BERLIN Zreitag 17. April 1931 10 Pff» Jtr. 179 B 90 48. Jahrgang Trs»einttSsNch»aßerSvant»,«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwürl«'. Beiug«»rei« beide Ausgaben«S Pf.»»Woche.»,«0M. pro Monat. Sledattion und Erveditivn: DerlinSWK�.LindenKr.Z Feensprecher: Dönhoff 292— 297 SfuUautyajße dei ,,]joYu>wf4b Nnzetgeuvrei«: Die eins»altige?tvn»areillezeile 80 Pf.. Reklameteilt SM. TnnaKigun en nach Tarif. Poüscheckkvntv: VorwartS-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37 536.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Ameigen vor! Mord im Prenzlauer Gefängnis Ein Oberwachtmeister von zwei Gefangenen erwürgt Eine schwere vlullat wurde in der vergaugene« Nachl l m Prenzlauer GerichlsgefSnguis verübt. Der SSjährige Oberwachlmeister Neubauer. Vater von vier Kindern, wurde von zwei Gefangenen, einem polnischen Schnitter, Anton Potaki. und dem Schlächter Pilgram unter einem vorwand in die Ge- r einschaftszelle gelockt, hinterrücks niedergeschlagen und erdrosselt. Die Täler flüchteten und konnten bisher noch nicht nieder dingfest gemacht werden. Potoki und Pilgram waren zu Ende des vergangenen Jahres noch ihrer Aburteilung wegen gefährlicher Körperver- le tz ii n g und unbefugten Waffentragens in das Prenzlauer Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert worden. Beide hatten sechs Monat« Gefängnis zu verbüßen. Im kommenden Monat wäre die Straf« abgelaufen. Potaki, der am Z. Mai zur Entlassung gekommen wäre, mußt« mit der Möglichkeit einer Auslieferung an Pilen rechnen. Gegen seinen Zellengenossen Pilgram, dessen Strafe z'bn Tage später abgelaufen wäre, schwebt« ober bereits wieder ein n ucs Verfahren wegen Urkundenfälschung und von der zuständigen Staatsanwaltschaft war deswegen bereits wieder eine Untersuchung»- hiit verfügt worden Das kleine Gerichtsgefängnis ist zur Zeit a iherordentlich stark, mit siebzig Gefangenen, belegt. Die hohe Zahl r'ihrk daher, daß bei den Unruhen am 20. März in Prenzlau eine ganze Reihe von Personen festgenommen wurden, die sich im Ge- richtsgefängni» als Untersuchungsgefangene befinden. Wie die bis» herigen Ermittlungen ergeben haben, muß sich der Mord gestern abend zwischen 22 und 22.30 Uhr zugetragen haben. Potaki und s, in flomplice schützten K ro n kh e ir vor und baten den Ober- Wachtmeister Neubauer, der in der Nacht allein Dienst tat. ihnen Medikamente zu besorgen. Der Beamte hatte kaum die Zell« de- treten, als er von den beiden Verbrechern überfallen und erwürgt wurde. Die beiden Verbrecher nahmen ihrem Opfer die Schlüssel ab und schleiften die Deiche in den Keller. Sie drangen dann in die Wafsenkammer«in. eigneten sich jeder zwei Pistolen und die dazugehörige Munition an, ei brochen dann in dem angrenzenden Büro«in« Schublade und ent- wendeten etwa zwanzig Mark Nach vollbrachter Tat kehrten die beiden Burschen nochmals in den Zellengang zurück. Sie b«- freiten zwei Gefangene und zwangen sie unter Drohungen, ihnen den Weg nach Templin zu zeigen. Den beiden Männern blieb nichts weiter übrig, als dem Verlangen der Banditen nachzukommen. Sie gingen etwa eine Stunde mit den beiden mit, kehrten dann aber wieder freiwillig in das Gerichtsgefängnis zurück, wo sie gegen 3 Uhr früh anlangten. Auch die Berliner Kriminalpolizei ist von dem Der- brechen und der Flucht sofort verständigt worden. Der Schnitter Potaki. der sich, ehe er ins Gefängnis kam. zuletzt in Trampe im Kreise Oberbarnim aufhielt, ist 1,78 Meter groß, er hat dunkelblondes chaar. gestutzten Schnurrbart, ovales Gesicht mit roter Nase, voll- ständige Zähne und aufrechten Gana Er spricht polnisch und deutsch. Sein Komplice Pilgram ist 1,76 Meter groß, ebenfalls schlank und dunkelblond und hat im Oberkieier vorn eine breite Zahnlücke. Ihn kennzeichnen Tätowierungen,«in Cchlächterwappen mit Schiff und ein schlechter verheilter Handgelenksbruch, der verknorpelt ist. Apri'welier? llnsicherkeit und niedrig« Temperaturen. Die Wetterlage ist iu diesen Tagen auherordenllich un- sicher und, wenn die Auzeicheu nicht trügen, ist auch weiterhin mit veränderlichem, also ausgesprochenem Aprilweller zu rechnen. Die heule vormittag einsehende Aufheiterung wird leider nicht von allzu- langer Dauer sein, in den Abendstunden dürsten ziemlich ergiebige R e g e n s ä l l e einsetzen. lieber der Nordsee lagert zur Zeit ein starkes Tiefdruck- gebiet, daß sich weiter südöstlich ausdehnt' und in den nächsten Stunden unser Gebiet wesentlich beeinflussen wird. Eine zweite Schlechtwetterzone schiebt sich aus dem Westen heran. Westdeutsch- land und Süddeutschland stehen bereits in ihrem Bereich. Stellen- weise sind die Temperaturen in der vergangenen Nacht erheblich heruntergegangen. So herrschte östlich der Elbe allenthalben bis zu 2 Grad Kälte, sogar in� den Außenbezirken Berlins wurde in der letzten Nacht% Grad Kälte gemessen. Heut« mittag flieg das Thermometer unter der Einwirkung der Sonnenstrahlung o�s 12 Lirad Warme. Nach einer vermutlich regnereijchen Äacyl dürfte für Sonnabend bei wechselnder Bevölkung mit vereinzelten Schauern zu rechnen sei». Ausrufung 1 der Republik ' in Spanien Di« nach 3tehtüaujenden zählende Wenfchenmenge an der iPuerln det Sei in Vladrid bei der Ausrufung der Republik und Xissung der erflen republikanifchen Plagge In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag um 2Z4 Uhr ist nach einem lange« schweren Krankenlager im Alter von 7? Fahren unsere Genossin Margarete Weu» gels verstorben. Die Trauerfeie- findet am Donners» tag. dem 23. April, nachmitags 2 Uhr. im Krematorium Gerichtsstraße statt. * Vor wenigen Tagen ging ich ein letztes Mal zu Genossin Wenzels. Sie sah und erkannte mich nicht. Ihr Geist war schon tot, mdes ihr Herz noch schlug, ihre Lunge noch atmete. Schme.-zen ipürte sie nicht, und doch welch qualvoll banges Sterben! Di? diesen niemals rastenden Menschen gekannt, der sich nie Ruhe ge- gönnt, sie konnten es nicht fosien. dieses tagelange langsame ltzn- dämmern, bis der Tod Erlösung brochl«. So wenig leicht ihr Sterben, so wenig leicht war das Lcben unserer Margarete Wengels gewesen. In Krefeld, wo auch ihr Robert herstammt«, am 29. Februar 18S6 geboren, fiel ihre Iuglnd- zeit in jenen aufreibenden Kamps zwischen Handwerk und Mo- fchine, dem so manche scheinbar gesicherte Existenz zum Opfer fiel Ihre Eltern Seidenweber, ihre- Mannes Eltern Strumpfwirker Die älteren Wengels-Kinder wissen sich noch an Großmutters Web- stuhl von Besuchen her zu erinnern. Aber den damals jungen Robert Wenzels und seine Margarete trieb es fort in die Großstadt Berlin, wo sie sich ein neues Leben schufen. Beide, jung und glühend begeistert für den Sozialismus, wur- den sie rasch zu tüchtigen Funktionären der Partei. Längst bevor wir Frauen uns polllisch organisieren durften, politisierte Mar- garete Wengels ihre Klassengenossinncn, wann und wo immer sie erreichbar waren. Sie gehörte zum Vorstand des Vereins der Frauen und Mädchen der arbeitenden Klasse, der bis 1908 als Bil» dungsorganisation der Proletorierinnen in Berlin bestand. In Wirklichkeit als Mittel zum Zweck regelmäßiger Zusammenkünfte sozialistischer Frauen, die durch den Verein in Fühlung miteinander blieben. Schon die Zeit des Ausnahmegesetzes sah Genossin Wenzels als eine der unerschrockensten und schlausten.Verbindungsmänner" zwischen in Hast befindlichen Genossen und denen draußen. Der lustigen, heiteren und hübschem Rheinländerin gestattete selbst der unfreundlichste Gesängnisbeamte den scheinbar so harmlosen Be- such bei Freunden. Doch kam und ging sie nie ohne Nachrichren entweder in» Gefängnis hinein oder von dort herauszufchmuggeln. Mit heißen Wangen hörten die Jüngeren zu, wenn sie gelegentlich in Freundesmilte von jenen Zeiten der Sozialistenverfolgungen erzählte. Margarete Wengels war der treuest«, Pflicht- und verantwortungsbewußte Funktionär, den es nur geben tonnte. Sie, die um die Gleichberechtigung der Frau kämpft«, si« hatte sie sich für ihre Person längst vor dem Jahre 1918, ja sogar längst vor 1908 erobert. Sie leistet« jede Arbeit für die Partei, trotz einer neunköpfigen Kinderschar und allerbescheidensten Verhältnissen. Der alte 4. Berliner Wohltreis kannte sie gut, ebensogut wie ihr heutiger 5. Kreis. 3 Söhne und 6 Töchter hat sie großgezogen. Söhne und Töchter etwas lernen, sie zu tüchtigen Menschen heranwachsen zu lassen, dafür war dieser Mutter kein Opfer, kein« Entbehrung zu groß. Und sie dankten es ihr alle mit stärkster Anhänglichkeit an das Elternhaus. Hart traf sie der Tod des einen Sohnes, der wahrend des Krieges im Lazarett in Mazs- donien zugrunde ging, wie auch des zweiten, der nach dem Kriege. doch auch noch als sein Opfer, starb. Den Krieg hat sie bekämpft von seiner ersten Stund« an. Sie gehörte im Mörz 1913 zu den wenigen tapferen deut- schen Genossinnen, denen es gelang, über die Grenz« nach Bern zu kommen, um dort auf einer internationalen Frauen- konferenz den ersten Versuch der Wiederaufnahme internationaler Beziehungen zwischen den sozialistischen Frauen aller Länder zu machen. Sie hat die Spaltung der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands schweren Herzens mitgemacht und, auf der Seite der Unabhängigen stehend, nichts sehnlicher ge- wünscht als die Wiedervereinigung. Sie war«ine Kampfnatur und darum war ihr der Kampf Lebensnotwendigkeit. Erstaunlich, wie sie trotz Haushalt, Kindern und Parteiarbeit noch Zeit fand zum Lesen. Sie wollte sich selbst«in Urteil bilden über die politi- schen Ereignisse. Sie glaubte an kein« Autorität und nahm nicht» gläubig hin. Ihr scharier Verstand ging kritisch an alles heran: bei ihr überwog ganz gewiß nicht, was man den Frauen gern zum Vorwurf macht: das Gefühl. Das betätigt« sie, wenn es galt, an- deren zu helfen, die in noch größeren Nöten waren als sie selbst. Als nach dem Krieg« Frauen in die Parlamente einziehe« konnten, da schickte ihr Kreis sie als Stadtverordnete in da» Berliner Rathaus. Dort wirkte sie insbesondere auf dem Gebiet des Schulwesen-, denn sie wußte, was die Schule für dos Proletorisrkind bedeutet. Wie rasch arbeitete si« sich ein, die Aner» kennung aller Fachleute erobernd! Und als sie ihre Kräfte ab« nehmen fühlte, da verzichtete sie freiwillig auf das ihr so lieb- gewordene Amt, um Jüngeren Platz zu machen. Was Margarete Wenzels aber ganz besonders auszeichnete, war ihre Kameradschaftlichkeit. Sie konnte in einer Sitzung heftig aufbrausen und starke Worte sagen. Weil sie viel von sich verlangte, verlangte sie auch viel von anderen. War aber der Streit- Punkt erledigt, war bei ihr auch der Streit erledigt und sie wieder Kamerad wie zuvor. Die Genossinnen gingen bei ihr aus und ein. Bei ihr holten sie sich Rat. Die Jugend fand bei ihr stets Verstand- nis. Nicht am Alten haftend, verstand sie die neue Zeit wie wenige ihres Alters. Nur kurze Zeit hat sie ihren 75. Geburtstag überlebt. Ein froher Abend scharte zum letztenmal einen engeren Kreis von Ge- nossinnen um sie. Zum letztenmal sprach sie zu ihnen von dem sozialistischen Zukunftsideal, das ihr ganzes Leben erfüllt hatte: zum letztenmal dankte sie denen, die ein Stück Weges mit ihr gegangen, das sie nun weitergehen müssen ohne sie. Der Frauenausschuß des Bezirksverbandes V e r l i n wird ihren klugen Rat, ihre reiche Erfahrung noch lang« vermissen und der Vorstand ihres eigenen Kreises wird sich schwer daran gewöhnen, sie, die ein Menschenalter lang in seiner Mitte sah, entbehren zu müssen. Ihre Selbstlosigkeit, ihre Hingabe wird die Partei nie vergessen und die Genossinnen, ihrem Vorbild nacheifernd, ihr Andenken in Treue bewahren. Xlatkilcke Wurm. Kein Ersatz für Frick. Er war vollständig übeiflmsig Weimar, 17. April.(Eigenbericht.) Ueber die Verhandlungen zur Ergänzung der thüringischen Landesregierung wird uns mitgeteilt, daß auf Grund der bisher geführten Verhandlungen vorgeschlagen werden soll, die Regierung in folgender Weise zu ergänzen: Für die ausscheidenden drei Staats- röte Marschler(Rats.), Kien(Dnat.) und Port(Landbund) sollen drei neue gewählt werden, von denen zwei der Landbund und einen die Deutsche Volkspartei stellt. Die Regierung wird demgemäß nach der Ergänzung unter Einschluß der im Amt verbleibenden Regle- rungsmitglieder aus den beiden Ministern Baum und K ä st n e r und aus fünf Staatsräten bestehen. Ein Ersatz für den ausgeschiedenen Staatsminister Dr. Frick wird nicht für notwendig erachtet. Die Liste der vorzuschlagen- den neuen Staatsräte wird voraussichtlich nicht vor nächster Woche veröffentlicht werden können, da die Fraktionen noch gehört werden müssen und auch noch Verhandlungen über Etatfragen zu führen sind. Danach wird sich auch der Zeitpunkt der Einberufung des Landtags richten müssen. Krick(legen Hindenburg. Gestern abend sprach Herr F r i ck- Pirmasens in einer Haken» kreuzverfammlung in München: Es fei nicht richtig, daß die natio» S)ie Jlnkunil der fpanifdien Exkönigin in&arig nale Opposition vor Erlaß dieser Notverordnung von Hindenburg gehört worden sei. Es sei deshalb an der Zeit, den Reichs- Präsidenten aufzufordern, sein Amt nieder» zulegen, da er nicht mehr das Vertrauen der Mehrzahl seiner Wähler besitze. Herr Frick ist durch seinen Sturz so getroffen, daß er gegen alle wütet, die nicht demissionieren müssen. Wenn Frick gehen muß, darf Hindenburg nicht bleiben— das ist seine Parole. Reichsregierung gegen Stahlhelm. Das Schreiben an das Reichsger cht. In dem Begleitschreiben, das das R e i ch s m i n i st e r i u m des Innern mit der Beschwerde des Stahlhelms gegen das Verbot seines Bundcsorgans an das Reichsgericht übermittelt hat, heißt es, daß das Verbot nach Auffassung der Reichsregierung durchaus berechtigt mar, weil in der Zeitschrift der preußi- scheu Regierung der Vorwurf gemacht wurde, im Bündnis mit Frankreich zu arbeiten. Aus Franzenland. Der Staatetredit gründlich erschüttert. Vraunschweig, 17. April.