Morgtnausgab« Mittwoch ZZT* ÄuÄ'fa�S:■■ MWs rnnm I■■ Ii. Auswärts ilS Pf. einschließlich 60 Pf. Poftzeitun gs. �WW\ Bfl mm H»M>- WS I 72 PI. Postdeftellgebühren. Auslund»»— g/ DI» elnspalt. Nonparelllezelle 5» Pf, obomument 6,— TO. pro smonot; für I fV~�H 1 H H H H W) H W>|£/ ReNomezeile S,- RTO.„»leine An- Linder mit ermäßigtem Drucklochen- I H W> w>W»eigen" dos I-ltg-druckt« Wort SS Pf. Port» 5,— TO. r�H{| 1 B MW �M �M fettgedruckte Worte). * �W I KH 1 B/ meiter« Wort 12 Pl Roda» lt. Toris. Der.Dormätt,. erschein, mochenläg. MI Ml � M �M m°-i'.«1 Won l'Ks.°ÄÜn'.°ükI? Imm?,.' w?«b�d-n!-� � �Mv>7 W 15 Buchsioben zählen fr.t zwei Worte. �?m cho�e"m7'S.m'T�.De? X M»»'»»io��fotf �Lenttt"; MMMZ �Vevttnev Vvttsbtatt � Sentvawvsan der«Sozialdemokratischen Kartei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 kvernsprecher: Dönhosl LS2— A? Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Die Reichsregierung hat. da sie erst am Donnerstag wieder zusanmrentritt. zur Brotpreissroge noch keine Stellung genommen. Aon dem in erster Linie verantwortlichen Reichsernährung s- Ministerium hört man nur verlegenes Gerede. Cs sei selbst unangenehm überrascht gewesen, so erklärt es, obwohl es seit Wochen angesichts der Preisentwicklung mit einer Brotteuerung rechnen mußte und obwohl die Sozialdemokratie fast täglich die entsprechenden Maßnohmen zur Verhinderung einer Brotteuerung forderte. Am 23. April sollen Besprechungen stattfinden, um ,.uw «twünschte Folgen" der Preiserhöhung zu vermeiden. Wir kennen nur eine einzige„unerwünschte" Totsache: das ist die Verteuerung überhaupt. Diese Verteuerung muß beseitigt werden, und es gibt hier auch keinerlei Kompromiß etwa in der von Schiel« osfenbar gewünschten Richtung, daß man den früheren Preis nur für ein„neues Brot" aus Roggenschrot herstellt. Die Sozialdemo- kratie kann sich nicht dazu hergeben, auf Umwegen klare Verpflich- tüngen der Regierung umgehen zu lassen. Nachdem früher schon mehrere Brotfabriken die Preise wieder erhöht hatten und auch die Bäcker jetzt gefolgt sind, hat auch die K owsu m genösse njchaft Berlin und Umgegend der Roggen- und Roggenmehlverteuerung im Brotpreis durch einen 2rPf«nnig-Aufschlag Ausdruck geben müssen. Das mag bedauerlich sein, ist aber neue Anklage gegen die Untätigkeit der Reichs- regierung. Die Pflicht der Regierung. Wenn nicht sofort ganz energische Gegenmaßnahmen unter- nommcn werden, muß man mit einer allgemeinen Verteuerung des Brotes in ganz Deutschland rechnen. Darf die Reichs- regierung dieser neuen völlig untragbaren Belastung des Ar- beiterhauÄfalt tatenlos zusehen? Besteht nicht für die Reichsregie- rung eine rechtliche Verpflichtung, selbst wenn sie es vor sich zu verantworten glaubt, den ausgehungerten Arbeitslosen den Brot- korb noch höher zu hängen, einer Steigerung des Brotpreises ent- gegenzuwirken? Diese Verpflichtung besteht. Das Gesetz über Zolländerungen vom 28. März 1931 verlangt von der Regie- rung, daß sie mit allen ihr zurVerfügung stehenden Mitteln einer Erhöhung des Brotpreises über den vom Statist:- Oberbürgermeister Reuter. Stadtrat Reuter wird Oberbürgermeister von Magdeburg. Wie auei Magdeburg gemeldet wird, haben die dortigen Parteiinftanzen den Berliner Stadtrat, Genossen Reuter, als ftandidaten für den am 14 Mai ISZt frei werdenden Magdeburger Oberbürgermeister- Posten aufgestellt. Genosse Reuter hat seine Einwilligung zu der Nominieruug bereits erteilt. Lberbürgermeister von Magdeburg ist zur Zeit Genosse BeimS, der wegen Erreichung der Altersgrenze aus dem Amte scheiden muf>, das er seit ISIS mit großem Erfolge innehatte. Reuters Wahl zum Oberbürgermeister gilt als gesichert. Die Wahl wird voraussichtlich in der nächsten Woche erfolgen. Reuters Fortgang aus Berlin ist ein schwerer Verlust für die Reichshauptstadt. Reuters Werl ist die restlose V e r e i n h c i t- l i ch u n g des Groß-Berliner Verkehrs, ein Werk, dos oft auch van ausländischen Fachkennern als kommunalpolitische Großtat bezeichnet worden ist. In diesen Tagen geht London daran, seinen Verkehr nach Berliner Muster umzugestalten. Reuter konnte diese gewaltige Arbeit leisten, weil er stets auss engste mit der sozialdemokratischen Rathausfraktion zusammenarbeitete, die ihn nach besten Kräften unterstützte. Die Verschmelzung des Straßen- bahn-, des Hoch- und Untergrundbahnbetriebes mit der Omnibus- gesellschaft zu dem einzigartigen Riesenbetrieb, den die Berliner Verkehrsgesellschaft heute darstellt, ist Reuters unbestrittenes Ver- dienst. Die Zusammenfassung der einzelnen Verkehrsmittel in der Vorwäris-Verlag G. m. b. H. schcn Reichsamt ermittelten durchschnittlichen Brotpreis der letzten sechs Monate vor Inkrafttreten dieses Gesetzes vorbeugt. Am 1. April ist dieses Gesetz verkündet worden. Der gesehliche Brotpreis ist heule schon überschritte«. Eine Untersuchung ergibt, daß von 16 deutschen Großstädten in 11 Städten die jetzigen Brotpreise über dem Durchschnittspreis des letzten halben Jahres liegen. In nur vier Städten ist der Brotpreis gleichgeblieben, und nur in einer Stadt ist der jetzige Brotpreis niedriger als der Durchschnittspreis. Die Voraussetzungen für das Einschreiten der Regierung sind also gegeben. Aber nicht nur das. Die Regierung hat schon ihre Pflicht versäumt, da es im Gesetz eindeutig heißt, daß sie einer Erhöhung der Brotpreise vorbeugen(!) muß. Das ist nicht geschehen! Und was gedenkt die Regierung jetzt zu tun? Sie will, daß ein neues sogenanntes„Konsumbrot" in den Handel gebracht wird, das einen großen Teil Roggenschrot enthält, so daß eine Art Kommißbrot entsteht, das zum alten Preis, abgegeben werden soll, während die Preiserhöhung für das Normalbrot aufrechterhalten bleibt. Wir haben gewiß nichts gegen ein Roggenschrotbrot einzuwenden. Wir müssen aber s ch ä r f st e n Protest dagegen erheben, daß auf diese Weise das Gefetz von der Regierung umgangen wird. Es geht auf keinen Fall, daß man jetzt ein neues Brot schafft, das schon wegen seiner Zusammensetzung aus gesundheitliche« Rücksichien nicht von ollen Konsumenten verzehrt werden kann. Es-grenzt auch nahezu an Schwindel, wenn man erklärt, daß von nun ab dies dos eigentliche Konsumbrot fei, dessen Preis maßgebend für/die 5zandhabung der. gesttzlichcn Vorschriften sein soll.' Es ist nicht abzusehen, was das für Folgen-haben kann. Steigt der Roggenpreis, weiter, dann wird'man schließlich ein neues Brot herstellen, das gemahlenes Stroh als Zusatz' enthält oder schließlich Kohlrüben wie im Krieg. So darf weder ein Gesetz noch der gesetzliche Verbraucherschutz ausgelegt werden. Es kann daher nicht scharf genug von der Regie- rung gefordert werden, daß sie sofort die gesetzliche Vor- schrift erfüllt und dafür sorgt, daß der Brotpreis wieder sinkt. Dies kann entweder durch Räumung der staatlichen Roggen- bestände und durch Senkung des Zolls geschehen und auch durch zusätzliche Maßnahmen, die Bäckerspanne abzubauen, wozu in vielen Städten Gelegenheit sich bietet. sjand der Stadt brachte Berlin den Einheitstarif mit seinen gegenüber anderen deutschen, europäischen und außereuropäischen Großstädten außerordentlich billigen Fahrpreisen. Erst nach Wieder- Zusammenfassung des Berliner Verkehrs war es möglich, die in der Borkriegszeit auch in verkehrlicher Hinsicht so stiefmütterlich bedach- ten Arbeiterbezirke Berlins dem Untergrund- bahnverkehr zu erschließen. Heute gilt das Verkehrsproblcm Berlins in seinen großen Zügen als gelöst. Ernst Reuter steht im 42. Lebensjahr. Er stammt aus Oft- friesland. Von 1907 bis 1912 studierte er in Marburg und München Geschichte, Deutsch, Geographie und Nationalökonomie. Sein Studium schloß er 1912 mit dem Staatsexamen ab.- Bereits lange vor dem Kriege trat Reuter der Sozialdemokratischen Partei bei. Während des Krieges wurde er Ende 1916 schwer verwundet und kam in russische Gefangenschaft. Im Jahre 1922 wurde er Redak- teur der„Freiheit". Noch in dem gleichen Jahre ging er als Redakteur zum„Vorwärts" über. Vom November 1921 bis Oktober 1926 war er Stadtverordneter in Berlin. 1926 wählte ihn dann die Stadtverordnetenversammlung zum besoldeten Magistratsmitglied. Als solches übernahm er das Dezernat für die städtischen Vertehrunternehmungen, das er bis heute inne hat. Deutscher ZNinderhesienminister. Der neue rumänische Minister- Präsident Jorga erklärte, er werde sein besonderes Augenmerk auf die kulturelle Entwicklung der Minderheiten in� Rahmen des runiäni- schen Staates richten. Als Zeichen dafür bot er dem deutschen Ab- geordneten Rudolf Brandsch das Unterstaatssekretariat im Ministerpräsidium mit dem Referat für die Minderheiten an. Postscheckkomo: Berlin 37 536.— Bankkom o: BankderArbciler.Angestclltcnund Beamten, Lindenstr.3,Dt.B.u.Disc.-Gcs.,Dcpositenr.,JerusaIcmcr Str. 63/66. Krise in Oesterreich. Vau bYiedricü.Ä.U8tvrIit2-Wivn. Die Lage in Oesterreich hat sich erheblich verdüstert, und es wird immer deutlicher, daß das Land einer schweren Krise entgegengeht. Der plötzliche Rücktritt des Ministers für soziale Verwaltung deutet auf Sturm, und es ist nicht nur nicht aus- geschlossen, daß in kurzer Zeit die ganze Regierung in einen Engpaß von Verlegenheiten gerät, der sie zur Demission zwingt, sondern es ist eigentlich schon heute als unvermeidlich anzusehen. Politisch ist die Lage ganz friedlich. Der Ausgang der Novemberwahl hat die Ueberheblichkeit der Christlichsozialen so gebändigt, daß sie die Vorstellung, die sie namentlich in den letzten Iahren geleitet hat, nämlich die gesamte politische Herr- schaft in ihren Händen zu konzentrieren, völlig aufgeben mußten. An Stelle der„ewigen" Regierungen Seipel, deren Vorsatz es immer war, die Sozialdemokraten an die Wand zu drücken, ist die Regierung E n d e r gekommen, die sich unstreitig bemüht, auch mit der Opposition auszukommen und die die Dinge immer im Einvernehmen mit den Sozial- demokraten zu lösen gesucht hat. Dazu kommt, daß die in den Heimwehren und ihren Waffen verkörperte faschistische Gefahr so gut wie überwunden ist. Die Hahnenschwänzler, die 1929 den bewaffneten Putsch ganz ernstlich planten und mit dem Marsch auf Wien nicht bloß kokettierten, sondern geradezu rechneten, die sind kein ernst zu nehmender Faktor mehr, wer- den auch von niemand wichtig genommen, sind in sich ge- spalten und so kompromittiert, daß sie jede politische An- Ziehungskraft verloren haben. Politisch könnte sich also das gegenwärtige Regime, dessen Führer übrigens ein recht- schaffener Mensch ist, der sich von den Ränkespinnern um Seipel herum wohltuend unterscheidet, auch weiter halten, zu� mal die österreichische Sozialdemokratie alles andere als das Bedürfnis hat, Minister zu stellen. Das was Oesterreich bedrängt und geradezu eine all- gemeine Ratlosigkeit hervorruft, ist die Tatsache, daß der Niedergang der Wirtschaft auf die Finanzen des Bundes, wie übrigens auch der Länder und Gemeinden, einfach ver- Heerend wirkt. Einmal bewirkt die Wirtschaft mit der furcht- baren Arbeitslosigkeit, daß die öffentlichen Lasten immer mehr ansteigen, andernteils mindert sie, indem die Steuerobjekte verschwinden, die Steuereingänge. Die unentrinnbare Wir- kung sind große Defizite. In jedem Haushalt wachsen die Ausgaben und sinken die Einnahmen. Das Mißverhältnis ist weder durch Steuererhöhungen noch durch Ersparungen aus- zugleichen: aber ausgeglichen müßte es überall werden, wenn nicht wirtschaftliche Katastrophen die Folge sein sollen. Wie groß der Fehlbetrag des österreichischen Haushalts ist und wie groß er werden wird, ist natürlich noch unbekannt. Aber daß der durch die Genfer Aktion 1922 sanierte Bundeshaushalt für dieses Jahr mit einem für ein kleines Land beträchtlichen D e f i z i t zu rechnen hat, ist nicht zu bezweifeln. Dazu kommt das Loch bei den Bundesbahnen, die zwar ein sogenannter kommerzieller Betrieb sind, dessen Verluste aber, und das Loch wird immer größer, schließlich der Staat tragen muh. Die Regierung denkt nur an die Verminderung der Ausgaben und sie hat zu diesem Zweck einen Sparkommissar eingesetzt, der im Etat alles„Ueberflüssige" streichen soll: aber was ist bei einem Etat, der auch ein Niederschlag politisch-parlamenta- rischer Verhältnisse ist, schließlich überflüssig? Dann plant die Regierung eine entweder direkte(durch, eine Besoldungssteuer) oder indirekte Kürzung der Beamtengehälter. Da die Gehälter in Oesterreich gar nicht hoch sind und derartiges in Oesterreich nicht mit einer Notverordnung zu machen ist, so stößt die Regierung mit solchen Absichten auch auf die Gegner- schaft der bürgerlichen Parteien. Auch sonst ist die Lage der Republik im Augenblick wenig behaglich. Der Plan mit der Z o l l u n i o n hat ihr offenbar die Entziehung gewisser Freundschaften eingetragen, die zwar praktisch nichts bedeutet haben, aber doch eine gewisse i n t e r- nationale Reserve darstellten. Dann fordern die Agrarier mit dem ihnen eigenen Ungestüm, daß die an sich schon hohen und bereits wieder erhöhten Agrarzölle im nächsten Halbjahr in Kraft gesetzt werden. Unterdessen hat die Regie- Weg mit der Brotteuerung! Verlegenes Negierungsgerede.— Ltnmögliche Kompromißversuche.— Oie Regierung sott ihre Pflicht tun. Intemstionsler kraueitag zentrale Kundgebung/ Donnerstag, den 23. April, 20 Uhr, in beiden Sälen der„bleuen Welt" Redner für die Partei: Paul Löba, M.d.R., Klara Bohm-Schuch, M. d. R. Redner für die Gewerkschaften: Gertrud Ellert, Gertrud Hanna, M.d.L. Deutschland und Spanien. England hat die Republik anerkannt.— Skandalöse Passivität der Wilhelmstraße. Das eng!is6x Mnistcrium de» Auswärtigen Amtes hat gestern cfccnb offiziell mitgeteilt, daß Großbritannien und die britischen Dominions die provisorische Regierung der spanischen Republik anerkannt haben. Und Deutschland? Die Haltung des deutschen Auswärtigen Amtes in dieser Frage ist ein klassisches Beispiel diplomatischer Ungeschick- lichkeit, um nicht zu sagen: Unfähigkeit. Daß man nicht gerade als erste Großmacht diesen Schritt vollziehen wollte, ist zur Not zu verstehen, obwohl es auch nichts geschadet hätte, im Gegenteil. Nun war Frankreich vorangegangen, hatte bereits 48 Stunden nach dem Umsturz in Madrid die Initiative ergriffen, und der Weg für die übrigen Mächte war frei. Der„Vorwärts" hat am Sonnabendmorgen die Er- Wartung ausgesprochen, daß Deutschland nicht länger zögern würde. Das„Berliner Tageblatt" und andere demokratische Blätter erhoben danach die gleiche Forderung. Aber in der Wilhelmstraße rührte sich noch immer nichts. Dann hieß es, man wolle sich mit den anderen Groß- mächten verständigen, um diese Anerkennung gemeinsam mit ihnen zu vollziehen. Außerdem sei der Außenminister Dr. E u r t i u s von seinem Urlaub noch nicht zurückgekehrt. Die Verständigung mit den anderen Großmächten, falls sie überhaupt gesucht wurde, scheint wirklich großartig ae- klappt zu haben: Großbritannien vollzieht diese An- erkennung. Von der W i l h e l m st r a ß e hört man weiter nichts. Muß denn überhaupt Dr. Curtius dazu in Berlin sein? Hat er nicht einen Stellvertreter in der Person des Staats- sekretärs von Bülow? Gibt es keine Telephonleitung zwischen Berlin und Baden-Baden? War denn das Problem wirklich so schwer zu lösen? Ein Telegramm von drei Worten an den deutschen Botschafter in Madrid hätte genügt. Aber es scheint, daß die vielen Grafen, Freiherren und sonstigen„von", die im deutschen diplomatischen Dienst tätig oder untätig sind, gar keine Eile zeigten, weil es ihnen schwer fiel, den Sturz des monarchistisch-feudalen Systems in Spanien amtlich zu bestätigen. Mit ihrem Herzen standen sie eben auf der anderen Seite. Das gilt wahrschein- lich auch für den Botschafter in Madrid, den Grafen W e l c z e k, der zweifellos an diesem Skandal mitschuldig ist, denn wenn er etwas mehr gedrängt hätte, dann würde Deutschland nicht beschämend hinter anderen großen, mitt- leren und kleineren Mächten mit einer Geste h e r h i n k e n, die für die Beziehungen zu dem jungen siegreichen Regime von entscheidender psychologischer und damit auch politischer Bedeutung ist. Offenbar klammern sich die ängstlich widerstrebenden Ge- müter in der Wilhelmstraße an die Stelle in der Abschieds- botschaft AlfvNtz',.. wonach er nicht.abgedankt habe imd nur einstweilen ituf die Ausübung der Thronrechte ver- zichtet. Jene Herren Gräfsn, FteiherrSn und fottsttgen „von" hoffen nämlich im Grunde ihres Herzens, daß die Entwicklung dem geflüchteten K,önig recht gibt und daß die spanische Reoublik nur von kurzer Dauer sein wird. Das ist der Geist msler Diplomaten im auswärtigen Dienst der deutschen Republik, der sich in diesem Fall wieder einmal offenbart hat. Bonner Borussen! Für England war die Anerkennung insofern nicht ganz leicht, als das spanische E�königspaar mit dem englischen Königshaus eng verwandt ist. Trotzdem hat sich Deutsch» land, bei dem solche Hemmungen unseres Wissens nicht vor- lagen, sogar von England distanzieren lassen. Die Anerken- nung in London ist sogar an dem Tag erfolgt, an dem Alfons den englischen Boden betreten hat. Genau so wie Frankreich die spanische Republik anerkannt hat, unmittelbar nachdem der Flüchtling in Patls eingetroffen war. Will das deutsche Auswärtige Amt mit der Anerkennung der Republik Spanien etwa warten, bis Alfons nach Berlin gekommen ist? Natürlich kann nunmehr die Anerkennung durch Deutsch- land nur noch eine Frage von Stunden sein, wenn nicht das Auswärtige Amt von allen guten Geistern verlassen ist. Aber die Blamage für unsere Herren Diplomaten ist schon da. Und der m o r a l i s ch- p o l i t i s ch e Schaden für Deutsch- land leider auch. -i- Am gestrigen Tag haben u. a. auch Norwegen, Däne» mark, die Schweiz und mehrere l otcinamerikanische Staaten die Anerkennung der spanischen Republik vollzogen. Hochrufe im ungarischen Parlament. Budapest. 21. April. 3m ungarischen Parlament kam es heute, nachdem der Vorsitzende des verstorbenen Präsidenten des österreichischen Rationalrats E l d e r s ch gedacht halte, zu einem Zwischensall, als ein Sozialdemokrat dem Vorsitzenden zurief:„Warum begrüßen Sie nicht die neue spanische Republik?" Unter lärmenden Protesten der Rechten gegen diesen Zwischenruf erwiderte der Vorsitzende:.,3ch bcgeühe niemand!" Am Schluß der Sitzung kam es zu Sympathiekundgebungen der Sozialdemokraten für die spanische Republik und Hochrufen auf Spanien, was zu stürmischen Protesten der Rechten(!!) führte, zumal die Sozialdemokraten dabei in Zurufen von dem baldigen Erstehen einer ungarischen und einer italienischen Republik sprachen. Alfons in London. London, 21. April.(Eigenbericht.) Der Exkönig von Spanien ist am Dieirstagnachmiitag in London eingetrofsen. In Begleitung Alfons befand sich einer seiner Söhne, der in England seine Ausbildung als Seeoffizier er- halten soll. Angeblich ist das der eigentliche Grund des sechstägigcn Aufenthaltes Alfons in London, während dessen auch ein Besuch bei der königlichen Familie in W i n d s o r erfolgen soll. Ueber die endgültige Niederlassung des gestürzten Königs ist hier noch nichts bekannt. Man nimmt aber an, daß Alfons wegen der günstigeren st e u e r l i ch e n Verhältnisse Frankreich als Aufenthalt vor- ziehen wird. Auf dem Viktoria-Bahnhof hatte sich zur Zeit der Ankunft des Königs eine große Zahl Neugieriger eingefunden. Spaniens künstige Außenpolitik. Paris. 21. April.(Eigenbericht.) In einer Unterredung erklärte der spanische Außen, mini st er Lerroux gegenüber einem Vertreter des„Excelstor". daß zwischen Spanien und Italien kein Geheim, vertrag bestehe. Wenn ein solcher Vertrag bestanden hätte, so würde ihn die republikanische Regierung sofort zerrissen haben. Uebcr die Haltung Spanien? zur A b r ü st u n g s f r a g e sagte Lerroüx, daß Spanien sich von pazifistischen Grundsätzen leiten lassen werde. Der JBölt�rbund fei es sich selbst schuldig. alle-Hknderüifsa zll beseitige«, die sich der Abrüstung noch entgegen, stellten. In bezug auf die allgemeine Außenpolitik sprach sich Lerroux dahin aus, daß er für ihre Kontinuität und aLso, lute Unabhängigkeit sorgen werde. Bisher sei die Außen- Politik zu sehr von innerpolitischen Ereignissen beeinflußt worden. Der Minister äußerte sich schließlich für die Trennung von Kirche und Staat, erklärte ober zugleich, daß die Regierung zurzeit wichtigere Fragen zu lösen habe. Auslandskommunisten wollen wühlen. Paris, 21. April.(Eigenbericht.)' Die„Humanits" teilt mit, daß eine Abordnung fr an, zösifcher Kommunisten unter Führung des Abgeordneten Doriot nach Spanien reisen werde. Der Zweck der Reise sei, die spanischen Kommunisten der Solidarität des französischen Pro- letariats zu versichern und ihnen eine wirksame Unter st ützung bei ihrem Kampfe gegen die„bürgerliche Republik zu versprechen, die die Arbeiter und Bauern niedermetzele(?)". rnnss, um sich der Bindung der Vertragszölle zu entziehen, die Handelsverträge mit Ungarn, Jugoslawien und der Tschccho- siowakei gekündigt. Die Wahrscheinlichkeit aber, daß jetzt, wo durch die Zollunionspläne alles in Fluß gekommen, unklar imd unbestimmt geworden ist, rechtzeitig neue Verträge zu- stände kommen werden, ist sehr gering. Die wirtschaftliche Sorge steigt an allen Punkten und ein Ausweg ist kaum sichtbar. Aber der eigentliche, der schwere Konflikt ist die Attacke, die die Regierung auf die sozialen Gesetze unternimmt, c.n wahrer Generalangriff auf die Rechte der Arbeiter und A n g e st e l l t e n. Unter dem Vorwande, daß sie die Alters- und Jnvaliditätsversicherung, die seit dem Jahre 1926 als Gesetz verkündet ist, aber dennoch nicht in Kraft steht, nun endlich in Kraft setzen will, soll an„sozialen Lasten" mindestens so viel erspart werden, als diese Versicherung kosten würde; zu diesem Zweck sollen die Kr a n k e n- und die U n- fallversicherung empfindlich verschlechtert werden.