BERLIN Mittwoch 29. April 1931 10 Pf. flr. 1 99 B100 48. Jahrgang TrscheinttSglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärrs". Bezugsmik beide Ausgaben 85 Pf. proWoche. pro Monal Redaktion und Expedition: Berlin SWtW, Lindenstr.:� Fernsprecher: Dtnbvff W2— 2S? ma ff}£iWafd6 Anietgen»ret<:Dle einspalttgeNonparelUezeile 80 Pf., Reklameteile ft®. Crmaßigun en nach Tarif. Postscheckkonto Vorwärts-Verlaq G.m.b.H.. Berlin Nr. 37 530.- Der Verlaa behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzetgen vor! Sozialdemokraten bei Brüning Der Brotpreis muß wieder herunter!— Senkt den Zoll! Die Derkreker der sozialdemokratischen Reichstagssraktion, die Abgeordneten Dr. B r e i t s ch e i d. Dr. h e r h und Dr. h i l f e r d i n g, halten im Lause des heutigen Vormittags eine eingehende Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Br ü n i n g, in der sie vor allen Dingen aus den Ernst der Lage aufmerksam machten, der durch die in der letzten Zeil eingetretene Erhöhung des Brotpreises und durch die von Minister Schiele beabsichtigten weiteren Zollerhöhungen geschaffen worden ist. Wie bereits früher schriftlich, so ließen die sozialdemo- kralischen Vertreter auch jetzt mündlich keinen Zweifel daran, daß sie von der Reichsregierung die Erfüllung der ge- schlich festgelegten Verpflichtung erwarten, nach der der Brotpreis auf dem Stand des letzten halb- jahres g e h a l l e n werden muß. Die Sozialdemokraten erklärten, daß eine Rückgängigmachung der Brotpreiserhöhung erfolgen müsse, vor allen Dingen durch Ermäßigungder Zollsähe. Sie dürfe aus k e i u e n Jall erfolgen durch eine Verschlechterung der Qualität des Brotes. Auch die sonstigen Zollerhöhungen, die zu einer Verteuerung der Lebenshaltung führen und den deutschen Export nach dem Ausland gefährden, also weitere Arbeitslosigkeit hervorrufen, seien bedenklich. Der Reichskanzler Dr. Brüning erklärte, daß auch die Reichsregierung die Absicht habe, den Brotpreis auf dem allen Stand zu hallen. Die Entscheidungen über den Weg und die Maßnahmen auf diesem Gebiet würden in kürzester Frist vom Kabinett getroffen werden. Zur Besprechung ge- langte ferner auch die sich weiter ungünstig entwickelnde Finanzlage der öffentlichen Körperschaften und die im Zusammenhang damit stehenden sozialpolitischen Maßnahmen zur Behebung der Arbeitslosigkeit, zur Der- türzung der Arbeitszeit und Sicherung der sozial- politischen Leistungen. Die Beratungen des Reichskabinetts über diese Fragen sind noch nicht abgeschlossen. Entscheidungen sind in der unmittelbaren nächsten Zukunft noch nicht zu erwarten. Ob die Maßnahme, die die Regierung zur Senkung des Brotpreises zu treffen beabsichtigt, den in Aussicht gestellten Erfolg haben wird, ist abzuwarten. Jedenfalls sind die Besorgnisse der sozialdemokratischen Vertreter in der Unterredung mit dem Reichskanzler keineswegs völlig zer- streut worden. Ebensowenig haben die Fraktionsfuhrer mit ihren Bedenken gegen die geplanten Zollerhöhungen auf Hafer, Speck, Schmalz usw. zurückgehalten. Was den B u t t e r z o l l angeht, so ist im Kabinett noch k e i n B e- s ch l u ß gefaßt worden. Man wird wohl auch für die nächste Zeit keine endgültige Entscheidung treffen. Christliche Arbeiter warnen! „Lede Zollerhöhung ist unerträglich" Köln. 29. April.(Eigenbericht.) Die Generalversammlung des Arbeilerbeirals der Kölner Zenlrumsparlei stellte sich in einmütigem vertrauen hinter den Reichskanzler Brüning und Reichsarbeilsminister Stegerwald, be- schloß jedoch, folgendes Telegramm an die Reichsregierung zu richten: „velastungderArbeiterschaft durch Lohnabbau, Kurzarbelt. Arbeitslosigkeit hat Entlastung durch Preisabbau weit überschritten, hat äußerste Grenze er- reicht. ZedeZollerhöhung. weil preistreibend, unerträglich. Bisherige staatliche Hilfsmaßnahmen haben Lage der Land- Wirtschaft bereits wesentlich gebessert, zumal Preisabbau nicht- agrarischer Artikel auch ihr zugute kam. Arbeiterbeirat der Kölner Zentrumspartel warnt dringend vor weiterer Zoll- crhöhung und jeder sonstigen preistreibende» Maßnahme.- Verheerende Folgen derSeplcmbervahlen Neichsbankprasident Luther: Sehr ernste Krevit- und Wirtfthastslage Auf der heutigen Generalversammlung der Anteilseigner der Reichsbank, die den Abschluß für 1930 und die Auszahlung einer Dividende von 12 Pro;, ge- nehmigte, ergriff der Reichsbankpräsident Dr. Luther das Wort zu eingehenden wirtschaftspolitischen Betrach- tungen. Dr. Luther betonte einleitend, daß die Diskussion über d!c Bedeutung der Goldwährung dazu beigetragen habe, daß eines der schwersten Hindernisse für die U e b e r w i n d n n g der Welt- Wirtschaftskrise klar erkannt wurde. Es hat sich gezeigt, daß nicht die Goldwährung unrichtig ist, aber die Verteilung des Goldes in der Welt falsch sei. Diese falsche Verteilung beruhe nicht auf Mängeln der Währung, sondern ist die Folge anderer, nameilllich politischer Vorgänge. Die gewaltigen Verschiebungen bei den Gold- Vorräten der eigenen Länder zeigen sich am deutlichsten in folgender Bewegung: Es betrugen, auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet, die Goldvorräte: lSlZ 1930 � in Deutschland........ 64 III. 36 m. in Großbritannien...... 93.. 66.. in Frankreich........ 150„ 214 in den Vereinigten Staaten... S6.. 161... Frankreich hat damit, auf den Kopf der Bevölkerung ge- rechnet, den bei weitem größten Goldbestand von allen Ländern der Erde. Die französische Kopfquote betrug Ende 1930 das Sechsfache der deutschen, wahrend sie vor dem Kriege nur um das Zwei- einoiertelfache höher war als die deutsche Kopfquote. Die Haupr- Ursache dieser starken Goldverschicbnngen sind Deutschlands Reparationszahlungen sowie die Zahlungen der i n t e r- nationalen Kriegsschulden. So lange diese Zahlungen anhalten, wäre es wirtschaftlich vcr- nunftig, von den Gläubigerlündern her einen natürlichen Aus- gleich dieser Zahlungen durch Kapitalexport herbeizuführen. Dieses geschieht aber nicht, und geschieht namentlich nicht von Frank- reich aus, wenn auch im vergangenen Winter eine gewisse Besse- rung der französischen Kapitalexportpvlitik festzustellen sei. In einer Zeit, in der Deutschland in besonders hohem Maße nach lang- Nazi unier sich Den �Endkampf- um Deutschland hatten sie sich eigenttich anders vorgestellt! s ristigem Kapital hungert, entzieht man ihm dieses nicht nur durch die Reparationsleistungen, sondern verhindert obendrein, daß dieses Kapital wieder zurückkehrt und sich zur Befruchtung der Weltwirtschaft bestätigen kann. So ist ein großer Teil des monetäre» Weltgoldbestandes seiner natürlichen Funktionen entkleidet und