(Eigenbericht.) Wie Franzen In der ihm nahestehenden„Braunschweigischen Landeszeitung" mitteilen läßt, hat er die Aufhebung des Verbotes des„Volksfreund" sowie dessen Kopsblätter unter Weiterleitung der Beschwerde an den Reichsinnenminister abgelehnt. Verhandlungen der gegenwärtigen braunschweiglschen Regierung auf Aufnahme einer langfristigen Anleihe sind nach dem Geständnis des Führers der Bürgerblockfraktion, Professor Dr. Roloff, gescheitert. Damit muß auch aus Kreisen der Regierungsparteien zugegeben werden, daß info'g« der Mißwirt- fchast Franzens der Staatskredit des Landes Vraunschweig völlig i.ntevgraben ist. llm britischen linterhaus hat gestern, vor der Abstimmung, die den Sieg der Regierung ergab, Macdonald die Heuchelei der Konservativen gegeißelt, die darin besteht, daß die Konservativen der Regierung wegen der Arbeitslosigkeit Vorwürfe wegen Nichterfüllung von Wahlversprechen machen, deren Er- i ü 1 l u ii g gerade die Konservativen auf das heftigste bekämpft haben. Ln Spanien u> Oiktaiurgesetze werden revidiert. Madrid,»7. April. Ein Dekret der provisorischen republikanischen Re- gierung bestimmt, daß bis zum 31i Mai jedes Ministerium die gesetz- geberischen Bestimmungen der Diktatur rcvi- Vieren und dem Ministerrat Vorschläge unter- breiten soll. Der Ministerrat wird dann entscheiden, in welche der nachstehend genannten vier Gruppen die Gesetzes- •Die begeiUerte tilenfriienmenge in tlladrid beim Aufridiien republikanischer Blaggen auf den äbächern der Slraßenbahnen Verordnungen der Diktatur eingereiht werden sollen: a) abzuschaffende Gesetze» b) völlig zu annullierende Ge- setze, c) Gesetze, die als Durchführungsvorschristen weiter gelten sollen und ci) Gesetze, die zum Teil oder ganz weiter in Kraft bleiben. Wenn bis zum ZI. Mai die Behörden aus Dringlichkeitsgründe» eins dieser Gesetze anzuwenden haben, bevor es seine Gruppeneinteilung erhalten hat. wird es von Amts wegen als zur Gruppe c gehörig angesehen. Die provisorische Regierung hat durch ein weiteres Dekret die Vorrechte der Senatoren, die auf Lebenszeit gewählt sind, beseitigt. Die provisorische Regierung äußert sich in der Presse zu dem Monifest des Exkönigs folgendermaßen: Die Regierung will der Verbreitung des von Alfons von Bourbon unterzeichneten Manifestes kein Hindernis bereiten, obwohl die besonderen Um- stände, die das Aufkommen jeder neuen Regierungsform beglesten, ein Verbot rechtfertigen könnten. Aber bie provisorische Re- publik ist der Zustimmung des Landes sicher und braucht monarchistische Rückwirkungen nicht zu fürchten. Deshalb verbietet sie nicht die Veröffentlichung dieses Dokumentes, hält es auch nicht für notwendig, dem Manifest einen Kommentar beizugeben. Sie hält es für bester und auch für aus- reichend, daß das Land dieses Dokument unbeeinflußt durch eine ministeriell« Würdigung beurteilt. Der Kriegsmintster hat sämtliche Generalkapitäne angewiesen, die königliche Krone von den Uniformen entfernen zu lasten. Der Unterrichtsminister kündigt die Wiederaufnahme der Vor- lesungen an der Universität für Montag an. Der Infant Don Carlos ist als Generalkapitän der Armes und Generalehreninspektor zurückgetreten, desgleichen fein Sohn, der Infant Don Alfonfo, als Kapitän der Kavallerie, ferner der spanische Vertreter im Derwaltungsrat des Internationalen Arbeits- arntes, Graf von Altea, und der Erst« Sekretär der spanischen Völkerbundsdelegation, de la Huerta. Frieden mit Katalonien. Barcelona. 17. April.(Havas.) Der Präsident der katalanischen Republik, Oberst Maria, erklärte, das Einvernehmen mit der Madrider Regierung fei voll- ständig. Verhandlungen über gewisse Modalitäten des neuen Regimes dauerten an. Die katalanische Republik könne im b u n- des staatlichen Rahmen leben. Die Londoner„Times" melden aus Barcelona: Oberst Macia hat gestern am späten Abend eine Vereinbarung mit Madrid wegen Kataloniens erreicht. Die Bezeichnung„Katalanische Neues Geständnis Kürtens. Der Mörder wünscht wieder Ausschluß der OeffenstichteU vösfeldorf, 17. April. Der fünfte verhandlnngskag im Sürteu-Prozeß brachte eine neue Sensation. Nachdem Staalsanwallschastsrat Jansen mitgeteilt hatte, die Nachprüfung der Angaben kürtens, er Hobe Im Aller von acht Jahre« zwei Kinder unter ein Floß gestoßen habe die Richligkeit auch dieses Geständuistes er- geben, machte der Verteidiger kürtens von einem weiteren Ein- gestöadnis des Angeklagten Mitteilung. Danach hat Kürten außer deo oben genauntcn beiden Kindern einige Tage später nochmals einen Zungen von der Kaimauer ins Wasser gestoßen und einen weiteren Zungen von einem Floß heruntergestoßen. Der Letztgenannte ist ertrunken, der ande»-- konnte gerettet werden. Es folgt dann dl« Zeugenvernehmung zu dem Fleher Doppel- mord Lenzen-Hammacher. Der Zeuge Elend kam morgens um S Uhr über den traglichen Feldweg und sah die Leichen in einer Entfernung von etwa zebn Meter aus dem Acker liegen. Die kleine Lenzen log etwa zehn Meter vom W�g«ntlernt. die Hammacher zwischen den Bohnen. Ich bin. ohne den Acker zu betreten, zurück- gegangen und habe den Gärtner Leuchtenberg informiert. Die drei- zehnjährige Schülerin Hellinghaus chat die beiden Kinder zuletzt auf der Schaukel des Schützenplatzes gesehen Die beiden sind gegen 20/4 Uhr über die Bolmerswertherstraße fortgegangen. Sie habe ivb aufgeräumt — Alfons wird nicht geantwortet Republik" wird aufgegeben werden, und das Land wird den Namen führen„Katalanischer Staat in der spanischen Republik". Oie Republik setzt sich durch. Madrid, 17. April. tEigenbericht.) Wegen des Ueberfalls der Waich« der Generalresidenz in Tetuan am Mittwoch auf republikanische Manifestan- ten ist der Lberkommissar in Marokko, Jordana, seines Postens enthoben und der kommandierende Lffizier der Wache verhaftet worden. Der frühere Block der K o n st i t u t i o n a l i ft e n hat be- schloffen, für die Republik einzutreten und öffentliche Aemter an- zunehmen, da selbst die gemäßigten Elemente eine Restauration der Monarchie für ausgeschlossen halten. Das Domkapitel von Madrid hat dem Justizminister mitgeteilt, daß es die Republik anerkenne. Drei frühere Minister Primo de Riveras, darunter der Außen- minister Danguas, sind nach Portugal geflüchtet, sollen aber schon erklärt haben, sie würden sich der republikanischen Re- gierung zur Verfügung stellen, wenn ihnen persönliche Sicherheit gewährt werde. Auch General Berenzuer, der, ent- gegen einem Gerücht nicht verhaftet worden ist, soll sich seit zwei Tagen in Lissabon aufhalten. Es oerlautet, daß ein Offizier in der letzten Nacht verhastel worden sei, der im Königspalast wichtige Papiere des Exkönigs an sich genommen habe. Aus diesen Papieren soll hervorgehen, daß Alfons die Möglichkeit, das republikanische Regime zu stürzen, in Erwägung gezogen und Pläne für die Errichtung einer Diktatur ausgearbeitet habe. Andere im Palast auf- gefundene Briefe sollen den Beweis erbringen, daß der Exkönig für den Staatsstreich Primo de Riveras verantwortlich ist. In Barcelona sind Hauptmann Lasarte und ein Mitglied des Borstondes der„Gewerkschaft" verhaftet worden. Lasarte soll sich als Geheimagent gegen die katalanische Bewegung betätigt haben. Das Volk feiert die Vorkämpfer. Madrid, 17. April. Fliegermajor Franco, General Queipo de Llano und andere politische Flüchtlinge, die sich in Paris aufhielten, sind gestern abend in Madrid eingetroffen, wo sie von einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt wurden. Hauptmann S e d i l e s, der wegen der tProhlamalion der kaiatonifdien Republik in Barcelona Revolte in Jaca zunächst zum Tode verurteilt und später zu Festungshast begnadigt worden war, wurde mit großer Begeisterung empfangen, als er nach seiner Freilassung in Barcelona eintraf. Die llnruhen in Sevilla. Sevilla über Paris, 17. April. Eine Gruppe Kommunisten hat 7lX> Arbeiter einer Fabrik zum Verlassen ihrer Arbeitsstätte bewogen. Der Kardinalerzbischos hat den Justizminister um Genehmigung ersucht, seine Residenz in das Guadalupe-Kloster zu oerlegen. Man glaubt,. daß dies wegen der seindseligen Haltung der Bevölkerung geschieht. Vor Sevilla sind Bauern aus der Umgegend auf L a st a u t o s unter kommunistischen Fahnen eingetroffen. Sie brachten Hochrufe auf die Sowjets aus. Die Behörden haben ihnen die Einsähet zur Stadt verwehrt. gesehen, daß sie hinter der Wirtschast Groß den Feldweg einge- schlagen haben. Die Zeugin F:au T h i e p e l stand in der Nähe des Schützenplatzes und batte sich den Fackelzug, der schon vorbei war, angesehen, als sie plötzlich laute Schreie„Mama! Mama!" hörte. Sie stand etwa hundert Meter vom Tatort entfernt. Auf eine Frage des Staatsanwalt», ob«s stimme daß der Fackelzug schon vorbei war. als er die Kinder ergriffen hat. bestätigt Kürten dies. Frau Zehnpsennig war in an dem fraglichen Tage gleichfalls zur Kirmes gegangen. Gegen 20 30 Uhr wurde sie vor dem Kirmes- platz von Kürten angesprochen Nach wenigen Metern hat Kürten sie aber allein gehen lasten, und sie hat ihn auch später nicht mehr gesehen. Auf Befragen erklärt sie, daß sie den Ang�- klagten genau gesehen und auch wiedererkannt habe. Genickstarre-Epidemie in Enalar-d. SvOvEolöatkn unk» 4000 Dorfbewohner unter Quarantäne London, 17. Anril. Die Genickstarre hat wieder in verschiedenen Teilen Gixß- britanniene größeren Umfang angenommen. Seit drei Wächen herrscht in dem Truppenlager von Caterick(Zorkshire) eine Epidemie, die bisher zwei Todesopfer gefordert hat. 8000 Soldaten sowie die 4000 Bewohner des Dorfes be- finden sich in Quarantäne. Zwei neue Goebbels-Prozesse. pg. Goebbels drückt sich von der Beraniworiuna Goebbels war heute vor dem Schöffengericht Schöneberg als Angeklagter erfchienezr Er hatte sich zu verantwoiten wegen Beleidigung des Bizepolizelpiäsidenten Weiß im„Angriff" vom 2ä Juni 1928 und wegen eines gleichfalls im„Angriff" erfchienenen Gedichtes, das die Bevölkerung gegen die Juden aufreizte. Das Gericht verurteilte Goebbels wegen Beleidigung des Vize- Polizeipräsidenten Dr. Weiß zu einer Geldstrafe in Höhe von 2 9 9 9 M„ für die im Nichtbeitreibungsfalle für je S9 M ein Dag Gefängnis tritt und wegen Aufreizung zum Klaffenhah laut§ 139 des Strafgesetzbuches zu 5 9 9 M. G e l d st r a f e. In der Urteilsbegründung lührte der Borfztzende u. a aus, daß die Vcleldi- gungen gegen Vizepolizeipräsidenten Weiß von besonders übler und häßlicher Art waren; strafverschärfend mußte auch der Umstand wirken, daß Goebbels kurz vorher wegen einer ähnlichen Beleidigung verurteilt worden war. Lausbubenflegelei vor Gericht. Unmittelbar nach Schluß der Verhandlung kam es im Gerichts- saal zu Zwischenfällen, die für das Verhalten der National» sozialisten vor Gericht überhaupt äußerst charakteristisch sind. Einige von den Zuhörern verabschiedeten sich von ihrem verurteilten Führer mit dem üblichen Ruf„Heil Hitler". Während der Borsitzende den Namen einer der Heil-Hitler-Rufer feststellte, schrie Goebbels da- zwischen„drei Monate Gefängni s". Der Vorsitzende fragte ihn, ob er etwas gesagt habe. Ja, antwortete daraus Pg. Joseph, ich habe gesagt, daß drei Monate Gefängnis in diesem Falle eine ange- messene Strafe wären. Der Borsitzende ordnete an, daß der Heil- Hitler-Rufer und Dr. Goebbels noch dazubehalten seien. Das Gericht zog sich zur Beratung zurück und verhängte über den 5)itler-Ruser wegen Ungebühr vor Gericht eine G« l d st r a s e l n H ö h e o a n 1 9 M. und gegen Goebbels eine solche in 5)öhe von 1 99 M.„Ich bitte strikte Ruhe zu behalten, der Würde des Gerichts angemessen", schloß der Vorsitzende die Verhandlung. Die Hitler- und Goebbels-Jünglinge verließen diesmal in voller Stille den Ge> richtssaal. Vielleicht bringt man ihnen doch noch Anstand bei. Oer Tod eines Siebzehnjährigen. SA-Mann Kunze wegen Totschlags vor Gericht Die Haziprozefse gehören jetzt in Moabit zum täglichen Programm. Zugleich mit der Beweisaufnahme vor dem Landgericht III im Prozeh Slies und Genossen, die beim Sturm aus das Lokal.Eden" drei Kommunisten durch Re- volocrschüsse verletzt haben, beginnt heute vor dem Land- gerlcht II die Verhandlung gegen den 27jährlgen SA.-Mann Kunze. Die Anklage lautet auf Totschlag. Kunze hat am 11. März d. I. den 17jächrig«n Bäckerlehrling N o t h a n, Mitglied eine» kommunistischen Wandervereina, du.ch einen Bauchschuß tödlich verletzt. Nathan verstarb zwei Tage später im Auguste-Biktoria-Krankenhaus. Kunze, wohl überzeugt, daß man ihm doch auf die Spur kommen würde, zog es vor. sich am 12. März freiwillig bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Er erklärte, aus Notwehr gehandelt zu haben. Kunze, ehemaliger Post» Helfer, scheint für unbefugten Waffenbesitz eine besondere Leiden- sck)aft zu haben; bereit» im Jahre 1929 wurde er zu 29 M. Geld- strafe oerurteill. Diese geringe Straf« rächte sich nun gewisser- maßen mit dem Tode de» Bäckerlehrlings. In einer Kartoffelpufferbude in der Hauptstraße verkehren ver» schieden« kommunistische Wandervereine. Auch am 11. März hatte solch«in Verein hier seine Sitzung. Gegen �9 Uhr abends standen vor dein Lokal etwa 15 bis 29 rote Wanderer, als der SA.