Gonniag il Itflt äS rm II I IHB II 1�1 urf W�fid WM B SB W> B IHS WM B Em.'-£3h*. zeigen" das fktlgkdruckie Wort 2» Pi. MW IM B mm k NVUx BM WD WM WW BB �mmJSiaar/ szulsssig zwei settgedruck«» Won->. ted«, B B Jzml' Jtm}. JH H �Iflr/BV/ w-I,-» W°ri ,2 PI R-dan lt. T-.is. B ��M> Etell-Ngeluche da» erst« Wort IS Ps, B ▼/ �WS WM\ �M I led«» weitere Wnn 10 P> Won- oder A' HM 1 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. A �TS Htbeitsmorfl Zeile 60 Pi gamiiien- �*0�-—_—.._. ▼/ JmS&Z---- 4 anzeigen Zeile<0 PI Anzeigenonnohm« WLW W�W�W M W W ki�U� 3lBWeWe*lSBeHftWee?.'«erlog behau«ich da- Rech,»er W MW W Ablehnung nicht genehmer Anzeigen oorl Jetttvawvgan der GoziatdemokratisOen Partei Deutschlands R e ü a k t l o n u n d V e r l a g: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 � Postsch-ckkonio. Bcrlln3753S-Bankkonto: BankderArbciter.Angcstelll-nund szcrnsprccher: DönbofI 293-237 Telcgranim-Adr.: Sozioldcmokral B-rlin.-VV» U,U, lv-�v»»U«»N. V. B-anttcn. Lind-nstr.g.Dt.B.u.DiKc-Ge,.D-Posil«nk..JnulaIemcr Str.SStLS. Zum 1. Mai Ein harter Notwinter liegt hinter uns. Der Frühling zeigt nur geringe Anzeichen einer wirtschaftlichen Besserung. Die Massennot der Millionen, die unfreiwillig ihre fleißigen Hände feiern lassen müssen, ist die furchtbarste Anklage, die je gegen die„Ordnung" der kapitalistischen Gesellschaft gerichtet wurde. Das Schicksal der Erwerbslosen schreit geradezu nach Beseitigung der anarchischen Profitwirtschaft, nach Verkürzung der Arbeitszeit. Jahrzehntelang haben wir am t. Mai für den Achtstundentag demonstriert. Heute ist das kapitalistische System, das sieh hartnäckig unseren Forderungen widersetzte, nicht mehr imstande, allen arbeitsbereiten Volksgenossen auch nur für acht Stunden Arbeit zu beschaffen. Darum kämpfen wir jetzt für die 40- Stunden- Woche Die wirtschaftlichen Organisationen des Kapitals und seine politischen Parteien setzen ihre Machtmittel ein, um jedem sozialistischen Werden den Weg zu verrammeln. Sie verdammen den demokratischen Staat, sie hassen seinen sozialen Ausbau. Morgenausgabe JJr 104 �ß�s.ZaHrgang Wöchentlich 86 monatlich 3.60 ÜJl Im voraus zahlbor. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitun gs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen« vorto 5.— M. * Der„Sonpflrts* erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Boll und Zeit" Ferner„Frauenstimme". �Technik".„Blick in die Bücherwelt", »Iugend»Vorwärts"u.»Stadtbeilage� Die reaktionären Kreise um Hugenberg und ihre Helfershelfer um Hitler wollen die Aufrichtung einer faschistischen Diktatur über die Arbeiterklasse. Der soziale Kurs soll abgebremst, das arbeitende Volk wieder erniedrigt werden. Die Sozialdemokratie, die national und international mit wachsemjem Erfolg die faschistischen Mächte und Gefahren bekämpft, die der Republik Spanien ihre Glückwünsche übersandte und den Sturz der hakenkreuzlerischen Herrschaft in Thüringen mit Genugtuung begrüßte, ruft zu neuen Kämpfen auf. Jeder denkende Arbeiter, Angestellte und Beamte muß sich in die Front der Sozialdemokratie einreihen: zum Kampf für die Erhaltung der Demokratie. für den sozialen Fortschritt zur Abwehr der faschistischen Machtfae- strebungen und der vom Faschismus heraufbeschworenen Kriegsgefahren Im Zeichen dieses Kampfes feiert das arbeitende Volk Deutschlands den 1. Mai 1931. Die Massenbeteiligung aller Schaffenden an den Maifeiern bietet eine gute Gelegenheit neue Kämpfer zu werben unter der Parole: Wo falaibt der zweite Mann? In Stadt und Land, überall wo Maifeiernde sich zusammenfinden, frage jeder seinen Nebenmann: Bist du Mitglied der Partei? Bist du Leser der Parteizeitung? Erfüllst du deine Pflicht als Arbeitsbruder? Wir brauchen sie alle, die Klassengenossen, zum Kampf für Demokratie, Sozialismus und Weltfrieden! Darum sei der 1. Mai 1931 nicht nur ein Tag der sozialdemokratischen Heerschau, er sei auch ein Tag der Rüstung für neue Aktionen gegen die reaktionären Volksfeinde und Volksverderber. Genossinnen! Genossen! Sorgt dafür, daß der 1. Mai überall zu einer gewaltigen Kundgebung wird, daß ein noch stärkerer Kampfeswille die Reihen der Arbeiter beseelt, zur Ueberwindung aller reaktionären Gewalten. Es lebe die Sozialistische Arbeiterinternationalel Es lebe die deutsche Sozialdemokratie! Der Parteivorstand Kommißbrot und Stahlhelm. Steigender Brotpreis statt Preisabbau.— Volksbegehren für die Großagrarier. Der Brotpreis steigt. In Berlin hat es angefangen, nun folgt eine Stadt nach der anderen. Die Steigerung der Roggenpreise zieht automatisch das Anziehen des Brotpreises nach sich. In Magdeburg ist der Brotpreis schon von 50 auf 55 Pfennig erhöht worden, und von Montag ab soll auch in Dresden, das bisher noch an dem niedrigen Preise festgehalten hatte, das Brot um 3 Pfennig teurer werden. Da- mit verringert sich immer mehr die Zahl der Städte, deren Brotpreis unter dem Durchschnittspreis des letzten halben Jahres liegt, so datz die gesetzliche Voraussetzung einer sofortigen Senkung der Roggenpreise i mm er l ü ck e n- loser gegeben ist. Aber noch immer ist nichts geschehen! Herr Schiele, der Reichsernährungsminister, hat Ideen, wie er den Brotpreis wieder herunterbringen könnte. Seine Ideen kommen ihm, weil er die nächstliegende nicht sehen will: die Herabsetzung der Roggen- und Weizenzölle. Das ist nicht nur eine wirkliche Idee, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben. Aber Herr Schiele dachte an anderes. Er hat den Bäckern die Aufhebung des Nachtbackverbotes vorge- schlagen, aber die Bäcker haben gedankt. Dafür sind sie auf die Lieblingsidee Schieles eingegangen, auf das Kommißbrot. Herr Schiele nennt es schamhaft„Konsumbrot", aber wir können diesen Namen nicht dulden. Das Konsumbrot, das der Berliner Arbeiter kennt und aus seinem Konsum- verein bezieht, ist ein hochwertiges Brot, das.Konsumbrot" des Herrn Schiele aber soll minderwertiger sein, damit es billig sein kann. Nein, diesen Trick, das Kommißbrot des Herrn Schiele Konsumbrot zu nennen, werden wir nicht gestatten! In den nächsten Tagen wird also ein Kommißbrot indenBclckerläden ausliegen, das für 46 Pfennige ver- kauft werden soll. Ob dieses Brot den Geschmacksansprüchen entsprechen wird ist sehr fraglich. Das gute Schrotbrot, das bisher verkauft wurde, war jedenfalls immer teurer als das\ gewöhnliche Graubrot, und es ist wahrscheinlich, daß das neue billigere Brot bedeutend schlechter sein wird. Außerdem ist zu bedenken, daß dieses Brot nur mit viel mehr Butter oder Schmalz einigermaßen schmecken wird. also viel teurer im Gebrauch sein wird. Schlechteres und darum teures Brot würde also durch die Kosten des Auf- strichs weiter verteuert. Darum wäre es eine glatte Irreführung und Mißachtung des Gesetzes, wenn die Regierung den Preis des Kommißbrotes jetzt zur Grundlage ihrer Berech- nungen nehmen und dann behaupten würde, daß keine Ber- teuerung der Lebenshaltungskosten eingetreten sei. Die Reichsregierung wird wohl oder übel ehrliche Maß- nahmen ergreifen müssen, um die gesetzlich erforderliche Senkung des Brotpreises durchzuführen. Man darf das Gesetz nicht biegen wollen, nur um Herrn Schiele einen politischen Gefallen zu tun. Roggcnpreis und Roggenzoll müssen der Wiederherstellung des alten Brotpreises ohne Kompromiß- Kommißbrot angepaßt werden. * Herr Schiele will an die Herabsetzung des Roggen- und Weizenzolls nicht heran: denn Zollermäßigungen passen nicht in sein System. Er ist eben dabei, vom Reichskabinett die An- wendung der Ermächtigung zu Zollerhöhungen zu ver- langen. Sein Ziel ist der lückenlose agrarische Hochschutzzoll, und so hat er ein Zollbukett zusammengestellt, das bereits im Reichskabinett Beunruhigung hervorgerufen hat und zunächst bis auf die kommende Woche verschoben worden ist. Diese Zollpläne sind eine Sache für sich— zuvor aber müssen die Roggen- und Weizenzölle herunter! Es wäre die schlimmste Diskreditierung jeder vernünftigen Agrarpolitik, wenn von einem Gesetz, das den Schutz der Landwirtschaft und der Verbraucher vorsieht, der Schutz der Landwirtschaft ange- wandt, der Schutz der Verbraucher aber ausgeschaltet würde, sobald die Voraussetzungen dafür eintreten! Mit Leuten, die nur an Zollerhöhungen denken, läßt sich vernünftige Agrar- Politik schwerlich durchführen! Die Reichsregierung muß sich darüber klar fein, was das Steigen des Brotpreises bedeutet, und ebenso das Anziehen der übrigen Lebensmittelpreise, wenn sie Herrn Schiele nach- geben würde! Hat man nicht vor längerer Zeit die Verheißung des Preisabbaus gebört, der trotz sinkender Löhne den Reallohn gewährleisten sollte? Und nun zu sinkenden �Löhnen noch steigende Lebensmittelpreise? Soll dies der Endeffekt des Preisabbaus sein? Wir brauchen nicht erst zu schildern, welche Wirkungen eine so sinnlose Politik nach sich ziehen würde! Herr Schiele will sich beim Brotpreis auf seine eigene Fasson helfen. Er will der Arbeiterschaft kommandieren, was sie zu essen hat, und will die Preissteigerung durch Qualitäts- Verschlechterung vermeiden. Mit einem Wort: Kommißbrot statt Preis» a b b au. Aber so haben wir nicht gewettet, Herr Schiele! » Trotz Kommißbrot und neuer Hochschutzzollvorlage— Herr Schiele ist sogar noch ein gemäßigterer agrarischer Poli- tiker! Es gibt Leute im agrarischen Lager, denen er noch viel zu zahm ist, und die in ihm schon fast einen Roten sehen. Vor diesen Extremisten im agrarischen Lager hat Herr Schiele Angst. Er fürchtet ihre Agitation— und was für eine Agi- tation!— daher das Kommißbrot. Diese wilden Männer der Agrarpolitik, das sind die Junker in Poinmern und Ostpreußen und Schlesien, die Ostelbier, die die eigentlichen Väter und Gönner des Stahlhelm Volksbegehrens gegen Preußen sind. Ihr agrarpolitisch hochschutzzöllnerischer Radikalismus kommt aus der gleichen Wurzel wie ihr Haß gegen das demokratische Preußen, aus ihrem grenzenlosen Besitzegoismus und aus ihrem Machthunger. Das ist die Kaste, deren politische Vormachtstellung durch die Errichtung der Demokratie gebrochen worden ist und die nun mit allen Mitteln danach strebt, ihre Macht auss neue zu errichten! Das Ergebnis des Volksbegehrens des Stahlhelm ist mit 5,83 Millionen Einzeichnungen weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben, die in den letzten Tagen schon von 7 Millionen Einzeichnungen geredet hatten. Es hat jedoch ein sehr drastisches Ergebnis gehabt: es hat den grenzenlosen Terrorismus der ostelbischen Iunkerkaste gegen die wirtschaftlich abhängige Bevölkerung enthüllt. Die Zahl der Einzeichnungen in Pommern und Ostpreußen ist unge- wöhnlich hoch, sie steht in keinem Verhältnis zur Einzeich- nungsziffer in den übrigen Provinzen. Das ist die Folge des Terrors! Das zeigt, worum es bei dieser Aktion des Stahlhelm wirklich geht! Die entmachtete Iunkerkaste streckt aufs neue ihre Hand nach Preußen aus. Sie will den preußischen Staat zur milchenden Kuh für ihre Sonderinteressen machen. Sie will trotz großagrarischer Mißwirtschaft ein Herrenleben führen— auf Kosten des Staates. Sie will über Preußen unge- hemmten, lückenlosen Einfluß im Reich. Sie will sich Reich und Land dienstbar machen. Herr Schiele ist eine böse Bedrohung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft, seine sinnlose Hochschutzzollpolitik ist ein Hohn auf den Preisabbau— aber gegen die wahren ostekbischen Junker ist er nur ein Waisenknabe. Denen ist alles, gleich, dos Schicksal der Arbeiter wie das Schicksal der Volkswirtschaft, wen» sie nur dauernd steigende Zölle und staatliche Hilfsgelder haben. Was schert diese Leute der Brotpreis, was geht sie der Preisabbau an! Sie reden jetzt vom Kampf gegen das rote Preußen, gegen das System, weil sie ein Preußen der Junker wollen, das seine Finanzen in ihren Dienst stellt.� Unter dem Druck dleser Leute ist das Kommißbrot, diese glänzende Idee des Herrn Schiele zur Erhaltung des Brot- Preises geboren worden! Das Volksbegehren des Stahlhelm und das Kommißbrot des Herrn Schiel«— es sind zwei Seiten ein- und derselben Sache. Für dieIunker das ..Volks"begehren zur Wiederherstellung ihrer Macht, für das Volk aber das Konimiß- b r o t! Otio Braun gegen die Lunker. Königsberg. 25. April. In einer stark besuchten ösfentlich«» Kundgebung der Sozialdemokratif ch« n Partei im großen Saal der Stadt- liallc sprach am Sonnabendabend Ministerpräsident Oito Braun über das Thema:„Was wird aus Preußen?" Der Ministerpräsident verwies darauf, daß er ebenso wie in der Versammlung im Berliner Sportpalast keineswegs in amtlicher Eigenschaft, sondern als einfacher Staatsbürger in Ausübung der pdem Staatsbürger verfassungsmäßig zustehenden Rechte spreche, womit die deutschnationale kleine Anfrage im Preußischen Landtag c us Anlaß seiner Teilnahme an der Aersammlung in dem mit roten Fahnen ausgeschmückten Sportpalast von dieser Stelle ans als beantwortet gelte. Mit der Herabsetzung der Whne habe man die Rot am falschen Ende gefaßt. Man hätte erst mit den Preisen heruntergehen sollen. Dann hätten die Löhne und Gehälter folgen tonnen, womit dann die Kaufkraft gehoben und die Wirtschaft angekurbelt worden wäre. Der ungünstige Einfluß der September-Wahlergebnisse habe sich auch auf die deutsche Politik ausgewirkt. Dos Bestreben der Rechtsopposition richte sich jetzt auf die Erreichung der Macht in der inneren Verwaltung Preußen», die man»ach dem altpreußischen System umgestalten mächte. Das altpreußische System mit seinem Drciklassenwahlrecht bedeute aber Entrechtung der B o l C s m a s s e n. Wenn die Reichsregierung eine Notverordnung criieß, so seien daran die Kreise schuld, die durch ihr wildes Auf- treten im öffentlichen Leben die Regierung zur Notoerordnung zwangen. Auf das Ergebizis des Volksbegehrens«ingehend, erklärte der Ministerpräsident, die preußische Regierung werde für die nächsten Landlag». wählen den Zeitpunkt bestimmen, der ihr als geeignet erscheine. Nur von der Fortführung der republikanischen K a a l i- I i o n s p o l i t i t sei eine weitere günstige Entwicklung in Preußen und im Reich sowie ein« ollmählich durchgreifende Besserung der Wirtschaftslage zu erwarten. Dieses Ziel könne Preußen nur er- reichen, wenn es nicht wieder die Junkertlasts zur Herrschaft kommen lasse, die Preußen einmal an den Abgrund geführt habe. Ein Rückfall in das alte Preußen der Entrechtung würde für Preußen und das Reich die Katastrophe bedeuten. Die Ausführungen wurden häufig durch starken Beifall begleitet. „Oer Beste nach Bismarck." Hoffnungkn des Lanuschsver«! auf Brüning. Der deutschnationoiß Reichstagsaboeordnete o. O l d e n- bürg- Januschau hat in einem Prmatgespräch mit dem doutschhannoveranischen Herrn v. H a m m c r st e i n seine Liebe zum gegenwärtigen Reichskanzler offenbart und ihm versichert, Brüning sei„seit Bismarck der Beste". Durch eine Indiskretion ist diese private Aeußerung in die Presse ge» kommen, und das hat Herrn v. Oldenburg veranlaßt, sich nun auch öffentlich zu ihr zu bekennen. Was dem alten Junker an Brüning gefällt, ist zweierlei: erstens seine Agrarpolitik und zweitens„sein Willen zu führen und sich nicht vom Reichstag führen zu lassen." Herr v. Oldenburg tritt einem Versuch entgegen, ihn gegen Hilgenberg auszuspielen, und erklärte dazu wörtlich: Ich halte mit nieiner ganzen Fraktion eine wirtlich durch- greifende Besserung unserer politischen und wirtschaftlichen Lage jür unmöglich, solange nicht die Bindung zwischen Sozialdemokratie und Zentrum in Preußen gebrochen ist. Bis dahin wird und muß alles Flickwert bleiben, was das Reich an Osthilfe und Aushau unternimmt und bis dahin ist es für uns Deutschnationale UN- möglich, die Politik des Herrn Reichskanzlers zu der unserigen zu machen. Die kommenden Preuhenwahlen werden dem Herrn Reichskanzler Gelegenheit verschossen, eine starke Rechte In sein« Kombinationen einzuschalten. Herr o. Oldenburg, der alte Kämpe für Hohcnzollern und hohe Zölle, setzt also seine Hoffnungen auf Brüning. Er stützt sie offenbar auf die Tatsache, daß Herr Brüning schon einmal. nämlich nach dem Sturz der Regierung Hermann Müller, einen entschiedenen Rechtskurs zu steuern versucht hat und daß dieser Versuch nur an der Stärke der Sozialdemo- kratie und an der Reglerungsunfähigkeit der Reckten ge» scheitert ist. Die Preußenwahlen sollen nun die Sozialdemo- krotie schwächen, und die Erziehung der Nationalsozialisten zur Regierungsfähigkeit soll bis dahin soweit gefördert werden, daß Herr Brüning wieder eine scharfe Wendung nach rechts machen kann. Das ist die Rechnung, die im deutschnationalen Lager von Herrn v. Oldenburg aufgestellt wird und sicher nicht von ihm allein. Und wenn auch das Charakterbild de» Herrn Brüning noch stark in der Geschichte schwankt, so steht das des Herrn v. Oldenburg völlig sest: Er ist Monarch! st vom Scheitel bis zur Sohle, preußischer Junker bis ins Mark und fanatischer Anhänger einer ständigen Verteuerung aller Lebensmittel zum vermeintlichen Nutzen der landwirtschaftlichen Erzeuger. Dieser Mann hat. wie es seine Art ist. ganz offen ausgesprochen, was er von Brüning hält und was er von ihm will. Er hat zugleich auch die Bedeutung der preußischen Landtagswahlen ins rechte Licht gerückt. Wir, die wir entschlossen sind, einen Oldenburg-Kur» in Preußen und im Reich zu osrhindern, können uns nicht auf Herrn Brüning verlassen, sondern nur auf unsere eigene Kraft. Rlild? Strafe für Lappoierror. Der Fabrikdirettor H a a l a. Sohn des gräßtsn P-vpIerindustnellen in Finnland, ist zu v i e r M a- naten Gefängnis vorurteilt worden wegen Betelligung an der gewaltsamen Entführung von zwei kommunistischen Abgeord, neten im vorigen Sommer. Eine Ohrfeige für den Stahlhelm Nie Begründung zum Spruch des Xeichsgerichts. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts hatte am ?0. April das Verbot des„Stahlhelm' der Sache nach be- stätigt. dagegen die Verbotssrist abgekürzt. Die B e g r ü n- dnna liegt nunmehr vor. Das Reichsgericht hat zunächst festgestellt, daß das Republikschutzgesetz nicht angeipendet werden könne. Dann fährt es fort: „Anders verhält es sich mit der Anwendung des§ 1 Ziffer 2 und fi«§ 42 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März 1031(RGB!. I S. 79). Hiernach können Druckschristen, I» denen eine Kundgebung enthalten ist, durch welch« Olgaue, Einrichtungen, Behörden oder leitende Beamte des Staate» beschimpft oder böswilllg verächtlich gemacht werden, wenn es sich um Tageszeitungen handelt, bis auf die Dauer von 8 Wochen, in anderen Fällen bis auf die Dauer van 6 Monaten, verboten werden. Der„derzeitigen Staatsführung" in Preußen— es kann nach dem Zusammenhang und Sinn der Aus- führungen nur auf die preußische Staatsregierung bezogen werde» — wird in dem in Frage kommende» Artikel vorgeworfen, sie Hab« in der Revolution den leicht zu verhindernden Verlust der Ost- Provinzen, in der Republik die Sabotage des Ruhr- k a m p f e s auf dem Gewissen, sie werde auch in Zukunft nicht anders Handel». Die marxistische preußische Regierung werde stets e i N sicherer Verbündeter Frankreichs und damit Polens sein, sie werde stets in ihrem Haß gegen jede stolze Regung der Nation Volk und Reich zu entmachten suchen. Es wird dann weiter in dem Artikel behauptet, auf der im Mai 1932 bevorstehenden Abrüstungskonferenz würden die Geg- ner Deutschlands nur dann nachgeke», wenn sie nicht mehr darauf hoffen könnten, daß eine marxistische preußische Regierung der Reichsregierung in den Rücken falle. Weiter wird dann ausgeführt, es komm« darauf an. Preußen zu stärken, für diele Ausgab« ober sei die heutige preußisch« Regierung oenkbar ungeeignet, well sie das Preußentum hasse, sie werde dem Willen de» feindlichen Auslandes, sich in deutsche Angelegenheiten einzumischen, Vorschub leisten und auch die Reichsregierung hierbei nicht abstützend. sondern ausweichend wirken. Die hier der gegenwärtigen preußischen Regierung gemachten Vorwürfe sind die denkbar schwersten, die eine» Ktaatsregie- rung überhaupt gemacht werden können. Der preußischen Staatsregierung wird der Vorwurf eines die voter» ländischen Interessen mißachtenden Borhaltens gemacht, ihr wird der Verlust der preußischen Oftprovinzen und die Sabotage des Ruhr» kamples zur Lost gelegt, obwohl dem Artikelschreiber zweifellos bekannt war. daß die derzeitige preußische Staatsregierung beim Ab- schluß des Versailler Bertrog- und zur Zeit des Ruhrkampfcs noch gar nicht im Amt gewesen ist. Wenn hervorgehoben werden sollt«, daß sich Pix diesbezüglichen Ausführungen nur auf einzelne Mit- glieder der gegenwärtigen preußischen Regierung, die damals im Amt waren, bezögen, so ist demgegenüber zu bemerken, daß— ganz abgesehen davon, daß dieses an der Beurteilung der Sache nichts ändern würde sich die Ausführungen nach ihrem Sinn und Wortlaut gegen das gesamte preußische Staatsministerium richten, dessen Beseitigung durch das Volksbegehren ja auch in die Weg« geleitet werden soll. Es bedarf keiner weiteren 2tusführnng und Begründung, daß dte hervorgehobenen Stellen des Artikels eine äußerst schwere Beschimpfung und böswillige Verächtlichmachung des preußischen Staatsministerium» enthalten, die an sich ein längere» Verbot der Zeitung rechtfertigen würde. Wenn der Senat sich trotzdem zu einer Abkürzung der Verbotsdauer entschlossen hat, so waren hierfür folgende Gründe maßgebend: Der Reichsminister des Innern hebt hervor, daß der Stahlhelm zurzeit im Kampfe für das von ihm betriebene Volksbegehren steht, und daß er deshalb eine Abkürzung der Verbots- dauer für angemessen hält" Dem ist beizutreten, weil der„Stahl- Helm" das einzige offizielle Organ des gleich- namigen Verbände» ist und deshalb ein Verbot für längere Dauer diesen Verband unter den gegenwärtigen Umständen be- sonders hart und empfindlich treffen würde." Diese Begründung ist eine schallende Ohrfeige für den Stahlhelm, sie nennt seine Agitationsmcthvden bei dem rich- tigen Namen. Die Agrarfragen vor dem Kabinett. Schwierigkeiten und Zukückverweisung. Das Reichskabinett setzte in seiner gestrigen Sitzung unter Vorsitz des Reichskanzlers und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidcnten die BerhanMungen über das vorgesehene Arbatt»Programm fort. Zur Erör'exung standen insbesondere die auf agrarpoti- tischen) Gebiete zu treffenden Maßnahmen, Es ergab sich dabei dl« Notwendigkeit, Einz»lh«iten noch zunächst in B e- s p r e ch u n g« n der in Frage kommenden Ministerien zu klären. Auf Grund dieser Ergebnisse werde» die Beratungen de- Kabinetts in der nächsten Woche weitergeführt werden. Regierungsverireter in Industriebank. Drei amtliche Mitglieder im LlufsichtSrqt. Der iwu« Aussichtsrat Hmt Bant für Jndustrisobligo- tion«n wird sich, ml« wir hören, am Z9. April endgültig konstruieren. Bei einem B-suche. den D». Silv«rberg be-m Relchskonzler wachte, dürfte auch über hl« Bestellung d»» von d»r Reichsregicrung zu ernennend«» drei Mitglieder im Ves»ntlich«n Einverständnis erzielt worden sein. Man kann annehmen, daß als Vertreter der Regierung die Staatssekretäre P ü n d e r von der Reichskanzlei und Dr. W« l s m a n n vom preußischen Staatsministerium, sowie entweder Dr. Sch äffer vom Reichs- finanzminffterium oder Dr. Trendel« nbiirg vom Reichswirt- schastsministerimn in den Anffichtsrat berufen werden. Oer Aal. KiSerlen-Wächter über?ülow. „Bülow war doch«in größerer Schweinehund als ich mir träumen ließ." Di«se authentisch« Charakteristik des Reichskanzlers von Bülow durch den Staatssekretär de» Aus- ivärtigen Ainte» vo» Kiderlen-Wächter wird in der neuen Zeitschrift „Der Staat s e i d I h r"(Verlag Hermann Reckendors 0. in. b. Hj. Berlin SW. 68, Hedemannstraße 24), von Kiderlens Biograph Ernst Ääckh veröffentlicht. Schon im Jahre 1923 hat Iäckh die Memoiren seines Freunde- Klderlen-Wächter herausgegeben, hat aber damals mit Rücksicht auf den noch lebende» Fürsten Bülow die fragliche Stell? nur mit Punkten angedeutet. Man erinnert sich, daß Bülow van Kiderlen immer nur o!».der A a I" dezeichnet wird, ivegen der Aalglattheit, mit der er überoll und immer durchlavierte. Der fragliche Wortlaut wird jetzt Im Faksimile bekanntgegeben: „lieber den Aal werde ich Dir noch«in« gynz be- sonder» Geschichte erzählen! Er war doch ein größerer Schweinehund, als ich mir träumen ließ." Dieses llrtell van Kiderlen-Wächier ist um so eindrucksvoller als es bereits im Jahr« 1940(von) 28. Juni) stammt, sich auf«ine zwanzig- jährige Erfahrung mit Lülows Charakter stützt und von einem Minister herrührt, den Bülow selbst wiederholt als„den besten Kopf der deutschsn Diplomatie", als den..sähigsten Staatsmann" gepriesen hat. ja. d«r der einzige Diplomat ist. silr h«n Bülow auch in seinen ..Denkwürdigkeiten" nur Anerkennung ausspricht. Oie russische Werkspionage. Kommunist vienstbach gesteht und vorrSt seine Zuträger. Frankfurt a. M.. 2S. April.(Eigenbericht.) Der wegen Werkspipnog« bei der IG. Farbjnindustrie verhaftete Kommunist Dienftbach hat inzwffa>n gegenübiw dem Untersuchungsrichter die Namen von annähernd 2öP«r. fönen genannt, die ihm Zutrogecdienst« geleistet haben und van denen er gabnkgeheimnisse erhalten hat, die er an den ebenfalls verhafteten Leiter der RGO.. Abteilung Chemie, in Berlin weiter- geleitet hgt. Als der Untersuchungsrichter zur Verhaftung der von Dien st dach verratenen Komplicen schreiten wollte, wurde festgestellt, daß der größere Teil dieser Zuträger fluchtig ist. Es sind hauptsächlich Arbeiter und Angestellt« aus Höchst. Frankfurt. Köln und au, dem Richrgehiet. Oanzig und Polen. Warschautr Forderung vom VötkerbundSkommissar abgelehnt. Zu den Absichten Polens, wegen der- angebliche» Schnülofigkeit seiner Bürger in Tanzig diesen Schritt selbst auszuüben, hört man. daß der VölkerbundKkowwis. sar G r a v i n a diese volnischen Forderungen bereit» abgelehnt hat. Qb Polen nun einen solchen Antrag an den Völkerbund richtet, ist zweifelhaft. Der Danziger Oberstaatsanwalt Dr. Schneider ist zurückgetreten, der Senat hat den Rücktritt genehmigt. Der polnische Generalkommissar Dr. Straßhürgar hatte in seinem Rückirsttsschreibeu.ql, ,.B»w«i»" dafür, daß de-s Leben der Polen in Danzfg nicht ausreichend' geschützt sei. auch" angesührt, daß nicht Revision eingelegt wurde gegen die Freisprechung jane» Dan- zig«r Cissnücchner?. die im Streit— und w'« das Gericht Äs erwiesen annahm, in Notwehr«inen polnischen Eisenbahner er- stachen host«. Der Senat hast« In seiner'Antwort darous gesagt, da die Revisionsverhandlung sich nur auf Mängel d«s Verfahrens oder der Gesetzesanwendung erstrecke, könne sie die taffächstchen Fest- stellimgen der Dorinstanz nicht ändern: doch hätte der Senat die Evschäpsung des Verfahrens vorgezogen, damit nicht wagen der Unterlassung der Revision Borwürs« erhoben worden können. Au- diesem leisen Tadel Iiat der Oberstaatsanwalt die Konsequenz gezogen und sich gewissermaßen für die Danziger Rechtsregiernug geopfert. Vertrag mit Frankreich im Gejm durchgepeitscht. Das parlamentarisch regiert« Ausland schließt Verträge mit der Pilsudski-Regierung nicht ohne Genehmigung durch das polnische Parlament. Das ist der einzige Grund, warum Polen überhaupt noch ein Parlament hat, dem freilich die ungeheure Wahlgaunerei der Diktatur die absolute Regierungsmehrheit ausgesälscht hat. Soeben ist der Vertrag mit Frankreich angenommen worden, der Polen eine Anleihe zum Bau einer neuen Bahnlinie von O st o b e r- schlesien nach Edingen verschafft. Daran beteiligt ist auch der sranzösisch» Rüstungskonzern Schneider-Ereuzot. Aus einen, Streit zwischen der Rechtsopposition und der Regierung erfuhr man über diesen Vertrag, daß„die polnische Kohlend osi a dem Ausland ausgeliefert" wird... Es dürfte in Frankreich interessieren, daß in der Sesmtagung, die ja zum seltenen Ereignis geworden ist. olle„Abschweisungen auf politische» Gebiet", wie Wißtraiiensanlräg« und Oppositionsreden brutal abgewürgt wurden. Als noch der Ab- stimung der Kommunist Rozek in lauten Rufen gegen das herrschende System protestierte, wurde er von der Scjmwache m i t Gewalt aus dem Saal entfernt. Die Verfolgung der presse. Kaktowih. 