„Abgebaut" sollen dann noch andere soziale Bogünsti- gnngen werden, aber der Hauptansturm gilt der Arbeits- losenversichern irg, deren Defizit durch das so unvor- hergeschene als ungeheure Wachstum der Arbeitslosigkeit natürlich riesig angeschwollen und noch immer nicht am Ende ist. Die„Reform" würde nun darin bestehen, daß viele Zehn- taufende aus der Arbeitslosenversicherung einfach hinaus- geworfen würden und die Unterstützung für die Arbeits- losen an allen Punkten in bösartigster Weise reduziert würde; die„Reform" soll sich eben ganz auf dem Rücken der Arbeiter vollziehen. Diese Pläne haben in der Arbeiter- und Angestelltenschaft eine furchtbare Erregung hervorgerufen. Alle ihre Entschlüsse gehen dahin, daß die Vorlagen gar nicht verhandelt werden, daß es ihnen gegenüber nur eine Taktik geben darf: sie unter allen Umständen zu verhindern. Ob sich die Regierung des ganzen Ernstes der Situation bewußt ist, mag zweifelhaft sein, aber der Sozialminister Dr. Resch(von Beruf Direktor der Arbeiterunfallversicherung), hat die Konse- guenz bereits gezogen und ist zurückgetreten. Resch ist sicherlich kein Arbeiterfeind, kein Scharfmacher, und er, der bei unserem unvergeßlichen H a n u s ch Unterstaatssekretär gewesen ist, würde Gesetze, die dem Ausbau der sozialen Rechte dienen, sicherlich lieber vertreten als Gesetze, die das soziale Rechts- gebäude demolieren sollen. Aber er ist doch so eingebannt in die bürgerlichen Vorstellungen, daß er die Arbeitslosenunter- stlltzung weniger als Pflicht denn als Gnade ansieht, die die bürgerliche Gesellschaft den Arbeitslosen erweist, daß ihm der Gedanke am nächsten liegt, an Gnade könne nur so viel ge- geben werden, als zu gewähren der bürgerlichen Gesellschaft inöglickz ist. Das Recht der Arbeitslosen und die Pflicht des Staates haben in solchen Vorstellungen keinen Raum. Aber die Sozialdemokratie kann da einfach nicht mittun. Man darf die Arbeitslosen nicht im Stich lassen, und auf den Vorhalt, daß die Arbeitslosenversicherung passiv sei, kann die Sozialdemokratie nur antworten, daß die bürgerliche Welt für die Arbeitslosen eben auch Opfer bringen muß. Das aber will eine bürgerliche Regierung uickzt einsehen, wohl nirgend- wo einsehen, und deshalb die Größe und Schwere des Konflikts M' Oesterreich, der nicht nur ein Konflikt zwischen Parteien, sondern zwischen Klassen ist. Severins in Sachsen. Appell an die Äernunff, nicht an die Leidenschaft. Dresden, 21. April(Eigenbericht). In einer gewaltigen Kundgebung zeigte heute die Dresdener Arbeiterschaft, daß sie bereit und gerüstet ist, den Feinden der Republik entschiedensten Widerstand zu leisten. Trotz ungünstigen Wetter? hatten sich im Dresdener Stadion Tausend« eingesunden, um den Worten des Genossen Sevcring zu lauschen, der vor- her in einer großen Versammlung in F r e i t a l bei Dresden gesprochen hatte. Während der Rede de? Genossen Seoering suchten Stahl- h« l in l e u t e und Nazis, die lärmend vor das Stadion gezogen kamen, die Aersammlung zu stören. Sie wurden aber von der Polizei ausein andergejagt. Genosse Severing führte unter anderem aus: Das Volksbegehren in Preußen beweise, daß ein großer Teil des deutschen Volkes feine Aufgabe verkannt habe. Diese Aufgabe liege jetzt in der Bekämpfung der deutschen Wirtschaftsnot. Aber des Volkes große Not werde zur politischen Verhetzung ausgenutzt. Die Sozial- demokratie appelliere nicht an die verzweifelt« Stimmung der Massen, sondern an den p o l i t i s ch e n V e r st a n d. Die Methoden unserer Gegner, insbesondere auf dem Gebiet der Außenpolitik feien nur geeignet, die Not des Voltes noch zu verschlimmern. Für die Sozialdemokratie sei der Patriotismus keine Angelegen- hell der Phrase, sondern der Tat und der B e t ä t i g u n g. In schweren Situationen hat die Sozialdemokratie immer in der vor- dersten Reihe gestanden. Wir stehen in den nächsten Monaten vor schweren Aufgaben, und es könnte sein, daß wir auch zu unpopu- läreu. Maßnahmen gezwungen sind. Da muß es sich zeigen, daß die Republikaner ihrer Aufgabe gewachsen sind. Die entlarvten Kölscher. Man muß der Läge den Ziest geben. Di« dankenswerte Aufklärungsarbeit, die Genosse Dittmann daran verwandt hat, die Fälschungspraxis der Volts- begehrler aufzudecken, hat schon jetzt den angeblichen„Aufruf der Voltsbeauftragten", den die Stahlhelmer verbreiten, nicht nur als ein plumpe Fälschung erwiesen, diese Fälschung zeigt sich auch als eine plumpe Fälschung erwiesen, dies« Fälschung zeigt sich auch deutlicher kaum je in die Erscheinung trat. Der in allen Einzelheiten erfundene und frech zu- sammengelogen« Aufruf beginnt, wie erinnerlich, mll der bombastischen Phrase:„Die Regierung ist gestürzt! Die alten Machthaber sind geflohen!" Eine ähnliche Phrase Hot in keinem Aufruf der Dolksbeaus- tragten gestanden, wohl ober hat der Generallandschastsdirettor Kopp 1929 beim Hinausposaunen seines Putsche? eine solch« Redensart an die Spitze seines Aufrufes gestellt! 1918 wurde ja die Regierung des Prinzen Max auch gar nicht„gestürzt": sie dankte ja freiwillig ab und übergab die Reichsgeschäfte an Ebertl Da ihr niemand nachstellte, brauchte sie auch nicht zu fliehen. Es wäre also sinnlos gewesen, damals zu pro- klamleren:„Die Regierung ist gestürzt! Die alten Machthaber sind geflohen!" Damals war nicht der Rücktritt der Regierung, sondern die Abdankung des Kaisers und der Sturz der Monarchie das große Ereignis.„Der Kaiser hat abgedankt! Die Monarchie ist beseitigt!" hätten also die Fälscher sagen müssen, wenn sie die damalige Slluation richtig charakterisieren wollten. Aber das 5?irn der Fälscher war offenbar schon so parlamen- tarisch verseucht, daß sie nur in der„Regierung" den Tod» feind sahen. In dem gefälschten Aufruf heißt es ferner:„Die Lebensmittel- preise werden sofort herabgesetzt." Wieder daneben gegriffen! Die große Sorge bildeten 1918 nicht die P r e i s e der Lebensmillel, sondern die L e b e n? m i t t e l selbst! Es waren überhaupt keine Lebensmittel da, auch nicht zu den höchsten Preisen. Im übrigen hatten wir ja K r i e g s z w a n g s w i r t s ch a f t mll amtlichen Höchstpreisen! Der Unsinn ist«in neuer Leweis da- für, daß die Fälschung erst entstanden ist, als die unmittelbaren Krisgsfolgen schon geschwunden waren. Wenn der„Fridericus"-Holtz setzt öffentlich erklärt, er habe in seiner eidesstattlichen Versicherung sich persönlich nicht für diq angebliche Echtheit des Flugblattes von 1918 vorbürgt, so ist das dreist geflunkert. Am Schlüsse semer„eidesstatllichcn Versicherung" hat er tatsächlich als seine eigene Angabe behauptet, das überreichte Flugblatt fei im November 1918 seinem Gewähr?- mann Alexander Becher von Matrosen überreicht worden. In der April-Nummer seines Skondalblällchens hat dieser Ehrenmann noch behauptet, er habe„das Original" des Aufrufes in Händen! Dort schrieb er noch großspurig, er würde sich die Mühe machen, jeden Sozialdemokraten zu verklagen, der behaupten wollte, der von ihm angeblich als„Original" veröffentlicht« Aufruf sei eine Fälschung. Wir haben das jetzt einige Male behauptet und halten diese Behauptung anstecht! Der Ehremuann ober erklärt jetzt, er habe sich ja persönlich gar nicht für die Echcheit verbürgt. Ja— wozu sind eidesstattliche Versicherungen notwendig und gut? Jedes Cidchen will geschworen sein... Am Ende der Begehrlichkeit. Oie„Sieges", Voischast des Stahlselms. Das sogenannte Bundesamt des Stahlhelms läßt verkünden, daß sein Voltsbegehren zur Auflösung des Preußischen Landtags gewonnen sei. Denn nach seinen vorläufigen Feststellungen sei die erforderliche Mindestzahl von 5,2 Millionen Eintragungen„well überschrllten". Man wird gegenüber dieser Fanfare zunächst einmal die wirk- l i ch e n Ziffern abwarten müssen, da die amtliche Zählung noch einige Zeit auf sich warten lassen dürfte. Aber selbst wenn die Mindestziffer um einiges überschrillen sein sollte, so bedeutet das nach zweiwöchiger Agitation eine glatte Niederlage der Begehrler, die nur die knappe Hälfte ihrer Stimmen von der Reichs- tagswahl aufzubringen vermochten, noch dazu unter dem schäm- losen wirtschaftlichen Terror, den die„Altpreußen" in den Gefilden Ostelbiens auszuüben für nötig hielten. Der Volksentscheid, wenn er wirklich kommen sollte, wird die moralische Niederlage zur politischen machen. Die Entscheidung über Preußen fällt bei den ordentlichen Land- ta g s w a h l e n. Dabei wird die Sozialdemokratie ein Wärtlsin mitzureden haben. Sie weiß, daß sie ihr Pulver bis zum entscheidenden Kampfe trocken halten kann, ohne sich von der„Ae- gehrlichkeit" der Fälschcrsippe schrecken zu lassen. Spionageverdachi in Giraßburg. Srei Verhaslungen, angeblich schon Geständnisse. Die Slraßburger Kriminalpolizei hat noch längeren Deobach- lungen drei Elsässcr verhaftet, die im Verdacht stehen. S p i o n a g e für eine fremde Wacht— wahrscheinllch ist Deutschland gemeint— getrieben zn haben. Die drei Verhaftelen hätten in Anbetracht der Grenzverteidigungsarbeiten am Rhein und in Lothringen reichlich Gelegenheit zur Ausübung ihre» Kandwerks gehabt. Sie haben augeblich bereits ein Geständnis abgelegt, mehrmals nach Stuttgart gereist zu sein, um dort Fortistkationepläue abzuliefern. In Preußen Hai s geklingeli. „Schluß mit öer adeligen„Volks" begehrerei! Jetzt wird wieder gearbeitet!" Krolloper und Volksbühne. parlamentarischer Untersuchungsausschuß über den Krollvertrag. Der mit der Untersuchung des Vertrages zwischen Kroll- oper und Volksbühne aus Antrag der Rechtsparteien vom Landtag eingesetzte Untersuchungsausschuh begann am Dienstag unter dem Borsitz des Abg. B a e cke r- Berlin(Landvolk- Partei) seine Arbeiten. Zunächst gab der Berichterstatter. Abg. Dr. Rose(DLp.) einen Ueberblick über das Zustandekommen der früheren Vertrage zwischen dem Staat und der Berliner Volksbühne. Die Staats- regicrung habe sich 1319 auf den Standpunkt gestellt, bah neben der rein repräsentativen Oper Unter den Linden eine Volksopcr geschaffen werden müsse. Als einzige Organisation sei hierfür die Volksbühne in Frage gekommen. Da Itie Städtische Oper ober für die'Zwecke der Volksbühne nicht geeignet erschien, sollte das Krollthcqter von der. Volksbühne M ei.nriv, �, -1:?vstitnl fit fizlale Ännflpffege ausgebaut werden, indem das Ensemble der Staatsoper zu billigen Eintrittspreisen für die Volksbühne gute OpernporstelluNgen bieten sollte. G» wurde 1920 der erste Vertrag geschlossen. Die Bau- tosten sollten mit vier Millionen von der Volksbühne zur V«r- sügung gestellt worden, der eventuell darüber hinausgehende Betrag sollt« vom Staat übernommen wsrden. Infolge der einsetzenden Inflation tonnte das ziemlich vollendete chaus von der Volksbühne nicht fertig- ge st ellt werden, so daß der Staat s6)lietzlich die Krolloper übernahm. Die vertragliche Bindung der Krolloper mit der Volks- bühne habe, dann zu erheblichen Stoatszuschüssen geführt. In«- besondere sei ein Schiedsspruch über die Preis« der Plätze für den Staat sehr ungünstig gewesen. Di« ständig steigenden Zuschüsse hätten dann infolg« der Finanzlage des Staates zu dem Vertragsentwurf geführt, der die künftigen Leistungen des Staates an die Volksbühne durch«ine Barabfindvng von i,S Millionen und Ucberlassung von 54 Oft) Plätzen in der Lindsnopcr gegen Vergütung von 2 M zuzüglich 0/50 M. Garderobengebühr für den Platz bis zum f. September iSZ6 abgelten will. Der Berichterstatter ist der Ansicht, daß sich in den Akten kein Anhaltspunkt für die Berechtigung von solchen Forderungen der Volksbühne ergäbe. Der Z 12 des in Frag« kommenden Vertrages sage ausdrücklich, dah neben Fällen höherer Gewalt auch bei„Einstellung des Staatstheaterbetriebes" die Ansprüche der Volksbühne aus dem Vertrage gegen den Staat fortfallen. Damit sei ganz zweifellos die Schliehung der Arolloper an sich gemeint und nicht die Einstellung des gesamten Staatstheaterbetriebc?. Diese Ansicht vertrete insbesondere Ministerialdirektor Dr. Schnitzler vom Finanzministerium, der seinerzeit als Referent im Kultusministerium den Vertrag ratifiziert habe. Dagegen ergibt d«r Schrift- Wechsel zwischen dem Finanzministerium und dem Kultus- Ministerium, daß zum Beispiel Ministerialdirektor a. D. R o n t w i g und Ministerialrat Dr. S e e l i g einen ganz anderen Standpunkt dazu einnehmen. Hierauf wird von mehreren Ausschuhmitgliedern die Fest- stellung gefordert, ob ple Volksbühne ihrerseits alle vertraglichen Bindungen gegenüber dem Staat erfüllt hat. Aus den Akten ergibt sich nichts, was darauf hinweist, daß die Volksbühne etwa finanziell in Rückstand gekommen sei. Dagegen habe sie nicht mehr die per- traglich abgemacht« Zahl von Plätzem abgenommen. Von sozialdemokratischer Seite wird demgegenüber darauf aufmerksam gemacht, daß während des Ambaues der Lindenoper die Volksbühne auf einen Teil der ihr zustehenden Plätze hat verzichten müssen. weil damals die Lindenoper in der Krolloper untergebracht werden mußt«. Der als Zeuge geladen« Ministerialdirektor a. D- Nentwig erklärt, daß zwei Gesichtspunkt« 1919 für die Regierung maß- gebend gewesen sind, dem Vorschlag der Volksbühne näherzutreten. Einmal sei der Zuschuß von fünf Millionen Reichsmark für die Lindencpcr nur für einen gulsituierlcn, aber bcschränklen Personen- kreis als nutragbor angesehen worden. Dann aber sah man in der Beschäftigung der in der Lindenoper nicht voll ausgenutzten Kräfte eine Borbtlligung der Staatstheatar betriebe. Durch die Inflation mußte der Staat die Vollendung des durch die Volksbühne ziemlich fertiggestellten Krolltheatcrs übernehmen. Für einen Teil der Unterhändler der Volksbühne wären diese Abmachungen sehr schwer gewesen. Einer der Herren hätte ihm gesagt, es sei ihm zumute, als fei ihm ein Kind gestorben. Als Grundlage für den neuen Vertrag bezeichnet der Zeugs die; j&otsoche; daß e? ji.u t ein e B es u ch e r o r g a n i s a t i o 1� gab, dsc dafür irt Fräge käm� die Volksbühne, die in dSD Bau? vorhoben schon erhebliche Mities inöestlrtt Wie. Für das Kultus Ministerium habe der Gesichtspunkt der sozialen K u n st p s l e g e im Vordergrund gestanden. Er sellist habe den Bertrag mehr als eine Ehe betrachtet, bei der die Partner ein gsmeinsames Ziel»er- folgen. In dem Vertrag nach der Usbernahms der Krolloper durch den Swat sei für diesen insofern das Risiko geringer gewesen, als er im Fall« der Nichterfüllung des Vertrages über das Haus frei ver- fügen konnte. Für die Rechtsfragen fei das Finanzministerium zuständig gewesen. Seiner Meinung nach, die auch bei Vertrags- abschluß maßgebend war. sei im 12 des Vertrages mit„Ein- stellung des Theaterbetricbes" die E i n st e l l u n g d e s gesamten Opcrnbotriebes gemeint gewesen. Andererseils wäre wohl die Volksbühne keinesfalls auf eine solche Bedingung eingegangen.' Es habe nie die Absicht bestanden, der Volksbühne irgendein Ge- schenk zu machen; es sei immer nur der sachlichelspunkt der Volksbildung maßgebend gewesen. Hierauf erscheint als Zeuge Gencralmusik- direktor Klampercr. dessen Vernehmung sich sehr dramatisch gestaltet. Er erblickt in dem Vertrag mit der Volksbühne die Basis. auf der die Krolloper beruhte. Dies« Basis sei ober von beiden Teilen verwirtschaftet worden. Er habe bald erkennen müssen, daß die ideale Einstellung der Volksbühne nur ein billiger Villettverkgnf gewesen sei. Die Volksbühne sei mit seinen Leistungen unzufrieden gewesen. Darauf habe ihn Kultusminister Dr. Becker von seinem Posten als Operndirektor entfernen wollen. Obwohl dieser dazu vertraglich kein Recht gehabt habe, sei er den Wünschen nachgekommen und sei seit dieser Zeit Generalmusik- direktor. Aber auch der Staat hätte die Volksbühne pädagogisch nehmen müssen, die ein komplizierte? Gebilde sei und die vor allem Wert auf eine gute Mittelstondsküch« lege. Finanziell sei die Volks- bühne zweifellos ihren Verpflichtungen nachgekommen, und je weniger Plätze die Volksbühne beansprucht habe, um so besser sei es finanziell für den Staat gewesen. Wegen der zurückgegangenen Mitglicderzahl könne jetzt die Volksbühne nach dem eigenen Ein- gcständnis ihres Generalsekretärs Dr. Nestnepke ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen, heshalb empöre es ihn, daß ihr jetzt noch zwei Millionen Mark nachgeworfen werden sollen. Er kämpfe heute noch für die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Krolloper. die nach seinen Berechnungen lebensfähig ist, Hobe aber groß« und entschiedene Gegner im Finanzminister und im Zcntrumsabgeord- neten Dr. Lauscher. Auf Befragen muß der Zeuge zugeben, daß die Volksbühne Grund gehabt habe, sich in einzelnen Fällen über die vehandlung durch die Slaalsthsatcrleitung zu beklagen. Es sei aber der Jammer gewesen, daß man ihn nie persönlich habe mit der Volksbühne verhandeln lassen. Heute sollen vernommen werden i Ministerialdirektor Dr. S ch n i tz l s r, von der Volksbühne die Leiter Dr. N e st r i e p k e und Gurt B a a k e. Sir Grit Orummond in Berti«. Besprechungen mit der Neichsregierung. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Rom trifft der Generalsekretär des Völkerbundes. SirEricDrummond, beute nachmittag in Berlin ein. Damit schließt der höchste Beamte des Völkerbundes eine Rundreise ab. die ihn zuerst nach London und Paris geführt hatte. Drummond verbindet mit diesen Reisen nach den Hauptstädten jener europäischen Staaten, die einen ständigen Sitz im Völkerbundsrate haben, einen persönlichen und einen diplomatischen Zweck: Nach mehrmonatiger Abwesenheit von Europa— Drummond hat im Winter Südamerika bereist— empfindet der leitende Beamte Genfs das Bedürfnis, sich über die politische Entwicklung zu unterrichten. Diplomatisch macht es die ungeheuer überladene provisorische Tages- o r d n u n g der nächsten Ratssitzung notwendig, schon von vornherein Klärung über eine Reihe von Punkten herbeizu- führen. Dabei dürfte Drummond seiner ganzen Methode noch nicht, wie verschiedene Meldungen aus Genf andeuten, aktiv auf die Lösung der Fragen selbst einzuwirken suchen, sondern vielmehr einen unmitlrivaren Eindruck von der Stellungnahme der Neichsregierung zu den schwebenden Fragen zu gewinnen trachten. Man wird jedoch in der Annahme nicht fehl gehen, dah Drummond inzweiP unkten, die die Tätigkeitdes Sekretariats selbst betreffen, aus seiner üblichen Reserve herausgehen wird— in' der Frage der sogenannten A b- rüstungspropaganda und in Fragen, die die d e u t- sche Vertretung im Sekretariat betreffen. Wie wir hierzu hören, soll Sir Eric Drummond keineswegs den Wunsch haben, das Völkerbundsfekretariat durch Entfaltung einer Abrüstungspropaganda in den Hexenkessel entfesselter politischer Leidenschaften und Jdeo- logien hineinziehen zu lassen. Andererseits dürfte der General- fekretär aber auch dafür eintreten, daß die deutsche Regierung der Publikation von' Material zur Abrüstungs- frage keine Widerstände entgegensetzt, falls volle Garantien für dessen unparteiische Sichtung gegeben ist. Was die P e r s o n a l f r a g e n anbelangt, so hat die un- sachliche Polemik, die sich hierüber in einzelnen Zeitungen entspann, die grundsätzliche Seite dieser Frage ver- dunkelt. Der Generalsekretär hat erst kürzlich wieder in einem öffentlichen Vortrag in London ein Bekenntnis zur I n t e r- Nationalität seines Beamte nkörpers als der Grundlage des guten Funktionierens des Genfer Apparates abgelegt. Man wird gut tun, dies Bekenntnis als das lei- lende Prinzip ernst zu nehmen, das Drummond all feinen personalpolitischen Entscheidungen zugrunde legt. Die Geburt des Genfer Sekretariats aus dem Geiste und den Kadern der i n t e r a l l i i e rt e n Organisationen hat«ine Verwirk- lichung dieses Prinzips in der Vergangenheit illusorisch ge- macht und im Laufe der Fahre zu vielerlei Rückfällen in die cnglisch-französische Kriegs Mentalität in Genf geführt. Um so mehr können gerade wir Sozialdemokraten— in Uebereinstimmung mit einem Beschluß der Völkerbundskom- Mission der Sozialistischen Internationale— Sir Eric Drum- inonds Versuch begrüßen, den Genfer Verwaltungstörper zu einem, wa h r h a f t i ni c r n a t i o n a l e n Q r g a n i s mll s zÄ.-.Aestigsten.