BERLIN Sonnabend 25. April 1931 10 Pf. flr. 193 B 92 48 Jahrgang Erscheint t S g I i ch außer Sonntag«. Zugleich Abendausqab« de«, Vorwärts'. Bezuz«vreis beide Ausgaben tZü Pf. xroWoche,:t,K<>M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWW.Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297 SjtcUauigaße xle6„VnWwdb Anietgenrret«:Die einsraltigeNonoarcillejeile 8o Pf.. Rcklameieile 5 M. Crmäßiqun en nach Tarif. Poffscheckkonlo� VorwärtS-Vcrlag G.m. H.H.. Berlin Nr.»7S3S.- Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Konsum gegen Brotverteuerung Forderung auf Herabsetzung der Weizen- und Roggenzölle Abgeblitzte Kläger Volkspartei gegen Preußen vom Gtaatsgericht abgewiesen Hamburg, 25. April.(Eigenbericht.) Der in Hamburg tagende Generalrat des Zentraverbandes Deutscher Sonsumvereine Hamburg, bestehend aus 179 .Funktionären aus dem ganzen Reich, beschäftigte sich mit der Frage der Rrotpretserhöhung und nahm eine Entschiietzung an. von der Reichskanzler Dr. Brüning mit nachfolgendem Telegramm in Kenntnis geseht wurde: „Infolge der anhaltenden Erhöhung der Preise für Weizen und Roggen ist die B r o t h e r st e l l u n g seit langer Zeit nur mit Verlust möglich. Eine Preiserhöhung für Brot ist im ganzen Reiche un- bedingt notwendig, wenn nicht sofort herabsehung der Zölle für Weizen und Roggen erfolgt. Der in Hamburg tagende Generalrat des Zenlralverbandes Deutscher Konsumvereine, bestehend aus l70 Funktionären aus dem ganzen Reiche, Hot die folgende Enl- jchliefzung einstimmig gefaßt: Räch dem Zolländerungsgcsetz vom 28. Mörz 1931 ist die Reichsregierung verpflichtet, eine Erhöhung der S r o t p r e i s e durch geeignete Mahnahmeu zu verhindern. Inzwischen ist jedoch eine weitere Steigerung der Brotpreise ein- getreten, die eine schwere Belastung der unter der Wirtschaftskrise leidenden unbemittelten Verbraucher bedeutet. Die an die Brot- Hersteller gerichtete Forderung, die Brotpreise troh der erneuten Steigerung der Rtehlprcise nicht zu erhöhen, ist eine große Unbillig- keit, die für die Brothcrsteller ruinös wirkt und sich Volkswirtschaft- ich nicht vkraolworten läßt. Die Reichsregierung kann die über- ommene Verpflichtung nur erfüllen, wenn sie durch eine aus- reichende Ermäßigung der Zölle eine Senkung der Getreide- und Mehlpreise bewirkt und damit die Brolpreise zugunsten der ver- braucher beeinflußt. Der Geueralrat fordert dies vou der Reichs- regierung. wir bitten dringend, sofortige herabsehung der Zölle für Weizen und Roggen zu veranlassen." Leipzig, 25. April. Die Derfasiungsmäßigkeit der Notverodnung der preußischen Regierung vom 3l>. Mai 1930, durch die die Erhebung eines hundertprozentigen Zuschlages zur Grundvermögens- steu er verordnet wurde, war Gegenstand eines Verfassung s- st r e i t s, den die Fraktion der Deutschen Volkspartei im Preußischen Landtag gegen das preußische Staatsministerium angestrengt hatte. Der Fall wurde gestern vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich verhandelt. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei wollte fest- gestellt wissen, daß die verfasiungsmäßigen Voraussetzungen zum Erlaß einer Notverordnung nicht bestanden und daß dieser Mangel auch durch die später erfolgte Zustimmung des Land- tags nicht geheilt worden sei. Demgegenüber wurde von dem Vertreter der preußischen Regierung betont, daß mit der Genehmi- gung der Notverordnung durch den Landtag jede Grundlage für eine Beanstandung fortgefallen sei und daß danach die Not- Verordnung jedem aus verfassungsmäßigem Wege zustande- gekommenen Gesetz als gleichgeordnet aufgefaßt werden müsse. Im übrigen habe angesichts der katastrophalen Kassenlage Preußens tasächlich ein außergewöhnlicher Notstand vorgelegen. heute wurde das Urteil gefällt. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich hat darin die Klage der Deutschen Volkspartei zurückgewiesen. In der Entscheidung des Staatsgerichtshofes heißt es weiter: Es kann ohne weiteres als zutreffend das Folgende angenommen werden: Das Haushaltsjahr 1929 hatte mit einem Fehlbetrag von über 17 Millionen abgeschlossen. Die Aussichten für das Haushaltsjahr 1939 waren noch ungünstiger, da infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage die Betriebsüberschüsse und die Steuerüberweisungen geringer wurden, während die notwendigen Ausgaben bestehen blieben. Infolgedessen wies der Staatshaushalt für 1939 einen ungedeckten Fehlbetrag von 83 Millionen aus. Es habe also ein zweifelloser Notstand vorgelegen, der durch die Not- Verordnung zu beseitigen war. Ein N o t st a n d müsse für ein Staatswesen grundsätzlich an- erkannt werden, wenn ihm di« zur Bestreitung unbedingt notwcndi- ger Ausgaben erforderlichen Mittel zu einem nicht unerheblichen Betrage fehlen. Das sei der Fall gewesen. Ebenso sei zu be- jähen, daß der Notstand ein ungewöhnlicher war. Auch lasse sich nicht leugnen, daß das Staatsministerium die Beseitigung dieses ungewöhnlichen Notstandes als diingend erforderlich ansehen könne. Es könne sich also nur noch darum handeln, ob e�e Notverordnung gerade des vorliegenden Inhalts erlassen werden mußte. Die An- trogstellerin verneine das und oerweise auf den Weg der Ausgabe von Schatzanweisungen. Im vorliegenden Fall sei aber das Staats- Ministerium der Ueberzeugung gewesen, daß dieser Weg nicht ge« gangen werden könnte, weil es den Gesetzen öffentlicher Finanz- Wirtschaft widerspreche, fortdauernde Ausgaben mit kurzfristigen Mitteln zu finanzieren, hiernach hätten sämtliche Voraussetzungen für den Erlaß einer Notoerordnung nach Artikel 55 Abs. 1 der preußischen Verfassung voi gelegen. die erst in der vergangenen Woche das beschämende Schauspiel der hinauszögerung der Anerkennung Spaniens als Republik geboten haben, weil ihr herz für Alfons und seine hochadlige Klique schlug, sind es, die jetzt einen Pressefeldzug gegen del Vayo entfesseln, weil«r Sozialist ist! Der Artikel der„DAZ." ist offenbar bestellte Arbeit reaktionärer deutscher Diplomaten, die sich dann darauf berufen wollen, daß in der deutschen„Oeffentlichkeit" Bedenken laut wurden. um der spanischen Regierung das Agrement für den vorgeschlagenen Gesandten zu verweigern. Die republikanische Regierung Spaniens soll sich aber durch diese reaktionäre Intrige nicht beirren lassen. Wir stellen vor aller Oeffentlichkeit fest, aus welchen Motiven diese Hetze gegen del Vayo inszeniert worden ist, und hoffen, daß die neuen Machthaber Spaniens deutlich zum Ausdruck bringen werden, daß sie im Falle einer tatsächlichen Verweigerung des Agrements für del Vayo die wahren Zusammenhänge kennen: nämlich die tiefe Abneigung der deutschen Reaktion gegen das junge republikanische Regime in Spanien! - i Spekulation mit Staateumwälzung.! Verleitung zur Kapitalflucht in Spanien. Madrid, 25. April. Der Finanzminister teilt mit, er habe Nachrichten erhallen, daß ausländische Bant- und Börsenagenten versuchten, spani- sche Kapitalisten zu Geldanlagen in ausländischen Papieren zu oeranlassen. Sollte diese Tätigkeit nicht sofort eingestellt wer» den, werde er diese Agenten ausweisen lassen. Zum Beweis dafür, daß es mit dem Verbot, Geld über die Grenze zu bringen, ernst ist, wurden einer Dame 29 999 Peseten abgenommen, die sie von Irun nach Frankreich zu bringen ver- suchte: außerdem erhielt sie eine Geldstrafe von 199 999 Peseten. Sozialisten beteiligen sich bis zur Nationalversammlung. Zürich, 25. April.(Eigenbericht.) Der sozioldemokratsscke Arbeitsminister der spanischen Republik Caballero hat der schweizerischen Agentur Jnsa telegrophisch fol- gcnde Mitteilung über die Stellung der Sozialdemokraten in der provisorischen spanischen Regierung gemacht. Die Vertreter des Allgemeinen Spanischen Gewerkschaftsbundes bildeten gemeinsam mtt der sozialdemokrattscheu und der re- 6,83 MiNionen? Kläqliibes Ergebnis ver Stahlhelmerei. Das sogenannte Bundesamt des Stahlhelms tellt heute mit, daß die bisherigen Zählungen zum Volksbegehren(Landtagsauf- lösung) einwandfrei die Zahl von reichlich 5,83 Millionen Eintra- gungen ergeben. Einzelne Meldungen ständen noch aus. Die hinter dem„Begehren" stehenden Parteien— ohne Stahlhelm— haben bei der letzten Reichstagswahl in Preußen nicht weniger als 9135 999 Stimmen aufgebracht. Jetzt ist ihm in vier- zehntägiger Eintragung.«zeit nicht einmal gelungen, diese eigenen Wähler zur Unterschrist zu bringen. Es fehlen an der Zahl der eigenen Stimmen von 1939 nicht weniger als 3 399 999 Wähler! Und dabei haben ungezählte Taufende nur unter offenem Terror der wirtschaftlich Stärkeren ihren Namen hergeben müssen. Wieviele von diesen bei der geheimen Abstimmung dem Adelsbegehren ihre Stimme geben werden, bleibt abzuwarten. Lm Aulo ermordet. GeschäfiSsührer erschossen im Kraftwagen ausgesunven. Glogau, 25. April. Am Freltagnachmittog wurde auf einem Feldwege zwischen G u st e u s ch e l und Schloin ein Kraftwagen aufgefunden, in dem die Leiche eines Mannes lag. Die Mordkommission stellte in dem Toten den Geschäfts- f ü h r e r beim Formularoerlag Oels des Reichsoerbandes der Deutschen Landkrankentassen Berlin. Herbert Walter aus Oels. fest. Die Leiche wies einen Schläkeujchuß und einen Herzschuß auf. Eine Schußwaffe wurde nicht nefunden. Im Wagen befand sich außer drei Patronenhülsen auch ein alter Mantel, der nicht dem Ermordeten gehört«. Bei dem Toten wurden weder Brieftasche noch Geldbörse, jedoch seine aoldene Ubr vor» gefunden._ Klugabsturz bei Salomk». Zwei qriechiWe Offiziere getötet. lieber dem Flugplatz Mlrka bei Saloniki stürzte kurz nach dem Stark ein Militaelugzeug aus 69 Meter höhe ab. Die beide» In- fassen, zwei Fliegerossiziere, waren sofort toll Das Flug- zeug wurde vollkommen zerstört. Kesseltreiben gegen vel Vayo. Er ist Sozialist— daher„nicht genehm" Gegen di« Absicht der spanischen Regierung, den Journalisten Alvarez del Vayo zum Botschafter in Berlin zu er- nennen, machen sich bereits in den reaktionären Kreisen Deutsch- lands Wider st ände bemerkbar. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", die es gar nicht erwarten kann, daß im Reich der Nazis und in Preußen der Stahlhelm regiert, legt schon jetzt g«gen diese beabsichtigte Ernennung mit dem Argument Verwahrung ein, daß del Vayo, der mehrere Jahre nach dem Kriege in Berlin als Zeitungskorrespondent tätig war.„deutschfeindliche" Bericht« veröffentlicht hätte und obendrein auch noch..probolschewistische". Ein Konflikt, der seinerzeit dazu führte, daß del Vayo den Vorsitz im Berliner Verein der ausländischen Presse niederlegte, wird mit dieser angeblich„deutschfeindlichen" Berichterstattung in Zusammen- hang gebracht. Nach unserer Kenntnis der Sachlage beruhte dieser Konflikt ausschließlich auf gegensätzlichen Auffassungen in der Frage der Wahrung der Berufsinteressen der ausländischen Presseberichterstatter und hatte mit der j«tzt erdichteten antideutschen Schreibweise del Vayos nicht das Mindeste zu tun. Die Dinge liegen viel einfacher: del Vayo ist Sozialist und schon aus diesem Grunde lenen Herrschaften unerwünscht, di« am liebsten jeden Sozialdemokraten aus der deutschen Verwaltung hinausjagen möchten und die daher' konsequenterweise auch einen ausländischen Sozialdemokraten als Diplomaten in Berlin als Störung empfinden würden. So wie man vor keiner Ver- leumdung deutscher Sozialdemokraten in Be- amtenstellung zurückschreckt, so zögert man auch nicht, Unwahrheiten über ausländische Sozialisten und Republikaner zu verbreiten, sobald man erfährt, daß sie für«inen Diplomaten- posten bei uns in Aussicht genommen sind. Bei der„DAZ." weiß man nie, welcher Geldgeber oder sonstiger Einbläser jeweils hinter den Kulissen in Aktion getreten ist. Da man in diesem Fall« nicht annehmen kann, daß die Rheinischen Stahlwerk« oder di« Reichsbahn oder die hapag oder die Reichs- dank ein Interesse hat, die Ernennung del Vayos zu verhindern, liegt di« Vermutung nahe, daß die treibende Kraft in dieser Angelegenheit im Auswärtigen Amt sitzt: dieselben Kreise, publitanischen Partei das Reoolutlonskomitee, an dem für die Sozialdemokratie teilnahmen Caballero� Fernando de los Rios und Indalecio(Bneto. Die augenblickliche �Beteiligung an der provisorischen Regierung ist gleichbedeutend mit der Teilnahme an der Revolution. Nach der Einberufung des Parlaments werden sich die Sozialdemokraten aus der provisorischen Regierung z u- rückziehen und Verhandlungen über die Beteiligung oder Nicht- beteiligung an der endgültigen Regierung pflegen Sobald die Um- stände dies gestatten, werden die Sozialdemokratische Partei unk der Allgemeine Gewerkschaftsbund zur Untersuchung und Besprechung der Lage und zur endgültigen Beschlußsassung zu einem außer ordentlichen Kongreß zusammenberufen werden. Rußlands Wirtschastsnot Ein Vortrag von Professor Auhagen Die Bundesbrüder. Vingeldeyer und Hitlerleute. In Braunschweig sitzen die Anhänger des Herrn Dingeldey in trauter Gemeinschaft zusammen mit dem Wahrheitsminister F r a n z e n, der als Polizei- und Kultusminister die Rechtsbegriffe umgestalten darf. Beim sogenannten Volksbegehren gegen Preußen haben Volksparteiler und Hakenkreuzler gleichfalls in brüderlicher Liebe gegen das stabile Preußen gehetzt. Sonst aber sieht's im Lande trüb genug aus. Da lesen wir in der„Natt. Korresp.", dem parteiamtlichen Pressedienst der Volkspartei: Der Landwirt Wilhelm Lütt aus Cuxhaven,' Propagandaleiter der Nationalsozialistischen Partei, hat in einer öffentlichen Ver- sammlung seiner Partei in Zittau am 19. Juli 1930 in seinen Aus- führungcn den verstorbenen Außenminister Dr. Strefe- mann auf das schwerste beleidigt. Nach den Notizen eines Zeugen soll er geäußert haben:„Es würden später hunderttausende am Grabe dieses Volksverräters mit geballten Fäusten vorübergehen." Das Schöffengericht in Bautzen Halle ihn am 21. No- vember 1930 freigesprochen! Lüll hatte geltend gemacht, er habe nicht von der Person Dr. Stresemanns in seiner Kritik als von einem Verräter und Verbrecher gesprochen. Es habe ihm fern gelegen, ihn zu beleidigen.