-Mann Kunze des Weges kam. Er wollt« zum Restaurant Bürgergarten in der Hauptstraße, zu dem Unisormappcll des SA.» Sturms 9. Als«r in der Nähe der Kommunisten war, rief er ihnen ein„Heil Hitler!" zu. Es entstand ein Wortwechsel, Kunze sagte noch:„Gott sei Dank, immer zu" und ging weiter. Einige der jungen Leute folgten ihm. Kunze traf einen Kameraden, dieser machte ihn auf di« Verfolger aufmerksam und lief davon. Auch Kunze setzte nun seinen Weg im Laufschritt fort. Er soll von zwei seiner Aerfolger eingeholt worden sein, erhielt einige Schläge mit einem Leibriemen über da» Gesicht, zog seinen Revolver und schoß, wobei er den 17jähngen Bäckerlehrling Nathan o«r- letzte. Im Jahre 1923 schloß sich Kunze dem Stahlhelm an. Dann wechselte er zu den Nationalsozialisten hinüber, spielte beim Standardführer II die erste Ordonnanz und wurde schließlich SA.- Mann. Nach der Beschlagnahme seiner Masse im Jahre 1929 kaufte er sich zu Weihnachten 1939 in der Münzstrahe eine neue Waffe. Zu seinem Schutz, erklärte er; er sei von den Kommunisten angeblich ständig bedroht worden. Als er am 11 März sich auf dem Rückwege von dem Postamt Steinmetzstrahe befand, will er wieder einmal von Kommunisten belästigt worden sein, sie hätten ihn beschimpft, hätten nach seiner Mütze gefaßt Beim Verlasien seiner Wohnung hatte er daraus am Abend seine Waffe eingesteckt. Was nun auf dem Weg« zum Restaurant Bürgergarten seiner Darstellung nach geschehen ist, ist bereits geschildert El will einen Schlag überm Kopf erhalten haben, will in der Hand eines der Verfolger einen langen Gegen- stand gesehen haben, den er für ein Koppel mit einem Bleischloß gehalten hat hinter diesem Mann sei ein großer Hause gewesen, er glaubte auch bei zwei Personen Schußwaffen in der Hand gelehen zu haben, er habe gefürchtet, niedergeschlagen zu werden und habe aus diesem Grunde geschossen Zu Hause angelangt, habe seine Frau ihm geho'fen. das Blut abzuwaschen. Er sei von seinen Der« folgern verletzt worden. Schon die ersten Zeugen widersprechen der Darstellung des Angeklagten. Er soll di' Kommunisten durch einen Heil-Hitler- Ruf provoziert haben. Es sei wohl richtig, daß man ihn beschimpst und oerfolgt habe, daß jemand aus chn losgeschlagen habe, haben diese ersten Zeugen nicht gesehen. 5% Millionen �undfunkieilnehmer. Seit Januar 19Zt Zunahme um 222000 Am 4. Ap.'il 1931 sind in Deutschland Z7 31S81Rundfllnt. teilnehmer gezählt worden, darunter befinden sich 134131 Blind», Schwerkriegsbeschädigte, Arbeit»- lose usw., denen die Gebühren erlasien worden sind. Gegenüber dem zuletzt mitgeteilten Stande vom 1. Januar 1931(3 599 599) ist hiernach eine Zunahme von 222 172 Teilnehmern oder 5,3 Proz. zu verzeichnen. Sei» dem 1 April 1939 hat sich die Teilnehinerzahl um 493 283 oder 15,2 Proz. erhöht. Klassiker-Renaissance? „Minna von Barnhelm" m Oemfchen Künstleriheaier Der von Hans Hinrich besorgten Inszenierung de» L e s s i n g s ch e n Lustspiels war ein Ersolg beschieden, wie chn moderne Komödien nur selten erleben. Nach dem 2. Akt ertönte begeisterter Beifall. Belauchte man in der Pause die Gespräche � des Premierenpublikums, so hatte man den Eindruck, daß der Sinn für klassische Literatur wieder erwacht sei. Der rührige Direktor des Theaters, Dr. R o b e r t K l e i n, ist— das wissen wir— davon uberzeugt. Der gestrige Erfolg scheint ihm recht zu geben. Klassiker- renaissance? Trotz allem Enthusiasmus, mit dem die gestrige Aufführung be- grüßt wurde, glaube ich nicht, daß für eine Wiedererweckung der Klassiker die Zeit angebrochen ist. Das ist ja das Wunderbare am Theater, daß sich feste Regeln nicht ausstellen lassen, daß jede In- szenierung für den Verantwortlichen ein Wagnis bedeutet, daß der Publikumsgeschmack etwas Unberechenbares ist, daß jeder Theater- abend Rätsel ausgibt. Nach dem ungeahnten Beifall, den„M i n n a von B a r n h e l m" bei seiner Uraufführung vor über löst Jahren erzielte, entstand eine Hochflut von Soldatenstücken. Keins ist ge- blieben außer dem Muster, dem Lessing.den Untertitel„Das Soldatenglück" beigefügt hat. Unsere Zeit ist unpathetisch. Wir können kein Verhältnis mehr zu großen Worten und Stimmungen finden, deren Inhalt uns fremd geworden ist. Die gestrige Aufführung stand unter dem Glücksstern des Unpathetischen. Lessing ist unser sachlichster Klassiker, seine i Figuren sind Mensrten von unserem Fleisch und Blut, der Konflikt zwischen Ehre und Liebe im Major von Tellheim ist ein heutiger Hans Hinrichs Regie ist auf Frische. Lebendigkeit und Dominieren des Humors gestellt. Die Szenen folgen>m flottesten Tempo, in den ersten beiden Akten wird eine Spannung erzeugt, wie wir sie in modernen Komödien nicht anregender erleben. Dieses Tempo läßt sich im Verlauf der nächsten Akte nicht durchhauen: selbst bei Lessing fehlt uns das volle Verständnis für die Ueber- spannung der Ehrbegrisse eines zu Unrecht verdächtigten Majors. Trotzdem bleibt die Ausführung ein reiner künstleris her Genuß Zum ersten Male sehen wir eine eigenwillige Gestaltung des Tellheim. Matthias Wieman spielt ihn mst rührender seelischer Unbeholsenheit, deren Eigenart er durch bewußt zur Schau getragenes linkisches Wesen unterstreicht. Wenn er polten, glüht in ihm dos gute Herz, wenn er seiner Braut entsagt, glimmt in ihm der Funke ewiger Liebe. In Käthe Dorsch findet er«ine Minna, die seine unvergängliche Neigung glaubhaft und überzeugend macht. Käthe Dorsch ist das liebende Weib an sich, das nicht ver- nünftig sein will, sondern nur liebt. Ihre Hingebung strahlt ebenso echt wie ihr mädchenhafter Mutwille, ihre Stimme streichelt, ihr leiser Freudenseufzer ist Jubel. Auch die übrigen Darsteller bieten jeder für sich Kabinettleistungen kultivierter Schauspielkunst. Mit einer Ausnahme: Maria Poudler(Franzieko) übernimmt sich. Sie ist backsischhast neckisch, wo sie übermütig und herzlich sein sollte. Der Beifall wollte kein Ende nehmen, die Dorsch und Wieman, Tiedtie, Kampers, Forst er. Larrinaga und die P a u d l e r mußten noch oft durch die Tür des eisernen Borhangs vor die Rampe treten. Rrnst Degner. Zwiesprache über heutige Kunst Oöblin und die Berliner(Sezession Alfred Döblin hatte bei Eröfsnung der Sezessionsaus- stellung„Künstler unter sich" in leiner Einsührungsred« Zweifel an der Malerei geäußert, so wie sie heute betrieben wird. Zweifel an ihrer Sinngemäßheit in der heutigen Welt, die ein solches ästhetisches Spiel nicht mehr brauche, und an der Berechtigung von Künstler- porträts wie den ausgestellten, well Künstler weniger zu der Ka- tegorie schöner Helden als zu der von Psychopathen gehörten. Man sieht, über solche Anschauungen, die dazu noch die moderne Archllektur als fruchtbares und zeitgemäßes Gegengewicht gegen die Malerei hervorhoben, ließe sich recht wohl diskutieren. Berechtigung war ihnen nicht von vornherein abzusprechen, wenn auch die von Döblin gewählte überspitzte Form etwas salopp und verletzend ge- wesen sein mag, und wenn Döblin auch die fruchtbaren und be- wegenden Kräfte unserer Malerei, wie den Konstruktivismus, den Surrealismus, die Beristen usw. einfach vergessen und als Krön- zeugen guter Kunst nur Liebermann, Slevogt Kokoschka und George Grosz genannt hatte, was ganz gewiß willkürlich gewählt war. Nun aber veranstaltete die so herausgeforderte Sezession am gestrigen Donnerstag einen Dis- kussionsabend, der von Künstlern und Kunstfreunden sehr stark besucht war, und an dem einige Maler, deren Namen besser ver- schwiegen werden, mehr temperament- als geschmackvolle Ausfälle gegen den leider abwesenden Dichter riskierten. Dos Ganze wäre auf eine parteimäßige Auseinandersetzung zwischen„Augenmenjchen und Intellektuellen" hinausgelaufen(wie Dr. A 1 s r e d Gold es benannte), aus ein Feldgeschrei: Hie Sezcssionsmaler, hie Geistig» keit, mit nicht durchweg erhebendem Niveau, wenn nicht(leider muß es festgestellt werden) einige Kritiker und Leute von anderen Fakultäten die Diskussion aut eine bessere Ebene erhoben hätten. Dr. O s b o r n appellierte an die gesunde Skepsis der Künstle? selber zuzusehen, ob die Kunst wirklich so ganz vom Wesen unserer Zell ersllllt ist(was eben nicht durchweg zu bejahen wäre). U n g« r sprach es direkt aus, daß die Kunst wahrhastig absterben müsse, wenn sie die Verbindung mst dem heutigen Leben nicht intensiv ausnehm«, und benannte als«in gutes Beispiel für solche Neubelebung die Surrealisten(m. E. mit Recht), Architekt Leiser sprach van der einige Zell lang zweifelhaften, heute glücklich erreichten Wieder- Vereinigung van Malerei und Architektur, und zum Schluß wie» Dr. Schiff auf die unbestreitbaren Schwierigkeiten in der soziolo- gischen Stellung der Kunst unserer Zeit hin. da die absterbende bürgerliche Gesellschaft der Malerei keine Aufgabe mehr stellen könne, diese Kunst nicht mehr brauche(woher ihre ganze Krisis und die Not der Maler kommt!), während das aussteigende Proletariat in großartiger Weise der Kunst neue Aufgaben stellen werde, ja zum Teil heut« schon stellen könne. Dies waren die Ergänzungen zu Döblins höchst anregenden Worten, die unseren Künstlern zur Beherzigung nicht dringend genug empfohlen werden können. Beul?. Sebmiclt. „Gefahren der Liebe." Mozart-Saol. Di'er sexualwissenschaftliche Spielfilm, der In der leichtverständ- lichen Form de» Tonsilms gesaßt ist, zeugt von tiefem Ernst. An dem Beispiel eines jungen Mädchens zeigt er, wie leicht ein Mensch angesteckt werden kann. Obwohl ein krankes Kind zur West kommen wird, hilft kein Arzt der unglücklichen Frau. Als ihr Ver- sührcr sie schmäht, greift sie zum Revolver und erschießt den Mann Der Film schließt nicht mit dem üblichen glücklichen Ende, sondern mit der Verteidigungsrede des Rechtsanwalts. Er wendet sich an das Publikum mit der Frage:„Darf ein schon so schwer verurteilter Mensch auch noch vom Gericht verurteilt werden?" Spielhandlung und die Vorführung wissenschaftlichen An- schauungsmaterials reihen sich geschickt und ohne brüchige Ueber- gänge aneinander. Der Film enthält Warnung und Hoffnung zugleich, denn die neu« Heilungsmethode, die durch die Stiche malariakranker Mücken, Syphilitiker zu retten versucht, gilt als ziemlich aussichtsreiches Mittel gegen die Paralyse. Auf diese Weise könnte also Kranken Rettung gebracht werden, die man bislang für unheilbar hielt. Alle Darsteller sind wahre Menschen, das Ist das größte Lob. das ihnen zuteil werden kann. Ganz groß sind Toni van Eyck und B a s s e r m a n n in den Hauptrollen. Es war nur schade, daß technische Fehler das Organ Bassermanns nicht voll zur Geltung kommen ließen._«• b- Auflehenerreeender Selbstmord. Auf der 25. Verbandetagung des Deutschen Thorsängerverbandes und Tänzerbundes machte der Vorsitzende die aufsehenerregende Mit- teilung, daß der Königsberger Vertreter der Chorsänger, Denechaud, in seinem Hotelzimmer tot ausgesunden worden sei. Nach den Ermittlungen der Polizei liegt Selbstmord vor. In einem hinterlassenen Brief Denechauds heißt es. daß der Kampf um den Weiterbestand der Königsberger Oper seine Nerven völlig ver- braucht habe. ?rlihlahr»av,ss»llua« der Akademie der Künste. Wie der«mtliibe Picilßillie Pikssedikn- miNeill, nrnd b<• Preichächc Äiademie der Nuiille am Palilcr Illatz ibve d!eSjäh>iae übjahr»auesiellung. in der Weite de, Maleiei und Piastik lebender Küniiler veiirrien sind, am--2 April eiöffnel. De Au» elhinfl kann an di-iem Zaae von It Nbr ab duich da« tltublikum besiihtigl werden. Sie« Ibili eine Anzabl von Aollckliva'.i«lltll»nncn von Max- levo.it. Will! Jarckel. Max Seckmann. Heinrich tlllherr in Dlultgaii, Eliiesio de siiori und iÄe Harb Marck« in Halle. Zm weißen Saal d» Lchlesnvl�,�, �ird am 18.»in« Sonder- auSiielluna der e I a a l l i ch e n Poriiellanmaiiusaklur Meißen eiössnel, deren Dauer aus zwei Monaie berechnet ist. Erfolge des OMV. Bei den Betriebsraiswahlen. Nürnberg, 17. April.