■£ � �;.. � Sir Eric Drummond wird bei seinem Berliner Aufent- balt von dem deutschen Untergsneralsekretär A. D u f o u r- F e r o n c e und von dem deutschen Mitglied der Jnfor- mationsabtoilung des Völkerbundes, Dr. W e r t h e i m e r, begleitet sein. Thema Brest verboten. Die Verfolgung der polnischen Llkrginer. Mehrere Tag« schon wird in Lemberg gegen d«n ukrainischen Abgeordneten L i s c z y n s k i wegen Verbrechens gegen den pol- nischen Staat vorhandelt. Dieser Angeklagt« war mit den anderen Oppositionsführern über den Wahlkanipf in der Festung Brest- Litvwsk eingekerkert. Da dies der erste Prozeß gegen eines der Brester Opfer ist. erwartete man die Aufdeckung jene» Schand- kapiiels neupolnischer Geschichte— ober man hat der Verteidigung zu verstehen gegeben, dag jeder versuch, die Vorgänge in der Festung Brest zur Sprache zu bringen, vom Gericht unterbunden werden würde. Von den acht Verteidigern hat man nur einem das Wart zum Plädoyer erteilt!. Der in Brest interniert gewesene Abgeordnete Dr. Liebermann wohnt im Zuschauerraum der L erHand- lung bei. Em weiterer Akt der Ukrainer'versolgung ist die Auflösung des ukrainischen Gymnasiums in Tarnopok. Von den 500 Schülern ist nur ein kleiner Teik in ändere Schulen auf- genommen worden. Von dem Lehrkörper find nur die p o l n i- schen Lehrkräfte auf ander« Schulen verteilt worden; die ukraini- schen Lehrer sind pensioniert oder entlassen worden. Schimpfbold Löpelmann. Strafvefehl Ein Monat Gefängnis- Einspruch vertporfen. Der nationalsozialistische Abg. Dr. Löpelmann, im Zivilberuf Studienrat, also„Erzieher", hatte sich gestern wegen B« s ch i m p» jung des Vizepolizeipräsidenten Dr. Weiß zu ver- antworten. Der Herr Studienrat hatte nämlich am 3l- Oktober v. I. in der Hasenheide unter anderem gesagt:„Es ist ja bekannt, dah der früher« preußische Innenminister und jetzige Polizeiprästdent Grze- sinski sich mit dem Isidor mit dar langen Nase gut versteht." Zwei Kriminalassistenten von der Abteilung I A hatten diesen sprühenden Geistesfunlen echt teutscher Gelehrsamkeit notiert, den Ausspruch pflichtgemäß ihrer Behörde vorgelegt, worauf dys Amtsgericht Schö- nsberg auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen den Herrn Studien- rat einen Strafbefehl über einen Monat Gefängnis erließ. Löpelmann erhob gegen diesen Strafbefehl Einspruch: er bestrjst, den fraglichen Ausdruck überhaupt gebraucht zu haben. Die Kriminal- affistenten litten anscheinend an Gehör-halluzinatchnen. Also sollt« gestern die Verhandlung gegen Dr. Löpelmann vor dem Schöffengericht Neukölln stottsinden. Herr Löpelmann war ober nicht zur Stelle. Als nationalsozialistischer Reichstagsobgeordneter war er unabkömmlich. In einer an das Gericht gerichteten Postkarte hatte er mitgeteilt, es sei ihm unmöglich, vor Gericht zu erscheinen, da er dem Untersuchungsausschuß angehöre, der sich mit der Roggen- stützungsaktion befasse; er beantrag« deshalb, di« Verhandlung gegen ihn zu vertagen, Der Vorsitzende, Landgerichtsdtrektor Suhrayer, ließ jedoch aus Vorsicht im Reichstag anfragen, ob d«r Untersuchungsaus- schuh auch wirklich tage. Und nun ergab sich, daß Löpelmann falsch« Angaben gemacht hott«. Di« Berichterstatterin des Untersuchungsausschusses, Abg. Toni Sender, teilte auf die Anfrage des Gerichts mit, daß der Ausschuß nicht am gestrigen Dienstag, fonder, erst heut«, Mittwoch, tage, daß aber auch an keiner der früheren Sitzungen des Ausschusses Mitglieder des NSDAP. teilgenommen hätten. Der Reichstagsabgeordnete und Studianrat Dr. Löpelmann hatte dys Gericht einfach beschwindelt. Der Staatsanwalt beantragte, die Vertagung der Verhandlung ob» zulehnen und angesichts der Abwesenheit des Angeklagten, der gegen den Strafdefehl Einspruch erhoben batt«, den Einspruch zu per- werfen. Das Gericht verfuhr demgemäß: es blieb bei einem Monat Gefängnis. Siemens-Belegschaft wann(reigewerhschafiiichi Schluß mit dem Lohnabbau! Verkürzung der Arbeitszeit das Gebot der Stunde. Seit Ostern haben in allen Teilen des Reiches große Gcwerk- schastskundgebungen zur Arbeit-? losenfrage swttgefunbciu Dies« Kundgebungen waren eine neue an die Adresse der Reichs- regierung gerichtete eindringlich« Mahnung, aus begangenen Fehlern zu lernen und bei dem nach Abschluß der Arbeit der Brauns- Kommission einzuschlagenden neuen Kurs den Tatsachen«ndlich Rechnung zu tragen. Unter den Not- und Alarmrufen kommt dcn«n aus Sachsen eine b«sondere Bedeutung zu. In Chemnitz fand eine Kundgebung der Gewerkschaften statt, aus oer dem furchtbar«» Druck, der auf den Massen lastet, scharf Ausdruck gegeben wurde. Wenn heute in Deutschland, so führte Brand«?, d«r Bor- sitzende de? Deutschen Metallarbeiteroerbandes, aus, nahezu 5 Mil- lionen Arbeitslose und 3 Millionen Kurzarbeiter, mit ihren Angc- hörigen zusammen rund 25 Millionen Menschen, von einer Vcrziveislungsstimmung ersaßt sind, dann ist dafür die unsittliche kapitalistische Wirtschaftsord- nung verantwortlich. Selbst Leute, die mit der Arbeiterbewegung sehr wenig zu tun haben, erkennen und sagen heute, daß das deutsch« Volk zugrunde gerichtet wird, wenn nicht eine neue Wirt» schaftsordnung aufgebaut wird. Das Massenelend hätte längst zur Katastrophe geführt, wenn di« Gewerkschaften den Massen nicht Stütze und Halt gewesen ryärcn. OEs wäre ein Verbrechen an Boll und Staat, wenn man — der Aufforderung d«r Unternehmer folgend— die Arbeitslosenversicherung verschlechtern und die Unterstützung abbauen wollte. Die Gewerkschaften lehnen da? ab und warnen eindringlich vor der Beschreitung dieses Weges. Wenn sich die Krise viel wuchtiger und brutaler ausgewirkt hat als die früheren Krisen, dann vor allein deshalb, ivcil die euro- päischen Völker auch noch unter den Auswirkungen des Krieges leiden, weil man in der Rationalisierung maßlos vor sich ging und auf den Bedarf nicht Rücksicht nahm, weil die Monopol- kapita listen den normalen Ablauf der Krise verhindert haben. Bei früheren Krisen stürzten zuerst die Preise, dann die Zinsen und zuletzt die Löhne. Heute ist es umgekehrt. Und weil der Lohndruck zuerst kam. wurde die Krise so ungeheuer verschärsl: denn der Preisabbau blieb ja fast ganz aus. Lohnabbau zum Zweck der Produktionssteigerung ist Wahnsinn: denn die verminderte Kaufkraft bringt nur größere Arbeitslosigkeit. Wäre der von den Gewerkschaften vcr- hinderte, von den Unternehmern geforderte Lohnabbau um 20 Pro;. Tatsache geworden, dann hätten wir im letzten Winter nicht 5, sondern 7 Millionen Arbeitslose gehabt. Holland, die Schweiz, Dänemark und Schweden, wo die Löhne viel höher stehen als be: uns, leiden weniger unter der Krise als wir, in der Tschecho- slowakci, wo die Löhne niedriger stehen, sind auch die Lebensmittel billiger. Wenn der R e i ch s a r b c i t s m i n i st« r auf einer christlichen Gewerkschaftstagung erklärt hat, es müsse nun mit dem Lohnadbau Schluß gemacht werden, so konmit diese Erkenntnis ziemlich spät. Der Reichsarbeiksministcr trägt die volle Verantwortung für olles Unheil, das aus dem von ihm geförderten Lohnabbau erwachsen ist. Er ist aber auch verantwortlich für die Unterlassungen auf dem Gebiete der Arbeitszeitverkürzung. Geradezu unerhört ist es, wenn bei größter Arbeitslosigkeit noch Schiedssprüche gefällt werden, die mehr als 48 Stunden wöchentliche Ar- b e i t s z e i t vorschreiben. Die Gewerkschaften und die sozialdemo- kratische Reichstagsfraktion haben bereits im Oktober 1930 die Ein- führung der Vierzig st undcnwoche gefordert. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Einführung der vierzig- stundenwoche bei entsprechendem Lohnausgleich wurde ain 25. März vom Reichstag angenommen. Die Unternehmer hoben gegen den Beschluß des Reichstags oppo- niert. Sie fordern die 48-Stunden-Woche und außerdem eine zu- sätzliche Arbeitszeit von 150 Stunden jährlich. Die Brauns- Kommission will jeden Zwang vermeiden, allein angesichts des Vechaltens der Unternehm«? geht es ohne gesetzliche Festlegung nichl. Die Arbeiter müssen der Regierung zeigen, wie ernst es ihnen mit der Vierzigstundenwoche ist. Auch bei besserer Konjunktur werden wir bei dem heutigen Stand der Produktionsmittel mit der Vierzigstundenwoche auskam- men. Alle Bedenken gegen die Einführung der Vierzigstundon- wache wieg«n federleicht gegen die gewichtigen Gründe die dafür sprechen. Wird die Arbeitszeit verkürzt, dann kann von einem Lohnabbau nicht mehr die Rede sein. Darum fordern wir: Schluß mit dem Lohnabbau und allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit! Brandes' Forderung wurde in einer Entschließung zusanunen- gefaßt, die auf der Tagung des Ortsausschusses einstimmig An- nähme fand. Empfang beim Papst. Rechtfertigung der Gewerkschastsarbeit. Der Papst hat dieser Tage bei einem Empfang von Der- trctungen der katholischen Laien vereine auch zu dem Angriff der Faschisten geg en die sozialpolitische Arbeit der katholischen Aktion Stellung genommen. Er betonte, das Arbeitsproblem Hobe nicht nur eine niaterielle, sondern auch eine moralische Seite, und die katholische Aktion habe infolgedessen die Pflicht, sich um das Arbcitsproblem zu kümmern. Die Arbeit der katholischen Aktion sei, auch soweit sie rein sozialpolitische Gebiete betreffe, legitim, notwendig und un- ersetzbar. Der Papst begrüßte ausdrücklich die erschienenen Ver- tretungen besonderer Berufsgruppen wie die Eisenbahn- und Trambahnangestellten. Die Lohnkämpfe im Baugewerbe. Abschluß im Freistaat Sachsen und in Sochsen-Anhalt Vom Deutschen Baugewerksbund wird uns geschrieben: Am 18. April sind die Lohnkämpfe im Baugewerbe für den Freistaat Sachsen und für Sachs«n-Anhalt zu Ende geführt worden. In beiden Vertragsgebieten waren nach den Entscheidungen des zentralen Schiedsgerichts noch schwierige Nach- Verhandlungen zu führen, denn die Unternehmer konnten sich mit der Entscheidung des zentralen Schiedsgerichts nicht be- freunden, das die ursprünglichen Entscheidungen erheblich zugunsten der Arbeiter oerbessert hatte. Aber auch die Bauarbeiter hatten die Schiedssprüche des zentralen Schiedsgerichts abgelehnt. Die Unternehmer haben jedoch keine Erfolge mehr erzielen können. Im Freistaat Sachsen hat der Lohnabbau durch die Nachvcrhand- lungen noch etwas verringert werden können. Der Gang der Verhandlungen und die endgültige Regelung stellt sich wie folgt: Für den Freistaat Sachsen: Forderungen der Unter- nehmcr: 31 Proz. Lohnabbauf!): Spruch des Bezirksschiedsgerichts: 14 bis 16 Proz. Abbau; Entscheidung des zentralen Schiedsgerichts: 10,6 Proz. Abbau; durch Nachverhnndlungen und schließliche Ent- scheidungcn des Landesschlichters verringert auf 10 Proz. Für das Vertragsgebiet Sachsen-Anhalt: For- derungcn der Unternehmer 25 bis 35 Proz. Lohnabbau(!); Spruch des Bezirksschiedsgerichts: 15 Proz. Abbau; Entscheidung des zen- tralen Schiedsgerichts 9,2 bis 10,1 Proz. Diese Entscheidung ist nach schwierigen Verhandlungen von einem frei vereinbarten Schiedsgericht endgültig bestätigt worden. Die Meldungen, in denen von einem Lohnabbau von 13 Proz. für den Freistaat Sachsen die Rede ist, sind unrichtig. Damit sind nun wieder für zwei groß«, wirtschaftlich be-deu- tende Gebiete die Lohnkämpfe im Baugewerbe abgeschlossen. Den Bauarbeitern ist auch in diesen Gebieten infolge d«r» Ungunst der Verhältnisse ein ungerechtfertigter Lohnabbau aufgezwungen worden. Vergleicht man aber die Endergebnisse mit den Forde- rungen der Unternehmer uyd den ersten Entscheidungen, so wird ersichtlich, daß der Abwehrkampf der Bauarbeiteroerbänd« nicht erfolglos war. Verurteilung der Werkfpionage. Bolschewistisches! Indianergeheul. Die freigewerkschaftlichen und christlichen Vertrauensleute des I. G. Farbenwcrks 5)öchst haben die k o m m u- nistische Werkspionage verurteilt und die Haltung ihrer Vertreter im Betriebs- und Arbeiterrat e i n st i m m i g gut- geheißen. Dabei wurde zum Ausdruck gebracht, daß kein an- ständiger Arbeiter mit der Sorte von Arbeitervertretern, wie sie die RGO. präsentiere, etwas gemein haben könne. Das Treiben der RGO.-Spione, die nur den deutschen Chemiearbeitern Brot und Arbeitsplatz rauben, wurde von den Vertrauensleuten scharf zurückgewiesen. Die kommunistische Presse beschimpft den Betriebsrat des Höchster Werkes. Sie kreischt,„daß die Skalpe dieser reformistischen Schufte dermaleinst in Sowjetrußland als Dokumente der Schande und des Verrats der Sozialdemokraten an der deutschen Arbeiter- klaffe im Revolutionsmuseum hängen werden." Also Schutz vor der Gaunerei der Werkspionage ist bereits Verrat an der deutschen Arbeiterklaffe! Aber was verstehen Leute, die sich ganz zweifellos besser in den Jndianerbüchern Karl Mays auskennen als in Gewerkschastsfragen, von den Ausgaben eines Betriebsrates? Man schießt auf Streikende. Hannover. 21. April.(Eigenbericht.) In der Stuhlindustrie des Kreises Springe(Pro- vinz Hannooer), wo die Arbeiter seit vierzehn Tagen im Streik stehen, um eine Verschlechterung ihrer Lohn- und Arbeits- bedingungen zu verhindern, kam es am Dienstag durch die Schuld des Polizeiverwalters der Kreisstadt Springe zu bedauerlichen Ausschreitungen. Von Hannooer kamen, mit dem Zuge fünf Streikbrecher an, die unter Bedeckung von acht Polizeibeamten standen. Im Augenblick hatte sich am Bahnhof eine beträchtliche Menschenmenge angesammelt. Die Beamten zückten die Gummiknüppel und nahmen die Streik- brecher in ihre Mitte. Das veranlaßte die Streikenden zu Zurufen. Sofort sauste der Gummiknüppel nieder. Dann wurden die Pistolen gezogen und sieben bis acht Schüsse abgegeben, durch die ein unbeteiligter Passant, der auf einem Pferde vorüberritt, schwer o e r l e tz t wurde. Inzwischen war vom Bürgermeister aus 5)annover ein Ueberfallkommando angefordert worden, das die Straßen mit dem Gummiknüppel säuberte und zehn Personen ver- haftete. Die Erregung unter der Arbeiterschaft in Springe ist groß. --- Wir geben diese Meldung des Sozialdemokratischen Presse- dienstes wieder, in der Erwartung, daß eine Nachprüfung der geschilderten Vorgänge erfolgt. Gewiß muß die Polizei die öffentliche Ordnung aufrechterhalten. Aber Zurufe mit dem Gummiknüppel und gar mit einer Schießerei beantworten, erscheint uns mindestens eküe Störung der öffentlichen Ordnung. Um Dr. Völckers als Schlichler. Hat der„Deutsche" falsch berichtet? Kürzlich zitierten wir aus einem Bericht des„D« u t s ch c n* eine angebliche Erklärung des Schlichters Dr. Völckers bei Nach» Verhandlungen im Gastwirtsgewerbe in Goslar, wonach der Schlichter sich gegen tarifliche Bindungen gewandt habe. Trotzdem wir das von Herrn Stegerwald gegründete Blatt.,D e r Deutsche" als Ouclle angaben, beginnt die uns aus dem Reichs- arbcitsministerium zugegangene Berichtigung wie folgt: „Im„Vorwärts" Nr. 178 vom 17. April 1931 behaupten Sie. daß der Schlichter für den Schlichterbezirk Niedersachsen anläßlich von Verhandlungen im Gastwirtsgewerbc in Goslar... geäußert habe..." Die Unterstreichung nahmen wir vor, um zu betonen, daß wir nicht etwas behauptet, sondern zitiert haben. Bei jedem anderen Schlichter hätten wir eine derart tarifseindliche Aeußerung, wie sie der Bericht des„Deutschen" Herrn Dr. Völckers zuschrieb, von vorn- herein stark in Zweifel gezogen, doch nach der ganzen Tätigkeit dieses Schlichters schien sie uns hier durchaus nicht als unmöglich. Der Schlichter für Niedersachsen, Dr. Völckers, bestreitet nun,„solche Aeußerungen auch nur dem Sinne nach getan zu haben. Solche Aeußerungen würden auch seiner Auffaffung nicht entsprechen. Die Mitteilung über die Aeußerungen des Schlichters kann daher nur auf einem Mißverständnis beruhen". Nun, dieses merkwürdige Mißverständnis ist bei den Verhand- lungen in Goslar entstanden, nicht bei uns. Der Tischlerstreik bei Lemle. Die Gelben als Elreikbrecher bei der Firma Lemle. Die Holzarbeiter stehen bei der Firma L e m l c seit drei Wochen im harten Kampf gegen Lohnabbau. Herr Lemle hat große An- strengungen gemacht, um die Kampffront der Ausständigen zu er- schüttern. Selbst das verlockende Angebot:„Ich habe die Absicht, Sie als Angestellten zu beschäftigen" fand nicht die gewünschte Be- achtung, so daß nunmehr der„sozialdenkende" Unternehmer sich an den gelben„Reichsbund vaterländischer Arbeiter und Werkvereine", Köpenicker Str. 75, zwecks Vermittlung van Streikbrechern wandte. Mit Hilfe der Gelben soll die um ihre Existenz kämpfende Arbeiterschaft auf die Knie gezwungen werden. Leider haben sich auch schon etwa dreißig Subjekte gefunden, die sich Herrn Lemle als Streikbrecher zur Verfügung gestellt haben. Die im Kampf befindlichen neunzig Holzarbeiter werden trotz aller Hemmnisse biszumvollenSiege durchhalten; sie werden sich auch von den RGO.-Sendboten, die sich allenthalben als Leichen- flcdderer betätigen, nicht beeinflussen lassen. Die Arbeiterschaft der Holzindustrie muß darauf achten, daß Streikarbeit für Lemle nicht angefertigtwird. Sofern solche Arbeiten auf- tauchen, muß sofort Nachricht an das Büro des Holzarbeiterver- bandes gegeben werden. Der Tischlereibetrieb der Firma Reiß, Warschauer Straße 78, machte Streikarbeit für die Firma Lemle. Seit dem 16 April ist daher auch dieser Betrieb st i l l g e l e g t worden. Nach wie vor sind diese beiden Firmen für organisierte Izoizarbeiter gesperrt. Achtung, Fliescnlcgcr! Di« Dcrbundlunoc» ,ur Schasfun»«incs neuen Lohn» und Arbcii.tiirifk, iüdrtcu Muntagnnchit ,u einem abschließenden Ernebnis. Die neuen Bestim. mnngen treten mit Beginn der neuen Lobnwache nach dem 21. Aurit 1931 in Straft.— Der Vertrau wird fofart«ed ruckt und findet nach Druckleauna unsere zachqruppenversammluna statt. Am Donnerata«, 19 Uhr, findet im Verbands. dauie, Großbeerenstr. 96, eine Siftuna de» Kacharuppeuoarftaude« mit den Be- triebsuertretunaen statt. Pünltliche» und zahlreiche» Erscheinen erwartet die Fachgrubneuleituni, der Fliesenleger de» Deutschen Baugewerksbunde». Verband der Rialer. Lackierer, Anstreicher usw. Freitag, 24. April, 1g'/z Uhr, im kewerlschaftihau», Engelufer 24—22, Saal 4, Mitgiiederuersammlung. Bericht über dir Lobnnerhandlungen. Bericht. erftatter Bezirt-leiter Kollege Kai». Erscheinen sämtlicher Sio liegen unbedingt erforderlich. Ohne Verband»buch lein Zutritt. i i Ii m i i~i=f=": i i m i i i m m m i i IS W fcl SPD.- Metallarbeiter in» Deutschen Metallarbeiteroerband. Ver. W kZ sammlung Freitag, 1914 Uhr, in den Musilersälen, Kaiser. Wilhelm. i-Z W Straße 31. Mitgliedsbuch der Partei und de» Verbandes legitimieren. Di Uj Bewag, SPD..Betrieb»fraltioo. Donnerstag, 16 UIic, Lokal Sender,(Z W Spandau, Mirtlischer Steig, Ecke Sielnensstraße. Zital Heydeinann: W W„Die politische Situation-. D ff Aichinger. SPD.. Fraktionsoersammlung Donnerstag, 19 Ulir. ff M Sackescher Los, Nosentiialer Str. 40—41. 1. Genosse Buchmann:„Kampf ff ||) dem Faschismus". 2. Diskussion. 3, Fraktionsangelegenlieiten. Um ff recht regen Besuch wird gebeten. Mitgliedsbuch mitbringen. M Freie Gewerkschafts-Lugend Verlin Baumschuleaweg! Fugen dsseim Ernstste. 16.„Die FGZ. in Wort und Bild."— Neukölln: Fugendbeim Bergstr. 20. Los.„Die französische Fremdenlegion."— Südwesten: Jugendheim Porckstr. 11. Fabrikgebäude. Wilbelm-Busch-Abend.— Flughafen: Fugondheim Neukölln, Flughasenstr. 68. „Die sexuelle Not der Fugend."— Weißensee: Fugendbeini Parkstr. 36. Licht- bilderoortrag:„Gesellschaft und Wirtschaft".— Nordriug: Jugendheim Sonnen» burger Str. 20. Fehn-Minuten-Referatc.— Schäneberg: Jugenbheim Saupt» straße 33.„Warum bin Ich in der FEF.?"— Kumboldt: Fugendheim Graun- Ecke Lorßingstraßc. Heiterer Abend.— Tegel: Fugendheim Schöuebergee Str. 4. „Gowerksäiaftsrichtungen neben den freien lbewerkschasten."— Spandau: Jugendheim Lindenuser 1. Arbeiterdichtung. §Luc!endc>.ruppe 0es?tniraiverbande6 der Angestellten Heute, Mittwach. finden folgende Veranstaltungen statt: Gewnd- brunnen: Jugendheim Willdenowstr. 5. Aussprache:„Warum aehört der kaufmännische Lehrling in den FdA. 1" Neierent Lehrer.— Neinickendori: Fugendheim Lindauer Str. 2. Vortrag:„Die Entstehung der Gewerkschaften". Referent Bernstein.— Ehaelattendurg: Fugendheim Olbersstraße. Vortrog: .Lchrlingsrecht und Lehrlingsichud". Referent Kunzes.— Schöneberg: Fugend, heim Hauptstr. 15 lLofgebäude, Sachsenzimmer). Bunter Abend.— Schönhauser Vorstadt: Fugendheim der Schule Slastanienallee 81. Vrettspielabend.— Ober. spree: Riederichö,-.weide, Berliner Str. 31 sSchule), Einganq Sasselwcrderstraße. Liederabend.— Nordost: Fugendheim Danziger Str. 62 tB. 3).«ortrag:„Der 1. Mai— ein Weltfeiertag". Referent Löwi.— Stralau: Jugendheim der Schule Doßlerstr. Ol. Wir lesen aus den Werken pa» Dostojewski, Toistoi und Gorki.— Reukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1— l. Aprilscherze(Schatte». spiele).— Südost: Jugendheim Wrangelstt. 12«. Schallplattenabend.— Spandau: Fugendheim Lindenuser 1.«urzreierate:„Mein erster Lehrlings. tag".— Potsdam» Rowawe,: Zugendherberge Aowawes. Priesterstraße. Genetol» probe zu unserer Werbefeier.— Köpenick: Jugendheim Dahlwißcr Str. 13 (Gasanstalt, am Bahnhof Köpenick). Brettspielabend. Verantwortlich für Politik: Franz»lgh»; Wir!sck>oft:<5. Klingelhöfer: Eewerkschaftsbeweguiig: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zohn Schikowski: Lokales und Sonstiges: Friß»arstödt: Anzeigen: Zh. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW. 68, Lindenstraße 3. Hierzn 2 Beilagen. i86• 48 Zabrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 22 April 1§31 ahm vor dem Stadtparlameni Gesunder Geist, Sparsamkeit und Förderung der öffentlichen Wirtschaft. Das Ttadtparlament hatte gestern seinen großen Tag. Znm erstenural seit beinahe zwei Jahren erschien der Mag! st rat wieder mit den» Ober» bürgermeister an der Spitze vor den Vertretern der Berliner Bevölkerung. Die Stadtverordneten waren gleichfalls fast vollzählig erschienen. Die meisten von ihnen hatten dunkle Kleidung augelegt. Zuschauer- und Pressetribünen waren bereits lange vor Beginn der Sitzung überfüllt und in den Gängen des Rathauses warteten überall die Pressephvtographen. Nach der Begrüßung durch den Stadtverordnetenvorsteher. Ge- nassen Haß, nahm der Oberbürgermeister sofort bftä Wort. In klarer, eindringliche Sprache entwickelte er in großen Zügen sein Programm. Im Mittelpunkt künftiger Arbeit müsse vor allem in der nächste» Zukunft noch das Streben»ach größter Sparsamkeit vor- herrschend sein. Dr. Sahm bekannte stch als ein Freund und Förderer der öffentlichen Wirtschaft und er betonte, daß er bestrebt sein werde, mitzuhelftn, die richtige Mittellini« zwischen Zentralisation und dem Eigenleben der Bezirke In der Riesengemeiude Berlin zu finden. Die Kommunisten konnten selbst diesen kurzen Akt der Einführung nicht vorübergehen lassen, ohne sich wie die Lausbuben zu benehmen. Dabei tat stch besonders der Neuköllner klommunift Lange her- vor, der stolz darauf zu sein scheint, als der Clown des Hauses zu gelten. Von de« fünf unbesoldete« Magistrats» Mitgliedern, die stch gester« gleichfalls dem Stadtparla- ment vorstellten, gehören zwei Vertreter, die Genossen Ahrems und Ortmann, der Sozialdemokratie an. * Um 18.30 Uhr eröffnete Stadtverordnetenoorsteher Genosse haß die Sitzung. Das Haus ist sehr stark besetzt. Der Magistrat ist unter Führung des Oberbürgermeisters vollzählig erschienen und es fehlt kaum ein Stadtverordneter. Die Gruppierung auf den Magistratsbänten ist anders als bisher. Früher saß der Oberbürger- meister link» vom Vorsteher; gestern hatte der neue Oberbürger- meist«? Dr. Sahm rechts vom Vorsteher Platz genommen, neben chm saßen die beiden Bürgermeister Genosse Lang« und der Demokrat Elsaß. Dana folgte Stadtmedizwalrat Prof. Dr. v. Drigalsti, dann dl« unbesoldeten Stadträt« Genosse Ahrens und Linr weiler zDaat.). In der zweiten Reihe faß hinter Dr. Sahm der neue Kämmerer Genosse Asch. Auf dem anderen Sektor der Magistratsestrade hatten die bis» herigen Stadträt« dj« Genossen Wutzki, Czeminski, Ortmaan, ferner ReMer und Rydahl und. die Stadträte d«r anderen Fraktionen Platz genommen.