(Anmerkung der„Natt. Korrsp.: Das sagen die nationalsozialistischen Agttatlonsdemagogen immer in dem Augenblick, wo sie einmal gefaßt werden.) Als er(Lütt) die Rhein- landfeier erwähnt habe, habe er dem Sinn nach gesagt, jetzt feiere man die Rheinlandbefreiung,„es fei aber möglich", daß nach SO oder 100 Jahren Hunderttausende an dem Grabe Dr. Stresemanns mit geballten Fäusten vorübergehen und ihn einen Volksverräter und Verbrecher nennen würden.(Man sieht, wie herrlich die „tapferen Männer" ihre eigenen Worte verdrehen können, wenn es gitt, sich herauszureden.) Die Staatsanwaltschaft legte gegen den Freispruch des Schöffengerichts Berufung ein. Am 13. April 1931 kam es vor der zweiten großen Strafkammer zur Berufungs- Verhandlung. Die Strafkammer war der Ueberzeuaung, daß Lütt nach seiner eigenen Angabe von Dr. Stresemann in beleidigen- der Absicht und Form gesprochen habe. Er habe die herab- würdigende Kritik anderer zu seiner eigenen machen wollen. Dem Antrag des Vertreters der Staatsanwaltschaft entsprechend wurde der Freispruch aufgehoben und Lütt zu zwei Monaten Ge- f ä n g n i s verurteilt, die in eine G e l d st r a f e von 500 Mark um- gewandelt wurden. Lütt war zu der Verhandlung nicht erschienen. In Anbetracht der Tatfache, daß der„Ehrenmanu" schon ein- mal wegen Beleidigung bestrast ist. braucht er sich über die höhe der Strafe nicht zu beklagen. Man sieht, wie die im Haß gegen den Marxismus so innig Vereinten einander in den Haaren geraten, sobald sie unter sich sind.„Dolksverräter" und„Agitationsdemagogen"— je nach Bedarf. Aber was tut's, wenn nur der Drache Marxismus begeifert wird, der fachlich stärker ist als die Dingeldeyer und Braunhemden zusammengenommen! -16 Lahre Zuchthaus für einen Brief. Menschenfängerei in italienischen Konsulaten. Das Spezialgericht, das stillschweigend Tag für Tag„anti- faschistischer Propaganda" oder Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei Zuchthausstrafen von drei bis fünf Jahren verteilt, hat sich am 18. April ein Urtett geleistet, das in seiner Maßlosigkeit ge- wissermaßen das Tafeltuch zwischen Italien und den Kulturvölkern zerschneidet. Man hat einen unbescholleueu Arbeiter wegen eines im Ausland veröffenttichieu Briefes gegen den Faschismus zu sechzehn Iahren fünf Monaten Zuchthaus und b000 Lire Buße verurteilli Libero Verardo war als Antifaschist bekannt und hat als solcher ohne Paß ins Ausland flüchten müssen, wo er dann i»i Bona— Algier— den inkriminierten Brief veröffenllichte, der auch von französischen Blättern abgedruckt wurde. Verardo begab sich dann von Algier nach D a n z l g, in der Absicht, von dort nach Rußland zu gehen, wurde aber an der Grenz« von der p o l n i s ch e n Polizei oerhaftet und von der polnischen Regie- r u n g— ein politischer Verbrecher!— ausgeliefert. Die Auslieferung erfolgte, indem man ihn dem italienischen Konsul überstellt«, der ihn als Gefangenen nach Venedig befördern ließ, auf Grund jener schwarzen Listen, die die italienischen Konsulate an- weisen, sich der in ihnen aufgezählten Personen zu bemächtigen, wo sich die Gelegenheit bietet. Diese Menschenfängerei in den italienischen Konsulaten scheint in letzter Zeit recht floll vonstatten zu gehen, so daß man raten muß, sich nicht einzeln und ohne Zeugen in dies« extraterritorialen Menschenfallen zu begeben. Uebrigens hatte der Staatsanwalt für Verardo das Höchstmaß gefordert, nämlich 15)4 Jahre, der Verteidiger hatte seinen Klienten„der Milde des hohen Gerichts" empfohlen und dabei ist eben noch mehr herausgekommen, als das Gesetz vorsieht. Wozu hat man Gerichte, die ohne Appell- instanz entscheiden! Ungeheuerlich, wie die Auslieferung und das Strafmaß, ist noch manches andere bei dem Prozeß. Verardo er- schien nicht bei der Verhandlung. Es hieß, er habe sich dem Gericht nicht stellen wollen. Ist er vielleicht in dem Gefängnis von Regina Coeli in Rom, unter dem Regime des Kommissärs Meninchincheri, so zugerichtet worden, daß man ihn nicht zeigen konnte? Alles, was man in letzter Zeit vom Spezialgericht hört, stinkt nach der Folter. Am 18. April hat man auch über zwei junge Mädchen, eine Lehrerin und«ine Studentin, wegen Verbreitung antifaschistischer Manifeste befunden, aber man hat den beiden lo unwürdige und gemeine Entschuldigungen in den Mund gelegt, daß sie moralisch verstümmelt aus dem Prozeß hervorgehen, als so etwas Erbärmliches und Feiges, daß sie vor sich selber ausspucken müßten. Da muß viel moralische Folter oder auch physische Folter gewirkt haben, um zwei junge Frauen zu solch hündischer Haltung zu erniedrigen. Die geringe Strafe, mit der sie davon- kamen, haben sie wahrhastig mit hohem Preise bezahlt. Es ekelt einen, sobald sich ein Stück des Vorhanges lüftet, hinter dem die Schinder des Faschismus ihre Arbett tun. Zu 14 Tagen Gefängnis wurde der verantwortliche Redakteur der„Gazeta Robotnica" in Kattowitz verurtettt, well er dem Wojswoden Grenfzynski vorgeworfen hatte, er dulde den Bandis- rrnis. Der Redakteur der.Fattowitzer Zeitung" erhielt zwei Monate Gefängnis. Wie stark im Ausland das Interesse an russischen Wirtschafts- i tagen, vor allem an der Frage des Gelingens oder NichigeNngens des Fünfjahrplanes ist, zeigte der überaus starke Besuch des Bor- tragsabends der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gefellschast, aus dem Professor Auhagen über den„heutigen Stand der russi- schen Fünfjahrplanpolitik" sprach. Dank der gewaltigen Naturschätze, die der russischen Wirtschaft zur Verfügung stehen, hat die Produktion zweifellos stark zuge- nommen. Aber der Aufbau der technisch erstaunlichen Neuschöpfun- gen wurde— wie Auhagen darlegte— erkauft mit größter Entsagung der Bevölkerung. Eine Fehllettung des Ka- pitals ist es. wenn am Ural mit amerikanischer Hilfe ein gewaltiges Eisenhüttenwerk errichtet wird, für das die Kohle aus dem Innern Asiens, aus einer Entfernung von 2400 Kilometer(Hannooer— Konstantinopel!) herbeigeschafft werden muß. Solche Fehler sind möglich, weil der Begriff„Ren- tabilität" keine Rolle spielt. Nicht erfüllt wurde der Fünfjahrplan in bezug auf die„qualitativen Faktoren". Der Ausschuß in der Produktion ist erschreckend groß, die Qualität der ab- genommenen Ware entsprechend gering. Vor allem ist die Pro- duktivität der Arbeit zu gering, so daß die Selbst- kosten das vorgeschriebene Maß weit überschreiten. Da die Ein- nahmen trotz überhöhter Preise deshalb gering waren, mußte die Notenpresse zu Hilfe genommen werden— Finanzierung des In- duftrieaufboues durch Inflation—, in diese sehr gefährliche Etappe ist die russische Wirtschaft jetzt eingetreten. Der.Kardinalfehler" der Fünfjahrplanpolttik ist die völlige Vernachlässigung des Faktors„Mensch". Man hat nicht bedacht, daß die beste Maschinerie auch die besten Arbeiter zur Bedienung erfordert. Der Möglichkeit, Leute gründlich aus- zubilden, ist der Fünfjahrplan weit vorausgeeilt. Alle Energie wird jetzt daraus verwandt, die Arbeitsdisziplin zu bessern. In den„Stoßtrupps", die im„Sozialistischen Wettbewerb" A n- treiberdien st e zu leisten haben, hat man eine bevorzugte Klasse von Arbeitern geschaffen. Aber das schwierigste Problem ist die S o z i a l i s i er u n g der Landwirtschaft. Sie geht in zwei Formen vor sich: durch Bildung gewaltiger Staatsbetriebe(Durchschnittsgröße 80 000 Hektar) und durch„Kollektivierung". Die Staatsbetriebe sind große „Getreidefabriken", die vor allem für den Export produzieren sollen und ihre Arbeit„amerikanisch" mit Traktoren und Mähdreschern leisten. Aber, obwohl ihnen jede staattiche Hilfe zuteil wird, ar- betten sie(heute wenigstens) nicht wirtschaftlich. Der be- rühmte Bettieb„Gigant" sollte nach dem Plan 4% Zentner vom Morgen produzieren, er hat aber nur 3� Zentner geerntet; aber erst bei 5 Zentner ist der Betrieb rentabel(in Deutschland«rittet man vom Morgen 10— 11 Zentner Weizen, bis 20 Zentner Roggen). Die„Kollektivierung" ist der genossenschaftliche Zusammenschluß der Bauern: Endziel ist die„Kommune", in der das ganze Wirtschaft- liche und kulturelle Leben kommunistisch geregelt ist. Die Kollekti- vierung ist nur mit Terror vorwärts gegangen. Stalin hat zwar durch seinen offenen Brief vom 2. März 1930 das Tempo ge- bremst: aber jetzt scheint die Kollektivierung, die heute etwa 50 Prozent der Bauern erfaßt haben dürfte, wieder stark gefördert zu werden. Voraussagen über die wettere Entwicklung zu machen, lehnte der Redner ab. Wenn Deutschland sich wirtsam gegen bolsche- wistische Experimente(die nur die russische Wirtschost cushalten konnte) schützen wolle, müßte es die Widersprüche i» Vr bniligen Wirtschaftsweise beseitigen. Die Todeskurve Zwei schwere Motorradunfalle an derselben Stelle In den gestrigen Abendstunden ereigneten sich in der Neuköllner Straß« in Rudow durch eine seltsame verkeltung von Umständen zwei schwere Motorrad- Unfälle, die ein Todesopfer und zwei Schwer- verletzte forderten. Ein wesentlicher Umstand, der die beiden Unfälle begünstigt, ist darin zu sehen, daß diese Stelle, ein« gefährliche Kurve, unbeleuchtet war. Im Hause Trützschlerstr. 3 in Johannisthal haben der 40jährige Heizer Otto P e tz i g, der 41jährige Maler Ovo K a s s n e r und dessen 21jähriger Stiefsohn, der Arbetter Erich K a r a u eine gemeinsame Wohnung. Die Freund« verfügen über zwei Motorräder, die sie zum größten Teil für Ausflüge in die nähere Umgebung benutzten. Kurz nach 21 Uhr wollte Petzig in Adlershof noch eine Besorgung erledigen und machte sich mit seinem Motorrad aus den Weg. Vor dem Grundstück Neuköllner Straße 307 nimmt die Straße eine sehr scharfe Kurve. Unglücklich«: weise war auch die dort befindliche Straßenlampe ver- löscht und Petzig fuhr in heftigem Tempo gegen die etwa 15 Zemi- meter hohe Bordschwelle. Er stürzte und erlitt einen doppelten Schädelbruch. Von einem die Unglücksstelle passierenden Prioatauto wurde der Schwerverletzte gefunden und ins Neuköllner Krankenhaus gebracht. Kassner und sein Stiefsohn, die in der Wohnung zurückgeblieben waren, fiel das lange Ausbleiben ihres Wohnungsgenossen auf und beide machten sich mit ihrem Motorrad aus die Suche nach Petzig. Ms die beiden Männer die Unglücksstelle erreicht hatten, fuhren sie an der dunklen und unübersichtlichen Stelle ebenfalls gegen die Bordschwelle. Dabei kam Kassner so unglücklich zu Fall, daß er auf der Stelle getötet wurde. Sein Stiefsohn wurde mit schweven Verletzungen in das Neuköllner Krankenhaus übergeführt. LliXer Mordverdacht verhaftet. Verbrechen an dem Manchnower Amtsvorsteher autgeklärt. Das nächtliche verbrechen in Manchnow bei Küstria, bei dem der Amlsvorsleher S chiewe, wie berichtet, von unbekannten Tätern durch mehrere Schüsse gelölet wurde, scheint vor der Aufklärung zu stehen. Schiewe war durch ein verdächtiges Geräusch im Amtszimmer erwacht, und als er hinuntereilte, wurde er gleich mtt Revolver- schüssen empfangen. Der Amtsvorsteher erlag bald daraus seinen Verletzungen. In einer Herberge bei Strausberg sind jetzt zwei Leute festgenommen worden, die dringend im Verdacht der Täterschaft stehen. Es handell sich um den 27jährigen Stephan K. und einen Rudi P. K. hat sich längere Zett in Manchnow aufgehalten und hatte genaue Ortskenntnisse gesammelt. Weiter