F Morgenausgabe Nr.4S2 A 92 4S.Iahrgang Wöchentlich SSPf� monatlich Z.6V im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitun gs- ,md 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslal ds» abonnement 6,— M. pro Monat; für LSuder mit ermäßigtem Drucksachen- vorto 5,— M. * Der„Donvärts� erscheint Wochentag- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend" illustrierte Beilage.Dolk und Zeit". Ferner.Frauenstimme". �Technik",.Blick in die Bücherwelt", .Lugend-Dorwärts"»».»Ctadtbeilage� Bktlitter Volksblatt Sonnlag 19. April 1931 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die eins palt NonvareUlexeile 80 Pf. Reklamezeile ö,--- RM.„«leine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Taus. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf., jede» weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ArbeitsmarV Zeile KV Pf. Familien» anzeigen Zeile 40Pf. Anzeigenannahme im HauptaLschästLiudenstraße3. wachen- täguch von 8�/z bis 17 Uhr. Der Beklag behält sich dos Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvalorgan der GozialdemoSvattschen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 �crnsprcchcr: Dönbosj LS?— 297 Tclcgramm-Adr: Soöaldenwkrai Berlin. Vorwäris-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 27 52(1— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lind«ststr.2,Dt.B.u.Dik.r.Gest,Depvsitenk.,JerusaIcmer eir.65/G6. Stahlhelm arheitel mit Mchimgen! Neuerliche Feststellung des preußischen Innenministeriums: Bas„Originalstugblatt von 1918" eine Nazifälschung von 1930! Der„Amtliche Preußische Pressedienst" teilt mit: Der preußische Minister der Innern hat das vom Stahlhelm im Kampfe um das Volksbegehren verbreitete angeblich vom Rat der Volksbcauftragten am No- vember 1918 herausgegebene Flugblatt mit der lieber. schrift..Arbeiter, Soldaten, Bauern" und den lenten Worten„ES lebe die Republik! Es lebe die Welt- revolution" auf Grund vorgelegter Beweisstücke, näm- lich ciueS angeblichen QrigiualS vo»n Roveulber 1918, einer eidesstattlichen Versicherung dcS Herausgebers des „Fridcricus" F. C. Holh usw. trotz fortbestehender Bc- denken freigegeben, um jeden Vorwurf einer Behinderung der Agitation für das Volksbegehren auszuschließen. Auf Grund neu beigebrachten Materials haben sich nunmehr Anhaltspunkte für eine Fälschung ergeben und derart verdichtet, daß die vom„F r i d e r i c u s" vorgelegte» Unterlage» beschlagnahmt worden sind unter gleichzeitiger Einleitung eines StrafermittlungsverfahrenS. das sich in erster Linie gegen den H.e r a usg e b« r richtet. /Das vorgelegte„Original" des angeblich im November 19l8 von Matrosen verteilten Ausrufs ist, wie jetzt schon feststeht.•■-. nichts weiter, als ein absichtlich abgerissener oberer Teil eines Flugblattes, dessen Inhalt offensichtlich erdichtet und das von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im Jahre 1030 hergestellt und verbreitet worden ist. Auf diesem Flugblatt ist als Herausgeber Lftberg- München. Druck M. F. Mahr, Miesbach, angegeben. Tie weitere Verwendung dieser Fälschung richtet sich hier- nach von selbst und fällt nur auf die Verbreiter zurück. Tie Negierung sieht lediglich im Hinblick auf den bevor- stehenden Ablauf der EintragungSfrist davon ab, das VolkSbegehrflugblatt Nr. 1 nochmals zu beschlagnahmen. Oer gefälschte Aufruf von ISIS Von Wildvlnt Dittmann, M. d. R. und Volksbeauftragter von 1918. Mit Fälschungen und falschen eidesstattlichen Versicherungen betreibt der„Stahlhelm" die Agitation für sein Volksbegehren zur Auflösung des Preußischen Landtags. Aber Lügen haben kurze Beiue. Das muß jetzt auch der„Stahlhelm" erfahren. Der Berliner Polizeipräsident hatte das erste Stahlhelmflug- blatt zum Volksbegehren beschlagnahmt, weil es wieder mit dem gefälschten Aufruf de�r Volksbeaustrag- t e n vom November 1918 operierte, den der Reichsinncn- minister Dr. W i r t h am 21. Februar 1931 in einem Schreiben an mich auf Grund von Nachforschungen im Archiv des Reichsinncnministeriums und des Reichsarchivs als„e i n c ungewöhnlich plumpe Fälschung bezeichnet hat. Die Beschlagnahme ist vom preußischen Innenministerium wieder aufgehoben worden, und das Bundesamt des„Stahl- Helm" verkündet triumphierend, das preußische Innen- Ministerium habe„nach Vorlage des O r i g i n a l a u f r u f s und nach Vorbringung entsprechender eidesstattlicher Erklärungen zugeben müssen, daß ein solcher Aufruf tatsächlich im November 1918 öffentlich verbreitet worden ist". Wer war der Eideshelfer des„Stahlhelm"? Nun, der sattsam bekannte Herausgeber des„F r i d c? i c u s". .Herr F. C. H o l tz. der sich anscheinend beim„Stahlhelm" damit anbiedern möchte. Herr Holtz hat dem preußischen Innenministerium eine von ihm vor einem Notar abgegebene eidesstattliche Versicherung unterbreitet, nach der ein Herr Alexander Becher, der im November 1918 im Aus- wärtigen Amt tätig gewesen sein will, ein gleichfalls vorge- lcgtes rosafarbenes Flugblatt mit dem angeblichen Aufruf des Rats der Bolksbeauftragten damals von Matrosen bekommen habe. Dies rosafarbene angebliche Originalflugblatt von 1918 Das angebliche Originalflugblatt von 1918. (In Wahrheit der'abgerissene obere Teil des nebenstehenden Nazifluqblaits von 1930.) Arbeiter! Soldaten! Bauern! An alle! An alle! Bie Negierung ist gestürzt! Die alien Machthaber sind geflohen! Die Beanstroaten des Volkes hoben die öffentliche Gewalt in ihre Hönde genommen. Deutschland ist freie Republik! Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. Der Präsident der Dereinigte» Staaten Amerika sichert uns einen Frieden der Versöhnung und Verständigung zu, ohne Annektionen und Eni- schädigungcn. Der Wettfriede ist somik für die Zukunft gesichert.., Das französische und englische Volk beglückwünscht bereits das deutsche Volk zum Sturze seines Imperialismus. Die englische Flotte hat die rote Fahne gehißt. werktätige aller Berufe und Staude! Arbeiter, Soldaten und Bauern! Damit ist die Periode des Militarismus endgültig beendigt. Der allgemeinen Abrüstung steht hinfort kein Hindernis mehr im Weg«. Die Wcltrcvolution marschiert! Die Geheimdiplomatie ist abgeschafft. Indem sich in Zukunft die Völker in aller Offenheit selbst regieren, herrscht nunmehr das Recht. Jeder Werktätige erhält gerechte Entlohnung. Die Republik garantiert jedem Arbeit und Brot. Die Lebensmittelpreise werden sofort herabgesetzt. Die Bollsozial isierung beginntl Schieber und Wucherer werden nunmehr ihrer gerechten Strafe zugeführt. In der Republik ist kein Platz für Korruption. Die Bürokratie ist beselligt. Das Volt regiert sich selbst. Ein allgemeiner wirtschaftlicher und politischer Ausstieg wird die Folge sein. Durch diese Revolution tritt unser Volk ein in den Zustand einer wahren Freiheit, Schönheit und würdet Werktätige, bildet überall Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte! Rüstet zum Kampf gegen die Reaktion! Nie wieder Krieg! Es lebe die Republik! Es lebe die Weltrevolution! Berlin, den 12. November 1918. Der Rat der Volksbeauftragten. Das vollständige Naziflugblatt von 1930. (Der untere Teil dieses Naziflugblatts entlarvt das nebenstehende„Originalflugblatt" als Fälschung.) Arbeiter! Soldaten! Bauern! An alle! An alle! Bie Negierung ist gestürzi! Die alten Machthaber sind geflohen! Die Beauftragten des Volkes haben die öffentliche Gewalt tn ihre Hände genommen. Deutschland ist freie Republik! Das deutsche Volt hat auf der ganzen Linie gesiegt. Der Präsident der Bereinigten Staaten Amerika sichert uns einen Frieden der Versöhnung und Verständigung zu, ohne Annektionen und Eni- schädigungen. Der weltsriede ist somit sür die Zukunft gesichert. . Das französische und englische' Volk beglückwünscht bereits das deutsche Volk zum Stürze seines Imperialismus. Die englische Flotte hat die rote Fahne gehißt. Werktätige aller Berufe und Stände! Arbeiter, Soldaten und Bauern! Damit ist die Periode des Militarismus endgültig beendigt. Der allgemeinen Abrüstung steht hinfort kein Hindernis mehr im Wege. Die Wcltrcvolution marschiert! Die Geheimdiplomati« ist abgeschafft. Indem sich in Zukunft die Völker in aller Offenheit selbst regieren, herrscht nunmehr das Recht. Jeder Werktätige erhält gerechte Entlohnung. Die Republik garantiert jedem Arbeit und Brot. Die Lebensmittelpreise werden sofort herabgesetzt. Die vollsozialisierung beginnt! Schieber und Wucherer werden nunmehr ihrer gerechten Strafe zugeführt. In der Republik ist kein Platz für Korruption. Die Bürokratie ist beseitigt. Das Volk regiert sich selbst. Ein allgemeiner wirtschaftlicher und politischer Aufstieg wird die Folge sein. Durch dies« Revolution tritt unser Volt ein in den Zustand einer wahren Freiheik, Schönheit und Würde! Werktätige, bildet überall Arbeiter-, Bauern,»nd Soldatenrätc! Rüstet zum Kampf gegen die Reaktion! Nie wieder Krieg! Es lebe die Republik! Es lebe die Wellrevolution! Berlin, den 13. November 1918. Der Rai der volksbeauslraglen. Ja, staunt nur, Ihr Leser! Habt Ihr das vergessen? S o haben die Revölutionsmacher im Ilovember 1918 geschwindelt. Und s o logen sie jahrelang weiter! Und heute?? Was sie in Wirklichkeit aus Deutschland gemacht hoben und wohin sie unser Boll führten, dos werden wir nun unserm Volk, all den verdummten und de- trogenen„Werktätigen", dos heißt, in Wahrheit ausgeplünderten und ausgegaunerten Menschen vor Augen führen und zum Bewußtsein bringen, bis sie mit uns zur Abrechnung mit den Mossendetrügern bereit sind. Darum besucht unsere Versammlungen! Darum lest den „völkischen Beobachter"! Darum tretet ein in die Aattonal-Sozialistische Deutsche ArbeiterparteN Hera.ust gemacht. Ganz im Gegenteil, wir Volksbeauf- tragten wäre.» uns der ungeheuren Tragik bewußt, die darin lag, daß wir Sozialisten plötzlich„Frieden, Brot und Arbeit" hervorzaubern sollten, nachdem das kaiserliche Regimen* das Volk mit Kriegsniederlage, Hunger und Wittschaftsruin„beglückt" hatte, und wir waren wahrhastig nicht in der Stimmung, phantastische Versprechungen zu machen. Der gefälschte Aufruf läßt uns Volksbeackftragte— E b e r t, Schcidemann, Landsberg, Haase, D i t t m a n n und Barth— folgenden Hymnus auf einen zu erwartenden Wilson-Frieden anstimmen: „Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika' sichert uns einen Frieden der Versöhnung und Verständigung zu, ohne Anncktionen und Entschädigungen. Der Weltfriede ist somit für die Zukunft gesichert." Keiner von uns sechs Volksbepuftragten hat sich damals solch kindlichen Hoffnungen hingegeben. Wir wußten, daß ein Versöhnungs- und Verständigungpfrieden nur so lange noch möglich war, als es keine Sieger und Besieg- t e n gab, daß 1918 uns als den militärkfch Besiegten aber eine Siegcrfricden aufgezwungen werden würde. Wie ivcnig wir für Wilson schwärmten und wie schwarz wir die Dinge ansahcir, zeigt folgende Stelle aus der Rede, die Haase kurz vor dem Zusammenbruch, am 23. Oktober 1918, im Reichstag hielt: „Wir sind durchaus nicht im höchsten Maße b e- g« i st e r t für Wilson, wir glauben nicht, daß, wenn ein Friede nach Wiisonscher Art zustande kommt, dann die Arbeiterinassen ach ihre Rechnung kommen.. Wir sehen trübe in die Zukunft, trübe, weil wir s ü r ch t c n, d a ß der F r i e d e u n s nicht d.i c Ruhe bringen wird. Wir schey trübe in die Zukunft nicht nur wegen all der schweren Leiden, mit denen unser Volk er füllt ist und die in ihrer vollen Tragik e r st nach d e in Kriege hervortreten werden, sondern auch wegen der u n- erschwinglichen Lasten, die auf ihm ruhen und die von Tag zu Tag größer werden." Nur böswillige Verleumder können unterstellen, daß Haase bei solcher Einstellung zu Wilson und zur Zukunft als Valksbeauftragter das schwülstige Loblied auf Wilson und den gesicherten Weltfrieden anstimmen konnte, das in der obigen Stelle des zusammengefälschten Aufrufs enthalten ist. Noch ein Beispiel, wie verlogen der Aufruf ist. Er läßt uns Volksbeauftragts sogen: „Die Bürokratie ist beseitigt. Das Volk regiert sich selbst." Dabei hat E b e r t, als ihm am 9. November vom letzten kaiserli6)en Reichskanzler, dem Prinzen Max von Baden, das Amt des Reichskanzlers übertragen worden war, außer einem von schwerer Sorge um das Schicksal des Volkes getragenen Aufruf„2ln die deutschen Bürger" noch einen besonderen Aufruf„An alle Behörden und Beamten" erlassen, in dem sie ersucht werden, in ihren Aemtern zu bleiben und weiter ihre Pflicht zu tun: es heißt darin: „Diese Aufgabe kann sie(die Regierung) nur erfüllen, wenn alle Behörden und Beamten in Stadt und Land ihre hilfreiche Hand leisten... Helft also mit mir dem Vaterlande durch furchtlose und unverdrossene Weiterarbeit, ein jeder auf seinem Posten..." Kann ein Mensch mit gesunden Sinnen glauben, daß der- selbe Ebert am selben Tage als Volksbeauftragter die Ab- schaffung der Bürokratie verkündet habe? In der Form, in welcher der„Fridericus" den gefälschten Aufruf vor der letzten Reichstagswahl abgedruckt hat, hieß es:„Das Deutsche Reich ist eine Republi k." Hinterher ist man wohl darauf gekommen, daß dieser Satz ja der erste Satz in der Reichsverfassung von Weimar vom 11. August 1919 ist, also nicht in ein Flugblatt vom November 1918 hineingemanscht werden darf. So liest man jetzt statt dessen:„Deutschland ist freie Republik." Der nächstfolgende Satz:„Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie g c s i e g t", stammt offenbar aus der Rede, mit der S ch eidemann am 9. November 1918 vom Reichstage aus die Republik ausgerufen hat. Das Schlagwort„Nie wieder Krieg", das am Schluß des gefälschten Aufrufs steht, gab es 1918 noch gar nicht, es ist erst einige Jahre null) d cm Kriege von England her zu uns nach Deutsch- land gekommen. So ergibt schon ein flüchtiges Eingehen auf den Inhalt des Aufrufs, daß es sich tatsächlich um„eine plumpe Fälschung" handelt. � Wie armselig muß es um den Geist unserer Gegner bc- stellt sein, wenn sie glauben, uns mit solchen Mitteln wirksam bekämpfen zu können! Ollo Bauer heißt auch ein Führer der religiösen Sozialisten in- Deutschösterrcich. Wenn der„Wissenschoitler" Karl Sauerlano in der„Roten Fahne" dem gleichnamigen Führer unserer Bruderpartei nachsagt, er sei in die katholische Kirch« eingetreten, so ist dos eine Verleumdung oder— für einen„Wissenschaftler" fast noch schlimmer — eine grobe Fahrlässigkeit. Die Anwendung der Notverordnung Beschwerden des sozialdemokratischen Kraktionsvorstandes. Ms vor kurzem im Aeltestenrat des Reichstags darüber ge- sprachen wurde, ob wegen des Erlasses der letzten Notverordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen der Reichstag«in berufen werden sollte, hat sich, die Sozialdemo- kratie gegen die sofortige Einberufung des Reichs- tags ausgesprochen. Ihre Vertreter haben aber keinen Zweifel daran gelassen, daß die Sozialdemokratie die weit- gehende Einschränkung der Versammlungs-, Presse- und Demon- strationsfreiheit, wie sie in der Notverordnung vorgenommen wird, als sehr bedenklich ansieht. Die Sozialdemokraten haben oerlangt, daß die Anwendung der Notverordnung sich ausschließlich auf die Bekämpfung der Mord Hetze und der politi- jchen Ausschreitungen beschränkt, daß aber all« anderen politischen Bestrebungen unbehelligt bleiben müssen. Die Sozialdemokratie werde deshalb der Handhabung der Not- Verordnung, schr sorgfältige Beachtung schenkxn und von einer ein- wandsmcn Anwendung ihr weiteres Verhalten abhängig machen. Gewiß kann im Ansang die Amvendung von Bestimmungen mit so ausgesprochen politischem Charakter leicht M.ißgrisse unterer Instanzen mit sich bringen, mit deren Verschwinden gerechnet werden darf, wenn die Bkstimmungen eine gewisse Zeit lang praktisch angewendet worden sind. Diese Möglichkeit' ist auch die Sozialdemokratie bereit, den staatlichen Organen zuzugestehen. Ab et die bisherige Praxis bei der Anwendung der Notoerordnung hat leider erwiesen, daß nicht nur von vereinzelten Mißgriffen geredet werden kann. Es muß heute festgestellt werden, daß die Notoerordnung, wie sie von den untergeordneten Organen aus- gelegt wird, nicht nur der Bekämpfung der politischen Mordhetze und der politischen Ausschreitungen, wie sie von den Rechtsparteien getrieben werden, dient. Die Notverordnung ist vielmehr in zahllosen Fällen auch gegen links, auch gegen die Sozialdemokratie und gegen ihr nahtstehende Organisationen in einer weise angewendet worden, die mit den Absichten bei ihrem Erlaß nicht in Einklang gebracht werden kann. Besonders der§ 19 der Notoerordnung gibt den stärksten Anlaß für sozialdemokratisch« Beschwerden. Der§ 19 bestimmt, daß'„die öffentliche Ankündigung politischer Versamm- lungen nur die zur Bekanntgabe der Versammlungen erforderlichen sachlichen Angaben über Ort und Zeit der Versammlung, Ver- anstaltcr, Teilnehmer, Redner, Vortragsgegenstand, Aussprache und Eintrittsgeld" enthalten darf. Ankündigungen, in denen mehr steht, können polizeilich beschlagnahmt werden. Diese Fassung sst bedauerlicherweise nicht sehr klar. Der ganze Sinn der Not- verordung war die Bekämpfung der Mordhetze und der Ausschreitungen des politischen Lebens. Darum richtet sich der Wortlaut des Z 19 Abs. 3 gegen Der- sammlungsankündigungen, die zum Mord aufhetzen, oder die sonst geeignet sind, die Oesfentlichkeit zu Gewalttätigkeiten anzureizen. Versammlungsankündigungen, die allein der erlaubten politischen Betätigung der Staatsbürger dienen, fallen nach den Absichten beim Erlaß der Notverordnung nicht unter ihre Bestimmungen. Darum wird auch im Z 19 Abs. 3 einmal zwar eine Zwangs- Vorschrift für den Inhalt von Versammlungsankündigungen er- lassen, die polizeiliche Beschlagnahm« von Versammlungsankündi- gungen aber als Ka n n v o r s ch r i f t in das Ermessen der Bc- Hörden gestellt. Die Prüfung über Zulässigkeit oder Unzulässigkeit von solchen Versammlungsankündigungen ist nach den Bestim- mungen der Notoerordnung den unteren Polizeiorganen überlassen geblieben, und hier haben sich zahlreiche Polizeibehörden in Gegen- satz zu dem wirklichen Sinn der Notverordnung gebracht, indem sie schematisch alle Versammlungsankündigungen verboten haben, die sich nicht formell bis zum letzten i-Punkt im Einklang mit den Vorschriften des§ 19 Abs. 3 Satz 1 befanden, selbst wenn in ihnen keinerlei Ausiorderung zu unerlaubter politischer Betätigung ent- halten war. Dadurch haben sich unerträgliche Miß- ständeergeben. So sind Versammlungsplakate verboten worden, weil sie das SPD.-Abzeichen enthielten. Andere wurden nicht erlaubt, weil sie den Satz aufwiesen,„Alle wahlberechtigten Männer und Frauen sind herzlichst eingeladen". Auch Plakate mit den Worten„Die Einwohnerschaft wird ersucht, für einen Massenbesuch dieser so überaus wich- tigen Versammlung zu sorgen" wurden verboten. Plakate mit aufklärendem Text über die Bedeutung des Jntcr- nationale» Frauentages wurden nicht zugelassen, weil ihnen am Schluß eine Versammlungseinladung angefügt war. Einladungen zu einer Vorführung des Filmes„Cyankali" wurden nicht zu- gelassen, weil auf ihnen gesagt wurde, der Film sei„das er- schütternde Filmwerk, die große Anklage gegen§ 218, bearbeitet nach dem gleichnamigen Schauspiel von Dr. Wolf, Stuttgart". Den Freidenkern wurde ein Flugblatt verboten, besonders well es den Satz enthielt„An der Spitze der Republik steht eine Regierung, deren führende Männer Katholiken sind, deren gesamte Mit- gliedcr sich als fromme Ehristen bezeichnen", denn die'' er Satz sei geeignet,„Behörden und leitend« Beamte des Staates in böswilliger Wesse verächtlich zu machen". Schließlich hat, wie ja auch nicht anders zu erwarten war. der Brannschwciger Naziminister Franzen die Notverordnung dazu benutzt, den ihm seit langem unangenehmen„Braunschwciger Dolksfreund" für drei Wochen zu verbieten. Die Sinnlosigkeit aller dieser Verbote ist vielleicht aus der ungenauen Fassung des§ 19 der Not- Verordnung zu erklären. Aber draußen bei den einzelnen be- troffenm Organisationen wird das Verbot nicht allein als sinnlos, sondern immer auch als besonders schikanös empfunden werden. So geht es nicht weiter! ver Borsland der sozialdemokratischen Rcschslagssraffion hal sich veranlaßt gesehen, wegen der Anwendung der Notverordnung und insbesondere wegen ihrer Auswirkung gegen die Sozialdemokratie mündlich und jchrisllich beim Reichsministerium de» Innern, beim preußischen Ministerium des Znnern, bei der Reichskanzlei und beim preußischen Ministerpräsidenten Beschwerde einzulegen. Diese Beschwerde sst begleitet von einer Aufzählung aller bis jetzt der Reichstagsfraktion bekannt gewordenen Einzelfälle. Jetzt ist es Sache der Reichsbehörden und der DeHörden der Länder, zu der Notverordnung so eindeutige Ausführungsbestim- mungen zu erlassen, daß derartige Mißgriffe wie die gekenn- zeichneten unmöglich werden. Darüber hinaus werden Reichs- und Länderbehördcn darauf zu achten haben, daß bei der An- wcndung der Notverordnung stets die politischen Gesichtspunkte beachtet werden, die für ihren Erlaß maßgebend gewesen sind, nämlich die Bekämpfung der Mordhetze, und der politischen Aus- schreitungen. Die Sozialdemokratische Partei kann und.wird es nicht ertragen, daß die politische Freiheit der Staatsbürger, die sich in erlaubten Formen betätigt, durch eine über das Ziel hinaus- schießende Anwendung der Notverordnung beeinträchtigt wird! Kränzen wird korrigiert. Vraunschweiger„Bolksfreund" erscheint Mittwoch wieder. In Vertretung des Reichsmncnminislcrs Dr. Wirlh hat— wie der„S o z. P r e s se d i e n st" erfährt— Slaalssekrelär Dr. Zwei- gerl aus Grund der Beschwerde des sozialdemokratischen Braunschwciger„Volksfreuad" gegen dessen Verbot durch den Naziminisler Franzen die Verbolssrist von drei Wochen aus eine Woche herabgesetzt. Danach gilt das Verbot ab t5. April und läuft am 2 t. April ab. so daß der„Volks- freund" am Mittwoch, dem 22. April, wieder erscheinen kann. Eine entsprechende Mitteilung ist der Braunschwcigischen Regierung und dem Verlag des„Volksfreund" bereits am Sonnabend zugegangen. Stahlhelm-Terror. Wie in Pommern Eintragungen erzwungen werden. Vor uns liegt eine amtliche Bekanntmachung der Gemeinde Sageritz, Kreis Stolp, mit folgendem Wortlaut: „Bekanntmachung! Ein Vorkommnis in unserer Gemeinde oeranlaßi mich, nochmals durch öffentliche Bekanntmachung alle wahlbcrechtigt.'n Personen aufzufordern, sich unverzüglich m die Listen zum Volks- begehren einzutragen! Ich bitte jeden sich darüber klar zu sein, daß er sich bei Nich teintrag ung bewußt im Gegensatz zu uns st e l l t I Unser Standpunkt heißt:„Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns." Wir werden diesen Standpunkt in Zukunft keinen Finger breit verlassen, und jeden, der sich nicht in die Listen einträgt, so behandeln, wie man einen Gegner bzw. Feind eben behandelt! Auch aus wirtschaftlichem Gebiet sowohl wie im Privatleben werden wir keine Zugeständnisse mehr machen! Ich bitte dies sehr.wohl zu bc- achten und sich etwaig« spätere Folgen selbst zuzuschreiben! Mso nochmals die Mahnung und die Bitte, sich sofort beim Gemeindevorsteher einzutragen, soweit dies' noch nicht gc- fcheheix ist! Der Stahlhelm, B- d. F- I. A.: Max Wenzlaff, Ortsgruppenführcr. (Geineindeoorsteher-Stempel.) Diese amtlich abgestempelte Bekanntmachung ist jeder ver- pflichtet, sofort weiterzutragen, andernfalls er sich strasbar macht!" In Sageritz regiert die Familie Wenzlasf. Gustav�Wen.zlass ist Amtsvorsteher, sein Sohn Max Amtsvorsteher-Stelloertretir, Gustavs Bruder Reinhold ist der Gemeindevorsteher, der sein Dienstsiegel unter diese Bekanntmachung setzte. Hier muß gründlich Ordnung geschafst werden! Der Antiscmilcnführer Nikolas?oroa ist zur allgemeinen Ileberraschung rumänischer Ministerpräsident geworden, anstatt von Titulesc». von dem man bis zuletzt annahm, daß er das neue Ka- binett bilden würde. Schutzpolizist im Oritien Reich. O weiche Lust, Schupo zu sein! Freie sozialistische Hochschule. Sozialistische Erziehung als Forderung und Tat. Zum Schluß des ablaufenden Semesters der F r e i e n S o z i a- listifchenHochfchule hielt im dichtbesetzten Plenarsaal des ehe- maligen Herrenhauses Genosse Dr. Kurt Löwen st ein einen Vortrag über sozialistische Erziehung als Forde- rungundTat. Löwcnstein führte aus:„Nicht eine geschichtliche Betrachtung der sozialistischen Erziehungsidee in ihrem Werden von der Utopie zur Wissenschaft, sondern eine Darstellung der M e t h o d e de r sozial! st ischen Erzichungsidce ist Aufgabe des Abends. Seit diese Idee Herzen und Hirne der Arbeiter ersaßt hat, ist sie nach Karl Marx eine materielle Macht geworden. Nicht destruktiv oder aufbauend schlechtweg, würzest sie in der Wirklichkeit und ist die revolutionierende Kraft dieser Wirklichkeit. Klarstellung der Ziel- richtung tut not. Der Begriff der Familienerziehung ist nach der An- fchauung, namentlich der Kirche, der Hort der Erziehung und die un- überwindliche Stelle für alle Erziehung überhaupt. Für alle, die i m Besitz sind, ist das bezeichnend. Alle Religionen loben, sobald sie organisiert sind, das Patriarchalische, dessen Urzclle die Familie ist. Die Antithese der Protestier lautet: die Familie taugt nichts mehr, der Familicnrahmen ist zu eng für die Jugend, weg damit! Wir Sozialisten prüfen den Wert und kommen, in- dem wir Ziele und Wünsche nicht zur Grundlage unseres Urteil- machen, zur Synthese. Das Verhältnis von Mutter und Kind ist eine natürliche Kraft des Lebens und der Lebensgestal- tung, die durch Not und andere Umstände eingeschränkt werden kann. Wir suchen die Möglichkeit, die natürliche Funktion in eine gesellschaftliche Funktion umzugestalten. Der Vater ist, ob gut oder, schlecht, Versorgungs- und Unterhaltsin stanz. Daraus folgt sein erzieherischer Einslutz aus die äußere und innere Gestaltung. Der Familienerziehung liegen die Begrisse Gnade und Geschenk zugrunde und nicht die moderne Funktion des Verwaltens. Je enger der Familienkreis, je schwerer die Auf- gäbe des Unterhalts zu erfüllen ist, um so stärker wird der Autor!» tätsgedanke. Das ist das Schicksal namentlich des Arbeiter» kindes in der proletarischen Familie. Wohl haben Staat und Obrigkeit die Schranken der Familien- erziehung zum Teil durchbrochen. Der Ansang der Erkenntnis, daß die Kinder der Oesfentlichkeit gehören, ist da. Hieraus ist die Einrichtung der Gartenarbeit, der Handarbeit, der Werk- arbeit, die Stoffgefühl, Werkzeugvertrautheit und Gestaltungswillen regen sollen, an den Schulen zu erklären. Die Gemeinschaft ist aber künstlich, weil die gesellschaftliche Not» wendigkeit fehlt. Die Kinderfreunde wollen primitiv« und natürliche Lebensgestaitung und Erweckung der Verantwortung. Der glückliche Gedanke unserer Zeltlager- und Kinderrepubliten, die— um mit Goethes.Wilhelm Meister' zu reden—„pädagogische Provinzen', Märchen der Wirklichkeit sind, ist für uns nicht Erfüllung, aber richtunggebend in diesem Sinne. Man hat uns nachgeahmt, aber in den katholischen Lagern ist wiederum der Familicngedante verkörpert. Die Kinder kommen und finden alles fertig vor. werden betreut von kirchlichen Pflegen:, und der Geistliche ist der große Familienvatsr. In den evangelisch- nationalistischen Lagern ist man noch primitiver. Man greift auf den germanischen Begriff von Horde und Stamm zurück, fühlt sich Wotan näher, liebt die Natur, lätzt das nordische Blut rumoren und nährt sich von anderen romantischen Mystizismen. Unsere E r- ziechung zu Schassen, Ausbauen, Verwalten und 'Vstrra n t worten fehlt. Der Arbeiter hat, aus seiner Kkasfenlage heraus, ein Interesse an diesem Hinleitcn der Arbeiterkinder zu gc- sellschaftlichem Denken und Wollen. Hier ist ein Gegenstand, der dies den Kindern verlebendigt, nämlich die Kinderrepublik, die er aufbaut und verwaltet. Versuche, ähnliches durch die Schulgemeind« zu erreichen, müssen unentwickelt und leer bleiben, weil kein Stoff vorliegt und alles Wesentliche durch ministerielle oder provinzielle Anordnung geregelt ist. Durch diese EinführungindenKollektivgedanken erfüllen wir das Kind mit Sozialismus, nicht daß es ihn in der Idee und im historischen Werden erkennt, sondern daß der So- zialismus im Kinde lebendig wird als Alltagsorfülltheit. Das Kind soll, wenn es erwachsen ist, nicht nur begeistert sein, sondern auch ertragen und tragen können. Während Religiosität Flucht ist, ist Sozialismus Ueberwindung, und der sozialistische Er- zichungsgedanke soll den Heranwachsenden zum lebendigen Glied der Arbeiterklasse werden lassen, das sähig ist zur großen Tat sozia- listischcr Gestaltung.' Zusammenbruch der Hetze. Ergebnis der Untersuchung des nach Schwelm entsandten Regierungskommissars: Landrat Hansman gerechtfertigt. Der von dem Minister des Innern zur Aufklärung der gegen den Landrot Hansmann in Schwelm erhobenen Vorwürfe entsandte Kommissar hat eine größere Anzahl von Teilnehmern der Ver- sammlung vom 12. April 1931 eingehend als Z e u g e n vernommen, darunter mehrere Landjägereibeamte, ein Kreistagsmitglicd des Ennepe-Ruhrkreises und zwei Stadtverordnete aus Hattingen. Wie der