23. April. Der verantwortliche Redaltcur der„Kost. Z." wurde wegen eine» Artikel» über die Golassowitzer Zwischenfälle, in welchem der Abg. B a l d y k als geistiger Urheber genannt war, zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Wege» eines Artikels derselben Zeitung über eine Intervention englischer Politiker beim Aölkerbund, gab es noch 14 Tage Ge- sängnis dazv- Der verantwortliche Redakteur der Sorfantyjchen„Poloma" er- hielt wegen—-groben Unfugs, der in einem Artikel über die Bolksbundsbeschwerde beim Völkerbund erblickt wurde, 130 Zloty Strafe. Die RebeNion gegen Hitter. Krach in per Hamburger SA. hambpeg. 23. April.(Eigenbericht.) Im Hamburger Hstler-Lager Ist«in großer Krach im Gange. Etwa 15? r oz. aller SA.-Mitglieder haben Hitler bisher die Gefolgschaft gekündigt. Di« sich um die. SA.-Jührer Enonn und Böhm« gruppierenden Gegner Hitlers beabsichtigen— wie es holßt— bereits für die nächst« Zeit größer« Aktionen gegen den. Münch«n«r Pgrteipapst. Gestäupter Verleumder. Naziblatt wegen übler Nachrede gegen Otto Wels verurteilt. Das Bochumer Naziblott„Westfalenwacht" Halls am 3. Oktober in einem Artikel„Fragmente za einem republikanischen Adels- kalendcr" van Otto Wels behauptet, er Hobe vor langen Jahren lOOG Mark Parteigslder unterschlagen, die dann seine arm« Mutter durch große Opser abgezahlt hätte: eben dadurch sei Otto Wels qualifiziert, an der Spitz« der Sozialdemokratischen Partei zu stehen. Das Blättchen Halle seine Wissenschaft aus dem Buch« des Reichstagsabgeordneten Alfred Rosenberg„30 November- köpse" und einem Artikel des„Völkischen Beobachters" aus dem Jahre lSZö. der die gleiche Verleumdung mit der Variation enchielt, es handle sich nicht um Parteigelder, sondern um Gelder der Pape? Zierergewerkschaft. Der Verteidiger des von unserem Genossen Wels verklagten Schristleiters P i k l u n. R.-A. Dr. Becker, erklärte sich in der ersten Verhandlung bereit, den Wahrheitsbeweis anzu» treten und benannte als Zeugen den Journalisten GeorgDavid- söhn, der früher in der Sozialdemokratischen Partei tätig g«> wesen ist. Zur gestrigen Verhandlung waren außer Georg Davidsohn und dem Revisor der Topezicrergewerlschast Luck eine Anzahl alter Partei» genossen erschienen, die der Vertreter des Genossen Wels. Rechts- anmalt Otto Landsberg, geladen hatte. Vernommen wurden jedoch nur die ersten beiden: der Wahrheitsbeweis des Rechtsanwalt Dr. Becker mißlang glänzend. D a v i d l o h n erklärte, er erachte es aus seiner genauen Kenntnis der Parteiverhältnisse für ganz aus- geschlcsien, daß Wels irgend jemals auch nur«inen Psennig Partei» gelder unterschlagen haben könnte: er halte Wels für ein« absolut lautere Persönlichkeit. Rechtsanwalt Dr. Becker, dessen Zeuge somit den verleumdeten Wels rehabilitiert«, versuchte den jämmer- lichen Zurückzieher, es handle sich anscheinend nicht um veruntreut« Parteigelder, sondern um eine Unterschlagung in der T a p e- zierergewerkschast. Rechtsanwalt Landsberg war aus dieses Manöver vorbereitet: er Halle von sich aus den früheren Kassierer der Tapezierergewerkschaft Luck bestellt und beantragte seine Vernehmung. Luck, seit 1899 Revisor dieser Gewerkschaft, erklärte, daß ihm von einer Veruntreuung irgendwelcher Gelder durch Wels nichts bekannt sei: wäre solch eine Veruntreuung vorgekommen, so würde er das wisien. Ein Schiedsgericht über Wels Hab« nie getagt, es sei ihm nicht erinnerlich, daß etwa die Mutter von Wels für chren Sohn Gelder bezahlt Hütte: auch sei nie auf irgendeiner Generalversammlung der Tapezierergewerlschast von einer derartigen Unterschlagung die Red« gewesen. Da» hätte aber der Fall sein müssen, wenn die behauptete Unterschlagung vor- gekommen wäre. --Rechtsanwalt Dr. Becker war nun sehr geneigt, die Er- Närung abzugeben, daß die Verhandlung die Unwahrheit der Behauptungen über Wels ergeben Hab« und daß dies« mit dem Ausdruck de» Bedauerns zurückgenommen werden— vorausgesetzt. daß sein Mandant diese Erklärung billig«, wofür sehr viel Chancen beständen. Rechtsanwalt Genosse Landsberg wollte jedoch von einer derartigen bedingten Erklärung nichts wissen. Er habe noch nie erlebt, daß ein Raziredakteur einem sozialdemokratischen Funktionär eine Ehrenerklänmg abgegeben� hätte: eher lasse sich ein Nazi- redakteur verurteilen. In seinem Plädoyer geißell« Landsberg die Infamie dieser Ver- leumdwig und beantragte wegen Mer Nachred« eine Geldstrafe in Hichc von 500 Mark. Herr Hitler stelle in der Regel gegen sein« WUeidiger Strafaillröge von 1000 bis 2000 Mark. Ww recht Landsbsrg hatte, als er»in Urteil forderi« und' sich nicht auf eine» Vergleich einlassen wollt«, zeigt« die Red« des Rechtsanwalts Dr. Becker. Ungeachtet der Beweisaufnahme erklärte dieser, es sei unmöglich, nach dreißig Jahren eine vollkommen« Aufklärung üSsr Ereignisse zu erlangen. Im übrigen habe der Redakteur nur seiner sournalistischen Pflicht genügt, indem«r Wels. der bisher auf ähnlich« Behauptungem geschwiegen habe, endlich dazu zwingen wollte, mll der Sprache herauszurücken! Dos Gericht verurteilte den Angeklagten zu 500 Mark Geldstrafe. Di« Verhandlung habe ergeben, so sagt die Ur- tsllsbegründung. daß für die Lehaupkung absolut kein« Grundlage vorhanden sei. Die ausgesprochen« Beleidigung sei sehr schwer gewesen, der Redakteur hätte die Pflicht gehabt, sie auf ihre Richtigkeit noch» zuprüsen. Dem Kläger wurde die Befugnis zuerkannt, das Urteil auf Kosten des Angeklagten in der„Westfalenwacht", dem„Bölkischen Beobachter" und dem„Vorwärts" zu veröffentlichen. Wieder einer. Vekurteilung des nationalsozialistischen Reichstags. abgeordneten Wagner. Mülheim fBuhr). 23. April. Das Erweiterte Schöffengericht v,rurt-Uti den national» lozialistifchen Reichstagsabgeordneten Josef Wogner OBochum) wegm verleumderischer Beleidigung zu einer Geld st ras« von 350 M. Im November und Dezember v- I. waren in der von ihm verantwortlich gezeichneten Essener Zettung „Die Neu« Front" zwei Artikel erschienen, die Beleidigungen gegen einen Staatsanwaltschaftsrat.«inen Direktor des Barmer Bankver- eins und einen Rechtsanwall in Mülheim enthielten, die sich im Verlauf des Konkursverfahren» gegen den Lederfabrikanten Monning-Mülheim strafrechtlich vergangen haben sollten. Monning selbst hatte diese unwahren Informationen gegeben, hielt sich dann lange Zell verborgen und wurde nach seiner Verhaftung im März dieses Jahre» zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, nach» dem er die Erklärung abgegeben hotte, daß alle jene Anschuldigungen falsch seien. Kn'cks Giudenien. Die Deutsche Volkspartei Naat gegen den ersten Vorsitzende» der Zenoer Studentenfchafi. Weimar. 25, April. Beleidigungen, die der erste Lorsitzend« der Jenaer Studenten» schaft in seinem Abschiedsschreiben an Dr. Frtck bei dessen Rücktritt aegen die Deutsch« Dolkspartei gerichtet hat. haben die Landtags» fraktiou der Deutschen Bolkspartei veranlaßt, belm Oberstaatsanwall Klage zu erheben und beim Rektor der Universität Jena«in««ende- rung der Asta-vrdmmg zu beantragen, die ein« Wiederholung ahn» licher Angriffe verhindern soll. Verfahren gegen zwei Slahlhelmsührer. Gegen die bisherigen Stahlhekmführsr Mievillo und Dr. Reuß i» EUenburg ist«in Aar» fahren wegen Vergehens gegen die Notverordnung sVerbr«ttu»q nicht genehmigter Flugblätter) eröffnet worden. Die Sache gelang! demnächst vor" dem Schnellrlchter zur Aburteilung. Als ich Abschied nahm... jubelte das Volt umher! Als ich wiederkam... war alles leer! Berliner Bezirksparteitag. Tätigkeitsberichte des Vezirksvorstandes. Im Plenarfigungsfaal des Preußischen Staatsrates begann gestern abend der Bezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei Berlins. Vorsitzender Litte «röfsnete die Tagung mit einem Nachruf auf die im Berichtsjahr verstorbenen Mitglieder, unter ihnen der Parteivorsitzend« Hermann Müller, ferner Adolph Hoff mann, Bohne-Steglitz. der insbesondere in der Betriebsorganisation lein Arbeitsgebiet hatte, dann Margarete Wenzels und ihren Gatten, die Genossen' Dr. David, Giebel, H ä u ß l e r, Paul Löwy, Bern Meyer, Porsch und die Genosssn Lnhdahl,. die in der Konsumbewegung tötig war. Ein treue» Gedenkep wird die Partei auch den anderen 1930 verstorbenen SO�Mttglledern bewahren Zur Erledigung am Sonnabend stand der Geschäft»« und Kassenbericht, der Beruht der Revisoren und de? Bericht des Frauensekretariat». In feinem Geschäftsbericht hob Vorsitzender Künstler den unerschütterlichen Optimismus der Parteimitglieder hervor. der die Partei auch in der schweren Zell de? gegenwärtigen Wirtschaftskrise vorwärts gebracht habe. Nicht nur die Milgliederzahl ist rapid« gestlege«. auch die B e i t r a g s l e i st u n g e n stehen im Verhältnis zur Zahl de? Mtgliedschaft. Nur der treuen Arbett der Funttionor« und der Parteigenossen sei es zu danken, wenn im Berichtsjahr« 6929 neue Mitglieder gewonnen werden konnten, so daß am 31. Dezember 1930 in verlin 76660 organisiert« Sozial. demokraten vorhanden waren. Vach den umgesetzten Beitragsmarken belöuft sich die Mi«. gliederzahl aus Sl 349. da» sind 12 796 mehr als im Dezember 1929. Künstlsr fordert, zur besseren Erledigung der notwendigen arganisa- torijchen und politischen Arbeiten die Schaffung von Unter» sekretariaten in den Bezirken Berlins.(Lebhaftes Bravo!) Di« Sekretäre in de» Zentralen seien setzt oft mit Klein» arbeit überlastet, sie könnten sich den großen politischen Ausgaben nicht im erwünschten Maß« widmen. Die Schaffung eines Lokal- blatte» sei in der gegenwärtigen Wirtschostokrise schwerer denn je: grundsätzliche Bedenken beständen beim Parteioorstand nicht.(Stürmische Heiterkeit!) Der Dorschlag, durch die Ausgabe von Anteilscheinen da» Lokalblatt zu finanzieren, sei in den Bezirken abgelehnt worden. Die Bemühungen gingen jedenfalls wetter. Scharf wandte sich der Referent gegen ein« besonder« organisa» torische Erfassung der Akademiker und der jüngeren Parteimitglieder. Schon 1925 hätte Verlin die Auslösung der Jung. sozlalistischea Vereinigung beim Retch»porl«t«iig beantragt: jetzt sei e, endlich dazu gekommen. In den Reihen der Partei hätten auch jung« Mitglieder genügend Gelegenheit mitzuarbeiten und sich zur Gellung zu bringen.(Bravo.) Dasselbe gelte für akademisch gebildete Parteigenossen. Indem Künstler auf den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht oerwies— den wir im„Abend" von» Sonnabend eingehend be» sprochen haben— betonte er abschließend, daß die Partei mit der Arbett der Mitgliedschaft zufrieden sein könne. In einem Ueberblick wer die polMsche Lage. zeigte der Vortragende, wie die Gegner der Parte», recht« wie linke, bei den Methoden«ine» Bismarck und Putttamm er angekommen sind. Wie diese Gewallhaber de» allen Regime», so bedienen sich auch die Kommunisten und National» sozialisten bezahlter Spitzel(Bewegung), die st« sür«wen ,.Informationsdienst" benutzen. Ein« von Künstler zum Bortrag ge» brachte, gedruckte Anweisung an kommunistisch« Spitzel löst« stärksten Unwillen In der Dersammbing aus. In dieser Anweisung ist gesagt, daß sich sür solch« Spltz«lel»n nicht eignet, wer aus wirtschaftlichen Rücksichten dem Druck der SPD. nicht widerstehen könne. Zweckmäßig» sei die Methode. au» de» SPD. zur KPD. Uebertretende mst der Kon. spiration zu betraue». Besonders eigneten sich jung« Kräfte dazu. da sich die alten in diese(schmutzige!) Arbeit»ich: mehr hineinfinden könnten. Zweck der Spitzelei sei insbesondere die Erlangung von Versammlungsberichten und Mitteilungen über interna Angelegenheiten der SPD. Iedenfalls sind wir gewarnt und wir werben diesen Spitzeln da» .Wankwerk legen. Die Parteigenossen brauchen sich nicht van Elementen Faschisten nennen lassen, die, wie der kommunistische Reichstagsabgc ordnete Kohlmann, Koponhogener Strohe 74, gewählt m Potsdam II. für seine notleidenden Eltern im Mpnot ganz« 10 Wart übrig hat. so daß sie auf Wohlfahrtsunterstützung onge- wiesen sind.(Lebhafte Psulrufe.) Künstler schloß mit einem Dank an den als Sekretär aus- geschiedenen Genossen Theo der Fischer, dem er unter freudiger Zustimmung de» Bezirkstage» noch eins recht Ibng« Mit- gliedschaft und ehrenamtlich» Mitarbeit in der Partei wünschte. In seinem Kossenberich« erwähnte Genosse Pazel». daß 919 968 Mark Einnahmen 61? 015 Mark Ausgaben gegenüberständen. Wein die Reichstog», wähl Hab, 185 094 Mark Kosten verursacht. Interessant für besonder» .großzügig" veranlagte Mitglieder war die Mitteilung, daß bei- spielsweiss der Sportpalast bei Massenversammlungen 5000 Mark Miete kostet und daß zu einer einzigen solchen Versammlung über 3000 Mark für den Säulenanschlag auszugeben sind. Klage führte Genosse Pagels über schlechte Ab- führung der Extrabelträge durch Parteimitglieder in höher bezahlten Stellungen. Die diesbezüglichen Anträge feien anzunehmen. Die Notopferaktion für die erwerbslosen Parteigenossen hat ssch als«in lobenswerter Akt proletarischer Solidarität erwiesen. In beiden Sammlungen sind 92 212 Mark aufgebracht worden, die. mit einem namhaften Zuschuß aus der Bezirkstasse versehen, zur Ver- teilung kamen. Die von den Revisoren beantragte E n t l o st u n g des Kassierers wurde beschlossen. Genossin Kern konnte im vericht de» Fraucnsekrelarlols einen Zuwachs von 2542 weiblichen Mitgliedern feststellen. Auch dies« erfreuliche Zunahme ist aus die ausopferungssreudig« Arbeit der Funktlonärinnen und qllen Mitglieder zurückzuführen. Die ständige Agitation hat erreicht, daß der Anteil der Frauenstimmen bei Wahlen ständig stieg. Während bei der Reichstagswahl 1928 von 100 abgegebenen Frauen» stimmzetteln 53.1 der Sozialdemokratie zufielen, stieg der Prozentsatz bei der letzten Wahl auf S4 Bei der Ersassung der e r w e r b s- tätigen Frquen ist mtt den Gewerkschaften Hand in Hand gearbeitet worden. Partei und Gewerkschaften haben einen ständigen Referententautovsch vorgenommen, der sich sehr gut bewährte. Die Behauptung der Kommunisten, die Sazialdemo- kratie hätte nicht die erwerbetätigen grauen hinter sich, wnnte Ge- nosstn Kern treffend widerlegen- Von den 404 befragten Funktionä- rinnen sind 139 voll erwerbstätig in Fabrik und Büro: auch die verheirateten Funktionärinnen waren früher erwerbstätig. Zum Aerger unserer Gegner und zur eigenen Freude können wir fest» stellen, schloß Genossin Kern, daß die sozialdemokratische Frauen- bewegung in Berlin rastlos vorwärts geht- Damit waren die Bericht« erledigt; der Bezirksparteitag trat dann in die Aussprache ein. Genossin König forderte eine stärkere Unterstützung her Iu- gind» und Kinderfreunhebewegung. Die Stadlver- ordnetenfrakiion müsse auf jedem Bezirkstag Bericht erstatten. Ge» noss« Zablonfli warf dem Bezirksoorstand und dem„Vorwärts" vor, nach den Reichstagswahlen erst dann zu den politischen Auf- gaben Stellung genommen zu haben, als diese Ausgaben bereits erledigt waren. Auch Iablonfki forderte ein« bessere Information über die Arbeit der Stadtverordnetenfraktton, damit jeden Augenblick eine Äontralle möglich sei. Bei Auflösung der Iungsozialistischen Ver- o i n i g u n g seien vom Sekretariat wider besseres Wissen Informationen an die Pyrteigenosscuschast herausgegeben worden, die den Zweck hallen, die Lungsozialistischen Funktionäre herabzusetzen, sagte Genosse Seigewasser, der Jugend sei man nicht vom psychologischen Standpunkt entgegengetreten.(Wider- spruch) Wenn der Bezirksvorstand die politischen Fragen so gesehen hätte, wie die jungen Genossen, so wäre es nicht zu den Konflikten gekommen.. Genosse Stiehm legte dar, daß es gerade auch Aufgabe der jungen Parteigenossen gewesen wäre, auf die Ansichten der Aelteren Rücksicht zu nehmen. Diese Eingliederung in die Gesamtheit habe leider bei den Iungsozialistcn gefehlt. Genosse weidcmonn-Kreuzberg verlangte, daß der sogenannte Iugendgroschen in den Kreisen bleibe. Er solle zu gleichen Teilen für die Sozialistische Arbeiterjugend und die Kindcrfreunde vcr- wandt werden. In der Frage des Films„Im Westen nichts Neues" habe die Partei gebummelt. Die Hugenberg-Filme ' müßten boykottiert werden. Genosse Dock wandte sich gegen die chaltung des Bezirksoor- standes gegenüber den Iungsozialisten. Genossin Maschke verlangte von den Iungsozialisten Eingliederung in die Gcsaintpartei und eine gewisse notwendige Bescheidenheit/ Genosse Schmidtbauer: Die umfangreiche Kindersreunde- o r b e i t ist fast nicht mehr nur ehrenamtlich zu leisten. Eine Riva- lität zwischen der SAJ. und den Kindersreunden besteht nicht. Für die Beteiligung der Berliner Sozialdemokraten an der Landagitation trat Genosse Zacherl ein. Um Uhr wird ein Antrag auf Schluß der Diskussion an- genommen. Im Schlußwort gab Genosse K ü n st l e r seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß durch die Auflösung der Jung- sozialistischen Bereinigung die jungen Genossen viel mehr als früher für die Parteiarbeit gewonnen wurden. Das hätte sich auch in der eben beendeten Diskussion gezeigt, in der sehr viele junge Genossen zum Wort kamen. Künstler verteidigte den Bezirksvorstand gegen die vorgebrachten Kritiken. Die Anträge, die die Schaffung eines Lokalblattes zum Gegenstand hatten, wurden angenommen.— F ü r d i e SAJ. und die Kindersreunde wird ein vierteljährlicher Bei- trag von Ii) Pf. eingezogen, der vom Bezirksvorstand an diese Jugendorganisationen verteilt wird.— Anträge, die Statuten# änderungen verlangten, wurden abgelehnt. Ob die jüngeren Parteigenossen in losen Gruppen zusammengesaßt werden können, sollen die Abteilungen entscheiden.— Zugestimmt wurde folgender Vereinbarung zwischen Bezirksvorstand und dem Verlag „vorwärts": „Arbeitslosen Genossen, die ununterbrochen drei Monate erwerbslos sind, kann bei dreijähriger Parteizugehörig- keit und ebenso langem Abonnement der Parteipresse der„Bor- wärts" zu einem verbilligten Abonnement von 50 Pf. pro Woche(also gegen Erstattung der Speditionskosten) aus Antrag des Abteilungsleiters geliefert werden, solange dem Verlag dies finanziell möglich ist. Diese Regelung hat nur Geltung für solche Erwerbslose, in deren Familien kein anderes Mitglied erwerbstätig und in der Lage ist, den„Vorwärts" zu bezahlen." Beschlossen wurde serner, die Parteimitglieder in allen Orga- nisationen der Arbeiterbewegung listcnmäßig zu erfassen, damit sie der Parteiarbeit dienstbar gemacht werden können. Angenommen wurde ein Antrag, halbjährlich eine Konserenz der Abteilungsführcr und-kassiercr einzuberufen, wie auch, daß die Stadtverordneten- sraktioi, jährlich auf dem Bezirksparteitag Bericht zu erstatten hätte.— Wegen der Teilnahme der Berliner an der Landagitation soll mit dem Brandenburger Büro verhandcrt werden.— Die Bildung eines Beamtenwerbeausschusses wurde abgelehnt. Um%12 Uhr vertagte sich der Bezirksparteitag auf heute, Sonntag, 9 Uhr. Oer Skandal um del Vayo. Hat das Auswärtige Amt etwa in Madrid schon abgewinkt? Bon verschiedenen Mitgliedern des Vereins der ausländischen Press: in Berlin wird uns mitgeteilt, daß der Konflikt, der vor Iahren zum Ausscheiden des spanischen Journalisten del B a y o aus dem Verecnsoorstand führte, überhaupt nicht politischer Natur war. Del Vayo selbst war an dem eigentlichen Konflikt, der zwischen dem Vorstand und einigen Regierungsstellen entstanden war und der rein berufliche Interessen berührte, nicht einmal persönlich beteiligt. Er übte jedoch kollegiale Solidarität mit den übrigen Vorstandsmitgliedern und zog die Konsequenzen, indem er seinen Rücktritt als Vorsitzender erklärte. Unsere Gewährsmänner sind empört darüber, daß man heute den der Regierung durchaus bekannten wahren Tatbestand in einen politischen Konflikt umzufälschen oersucht, ja, daß man wahr- h e i t s w i d r i g del Vayo„deutschfeindliche Berichterstattung" vor- wirft, während er in Wirklichkeit stets sür die deutsche Republik Sympathien in den von ihm bedienten Blättern zu werben bemüht war, dabei allerdings selbstverständlich die deutsche Reaktion nicht schonte. Diese Mitteilungen bilden zwar nur eine Bestätigung dessen, was wir wußten und hier bereits andeuteten, sie sind aber dennoch wertvoll. Denn sie zeigen, daß man in Kreisen der ausländischen Journalisten in Berlin den Sachverhalt richtig beurteilt: an den Beschuldigungen, die gegen del Vayo erhoben werden, um seine Ernennung zum Botschafter in Berlin zu hintertreiben, ist kein wahres Wort, wohl aber trifft unsere Anklage zu, daß hier eine hinterlistige reaktionäre Intrige vorliegt. Der Skandal ist um so schlimmer, als, wie wir von zuver- lässiger Seite erfahren, in Madrid bereits offiziös nahe- gelegt wurde, das Agrement für del Vayo lieber gar nicht erst nachzusuchen, da er in Berlin nicht genehm sein würde! Die neue spanische Regierung soll über diese Zu- mutung und Brüskierung nicht wenig betroffen sein, möchte aber natürlich vermeiden, daß ihre Beziehungen zu Deutschland gleich mit einem Mißklong beginnen. Sie möge ober wissen, daß das republikanische Deutschland es sehr bedauern würde, wenn sie daraus verzichtete, das Agrement für del Vayo nachzusuchen, und damit vor einer schmutzigen nationa- listischen Intrige kapitulierte. Die Generale schwören Treue der Republik. Madrid. 25. April. sEigenbcricht.1 Der letzte königliche Ministerpräsident, General Berenguer. und sein ebenfalls der Armee angehörender Bruder haben sich ehrenwörtlich berpflichtet. in Zukunft der Republik zu dienen und sie zu verteidigen; ebenso der letzte Chef des königlichen Militärkabinetts und ein anderer General, der 1S23 Mitglied des ersten Militär- direktoriumS war. Lleberführnng Älasco Zbanez' nach Valencia. Valencia, 25. April. Der Stadtrat hat beschlossen, die sterblichen Reste des in Frank- reich in der Verbannung gestorbenen und in Mentone begrabenen spanischen Dichters Blasco Jbancz nach Valencia überzuführen und hier zu bestatten. Für die Arbeiislosen. Madrid. 25. April. Die Beamten des Handelsministeriums haben zur Unterstützung der Arbeitslosen auf ei» Tagesgehalt verzichtet. Man hofft, daß andere Korporationen diesem Beispiel folgen werden, zumal in Spanien eine Arbeitslosenversicherung noch nicht besteht. Die Waffen der Faschisten. Barcelona. 25. April.(Eigenbericht.) Bei einer Haussuchung in der Wohnung des flüchtigen Vorsitzenden der reaktionären„freien Gewerkschaftsgruppe" wurde«in- Kiste mit Explostostoffen' und Dokumenten entdeckt, die einige hohe Persönlichkeiten der Diliatur schwer kompromittieren. In den Ge- schäftsräumen dieses Faschistenbundes wurden in einem Geldschrank u. a. ll Revolver und t>00 Patronen gefunden. Eine Abordnung der Katalonier französischer Staats- bürgcrschast überbringt der Regierung in Barcelona Glückwünsche und Sympathie. Zollunion und(Kuropa. Ansprachen beim Gesanvtenwechsel. Wien, 25. April. Dr. Rieth, der neue Rcichsgosaridte in Wien, hat durch lieber- reich, mg seines Beglaubigungsschreiben- an Bundespräsident M i k l a s sein Amt angetreten. In den Ansprachen bei dieser Feier- lichkeit hoben beide die Volkseinheit der beiden deutschen Republiken -hervor und unterstrichen, daß der Zollunionsplan aus ihrer besoiwers schlimmen Wirtschaftslage hervorgegangen ist, seine Verwirklichung nicht nur diesen beiden Staaten, sondern ganz Europa zum Nutzen und zur Befriedung gereichen wird. Der sudetendcutsche Minister Dr. Spina hat sich dahin ge- äußert, daß die neueste Rede Dr. Veneschs die Darlegung des Außenministers, aber nicht eine Erklärung der Gesamtrcgierunz war. Zur Erhaltung der Krolloper. Opernbetrieb auf gemeinnütziger Basis? Das Preußische Kultusmini st erium teilt uns folgen- des mit: Eine Theaterkorrespondenz verbreitet— gestützt auf ein« aus dem Zusammenhang gerissene unvollständig wiedergegebene Aeuherung des Ministerialrats S e e l i g im Kroll-Ausschuß des Landtags— eine Mitteilung, durch die der Eindruck erweckt werden soll, als habe das Preußische Kultusministerium oder der Generalintendant sich der Prüfung von Plänen zur Erhaltung der Krolloper auf neuer Grundlage entzogen. Demgegenüber ist festzustellen: Seit dem Beschluß des Landtags in der zweiten Haushaltslesung, daß die Krolloper am 31. August 1931 geschlossen werden solle, sind unter wesentlicher Beteiligung des Präsidiums der Genosien- schaft Deutscher Bühnenangehöriger alle Borschläge und Pläne ge- prüft worden, die dahin abzielten, einen Opcrnbetrieb auf gemeinnütziger Basis mit Hilfe von Besuchsorga- nisationen im Gebäude der Krolloper ins Leben zu rufen. In den nächsten Tagen werden verabredungsgemäß entsprechende w e i- tere Verhandlungen mit der Genossenschaft statt- finden. Der Haushaltsplan, den der Generolmusikdiroktor K l e m- p e r c r dem Kroll-Ausschuß des Landtags vorgelegt hat, ist dem Kultusministerium erst am gestrigen Tage bekannt gqwordcn und ist Gegenstand der Prüfung. Letztes Klemperer-Konzert. Letztes Sinfoniekonzert der Staatsoper am Platz der Republik: der Abend steht nicht im Zeichen drohender Auflösung: es ist eine unerhörte, überwältigende Zusammenfassung aller Kräfte, und aus dem Schlußbeisall. der kaum erlebte Dimensionen annimmt klingt mit elementarer Gewalt das Bekenntnis der Hörerschaft zum leben- digen Geist dieses Theaters, das nicht aufhören darf zu bestehen und das, sei es denn auf veränderten Grundlagen, dem Berliner Musik- leben erhalten werden muß. Held des Abends ist der musikalische Leiter des Hauses, Otto Klemperer. Das Programm, das aus zwei ungleichen Hälften besteht, zeigt ihn, wie er in diesen vier Jahren führend und tonangebend gewirkt hat: als entschlossenen Förderer des Neuen und als verantwortungsbewußten, wahrhaft berufenen Künder der großen, klassischen Musik. Zur Erstaufführung gelangt, mit Walter G i e s e k i n g am Flügel/ Paul H i n d c in i t h s „Konzertmusik sür Klavier, Blechbläser und Harfen": ein überlegen gearbeitetes Stück moderner Instrumentalmusik von der Art, in der Hindemith Meister ist. Der harte Ton, der energische Rhythmus herrschen vor: im langsamen Satz überraschen zarte Klänge von fast romantischer Verträumtheit. Hier vor allem ist auch der Pianist in seinem Element. Den Abend und die Saison krönt die Neunte von Beethoven. Etwas seit Menschengedenken kaum Dagewese- nes begibt sich: Klemperer läßt sie spielen, genau, wie sie von Beethoven geschrieben ist: ohne alle Veränderungen und Verbes�e- rungen der Instrumentation, ohne die, seit dem Vorbild, das Wagner gegeben hat, eine Aufführung kaum mehr denkbar schien. Aus solcher unbedingten Treue zum Buchstaben wie zum Geist der Partitur gestaltet er das Werk und läßt es in beispielloser Eindring- lichkeit und Klarheit neu erstehen, und die beherrschte Kraft seines reinen Willens zur Musik und seiner Musikbesessenhizt reißt alle Mitwirkenden, Orchester, Chor, Solisten, zu einer wahrhaft grau- diosen Gesamlleistung empor. K. P. tGewerkschaftlichcs siehe 2. Beilage.) Ncrantwortlich für Politik: Ar«»» ÄILH«: Wirtschaft:®. fllinnrHäfer; Ecwcrtlchaftsbeweguno: I. Strin»! fteuiQeUm: Dr. gobn Schitowoti i Lotalrz und Sonstigrs: Kritz Äarstädt:-anjeiflen; Th.«SIoä»; sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwäris-Bcrlao S in. b.£.. Berlin. Druck: Vorwärts.Bnchdruckerrl und Berlogsanstalt Paul Sinarr u. Co.. Berlin CW. SS, Lindenstroße 3 Sterin< Beilagen. YJiefohveidi xü N. JSRAEL 5tadtbahnAlexonderp>.-B6r.e U-Bahn Klosterstrasse Aüt0bus 8I2.U.19.21. 25.30 Slrassenbahn 27�28 43. 54- 60- 74"f 76.88• 99 �ubV�-199 ener Parkp\atz Eigener für Privatautos, r Das Kaufhaus im Zentrum das Zentrum 5 Einkaufs in 30 Sehoufenstern, Nicht nur«n nungen .....- fERklN C 2 Nr. 194 ♦ 48. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts Sonntag, 26. Ap nl 19Z1 r Mein l"Ti Die Axt im Haus erspart den Zimmermann, sagt das Sprichmort. Aber so hausbacken diese Weisheit ist, so altmodisch mutet sie manchem an. Wir drehen heute an einem Sehalter, und die ganze Wohnung ist hell mie der Tag. Wir drehen an einem Hahn und das klarste Wasser strömt, kalt oder marm, und mehr als mir je gebrauchen. Komfort heißt das Wort, das alle diese Dinge im weiteren Sinne einschließt� von der Nachfbeleuchtung über die Warmmasseroersorgung zur Zentralheizung. Und die Axt steht in der Ecke und rostet. Anderes kommt hinzu, die Stadt mit ihrem Tempo und ihrem Betrieb, der keine Zeit läßt zur Besinnlidikeit und zur Einkehr. — Es gibt oiele Menschen, denen dies alles eines Tages über wird, gründlich über. Denen es irgendwie schmählich vorkommt, nie in ihrem Leben einen Eimer Wasser aus einem Brunnen geschöpft zu haben, niemals einen Sdieit Holz gespalten zu haben, niemals gesät, sondern immer nur geemtet zu haben, mobei die Ernte bestenfalls im Einkauf einer Mandel Eier oder eines Sacks Kartoffeln bestand. Es gibt eine Photographie von Thomas Edison und Henry Ford, diesen Hexenmeistern der Tedmik, mie sie in den Rocky Mountains in einem einfachen Blockhaus sitzen, in einer Ecke des Bodens ist ein steinerner Herd und über diesem Herd hängt an einer Kette der Kessel. Die Primitivität selbst. Aber alle Menschen können nicht in den Rocky Mountains oder auch nur im Allgäu sitzen; für Hunderttausende muß ein schmaler Grünstreifen an der Peripherie der Großstadt genügen. Was dort draußen an Lauben und Ställen, an Sträuchem und Pflanzen steht und mächst, ist für viele eine zweite Welt; klein, aber mein, können diese Jauern" der Riesenstadt von ihrer Parzelle sagen; ein ha Ihme es erfüllter Wunsdi, Von Klondyke zu Little po-po. .' Rocky Mountains wird jemand sagen, was hat das mit den Berliner Laubenkolonien zu tun. Aber sachte, sachte, die Bereinigten Staaten sind unseren Psahlbauern noch längst nicht weit genug. Bis zu den ewigen Eiswüsten Alaskas ziehen sie hinaus, wenn es gilt, ihrer Kolonie einen Rainen zu geben: in Klondyke haben zwei Kolonien einen solchen gesunden; die eine liegt in K ö p e n i ck an der Grünauer Straße, die andere in N c u k ö l l n an der Harzer Straße. Auch die Sehnsucht ist also verschieden, den einen zieht es nach Rauch- fangswerder, den anderen nach Klondyke. Aber die stille Liebe ynnderler Laubenkolonisten muß Asrika sein. Da wechseln die Namen in bunter Folge: Am blauen Nil, Diamantenfeld Lüderitzbucht(aus- gerechnet in Lichtenberg). Burenland gleich ein paarmal, Kapland dazu, dann kommt Kamerun und Togo und ein halbes Dußend mal Transvaal, merkwürdig, immer kehrt Südafrika wieder, bis die Wüste Sahara(Treptow, Bouchestraße) für Afrika den Beschluß bildet. Selbst chinesische Namen sind vertreten, Tsingtau, Kiautschou und Port Arthur gleich zweimal und der Nordpol und der Südpol scheint ein schockmal oerrutscht zu sein in die Gegend zwischen Pankow und Baumschuleuweg.— Dann tritt die zweite Riege vor, Namen, bei denen ein Till EulenspieKl Pate stand; der schönste steht in Treptow an der Kiesholzstraße angeschrieben und der heißt: Little Po-Po. Man könnte stundenlang dasitzen und nur immer Little Po-Po sagen. Wenn es genug ist, wollen wir weiterlefen: Kolonie hungriger Wolf, Kleio-Kleckersdocs. Nasses Dreieck. Radiescheubund, Schweinekopf. Taube Blülc. Zigeunergrund und Zum ehrlichen See- manu, aber das hat nichts mit der Reepcrbalm zu tun, sondern der Seemann sitzt in Neukölln an der Heidelberger-Straße. Im ganzen sind dem Provinzialverband Groß-Berlin e. D. im Reichsverbayd der Kleingarten-Vereine Deutschlands 8S<1(in Worten: achthundert- undfünfzig) Kolonien angeschlossen. Das alphabetische Berzeichnis dieser Kolonien beginnt mit all denjenigen, die den Abend als Vor- silbe gewählt haben und schließt mit den Kolonien, die sich schlicht und bescheiden„Wüste" nennen. Dazwischen liegen die Alpen und die Berge, die Blumen und die Felder, die Linden und der Mai, der Sommer und die Sonne, und hinter diesen Worten kommt dann immer-thal oder-grund oder-höhe oder-aue. Jeder Name hat etwas mit frischer Luft zu tun. Nur zwei Namen passen in keine Kategorie: Normanneneck, das befindet sich aber in Lichtenberg. und in Weißensee nennt sich eine Kolonie: Weißenseer Großbauern. Es verwundert immerhin, daß das Berliner Nationallied„Waldes- luft* keine Gnade bei irgendeiner Kolonie gefunden hat. Allerdings fangen mit Wald schon dreizehn Kolonien an. An Nachbars Zaun. Mit den ersten Sonnenstrahlen erwachte wieder das Leben in den Laubenkolonien. Die Taufende von Männern, die Abend für Wend auf ihr kleines Stückchen Scholle ziehen, könnten doch getrost um diese Stunde ihre Hönde in den Schoß legen, aber nichts von alledem: hinüber zur Laube, die Stiefel aus und die Pantinen an, ist eins. Dann geht es los. Der eine stand da und strich seine Laube, mit blutigroter Farbe. Die Nachbarn standen am Zaun und ulkten:„Haha, kiek mal, Justao macht jetzt ein Gasthaus zum blutigen Kmzchcn auf!" Gustav aber pinselte unverdrossen weiter.. Ein okldere'rZst aiis einen weitcru(ragenden Turm geklettert und häntmert in den Abend hinein, als stände er in einer Schmiede.„Was macht denn der Mann da oben?"„Der macht sich ein Geländer um seine Windmühle." An diese Auskunft schließt sich eine kleine Debatte, ob Mühle oder Brunnen; aber so ist das, diesem 76jöhrig-n Mann Von der Mutter entfüh'.? Achtjähriger Zunge spur'os verschwunden. Seit dem 14. April ist der achtjährige Sohn Klaus des Kauf. manns Fink aus der Lejsingstroße spurlos verschwunden. Es wird angenommen, daß der Zunge von seiner Mutter, die von ihrem Manne geschieden ist, entführt wurde. Die Vermißtenzentrale, bei der Anzeige erstattet worden ist, hat die Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes aufgenommen. Bisher wurde ermittelt, daß der kleine Klaus im Zentrum der Stadt wiederholt in Begleitung einer Frau gesehen wurde, die nach der Beschreibung nur die geschiedene Frau des Kauf mannes gewesen sein kann. Nach der Scheidung war das Kind zunächst kurze Zeit bei der Mutter, wurde dann aber endgüllig dem Vater zugesprochen. Seltsamerweise schloß die Frau für den Jungen, ehe sie ihn ihrem früheren Manne überließ, eine Lebensversicherung über 20(XH) Mark ob. Das Kind ist etwa 1,10 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, ein frisches ovales Gesicht und trug zuletzt kurze Hosen, brauneu Pullover, hohe braune Stiefel und eine blaue Baskenmütze. Zweck- dienliche Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar Bender bei der Vermißtenzentrale im Polizeipräsidium entgegen. genügt kein Brunnen mehr, er muß eine Mühle hoben. Lauben- kolonisten scheinen niemals fertig zu sein, wer gar nichts mehr zu tun hat. der geht hin und seh» auf seine Laube eiaen Turm. Modell: der Dom zu Nordhausen. Oder er reißt die weißen Kalksandsteine, die seine Wege umrandet haben, heraus und pflanzt dafür alte Hoch- spannungsisolatorcn ein; die sind wohl auch weih, aber immerhin aus Porzellan. Man muß einmal Laubcnhunde beobachten, die sind es wert. Da hat ein Bauer an seine Datsche— Datsche heißen die Lauben in Rußland— geschrieben: Duschroscn, billig zu verkaufen. Dazu Hot er ein Bild angeklebt, auf dem seine Busch- rosenpracht zu ersehen ist und der lateinische Name für diese Spezie ber heimischen Flora steht auch gleich dabei. Ein Mann kommt und holt sich ein paar Rosen, er will vier haben, aber der Bauer sagt: „Jott, nimm doch sechst, det kommt uich so drusf an." Die Rosen werden eingewickelt und hingcpackt, während die beide» Männer noch ein wenig plaudern. Als der Käufer gehen will, sind die Rosen weg, nur der Hund schleicht querfeldein. Da ruft der Bauer:„Hund, wirst du runter vom Land!" Und flugs geht der 5)und auf den Weg. Gut erzogen. Jetzt geht es weiter:.Fzund, wo hast du die Blumen hin- geschleppt?" Das hört der Hund und läuft in die lzütte. Der Bauer hinterher und holt aus der Hütte die Rosen. Vielleicht hat der Hund gedacht, was will der alt« Kerl unsere Rosen wegtrogen? Aber mag er auch nichts gedacht haben, die Laubenhunde, die hoben etwas weg vom letzten Frost. Die Spielregeln der Kinder sind ewig. Die Achtjährigen sitzen in einer Sandkute und backen Kuchen. Hätten sie Wasser, würden sie Eierpampe machen. Die Zehnjährigen gehen einen Schritt weiter ! und schmeißen sich mit Sand. Einen geschlagenen Rachnütiag lang. Nachher haben sie Lause Die Zwölfjährigen spielen Hockey. Mit den umgekehrten Krücken abgebrochener, halb zersplitterter Spazier- stücke. Nachdem das Spiel 4; 0 für die Rangen der Kolonie„Gc- mülliche Rehberger" steht, droht die Berlustpartei von jetzt an„janz jemein zu spielen". Was die Vierzehnjährigen machen? Die haben fick) auf eine nahegelegene Baustelle verzogen und rauchen Pseisc. Es scheint aber nicht besonders zu schmecken und einer meint auch: „Weeste, Knösel ist doch nicht det Richtige!" Wenn jemand Feuer ansteckt und Unkraut verbrennt, läuft die halbe Kolonie zusammen und freut sich über die Flammen.„Ja, lieber Herr," sagt einer,„da müssen Sie im Herbst kommen, Kgrtofselkrout brennt noch ganz anders. Dann legen wir ein paar Knollen in die Glut, ober Sir sollen mal sehen/ wie die Bauern nachher alle suttern!" Oaö begrabene Kriegsbeil. In einer Kolonie am Nordrand der Stadt fragten wir so im Vorbeigehen einen Mann:„Haben diesen Winter wieder viele Kolonisten draußen gewohnt?"„Ja, viele" war die Ant- wort. In dieser simplen Frage liegt die undankbarste Seite der ganzen Äleingartenbcwegung eingeschlosten. Soweit über die Wohn- lauben Recht zu sprechen war, hat das Reichsgericht eindeutig gegen die Wohnlauben entschieden, so salomonisch verklausuliert das Urteil auch ist. Jetzt liegt vieles, wenn auch nicht alles an dem gerührten Herz der Baupolizei. Zur Stunde allerdings herrscht Waffenstill- stand. Denn die Berliner Bauordnung gestallet vom 15. April bis zum 15. Oktober das Wohnen in den Lauben; nicht in allen, denn dann müßten neben den. beiden Guckaugen auch noch die Hühner- äugen zugedrückt werden. Am 15. Oktober beginnt dann wieder der Krieg, wenn die ersten Räumungsbefehle in die Kolonien flattern. Für die Sommermonate aber ist das Kriegsbeil begraben. Wenn es zum Winter wieder losgeht, ist der Kampf ein schwerer für die Daucrwohnrr. Denn wie cm Dolch sitzt ihnen das Reichsgerichts- crkenntnis im Rücken. Es wird an der Stadt und ihren Instanzen liegen, keine Märtyrer zu schaffen. Denn das Wohnlaubeuproblem ist nicht nur heißes, fonhern glühendes Eisen. Es versöhnt einiger- maßen, daß die Wohnlauben ein starkes Regulativ im Garten selbst haben: das Graulen. Das nachstehende Gespräch ist nicht provoziert, zwei Frauen, die sich unbeobachtet fühlten, führten es:„Schlafen FURs BILLIGE WOCHENEN Bankbettstelle rui*mmen klappbar, m. «rtuem.(ettem q80 Bem*....... c— Wochenendbett dtappekftr Splralboecn, GL 04 rpITÄT; 825 � Reformunterbett Orell /Trikot, 08O «ctrk««füllt. 7— GL. BS. Metall. Bettstelle »kt Zutfedermatratze, 27 mm Bügebtirk*, nau- artlfe M essl acverxle- runf Im FuBeail,-I Z 75 weiß, 90X1» Wand- Bettstelle x. Mochldappc«, weiß, 80X165. 141* Metall. Betteten« Garderobenschrank Nachttisch mit ZuffetJer. mit Hutboden u. Sttnie, 1 turl,. PlatteW X 40 cm. m It mmtmtt., woIB, 4rt95 bü,cltle(. 1« cm hoch. O-jOO Tdrü Schubltaiwn.a< J60 80x185..... wej3 O le— weiß lackiere.1 Prinxv nstr. Ecke IWilmersdorfer-Stp. 1361 fra nkfurter-Al I e e j Q Sebostian.Strosse| an der tzismorck- Strasse 1 ÜS Gratis Bettffede bal ElnKauf v B e t t f e d e � n tereinift, tedämpfc. 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Die Stachelbeeren marschieren vorneweg und knospen schon. Auf den Regentonnen sitzen die Spatzen und beugen sich ganz tief hinunter, um einen winzigen Schluck zu ergattern. Aber sie fallen nicht ins Wasser. Aus den Schornsteinen der Lauben steigt eine leichte Rauchfahne auf, es riecht nach Holz und Kaffee und ein klein wenig nach Benzin. Diesen Benzindunst schickt das nahe Häusermeer der Großstadt herüber, um daran zu erinnern, daß wir immer noch in Berlin sind. Wie über- Haupt die Stadt unbarmherzig ihre Fühler ausstreckt: in schnür- gerader Linie recken die Gullys der zukünftigen Kanalisation über- mannshoch aus dem sandigen Weg empor. Ehe es Nacht wird, schultern die Kleinberliner Bauern ihre Harken und Spaten und drehen den klobigen Gullyhälsen einfach den Rücken zu. Ltot Loeskes Millionen. Erben und Verwandte vor dem Kammergericht. Der Kamps um den Millioneunachlaß des Inhabers der Zuwelierfirma Markgraf, Loeske, ist in das zweite Stadium getreten. Vor dem 3. Zivilsenat, dem sogenannten lkrbschastssenat des Kommergerichts, gab es gestern ein stundenlanges Rededuell zwischen den A n w ä l l e n der beklagten Erben des verstorbenen Loeske und den SS verwandten, die sich die Millionen nicht entgehen lassen wollen. Der Streit um die Loeskeschen Millionen bildet einen nicht unintereflanten Ausschnitt aus einem gewisien sozialen Milieu und verdient deshalb in aller Kürze noch einmal dargestellt zu werden. Am 1. Oktober 1929 starb der Kaufmann Loeske. Er hatte sein Unternehmen, die Juweliersirma Markgraf, von kleinen An- sängen zu einer der ersten Firmen emporgearbeitet, war außerdem Besitzer von Petroleumquellen in Galizien, einer internationalen Antiquitätshandlung und einer Reihe anderer Unternehmen. Erlebte feit Jahren in Feindschaft mit seinen Ber- wandten und in inniger Gemeinschaft mit einer Frau Blau- stein, die ihm die Wirtschaft führte und in Freundschaft mit seinem Prokuristen Jakob Oppenheim und dessen Frau. Dauernd krank, wußte er, daß er nicht mehr lange leben würde, eine Operation war unvermeidlich. Seinen letzten Willen hatte er in einem Testament niedergelegt. Am Tage nach seinem Tode wurde die Urkunde von Rechtsanwalt Dr. Schwersenz einem Tresor in Loeskes Schlafzimmer entnommen und dem Amtsgericht übergeben. Das gesamte Vermögen war Frau Blau st ein. Herrn Oppen- heim und dessen Frau vermacht, außerdem waren sämtliche Angestellten mit Legaten bedacht, ein Zusatz besagte ausdrücklich, daß die Verwandten von der Erbschaft ausgeschlossen sind. Das riesige Vermögen, es betrug viele Dutzend Millionen, kam für die Verwandten völlig überraschend. Es fand sich e.in in Paris lebender Rumäne, der sich bereit erklarte— natürlich.in der Hoss- iiung auf einen Löwenanteil—, den Ziviistreit der Verwandten, um die Millionen zu finanzieren.- Der Prozeß wurde.in der ersten Instanz mst großer Leidenschast geführt. Die Verwandten behaup- teten, das Testament sei gefälscht, die Enterbung der Verwandten stehe im Widerspruch mit Aeußerungen, die der Erblasser über seine Absichten zu Lebenszest getan habe, der Text könne der Form nach nicht von ihm herrühren, auch die Schreibfehler sprächen dafür, daß es nicht seine Schrift sei. Das Testament müsse wohl von Frau Blaustein selbst verfaßt sein. Es sei zudem ungültig, da das Zu- sommenlcben mit Frau Blaustein als sittenwidrig zu betrachten sei und Loeske überdies vor seinem Tode sich im Zustande einer Geisteskrankheit befunden habe. Das Lapdgertcht 1 w i e s d i a Klage der Verwandten ab. Die Fälschung des Testa- ments sei nicht erwiesen, ebenso wenig die Geisteskrankheit des Erb- laffers, von einer Sittenwidrigkeit könne keine Rede sein. Der Graf auf Freiers füßen ff Maust" unter Betrugsanklage 2500 Mark Liebesspesen Fräulein Michaelis befand sich auf dem Wege noch Garmisch. Es war Faschingszeit In München sprach sie ein älterer Herr auf der Straße an und folgte ihr in ein Cafe. Während der Unter- Haltung schrieb sie plötzlich auf eine Karte„Gras 5)einingen". Der alte Herr sehr erstaunt.„Woher kennen Sie mich."„Ich habe Sic in Wiesbaden gesehen," meinte Fräulein Michaelis,„ich bin Frau Professor Michaelis." Der Anknüpfungspunkt war gegeben. Man besuchte an demselben Abend ein Kostümfest in einem großen Hotel, dinierte am nächsten Tage in einer befreundeten Familie des Grafen, er zog zu Frau Professor ins Hotel— sie war ja eine geschiedene Frau, eine geborene von Mclltzahn, c r lag mit seiner Frau In Scheidung—, es wurde Verlobung gefeiert, dann ging es nach Garmisch. Man nahm an Mllnchener großen Bällen teil, verbrachte zehn Tage am Tegernsee, mochte den großen Fastnachtsball in München mit, unternahm Reisen und war am 11. März in Jena. Am 1Z. sollte hier der Termin in der Scheidungsklage des Grafen stattfinden. Mitte März bezog man in Berlin zwei Zimmer in einer eleganten Pension. Die Frau Professor steundete sich mst der Gräfin Carry, der Frau des Grafen Heiningen, an, wurde als Frau von Maltzohn in erste Berliner Kreise eingeführt, auch dem Prinzen Joachim von Preußen vorgestellt. Äu� dem Faschingsscherz drohte bitterer Ernst zu werden. Die Situation wurde immer peinlicher, der Gras mit seineu Heirats- obsichten immer dringlicher. Frau Professor Michaelis sann nach Mittel und Wege, um sich von dem sehr wenig vermögenden gräf- lichen Freier loszumachen. Und verfiel dabei auf einen originellen Trick. Sie richtete an sich selbst und an den Grafen Briefe, die angeblich von ihrem Vater stammten. Zuerst schrieb„Herr von Maltzohn", er würde auf die Verbindung seiner Tochter mit dem Grafen Heiningen nie eingehen. Der Graf bestand darauf, seinen Schwiegervater aufzusuchen, um ihn umzustimmen. Da wurden die Briefe persönlicher. So schrieb z. B. Herr von Maltzohn:„Werter Herr Graf! Ich danke Ihnen, daß Sie meiner Tochter über die schweren Tage hinweggeholfen haben(Frau Professor hatte nämlich den Tod eines Sohnes vorgetäuscht). Ich habe den sehnlichen Wunsch, mit Ihnen in Wiesbaden zusanimenzutreffen.. Der Gras fuhr nach Wiesbaden, traf den Schwiegervater nicht an— Frau Professor Michaelis wollte den Grafen angeblich aus Berlin fort- haben, uni ihm schriftlich reinen Wein einzuschenken— es entspann sich zwischen beiden ein zärtlicher Brief- und Telegrommwechsel. Sie schrieb:„Ich denke jede Stunde an Dich," besang ihre Liebe zu ihrem „E s i" in Achtcrzeilern: er schrieb ihr„mein tlemcr angebeteter Engel",„mein M a u s i s ü ß", und als er zurückkam, holte er seine Kaiser ab: er mag unterdes wohl die zehn Vorstrafen der Frau Professor geb. von Maltzohn in Erfahrung gebracht haben. Das war das Ende des Liebesabenteuers, von dem der Münchener Freund des Grafen gesagt hatte:„Daß diesem alten Esel solch ein Glück passieren konnte. Der adlige Kavalier erstattete gegen sein M a u s i s ü ß Au- zeige wegen Betruges: sie hatte ihm angeblich 2 5 0 0 M. Licbesspesen gekostet.„Ich war auf sie aufmerksam geworden. well ich eine Vorliebe für hochgewachsene Frauen habe," sagte er bei seiner Vernehmung.„Ich war auf das Verhältnis mit ihr nur ein- gegangen, weil ich sie für eine vermögende Frau mit 600 000 M- Mitgift hielt." Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Zuchchous. Dos Gericht sprach die Angeklagte frei: Sie habe, hieß es in der Urteilsbegründung, dem Grafen nicht mehr gekostet, als er sich sonst «in Verhästnis halte kosten lassen. Vor dem Kammcrgericht wiederholten die Vertreter der kläge- rischen Partei ihre Einwände. Sie bemängelten u. a. den Um- stand, daß die 1. Instanz den graphologischen Gutachten zu wenig Bedeutung beigemessen hätte. Das Kammergericht setzte den Ver- kündungstermin für den 16. Mai fest. Oer Schuß in den Lücken. Ungeklärter Tod eines 25jährigen Schlossers. ZNil der Untersuchung eines Nock) ungeklärten Todesfalles ist die Reservemordkommission unter Leitung von Kriminalkommissar Stiller beschäftigt. In einem Lokal mit Frühkonzession in der Maß mann st ratze erschien am 16. April d. I. gegen 6ZL Uhr ein junger Mann, der ein niedergedrücktes Wesen zeigte. Er bestellte eine Tasse Kaffee und die Wirtin, der Kellner und ein anwesender Gast nahmen an, daß der junge Mann zuviel getrunken habe und sich etwas ernüchtern wolle. Ehe seine Bestellung noch ausgeführt werden konnte, sank der junge Mann plötzlich von seinem Stuhl. Die Wirtin und der Kellner sprangen ihm bei, konnten aber keine Verletzung an ihm sehen. Der Zusammengebrochene bat um ein Glas Wasser und wollte dann in ein Krankenhaus gefchafst werden. Dieser Bitte entsprach der Kellner, der ihn mit Hilfe eines änderen Mannes in eine Droschke trug und nach dem Krankenhaus« am Friedrichshain brachte. Beim Entkleiden sahen die Aerzte, daß der junge Mann eiye Schußwund« im Rücken hatte. Er wurde sofort operiert, ist aber am 25. April g e st o r b e n. Er ist festgestellt als ein 25 Jahre alter Schlosser Hans Nagels, der in der Pappel- alle« 39 wohnte. Nagels hatte dort«ine sehr bescheiden eingerichtete Kuchstube, die seine Braut mit ihm teilte. Das Mädchen liegt fest dem 6. April im Krankenhause in Reinickendorf und konnte über das Unglück, das ihren Freund betroffen hat, nichts aussagen. Es ist möglich, daß Nagels in eine Schlägerei geraten ist, möglich auch. daß er, dem«s nicht sehr gut ging, einen Eindruck) verüben wollke und dabei von einem Wächter überrascht und angeschossen wurde. In dem Lokal in der Waßmannstraße kannte ihn niemand. Für die Aufklärung des seltsamen Falls wäre es erwünscht, wenn sich Personen, die Nagels vielleicht in der Nacht zum 16. April allein oder in Begleitung gesehen haben, bei Kriminalkommissar Stiller, Dienststell« C. 6, im Polizeipräsidium melden würden. Todesopfer der pankower Schießerei. Im Pankower Krankenhaus ist der Zopfer Hermann Schulte, der im Handgemenge von einem Kriminalassistenten in der Mendel- straße in Pankow in der Notwehr niedergeschossen wurde, gestern seinen Verletzungen erlegen. Die Untersuchung hat ein- wandfrei ergeben, daß der Beamte In Notwehr gehandelt hat. Schulte hatte in die Tasche gefaßt und ein ledernes Schlüsseletui herausgeholt, das in der Dunkelheit wie ein Revolverfutteral aussah. Auch die umstehenden Passanten, die Zeugen des nächtlichen Vor- falls geworden waren, glaubten in der Hand Schuttes eine Waffe zu erkennen, denn sie riefen dem Beamten noch zu:„Achtung, der hat ja einen Revolver." Zwei Auioopfer der Landstraße. Schweres Verkehrsunglück bei Dortmund. Dortmund. 25. April. Ein schweres Verkchrsunglück ereignete sich am Sonnabeudnach- mitlog auf der Chaussee zwischen den Stadtteilen Cichliughosen und Barop. Ein mit vier Personen besetzter offener Kraft- wagen überschlug sich in dem Augenblick, als zwei der Fahrgäste den Chauffeur darauf aufmerksam mochten, daß sie die Kopfbedeckung verloren hätten. In dem Bestreben, den Wagen so schnell wie möglich zum Stillstand zu bringen, verlor der Chausseur wahrscheinlich die Gewalt über die Steuerung, so daß der Wagen ins Schlendern geriet, ver Chausseur war auf der Stelle l o t. die drei Insassen erlitten teils schwere, teil» lebensgesährliche Verletzungen. Einer der verletzten Ist bereit» im Krankenhaus gestorben. Der Direktor der Berliner Städtischen Gaswerke A.-G., Bernhard Ludwig, begeht heute seinen 60. Geburtstag. 7- Uoin&a aus dem Uugari«tJica ron Alexander Sacher- Masoch. Mister' Jack reichte uns allen die Hand, was meine Schwester und ich als eine besondere Gunst ansahen. Und Mister Jack übergab uns für die ganze Familie vier erste Plätze für die Eröffnungsvorstellung. Mein Vater war wie ausgewechselt. Er bot Mister Jack, Platz zu nehmen und dieser plauderte mit ihm und meiner Mutter über alles Er- deutliche. Meine Eltern erkundigten sich nach seinen Familien- Verhältnissen. ,„Mein Frau?" meinte Mister Jack,„mein Frai� stehlen mein Pferd und durchgehen mit Kollega! Dann ich kauf Pupu- Kamel, Pferd und Äff für Frau!!— Aber Kette binden in Nacht, daß nicht kann durchgehen wie mein Frau!— Frau— Äff— alles eins, mein lieber Herr!!— Wenn ich will, daß schön brav sein und lernen seine Kunst, dann beist und sein Mund geht immer— be-be-be-be-be—! Nur schlafen, spazier. Banderl... Bonbongse— das brauch Frau und Äff!" Mjfter Jack brachte das mit so drolligen Gesichtern und Gesten vor, daß mein Vater und meine Mutter vor Lachen fast vom Stuhle fielen. Sie lachten noch, als Mister Jack schon fort war. Wie lachten erst wir beide, nieine Schwester und ich! Wie groß war unser Glück, daß dieser verfemte Gaukler unseren Vater so gewinnen konnte! Jetzt machte mir nurmehr mein Knie Sorge. Aber in der Nacht brach zum Glück die eiternde Stelle auf und nun schmerzte die Wunde nicht mehr so sehr. Es mar daher Hoff- iiung vorhanden, daß ich am nächsten Abend auch zur Er- öffnungsvorstellung hinüberhunipeln konnte. Meine Schwester brachte den ganzen Tag über neue'Nach- richten. Das Hypodrom mar viereckig und an den vier Ecken standen vier ungeheure Masten. Außer den Komödianten halfen ebenso viele Tagelöhner beim Aufstellen und alle er- hielten doppelten Lohn. An die Außenpsosten wurden Bretter genagelt und ober die Bretter Leinwand gezogen. Gedeckt wurde es nicht, sondern stand unter jreiem Himmel. „Das Hypodrom ist schon fertig", berichtete meine Schwester,„schrecklich intetessant! Die halbe Stadt wandert hin, um das Wunder anzustaunen!" Schrecken erfaßte mich, daß ich wegen meines Fußes viel- leicht die Vorstellung versäumen mußte. Infolge der Frei- karten sagte mein Vater zu meiner Mutter: „Geh und nimm die Frätzen mit! Das ist ein Vergnügen für euch. Ich habe keine Lust zu solchen Dummheiten!" Ich hätte meinem Vater um nichts in der Welt zugeredet, mitzukommen. Ich wußte, er hätte mich angeknurrt, wenn ich in die Hände geklatscht oder geschrien hätte. Ich wurde jedoch durch die Unbeständigkeit meines Vaters sehr unangenehm enttäuscht. Abends entschloß er sich nämlich dazu, die Vorstellung doch zu besuchen, erklärte aber, daß ich wegen meines kranken Fußes nicht mitdürfe. Als Be- gründung brachte er vor, daß es der Lehrer wegen nicht an- ginge, den Zirkus zu besuchen, die Schule hingegen zu ver- säumen. Meine Mutter erbarmte sich meiner und brachte ineinen Vater dazu, mich dennoch mitzunehmen. Es war ein großer Tag für unsere Familie— ein Ehrentag! Mein Vater wollte anfangs seinen abgeschabten Kanzlei- rock anbehalten, dann aber zog er doch seinen einzigen, spiegel- blanken schwarzen Anzug an, denn es schickte sich doch nicht, auf dem ersten Platz so schäbig zu erscheinen! Auch meine Mutter machte sich schön. Die Arme war seit urdenklichen Zeiten nicht ausgegangen. Zur Hochzeit meiner älteren Schwester hatte sie zum letztenmal ihr Seiden- kleid angezogen. Man sah es ihr an, daß sie genau so glück- lich war wie ich und meine Schwester, obgleich sie unsere Froudenausbrüche dämpfte. Ich verband mein Knie und ob- schon mich dasselbe schmerzte, marschierte ich mit meiner Schwester tapfer vor meinem Vater her. Das Hypodrom war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zirkuslcutc bezahlten imscren Stall mährhast fürstlich. Wir saßen aus dem teuersten Platz. Unter so vornehmen Leuten, daß ich meinen Estern ansah, wie glücklich sie waren, weil der Zufall sie dorthin verschlagen hatte. Ich und meine«vchmester wagten kaum zu atmen. Meine Bewunderung für Mister Adam und sein« Sippe war an sich schon groß genug. Nach dieser Vorstellung aber wuchs sie ins Unendliche. Die Signores vollbrachten herrliche Dinge mit ihren Pferoen und Bällen. ebenso Mister Jack als dummer August. Meine Mutter lachte so, daß ihr die Brille von der Nase fiel. Aber schließlich war all dies nichts Ungewöhnliches, denn ähnliche Dinge waren jchon dagewesen. Aber Mister Adam und seine Familie! Was sie vor- führten, war atemraubend. An den vier Masten aus Fichtenholz hingen, in der Höhe eines einstöckigen Hauses befestigt, vier Trapeze, zu welchen eine Strickleiter hinaufführte. Nach mehreren, an sich schwindelerregenden Produklionen. hingen sich Mister Adam, Mister Jack und Frau Griselde mit dem Kopf abwärts und herabhängenden Armen auf die Trapeze. Je einer der Künstler gab sich einen ungeheuren Schwung, ließ dann los und flog mindestens zehn Meter frei durch die Luft, um dann von seinem Partner mit den Händen aufgefangen zu nlerden. Dann schwangen die beiden sich noch mehrmals stark hin und her. Das große rote Netz war unter ihnen ausgespannt, aber es hätte ihnen im Ernstfalle wohl nicht mehr viel genützt. Denn hätte einer von ihnen den Griff verfehlt, dann wäre er wohl durch den Schwung über die Reihen des Publikums hinaus gegen die Bretterwand geschlendert und getötet worden. Und Freddy hatte die gefährlichste Nummer. Die Feuer- lvehrkapelle des Ortes verstummte. Totenstille trat ein. Freddy flog genau so durch die Luft wie die übrigen, als jedoch sein Vater ihn auffing, warf er ihn mit dem gleichen Schwung zurück zu Mister Jack aus das gegenüberliegende Trapez. Das dünne„Hoppla!", das von Freddys Lippen klang, loste wenigstens zwanzig Llnqstschreie und nachher ebenso viele Seufzer der Erleichterung aus. Als Freddy nach beendeter Vorführung, vor Beginn der stummen Pantomime, mit einem Teller durch die Reihen des Publikums ging, sah ich, daß die Frait� Bürgerineister ihn umarmte und seine Locken streichelte. Mister Jack, der dumme August, sprang hinzu, riß Freddy einige Haare aus und zeigte ste Kerum, um der Frau Vurgenneistcr und den Uebriaen zu beweisen, daß die Locken und die Farbe echt seien. Daraus «rhiest der Onkel pon Freddy eine schallende Ohrfeige, daß rr unter die Bank purzelte. Alles schrie und lauchzle vor Lachen, war sehr stolz darüber,, daß meine Estern meine fach- verstairdrge Erklärung über das Geheimnis dieser Ohrfeigen anhörten. Der Zuschlagende markierte, der Empfänger klatschte mit beiden Händen hinter seinem Rücken. Jetzt war mir Freddys Stolz begreiflich. Er hatte wirklich das Recht, durch einen so gewöhnlichen Menschen wie ich wie durch Clao hmdurchzujeheu.