wurde festgestellt, daß er wiederholt Wanderburschen zu einem Einbruch in das Manchnower Dienstgebäude überreden wollte, die das An- sinnen aber rundweg ablehnten. In P. scheint K., der mehrfach vorbestraft ist, dann einen willigen Komplizen gefunden zu haben. Die besondere Art, auf die sich K. in das Gebäude Zutritt verschafst hat, läßt an seiner Täterschaft kaum noch zweifeln. Lleberfall aus einen Gafltvirt. Der jugendliche Anführer in der Rotwehr erschossen. Mil seinem Leben bezahlte ein 23* Iahre alter Hans Blanke aus der Schillerstraße 7 in Lichtenberg einen Ueberfall, den er mit Helfershelfern auf einen Schankwirt in der Boxhagener Straße 52, an der Elle der Reuen Bahnhosstraße in der vergangenen Rächt verüble. In dem Lokal hatten schon vor einigen Tagen junge B u r- schen, zu denen auch Blanke gehörte, sich ungebührlich aus- geführt und waren von dem Wirt herausgefetzt worden. Bon anderen Gästen, die bei ihm zu verkehren pflegen, wurde der Wirt darauf aufmerksam gemacht, daß man einen Racheakt gegen ihn plane. Der Bedrohte wandte sich an die Polizei, und eine Streife beobachtete am Freitag bis gegen 12 Uhr das Lokal, ohne daß sich etwas Verdächtiges zeigte. Bald darauf aber drangen plötzlich fünf Leute mit Gewatt ein und griffen sofort den Wirt und die Gäste an. Mtt Biergläsern und abgebrochenen Stuhlbeinen wurde auf die Anwesenden eingeschlagen, so daß mehrere Berletzungen davontrugen. Der Wirt griff schließlich in seiner Bedrängnis zum Revolver und gab einen Schuß ab, der" Blanke in den Kopf traf und den Tod zur Folge hatte. Di« Kam- plicen des Erschossenen flüchteten jetzt Hals über Kopf aus der Wirt- schaft und das alarmierte Ueberfalltommando konnte sie nicht mehr ergreifen. Einige sind jedoch bekannt und mtt ihrer Festnahme ist zu rechnen. Di« Leiche des Blanke wurde beschlagnahmt. Der Wirt und verschiedene Zeugen, die bereits gehört werden konnten, be- künden übereinstimmend, daß der Schuh in der Notwehr a6- gegeben wurde. Blanke soll, wie es heißt, Dereinsmitglied fein und Angehörige des Vereins zu dem Ueberfall angeworben haben. Die Untersuchung wird noch weitergeführt. Polen als Polizist in Oanzig. Rechtsschutz gegen politische T- ndenzurteile verlangt. Danzig. 25. April.(Eigenbericht.) Der Danziger Regierung sind von zuverlässiger Seite Infor- mationen darüber zugegangen, daß Polen im Zusammenhang mit der Affäre seines hiesigen Vertreters, der kürzlich fein Rücktritts- gefuch«inreichte, ohne daß die polnische Regierung ihm jedoch ent- sprachen hätte, während der nächsten Bälterbundsratstagung die Anwendung des Ratsbefchlusses vom 22. Juni 1921 zu erreichen trachtet. Danach kann Polen im Falle von Störungen der inneren Ordnung, sobald sich die Danziger Polizei machtlos erweist, die Sorge sür die-Sicherheit Danzigs über- tragen werden. Polens Absichten scheinen ferner darauf hin- zuzielen, Einfluß aus die Danziger Gerichte, und zwar insbesondere, soweit es sich um die Aburteilung von Polen handelt, zu erlangen._ Bargeld für phantasierte Festungen. Die Spionenvernehmung in Etraßburg Paris, 25. April.(Eigenbericht.) Wie aus Straßburg gemeldet wird, ist am Frettag der zuletzt verhaftete angebliche Spion Krieger vom Untersuchungsrichter vernommen wovden. Krieger leugnete energisch, sich an den Spionageoerfuchen Schalls und Uhrigs betetligt zu haben. Er kenne zwar beide persönlich und sei auch aufgefordert worden, mit ihnen zusammenzuarbeiten, er habe da» aber stets abgelehnt. In bezug I auf die in seiner Wohnung beschlagnahmten Pläne erklärte er, er habe von der Pionierinspektton den Austrag erhalten, diese Arbeiten zu Haufe auszuführen. Wahrfcheinlich wird das Berfahren gegen ihn eingestellt werden. Im Anschluß an Krieger wurde Schalk vernommen, der mindestens 25 000 Francs vom deutschen Spionagedienst erhalte» hat. Die dafür von ihm gelieferten Pläne seien aber keine Kopien amtlicher Bcfestigungspläne gewesen, sondern reine Phantasie- Arbeiten. Die Militärbehörden werden jetzt diese Angaben nachprüfen. Der gleichfalls verhaftete Architekt Unfrted dürste wieder freigelassen werden, da sich bisher keine Anhaltspunkte dafür ergeben hoben, daß er Spionage für Deutschland gettieben hat. Im Gegensatz zu Meldungen anderer Zeitungen behauptet das „Journal" heute, daß neue Verhaftungen bevorstehen. Herriot wird von Sozialisten wiedergewählt. Paris, 25. April.(Eigenbericht.) Zwischen den Sozialisten und Radikalen in Lyon ist eine Eini- gung über die am Sonmag stattfindende Wahl des Magistrats zustandegekommen. Nachdem die Sozialisten anfangs für die Wiederwahl Hcrriots zum Bürgermeister die Bedingung gestellt hatten, daß die Posten der beiden stellvertretenden Bürgermeister der sozialistischen Partei überlassen werden, haben sie jetzt diese Forderung zurückgezogen und beschlossen, trotzdem für die Wiederwahl Herriots zu stimmen. Di« Radikalen haben daraus den scheidenden Magistrat, der sich aus Herriot und fünf radikalen Beigeordneten zusammensetzt, aufgefordert, sich der Stadt- verardnetenversammlung zur Wiederwahl zu stellen. Nach dem Be- schluh der Sozialisten ist die Wahl von vornherein gesichert, so daß die in Aussicht genommene Auflösung der Stadtverordnetenver- sammlung nicht mehr in Frage kommt. Gruß dem Führer! Nie Sozialisten Madrids feiern Pablo Lglestas. Madrid, im April. Der sozialistische Jugendverband von Madrid rief alle Parteianhänger und Gewerkschafter für Sonntag, d«n lg. April, zu einer Ehrung des toten Führers Pablo I g l e s i a s auf. A u g u st V e b e I in Deutschland und Jean I a u r L s in Frankreich, so war der 1925 verstorben« Pablo Jglesias für Spanien der unermüdliche Organisator der Sozia» listischen Partei und der große Vorkämpfer für die Rechte des Volkes. Fast 59 Jahre war Jglesias im Dienste der Soziallstischen rinnen, die Hoffnung der Partei für die kommenden Kämpfe. Sie tragen alle rot« Bänder und rote Schleifen. Dann kamen die Minister, Fernandos de los R i o s, der spanische Iustizminister L e r r ou z, der Außenminister Largo Caballero, der Arbeitsminister. und Jndalecio Prieto, der eben erst aus Paris aus der Verbannung heimkehrte, der neue Finanzminister der jungen spanischen Republik. Es folgten einige ausländische Sozialisten. Man bat mich, mich ihnen anzuschließen. F r o s s a r d war da, der „Das Ließ vom Leben". Mozartsaa«. Wenn ein berühmter russischer Regisieur wie Granowsky Patron eines neuen deutschen Films ist und die Zensur ihm dann den Ge- fallen tut. durch ihre ulkigen Streiche zum Schutz der Che und was weiß ich, Sensation zu machen, dann sind die Erwartungen natürlich hochgespannt. Und wirklich, es zeigt sich, daß Granowsky ein her- vorragender Könner ist und daß er mit allen optischen Bestandteilen des Films leicht und genial zu spielen oersteht, mit seinen Photo- graphen ganz hervorragende Einzelwirkungen erziell und insgesamt für den Film nach Kompositionsregeln sucht, die von der Musik her- geleitet sind. Aber es fehlt leider das einheitliche Band, es fehlt der große Znsammenhang und das alles zusammenhaltend« Ziel. „Das Lied vom Leben" wollte oder sollte in rhythmischer Gestaltung das Auf und Ab der Generationen, das Werden neuen Lebens, den Kampf für freie Entfaltung und manches andere filmisch vergegen- wärtigen. Aber sei es durch die Schuld der Zensur, vor allem aber auch wohl durch die ganze lockere Anlage, immer werden nur Ansätze geboten. Dazwischen aber überwiegen das optische Detail, das zu- weilen rein spielerisch wird, und die Freude an photographischen Eindrücken. Mit einer Karikatur auf die alte Gesellschaft setzt der Film ein: das junge Mädchen, das hier an einen verbrauchten Mann verhökert werden soll, flieht an den Hafen, um sich das Leben zu nehmen. Ein junger Mann rettet sie, und sie erlebt mit ihm die Stationen der Liebe. Da kommt als Mittelpunkt des Ganzen eine viel zu breit und sachlich geschilderte Operation an der werdenden Mutter(wobei dank der Oberprüfstelle alles wirklich Jnteresiante weggeschnitten ist) und der Ausstieg des Kindes zum Licht. In einem kurzen Finale wird das wettere Schicksal des jungen Menschen, der Seemann wird, angedeutet und in einem hymnischen Lied das Gefühl für die Zu- fammengehörigkeit mtt der Mutter gefeiert. Der rein naturalistische Mittelteil paßt wenig zu den stilisierten und symbolischen Komposttionen. Entzückende Stimmungsbilder. besonders von der See, prachtvoll wiedergegeben« Ti erb Uder und Massenaufzüge, das Leben der Maschinen und der Hasenarbeit und vieles andere sind köstliche Zwischengerichte. Die Hauptdarsteller Ändert Mag und Margot Ferra sind sehr sympathisch, die Hand- lung wird getragen von Gesängen(Texte von Walter Mehring, Musik von Friedrich Holländer), hie Fritz Busch und Leo Monosson sehr wirkungsvoll vortragen. Besonders der Song vom Baby prägt sich nachhaltig ein. So hat der Film viel« ausgezeichnete Einzel- heiten, aber der Sesamtrhythmus vom Leben wirb mehr angedeutet als erreicht._ D. �Das Märchenland im Norden." Dieser, von Dr. G u t t m a n n gedrehte und vom Film- und Lichtbilddien st vertriebene Reisefilm nimmt uns nach kurzer, fast nur angedeuteter Rast in den Städten, immer wieder mit aus irgendein Verkehrsmittel, um mit uns Norwegen zu durchstreifen. Wir sehen die mannigfachen und stark unterschiedlichen Schönhetten dieses Märchenlandes des Nordens. Es wechseln Fleckchen, an denen die Romantik zu Hause ist, mit Orten von kaller, direkt bedrückender Naturpracht. Und über allem steht eine eigenartige Beleuchtung. Aber dieses, namentlich für die Augen der Reisenden mtt Natur- schönheiten so überreich ausgestattete Land, ist ein armes Land. Hart müssen die Bewohner arbeiten und schwer ringen, um Meer und Wald auszubeuten. Jnteresiante Bilder sehen wir von der durch viele Schriststeller bekannt und berühmt gewordenen Fischerei in den Lofoten, die ergiebig, schwierig und stets von menschenmorden- den Stürmen bedroht ist. Von den Volkssitten werden uns auch elliche übermittelt: In Uloik ein Kinderbrautzug, bei dem ein kleines Mädel eine goldene Brautkrone trägt. Ebenso«ine Mesie, aus der man alles findet: Wollhändler und Bären,«inen Kairo- Basar und ein Karussell und Besucher, die in rührender Geduld Schlange stehen, um etwas Alkohol kaufen zu können. Hübsch sind die Tierausnahmen. Man beobachtet die Wildgans, erstaunt über die Flügelspannweite der Mantelmöwe(die uns leider erschossen vorgeführt wird), betrachtet Kormoran« in großen Mengen und ficht eine Renntierherde. Sie geht durchs Wasser und es schwimmt tassächlich ein Wald von Geweihen; denn das Renntier ist bekanntlich die einzige Hirschart, bei der auch das Weibchen ein Geweih trägt. e. d. Auio durch zwei Welten." Marmorhaus. Dieser Film wirkt wie«ine Reklame für Autos, Gummireifen und für Clärenore S t-i n n« s, die mit ihrem Wagen«ine Welt- reis« jensetts der großen, befahrenen Derkehrsstraßen machte. Die Reise geht von Frankfurt a M. über den Balkan, die Türkei, Per- sien, Rußland, Sibirien. China, Japan. Bon dort mtt dem Schiff nach Südamerika und weiter nach den Bereinigten Staaten. Der Film könnte also das Charakteristische der einzelnen Länder hzr- vorheben und der begleitende Filmvortrag Erklärungen dazu geben. Das geschieht leider nicht. Man begnügt sich hauptsächlich mit der Charakteristik der Wege, die in Asien abgründig verschlammt und in den Cordilleren Perus und Boliviens sandig oder felsig sind. Immer wieder werden die Schwierigkeiten betont, die die Auto- mobllisten zu überwinden hatten, llm Clärenore Stinnes entsteht im Lause des Films die Gloriole des Helden, der auch von ssiner Gloriole überzeugt ist. Ein paar Aufnahmen etwa von den man- golischen Völkern in Südsibirien oder von den Indianern der Hoch- gebirge arbeiten das Typische heraus, ander« von chinesischen Tem- peln und Architekturen zeigen ein ausgeprägtes Empfinden für malerische Wirkungen. Axel S ö d c r st r ö m. der Kameramann, versteht sich aus dies« Wirkungen, aber das ganze ist nicht kompo- niert, hat keine Höhepunkte und Steigerungen. Aus diesem Film klingt keine Melodie der Welt. F. Sch. Das Volk der Teelnnker. Bei dem Bankett des„Vereinigten Englisch-Schottischen Warenbaus-Konzerns", der den Teehandel der ganzen W-it beherrscht, wurden auch die Um'ätze des Riesengefchäst« bekanntgegeben, die bezeugen, daß die Engländer heute achtmal soviel Tee trinken wie ihre Großeltern. Im Durchschnitt kommen danach täglich sechs Tassen Tee auf jeden Einwohner Kroßbritanniens. Das Warenhaus erziell mit seinen zahlreichen Filialen einen Umsatz von 1,7 Millionen Pfund Tee in der Woche. Die Gesellschaft besitzt 29999 Quadratlilometer Teegärten auf Ceylon und 112 Quadrat- kilometer Teepflanzungen in Indien. Prelsausschreiben über ein völkerbunds-Thema. Di« Er» ztehunzsabteilung der Deutschen Liga für Völkerbund oeranstallet ein Preisausschreiben an sämtlichen(27) deutschen pädagogischen Akademien und Instituten. Die Ausgabe besteht in der Abfassung einer schuloerwendungssähigen Erzählung, die an einem Beispiel die Wirkung eines Völterbundsbeschlusses anschaulich schildert. Nur die Studenten der pädagogischen Hochschulen tonnen daran teilnehmen. Ol« dculsche clgo sür oliabl-Loglge» 5i w brwgl bku!