Amtliche Preußische Pressedien st mitteilt, hat nach den übereinstimmenden, sehr eingehenden Bekundungen dieser durch- aus zuverlässigen und glaubwürdigen Zeugen Landrol hansmann die ihm in den Alund gelegten beleidigenden Aeutzerungen über die deutschen Frontsoldaten nicht getan, ins- besondere auch den Ausdruck„besoffene Schweine' nicht gcbrancht, sich vielmehr so geäußert, wie es in der ersten Mitteilung des Amt- lichen Preuhischen Pressedienst vom 14. April 1931 bekanntgegeben worden ist. Die Unrichtigkeit des gegen den Landrat erhobeneu Vorwurfs ergibt sich weiter aus der Tatsache, daß die von etwa 200 Nationalsozialisten und Stahlhelmcrn, sowie etwa I5k> Sozialdemokraten besuchte Versammlung sich während der Rede des Landrats durch- aus ruhig verhalten hat, was sicherlich nicht der Fall ge- wesen wäre, wenn der Landrat wirklich über die deutschen Front- soldaten beleidigende Ausführungen gemacht hätte. Ferner sei nock) bemerkt, daß am Tage nach der Versammlung von der R e- daktion der„Rhcinisch-WestfSlischen Zeitun g" sowohl dem Vorsitzenden der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft des Kreistages des Ennepe-Ruhrkreises wie auch der Redaktion des ..Schwelmer Tageblattes' auf deren Anfrage hin mstgeteill worden ist, daß der Ausdruck„Schwein' anscheinend nicht von dem Land rat. sondern erst in der Diskussion von einem Nationalsozialisten gebraucht worden sei. Zur Kennzeichnung der gegen Landrat ßansmann betriebenen Hetze dient die von den Landjägern bekundet« Tatsache, daß Ratio- nalsozialistcn und Stahlhelm ihre Mitglieder au- dem dortigen Be- zirk aufgefordert hatten, möglichst zahlreich zu der Versammlung zu erscheinen»« mit b«»L»vdx«U_ Braunschweig: Er schützt einen Lleberfallenen vor Hakenkreuzrowdys... Thüringen: Er wird von einem Nazi niedergeschossen... Das Büro der Sozialistischen Arbeiter-Jntcrnationalc in Zürich erläßt folgenden Aufrufs ie.mird das. Wernasichwke Proletariat in der iurchlbarci:' Knie.. Kapitalismus in seinen Grundlagen 'crsiPmen" uTm feine nm? mittelbaren Forderungen demonstrieren. Niemals zuvor hat der Kapitalismus so sehr seine Unfähigkeit bewiesen, auch nur das nackie Leben der Arbeitermassen zu sichern. Niemals zuvor gab es so riesige Massen von Arbeitslosen, von Kurzarbeitern, von Hungernden und Verzweifelnden. Niemals zu- vor ist die Notwendigkeit der Ueberwindung der kapita» listischen Gesellschastsordnund, der Ausrichtung des Sozialismus so eindringlich zutage getreten. Mit unerhörter Schamlosigkeit versucht das Unternehmertum, das Elend der Krise zu Lohnhcrabsetzungen auszunützen und damit die Krise, in der sich das Mißverhästnis zwischen dem ge- waltig gewachsenen Produktionsapparat und der weit dahinter zurückbleibenden Konsumkraft der Massen ausdrückt, noch zu ver- schärfen. Die Sozialistische Arbeiter-Internationale und der Jnter- Nationale Gewcrkschaftsbund haben gemeinsam die Wege gewissen, auf denen wenigstens eine Linderung der furchtbaren Massennot er- reicht werden kann. Sie fordern die unverkürzte Aufrecht- erhaltung der Arbeitslosenversicherung, die überall von den Unternehmern angegriffen wird, und ihre Einführung in jenen Ländern, die bisher die Opfer der kapitalistischen Krise ihrem Schicksal überlassen. Sie fordern den Abbau der Hoch- s ch u tz z ö l l e, die den Weltmarkt desorganisieren und die Arbeits» losigteit steigern. Sie fordern vor allem die Ratssizierung der Washingtoner Achtstundentagskonoention und darüber hinaus eine Verkürzung der Arbeitszeit, die diese dem technischen Fortschritt anpaßt. Am 1. Mai werden die Arbeiter aller Länder demonstrieren: Gegen den Lohndruck! Gegen den Abbau der Arbeitslosenunterstützung! Für die Hebung der Konsumkraft der Massen! Für ausreichenden Lebensunterhalt der Qpscr • des Kapitalismus! Für den Abbau der Schutzzölle! Für die Fünftagewoche! Arbeiter, Sozialisten! Di« seit zehn Jahren erwartete Abrüstungskonferenz ist endlich für den Februar 1932 einberufen. Sie wird zu entscheiden haben zwischen Krieg und Frieden: zwischen der Gleichheit» in der Abrüstung, die allen Sicherheit bietet, und dem Wettrüsten, das Milliarden verschwenden und neue Katastrophen vorbereiten hieße. Von dem Kampfwillen der Arbeitermassen, von dem Druck, den sie auf ihre Regierungen ausüben, um sie zur Erfüllung ihrer Ab- riistungsversprechungen zu zwingen, hängt das Schicksal der Ab- rüstungskonferenz in hohem Maße ab. Untrennbar verbunden mit ... und wird dafür vom Dienst suspendiert. ... und kommt dafür auf die Antlagebant. dieser Aufgabe ist der Abwchrkampf gegen den Faschi»- m u s, der nun in der heuchlerischen Maske des Friedensfreundes und des Vorkämpfers her Gerechtigkeit in den internationalen Be- Ziehungen sein!! Inlrigcn fpsimt. Die britische Arbeiter- ��l eriz n�chat cheWicseN, daß die Macht des Sozialismus in der Welt die einzige Hoffnung aus die Ueberwindung des militärischen Wohnsinns darstellt. Dank ihren Bemühungen ist ein erster Schritt. auf dem Wege zur Abrüstung getan worden. Von der Arbeiterklasse hängt es in erster Linie ab, daß weitere folgen. Am 1. Mai werden die Arbeiter aller Länder demonstrieren: Gegen den Militarismus! Gegen das Wettrüsten! Gegen den Krieg! Für die Abrüstung! Für den Frieden! Im Kampf gegen den Faschismus und für die Demokratie werden sie ihre Solidarität bekunden mit den Sozialisten Italiens, Polens und der anderen Länder der Diktatur, mit der österreichischen und der deutschen Sozialdemokratie, die an der Spitze des schweren Kompfes um die Republik und den Frieden stehen. Am 1. Mai werden die Arbeiter aller Länder demonstrieren: Gegen den Faschismus! Gegen die Reaktion! Für die Demokratie! Für die Einigung des Proletariats! Für die weltumspannende Internationale! Arbeiter, Soziali st cn! Am 25. Juli werden in Wien die Vertreter der sozialistischen Parteien aller Länder zum Internationalen Gozialiftenkongreß zusammenkommen. Sie werden den strategischen Plan des Kampfes um die A b r ü st u n g. die Forderungen der Arbeiter- klasse zur Linderung der Wirtschaftskrise und des von ihr geschaffenen Elends ausarbeiten und die großen Probleme des Kampfes der Arbeiterklasse und der Vcrteidi- gung der Demokratie behandeln. Der Kongreß wird die ernste Entschlossenheit der Arbeiter aller Länder bekunden, in inter- nationaler Solidarität die Entscheidungen zu treffen, die die Swnde und die Mission des Sozialismus erheischen. Die Losungen, die van dem Kongreß ausgehen werden, werden getragen sein von dem gleichen Geist, von der gleichen Begeisterung, die unsere Mai- kundgebungen erfüllen: Gegen die kapitalistische Ausbeutung! Für die sozialistische Gesellschaftsordnung! Drunter und drüber. Die Folgen der Stennes-Rebellion. In der letzten Nummer des„Angriff' lesen wir: „In unserer Nummer 71 vom 7. d. M. brachten wir unter der Ueberschrist„Stenn« s restlos erledigt" unter anderein auch die Nachricht, daß der Standartenführer Guido 5) o f f- mann in Glotz seines Postens. enthoben und ausgeschlossen worden sei. Diese Nachricht beruht auf einem Irrtum. Standartenführer Hojfmwm hat stets txeu hinter Adolf Hitler gestanden und befindet sich nach wie vor in seiner alten Führerstellung.' Im Hillerlager scheint sich keiner mehr genau auszukennen, wer noch treu und wer schon Deserteur ist! Das Rücktrillsgcfuch Dr. Slraßburgers als polnischer Generyl- kommissar in Danzig ist von der polnischen Regierung unter Per- sicherung ihres ungemindcrten Vertrauens abgelehnt worden. Das Ablehnungsschreiben sagt, daß die von Straßburger angeführten Tatsachen sangebliche Ueberfälle auf Polen) vor den zuständigen Organen de» Völkerbundes entsprechende Lösung finden würden. Die SAI. zum An die Arbeiter aller Länder! SozialistischerGrußausBarcslona Telegramm der beiden sozialistischen Minister Kataloniens an den„Vorwärts". Die Redaktion des„Vorwärts" erhielt gestern abend folgendes Telegramm aus Barcelona in deutscher Sprache: „Sozialdemokratische Mitglieder provisorischer Regierung Sota- tonten» föderalistischer Republik Spaniens grüßen herzlich deutsche Sameraden und Welldemokratie. Es herrscht vollkommene Ordnung. Es lebe die Republik Spanien! gez. Serra Morel. Eampalans. Unsere Redaktion hat dieses Telegramm wie folgt er- widert: herzlichen Dank für Grüße, welche deutsche sozialistische Arbei- terklasse hocherfreut und i n n i g st erwidert. Euer Sieg ist b c- deutende Niederlage für internationalen F a- s ch i s m u s. infolgedessen mich nützliche Stärkung sozialistischer Bewegung in allen Ländern. Einigkeit zwischen Barcelona— Madrid und zielklares Festhalten an demokratischen Grundsätzen werden Bestand junger Republik gegen alle konterrevolutionären Versuche sichern. Es leben beide Schwesterrepubliken Spanien Deutschland! Es lebe internationaler Sozialismus!� Konsolidierung in Spanien. Freundliche Haltung der Kirche. Madrid. 18. April.(Eigenbericht.) D«r Innenminister hat bekanntgegeben, daß sich General Berenguer um 1 Uhr morgens im Innenministerium eingefunden und erklärt habe, er halte es angesichts der von den Zeitungen ver- breiteten Falschmeldung, als sei er ins Ausland geflohen, für seine Pflicht, sich der Regierung zu stellen und seine sofortig« Verhaftung zu verlangen. Der Innenminister hat dieses Ansinnen abgelehnt, sich aber von dem General auf Ehrenwort versprechen lassen, daß er sich zur Verfügung halte, um bei der Revisionsverhand- lung des Prozesses gegen die Aufstündischen von Jaca zu er- scheinen. Der neue Generalstaatsanwalt hat angekündigt, daß. er dem- nächst Anklage gegen zwei Personen erheben werde, deren Namen aber nicht genannt werden. Man glaubt, daß es sich um ein Verfahren gegen Personen handelt, die für Handlungen während und noch der Diktatur verantwortlich sind. Der päpstliche Nuntius hat dem Außenminister schon seinen dritten Besuch abgestattet: Man sieht darin den Beweis dafür, daß freundschaftliche Beziehungen zwischen der römischen Kirche und Spanien aufrechlerhallen werden sollen. Der Herzogin von Alba, die mit 7Sc>0 Peseten die französische Grenze überschreiten wollte, haben spanische Zollbeamte 745 000 Peseten abgenommen und bei einer Bank hinterlegt. Einem anderen Aristokraten, dessen Name nicht genannt wird, sollen eine Million Peseten beschlagnahmt'worden sein. Arbeitsminister Caballero hat zum Generaldirektor dieses Ministeriums den Genossen FabraRibas ernannt. Fabra Ribas war ein Dorkämpser der freigewerkschaftlichen Angestelltenbcwegung, muhte wegen der blutigen Verfolgungen nach dem Aufstand von 1908 flüchten, redigierte jahrelang unter Jean Jaur�s die Außenpolitik der Pariser„humanite" und vertrat zuletzt das Inter- nationale Arbeitsamt in Madrid. Der Gouverneur von Algeciras, General M u s l e r a, ist ver- haftet und unter militärischer Bewachung im Automobil nach Sevilla gebracht worden: vorher hatte die Bevölkerung seine Wohnung mit Steinen beworfen. Der französische Botschafter lieh Zamora aus einem Ministerrat herausholen, um ihm die„freudige Botschaft" der Anerkennung durch Frankreich zu übermitteln... Auch Bulgarien, Südslawien und Guatemala haben die Republik anerkannt. Der englische Botschafter hat dem Präsidenten für den heutigen Sonnabend feinen Besuch angc- kündigt. Der Belagerungszustand in Sevilla ist aufge- haben worden, sämtliche Universitäten haben ihre Lehrtätigkeit wieder aufgenommen. Moskau betreibt schon Konterrevolution. Aus Moskau wird gemeldet: Der Hauptausschuß der Internationalen Arbciterhilfe hat 10 000 Dollar für die politischen Gefangenen in Spanien, allerdings nur für Mitglieder der kommunistischen Partei Spaniens, für Anarchisten und Syndikalisten, gespendet. Die Inter- nationale Arbeiterhilfe entsendet eine Abordnung nach Spanien, um den Ausbau des Hilfswerks der kommunistischen Bewegung zu fördern. * Um die ganze Heuchelei und G c m c i n g e f ä h r l i ch k c i t dieses Vorgehens der Bolschewisten zu ermessen, muß man wissen, mit welcher Grausamkeit die Sowjetregicrung seinerzeit die Anarchisten im eigenen Lande förmlich ausgerottet hat. K o m m u n i st e n gibt es in Spanien nur vereinzelt. Die Ent- sendung einer angeblichen Abordnung der IAH. geschieht nur zu dem Zweck, um unter der Maske proletarischer Wohltätigkeit und Solidarität eine kommunistische Bewegung in Spanien k ü n st l i ch insLebenzu rufen, ähnlich wie man es in Oesterreich im Winter 1918/19 versucht Hot. Einstweilen will man aber mit russischem Gelde die anarcho-syndikalistische Bewegung fi na n- zieren, weil sie bereits über eine gewisse Stärke verfügt und weil man mit ihrer Hilfe hofft, den über alles verhaßten Sozialisten und Gewerkschaften Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Anarchistische Attentate und Putschversuche sollen die demokratisch-sozialistische Re- gserung zu Gegenmaßnahmen zwingen, damit die Hetze gegen deck ..Sozialfaschismus" neue Nahrung erhält. Das ist eine geradezu verbrecherische Vorschub« leistung der monarchistischen Konterrevolution. Zwischenfall in Königsberg. Französische Osfiziere photographieren in einer Reichel- wehrkaserne. WDB. berichtet: Drei französische Offiziere, darunter ein Mitglied der französischen Botschaft in Berlin, haben eine vorher bei den zuständigen Stellen angemeldete Reise nach Ostpreußen unter- nommen, um die Schlachtfelder von Tannenberg und Gumb innen zu besichtigen. Am ersten Tage ihres Aufenthalts in Ostpreußen haben die genannten Herren in Begleitung des ört- lichen französischen Konsuls sich zur Königsbcrger Ar- tilleriekaserne begeben und p holographische Auf- nahmen der innerhalb des Kafernements stattfindenden Hebungen gemacht. Sie wurden von der Kasernenwache f e st g e n o in m c n, nach Feststellung ihrer Personalien jedoch wieder entlassen. Ihre photographischcn Apparate wurden beschlagnahmt und die bereits gemachten Aufnahmen einer Prüfung unterzogen. Seitens der zuständigen deutschen Stellen wird dieses Verhalten fremder Offiziere innerhalb eines Festungsbezirks als nicht kor- r c k t angesehen. Dos Auswärtige Amt ist deswegen bei der fra»- zösischcn Botschaft in Berlin vorstellig geworden. Bei der Empfindlichkeit der militärischen Kreise in allen Ländern, nicht zuletzt in Frankreich, bezüglich der Wahrung so- genannter militärischer Geheimnisse ist in der Tat das Verhalten dieser drei Herren überaus töricht. Besonders französische Offiziere hätten sich sagen müssen, daß sie zumindest die Erlaubnis des deutschen Kommandos hätten einholen sollen, ehe sie chre photo- graphischen Apparate innerhalb einer deutschen Kaserne benutzten. Hot doch erst dieser Tage die französische Regierung vor dem Ab- flug des„Graf Zeppelin" nach Aegypten in letzter Stunde die Er- laubnis zum Ueberfliegen französischen Bodens von der Zurücklassung sämtlicher den Fluggästen oder der Besatzung gehörenden Photo- apparate abhängig gemocht. Daß eine Spionage a b s i ch t bei den Vorkommnissen bestanden hat, werden allerdings nur nationalistische Dummköpfe glauben. Spione pflegen sich nicht zu dritt in eine fremde Kaserne zu begeben und vor aller Welt Ausnahmen— wahrscheinlich recht gleichgültige— zu machen. Der Bericht der Telegraphen-Union unter der Ueber- schrist„Der französische Konsul in Königsberg auf Spionogcwcgcn" ist offenbar für solche Dummköpfe bestimmt. Das bulgarische Parlament ist nach Ablauf seiner vierjährigen Wahlperiode aufgelöst. Neuwahlen voraussichtlich Anfang Juni. Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. BerontwortUck» fiir Petit it: S'«"* Älfil)«: Wirlschaft:<9. mi»a«lhös": Gevicrischnftsbewequnq: I. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt: Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Bcr.tN. Verlag: Vorwärts-Bersag G m. b. H.. Berlin. Drück: Vorrvarts-Buchdruckeres und Vcrlagsanstalt Daul Singer u. Co.. Berlin SW 68. Linden straße- 3- Hierzu 5 Beilagen uud.Blick in die Bncherwelt". M»« Wmm MM zop«~.B-t""#,45S vyui»"äs*äJuo 5S2 -»? �Vrarbei«� � ins,»nd v Ä�.«hrbequ; QOO 5®® d o I• 1"" Kleiner ÄlP9- J�StTand Ql5 O— Oorwn*eW"n 3/i- 250 cn Dvirehmen* Oarten»ch|rn* ou, impröfl� l_ MQO mod.rn 9» 7,»Je„. Sonderong®k®� e0 TeppicheundG-rd Buntforbige'" Voilo ...-rx 1 Wem breU. KTk'.VVblfl 1822 SäO 16.0051*.8.75 iiifr MM«- 1 mm. �='b.g'°� 1W 122 252 Halbstoro-«50 G i I' 8 r 5Blend5ireifen""d Ä»..« GiHB'Uor« � !frr--i4a2 -d-E'fr:w5.*—- Gort®nVcl®ld ,# � ou,.T wn Rockund Go'- •in,arb�nt bedruck. 1 nüur bun', Gart?Ä-m �90 le*>d.*r�a,Vtikonwtt.""t Holxdrahtvorhän�e V«.«-»»* 95-|f0 ATS 32•—*20«IS grSn gebeiz' KissongarnWur - Bolkondeck®� th � W»-- Kvn»d®rd®zk® «»"'*«£&,, � A40 MarkU*"»*®«* s8ciV.uiu«. CB Dekoranon» Grosse---— � Diele und ferenda � Q O 50 ■rzSMiiS §7222 809 1 m7qoo §5922 12622»29--_... Tournoy-Vclour.««!"" � 21 A- 1 10722—-- SwünCS- - KffnZqttr. 3Ir.i52» 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag. 49. April 4 931 ilnteiftaiisamet W£i&e* Es gibt in der Mark nicht mehr viel zu entdecken. Die Sonntagsfahrkarle hat den Spreewald, die Schorfheide, das Oderbruch oder den Fläming näher an Berlin gerückt. Eberswalde. Frankfurt, Luckenwalde oder Brandenburg sind etwas weiter gelegene Vororte von Berlin geworden. Nodi ein paar Wochen, dann ist selbst Sminemünde für eine Saison wieder angeschlossen an den Pulsschlag der Reidishauptstadl, trotz der zweihundertundoierundzwanxig Kilometer bis zur Küste; oier Stunden braucht der Wodiencndzug bis zur Ostsee, hur einmal, in Päse walk, macht die Maschine halt, wo man ihr ein paar Tonnen Wasser in den eisernen Wanst sdiütlet. Und wo die Sdiienenstränge der Reichsbahn enden, beginnen die Antolinien der Reichspost. Es ist nidit mehr viel zu entdecken. Ostern wurde in Sdiandau, wirklidi nur ein paar Meter von der Reidisgrenze ab, mehr berlinisch als sächsisch gesprodien. Jetzt sdireibe mal einer etwas über die Bastei.„Oodi", werden die Leser sagen,„solche alte Suche auszukramen." Man kann höchstens Kuriosa sammeln. Davon sind allerdings nodi genug da. Man setzt sich auf einen Elbdeidi, irgendwo zwisdten Ilavelberg und Tangermunde und läßt die Beine herunterbaumeln.. Die einzige Gesellsdxaft ist ein Stordi. Der hält den Kopf sdiief und sdlielf, was die seltsamen Zweibeiner in seinen Jagdgründen nun wohl beginnen werden. Wären Menschen da, dann würden die kopfschüttelnd fragen:„Was, aus Berlin kommen Sic, um sich hier die Elbe anzusehen?" Aber wir sind so weit, es kann los gehen. Die motorisierte Landstraße. Die Sache mit den Auto fahrenden Landstreichern ist natürlich tmmer noch ein Witz. Die laufen immer noch auf Schusters Rappen gemächlich ihre Straße fürbaß, immer am Rand entlang, auf dem Sand des Sommerwegs. Wobei die Chaussee von Berlin nach Hamburg eine magische An- ziehungskraft auf alle Landstreicher ausüben muß: was die nur alle in Hamburg wollen. Als ob am Alster- dämm oder auf dem Jungfcrnstieg gebratene Tauben herumfliegen. Dessen ungeachtet, es ist möglich, daß mal einer oder ein anderer einen Last- wagen anhält und darum bittet, mit- genommen zu werden. Aber eine Li- mousine oder ein Cabriolet, die mit hundert, ach, mit hundertzwanzig Stundenkilometer buchstäblich über den schnurgeraden Asphaltriickcn noch Hamburg huschen, die anzuhalten, nein, nein. Die Fahrer haben ja gar nicht mehr gesehen, daß da eben jemand gewinkt hat: wenn der arme Tramp sich den Spaß machen wollte, bis 1ä zu zählen, dann ist inzwischen das Auto schon fünfhundert Meter weiter. Nochmals bis 13 gezählt, und es ist verschwunden. Cs ist schon noch wie früher: da tippelt einer vorbei, der hat sich als Napoleon kostümiert, mit roten Hosen, Käppi, Tornister und einem Krückstock, an dem hängen lauter Medaillen. Ein ander geht als Jesus, mit Haaren bis auf die Schultern und Sandalen an den nackten Beinen, die einen künden— das Dritte Reich und die anderen die Räterepublik. Aber das ist nur der Rand der Landstraße, wie schon gesagt: der Sommerweg. Aus der Asphaltdecke dagegen reißt die wilde Jahd nicht ob. rechts daneben läuft der Hchicnstenrang noch Hamburg, zwischen Schotter und Asphalt, zwischen Bahn und Auto ist der Konkurrenzkampf um die Fracht im oollen Gange, und die Oelkonzcrne stehen da- neben und halten die Hand aus. Vom Brandenburger Tor in Berlin bis zum Rathaus in griesack sind es 69 Kilo- mcler, nicht viel. Aber an diesen 69 Kilometer Weg stehen 42 Tank- stellen, blaue, rote gelbe. Nach der Farbe ihrer Tankstellen haben die Oelkonzerne auch Betriebsstoff, den sie feilhalten, gefärbt: blau, wie ein Eimer voll echten Riesengebirgsenzians oder rot, wie ver- I Dutch oder gar vom sowjctrussischen Naphthatrust seinen Benzin kauft, anstatt deutschen von der I. G. Farben oder vom Benzol- verband. Doch so sehr die 42 Tankstellen auf dem kurzen Wege von Berlin bis Fnesack um den Kunden kämpfen, so sehr sind sich ihre Besitzer ein paar Kilometer weiter wieder einig: je weiter von Berlin entfernt, desto teurer der Betriebs- Jfacelufer mit S)om. dünlücr Burgunder. Alle hundert Meter stehen Schilder oder weist ein baumlanger, drohend erhobener Zeigefinger auf die Be- triebsstoffmarke hin, die die Fahrer kaufen sollen, und nachher am Stammtisch entspinnen sich hitzige Debatten darüber, ob derjenige noch em nationaler Mann ist, der bei der Standard Oil, der Royal 'Midi auf den Jtaveltauf mit JCarelherg. sto f f. In der ersten Zone hinter Berlin, die sich die Oelkonzerne ausgeklügelt haben, erhöht sich der Literpreis für das Benzin in einem Sprung um fünf deutsche Reichspscnnige, wobei man bedenken muß, daß kein Mensch nur«inen Liter Benzin kaust. Es verlohnt sich schon, am Wege zu stehen und mit Betricbsstosf zu handeln. Suche nach einer Äurg. Wer nach Friesack kommt, sucht Ixe alte Quitzowburg. Aber es ist eine vergebliche Suche, die Burg existiert nicht mehr. Nur noch einige alle Platanen stehen an ihrer Stelle. 306 Jahre tragen sie ihre Kronen schon im Winde. Wo einst die Burg stand, steht heute die Kirche, wo die Mauer war, erhebt sich ein gras- bewachsener Hügel und aus den Trümmern des Burgverliehes steht das Herrschaftshaus derer von Bredow. Dieses Haus wiederum ist auch schon sein« dreihundert Jahre all und wer lange genug an die Türe pocht, dem öffnet ein alter Mann. Es ist alles alt in Friesack. Der Mann aber erzählt folgende Geschichte: Als 1413 in dem heißen Kampf zwischen dem ersten in die Mark ge- kommenen Hohenzollern und Dietrich von Quitzow sich das Schlachten- glück zugunsten des Nürnberger Grasen neigte, als die„Faule Grete" schon die Mauer der Friesacker Burg durchschlagen hatte, gab der Herr Dietrich die Partie für verloren, stieg hinab in das dunkle Verlieh, öffnete eine Falltür und lief einen geheimen Gang entlang, der im Friesacker Zootzen, einen: dichten Wald, endete. Dietrich von Quitzow war entkommen. Diese Erzählung steht nun aber im strikten Gegensatz zu der Weisheit aller landläufigen Schul- bücher, die haarklein erzählen, wie der Herr von Quitzow, als die Stallgebäude der Burg schon brannten und die Mauern der Burg zerschossen waren, im Morgengrauen einen verzweifelten Aussall machte, der dem Herrn Dietrich die Flucht erwöglichte. Um uns Ge- wißheit zu verjchassen, baten wir den alten Herrn auf dem Bredow- schen Haus, doch einmal mit uns in den Keller zu steigen, um dort unten nach dem Verließ und dem Gang zu suchen.„Ja", sagte der Herr Krüger,„unten ist alles zugemauert, aber wenn jemand an die alten Steine klopft, dann klingt cs noch hohl." Dann klagte er uns sein Leid, daß er gern mal eine Fahnenstange auf den Hügel gepflanzt hätte, aber die fallen alle um, weil man nach einem Spaten- stich schon auf die alle Burgmauer stößt. Jetzt ging es zurück ins Rathaus. Zwei Zimmer von diesem Hause hat der Magistrat für ein kleines Heimatmuseum hergegeben: da liegt das viertausend Jahre alte Skelett eines Germanen, Töpse, Spieße und Spangen dazu. Dann sind Erinnerungen aus neuerer Zeit in Hülle und Fülle da, aber nichts von Herrn von Quitzow. Nicht einmal eine Dr. Gahm in Berlin. Berlin» neuer Oberbürgermeister Dr. 5 a h m ist gestern abend mit dem Danziger Schnellzuge um 19,40 Uhr ans dem Bahnhof Friedrich st raße eingetroffen. Bis zur Herstellung seiner Dienstwohnung wird Dr. Sahm im holel„Saiferhos" wohnen, heule vormittag wird Dr. Sahm voraussichtlich neben Bürgermeister Scholtz mehrere Magistralemilglieder empfangen. Mc wir erfahren, sind genaue Dieposilionen über die Ein- sührung des neuen Oberbürgermeisters noch nicht getroffen worden. armselige Hellebarde oder auch nur ein Morgenstern. Und das hat folgenden Grund: Oft gcmig hat cs in Friesack gebrannt, besonders 1841 wütete das Feuer verheerend und alle verläßlichen Dokumente sind dabei ein Raub der Flammen geworden. Vor ein paar Jahren, zum 360. Jubiläum der Stadt, zogen die Pankgrasen nach Friesack und warfen einen Fehdehandschuh aus den Marktplatz. Der hängt jetzt im Museum und ist so groß wie ein Mchlsack. Das märkische Heidelberg. Die nächste Etappc auf dem Bor- stoß zur Elbe ist H a v e l b e r g. Man soll Landschaften nicht vergleichen, die See ist schön und die Berge sind schön. Havelberg ist auch schön, e i n märkisches Heidelberg. Und eine uralte Stadt dazu, 1131 erhielt sie nach vom alten Barbarossa das Stadt- recht. In neun Jahren wird ein Jahr- tausend vergangen sein, daß hier das erste Bistum in der Brandenburger Mark errichtet wurde. Am 16. August 1176 wurde der Schlußstein zum Havelberger Dom gelegt, der mehr den . Eindruck einer Burg als den eines Gotteshauses macht. 466 Jahre hat sich der Katholizismus dieser Slätte er- freut, bis 1361 zum letzten Rtalc iin Havelberger Dom die Weihrouchkeiscl geschwenkt und die Messe gelesen wurde. Die Abloßkrämerci mit dem Wundcrblut des benachbarten Wils- nack hatte der Reformation auch in der Priegnitz gründlich den Boden ge- ebnet, und bis auf den heutigen Tag ist der 5iavelberger Dom ein evangelisches 5)aus. Malerisch liegt er oben auf dem Berge, unten schickt sich das silberne Band der Havel an, seinen müden Lauf zu beenden, um in die Elbe zu fließen. Ganz still ist es auf dem Domhof. noch ein Bischof- und ein Probstei- weg ist da, eine Doniherrnstraßc und ein Rllterplotz. Zu jeder Viertelstunde hallt vom Dom ein Glockenschlag ins Land: ganz alt sinkt die Mauern dieses Doms. Wie große Klumpen Moos sehen die Feldsteine des Westflügcls aus. Hauelberg ist immer wieder schön. Auf dem Berge sonnte sich ein Postschaffner, der hat in Berlin seine Briefe ausgetragen, besuchte einmal szavelbcrg und be- schloß, dort seine Pension zu verzehren. Der Budiker, der unten die Schifferkneipe hat, spazierte einmal durch Havelberg und zog für immer in die alte Stadt. In der vorigen Woche feierten in der Domstraßc Nr. 14 der 91 Jahre alte Herr Karl R. und sein- 87 Jahre alte Ehefrau das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Als wir über die Havelbrücke gingen, kamen uns Bürger in Trauer entgegen, mit Zylinder und Gehrock.„Wen wollen Sie denn be- graben?"„Einen jungen Menschen, 27 Jahre ist er nur alt ge- worden, er nahm sich das Leben."„Hatte er Sorgen?"„Nein, Sorgen nicht, nur Liebeskummer." Das ist Haoelberg. da sterben die Menschen noch wegen der Liebe. Dann kommt ein Bauer in die Kneipe und fragt den Wirt, ob er nicht drei Schweine kaufen möchte.'„Drei Schweine gleich wäre eigentlich etwas zuviel", meint der Wirt,„aber geben Sie nur her, machen wir mal etwas frische Wurst." So ist Havelberg. Verfeindete Ktüsse. Wir müssen es schon sagen, die C l b e und die 5? a v e l sind arge Feinde. Verfeindet wegen der Schleusen. Benutzt die Berlin-Hamburger Schiffahrt den P l a u e r Kanal, dann spart sie die Rathenower, die Grützer und die Gartzer Haoelschleusen. Das macht schon etwas aus an Gebühre» bei den heutigen Frachten. Aber wenn dem so ist, dann haben die Havelberger, die kurz vor der Mündung der Havel in die Elbe sitzen, keinen Lohn und kein Brot, und deshalb hat die ijavelbergcr Äaufinannschaft eine Eingabe gemacht, man möchte die Gebühren für zwei Havelschleusen den Schiffern erlassen. Das hat man getan, und seit dem 1. April weht wieder ein frischer Wind in Havelberg. Doch zur Elbe selbst zu kommen ist gar nicht so leicht. Das letzte Gehöft ist längst außer Sehweite, dann geht es den Deich hinauf, und das ist also die Elbe. Bei uns wäre das ein See, ein großer See mit all seinem Betrieb. Ein Schleppzug stampf noch Hamburg, er hält genau die Mitte, den» da, wo sich die Wellen überschlagen, muß eine Sandbank sei». Doch das ist wohl gar keine Sandbank, sondern nur das normale Ufer, denn heuer im Frühjahr hoben Elbe und Havel unbarmherzig alles über- schwemmt. Ein wenig ist das Wasser schon zurückgetreten, ober Vorsicht. Vorsicht, der Fuß sinkt bis an den Knöchel iii den lockeren Sant» und sofort bildet sich ein ticscs Wosserloch. Etwas höher zum Deich hin hat die Elbe ihr bescheidenes Strandgut abgelagert: ein dünner Streifen vermodcrtcn Strohs, ein paar Stücke fauliges ijolz und drei, vier Rüben, die hat die Elbe von der Magdeburger Börde bis in die Gegend von Havelberg geduldig mitgetragen. Wo das Wasser aber abgeflosie» ist, wächst die Vogclmiere. Dos eine geht und das andere kommt. Drüben, von der Altmark her, das ist schon die sächsische Seite Preußens, kräht ein Hahn. Es ist spät und Zeit, daß wir wieder in die Heimat fahren. 