Morgenausgabe Rr. 184 A 93 4S.Iahrgang Wöchentlich LS Pf, monatlich 3.S0 M im voraus zahlbar. Postbezug 4, AM. einschließlich 60 Ps. Poftzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6,— M. pro Monat; für Lander mit ermäßigtem Drutfsachen- porto 5,— TL De?„Vorwärts* erscheint Wochentag- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend* Illustrierte Beilage„Volt und Zeit*. Ferner„Frauenstimvie*. „Technik*.„Blick in die Bücherwelt", .Iugend-Lonvarts*u.„Stadtbeilage* NerUner voltSblatt Dienstag 21. April 1931 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Die elnspalt. NonpareUlezeile 8ll Pf. Reklamezeile b,— RM.„Klewe An- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tons. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pf. Familienanzeigen Zeile 40 Pf. Anzeiaenannahm« im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von 8� bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvawesan der«Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 fornivrccher: Dönboii 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S7Ü36.— Bankkonto: Bank derArbeiter, Angestellten und Beaniten, Lindenstr.I,Dt.B.u.DiSc.« Enterbten, sie sind es auch jetzt.?h»en fällt kein Reichtum mühelos in den Schoß. Sic muffen durch neue Arbeit erst wieder neue wert« schaffen, ehe für sie die Zeit des Wohlstandes wirk«. Die durch die Arbeit der Vergangenhci» erzeuglen werte, soweit sie überhaupt noch vorhanden sind, braucht die Volk». gesamtheit zur Tilgung der trlegstasten: Ig selbst die Arbeil der Zukunft wirb noch dazu herangezogen werde««äffen. Keine Reichsregierung, sie steh« so weit links, wie es über- Haupt nur möglich ist, kann unter den vorliegenden Umständen daran irgend etwas ändern. * Das gelbe Blatt vom 7. Septcniber 1980, dg» den gefälschten Ausruf der Balksb«oufd?aßt«n veröffentlicht hat, heißt nicht, ipi« es in dem gestrigen Artikel de» Genoffen Dittmann durch einen Druck- fehler ang« geben war.„die Dolksgtmeinschaft", sondern„Die Werks gemeinfchaft". Arbeitslose and tandgeweindea. Der Präsident de» Deutschen LyndPemeindetages. Landras a. D. D«. G« r« j«. hat dt« Mitglieder des Aefamtoorstande» des Deutschen Landgcmeindctaaes zu einer Dorstandssitzung am Sonnabend, dem 25. April, in Baden-Baden. eingeladen. Im Mittelpunkt der Erörterungen wird die Reichs- «beitslofenfürsorge und die finanzielle Löge der Landgemeinden Die Reichsregierung hat die neue republikanische Re- gierung Spaniens noch immer nicht anerkannt. Wir halten diese Verzögerung, die mit formalen Schwierigkeiten begründet wird, für ebenso unsinnig wie nachteilig. Warum koimte Frank- reich, für das genau dieselben Regeln der diplomatischen Etikette bestehen wie für die anderen Mächt«, diese Anerkennung bereits vor drei Tagen vollziehen? Auch andere Staaten haben dies« Ancrken- nung bereits vollzogen. Heute ist schon eine Woche seit dem Re- gimewechsel verstrichen. Von einer übertriebenen Hast bei der Anerkennung der vollendeten— übrigens durchaus erfreulichen — Tatsachen kann jetzt keine Rede mehr sein. Jede weitere Hinaus- schiebüng ist für die künftigen Beziehungen z wisch qn Deutschlaad und Spanien nur von Schädem Neuerdings habe« Belgien, Brysilien, Ecuador, Bolivien und Columbien die spanisch« Republik anerkannt. Begrüßung im Internationalen Arbeitsamt. Genf. 20. Apnl.« Im Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits- e m t e s. der heute eine nichtöifentlich« Sitzung abhielt, stellt« sich der Vertreter der neuen spanischen Regierung im Tierwoltungsrat. der Professor an der Universität Madrid, Adolso Posado, als Delegierter der provisorischen Regierung der Republik vor. Der Vorsitzende Fontaine(Frankreich) gab in den Begrüßungswoi t«n, die er an das neue Verwaltyngsratsmitglied richtete, seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß von der spanischen Regierung als Arbeiteminister Largo Caballero berufen worden sei, der als Arbeitnehmervertrster dem Verwaltungsrat früher angehört habe. Professor Posado erklärte, daß er gekommen sei, um als Vertreter der neuen Regierung mit dem Internationalen Arbeits- omt ein« aufrichtige und herzliche Zusammenarbeit zu pilegen. I ouh a ux(Frankreich) und D erst« dt(Dänemark) alz Vertreter der Arbeitnehmer- bzw. Zlrbeitgebergruppe, schlössen sich den Be- grüßungsworten des Präsidenten an. In einem Telegramm des neuen spanischen Zl r b e i t s m i n i st e r s. dos der Präsident verlas, erklärte dieser, daß die neue spanisch« Regierung durch die rasche Entsendung eines Delegierten ihr großes Intertffe für die Inter- nationale Arbeitsorganisation bekunden wolle. Oie Siedlungspläne der Negierung. Madrid, 20. April. Ueber die Siedlungsplän« der spanischen Regierung machte Iustizminister d« lo» Rios näher« Angaben. Es sei beabsichtigt, den größten Teil der großen L? n d g ü t e r in den Besitz der Städte und Gemeinden überzuführen, di« sie als eine Art Grundbesitz- Ho l d i n g zu verwalten hätten. Di« gegenwärtigen Eigentümer des Großgrundbesitzes würden für die enteigneten Ländereien an- gemessen entschädigt werden. Di« Mittel syr diese Operation sollen durch inner« Anleihen oder durch Vorschüsse des Schatzomles auf- gebracht werden, was keine Schwierigkeiten bereiten werde, da Spanien ein reiches Land fei. In einigen Iahren hoffe die Re- gierung Bewässerungsanlagen in Betrieb nehmen zu können, die 2,5 Millionen Hektar Land in Südspomen befruchten würden, so daß dort fünf Millionen Menschen angesiedelt werden könnten. Das der Kirch« gehörige Land werde nicht angetastet werden. In der Provinz Gilieiy lägen die Verhältnisse anders. Dort bestünde» zu kleine Parzesien, die ihre Besitzer nicht ernähr«» könnten. Diese Ländereien müßten als Gemeindebesitz zusammtng-faßt werden, um ein« größere Bevölkerung unterhalten zu könne». Das Siedlungkproblem sei so Dringend, daß mit der Enteignung des Landbesitze» nicht bis zum Zusammentritt des Parlaments gewartet werden könne. Sine Krau leitet den Gtralvollzug. pari». 20. April. „Petit Panfien" berichtet aits Madrid, die neue Regierung habe mit der Leitung oes spanischen EHängniswesens ein« Frau betraut, und zwar di« Rechtsanwültin Victoria K e n t. Frau Kent will demnächst«ine Studienreif« nach Frankreich, Enx/and. Belgien und Deutschland unternehmen, mn das Sefängniswefen dieser Länder kennenzulernen und Reformen in spanischen Ge- sängnissen durchzuführen. Neue Flagge und Hymne. Madrid. 20. April. Die Regierung hat«ine Kommission eingesetzt, die Entwürfe für die künstige Flagge der spanischen Republik ausarbeiten soll. Bekanntlich sind die Farben der Republik Rat-Gelb-Violett. Bisher liegen drei Entwürfe für die Anordnung der Farben vor. Die provisorische Regierung hat den Komponisten Oskar E s p l a und den Dichter Manuel Machado mit der Schaffung etner republi» kamschen R o.t i o n a l h y w n c beauftragt. Neu-Spamen verzichtet auf Morgan-Oollors. Madrid. Z0. April. Die Regierung hgt beschloffen. de» vertrag über d>« M o»» gan-Anleihe über sechzig Millionen Dosiar rückgängig zu machen. ?!ew Zork. 19. April. Zu dem Beschluß der spanischen republikanischen Regierung, auf den amerikanischen Stabilisierungskredit zu verzichten, erklärt« Thomas L a m o n t fr. im Namen der Morgan-Gesellschoit, da es sich nicht um eine Anleihe, sondern lediglich um einen Kredit Handel«, sei di« Angelegenheit mit der Ablehnung des Kredits seitens der spanischen republikanischen Regierung erledigt. Oer Ex-Köttig als NeName-Präsident. Condon, 30. April. „Sunday Expreß" zufolge ist dem König Alfons von einem internationalen Konzern, der wichtige Unternehmungen in England, Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Ungarn, den Vereinigten Staat««, Argentinien, Spanien und Portugal kontrolliert und ein Kapital von 25 Millionen Pfund Sterling besitzt, der Posten des Vorsitzenden mit einem Gehalt von 30000 Pfund Sterling jährlich angeboten worden. Einschreiien gegen„Gefeffelie Justiz". Stuf Antrag von Berliner Rechtsanwälten. Gegen das Moritz-Zarnowsche Pamphlet..Gefesselt« Justiz" ist soeben wieder eine Entscheidung ergangen. Auf Autrag des Iustizrats Dr. W« r t h o u e r hat die 18. Zivilkammer des Land- gerichts I Verlin eine ein st weilige Verfügung gegen den Verlag I. F. Lehmann erlassen, die bei fiskalischer Buße dem Der- läg die Welterverbreitung einer Anzahl Stellen verbietet, die sich auch in Pen neuen Auslagen befinden, au» denen bereits ayf Grund früherer Entscheidungen eine Anzähl von Stellen, die den Abgrnrdncteo Kuttncr betrafen, weggelassen werden mußten. Diese Stellen betreffen die Tätigkeit des Iustizrats Werthauer, ihre Unrichtigkeit konnte vom Antragsteller dadurch glaubhast gemacht werden, daß er im Besitz von rechtskrästi- gen Urteilen ist, durch die diese hauptsächliä) aus den ehemaliaen Bucherrevisor L a ch ni a n n zurückzuführenden, von diesem schon vor Jahr und Tag erhobenen Behauptungen des Buches als völlig unwahr festgestellt werden. Ferner wurde dem Perlag verboten, die Behauptung zu verbreiten, daß Iustizrqt Werthauer durch seinen angeblickzen Einsluß im Justizministerium deü Sturz irgendwelcher Staatsanwälte herbeigefiihrt habe. Außer den genannten rechtskräftigen Urteile« hat Iustizrat Werthauer auch noch zwei an ihn gerichtete Brief« des ehemaligen Reichsgerichtspräsidenten Simon und des Reichs- girichtsrat» Müller überreicht, in denen dies« Herren er- klären, daß sie bei ihrer schriftlichen Empfehlung des Mo ritz- Zgrnowjchen Buches von den in den Urteilen festgestellten Tatsachen kein« Kenntnis gehabt hätten und insofern ihr« setiterzett verössentlichten Lobeserklärungen für da« Buch berichtigen müßten. Außerdem hat der in dem Buch« von Moritz gleichfall» er- wähni« Berliner Rechtsanwalt L o e w e Sirasanirag gegen Moritz gestellt mit der Begründung, daß asi« über ihn in dem Buch aufgestellten Behauptungen vollständig unwahr find. Die Trauer um Cldersch. Donneretag Einäscherung Wien, 2V. April. Präsident Elderscki, der in seiner Wohnung seit einer Woche an Grippe erkrankt log, wurde heute früh plötzlich von heftiger Atem- not befallen. Man rief sofort den Arzt, der ihm noch eine Injektion verabreichte, doch konnte die Herztätigkeit nicht mehr belebt werden, und um 6 Uhr früh trat der Tod ein. Der unerwartete Tod des Präsidenten Eldcrsch, der sich der größten Wertschätzung oulli bei seinen politischen Gegnern erfreute, ruft allgemein leb- hafte st c Teilnahme hervor, die fill) besonders auch der Witwe zuwendet. Der deutsche Geschäftsträger, Gesandtschaftsrat Dr. Schell- Horn, Hot dem Präsidenten des Nationalrats, dem Obmann der So- zialdemokratischcn Partei und Frau Eldersch sein herzliches Beileid zum Ausdruck gebrocht. Die Leiche wird am Dienstag im Bildungshcim seines Wahlbezirks aufgebahrt. Ain Donnerstogvormittog um 11 Uhr hält dos Parlament die Trauersitzung um seinen Präsidenten ab und mittags wird die Leiche zum Kreinatorium übergeführt. An dem Trauer- zug, von der Aufbahrung über die Ringstraße zum Parlament, werden der Bundespräsident, der Bundeskanzler und der christlich- soziale Präsident des Nationalrats mit zahlreichen Abgeordneten teilnehmen. Die Einäscherung erfolgt um!46 Uhr nachmittags. Im Aeltestenausfchuß des Parlaments hielt der christlichsoziale Vizepräsident am Montag einen herzlichen Nachruf. Bundespräsident Mitlas, Bundeskanzler Ender, Vizekanzler Schaber sowie die Präsidenten der bürgerlichen Parteien haben der Sozialdemokratie i«d den Angehörigen des Verstorbenen schriftlich ihr Beileid aus- gesprochen. Gute Wahl in Oberösterreich. Wien. 20. April.(Eigenbericht.) Am Sonntag wählte Oberö st erreich seinen Land- tag. Obwohl die Zahl der Mandate von 69 auf 48 herab- gesetzt wurde, haben die Sozialdemokraten ihre Mandatszahl nur von 16 auf 15 verringert, die Ehriftlichsozialen aber von 43 auf 28, die Großdeutschen und der Ländbund von 10 auf 5. H e i m w c h r und Hakcnkreuzlcr haben nirgends ein Mandat er- halten und bleiben de?l)oiu im Landtag weiter u n v c r t r c t e m Die Hakcnkreuzlcr hoben zwar ihre Stimmenzahl auf Kosten der Großdcutschen vermehrt, die Heimwehr aber hat ihre Stinnnenzahl zuni größten Teil an die Ehriftlichsozialen abgegeben. In Linz haben die Sozialdemokraten ihre Mandatszahl behalten und auch die 2 Mandate, die sie vor Iahren erobert haben, gefestigt. Sonntagskino in England. Nach heftigem parlomentskampf zugelassen. London, 20. April(Eigenbericht). ?as Unterhaus entschied sich Montagnacht mit 258 gegen 210 Stimmen für den Regierungsentwurs über das Sonntagskino. Vor dem Parlamentsgebäude er- warteten große Menschenmassen das Ergebnis der Ab- stimmung. Die Regierungsvorlage hebt das Gesetz von 1780 über die Sonntagshciligung auf und ermöglicht dadurch, Konzerte und Kino- Vorführungen auch am Sonntag zu veranstalten, was bisher ver- boten war. Die ftirchengläubigei, hatten einen Petitionssturm wider die Regierungsvorlage eingeleitet und eine Million Unterschriften aufgebracht. Die Fraktionen hatten ihren Mitgliedern die A b- stimmung freigegeben. Die Regierungsvorlage überläßt jeder lokalen Behörde, ob sie am Sonntag Konzert und Kino dulden will. Bis vor einigen Monaten die Gegenaktion einsetzte, ge- führt von Religionsgesellschaften und von den Thcaterbesitzerii, die am Sonntag nicht spielen dürfen. Ein Gerichtsurteil gegen die Lon- doner Kinobesitzer brachte dann die Frage ins Rollen. Seit der Gebetbuchdebatte waren im Unterhaus die Gemüter nicht so erregt und bewegt wie bei dieser Beratung. Die Verordnung von 1780 war seit 13 Iahren von den Behörden der Stadt London stillschweigend übergangen worden und an jedem Sonntagnachmittag stehen Massen geduldig an den Eintrittsscholtern. 180 000 Pfund Sterling haben im letzten Jahre die Londoner Kinos als Wohl» tätig kcits st euer von den Sonntagseinnahmcn an die Krankenhäuser abgeliefert. Kreuz und quer ging es durch alle Parteien. Immer hastiger erhitzten sich die Köpfe, immer schärfer wurden die Ansichten vor- getragen, bis die Abstimmung eine Auseinandersetzung beendete, die einen tiefen Blick tun ließ in das Fühlen und Denken des eng- lischen Volkes. Llebergriff deutscher Grenzbeamten. Holländischer Schritt in Berlin. Haag, 20. April. Außenminister B e e l a e r t s van Blokland hat eine An- frage in der Zweiten Kammer wegen des holländisch-deutschen Grenzzwischenfalls von Dinxperlo dahin beantwortet, es fei am 21. März ein holländischer Einwohner von Dinxperlo auf holländischem Gebiet von deutschen Grcnzbeainten ergriffen und mit Gewalt über die Grenze geführt worden. Dem energischen Einschreiten des holländischen Bürgermeisters von Dinx- perlo fei es zuzuschreiben, daß der betreffende Holländer nach mehreren Tagen von den deutschen Grenzbehörden wieder freigelassen wurde. Die niederländische Regierung hat ihren Ge- sandten in Berlin beauftragt, die Reichsregicrung von diesem Vor- fall in Kenntnis zu fetzen und die Bestrafung der für den lieber- griff verantwortlichen deutschen Beamten zu fordern. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Verantwortli» ffle PoNtiki Ä'onj Sliib«; ffiiitfdwft: 6. SlinAclböfcc; Ecwcikschaftsbewegunq: 3. Steiner; tfcuiBclon: Dr. Sein Schilowsli: Lokales und Sonstiges: Sri* Sotftädt; An, eigen: Tb. stocke; sämtlich in Berlin. Berlag: Do-wärts-Berlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwäris-Buchäruckeret und Berlagsanstalt Vau! Singer u. So.. Berlin ED. KZ, Lindenftraöe ü Hier,» 2 Beilage». WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leidif verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Soweit(Dofratt Jßehensmittel Frisch. Fleisch Obst u. Gemüse Wwrstwaren Schweinebauch Pfund Schwelnerücfcen.LiÄ, Binderkamm""pfünd Querrippe.... Pfund Gulasch 0.90 Uesen Gehacktes.... Pfund Rückenfett bra,,e"!�nd Kalbskotelett..Pfund Frisch. EisbeinCn'�i?. Fr. Bratwurst Sp"S Kalbskamm...Pfund Kalbsbrust'R0 v*� � Dienstag, 2. 4. Staais-Oper Unter d. Linden 232. A.-V 19' 2 Uhr PeslYontillung zorFoitr voo Lw Blech's 60. 6i- burtsiaq Carmen GuhAtio« ungültig. tnde 23 Uhr Staats-Oper »m Pill: der RtpoMili. V.-B. 20 Uhr nadame Boflertiy OtffnH. Kirttindaif Ende g.22' i Uhr Dienstag, 21. 4. B Stadt. Oper ßismarckstr Turnus III 20 Uhr rsnersnoi loscpttslcsemlB Ende n.22Vs Uhi Staatl. Sthausph. (am üendinriBmirkti. 199 A.-V. 20 Uhr Gcdiitlite Gottfrli- densmBerlidiingeii mit der eisernen Hand Endeg 22>- Uhr W'Pjer •Garten' 3 15 Iftr. lenir. 