--■■• Sofort nach Eröffnung der Sitzung begannen di« Kommunisten zu lärmen. Sie begrüßten den neuen Oberbürgermeister Mit Zu» rufen wie„Hungerdiktator, zusammengeschobener Magistrat" und sse setzten chren Lärm auch während der nun folgenden Begrüßungsrede des Vorstehers Haß fort, der folgende Worts an den Oberbürgermeister und di« neuen Magistratsmitglieder richtete: Ich begrüße Sie namens der Stadwerordneten in unserer Mitte in der Hoffnung und Zuversicht auf gute Zusammenarbeit. Trotz des starken politischen Lebens in Deutschland ist dies« Wahl und Ein- führung ein Ereignis. Herr Oberbürgermeister, Sie übernehmen ein 2lmt mit westgehenden Vollmachten aber auch mit schwerer Verantwortung. Sie alle, meine Herren, übernehmen Ihre Würde und Bürde in einer sehr ungünstigen Zeit. Die Wirkungen einer furchtbaren Weltwirtschaftskrise haben hier in Berlin sehr schwierige finanzpolitische Probleme geschaffen. Hunderttausende der Bevölkerung leben in Not und Sorge und wissen nicht, wie sie sich ein« neue Existenz schaffen können. Sie möchten gerne arbeiten uich neue Werte schassen. Di« Stadt kann ihnen aber keine Arbeits- Möglichkeit geben. Berlin war früher ein großer Arbeitgeber, der Hunderttauferiden Lohn und Brot gab. Heute müssen wir ungeheure Summen dazu verwenden, mehr als eine halbe Million Menschen zu unkerstüheu. Im neuen Wohlfahrtshaushall wird mit einer Ausgabe von 400 Mil- lionen gerechnet. Zu Ihrer neuen Tätigkeit entbiete ich Ihnen die Glückwünsche der Stadtverordneten. Nehmen Sie den aufrichtigen Ausdruck unseres Vertrauens entgegen. Wir sind bereit, mll Ihnen zusammen der Not zuleide zu gehen. Sie werden sich den Dank der Stadt und des Landes erringen, wenn Sie als Führer und Verwalter der städtischen Interessen arbeiten werden. Zu gemeinsamer Arbell zwischen Ihnen, Herr Oberbürgermeister, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung heiße ich Sie alle herzlich in unserer Mille willkommen. Dann nahm Oberbürgermeister Or. Sahm das Wort: „Für das große Vertrauen, das die Stadtoerordnetenversamm- lung mir durch die Wahl zum Oberbürgermeister der Reichs- und Landeshauptstadt Berlin bekundet hat, spreche ich meinen herz- lichsten Dank aus. Es wird mein ernstes Streben sein, mich dieses Vertrauens, ausgesprochen durch die Mehrhell der Versammlung, würdig zu erweisen; ich habe aber auch den Wunsch und den Willen, durch mein« Amtsführung mir Vertrauen bei allen den Par- teien zu erwerben, welch« am Wohle dieser Stadt oerantwortungs» Gasiragödie in Spandau. Selbstmord eines Greises und feiner Wirifchasterin.- Zn ferner Mahnung in der Surstraße 21 In Spandau wurden gestern der SSfährlge Rentner Heinrich Obermüller und seine 56jährige Mrtschafterw Emma Franz durch Gas vergifiet tot ausgesunden. Wie die Lrmlllluugeu ergeben haben, sind die beiden Leute freiwillig aus dem Leben geschieden. Obermüller hat früher einmal«inen schweren Unfall erlitten, der«ine Zähmung beider Bein» zur Folg« hall«. Seitdem bezog er ein« Rente. Bor einige» Iahren. als das Leiden de» Rentners sich verschlimmert«, zog Frau Frauz als Wirtschafterin zu ihm. Gestern bat Frau Franz Nachbarn, ihr beim Umbellen de» Greise» behilflich zu sein. Di« Leute taten ihr den Gefallen und trugen Obermüller in di« Küche, wo sie ihn auf einen Liege- stuhl betteten. Als sich einige Stunden später auf dem Treppen» flur Gasgeruch bemerkbar machte, schöpften di« Nachbarsleute Ber» dacht. Di« Polizei drang in die Wohnung«in und fand in der völlig mll Gas erfüllten Küche Obermüller und seine Wirtschafterin berells tot auf. bereit mitarbeiten wollen, aber mir ihre Stimme nicht gegeben haben. Denn ich will die Verwaltung Berlins im besten Simie „überparteilich"— durch keine Parteischranken gebunden— führen. Aus dem Gesetz hebe ich den für mich bedeutungsvollen Funda- mentalsatz hervor:„Als Führer der Verwaltung ist der Oberbürger» meister für die Leitung und Beaufsichtigung sämtlicher Geschäfts- zweige verantwortlich." Wenn also das Gesetz dem Oberbürger» meister die volle Verantwortlich kell aufbürdet, so muß das auch seine Verantwortungsfreudigkeit heben. Darin erblicke ich die Basis für eine gesunde Weiterentwicklung. Die ersie Sorge gilk den Finanzen. Ich vermag natürlich heute noch nicht auf Einzelheiten einzugehen, aber das eine habe ich schon erkannt, daß die Probleme, die hier zu lösen sind, von einem so ungeheueren Ausmaße sind, daß an ihre Bewältigung nur zu denken ist, wenn die Verantwortlichen— auf der einen Seite Oberbürgermeister und Magistrat und auf der an- deren Seite die Stadtverordnetenversammlung und der Stadt- gemeindeausschuß— in klarer Erkenntnis ihrer großen Verantwor- lung sich zu genieinsamer Arbell zusammenfinden, möglichst nicht gehindert durch Parteischranken und Weltanschauungen. Es gilt zunächst, die aufgenommenen schwebenden Schulden zu konsolidieren, und was nicht minder wichtig ist, das Entstehen neuer Schulden zu verhindern. An neue Investllionen wird man nur mit größter Vorsicht herangehen dürfen und sich die Frage vorlegen müssen, ob sie produktiv sind. vor allem muß äußerste Sparsamkeit wallen und hierbei müssen alle mitwirken, die städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter: ich lege auf ihre Mitarbeit den allergrößten Wert. Für das Finanzwesen der Stadt ist ferner von größter Be- doutung die Frage, wie die Stadt ihre wirtschaftliche Betätigung gestalten wird. Entsprechend den vom Deutschen Städtetag aufgestellten Grundsätzen passe ich mich dem Gedanken an, daß össenkliche und private Wirkschaft im Rahmen der gesamten Volkswirtschaft grundsätzlich gleichberechtigt sind. Wenn einer wie ich nunmehr über 23 Jahre in der Kommunal- Verwaltung steht, der trägt im Herzen eine Liebe für die tommu- nalen Betriebe, und mein Bestreben wird es sein, sowell es die äußeren Umstände irgendwie erlauben, die vorhandenen großen und wertvollen Betriebe der städtischen Hand zu erhalten. Das neue Gesetz über dos Gememdeoerfafsungsrecht regest auch neu das Verhältnis zu den Bezirken. Hier eine Mittellinie zwischgn gesunder Zenlralisalloa und Eigenlebn' -_ der Bezirke 1 zu finden, wird«ine losbare und dankbare Aufgabe fein. Ich' bin fest entschlossen, nach jeder Richtung hin die Stellung zu wahren. die der Stadt Berlin nach außen und nach innen als Haupt- stadt zukommt. Ich bin der Ueberze�gung, daß Reichs- und Staatsregiorung in gleicher Weise daran interessiert sind, daß Berlin selber den Charakter der Hauptstadt bei der Verwaltung und die Würde der Verwaltung nicht aus dem Auge verliert und daß beide Regierungen bestrebt sein werden, ihr in dieser Hinsicht Unter, stützung angedeihen zu lassen. Das darf aber nicht nur rein äußer- lich sein, es müssen auch der Stadt diejenigen Mittel, die ihr zustehen, in gerechter Weise zufließen. Ich denke dabei an die schwierig«, aber der baldige» Lösung bedürftige Frage des Bornas aoa dem UnjariKieD tos Alexander rem Saeher-M«»oeh. Wir mußten uns, wie Galeerensklaven, in ein finsteres Loch gezwängt, gegen die Treibhölzer stemmen, bis sie sternförmig abstanden. Auf das Kommando„Los!" liefen wir ganze Nachmittage nach dem Geklimper der Drehorgel, bis uns die Brust ganz eingedrückt war. Ich war der Narr und Märtyrer dieser Jahrmarktsunter- Haltungen. Die Zirkusvorstellungen fanden zumeist abends statt."Ich war fähig, hungrig und durstig bis zum Ende der Lorstellung außerhalb der Leinwand herumzustreifen, denn auf ein Eintrittsgeld tonnte ich von meinen Eltern nickst hoffen. Und unter der Leinwand heimlich durchzukriechen, wie es die anderen Buben tatem blieb für mich nur ein schöner Traum. Niemals wagte ich es zu tun. Aber diese Welt, die Welt der fahrenden Komödianten, war die Welt meiner Träume und Wünsche, nicht nur im Trikot, im grellen Lampenlicht, nein. auch am Tage in ihrer bürgerlichen Kleidung umschwebte diese Menschen-- wie sie kamen und gingen? die ungarische Sprache radebrechten-- wie ich sie sah, eine nie endende Glorie. Meine Freunde empfanden ebenso. Auch wir Knaben spielten Zirkus mit genau verteilten Rollen. Unter uns gab es Kraftmenschen, Jongleure, Akrobaten, Schlangenmenschen, gewöhnliche und auch Musikclown. Die dazugehörigen In- strumente ersetzten wir durch Kuhglocken, Vlechteller, Kiesel- und größere Steine, die wir auf Stangen befestigten. Ich entschied mich für die Elownlaufbahn. Meine sanfte Natur schreckte vor Anstrengungen, dem Verrenken der Slisder, dem Ringkampf zurück, und meine Gliedmaßen empfanden kein« Neigung zum Steinewerfen und halsbrecherischen Stücklein. Meine Tölpelhaftigkeit paßte gerade für Elownrollen. Und das Ohrfeigenkriegen hatte ich daheim und bei meinen Spiel- kameradsn zur Genüge geübt. Schon frühmorgens, wenn ich nicht aufstehen wollte, erhielt ich welche von meinem Vater und meiner Mutter. Diese Vorstellungen verschafften mir dadurch ein gewisses Ansehen bei meinen Freunden, daß der Schauplatz unser leerer Dachboden war. Wäre ich etwas geschickter gewesen, ich hätte mir sicher eine Hauptrolle oder den Direktorposten erringen können. Um so mehr, als ich einmal einen ausgesprochenen Erfolg errang. Ich hatte ihn einem gut ausgedachten Kostüm zu verdanken. Ich erntete kolossalen Beifall bei den Zu- schauern, als ich in einem blaugetupften Jäckchen meiner Mutter und einer rosa Unterhose meines Vaters auftrat. Das Publikum bestand aus meiner jüngeren Schwester und noch einigen kleinen Mädchen aus unserer Gasse. Von diesem Augenblick an war ich dem fahrenden Volke ganz verfallen. Obwohl ich das Andenken meines Daters nicht gerne an- taste, muß ich doch feststellen, daß er diese Neigung viel zu übertrieben beurteilte. Konnte man denn diese kindische Ein- bildung eines Knaben wirklich so ernst nehmen? Er verfolgte meine phantastischen Kindereien mit der gleichen Strenge wie die Jesuiten die Ketzerei. Nicht genug, daß er mich prügelte, wenn ich ausblieb. Selbst daheim, wenn mir eine Erkältung die Nase kitzelte, dachte er schon daran, daß ich irgendeine Clownfratze übe, und schon warf er mir vor:„Musikclown, Musikclown... das willst du werden? Aber ich breche dir Hände und Füße, wenn ich noch einen Purzelbaum sehe!"— ♦ Nur ein einziges Mal gab ich ihm wirklich Grund, mich wegen meiner Vorliebe zu strafen. Auf dem großen Platz schlugen nämlich einige Schausteller ihre Zelte auf. Mehrere Zigeuner, Affen- und Bärenführer taten sich zusammen und bauten gemeinsam eine ungedeckte Holzbude. Aber die Bor- führungen waren sehr eintönig und zogen wenige Besucher an. Sie ließen die Bären und Affen der Reihe nach zum Trommel- klang tanzen. Manchmal rang der Besitzer mit den Bären und stieß sie mit einer Stange nieder. Zum Schluß aber ging einer der Affen eigenhändig absammeln. Heute noch erinnere ich mich des Sprüchleins, das der Bärenringkämpfer, ein Zigeuner, seinem Opfer vorsummte: Dejjapa, dejjana ritthom tdaj! Valyanoka, daganata tassanna De polkanna, de taesanna, De! Mach— rauf! Jetzt richtete sich der unglückliche Bär auf. Aber diesen Bers krähten wir schon alle im Chor. So» daß wir mit unserm Liede oft den Zigeuner und auch das Schmerzgebrüll des Bären übertönten, Die anderen Bären, die gerade nicht an der Reihe waren und sich in der Ecke der Bude ihre Nasen an den Nasenringen blutig rissen, stimmten gememsam in das Schmerzgebrüll ihres Kameraden ein. Die Bude stand gerade vor dem großen Kornspeicher, und die Vorstellungen wurden tagsüber abgehalten. Die Ge» rissensten unter uns fanden heraus, daß man diese Vor- iührungen aus den Fenstern des zwei Stock hohen Speichers prächtig beobachten konnte. Dieser Speicher gehörte einem verkrachten slldischen Großkaufmann und war seit Jahren ab- geschlossen. Eine eiserne Tür, zu der ein paar Steinslufcn hinaufführten, befand sich in der Mitte des Gebäudes. Dar- über war jedoch ein Fenster offena Die Tür mochte eineinhalb oder zwei Mann hoch sein, und zwei gekreuzte Eisenstanacu mit starken Schlössern versehen, verschlossen sie. Obwohl der untere Fensterrand nicht ganz an den oberen Türbalken an- schloß, konnte ein Junge von unserer Größe dennoch das Fensterbrett erreichen. Die Verwegenheit meiner Freunde half sich dadurch, daß sich einer der Jungen auf das untere Schloß stellte und sich mit den Händen an der einen Stange festhiell. Der zweite kletterte mit einem Fuß auf die Stange. mit dem andern stützte er sich auf seinen Vorgänger und zog sich nun auf das Fensterbrett hinauf. Bon hieraus langte er mit einer Hand hinter und zog die übrigen zu sich hinauf. Den letzten mußte natürlich der größte und geschickteste Turner machen. Seit einiger Zeit hatten die Kinder nicht allein mit der Gefahr des Hinaufkletterns zu rechnen. Denn von den Zi- geunern wurden die Zaungäste in den Fenstern des Speichers sehr bald bemerkt. Sie konnten sich mit dieser Art Publikum — schon des schlechten Beispieles wegen— nicht einverstanden erklären. Sie beschimpften und bedrohten die Knaben von unten. Natürlich antworteten auch die mit ähnlichen Ehren- beleidigungen und Spottreden. Nunmehr oersuchten die Zi- geuner, den Knaben auf den Speicher nachzuklettern," sie wur- den aber mit einem solchen Regen von Ziegelsteinen und Nüssen empfangen, daß sie die Belagerung aufgaben. Sie lauerten jetzt unten meinen Kameraden auf und versuchten auch, sie beim Hinaufklettern zu hindern. Umsonst! Die Knaben täuschten ihre Wachsamkeit, blieben bis in die späte Nacht oben, kletterten zeitig morgens hinauf oder stahlen sich einzeln ungesehen in die Höhe. Sollte auch ich ihrem Beispiel folgen? Nicht nur der Zigeuner wegen, nein, es graute mir, wenn ich mir nur vor- stellte, daß auch ich wie die andern dort oben in der Lust herumbaumeln würde.(Fortsetzung folgt!) Finanzausgleichs und auch an die Mitwirkung.der berufenen Stellen bei der Konsolidierung der schwebenden Schulden. Für die Durchführung meines Programms erbitte ich mir Ihr Vertrauen und Ihre Mitarbeit zum Heile der Stadt Berlin und zum Heile des deutschen Vaterlandes!" Die Rede des Oberbürgermeisters war immer wieder von albernin Zwischenrufen der Kommunisten unterbrochen worden, wo- bei sich der Kommunist Lange, der Clown der Stadtverordneten- Versammlung, besonders hervortat. Der Vorsteher ermahnte schließ- lich den Neuköllner Lange„das letztemal", wenigstens solange poli- tischen Anstand zu bewahren, bis der Oberbürgermeister seine Aus- sührungen beendet habe. Diese energische Mahnung fand den Beifall der großen Mehrheit der Stadtverordneten. 22 Minuten nach Eröffnung der Sitzung war der anspruchslose Festakt beendet. Sofort an die Arbeit! Dann trat die Versammlung in die Beratung der Tages- Ordnung ein. Die Abrechnung der Tiefbauvcrwaltung mit der Berliner Verkehrsgesellschaft über die Straßen- bauten, deren Aussührmig wegen der Schnellbahnbauten nötig war, wurde genehmigt, dagegen wurde die neue Hunde st euer abermals abgelehnt, nachdem Abänderungsanträge der Wirt- schaftspartciler eine Mehrheit gefunden hatten. Dabei kam es wieder zu Lärmszenen, deren Urheber die Kommunisten und insbesondere der Stadtv. Kasper waren. Kasper zog sich mehrere Ordnungsrufe zu, und wurde auf die Folgen weiterer Verstöße gegen die Ordnung aufmerksam gemacht.— Eine längere Aussprache gab es über einen Antrag der Wirtschaftspartei, der eine Senkung der L u st b a r- keitssteuer verlangt und der aus dem vorberatenden Ausschuß und Plenum zurückkam. Die Beschlüsse des Ausschusses sehen Er- Mäßigungen vor, die gestern in der Stadtverordnetenversammlung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten gutgeheißen wurden. Dabei wurden ein kommunistischer und mehrere sozial- demokratische Anträge abgelehnt. Eine Reche Grundstücksangelegenheiten wurden ohne Debatte erledigt. Schluß der Sitzung gegen 21 Uhr. Lehrlingsheim ausgelöst. Oas„Asyl" der Lehrlinge in Brandenburg. Der Magistrat hat beschlossen, das Lehrlingsheim in Branden- bürg a. d. H., das sich seit etwa zehn Jahren in den Gebäuden des ehemaligen Asyls an der Potsdamer Chaussee 4 befindet, demnächst aufzulösen, da die baulichen Verhällnisse des Heiins den modernen Anforderungen in keiner Weise mehr genügen, und der Pachtvertrag der Stadt mit Ende dieses Jahres abläuft. Es war ursprünglich be- obsichtigt worden, einen Neubau für dieses Lehrlingsheim in Brandenburg zu errichten. Die finanziellen Verhältnisse gestatten es aber nicht, diesen Plan auszuführen. Der Magistrat beabsichtigt, das Lehrlingsheim in eine Abteilung des städtischen Waisenhauses, Bcrlin-Rummclsburg, zu verlegen. Die noch in Brandenburg in der Lehre befindlichen minderjährigen Lehrlinge sollen Gelegenheit erhalten, ihre Lehre zu beenden. Sic werden in Brandenburg selbst anderweitig untergebracht. Oer Lteberfall auf das Mieisbüro. Zwei weitere Täter festgenommen. >-Mich wochenlangen Drobachtangen ist es Kriminalkommissar N e b�e und-setnca Beamten jetzt gelungen, zwei weitere Täter des BandKlüberfalles auf da» Mietbüro in den Cäciliengärten in Schöneberg festzunehmen. Wie kürzlich berichtet, wurden drei Beteiligte bereits ermittelt und festgenommen. Von den anderen drei Komplicen, die mit Maske und Revolver in das Büro eingedrungen waren und 2l>lM M. er- heutet hotten, fehlte jede Spur. Sämtliche Herbergen wurden ständig überwacht. In einem Quartier in der Tieckstraße am Stettiner Bahnhof stießen Kriminalbeamte gestern auf einen der Gesuchten, den 2?jährigcn Max Kley. Die Festnahme erfolgte so überraschend, daß K. von seiner scharfgeladenen Waffe keinen Gebrauch machen konnte. Fast zu gleicher Zeit konnte dei! fünfte im Bunde, der 29jShrige Adolf Stolle, in Westend verhaftet werden, als er dort mit seinem Motorrad vor dem Hause seiner Freundin vorfuhr. Von der Kolonne fehlt nur noch der letzte, ein Franz Sternau, der vermutlich in seine Heimat nach Bayern geflüchtet ist. Nur ein kleiner Teil des erbeuteten Geldes konnte wieder herbeigeschafft werden, der größte Teil ist von den Banditen in wenigen Togen verjubelt worden. Zehlendorfer Bank pleite! Die Zehlendorfer Bank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, in der Spandauer Straße in Zehlendorf, deren Kundschaft sich Haupt- sächlich aus Geschäftsleuten, Restaurateuren, Handwerkern, Gewerbetreibenden, Beamten und Pensionären in Zehlendorf und den westlichen Vororten zusammensetzt und deren Leitung auch durchaus mittel st ändlerisch orientiert war, hat ihre Zahlungen ein- gestellt. Die Gcsamtverbindlichkeiten werden auf über eine Million Reichsmark geschätzt. Die Aktiven sollen zum größte» Teil aus Grundbesitz und gastronomischen Betrieben(z. B. Schloß Schlachten- sce mit Tottersall) bestehen. Unter den Gläubigern befindet sich in erster Linie die Deutsche Landmonnbank, deren Forde- rungen jedoch völlig gedeckt sind. Die Erregung in den von der Insolvenz der Bank betroffenen Kreisen ist ungeheuer, denn die Bank galt als gut fundiert, sicher und solid arbeitend. Gerüchte über Gchupoverhastungen. Ein Berliner Nachmittagsblatt brachte gestern in großer Auf- machung die Nachricht von der angeblichen Festnahme mehrerer Schupobeamten wegen kommunistischer Umtriebe in den Polizoiunterkünften. Wie wir hierzu aus dem Berliner Polizeipräsidium erfahren, ist diese Nachricht unrichtig und es find keinerlei Festnahmen erfolgt. Als vor einigen Wochen bei der Reichswehr in Fürstenwalde die kommunistische Pro- pagandazcntrale aufgedeckt wurde, sind unter dem beschlagnahmten Material»auch die Adressen einiger Schupos gefunden worden. Die betreffenden Beamten sind auch vernonuncn worden. Es ist aber nicht bewiesen, daß sie sich im kommunistischen Sinne irgendwie betätigt haben. Kurten kein OrenzfaH. Roch der Vernehmung des ersten Sachverständigen. Professor Dr. Scioli, wurde der Direktor der Pcovinzial-Heil- und pflege- ansialt, Bedburg-Hau, Dr. Raethcr, über die klinische Untersuchung Sürtens in seiner Anstalt vernommen, die vom 4. November bis zum 14. Dezember ISZO stattgefunden hat. Als letzter Sachverständiger fungiert der Bonner Universitätsprofessor Dr. hübner. Beide Sachverständige gelangten zu der Ueberzeugung, daß Kürten im vollen Umfang für seine Talen verantwortlich ist. Der Sachverständige Direktor Dr. Raecher hat keine l u e t i- scheu Erkrankungen feststellen können. Alle Methoden wurden angewandt, verliefen aber sämtlich negativ, was bezüglich der Paralyse von Belang sein könnte. Es bestehe weder Epilepsie noch Schwachsinn. Der Angeklagte weise eine innere Wahrhaftigkeit auf; er lüge nicht immer, färbe aber gern und verstelle lich meisterhaft, das hänge mit seinem starken Geltungsbedürfnis zusammen. Cr besitzt wohl eine neurotische Empfindlichkeit, ist aber in allen verfänglichen Situationen kühl beherrscht. Er ist ein rücksichtsloser Egoist und gebraucht alles für sich und seine Zwecke. Er ist brutal, aber auch wehleidig und hat eine stark sadistische Ber- anlagung. Die Frage der Geisteskrankheit mußte so gestellt werden, ob Kürten bei den Taten geisteskrank war, ob er normal oder vermindert zurechnungsfähig war. Alle drci Fragen sind übereinstimmend verneint worden. Bei der hohen geistigen Ent- wicklung Kürtens könnten für ihn die Voraussetzungen