Morgenausgabe Jreitog . Wf 12. Sfpnl 1931 �Wll W A MV.M Groß-Serlin IS Pf. �.W-N7P.°Ä«u�Z� W I�M MM Vl�>! W U» m MW�MW �gfkr Auswärts 15 Pf. «michiichNch soPt. Postzeiiun-S» und WW BH ILM DD L�s Hfl DD SsS DD Hfl DD f/ Hfl 7Z vs.Postbest.llgebühnil. Ausland-. AWW ILH» DD Da«■" WW DM DH W Wl M I. DD HHB X— // DI-«Inlpall. N<>NP<.»»I.z-II«« xi. «dann-m-m k.— M. oro Mono!; sül WWW ffgK H DD DD DD WI DD DD DD DD V) MI W» // R-«->m-zett- S.- RIK..Lleine«». eand-r wu-rmoßigt-m Drucksach-N.»HH| 1 W BH mtf Ba RS DD DD Hfl BS DD HB I AL ,-igen" das I-ttg-druSl- W-r, 2b PI. porto&.— Hl II bH HM M xHRv BWl fim HB HH BH(Zulässig Zwet fettgedruckte Worte) jedes * HH I BS H Hl ISote. �BMWWW�DW� jBBksMäX Sffl W �m�BBSf weitere Won 12 Pf Rabatt lt. Ta.ii. w;zix�-z:z HJ H HM � W m,/ m srÄsasÄ ÄS'ÄirsgS �..s?.;..rÄw'X.»p Abend" Illustrierte Beilage.BoU fl» 4 Jtom M f M* mm anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahme Zss« VeeKKev VowsvSatt Jen!idcnstr.Z,Dt.B.u.DiSk.»Ges.,Deposit«nk.,Jcrusa!eincr Str. 65-66. zeugung austchwi ngen konnte, daß der Prozeß gegen Oberwacht- meister i. W. Schmidt ein politischer sei, war der Weimarer Staatsanwaltschaftrat Döllstädt. Auf einer Häufung vager Indizien, auf Bernehnrungen des Angeklagten durch den S t a d t f y nd i k u s Thomas, desten Aufgab« darin bestand, die Ansprüche des Beamten an die Stadt von dieser abzuwälzen, baute sich die Anklage auf, eine Anklage, die von der Rechtspreste, be- sonders der nationalsozialistischen, dazu benutzt wurde, gegen einen republikanischen Beamten zu Hetzen. Weil er Sozialdemokrat und Republikaner war. sollte er sich den verhängnisvolle» Schuß selbst beigebracht haben, weil man ihm unterstellte, daß er neben der Erzielung höherer Pensionsansprüche und einer Versiche- rungssumme auch noch nach dem Ruhm eines politischen Märtyrers trachte. Diese Unterstellung wurde genährt durch das B e r- halten des Stadtvorstandes, besonders des Syndikus Thomas, und von der Rechtspreste benutzt, einen Beamten, der aus seiner republikanischen Ueberzeugung kein hehl machte, durch den Kot zu schleifen. Betrug, versuchten Betrug und Meineid warf man ihm vor. Makellos ist er aus der Gerichtsverhandlung hervor- gegangen. Gegenüber dem Strafantrag des Staats- anwalts, der auf ein Jahr drei Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust lautete, erkannte das Schwurgericht auf bedingungslose Freisprechung und Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse. höhere Strafe als sechs Jahre Gefängnis zudiktiert ist, provisorisch in Freiheit geseht. Die wegen der Teilnahme an dem Dezemberansstand verurteilten Flieger des Madrider Flugplatzes sind am Donnerstag sämtlich aus der Haft entlassen worden. Am Donnerskag sind auch die endgültigen Ergebnisse der Ge- meindewahlcn auf dem Lande verössenlllcht worden. Danach Hoden in der Gesamtheit der Gemeindeverwaltungen ans dem Lande die Monarch! st en die Mehrheit erhallen. Daß die Wahlergebnisse in den kleinen Geineinden auf dem flachen Lande und im Gebirge, wo die Macht des Klerus noch vielfach ungebrochen und der Prozentsatz der A n- alphabeten zum Teil ungeheuer hoch ist, ein wesentlich anderes Gesicht als in den Städten haben würden, ist bier bereits am Dienstag als sicher angenommen worden. Das hat aber für die Stimmung des Volkes, soweit es politisch denkfähig ist. wenig zu besagen. Außerdem dürfte die Nach- richt von der Flucht des Königs auch in den Dörfern einen starken Umschwung zur Folge haben, besonders dann, wenn die Kirche, wie es den Anschein hat, so klug ist, ihren Frieden mit dem neuen Regime zu schließen. Die Hoffnung aus das Dorf schemt es zu fein, die Alfons veranlaßt hat, in letzter Cstunde nicht förmlich abzudanken, sichselb st gesch offen, umdenMärtyrerfpielen zu können! Die Ungeheuerlichkeit dieser Beschuldigung wird nur über- troffen von der Unmoral, die sich in dem Vorgehen der Stadt- Verwaltung von Weimar zeigt. Um ein paar schäbige Mark zu sparen, sollte ein pflichttreuer Beamter infamiert werden, er sollte zu dem Schuß eines Hakenkreuzbanditen noch den Fußtritt eines rechtsstehenden Stadtbeamten erhalten, zur Schädigung der Gesundheit noch den Verlust von Freiheit, Ehre und Existenz! Das ist die höchste Untreue, die denkbar ist. Der politische Haß gegen diesen Beamten hat über alle Gefühle der Rechtlichkeit, der Treue und der Scham triumphiert. Der Versuch, das Opfer eines Hakcnkreuzmörders zu in- famieren, ist zusammengebrochen. Damit ist dieser Fall nicht abgeschlossen. Denn nun gilt es, Aufklärung zu verlangen über die Treiber dieser schimpflichen Anklage in der Weimarer Stadtverwaltung! Vor allem aber: wird die tüchtige Weimarer Staatsanwallschaft sich nun endlich energisch um die Strafver- folgung des nationalsozialistischen Mordbuben bemühen, der Schmidt niedergeschossen hat? Denn schließlich ist es die Aufgabe der Justiz, die Mörder zu ver- folgeu, und nicht di« Opfer! Freispruch in Weimar. Die Tendenzanklage völlig zusammengebrochen. Ruhe und Arbeit in Spanien. Verhandlungen Madrid— Barcelona.— Weiigehende Amnestie. sondern, wie es in feiner Abschjedsbotschaft heißt, nur „e i n st w e i l e n" das Land zu verlassen, bis sich das Volk frei entschieden hat. Dieses Manifest ist nicht ungeschickt. obwohl auch nicht ganz aufrichtig. De-nn es kann keine Rede davon sein, daß Alfons, wie er es behauptet, das Land „freiwillig" verlassen hat. Er ist dazu durch den Wahl- spruch des Volkes am vergangenen Sonntag gezwungen worden und riskierte sainen Kopf, wenn er versucht hätte. dieses Volksurteil zu ignorieren. Zu einem wirklich frei- willigen Verlassen des Landes bis zu den Parlamentswahlen ist ihm seinerzeit von verschiedenen Seiten, z. B. von dem in Paris ledenden ehemaligen Außenminister Santiago Alba, dringend geraten worden. Er hat diese Anregung damals, als es noch Zeit war, nicht befolgt. Jetzt ist es zu spät, und das spanische Volk wird ihn bei den nächsten Wablen bestimmt nicht zurückrufen. Freilich hoffen die Monarchisten noch auf soziale U n ruhen oder auf einem Zerfall des Staates infolge der separatistischen Strömungen in Katalonien und im Basken- land. Aber die neue Regierung scheint zum Glück diese doppelte Gefahr klar erkannt zu haben. Wenn es auch keine Kommunisten in nennenswerter Zahl gibt, so leidet die spanische Arbeiterbewegung vielfach unter dem nicht weniger gefährlichen Treiben der Anarchisten und Syndi- k a l i st e n, die von ostersher, besonders in Barcelona, stark vertreten sind. Nichts würde die Konterrevolution stärker fördern, als jene Unruhen, zu denen ein Manifest der Moskauer Internationale unter der Parole „Arbeiter- und Bauernregierung" auffordert. Moskau hat zwar, wie gesagt, keinen nennenswerten eigenen Anhang in Spanien, aber es rechnet für die Durchführung seiner wahn- witzigen Befehle auf jene Anarchisten, die es in Sowjetruß- land mit Stumpf und Stiel ausgerottet hat. Die Frage des katalvnischen und baskischen S e p a r a- t i s m u s ist ernsthafterer Natur, aber es scheint, daß man bereits gestern zwischen Madrid und Barcelona aus dem Wege zur Einigkeit war, und dann dürfte die neue Regierung erst recht mit den weniger gefährlichen baskischen Strömungen in der Gegend von San Sebastian fertig werden. Das katalanische Problem ist nicht erst durch den Umsturz akut geworden. Es ist uralt und es hat besonders in den letzten Jahren der Diktatur zu schweren Konflikten geführt. Kenner des Landes versichern, daß die Katalonier tatsächlich eine andere Sprache reden und einer anderen Kultur entstammen als die übrigen Spamier. Außerdem sind ihre wirtschaftlichen Interessen wesentlich verschieden. Unter diesen Umständen dürfte eine föderalistische L ö s u i? g kaum zu umgehen sein. Aber es ist zu hoffen, daß die Republikaner in Madrid und in Barcelona, die gemein- sam gegen das Königstum gekämpft und unfer ihm gelitten haben, sich um so eher einigen werden, als sie erkennen müßten, daß jeder Separatismus nur Wasser auf die Mühlen der Monarchie bedeuten würde. Gchweirft die Kirche ein? Madrid, l«.«pril. Der Zustlzminister empsiag eine Abardairag de»»api. kel, der hiesigen Kaihedrale. die ihm mlkteMe. daß das gestern zu einer Sitzung zusammengetretene Sapilet befchiasscn Hobe, dem Minister korporativ einen Besuch abzu- stalten. Der- Minister stellte fest, daß darin eine llnerkeunuag der neuen Slaatsform liege und forderte die Geistlichen auf. die Regierung bei der Erneuerung des staatliche« Lebens des Lande» zu«nlerstühen. Ex-Kömg in Paris eingetroffen. Baris, 16. April.(Eigenbericht.), Exkönig Alfons hat mit seinem Gefolge am Donnerstag miUag um l2.A> Uhr Marseille mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug verlassen. Bei der Abfahrt ertönten unter der aus dem Bahnsteig versammelten Menge Ruse„Es lebe der König", die mit Rufen„Es lebe die Republik" beantwortet wurden. Der Exkönig traf abends um 23.15 Uhr in Paris ein. Die Königin Elisabeth von Belgien ist am Donnerstag abend in Paris eingetroffen, um der früheren spanischen Königs- samille einen Besuch abzustatten. Für den Schutz der Familie, die voraussichtlich eine Woche in Paris bleiben wird, sind auf Grund einer Unterredung des Exbotfchafters Quinones de Leon mit den, Polizcipräfekten umfangreich« Sicherheit» in aß- n a h m e n getroffen worden. Die Geheimpolizei soll außerdem die Weisung erhalten haben, für die Sicherheit der von der Exkönigin mitgesührten Wertgegenstände zu sorgen. Man nimmt an, daß die Exkönigin die gesamten Kronjuwelen, deren Wen aus über 40 Millionen Mark geschätzt wird, mit sich führt. Massenfiucht des Hochadels- mitsamt Äanttonten. Madrid, 16. April. Am Donnerstag sind die letzten Mitglieder des königlichen Hauses ins Ausland abgereist. Nur die Infantin Isabella, ein« Tante des Königs, ist in Madrid zurückgeblieben, da sie erkrankt ist. Auch der spanische Hochadel schickt sich an, das Land zu verlassen. Der Drang, von Madrid fortzukommen, ist so stark, daß die Schlafwagen bereits auf Tage hinaus a u s v e r- tauft sind. Hand in Hand mit dieser Flucht aus Madrid gehen di, Abhebungen an den Banken, die einen derartigen Umfang angenommen haben, daß die Geldinstitute zeitweise nur ein Viertel der verlangten Beträge auszahlen tonnten. Im klerikalen Lager melden sich bereits Stimmen, die die Regierung darauf aufmerksam machen, sie müsse ihre Macht auf die allerwichtigsten Angelegenheiten beschränken, da ihr Ur- sprung keinen gesetzlichen Hintergrund habe. Diese Kreise vertan� auch eine baldig« Einberufung der versastungsgebenden Ratio- nolverfammlung. Besonders starte Befürchtungen hat man wegen der Selbständigkeitserklärung Kataloniens (allerdings im gesamtspanischen Rahmen), da das Föderatwproblem die Einheit Spaniens unter Umständen gefährden könnte. Der Kriegsminister gibt die Ernennung des Fliegermajors Franca zum Chef der Abteilung„Militärflugwesen" im Kriegs- Ministerium bekannt. Gleichzeitig werden sämtliche ausgewiesenen früheren Offiziere ausgefordert, wieder bei ihrer Waffe einzutreten. Erklärung Zotnoras. Paris, 16. April. Alcala Zamora hat für das linksstehend« Abendblatt ..Soir" eine Erklärung niedergeschrieben, in der es heißt: Wir niüsten der Oeffentlichkeit die Garantie geben, daß die zweite spanische Republik nicht in eine Schlächterei ausarten wird und daß an ihrer Spitze erfahrene Persönlichkeiten stehen. Auf Grund der Vereinbarung, die zwischen dem rechten Flügel der Republika- Zentrum gegen Stahlhelm. Mitgliedschast im Stahlhelm unmöglich. Koblenz, 16. April.(Eigenbericht.) Der Parteitag des rheinischen Zentrums nahm zu dem Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtages eine Entschließung an, in der es heißt, daß die ganze Aktion un- begründet sei und nichts anderes als eine überflüssige Geldausgabe und ein unnötiges Aufrütteln der politischen Leidenschaften bedeute. Dos Verhalten, das der Stahlhelm mit seinem Volksbegehren gegen das Zentrum mittelbar und unmittelbar auch gegen das Kabinett Brüning bei seiner Agitation an den Tag lege, sei derart, daß der Stahlhelm selbst zur Partei geworden sei und deshalb für ein Mitglied des Zentrums die Mitglied- s ch a f t zum Stahlhelm unmöglich fei. Terror aus dem Lande. Zum Voltsbegehre n gegen das Volk. Aus Ostpreußen wird uns geschrieben: In Ostpreußen wird auch diesmal von den Gutsbesitzern und dcutschnationalen Gemeindevorstehern schlimmster Terror geübt, um die Landarbeiter zur Einzeichnung bei dem Stahlhelmvolksbegehren zu zwingen. Im Kreise Änsterburg drohte ein Inspektor den Landarbeitern mit Kündigung, wenn sie sich bis zum 15. April nicht eingetragen Hattert. Aehnliche Vorkommnisse werden auch von anderen Gütern gemeldet. Ein dcutschnationaler Gemeindevorsteher legt« den Unter- stützungsempfängern bei Auszahlung der Unterstützung gleichzeitig die Einzeichnungsliste für das Volksbegehren vor. Das deutfchnationale„Oflpreußische Tageblatt", Insterburg, bedroht in seiner'Plummer 84 dit Gewerbetreibenden mit Boykott. Es heißt dort:„Auch Geschäftsleute und Ge- w e r b e t r e i b e n d e, die sich bisher zurückhaltend verhielten, de- teiligen sich an den Eintragungen, nachdem ihnen bekannt geworden ist, daß der Stahlhelm zwecks Kontroll« und Ueberprüfung die Eintragungen st«n zurückerhält und dadurch sie Möglichkeit hat, alle Säumigen und Pflaumenweichen öfsentlichanzuprangern." Ein feiner Gemeindevorsteher. Der Landrat des Stadtkreises Emden hat den Gemeindevorsteher in Woltzeten, Lübbers, vorläufig seines Amtes enthoben. Lübbers hat wiederholt versucht, Arbeiter unter Drohungen zur Eintragung für das Stahlhelm-Dolksbegchren zu veranlassen. Das Disziplinarverfahren gegen Lübbers ist bereits eingeleitet. Die Hetze gegen Landrat Hansman«. Die amtliche Untersuchung. Me der Amtlich« Preußische Presssdienst mitteilt, hat der preußisch« Minister des Innern am 16. April zur Untersuchung der Vorgänge gelegenrlich der öffentlichen sozialdemokratischen Partei- versaennllung in Mierenhof bei Hallingen im Schwelmer Kreise (Ennepe-Ruhr-Kreis) den Ministerialrat Dr. Hoffmann der Personal- abteilung des preußischen Ministerimns des Innern als Kommissar mit besonderen Weisungen und Bollmachten nach Hattingen entsandt. Beschwerde des Stahlhelms. Oer Iteichsminifier gibt sie au das Reichsgericht. Das Reichsministerium de» Innern hat die ihm von dem preußischen Innenminister übermittelte und von dem Stahlhelm zu- nächst an den Berliner Polizeipräsidenten gerichtete Beschwerde gegen das Verbot seines Bundesorga ns am Don- nerstog mit einem kurzen Begleitschrclhen an den zuständigen Senat des Reichsgerichts zur Entscheidung wcitergqleitet. Das Reichs- innenministermm fühlt sich zu einer Entscheidung nicht berufen, da sich das Verbot des„Stahlhelm" u. a. auch auf das Republik- schütz gesetz stützt. Es besteht— wie der„Soz. Pressedienst" erfährt— die Wahr- scheinlichkeit, daß sich das Reichsgericht mit der Beschwerde des Stahlhelm nicht zu befassen braucht. Die Bundeslettung des Stahlhelm wird voraussichtlich am Freitag unter Bezugnahme auf das Verbot ihres Bundesorgans an den preußischen Innenminister ein Schreiben richten, durch dessen Jnhall die preußische Staats- regierung in die Lage versetzt werden soll, die Dauer des Verbots wesentlich zu beschränken._ Oer Mord von l�önigenial. Revision ver Verurteilten verworfen. Leipzig, 16. Aprll. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts beschäftigte sich heute mit dem schweren Verbrechen in Röntgental bei Berlin, bei dem e i n R e i ch s b a n n e r m a n n durch Schüsse von National- sozialisten getötet und vier weitere Reichsbannerleute verletzt wurden. Der Prozeß vor dem Schwurgericht III Berlin endete, wie erinnerlich, mit der Verurteilung von 13 jugondlichen Nationalsozia- listen zu erheblichen Gefängnisstrafen wegen gemeinschaft- licher Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch. In der Reoisionsoerhandlung wurde von dem Verteidiger der Angeklagten in erster Linie bestritten, daß zwischen den einzelnen nationalsozialistischen Gruppen eine Verab- redung, einen Zusammenstoß herbeizuführen, bestanden hätte. Er be- anstandete ferner, daß das Schwurgericht das Vorliegen von Notwehr bzw. vermeintlicher Notwehr völlig außer acht gelassen habe. Außer- dem bemängelte die Revision noch die Annahme eines vollendeten Landfriedensbruchs, weil nach ihrer Auffassung der Begriff der Oeffentlichkeit nicht vorgelegen habe. Der Senat bestätigte jedoch das Urteil gegen samt- liche Angeklagten, da gegen das Urteil in k e i n c r W e i s e Beden- ken erhoben werden könnten. Alles was in der heutigen Verhand- lung geltend gemacht werde, stünde in einem absoluten Gegensatz zu den getroffenen Feststellungen. Von einer Notwehr oder vermeintlichen Notwehr könne schon deshalb keineRede sein, weil nach dem ganzen Sachverhalt keiner der Angeklagten des Glaubens gewesen war, daß ihm ein Angriff durch die Reichsbanner- leute gedroht hätte: deshalb müsse auch die Frage einer etwaigen Fahrlässigkeit verneint werden. Das jetzt bestätigte Urteil verhängte gegen den Hakenkreuzler Markwardt 3 Jahre 6 Monate und gegen Köppner2 Jahre Gefängnis. Die Angeklagten Hayn, Schwab, Wuttke und Unruh erhielten je 1 Jahr 9 Monate Gefängnis, die Angeklagten v. Jittwitz, Schindler, Wiese, Kellermann je 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, der Obertertianer S ch l e n t« r 1 Jahr 3 Mo- nate Gefängnis, der Schüler Renner 1 Jahr Gefängnis und der Lehrling Stufa 9 Monat« Gefängnis. Zwölf Hakenkreuzler verurteilt. Ratibor, 16, April. Vor dem Ratiborer Schnellrichter hatten sich zwölf Ange- hörige der NSDAP, wegen Vergehens gegen die Ber. ardnirng de» Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ay?- schreitungen und gegen die Verordnung des Oberpräsidenten der Pro- vinz Oberschlesien vom 9. Aprll 1931 zu verantworten. Der Sturm- führer der Ratiborer SÄ.. Bienus, wurde zu 3 Monaten K c- fängnis und 39 M. Geldstrafe, die übrigen elf Angeklagten zu- je 2 Wochen Gefängnis und 15 M. Geldstrafe verurteilt. Die Verurteilten legten Berufung ein. nischen Partei, den ich vertrete, und den übrigen Oppositionsgruppen (Republikaner, Radikale, Sozialisten, Gewerkschaftler) getroffen worden ist, wird meine Partei sich dos Ministerpräsidium und das Innenministerium vorbehalten. Die zweite spanische Republik wird, wie ich versichern kann, eine Demokratie sein. Reuer Botschafier für London. London, 16. Aprll.(Eigenbericht.) Die republikanische Regierung Spaniens Hot den Schriftsteller Perez de Ayala zum Botschafter in London ernannt. Perez de Ayala wird sein Amt schon in den nächsten Tagen an- treten. Farbige schießen auf Republikaner in Tetuan. Madrid, 16. Aprll.(Eigenbericht.) Aus Cosablanca wird gemeldet, daß die Eingeborenen- g a r d« der spanischen Generalresidenz in Tetuan am Mittwoch aus einen Trupp Manifeftanten geschossen hat, der in das Palais eindringen' und die republikanische Flagg« hissen wollte. Drei Personen wurden getötet, zwölf verletzt. Königsschloß wird Museum. Madrid, 16. April.(Eigenbericht.) Der Natiönalfeiertag in Spanien ist im allgemeinen ruhig ver- lausen. In allen Städten fanden große Freuden kund- gedungen statt, bei denen Hochrufe auf die Republik und Nieder- rufe gegen di« Monarchie ausgebracht wurden. In einigen Orten, so in Madrid, wurden Königsdenkmäler demoliert. Unruhen waren zu oerzeichnen in Malaga, Nalencia. Bilbao und Hueloa. In Malaga drang die Menge in die Geschäfts- räume einer monarchistischen Fachzeitung ein. zerstörte alle Maschinen und Einrichtungen und steckte das Gebäude in Brand. In Valencia und BUbao meuterten die Gefangenen, ohne daß es jedoch zu Blut- oergießen kam. In Hueloa schoß die Zivilgarde auf die Menge, die sich trotz wiederholter Aufforderungen nicht zerstreuen wollte. Ein Arbeiter wurde getötet, mehrere andere Personen wurden oerletzt. In dem M i n i st e r r a t, der spät in der Nacht zum Donnerstag zu Ende war. sind mehrere wichtige Beschlüsse gefaßt worden. Die Regierung wird heute von dem königlichen Schloß Besitz nehmen. Mit Hilfe eines Notars sollen ein Inoentarhestand aufgenommen und anschließend sämlliche Räume versiegelt werden. Die Regierung hat sich serner mit der Abwanderung der Kapitalien beschäftigt und in dieser Beziehung strenge Maßnahmen beschlossen. die noch nicht ocrössentlicht worden sind. Schließlich hat die Rc- gierung drei Verordnungen erlassen. Die erste sieht eine Abänderung des von Primo de Rivera erlassenen Strafgesetzes vor, die zweite die Auslösung der von der Diktatur eingerichteten bewaffneten Zivilorganisationen(Somaten) und die dritte die Ge- Währung einer Pension an die Hinterbliebenen der erschossenen Hauplleute Galan und Herryindez Die Regierung hat an alle diplomatischen Vertreter im Ausland ein Rundtelegramm gesandt. in dem sie diese von der Ausrufung der Republik in Kenntnis setzt und sie beauftragt, den fremden Regierungen davon Mitteilung zu machen. Die drei Minister I. Prieto. Domingo und Nicolau d'Oloer, die in Paris in der Verbannung gelebt hatten, sind am Mittwochabend in Madrid eingetroffen und von einer riesigen Menschenmenge mit großem Jubel begrüßt worden. Ratifizierung des Regimewechsels in Berlin. Von feiten der spanischen Botschaft in Berlin ist heute dem Auswärtigen Amt eine Verbalnot« übergeben worden, welche mitteilt, daß die Republik in Spanien unter dein freudigen Beifall der Bevölkerung ausgerufen und daß eine provisorische Regierung in der bereits bekannten Zusammensetzung gebildet worden ist. Die Note weist darauf hin, daß in Spanien Ruhe herrsche. Oesterreichisches Aufmarschverbot. Kein allgemeines Oemonstrakionsverboi. Berliner Blätter berichten aus Wien, daß die österreichische Bundesregierung ein ollgemeines Demonstration-- verbot für di« Zeit vom 1. Mai bis zum 1. September erlassen habe. Wie wir hierzu auf Grund einer besonderen Rückfrage in Wien feststellen können, ist jene Meldung in dieser Form ganz unrichtig. Unter Demonstrationsverbot versieht man in Oester- reich ausschließlich das Verbot des Aufmarsches m i l i t ä- risch ausgezogener Verbände in Uniform. Die eigentliche Demon st rationsfreiheit bleibt von diesem Verbot unberührt. Die Maßnahme der österreichischen Regie- rung. die sich übrigens bis zum l. Oktober erstreckt, erfolgt be- sonders im Interesse der Kurorte und Sommerfrischen, die von angekündigten H e i m w e h r ausmärschen mit den anschließen- den üblichen Exzessen wirtschaftliche Schäden befürchteten. Die Maidemonstrationen der österreichischen Arbeiter- schaft werden davon ebensowenig betroffen wie die im Juli zu erwartenden Riesenkundgebungen in Wien anläßlich der A r b e i t r r- O l y in p i o d e und des Internationalen Sozia- l i st i s ch« n Kongresses. Allerdings wird auch der Republi- kanifche Schutzbund an diesen Demonstrationen nicht in mili- tärrschem Ausmarsch und nicht in Uniform mitwirken können, Versorgung der Kriegsopfer! Ein Appell veS Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Die größte Organisation der Kriegsopfer, der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegcrhtnterbliebenen, der