2819. Raedien rlaubt Daveinia-BaDeft. Krell. Vernon, 2 Hartwells, Rio State Martmba Bandisw. '• � CASINO-THEATEB Lothringer Strafte 57. luiiiiiiiiiuiiuaiuiiitiiiiiMiHii'nniiMiiiiiiMtiiiiiiiiiiiiittUiuitiiiii Nnr noch wenige Aufführungen! „Er träumt«on Jlse" und das bunte Apri I-Proorarnm Galscfacin 1— 4 Personen Fauteuil 1,25 M-, Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.; Parkett 73 PL, Rang 60 PL Staatl. StftillBr- Wer. Hiarltiig. 20 Uhr NORA. Ende 22','« Uhr SCAtA Tägl. 5 u.81/, Uhr. d 3 Bard. 92561 | Hadunittags 50 Ff.- 3 H.. Abends 1-6 inj Juan Liossas | mit seinem verstärkten Orchesterl fl' Anselm!, ürena Beadi usw. Reichshallen-Theater Abends|T| Sonnlag nachai. ITTI stettiner senger jO»*(jrofte Aprll-£ac.h- Programm! \/$ii kmA. Preis«! \ Tel.: Merkur 1247. Dönhoff- Brettl; Variete— Tanz— Konzert! efonugun� Resfamtssit Berlirvs VoUttvWme Theater am Mbdslati, 8 Uhr Die Ehe Staat!. Sdiiller-Hi. 8 Uhr Nora Staatsoper Am Pt.d. Republik 8 Uhr: nadame Bailerfly Deutsdies Mr 8 Uhr Der Hauptmann von ROpeniik v. Carl Zuckmayer l)e|li; Heinz Hilpert Die KootOdie 8>- uhr- Natalie v Iwan Turgenjew Rijii: Iwan Schmith. Rurfiirstendamm- Thealer Bismarck 449 SJCHT Die ideal« umemaitunstbunne »ur iedermann Berlin- Gesundbrun nen Direktion; Luis Cutman I Dlens-aa, 21. April b. Monitig. 27. April Unwiderruflich nurTTage! BÜHNE: BUHNEN-GASTSPIEL des berühmten lazz-Symphonikers BEN BERLIN mit seiner Solislenschar Eine künstlerische Sensation. die keiner versäumen solhel F I L M T EI L Der spannendste Ton- und Sptechfilm-Schlagcr TÄTER GESUCHT nach dem gleichnamigen Roman von Frank Arnau ..Der geschlossene Ring" mit Gerda Maurus. Kail Lndvlg mein. Paul Dendtels Das reichhaltige Beiprogramm mit aktuellem Bilderdienst d. Lichtburg Beginn der VorsicUangen; Wochcnt 5 Vz u. Sh« Uhr, Sonntags 3, Zu,, 8'» Uhr. Preise der Plätze 0,80 bis 1.50 M. im Parkett und Rang, 2,00 M., 2,50 M Balkon und Logen. 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Nach einem IV int er der Not, in dem e? für so oiele unserer Volksgenossen nur selten eine warme Stube gab, freut man sich doppelt über jeden wärmenden Sonnenstrahl ah Vorboten des mildtätigen Sommers. Seit vier Wochen haben mir nach dem Kalender Frühling in Berlin, aber roer hat davon schon etwas gemerkt? Zu dieser Zeit, wo sonst in Werder schon die Bäume blühten, stehen Baum und Slraudi noch fast ohne Knospen da. Wie auf dem einen unserer Bilder, das den verträumten Grimnitz- see- an der Heerstraße zeigt, ragen die Zweige der Bäume noch kahl wie mitten im Winter in den meist grauen Himmel. Der Grimnitz- see erwacht zwar auch im Sommer nicht. Obwohl an seinen Ufern der Verkehr der großen Ausfallstraße Berlins nach Hamburg Tag für Tag oorüberbraust und der Bezirk Spandau seine Häuserreihen bis an seine Ostseite vorstreckt, er schläft imentdeckt im Sommer wie im Winter. Ginge es der Stadt Berlin besser, der Grimnilzsee märe heute berühmt! Der Vorgänger unseres neuen Oberbürgermeisters ging in seinen Plänen, Berlin zur„W eltstadt des Sportes" werden zu Aber In der Xaubenkolonie richtet steh sehen alles auf den Sommer ein. ITIe im IThUer: 3Säume noch ohne Htnospen, der See schlaft noch. lassen, so weil, in Pichelsdorf an der Havel einen riesigen, einzigartigen Hafen für den Bootssport anzustreben. Dazu Rollte der bis heute niemals beachtete Grimnilzsee ausgebaggert und erweitert werden. Daraus ist nichts geworden, und so träumt der Grimnilzsee weiter den Traum seligen Entdecktwerdens... Oer Prenzlauer Mord. pilgrams merkwürdiges Geständnis. Zu prenzlou sind die beiden zum Mörder an dem Ober. Wachtmeister Neubauer gewordenen Gefangenen Va lockt und V l l g r a m gestern noch einmal vernommen worden. Während P a t o c k i aussagt, daß er von der Tat über» Haupt nichts weiß und in der Zell« erst aufgewacht sei. als Neubauer schon tot am Boden lag, hat Pilgram ein Geständnis abgelegt. Danach haben beide, den Beamten solange gewürgt,. bis er keinen Laut mehr oan sich gab, die Leiche schiersten sie gemeinsam in den-Keller. Neubauer �u töten sei nicht, ihre Absicht gewesen, sie wollten ihn nur unschädlich machen, um die Schlüssel an sich zu bringen. Der Pole Patocti wird aber mit seinem Leugnen wenig Glück haben, denn es ist völlig ausgeschlossen, daß sein Komplice den kräftigen Beamten allein überwältigt haben kann. Weiter hat Pll« gram eine äußerst merkwürdige Behauptung aufgestellt. Cr will in den Monaten Februar bis April sechs bis sieben Kassiber erhalten haben, die einen ausführlichen Plan zur Flucht enthielten. Vor allen Dingen sollte den politisch Inhaftierten die Flucht ermöglicht werden. Die Kassiber sollen noch den An- gaben Patockis jedesmal die Unterschrift„Rot Front' getragen haben. Wie Pilgram zu dieser Darstellung kommt und was er damit bezweckt, ist zunächst noch rätselhaft, denn keiner der poli- tischen chäftlinge ist von den beiden Verbrechern befreit worden, obgleich hie Möglichkeit dazu in reichem Maße bestanden hat. Trotzdem wird die Untersuchung auch nach dieser Richtung sehr eingehend geführt, da Pilgram durch seinen Posten als Kalfaktor ziemlich leicht mit der Außen coest in Verbindung gelangen konnte. Wie wir noch erfahren, wird vermullich heute schon im Prenzlauer Amtsgerichtsgesängnis ein Lokaltermin abgehallen. Rechtsanwalt verletzt die Würde des Gerichts. Ein ungewöhnlicher Vorfall spielte sich gestern vor dqr P o t s» damer Strafkammer ab. vor der sich wegen unberechtigter Führung eine» Freiherrntitels der Rechtsanwalt Axel von Köhler zu verantworten hatte. Der Angeklagte war vom Anusgmcht in dieser Sache zu mehrtägiger Haftstrafe verurteilt, er hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Vor Eintritt in die Verhandlung lehnte der Angeklagte, der die Anwaltsrobe angelegt hast«, das Ge- rieht qb. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat von Horn, verlangte darauf, daß der Angeklagte seine Robe ablege. Dem Verlangen widersetzte sich von Köhler, und erst, als der Vorsitzend« mit einer Ordnungsstrafe drohte, legte von Köhler die Robe ab und siehe da. er stand nun in Hemdsärmeln vor seinem Richter. Der Vor- sitzende erklärte darauf, daß dieser Aufzug nicht der Würde des Gericht» entspräche und forderte den Angeklagten auf, den Saal zu verlasien und sich eine dementsprechend« Kleidung zu besorgen. Auch jetzt widersetzte sich von Köhler dieser Aufforderung, und erst, als seine zwangsweise Entfernung angeordnet war, verließ von Köhler von selber den Gerichtssaal. Es wurde ohne ihn weiter verhandelt. Sahm-Z�ede im Magistrat. »Schwere Aufgaben liegen vor uns!' Wie wir bereits im„Abend" meldeten, hat Oberbürgermeister Dr. S a h m gestern um 1 Uhr in einer außerordentlichen Magistrats. sihung die Amisgeschäfte übernommen. Nach einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters S ch o l h, in der dieser sich gleichzeitig von den Akagistratsmitgliedern verabschiedete, sprach der neue Ober- bürzermcister zum erstenmal über die in der nächsten Zeit zu lösenden schweren Ausgaben. Zum Schluß seiner Rede überreichte Dr. Sahm dem scheidenden Bürgermeister im Namen des Magistrat» eine von dem Bildhauer Gruscm von Scholtz hergestellte Büste als Zeichen der Anerkennung und des Danke» für die geleistete Arbeit. Oberbürgermeister Dr. Sahm führte u. a. aus:„Einswoidrittel Jahr ist die Stelle des Oberbürgermeisters verwaist gewesen und diese Tatsache ist auch im Hinblick aus das. was Sie, Herr Bürger, meister Scholtz, geleistet haben, von besonderer Bedeutung gewesen. Die Zwischenzeit hat ein« neue Regelung der Berliner Verfassung gebracht. Die Stellung des Oberbürgermeisters ist anders gestaltet worden, die Verteilung der Macht zwischen Oberbürgermeister und Magistrat neu geregelt. Ich habe die«ine wichtige Bitte, daß wir die Schranken der Machtverteilung und die Möglichkeiten der Enl- faltung unserer Arbeit gegenseitig respektieren. Ein besonders Hanno- nisches Verhältms kann nur da erwachsen, wo die Gewaltenverleilung von allen aus innerer Ileberzeugung respektiert wird, und wir brauchen ein solches harmonisches Zusammenarbeiten, denn die Ausgaben. die vor uns liegen, sind schwer. Für die Zukunft kann es eine AufwäNsbswegung nur geben, wenn wir gemachte Fehler klar erkennen. Wir wollen aus der Vergangenheit lernen für eine bessere Zukunft. Die Valancierung des neuen Etats wind sehr schwer zu finden sein, und wir werden in der Frage der Wohlfahrts- erwerbslosen Haich in Hand mit dem Deutschen Städtetag für eine Entlastung der deutschen Städte kämpfen müssen." Frankfurt sichert sich AfchS weitere Mitarbeit. Frankfurt a. 20. April. Der Magistrat gab m seiner heutigen Sitzung dem Antrag von Stadtrat A s ch statt, ihn mit Rücksicht aus seine Wahl in Berlin und die Notwendigkeit, das dortige Amt baldigst zu übernehmen, sofort aus seinem Dienstverhältnis zu entlassen. Der Magistrat beschloß serner, mit Stadtrat Asch eine Vereinbarung zu treffen, wonach er nach seinem Ausscheiden aus dem Frankfurter Magistrat für gewisse Spezia lausgaben weiter zur Verfügung stehe, und zwar bis spätestens zum Dienstantritt seines Nachfolger». Blinder Mörder im Hungerstreik. Der erblindete Mörder Stanislaus K u ch a r I k i. der vor einigen Monaten mit seinem Bruder bei einem Einbruch in Groß- Kreutz einen Oberlandjäger und einen Landwirt erschossen hat, ist seit einigen Tagen im Potsdamer Gerichtsgefängm» in den Hungerstreik getreten. Er wurde künstlich ernährt und mußte heute nach M-oadit übergeführt iperden. Stanislaus war im Gegensatz zu seinem Bruder in legier Zeit sehr renitent geworden, Tchneefrühling in Oberitalien. In der Provinz Mailand hat am Sonntag abend nach einem heftigen Gewüter schwerer Hagelschlag big Karten mit blühenden Bäumen, sowie die Kulturen verwüstet. Nach einem Sturm ist in Veltlin und in Trient reichlich Schnee ge- fallen. In Trient und Sondrio hat es über eine Stunde lang geschneit. Starke Schneefälle werden auch aus den italienischen Voralpen und aus den Gegenden der ober» italienischen Seen gemeldet. e-xS-r- Ropan aii® dein Ungariadieo ron Alexander tob Sacher-Maioch. Alertes Kapitel, befriedigt mehr die Neugierde über die Vergongenhert des Lehrers als über den neuen Ankömmling. „Weißt du", begann der Lehrer zwischen zwei Glaser, klingen,„mein Vater war ein armer Mamt, aber nicht immer. er wurde es erst durch eigenes Verschulden. Meine Großeltern hinterließen uns einen hübschen kleinen Besitz in jenem Städtchen, und meine zwei älteren Schwestern wie auch mein Bruder, der Rechtsanwalt, hatten noch keine geflickten Kleider gekannt. Das heißt, ich und meine jüngere Schwester Pepi erbten ihre Garderobe immer erst, wenn sie bereits in dürftigem Zustand war. Meinen Vater steckten seine hochgeborenen Saufkumpane, nachdem sie mit ihm unser Vermögen oerspielt und vertrunken hatten, als Schreiber in die Kommitatsverwaltung. Vom Vermögen war uns nur mehr das Haus und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude geblieben. Die Stallungen waren leer, kein Pferd wieherte, kein Schwein grunzte darinnen. Mes hatte unser Zusammenbruch mst fortge, nommen. Nur ein paar einsame Hühner bevölkerten den Dunghaufen, der schon ganz mit Schierling und Kletten über- wachsen war. Ilm so schönere Spielplätze boten dies« Winkel. Die leeren Ställe und geräumigen Heuböden waren die Versammlungs» orte der Straßenjugend geworden. Wir gelangten von der Straße in den abgeschlossenen Wirtschaftstrakt, indem wir auf dem Bauch unter dem Tor hindurchkrochen. Aber ich kann noch heute nicht verstehen, was für ein Kind ich damals war. Ich führte den Spitznamen„Mumu", der mir anhaftete, weil ich sofort zu heulen begann, wenn mich die übrigen Kinder mit dem Wort„Mumu verspotteten. Einen so furchtsamen Kerl, wie ich einer war, sah ich noch nie. Ich fürchtete mich vor unserm Hahn, vor den Hunden, hatte Angst in der Dunkelheit, aber auch bei hellichtem Tage, wenn man mich nur eine Minute allein ließ. Ich fürchtet« mich vor dem eiser- nen Stiefelknecht meines Vaters, der die Gestalt eines Hirsch- käfers hatte und unter dem Bett stand. Und weshalb? Well man mich in noch jüngeren Jahren damit schreckte, daß er eines Tages hervorkriechen und mich in das Bein kneifen werde. Später, als Schuljunge, war ich glücklich, diesen Hirsch- käfer dann und wann mit den Füßen treten zu können, um zu zeigen, daß ich mich nicht mehr fürchtete. Vielleicht er- innere ich mich nur deshalb so genau an alles, weil für mich schon etwas, das für andere eine Kleinigkeit war, ein schreck- liches Erlebnis sein konnte. Wenn ich einmal den Mut hotte, auf den hinteren Schrägen eines fahrenden Wagens zu springen, so sehe ich noch heute, wie ich triumphierend, aber mit starkem Herz- klopfen, meine eigene Kühnheit bewundernd, wieder herunter- ls ich mich im Laufe der Zeit mst der Straßenjugend besser anfreundete, wurde auch ich etwas kühner. Bis dahin aber bewunderte ich sie einzeln und gemeinsam als die größten lebenden Heiben. In der Nachbarschaft wohnte der Sohn eines Maurer« poliers. Hires Vandy war sein Name. Er war der berüchtigste unter den Straßenjungen. Der gefürchtetste Raufbold. Sie nannten ihn die Geißel der Straße. Ich gewann mst seine Sympathie dadurch, daß ich, als er den Vater eines anderen Jungen einen„besoffenen Schuster" nannte, zum Platzen bei« fällig lachte. Von diesem Tage an brauchte Bandy nur die Backen aufzublasen und ich lachte schon pflichtschuldigst, bis mich der Bauch schmerzte. Daheim behandeste man mich in erzieherischer Hinsicht sehr eigentümlich. Meine arme Mutter hielt mich ständig in strenger Zucht. Aber ihre liebe Hand war sehr zart, und ich fürchtete mich nicht sehr vor ihr. Wenn sie mir eine hinter die Ohren gab, begann ich zwar zu heulen, aber nur deshalb, weil ich wußte, daß nun die Berföbnung folgen würde. Dann schob sie mir immer die Sahneschüssel zum Auslecken hin, ich erhiell mehr Pflaumenmus oder sogar einen Apfel. Die Zucht meines Baters war schon gefährlicher. Man könnte sagen: vielseitiger. Der Hosenriemen war sein Lest« stern und Werkzeug:„Marsch auf den Stuhl!" Dies bedeutete, daß ich mich quer über den Stuhl zu legen hatte, damit sich mein Hosenboden gehörig anspannte. Nie wagte ich vor einer Züchtigung zu entfliehen, wie es die anderen Kinder taten. Blaß und zitternd gehorchte ich dem Befehl auch dann, wenn ich die Straje nicht verdient hatte. Ich protestierte nur dadurch, daß ich lauter zu heulen begann. Ost zerrte mich meine kleine Schwester an den Haaren, indem sie mir zurief:„Dummkopf, verschwinde, lauf davon!"