einer Geisteskrankheit im Sinne des Z 81 nicht Frage kommen. Auch die Frage einer verminderten Zurechnungsfähigkeit müsse im Hinblick auf die Vielseitigkeit seiner Taten abgelehnt werden. Eine organische Gehirnerkrankung sei weder zur Zeit der Begehung der Taten iwch jetzt festzustellen. Kürten sei demnach weder zur Zeit der Taten, noch früher, noch später im Sinne des § 81 geisteskrank. Der Sachverständige verbreitete sich dann über verschiedene Hypothesen. Der Fall Kürten ist in seinen Spielarten nicht so, daß er ein Grenzfall wäre. Ich glaube, daß Kürten sich die vielerlei Dinge, die ihn zum Grenzfall machen sollten, in den langen Strafjahren angelesen hat. Verteidiger: Wie kommt es, daß Kürten erst in diesem Alter zu seinen Taten kommt? Sachverständiger: Zum Teil waren die äußeren Lebensumstände un- günstig. Dann hat ihn auch seine Frau in Altenburg vor vielem bewahrt. Leicht straffällig war Kürten immer. Verteidiger: Wenn er gestört wurde, war er dann Herr seiner Sinne oder brach sein Sexus zusammen? Sachverständiger: Im normalen Verkehr ja. Es folgt als dritter Gutachter der Bonner Uniocrsitätsprofcssor Dr. H ü b n e r. Auf Antrag des Staatsanwaltes wird bei der Ber- nehmung dieses Sachverständigen, der ausführlich auf das Scxualproblem kürten eingehen soll, die Oeffentlichteit ausgeschloffen. Prof. Dr. Hübner betont, daß seine Aufgabe zweifacher Art gewesen sei, und zwar habe er sowohl ein Urteil über die psychiatrische als auch über die sexualpathologischcn Fragen abzugeben. Er habe ebenso wie die beiden vorherigen Sachverständigen keine Bewußtlosigkeit und Geistesgcstörtheit bei Kürten feststellen können. Kürten ist Psychopath. Zwangshandlungen liegen bei ihm nicht vor. Psychiatrisch betrachtet lag auch bei den Taten keine gestörte Geistesverfassung vor, die den Schutz des§ 81 beanspruchen könne. Der Sachverständige verbreitet sich dann über die sexualpathologische Seite, definiert ausführlich die sadistischen Formen, deren extremste For- mung der Lustmord ist. Sehr wesenllich ist, was bei Kürten von außen hineingetragen wurde. Sein Sadismus ist in der Form nicht angeboren, sondern erworben. Die Dinge laffen, wenn sie noch so scheußlich sind, nicht den Schluß zu, daß die straf- rechlliche Verantwortung gefehlt hat. Bei Kürten sind keine perio- dischen Schwankungen des Sexuallebens festzustellen. Er hatte viel Gelegenheit, seine grausame Komponente zu hegen, las blutrünstige Bücher und kam von Handlungen, die kaum als normal zu bezeichnen sind, zu immer schlimmeren Talen bis zum Morde. Die zwangsläufige Entwicklung des Triebes ist die aller Sadisten. Kürten hat seine Opfer so behandelt, daß man auf volle Ueberlegung auch daraus schließen kann. Nichts verriet eine geistige Verwirrung. Zusammenfasseno sagt dann der Sachverständige, daß irgendein greifbares Moment zu einer Unzurechnungsfähigkeit nicht gesunden worden ist. Er glaubt, daß die Ueberlegung in allen Fäl- len, vielleicht bis auf den Fall Klein, vorhanden gewesen ist und daß Kürten also bei seinen ganzen Handlungen genügend klare Er- wägungen zur Erreichung seiner Ziele hatte und diese auch ausführte, so daß die bekannte Reichsgerichtsentscheidung doch wohl auch in diesem Falle Anwendung finden muß. Nach längerer Diskussion mit dem Verteidiger, der glaubt, daß die reichsgerichtliche ..Ueberlegung" nicht gegeben sei, vertritt der Sachverständige mit Nachdruck die Auffassung, daß. dies doch der Fall sei. Geringe Unter- schiede bei der Ausführung der Taten sprechen nicht dagegen. Der Angeklagte folgt den Darstellungen des Sachverstän- digen mit größter Ausmerklamkeit, und je mehr der Sachverständige zu dem Schluß kommt, daß Kürten voll verantwortlich ist und seine Taten planmäßig vorbereitet und durchgeführt hat, um so aufgeregter wird er. Er sitzt mit hochrotem Kopf da und oersucht, jedes Wort der Diskussion aufzufangen. Die Plädoyers beginnen heute vormsttag. Eingriff mit Betrug. Wieder H 218— Tod einer polnischen Schnitterin. Eine polnische Schnitterin fühlt sich guter Hoffnung. Sie macht davon Mitteilung dem Bater des' zu erwartenden Kmd«s. Der be- streitet die Vaterschaft." Das junge Mädchen ist verzweifelt, es darf kein Kind haben. Wer nimmt eine Schnitterin in Arbeit mit einem Säugling an der Brust?! Im Berliner Norden lebt die alleinstehende ööjährige N. Sie fristet durch Zimmervermieten ihr Leben. Bor Iahren hat sie eine Zeitlang als„weise Frau" einen Nebenverdienst gesucht und sich eines nicht geringen Zuspruchs ersteut. Im Jahre 1927 crellte sie das Schicksal: sie würde bestraft. Seitdem ließ sie ihre Finger von diesem gefährlichen Handwerk. Da erhäll sie eines Tages einen Brief von einem jungen Mädchen: ob sie ihm helfen könne. Die Zimmer stehen leer, der Pflegesohn soll eingesegnet werden. Muß es denn unbedingt gleich fHief gehen? Das junge Mädchen soll nur nach Berlin kommen. Die Briefschreiberin war die polnisch« Schnitterin. Sie entnimmt ihren geringen Ersparnissen 80 Mark und fährt nach Berlin. Kaum hat Frau N. mit dem Eingriff be- gönnen, da merkt sie, daß bereits alles vor ihr erledigt worden ist. Die junge Schnitterin hat auf eigene Faust verschiedenes versucht, anscheinend mit Erfolg. Soll man ihr das sagen? Dann ist es aber, nichts mit den 80 Mark! Die weise Frau schweigt und führt ihre überflüssigen Manipulationen zu Ende. Das junge Mädchen darf nach Haufe fahren; auf Ort und Stelle soll sie sich sofort beim Arzt melden. Die Schnitterin reist heim, arbeitet noch einen Tag, dann geht es nicht mehr. Der Arzt stellt Blutvergiftung fest. Wenige Tage später ist die Patientin tot. Der Sachverständige hätt die' Erklärung der angeklagten Frau N. für glaubhast: es sei wohl möglich, daß bereits vor dem von ihr gemachten Eingriff alles erledigt gewesen sei. Die Schein- Manipulationen waren deshalb nicht mehr als eine versuchte Ab- treibung. Wofür hatte sie dann aber das Geld genommen? Hatte sie nicht unter Vorspiegelung falscher Tatsachen sich einen Ver- mögensvorteil erworben? Hat sie sich nicht des Betruges strafbor gemacht? Doch, sagt das Gericht. Es w a r ein Betrug. Und so sieht sich die ööjährige ganz unerwartet einer neuen Anklage gegenüber und wird verurteilt wegen versuchter Abtreibung zu einem Monat Gefängnis und wegen Betruges zu drei Monaten Gefängnis. Der Betrug, sagt die Urteilsbegründung, ist viel schlimmer zu werten als die versuchte Wtreibung. Gerade well sich Frau N. in so großer Not befand, hätte sie Mitleid haben müssen mit dem armen Mädchen, das in ihrer Verzweiflung zu ihr kam, und ihm nicht unnötigerweise die 80 Mart abnehmen dürfen. An- gesichts dieser häßlichen Gesinnung könne auch auf die drei Mo- nate wegen Betrugs keine Bewährungsfrist zugebilligt werden. nähme. Wie die Feststellungen ergeben haben, hatte P. im Bett eine Zigarre geraucht und war dabei eingeschlafen. Die Zigarre fiel auf den Fußboden und setzte einen Vorleger in Brand. Das Feuer glimmte weiter und ergriff Kleidungsstücke, so daß das Zimmer bald völlig verqualmt war. Hausbewohner bemerkten das Unglück und alarzniertsn�stssrl-d>». Wehs-.. Diesem Umstgnd. hgt.es Palm-zu danken� daß eroov dem Schlimmsten bewahrt blieb, Meierhoher Schnee im �iesengebirge. Sie Paßstraßen noch nicht befahrbar. Hirschberg. 21. April. Daß Ende April im Riesengebirge noch ausgesprochenes Winter weit er und gute Sportverhäünisie anzutreffen sind, gehört zu den größten Seltenheiten. Das ganze Riesen- gebirge trägt noch das weiße Winterkleid. Auf dem Kamm beträgt die Schneehöhe durchschnittlich 1,8 0 Meter, aber auch Schireelagen von zwei bis drei Meter sind keine Seltenheit. Ebenso sind die Schlittenbahnen noch von bester Be- schafsenheit; sie reichen im Osten bis nach Brückenberg und Ober-Krummhübcl und im Westen bis zur Josephinenhitttc. Brandunglück in Weißensee. Die Feuerwehr wurde gestern abend gegen 21 Uhr»och der Rennbahnstraße in Weißensee alarmiert, wo in der Wohnung des Dachdeckers Palm Feuer ausgebrochen war. Palm, der im Bett von dem Feuer überrascht worden war, konnte von den Feuer- wehrleuten noch rechtzettig in Sicherheit gebracht werden. Mit einer schweren Rauchvergiftung fand er im Weißenseer Krankenhaus Auf- Kindesmord in der Laubenkolonie. In der Laubenkolonie Hoffnungstal bei Rernickendorf ging seit einiger Zeit das Gerede, daß eine dort wohnende Frau M. ihr neugeborenes Kind getötet uitd die. Leiche oergraben habe. Die Gerüchte kamen auch der Polizei zu Ohren und am Dienstagnachmittag gruben Beamte in dem Garten nach.' Sie fanden in der Tat die Leiche und beschlag- »ahmten sie. Frau M, die vorläufig festgenommen wurde, gibt an, daß das Äind nach ihrer Scheidung tot zur Welt gekommen sei; sie habe nur die Leiche vergraben. Durch die Sektion soll jetzt festgestellt werden, ob es sich in der Tat um einen Sindesmord oder nur um die Beseitigung einer Leiche handelt. Der Vorfall hat in der Kolonie erhebliches Aufsehen erregt. Ter Hase in der Großstadt. Bergangenen Sonnabend tauchte mitten in Wien, auf der Herrengasie, ein Has« auf und lief geradenwegs auf das Land- haus zu, worin der Landtag und die Laudesverwolwng von Niederästerrcich(ohne Wien) untergebracht sind. Der Torwart nahm den Landesgenossen, der sofort die zuständige Behörde fand, in Gewahrsam und rief den Tierschutzverein an. Der Hase wurde in einem Auto weit außerhalb der Großstadt gefahren und dann ins Freie gesetzt. „Mann ist Mann" in der Karl-Marx-Schule. Die Theatergruppe der Karl-Marx-Schule w Neukölln brachte Bert Brechts„Mann ist Mann" in neuer Inszenierung. Die Aufführung verrät ein beachtliches Niveau. Man vergißt beinahe, daß man im Schülercheoter sitzt und legt bei der Beurteilung Maßstäbe an, die im Rahmen der allgemeinen Theater- kritik liegen. Eine ausgezeichnete Darstellung sichert den durch- schlagenden Erfolg, und nachdem Galygay, der Mann, der nicht nein sagen kann, die Leichenrede auf sich selbst gehalten hat, bricht ein nicht endenwollender Beifallssturm aus. Odo Brückenbau in-15 Stunden. Eine Hochleistung der Brückenbautechnik. Die sonnläglichc Vekriebspause des GiHerzugverkehrs der Reichsbahn wurde dazu ausgenutzt, einen Teil der im Zlorden Berlins am Bahnhof Wedding über die Müller st rahe hln- wegfühceuden Eisenbahn brücke durch eine schwerere Konstruktion auszuwechseln, damit in Zukunft auch die Grotz- raum-Gütcrzüge für dos Großkraftwerk Slingenberg über den Rord- ring geleilet werden können. Dkorgens gegen S Uhr wurde mit den Arbeiten, die man in drei Abschnitten durchführte, begonnen. Ein riesiger Spezial» k r a n hob die einzelnen Bogen nach dem Schneiden an den Enden mit dem Schneidebrenner nacheinander auf bereitstehende Güter- wagen und setzte die in der Fabrik fertiggestellten neuen Teile wieder ein. Gegen Mittag konnte der grötzte, 700 Zentner schwere Mittelbogen montiert werden. 30Arbeiterder bauausführenden Reinickendorfer Firma Hein,Lehmannu.Co. bewältigten das Ungetüm, das sich phantastisch von dem Grau des Himmels abhob und zahlreiche Schaulustige anlockte, während auf dem Nebengleis die Stadtbahnzüge fahrplanmäßig vorbeirollten. Besonderes Inter- e'fe fand der Brückenkran, der trotz seiner verhältnißmäßig leichten Bauweise so schwere Lasten spielend regierte. Es ist der einzige Kran dieser Art, der in Deutschland zur Verfügung steht und der allein es ermöglicht, so umfangreiche Arbeiten in wenigen Stunden durch- zuführen. Am Nachmittag konnte der letzte Bogen der 41 Meter langen und etwa 2000 Zentner schweren Brücke eingesetzt und ver- nietet werden. Die für einen Achsdruck von etwa 25 Tonnen eingerichtete neue Konstruktion besteht aus dem Material St 37 und ist mit ihren Pfeilern so verlagert, daß die Straße an dieser Stelle den örtlichen Verhältnissen besser angepaßt ist. Um im Falle eines Un- glücks schwereren Schaden auszuschließen, wurde während der Montage des Brückenbogens der U-Bahn-Verkehr am Bahnhof Wedding mittags für etwa 15 Minuten unterbrochen. Eine Hochleistung der Technik, die in knapp 18 Stunden eine 2000 Zentner schwere Eisenkonstruktioo einbaut und dazu die Betnebspause des Güterzugvcrkehrs ausnutzt. Armer Stahlhekm! Betrieb seine Propaganda mit aeistig Unmündigen. Das Stahlhelmvolksbegehren, das nun endlich sein Ende gefunden hat, zeichnete sich durch Klebezettelpropaganda besonders aus. Es gab in Berlin kaum einen Gegenstand, der nicht mit Zetteln beNebt war. Besonders gern hatte man sich die Schaufenster der Geschäftsleute dazu gewählr, die auf diese, sicherlich sehr wirkungs- und geschmackvolle Weise von der Notwendigkeit des Stahchelm-Bolksbegehrens überzeugt worden sind. Auch Schilder von Aerzten, Rechtsanwälten. Instituten und Firmen wurden oft über und über beklebt, so daß es vielfach gar nicht möglich war, die Sprechzeiten der Aerzte und Amvälle zu erkennen. Beliebte Objekte der Kleberitis waren die Postkästen, bei denen man versuchte, die Klappen und sogar die Abholezeiten zu überkleben. Auf Bahnhöfen waren Fahrpläne beklebt. An den Haltestellen der Autobusse und Straßenbahnen hosteten die Zettel und verdeckten vielfach die Fahrzeiten. In den Vororten hatte man mit Vorliebe die Namensschilder an den Landhäusern bepflastert und auf diese sinnige Weise die Bewohner gemahnt, ihre Pflicht zu tun. Auch die Telephon- k i o s k e der Reichspost wurden nicht verschont. Daß L a de r n e n und T e le g r a p h e n p f ä h l e-'besonders beliebt waren, bedarf kamn der Erwähnung. Ein wahres Heldenstück hatten sich die nationalen Kleber kurz vor Ostern in F r i e d r i ch s h a g e n ge- leistet. In dem dort unter die Spree führenden Tunnel hatten sie Lampen, Wände und Geländer mit jenem Zettel beklebt, der mit der Aufschrift: Im guten oder bösen... eine Au ff orderung zu Gewalttaten darstellte. Derantwort- lich für diesen Schandzettel mar ein gewisser Dr. Hübotter. Mit dem Stahchelmbürgertum aber, das es sich schmunzelnd gefallen läßt, wenn seine Presse der Sozialdemokratie die irrsinnigsten Dinge anzuhängen sucht, und das in Konsequenz dieser Einstellung sich auch die Verschmutzung öffentlichen und privaten Eigentums mit widerwärtigen, abstoßenden Bildzetteln, aus- geführt von geistg Unmündigen, stillschweigend gefallen läßt, mit diesem sich selbst aufgebenden Stahlhelm-Hatenkreuz-Bürgertum kann man nur Mitleid haben. „Oer Hauptmann von Köpenick" für Erwerbslose. Das Deutsche Theater veranstaltet am Sonntag, dem 26. April. 13 Uhr, eine Sondervorstellung für Wohlfahrtserwerbslose und deren Ehefrauen. Gespielt wird Carl Zuckmayers„Der Haupt- mann von Köpenick", und zwar in Premierenbesetzung. Alle Pe- lesligten, die„Prominenten", ebenso wie die Theaterarbeiter haben sich bereit erklärt, in dieser Vorstellung unentgeltlich mitzuwirken. Die Karlen zu dieser Vorstellung smd den Bezirks-, Wohlfahrts- und Jugendämtern zur Verteilung an die Wvhlfohrtserwerbslosen überwiesen worden. Werbewoche der Leipziger Gtraße. Wenn auch der„Zug nach dem Westen" in kommerzieller Be> ziehung manch kühne Erwartungen bitter enttäuschte, so ist doch die City in letzter Zeit als Lauf- und Kaufgegend ein wenig ins Hinter- treffen geraten; nicht, weil sie den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt, jondern weil die räumliche Ausdehnung Berlins eine stark westliche Kurve nimmt und das Stadtinnere zum wohnlich immer mehr entvölkerten Büro- und Geschäftsviertel wird. Die krisenhafte Stagnation allen wirtschafllichen Lebens beeinflußt noch all drese Umstände nachteiligst. Aber die City will beweisen, daß sie sich be- haupten kann: es haben sich eine.ganze Reihe aller Firmen— rund 60 an der Zahl—, deren Namen zum Teil untrennbar mit dem Begriff Berlin verbunden sind, zu einer Werbewoche zusammen- getan, die in Form eines groß angelegten Schau fen st er- Wettbewerbes dem Pulilikum gute, preiswerte Ware,»on ge- schickten Dekorateurhänden vorteilhaft placiert, zeigen soll:«in Publikumsausschreiben soll das beste Schaufenster bestimmen und gleich- zeitig die darauf entfallende Stimmenzahl schätzen: dem ersten Preist, äger winkt ein Gewinn von 1000 Mark in bar, außerdem gelangen verschiedene Trostpreise zur Verteilung: eine fachmännisch« Jury'wird ebenfalls prämiern und den Dekorateuren Ehrenurkunden verleihen. Die Wcrbewoche der Leipziger Straße findet in der Zeit vom 2 7. April bis 2. Mai statt. Vcranstaller dieses Wcrbe» feldzuges ist der Verbund Berliner Spezialgeschäfte unter Mit- Wirkung der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, sowie des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller. In einer Presse- besprechung erklärte der Vorstand des veranstaltenden Verbandes, Dr. Leon Zelllin, zur Zweck ynd Ziel der Wcrbewoche: Präsident Flinsch vom Verein Berliner Kaufleute sprach über neuzest'iche Werkcmethooen und ihre Mittel, deren wirkungsvollstes, die Licht» reklame. gerade der Leipziger Straß« einen unbedingten Erfolg der Vsranstallung verbürge. Es sprachen weiter noch Dr. Feilchenfeld als Vertreter der Beiliner Industrie- und Handelskammer,, und Heinrich Grünfeld, Inhaber der Firma I. V. Grünfeld. Keine Genlung der Michaelbrücke. Die Meldungen, wonach die Michaelbrücke sich um 5 Zenti- meter gesenkt haben soll, sind nicht zutreffend. Im Rahmen der ständigen Nachprüfungen der Berliner Brücken hat die statische Berechnung ergeben, daß die Ende der 70er Jahre erbaute Michael- brücke den gesteigerten Anforderungen des Verkehrs nicht mehr genügt. Vor allem ist die Eisenkonstruktion viel zu schwach. Aus diesem Grunde wurde die Brücke bereits vor einigen Tagen für täglichen Fährverkehr gesperrt. An den Pfeilern und Wider- lagern der Brücke haben sich Schaden oder Bewegungen nicht ge- zeigt. Es liegt hier anscheinend eine Verwechslung mit dem Haus an der Michaelbrücke Nr. 1 vor, bei dem ungleichmäßige Setzungen bereits feit langer Zeit beobachtet werden, die jedoch für die Stand- sicherheit des Hauses unbedenklich find und mit der Michaelbrücke selbst in keinem Zusammenhang stehen. Das Haus steht unter ständiger Beobachtung durch die Baupolizei. Frühling am Himmel. Der Wunsch vieler Berliner, im Planetarium auch weiterhin eine Pflegstätte volkstümlicher Himmelskunde zu haben, ist nun erfüllt: Die Pforten des leider noch viel zu wenig bekannten Kuppelbaues zwischen Zoo und Tiergarten sind wieder geöffnet. Der unvergleichlich schöne Planetariutns-Himrnel, der die Pracht des natürlichen Sternenalls nicht ersetzen, sondern dem menschlichen Erleben näherbringen will, ist eine der größten Sehens- Würdigkeiten unserer technischen. Zeit. Bon packender Wir- kung ist das Wandern der Gestirne: vom sonnennahen Merkur und vom neu entdeckten Planeten Pluto wird im Rahmen des gegen- wärtigen Themas viel Interessantes berichtet. Beim sinnenden Betrachten des Frühlingshimmels wird das Wirken der kosmischen Kräfte entdeckt.— Eine besondere technische Neuerung ist im Planetarium durch den Einbau einer Ton- anlag e hinzugekommen, so daß durch entsprechende musikalische Einleitung die Darbietungen einen stimmungsvollen Auftakt er- hallen. Die Vorführungen finden täglich(außer Montag) um 16.13 Uhr und am Mittwoch außerdem noch um 20.15 Uhr statt. Besonders erfreulich ist die Herabsetzung des Eintrittspreises auf 80 Pf. und am Mittwoch auf 50 Pf.(für Schüler und Studierende halbe Preise). Das Hilfswerk für die Juden im Offen. Die diesjährige Jahresversammlung des„Hilfsvereins der deutschen Juden", die unter dem Eindruck des Legats des großen Hygienikers, Prof. H a f k i n e, stand(er hat in seinem Testament 1 250 000 Schweizer Franken für kullurelle Ausbau- arbeiten des Vereins ausgesetzt), fand eine beachtenswerten Verlauf. Der Vorsitzende Dr. James Simon und der Generalsekretär Dr. Wischn'itzer wiesen in ihren Referaten auf die trostlosen Lebens- bedingungen der Juden in Osteuropa hin. Zwei Staaten sind es besonders', in denen die Juden am meisten zu leiden haben: Polen drückt unter dem System Pilsudski durch Ausnahmesteuern und korrupte Konzessionspolitik den Lebensstandard der Juden. Und Rumänien, wo Pogrome nicht zu den Seltenheiten gehören und meist nur mit Geldstrafen geahndet werden. Angesichts dieser traurigen Tatsachen hielt es der Hilfsverein für seine moralische Verpflichtung, neben der Pflege seines Hauptgebiets in Deutschland, der Auswanderungsfllrsorge, Solidarität mit den bedrückten Brüdern im Osten zu üben und trotz eigner Not im verstärkten Umfang zu helfen. Man gründete Kinderferienheime in Polen. Man baute die Berufsberatungsstelle in Bukarest aus. Man nahm die drei errich- teten Ambulatorien in den neuen Siedlungen in Sowsetrußland in Betrieb. Ueberall wo Fürsorge getrieben wurde, geschah dies plan- mäßig und getreu dem Vorbild der öffentlichen Woblfabrtspfleqe in Deutschland. All« vom Hilfsverein gegründeten Institutionen stehen allen Menschen ohne Unterschied der Konfession zur Verfügung._ Der Vau der neucn Bäderbrücke uach Usedom an Stelle der unzulänglich gewordenen Zecheriner Fähre ist im wesent-- lichen beendet. Die Brücke soll am Freitag vor Pfingsten, 22. Mai, dem Verkehr übergeben werden. Ein seltsamer Pfadsindersührer. Zu der unter dieser Ueber- schrift bei uns veröffentlichten Zuschrift, in der über unkorrektes Verhalten eines Pfadsinderführers Klage geführt wurde, schreibt uns jetzt der Deutsche Pfadfinderbund, daß keine seiner Abteilungen zu der fraglichen Zeit an der Edmundsklamm bei Herrnskretschen gewesen sei. vre' slermeiller kerman Scholz, Reichenberger Straße lS6. feiert am 22. April mit leiner Ehesiau das Fest der Goldenen Hochzeit. Das Edevaar, das den.Vorwärts' seit Bestehen liest, lebt leider w den dürftigste» Verhältnissen. lleier nau Forme« der Schularbeit Onit Lichtbildern) wird am nächsten Elternabend des fienttatinftstutB für Erziehung und Unterricht, Berlin W. W, Volsdamer Str. 120, am Wonlae, dem 27. April, 20 Uhr. Herr Ministerialrat Erich Hplla sprechen. In ausführlicher Auasprache wird den Eltern Gelepsn. hcit. aeireien, stch bei dem ,uständia:.n Referenten des preußisch?» Kultus. Ministeriums über die Fragen der Arbeitsschule au unterrichten. Eintritt 80 Pf. as faat der Bär? � -O 1. OL'////// s/'/- ////„" 'tu-?. W. V'/j 7/ iÄU rf« ffAK*. mmm So Allem Brauch gelreu fand auch in diesem Jahne unier gpoftfer Belei* hgung das Anrudern der Berh'nep Rudervereine siaff. Von diesem Tage an dominier/ auf Havel und Spree auch wieder die Cigarei/e�die schon immer zu Jedem Wasserfreund gehonie: •iosetti cfano Berlins meMgeraucble Cigaretie VK-EinheBspachung 404 Srna SMifing. 