« in einer Nacht. Vorst cllurci SS-/, Übt sRol Mühle, dolensee)»Ine psychoanalytische Ttudie out.Die Muiitiei' von Dermainr Dulae und die deutsche Uraussährunz des Films.Berderlme' von Macphersoa. Partei Spaniens tätig, er war der erste Abgeordnete der Sozia- lsstischen Partei im spanischen Parlament(1898 bekam er in Madrid nur 3191 Stimmen, 1919 dagegen bereits �9 599), er gründete auch vor 46 Jahren die Madrider Parteizeitung„El Socialista". Der kleine Raum, der im Anfang die Redaktion oon„El Socialista" beherbergte, war gleichzellig Wohn- und Schlafraum oon Pablo Jglesias, gleichzeitig das Büro des Berlages, gleichzeitig das Sekre- tariat des Borstandes der spanischen Sozialistischen Partei, gleich- zellig auch das Sekretariat der spanischen Metallarbeiteri Aus solchen kleinen Anfängen ist die spanisch« Partei ent- standen. Heute zähll sie fast 39 999 Mitglieder, heute hat„El Socialssta" eine tägliche Auflage von 25 999 Exemplaren, und heute haben die 399 999 eng mit der Partei zusammenarbeitenden Gewerkschaftsmitglieder Spaniens ein eigenes Poltshaus in Madrid. In ausnahmslos jedem Zimmer des DÄkshauscs sst ein Bild von Pablo Jglesias zu sehen. Ihm,„unserem vielgeliebten Führer", dem„Großvater", wie man ihn allgemein nennt, galt der erste Gruß des Madrider Proletariats nach der Niederringung des Bourbonenhauses. So organisiert« die sozialistssche Jugend von Madrid am Sonntag einen gemein» samen Marsch zum Grabe Pablo Jglesias. Am „Flors 9- la Independenris"(Unabhängigkeitsplatz) nahm die Spitze des Zuges Aufstellung. Vorrnm eine Gruppe der neuen„diilicis socislists", einer Art Schutzformation der Republik, die man erst zwei Tage vorher zu bilden angefangen Halle. Bereits am ersten Tage schrieben sich sofort dreihuitderl Arbeiter in die sozialistische Miliz ein. Die Republikaner bürgerlicher Spielart wollen demgegegenüber eine e!gene.„R«publttanIschc Miliz" gründen. Hinter der sozialistischen Miliz marschierte die sozialistische Jugend, recht frisch aussehende jugendliche Arbeiter und Arbeite- Die letzten Konzerte. Der Deutsche Konzertgeberbund, dessen Pläne und Absichten hier vor kurzem besprochen worden sind, beendet die Reih« seiner Cinsührungskonzerte mit einem großen Abend in der P h r l- Harmonie. Wieder haben sich alle Mitwirkenden für die gemein» same Sache unentgeltlich zur Verfügung gestellt, diesmal das Philharmonische Orchester— mll Furtwängler an der Spitze— und zwei Solisten mit klangvollem Namen: Carl F l« s ch und Gustav Havemann So tonnten die Eintrittspreise niedrig bemessen werden, die Einnahme des fast ausverkauften Saales kommt dem werbenden Zweck des Bundes zugute. Der künstlerisch« Ertrag des Abends ist außerordentlich, vor allem Brahms' Vierte Sinfonie erfährt eine hinreißende Wiedergabe. Vorher, bei Bach, klingt manches«tn bißchen nach ungründltcher Vorbereitung, aber auch hier gibt es— im Dritten Branden- burgischen Konzert und im Konzert für zwei Violinen— genug des Schönen, Großen und wahrhaft Erfreuenden. Die vorbereitende Arbeit der Ankündigung und Einführung sst nun abgeschlossen, erst in der nächsten Saison wird man positive Leistungen erwarten dürfen. Im ausverkauften B a ch- S a a l, als letztes Sonntagskonzert in dieser Saison, ein Beethooen-Abend des Berliner Sonfonieorchesters: Egmont-Ouvertüre, Violinkonzert(Solist Richard Czerwonky), Eroica; Dr. Ernst Kunwald dirigiert. Beethoven ist tn guten Händen, das Orchester unter sicherster Führung. Im Rückblick auf einen an Arbeit und Erfolg reichen Konzertwinter ist mit Genugtuung festzustellen, daß hier künstlerisch ein bedeutendes Stück Wiederaufbau geleistet worden ist. Und nicht nur künstlerisch: mit dem Vertrauen des Publikums hat sich auch der Besuch stabilisiert Dieses zweite Berliner Konzertorchester, dem das Leben oft schwer gewesen ist. hat seine Unentbehrllchkell aus die beste Art erwiesen: es hat sie ehrlich erarbeitet. Auch dt« Bruckner-Dereintgung— Gesellschaft zur Pflege österreichischer Musik in Berlin— hat ihren Zyklus von sechs großen Orchesterkonzerten beendet: Bruckner, Vrahins, Richard Strauß sind die Namen de« letzten Programms Da» sinfonische Lebenswerk Bruckners gibt diesen Konzerten ihr Gesicht, nun schon das achte Jahr. Dem künstlerischen und organisatorischen Leiter. Felix M. Gay, der als Dirigent freilich nicht in erster Reihe steht, ist es gelungen, mit der Kraft einer Programmidee ein Publikum zu werben: er bleibt der Idee, das Publikum bleibt ihm treu: so ist hier«in beständiger, wertbeständiger Faktor des Musik- lebens geschaffen. französische Kamerabgeordnete, ein Redakteur unseres Holland ssche« Bruderblattes„Het Volk" und Genosse Braunthal von der „Wiener Arbeiterzeitung". Dann folgten, von einer neuen Reihe sozialistischer Iungens und Mädels geführt, sämtliche G« w e r k s cha f ts so ch v« r b S n d e mit ihren Fahnen. Der ganze Zug war viele Kilometer lang. Tausende und Tausende nahmen an ihm teil. Mit diesem Zug zum Grabe Jglesias wollten die Madrider Arbetter gleichzeitig dokumen- tieren, daß sie die Schlacht gegen die Monarchie gewonnen, für die Pablo Jglesias einst die sozialistischen Waffen schmieden half. Alle Straßen, an denen der Zug vorbeikam, waren schwarz von Menschen. Der gesamte Verkehr war unterbrochen.„Viva U Rcpublica" wurde dauernd den sozialistischen Ministern zu- gerufen. Ueberall, wo sie gingen, jubelt« ihnen die Mei>gc begeistert zu und klatschte in die Hände. Aus allen Fenstern sahen die Leute und winkten und riefen. An vielen Fenstern waren nicht nur rote oder republikanische Tücher ausgespannt, sondern große Bilder von Galan und Garcia Hernandez ausgehängt, den beiden Helden des Dezsmberausstandes oon Iaca, die dann vom Königstum hin- gerichtet wurden. Als aber plötzlich etwa dreißig Soldaten und Arbeiter hinzukamen, die bei dem Jaca-Ausstand beteiligt waren und sich bis vor kurzem oerborgen halten muhten, um nicht eben« falls hingerichtet zu werden, da wollte der Jubel und der Beifall gar kein Ends mehr nehmen. Man umarmte und küßte sich und freut« sich über die neu errungen« Freihett. Das Grab von Pablo Jglesias wurde mit frischen Blumen geschmückt. Er hat sein ganzes Leben für die Freiheit gekämpft, die das spanische Proletariat jetzt errungen hat. Kurt Lenz. In der Singakademie hat das K l i n g l e r- Quartett seinen Zyklus von sechs Beethoven-Abenden durchgeführt: ein großes, dankenswertes Unternehmen: mit höchstem Ernst, mit impo- santem Können und Wissen wurde hier die verantwortungsvollste Ausgabe bewältigt. Und nun hat auch das Busch- Quartett sein Berliner Saisonprogramm absolviert. Die Kunst des meisterlich klaren Zusammenspiels und der genauesten dynamischen Abtönung feiert diesmal ihren größten Triumph in Regers A-Dur-Quartett. Aber alle klassische und romantische Kammermusik findet in der Ber» einigung dieser ausgezeichneten Inftrumentalisten einen schlechchin idealen Klangkörper— und nicht nur Körper, sondern mustkerfüllten Geist. Für den Bestand des Berliner Musiklebens sind diese regel- mäßigen und ihrem Wesen nach durchaus unsensationellen Quartett- abend« von unschätzbarem Wert. Sie haben ihr festes und vielleicht das musikalisch gebildetste Publikum: Kräfte der künstlerischen oder sozialen Erneuerung sind da frellich nicht zu spüren, aber reine, ge» sunde Kräfte der kulturellen Erhaltung. Unter den Solistenabenden sind nur ein paar, die in Erinnerung haften. Im Spiel Claudio Arraus trifft zusammen, was in solcher Vollkommenheit zu den Seltenheiten des Konzertpodiums zähll: glänzendes, durch Technik verblüffendes Virtuosentum und die Gestaltungskraft eines echten, geistig überlegenen Musikers. Unter den neuen Werken, die er spielt, interessiert eine sehr ernst gearbeitete Sonate oon E. W. Sternberg immerhin mehr als vier nichts» sagende Präludien von C. Mac-Kenna: aber sein Bestes gibt er bei Chopin, dessen L-Moll-Scherzo ihm Gelegenheit zu einer pianiftischen Leistung von allergrößtem Format gibt. Nicht als Künstlerin von solcher Vollendung, doch schon als gefestigtes Talent und auch als bedeutende Könnerin führt die Geigerin Anja Ignatius sich an einem Abend mll Orchester versprechend ein. Da klingt nichts niehr anfängerhaft oder unfertig, und in Bachs S-Dur-Konzert zeigt sich nicht nur großes Wollen, sondern musikalische Intelligenz und sicheres Stilgefühl. K. P. Sie kill nicht für<559 Mark auf! Die Wiener Staatsoper ist der Konvention aller deutschen Theaterindendanturen und-direk- tionen beigetreten, wonach einem Gast«ine Abendgage von böch- stens 659 Mark gezahll werden darf. Davon wird auch die be» bekannte Sängerin Maria Jeritza betroffen. Sie weigert sich aber, für diese„Lappalie" zu spielen und sst entschlossen, nie mehr in Wien aufzutreten. Die Einwohnerzahl von Groh-Daris. Nach dem Ergebnis oer letzten Bolkszählung vom 8. März hat Paris mtt Einschluß der ehe- maligen Arrondissements St. Denis und Sceaux jetzt 4 898 999 Ein- wohner. Oer Rohrlegerffreik. 3500 liohrleger und Bauklempner im Kampf. Die Berliner Rohrleger uni> Boutlempner haben den Beschluß. heute morgen auf der ganzen Linie die Arbeit einzustellen, einmütig befolgt. Es gibt in Berlin keinen ausschlaggebenden Betrieb des lRohrleger- und Bauklempnergewerbes, der nicht bestreikt wird. Der Streik nimmt noch ständig an Ausdehnung zu. Das im..Vorwärts* mitgeteilte Abstimmungsergebnis hat sich noch verändert. Aus zahl- reichen kleineren Betrieben sind erst heute vormittag die Abstim- niungsergebnisse beim Mctallarbeiter-Verband eingelaufen. Die Zahl der für den Streik abgegebenen Stimmen hat sich demzufolge bis heute mittag von 2650 auf rund 3066 erhöht. Im Streit stehen zur Zeit etwa 3506 Rohrleger und Vau- klempner. Eine Anzahl von Firmen, und zwar nicht nur kleinere Betriebe, hat sich bereit erklärt, auf der Grundlage des alten Lohn- tarifes betriebliche Abmachungen zu treffen. Die Zentralstreikleitung hat zunächst die Genehmigung für solche Abmachungen untersagt. Der Streik wird, da es sich hier um eine nahezu geschlossen organi- sierte Arbcitergruppe handelt, völlig diszipliniert geführt. Zu irgend- welchen Zwischenfällen ist es auf den Baustellen nicht gekommen. Berliner Holzindustrietle einig. Sie sind mit dem Schiedsspruch zufrieden. Der Schiedsspruch für die Berliner Holzindustrie, über den im . Vorwärts* bereits ausführlich berichtet wurde, hat bei den beiden Berliner Unternehmerverbänden, der Vereinigung der Arbeitgeber- Verbände der Berliner Holzindustrie(Vabeho) und den Vereinigten Verbänden der Berliner Holzindustrie(VVBH.) Zustimmung gefun- den. Darin sind die beiden Unternehmerverbände, die sich sonst wie Hzund und Katze gegenüberstehen, sich vollkommen einig. Die Mei- nlingsverschiedenheiten im Unternehmerlager nprstummen sofort, wenn es gilt, gegen die Arbeiter zum Schlage auszuholen. Die neue Bestätigung dieser alten Erfahrung beweist wieder einmal, wie töricht es ist. sich im Arbeiterlager über die Taktik zu streiten, wenn es dar- auf ankoniZsit. geschloffen gegen das Unternehmertum aufzutreten. Die Berliner Holzindustriellen hatten freilich keinen Grund, den Schiedsspruch des Schlichtungsausfchufses abzulehnen, da er ihre Ab- baufordernngen nicht nur fast gänzlich erfüllt, sondern zum Teil noch darüber hinausgeht. So hebt zum Beispiel der Schiedsspruch das bisher bestehende Verbot der Slkkordarbeit und der Beschäftigung neu grauen und Jugendlichen an den gefährlichen Holzbearbeitungsmaschinen auf. ein Zugeständnis der staatlichen Schlichtungsinstanz, das die Unternehmer gar nicht einmal gefordert hatten. Der Holzarbeiter-Verband wird natürlich entsprechend dem Beschluß der Funktionäre der Berliner Holzindustrie, die diesen Schiedsspruch bekanntlich ohne Debatte einstimmig abgelehnt hatten, alles aufbieten, um zu oerhindern, daß dieses Monstrum von Schiedsspruch etwa durch Verbindlichkeitserklärung rechtswirtsam wird, wie es die Unternehmer erwarten. Lohnvereinbarung bei der Reichspost Zwischen dem Reichspostministerium und den Tariforganisa- tionen ist eine Vereinbarung über die neuen Löhne bei der Deut- scheu Reichspost abgeschlosien worden. Die Stundenlöhne des 24iahri- gen Arbeiters werden in allen Ortsklassen gekürzt und zwar in den Lohngebieten 2 und 3 für die Lohngruppen I bis III um je 3 Pf., für die Lohngruppen IV und V um je 2 Pf. und in den Lohw- gruppen VI und VII um je 1 Pf. Die Kürzung beträgt im Lohn- gebiet I in den Lohngruppen I bis III je 2 Pf. und in den Lohn- gruppen IV und V je 1 Pf. Bei der Lohngruppe VIII verringern sich die Stundenlöhne in allen Ortsklassen um 1 Pf. Der Frauen- Zuschlag wird ausgehoben. Die Vereinbarung gilt vom 26. April ab. Wie Erfolge konstruiert werden. .Revolutionäre* Buchungsmethoöe. Am 17. April traten im Gebiet der Saaletalsperre 666 Arbeiter in den Streik, um eine Lohnkürzung von 86 auf 72 Pfennig ab- zuwehren. Die RGO.