(Zortsetzung folgt.) Ein neuer Energiespender Versuche aus Braunkohle verwendbares Gas zu gewinnen 2Iuf der Versuchsanlage zur Erzeugung von Stadtgas aus Braunkohle, die von der Lraunkohlcngas G. m. b. h., Berlin, Ansang Zanuar lg2t> aus dem Gelände des Gaswerks Kassel errichtet«vvrde, ist im experimentellen Groß- bclricli mehr als 1 Blillion Kubikmeter Brounkohlcngas gewonnen und dein Gaswerk zugesiihrt worden, ohne dofj sich irgendwelche Mißstände oder Schwierigkeiten in der Gasversorgung der Stadl Kassel gezeigt hätten. Aus Grund der jetzt vorliegenden günstigen Ergebnisse soll diese Versuchsanlage für eine Jahresleistung von Z bis 4 Millionen Kubikmeter ausgebaut werden. Die B r a u n k o h l e n g a s e r z e u g u n g, ein Problem, um das man sich in Fachkreisen während der letzten 30 Jahre wiederholt vergeblich bemüht hat, ist damit seiner technischen und wirtschastlichcn Lösung zugeführt. Ein wichtiger technischer Fortschritt ist erreicht, dessen Bedeutung sich heule noch nicht amrähernd absehen läßt. Nach der von den Gaswerken aufgenommenen Mechode entsteht das Gas bei oer Aufspaltung fester Ltonc durch Wärme. Als Ausgangs- Material kann diesem Prozeß Steinkohle, Braunkohle,.stolz, Tors, Oclschicser zugrundegelcgt werden. Als technisch und wirtschaftlich verwertbarer Rohstoff erwies sich bisher indessen nur die Steinkohle, aus der unter Beimischung von Wassergas ein nach Heizwert, spezifl schein Gewicht und Aündgeschwindigkcit genau festgelegtes Gas gewonnen wird. Diese Normung ist von Wichtigkeit, da nach ihr die gesamten Gasgerätc abgestimmt sind. Wesentliche Bcrändeningen der Gaszusammcnsetzung könnten das gesamte in den Rohrleitungen und Gasgeroten investierte Kapital entwerten und die Nutzung des Gases im bisherigen Umfange'auf Jahrzehnte unterbinden. Das bei der Braunkohlenentgasung in Kassel angewandte Arbeitsverfahren hat den Lorzug. daß die Eigcnschoiten des erzeugten Braunkohlen- gases denen des normalen Steinkoh longa s es praktisä? gleich sind, wie die störungsfreie Zuführung von l Million Äubik- meter das Kasseler Stadtstromnctz im praktischen Großversuch bestätigt hat. Die technisch einwandfreie Verwertung des Braun- kohle ngases ist somit erwiesen. Die Wirtschaftlichkeit der Gas- erzeugung aus Braunkohle entscheiden salzende Faktarcn: Billigkeit des Rohstoffes, technisch einfacher Prodiiktiansprazcß, hohe Gas- ausbeute und Verwertbarkeit der Nebenprodukte. Die Einstands- kostcu des Rohstoiss Braunkohle liegen, wie ein Vergleich der Markt- preise ergibt, im weiten Umkreis der Gewinnungsstotten van Braun- kohle weit unter denen der Eteintahlc. Der Entgosungsvorgang vercinsacht sich dadurch, daß der als Kotalysator dienende Koks im Arbeitsverfahren selbst gebildet wird und sich eine Ausgraphitierung der Kammern, die bei der Eteinkohlenentgasung notwendig ist. erübrigt, so daß ein ununterbrochener Dauerbetrieb ermöglicht wird. Die in Kassel verwandten Rohbraunkohlen und Bromilohlenbriketts mitteldeutscher, böhmischer und Liegnitzcr Her- kunst ergeben eine um öO bis 200 Proz. höhere Gasausbeute als Steinkohle. Ein Reinfall! Das Llrauio aus Schleichpsaden. Es läuft nur mit Eenfmehl und Zichorien. Ueber die abenteuerlich« Spritztour eines„Auch-Autobcsitzers", die gestern durch die Polizei ein unerwartetes Ende fand, wird uns berichtet: Es war ein seltsames Stück der ältesten Gattung Auto, das sich da gestern dem Berliner Wcdding näherte. Ratternd, schnaufend und mit einigen asthmatischen Stockungen. Aber endlich hielt es doch und nun sahen Polizeibeamte, die dos ungeheuerliche Vehikel staunend verfolgt hatten, daß ihm drei Männer entstiegen und daß der Wagen außer dieser Besatzung noch eine abenteuerliche Ladung enthielt: Hirschgeweihe, Rehgehörne und allerlei Ge- brauchsgegenstände, wie sie wohl in Jagdhäusern zu finden sind. Die drei Autler wurden angehalten. Der eine, der sich stolz als der Besitzer des Wagend vorstellte, hatte das Gefährt einst für einen Radioapparat eingetauscht. Seine Begleiter waren Polen. R., der Autöbesitzer, behauptet, er habe aus Gefälligkeit die beiden Polen unterwegs mitgenommen und diese hätten die Gegenstände bereits bei sich gehabt. Die Pole» wieder erklären, daß die Sachen schon im Auto gelegen hätten, als sie zustiegen. Offenbar versucht einer, die Schuld auf den anderen zu schieben— denn in der Ortschaft(Boitzen bei Luckau ist in der Nacht zuvor ein Einbruch in«in Jagdhaus verübt worden. Der Wagen ist eure Sehenswürdigkeit für sich. Ueber seine Tücken weiß der Besitzer allersji zu berichte!,., Wenn- der Wagen in-.Gang kommen soll, so muß er zur rechten Zeit in den Kühler gekochtes S e n f m e h l gießen und einige Male im jjose umherfahren. Wenn olles schön heiß geworden ist, füllt er Zichorie nach und die Masse verstopft dann das durchgerostete Sieb, so daß das Kühlerwasser sich hält. Auch der Motor ist nur nach bestimmten Regeln in Gang zu bringen. Die Polen stimmten dieser Bc- schreibung des Autounikums gleich zu. Sic sogen, daß fast an jeder Ecke gehalten werden muhte und daß ihnen auf der Fahrt alle Knochen durcheinandergeschüktelt wurden. Aber besser schlecht ge- fahren, als gut gelaufen. Oer neue Oberbürgermeister im Rundfunk. Oberbürgermeister Dr. Sah m sprach gestern abend im Berliner Rundfunk. Nach der Darlegung des dringenden Sparsam keits- g e b o t s für die städtische Verwaltung appelliert Dr. Sahin an die Berliner, nicht einzelne Mißstände oder unangenehme Erlebnisse zu verallgemeinern: gerade die Selbstverwaltung ist angewjescn auf dlc Mitarbeit aller ihrer Glieder und zur Mitarbeit ruft der neue Oberbürgermeister alle auf, die guten Willens find. Unbekannter Radfahrer totgefahren. Vor dem Hause Berliner Straße 33 in Köpenick geriet am Vonnabendnochmittog ein Radfahrer, unter die Röder einer Straßenbahn der Linie 81 Der Lerünglücktc wurde in das Köpenickcr Kreiskrankenhans gebracht, wo er bald nach seiner Auf- nahm», st s-r b.. „Reue Welt' am'Donnerstag und am Ireitqg. Man schreibt uns: Die„Noziwelle" ist im Abebben! Das zeigt mit ganz besonderer Deutlichkeit ein Vergleich zwischen der Noziversannnlung. die am Freitagabend in der„Reuen Welt" in Neukölln stattfand, und der riesigen sozialdemokratischen Frauen kund- g e b u n g am Tage vorher,— Am Donnerstag, an Stelle des einen, drei riesige, beängstigend übcrsüllte Säle und viele Hundertc, ja Tausendc, die keinen Einlaß mehr fanden. Wohl selten hat Neukölln eine so wuchtige, so mitreißende Kundgebung gesehen wie diese Massendemonstration der sozialdemokratischen Frauen für Demokratie und Volksrepublik.— Am T a g e darauf sollte die Gegenaktion der Nazis steigen, für die die Hakenkrcuzlcr in der morktschrcicrischsteu Weise Propaganda gemacht hatten. Es wurde, trotzdem Herr Stöhr, der Reichstagsvizepräsidcnt a. D., als Redner angekündigt war, ein Fiasko: der Saal war n o ch n l ch t zur Hälft« gefüllt. Hätte man nicht die SA. auf die leeren Stuhlreihcn gesetzt, so wäre die Persammlungsleitung gänzhch unter sich geblieben. Den Nazi- Häuptlingen war diese Blamage unangenehm: sie wußten nicht, wie sie diesen jämmerlichen Reinsall deuten sollten. Das Nazitheater zieht eben nicht mehr, die Enttäuschten machen den Rummel nicht mehr mit. Die Stettiner Sänger bringen in ihrem Programm allabendlich unter großem Beifall in den: Rcickishallciithcater ihre volkstümlichen Lieder zum Vvrtrag. Ein stimmungsvolles Potpourri „Sprühende Funke n" gibt die Einleitung. Franz G i l o r d i bringt ein humoristisches Zeitcouplet„Das Tempo, was imponierl", ebenso gefiel ein Couplet von Willi Lilie„In der heutigen Zeit". In seiner Soloszcnc„Nur nicht heiraten" hatte Marlin Brauer Sie Lacher aus seiner Seite. Herzlich belacht wurde eine Humoreske von F. M e i s e l„Klavierlehrer Schulze". Den Schluß bildete eine originelle' Burlesk« von F. Meijcl„Ballettschule Kloppermatz", welche langanhaltcnden Beifall fand. Albert Einstein und Gumbel, über die Hochschulreaktion. Im Rahmen eines Sonderabcnds, den die„Deutsche Liga für Menschen- rechte" am Montag, dem 27. April 1031, im Großen Saal des Langcnbcck-Birchowhauses, Lutfenstr. 58(Nähe Deutsches Theater), um 20 Uhr veranstaltet, werden zu dem Thema:„Die Hochschul- reaktion" die Professoren Albert Einstein, E. I. Gumbel. Martin Hobohm, Gcheimrat Hold«, Arthur Rosenl'erg und der Student Kurt Bcrlowitz das Wort nehmen. Eintrittskarten sind bei der Liga für Menschenrechte, R. 24, Monbijouplatz 10, Eingang!, und an der Abendkasse erhälrlich. Für den Zoo hat Direktor Heck eine hübsch bclülderlc Werbe- 'chrisl hcrausgeststien, für die der Zooleiter 30 naturkundliche Plaude- reien bcigelrägcn hat. Das Heft ist In der Hauptsache für Kinder bestimmt. Preis 20 Pf. Die Ausstellung„Arbeit der Sindersreundc" ist bis zum Dien?- tag. 28. April, verlängert. Am Mittwoch spielt wieder das aktuelle Kasperletheater„Das tapsere Schneidcrlein" und am Freitag ist offene Singestunde. Dos Altersheim Belhesdo. Der Magistrat hat der llouvandlung des Siechenhauses Bekhesdo im Bezirk Tiergarten in ein Altars- heim zugestimmt. Er hat sich damit einem Beschluß der Stadt- verordnetenverfammlung vom 4. Dezember 1030 angeschlossen. Eine gjilvuiiQ but6 Av-Verli». Schlitler-Aaus, itrmder-feauä, beiliaeqeiftkav-II«<1,1. rwJhrfiunicrt), S'Iwrlich- Weinstube. Siostet Stcinwcq. irackit Te.?iani Ledcrcr i-onnteg, Ai. April. 10 Uhr, Spittelmarkt lZiurfnasutrH•-. I ■.rx.. u... t Elegant- luftig... und überaus bequem! Das sind die neuesten durchbrochenen Schuhe, die zur sommerlichen Kleidung ganz entzük- kend aussehen! In diesem Stil finden Sie bei uns eine reiche Auswahl— Modelle in den verschiedensten Farbtönen und Absatzhöhen. Sch warz-weiss CHevr«au mit Eidechse Berlins grosstes Schuhhaus Caromel mit braun Allgemeine Wetterlage. 7S5——,— /- Owslkenlo�O heiher.ahalbbedeckr 9wolkig,9bedeckt*RegervÄGravpeln Schneft5Nebel,"liGewirte!:@Winds>ine Am Sonnabend war es im größten Teil des Reiches recht warm. Im mittleren Deutschland wurden meist?0 Grad im Schatten erreicht Der Kern der Depression, die schon einige Tage im Westen von Irland;u erkennen war. ist nach Südengland gezogen. Auf seiner Südseite strömen fcuchtmilde Luftmassen ostwärts. Sie hakien im Westen des Reiches mäßige, in Mitteldeutschland schwache Nieder- schlüge gebracht. Berlin dürfte am Sonntag in den Bereich der westlichen Luftmassen gelangen. * welteraussichten für Berlin: Bei frischen, böigen, südwestlichen Winden Bewölkungszunahme und einzelne Regenfälle, sinkende Temperaturen— Zür Deutschland: Im Westen veränderlich mit Schauern, ziemlich kühl, tn Mittel- und Ostdeutschland Bewölkungs- zunähme, einzelne Regenfälle, kühler, nur im Nordosten noch keine Aenderung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin ■Knffnüunatn für Mcfr yfabrlt nur an bat Juaenbie'Ttkuial ■■■frfin£ infmfrrati. z tsmiltiorärlo»se«nz Tonnetslas, 30. Avril, lü'/j Ulir, in iwr Sdmlou'a Radlfttöftt 13. Tbema:„(SVeBcniDartMumabcii der vrole'arischen Jugend". Sie. fcrent Dr. SUtcl Schrveder. Ob»« Mitgliedsbuch kein iliUritt. heule. Sonntag. Heimabende. Sesmldbruoiun Ii Dotcnburger Str. 2.— Sv! WUldrnowlir. 3.— Wedbiug! Willderoivstr. 5.-- Srddiug, R. F.: WUlb-nnwitr. S.—«eddiag- . H?rd: Willdeuoisstr. ö.— Zieinickeudars-Weit: ecibüßt. 1,--- Tegels chachnhas. z z »£aubenkoloniften! z V f.g ffi unfer äSe/lreben. die Xaubenkolonien Groß � q äterlin». fotreil fle irgend durch Molen erreich» � q werden können, mil dem„TorwärW zu beliefern. o ö'ilir bf Ken daher alle Xefer unsere« 38 lalle«, welche 0 V die Zuflellung der Seilung in die Xaubenkolonle V � wilnfehen, Ihre genaue Jtdreffe unter � Angabe, wo die Kolonie liegt, der Q Spedition oder der Mouplexpedillon milmileilen. o Donräris Derlag, SIT- 68.£indenjlraße 3 o 0 l><>0<>0<>0<>0<>l><>0 firaftt lö.— Aruswalber Plag l: Siastenburger Etr. 13.— Schä-Kausrr L»r- ftadt: IS'z Ulir Schdnfliefter Etr. 7.— Söv-itick II: Dablw�cr Str. 13.— Sermsbarf: Sooustraftc: Werbefeier.— Lichtenberg-Rord: Gunterstr. 44.— Oranienburger Tnr: Trcffpunlt 18', z Ubr Roscntdalcr Piab.— llottbnsser Tor: Treffpunkt rur Sprechchorprobe 17 V7 Ulir Koltbusser Tar. Airschliegend Bc. teiligung am Werbebe�irksfilmabend. Sewerkschaftohauo, liolnisSer Park und Zentrum: Gemerkschafts. tl haus, grober Saal, Sngelufer 24, Voliüsch.sa�rifchc Werbcravuc:.Wir M und die andern". Einlab 13 Uhr, Beginn 20 Uhr. Eintritt 40 Pf.|yj � f'irn-rhrtLt;-V; Werbebezirk Mitte: 8 Uhr im Clou. Mauerstrabe: Probe für die Maifeier. 13 Uhr Wcrbcfeicr im Error rkfchaft-haus. Werbe bezirk Tiergarten: islb Uhr Lehrter Str. 18—13: Lichtbildervortrag: .3m Westen nich's Neues". Werbebezirk Prenzlauer Berg: Ererzierplob Schönhaufer Allee: Spieltag der Arbeitsgcmeinfllialt fozialistifcher Iugcndocrbände. Borfpiel« rbcndort um 3 Uhr. Sllle Ecnossen treffen sich iZfz Uhr am Sportrcstaurant. zahnen, Wimpel und Transparente mitbringen. Werbebezirk»reuzberg: 17 Uhr Sprechchorprobe. Llnchenstr. 4. A» Uhr Per- anftaltung im Vortragssaal Linde nstr. 3. Einladungen noch erhältlich. Werbebczirk Lichtenberg: Zufammenkunft der Aelterengruppc 13 Uhr Gunter- strabe 44. Morgen, Montag 19� Uhr. Lausa: Vach UNI er Etr. 8K:„Tagespolitik".— Moabit tri: Lehrter Strabe 18—19:„Ausschnitt aus der modernen Literatur".— Westen: Eenthincr Strabe 17:„8 218".— Arrsutalder Plag II: Nastrnburger Str. 16:„Der 1. Mai".— Prenzlauer Dorstadt: Eleimstr. 33—33: Tagespolitik".- Schön. Hanse» Dorstadt: Eonnenburger Str. 20:„n. Internationale".— zriebrichs» Hain: Diestelmenerstr. ö-3:««rzreferatc.— Stralaurr Viertel: Eoblerstr. 61: »Der 1. Mai".— Luisenstadt: Wasscrtorstr. 3:.„Heinrich Zille".— Neukölln IV: !7unktionärsthung bei der Genossin Kirscheft, Bodestr. 3.— Johannisthal: Rat- lmus: Lichtbilder:»Adamson".— Treptow: Wildenbruchstrabc: Ucbcn.— lsail- plot, I: Lonnenburgcr Str. 20: Humoristischer Abend. IH SSE. Pankow: Aula des Oberlnzeums, Pankow. Eörschstrabe: i�i Feierstunde zum neuen Echuliahr Beginn 20 Uhr. Eintritt 10 Pf. K Werbebezirk Mitte: Schule Wcinmeisterstr. 17—18, 20 Uhr Kursus:»Karl Marr' Leben und Werke". Werbebez'rk Weddlng, Tambourkopelc: Uebcn 20 Uhr Heim Seestr. 84. Erscheine» aller Epielrr mit Instrumenent ist unbedingt erforderlich. Werbebezirk Sätöneberg: 20 Uhr bei Rennau. Luitpolbstr. ls>. Besprechung der zrankfurtsghrt. Erfchalneu der Vo rügen den uich Wanderleiter notwendig. 60 Lahre Karstadt. Nicht das moderne Hochhaus am Hermannplatz feiert sein halb- HimdertsäHriges Bestehen, auch nicht das Stammhaus in Hamburg. Die Chronik dieses modernen Warenhaus-Großkonzerns, der 80 Filialen mit einem Aktienkapital von 80 Millionen Mark unterhält, reicht zurück auf einen kleinen, bescheidenen Manusakturladen in Wismar(Mecklenburg), wo Rudolph Karstadt mit einem jungen Mann Textilien an seinen kleinen Kundenkreis im Städtchen und seiner Umgebung verkaufte. Darüber plauderte in launiger Form Kommerzienrat S ch ö n d o r f f, der Senior des Karstadt-Konzerns und Spiritus rector des Bauwerkes am Hermannplatz. Der Vor- tragende erläuterte den Entwicklungsgang des Warenhauses im all- gemeinen, der den wirtschaftlichen Aufbau der Industrie in be.zug auf Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt zur Folg« hatte: durch Großauflage von Waren und der damit verbundenen gesteigerten Auftragserteilung an die Industrie, durch eine erhöhte Beschäftigung von Arbeitnehmern und nicht zuletzt durch ein« Anpassung der Preise an die Kaufkraft der Massen gilt das Warenhaus als wichtiger Faktor in der gesamten industriellen Tätigkeit. Während der Jubiliäumswochen verkaust im großen Lichthof des Hanfes, in dem man das Wismarer Stammhaus naturgetreu wieder aufgebaut hat, der erste Angestellte der Firma Karstadt. Als 1881 Rudolph Karstadt in Wismar fein erstes Geschäft eröffnete, war der damals 19 jährige Carl Oppermann sein erster und einziger Gehilfe. Am Dienstag, dem 28., Mittwoch, dem 29. und Donnerstag. dem 30. April, findet ein historischer Droschkenkorso durch Berlin statk. Es find Zwölf Droschken mit zwölf Mecklenburger Paaren besetzt, die nach einem bestimmten Fahrplan Berlin durchfahren. Für den 17. Mai ist ein Iubiläums-Stafettenlauf aller Berliner Sport- oereine um den Jubiläumspreis der Rudolph Karstadt A.-G. vor- gesehen, der quer durch Berlin zum Karstadthaus führt In der Bllchcrabteilung ist eine sehenswerte Ausstellung ausgebaut, die zwei mal fünfzig von internationalen Preisrichtern anerkannte best- gedruckte Bücher umfaßt._ SS. in der Iriedrichffraße. Am Sonnabend eröffneten die 88-Kettenläden ihr« 18. V e r» kaufe st ätte in Deiitschland, wobei allein auf Berlin zehn Ge- schäste entfallen. Der plötzlich eingetreten«, langent».«hrte strahlenc« Sonnenschein bescherte dem Eröffnungstag zahlreichen Käufer- Zuspruch, wozu der lockende Einheitspreis von 4« Mark nicht unwesentlich beitrug.„Wenn wir bloß billig wären, darauf könnten wir uns noch lange nichts einbilden', meint der Empfangschef:„unser Ehrgeiz geht in der Hauptsache dahin, die„Stangengarderobe" mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen des schlechten Sitze?. schablonenhafter Ausfertigung bei schlechtem Stoffmateriol aus der Welt zu schaffen'. Der Unterschied zwischen der Wirkung eines teueren und billigen Kleidungsstückes soll so stark wie möglich ver- wischt werden, weil schließlich' der Käufer, der für wenig Geld kaust. genau den Anspruch auf einen gut sitzenden Anzug von gutem Ma- leriol hat, wie der reiche Mann. Eine bis zum äußersten rational!- sieric Produktion am fließenden Band mit 178 Waschinen ermöglich! die Ausführung in dieser Weise. Das neue Berkaufsgefchäst in der Friedrich- Ecke Franz ö.fif che Straße umfaßt neben dem Parterreraum noch zwei Stockwerke, in denen ein reichhaltiges Lager von Männerkleidung der Käufer harrt. Tagesproduktion: 600 An- züge, in Zeiten umgerechnet: alle 1!� Minuten ein Anzug! TrinHe Krttutertee und gesunile! Nor eine Kriufertor, wieU 1Ü.73 Waschfässer.2°™ mit Wulifraod 9.50 12.75 50 em 40 cm Zober.... 830 11.75 m.Fulju. Schraube 10.75 1330 Woschtöpfe 235 bi> 3,00 Rr 194• 48. Iabrgang 2. Beilage des Vorwärts Gonniag- 26 April 1931 6 pro. Mix& Genest» Oividende Guter Auitragsbefiand vorhanden Die Auffassung, daß die deutschen Elektrounternehmen die Krise weit besser überstanden haben, als die Unternehmer es wahr haben wollen, wird durch den jetzt veröffentlichten Abschluß der Mix u. Genest AG-, Berlin, für das Jahr 1930 aufs neue be- (tätigt. Dieses Unternehmen stellt den größten Betrieb des vor zwei Iahren von der AEG. und der International Telephone Comp. gegründeten Standard Elettrizitätskonzern dar. Der Rückgang der Umsätze wird im Verwaltungsbericht mit 10 P r o z. angegeben. Berücksichtigt man hierbei, daß die Vreissenkung im letzten Jahr in der Schwachstromindustrie etwa 8 bis 10 Proz. betrug, und stellt man ferner in Rechnung. daß das vorhergehende Jahr bei einem Umsatz von 23 Millionen M. einen Umsatzrekord seit dem Bestehen des Unter- nehmens darstellte, so ist der nur Ivprozentige Umsatzrückgang unter den gegebenen Verhältnissen als günstig anzusehen. Er liegt mit 20.7 Millionen M. wertmäßig immer noch über den Ziffern von 1928, das ein gutes Konjuntturjahr für die Elektroindustrie war. Der mengenmäßige Umsatz dürfte unter Einrechnung der seit 1928 eingetretenen Preisverschiebungen im Berichtsjahr so- gar um 12 bis IS Proz. höher gewesen sein als im Jahrs 1928. Dem entspricht auch die Dividendenzahlung- Wenn auch die Aktionärsgewinne, die 1928 und 1929 8 Proz. betrugen, auf 6 Proz. gesenkt wurden, so stellt stch die Divkdendensumme mit 960 000 M, doch fast so hoch wie die Summe im Jahre 1928 bei einer 8prozentigrn Dividende, da in dem letztgenannten Jahre von dem 16-Millionen-Kapital nur 9,5 Millionen die volle Dividende er- hielten und die jungen ö,S-Millionen-Aktien nur die halbe Dividende erhielten. Während sich in dem von S,1 auf 4,3 Millionen verringerten Betriebsgewinn die Preissenkung auswirkt, zeigen die um mehr als v Proz. auf 3,08 Millionen verringerten Unkosten, daß die Rationalisierung weitere Ersparnisie gebracht hat. Der Rein» gewinn wird mit 1,08 gegen 1.44 Millionen im Vorjahr ausgewiesen.— In der Bilanz prägt sich eine weitere Ausdehnung des Telephon-Mietgeschäftes in einer Steigerung der Mietverträge von 13,9 auf fast IS Millionen M. aus. Die Vorräte, die noch 1928 6.36 Millionen M. betrugen und im folgenden Jahr auf rund 5 Millionen M, verringert wurden, wurden im Berichtsjahr um weitere 14 Proz. auf 4,3 Millionen M. abgebaut. Die höhe der jetzigen Belegschaft wird von der Der- walkung nicht angegeben, e« wird aber darauf hingewiesen— wie dies auch in der OeffenMchkeit bekannt ist—, daß ein größerer Abbau im letzten Jahr stattgefunden hat. Unserer Schätzung nach ist die Belegschaft, die ISZg einen Höchststand von 3300 Personen aufwies, bis zum Sommer vorigen Zahre» auf 3200 Personen ver- ringert worden und dürfte bei den späteren Abbauten unter 3000 SSpfe gesunken sein. Gegenüber dem Höchststand von 1923 ist also die Belegschaft um 26 bi« 30 proz. gesunken. Stellt mau demgegenüber, daß der wertmäßige Umsah infolge des Preisabbaues nur um 10 proz. gefallen ist, der mengenmäßige Um- sah sich also gegen 1929 kaumverändert haben dürfte, so wird hieraus ersichtlich, in welchem Umfang die Arbelt». leistungen je Kopf der Belegschaft bei Bllx n. Genest infolge der scharfen Rationalisierung gestiegen ist. Die Unternehmer- «sulttung für diese gesteigerten Deistungen aber bestand in dem rigorosen Lohnabbau, den man den Berliner Metallarbeitern im Wir brauchen Kreditverbistigung. Die gute Währung der Reichsbank.— Fluchtkapital kehrt zurück. Der Ausweis der Reichsbank vom 23. April zeigt die kredit« mäßige Beanspruchung ver Reichsbank auf einem neuen Tief- punkt. Die Wechselbestände sind weiter um 94,6 aus 14S6,2 Mil- lionen Mark gesunken. Die Lombarddarlehen Halen um 11,6 auf 136 8 Millionen abgenommen. Das ist zwar ein hoher Stand für Lombarddarlehen, er erklärt sich aber aus der außerordentlichen Inansp.uchnahme für den bekannten 83-Millionen-Kreoit an die Reichsanstalt für Arbeitelosenoersicherung. Reichsschatzwechsel sind ausverkauft. Für die Flüssigmachung des Geldmarktes zeugt die Zunahme der unverzinslichen Gelder auf Girokonto um 140,2 auf 453,1 Millionen Mark. Die W ä h r u n g s l a g e hat sich nach den erheblichen Devisen- Verlusten zum IS. April(wahrscheinlich für Befriedigung des Repara- tionsbedarfs) wieder verbessert. Die Goldbestände stiegen um 2,7 auf 2347,S Millionen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen nahmen um 17 9 auf 132,1 Millionen zu. Der Notenum- lauf verringerte sich um 187,8 auf 3684,8 Millionen, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 17 auf 385,4 Millionen. Die umlaufen- den Noten sind durch Gold und Devisen zusammen mit 67,3 Proz. gedeckt gegen 63,5 Proz. in der Vorwoche. Die Währungslage ist also außerordentlich günstig. Leider ist die Frage noch offen, ob die Reichsbank eine D i s- kontsentung vornehmen wird, es ist auch zu befürchten, daß sie mit ihren Entschlüssen den Verlaus oer ersten Maiwoche jetzt noch abwarten will. Wir gelen auch jetzt der Hoffnung Aufdruck, daß die Reichsbank mit der Derbilligung der Kredite nicht zögert. Auf New Pork sollte man nicht warten. Die Lage in Deutschland, dafür spricht der neueste Ausweis der Reichsbank, ist zur Diskont- ermäßigung mehr als reif. Die höhe der Lombarddarlehen ist keine Belastung im Währungssinne. Die entsprechenden Kre- dite sind nach unserer Kenntnis nicht in Noten, sondern In Scheide- geld gegeben, das für die Währungsverhältnisse keine Rolle spielt. Die große Flüssigkeit in Deutschland steht außer Zweifel. Sie verstärkt sich noch, da augenscheinlich der Rückfluß geflüchteter Gelder anhält. Die Nichtinanspruchnahme von Reichsbankkrediten schlägt alle Rekorde. Währungsmäßig besteht angesichts des außerordent- lich günstigen Deckungsverhältnisses keinerlei Bedenken. Schließlich darf nichts unterlassen werden, was für die Wirtschaft einen Auf- trieb bringen könnte. Der Entschluß zur Distontsenkung müßte deshalb leicht fallen. Zum 29. April ist der Zentralausschuß der Reichsbant einberufen worden. Das dürfte aber diesmal noch nicht der Vorbote einer Diskontsenkung sein, da am 29. die Generalversammlung der Reichsbank stattfinoet. Die Marzauswetfe der Banken. In den Monatsausweisen der Banken für Ende März zeigt sich zum ersten Male seit langer Zeit eine Zunahme der fremden Gelder. Da die Banken mit der Inanspruchnahme von. ausländi- sehen Devisenkrediten im Mä.z sehr zurückgehalten haben, wird man in der Zunahme der Kreditoren die oerschärfte Tendenz des Rückflusses geflüchteter Kapitalien erblicken dürfen. Bei den sechs Großbanken ergibt sich eine Erhöhung der fremden Gelder gegenüber Ende Februar von 10 729 auf 10 788, bei sämtlichen 87 Kreditbanken von 13 204 auf 13 261 Millionen. Aus dem gleich- zeitigen Rückgang der Geldbeschaffung aus Eigenakzept(um 27 Mil- lionen bei den Großbanken, um 34 Millionen bei sämtlichen Banken) kann man in Uedereinstimmung mit der Wirtschaftslage schließen, daß eine Erhöhung des Geldbedarfs im März nicht«in- getreten ist. Die Banken haben die vermehrten fremden Gelder in erster Linie zur Erhöhung ihrer Liquidität benutzt; die Gewährung von Wirtschaftskrediten ist eher gesunken als gestie- gen. Bei den Wechselbeständen zeigt stch bei den Großbanken zwar eine Erhöhung um 35 auf 2532 und bei sämtlichen Banken ein kleiner Rückgang um 8 auf 3079 Millionen, die Vorschüsi« auf lagernde und schwimmende Waren sind aber entsprechend der Ver- ringerung des Außenhandelsumfanges bei den Groß- danken von 2006 auf 1894 und bei sämtlichen Banken von 2330 auf 2207 Millionen gesunken. Bei den laufenden Schuldnern er- gibt sich zum ersten Male ein kleiner Rückgang um 6 auf 5890 Mil- lionen bei den Großbanken, während bei sämtlichen Banken sich noch eine kleine Steigerung um 2 auf 7530 Millionen zeigt. Die flüssig gehaltenen Mittel wurden, wie gesagt, vermehrt. Die bei Noten und anderen Banken bercitgehaltenen Mittel vermehrten sich bei den Großbanken um 26, bei sämtlichen Banken um 70' Mil- lionen. Interessant ist auch di« neuerliche Steigerung der für Börsenzwecke gewährteil Kredite: die im März begonnene, in- zwischen wieder abgeklungene Börsenhausi« hatte bei den Groß- danken eine Vermehrung der Reports und Lombards um 26, bei sämtlichen Banken um 36 Millionen zur Folge. November vorigen Jahres dikkierke.— Im Gegensatz zu vielen anderen Unkernehmen in der Elekkroindnfirie hak sich der Ans- kragsbestand bei Mix n. Genest zu Beginn des neuen Geschäftsjahres auf der Höhe vom Januar 1930 gehalten. KkabMflerke Großhandelspreise. Mr den 22. April ergibt sich nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts ein Großhandelsindex von 113,7 gegen 113,8 Proz. in der Vorwoche. Seit etwa fünf Wochen hat iich der Großhandelsindex kaum mehr verändert,«n Zeichen dafür, daß derTiespunttder Depression in dieser Zeit für Deutschland wohl erreicht worden ist. WeltmonopolfürKohleverfiüssigung Vaduz— die Zuflucht des Internationalen Reingewinnes. Liechtenstein, souveränes Fürstentum, nächst Monaco und San Marino der kleinste Staat Eurovae... 1« Ouadratkchnneter groß... 11600 meist katholische Ein- wohner die Verfassung de» Fürstentums ist konstitutionellmonarchistisch...«ine Staatsschuld fehlt.(Meyers Konoer- sationslexikoa.) Vaduz. Städtchen mit 1400 Einwohnern, ist der chauptort des Fürstentums Liechtenstein.