unfruchtbar gemacht. Durch die politischen Zahlungen wird ein dauerndes Störungsmoment in die internationalen Wirtschaftsbeziehungen gebracht. Für Deutschland kommt hinzu, daß durch die hohe kurzfristige Auslandsverschuldung die Sorge vor weiteren Plötz- lichen Goldentziehungen das Wirtschastsleben lähmt. Nur mit diesem Hintergrund seien die Schwierigkeiten zu ver- stehen, die die Reichsbank bei der Devisenbeschasfung für die Wirt- Achtung, Parteigenossen l Mm 1. Mai Fahnen heraus! schast und die Reparationszahlungen zu überwinden habe. Diesen Erschwernissen gaben allerdings die politischen Ereignisse in Deutschland noch ein besonderes Gepräge. End» Juni vorigen Jahres hatte der Gold- und Devisenbestand der Reichsbank mit etwa 3?t Milliarden Mark einen Höhepunkt erreicht. Da setzte nach den Septembcrwahlen zum Rcichxlag eine derartige Ab- Wanderung von Geldern aus Deutschland ein— wobei nur der ge- ringere Teil auf Kapitalflucht zu setzen ist— daß die Reichsbank einen Verlust von weit über einer Milliarde Mark an ihren Gold- und Devisenbeständen erlitt. Nachdem es mit Hilfe des bOO-Millionen-Mark-Ueberbrückungskredites lin Oktober und in- folge der eintretenden politischen Beruhigung gelungen war, die Gold- und Devisenbestände bis Weihnachten wieder auf rund 3 Mit- liardcn auszufüllen, setzte zum Jahresübergang wieder eine schleichende politische Vertraue nskrise ein, die erneute Verluste von mehreren Hundert Millionen Mark Gold und Devisen verursachte. Diese Vorgänge zeigen ganz klar, daß die durch die Septemberivahlen verursachten Gold- und Devisen- Verluste bisher auch nicht entfernt eingeholt werden konnten. Der jetzige Bestand an Gold und Devisen der Reichsbank bleibt hinter dem Höchststand des vorigen Jahres noch um etwa eine Mil- liarde Mark zurück, und ist nach dem Abschluß der Verlustperiode im Herbst nur um etwa 200 Millionen gebessert. Den ganzen Ernst der nach den Reichstagswahlen eingetretenen Situation kennzeichnete Dr. Luther mit dem Hinweis, daß es ohne die außerordentlichen Devisenzuslüsse durch den Ueberbrückungskredit des Reiches der Reichsbank nicht gelungen wäre. Deutschlands wirtschaftlichen und politischen Bedars an Devisen zu decken. Diese ungünstige Feststellung müsse getroffen werden, obwohl Deutschlands Handelsbilanz feit Mai 1930 aktiv gewesen wäre. Diese steigende Aktivität kann aber nicht als günstige Dauer- erscheinung gewertet werden, da sie lediglich durch eine Drosselung der Einfuhr verursacht sei. Dies zeige sich darin, daß vom Januar bis März 1931 Deutschlands Ausfuhr um 800 Millionen Mark hinter der gleichen Zeit des Vorjahres zurückgeblieben sei. Auch die jetzige Situakion sei sehr ernst zu beurteilen. Die geringe Belebung der Wirtschaft in de'.i letzten Wochen habe den saisonmäßigen Umfang nicht überschritteik, die Verminderung der Erwerbslosenzahl sei sogar hinter dem Frühjahr 1930 zurückgeblieben. Auch der Umlauf an Zahlungsmitteln, der bei Einsetzen der Frühjahrsbelebung regel- mäßig zuzunehmen pflege, weise bisher keine entsprechende Steige- rung auf. Allerdings, so schloß Dr. Lucher seine Ausführungen-, zeige sich Wilhelm, Bebel über den Kopf schlagen!— Die Di« Memoiren des Reichskanzlers �ohenlohe-Schil» lingsfürft erschienen noch in der Kciserzeit, lange vor dem Kriege. Sie haben damals ungeheures Aufsehen erregt, weil durch st« zum erstenmal hinter die Kulissen des persönlichen Regiments geleuchtet wurde. Natürlich blieb aber damals mit Rücksicht aus dt« Zeitoerhaltnisse maxiches unoeröfsentlicht, und von diesem llnver- ösfentlichten bringt jetzt das„Berliner Tageblatt" ein paar inter- essante Stücke. Da ist u. a. ein Kaiserbrief vom 2Z. August und ein Brief Phili Eulenburgs vom 2l. September 1833. In beiden dreht es sich um die geplante„U m st u r z v o r l a g e" gegen die Sozialdemo- kratie. Am 18. August war zum„Nationaldentmal" Wilhelms I. der Grundstein gelegt worden. Fünf Tage darauf schreibt Wilhelm seinem Kanzler, die Feier habe überall eine günstig« Aufnahme gefunden, außer in der sozialistischen Presse. Darüber schreibt Wilhelm wörtlich: Mit Empörung aber und tief verletzten Herfen» seh« ich aber die sozialistischen Blatter, deren schurkcnhastes Schmähen der uns allen geheiligten Person des großen Kaisers alles übersteigt. Das geschieht in vollster Ruhe, im Bewußtsein des völligen Versagens unseres Rechtes, und der absoluten Straflosigkeit vor unser m liberal-verjudeten Gesetze. Dann entwickelt er dem Kanzler seinen Plan: Also Losung„für die Beschützung des Andenkens des Großen Kaisers" frisch ans Werk und feste auf die Sozialdemokratie tos- geschrieen und gedonnert. Die Deutschen haben wir hinter uns, und last not Icast den„Alten"(Bismarck. Red. d.„B.") auch. Der macht aus Spaß mit: was uns auch nützen kann. Wenn dann der angestachelte Deutsche im Herbst das B-reinsgesetz vor- gelegt bekommt, bringen wir es fliegend durch! Wir Preußen stehen forsch da und das Reich muß sich schämen. Das zweite Kabinettstück ist ein Brief Phili Eulenburgs an Chlodwig Hohenlohe vom 21. September 1893, der folgendermaßen beginnt: Der Kaiser kam heute früh im Laufe eine- längeren Ge- sprächs mit mir auf die Haltung der Sozialdemo- kratie während der legten Feiertage am 1. September zu sprechen. Er begann mit einem leidenschaftlichen Aussall auf die alten Begleiter und Adjutanten Kaiser Wilhelms I., welch« nach seiner Ansicht für die beleidigte Ehre des alten Kaisers persönlich hätten eintreten müssen. Würden sie Herrn Bebel und Konsorten in dem Redaktionslokale des„vorwärts" über den Kopf geschlagen haben, so hätten sie die Stimmung von ganz Berlin für sich gehabt und würde das patriotisch erregte Volk durch Zertrümme- rung der Druckerei zum ersten Male der Sozialdemokratie einen Schrecken beigebracht haben. Diese nicht gesühnte Beleidi- gung seines Großvaters verlangt der Kaiser durch den dem Reich»- tag vorzulegenden Paragraph auszugleichen. Prügelkaiser �Vorwärts"- Oruckerei zertrümmern! Au» den beigefügten Aufzeichnungen 5iohenlohes ergibt sich, daß Dieser gegenüber den Tobsuchtsanfällen seines kaiserlichen Arbeit- gebers und Reffen ein« bemerkenswert« Ruh« bewahrt hat. Sehr nett ist beispielsweise eine Betrachtung darüber, daß man mit Fest- stimmungen keine Politik machen kann, denn diese dauerten„nur so lange die Fahnen wehen und das Bier fließt". Liegt in diesen nüchternen Worten nicht schon die vernichtende Kritik eines ganzen Systems? »Schurkenhastes Schmähen.