SWIMO Mitglieder zählt, fordert für das ganze Reich zu Kund- gedungen gegen einen Abbau in der Versorgung der Kriegsopfer auf. Der Pressedienst des Rcichsbundes gibt«ine Artikel- strie heraus, in der es heißt:„Warunk dieser Aufruf! Das ist die Frage, die sich uxihrscheinlich so manchem nichtkricgsbeschädigten Staatsbürger aufdrängen rvird. Run, um es kurz zu sagen: man hat fast allgemein den großen Krieg vergessen." Leider ist diese Feststellung nur zu wahr. Man erinnert sich in gewissen Kreisen kaum noch daran, daß zwei Millionen von i3lA Millionen mobilisierten Soldaten' den Opfertod starben und 41/j Millionen Kriegsoerwundungen zij verzeichnen waren. Nach den Angaben zum Etat sind heute noch rund 840 OÜO versorgungsberechtigte Kriegsbeschädigte vorhanden. An Hinterbliebenen zählt man 380 000 Witwen, 623 000 Waisen und 380 000 Eltern, von denen sich nur die Zahl der Waisen wesentlich vermindern wird, da diese, von Ausnahmefällen abge- sehen, noch dem 48. Lebensjahr keine Rente mehr erhalten. Vergleicht man die Renten sür die Kriegsopfer mit den Pen» s i o n e n namentlich der Stabsossiziere und der Genera- l i t ä t, so sind sie verschwindend gering. Ein Oberschenkelampu- lierter erhält durchschnittlich monatlich 75 Mark. Die Witwenrente beträgt einschließlich voller Zusatzrente, die nur bei besonderer Be- dürstigkeit gewährt wird, monatlich durchschnittlich 70 bis 75 M., die Waisenrente, einschließlich Zusatzrente, monatlich 24 bis 28 M. Die Befürchtung der im Reichsbund organisierten Kriegs- opfcr geht nun dahin, daß, womöglich sogar über den Weg einer Notoerordnung, ein weiterer Abbau der Bezüge der Kriegsopfer erfolgt. Eine Reihe von Erlasien des Reichsarbeits- Ministeriums scheinen aus derartige Absichten hinzudeuten. Der erste Bundesvorsitzende des Reichsbundes, P f ä n d n e r, sagt in einem Llufsatz:„Die schwerste Gefahr, die den Kriegsopfern droht, ist der Angriff auf die Renten selb st. Die einzelnen Ministerien haben sicherem Vernehmen nach vom Finanzminister den Auftrag zur Cinreichung von Sparvorschlägen erhalten. Man will also auch die Versorgung angreifen." Gewiß ist die beste Versorgung der Kriegsopfer ihre gleich- berechtigte Wiedereingliederung in den Wirtschaftsprozeß, soweit dies nach der Art der erlittenen Schäden möglich ist. In der Gegen- wart aber, deren Schwierigkeiten auch vom Reichsbund der Kriegs- beschädigten nicht verkannt werden, muß man dem zweiten Vor- sitzenden des Bundes, Johannes Noa, zustimmen, wenn er schreibt: „Die Kriegsopfer haben 47 Jahre nach Kriegsbeginn— damals lautete es anders— immer noch keine endgültige Regelung ihrer Ansprüche. Sie sind sich im Bewußtsein ihrer staatsbürgerlichen Pflichten darüber einig, daß sie einen guten Kampf kämpfen und ein Recht haben aus ein« Verwirklichung ihrer Forderungen noch zu ihren Lebzeiten. Ein Rentenabbau ist somit völlig unangebracht. Daher Hände weg von der Versorgung der Kriegsopferl" Die Politik der Neichsiagsfrakiion. Zwickau-Plauen für die O sziplinbrecher. „Der Bezirksparteitag für den Organisationsbezirk Zwickau-Plauen nahin nach Referaten der Reichstagsabgeordneten Seyhewitz und Graupe eine Entschließung an. in der den neun Abgeord- nettn, die gegen die Fraktion stimmten, das Vertrauen äusge- sprachen wird. Die Entschließung wurde teils einstimmig, teils mit großer Mehrheit angenommen, sie lautet: „Der Bezirksparteitag Zwickau-Plauen erklärt sich nach wie vor gegen den Bau des Panzerkreuzer? B und billigt die Haltung der Abgeordneten unseres Wahlkreises, die im Reichstag gegen den Panzerkreuzer gestimmt haben. _ Die Politik der bedingungslosen Tolerierung der Regierung Brüning, wie sie zuletzt sin der Stimmenthaltung zum Panzerkreuzer B zum Ausdruck kommt, hat in diesem Äugenblick einen außerordentlich gefährlichen Höhepunkt erreicht. Es ist unoertenn- bar, daß die Regierung Brüning mit chrer brutalen sozialreak- tionären Politik nicht nur die Arbeiterklasse treffen, sondern auch die Sozialdemokratie systematisch kompromittieren will. Der Be- zirksparteitag ist überzeugt, daß die Gsnosien, die die Entscheidung der Fraktion nicht unterstützten, sich von der ernsten Sorge um die Partei leiten ließen. Nach dem Panzerkreuzer B droht die Gefahr der Brotteuerung, der Verschlechterung der gesamten Sozialoersicherung, der schranken- losen Ermächtigung für die Brüningregierung und die Vertagung des Reichstages bis in den Spätherbst. Der Bezirksparteitag Zwickau-Plauen warnt die Reichstagsfraktion, auf diesem Wege rmiterzufchreiten: denn die entscheidende Kraft der Abwehr des Faschismus beruht in der Einheit, Geschlossenheit und Kampfkraft der in der modernen Arbeiterbewegung vereinigten proletarischen Masten. Ihre weitere Stärkung durch eine klare Klassenkampf- Politik ist das Gebot der Stunde. Scharfe Mißbilligung der Neun in Leipzig. Der erweiterte Bezirksvorstand des Bezirks Leipzig beschäftigte sich mit dem Verhalten der neun Genossen, die sich der Mehrheit der Reichstagsfraktion entgegenstellten. Nach einem Referat des Genosse» Lipinski und einem Korreferat des Genosien Engel- bert Graf wurde einstimmig folgende Entschließung ange- nommen: „Den Befreiungskampf der Arbeiterklasse zu einem bewußten und einheitlichen zu gestalten und ihm fein notwendiges Ziel zu weisen, ist die Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei." Nach diesem Grundsatz des Parteiprogramms ist die Disziplin das Fundament der Partei: mit ihr steht und fällt die Partei. Seit der Reichstagswahl steht die Partei im geschlossenen Kampf gegen den Versuch, die faschistische Diktatur in Deutschland zu errichten. In diesem Kampfe handelt es sich, wie in Italien. um Sein oder Nichtsein der Arbeiterklasse, chrer Organisation auf politischem und wirtschastlichem Gebiet, um die Erhaltung der sozialen Errungenschaften in Deutschland, um den Kampf zur Rück- kehr von der Diktatur zur parlamentarischen Gesetzgebung. Hinter dieser wichtigen Lebensfrage für die Arbefterklasie mußten alle kleineren taktischen Fragen und Meinungen zurücktreten. Der Bezirksparteitaghat diese Taktik der Partei ge- billigt. Um so schwerer empfindet es der Bezirksvorstand, daß neun Mitglieder der Reichstagsfraktion. darunter auch der Ge n o f f e Graf, die Disziplin der Fraktion gebrochen haben, obgleich sie kiine besseren Wege zur Lösung der politischen Krise weisen konnten. Dieser Disziplinbruch ist um so schwerer, als die Fraktion zwar den Antrag der Opponenten auf Freigabe der Abstimmung ab- lehnte, aber den alten Brauch bestehen ließ, daß, wer glaubte, den Beschluß der Fraktion nicht oertreten zu können, ohne Aufsehen zu erregen, der Abstimmung fern bleiben tonnte, also ohne Bruch der Disziplin seine ablehnende Haltung zum Auedruck bringen konnte. Einheit und Geschlossenheit der Partei ist dringender denn se notwendig. Sie ist aus das gröblich jle von den neun Genossen verletzt worden. Genosse Gras hat nicht einmal für notwendig befunden, vorher die zuständige Parteiorganisation oder ihre Vertreter über seine beabsichtigte abweichende Abstim- mung in Kenntnis zu setzen. Der Bezirksvorstand spricht deshalb dem Genosien Graf seine Mißbilligung aus. palazzo, palazzo! Hitler in Venedig:„palazzo an palazzo. Die muß ich alle noch kaufen!" Oer Kronzeuge entlarvt! Ein Schwerverbrecher fälscht für Kommunistenpreffe Abgeordneienbriefe. Ein ungewöhnlich dreister Wahlschwindcl der Komiministischen Partei fand am Donnerstag vor dem Schöfsengericht Berlin-Mitte seine gerichtliche Sühne. Zlm 45. August ließ das in Königsberg erscheinende kommunistische„Echo des Ostens" eine wohloorbereitete Wahlbombe steigen. Dos Kommunistenblatt behauptete, daß die Sozialdemokratie in Ostpreußen„Rollkommandos" gegen den Stahl- Helm aufgestellt habe. Nachdem deren Mitglieder Gefängnisstrafen erhalten hätten, habe die Sozialdemokratie die Verurteilten i m Stich gelassen. Unser Königsberger Parteiblatt bezeichnete diese ganze Mitteilung als blanken Schwindel. Darauf oerösfent- lichte das„Echo des Ostens", indem es seine Behauxi.ngen wieder- holte, im Wortlaut einen angeblichen Brief des Abgeordneten Kuftner an eins der angeblichen Opjer. einen gewisien Maschinenbautechniker Georg Doersam. Dieser gefälschte Brief stellte in seinem In- hall eine blutige Verhöhnung des im Gefängnis sitzenden Doersam dar, so enthielt dieser angebliche Brief den Satz: „Was das Exerzieren betrifft, so wird es gut sein, denn wenn Ihr den ganzen Tag sitzt, so.ist- dies doch zur Bewegung und/Derdauung gut." Weiter heißt, es in dem angeblichen Brief Kuttners:- j; „Dann ist es doch auch nicht unsere Schuld, daß Du im Gefängnis bist. Warum läßt Du Dich mit den radikalen Rowdys ein." Dieser Brief Kuttners an Doersam war von A bis Z gefälscht. Kuttner hat einen derartigen Brief niemals geschrieben. Dies wurde im„Vorwärts" festgestellt und dabei gleich- zeitig die weitere Feststellung getroffen, daß Doersam, ein o i e l f a ch vorbestrafter Mensch, überhaupt nicht wegen politischer Per- gehen, sondern wegen gemeiner Betrügereien im Königs- berger Gefängnis gesessen hatte. Anstatt den Schwindel einzugestehen, bezichtigte nunmehr die Berliner„Roie Fahne" den„Vorwärts" in den gröbsten Aus» drücken, Lügenmärchen zu verbreften. Die„Rote Fahne" behauptete, daß Doersam niemals vorbestraft fei, daß er sünfzehn Jahre lang Mitglied der SPD. gewesen sei, daß er wegen rein politischer Dinge inhaftiert gewesen sei usw. usw. In dem Artikel der„Roten Fahne" hieß es wörtlich: „Wir teillen berefts mit, daß Doersam die„Vorwärts"- Redaktion verklagen wird. Offensichtlich denkt die„Vorwärts"- Redaktion, daß ihre Wahlstinkbombe ruhig weiter st i n k e n könne, da ja der Prozeß erst nach den Wahlen statt- finden kann." Doersam hat die„Porwärts'-Redaktion nie verklagt. Dagegen erstattete Genosse Kuttner gegen Doersam Strafanzeige wegen Urkundenfälschung und Verleumdung. Dieser Prozeß kam am Donnerstag zur Verhandlung von dem Amtsgericht Berlin-Mitte. Der Lorsitzende verlas zunächst das V o r st r a f e n r e g i st e r Doersams, der wegen weller Entfernung vom persönlichen Erscheinen entbunden war. Aus diesem ging hervor, daß der Schützlina der „Roten Fahne", von 4046 angefangen. zehnmal vorbestraft ist wegen Diebstahls, Rückfalldiebstahls, Leiruges, Rückfallbetruges und, was besonders interessant ist, dreimal wegen Ur- kundensälschung. Weiter stellte der Vorsitzende sest, daß Doersam damals, als er den Brief von Kuttner erhallen haben will, nicht wegen politischer Vergehen, sondern wegen Rückfallbetruges und Rücksalldiebstahls eine sechs- monatige Gefängnisstrose in Königsberg verbüßte. Dann wurde Doersams Aussage verlesen. Vor dem tommisiarischen Richter hat der Angeklagt« Doersam folgendes ausgesagt: Der im„Echo des Ostens" abgedruckte Brief Sullners existiert nicht. 30) habe ihn vielmehr selber angefertigt. Vor der Wahl bin ich mll dem Redakteur des„Echo". Rosen- bäum, in Verbindung getreten und habe chm den angeblichen Brief Kuttners in Form einer„Abschrift" unter Fortlassung der Unter- Deutsches Künfilertheater. Leffings..Minna von Barnhelm". Am Schluß des zweiten Aktes gab es großen ehrlichen Beifall. Es sah so aus, als ob durch diese frische Inszenierung Geschmack und Freude am klassischen Theater neu belebt würden. Die Dorsch als Minna feierte Triumphe. Im Verlauf des letzten Attes er- lohinte ober das Interesse merklich, die Begeisterung sür die aus- gesuchte Darstcllerschast dagegen blieb unverändert. Das Ensemble — vor allem Käthe Dorsch und Matthias Wiemann— wurde noch vor den eisernen Vorhang gerufen. vsr. schrist übergeben. Rosenbaum hat diese angebliche Adschrist ahne weiteres angenommen und nach dem Original nicht gefragt. Der Nebenkläger Kuttner sagte als Zeuge unter Eid aus, daß er niemals einen derartigen hohnvollen Brief an Doersam geschrieben hat. Es sei auch ganz ausgeschlossen, daß er als Schrift- steller einen Brief mit soviel grammatikalischen Fehlern schreiben würde. Es handele sich hier um eine Wahlmache, bei der die Kommunistische Partei nicht davor zurückgeschreckt sei, einen gewerbsmäßigen Verbrecher und Fälscher in ihren Dienst zu stellen. Es ist, führte Kuttner weiter aus, bezeichnend. daß die Kommumstische Partei, nachdem sie hartnäckig ihren Fälscher als Ehrenmann verteidigt hat, ihm zu dieser Verhandlung nicht e i n m al einen Verteidiger gestellt hat! Das Gericht verurteilte nach kurzer Beratung Doersam wegen öffentlicher Beleidigung zu drei Monaten Gesängnis. Aon der An- klage der Urkundenfälschung sprach es ihn frei, weil die von Doersam gefälschte„Abschrift" keine Urkunde im strasrechtlichen Sinne dar- stelle. Die Urteilsbegründung ist für die kommunistische Fälscherbande vernichtend. Der Vorsitzende führte aus: ..Es ist«inwandfrei festgestellt, daß der dem Zeugen Sullner zugeschobene Brief eine Fälfchung ist zu agitatorischen Mahl- zwecken, die sich richten sollte gegru die SPD. und gegen de» Zeugen kullner. was die Art der Beleidigung anbetrifft, so sieht sedor, der auch uur die primitivsten Grundsätze von Anstand und Ehre beflht. daß es sich hier um einen ganz infamen und gemeine» Angriff auf die Ehre eines Volksvertreters handelt. Der An- geklagte Doersam und seine kommunistischen Hintermänner habe» noch dem Grundsah gehandelt:„Verleumde nur immer macker, es bleibt stets etwas hängen." Solche Taktik kann nicht scharf genug gebraudmarkt werden. Es mußte deshalb zur Sühne und zur Abschreckung eine empfindliche Gefängnisstrafe verhängt werden." Wird die kommunistische Presse den Mut finden, dies Urteil ihren Lesern rfiitzuteilen? ❖ Wegen der gleichen Fälschung wird sich auch noch der kommunistische Reichstagsabgeordnete Schneller zu oerantworten haben, sobald der Reichstag seine Immunität auf- gehoben hat. Schneller hat das„Echo des Oftens" verantwortlich gezeichnet. Oer neue Konflikt Oanzig-polen. Darstellunq des Senats. Die Behauptung in, dem Rücktriftsgesuch des polnischen General- kommissars Dr. Straßbur�er. daß die Sicherhell polnischer Staatsangehöriger in Danzig nicht gewährleistet fei, wird u. a. mll der Freisprechung(wegen Notwehr) des Danziger Eisenbahners Gengjerski begründet, der den polnischen Eisenbahner Styrlizki im Streit erstochen hat. In einer Rote an Straßburger vom 44. i>. M. erklärt der Senat. daß die Staatsanwaltschaft das allein zulässige Rechtsmittel der Revision gegen das freisprechende Urteil vorsorglich eingelegt und ohne Wissen des Senats zurückgezogen hat. Da im Revisionsver- fahren nur die Prozeßführung und die Gesetzanwendung nachgeprüft, an den Feststellungen des Schwurgerichts aber nicht gerüttelt werden kann, im Prozeß aber nicht die geringste Inobjektioität oder Ge- setzesverletzung vorgekommen sei, erscheine die Zurückziehung sencs aussichtslosen Rechtsmittels als vollkommen Gesetz und Recht ent- sprechend. Da aber die Reoisionsverhandlung dazu beigetragen hätte, den letzten Rest von Mißtrauen gegen die Justiz.n diesem Falle zu beseitigen, erklärt der Senat, daß ihm die Durchführung des Rechtsmittels willkommener gewesen wäre Der Senat Hot den Bölkerbundskommissar Graf G r a v i n a über alle von Dr. Straßburger angeführten Fäll« genau unter- richtet, worauf Graoina nach Warschau gereist ist, um die Klärung der Angelegenheit zu betreiben. Tory-Vorsioß abermals aefcheiiert. Macdonali» siegt mit ZOS gegen 251 Stimmen Der kouservalwe Rlißlrauensanlrag gegen die Regie- rung wurde 12,40 Uhr nachts mit 305 gegen 254 Stimmen abgelehnt. Konrad Ludwig erkrankt. Genosse K o n r a d Ludwig ist vor einiger Zell ernstlich er- krankt. Leider hat sich sein Zustand so verschlimmert, daß er ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. Wir hoffen, daß er bald völlig wiederhergestellt sein wird. WERTHEIM ScufoSt(Voifatt Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt ßehensmittel Frisch. Fleisch Kalbskamm..-Pfund Kalbsbrust"Rudtp7und Rinderkamm""pründ Querrippe... Pfund Schmorfleisch ohnP(unnd Roastbeef mit Knoch-, Pfd. Gehacktes.... Pfund Gulasch 0.90 Liesen Schweinerücken.Baudi Schweinekamm.ntf» Schweineschinken Kalbsschnitzel-Ptund Kavier mildgesolzen, Pfund Fr. Rinderzungen pkd. Fr. Bratwurst Hammel-Vorderfl. 0.74 0.84 0.80 0.70 1.14 0.98 0.75 0.55 0.66 0.78 0.80 1.90 0.94 1.10 1.00 0.94 Getlügel, Wild Tauben frlsdv Stück v. an 0.85 Hühner gafroren, Pfd. V. an 0.88 Hühner fritdt, Ptund». an 0.95 Brathühner 1rfw v. an 1.10 Hlrsdiblätterpfundv. an 0.90 Frische Eier 10 �„�0.68 Wurst waren Speck- u. Sülzwurst 0.65 Oampfwurst«"IndTw! 0.85 Brühpolnische w12nar1.04 Jagd- u. Mettwurst 1.10 Leberwurst u/pNatwunt 1.3* Teewurst 1.35 g st-a 1.40 Speck v? an 0.68 magar 0.95 Schinkenspeck �'3 1.38 Hutzschinken�lw.pt'd? 1 68 Gek.5chinken°: 0.42 Käse Ua Fett Ramadou haibtatt. stock 0.18 Camembert 0.20 Harzerkäse i-Pfd.�akai 0.35 Briekäse«»ufaft..Pfund 0.68 Dän. Schweizer ptünd 0.75 Holländer"Ä'ftund 0.82 Tilsiter vollfall, Pfd. von an 0.84 Schweizer teÄ 1.12 Margarine.. 2 Pfund 0.75 Tafelbutter Pfund 1.42 1.50 Markenbuffer.— 1.56 Dän. Butter... Pfund 1.60 Vi Oos« Junger 5pinst......... 0.36 Brearbohnen I.—.... 0.54 Prinzefjbohnen«xtr« r«;«...1.65 Junge Erbsen 0.50 fem.. 0.85 Karotlen jung«, extra kleine... 0.7 5 Kaiserschofen......... 1.15 Gem. Gemüse 0.60 mitteifein 0.84 Bruchspargel mitieistark....1.55 Sellerie 0.60 Apfelmus 0.64 Birnen Halb« Frucht........ 1.15 Aprikosen tittÄ 075<■« Würstchen....- r--. 0.65 1/ Ananas 1.40 Kirsch 1.20 IVOnfITUre Eim», Erdbeer, Himbeer 1.30 Aprikos., Orange, Johannisb. 1.10 Pflaumen gQpf. Frisch gebr. Kaffee«g«™ Rösterei Pfund 1.80 2.40 2.80 3.20 3.60 Tee-Mischungen eigene Packerei ,Ä 1.45 1.80 1.90 2.20 2.40 Obst u» Gemüse Tafeläpfel kam. 0.38 0.48 Amorettenbirnen Pfd. 0.38 Zitronen outrend 0.32 0.38 Apfelsinen otz-f. 0.40 0.60 Bananen...■ 3 Pfund 0.98 Möhren gewaschen 2 Pfd. 0.1 5 Weift- u.Wirsingkohl 0.1 2 Rhabarber Bund e votTÜn 0.38 Grüne Gurken von�an 0.35 Spinat...... 2 Pfund 0.35 Salat.... 2 gröl* Kopfe 0.35 Blumenkohl Kopf v. an 0.38 Malta-Kartoffeln pm. 0.48 Kolonialwaren Bruchreis..... Pfund 0.1 5 Tatelreis Pfund«.»,«j« 0.1 8 Kartoffelmehl. Pfund 0.18 Harlgrieft.. Pfund»ja 0.28 Eier.Schnitf.Nud/';» 0.46 Spaghetti llal. Art, Pfund 0.65 Pflaumen �.0.281� 0.48 Backobst 9piilna,oj'j,«ja 0.38 Birnen>>. Pfirsiche Pfd. 0.55 Fiscbe Kabeljau u. Seelachs. gr. Fische, ohne Kopf, Pfd. v, an Schellfisch Pfund von an I Kabeljaufilet P'd. v. an< Frische Makrelen p'd. I Bratscholien 3 Pfd. v. an I Zander Lache gefroran, ganze ucsoik p)una ¥on„„ 0.12 0.18 0.20 0.25 0.25 0.30 0.68 Karpfen u. Hechte n 0- lebende, Pfund von an"• Lebende AalePfd.v.an 1.55 Bücklinge �tr.n 0.28 Seelachs g*räÄ�n0?n 0.32 Makrelen"Ä�an 0.38 Sprotten an'0.40Kist(h. 0.30 Wein Preis, für Flasche, ohna Clas Kirschwein sahr kriitig... 0.75 Hai-rank.......... 0.80 1930 Bergzaberner Letten DJS 192? Ober moseler..... 0.80 1930 Ingelheimer Rotwein 0.80 1928 Diilelsh. Kloppberg 1.00 1928 Rüdezheimer..... 1.50 1928 Macon Supörieur.. 1.60 Johannisbeerweinv.Fat!. Lfr. 0.70 Maikammerer v. Faij. Litar C.80 und waitare« Sorten vom Fat billig Zur &rühfahrspflanxun£ nur Leipziger Straljo Buschrosen stark, Bund 3 St. v. an OJO Rankrosen stark.... St. v. an 0.40 Rosen I. Wahl, Mitfelsfamm, v. an 1.25 Rosen II. Wahl, Hochstamm, v. an 2.00 Wilder Wein..... 5 Stauden 3X0 Blütenstauden winterhart, St. v. an 0.15 Dahlien in vielen Farben, St. v. an 0.35 Gladiolen...... 10 St. v. an 0.30 Begonien......10SI. v. an 0X5 Anemonen..... 10 St. v. an 0.45 Montbretien.... 10 St. v. an 035 Steckzwiebeln...... Ptund 0X0 Sämereien...... 4 Düten 0.25 Grassamen.... Pfund v, an 0.45 Kakfeen..... Topf von an 0.25 ) Theater, Lichtspiele usw. plAza Weichfcel E 7, 4031 Täglich 5, 814, Sonntags 2, 5, 814| Nachm SO Pf.blil M, abdt.1 bis 2 M Scnin Glazeroös Gesangs- und Tanz-Revue Mtrian Doos, Barbara la May usw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Tätlich 8 Uhr: im wussan RBSSI. Stß. nachm. 3 Uhr Orlginalbesetzuna billige Preise Regie; Erik Chareli. MVNYf Kestairant Berlins; Reichshallen-Theater ikadi|T| Sonntag Hadin. fTT] Stettiner sa ger Aaa grotie Aprll-Xaeh Programm! Hadim. bedsiltod nmäi Pnist! Tel.. Merkur 1247 Dönhoff- Brettl: Vartetf— Tanz— Konzert! •Oarten• 8'S Oh. Zenti. 2819. tagdttn rtntit. 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I ,Jn Amerika vierhun- I | dtrtmalgespielf't Tempo, �Donnernder Beifall" (Voisische Zeitung) I | Abendpreise v. 0.50-3 M Große Frankfurter Straße 132 J U-Bahn Strausberger Platz ötägiger Vorverkauf täglich 1 von ii-i Uhr und 4—9 Uhr 1 Tel. Destclig.: Alex. 3422 u. 3494 8 Uhr Der HBDDlniann von ROpeniik v. Carl ZucUmayer Itgn: Beim Hilpert Die Komödie 8"* Uhr Natalie v Iwan Turgenjew lag!!: Iwan Schmith. Knrlflrslendanini Tteater Bismarck«49 | 8'r, Uhr| Alles Schwindel im Banellus Sdiifier. Musik von Misch a Spoliansky. ■qü: Cistif CrlnCgni »BMNNlll-MBBII TPciltr In , Uhr Alt-Heidelberg üitie Eiplisih, Werteraslsr. LI»«bis, Pnbirt Theater im Admtralsoaiast Täglich 8'/, Uhr Der lustige Krieg Öhmann. Ahlers, Trauten hayn a O. u a. m Kleines Theat. Täglich 8V. Uhi Erika GiaBner Der stille HompaRnoD üntspitl toi Im Inz. TüeaterlWpsleDs Täglich 8>-« Uhr Das Land des Lächelns. Preise 1—9 M. I Kling-Tlieatei Täglich 8V. 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Verlesung de» Protokoll, von der vorigen Sitzung. st Abnahme der Iahresrechnnng für da, SesdiäslsjaHr ISZ0. 3. Bericht der Reoisoren. 4 Satzirnasänderungen. ö Berjchiedene». Der Vorstand bittet um recht zahlreiche» und pilnkrliche» Erscheinen der Ausschuß� mttglteder. Oer ttorftanb. gez. Max Rost gez. S u a 0 S e r tz Porsitzender. KchristlüHrer. inusiiliesi-Uiiiei'siGUlingZXsm lZei' Sleinlii'ueiiei' und LHNogrsniien *n Berlin Generalversammlung Jreilag, tten 24.«pell 1831, nachm. 8 Ahe, Im Saal 1»es ffleroerf- schaslshanse».«ngeiasee 25 Tagesordnung: I. Ge'chttsl»- und Kassenbericht fiir 1930 st a) Bericht de» Prstsungsanschusse». b> Abnahme der Iohre«rechnnng. Z. Ergiinzungsmahien zum Borstand. 4. Wahl des Nechnungsprllsungi.Bus. ichuste». 5. Derschledenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung mird um rege Beteiligung dringend ge. beten. OemSb g IT bcc Satzung ist leb*« Mitglied der Iuualibeu Auter- Niitzuugstalle bseechkigt, au d»e cheueealneesammluug teilzuuehrneu Der vorstand. Hugo Aibrecht, Porsitzender. verluaNungsmligHeUsr> Freitag, de» 17. April, abend» 7 Ahr, Sitzung der Büitleren Ortsorrwaltnnz. äditunSl VsUwerlisrdeUer! Sonntag, den>8.«pril. varrn. 8>/, Ahr. in, Aerbnnbnhnn», Cinienstr. 83.85, Sitznngssnnl. 3 Top MSUMMSüMI'-MIW für die Branche der Walzwerk-, Blei' and Drahfkabel«, Papler- und Panzer-Bchr' Arbciler und «ar heiter innen, sowie der HOtien- indastrlc. Graphischen Platten- Fabrikation v. Bleirohr- Ar heiter Tag esordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht. 2. Aussprache. 2. Neuwahl der Branchenleitang. Die Vranchenleitung erwartet, daß alle Funktionäre zu dtesrr Konferenz pünktlich erscheinen. Die Orisverwalinng. - N Bindfaden Kordel, Packatrldce, Pack- xl. Seiden psplere, Pappen Billige Elnkaafsgaelle KarlDaub 514, WnlUirahe 73/ Telephon! F 7, leaaawtis 4814 GemeinDQtzioeSiedlimgsgenossenscbaft „Lichtenberger Gartenheim4' e. G. m. b. B. BerHn-HahUdorf, Melnnehthomtr. 