(Daedeckers Schweiz.) Drei Staaten stehen seit Jahren in edlem Wettstrest um einen w wörtlichem Sinne goldenen Ruhmestitel, nämlich um die Welt- Meisterschaft des billig st en Vaterlandes für das internationale Kapital. Luxemburg, die Schweiz— hier auch die einzelnen Kantone gegeneinander— und Liechtenstein bemühen sich durch immer weiteren Abbau ihrer Kapitalsteuergesetzgebung und sogar durch Abgabe förmlicher Konkurrenzofferten, die Großverdiener der Welt davon zu überzeugen, daß sie bei chnen die ungenierteste Heimstatt der Erde finden. Kürzlich hat dabei das Fürstentum Liechtenstein einen entscheidenden Sieg errungen. In Vaduz wurde in da» Handelsregister nach englischem Recht die International hydrogenakion Patents Company. Limited, eingetragen. Was steckt hinter dieser internationalen Gesellschaft, die sich im Besitze von Hydrierpatenten befindet? Nach den Berichten der Fachpresie ist es der JG.-Farbenindustrie feit etwa 192S in ständig größer werdendem Maße gelungen. Kohl« zu verflüssigen. Als die ersten Nachrichten über diesen außerordent- lichen Triumph der chemischen Wissenschast an die Oeffentlichkest kamen, ging«in gewaltiger Jubel durch Deutschland. Man sah schon das Benzin aus der Steinkohle fließen, man kündete unser« zukünftige Unabhängigkeit von den dreimal verfl... Petraleumamerikanern an: Deutschland war wieder einmal„in der Welt voran"'. In- zwischen hatte die JG.-Farbenrndustrie längst schon die Verbindung mit der berühmten und berüchtigten Standard Oll Company of New Jersey aufgenommen. Das Hydrieroeriahren wurde nicht mehr so sehr zur großindustriellen Verflüssigung der Steinkohle, sondern mehr zur möglichst restlosen Umformung von schweren Rohölen zu leichteren Petroleumprodukten, im besonderen also zu Benzin aus- gebaut. Die alten, sogenannten Craking-Verfahren holen aus dem Rohpetroleum höchstens bis zu 60 und 65 Proz. Benzin heraus, das neue Hydrierverfahren dagegen gewinnt bis bald 100 Prozent! Ende 1929 kam zwischen der deutschen JG.-Farbenindustrie und der amerikanischen Standard Dil Company ein endgültiges Bündnis zur Weltausbeutung der Hydrierpatente zustande. Man gründete eine neue Tockitergesellschaft zur Verwertung jener Patente, die Standard-JG.-Eompany: die Amerikaner übernahmen den größeren Test der Aktien, der andere Teil fiel den Deutschen zu. Diese neu« gemeinsame Patentrechtsbesitzerin vergab Generallizenzen (Patentbenutzungserlaubnis),«ine für all« amerikanischen Petroleum- konzern«. eine zwefte für alle anderen Petroleuminteressenten der Welt, im besonderen für die europäischen. Das geschah natürlicher- weise durch Gründung von Aktiengesellschaften. Dasjenige dieser beiden neuen Unternehmen, an dem im besonderen auch der hollän- disch-englische Oelkonzern wie der englische Chemietrust betelligt sind, ist jene Gründung, die ihre geschäftliche Wahlheimat in Vaduz ge- funden hat. In chrem Direktorium sitzt auch ein Mann von der JG.-Farbenindustrie, Herr Dr. von Knieriem, Mannheim. Unser schwerprozentigen Patrioten sind ob dieser groß- artigen neuen Geschäftsorganisation zur Ausbeutung der ganzen Welt förmlich berauscht. Die„Deutsche Bergwerks- zeitung" schreibt:„Die Großzügigtest der Organisation besteht darin, daß ein neue» technisches Verfahren ohne di« Begründung einer besonderen Vorzugsstellung einer einzelnen Gruppe nicht nur der ganzen Well zur Verfügung gestellt wird, sondern daß auch die gesamte interessierte Weltindustrie zur gemeinsamen Westerentwick- lung herangezogen wird. Es Ist also ein ganz neuartiger Weg be- schrstten worden, und man könnte annehmen und wünschen, daß dieses Beispiel der Jnteressentenverknüpfung einer der wichtigsten Weltindustrien im Zusammenhang mst einem technischen Fortschrstt Schule machen würde." Da ist die lückenlose Weltmonopollsierung eines bedeutsamen Patents gelungen. Die glücklichen Besitzer vergeben in der ganzen Welt die Genehmigung zur Benutzung jener Patente gegen laufende Gebühr. Auf jedem Liter Benzin ruht eine Steuer, fte flieht. soweit Europa und die übrige außeramerikanische Welt in Betracht kommt, nach— Vaduz. In allen jenen Landern, die den Inhabern der Hydrierpatente tribut- pflichtig sind, plagen sich die Regierungen mit Kriegs- schulden und Milliardenausgaben für di« Opfer des Weltkrieges, überall müssen die Massen hohe Steuerlasten tragen, aber der Reingewinn aus den Hydrierpatenten springt mst dem Federhaller— als Lizenzgebühr—, über die Grenze, ins Fürstentum Liechtenstein. Wohin werden von dort aus jene Millionen alljährlich wester fließen, welcher Steuererheber vermag sie wieder aufzufinden? Wie wäre es, wenn der Völkerbund sich einmal mit der Frag« beschäftigte, ob nicht ein kleiner„Weltkrieg" gegen Liechten- stein die Kriegsschulden aller Länder verringern könnte? Dieser Krieg würde sogar ohne Rüstungsausgaben durchzuführen sein und braucht lein Menschenblut zu kosten! Kurt H einig. Erfolge deutscher Konsumvereine. Der Verband ostdeutscher Konsumvereine E. L. hat die statistischen Ermittlungen für das Jahr 1930 abgeschlossen. Das Ergebnis stützt sich in allen Teilen auf die Jahresabschlüsse der angeschlossenen Genossenschaften. Die Mitaliederzahl betrug im Berichtsjahr 868 213, gegen 351 774 im Vorjahre: die Zunahme beträgt 4.7 Proz. Trotz der verminderten Kaufkraft der Mstglieder stieg der Umsatz auf 135 416 687 M. gegen 121 592 724 M. im Vorjahr. Der Umsatz weist demnach eine Steigerung um HR Proz. (im Vorjahr 19,49 Proz.) auf. In dem Umsatz ist der in den» i g«» neu Betrieben erzeugte Produktionswert mst 35 858 222 M. enthalten, der im Vorjahre 32 771 906 M. betrug. Von der finanziellen Entwicklung der Konsum- genossenschaften legen die Bllanzen Zeugnis ab. Unter den Aktiven betrugen die Betriebsbestände 25 271 353 M.(21 504 318 Mark), der Grundbesitz 39 757 981 M.(28 289 058 M.), die angelegten und verfügbaren Werte 31219 403 M.(28 339 345 M.) und die Forderungen 536 880 M., gegen 581 925 M. im Vorjahre. Die Passiven enthalten: Eigene Betriebsmittel(Geschäftsguthaben der Mitglieder und Reserven) 13 708 516 M.(11 619 740 M.). Grund- stücksschulden 3 551 110 M.(3 184 266 M.), Spareinlagen der Mst- glieder 67 951 768 M.(54 293 041 M.) und sonstige Verbindlichkeiten 5835 335 M.(4 429 631 M.). Die Konsumgenossenschaften des Verbandes ostdeutscher Konsum- verein« E. V., der die Genossenschaften der Provinzen Brandenburg und Grenzmark, Pommern, Ost- und Westpreußen einschließlich Stadtkreis Berlin umfaßt, haben bewiesen, daß st« auch in Krisenjahren starke Stützpunkte im Kampf um die Lebenshaltung der ihnen angeschlossenen Mitglieder sind und es ver- standen haben, stch ihr« preisregulierende Wirksamkeit zu erhallen. Gchuhexport bleibt stark. Der Außenhandel der deutschen Schuhindustrie Hai auch im laufenden Jahre sein« starke Aktivität aufrechterhallen können. Noch den setzt veröffentlichten Ausfuhrziffern für den Monat März belief stch die Einfuhr nach Deutschland auf nur 34 616 Paar gegen 96 289 Paar in dem entsprechenden Monat des Vor- fahre». Demnach ist die Einfuhr gegenüber dem März 1930 um 64 Proz. gesunken. Andererseits stellte sich die Ausfuhr im März auf 449 273 Paar, was gegenüber dem März 1930 nur einen geringfügigen Rückgang von 4 Proz. bedeutet. Noch günstiger sehen stch die Exportzifsern für das ganze Viertel- jähr vom Januar bis März 1931 an. In dieser Zeit betrug die Aus- fuhr von Lederschuhwerk 1 000 364 Paar, womit ste sich nahezu auf dem Stande des Vorjahres behauptet hat. Ein- geführt wurden in dem gleichen Zeitraum 241 783 Paar, was gegen- über der Zeit vom Januar bis März vorigen Jahres einer Steige- rung von 23,5 Proz. entspricht. Dem Werte nach stellte sich die Einfuhr im ersten Vierteljahr 1931 auf 2,03 Mill. Mark, der ein Ausfuhrwert von 8,64 Mill. Mark gegenübersteht. Der Außenhandel der deutschen Schuhindusttie ist also ungeachtet aller Absatzschwierigkeiten mit einem Ausfuhr- überschußvon6,61 Mill. Mark stark aktiv geblieben. Dieses Ergebnis ist zweifellos erfreulich. Es sollte aber auch den Schuh- fabrikanten zeigen, daß die Durchdrückung ihrer Forderungen auf Zollerhöhungen für die Schuheinfuhr unter diesen Verhältnissen nach Deutschland ein überaus törichtes handelspolitisches Experiment darstellt. 'U&rdauujigAwyb, unedaöy&eSz Brot Ein Arbeiterhaushalt. Lm Lichte des preis- und Lohnabbaues. Der Einsender dxs in unserer Abendausgabe vom 11. November IbSO veröffentlicPcn Artikels schreibt uns folgendes: „Nachdem nun die Welle des sogenannten Preisabbaues verebbt ist, habe ich meinen auf nackten Tatsachen beruhenden Haushaltsetat einer neuerlichen Prüfung unterzogen und komme zu folgendem Er- gebnis: Ich habe die gleichen Artikel eingesetzt, nur erscheinen in der zweiten Rubrik die heutigen, nach dem sogenannten Preisabbau geltenden Preise: Die Gesamtheit der von meiner scchsköpsigen Familie als Aiindcstquanten benötigten Verbrauchsartikel ohne Kleidung und Schuhzeug, die ich überhaupt nicht mehr beschaffen kann— ist von 47,92 M. am 5. Oktober 1930 gesenkt worden aus 47,17 am 21. April 1931 oder um 1,S7 Proz. In der gleichen Zeit wurde mein Wochcnlohn um 4 Proz. ge- kürzt, und zwar von 51,81 M. auf 49,73 M. Während mir früher vor dem Preisabbau für Kleidung usw. wöchentlich 51,81— 47,92 = 3,89 M verblieben, sind heute nur 49,73— 47,17— 2,56 M. da- für übrig, mit anderen Worten, ich kann nach dem die Wirtschaft angeblich befruchtenden und die Wirtschaft belebenden Lohnabbau trotz oder gerade wegen des sogenannten Preisabbaues jährlich 3,89— 2.56= 1,33 X 52= 69,16 M. für Kleidung usw. weniger ausgeben als vor dem Preisabbau. Dabei ist noch nicht in Betracht gezogen die Kopfsteuer, die Er höhung der sonstigen Steuern und die Verschlechterung der Kranken- kassenbestimmungen, wie Bezahlung des Krankenscheines usw. Der „Mehrwert" meiner Arbeitsleistung liegt in den holländischen und Schweizer Banken, dem Zugriff der Finanzbehörden des Vater- landes entzogen, und gewährt meinen Ausbeutern mühelos durch sichere Verzinsung die Möglichkeit, alle Schönheiten der Welt zu kosten, während ich nicht in der Lage bin, die Familie zu kleiden. geschweige denn meinen Mädels das wegen Blutarmut ärztlich oer- ordnete frische Gcmüse(Spinat 1 Pfund 40— 50 Pf.!) kaufen zu können." * Diese Zuschrift zeigt an der Hand eines praktischen Beispiels, wie sich auf der einen Seite der Lohn- auf der anderen der Preisabbau auswirken. Zu bemerken ist dabei, daß der Ein- fender infofern begünstigt ist, als sein Lohnabbau nur. wie er an- gibt, 4 Proz. beträgt. Der durchschnittliche Lohnabbau dürste bei den Akkordarbeitern zwischen 10 und 15 Proz. liegen. Zu dem Abbau der Tariflöhne, der im Durchschnitt etwa 7 Proz. be- tragen dürste, kommt noch der Abbau der übertariflichen Löhne, der teilweise erheblich größer ist. Auch bei dem Voll- arb citer ist das praktische Ergebnis des Lohn- und Preisabbaues eine sehr fühlbare Minderung des Realeinkommens, d. h. der kauskraft. Ungleich schärfer wirkt sich die Kombination von Lahn- und Preis- abbau bei den Kurzarbeitern und bei den Arbeitslosen aus. Hier bleibt für Anschaffung von Kleidung, Wäsche usw. über- Haupt nachts übrig und selbst bei den dringendsten Nah- rungsmitteln reicht es nicht. Gewiß zeigt die Kurve der amtlichen Lebenshaltungskosten einen stärkeren Abstieg als die oben angeführten Zahlen. Das erklärt sich aber sehr einfach aus der Tatsache, daß die amtlichen Lebenshaltungskosten die Ausgaben für Kleidung usw. voll berücksichtigen, während in der Praxis bei den meisten Arbeitern heute nichts mehr übrig bleibt für solche An- schaffungen. Daraus erklärt sich auch die Hartnäckigkeit der Wirt- schaftskrise. Die amtliche Lohn- und Preispolitik muß jetzt endlich einer gründlichen Revision unterzogen werden! Weiiere Betriebsraiswahlergebniffe. Aus der Metallindustrie. Rur srcigewerkfchaslliche Listen wurden eingereicht in Berge- darf in neun Betrieben mit 1376 Arbeitern, in Rathenow in sechs Betrieben mit 1902 Beschäftigten, in Leipzig in weiteren 27 Betrieben mit 2021 Beschäftigten, in A l t e n a i. W. in sechs Be trieben mit 1137 Beschäftigten in Mühlhof in Bayern in drei Betrieben mit 404 Beschäftigten, in Breslau in 25 Betrieben mit 1349 Beschäftigten, in Hagen in sechs Betrieben mit 336 Be- fchäftigten, in 10 Betrieben in Gevelsberg mit 1344, üi vier Betrieben in Mannheim init 328, in neun Betrieben in Groitzsch i. Sa. mit 320, in drei Betrieben in Burgstädt, in fünf Betrieben in Meuselwitz mit 397, in vier Betrieben in L c i s n i g mit 246, in Schwe idnitz in zwei Fällen mt 53, in 79 Betrieben in Hannover und in Wolfenbüttel in 7 Be- trieben mit 187 Beschäftigten. Bei den Wahlen erhielt der Deutsche Mctallarbeiterverband in Leipzig mit zwei Betrieben 362 Stimmen, die RGO. 91, die Nazis 44 und die Gelben 11 Stimmen. In vier Betrieben in Altena i. A. bekam der DMV. 236, die RGO. 14 Stimmen, außer- dem die Christlichen 36, die Hirsche 27 und die organisierten„Un- organisierten" 50. In Breslau in den Linke-Hofmann-Busch- Werken mit 2510 Beschäftigten erhielten die freien Gewerkschaften 1860 Stimmen, der Gewerkoerein H.-D. 62, die Unorganisierten 26 Stimmen. In Hagen bekam der DMV. in einem Betriebe mit 158 Arbeitern 64 Stimmen, die RGO. 43. In Gevelsberg drei Betriebe mit 541 Mann, erhielt der DMV. 226 Stimmen, die Christlichen 17 und der Gewerkoerein 134. Aalen-Wasscr- alfingen bekam der DMV. 28 Sitze statt 24, die Christlichen 12 anstatt 17, oie RGO. bekam keinen und die Nazis«inen Sitz. In Lüdenscheid, 109 Betriebe mit 7406 Beschäftigten: DMV. 300 Vertreter, Christen 23, H.-D. fünf, RGO. drei. Bei der Heinrich Lanz A.-G. in Mannheim bekamen die freien Gewerk- schasten 1141 Stimmen, die Christen 192 und die RGO. 287. Bei der Daimler-Benz A.-G. wurden für die freien Gewerkschaften 306 und für die RGO. 223 Stimmen abgegeben. In der Eisen- und Hüttenwerke A.-G. B o ch u in, 1389 Beschäftigte, erhielten wir 441 Stimmen, RGO. 316, Christlichen 140, die Gelben 63, Hirsch- Juncker 62 und die Nazis 55 Stimmen. Bei der Gelsen- dirchcncr Bergwerks A.-G., Geschoßbau, fiir uns 267, Christliche 96 und Gelbe 144 Stimmen. Die RGO. hatte im Vorjahre 262 Stimmen, die sie jetzt eingebüßt hat. Die Gelben haben dafür 104 Stinunen mehr, die Gewerkschaften 106 mehr. In der Maschinenfabrik Gebrüder Eckhof f in Bochum stehen die Christen mit 150 obenan, es folgt die RGO. mit 128. die Gewcrkjchaftc�mit 114 Stimmen. Bei der„Hanomag" in Hannover mit 4250 Arbeitern erhielt der DMV. 2753 Stimmen und die RGO. 840. Bei der Hackethal-A.-G.— 943 Beschäftigte— DMV. 619, Gelbe 152 und Nazis 48 Stimmen. Bei Gebrüder Körting, 809 Beschäftigte, DMV. 567 Stimmen, die 'Nazis 46. Diese neue Uebersicht des DMV. zeigt einmal, daß die RGO.- Bäumchen nicht in den Himniel wachsen, weiter aber, daß sich in einzelnen Betrieben wieder Gelbe eingenistet haben, denen auch die organisierten„Unorganisierten" zuzuzählen'sind, und schließlich, daß auch auf die Nazis geachtet werden muß, damit sie nicht zu den Gelben stoßen. KpO. gegen organisierie Arbeiter. Ohnmächtige Wut kleiner Bönzchen. Vom Vertrauensmann der Belegschaft von Carows Lach- b 2 h n c wird uns geschrieben: Die„Rote Fahne", die alle Veranlassung hätte, vor der eigenen Tür zu kehren, fällt über Carows Lachbühne her. Dabei handelt es sich weniger um den Unternehmer Carow als vielmehr um den Zentralverband der Hotel-, Nestau- rat- und Cafc-Ange stellte». Auf derselben Seite be- schäftigt sich das Blatt i« der bekannte» Art auch mit de« Hotel Bristol, dem Edenhotel, Hotel Deutscher Kaiser und der Mitropa. Die Arbeitnehmer in Carows Lachbühne sind nämlich vom Geschäfts sichrer herunter sämtlich beim Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Ange st eilten organi- s i e r t. Das erklärt alles. Es ist nicht wahr, daß die tarifliche Arbeitszeit in Carows Lachbühne nicht innegehaften wird. Da die Vorstellung erst um 20 Uhr beginnt, mit Ausnahme der Sonntage, ist es lächerlich, zu behaupten, die Kellner müßten bereits um 15 Uhr chre Arbeit auf- nehmen. Ebensowenig kommen Hausdienerarbeiten für die beschäftig ten Kellner und Mitwirkung als Staksten in Frage. Wie das Geschreibsel des Bolschewistenblatts einzuschätzen ist, geht schon daraus hervor, daß es in der Ueberschrift heißt:„Kellner- selbstmord bei der Firma Carow." Der angeblich durch Selbstntord geendete Kellner erfreute sich noch gestern der allerbesten Gesundheit. Er hat im vergangenen Jahre einmal in einer Stimmung, die durch Alkohol stark beinflußt war, Selbstmord dadurch begehen wollen, daß er Benzin trank. Abgesehen davon, daß ihm das Benzin keinen Schaden getan hat, war auch der Unternehmer Carow daran un- schuldig. Die fteigewertschafllich organisierte Belegschaft des Betriebes hält es jedenfalls für ihre Pslicht, die jeder Berechtigung entbehren- den Angriffe einiger Neiner Bönzchen der RGO. entschieden zurück- zuweisen._ Großhandel gegen Maifeier. Or. Engel für die.Relange" der Llniernehmer. Der Groß-Berliner Arbeitgeberocrband des Großhandels, Motz- ftraße 2, dekretiert in einem Rundschreiben an seine Herren Mitglieder, daß die Betriebe am 1. Mai geöffnet und die Arbeitnehmer verpflichtet sind, zur Arbeft zu erscheinen, da der 1. Mai für Preußen kein gesetzlich anerkannter Feiertag ist. Das Rundschreiben fährt fort:„Ein Arbeitnehmer, der ohne Erlaubnis oder ohne«inen triftigen Grund am 1. Mai nicht zur Arbeit erscheint, hat selbstverständlich das Anrecht auf Be- zahlung dieses Tages verwirkt." Damit nicht genug, wird auf eine Entscheidung des Reichs- arbcftsgcrichts oerwiesen, wonach„ein Nichterscheinen zur Arbeit am 1. Mai ohne Erlaubnis den Tatbestand der beharrlichen Ar- bcftsverweigerung trifft und die fristlose Entlassung nach sich ziehen kann." Für Herrn Dr. Engel ist die ganze Maifeier nur eine Rechts- frage. Er wird mit seiner zur Scharfmacherei anreizenden Be- tonung der Rechtsfrag« auch in diesem Jahre die Maifeier nicht verhindern können, die ihren eigenen ungeschriebenen Gesetzen folgt. Zum Streik bei Lemle. Eine Erwiderung, die der Berichtigung bedarf. Auf unsere Artikel über den Streik in der Möbelfabrik v o n L e m l e erhalten wir von dem Inhaber der Firma Lemle eine längere Erwiderung. Herr Lemle erklärt darin, daß er zu den Lohn- abzögen, die er im übrigen nicht bestreitet, durch die Senkung der Verkaufspreise seiner Möbel um 20 Proz. gezwungen sei. Wir bestreiten, daß diese Preissenkung unbedingt einen Lohn- abbau zur Folge haben muhte. Seinen Betrieb für kurze Zeit stillgelegt zu haben, um den Lohnabbau durchzuführen, bestreitet Herr Lemle ebenfalls, doch steht die Tatfache, daß der Lohnabbau nach der Wiedereröffnung des Betriebes erfolgt ist, im Widerspruch zu dieser Erklärung. Ebenso unrichtig ist die Behauptung Herrn Lemles, daß er 1930 keine Lohnkürzungen vorgenommen habe. Beim Holzarbeiterverband sind mehrere Differenzen registriert, die Herr Lemle mit seinen Arbeitern 1930 infolge von Akkordabzügen gehabt hat. Die Behauptung, daß die Belegschaft nur auf Drängen des Holzarbeiterverbandes in den Streik getreten fei, ist gleichfalls unzutreffend: das Gegenteil ist der Fall gewesen. Richtig ist zwar, daß in dem bestreikten Betriebe keine Leute vom Reichsbund vaterländischer Arbeiter und Werkvereine tätig sind, aber nur, well es den Streikenden gelungen ist, die von dort anze» forderten Streitbrecher von der Arbeitsaufnahme ab» zuhalten. Wenn schließlich Herr Lemle erklärt, daß in dem Tischlcreibetrieb von Reiß m der Warschauer Straße keine Streikarbeit für ihn verrichtet worden ist, sondern nur die dorchin seit Iahren vergebenen Extraanfertigungen ausgeführt werden, so muß dem entgegengehalten werden, daß auch diese Behauptung nicht zutrifft. Vom Holzarbeiterverband ist einwandftei festgestellt worden, daß es sich bei den Arbeiten in der Tischlerei von Reiß nicht um die laufenden Extraanfertigungen handelte, sondern um die Fertig- stellung von Möbeln, die im Betriebe des Herrn Lemle infolge des Streiks liegen blieben. Zum Schluß eine Bemerkung: Wenn Herrn Lemle ernsthaft daran liegt, wie in dem Schreiben versichert wird, mit der Arbefter- schaft in gutem Verhältnis zu leben, dann gibt es dafür einen sehr einfachen Weg. Er braucht nur dem Deutschen Holzarbeiterverband zu erklären, daß er bereit ist, die für Berlin gültigen Tariflöhne zu zahlen. Fünftagewoche in den 7lew-�orker Zeitungen. New Park. 25. April.(Eigenbericht.) Das hier zwischen den organisierten Buchdruckern und den Zeitungsoerlegern zur Einführung der fünftägigen Ar- b e i t s w o ch e getroffene Abkommen wird am L Mai in Kraft treten. Damit ist die Fünftagewoche die allgemeine Norm in den New-Dorkcr Zeitungsoerlagen geworden. Die einzige Ausnahme' bilden die in einer Sondergruppe organisierten jüdischen Zeftungs- setzer, für die die sechstägige Arbeitswoche mft einer täglichen Arbeits- zeit von vier Stunden gilt. Die deutschen Zellungssetzer und Drucker haben sich schon seit Jahren die fünftägige Arbeitswoche erkämpft. Die Herabsetzung der Arbeitszeit bei den Buchdruckern ist nur eine Folge der Verhältnisse auf dem New-Porker englischen Zeftungs- markt. Durch das Eingehen zahlreicher Zeitungen haben Tausende Schriftsetzer chre Arbeitsmöglichkeiten verloren und sind auf die Unterstützung ihrer arbeitenden Kollegen angewiesen. Mit der Ver- kürzung der Arbeitszeit hofft man, einen erheblichen Prozentsatz der Arbeitslosen in die Betriebe unterbringen zu können. Veamienausfchußwahlen bei der po'üe Am 11. und 12. Mai werden in Berlin die Neuwahlen für die Bcamtenausschüsse der Schutzpolizei vorgenommen. Da nach dem Verhältniswahlsystem gewählt wird, sind von den Berufsverbänden Listenvorschläge gemacht. Die Vorschlagsliste des freigewerk- f cha f t l i ch e n Allgemeinen Preußischen Polizeibeamten-Verbandes trägt das Kennwort:„Fortschritt". Arbeiter des Deutschen Baugewerksbundes! Der 1. Mai fällt dieses Jahr auf einen Freitag, einen Lohn- zahlungstag. Wir bitten unsere Betriebsvertretungen, sich un- oerzüglich mit ihren Gefchäftsleitungen in Verbindung zu setzen, um eventuell durch Verhandlungen zu erwirken, daß die Lohn- zahlung, wenn es irgend möglich ist, beretts am Donnerstagabend geschieht. Gleichzeftig machen wir nochmals darauf auftnerksam, daß das Fernbleiben von der Arbeftsstelle am 1. Mai durch die tarrfvertrag- liche Regelung im-§.• 40 svnöglicht ist.-iZ�srqgiM Absatz hat folgenden Wortlaut: „Tarifwidrige Ärbeitsniederlegungen gellen in jedem Falle als Unterbrechung des Arbeftsverhaltnyses.— Eine Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. im Sinne dieser Bestimmung gilt als nicht vorliegend, wenn das Fernbleiben von der Arbeit dem Unternehmer zwei Tage vorher gemeldet worden ist, nicht länger als einen Tag gedauert hat und der Arbefter von dem Unter- nehmer, ohne daß dieser von seinem Entlassungsrecht Gebrauch macht, weiter beschäftigt wird." Wir bitten die Betriebsvertretungen, dafür Sorge zu tragen, daß bereits am Dienstag und Mittwoch den Geschäftsleitungen das Fernbleiben der Belegschaften angezeigt wird. Der.Baugewertschastsvorstand. Deutscher Laugewerksbund. Die Mitglieder der Fachgruppe der Töpfer und der Fachgruppe für das Stuck- und Glpsbau- g e w o r b e können am Dienstag, dem 28. Aprll, abends 5 Uhr, gegen Vorlegung ihres Mitgliedsbuches die neuen Preise im Abdruck für den Tarifvertrag im Verbanoshause durch die Baudelegierten in Empfang nehmen._ Laugewerkschaft Berlin. Deutscher Baugcwcrksbund, Baugewerkschaft Berlin. A» dl« Beiratsmit«lied«r, Zachqulvpc der aSontci mid jtUfwtdeUcx,«an- Ixlemertcu und Betricbsrüte des Koch-, Beton, und Tiefbauaewerbe». Mtt. wach, ZS. April, 17 Uhr, iu Jtlicrn« fftfUäicn, unterer Sxlrtenloal. Kufen- h«id« 13—13, ntoftc gunttlonäroerlammlna«. 1. Unsere lepte Lod»b«weauua. 2.«uuarbeiterschuh. PSuktUch» Ctfdjetacn Hl Pllichr Mituliedsbuih und Alt»»»n» lenttimicrt._ Der Bauqeweitlchuslsxorjlond. Freie Gewerkschafts-Iugend Berlin — Seilte, Lonutoa. finden folRcnde üetonftaltuMcn ftali: Sportliche Uebunpeu um U Uhr auf dem Spvrtvlah Kahdach strotze für den um Eonntap. 3. Mai. im Volkspart Rcbderae stattfindenden Maüuflend. taq.— kfrei« vbcrsprce: 13 Uhr im Inaendheim Oberschöneweide, Laufener Stratze 2, Bunter Abend.— Viorgen. Montag, 20 Uhr,»reisleitersttzrmg im Zimmer 2B der gugend�entral«, Gewertschaf-chauo, Engelufer 24—23.— Die Sprechstunde findet bereits am 30. April lDonnersta«)»an IS— IS Uhr statt im Zimmer 23 der Iügendaentral«. Engclufer 24—25. Sie für ffrerta!, vor. gesehene Sprechstunde fällt aus. 0Iuaenk>aruppe des?en Burg-Magdeburg den 2. Preis von 250.- Hark Herr Walter Schubert, Berlin den 3. Preis von 100.- Mark Herr Arthur Giller, Berlin-Lichtenberg Die weiteren 5 Zusatzpreise von je 100.- Mark fielen auf Herrn Heinrieh Gr essler, Köln Herrn Arthur Herguth, Bremen Herrn Hermann Tapper, Duisburg Herrn Eugen Schwind, Frankfurt Herrn Walter Calleson, Hamburg Der Raum verbietet uns leider, alle übrigen 1455 Gewinner aufzuzählen. Aber sämtlichen Gewinnern ist inzwischen ihr Preis durch Postanweisung zugegangen, und eine genaue Liste aller Gewinner ist in jedem unserer Geschäfte zum Aushang gekommen. Wir danken all den Hunderttausenden, die sich an diesem Wettbewerb beteiligt haben, und wir hoffen, daß auch die, weiche vom Glück nicht begünstigt wurden, doch den Gewinn davongetragen haben, daß sie jetzt wissen, wie gut die Kleidung ist, die man bei uns für unsere bekannt niedrigen Preise bekommt, und wie klug es ist, unserem Rat zu folgen•—— Achinng! Als eine Neuerung werden Sie von jetzt an auch wochentags öfter visrtelseitige Inserate von uns finden. Die Angebote darin, gelten immer nur für den einen Tag ihrer Veröffentlichung. Aber fie find auch im Nahmen unserer schon hinlänglich bekannt günstigen Angebote etwas ganz Veksndeves. Es lohnt sich also, diese Wochen-Inserate zu beachten und— mehr noch- sie auszunutzen. S«hr schick ist b« jugendlich« Mantel in Mode Phantasiestoss— der breite Directoire- Aufschlag, Kragen, Aer- mcl. Taschen mit uni Velegeu. 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Sollte gerade„Frau� Mode eine Ausnahme inachen?— Und ist es ein Wunder, daß auch sie Dinge von lockender Köstlichkeit und be- glückender Zartheit erträumte— für den Frühling— und für die Frau?--- Sie erfand in träumerischer Laune die Farben des Frühlings: ganz, ganz � zartes grün, wie die jungen, kleinen Blättchen, die sich eben hervorwagen und dem Auge so wohl tun— und koralle, rosig schimmernd, wie jugendfrische Wangen und zaubrisch-zart wie heimlich verliebtes Erröten--- Bon dem Wunsche beseelt, ihren Liebling, die Frau, aufs schönste zu schmücken, mag sie auch— trotz Lenz und Sonne— auf ihr graziösestes, schmeichelndstes Requisit nicht ver- zichten— den Pelz. Pelz, viel, viel Pelz am herrlich seidengefiitterten Frühjahrsmantel.— Ihr schönster Traum aber ist das süße Wunder des neuen Sommerkleidchens mit wip- penden Volants und schmeichlerischer Tunika aus spinnwebdllnnen Stoffen, mit großen, leuchtenden Blumen bedruckt——— Und als Krönung des Ganzen schuf sie für das strahlende Frauen-Anllitz das kecke, kleine Käppchen und für heiße Sommertage den unsagbar reizvollen, malerischen großen Hut, unter dem die Augen so unergründlich tief und träumerisch blicken Und von Frau Mode» verschwende- rischer Güte und Anmut gerührt, fügten wir heimlich unsere„traumhaft" billigen Preise hinzu und machten so ihren Frühlingstraum— für jede Frau— zur allerschönsten Wirklichkeit! Allerlei aus unserem Wettbewerb! Legion ist die Zahl der Lösungen, die ein» fach angeben:„Bei E L A ist alle» billig" oder„Nichts ist zu hoch ausgezeichnet!" oder Ähnliches. Wir danken für dieses Vertrauen� abev Ernst hat wirklich Ernst gemacht. Ganz besonderen Dank allen denen, die in so freundlicher Weise uns durch Perfc, Gedichte, Witze und dergleichen erfteut haben, die sie uns mit ihren Stimmkarten oder durch die Post einsandten.— Der beschränkte Raum läßt es leider nicht zu, wie wir es sonst gern tun würden, alle oder auch nur einige dieser netten Einsendungen zu veröffentlichen. 'Alle, die uns auf den Sttmmkarten freund- liche Aufforderungen eingesandt haben, tz l» Götz von Perlichingen oder den früheren König August von Sachsen, bitten wir, sich am 31. April 193 i bei uns einzufinden. Dienst am Kunden geht uns über alles. Hallo, hier spricht Welle:„Macht Emst Ernst?" Wir bitten: Set. KriSa Ächmtüt, Sachsenstr. 