� Es ist nicht nur aus historischen, sonder« auch au» aktuell- politischen Gründen interessant, einmal zu untersuchen, worin da» „schurkenhafte Schmähen" der sozialistischen Presse über Wilhelm I. bestanden haben soll. Mancher könnte vermute,,, die sozialdemokra- tische Presse habe damals etwa solche Töne angeschlagen, wie man sie heutzutage von Kommunisten und Nationalsozialisten gewohnt ist. In Wirklichkeit hatte der„B o r w ä r t s" in den Tagen nach der Grundsteinlegung«inen einzigen kurzen ArtikeS gebracht, der als Objekt der kaiserlichen Ausregung in Betracht kqmmen kann. Dieser Artikel lautet in seinem schärfsten Teil solgqndermahen: Die Grundsteinlegung für das Kaiser-Wicheün-Denkmal fand in Abwesenheit der erwarteten deutschen Bundesfürsten statt. Bloß der Großherzog voi, Baden, der einzige Schwiegersohn des ersten deutschen Kaisers, hatte sich eingestellt. Wie es bel solchen Gelegenheiten üblich ist. wurden die Verdienste des durch das Denkmal zu Feiernden in den hellsten Tönen gepriesen. Hier mit keiner Kritik einzusetzen, ist kein schwerer Berzicht. um so mehr, als man den menschlichen Zug. daß der Kaiser von seinem Großvater nur Rühmenswertes zu erzählen weiß, wohl begreifen kann. Solche Reden korrigiert die Geschichte. Wir konnten von dem Vertreter des Bundesrats und dem Reichstagspräsidenten nicht erwarten, daß sie in ihren Ansprachen die Rede des Kaisers ergänzen und an Baden, R a st a t t, die K o n f l i k t s p e r i o 0 c und das Sozialistengesetz erinnern würden: aber wir haben nicht erwartet, daß der Prä- sident des Reichstages in höfischer Unterwürsigkeit den Tatsachen soweit Gewalt antun würde, in voller Oeffentlichkeit die Eni- slehungsgeschichte de» Denkmals falsch darzustellen. Aus der Initiative de» Kaisers machte er die eigenste Initiative des Bolkes. von der einstimmigen Harmonie des Reichstages und des Bundes- rate» wogte er zu sprechen, wo doch jedes politische Kind weiß. daß selbst die Konservativen, ja selbst Graf Limburg-Stirum ent- schieden gegen die geforderten 8 Millionen protestierten. Wir raten Herrn von B u o l, zur Bervollständigung seiner politischen Bildung das Kriegslagebuch des Kronprinzen zu lesen. Cr wird daraus ersehen, daß dem König von Preußen der Kaiser- titel aufgedrängt werden mußte. Also das war„dos schurkenhafte Schniähen" der sozlaldemo- kratischen Presse, über das Wilhelm II. seine Tobsuchtzanfölle be- kain. Wegen solcher„Ausschreitungen" plant« man ein neues So- zialistengesetz und Verbot der ganzen sozialdemokratischen Presse! in wichtigen Wirtschaftszweigen, daß der Konsum seit länger« Zeit aus Logerbeständen befriedigt wird, deren Wiederaufsüllung bisher noch nicht stattgefunden hat. Soweit solche Lagerbeständ« sich erschöpfen, sei mit einer allmäidlichen Erleichterung der Krise, wenigstens bei den Konsumgütern, zu rechnen. Auch fei ieftzuftellen. daß im In- und Ausland das V« r ts: a u e n zur Stabilität der deutschen VerhältnEse erdennbar wachs«. Diese ruhigere Beurteilung enthebe die für das deutsche Volksschicksal Ver- antwortlichen in keiner Weise der Notwendigkeit tatkräftigen Han- delns. drücke aber das berechtigten Vertrauen des In- und Aus- lande- aus, daß das deutsche Volk nach seinen bisherigen gewaltigen Leistungen auch der Schwierigkeiten der Gegenwart Herr werde. Oberbürgermeisterwahl in Magdeburg. probeabstimmung für Zieuter. Magdeburg. 29. April. In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Dienstag wurden die Probeabstim- m u n g e n für die Magdeburger Oberbürgermeister- und Bürger- meifterwahl abgehalten. Nach Ablehnung einps Antrages der Rechts- frakuon, die Wahl um eine Woche hinauszuschieben, wurde zur Ab- stimmung geschritten. StädtratReuter-Berli» wurde m i t 8 8 Stimmen der Sozialdemokraten und der Staotspartei gegen neun Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten zum Ober- bürgermeister gewählt. Der Kandidat der Kommunisten erhielt sechs Stimmen. Die Abstimmung über die Besetzutig des Bürger- m e i st e r p o st e n s zeitigte folgendes Ergebnis: Für den Stadtrat Goldfchmidt-Magdeburg(Staatspartei) wurden 38 Stimmen der Sozialdemokraten und der Staatspartei abgegeben, für den Kandi- daten der KommuniftenXfechs Stimmen. Heute werden die end« gültigen Abstimmungen zu den Wahlen stattfinden. Sozialbemokraiische Xoggenpoliiik. Entlarvung agrarischer Demagogie. Der Roggenftützuugsausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit den Käufen vom August und September 1930. Abgeordneter Stubbendorf behauptete, daß die Haltung der sozialdemokra- tischen Presse vom August und September v. I. im diametralen Gegensatz zu der Haltung der sozialdemokratischen Bertretcr im Roggenausschuß stände. Bor einigen Tagen bereits hat Genosse Dr. H i l f e r d i n g diese Demagogie enthüllt. Heute erwiderte Genossin Toni Sender, die Sozialdemokratie sei durchaus nicht mit allen Mahnahmen der letzten Monate in der deutschen Getreidepolitik einverstanden: sie habe ihre Stellung eingenommen nicht wejl der Sozialdemokrat Dr. Baade Reichstommissar ist. In der 143 Mitglieder starken sozialdemokra- tischen Reichstagssraktion gibt es Fachleute genug, um sich nicht allein auf Dr. Baabe stützen zu müssen. Der Zweck der Gelreidepolitit der Sozialdemokratischen Partei war, die Verschleuderung deutschen Roggens nach dem Auslande zu unterbinden. Wir haben alles daran gesetzt, um im Inland einen Verwendung?- zweck für den überschüssigen Roggen auszufinden. Herr Stubbendors hat erklärt, jetzt, wo die Preise hoch sind, habe die Landwirtschaft kein Interesse mehr daran, denn die Landwirte haben den Roggen längst in den Zeiten niedrigerer Preise verkauft. Wenn das so ist, dann kann die Landwirtschaft auch keinen Widerstand leisten, wenn die Sozialdemokratie verlangt, daß jetzt im Interesse der Verbraucher die Zölle gesenkt oder durch Einfuhr billige« Roggen, die Roggenpreise erniedrigt werden. Hat die Landwirtschaft keinen Roggen mehr zu oerkaufen, dann hat sie auch kein Jntcrefsc daran, daß die Konsumenten besonders hohe Brotprcife bezahlen müssen! Bedrohtes Kullurgui. Verheerendes Hochwasser im Ttehebruch. Seif Monaten überschwemmt das Hochwasser im Jletze- b r u ch, insbesondere im kreise Landsberg, fruchtbare, Ackerland. Einen trostlosen Anblick bieten die aus dem Wasser hervorragenden Einzelgehöfte, die nur mittels Kähnen zu erreichen sind. Der große Damm im Gebiet des Llpkeschen Bruches droht weggespült zu werden, wenn nicht rasche Hilfe kommt. Die dortigen Anlieger, meist kleinbäuerliche Existenzen, beklagen schon den fast völligen Berlust der vorjährigen Ernte. Eine B e» st e l l u n g der A ecket in diesem Frühjahr ist bisher nicht möglich gewesen. Die einzige Ernte, die in diesem Jahre wird hereingebracht werden können, ist minderwertiges Heu, das kaum verwendet werden kann. Eine Berzweiflungsslimmung hat die dortige Bevölkerung erfaßt. Sie hofft auch heute noch auf weitest gehende Hilfe seitens der zuständigen Behörden. Der Landral des Kreises Landsberg ist bemüht, nach Maßgabe der ihm zur ver- füguog flehenden Mittel helfend einzugreifen, aber das genügt bei weitem nicht. Wohl hat der Preußische Landtag im vergangenen Hohr ein Gesetz zur Bekämpfung der hochwasicrgesahr im Oder-, Warthe- und Rchebruch verabschiedet. Die Durchführung des gesamten Werkes wird aber Zahre ln Anspruch nehmen. 