Restaurationshoffnungen neu belebt habe. In den letzten Wochen hätlen zahlreiche verirauliche Besprechungen zwischen der Exkaiserin Zita, ihrem Bruder und ver- schiedenen einflußreichen französischen Kreisen werde eine Restauration der ungarischen Monarchie mit französischer Unter- stützung für das beste Mittel gehalten, um Ungarn von dem Anschluß an die deutsch-österreichische Zollunion abzuhalten. Die Wiederher- stellung eines Habsburgischen Thrones stoße allerdings auf den Widerstand der kleinen Entente. Wetter für Verlin: Ueberwiegend bewölkt mit Regenfällen und wenig ansteigenden Temperaturen. Westliche Winde.— Für Deutschland: Ucberall Fortdauer des herrschenden Witterungscharakters mit zahlreichen Niederschlägen. Rückschau. „Der junge Schiller." Ein Hörbild der literarischen Stunde. Die Manuskriptzusammenstellung besorgte Friedrich B u r s ch e l l. Man hörte die überschwengliche Lobrede des jungen Karlsschülers auf den Herzog. Eine bestellte Schularbeit, die sich aber unzweifelhaft an dem eigenen Pathos zu einem durch die Situation bestimmten immer devoterem Schwung steigert. Die Form ist echt, der InhaU falsch. Acht Jahre Drill auf der„militärischen Pslanzschule" haben in der Seele dieses jungen Menschen eine wilde Gärung entfacht, die hervordrängt, wo immer sich ein Ventll öffnet, sei es selbst im leeren Wort. Schiller haßt, was er in dieser Rede anzubeten vorgibt. Nach Freiheit, nach Befreiung lechzend, schreibt er zur gleichen Zeit heimlich sein erstes Drama mit dem Motto „In Tyrannos!" In dieser Gegenüberstellung wurde der junge Dichter lebendig. Jugendliche Genialllät reift unter der wlld empor- schäumenden Maßlosigkeit. Doch wie der Dichter seinem Werk entgegenwächst, verbrennt der Mensch. Unstetheit zehrt ihn auf. Schiller war in dieser Veranstaltung zeitlos, Bruder aller, die leiden und kämpfen. Seine frühen Dramen, sein Aussatz„Die Schaubühne als moralische Anstalt" klangen gegenwartsnah in ihrem menschlichen GeHall, den der Dichter klar aus aller Zeitgebundenhell seiner Werke herausleuchten läßt. Schiller gehört mit ihnen zu uns, wie er zu uns gehört mit feiner Od«„An die Fraide'. der Beethoven U» sterblichkeit verlieh, und in die dies« gehaltvoll« Stunde ausklang. Di«„Aktuelle Kleinkunstbühne" hat uns die Fun!» stund« schon öfter im Programm versprochen: aber viel weller als bis zum guten Willen hat es leider selten gereicht. Der gute Wille war auch diesmal vorhanden, dazu gute und sehr gute Darbietungen. Nur das Rotwendigste fehlte: die richtige Mischung. Gewiß zeigt die Zell ihre Fratze so deutlich wie ihre Verheißung in den Typen der Arbeller; doch die Deranstallung war ohne jeden Himergrund, von dem die Typen sich hätten abheben können. Klagen und Anflog« häuften stck, Worte, die an das Gehirn pochten: Forin und Bild aber wurden sie nicht. Nur der werktätige Mensch sprach zum Hörer: die Macht, gegen die er sich hoffnungsvoll oder verzweifelt stemmt, sein Schicksal, das ihm Zell und Gesellschaftsordnung schmiedeten, blieb im Dunkeln. Kein selbstverständliches Zeitblld. keine unmlltelbare Gesellschaftskrllik belebte und bewegte d,e Ver- onstallung. Der Reiz einer Kleinkunstbühne liegt aber gerade in der Vielfarbigkeit, in der sie ihrer Grundstimmung immer neuartigen Ausdruck gibt. Was die Funkstunde für aktuelles Kabarell ausgab, war eine literarische Veranstallung, die gute Arbeiterdichtungen zum Vortrag brachte. Tes. dlittvocd, tä. April. B e t 1 i b 16.05 Aktuelle Abtcilunc:. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.30 Kurt Hillcr: Aphorismen. 17.55 Mitteilungen des Arbeitsamts. 18.00 Die Bratsche,(Carl Steiner, Bratsche.) Vorbiadeude Worte: Hans von Benda. 18.35 Prof. Rudolf Großmann und H. v. Wedderkop: Knast«ad Pkoto. 18.50 Blasorchestcr-Konrert. 20.00 Postschaffner Albert Roioff: Der Bricftri*cr. 20.30 Uraufführung:„Mörder guten OTaubens". Hörspiel vrm Ottoheinz Jahn Nach Oskar Wildes Novelle„Lord Artur Savilles Verbrechen". 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königswnstcrhaasen. 16.00 Susanne Engelmann: Die verheiratete Lehrerin. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Worte und Musik von Shakespeare.(Dr. Kamnitzer und Mitwirkende.) 18.00 Prof. Dr. Amsel: Lehrgang für Einheitskurzschrift. 18.30 Dr. J. Lewin: Die Eroberung der Welt 19.00 Paul Krämer: Warum Beamte in den VcrkehrsveraraltnagCB? 19.30 Prof. Dr. Rubncr: Die Birke als Waldbaum. 20.00 Reglcrungsrat Hirsch:„Das Reichsehrcnmal bei Berka". 20.30 Budapest: Sechstes Europäisches Konzerl Dir.: Ernst Dohnanyi. 1. Weiner: Karneval-Ouverture. 2. Llszt: Klavierkonzert A-Dur.(Imre Stefaniai, Klavier.) 3. Szabados: Willy.(Elisabeth Saudor, Sopran.) 4. Bartök: Sinfonie Nr. 1.(Opern-Orchester.) 22.10 Dr. Josef Riuscher; Politische Zeitungsschau. �(Bufchäfte'dbtfuiffer � (ftezirk füden~1i?eften Fenster- und Gebäude Reinlgungs Gesellschan m.b.H. Berlin S036,Schle8i8cheStr.42 Fernruf: F8, Oberbaum 3563-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung aller Reinigungsarbeiten/ Bohner- und Oelmaschinen/ Staubsauger/ Vertreter- ■ besuch jederzeit unverbindlich bietet jedem Auto |l Schute gegen lin- fall sowie stoßfreie jgiSrnMfSht weiche Federung! O FEUCK j AI trirO Verlangen Sie Prospekte: TS CA" BIiu-OUbÄ- MUMttrofie SO, Krall' „IHvU laurzens-werkst Tel.:Wilh.«023.92Z3/24 Die Güte entscheidet l ä [226 Heander-Siad ileanderslrnße 12 [i« Bandagen-Müller PrlnsanstraS« 43, an NoriUplaks MMu— IMM Eisenhuth Harzkäse Eisenhuth Spitzlinge Die Käse des köstlicH milden Wohlgeschmackes! Gebr. Eieenbaih, Khiefabrtk, Bln.-Rcinlckendor» CartPieisdi«..;»� Haus- u. 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