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Der Betreffende, den Kürten im Aller vou 8 Iahren von der Kaimauer gestoßen habe, habe sich ge- meldet und erklärt, daß der Vorfall 1322 oder 1S2Z sich abgespielt habe. Dann wird die kommissarische Vernehmung der Frau Scharf, der geschiedenen Frau Kürten, verlesen. Frau Scharf ist am 20. Februar 1880 geboren. Sie lernte Kürten durch Vermitt- lung der Schwester Kürtcns in Altenburg bei Leipzig kennen und hatte von Anfang an eine Antipathie gegen ihn. Trotzdem hat sie ihn im März 1023 geheiratet, obwohl sie einmal von ihm bedroht und geschlagen worden war. Im Mai 102S ging Kürten nach Düsseldorf und hat bis Ostern 1930 mit kurzen Unterbrechungen gearbeitet. Sie sei immer gut mit ihm ausgekommen. Er fei stets arbeitsam gewesen und habe großen Wert auf einen guten Ruf gelegt; zu sparen habe er nicht verstanden. Auch in Düsseldorf habe er eine ganze Reihe von Damenbekanntschaften, gehabt. Von seinen Vorstrafenhabesienichtsgewußt. Er habe nur Belangloses erwähnt und auch die Mißhandlungen im Gesang- nis nur kurz gestreift. Einmal habe sie mit ihm über die Mord- berichte in den Zeitungen gesprochen. Er habe gesagt, daß die Be- schreibungen des Täters auf ihn zuträfen, nur mit dem Unterschiede, daß von einem 30jährigen Manne die Rede sei. In ihrem Glauben a» s e i n e Unschuld sei sie dadurch bestärkt wordcch daß ihr Mann auf der Polizei bekannt war und die Polizei auch eine Schriftprobe von ihm besah. In der Nacht, in der die Hahn ermordet wurde, sei er in guter Laune nach 5) aus« gc« kommen. Nach deren Begräbnis hätte er einen Blutspritzer an der Manschette gehabt. Er behauptete, sich verletzt zu haben. Als er am Tage vor seiner Verhaftung seiner Frau die G e st ä n d» nisse bei einem Spaziergange über die Rheinwiesen abgelegt hatte, habe er gesogt:„Wenn du mich verrätst, mache ich dich genau so kalt." Auch nach seinen Geständnissen, die sie in große Aufregung verseht hätten, habe sie noch immer nicht geglaubt, daß er der Täter sei. Am Abend vor der Aussprache habe er geweint und ihr das Versprechen abgenommen, sich kein Leid anzutmi. Am letzten Tage sei er sehr niedergeschlagen gewesen und habe erklärt, Düffel- darf verlassen zu wollen Am Nachmittag sei er dann verhaftet worden. Er sei ihr immer wie ein Mann vorgekommen, der sehr vernünftig geredet und gedacht habe. Cr sei allerdings sehr er« r e g b a r gewesen. Er habe viel auf sein Aussehen gehalten und sei ein großer Naturfreund gewesen. Frau Kürten hielt ihn für sehr gefühlvoll, besonders armen Leuten gegenüber. Staats- anmalt und Verteidigung geben zu der Aussage keine Erklärung ab. Darauf wird die Verhandlung auf Montag vormittag vertagt. Nazi-Kuntze freigesprochen. Verurteilung nur wegen unbefugten Waffenbesitzes. Nach zweieinhalbstündiger Beratung verkündete gestern der vor- sitzende des Landgerichts II, Landgerichtsdirektor Hartmann, das Urteil gegen den Posthelfer knntze, der am 11. März d. I. den l?jährigen Bäckerlehrling Nathan durch einen Bauchschuß tö». ttch verletzte, folgendes Urteil: Der Augeklagte wird von der An- klage des Totschlages freigesprochen, wegen unbefugten Waffenbesitzes zu einem Iahr Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende unter anderem aus: Der Angeklagte hat in Notwehr gehandelt. Zwar hätte er sich der beiden Burschen, die ihn überfallen haben, durch einen Schuß in die Luft erwehren können: doch mußte er annehmen, daß die Genossen der beiden diesen zu Hilfe eilen würden. Er hat in Bestürzung und Furcht gehandelt. Wegen des unbefugten Waffenbesitzes war dagegen im Interesse der öffentlichen Sicher- heit eine hohe Strafe zu verhängen. * Man kann das Urteil des Landgerichts II in dieser Sache nicht gutheißen. E» öffnet Tür und Tor zu ähnlichen Schieße- reien. Es lag für den Angeklagten unter keinen Umständen die Notweickägkeit vor, zu schießen. Der Staatsanwalt, der wegen Totschlags vier Jahre Gefängnis beantragt hatte, kam dem Allgemeinempfivden näher, als er behauptete, der Angeklagte hätte als erwachsener Mensch den jungen Burschen gegenüber von seinen Korperkräften Gebrauch machen oder bestenfalls seinen Revolver den Angreifern vorhalten können. Er hat sich sagen müssen, daß ein Schuß auf anderchalb Meter Entfernung möglicherweise auch tödlich sein würde. Der Begriff der Notwehr ist vom Gesetzgeber unter ganz anderen Voraussetzungen geschaffen worden, er hatte nicht politische Bandenkriege auf der Straße im Auge. Es ist der zweite Fall binnen kurzer Zeit, daß ei» Rational- soziolist trotz der zweifellosen Ucberschreitung der Notwehr so gut wie straffrei ausgeht. In dem anderen Falle war aus einem Jagd- gewehr aus einer Wohnung die Straße entlang geschossen und«in völlig unbeteiligter Arbeiter getötet worden. Das gleiche hätte auch in diesem Falle passieren können. Wie man Löhne spart. Das Neueste auf dem Gebiete der Studios:„Dos Mannequin- studio". Wer den Etudiogedanken in die Welt verpflanzte, hat sich eine schwere Schuld aufs Gewissen geladen: den unbezähmbaren Drang der verschiedensten Berussanwärter, aufs Publikum los- gelassen zu werden, benützen findige Unternehmer nämlich dazu, sich kostenlos Personal zu schaffen. Auf dem Kabarettpodium, auf der FUmleinewond und jetzt auch bei der M o d« n s ch a u. In einem Cafe des Berliner Westens startete solch„M a n n c q u i n st u d i o". Der Herr Conferencier erklärte:„Meine verehrten Domen und .Herren! Es werden sich jetzt eine Reihe junger Damen präsentieren die zum ersten Male in der Oesfentlichkeit erscheinen, um Kleider vorzuführen. Damit sich die Damen nicht allzu unbehaglich fühlen, treten sie in ihrer eigenen Garderobe aus. Sie sollen durch Stimm- zettelwahl entscheiden, wer für den Beruf begabt ist." Worauf unter den Klängen eines sanften Blues etliche Modenooizen auf der Bildfläche erschienen, die mit schüchterner Gebärde und Nachsicht heischendem Augenaufschlag in vorgeschriebener Haltung das vor- geschriebene Defile vollführten. Den frisch dauergewellten Kopf lässig nach rückwärts gelegt, halbe Drehung rechts, halbe Drehung links, einmal ganz um die eigene Achse, ab durch die Mitte. Die funkelnagelneuen Kleider, Mäntel, Hüte und Schuhe sahen so gar nicht nach Eigcnbesitz aus. Billige Arbeitskräste, die den wirklich Berufenen das bißchen Brot wegnehmen und sich selbst Rosinen in den Kopf setzen. Der lachende Dritte ist wieder einmal de? Herr Unternehmer. Den Vater erschossen. Im Westendkrankenhaus ist am Sonnabend der Sljährige Maurer Kenziorra, der von seinem Läjährigen Sohn Bruno vor einigen Tagen in der Siedlung Ruhleben durch fünfSchüsse niedergestreckt wurde, seinen schweren Verletzungen erlegen. Der Töter hatte behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben. Bei einem Lokaltermin in Ruhlebcn, dem auci) der Schicßsachverständige Professor Brüning beiwohnte, ergab sich jedoch, daß die Vorgänge "Ät- Koman an« dem UngariKdien von Alexander von Sacher-Masoch. Aber den oeränderten Empfindungen des Lehrers ent- sprach die lärmende Stimmung nicht mehr. Sie widerstrebte ihm und beschmutzte die zarten Bilder seiner Jugend. Er überlegte ein wenig, dann klopfte er Fred auf die Schulter und sagte:„Na hör mal, Freddy! komm heute Abend zu mir! Wir kriegen noch ein kleines Abendbrot, du kannst auch bei mir schlafen.— Ich sehe, du bist schlimm dran-- na, laß nur, wir werden's schon machen. Laß die andern nur hier, du findest sie ja morgen wieder! „Zu dir, zu dir? Gut, ich schön danken." Fred, der durch den vielen Hunger und die Entbehrungen mißtrauisch geworden war, tonnte sich nur mäßig über diese Auszeichnung und Liebenswürdigkeit freuen. „Nun, ich werde meiner Frau die Sache schon erklären", wandte sich der Lehrer an den Hilfsnotar, obwohl es schien. als wolle er damit nur sich selbst Mut machen. Dann ent- fernte sich der Lehrer, Fred vor sich herschiebcnd, in Gesell- schaft des Hilfsnotars aus dem Wirtshaus. Drittes Kapitel, eiilhüllt uns zum Teil die inneren Angelegenheiten einer Lehrer- jamUIe, obwohl uns— wie wir offen betennnen— die Schicksale her neu aufgetauchten Person mehr interessieren würden. Die Frau Oberlohrer war noch wach, vor ihr auf dein Tische lagen zwei Hemden ihrer beiden kleinen Jungen, und daneben ein aufgeschlagener Roman. Leider konnte sie nickst zugleich flicken und die Fortsetzung des Romans genießen, der sie schrecklich interessierte. In dieses Idyll fiel Mister Fred wie ein Schatten. Mit seinen lautlosen Pantoffeln, setner Berauschtheit, herabge- kommen und oerbraucht. Neben ihm der Lehrer und noch der Hilfsnotar, ein täglicher Gast der Familie. Empört musterte die Lehrerin den seltsamen Gast. Der Lehrer fordorte Fred, selbst etwas verwirrt, zum Eintreten auj und bemühte sich, jemer Frau da« Erscheinen des Gastes SoriaUsMMe ArbeUer-jnöend eroft-Berllii. Hente. Sonniatf.«Jen 10. April 19)1, UV, Uhr. „V ol ktbfibnC-.Tbeaic r am Bftlovplatx: WERBEFEIER „Tritt ein, kämpf mit!" Ingeodordieatcr s Film-- SlnikrcU-- Spredl- and Bewcgungicbor der SAJ. Groft-Berua. Eintritt$0 Pfennig- Einlab ab II Ubr. Karten sind noch an der Kasse erhältlich! sich nicht so zugetragen haben konnten, wie sie der junge K. dar» stellte. Wegen dringenden Verdachtes des vorsätzlichen Mordes und der Anstiftung sind Bruno K. und feine Mutter in das Moobiter Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Gegen beide wurde Haftbefehl erlassen. Ein Prenzlauer Mörder gefaßt. Bei Lychen vom Landjägermeister festgenommen. In der Röhe der Sladt Lychen konnte gesterv nachmittag der Schlächter p i l g r a m. der zusammen mit seinem Zellen- genossen palocki den Oberwachtmeister Reubauer im Gerichts- gefäuguis vou Preuzlau erdrosselt hatte, von einem Landjäger- meister festgenommen werden. Die Suche nach dem flüchtigen Patocki wird energisch weiterbetrieben und es ist anzunehmen, daß er der Polizei bald in die Hände fallen wird. Die Spur der beiden Marder führte zunächst nach Templin, wo sie in einem Chaussecgraben an der Eisenbahnbrücke nach Fährlrug, unweit der Ortschast Knoden, von Landleuten gesehen wurden. Die Täter müssen bemerkt haben, daß sie beobachtet wurden, denn sie machten sich eilig aus dem Staube. Wie vermutet, trennten sich die Flüchtigen und Pilgram suchte in südwestlicher Richtung zu entkommen. Pilgram ließ sich ohne Widerstand seswehmen. Ge- fesselt wurde er noch gestern abend nach Prenzlau zurückgebracht. Genosse Oilo Rennihaler, Berlin-Neukölln, Pslügerstr. 89, begeht am 21. April das Fest der Goldenen 5)ochzeit. Der jetzt 76jährige ist schon unter dem Sozialistengesetz ein tätiger Genosse gewesen. Seit dem Erscheinen des„V o r w ä r t s" ist er ununter- brachen Abonnent der Zeitung. Seine Ehefrau Elisabeth gehört gleichfalls seit vielen Jahren der Partei als Mitglied an. Gchneider-Krankenkaffe aufgelöst. „Unsachgemäße Seschästs- und Kassenfvhrung.- Das Obervcrsichcrungsamt Hai die Krankenkasse der Berliner Schneiderinnnng ausgelöst. Die Anslösunq der Sasse ist bereiis durchgeführt worden. Alle versicherten Schnei- der gehören nunmehr zur Allgemeinen Ortskranken- k a s s e Berlin. Die Gründe für die Kassenaiistösung sollen in„u n s a ch- gemäßer Geschäfts- und Kassenführung" zu suchen sein. So wird dem Geschäftsführer zu Last gelegt, daß er die Mit- glicdslistcn der Krankenkasse durch geschickte Eintragungen auf. über 10 000 willkürlich erhöht habe, um so ein höheres Gehalt zu er- langen. Dann sind Klagen laut geworden über die Behandlung ver- sicherter Jnnungsmüglieder Inwieweit Verfehlungen vorgekommen sind, wird die Untersuchung ergeben, die durch das preußische Wohlfahrtsminifterium eingeleitet worden ist. Ein Feind des Proletariats. Der äußerst rührige Arbeiter-Abstinenten-Lund übergab seine neue Ausstellung„Der Alkohol, ein Feind des Proletariats, der Volkswirtschaft und der Familie", der Oeffentlich- keit. In einem Räume des Stadtbades in der Gericht- st r a ß e wird neben den schon in anderen Ausstellungen gezeigten Tafeln und Modellen viel neues Material gezeigt, das zum größten Teil in gemeinsamer Arbeit der einzelnen Gruppen gewonnen wurde. Besonderes Interesse findet dabei wohl eine ausgezeichnete Photo- serie, die den Lebenslauf eines Menschen zeigt, der dem AUoholismiis verfallen ist. Wir sehen ihn vor und in der Gaststätte, wir sehen ihn beim Trinken, beim Spiel, mit anderen Frauen. Aufnahmen aus seinem häuslichen Leben folgen. Dann wird der Weg gezeigt, den er weiter nimmt: Durch die Fürsorgestelle für Alkoholkranke wird er einer Heilstätte zugeführt. Bilder aus dieser Heilstätte folgen, die die Arbeit veranschaulichen, die hier an den Kranken geleistet wird. Aber auch Bilder, die uns die erschreckende Wirkung des Alkohols auf das menschliche Gehirn erkennen lassen. Wir sehen die Schwerkranken in ihren Kastenbctten. wir sehen die durch den Alkoholismus des Vaters oder der Mutter verblödeten Kinder. In anderen Bildern werden Wege dargestellt, die dem Alkoholismus entgegenarbeiten, die Sportbewegung, die alkoholfreie Gaststätte, das gesellige Beisammen- zu erNären und zu entschuldigen. Der Hilfsnotar freute sich königlich über die Lage. Aber der Gast! Mister Fred war vollkommen verstört. Er hätte nicht einmal in seiner schlesischen Muttersprache, ge- schweige denn ungarisch einen vernünftigen Satz reden können. Er war außerstande, auch nur eine der liebreizenden Bewe- gungen eines Akrobaten aufzubringen, und schien eher einem Tanzbären ähnlich in seiner Streifheit. Der Lehrer drückte ihn auf einen Stuhl und dort saß er stramm wie ein Soldat in Reih und Glied. Man nahm ihm die Mütze vom Kopf— er ließ es geschehen. Aber nach dem ersten stechenden Blick der Frau Oberlehrer war es ihm trotz aller Uebung unmöglich sein gewohntes Künstlerlächeln auf die Lippen zu zwingen. Der Hausherr bemühte sich— zur Wahrung seines An- fehens— einen energischeren Ton anzuschlagen, er bat um Speise für seinen Gast, bat seine Frau außerdem für eine Schlafgelegenheit zu sorgen. „Er spricht schlecht ungarisch— ich werde dir schon er- klären, wer er ist-- ein alter Freund aus meiner Kind- heit. Mach kein Gesicht!" sagte der Lehrer. Die Hausfrau beantwortete diese Bemühungen, indem sie sich wortlos vom Tische erhob und in das andere Zimmer ent- schwebte. Der Lehrer ihr nach. Und nun begann, bei ver- schlossener Tür, folgendes Gespräch:„Ich habe nichts Eßbares daheim!" sagte die Lehrerin.„Das Mädchen ist schon zu Bett. Kein Feuer im Herd! Ich mache euch kein Feuer!" „Und wo soll ich ihn hinlegen?" „Bringe ihn dorthin zurück, wo du ihn hergebracht hast! — Was geht es mich an, wie er zu dir steht! In meinen sauberen Betten wird er leine Tierchen züchten!" „Ich bitte dich"— wollte der Lehrer in Güte einlenken, aber die Frau ließ ch» nicht ausreden. „Mir ist's egal, packt euch fort. Ich lege mich schlafen!" „Na warte! Das wirst du bereuen! Es ist auch besser, wann du schlafen gehst, denn sonst...!" .Sonst?!... Die Frau trat ihm herausfordernd entgegen. Aber der Lehrer verließ wütend das Zimmer. Es war sicher, daß die Lehrerin das Gesicht ihres Mannes während der ganzen Dauer ihrer sechzehnjährigen Ehe nie so zornig gesehen hatte wie heute. Dennoch war sie im Innern auf die Geschichte des Gastes neugierig, aber noch mehr zog sie die Fortsetzung des Romanes au und sie fand in der soeben gehabten Auseinandersetzung einen Grund, in das Bett zu püchte« und weiter zu lesea,____, Der Lehrer ging direkt in die Küche. Er weckte dos Mädchen und ließ Feuer machen, Eier und Schinken herbei- schaffen, und befahl einen Eierkuchen zu backen. Dann holte er Wein aus dem Keller. Die Sprache des Eierkuchens und Schinkens verstand Mister Fred vollkommen. Der liebliche Dust sprach zu seinem Herzen, wie«ine Seele zu einer andern Seele spricht. Der Lehrer sah dem heftig Kautenden gerührt zu. Leider entsprach Mister Fred seinen übrigen Erwartungen nicht. Vergebens versuchte der Lehrer beim ersten Glase Wein seine wenigen Kenntnisse auszugraben, und umsonst bemühte sich Mister Fred, seine ganze ungarische Wissenschaft anzuwenden, die Auffrischung alter Erinnerungen führte nur zu peinlichen und lächerlichen Mißverständnissen. Nach dieser ungewohnt reich- lichen Sättigung war Mister Fred, der noch zwei Glas Wein genehmigte, vollkommen fertig. Der Lehrer sah schließlich das Unhaltbare der Lage ein. Er schleppte also Bettzeug herbei, richtete ihm eigenhändig auf dem Sofa ein Lager her und zog dem Komödianten selbst eines seiner Nachthemden an. Er streichelte ihm noch die Stirn, als er seinen Kopf behutsam in die Kissen legte. Mister Fred räusperte sich einmal, seufzte dreimal ünd schlief ein, später begann er zu schnarchen. � Der Hilfsnotar beobachtete die ganze Sache mit einer Art ungläubiger Verwunderung. Er ging nicht heim, sondern wartete, von Neugier gequält, auf nähere Mitteilungen des Lehrers über diesen herabgekommenen Gaukler. Der Lehrer aber fühlte sich so beschwert von den Erinne- rungen, die auf ihn einstürmten, wie ein übervoller Sack. Wahrscheinlich hätte er über diese Dinge lange Selbstgespräche geführt oder sie in seine Träume hinübergeiwmmen, wäre nicht glücklicherweise der Hilfsnotar anwesend gewesen. Sein in den Augen der' anderen sicher ungewöhnliches Benehmen im Wirtshause, Mister Freds märchenhafte Bei> geßlichkeit und die Teilnahmslosigkest und Streitsucht seiner Frau steigerten immer mehr sein Bedürfnis sich mitzuteilen und das Unverständliche zu ertlären. Die Hausfrau im Nebenzimmer spitzte mitunter die Ohren, konnte aber nur die leise Stimme ihres Mannes und hie und da einen kurzen Einwurf des HUfsnotars vernehmen, verstand jedoch kein Wort. Sie verstand und härte nur das Schnarchen des Gastes, denn das waren internationale Töne, und hörte zwischendurch das leise Aneinandcrklingen der Gläser. ....._•(Fortsetzung folM Heute Sonntag, den 19. April, Ober ganz Berlin von den bekannten Lokalen aus Verbreitung des„Berliner Volksblattes" sein auf Fahrt und im Heim. Alle Hochachtung vor der Arbeit, die da von einigen Genossen geleistet worden ist und die man in so aus- gezeichneten Darstellungen bisher noch nirgends sah!— Die Ausstellung wurde vom Vorsitzenden der Berliner Ortsgruppe, dem Ge- nassen C h a r l e t, eröffnet. Stadtarzt Dr. Drucker sprach für das Bezirksamt Wedding. Er umriß die Bedeutung, die die Alkoholfrag« für eine Kommune hat und die dazu führen müsse, alle zur Bekämpfung des Alkoholismus dienenden Maßnahmen, wie auch diese Ausstellung, aktiv zu unterstützen.(Die Ausstellung ist bis zum 2-5. April täglich von ll> bis 20 Uhr geöffnet, Eintritt frei!) Oer betrogene Sonnenstrahl. Tragikomödie einer Heiratslustigen. Eine Schneiderin im Alter von 48 Iahren hatte sich durch chrer Hände Arbeit etwas Geld zusammengespart und wollte heiraten. Durch ein Zeitungsinserot suchte sie die Bekanntschaft eines Leidens- gefährten.zwecks Heirat". Sie hatte nämlich ein Beinleiden und lahmte. Es kamen auch nicht weniger als 46 Briefe von 5) c i r a t» l u st i g e n an. Am meisten Vertrauen flößte ihr ober das Bewerbungsschreiben des Gutsinfpektor» Walter Fehler ein. Es fand ein Wechsel der Bilder statt und Fehler schrieb die zärtlichsten Briefe und nannte sie seinen Sonnen st rahl. Es entwickelte sich nun eine Liebeskorrcspondenz zwischen den beiden, ohne daß sie sich jemals sahen. Zum erstenmal stand sich das Paar g e st e r n in Moabit gegenüber. Er auf der Anklagebank wogen Hei- ratsschwindels und sie am Zeugcntisch. Fehler hatte nämlich bald angedeutet, daß er«ine Stellung antreten werde und Geld brauche. Sie hatte ihm auch bereitwillig Geld geschickt. Aus der Stellung wurde nichts, und nun hatte Fehler Schulden zu be- zahlen und wurde vom Rechtsanwalt bedroht. Wieder schickte sie ihm Geld. Dann brach die Vertrauensselige sich ihr krankes Bei» und mußte ins Krankenhaus. Der Liebhaber schrieb ihr Trostbriefe und kündigte ihr an, daß er jetzt endlich eine Stellung auf einem Gut in Ostpreußen gefunden habe. Run könnten sie heiraten. Wie schön würde es sein, wenn sie in ihrem Gärtchcn am Teetisch zu- sanimew sitzen würden. Zu dem Antritt der neuen Stellung brauchte er aber wieder Geld, und sie schickt« es ihm. lSÜ Mark. Dos Geld verwendete er ober, wie sich später herausstellte, dazu, um eine jüngere Freundin einzukleiden. Er hotte ihr auch geschrieben, daß er vor Sehnsucht brenne, seinen Sonnenstrahl persönlich kennen- zulernen. Auf der Reise nach Ostpreußen werde er sie besuchen. Statt seiner kam ein Brief mit einer neuen Bitte um 6 0 M o r k. Er schrieb, daß er mit einer Dame einen Ausslug ge- macht und in sehr vergnügter Stimmung gewesen sei. Daher möge sie ihm schnell das Geld schicken. Run packte das alte Mädchen die Eifersucht, und sie schrieb ihm wutentbrannt, daß er keines Sonnenstrahles wart sei. Wenn er ihr nicht die 450 Mark, die sie bisher geopfert habe, sofort zurückschicke, werde sie ihn anzeigen. Das tat sie auch. Das Schöffengericht Mitte verurteilte den traurigen Heirats- schwindlcr zu sechs Monaten Gefängnis. Oauerzeltlagerkotonien. Die schwere wirtschaftliche Lage der Arbeiterschaft wird in diesem Jahre weniger denn je es größeren Scharen ermöglichen, Ferienfahrtcn in weit entlegene Gebiet« zu unternehmen. Da wird das Streben noch Erholung in Zeltlagern weitgehenden Antrieb er- fahren. Besonder» im Seengebiet um Grünau und S ch m ö ck- w i tz haben sich schon alljährlich ganze Zeltlager ausgemacht. Und auch jetzt rüstet man bereits überall wieder. Da sind einige wichtige Hinweise wesentlich zur Beachtung der gesetzlichen Vor- schriften und zur Vermeidung unliebsamer Mißverständnisse. Für das Lagern in Zelten sind bekanntlich Zcltscheine durch die Oberförstereien notwendig. Es gibt da nun einen sogenannten .Ligeunerparographen", der dos Vogabandieren verhindern will und das Aufbauen des Zeltes an einer Stelle nur auf drei Tage ge- stattet. Es gab allerdings bisher auch in den Dauerzeltkolonien darin keine Schwierigkeiten, da glänzende Zusammenarbeit mit den Forstbehörden durch die gute Disziplin in den Zeltdörfern gewähr- leistet war. Als besonders gute Regelung in dieser Hinsicht aber erwies sich die Vornahme der städtischen Forstverwaltung, durch be- sondere Kenntlichmachung Dauerzeltlagerplätze auszu- weisen. Nunmehr ist es durch Entgegenkommen der staatlichen Forst- Verwaltung auch gelungen, in den angrenzenden Gebieten der Ober- sörstcrei Potsdam dasselbe Versahrcn anzubahnen. Näheres über diese Regelung in den kommenden Monaten wird durch den Genossen Hugo Wolther, Neukölln, Fontanestrahe 20 (Tel.:? 2, Neukölln 5128), durch den Grünauer Förster Chimalla oder auch durch die Oberförsterei Potsdam selbst zu erfahren sein. Cclbstoerstöndlichkeit für jeden, der„Anwohner" in den Zeltdörsern werden möchte, ist, daß er sich der sclbstgesügten Disziplin unter Leitung der gewählten„Bürgermeister" als den Vertrauensleuten der Einwohner unterordnet und vor allem den Grundsag der Rein- hallung des Waldes und der Verhütung jeder Verschandelung beherzigt._ Die kinderfreunde„Gruppe Martha DcmmninoZ nahm de» Todestag der vor sieben Jahren verstorbenen sozialdemokratischen Stadträlin Martha Demnming zum Anlaß, an ihrer legten Ruhe- statt« eine kleine Ged«nkfeier abzuhalten. Genossin Erna V e r ch sprach Worte des Gedenkens. Sie zeichnet« den echt pro- lctarischcn Charakter und die nie ruhende Liebe zu den Kindern des Proletariats. Mit dem Gelöbnis, in diesem Sinne nachzu- eifern und dem Liede„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" schloß die Feier. Die Kinder ließen es sich nicht nehmen,«in prachtvolles Blumengedind« von roten Nelken am Grobe niederzulegen. Rund um das Pferdefleisch. Selbst dos Roßschlächlcrgewerbe leidet außer- ordentlich unter der immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise. Gegenüber lllZS ist im Vorjahr der Umsah in den Berliner Bohschlächtercien um rund 50 Prozent zurückgegangen. Es läßt sich also auch am Rückgang des Pfcrdeflcischkonfums ablesen, wie schwer die 5lrise mit ihrer riesigen Arbeitslosigkeit aus der minderbemittelten Bevölkerung Berlins lastet. Wer lediglich aus Unterstützung angewiesen ist, muß sich so gut wie jeden Fleischgenuß versagen. Allerdings darf bezüglich des Pferdefleisches nicht ver- kannt werden, daß es entschieden zu teuer ist. So kostet«in Pfund Gehacktes 50 Pf., Schmorfleisch 70 Pf., Roulade 75 Pf., Rumsteak 80 Pf. und Filet 00 Pf. Diesen Fleischpreisen stehen die Wurst- preise nicht noch, ein Viertelpfund Schlackwurst kostet 35 Pf. und ein Viertelpfund Leberwurst auch noch 20 Pf. Mit diesen Preisen hat dos Pferdefleisch ganz erheblich von seiner früheren Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Schweinefleisch eingebüßt. Wie bekannt, sind die Schwcinesleischpreis« in. der ver- gangenen Zell einigermoßcn zurückgegangen. 1029 waren dagegen die Schweinesleischpreise hoch und die Schweinezucht für weite Kreise der Landwirtschost ein einträgliches Geschäft. Infolgedessen forcierte die Landwirtschaft die Schweinezucht und jetzt hoben wir den lieber- sluß an Schweinen auf dem Markte, bei— wir müssen allerdings sogen— verhältnismäßig niedrigen Preisen. So ist die Differenz zwischen Pferde- und Schweinefleisch nicht mehr so groß, daß ein besonderer Anreiz zum Kausen von Pferdefleisch vorliegen würde. Es ist nun landläufige Ausfassung in Laienkreisen, daß an den teuven Pferdeflerschpreiscn die Automobil« schuld wären. Man sogt sich, die Motorisierung des Verkehrs verdrängt den Hafermotor von 1 P8., also dos Pferd: diese Haustiere werden immer knapper und dementsprechend dje Fleischprcise teurer. Nur trügt hier wieder ein- mal der Schein. Wie uns z» dem hohen Preisstand sür Pferde- fleisch aus Roßschlächterkreisen mitgeteilt wird, liegen hierfür ganz andere Ursachen vor. So hat zum Beispiel der Markt für Schlacht- pferd« in den letzten Jahren eine ganz eigentümliche Konstellation. Da die Möglichkeit vorliegt, günstigere Exportpreise zu erzielen, wird olljährlich eine erhebliche Anzahl Schlachtpferde ausgeführt: im vergangenen Jahre waren dies rund 20 000 Stück. Davon ging der Löwenanteil mit 11000 Stück nach Holland und 0300 Pferde nach Frankreich, der Rest in andere Länder. Diesem dauernden Abfluß steht aber keine entsprechende Zufuhr gegenüber, so fehlt infolge der ungeregelten Handelsvertragsvcrhältnisse mit Polen die Einfuhr von billigen Schlachtpferdcn vollständig. Wenn auch für ein Schlachtpserd nicht der Zollsatz von 500 Mark pro Stück wie bei einem Nutzpferd verlangt wird, dann ist selbst der ermäßigte Zoll- saß von 150 Mark nicht tragbar, der für diejenigen Pferde gilt, die einen Wert bis zu 300 Mark haben, beziehungsweise nur 1,40 Meter groß sind. Diese Verhältnisse, so sagen die Roßschlächter, wirken sich auch auf dem Berliner Markt aus. Der Berliner Pferde- schlachthof ist eine besondere Abteilung unseres Städtischen Schlacht- und Viehhofs: wer voni Baltenplatz kommt, kann kurz vor der Freibank den Pfcrdeschlachthof sehen. Nach der Ausgabe 1030 des offiziösen Kleinen Berliner Taschenbuchs wurden im Jahre 1020 hier 9861 Pferde geschlachtet, die ein Schlachtgewicht von 2 Millionen Kilogranim Hollen. Die gesamte aus hiesigen Schlach- tungen gewonnene Frischfleischm«nge betrug 1929 allerdings 216 Millionen Kilogramm, man kann daraus ersehen, wie verschwindend gering die Rolle des Pferdcfleischs in der Ernährnngswirtschast Berlins ist. Trotzdem zählt Berlin einige 80 Roßschlächtereien, die in der Roßschlächter-Zwangsinnung zusaminengeschlossen sind. Das Roßfchlächtergcwerbe hat in der Nachkriegszeit eine enorme Auf- blähung erfahren: in der Vorkriegszeit existierten in der Reichs- Hauptstadt vielleicht 30 bis 40 Roßschlächter. Es ist hier nun nicht etwa früheren Schlächtergesellen gelungen, sich selbständig zu machen. sondern eine ganze Reihe von Pferdehändlern hat Roßschlächtereien eröffnet. Bis vor einiger Zell ver- dienten auf dem Berliner Pferdeschlachthof ungefähr 30 Gesellen ihr Brot, deren Zahl ist aber in jüngster Zeit entsprechend der Konzentrotion im Pserdcschlochtwcscn zurückgegangen. Oetfcntlid»« Kundgebung Mittwoch, den 22. April: Abi. 21 xWeddin«). 