5? kjcrrn Georg 0 uwenick, Schulenburger llanöstraße»o Krau Oelsa llabam, Kcicöberger eanöstcahce�z kserrn Krch Winkclhaff, Reuttrstr. I Senn Cur! ksoase, veneöischstr. io Herr August Knoche, Vremerforüerstraste 55 um Angabe ihres Wohnortes. Sie haben bei der Verlosung einen Preis erhalten, den wir aber nicht absenden tonnten, weil sie als ihren Wohnort einfach„Hier" geschrieben haben. (Bekanntlich wurden die Urnen mit ihrem In. halt an Stiminlartcn in verschlossenem Znstand nach Berlin gesandt»nd sind auch hier bcarbcltct wordin.) Kennen Sie den? Hacke ist übet Ostern in Bremerhaven gewesen. „Verzeihung, ist das der„Roland", der nach Helgoland fährt?" fragt er einen Ma» trafen und zeigt auf die„Europa", die 59 999 Tonnen groß und aus allen Schloten qualmend an der Kaje liegt. Der Matrose nimmt die Pips aus den» Munde, spuckt im weiten Bogen ins Wasser und mit einem Blick aus seinem Augenwinkel auf Hacke antwortet er: „Nö, det is man bloß eens von die lein Rettungsboote vom„Roland"!" 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Abniarsch: 8 Uhr.— Kleiner Tiergarten, Spitze Wilsnacker Str. und 2. und 7. Kreis der SPD. Slbmarsch: 8.13 Uhr.— Reuterplatz, Neukölln und 14. Kreis der SPD. Abmarsch: 8 Uhr.— Engelufer, Gemerkschaftshaus, Spitze Adolbertstr. Abmarsch: 8.43 Uhr. 2. Deutscher Beklcidungsarbeiterdcrband, Deutscher .Hutarbeiterverband, Arbeitnehmerverband des Friseur- und Haargewerbes. Scbastianstr., Spitze Alte Jokobstr. Abmarsch: 9 Uhr. Z. Graphische Industrie. Verband der Deutsche« Buch» drucker, Verband der Buchbinder, Verband der Litho- graphen und Steindrurker, Verband der graphischen Hilfsarbeiter und 6. und 13. Kreis der SPD. Alle Iakabstr., Ecke Gitschiner Str., Spitze Neuenburger Str. Ali- marsch: 8.43 Uhr. i. Vinheitsverbaird der Eisenbahner und 5. und 17..Kreis der SPD. Küstrincr Platz. Abmarsch: 8.39 Uhr. 5. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Andreas- platz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 6. Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs. Michaelkirchplatz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 7. Deutscher Holzarbeiterverband und alle freigcwerk- schaftlich organisierten Taubstummen und 18. und 1«. Kreis der SPD. Am Köllnischcn Park. Abmarsch: 9 Uhr. 8. Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. Zentralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Ease- angestellten, Deutscher Tabakarbesterverband, Deut- scher tvlusikerverband, Deutscher Landarbeiterverband, Deutscher Melkcrverband und 1., 1. und 18. Kreis der SPD. Lothringer Str., Spitze Rosenthaler Platz. Abmarsch: 9 Uhr. 9, Deutscher Lederarbeiterverband. Bülowplatz. Abmarsch: 9 Uhr. 19. Verband der Maler. Melchiorstr., Spitze Adalbertstr. Ab- marsch: 8.43 Uhr. 11. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Lausitzer Platz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 12. Deutscher Metallarbeiterverband. Verband der Kup- serschmiede und 3., 19. und 29. Kreis der SPD. Gartenstr., Spitze Bcrnauer Str. und Gartenplotz. Slbmarsch: 8.43 Uhr. 13. Zentralverband der Zimmerer, Zentralverlmnd der Dachdecker, Zentralverband der Schornsteinfeger- gesellen. Mariannenplatz. Mmarsch: 8.30 Uhr. 14. Verband der Satter und Tapezierer, Zentralvcrband der Schuhmacher, Deutscher Textilarbeiter-Verbaud. Engclufer van Adalbertstr. bis Kopeificker Str., Spitze Köps- nicker Str. Abmarsch: 8.43 Uhr. 15. Zentralverband der Steinarbeiter. Bethcmienufcr (vis-a-vis Gewerkschaftshaus). Abmarsch: 8.43 Uhr. 19. 9., 19., 11., und 12. Kreis der SPD. Gedarmenmarkt. Abmarsch: 9 Uhr. 17. Allgemeiner freier Angcstelltenbund. Oranienplatz (Nauniustr.), Spitze Oranienplatz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 18. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Mariannenplatz, Spitze Bcthanienuser. Abmarsch: 8.30 Uhr. AUKemdner Deufedier GewerKsdiaHslrand, OrtsanssdiDft Berlin. Allgemeiner freier Angesleliicnbnnd, Oriskartell Berlin. Allgemeiner Denfsdier Beamlenbnnd, Bezlrksanssdrab Grog-Berlin. Bezirksverliand Berlin der Sozialdemohrafisdien Partei Beulsdilands. Sachsen in Gefängnisfürsorge voran. Erfolge der freiwilligen Fürsorge im Strafvollzug. Frau Lenka von Körbir, freiwillige Fürsorgerin im sächsi- schen Strafvollzug. Verfasserin des Buches„Menschen im Jucht- Haus", hielt kürzlich vor dem Verband der Frauenvcreine einen Vortrag über die freiwillige Fürsorge im Strafvollzug. Frau von Körber ist berufen, zu diesem Thema zu sprechen; sie arbeitet seit Jahren als Gefangenen- und Entlasjenenfürsorgerin, hat sich je vier Wochen in einem bayerischen, einem Hamburger und einem preußischen Gefängnis ausgehalten, war berechtigt, sich noch vorhergegangenem Aktenstudium auch mit den Gefangenen unter vier Augen zu unterhalten und kennt den'Strafvollzug und seine„Objekte". Sie hat auch in der Betreuung von Strafentlassenen einige Erfolge zu verzeichnen und durfte deshalb mit Recht be- haupten, es sei unrichtig, daß Strafentlassenen nicht zu Helsen sei. Nicht minder recht hatte sie, als sie erklärte, daß Arbeit und ma- terielle Unterstützung allein die Sache noch nicht machten, daß in erster Linie zwischen Fürsorger und Gefangenen ein Vertrauens- Verhältnis bestehen müsse. Es sei auch notwendig, die Betreuung des Strafentlassenen im Gefängnis selbst zu beginnen, damit er seinen Fürsorger nicht erst nach seiner Befreiung kennenlerne. Frau von Körber führte Sachsen als Beispiel dasür an, wie sehr sich das Institut der freiwilligen Fürsorger be- währt habe. Eine ersprießliche Tätigkeit der freiwilligen Für- sorger, meinte sie, sei aber nur möglich, wenn beamtete Fürsorger da sind, unter deren Leitung die freiwilligen Fürsorger ihre Ar- beit zu leisten haben. Sachsen hat seit acht Jahren solche beamteten Gefängnisfürsorger. Dir Gefängnisgeistlichen und die Aufsichts- beamten sind froh, daß ihnen eine große Arbeitslast genommen ist. Frau von Körber wandte sich u. a. sehr energisch gegen die sogenannte Wohltätigkeit in den Gefängnissen. Es gehe nicht darum, den Gefangenen nur Rat und moralische Unterstützung zu ge- währen; es gilt ihnen durch tätige Betreuung zu helfen. Der Bortrag fand Ergänzung in den Ausführungen der Dis- kussionsredncrinnen. Fräulein Hermes, die Leiterin der Ge- f-ngenenfürforge in Berlin, betonte u. a.. daß die Entlasienenfür- sorge hier große Erfolge erzielt hat. obgleich die Betreuung der Gefangenen erst nach deren Entlassung beginnt; nicht zuletzt seien diese Erfolge auf die große Zahl der freien Fürsorger zurückzu- führen. Frau Dr. Friedländer berichtete von der Tätigkeit der Eheberatungsstellc in, Gefängnis Tegel. In zahlreichen Fällen war es möglich, eine Versöhnung zwischen den Gefangenen, ihren Frauen und Bräuten herbeizuführen. Leider gestattet die Gesängnisverwal- tung noch immer nicht eine Aussprache unter vier Augen zwischen Gefangenen und Eheberaterin. Frau Dr. Rosenfeld setzte sich für die Einstellung staatlicher Fürsorge ein. Als freiwillige Helferin im Frauengefängnis Barnimstraße übt sie eine ähnliche Tätigkeit aus wie Frau von Körbcr in Sachsen und hat im Gegensatz zu Frau Dr. Friedländer die Möglichkeit, mit den Ge- fangenen unter vier Augen zu sprechen. In ihrem Schlußwort betonte Frau von Körber noch einmal die große Be- deutung einer harmonischen Zusammenarbeit von staatlichen und freiwilligen Gefängnisfürsorgern. Hoffen wir, daß auch Preußen endlich vom Finanzminister die Mittel zur Einstellung von Ge- fängnisfürsorgern bewilligt erhält. Die Plaza wartet mit ein paar besonderen Attraktionen aus. Eine Russentruppe singt, tanzt und macht Musik. Senin Glazerois, der Manager des Ganzen, dirigiert dabei das Plazza-Orchester mit Temperament und Virtuosität, und mit sehr guten Stimmen wird unter anderem das immer wieder'wirkungsvolle Wolgalied gesungen. Aber auch Nationaltänze sieht man. und unter ihnen wieder wird mit besonderer Hingebung der Krakowiak getanzt. Barbara la May, eine junge Tänzerin, kann ihren wunderschönen Körper in der un- erhörtestcn Weise graziös verrenken. Alle ihre Bewegungen sind von ausgeglichener Schönheit und Harmonie. Ein sehr starker Mann mit kindlichem Lachen ist Frank Eders. Er spielt zu gleicher Zeit mit Vielzentnerkugeln und kleinen Gummibällen. Jose) Blank lonaliert mit seinem Partner auf dem Kopf, ohne je einen Gegenstand fallen zu lassen. parteinachnchten für Groß-Berlin (tnlenbnnjen fit dies« Studtit sind >» r l I» SW«I. LindenNrah« Z. 12. 36. 117. 6. 7. 11. 13. 14. » 62. 71. 78. « 85. S2. 106. stet»»» da» Be>>tl»sektetatiin 2. Hof, 2 Tr«»vea rtdit*. ,n richte» Beginn aller Veranstaltungen 19 H Uhr. sosern keine besondere Zeitangabe!—(KV.— Kreisvorstand.) heute. Sonnlag. 26. April. Abt. All- langfristig erwerbslosen Parteimitglieder melden sich im Lolal Schmidt beim siassicrer Kenosscn Wentel, und»war die Verheirateten um 7 Uhr. die Ädigen um IVs Uhr. Abt. Parteigenossen, welche Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren haben, werden aufgefordert, ihre Kinder unfcrcr neuen Kinderfreundegruppe „Petersburger Plag"»u»ufllhren. Anmeldungen an Hermann ffloan, Eldcnaer Str. 11. Erste Zulammcnlunft Dienstag. 28. A?ril„ 16 bis lOsch Uhr, Zugendheim Tilssterstr. 4. Abt. Karten»nr Maifeier stnd beim Genossen Klose. Ruvvrechtstroße, und Selchow, Äarlahorstcr Straße,»u haben. Erwachsene 75 Pf. und Kinder 30 Pf. Morgen, Montag. 27. April. «res». Achtung! Ordaerdirnst! Lofal Look, Schönleinftr. 6, Vollverfamin- Krei». 20 Uhr Arbeitsgemeinschaft Arth»« Soldstein.Bürgerliche und s»»ia. listisch« Knttur" im Jugendheim. Krei». 20 Uhr Kreisfunitionärsitzun» bei Bill, Martin-Luther-Straße 00. Stadlxerorbneter Paul Robinson:»Die legten Doegänge im Rath»»»." Znultionärtart« und Mitgliedsbuch legitimiere». Krei». Kreisvorstandsssgunq in der Linde, Tempelhof, Friedrich. Karl. Strasse Ecke Werderftrasse. Kreis Reulölln.«ersammlung aller zeituagskammissian, Mitglieder I« Ideal» Kasino, Weichfelstr. 8.— Ordnerobleutefiguna bei Schreiber, Ulug. Ät. �Die Ordner der Abt. treffen sich bei Ja der, Etephanstr. U, 20 Uhr. Abt. 20 Uhr gunktionärsihuug bei Baad«, Katserin-Augusta-Alle« 52. Abt. Straft. Detuwlder Ecke Koblenzer Strafte. Abt. 20 Uhr Kreisfunltionarsiftung bei Will, Martin»Luther Str. 80. All« Abteilungsfunktionäre beteiligen sich daran. Thema:„Das neue Gesell Groft.Bcrlin." Abt. Beamten! 20 Uhr bei Pinger, Dorssir. 50, Vortrag des Genossen Theodor Koftur. Abt. Mitgliederversammlung im Bürgcrfaal, Dcrgstr. 147. Referent Walter Waschte:„Sozialdemvtratie und Jugcnd". Abt. Köpenick. Mitgliederversammlung, Stadtthcater, ssricdrichstr. 6 (Grosser Sadll:»Die Aufgaben der Soiialdemokratie in der Gegenwart." Karl Litk«. M. d. R. Bericht vom Be�irksparteitag. 12>. Abt. 18 Uhr wichligc Siftung de» Abteilungsvorstand» im Lokal Schiebe. 148. Abt. Batfigwaid«. Lokal Woitschach, Ernststr. 1, Vorstands- und stunk» tionärsiftüng. Dienstag. 26. April. 7. Krei«. Freie Gchulqcmeinde. Vortrags'»ad Ausspracheabend in der 22. Volksschule, SBiJzlebenstr. 34. Einleitender Vortrag der Erzichungs- deraterin Genossin F. Laasch über:„Die Spraäipflege des Kindes im Eltern- haus�. Fragebcantwortung in allen Er�iehungsfraocn. Kreis. Sitzung des KB. mit den Abteilungsleitern und dem Borstand der s». Abteilung, 20 Uhr, bei Ihlenfeld, Uhlandstr. 74 Ecke Güntzelstrasie. Abt. Lokal Krüger, Hussitenstr. 34 Ecke Echeringstrasie, Mitglicdervcrsamm- lung. Bericht vom Bc�irksparteitag. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Pinger, Dorfstr. 30. Genosse Nolting:...Wirtschaftsfragen". Abt. � Mitgliederversammlung in der Karl-Marr-Schule, Kaiser- Friedrich- tstraye_ 209/211. Referent Dr. ssritz Croner: �Wirtschaftskrise und ihre Ueberwlndungsmciqlichkeiten". Abt. Parteigenossen, besucht die Generalversammlung der freien Schul» flcmciroc. Lokal von Madci) den vier Jahreszeiten", Bohnsdorf, Bahn- horstraßc. Mittwoch, 29. April. Kreis. 19 Uhr„Reue Welt", Ordnerdienst. 18% Uhr Sitzung des Bildung«» ausschufsea und der bestellten Ordner in der„Reuen Well", Aasenheide« Kiuderfreunde bereit« um 18 Uhr ebendaselbst. Krei«. Zur Maifeier stellt iede Abteilung 4 Ordner, welche sich am Mitt» woch. 29. April. 19 Uhr, zur Einteilung in der„Neuen Welt", melden. «reu. Kr-nsvorhandssitzung bei Gallos. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen im Jugendheim, Genthiner i-traße 17, Zimmer 6:„Der organisierte Unternehmer." Referent Kurt Mattick. Abt. Aula der katholischen Schule. Müllerstr. 159, Ecke Triftstrasie, Mitgliederversammlung.' Erich Kuttner, M. d. L.:..Zur volitis6>en Lage." Sitzung der Arbeiterwohlfahrt und Wo-hlfahrtskommissionsmitglieder bei Reche, Metzer Str. 26. Referent Stadtrat Rosemann. Abt. �unktionärkonferen� bei Pohst. Lvchener Str. 103. Abt. Abteilungsversammlung im Jugendheim, Rosinenstr. 4. 1. Vortrag des Reichstaosabgeordneten Genossen Kart Litte:„Rcichs'ag und Reichs- Parteitag". 2. Bericht vom Bezirkstag. 3. Kassenangelegenheiten. Abt. Mitgliederversammlung bei Will. Martin-Luther-Str. 09:„Rasse— Natioir— Internationale. Grundfragen des Nationalsozialismus". Rc» ferent Genosse Dr. W. Levinthal. Abt. Außerordentliche Mitgliederversammlung bei Schekchase, Ahornstr. Vk. Bericht über den Be.zirkspartcitag. Referat:„Der Reichspardtitag". Referent wird noch bekanntgegeben. Abt. Beckers Gesellschaftshaus, Ghausse-estr. 97. Gustav Weber:„Jugend und Parte,". Abt. Baumschulenweg. Aussprache- und Diskutierabend für die jüngeren Parteigenossen 19 Uhr im Lokal vom Etreubcl. Referent Genosse Sil fjwniKlsichtt. Thema:.Zollpolitik und die Sozialdemokratie". Abt. Oberschouewckde. Mitgliederversammlung im Bürgerpark, Weißkopf- straße. Referent Stadtrat Genosse Wilhelm Seimann:„Das neue Gesetz Groß-Bcrlin. Parteibuch am Saaleinqang vorlegen. Abt. Versammlung aller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossinnen und Genossen im Restaurant Tivoli. Weichfelstr. 5. Tagesordnung:„Sozial. demokratle, Arbeiterwohlfahrt, Oeffentliche Fürsorge. Referent Stadtrat Gcnoffc Weiß. Interessierte Genossen sind ebenfalls eingeladen. Krauenveranstaltungen. In oer Frau-nkundg-iung vm 23. April in der.Neuen Welt" ist ein Fahnengutt gesunden worden, der vom Sigentilmer im ssraucnsekretariat, Lrndenstr. 3, abzuholen ist. Dos Frauensekretariat. 9. 18. 85. 90. III. 14. 18. 8. 17. 20. 30. 54. 77. 82. 9». 102. 103. 115. Iu de» nawstch-nten Werbeastenden, die Im Rahme» der Znter.--i nationolen Wcrbewochc» pattsinde», sind besonders die Frauen der I Genassen und Sympathisierende eingeladen. 34. Abt. Montag 27. April, 19'/i Uhr, bei Neumann, Gubener Str. 45, .Unser Kampf gegen den z 218." Rcferentin Dr. Alice Goldmann. VoNnholo. 79a. Abt. Schönebcrg.Lindenhaf. Montag. 27. April, 19V, Uhr, im Lcdigeiv. heim Lmdenhos,.Gegen Krieg und Naziterror— kstr Sozialismus und ... Referentin Frida Licht. Rezitationen Friede! Hall. 191. Abt. Tteptow. Montag. 27. April, 19zh Uhr, im Viktoriagarten", Am Treptower Park 23/26 loorm. Ritichke), Porftihrung des Filmes.Lohn. Äickshalter Krcmkc". Ansprachen: Adele Schreibir-Krieger, M. d. 31., Emma Ritsche, ADGB. 137. Abt. Reinickrndors.West. Dienstag, 28. April, I9>/, Uhr. im„Bolkshaus", ScktornwcberNr. U4, Vorfjthrung der Lichtbildscrie„Im ffl&ften nichts Neues". Referent Ernst Neuinann. 141. Abt Rofenthal. Donnerstag. 30.-April, 2g Uhr. bei Hoffmann, Edclweift. strafte„Was erwartet die Frau pom Sozialismus?" Refereniin Dr. Hilde Wegscheider, M. d. L. 143. Abt.«aibmannslust. Dienstag. 28. April. Ist'.', Uhr, bei Iorius, Fürst. Premarck-Ttrafte. Montag. 27. April. ISü Uhr. 3. Abt. Im Saal 3 des Gemerkschaftehauses, Engelufer,„Die Enzyklikii des Papstes". Referent Ernst Nsuwann. 5. Abt. Im Rosenthaler Hof. Rosenthaler Str, 11/12,„Unser Kampf argen den K 218". Rcferentin Margarete Schenkalowski. 7. Abt. Der Frauenabend Im April fallt wegen der Internationalen Frauen. Veranstaltungen aus. 8. Abt. Bei Rickert, Stcinmeftstr. 38-,„Friedensbestrcbungen der Sozial. demokratie". Referent Hans Kaldmann. 14. Abt. Im Swinemünder Gesellschaftsbaus, Swinemllnder Str. 12,„Der internaiionale Gebnrtenstreik und seine wirlschaftlichen und kulturellen Folgen". Referent Dr. Hans Eohn. 15. Abt. Bei Kurkowski, Feldstr. 3, Heiterer Abend. Vortragender Hans Fuhrmann. 17. Abt. Bei Klinge, Scllerstr. 14.„Die wirtschaftliche Lage der Frau in Ruftland". Refereniin Elsbeth Weichmann. 18. Abt. Bei Sachse, Lindowcr Str. 28,„Die Bedeutung des 1. Mai als Weltfeiertvg der Arbeiterschaft". Äcserent Hans Bauer. 25. Abt. Im„Werneuchencr Schlaft", Elbinger Str. 87,„Sozialistische Er. ziehnng als Forderung und Tot-'. Referent Dr. Kurt Lowenstein, M. d. R. 30. Abt. 28 Uhr bei Seifert, Papxelallce 45,„Die Enzyklika des Papstes". Referent Eduard Fächert, M. d. L. 32. Abt. In Schmidts Gefellschaftshaus, Früchts!:. Z8a, Lichtbildervortrag des Genossen Schmidtbaner.„Das Zeltlager der Kinderfreunde am Thune: See in der Schweiz". Kinderfreunde und SAI. gestalten den Abend aus. 33. Abt. 19'/, Uhr bei Wertalia Hohenlohestr. 3,„Uiiser Kampf gegen den 8 218". Referent Dr. stkorbert Marx. 30. Abt. Bei Busch, Tilsiter Str. 27,„Kirche und 5 218". Referent Hans Wonwod. 37. Abt. Bei Raschle, Matternstr. 14,„„Wirtschaftsnot und Frauen kämpf. Referentin Enra Kresse. 38. Abt. 2V Uhr bei Bartusch, Friedcnstr. 88, Aussprache über die Intcr. nalionalen Fraueuwerbewoche». 39. Abt. In der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3,„Micterrecht und Mieterschuft". Referent Otto Most. 41. Abt. 28 Uhr bei Erdmann, Belle-Alliance-Str. 74a,„Was wird aus Preußen?" Äcserent Max Heydeman». 42. Abt. 28 Uhr bei Höhlte, Bergmannstr. 89,„Die Stellung der Frau in der heutigen Kirche". Referent Willi Wolfs. 43. Abt. Bei Krepp, Planufcr 75/78, Heiterer Abcich. Portrogcnde Margarete Walkotte. 44. Abt. Der Franenabend fällt In diesem Monat aus. 48. Abt. Bei T-ftlaff. Riticrsir. 33.„Der internaiionale DcfrelUNg-kampf de- Frau". Refercntin Margarete Hartig...... 55. und 56. Abt. Bei Reimer, Wilmcrsdorscr Str. 21 Ecke Kanalstrafte, �„Unser Kampf gegen den§ 218". Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwenftem. 67. Abt. 38 Uhr im Bahnhossrestaurant Grunewald. Inh. Wurzbachcr, „Reform oder soziale Revolution?" Referent Dr. Otto Fricdländer. 09./72. Abt. 38 Uhr bei Kulta, Lauenburger Eck- Uhlandstrasse.„Unser Kampf gegen txn? 218". Rcferentin Ilse Wolf. 79. Abt. 18 Ubr ärztliche Führung durch das Fraucnkundemufcum Ehar- iottenburg, Berliner Str. 187. Tresfpunlt'/.6 Uhr vor dem Gebäude. Genossinnen anderer Abteilungen willkommen. 82. Abt. 28 Uhr bei Schellhosc, Ahornstr. 13a,„Die Frau und der Rational. sozialismus". Referent Dr. Meisheim, n.. 91. Abt. Dcr Frauciiabcnd am 27. April fällt aus und findet erst am 4. Mai 92. Abt!' Bei Schmidt, Kaiscr-Friedrich. Eck- Elbesirafte,.Unsere Vorschläge zur Bekämpfung dcr Arbeitslosigkeit". Refercntin Käthe Kern. —sie zeigen unsere große Leisfunqs».&***§§**§*§ ge&m fähigkellirvIeppich�Lundün Gaidineni dßMt 33. Sffct. Im Iugendbmm BötiMlsiZk Gdt Cumterftriigc,„Papst tmi&tt'. SRcfsccntm Mari« Runcrt, M. d. 3). 9S. Adt. In der Leseballs Razai. Ecke IlfestraKe.„BoSIfahrtspflege". Reic- rent Sladtrat ilarl«ckneioer. »3. Abt. In de: Schule Dlariendorfer Weg ü,„Unser stampf gegen den il Zld". Aiefercntin Edith Rpsenberg. !>». Abt. Im Ideal-Versammlungzdcller. Hannemannslr. 4lt sda» Kau» wird UM 2g Uhr geschlossen).„Z ZI8 und Volkszesundheit". Refercntin Dr. stiithc «irankenthal W. d. L. IM. Abt. Lei Hah. Vaunifchulenstr. 72,„Der Internationale Bekreiungakamps der Frau". Referentin Gertrud Hanna, M. d. 2. AfA.Hof. 20 Uhr in.Meutinolt". Zloue strugallee Z9.„Unser stampf gegen den h 215". Referent Dr. Edgar Etristwer. 103.. Abt. Bai Tromrker, Frischen. Ecke Luisenstraße. Literarischer Abend. Vortragende Clfriede Wollmann. IUI. Abt. Bei stubat, Brllckenftr. 13( Lichtbildervortrag dez Genassen Bredow: »Sächsische Schwei,— Tirol" mit nrusslalifchen Darbietung»». II». Abt. 20 Uhr im Waldkater, Studenrauchsir. I,„Preuhenpolitii". Refe. Pentin Helene Schmitt. M. d. L. 114. Abt. 20 Uhr bei Hobel. Wiihlischstr. Z0.„Die Frau im Eherecht". Res«. rentin Erna Tichauer. 132. Abt. 20 Uhr bei st lug, Dorfsiraße.„Die EntNklika dea Papste,". Refe- rentin Mar Briniher. Vi»,«it. Im Jugendheim. Schbncbcrger Str. Z,„Die EngvNiia de, Papstes". Refcrentin Aenns Weider. ItOe. Abt. An bekannter Stelle„Der internationale Befreiungskampf der Frau". Referent(Sottlieb Reese. Dienstag. 28. April, 19'A Ahr. 20. Abt. Bei Bonlke. Cchulstr. 74.»Frau und Hygiene". Referentin Worga. rete Bartz. 27. Abt. In den Schönhauser Festsälen„Heiterer Abend" unter Mitwirkung der Jugend. 47. Abt. In der Schule Waldemarstr. 77,„Bom Houshaltslehrling 61« ,ur Meisterin in der Hauswirtschaft". Marie Weber vom Verband der Haus. angestellten. 75. Abt. 20 Uhr im Lindenhof. Wilhclmsplatz,„Unser stampf um Eckmle und ' Bildung". Referent Willi Wolff. 53. Abt. 20 Uhr bei Rode. Hindcnburgdamm Ecke Roonstrassc,„Die Arbeite- rinnenbewegung". 2. Vortrogsabend der Genossin stäthe stern. 54. Abt. 20 Uhr in Lehmanns Festflilen, staifer-Wilhelm-Str. 20/31,„Die Entyklika des Pavftrs". Refercntin Maria Ärifche. II». Abt. Bei T-mvel. Eudrunflr. 7. Lichtbildervortrag:.Rcuez Wohnen". Referent sturt Meyer. Mittwoch, 2g. April. 73. Abt. 20 Uhr im..Dcnllchc» Haus", Breite Straße.„Erziehung zum s-zia. liltischcn Menschen". Referent Gottlieb Reese. 120. Abt. Bei Tempel. Prin, knalle« 4Z,„Der frisch-fröhNche strieg". Bor- tragender Hans Fuhrmann. Donnerstag. 30. April. 17. stwi«. 20 Uhr bei Hcnseler. Lokal zum Treffpunkt, Bozhagener Str.«2, Ecke Reue B-hnhokftrnße.„Unsere Borschläge ,ur B«kämp,ung der Will. schaftskrise". Referentin stäthe ster». «». Abt.?0 Uhr bei Santmeann, Westfälische Sir. 42.„Heitercr Abend". Bor. tragender Hans Fuhrmann. Arbeitskreis sozialdemokratischer Polizeibeamten. Montag. 27. April. 18 Uhr, Sitzung der Funktionäre der Arbeitsgemein. schaft in den staminerfälen. Sozialistische Swdentenschast Verlin. Die Sektion Kandelshachfchnle wurde aufgelöst. Eine Neubildung ist erfolgt. Der vorläufige Borstand besteht aus den Genasselt Rohde, Rosenthal. Reckzch. Gegen die bisherigen Mitglieder Boppel, Plitt, Schnaufer, Dr. Heibenreich. stvppel. Hurtig und stanipfert ist loegen organifationsfchädigendes Verhalten Ausschlußantrag gestellt worden. Pslichiocranstaltung für alle neuen Mitglieder Dienstag, 28. April, 20 Uhr, im Bund„Sachfchulvolitik". Referent Genosse Gleitze und Tietgen». Betr. Maiverfamminng und Treffpunkt zur Demonstration Aufmarschplan im„Bor-. wärts" und Anschläge an den Brettern beachten. Sektion llniverfität. Montag, 27. April. 20 Uhr, Sozialökonomische Fach- schaft Universität Hörsaal 72. Referent Genosse R. Wissest:„Das Arbeitslosen. Problem". Dienstag, 28. Aprll, 20 Uhr, Großer Saal des Gefamtoerbandes., Adedizinisckie Fachschaft Referent Genasse Stadtarzt Dr. Löwenstein:„Die Srrualverbrechen, das Sexualstrafrecht vom medizinisch-sozialistischen Stand- vunkt". Die Fachschoftsvcranstaltungen sind al» Werbcveronftaltungen gedacht. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Grofz-Verlin. Rotkallev'Helfer. Rantag. 27. April. 20 Uhr. im Iugendheiin, ZSassertor- ftiaße 0. Aussprache:„Unsere Sommerplane". Ausstellung! Abbau Montag. 27. April. All« Berliner Gruppen holen Montag von 1l> bi» 18 Uhr ihr« Ausitellunasfachen ah. Maijugendtag. Sonntag. 3. M«i, 14 Uhr, im Bolkspark Rehberge. Pflicht- beteiligung oller Gruppen. Die stinderfreunde find am Programm beteiligt. 1. Schlußkundgebung: Sprech- und Singchor„Unser die Sonne, unser die Erde". 2. lOXöO-Mcter�Ztafest« der Sinderfreunde im Stadion. Die streife melden p machend ihr« Stafette in der Zentral-. Jede St-fett-nmannschaft 10 Rote Falken, 1 Helfer.. > strei» Bedding. stur Maifeier treffen sich die Gruppen tiud kommen nach Plötzense«, stein aemeinsam-r LreffpuM. D?« streiSh».lse««rsaMmluna findeck erst am Dienstag, ö. Wai, 20 Uhr. in d«. ehemalige» Lesehalle. Schönstedtstrck 17 .statt. Di« Musifgwrppe kommt am Mittwoch im Mustkzimmer de» Jugendheim», See. Ecke Turin«: Straße, zusammen. Gruppe Brunnenplatt. Am 12. Mai findet eine Eliernversammlung statt. Nähere» folgt. Gruppe SW. Montag. 17 Uhr. Rat« Falken und Zungfalka» spielen stock.. bachpiötz. R-Itialken gehe» um 1? Uhr von. Heim Jorckitratze zur Ginqprobe fstr die Maifeier. Ad Mittwoch wieder rezelmäßig Gruppenabend für Jung. und Restfalken. strei» Prenzlauer Berg. Die Gruppen beteiligen sich am Jugend iag der Arbeit�gemeinfchaft sozialistischer Iugendperbänd« auf dem Ererzierplatz. Ge. nieinsamer Tr«iwunkt 14 Uhr Hochbahnbof Danziaer Straße.«iupl>«n M Stunde vorder an den bekannten Punkten. Mittwoch. 18 Uhr, Garten sqal im Eaalbau Friedrichshain Generalprobe zum 1. Mai. Am l. Mai treffen stch all« Giuvvcn IS Uhr Danziger Ecke(Sreifswolder Straße.— Gruppe Friedrich sbert. Wontag: Badsn 15 Uhr, Normaluhr. Dienstag: Gem. Gruppe:„Wir spielen Zirkus". Donnerstag: Note Falken. Aussprache. Freitag: Trefipunkt Idih Uhr. Normal. uhe.— Gruppe Hermaun Müller. Eröffnung der neuen stindersreundegruppe erst am Dienstag. 5. Mai. 17 Uhr. im Jugendheim Gleunftrafe(neben Golosseum). Alle Eltern, die ihr« stinder noch nicht gemeldet haben, werden gebeten, die Adressen der„Borwärts-Spedition, Greifenhagcner Straß«, zu übermitteln.— Gruppe Freiheit. Treffpunkic für die Woche«m Bahnhof Schön- baufcr Allee. Seuic. 13lr Uhr(Iugendtag): Mittwoch, 17 Uhr(Generalprobe für l. Mai): Freitag, 15 Uhr(Maifeier). Montag: Jung, und Rotfalken, Aussprache:„Weltfeiertag der Arbeit". Restfalken, Spiel und Tanz. Dienstag: (besamtgruppe Turnen. Rotfaliengruppe fällt am Mittwoch aus. Donnerstag: Jung- und Refifalken, Brettspiele. Sonnabend, 17 Uhr, an bekannter Stelle Fallenratssstzung. Lichtenbcra-Rord. Am Montag, 27. April, 20 Uhr. Elternverfammluiig in, Seim. Guntcrstr. 44. Die Eltern, deren Kinder in» Zeltlager fahren, müssen unbedingt erscheinen. Gruppe Fritz Reute», Britz. Unser Montag-Seimabend ist wieder auf Dienstag verlegt. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 35. Abt. Unser Genosse Paul R-uiocks, Rigaer Str. Sfi, ist plötzlich per- fiorhcn. Ehre feinem Andenken. Beisetzung Montag, 27. April, 1411 Uhr, in Friedrichsfelde. Wir erwarten rege Beteiligung. 84. Abt. Unser« seit 22 Jahren treu zur Partei siehende Genossin Anna Wenzel ist nach kurzem schweren Krankenlager im Alter von 40 Jahren am 20. April plötzlich verstorben. Wir werden ihr«in ehrendes Andenken bewahren. Einälcheruna Dienstag. 28. April, Ib� Uhr, strematwrium Wilmersdorf. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Vorträge, Vereine undVerfammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold'. SeschS'tsst-lle:»erlin E 14. Sebastianstr 87-88 So» 2.?r Mo»tag. 27. April. Mitte(Iunzbanner): 20 Uhr Jugendheim Tieck. straüe 18. Referent stam. Soltau. Friedrich»hai«(Zunabanner): 20 Uhr in Bunbeskleiduna(Windjacke.) Jugendheim. Alle neuen stameraden in Zivil ebenhort. Eharlotteudurg(Ortsvercin): 20 Uhr außerordentliche Mit- aliedeeverfammlung mit Gästen im Edenpalast, Saiser-Friedrich�Ztr. 24. Refe. reut Polizeipräsident stam. Grzesineli. Tbema:„Preußen«inst und fetzt". Reulölln-Britz. 1. stameradfchaft. 8..-ua: 20 Uhr Zugverfammluna bei John, Weferstr. 4l.— Dienrtaa, 2«. April. Ritt«, Schufo. 8., 4. und Z. stamevad. fchaft: 20 Uhr Turnabend, Albrechtstr. 20(Turnschuhe). ISädbi»»(Radfahrer. und Nachrichtenabteilung):: 1S1H Uhr außerordentliche. Sitzung bei.Bmidtke, Echulstr. 74. Prenzlauer Perg(Iungbanner): 2V Uhr Jugendheim. Tages- Politik:„Der stampf um Preußen". Referent Kam. Dr. Muhle. Renkölp. Britz, 8: Sameradschaft:lgl» Uhr Wcrbeversammluna im Rest. Bcrgschloßhöhe, Satls- aartenstraße. Referent«am. Oberleutnant a. D. Baihke. Tbema:„Der Pb. Mehrkampf gegen den Faschismus",«opeuick(«ameeadlschofil: 20 Uhr'Kamerad. schaft«v«rsammluna im klernen Saal de, Stadtthealers. Referent«am. stittcr. — Mittwach, 20. April. Treptow(stanreradfchaft). Iungbanner: 20 Uhr Iugendiheim Sraetz- Ecke Wildenbruchftvaß«.— Dosteefportabteilnng: Die Motorbootfahrer, welch« an den Vorträgen teilgenommen habe«,, müssen am Doirnerstag, 50. April, 20>ä Uhr, im stluicheim des DRAG., Gharlotdrnburg, Hardenbergstr. 15(am Bhf. Zoo), zwecks theoretische: Prüfung erscheinen. Teutfckieo Arbeiter Mandoliuisten.Burd. Ortsgruppe Berti». Schllpebera. Der DARW., Ortsgruppe Schönebcrg, richlet ab Donnerstag, April, von 10—20 Uhr, im Lokal von Fritz Graß, staifer-FriedrichaZtr. 