3n dieser Zeit droht da» in jahrzehntelanger, mühevoller Arbeit geschossene Kulturgut vernichtet zu werden. Das Bier wird teurer! Verdoppelung der Bierfiruer ab i. Juni. Der M a g i st r a t hat mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der Etatagefialtung in seiner heutige» Sitzung befchlosfen, die Gemeinde- biersteuer von dem nächstzulässigen Zeitpunkt ab(1. Juni ISZI) zu verdoppeln, d. h.. die jetzigen Sähe für Einsochbier von 2.80 VI. aus 5 M.. Schankbier von Z.73 VI. aus 7.30 M.. Bollbier von S M. auf 10 M., Starkbier von 7.50 M. auf 15 M. je hektoNler zu erhöhen. Der Stadtverordnetenversammlung geht eine Vorlage zu. Das in der Hauptsache in Berlin ausgeschenkte Bier ist das sogenannte V o l l b i e r. Für dieses Bier betrug die Steuer bisher 3 Pf. pro Liter. Die Steuer soll sich ob 1. Juni auf 1 0 P f. pro Liter erhöhen. Die Folge wird eine neue Berteuerung de, Bieres sein, da die Brauereien trotz ihrer Riesengewinne die neue Steuer wieder auf die kleinen Verbraucher abwälzen werden. Die Finanzverwaltung erhofft von der Steuererhöhung eine Mehr- einnähme von rund IVi Millionen pro Monat. Es erscheint jedoch sehr zweifelhaft, daß die Stadtverordneten der Steuererhöhung ihr, Zustimmung geben werden. FamilientragSdie. Mutter und Kind durch Gas vergiftet. 3n ihrer Wohnung im Hause 3ahnstraße 6 wuede heute vor. mittag die 44jährige Flau Veronika Schütze und ihr achtjähriger Sohn Hans durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Nach dem Befund liegt zweifellos Selbstmord vor. Frau Schütze wurde vor einiger Zeit von ihrem Mann geschieden. Mit ihrem Kinde geriet sie bald in wirtschaftliche Not, so daß hierin wohl auch da» Motiv zu dem Verzweiflungsschritt zu suchen ist. Die Tat wurde gegen 11 Uhr vormittags entdeckt. Mietern war es auf» gefallen, daß sich in der Wohnung der Frau seit Tagen nichts regte. Als sich heute aus dem Treppenflur starker Gasgeruch be- merkbar machte, schöpften die Leute Verdacht und benachrichtigten die Polizei. Die eindringenden Beamten fanden in dem gazerfüllten Schlafzimmer Mutter und Kind in den Betten tot auf. Wie die Untersuchung der Leichest durch den Arzt ergab, ist die Tat offenbar schon am Montag geschehen. Oelquelle explodiert. Zwölf Menschen getötet.— 100 Meter hohe Stichflamme. New Port. 29. April. Bei G l a d w a t e r(Texas) ereignete sich etne Explosion einer Oelquelle, Zwölf in der Röhe beschäftigt« Personen wurden getötet. Die aus der Oelquelle aufschießende Flamm« hatte eine höhe von ungefähr hundert Meter. Die Explosion wird aus etnen durch die Reibung von Metallteilen entstandenen Fnnken zurückgeführt. Infolge der riesigen Hitze ist jede Annäherung an die Explo- sionsstelle unmöglich. Nur drei Leichen tonnten geborgen werden. Einer der Verunglückten lief eine Strecke weit mit brennen- den Kleidern, die derart mit Petroleum getränkt waren, daß alle Löschocrsuche vergeblich blieben. Neun andere sah man in dem I Flammenmeer verbrennen. Die Explosion erfolgte anscheinend beim Herausholen der Werkzeuge aus dem Bohrloch, da» plötzlich zu fließen begann. Erdbeben im Kaukasus. Bisher zehn Tote. Moskau(über kowno). 29. April. Räch einer amtlichen Meldung aus Rachttschewan(Ar. meuieu) wurde die Stadt von einem starken Erdbeben heim- gesucht, durch da» zahlreiche häufer zerstört wurden. Räch vor- läufigen Feststellungen wurden 10 Personen getötet. Auch ln lisli». da, etwa 200 Kilometer rntsernt liegt, wurden stärkere Erdstöße verspürt. Roheii gegen einen Kahrgast. Betrunkener reißt eine Frau vom Autobus. Zu einem unliebsamen Auftritt kam es am Dienstagabend vor dem Haufe UnterdenLinden43. Dort befindet sich die Halte- stelle der Lutobusi«. Aus einem Wagen der Linie 9 stiegen mehrere Fahrgäste aus und, wie üblich, entstand ein wildes Gedränge mit den Einsteigenden. Einem k>3 Jahre ölten Rudolf R.. der stark ungetrunlen war, dauerte die Sache zu lange. Eine Dam«, die aussteigen wollte, packte er, riß fit vom Trittbrett her- unter, so daß sie mitdem Gesicht aufden Fahrdamm st ü r z t e und beschimpfte sie gröblich. Passanten kamen der Dame zu HUfe und übten schnelle and gerecht« Justiz an dem Zechbruder. Er wurde gehörig oerhauen und dann der Kriminal- polizei übergeben. Am Mittwochmorgen, als er wieder nüchtern war. wollt« er von nichts mehr wissen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Richter dazu stellen wird. 2% Zahre unschuldig im Zuchthaus. Abermols Areispruch noch einem schweren Jehlspruch. Kiel. 29. April. Das Erweiterte Schöffengericht Kiel beschäftigte sich am Wontag � und Dienstag mit dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den Lehrer. B l u n ck aus Eutin, der am 13. Dezember 1926 wegen Verkuppc- lung seiner Ehefrau durch das Schwurgericht zu drei Jahren Zucht- haus verurteilt worden war und von seiner Strafe bereits zwer- einhalb Jahre Zuchthaus abgesessen hatte. Die Ver» urteilung Bluncks war auf die Aussage eines mit Zuchthaus vorbe- straften und völlig unglaubwürdigen Hauptzeugen erfolgt, weil Blunck das angeblich ehewidrige Verhalten seiner Ehefrau still- schweigend gefördert haben soll. Blunck war bereits in einem früheren Wiederaufnahmeverfahren selbst von der Beschuldigung sitt- licher Verfehlungen freigesprochen worden. Nach zweitägiger Ver- Handlung kam das Gericht am Dienstag zum F r e i f p r u ch Bluncks auch wegen der Anklage der Verkuppelung seiner Ehe- srau. Damit ist Blunck vollkommen rehabilitiert. Tehners Gnadengesuch abgelehnt. ZNünchen. 