(Eigenbericht.) Die Betriebsrätewahlen hoben in den beiden größten Metall- betrieben von Nürnberg die hochgespannten Hoffnungen der Unter- nehmer auf ein Anschwellen ihr«r gelb«n Lakaien oder ihrer kom- munsstischen Zutreiber völlig zunichte gemacht. Der Deutichc Meroll- arbeiterverbant, nimmt unerschüttert seine überragende Stellung ein. Bei Siemens-Schuckert erhielt der D M V. 3151 Stimmen und 16 Mandate. Die Kommunisten brachten es trotz gewaltiger Anstrengungen nur auf 467 Stimmen und 2 Mandate; die Christlichen vereinigten auf ihre Liste 329 Stimmen und erhielten ein Mandat. Dagegen muhten die Nazis mit ganzen 119 Stimmen l«cr ausgehen. Bon den rund 1599 Ange- stellten bekannten sich 679 zu den freien Gewerk» schasten, 349 zu den Hakenkreuzlern, während 599 überhaupt nicht abstimmten. Auch bei den MAN..W«rken(Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg) hielt die erdrückende Mehrheit der Belegschast treu zu den freien Gewerlschosten. Der DMB. erhielt 11 von ins- gesamt 15 Mandaten; bisher hatte er 11 von 16 Mandaten inne. Di« geringere Wahlbeteiligung ist da» greisbare Ergebnis der Moskauer Spaltungstätigkeit. In diesem Werk ist die Niederlag« der Kommunisten einfach vernichtend. Wäh- rend sie bisher noch wenigstens über zwei Mandate verfügten, brachten sie es b«, d«n Neuwahlen zu keinem Sitz mehr. Den einen Sitz nahmen ihnen die Nazis ab, die es von bisher 2 aus 3 Man- date brachten. Die Christlichen behielten ihren bisherigen Sitz. Vizekönigswechsel ln Indien. Dt« Amtszeit de» gegenwärtigen Bizekönigs Ist abgelaufen. Aus seiner Rückreise nach England ist Lord I r v I n in Bombay eingetroffen, wo er noch einmal eine Aussprache mit Gandhi haben wird. Der Nachfolger Jroins ist Lord W i l l i n g d o n. bisher Gsneralgouoerneur von Kanada. Er j wird am Freitag in Indien erwartet. Razzia im Humboldthain. Um dem Unwesen der wilden Glücksspieler im Humboldt- haln zu steuern, unternahmen die Kriminalbeamten des Spieler- dezernats wieder»ine Kontrolle. Obwohl die Spieler erst kürzlich in dem Hain ausgehoben wurden, hatten sie sich gestern wieder an drei Bänken eingefunden. An zweien wurde Meine Tante dein« Tante gespielt, an der dritten die berüchtigte Schlesische Lotterie. Di« drei Unternehmer hatten gemeinsam Spanner aus- gestellt, die das Herannahen von Beamten signalisieren sollten und auch einen Schlepperdienst organisiert, um Spiellustig« heran- zuhvlen. Die Beamten kamen aber so überraschend, daß sie das Spiel noch in vollem Gange trafen. Obwohl die Mitspieler keine begüterten Leute waren, wurden doch Einsätze bi» zu 4 Mark für jede« Spiel gemacht. 39 Mark, die in der Kasse logen, wurden beschlagnahmt und 19 Personen mußten den Weg zur nächsten Pjache antreten. Die Unternehmer wurden festgenommen und werden dem Schnellrichter vorgeführt werden, die übrigen wurden nach Feststellung der Personallen wieder entlassen. Der sapanische Außenininistcr Wakatsuki hat an stelle des seit dem Attentat schwerkranken Hamagutschi das Ministerprästdium übernommen und nur zwei Minister ausgewechselt. Sie schweigt? Die redselige und die verstummte„Tloit?ahne". Ter Schützling der„Roten Fahne", der zehnmal wegen ge- meiner Verbrechen vorbestrafte Maschinentechniker Georg D o e r s a m, ist, wie wir berichteten, wegen der Fälschung t»«s Briefes des Abgeordneten Kuttner am Donnerstag zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wie vorauszusehen, wagt die„.Rote Fahne" nicht, ihren Lesern dies für sie vernichtende Resultat mitzuteilen. Einstmals war sie weniger schweigsam. Ms wir den Doersam-SchwtNdel im September 1930, kurz vor den Wahlen, bereits entlarvten, sah die Antwort der„Roten Fahne" folgendermaßen aus: Beim Schwindeln ertappt Die Maffenübertritle sozialdemokratischer Arbeiter zur kommunistischen Partei sind dem »vorwärts" in die Knochen gefahren. Bestreiten kann er die Tat- fache nicht, also versucht er irgendwie abzulenken. ?n Königsberg ist ein ehemaliger Sozialdemokrat D ö r s a m frr KPD. übergetreten. Er war als Angehöriger eines Roll- ommandos des Reichsbanners an einem Zusam- menstoß mit dem Stahlhelm beteiligt und wurde dann von der SPD.°Polizei verhaftet und zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Aus der Hast hatte er sich an den Landtagsabgeordnetcn K u t t n e r gewandt und als Antwort«inen hohnvollen Brief erhalten. Als„Dos Echo des Ostens", das Königsticrger Organ der KPD., diese Tatsache am IS. August veröffentlichte, versuchte die Königsberger SPD.-Zeitung zunächst alles abzustreiten, mußie dann aber zugeben, daß der Sozialdemokrat Dörsam im Schriftwechsel mit Kuttner g e st a n d e n hat. Nur der Wortlaut des Kuttnerbrieses wurde bestritten. Am 2. September hat der„Abend" den Cntschuldigungs- fchwindel der„Königsberg«? Volkszeitung" aufgegriffen und hin- zugefügt, Dörsam sei wegen Betrug verhaftet worden. Demgegenüber stellen wir fest: Dörsam hat sein Mit- gkiedsbüch der SPD.(feit IS Iahren Mitglied) bei der KPD. abgegeben. Tatsache ist, daß K u t t n c r an Dörsam als an einen P a r t c i g e n o> s e n geschrieben hat. >i° Die Gerichtsverhandlung am Donnerstag Hot folgendes ergeben: Docrsam war, als er den gefälschten Kuttner-Brief empfangen haben will, nicht wegen eines Zusammenstoßes mit dem Stahl- Helm, sondern wegen Rückfallbetrugs und Rückfall- d i e b st a h l s zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Er gehört nicht fest 13 Iahren der Sozialdemokratischen Partei an, dagegen ist er feit 1.3 Jahren(nämlich seit ISIS) als Dieb, Betrüger und Urkundenfälscher fast ununterbrochener Stammgast der Gefängnisse und Zuchthäuser. Den„hohnvollen Brief" hat Kuttner nicht geschrieben, sondern Doersam hak selber vor dem Richter zugegeben, daß er den Brief gefälscht hat. Nur eines ist richtig: Doersam ist der K o m m u« n i st i s ch« n Partei vor den Wahlen von 1930 beigetreten, ist von dieser mit offenen Armen aufgenommen worden und hat sogar im kommunistischen„Echo des Ostens" unter seinem Namen einen schwungvollen Aufruf erlassen dürfen, worin er alle„a n st ä n d i- gen"(!!!) Mitglieder der Sozialdemokratie auffordert, sich der Kommunistischen Partei anzuschließen. Wir warten, was die„Rote Fahne" nun erklären wird. Zn Volnisch-Oberschlesien überstürzen sich neuerdings förmlich die Arbeiterentlassungen. Auch hier wird der Lohndruck jetzt große Mode. Im Erzbergbau fordern die Arbeitgeber, nachdem vor kurzem erst eine Kürzung um 6 Proz. eingetreten war, rück- wirkend ab 1. März einen löprozentigen Lohnabbau. Die Arbeits- losenzisfer hat infolge der Massenentlassungen bereits die während des letzten Jahres stets größere deutsche Arbestslofenzifser überholt. Wetter für Berlin: Ueberaang zu veränderlichem kühlerem Wetter mit einzelnen Niederschlagen. Für Deutschland: Im Süden und Südosten oerbreitete Regenfäll«, im Nordwesten unbeständig, im Nordosten heiter bis wolkig mit Nachtfrösten. In Mitteldeutsch- lond nach verbreitetem Regen Uebergang zu veränderlichem Wetter. Rückschau. Die„Stunde der Unbekannten", das„Podium". Die meisten Darbietungen waren klug und nett unterhaltende Kleinkunst, die Mfred Braun erfreulich kurz, aber ein bißchen zu seriös ein- führte. Dieses„Podium" stand in einem Kabarett. Es war in gewisiem Sinne sogar aktuell, zwar nicht durch Gebundenheit an den Tag, aber durch Gebundenhett an Menschen, die dieser Tag formte. Das gilt allerdings nur für die Vertreter aus den Bezirken oder Grenzbezirkcn der Literatur. Walter Cord gab ein Selbftportrait, harte Linien für einen leicht angedeuteten, sehn- süchtigen Hintergrund. Auch L i l y Grün war eine typische Ver- treterin heutiger Jugend, abgehärtet vom Lebenskampf, gewappnet mit Spott und Ironie, die hinter dieser kühlen Oberfläche alles zu verbergen trachtet, was an unzeitgemäßer Weisheit und Senti- Mentalität in ihr lebt. Eine Hörspielszene von Georg W. Piges weckte Bedauern. Nicht weil sie schlecht war. Sie war gut, in der Hörbildwirkung sogar ausgezeichnet, obgleich beim Ablesen die Dynamik des Dialog» nicht annähernd»oll ausgenutzt wurde. Aber leider hatten wir in Berlin die Erfahrung machen müssen, daß einer guten Hörspielszene, die in der„Stunde der Unbekannten" vermittelt wurde, mit Sicherhett keine Aufführung des Werkes folgt. Pige» schilderte in dieser Szene ein proletarisches Milieu mtt starken und wirkungsvoll gesetzten dramatischen Momenten; die drei Menschen. die der kleine Ausschnitt zeigte, wurden lebendige Gestalt. Trau- g o t t Müller, wohlbekannt als Bühnenmaler, prodirziert« sich als Lautensänger und warb gewiß nicht wirkungslos für dieses Instrument. Eine junge Sopranistin, Meta Heinemann, trug Lieder vor, etwas mitrophonbcfangen, aber mit einer sehr weichen, sympathischen Stimme. Ueber„Freizeitgestaltung" sprach Dr. Klaus B e r g e r. Sein Bortrag richtete sich an Berusstätige, die über kärglich bemessene Freizeit verfügen. Die Funkstunde Halle diesen Dorttag auf 3,40 Uhr gelegt, so daß die meisten, die er anging, ihn mit Sicherheit nicht abhören konnten. Dr. Berger warnte davor, ziellos nach möglichst Vielem zu greifen, was sich für die Freizeit als Unterhaltung, Zerstreuung, Belehrung anbietet. Freizeit ist Gesundheit, ist Glück, ist heute für sehr viele ihr eigentliches Leben. Wer nicht imstande ist. aus eigener Kraft ihm InHall zu geben— und nur sehr wenige können das— der muß sich eine Geistes- gemeinschaft suchen, wie sie sich z. B. in Gewerkschaften und Volks- Hochschulen bietet. Daß Arbeitslose in so ausgiebigem Maße von den Fortbildungsmöglichketten Gebrauch machen, beweist, wie dankbar sie für die Möglichtett einer sinnvollen Freizeitausnützung sind. Freizeitgestaltung ist ein« Kutturaufgabe, deren Lösung für alle, die im Arbeitsleben stehen, von wesenllicher Bedeutung ist und um die sich daher auch alle Kräfte bemühen müssen. Te?. kreitoK, 17. ApriL Berlin. 16.05 Hans Borowik:„50 Jahre deutsche Sportpresse". 16.30 Nordische Unterhaliungsniusik. 17.30„Die Läse der Jaeend in Oroß-Berlin"(Erich Ollenhaner). 17.50 Anton Wildiana zum 50. Geburtstag(Hans Mühlholer). 18.15 Mitteilungen des Arbritsamtes. 18.20 Das neue Buch. M. J. Bonn:„Prosperity"(S. Fischer, Berlin). 15.30 Prof Dr. med. B. Möllers und Walter Stölting:„Zur Beklmpfun: der Tuberkulose". 19.00 Zithcrkonzert. 19.30 Aktuelle Abteilung. 19.55 Kroll-Oper:„Der Barbier von Sevilla", Komische Oper von Qiachino Rossini Dirigent; Eritz Zweig. Anschlieüend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.50— 24.00 Abendunterhaltnng. Kanigswnsterhansen. 16.00 Wolfgang Kayser: Deutscher Lektor an der Universität Amsterdam. 16.30 Leipzig; Konzert. 17.30 Dr. K. Priemet: Wisent and Auerochs. 18.00 Dr. R. Weiler: Die deutsche Trelbstoffcrzeugang. 18-30 Dr. Heine-Geldern: Kopfjäger. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19,30 Frieda Gladosch: Die Arbeitertran: Die Funküotiirin. BcrentBottl. für bit Stbaf'inn:»crictt Srpfte, Berlin: Snzeigen: Tb. Siecke. Berlin. Berlaa: Bonrärtä Bertan®. m. b.».. Berlin. Druck: Vorwärts Puch» druckerei und Verlagsanftelt Baut Singer& So.. Berlin SW 68, Lindenkrake 8. Sie»» 1 Beilage- PROGRAMM 1 jjftJT■ HU W> SB» B 1 PROGRAMM Zeit I WWU I für di« Zeit von 17. bis 20. April| WM> BM MW"■ WM B BS M I bU 20 Aprfl mEKO Potsdamer Strafe 38 W 5.7.» Uht S. 3, 5, 7 9 Uhi Ihre Hoheit befiehlt mit Willy Fritidi, Klthe von Nagy Jugendliche haben Zutritt! Rhcinstra£e 14 KMche W. ab 5.15 Ohr S. ab 3 Uhr Der Ring des Unheil*, ein Abenteuer in 7 Akten— Es int sich w-s In Hollywood, eine Filmnovel e 1 9 Ak. Odcon, Potsdamer Str. 75 W. 5, 7. 9 Uhr S., 5. 7. 9 Uht Oer wahre Jakob mit felis Breaaarl, Ralpo Artat Roberts Turm strafe 12 saV'.'ü' Die loslltfen Weiber vo» Wien mit Willy Font. Leo Parry Alexandcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen lag geöffnet Stg ab 3 Uhr Ariane mit Elisabeth Bergner, Rndoii Förster Wdstdil"b Pranus-Falast Potsdamet Str. 19 Ecke Margaretens!t W. 6.1.\ 7.15. 9.15 Uhi S ab 3.15 Uht Uraulf hruna! Oer Sdirerken dei Garnison mit Feix Brcssa i. Lade Englltdi, Adele Sandrock, Fisdbcr. Köppe. Regie Carl ilotse jugendliche haben Zutrittl D friodnchstaat> Franziskaner ab Oeorgenstraße(Ecke Friedrichstraße) Das gro e J-Stunden-Ptogramm I >1. 2. 5, 8. II Uhr Galrenhoeba» U m. lohn Gilbert u. a • 12. 3, 6, 9 Uh Mcn.-a e M uchcn- and KattniKbau http als Küchenfee 2 0 3 30 6.3ü 6-30 Ohr Ton ilm lenzci.nncn gcsachi(füi oüdamerika mit u rar o, H. Frank Arksickrxt tuai-» w» c�O Uhr Armsnoi Cttbne s! ab 5 Uhr Periebertje' tr. 2V 100 proz. Ton p»ssc Eine Freoadin so goidlg wie da mit An y Oodra. Bresrart, Siegte Arno Betp ograatm— Bühocasditn Ws-U.KImn Wochent 6.45. 9.05 V* eu-ivino Sonnugs ab 4 45 \ItiMqabit 99 100 proz. Tonlustspiel; Er and seine Schwester mit Anny Onidra, Vlasta Bari an, Roda Roda fUcky Maos— Tonwochensrhan ��iHiarmittenbiira�B Kant-Lichispiele Kamstr 54(an der Wilmetsdorler Strl» W. S, 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilmerfolg: Der wahre Jakob mit Felix ürersart Gutes Beiprogramm Scfalütcr-Thcatcr Sehlüterstr. 7 Beginn: 5. 7, 9 Uhr Stg 3 Uhr: Jugend-Vorstellung Tonoperette Die FörrtcrchrUtl tri Irene tsistngcr— To»belprogramm Jugendliche haben Zutritt! Atrium Bcba-Palasi Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochemgs. 7, 9.15, Sbd. Stg. 5, 7, 9,15 Uraufführung! Tonfilme- Feinde im Bim. eine Tonfilmsinfonie gegen die □eißein der Menschheit für gesundes Leben— Oer Großsender MOblackcr d Seli»ndbera™"Tb Fitania Sdidnebg. ZUC laupistraße 149 100 proz. Tonlusispiel! Der wahre Jakob mi Bressart. Roberts, P. Henkels— Tonbeipio- gramm— Ton wochc � Frteoena p Kronen-Lichtspiele Rhemstr 68 W. 7, 9. Sbd u.Stg 5.7 9 Lapo Picks le ztes Tonfilmmeisterwerk: ixassenhaoer mit den Comcd. riarmonlsters— Micky rlaos 1»tasnt«» Fitania-Palast �teglhz. SchloUsti 5. tcke outsmutnssir 100 proz. Tonfilmopetettc! Ibre MAjcsiAi die Liebe mit KAlhe von Nagy, Fra z Lederer, Ralph A. Roberts, szöke Szakall iönenocs Beiprogramm Wochentass 7. 9.1 o uh. Sonntags 5. 7. 9.10 Lfn Poisdamcr Str. 50 Stg. 2-30'ugendv. Tonfilm: Zaptenilreidh am Rbela Micky Maos als jaxzkfialg TiVOli Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9U. Stgs.3Uhr: Jug.-Vorsl. 