-Leute forderten darüber hinaus die Zahlung einer Ausgleichszulage von 16 Proz. Die KPD.-Prefse berichtet jetzt über einen„Streikerfolg an der Saaletol sperre* und schreibt dabei: „Hinter dem Rücken der Streikenden verhandelten die SPD.- Gewerkschaftsbürokraten mit den Unternehmern, und es kam ein verbindlicher Schiedsspruch zustande, bei dem der Lohnraub fallen gelassen wurde.* Daraus geht klar und deutlich hervor, daß durch das Eingreifen der Gewerkschaften die Lohnkürzung abgewehrt wurde. Die Wendung„hinter dem Rücken der Streikenden*, soll die Tatsache vertuschen, daß die R G O. t a r i f u n f ä h i g i st und nur die Ge- werkschaften die Interessen ihrer Mitgliedr oertreten können. Das hindert die KPD.-Presse natürlich nicht, den Streikerfolg an der Saaletolfpcrre nur auf den geschlossenen Streik unter Führung der RGO. zurückzuführen. Bolschewistische Theorie. Rationalisierung muß Moskau vorbehalten werden. In einer Polemik gegen eine Schrift von Otto Bauer:„Ratio- nalifierung und Fehlrationalisierung* und einen Artikel von Theodor Leipart über das gleiche Thema kommt Fritz David in der„Roten Fahne* zu der Behauptung: „Die Arbeiterklasse ist nicht nur gegen die„Fehlrationalifierung*, sondern sie ist gegen die kapitalistische Rationalisierung überlzaupt...* Das soll heißen die Anwendung jedes technischen Fortschrittes muß unterbleiben, solange die privatkapitalistische Wirtschastsord- nung nicht beseitigt ist— die man in Sowjetrußland beseitigt glaubt, weshall' man dort unter gefälliger Mitwirkung des ausländischen kapitalistischen Unternehmertums die Rationalisierung mit aller Kraft betreibt und sie als gigantische Erfolge des einzigen„Ar- beiterftaates" ausposaunt. Der Haß macht blind, und wenn er sich wissenschaftlich drapiert, wirkt er lächerlich. Arbeitsgemcinschasl der kindersreuudc, Kreis Kreuzberg, Gruppe Vorwärts, Fahrt der ganzen Gruppe nach Königs- Wusterhausen Sonntag, 26 April. Treffpunkt 71- Uhr Rote Ecke. 66 Pf. mitbringen und Essen. Welker für Berlin: Weiterhin mild, aber veränderlich und vorübergehend etwas Regen. Auffrischende südliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten Fortdmicr des trockenen und heiteren Wetters. In Mitteldeutschland veränderlich, im Westen des Reiches stärker bewölkt mit leichten Reoenfällen. Temperaturen überall wen'z verändert._ Theater der Woche. Vom 26. April bis 4. Mai. Volksbühne. Tlicater am Zlülowplaji: Die El>e. 20. Uli Übt Taiizmatincs: Sreutchcra- Eeargi. Slaaksiheaker. vtKr Unter den gititcn: 2ß. Maraaretbc. 27. und Z. Eine NaÄt in Vencdia. 28. und I. Manon Leseout. 2», Tannliiiulcr lParilcr iZanungl. M. Echwanda der Tndclsaäpfeifcr. 2. Otlicllo. Der fcrnc Nlona. Dm am Plati der Sienublil: 2«., 29. und 2. Dä Ifta ff. 27. Sifpofctto. 28., 30. und 4. Prrieliole. 1. Enifo. 3. Madam: Butlerfln. Städriscki« Oper: 20. und 20. Anaelina. 27 Geschlossene Porslcllunfl. 28. Ton Pasquale. 30. Cam'on und Tallla. 1. Der Freischild. 2. Die Meister- linqer oon Nllrnbcra. 3 Ca-vallcria rusticana. Die Iosevlislcaend«. 4. Ein Maskenball. Staatliche« Schauspielhaus: 20. Die porluaalcfisch« Schlacht. 27. und 20. Der blaue Toll. 28. Wilhelm Tcll. 30. Aaammrmnon 1., 2. und 4. Die Mitschuldiacn. Die Moirone von Evhcsus. 3. Prin, griedrich von Lombur». Schiller- Theater: 28 Die BrZchruna des frcrdns Vistora. 27. und 3. Emilia Galotti. 28. Nora. 20. Bitracr Schippe!. 30. Di« Journalisten. I. und 4. Nathan der Weise. Theater mit festem Spielplan: ZtnrfSrstcndamm. Theater: Alles Schrvindel.— Deutsche, Theater: Der Hauptmann von Kkvenick.— Sammerspiel«: Geschlossen.— Theater in der Etrclcmannstrahc: Gestern und heute.— Srohe» Schauwielhau,: Im meisten Nöss'l.—.stomisch« Oper: Alt-Keidelbera.— Deutsches jiüustlertheatcr: Minna von Barnhelni.— Nenaissaacc-Theater: Selllolicrei.— Leistua.Theatcr: Susarenncder— Metropol-Theatcr: Das Veilchen von Montmartre.— Reue, Theater am Zoo: Voruntersuchnna.— Die Tribüne: Das Märchen von der ssledcrmaus.— kleines Theater: Der stille Eompaanon.— Wallae» Theater lIunae Volksbllhnc): Pariser Kommune.— Rose-Theater: Die Sache, die stch Liebe nennt.— Castno-Theater: Er träumt von Ilse.— Theater im Abmirals- palast: Der lustia? striea.— Winterqarten, Pla,a. Skala: Internationales Variete.— Aeichshallcu-Theater: Stettiner Sänacr.— Theater am Kaitbusser Tor: Elite. Eänaer. Theater mit wechselndem Spielplan: Die Äomödie: Natalie. Ab 1. Dienst am ltund-n.— Komödieahaus: Vis 29. Eine könialiche iZamilie. Ab 30. Konto X.— Theater tu der Klosteestraste: 20. Jüdisches Gastspiel.„A Dank sin Kinder." 37. kleine Sklavin. Ab 28. Schlost Wetterstein 2. Z2)h Uhr. EM. Der Lochstapler. Vachmittagsveranstaltungen: Thcatcr in der Strcsemanustrast«: 3. Stürm im Wasseralas.— Komödien- Haus: 3. Konto X.— Groste» Schauspielhaus: 20., 3 Im meisten Nöss'l.— Komisch« Oper: 20., 8. Mt-Seidelberg.— Rose-Theater: 20., 3. 141- und IT-Ü Uhr. Die Sache, die stch Liebe nennt.— Theater in der Klosterstrast«: 20.. 3. 151-, Uhr. Erbaeist. 17'/. Uhr. Büchse der Pandora.— Wintergarten: 20.. 2.. 3. Internatonales Varut«.— Viola, Skala: Internationales Vörie'«.— Reich»hallen. Theater: 20., 3. Stettiner Sänger.— Theater am ftoUbusser Tor: 20., 3. Elite-Sänaer. Erstaufführungen der wache: Sonata». Städtisch« Oper: Angelina.— Donnerstag. Komödie! Dienst am Kunden.— Sonnabend. Theater de« Westens: Mistinguette» Revue.— Theater in der Klafter st raste: SM. der Lochstapler. Rückschau. „Die Well des Arbeiters", Veranstaltting der Deutschen Welle. Dr. Else Hildebrandt spricht über das Thema:„Die Ar- beiterfrau als Hausfrau und Mutter*. Sie breitet eine Reihe von Frauenschicksalen vor dem Hörern aus, so, wie sie diese aus dem Alltag gefammell Hai. Aus ihnen fornit ssch das typische Bild der Arbeitersrau, die heute etwa im Alter zwischen 35 und 56 steht: belastet mit wirtschaftlichen Sorgen, rastlos tätig im Dienst für dte Familie, oft auch noch in einem Berus, Wo der Mann ihr Kamerad wurde, die Familie eine geistige Gememschaft, trägt sie dieses Leben ohne Murren, findet oft noch Zell für rege Tätigkell in Partei und Gewerkschaft. Langdauernde Arbeits- ioslgkeit des Mannes und der Kinder aber erschüttern je de Familiengemeinschast aufs schwerste. Die Frau wird mit Sorgen und Arbeit überbürdet; die Freudlosigkeit daheim treibt die Menschen auseinander. Zahlreich sind die Männer die, auch wenn sie arbeitslos sind, der Frau kaum Hausarbeit abnehmen, so daß diese nach der Berussarbeit noch den Haushall zu führen hat. Ost ist eine Kinderschar vorhanden, die selbst unter günstigeren Ber- Hältnissen nur schwer und kärglich hätte durchgebracht werden können: denn gerade die Aermsten haben von Geburtenkontrolle sollen etwas gewußt. Die Rednerin betonte: wir haben heute nicht, wie manche Kreise behaupten, ziwiel. wir haben noch immer vielzu wenig soziale Fürsorge. Roch immer zwingt der Staat die Frau, ihr Kind zur Well zu bringen: aber er gibt ihr keine Möglichkeit, es in geordneten, gesunden Verhältnissen großzuziehen. Die Arbeiterfrau aus der jüngeren Generation hat bis- weilen kein ganz so schn»cres Leben. Sie weiß, daß sie ein Kind nur haben darf, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse dazu die Möglich- lest geben. Ihr Mann, falls sie beide aus der Jugendbewegung stammen, ist ihr ganz selbstverständlich auch bei jeder?lrdeit ein guter, hilfsbereiter Kamerad. Mit ihm zusaimnen gehört sie einer geistigen und polllischen Genieinschast an, die ihrem Leben immer Sinn und Ziel gibt. Berlin sandte ein Hörspiel:„Altona IS 66 7*; eine sattrische Rundfunkdichtung von Joachim Mooß und Waldemar M a a ß, wie die Ankündigung mitteilte. Daß die Funtstunde für Sattren kein rechtes Verständnis besitzt, hat sie schon öfter bewiesen. So brauchte man nicht weiter erstaunt zu sein, daß es auch diesmal versagte und sie das Wort für den Begriff nahm. Die Einfälle, die den beiden Berfassern zu dem Thema„Liebe in Eisenbahnabteilen* gekommen waren, hätten für einen heiteren Sketsch von höchstens fünfzehn Minuten ausgereicht. Mit Hilfe langatmiger Rederei wurde aber daraus ein einstündiges Hörspiel, das man mll ersten Kräften besetzte, um es den Hörern genießbar zu machen. Max Bing imihte feine Regicfähigkeiten an dem Wortbrei verschwenden. Des. Sonnabend, 23. ApriL Berlin. 16.05. Unterhaltungsmusik. 18.05 Dr. Kurt Zielenziger: Berlin als Unternehmer. 18.30 Zehn Minuten Film. 18.40 Streichquartett(Uraufführung) von Curt Protze.(M. Strub. 1. Violine; C. Protze, 2. Violine; H. Scholz, Bratsche; H. Rhode, Cello.) 19.10 Aktuelle Abteilung. 19.30 Erzählung der Woche.(Günther Birkenfeld.) 20.00 Jenö Hubay. Dir.: Der Komponist 1 Ouv. zu„Der Qelgcnmacher von Cremona'*. 2. Drittes Konzert für Violine.(Ibolyka Zilzet, Violine.) 3. Arabisches Ballett aus„Die Maske".(Funk-Orchester.) 21.00 Abendberichte. 21.10 Aprilwetter. Ein lustiger Abend.(Texte: Erik Ernst Schwabach. Musik: Alian Gray.) 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königswusterhansen. 16.00 Oberlehrer E. Krüger: Ausnutzung einer mehrtägigen Klassenwandernng. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Viertelstunde für die Gesundheit 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.30 Dr. Arnold Hahn: Zauberei, Magie und Henknnde. 19.00 Ing. R. Gelte!: Rundfunkstörungen und Fernempfang. 19.30 Stationen der Kindheit 20.00 Leipzlfe: Festkonzert 20.30 Leipzig: Kabarett Sonntag, 26. ApriL Berlin. 6.30 Funkgyinnastik. Frülikonzert. 8.00 Für den Landwirt. 8.55. Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.30 Bach-Kant iten. 12.00 Francois Villon.(Uebertragungcn von Paul ZecbJ(Sprecher: PanJ 2c. Gerd Fricke.) 12.30 Großes Schauspielhaus: Wettkampl nm„Dm goldene Saxophon" I Dr. Peter Sachse 14.30 Märchen.(Lotte Hansen.) 15.00 Fritz Rögely; Fünl Klavierstücke.(Der Komponist am riügeU 15-30 Nathan Gnrdus liest eigene Dichtungen. 16.00 Unterhaltungsmusik. 18.00 Hans von Hülsen liest aus eigenen Werken, 18.30 Kolisch-Ouartett 1. Haydn: Lerchennuartett D-Dar. i. Beethoven; Streichquartett A-Moll. op. 132. 19.30 Sportnachrichten. 19.40 Essen: Gerätemeisterschaften der Deutschen Tnrnerschaft. 20.00 Tagcsglossen.(Alfred Kerr.) 20.30 Blasorchester-Konzert. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. KSnigswusterhansea. 7.00 Hamburg: HafenkonzerL 11.00 Aus dem Buch„Meine Schüler" von Leon Kellner.(Käte Graber.) 15.30 Willi Schäferdicck: Oskar Maria Graf. 15.55 Amsterdam: Fußball-Länderkampf. 18.00 Dr. Dibelius: Die Entseelung unserer Kultur nnd deren Ueberwindung. 19.00 Pfarrer Gerhard Jacobi; Der Großstadtpfarrer. 19.30 Dr. Hans Hartmann: Mensch sein, heißt Kämpfer sein. 20.00 Köln:„Der Bettclstudent". Btrantmoril für die Redakünn: Serbeii itpt-tt. Verlin: An, eigen: Th.»locke Verlin. V-rlng: Vorwärts Verlag G. m. h. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Vu» drückerei und Berlagsaniialt Paul Singer 6t Co Berlin SW 68. Littdenkraste 3 Kierzu t Beilage. VolHsbtUine Tbtaltf an BOlowDlatz. 8 Uhr Die Ehe )taall.Sdiiller-Tb. 8 Uhr Die BeKehrimg de* Ferdvs Pistora QeotstHei meater 8 Uhr e Der HanptmaDD von ROpenlik - Carl Zuckmayei Regie; Heim Hilpert Die Komödie SW Uhr Natalie v Iwan Turgenjew ligia: Iwan Schmith Nomiscna Oper 8'* Uhr Alt-Heidelberg iRl« En glfedi, iestemeiii H.J.IMi, Peakert Theater Im AdmiralsDalast Taglich SV, Uhr Der lustige Krieg Oehmann, Ahlers, Trautenhayn a G. Samowsky-SQhnm Thealer in det Stresemannsir. Täglich SV, fiesiern u. Beule Schauspiel von Christa Winsloe Kemödlanhau, Täglich SV, Uhr Eins Königliche Familie Neues Theater mmmm am ZOO (iß Ml Zoo. Sfpl. 6551 Täglich 8V» Uhr Ueber 125 Mal von Max Alsberg u Otto Emst Hesse larbarossa 9256 Tägl 5 u. SVh Uht Km. SQPf.-3IL,JU).'-6H. Juan üossas mil t. nntlrtt. Onkcter cstAnselmi Drena Besch und weitere Attraktionen plAZa Weiduii L 1. 