83 Bilanz par 31. Descmbar 1930 AkUva Kassen de stand.................. OanKkonto 23 97.......... RM 37 001,35 Bankkonto 44 49,, 2788,73 Bankkonto 434..........» 4.513,00 Bankkonto 21 79........,. 73'35,07 Postscheckkonto 68 30.............. Grundstücke und Gebäude.... RM 44 43536 Abschreibung.......... 900,— Mobiliar..................... Materialbestand Teil I und 2.......... Außenstände, Holz, Kohlen, Düngemittel.... Qchag Beteiligung............... Baudarlehn................... Hinterlegung für Straßenbau.......... Restbaugelder. Bauabschnitt 1—5, Debitoren.. Ausstehende Hauszinsen............ Guthaben Volksfflrsorge............ Bauabschnitt VI, Auslagen.,.......■. RM 401,79 118.089,77 81,43 43 535,56 I 2.5.5,91 3275,35 509,- 36 000,— 7 s91 ,63 10 000.— 98 756,— 6745.75 57 3.54,30 II 21187 Pnulra Geschäftsanteile......... Reservefonds........... gänzungsrück'age....... Garantieröcklage........ Rechnungsrücklage....... Sturmfonds........... Straßenbaufonds......... Hausspargelder......... Hvpotnekenschulden(Konsum). Gcnag-Bete.Tigung........ Kreditoren(Mitglieder)..... Hauszinsen............ Gewinn 395 071,24 RM 29 041,— 6 000.— 17 279,30 21 633,27 19 004.63 2 783,75 37 0til,3ä 10 198�2 18>39,58 15 100,— 201 156,— 15 410 2 264.04 395 071,24 Gewinn- und Verluslrechnung Wirtschaftskonto.., Unkostenkonto....... Abschreibung an Gebäude. Gewinn........... Soll RM 2 3 13,1 0 7 861.75 900.- 2 264.04 Haben Gewinnvortrag aus 1929. Wirtschaftskonto..... Haftpflicht und anderes. Warenverbleib...... Zinsenkonto....... Urucksachcnkonto.... Hauszinsen........ 13348,89 RM 550,60 3 170,— 4 728.46 2 563,51 I 604,54 22,05 609.73 13 34,» ,89 Mitgliederbewegung Stand am T. I. 1930 eingetreten 1930.. 727 Mitglieder 1f> 743 Mitglieder ausgeschieden durch Aufkündigung.... 5„ ausgeschieden durch Tod.......•• 3 Bestand am 31. 12. 1930........... 735 Mitglieder mit 791 Antei.en Die Haftsumme beträgtbei 791 Anteilen ä RM 50.— RM 39 550,— Bcrlin-Mahlsdorf, 24 Februar 1931. Der Vorctand: Friedlich Graf, Max Behrendt. Die Revisoren: W. Weber, G Freyer. B. TauberL PreuB. Süddeutsclie Staats-Ldtlerie am S4». und*81. April 1031 Erste Klasse H:','p{ggwinnf; 4: 500 000 BM 2x3000fl0RM 2x200000 RM 12x100 000 RM Los-, t,',>, Doppellore prci5e~5T— 10.— 2(V—~4Ö.— 80— RM Hahn Berlin S14 PrinuonstraOe 79 am Morttrplntr Postscheck Betlln 31 131 31r. 128• 48. 3 Kürten handelte. Kürten be- strecket das aber. Der Zeuge bleibt bei seiner Behauptung. Der 2öjährige K o r n b l u m befand sich in der fraglichen Nacht auf dem Heimwege von der Sitzung eines Sportoereins. In der Nähe der Schrebergärten wurde er plötzlich von jemandem ge- st o ch e n. merkte den Stich aber erst, als er sich auf einem Kirmes- platze befand, den er auf dem Heimwege passieren mußte. Seine Verletzung war nicht ernstlicher Natur. Er war drei Wochen in ärzt- lichcr Behandlung und spürt keine Folgen mehr. Der letzte Zeuge des Donnerstag ist Oberarzt Dr. Stahl, der ausführlich über die schweren Verletzungen der G o l d h a u s e n be- richtet. Der Stich ging dicht am Herzen vorbei. Die Verhandlung wird dann auf Freitag vertagt. Schulen einer neuen Zeit. Berlin erhält die modernste Schule Deutschlands. ist Stadtrat Reuter mit seiner Ansicht über die Notwendigkeit einer Derbilligung dieses- Umsteigerpreifcs im Aufsichtsrat nicht durch- gedrungen. Es wäre nun aber an der Zeck, daß der Aufsichtsrat der BVG. noch einmal gründlich und ernsthaft prüft, ob man der Berliner Bevölkerung nicht wenigstens diese kleine materielle Er- leichtcrung bereiten kann. Waffenschiebung lohnte sich. Zuchthaus- und Gefängnisflrafen für die(Schieber. Der Waffenschieberprozeß Hoppe u. Gen. hat die Erwartungen der Oeffentlichkeit enttäuscht. Die polckische Zugehörigkeck des Haupt- angeklagten Hoppe zur NSDAP, ließ mit Recht vermuten, daß die Waffen nicht nur an neutrale Stellen verschoben, sondern auch, wenig- stens zu einem Teil, in die geheimen Arsenale der Nazis geflossen sind. Kriminalkommissar Mühlsried el von der Abt. I K hat aber auf die Frage des Vorsitzenden mck aller Entschiedenheit betont, daß olle Bemühungen, in dieser Richtung positive Feststellungen zu treffen, ergebnislos geblieben seien: es handle sich in diesem Falle um eine reine Waffenschiobung mn des Profits willen, die mck politischen Dingen nichts zu tun habe. Das glaubte auch der Staatsanwalt in feinem Plädoyer feststellen zu können. Hoffen wir, daß dam wirklich so ist! Kriminalkoimnissar Atühlfriodel strafte im übrigen die An» geklagten Hoppe, Reimer und Paetel Lügen: es sei auf sie absolut fein Druck ausgeübt worden, sie hätten ihre Geständnisie aus freien Stücken abgelegt. Aus bei Hoppe gefundenen Briefschaften ging übrigens mck aller Deutlichkeit hervor, daß eine Lieferung von 120 0 Maschin engewehrfchlöffern stattgefunden haben muß. Man schob also im großen. In welcher Weise der Angeklagte P a e t e l, der anfangs erklärt hatte, 500 bis 600 Maschineng ewehr- jchilösser an Reimer verkauft zu haben, die„Ware" aus dem Zeugamt hinausgefchmuggeck hat— später behauptete er ja, daß es nur 23.Schlösser gewesen seien, die er im Walde gefunden habe—, konnte nicht festgestellt werden. Die Sachverständigen des Reichswehrmini st«riums waren der Ansicht, daß bei der Menge Kriegsgerät, das in den Spandau«? Werkstätten zwecks Reparaturen aus den verschiedensten Heersäteilen zusammenströmten, eine Kontrolle bis jetzt unmöglich gewesen sei. Vielleicht würde das mal möglich werden. Nach dem Bekanntwerden der in diesem Falle aufgedeckten Schiebungen feien strengere Kontroll- maßnahmen durchgeführt worden. Fest stehe unter allen Ilmständen. daß mck Ausnahme zweier sämtliche 128 beim Angeklagten Hoppe gefundenen Maschinengewehrschlösser' das Ein schußzeichen trü- gen, also von Heeresbeständen stammen. Die Kontrollzustände in den Spandauer Werkstätten müssen demnach tatjächlich viel zu wünschen übrig lassen. Der Staatsanwalt beantragte Freisprechung der an- geklagten Polizeisekretäre Mazanke und Wilke sowie des Unter- Wachtmeisters Heinrich, dagegen Verurteilung des Gastwirts Hoppe wegen verbotenen Schußwaffenlhaitdels und wegen Besitzes eines Muisitians- und Waffenlagcrs zu neun Monaten Gefängnis, Ver- urteilung des Angeklagten Reimers wegen gewerbsmäßiger Hehle- rei in Tateinheit mit Vergehen gegen die Verordnungen über Heeres- gut zu einen, Jahr Zuchthaus und des Angeklagten Paetel zu neun Monaten Gefängnis sowie des argentinischen Staatsbürgers Hochhaus, der die Mafchinengewehrschlösser an die türf ische Regierung oerkauft hat. zu sechs Monaten Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Hauptangeklagten, den früheren Gastwirt und nationalsoziallftischen Parteiongehärige» Hoppe, wegen Bergchens gegen-das- Schußwaffengesetz zu s ech s Mo- " n ä'i efti. X3j f ä n g n i s. Gegen den Borhandwerker Paetel vptn Zeugamt Spandau wurde wegen fortgesetzten Diebstahls gleichfalls auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten erkannt, während der technische Polizeisekretär Reimers wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu der gesetzkichen Mindest strafe von einem Jahr Zuchthaus verurteckt wurde. Die übrigen vier Angeklagten Heinrich, Mazanke, Wilke und Hochhaus wurden freigesprochen. jTAOS Todesopfer des Verkehrs. Lleber il 86 00(1 Gesamtopfer in einem Jahre. London. 16. April. Das Innenministerium gibt bekannt, daß in Groß- britamUen im Iahte 1530 bei 156 793(im Vorjahre 151801) Ver- kehrsunfällen 7305(6696) Personen getötet und 177 855(170 517) Personen verletzt worden sind. Unfall im Zirkus Büsch. Während der gestrigen Abendvorstellung ereignete sich im Zckkus» variete Busch ein bedauerlicher llnsall. Gegen 21 Uhr produzierte sich in der Arena eine Seiltänzergruppe. Im Verlauf der Darbietungen stürzte die 40fährige Artistin Leonora S ch i n k e aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe und erlitt einen schweren Schlüsselbeinbruch. Die Verunglückte mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Blinde Passagiere... Auf dem Schlefischen Bahnhof wurden gestern zwei junge Polen festgenommen, die von Warschau bis Berlin die Fahrt auf der Achse des D-Zuges Warschau— Paris mitgemacht hacken. Es sind zwei junge Burschen, ein 23jährig.er Felch Jasniak und ein" 2vjähriger Josef Frankowsk i; beide stammen aus Warschau. Jasniak wurde 1908 in Berlin geboren, ist aber in Polen groß geworden. Die blinden Passagiere, die, durch die Strapazen völlig entkrästet, unter dem D-Zug-Wagen hervorgeholt wurden, werden sich zu oll ihrer Pein noch vor dem Schnellrichter wegen Paß- Vergehens zu vcranckvorten haben. Zwiegespräch junger Menschen im Rundfunk über„Erwerbslose Jugend". Am Freitag, 17.30 Uhr, spricht in der Jugendstunde Erich Ollenhauer in Fortsetzung der Vortragsreihe„Die Lage der Jugend in Groß-Berlin" mit zwei Jugendlichen über das Thema „Erwerbslose Jugend". Der Vortragende behandelt die Be- deutung der Erwerbslosigkeit für die Jugend und wird davon aus- gehen, wie groß die Erwerbslosigkeit der Jugendlichen zur Zeck in Berlin ist. Ferner wird der Vortragende mit den beiden Jugendlichen besprechen, welche Einrichtungen zur Fürjorge erwerbsloser Jugend- licher geschassen worden sind, welche Erfahrungen die Jugendlichen selbst dabei gemacht hoben und welche Einrichtungen gegebenenfalls noch zu schaffen wären. „Sozialistische Erziehung als Forderung und Tat." Genosse Dr. Kurt Löwen st ein spricht am kommenden Sonn- abend, 19� Uhr, im Rahmen der Freien Soziali st ischen Hochschule im ehemaligen Herrenhaus. Leipziger Straße 3. über das Thema:„Sozialist ische Erziehung als Forderung und To t". Eintrickskarten sind zum Preise von 50 Pf.(einschließ- lich Garderobe) u. a. zu haben bei der Buchhandlung I. H. W. Dieg, Lindenstr. 2, bei der Bank der Arbecker, Angestellten und Beamten, Wallstt. 65 und mn der Abendkasse. Aus Aaregung des sozialdemokratischen Stadtschulrates Nydahl beschäftigt sich die Deputation für Fach- und Berufsschulwesen zur Zeit mit einem Interessanten Projekt. kommen die zur Beratung stehenden Pläne zur Au-sührung, so wird Berlin die modernste Schute Deutschlands erhalten. Der vor zwei Jahren in Berlin abgehaltene R e k l o m e- k o n g r e ß zeigte, daß eine eingehende und gründliche Berufs- ausbildung der Reklamefachmänner dringend notwendig ist. Drei große Organisationen des Reklaniewesens traten deshalb an die Schulverwaltung mck dem Gedanken, eine besondere Berufsschule für Reklamewesen ins' Leben zu rufen, heran. Stadtschulrat N y d a h l, der sich seck langem mit dem Gedanken der fach- männischen Ausbildung des Berufsreklamefachmonnes beschäftigt hallo, unterstützte die Wünsche dar Verbände. Bei der neuen Schule würde es sich rack# allein um einx Ausbildung im graphischen Gewerbe, sondern zugleich auch um eckie techNlsch-kütistlerischs Aus- bildpng auf dem Gebieke der Af ch i t e k t u r�'und' dcr�M a be rei, sowie Vcrtrautmachung mck der betriebswirtschaftlichen Seite handeln. Wie der„Vorwärts" erfährt, arbecket die Schuloerwaltung bereits sehr intensiv an den neuen Lehrplänen und trägt sich mck der Absicht, wenn möglich schon im Herbst dieses Jahres, spätestens im Frühjahr nächsten Jahres die neue' Fachschule für das Reklame- wefen zu errichten. Damit würde Berlin mck diesem völlig neuen Schultyp die modernste Schule Deutschlands erhalten. Die gläserne Schule. In Lübeck wurde mck der Volksschule„Ann Klosterhof" ein neuartiger Schulbau fertiggestellt, der Einrichtungen aufweist, wie sie bisher noch keine deutsche Schule besitzt. So sind zum Bei- spiel die Wände, die die langen Mcktelflure von den Klassenzimmern trennen, durch Glasschränke ersetzt, die das Licht aus den Klassenzimmern auf den Flur durchlassen. Die Schränke dienen zur Ausnahme von Lehrmitteln und Schülerarbecken. In den Fluren sind Trinkbrunnen für die Kinder angebrchtz der Flur im Erdgeschoß erweckert sich an einem Ende zu einer„M i l ch d i e l e", in der den Kindern ein warmes Milchfröhststck verabreicht wird. Die Klassenzimmer befitzen an Stelle der bisher üblichen Einzel- fenster vollkommen verglaste Fensterwä.nde: in-jedem Klassenzimmer ist außerdem eine Waschgelegenheit eingebaut. Im Physiksaal hat jeder Schüler Gas-, Strom- und Wasseranschluß an seinem Platze. Für den Erdkundenunterricht befitzt die Schule eine Sternkammer, in der der Lauj der Gestirne durch Lichtprojektion dargestellt werden kann, und ein begehbares Himmelsgewölbe aus Eijenkonsckuktion, das die Einteilung des Weltraums darstellt. Reben der Turnhalle ist noch ein besonderer Gymnastikraum vorhanden. Ein Gewächshaus. ermöglicht den Schülern, zu jeder Iahreszeck Pflanzen aufzuziehen. Ehrabschneider! Oie Verleumder des(Stadtschulrats verurteilt. Das Schöffengericht Berlm-Mitte unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Dr. Neumann hat gestern die Verleumder des Stadt- schulrats Genossen Nydahl verurteilt. Die„Deutsche Tages- zeckung" wurde der üblen Nachrede sür schuldig befunden' und ihr verantwortlicher Redakteur Dr. Metternich zu vierhundert Mark Geldstrafe verurteilt, im Nichtbeitreibungsfall zu 10 Tagen Gej�ingnis. Dagegen wurde der verantwortliche Redakteur der „Roten Fahne" Otto Wilde wegen der erheblich gröberen Form der Verleumdungen zu achthundert Mark Geldstrafe bzw. 20 Tagen Gefängnis vcrurteick. Darüber hinaus wurde dem Gevossen Nydahl das Recht zugesprochen, den erkennende» Teil des Urteils in der „Deutschen Tageszeitung", der.Roten Fahne", dem„L o r w ä r t s". der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" und dem„Berliner Tageblatt" zu publizieren. Die Kosten des Verfahrens tragen die Angeklagten. Zu Beginn des zweiten Berhandlupgstages wurden die letzten Zeugen zur beabsichtigten Verpachtung eines Grundstücks in Bischofs- wer da bei Liebenwalde vernommen. Die Aussagen ergäben nur die völtige Haltlosigkeit der Behauptung, Genosse Nydohl hätte bei der Verpachtung 3Ö00 M. Provision erhallen sollen. � Damit war die letzte Verleumdung zerplatzt. Dann sprach Staatsanwaltschaftsrat Dr. Fischer. Er betonte, daß der Wahrheitsbeweis in jeder Beziehung mißglückt ist. All« Behauptungen der Angeklagten haben sich in ein Nichts aufgelöst. Nicht der Schatten eines Beweises sei dafür erbracht, daß Nydahl etwas von den Verfehlungen des Stadtschulinspektors B o r ch e r d t gewußt hat. Die Zeugen haben vielmehr bekundet, daß sich Nydahl bei seinen Vorträgen im Amt einer mustergültigen Objek- tivität befleißigt hat. Wegen der Schwere der Beleidigungen be- antragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft gegen die„Deutsche Tageszeitung" eine Geldstrafe von 800 M.; gegen die„Rote Fahne" von 1200 M. Genosse Dr. L a n d s b e r g als Bertteier des als Nebenkläger zugelassenen Stadtschulrats Nydahl schloß sich bezüglich des Strak- maßes den Anträgen des Staatsanwatts an, obwohl 800 bzw. 1200 Mark Geldstrafe angesichts der ungeheuren Schwere der Beleidi- gungen ein mildes Urteil wären. Die Ehrabschneidung politischer Gegner müsse empfindlich verurteckt werden. Räch halbstündiger Be- ratung wurde das eingangs erwähnte U r t e i l verkündet. -".In der'Urteiis-beg.r ndung heißten: Es kam nicht darauf an, was dritte Leute über Nydahl redeten, sondern was N ge- t a n hat. Bon einer Parteiwirtschaft könne' keine Rede sein. nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der von Nydahl beförderten Beamten waren Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei. Städtisches Volkskonzert des Sinfonieorchesters. In einem vom Bezirksamt Treptow veranstalteten Volks- konzert dirigierte Ernst Ewald Gebert das Berliner Sinfonie- orchester, mit dem er im Rahmen eines„Romantischen Abends" nach einer klar aufgebauten mid glänzend gespielten Wiedergabe der V. Sinfonie von Tschaikowsky, Mendelssohns Musik zum„Sommer- nachtstrau in" und als ausgezeichneten Abschluß den Donaumalzen von Strauß zum Vortrag brachte. Solist des Abends war der erste Konzertmeister des Orchesters, Alfted I n d i g, der klangschön und technisch vollendet das Violinkonzert von Mendelssohn spielte. Das Publikum bewahrte bis zum Schluß vollste Auftnerksamkeck und Anteilnahme.____ «lt.s»li». Die nächste gWruna durch die versestencn Winkel des ältesten Berlin neranstaltst den- BcairksanN iSchäneSera unter der Leitune Eeora Bantlicraers NNI conn'afl, dem 18. April. Treffpunkt lo�z llhr auf dem Spittel- inctK, Ausgang llntergrundbal»!. Teilnadme 50 Pf. Durch Dalmatieu, Zliontcnegra. die Sciaemu-in-, Boeuieu. Serbien na» SSdma�doai«» lautet das Tdema des Vortrages, den Lerr Surt Li-lfcher unter Lorfstlirung aahlrsicher Lichtbilder nach eigenen Aufnabmen am Mitt. mach, dem ZL April. 20 Ubr, im Verein von lZreunden der Trepwm-Stcrer. marte bält. Gäste haben gegen Lösung einer Äocte.Zutritt. Der Spiegel � IQgt nicht... rückhaltlos sagt er, was an Körper- und Nervenpflege vernachlässigt wurde. Schönheit und Nervosität vertragen sieh nun mal nicht miteinander. Wer seinen Nerven Zumutungen stellt, die über ihre Leistungsfähigkeit hinausgehen, dem zeichnen sie leicht die Quittung ins Gesicht. Zur Schönheitspflege gehört Nervenpflege. Meiden Sie das Genußgilt Coffein. Schonen Sie Herz und Nerven durch Kaffee Hag, den vorzüglichen echten Bohnenkaffee ohne Coffein. Schönheit, Genuß und Gesundheit durch Kaffee Hag. Sonnabend, den 18. und Sonntag, den 19. April, über ganz Berlin von den bekannten Lokalen aus Verbreitung des„Berliner Volksbiattes" „Mutter, werde ich auch verschickt?" inschränkung der Kinderfürsorge.- Heime bleiben bis 15. Mai geschlossen. E5 Mit am schwersten wird die städtische Kinder- erholua.gssürsorge von den notwendig gewordenen Sparmastnahnrea belrossen. Wie unendlich wichtig der Ausbau der Kindererhclungssür- sorge statt des Abbaues wäre, bedarf keiner besonderen Erörterung: Arbeitslosigkeit, Wohnelend und die damit verbundene unaufhaltsam fortschreitende Verarmung und Verelendung breiter Volks- kreise haben der Gesundheitskurve der Großstadtkmder den Weg nach abwärts gewiesen. Immer größer wird der Kreis jener Eltern, die nicht mehr imstande sind, aus eigenen Mitteln die notwendigen gesundheitlichen Maßnähmen für ihre Kinder ju treffen, und so wächst und wächst die Zahl jener bedauernswerten kleinen Geschöpfe, deren gesundheitliches Wohl und. Wehe der öffentlichen Fürsorge ans cherz gelegt ist. Volkskraft und Bolksgesundheit sind die wichtigsten Aktivposten für die Zukunft, und io sollte alles daran gesetzt werden, Kraft und Gesundheit der neuen Generation zu kräftigen und zu steigern. Und letzten Endes ist die vermeintliche Ersparnis durch Einschränkung der gesundheitlichen Maßnahmen ja doch nur eine fiktive, die in späterer Zeit eine ver- doppelte Belastung der Fürsorge nach sich zieht. In diesem Sinne haben sich alle aus dem Gebiet der Jugend- erholungssürsorge arbeitenden Stellen geäußert. So hat der Präsi- dent des Deutschen Städtetages, Dr. M u l e r t, in seinen Vor- ichlägen für Sparmaßnahmen in der Wohlfahrtspflege vom 15. De- zeinber 1930 ausdrücklich betont, daß der vorbeugende Zugeadschuh und die vorbeugende Gesundhellssürsorge nach Möglichkeit nicht eingeschränkt werden sollten. Ferner heißt es in einem Erlaß des preußischen Kultusmini st ers vom 30. Oktober 1930 an das Provinzialschulkollegium hinsichtlich der Urlaubsetteilung für die Verschickung erholungsbedürftiger Kinder:„Gegenüber berechtigten Bedenken der Schule gegen eine längere Beurlaubung der Schul- linder vom ordnungsgemäßigen Unterricht ist zu berücksichtigen, daß es sich bei der erwähnten Verschickung um dringend notwendige gesundheitsstirsorgerische Maßnahmen für unsere Zugend handelt. Diesen Maßnahmen kommt deswegen eine besondere Bedeutung zu, weil bei der geringen chöh« der zur Verfügung stehenden Mittel selbstverständlich nur solche Schüler berücksichtigt werden können, für die diese Fürsorge nach sorgfältiger ärztlicher Feststellung zur Stör- kung und Kräftigung ihrer Gesundheit unerläßlich.ist. Ohne Durchführung der hier ln Frage stehenden Maßnahmen würden die erholungsbedürftigen Kinder auf die Dauer eine .erhebliche Einbuße an ihrer Gesundheit sowie ihrer körpcr- lichon und gkistigeu Frische erleiden, die ihre Leistungen in der Schule und im späteren Beruf nachteilig beeiaflusseu müßte. � Auch die im vorigen Jahre gegründete Reichsärbeitsgemeinschaft nir Iugcnderhoüings- und cheilfürsorg« hat durch ihren Vorsitzenden, Ministerialdirektor Dr. Schneider, einen warnenden Aufruf er- lassen, in dem sie auf all die traurigen, nie wieder gutzumachenden Konsequenzen einer falschen Sparpplitik hinweist. Di« stark gedrosselte Erholungsoerschickung, die in diesem Jahr überhaupt erst mit dem 13. Mai beginnen darf, hat naturgemäß einen starken kinderpflegerischen Personalabbau in den cheimen z�r Folge, der wiederum das Kontingent der Erwerbslosen be- reichern hals: oll die schönen, zum Teil neugeschaffenen Erholungs- Ijeime. die in ihren Einrichtungen vollständig auch auf JP i n t e r- betrieb eingestellt wurden, konnten ihren Zweck nicht erfüllen, well die winterliche Erholungsfürsorge, von der sich verschiedene Aerzte ganz besonders gute Erfolge versprachen, in Fortfall kam. Reben der eingeschränkten Erholungsverschickung sind auch die Ferienwanderungen, die Schullandheiinaufenthalle, die Ausflüge und die Ferienspiel« arg in Mitleidenschaft gezogen: schon im Vorjahre war es infolge einer stark beschränkten Ausgabe von Fre'karten gerade den Aermsten der Armen nickt möglich, der ihnen lo bitter notwendigen Erholung durch Aufenthalt in Sanne und guter Luft teilhaftig zu- werden.■ Es bleibt zu wünschen und zu hoffen, daß alles daran gesetzt wird, dem großen sozialen'chiisswerk der Gesundheitspflege an der neuen Generation, das in erster Linie ein Werk der Sozial- demokratie ist. trotz der Schwere der Zeit weitgehendsten Schutz und Förderung zuteil werden zu lassen. Nationalsozialistischer Oberpostsekretär. Bei dem Berliner Postamt S W77 trat der Oberpostsekretär Richard Lehmann durch besonders staatsfeindliches Verhalten hervor. Als die Republikanische Beschwerdestelle Berlin diesen Vor- gang am 27. Februar 1931 dem Präsidenten der Oberpostdirektion zur Anzeige brachte, bestritt zunächst Lehmann, im Dienst natio- nalistische Propaganda getrieben oder die bestehende Staatsform Der Mensch als Maschine. Die täglichen Nährwerte eines Menschen. und die Reichsfarben im oder außer Dienst beschimpft zu haben. Darauf benannte die Beschwerdestelle dem Präsidenten der OPD. über 100 Beanüe als Zeugen und nunmehr ist die amtliche Entscheidung dahin ergangen, daß..Lehmann durch die Untersuchung für schuldig erachtet wird, die verfassungsmäßige Staatsgewalt, die Reichsflagge und die Reichs- regierung im Dienst beschimpft zu haben. Es ist nunmehr das förmliche Disziplinarverfahren eingeleitet, auch ist er des Dienstes vorläufig enthoben worden". da*, KIND bis zum 5.