10',', Uhr. Im groSen Saal der Hedhubalbrancrci, ScestraBe Ecke Amrumer StraBc Thema; »» ..Sozialismus oder Faschismus Redner: Karl Lilkr, M. d. R. Mitwirkende; Spredtdtor der SAJ. VWksgcnoasen! Folgt unserm Rufe! Kommt zur Kundgebung! Helft den Faschismus bekämpfen! Zwei Frauen zu je 40 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, das«m I. Oktober 1027 in Kraft getreten ist, bestraft denjenigen, der an einer mit Ansteckungsgefahr verbundenen Geschlechtskrankheit leidet, und dies weiß oder den Umstänhen nach annehmen muß. mit Ge- fängnis bis zu drei Jahren, wenn er seinen Partner in Gefahr bringt, von der Krankheit angesteckt zu werden. Tritt bei diesem anderen Gcsundheitsschädigüng ein, so wird die Strafe in Tateinheit mit einer solchen wegen gefährlicher Körperverletzung festgesetzt. Die Fälle, bei denen wegen Zuwiderhandlung gegen das Ge- setz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten bestraft wird, häufen sich, lind dos ist gut so. Man kann sich schwer etwas Unverant- wörtlicheres vorstellen als die gewissenlose Uebcrtrogung der Geschlechtskrankheit auf den Partner. Die Folgen einer derartigen Handlungsweise find oft unabsehbar. In der Regel sind es aber die Frauen, die vor dem Richter zu erscheinen haben. Die Männer oerstehen es, sie ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. Frauen, die infiziert worden sind, sind in dieser Hinsicht in einer viel schwierigeren Lage. Kürzlich standen zwei solcher jungen Mädchen vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte. Die eine. Mutter eines unehelichen Kindes, lernte einen jungen Menschen kennen, besuchte mit ihm zuerst«in Tanzlokäl, dann ein Hotel. Die Folge davon war die Krankheit des jungen Mannes. Seine Partnerin wußte, daß sie krank ist. Trotzdem war sie mit dem jungen Menschen ge- gangen. Vielleicht hätte der junge Mensch vor Gericht den Straf- antrog zurückgenommen. Das ist aber unzulässig, wenn auch die Verfolgung bloß auf Antrag eintritt. Der junge Mensch ist ausgeheilt, die Angeklagte kann deshalb wegen Schädigung der Gesundheit nicht bestraft werden. Das Gericht verurteilte sie an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe zu 40 Mark Geld- strafe. Sie wird sie in Raten zahlen dürfen. Die andere Angeklagte ist Arbeiterin, sie ist arbeitslos und geht stempeln. Sie soll ihren Freund angesteckt haben. Am 10. No- vcmber stellte der Arzt be! ihr fest, daß«ine alte Krankheit wieder ausgelebt war. Er' gebot ihr Vorsicht, sie kehrte sich nicht daran, und dos Ergebnis war die Krankheit ihres Freundes. Er ist auch heute noch nicht hergestellt.''Die junge Arbeiterin will von einer Bestrafung nichts hören. Auch hier lautete das Urteil auf 40 Mark Geldstrafe. Die Verurteilte will Berufung einlegen. Sie wird da- mit kein Glück haben. Die Anklage wegen Zufügung einer gesund- hcitlichcn Schädigung hatte der Staatsanwalt fallen gelassen: cs schien ihm nicht erwiesen, daß der„Freund" sich unbedingt bei der Angeklagten seine Krankheit geholt hotte. Zwei Wilddiebe erschossen. Eisenacher Förster im Feverkampf verwundet. E i s c n o ch..IS. April. 3n der Nähe des Vachaersteins stieß heute ein E t s e n a ch e r Förster auf drei verdächtige Männer, in denen et Wilddiebe vermutete. Als er sie aufforderte, den ZuHalt ihrer Rucksäcke vorzuzeigen. zogen zwei von ihnen Gewehre hervor und legten aus den Förster an. Dieser verteidigte sich mit seiner Dienstwasse und erschoß die beiden Wilddiebe, ver dritte Wilddieb suchte Deckung hinter einem Baum und wechselte mit dem Förster mehrere kugeln. Der Förster wurde in den Unterarm getroffen und mußte seine Waffe fallen lassen, woraus der Wilddieb in die Waldungen flüchlele. Die Gefahren der Gozialreaktion. Auch im wilmersdorser„Vikloriagortcn" fand eine Frauenkundgebung der Sozialdemokratie statt, in dex Genossin Wurm und die Genossin Ellert vom AsA- Bund sprachen.„Gegen Faschismus, für Frieden, Freiheit und Brot" war die Parole der Kundgebung. Beide Rednerinncn zeigten den versammelten Frauen eindring- lich die Gefahren der Sozialrcaktion, die sich den Faschismus als eine Angriffswaffe gegen die Arbeiterschost geschaffen hat. Die Lasten, die die Reaktion der Arbeiterschaft auferlegen will, oe- drucken die arbeitende Frau doppelt schwer. Gebärzwong, Kinder- elend, doppelte Arbeitslast von Berus und Haushalt untergraben Gesundheit und Freiheit der Frau. Diese Unterdrückung zu brechen, muß gemeinsames Ziel aller arbeitenden Männer und Frauen sein. Rur der Sozialismus kann diesen Kampf konsequent führen, und ihm müssen sich alle schafsenden Frauen anschließen. Genossin Wurm ging insbesondere noch auf die sozialhygienischen Forde- rungen der sozialistischen Frauenbewegung ein. Schwangeren- und Wöchnerinnenschutz sind im Kapitalismus völlig vernachlässigt, und andererseits zwingen Kirche und militaristische Reaktion die Frauen der Arbeitslosen und Kurzarbeiter zur Austragung ungezählter Elendskinder. Sport. Rennen zu Sarlshvrst am Sonnabend, dem IS. April. 1. R e» n e n. Ij. Finnland(Dr. Liebrecht). Ir. Lichtiltahl II(Mülchen), 0. Boruisia. Toto: 9(Finnland), 53(Lichtstrahl II). Platz: 12, 19, 22: 10. Ferner liefen: ASkari, Doginatiker, Held, Viel, Schmeichlerin, Pcllegrino. Totes Rennen. 2. Rennen. 1. Fcldberg(Lt. v. Bolh), 2. Eoa, 3. Corrida. Toto: 56:19. Platz: 11,13, 12:10. Ferner liefen: Franzia, Marlltta, Achmed, Prachtkerl, Kurzschlui,. Lohtand, Leierschivanz. 3. R c n n e». 1. Geselle(Schäfer), 2. Schlagbaum, 3. Spala. Solo: 34:10. Platz: 14, 13, 17:10. Ferner liefen: Bineta, PriinaS(bl. stehen). Gasrile. Daria. Grafenliebe. 4. N e n n e n. 1. Grimouchou(Derlei). 2. Älf Kis. 3. Menelaos. Tola: 35; 10. Platz: 24, 44:10. Ferner liefen: Zig-Zag, Felsen, Crödulito, 5. Renne n. 1. Mitzgrisf(Müschen!, 2. Gulbrand, 3. Immerju. Toto: 81:10. Platz: 19,20:10. Ferner Uesen: Böckerschus;. Jsabell. 6. Rennen. 1. SimplarS(Oerlei). 2. Mahadöb, 3. Märchenland, 4. Minneklang. Tolo: 50:10. Platz: 19,25,20,17:10. Ferner liefen: Marburg, Mola, Letzter Versuch, Gioßsürst, Wildlocke, MoSIem, Malrone, Felderike. Tauperle. JA! Auch diesmal a bietet Ihnen mein« von 80-25. April ▼ wirklich vorteilhafte An geböte in WOLLE• SEIDE• WASCHSTOFFEIN CORDS Das Haus der guten Qualitäten- Berlin W 8, Leipziger Str. 33— 35 Auf Wunsch Mencts n Raten Dtt A a» t* f•*«°F den Extrstiichen im Lichthof meine» Hauses werden$1» üb« r s< u b e £ Sozialistische Arbetterjogeod Sroß-SerSa awsmdmigm kür diese Zwdr»»«,»«« 3nemMdrdeil«l Lolw 623«8. CioNnflndt I heute. Sonntag. 11 H Uhr. werbefÄcr In der Volksbühne. Iiiqendorchestrr, Ml«. Sinftlrri«. Speech, nb 9aM«n»9�»t Wt S»Z. Krosi-Berlia.«arten ,» 50 Pl. find noch n der Kaste erhältlich. Envertelole arit Suowcia und Mitglirdobuch freien vintritt. Sencralvroli« fite die Werbesrier: S Uhr Sprechchor vlten. stst'. Uhr Tler» «arten, Weddina. Neutiilln. Sinqkrrio: Bilhneneinqan« Linienftrahe. Nur mit AilSweiÄarte eintritt. Tiergarten trifft sich urn S Uhr Kleiner Tiergarten Klw. Bahnhof BUIow strafte. Treffpunkte der Gruppen für die wcrbefeicc: Ballon: lv�z Uhr»Elnsinnr'. Dangigrr Straft« Erste Prent laue? ftllle«, HSi4 Uhr Rangarder Strafte fTraininq iimn Mai-Inarndtog).— ffallpla» Ii 10 Uhr.Rote Elte".— Nordosten I»nd llt 10',» Uhr �Inslirm".— Schiin» hanser Borstadt: lO'A Uhr„So�ialifteneeke". IS'/o Uhr Seim Echänilirfter Straftc g,— Kottbusscr Tor: ln Uhr Uottbusser Tor.— Rrulöll» 1: J0',h Uhr Reuterplah.— R-nkclln IV: lOsj Uhr Bahnhof Neukölln. NcnkSIIn Vll: W Uhr vor der RMS. Wcebrlaiirl Schöneberg: 10V4 Uhr Bahnhof Echiineber«. Köpcnickrr Mcrtcl: 10 Uhr Eprechchorprob« b«i Siedentopf. Heimabende: Hachplaft:«illh-n-Vslr. 8.— W-ddi-g.«edding««»hing.N»,»: IL Uhr Willdcnowstr. S.- Arnrwnlber Plag I: Rastenburger Str. lb. lS Uhr. i— Rcinickendors.West: Seide lstr. 3, 19 Uhr.— Lindenhos: Adschlnftseier drr Werbewoche.— Arirdrichafrld«: Gunterstr. tt. Stund« der Weihe.— Tenrpel- hos: Treffpunkt äur„Roten Matinee" 0 Uhr Ma-Li. t- Reinickendorf-Ost: 19 Uhr Werbcfeier im Realgmnnafwm Berner Str. 7/9. Sintritt Zä Pf.— Arnowaldcr Plag I NN» Hl: Seilt», löVj Uhr. Treffpunkt gut fsluqbtattverberituna bei Cramer, Cotheninoslr. 2. Berbebezirt Trmpelhof:„Rote Matinee" lO'-i- Uhr im Ma-Li. Marieudorf, thgusseeslr. ttvö. Eintritt S0 Pf. Werbe be,lrt Prcn, lauer Berg: Beteiligung nach Möglichkeit an der Mit» gliederversammlung der Iugendgruppen des ZtÄ., 20 Uhr. Altersheim.„Iu- «end und sfafchismus." Werbebezirk Kreuz berg: 19 Uhr Sprcckcharprob« Lindenftr. 4. Morgen. Montag. 20. April, 19 � Uhr: Saasa: Bochumer Str. 8d.„Werksrort und Werkfaschismus."— Moabit I: Waldenferstr. 20.„Arbeiterdichtung."" Moabit II: Lehrter Str. 18— 19.„Er. mcrbslofe Jugend."— Moabit III: Lehrter Str. 18—19.„Religiöser Sozialis» mus."— Westen: Ecnthiner Str. 17.„Der Erfolg der SPD. seit 1918."— Arnswalder Plag ll: Raltenburger Str. 10.„Lohn, Preis, Profit."— Soll. plag I: Sonnenburger Str. 20.„Die Arbcitersport-Znternational«."— äbIN plag II: Sonnenburger Str. 20.„Warum£91?.?"— R-rdostr» H: Danziger Strafte W, B. 9.„Die Stellung der?rau in anderen Ländern."— Peenzlaner Vorstadt: Glcinistr. 18—81. ,2lunst und Kitsch."— Schönhausee Borftadt: Sonnenburger Str. 20.„Kirche und Sozialismus."— ffriedrichohain: Dieftel- mevcrftr. ö—S.„SA?.— K?BD."— stralauer Bierlrl: Eoftlerftr. kl. Arbeits. prmcinfchaft.— Johannisthal: Raihans. Bericht von der Osterfahrt.— Treptow: Wildenbruchstraftc.„Klafsentompf der Eeqenrvart."— Kermadors: Roonstroftc. „Warum l. Rtai?"—«ottbnstcr Tor: Treffpunkt zur Fraueniundgebung lb'-b Uhr Kattbusser Tor. Möglichst sfaltentracht. Berbebczirl Wcdding: Seestr. 8>. 20 Uhr Uedunasadent. Alle Spiekleat«, KliMisten. Troinniler mit Instrumenten. Wcrbebezirl Schöneberg: 20 Uhr Arbeitsgemrinschast. Warthurg.Schnl«. Wcrbebrzirl Neukölln: Ausgabe des Werdcmatcrials IS— Ist'.h Uhr beim che. Possen Mertle, ffricdelstr. SC._ Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner«Schwarz-Rot-Gold". S e f ch ä k t- st e l I»: Berlin 6. 14. EebaftianNr 87—38. Kok 2. 5«. Mvniag. 20. April. Wedbiag. 20 Uhr Schufoahtcilungen der 2- und 3. Kameradschaft Turnhalle Gotenburger Str. 2 Eportobcnd. Fried» richshain sIungbanuer). 20 Uhr Jugendheim Frankfurter Allee 807. Lickitbilder. portrag:„Im Westen nichts Neues." Kreuzberg sOrtsvereln). Achtungl Der Eaalichuft fällt aus. Lichtenderg sOrtsvereinl. Unser Kamerad Heinrich Eschen. Ivhr ist verstorben. Becrdigunq Montag, 20. April, 14 Uhr, Ientrolfcirtihet ffricdrichsfeldc. Beteiligung sämtlicher freien Karneraden. Schön» berg.Friebena» lOrtsvereinf. Kameradschaft Rathaus. Di« fllr Montag angefegt« Kamerod. fäiaftsocrsammlung fällt aus. Genauer Termin durch Rachrichtendrenft. Tempel Hof lOrtsverein). Iv'h Uhr Fartfcgun« des Svortkurfus in der Tirrn» balle Manteuffcistraftc.— Dicgotag. 21. April. Friedrichoha». Kameradschaft v/ckittciki l.vip?igoi- Stn. OlenMä-Mti.) Königatr. Siidin Woll Brnnthalw Sk. {Kleiderstoffe Kunsfs�fde-Neuhe?* Karomuster auf PasfeWarbeiv Meter das neue Oewebe» großes Parbensorftiiieiily Mefer Kappe aus Viscaborfe Voll-Voile neu* Drudomisfer, dbppeMweit, Mater Georgette-Phantasie modische Farbtöne, doppeltbreif, Meter Seidenstoffe Foulard ram* Said«h antzüdeende Oassins, ca. 90 cm braff, Mafar Sdtm brillant aleganta Kunstseida, mit nauzeittidian Mustanv Mater a Crepe Marocain reine Seide, gut* Kleiderwara, Meier 1.70 1.85 1.95 3.50 2.65 4.90 Crepe Faille«Jagant* KlaidarseicU, in vielen Farben, Meter Resevlnt: Kamerad GracrtL Wetchi.» sOrtovetrinf. IBflft Ahr Srtfcrnrfhr-g in der Sochschulbrauerei, Amrumer Str. Zl. Ecke Seestroft«. Referent: Kamerad Suao Säieibel. Thema:»Was lehrt uns das bolfchewiitisch»rufsrfche Elverinrrnt?" Mitalirderou-apeis mitbringen. Prenzlauer Berg. 20 Uhr Sameradschaftsver. fammlungru in den bekannten Lokalen.— Wasserfpariabtrilnngr». Inr 2. Werbe- reaatta de, Arbeiter-Turn.»nd Sportbundes am Sonntag, da» 10. Mai, bei Brandenburg, find dillig« Autofahrten eingerichtrt worden pr» Preise von 2.10 M. für Hin. und RtWstrHrt. Abfahrt Sonntag. 10. Mai, ab Bahnhof ftio. 7 Uhr. Meldungen bis späte ftrns 1. Mai bei de» Sportwartin der ein» zelne» Fllgs unter Beifügung des Fährgeldes. Steno graphenverrin für Wriftrnfee»nd Hohenschönhausen IStuheibokur,. schriftl. Vorsitzender: H. Thomas, aepr. KurzfchriMehrer. Der Berein hält ob 20. April wieder Uebungsabendi ob. Es findet im Gebäude des Oberlozeums Weiftenfee, von 19 bis 20 Uhr, ein Fortbildungslehrgong statt. Bund Sntfchiedence Schnlreformcr. Oeffentlich« Monatsvcrsammluna am Dienstag, dem 21. April, I9HL Uhr, Belziaer Str. 40. Thema:„Onanie und Erziehung". tDr. Mar Hodann.) Gäste willkommen. Unkostenbeitrag erbeten. Eiuheitsoerband der Sandel-»üb«bewer betreiben de» n»b freie» Berufe, Ortsgruppe Berli». Berbeversanrmlungen MIttrvoch. 22. April. 30 Uhr. Rrstan- raut Teich. Reukölln. Sweseberkstr. 1ZS, Ecke Bendastroftc. Donnersdaq, 28. April, 20 Uhr. Rcftemrant Reimer. Eharlattendurg, Wilmersdorfer Str. 2l, Ecke Kanalstrafte. Deutscher Iutrraatrooaler Auwultsoeeband<. N. Freitag, 34, April, 2014 Uhr. Schadowstr. 0—7. Vortrag des Rechtsanroalk, und Notars Dr. Erich Simon. Berlin: Organisation med Berufsethik der spanischen Anwallschaft". Gäste haben Iutritt. Arbeiier.Radia-Buud Deutschland» S. V. Ortsgruppe Svoft.Berli». Unter. grnpp« Prruzlauer«erg. Lokal Klug, D-nztger Str. 71. 30 Uhr. Zi. April. Besprechung der Standard-Schaltinigen und Mdgliederversammlun«,— Uutergruppe Friedrichshai». Lokal M. Wertalla, Berlin O. 17, Sohrnlohestr. 3, 20 Uhr. 28. April. Bortrag für Anfänger: �Ragnetismus und Induktion". Referent: Ing, Brun» Voigt. eandhaua und Garken. Um die Mitte dieses Monat« öffnet sich wiederum bei Friedmann 11. Weber die nun schon tra- ditionell gewordene Sommerausstellung.Landhaus und karten", deren Gesamtentwurf Ernst Friedmann schuf, während den gärtnerischen Teil chermann Rothe besorgt.— Eine weitere, gleichzeitig beginnende Sonderschau unter dem Titel„Chintz- Ausstellung" wird zum ersten Male einen zusammensassenden Ueberblick bieten über die fast dreihundertjährige Entwicklung dieser jetzt zu neuer Wertschätzung gelangenden Stoffart. Weuu die Feihling�ouue lacht— dann will man doch nicht in seinen „vier Wauden" verkllmmern. Hinaus in die frisch« Lieft! Und wir gut Sie das vertragen können! Sagen Ei» nicht:„Ich habe keine Feit". Denn eine Frau unserer Tage, die die Senkel-Selser zu gebrauchen weift, bei der mstftt« das Toaesprogrvnnn wie ein Uhrwerk ablaufen. Das Dreiqeftirn der„goldenen Rrinlieit"— Ata. iMt und Brrül— darf in keinem Sauslialt fehlen! Für Forbrrung der Gesund heit ist ein« Brunnen-Trinkkuv zu Sause mit dem oltberllhmten, ärztlich enu>fohlenen Lauchstädter Brunnen von der arSfttrn Bedeutung. Eine Anzeig« in„Bolk nnd.Zeit" enthält wertvoll« Hinweise auf die Notwendigkeit einer solchen Trinkkur. Di» vorzilgliche Wirkung des Lauch- stadter Brunnens ist während zweier Jahrhunderte an vielen Tausenden aller Stand« nnd Berufe erprobt. Wer an Rheunmtismus, Ischias, Gicht, schlechter und fehlerhafter Blntbeschasfenheit, Blutarmut. Mattigkeit«der Nervosttät leidet, sollte zu Hause«ine Trinkkur mit Lauchstädtee Brunnen gebrauchen. Aind bei Fvckrr.«nd Nierenleiden sowie A rtcrienvrrkalkung ist dieser aus- gezeichnet« Brunnen als Kurqetränk sel>r zu empfehlen. Den zahllosen halbkranken, obgearbeiteien, nervösen nnd iiberanstrengten Menschen leistet eine Haustrinkkur mit Lonchstodter Brunnen ebenfalls vorzilgliche Dienst«. Auf»iirfach«. billige und beoueme Art und ohne Bernfsstörung kann feder den Lauchstädt«! Brunnen mit feiner Familie zu Haufe trinken, zur Förde. rung»er Gesundheit zur Aufirifchung des Blute», zur Stählung des Körper» und zur wirksamen Vorbeugung gegen mancherlei Krankheiten. Auch Gesunde tun gut. zeitweis«»ine Trinkkur mit Lauchstädtrr Brunnen zu gebrauchen, da hierdurch das Blut verbessert und der Körper widerstandsfähiger gegen Krankheiten wird. Di« Ertrabeilag« m dieser Nummer enthält eine vor. q»d»uckte Bestellkarie. Es empfiehlt ssch. tiefe Karte ausgefüllt sogleich ab. zusenden. Lauckistädtrr Brunnen ist zu beziehe» durch den Brunncnvcrsand der Heilonell« zu Bad Lauchstädt. Der aufterordeutlich stark« Eefel«, de» die Kansum-Dare nhänfer mit dem billigen Angebot von Schuhwaren in den Serieutaqen der Vorwoche erzielten, «ranlaftt die Ko» sum-cheu» ffeurchuft BeeNu»nd llmgegend, die Benanstaltung um«ine Woche zu verlängern. Den Getwssenfchaftsmitgliederu ist demnach auch in der Woche vom 30. bis 20. April noch Gelegenheit geboten, ihren Bedarf on Schuhwaren in den Schuhwavenabteilungen der Konsum. Waren. Häuser, in ihrem mgenen Anternehmen, zu niedrigsten Preisen<2,90 bis 9.90 March zu decken. Mit der Fristverlängerung für die Echuhscriewtoge«nt. spricht die Genoffenschast zahlreichen ans den Kreifen ihrer Mitglieder ge. äuftcrtrn WUnfchen. Trinkt Fachingee. Gerade tn de» sogenannte» Aebergunaseeiien. in denen der Mensch bekanntlich am anfälligsten ist. sollte da» heilkräftig« Fachinger Gesundh-itowass-r al, Borbeugungsmittel rrqelmäftig getrunken werben. f Küchen' Himmel BBiptiesttati; LoürtnHcr straBe22(SOSUiauer Tr) fUlals: Brote FranUgrlcr Str. 40(Stnasbenier Platx) Rlesenausuiahl hol billigsten Preisen Bitte best drücken Sie die neuesten MaieW« herrUdisler vcsüälUdier KQcbcn Kostenfreie Leg«rung bb ssr Lli ti 1— S Gabardine-Manfel imprägniert, ausknöpfbares Plaidfutter, Gröfje 40 bis 50 Aus unseren CT Stoffen... von ä op' Mark an Komplef bedruckte Kunstseide mnüisiüer Aimgung Gegr. 1919 Zentrum: Klosterstroße 65 Moabit: Solinger Straße 9 Osten: Frankfurter Allee 364 Westen: Augsburger Straße 43 Eingang Papiergeschäft Chausseestr. 47(Ladenl Oberschoneweidc; Siemensstraße 14 Norden: Chausseestr. 47 Neukölln: Pflugerstraße 26 Schöneberq-Friedenau: Hauptstr. 99 Tegel: Brunowstraße 49 Tempelhof: Kaiserin-Augusta-Str. 71 und Hciiang! Kostenlose Broschüre über Selge-Pasl*. „Durch diese Kar in Kfirzc wunderbar ab- tfchelli..." K.R. Tausende Dankschiciben über geheilte Flechten, Ekzeme, Mitesser, Pickel Hautjucken Proben gegen 7« Pf.(Briefmarken). Kurpackung 5 Mk. General" Depot: Rathaus- Apotheke, Düsseldorf 37. In Berlin: Elefanten- Apotheke, SW 19, Leipziger Strafe 74. pfanderversieigerung. Die in den Monaten Juki, Angnst. 6«»- tember 1930 versetzten Pfänder kommen. soweit sie nicht erneuert worden find, zur Persteigerung: bei Abteilung N, Elfafser Str. 74, vom Montag, dem 20. April 1931, ab 9 Ilhr, und zwar in der Reihenfolge: Fohrräder p?,»leider, Pelzwerk und Wäsche! bei Abteilung l, Iilgerstr.«4, vom Rontag dem 27 April 1931, ab 9 Uhr, und zwar in der Reihenfolge: Juwelen, Gold-»nd Silbersachen, Kristall, Fahrräder,«egei stände der Optik, Kleider, Pelzwerk, Wäsche. Für verfallene Pfänder, welch« erst»ach dem Aulllovsdeqinn erneuert oder eingelöst werden, muß bestimmungsgemäft Auktlons- gedllhr berechnet werden. Staatliche« Lechamt. 5porkldsid feinwollener Tweed 12.50 Seidenkleid bedrudd Cripo de Chine 39.00 einschließlich unserer »tlichen Zutaten— Tadelloser Sitz.— Strohhut mit Bandgarnitur DU Damenstrümpfe künsfL Waschsd. kOnsft. Waschid. Marke Elbeo, künstliche Wascfaeide Goldstempel plattiert Qualität X! Qualität Alpha 1.35 1.75 2.95 3.90 SiläflSMf?- Wir tertlre»«Itcut« Anzöge und Mäntel »«i■itjebnchtea Stoffes sack etnauea Naß für N. 39.- 7lr. 132« 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 49. April 49Z4 lum Internationalen Frauentag! Frauenwerbeveranstaltungen 1. Kreis Mitte. Dienstag, den 21. April, l9X Uhr, im Hacke- schen Hof, Rofenthale? Str. 40/41, großer Saal, Musik, Fahneneinmarsch der SAJ., Rezitation: Friede! Hall, Politisch? Revue. Ansprache: Dr. Käte Frankenthal, M. d. L., Gertrud Ellert-AsA-Bund. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 21. April, 19H Uhr, in der Aula der Schule Gleimstraße 49, Vorführung des Filmes.�Lohnbuchhalter Kremke". Ansprache: Gertrud Hanna, M. i». L. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, 20. April, 19 Uhr, in den Andreasfestsälen, Andreasstr. 21. Ansprachen: Marie Kunert, M. d. R., Else Michaelis, AfA-Bund. ti. 5treis Kreuzberg. Montag, 20. April, 191-4 Uhr, im Orpheum, S. S9, Hasenheide 32/38, Vorführung des Filnies „Lohnbuchhalter Kremke", vorher Fahneneinmarsch der Sport- ler. Ansprachen: Polizeipräsident Albert Grzesinski, Gertrud Hanna, M. d. L., ADGB. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 21. April, 191-4 Uhr, in Ahlerts Festsälen. Berliner Str. 88, Vorführung des Filmes „Giftgas". Ansprachen: Karl Litke, M. d. R., Frida Licht, AfA.-Bund. 8. Kreis Spandau. Montag, 20. April, 20 Uhr, in Sawades Metropolsäle, Spandau, Schönwalder Str. 98/99. Ansprachen: Dr. Hildegard Wegscheider, M. d. L., Luise Kühler, M. d. L.. ADGB. 11. Kreis Lchöueberg. Dienstag, 21. April, 191-4 Uhr, im „Picadilly". Schöneberg. Ebersstr. 81/82(früher Wilhelmshof), Vorführung der Lichtbildserie„Im Westen nichts Neues". Ansprachen: Paula Kurgaß, Frida Gladosch, ADGB. 14. Kreis Neukölln. Montag, 20. April, 1914 Uhr. im Saalbau Bergstr. 147, Vorführung des Filmes„Lohnbuchhalter Kremke". Ansprache: Dr. Meyer-Brodnig. 101. Abt. Treptow. Montag, 27. April, 1914 Uhr. im„Viktoria- garten", vorm. Nitschke, Am Treptower Park 2Ö/26, Vorfüh- rung des Films„Lohnbuchhalter Kremke", Mitwirkung der SAJ.. Ansprachen: Adele Schreiber-Krieger, M. d. R., Emma Ritsche-ADGB. 1«. Kreis Köpenick. Montag. 20. April. 20 Uhr. im Stadt- theater Köpenick. Wilhelmplatz. Referat des Gen. Dr. Georg Löwenstein. Außerdem Ansprache von Marie Weber, ADGB- 17. Kreis Lichtenberg. Heut«, Sonntag, 19. April, 1412 Uhr vormittags, in der städtischen Jugendbühne in der Schule Holtei- straße in Lichtenberg, Vorführung des Filmes„Lohnbuchhalter Kremke". Ansprache: Luise Kähler. M. d. L., ADGB. 18. Kreis Wcißensec. Beteiligung an �der öffentlichen, all- gemeinen Parteiveranstaltung, am Freitag, 24. April, 1914 Uhr, in der Stadkhalle Weißense«, Pistoriusstr. Reseren- ten: Prof. Erik Nölting, Käthe Kern. 10. Kreis Pankow. Dienstag, 21. April, 1914 Uhr, bei Linder, Breitestr., Vorführung des Filmes„Lohnbuchhalter Kremke". Ansprachen: Marie Kunert, M. d. R., Else Krummschmidt, ADGB. 20. Kreis Reinickendorf. Heute, Sonntag, 19. April, 14 Uhr, Filmvorführung im Residenzpalost, Reinickendors-Ost, Residenzstr. Ansprachen: Marie Kunert, M. d. R., Gertrud Hanna, M. d. L., ADGB. 4 FISW• 20 000 Soisf die Zahl der Genossinnen gewachsen. Und du? Bist du dabei? Hast du schon eine zweite Genossin geworben? Sorge mit dafür, daß wir bald eine viertel Million Frauen in der Sozialdemokratischen Partei sindl Aus ver Partei. Kommunistische Zellen in der Sozialdemokratischen Partei. Innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Genfs ist eine Gruppe der Freunde Sowjetrußlands gegründet worden, die regel- mäßig Abende zur Aussprache über die wirtschaftlichen und poli- tischen Vorgänge in der Sowjetunion abhalten wird. Die sozialdemokratische B a s l e r„Arbeiterzeitung" macht zu dieser Mitteilung folgende Bemerkungen, die das Zürcher sozial- demokratische„Volksrccht" zustimmend wiedergibt: „Wie aus einer Bekanntmachung der österreichischen Sozialdemokratie hervorgeht, sind die„Freunde Rußlands" eine kommunistische Organisation, die sich wie„Rote Hilfe" und ähnliche Unternehmungen zur Täuschung der Arbeiter einen„überparteilichen" Charakter gibt. Seit langem begreifen wir an der Genfer Parteipolitik manches nicht, das eine Behandlung in den schweizerischen Parteibehörden erfordert hätte. Wir an der Front des Kampfes mit den Kommunisten bekommen die Aus- Wirkungen dieser Zweideutigkeiten besonders zu fühlen. Es scheint uns nun nach der Gründung einer Filiale der kam- munistischen Organisation der„Freunde Rußlands" innerhalb der Sozialdemokratischen Partei an der Zeit, die Angelegenheit in den schweizerischen Instanzen einer ernsten Prüfung zu unter- � ziehen. Wir müssen im Interesse der Bewegung auf vollständige Klarheit und vor allem Sauberkeit dringen. Die schweizerische Geschäftsleitung darf auch irgendwelcher Gründe wegen nicht die Augen vor der Gefahr verschließen, die dadurch für die Partei entsteht, wenn sich unter dem Deckmantel eines angeblichen Linkssozialismus kommunistische Ten- d e n z e n verstecken und ausbreiten... Jedenfalls handelt es sich um Dinge, die sehr ernsthafter Natur sind und deren Wirkun- gen für die Partei nicht besser werden, wenn man so tut, als ob sie nicht vorhanden wären." parieinachrichien/Ml� sürGroß-Berlin EIns«ndungen für diese Rubrik sind stet» au da» Bezirkesekretariat Berlin<5W 68, Ltadensieage 3, 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. Beginn aller Veranstaltungen 1014 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabel Heule, Sonnlag, 19. April: 5. Abt. sslugblattverbreitung bei Mailia, Linlensirasie. 24. Abt. Die Bczirksfiihrer werden gebeten, die Adressen der arbeitslosen Ge» Nossen, welche noch keine ssreikarte zur Maifeier haben, bis spStcstcns Mittwoch, 22. April, ihren Eruppenfilhrcrn miizutcilcn. Z2. Abt. fflugblattverbreituna. Treffpunkt in den bekannten Lokalen 8 Uhr. Die Genossen und Genossinnen treffe» sich 11 Uhr Andrcasplatz zur Be» sichtigung der ssinderfreunde. Ausstellung im Bezirk Kreuzberg. SS. Abt. 8 Uhr Flugblattuerbreitung 1. und U. Gruppe bei LIersch, Kantstr. 62, 2. Gruppe Holzendorfstr. 20. 128. Abt. Flugblattverbreitung in den bekannten Lokalen. Morgen, Montag, 20. April: 2. Kreis. KB.-Sitzung mit den 1. Abteilungsleitern, Beisitzern und allen Be- zirkstagsdclegicrten bei Berger, Iagowstratze, Ecke Levetzowstratze. »et..> FOr Herren in braun und »chwarz Che- vreau, Boxcalf 1 O SO oder Lack.... I O Htts r-Äßa» Rpanes rür rt FCr Damen schwarz, feinfarbig Che- vreau, Boxcalf 1 /L SO oder Lock.. M I w Empfindliche Füsse sollten nur Me- dicus-Schuhe tragen, denn in ihrer Ausführung sind sie bis in alle Einzelheiten durchdacht. Jeder erfahrene Orthopäde wird Ihnen bestätigen, dass Medicus-Schuhe ein wunderbares Heilmittel für Knick-, Senk-. « undBallenfüssesind. Dem Aussehen nach sind sie elegante Luxusschuhe. Die Vorzuge: 1. Doppelseitige Gelenkstütze 2. Ausgearbeiteter Ballen 3. Filzbrandsohle 4. Stahlgelenk 5. Spezialformen für alle Arten Einlagen Fußuntepsuchung• Röntgen- AppäPäte 4.«tri».«Htm« d« tiiutBftttM». Mit etkm gtniifjlmtffcthtjttttl«« M Bieberstein, Danziger Str. 46. ».«rei». Oriwerdienst«rcuzberg: Saalschittz W' Uhr int Or?h«mn, Hasen. Heide. 7. Krei». AI Uhr Sihuna der Maifeier-itommi Jl.«reis. 30 Uhr Arbeitsgemeinschaft junger' »rtburgplah. Vortrag:.Da» kommunist am'Wartburgplatz. genossen und ältere der Genossen und altere der«AI. weroen geveinn, Mnireta, zu ertlyetnen. Ircio. ZiB.- Sitzung mit allen Abteilungsleitern und Beziristagsdeleaierten Lokal Pomp, Nicdcrschoneweide, Sasfelwerder Straße, Ecke ffennstraße. 47. Ztrei». Lichtenberg. Zeitungskommission in der Boraärtsfiliole, Boxhagener Straße b3. —--" ung hei Sachse, Lindower: Str. ZK. Strllungnahine zu Schwedter Str.», ZßtnMonärjißung. l Bart ei- und tSewerkschaftsfunklionäre.) � 7g. Abt. Der erste vom Kreis veranstaltete Bisdungsabent fllr�di« Parteigenossen findet in der Gariburgschule, Ä» Uhr, statt. Thema kommunistische Manifest*. Erscheinen der sutggen teilung unbedingt erforderlich. jungen .:»Das rteigenossen der Ab. g«. Abt.•M Uhr nuntlionärsitzung bei»»rNd, Ehaulfeestr. 13. Der enge« vor. stand trifft sich dort um IS'/I Uhr. 137. Abt. Freie Schulgemeinde. Schulaula, Auguste«Biktoria.AIIee»7, General. Versammlung. Borstandswahl. Lichtbildervortrag. Bolkschor Tegel. * 45. Abt. Di- Funktioniirsttzung fällt wegen der fftauenkundgebung«ms. 1«. Abt. 20 Uhr Funktionärsttzung Lokal Stein. Sccksteiner Ufer 14. 25. Abt. 20 Uhr ffunktionärsttzung bei Bartelt, Wiörther Str. 1». 2».«dt. Die Funktionärsttzung findet wegen der««..Sitznng am Dienstag. 2t Uhr, tri Kitschmann, Prenzlauer Alle« 18», statt. 47. Abt. Funitionärsttzung bei Großer, ltopcnicker Str. 30». »2.«dt. Diskusstousavend der illnaeren Parteiaen-ssen«rrliner Str.«3—«4, Saal l.„Der moderne kapitalisinus*. Leitung Gen. Schlimme. Nl. Abt. kruvpe der Junge». 20 Uhr im Jugendheim, Wachtelstr. 1. Vortrag: .Die volkswirtschaftlichen Verhältnisse in Südamerika*. Referent Fr. Ritckert, Bohnsdorf. 127. Abt. Vorstandsüßung mit allen»«,trk«fill)rrrn ,m Volkshaus, Schar«. weberftraße 114. B�irkssUhnr laden»ur Mitgliederversammlung b«. stimmt ein. Dienstag. 21. April: 1. Kreis. 19 Uhr kreiskonfe««» bei Wende, kaloniestr. 147.— Deutscher Freidenlerserdand, ssahlgrupp« 5, 8, 7 und 8 im Atlantie-Saal. Bahnhof Gesundbrunnen, Mitgliederversammlung. Rrferent Max Sievert. Partei. genossen als Gäste willkommen. 14.«reis. Sitzung de, erweiterten KB. in alter Besetzung an bekannter Stelle W/s Uhr. Mtgliederversammluugen und Zahlabende Mittwoch. 22. April, in nachstehenden Lokalen: s. ». 7. 1«. 14. 15. 1*. !d. 21. 34. 35. 3». »7. 23. 3«. 31. 3». »reis,»reismitgliedern-efaminlnng t» de»»Andreaa-FestsSle«*, Andrea». strahe Zl. Fran, Künstler. M.». 9t.;.Unser Kampf im Reichstag*. Di- lufston.— Parteimitgliedsbuch ist mitsudriage«. Abt. Großer Saal de»«ewerkschaftshanfe». Engelnse« 34/35- ZubUarfeier unter Mitwirkung»»» Zde» Maret. Sbert-Man,-Quartett, der Kinder. sreunde und der weltlichen Schule KöpeaiSer Straß«. Eintritt :>» Pf.— Gäste und Svmpgthisterend« stnd fedr willkommen. Abt. Lokal Garieustr. 6, Kurt«ietzmamn:.Reue, Arbeiterecht.* Abt. 20 Uhr Schulaula, Gerhardtstraßr, Friedrich Schlsgel:.Da» ueue Gesetz Groß. Berlin. «dt.„Swinemllnder Gosellschaftshau»*, Swinemllnder Str. 42. Dr. Serbert Wcichmannn:.Reiseeindrstck« au» Sowjet-Rußland.* Abt. Lokal Müsch. Engelharbt'Ausschanf, Brunnenstr. 140, Bürgermeister Dr. Ostrowski:..Das neue Gesetz Sroß-Berlin.* Abt. Schtilaula der Roten Schule, Sotenburger Straße, Bernhard Krüger: „Kur politischen Lage* sRotverordnungen).. Abt. Wende. Kolonlestr. 