— Nein, wie ein Bezauberter wagte ich nicht einmal um Handbreit von den Befehlen meines Baters abzuweichen. Denn mein Bater war ungemütlich und reizbar, wenn er sich etwas in den Kopf setzte oder wenn er übernächtigt war. Arme Mutter! Wieviel mußte sie leiden. Uns Kinder schlug er. wenn wir etwas gegen seinen Willen toten. Sonst aber hätten wir auch als Hähne auf der Turmspitze sitzen und krähen können, er hätte es nicht beachtet. Ich weiß nicht, ob ich außer der ständigen Geldknappheit. dem Alkohol und dem zunehmenden Alter noch als Entschul- digung gellen lassen kann, daß es meinem Vater unmöglich war, nach dem Gefängnis der Kanzleistunden außer dem Hause Unterhaltung zu finden, weil es nie reichte." Fünftes Kapitel, nähert sich schon dem Kern der Sache, behandelt aber noch immer allgemeine Dinge. „Ich erinnere mich nicht, in meiner Jugend irgendeinen richtigen Jungenstreich ausgeführt zu haben. Das einzige, was ich mich zu tun getraute, war, baß ich mitunter verspätet heimkam. Der Hauptgrund meiner Unpünkllichteit war ein unge« heuer großer Platz in der Nähe unseres Hauses. Aus unserer Gasse gelangte man in eine breite Straße. Die eine Straßen- seite nahm ein sehr großer Kornspeicher ein. Er befand sich in einem ausgedehnten Garten, der mit langen, hohen Pfosten umzäunt war. Das ganze Objekt lag von der Straßenzeile zurückgedrückt, und so entstand davor der erwähnte große Platz. Auf diesem Platze arbeiteten die Zimmerleute. Hier konnte man schaukeln, indem man die Bretter übereinander- legte. Hier standen an Wochenmarkttagen die Dorstvagen, hier konnte man Obst und andere Dinge ergattern. Zahllose Sperlinge stristen sich hier um die zurückgebliebenen Abfälle, und wir schössen auf sie mit unseren Steinschleudern. Hier spielten wir Ball oder Räuber und Gendanjr. Aber hier waren auch, wenn sie das Städtchen aufsuchten, die Zelte der Zirkusse. Menagerien. Panoramen und Ka- russells aufgestellt. Nie werde ich vergessen, wie wir Knaben. uni ohne Eintritt fahren zu können, zu viert und fünft mit zwei bezahlten Landstreichern das Karussell drehten. (Fortjetzung folgte Könens DamenoeHannischanen manchen und Frauen, die ihm giachiich entronnen sind. Nach Vernehmung des Uniersuchungsrichlers Hertel als Zeugen wurde in der Vernehmung der übrigen Zeugen fortgefahren, die sich in endloser ermüdender Form vollzog. > ohne etwas Neues zutage zu fördern. Als einige Zeugen über weitere llcberfälle aussagen sollten, die nicht zur Auflage standen, wurde aus Antrag des Staatsanwalts die Oeffentlich- feit ausgeschlossen. Die Pressevertreter dursten jedoch der Verhandlung beiwohnen, wesentlich war nur die nochmalige Vernehmung des Sachverständigen Professors Berg. Eine Frau h. sagt ausführlich aus über ein Erlebnis, das sie vor Jahren mit Kürten hatte; sie lernte ihn kennen und ist auch bei ihm in der Wohnung gewesen. Acht Tage später sei sie mit ihm zu ihren Eltern nach Gerresheim gegangen und anschließend hatten sie ein Lokal aufgesucht. Auf dem Nachhausewege, so sagte sie, wurde er zudringlich und frech, warf mich auf die Bank und würgte mich. Ich schrie laut um Hilfe, worauf er mich beruhigte. Gegen Morgen hat er mich abermals schwer mißhandelt. Er sagte schließlich, es werde ein Ende mit Ischrecken nehmen. Es gelang mir aber mit vieler Mühe, ihn zu beruhigen. Später gingen wir zur Nolandsburg, wo ich mich von ihm trennen konnte. Kürten gibt auf Borhalten zu, daß er plötzlich auf den Gedanken gekommen sei, die Zeugin zu töten. Diese Zeugin hat auch als erste die P o l i z e i a u f Li ü r t e n a u f m e r k s a m g c m a ch t. Doch wurde ihr damals bedeutet, daß sich Kürten in Haft befinde. Drei weitere Zeugen, Fräulein W., Fräulein I. und Fräulein II., die Kürten kennengelernt hatte, waren mit ihm ausgegangen und jede hatte er versucht zu erwürgen oder zu erschlagen. Dann wird nochmals Sachverständiger Prof. Dr. Berg ver- nommen. Er führte aus: Im Charakter Kürtens ist eine Unklarheit vorhanden, die durch eine schwere erbliche Belastung erwachsen ist. Zu dieser erblichen Belastung kam dann ein sehr erheblicher krimineller Einschlag und eine geistige Minder- Wertigkeit. Solange Kürten als der Rächer für die in der Haft erlittene Unbill angesehen wurde, mußte er natürlich als der kalte Mörder und Brandstifter erscheinen. Erst nachdem es gelungen war, ihn zum Reden zu bringen, ist seine sadistische Veranlagung klar zu- tage getreten. Er hat sie ja auch in der Voruntersuchung und in der Hauptverhandlung ausführlich dargelegt. Der springende Punkt ist, ob dem Angeklagten ein planvolles handeln vor und bei den Taten nachgewiesen werden kann. Der Sachverständige zitiert hierauf einige Acußerungen des Angc- klagten bei der Voruntersuchung. Meine eigenen und auch die Beob- achtung in Bedburg-Hau haben bestätigt, daß eine allgemeine geistige Störung im Sinne des ß 51 bei Kürten nicht vorhanden ist. Es ist zuzugeben, daß bei bewußt eingeleiteten Handlungen später das Un- widcrstehliche, das Zwangsmähigc auf ihn eingewirkt hat und daß olle Hemmungsvorstellungen dabei ausgeschlossen wurden. Im Grunde genommen ist es wohl eine Gewohnheit Kürtens gewesen, daß er abends meistens nur dann ausging, wenn seine Frau nicht zu Hause war und auch an Feiertagen seine Opfer suchte. Die klare Ueberlegung wird auch dadurch bewiesen, daß er stets bereit und in der Lage war, sich in Sicherheit zu bringen, wofür der Fall Schulte ein typisches Beispiel darstellt. Der Sachverständige Berg erklärt weiter, daß kürten ein ausfallend gutes Gedächtnis Hot. Im übrigen muß er ihm den Affcktzuftand einräumen. Nach Angabe dieses Gutachtens entspinnt sich eine längere Diskussion zwischen dem Verteidiger und dem Sachverständigen, an der sich zum Schluß auch der Oberstaatsanwalt beteiligt, und zwar über die Erre- gungszustönde des Angeklagten in den einzelnen Fällen, über die Verschiedenheit und Stärke seines Triebes usw. Durch das Ablassen von seinen Opfern auch in Momenten, wo er nicht durch äußere Umstände dazu gezwungen war, werde die Triebhaftigkeit nicht als hemmungslos bewiesen. Dann wird anschließend der 71jährigc Vater Kürtens in Abwesenheit des Angeklagten vernommen. Der Zeuge wird über seine Familienverhältnisse gehört. Er gibt an, daß er den Ange- klagten in der Kindheit öfters gezüchtigt habe, ober nur, wenn er es verdient hatte. Von Straßenräubercien in Köln ist dem Zeugen wohl etwas bekannt, aber von Morden bzw. Mordversuchen an Kindern weiß er nichts. Im übrigen kann er sich auf die damalige Zeit nicht mehr besinnen. Nach einer Pause folgen die Vernehmungen einiger weiterer Zeuginnen, die mit Kürten Bekanntschaft gemacht haben und von ihm überfallen worden sind. Die Zeugin vudlis brachte die Polizei auf Kürkens Spur. Sie erklärt, daß sie von Kürten angesprochen wurde und in seine Wohnung mitgegangen sei. Kürten sprach auch über die Mordtaten. In der Wohnung des Kürten trank sie eine Tasse Milch und da es ihr dort unheimlich war, wollte Kürten sie in ein Mädchenheifti bringen. Tatsächlich verschleppte er sie in den Grafenbergcr Wald und versuchte, sie zu überfallen. Plötzlich war er dann aber ver- schwundcn. Die Zeugin gibt dann eine Schilderung der schon bc- kannten Tatsachen, die zur Verhaftung des Kürten führten. Die Verhandlung wird auf Dienstag vormittag vertagt, wo die Sachverständigen zu Wort kommen sollen. Erziehung zum Blutvergiessen. Zwei Jahre Gefängnis für Hitlerjüngling Gerhard Pantel. Dos Landgericht I verurteilte den Zljährigcn Gerhard pantel, der am 18. Februar d. I. vor dem Rathaus eine sinn- lose Schießerei veranslaltele und den jungen Reichsbanner- mann Fabisch am Unterarm verletzte, wegen versuchten Tot- s ch l a g s und unbefugten Waffenbesitzes zu zwei Jahren Gefängnis. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß von einer Notwehr keine Rede sein könne; der Ange- klagte habe überhaupt keinen Grund gehabt zu schießen. Die einzige Erklärung für seine Tat sei in seiner Großmannssucht zu suchen; er habe gehofft, durch seinen Revolver seinen Gegner in die Flucht zu schlagen und spätre seinem roten Fähnlein davon erzählen zu können. Dieser Schießerei junger Leute aus der Straße müsse aber mit oller Schärfe entgegengetreten werden. Der Angeklagte, selbst Führer der Hitlerjugend, hatte eine Masse bei sich, obgleich er wußte, daß seine Presse Las Wafsentragen und vielmehr das Schießen diffamiere. Man könne dem Angeklagten auch nicht als politischen Ueberzeugungstäter betrachten: derartige Schießereien haben mit parteipolitischem Kampf nichts zu tun. Es handle sich dabei um einfaches Rowdytum. -i- Aus der Verhandlung selbst ist nur wenig nachzutragen. Die Reichsbannerleute bestätigen ihre in der Voruntersuchung gemachten Aussagen; sie hatten den Angeklagten überhaupt erst in dem Augen- blick gesehen, als er die Waffe auf sie anschlug. Als man ihm die Waffe abnehmen wollte, wich er langsam zurück und legte bald auf den einen, bald auf den anderen an. Dann haute er einfach die Kugeln hin. Daß er nur einen einzigen Reichsbannermann getroffen hat, ist lediglich ein glücklicher Zufall. Der Staatsanwalt beantragt« dreieinhalb Jahre Gefängnis. - Fragt mau sich nun, wie dieses irrsinnige Schießen des Hitler- jugendführers zu erklären sei, so braucht man sich nur die I u g e n d- b e i l a g e des„Angriff", dessen Mitarbeiter der Angeklagte war, näher anzusehen. Sie stellt nichts anderes vor, als eine ständige Hetze gegen politisch Andersdenkende, eine Erziehung der Jugend zum Blutvergießen. So blutrünstig waren auch die Sachen des Angeklagten Gerhard Pantel; er schwelgt direkt in Vorstellungen vom Feinde, der niedergeschlagen werden muß, sagt zum Beispiel an einer Stelle;„Wir räumen mal bei ihnen auf(er meint damit die Spießer). Wo wir anfangen, das wissen wir, wo wir aber aushören, das mag der Herrgott wissen." Der Angeklagte hat jedenfalls vorläufig im Gefängnis aufgehört. Und als er bereits hinter Schloß und Riegel sah, brachte die Jugendbeilage des„An- griff" ihrem Helden, dessen Ausschluß aus der Partei wegen der Schießerei angeblich automatisch vor sich gegangen sein mußte, noch einen warmen Nachruf.„Jungens," heißt es da.„ihr kennt ihn alle, kennt ihn aus seinen zackigen bunten Artikeln... so wie er schreibt, ist er, und darum siel er seit langem der roten Journaille schwer auf die Nerven... Im Fischerkictz wohnte er, Tag für Tag von der roten Meute gehetzt und verfolgt, oft entging er nur knapp der Gefahr..." Dann folgt das Märchen von der angeblichen Notwehr. Die Behauptung von der angeblichen Verfolgung ist, einfach gelogen; der Angeklagtechatte selbst erklärt, daß er srühcr nie Zusammenstöße gehabt hatte. In derselben Iugendbeilage des„Angriff" folgt dann noch ein militärischer Artikel von dem Helden Gerhard Pantel. So feiern also Hitlerleute ihre Schießhelden. Wenn die nationalsozialistische presse behauplcl, sie verurteile das Schießen, fo lügt sie. Das Urteil selbst unterscheidet sich günstig van dem am Sonn- abend gegen den Nationalsozialisten Kuntze gefällten Urteil. Für die Tötung des Bäckerlehrlings Nathan hat dieser erwachsene Mensch nur ein Jahr Gefängnis erhalten. Allerdings befand er sich gewissermaßen in einer Notwehr; er Hot aber die Lage, in die er geraten war, selbst heraufbeschworen: er hatte keinen Grund zu schießen, um so weniger Grund, einen Menschen zu töten. Es gibt also noch andere Auffassungen in Moabit. Oeffenlliche Kundgebung Mittwoch, den 22. April, Abt. II(Wedding). IQ1- Uhr, im großen Saal der Hocfaichalbraaerci, Seestraße Ecke Amrumcr Straße Thema: It „Sozialismus oder Faschismus Redner; Karl Utke, M. d. R. Mitwirkende: Sprech chor der SAJ. Volksgenossen! Folgt unserm Rufe! Kommt zur Kundgebung! Helft den Faschismus bekämpfen! Nie Veruntreuung des Rotars. Oeutschafritaner schwer geschävigt. Großes Aufsehen hat vor einigen Togen die Verhaftung des Rechtsanwalts und Rotars Walter Häver verursacht. Die Staatsanwaltschaft Hot, wie gemeldet, bereits Anflöge gegen ihn erhoben. Syndikus der Interessenvertretung der Deutschasrikaner, deren Entschädigungsansprüche gegen dos Reich erst 1g40 und später fällig waren, hat Häver diese Entschädigungsansprüche veräußert und den Erlös entweder ganz oder teilweife unter- schlagen. Die kaufmännische Durchführung des Verkaufs der Forderungen besorgte ein gewisser F i e m s ch. der zu diesem Zwecke die Firma„wirlschaslsdienst G. m. b. h." gegründet Holle. Fiemsch war verpflichtet, nach Abzug der Provision für den Wirlschaflsdiensl den Erlös an Häver abzuführen. Häver soll nun gemeinsam mit Fiemsch und einer Reihe anderer Angeschuldigten Urkunden- f ä l s ch u n g e n begangen und Gelder in höhe von etwa 1Z0 000 Mark unterschlagen hoben. Die Versehlungen des Notars sind durch den Fall Kaiser bekannt geworden. Dieser Deutschafrikancr hatte noch einen Ent- schädigungsonspruch auf etwa 70 000 Mark, der im Jahre 1043/44 fällig und bei der Reichsschuldcnvei waltung im Reichsschuldenbuch eingetragen war. Er versuchte, diesen Anspruch an die Firma Jnako, der späteren Wirtschaftsdienst G. m. b. H. zu veräußern. Aus den Verhandlungen wurde nichts, Kaiser trat seine Fordevivged an eine sächsische Bank ab. Eines Tages erschien ober bei der Reichsschuldenverwaltung der Angeklagte Fiemsch und legte die notarielle Vollmacht Kaisers vor, auf Grund der der Wirtschafts. dienst G. m. b. H. Kaisers Entschädigungsanspruch abgetreten worden war. Die Wirtschaftsdienst G. in. b. H. erhielt darauf KLOOil Mark ausgezahlt. Als einige Zeit darauf Kaiser beantragte, daß die Rcichsschuldenverwaltung in Zukunft die Prozente auf seinen An- spruch an die sächsische Bank verabfolge, erhielt er die Mitteilung. daß er überhaupt keine Ansprüche mehr habe. Die Nachforschungen ergaben, daß die von ihm angeblich ausgestellte Vollmacht gefälscht worden war. Weitere Nochprüfungen förderten dann eine große Anzahl ähnlicher Unterschlagungen ans Tageslicht. Es meldeten sich immer neue schwergcschädigte Afrikaner. Auch im Augenblick sind die Ermittlungen noch nicht endgültig abgeschlossen. In einer kleinen Konditorei... Leute aus der Oragonerstraße verraten nichts. In einer fleinen Eisfonditorei in der Dragoner 5 kroße spielte sich der Vorgang ab. der so schwere Folgen hakte. daß sich dos Schöffengericht Verliu-Miktc jetzt mit der Sache zu besoffen halte. Zwischen Mottet Bloch und Leubusch Freudenreich, die.zu den Gästen der Eiskonditorci gehörten, bestand seit einiger Zeit eine Fciichschast, und am Abend des 23. Juli kam es vor der Tür des Lokales zwischen beiden zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Freudenreich«hielt einen M e s s e r st i ch in die Lunge und einen zweiten in den Arm. Der linke Unterarm mußte ihm amputiert werden. Motel Bloch war daher jetzt wegen g e. fährkickzcr Körperverletzung unter den erschwerenden Umständen, daß dabei ein wichtiges Körpcrglied verloren gegangen war, angeklagt. Er ist von Beruf Schuhmacher, stammt aus Ickatarinoslaw und ist bereits ausgewiesen, hielt sich aber heimlich in Berlin auf. In der Konditorei verkehrten vor» wiegend Landsleutc von ihm, darunter auch Leubusch Freudenreich. Weil nun eines Tages bei einem russischen Glücksspiel Bloch die Mitspieler vor Freudenreich als einen Falschspieler warnte, entstand zwischen beiden Todfeindschaft. Deshalb kam es zu Reibereien. Nachdem Freudenreich einmal den Block) überfallen hatte, kam dieser eines Tages zu der Konditorei, in der F. saß und forderte ihn auf, herauszukommen. Die Wirtin stellte sich zwischen die Tür, um die feindlichen Landsleute zu trennen. Bloch drängte sie aber beiseite und es kam dann zu der erwähnten Messerstecherei. Bloch bestritt vor Gericht, der Messerstecher gewesen zu sein. Eigentümlich war die Rolle, die der schivcrgctrosfcnc Freudenreich als Zeuge spielte. Offenbar gestattet der Ehrenkodcx jener Kreise in der Dragonerstrahe es nicht, derartige Ehrenhändel vor Gericht auszutragen. Man erledigt das untereinander. Freuden- reich erklärte, daß er sich an nichts mehr erinnere und einfach nicht weiß, wer ihn gestochen habe. Er erklärte sogar, er wisse gar nicht, weshalb ihm der Arm abgenommen worden sei. Auch seine Braut, obwohl sie bek der Tat zugegen war, wollte nicht wissen, mit wem Freudenreich im Kampf gewesen war. Dagegen machte die Wirtin der Eiskouditorei bestimmte Aussagen. Sie hatte gc- sehen, daß Mottet Bloch mit einem Messer auf Freudenreich losgegangen ist und auf ihn eingestochen hat. Das Gericht verurteilte Bloch zu zehn Monaten Gefängnis. Schweres Zugunglück in China. 30 Tote uni> 20 Schwer verlehte. Kanton, 20. April. � Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich heute auf der Eisenbahnlinie Kanton— Ko u lu n ereignet. Die Zahl der Todesopfer beträgt ungefähr 30, außerdem sind 20 Personen schwer und etwa 30 leicht verletzt. Anhaltende Regengüsse hatten den Bahndamm unterspült, so daß die Lokomotive und drei Wagen in einen zehn Meter tiefen Abgrund hinabstürzten. Zlll« Reisenden des verunglückten Zuges waren Chinesen. Rudolf Penzig verstorben. Im Alter von 77 Iahren verstarb gestern in seiner Wohnung. Uhlandstraße 173, der Schriftsteller Dr. Rudolf Penzig. der zugleich auch Stadtältester der Stadt Berlin war und Ehrengroßnieister des Frcidenker-Frcimaurerbundes zur Aufgehenden Sonne. Penzig, der ursprünglich Pädagoge war, wandte sich 1893 in Berlin der Schrift- stellerei zu, gab seit 1897 die Zeitschrift„Ethische Kultur" heraus. und. setzte sich in zahlreichen ernsten eindringlichen von cindm starken Ethos getragenen Schriften mit den Religions- und Frei- denkerproblemen auseinander. Zu der Frage der Aus- gestaltung und Vertiefung weltlicher Feiern hat er in zahlreichen Reden und Zeitungs- und Zeitschristenartikeln Stellung genommen. Er ist auch der Mitbegründer der Freidenkerloge Zur Aufgehenden Sonne. Die Beerdigung findet am Donners- tag, dem 23. April, 3,4S Uhr, von der großen Halle des Südwest- friedhofes Stahnsdorf statt. Verbesserungen im Lindeuhof. Im Erziehungsheim Lindenhof in Berlin-Lichtcn- berg sollen auf Grund eines Magistratsbeschlusses eine Reihe von Umänderungsarbeiten durchgeführt wenden. Die erforderlichen Mittel hat der Magistrat jetzt freigegeben und die Ausführung der Arbeiten der Hochbaudeputation sowie dem Heiz- und Maschinenamt über- tragen. Diese Arbeiten werden aus technischen, aber vor allem auch aus pädagogischen Gründen durchgeführt, um in dem Erziehungs- heim kleinere Räume herzustellen. Man will damit eine Einteilung der Jugendlichen in kleinere Gruppen ermöglichen, um damit eine bessere Erziehungsarbeit zu gewährleisten. Jratten sprechen zu§ 218. Die unter diesem Mollo vom Ausschuß Grog-Bcriiner Acrzlinnen zur Stellungnahme gegen K 218 vor kurzem cinberuscnc Versammlung in den Spichcrnsälc» war, obwohl eine Parallel» verfammlung abgchalicn wurde, derart übcrsüllt, daß viele Hunderte keinen Einlah mcbr fanden. Deshalb findet deute am 2!. April, 8 Uhr abends, eine neue Versammlung in der Neuen Welt, Hasenheide, statt. {/m majJie/iZ Mj/nsn y a�äf£i�ß�/z_ Ist* die so schnell beliebt- gewordene EMVERBEy VALUTA Dick und rund Q/h/LPackung CiL Klempcrcr abgewiesen. Sein Kampf um die Republik-Oper.