4031 Täglich 5 und 8" Sonn'ags 2,818" Nm. 509f.-tl.at-2l. Senln Blazeroll Gesang- u. Tanzrevue fiarfcara la Mnv USW. rpugung* Restaurant Berlins BETRIEB 3 KEMPIHSKIS Berliner UlkTriO N« II k• i I■. W Lahnstz. 7U7U Theater l Westens Täglich 8V, Uhr Gashpifl! Msm-Rzti« Lictiter Berlins «ni Ravn Hardt eil Hetoi- Rjyikii. iratir pm Letiiins von Rudcii Kilsm. Lusispiemaus Täglich sv, Uhr Oer Lügner u. die nenne von Kurt Götz metropoi-Ttieater Täglich»v. Uht Das Veildien v Montmartre Operette v. Kaiman mit«>»8 filpar. Kleines Tiieat. Täglich 8V, Uht Erika GläBner in: Oer stflle Kompagnon Lustspiel ton Leo Lern «•'.ubx CASINO-THEATE» Lothringer»trabe 47 iiiiuiMiiuiMiiiiiiiiiiiiiiuituiiiuunuiiiiiiiiieiiuuiiiiHunnnuMi Nur noch wenige Anffübrnngen! „Er träumt wen Jise" und doa bunte April Prooramm Billlgl SommerpreUe: Billig! 60 Pf, 75 Pf. I.— Mic, ILO Mk. Winten • Garten• looti. 2819. taudien ertiobt Davelma-Balleti, Grell. Vernon, 2BanveUs. RIoSiate uarlmDa Dana um. ■ SonoaluDit und! � 4 und 8" Uhr. / jSellage Sonnabend, 25. April 1931 Sm'KmiÄ Shnjgiaanße Ja tbufä/ä Ein Jahr sozialdemokratische Arbeit Der Jahresbericht des Bezirksverbandes Berlin Dem heute und morgen im Plenarsitzungssaal des Preuhischen Staatsrotes tagenden Parteitag des Pezirtsverbandes Berlin der Sozialdemokratischen Partei und der Mitgliedschaft legt der Vor- stand und das Sekretariat in einer umfangreichen Broschüre von 223 Seiten den gedruckten Jahresbericht vor. „Ein Krifenfahr allererster Ordnung war das Geschäftsjahr 1930. Die Wirtschaftskrise griff von Monat zu Monat immer stärker um sich und zu Hunderttoüsenden wurden Berliner Proletarier von dem Gespenst der Erwerbslosigkeit verfolgt und erfaßt." So sagt der Vorsitzende Franz Künstler in seinen einleitenden Worten im Bericht und er charakterisiert damit zugleich die Umstände, unter denen die Parteiarbeit im vergangenen Jahre in Berlin geleistet werden muhte. Neber IV Prozent der Eesamtbevölterung Berlins sind erwerbslos— trotzdem nahm die Partei dank der aufopfernden Tätigkeit der angestellten und ehrenamtlichen Funktionäre um fast 700V Mitglieder zu. Während am Wschluß des ersten Quartals 1930 nach der Angabe der Abteilungen 70 390 Mitglieder vorhanden waren, stieg diese Zahl mit Abschluß des Geschäftsjahres, also am 31. Dezember, auf 7fi 886. Nach den umgesetzten Beitragsmarken errechnet, ergibt sich eine Gesamtmitglisdschaft von �31 349, das bedeutet gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 12796 Mitglieder. Das ist der Aufftieg einer Partei, die von ihren Gegnern von rechts und von links während der Reichstagswahlen, während der Betnebsrätewahlen und im täglichen politischen Kampf emige Dutzend Male totgesagt wurde. Ständig und überraschend gleichmäßig war der Aufstieg der Berliner Sozialdemokratie-, seit 1924, als nach der Inflation das erstemal wieder positive Mitglieder- zahlen errechnet werden konnten, hat sich der Bestand mehr als verdreifacht. Wenn trotzdem der Jahresbericht feststellt, daß die Organisation noch nicht in dem richtigen Verhältnis zur Ein- wohnerzahl und zu den bei den Wahlen abgegebenen Stimmen steht, so wird damit gleichzeitig die Notwendigkeit einer fort- gesetzten Agitation betont. In einem großen Abschnitt wird die Arbeit der Sozialdcmo- krotie im Reichstag, im Preußischen Landtag und in der Berliner Stadtverordnetenversammlung besprochen. Alle hochpolitischen Porgänze passieren noch einmal Revue vor dem Leser, alles Ge- icheben und aller Kampf, der in den Parlamenten von unseren Fraktionen durchgefochten werden mußte, ist kbr und erschöpfend dargestellt. Schließlich kam die Reichstagswahl am 14. September und damit die Unsumme von Azitationsaibeit, die geleistet wurde. In einer Auslage von 3 Millionen Exemplaren wurden Flugblätter mit dem Titel„Berliner Bolksblatt" verteilt. 230 000 Betriebszeitungen kamen auf die Arbeitsstellen des Berliner Proletariats. Dann wetter Zehntausende von Flugblättern an die Kriegsopfer, die Arbeitsinvaliden, die Laubenkolonisten, die Angestellten, die Leaniten, an die Kleingewerbetreibenden und an Hausangestellte. 120 000 Plakate in allen Großen wurden öffentlich angeschlagen! Schleppzettel, Handzettel, Einladungspostkarten, schmale Plakat- streifen, das waren die sichtbaren Waffen, mit denen die Gegner während der Wahlagitation bearbeitet wurden. In unzähligen Versammlungen sprachen die sozialdemokratischen Redner zu den Wählern und Wählerinnen, zwölf große bemalle Möbelwagen durchfuhren die Stadt, Lautsprechcrautos verkündeten auf den Plätzen, vor Betrieben, vor Kaufhäusern und auf den Wochen- Märkten unsere Grundsätze und unsere Absichten. Trotzdem konnte sich die Berliner Partei gegenüber der Reichstagswahl vom Mai 1928 nicht voll durchsetzen. Während damals 816 196 Stimmen für die Sozialdemokratie abgegeben wurden, brachte es die Partei am 14. September 1930 nur auf 737 821 Stinpnen. Der ungeheure Ansturm, dem die Sozialdemokratie von allen poli- tischen Parteien ausgesetzt war und in dem sie allein gegen eine unerhörte Uebermacht stand, kostete ihr 78373 Stimmen. Daß die Ausforderung im Jahresbericht, diese Scharte wieder auszuwetzen, befolgt werden wird, dafür zeugt das außerordentlich rege Leben in der Partei nach der Reichstagswahl. Die Mitglieder haben sich durchaus nicht mißmutig beiseite gestellt, sie sind vielmehr an die Arbeit gegangen, um neue Mitglieder und damit neue Kämpfer für die Partei zu werben. Mit welchem Erfolg, haben wir eingangs gezeigt. Wo immer die Gelogeicheit sich bot, ist die Partei mit Kund- gedungen in Sälen und mit Demonstrationen unter freiem Himmel in die Erscheinung getreten. Zur Erinnerung an den Tag, wo vor zehn Jahren die Kapp-Rebellen der jungen Republik den Garaus machen wollten, fand am 16. März in allen Sälen der Neuen Welt und bei Kliems ln der Hasenheide eine Kundgebung„Für die soziale Republik, für Völkerfrieden und Sozialismus" statt, auf der der damalige Reichsinnemninister S e v e r i n g und Parteivorsitzender Wels sprachen. Der 1. Mai führte die werktätigen Massen wieder in den Lustgarten. Die Mitglieder der freien Gewerkschaften besuchten erst die Ver- sammlungen ihrer Organisationen, um dann, meist in geschlossenen Zügen, an der Kundgebung im Lustgarten teilzune-hmen. Den Kommunisten war trotz vieler Befürchtungen ebenfalls eine Demon- ftration im Lustgarten genehmigt worden, allerdings zu früherer Stunde. Die Störungsoersuche zunickblcibendcr Kommunisteichaufen prallten aber an der mustergültigen Disziplin unserer Partei- und Gewerkschaftsgenosien ab, so daß die gewattige Kund- oebung der Sozialdemokratie in voller Ruhe und mtt großem Erfolg beendet werden tonnte. Die Red« des Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Graßmann, wurde auf dem Niefenplotz mit Lautsprechern übertragen. Bereits an, 12. Mai wieder verfon-mellen sich ün großen-oaal der Neuen Welt die Tellmer Sozialdemokraten, um für die„Forderungen und Ziele des Sozi ali snuis" zu damonstrieren. Eine Anzahl Führer der SoKlalljtrfchs» Jnteruationale sprachen dabei, so L a n de rv e lde- Belgien, Modigliani- Italien, Bauer- Wien, Erompton- England, L n n g u e t- Frankreich, A l b a r d a- Holland, Möller- Schweden, S o u ku p- Tschechoslowakei, Abramowitsch- Ruß- land, Grimm- Schweiz und die Genossin Adelheid Popp aus Wien. Für die deutsche Sozialdemokratie sprachen die Vor- sitzenden Wels und C r i s p i e n. Es ist für die Berliner Sozial- demokratie Tradttion geworden, alljährlich am 1. August, dem Tage der Mobilmachung von 1914 große Kundgebungen für den Völlerfrieden, die Völkerverständigung, gegen Kriegsgefahr und Kriegshetzer zu veranstatten. Die vorjährige Kundgebung bekam dadurch noch eine besondere politisch« Bedeutung, daß zwei Wochen vorher der Reichstag ausgelöst worden war. Vor einer großen Zuhörerschaft sprachen die Genosien Künstler und C r i s p i e n. sowie englische und polnische Genossen. „Gegen Kulturreaktion und Kriegsgefahr" wandte sich eine Demonstration, die am 21. Dezember im Humboldt- Hain stattfand. Insbesondere hatte das Verbot des Films„I m Westen nichts Neues" den Anlaß dazu gegeben. Von sieben Rednertribünen sprachen sozialdemokratische Neichstagsabgeordnete zu den Massen. Zu den großen Veranstaltungen der Partei darf man auch die Funktionärkonferenzen rechnen, die regelmäßig nach Vorgängen politischer Art abgehalten werden. So sprach in der einen Konferenz der Parteworsitzende Wels über das Thema ..Die Sozialdemokratie und die Auflösung des Reichstags", während sich eine andere mit dem Ergebnis der Reichstagswahlen befaßte. Dann kommen in dem Bericht des Bezirksvorstandes die langen Kapitel, in denen die einzelnen Sekretariate Rechenschaft über ihre Arbeit und ihre Erfolge ablegen. In der Betriebsazitation wird der Kampf um die Partei und um die freien Gewerkschallen jetzt erleichtert durch die Parole der Kommunisten: Heraus aus den Gewerkschaiten! Die Kommunisten haben eingesehen, daß es unmöglich ist, die freien Gewerkschaften von innen heraus zu erobern, so daß sie ihre Arbeit zum großen Teil einstellten und zur Gründung eigener„Gewerkschaften" übergingen. Wo in den Bettieben die Zahl der Unorganisierten sehr groß ist. da hat die „Revolutionäre Gewcrkschastsorganisation" noch einige Erfolge zu verzeichnen. Wenn so ein mit Hilfe der„klassenbewußten Unorgani- sierten" gewählter Betriebsrot seine revolutionären Phrasen in die Tat umsetzen soll, dann reicht es höchstens zu einem Sympathiestreik über die Mittagspause, sagt der Bericht. Soweit ernstere Dinge in Frage kommen, hat alles Geschrei der Kommunisten darüber, daß sie die Führung in der Arbeiterschaft hätten, nicht verhindern können, daß tatsächlich die freien Gewerkschaften die unbeschränkten Führer sind. Daran wird auch die Zukunft nichts ändern. In der Partei- genössifchen Beamtenbewegung hat sich die Arbeit der Partei recht gut bemerkbar gemacht, obwohl der Gehaltsabbau und die Kündigungen oft die Agitation stark hinderten. Der Kampf geht immer noch gegen das reaktionäre alte Beamtentum, das alle Hebel gegen die republikanische und parteigenössische Beamtenschaft in Bewegung setzt. Reu hinzugekommen ist im Berichtsjahre ein Werbeausschuß der Iustizbeamten und- ange stell- :e n, der über Erwarten große Erfolge hatte. Das Frauensekretariat berichtet über eine Zunahme von 2342 Mitgliedern, der Anteil der Frauen an der Gesamt- Mitgliedschaft hat sich aus 24,8 Pro;, gehoben. Das Sekretariat kann mitteilen, daß im Vergleich zu Hamburg und Magdeburg, die noch im Vorjahre mehr Frauenmttgliedcr hatten als Verlin, die Reichshauptstadt jetzt diese Bezirke überflllgett hat: Mit 19 062 weiblichen Parteimitgliedern steht Berlin an der Spitze der Bezirke. In einer umfangreichen Statistik hat das Sekretariat von seinen 428 politischen Funktionären alles Erdenkliche fest- gestellt. Dabei ergab sich beispielsweise, daß 133 Funktionärinnen über 10 Jahre bis zu 20 Jahre in der Partei organisiert sind, 62 konnten sogar eine Mitgliedschaft von über 20 Iahren nachweisen. Das beweist/ daß die Mehrzahl der Funktionärinnen langjährige, erfahrene Parteigenossinnen sind, die zum großen Teil schon für die Gleichberechtigung der Frauen gekämpft haben, als es den Frauen noch nicht erlaubt war, sich politisch zu betätigen. Die erfolgreiche Werbearbeit unter den Frauen stützt sich auf eine große Aufklärungs- und Schulungsarbeit, die in den F r a u e n a b e n de n geleistet wurde. Im Berichtsjahre haben in den Abteilungen 933 Frauen- abende stattgefunden, die sich mit den vorschisdensten Themen be- schäftigen. An Wcrbeveranstalttingen fanden 72, davon die Mehr- zahl mit Film- und Lichtbikdcrvorsührungen, statt, ferner 12 groß- Wählerinnenkundgebiintzem Eine große Anzahl von Führun- gen, unter anderem durch das Museum für Fraucnkunde in Charlottenburg, durch die Konsumgenossenschaft, den Reichstag, das Frcucngefängms in der Barnimstraße, durch Kindergärten, Mütter- und Säuglingsheime, vermittelten den weiblichen Parteimitgliedern Einblick in die sozialpolitischen Einrichtungen Berlins. Der Höhe- punkt in der Arbeit der parteigenössischen Frauen bildet in ledem Jahre der B e z i r k s f r a u e n t a g, der am 18. März stattfand, von 433 Delegiertinnen besucht war und neben den üblichen Berichten ein Referat der Genossin Bohm-Schuch über die politischen Aufgaben der Frau hörte. Der Bezirksausschuß für sozialistische B i l d u n g s- arbeit berichtet, daß er im abgelaufenen Jahre mit Befriedigung auf das Ergebnis seiner Arbett zurückblicken kann. Der Aufgaben- kreis wurde immer größer, so daß es notwendig war, alle Mitglieder des