147, Genosse Graul kvom Deutschen Fmidenker. verband):„Kulturpolitik und Notverordnungen.* Abt. Schroder.Hau», Malplaauetstr. 14—18. Dr.«akter«roß:.Grundlagen der neuen Eezlehuna,* Abt. Altersheim. DanUier Str. 83, Georg Klaußner, M. b. L.:.Demo- kratie oder Diktatur?* Abt.»artensaal de, Saalbane, F«iedrich,hain, A« Friedrich« ha in 14—22, Parieiweihe.— Dr. Max Schütte:.Unter dem Sozialistengesetz.*— Mit- gli«d»buch dient«l» Auswei».—«gmpathikerendr, durch Seuosse» ei«. geführt, stnd lehr willkommen. Abt..Schwedicr Festsäle*. Schwedter Str. 2», Dr. Surwnd: �iur Poll- tischen Lagt.* «dt.„Schänhauser Festsäle*. Schü-cha-ser All-« 1».»etfflrt Reese; Jtetl Marx als Wegbereiter.* Abt. 20 Uhr Kablabend« i» den bekannten Lokalen. Abt...Castno-Festsäle*. Pappcloll« 15. Mar Schärfst Zbk;.ArbeUMeffe und unsere schulentlassen« Jugend.* Abt. Echulaula, SchllnsNeßer Str. 7, Kars DrejsS:.Demokratie oder Diktatur?" Abt. Saugewerisbund, Sroßbeerenstr. 98, van« v. Stamm:»Di« wirtschaftliche Loge des Arbeiter« im fafchlstifchen Italien.* tL fOt-.ltzriefenkchlllßche». Friefenkir. 14, Rodert Breuer: JHb pvkitkschev Lage*(Die Notverordnungen). 4». Abt..BlUch-rsäle". BIllcherstr. 41. Biktor Schiff:.Unser« AußenvoNt«.* 42. Abt...Ziabe« Festsäle", Fichtestr. 39, Fritz List:.Partei und Jugend.* 45. Abt. Schulaula. R-ichenberger Straße, Eck« Forster Straß«. Emil Barth: „Die Stellungnahme unserer Partei zur Regierungspolitik.* 46. Abt. Schulaula, sörlitzer Str. 51, Stadtverordnete Minna Todcnhagea: „Berfass ungskämpse.* 47. Abt. Saal 1 des Eewerkschaftshiuses, Sngclufer 24/2S, Vortrag de» Genossen Kurt Heinig, M. d. R. 51. Abt. Wohlfahrtssaal, Känigin�llisabeih-Str. 4. Rar Hevdemann:.Der Weg zur Macht in Staat und Geselllschaft.* 52. Abt. Lokal Last,„Kum Nußbaum". Straß« 12, am Verdi ndungskanal in Plötzensee, Kurt Baurichtcr:»Die Stellung nnserer Partei zur Regierung— Politik.* 57. Abt.„Schiller-Restauvant*. Msmarckstr. 110, Genosse Krätzig, M. d. R., und Fritz Levy:„Kur politischen Lage.* 58. Abt. Die Mitglieder beteiligen stch geschlassen an der Versammlung der 57. Abt. im»Schiller-Restaurant*. Bismarckstr. 110. KUNDGEBUNG zum internationalen Frauentag Donnerstag, den 23. April 1931, 20 Uhr, In beiden Sälen der„NEUEN WELT" Hasenheide 108-11* Es sprechen: »Or die Partei! Relchstagapr&aident Paul Löbe, M.d.R., Klara Böhm• Schuch, M.d.R. für die Qewerkschaften: Gertrud Ellert vom AfA-Bund, Gertrud Hanna, M.d.L., V. A. D.Q.B. Es wirken mit; Freie Sport- und Muslk-Verelnlgung. Sportlerinnen des Arbeiter-Turn- u. Sport-Bundes, Sozialistische Arbeiterjugend, die Kleinkunstbühne zeigt eine polltische Revue„Am laufenden Band der Zelt". Pflicht Jader Kollegin und Jeder Genossin Ist es, mindestens eine Frau aus Ihrem Bekanntenkreise mitzubringen i 71. Abt. Lokal Lau, Hildegardstr. 14, Mar Vottlitzer:»Da« Heidelberger Programm.* 82.«iL 20 Ubr �Sichterfelder Festsille*. Fehlendorser Str. 5, Rektor Gustav Hädick«: �Kulturpolitisches.* 3». Abt. Gohktes Festsäle, Eha»sse«ftiaß« 48. M. d. C.:.Kommunalpolitische Tagesfragen*. " 1-- _____»aubach:„Die aiiehrftaae" 93.«HL Bezirke tskrei, junger Parteigenossen: Haubach:„Die Wchrfraae*. : 82 nnd 105: Lokal Wendtlant Dr. Richard Lohmarra, Schreiber, Flughafenftr. 7. Dr. 91. Abt.«rblitskrei, Dr. Theodor AHL Pezirke 82«ad 105: Lokal Äendtlant, Trevtower Sbr. so. Norbert Marr:„Etreifziiac durch die Innenpolitik*. 94. Abt. Schreiber, Stetnmetzstr. 52, Berfammlung der jungen Genpssen und der Genossen der Abteilung. Pastor Hans Francke:„Dte Beudeutung des Völkerbundes*. Partcimitgliedsbuch ist mitzubringen. 98. Abt. Schule Rioriendorfer Weg außerordentlich« Abtellnngsversannnlung. Ref. Gen. Erich Lindstaedt:„Partei�und Jugend*. bei Ranz, Kies. uoart*. . tr. 10. Schmidt, Landsberger Ehaussee 11. 134. Abt. Lokal Anders, Bahnhofstr. 87. Alfred Flatau:.Die neuen ütotver. ordnuiigen". 127. Abt. Berliner Hof, Lokal Götze, Berliner Str. 98, Bortrog de» Genossen Dr. Kurt LLwcnstein, M. d. R. 134. Abt. Lokal.Kur Tanne*. Dorfstraße. Dr. Serharb Luit»«:.Polltisch« Lage und die Bedeutung der Betrtebsrätewablen*. 134. Abt. 20 Uhr Echiitzcnhaus, Residenzstr. 1. Hermann Harnisch, M. d. L.: „Das Selbstverwalwnasgesetz Groß.Bcrlln*. 137. AbL Heese, Berliner Str. 73. Dr. Franz Neumann:„Der Staat Mlb die Wirtsckmftsverbände". Donnerstag, 23. April: 7. Kreis. Iugendkommissionssttzung im Helm, Rofinenftv. 4. Pünktlich 3l> Uhr. Erscheinen aller Abteilungen und Sparlen ist Pflicht. 12. Keel». Alle Mitwirkenden im Svrechchor Steglltz halte» stch zur Generalprobe frei um Igt, Uhr in den Lichtcrfelder Festsäle n. Zehlendorfer Straße. 47. Abt. Diskussionsabrnd bei Max Krause, Marianncuplatz 22. Bortragender de» Mai*. Dr. Fritz Schloß. 94. Abt. Iugendgenvssenl Genosse Eduard Bernstein spricht über Lokal Loefsler. Dir Iugcndkovmiissio». Sonnabend. 25. April: 4. Krei«. Bochcnendkursu» 2V bis 22 Uhr, Sonntag, 24. Aprkl, 10 61» 12 Uhr, in der Schule Danziger Str. 23. Aktuelle, über unseren Kampf gegen den Faschismus. Referent Dr. Gurland. 2». Kr«4«. S-Ugege» auberen Auskaffungen wird bekanntgegede», daß für dh Zllaifeier am Freitag, 1. Mai, im Parkrestaurant Südetu»«, Beginn 4 Uhr, für die erwerbslosen Parteigenossen und ihr« Angehörigen besondcre Frei. ausweise ausgegeben werden. Di« erwerbslosen Genossen werden gebeten. dieft»on ihren Bczirksführrrn abzuholen. Jrauenveranstaltungen. 4. Keei». Für die Filmveranstaltung stnd noch karten bei den Abteilung— leiterinncn und in beschränkter Anzahl an der Abendkasse zu haben. 15.«reis. Mittwoch. 22. April, 18 Uhr. in Adlershof bei Schmidtbaucr, Bis- marckstraße 74, Funktionäriiincnsttzung...... , Abt. Der Frauenabend fällt zugunsten der Krei»Veranstaltung im April aus. . Abt. Montag. 20. April, l«1/. Uhr, bei Leufchner.«ckerstr. 110, Bortrag: Referent Hans Altmann vom Frei- 4. I_________ 18. Abt. Montag, .Di« Frau ra der Kirche von heute* denkcrverband... 17. Abt. Dienstag. 31. April, Führung durch die«inderhotte und Heime des Bezirks Wedding. Treffvunk: 10li Ubr Barfus- Ecke Edinburger Straße. Führung durch Stadtrat Genosse KuNsch. 34. Abt. Der Fraucnabend fällt umständehalber au». Räber« Mitteilung folgt. 2«. Abt. Der Frauenabcnd im April fällt zugunsten der«rei-ver-nstaltung ans. 29. AbL Der Frauenabend im April fällt zugunsten der kreisveranstaltting aus. karten find noch bei der Genossin Schonfeld, Dunckerstr. 79, zu haben. 2L«dt. Der Frauenabcnd fällt zugn-isten der kr-isveranstallung aus 88, Abt. Montag, 20. April, 19' i Uhr, bei Delam, Bahnbvfstr.«1, Bottrag: .Sozialistisch« Erziebung*. R-f-r-nt Lehrer Hans Nunftmann. 99— AbL Der Frauenabend fällt zugunsten der«rei-veraiistalwng aus. 105.«it. Mittwoch, 22. April, pünktlich 20 Uhr, bei schinidtbauer, Bismarck. straße 74, Bottrag:.Das neu- Gesetz von Groß-Berlin*. Referent Stadt. verordneter Hans Woyrood. 123*. Abt. Dienstag, 21. April. 30 Uhr. im.ISgerheim', Iägerstraßr, Politisch. satittschcr Werbeabend. Bortragender Fran, Hosemann. 124. Abt. Dienstag, 21. April, Besichtigung de» F ran e n kun d-. Mu s- u m s. Ellar- lottenburg. Berliner Str. 137. Treffpunkt 18'/- Uhr Hönower, Ecke Hellers. dorfer Straße. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. 4. Krei». M-Nwg, 20. April, 14 Uhr,«rcisausschußsstzung»ei Krüger, Grünstr. L Arbelter-Bildungsschule. 1. Krei, Ritt«. Der«urfu» Marx' Leben und Werk* VWnst«M m-ntzig, 20. April, 20 Ubr, in der Sophienschule, Weinmeisterstr. 14/17. Sozialistische Sludenkenschaft Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. Sektion Landw. Hochschule. Montag. 20. April. 20 Ubr. Im„«unb*. Genosse Dr. Baabe:„Die landwittschaftliche Zollpolitik de» Reiche» und ihre Au-wirkung auf da« westdeutsch« Schweinemastaebitt.*..... Sektion llnioersstät. Phil. Fachschaft Di-n-tag, A. April, 20 Uhr, Hochschule für Politik, Hörsaal 3, Genosse Kowerau:„Die Geschichtsvorbildiing unserer Studenten und ihr« notwendigen Korrektiiren.*— Iuttst. Fachschaft Donnerstag, 23. April, 20 Uhr. Hochschule für Politit. Hörsaal 3, Genosse Kurt Rosenfclt: „Sozialdemokratie und Strafrecht-reform de, bürgerlichen Staate,*— Sanntag. 28. April, ffohtt nach Bernau. Toesfen Uhr Stettiner Bvrottbahnhof.- Medizin. Fachschaft Freitag, 24. April: Refetrnt und Thema st�e Brett.— Der Semefter-Eröffnukrgsabend der Ortsaruppe findet Eonnaornd, B. Avrn, 19 Ubr, in der.Ressource-zur Unterhaltung", Oranienburger Str. 18, ftatt. Behanbelt miiä> unsere Stellung zur Hochschulreform. Arbeitsgemeinschaft der Klnderfreunde Groß-Verlln. Krei. Ritt«. Rontag, 20.«vttl, für all« Rot«, Falken Maifeierpr-beTurii. halle Eliiabethstr. 19. Wh bis 19% Uhr /Hausschlüssel mitbttngenll. Gruppe». lciter: Monalsberichtsbogcn dl» zum 32. Avttl an den Kreisleiter. Krei» Ncnlöllu. Morgen. Montag. Falkenratssttzung, 1» Uhr. Barotte. G-no- boferstroße. Zimmer 27. Wegen der Maifeier müssen all« Gruppen vettretcii lein. Arb-itsstilnd« ebenda um 18 Uhr.-«rnppe«ichmi»,!«: Wir moäien unser« Eltern und Patteigenossen auf unsere Veranstaltung am Sonnabend, 25. April, im Saaldau, Bergstr. 107, aufmerksam,«arte» M 25 und 50 PI. stiib bei allen Fallen und Helfern zu baden.. Reinickendorf,«rcishelfersttzung Montag, 30. April, 20 Uhr, beim Genossen Schran,„Freie Scholle". Straße 50, Nr. 59. �„.. Krei»«renzberg. Dienstag, 3L April, so Uhr, KveishelfersttzUKg im B«4ttts. amt, Porckstr. 11, Zimmer 12. Sterbetafel der Groß« berliner Partei« Organisation 117. Abt. Unser Genoss« Bernhard Rübe. Sefsingstr. W, M»er. starben, ffiir« seinem Andenken. Beerdigung Montag, 20. April, 14H Uhr, Fttedhof Lückstraße. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank- eiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz-Jofef"» 'itterwasser ein äußerst wohltuende, Abführmittel. In llpoth. erh. Qgg§SS£\ fournar Teppiche. 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Es steht am Eingang der Hamburger Sparkasse, und es zeigt ein Kind, das einen Pfennig in eine Sparbüchse wirft. Mit seiner Inschrift:„Ehret den Pfennig'4 und seiner volkstümlichen Darstellung sicherlich eine eindringliche und nachhaltige Mahnung, Sparsamkeit zu üben, und schon die Kleinsten diese schöne und einträgliche Tugend zu lehren. Aber mindestens ebenso wichtig � gerade In der heutigen Zelt— Ist es, daß der Bevölkerung auch die Möglichkeit gegeben wird, Ersparnisse zu machen.—— Das tun wir! Besser und billiger— das ist die Losung, die unserer Arbeit den Weg weist, und die ganz erstaunliche Resultate schafft fn der Tat. die Möglichkeit, Ersparnisse bei uns zu machen, ist gewaltig, und sie geht In vielen Fällen weit über das hinaus, was Sie geglaubt und gehofft haben. Audi diese Seite zeigt's Ihnen wieder sehr anschaulich. Noch mehr allerdings würden Sie das einsehen, wenn Sie einmal zu uns kämen, und das sollten Sie tun. Gerade jetzt, wo nun der Frühling wirklich mit all' seiner Pracht Einzug gehalten hat, und wo, aus dem Bestreben heraus, mit der froherwachten Natur Schritt zu halten. Jedes Menschen Sinn nach neuer, frühjingsfroher Kleidung steht, In der man sich wohl fühlt und die einen schön, jugendlich und elegant erscheinen läßt. Genau solche Kleidung finden Sie bei uns!— In Hülle und Fülle— und in Qualitäten, an denen Sie Ihre reine Freude haben würden. Doch aber zu Preisen, die fn ihrer fabelhaften Niedrigkeit allerreichste Möglichkeit zum sparen geben. Und dabei handelt's sich um allerhand mehr »ls nur um Pfennige. KlKIDtlftG Q O Wohl kein Kleidungsstück der Frau hat im Laufe der letzten Modejahre eine so umfassende Wandlung durchgemacht, vi« das vielgeliebte CompleL Vor zehn Iahren nngefZhr tauchte der Name auf. Aber da war es ein Mantel, den man nicht ablegen konnte, der-also auch zugleich Kleid war. Nicht sehr beliebt, denn wenn es heiß war, ging es nicht abzulegen, und wenn winterliche Kühle durch die Stadt strich, war auch das Complet nicht warm genug. Allo kellte man. In Mantel und Kleid. Beides sehr kompakt, dauerhaft aus dicken Stoffen. Die zierlichen Frauen sahen sehr „angezogen" und nicht gerade schlank aus. Also wieder unbeliebt. Nun ist da» Eomplet da», was es wirk- lich sei» sollte: eine Kombination von Bluse, Rock und Jacke, aus leichten, feinen Stoffen, die sich der Eigenart jeder Frau anpassen und sie immer komplett angezogen erscheinen lassen I Zdeall vnd da» Schdnste ist, baß dieAnschaffungeine» wahrhaftigen Complets gar nicht mehr im Monde liegt, sondern verlockend und preiswert im Schau» fenster. garkheit und Biel- filtigkeit-- keineFrau hat es mehr nötig, nei» disch einer Glücklicheren nachzuschauen, weil sie — ein Complet trügt! Besonders nicht bei unsere» traumhaft «tedrtge« Preisen. dto diese» echt f« lich« Komplet ist etwa» egtta SchZne»— sowohl in der modischen NowbimNioq al, auch in der Farbe»- Harmonie. Aus sehr apart bedrucktem und«ut ktunst- seideu-Marocaln ist da» Nleid mit langem' Aer» viel«It dem plilseeiegrenzten Nragen garniert— Blütentufs, ÄnBpft und Lackgürtel sind ander». farbig harmonisch abgestimmt: im Rock eine volle galtenpartie. dazu die lose Zack« Mg» 60 fein abgerollt, und— da» Ganz« nur ckfc v TJub noch flink Du kleine Ding Etwas schief auf die Lecken gedrückt, Eben noch mal in den Spiegel geblickt, Und der nickt Dir lächelnd zu: jjF.in allerliebstes Persönchen bist Dal" * Sine besonder» reizvoll« Modelappe, au« glänzendem Geflecht sehr schick gesteckt, mit»lue« Blütentufs und Nackenschleif«— juzeod- llch kolell geputzt und gefüttert— für uu| CS» Der tellebte Siele» Anzug au» kräftigem, strapazierfähigem Stoff. Mit Doppelkragen. Ho- se gefüttert. g28 {3t 2—3 Jahr» Der flott« vürtek» mantel tu moulint- artige« Stoff hat im Rücken«in« breit« Fal» te. Gr. S0— ÄS g» so Sräß« 00 nur O landen Größen entsprechend.) Hübsch« Steler- An- züge, schön ausgeführt. für 1—2 Jahre«�7� — schon für dm Hübsch«»inder«leid. chen, reizend geputzt, für 1—2 Sahtt m sq bei un» schon jür I Mittwoch ist Kindertag Der Mantel meiner Träume. Man schsießt die Augen und denkt nach! Ja; wie sollte eigentlich der Mantel beschaffen sein, den ich. mir wünsche? Und dann ziehen vor dem inneren Dago vorüber--— dort, ein schicker englischer Mantel aus Noppenstoff mit breiten Revers und breitem Gürtel——> man steckt die Hände in die Taschen, ganz ties. Dan« schwarze, dunkelblaue aus weichen, gleitenden Stoffen, iy/ fließender Linie, die so schlank machen—— oder ist es der aus Kammgarn, in beige, grau, ganz ganz zart gemustert/ mit der- raffiniert schicke« Biesengarmtur? Ueberhaupt Diesett,. ihr totgesagte», ewig neuerstehenden Diesen- steppereien, die ihr lustig und verständig in die Faffonpassend eureBahn zieht—— doch, ein Mantel mtt Biesen muß es sein, und— natllr» lämmR lich— mit Pelz, wie er schmeichlerisch und war« jeder Frau um den Nak- ken liegen soll— und duftige Seide innen— Oh, duMantel meiner Träume, ich kann dich ja haben, du bist erreich- bar, schön und schick und stolz, als neuester Früh- lings- Gedanke des Jahre» 1931 l ' i Sfc , V. I ,;Sl i A» diese«»legauten Mode-Mantel au» Fleur de laine ist der mit imit. Hermeliu üppig desetzt« Stuartkrageu besonder, schick. De» Aermel ist mit dem beliebten Slockeuvolaut erweitert und natürlich vollwertige Berarbettuag, ganz auf gutem Futter. Da, Schönst« aber— AOO dieser Mode-Mantel kostet bei«u» uuc db«r Ein Tip. Nicht jeder kann ein aktiver Sportsmann sein— das verbieten oft Zeit, Umstände, Neigungen usw. Aber es gibt wohl keinen gesunden Herrn. der nicht einen modemen Sport»Anzug gut. gebrauchen könnte. Denn niemand wird Sonntags und in seiner Ferienzeft auf eine schöne Wanderung oder einen netten Spaziergang verzichten wollen,, auch wenn er sonst der Sportfrage ganz »passiv- gegenübersteht. Und wenn auch Sie erst einmal ausprobiert haben, wie Ihre Stim- mung besser und fröh- licher wird, dadurch, daß Sie den Gedanken: „Raus au» der Alltags- Kleidung" „Rein lu de« Sport-Anzug" in die Tat umsetzen, dann werden Sie diese Art von Kleidung nie1 mehr in Ihrem Heben missen mögen. Besonders, da es geradezu fabelhaft billig ist, wen« Sie sich Ihre Sportklei- dnng bei un» kanfen. Hier Ist ei» solche, Stlg. Sport-Anzug— der immer mehr Anhänger findet—: Jacke. flott, Irhgv Weste und Knickerbockerhose, für jeg- lichen Sport geeignet. Sein Stoff, eine beson- der« gute Fresco-Gheviot-Ware, in einer hüb» schon grauen, praktischen Farbe, wird, in Bezug ans Tragfähigkeit, auch Anspruchsvolleu ge» uügen: Ausstattung und Verarbeitung find außerordentlich gut. und dieser Anzug kostet— 3t eilig— nur Allerdings bekommen Sie einen flotten Sport- Anzug— in einem tragfähigen Stoff und In guter Paßform schon für l9 Kennen Sie den? Hacke und Peter gehen m eine Buchhandlung. Fragt der Derläufer:«Was wünschen Sief Sagt Hacke:»Bitte geben Sie mir Goethes Werke.- »Welche Ausgabe� dienen der Derläufer. 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In diesem und Zwei folgenden Artikeln soll im wesentlichen eine Jnsormation über den russischen Fünsjabresplan gegeben werden, und zwar über einen Zeitabschnitt, den das offizielle Rußland selbst das entscheidende Jahr des Planes nennt. Für abschließende Urteile über die Probleme und die Bedeutung des Fünfjahresplanes ist es noch zu früh. Die Redaktion. Der Kongreß der englischen Jndependant Labour Party Hot jüngst in einem Telegramm der Sowjetregierung seine Glück- wünsche zu den Erfolgen bei der Durchführung des Fünfjahres- plans ausgesprochen. Das geschah zur selben Zeit, da die Sowjet- presse sich genötigt sieht, zu bekennen, daß sich die Schwierig- k e i t e n mehr und mehr häufen. Der Leitartikel der führenden Moskauer Wirtschaftszeitung, der„Sa Industrialisaziju", des Organs des Obersten Volkswirtschastsrates, vom 26. März beginnt mit folgenden Sätzen:„Die Industrie wird die Aufgaben, die sie im ersten Vierteljahr hätte erfüllen sollen, nicht erfüllen. Das steht bereits fest und es wäre verfehlt, vor den Tatfachen ein- fach die Augen schließen zu wollen.* Bekanntlich haben die Moskauer Korrespondenten ihre Berichte dort vorher zur„Begut- achtung" vorzulegen. Und diese„begutachteten* Berichte sprechen bereits von Jder Krise des Fünfjahresplans, die heute fast ihren Höhepunkt erreicht hat*. Es dauert« nach Einführung, der Rcp mehr als ein Jahr, bis die außerrussische Welt zu begreifen begann, daß sich in Rußland etwas geändert hat. Es scheint auch diesmal wieder einige Zeit vergehen zu müssen, bis sie zur Kenntnis nehmen wird. dafz es wirklich eine Krise des Fünfjahresplans gibt. 1930/31 soll das entscheidende Jahr werden, so lautet die offizielle Parole. Dieses entscheidende Jahr läßt sich aber sehr schlecht an. Das Wirtschaftsjahr 1929/36 zeigte schon ein nicht ui»- bedenkliches Zurückbleiben des Erreichten hinter dem Geplanten— statt der vorgesehenen 31 Proz. vergrößerte die Industrie ihre Produktion nur um 24 Proz. Das Sonderquartal Oktober bis Dezember gab bei weitem nicht das, was man erhofft hotte. 1931 verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Plan und Wirklich- kett noch viel weiter, die Kluft zwischen Utopie und Realittät wird immer tiefer. Von einem Einholen und Ueberholen der fortgeschrittenen Länder, wie das Ziel des Fünfjahresplans phantasievoll formuliert worden ist, hätte ja allerdings selbst bei hundertprozentiger Er- füllung des Plans nicht die Rede sein können. Angesichts einer geschickten und rührigen Propaganda scheint es nicht über- slüssig, das an einigen Beispielen darzutun: Wenn alles das ver- wirklicht würde, mos jetzt nicht verwirklicht wird, selbst dann würde am Ende der„Pjatiletka*(Fünsjahresplan) auf den Kopf der russischen Bevölkerung blvß ein Sechstel der Elektroenergie kommen, die heute schon auf den Kopf der amerikanischen Be- völkerung kommt, bloß ein Achtel der entsprechenden Kohlenmenge. Die amerikanische Handelsflotte wäre dann noch immer 43mal, die englische(KJmal größer als die russische. Wenn alle die Automobile gebaut würden, die der Plan vorsieht, dann kommt in Rußland ein Auto aus 766 Menschen. Wenn sie gebaut werden! Denn im ersten Quartal dieses Jahres wurde der Autoplan nicht einmal zu zwei Drittel crfülll. Wenn der Plan erfüllt wird! Im Sonderquartal blieb die Metallproduktion um etwa 26 Proz. zurück. Die Kohlenförderung nn Donbas(Donezbccken) betrug statt der geplanten 16 Millionen Tonnen nur 16 Millionen. Di« Ergebnisse der ersten drei Monate des„entscheidenden Jahres* sind aber noch viel schlechter. Es genügt, die beiden entscheidenden Gruppen, den Kohlenbergbau und die Melallindustrie, etwas näher zu betrachten. Im Donbas wurden gefördert im Januar 72,8, im Februar S8,g Proz. des Plans. In den e r st e n 26 Tagen des März hätte das Donbas dem Land« 3 645 666 Tonnen Kohle geben sollen— es gab 1 965 666 Tonnen, nicht ein- mal 5 4 Proz. des Plans.(Sa Ind. 22. März.) In der Pjatidncvka(Fünftagesschicht) vom 21. bis 25. März betrug die Förderung statt 912 666 wieder bloß 526 666 Tonnen(Sa Ind. 28. März). In der ersten Pjatidnevka des April das gleiche Bild: wieder nur 518 666 Tonnen(Sa Ind. 7. April). Dabei liefert Donbas mehr als drei Viertel der gesamten Kohlenproduktion des Landes. In den anderen Kohlengebieten sieht es womöglich noch schlechter aus. Die Bergwerke im Ural gaben im März noch weniger als in dem sehr schlechten Februar: das gleiche gilt sür die Gruben im Kuebas in Sibirien(Sa Ind. 7. April). Was das bedeutet, ist leicht zu begreisen. Daß man in den Stödten den ganzen Winter gefroren hat, dazu wäre weiter nichts zu sagen. Weshalb sollten Kohlen leichter zu haben sein als olle anderen Dinge? Doch für die Industrie sind die Folgen des chronischen Kohlenmangels katastrophal. Wie es der S t a l i n- gradcr Traktorenfabrik geht, die in den ersten zwanzig Tagen des Februar sechs Tage stand, weil es weder Kohle noch Metall gab, so geht es zahlreichen anderen Betrieben auch Die Lage sei mit den Worten des Berichtes geschildert, den„Sa Ind." vom 18. März von den Fabriken in Dnjepropetrowst gibt: „Der Februar war für die Betriebe der M o n a t d e r größten Schwierigkeiten. In den Tagen, da wir sie besuchten, war die Loge schon nicht mehr ganz so gespannt. Und dennoch gab es Material bloß für wenige Stunden- Am 5. März verfügle die Fabrik namens Dserschinfki über Kohlenvor- räte für 4 Stunden, üb�r Kalksteinvorräte sür 16 Stunden. Früher, sagte uns einer der Leiter, bemaßen wir unsere Lager nach Monaten, dann nach Wochen, später nach Togen und jetzt nach Stunden. Wir können an nichts anderes mehr denken als an diese verfluchte Versorgung, wir beschäftigen uns aus- schließlich mit ihr, alle unsere Nerven gehen dabei drauf. Wir missen nicht, wie nielc Aggregate am Ende der Schicht noch arbeiten werden. Kein Mensch kann voraussagen, was in-zwölf Stunden sein wird.* In der Metallindustrie steht es um kein Haar besser als im Kohlenbergbau. Schon der Januar gab sehr schlechte Resultat«. Die Stahlerzeugung brachte es auf nicht mehr als 7 Z P r o z. des Plans, die Roheisenerzeugung auf 72. die Walz- eisenerzeugung auf 68 Proz. Im Februar sank die Kurv« scharf weiter, sür Slahl auf 55 Proz., für Roheisen auf 63, sür Walzeisen auf 55 Proz.(„Sa Ind.* 11. März). Auf der Konf-rri-z der Direktoren der Metallindustrie muhte festgestellt werden, daß„sich jeit dem Sonderquartgl(Oktober bis Dezember) die Oualität der Arbeit immer mehr und mehr verschlechtert. Die Hoffnungen, daß die Metallurgie im Marz besser arbetten würde, haben sich nicht erfüllt*.(„Sa Jnd* 19. März). Und nach dem Plan soll die Eisenproduktion im Jahre 1931 um nicht weniger als um 54 Proz., die von Stahl um 55, die von Walzeisen um 51 Proz. steigen! Im März 1931 wurde nicht soviel produziert wie im März 1930. („Sa Jnd." 19. März.) Wer sich über das heutige Rußland eine richtige Vorstellung machen will, der muß diese Ziffern sehr auf- mertsam betrachten. Ob Borsig und Klöckner die mit soviel Reklame angekündigt« Traktorenfabrik in Tscheljabinfk besichtigt haben? Von ihr schreibt „Sa Ind.* am 19. März:„Der Musterbetrieb der Tscheljabinsker Traktorenfabrik steht vor der vollständigen Auflösung. Nach den Worten der Leiter selbst liegt er in den letzten Zügen... Der Betrieb ist ganz und gar unfähig, sein Programm zu erfüllen. Statt der ursprünglich vorgesehenen Tagesproduktion von 225 Traktoren sollte wenigstens eine Tagesproduktion von 116 Traktoren garantiert werden. Aber nicht einmal dieses Programm wird erfüllt.* Syrzow, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare von RSFSR., wurde bekanntlich hinauegeworsen, weil er gesagt hat, die Traktorenfabrik in. Stalin- grod sei ein Potemkinsches Dorf... Der Sowjetkongreß hak im März diese« Zahres..au» Zeil- Mangel* auf da« Referat über die Lage der Industrie verzichtet. Kein Wunder, daß Kuibyschew, Leiter der Staats- Plankommission, erst dieser Tage eine sehr melancho- lisch« Rede hielt: „Das Gnmdkapital der Industrie wuchs vom 1. Januar 1936 bis 1. Januar 1931 um 20 Proz., in der Schwerindustrie sogar um 35 Proz. Und trotzdem übertraf die Produktion der Schwer- industrie im Februar' 1931 die des Februar 1936 nur um 9,8 Proz. Die Kohlenindustrie ist weitgehend mechanisiert worden. Aber im Januar lagdie Kohlenförderung nur um 3 Proz. über der Förderung im Januar des Vorjahres, im Februar sank sie sogar unter die im Februar 193 6. Dasselbe Bild in der Metall- Industrie. Wir haben neue Hochöfen, neue Martinöfen— und die Produktion bleibt fast gleich. Wir haben das Grundkapital in der Mafchinenindustric im letzten Jahr um 56 Proz. ver- größert, aber die Produktion nahm bloß um 14 Proz. zu. Die gleichen schreienden Widersprüche finden wir in einer ganzen Reihe von Industriezweigen.* Und mit Recht schließt Kuibyschew sein Trmierlied mit den Worten: „Die Gründe sind nicht materiell-technischer Art, sie liegen in. der mangelhaften Organisation der Ar bei t. Trotz verbesserter technischer Apparatur leistet der einzelne Arbeiter in vielen Industriezweigen weniger als früher." Mit einem Wort: alles ginge ja ganz ausgezeichnet, wenn nur die Maschinen wieder von Maschinen bedient würden. Alles ist in der russischen„Planwirtschaft* vorgesehen, wie, wo und wann Stahl, Kohle, Zement, Schmieröl produziert wird, nur eines, eine Kleinigkeit, ein winziger Kalkulationsfehler stört das Ganze. Alles wäre vollkommen, wenn die Arbeiter nicht Menschen wären. Aber zur Ueberraschung der Herren in den Plankommissionen sind es Menschen mit Fleisch und Blut, mit Herz und Hirn, lebendige Manschen, und der Fünfjahrplan ist nicht durch„Schädlinge", menschewistische Verschwörer, Kulaken und.Linke" oder„Rechte" bedroht. Das größte Hindern,? sind die russischen Arbeiter selbst. Monopolpoliiik rächt sich. Oer Abschluß deel süddeutschen Zementtonzerns. Der ganz Süddeutschland beherrschende Zemcntkonzern Port- landzementwcrke.A.