— Urteil des Arbeitsgerichts. 3n dnn Vrozetz des Generalmusikdlrekkors Klemperer qeqen den preußischen Iishi» fand am Montag der dritte Termin statt. Generalintendant Ti e t j e n sagte unter anderem, die Regierung wollte in der Kroll-Oper ein künstlerisches Musikinstitut in sozialem Sinne ausbauen. In Klempercr glaubte sie den Mann gesunden zu haben, der die Gewahr für die Verwirklichung dieses Planes bot. Deshalb sei ihm die selbständige Leitung der Kroll-Oper über- tragen worden. Der umstrittene Passus in Klemperers Anstellungs- vertrag, der ihn als amtierenden Generalmusikdirektor in vollem Umfange bezeichnet, bedeute nichts weiter, als daß er nicht nur Opern, sondern auch Konzerte dirigieren soll«. Daß die Kroll-Oper einmal geschlossen werden könnte, daran habe bei Abschluß des Vertrages niemand gedacht. Wenn in dem Vertrage steh«, daß der .Kläger bei einer etwa eintretenden Acndcrung der Verhältniss« bei der ander«» Berliner Staatsoper in gleicher Stellung zu beschäftigen sei, so sei das nichts weiter als eine fiskalische Vorsichtsmaßregel. Generalintendant T i e t j c n betont«, er habe bislzer in der freund- schaftlichsten Weise mit dem Kläger zusammengearbeitet und sei deshalb von der Einreichung der Klage überrascht worden. Er hätte erwartet, es würde eine Verständigung mit Klempercr mög- lich sein. Der Vorsitzende, Zlmtsgerichtsrat H i ld e li ra nd, nahm diese Aeußerung zum Anlaß, einen Vergleich anzuregen. Dazu sagte Klempercr: Für mich kommt nur der Vergleich in Frage, daß die Kroll-Oper nicht geschlossen wird. Oberregierungsrat S ch e s s e l erklärte darauf, dann könne er über einen Vergleich nicht verhandeln. Als Zeugen über den Abschluß und die Bedeutung des Vertrages wurden die Ministerialräte K e st e n b e r g und Selig, Mini- strialdircktor N e n t w i ch. Amtsrat Barnd und Direktor Kurs« vernommen, die im wesentlichen die Ausführungen des Generalintendanten Tietjen bestätigten. Klempercr schloß sein Plädoyer mit der Bemerkung, di« Kroll-Oper werde ohne Not geschlossen. Die Frage der Kroll-Oper sei eine Dreyfus-Asfäre. Man wolle ihn oerbannen, zwar nicht nach der Teufelsinsel, sondern an die Lindenoper. Aber ihm sei ein Zola erstanden, das fei die Berliner Oeffenttichkeit, die sich für ihn einsetze. Er habe den preußischen Finanzminister ch ö p p k e r- A s ch o f f auf di« Haltung der Oesscntlichkeit hingewiesen. Da habe der Miniestr geantwortet, die Oefientlichkeit kümmere ihn nicht. Die Gleichartigkeit mit der Dreyfus-Affäre sei dadurch gegeben, daß er— Klempercr— wegen seiner Blutsgemeinschoft mit Dreyfus bekämpft werde. Das habe auch Minister Höppker-Afchosf auf Vorhalt zugegeben. Nicht aus finanziellen Gründen solle die Kroll-Oper geschlossen werden, sondern aus Antipathie gegen ihren künstlerischen Leiter. Weil er.— Klein perer— weltanschaulich (nicht politisch) konservativ sei, solle er befestigt werden. Das Urteil des Gerichts lautete auf Abweisung der Klage. Zur Begründung sagte der Vorsitzende im wesentlichen: Unter Ve- rücksichliqung aller Umstände sei das Gericht zu der Auffassung gekommen, da Kleiber, als der Vertrag mit dem Kläger gc- schlössen wurde, an der Lindenoper bereits eine mit außerordcnt- lichen Machtvollkommenheiten ausgestattete leitende Stellung hatte, konnte der Kläger nicht glauben, daß ihm bei seiner etwaigen Ver- setzung an die Lindenoper eine dem Generalmusikdirektor Kleiber übergeordnete Stellung eingeräumt werden würde. Werbefeier der Arbeiierjugend Die Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlins hat jetzt die alljährlich staltfiadende Werbung unker den Schulentlassenen neu gestaltet. Statt eines mehr oder minder paffend zusammengestellten Agita- talionsprogromms wurde in der Volksbühne eine Bilder- solge von Sprechchorszenen gegeben, die mit lebensvollen Filmbildern illustriert wurde. Die Filme zeigten ausgezeichnete Ausnahmen aus der Schwer- arbeit des jugendlichen und erwachsenen Arbeiters in der Metall- und B e r g b a u i n d u st r i e, die gesundheitsschädliche Arbeit der Frauen und Mädchen in den Textilbetrieben und die koloniale Aus- beutung, durch die der Kapitalismus seine brutalen Ilnterdrückungs- formen über Europa hinaus in die ganze Welt verpflanzt hat. Den Gegensatz dazu bildeten Filmstreifen vom Wiener Internationalen Jugcudtag, wo die Massen der sozialistischen Jugendlichen gemeinsam mit den erwachsenen Arbeitern für ihre sozialen und wirtschaftlichen Forderungen demonstrierten. Es wurde versucht, gerade durch die Ausnützung der monotonen Wirkung eines Sprechchorz den Jugendlichen die wichtigsten Probleme, die an sie im Berufsleben in der kapitalistischen Gesellschaft herantreten, einzuhämmern. Die malerische Wirkung und das Plakotmäßige großer, disziplinierter Menschen- gruppen kam in den Sprechchorauslrstten. allerdings sehr gut zum Ausdruck. Die Konzerte der arbeitslosen Musiker. Das unter Führung der freigewerkschaftlichem Deutschen Mu- siker-Verbandes zusammengestellte Orchester erwerbsloser Musiker veranstaltete sein sechstes diesjähriges, wiederum sehr gut besuchtes Konzert in der Hochschule für Musik. Kapellmeister Dr. C h e i r a n- der verstand es, mit feinem Orchester dos klassische Programm ganz hervorragend zum Vortrog zu bringen. Neben Beethovens Sinfonie Nr. 8 in st-Dur, Lizts Prometheus-Sinfonie und Tschaikowskys Tust« für großes Orchester Nr. 3, bei der Konzertmeister Langer sich einen Sondcrfalg holte, war es besonders„Die Moldau", sin- fonischc Dichtung von Smetano, die das Publikum zu immer neuem Beifall veranlaßte. Das l e tz t e K o n z e r t des Orchesters wird unter Leitung von Dr. Unger am Donnerstag, dem 2 3. April, 20 Uhr, in der Philharmonie stattfinden. Die Bevölkerung Berlins kann die erwerbslosen'Musiker nicht besser unterstützen, als daß sie auch dieses letzte Konzert zahlreich besucht. Bedauerlich ist, daß das inzwischen zu hoher künstlerischer Leistung gebrachte Orchester wieder a u f g e l ö st werden muß, so daß die erwerbslosen Musiker auch nicht einmal mehr den geringen Verdienst aus diesen Veranstaltungen haben werden. Es hätte ün der Weltstadt Berlin möglich sein müssen, das Orchester den Sommer über beisammen zu halten. Wenn ober festgestellt werden muß, daß zum Beispiel für die sommerliche Konzcrtsaison im Zoologischen Garten mehrere Male in der Woche vlililärkapellca verpflichtet wurden und sogar eine ausländische Zigeunerkapelle auf- spielen soll, so ist es nicht verwunderlich, daß erwerbslose Musiker' keine Vcrdienstmöglichkcitcn finden. Schweinchen in der Kaiserallee. An der Ecke der Kaiserallee und des H o h e n z o l l e r n- d a m m e s hält ein junger Mann mit einem zweirädrigen Karren, auf dem sich ein oben zugedrehter Sack befindet. Niemand findet an dem Gefährt, dem Sack und dem jungen Mann etwas Besonderes, mit Ausnahme eines großen schwarzen, gefährlich aussehenden Hundes, der mit mißtrauischen Seitenblicken nach dem jungen Mann, um den Karren herumstreicht. Plötzlich ist er dicht an dem Gefährt und schnuppert interessiert an den Sack herum. In demselben Augenblick ober fährt aus dem sich öffnenden Sack mit ängstlichem Gequietsche«in rosiges rundliches Tier, ein kleines Schwein, das vom Wagen hcrabspringt und so schnell es seine krummen Beinchen ?llm Internstionslen Frauentag! Frauenveranstaltungen 1, Kreist Mitte. Dienstag, den 21. April, 19M Uhr, im Hocke- schen Hof, Rosenthalcr Str. 40/41, großer Saal, Musik, Fahncneinmarsch der SAI., Rezitation: Friedet Hall. An- spräche: Dr. Käthe Frankenthal, M. d. L., Gertrud Ellert- AfA-Bund. -4. Kreist Prenzlauer� Berg. Dienstag, 21. April, 19� Uhr. in der Aula der Schule Gleimstroße 49, Vorführung des Filmes.�iohnbuchhalter Kremke". Ansprach«: Gertrud Havna, M. d. L. 7. Kreist tsharlottenburg. Dienstag, 21. April, 19)4 Uhr, in Ahlerts Festsälen, Berliner Str. 88, Vorfühning des Filmes „Giftgas". Ansprachen: Karl Litte, M. d. R., Frida Licht, AfA.-Bund. 11. Kreist Zchöncbcrg. Dienstag, 21. April, 19)1 Uhr, im ..Picgdilly", Schöneberg, Ebersftr. 81/82(früher Wilhelmshos), Vorführung der Lichtbildserie„Im Westen nichts Neues". Ansprachen: Paula Kurgaß, Frida Gladosch, ADGB.— 79. Abt. Lindenhof. Montag, den 27. April, 19)- Uhr, im Ledigenheim»schöneberg, Lindenhoj. Ansprache: Frida Licht. Rezitationen: Friedet Izall. 101. Abt. Treptow. Montag. 27. April, 19)1 Uhr, im„Viktoria- garten", vorm. Nitschke, Arn Treptower Park 25/26, Vorsüh- ning des Films„Lahnbuchhalter Kremke", Mitwirkung der SAI., Ansprachen: Adele Schreiber-Krieger, M. d. R., Emma Ritsche-ADGB. 18. Kreist Weißcnsee. Beteiligung an der öffentlichen, all- gemeinen Parteiveranftaltung. am Freftag, 24. April, 19)1 Uhr, in der Stadthalle Weißensee, Pistoriusstr. Referen- ten: Prof. Erik Hölting, Käthe Kern. tragen können, das Weite sucht. Der Hund und der junge Mann, beide zuerst verblüfft, nehmen die Verfolgung auf. Dem großen Hund kommt das unbekannte Tier so unheimlich vor, daß er es nur umkreist und sich nicht herantraut. Das freigewordene Schwein aber läuft in seiner Angst plötzlich in«inen offenstehenden Laden hinein— in den Laden eines staatlichen preußischen Lotterie- cinnehmcrs. Dort wird«s cingefangen und dem herankeuchcnden jungen Mann übergeben, der froh ist, dos Schweinchen wicderzu- haben. Auch der überraschte Lotteriekollekteur murmelle befriedigt etwas vom„Glücksschwein". Das Schweinchen schließlich war ganz glücklich, daß es dem gefährlichen schwarzen Untier entkommen war. Nur dieses, der große Hund, sah dem davonrumpelnden Wagen ver- ärgert und enttäuscht nach. parieinachrichien fürGroß-Berlin Sinsendungen für dies« Rubrik sind Berlin S««8, Lindenftruh« 3, stet» an da»«ejirkOsekretariat 2, Hof, 2 Treppen recht,, zu richten Beginn aller Veranstaltungen 1 g)- Uhr. sosern keine besondere Zeitangabe!—(KV.— Kreisvorstand.) Heule. Dienstag. 21. April: 13. Jini«. Hente, n> Uhr. Beginn der Arbeiteaeincinschatt siir Srn»erb»l»s« im Zuaendbeim Riarienseld«..Attnelle wirtschaftliche Zraaea w»d Politik.» Leiter: Senossc Zirov!,!«. 17. Abt. Nie Bclirksfuhrcr werden acbeten. die Sintrittgkarlen vom Sport» potast und der lcptcn Fümvorfilliruna bei Genossen Höhne abzurechnen. ■ib. Abt. 20 Uhr ffunttionärfiftuufl bei Eichhott, Cuvrnstr. 23. öl. Abt. Uhr Nuablallverbrcituna bei Klabe, Sandjernstr. 60— bl. 119. Abt. Heute nochmaliae Matcrialausp.abc 3ur lZlusblattverbreitun» zwischen 18 und 20 llbr bei Barh. 140a. Abt. Wittenau. Karten für die Maifeier bei Heese am 1. Mai. 20 Uhr, sind bei den Benrksführerii und deim«afsierer. Genossen Raael, Iaido» wen 8. an haben. Zur Aufrithruna nclannen u. a...Die Weber". Gie sZestrcdc hält Genosse Johannes Sah. 146. Abt. graitio» RrichldruSerei. 16 Uhr im Odb-lZellow-Lonenhaus, Bit' gaiodstranc 128. Milnliederversammlun«. Tanesordnun«: Etnnänn« und Mitteilunnen. Bortran:„Das Problem der tO�Stunden-Woche". Referent A. Pchold. Arbeiterratsnorsihendcr der Rcichsdruckrrci. Aussprache. Wahl der Dclcnicrte»*um Parteitan. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen. Mittwoch. 22. April, in uachsteheadca Lakaien: 4. Abt. Brandis, Stralauer Str. 10. Referent Genosse Mauer. 6. Abt. Echwcdtsr ffestsäle, Schwedter Str. 2S. Referent Mar Brrmtwri „Aktuelle politische. Taqesfranen". 8. Abt. Ratisnalhof, Bülswstr. 37. Erich ituttner, M. b. L.:„Preußen und das Reich". 11. Abt. gllnktionärsshuun bei Bcrqrr. Leveßowltr. 21. 12. Abt. 18 Uhr ZturktiDnärfifcunn bei Schmidt. Wiclesstr. 17. 19. Abt. Schulaula der Roten Schule, Gotendurger Straße. Bernchocv Krtiner:„Sur politischen Lane". 23. Abt. Steinacker. Seestr. U. Dr. Richard Lohmann, M. d. L:»Das noue Berwattunnsnefeh Groß.Berlin". 28. Abt. Zalitobcnii in sämtlichen Be,irken. Bei Meper. Oderberner Straße, Referat über„Rotverordnunn und Arantenkassen". Bei Barteidt, Dorther Straße 19, Bortran des Eensssen Rirdorf. 30. Abt. lO'i Uhr in der Schulaula Schönftießer Str. 7. Karl Dressel:»Di« politische Lage und der Reichsparteitan". iRicht:»Demokratie oder Diktatur".) 3«. Abt. 18), Uhr sfiinktionärssßunn, Großheerenstr. 06. 40. Abt. 20 Uhr Zahlabende: Schmidt. Tcltower Str. 16. Genosse Dr. Henri» aue». Seusner. Hanelberger Str. 20a. Richard Barth. Mrstcr, Drciknmd» straße 1). Walter Fran». 40. Abt. Schulaula Görlißer Str. öl. Dr. Hans Sohn: �Sirtschaktslrrse vnd die Politik der So,ia>dcmokrat!c".(Also nicht Genossin Todenhancn.) 48. Abt. geller, ftiirflcnstr. 1: Ehemann, Brandendurgstr. 1; Ziinmerlina, Brandenburnstr. 20: Präfke, Prinnenstc. 23: Tehlafs. Ritterstr. 33. öS. Abt. 20 Uhr ghnttionäroersammlunn bei Liersch, Santslr. 62 83. Abt. 20 Uhr Lichterselder sZestfälc. Zehlendorfer Str. 5. Rektor Gustav Hädicke:„Nulturvolitisches". 86. Abt. Gohlkes stestsälc, Chausseeftr. 43. Dr. Ernst sfalck:»Nouemunal- politische Tonestranen". 88. Abt. 20 Uhr hei Schicbert, Berliner Str. 13. Referent Genosse Glki. 93. Abt. Bt*irkc 166. 107. 110: Einkopf, Marefchftraße. Dr. München; »Sowsetrußianh". Be*irke 108.100: Siedlunn Bärwinkel. 99a. Abt. 20 Uhr politischer Arbeitskreis in der Lalle am Hufeisen..Demo» Iratie." 114. Abt. 1. Gruppe: Kornin. Mainzer Straße Scke sfrankfurter Allee. 2. Gruppe: Kudsch. Grünbcrner Str. 16. 3. Gruppe: Schwarzer, Gabriel- Mar-Str. 17. 4. Gruppe: Schüler, Wühlischslr. 36. 119. Abt. Gruppenzahlabende bei Kubisch, Pfarrstr. 13: Klucke, Scheffclstr. 16; Schmidt, Landsberger Chaussee 11. 134. Abt. Zahlabende: I. Bezirk lHospital Ost und Zentrale) bei Wandel, Dorfstraßc. 2. Bezirk IHeil. und Pflegeanstalt und Dorf) bei Göpfert, am Bahnhof. Referent Eduard Zachert. M. d. L.t„Politische Lage und der Reichsvarteitag".■ 3. Bezirk tKolonic und Hospital West) bei Sonett» Schünowcr Straße. Donnerstag, 23. April: 1. jitet». 20 Uhr engere Kceisvorstondzsihuna mit den Abteil nngslcitcr» und Bezirkstogsdeiegierten bei Dobrohlaw. Swinemünder Str. 11. 17. Kreis. KP..Sissung mit allen Bezirl»taasbclegicrtkn bei Tempel. Gudrun» 140-. Abt. 20 Ubr wichtige Besprechung aller Bezirksfllhrer beim Genosse» Hans Waldmann. Hauptstr. 17. Frauenveranstaltungen. Wir bitten die Genossinnen, sich recht zahlreich am Donnerstag, 23. April, 14 Uhr, an der Ginäschernng der Genossin Margarete Wengel» im Krematorium Serichtftraße zu beteiligen. Das Frauenselretariat. -!- 13. Krci». Die Genossinnen treffen sich um 10 Uhr U-Bahn Tempelhof, Ring, bahnstraße, zur gemeinsamen IZahrt zur Kundgebung. 23. Abt. Treffpunkt zur Kundgebung 18ZL Uhr U-Bahn Sccstraßc. ■"46. Abt. Der Zrauenabcnd im April fäll: aus. 63. Abt. Mittwoch, 22. April, bei Hoffniann, Bahnhofstraße:„Der inter» nationale Besrciungsiampf der Trau". Referentin Gertrud Ellert. III. Abt. Mittwoch, 22. April, IOV: Uhr, bei Heimann, Waltcrshorfer Str. 100: „Der internationale Befreiungskampf der Trau". Refercntin Acnne Weiber. 124. Abt. Treffpunkt zur Kundgebung 18)4 Uhr Hönower Ecke Hcllersdorfer Straße. 140. Abt. Sonnabend. 21. April. 19>ä Uhr, bei Goitschach, Ernststr. 1. Trauen» werbeabend. Referent Paul Hoffmann. Sichwalbe. Sonnabend, 23. April. 20 Uhr, im Kasino, öffentliche Kundgebung. Vorführung des Tilnis„Giftgas". Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands. Bezirksgruppe Berlin. Donnerstag, 23. April, 19 Uhr, Gcsundheitshou» Kreuzberg, Tontanepromc. nahe Ecke Urbanstraßc lU-Vahnho! Hasenhcide), Vollversammlung. Dr. Kurt Löwrnftein:„Kinbrrfrennde und Lehrer".