3la.nl mH&amilienanieMu$ Di« berühmte Tigerin Fanny war ihre Mutter. Warum Fanny berühmt ist? Stun, Fanny ist«ine Schönheit. Fanny ist eine in glänzendes Fell gestrafft« Flamme. Und Fanny ist zur Zeit die einzig« Tigerin der Welt, die einen Längesprung macht. Das HUßt in der Manege springt sie durch«inen Feuerreifen nicht quer, wie ollgemein üblich, sondern längs über einen Tiger hinweg. Ulla, ein kräftiger Tiger, arbeitete bei dieser Nummer als Untermann. Er mar Fannys Gatt«, und wenn er es auch geduldig ertrug, daß sie ihm über den Kopf hinwegfprang, so duldete«r«s doch nicht, daß sie ihm auf dem Kopf tanzte. D«nn das kommt nie- moss in den Ehen der Tiger, sondern höchstens in denrn der Menschen vor. Ulla führt« ein idyllisches Eheleben mit Fanny. dieser Tigerin, die sich Menschen gegenüber oft recht bösartig be- nahm. So biß sie einem jungen Menschen, der st« liebevoll pflegt«, di« Finger der rechten Hand ab. Er war Raubtierwärter mit der großen und berechtigten Hoffnung, dereinst als Dompteur im Aen- tralkäfig zu stehen. Doch kann er jetzt mit seinem Handstumpf nichts anfassen. All« seine Träume mußte der Verkrüppelte in jung n Jahren begraben, aber beim Zirkus blieb«r, wenn auch nur als Nachtwächter Treu hält er aus, ganz gleich, ob eine prächtige Sternennacht sich über die Zeltstadt senkt oder beißende Kälte und unangenehmer Wind zudringlich durch den dicken Mantel des«in- sam Wachenden kriechen. Er dewacht den Schlaf aller, und wenn mal aus dem Raubtierwagen«in Knurren oder Fauchen klingt, ist er besonders aufmerksam. Raubtiere sind eben nach wie vor seine Leidenschast. Fanny hat«r längst oerziehen. Er weiß, es handelt kein Tier gegen sein« Natur und sein« Triebe. Und Fanny hat es an seinem Unglückstage weiter nichts als Spaß gemacht, zu beißen. Es ist Fannys Passton, auf Menschen loszugehen. Gegen Tiger ist sie freundlich und als Mutter ist sie vorbildlich. Das bewies sie, als sie in Sao Paulo dem Zirkus Karl Hogenbeck drei Junge schenkte. Ullah, der Bater. war zuerst empört über den Nachwuchs. Schließ- lich fand er sich mit der veränderten Situation ab und straft« Mutter und Kinder nur durch Nichtachtung. Fanny hingegen nahm ihre Pflichten schr ernst. War sie mal für kurz« Zeit von ihren Kindern getrennt gewesen, dann geriet durch ihre Wiedersehensfreude der ganze Stall in Aufregung. In Sao Paulo, der Stadt, in der sie geboren, bekamen die jungen Tiz«r ihre Namen. Den einen nannte man Paulo, nach seiner Geburtsstodt, den anderen Brahma, nach dem dort berühm- tsn Bier, und die kleine Tigerin erhiell den Namen Rani. Jh.e Patin war eine Fiimschauspielerin, die sich in dekorativer und un- gefährlicher Art oft und gern mit ihrem kleinen Tiger-Patenlind photographieren ließ. Rani war die Tigerin, die selbst als erwachsenes Tier, was sonst fast nie vorkommt, handzahm blieb. Ranis Charakter war dem ihrer Mutter genau entgegengesetzt. Ist Fanny bis auf den heutigen Tag böse gegen Menschen, so blieb Rani gegen Menschen immer gut, jedoch war si« sehr scharf auf Tier«. Nahm Matthies, ihr Herr und Lehrer, sie mit bis an di« Deranda seines Wohnwagens, so riß sie, um Frauchen gut begrüßen zu können, erst die Blumenkästen runter, um sich dann streicheln und liebkosen zu lassen. Doch da keinem Dompteur seine Gruppe genügt, sondern er auch noch Tiere in seiner allernächsten Nähe haben muß. schleppt Matthies einen Papagei und einen Hund in s«inem Wohnwagen mit, durch di« ganze Welt. Sobald aber Rani den Papagei sah oder oer kleine freundliche Hund si« begrüßen wollte, war sie im selben Augenblick eine funkeläugige Bestie. Herrchen hatte zu halten, und er mußte � mit Fleisch locken, damit er sie vom Wohnwagen wegbekam. I Sonst konnte Matthies mit Rani viel unternehmen. Si« ging > bei der Parade, das heißt, wenn alle Tiere, mit Ausnahme der � Raubtiere, durch die Manege geführt wurden, als Letzte(am Hals- ! band) schön brav bei Fuß. Im Zentralkäfig war sie j«doch cloß Artist in Reserve. Sie hatte zwar Handrufen springen und Oos , Sitzen auf einer Kugel gelernt, aber ihre Zeit war noch nicht ge- ! koinmen, darum machte sie mir als Statist eine gute Figur und nahm bei der Pyramide einen Platz ein. Dennoch machte sie viel von sich reden und es wurd« noch mehr von ihr geschrl«ben. Machte ! sie doch in oen Städten die nötigen Visiten bei den Redaktionen. ; Mit dem Auto fuhr sie vor und ging dann ungeniert in die R«dak- � tionsräume, wo si« mit ziemlich«! Routine erst den Schreibtisch ab- räumte und dann hinaussprang. Solche wichtigen und gefahrvollen Momente des Redaktionslebens wurden natürlich stets mit Blitzlicht photographiert, wobei die Redakteure meistens etwas erschreckte Ge- sichter machten, Rani hingegen bei ziemlicher Gelassenheit di« In- telligenz repräsentiert«. In Paris erkältete sich die Tigerin. Sie ging noch gern in die Manege, doch verschlimmerte sich ihr Befinden. Als der Zirkus auf der Reise durch Belgien kam, li«ß man sie nicht mehr arbeiten. Wenn aber ihr« Tigerkameraoen in den Zentralkäfig gingen, weinle Rani derart, daß, obwol?) während der Bo.stellung im Zirkus doch wirklich jeder Mensch gekraucht wird, einer bei der klagenden Tigerin blieb, um st« zu trösten. Ranis Husten nahm zu. Da schickte man di« Tigerin nach Stellingen in oen Tierpark, da man sich von dem Allheilmittel frisch« Luft alles versprach. Rani gewöhnt« sich dort nicht ein. Sie war und blieb scheu, es war ein ewiges Suchen in ihr, und sie starb trotz sorgfältigster Pflege an Lungenentzündung. Als Matthies Geburtstag hatte, bekam er ihr Fell. Dadurcy kiel ein trüber Schatten auf die ganze Geburtstagsfeier. Jeder von den Zirkusleuten streichelte das Fell und sagte:„Unser« kleine Rani." Und nun liegt das Fell im Bettkasten, in Matthies Wohn- wagen, und Rani fäh.t wieder mit durch die ganze Welt. John Stenry HUackay: SllllM© Wir, Dr. med. Heinz Stierltng, der kleine Rechtsanwalt Meier VI(zugelassen b,i allen möglichen Gerichten) und ich saßen nach dem Essen an dem schönen Tag« im Vorgarten des großen Caf-s am Kurfürstendamm, als der erster« wieder, emmal. gegrüßt wurde diesmal von einem jungen Menschen, der bei aller Be» scheidenhsit seines Grußes doch Wert darauf zu lsgÄi schien, styehnf. gagrüßt zu würden. Er wurde es. „Mein Versuchsobjekt," sagt« d«r Doktor läch«lnd zu mir.„Sie wollten ihn ja immer schon gerne sehen. Er war es.. Ich sah interessiert auf. Aber es war zu spät. Der jung« Mann war bereits verschwunden. 2luch Meier VI, der soeben seine dreizehnte Zeitung durchflogen, bevor er sie zusammengerollt mit energischer Handbcwegung zu dem Stapel der anderen auf den Stuhl neben sich legte, horchte auf. Versuchsobjekt?— Er wäre lieber gestorben, als sich irgend etwas entgehen lassen. „P, nicht etwa für ein« Bazillenübertragung oder dergleichen," «yrds er beruhigt. „U»brig«ns—", Dr. Stierling wandt« sich wieder an mich, indem er aus ssiner Aktentasche«in oünnes Manuskript hervorsuchte,„darf ich nicht vergessen, Ihnen Ihr« Geschichte zurückzu- g«ben." „Ihre Geschichte, wollen Sie sagen," wandt« ich ein. „Wie Sie wollen. Meinetwegen auch meine..." Er über» reichte mir di« Blätter.„Sie haben sie ganz gut wiedererzählt. So war es ungefähr. Bei einer etwaigen Aerpffenllichung änd«rn Si« natürlich noch die Namen." Das war zuviel für Meier. «Was ist das für ein« Geschichte?" brach er los. Ich sah oen Doktor an. Cr nickt« zustimmend- So gab ich die Blätter weiter, und sie wurden von dem Kleinen mit funkelnden Augen hinter den blitzenden Kneifergläsern gierig durchflogen, indessen wir beide uns von anoerem unterhielten. Dies ist die Geschichte, von dem Doktor mir erzählt und von mir, soweit es ging, nach seinen eigenen Worten aufgeschrieben. 2. Es hieß zum„Bergfrieden" und lag dort, wo«in Gasthaus «igantlich nicht liegen sollte, wenn es prosperieren wollte— an der Berglehne uno reichlich abseits allen Verkehrs. Aber«s gab, im Sommer wenigstens, doch immer Gäste, die zu ihm hinauffanden und die der etwas stell« Aufstieg nicht reute — teils, weil sie suchten, was sein Name oersprach: teils, well gut und preiswert war, was sie mit der kleinen Mühe erreichten. So konnte es �zu Zeiten vorkommen, daß vag Haus vollbesetzt war. Mit vchluß der Saison allerdings, jetzt im Herbst, blieben auch die letzten Gäste fort, und außer den Einheimischen, die an be» stimmten Tagen hier herauf kamen, um ihren Schoppen zu trinken und ihre Kegel zu schieben, verirrt« sich kein Fremder mehr herauf. Um so mehr fiel der neu« Ankömmling auf,«in noch ganz junger Mensch von vielleicht zwanzig Jahren, oer sich fest zw:i Wochen hier oben«iüquartiert hatte, und von dem kein Mensch wußte, was sr hier wollte. Seil« einzige Beschäftigung schien darin zu bestehen, alle Tag« drei, pder viermal in den Ort hinunterzusteigen und auf dem kleinen Postamt nach lagernden Briefen zu fragen—«in bisher völlig aussichtsloses Unternehmen, denn abgesehen davon, daß nie welche für ihn da waren, kam er die meisten Male schon deshalb vergebens, w«il die Post hier nur zweimal täglich eintraf und au»- gegeben wurde. Trotzdem hielt ihn keine noch sp oft gegeben« Au». kunft von seinen Nachfragen ab. Zwischen diesen au-sichislosen Gängen saß er bei jedem Wetter — meist war«» schlecht— m der leeren Gaststube und stiert» in eine alte Zeitschrift, ober er Ichlich um das Haus herum, ohne«r- sichtliches Ziel, als dem, die Zell totzuschlagen und immer darauf bedacht, sich nicht zu weit zu entfernen. Mehr als nötig sprach er nicht. Geld schien er indessen genug zu haben, denn er ließ sich nichts abgehen, fragt« nie nach den Pressen und warf mit den Trinkgeldern nur so um sich. Man hielt ihn für etwas verrückt und Letz ihn gehen, ohne viel zu fragen(was in dteserSezKid überhaupt nicht üblich war). So hatt« man sich schon fast an ihn und sein sonderbares Bs- nehmen gewöhnt, als eines schönen Tages mit d«m Mittagszuge ein zweiter Gast eintraf, der sich allerdings nur«in Zimmer iür diesen«inen Nachmittag geben ließ, um sich in ihm. wie er sagte, von«wer Nachtfahrt auszuruhen, da er mit oem Abendzuge schon weiterzureisen gedachte. Er bekam es und nahm ein etwas ver- fpätetes Mittagessen zu sich. Der junge Mensch, der mit dem seinen bereits fertig war, faß noch vor den geleerten Tellern und brütcte vor sich hm. Beide tranken noch ihren Kaffee auf der langgsstreck- ten Veranda des Hauses, mit chrew schönen, weiten Blick aus Ort und Tal zu Füßen und darüber hinau, in die Flußebene, jeder für sich und in entgegengesetzten Ecken, und scheinbar, ohne sich um einander zu kümmern. Der Neuangekommene begab sich dann balo hinauf, um erst nach Stunden, als es schon dämmerte, wieder zu er- scheinen. Nach dem Abendessen— es gab Forellen und den trefflichen Qandschinken— sucht« Oer Jüngere, wie jeden Abend, seinen ge- wohnten Platz auf der Deranda auf, um dort vor seinem Wein zu sitzen und w die dunkelnd« Ferne �nauszustarren. Heut« hatte er sich kaum gesetzt, als er sah, wie der Fremde vom Mittag, Glas uno die offen« Flasche m der Hand, auf ihn zutrat und ihn mit kurzer Dsrbeugung ansprach: „Sie gestatten wohl, daß ich mich etwas zu Ihnen setze?... Dr. Flemming... Er war erst so erstaunt, daß er sich kaum erhob, um die Be- grüßung zu erwidern. Dann faßte er sich insoweit, einen Namen, der wie„Gerhard" klang, vor sich hinzumurmeln, hörte aber gleich weiter: „Wie, bitte?— Ich habe den Namen nicht recht verstanden," so daß er ihn wohl ooer übel, diesmal etwas deutlicher, wieder- holen mußte: „Gerhard.. Der Fremde hatte sich gesetzt, und zwar so, daß er hinter seinem Rücken di« ganz« Längsseite der Veranda hatte und der andere dicht an ihm vorbei mußte, wollte er hinaus. Jetzt schenkte er sich langsam ein und sagte dabei, jedes Wort deutlich betonend: „Nein, Sie heißen nicht Gerhard oder wie Sie sich eben ge- nannt haben, sondern Julius Riedel, und ich..." Der junge Mensch war mit einem unterorückten Fluch ausge- sprungen. Er stieß hervor:„Was wollen Sie von mir?— Wer sind Sie?—" und warf sich zugleich so hejtig vornüber, daß die Gläser klirrten. Aber der schwere Tisch hielt stand, und er fühlte im gleichen Augenblick sein Handgelenk blitzschnell durch den eisernen Druck einer stärkeren Faust auf ihn festgenagelt und sich unwide-- stehlich auf seinen Sitz zurückgezogen. Mehr noch alz die Faust bannte ihn jetzt der Aick der Augen, die hart und fest in den seinen lagen. Dann hört« er: „Wer ich bin?— Ich wollte es Ihnen gerade sagen, als Sie so hastig aufsprangen. Ich bin Dr. Studeweit, der langjäh ige Arzt Ihres Onkels. Wenn wir uns noch nicht bei ihm getroffen haben, so ist das ein reiner Zufall. Aber meinen Namen werden Si« woh! oft genug gehört haben. Was ich von Ihnen will, werden Sie ebenfalls gleich hören. Zunächst aber"— der Griff um das Handgelenk lockerte sich und gab allmählich die Hand frei—„lassen Sie solche Scherze, wie diesen eben. Sie nützen Ihnen gar nichts. Ich brauche nur unserem Wirt dort örinnen," eine Bewegung in da» Gastzimmer zurück,„dem Sie schon lange verdächtig sind, einen Wink zu geben, und in zehn Minuten ist der Landjäger da. Lassen Sie uns daher lieb«? vernünftig und in Ruhe bespreche«, was zü besprechen ist, denn dazu bin ich hier." Die Wut in den Blicken, mit denen diese Worte angehört wurden, war in offenbare Angst übergegangen. Die jetzt befrecke Hand griff nach dem Glase, aber der mit seinem richtigen Namen Angeredete brachte noch kein Wort hervor. Er schüttete den Wein hinunter und starrte den Doktor, dessen Namen ihm so vertraut war. weiter an. „Nein," sagte der,„nein, ich bin nicht hier, um di« Arbeit der Polizei zu tun, wenn Sie mich nicht dazu zwingen. Sie können sogar gehen, wohin Sie wollen. Weit werden Sie sowieso nicht mehr lornmen, und erst sollten Sie hören, was ich Ihnen zu sagen habe...." Eine keuchend hervorgestoßene Frag« unterbrach ihn: „Wie kommen Sie hierher? Woher wissen Sie, daß ich hier bin?"_(Schluß folgt.) Qeillerlöne derhlalur Die Bewohner der australischen Stadt Sydney sind kürzlich durch eine merkwürdige Erscheinung beunruhigt worden. Es ver- breitete sich das Gerücht, daß auf der neuen Hafenbrücke seltsame Töne zu hören seien, die bald wie ein schrilles Wehklagen, bald wie ein dunkles Schreien klangen Die Arbeiter, die an diesem neuesten Wunderwerk der Jngenieurtunst beschäftigt sind, glaubten, daß die Brück«„oerhext" sei, und viele Bewohner, die di« seltsamen Laute vernommen, waren derselben Ansicht. Die verschiedensten Erklärungs- versuche wurden laut, fanden aber ungläubige Ohren, vis schließlich eine genaue Untersuchung feststellte, daß Veränderungen der Luft- temperatur daran schuld waren Die Geistertöne wurden nämlich nur an bestimmten Tagen gehört, an denen ein plötzlicher Witterungs- Wechsel eintrat, und durch diesen werden Bewegungen heroorgcrusen, die sich in Schwingungen in den Gelenken der einzelnen Stahlgerüste umsetzen, auf diese Weise entstehen die wunderlichen Töne. Es ist ja nicht zum erstenmal, daß eine solche zunächst unerklär- liche Musik den Stoff zu phantastischen Geistergeschichten liefert. Die Natur führt ganze Orchesterstücke in den Gebirgen und in den Wüsten auf. Dahin gehören die sogenannten„Feljenorgeln", die dadurch entstehen, daß der Wind sich in Tunneln und Schluchten fängt, und dort Töne heroorrust, die manchmal ein« sehr eigenartige Harmonie ergeben. Berühmt ist z B. die Geistermusik von Ben Macdhuin im schottischen Hochland. Diese Erscheinung, die von vielen Leuten gehört worden ist, klingt wie ein vollbesetztes Orchester von Blas- und Saiteninstrumenten, in dessen Tonflut sich ab und zu Stimmen wie von hohen Chören mischen. Die Bevölkerung glaubte natürlich fest und steif an einen übernatürlichen Ursprung dieses grandiosen Konzerts, bis vor einiger Zeil zwei Gelehrte dem Geheimnis der Natur auf di« Spur kamen. Die Töne werden danach durch Lustbewegungen erzeugt, die sich in den Spalten und Schluchten der zerklüfteten Felsen sesssetzen. Dadurch entstehen Ver- hältnisse, wie sie bei einer Riesenorgel vorhanden sein müßten, und durch die große Mannigfaltigkeit der Spalten und Höhlen werden die verschiedensten Noten erzeugt. Di« beiden Forscher konnten die Entstehung der«rnzetaen Klänge physikalisch nachweisen.— Ein anderes Naturphänomen dieser Art ist der„singend« Sand", dessen seltsame Musik erst kürzlich wieder von dem englischen Forschungs- reisenden Bertram Thomas bei seiner Durchquerung der Arabischen Wüste mit aller Deutlichkeit vernommen worden ist. Solch singender Sand, der durch die Bewegung der einzelnen Sandkörner vom Winde erzeugt wird, findet sich in viele» Teilen der Erde. Di« Laute werden bald als angenehm und wohltönend wie das melodische Brausen einer Orgel, bald als unheimlich wehklagend, wie ein schrilles verhallendes Pfeifen geschildert. In der Einsamkeit de? Wüsten müssen dies« Töne, die au» dem Nichts zu kommen scheinen, dem Aberglauben reiche Nahrung geben, und so sagen z.B. die Araber der Libyschen Miste, daß es die Geister des Sandes stick», di» hier zu ihnen sprechen. Bei Abydos in Aegypten gibt es tiefe Schluchten, die bisweilen von großen Sandmassen teilweise verweht sind. Beim Sonnenuntergang wirkt der rasch« Wechsel der Tem- peratur auf diese Sandschichten ein, so daß sie in Bewegung und Schwingung geroten und auf diese Weise entstehen Töne, die an den Wänden der tiefen Tunnel und Schluchten langhinhallende und immer wieder erneute Echos hervorrufen. So entsteht also plötzlich in der Stimmung der beginnenden Dämmerung ein dumpfe» Rollen und Pollern, das wie sich fortpflanzendes Donnergrollen klingt, und ruft einen außerordentlich unheimlichen Eindruck hervor. Sin ttlenfctienfreffer aus Neugierde Ein merkwürdiges Bekenntnis macht der amerikanische For- schungsreisende W. B. Seabrook in seinem soeben erschieneneu Buch „Dschungel-Wege". Seabrook hat zwei Monate unter dem Ein- geborenenstamm der Guer« an der Elfenbeinküst« von Westafrita verbracht und hat die Sitten und Gebräuche dieser Wilden, die noch der Menschenfresserei huldigen, genau untersucht. Er berichtet, daß es ihm gelang,„eine fest langem bei mir bestehende persönliche Neugierde zu befriedigen", indem er den Geschmack des Menschen- fleisches erprobte. Er bat fein« schwarzen Freunde, ihm diese sellenen Leckerbissen zu verschaffen, und erhiell„ein ziemlich großes Rumpf- stück und ein kleineres Lendenstück, die ich mir ganz nach meinem Geschmack zuberellen durfte. Es war das Fleisch eines frisch ge- töteten Mannes, der etwa 3l> Jahre all gewesen sein mag. Weder damals noch zu irgendeiner anderen Zeit seitdem habe ich nach dieser Mahlzeit irgendwelche Beunruhigungen gespürt, weder was meine Verdauung noch was mein Gewissen anlangte. Aber trotz der seit- dem verflossenen Zeit und trotz der großen Entfernung von dem Orte meiner Tat fühle uh mich nicht veranlaßt, nähere Auskünfte darüber zu geben, da Ich sonst meine Freund«, die mir diesen Versuch möglich machten, belasten würde." ver Ursprung nnseres Alphabets wurd« lange auf di« PHS- nizier zurückgelellet; die neueren-Forschungen haben aber ergeben. daß der eigentliche Erfinder das Volk war, das etwa um das Jahr 2000 o. Ehr im Sinoi wohnte. Diese Feststellung geht auf den Engländer Flinder» Petri und seine Reise durch die Sinaigegend zurück! Hier fand er Inschriften in einer uralten Buchstabenschrist. die er teils photographierte, teils zeichnete. Man weiß jedoch nicht. welche Sprachen dos Lost gesprochen hat, das diese erste Buch- stabenschrift der Welt erfand. Das erste Wort einer Inschrift, das entziffert werden konnte, hieß„Baalat", das war der Name der Gottheit, unter Heren Schutz die Türkisgruben am Sinai standen. Dieser Name kehrt« in den Inschriften wiederholl wieder. Auf diese Weis« gelang es, etliche Buchstaben zu gewinnen, die einen Schlüssel ergaben. Gips ist ein Mineral, das in mächtigen Ablagerungen vorkommt, vi« in längst vergangenen Zeiten durch Absperrung und Austrocknung von Meeresbuchten oder durch die Einwirkung von Schwefelsäure auf kalkhaltige Steinarten entstanden sind. Die berühmtesten Gips- loger Europa» befinden sich bei Paris, in Holstein, bei Lüneburg, in der Schweiz und in Oesterreich. Kürzlich hat man bei der Stadt Alamogoxdo in Neu-Mexiko in Amerika eins der größten Gipslager der Welt entdeckt, das sich wie ungeheure Sanddünen viele hundert Kilometer well hinzieht. Nr.�SS* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 22. April 4934 Oer Arbeiter im Fünfjahrplan. Das Elend der russischen Bergarbeiter im entscheidenden Zahr itSM. Neben dem Transport und der Metallindustrie ist der Kohlen- bergbau im Fünfjahrplan die wichtigste„enge Stelle". Welcher Art die Schwierigkeiten sind, die sich der Durchführung des Fünfjahplans in den Weg stellen, läßt sich am Beispiel des Kohlenberg- b a n e s am deutlichsten erkennen. Der rasch wachsenden Förderung entsprechend soll die Zahl der Arbeiter im Donbas(Donezbossin) mit jedem Monat steigen. Im Februar 1930 sollte sie 242 000 betragen, im März 202 000. Doch im Februar fehlten zu der vorgesehenen Zahl volle 30 000 Mann. Die Werber überschwemmen die Gouvernements Tambow, Orlow, Kursk und Woronesch.