-6. Lebensjahre- der ERWACHSENE bei RuhezasteJid- • eer ERWACHS, b.mlttelschweret Arbeit- i» fimtrdm. VA-ß-üterWcMet zäune TlUmmiXiowe. und t/damme fhierfür lASsen sich keine Maße bestiimnen) 4uih der mensdiUdie Körper bedarf, jofe die oon Menschenhand gesdiafferie Maschine, eines Antriebssioffes, einer Heizung,. Es. muß. ihm regelmäßig eine bestimmte Menge von Nährstoffen zugeführt werden. Ist die Ernährung während einer längeren Zeit unzureichend, so stellen sich zweifellos ernste Schädigungen ein, wie wir es während der Kriegszeit zur Genüge erfahren haben. Es ist daher kein Zeichen der Unkultur, sondern ein Erfordernis der Lebemhaliung, wenn in Zeiten der Not alles andere hintenangestellt wird, um wenigstens des Leibes Notdurft zu befriedigen. Wo sthen Die Nazi? Der nationalsozialistische„Angriff" veröffentlicht ein Inserat zu einer Sportpalastveranstallung, bei der man den Erwerbslosen zu- mutet, 50 Pfg. Eintritt zu zahlen. Datür kriegen sie einen ehe- maligen General zu sehen. Dann werden die Stellen aufgeführt. i bei denen man Eintrittskarten im Vorverkauf bekommt: Im ] Norden 2, im Nordosten 1, im Südosten 3, im Süden 3, im Südwesten 3, im Nordwesten 2, im Zentrum 1 im Westen 12. Im Westen, dort wo die pensionierten Offiziere, die völkischen Kauf- leute, Direktoren und Industriellen, die hohen Beamten, die natio- nalen Hochschulprofesioren und Dozenten mit ihren studierenden Söhnen wohnen, dort haben die Nazis die meisten Vorverkaufs- stellen, dort sitzen die Vertreter dieser..Arbeiterpartei" am dicksten. Mer in Neukölln und im ganzen Osten, also dort, wo das wirk- liche Proletariat wohnt, haben sie offenbar nicht eine einzige Bor» Verkaufsstelle „Die Lust in SSinlcn und Nrantenhäusern.» Auf der Siilun« des Berliner Vereins, für Schul«csu>ck>licllsr>flciic nm Krcita«. A> Uhr, im qroften Kilrtanl des Svaienifcken Instituts der Universttät, Vorothcenstr. 2L». spricht Stadi- mcdlz-nälrnt Professor Dr. v. Driealski Uder:»Die Luft In Schulen und Sranlenhäusern unter besonderer BerLcksichtiguna der biochemischen Licht» Wirkung'.____ Sport. Rennen zu Marienbor} am Donnerstag, dem 16. April. t. N e n n e n. 1. Adio sInuf! i»n.\ 2. Edellinde, 3. Heilia. 4. ffirfltl, Solo: 15:10. Vlatz: 11, 18. 12. 16:10. Feiner liefen: Erich L., Vitrüp, Eoiistanlln Fit- co, Peler Brussiloff, Peter Nurmi, Blankenese, Perlschnur, Goldnfsy. Eyklame, Heliotrop 2. Rennen, i. Leib-Warde-Hnsar(I. Millss, 2. Blair co, 3. Donia. Toto: 20:10. Platz: 14.34,46: 10. Ferner liefen: Viellicbchen, Aller Ego. Pol. Nikebirrg, Duncnn. 3 R e ii n e n. l. Zai aibullra ICH. MillS). 2. Allmacht, 3. Herz Ah, 4. Huberla. Toto: 12:10. Platz: 10, 14. 12, 13:10, Ferner liefen: Mai teile, Oblendors, Ali, Fai ina. Woldsawn, Ägina, Pedonia. Steinkauz, so. W.). Kalvalla, Komtesse Isabel. 4. R e n n e n. I. Perlenkcllc sJaujz jun.). 2. Mm W, 3. Btneta. Toto: 57:>0. Platz: 20. 13. 18: 10. Feiner liefen: Hcrbslasler. Heureta. yolaste. Nalur, Orta WaltS, Schautwalcbo, Cordula, Silvaplana, Inge- linde, Kopf-Hals 5. Rennen. 1. Carol sSchleuiener), 2. Adam. 3. Banco Dufsy. .Totv!-51: 40 Ptstz» 48,-4$, 21:10. Ferner liefen: Faschingdmädel. Edel- ftem. Ij/zEillh.DM.N1 . 6..Ä-e. ri Ii e n..1. Eitoileit.(Äresui), 2.. Crbelmeitter, 3.. Bcrnamottc, Tötb:"7t'.: 10..'Platz: JO'.'Äl,.23:10. Zeruer liefen: Dorotbea.' Oberamt- mann, Queen,?, Herzblatt. Äordpol fals 2. disq., 80 Proz. Pl. zur.), Päl- wette. Ata Mater,' Fahrend eil. 7. R e n n e n: 1. Nero sE Treuherz): 2. Tadlie, 3. Semper idrm. Toto: 41: 10. Patz: 11, 10, 12:10. Ferner licsen: Mepbisto, Edzard, Renlmeisler(als 2. disq., 80 Proz. PI. zurück), Magoivan(jun.). Aus der Partei. Das vom Bezirksvorstand eingesetzte Schiedsgericht hat in seiner Sitzung vom 16. April 1931 beschlossen, den Genossen Oskar Kxeusch, Berlin, Breslauer Straße 6, wegen parteischädigenden Verhaltens aus der Sozialdemokratischen Partei a u s z u- schließen. BEI RHEUMfi n»c••-v�v■%;■■' r.. ja. 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April, 14 Uhr, aus dem iu.senl.rchhaf, Kerrnannstrake. Wir bitten um. r-ge Keteiligun«. Erweiterter Bez rksvorstand. Heute. Fveitaa. 17. April» 19 H' Uhr. Sihung im Sitzungssaal des HezirkSverbandeö. Lindenftr. S. 2. Hof, 2 Treppen. * Beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! S.»res». Sonraderd«rwetterie Ae«I»»»eswnd,sii,,na mit Bq,Irk»tag»d«l«. olerten bei»rüge», Srimmstr. 1. 1».»rel». Ter»nrsn» für ermerüelos« Kenasien und Senasftnnen beginnt am TIenetag, dem 21. Arrl, 19 Hin, im Angendheim Marien selb, sdirett am Bad' Lbeaaong). Die Befiriastidrer werden gebeten, alle Anmeldangen an den Tenasien vtta ESnther, Berlin-Mar eedars,»nrsnrstenftr. 1t, »ein 1 Trp. ttHi, ei»,nsenden. sitir d'e Teilnedmer ist die Besretnng> na» der Dte�pelpilliit rnSdr«»» der Taner de«»nrsn» na-dgesn�. 4. nnd 1«.»rel». Zur genseiniamen Maisrier stellt jede«bteilnng 4 vrdner, welch, stch Mittwach, 29. April. 19 Uhr, in der.Reuen Welt* melden. heute. Freilag, 17. April: 119. Abt. Die Eintrittskarten vom Epartpalast müssen umgebend beim Se. nassen Eroupler atgerecknet werden. 128. Abt. EinitihmnnsabeiTd für di« neugewannenen Bartel— i'glleder Im La» tal Willner, Berliner chtr. 80—82. Li�tb'Ideruartrag:.Aufstieg der Bar. te>*. Ansss lieber d»inanolose» Beisammensein. 1391. Abt. 29 Udr im Schalenkrug, chermsdarsrr Strasse. Mltglled«r»«rsamm» lung.»arl Klldendrandt, R. d. R. Zur palitischen Lage. Flugblaltverbreilung morgen. Sonnabend. IS. April: 9. Abt. 18 Udr. Tann'ag. 9 Uhr. de! Slldner, Wtlsnaiker Str. 84. 24. Abt. Ad 18 Udr. 1. Gruppe bei Dösner. ssinmannrlkirchstr. 25. I». Gruppe bei Adischlllger, Wine. Ecke Edriftburgerstrasse. 2. Gruppe bei Bieber» Nein, Danitiger Str. 4S. 3. und 4. Gruppe bei»öhler, Greifswolder Strasse S0b. 48. Abt. 14 und 17 Udr bei Krepp. Blanufer. 48. Abt. 1814 Udr bei Keller. Mi'stenstr. l. 43. Abt. 18 Udr de! Luit, chuttenstr. 26. Sonntag, 814 Udr, Wertearteit für Blössensee bei Lur. 44. Abt. 17 bi» 19 Ubr Im singendbeim Dassnrnstr. 4. 47. Abt. 8. Gruppe. Lakai Leibmitstr. 44. 75. Abt. 20 Udr im Lafol Siidendaf M tallederversainmlung. 83. Abt. singerdbeim Albrechtsir. 14 Wr-beieie, der LAJ. Eltern mit schnl. entiasieren k'rder», sowie auch alle auderen Genossen sind berUichst«tu- geladen. Eintritt frei. 84. Abt. IS'b bi» 18!'br bei Sedmann, Ka'ser.W°fdesm»SIrgsse. 95. Abt. Abbolen von 14 II, 17 Udr pan Krufch. Iiigrrstr. 10. Bflana. Brin,. ?andirrn.Gir. 73. Keil, Brin/t-chandjeri�Str. 38. Bittig, Steitimrss» strafte 83—84. 192. Abt. 17 bis 19 Udr. Lokal Sasch. Begi-kefiidrer laden da>u ein. De» weiteren wollen die B u rkositdrer d�e Maifeierkari'N. soweit noch nicht nes-s'eden. rmaehend rem Parfieter Settel in Gmrtang nedin*n. 189. Abt. 17 Ud* Ausrabe'm Lokal ssadrentdalt, Wilhelm. Ecke Kirchstrafte. III. Abt. 19!4 Uhr im Lokal von Dcitl fieimann, Waltersdorfer Str. 100. Fralienveranstaitungen. 44. Abt. ssstr die am Montag. 20. April, im Orpheum. Lgsendeide. ftet'. findende öffentliche ssrauertnrdacbuna sind Karlen bei Keusner, tagel, berqerftr. SO», ,u baden. GSfte können durch Mitglieder elngeMdrt wcrd'n. 198. Abt. Tannabend. 18. April, auf dem Sparipsaft Eiede sirauenabrnd. Res,. eeut: Genosse ssoeksdork. Anschlieftu-d oemUtl ches Beisommenfein. 187. Abt. J-eu'e, greitaa. 17. Aveil, 20 Ufte, im. Aoliehgu»*. Scharnweder- ftrofte 114. ssuuliiaitürinnenstssung. Di« Karten für die Filmveranstaltung sind abzurechnen. Arbeltsgemeinschaf» der kinderfreunde Groß-Verlin. Ttergar'.eu. Alle Iungiallen und Daten Fallen trrsfen sich am Freitag. dem 17. April, 17 Uhr, im»leinen Dieraart-n»um Besuch der A' sncllung der Kinberfreunde in Srru»terg. Eltern und Barteigenassen sind bespndees brr»! ch eingeladen D!« Falken dringen 30 Pf. Fahrgeld mit Wir sind erst gegen 20 Uhr weder«u kaufe. »re s Nenkelln. Wir emptehken unseren Eltern den Bartraasabend des Genomen Löwenstein deute, Freitag, in der Auest Illing Am prban um 19>4 Uhr»u besuchen.—(Snt'pe Fall«. Funosallen. Wir besuchen die And» stelwng. Treffpunkt um 141h Uhr gm Serhbeegplag. Sozialistische Arbetterjugend Groß-verlio Einsendunae» kür diele Rubrik nur«» das ZvaendieeretaelM �erlw 6*. f Streichs wt est er Sroß.B«rN»: Wir proben bis auf weiteres]et*n Dseitag irrn 19� Ubr im Seim See- Ecks Turiner Strafte: Kgilerin.Auausta.Allee 97k. Das Baierland ber Arbeiter."— W>lM«r,»,rs:®llfielm*a"c 123..JB:rfchaf'?ktif» und Grwerk. scheften."— Schöneb*:, 1: kauptftr. 15...Warum E«w«rksch-''t'n?"— Gteallss Nr Flemminasir. 14. Zimmer 23.„Do bleibt der 2 Mann?"— Msseiendorl I<»..F.s:..Jugend und �echt."— Aenkövn II: Steinmessftr 94 Werbeabeud.— Nenkelln 15' IZ>.»F.l: Lch erkrstrgss«. An!i»Kriegsabend.— Nen» ksilln Vl: Dreptower E'r, üb.»Arteiteriugerd u:rd Mode."— Nenkälln VII: KMS. Arbeitsgemeinschakt I.— Nenkelln IX: Schierkestrasse. Kemadend.— Neukölln Xt Berpsir. 29. Daum 3. Werbegbend.— Nenk-lln I: Sander. Eck« kabrechtstrafte. Dagespas'tik.— Banwschnlenn-ea: Ernstste. 16. Ueben zur Maifeier.— Zodannistbal: �atbau»...Alkodol und Bikoiin."— Treptow: Eslenstr. 3.»Im Fluggeua über Berlin."— Köpenick I: Grünauer Str. 5. ..Ein Dag aus dem Berufsleben."—»»"enick II: Dahlw sser Str. 15.»Unser Iuaeudstln sspragramm"— F�edrichsletd«: Gun'erstr. 44. Einstldrunasabend —»arlsdorft: ssreskowallee 44 E'nfllbrungsabend.— Ltchtenbera Mitte: Scharnwederstr. 29.„TAI. und FBI."— Lichten beeg-Nord: Gunterstr 44. Karl-Marr-Abeud.— kichteuberp. Nordwest: Dossestr. 22..Ftreir3ufl durch die Kulwegeichichre."— f«rwed-rf; Doonstrasse.. Mglerteamte" erzöbs-n.— Neintcherdars vst: Liudouer Strasse. Ueben uur Werbesrer.— Wittenau: Neu« Schul«, bo»bstr. 13.»Was will die SAI.?"— Schöneberg V: Laupl- ftrasse 15. Fgaesrolitik.> «erbe bezirk Wrbding: Brunnenploss sLedigrndeimV 20—21 Udr Sprech. chgrprabe. Gelurtbrunnen I. II, kumboid'ba'n, kochplass und Brunnenplass stell'n d'« Ttatistrn. IFreikarten kür Sonntgg.l «erbebezirk Krrp»»««,.>9 Nhr Besichtigung der»inderfreunde-Auz. stcllung im Gefunddeiishaus, Fontanepromenade. * Lichtenberg-Dsed! Am Tonnabrud, dem 11. April, starb. Infosae»ine» bedauerlichen Unsasts. unser Gerosse Cerdard Brchfke. Wir all« geben ihm das legte Geleit morgen, Sonnabend. Treffpunkt 1414 Uhr cor dem Heim. «SS.»eukölln-Briss. Hebrntflste« ab« Aprlk febmr Nreitag ab 16 Ubr auch dem allen Stand«. Neuanmeldunaen dort bei Kameraden Köhler aeatn Legitimation.' «rbeiter.Absttnenten.Bnnd. vrtsgrnppe Berlin. Bezlrl Brenzianer«erg. Freitag. 20 llhr, ffof# Burgkrieten, Danziger Str. 84. Genosse Leidemann: .Meine Erlebnisse in der Leilonstalt Lodenlpchen". Männerckor Friedrich»Hein. Am 18. April im Saalbau Friedrichrtai» Heiterer Abend. Eintrittspreis einschliesslich Tang 50 Ps. Die Sangesbritder müssen bi, 20 Uhr im Saaldau sein. Zu den Pausen loerden dt« Karten abgerechnet._ Allqemeine Wetterlage. �6. April �93�1, abds. 0%� wolkenlos.<5 heiter,(i halb bedeckt ®wolkig,#bedeckr,eRegen.AGcaupetn ie«;5tlebel,KGewittec©Windstille Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„S(hroarvRo'-®o[b*. »ekai'tsftel'. Berlin« 14 Tebostionste n 88 Se»?.?r Freitag. 17. April. Rit'e fSroctTrt). 20 Uhr Srssung bei Spiegel, Ackerstr 1. Tiergarten sIungbannerl. 2056 Uhr Bollaertammlung bei Besses. 7«eu strafte.— Sonrabe-d, 18. Aull. Wrtbipa Srtsverr'nl. Unser: Kamerad Paul Baumert, Deinichrudarfer Str. 23, ist verstorben. Ehre seinem; Andeuk*». Eiröscherung Sanngbeud. ISü Uhr. im Krematorium Ger chistrafte. Be'eiligung aller Kameraden und de» Tp>Imanr»»ua«s. Prerzlanee Berg. Sie Kamera dschg't Earl Legten ae'nrstnltet am 18. April. 29 Udr. ihr, zweit« «rosse öffe-ttl-'« W«rben«r?ammluna im Le'al Bfillet, JBafOeM 6 arl Leg'en. Ziesrrent: Dr. Erust kau dach. Bartrag solat ein nnteidaltender Teil.-» Sonntag. 19. Aprit. S�enl!»'Srt»p«rrin). 9 Uhr Antreten in Zivil mit Ah. zeichen in Lehmann, FefUölen, Lankwss. Ka'Iee.WildelM. Strasse. Nudeerlsg». 16 Uhr 7aai»Hcu» Werbe nschspss. Gemeinsame, Anrudern mit Budrrklub .Do ums et»*, g. Efgrlattrnburg. Kaweradichaft Witissnb'rg Freitag. 1?. Avril, Sterbetafel der Groß« Berliner Partei« Organisation> 21. ASt. tfirset ffieneT« Paul Baumert, Deinickendorser Str. 28. ist im Alier odn S7 Iahten ve' Norden. Ehre seinem Anhu I'n. Emdscherung Egg«- abend 18. Apr 1. 1816 Udr, Kremalpchum Derichchstrass». W'r t'tttn um r«8« B«!e:Iigung. Treffpunkt lT% Uhr Scrtfäfteflell» II: rech'et Str. 21. Ferner verstarb uufft Cer.afte Eduard Marode. Triftsiu. 44. Edre seinem tznd:nk:n. Die Einäscherung bat iereit« stattgefunden. banuerkameraden©tidotd friessle det eiligen sich alle Innqtanneeiameraden. Wimpel m'rttifaen.— LWerbero COrtsverelnl. Kamerad Gerhard Drlessie ist verstorben. D> Beerd'aung findet am Tanna' end. dem 18. April. 15 Uhr. auf dem Zentralfrieddaf FriedrichsCerd« sta't. All«»rwerb'ossn und srei'N Kameraben mfl'ik-r e-V einen.— Nrnkeln.Priss. Svortabtrilung ab 2L April leben Dienstag. M Uhr. � Arbeiter Samariter* vund e V Kolonne vertia. Geis ältsstellr:». ,4. Sp.«awburgee St». 29. Tel.: v 1 Narben«49 Bhteikurg»«ipickerdsri. A« 22. April. 20 Uhr. IffenMcher Licht. ___ bilderrartrag üdtr KtrSelro-.Idriten\n her A'a der 5. Seme'nde. schule. Nesnlckendorl-Best. Auzuste-Biktorla-Allee 87. Barteagender: Herr vr. m«ch. Hirfchfeld. Sin'rltt frei», FL: d!» Inger d. Besichtigung der Feuer. mach« Berlin R. 20. Stackha'mer Strasse. 19 April, 9 llhr. Am 20. April. 20 lldr, in her Gefchaftssielle Iugrndp-rsammlung. Der Tiefdruckausläufer, der am Mittwochabend die NorÄsee er- reicht hatte, ist nicht, wie im vorigen Bericht angenommen wurd«, ostwärts fortgeschritten, sondern aus ihm hat sich eine selbständige flach« Depreffion gsbiPdet, die über Westdeutschland nach Süden Zog und hier am Donnerstag verbreitet, z»m Teil ergiebige Regenfälle bracht«. Auch Süddeutschland, wo sich das Kerngebiet der De- prefsion abend- befand, hatte nachmittags stärkere Regenfälle. Das übrige Reich lag im Vereich« eines ausgedehnten Gebietes mit Seringom Lust�ruckgegenfatz: hier herrschte daher ruhiges, teils eiteres, teils wolkiges Wetter. Nur im äußersten Osten kamen noch einzelne Stauer vor. Für di« Gestaltung unserem Witterung von Wichtigkeit ist eine Devressiyn bei den Färöern, die sich wäl)rend der letzten 24 Stunden stark veriisst hat. Die sie begleitenden ogeani» schon Luftmassen werden allmählich auch in unser Gebiet vorstoßen. * Wetteraussichten für Berlin: Ziemlich mild und m,'ist stärker bewölkt mit Neigung zu Regenfällen: mäßige westliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten beideres bis wolkiges Wetter mit Nachtfrösten: im Süden Wetterbesserung: im übrigen Reich«' meist bewölkt und vielfach leichter Rogen.' Tie Larheetacl der Ndeinpro»! ihr zum Berkauf gestellten 15 000 stein» roll, laubig ausverkauft sind Vka-dbriefe rfl teilt un, mit. dass die fest kurzem van SM. 7pra>enli»er Kammunal-Anleih«, st« nur noch Abgeicr ihr« Tprazent.gen Berantwprtliöd siir Politik: Fr»», Klüh«: Wirtschaft: O. Klingelhöser; Drwerkkchastrteweguna: s Steiner: Feuilleton: Dr. Jahn Sckikawati: Lakale« und Saastige«: Frtss«Mrsiidt: Anzeigen: rh.»lack«: sämtlich in Berlin. Brerlag: Parwari».Betlag G m d. H. Berlin. Druck: Barwärts-Buckdruckerst und Lerlagsanstalt Paul Singer u. Ca. Berlin SS 68, vntcnstrafte» Hier»», Beilage»»od.Stadtbellogr*. v. 5p>k!7uosci>i oci.iK�7cssci�ico�sc«vc n Kolonialwaren obst und gemuse Fronkf. Apfelwein... Ur. P.65 Bowlenwein mild Ur. 0.7E, lOLtr. 7.00 Rhein w.iiaubanb.) ltr.1.10, 1 0 Lfr. 1 0.50 AAoselw.[Winirg.) Ltr.1.25, 10 Ltr 12.00 Ung5teiner(Ro»w.)Lfr 0.86, 10 ltr 8.00 Torragona(halbe.) Lt. 1.05, 1 0 Ltr. 1 0.00 Sarnos(süß) Ltr. 1.15, 10 Ltr 11.00 Muskat(süß) Ltr. 1.10, 10 Ltr. 10.60 Malaga(goldlltr.l.20110Ltr. 11.50 Johannisbeorw. Ltr. 0.75, 10 Ltr. 7,00 27er Graves....... mit Fl. 1.85 26er Haut Sauternes m.FI. 2.90 29er Frankenweiler... Fl. 0.80 29er Siebeldinger. m Fl. 1.10 Alter Korn..... 1 Ltr. m. Fl. 3.75 Olsardinen........ 5 D*. 0.95 Franz. Olsardinen.... Ds. 0.48 Brieslinge i.Tom....... Ds. 0.60 Makrelen 1 Tom....... D» 0.58 Pilchards!. Tom____ Ds. 0.96, 0.50 Salm............ D*. 1.60, 0.80 Kronen-Krebs........ Ds. 2.25 Cap. Langusten...... Ds. 2.25 Mixed Pickles«a. 1 Pfd-Ds 0.70 Gewürzgurken ca. 1 PfdDs. 0.60 Ochsenfleisch i eig SaftDs. 1.10 Würstchen..... 5 Paar-Ds. 0.88 Ital. Salat.......... Pfd. 0.75 Heringsalat m. Moyon. Pfd.O 75 la Mayonnaise...... Pfd. 0.75 Jg. Schnittbohnen..»/, Ds. 0.35 Spinat............ Vi Ds. 0.38 Kohlrabi.......»...Vi Ds. 0.33 Erbsen mit Karotten.. Vi Ds. 0.58 Gemüse-Erbsen Ds. 0.48 Jg. Erbsen......... D«. 0.50 Jg. Erbsen mittelfein. Vi Ds. 0.55 Kaiserschoten..... Vi Ds. 1.15 Jg. Karotten....... Vi Ds. 0.48 Steinpilze......... Vi Ds 1.20 Pfifferlinge........'/i Ds. 1.35 Brechspargel o. Köpfe V« D». 1.30 Mirabellen........ Vi Ds. 0.92 Apfelmus.......... V, Ds. 0.64 Aprikosen V, Frucht.. Vi Ds. 0.95 Weizenmehl........ Pfd. 0.24 Bruchreis........... Pfd. 0.15 Moulmainreis....... Pfd. 0.28 Kartoffelmohl....... Pfd. 0.'8 Hartweizengrieß.... Pfd. 0.28 Erbsen. Bohnen.. an Pfd. 0.18 Eier-Bandnudeln____ Pfd. 0.46 Hartgrieß-Makkaroni Pfd. 0.48 Tafelöl............ on Ltr. 0,78 Haselnußkerne..... pfd 0.95 Pflaumen........ an Pfd. 0.28 Kalif. Birnen..... an Pfd. 0.50 Korinthen........... Pfd 0.45 Mischobst........ on Pfd. 0.38 Kaffee frisch geröstet an Pfd. 1.80 Apfelsinen........ 3 Pfd. 0.72 \p Blutapfelsinen..... 3 Pfd. 0.85 Amrik.Tafeläpfel Pfd 0.48,0.38 Bananen.......... 3 Pfd. 0.98 Zitronen......... Dtz. an 0.32 Ananas frisch..... Pfd an 0.88 Erdnüsse.......... Pfd. 0.32 Blumenkohl..... Kopf an 0.38 Jg. Holl. Blaftspinat.. Pfd. 0.35 Salatgurken..... an Stck 0.36 Buttersalat..... an 2 Kopf 0.35 Tomaten......... an Pfd. 0.38 Weiß- u. Wirsingkohl Pfd. 0.12 Möhren, gewaschen. 2 Pfd 0.15 N«v,Malta-Kartoffeln2Ffd.0.35 GEFLÜGEL u.WILD W U R S T WAR E N FISCHE, RÄUCHERWAR. BUTTER UND KÄSE KONFITÜREN Wolga-Hühner... an Pfd. 0.88 Suppenhühner... an Pld. 0.95 Brathühner....... an Pfd. 1.10 Milchmast-Hähnchen.. St. 1.45 Jg. Hamb. Bratgänse an Pfd. 1.50 Suppentauben.. an Stück 0.50 Spießerkeule..... an Pfd. 1.30 Spießerrucken.... an Pfd 0.95 Hirschblatt........ an Pfd. 0.90 Hirschbraten..... an Pfd. 1.1 6 Wildrogout........ Pfd. 0.36 Reicht verderbliche Ware Ii» vom Veraandausgeschi essen Zusendung nur hei Bestellung von Mk. 3.00 an NIUi riiliCH-VCRSANDWAaiN Sülze............... Pfd. 0.48 Blut- u. Leberwurst.. Pfd. 0,65 Speckwurst......... Pfd. 0.65 Dampfwurst......... Pfd 0.85 Jagdwurst.......... Pfd. 0.98 Landleberwurst..... Pfd. 0.78 Mettwurst Brschwg. Art Pfd 0.98 Beuern-Leberwurst.. Pfd. 1.08 Feine Leberwurst.... Pfd. 1.08 Teewurst, grob, fein.. Pfd. 1.40 Filetwurst........... Pfd. 1.33 Bierwurst........... Pfd. 1.38 Schinkenspeck...... Pfd. 1.38 Nußschinken........ Pfd 1.88 Speck mager Pfd. SS, fett Pfd 0.68 Kabeljau a. K. i. Gz... Pfd. 0.12 Seelachs o. K.!. Gz.... Pfd. 0.12 Rotbars............. Pfd. 0.28 Kabeljaufilet..... an Pfd. 0.20 Grüne Heringe.an 3 Pfd 0.45 Lebende Karpfen. an Pfd 0.95 Lebende Hechte.. an Pfd. 0.95 Lebende Aale... an Pfd. 1.55 Fett-Bücklinge... an Ptd 0.28 Seelachs geräuchert an Pfd. 0.32 Sprotten ca. 1 Pfd.-Kisie on 0.30 Frisch-Fleisch In hochwertiger Qualität zu bllliasten Tagespreisen Molkereibutter...... Pfo. 1.38 Aiierftt.dauhche Markenbutter 1.56 Bratenschmalz...... Pfd. 0.64 Margorino, Cocosfett. 2 Pfd. 0.75 Bayr. Schweizer vollf.an Pfd. 1.1 2 Geheimratskäse vollf. Pfd. 1.10 Gorgonzola........ Pfd. 1.40 Holländer 40%..... Pfd 0.82 Schweizerkäse Emmenth.ArtPfd. 0.88 Tilsiter o Rd.20% Pfd.-Pok. 0.80 Edamer........ 20«/. Pfd. 0.65 Frühstückskäse..... Rolle 0.50 Harzer Käse.... Pfd.-Pok. 0.35 Quadrat-Käse..... Stück 0.28 Eier.......... an 10 Stück 0.68 S>ralle'$ SBlumenteife Dielrf SUumenneife Keksringe.......... Pfd. 0.50 Sandgebäck........ Pfd. 0.90 Erfrisdiungswaffeln.. Pfd 0.85 Speise-Schokol. STfi.a toogr 0.50 Creme-Schok m.Fru«hig«»ei.3Tfl. 0.50 Vollm.Nuß-Krok.Schok. 100 gr 0.25 Nuß-Pralinen-Mischg, Pfd. 1.00 Gef Schok.-Plätzchen Pfd. 0.80 Kaffeeböhnchen gef.. P�d 0.50 Vollm.Nuß Bruch...Pfd 1.25 Ma�igaivBruc� unter»iSncklgsr Kentrollu Nahrungsmütel Chemikers and eines Tierarztes eines Billige Seifen 1. 100 gr St. Pf. 13, 3 S». Pf. 40 130 gr Sl. Pf, 20, 3 St. Pf. SO Jlernfeife«. 1000 gr«egei......................... Pf. SO Victri-Seif*nproben kottenlos Nr. �7S» 48. Jahrgang Kreitag. 17. April 193� Oer französische Krupp in Polen. Oer Vahnbau von Oberschlesien nach Gdingen. Unter dem Namen..CompagnieF ra neo-Polonaise d e C h e m i n s de F e rM(J t o ttz 5 fi f(f)>5ß o l n i f dj«er-Treusot zusonnncn- gearbeitet hat und die gemeinsam, nzit.diesem Konzern im Jahre 1920 die Union Furoppepnq juduslriellc et Financicrc(Europäische Industrie- und Finanz-Union) ge- gründet hat, eine umfassende Dachgesellschaft für die Aus- lairdsintercsscn de? Konzerns Schneider-Creusot: die soeben gcnaimte Union Furopeenne; die Socictc de« Farges et Ac.icries de Hufa-Bankowa. eine von der Union Fiiropeenne kontrollierte polnische Hütten- gcsellschasU die Banquc Franco-Polonaise, eine französische Spezialbank für polnische Interessen: das eng mit dem Schneider-Creufot-Konzern verbundene Privat- bankl)ous de Neuflire et Cic., das übrigens auch im Bcr- waltungsrat des Schneidcr-Konzerns vertreten ist, und die Boeiete Centrale pour rindnstric Electrique, eine Dachgesellschaft für Elektrizstätsunternehmungen, die zum Konzern der belgischen Sosina gehört. Die polnische Regierung, die bisher den Bahnbau Gdingen— Oberschlesien teilweise in eigener Regie begonnen hotte, wird von sranzösischen Finon.;gnippen(und zwar von- denselben Kreisen, die die Eisenbahngesellschoft gründen) eine Anleihe im Betrog evon etwa 1 Milliarde Franken erholten, d. h. rund 180 Millionen Mark. Auch diese Anleilretronsaktion kann heute als gesichert gelten, obwohl die Berhandlungen hierüber, die bereits monatelang geführt worden, bis jetzt noch nicht abgeschlossen find. Beide Transaktionen, die Anlcihegewährung wie die Firmen- gründung, bedeuten für Polen zwar eine Garantie dafür, daß die wichtige Bahnlinie von Gdingen nach Ostoberschlesien in absehbarer Zeit auch zu Ende gebaut und in Betrieb gesetzt wivd, verstärken aber anderersests die Abhängigkeit Polens vom französische» Finanzkapital. LangsamerwachsendeE>chulden Die Echuldenbilanz der Städte/ Eine nicht ohne weiteres unbedenkliche Entwicklung Nach„Wirtschaft und Statistik"' hatten sämtliche deutschen Städte über 10 000 Einwohner Ende 19Z0 eine Verschuldung von 9210 Millionen Mark, davon 099,3 Millionen Auslandsschulden, gegen 8818,7 Millionen Ende Juni 1930, davon 711,9 Millionen Auslandsschulden. Der Schuldenzuwachs ist ganz erheblich verlangsamt: während im Quartal April bis Juni der Zugang noch ,331,1 Millionen betrug, ging er im Quartal Juli bis September aus 216,7, und im letzten Quartal 19,30 aus 173,1 Millionen zurück. Am stärksten war die Abnahme des Verschuldungstempos in den Gemeiiidcn mit 23 000 bis 100 000 Einwohnern. Von der Gesamtsumme sind 2680,2 Millionen mittel- und kurzfristige Kredite: 3Z0, 7 Millionen sind vorübergehende Kasienkredite, 114,3,8 Millionen haben eine Laufzeit von höchstens einem Jahre(kurzfristig) und 1193,7 Millionen eine Laufzeit von 1 bis 18 Jahren(mittelfristig). Für langfristige Umfchuldung komme» in erster Linie die 1143,8 Millionen Kurzkredite in Frage. Die Aerlangsamung des Verschuldungstempos ist erfreulich. Sie ist aber nicht unbedingt ein Zeichen gesünderer Finanz- und Kommunalpolitik. Sie ist vielfach erkauft mit der Ver- nochlässigung kommunaler Aufgaben. Das kann um so bedenklicher sein, als gerade in Krisenzesten der legal« An- lcihebedars am billigsten befriedigt werden kann und die Drosse- lung notwendigen Bedarfs die industrielle Arbeitslosigkeit zu einer Zeit verstärkt, wo sie durch zusätzliche öfsenlliche Aufträge ver- ringert werden sollte. Was finanziell und jür den Steuerzahler augenblicklich erfreulich erscheint, kann sich konjunkturell und aus die Dauer olles weniger als erfreulich auswirken. Glänzend reniierende Baugesellfchasten 20 Prozent Dividende bei Iu'ius Berqer Die Krise auf dem Baumarkt, die in den letzten Monaten zu zahlreichen Zusammenbrüchen geführt hat, ist an einigen Bau- konzcrnen spurlos vorübergegangen. Das ist ein Zeichen dafür, daß bei den Zusammenbrüchen weniger der Geschäftsrück- gang als vielfach fohrläfstge Geschäfts- und Finanzieningsmethoden schuld waren. Die I u l i u s B c r g e r A.