0, Ecke Reu« Kulm. straß«. für Mandolinen» und Sitarronlpielen-inen kostenlosen Kursus für Anfänger ein. Zuteressenjrn möchten sich dort melden. Die ,sto»ll>»»"�ilm6ühn« Ttzg«!. Hauptftr.«. deren Programm wir Die«»- tags und Freitag, in der stinotafel veröffentlichen, fplett ab Dienstag. 88. April, den bekonnten Film„Giftgas über Berlin" nach dem Roman von Peder Martin Lampel. Wir weifen unsere Loser hierauf besonders hin. Gut schlafe», heißt neue sträft« sammeln! Da« kann man nur in einem Bett mit Federn und Daunen. Ein seit vielen Iahren bekanntes und leistunge. fähiges Lau» ist die Firma Sachs«! u. Stadler, Berlin E. 25, Landsberger Straße 48—47» die Qualitätsfedern in allen Breislogen dach jeher Poftstation »evsendot. SM w Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 26. Apxü: 6 30: fnnknrmnastnc. Atncfcließend: frühkonjert. S: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 16.05: Wettervorhersage. II: Elternstunde. 11.36: Aus Leipsig: Bach-Konjert. 12: Uebertragung von Paul Zech. 12.30: Ausschnitt aus dem Wettkampf um..Das goldene Saxophon". 14.30: Jugendstunde. 15: Klavierkonzert. 15.30: Nathan Gurdus liest eigene Dichtungen. 16: Unterhaltungsmusik. 18: Hans von Hülsen liest aus eigenen Werken. 18.30: Konzert. 1940: Sportnachrichten. 19.40; Aus Essen: Von den deutschen Gerätemeisterschaften der Deutschen Tyrnerschaft. 20: Tagesglossen-. 20.30; Blasorchester-Konzert. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik.• Montag, 27. April: 6.30; Fankgyir.nastlk. Anschließend: Frühkonzect. 1240: Wettermeldungen für den Landw.irt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die deutsche Frauenakademie. 15.40: Ladendiebstähle und Ihre Verhütung. 16.05; Die Leipziger Straße wirbt. 16.30: Unterhaltungsmusik. 1740: Jugendstunde. 17.50; Bewegung und Schlagwort. 18.30: Gesänge. 19: Marfelulse Fleißcr liest eigene Dichtungen. 1940: Unterhaltungsmusik. 2040; Wovon man spricht. 31: Tages- und Sportnach- lichten. 21.10:„Das Wasser steigt", von Ohlischläger. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 28. April: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 1246: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20; Erfolgreicher Gemüsebau im Kleingarten. 15.40: Deutsche Technik in Asien. 16; Konzert. 16.25: Jugendstunde. 16.45: Unterhaltungsmusik. 17.20: Bücherstunde. 17 50: Passions* und Ostcr- muSik alter und neuer Zeit. 18.30: Die Polizei als Schutzengel des Rundfunkhörers. 19? Interview der Woche. 1940; Tanzabend. 21.10: Tages- und Sportnachrichten. 21.20:„Zola". Ein Querschnitt von F. C. Welskopf. Mittwoch, 29. April; 4.30: runkrymnastik. Anschließend: Prühkonzert.»: Von der Dculschen Welle: Schulfunk. 1240: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Aus der Praxis des Arbeitsgerichts. 15.40: Luftbrücken über Land und Meer. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 1640: Bach— Beethoven. Konzert. 16.45: Jugendstunde. 17.05; Teemusik. 18.05: Sozialpolitische Umschau. 1840; Gesangsvorträge. 18.56: Hermann Noll liest eigene Erzählungen. 19.15: Politische Zeitungsschau. 1940: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35: Konzert. 20.15; Eine musikalische Plauderei. 21; Tages- und Sportnachrichten. 21 10: Uraufführung:„Malpopita", kleine Funkoper von Mendelssohn und Seitz. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 30. April: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 1240: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzerte 15.20; Ehe und Familie, 15.40: Deutsche Lande.„Oesterreich." 16.05: Von den Hochburgen des Tennissportes und den Kämpfen um den Davis-Pokal. 1640: Wilhelm Borger. Konzert 17: Konzert 1740; Die Vereinheitlichung der Krisenfürsorge. 17.55: Musikalische Jugendstunde. 18.15; Hans Brandenburg liest eigene Dichtungen. 18.35: Die Aburteilung im Schnellverfahren. 19.05; Unterhaltungsmusik. 20: Aus Breslau; Ursendung.„Wir haben keine Zeit" Eine Posse von Otto Zoff. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Aus Königsberg: Querschnitt durch die Stadt. Danach: Tanzmusik. Freitag, 1. Mai: (.30: Funkgymnaslik. Anschließend: Frühkonzert.>8.30: Wcüernielduoaen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 45.20: Die Frau im neuen Staat 15.40; Stätten des Alltags. 16.05: Unterhaltungsmusik. 17(40: Jugendstunde. 18: Helden der Arbeit 18.25: Das neue Buch. 1845: Chorgesänge. 19; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.05: Valerian Schumakofi. Baialaikakonzert 19.30: Pro- gnunm der Aktuellen Abteilung. 20: Ausgewählte ünterhaltungnmusik. 21.30: Tages- und Sportnachnchtcu. 21.40: Walter Gicscking. Klavierkonzert. Uauaph; Abendunterhaltung. Sonnabend, 2. Mai: 640: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkon?ert 12.39: Wettennelduugsti für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugandstuode. 15.45: Eis- drücke im Land der Morgenfrischc. 16.05: Zehn Minuten Film. 16.15; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 1740: Die Erzählung der Woche. 17.55: Violin- ritisik. 1845: Abenteuer in vier Weltteilen. 19: Blasorchestcz-Konzert 20: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.30;..Berlin in der Posse." Ein Qaer- schnitt von Hans Brcnnert. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Könisswusterhausen Sonntag, 26. April: Ab 646; Ucbertragung aus Berlin. 15.36; Dichterstunde. IS: Die Cntseelu: unserer Kultur und deren Ueberwlndung. 19: Menschen im Beruf. 1940: Mensch sein, heißt Kämpfer sein. Dcutschlandseuder: 20; Aus Köln:„Der Bettel- Student." Operette von Millöckcr. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. .Montag, 27. April: 16: Die Pflichten und Rechte des Arbeitgebers gegenüber der Berufsschule. J6. 30: Aus Berlin; Nachmittagskonzcrt. 17.30: Die nordische Jugend. 18: Deutsch für Deutsche. 1840; Altertumsfunde und Bibel. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtscnaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.25; Stunde des Landwirts. 19.45: Viertelstunde Funktechnik. 20:, Die Bekämpfung des Lärms unter Berücksichtigung der Rundfunkstörungen. Deutscbfandsendcr: 20.30: Aus Wien: Siebentes europäisches Konzert. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Dienstag, 28. April: 16; Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Ans Leipzig: Nachmittagskonzert. 1740: Einführung in die neue Musik. 18: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften. 1840: Die Bedeutung der Meeresforschung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Französisch für Anfänger. Deutscblaodsender: 1740: Ucbertragung aus Berlin. 21: Aus Leipzig:„Die Föhre." Monologspiel von Manfred Hausmann. 21.40: Aus Leipzig: Konzert. 22.20: Ucbertragung aus Berlin. Danach: Aus Hamburg; Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 29. April: 16: Lehrgänge über die Arbeit der Oberstufe der Volksschule. 10.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 1740: Selten gespielte Trios. 18; Lehrgang lür Einheitskiirzschrift. 1840; Eine Wanderung durch Deutschlands Gaue. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Neue Wirtschaftsformen und die Beamtenschaft. 1940: Was fordert die heutige Wirtschaftslage? 20: Weltpolitische Stunde. Deatschlandsender: 20.30:„Vor Walpurgis." Cinundeinehalbe Stunde Kurzweil. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.25: Politische Zeitungs- schau. Anschließend; Ucbertragung aus Berlin. Donnersfag, 30. April: 16: Pädagogischer Funk. Iß.iß: Aus Berlin; NadiniiUagskonrert. 17.10; Hausmusik. 18: Die kulturelle Bedeutung Siebenbürgens. 18.30: Zauberei. Magie und Heilkunde. 18.88; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 10: Englisch für Fortgeschrittene. 10.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: J0: Aus der Staatsoper Unter den Linden;„Manon Lescant". Ein lyrisches Drama von Puccini. Anschließend: Ucbertragung aus Berlin. Freilag, 1. Mai: 16; 25 Jahre Berthoid-Otto.Schnle. 16.30: Aus Leipoig; Naciunittagskoiuert. 17.30; Sprache als Zauber. 18; Die deutsche Seefiscberci. 18.30: Leben lind Schicksal großer Künstler. 18.53: Wetterbericht für die Landwirtschaft.>0: Feierstunde des SotiaHstlschen Kulturbundes„Vorwärts— hinan". Anschließend Ucbertragung ans Berlin. Sonnabend, 2. Mai; )(: Der Schmalfilm In der Schularbeit. 16.30; Aus HäR'aurc Nachmittags. koiuerL 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit 18: Französisch für Fortgeschrittene.>8 30: Der Volksbildner Job. Tews. 18.88: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Leben und Schicksal großer Künstler. 10.30: Stille Stunde. DculsckUndsender: 20: Aus Hamburg;„In Kino verltas". Eine heitere Film- revue. 21: Aus Hamburg: Bunter Abend. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragimg aus Berlin. Das schöne Schlesiens Das schön« Schlesien mit seinen Gebirgen. Heilträstigen Bädern, altertümlichen Städten, Burgen, kunst- geschmückten Klöstern und Schlössern ist, so nahe es an Berlin liegt. in wssten Kreisen noch. nicht genügend bekannt. Zur Werbung für die Heimat, die bedrohte Ostmark, veranstaltet der Sch lesisch« Ber- kehrs�Berband daher«ine Ausstellung im Nsrk.ehrsbüro Damiebera. Unter den Linden S ich viel Bristols in der Wach« vom 27. AlPrilb'S 3. Mai. In farbenprächtigen Gemälden, einem Phon'aifvpnpparat, der blitzartig wechselnde plastische bunt« Bilder aus Schlesien zeigt. ersteht die vielgesiailtge Schönheit des Schlssiexlandes, M« sich sowohl im alpinen Riosengebirg«. d«m zweithöchsten G«' birg« Deutschlands, wie in den dem charz. Thüringen und dem Schwarzwald ähnelnden Waldbergländern des Jser-, Eule n>. Waldenburaer-, Glatzer» und Altvatergebirges 11000 bis 1500 Meter hoch), in den Vorgebirgen und auch im Ties- lande mst seinen Wäldern. Seen, altertümlichen Städten zeigt, „Das kastei eine Seereise?"— unter dieser Schlagzeile hat der Norddeutsche Lloyd in Bremen kürzlich einen kleinen Prospekt herausgegeben, der in knapper Form Aufschluß gibt über Seereisen der verschiedensten Art. Man ist überrascht über die Mannigfaltigkeit des darin Erwähnten. Studien-, Jnsormations- und Geschäftsreisen nach überseeischen Ländern, Vergnügungsfahrten nach dem Norden und Süden, preiswert« Reisen mit Frachtdampfern, Gesellschafts- fahrten oder unabhängige Reisen, die man ganz nach seinem Wunsch mst den Schissen der regelmäßigen Dienste ausführen kann, in bunter Fülle eröffnen sich die vielseitigsten Möglichkeiten. Zum Grotzeeinrmachen. In diesen WoAen beginnt die allgemeine große Frühjahrsoffensive im nimmer-rlöfKcnden Stellungskrieg ber Hgu-frau-n gegen ihre verbündeten Erbfeinde: Säimntz und Ungeziefer. Es gilt die Ab- wehr der Motten, Fliegen, Stechmücken, die Bertreidung alles lchädlichen oder lästigen Ungeziefers aus der menschlichen Behausung. Ueber diesen stampf und seine Hilfsmiitel haben dt« letzten Jahre nicht nur viel Belehrung und Au». klärung gebracht, fondern ouch gute, bewährte Kampfmittel. Mit den flüssigen Mitteln, die durch Zerstäuben vernebelt werden und so in die kleinsten Ritzen und Schlupfwinkel dringen— am populärsten ist wvbl Flit— kann man im friedlichen Heim den ortigsten Gasangriff unternehmen— für den Angreifer eine völlig harmlose Sache, für die Feind« aber sicherer Tab. Jeder Drogen- laden hält diese Waffe für euch vorrätig. Nutzt sie. ihr Hansfrauen! Es gilt jetzt, gerade jetzt, das ganz« fliegende imd krabbelnde Geschmeiß, die eklen Feind« der Ruh« und Bebaglid�eit, die Zerstörer der teuren Wüitersachen. die Schlepper dcr Seuchen und strankheiten. au«ur»tl«n, und auch schon ihre Brut zu verwichten. Der groß« Umbap-Ansaerkanf im Teppichhau» Fischer u. Wolff. Snondouer Straße ii>. Ecke stats«r.Wtlh«lm.Straße, der in der ersten Woche ein aanz enormes Interesse erweekt hat. wird weiter in dieser Woche fortgesetzt und bringt wiederum außergewöhnlich preiswerte Angebote in Teppichen. Brücken. Möbel- und Läufetstoffen, in Dekorationen, Gardinen. Decken usü». In allen Abteilungen bietet sich bier bei der bekannten Leiftungsfäblgkeit dieses größten Svezialhaufe, eine denkbar günstig« Einkaufzgelegenheit, die rechtzeitig wahr- zunehmen sich lohnt. Große siedleraupftcllnna in„Seebad Miersdorf.Zeutheo". Der Enov-l'. Ausschuß zur llntoriuedung der Erzeug, i»a»bedtnau7>gen und Absatzaussichten der deutschen Wirtschaft nennt in dem dcr Wohnraumbeschasfung gewidmeten Band seiner Berichte die neuartige Stadtrandsiedlung, hie olletu auf 180 iWfl Parjellen im näheren Umkreis Berlin, zu schätzen rst..«ine der wichtigsten Veränderungen struktureller Art im Dohnungsweten und in den Wohnungi- ansvruchgn". Eine umfassende Umschichtung ist besonder« inr feenretchen Süd- nsten im Gang«. In großen Massen siedaln sich Angeborig». Groß-Berlin» imd de» streife� Teltow in Eigenheimen an. Besonder, bevorzugt durch seine Bor- ort-Seenlage ist hier da» einzige und letzte VororLSaongeläirde„Seebad Miers- dorf bei Zeuthen". Hier wurden durch da, SchwbÄorff.llnteonähmen. im Ber. lauf«ine» Jahre, annähernd etntaufendwneihundert Parzellen besiedelt. Das Aufbiüben dieser Landhaus- unb Siedlungskolonie hat dazu geführt, daß die Parzellentäufer sich rege an der weiteren Entwicklung beteiligen, so wurde der „Gemeinnützige Grundbesitzennerein Seebgd Mittshotf e, D." gegründet und bereits zu Pfingsten wird von den Siedlern unter propggandistischer und per. kehistechnischer Mitwirkung des Schrobsdorff-llnternehmen» eine große Siedler- nusitellnng in Zeutben und Miersdorf nergnftaltet. Diese Siedlerschau'oll al« Ausstellungsobseti« alle Erzeugwisse umfassen, die mit dem Siedeln in Einklang flehen. Sämtliche Amt», imd Gemeindevorsteher der umliegenden Ortsdiaften befinden sich im Ebrenousschnß, so daß für diese gemeinnützige Ausstellung durch die Ilnterstiitzung der maßgebenden Stellen ein voller Erfolg gewähr- leistet ist. Di« günstige Porortverbindung nach Zeuthen wird Taufende von Berlinern. veranlassen, sich mit den großen Erfolgen der Stadtrandsiedlung per- traut zu machen. Schon Ostern hat die weitere Besiedlung von Seebad Micr». dorf bei Zeuthen begonnen. Außer geringer Anzahlung sind nur Einheits. raten einichließiich der üblichen Rebeniosirn von achtzehn Mark manatlich er. forderlich. Da» notwendige Gefchie« beschasse» oder ergänzen n»»«». und zweck. mäßige» Haushaltsgerät in den Dienst der Hausfrau stellen—. Das ist die Devise des großen Sonderverlaufs von Glas, Porzellan. Steingut und Wirt, schgftsartikeln, den die Firma Wcrtheün in der Woche vom 27.«prii bi, 2. Mai einschließlich in ihren vier Berliner Häusern veranstaltet. Zur rich. tigen Anwendung ihrer Zeit und Arbeitskraft, deren Bedeutung fllr den Sans- halt im Zeitälier der Rationalisierung immer mehr erkannt wird, braucht die Hausfrau Glas, Porzellan und Steingut in gerade der Zusammenstellung und Form, die ihre persönliche Erfahrung fordert, ebenso wirtschaftliches Koch- gefchirr. moderne Rüchenhilfsmittel und zweckmäßige, Sausholtsgerät. 27«chanfeufter zeigen die Leistungsfähigkeit eine, Epezlalhaufez. In 27 Schaufenstern, die einem Svezmlartikel gewidmet sind, sieht der Beschauer di« modernsten Teppiihe. Daedinen. Dekorationsfioffe, erhält er«inen Ueber- blick über die edelsten und besten Qualitäten, wirb ihm gezeigt, zu welch billigen Preisen diese begehrenswerten Artikel erstanden werden können. Die Firma TepplähBurfch. die dies« 2? Schairfenfter ständig unterhält, erfüllt die Span- dauer Straße und den Reuen Markt im Zentrum Berlin» mit strahlendem Licht und drückt dieser Straz- den Stempel auf,«ein Interessent für Teppich«. Läukrstoffe. Egrdinen. kann an der Firma Teppich-Burfch in der Spandaucr Straß« 22 vorübergehen. «frsMor Preisabbau C jft|fe BCKjJs Wich m Fihrrsd- u. Mstorrad ZubehOrleile PN ■«■■■> aUVSo noch nie dagewMensn Preisen, jr«n« Halbrenner«. ToarcDrtzder schon 10r36.—, JM.—. 00.— ,45.—. da.—. Nene Dsmenfsbrrgder 4S..,SS.-, M.-, Orlc.Brennabor.Ktszler 7S.-. Stern Räder Jeut Kreons Räder Balion-Hcnizer Mk«o.-,«s.-, 79.-, SO.-, 03.-. Ballou-Tnure u-, Balloa-Danseomasrhinen _ �..._____ Mt OO... 03.-. TO.� SO... Orldnul-BreDnabor. Ballonracker Mk. All»—, V. Z.Bader T5—. All—. da.—. TrasH»UM»rt.2!seeIrjicker v. 91t.— an. Ocbranebte FahrrOder Mk. 18.-. 3«.-, 26.-, 30.-, 88...«OOO Klnderrbdsr Mk. 7.DO, 10.- 15.-, I».-_ Jncendrader Mk. M.- an. Rahmen Mk. 18.-, 18__. 38.-. SO.-. Motor-Fahrrader mit Sorha- Motor mit Zweleaacretriebe, Touren- u. Bporünodelle, Fahrrodmibehörteile bedeutend bilUfsr. Auto- und Hotanadzubshörteile, rrdsste Auswahl. Grossar Postgn noue erstklassige Ifahmaaehlnen Mk. 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Als wir in der Dämmerung draußen vor der Stadt am Ufer des Sees Genezareth entlanggleiten, stehen überall aus den Klippen dickst am Rande des Sees junge und alte Juden, ihre Wasser- kriige neben sich. Sie haben die Augen im Gebet gesenkt, den Kopf nach Jerusalem gerichtet oder über die Flut geneigt: „Gepriesen bist du Ewiger, unser Gott und König des Alls, Für den Weinstock und des Weinstocks Frucht, Für all den Ertrag des Feldes. Für das Wasser und für das Land, lieblich, gut und weit, Das du unfein Vätern«inst in Wohlgesallen gegeben hast." , Leise plätschert die Flut zu den Füßen der Betenden. Sanft heben sie die stachen Hände über den See, sie segnen das Master. Am nächsten Mittag erreichen wir die Iordamnündung. Dicht neben uns strahlt die unbewegte Flut das heiß« Sonnenlicht zurück, als sichren wir über einen Kessel glühenden Feuers. Gerade vor uns ragt der breite Kamm des Hermon, von Schnee schwarz und weiß gestreift wie der Rücken eines Zebras, heldenhaft im Blau. Zu träge, um in der heißen Lust die Paddel zu bewegen, haben wir die Üeine Maschine unseres Außenbordmotors in Gang gesetzt, die mit ihrem langgestielten Propeller das mit Zelt und Eßvorräien schwer beladene Klepperboot mühelos durch die flimmernde Master- fläche zieht. Der Tiberiassee hat eine länglichrund« Form und heißt aus Hebräisch„Kinereth" oder der Geigensee, weil er die langgestreckte Gestalt einer hebräischen Geige hat. Die weihen Marmortrümmer der Synagoge von Kapernaum gleiten vorüber und die Landschaft mit chren breiten Säulenstümpfen ninunt auf einmal griechische Züge an. Schmäler und schmäler streckt sich der lange Geigenhals des Sees. Ich suche die am Ufer zur Tränke drängenden Herden der Beduinen zu photographieren, als sich das pfeilschnelle Boot über einer mesterscharfen Fclsspitz« einen Augenblick mit furchtbaren, Ruck in die HHöhe hebt. Eilend suchen wir wieder den tiefen Grund. Ich fühl« unter nur Wasser, ein handlanger Schnitt hat unsere Bootshaut zerrissen: aber die Spannung des Holzgestells. ist so groß, daß die Ränder des Schlitzes sich von selbst wie zwei Lippen fest auseinanderlegen. Un- bekümmert setzen wir unsere Fahrt noch eine Strecke stromaufwä ts auf dem Jordan fort. Schon nach wenigen Augenblicken nimmt die Einsamkeit der Steppe uns wieder auf. Hohe Berberfeigen strecken aus den Flußbuchten ihre stachligen Kaktusblätter, die Land- schoft enthüllt ihr tropisches Gesicht. Schwarzbärtige Beduinen hocken in ihren Mänteln am Ufer wie große Bogel mst geöfsneten Flügeln.. v •..Merhabäi" sGrüß Gott!> rufe ich hinüber. ..Raharok saidc!"(Dein Tag sei glücklich!) erwidern sie. Der Ftußlauf verengt sich Dichte klein« Wellen verraten den steinigen Grund, aber mit Leichtigkeit durchschneidet dos vom Benzin- dampf getriebene Boot die reißenden Strudel. Starr neigen sich die Araber über die Böschung. „Makina, makina!"(Maschine!) flüstern sie erstaunt. „Makina," erwidert es vom anderen Uer. Dies ist das Zauberwort, mit dem der Araber alle westlichen Erfindungen tauft. Die Stromschnellen unter uns verwandeln sich zu einem jagenden Wasserfall, aber gleich darauf wird der Boden so flach, daß wir die Schraube einziehen müssen. Wir landen auf einer kleinen Grasinsel in einer stillen moorigen Bucht. Ein kraushaariger nackter Beduine watet uns entgegen, bis über den Nabel im Schlamm versinkend, und wir klettern auf seinen Rücken, während er uns durch das Wasser an das ander« Ufer an fein Zelt trägt. Ein alter Araber erwartet uns mit seinen Frauen vor dem mit Strohmatten geschlossenen Eingang. „Tajara, tajara," sagen sie und weisen auf das Klepperboot und seinen kleinen Propeller. Dann deuten sie mit den Händen über die Berge in die Luft. Tajara heißt auf deutsch die Bogel» Maschine. Als ich den Kopf schüttle, blicken sie mich ungläubig an: denn ihr Vertrauen auf die Maschinen Europas ist ohne Grenzen, es würde ihnen nur natürlich erscheinen, wenn das Faltboot mit seiner surrenden Schraube als Propeller wie ein Flugzeug sich aus dem Wasser erheben würde, um wie ein Vogel in den Wolken des Her- man zu verschwinden. An der Mündung des Jordan empfangen uns die jüdischen Fischer, als wir noch einer Stunde mst dem notdürftig geflickten Boot wieder zurückkehren. � „Friede!" sage ich„Friede!" erwidern sie. Die ganze Ferne über dem See ist auf einmal durch Staub- wölken verhängt. Der Weststurm ist gekommen, mannehohe Wellen rollen sich über dem Wasser aus. Wir können nicht mehr zurück- kehren. Die jüdischen Fischer laden uns ein, den Abend bei ihnen zu verbringen. Es sind acht junge Burschen, nacktfüßtg, mit rauhen Leinenhosen und geöffneten Heinde«, die früher an der Ostsee als Fischer tätig waren und van Litauen noch dem Kriege herüber- gekommen sürd. Fast den ganzen Tag mit dem Legen ihrer Reusen beschäftigt, hausen sie in den finsteren Räumen einer halbzerfallenen steinernen Karawanserei. Einer hat sich ein arabisches Kopftuch un, die Stirn geschlungen. „Wie heißt du?" frage ich ihn. „Daniel." Lachend wirst er den Kopf zurück, während das weiße Tuch sich auf feinen Schultern bewegt. Der Sturm hatte zugenommen. Wir traten in das zerfallene Hans: in dem finsteren feuchten Raum wimmelt es zwischen den Steinen von Skorpione» und Schlangen. Die Fischer laden uns zu ihrer Mahlzest ei». Einer spielt leise auf seiner Mundharmanika. Plötzlich steht Daniel auf und beginnt zwischen den Primuskochern und der Kiste mst den Tellern voll abgegessener Gräten auf einem zwei Schrstt« breiten Stück Erde zu tanzen. Die Schatten seiner Beine und Arme an der Mauer scheinen seine Glieder zu vervielfältigen, als kämpfe er mit einer Horde dunkler Dämonen. Die Lust ist so warm, daß wir die Nacht im Freien zubringen. Die Betten der jüdischen Fischer stehen draußen am Flußuscr, mit ihren weißen Moskitonetzen behängt. Daniel fröstelt. „Morgen werde ich Fieber haben," sagt er, als wir in der Dunkelkeit nach den Betten tasten. Die Fischer leiden hier viel an Malaria. Oft müssen sie wochenlang in die Hospitäler nach Tiberias gebracht werden, und nicht wenige gehen in der Hitze der Jordan- sümpf« zugrunde. Noch lange liege ich wach und blicke durch den Schleier des Mückennetzes wie durch einen zarten Nebel über mir in die Stern«. Jetzt geht der Mond über den Bergen von Uoab auf. Der Sturm hat sich mit der Dunkelheit wieder gelegt. Selbst die Waiser des Geigensees sind still geworden: nur der im Mondlicht leuchtende Jordan fingt leise. Die Nacht und der Wind spielen aus ihm, wie aus der einzigen silbernen Saite dieser gewaltigen Geige, ihr schlaf- riges Lied. Schon in der Frühe sind wir mit den Fischern unterwegs Ucberall, wo in der Flut an einem Strick die leeren Bierflaschen schwimmen, ziehen wir die mächtigen aus Draht geflochtenen Reusen aus der Flut. „Ich habe schon 38 Grad Fieber," sagt Daniel, als wir auf- brechen. „Willst du dich nicht lieber zu Best legen?" Er schüttest« den Kopf:„Nein, nein... ihr könnt die schweren Reusen allein nicht heben." Zstternd und gerötet sitzt er neben uns aus der Bank und scherzt. Die Fischer greifen zur Ziehharmonika und beginnen zu singen Dos alte Lied Hillels tönt über die Flut Klatschend schlagen die Schwänze der bresten gebogenen Fische gegen das Gistcr, sobald wir die Drahtreusen in die Lust hebe». Das Fieber Daniels ist auf 40 Grad gestiegen und ermattet kauert er sich an der Spitze des Bootes auf dem Boden zusammen. Die hölzernen Planken zittern von den Stößen feiner vor Frost klappernden Glieder, während wir zurückfahren, um ihn zu Bett zu bringen. Zwei Tage später bei der Heimkehr am anderen Ende des Sees überrascht uns der Weststurm. Wir haben unsere orangefarbenen Segel aufgespannt, die Spritz- decken geschlossen. Eilend schießt unser Klepperboot durch die be- wegte Flut: ver klein« Mast biegt sich, die Wellen schießen über unser Deck hinweg. Aber der Sturm ist so stark, daß es uns nicht gelingt, gegen den Wind anzusteuern. Verzweifelt suche» wir niit den Paddeln gegen die Wellen zu kämpfen. Ohnmächtig treiben wir mit dem Sturn, und schon in wenigen Augenblicke» befinden wir uns weit am anderen Ufer der Bucht. Wir müssen die Segel einziehen und unseren kleinen Benzin- motor wieder in Gang setzen. In jagender Eile bohrt das schlanke Schiff sich von neuem in die brodelnde Flut. Das Wass.'r peht über unseren Leib, über die Schustern hinweg. Kaum bekleidet, zittern wir unter der plötzlichen Käste. Aus der Höhe des Sees beginnen die dünnen Stäbe des Bootes unter dem Ansturm der Wellen in ihren Gelenken zu knarren, und das ganze Boot biegt sich unter der Gewalt des Wassers wie ein springender Fisch. Wir sind allein mit dem Sturm in der Mitte des drohenden schwarzen See?. Rur ein einsamer Schmetterling folgt uns, zisternd und angstvoll, vom Winde dicht auf das tödliche Wasser gedrückt. Fern über der schäumenden Wildnis schüttelt das Medusen- Haupt des Hermon rotbrennend die feurigen Locken. 3)er Taier des„ffiobmSoti" Der größte Bucherfolg, den die Wellliteratur bis auf den heutigen Tag aufzuweisen hat, ist noch immer der„R o b i n s o n" des. vor 200 Jahren verstorbenen Daniel Defoe. Sofort bei Erscheinen des Werkes, im April 1719 in London, war die Begeisterung sür diese Abcnteurcrgcschichte beispiellos: Auflage um Auflage mußte hergestellt werden, und auch das Ausland zeigte gleich ein großes Interesse für die Schöpsung. Wenige Monate später lag auch bereits eine deutsche Uebertrogung vor. In allen möglichen und „unmöglichen" Sprachen wurde Defoes Buch übersetzt: hier als Volksroman mit moralisierender Tendenz und beinahe ZOO Seiten Umfang, dort als knappes, zusammengedrängtes Kinderbuch leichtester Art. Und dann kam die umfangreiche Schar der N a ch a h m u n g e N. Ins Unenneßliche gings Echte und fälsche„Robinsone" bevölkerten den Markt. Haste es damals schon die. heutigen.Urheberschutzgesetze gegeben: Daniel Defoe wäre ein vielfacher Millionär geworden. So aber starb er am 2S. April 1731 in London in recht dürftigen Verhältnissen. Aber es wäre ungerecht, in Defoe lediglich den Vater eines heute noch beliebten Kinder- und Jugendbuches zu sehen. Im Gegenteii: wie bei so manchen anderen berühmten Gestalten nachmals bekannt gewordener Jugend- und Volksbücher war auch dieses Mannes Tage- werk mst ernsteren Dingen angefüllt. Von Jugend aus besagte sich Defoe mst politischen Angelegenheiten. Er gab eine Zestschrift heraus, in der er sich sozialen Fragen widmete und gegen einen übertriebenen Nationalismus zu Felde zog. Da er gegen mächtige Gegner zu kämpfen hatte, hielt er es eine zeitlang für das Beste, ins Ausland zu gehen. Als er später in seine Heimat zurückkehrte, mußte er wegen seines temperamentvollen oppo- sitionellen Wesens Gesängnishast und Pranger st ehen über sich ergehen lassen. Dennoch setzte sich die Oeffentlichkest bereits in starkem Maße für den mzwischen volkstümlich gewordenen Publizisten ein. In großen Scharen drängte sich das Londoner Volt nach der Prangersäule, an der Desoe stand, und schüttete Blumen vor ihm aus. Und während seiner Inhaftierung kam es gar zu demon- strativen Straße nausläusep, so daß die Behörden es für ä)as v'fl bei Arbeiislofen manchmal So,.. Der Frühling löst sich langsam aus des Winters Wust. Zum Glück! Die letzten Kohlen sind verbrannt. Mich überspült leicht eine Welle Lebenslust. Der Fallschirm Hoffnung ist neu aufgespannt. Ob man den Wintermantel schon versetzt? Die brave Sonne meint's anscheinend gut. Ich fürchte, daß man ihn sehr niedrig schätzt— Den Mantel!— Und das nimmt mir noch den Mut.