- Mar Schmidtbaurr:„An» der Arbeit der Berliner Kinb-rfrennde"(mit Lichtbildern). Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Bertin. Kelserneriammlnng Mittwoch. 22. April. 19') llbr. im Vortragssaal des Gesundheitshauses Kreuzberg. Urbanstraße Ecke Tontancpromcnade. Tagesord- nung: Besprechung her Zehniahrcsseier und der Ausstellung. «rei»lciter: Aui Donnerstag, 18>� Uhr, besucht die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer unsere Ausstelluna im Gesundheilshaus«neuzberg, Am Urban. In, Airschwß laufen unsere Tilme und Vortrag des Genossen Dr. Kurt Löwenstein. «oranzeige! Besprechung der Zeltlagerhclfer am 29. April, lOU, Uhr, im Bortragsiaal des Parte ivorstandes Ivorhcreitcnbc Befprechmig für den Zelt- lagerwochenendkurfus). Wochenendkurfus der Zeltlagerhelfer am 13./14. Mai in einer Jugendherberge bei Berlin. Nähere Einzelheiten werden noch be» kannigegeben. Vorsta abssibun q: Dringende Vorstandsnßung Trcilag, A. April, 19 Uhr, Geschäftsstelle, Lindenstr. 3. Ausstelluna: Handzeltel für die Ausstellung liegen in der Ausstelluna zur Abholung bereit. Wir bitten fic abholen zu lassen und noch umgehend zu verteilen. Kreis Neukölln, Gruppe Triß Reuter: Eiternoerfammlunq Dienstag, den 21. April, um 2U Uhr. Schute Parchimer Allee. Thema:„Die Zeltlager im Sommer 1931".— Gruppe Talke: Alle Talien müssen heute. Dienstag, vünkt- lich. in der Gruppe fei». Wichtig« Probe wegen der Veranstaltung mit der SAT.— Gruppe Lichtkämpfer: Rote Tasten all« pünktlich um 17'o Uhr Baracke, Probe zur Veranstaltung am Sonnabend.— Reftfalkeuhelfer! Donnerstag, 23. April, 18—19 Uhr, Besprechung der Ncstfallcnhclfer, Baracke Ganghofei- straße. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� 108. Abt. Köpenick. Unser treuer Genosse Trift Huck, Glien icker Str. 33. ist om 17. April verstorben. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 22. April, 19 Uhr, im Krematorium Baumfchulenwcg. statt. 137. Abt. Unseke langjährige treue Genossin und Tunktionärin Oehlke ist verstorben. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Einäscherung Mittwoch. 22. April, um 19)� Uhr, Krematorium Gerichtstraßc. Wir bitten um recht reg« Beteiligung._ Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin£. 14. Sebafti-nstr. 57-38, Hof& Tr. Schön eberg-Triebeuau, Kgmerabschaft Nollendorf: Dienstag, 21. April, 20Vi Uhr. Kameradichoftsuerfammlung bei Jürgens. Barbarossaftraßc da. Referent Kamerad Bauricher vom Innenministerium. Thema:»Agitation und Propaganda der Nationalsozialisten". hprochklud„The Bnglish Speakers": Meetings take place on every Tuesday at rine o'clock p m in the Nordwest-Kasino; NW 87, All-Moabit SS(oear Qotzkowsky Biidge). Topics and debates of gencral intcrest Cuests— Ladies and Oentlemen— will experience a cordial welcome. „SiutnuMgel", Ttug-verband der Werktätigen, t. B.. Dezirksgruppe Vft: Siftung am Dienstag. 21. April, 20 Uhr. im„Neoaler Vereinshams", Revalrr Ecke S!man,Daih/» Uhr, im Klub» Haus, Ohmstr. 2. Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Berlin-Siiden. Donnerstag. 23. April,'JO'i Uhr, bei Krüger. Grimmste. 1. » ykw&Uld verhütet den Raucherkatarrh, reinigt den Atem Drei Schönheitsfehler des Mundes I. Der Zahnstein ist em Absatz de» Speichels ähnlich wie der Lesielstein des Wassers. Er hat«in« grauMne, braun« bis schwarz« Färbung und ist zu- nächst ein Qchßnheitsfthler, der den Zähnen ein häßliches unge- pflegte? Aussehen gibt und einen üblen, fauligen Geruch au? dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Ecbisies, weil er Zahnfleisch, und.«ieserschwund sowie Zahnfleisch- eätzündungen und-etterungen oerursacht. Er ist äußerst festsitzend und hart; oft umkleidet«r in hatter ÄtuUc den ganzen Zahnhals, cntbchßt di« Wurzel und verursacht bin Lockerwerden der Zähne.„—„—,----------- �.-------------------,...-____, ~------- Wowboat-ZahnM- Dlbe St Pj. und ULi. Mm>di»tt.ZahnNrst«1 Mtbcs 60 Pj- Chlorodoni-Mundwag-r Flasche 1 Mmk und 2 Mad. 2. A�IKLarhener 2ahnhelag Hervorgerufen durch starke« Rauchen von Zigarren und Zigaretten ist weniger s chädlich, aber ein um so auffallenderer SchönHeiisfeHIerdes Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mtt Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt da Zahnstein auch.dem Kesseistein, gegen oen allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und di« rein mechanisch« Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähn« dies« Zahnpfleg« verdanlen, haben« selbst ausprobiert, daß Mundwasset di« mechanische Reim» gungskraft da mitroslopisch seinen«inen Hreide iMTHlorgdoutnicht ersetzenkann. 3. Ubier Mundgeruch alsFokgemangelhafter Zahnpflege macht sichwenigerdemdavonBetrosstn«« al» seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neuttale Salze imThlor0dont,die eine vermehrte Speichelbildung und dadurch eine natürliche Mundreinigvng bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Mefferminzgeschmack beseitigen diesen markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont- äahnpafte und die dafür geeignete Chlorodont-Zahnbürste mft gezähntem orstenschnitt, sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbündten üblen Mundgeruch. Zrederik Poulfen: SlltICOll tlfld Jltttlä Jhilorifierle llebertelsung aus dem S)änifchen von 3). Xiifchnal Ich bilde mir ein, etwas von Tintenfischen zu verstehen. Ich weiß, daß der Kerl 32 Seelen hat, von denen jede einzelne einen Tritt oder einen Klaps braucht, damit sie ausgetrieben wird. Sonst fängt das Tier wieder an zu gehen. Sechs Stunden, nachdem man es verzehrt hat. steigen die Seelen, eine nach der anderen, den Hals empor und können nur mit einem kretltschen Gin, Zigutia, daraus vertrieben werden, der einem die eigene Seele beinahe mit herausräuchert. Aber die kleinen, scheinbar süßen und unschuldigen Tintenfische. die mir bei Rechtsanwalt Spinazzola zusammen mit Polenta auf einem Holzteller serviert wurden, waren von einer neuen, mir un- bekannten Rasse. Sie schmeckten lieblich, aber sie gingen nicht her- unter. Sie blieben in der Mundhöhle, krochen unter die Zunge und klebten sich mit Fangarmen und Saugnäpfen an den Speicheldrüsen fest oder sie stiegen zwischen die Kinnbacken und machten es sich dort bequem mit Schuppen und Flimmerhaaren Ich aß nur drei Happen, aber diese behielt ich auch bis zum Ende der Mahlzeit im Munde, und es war dach ein Frühstück mit acht tüchtigen Gerichten. Das alte Ehepaar ahnte nicht das geringste von meinen Qualen, denn sie selbst schlappcrten nur ein wenig Lindenblütentee und knabberten ihre Grissini, diese langen Piemontcser Brotstangen. d''e jeder kennt, der Turin besucht hat. Zeitweise glaubte ich, ich könnte wenigstens einen Happen herunterschlucken, aber es zeigte sich stets, daß er nur den Platz wechselte Ich gurgelte mit Chianti, mit Wermut und mit einem Schluck Kaffee, aber die Ueberreste dieser Tiere kehrten den Rücken und verzogen sich. Es war nicht weit bis zum Fenster, ein einziges kräftiges langes Spucken hätte mich befreit. Aber so blind waren die alten Menschen nun doch nicht, daß ich es wagen durfte. Der alte Spinazzola hatte für sich einen Fingerhut voll Wer- muth eingeschenkt, um mit mir anzustoßen und mir glückliche Reise zu wünschen. „Na, hier wird also getrunken", sagte die Signora ein wenig grimmig,„dann gehe ich also." Und sie ging wirklich, getreu ihrer englischen Herkunft, wackelte vor unseren erstaunten Augen über den Fußboden davon, stützte sich auf die Stühle und bekam auch richtig die Tür auf. „Gla, gla, gla", sagte Spinazzola,„sie ist gegangen! Gla, gla. gla." Er war so alt, daß er nicht länger lachen konnte, er konnte nur die Zunge gegen den Gaumen drücken und„Gla" sagen. Aber die alte Signora hatte sich an der Tür mngedreht und sagte: „Wie reizend du lachst. äsrlinL." In Wirklichkeit konnte sie gar nichts hören, aber Spinazzola Halle sich daran gewöhnt, Gesichter zu schneiden, wenn er lachte, weil sein Gelächter sie ersreute, als ein Zeichen von Jugend. „Trinke nicht zu viel, dsrlinx!" Mit dieser Bemerkung verschwand sie, aber ich mußte hingehen und ihr die Tür schließen helfen. So anmutige und häßlich« Menschen wie die alten Spinazzolas Hot die Well noch nicht gesehen. Cr Halle einen riesigen kurz- geschorenen Kopf und ein« Hautfarbe wie«in Bratapfel. Sein Blick war glasklar und still, zeitweise abwesend, als bemerk« er nichts mehr auf dieser Welt. Und sie war häßlich, wie es nur alle Eng» länderinnen sind, mit einem Körper wie«in Bootshaken, in schwere Seid« gekleidet und daraus der Kopf der Mumie Ramses' II. Di« Basedowsch« Krgnkheit hatte ihr die Augen aus den Höhlen getrieb.en und macht« ihren Anblick noch schrecklicher. Aber schon am zweiten Tag meine» Ausenthaltes bemerkte ich nicht mehr, daß sie häßlich waren. Nicht nur ihr« Daftfreundschast rührt« mich, die mehr englisch als italienisch war. Sie hatten den Adel de» Alter, in ihren Zügen wie die Greise Rembrandt». Und am nächsten Tag«, als die Signora zum Rachmittagskaftee herein» kam, obwohl sie sich schon nach dem Frühstück schwach und müde gefühlt hatte, und als ich zur Tür lief, ihr den Arm bot und ihren wackelnden Gang stützte, da wandte sie, kurz bevor sie sich setzte, den Blick meinem Gesicht zu und sagte:„Ach ja, dank«! Das war, als ob ich einen Sohn hätte." Diese Worte wurden mit einer schmerzlichen Wilde gesprochen, die den alten Rechtsanwalt ebenso ergriff wie mich, während zu- gleich«in Schimmer der Verklärung auf ihrem gefurchten Antlitz erschien. Bon diesem Augenblick an wurde sie mir unsagbar teuer� als Frau, die niemals das höchste Frauengtück erlebte, al» Mutter, die vergebens ihre Arme dem ersehnten Kind« geöfsnet hat. Sanft nahm der alt« Mann die Hände seiner Frau zwischen seine Hände. Was ich bei diesem Anblick fühlle, läßt sich kurz so ausdrücken: hätte ich in diesem Augenbftck meine eigenen Ellern wählen können, so würde ich sicherlich die alten Spinazzolas gewählt haben. Rührend ist das Alter durch seine Offenheit, wenn man Der- trauen und Interesse zeigt. Weshalb ins Grab hinuntersteigen mit Gedanken und Stimmungen, die vielleicht«inen anderen noch er- freuen können? Nach dreitägigem Zusammenleben hatte ich einen Ueberblick üher Spinazzolas Praxis als Rechtsanwall und über die Der- trauensämter, die er in der kleinen piemontesischen Stadt bekleidete. nicht allein auf Grund seiner Einsicht, sondern vor allem, weil sein Geschlecht seit Jahrhunderten die führende PatrizUrfamili« der Stadt gewesen war. Seit 1499 hatte der Familie Spinazzola das Haus gehört, in dem er wohnt«. ,La, eine lange Zeit", bemerkt« ich, als wir nun allein beim Kaffee saßen und da» Gespräch vertraulicher wurde. „Meinen Sie? Sie haben fünfzig Jahre lang gelebt, und das ist nicht so lange, wenn Sie auf Ihre Kindheit zurückblicken, so ist es doch? Und ich bin fünfundachtzlg. Wenn ich das bißchen Lebens- zeit mal fünf nehme, kann Ich nicht nur meinem eigenen Stamm- vater, der dieses Haus baute, die Hand drücken, sondern ich kann auch im Kloster von Santa Maria della Grazia mit Lionardo spazieren gehen, in den Pausen, wenn er sich von seiner Arbeit am „Abendmahl" im Refektorium erholt. Ich kann ihn sehen mit seinem silbernen langen Haar, wie-r andächtig vor dem Ros«»rbusch steht, den man noch heute dort sehen kann und der wohl schon damals geblüht haben könnte. Es sind noch ein paar Menschen am Leben, die mit Napoleon und Goethe dieselbe Luft geatmet haben, und wenn man wie ich beinahe hundert Jahre lang gelebt hat, so ist selbst ein Jahrtausend nicht furchteinflößend. Es Ist über sechzig Jahre her. seit ich mich mit Evelyn verheiratet«, und ich liebe sie so sehr, daß ich find« die Stunden, die wir beieinander waren, sind nicht zahlreich genug gewesen. Und doch haben wir unsere Hände nur losgelassen, wenn die Arbeit oder andere Verhältnisse uns dazu zwangen." Er nippte ein wenig an seinem Wermut und sank in sich zu- sammen. Ich ließ ihn ruhig sitzen, ging leise zum Fenster und stand da in tiefen Gedanken, während«in paar Bissen vom Tintenfisch Himer»ine Dachtraufe flogen. Plötzlich hört« ich da, Gelächter des Allen:„Gla. gla. gla. Es war nicht beabsichtigt, ernsthaft zu werden. Schenken Sie sich ein, mir auch ein wenig ja ein klein wenig nur, sonst wirst es mich UM und lassen Sie uns vergnügt sein. Jetzt werde ich Ihnen er- zählen, wie ich Evelyn eroberte, oder vielmehr sie mich, gla, gla, gla!" Seine alten Apfelhacken begannen vom Wein und von der Erinnerung auszublühen,, und es kam ein Ausdruck in seine Augen wie bei einem italienischen Droschkenkutscher, der einen„Inglese" richtig und gründlich über den Lössel barbiert hat. „Als ich 22 Jahr« alt war. wurde ich von meinem Vater nach London geschickt, nicht so sehr, um das englische Rechtswesen zu studieren, sondern vor allem, um mich mit den Verhältnissen und gesetzlichen Bestimmungen der englischen Aktiengesellschaften oertraut zu machen im Hinblick auf die Vertrauensposten, die ich einmal in meiner Heimatstadt übernehmen sollte. Ich war ein Hauptkerl, so ein richtiger Mandolinenitaliener, und Evelyn hat mir später gesagt, was sie am meisten bezaubert hat: die Art, wie ich eine Zigarette rollte, anzündete, in die Lust warf und mit dem Mund wieder aus- sing. Alles zusammen mit weichen, eleganten Bewegungen." Um das zu illustrieren, brach der Alte ein Grissino entzwei, steckte ein Ende in den Mund und ließ es nonchalant i» einem Mundwinkel hin- und herwippen. Wahrheitsgetreu muß ich aber doch mitteilen, er wirkte nicht besonders unterhaltsam wie ein Hauptkerl. „Ebenso bewunderte ich Eoelyne in den Dingen, die ich selbst nicht konnte. Sie war die erste Engländerin, die sich in kniefreiem weißen Rock an Fußballkämpsen beteiligte. Gewallige Lungen hatte das Mädchen, wenn sie über den Platz dahinraste und den Ball ins Tor beförderte. Jetzt k»».» 288,2 «April,.*., 288,2) (Mai...... 288,2) (Juni...... 288,2) Jahresdurchschnitt. 265,0 Rlmmk man also an, daß der preis bis zur neuen Ernte nicht weiter steigt(siehe Tabelle), so würde der totsächlich erzielte den geschlichen Jahresdurchschnittspreis um 5 M. übersteigen. Ein weiteres Steigen der Weizenpreise ist aber mit absoluter Sicherheit zu erwarten. kostet Weizen per Mailieserung doch schon ZOZ 2N., und er würde schon aus Z5o W. geklettert sein, wenn die Börse nicht fest annähme, daß in nächster Zeit eine Zollherabschung vorgenommen wird. Soll das Gesetz, d. h. ein Jahresdurchschnitlspreis von ZS0 Tit., eingehalten werden, so muß der Weizenzoll gesenkt werden. um ein weiteres Steigen der Weizenpreise auszuhalten. Wir haben schon seit Monaten die Entwicklung der Weizen- preise vorausgesagt. Wir haben darauf hingewiesen, daß angesichts der immer knapper werdenden Vorräte die Absperrung durch den W-MarkdZoll. dir Versorgung gefährdet und daß im Interesse einer Preisstabilisiening, und zwar je früher desto besser, der Zoll gesenkt werden muß. Wir haben r e ch t b e h a l t e n. Die Vorräte an Weizen betrugen am IS. März nur noch 8,6 Proz. der Ernte. während zu der gleichen Zeit im Jahre vorher sie sich auf 19,2 Proz. beliefen. Inzwischen sind diese Vorräte fast aufgebraucht worden. Die deutsche Landwirtschaft hat ihren gesamten zum Verkauf ver- fügbaren Weizen verkauft. Die Bersorgiing der Städte ist aus die geringen Vorräte der Mühlen und Händler angewiesen, da der hohe Zoll soft sede Einfuhr verhindert. Die Berhällllisse liegen also ganz klar, so daß die Reichsregierung keinen Augenblick zu überlegen braucht, ob sie den Weizenzoll zu senken hat. Fiskalische Bedenken, daß etwa durch eine Senkung des Zolls die Reichseinnahmen geringer werden, können nicht bestehen. Wird der Zoll ausreichend gesenkt, so steigt die Einfuhr sofort, und die Zolleinnahmcn werden im Gegenteil steigen, so daß die Reichskasse einen Gewinn von der Z o l l s e n k u n g hat. Auch der Zeitpunkt der Zollcrmäßigung lohnt keine lange Debatte. Je früher mit der Einsuhr der 600 000 bis 700 000 Tonnen Weizen, die wir bis zur neuen Ernte brauchen, begonnen wird, desto billiger kaufen wir unseren Zuschußbedorf auf dem Weltmarkt ein.