100 proz. Tonposse: Der wahre Jakob m. Felix Breuarl, Ralph A. Roberts Grobes Beiprogramm Zcli Harlendorf f J rlartendorter Wochentg l ia-U Llchlipiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz Tonfilm! Oa* Llebesüed mit Renate Müller, Oostav Fröhlich Grobe* Beiprogramm Tempelhof Säidwoston Lichtspiele Südwest Blücherstr.;2 W. 5. So. ab 3 Uht Tonfilmlustspiel; Käser» ensanber mit Lnele Englisch, Frli* Schal* Tonbelpi ogramm Füm-Paiasi Kammersäle Teltower Sir' W. 5-30. Stg, 3 30 U- >00 proz Tonft'm: Moritz macht sein Glück mit Siegtrled Arno WetUaot um den Maua ■"—"■ Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr 72/76 Wo. 6.43, 9 U., Sonnt. SO 3 U. Nur 4 Tagel O erst Reil, der größ e Spion aller Zeiten— Bühne; uarby n. Maoon, L loping-Sensat— Dietrich n. Sari, Musica.-Akt Beiprogramm Th. am Moritzplatz Beg. Wöchig ab 5 Uhr. Sonnt ab> U Tonlustspiel Tinge'-Tangel mit Kampers, Ernst Verebe*. EL Plnajcli Im Harem von Bagdad > HoukBIln 1 Mercedes- Palast Hermannstraße 212. Ecke jagerstraß» Werktags 6�4 Uhr. Sonntags 3 Uhr lOOproa. Tonfilm: Arlane mit Elisabeth Beigner. Rad. Förster Beiprogramm BOhnen schau Kukuk Wochent. 6.45,»U. Sonnt 3. 5. 7. 9 i-h cotibusser Gamm 92 kenopee te Die Fasdilngsfce mit Annv Ab Cr., Verebe*, W,|aa*se» Tonuclprogramm B— Wochent 6-45. 9 U. exccisior sonnt 3.5.7.9U. Kalser-Friedrlch-Straße 191 Tönfflm: Der wahre fakob m Felix Brestart, Robert*, Paul Henkels Tonbeiprogramm Stern* Hermannstraße 49 Wochent 6,45. 9 U, Sonnt 3.5 7.9 Uhr 100 proz. Tonlilmt Moritz macht sein Glück mit 5. Arne— Ml der Mao* Jugendliche haben Zutritt Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof deginn Wochentags: 6J0 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5. 7, 9 Uhr TOOproz. Tonlustspiel; Er and«eine Schwerter mit Annr Oadra, Borian Beiprogramm- oflbnenschaa Jugendliche Zutritt Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5. 7. 9 U. Tonfilm; Ober*! Redl mit LH Oagever, T eoder Leea Beiprogramm— BOhnenxhao Stella-Palast Köpenicker Straße 11—74 Wochtgs. 6J0. 9 l). Sonntags ab 3 Uhr 100 proz. Tonfümlustspie.: Die 1 artigen Weiber von Wien mit Willy Font, Lee Farrr Beiprogramm— BüNaenchaa Sternwarte- Treptow Mittwoch S Uhr: Barch Oalmaüen nach Südmazedonicn. Ei mvortra. Donnerstag 8 Uhr: Italien. Film „Elysium" Prenzlauer Allee-6 W. 5.15. 7,9.15, S 3.15,5, 7.15, 9.15 Uhr Foxtonwoche Tonfilme' folg: Der wahre lakob mit Felix ressait* R. A. Roberts Bönnc: Hnoo Fischer-Kdppe Flora-Lichtsp. aT««r U- Sbds 5. Sonnt! U. 100 proz- Tonfiltnl astspiel: Der wehre lekob reit Oressart* Roberts' Gates Beiprogramm Böhne 1 grobe VarlelAntnnmem Luna-Palast W Gr. Frankförtef Str. 121...... Wegen Riesenerfolg verlängert Arlane m. E. Bergaer, Rod. Förster Bühne: Jasskopelle— Beiprogramm Frankenburg, �uf'v.5 Große Frankfurter Straße 74 Tonfilm: Die Jagendgcllebie mit Elga Brink— Die Todesfabrl mit T. Mix— ßübnenscfaao Schwarzer Adler ahm 99 Woch. 5. 7. 8 45. Sonnt ab 3 Uhr Groß onfilm: Die Dreigrocchenoper mit Carola Ncbrr, Rcinh. Schflnzel T onbeiprogramm Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6. Sonnt ab 3 U Tonlustspiel- Er und«eine Schwester mit Anny Ondra, Vlasta Borian— HInde hoch mit Ken Maynard— GroBe Bübnenschaa Viktoria Lichtbild Th Frankfurter Allee 48 Woch. S. 7. ca 8.45. Sonnt 3, 5, 7, 8.45 U Tonlustspiel; Seiienaprüngc mit Gerda Maarn*. Oskar 5 im*' Tönendes Beiprogramm Babylon* am Dfilowplaiz Wochentags 5 U. Sonnt ab 3 U. letzte Vorst 9.10 U Acht Trümpfe I Bühne: 0 VarieM-Aitraktionen Lustspiel Tonfilm Sclfensprflnge mit Gerda Man. os geii»u-lichtenB«ra_J Kosmos-Lichtspiele oUckstr. 70 W 5. 7, 9, Sonn 3, 5,7, 9 U 100 proz Tonfilm Arlane mit fclUibeth Bergner, Rnd.Fortiei Oswald In Sevilla FriedrächsFelde Kino Busch Alt-FnedriChstelde Großonfilm: Slürme Ober dem Montblanc mit Lcni Rlclcnstahi Beip ogramm Jugendliehe haben Zutritt WwlOonsM Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Tonfilm; liebe aoi Befehl mit Olga Tschcchowa, loh. Riemann Helden der Fr Arle— Tonbdprogr, AlhaimKrja MüHerstraße 136. mnamora �ake Seesiraßc Wochent 5. 7, 9 U� Sonnt 3, 5. 7, 9 U. 100 proz Tonfilm: Ariane mit Ellsabelb Bergner, RadoU Fersler Tan belpregremm Pharus-Lichtspiclc MQUerstr. 142 W. 5. 7.91� Stg.Aa.7.9U. 1C0 pro» Tonlustspiel: Jer wahrr Jakob mit Brestari, ILA. Roberts, Henkel«— Beiprogramm Pratcr-Lichlspiel-Palast Kastanienallee 7-8 W. ab 6»/» Stgs 4 U Tonoperette; Königin einer Nschl m. Friedl Heerlin. Janssen. Mar sn- Tonbeiprogramm- Or.Varleir ich-a Filmpalast Puhlmann Schönhauser Allee 148 W 5, S. 4 U- Tonfilm Kaserne nzanber mit i-ommcl. Englisch, Schulz Variete PhHlCOW g Palast-Theater Breite Straße 21 ü W 7 u- 9. Stg. 5. 7. 9 Tonlustspiel: Die lodiges Weiter von Wien mit Willi t orst Beiprogramm— BOhnenachaa Filmpalast Tegel sua e0' Stgs. 2 U Jgd.-Vorst IV.6. Stg rt, U Tonfilm: Ote In«gen Weiber von Wien mit Lee Parry, WUiy Fot.l Das aa, gezeichnete Beiprogramm „Kosmos" Filmbühne liauptstraße n Beg. o Uhr. 3t Uhi 100 proz Tonoperette l Ibre Hoheit beflehli mi KS. he von Nagy. Willy Fritsch Große- Beip ogramm U Honnlgsoorr Fiimpalast � sCu Berliner Straße 59 Stg. 2U'uc-Vorst Tonfilroerfolg; Der wahre Jakob mit Feiix Bressart, R. A. Roberts Tonbeiprogramm Seilage Freitag, 17. April 1931 DcrAbrnd W/nwItfnfc ioivasü VOM ULTIMO ZUM ERSTEN FL HEMMER; S'ist Tie lange Zeit Auch ich mußte bis gestern nichts davon, ober so ist die Sache. Der Ultimo richtet sich in Berlin nicht mehr nach dem Kaien- der, sondern spukt wie«in böser Geist zur Unzeit herum. Das ist leider kein Witz, es ist eine Kalamität, es ist«in« vor den Augen der Oefsentlichkeit verborgen« Tragikomödie, die sich seit Dahresl>eginn hinter den Kulisien der meisten Berliner Groß- betriebe tn verjchiedenen Formen und mit steigender Dmtenlität ab- spielt. Die armen Ingesrellien leben in Angst und Schrecken vor diesem herumzigeunernden Datum, an dem für sie Matthai am Letzten ist. Für kaum einen ist«z noch der 31, der 30. oder 28., sprunghalt fällt der Ultimo irgendwo mitten in den Monat hinein, und dann kann man zusehen, wie man den Reit der überzähligen Tag« verbringt. Di« Angestellten zittern vor nichts im Leben so sehr, als vor dem verfrühten Ericheinen des«Letzten". Und dieser hat die Ten- d nz. dem Ersten mehr und mehr aus die Belle zu rücken; das muß zu einer Katastrophe führen. Cielieilimi88s hinterm Ladentisch Nicht» hätte mich die Sorgen der gepilegten Männer und Frauen vermuten lasten, die, wie immer, Höstich hinter den Ladentischen lächeln smüsi««), als ich ober am 16. hinter«ine den Kunden schwer zugänglich« Ecke beim Koushausphotographen geschlüpft war(den ich zuin Lunch abholen kam),«richien«in untadelig ge- Neidetes, geschniegeltes Herrchen, dem ich ohne weiteres ein Auto und Scheckbuch zugetraut hätte, und sagt«, süh lachet iiE>:»Haste'n Fünsziger, Paul, bei mir ist heut« Ultimo." »Bei mir is er morgen", sagte Paul. 2ö Pfennige reichend, dir csiückstrahlend in Empfang genommen wurden. Unten aber, am Haustor. verobkalgte mein Freund zweien andere» ebei'-alls vom Ultimo überra'chten, durchaus respektichel aussehenden Kollegen aus Aerlangen dem«inen ein« Zigarette für«in »Danke", und dem anderen für einen Sechser, während der Portier mit wichtiger Miene ihm anoertrauti�s Geld von der schwindelnden Höhe einer ganzen Mark zurückzählt«— bis aus drei Groschen Mittagsgeld, die einfach nicht aus seiner Hand rutschen wollten, weil auch bei ihm der Ultimo zwei Wochen vorausgeeilt mar. Sa ist's mit dem Ultimo im Kaufhaus(und nicht nur da), erklärte mir Paul,«inem»Cafe" zuschreitend(was bescheidene Leute so nennen mögen): Er kommt bei jedem Menschen zu einer an- deren und bei keinem zur recht«» Zeit. Bei den meisten war er aber am 15. schon da. Dann schnallen wir die Leibriemen enger und«ntsagen allen Freuden des Lebens(die irgendetwas kosten). Dann wird aus dem Äauihous ein heimliches Leihhaus. Dann sprechen wir nur mehr vom Ersten und den großen Dingen. di« mir unternehmen werden, wenn dos Chaos geregelt, ist.. in der immer kürzer werdenden Zeit, eh« ein neues beginnt.; Warum? Als ich mich noch den Ursachen dieses eigenartigen, viel zu wenig gekannten Phänomens erkundigte, erfuhr ich schier zugleich Bescheid aus dem Mund« aller hier verfonnnelten Koffee. und Schnecken-Mittogsgäst«. zu denen auch der Gefchniegeit«(ein gewiegter pharmazeutischer Fachmann mit Gymnasialbildung) und «in Schock anderer Höchstleistungsspeziolisten mit«inen, vorzeitig Ultimos heraufbeschwövenden Monatsgehalt gehörten, sowie«in Hunde- und Pakethüter-Portier, der ein Schul durch dreizehn ver- ichiedene Meerengen zu lotsen vermag. Von Paul nicht zu sprechen: Der entdeckt für kaum höheres Gehält Ihren Typ und zaubert ein Photogemäld« hin;„Sie ohnen's nicht!" »Dieses Ding gleicht dein Kaufhaus", sagt« er, wie Schapen- Hauer«N Spitzen deck che» aufnehmend, das sich in dieses v ot« verirrt hotte,»vorn« lo bestrickend anzusehen und hinten, wo die Fäden zusammenlaufen und die Verknüpfungen und das wahr« Welen sichtbar merden, so häßlich." Bon den über 500 Angestellten des Hauses—«rtuhr ich— bezieht außer ein paar aufsichtführenden Größen mit<00 bis 500 Mark(einer, der sich besonder« Verdienst« um die Firma, d. h. ihr besonder« Verdienste erworben hat, hat gar 1000), der bei weitem überwiegende Teil«in Nettogehalt von nur zirka 17 0 Mark(Marimum) die Männer und etwas über 100 die Frauen. Nur sehr wenige, viel weniger als nach Alter und Kernitnisten darauf Anspruch hätten» beziehen den GeHckW taris II. Man ist, der Not gehorchend, mit dem von der Firma in den meisten Fällen gebotenen Taris 1»zufrieden". Viele (einstige Größen) wollen gar nicht»ingestehen, wieviel, d. h. w!« wenig sie heut« verdienen. Wie soll aber«in 35- bis tOjähriger(Fackv) Mann, der sich gut halten und Kleider auf Stottern anschaffen, etwa 55 Mark Miete und einiges sür Wäsche auslegen muß, gewiß auch eiirg« Verpflichtungen hat. mit 170 Mark auskommen?(Die Lesitungs. Zulagen von etwa 30 Mark hat die Firma über den zweimaligen Notobbou hinaus ab l. Januar aus sich selber h:rau» gestrichen und seine..gewerblichen Arbeiter" rm, 15 Mark di« Woche verkürzt.) Ehe es der Kalenoer avisiert, unzeiigemäß und gegen alle gute Sitte, wird'-, also plö�ich Ultimo im Kaufhau,, der letzte Groschen rollt, die Krise grinst einen an. Vom Schneeball zur Lawine Erst nwren'j mir ein paar Darbe- Borg«. Sorgetoae, ein kleines, aber lästige», ungewohntes Aus-oem-Gleise-geroten de» Ultimo, ein leises Wanken d«a Bodens, ein« Unsicherheit, dafür man sich jetzt desto sicherer ans Leben anklammert, dafür man eine kleine Entschädigung haben will, jetzt wo er da ist. der via ge- priesen«, geliebte Erste. Schon durch diese, bescheidene Sich-guj. halten aber wird das nächste Mal ein heftigeres Schwo.ken verursacht, der Ultimo macht einen Satz und springt gleich«in gutes Stück in den Mrmatsweg hinein. Heiroten(das ist klar) kann man mit dem Geld« nicht. Und mit der. die«inen für ein Heim entschädigt, hat man sich aus Sparlamko!tsgrü>ck>en kaum auszugeben getraut, und sie, di« Gute, 1:tte k. inen Ton dazu gefcst. Dono-rweTer, i«ff zum Ersten nt's oiTHfV o�roammle Psiiey! und Schuldigtsil, sie einmal richtig aurzu- sichren. Heute, nee. heute gibt'« keine.Filet« m, Darm". d. h. Bockwurst mit Salat, noch zweit« Neil?« Kinositze. Man leistet sich, nein ihr, einen guten Nevanche-Einmalim- j Monatabc ud, macht den„Pflichtausgang" zum ersten.... Und da kommt«r schon wieder ein verdammtes Stück näher, dieser Satan von Ultimo. I« mehr man ihn zum Teutel wünscht. desto mehr ist er aus einen versesten. Visionen Auf der Straß« wurd« auch ich von der Zeitpsychose ersaßt. Di« setten Tage schrumpien, ich sah's, ich fühlt« es. immer mehr zulammen, während die mageren über OZe'oüHr sich ausdehnen. Die glücklich« Zeit w-rd kleiner, hastiger, gieriger, die clsude Zeit wird länger, trostloser, zehrender. Je länger wir aber tot sind, desto lebendiger müssen wir leben. Di« arbeitende Menschheit wird nach zwei Polen gedrängt und in beiden rückt das Leben immer ferner von der Norm. Jedem ist's auf, Gesicht geschrieben, aus welchen? Pol er sich befindet, und der Uebergang wird immer jäher und schrecklicher. Dos langentbehrte, das Geld, juckt unerträglich in den Taschen, zerstießt zun» Nichts, wenn es ausgegeben.aber, schwillt das Geringste zum phan- tasti Untertanen höchst ungebührlich zu rumoren begannen. Dos Sachsen der Wettiner. seit 1806 ein Königreich von Na° p o l« o n s Gnaden, erfreute sich dank seiner Lage, seiner Boden- schätz« und seiner Handels- und Bertehrsbeziehungen einer sehr günstigen wirtschaftlichen Entwicklung. D?e Leipziger Messen ge- nassen Weltruf; die Kontinentalsperre brachte eine treibhausmäßige Entfaltung des Großgcwerbes mit sich; namentlich stand die Textil- industri«, obwohl überwiegend noch aus dem Hungcrelend erz- gebirgischer Heimarbeiter aufgebaut, in Blüte. Zu diesen s a st m o- dernen Wirtschastsverhält nissen paßte die politische Verfassung Sachsen- wie di« Faust aufs Auge. Während olles, was dem Land« Bedeutung gab, Wisienschaft, Handel und Gewerbe bürgerlich waren, blieb dos Bürgertum von den politischen Rechten ausgesperrt und seufzte unter einer Adelsherrschaft, wie sie ausschließlicher und anmaßender kaum in de?