-G., Heidelberg-Mannheim- Stuttgart, legt jetzt feinen Geschäftsbericht für 1936 vor. Die gesamten Betriebseinnahmen sanken von 9,23 auf 7 Mil- lionen Mark, also um rund 26 Proz., was ungefähr dem ollge- meinen Absatzrückgang der Zementindustrie im letzten Jahr mit 21 Proz. entspricht. Weitaus stärker aber sanken die Sozial- abgaben, nämlich um 36 Proz. auf 376 666 Mark, was beweist, in welchem Umfange der Konzern Bclegschaftsabbauten vorgenom- men hat. Auch die lbn k o st e n gingen mit 28 Proz. erheblich schneller zurück als die Einnahmen. Die Dividende bleibt im Hinblick auf den schlechten Absatz mit 7 gegen 16 Proz. im Vorjahre verhältnismäßig hoch,«in Zeichen, daß«in Unternehmen auch dann auf feine Kasten kommt, wenn in tekrkreldtir letzten Monaten- des Geschäftsjahres(Roveinber/DeZMnber) sämtliche Betriebe mit Ausnahme einer Fabrik stillgelegt wurden. Die Kapital-Fehlleitungen in der Zementindustrie haben unter der Syndikatsherrschaft in den letzten Jahren einen Umfang angenommen, der nicht einmal van der Eisenindustrie über- troffen sein dürfte. Auch in der Bilanzpolitik dieses süddeutschen Konzerns prägt sich diese Fehlleitung von Kapital scharf aus. Hat doch dieses Unternehmen noch im vergangenen Jahre, also bei stark absteigender Konjunktur, neben sehr hohen normalen Abschreibungen die enorme Summe von 966 666 Mark zu Sonderab schrei- bungen sür aufgekaufte Außenseiterwerke, die sofort stillgelegt wur- den, verwendet. Wenn im Geschäftsbericht über den Niedergang der öffentlichen und privaten Bauwirtschast gejammert wird, so sollten die Derwal- tungen der führenden Zementkonzerne, anstatt zu klagen, erst einmal bei sich und ihren Syndikaten Auskehr halten. Wenn auch bei dem Niedergang der deutschen Bauwirtschaft noch andere Gründe mitsprechen, so hat doch die rücksichtslose Monopolherrschast der Zementindustrie wesentlich zu der Drosielung des deutschen Baumarktes beigetragen. Oer Ruffenverirag. Einzelheiten des Abkommens. Das Abkommen zwischen der Sowjetunion und der deutschen Industrie, das am 14. April unterzeichnet worden ist, liegt jetzt im Wortlaut vor. Es heißt darin, daß der Oberste Volkswirtschostsrat der UdSSR, in der Zeit vom 15. April bis 31. August 1931 über den Rahmen des bisherigen Geschäftsumfanges hinausgehende Aufträge im Gesanttwert von ungefähr 36 6 Millionen Mark erteilen wird. Die Bestellungen sollen an die Lieser- firmen bis zum 31. A u g u st d. I. in spezffizierter Form über- geben sein. Die Handelsvertretung der UdSSR, in Deutschland übernimmt für diese Verträge die Mithaftung bzw. Garantie aus Grund des Wirtschaftsabkommens vom Oktober 1925. Die vereinbarten Kredit- und Zahlungsbedin- gungen sehen für Bestellungen mit bisher zwölfmonatigem Kredit eine Kreditfrist von durchschnittlich vierzehn Monaten vor, sür Bestellungen mit bisher 18 Monaten Kredit eine Durchschnitts- srist von 21 Monaten und für Bestellungen mit bisher 24 Mo- noten Kredit eine Frist von 28,8 Monaten vor. Die Zinsen sind vierteljährlich abzurechnen und werden nach Wahl des Bestellers bezahlt. Verpflichtungen aus anderen Verträgen, die bei Inkrafttreten dieses Abkommens noch laufen, werden durch die vorliegende Vereinbarung nicht berührt. Kein Vertrag, der von der Handels- Vertretung der UdSSR, in-Deutschland bereits unterzeichnet ist, er- fährt durch das vorliegende Abkommen eine- Veränderung. Alle Verträge ober, die in der Zeit vom 15. April bis zum 31. Zlngust dieses Jahres noch abgeschlossen werden, fallen unter die Be- st i m m u n g e n dieses Abkommens.. Von besonderer Bedeutung für die deutschen Lieserfirmen ist Punkt 8 des Vertrages, der auf Wunsch des deutschen Lieferanten Berlin als Gerichtsstand vorsieht. Der russische Partner behält sich bei der Firmenauswahl volle Freiheit vor. Zementabsatz aus die Hilst« des Vorjahres gesunken. Roch dem Bericht de» Deutschen Zemcntbundes ist auch i m M ä r z der Zeme rnab setz so schlecht geblieben, daß er gegenüber dem-cni sprechenden Monat des Vorjahres, wie schon der Januar und Februar, um jajt die Hälfte gejuakeu ist. Kräftige(Saisonbelebung im Autobau. Besserung des Beschäftigungsgrades. Zu unseren gestrigen Mitteilungen über die erhebliche Besserung des Beschäftigungsgrades bei der H a n o m a g in Hannooer er- fahren wir noch, daß auch bei mehreren anderen bekannten Auto- mobilwerken Deutschlands das Frühjahrsgeschäft eine kräftige Belebung gebracht hat. So teilt die Verwaltung der Adam Opel A.-G., Rüsselsheim, mit, daß sich der neue Opel-Wagen 0,8 Liter, 6 Zylinder) über Erwarten gut eingeführt habe. So seien schon in der ersten Aprilwoche im Durchschnitt 263 Wagen täglich bei einer Höchstoblieserungsmenge von 319 Wagen verkauft worden. Die Produktionsmenge müsse von Tag zu Tag gesteigert werden. Auch der Exportabsatz habe sich beträchtlich gehoben. Glesch günstige Meldungen kommen auch von den W a n- d ei-erwer-krn'in- Eh rmntßr brt diesem Unternehmender der Auftragseingang im März 45 Prozent höher als im gleichen Monat des vorigen Jahres. Die Lagervorräte verhielten sich noch im März 1936 zum Austragsbestand wie 3,2: 1. Das- selbe Verhältnis konnte infolge vorsichtiger Einkaufspolitik auch in dem saisonmäßig ungünstigen Monat Januar innegehalten werden. Dieses Verhältnis hat sich dann im Februar auf 2,9: 1 und im März auf das sehr günstige Verhältnis 1,5: 1 verbessert. Die Lager der Händler sind gegenwärtig derart leer, daß die Wandcrerwerke auch in den kommenden Monaten mit einer vollen Beschästi- g u n g rechnen.___ Oie internationale Agrarbank. Erste Mitteilung des Völkerbunds über die Pläne. lieber das geplante Agrarkredit-Institut, das unter der Leitung des Völkerbundes gegründet werden soll, werden zum erstenmal vom Dölkerbundssekretartat ofsizicllc Mitteilungen gemacht. Danach soll dos geplante Institut den Charakter einer Aktien- gesellschaft haben. Ihre Aufgabe ist die Hergäbe lang- und mittelfristiger Kredit« an die staatlichen Hypothekar- kreditinstitule, die sich mit der Hergäbe von landwirffchaftlichen Krediten gegen erststellig« Hypotheken befassen, uno die Einführung sowie der Hantel von Obligationen im Betrage der Kredit- gewährung. Das Kapital soll 56 Millionen Dollar betrogen. Die erst Tranche in Höh« von fünf Millionen Dollar wird unmittel- bar nach Inkrafttreten der internationalen Konvention, durch die die Bank ins Leben gerufen werten soll, aufgelegt. Die Aktien dieser ersten Tranche sind Namensaktien. Ihre Besitzer sollen die Mehrheit in der Generalversammlung darstellen. Morgan als Elektromonopoliff. Sein Elektrizitätslrust stockt auf. Dieser Tage wurde in New Port eine neue Dachgesellschaft sür Elektrtzitötsunternehnmngen gegründet: die R e w Pork United-Corporation. Die Gründung ist Tochter- gesellschaft her zu Beginn des Jahres 1929 gegründeten United Cor- poration, an der neben anderen amerikanischen Finanz- und Elek- trizitätsgruppen hauptsächlich das Bankhaus I. P. Morgan u. Co. betetligt ist. Di« United Corporation verfolgt die Absicht, die Elel- trizitätsversorgung des ganzen amerikanischen Ostens« i n h e i t- l ich zusammenzufassen und das gesamte riesenhafte Gebset, das sich von den Großen Seen bis nach dem Atlantik erstreckt und größer ist als Deutschland, hinsichtlich seiner Elcktrizitäts- und Gas- Versorgung unter die Kontrolle des Hauses Morgan z« bringen. Erst vor kurzem hat die United Corpo-ation ihren Einfluß aus die Niagara and Hudson Power Corporation auf über 22 Proz. gesteigert. Dies ist die größte Elektrizitätsgesellschaft der Welt, die im vergangenen Jahr mehr als 7 Milliarden Kilowattstunden Strom verkauft hat. In die jetzt gegründete neue Tochtergesellschaft sollen nun olle Beteiligungen an denjenigen Gesellschaften«ingebracht werden, die im Staate New Hork arbeiten. Man will hier also die Elek» trizitätswirtschaft des Staates New Port zu- sammenfafsen, ein« vorbereitende Maßnahme für die weitere Expansionspolitik dieser Gruppe. In dieser Entwicklung liegt ganz offenkundig eine Tendenz zur Schaffung eines üttisassenden Strommonopols in dem am dichtesten besiedelten und auch heut? noch industriell am stärksten entwickelten Gebiet der Veremig- teu Staaten.-•-:. 40-Gtundenwoche für Bauarbeiter Gingabe der Baugewerkschasten an den Reichsarbeitsminister. Der Reichstag hat auf Beschluß vom 17. März die Reichs- regierung aufgefordert, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der zur Entlastung des Arbeitsmarktes die 4l1-Stunden-Woche vor- schreiben soll. Die von der Regierung eingesetzte Gutachter- k o m m i s s i on zur ArbcUslosenfrage befürwortet einen solchen Gesetzentwurf. Jeder vernünftige Mensch ist davon überzeugt, daß die allgemeine Einführung der 40.StundeN'woche die einzige Mög- lichkcit bietet, die Arbeitslosigkeit fühlbar zu verringern. Anders die Bauunternehmer. Sie haben vorsorglich an den Reichs- arbeitsminister eine Eingabe gerichtet, in der nachgewiesen werden soll, daß zum mindesten im Baugewerbe aus allerlei Gründen die Einführung einer 4<)-Stunden-Woche nicht möglich sei. Zu diesem Versuch, für die Bauarbeiter wiederum ein Aus- »ahmerecht zu schaffen, haben nun die Gewerkschaften der Bauarbeiter: Deutscher Baugewerksbund, Zentralverband der Zimmerer, Dochdcckcrverband und Christlicher Bauarbeiteroerband, in einer umfangreichen, ebensalls an den Reichsarbeitsminister ge- richteten Eingabe Stellung genommen. Die Bauarbeiter- verbände weisen in ihrer Eingabe überzeugend nach, daß für keinen Berus eine Verkürzung der Arbeitszeit so not- wendig ist als für das Baugewerbe. Waren doch noch Ende März von den Mitgliedern des Baugewerks» bundes 11 Vroz., von den Mitgliedern des Zimmereroerbandes 81 Proz., von den Mitgliedern des Dachdeckeroerbandes 74 Proz., von den Mitgliedern des Christlichen Bauarbeiterverbandes SZ Proz. arbeitslos: dazu zu einer Zeit, in der sonst eine saisonmäßige Be- lebung der Bautätigkeit die Arbeitslosigkeit schon kräftig zu ver- ringern pflegt. Statt dessen hat jetzt die Arbeitslosigkeit bis in die 2. Hälfte des Monats März noch von Woche zu Woche z u- genommen. Von einer Saisonarbeitslosigkeit kann hier keine Rede mehr sein, denn auch während des vorigen Sommers hat die Arbeitslosigkeit in den genannten großen Verbänden zu keiner Zeit weniger als 38 Proz. betragen. Nur bei den Dachdeckern war der Beschäftigungsgrad im Sommer etwas günstiger, lag jedoch noch immer tief unter der durchschnittlichen allgemeinen Arbeitslosigkeit. Wann im Baugewerbe eine fühlbare Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit eintreten wird, ist noch gar nicht abzusehen. Mit Rücksicht auf die schlechte Lage des Kapitalmarktes wird vielfach angenommen, daß die Arbeitslosigkeit im Sommer kaum unter 30 Proz. heruntergehen wird. Hier kann wirklich nur durch eine erheblich verkürzte Arbeitszeit eine bessere Verteilung der Arbeit auf die vorhandenen Arbeits- kräfte ermöglicht werden. Die Unternehmer wollen glauben mächen, dgß die Betriebs- Verhältnisse des Baugewerbes eine solche Regelung nicht zulassen. Dieser Behauptung treten die Verbände in ihrer Eingabe mit vor- trefflichen Gründen entgegen. Es wird an Einzelfällen nachgewiesen, daß kürzere als 48stündige Arbeitswochen schon verschiedentlich in Tarifveckrägen vereinbart sind. In einzelnen Fällen sind sogar mit Rücksicht auf die große Arbeitslosigkeit schon seit längerer Zeit frei- willig 40stündige Arbeitswochen vereinbart. So wird beispielsweise imHamburgerIsoliergcwerbe auf Grund eine» Tarif- vertrage? eine Fünftagewoche mit 40stündiger Arbeitszeit in der Weise durchgeführt, daß die beschäftigten Isolierer abwechselnd jeder einen Tag in der Woche aussetzen. Die Arbeitsstellen sind ent- sprechend stärker besetzt, so daß sechs Tage gearbeitet wird. In hervorragender Weise haben sich die sozialen Bau- betriebe in den Dienst dieser Bestrebungen gestellt; 29 dieser Betriebe haben sich schon seit einiger Zeit konsequent auf die 40-Stunden-Woche umgestellt. In drei Betrieben sind sogar noch kürzere Arbeitswochen bis herab zu 36 Stunden eingeführt. In der Eingabe sind die Aeußerungen des Betriebsleiters eines be- deutenden Baubetriebes, der die 40-Stunden-Woche eingeführt hat, zitiert. Er äußert sich wie folgt: „Mit der Einführung der 40-Stunden-Woche, unter Lohn- a u s g l e i ch, sind wir durchaus nicht schlecht gefahren. Wir haben die Akkordarbeit abgeschafft und die Bau- stellen stärker besetzt als früher. Eine Erhöhung der gesamten Lohnausgaben für die gleichen Arbeitsmengen ist trotz Lohn- ausgleichs nicht eingetreten. Die Arbeitsfreude hat sich wesentlich gesteigert. Unsere Mitarbeiter haben eingesehen. daß wir nicht nur ein Betrieb sind, der die Arbeiter ausbeutet, sondern versucht, zu helfen, soweit es in seiner Macht steht.* Warum sollte das, was die sozialen Baubetriebe mit so vor- züglichem Erfolg durchführen, nicht auch in den übrigen Bau- betrieben möglich sein? Es fehlt hier lediglich an gutem Willen. Der Reichsarbeitsminister kann unmöglich die Argumente der Bauarbeiterverbände und die Erfahrungen der sozialen Bau- betriebe außer acht lassen. Es gilt, der Rückständigteit des Bau- Unternehmertums die Rücksicht auf das Wohl des Volkes und des Staates gegenüberzustellen. Es ist unmöglich, das Baugewerbe von einer gesetzlichen Einführung der 40-Stunden-Woche auszunehmen. ohne die Bauarbeiter in eine nur zu verständliche Verbitterung und staatsfeindliche Opposition hineinzutreiben. Wir hoffen, daß der Reichsarbeitsminister und die Regierung dies erkennen und für eine 40.Sluaden-Ivoche auch im Baugewerbe sorgen. CS ist höchst- Zeit! Schluß mit dem Lohnabbau! Her mit der 40-(Stunden-Woche! All« Welt— die Syndizi der Unternehmervereinigungen und die Verbissensten ihrer Austraggeber ausgenommen— ist sich darüber klar, daß jetzt mit dem Lohnabbau endlich Schluß gemacht und mit der Arbettszeittürzung ernst gemacht werden muß. Mit dieser Tatsache können sich die Leute, die im„Arbeitgeber*. im Organ d«r Pereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, schreiben, noch nicht abfinden. In der letzten Nummer dieser Zeit- schrift wird der verzweifelt« Versuch gemacht, die Tatsache wegzu- leugnen, dyß der Lohnabbau, der im Mai des Vorjahres mit der 7�prozentigcn Lohnkürzung in der Rheinisch-Westsälischen Schwerindustrie einsetzte, statt der verheißenen Besserung ein« lata- strophale Verschlechterung des Arbeitsmarktes gebracht hat. Es wird ein nicht genannter westdeutscher Konzern des Kohlen- bergbaue« angesührt, wo bei gleichgebliebener Arbeiterzohl die Löhne von 1926 bis 1930 von 117 auf 143 Millionen Mark ge- stiegen seien. Um wieviel dort die L e i st u n g gestiegen ist, ver- schweigt das Blatt. Nach der Statistik des Reichskohlenver- bandes stieg im Oberbergamtsbezirt Dortmund der Förderanteil pro Kopf der Gesamtäelegschast von 1112 Kilogramm im Jahre 1926 auf 130S Kilogramm im ersten Quartal 1930. Eine fast ulkig anmutende professorale Untersuchung über„Lohn- Politik und UnternehMerkauskraft* im selben Blatt macht den Ber- such, die angeblich gewerkschaftliche Kaufkrasttheorie zu widerlegen. Nur die Hälfte der in Industrie und Handel beschäftigten Personen seien in der Verbrauchsgüterherstollung tätig. Die andere Hälfte sei in der Produktionsindustri« tätig, deren Erzeugnisse von den Unternehmern vorwiegend konsumiert würden und deren Be- schäftigung also von der Unternehmerkauftraft abhänge. Zu diesen Industrien zählt der Verfasser Holz, Papier, Leder, Kohle, Oel, Elektrizität, Gas, Baumaterialien usw. Wir waren bisher der Meinung gewesen, daß zum Beispiel die Schuh fabritanten das Leder taufen, um daraus Schuhe herstellen und an die Konsumenten verlausen zu lassen. Der„Arbeitgeber* ist offenbar der Meinung, daß die Schuhfabrikonten die Schuhe nur zum eigenen Gebrauch herstellen lassen. Es ist daher nicht ver- wunderlich, wenn der Verfasser nachweist, daß Lohnerhöhungen, die die„Unternehmerkauftroft* schwächen, zur Vermehrung der Ar- beitzlosigkeit führen. Dagegen nimmt er an, daß eine allgemeine zehnprozentige Lohissentyng„bereits unmittelbar durch Absatzsteigerung auf dem Inlandsmarkt«ine Abnahme der Arbeitslosenzahl um etwa 1 900 000" bringen müsse. Wenn das richtig wäre, dann mühte unsere Arbeitslosenzisfer um mindestens 3 Millionen im Laufe der letzten 12 Monat« abgenommen haben, statt um 2 Millionen zuzunehmen. Der Verfasser kann zwar nicht abstreiten, daß die Tariflöhne allgemein gesenkt worden sinid, daß auß-tdem die übertarrflichen Löhne abgebaut wurden. Er Hilst sich damit, daß er erklärt, die S-nkung der Tarislöhne sei durch die Steigerung der Unter- nehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung schon im voraus aus- geglichen worden. Der Abbau der übertariflichen Löhne sei nicht zu erfassen und außerdem in den meisten Fällen gar nicht möglich, solang« nicht die Tariflöhne gesenkt seien. Ueber den Abbau der llbertariflichen Löhne sind umfangreiche Derössenllichungen vorgenommen worden. Wir erinnern nur an die Eingabe de» Deutschen Textilarbeiteroerbandes an die Reichs- regierung, in der unter Anführung der Namen der Unter- nehmungen Per Abbau der übertariflichen Löhne, der bis über öO Proz. geht, im einzelnen nachgewiesen worden ist. Und was nun die angeblich« Lohnkostensteigerung infolge der Erhöhung der Beiträg« zur Arbeitslosenversicherung trotz der Senkung der Löhne betrifft, so wird übersehen, daß die Beiträge sich nach der Lohn- höhe richten. Di« überspitzte» Beweisführungen zeigen nur zu deutlich, wie unsicher sich die Unternehmer fühlen, angesichts der Tatsache, daß nach dem ungeheuren Abbau der tariflichen und der übertariflichen Lohn« nicht, wie sie behauptet haben,«in« Besserung, sonbern ein« katastrophale Verschlechterung der Wirtschastzlagc«in. getreten ist. In der ersten Hälft« des Jahres 193» kam der Auf» stieg der Tariflöhne zum Stillstand und begann der Abbau der übertarislichen Löhne. In der zweiten Hälft« des Vorjahres wurden die übertariflichen Löhne mit Hochdruck abgebaut und der Abbau der Tariflöhne setzte auf der ganzen Linie ein. Die Folg« war, daß von Monat zu Monat die Ueberlagerung der Arbeitslosen. zahlen gegenüber dem Borjahr stieg. Es ist jetzt sonnenklar, daß mit dem Lohnabbau Schluß gcmqcht und mit der Arbeitszeitkürzung ernsthaft begonnen werden muß. Selbst zum Lüge« zu dumm. Wie Kommunisten und Nazis rechnen. Wieviel�„Gewerkschaftsbonzen* gibt es? Eine interessante Frage; denn die Nationalsozialisten haben nach der KPD. die Entdeckung gemacht, daß alles Elend der Arbeiterschaft nur von den„Gewerkschaftsbonzen* herrührt. So versteigt sich eines ihrer Hetzblättchen— es nennt sich„Arbellertum*, Blätter für Theorie und Praxis der nationalsozialistischen Betriebszellen- organifation— nach einem längeren Gepolter über die„Sünden der freien Gewerkschaften* zu folgender Behauptung:„Gewiß ver- stehen wir die Angst der roten Herrschasten um ihre einträglichen Pfründe; leben doch allein 16 903 Marxisten davon, während andere dafür lediglich die hohen Beiträge zu bezahlen haben.* 16 903 Marxisten? Wie kommen die Nazis auf diese Zahl? Sie haben sie— natürlich von den Kommunisten. Di« er- wähnte Nazizeitschrist sagt:„So find«» wir in der Münzenberg. schen Zeitschrift„Roter Aufbau* folgende Aufstellung: ««mertsckwst,. ««gestellte ADGB.-Bundesbüro und Bezirkssetretäre.,,.. ADTB-Ortsausschüsse und Arbeitersekretariat«..» AsA-Bundesbüro............ Deutscher Metallarbeiter-Lirband(inkl. techn. Personal) Fabritarbeiter-Berband(ohne SchrelbhilfeN).... Baugewerksbund(mit Hilfskräften)......* Holzarbeiter-Verband............ Bergarbeiter-Verband 1927.......... Nahrungsmittel- und Geträntearbeiter-Verbynd... Uebrige dem ADGB angeschlossene Verbände.., AfA-Bund und ADB............. Pensionierte... 33 314 20 1083 441 369 283 2 280 644 946 zusammen: 16 903 Rechnet man nach, dann koimnt bei dieser Aufstellung nicht 16 903, sonoern 70 43 heraus. Die„Gewertschaftszeitung*. das Organ des ADGB., bemerkt zu diesem Unfug:„Späht män nach des Rätsels Lösung, so besteht die Wahl zwischen folgenden Erklärungen: Können sie nicht rech- nen, sind sie wirklich so dumm? Oder sind sie so verlogen, daß sie bewußt«ine solche Summe n»nnen— in der Erwartung, diese werde sich dem flüchtigen Leser einprägen und dann au» dem Lärm aller Agitotionsvcrsammlungen widertönen? Oder sind sie selb st zum Lügen zu dumm? Wir entscheiden uns für die dritte Erklärung.* Kiiler im eigenen Beirieb geschlagen. Nazis und Kommanisten auf dem Abstieg. München. 18. April.(Eigenbericht.) In Bayern haben sich die freien Gewerkschaften in den Betriebsrätewahlen, soweit die bisher bekannt- gewordenen Wahlergebnisse einen Schluß zulassen, auf der ganzen Front siegreich behauptet. Geradezu niederschmetternd ist für die Nazi- arbeiterpartei das Ergebnis der Betriebsräte- wählen in ihrer eigenen Münchener Giftküche. In der Druckereisirma Müller u. Sohn, München, in der der„B ö l- tische Beobachter" hergestellt wird, wurden 433 gültige Stirn- men abgegeben. Die Liste der freien Gewerkschasten ver- einigte auf sich die große Mehrheit, nämlich 293 Stimmen, die Liste der Kommunisten bekam 103 Stimmen, während es die Nationalsozialisten auf ganze 37 Stimmen brachten. Die Nazis haben trotz krampfhafter Anstrengungen in ihrem eigenen Betrieb nicht einen einzigen Sitz im Betriebsrat bekommen, während die Liste der freien Gewerkschasten 3 Mandate und 1 Er- gänzungsmandat und die Kommunisten 1 Sitz und 1 Ergänzungs- sitz erhielten. In den Augsburger und Nürnberger Betrieben der MAN wurden die Hakenkreuzler von der Werksleitung besonders-istig gefördert, so u. a. durch namhafte Unterstützungen während der letzten Aussperrung. Auch in diesen beiden Großbetrieben brachten es die Nazis nicht über einflußlose Grüppchen hinaus, während der Deutsche Metallarbeiterverband seinen Besitzstand hielt. Nirgends ist es den mit den gehässigsten und den infamsten Mitteln arbeitenden kommunistischen Klassenverrätern gelungen, den freien Gewerkschaften irgendwelchen Schaden zuzu- fügen. So verloren sie beispielsweise bei der MAN-Nürnberg ihre zwei Sitze vollständig, während der Deutsche Metallarbeiterverband seine bisherigen 11 Sitze beibehielt. Kein Ausbau der Krisenfürsorge. Stegervald lehnt ab. Am 28. März wurden alle Unterstützungsempsänge r aus der Krisenfürsorge au>sgest«uert, die bis dahin 32 Wochen(als Nichtzuschlogsberechtigte) oüer 43 Wochen(als Zu- schlagsberechtigte) Krisenunterstützung bezogen hatten. Ungezählte Arbeitslose schieden mit diesem Tage aus der Arbeitslosenvcrsiche- rung au? und belasten seitdem die kommunalen Wohlfahrts» etat». Allein in Berlin wurden am 28. März fast 20 000 Per- sonen ausgesteuert. Der Deutsche Städtetag. die Gewerkschaften und die Vertre- tungen der ländlichen Gemeinden hatten im Dezember unter Hin- weis auf die damals schon nicht mehr tragbaren Wohlsahrtslostcn ihre warnende Stimme erhoben und die Reichsregierung um eine andere Regelung der Krisensürsorg« ersucht. Die Dorschläge gingen meist dahin, die Bezugszeit der Krisensürsorg« zu ver. längern. Bisher trug das Reich vier Fünftel der Krisenkostcn. di« Kommunen und Gemeinden nur«in Fünftel. Gemeinden und Kommunen waren bereit, aus einen anderen Verteilungsschlüssel der Unkosten«inzugehen. Der Rmchsrot hatte bei der Aerob- schi-dung des Reichshaushalts eine Entschließung im Sinne der gestellten Anträge angenommen. Nichtsdestoweniger gibt der Reichsarbeitsminister Steger- wald jetzt in einem Erlaß bekannt, daß er trotz«ingehend.'r Prüfung aus finanziellen Gründen«iner DerlLngerung der Kriscnsürsorge auch unter Berücksichtigung der in Aussicht ge- stellten größeren finanziellen Beteiligung der Gememden nicht zustimmen könnt«. Dieser Erlaß ist ein schwerer Schlag für viele Arbeitslos« und die Kommunen. Für viele Gemeinden und Kommunen wird der Erlaß der völlige Ruin sein. Lohnkonfiikt im Steindruckgewerbe. Der Tyrif für das deutsch« Lithographie» und Stein- druckgewerbe ist von den Unternehmern gekündigt worden. Di« Tarifverhandlungen beginnen am 4. Mai. Die Unter- nehmer haben sich bei der Zusammenstellung ihrer Abbauanträge fürchterlich übernommen. Sie verlangen Lohnkürzung um 13 Proz.. Kürzung der Fe r i e n, Abbau der Bezahlung für Feiertagsarbeit und U e b e r st u n d e n. Die GehUfenschaft verlangt Einführung der 40stündigen Arbeitswoche, verbunden mit einem Ausgleich des Lohnes als Hilfe für die Arbeitslosen, Neuregelung des Lehrlingswesens, positive Be- stimmung über di« Bezahlung der Feiertage und Anerkennung der Ferienbezahlung als Bestandteil des Lohnes. 25 Lahre im Gewerkschastsdienst. Waldemar Böhmer, der stellvertretende Bezirksleiter der Bezirks- und Ortsverwaltung Berlin des Gesamtoerbandes, ist nun- mehr seit 23 Iahren Angestellter in der Arbeiterbewegung. Wir wünschen, daß es dem Genossen Böhmer oergönnt sein möge, den Interessen der deutschen Arbeiterklasse noch recht viele Jahre zu dienen. Achtung. Betriebsräte! Ae fc.itir'fwtiifaBoMen lind»um«tBJten T«tl duybsekllbrt. Viel««»nskm »citiftttliee feiilt die si.it,«M silWi di« einschliigi»« ard.it�echtlich« Sitiratur »u ottfolgen. Diel« fiiltte oussulWc« hat sich die Verl liier Gewerklchafi.lchul« durch di« KeranflaUilii« van«rt-U�echtlichea Z»for»«ti-««trat>e» s»r 9t- tricbieäte»ur Pflicht gemacht. De»»etrieisräten ist hier unter L�tun« von niunbaftrn Slrdeitvrechtlern die Mivjlichleit oeqeden, SWB« aus ihrer Mflenen Bvaeiz»ocwtranen und»ut Dedatte»u stell«-.' Darilber fiinouä werden IffetaiftaruUitfie Urteil« des Rrichsarbeitsaericht, erörtert. Zeder freiaewerlichoftlich ocnanifietic Betriebsrat hat die M»«licht eit, an be» ZifotmatUKMbcnden teil»»» eh»«». Die Zciluhmt ttt toste»!»», eise »o-heri«««»rneldii»« ist»ich««elarderlich. Der nächste arbeitsrechtlich« Informarionsadend siir Betriebsräte ist am Dienstaa. dem 21. Ävril. um 19 Uhr. im Saal 5 des lSewerklchästsbaulrs. Enaelufer 24—25. Lriier des Ubends ist der(Kenalle Dr. Ernst siräntel. Die nächsten Äde nde sind fstr Diensiaq, 5. und 1«. Mai, varsesehen. Acht»»«,«BD.. Schuhmacher: Urdermaraen. Dienstag, 17 Uhr. im Lokal«lawert. Berlin, Weber str. Zt., nächste siulammenlunkt. Oäfte können eingeführt werden. Der ffietbeaasföHft. rfSh ftreü Gewerkschafts-Jugend Nerlin U jUdbeis! Um 9 Uhr tlreislaiel.Traffen in SRttSnrrahdf.— Margen, «a»>ag. 29. April. ISliUhr Sufammenlunft aller Druppenleltungen u» Sibungslaal des DM®., Linien str. 86—86, 2. Portal. 2 Treppen. 1. JErttfärntt, Staat und Schlichtungswesen.-' Roferert: Kolleg« H. Schlimm«, ATWtv. Z. Unser Mai. Zuge ndtag. a. Mitteilung«». �voendaruvve des ZentraiverbondeS der Angestellten Morgen. Rvntaa. fladen lelaende Beiänstaltiingen stast: Beddia»! Jugendheim Turiner Ecks Seeftrosie. Aussttoche über lageopolitilch- Zraaen. Leiter: Bernstein.— Brist: Städtisches Jugendheim l Rot baust. Bunter Abend.— tlrba»! Jugend boirn Lobrecht, Eete Eemderstrasie. Vortrag:..Was mallen die Schulreform»«� Zieferant: Bochow.— Wethe»see: Jugend beim «istorutsftu 24. Berti«« ueeectfcheftiich» Saatafuses.' Stefutst: Scwinäi. Sonntag, 19. 4. staats-Oper Unter d. Linden 230. A.-V 18'/» Uhr Götterdämmerung (UDgtkörzteÄnffnhniDgJ Staats-Oper tu Platt dir RipaliliL Wh Uhr Die Bodizeil des Figaro Qiffntl. Ilartnnrtiif Ende Z2.1t Uhr Sonntag, 19. 4. Stadl Oper Bismarck str. Tumns 11 20 Uhr Samson nnd Dalila Ende n. 22'« Uhr Staatl. Schaosph. (an Gndameiiinarktl. 198 A.-V. 20 Uhr Der filaue Boll Ende 23 Uhr Winttsj. > Garten• B'Stütr. Zenti. 2819. Baudun ertatl Deyclma-Ballett. Grefl. Vernon, 2flartveils, Rio State idarlmDa Band uw. He nie 2 toreteiiengen 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Pr, GROSSES SCHAUSPIELHAUS LEtllDB- IDMiEf Staati.Stfiillor-TüsatEr.Ctiarltlig. 20 Uhr Emilia Galotti Ende 22>h Uhr SaMWWWWWWWMMi�WW Weichsel E 7, 4031 T&gllch 5, Bis, Sonntags 2. S. Bis Nachm. SO Pf.bls! M. abds.l bU2M Scnin Glazcrolfs Gesangs- und Tanz-Revue Merlan Dotis. Barbara la May usw. margarete Ufamone Bln.-Steglitz, Fichtestr. 10. Tel. Stegl.3684 J.ieder zur liante- Rezltatloneai Heute die letzten VorstelluBgen�lj, 5i< Z'I- U. 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Nachdem ich Ihren RheumatismusoTee getrunken habe, brachte mir dieser sehr guten Erfolg und ich kann jetzt, trotz meiner 57 Jahre, Arbeit wieder nachgehen. Besten Dank. 55015 Fr. Finke, Westerholt /Westf., Metzelstraße AKTIVA Kasse, fremde Geld Sorten nnd fällige Zins- nnd DiTidcndenscheinc. Guthaben bei Noten- und Abrcdinungs- (Clcaring-) Banken.................... SAedcs, Wcdasel und anverzinslidie Sdiatzanweisnngen................ Nostroguthaben bei Banken nnd Bankfirmen mit Fälligkeit bis 3 Monaten............................ Reports ond Lombard« gegen börsengängige Wertpapiere................ Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren..—o.•..«—*••••. licre Eigene Wertpapl Konsortialbeteilignngcn........ Dauernde Beteiligungen Banken und Bankfirme ungen bei anderen Schuldner in laufender Rechnung.... Bankgebände........ Sonstiger Grundbesitz Mobilien.............. Pensionsfonds-Effekten. PASSIVA Aktienkapital Rücklagen Gläubiger Akzepte. L____ Pensionsfonds Dividendenkonto. Reingewinn........ RM 53 983 366,67 518 620 639.50 188 790 910.44 50 840 676.02 478 638 021.90 1 287 843 614.53 37 275 117.43 17 514 674.16 34 837 249.05 1 116 053 596.— 31 400 000.— 1 200 000— 1— 2 853 586.35 2 528 977 838.52 RM 100 000 000.— 34 000 000,— 2 220 192 433.78 164 825 905.08 2 900 000.— 59 024.66 7 000 475.— 2 528 977 838.52 30 570 Xeidende haben in 7 Jahren freiwillig anerkannt, daß ihre Krankheiten durch Zinsser* Hausmittel gebessert und geheilt wurden. Audi Ihnen wird der Zinsser-Tee helfen. Hier sind die Tees, die 36 578 Menschen wieder gesund und lebensfroh machten: Abführ-Tee(1) HämorrhoidaUTee(20) Asthma-Tee(2) Ausschlag- u. Flechten- Tee(3) Nierenleiden-Tee(4) Blutreinigjings-Tee(8) Diabetiker- Tee für Zuckerkranke(10) Marienbader Entfettnngs- Tee(11) Gicht- und Ischias- Tee(17) Gewinn- und Verlust-Rechnung per 31. Dezember 1930 Tee bei Herzbeschwerden(21) Gallenstein- nnd Leber- Tee(26) Magenleiden-Tee(29) Nervenleiden-Tee(33) Rheumatismus-Tee(35) Tee bei Arterienverkalkung(40) Tee bei Schlaflosigkeit(42) Paket rersfärkt M. 2.50, tinfach M. 1.80. Ebenso gut sind Zinsser-TabUtten, besonders für diejenigen, die Tee nicht trinken können oder wollen. Sie brauchen bei Bedarf nur die Tee-Nummer anzugeben. Jn rieten Apotheken zu haben, sonst direkt.(Versandapotheke.) 3)r. SBimser&Co.lZl: Xeipsig 75 36578 Anerkennungen in 7 Jahren. VERLUST HandJnngs-Unkosten-Konto Stenern....................... Effekten- nnd Eonsortial-Konto Reingewinn GEWINN Vertrag ron 1929........... Wechsel-. Zinsen-» Sorten- und Zins- scfaein-Konto...... Provisions-Konto...__________________ Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen.......... Sonstige Einnahmen RM 57 273 862.68 6 917 778.59 6 000 000.— 7 000 475.