- Je mchr wir uns der neuen Ernte nähern, desto höher werden die Weizenpreise sein. Vor einem Monat kostete kanadischer Weizen unverzollt in Hamburg noch 112 Mark je Tonne, jetzt notiert er schon 133 Mark. Will man also für die notwendige Einfuhr kein Geld verschleudern, so muß der Weizenzoll sofort ermäßigt werden. Wie die Weizenpreise sind auch die Roggenprcise gc- stiegen. Zwar wird im Durchschnitt des Erntejahres der Nicht- preis von 230 Mark nicht erreicht werden. Dennoch verbietet die Brotklansel jede Preissteigerung. Es muß also, wenn der Reichs- ernährungsministcr den Roggenzoll nicht senken will, alles ver- mieden werden, was den Rogenprcis in die Höhe treiben kann. Zeder Derbrauch von Roggen zu einem anderen Zweck als zur menschlichen Ernährung musz unterbunden werden. Deshalb ist auch die von der Landwirtschaft geforderte Erhöhung des Haferzolls absurd. Sie würde die Aufwärtsbewcgung nämlich der Haserpreise noch fortsetzen. Steigt aber der Haferpreis, dann wird die Landwirtschaft Haser verkaufen und statt dessen Roggen verfüttern, wodurch dieser noch mehr verknappt und die Brotoersorgung gefährdet wird. Es müßte dann eine Senkung des Rogenzolls erfolgen, damit der sehlende Roggen aus dem Ausland eingeführt werden kann. Eine Senkung des Roggenzolles dürste ober Herrn Schiele keine neuen Freunde werben. Außerdem würde seine ganze Roggcnpolitik unsinnig werden; denn diese bestand darin, den überschüssigen Roggen, anstatt ihn im Ausland zu ver- schleudern, im Inland an die Schweine zu verfüttern. Sie sollte aber nicht eine künstliche Verknappung des Roggens bewirken, mit der Folge, daß inan am Ende eines Erntejahres trotz der anfäng- lichen Üeberschüsse zur Sicherstellung der Ernährung schließlich Roggen ans dem Ausland einführen muß. Eine Heraufsctzung des Haferzolls wäre also für die Ausrecht- erhaltung eines stabilen Roggenpreises unsinnig, abgesehen davon, daß durch ein weiteres Steigen der Haferprcise Schieles Rcichsbcstellungsplan durchkreuzt würde, der eine Einschränkung der Hafcrsläche vorsieht. Auch die Hintertür höherer Preise für Futtergerste muh geschlossen werden. Ebenso notwendig wie ein Bremsen der Aufwärtsentwicklung der Hafcrpreise ist aber auch die Verhinderung einer weiteren Steigerung der Preise für Futtcrgerst«. Die Abgabe von Eosinroggen durch die Deutsche Gctreidehandels- gesellschast ist jetzt eingestellt. Bis jetzt erhielt jeder Landwirt, der einen Doppclzentner Eosinroggen kaufte, einen Doppelzentner Gerste zu dem verbilligten Zollsatz von 6 Mark, lim zollverbilligte Gerste zu erhalten, müssen jetzt die Landwirte Kartoffclflocken abnehmen. Abgesehen davon, daß die zur Verfügung stehenden Kärtoffelflockcn wohl kaum ausreichen, um den Futterbedarf der nordwcstdeutfchcn Landwirtschast zu decken, ist mit weiterer Gerstenteuenlng zu rech- nen, wenn an der jetzigen Regelung festgehalten wird, daß man bei Abnahme von 1 Doppelzentner Flocken nur 1 Doppelzentner zoll- verbilligte Gerste einführen kann. Da hiennit ein Anreiz cncsteht, Roggen zu verfüttern, ist es notwendig, daß v o n j c tz t a b 2 D o p- pelzentner Gerste zum niedrigen Zollsatz ein- geführt werden können anstatt bisher 1 Doppclzentner. Auch die ostdeutsche Landwirtschast hat ein Interesse daran, daß der Zwang, Kartoffelflocken zu verfüttern, nicht überspannt wird, denn diese sind für die nordwcstdcutschen Landwirte ein verhältnismäßig unbekanntes Futter, an dessen Gebrauch sie sich erst gewöhnen müssen. Machen wir Bilanz: Die Lage am Getreidemarkt ist also völlig eindeutig. Die Vor- schriftcn, nach denen die Regierung die Zollfcstsctzung vorzunehmen hat. sind es nicht minder. Der Weizenzoll muß gesenkt werden. Es muß aber auch alles vermieden werden, was eine Erhöhung des Roggenpreises herbeiführen kann. Nur noch fünf Tage trennen uns von dem äußersten Termin, an dem die Regierung eine Herabsetzung des Weizcnzolles vorzunehmen hätte. Wird diese nicht vollzogen, so handelt die Regierung ungesetzlich. Sie mißbraucht dann dos Vertrauen, das der Reichstag ihr mit dem Zollermächtigungszesetz gegeben hat. Sie hätte dann aber nicht nur eine rechtliche Verpflichtung gebrochen, sondern auch das Odium auf sich zu nehmen, in ärgster Notzeit das Brot verteuert zu haben. Weltkrise und Kriegsschulden. Neferaie auf der iniemationalen Handelskammertagung. Die Tagungen der Internationalen Handelskam- m c r n haben stets einen starken Widerhall in der Welt gefunden. Auch die im Mai stattfindende diesjährige Tagung der Jnternatto- nalcn Handelskammern in Washington(USA.) dürfte das inter- nationale Interesse in starkem Maße beanspruchen. Schon jetzt werden der Oeffcntlichkeit zwei Referate zur Der- sügung gestellt, welche die deutschen Vertreter, Professor Wage- mann, der Leiter des Deutschen Konjunkturinstittits, und Dr. Der n bürg, ehemaliger Reichsfinaiizininistcr, halten werden. Von besonderer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung sind die Ausführuirgcn Dernburgs. deren Kernpunkt eine Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Weltkrise und Kriegs- schulden darstellt. Dernburg, der einleitend das Niveau der Preise und die Ur- fachen, die es beeinflussen, untersuchte, sieht die Gefährdung einer Lösung der konjunkturellen Krise in dem„G o bdk o m pl« x". Er erwähnt« in diesem Zusammenhang die Anschau» ng über das Gold- Problem, die in der Denkschrift des Völkerbundes vertreten wird. Diese Denkschrift vertritt den Standpunkt, daß in Zukunft mit einer erheblichen G o ld k n a p p h e i t in der Welt zu rechnen sei, da einem ständig wachsenden Bedarf eine allmähliche Verringerung der Goldproduktion in der Welt gegenüberstehe. Dernburg ist mit der internationalen Kritik an dieser Denkschrift des Völkerbundes sich darin einig, daß das Goldproblem gegenwärtig mehr in der Verteilung des verfügbaren Goldes zu suchen sei. Ferner führt der Redner aus, daß die Senkung des Niveaus der Weltmarktpreise des weiteren durch die Art, in der die inter- nationalen Schulden zu begleichen seien, verursacht wären. Die Schulden könnten weltwirtschaftlich in drei Formen bc- zahlt werden, nämlich durch Ware, durch Aufnahme neuer Kredite und durch Gold. Die erste Möglichkeit finde ihre Grenzen an den vorl>andenen Zollschranken. Die zweite Mög- lichkeit sei dann nicht mehr anwendbar, wenn die Fähigkeit eines Schuldnerlandcs zur weiteren Verschuldung fortfällt, und die dritte Form der Schuldenzahlung könne dann nicht angewendet werden, wenn die Goldversorgung eines Landes für die Schuldenzahlung in Gold nicht ausreiche. Dernburg sieht die wichtigste Voraussetzung für ein« Beseitigung der gegemvärtigcn Wirtschaftkrise in einer Bereinigung der internationalen Verschuldung. Die Folge der sin- kcndcn Weltmarktpreise sei ein Steigen des Goldwertes der Verschuldung, was für Deutschland bedeute, daß der Goldwert der Poung-Zahlungen in dcni Maße steige, daß sie der Höhe derDawes-Zahlungen gleichkämen. Die glücklichste Lösung sieht der Redner in gemeinsamer Anwendung folgender drei Mittel: Aushebung der Hemmnisse, die einer steigenden lvarenou». fuhr der Schuldverländer entgegenstehen, serner Kapitalexport nach Ländern mit neuen Jnoeslitionsmöglichkeiten und als wichtigstes die Verminderung des Rennbelrages der polili- schen Verschuldung. Dernburg schließt mit dem Hinweis, daß die aus der inter- nationalen Verschuldung erwachsende Weltkrise 20 Millionen Men- schen arbeitslos gemacht und die jährliche Wertschöpfung der Welt- Wirtschaft um über 31 Milliarden Mark vermindert habe, also um einen Betrag, der fast genau dem Barwert der deutschen Repa- ratiousverpslichtungcn auf Grund des Poung-Planes entspreche. Prof. Wagemann sieht die wesentliche Ursache an der Schwere und Dauer der jetzigen Weltwirtschaftskrise in der S y st ein l os i g k e i t des weltwirtschaftlichen Gefügcs und in dem unorganischen Nebeneinander der verschiedenartigen Wirtschaftsformen. Er fordert zur Wiederherstellung der 5)armonie der weltwirtschaftlichen Beziehungen � eine weitgehende internationale Kooperation. Ein neuer Fünfjahresplan. Ein Vortrag über den Stand des alten. Wie aus Moskau gemeldet wind, erfolgt die Bildung eines bc- sonderen Ausschusses für die Zusammenstellung eines neuen Fünf- jahresplanes von 1932/33 bis 1937/38. Der Plan wind auf der kom- inenden Parteitagung der Kommumstischen Partei beraten werden. Zum Vorsitzenden deS Ausschusses wurde Stalin gewähst. Am F rei tag, dem 2 4. Äp ri l 1 93 1, aberids 8 Uhr, findet ein Vortragsabend der Deutschen Weltwirtschaftlichen'Gesellschaft im Preußischen Oberverwaltungsgericht, Har-denbergstr. 31, statt, auf dem Prof. Dr. Auhagen, ein ausgezeichneter Rußlandkenner, über „Der heutige«Stand der sowjetrusfischen Fünfjahrplan-Politik" sprechen wird. Brown-Boven's Konjunkiurpolitik. Metallarbeiterlöhne sollen noch stärker abgebaut werden. Die Brown-Boveri u. Cie. Aktiengesellschaft in Mannheim, eines der führenden Unternehmen in der Stark- stromtcchnik und im Dampfturbincnbau, hat für 1930 seine Aktionär- gewinne von 9 auf S Proz. herabgesetzt. Der Gefchäftsverlauf im letzten Jahre sowie der von 17,9 auf 16,2 Millionen verringerte Roh- gewinn rechtfertigen diese starke Kürzung der Dividende aber nicht ohne weiteres. So weist die Verwaltung in ihrem Geschäftsbericht darauf hin, daß der Umsatz im Jahre 1930 nur wenig hinter den Vorjahren zurückgeblieben ist und daß dementsprechend das neue Jahr mit einem wesentlich verminderten Auftragsbestand begonnen wurde. Wenn trotz dieses fast gleichen hohen Umsatzes der aus- gewiesene Reingewinn des Unternehmens von 2,43 auf 1,31 Mil- lionen Mark, also um nahezu die i)älste gesunken ist, sa können dafür weder Preissenkungen noch Mehrausgaben auf steuerlichem oder sozialpolitifchem Gebiet eine Erklärung geben. Im Gegenteil muß das Unternehmen, das im letzten Jahre feine Belegschaft in starkem Umfang abgebaut hat, ebenso wie andere große Maschinen- betriebe bei diesen Ausgaben große Einsparungen gemacht haben, die allerdings nicht in der Gewinn- und Verlustrcchnung zum Ausdruck kommen. So sind trotz der fortschreitenden Rationalisierung und des verringerten Lohnkontos die G e s a m t u n k a st e n von 11,28 auf 11,33 Millionen Mark noch gestiegen. Welche Gründe hierzu geführt haben, ist weder aus der Bilanz noch aus dem Ge- schäftsbericht ersichllich, da nähere Erläuterungen zu den in einem Posten ausgewiesenen Unkosten fehlen. Die Direktoren von Brown-Boveri nehmen ihren verschlechterten Abschluß zum Anlaß, um eine neue Attacke auf die Löhne und Gehälter der Metallarbeiter und Angestellten zu führen. Man scheut bei dieser Gelegenheit auch nicht davor zurück, die ältesten Ladenhüter der Unternehmerphraseologie hervorzuholen mid erj&UicVag 2m 6. Dezember vormittags lchlok Herr Ingenieur eine �ahrzcugderlicherung kür kein neues Äutomobil vtk uns sb. Dse Prämie betrug 449 etwa 3 Stunden lpäter vmrde der Wagen in einer Nurve gegen einen»aumgekchkeudert und erlitt cehr lchwere ZS ekchädigungen. Wir zahlten kokorl lOOONM. und einige Tage lpäter noch 3lSS NM., all» tnsgekamt 4lss NM. kÖH+Uc cfauj(X&Htü&ci mUU aOA, ein*. JaJuyM� üni/ KRAFT ALLIANZ UND STUTTGARTER VEREIN V££. S ICH£ S E L I.& C H A f I J*. i » T i* xabl«*«if mn unsere Versichmen 300 000 Ritckimark. itJt Miumtt. Tis«»4 lacht- melcket om uo» äritm Famil* tat Bw.ArALt.UHlUllDSTÜTTOART«* LKBEXSTKUStCBKRliaOSBAUK A.G. i lauf tu fit ihr drti MillimrJtu I Ritcitmtri OktuittTucktruuttu 1 zu behaupten, daß der zu hohe Lahnstandard der deutschen Metallarbeiter den Export drossele. Wie diese Exportdrosse- lung des deutschen Maschinenbaues aussieht, zeigt am besten das Organs des Vereins Deutscher Maschinenbauan- st a l t e n, das in einer Untersuchung über den Weltmaschinenexport nachweist, daß Deutschlands Maschinenausfuhr im letzten Jahr mit einem Wert von 1423 Millionen Mark sogar noch eine Kleinigkeit über dem Vorjahr stand. Während der deutsche Maschinenexport sich also trotz der schweren Weltkrise so glänzend behaupten konnte, ging der Ausfuhrwert der beiden anderen führen- den Maschinsnexportländer, der Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritanniens, um etwa 20 bis 23 Proz. zurück. Dieses in der Tot hervorragende Ergebnis ist— darüber dürfte auch bei den Unternehmern kein Zweifel bestehen— in allererster Linie auf die gesteigerten Leistungen der Metallarbei- ter zurückzuführen. Optimistischer Kugellagertrust. Umsätze der letzten Monate übersteigen die Produttion. Das deutsche Unternehmen des Schwedischen Kugellagertrusts, die Vereinigte Kugellagerfabriken A.-G., Berlin, weist für 1330 einen Verlust von 0,76 Millionen Mark aus. Dieser Verlust hängt noch mit der A u f s a u g e p o l i t i k des Unternehmens zusammen, das in den letzten Jahren bekanntlich eine deutsche Kugel- lagerfadrik nach der andern ausgekauft hat. Hierbei sind, um nur einen Fall zu erwähnen, bei dem Kauf des Riebe-Werkes in W c i ß e n s e e durch Ueberbezahluirg erhebliche Verlufte eingetreten. Hiervon abgesehen, haben die deutschen Betrieb« des Schwedi- schon Kugellagertrusts auch im letzten Jahr unter der Krise nicht gelitten, was in einer Steigerung der Betriebssinieahmen von auf 12,3 Millionen zum Ausdruck kommt. Die Aussichten der Kugellagerindustrie wurden auf der Generalversammlung von dem Generaldirektor Boeninger, der in dem Werkspionageprozeß Risbe-Norma eine besondere Roll« spielte, sehr o p t im ist i sch b e- urteilt. So stand schon das letzte Betriebsjahr im Zeichen einer Preisherabsetzung, Vergrößerung des Exports und eines Ausbaus der Fachberatung. Alle dies« Maßnahmen seien durch die Konzen- tration der Betriebe— eine Konzentration, die unseres Crachtens nicht von wirtschaftlichen, sondern ausschließlich von m a ch t p o l i t i- sehen Gesichtspunkten diktiert war(Red. d.„Vorwärts")— Sefördert worden. Im laufenden Jahr erwartet die Gesellschaft eine weiierc Vergrößerung des Exportes mit Hilfe der internationalen Absotzvrganisotion dos schwedischen Mutteruntcrnehmcns. Weiter wurde mitgeteilt, daß seit dem Januar dieses Jahres der Auf- tragseingang gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres ge- st i e g e n sei und daß um die Jahreswende die Umsätze größer waren als die Produktion. Die Ausfuhr machte etwa /• 35 Proz. des Umsatzes aus. Die in den deutschen Betrieben be- schäftigte Belegschaft stellt sich auf rund 5000 Mann. Noch wirksamer als Gchuhzötle. Oesterreich verbietet Konkurrenzgründungen und fördert Monopole. Wie die„Agence Economique et ginancicre" aus Wien meldet. bereitet die österreichische Regierung den Entwurf zu einem Gesetz vor, das die Errichtung neuer Holzes figfabriken verbietet, wodurch die jetzt in Liesing bei Wien arbeitende Fabrik praktisch aus die Dauer eine absolute Monopolstellung für den österreichischen Markt erlangen würde. Die in Liesing mit 1 Million Schilling arbeitende Gesellschaft/ die Oosterreichische Hiag. Werke G. m. b. H., ist ein Tochterunternohmen der Holzoerkohlungs- Industrie A.-G. in Konstanz(Hiag), die im vergangenen Jahr mit der Deutschen Gold- und Silbe rscheidcan st alt (Frankfurt a. Main) verschmolzen worden ist. Der Fall ist interessant. Stimmt die Meldung, dann würde dieser Konzern in Oesterreich künftighin einen Produktions- schütz genießen, wie er selbst durch noch so hohe Schutzzölle niemals erreicht werden könnte. Man wird abwarten und in Oesterreich auch feststellen müssen, was den Staat zu einer so ein- seitigcn Bevorzugung privaten Kapitals veranlassen kann. Preis- bogrenzung, Stoatsbeteiligung und ähnliches Mühlen doch Voraussetzung solcher Maßnahmen sein. Harpener Bergbaukonzern dividendenlos. Der Aüfsichtsrat der Harpener B ergbau- Ztz-G«, Dortmund. des größten reinen Zcchenkvnzerns in Deutschland, be- schloß in seiner gestrigen Sitzung, den Ucbcrschuß des letzten Geschäftsjahres in Ihöhe von 7,34 Millionen Mark fast ausschließlich zu Abschreibungen zu verwenden. Eine Dividende kommt also nicht zur Auszahlung. Im vorigen Jahre stellte sich nach Abschreibungen von 12,4 Millionen der Reingewinn auf rund 6,4 Mit- lioncn, woraus eine Dividende von 6 Proz. ausgezahlt wurde. Wir kommen auf den Abschluß der Gesellschaft nach Derösscntlichung des Geschäftsberichtes und der Bilanz noch zurück. Elektrorationallsierung bringt Ersparnisse. Das zentrale Elettrizitätsamt in England(Central Electricity Board), dessen Aufgabe die Vereinheitlichung der eng- lisch«» Elektrizitätswirtschaft ist und das olle großen Kraftwerke Englands durch ein Netz von Hochspannungsleitungen verbinden will. meldet in ihrem kürzlich veröffentlichten dritten Jahresbericht aus der rationelleren Ausnutzung der Stromerzeugungsanlagen bereits eine Ersparnis von rund 20 Millionen Mark, die sonst für neue Kraft- merkbauten ausgegeben würden. Es ist dabei zu beachten, daß das Amt erst am Beginn seiner Tätigkeit steht und daß bei weiterem Ausbau des Ueberlandnetzes die erzielten Ersparnisse wesentlich höher zu veranschlagen sein werden. Die Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für die Woche zum 15. April berechnete Inderziffer der Großhandels- preise hat sich mit 112,3 gegenüber der Vorwoche(113,5) leicht erhöht. Heute Wahlen bei Siemens. Parole: Die Belegschast stimmt für Liste I. In einer gut besuchten Betriebsversammlung der Siemens und 5)alske A.