„Bis zum 20. März hätten 23 000 Mann angeworben werden sollen. Statt dieser 23 000 verpflichteten die Werber nur 10 000 und selbst von den 10 000 wurden nicht niehr als 8300 bis zu den Schächten gebracht."(Sa Jndustriolisaziju, 28. März.) Wer Vorstellungen, die für Deutschland richtig sind, noch Rußland überträgt, wird diesen Angaben zunächst ganz fassungslos gegen- überstehen. Wie? Die russischen Gruben leiden unter Arbeiter- mangel? Und in Deutschland? Könnte da nicht der deutsche Arbeitsmarkt durch eine Massenabwanderuug nach Rußland entlastet werden? Nun, es sind ja auch deutsche Bergarbeiter nach Rußland ausge- wandert. Was die Zfrrückgekehrten erzählt haben, wurde vielfach nicht geglaubt, die kommunistische Presse hat sie Verleumder genannt, Faulenzer und Tagediebe, minderwertige Elemente, für die in der Sowjetunion kein Platz sei. Aber man nniß nur die russisch« Presse lesen, man nniß das Material kennen, das sie, allerdings nicht zur Propaganda in Deutschland, bringt, jenes ungeheuer wnfangreiche Material, das mit fast ermüdender Ein- tönigkeit immer wieder von einem spricht: von dem unsagbaren Elend der russischen Bergarbeiter, um zu sehen, daß die Zurück- gekehrten die nackte Wahrheit gesagt haben. Wir zitieren im solgenden mit Absicht soviel. „Die Abwanderung von Arbeitern aus dem Donbas hält an. Der Zustrom neuer Arbeiter geschieht ganz langsam."(Sa Ind., 18. März.) „Von den 03 000 Arbeitern, die in den Kohlengruben im Nord- kaukafus neu eingestellt worden sind, sind 00 000 wieder abge- wandert." Sa Ind., 20. März.) „Mit jedem Tag wächst die Zahl der Arbeiter, die von den Schächten der Chrustaler Schachtverwaltung abwandern. Waren es im Januar 1730, so stieg ihre Zahl im Februar weiter, um in den ersten Tagen des März bereits 2000 zu erreichen. Im März wird die Abwanderung zweifellos ein ungeheures Ausmaß an- nehmen."(„Trud", 11. März.) Man höre, wie ein offiziell«« Organ von Arbeitern spricht:„Von dem Schacht Artem flogen sie hinüber nach der„Proletarischen Diktatur", in dem Glauben, dort müßten sie weniger arbeiten und könnten mehr verdienen. Von dem Schacht Krassin gingen sie in den Schacht Petrowski, der festen Usberzeugung, die dortige Schlam- perei würde ihnen gestatten, ohne Arbeit das Dreifache zu verdienen. Immer sind sie im Fluge, in unaufhörlicher Bewegung, von einem Schacht zum anderen, immer aus der Jagd nach dem Glück."(Sa. Ind., 20. März.) Seil ZNonaken das gleiche: die Bergarbeiter fliehen aus den Gruben, entweder verlassen sie die Kohlengebiete überhaupt, um wieder ins Dorf zu gehen, wo es wenigstens einigermaßen genug zu effen gibt, oder sie fliehen innerhalb des Kohlengebietes von einem Schacht zum anderen. Es klingt wie ein grausiges Symbol: die Berg- arbeiter des Donbäs glaubten, sie würden in der„Proletarischen Diktatur" weniger arbeiten müssen und könnten besser leben... Aber steckt vielleicht in ihnen ein seltsamer Wandertrieb, sind vielleicht die russischen Kumpels lauter lustige frische Wandervögel? Weitere Zitate zeigen— sie sind sämtlich der russischen Presse der allerjüngsten Zeit entnommen—, warum die Bergarbeiter so aus der„Jagd nach dem Glück" sind. Die Leningrader Zeitung„Krasnaja Gaseta" schreibt in ihrer Nummer vom 14. März, Seite 2, unter der harmlosen Ueberschrist „Große Kleinigkeiten" folgendes über die Zustände in den Gruben Weimars?:„Am Abend, besonders aber in der Nacht, ist das Leben eine wahre Folter. Wir haben eine gemeinsame Baracke. Die steht außer den Betten überhaupt nichts darin. Möbel gibt's nicht. weder Tische noch Stühle. Man kommt von der Arbeit und muß gleich ins Bett kriechen. Ich will aber lesen. Unmöglich. Ich finde keinen Platz. Es gibt ja nicht einmal Platz genug, um ein Glas Tee irgendwo hinzustellen. Das Aergfte kommt aber erst, wenn wir uns schlafen legen. An Schlaf ist nichtzudenkcn. Ganze Armeen von Wanzen und Schwaben. Man kann kein Auge schließen." Der russische Journalist, dem das ein Arbeiter erzählt, fährt fort:„Kälte und Schmutz, Wanzen und Schwaben, das sind die kleinen Ursachen, die sehr viel Schuld tragen an dem Fluktuieren der Arbeitskraft in den Gruben." Und weiter:„Von den- Baracken zur Kantine sind es zwei Kilometer. Man muß wissen, daß die Grube im Wald liegt. Wenn der Weg verschneit ist, dann muß man zum Abendbrot auf Schneeschuhen und mit künstlichem Licht gehen. Seit drei Iahren warten die Leute auf einen Kessel zum Wasser- kochen. Umsonst. Seit drei Iahren warten sie vergeblich auf Tische und Stühle." Die Gewerkschastszeitung„Trud" berichtet von dem Kohlen- gebiet Kusbas in Sibirien:„Die Einwohnerzahl des Kusbas wächst ungewöhnlich rasch. Aber der Wohnungsbau kommt nicht weiter. Die Wohnfläche, die auf einen Menschen entfällt, nimmt von Jahr zu Jahr ab. Am Ende des letzten Jahres betrug sie im Kusbas 2,7 Quadratmeter, in Prokopiewsk 1,7, in Nowokusnetzk nock) weniger." Wohlgemerkt, kein Druckfehler: weniger als 1,7 Quadrat in ctcr Wohnfläche sür einen Bergmann! Die Zitate könnten Engels'„Lage der arbeitenden Klasse in Eng- land" entnommen sein. Sie sind typisch sür die Frühzeit der in- dustriellen Revolution. Dazu kommt weiter, daß die Bergarbeiter wenn nicht direkt hungern, so doch darben. Immer wieder wird die Forderung er- hoben, die Kohlengebicte wenigstens in dem gleichen Ausmaß mit Lebensmitteln zu versorgen wie Moskau und Leningrad versorgt sind. Als ob es dort so herrlich wäre! Im März sollten die Leningrader Arbeiter, und zwar in der obersten Kategorie, pro Kopf im Monat 400 Gramm Margarine erhalten(„Lenin- gradskaja Prawda" vom 27. Februar 1931). Milch erhallen nur Kinder, nicht alle Kinder, sondern nur Kinder bis zu drei Jahren, auch nicht in unbegrenzter Menge, sondern 1 Liter für drei, wenn es sehr gut gehen sollte, für zwei Tag«(„Leningradfkaja Prawda", 14. Februar). Jeder Monat bringt einen neuen„flammenden" Aufruf an die Bergarbeiter, sich doch endlich ihrer Pflichten bewußt zu werden. Bald wird an die„heldenhaften Ueberlieferungcn" des Donbas appelliert, bald wird in harten Worten die„Schande" ge- brandmarkt. Nur eines kommt den Chosjaiftvenniki, den Wirt- schastlern, nicht in den Sinn: daß gute Arbeit nur von gut ge- nährten, gut behausten, gut gekleideten Arbeitern geleistet wcrden kann. Nun ist allerdings kürzlich derLohnderBergarbeitcr erhöht worden, und zwar um volle 20 Prozent. Mit dem Lohn ist aber noch etwas anderes erhöht worden, worüber die sonst so be- redte russische Telegraphenagentur der Welt nichts verkündet hat: die Arbeitsnormen. Die Arbeitsnormen im Kohlenbergbau wurden ebenfalls um 20 Prozent erhöht, was die ganze Lohnerhöhung wieder aushebt! Die Arbeitsnormen werden„überprüsl". Nicht bloß im Bergbau, in der ganzen Industrie werden jetzt die Arbeitsnormen überprüft, das heißt, sie werden erhöht.„Wieder- holt« Sonderunterfuchungen in einzelnen Betrieben haben ergeben, daß bei uns der Arbeitstag nicht voll ausgenützt wird. Die lieber- Prüfung der Normen hat den Zweck, dem Mißverhältnis zwischen dem, was der Arbeiter leistet, und dem, was er leisten könnte, ein Ende zu machen." So schreibt am 22. Mörz das Organ der Ge- werkschaften(!), der„Trud". Der Leitartikel vom 7. April, wie fast alle in diesen Wochen der Erhöhung der Normen gewidmet, bc- richtet, daß„in vielen hundert Betrieben, darunter so großen wie „Sichel und Hammer" in Charkow,„Roter Proletarier", Aoiopribor, die Normen bereits um 30 bis 40 Prozent und darüber erhöht wor- den sind." In der Nummer vom 0. April ist mit Riesenbuchstaben der Erfolg bei Aoiopribor gepriesen:„Die alten Normen zum Teil um 03 Prozent erhöh t." Zwar fanden sich auch einige„schäbige Egoisten(Schkurniki), die verstohlen gegen die Ileberprüfung der Normen tuschelten, ober fast keiner wagte, offen dagegen aufzutreten. Sic wußten, daß ihrer Reißerei(Rwatschestwo) kräftig begegnet worden wäre" („Trud". 0. April). Zwei Quadratmeter Wohnfläche, noch kein Viertelpfund Mar- garin« in der Woche und Erhöhung der Norm um 20 bis 03 Pro- zent— wer sich dagegen auflehnt, ist ein Reißer. Ist es wirk- lich so unverständlich, daß der Plan nicht erfüllt wird? Keine amerikanische Weizenflut. Eine dementierte Sensationsmeldung. Eine New-Dorker MTB.-Meldung wollte wissen, daß das ameri- kanische Farmcramt in Washington beschlossen habe, die zur Preis- stützung seinerzeit aufgekauften 27S Millionen Vushel Weizen(0 bis 7 Millionen Tonnen) auf den europäischen Marktzuwerfc n. Die interessierte deutsche Presse machte aus dieser Meldung begreiflicherweise eine Sensation, denn ein unüber- sehbarer neuer Preissturz wäre unvermeidlich gewesen. Wir haben der Meldung keinen Glauben geschenkt, da das amerikanische Farmboard mit einer solchen Politik die Preis- Hoffnungen für die neue Ernte völlig zerstört, feine gesamte bisherige Haltung preisgegeben und neue Zehntausende von Farmern ruiniert hätte. Jetzt hat Präsident Stone vom Farmerboard die Meldung selbst als falsch charakterisiert, Es soll nach dem vor einigen Monaten aufgestellten Programm nur versucht werden, jen): 35 Millionen Bushel bis 1. Juli abzustoßen, die in den Hasenspeichern lagern. 7 Millionen Arbeitslose in LlSA. Die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten beträgt nuimiehr 7 Millionen. In den Regier ungskreisen macht sich angesichts dieser Tatsache erhebliche Beunruhigung bemerkbar. Der Sekretär des Arbeitsamtes in Washington kündigt eine Neu- organisation der mit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit befaßten amtlichen Stellen an. Es werden 48 regional« Arbeits- beschaffungsämter geschaffen werden, die je-wells in sieben Branchenabteilungen gegliedert find. Wir haben Grund zu der Annahme, daß die Ziffer von 7 Millionen amtlich in dem Sinne ist, daß man nicht mehr Arbeitslose zugeben will, was mit Ihoovers bisheriger Politik übereinstimmt. Neuere Schätzungen— es gibt keine Ar- beitslosenftatistik in USA.— kommen zu einer Zssfer von 9 Millionen. Maschinengewinne des Giahlirusts. Deutsche Maschinenbau A-G. wieder 5 Prozent Dividende Die D c m a g(Deutsche Maschinenbau A.-G.), die den stärksten Betrieb der Maschincnbauunternehmungen des Stahltrusts darstellt, schließt das Geschäftsjahr 1930 mit einem nur geringfügig gesunkenen Rohgewinn von 13,2»Millionen Mark ab, während der Rcinge- w i n n mit 2,08 Millionen sogar noch eine kleine Steigerung aufweist. Die Gesellschaft zahlt wieder eine Dividende von 5 P r o z. Als ein sehr günstiges Zeichen für den Geschäftsumfang des letzten Jahres ist die Tatsache zu bewerten, daß der Gcfamtum- s a tz dieses großen Maschinenbetriebes im vergangenen Krisenjahr nur 5 Proz. unter den Umsätzen des Jahres 1929 lag. Aller- dings ist der Auftragseingang im neuen Jahr so weit zurückgegangen, daß Betriebseinschränkungen erforderlich wurden. Das Ausland ist an dem jetzigen Auftragsbestand mit 83 Proz. beteiligt, was den beängstigenden Tiefstand der inländischen Maschinenbestellungen er- kennen läßt. Die Maschinenbauunternehmungen A.-G., Duis- bürg, eine reine Verwaltungsgesellschaft(Holding), in der sämtliche Maschinenbeteiligungen des Stahltrusts zusammengefaßt sind, kann infolge der günstigen Abschlüsse der Demag und auch der Düsseldorfer Schieß u. Defries A.-G., die sogar eine 7prozentige Dividende aus- schüttete, ihren Vorjahrsverlust von 850 000 M. vollständig tilgen und noch einen kleinen Ueberschuß ausweisen. Auch diese Abschlüsse bestätigen den bisherigen Eindruck, daß der größte Teil der führenden deutschen Maschinenbetriebe, und zwar in den verschiedenartigsten Betriebszweigen, ihre Rentabilität in der schweren Krise von 1930 gut behaupten konnten. Hirsch-Kupfer steht gut. 7 Prozent Dividende bleiben bestehen. Der Hirsch-Kupfer-Konzern, das führende Unter- nehmen in der deutschen Kupfer- und Messingindustrie, hat trotz der Preisrevolution auf dem Kupfcrmarkt und der besonders schweren Metallkrise im letzten Jahre überraschend gut abgeschnitten. Während der westfälische Metallkonzern Bcrg-Heckmann- S e l v e seine Dividendenzahlung für 1930 überhaupt einstellte und auch die Frankfurter Metallgesellschaft, der kapital- stärkste Metallkonzern in Deutschland, eine wesentliche Kürzung seiner Aktionärsgewinne vornehmen mußte, kann die Hirsch-Kupfer- und Messing-Werke A.-G. in Berlin und Eberswalde ihre Vorjahrs- dividende von 7 Proz. auch sür 1930 wieder auszahlen. Der Betriebsüberschuß hat sich sogar noch von 3,2 auf 3,0 Mil- lionen Mark« rch ci h t, und auch der ausgewiesene Reingewinn liegt mit 1,07 Millionen Mark noch über dem Ertrag des Vorjahres. Da der Mengenumsatz von 40 000 auf 37 000 Tonnen zurückgegangen ist, und der wertmäßige Umsatz sich von 72 auf 53 Millionen verringert hat, muß also das Unternehmen bei der Crzielung des gleichhohen Reinertrages R a t i o n o l i s i e- rungsgewinne in ganz großem Umfange gemacht haben.— In der Bilanz fällt besonders der kräftige Schuldenabbau auf, der nicht allein durch die erhebliche Senkung der Vorräte von 8,1 auf 6,5 Millionen Mark bedingt ist. So konnten Bankschulden und andere laufende Verpflichtungen von 15,2 bis auf 8,3 Millionen Mark zurückgezahlt werden, während sich andererseits die Forderun- gen nur von 17,7 auf 12,5 Millionen verringerten. Für den jetzigen Monatsumsatz von etwa 2800 Tonnen, der dem Stand der Frühjahrsumsätze vom Jahre 1930 entspricht, liegen Aufträge vor, die auf einige Monate Beschäftigung bei der gegenwärtigen Belegschaftsstärke sichern. Auch Kesselfabriken verdienen noch. Die Dampfkcssclfabriken scheinen im letzten Jahr von dem all- gemeinen Produktionsrückgang in der Metallindustrie weniger stark betroffen zu sein. Konnte schon kürzlich die H a n o m a g in Hannover aus eine verhältnismäßig gute Beschäftigung ihrer bedeutenden Abteilung Dampfkesselbau hinweisen, so zeigt jetzt auch der Abschluß der Kessclsabrik Dürr-Werke A.-G. in Düsseldori- Natingen eine recht günstige Entwicklung. Bei einer Senkung der U n k o st e n um rund 16 Proz. ist der e r z i e l t e Rein- gewinn sogar noch etwas höher als im Vorjahr. Die D i v i- d e n d e bleibt mit 6 Proz. unverändert. Der Geschäftsbericht er- wähnt einen Rückgang der Beschäftigung besonders im Inlands, der jedoch durch einige größere Auslandsaufträge etwas ausgeglichen werden konnte. Auf der Generalversammlung erklärte der Vorsitzende auf eine Anfrage, ob das Risiko, das in den R u ß l a n d a u f t r ä g e n der Gesellschaft enthalten sei, entsprechende Deckung hätte, daß die Gesellschaft bisher im russischen Geschäft durchweg gute Er- fahrungen gemacht habe. Gegenwärtig sei wieder ein g r ö- ßerer Auftrag für Rußland in Arbeit. Bemerkenswert fei im neuen Geschäftsjahr eine beträchtliche Steigerung der Anfragen, was auf den starken vorhandenen Bedarf im Inland wie im Ausland schließen lasse. Wenn mit Aufträgen noch Zurückhaltung geübt werde, so liege dies ausschließlich an dem all- gemeinen Kapitalmangel. on«* t asc- ,V>ev©v Ttero*- Up\e�' 30ntvoVi)i i saa�e50 pf\nQ�e . ProVi\a 9 � Vnve Ueberall Filialen! darth Uochalder fTledicn Das Reichsernährungsininisterium hat einen Gesetzentwurf vor- bereitet, der die Standardisierung für Eier regelt. Es fall damit das deutsche Wartenei geschaffen werden. Die Bestimmungen will die Regierung im Verordnungswcge in Kraft fetzen, wozu sie ja die Ermächtigung hat. Dos Gesetz sieht fünf Größenklassen vor und enchält Qualitätsvorschriften. Nur das Ei, das diesen Vorschriften entspricht, darf mit dein Markenstempel(Adler) versehen werden. Das Recht, den Stempel zu gebrauchen, erhalten nur Großproduzenten; die kleineren Erzeuger werden darauf verwiesen, sich in Genossenschaften zusammenzuschließen, und zwar müssen die Genossenschaften, die das Stempelrccht erhalten, zumindest 3000 Legehennen erfassen. Es soll aber nicht nur das Markene» gestempelt werden, sondern auch das haltbar gemachte Ei, das sogenannte Kühlhause i. Gestempelt werden sollen auch die aus dem Ausland einge- führten Eier. Dagegen erheben sich nicht nur handelspolitische Bedenken. Für die Oualitätscier aus dem Ausland, z. B. für dänische Eier, würde der Stempel nur eine Reklame bedeuten. Andererseits würde der Stempel die Produzenten von minderwertigen Eiern im Ausland nur anspornen, ihre Produktion zu verbessern. Das ist größere Konkurrenz für das deutsche Ei. Man hat in der Wirtschaftsgeschichte öfter erlebt, daß solche Maßnahmen zu ganz anderen Erfolgen ge- führt haben, als man erwartet hatte. Allgemeine Wetterlage. ZlApnil. Krise bringt Margarinekonjunkiur. Wenn in der Krise die werktätigen Massen sich keine Butter mehr leisten können, hat die M a r g a r i n e i n d u- st r i e g u t« Z e i t e n. So kann auch der Weltmargarine- trust berichten, daß der Umsatz seiner wichtigsten Produkte, Mar- garine und Seife, trotz der Weltwirtschaftskrise sich um nichts ver- ringert hat. Der Reingewinn ist im letzten Jahr sogar noch ®w»lk«nl<&!9 heiter. Q halb bedeckr 9 wolkig,•bedecla*RegeaAGr»iipeln ,Schte«;=ltebel,HGewittec@Wnteill« immer Leoensmitteiraiscn Verwässerungen und zu geringer Fettgehalt lassen. Das Amtsgericht fand in dieser Handlungsweise keine Fahr- läsiigkeit; es war der Ansicht, daß der MilchhäMer die Wässerung der Milch an ihrem Aussehen nicht mit Sicherheit habe erkennen können. Anders das Kammergericht. Doch konnte er das, sagte dieses; schon beim Uebergießen der Milch in eine andere Kanne ist regelmäßig am Aussehen des Milchstrahles der geringere Fettgeholt zu erkennen. Auch durch Abschmecken der Milch kann man sich davon überzeugen, ob die Milch verwässsrt Ist oder nicht. Schließlich ist mit Hilfe der sogenannten Spindel in einfacher Weise und ohne großen Zeitverlust die Kontrolle und Nachprüfung der Milch vor« zunehmen. Ein Milchhändler ist verpflichtet, sich fortgesetzt von der guten Beschaffenheit der Milch vor der Abgabe an den Verbraucher zu überzeugen. Tut er da, nicht, so macht er sich strafbar. Hassent- lich inerten sich dos die fahrlässigen und gewissenlosen Milchhändler. Verfälschte Butter. Butter, die in hundert Gewicht, teilen weniger ol, SO Gewichtsteile Fett, oder in ungesalzenem Zustande wehr al, 18 Gewichtsteil«, in gesalzenem Zustande mehr als 16 Gewichtsteil« Wasier enthält, darf gewerbsmäßig nicht verkauft oder feilgehalten werden. Als aber eines Tag«, in einem Butterladen«ine Butterprob« zur Unter« suchung entnommen wurde, fand man mx 74,12 Proz. Fettgehalt. Di« Butter stellte sich als eine wässerig«, käsige und etwas schmierige Mass« dar von weißlichgekber Farbe und käsigem wässe- rigem Geschmack. Der Amtsrichter glaubte, daß ein Verschulden des Kaufmanns nicht vorliege, also auch kein« strafbare Handlung ge- geben sei: d«r Kaufmann habe die Dutter von seinem Lieferanten persönlich abgeholt, sie selbst in Pergament eingepackt, sie dabei als einwandfrei befunden und in seinem Loden in einem Kühlraum gehalten. Das Kammergericht war anderer Ansicht. Der Kauf« mann habe wohl fahrlässig gehandelt, hieß ez in der Ent- scheidung. Er sei rechtlich verpflichtet gewesen, dafür Sorge zu tragen, daß die Butter den gesetzlichen Vorschriften entspreche. Er hob« sich nicht auf die bisherige Zuverlässigkeit seines Lieferanten verlassen dürfen. Durch Schinelzproben oder mit Hilfe der Butter- wage, schließlich auch durch Inanspruchnahme ein«, Sachverständigen Zur Ehre des übergrößten Teiles der Kaufleute muß gesagt werden, daß Lebensmittelsälschungen selten sind. Zuweilen aber finden sich fahrlässige oder gar gewissenlose Geschäftsleute, die es mit der garantierten Reinheit der z» verkaufenden Waren nicht sehr genau nehmen. So manches Urteil aus erster Instanz scheint dieser Fahrlässigkeit und Gewissenlosigkeit Vorschub zu leisten. Um s« begrüßenswerter, daß das Kammergericht durch feine Ent- scheidungen gegen diese Art Schädlinge an der Voltsgesundhcit entschieden Stellung nimmt. Fettkäse'. Ein Lebensmiitclhändler offeriert seinen Kunden Jettquark- oder Fettkäse. Sie taufen ihn und sind überzeugt, vollwertigen Kose zu erhalten. Käse, der mindestens 40 Proz. Fettgehalt enthält und aus Vollmilch,? hergestellt ist. In Wirklichkeit ist ober diese? KÄ!« Mage rkä sc. aus Magermilch hergestellt. Er enthält nicht mehr als 22.9 Proz. Fettgehalt. Der Kuich« gibt sein Geld hin, im Glauben. Fettkäse zu erhallen, ißt den Käs« in der Ueberzeugirng, seinem Körper bestimmt« Nährwert« zuzuführen, und wird in Wirklichkeit um sein Geld und um seine Gesundheit de- trogen. Der Händler vergißt dabei, daß es verboten ist, Lebens- mittel unter irreführender Bezeichnung. Angabe oder Aufmachung anzubieten oder zu verkaufen. Diesmal l)atte der Amtsrichter das Gesetz richtig angewandt und den Käufmaim bestrast. Das Kammer- geeicht ließ die Revision des Käsehändlers unbeachtet. »Vollmilch�. Nach der ganzen Aufmachung des Milchladens von N. mußt« der Käufer überzeugt sein, Vollmilch zu erhalten. Ein« Probe ergab ein«? Tages, daß die Milch in Wirklichkeit zu 3 0 Teilen mit Wasser durck) setzt war. Die Vollmilch soll aber laut Gesetz den Mindestfettgehalt von 2,7 Proz. aufweisen. Der Milch- Händler hatte selbst die Milch vor der Abgabe an Pas Publikum nicht geprüft; er hatte sich damit begnügt, etwa fünf- bis sechsmal im Jahr die von ihm vertriebene Milch vom Milchwirtschaftlichsn Institut der Landwirtschaftskommer in Oranienburg untersuchen zu Packungen von Mk.l.tO an; Waoholder-Sohokolade, der naturelle Wacholder- Extrakt in Schokoladen-Überzug, die bequeme Taaehenptokung Mk.