« Iunkerparadies Meck- lenburg gedieh. Gingen die hohen Stoatswürden in einem kleinen Kreise einflußreicher Adelsfamilien reihum, so muhte überhaupt die Hülst« der Äustiz- uich Aerwaltungsbeanüen blauen Blute» sein, und. auf dem flachen Lande, wo der Bauer durch Fronden' und Zehnten erdrückt wurde, gebot der adlige Ritterguts- besitzer, keine Steuern zahlend, ober dafür die Polizei- und Gerichts- gewalt ausübend, so gut wie unumschränkt; in der Lausitz gab es schandenhalber sogar noch die Erbuntertänigkeit. Raffte sich eine schläfrige, immer wieder einnickende Regierung einnral zu dem Entschluß auf, in einem Punkt den bequemen Grund- satz: Alles beim alten lasten! preiszugebe?,, so stieß sic aus den bock- bemigen Wider st and der Ständeversammlung; neben den Vertretern der Städte, das ist: des patrizischen Klüngels, der in ihnen am Ruder war, herrschte hier die Ritterschaft und brachte die bescheidensten Reformen zu Fall, wenn sie dadurch ihr« dem Zeitalter der Leibeigenschoit angepaßten Klasseninteressen bedroht wähnte. Wie? Don 1830 ab sollten Baiiernlümn?«!, die ein Handwerk lernen wollten, nicht mehr gehalten sein, vorher vier Jahre in der Land- Wirtschaft, davon zwei bei der Gutsherrschaft, zu dienen? Nichts da! Umgekehrt stieß jeder Wunsch der Stünde nach Ausdehnung ihrer Rechte auf das starre Nein des vergreisten Königs und seines leiten- den Kabinettsministcrs, des auch noch ganz in den Staatsbegriffen des achtzehnten Jahrundert- befangenen Grafen Einsiedel; die untertänigste Bitte, daß di« Versammlung wenigstens in den Staatshaushalt Einsicht nehmen dürfe, wurde mit dem Be- deuten abgewiesen, daß»ein« unstatthafte Erweiterung der ständigen Besugvisse dos beglückend« Derhältnis de» Vertrauens und der Eintracht zwischen Fürst und Untertanen leicht stören" würde. Da brach, ein europäisches Ereignis, in Paris die Juli- revolution aus, und ihr böses Beispiel, gute Sitten verderbend, ARBEITERSPRUCH Tn den werkschrei dieser Stunde. Tn den Radschwung der Maschinen Stürzen wünsche wie Lawinen. Seht, sie stürzen auf das Eisen! Und wir feilen, nieten, schweißen Tn das höllische Metall Dieser wünsche wilden?all. Mit Turbinen, Eggen, pflügen Fahren sie aus der Fabrik Und erfüllen das Geschick Tn Dynamos, blanken Sügen. So erfüllen sie die Welt. was erst Trübsal war und quälend, wird Erlösung und erzählend, wird Verwandlung und berichtet, wandelt selber, strahlt und dicht?! Tst die iZotschaft nach den Ländern Um sie mählich zu v?rä-dcrn, Um sie innig zu verlinden, vajj sich alle Völker fi; den, Ungefüllt mit Mut und Lrast Zu der großen Bruderschaft. hebt die Hämmer! Laßt sie fallen! „ Fried» sei dea Menschen allen! Mm BarmH stört« allerdings das„beglückend« Derhältnis" zwischen Fürst und Untertan tn Sachsen. ziemlich empfindlich. Hatte schon vordem in einem protestantischen Land«, das mit einem gewissen Mißtrauen nach seiner stockkathalischen Königsfamilie schielte, dos Dreihundertjahrfest der Augsburger Konfeilion zu Un° ruhen geführt, so folgten als Widerhall der Julirevolution im Sep- tembcr 1830 zu Leipzig und Dresden heftige Tumulte von feltlam zwiespältigem Charakter: baß in der Residenz dos Polizei- gebäud« niedergebrannt wurde, zeugt« vom Aufbegehren bürger- lichen Freiheitsdranges, aber daß man in Leipzig einem Ratsherrn an? Led«-' wollte, der eiserne Hospitalbetten auswärts bestellt hatte, und daß inan um ein Haar die neuen Schnellpressen der Brockhausschen Druckerei zerstört hätte, verriet den v e r- schroben zünftierlschen Einschlag der Bewegung. Als die Regierung daraufhin die Grundzüge einer Städteordnung aus- zuarbeiten versprach, schwelgten die Sachsen im Triumphgefühl einer siegreichen Revolution, und mährend vorher die französische Marseillaise, dos Sturmlied von 1792, gespielt und gesungen morde» mar. stimmt« man jetzt die von Tie dg« gedichtete sächsischa M a r s e i l l a i s«ze Qeschicble devWocho Wie ein Hechllicher staeb Der Verlagsbuchhäirdler Fleihtg in Wien vergiftete sich, jeine Frau und seine vier Kinder mit Gas. „Siehst du, mein Junge," sagt um die Jahrhundertwende ein idater zu seinem zwölssöhngen Sohn,„wir haben den Fannlien» namcn Fleißig. Das ist ein merkwürdiger Name, und wir müssen es uns gefallen lassen, daß man uns damit ärgert uich auszieht Wir können auch weiter nichts tun, als so zu handeln, wie wir heißen, damit unser Name«inen Sinn kriegt; denn sonst ist er nur ein dummer Witz. Wenn wir uns aber nach unserem Namen richten dann muß auch was aus uns werden." Der Junge hört es gläubig: es kann nicht anders sein bei diesem Vater, der groß von Körperbau und gut von cherz und zudem ein ehrbarer und ersolgsicherer Handwerksmeister ist Sie gehen ruhigen Schrittes durch das rheinische Städtchen, wie der Daier das spricht, viele grüßen srcundlich und voll Achtung den breiten Meister und seinen ernsten Sohn, der in der Schul« der fleißigste ist und der gewissenhastestc. Dann sind sie durch das Tor und gehen am Rhein hin, der glänzt sanft in einer milden Sonne; der Bater spricht längst von anderem, von dem Jahrhundert, das sich nun neigt, und von dem. das kommen will—: aber das Kind hört noch immer nur die Botschaft, die ihm beide Jahrhunderte zusammenhält, und die seines Lebens, das durch diese beiden Jahrhunderte wandert, Sinn und Grund ist: die Botschaft, daß dem Fleiß und der Rechtschaffenheit. daß ihm als dem rechten Diener seines Namens di« Welt«ine gute Heimat sein muß. Das neue Jahrhundert kommt, wächst: der sung« Fleißig geht gläubig mit ihm. Eine» Tages liegt die Schule hinter ihm, ein schönes Buch nimmt er als Ehrengabe der Lehrer für besonderen Fleiß mit in die Jahr« der Angestelltenzeit: er wählt kein Handwerk. c, treibt ihn zum G.-istigen hin, so will er Buchhändler werden Später ist auch«in anderer Tag da. der füllt sein in reinem Gleich- maß schlagendes Herz mit der Hinneigung zu einem Mädchen; es kann nicht anders fein, als daß auch dies Mädchen fleißig und recht- schaffen ist, still und gerade, und bald seine Frau wird. Häuslicher Frieden kommt, Kinder kommen, Zwillinge, zwei Jungen— und im gleichen Jahre der Krieg. Als dieser Krieg vorüber ist mtt Wunden und Frontdienst für den Mann, mit Hunger und Heimatnot für die Frau und die Kinder: als ein müder Frieden sie. olle wieder einigt, stellt sich dem«in- fachen Wirken Fleißig, die ihm unübersehbare Wirrnis der I n> f l a t i o n entgegen: als auch di« vorbei ist, Ist das väterliche Der- mögen dahin; dasselbe Vermögen, das die Selbständigkeit des Sohnes begründen sollte. Fleißig beachtet das nicht sonderlich: er hat mehr von seinem Vater als das Geld, er hat von ihm den Namen und die Verheißung. So bleibt er Angestellter, einstweilen noch, und so baut er das Glück seines Hauses, das eine enge Basis hat, breiter aus: schon im Krieg« kam noch ein Töchterchen, das bekommt noch eine Schwester. Er vollzieht den UebertriU zum Lerlagsbuch- Handel und damit die Uebersicdlung nach Wien. Die Reinheit und Ruhe der heimatlichen Landschaft ist nun sern. um Ihn ist das dunkle und wirre Wühlen etner zeitkranken Stadt; in ihm aber blieb alles beim alten, seine Kinder scheinen zu werden wie er und ihr Großvater: und aus den Büchern, die der Verlag herausgibt, in dem er arbeitet, erwirbt er noch mehr Zuversicht in diese Welt die dem Rechtlichen gehört; denn es ist ein Jugendverlag. Im Anfang des Jahres 1323 gibt es ein« Unterredung zwischen dem Berlagsinhaber und seinem Angestellten, die dieser Angestellte wohl nicht ganz versteht. „Sie wollen sich also selbständig machen," sagt der Verleger. „Seien Sie mir nicht böse, wenn ich Sie warne. Ich will Sie nicht mutlos machen, obwohl Sie ja gesehen haben, wie sich von Monat zu Monat das Geschäft erschwert. Ich will Sie auch nicht hallen, obfchon ich in Jhn«n den besten Mitarbeiter verliere, der denkbar ist; ich konnte meine Uhr nach Ihrem Kommen stellen, konnte meinen Kopf auf Ihre Zuverlässigkeit setzen. Nur— es gehören Eigenschaften dazu, um jetzt Erfolg zu haben, die Sie, ich möchte sagen glücklicherweise, nicht haben, gar nicht haben dürfen, um der zu sein. der Sie sind. Wenn ich Ihr« Bezüge erhöhe, wird das für Sie und Ihre Familie besser sein. Bleiben Sie bittel* Fleißig versteht ihn wirtlich nicht. Welche anderen Eigen- schasten können zum Erfolg gehören als Rechtlichkeit und Eifer? Er läßt sich nicht halten. Auch sein Vater hat eine lang« Lehrzeit durchgemacht: es ist recht und billig so; wer befehlen will, muß ge- horchen lernen; wer eigenen Erfolg haben will, muß anderen zum Erfolg geholfen haben. Hat man aber das getan, dann hat man dos Recht, hat vi«lleicht die Pflicht, sein eigener Herr zu sein; das Leben, dem man bisher diente, zu meistern. So hat er's gelernt, geglaubt, begriffen. Er geht und gründet den Verlag„Neue» Leben". Das geschah im Anfang des Jahres 1329. Im Anfang des Jahres 1931 geschieht etwas, was alle Tage geschieht:«in Berkig steht vor dem Ruin. Es ist der Verlag„Neues Leben". An demselben Tage, an dem es feststeht, daß sein Verlag nicht zu halten ist: an diesem selben Tage steht für Fleißig etwa» viel Entscheidenderes fest. Er kommt gefaßt nach Hause und verfamiiwit um sich seine Frau, seine Söhne, sein« Töchter. Die Söhne sind beide siebzehn Jahre alt, er hat ihnen unter Opfern den Besuch des Gymnasiums ermöglicht. Die ältere Tochter ist fünfzehn, die jüngere zwölf Jahre. Alle vier gleichen einander, und alle vier gleichen Vater und Mutter: all« vier sind still, fleißig, gewissenhaft, ver- sprechen viel. Und alle oerstehen darum den Bater... wie ihr Vater einst den seinen verstand. „Wenn ich mich länger halten wollte, müßt« ich zu Mitteln greifen, die ich vor Euch nicht verantworten kann," sagt ihnen der Vater.„Auch Ihr müßtet, um durch diese selbe Welt zu kommen, Dinge wisien, die ich Euch nicht lehren kann. DenO diese Welt Ist nicht für die Fleißig? bestimmt, und die Fleißig» sind nicht für sie bestimmt. Wir können nicht rechtschaffen auf ihr leben. Wir können sie nur rechtschaffen verlassen." Sie schweig««. Die Frau weint; aber nach einer Weil« nickt sie. In den Jungen brennen alle Freuden des Jungseins auf, olle Werte, von denen sie zu wisien glaubten, alles Hoffen auf eine andere Zeit, alles Hinglühen in eine echter« Zukunft... Aber da sitzt der vergötterte Dater und hat gesprochen, da sitzt die geliebt« Mutter und hat gewemt und dennoch genickt. Sie fühlen, daß sie sich beugen müsien, sie haben die Müdigkeit der dritten Generation. Denn, was der ersten Generation, was dem Handwerksmtister im Rheinland Waffe war im Leben, da» sit der zweiten, Ist dem An- gestellten und Verleger in Wien nur Stecken und Stab, und der dritten, den Primanern nur Fessel. Sie sagen ihr Ja. Es sind auch die Mädchen noch da. Die sind es gewöhnt ge- westn, hinter den anderen zu gehen, die ihre Deckung sind gegen das Leben, das noch vor ihnen ist— und von dem ihr Vater weiß, daß sie es nicht werden meistern können. Sie sind selbst noch zu irnig, um zu wisien, was Leben ist; also wissen sie auch nicht, was Tod ist. Sie sind bereit, das Leben„rechtschaffen zu verlassen". Nach der feierlichen Stund« des großen Entschlusses beginnt eine seltsame Tätigkeit; eine Tätigkeit voll profaner Handlungen, di« doch fast noch feierlicher ist als der Entschluß. Es beginnt das grandiose Pathos nüchterner Menschen, e» beginnt der Fanatisnnis der Nechtschassenheit, es beginnt ein Drama, das Groteske wäre, wenn nicht der Tod dahinter stände... Der Mann schreibt Zählkarten aus, überweist seinen Gläubigern alles, was er. noch überweisen kann, bestimmt auch, wem die Möbel zur Abgeltung setner Forderungen zufallen sollen. Sein« Hand zittert nicht, wi« er die Zahlen schreibt. Die Frau geht noch einmal durch die Wohnung, wi« si« so oft hindurchgegangen ist. ordnend und säubernd. Alle kleinen Gegen- stände finden ihren Platz an ihrer Statt; di« Betten werden mit frischem Leinen überzogen. Die Hand der Frau zittert kaum, wie sie noch einmal darübe? hinstreicht. Die Kinder setzen sich an ihre Arbeitstische und nehmen ihre Schulbücher zur Hand. Sie erledigen alle die Aufgaben, dt« sie heute morgen in der Schule übernommen haben. Sie übersetzen den Livius oder schreiben Grammatikregeln nieder oder erledigen Rechenaufgaben—: das tut die Jüngste.(Am anderen Tage findet tleuralh:.Finpirifdie Soziologie" Otto Neuraths„Empirische Soziologie(Verlag I. Springer, Wien 1331, 151 Seit««) trägt den Untertitel„Der wisienschastliche Gehalt der Geschichte und Nationalökonomie". Der Verfasser hat sich die methodologisch« Aufgabe gestellt, das Forschungsgebi«t dieser Wissenschaften unter dem Gesichtspunkt der marxistischen Weltanschauung abzugrenzen. Er schiägt vor, die Soziologie auf„Aursageu über beobachtbare Tatbestände" zu beschränken, und diese Aussagen zu etner Einheitswissenschast zu- sammenzufassen, die er„Phystkalismus" nennt. In diesen Rohmen gehört auch dt«„Soziologie auf materialistischer Grundlage" oder „empirische Soziologie" als„Realwisienschaft". Darunter oersteht O. Neurath die Lehren von Vorgängen innerhalb der zeiträumlichen Wirtlichkeit. Jede andere Betrachtungsweise lehnt er ab, ins- besondere die metaphysische, theologische, sowie die als„Ver- stehen",„Sinngebung". Wertbe-ogenheit" usw. auftretende Dar- stellungeweis«, denn si« sind nicht zeit- und raumgebunden. Das Buch enthält ein Gemisch von gelehrten Theorien au» den ver- schiedensten Wissensgebieten(vornehmlich der Sozialpsychrllcgie), wi« zum Beispiel Ober Extrapolation, Kohärenz. Gesellschaftsstruktur. Er schließt mit«inern Abschnitt über„soziologische Prag- nos«", in welchem versucht wird, deren reale Grenzen festzustellen. Di« Zukunft gehört einem„durchlooisierten Empirismus", einem Eindringen„physikalischer Denkweise" in das Gebiet der Gesell- schaftswissenschast.