— Jetzt wanderte ich gern aufs Land hinaus, Nur. um dem Lenz einmal recht nah' zu sein. Doch, geht man mit entsohlten Stiefeln aus? Wer meine Stiefel kennt, sagt dreimal nein! So träum' ich denn vor meinem Blumentopf. Bon allem, was dem Armen ist verwehrt. Die tollsten Wünsche geh'n mir durch den Kopf, Bis dann die Wirklichkeit rauh wiederkehrt. Das Träumen.— Ach es war jetzt lang' verpönt, Doch wird man nur ein wenig hoffnmtgsfroh, Hat man es bald sich wieder angewöhnt.— Das ist bei Arbeitslosen manchmal so... Tutt, ein Wirker. angebracht hiellen Defoe aus der Host zu entlassen. Das war zu einer Zell, als die später hochberülimte Iugendgeschichte von dem von Jugend auf in der Well umhergctriebenc» abenteuerlustigen Engländer Robinson Crusoe noch gar nicht erschiene» war! Wir sagten schon oben, daß auch die Verfasser anderer berühmter Jugendbücher tapsere Männer der Politik und der Feder waren. Es lei nur an die deutschen Märchensammlcr, die Brüder Grimm erinnert, die, als sie 1837 ae�en den V-riassungsbrust ihres Honnoverichen Lairdesfürsten im Kreise ver„Götünger Sieben"(Professoren) scharf protestierten, ihres Hochschulomles enthoben wurden. Oder an Jonathan Swift, den Verfasser von„Gullivers Reisen" und Landsmann Desoes der s-l-arfsinnig und mit spitzer Feder der damaligen ofstzielleu Gesellschast England? zu Leibe rückte, und der ani Schlüsse seines Kampjes van der mannigsachen herrschenden Unwahrhastigtest' so angewidert wurde, daß er von der politischen Bühne abtrat und sich ins Fabelreich zurückzog. Oder auch an Harrret Beecher-Stawe, die mit ihrem Sklavenbuche „Onkel Toms Hütte" eine sehr ernste soziale Mission versolgü. Daniel Desoe(der der Sohn eines Fleischers war und ursprünglich Foe hieß) hat in seinem Leben neben ungezälilten. Zeitungsartsteln nicht weniger als 2S0 Schriften versaßt. Bis auf den„Robinson" und ein s o zi a l k r i t i s ch e s Werk, däs in der deutschen Uebersetzung den Tstel trägt„Soziale Fragen vor 200 Jahren" salso von heute aus zurückgercchnet!), sind diese Stritten heute vergessen. In englischen Bebliotheken gibt«s gewiß noch das eine und andere seiner geschichtlichen und zeitkritischen Bücher, und auch Exemplare der von ihm herausgegebenen Zeiischnslcn werden aus bibliophilem Interesse sorgsam ausbewahrt: sonst aber lebt auch dort diese Seite des großen Fechters nicht mehr. Dagegen werden noch immer einige seiner Jugendbücher gelesen, die er im Anschluß an seinen großen„Robinson"-Erfolg geschrieben hat. Zu beachten ist übrigens, daß der ursprüngliche„Robinson" Verhältnis- mäßig kurz war, und daß erst der beispiellose Erfolge den Autor ver- anlaßte, in zwei Fortsetzungen dem Werke jene moralisierende Rote zu geben, von der ein I. I. R c u s s e a u so entzückt war, daß er das Buch als„großes Erziehungswerk" pries. So haben Menschen und Bücher ihre Geschichte und ihre Schicksole. J. KL Wlond und lllars Ueber die uns zugewandte Oberflächenhälfte des Mondes wissen wir recht gut Bescheid. Biel« Taufende von Einzelsormen sind in guten Kartcnbildern und in Photographien festgelegt und können nach ihrem Aussehen beschrieben, nach ihrer Längcnausdehnung und Erhebung ausgemessen werden. Wir können auch mst einiger Wahr- scheinlichkest behaupten, daß die Mondoberfläche aus einem porösen vulkanischen Gestein bestehen dürfte. Aber die feinsten Einzelheiten, die mit den stärksten optischen Hilfsmitteln gerade noch als aus- gedehntes Gebilde wahrgenommen werden können, müssen schon hzer, bei dem der Erde nächststehenden Himmelskörper, die Größen- ordiumg der mächtigsten indischen Bauwerke, die Pyramiden und die größten Dome, übertreffen. Kleinere Einzelhesten entziehen sich durchaus der unterscheidenden Wahrnehmung. Weshalb wissen wir aber erheblich weniger über den Planeten Mars? Mars bleibt auch ruster de» günstigsten Berhästnissen rund ISOmal so weit von un? entfernt wie der Mond. Die kleinsten Gebilde, die sich auf dem Mars noch deullich unterscheiden lassen, müßten eine Ausdehnung von mehr als 10 bis 20 Kilometer haben, wenn die Bedingungen für ihre Beobachtung denen für Mondbeobachtungen gleich wären: sie sind aber viel ungünstiger, denn der Mond hat kerne> irgend merkliche atmosphärische Hülle, während der Mars eine der irdischen ähnliche, wenn auch vielleicht weniger dichte Hülle hat Das von der Sonne ihm zugestrahlte Licht muß also diese Atmosphäre durchdringen und bei der Zurückstrahlung nochmals durchqueren und zuletzt noch die Erdatmosphäre passieren. föeno Weumann: 3)as Ende des fflohmirkus Ich bin ein armer Mann ohne Beruf. Daher habe, ich viele Berufe. Eines Tages bin ich vom Ilahzirkusbefitzer als..Mann für alles" engagiert worden. Nicht wahr, bei künstlerischen Berufen spricht man von Engagements? Als„Wann für alles" war ich ver- pflichtet, die Praterbude rcinzuholten und das Ensemble der dressierten Flöh« zu ernähren. Di- Flühe ernährte ich mit meinem Blut. Flöhe lieben Blut-- ich entblößte«inen meiner Arme, setzte sie hin und lieh sie saugen. Nur mein Verstand, ein unnützer Nörgler, konnte nicht begreifen, warum man nicht tagtäglich frische Flöhe einsängt! Gibt es denn wenig Flöhe in der Welt? Ich hatte es nänilich bald heraus, daß Flöhe in den Künsten der Akrobatik und des Seiltanzes Naturtalente sind und keinerlei Dressur be- dürfen... Bei meiner Aufnahme wurde keine fixe Gage vereinbart. Ich war sozusagen— mitbeteiligt. Im Durchschnitt verdiente ich zwei bis.drei Schillinge pro Tag. Außerdem durfte ich im Flohzirkus übernachten. Ich schlief auf der Bühne, auf morschen Brettern, die ein« miserable Welt bedeuten... Bei Regenwetter trapste«s herein und der Wind, der durch die Prateralleen ging, drohte die ganze Bude samt Flöhen und meiner Wenigkeit wegzutragen. Bor der Bude stand ein Podium. Auf ein langatmiges Glvkten- zeichen unseres Chefs bestieg unser Ausruser das Podium und hielt eine programniatische Ansprache an die Praterspaziergänger. „Meine.herrschasten sprach er mit seiner burgtheaterfähigen Stimme,„ich habe die Ehre, mich norzustellen: Ich heiße Charlie O'Brien und bin Manager dieser weltberühmten Truppe. Meine Ausgab« ist«s. Sic mit unserem heutigen Programm bekanntzu- inocheu. Was sehen Sie bei uns heut«? In erster Reih« sehen Sie bei un» heute— Flöhe! Keine gewöhnlichen Flöh«! Unsere Flöhe sind große Künstler! Sie werden sich h»ut« vor Ihnen als Akrobaten, Seiltänzer und Jongleure produzieren! Meine jherr- schasten. so was haben Sie in Ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen!" Aus ein Zeichen Charlie» betraten«««ige Artisten(nicht Flöhe— Menschen! Auch diese gab es im Flohzirkus!) unter Führung des Clowns Rolli das Podium. „In zweiter Reihe," fuhr Ckmrlie fort,„sehen Sie bei uns heute Rolli, den größten Spaßmacher der Welt! Rolli war einst- mals Ävwarr am chofe eines mächtigen Königs. Der König zog ihn zu Rate und dt« Königin... R«, darüber schweigt die G«- schichte— und Ralli auch... Rolli bürgt sür Ihre Unterhaltung!" Roll« verbeugte sich vor dem Publikum, zum Zeichen, daß er »bürgt", und dl« dicke Fotmo trat vor. „Das ist die weltberühmte Fotma!" stellt« sie Charlie vor. „Fatma war jahrelang jharemsdame in Indien! Dort hat sie hie Künste der Fakire erlernt! Fatma ist die bedeutendste Hellseherin de? Gegenwart! Fatma weiß alles! Fatma errät alles!" Fattna machte mit ihren dicken Armen«ine artistische Bewegung und ließ zwei anderen Artistinnen Platz. „Das sind die Schwestern Stella und Fella Melionora!" ver- kündete der Ausrufer.„Die zwei jungen Damen sind keine gewöhn- liehen Künstlerinnen! Sie sind selbst Kunstwerke, Kunstmerke der Natur, Kunstwerke an Schönheit! Stella und Fella Melionora werden lebend» Bilder vorführen! Meine Herren— ich wende mich speziell an die Herren! ein Leckerbissen sür Feinschmecker!" Charlie schaltete eine Effektpausc ein und fuhr noch einer Weile fort: „Und nun kommt die Hauptsache: Was bezahlen Sie für dieses grandiose Programm? Sie bezahlen heute, mit Rücksicht auf die Wiener Sttrität, die Bagatelle von A) Groschen! 30 Groschen ist kein Geld, meine Herrschaften! Zur Kassa! Zur Kassa! Nur nicht drängen! Nur nicht drängen!" Das Praterpublikum pflegt sich aber zu den Kassen nicht zu drängen.. II. Von 3 Uhr nachmittags bis Mitternacht wurde im Flohzirkus ununterbrochen gespielt. Ost waren wir gezwungen, wezen der Konkurrenz. plötzlich unser Programm abzuändern. Diese Aufgab« ablag auch Charlie O'Brien. Im Hanbumdrehen wurde das Verwandt- schaitsuerhällnis der Schwestern Stella und Fella Melionora gelöst, Rolli in«inen Zauberer Homunkulus und die dicke Fatma ii««in anatomisches Weltwunder umgowandell. Manchmal wurde sogar ich als Nummer herausgestellt. Charlie machte aus mir entweder einen zweiten Breitbart oder einen chinesischen Kuli. Ale chinesischer Kuli fühlte ich mich besser, denn diese Rolle war mir auf den Leib ae- schrieben... fjfür uns alle war der Flohzirkus ein« Erwerbssache. Nur für unseren Chef war er eine Herzensangelegenheit. Ein merkwürdiger Mensch war übrigens unser Chef! Ein kleiner Mann, der immer schwieg, mit roten Haaren, in einem abgewetzten Frack und einem Klemmer auf der Nase. Fatma war seine große Liöbe. Liebe spielte in unserem Unternehmen überhaupt eine große Rolle. Fotma hätte aber von der Lieb« und Hellsichtigkeit allein nicht leben können. Denn Fatma lebte gerne gut! Sie mußt« täglich ihr„S'felcht's mit Kraut und Knödel" haben— denn wozu lebt denn der Mensch, sagte sie— und hierauf hätte es nicht gereicht, wenn sie nicht einen zweiten Beruf gehobt hätte. Fatma war nämlich Hebamme in einem Proletarierbezirk. Oft kamen zu ihr Arbeiterfrauen, Verkäuferinnen und Hausgehilfinnen und flehten sie um Hilfe an. „Was führt Sie her?" pflegte sie sich scheinheilig zu erkundigen. „Es ist mir ausgeblieben.. weinte eine verzweifelte Frau. Fatma war eine moralische Person, die für absolute Cnth«t- samkeit war. und lehnte zuerst ab. Erst noch langem Flehen,»nd. nachdem sie da- Honorar in der Hand hatte, entschloß sie sich, selbst- verständlich aus Nächstenliehe, dl» unerwünscht« Frucht zu entfernen. Auch die Schwestern Stelle und Fella Melionora(alle Namen find Künstlernamen!) hatten ihr Engagement der„Liebe" zu ver- danken. Der Liebe Charlie O'Briens. Charlie schickte sie auf den Strich... Dieser Charlie war ein unsympathischer Kerl! Charlie O'Brien war gor nicht sein Name. Joseph recte Pepcrl Navratil hieß er. Er behauptete, lein Böhm zu sein. Dieser Charlie war ein Zuhälter. Rolli war mein Freund. Unsere Freundschaft begann so: Eines Tages kam er auf mich zu, versetzte mir einen Stoß und sagt«: „Auch so einer?..." „Was für einer?" fragte ich ihn. „Ein L-rtracht-r..." antwortete er mir. Seither waren wir Freunde. Rolli war ein intelligenter Mensch. „Rolli." fragt« ich ihn einmal,„warum bist du im Flohzirkus?" Er sah mich mit seinen großen, melancholischen Augen an, lachte mit seinen weißen Zähnen und sagt«: „Weil?» kein Kloster sür Ungläubig« gibt... Verstehst du das, Idiot?" III. Lange dauerte unser Flahzirkusparadie» nicht. Ich glaube. wohin ich komme, bring« ich Unglück... Um uns entstanden neue Etablissements. Hyppodrome, Avtodroine. Charlestontreppon und ruinierten unser Unternehmen. Wie ein altes Wrack stand unsere arme Bude zwischen den neuen Bauten. Dos Rattern ihrer Räder oerschlang die burgtheatersähigo Stimm« unseres Ausrufers. Die Technik iibcrtönte de» W'ß unseres Clowirs. Und die Flöhe mein Gott, was bedeuten Mh« im Zeitalter des Radios und der vzeanslüge?!... CharNe bemüht« sich, seine Zuhälterogentur aus- zubauen. Fatma betete weniger und„kratzte" mehr.„Mein Ge» fchaft." sagt« sie.„geht immer"... Ich hungerte. Ich hatte kein« Kraft, etwas Neues anzufangen. Damals hatte ich Gelegenheit, unseren Chef näher kennenzulernen. fci.„RuHge," fvgfc w zu wfr Ata SagSh„84 W ernähren, du hast kein Blut wehr...".., �_ Hie und da drückte er mir ein paar Groschen m die Hm«. Die Geschichte neigt sich ihrem Ende zu. Rückschritt um» Fat» schritt ersordern menschliches Blut, vernichten menschliche Existenzen. Eines Tages prangte auf den Wänden des Flohzirkus folgendes Plakat:. r. m �, „Ich, Chef des Flohzirkus, erlaube mir, mein gesamtes Personal zu einem festlichen Gelage einzuladen. Es findet um 8 Uhr abends in den Räumen des Flohzirkus statt." Rolli. nachdem er da» Plakat gelesen hotte, sogt« zu mir: „Das ist das Ende..." � � � Um 8 Uhr abends fand das Gelage statt. Der Flohzirkus war festlich geschmückt. Unser Chef hatte eine jirawattennadel. die einen Floh wiedergab. Charmant machte er die Honneurs des Hausherrn. Rolli kam besoffen. „Bruderherz," rief er. den Chef unter Tränen umarmend,„ein Leichenichmaus! Bruderherz! Bruderherz!" Sämtliche Artisten de» Flohzirkus waren erschienen. Auf der Bühn«. auf derselben, aus der ich schlief, stand-in kleiner Sarg. Der Sarg der Flöhe... Der Chef hielt eine Ansprache. Es wurde gesoffen und ge- sungen. Um 2 Uhr verließen die Gäste den Flohzirku«. „Heute gehst du auch!" fordert« mich mein Chef auf. Ich ging. Rolli hielt.pich fest umklammert und schrl«:„Sln Leichenschmaus! Ein Leichenschmaus!" Wir setzten uns auf einer Bank in der Hauptalle« nieder und schliefen ein. Am Morgen, als wir am Flohzirkus vorbeigingen, lag er in Trümmer. Ein Haufen Menschen war versammelt. „Was ist geschehen?!" ..Der Flohbudenbesitzer ist verrückt geworde» und hat sich auf- gehängt.." „Cr hat nicht mitkommen können mit d«r neuen Zeit," sagte Rolli.„und wollt« nicht die Flöhe überleben..." Seither wandere ich intt Rolli zusammen von Stadt zu Stadt. von Dorf zu Dorf. Wir betteln und betrügen. Denn e, gibt kein Kloster für Ungläubige... Otto fäurgemeifier-JImfierdam: JlngeilelUe imi7. Jährhunderl In unserer Zeit des rationalisierten Bürobetriebcs und der oft sehr hohen Anforderungen an Vorkenntnisse vor der Einstellung als Lehrling in«inen kausmännischen Betrieb kann man sich vom Leben der kaufmännischen Angestellten vergangener Jahrhunderte nur noch schwer«in« Vorstellung machen. In einer Kaufmanns- stadt wie Amsterdam mit einer oielhundertsährigen kauf- männischen Tradition wissen die Chroniken jedoch noch mancherlei über die alt« Zelt, die nicht immer eine gut« Zeit war. zu erzählen. Da» Amsterdam des 17. Jahrhunderts hatte als»in« der ersten Handelsstädte jener Zeit schon viel« große kaufmännische Büros, die indessen den Ansprüchen der modernen Zeit an Hygiene in keiner Weis« genügt haben würden. Dos Hauptgeschästsleben spielte sich damals teilweise in Straßen ob, die mit dem Uebergang zum mo- dernen Bürohaus und Geschäftshaus ihr altes Ansehen längst ein- gebüßt Hadem Es sind teilweise heute sehr verrufene Strahenzüge, deren Hauser damals noch Büro- und anderen kaufmännischen Zwecken dient«, und wo man noch heut« sehen kann, daß Licht und Luft für die Büroräumc damals keine Rolle spielten. In einem solcher uralten Kontorhäuser in der Warmoesstrahe hat auch der jung« Ferdinand Freiligrath'gearbeitet, als er von 1830 bis 1832 als kaufmännischer Angestellter in Amsterdam tätig war. Aus dem Jahre 16S1 ist noch«in Wegweiser sür Büroangesteltte erhalten, der sür die Gegenwart die Bedeutung eines kultur- historischen Dokuments hat. Sehr viel« Vorkenntnisse wurden in jener Zelt, die noch kein» allgemein« Schulpflicht kannte, nicht ver- langt. Natürlich mußte der zukünftige kaufmännisch« Angestellte eine Schule besucht haben, aber wer barnals lesen, schreiben und rechnen konnte und allenfalls einige lateinische Ausdrücke wußte. der war schon gebildet. Der junge Angestellte wurde von seinem Lehrherrn, der natürlich auch noch ein väterliches Züchtigung s- recht hatte, feierllch verpflichtet,„daß er«in treue? Lehrling sein, jedem am richtigen Platze dienen, seines Meisters Vorteil und nicht dessen Schaden suchen, Gehorsam geloben und seinen Meister aus- merksam machen wolle, wenn seine Kameraden nachteilig arbeiteten". Gerade der letzte Teil der Verpflichtung ist für jene Zeit bezeichnend, denn dadurch wurde ein gegenseitiges Bespitzelungssystem geschaffen, das für irgendwelche Solidarität keinen Raum mehr ließ. Der Lehrling fing seine Laufbahn als Bürodiener oder„Kan- toorknecht" an. Er mußte den Fußboden fegen, für Licht und im Winter für Feuer in den Oefen sorgen, seinem Lehrherrn die Schuhe zubinden, ihm seine Tasche tragen, wenn er zur Börse oder zu anderen Kaufleuten ging, und alle möglichen Arbeiten verrichten, die mit seinem späteren Berufe nichts zu tun hatten. Ungehorsam war auf Grund der Verpflichtung strafbor, und um die Arbeitszeiten der schändlich ausgebeuteten Lehrlinge, die immer noch billiger als erwachsene Arbeiter wurden, kümmerte sich niemand. Sein Ideal war. zum„jüngsten Angestellten" befördert zu werden, und hierbei war er auk Gnade und Ungnade der Gunst seines Arbeitgebers ausgeliefert. Wurde er endlich würdig befunden, auf diesen Anfangs- posten der eigentlichen kaufmännischen Laufbahn berufen zu werden, dann erhielt er auch noch nicht sogleich ein eigenes Pult zugewiesen. sondern mußte zunächst sür das ganze Personal die Gänsefedern, mit denen man damals schrieb, in Ordnung hallen, eine Tätigkeit, die eine volle Arbeitskraft beanspruchte. Erst allmählich ging sein Lehrmeister dazu über, ihn Brief« kopieren oder abschreiben zu lassen. Sein« Arbeit wurde damit produktiver, da von jedem Brief eine Abschrift zurückbehalten werden mußt«. Zahlreich« Angestellte brachtan es nicht weller als zum Kopierer und schätzten sich glücklich. wenn sie nach ihrem Tagewerk noch Bogen zum Kopieren wll noä> Hause nehmen durften, die sie dann je Stück bezahlt erhielten. Man muß sich dabei in die Schwierigkeiten jener Zeit hineinversetzen, wo die Kopierer noch nächllich beim Licht einer flackernden Kerze ihr mühevolles Werk verrichteten. Leider fehlen alle Unterlagen über Bezahlung, doch wird diese kaum hoch gewesen sein. Der junge Angestellte, der Möglichkeiten zum Weiterkommen durch persönliche oder sonstige Beziehungen sah. begann dann, die damals maßgebende italienische Buchführung zu erlernen. Damit hatte er seinen Weg gemocht, denn wenn er einmal Buchhalter war. so war er auf Grund der Vertrautheit mit dem Geschäft sür seinen Arbeitgeber unentbehrlich. Dann wurde er früher oder spoter als Teilhaber aufgenommen, oder er trachtete danach, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen. Es war indessen nur eine kleinc Minderheit, die es so weit brachte, und gute Beziehungen spielten schon damals eine weit größere Rolle als persönliche Tüchtigkeit. Das Leben des kaufmännischen Angestellten war bereits damals ein kärgliches Proletarierdasein, wobei noch überdies ein löcherlichec Standesdünkel in ihm großgezogen wurde, da die gesellschasllich.' Etikette eine strenge Scheidelinie zwischen ihm und seinen körperlich arbeitenden Klassengenossen zog. Tatsächlich war die niederländische Gesellschaft in den Kausmannsstädten jener Tage eine ausgesprochene Kastengcsellschast. auf deren Grundlag« auch nur das Wohlleben des kaufmännischen Patriziats möglich war. dos schon In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unaufhallsam den Niedergang der alten Republik der Vereinigten Niederlande nach sich zog. ffiernfiein über den Itlarx-Sbriel Am 15. März hatte Gen. 2. P. Mayer hier über jenen be- rühmten Brief des jungen Karl Marx an seinen Vater berichtet, der nach einer Mitteilung Rjasanosts verschwunden gewesen sein soll. Dazu schreibt uns jetzt Gen. Eduard Bernstein: „Den erwähnten Karl Marxjchen Brief hat mir Elcanor Mar? seinerzeit gemeinsam mit anderen Gegenständen aus dem Nachlaß ihres Vaters zum Geschenk gemacht. Ich habe dies G-lchenk mit großem Dank angenommen und als ein wertvolles Andenken sorg- fältig aufbewahrt. Als dann einige Beauftragt« der Leitung des in Trier in Vorbereitung befindlichen Marx-Museums an den sozialdemokratischen Parteiuorstand mit dem Ersuchen dieser Leitung herantraten, ihr für das Museum geeignete Andenken aus dein Marx-Nachlaß zugunsten des Museums zu überlassen, und der Parteivorstand sich brieflich bei mir im Sinne jenes Ersuchens aus- sprach, habe ich dem gern Folge gegeben und den erwähnten Marx- brief dem Genossen I. P. Mayer übergeben." Der in Afrika vorkommende Affenbrotbaum trägt Früchte von 30 Zentimeter Länge, deren säuerliches Fruchtfleisch den Ein- geborenen ein kühlendes Getränk liefert. Die meist hohlen Stämme der Bäume dienen als Wohnung: auch ist die Sllte vielfach ver- breitet, in der Höhlung dieser Stamm« die Medizimnanner und Zauberer zu begraben. Laufer-ßekoraiionS' u. MöhekM/en, Gardinen, Decken ISCHESUWOLFFSPAhdauersr.io*» ■ W■■Ii 1%»M �0>»>■ ECKE KAISER WILHELM S TRASSE ifiiB F I S C H 1 R& WO LF F s 1,4 N DAU E t"1"0 ■ W«IS»»M Iii m ECKE KAISER WILHELM STRASSE Cr P OS STFS SPEZIAL HAUS Klaine Anzeigen wirkunQSveU und billig.- �•«chr�.w«rf« W. T»*Tw»ft IJ»?«»«»,- IO mol 5'r. 20 mol orfer 1 000 W»f«e ÄhMhlu® 10«. 1O00 Worte U*. 4000 Worfe 20« ftlollemennw»; Ueeetchrlflswerl f s H.. Teetwoft IQ X. rfnoohn�e rfwrrt> den Verfo®, Lindenttr. 3 bit 4 Ubr}. unrf fboatliche Verwrfrf« Plilrfted u. Ausgobetf eilen [ verhaute ]i Gtrdchs.rti« Oelfaibtn, Ta, filt Sani",®ö btl, ffuftbBhen, Sau kill 0,«, Üei-Räl fitnl# u,an, Da« Tad« in allen!?ar btn 0J0. lsaüien- JwnMunfl-Sonmann, Ma-ia,initra�« 18a, Si< Alexanbrevlatz mmit. 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April, mittags 12 Atir, im Sitzungssaal II de» Verbands Hauses, cinienstr.SZ/8S Versammlung .Her im vliv. ors.nisiertcn nrtielt»- lusvn hisen» und R*vo Ter Dreher, •Drc herinnen and Nondschlelfcr Tagesordnung 1. Die sozialen Einrichtungen der Stadl Berlin Meferent Kollege Urich. 2. Berichiedenes Ohne Mitgliededuch und Stempelkarte kein Zutritt! Zahireichca Erscheinen unbedingt er sarderlich.___ Dienstag, den 28. April, im Slsjungstaal de» verdand»- hanfes. cinienstratze 68/8» ll III Portal. 2 Treppen «onlerenr der velhltehen Vertr.nenspersonen ,— und Betriebsräte ~ Tagesordnung: t. Borirag des Kall Mar Urich Lder »Wirtschaitsprodseme der Degenwart' 2. BerbandsangelegenHeiten und Verschiedenes. Da der Bortrag für alle organisierten Kolleginnen oon großem Jnteresie itt. werden die Funktioniirinnen ersucht, sür die Konlerenz rege Propaganda zu machen und pünktlich zu erscheinen. Illittmod). den 20. April. abends 2 Ahr. im Jugendheim de» Verbands Hauses. Ciaienftrafjc 83-8» I. Portal. 2 Treppen Branffieo-Versammliing aller Werkzengmedier-LcbrUaSe Groh-Berlins Tagesordnung: 1. Bortrag: Die Bedeutung des I.Mai. Neserent Kollege St, Gr ü n z e l. 2. Branchenangelcgenhetten. 3. Verschiedenes Einladung zur ordentt. Anssthuhfttzung der Se- triedstranteulasse der Stadl verlin am Montag, dem 4. Mai 1931, um 14 Ahr, Im Aathau» HU vrrtin KSuigstratze 1S1», Ding. Jüdenstraße, Zimmer lvS. Tagesordnung: I, Tiitigkeitsdericht 2. Abnahme der Iahresrechnnug mm. 3 Sogungsitnderung. 4. Verschiedenes. Antragen oder vesdjmerben, tn ------—..., otS(r -order» läge sorher beim Vorsitzenden de» vor- standes eingereieht rnerden. Bor der S tzung findet um 12 Ahr tu demselben Zimmer des Rathauses die Übliche Borbelprechung unter den An». schußmitgliedern statt. Pünktliches Erscheinen ist dringend not- wendig, da die Benugungszett de» gim. mer» beschränkt ist. Berlin, den 22. April 1381. ver Vorsitzende de» Vorstände» der v etriebstronten- foffe der Stadt Berlin. Bekanntmachung Arn Connctatag, dem»O.April d. 3., oormittag» 10 Ahr. werden in der Staatlichen Bland tammer. Slsdsi erst ratze 74, im Wege der Zwangsvollstreckung öaentlich mciftdietend gegen Bar- zahlung 3 Schreibmaschinen Mercedes, 1 grotzer Tisch. Sessel, Aenertdscher 1 Pasten Leder versteigert. Voltstreckanzsstellen der Flnanzlmter im Bezir i des LandesDnanramts Bertis. ---———. 7''• WMjiite: IUI. cuirn «Ilten Besuch und dringt olle Jugend- lollegen, die unserer Organisaton noch nicht angehören, mit. Die laguidkoaalsslat. Sennecsfag, den 30. April. a*bs. 7 Ahr, im Gemerlschastshau». Engeluser 24/2»(lvratzer Saat) lugenasmut/-«nuaseduns der dlet«II»,hclter»)ugcnd GroH-Bcrllm Wr fordern: Scbeil. Recht und Schutz der Jugend t Es spricht: Kollege kreinr Schliestedt, Borstandom-tplied des DllllB. Mitwirkende!.Fichte. Deorginia". lMilgl. d Arb.-Sängerbundes', Sprech- und igeweoungschor der Frei- n Dewerkschafts- Jugend(Sprechchor-Berk.Streit-) Fordert Eintrittskarlen bei den sagend. Ilchen Vertrauensleuten und in der Iugendabteilung. Spielplan unserer Stuttucab teilnag. In der Dache vom 27. April bi» z. sial: 1. Da» Heilige Schweigen. 2. Fahnenflüchtig. 3. Humore- ke. Ja der Woche vom 4. bi» 1». Rai: L Egankali. 2. Technischer Film. 3. Humoreske. In der Woche vom lt. bi» 17. 9Ras: 1. Das Lied vom alten Markt. 2. Technischer Film. 8 Humoreske. Antragen wegen Besuch und lieber. Ihfiung der Abteilung sind(lelepbonisch oder ichristlich) an die Knlturadteiiung Diiro Linienstr.33/Lb. Zimmer 20 zu richten. Die Ort, Verwaltung. Fast neu! smiafzimmer, Speisezlmner, Herrenzimmer, Kflöien.Polstßr- mühel. Teppldie, Gardinen Bar- and 7. iizahiuno oeslallet Tannenzapf Welnmelsfersfr.Sal Tr. ■Inseratena IVorwärts Zur ersten Wiederkehr unseres Hochzeitstages wurde uns heute ein gesunder Junge geberer.. A. H. van Scherpenberg « u. Frau Inge, geb. Schacht Z- Zt. BerlinaZchlendorf, 25. i. 1951. Schwerhörige Mren sofon wieder mit dem ärztlich empfohlenen OBieiiUL. AmSTIH. 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Waschkessel gut bis zur Hälfte mit kaltem Wasser füllen und dies mit etwas Henko weichmadien. 5. Kalt verrührte Persillösung hinzugeben. 4. Wasche locker einlegen und vor und wahrend des Kochens gelegentlich umrühren. 5. Eine Viertelstunde kochen lassen und dann, wie üblich, spülen. Keine weiteren ZusÄ�e, kein mehrmaliges Kochen, keine besondere Bleichel Das sind Vorteile, die Ihnen die Persil- wdsche bringt! P 19/31 i Persi I äm sparen Zum Einweichen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassers: Henko, Henkel's Wasch- und Bleich-Soda. Am 23. April verstarb unlere Aus» gadestellen-Letkerin für Lichterfelde- Ost, Frau Anna Wenzel Lankwitz Zietenstr. 15. Im Alker von 4S Jahren. Ihre Pflicht- treue und Sewissenhastigkeit sichern ihr«in dauerndes Eeden.en. Emüschrrung am Dienstag, dem 2». April 18"« Uhr, im Krematorium Wilmersdorf VcrUg de»„Vorwlrfs". WM Netaliarhlter-Teiliaflil Vervalimgasielle BctUb Todasan ze i gon Den Mitgsiedern zur Nachricht, daß unsere Sollegiu, die Arbeiterin Charlotte Riemer am 22. April gestorben itt. Die Beerdigung findet am Dienstag. dem 23. Apnl, nachmittag»>/,4 Uhr. von der Leichenhalle de» Zion,kirchhos» in Nordend aus Natt. Am 21. April starb unsere Sollegltr, die ArdeUerin Hedwig Uebel Die E nätcherung findet am Milt- woch. dem 2S April, mittag, 12 Uhr, im Krematorium Der chistraße statt Ehre ihrem Anbeukeu! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsvcjwaltmxg. Danksagung Für die Sympathie nnd die Anerkennung der Arbeit unserer Mutter Margarete Wengcls die bei ihrem Tode zum Ausdruck kamen, sagen wir allen unseren Dank. Gesdiwisicr Wengeis. Am 20. April ist im Alter von 36 Jahren Frau Hedwig Belach geb. Ottow gestorben. Die Einäscherung hat sun 23. April stattgefunden. Die Beisetzung wird in Görlitz erfolgen. Es wird gebeten, von Beileidsbezeugungen jeglicher Art abzusehen- Ciirt Bcjach, Stadtarzt. Max Ottow, Oberst a. D. Am Donnerstag, dem 23. April, verschied nach langem geduldvollen. schweren Leiden meine inniggettebie Frau und Mutter Martha Kochanowsliy geb. Habs im Aller von 43 Jahren. Die» zeigen tiesbetrübt an Robert Kodianowsky Bebst KlBdcrB. Die Einäscherung findet am Dien»- tag. dem 28. Aprtt. mittag» 12.30 Uhr im Krematorium Senchtflraße statt Ortskranksnkasse der Gürtler zu Berlin Einladung Ich habe mich als Fach«rat für HsU-# Najen ond OhrcBkrankbellcD niedergelassen und bin zu allen Krankenkassen zuge assen. Dr. Werner Badf Berlin 0 112, Frankfurter Allee 60. Untergrundbahn Samariter Stra&e Nähe Ringbahn Frankfurter Allee. Sprechstunden 4—7, pienstag und Freitag>„2—'/-d Ubr. siratze 13». Tagesordnung: L Abnahme der Zahres- rechnung tür da, Z-dr IS8». 2 Brrichi de» Rechnungsausschusses. 3. Satzuugs- »nderung. 4 Aenderung der Dienftord- nung. S. Verschiedenes Einladungstarte dient als Ausweis Berlin, ben 26. Aptii IsöL ver vorstand. ® d- R ä sen er. Borfitzender. 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