29. April. Das Gnadengesuch des vom Schwurgericht Regensburg wegen Mordes zum Tode verurteilten Erich Tetzner ist. wie der Landes- dienst des Süddeutschen Korrespondenzbüros erfährt, vom Gesamt- Ministerium abgelehnt worden. Die Todesstrafe wird in dieser Woche vollzogen werden. Die Hinrichtung Tetzners in Rcgensburg wird am Freitag- oder Semnabendmorgen erfolgen. Am Donnerstagfrüh wird Tetzner im Gefängnis Regen-burg die amtliche Mitteilung von der ZlWehnung feines Gnadengesuchs gemacht werden. Die Hinrichtung Tetzners wird die erste Vollstreckung einer Todesstrafe fein feit den Bereinbarungen zwischen dem R e i ch s f u st i z m i n i st e- rivm und den deutschen Ländern über die Aussetzung des Bollzugs der Todesstrafe. Mörder des Reifenden Walter verhaftet. Breslau, 29. April. Als Mörder des Reisenden Herbert Walter aus Oels, der orn Freitag in der Nah« von Glogau in feinem Kraftwagen erschossen aufgefunden wurde, ist am Dienstagabend in Beuthen der 22 Jahre alte Schlosser Edmund Thomas verhaftet worden. Der Täter hatte noch am Mordtage über Glogau die Reife nach Oberfchlesien angetreten. Thomas hat noch kein Geständnis abgelegt, doch brach er vollständig zusammen, als ihm die Mordtat auf den Kopf zu- gesagt wurde. Berlin im Reichsrat. Der Magistrat hat am Mittwoch Oberbürgermeister Dr. Heinrich Sahm zum ordentlichen und Stadtrat Emil W u tz k y zum stellvertretenden Mitglied des Reichsrots als Vertreter der Stadt Berlin gewählt. Berlin war bisher im Reichsrat durch Bürgermeister Scholtz und Stadtrat Wutzky vertreten. &ie Sxploiion in Wagdeburg Die Explosionskotastrophe in der Magde» burger Sacharinfabrik hat zwei weitere Todesopfer gefordert. Von üen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingelieferten Arbeite» rinnen find zwei der Unglücklichen g e» starben, so daß die Katastrophe im ganzen zehn Menschenleben g«. sordert hat. Das Befinden des Meisters Günther ist den Umständen nach zu» frtedcnstellend. Äugenberg klagt. Er fühlt sich durch Sozialdemokraten gekränkt. Detmold, 29. April.(Eigenbericht.) Vor dem Einzelrichter in Detmold wurde heute eine B e l e i d i- gungsklag« chugsnbergs gegen den verantwortlichen Redak- teur Felix F e ch e n b a ch des„Detmolder Volksblottes" verbandelt. Anlaß zu diesem Prozeh bot ein Artikel des„Voltsblatts" vom 8. Dezember 1939. der sich mit den Borgängen in der sozial- demokratischen Wahlkundgebung vom 27. November 1939 befaßt«. Die chugenberg-Presse hatte in ihrem Bericht ijber diese Kundgebung behauptet, der preußische Ministerpräsident Otto Braun Hobe dort von dem„sünfzigsachcn Millionär chugenberg" gesprochen. Daraus- hin hat Hugcnberg an Braun«in Telegramm gesandt, worin er sich gegen diese angebliche Behauptung Brauns wendet und feststellt, daß er weder zu den Millionären noch zu den M i l l i a r- d ä r e n gehöre. Der preußische MinisterpräfÄent erwiderte nun. er habe sich in der Versammlung in Bielefeld gegen die unehrlich« Demagogie gewendet, die mit dem Schlagwort Marxis- n> u s getrieben werde und gegen die Behauptung Hugenbergs, daß die schwere Wirtschostskrise nur dem Wahnsinn unseres marxistischen Systems zu danken sei. Von einem fünszigfachen Millionär Hab« er nicht gesprochen. Diese Erwiderung des preußischen Ministerpräsidenten, die sich außerdem noch mit'den unwahren Behauptungen der chugenberg- Presse über ein„Jagdschloß" Brauns besaht«, hatte das„Voltsblatt" am 8. Dezember 1939 veröffentlicht und sie mit der Ueberschrist v«r- sehen:„Braun fährt Hugenberg über das Lügenmaul". Hierauf hat Hugenberg gegen den verantwortlichen Redakteur des„Volksblatts" Beleidigungsklage erhoben. In der heutigen Berhandlung erklärte der Beklagte Fechenbach, es sei«in ungewöhnlicher Vorgang, daß ein Parteiführer dem Ministerpräsidenten des größten Freistaates immer wieder den Bor- wurf der Lüge mache. Der preußische Ministerpräsident habe wiederholt in der Oeffentlichkeit klargestellt, daß er die fragliche Aeußerung über Hugenberg nicht getan Hab«. Trotzdem hätten Hugenberg und seine Presse immer wieder die Behauptung aufgestellt, der preußische Ministerpräsident habe in der Bielefelder Versammlung Hugenberg einen S9fachen Millionär genannt. Nachdem die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten vorgelegen habe, liege in der immer wiederkehrenden Behauptung Hugenbergs der schwere Vorwurf der Lüge gegen den preußischen Ministerpräsi- denten. Als Redakteur eines sozialdemokratischen Blattes habe er, Fechenbach. in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, wenn er den Vorwurf der Lüge gegen den preußischen Ministerpräsidenten mit aller Schärfe zurückgewiesen häb«. Der Ueberschrist des frag- lichen Artikels liege aber auch die unwahre Behauptung der Presse Hugenbergs über das angebliche Jagdschloß des preußischen Ministerpräsidenten zugrunde, die Braun selbst al«„lügenhafte Phantasie" bezeichnet habe. Daraus erkläre sich auch die Schärfe der Ueberschrist. Der Vertreter Hugenbergs, Rechtsanwalt Dr. Petri, erklärte nun, der Beklagte Hobe die Pflicht zu beweisen, daß der preußisch« Ministerpräsident nicht von dem fünszigfachen Millionär gesprochen habe. Darauf erwidert« der Beklagte, es genüg« die Erklärung des preußifchen Ministerpräsidenten, daß die Aeußerung von ihm nicht gefallen sei. Wenn Hugenberg ihr« Richtigkeit bezweisl«, dann müsse e r den Beweis dafür erbringen, daß Braun sich so geäußert habe. Das Gericht beschloß hieraus die Verhandlung auszusetzen, um dem Kläger Hugenberg Gelegenheit zu geben, seine B e w e i s a n- träge zu stellen._ Die Keierfiunden der Arbeiiersänger. 5. bis 10 Mai. De? Arbeitersängerbund. Gau Berlin und Umgegend, tritt in der Maiwache mit einer Reih« konzertlicher Veranstaltungen an die Oestentlichkest. um auch hierin den Beweis des Ersalges«iner vierzig- jährigen Bundesarbeit seinen Freunden vor Augen zu führen. Den Auftakt bildet«ine Feier am Sonntag, dem 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Saalbau Fricdrichshain, zu Ehren derjenigen Bundes- genossen, die im Bund 23 Jahr« und länger gemeinsam die End- Wicklung aus kleinen Anfängen bis heute treu und ausdauernd mit- gemacht haben. Drei Männcrchör«,„Morgengrauen". ,. Berliner „Liederfreund" und„Berliner Sängerthor", werden unt«r ihren Chormeistern Reiche, Göpel und Heid Kampflieder der alten Zeit der Erinnerung nahe bringen, der Gauleiter und d«r Bundes- Vorsitzende Klaudcr der vergangenen Jahre des Kämpfcns und Rmgens gedenken. Ein geselliger Teil, ausgefüllt durch Besang und Darbietungen guter Künsller. soll Gelegenheit bieten, einige Stunden frohen Sängerlcbens unter Arbeitsgcnosien vorüberstrcichen zu lassen. Am Mittwoch, dem K. Mai. findet in der Philharmonie das erste Festkonzert mit A-cappella-Ghören statt.