- G. betreibt das Ticfbaugeschäfl im großen. Obwohl die Aufnahme langfristiger Zlnleihen, die Voraussetzung jür die meisten ihrer Arbeiten, unmöglich war, so daß die Inanspruchnahme neuer Bauten last ganz unterblieb, erzielte sie doch einen mit 3,6.3 Millionen Mark(3,61 Millionen) etwas erhöhten Bruttogewinn, von dem sie wieder die außer- ordentlich hohe Dividend« von 20 Pro;, auf das 7H Millionen Mark betragende Kapital verteilen kann. Die Schuldner gingen von 1.3,3 Millionen auf 12,2 Millionen zurück, darunter die immer noch sehr hohen Lankguthaben-von 8,9 auf 8,1 Millioven Mark: ha sich gleichzeitig unter den Passiven die Gläubiger»cm 2,6 auf 0,99 Millionen ermäßigten, ist die Bilanz ober noch flüssiger und besser geworden. Im Auslande hat das Unternehmen noch mehrere Auftröge in Arbeit, fo Bahnbauten in Persien, einen Reparationsouftrag zum Ausbau des Hafens von Le Verdon(Bordeaux) und den Bau einer Nilbrücke(gemeinsam mit Krupp). Die Belchöstigung im Inland ist gering: die Firma ist an der Herstellung des Neckar- durchstichs bei Hcilbronn beteiligt. Außerdem werden mehrere Projekte erwogen, für die die Bcrger A.-G, die Finanzierung über- nehmen will(vgl. die hohen Bankguthaben!) ... und 12 Prozent bei LoSwau& Knauer. Sehr günstig ist auch der Abschluß der Boswau u. Knauer A.-G.. Berlin. Bei dieser erhöhte sich der Roh gewinn von IM auf 2,44 Millionen Mark: trotz der geringen Erhöhung des Aktien- kapital?(4,28 gegen 3,43 Millionen) hätte die Vorjahrsdividende von 14 Proz. leicht gezahlt werden können. Man erhöhte ober lieber die Abschreibungen von 0,36 auf 0,64 Millionen wegen des Preisfalls für Materialien und verteilte„nur" 12 Prozent. Auch diese Bilanz ist bedeutend vcrbcsiert: die Bankguthaben er- höhten sich stark auf 3,33(0,92) Millionen, während die laufenden Forderungen auf 3,76(3,73) Millionen und die Forde- rungen auf unvollendete Bauten auf 8,0(9,8) Millionen zurück« gingen. Die Lieferantenschulden sanken von 6,2 aus 3,3 Millionen, während die Anzahlungen von 8,3 auf 9,5 Millionen stiege». Die oben erwähnte Kopitalerhöhung hat die Bosw-ui u. Knauer A.-G. dazu benutzt, um gegen die 827 000 M. neue» Aktien 1,23 Millionen Mark Anteile der G o t t l i e b T e s ch G. m. b. H,, Berlin, einzutauscheir. Damit l>at die Boswau u. Knauer A.-G. ihren Einfluß auch auf dos Tiefbaugeschäft ausgedehnt, um Aus- xleichsmöglichkeitcn in Zeiten schlechter Hochbau konjunktur zu haben. Die Zndustriebank als Agrarinsiitut. Der Umbau der Bank für Industrieodligalionen. Die Bank für deutsche InduftrieoMigationen l>at für die Durch- sührung des Osthllseprogramms ein neues Aufgaben- gebiet zugewiesen bekommen und wird künstig die Geschäfte eines lantnvirtfchastlichcn Realkreditinstituis wahrnehmen. Die Bank, die zu» Durchführung der im D a w c s- P l o n vorgesehenen Jndustricbelastung errichtet war. hatte mit der Aushebung dieses Rcparationssystems und mit dem In- kroflreten des Zoung-Planes keine Existenzberechtigung mehr. Mit dem Gesetz vom 4. Juli 1930 wurde daher d I e Liquidation der Bank zu einem nach zu bestimmenden Zeitpunkt festgesetzt. Diese Liquidation ist nunmehr durch die Uebcrwcisung des neuen Aufgabengebietes bei der Durchführung der Ofthilse hinfällig geworden, und in der bevorstehenden General- Versammlung wird die Bank aus Grund des Gesetzes vom 31. März dieses Jahres ihre neue Verfassung erhalten. Das Kopital wird von 10 auf 30 Millionen Mark erhöht werden, wozu rund 23,9 Millionen aus dem Aufbringungskonto und 16 Millionen aus der Sicherungsrücklage herangezogen werden. Die danach ver- bleibenden offenen Rücklagen werden sich auf 22,3 Millionen Mark stellen, so daß die Bank in ihrem neuen Gcschäftsgebiet über eine sehr stark« Reserve versüßt. 20 Millionen Zordaulys. Die Fordwerke in Detroit haben«m 14. April da» zwanzigwillionste Auto hergestellt. Es wurde zur ' Feier dieses Ereignisses neben dem ersten Fordcmto aufgestellt! Für 430 Millionen Glas. Schlechte Durchleuchtung der Glaskartelle durch Wirtschastsenquete. Der D-eutsche Cnquete-Ausschuß Hot jetzt sein« llnte'- snchungen über eine Industrie abgeschlossen und veröffentlicht, die durch ihre rücksichtslose Syndikatspolitik wiederholt die Kritik oer Oeff e ntli ch k a i t herausgefordert hat. Es ha-rdclt sich um die deutsche Glosin dustrfe» eine auch für den Außen- bändet wichtige Fertiginduftric, die in Dentichlond die. Produktion von Tafelglas, Spiegelglas, Flaschen und Hohlglas umfaßt. Im ganzen waren in dieser Industrie vor dem Kriege etwa 100 000 Arbeiter und in den erfaßten Nachkriegsjahren 100000 bis 103 000 Arbeiter bejchäitigt. Di« Zahl der Glas er- zeugenden Betriebe war bis 1929 von 368 aus 301 gesunken, während sich gleichzeitig die Gesamtzahl der Werke durch dos rasche Wachstum der Veredelungsbetriebe von 1119 vor dem Kriege auf 1346 im Jahre 1929 erhöht hat. Dieser Betriebsexpan- s i o n steht eine fast unveränderte Zahl der im Durchschnitt de- schäftigten Belegschaften mit 91842 Personen im Jahre 1913 und 96 621 Personen im Jahre 1929 gegenüber. Mehr als zwei Drittel, nämlich 6 8 Proz. der Arbeiterschaft in den glaserzeugenden Bc- trieben, entfallen aus die H o h l g l a s i n d u st r i e, 16 Proz. auf die Flaschenindustrie und je 8 Proz. auf die Tafel- und Spieg.l- gsasindustrie. Der Kleinbetrieb ist mit der fortschreitenden Mecha- nisicrung immer mehr zurückgedrängt worden und das Schwer- gewicht bei den Glashütten liegt in Betriebsgrößen mit 30 bis 200 Beschäftigten. Ein« scharfe Konzentration der Betriebe hat sich infolge der Rationalisierung in der Flaschen- und Tafelglas- induftrie durchgesetzt. In der gesamten Glasindustrie wird der jährliche Produktionswerk auf 4Zv Millionen Mark geschätzt, von denen 300 Will. Mark sogenannten Veredeln ngs- wert darstellen, der durch Verarbeitung des Materials hinzu- gekommen ist. Der Produttionswert der Glasindustrie übersteigt also erheblich den Fabrikationswert in der gesamte» seinkeramischcn Industrie(Porzellan und Steingut), der nicht ganz 400 Mill, Mark im Jahr« erreicht. Gegenüber der Vorkriegszeit tonnte der Fabri- kationswert bis 1928 um etwa 33 Proz. gesteigert wer« den. In der mengenmäßigen Entwicklung der Produttion weist die Spiegelglasindustrie«Ine stark aufsteigende Kunx? aus, was mit der raschen Entwicklung der Automobilindustrie und der starken Ankurbelung des Baumarktes in den ersten Iahren nach der In- slation zusammenhängen dürft«. Die H o h l q l a s i n d u st r i e, die hauptsächlich Wirtschaftsglas, Trink- und Ziergläser. Preßglas, Glühlompenkolben und Glasröhren zu Laboratoriumszwecken her- stellt, weist dagegen nur«ine schwach aufsteigende und die Floschcnindustrie sogar eine rückläufige Bewegung auf. Die Taselglasindustrie, deren wichtigste Fabrikatianszweige Fensterglas und Trockenplattenefas für phvtographische Platten sind, hat sich auf dem Vorkriegsnivcau gehalten. Der Wert des Exports der deutschen Glasindustrie bc« trug 1913 rund 110 Mill. ivdark und erhöht« sich bis 1929 auf rund 163 Mill. Mark. Trotz dieser absoluten Steigerung der Aussuhr hat sich Deutschlands Stellung als Glasexportlond erheblich verschlechtert. So sank sein Anteil am Welterport gegenüber der Vorkriegszeit von 30 bis auf 2 3� Proz. Rund 63 Proz. der deutschen Gtosousfuhr gehen nach wie vor auf die europäischen Markte, unter denen die Agrarländer besonders scharf aufnahm«- jähig sind. Von den überseeischen Ländern waren die Vereinig- ten Staaten von Amerika stark« Käufer deutschen Glases, so daß hie im vorigen Jahr durchgeführte Ausstockung oer Zollmauern. die für Hohlglas 65 bis 83 Proz. Wertzölle erhebt, die deutsche Glasindustrie schwer trifft. Die Anwendung neuer technischer Fobrikaticms verfahren hat die B-trseSssormen in der Glasindustrie von Grund auf»erände.U So entfielen z. B. in der To f e l gka- i nd u str i e 1923 nock) 1&59 Misi fcnA>itvlt. lich in der Toselglasinoustrie. Hier erzeugten noch 1924 Belegschaften in der Stärke von 8013 Mann 11,36 Mill. Quadratmeter, im Jahre 1929 dagegen wurde die doppelte Meng« von 23 Mill. Quadratmetern von einer um die Hälfte verringer- t c n Belegschaft von 4235 Mann hergestellt. Gegenüber 1913 ist die Arbeitsleistung je Kopf der Belegschaft von 228 bis auf 540 Quadratmeter pro Monat im Dezember 1929 gestiegen. Dies sind in der Tat Rekorde in der Leistungssteigerung von Jndustriebelegschafteg. Di« Lohnerhöhungen haben mit diesem Tempo auch nicht an- nähernd Schritt halten können. Für 1913 wird das lähr- liche Lohneinkommen für den Glasarbeiter mit durchschnittlich 1083 M.— das sin d 90 M. im Monat!— angegeben. Bis zum Jahre 1928 erhöhten sich die Löhne auf 1743 M. jährlich, bleiben also hinter dem Anwachsen der Betriebsleistungen je Kops weit zurück. Das Kennzeichen der deutschen Glasindustrie ist ihre BeHerr- stchung durch einige große ausländische Konzerne und deren rigorose Synbikatspolitik. So wird fast die gesamte deutsche Spiegelglasindustrie von dem sranzösischen S t.- G o b a: n- Konzern in Verbindung mit einem belgischen Glastonzern be- herrscht, und in der Tafelglasindustrie kontrolliert der belgische Libbey-Owcn-Kon.zern ein Drittel der Gesomtproonttion. Nicht anders sieht es in der Flaschenglosindustrie aus, wo 60 Pro.;. von der Heye-Sieinens-Gruppe beherrscht werden. Diese Macht der Konzerne ist für die Syndikotspolitik natürlich ausschlaggebend. Der Enquete-Ausschuß ist unseres Erachtens einer Kritik der besonders krassen Kartellverhällnisse in der Glasindustrie ausgewichen. So wird nur mitteilend bemerkt, daß unter anderem die Flachglossyndikate bei Unter- stützung von Außenseitern für ihre Mitglieder Vertragsstrafen von 500 000 M. bis zu 1 Mill. Mark vorgesehen hoben. Auch findet der Ausschuß bei der Untersuchung der Kosten, die die Syndikate ver- Ursachen, kein Wort der Kritik, daß das Spiegelglas-Syndikat zu« sammen mit dem Exportkartell der Deutschen Spiegelglas-Ausfuhr- aesellschast jährliche G e s o m t k o st e n von 3 Mill. Mark in Höhe von 11 Proz. ihres Umsatzes ausweisen. Auch begnügt sich der Ausschuß lediglich mit der Feststellung, daß die Inlandpreise gegenüber der Vorkriegszeit trotz der starken Senkung der Selbstkosten um 50 bis 75 Prozent heraufgeschraubt worden sind. Mit stärkerem Nachdruck weist der Ausschuß auf die Tatsache hin, daß unter der Herrschast dieser Kartcllpolitik cine Expansion der Industrie auch dann noch erfolgt ist. als rückläufig er Absatz bereits eine Einschränkung der Pro- duktion ratsam erscheinen ließ. Dieser 5)iiiweis allein kann ober bei der Untersuchung der Preis- und Kartcllpolitik der Glas- induftrie nicht befriedigen. Hier wäre es notwendig gc- wesen, auch Außenseiter und Verbraucher zur Vernehmung heran- zuziehen, die über die volkswirtschaftlichen Folgen der Syndikots- pvliilk wahrscheinlich sehr bemerkenswerte Auskünfte hätten geben können__ holländische Konjunkturinsel. Während die Förderung samt- licher Kohlenlander in der Krise stark zusammengeschrumpft ist. können die holländischen staatlichen Bergwerke in Limburg für 1930 eine erhöhte Förderleistung von 6,95 gegen 6,81 Millionen Tonne» 1929«mfweise». I Arbeitslosenkosten. Die werteschaffende Arbeitslosenfürsorge zu teuer. Der Wahnwitz der privallapitalistischen Wirtschaftsweise tritt am deutlichsten in der Krise hervor. Millionen müssen dafür aus- gegeben werden, daß die Arbeiter nicht arbeiten dürfen: Unter- silltzungen' können gegeben werden, aber keine Arbeit. Was könnte für diese Millionen an Kulturwerten geschaffen werden, wenn die Beschäftigung der Arbeitslosen nicht zu teuer wäre, viel teurer als ihre Unterstützung Das Institut für Konjunkturforschung stellt fest, dgß gegenwärtig die produktive Arbeitslosenfürsorge gegenüber der Arbeitslosenunterstützung kaum noch eine Rolle spielt.„Denn die Durchführung der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge ist wesent- lich kostspieliger als die Arbeitslosenunterstüung. Sie scheitert des- halb, sobald die Arbeitslosigkeit größeren Umfang annimmt und längere Zeit anhält, an der Finanzierungsfrage." Die Krise läßt keinen Ausweg aus der Arbeitsbehinderung, die sie verursacht. Sie kann durch gelegentliche Arbeitsbeschaffungen nicht, überwunden werden, sie kann nur überwunden werden mit der Uebcrwindung der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise. Wäh- rend der Dauer der Krise kann den Arbeitslosen nur durch Unterstützung dos nackte Leben erhalten werden. Die Erwcrbslosenfürforge der Nachkriegszeit stellte zunächst ein Zwischending zwischen staatlicher Fürsorge und Versicherung dar. Die Mittel wurden zum Teil durch Beiträge aufgebracht: nur das Fehlende schössen Reich, Länder und Gemeinden zu. Die voll« Ver- selbständigung der Erwerbslosenfürsorge wurde mit dem 1. Ottober 1327 durch die Begründung der Reichsanstalt für Arbeitsoermitt- lung und Arbeitslosenversicherung durchzuführen versucht. Je mehr die Arbeitslosigkeit zur Massenerscheinung und zum Dauerzustand wurde, um so mehr offenbarte sich die Unmöglichkeit, die Unterstüung der Arbeitslosen in der gleichen Weise auf dem Versicherungsgedanken aufzubauen wie die übrigen Zweige der So- zialoersicherung. Das Reich blieb keineswegs von der Notwendig- keit weiterer Zuschüsse verschont. Es stellte sich nämlich als unmög- lich heraus, daß die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Ar- beitslosenversicherung in Jahren besserer Konjunktur wieder in der Lage sein würde, die ihr vom Reich zur Verfügung gestellten Mittel zurückzuzahlen. So muhten die bis Ende März 1330 auf 623 Mil- lionen Mark angewachsenen Darlehen restlos niedergeschlagen wer- den. Der Unterschied in der Aufbringung der Mittel ist deshalb gegenüber der Zeit vor der Einführung der Arbeitslosenversicherung praktisch gering. Aber nicht nur durch die hohe Zahl der Arbeitslosen, sondern viel mehr noch durch die lange Dauer, während der ein großer Teil von ihnen aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet blieb, wurde der Versicherungsrohmen der Erwerbslosenfürsorge gesprengt. Beilrogseinnahmen und Zuschüsse der Erwerbslosenfürsvrge und der Arbeilslosenverficherung. ZufchWi--) Auf 100 RM Beiirags- df-, Rcickis, Oer Beilrags- Kalenderjabr cir.ralinten Länder und einnahmen in MM. RM Gemeinden treffen in Mill. RM RMZufchiifle 1324.*... 222,4 183,3 82,4 1325..... 165,0 36,6 22,2 1326.. e-- 523,6 643,7 124,1 1327..... 630,7>) 272,6 33,5 1328....» 823.7—— 1323. 868,4 336.3 45.6 1330..... 1061,7 723,4 68,7 >) Davon 490,9 Millionen Marl bis Sevtamber(GtmetbsIofcrfUtforge) und 190,8 Millionen Marl ab Oktober iArbeitsIosenveriicheruN!,).— Gin- fchtießlich Darlehen und Nvtftock. Das Heer der aus der Arbeitslosenversicherung Ausgesteuerten, die zum großen Teil der gemeindlichen Armenfürsorge zur Last fielen, wuchs in den Jahren nach der Stabilisierung bedenklich an. so daß zunächst im Jahre 1326 ein Zwischenglied zwischen der Versicherung und der gemeindlichen Armenfürsorge durch die Einfichrung der Krisenfürsorge geschaffen werden mußte. Arbeilslosenunlerslühongsauswand. Erwerbslosen- Wolzlfahrtspflege »alenderjahr In.gesamt M°rge°rmd KrisensUrsorze«-meinden� Versicherung orbeiter') In Millionen R M 1327... 814-813 622 147-152 rd. 45 1328...>020 813 121 rd. 80 1323... 1424-1444 1118 161 145-165 1330... 2361 1651 340 rd. 370 0 Geschäht. Trotz der Einführung der Arbeitslosenversicherung bleibt nach wie vor der Haushalt der öffentlichen Verwaltung durch die Er» werbslosenfürsorge auf das schwerste belastet. Dies ersieht man be» sonders deutlich, wenn man die Ausgaben des Reiches, der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände für die Zwecke der unterstützen- den und wertschafsenden Erwerbslosenfürsorge mit ihrem gesamten Finanzbedarf vergleicht. Ob der Rückgang der Arbeitslosigkeit so groß wird, daß er dem Voranschlag der Reichsanstalt für das Rechnungsjahr 1331 mit einem Monatsdurchschnitt von 1,75 Millionen 5)auptunterftützungsemp- fängern nahekommt und die Arbeitslosenversicherung sich mit den jetzigen Beiträgen bald selbst erhalten kann, ist noch fraglich, so sehr wünschenswert es auch ist. Llm die Reichsarbeiterlöhne. Eine Kundgebung des Gesamtverbandes. Heute beginnen im Reichsarbeitsministcrium die Schlich- tungeoerhandlungen über den Neuabschluh des Lohntarif- Vertrages für die Reichsarbeiter. Den Vorsitz in diesen Lerhand- lungen führt, der vom Reichsarbeitsminister bestallte Sonderschlichter I ö t t« n- Köln- Di« bisherigen Verhandlungen zwischen den G«- werkschaften und den Vertretern der Reichsregicrung führten zu keinem Ergebnis. Die Reichsregierung verlangt« zunächst einen Abbau der Lohne um 8 Proz.. beschränkt« sich dann aber auf 6 Prozent. Di« Ge- werkschaften haben kein Mittel unoersucht gelassen, um auch diese Abbauforderung zu Fall zu bringen. Vor allem verlangten sie die generelle Einführung der 4Sstünd>geu Wachenarbeitszeil, fanden aber mit diesem Vorschlag bei den Vertretern der Reichsregierung keine Gegenliebe, obwohl auch dieser Vorschlag eine Verdienstkürzung um 6 Proz. bedeutet hätte. Di« Art der Verhandlungen der Vertreter der Reichs- regierung erweckte bei den Gewerkschaftsvertretern von vornherein den Eindruck, daß die Verhandlungen bis nach der Vertagung des Reichstags hingezogen werden sollten. Kurz nach der Vertagung wurde denn auch in einer Kabinettssitzung der Beschluß gefaßt, die Reichsarbeiterlöhne um 6 Proz. abzubauen. Dieser Schematismus in der Lohnabbaupolitik gerade gegenüber den Reichsarbeitcrn ist um so unverständlicher, als sich das Gros dieser Arbeiter mit einem Nettowochenlohn von 2 4 Mark bescheiden muß und die Bruttolöhne der Handwerker auch nur zwischen 33 und 45 Mark liegen. Die gleiche Kritik ver- dienen auch die auf derselben Linie liegenden Lohnabbauforderungen der preußischen Staatsregierung und der Reichs- p o st, wo die direkten Verhandlungen zum Ncuabschluß der Lohn- tarise noch nicht abgeschlossen sind. Die im Gcsamtoerband organisierten Reichs- und Staats- a r b« i t« r nahmen gestern abend in einer überfüllten Versammlung in den Germaniasälen zu diesem Vorgehen der Reichs- und preußi- schen Staatsregierung Stellung. Nach einem informatorischen Re- ferot des Genossen S t e t t e r vom Hauptoorstand und einer regen Diskussion, in der die Lohnabbaupolitik der Reichsregierung scharf kritisiert wurde, nahm die Versammlung einstimmig eine E n t> s ch l i e ß u n g an, in der die Notwendigkeit des Lohnabbaus bei den Reichs- und Staatsarbeitern entschieden verneint wird. Zum Schluß heißt es in der Entschließung:„Von der vor- gesehenen Schlichtungsinsianz erwartet die Versammlung die Ab- lehnung der von der Reichsregierung gestellten Lohnabbouantröge. Von der preußischen Staatsregierung erwartet sie so viel soziales Verständnis, daß dort eine Anrufung der Schlichtungsinstanzen nicht notwendig wird. Der von den Organisationen bis jetzt geübten Ver- bandlungstaktik stimmen die Versammelten einmütig zu. Sie lassen sich auch durch das Vorgehen der Reichs- und Stoatsregierung in ihrem Vertrauen zur Organisation nicht erschüttern und werden auch in Zukunft alles daran setzen, um die letzten Reichs- und Staats- arbeitcr für den Gesamtverband zu gewinnen. Die Löhne der Wasserbauarbeiier. Gestern wurde im Reichsarbeitsministerium unter Vorsitz des Sonderschlichters I ö t t e n- Köln über die Neuregelung der Löhne der Wasserbauarbeiter verhandelt Die Verhandlungen führten zu keiner Verständigung. Im Laufe der Verhandlungen kam ziem- lich deutlich zum Ausdruck, daß der Schlichter zur Fällung est, es Schiedsspruchs schreiten wollte, der die Löhne der Wasserbau- orbeiter um 6 Proz. kürzt. Den Gewerkschaften war es noch vor dem Scheitern der Verhandlungen möglich, eine Vertagung bis Sonnabend durchzusetzen. II e utscKlan ä Ver. S t.v.'NrAm erika GrofrbrifcaTinieTi 0 e s terv elck. AusbTalieiv� TsckecKo slowake i I k a 1 i e i, Därtewark Nx e<1 e r lande B e 1 f i e n U n§ a n n Scla-w�den Kanada Norwegen Frankreich. Polen Schweiz t 6.