— 77 192 116.27 BM 630 194.30 36 655 502.64 37 307 356.30 Komiscne oper «>» Uhr Alt- Heidelberg lädt EmüjA Weiteraeisr MMmUs, Pntot «clor Art prslnmrt Paul Oollatz «•mala Rabart Mayaa Marlannanatr. S F8. Obarbauai 1303 Kurbad- Ostend TSglich geöffnet 0 34, Boihagener straften C&VL&s ieCPting &riedmannu&Peßep QriedpicA fäßertsircisso S. Volksbühne E.V. 8. Tanzmatinee 1930/31 Sonntag, 26. April, 11'/, Uhr, im Theatsr am Bülowplatz Harald Kreülzliergu.YuoiiiieGeer9i 2 270 109.62 228 983 41 77 192 116.27 Darmsiädtep und iniimiliM Kommandltgesallachaft auf Aktien Bilanz per 31. Dezember 1930 Aktiva Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zins- und Dividendensdieine...... Guthaben bei Noten- und Ab- rcchnungs-(Clearing-) Banken.... Schecks, Wechsel und unverzinsliche Sebatzanweisungen.................. Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen mit Fälligkeit bis zu 3 Monaten.......................... Reports und Lombards gegen börsengängige•Wertpapiere.............. Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren........—..... Eigene Wertepiere Konsortialbeteilignngcn. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen............ Debitoren in laufender Rechnung Bankgebände. Summa der Aktiva Passiva Aktienkapitel— Reserven................ Kreditoren............... Akzepte....................— Pensions-Fonds für Beamte Sonstige Passiva.............. Gewi nn-Saldo................ Summa der Passiva RM 27 525 457 54 SIS 712 550 308 522 180005 503 78 885 738 453 628 705 36 000 000 38 000 000 24 000000- 1 068 805 446 1 25 000 000- 19 2 555 077 066 65 BM FL eoooooooi- 60 000 000— 2 290 652 457 34 125 823 231 6000 000 4 435 355 _ 8 166 022 24 2 555 077 066 65 Gewinn- nnd Verlust-Konto pro 1930 Soll VerwaltnnfskcMten......_______ Stenern.............................. Effektes- und Konsortial-Konto Gewinn-Saldo.................... Babaa Prorinoaaa.......................... Wedb«! nnd Ünien eiaadilieBlidi de» Gewinne, aal Kupon« nnd Sorten.. Gewinn-Vortrag ron 1929............ RM K. 53 101 918 13 3 216 782 10 000 000 8166 022 74 484 723 RM 36 492024 3« 873 526 3119172 74 484 723 16 16 Solo- und Duotanze Platzkarten(ondi für Nichtmiigliader der Volksbühne) 4.-, 3.— und 2.- Mark bei Wartheim, Tiste, Bote und Bode, sowie an der Kasse des Theaters am Bülowplatz Dieser erstklassige Kofferapparat nur Mk. 20.- Spesenfrei Haus Diese moderne Besuchstasche gefEammt Vollrindleder zum Reklamepreis von nur Nk. 1.95 liefert Ihnen spesenfrei gegen vorherige Einzahlung auf Postscheckkonto Berlin 43 999. 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J____ Uen-n05® ,« Ld«-*"'.«•»-"'Lid._- 'lren���nd-'s"- 5,25 •"" ch.n.'"z loht,■••yj'»�vt. ��2�22,75 �-�.Hose.. ��»26,75____ oo.�.70U sp°�lKr.9.75 .n-Ho"dÄt' 0?r�'�d.uh. T-?.i.r..-�2,90 oome,rHandsd»'>».. �3,90 � Hond�..�"............... unw�rEN 5CHUi�„t.- S.90 « e'r£b""%�psC»«■■r:..'- 8,90 Schuhe �«.12,50 � ��095 oo�i'ä�r'/b �ntSd» CVrUtnP*•«»«s'"�8" � r Dom�pf, sr',B 1 ,9 5 St'0—1' CirOmP �roC*"*,,UÄ , r'?" it'.. 2 45 �üntd-"-_«~te v-t�Poo' A| s,of.!!-i9o ;95 "•" u««cn' i7- �oU-S'h»««"...........q SwO-nfl«"•«. 130«• ,.r 4,3� •!"""■ de CW«... e»-»5Ä 1.95 SÄ-iÄST'-r�».� 2 95 msd"'"—»nCflin S>�*T M-W A|' Crepe �g,�farb'0' o 9O »dmder- QUO«tät. �.».r«J»' --Uod16—......... Honon-�.......-_. k#� i of UilFÜ' BMI.1! SJ...... 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BekanntliA waren es im Jahre 1928 die Verbrauchsgüterindustricn, bei denen als ersten sich eine deutlich erkennbare Abwärtsbewegung zeigte, während die Produktionsmittelindustrien erst im Verlauf des Jahres 1929. und zwar hauptsächlich unter dem tinflufi der Erschwerung der Kapftalversorgung, von der rückläufigen Entwicklung erfaßt wurden. Hatte damit die deutsche Wirtschaft vor den übrigen Volkswirtschaften den Abstieg begonnen, so wurde sie, als im Laufe des Jahres 1930 die allgemeine Weltkrise einsetzte, von deren Rückwirkungen besonders hart getroffen, so daß»ich die abwärts gerichtete Tendenz wesentlich verschärfte. Unter normalen Verhältnissen hätte man erwarten können, daß die im weiteren Weltkriseavcrlauf nach vorübergehender Verknappung in größerem Umfange freigesetzten Kapitalien zur Anlage auch im deutschen Markt gec\rängt-und damit einen, belebenden. Impuls. gegeben hätten, das um so mehr, als nach dem im Frühjahr 1930 erfolgten Abschluß des Young-Vertragcs und der anschließenden Räumung der besetzten Gebiete die Voraussetzungen dafür sich wesentlich zu verbessern schienen. Doch diese Aussicht wurde gar bald durch die innerpolitische Entwicklung zunichte gemacht. Die Unsicherheit der politischen Verhältnisse während des Sommers und erst recht das verhängnisvolle Ergebnis der Reichstagswahlen im Herbst erschütterten allgemein das Vertrauen in eine stetige Entwicklung Deutschlands derart, daß nicht nur keine neuen fremden Mittel der deutchen Wirtschaft zur Verfügung gestellt, daß vielmehr namhafte Auslandsguthaben abgezogen wurden und daneben eine recht beträchtliche EJudit heimischen Kapitals einsetzte. Die dergestalt bewirkte Verknappung mußte den Krisenablauf unheilvoll beeinflussen. Ist sonst in aller Regel, wie das auch jetzt wieder das Beispiel aller übrigen von der Krise ergriffenen Volkswirtschaften beweist, eine Krisenfolge die Senkung des Zinssatzes, die ihrerseits dann eine der Voraussetzungen wirtschaftlicher Wiederbelebung schafft, so zog in Deutschland trotz schärfster Krise in Auswirkung eben dieser Verknappung der Zinssatz an. Die Reichsbank sah sich im Oktober gezwungen, ihre Diskontrate von 4 auf 5% zu erhöhen. Welches Tief der Wirtsdiafisstand im Berichtsjahr erreichte» veranschaulicht am eindrucksvollstea das katastrophale Anwachsen des Arheitsloseu. und Kurzarbeiterhcercs. Die einzelnen Phasen gerade dieser Entwicklung sind unseren Gesellschaftern aus unmittelbarster Erfahrung bekannt: es mag deshalb genügen festzustellen, daß um die Jahreswende 1930/31 fast ein' Drittel der gesaraten Arbeiter- und Angestclltcnsdiaft zu bitter empfundener Arbeitsruhe gezwungen war. Gleichzeitig war die industrielle Produktion gegenüber dem monatlichen Produktionadurch- sdinitt des Vorjahres um mehr als 20% gesunken. An Bestrebungen und Versuchen, die unheilvolle Entwicklung aufzuhalten, bat es in den beteiligten Kreisen und bei dem Staat nicht gefehlt, doch ist Bpsscruug nicht erzielt worden. Die private Wirtschaft sah alles Heil in ihrer eigenen Entlastung, ihr genügte nicht der starke, in der Zunahme der Arbeitslosigkeit sich aussprechende Abbau von Arbeitskräften, sie forderte vielmehr vor allem neben der Lenkung aller öffentlichen Abgaben, sowohl der steuerlichen wie der Sozialvcrsicherungsbeiträge, einen schärfen Lohnabbau, den sie auch zum großen Teil bereits durchgesetzt bat. Abgesehen davon, daß ein solches Vorgehen einseitig denen, die aus Uebcrrationalisierung und damit Ueberinvestilion entspringenden ungünstigen f olgen überbürdet, die dafür, weil"von der Wirtschafts- Steuerung ausgesdilossen. nicht verantwortlich sind, scheint es uns völlig den in einer Stärkung der Konsumkraft liegenden Heilfaktor außer acht zu lassen. Das muß um so mehr verwundern, als gerade die Tatsache, daß die deutsche Krise ihren Ausgangspunkt" bei den Verbrauchsgüterindusiricn hatte, besonders eindringlich die Wichtigkeit der Erhöhung der Konsumkraft zum Bewußtsein bringt. Der Staat hat denn auch, obwohl er den Lohnabbau- bcstxebungen sich nicht entgegenstellte, sie vielmehr förderte, diesem Gesichtspunkt dadurch Rechnung zu tragen versucht, daß er sich für eine Verbilligung der Preise einsetzte. Dabei wiederum stieß er vor allem auf die durch seine eigenen zur Sonderstützung der Landwirtschaft ergriffenen Maßnahmen aufgerichteten Hindernisse. Aber auch im übrigen ist das Ergebnis, seiner Bestrebungen mager, vor allem da, wo die Preisbestimmung dem Einfluß kartellmäßig verbundener Wirtschaftskreise unterliegt, ist ihnen der Erfolg fast ganz versagt geblieben. Die berufenen Vertretungen der Arbeitnehmerschaft haben wiederholt und mit größtem Nachdruck auf die Bedeutung der Er- haltdng und Stärkung heimischer Konsumkraft für die Ueberwindung der Krise hingewiesen und entsprechende Maßnahmen verlangt. Der Allgemeine Deutsche Gewerksdiaftsbund hat vor allem im Oktober 1930 und neuerdings wieder im iMärz* 193j in einer eindrucksvollen Kundgebung sich für eine Kürzung der Arbeitszeit und die generelle Einführung der 40-Stunden- Woche,( die, eine vermehrte Einstellung von. Arbeitskräften ermöglichen soll, ausgesprochen. Nur ganz vereinzelt hat er Gehör" gefunden. Der Staat hat sich bislang nicht entschließen können, seine Machtmittel im Sinne der-Verwirklichung dieses Vorschlages einzusetzen, obwohl die wenigen vorhandenen Beispiele Durchfübrb|(xkcit und Nutzen solchen Vorgehens außer Frage stellen. Groß© Beachtung findet namentlich auch in letzter Zeit das Problem einer Herabsetzung des allgemein als drückend und hemmend empfundenen Zinssatzes. Die Wichtigkeit einer Verbilligung gerade auf diesem Gebiet ist wohl allgemein anerkannt. Trotzdem würde es uns unzweckmäßig erscheinen, wollte man mit Verwaltungsniaßnahmcn hier eine wünschenswerte Entwicklung zu antizipieren versuchen. Das wäre ein Kurieren am Symptom, das einen endgültiges Erfolg fip»�getz.-.�S»rstaqd«»- �är1»» karg nnch Solm. Erfinder- Vorwärtsstrebende ioooo NK. Belohnung Näheres kostenlos durch F. Erdmann a Co., Berlin IW 11. Statt Karten Fiir die überaus herzliche Anteil» »ahme und die vielen Kranzspenden beim Hinscheiden meines lieben I Mannes, unsere» guten Bater»,| Schwiegervaters, Großvaters und Urgroßvaters, des früheren Gastwirt» Karl Rutsch sagen wir allen, besonder» dem Gast- wirtverdand, unseren herzlichen Dank Im Namen der Hlntcrbliedenei» Henriette Rutsch gel». Tellsdiow Allen Berwandtcn und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Frei» tag, mittags um Vif 2 Uhr, unsere liebe, gute- Mutter, Schwiegermutter und Großmutler, Witwe Helene Kube im 82. Lebensjahre sanft verstorben Ist.] In tiefer Trauer Ge»diwi/. Uhr. Sonnabends 9-2»,. Sannlag» 10-4 Ahr. 1 Telefon: JUinidcttPocf 1S94. öew.Sauverewigung Wohuungsuch. e.S.m.bH.\ SerlühSitirtWU OtwiCttittCitt 6 trete 22S, ........ Unsere anerkannt gut>>» gesthnlttenen 2- bis S-L-Wohnungen mit Loggien und Baltron verden jelxt per JoH Tcrmielet. Wohnberechügungs. schein, kein BaukoctenzaschuS, kein Miete rdarlehn. Zentrale Lage am Kölln. 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An jenen scheußlichen Augenblick mußte ich wieder denken: Am Morgen nach meiner Premiere hatte die alte Getreue, die ftüh bei Gaslicht unsere Zimmer reinigt, als erste im ganzen Hause die„Vossische" nach meiner öffentlichen Zensur durchstöbert, zum Frühstück brachte sie mir das Blatt, mit rührenden, entsetzlichen Trostesworten... Auch an das vorgestrige Mittagessen dachte ich wieder, wo mein Sohn und Quintaner mit fragenden Augen erzählte, was sein Schulfreund von mir gesagt hat... Und ob es denn wahr wäre, daß ich mich„so blamiert" hätte... Mit solchen Steinen im Herzen saß ich, morgens gegen elf Uhr, als draußen auf meinem Flur ein Jammern und Lärmen erklang, deutlich verstand ich die schluchzenden Worte:„Det Kind stirbt mir unter den Händen." Ich ging hinaus, es war eine Frau, die mir dem Ansehen nach bekannt war, sie wohnt in einem Untergeschoß in unserer nächsten Nachbarschaft und ist wohl Plätterin. Durch ihren beinahe luxuriösen Kinderwagen ist sie mir ausgefallen, ich habe mich mal gefreut, wie- viel Zeit diese Frau mit dem ärmlichen, wollenen Kopftuch hat, ihr Töchterlein und den Jüngsten an frischer Luft zu bewegen. Das Töchterlein hatte sie jetzt auf dem Arme, obwohl das Kind längst gehen tonnte und sicher schon eine Tür hätte ausklinken können. Matt lag es an der Schulter der Mutter, ebenfalls schluchzend, doch nur mst jenen leiseren und selleneren Schluchzern, wie die Drei- und Vierjährigen schluchzen, wenn ihr Körperschmerz oder ihr seelisches Unglück schon seit einer Viertelstunde oder noch länger andauert. Wohl etwas unfreundlich in meiner eigenen schmerzhaften Gemüts- Verfassung fragte ich, was denn los wäre. Und aus hörbar bebendem Herzen klagte die Mutter. Daß ihr „fowat passieren" mußte!„Un gerade mit Else!"„Wie oerrückt" wäre ihr Mann auf das Mädel! Wenn er nach Hause käme, früh- morgens aus dem Dienst, erst ginge er zu dem Mädel ans Bett, nachher dächte er an seine Frau! Nämlich er wäre nicht mehr in dem Speisewagen! Ganz klar war es, daß diese Klagende nicht etwa betteln kam, die echte, allertiefst« Mutterangst flackerte hinter den nassen Tränen. Obwohl ich mir keinerlei Vers machen konnte, was nun die Frau just bei mir'wollte, machte ich die Tür zu meinem Schreibzimmer auf, ich bat sie, Platz zu nehmen und mir nur kurz und ohne Umschweife zu sagen, was es mit diesem Speisewagen für eine Bewandtnis hätte, oder womit ich sonst ihr vielleicht nützen könnte. Mit fliegenden Augen erzähste sie, daß er doch eben überhaupt nicht mehr in dem Speisewagen wäre, denn er wäre Gefreiter ge- wesen, niemals käme ein Tropfen Schnaps über feine Lippen, und überhaupt wären ja die Verheirateten immer besser, und ganz egal wäre es für einen Kellner, ob er Sozialdemokrat wäre oder auch nicht, wenn er nur ordentlich wäre, und wenn man sich nur auf ihn verlassen könnte, und wenn er nur auf dic� Minute ini Dienst. wäre, darum wäre er jetzt auch in den Nord-Süd-Expreß-Zug gekommen, und er könnte nicht klagen, und er hätte ihr extra gesagt, wenn den Kindern etwas passierte, so sollte sie nur sofort zum Dokior gehen, und wie verrückt wäre er auf das Mädel, wie verrückt! Und der Kassenarzt hätte erst nachmittags Sprechstunde, inzwischen könnte das Kind erstickt sein oder an Blutvergiftung gestorben! Also da müßte sie doch ein Vieh sein und eine Canaille, wenn sie da wegen einer Mark oder wenn es auch zwei wären... Und lieber ins Wasser wollte sie gehen, als daß sie dastände in ihrer Wohnung, und ihr Mann käme nach Hause, und sie mußte ihm sagen, daß der liebe Gott... und er hätte Else zu sich genommen. Und wenn ihr Mann sie totschlüge, möchte er sie nur ruhig totschlagen, chr wär's das Liebste, aber unschuldig wäre sie darum doch, bei Gott im Himmel! Ein« Ahnung war endlich in mir ausgestiegen.„Wenn etwa Ihre Tochter krank ist", unterbrach ich,„müssen Sie doch zu einem Arzt gehen, Ihr Mann hat völlig recht! Ich bin... ich schreibe Theaterstücke, was soll— ich Ihnen helfen?" „Weiß ich", rief sie in Qualen,„ich Hab' es im„Lokalanzeigcr" gelesen, Herr Doktor, es ist eine Gemeinheit, was der Lokalanzeiger von Ihnen geschrieben hat, Sie müssen den Schriftsteller verklagen! Aber außerdem sind Sie Doktor, sonst würde es nicht an Ihrer Klingel stehen! Und Ihr Dienstmädchen würde Sie nicht so nennen! Sie können der Else Helsen!" Ich muß hier einfügen, daß ich vor vielen Iahren einmal zu Leipzig ohne besondere juristische Gelehrsamkeit den Doktorhut beider- lei Rechts, des römischen und des kanonischen, erworben habe. Die Frau aber mit dem wollenen Kopstuch war wohl wirklich unfähig, die Fakullätcn begrisslich auseinander zu halten. Unbeirrt jammerte sie nun weiter, sie könne— das Dings nicht selber heraus- kriegen, und sie hätte es dreimal versucht, aber gewiß, es wäre nur immer tiefer hinaufgerutscht! Und jedesmal wäre es ihr schwarz vor den Augen geworden", weil eben kein Mensch seine Kinder„selbst operieren" könnte, wozu hätte man dann den Doktor, jedesmal hätten ihr„alle Glieder geschlagen". Und es wäre ja eine furchtbare Lebensgefahr, daß auch noch Grünspan an dem Dings wäre, Grünspan „An welchem Dings?" fragte ich listig. Mit bebenden Fingern öffnete sie zwei Knöpfe ihrer Jacke, etwas Blinkendes holte sie aus dem Busen und legte es auf den Schreibtisch. Wie ein Fingerhut für ein dreijähriges Kind sah es sich an, nur daß ein schlechtverstlbcrtes, gelbgewordenes Kettchen daran befestigt war.„Das ist das andere", fagte die Unglückliche. Und ich dachte an meine gute Großmutter: Nach jedes Strumpfes Dollendung hatte sie ihre Stricknadeln mst solch einem Kettchen ein- gespannt, zwischen zwei solchen Hütchen. Nach wenigen weiteren Fragen wußte ich nun, was passiert war. Bei einer kurzen Abwesenheit der Mutter hatte Else das eine der beiden Hütchen auf ihren Zeigefinger, alsdann den so bclvaffnekcn Zeigefinger in eines ihrer Masenlöcher geschoben, wohl um des interessanten Experimentes willen, seitdem befand sich, das Hütchen in diesem Nasenloch. Es mußte wohl möglich sein, auch ohne besondere anatomische Kenntnisie die Operation vorzunehmen, zumal ich unter den Blei- stiften, Federhaltern und sonstigen Alltagswertzeugen auf meinem Schreibzeug auch eine uralte, doch noch wohl brauchbare Pinzette zum Ausziehen von Splittern besaß. Einen sehr kurzen Blick warf ich auf Elses Nase, aber für ostlea Arzt und für dca liebe» Sott gibt's keine» Schmutz, am allerwenigsten bei einem Kinde! Wärmer schoß mir das Blut jetzo zu Herzen, beinahe war ich schon wieder auf meiner eigenen Höhe, beinahe froh war ich. Ich sagte mir, daß dieses Kind sehr laut schreien würde, wenn ich es jetzt vom Schöße der Mutter nähme, und ich nahm es vom Schöße der Mutter, und es schrie noch lauter. als ich gedacht hatte. Ich nahm die Pinzette, wobei nun auch die Mutter zu schreien anfing:„Nicht schneiden! Herr Doktor! Nicht schneiden!" Glücklicherweise war meine Frau um ein Stündchen zuvor mit ihrem Marktkorb weggegangen, sie wäre sonst ohne Zweifel ins Zimmer gekommen, hätte als dritte in dieses Konzert eingestimmt und würde, wie ich sie kenne, noch auf ganz ungeahnte, unausdenkliche Weise die Verwicklung verschlimmert haben. Ich rückte mir einen Stuhl ans Fenster, ließ die Strahlen der Vormittagssonne so tief als möglich in des Mägdleins Nasenloch einscheinen, und— es blinkte etwas, ganz unten blinkte etwas! Mit Freuden bemerkte ich, daß durch ein schreiendes Weinen die Nüstern des Menschen sich weiter austun. Ich nahm den zerbrech- lichen Rundknmm aus Elses Haarsträhnen, drückte den heftig un- ruhigen Kopf mit eisernen Fingern an meine linke Seite, mit einer wollüstigen Gelassenheit führte ich meine kaltstählerne Kneife tn die geblähten Nüstern, ich drückte die Nasenwände beiseite, ich kniff, und zwischen Daumen und Zeigefinger preßte ich mit einer wohl reichlich überschüssigen Kraftanwendung das kleine, sinnreiche Werk- zeug. Langsam, vorsichtig zog ich, drehte ich, steuerte ich, und nach drei Augenblicken, lächelnd, als wäre das Operieren meine tagtäg- liche Hauptbeschäftigung, überreichte ich aus der Spitze meiner Kneife' der Mutter das blinkende Dings. Langsam schloß sich ihr Mund, er hatte wohl, während Ich arbeitete, weit offen gestanden. Und lustig gab ich meiner Be- friedigung Ausdruck, daß nun die Stricknadelhlltchen wieder ein Paar. wären. Doch mit noch immer bebenden Händen schüttete jetzt plötzlich die Frau den ganzen Inhalt ihres klebrigen Geldsacks aus meist Fensterbrett, es waren zivei Markstücke und einiges Nickel, und „dankte auch schön", mit einem Leuchten in ihren roten und nasiech Augen, das ich noch heute mit einer tiefen Wonne mir wieder vorstelle. Ich gab ihr, da ich wirklich nicht Arzt wäre und nur mit Theaterstücken und sowas Geld verdienen wolle, ihr Vermögen zurück, Else war zwar noch ernst, aber jetzt ruhig. Die Mutter nahm das Kind auf den Arm und ging. Man hat seinen Wert, sagte ich mir. Man ist nicht Goethe. aber man hat seinen Wert! Waller JlppeU: t/lüS SachljCtl Gespräch am Gartenzaun Na nu! Sic rubbcn doch Ihr gansen Erdbeerflansen raus. Die dragen wohl nich mehr? — Die dragen noch sehr guhd. Wolln Se se Hamm? Ich habb doch kecn Garden. Ä-or warum rubben Sie dn die raus? Da wolln Se wohl enn Bieichblatz anlegen? — Nee. Hierher komm Zwieweln unn Schbinnahd. Das kenn Se doch in Laden billiger koofcn. Unn Sie warn doch immer so schdals off Ihre Erdbeern. Da is das doch gar kee Tausch. — Mier wissen schon, warum mier das machen. Die Schdachei- beerschdreicher komm ooch weg. Da komm Gurken hin. Unn der Aebbelboom verschwindt ooch. Der werd frfeiert. Der macht wohl zufiel Schaddcn? Da kenn wohl de Radieseln nich wachsen? — Radieseln schdecken mier dies Jahr gar keene wieder. Awr Sie hadden doch immer welche.. — Ja, awr wo die schdanden, da duh ich heier mal rohoe Riehm zichden. Unn anschdadd den Aebbalboom koof ich enn Kwidoen- schdrauch. Nu sowas. Kwidden anschdoÄd Aebbeln, rohd« Riehm an» schdadd Radieseln, unn Gurken unn Zwieweln— lauder solches Gemiese, wasse erscht zuberciden missen oder was bloß Zudahden sinn. Unn iewrhaubd Kwidden, die sinn doch so bidder! Da Hamm Se doch gar nich bisse! was, wenn Se gcmiodlich in Jhrn Garden sitzen,, unn Se wolln mal.bisset...was Frisches zum Buddcrbrohd Hamm, Oder Vissel Obst. — Das werd uns nich schwer falln, dadrosf zu srzichden. Das hammier nämiich bisher ooch nich gehabbt. Machen Se keen Schbaß! Sie hadden doch immer de erfchden Erdbeern, unn nachher ging das doch bis in Herbst nein ununder- brachen so weider, dasse egal bloß«rnden konnden. — Das schdimmt, unn ooch wieder nich. Gehabbt Hamm mier alles— awr gefressen Hamms andre. Deswegen duhn mier doch dies Jahr lauder Sachen anbaun, die mr nich glei an Ort unn Echdelle srdilgen kann. Ach, bei Ihn' Hamms« wohl immer recht gemaust? Nu, die mausen ooch Kwidden unn rohde Riehm. Ae Schbitzbuwe nimmt. was da is. — Um Schbitzbuhm handelt sich das nich. Sondern um unsre Bekannden. Jetzt in■Fstiehjahr, wo's Arweid gibbt, da läßt sich kee Luder blicken. Awr kaum hat de erschdc Beere bisiel Farwe, da kamrner sich sor Gardenbesuch nich mehr redden. Da kommse unn bring ihre Kinder mit, unn reden solang« drumrum, bis mr an- schdandshalwer sagt: na, da flickt eich nr baar Beern, oder rubbt eich baar Radieseln raus! Unn nachher muß mr froh sinn, wenn s« aus Frsehn filleicht was ham schdehn gelassen. Awr die solln sich in Zukunft umgucken! Awr wern Sie denn da selwer noch Frgniegen an Jhrn Garden Hamm? — Fielleicht mehr wie erscht! Was denken Si« denn, wie mier uns schon off den ihr« enddeischden Gesichder frein? Musikfreunde Guddcn Dag. Si« siehrn doch Grammefonbladdcn sor? — Ja, bitte. Was wünschen Sie zu hären? Nu, Frschiednes. Wissen Sc, bei uns is das nämlich so: mier Hamm jeder enn andern Geschmack. Was dr Fader is, der war ganz i doch bcj vr Ardillcrie, unn nu heert der gerne solches laudcs Ge- buinber, währnd ich drgsgen, als Frau fon Gemiet, mehr fr was Zardes bin. Unn de Kinder, die liem Foxdrodde unn Schlager, aus Oberedden. Awr Warden Se mal enn Öogenblick, mier wollns uns erscht mal bisse! gemiedlich machen, daß mier ooch enn richdjcn Genuß Hamm. Hasde de Bemm, Baula? Mier Hamm uns näm- lich was zu Essen midgebracht, weil das doch«nne ganfe Weile dauern werd, das Forschbieln.... So, im bringse mal enn Schdoß Bladden her unn fang Se an! — Große Platten oder klein«? Nu, was de bessern sinn. Mier sinn nämlich sehr anschbruchs- soll. — Da habe ich hier ein Potpourri aus„Tannhäuser"... Was Hamm S«? A« Boddburrih? Was issn das? — Das ist eine Zusammenstellung der hauptsächlichsten Melo- dien aus«inem Werk. Eben aus„Tannhäuser". Aber Sie können auch andere Opern haben. Komm in Dannheiser Schlager sor? — Nein. Das ist doch klassisch. Ach,.fon Gehde?, � — Nein. Bon Richard Wagner. Awr Dansmusik isies? — Nein, im Gegenteil. Es ist der Pilgerchor. Wenn Sie Tanz- Musik wünschen, müssen wir schon etwas Modernes wählen. Viel- leicht aus einem Tonfilm? Ausn Donfilm? Ja, das machen mr! Da sinn doch Bilder drbei? — Bilder? Nein. Wie sollte den« das möglich sei«? Ja, das wissen doch mier nich. Das is doch Ihre Sache! Awr fangsti Se nr nu endlich mal an! — Bitte. Also spielen wir mal diese Tanzplatte. Wollen Si« auch die Rückseite hören? Nu selbstfrschdändlich. Mier sinn doch ooch off zwec Bern' her- gekomm'. Also: Hat das Ihnen gefallen? 'S ging. Schbieln Se mal was fon Dauwer! — Wie Sie wünschen. Darf ich die Tanzplatte zurücklegen?. Zu was d'n zuricklegen? — Nun, ich meine— oder soll ich erst noch die Tauber-Platte spielen? Nu los! Awr nich egal sofiel reden drzwischen! — Bitte! Sie! Schbieln Se das nochmal! Also wie der das raus- schmeddert: Noch emahl, noch emaaahl, noch emaaaaahhhhl, sing o sing, Nachdigaaahhhl! Das kennde ich'n gansen Dag heern. Awr Baula, du derfst nich so mit'n Bemm'babbier knisdern drbeil Machen Se, lassen Se das nochmal los! — Gern. So, nun darf ich sie Ihnen gewiß einpacken. Sie tostet... Das woll'n mier doch garnich wissen. Warum erzähl'n Sie d'n uns das? Unn zu was woll'n Sie d'n die Bladde einbacken? — Ich dachte, Sie wollten sie kaufen. Mier? He, Sie sinn guhd. Zu was soll'n mier d'n die Bladde koofen? Wo mier gar kee Grammefon Hamm. Si« haben gar kein Grammophon? Wieso- lassen Sie sich dann Platten vorspielen? Wieso? Weil mier solche große Musikfreinde sinn. Unn draußen bei Ihn' schdeht doch groß unn breet: Forfiehrung ohne Kaufzwang! Aufgeregtes Gespräch Rügen Se sich doch nich so off! Das hat doch gar keen Zweck! — Ach, was frschdehn denn Sie? Nu, sofiel allemal, daß das Offrägen keen Zweck hat. Awr ich weeß schon, da gibbds welche, die brauchen das. Die kettn ohne Offrägung nich sinn. Unn wenn se keen Grund Hamm, da machen se sich ecn, unn wenn se keen mehr wissen, da rügen se sich kinsdlich off. Sinn Sie filleicht so eener? — Nee. Wenn ich mich offräg, da habb ich ooch meine Grinde. S fragt sich bloß, ob se schdichhaldig sinn. — Das missen Sie ja wissen! Nee, das weeß ich ähm nich. Sie Hamm se mir doch noch nich gesagt. — Weil das meine Brifahdsachen.sinn. Ich will se doch ooch garnich wissen. Das indrcssiert mich kee bissel. — Nu, meeglichcrweise bäht Sie's emende doch indressiern. Ausgeschlossen. — Wenns awr nu was is, was Sie filleicht ärgendwie bedrifft? Mich? Wieso denn? — Nu, ich meene bloß. Das wär doch mceglich. Ich will ja nischt gesagt Hamm... awr... Wie denn: awr? Unn wie denn: Sie wolln nischt gesagt Hamm? Endweder's bedrifft mich, oder's bedrifft mich nich. — Nadierlich. Endweder— oder. Bloß wissen muß mrfch. Da sagen Sc mrfch doch! — Sie wissen doch garnich, ob ichs weeß. Erloom Se mal! Als frnimfdjcr Mensch missen Sie das doch wissen, ob das mich bedrifft, woricwr Sie sich offrägen. Das gähm Sc doch zu? — Ich gebb garnischt zu. Unn fonwcgen frnimfdjcr Mensch unn so,— da drmit hat das»ich's geringfde zu duhn. Ich kann doch ooch frgessen Hamm, woricwr ich mich offräg. Unn das habb ich nämlich. Unn zwar for lauder Offrägung. Weil ich mich gar so indensief offgerägt habb. Is das meeglich? Sie wissen nich mehr, woricwr Se sich off- rügen? — Ja. So gehds mir efdersch. Awr da brauchen Se sich doch nich mehr ofszurägen. — Grade erscht recht. Nämlich dariewr, daß ich das stgesssn habb. � Unn wenns Ihn' nachher wieder einfällt, da warsch filleicht die lange Offrägung iewrhaubt nich wert. Da warsch filleicht ärgenü enne kleene Labbalie. — Heechsdwahrscheinlich. Awr da mißde ich mich dann noch fiel mehr offrägen. Herrgodd! Iewr was denn dann? — Dariewr, daß ich mich so lange offgerägt habb... Der Zfame„Amazone" heißt„Brustlose", und zwar geht die Sage, den Mädchen des Amazonenstammes sei die rechte Brust ausgebrannt worden, damit sie ihnen beim Spannen des Bogens nicht hinderlich sei. Die Zahl der Rolhvute, der Ureinwohner der amerikanischen Union, ist auf 245 000 zurückgegangen. In dem großen Gebiet, das beinahe Europa gleichkommt, wohnen also nicht mehr Indianer: als z. V. Mannheim Einwohner zählt. xeosiemak: IHei'ft größler Stemfall Wie man uns Briefmarkensammler in puncto geistiger Beran» lagung einschätzt und wie gegen unsere Sammlerbegeisterung ge- sundigt wird, davon erzählt nachfolgendes, wirklich erlebtes Geschichtchen, das ich ohne jede Uebertreibung hier wiedergebe. Ich habe in meinem arbeitsreichen Leben schon vieles an heiteren Episoden und ärgerlichen Zwischenfällen erlebt. Aber ein geradezu strahlendes Uebermaß von Unverschämtheit lernte ich in Leipzig kennen. Ich gastierte daselbst, wohnte im Hotel Astoria und wurde zum Telephon gerufen. „Hallo— hier Direktor Pinkus— ich bitte den Herrn Kammer» fänger zum Telephon!" „Verehrter Herr Kammersänger, ich lese soeben mit großem Interesse in einem Interview mit Ihnen, daß Sie leidenschaftlicher Briefmarkensammler sind. Ich will Ihnen eine kleine Freude ver- Mitteln. Ich besitze eine Sammlung, wie wohl selten eine ähnliche wiederzufinden ist, und lade Sie ein, sich diese Sammlung anzusehen. Ich schicke voraus, daß ich kein Händler bin, und keinerlei Abficht habe, etwas abzugeben, mich beseelt nur der Wunsch, Ihnen etwas Schönes zu zeigen. Ich wohne Rubelgasse Nr. 7, zwei Treppen." Mein Philatelistenbusen hob und senkte sich, meine Briefmarken» pulse schlugen— ich lallte wonnetrunken in den Apparat:„Ich komme!" Erwartungsfroh stürze ich mich in ein Auw und fahre in die Rubelgasse Nr. 7. Ich fahre, fahre und fahre ohne End«. Ich hatte den guten Chauffeur schon in Verdacht, daß er mich als ungeübten Leipziger empfand, und mich dreimal um die Stadt spazieren führte, um Taxe zu schinden. Ich tat ihm unrecht'. In unwirtlicher Gegend hielten wir. Rubelgasse Nr. 7. Ein offenes Haustor mit abgeschlagenen Ecken, der Mörtel weg, die Ziegel lagen bloß. Eine steile Treppe nahm mich knarrend auf. Ich beginne zu steigen. Nach ungefähr 35 Swsen lese ich— Oberteilung. Ich klimme weiter. Wieder ein Absatz— Hochteilung. Weiter.