„Volkslieder des In- und Auslandes" werden von je zwei gemischten und Männerchoren dargeboten werden. Es wirken mit die„Berliner Liederfreund«" unter Chormeister A. Göpel, die„Gesangsgemein- schast Rosebery d'Arguto und Rudow", du Berliner„Typographia" unter Chormeister Prof. H. Martens und der gemischte Chor des k>. Bezirks unter Chormeister Gütt«. Es sind im Programm eine Reih« Erst- und Uraussührungen. Das zweit« A-cappeUa-Konzert läßt unter dem Motto:„D a s Arbeiterlied der Neuzeit" die ncuer« Tenden.zliteratur des Bundes und andere Komponisten zu Wort kommen. Auch hierunter befinden sich eine Anzahl Ur- und Erstaufführungen. Das Pro- gramm wird bestritten vom„Iung«n Chor" Berlin unter Professor H. Thießen, den Männerchoren„Fichte-Georginia" unter W. Knöchel, dem„Berliner Lendvai-Chor" unter G. O. Schumann und der Chor- gruppe„Berlin«? Uthmannchor"— Sängervereinigung Norden, unter Chormeister I. Schmidt. Der Beginn der Konzerte ist 29 Uhr, der Eintritt beträgt ein- schließlich Vortrogssolge 1 M. Den Beschluß der Konzerte bringt der Sonnabend mit der Fest-- aufsührung von Hättdcls„Belsazar". „Ver lästig« Krieg" von Johann Etrauh wird noch einen zweiten Monat in Tbeater im StdmiralSpataft gegeben werden. Lohan(Skjoldborg 70 Lahre. Oer Dichter des j.anpprole S a a l die A r g c n t i n a. Wir kennen sie von ihrem Berliner Debüt 1923 und dem späteren Auftreten mit Ensemble. Und warnten schon damals vor einer Ueberschätzung. die die zugkräftige Varietegröße als überragende Künstlerin ausgibt. Urwüchsiges südliches Temperament, essekt- kundige Routine und eine gewisse äußerliche Virtuosität, zum Beispiel in der Handhabung der Kastagnetten, mögen«ine Weil« ihre Wirkung tun. Zlus die Dauer können sie nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Produktionen dem internationalen Tingeltongel näherstehen als dem Kunsttanz. Di« Unmanieren der Bretteldiva, das stereotyp« Hineinlächeln ins Publikum, die wahlseilen pantomimischen Mätzchen nmchen selbst bessere Nummern, wie den„Andalusischen Tango", schwer genießbar. J. J». Achtung! Mitglieder des Gesamtuerbandes! Achtum! Geänderte Treff- und Abmarschzeiten für unsere Haikundgebung: Einheitlicher Sammelpunkt: Michaelkirchplatz. Treffen 7,30 Uhr, Abmarsch 8,30 Uhr Di« Aenderung der Abmarschseit war notwendig, um die rechlxgitige Ankunft aller Oemonslrationszüge im Lustgarten?.u siehe.' n. Wir bitten, unsern Hinweis su berücksichtigen, damit die Aufstellung der Sektionen ordnungsgemäss erfolgen kann. Die Bezirks- und Ortsverwaltung: Ortmann, Schaum Mittwoch W � H 48. Jahrgang Die rastlose Technik Elektrizität als Mädchen für Alles D«mpfiiberhi<.?er dienen im allgemeinen dazu, nassen Satt- dampf, wie ihn der Kessel liefert, vor der Verwendung in einer Kolbendampfmaschine oder Turbine zu trocknen und auf eine höher« Temperatur ohne gleichzeitige Druckerhöhung zu bringen, um den Wirkungsgrad der Anlage zu verbessern. Die übliche Art der Ausführung hat die Form schlangenahnlich gebogener Rohre mit Kammern aus Stahlguß oder Flußeisen an beiden Enden, durch die der nasse Dampf ströml. Durch Einbau der Anordnung in den Strom der heißen Fcuerungsgase wird der oben genannte Zweck err«ichl Eine Neuerung besteht daher in der Verwendung von elektrischen Heizkörpern zur Dampfübcrhihung. Wie die Zeitschrift de- Vereins Deutscher Ingenieure dazu mitteilt, liefert auf dem Dainpser„Trivne" der Aktiebolaget Lindholmen- Motala ein« mir Abdampf betriebene Turbodynamo den hierfür benötigten Strom. Die Turbodynamo ist zwischen Niederdruck- Zylinder der Drcifach-Exponsionsmaschine und Kondensator, der elektrische Zwischenüberhitzer zwischen hoch- und Mitteldruckzylinder eingeschaltet. Die Leistung der Dampsmafchine beträgt MX» LS bei IlK) Umdrehungen in der Minute/ Zwei Einenderkessel(das heißt Kessel, die nur von einer Stirnseite aus befeuert werden) init Kohlenfeuerung erzeugen mit je 82 Quadratmeter Heizfläche Dampf von 14 Atmosphären Ucberdruck, Die Drehzahl der Abdampf- turbine von 3070 Umdrehungen in der Minute wird durch ein Getriebe auf 1000 Umdrehungen in der Minute, die für die Dynamos erforderlich sind, herabgesetzt. Der elektrische Zwischen- Überhitzer besteht aus zwei rechtwinkligen Gehäusen mit je 84 Rohren, die die elektrischen Heizkörper enthalten. Der Stromerzeuger wird außerdem noch für Licht- und hilssmaschinenzwccke verwendet. Die e�vi�e Uhr Die elektrischen Uhren verschiedener Systeme, die neuerdings aufgekommen find, haben neben ihren vielen Vorzügen noch einen kleinen Nachteil: bleibt der Lichtstrom infolge irgendeiner Störung im Elektrizitätswerk vorübergehend aus, und sei es nur auf wenige Minuten, so bleiben die Uhren eben so lange stehen und zeigen dann, wenn der Strom wieder einsetzt, falsche Zeit an, bis sie wieder nachregulicrt werden. Aber das Stehenbleiben kriegen auch die alten Federwerkuhren fertig und die ideale elektrische Uhr soll nicht nur das Aufziehen, sondern auch dos Regulieren überflüssig machem Eine neue elektrische Uhr vermeidet ein Stehenbleiben dadurch, daß sie sich zwar die Antriebskraft aus der Steckdose holt, den Strom aber nicht direkt zum Bewegen der Zeiger, sondern zum Ausziehen eines Federwerkes verwendet. Dies geschieht durch eine sogenannte Kompressorlampe, die in ihrem Innern einen dünnen Draht birgt und durch einen Gummischlauch mit einer kleinen Luftpumpe in Verbindung steht. Der Strom bringt den Draht zum Glühen: die erwähnte Lust innerhalb der Lampe dehnt sich aus und preßt sich in die Luftpumpe Deren Kolben wird gehoben und spannt die Uhrfeder um ein Weniges nach. Dieser Vorgang wird durch Schließen und Unterbrechen des Stromkreises ständig wiederholt und die Uhrfeder bleibt so dauernd gespannt: entsteht nun eine Unterbrechung in der Strombelieferung, so läuft die Uhr durch Federkraft noch sechzehn Stunden weiter. also länger, als wohl jemals eine Störung im Elektrizitätswerk währt. Setzt der Strom wieder ein, so wird die teilweise ab- gelaufene Feder allmählich wieder nachgespannt. Die neue Uhr kann für Wechsel- oder Gleichstrom, 110 oder 220 Volt, verwendet werden: man brauch! nur die entsprechende Kompressorlampe ein- zusetzen. Der Stromverbrauch ist so gering, daß er gerade noch vom Zähler registriert werden kann. Elektrische Bodenpriifung Für eine möglichst genaue Schätzung der Kosten, die durch den Vau von Tunnels, Stollen, Sperrmauern oder Gebäuden ent- stehen, müssen die Bodenverhältnisse geklärt sein Auch bei Tunnel- oder Stollenbauten muß man wissen, welches Gestein angetroffen wird, um Kosten- und Zeitaufwand abzuschätzen. In der Mehrzahl der Fälle werden heute Probebohrungen ausgeführt, und die hierbei zutage beförderten Proben geben über die Bodenbeschaffen- heit Aufschluß. Ueber neuere Versuche mit einer elektrischen Boden- Untersuchung wurde auf einer Tagung des Amerikanischen Instituts der Bergwerks- und Metallurgischen Ingenieure berichtet. Man führt nach einem vom Berichterstatter entwickelten Verfahren dem Boden an der zu untersuchenden Stelle einen elektrischen Strom zu und fängt diesen Strom nachdem