Ausschusse- mit größter Hingab« an der Arbett zu beteiligen, um die gestellten Aufgaben erfüllen zu können. Der Erfolg der Bildungsarbeit ist natürlich in erster Linie eine Per- sonenfrage und es hat sich gezeigt, daß dort, wo tüchtige, arbeitssreudige Genossen am Werke waren, auch gute Ergebnssie zu verzelchnen sind. Die Arbeiterbildungsschule hiett 64 Kurse ab, d. h. noch mal so viel als im Jahre 1929. An den Kursen nahmen 1492 Hörer und Hörerinnen teil, die sich aus allen Bermsschichten zusammensetzten. Drei Ferienkurse jährten die Schüler und Schülerinnen in Heime in der Umgebung Berlins, wo sie, losgelöst von dem Alltag des Leben?, ihrer Bildungsarbett nach- gehen konnten. Dem Ausschuß ist es ferner möglich gewesen, eine, wenn auch nicht befriedigende Anzahl Männer und Frauen an den Rundfunk zu bringen, die dort für unsere Ideen werben konnten. Geklagt wird vom Bildungssekretariat darüber, daß die Kirche an 32 Sonntagen Morgenfeiern im Rund- funk veranstalten konnte, wogegen es dem Bezirks» ausschuß nur möglich war, vier Feiern abzuhalten. In den vielen großen Parteikundgebungen hat das Bildungs- sekretariot bei der künstlerischen Ausgestaltung entscheidend milge- wirkt. Es besorgte die Dekorationen der Versammlungsräume, stellte die künstlerischen Programme zusammen und besorgte die Mit- wirkenden. Auf über 10 Seiten berichtet der Bezirksausschuß für Ar- beiterwohlfahrt über seine Tätigkeit. Die Stärkung der sozialen Fürsorge ist auch im vergangenen Jahre sein Bestreben gewesen und er hat manchen Kamps darum führen müssen. So gelang es, eine Bewegung abzuwehren, die, von konsossionellcn W ohlsah rtsvereinen ausgehend, versuchte, die Soziale G e- richte Hilfe von der Zentralstelle des Landeswohkfahrtsamtes auf die freie Wohlfahrtspflege hin zu verschieben. Als es darum ging, die Berliner Winterhilfe zu organisieren, war es die Arbeiterwohlfahrt, die sich mit den Vertretern der Kommunal- behörden dafür einsetzte, daß die Träger der Winterhilfe die städti- schen Wohlfahrtsämter wurden. In einer Unzahl von Sprech- stunden wurden Hilfsbedürftige beraten und unterstützt: m der Arbett für das August-Bebel-Kinderheim, den Kinderhort in der Donzigsr Straße, fiir die Gefangenenfllrsorge, für die Soziale Gerichtshilfe, fanden die Genossinnen und Genossen eine umfang- reiche Beschästigung. Der Weiterbildung dienten eine große Anzahl von Kursen, in denen alle Gebiete der Wohlfahrtspflege behandelt wurden. Die Sozialistische Arbeiterjugend hat ihren Vormarsch auch im Berichtsjahre fortsetzen können. Der Erfolg der unermüdlichen Arbeit zahlloser jugcndlichcr Helfer und Funktionäre ist es zu danken, daß sieben Abteilungen neu gegründet und 380 Mitglieder neu aufgenommen werden kann- ten. Die Zahl der Abteilungsveranstaltungen stieg um 2000 aus 12 324, die der Besucher um einige Zehntausend aus 271 426, worunter 94 140 weibliche Mitglieder der Arbeiterjugend waren. Der„Soziale Ausschuß" hat die Aufgabe, alle Fragen des Iugendschutzcs und des Jugendrechts und das gesamte Gebiet der sozialen Fürsorge für die Jugend zu verfolgen und für die Arbeit in der SAJ. auszuwerten. Ein« weitere, sehr wichtige Ausgabe lag in der Sorge um die erwerbslosen Mitglieder. Die Bemühungen des Jugendsekretariats gingen dabei vor allem darauf aus, die van der Stadt auf unsere Anregung hin getroffenen Maß- nahmen zu erhalten. Es muß allerdings.sestgestellt werden, daß der Erfolg der Arbett aus sozialpolitischem Gebiet nicht voll be- friedigen kann. Schulungskurse, Feste, Feiern und Kundgebungen, Wandern, Spiel und Sport hietten die jugendlichen Parteimitglieder zusammen. Der Hauplstützpunkt für die Schülerzemeinschaften der Sozialistischen Arbeiterjugend sind die von Söhnen und Töchtern der Arbettevschaft stark besuchten Aufbauschulen. In der Arbettsgemeinschaft der Kinderfrcuude waren im vergangenen Jahre 188 Gruppen mit 3792 Kindern ver» tteten. Die Zahl der Gruppen ist um 38 gestiegen, die Zahl der erfaßten Mitglieder um über 300. Die Kindersreunde teilen sich in die R e st f a l k e n g r u p p ä n, die die Kleinen von 6 bis 10 Jahren betreuen, in die Jungs alteng ruppen, in denen die Kinder bis zum 12. Lebensjahre verbleiben, und in die R o t e- F a l k e n- Gruppen, die das Lebensalter bis zu 14 Jahren umfassen. Die umfangreiche Kleinarbeit wurde van 430 Helfern geleistet. 11000 Heimabende, 513 Halbtagsveranstaltungen, 743 eimägige und 114 Mehrtagswanderungen wurden durchgeführt. Zu den Werbe-, Film- und Kasperleoorsllhrungen fanden sich nicht weniger als 23 000 Teilnehmer ein. In der E l te r n o r g a n i- sation waren 3075 Eltern organisiert, das sind über 700 mehr als im Vorjahre. Die Roten und die Jungjalken hielten auch im vergangenen Jahre wieder eist Z e l t l a g e r ab. diesmal im Kanton Bern in der Schweiz, am Thuncr See Das Lager war von l700 Teilnehmern beoöllert, die gestärkt an Leib und Seele wieder in die deutsche Heimat zurückkehrten. Die Nestfalken waren in der Lüneburger Heide zusammengefaßt. Als dort bei einer Gedenk- seier für die Opfer der Bergwertskatastrophe in Neurode der erste Vers der Internationale gesungen wurde, nahm die Reichswehr, die den Platz für das Lager zur Lersügling gestellt hatte, daran Anstoß und verlangte den Llbbruch des Lagers, der auch durchgefühn wer- den mußte. Zwei große Kindervorstellungen in der Volks- bühne und eine Anzahl Kinderfeste fanden regen Zuipruch. Die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen, die Elternbeiräte und die Schulbewcgung, die Arbeitersportler die Mieter uird die Genossenschafts- bewegung wurden durch besondere Ausschüsse betreut, die in einer großen Anzahl von Zusamnienkünften und Veranstaltungen jeglicher Art die Spezialsragen dieser Unterorganisationen behandelten. Dabei zeigte es sich, daß auch auf diesen Gebieten sozialdemokratischer Parteiarbeit ein lückenloser Fortschritt zu verzeichnen ist. lieber die Abonnentenwerbung berichtet die P r e s s e k o ni- Mission des„Vorwärts", daß sich die Werbung durch Lieferung von Probenummern mit nachfolgender Abfrage am besten bewährt hat. Tausende von Abonnenten konnten so neu- oder zurückgewonnen werden. Dabei wurden über 400 000 Freiexemplare des„Vorwärts" verteilt. In größerem Umfange als bisher bediente steh der„Vorwärts" der Kinoreklame und der Werbung durch Säulenanfchläge. Eine neuartige Reklame ist der Verkauf der Zeitung durch Automaten aus 68 Bahnhöfen der Hoch- und Unter- grundbahn. 9 Wie in allen Zweigen der modernen Arbeiterbewegung, so geht es noch dem Bericht des Bezirksverbandes Berlin auch in der Partei unaufhaltsam oorwärts. Der Bezirksparteitag wird die Arbeit der Parteigenossenschast kritisch würdigen: er wird das Jahr 1930, das ein Krisen und Kamvfjahr erster Ordnung war, abschließen und für das neue Geschäftsjahr der Wegweiser sein. M. J. €€ Sport mit„Vierzig Wenn sich das Bäudilein rundet, ist es Zeit zu Leibesübungen! Man braucht wohl keine komplizierte Statistik, um festzustellen, daß die Zahl oer älteren Männer unter den in die Sportbewegung neu Eintretenden sehr klein ist Wer bis spätestens um Mitte der zwanziger Jahre nicht den Weg zum Sport gefunden hat, bleibt der planmäßigen Betätigung in den Körperübungen endgültig fern. Das ist um so bedenklicher, als gerade um den Begmn des fünften Jahr- zehnts herum beim Manne Veränderungen eintreten, die eine be- mußt betrieben« Körperbetätigung mit dem Ziel der leichten Leistungssteigerung besonders notwendig machen. Namentlich für den Arbeiter ist das wesentlich: denn ebenso wie die Proletarierfrau altert auch der männliche Proletarier früher als die Angehörigen der Bevölkerungsklasfen, denen alle Erleichterungen einer Körper» kultur zur Verfügung stehen. Man kann ohne Uebertreibung sagen, baß ein vernünftig ausgeübter Sport in solchen Fällen ein hell- mittel darstellt, das durch kein Medikament und keine Badekur übertroffen werden kann Die Betätigung des Gesamtorganismus fft der springende Punkt an der Sache, denn jede«inseitige Ermüdung ist um so schäd- licher, je mehr sie lokalisiert ist. Allerdings hat sich der Körper wahr- scheinlich schon Jahrzehnte an die berusliche einseitige Ueberau- strengung gewöhnt, sie kommt nicht mehr zum Bewußtsein: damit ist jedoch durchaus nicht etwa gesagt, daß nun ein wirkliches physiolo- gisches Gleichgewicht erreicht ist. Wir haben es nur mit einem sozu- sagen statistischen Gleichgewicht zu tun, das in dem Augenblick zum Kippen kommt, wo auf einer Seit« auch nur die kleinste Mehr- beloftung auftritt. Was wir von einem gesunden Körper oerlangen können und oerlangen müssen, ist eine Art dynamischen Gleich- gewichts mit automatischer Regulationsfähigkeit bei Störungssällen. Und damit hapert es gerade im vorgerückteren Lebensalter. Im Laufe der Jahrzehnte sammeln sich im menschlichen Körper Schlacken an. die bei Ueberschreiwng einer bestimmten Erträglichkeitsgrenze zu einer Art chronischer Vergiftung führen. Es ist so ähnlich wie bei den gewerblichen Giften. Di« pro Tag von dem betreffenden Arbeiter aufgenommene Giftmenge ist an sich unschädlich und kann unter Umständen restlos wieder ausgeschieden werden. Aber hin und wieder kommt doch ein Tag geschwächter Ausscheidungsfähigkeit, ein kleiner Rest bleibt zurück. Dieser kleine Rest wiederum schädigt unter sonst normalen Umständen den bisher intakten Regulations- Mechanismus, und so werfen sich minimale Giftwirkung und Aus- scheidungsstörung gegenseitig so lang« den Ball zu, bis die gewisse Grenze erreicht ist, an der die Reaktion des Gesamttörpers im Sinne einer Krankheit einsetzt. So häufen sich Stoffwechselschlacken an, besonders die Harnsäure, die bei gichtischen und rheumatischen Erkrankungen eine große Rolle spielt. Man spricht auch von seelischen Giften, ober über ihre Entstehung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: wahrscheinlich handelt es sich hier eher um chemische Gleichgewichtsstörungen des innersekre- torifchen Drüsensystems auf dem Umweg über die Nervenversorgung. Allein diese Tatsache wäre schon hinreichend der Aufmerksamkeit wert, denn gerade um die Wende zwischen dem vierten und fünften Jahrzehnt befindet sich auch das innersekretorische System, zu dem unter anderem bestimmt« Bestandteile der Geschlechtsdrüsen gehören, im Beginn einer Krise. Aeußerlich wird das alles dadurch erkenn» bar, daß mit dem Ends der dreißiger und Anfang der vierziger Jahr« der Mann Anfälligkeiten für Gssundheitsschädigungen z«igt, die früher an ihm abglitten, daß sich eine gewiss« Ruhe und Gesetztheit bemerkbar macht, die nichts anderes ist als das unbewußte Bestreben des Körpers, feine Organ« zu schonen. Da diese Schonung aber mit einer Herabsetzung der Lebensintensität im allgemeinen, nicht bloß des Stoffwechsels,«inhergeht,, so wird dadurch nur ein scheinbarer Erfolg erzielt, der in dem Augenblick aufstiegt, wo die äußeren Um» stände die Schonung nicht gestatten. Dabei ist es leicht, aus diesem fehlerhaften Kreislauf herauszukommen, indem man einfach das Uhrwerk wieder in einen gleichmäßigen Schwung oersetzt und die einseitigen Hemmungen befestigt. Zu diesen einseitigen Hemmungen gehören auch Ernährungssünden, insbesondere der Mißbrauch von Alkohol und Nikotin. Selbst wenn man nicht auf dem Standpunkt steht, daß diese beiden Anregungsmittel unter allen Umständen ver- werflich seien, so muß man doch sofort den Mißbrauch zugeben, wo der Genuß aus stumpfsinniger Gewohnhest ohne besonderen Anreiz fortgesetzt wird, hier hat der Spott übrigens insofern besondere Verdienste, als der hang zum Rauchen wie zum Alkoholgenuß auto» matisch eingeschränkt oder aufgehoben wird, sobald im Freien plan- mäßig Spottübungen stattfinden. Und wenn wirklich ein kleiner Rückfall kommt, so ist er verhältnismäßig unschädlich, weil durch intensiven Sportbetrieb die Ausscheidungsfähigkeit des Körpers ver- stärkt worden ist. Es gibt also genug Gründe dafür, den vierzigjährigen, der bisher keinen Sport gelrieben hat, zur Ärperübnng zu veranlassen. Der oft vorgebrachte Einwand, die Jahre gestatteten die Anstrengung nicht mehr, man bekäme Herzklopfen und Blutandrang nach dem Kopf, angeblich infolge von Gefäßverkalkung, muß in den meisten Fällen zurückgewiesen werden. Die ernsten Fäll« von Attci iosklerose sind verhällnismäßig selten: was von Laien in diesem Alter vielfach so ausgedeutet wird, sind einfache nervöse Erscheinungen, wie sie vor den sogenannten Wechseljahren häufig vorkommen, ohne daß sie lebenswichtige Bedeutung haben. Auch die früh einsetzende Atemnot bei körperlichen Anstrengungen ist harmloser Natur, einfach die Folge der Entwöhnung des Herzens von gewissen