— Der Schweiß perlt mir vom Antlitz— wieder bleibe ich stehen— lese Mezzanin. „Ja, Himmel-Herrgott" dann endlich 2. Stock. Keuchend oben angelangt, habe ich Mühe, meine bis auf die Knie heraushängende Zunge zu versorgen. Atemlos klingle ich an einer Tür. Ein alter Herr öffnet:„Ah— Herr Kammersänger— nein, diese Ehre— welch« Auszeichnung— o diese— nein diese— ge» statten Sie— meine Frau— meine Tochter Reginerl— Gott. Herr Kammersänger— wie glühend sie Sie verehrt— mein« zweite Tochter Raffaele— wir nennen sie scherzhaft Raffkel«—«in braves Kind— nein, diese Auszeichnung— diese Ehre"— so ging es fort. Man schob mich in ein kleines Zimmer und schleppte mich vor ein Bild. „Sehen Sie, verehrter Herr Kammersänger, das hat mein Sohn, der Sami, gemacht. Sein Lehrer sagt, er kann was. Sie werden sicher von ihm gehört haben. In Görlitz war er zwei Jahre— ein Genie— schauen Sie, das hat er gemalt, als er acht Jahre alt war, na, sind Sie nicht sprachlos? Nicht zu glauben, was?" So vermittelte man mir noch ein Dutzend Bilder. Ich lernt« Samis ganzen Werdegang kennen und in Bälde wurde mir von diesem und seinem väterlichen Interpreten übel. Ich wurde nervös... „Nun, lieber Herr Direktor, wollen wir zu den Marten gehen." Verlegen stotterte er:„Herr Kammersänger— Ei« werden verzeihen— ich will aufrichtig sein— will frei und frank von der Leber sprechen— das mit den Marken war— Sie werden lachen—> eine kleine List! Meine Frau und meine beiden Töchter haben sich immer ge- wünscht, den großen Sänger kennen zu lernen. So ohne weiteres wären Sie ja nicht gekommen, und im Hotel lassen sich die großen Herren immer verleugnen— und Markensammler sind immer em bisserl— wie soll ich sagen, nun, Sie verstehen mich— also, habe ich die List mit der Markensammlung ersonnen— ich habe gar kein« Marken— ist da» nicht zum Schreken?? Ha-ha-ha!!l" Ich hielt mich an einem Nachtkasten fest. „Na— was sagen Sie— Hab ich das nicht fein gemacht? Außerdem, wo Sie, Herr Kammersänger, schon da sind, möchte ich mich bei der Gelegenheit gleich erkundigen, ob Sie schon versichert sind. Ich bin nämlich der Subdirektor der Versicherungsgesellschaft „Nebochanzia", und ich würde Ihnen einen derart kulanten Tarif geben, daß Sie aus dem Staunen nicht herauskommen würden und sagen:— Pinkus ist wahnsinnig geworden!— Versuchen Sie es. Sie werden es nie bereuen— jetzt sind die stabilen Geldverhältniss« wie geschaffen für«in« Versicherung. Wenn Sie das Glück haben, ab- zuleben— wissen Sie Ihre Frau Gemahlin, die Ihnen, wie ich gehört habe, sehr sympathisch sein soll— geborgen." Mir schwindelte. Ich wollte etwas sagen. Er winkt« ab. „Ich bin noch nicht fertig— wenn man schon einmal«inen so seltenen Gast hat, muß man kühn sein. Werden Sie mir sehr zürnen, wenn ich diese günstige Gelegenhest weiter benütze und Sie bitte, uns vier Freiplätze in die Oper zu geben— und mögen es noch so bescheiden« Karten sein— damit wir Sie hören können. Ich schäme mich, aber ich bekenne es freimütig— ich und meine Damen, wir haben zwar schon viel von Ihnen gehört— aber Sie selbst noch nicht gehört.— Eine Schande— was?" Pause. Ich war außerstande, einen Gedanken zu fassen— setzte mich hin. schrieb auf einer Visitenkarte«ine Anweisung auf vier Fretplätze— ohne auch nur die Kraft zu finden, mich zu ärgern. Ich hätte über diese begnadete Frechheit am liebsten aufgejubelt und empfahl mich stotternd und verlegen. Man geleitete mich bis zur Stiege. Die ganzen 17 Stockwerke hörte ich wie im Traum— diese Ehre— diese Auszeichnung— dieser Vorzug— Ehre— Vorzug— Vorzug Ehre— da stand ich auf der Straße. Gegenüber das Gaswerk mtt seinen Riesenkesseln. Weit und breft kein Wagen— nichts traurigste Gegend. Erst jetzt packte mich eine rasende Wut— jetzt erst ersaßt« ich so recht dies« verheerende Zumutung. Ich wollte umkehren und meine Meinung sagen, nem— schmettern wollte ich ein« Empörung— dieses Vorhaben scheiterte nur an den zahlreichen Stockwerken. Ich ging in«in kleines Easö, ließ mir dort einen Wagen holen— drei Viertelstunden mußte ich warten— dann fuhr ich heim und erzählte es Elsa, meinem Weggenoß. Sie fand die rechten Worte, mich zu beruhigen, und stellte es als besonderen Glücksfall hin, daß Pinkus mich nicht noch gegen Unfall, Feuer, Einbruch und Hagelschlag versichert habe. Von dem Tag« an hüte ich die Tatsache, daß ich leidenschaftlicher Briefmarkensammler bin, als strengstes Geheimnis. tMit Erlaubnis des Dsrlagrs Ernst Rowohlt, Berlin, dem Buch»Der SBorttmid)' von Leo STewl im Ausma entnommen.) Amtlicher Strieftrechfel fTlHgeteiU von Slang Startig Der Bürgermeister an die P olizeiverwaltung: Gestern nachmittag stürzte das Pferd des Bauern Michuleit vor dem Torweg des Rathause» auf dem neugelegten Asphalt. Da es schon dunkelte, könnte bei einer eveiituellen Regreßklage die Stadt in Anspruch genommen werden. Wir bitten daher, diese Asphall- stell« besser zu befeuchten. Der Bürgermeister. * Die Poltzetverwaltung an den Bürgermeister: Auf das Dienstschreiben vom gestrigen Tage haben wir«rgebenst mitzuteilen, daß«ine Befeuchtung des Asphaltes wahrscheinlich die Stelle für Pferde noch gefährlicher machen würde. Wir stellen daher ergebenst anheim, durch den Herrn Wegebaumeister Dr. Zeck das Terrain sachverständig untersuchen zu lassen. Die Polizeiverwaltung. Der Bürgermeister an die Polizeiverwaltung: Im Interesse der öffentlichen Ordnung ist der Herr Bürgermeister Ihrer Anregung gefolgt und hat den Herrn Wegebaumeister Dr. Zeck mtt einem entsprechenden Gutachten betraut. Nach Eintreffen des- selben wird Ihre Dienststelle entsprechend benachrichtigt werden. Der Bürgermeister. • Gutachten des W e g« b au m e i st e r s Dr. Zeck: Ich habe eine mir bezeichnete Stelle vor dem Torweg des Rathauses geprüft. Der Asphall dort ist im guten Zustande, ebenso der um- liegende Asphalt. Ich würde jedoch von einer Befeuchtung Abstand nehmen, da die entstehende Glätte Anlaß zu Unglücksfällen geben könnte. Dr. Zeck, Wegebaumeister. » Der Bürgermeister an die Polizeioerwaltnng: Wir überreichen beiliegend Gutachten des Wegebaumeisters Dr. Zeck zur Kenntnisnahme. Von einer Befeuchtung des Asphalles in der Räh« de« Rathauses ist nach diesem Gutachten Abstand zu nehmen. Der Bürgermeister. » Dl« P o liz etv er w a lt n n g an den Bürgermeister: Nach Einsicht des Gutachtens sind die damit betrauten Organ« an- gewiesen worden, den Asphalt nicht zu befeuchten. Die Polizetverwaltung. * Der Bürgermeister an die Polizeiverwaltung: Zurückkommend auf unsere erste Mitteilung, den Asphall vor dem Torweg des Rathauses betreffend, auf dem das Pserd des Bauern Michuleit stürzt«, teilen wir mit, daß es nicht befeuchten, sondern beleuchten heißen sollte. Dem Herrn Polizeimeister zur gefl. Ver- anlassung. Der Bürgermeister. Schule vor HOOO Sahren Im Februar hat die vereinigte Expedition de» Britischen Museums und des Unioersttätsmuseums von Pennsylvanien ihre Ausgrabungen im Wohnviertel der Stadt llr fortgesetzt, da, den Jahren zwischen 2000 und 1900 v. Chr., d. h. der Zell Abrahams. angehört. Besonders bemerkenswert ist ein freigelegtes Haus, aus dessen Flur zahlreiche Steintafeln gefunden wurden. Der Fund besteht aus rund 400 vollständig erhaltenen Fundstücken und etwa 1000 Bruchstücken von Inschrifttafeln, deren Text« zum großen Teil ergänzt werden können. Allein schon an den vollständig erhaltenen Tafeln stellt der Fund eine außerordenllich bemerkenswerte Sammlung dar. Es befinden sich darunter 14S Steindokumeute, die geschäftliche und amtliche Gegenstände behandeln, sowie 22 Privat- briefe. Die Sammlung enthält ferner 30 religiöse Texte, Hymnen, die Götter und Könige feiern, liturgische Texte und Beschwörungen. All das scheint zu beweisen, daß der Hausbesitzer ein Priester ge- wesen ist. Daneben aber finden sich noch 130 Steintafeln mit Schul- aufgaben sowie mathematischen Formeln, historische Texte, philvlo- gische, medizinische und mythologische Aufzeichnungen und andere Inschriften, die darauf hinweisen, daß dieser Priester auch ein Schullehrer gewesen sein muß. Grundritz und Raumeinteilung recht- fertigen die Vermutung, daß er den Unterricht im Hofe oder in dem großen Besuchszimmer abhielt, die bezeichnenderweise durch Mauern abgeschlossen waren, um alle Störungen von außen obzuhallen. Das Studium so zahlreicher und so vielseitiger Texttafeln eröffnet die Aussicht, daß uns ein klarer und übersichtlicher Einblick in die Er- ziehungsmethoden und den Unterrichtsbetrieb gestattet ist, wie er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor Christi Geburt m einer sumerischen Schule aussah. Eine in einem anderen Haus gefundene Steintafel dürfte sich besonders für das moderne Studium der sumerischen Sprache als ein einzigartiges Hilfswert erwessen. Es handelt sich um eine große Tafel. Wenn diese auch zerbrochen und beschädigt ist, so kann doch der Textinhalt gut ergänzt werden. Man besitzt in parallelen Spalten ein vollständiges System der Kon- jugation eines sumarischen Verbums mit der entsprechenden Ueber- setzung in die semitische Sprache Babylons. Es werden außerdem für fünf verschiedene Wortklassen Beispiele für die Wortstämme gegeben mit ihren Prä- und Susfixen. Die ausführlichen Er- klärungen, die dem Text beigegeben sind, werden zweifellos viele Schwierigkeiten beheben, die sich dem Studium der sumerischen Wort- elemente bisher in den Weg gestellt hatten. Stodin und die 3)ufe Der französische Schriftsteller Armand Dayot wird demnächst literarische und künstlerische Erinnerungen veröffentlichen, die umso fesselndere Aufschlüsse versprechen, als Dayot mtt einer großen Zahl heute vergessener Prominenten in dauerndem Verkehr gestanden hat. In einem Kapitel seines Buches, das«in Pariser Blatt im Bor- abdruck wiedergibt, erzählt er von einer Begegnung Roda» mit Eleonora Düse, die den heißen Wunsch hegte, bei ihrer Durchreise in Paris dem großen Bildhauer wenigstens die Hand zu drücken. Di« Erfüllung dieses Wunsches wurde ihr durch den gemeinsamen Bekannten Dayot vermittelt.„Eine Menschenmenge, in der die Amerikanerinnen vorherrschten", schreibt Dayot,„drängte sich im Atelier, so daß der arme Rodin zwischen den Bronzen Und Marmor- werken fast verschwand. Mit meinen Ellbogen bahnt« ich mir einen Weg durch die Menschenmauer, und es gelang mir auch, meine italienische Begleiterin bis zu Rodin» Gruppe der Yranceeca di Rimini und des Paolo Malatesta vorzuschieben. Dort angelangt, schlug die Duse den Schleier vom Gesicht und begann, von einer spontanen Jnspriation entflammt, mit ausgestreckten Armen, als wenn sie die lästige Menge zurückdrängen wollte, di« herrlichen Danteschen Verse zu rezitieren, die Rodin zu seinem Werk« angeregt hatten. Die Wirkung war erstaunlich. In ergriffenem Schweigen hörte man die wunderbar gesprochenen Verses und als die große Künstlerin, die bleich wie Marmor war, geendet hatte, brach ein frenetischer Jubel los. Die Blumen, die sich die begeisterten Amerikanerinnen von der Brust rissen, häuften sich vor den Füßen der großen Künstlerin zu Bergen. Rodin, der die Duse nicht kannte, eilte herbei, beugte ein Knie zur Erde, riß sein Samtbarett vom Kopf und stotterte ein paar Worte der Entschuldigung, während er ergriffen di« Hände der großen Tragödin küßte. Sein« dringende Bitte, ihm wenigstens ein paar Stunden zu schenken und ihm damit Gelegenheit zu einer Porträtbüste zu geben, mußt« die Duse ablehnen, da sie ihre Gastspielverpflichtungen zur Abreise zwangen. Es war das erste und einzige Mal, daß sich Rodin und Eleonora Duse gegenüberstanden. Sie sollten sich nicht wiedersehen. Elnige Tage nach dem denkwürdigen Besuch bat mich Rodin, Ihn in seinem Atelier zu besuchen. Er zeigte mir bei dieser Gelegenhett eine wunderbare lebendig« und lebensgetreue Marmorstatue einer Frauenfigur mit leidverzerrtem Gesichtsausdruck.„Ich habe sie", sagte er,„in Erinnerung an die Duse gemacht und nenne di« Skizze „Der Schmerz". Mit einem Seufzer fügte er hinzu:„Wie schade, daß ich nicht die Porträtbüste dieser unvergeßlichen Frau modellieren durfte. Ich wünschte nichts sehnlicher, als daß ich sie eines Tages wiedersehen könnte." Die Sonnenwärme bringt jährNch SSO Billionen Tonnen Wasser der Weltmeere zur Verdunstung. Das Areal der Stadt London ist fast ZOmal so groß wie das der Stadt Berlin. Warten Sie nicht, bis es zu spät ist! jedes Jahr müssen zahlreiche Familienväter von der Lebensversicherung abgelehnt werden, oder sie können nur zu erschwerten Bedingungen abschließen, weil sie nicht mehr ganz gesund sind Auch Ihnen könnte eine plötzliche Krankheit diese Vorsorge für alle Zukunft unmöglich machen. Verschaffen Sie also sich und Ihrer Familie die Vorteile einer Lebensversicherung rechtzeitig— jetzt— solange Sie gesund sind Schieben Sie es nicht länger auf— fragen Sie einen Versidienmgs- Fachmann! & Allgemeine Wetterlage. 19.AppM9;Habds. ® wolkenlos,<5 Hefter. O halb Wijpkr wolkig,®bed(�kt*Rege(VAGranpaln inefrSNebel,"!1 Gew8tec@WndSBIIg DanksASonft Anläßlich meines 25 1-ihrigen Angeliellten• Iubililums sind mit Gratulationen frsundlchatt» Itcher und kollegialer Zuneigung in so großen Mafien ilber. mittelt worden, daß es unmög- lich ist. iedem einzelnen meiner Gratulanten ,u danken. Ich bitte alle, die meiner in so treund- licherWeiie gedachten, aui die cm Wege meinen ber,Iichsten Dank entoegenüunebmen F.Sdieitel Ortskrankenkasse für die Gewerbe der TisÄler ood Pianofortearbeiter zn Berlin SO 30, Oraniensira�e 39 Hiermit laden mir die Mitglieder des Ausschusses zu der am vs««erskag, dem 30, April 193*, 17 Ahr. I« Sassen- total, Oranienstr. 39, stattfindenden orventlichen Ausschußsitzung Tagesordnung: I. Bericht des Dorsiandes über das Ge» schäslsjahr lSZ0. 2. Abnahm« der Iahresrechnung für da« Gesch-tttsjahr ISM rmd Bericht de- RechnungsauZichufies. 3. Aenderung der Dienstordnung. 4, Verschiedenes. Berlin, den IS. April lstdt. Oer vorstand. Fr Meersbach, Borsitzender. Herrn Ehrlich. Schriftführer. Unter dem Einfluß eine? ausgedehnten Tiefdrucksystems, das K«rn« über Holland, über Ostfrankreich und über Oberitalien auf- weist, kamen am Sonnabend im größten Teil des Reiches Regen- fälle vor. Di« Temperaturen bewegten sich dabei allgemein zwischen 8 und 11 Grad: nur in den westlichen Küstengebieten war es kühler. Ueber Nord- und Mittesideutschland geht jetzt kräftiger Druckanstieg vor sich, so daß das Tiefdruckgebiet langsam nach Süden abgedrängt werden dürfte. Trotzdem dürfte es unser Wetter am Sonntag noch bestimmen. wekleraussichlen ür Verlin: Größtenteils bewölkt, vereinzelt etwas Regen, ziemlich kühl, frische östlich« Winde.— Für Deutschland: Ueberall stark bewölktes Wetter ohne wesentliche Tempera» turändrrung, vielfach Regenfälle. Vriefkasten der�edakiion. Miete. Der Vermieter ist berechtigt, das Wassergeld auf die Nieter um. .«Ifenen. Die Umlegung ist aber nur eulässig. wenn der Vermieter vor dem il!>iet»ohlungsgeilpu!>!t die gesetzliche Miete fUr den betreffenden Miettahlungs» abschnitt INN z Vr»,. der ssriedensmiete geikllrzt hat. Die Umlage erfolgt auf die sclbftSndigeu Wohnungen nach dem Verhältnis der reinen Friedensuriete. . R-senf-ldt. Di« Ledigensteuer ist auf Grund der Notverordnung vom 2. De. ?cmber 1MO bis»um 31. Mär, 19S2 verlängert worden.—_®.•• tS». Warten Sie ab, ob das Wohnungsamt stch meldet. O. SR. 25. I. Ei« sind Nur wt Recht, wenn Ei« die Schiinheitsrevoraturen stdernommen haben. Ist da» mcht der Fall, so hat Ihr« Wirtin recht. 2. Ohne Erlaubnis des Bermieter» darf der Mieter nicht untervermieten. Da Sie feit 1» Zahrrn unteroetmieten. so kaum Ihnen nach unserer Ansicht der Sauswirt da« Untervermieten nicht mehr verbieten._ Di« ,U««S.', Unloersal-Warevoersond». m. b. H., Berlin NS.«. Nene «inigst«. 83, führt als erst« Firma in Deutschland ein Spargruppensvstem ein, ha« sich in anderen Staaten bereits sehr erfolgreich durchgesetzt hat und auch in Deutschland bestimmt seinen Weg finden wird. In unsserem heutigen Inseratenteil bietet die Firnis einen«offerapparat für nur 20 SR. an. Auch liefert Ei« jedem, der sich der kleinen SiNihc unterzieht und ein««vargruppe ,usannn«nst«llt. den stofferavvorat kostenlos. Auf Anfrage erfahren Gr« alles writer« durch d!«.UWAG."___„_ Umba». Ausoerlaus. Im Tepvichhous Fischer u. 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April, vorm.«>/> Ahr. Im vordondshons. Cinlenflc. 63 M, Slhnngefool, 2 Trp. uerirauensmnnner-Honierenz für die Branebe der Walzwerk-, Biel- nnd Orahlkabel-, Papier- und Panzer. Rohr-Arbeiter nnd -atbettcrinnea, sowie der Hotten- Indastrie, Qraphi.cbcn Platten- Fabrikation n. Dielrohr- Arbeiter Tagesordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht. 2. Aussprach«. 3. Neuwahl der Branchenleltung. Die Branchenleitung erwartet, daß alle Funktionäre zu dieser Konseren, psinktlich erscheine».__ »ontag, den 20. April. nachm. 4Vi Ahr. Im.Alten«afth-f-, Martendorf, Sroßbeeren- Ecke Dorsstraße Vsräsmmlung oller trelgawerkschott l«d> organisier len Arbeiter».Arbeiterinnen der Marlentelder Betriebe Tagesordnung: Wirtschaftstrife und Gewerkschaften. Referent: Kollege Urtch, Devollmäch tlgter des DMB Vollzählige« Erscheinen wird erwartet. Monte,, den 10.«pell. ebb«. 7 Ahr, Im Saalbau Arledrlch«. Hein, Arn Arledrtchohotn Lemsinssins vepSLMmiung der Rohrleger und Heiter, Dan-, Kos- nnd Wosserhlempner Tagesordnung: Bericht von den Lohn« Stellungnahme zu fpruch. Die Bettrauensleut« versammeln sich um 3 Uhr im gleichen Lo:»I. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. Das Erlcheinen aller Kollegen in dieser lttvflichtz gen und > geiLIte» Schied»- Cienotag, den 21. April, nachm. 5 Ahr, im»asenthalee yaf Aosenlhaler Slrahe 41/22 Brancnen-versammiiing aller In der Chirnrr.ic-Meetranlk bcrchlft. Kolleginnen n. Kollegen Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwohl der Kommission. 3. Branchenongeiegenheiten 4 Verschiedene». Mitgliedsbuch legitimisrt. Es ist Pflicht aller, psinktlich uuh zahl- reich zu erscheinen. vlenslog, den 21. Apett. nnchm. s Ahr.«rn votnl von Michel, Rdpenletee Strohe 63 a Versammlung aller Kollegen and Kolleginnen der MetaUknrzwnren- Beirleh« Tagesordnung: I. Die Kllndigung de« Tarifvertrage« durch die Unternehmer.— Was tun wir? 2. Verschiedene». Ohne Mitgliedsbuch ketn gutritt. zahlreiche Beietitgulig wirb erwartel Adiliiiig! Beiriebsrfilc Haoptgr. 6. Dntergr. 18 n. 19 Olenalag, den 21. Apett. abend» T Ahr. im venbandohans, Linienstroste 83/83, Sitzungszimmer 4 Qruppen-uersammiung Tagesordnung: 1, Vortrag des Kollegen Koch il:»Die neuen Enischeidungen der gerichte». 2. Aussoroche. 2. BenchtedeNe« Betriebsräte-Auswei» und MUgited»- buch ist als Legitimation mitzubringen SdltuikS» Bdücnö! Sir omer zeudentie inöoslrle Otcnalag. den 21. April. nachm. 6 Ahe Im Coial von AHB, Schdneberg, Marttn-Cnlhcc-Slt. 66 Branchen-Uersammiung Tagesordnung 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der»ranchenleitung. Z. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Kallegen, an dieser Periammlung teilzunehmen. Ohne Mitgliedsbuch de, n gutritt. Olenalag, den 21. April, nachm. 8 Ahr, In Ewalds verein» Hans. Otallher Slrahe 120 Braircnan- usraaimniuag der MelalldrOcker nnd Polierer Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Neuwahl der Branchenkommission. Ohne Milq iedsbuch kein gulrlttl Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir. daß alle Kollege» erscheinen. Die Vertrauensleule sind verpfttchlet. fllr einen guten Besuch Sorge zu tragen. Bdifnnä! Modellidiloiier Oiensfeg, den 21. April abends 7 Ahr, im verbondohanfe, einlenstrahe«3 66 Versammlung alter Formenbaner, Modellichloner ad Rcparatnrsdilouer der Gießereibetriebe Die Togrssrdnung wird In der Der- sammlung bekanntgegeben. as Erscheinen aller Kollegen ist Pstkcht. itgiiedsbuch legitimiert. m Mittwoch, den 22.«pr«. nachm. 3 Ahr. Im verbondahana, Llnlrnslr. 83/63, Zimmer 2 Erwerbslosen-Versammlung der Rohrleger nnd Helfer Tagesordnung: 1. Bronchenangelegenheite«. 2. Verschiedene» Ohne Mitgliedsbuch nnd Stempelkarte kein gvtritt! zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Zpislplsn unser er Rnlturebtellnng. Ja de» Woche vom 20. die 2«. April I. Zwischen La Plata und Feuetland (Film und Vortrag de» Forscher« tetrn Dr. Paichke Uber die Gegend es Gllnther Pillschow) Zn der«och« vem 27. April die 3. 1. Da» heilige Schweige». t Fahnenflüchttg. 3. Humor« ete Zn der«ach« vom 4. M» 1«. Mai; L Enankall. z Technischer FUm. Z. Humor«»k«. An, ragen wegen Besuch und Ueber- lasiung der Abteilung sind(teiephonisch oder ichristlichs an die Kulturadteilung lBllro Ltntenstr. 8Z/«5. Zimmer 20 zu------ Die Ortsverwaltung. •■m. tEßlöffel auf 10 Liter heißes Wasser enfed's itnjlktsse Ist, herrscht der Zauber gepflegter Saaber�eü! Verwenden Sie nldtr ällelti zum Ge» «chirraufWaschen und Spülen. Nehmen 6 Sie es audi für alle das- und Kristass- sachen, die nach der Reinigung In unvergleldilidiem Glänze funkeln! Wenn Sie auf Ihrem Waschtisch eingetrocknete Tropfen von Seifenschaum, Zahnpasta oder Rasiercreme bemerken oder in Ihrer Badewanne eine fettige Schmutzschicht— eine beseitigt im Nö jeden Fleck. Wirklich, eine tüchtigere � Haushilfe finden Sie nicht! Milchflaschen, Honiggläser, öl- und Arzneifiaschen, Senf* topfe, überhaupt alle Gefäße, die nach dem Gebrauch verkrustet und schwer zu säubern sind— stellen Auf? gäbe, sie zu reinigen, Sie werden sehen, es geht.fabcihaft schnell und spielend leicbtl Wo man tkat fm JfauW. M die JCausfrau /cln ftcrausf j�um Gesthirraufwrischen«Spülen und fürjcdelJeinigungsarbeit in Hous und Betrieb Hergestellt In den Perail-WerKen ZiO*Jw, Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 19. April: <•30; runksymnastik. Aaschlielead: FrUhkoiizert. S: PSr de« Landwirt. 9; Morjenfeier. AnschlieBeid: OlockenreUat des Berliner Doms. IMJ; Wetter- vorhersaije. II: Elternstunde. 11.3»: Aus Leiprif: Bach-Konzert. 12:„Die Hin- richtunz" von B. Traven. 12.30; Konzert 14: Jutendstunde. 14.30: Mandoiinen- Orchester-Konzert. 15.20:„Hellseherei". Gesellschaftsspiel von Qeort Kaiser (Sendespiel). 16.45: Protramm der Aktuellen Abteilung. 17.45: Unterhaltungsmusik. 19.50: Sportnachrichten. 20: Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmnsik. Montag, 20. April:. 4.30: Funkgvtr.nastik. AnschlieBend; PrShkenzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die neue Mode. 15-40: Die Statistik— ein notwendiges Uebel. 14.05: Zum 50. Todestag an Benjamin Disraeli. 16.30: Solistenkonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Dramaturgie des Provinztheaters. 18.15: Hermann Linden liest eigene Erzählungen. 18.35: Die Berichterstattung im Sensationsprozell. 19: Unterhaltungsmusik. 20.30: Wovon man spricht. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Orchesterkonzert. 22: Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 21. April: 4.30; Funkgvmnastlk. AnschliaCend: Frühkonzert. 12.30; DI« Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Phantastische Frauenschicksale. 15.40: Medizinisch-hygienische Plauderei. 14,05: Vom Arbeiter zum Journalisten. 14.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.5«: Bücher- stunde. 18.20: Ccllovorträge. 18.45; Ein Mensch mit Schallplatten und Büchern. — Vortrag. 19.45; Politische Zeitungsschau. 20: Tanzabend, 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Mittwoch, 22. April: 6.30: Fuakgymnastik. Ans eblie Bend: frOhkonzert. 9: Von der Dentschea Welle: Schulfunk. 12.30: Wcttermeldtmicn für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 15.40; Eine Viertelstunde Technik. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30; Mexikanische Musik. 17.30: Börse, Wirtschaft und Publikum. 17.55; Musikalische Jugendstunde. 18.25: Sinn tmd Geist der Familie. 18.50: Blasorchcstcr-Kouzcrt. Während einer Pause: Ein Werkstattbesuch bei Paul Simmel. 20: Aus Hamburg: Niederdeutscher Abend. 21.30: Tage»- und Sportnachrichten. 21.40: Heinz Tleßen— Konzert. Danach; Tangmusik. Donnerstag, 23. April: 6.30: Furikgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Frau in der Anekdote. 15.40: Der Tabak in der Weltwirtschaft. 16.05: Landflucht als Gefahr für die Großstadt. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.50: Jugendstunde. 18.10: Hansjfirgen Wille liest eigene Dichtungen. 18.40: Alte Lieder. 19.05; Rechtsfragen des .Tages. 19.30: Konzert. 20.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 21: Tagesund Sportnachrichten. 21.10: Konzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 24. April: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frfihkonzert. 12.30? Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Reform der Männcrklcidung. 15.40: Der elektrische Lotse. 16.05: Balladen. 16.30; Jugendstunde. 16.Ä: Konzert. 17.30; Los Angeles mit oder ohne Deutschland? 17.50: Das neue Buch. 18: Schallplattenkonzert. 18.35: Jochem Klepper liest eigene Erzählungen. 19: Zur Unterhaltung. 20.30: Tages- und Sportnachrichten. 20.40: Konzert 21.10: „Altona 19 097 und die Liebe." Eine satirische Rundfunkdichtung. Danach: Abendunterhaltung. Sonnabend, 25. April: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frfihkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert 15.20; Jugendstunde 15.45: Das Schaufenster. Zur Werbewoche der Leipziger Straße. 16.05: Unterhaltungsmusik. 18.05: Berlin als Unternehmer. 18.30: Zehn Minuten Film. 18.40: Streichquartett 19.10: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.30: Die Erzählung der Woche. 20: Konzert 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10;„Aprilwetter." Ein lustiger Abend. Danach: Tanzmusik.• Königswusterhausen Sonntag, 19. April: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Zufall? 19: Zwei-Tage-Flug in das Land von 1001 Nacht 19.20:„Briefe unterwegs." Lehrspiel von Albert Falkenderg. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Pertrix- Batterien sind durch längste Lebensdauer im/ Gebrauch am billigsten/ Montag, 20. April: 14: Psycbolocle des Schulkindes. 14-30: Aus Berlin: Nacknuttsirsknexert. 17.30; Kleine Lieder großer Männer. 18: Deutsch für Deutsche. 18.3»; Altertums. funde und Bibel. 19: Englisch für Anfänger. 19.25: Stunde des Landwirts. Anschließend: Viertelstunde Funktechnik. Dentschlandsender; 20: Au« Hamborg: „Indigo". Operette von Johann Strauß. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 21. April: 16: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: An» Lelprlg: Nachmlttagskoozert. 17.30; Finanzamt und Publikum. 18: Neuzeitliche Buchführung. 18.30: Die Bedeutung der Meeresforschung. 19: FranzSsisch für Anfänger. 19.30: Volkswirt- schaftsfunk. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 22: Politische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Ans Hamburg; Unterhaltungsmusik. Mittwoch, 22. April: 14: Zeitfragen des höheren Schulwesens. 14.30: Ans Hamburg: Nachmittags- kontert. 17 30: Modernes Liedschaffen. 18: Lehrgang für Einheltsknraschrift. 18.30: Eine Wanderung durch Deutschland» Gaue. 19: Stunde de» Beamten. 19.20: Gedanken zur Zeit 20: Wetterbericht für die Landwirtschaft Dentschlandsender: 20: Grchesterkonzert. 21.15:„Andries Ballonfahrt." Hörspiel von Wuifert. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 23. April: 14: Gesagtes und Gestaltetes In der Sprache. 14.30: Ana Berlin: Nachmittagskonzerl. 17.30; Hausmusik. 18: Aus der Praxis des Arbeitsrechts. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 19.05: Aus Berlin: Rechtsfragen de» Tages. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandscnder: 20: Uebertragung aus Berlin. 21: Aus München; Sinfoniekonzert Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 24. April: 14: Der neuzeitliche Zeichenunterricht In der Volksschule. 14.30: Ans Leipzig; Nachmittagskonzert 17.30: Wie steht es um die Saarfrage? 18: Handelspolitik und Wirtschaftslage in Südosteuropa. 18.30; Zauberei. Magie und Heilkunde. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.2«: Die Welt des Arbeiters. 19.40: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dentschlandsender: 20: Ans Köln: Militärmärsche. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 23. April: 14: Möglichkeiten der Ausnutzung einer mehrtägigen Klassenwanderunt. 14.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.30: Zauberei, Magie und Heilkunde. 19; Rundfunkstörungen und Fernempfang. 19.30: Stille Stunde. 19.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Dentschlandsender: 20: Aus Leipzig: Festkonzert des Männerctaors. 20.30: Aus Leipzig: Kabarett Anschließend: Uebertragung aus Berlin. „.„Ate" \V\gc v»**' E 5 Nervenmedizin gegen nervöse Störungen, Erregung«- I die natürliche Nervenmedizin zustände Flasche Mk. 1.60 u. 2.50, In Apotheken und Drogerien erhältlich, sonst durch OTTO REICHEL, Berlin SO, Eisenhahnstraße 4. Verlangen Sie kostenlos das reich illustrierte Buch„Guter Rat In gesunden und kranken Tagen. Ktecne Anzeigen, IAuf alle tarlfmäBigen Anzeigenpreise z. Zt. 50'n Sonder-Rabatt wivkunQSv&U und billig. 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