er den Widerstand des Gesteines durchflössen hat, wieder auf, Der durch Berechnung ermittelte widerstand ist ein Maßstab für die Härte des angetroffenen Gesteins. Während dichte, harte Steinmassen durch einen hohen Widerstand gekennzeichnet sind, ist weicher Stein ein guter Elellrizitätsleiter und dementsprechend sein Widerstand"gering. Durch weitere Ver- besserung der benutzten Apparate wird es möglich fein, durch einfaches Auslegen einiger elektrischer Drähte an der Erdoberfläche Aufschluß über die Bodenschichten bis zu 30 Meter Tiefe zu er- halten, und verschiedentlich ausgeführte Kontrollbohrungen haben die Zuverlässigkeit des elktrifchen Versahrens bestätigt. Englands Bahnen elektrisch Wie soeben bekannt wird, ist der englischen Regierung ein Plan unterbreitet worden, wonach beabsichtigt ist, die ganzen 51 000 Meilen englischer EisenbaHnstrecken zu elektrifizieren. Die Bau- kosten für dieses Rieienwerk würden über 300 Millionen Pfund betragen, das sind über 6 Milliarden Mark. Die genaueren technischen Einzelheiten sind von den in England privaten Eisenbahn- gesellschaften bereits ausgearbeitet, und es sind auch schon Fahr- pläne für die neue Eisenbahn aufgestellt. Es wird geschätzt, daß nach der Elektrifizierung die Ausgaben im Jahre um 7 Prvz. niedriger wären und damil 12 500 000 Pfund eingespart würden. Bei dem gegenwärtige,, schwierigen wirtschastlichen Stand der englischen Eisenbahngesellschaften ist es allerdings sehr unwahr- scheinlich, daß sie selbst das nötige Kapital aufbringen können. Bach Mitteilungen im„Daily herald" soll die Regierung nicht abgeneigt sein, die notwendigen Summen zur Verfügung zu stellen. falls der Plan ihre Zustimmung findet Wenn das Geld sicher- gestellt ist, sind die Eisenbahngesellschasten vorbereitet, sofort mit der Ausführung beginnen zu können. Genaue Einzelheiten werden erst später oerösfentlicht, Oer technische Eiln» Aus den Yoiiragssälcn Im„Hause der Technik" veranstaltete der Reichsbund deutscher Techniker seinen 24. Vortragsabend. Es liefen drei FUme, zu denen die Ingenieure Sandelowsky und Schellenberg von der AEG. die Erläuterungen gaben. Der erste Film zeigte s e l b st- tätige Lichtbogenschweißanlagen: sie sparen Werk- swff, ohne, wie die übrigen Rationalisierungsversahren, den Lohn- anteil zu verkürzen. Daß hierbei der Lichtbogen init einer möglichst niedrigen Lichtbogenspannung und einer möglichst kurzen Licht- bogenlänge sehr gleichmäßig und ruhig brennt, ist der große Vorteil. Besondere Bedeutung hat das neue Verfahren für die automatische Auftragspeisung von ausgelaufenen Radbandagen. Der zweite Film behandelte den Glasgleichrichter: die Herstellung der Glas- körper in der Glashütte, ihre thermische und mechanische Festigkeit, die sorgfältige Erprobung vor dem Verlassen der Fabrik, die ein- fache Montag« und die leichte Unterbringung an Ort und Stelle. Der dritte Film zeigte das selbsttätige Kraftwerk, bei dem die neuzeitliche Regelung der Feuerung die Hauptrolle spielt. Die Schwierigkeiten, die ein Heizer zu überwinden hat, um den jeweiligen Belastungsänderungen mit Kohlenzufuhr und Ver- brennungsluftzufuhr nachzukommen, sind nüht gering. Steigert sich die Belastung der Kraftwerke, wie z. B. in Berlin zwischen b und 7 Uhr abends, so kann zwar der Heizer diese Belastungssteigerung sofort an dem Meßapparot ablesen, ist jedoch schwer in der Lage, die Steigerung der Kohlenzufuhr genau anzupassen. Unwirtschaft- lichkeit des Betriebes und Verschlechterung des Wirkungsgrades find die Folge. Der Film zeigt, wie die automatische Regelung der kleinsten Aenderung der Belastung entspricht. Kohlenstaubzusuhr und die Zufuhr der Verbrennungsluft wird in jeder Sekunde den Belastungsschwankungen angepaßt und garantieren den bestmög- lichen Wirkungsgrad des Wertes. * Die Schiffbautechnische Gesellschaft, die Spitzenorganisation der deutschen Schiffbau Wissenschaft, veranstaltete im Flugverbaiüthaus einen Sprechabend über die Schmelz schweißung im Schiff- bau. Der Vorsitzende Prof. Dr.-Ing. Schütte wies in seiner Er- öffnungsansprach« auf den Zweck dieser von jetzt ab auch in Berlin regelmäßig stattfindenden Sprechabende hin und lud die Anwesenden zum Sprechabend in Kiel am 18. Mai ein, der anläßlich des Stapel- lmstes des Panzerschiffes„Ersatz Preußen" stattfindet.— Ober- ingenieur Wahl von den Deutschen Werken in Kiel behandelle Ver- suche, Konstruttwnsgrundlätze und Ausführungsbeispiele der elektri- schen Schwei ßung im Schiffbau. Dr. Hönisch vom I. G. Farbenkon, zera betonte die Vorteile der autogenen Schweißung, Marineoberbaurat Burkhardt gab neueste, von der Reichsmarine im Materialprüfu,ngs- anit angestellte Zerreißversuche bekannt. Oberbaurat Landsberz berichtete über die auf der Teltowwerst vollkommen geschweißten Schiffe, die sich im Betrieb der Wasserslraßendirektio» Potsdam in jeder Hinsicht bewährt haben. Eine Anzahl anderer Schifibautechniker kamen jeder von seinem Standpunkt zu dem Ergebnis, daß es nach deni jetzigen Stande der Schweißung Sache der Werften fei, die Reedereien von der wirtschaftlichen Ueberlegenheit des Schweißens zu überzeugen. Rationalisierung am Steuerrad. Die regellose Anbringung der Schaltungen für hupe, Winker und Abblendung, die jede Automobil- sirma willkürlich an den Steuersitzen der Wogen vornahm, hatte den großen Nachteil, daß die Hand stets vom Steuerrad genommen wer- den mußte, um zu signalisieren— also gerade in dem Augenblick. wenn völlige Beherrschung des Wagens notwendig war. Die ideale Lösung ist natürlich eine Konzentrieruug aller Signalschalter am Steuerrad, die es dem Fahrer ermöglicht, zu hupen, zu winken und abzublenden, ohne die Hände vom Steuer nehmen zu müssen, und diese Lösung ist in einem neuen„Signalring" gefunden worden, der, auf die Speichen des Lenkrades aufgeschraubt, alle Signalschalter in sich vereinigt und durch die Daumen der ayf deni Volant ruhenden Stände betätigt wird. Ein leiser Druck auf eine beliebige Stelle des Ringes fegt die hupe in Tätigkeit: das Verschieben jedes der vier am Ringe angebrachten Winkerhebel in der gewünschten Richtung läßt den Winker heraus- oder hereinschnellen, und ein kurzer Druck auf einen der zwei an der Innenseite des Ringes befindlichen roten Knöpfe schaltet auf hell oder dunkel. Durch fünf Kabel, zusammen- geiaßt in einem Metallsckiloiich, wird der Signalring init der hupe, -den Winker» uyd den Scheinwerfern verbunden. Der Signalring, der von jedem Laien ausmontiert werden kann, wird passend für alle Wagenmarken und Typen geliefert. JIIIII0 4 Junkers neuer Flugzeug-Dieselmotor Bst erprobt Propeller- wette Am vergangenen