Anstrengungen, eine Folge der bereits erwähnten Schonungstendenz des Körpers. Natür» lich muß der Vierzigjährige, wenn er sich entschließt, Leibesübungen zu treiben, den Arzt zu Rate ziehen. Wenn dos herz gesund ist und der Blutdruck dem Alter entspricht, so gibt es keine Ausred« mehr. Est» kleines Bäuchlein ist kein hinderungsgnwd. Nur wird man in der Auswahl der Hebungen— und das ist nxeder Sache der sportärzllichen Beratung— sich der Einzelfall anpassen müssen. Zu oer meiden sind auf jeden Fall Hebungen, die mit star- ken Verschiebungen der Blutmasse und starker Blutdruckschwankung verbunden sind. Leichtathletik, Ballspiele, Paddeln und Rudern sollten bevorzugt werden, viel Aufenthalt im kalten Wasser ist abzu» lehnen. Eine besonders intensive Leistungssteigerung soll man in diesem Wer als Nebensache betrachten, das wichtigst« ist die Be- tonung des spielerischen Moments in der Hebung, die gerade für dieses Wer mit seiner Neigung zu Gemütsdeprcssionen besondere heiltraft zeigt. Durch die intensiver« herzarbeit und die dadurch bedingte bessere Durchspülung des Körpers wird das Gemütsleben gleichfalls beeinflußt, denn wir wissen lang«, daß schon geringste Störung der herzarbeit beispielsweise durch Luftdruckschwankungen bei nervösen Leuten das Seelenleben stark beeindruckt". So sprechen also alle Gründe dafür, daß der Mensch gerade in dem Alter, wo er sich vielfach vom aktiven Spott zurückzuziehen pflegt, erst recht Sport treiben soll. Wenn man in den Iahren der größeren Lebhaftigkest den Sport nützlich nennt, so muß man ihn vom Ende des vierten Jahrzehnts ab als notwendig bezeichnen. Di« Arbeiters portvereine unterhalten Mteilungen für älter« Mitglieder beider Geschlechter, wo jeder ungeniett sein« Körper» Übungen betreiben kann. C. B. Sport am Sonntag Ar beiter sportliches und anderes Die Abteilung Süden der Freien Xurnerschast Groß-Berlln wirbt mst folgenden Versen für ihren handballtag am morgigen Sonntag, 1ü Hhr: Alle, die es noch nicht wissen sollten, Oder lange schlafen oder wo anders hingehen woNern Am Sonntag kommt nur Hrbanplatz in Frage, Da hat„Süden"«inen seiner beliebten Werbe-Spieltage!' Gegen Frankfurt und Forst wird da aufmarschiert. (Abends ist'ne Nachfeier bei„Raabes" arrangiert.) Und jeder, der von Handball'ne ganze Masse Versteht, weiß doch:„Süden" ist Klasse! Wenn Handballer ballern, Faust- und Trommelbälle stiegen, Zwei alte Herrenmannschaften sich mit dem Kopfball bekriegen, Dann bringt das einem jeden Genuß und Vergnügen. Hnd Hrahne, Großmutter. Mutter und Kind, Und Hrahner, Großvater, Vater, die sind Begeistett, kommen hin und schreib! In den Verein, da treten wir ein! Ob in Latschen oder Zylinder, Ob in Lackschuh oder Turban, Slüe Großen, all« Kinder, Alle geh'n zum Platz am Hrban! Letzte hallcnsporlsesle. Der A S V.-N e u k ö l l n ladet zu einem Fest in die Turnhalle am Hertzbergplatz«in, während der Bezirk Tempelhof der Freien Turnerschaft Groß-Berlin in der Turn- Halle am Alarichplatz sein 2. öffentliches Turnen abhält. Es beginnt um 15 Hhr. Filmvorstellung bei„Soli". Als Abschluß des Werbemonats veranstaltet die Ortsgruppe Berlin des Arbesterrad- und Kraftfahrer- bundes„Solidarität" am Sonntag 11 Hhr eine F i l m- matinee in den Comeniuslichtspielen, Memeier Str. 67. Gezeigt wird der Film„Die größte Radsportschau der Welt" und zwei kleinere Filme. Eintrittspreis 50 Ps. All- Freund« und Gönner des Arbellerradfports sind hierzu freundlichst eingeladen. „Eollegias" Ilmzug. Nachoem die hauptarbest am neuen Boots- Haus in Gatow erledigt ist, kann der V-rein am Sonntag sein An- rudern und damit den Umzug seines Bootsparks in die neue Hnter- fünft vornehmen. Damit wird der geregelte Hebungsbetrieb wieder | aufgenommen. Abends ist eine kleine Feier im Lokal„Zur Linde" bei Krause in Gatow vorgesehen.' Anmeldungen von neuen Mit- gliedern Freitags in der Sitzung in Charlottenburg, Wielandftr. 4, bei Thunak. Auskunft erteilt Szumann, Tel. Neukölln 7166. Reichsbanner- Anrudern. Am Sonntag oeranstallet der Zug Havel der RWA. fein Anfahren nach Lindwerder. Dott trifft er mittags mit der„Haoel-Aktionsgruppe Potsdam" und anderen Ver- einen des Arbest«r-Turn- und Sportbundes zusammen. Alle Wasser- spart treibenden Republikaner sind eingeladen. Arbeiter-Ivasserballserie. Im Lunabad gibt es auch in dieser Woche wieder interessante Wasserballspiele, heute. Sonnabend, IW* Uhr, stehen sich Hellas I und Neukölln und am Sonntag, 20 Uhr, Weißense« und Möwe im Kampf um die Punkt« gegen- über, hello» I und Weihensee werden kaum Mühe haben, ihr« in der Form unbeständigen Gegner zu besiegen. Der Arbeilerschühenbund Hütt morgen«in Kleinkaliber- und Bogenschießen in Friedrichsfelde auf dem Reichsbannersportplatz, Hpstallweg, um 9 Hhr ab. Ferner Ausscheidungskämpfe: Montag, 27. April, Wedding gegen Lichterfeld«, händelplatz 1, bei Rosenthal 20 Uhr und Pankow gegen Schöneberg, Barbarossastr. 7, bei Iür- gens, 20 Uhr. Am Donnerstag, 30. April. Charlottenburg gegen Britz, Bürgerftr. 48/49. 20 Hhr. Die Arbeiler-Fuß-, Handball- und Hockeyspiele finden, wie gestern im„Abend" angekündigt, statt. Arbeikerschaä) und Zugend. Di« Abtellungen Norden der Freien Arbeiterschachvereinigung Groß-Berlin beteiligen sich am Sonntag an der Werbeveranstaltung der Sozialistischen Arbester- jugend. � Bezirk Prenzlauer Berg, auf dem Sportplatz!.Einsame Pappel". Schönhauser Allee. Es finden Mannschaftskämpfe der Abtellungen Prenzlauer Berg. Mitte, Weihensee, Pankow. Wedding und Friedrichshain statt. Gäste können am Simultanspiel teil- nehmen. Der ZZezirksjugendlag in Strausberg findet morgen, Sonntag, 'in herzfeld« bei Strausberg stall. Die Arbeitsgemeinschaft pro- letarischer Volkstanzkreise trifft sich hierzu um 7.30 Uhr Schlesischer Bahnhof(haupteingang) und fährt aus Iugendfahrschein bis Erkner. von hier Wanderung nach herzfelde. Fahrgeld 60 Pf. Fahne», Musikinstrumente und Spielbälle sind mitzubringen. Programm in Herzfelde: Demonstrationszug durch den Ort, turnerische und spart- liche Vorführungen. Volkstänze und Spiele. Um 18 Uhr steigt dann die Abendveranstaltung im Lokal von Taßler: hierfür ist ein be- sonders buntes Programm vorgesehen, so daß jeder auf feine Kosten kommt.(Pflichtfahrt für alle Kreise.) Werbeabend für Frauenturnen. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden, oeranstallet mst der 2. Frauenabtellung Dienstag, 28. April, eine öffentliche Turnstunde in der Turnhalle Bergmannstraße 60—65. Es werden gezeigt Schritt- arten, Freiübungen, Spiele und Stafetten, Tänze und anderes in bunter Rechenfolge. Alle Frauen, die Leibesübungen betreiben wollen, sind herzlichst eingeladen. Beginn 20 Uhr; Eintritt frei. Ausscheidungsboxkämpfe. Der 4. Kreis des Arbester-Achleten» Bundes bringt Montag. 2 7. April, 20 Uhr. in der Turn- Halle Bromberger Straße 14, Boxkämpfe zum Austrag, die starkes Interesse beanspruchen. Außer den noch ausstehenden Ausscheidungs- kämpfen für die Arbeiter-Olympiade kommen Einladungskämpse zur Durchführung, an denen die Vereine Lichtenberg-Friedrichsfelde, Tegel. Wt-Wedding und Nordost beteiligt sind. Im Fliegengewicht treffen Reckner und Hofsmann zusammen: der Kamps lst völlig offen. Im Bantamgewicht starten die besten dieser Klasse, Berndt und Henneberg. Das Federgewicht sieht Preller II, Schräder, Grubbe, Gellrich und Schulze am Statt. Im Leichtgewicht wird Preller I. Gottschalk und Ziellow kämpfen. Wellergewicht: Schröter und Kloß lautet hier die Paarung. Im Mittelgewicht treffen Lossak, Peter und Ehnert aufeinander.— Die Sportliche Vereinigung beginnt Montag. 4. Mai, in der Turnhalle Bromberger Straße 14, mit einem neuen Boxkursus für Schüler und Erwerbslose. Der Kursus umfäßt 16 bis 20 Stunden und wird von bekannten Berufssportlern gelestet. Anmeldungen werden in den Uebungsstunden Montags und Donnerstags, 20 Uhr, entgegen- genommen. * Berlin— Wien im Handball. Aus dem Platze des SC. Char- lottenburg in Eichkamp stehen sich am Sonntag um 16 Uhr die bürgerlichen Handballmannschaften von Berlin und Wien zum zweiten Male im Städtekampf gegenüber. Vorrunde um die deutsche Rugbymeisterschaft. Am Sonntag treten auf dem herthaplatz am Gesundbrunnen mn 16 Uhr der süd- deutsche Meister.Spottklub 1880, Frankfurt a. M." und der Doppel- meister von Brandenburg und Mitteldeutschland„Tennis-Borussia Berlin" zum Vorrundenspiel um die deutsche Rugbymeisterschaft an. kein Trabrennen am Istonlag. ver für Montag, 27. April, angesetzte Renntag in Mariendorf findet nicht statt. Die nächste Veranstaltung geht am Donnerstag, 30. April, vor sich, mit welchem Tag« gleichzeitig die Frühjahrskampagne zu Mattendorf ihr Ende erreicht. Die Rütt~ Arena eröffnet Allerlei Fliegerrennen Die populäre kleine Bahn am Rande der Hasenheide eröffnet morgen, Sonntag, ihre diesjährige Saison mst Rennen, die eine erstklassige Besetzung aufweisen. Da ist zunächst das O m n i u m Deutschland gegen Ausland, bestehend aus zwei Flieger- läufen, einem Punktefahren und einem Monnschafts-Verfolgungs- rennen. Die ausländischen Farben verteidigen die Franzosen hournon— Pecqueux und die Belgier Altert Buysse— Meuleman, die deutschen die Berliner Lehmann— Wissel und die Hannoveraner Bernhardt— Fr icke. Di« nicht am Omnium betelligten 14 Berufs- fahrer bestreiten ein Punktefahren über 30 Runden. In jeder fünften Runde gibt es eine Wertung, so daß auch hier nie Langeweile auskommen dürste Den Clou der Veranstaltung bildet fraglos das Stunden- Mannschaftsrennen, dessen her- vorragend« internationale Besetzung einen äußerst jagdenreichen Verlauf verspricht, da«s auch hier all« fünf Ministen eine Wertung gibt. Die Statterliste lautet: 5)ournon— Pecqueux Lehmann— Wissel A. Buysse— Meuleman Kutz— Maidorn Pijnenburg— Tietz Pettt— Dorn Bernhardt— Fricke B. Wölk«— Mandelkow Oszmella— O. Nickel Engelmann— W. Nickel Bauers— Schimming. Bei der Deutschen Meile der Bundes-Amateure wird man die gesamte Berliner herrensahrer-Elite am Statt sehen. Beginn 15-4 Uhr. Die ewige Lüge Bebaupiungen der„Deutschen Xurnzcitung"' Wie der Stahlhelm mit dem gefälschten Aufruf der Volksbeauf- trogten, so hallen es auch rechtsstehende Sportorganisationen mit der Lüge. In einem sonst ganz vernünftig gehaltenen Artikel wendet sich der Deutsche Turnerschafts-Gauverireter F. Klemm- halber- stadt, in Nr. 16 der ,,D eutschen Turnzeitung" gegen die Unkosten der Teilnahme an der Olympiade in Los Angeles und stellt dabei auch fest, daß die 9. bürgerliche Olympiade(Amsterdam) jeder V ö l k e r v e r sö h n u n g geradezu Abbruch getan habe. Bei der Frage wegen Reichszuschüsse für Los Angeles behauptet der Artitelfchreiber, daß die Regierung nicht mehr die offene Hand habe wie einst, um z. B. für die Teilnahme an einer Veranstaltung, wie dem 1. InternationalenArbetter- Olympla 1 928, eine halbe Million Mark aus Steuermitteln auswerfen zu können. Wir haben diesen Schwindel mehr als einmal schon wider- legt und man sollte meinen, daß der Verfasser eines ernsthaft ge- meinten Artikels darüber orientiett ist, oder sich wenigstens vorher vergewissert, ob auch stimmt, was er behauptet. Nichts ist schlimmer, als wenn eine gewissenlose Leichtfertigkeit bei Ausstellung össent- licher Behauptungen nachgewiesen werden kann. Der Verfasser weiß zunächst nicht mal, daß das 1. Internationale Arbeiter- Olympia im Jahre 19 25 stattgefunden hat. Jedem polstisch spart- beflissenen Menschen ist bekannt, daß zum Olympia in Franksurt am Main 1925 ganze 21000 Mark(einundzwanzigtausend Mark) Reichsmittel geflossen sind. Das war alles, was die Olympialeitung zu sehen bekam aus öffentlichen Mitteln. Woher also die Weisheit von den 500 000 M., Herr Gauvertreter Klemm? Daß der Schriftleiter der„Deutschen Turnzestung" diesen Schwindel öeröffenttichen läßt, ist wirklich mehr als bedauerlich! � 55�««ötpatoltatltti»«tcitabctft. E-nntaa. 26.«vrkl. Willen fahrt nach Caputh fällt aus. idatitr lsadrt über Ranasdof nach Motzen. Abfahrt S.iN Utzr Potsdamer Rinadatznliof. Frei« Pkotooereiniguila Berlin. Motiowanderun» Tonntatz, 26. Avril. nach LoNprstarten-Alllandsbery. Treffvunkt S'/i ÜI)t Stralau-Nummelsburg, Dowlieia D D-enstaa. �.z�l, VM Uhr, Arbeitsabeich ün Vbnlitsaal der 6dmle Bank. Eck« Wlesenttratze. Gäste willl-mm-n. ------------- lD i s Sinzigs Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranifen- and Stferbekasse für das Deutfsabe Reic9i am JaBaras ia»4 ftartaactTfasSeicr eEro«mazE>casss«:$«m JaBaree atorSB-Unalcs* die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken Versicherungsschutz bietet Hauisiwerwaltfuntf: Berlin N24, Oranienburger Stfr.©1 und soo Verwaltungsstellen im Reich