-G., W'e rnerwerk. versuchte die Opposition, nachdem der Arbeiterratsvorsitzende Genosse Friedrich den Tätigkeits- bericht des Arbciterrats erstattet hatte, ihr„K a m p f p r o g r a m in" von 32 Punkten an den Mann zu bringen. Man verlangte für den Spitzenkandidaten der„roten" Liste eine Redezeit von einer halben Stunde, die ihm auch gewährt wurde. Dem Oppositionsredner ging aber die Puste aus, teilweise gingen seine Ausführungen im Gelächter der Versammlung unter. Von seinen 32 Forderungen, die er wahrscheinlich nicht alle im Kopf behalten tonnte, fehlten ver- schieden«. Er war nicht in der Lage, die Redezelt von dreißig Mi- nuten mit seinem Gestammel auszufüllen, sondern brach sie nach zwanzig Minuten Dauer ab. Genosse Friedrich wies in seinem Schlußwort auf die ganz„re- volutionäre" Tätigkeit dieser roten Betriebsräte hin. Im Siemens- Schuckert-Kabelwerk wurde zuerst mit Unter st ützung der Gelben, Razisund Stahlhelmleute je ein RGO.-Mann als Arbeiter- und Betriebsratsvorsitzender gewählt. Es machte sich aber nach kurzer Zeit die Neuwahl des Betriebsausschusses not- wendig. Was taten nun die RGO.-Anhänger in ihrem 5iaß gegen die freien Gewerkschaften? Sie stimmten geschlossen für die gelbe Liste, so daß der Obergelbe Martin Betriebsrats- Vorsitzender wurde. Damit aber nicht genug. Sie schlugen in der nächsten Arbeiterratssitzung selbst vor, ihm auch noch 30 Freistunden pro Woche zu gewähren. Der RGO.-Spitzenkandidat des K l e i n b a-u w e r k s erbat sich von der Firma 30 Mk. Unterstützung— zur Konfirmation seinerTochter. die er auch erhielt. Im Wernerwerk oerklagte ein„rotes" Betriebsratsmitglied, gleichzeitig Obmann der Schwerbeschädigten, eine arme Kriegerwitwe auf Zahlung von 100 Mark Miete pro Monat. Das Gericht sprach ihm bloß 70 Mark im Monat zu. Die Ausführungen des Genossen Friedrich wurden mit großem Beifall von der Belegschast aufgenommen. Die hauptsächlichsten Werke des Siemens>bönzerns wählen heute und morgen, ihre Be- triebsvertretung. Es ist notwendig, daß die Belegschaft aufgerüttelt wird und nur den freigewerkschaftlichen Listen ihre Stimme gibt. Parole: Die Siemens-Belegschaft wählt nur die Liste 1! Gewerkfchasten erfolgreich behauptet. Die Wahl im B E S.- B l o ck w e r k zeigte folgendes Ergebnis: Bei den Arbeitern: Belegschaftszahl 712(867), abegebene Stimmen: 573(673). Für die freigewerkschaftliche Liste: 333(449) Stimmen— 6(6) Betriebsratsmitglieder und 1(3) Ergänzungsmitglied: auf die Gelben entfielen 125(80-s-43) Stimmen— 1(1) Betriebsratsmitglied und 1(0) Ergänzungsmitglied. Ungültig waren 55(62) Stimmen. Im Vorjahr waren noch eine christliche und eine zweite gelbe Liste aufgestellt. Der Anteil der freigewerkschaftlichen Stimmen ist von 66,7 auf 68,6 Proz. ge- stiegen. Bei den Angestellten erhielt die L i st e des A f A- Bundes: 185(198) Stimmen— 2 Betriebsratsmitglieder(3) und 2(2) Ergänzun gsmitglieder, die Liste des bürgerlichen Misch- masch 86(125) Stimmen= 1(1) Vetriebsrotsmitglied und 1(2) Ergänzungsmitglied: die Liste der Nazi 76(0) Stimmen— 1(0) Betriebsratsmitglied und 1(0) Ergänzungsmitglied. Bei der Wahl in der Siemens u. Halste A.-G. Verwaltungsgebäude. erhielten die freien Gewerkschaften(Ange- stellte) 138(123) Stimmen— 3(2) Betriebsratsmitglieder und 0(1) Ergänzungsmitglied, die Liste der bürgerlichen Bcr- bände, auf denen auch einige Nazis kandidierten, 258(253) Stimmen— 5(6) Betriebsrotsmitglieder und 1(0) Ergänzungsmitglied. Auch hier ist für uns ein Fortschritt zu buchen. Die Betriebsrätewahlen im Siemens-Konzern stehen im Zeichen der Wirtschaftskrise. Die Belegschaftszahlen sind gegenüber dem Vorjahre um etwa 2 0 Proz. zurückgegangen. Die radikalen Parteien von rechts und links versuchen, die Rot infolge der lang anhaltenden Kurzarbeit für ihre Zwecke auszuschlachten. Wa ggonsoollFlugblätter.diein ihrem Inhalt die größten Lügen enthalten, sollen als Zugmittel dienen. Die größeren Werk« wählen am 21. und 22. April. Es wird sich zeigen, ob die Phrasen- drescher ihr Ziel erreichen. Wie die NGO. führt. Das Unheil, das sie in Ainowfurth anrichtete. Im Februar und den ganzen Monat März hindurch brachten die„Rote Fahne" und ihr Ableger, dos„Vvlks-Echo" sortgcsetzt Kriegsberichte im Ludendorff-Stil über den Kampf der Arbeiter im Schöpfurther Hobel- undSägewerk in Finowfurth. Unter der glänzenden„Führung der RGO." wurden Wunder der Tapferkeit getan, nur mit Verachtung sprachen die kämpfenden Arbeiter von den Gewerkschastsbonzen, die sie schmählich„verroten" haben. Den Abschluß dieser Periode von Siegesberichten bildete eine kleinlaute Meldung in der„Roten Fahne" vom 2. April, wonach „durch Stillegung des Betriebs der Streik ab- gebrochen wurde". In der ,/) o l z a r b e i t e r- Z e i t u n g" finden wir jetzt eine ausführliche Darstellung der Vorgänge in Finowfurth. Dort befindet sich«in Sägewerk, das etwa 150 Arbeiter be- schästigt. Dieser Betrieb ist so ziemlich der einzige in der Provinz Brandenburg, der gut beschäftigt ist. Im allgemeinen ist der Ge- fchästsgang jämmerlich. Es sind nur noch etwa 1000 Arbeiter in den Betrieben, die früher zusammen 7000 bis 8000 Ar- beiter beschäftigt haben. Bis zum Frühjahr bestand ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrog. Diesen und das gleichfalls all- gemeinverbindliche Lohnabkommen hatten die Unternehmer gekün- digt, um Verschlechterungen durchzuführen. Den Vertretern des Deutschen Holzarbtiteroerdandes gelang es, diese Der- schlechterungen größtenteils abzuwehren. De? Tarifvertrag wurde fast unverändert wieder in Kraft gesetzt, eine Lohnkürzung um etwa 6 Proz. konnte aber nicht ver- hindert werden. Bei den gegenwärtigen Zeitläuften bedarf das keiner weiteren Erklärung. Eine Konferenz der branden- burgischen Sägewerksarbeiter hat den Abschluß auch fast einmütig gebilligt. In Finowsurth war man aber sehr unzufrieden. Man konnte nickst verstehen, daß der Lohn gekürzt werden soll, wo der Betrieb gut beschäftigt und alle Arbeiter organisiert sind. Für die Solidarität mit den Kollegen in den übrigen Betrieben, die mit weit größeren Lohnabzügen rechnen mußten, wenn kein Vertrag zustande kam, hatte man kein rechtes Verständnis. Die k o m m u- nistisch orientierte Ortsverwaltung wandte sich an d i e R G O., die sofort bereit war.«in Feuerchen anzuzünden. Der Streik wurde beschlossen, und in einer Versammlung. zu der man die Arbeitslosen aus dem ganzen Finowgebiet zusammengetrommelt hatte, wurde die„gemeinsame Front aller Streikenden und Erwerbslosen unier Führung der RGO." gebildet. Der anwesende Gauvorsteher wurde niedergeschrien. Man beschloß aber trotzdem, daß er noch einmal mit den Unter- nehmern verhandeln sollte. Das geschah im Beisein des Betriebs- rots, und dabei stellte sich heraus, daß die Behauptungen über weitergehende Lohnabzüge stark übertrieben waren. Immerhin gelang es, die Ueberlöhne für einige Arbeiter, denen sie abgezogen werden sollten, zu sichern und die Wiedereinstellung des einen von zwei entlassenen Kollegen zu erreichen. Di« Streikenden, denen darüber berichtet wurde, beharrten unter dem Einfluß der RGO. aus ihrem Streikbeschluß. Die Beziehungen zum Verband wurden abgebrochen. DieRGO. hatte dieFührung. Sie rührte nun fleißig die Reklametrommel, nur mit der Unter- stützung der Streikenden, die die RGO. übernommen hatte, stand es mies. Die höchste Unterstützung, die gezahlt werden konnte, betrug für die B e r h e i r a t e t e n 8 M., für die Ledigen 3 M. pro Woche. Auch eine große Sammelaktion bei der Bevölkerung wurde unternommen. Sie erbrachte, wie das„Bolks-Echo" berichtete, Lebensmittel im Werte von 30 M. und 19,70 M. bares Geld. � Aber während in der kommunistischen Presse mit vollen Backen der Ruhm der RGO. verkündet wurde, ging der Streik unaufhalt- sam der Niederlage entgegen. Der Stahlhelmführer in Eberswalde übernahm die Lieferung von Streikbrechern. Der Stahlhelm ist in der Beziehung leistungsfähig, es bereitete ihm auch kein« Skrupel, dem Juden Selig Solomon aus der Patsche zu helfen. Etwa 60 der Streikenden sind wieder in den Betrieb zurückgekehrt, der jetzt voll besetzt ist und i» dem nun der Stahlhelm domi- n i e r t und nach den Bestimmungen des vom Holzarbeiteroerband abgeschlossenen Vertrages Differenzen regelt. S8 Arbeiter find auf der Strecke geblieben. Das ist das Ergebnis eines sinnlosen Streiks. der, von der RGO. unternommen und geführt, ausschließlich gegen die Gewerkschaft und gegen die Arbeiter gerichtet war. Die von der RGO. angeführten Arbeiter sind jetzt kuriert. Die Ortsverwaltung, die ihre Organisation so leichtsinnig der Zer- slärungswut der RGO. überantwortet hat, hat sich schriftlich ver- pflichtet, die frühere Arbeit sür den Verband miede« aufzunehmen. Verlängerung der Arbeitszeii! Die»zeitgemäße" Forderung der Kohlenbarone. Der Z e ch e n v e r b a n d hat am Montag seine Forderungen für die Abänderung des von ihm gekündigten Rahmen tarils i m Ruhrbergbau bekanntgegeben. Die Forderungen, die etn« ganze Reihe von Verschlechterungen enthalten, lauten: Arbeits- und Schichtzeit richten sich noch den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen, d. h. die S i e b e n st u n d e n s ch i ch t unter Tage soll aus dem Rohmentarifvertrag verschwinden. Für die Uebertagearbeiter wird die Arbeitszeitfrag« durch ein besonderes Abkommen geregelt, wofür neun Stunden Arbeitszeit bei zehnstündiger Schichtzeit in Frage käme. Von den Massenent- lassungen im Ruhrbergbau, den Feierschichten, der Ueberfüllung der Halden, von der katastrophalen Arbeitslosigkeit und der selbst von Unternehmern anerkannten Notwendigkeit, die Arbeitszeit zu ver- kürzen, haben die Kohlenbarone offenbar noch keine Ahnung. Zu- schlüge für Sonntags- und Feiertagsarbeit werden gesenkt: für Sonntagsarbeit von 50 auf 25 Proz., für die Arbeit an hohen Feiertagen von 100 auf 50 Proz. und für die Ueberarbeit an Werk- tagen von 25 auf 10 Proz. Di« Höchstdauer des Urlaubs von 12 Tagen wird erst nach 20jLhriger Tätigkeit unter Tage erreicht: bei 15jähriger Tätigkeit werden 11, bei Ivjähriger Tätigkeit 10. bei 7jähriger Tätigkeit 9 Tage Urlaub gewährt. Der Urlaub unter dieser Grenze richtet sich nach den alten Bestimmungen. Bezahlung der Urlaubsschichten erfolgt nur noch in.Höhe von 75 Proz. des Lohnes unter Ausschluß des Kindergeldes. Der bisherig« Mindestlohn für Gedingearbeiter wird um 5 Proz. gesenkt. Die Zahlung des Haus- standgeldes kommt in Fortfall, desgleichen die Zahlung des Sozial- lohns in Krankheitsfällen. Hausbrandkohle wird nur noch bis höchstens 100 Zentner jährlich, und zwar in der Menge des eigenen Bedarfs während des Arbeitsverhältnisies geliefert. In den Verhandlungen am Donnerstag werden die Gewerk- schaften ihre Gegenforderungen stellen. Llferloser Lohnabbau. Zum Lohnkampf im mitteldeutschen Steinsetzergewerbe. In dem Lohnkampf im mitteldeutschen Stein« setzergewerbe hotte seinerzeit der Amtsgerichtsrot Lichten» stein als Sonderschlichter mit den Unternehmern einen S ch i e d s- s p r u ch gesollt, der die Löhne um 20 Pf. pro Stunde oder MAGGj' Suppen 4 A kosten nur noch I w""9 der Würfel 14 Prnz. abbaute.„Nur blutenden Gerzens," wie die Unternehmer iw Reichsarbeitsministerium erklärten, hätten sie diesem ungeheuer- lichen Schiedsspruch zugestimmt, der nach ihrer Meinung die Löhne noch viel zu wenig abbaute! Unter diesen Umständen war natürlich nicht zu erwarten, daß bei den Nachverhandlungen im Reichsarbeitsministerium eine Eini- gung zustande kommen konnte. Es ist auch nicht zu erwarten, daß das Reichsarbeitsministerium den Unternehmern den Gefallen tut und diesen Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Das Joch Moskaus. Spionage zur Brotlosmachung deutscher Arbeiter. Frankfurt a. TU., 20. April(Eigenbericht). Die im Zusammenhang mit der kommunistischen Spia- n a g e a f f a r e bei den Werken der I. G. Farben in Höchst ent- lassenen 23 Arbeiter waren restlos Mitglieder der RGO. Das von dem Hauptspion D i e n st b a ch bis ins kleinste aus- gearbeitete Werkspionagesystem ließ an Planmäßigkeit und Syste- matik auch nicht das geringste zu wünschen übrig. Alle Mitglieder der RGO. und der chemischen Industrie waren in Gefahr, von einer gutbezahlten Clique zur Spionage mißbraucht und ine Verderben gezogen zu werden. Mancher ehrliche radikale Ar- beiter ist, ohne daß er es ahnte, aus reiner Fahrlässgkeit zum Mitschuldigen geworden: denn das war das Gemeine an der Hand- lungsweise des Dienstbach und seiner Helfershelfer, daß sie ihre Opfer aushorchten, ohne daß sich diese der Tragweite ihrer Aus- sagen bewußt waren. Den RGO.-Spionen kam es nicht nur darauf an, die Analysen von Rezepten und andere Betriebsgeheimnisse in die Hände zu de- kommen. Sie versuchten auch, sämtliche Fabrikationsmethoden der deutschen chemischen Produktion zu erhalten. Dieser großangelegte Versuch geistigen Diebstahls dürfte) an seinem Ausmaß und seinen Methoden gemessen, in der Geschichte der Betriebsspionage der letzten Jahrzehnte einzig dastehen. Wäre der Plan der obersten Leitung der RGO. und seiner Helfershelfer geglückt, so hätte das praktisch die Brotlosmachung voö Tausenden von chemischen Arbeitern in Deutschland bedeutet. » Die' kommunistische RGO. und die„Rote Fahne" suchen den Jndustriespionagefall Steffen u. Co. mit Schlagworten wie: Polizeimache. Polizeischwindel, Rache für den roten Betriebsräte- sieg, Intrigen ausländischer Mächte usw. obzutun._ Aber einmal schon verfing sich der Organisationsleiter der RGO., Stessen, in den Maschen der deutschen Justiz wegen einer Sache, die mit In- dustriespionage gewisse Berührungspunkte hat. Vom Ainlsgericht Ilmenau i. Th. wurde Steffen 1028 zu 400 M. Geldstrafe verurteilt, weil«r bei seiner sehr intensiv betriebenen An- Werbung von Glasfacharbeitern für Sowjet- r u ß l a n d die vom Gesetz gesteckten Grenzen überschritten hatte. Die bemerkenswerte Vielseitigkeit von Steffen, der neben seiner Tätigkeit als Organisationsleiter der RGO. zur Zerstörung der Ge« werkschaften in der chemischen, Papier-, Glas- und keramischen In- dustrie noch die eines Jndustriespionagechefs ausübt, steht offenbar im Gegensatz zu seinen Erfolgen. Auch aus gewerkschaftlichem Gebiet. Um von der Sache in Höchst a. M. abzulenken, greift die„Rote Fahne" zu dem alten Schwindel, der von Steffen, dem Orga- nisationsleiter der RGO., schon vor Iahren in die Welt gesetzt wurde, von den Millionen Farbenaktien, die Steffen dem Fabrikarbeiterverband als Besitz angedichtet hat. Ja, sie kommt mit einer neuen Lüge, die selbst ein Steffen nicht zu verbreiten wagte— und das will schon etwas heißen—, nämlich daß der Gau- leitet Drahns vom Fabrikarbeiterverband Aufsichtsratsmitglied der ZG.'Farben.Zndusttie sei. Eine dümmere Lüge, in der die Dumm- heit nur noch von der Gemeinheit Lbertroffen wird, konnte sich die „Rote Fahne" nicht aus den Fingern saugen. Wenn Stessen seine erbeuteten chemischen Geheimrezepte so behandelt, wie die„Rote Fahne" die Wahrheit, dann werden seine Auftraggeber wenig Nutzen davon haben. Verkürzung der Arbeitszeit. Im mitteldeuischen �Braunkohlenbergbau gefordert. Halle a. d. S.. 20. April. In der von rund 400 Funktionären der am Tarifvertrag be- teiligten Gewerkschaften besuchten Konferenz berichtete Schmidt vom Verband des Bergbau-Jndustriearbeiterverbandes über die Verhandlungen mit den Unternehmern über eine Herabsetzung der Ar- beitszeit. Die Konferenz faßte nach eingehender Beratung eine Entschließung, die in der Hauptsache besagt: Die am 19. April 1931 in Halle tagende Delegiertenkonferenz für den mitteldeutschen Braunkcchlenbergbau anerkennt die Bemühungen der am mitteldeutschen Braunkohlentarisoertrag betet- ligten Gewerkschaften um die Verkürzung der langen Arbeitszeit. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit und der besonderen Lage auf dem Kohlenmarkt hält die Konferenz eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit für eine dringende Notwendigkeit. Die Verkürzung muß auch auf die Arbeiter im Tiefbau ausgedehnt werden. Es ist u n m ö g l i ch, für die Arbeiter unter Tage eine längere Arbeitszeit zu behalten als für Arbeiter über Tage. Aber auch dos Angebot der Unternehmer in der Frage des Lohnausgleichs erachtet die Konferenz als nicht genügend. Der Braunkohlenbergbau kann nach allem am Lohnausgleich bei Einführung der verkürzten Arbeitszeit mehr tragen, als der Unter- nehmeroorschlag enthält. Die Konferenz fordert die Gewerkschaften auf, die V e r h a n d- l u n g e n weiter zu führen. Falls sie scheitern, beauftragt die Konferenz die am Tarifvertrag beteiligten Gewerkschaften, die K Ü n- digung des Mehrarbeitsabkommens zum ersten zulässigen Termin auszuspreehen. Was wird aus der Knappschaft? Die Bergarbeiter erwarten Antwort von der Regierung- Bochum, 20. April.(Eigenbericht.) Eine Vertreterkonferenz des Vergbau-Industriearbeiterver- bandes, Bezirk Ruhrgebiet, nahm am Sonntag in Bachum zur Knappschaftsfrage folgende Entschließung an: „Die am 19. April in Bochum versammelten Vertreter des Bergbau-Industriearbeiterverbandes aus dem Ruhrgebiet bringen zum Ausdruck, daß die bisherige Haltung der Regierung zur Sanierung der Knappschaft die Bergarbeiter schwer ent- täuscht und maßlos erbittert hat. Trotz der Zusagen, die den Bergarbeiteroertretern in der Hauptversammlung der Reichs- knappschast gemacht worden find, haben bis jetzt weder Regie- rung noch Reichstag die entscheidenden Maßnahmen zur Be- Hebung der knappschaftlichen Finanznot unternommen. Die Vertrauens- und Betriebsobleute des Verbandes der Berg- bauindustriearbeiter Deutschlands fordern deshalb von der Reichs- regier ung eine eindeutige Erklärung über ihre Stellung zum knapp- schastsproblem. Sie weisen mit Nachdruck und aller Eindringlichkeit nochmals darauf hin, daß der Knappschaft schnellstens und aus- reichend geholfen werden muh, wenn den Bergarbeitern keine neuen und unerträglichen Opfer zugemutet werden sollen. Diese Zu- mutungen werden um so unerträglicher, da die Fehlbeträge der Knappschaft vor allem durch den katastrophalen Beschäftigungsrück- gang im Bergbau und durch den Fortfall der Hilfe aus der Lex Brüning verursacht worden sind." Abwehrkampf der�ohrleger undBauklempner Schlichtungsausschuß will Löhne um S— itO proz senken. Die Lohnabbauwelle hat nunmehr auch das Berliner Rohr- leger- und Bauklempnergewerbe erreicht. Wie in der letzten Zeit schon so ost, erwies sich der Schlichtungsausschuß gegen die Flut der Abbausorderungen der Unternehmer dieses Gewerbes wieder als ein schlechter Staumeister. Die Tarifgemeinschast der Zentralheizungsindustrie, der Gas- und Wasserleitungsfachmänner � und des Klempnergewerbes von Berlin hatte nach der Kündigung des Lohntarifes zum 31. März einen Abbau der Tariflöhne und Akkorde in allen Gruppen u m 2 3 Proz. gefordert! I» den Parteiverhandlungen kam in- folge des starren Festhaltens der Unternehmer an ihren Forderungen eine Verständigung nicht zustande. Der von den Unternehmern an- gerufene Schlichtungsausschuß sällte schließlich einen Schiedsspruch, der für die einzelnen Gruppen einen Abbau der Tariflöhne zwischen 8 bis 10 Proz. vorsieht. Der tarifliche Spitzenkohn würde nach dem Schiedsspruch zum Beispiel von 1,70 je Stunde auf 1,53 M. gesenkt werden. Der Schiedsspruch bringt weiter einen Abbau der Landzulage von 7 auf 6 M. und des Akkord- Zuschlages, der bisher 127 Proz. auf den am 13. Juni 1913 geltenden 'Akkordlohn betrug, auf 117 Proz. Die so reduzierten Löhne und Akkorde sollen bis zum 31. März 1932 gelten. Die stark besuchte gemeinsame Branchenversammlung der im Metallarbeiter-Verband organisierten Rohrleger und Helfer sowie der Bau-, Gas- und Wasserklempner gestern abend im Saalbau Friedrichshain lehnte-.den Schiedsspruch nach einem kurzen Situationsbericht des Bevollmächtigten, Genossen Eckert, und einer verhältnismäßig kurzen Aussprache einstimmig ab. Sic beauftragte die Ortsvcrwaltung. alle Schritte einzuleiten, die geeignet sind, die Verwirklichung dieses skandalösen Schiedsspruches a b- zuwehren. Nach den entsprechenden Vorbereitungen der Orga- nisation wird am Donnerstag, am Tage vor dem Ablauf der.Er- klärungsfrist, eine neue Branchenversammlung im Gewerkschaftshaus die entscheidenden Kampfbeschlüsse fassen. Aussperrung in Dänemark veriagi. Kopenhagen, 20. April.(Eigenbericht.) In Dänemark haben die Unternehmer die geplante Aussperrung vorlausig bis Freitag verschoben. Es besteht die Möglichkeit, daß bis dahin in der Metallindustrie eine Einigung erzielt wird, so daß die Großaussperrung vermieden werden kann. In der Schuhwarenindustrie scheint es jedoch zu einer Aussperrung von 4000 Arbeitern zu kommen. Verband der M»ler, Lackicrcr'G�ktion. Morq««. Mittwoch, 17U' Uhr, im berliner Gowerkschaftshaus, Engeld fcr 24—23, 6ncl 3, SÄtionsversammlunn der Lackierer.„Berufs, und Unfallgefahren, im Lackier crgcw erbe." Referent Kollege Otto Schiemann. tstellungnahme sunt T erbau dstag in Breslau. Neuwahl der Sektionsleitung. Erscheinen eines jeden Kollegen unbedingt iwt- wendig. Die Scttionsleitung« Freie Gewerkfchafis-Lugend Berlin nt«, Di,nswo, W/i Ul>r, tagen die(Bnippeit: Treptow: Iugrnddrim Schul« Wildenbruchftr. öS— SZ iHaeUiinniec).„Die ff®3. in Wort und Bild.— ffrenlfurtet Alle«: Ctädt. Iugenddeim Litauer Sir. IS. Dnftefterfonjctt. Otto Stiiflct iourmt mit dem chramillspi>au.— Lichtenberg: Doffcftt. 32.„Die Trau im Erroerddleben."— Ren-Lichteubers: Jugendheim (bunterstr. 44. Heiterer Abend.— Paulow: guffendfjehn Äimngcnftr. 4S, Simmcx j.„ff®?.— SAZ. und Iungdanner."—«ewerlschckttobou»: Jugend- beirn Tugelufer 24— 25, Saal 11, ffabritardeiterperband.„Der einzelne in dee chemeinschaft."— Schöueweide:?ugendb«im Niederschönemetde, Berliner Str. 31. ..Bul> und Model."— Ablerohol: Zugendheim Bismarckitr. I.„Wir sind im Schitnerpelder IuaendHeim."— Weddiog: Iiigendbeim Willdenomstr. 5 II.»®e. schichte der deutschen freien Gewcrtschasten."— Ostend«: Iugentcheun flarle- borst, Sreilomastce 44 istantschule)...Märtische Märchen und Sagen.— Aruowalder Platz: Iugendbeim Pasteurstr. 44(Oberrealschule, pari., Sim. 13. Buntes Allerlei.— Zugendgruppe des chesamtxerbande»: Im Saal 4 de»®e» merkschastzbundes. Engeluser 24—25;»Mit dem 3. Most-Schooer„Pamir"»o» Hamburg»ach Südamerila". ffilmparfiibrung. Beginn 20 Uhr. @Luaendqruppe desZeniralverbandeS der Angestellten Heute, Diens'ag, finden folgende Veranstaltungen statt; Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. IS— Iv. Vortrag:„Entstehung� Entwicklung und Ausbau der>Sewerksä>aften". Nescrent Krause.— Lichtenberg: Zugendheim Gunterstr. 44. Kurzreferate:„Mas will der ffdA.?"— Der Sprech- und Beweaung-char hält ab 20 Uhr IN der Schule(Turnhalle) Baruther Strafte seinen Uebungsabenh ob. Allgemeine Wetterlage. 2aAppil.>l931.abds. Die Druckunterschiede über dem östlichen Mitteleuropa ver- schwinden allmählich. Das Tief über Polen, das. am Montag noch der Ostseeküste und Ostpreußen Niederschläge brachte, füllt sich aus. Die Temperaturen sind im Binnenlande allgemein aus 11 bis 13 Grad Celsius gestiegen, nur an der Ostseeküste stiegen sie kaum über 7 Grad. Da der Luftdruck im Westen Europas steigt, während er über Skandinavien, Polen und den Ostseegebieten fallt, müssen wir damit rechnen, daß uns in den nächsten Tagen weiterhin Lust aus Nord- und Osteuropa zugeführt wird. * Wetteraussichten für Berlin: Wechselnd bewölkt und ziemlich kühl, besonders östlich der Oder Niederschlagsneigung.— Für Deutschland: Im Nordosten noch stellenweise etwas Niederschlag, ebenso iin Nordwesten, sonst wolkiges bis heiteres, nachts recht kühles Wetter. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlm (Zinseodonaeo für diese?wbrs? nur av das Iogendfekretaetckl.".- � Beffta GW 6Ä, OvdenstraH« 3 heute. Dienstag. 13)- Ahr: Beiunenpiatz: schule Wiesen strafte: Eiusuhrungiabent.— Sackplatz: Serichtstr. 12—13: Einfuhrungsabeuh.— Leopolbplatz: Schule Utrechter Strafte: „Jugend und Wandern".— Schillrrparl: SäMmugstr. 17: EinfUhrungsabend.-- Webding: Willdenowstr. 5:„Bdlschewisnuis. die einzige Rettung?"— Bcdding- Nord: Turiner Ecke Seestrafte:„Unsere Arbeit, unser Birten".—«ruimploh: Sonnenburger Str. 20:„Das Mädel in der Jugendbewegung".— Aruownldee Platz I: Rastenburger Str. 13:„Unser Zugend-schutzviogramm".— Baltau: Mandelstr. 2;„Ein Blick in» Dritte Reich".— Helmholtzplatz: Danziger Str. K. B. 2:„Sawjeidiktatuc".— Humannplatz: Elelmstr. 39—35:„Warum Arbeiterjugend?"— Nordosten 7: Danziger Str. 52. B. 3:„Einführung in die Wir:. schaftsgeschichte".— Weiftensee: Parlstr. 36;„ffreitärperlultur".— Sorther Platz: Kastanienallee 32: Arbeitsgemeinschaft.— Halenheide: Wassertorstr.!>: lleben.— Köpenickee Viertel: Wrangelstr. 128:„Sexuelle ffrogen".— Reiche». berge« Viertel: Reichenberger Str. 65;„Soziale Wirtschaftstheorie".— Tuben: Slordilt. 11, S- D:„Unsere ffesUultuu".- Schövebera I: Hauptstr. 15: Politisch. satirischer Abend.- Sharlottcnburg,«eitere: Rosinonstr. 4: Arbeltsgemei». schaft. Jüngere:„Durch die Lüneburger Heidr".— aharlottenburg-Sitd: Moll. strafte 76: Besprechung der Pfingstsghrt.— Steglitz 1: Albrechtstr. 47: E:n. fill>rungsabc»d.— Neu-Tempelhos: Wintgensstrafte: Kurzreferate.— Britz: Chausseestr. 48:„Die Zentrumspartei".— Neukölln I: Sander. Ecke Sodrechl» strafte: Ctnfllhrungsabend.— Reutiilln Mr Eteinmetzitr. 94: Kurzreferate.— Neukölln III: Zlethenstr. SS:„Kommunalpolitik", IN.— Reulöln IV: Kanner Etmfte:„Kommunismus— Sozialismus".— Reuköll« VI: Treptower Str.#6: Berbeabend.— Neutölln VII: KMS.:„Welche Bedeutung hat der l. Mai für die Arbeiterschaft?"— Neukölln IX: Schierkestr. 44: Arbeitsgemeinfchast.— Neukölln-\:,-Jfcgf(r. 20:„Der Jugendliche in der ffamilie".— Neukölln XI: fflughgfenstr. 63:„Einkithrung in die sozialistische Eedantenroelt". I.— Köre- nick II: Dahlwitzer Str. 15: ffghrtenberichte.— Reinickeudars.Ost: Lindauer Strafte: Rimdeun-tabeud.— Tegel: BaHnHofftr. 13:„Warum SAI. und nicht KIZ.— Pankow 7: Görfchitr. 74:„«Tgtum SRI.? SS®. Pankow: Kisstngenstr 47. 17?) Uhr Mitgliederrersammlung. Wrrbebeziel Mittr: Wir beteiligen un» an der ffrauenperanstaltung im „Hartcfätcn Hof". Alle Eruppenveranstaltunge» fallen aus. «erbebezirk Tchönebrrg: 30 Uhr Eprechchorprobe, Warilmrgschule: morgen, 20 Uhr, Borstandssitzung, Hauptstr. 13. Wrrhebezirt Tiergarten: Morgen, 10!», Uhr, Sprechchorprobe. Waldenser- Billardmeiftee-Turuiere Schwei»bock Poensgen und Weift Schweinbick. Am Dienstag. 21. April, 16'b Uhr. beginnt im Mota Efti. Leipziger Ecke ffeiedrichstrgfte das Revanche-Turilier zwischen den beiden deutschen Meister» Schwoinböck(Profi) gegen Poensgen(Amateur) über 2000 Punkte, bei 300 Punkten Vorgabe an Poensgen. Sefpielt wird täglich bf, einschlieftlich Freitag ab 16% und 20 V4 Uhr. KARLSBAD MARIENBAD FRANZENSBAD IE PÜTZ-SCHÖNAU AUSKÜNfTt DURCH AUE REISEBÜROS ODER DURCH DIE KURVEftWAlTUNCEN DER OBCENANNTEN BÄDEB Preise aar Dienstag und Mittwech! Fleisch und leiehtverderblielie A ilk A Verkauf soweit Vorrat Suppenhühner� 0,95 Wurstwaren Fetter Speck...... Pia. 0,68 Speckwurst.......... tu. 0,65 Sülze................... Pfd. 0,48 Feine Leberwurst pra. 1,08 Jagdwurst............ pra. 0,98 Zervelat oa. Salami Pia. 1 ,35 Fette und Käse Molkereibutter..... 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I Danksagung Für die uns in so reichem Maße erwiesene Anteilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Opas Gustav Brenner sagen wir allen Freunden und Bekannten, ganz besonders Herrn Bauer, dem Verband der Buchbinder, dem Personal der Firma Lüderitz& Bauer, dem Personal der Firma Frydrychowicz, dem Siedlungsvcrein„Daheim", der Belegschaft der Vorwärts-Buchbinderei, der Sozialdemokratischen Partei und Jugend unseren innipsten Dank! Im Namen der Hinteibliebenen Frau Ww. Anna Brenner» geb. Schmidt. Marien dort, Siedlung„Daheim", Ankogelweg. Am 17. April verschied plötzlich m» folge Echlagonfall unsere liebe Mutter Frau Rosa Strauch im Alter von 54 Jahren. Im ticsen Schmerz Er! di Siraucfa u. Angehörige Lichtenberg, Gürtelftr. 35. Di« Einäscherung findet am MitI- «och, dein 22. April, abend» 6 Uhr, im Ätcmotorium Baumschulenweg statt wlrktaa sind die KLEINEN ANZEIGEN In der Gesamtauflage des»Vorwärts" und Sonntag, den 19. April, verstarb nach langem, schwerem Leiden meine innigsigeiiebt» Frau, unsere gute Mutti krieaa«eiiUe im Alter von 41 Iahren. In tiefem Schmerz Johannes Oehlke and Kinder Sie Einäscherung findet Mitlivach, den 32. April. UP/, Uhr, im Arema- tarium Serichtstraße statt. IleiilidiH MzIIMiiei-MM Verwaliangastcllc Bertin Todasanzeig« Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Ztallege, der Rohrleger Herrn. Oschütz am 10. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dien». tag, dem Lt. April. 13>a Uhr. von der Leichenhalle de» Zentralsrieddafe» in Lichtenberg-Friedrich.selde au» statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 15. April starb unser Kollege, der VlrbeUer Ernst Wölfer Die Beisetzung hat bereit» statt» gefunden. Ehr« ihre«»ndenken! via Ortsvarvrattiing nur noch 6 Tage wird mein Lagerbestand in Herrenanzügen, Mäntel, Lederjacken, Hosen usw. zu jedem annehmbaren Preise verschleuderte darunter ein Poeten Modellanzüge bis 700/o billiger Schlußverkauf: 28. April Kupferberg Rosenthaler Str. 8 Oüo Mändicn« Helfen Grelifotm(t R.Ich itlc»lri«ri Halbleinen Preis 4.80 Nk. für Mügtiodor ndorprois) Asien gärt, und Auslands KolonSalpolilik... Hierzu bringen wir boraus: REUE INS ASIATISCHE TUWA Tuw», im Herzen Aliens, sei nur dem Nemen n.di eine lelbiiändtge Voiksrepubltlc, in Wirklichkeit eine Kolonie Sowjetrufjlendi, Monateleng lebte der Verl euer im Sommer und Herbit 1929 in den Jurten der Wender- bieten und in Lemeklöslem. Mit dem Ältesten mischt sich Neuestes. Leicht und(luisig geschrieben— intereiient durch seinen Moll— wiebfig lür die Kermlnis der russisdien Außenpolitik. VERLAG DER BUCHiBKREIS Berlin SW6t ♦ B e 1 1 e- A II ia n ce• P le tz 7 G.M. B. H. Seilet MMeUM Connecstog, Den 23. Upcit. abends 5 Ahr, Im Dresdner Garten, Dresdener Strohe«3 Versammlung der tzold» and Silberscfamlcde Tagesordnung� 1. Jahresbericht. 2. Sieuwaht der Branchenleitung. 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Das Ericheinen aller Kollegen in dieser Versammlung ist notwendig. Donnerstag, den 23. April, abends 2 Ahr, im Gewertschnfts- Hans, Sngetnser 24-23 5000 TO. 60513 108241 4•♦Binn» ,u 30C0 M. 219139 245341 10®CBinn« ,» 2000 M. 28455 78130 117032 133S02 249617 20©etirinne|u 1 000 9B. 50028 1 19467 154427 196402 221245 236604 243184 305429 345182 364291 50•noinne ,n 800 W. 8286 12554 41966 47699 104197 118775 122584 124071 138075 191796 219748 234664 234928 252661 265224 287852 268864 270666 308168 321076 330724 332958 363708 370668 396036 46 Vetotttac|a 500 M. 560 24188 34981 40768 46027 48792 53169 62736 82749 116183 120362 125336 141183 147544 160350 166890 172682 172763 218801 232802 257712 296201 361555 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2»ewmae 100000 92t. 219196 2«ctsinne zu 10000 92t. 42888 8»cotnnc zu 3000 921. 102507 118293 246868 380992 4•«»inn« zu 2000 92t. 1 1 3349 255942 30».IDimw zu 1000 921. 14129 90034 98159 149301 159400 177926 193280 242075 265220 278457 293124 295790 333894 342354 359978 28 tu 800 921. 11799 46151 117733 126323 152267 162700 172021 228378 232465 282542 296908 336742 344669 348029 46 Aewiaa- zu 500 921. 12602 50464 98180 99292 110346 120705 126078 1 23094 160062 222657 234920 25IS84 269017 273417 288S23 293182 302598 332142 332665 390816 394407 398081 399561 KLEINE ANZEIGEN iiiniiiiimHiiMminiiiiitiiiiiiiiimniiiiimimiiimiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimii Preise: überschrifttwort 2s Pfennig, Textwort 12 Pfennig Wiedarholungsrabatt: 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz. x Stellengcsucha; Oberschriffsworf 15 Pf., Textwort 10 Pf. ✓ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41/2 Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtl. 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