-SO. In Apeth, und Drog., eontt durch Otto Reichel. Berlin 60. Eleenbahnetr.A puref, P'« sdiw Jedoch vii l hem Pannen! es Jeidjf �«-teicht, heraus lr s Haue/ die feine PREISV�ERT WIEKEINE iTttt das deutsche Markenei. Ein Gesetzentwurf des Ernä'hrungsminisiers. von 42,3 auf S1,6 Millionen holländische Gulden gestiegen, die einem Gewinn von 86,6 Millionen Mark entsprechen. Wie in den vorhergehenden Jahren wird wieder eine Dividende von 10 Prozent verteilt. In der Bilanz des Margarinetrusts, Hab« er sich von der Qualität der Butter überzeugen müssen. Ante», lieh er das, so handelte er unter Außerachtlassung der erforderlichen Sorgfalt. Also, liebe Butterhändler, merkt euch das! parieinachrichien eiafcabmaca für dies, Rubrik sind V,« l i» SV<8. Sindenstruße 3, T für Groß-Berlin stet» an da» B«zirk«Iekretaria> 3. Hos, 2 Lrepoeo rechts, zu richte» Achtung. Kassierer! Die Einlaßkarten zur Kundgebung am Ii. April im Sportpalast sind bis zum 30. April abzurechnen. — Die vczirksfuhrer werden ersucht, diese Karten sofort bei den Abieiktngskafsiercrn abzurechnen. I. A.: Alex Pag els. * Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe? Heule. Mittwoch. 22. April. 14. Jtrci* R eukal». Heule Bezirk»verardnetcnsraktionsschuna im Ratbou», giuwirr 137.— Heut, Vollversammlunq der Lehrer uni> Elternbeiräte: »Dax lebte Sedulantbau". rn der Narl-Marr�ZchuI», Kaiser�rriedrich- Etrasie ZW. Etadtschulrat Nqdahl spricht über..Sparmaßnahmen im Schuletat". 13. Abt. Läwenbraucrci, Lochstr. 2. tsartsejumfl der Referate der Se nassen Jakob Seinen und Will» Roaae. Varteianaeleaenheiten. 13. Abt. Sil. Bezirk: Achtuna, neues 3ahlabendlokal! Schmodter sseltiole, Sch, medier Str. 23, Genosse Kegel:„Konsum und Arbeitcrbemequng". ZZ. Abt. Die Be,irl»fili)rer rechne» heute abend in den Audrcas-Sälen die Billetts»am Spartpalast mit dem Kassierer ab. »7. Abt. Mitalledcrpcrsammluna diesmal Andrea s-ssesttäle. Andreaastroß«. 33. Abt. Alle Partei genossen beteiligen sich an Stelle irr Abteilungsmit- aliederversammlung an der Kreismitgliederversammlung. Abteilunssnor. stand und ssunktlonäre dh Stunde vor Bcqsidn anmcsend sein. 73. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen bei Lau, Hildegardstroß«. »3. Abt. Borstandssibu»« bei Schobciko. 13!. Abt. Der Diskussions- und Bildungsabend kltr die sitnoeren Parle!- genossen kindet nicht heute, sondern erst am Zsi. April statt. 114. Abt. siahladend der 1. Gruppe erst am Donnerstag, 23. April. 113. Abt. Der Sruppendahlabend stir die Echckfelstroßc fällt heut« au». Morgen. Donnerstag, 23. April. 1. Kreis. ssreidenIcr-Senossen der Gruppen I und II: NitglUderversamm» luna im Ressänthalec Sok, Rosenthaler Str. 10— u. z. Kreis. Blidungsausschuß: Sißuna bei Siibner, Wilsnocker Str. 34. Mai. seier. 4. Krei«. ssreie Tchulgcmeinde: Mitgliedernersammluna. Schul« Dangiqer Straße S3. 1. Bortrag des Schulfreunde, Schmidt Uber FSi- bildet sich «ine Weltanschauung�'. 2. Das„Fest der Minftausend" und unsere Arbeit dafür. 13. Krei». Probe ,um Moifestlaieiispiel„Der Marsch der Roten ssohncn" 20 Uhr Im Jugendheim Tempelhos, Germania stvaße. Intcressicrte Scnosscn können noch teilnehmen. 33. Abt. Lokal Wrndtland sfrsiher Schauer). Treptower Str. SO, Arbeitskreis itingerer Parteigenossen. Dr. Otto ssriedländer:„Sowjetrußland, Drittes Reich. Bolksstaat". Zreitag. 24. April. 7. Kreis. Viß»»g der Abteilnugsleiter und Bezirkstags delegiert«» i» Sigungszimmkr 1 de» Rathauses. 11. Abt. Gemeinsamer siahlabend bei Rlrderstraß, Emdener Elke Waldenser- stroß«. 33. Abt. 23 Uhr bei Kulka, Lauenburger Str. A. Mar Heydemann:„nur außenpolitischen Lage". 133. und 133». Abt. 23 Uhr Glternversammlung der Kinderfreunde. Jugend. beim tGasansiaM. Dahlwißer Straße. Thema:»Vom Klassenkampf ,ur sozialistischen Erziehung", ferner Pfingftwanderung. Zeltlager, verschie. d«n«s. Alls Eltern werden ssebeirn, zu erscheinen. Gäste sehr willkommen. 3». Abt. Partei«« nvssen, d!« Kinder im Alter von S bis 14 Jahren haben, werden aufgsfordert, ihre Kinder unserer neuen SIndcrfretindegruppe Petersdirrger Blaß«»zu führen. Anmeldungen an Genossen Grau. Eldenaer Straß, 11. Erste Zusammenkunft Dienstag, W. April, Zugendheim Tilsster Ttvaß! i. w-ESth vdr. Frauenvcranstaltungcn. 13. Kreta. Tiefpunkt zur Kundgebunz lösh Uhr U-Bahnhof Thirlvlaß, Bahnsteig. 73. Abt. Der siraueiladend fällt aus. 133. Abi. Treffpunkt zur Kundgebung 131» Uhr SSnigaplaß. Wir fahren mit der Linie SS. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrl. 1. Krei«. sZreitag. 24. April, V)\i Uhr, bei Spiegel, Ackerstr. 1, Bersamm. Inng der Helfer dar Arbeiterwohlfahrt. Referat Stadtrat Hermann:„Die Auf» gaben der Wohlfahrt". 7. Kreis, ssreitag. 24. April, IS'i Uhr, Rathaus Eharlottcnhurss, Zimmer 3, Aktenbefprechung. WA Uhr Referat der Eenofssn Ella Kan:„Die Sparmaß. nahmen der Kommune und ihre Auswirkungen auf die AW.". 23. Krei». Wir beteiligen uns an der Einäscherung unserer Genosssn Frieda Sehlie. Arbeilsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Berlin. Ansstellung! Im Rahmen der Ausstellung„Kindevfreltndeorbeit" im Se. fundhcitshaus Srcuzbcrg. Am Urban, Ecke Fontonevromcnade, findrn folgende Veranstaltungen statt: Mittwoch, 22. April, XlVt Uhr, Kasperletheater:„Das tapfere Schnciderlein" und �Kasperle im Zeltlager". Donnerstag. 23. April, 17'h Uhr, Erzählungen für Nestfalien mit Lichtbildern. Freitag, 24. April, 171h Uhr, offene Singestund«. Am Freitag sind alle Czaianflötistcn in der Schule Reukülln. Kaiser. Friedrich-Str. 4. Oktavheft nicht vergrssen.— EzakaaslSteakursn» für Keifer Oeftentliche Kundgebung heule, Millwocb, den 2Z. April, Abt. 22(Weddtng). IB.b Uhr, im großen Saal der Hoducholhrauerel, Seestraße Ecke Amrumer Straße Thema: tt ..Sozialismus oder Faschismus Redner: Karl LUke, M. d. R. Mitwirkende: Spredidior der SAJ. Volksgenossen I Folgt unserm Rufe! Kommt zur Kundgebung! Helft den Faschismus bekämpfen! beginnt im Mai. Uebungstag Donnerstag. Wenn dieser Tag nicht angenehm ist��w�hend anter« Borschläge au Rudiwlf Barthel, Berlin E. A, Schinke- Kvei» RtvkSll». Heute. Mittwoch, Probe zur Maifeier um 17 Uhr in der Schul» Donauftr. 126. Sprechchor und Sinqekreis: Die Porftandsiituing findet fdwn um 19 Uhr am Donnerstag in der Baracke statt. Die Nest>a:kenh«If«r kommen am Donnerstag um IS Uhr zu einer Besprechung zur Baracke Gang- hoserstvaße.— Zastrnmeutallrei« übt regelmäßig wieder Donnerstag an be- kannter Stelle. Vilmersdorf: Czalanflätenkurfus beginnt diesen Sonnabend. Köpenick: Elternoersammlung Freitag, 24. April. 23 Uhr, Jugendheim(Gasanstalt) Dahlwißer Straß«. Thema:„Pom Klassenkampf»nr sozialistischen Er- ,i«h»»g": Irrner Psingstwandcrung..ZeUlager, verschiedcnc». Alle Elter» werde» gebeten, zu erscheinen,»äste sehe willlommen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisatis«\ «. Abt. Unser Genosse Franz Ritschke ist am 19. April verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Freitag, 24. April, 18)4 Uhr, Krematorium therichtstraße. Um rege Betciltgung bittet die Abtezlungsleitun«. 22. Abt. Unser treuer Genosse Friß Kaiser, Antwerpener Str. 33. Ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Mittwoch, 22. April, um WA Uhr, im Kreenatorlmil Derichtstraße. Wir bitten um recht rege Bc- teiligung. 37. Abt. An der Bestattungsfeier unserer perstorbcnen Genossin Mar» garete Wengels nehmen all« Parteimitglieder teil, 14 Uhr Krematornun Eerichtstraßc. 37. Abt. Unser langtähriger Genosse Dr. Rudolf Penzig, Ubland- strafte 173, ist am 20. April im 77. Lebensjahre verstorben. Ehre seinem An- denken! Beerdigung am Donnerstag. 23. April, 15% Uhr. von der Hall« des Südwestfriedhofes in Stahnsdorf. Wir bitten um rege Beteiligung. 133. Abt. Unser Genosse Christian Härtung. Rathildenstr. 10, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Trouerfei«r Donnerstag, 24. April. 12>-5 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Zahlreiche Beteiligung«rwartrt die Abteilung»!« itun». Uli. Abt. Unsere längs ährigr bewährte Genossin Rosa Strauch, Gurtelstr. 88. ist am 17. April an Schlagansall gestorben. Einäscherung Mittwoch, IS Uhr, Baumschulen«eg. Reg« Beteiligung wird erwünscht. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Elnsenbungeo für diese Rubell 03t a» da« Zogendsetretaitae tterluc SW 03. Qudensiraöe 3 Abteilungsleiter, reicht umgehend das Programm für Mgi ei». Begchiet bei der Aufstellung des Programms die Feiertage!>14. Mai Himmelfahrt, 24. und 25. Mai Pfingsten.)— Berichtsbogen I. Luarlal abliefern! Voranzeige! Funltienärkonscrenz Donnerstag. 80. April, 19') Uhr. Schul. aula Kochstr. 13. hcuic, ZNiltwach, 19! s. Uhr. Gesundbrunnen ll: Ehristianiastr. 88:„Stellung in der Partei".— Zlorb. Osten I: Funktionärversammlung bei„Burgfrieden", 20 Uhr.-- Franksurter Viertel: Frankfurter Allee 807:„Tagespolitik".— Warschauer Viertel: Litauer Straß«.18:„Aufbau der Partei".— Lindenhof: Siedlung:„Einführung in den Sozialismus".— Charlottcndurg-Nord, Aeltere: Olbersstraßc:„Gegnerische Parteien: NSDAP."— Westend: Eportplaß: Einfüdrungsabend.— Tempel- dos: Gökstraße: Kurzreferate.— Kaulsdorf: Schule Adolfsiraße:„Die Frau im Sozialismus".— Lichtenberg-Witte: Sdiarnweberstr. 29:„Moderner Strafuoll- zug".— Lichtenberg-Nord, R. F.: Gunterstr. 44:„Unsrre Iugendtnge".- Mahlsdorf: Melanchthonftr.«S:„Die Partei und ihre Ziele".— Karow: Rksi. „Zum Pankgrafen", Pankgrafenltraße:„Alt-Berliner Humor".— Pantow Iii, R. F.: Kifsingenstr. 47: Lichtbilder:„Die Kirche in der Karikatur".— Lichte»- rad«: Roonstraße: Lichtbilder:„Unser Bandern".— Äottbusscr Tor und Reich«nb«rg»r Viert«!: Sprechdiorprobe, Brißer Str. 30. Sonntag. 17',i Uhr. Kottbusser Tor. Anschließend Filmabend des W.-B. Einladungen sind bei Friß Schlüter zu haben. SSG. Westen- Rosinenstr. 4, 13—20 Uhr: Heimabend. Werbcbezirt Tiergarten: Spredsdiorprobe für die Maifeier. 19!- Uhr, Waldenserstr. 30. Wcrbebczirk Schöucberg: 20 Uhr Vorstairdssißnng. Hauplstr. 15. Das sommerliche Haus. Das sommerliche Haus, wie es als Wochenendhaus oder de- scheidenes kleines Laubenhaus viele Taufende von Gartenfreunden besitzen, verlangt feine besondere Pflege. Es mutz luftig, duftig, farbig fein. Auch in feiner Ausstattung mutz diese heilere, von Sorgen unbeschwerte Note sichtbar werden. Einen vorzüglichen Führer für viele dieser Fragen bildet die augenblickliche Aus- stellung des Ka u f h a u f e s N. Israel in der Äönigftratze „Das sommerliche Haus". Hier wird alles Praktische aufgezeigt und dieses Praktische ist in unzähligen Neuheiten und Lcrbesscrungen der Hauptbedarfsgegenstände vorhanden. Einfache und zweckmähige Möbel, Fensterdekorationen ans neuen Schwedenftoffen, modernen Kretonnes, fertig eingerichtete Küchen und moderne Wirtfchaftsgeräie !ür Küche und Haus sind in allen Varianten vertreten. Stühle für ci« Sommerwohnung werden so niedrig gebaut, daß man unbedingt das Empfinden hat. mitten im Grünen zu liegen. Diese Sitz, und Liegegelegenheiten sind ein Kapitel für sich: manche besitzen richtige Taschen und Abstellvorrichtungen für Bücher, Gläser usw., andere lassen sich als Sitz in eine Schaukel aufhängen: kurzum, es zielt jeder Gegenstand darauf hin, das Ruhebedürfnis bis zum Letzten zu befriwigen. Die Ausstellung zeigt in Sonderkojen das viel- gestaltige Leben des Sommerwohnens und seine praktische Nutz- anwendung. In einer kleinen Sonderschau werden dann noch die Nebendinge präsentiert, die auch die Gartenwohnung schön machen: farbige Beleuchtungskörper, Kartonlampen und Ampeln, Ballon- decken aus Leinen und Kunstseide, Schlafdecken, Grammophone und Kofserapparate und die Geräte für sommerlichen Sport, wie Tennis, Wandern. Wasser- und Rasensport. Schon bei Besichtigung dieser interessanten Schau strömt etwas von dem Fluidum der sommerlichen Lust auf den Be-sucher über.____ „Die Sack«, die sich Lieb«»ennt", ein« amerikanische Komädic von Edwin Bulle, geht am Sannabend. 25. April, 19 Uhr, im Rose-Theater zum 2?. Wale in Szene. Da» in England und Amerika und auch schon in der Provinz vi«! gespielte erfolgreiche Stück, das für Berlin neu ist. erzielt>« Rofe-Thealer dank varzüalichcr Infxnicruna und Beseßung ausverkaufte Häuser: e« bleibt nach bi,»um 10. Mai auf dem Svielvlan. Ein stürmisches Verlangen der Raucher nach unseren einzig dastehenden Zigarren geht durch Berlin. Dieser Siegeszug überragender Güte und Preiswürdigkeit ist unaufhaltsam. Sd begeisterte nachfrage entspringt der Zufriedenheit der Kenner. Diese wird bleiben, weü die Qualität bleibt. .Unveränderlich wie der Stahl unserer Maschinen ist unsere dualitätstreue. nachfrage begeisterter Käufer schafft Warenknappheit. Daher sind die Indianer rar. Doch Tausende von Menschenhänden bedienen die Maschinen in unseren Berken und weitere 100Q Rrbeiter beginnen in Kürze. Bald ist der vorübergehende Mangel an Ware behoben. Dann finden die Raucher nach Belieben ihre Lieblinge, die prachtvollen IC AKREMER SlDUX-inDlRIIER |ü|V> Ziobub• nuserwihlie UbBfsec-Tabake Sic däs RcoBt 31%(IBVIBII 18% Brasil 3096{na 18% Sumatra Sumalra-Umblftl Sunilra-OokWatt ( Theater, Lichtspiele usw. Win*er * Garten• B'Sük Zinlr. 2819. Rautfien erlaubt Davelma-Ballett, Grell. Vernon, 2 Hartvells, RioState Marimba Band usw. CASINO-THEATER Lothringer Strafte 37. IWtlMlllllllllllllllllllllllllllllllllllllll tlllllllllllllllllllllllllllllMIIII Nnr noch wenige Aufführongen! „Er träumt von Jise" wnd das bunte April-Programm Gnisdiein 1— 4 Personen Fauteuii 1,25 M., Sessel 1,75 M. Sonstige Pr.: Parkett 75 Pf.. Rang 60 PI. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr: Im weissen ROssl. Stg. nachm. 3 Uhr Originalbesctzung hillige Preise Regie: Erik Charell. Barbarossa 5256. Tägl S u. SVa Uhr Mm. SO Pf.-3M., Ab. 1-611. Juan Liossas mit j.«rstäitt Onhnter d'Anselmi Drena Beach und weitere Attraktionen, WiiUnel E. 7. 4031 Täglich Sund«" Sonntags 2, 5 1.815 Nrn. SU Pf.-I H., A0.1-2M. Senin Glazerofi Gesang- u. Tanzrevue Barbara la May usw. Reichshallen-Theater Hbtoils|T| Sonntag nadun. täm stettiner sanger 3)as große Aprll-JCach- Programm! Kadim. bedcutenil eraiäfl. Preise! Tel.: Merkur 1247. Variete Oönhoff-B ret tl: - Tanz— Konzert! VoiKsbttluie Theater am BOlawelatj. 8 Uhr Die Ehe Staa!I.Jdiill9r-Ib. 8 Uhr Emilia Galotti Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr FalslafS Deotsdies meater 8 Uhr Der Hauptmann von RöpenifR v. Carl Zuckmayer Regie: Heinz Hilpert Die Komödie S1/? Uhr: Natalie v. Iwan Turgenjew R«ji»: Iwan Schmith Kurfürstendamm- Tüeater Bismarck 449 j�S�UhrJ Alles Schwindel von Marcellus Sdilffer. Musik von Mischa Spoliansky. Regie: Gustaf Gründqens Tüeater im Admlralspalast Täglich SV« Uhr Der lustige Krieg Ochmann. Ahlers, Trautenhayn a. O. u a. m. MerlMoi Täglich S'i» Uhr Cislsiiiel nitun-Rnii Lichter Berlins ilni Rmi earth iie Uli«»- Revuen, nnler pen. Leitung von Rodoll Holsen. Nomiscne Oper 8>Ä Uhr Alt- Heidelberg lutie Euelisdi, Westenneier. H.J.Hoebis, Penkert [ening- Theater Allg.QrtskianlieokaiieBlfl.-Liditerleliie Oonnersfaiv, 30. April abOs. Z>.- Ahr, findet im Kassenlotlli Berlin- Lichter jelde. Roonstc IZ. t Sc., eine ordenlliche Zlusschuhsihung statt mit folgender Tagesordnung: r. Gefchafisdericht für 1930. 2. Berich, der RaffeiiprUter und Adnahme der Jahres» adrechnung 1330. 3. Eafiungsänderung. 4. Verschiedenes. Berlin-Llchterfelde, 20. April 1931. Der Vorstand. Karl Brandenburger, Bocstfiender. Seleuehl«nqt KöspsT-/ku55lslIunq Die neuesten Modelle Tu Susserofdentlich biiliQen Dreisen Auchbisiu 18 Monatsraten laddalzE eernnws.ieiDZicjsf Sif.122-123 W. mb Samflltnleben Der Sanfiionatc See ieefauec Bemjetapparatea Statt Karten! Am Montag, dem 20. April, starb nach langem, schwerem Todeskampf meine liebe Frau, mein treuer Lebenskamerad, unsere gute, treusorgonde Mutter, die Ehefrau Minna Brandenburg geb. Grützmachcr im 43. Lebensjahr.— Für die trauernden Hinterbliebenen Ernst Brandenburg, M.d.L. und Söhne. Magdeburg, Gartenstadt Keform, Zur Siedlung 5. Die- Einäscherongsfeier findet am Freitag, dem 24. April, 13,30 Uhr, in der Kapelle des VTcstfried- hofos Magdeburg statt. D M l t r l j e f» e r i E e t> Neues Theater ■a am Zoo«mm Am nabelt Zoo. StpUSSA Täglich 8>/« Uhr Ucber 125 Mal: von Max Alsberg u Otto Ernst Hesse Kleines Theat. Täglich 80» Uhr Erika GläSner in: Der stille Kompagnon Lustspiel eoo Leo Lenz Täglich 8'/» Uhr Husarenfieber Gudio Thielscher, Kastner, Arnstädt, Vespermann Barnovsky- Bohnen Tbealer In der Sircsemannsir. Täglich 8>;» Gestern o. Heule Schauspiel von Christa Winsloe Komödienhaus Täglich SV* Uhr Eine Königliche Familie Hit RMfOlt 0(8 TitpimMnuff Roman SIus dem Russischen übersetzt Von Nina Stein s4s Seiten/ Ganzleinen 3n dem Roman wird lebenswahr das MlNea der Eowjet-Anzestellten and-Funktionäre geschildert. ImMittelpunkt der Handlung steht die„RebeII!oa" des Ingenieur« Karin«?!, der die Frau eines Kol- legen lieb gewinnt, einen Sturm Verschiedenster Angriffe über sich ergehen lassen muß und schließlich nach Beilegung aller entstandenen Konflikte in einer neuen Ehe landet. Preis 4.SO MarR (Für Mitglieder Sonderpreis!) verlsg!>llMArkkRlsV.iii.S.h. verlln Sw.öl* Selle-TUliance-Platz 7 Am Sonnlag, dem 19. ApriS- cni- fchlici sanft nach ichwcrem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Bater. Schwiegeroate: und Sroßvaler, der Bildhauer Otto vippe im 77. Lebenssahr. In tiefet Trauer Im Namen aller Hinierbiiedenen Ww, Agnes Dippe, geb, Schulze. B-rltn. den 30, April 1931, Weißendurger Sir. 72. Einäscherung Freitag. 24 April, 17 Uhr. Krematorium Eerichtiiraße. Am 19 April verstarb nach langem schweren Leiben unser innigftgeliebler Sohn. Bruder und Schwager Paul Debitsch im Alter von 24 Iah'en. In tieiem Schmerz Karl vedttseh und Angehörige. Heiligensee, Slraße 113, 91t. 38. Die Beerdigung findet am 24. April. miiiags 1 Uhr. auf dem Friedhof Heiligensee stall. FOr die Überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Einäscherung meine» Heden Mannes und unseres gulen Vaters Pritz Hematin sprechen wir hierdurch allen unseren tiesgcsllhllen Dank aus Neukölln, den 22. April 1931 Weifeftr. 7 Emma Hemnnn und Kinder DeuMiür MetallaiÄ-feW VcrwaUongssldlc Berlin Todesanzeige Den Milgliebern zur Nachrichl, baß unser Kollege, der Former Paul Engel geb. 9. September 1374!, am 29. April gestorben ist. Ehre seinem AnbcuZen! Die Einäscherung findet Millwoch, den 22. April, vormiltag» 9 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Nege Beteiligung wird crwarlrt Die Or tsver waliong. Danksagang Für die vielen Beweise herzlicher\ Teilnahme anläßlich des Hinscheiden» unseres lieben Enischiasenen Pstil Baumert sprechen wir allen Freunden und\ Bekannten, den Genoisinnen und[ Genossen der 21. Abteilung der SPD, den Kameraden des Neichsbaiiiiers\ Schwurz-Noi-Hald sowie den Kolle- ginnen und Kollegen der Neichs- gewertschail Dtsch. Konimniialbeamien| unscren licsgesllhilen Dank aus. V. MQggenbarg und krau Idn, geb Baumert Berlin, den 21 April 1931. Reinickenborfer Str. 23. — Elite-Sänger--» Kottbusser Str. 6 Tägl. 8Vi Uhr Sonntag Z'/z Uhr FRITZI Dm Davhpiei Lotte Hand l. t. Itonpim. Siegwirt Ehrlich. Iladii». miaijt» Pnim metropoi-meaier Täglich 8'/» Uhr Das Veildien v. Montmartre Operette v. Kaiman mit Gitta Alpar. Lnstspieihaus Täglich 8'/» Uhr Der Lügner u. die Nonns von Kurt Götz «WW iugung* Restaufönt Berlins BETRIEB AX KEMPIHSKI� nobel Teilzahlung Apeli Aclalbertstr. 6 Homöopathie Nlgr.-. Blas.-. Ball.-. Maien-. Dana-, Bert- lanere a.Barveal.. MBnistr. KLEINE ANZEIGEN iiiiuuiiuiuiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiuii Frais«: Überschriftswort 29 Pf., Textwort 12 Pf. Wledarholungsrabotti 10 mal 5 Proi., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worla 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz. Stellengasuche: Oberschrifts- wort 15 Pf., Tantwort lOPf./ Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41, Uhr tvocHnt. ImVeilos.Undenstr. 3, oderauch in sämtlichen Vorwärts-Fllialen und-Ausgabestellen abgegeben sein Bedanfli. nur 2 H. 9-1.4-7. Stj.5-12 Verlangen Sie kohenlofeZulendueg eines Socflfchkochbuchcs vom RelchsleelllchausIchuB, ßerlieSwea. WllhelmltreSe loa Gewlnuaunzog l.«lasse 37. Prtutzisch-Lüddeuische Gtaats-Lotttrle. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe gtsallea, und zwar je einer aus die Lose gleicher in den deiben Ableitungen I und U Gewinne Rummer 2. Ziehungstag 21. April 1931 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen s ststoinna|B 8000 QU. 2367 1 1 9976 31 3377 4».winn. in 3000 QU. 104988 237383 3»efeinn« in 2000 QS. 106291 197948 346066 394627 20»«-Inn. IN 1000 QU. 43682 118788 123896 172774 176249 227289 243631 248294 200289 308278 40»«min« in 800 W. 2086 44666 78SS8 93018 96628 119704 129768 198403 222682 288951 306362 328051 336139 338190 348914 352471 357891 359861 369224 387897 60».imiwt in 800 M. 155 619 31695 42364 60034 71888 83441 121709 122921 129205 139958 153525 164151 204653 213732 246739 285276 294638 296641 317899 318468 318482 354890 368164 379540 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2»ttohras|« 50000 QU. 23490 4 S«vi-n«|» 10000 QU. 67281 309234 2».Ipinu in 5000 QU. 276021 4».triu. in 3000 QU. 1 10745 399220 8 S.W1NN« IN 2000 QU. 140105 274267 337135 347984 30«rtrinn.«u 1 000 Qlt. 16291 18843 27717 46321 160779 213117 226061 239379 247379 275732 343101 359057 366662 380769 390909 32»HDtnn« in 800 QU. 1931 21662 31664 110480 117436 156287 163063 208620 234039 238376 266631 306235 319451 333060 364477 383064 58»ewlnn« m 500 QU. 19894 122843 28631 62164 77847 118830 126502 149425 169071 170787 172360 180194 187859 202767 216575 219961 225427 251587 256111 276035 277966 295106 309040 320842 322673 337933 340609 383160 399320 VONAG- Unerreicht 31/2--4 tO Schnellastwagen 5 tO Lastwagen, Kipper und Sander-Fahrzeuge mit Vomag-Benzin- oder Vomag-Oberhänsli-Rohöl-Motoren 8 tO 6 Rad-Lastwagen für Fernverkehr Omnibusse mit 30—70 Plätzen VONAG PLAUEN 2 vemauie| Teppichhau« Emil Lcfeore. 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