„Gegenstand der Vorauesoge ist nicht wehr da? Schicksal der«inzelnen, sondern dos Verhalten der Gruppe. Die Solidarität des Schicksals führt zur Solidarität des Verhallens, man ihre Hefte; sie weisen keinen Fehler aus, und die Schriften sind kindlich und klar.) Dann setzen sie sich zum Abendbrot. Als das gegessen ist, geht man schlafen. Es findet sich, daß die Frau alle Betten in einem Zimmer zusammengeschoben hat. Man sagt sich gute Nacht. Nach einiger Zeit steht der Mann noch einmal aus und tut das Letzte... Er versäumt auch nicht. Türen und Fenster abzudichten Dann legt er sich wieder hin. Bielleicht ist die Gestalt des Vaters noch einmal da, vielleicht die Buchhandlung und das Büro, vielleicht auch die harten, symbolischen Züge des Namens Fleißig, der«in« Verheißung sein sollt« nach dem Willen eines alten Mannes und ein Fluch wurde; vielleicht dringen von unten her Schritte und srohe Laute von vorübergehenden Menschen, die da lachen trotz dieser traurigen Zeit, die stark sind und deshalb grniß eine andere Zeit erleben werden; vielleicht ist auch ein letztes Mitgehenwollen, Mit- glaubenwollen in dem Manne wach, ein zaghafter Entschluß, es doch noch einmal zu versuchen, anders, neu-- Aber da ist es wohl schon zu spät. Der Tod. der mit so schlichtem Ton gerufen lvurtx und mit so unüberwindlicher Entschlossenheit, der Tod verweigerte sich nicht Al» man sie ausfand, lagen sie alle still In ihren weißen Betten Es hatte keinen Sinn, Wiederbelebungsoersuche anzustellen. j führt zur Pflege wissenschaftlicher Soziologie, die den Massen sagt, was ihnen die Zukunft bringt." L. T. Xarfons:„9m Sowjel£abyriitthM „Im Sowjet-Labyrinth" ist der Titel eines im Transmare-Derlag, Berlin W, B-ndleistraße 8, erschienenen, 246 Seiten umfassenden Buches, das den Schriftsteller M. I. L a r- sons zum Verfasser hat Dieser ist, wie er im Vorwort mitteilt, au» der Provinz Kurland gebürtig, die jetzt einen Bestandteil der Republik Lettland bildet. Dem geborenen Kurländcr war zunächst Deutsch di« Muttersprache, während er russisch als Umgangssprache erlernte, deutsche und russische geistige Kultur die„Grundlage seiner Weltanschauung" wurden. Aber die Art, wie nach Abschüttelung der zaristischen Despotie die Sowjetrepublik verwirklicht wurde, leitete eine Epoche von bitteren Enttäuschungen«in, die das Lard nicht zur Ruh« kommen lleßen. Auf der einen Seite suchten Leute, die sich zurückgesetzt fühlten, sich durch Verschwörerakte Genugtuung zu oerfchassen, aus der anderen Seite ließen die Polizeibehörden Verhaftungen über Verhaftung«« vornehmen und die Eingekerkerten als Geiseln Grausamkeiten unterwerfen, die an Rücksichtslosigkeit den schlimmsten Terrorismus überboten. Man muß M. I. Larfons das Zeugnis ausstellen, haß er bei seiner Schilderung der Vorgänge sich stets gewissenhaft an di« Wahrheit gehalten, sich peinlich auch der allergeringsten Ueber- treibung enthalten hat Insofern entspricht das Schllißftück des Vorwort» zu seinem Buch durchaus den Tatsachen Es lautet: „Das, was ich den Lesern tn diesem Buch vorlege, sind zwanglos aneinandergereihte Begebenheiten aus meinem Leben in Sowjetrußland und aus meinen fowjelrufsifchen Wifsioneu im Aueland«. Die Begebenhellcn sind objektiv wahr. Ich habe nichts aufgetragen, nichts hell oder dunkel gefärbt Ich habe auf jede Schminke verzichtet." Das dürfte jeder Leser merken, der das Buch mft Berftand lieft Eduorck Bernstein. FÜ/f DEN KLEINGÄRTNER ■BunotuiiiiiiimtnuMimiuuiiiiuuuiiiiuiiiUiinuiimuiiiuiiiiiinituiuuuuiiuiiaiuuiuiHminNiu« Schlinggewachse am Gartenzaun Eigentlich ist das Wort Gartenzaun, wenn wir ganz streng sein wollen, eine sinnlos«, überflüssige Lerdoppelung. Denn„Garten" ollein bedeutete im Germanischen bereits Zaun, Gitter, manchmal auch Hof. Es hat sich aus den Silben g-lrds und garda(gochisch) und gart, cart und garto(althochdeutsch) entwickelt Natürlich Ist das nur eine kleine Wortspielerei, denn im Laufe der Zelt hat das Wort„Garten" längst eine ander«, fest umrissen« Bedeutueg be- kommen. Aber wohl niemand kann sich seinem Garten, jetzt denken wir dabei wieder an unserem„Grundbesitz", ohne eine E t n f r I e d l- gung vorstellen. Und diese Einfriedigung ist e», die dem Klein- gärtner oft viele Sorgen macht. Schön sehen die Zäune, die meist aus Maschendraht her- gestellt sind, nicht gerade au«. Eine Hecke davor zu pflanzen, ist«ine teure Angelegenheit, auch soll in vielen Fällen ja jeder Fußbreit Landes nutzbringend verwandt werden. Auf der anderen Seite möchte wohl jeder Gartenbesitzer„unter sich" bleiben und deshalb gegen Sicht geschützt sein. Die einfachste und zweckmäßigste Lösung ist wohl die. einen Zaun mtt Schlingpflanzen zu beranken. Wir haben sehr viele Möglichketten gerode in dieser Pflanzenart. sowohl in bezug auf die Nutzbarkeit, als auch die Schönheit, nicht zuletzt auf die Kostenfrage. Am einfachsten und billigsten könnte man den Zaun durch die Aussaat von Bohnen und Erbsen begrünen, vor- ausgesetzt, daß die Höh« der Einfriedigung mindestens 1,56 bis 1,86 Meter beträgt. Aber dagegen ist einzuwenden, daß das Blatt- werk nicht dicht genug wächst und auch bereits im Hochsommer bzw. bald nach der Ernte ein wenig schönes Aussehen annimmt. Ebenso verhält es sich mit der wohlriechenden E d e l w i ck e(iatz-rns odorata). die durch ihre prachtvolle Blütenfülle in den zartesten Farbennuanrcn zu den beliebtesten Schlinggewächsen zählt. Prakttsch, d. h. ertragreich, Ist auch ein H t m b e e r- oder Brombeerspalier, ober das Aufbinden der Triebe, besonders bei den Brombeeren, dürste eine etwas stachlige Beschäftigung sein und dem Kleingärtner keine ungetrübte Freude bereiten. Aus diesem Grunde würde wohl oft sehr bald ein wildes Gestrüpp entstehen, zu- mal beide Pflanzen ja st ort wuchern; Brombeeren z. B. können 3 Meter lange Jahrestriebe entwickeln. Auch wird der Kleingärtner nur schweren Herzens überzählig« Trieb«, die an dem Zaun oder am Spalier keinen Platz mehr finden, wegschneiden, denn er denkt dabei eben doch zu sehr an die Ernte. Gleichermaßen nicht ganz unblutig würde sich die Pflege einer Wildrosen-Spalier- Pflanzung gestalten— aber der Hagebuttenwein, besonders wenn er mit einer Edelwelnhefe vergoren wird, Ist«ine sehr verlockende und— Ich kann das au» eigener Erfahrung versichern— ein« recht wirksame Angelegenheit. Eine sehr schöne Zaunbekleidung erzielt man mit der An- Pflanzung von Zierkürbissen. Bor allem sind sie hin- sichtlich der Bodenqualität sehr anspruchslos, bilden ein undurchdring- liche», frischgrüne- Blattwerk, während zur Zeit der Fruchtentwick- inuumimnwuawinuniuimiiiuiiiimiiiiiuuuiimmmmuiiumiiimimniimiiiiiinnii lung das aparte, nicht oft gesehen« Gartenbild die geringe Mühe des Anbind«ns und Schneidens der Triebe reichlich belohnt Die merk- würdig geformten Früchte, oft birnenförmig oder apfelfinen- rund, manchmal oerrunzelt und mit abfonderlichen Auswüchsen be- haftet, werden kaum größer als die Kokosnuß und weisen alle Färb- töne vom matten Weiß über schreiendes Chromgelb bis zum satten tiefen Orange auf. Getrocknet und auf ein« schöne keramische Schale gelegt, erfreuen sie uns als eigenartiger Zimmer Schmuck noch den ganzen Winter über. In letzter Zeit hat man oft die Forsythie, die schon im zeitigen Frühjahr mit leuchtenden gelben Blüten übersät ist, und die Zwergmispel mit ihren herrlichen korallenroten Früd)ten spalierartig oerwandt, obwohl es ja Gehölze sind. Von den aus- gesprochenen Schlinggewächsen sind empfehlenswert kQematis vitalba, die Waldrebe, von der es die verschiedensten Spezies gibt, die aber gute Besonnung und auch besseren Boden verlangk, ferner Tecoma, die I a s m i n t r o m p e t e, die für einen warmen, geschützten Standort dankbar ist, sowie die Pseifenwinde, �Tistolot�üa sipho, di« für den gedachten Zweck aber doch etwas zu starkwüchstg sein dürfte, schließlich noch die vielen Loniceren, unter der Bezeichnung Geißblatt oder Heckenkirsche wohlbekannt, von der etwa 16 bis 12 Arten im Baumschulhandel oertreten sind. Rankrosen, Efeu und wilder Wein sind allzu bekannt, als daß sie noch einer besonderen Empfehlung bedürfen. Zuletzt sei noch der K n ö t e r i ch(Bolxgonnm Aubertii) erwähnt, ein sehr üppfg und raschwüchsiges Schlinggewächs, das bis 6 Meter lange Jahrestriebe machen kann und deshalb nur an sehr hohen Mauern und Zäunen angepflanzt werden sollte. Bon Juli bis Oktober werden die lichtgrünen oder rötlichen, aufrecht wachsenden Blütenrispen überdeckt. Der Berliner Kleingärtner hat dem Knöterich den Beinamen„Klettermaxe" gegeben, und das will aller- Hand sagen! Wenn aber die starkwüchsigen Schlinger regelmäßig angeheftet und vor allem in strengem Schnitt gehalten werden, werden sie den Zweck, eine geschlossene, räumlich wirkende und farbige Einsriedigung zu schaffen, sehr bald zur Zufriedenheit des Gartenbesitzers erfüllen. H. Fi. Pohlenz. Wie man alte und junge Gänse erkennt Sehr oft wird der Kleintierhalter beim Gänfekauf dadurch über- vorteilt, daß man ihm ein« alt« Gans für eine junge andreht Es ist also nötig, daß ungefähre Alter einer Gans zu erkennen. Eine alte Gans erkennt man zum Beispiel data«, daß Schnabel und Füße rot sind, während funge Gänse dort Heller, fast gelb erscheinen. Die Ringe um die Pupillen sind bei alten Gänsen blau oder gelb, während fle bei jungen weiß sind. Bei jungen Gänsen sind die Nägel viel spitzer und das Becken viel welter als bei alten. Bei geschlachteten Gänsen erkennt man die jungen daran, daß die Schwimmhäute sich leicht zerreißen und die Gurgel sich durch starkes Drücken zerteilen läßt; bei alten Gänsen lassen sich diese kaum biegen. G. Brodt. Arbeiter- Rasenspiele Fußball— Handball— Hockey am Sonntag Der kommende Sonntag bringt wieder eine Reihe interessanter Fußballkämpf«. In Reinickendorf, städtische Sport» Plätze Scharnweberstraße, stehen sich Eintracht und Lichtenberg I im Wiederholungsspiel gegenüber. Das erst« Tressen beider Mann- schaften endete mit dem Ueberraschungssieg von 5:2 der Reinicken- dorser. Durch die Mitwirkung einiger Lichtenberger beim letzten challensportsest mußte das Spiel neu angesetzt werden. Am Sonn- tag soll es sich nun zeigen, ob das erste Resultat nur durch Zusall erzielt wurde, oder ob Reinickendorf wirklich besier als Lichtenberg ist.— In Pankow, Kissingenstraße, treffen FTGB.-Pankow und Butab aufeinander. Beide Mannschaften haben die gl«ichen Sieges- aussichten.— In der W u h l h e i d e soll die Entscheidung über die Tabellenspitze des I. Bezirks zwischen Britz 83 und Oberspree fallen. Die Oberspreer haben durch den Vorteil des eigenen Platzes die Chancen für den Gewinn d«r Punkte. Weitere Spiele: Rormannia gegen FTGB.-Osten in Lichtenberg, Rormannenstraße. Luckenwaw« V gegen Lucken- walde III. Hertha gegen Eiche-Käpenick. Storkow gegen Herzfelde. Degenbrodt gegen Friedersdorf. Selchow gegen Storkow 3. Wans- darf gegen Borwärts-Wedding. Saxonia gegen Freie Scholle. Zehdenick gegen Schwarz-Weiß. Lychen gegen Pankow 2. Neuen» Hagen gegen Freienwalde. Schwedt gegen Altglietzen. Dannenberg gegen Oderberg. Brieselang gegen Potsdam. Rachenow-Süd gegen Ketzin. Nowawes g«gen Rathenow. Brandenburg gegen Nauen. Sokol gegen Drewitz. Charlottenburg gegen Werder 88. Staaken gegen Kaputh. Grebs gegen Fohrde. Lehnin gegen Trechwitz. Jeserig gegen Netzen. Wilmersdorf gegen Boltssport Neukölln. Friedenau gegen Brück. Treuenbrietzen gegen Woltersdors. Niemegk gegen Ruhlsdorf. Kloster Zinna gegen Luckenwaid« I. Zweite Mannschaften: Britz 88 gegen Oberspre«. Normannia gegen Osten. Storkow gegen Herzfelde. Lichtenberg I gegen Strausberg 1. Wacker gegen Eich«. Neuenhagen gegen Freienwalde. Schwedt gegen Schiffmühl« 1. Käthen 1 gegen Oderberg. Butab gegen Potsdam. Brieselang gegen Potsdam. Süd gegen Knoblauch 1. Nowawes gegen Rathenow. Brand«n- bürg gegen Nauen. Wilmersdorf gegen Neukölln. Belzig 1 gegen Woltersdorf. Niemegk gegen Nuhlsdorf. Luckenwald« II gegen Klausdorf 1. Hertha gegen Trebbin. Jugendmannschaften: Minerva gegen Lichtenberg I. Normannia gegen ASV.-Neukülln. Staaken gegen Nowawes. Brandenburg gegen Drewitz. Saxonia gegen Werder. Beginn der Spiel«: Erste Männermannschaften 18 Uhr. Zweite Männermannschaften 14.15 Uhr. Iugendmannschaften 1030 Uhr. &&AxdJoiXiL/ Nordring gegen Stellin Der Bezirk Rordring der FTGL hat sich zu seinem Spieltag auf dem Platz an der Schönhauser Allee die Sportoereinigung „Frei"»Stettin verpflichtet. Die Spielzeiten sind folgende: 4. Männer gegen Berlin 12 um 9.30 Uhr, 2. Männer gegen Zossen 1 zun 1049 Uhr. 3. Männer gegen Schwante 1: Frauen gegen Stettin um 13 Uhr, die beiden Iugendmannschaften um 13.59 Uhr und die gleichen 1. Männermannschaften um 15 Uhr. In der 1. Klasse spiell nur in der Abteilung H Nowawes gegen Volkssport-Neukölln um 15 Uhr in Nowawes, Priesterstraße. Neukölln nimmt sicher die Punkte mit nach Hause. Di« Spiele in den übrigen Klasien sind: 2. Klasse: Kaulsdorf gegen Adlershof: Baumschulenweg gegen Erkner: Köpenick 2 gegen Fürstenwalde 1: Alt-Ruppin gegen Reinickendorf: Nordost gegen Rosenthal: Luckenwalde-Sportler gegen Friedenau 2; Schöneberg 3 gegen Teltow. 