« I 6-i 15. s l3.j 14.» >4., 4.» Die 1 T Arbeitslosigkeit in"vorscliiedenen L andern In 0/o d er G e s a m k"b e völk er rwß Dr. Völckers noch Schlichter. „Wenn die tariflichen Bindungen nicht mehr beständen." Darin sind alle Tarifgcwerkschaftsn sich längst einig, daß Herr Dr. Völckers als unparteiischer Schlichter nicht der recht« Mann ist. Bei dieser Erkenntnis können sie sich auf die Dauer unmöglich absinden. Zur Charakteristik dieses Schlichters veröffentlicht„D c r Deutsche" einen neuen Beitrag, den wir hier wiedergeben. Es drehte sich bei Nachverhandlungen im Gastwirtsgcwerbe in Goslar um die Bestrebungen der Unternehmer, das ihnen unbequem« Tarifvertragsverhältnis zu beseitigen, das die Angestellten nach dreieinhalbjährigem Kamps« im Jahre 1323 zum e-sten Male er- reichten. Der Schlichter. Herr Dr. Völckers, erNärte dazu: ..Es kann dahingestellt bleiben, ob es vorteilhafter für die Wirtschaft ist, wenn die Gewerkschaften mit ihrer Tarifarbeit und ihren Tarif Verbindungen in der Wirtschast ausgeschaltet wür- den, denn wenn die tariflichen Bindungen in der Wirtschaft nicht mehr beständen, so wären die Betriebe in der Lage, gemäß der Beschäftigung niedriger« Löhne mit den veleqschasten zu verein- baren, um auf diese Weis« ihre Betriebe offenzuhalten und der Arbeitsmarkt würde entlastet werden." Mit dieser Auffassung, die augenblicklich— wo es sich um die Ausnützung der Krise zu Lohnkürzungen dreht— von weiten Kreisen der Unternehmer durchaus geteilt wird, kann Herr Dr. Völckers den Unternehmern zwar gute Dienst« leisten, aber nicht«in Schlichteramt bekleiden. Sieht er das nicht selber ein, dann ist es an der Zeit, ihn nachdrücklichst darauf aufmerksam zu machen. Krankengeld der Behördenangesteltten. Eine Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts. Das Reichsarbeitsgericht verlangt in einer Entscheidung, daß den krankenoersicherungspflichtigen Behördenangestellten im Krank- heitssolle das Krankengeld voll vom Gehalt in Abzug gebracht werden muß. trotzdem die Angestellten infolge der Juli- Notverordnung überhaupt kein Krankengeld mehr erhallen! Die Juli-Notverordnung sieht vor, daß in den Fällen, in denen ein Angestellter während einer gewissen Zeit Anspruch auf GeHall besitzt, das Kranken- oder Hausgeld ruht. Dagegen enthalten die Tarifverträge der Reichsangestellten und der preußischen Angestellten oezüglich der Anrechnung von Krankengeld auf Gehalt die Bestim- mung:„Jede reichsgesetzliche Barleistung wird auch dann voll in Ansatz gebracht, wenn sie den Angestellten nicht oder nicht voll zufließt(z. B. Verzicht, Pfändung, Anrechnung u s w."). Aus diesen Bestimmungen heraus haben sich bei sämtlichen Be- Hörden arbciisrechtlich« Streitigkeiten ergeben. Die Krankenkassen stellten bei Krankheit auf Grund der Notverordnung jede Krankcngeldzahlung ein, während d i e B c- Hörden auch weiterhin nur den Zuschuß an Gehalt zahlen wollen, den die Angestellten bisher bekommen hallen, und zwar den Unterjchiedsbetrag zwischen Lohn und Krankengeld. In vielen Fälleil zahlten nun weder die Behörden, noch die Krankenkassen und die erkrankten Angestellten waren damit der größten Not preisgegeben. Das Rcichsarbeitsgericht hat nun«ntjchiedcn, daß die Krankenkasse auf Grund der Rolverordnung kein Krankengeld zu zahlen braucht. Der Standpunkt der Behörden, diese reichsgesetzlich oerankerte Barleistung aber anzurechnen, obwohl sie nicht gezahlt wird, sei richtig. Das Reichsarbeitsgericht folgert aus dem oben an- geführten§ 33 der Tarifverträge, daß auch eine vermeint- liche Barlei stung angerechnet werden muß. auch wenn sie dem Angestellten nicht zufließt. Das„u s w." in dem Absatz des Tarifoertrages fei das Entscheidende. Die Folge ist nun. daß die Behördenangestelllcn im Srantheits. falle nur das halbe Gehalt erhalten, weil ihnen das Krankengeld, das sie nicht bekommen, voll angerechnet wird. Sie sind während der Krankheitszeit in ihrem Einkommen derart schlechter gestellt, daß von der notwendigen Pflege nicht mehr die Rede sein kann. Die Entscheidung des Reichsarbellsgerichtes trifft die s ch l e ch l e st bezahlt eh A n g e st e l 1 t e n. die bis zu 300 M. im Monat verdienen und damit krankenoersicherungspflichtig sind. Selbstverständlich Haben sämtliche Tarifkontrahenten nach dem Urteil des Reichsarbeitsgerichts diese Bestimmung der Ta- rifverträge zum 3 0. Juni 1331 gekündigt. Die Spitzenorganisationen der Angestellten haben gemeinsame VerHand- lungen geführt und bereits die Neufassung des§ 33 in einem Vorschlag eingereicht. Der Vorschlag der Gewerkschaften geht dahin, daß dos Gehalt im Krankheitsfalle in voller Höhe gezahlt werden muß. Arbettslosenkurse sür Lugendliche. Die von der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitsloseitversichening zusammen mit den Ländern und Gemeinden eingeführten Lehrkurs« für jugendliche Arbeitslose hatten in den Monaten Januar bis Ende März rund 80 000 Teilnehmer— darunter etwa 68 000 junge Arbeiter— aufzuweisen. Die Kurse werden auch im neuen Haushaltsjahr fort- geführt._ I- Die Guie-Hofftmngs-Hüiie. Was ihre Arbeiter von ihr zu hoffen haben. Oberhausen. 16. April. Die Verwaltung der Gute-Ho>fsnungs- Hülle hat dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf mitgeteilt, daß sie sich wegen der archaltenden Verschlechterung der Absatzlage ge- nötigt sehe, crncuk Entlassungen von Arbeikern vorzunehmen.'Auch durch verstärkte Einlegimg von Feierschichten ließen sich nach Ansicht der Hüttenverwaltung Entlassungen leider nicht mehr vermeiden. Solche müßten erfolgen bei der Eisenhütte Obechowsen. im Walzwerk Oberhausen und im Walzwerk Neu-Oberhausen. 600 Arbeiter sollen am 13. Mai entlassen werden. In Auswirkung der StÄlsgung kündigt die Berwaltting der Zechen„Concordia" zum 1. Mai 957 Bergleuten und 50 Angestellten.___ Die Aussperrung in Norwegen. Ttodf 25000 zu Pen 43000 Ausgesperrten. Oslo. 16. Aprll. Der norwegische Arbeitgaberverdand ist vom staatlichen Schlichter ersucht worden, die zweite Aussperrung aufzuschieben. Da diese jedoch in einer Reihe von Betrieben bereits m Kraft gesetzt war, war diese Unternehmerorganisation angeblich nicht mehr in der Lage, dem Ersuchen stattzugeben. Die zweite Aussperrung umiaht 25 000 Arbeiter und stellt eine Sy m path i e a kt i o n des Arbeitgeberverbawdes im Zusammerchang mit der großen Aussperrung von 43 000 Mann dar, die am 8. April verhängt worden war. Von der am Mittwochabend erfolgten Aus- sperrung werden u. a. Tabakfodriken, Brauereien, Mineralwasser- sabriken sowie auch die große Stickstofffabrik Norsk Hydro bettoffen. WeeneeaKeke! deute bei Weidner, Sternfeld, nock> Arbeits'chluf tl Setricbroerfonnnlimn der Arbeiterschaft. Alle ssreigenrerkschafter und W Genossen baden die Pflicht, m erscheinen. WerlsaustpeU legitimiert. E~; Betrieb«! rattion der SPD. beim Sedeiteamt Roedost. Morgen, W Sonnabend. 20 Uhr, Restaurant.,3nm Pserdemartt", SBeihenstt, m Schönslr. 81—83, Heiterer Abend unter Mitwirkung von Theo Maret. Ms Der Feaktion»»orstand. T'PD.. Eisenbahner! Montag. 20. Html, 19 Uhr, in©raesets SZest. Fa sälen, Berlin. Hol,maritstr. 72, Versammlung aller im Cinheitsver. Bs band der Eisenbahner Deutschlands organisierten Parteigenossen. Be. g iriebsrittewahl. Stellungnahme»u der Nandidatenausstellunq zum Ver. t-s bandstag. In Anbetracht der sehr interessanten und wichtigen Tages» sZ Ordnung ist es Pflicht eines jeden Parteigenossen, pilnltlich zu er- stst scheinen und fitr einen zahlreichen Besuch zu sorgen. Der Werbean»fchnh der SPD.-Eiseub-Huee. , �m'e G ewerkschasis»�uaend Rerlin Heute. Freitag, 17. April, tagen folgende Sruvpen:«ordeing: Iu» aendheim Schule Sonnenburger Str. 20. Sächsisches Allerlei.— Her. - sannplah: Deuppenheim Ganderstr. 11, Ecke Kohrechtstrahe. Wie strh-n die Gewerkschaften zur sZilnstagewoche.— Sieden: Gruvpenheim Wassenor» strafte 9, norn parterre. Gutheit sendet 2 Stunden Rnndfnnk.— Ehaelottee. tmrg: Jugendheim Speeeftr. 30 Paul Simmel, Narikatur.— Zeppelinplah: Inaendheim Turiner Ecke Seestrafte iEingang Tnriner Strafte). Unser Ariminalwesen.— Adlersdos: Gruvpenheim Adlershos, BIsmarckstr. 1. Wir und die anderen Iugendorgnnisaf onen,— Reinickendorf. Ost: Zugendheim Lindau« Strafte lüaroden). Das Werden der freien Gewerkschaften,— 01t» trei«: Weebeneranftaltung um l»lz Uhr in be« Eoneordig.�cstsglen lgrofter Saal), Berlin 0. 17, Andreasstr. 64. @3uoenp(mippe des Zenkralvertonde«! der Anaeffellten Heute. Zreiiaq, finden folgende Beranstalfungen statt: Südwest: Zu» gendheim Porckstr, 11 12. Hof. Qnergebäude, 1 Treppe. Zimmer ö). Vortrag:„Äijrverknltnr im Wandel der Zeiten" Referent: Boiemann.— Sorben: Jugendheim Lorftingftr. 19. Wir begeüften unfete neuen stolleginnen und Kollegen.— Brig: Wir veranstalten eine Schnlentlassenenseier im Ge- meinfchastsramn der Schule 0-, Brift. Parchimer Allee. Beginn 30 Uhr. Einlaß 19Vj Uhr. Eintrittslarten zum Preise don 20 Pf. sind an der Abendkasse er. hältlich.— Heute kommt die Phvtoarbeitsaemeinschaft um 20 Uhr im Zugend» bibliotheksraum unsere» Verbandshauses zusammen.— Heute sinket die Ver. sammluna der Svortabteilung im kleinen Siftnngssaal unseres Verbands» Hauses statt. Immer weiße Zähne paste Chlorodont be- nutzen. Noch nie hat sie uns enttäuscht! Wir hatten immer weifte Kähne und einen angenehmen Eeschmack im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zelt das Chlorodont- Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont- Zahnbürsten." gez.(£. Chudoba, Fr.....— Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpaft«, Tab« 64 Pst und 90 Pf-, und weise jede» Ersatz dafür zurück, .Trank£.£8raiiii: �ÖCT �erlrelCT 2>fc Luisenstraßs lag menschenleer: es war spät am Wend und es regnete ein bißchen. Als Glaskarl vor der Villa anlangte, schlug eine nicht ferne Turmuhr zehnmal. Er betrachtete das Häuschen und sah das Messingschild an. Xonsul Chr. Steenkamp Kein Fenster war erleuchtet. Seine Berechnungen waren also richtig. Der Konsul saß im Stadttheater und hörte sich Rigoletto an. Die Dlenstboten hatten heute Ausgang. Er trat in den Garten uird ging zur Tür. Seinem Nachschlüssel würde dieses Schloß kaum lange widerstehen. Das Schnappschloß sprang bald aus. Glaskarl be- trat die Halle. Behutsam, nirgends anzustoßen, und auf Zehenspitzen schlich er vorwärts. Leise, leise... Teppiche dämpften den Schritt.— Wes- halb leise? Er wußte, daß er allein im Hause war! Nun, das liegt schon so im Blut.— Er öffnete die Tür in das Herrenzimmer. Dort an der Wand hing das Bild, um das es sich handelt«. Glaskarl machte kein Licht: er fand sich so zurecht, obgleich er nur ein einziges Mal hier gewesen war— als falscher Elektriker. Zwei, drei Hammerschläg« gegen den Holzrahmen, das ließ sich nicht vermeiden. Der Goldrahmen gab nach, er nahm die Leinwand heraus, löste siejib und rollte sie auf. Sehr behutsam, es war ja ein wertvolles Stück. Sonst noch etwas mitzunehmen? Glaskarl zögerte, aber da war ein unbehagliches Gefühl, und er drehte sich um, rasch wieder wegzukoimnen. Als er die Tür gerade erreicht hatte, geschah es. Eine klare Männerstlmm« rief:.„Halt!" Gleichzeitig flammte dos Deckenlicht auf. Glaskarl schloß geblendet die Augen. Er erkannte kaum noch, daß da beim Lichtschalter ein Mensch stand und einen Revolver vor- gestreckt hielt. Aber hart vernahm er den Zuruf:„Die Hände hoch!" Nach einer Weile konnte er sehen. Er wartete mit gereckten Annen und betrachtete den Mann. Der stand in Hemdsärmeln, war groß und schlank, und das Gesicht wies Entschlossenheit. Konsul Dtecnkamp. „Haben Sie nur das Bild stehlen wollen?" Glaskarl nickte: er legte das Bild unaufgefordert auf den Tisch. „Wer hätte es Ihnen abgenommen?" „Ich verrate meine Kollegen nicht," knurrte er trotzig. „Ich will Ihren Hehler wissen!" rief der Konsul scharf. „Nennen Sie mir den Hehler, und ich verspreche Ihnen, mich bei der Polizei für Sie zu oerwenden. Nicht Sie sind der eigentlich Schul- dige, sondern jener Kerl, der scig« im Hintergrund bleibt und der Anstifter ist. Denn Sic kannten doch den Wert des Bildes gar nicht!" Glaskarl überlegte. Dann legte er entschlossen einen Zettel auf den Tisch neben das Bild.„Die Adresse: ich kann den Zettel verloren haben," meinte er blinzelnd. Der Konsul sah das Papier an und steckte es ein.„Man muß diesen Leuten das Handwerk legen." knirschte er. Cr nahm das Telephon auf.„Ueberfall!" rief er: und dann:„Hallo? Zwei Leute genügen. Ich halle hier einen Einbrecher in Schach. Be- eilen Sie sich, bitte. Konsul Steenkamp, Luisenstraße 17." Man wartete. Die Minuten wurden lang. Keiner der Männer sprach ein Wort. Der Konsul spielle mit dem Revolver: immer. wenn Glaskarl eine Bewegung machte, nahm er die Waffe fester zur Hand.— Dann waren die Polizisten da. Sie sprangen von den Rädern und kamen ins Haus. „Das ist der Bursche," sagte der Konsul.„Sie nchmen ihn wohl mit auf die nächste Revierwache, nicht wahr?" Die Beamten bestätigten das.„Gut, meine Herren, ich mache mich fertig und bin in zwei Minuten ebenfalls dort. Die Polizisten grüßten höflich, nahmen Glaskarl in die Mitte und zogen ab. Der Konsul wartete eine Weile. Dann ging er in das Nebenzimmer. Da lag über dem Stuhl seine Jacke. Er zog sie an und ging wieder in das Herren- Zimmer zurück.„Ich hätte mir wirklich viel Mühe gemacht, hatte schon die Jacke ausgezogen und wollte anfangen zu knacken, da—" und er lochte vor sich hin,„da kommt der Junge wie omn Himmel geschickt und zeigt mir, was hier des Mitnehmens wert ist." Hier- auf rieb sich der Konsul erfreut die Hände, nahm das gerollte Bild und warf einen letzten Blick in die Runde. Dann verlieh er das Haus. An der Straßenecke nahm er ein Auto und fuhr zu dem feigen Anstifter und Hehler, der ausgerottet werden mußte!„Hier ist das gewünschte Bild," sagte er schlicht.„Der Kollege war verhindert und hat mir den Auftrag überlassen." „Ist gut," antwortete der Mann: er prüfte das Gemälde und griff dann in die Tische.„Ich zahle Ihnen dasselbe, was mit Glaskarl abgemacht war." sagte er, und zählte die Scheine aus den Tisch. Dann ließ er den Kollegen und Vertreter des Glaskarl hinaus. Die dunkle Straße schluckte sofort diesen Mann und gab ihn nicht wieder heraus. Genau um diese Zeit wurden die Beamten auf der Revier- wache 23 unruhig und riefen im Hause des Konsuls an. Genau um diese Zeit hörte der Konsul Steenkamp im Stadttheater den vierten Akt. Des Herzogs berühmte Kanzone von den trügerischen Weiber- herzen ergriff ihn abermals tief. Cr hatte keine Ahnung, daß ihn noch eine stärkere Erschütterung an diesem Abend erwartete. Stich, Siuelfenbeck: Was ko/lel das£eben in clleiv cyork? Ich glaube, das ist eine Frage, die jeden interessieren wird. Also im voraus fei gesagt, dos Leben in New Jork ist teuerer als bei uns; in sehr vielen Dingen sogar ungewöhnlich teuerer als bei uns. Es sind hauptsächlich zwei Dinge, nach denen man die Kosten der Lebenshaltung in einem Lande beurteilen kann: die Wohnung und dgs Essen. Beginnen wir einmal mit dem letzteren. Es gibt in der ganzen Welt kSnie. StM, i« der es so tKAs Speiselokale gibt wie in"?dsw Dort. An jeder Straßenecke befindet sich«in RdsUillrant, das bemüht ist, fein« Güte durch Reklame bekanntzumachen. liebet» oll an den Haussrwärtden, an den eisernen Gittern der Hochbahn, an den Glasscheiben leerstehender Geschäfte wird das Essen, die Koch- lunst und die Gemütlichkeit dieser und jener Restaurants angepriesen. Man kann sägen, daß der Durchschnittspreis eines Mittagessens«in Dollar ist, also bei weitem mehr als der Durchschnittspreis bei uns. Wenn man um den Timessquare herum«inen Dollar für das Luncheon bezahlt, so stuft sich dieser Preis nach der Unterstadt und nach der Oberstadt zu entsprechend ab. In den Lokalen der Unter- jtadt— angefangen von den Matrosenkneipen der Ballert) und der Docks— kann man schon für fünfzig Cent ein annehmbares. Mtttag- essen bekommen, bis dann im allgemeinen jenseits der Timessquares die Preise zu steigen beginnen. Bei Reubens in der Madison Avenue bekommt man noch für einen Dollar ein annehmbares Essen nach europäischer Art, dazu eine Nachspeise oder ein„Disoeoeoeoehrt", wie die Amerikaner«inen Reispudding oder eine Banane mit Milch zu nennen belieben. Etwas billiger als für einen Dollar ißt man in den chinesischen Lokalen um den Times Square, an der Fiith Avenue und am Broadway: hier kann man schon für sechzig Cent«inen Chicen Shops Suey bekommen, jene beliebte Speise des fernen Ostens, die allerdings in stark amerikanischer Aufmachung erscheint: das heißt viel weniger Fett enthäll als das chinesische Essen und nur mit Pfeffer, Salz und Worchestersoße genießbar ist. In den großen Hotels dagegen, im Savay Plaza, im St. Moritz(einem neuen nach europäischem Muster gebauten Hotel) zahll man mindestens zwei Dollar für ein Mittagessen. Man muß bedenken, daß es hier (wenigstens offiziell) keine Getränke gibt und daß zwar Kaffee oder Tee in den Preis eingeschlossen find: daß sich dieser Preis aber so- gleich stark erhöht, wenn man einen besonderen Wunsch nach einem Getränt hat. Das Diner, das man zur Zell unseres Abendessens einnimmt, ist immer teuerer als das Luncheon, weil man im allgemeinen gc> zwangen wird, nach der Karte zu essen uird da man Tee»der Kaffee extra bezahlen muß. Immer eingeschlossen sind Brot und Butter und— ein Glas Eiswasser(auch wenn draußen zehn Grad Källe sind). Das erst« Frühstück, das ich fast vergessen hätte, ist in New Port von dreißig bis achtzig Cents zu haben. Wenn man bedenkt, daß man in Paris in den Cafes Biards eine Tasse Kaffee und ein Hörnchen sozusagen für nichst bekommen kann, find dos ganz respektable Preise. Der Amerikaner ist es gewohnt, ausgiebig zu frühstücken. Er beginnt— da fast jeder Amerikaner Gesundhells- ianattker ist— mit Orangensaft(übrigens wunderbar und sehr zur Nachahmung zu empfehlen) und endet bei der Lektüre seines Morgen- blattes mit Schinken, Speck und Spiegeleiern. Alles in allem nach unserer Berechnung nicht unter drei Mark zu haben. Die besten Breakfastlokale sind die Part und Tillfords, bei denen man neben der Befriedigung seines Morgenhungers noch das Schauspiel ge- nießen kann, typisch« New-Dorker Girls bei der Einnahme heißer Schokolade zu sehen. Wenn man sich das Essen noch«imgermaßen einrichten kann und mit Ach und Krach und mit schiefem Magen(die Amerikaner haben das Prinzip der kleinen Portionen auf die Spitze getrieben) nach europäischen Gestworstellungen zurechtkommen mag, ist das Wohnungsproblem fast unlösbar. Die Zeiten, da man in der Unterstadt für einige Cents in einer Herberge unterkrauchen tonnte, sind endgüllig vorüber. Da in Manhattan jeder Zoll Boden imge- wohnlich hohe Zinsen bringen muß. kosten die Wohnungen ein Sündengeld. Ein Hotel, das einigermaßen den Anspruch oirf Wohnlich keit legt, beginnt seine Preise mit zw« Dollar. Ein Hotel, das ein Hotel ist, ist bestrebt, seinen Gästen Zimmer mit Bädern zu geben. Alle Hotels um den Central Park und natür- lich die älteren und bekannten, die Commodore und das alle Plaza am Pulitzerbrunnen haben nur Zimmer mit Bad. Diese Hotels haben natürlich auch keine Räume für zwei Dollar: denn mit zwei Dollar hat man höchstens Anspruch auf ein Zimmer mit Brause aus dem sogenannten Junggesellenfwr, dem Bachelorfloor. Im Savoy Plaza beginnen die Zimtnerprerse. mit zehn Dollar den Tag.»m St. Moritz mit vier Dollar den Tag. Allerdings kann man— das fei nebenbei gesagt— ein wenig handeln, zumal in dieser Zell der wirtschaftlichen Depression, in der die Hotels halb leer sind. Der Durchschnittsmensch, der mit Weib und Kind an der Battery landet und sein Leben in Amerika zu.fristen gedenkt, wird nicht in ein Hotel ziehen, sondern sich so bald wie möglich nach einer „richtigen Wohnung" umsehen. Einzelhäuser oder Bungalows zu einigermaßen annehmbaren Preisen, also sagen wir hundert bis einhuttderfünfzig Dollar im Monat, gibt es nur an der Peripherie der Stadt. Arbeiter uird kleine Angestellte, die derartige Preis« natürlich nicht zahlen können, ziehen in eine Etagenwohnung oder, wie man das hier nennt, ein Apartmenthaus. Der Unterschied ist allerdings der, daß die amerikanischen Apartmcnthäuser nicht in Etagen, sondern in„Flats" aufgeteill sind: dos heißt kleine und kleinste Ein-, Zwei- und Drefzimmerwöhnunglein. Di« neuen Apartmenthäuser an der oberen Rioerside Drive haben zahllose derartige Flats, und in einem solchen Haus wohnt die Einwohnerschast einer kleinen deutschen Stadt. Die Apartmenthäuser sind eigentlich billige Hotels: niemand kennt den anderen: niemand kümmert sich um den anderen, und obwohl es irgendwo eine kleine Hkniertreppe gibt, kann man in seine Wohnung nur durch den Fahrstuhl gelangen. Das kleinste Fiat, das heißt eine bescheidene Einzimmerwohnung mit einer Kochstelle oder Kitchenette, tostet in der Woche zehn Dollar: das sind nach unserer Borstellung im Monat einHunderts etWg Mark. Ein Flat, das Mann, Frau und Kinder beherbergen soll, ist unter keinen Umständen unter zwanzig Dollar in der Woche zu haben. Die Bedienung muß extra gezahlt werden. Vielleicht kann man in den entlegenen Gegenden der äußeren Vorstädte in der Bronx, in Queens oder im äußersten Brooklyn billigere Wohnungen haben: dann aber verschlingt die Zeit, die man durch die Fahrerei verbraucht, einen so großen Teil der Lebens- Haltungskosten, daß sich die Einrichtung dort nicht lohnt. Die Preise in New Dort sind trotz der Krise in der letzten Zeit gestiegen: was sich dadurch erklärt, daß die notleidenden Industrien bei ihrem Absatz auf den inneren Markt herauszuholen suchen, was ihnen der sinkende Export an Verlusten brachte. Die schöne Zeit der Jahre 1923 bis 1927, als die amerikanischen Bettler einen Fordwagen abstotterten, ist vorüber. 