3 Klasse: Fußballklub Oberspree gegen Rehfelde: Südost gegen Kaltberge: Nordring-Sportler gegen Norden 3: Nord- oft 2 gegen Falke: Nowawes 2 gegen Siemensstadt: Wannsee gegen Lankwitz. Frauen: Nowawes gegen Osten: Kaulsdors gegen Dohne- darf: Mahlsdorf gegen Köpenick: Baumschulenweg gegen Südost: Wedding 2 gegen Tegel. Neukölln gegen Wedding 1: Süden gegen Luckenwalde(1 Abt.): Luckenwalde(2 Abt.) gegen Schöneberg: Luckenwalde-Sportler gegen Schöneberg. In Gesellschaftsspielen stehen sich gegenüber bei den Männern: Friedrichs�elde 2 gegen Sportklub 1939: Friedrichsfeld« 1 gegen Kleingärtner: Rahnsdorf gegen Norden 3: Stralau 2 gegen ZdA.: Friedrichsthal gegen Lankwitz: Nowawes-Reichsbanner gegen Charlottenburg-Schwimmer 2 Frauen: Friedenau gegen Norden 1; Süden 2 gegen Stralau: Rosenthal gegen ASV.-Wedding. Hotkey Am Sonnabend, 18. April, tragen die Bezirke Nordring und Tempelhof-Mariendorf der Freien Turnerschaft Groh-Berlin um 17,45 Uhr in der Schönhauser Allee»in Serienspiel aus. Schiedsrichter ist Ostring. Das Spiel der 5)«rbstserie gewann Nord- ring 4: 2. Trotzdem Nordring als voraussichtlicher Sieger anzu- sprechen ist. dürften die Mariendorfer ihnen da» Siegen diesmal sehr erschweren.— Am Sonntag finden folgende Spiele statt: Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Pankow— Tennis-Rot um 19,30 Uhr Pankow, Kissingenstraße, Schiedsrichter Nordring 1.— Freie Turnerschaft Kroß-Berlin Pankow 2— Tennis-Rot 2, Kissingenstraße, 9 Uhr(Schiedsrichter Pankow).— In Friedenau, Offenbacher Straße, spielen der dortige Bezirk der Freien Turnerschaft Groß-Berlin und des ASV Wedding um 17,39 Uhr(Schiedsrichter Tennis-Rot 2). Anläßlich des Sptelertages in der Schönhauser Allee spielen um 16,19 Uhr Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Pankow und Nordring kombiniert. In Spandau. Wilhelmstraße, ist wieder ein- mal Hochbetrieb. Der Freie Hockey-Club Spandau 1 hat Volkssport Neukölln-Britz zu Gast: Beginn 15,39 Uhr(Schiedsrichter Marien- dorf 2).— Freier Hockey-Club Spandau 2— Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Tempelhof-Martendorf 2(Schiedsrichter Neukölln- Britz), Beginn 14 Uhr. Ferner finden noch zwei Frauen-Serien- spiele statt Im Neuköllner Stadion, Platz 4, treffen sich Volkssport- Neukölln-Britz und Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Pankow, Beginn 9,39 Uhr. Aus dem Platz Ost kommen Tennis-Rot 2 und die Frauen des VfL. Ostrings zusammen. Beginn 9 Uhr. Der grofje Waldlauf der ArbeitersporlScr Eidiwaldc- Wusterhausen Der Start zum 11. Stroßenlauf Eichwalde— Deutschwu st erHausen, dieser seit Jahren wiederholten größten Mittelstreckenprüfung der Arbeitersportler. erfolgt am Sonn- tag, dem 19. April, um 15 Uhr, in E i ch w a l d e. Trotz der schweren wirtschaftlichen Notlage ist da» Meldeergebni» gegen da» Vorsahr bedeutend besier geworden. 23 Männermannschaften gegen 18, 7 Iugendmannschaften gegen 4 und 8 Einzelläufer gegen 5 zeigen, daß die Bewegung auch hier vorwärts geht. In der A-KIasie dürfte es wieder einen harten Kampf auf der ganzen Strecke zwischen ASC. und Ostring geben, Nordring und Voltssport Wedding werden nicht ganz an die erstgenannten heran- „Solis" erstes Straßenrennen Das erste diesjährige Straßenrennen der Rennfahrer- abteilung Mitte des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer-Bundes„S o l i- d a r i t ä t" ist Sonntag, 19. April. Die Strecke führt von Bernau über Wandlitz. Basdors, Schönwalde, Schönow nach Bernau. Die Fahrer starten in den Gruppen A, B und C. Einen Sieger vorher zu nennen, ist schwer, doch Fahrer wie Schwarz. Unger, Sachtleben, Balke, Herzog werden bestimmt bei der Placierung mitreden. Das Umkleidelotal ist in Bernau, Restaurant Bellevue(am Sportplatz), Start in Berlin, früh 5 Uyr, Königstor. Gäste und Mitglieder herzlich willkommen. Auskunft wegen des Rennens bei Schreiber, Berlin, Lachmannstraße 4. Rennen zu Karlshorst. Morgen, Sonnabend, setzt der Verein für Hindernisrennen seine Frühjahrskampagne in Karlshorst fort. Es wird diesmal starke Felder und interesianten Sport auf der ganzen Linie geben. Die Rennen beginnen um 15 Uhr. Am Ziel im vorigen Jahr reichen. Noch lebhafter wird es in der B-Klasie zugehen. Von den 11 gemeldeten Mannschaften trifft der Vorjahrssieger Osten auf ASV. Neukölln, Volkssport Neukölln, ASB. Wedding, Moabit und den Prooinzvertreter Wildau In der C-Klasie muß der überlegene und überraschende Erste de» 19. Laufe»,„Groß-Besten", sein Können gegen Proles, Bohnsdorf, Friedersdorf, Halb«, Deutschwusterhausen und Mittenwalde beweisen. Mit einer Wiederholung ihres letzten Erfolges rechnen die Wildauer in der Jugendklasse: ASB. Wedding i und Neukölln werden aber sicher gut« Läufer stellen und Mitten- ! walde. Friedersdorf oder Gollern können Ueberroschungen bringen. I Der Einzellauf ist eine offene Sache und erst am Zielband wird zu ersehen sein, wer von den gemeldeten Läufern au» Fürstenwalde, Kaulsdorf, Friedersdorf. ASV. Wedding und Wildau der beste über die 12 Kilometer lang« Strecke ist. Der Lauf führt von Eichwald« über Zeuthen. Wildau und Königswusterhausen nach Deutschwuster- hausen. Die Läufer werden kurz nach 15.39 Uhr am Ziel erwartet. �us bundesireuen Vereinen Der Sportklub„A l t- W e d d i n g 83". aus dem während seines 48jährigen Bestehens eine stattliche Reihe der besten Sportler hervorgegangen ist, hat den Verein„Saxonia" in sich ausgenom- men und sein Betätigungsfeld in der Arbeiter-Sportbewegung somit nun auch nach dem Nordosten Berlins oerlegt, indem er dort«ine neue Abteilung in» Leben gerufen hat. Diese Abteilung führt den Namen„Alt Wedding 83 Abt NO." und hat ihre Uebungestunden in allen Sparten der Schwerathletik, wie Heben, Ringen und Boxen, Montag und Donnerstag 29 Uhr in der Turnhalle Danziger Str. 23. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß der Sportklub„Alt Wedding 83" am 19. Mai im Gesamtetablissement„Moabiter Schützenhau»" einen Wettstreit im Heben, Ringen, Boxen und Jiu-Jitsu veranstaltet, und Zwar offen für alle Klassen innerhalb des\ Kreises. Erste Kräfte aus Berlin und der Mark Brandenburg haben schon Meldungen abgegeben, so daß spannende und abwechslungsreiche Kämpfe zu erwarten sind. * Anpaddeln der Freien Faltbootfahrer Berlin. Am kommenden Sonntag wird die Riescnflotte der„Freien Faltbootfahrer" ihre erste gemeinsame Ausfachrt antreten. Wie in den Vor- jähren wird die Spree auf der Strecke von Fürstenwalde bis Hongels- berg befahren. Zur Hinfahrt werden die Züge 6.33 und 7.93 Uhr ab Stralau-Rummelsburg benutzt. Die Fllrstenwalder Turner- kapelle wird die Spitze des Zuges durch die Stadt zum Aufbauplatz führen. Falls es der Wasierstand erlaubt, wird eine gemeinsame Befahrung de» Wehres an der Großen Tränke vorgenommen. Ein« Nachfeier in den„Spreeterrasien" am Bahnhof Hangelsberg wird den Anpaddelsonntag beschließen. Gäste zu dieser Veranstaltung sind gern gesehen._ JFeei« Wasscrtahrer»I-twSrt»'.©iongton, 21. AvrlI, 20 Ul>r. Monat»» netfammluna bei Reutti:», Lee. Ecke Malp:aliuelstr<>b«. Mitglieder werden noch ausgenommen. Doo'ostiinde lind noch»u haben. , Eich«".B»hnkdorf. Teilnehmcr am Stragcnlauf Eonnlog 114 Uhr Bahn- Hof Erllnau. Radfahrer und Motorradfahrer ,ur Beglclwng der Mannschaften 214 Uhr f'albauo Eichwalde.- Beglrlokarte» Nreuzbeeg. flu, Kraaenlnndqehnna de« 0.«reise« werde« die Srorllerinnen gebeten, Montag bis 1914 Uhr im Lokal.Orphrum" sich«In- »ufinden und Svortlleibuna mitzubringen, um am lsahneneinmarfch teilnehmt« zu können, ffilr das herauszugebend? Wcrbeblatt haben die angeschlossenen Verein« bis Eni»« April di, Angab« Uber Anschrist, Verkehrs'okal, Uebnngs» »elten und-plilhe an den Unlcr«lchneten einguftnden. L. Backhaus, Neukölln, Gcnaerltr. 6. «artrll!«,Irk wcdding. Montag. 20. April, 20 Uhr, Kartell fidun«..Rur Linde", Uferstr. 13. Malfrier, Maijugcnhircfsen, Beihilfenfrage und Neu- wählen. KT«». Bejirt Ofrettpwc<-onna»end. 18. April. 1914 Uhr, Mitglieder. Versammlung lm... sein. An» schließend besuchen wir den Vortrag der Freien soj.eflistischen Lochschule im Herrenhaus. flreie Sport, nnd Schiih-nverci-Ignng, Abt. Prenzlauer Berg. Heute. 20 Uhr. MOgfindeiverfammlung bei t'csche. Mehrr Sir. 23. ?enui»-Not Sroh.Berli». Mlmabend Eonnabend, 18. Avril, 19 Uhr, LeviAowsir. 1—2. Eintritt 50?>f. Karten bei drn Adtcilungekafllerern. streit Sport, and Schühenoerelniguna. � echt. lege: Freitag. 17. Avril, 20 Uhr. Besprechung bei Prasser. Michaelfirchstr. 2Sn. Proles. Sonnabend, 18. April, 1914 Uhr. Vicrielsahrrs-Generalvertamm- lung bei Wollfchlögrr, Atalbertstr 21. Sonntag. 19. April, Etroh-ntauf E ch- walde— Deutschwullerhansen. Conntog, 10. Mai. Anturnen im Erkner-Stadion am Tänrmcrihscc. Absahr! mittels Bampker 711 Uhr ab Schillingbrücke. Tag freibvl'en. Bersammlnng der Tennisspieler»er Freien Lehrer-Spsetoereialgnna Frei. tag. 17. April. 1914 Uhr. Schule TanVaer Str. 23. Verteilung der Spielstunden. Beitragszahlung. Für einig? Rntercffrnten IN noch Splelmöglichkeit. Einführungslehrgang Sonntag, 26. April. 10 Uhr, Lüllidxr Str. 4. Volt». 'ilmliche Uebungen und Spiele Montag» Sportpart Ncukölln. Dienstag» Ein. same Pappel und Beb berge. Auskunft: H. Holge. N. 65, Dubliner Str. 14. Telephon: Weddina 6077. .Solidarität». Nadiahre«. Touren für Sonntag. 19. April. Am Sonntag, 19. April, findet die alllährlich« Bnsahrt der Ortsgruppe Derlln statt. Ru dieser Anfahrt stur en die Abteilungen wie folgt: 1. Abt.: 8 Uhr bei Kroll, Btilowllr..55.— 2. Abt.: 8 Uhr bei Tohde. Dieffsnbachfir. Z6.- 2. Ab!.! 8 Uhr Mariannen piah.— S. Abt.: S Uhr Triftftr. 61.— Abt. ssriedrichshai»! 8 Uhr Vetcrsburger Platz.— Abl. Lichtenberg: 8 Uhr Henkel, ssiuow- Ecke Od« rtz ratze.— Abt. Neukölln: 8 Uhr Loln-n�ollernplatz.— Abt. Oberfchöneweide: 10 Uhr Verelnslokal— Abt. Trep'ow.Banmfchulsnweg! 9 Uhr Bhf. Baum« fchulenweg.— Abt. Weitzcnfee: 714 Uhr Antonplatz.— Abt. Reinickeudorf: 714 Uhr Vereinslokol.— Abt. Eharlottsnbura: Start wie und wo bekannt- geaeben.— Abl. Schvnebera: 8 Uhr bei Eberl. Ebrrsflr. 18.—«ch-tung. Ad- ieiliingssahrwortc! Die Ortsgri'ppsn Sold« und Sräbendorf, Brzire 2, feiern am Sonntag, 3. Mal, ihr SSjähriges Bestehen. Die Ortsgruppe» bitten di« Berliner Genossen um recht rege Unterfllitzuna.— Am 24. Avril findet im Gewerkschaft»Haus die Viciieltahres-Genrralvrrsammlung statt. Beginn 19 Uhr. Delegierte sind nach dem Regulativ m rntserden.— Abt. Friedrich, Hain: 24. April, 20 Uhr, Abteifiingsfitzung bei Horn, Rvrndorfrr Str. 9. Rainrfreundetresfcn in Guben. sAir dir Quorlicraiimeldungen und Teil- »ehmer a» der Autofahrt müssen nunmehr die letzten Ritfern am 20. Avril in d.n Händen von A. Lau, O. 34, Warschauer S�r. 701, sein, und»war weiblich und männlich gcsondrrt geführt. Di» Autofahrt beginn» Sonnabend, 25. April, 17 Uhr, ab Geschiiftzsirlle, Rohonnisslr. 14—15: 2. Trsfspunkt für die östlichen Degiik« 1714 Uhr Eck» Elsenftratzc und Treptower Ehausscc lgegmüber Bahnhof Treptow). Teilnehmerkarten(3,50 M.) sind schnellstens von der Geschäftsstelle abzuho-en. Volkssport Renkölln-Brstz. Der L>ch'b>Idrrportroa im Grfundheitshau» Am Urban findet Montag, 20. April, nicht statt. Ueber neuen Termin..Abend" beachten! Sonnabend. 18. April, Vcreinslehrstunde. Lcsllnaftr. 38: Kinder- leitcr 17—19 Uhr. olle übrigen Funktionäre 19—21 Uhr. anschlietzrnd Sitzung bei Gricgec, Lesstnastr. 8. Monla». 20. April, 1914 Uhr, lfuldastr. 55—56. Berwaltungsauelchutz. Alle Abteilunge» imissen veriretc» sein. Arbeltcr-Schlltzentund, Abt. Eharlottenburg. Uebungsabend Treliag. 17. April, bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Pflichlveranstaltung. da Mairnfchaftsaufslelluna. stngendabtcilunq tag! Montag, 20. April, im Heim Spree str. öS. E» spricht Maria Turhorst. BfL. Oftring,«. V, Duo Ilreilrainina bar beaonnen. Uebungslage sedcn Dicns'ag, Donnerstag und Sonnabend ab 17 Uhr im Lichtenberg«: Stadion. Alle Tsilnehmer»um Ltronenlaus Eichwald»— Drutsch-W>:stcrdausen mülscn iwecks näherer Information beute unbedingt im Stadion erschrinen. Trockon teiler! •n hieß es im Wetterbericht, als die beiden losgingen. Wie hätten sie ausgesehen, wenn Meister Rategut ihnen nicht die wundervollen Regenmäntel von Leineweber verkauft hätte. So blieben sie selbst im stürmischsten Wetter HEITER UND TROCKEN Gummi-Mäntel fufDjmenundHerren.Chc iot � q u. K»sdimir,gt.Guinmierg. 27.- 1 s Trcnch-Coats für Damen u.Herrcn, imprägn., �— mitGummi-Batist-Unbgr 33.- Ölbatist-Mantel für Damrn und Her«n. 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W- m« SamflftnMtn l« SnnEMn In üoDfoucc«WjtlWsnln 3) m t t r i j Tschetweriko» N KMfon in JlunfnineatMi Roman Aus dem Rutschen übrrsrHf von Nina Stein 345 Seifen/ Ganzleinen Dem Neman rolrb lebenswahr da« OTiHeo her tAewjrf-Anzestritfen tinb.Junfriendre zeschilden. 3mOTit(e[puitFf Der �tan Wang(leht D!r„?krbe!Iien" Des Jngrnienr» ÄfltinsH, Der Die Frau eine« fk»!- fegen lieb gewinnt, einen Sturm perschirDenstrr Angriffe über sich ergehen lassen muß onD schließlich »ach Beilegung aller eatstanDrnen Kenffik«« i» einer neuen Eh» lanDet. Preis 4.SO Marlt (Für Mifgliedtc S»»derpreis!) vttlLgbllUlhfkkMSS. m.b.H. verlin CW. 61* velle.?llllance.platz 7 OeotidiH ftiHiir meilem. Weiteos 8 Uhr Täglich 8-/. Uhr Der Honptraann Das Land des von KOpenldc Udielns. r. Carl Zuckmayet Preise 1—9 M Riji«: Ikinz Mpul~;~" mslropoi-Theater Täglich«'.'4 Uhr; DasVeildien v. Montmartre| Operette r. Kaiman j tili« Jtipar, Ria.ValOKnsre. G.' 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