3H das„ichwadw. QejchlecJil" das Härkere? In Verlin nehmen sich im Durchschnitt monatlich nicht viel weniger als 139 Menschen das Leben. Diese Zahl, überraschend groß auf den ersten Blick, ist klein, denkt man an die nicht nur absolut, sondern auch relativ größere Selbstmörderzahl in New Dork. Aufschlußreich aber wird die Statistik der Selbstmörder vor ollem, betrachtet man, wie Männer und Frauen sich in die genannte Ziffer teilen. Viele Männer hatten im Kriege den einen Wunsch, den Frieden zu erleben, das heißt, den Krieg zu überstehen. Den Krieg hoben wir überstanden, aber den Frieden offenbar nicht erlebt Denn wie ist es anders zu erklären, daß so viel mehr Männer das Leben von sich werfen als Frauen! Im Oktober 1939 entleibten sich in Berlin 167 Menschen, 99 von ihnen waren männlichen Geschlechts. Im November 1939, in dem fast 299 Frauen mehr als Männer- starben, standen 87 männlichen Selbstmördern nur 46 Selbst-. Mörderinnen gegenüber, und im Dezember zählte Berlin 48 weibliche und zweimal so viel, nämlich 96, männliche Selbstmörder. Daß hier etwas wie eine Regel vorliegt, zeigt die Betrachtung der anderen Monate. Der„wunderschöne Monat Mai" macht keine Ausnahme: er brachte 1939 sogar 112 Männer gegenüber nur 46 Frauen zum Freitod, und im Jahre 1929 197 Männer und 63 Frauen Nach den Ursachen des Freitodes braucht man in unserer Zeit nicht lange zu suchen. Aber warum ist die Zahl der männlichen Selbstmörder oft doppell so groß wie die der Frauen? Lastet nicht heute im allgemeinen auf den Frauen die gleiche Last, ja vielfach sogar die gleiche Verantwortung wie auf den Männern? Sind die Frauen Sorgen und Leiden weniger ausgesetzt als die Männer? Wenn auf zwei Männer, die das Leben wegwerfen, durch- schnittlich in Berlin nur eine Selbstmörderin Joinmt, so kamt dies eben nichts anderes heißen als daß die Frau im Durchschnitt zweimal so viel aushält wie der Mann. Oder werden die Frauen lcichler durch religiöse Bedenken vom Selbstmord zurückgehallen? Hier mutz man wellerfragen: Mag dos, was die Frau vom Selbstmord zurückhält, religiös, biologijch oder wie immer geartet fein,— ist nicht jedenfalls die Verzweiflung über das Leben und die Ber- zweiflung am Leben eine eminent männliche Angelegenheit? Sind nicht die Frauen, wie in vielem, so auch da die Stärkeren, wo der Abgrund des Nichtmehrerlebenwollens uns angähnt? Bleibt nicht Hamlet immer und ewig eine männliche Figur, die Frauen zwar spielen, aber kaum sein können? Sind nicht die Frauen die eigenttichen L-bensbewahrerinnen„ von deren Qualität,. Rieisschlich- kell, Klugheit vielleicht unsere ganze Zukunft viel mehr abhängt als von den Männern? Und ist nicht darum gerade in einer Zeit, in der die Menschenwelt mit dem Drachen Verzweiflung kämpft, die Erziehung der Frau zur vollkommenen Verantwortung vielleicht die wichtigste pädagogische Aufgabe? Hellmuth Falkcnfem. Au» der Geschichte de» Weinbaues. Der Weinstack gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Wenn man den Berichten der Bibel glauben darf, hat sogar schon Noa einen Weinberg angelegt, Wein gekeltert und auch einen gehörigen Schluck oertrogen können. Eins ist aber gewiß: daß die Menschen die süßen Beeren der wild- wachsenden Reben sehr früh kennen und schätzen gelernt haben. Ziemlich sicher ist es, daß die Verbreitung der Weinkultur gleich- zellig mit dem Fortschreiten der Allgcmeinkultur sich von Osten»ach Westen vollzog. So kam der Weinbau nach Griechenland und Italien, von da aus nach Frankreich und Deutschland. In Deutsch- land beschränkt sich der Weinbau fast nur auf das Gebiet des Rheins und seiner Nebenflüsse, aber hier wachsen Weine, die es mit den besten Weinen der Welt aufnehmen können. sii«*- 3)er heilige Antonius von JlnUuba Jtaiwba? Na ja. es liegt in Brasilien, an einem Nebenfluß des Amazonas, in jener schönen Gegend, in der Europäer sich mit zwo Flaschen Sekt täglich gerade noch so einigermaßen fieberfrei zu hallen pflegen, und wo cs sonst von Farbigen aller Schattierungen in Haut und Lumpen wimmelt, die in Ermangelung anderer Be- tätigungsmögllchkciten bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Messer aneinander probieren. Und der hellige Antonius stand als Schutzpatron auf dem steinernen Brückcnbogon über dem Müsse, weltentrückt und selig, bis er sozusagen mobllisiert wurde. Weiß der Deibel, wie jener Garnisonkommandant von Itaituba hieß, der gegen die Indios auszog und dabei auf den Gedanken kam, dem heiligen Antonius die Beförderung zum Leutnant zu geloben. falls er siegreich wieder heimkehre. Jedenfalls trug einen portugie- fischen Nomen von mindestens zwei Zellen Länge und dem Wohlklang einer Koloraturarie. Und er kam auch wirklich siegreich zurück und verlieh der Statue auf der Brücke bei einer feierlichen Prozession den Leutnantsrang und wies den Zahlmeister an,'das Leutnantsgehall abzuführen. An ihn, den Garnifonskommandanten selbst, meinte er. Der Abr des Klosters, dos über Stadt und Brücke herrschte, war aber der Meinung, daß dos Gehalt ihm als Stellvertreter sämtlicher Heiligen aus Erden zukam, und da seine Meinung— man verzeichnete oft 39 Grad im Schatten— zu gelten pflegte, verschwand Antonius Leutnontsgage denn auch in der geräumigen Kasse des Klosters. Ein jeder Soldat trägt bekanntlich den Marschallstab im Tornister und gut« Werke wecken, so sagt man, edlen Welleifer. So kam es, daß der heilige Antonius, als wieder einmal die Jndigos so unvorsichtig waren, sich für ihre leeren Bäuche ein paar Plantagenrinder zu stehlen, Oberleutnant wurde, denn auch dieser Garnisons- kommandant von Itaituba„siegte", bald darauf Hauptmann und schließlich Major. Damit aber schienen die Gelegenhellen zu neuen Siegen und domll zu neuer Beförderung erschöpft. Die Jndigos waren gute Christen geworden und zogen es vor, bettelnd vors Kloster zu ziehen, wenn sie hungerten, anstatt Rinder zu stehlen und sich dafür totschießen zu lassen. Mll innerem Woh sah der Abt, wie der Menschheit auch diese Gelegenheit, gute Werke zu tun, entzogen wurde durch die Zivllisation, wobei er natürlich nicht im eillferntesten daran dachte, daß dem Kloster damit der Bezug einer höheren Gage oersperrt war. Aber es gibt auch Revolutionen. Besonders'da unten am Amazonas, wo es ganz traditionell zwei Offizierstarrieren gibt, die eine durch gute Beziehungen zur herrschenden Regierung und die andere durch gut« Beziehungen zur putschberoiten Opposition. Einen Putsch aber soll man bekannllich nur ansangen, nachdem man sich sein Gelingen 99prozentig gesichert hat. Dieser Binsenwahrheit eingedenk gelobte jener Kommandant von Itaituba, der für die Opposition in den Krieg zu ziehen gedachte, dem Heiligen nicht nur die Beförderung zum Oberst für den Sieg seiner gerechten Sache, sondern drohte ihm schmähliche Degradation an, wenn er verlöre. Und der Zlbt segnete auch sein« Truppe, als er hinauszog zur Nachbarstadt, deren Kommandant seine Karriere bei der gegenwärtigen Regierung gesicherter glaubte. Sei es. daß der Heilige Pazifist geworden war, sei es, daß die feindliche Sache doch noch um 1 Prozent gerechter war— jedenfalls verlor der Kommandant von Itaituba Schlacht und Kopf. Der Mt tröstete sich. War es auch mit der Obcrstcngage nichts, so war doch kein Kommandant mchr da, die Drohung der schmählichen Degradation wahrzumachen. Aber er irrte. Der gegnerische Kommandant war Kavalier und Kamerad. Er zog ein in Itaituba. Er zog zu der steinernen Brücke, vor die Statu« des heiligen Antonius und erfüllte das Gelöbnis des Gefallenen, das der Degradation. Korps- geist ist Korpsgeist, auch wenn man seine Karriere der anderen Sache anvertraut hat. So kam es, daß der heilige Antonius schmählich degradiert wunde und aus dem Milllär ausgestoßen. Nur bisse Zungen behaupten, daß der Oberst es getan habe, well er den Zlbt in Verdacht hatte, nicht nur seinen Segen zur andern Sache gegeben zu haben. Der Abt aber machte den heiligen Antonius zum Schutzheiligen des Friedens und brachte zu seinen Füßen eine wohlverwahrte Sammelbüchse an, i» die jeder sein Scherslcin tun sollte, der der Stadt Frieden und Ordnung bewahrt wünschte. Und wenn auch keine Oberstgage zu- sanmienkom— auch der Frieden brachte dem Kloster seinen Tribut. Frisches Fleisch Schweinebauch na. 0,66 Schweineblatt..........'.mO,78 Schweineschinken 0,80 Schweinekamm o.Beiiage!piiO,94 Schweineschuft o. Bmig. m0,94 Kassler miia........ pm. tob»n 0,94 Rückenfett bratfertig..... Pfd. 0,54 Schweinenieren......... Pfd. 0,82 Kalbskamm....... Pfi tob»b 0,74 Kalbsbrust.......... Pfd. tob»» 0,84 Kalbsrücken....... Pfd. tob*b 0,84 Kalbskeulen ms»Pfd.»«bvor,. Q. paiiÄ oder geteilt................ Ffd-VJ�T" Kalbsroulade g«ro»t, Pfd. v. 1 ,40 hlammeIvorderfleischrH.'.»«0.94 Suppenfleisch...Pfd. vo«>»>0,63 Schmorfleisch Keai«, oho* �.. Knochen.................. Pfdl von»n' ,4 � Roastbeef o. Knoche PftLron tn1,40 Roulade...................... Pfd. 1,23 Euter......................... Pfd. 0,28 Rinderlungen............. Pfd. 0,34 Rinderbacken o.KaocheB, Pfd. 0,46 Rinderherzen............ p» 0,56 Rinderleber............... Pfd. 0,98 Hammelfleisch gefr, Pfd. t.bb 0,58 Hammelrücken gefrorta, Pfd. 0.63 Suppenfleisch gefr,pfd.T.anO,58 Schmorfleisch i»(r..«.«»., Pfd.?.» 0,98 Kolonialwaren Bruchreis.................. Pfd. 0,1 5 Italienischer Reis....... Pfd. 0,20 Moulmain-Reis........... Pfd. 0,28 Hartweizengriess....... Pfd. 0,28 Eier-Bruchmakkaroni Pfd. 0,44 Eier-Bandnudeln....... Pfd. 0,46 Linsen.............;......... Pfd. 0,15 Viktoria-Erbsen......... Pfd. 0,1 8 Weisse Bohnen....... Pfd. 0,18 Backobst........... Pfd. tob 0,38 Pflaumen- OQ mitSteiB Pfd.vJ,ZÖ ohn« Stoln Pfd. U,4c> Birnen g«trookoet............ Pfd. 0,60 Kakao«t&rt«atöit........... Pfd. 0,50 Krümelschokoladenpulv. Pfd. 0,85 Kaffeeersatzmischung 20% Pfd. 0,70 401, Pfd. 1,10 Kaffee................ Pfd. tob ib 1 ,80 Prel»a nur Freitag und Sonnabend.— Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat— Fleisch und leichtverderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen.— Die Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung von 5,00 Mark an- Fische, Räucherwaren 'Lebende Hechte Pfd. tob an 0,95 'Lebende KarpfenPfd-voBan 0,95 'Frische Schollen..... a Pfd. 0,25 'Grüne Heringe........ a pid.0,45 'Kabeljau gr, o. K, i. g.,Pfd.T. an 0,1 2 'Seelachs gr.,o.K.,i.g.,pfd.T.sn 0,1 2 'Schellfisch I. gans., Pfd. T0B an 0,13 'Kabeljaufilet..... Pfd. von an 0,20 'Rotbars........... Pfd. von an 0,28 'Zander gefroren..... Pfd. von an 0,30 Bücklinge.......... Pfd. TOB an 0,23 Seelachs gerSnchert, Pfd. tob an 0,32 Schellfisch gerknob., Pfd. TOB an 0.36 Flundern gertneberf, Pfd. TOB an 0,23 Sprotten............ Pfd. von an 0,32 Seehasen gerdnekert...... Pfd. 0,48 Makrelen gerdnebert....... Pfd. 0,40 Gelsardinen..... s-port Dose 0,95 Salm........................ Dose 1 ,00 * In allen Häusern ausser Andreasstrasse Obst und Gemüse Apfelsinen.............. a Pfd. 0,72 Blutapfelsinen......... 3 Pfd. 0,85 Jaffa-Apfelsinen..... 3 Pfd. 0,93 Amerik. Tafeläpfel pfd.T.snO 38 Bananen................. s Pfd. 0,93 Zitronen.......... Dtzd. tob an 0,32 Tomaten........... Pfd. von an 0,38 Blattspinat hoiundi8ch.,2Pid. 0,75 Grüne Gurken..stet von an 0,35 Salat..................... 2 Kopfe 0,35 Radieschen............. 3 Ed. 0,25 Möhren gewaschen........ 2 Pfd. 0,1 5 Malta-Kartoffeln..... ap«. 0,48 Weisskohl................. pfd.0,12 Huhn gefroren er Pfd. von an 0,88 10 Stck. Eier 0,68 Fester Speck 0.68 Pfd. von an Noisteiner Zerveiatcd Seiami Pfd. 1.35 Eiihein m» s�tzbem gepökelt Pfd. 0,46 Amur-Lachs«.»r. im ganzen Pfd. von an im Ausschnitt Pfd. von an 0,68 0,35 Butter und Käse Molkereibutter........... Pfd. 1,38 Molkereibutter«furf-dsotscin. m 1,52 Markenbutter aiiert dtscb, pn 1,56 Schmalz dänisches.......... Pfd. 0,58 Margarine................ 2 pta. 0,75 Kokosfett................ 2 Pfd. 0,75 Schweizer Tollfett, Pfd. TOB an 1,12 Emmenthaler«. e.. 3o»i„ p». 0,98 Holländer«•;.............. Pfd. 0,82 Edamer 40%................ Pfd. 0,82 Tilsiter voiifett............... Pfd. 0,84 Blockkäse TiUriterArt,20«/Ä Pfd. 0,68 Camembert.......... 2 stock 0,25 Romadour................ sttet 0.15 Harzer Käse....... i.pfd.-Paiet 0,35 Steinbuscher Toiifeu....Pfd. 0,80 Allg. Stangenkäse ao»;,, m 0,38 Allg. Stangenkäse Touf,pfd. 0,80 Konserven Stangenspargel sehr«tark.. 2,35 Stangenspargel dann....... 1,45 Spargelabschnitte......... 1,30 Junge Erbsen fein........... 0,85 Junge Erbsen initteifeii»..... 0,78 Junge Erbsen............... 0,50 Junge Erbsen.10-11,!»,.weiin 0,65 Junge Karotten............. 0,58 Karotten geschnitten........... 0,25 Haushaltmisch. getr.Erbsen.. 0,45 Spinat........................... 0,38 Junge Schnittbohnen I...0.54 Sellerie tafelfertig.............. 0,65 Konfitüre«y™-- Aprikosen..................... 1,10 Johannisbeeren.............. 1,10 Himbeer oder Erdbeer...... 1,30 Wild und Geflügel Suppenhühneriri»cbPid.T.anO,95 Spiesserkeule....Pfd. tob an 1,30 Hirschbraten...... Pfd. tob an 1 ,1 5 Wildragout........ Pfd. tob an 0,36 Wurstwaren Sülze........................ Pfd. 0,48 Speckwurst............... Pfd. 0,65 Sülzwurst................... Pfd. 0,65 Fleischwurst.............. Pfd. 0,74 Landleberwurst......... Pfd. 0,78 Dampfwurst............... Pfd. 0,85 Jagdwurst................. Pfd. 0,98 Mettwurst Brannschw.Art.. Pfd. 0,93 Wiener Würstchen....Pfd. 1,04 Feine Leberwurst....... Pfd. 1,08 Teewurst................... Pfd. 1,40 Filetwurst ostpreB«sische...Pfd. 1,50 Schinkenspeck......... Pfd. 1,38 Nuss-Schinken........... Pfd. 1,68 Magerer Speck.......... Pfd. 0,95 Rotwurst nnd f. Leberwurst In Dosen.................... 2 Dosen 0,95 Königsberg. Fleck 2 Dossn 0.95 Weine und Fruchtsäfte Preis« ohne Fiascb* pj i ig pj Johannisbeerwein.. 0,75 7,00 1929er EdenkobenerO, 75 7,00 1929-r ObermoselerÖ,95| 9,00 1928vüesererNi®bd<� 1.2512,00 1929» Liebfraumi!ch1,25 12,00 1929» Brauneberg.... Riesling........... 1,45 14,00 Ltr. j 5 Ltr. Rheinpfälzer weiswe'n 0,85 4,00 Rotwein mittelvolloQuaL 1,00 4.75 Roier Tarragona.... 1,00 4,75 Deutscher Wermut 1,10 5,25 Malaga dunkel.......... 1,10 5,25 Spaz.-Apfelwein....0.55: 2,50 Johannisbeer rot sgb 0,75 3,50 Himbeer- od. 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Agril starb unser Kollege, ber Mechnnifer Georg Herrforth geb SL Dezember 1878. Die Beerdigung findet Eonnabenb, den 18. AzirU. 14 Uhr. von ber Leichen- Halle des El. Georgen- Kirchhofes in Weißensee. Ziölllestraße, au» ftait. Am 14. April starb unser Kollege, ber Maschinenschioster Paul Schmidt Die SinSscherung findet am Eonn- abend, dem>8. April, 16 Uhr, im Äremaiorium Gerichlstraße statt. Am 14. April starb unser Kollege der Mechnnifer Richard Noritz Die Eindscherung findet am Sonn- abend, dem>8 April, 17 Uhr, im Äremaiorium Wilmersdorf statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 8 April starb unser Kollege, dbr Former Otto Rietscbel Die Beerdigung hat bereits statt- gesunden. Shrr ihre« And«»!«»! VI« Ortrrerw.Utnig Göpenicker-Wäschem Kubasch Cöpenick, Grünauer Str. 45 (Mitgl. d. SPD.) Tel. F4, 0587 wäscht zu sointon Preisen Am M.April verstarb nach kurzem Krankenlager unser langjähiiges Mitglied der Betriebsvertretung der Deu'schen Tclephonwerkc und Kabelindustrie A.-G, Berlin SO 36, Zeughofstr. 6— 9 Fritz Hemann im 58. Lobensjahre. Ein treuer Freund und lieber Kollege ist mit dem Verstoibencn dahingegangen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Der Beiriebsrat. Im Namen der Belegschaft gez Goetze gez Reyersbach Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem IS. April. IT1/, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Alexanderplatz N.o. Königstr. 43 Für die vielen Beweise Herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden weiner lieben Frau, unserer guten Mutter und Schwiegermutter Marie Butzin sage Ich allen Freunden nnb Be» fannlen, sowie dem Redner des Ber- eins der Freidenfer herzlichen Danf. Im Namen aller Hinterbliedenen Karl Bnizin. Wangrin& Butz E3 Elektr. Udit-. Kraft- u.KiingelaRlaaen Konzess. für sämtl. elektrische Werke Bln.-Neukölln r n Hobrechtstr. 59-60 S*.1 Telephon; Neultölln S157«»« Joseph Schulx BerUn, GUsdüncr Sir. 80 am Hochbahnhof PrinzenstraSe Sdüetferei tar Nester, St&eren cfc. SPEZIALITAET: Maschinen-Pappscherenmesser Heue Nesser leder Art si« Kleine Anzetaen,, unrkunpsveii und btUtg-, Ub»rs vlctt 295,—, Schlaf- zimmer. fabrikneu. 268.-. wenig benuht. 195,—. 100 Küchen, entzückende Modelle, oebrauchie 48,—. Staroardts MSdel. und Lom- kordspeichcr, Prenzlauer Strafte sechs Ecke Linienstrafte am Prenzlauer To: Fahrverhinduna bis Prenzlauer Tor- SiraftenbahnNnien: I. 2. 60. 61. 62. 71. 72. 73, 74. 174. Auto. btts: 8. 12. 14, 30. Untergrundbahn Sdiänhauler Tor.' 530,—, 650,—. Nene 900,— an. Tonfchön. dauerhaft, Garantie, Teilzahlung. SW.50. Lripzioerstrafte 5- (cpiitelfoloiiiiadeni Vornehme griiegene Wohn» lede Figur paffend.!>röbcl. Komcrlino Herren- und Tg. � Kastattienallce 56. menpelze, enorm Moaucitfofas 90.—, billig. 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Privatunter- � Telephon: Weiden. richt jedeneeit.»lsea a s u» Iki'veüsMlN'lill \ S'8ii8nq9saciiB| Kampf den Volksseuchen I Bekämpfung der Abtreibung durch Aufklärung. Was wird aus Beschlossen der ftadtverordnetenwersammlung? Ml Znkrafllrelcn des neuen Verlin-Gesehes sind die Ausgaben der Sladtverordnelenversammlung beschränkt worden. Aug früherer Zeil sind nicht nur eine große Menge von Tagesordnungspunkten zurückgeblieben, sondern es sind auch eine ganze Reihe von Beschlüssen gefaßt worden, zu denen der Magistrat noch nicht Stellung genommen hat. Vielleicht wird e» unter der neuen Verwaltung gelingen, die bereits seit Zahresfrist von der Stadtoerordnelcnversammlung verabschiedeten Beschlüsse nun auch einmal zur Durchführung zu bringen. Im September 1930 hat die Stadtverordnetenversammlung Grui'.dsäße für die städtische Eheberatung angenommen. Diesem Beschluß ist eine lange Leidensgeschichte vorangegangen. Aus- arbeitung von Grundsätzen ist eigentlich nicht Ausgabe der ehren- ' amtlich arbeitenden Stadtverordneten, sondern des Magistrats. Zwei Jahre lang hat die sozialdemokratische Stadtverordneten- sraktion darauf gedrungen, daß Richtlinien für die Eheberatung vor- gelegt werden. Der Stadtmedizinalrat stieß auf scheinbar unüber- unndliche Schwierigkeiten. Bei jeder neuen sozialdemokratischen An- frage erklärte er, daß di« Schwierigkeiten noch nicht überwunden seien. Nachdem die Antragsteller auch bei der Etatberatung 1930 die Auskunst bekamen, daß die Schwierigkeiten noch nicht über- wunden seien, legte die Fraktion von sich aus Richtlinien vor, die ini September vorigen Jahres von einer großen Mehrheit der Stadt- verordnetenverfammlung angenommen wurden. In diesen Richtlinien ist u. o. festgelegt, daß der Aufgabenkrcis der Ehe- beratungsstellen umfaßt: Bekämpfung der Abtreibung durch Aufklärung über die Ge- fahren. Vermittlung der wirtschaftlichen Für sorg« und in ge- eigneten Fällen unentgellllch« Abgabe von verhülunzsmltlzln, ferner: Beratung in Fragen der Behebung der Sterilität und der Vermeidung unerwünschter Schwangerschast. Bor einiger Zeit hat nun der Stadtmedizinalrat Stellung ge- nominen zur Frage der Schwangerschaftsunterbrechung und hat sich in richtiger Erkenntnis der schweren Schäden, die durch die jetzige Gesetzgebung entstehen, für Aufhebung dez§ Z15 ausgesprochen. Hslbstversländlich wird Herr o Drigalsti mst alten Aerzten und Sozialpolitikern darin übereinstimmen, daß hie Schwangerschaftsunterbrechung di« schlechteste Form der Gcburterrreyelung ist. Niemand, der sich gegen dl« Strafen für Schwanger schefts» Unterbrechung ausspricht, will damit der Schwangerschaftsunter- brechunz etwa als einer erwünschten Erscheinung das Wort reden. Erkennt man ob«? die Notwendigkeit und Berechtigung der Geburtenregelung an, dann muß man alz Sozialhygieniker dafür sorgen, daß unschädliche und zweckmäßig« Mittel zur Verhütung ungewollter Schwangerschaft in weitesten Kreisen bekanntgemacht werden. Die von de? sozialdemokratischen Fraktion vorgelegten Grundsätze zur Eheberatung weisen den Weg dazu. Warum, Herr Stadtmedizinglrat, sind die ini September von der Stadtverordneten- perfymmlung angenommenen Grundsätze im Magistrat noch nicht zur Annahme gebracht worden? Nach den modernen Anschauungen, die der Vtadtmedizinalrot neuerdings in der Frag« der Geburten- regelung vertritt, dürfte die Annahme für ihn eine vordringliche Angelegenheit fein. Hoffen vir, daß die Grundsätze nun endlich in Kraft treten! Eine andere sozialhygienisch außerordentlich wichtige An- gelegenheit wartet seit langem auf die Durchführung. Im No- vember 1930 hat die Stadtverordnetenversammlung einem Vortrag zugestimmt, nach dem Automaten mit Schutzmitteln gegen Geschlechtskrankheiten in Bedürsnisanstalten und sonst geeigneten Orten ausgestellt werden sollen. Auch bei der Verabschiedung dieser Angelegenheit hatten gewisse Kreis« starke Hemmungen. Eine große Mehrheit fand sich aber, die den Schutz der Volksgcsundhcit in den Vordergrund stellte und di« Aufstellung von solchen Auto- maten als ein außerordentlich wirksame, Mittel zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sorderle. Der schlimmste Feind der Volksgesundheit ist die Unwissenheit das ist«ine alte Erfahrung. Trotzdem gibr es noch Kreise, di« an der These festhalten: „Man soll es nicht vor keuschen Ohren nennen, was keusche Herzen nicht entbehren rönnen." Eigentlich jollte für jene Kreise das Ein- werfen eines Geldstückes in den Automaten die gegebene Läsung des Problems sein Ein« falsche Erziehung, die durchaus noch nicht überwunden ist, hat dazu geführt, daß viele Mensche» sich gen'ert fühlen wenn sie in einem Laden ein Schutzmittel gegen Geschlechtskrunkheiten verlangen sollen. Schön wäre es, wenn man aus Gründen der Wohlonständigkeit da. Austreten von Geschlechts- krankhciten generell verbieten könnte. Da das nicht möglich ist, muß man diese gefährlich« Volksseuche schon mit wirksameren Mitteln bekämpfen: daher sollen durch die Automaten die Schutze mittel allen Kreisen zugänglich gemacht werden. Angeblich soll nun die Aufstellung ron Automaten durch dos preußische Jnnemninisterium untersagt worden sein. Totsächlich ist aber ein solches Verbot nicht ergangen. In einem Schreiben an den Magistrat!)at der Innenminister darauf hingewiesen, daß im Reichsministerium des Innern eine Verordnung in Vorbereitung ist, die unter Umständen einer Aufstellung von Automaten recht- liche Schwierigkeiten entgegensetzen könnte Durch diesen 5ilnwei» sollt« di« Stadt wohl in erster» Linie davor bewahrt werden, einen Vertrag abzuschließen, der nach Inkrafttreten einer solchen Verordnung nicht durchgeführt werden dürfte. Dadurch hätten der Stadt finanzielle Nachteile cntstcl/en können. In, übrigen hält der preußisch« Innenminister gerade che öffentlichen B e d ü r f n i e a n st o l t e n nicht für besonders geeignet für dl« Aufstellung von Autowalen, spricht sich aber nicht generell gegen die Ausstellung an sonstigen geeignet erscheinenden Stellen aus. Das Hauptgesundheitsamt hat b«i dem Vertrags- Partner angeregt, vorerst von der Ausstellung von Automaten ab- zusehen. Diese Anregung ist oußerordenalich bedauerlich. Der Stadtverordnetenbeschluß spricht ausdrücklich von der Auf- stellung in Bedürsnisanstalien oder an sonstigen geeignet er- scheinenden Orten. In dem Vertrage ist ferner vorgesehen, daß bei einer eventuellen gesetzlichen Neuregelung, nach der die Auf- stellung von Automaten unzulässig wäre, die Stadt von ihren Verpflichtungen gegen den Lertragsgegner frei wäre, ein finan» zieller Schaden könnte also nicht entstehen. Bei der heutigen finanziellen Lage der Gemeinden, wo so wenig Mittel für hygienische Maßnahmen aufgewandt werden können, izt cs eine Unterlassungssünde, Maßnahmen, die, ohne Kosten zu verursachen, dem Schütze der Volks gesundheit dienen, nicht zur Durchführung zu bringen. Pionierarbeit leisten, heißt Schwierigkeiten überwinden, aber nicht, sich hinter Schwierigkeiten zurückziehen. Ein tonnnunistisches Blatt brachte vor einigen Tagen die Nachricht, daß die bereits vor- handenen Automaten entfernl werden sollen. Das ist u n z u- treffend. Die Stadt hat vielmehr durchaus die Möglichkeit, entsprechend dem vor eincm halben Jahr« gefaßten Stodtoerord- netenbeschluß, iwue Automaten in erforderlicher Anzahl aufzustelley, und es ist sehr zu hoffen, daß sie von dieser Möglichkeit weitesten Gebrauch macht. 50 Jahre Elektrische. Berlins erste Slrasscnbahn.— Sie fuhr noch mit„Schwung vor nunmehr 50 Zohreo fuhr im Gebiet des Heuligen verlin» die erste elektrische Straßenbahn. Zwei Tahre zuvor Halle Werner v. Siemens auf der Berliner Gewsrbeaurstellung gezeigt, daß der Elektromotor auch als Zugmaschine Verwendung finden konnte. Aber die erste elektrische Bahn der Welt, die in Berlin geschaffen wurde, war von den meisten mehr als ein nettes Spielzeug, denn als der keim einer Verkehrs enlwicklung begriffen worden mar, die bald die ganze Welt umfassen sollte. Berlins erste Straßenbahn, die wieder von Siemens gebaut worden war, verband den Bahnhof L> ch t c r f e l d e- O st der Anhatter Bahn mit der Lichterfeldcr Kadottenanstalt. Zur VN Is! e!wos M? als ein FCnflsI tfer GesanMlI Genosslo. so;se üefür, W sicü ü!m ZaHl vervierMI Erinnerung an diesen Beginn einer umfassenden trchnischen Eni- Wicklung hat das Deutsche Museum in München das Modell dieses ersten Straßenbahnwagens der Welt im Maßstab 1: 10 aufbewahrt. Der Wagen unterscheidet sich äußerlich kaum von den damals üb- lichen Pferdebohnen. Siemens hatte absichtlich die 1-Met«r- Schmalspur gewählt, um das Fahrzeug möglichst leicht zu nwchen. Dt« Spannung des Betriebsstromes betrug 180 Doli, während heute 500 bis 750 Volt zur Anwendung kommen. Die Schienen waren auf dem Bahnkörper des Anschlußgleises verlegt, auf dem die Bau- ftoffe für die Kadettenanstalt herangeschafft worden waren. Sie liefe durch folgende, später hier entstandene Stroßenzüge: Bogen- strahe, Giesendorfer Straße und Zehlendorfer Straße. Der Strom wurde nicht, wie es heute üblich ist, durch die Oberleitung zugeführt und durch die Schienen abgeleitet, vielmehr dienten beide Schienen der Stromzusührung. Die Folge war, daß sich an den Bahnübergängen mancherlei Unfälle ereigneten, die zu Klagen führten. Um diese Unzutröglichkciten zu beseitigen, wurden die Schienen an den Uebergängcn stromlos gemacht. Dies« Stücke mußten dann von den Wagen„m i t Schwung" überfahren werden. Als 1891 die Strecke über die Kadeitenanstalt hinausgeführt wurde, rüstete man sie mit Oberleitung au? und verwendete für die Stromabnahme den Schleifbügel, der sich gut bewährte. Ganz Berlin wollte, elektrisch" fahren. Die ersten Fahrten erregten selbstverständlich die Aufmerksamkeit ganz Berlin». Die Wagen, die 20 Personen fassen konnten, waren überfüllt, denn jeder wollte„elektrisch" gefahren sein. Später ließ dann in dem nicht sehr dicht besiedelten Gebiet der Verkehr erheblich nach. Zum weiteren Ausbau dieses ersten Berliner Straßenbahn, netzes wurden für die Anwohner Anteilscheine über den Betrag von 250 Mark ausgegeben, für die eine Verzinsung bis zu 5 Prozent verfprochen wurde. Als die Bahn dann an den Kreis Teltow über- ging, wurden diese Scheine srethändig ausgckaust. Di«se Art d«r Kapttalbeschassung hatte es ermöglicht, noch drei wettere Straßen- er bahnlinien im März 1895 in Betrieb zu nehmen. Eine dieser Linien führte vom Bahnhof Lichterselde-Ost durch die Berliner und Albrecht- Straße zum Bahnhos Steglitz, die zweite edensalls voin Bahnhof Lichterselde-Ost durch die Wilhelmstraße, Chausieestraße(heute Hindenburg-Damm) und Schützcnstraße zum Bahnhof Steglitz und die dritte vom Bahnhof Südende durch die Mariendvrfer und Albrecht-Straße ebenfalls zum Bahnhof Steglitz. Diese letztgenannte Linie wurde 1912 über Bahnhof Mariendors, Ring- und Kaiser- straße bis in das Innere von Mariendors verlängert. Eln Teil dieser Linien wurde später auf N o r m a l s p u r umgebaut und von größeren Wagen befahren. Der Betrieb der Tellower Kreisbahnen wurde schließlich von der Stadt Berlin übernommen. Die Schmalspurstrecken zwischen den Bahnhöfen Lichterselde-Ost, Steglitz, Südende und Martendorf blieben bis zum 13. Februar vorigen Jahres in Betrieb. 49 Jahre ist das Werk Werner v. Siemen» hier in seinen Grundzügen erhalten geblieben. Di« Straßenbahn aber hat ihren Siegeszug über die ganze Welt angetreten. Es gibt keinen Erdteil, in dem sie nicht heimisch wurde. Bis heute hat sie ihre Vorzüge als Massenverkehrs- mittel behalten und ihre Stellung.siegreich gegenüber alle« anderen Verkehrsmitteln bewahrt. Selbst im Land« des Autos, in den Riesenstödten Amerika», ist die Straßenbahn bis heute unentbehrlich geblieben. Aber auch die unterirdisch« Straßenbahn, die Untergrundbahn, hat in der ersten„Clektris�en" ihre Stamm. mutter. 50 Jahre elektrische Bahn, dieser Zeitabschyttt umfaßt den Ausschwung des öffentlichen Derkehrswefevs und den der Elektro. industrie. Das allerletzte Mittel. Die„singende Gäae" als BoUsbegebren-Propaoanda. Es muß um das Stahlhelmvolksbegehren wirklich schlimm stehen. Wie soll man's den Passen, besonders aber den Frauen, eigentkich sogen, was man will? Da ist der Frauenausschuß der Deutschnationalen Partei in Zehlendori aus einen brillanten Einsall gekommen Im Zehlendorfer An�er kündigte er eine Ned« des Regierungsrates und Stadlrates Dr. Moeller über das Volksbegehren an, hatte aber zu der Zug- traft dieses Redners offenbar so wenig Vertrauen, daß er zum Schluß schrieb:„Es wird die seltene Gelegenheit geboten. Herrn Dr. Fredrich die singende Säge spielen zu hören." Vielleicht heißt es in den Ankündigungen der nächsten Tage: Di« Rede des Herrn I. wird von einem großartigen Varieteteil mit urkomischen Clowns umrahmt. Ein proletarisches volkelanzfesl. Der Proletarische Volkstanz- kreis Lichtenberg, Mitglied des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, veranstaltet am kommenden Sonnabend im Logcnhaus der Gut- iempler, Möllendorsltraße 20, Berlin-Lichtcnberg, ein Iugendvolkz- tanzfest. Die Veranstaltung beginnt um 19Va Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. erop1 leipzirerstraüe ecke wllhehnsfraOe« fsrtoöantsrsfrsBe 29 Frauen werben. Aufiakt des Internationalen Frauentages 193�! Den Reigen der Veranstaltungen zum.�nternattonalsn Frauen- tag" eröffnete diesmal der K r e i s Steglitz. Der schöne Saal, des �Parkrestaurants" in Sudenide mar bald überfüllt. Männer. Frauen und erfreulich viel Jugend waren erschienen, um im Jahr der inten- stoen Werbung für die Partei den Internationalen Frauentag nicht ungenutzt zu lassen. Frühlingsblumen und wehende rote Fahnen bildeten in einer ausdrucksvollen Synthese den Schmuck des großen Raumes. Umrahmt wurde diese vielseitige Werbeveranstaltung von geinein- samen Gesängen unserer alten Kampsesweisen und politischen Rezita- Konen, die durch den eindringlichen Vortrag � von griedel H a l l die Anwesenden stark packten. Im Mittelpunkt des Abends stand die ZlVtsprache der Genossin ftälhc Kern. Sie hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Wittschaftssystems anzuprangern. Die Raferentin erläuterte die Auswirkungen dieies Systems zunächst an dem Beispiel der ungeheuren Arbeitslosigkeit. Sie griff dann ein anderes Beispiel heraus: Man. jammert auf selten� her Unternehmer über die Höhe der?) oung-Laste nund empfiehlt' zur Ueberwinbung dieses Hebels gewaltsame Auseinandersetzungen. In Wirklichkeit erhoffen aber die Kapitalisten, durch Kriege ihre Prosit« zu steigern, und bedenken nicht, daß die Bevölkerung bei einem kommenden Kriege dem sicheren Untergang geweiht wäre. Die Sozialdemokratie aber kämpft für friedliche Verständigung. Sie allein ist es, die den sozialen Ausgleich bringen kann. Es heißt in dieser Zeit doppelt auf der Hut fein. Die jetzigen Besitz- verhäUnisie sind Menschcnwcrk, sie tragen nicht den Stempel der Ewigkeit. Der Zusammenschluß aller Hand- und Kopfarbeiter in der Sozialdemokratie ist das Mittel zur Ueberwindung des heutigen Systems. Die Rednenn schloß ihren flammenden Appell mit dam Satz, der heute mehr Gültigkeit hat als je: Proletarier aller Länder vereinigt euch! Nach der Borführung des erschütternden Films„Giftgas" wurde die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdamv- tratie geschlossen. Neue Anterstützungesöhe. „Erhebliche(Senkung der Levensbaltungskosten?" Der Magistrat hol den Bezirksämtern ein Rundschreiben über die neuen Unter st ühungvrichlsähe zugehen lassen, die am 1. Mai in Kraft treten sollen. In diesem Rundschreiben heißt es: Die bedrohliche Finanzlage der Stadt und die ständig zu- nehmende Zahl der Hilfsbedürftigen, insbesondere der Wohl- fahrtserwerbslosen, macht es unmöglich, entgegen den geltenden Bestimmungen die erhebliche Senkung der Lebenshaltungskosten bei der Bemessung der Richtsätze auch fernerhin in so großem Umfange unbeachtet zu lasse», wie das bisher geschehen ist. Trotzdem hat der Magistrat die Richtsätze nicht in vollem Um- fange der Senkung der Lebenshastungskosten angepaßt: er hat sogar in der Notstandsaktion die Richtsätze für Famllien mit Kindern zur Beseitigung bisheriger Härten sehr erheblich erhöht. Vom 1. Mai 193Z ab gelwn demnach folgende Richtsätze: In der gehobenen Fürsorge: Für Alleinstehende 49 W., für Eheleute usw 73,50 M.. für jedes Kind unter 15 Jahren 17 M. In der allgemeinen Fürsorge: Für Alleinstehende 39 M., für Eheleute usw. 58,50 M., für jedes Kind unter 15 Jahren 17 M. In der N o t st a n d s a k t i o n: Für Meiustehende 49 M.. für Eheleute usw. 68,50 M,. für jedes Kind unter 15 Jahren 17 M. Aktivität beginnt bei dir! In einer sehr gut besuchten Kreiemttgliederversemmluyg des 10. Kreises Zehlendarf sprach Genosse Dr. F r t e d l ä n d e r für den erkrankten Redner, Genossen Professor Heller, über I a- fchismus und Jugend. Er sieht die Ursachen der chrfölge der Nationalsozialisten einmal in der' w i r t sch a f tl i ch e n und seelischen Not der Jugend, ferner in der politischen Dummheit großer Teile ihrer Wähler und schließlich in ihrer absoluten hemmungs- und bedenkenlosen Agitation. Deutschland leidet unter der Weltwirtschaftskrise, die ihre Ursache hat in der durch Vervollkommnung der Technik beroar- gerufenen Beränderung des Preisstandes aller Waren, weiter unter elner agrarwirtschaltlichcn Krise und eister R a t i o n q- lisierungskrise. Hinzu kommen die Laste» das D o u n g- Planes. Der Mittelstand sucht die unaufhaltsame Proletarisiecung dadurch zu umgehen, daß er seinen Nachwuchs studieren läßt. Die Folge ist, daß wir heme etwa 120 000 Studenten haben gegen 70 000 vor dem Krieg. Davon sind ober 30 bis 40 Prozent nationalsoziali st ifch-völtisch organisiert und 60 Prozent in dieser Richtung orientiert. Die ungeheure Gefahr, die dadurch entsteht, daß diese nationalsozialistisch-akademische Jugend einmal als hohe Berwaltungs- und Justizbeamte und als Gymna- siallehrer das deutsche Volk unter:hre Fuchtel bekommen wird, sollte schärfer als bisher ins Auge gefaßt werden. Es kommt für uns daraus an, der Jugend begreiflich zu machen, daß unsere Politik der letzten IS Jahre weit besser ist als ihr Ruf. Es mutz aber auch möglich fein, vor der Jugend eine Verbindung zwischen der Idee bzw. den Idealen des Sozialismus und den Forderungen der Gegenwart zu finden. Was wir auf dem Gebiet der Arbeits- lofenversicherung, des Siedlungs- und Wohnungsbaues, der stadti- fchen Parks, Erholungsstätten, Voltsbildungsstätten. Jugendheime, Schwimmbäder, Krankenheime, Sportplötze usw. geschaffen haben, ist höchster Ehren wert und es muß den jungen Genossen begreif- lich gemacht werden, daß es jetzt ihre Pflicht ist, das Errungene zu halten und zu verteidigen, denn das nationale Bürgertum ist drauf und dran, die bewegenden Kräfte der Demokratie zu ver- nichlen. Für die nationalistische Jugend ist die einzige Sprache, die sie versteht, ein einfacher, fester und unbeugsamer Wille. Ein solcher Wille muß auch der niedrigen gemeinen blutrünstigen und ordinären Propaganda des gesamten Nationalismus entgegengesetzt werden. Die Aktivität aber, die immer wieder von der Partei- leityng, den Fraktionen und der Presie gefordert werde,'muß zu- erst bei jedem einzelnen selber anfangen. In der knappen Diskussion des sehr beifällig aufgenommenen Vortrages wurde die keineswegs eindeutig republikanische und verfassungstreue Haltung des Vereins für das Deutschtum im Ausland, wie sie sich in den höheren Schulen äußert, scharf kritisiert. Einen ösfenklichen vortraq über„Frühliagspilze*(Morcheln, Lorcheln, Vorkommen. Eßbarkeit) mit 50 Licktbildern, gehalten von Studienrat H e n n i g, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde, veranstaltet das Gesundheits- amt des Bezirksamts Kreuzberg am Dienstaa. 21. Avril, 20 Uhr, im Dortragzsaal des Gesundheitsamtes. Am Urban 10/11. \ Rettet die Jugend! Junge Hände wo'lcn schaffen.- Wie geholfen werden kann. Taufende von Zugendlichen haben jetzt wieder die Volksschule verlasjea und warten nun sehusüchlig aus den Tag, wo ihre Hände endlich gebraucht werden. Vater und Mutter sind vielleicht schon seit Mouatca aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet. Da wollen sie wxnigstens etwas- die Rot lindern helfen. Aber In dieser Zeit fürchterlicher Wirtschaftskrise, wo schon ein Ilcberfluß an arbei's- willigen jungen Menschen vorhanden ist. besteht kaum eine Möglichkeit. eine Lehrstelle zu erhalten oder als Arbeitsbursche unterzukommen. Diese jungen Menschen sind besonders zu bedauern, weil sie me:stens von niemand unterlrützt werden und zu Hause oft nur als unnütze Esser gelten. Nur zu leicht nimmt sich so ein geplagter und herumgestoßener Jugendlicher die ewigen Klagen seiner Eltern zu Herzen und glaubt aus irgendeine Weise Geld verdienen zu müssen. Gewöhnlich endet dann dieses„Arbeitsuchen" aus dem Jugendgericht. Es gibt Erwerbslose, die seit der Schulentlassung kaum sine geregelte Beschäftigung kennengelernt haben. Groß ist auch die Zahl derjenigen, die, eben ausgelernt, nun, statt sich in ihrem Beruf wejterbilden zu tonnen, jetzt st e m p e l n gehen müssen. Um den Gefahren, denen die erwerbslosen Jugendlichen besonders in der Großstadt ausgesetzt sind, vorzubeugen, hat die Stadt Berlin seit dem Jahre 1926 geeignete Heime errichtet, in denen den jungen Menlchen wenigstens einige Stunden am Taae Gelegen- heit gegeben ist, sich fortzubilden. Bon Jahr zu Jahr sind die Heime ausgebaut worden, so daß man wohl sagen kann, es ist etwas qc- schaffen worden, was sich sehen lassen kann. In diesen Unterkunfts- statten werden die Jugendlichen in allen möglichen Kursen unterrichtet. Eine AufaaSe der Bezirksverordneten. Leider gibt es in Berlin noch einige Bezirke, die es bisher nicht für nötig befunden haben, sich um die erwerbslose Jugend zu tüm- mern. Hier scheint man damit zufrieden zu sein, daß private Orga- nisa.tumen die Betreuung übernehmen. Leider hat die Zentralver- waltung, im Gegensatz zu anderen Großstädten, es bisher verüb- säumt, auf diesem wichtigen Gebiete einheitliche Grundsätze auszustellen. Deshalb muß es Aufgabe unserer Bezirksverordneten sein, überall dort, wo die Bezirke keine städtischen Einrichtungen haben, solche bald ins Leben zu rufen. Während früher die Jugend- lichen nur durch die Stadt betreut wurden, hat sich jetzt das L a n- desarbeitsamt endlich bereit erklärt, mit zu den Kosten bei- zuträgen. Es war ein jahrelanger Kampf des Landesjugendamtes, der endlich zum Erfolg geführt hat. Berlin ging van der grund- sätzlichen und durchaus richtigen Erwägung aus, daß es in dieser Zeit der Finanznot der Stadt ein großes Unrecht sei, ihr die immer mehr steigenden Lasten allein zu überlassen. Genau so wie es ein schreiendes Unrecht ist, den Gemeinden alle Lasten für die Wohl- fahrtserwerbslosen aufzubürden. Hier wie dort wäre es Pflicht des Reiches, endlich eine generelle Regelung zu treffen. Seit einigen Monaten hat der Verwaltungsrat der Neichsanstalt für Ar- beitslosenoersicherung Richtlinien zur Durchsührunq beruflicher Bil- dungsmaßnahtnen für Arbeitslose erlassen. Die Berliner Arbeits- äryter haben in Ausführung dieser Richtlinien bis zum 30. Juni dieses Jahres die Kosten für die Lehrkräfte, da? Arbeitsmaterial sowie 30 Mark per Kursusteilnehmer übernommen. Dadurch ist eine gewisse Entlastung für die Stadt eingetreten. Trotzdem bleibt noch genug übrig, denn die Stadt stellt die Einrichtung, Licht, Heizung und zahlt die Miete für die Heime. Die Jugendlichen wer- den durch die Arbeitsnachweise überwiesen und erhalten ein warmes Mittagessen und zwei Schrippen mit Kakao. Die Maßnahmen gliedern sich in Werk- und Unterrichtskurse sowie pflegerische Maßnahmen Während für die Jungen Kurse in Metall- und HolzbearbeUung. Schuhmacher-, Buchbinder- und Zeichenkurse eingeführt sind, erhallen die Mädchen Haushalts- Unterricht, Unterwestung in Handarbeiten, Wäschenähen und An- fertigung von Kleidungsstücken Daneben gibt es noch kaufmännische Kurse an den H a n d e l s s ch u l e n. Em Prozentsatz von 10 vom Hundert ist den Erwerbslosen dort reserviert. Sollte dieser Prozent- satz, was bisher nicht geschehen ist, überschritten werden, dann kann Befreiung vom Schulgeld erfolgen. Leider war es bisher nicht möglich, besondere Kurse an den Handelsschulen einzurichten, well keine Einigung mit dem Landesarbeitsamt erzielt werden konnte. Zu diesen kaufmänn:schen Kursen werden nur Jugendliche zugelassen. deren Väter erwerbslos find Einen Fehler hat die Aktion insosern, als nur Jugendliche im Aller von 14 bis 18 Iahren zugelassen werden. Alle über 18 Jahre alten und höchstens 21jährigen dürfen von den Bezirken nur in Einzelfällen und nur sowell betreut werden, wie finanziell und räumlich die Möglichkeit dazu gegeben ist. Wenn man bedenkt, daß gerade die lesohrigen meistens nach Ablauf der Lehrzeit aus der Straße liegen und dann erst rech« das Vedürsni» fühlen, sich forlzubildeu. dann ist dieser Ausschluß eine große Härle, die bald beseitigt roerden müßte. Natürlich müßte das Landesarbeitsamt dann etwas tiefer in die Tasche fassen, denn die Stadt Berlin ist am Ende ihrer Kraft. Das Landesarbeitsamt und das Reich müssen doch ein Interesie daran haben, gerade die qualifizierten jugendlicheck Handwerker, die nach einigen Monaten unfreiwilligen Feierns am ehesten aus der Uebung kommen, so zu schulen, daß sie später ihren Mann stehen. Es dürfte sich bei steigender Konjunktur als ein schwerwiegender Fehler her- ausstellen! daß nicht genügend geschulte Handwerker da sein werden. Jetzt hört man schon Klagen von jungen Handwerkern im Alter von 20 bis 25 Iahren, die ein Jahr und länger arbellslos sind, daß ihneü Arbeitgeber sagen:.Ich kann Sie nach solch langer Arbeitslosigkeit nicht gebrauchen, Sie sind schon aus der Uebung gekommen!" Das:nuß auf solch junge Menschen niederschmetternd wirken. Hier heißt es vorbeugen. Alle in Frage kommenden Organisationen sollten sich ernstlich mit diesem wichtigen Problem beschäftigen. Helft, ehe es zu spät ift. Ungelernte Arbeiter haben wir genug, wir brauchen und dürfen diese Zahl nicht noch künstlich vergrößern. Jetzt wäre es aurh an der Zeit, wieder wie nach den alten Richtlinien von 1926 Führungen durch Fabrikanlagen, Museen und Sehenswürdigkeiten usw. durchzuführen. Auch die ein- bis dreitägigen Wanderungen in die weitere Umgebung Berlins und vor allen Dingen die Ver- schickung erholungsbedürftiger Jugendlicher müßte versucht werden zu finanzieren. Das Reich muß derIugcnd helfen! Die Städte können es nicht mehr. Die Maßnahmen müssen auch über den 30. Juni hinaus fortgeführt und ausgebaut werden. Es darf nicht etwa vorkommen, daß kurz vor Ablauf der Zeit das Landes- arbeitsanll erklärt, es tonne die Aktion nicht mehr durchhalten. Dem. Staat und der Wirtschaft ist schlecht damit gedient, wenn die Jugend'.in ihrem Arbeitswillen und chrer Arbeitsfähigkeit so ge- schwächt wird, daß sie später, wenn sie wieder in. den Wirtschaft-- prozeß eingegliedert werden-soll, minderwertige Arbeitskräfte darstellt. Wer die Jugend liebt, der sorge für Arbeit und, wenn das nicht möglich ist, für Unterkunft und Zerstreuung, damit die jungen, schwer gefährdeten Menschen wenigstens einige Stunden des Tages nutzbringend für sich und die Gesellschaft verwenden könne». Das Versagen des Kapitalismus. Dar der Vertreterversammlung des 3. Kreises W e d d i n g sfirach Genosse Hans Bogel über die Aufgaben des Parteitages in Leipzig. Im Mittelpunkte unseres augenblicklichen Kampfes, so führte der Redner aus, ständen drei Themen, über die in Leipzig die Genossen Tarnow, Breitscheid und Ollenhauor referieren würden. Der Ausfall der Wahl am 14. September 1930 kann als Ausfluß einer Angstpsychose bezeichnet werden. Im Jahre 1918 hatte die Arbeiterschaft die Führung übernommen Der von den Kapita- listen ausgchallenc Nationalismus versuchte mit einem ganzen Apparat schcinrevdlutionärcr Phrasen der Errungenschaften der Ar- beiter zu zerstören. Sein Ziel ist die Zerschlagung der politischen Demokratie und Ausrichtung einer Diktatur über die Arbcitcrtlasse. Denselben Willen zeigt der Faschismus auch m allen anderen Ländern. In dieser Zeil hat die Boraussaae Marx' sich an: besten bewahrheitet. Die kapitalistischen Wirtschastsführer waren un- fähig, die Inflation und Deflation zu meistern, sie find unfähig, sie haben sich unfähig erwiesen, der Rationalisierung Grenzen zu ziehen, sie vermochten nicht, das Verhältnis zwischen Produktion und Bedarf zu meistern. Krisen haben sich immer als das Unglück aller Wlker erwiesen. Unter den iftachwirkungen des Krieges haben sowohl Sieger wie Besiegte zu leiden. Der Beweis ist die Weltwirtschaftskrise. Die Krise ist auch der günstigste Nährboden für den Kommunismus und Faschismus. Eine immer schärfer werdende Spannung des BerhäUnisies zwischen Arbeitslosen und Nocharbeitenden ist zu beobachten. Von grundlegender Bedeutung ist die Forderung der Gewerkschqsten nach der 40-Stunden- Woche. Die Handelskrise wird immer großer, sofern dem Drängen der Landwirtschast und des Handels auf Errichtung immer höherer Zallmauern stattgegeben wird Im letzten Jqhre ist unsers Aus- fuhr wertmäßig um 25 Prozent gesunken. Kein Volk vermag zu gedeihen/wenn es nur an den eigenen Vorteil denkt. Die Ver- ständigung allein mit anderen Völkern kann einen Ausgleich her- stellen. Der Redner ging sodann auf die Haltung der Partes gegenüber der Regierung Brüning ein und betonte, daß ihre Tolerierung durch die Partei bewußt geschehe, um die Arbeitecschait vor Schlimmerem zu bewahren. Das Ausland erkennt die schwierige Lage, in der wir uns befinden, und hält die Taktik der Sozial- demokratie für die einzig gegebene, um dem Faschismus den Weg zu verstellen. Es bliebe daher, um mit Lenin zu reden, weiter nichts übrig, als zu„paktieren und loalitionieren". Heute tue not- wendiger denn je:„Selbstvertrauen, gesteigertes Lerantwortungs- gefühl und Glaube an den Sozialismus, dann wird es auch vorwärts gehen, trotz alledem"._ phoios der Kreude. Die Berliner Bereinigung zur Pflege der Liebhaberphotographie stellt bei W e r t h e i m in der Leipziger Straße eine sorgsam ge- sichtete Kollektion von Äunstphotographien aus. Diese Ausstellung zeigt— wie schon ihr Name verrät— Arbeiten von Liebhaber- photographen. Die Dinge sind nur subjeltio, empsindungsweise zu sehen. Technisch sind wohl alle Bilder das sauberste ihrer Art. Das vyrherrschende B r o m ö l ve r s o h r e n, das die aus Bildausschmtten entstandenen Vergrößerungen weich und dustig, ohne fede Konturen- Zeichnung„malt", schafft die reine Bikdwirkung. Schon die Brom- silberkopie bringt ein« Zwischenschrasfterung von Weichheften gegenüber dem Gassichtpapier. A. Ulrich such! den bildmäßigen Aus- druck: Paul Unger als berühmter Photograph von Kleintierauf- nahmen überrascht durch fein eingefangene Fisch- und Aquarien- bilder. Leo Veit zeigt gutgestellte Interieurs, Waller ein oorzüz- liches Traubenstilleben. Hans Krug studierte Wasser und Wellen- schlag mit seinen Stimmungsmamenten, Walter Krug dagegen erlebt die Landschaft so stark wie mittelalterliche Radierer. B. Labalfn zeichnet sich durch Eigenwilligkeit der Motive aus: feine Bank in: Neuschnee mit den Fußtapfen ringsherum ist stärkste Konzentrotion des Erlebnisses. Walter Lorenz ist ein Sonnenanbeter: Mahdorn hat seine Stärke in Tierporträts. So hoben sich überall Spezialisten, Spezialkünste herausgebildet, und das ist letzten Ende� Liebhaberphotographie im besten Sinne des Wortes. Hefter» Qoalif&tsf I cUcbwarcn n«di Wunsch kCchcntcriig bcrgcrlchtet I» OduenQeisch feinster Mali> I a Lammfleisch feinster Mast s la Maslkaibflelsch Hefter» feine Wnrstvaren Gn sfleisch wnrst ✓ Gnlslcb-rvarst s Ka'bs'cber- wunl s Reich» warst ond öle sonslljcn bekannten Ueflcr-SpeziaillSlcn Heflers Sonderangcbofe Kass'cr Schnfl...........per Pfd. Mk 0.05 0.7 O «SO 0.55 «.«« O.SO o.:to 0.85 O HO l.s« Kassier Baads. Eisbein mit Spitzbein, gepökelt•. Eisbein mll Spi zbcln, frisch**• Kniebeine, gepökelt........ SchweinesdswSnzr, gepökelt... Schwe nsköple, gepökelt..... reifer Speck........ Schlnkcnecken........ CAnsescfamalz.» Gans besonders zu empfehlen: Teewurst, fein........ per Pfd. Mk. l.oo