Mittwoch wurde der erste brauchbare Diesel-Flug motor Deutsch- lands in Berlin-Tempelhof i in Fluge vorgeführt. Es ist ein 6- Zylinder- Doppelkolben- wassergekühlter- Zweitakter,«on Professor Junkers konstruiert, der bei 720-?L-Leistung nur 800 kg wiegt. Es fallen also auf 1 FS gleich 1,1 kg Gewicht. Bedenkt mau, daß vor 15 Jahren ein gleicher Schiffsdiesel für 1 FS 40 kg wiegen mußte, so ist der Fortschritt des neuen„Iumo 4" sehr groß. Allerdings machte besagter Schiffs- diese! nur 500 llmdrehungen pro Minute, während der„Iumo" 1bl>0 macht. Der Motor bedarf zur In- betriebsetzung keinerlei hilfsmittel wie Glühpatrone, elektrische hilfs- Zündanlage oder gar hilfsbrenn- stoffe, sondern hat reine Selbst- zündung. Junkers beschäftigt sich mit dem Schwerölmotorenproblem bereits über 30 Jahre, seine im stationären Motoren- und im Kraftwagenbau sowie in der Schiff- fahrt erzielten Erfolge haben ihn ermutigt, im Doppelkolben-Zweitakt- verfahren auch für Lustfahrzeuge die einzige Lösung des Problems zu suchen. Infolge vollkommener Verbrennung des eingespritzten Treibstoffes hat der Motor einen äußerst niedrigen Brennstoffoerbrauch, nämlich 170 gr/PS/Stunde gegenüber 240/260 gr/PS/Slunde des Benzinmotors. Dadurch aber erhöht der Motor automatisch den Aktionsradius eines mit ihm ausgerüsteten Flugzeuges um 47 Proz., oder aber praktisch um- gerechnet gibt er dem Flugzeug die Möglichkeit, eine entsprechend größere zahlende Nutzlast mitzunehmen. Dadurch aber zeigt er an allererster Stelle den rein friedlichen Verwendungszweck, denn Militärflugzeuge brauchen derartige Rücksicht auf Sicherheit. Wirt- schaftlichleit usw. nicht zu nehmen. Von Wert ist ferner, daß sich die Brennftoffkosten um 65 Proz. infolge des Verbrauches billigen Schweröles verringern, niedriger halten. Nicht nur der ganze Aufbau des Motors ist vereinfacht worden, kein Vergaser, kein Magnet, keine Zündkerzen, keine Ventile sind vorhanden, sondern damit auch seine Bedienung im Flugzeug zu- verlässiger. Der Motor springt auch bei tiefen Außenieinperaturen leicht an, da er mit hohem Verdichtungsverhältnis arbeitet. Infolge der hohen Verdichtung liegt die Temperatur der komprimierten Luft im Zylinder immer über der Zündtemperatur des Schweröls, so daß VefSird- und" Untersetzungsgetriebe Brennstoff pumpen. Spu/gei/öse' Kühlwasser pumpe Schnitt durch den Jumo 4 fyffi-Vpi ■..'..ivC'.' der Motor auch bei niedrigen Temperaturen(in großer höhe) nicht aussetzt. Die Erprobungsflüge ergaben z. B. in 7000 Meter höhe bei minus 35 Grad Celsius Lufttemperatur vollkommen einwand- freies Arbeiten. Sehr einfach sind die Bedienungselemente für den Motor: ein einziger Hebel ist vorhanden, der die eiuzu- spritzende Brennstossmenge regelt. Infolge der verminderten Brand- gefahr(Schweröl Brandklasse III, Benzin I) ist es auch möglich, die Versicherungsprämien erheblich herabzusetzen. Die Sicherungs- maßnahmen für die Brennftoislagerungen sind überflüssig, daher fallen die kostspieligen Anlagen fort. Verdampfungsverluste brauchen nicht mehr mit einkalkuliert zu werden, die Beschaffung von Brennstoff in allen möglichen Gegenden wird vereinfacht und verbilligt. Bedenkt man, daß heute noch trotz der hohen Entwicklung des Benzinmotors immer noch 40 Proz. aller Flugunfälle unmittelbar oder mittelbar auf den Motor und seinen Betriebsstoff zurückgeführt werden, so wird klar ersichtlich, welch gewaltiger Schritt mit dem Einsatz dieses ersten Schwerölmotors in den praktischen Luftverkehrs- dienst gelungen ist. W.Ii. föellage Mittwoch, 29. April 193! SivÄbimN fhn'/nfii(Jcrffa vn+uyxisfk Fort mit dem König?- lebe die Republik! Ein Stück spanischer Geschichte Von Iwan Heilhut Es wäre ungenau ausgedrückt, wollte man sagen, daß im September 1868 in Spanien die Revolution ausbrach, um der Herrscherin Jsabella II. die diktatorisch gehandhabtcn Zügct zu entreißen. Ungenau, weit die vorhergehenden Jahre von einem derart intensiven Wühlen der regierungsfeindlichen Parteien de- herrscht waren, daß sie getrost als Beginn der Revolution zu be- zeichnen sind. Immer wieder brach offen der Aufruhr los und immer wieder gelang es der Regierung, ihn mit des Zufalls gniidi- ger Hilfe heil und gesund zu überstehen. Schon im Februar 1866 tarn die herrschende Macht nur deshalb mit dem Schrecken, davon, well der Führer der„Progrejfisten". General P r i m. von den Besatzungen von Alcala und Madrid im Stich gelassen, sich in Richtung zur portugiesischen Grenze zurückziehen muhte. Ebenso ist die Erfolglosigkeit des Aufstandes, der für den August des nächste» Jahres geplant und teils sogar schon begonnen war, nicht auf die Regierungsinitiative, sondern wieder auf den Mangel an Organisation unter den Aufständischen zurückzuführen. Von einer Duldsamkeit beseelt, die ihrer Schwäche entsprang, fürchtete die Regierung den Gegner, der ihr nach dem Leben trachtete, wirklich fest anzupacken. Jh.en treuesten Diener, den Ministerpräsidenten O'D o n nel l, hatte die Königin wegschicken müssen, wahrscheinlich, weil die Wut und der Haß des Volkes gegen ihn auch ihre eigene Person bedrohte. Auf O'Donnell folgte der Marschall Narvaez, berüchtigt und verhaßt wegen des Blutes, das das Volk bereits früher unter ihm hatte lassen müssen, und nach seinem Tode noch einmal berühmt geworden durch seinen letzten Ausspruch gegenüber dem Priester, der ihm rät, sich nun, in der letzten Stund«, mit seinen Feinden zu versöhnen:„Ich habe keine Feinde, ich habe sie alle umbringen lassen." Dieser Ehrenmann starb im April 1868 und unter seinem Nach- folger, Luis Gonzalez Bravo, rissen Zustände ein, oi« das Ansehen der Königin völlig erschütterten. Die Ministe: posten und die höchsten Würden des Staates wurden nach den Grundsätzen einer Palascherrschaft verteilt. Marfori, der erklärte Günstling Isabellas, von dem behauptet wird, daß er sich durch das Schlaf- gemach der Königin aus dem Rang eines Droschkenkutschers— andere behaupten, eines Choristen— in die Höhe gearbeitet hatte, wurde Kolonialministcr. Immerhin war es nicht Marfori, über den die Königin vom Thron? stürzte, sondern die wirtschaftliche Lage Spaniens. Die Zievolution marschiert. Um Mitte September 1868 trat die revolutionäre Sache in das Stadium eines neuen, diesmal wohlvoi bereiteten Ausbruchs ein. Von Cadix ging die Bewegung aus. Juan B. Topete, der Geschwaderbefehlshaber, begann. Aber wenn wir seinen Aufruf lesen, so fällt uns vor allem der Mangel jeglichen Angriffs gegen bestimmte Persönlichkeiten auf. Wohl heißt es, daß die konstitu- tiornelle Monarchie, wiederhergestellt averden soll— wir müssen uns in die historischen Gegebenheiten einer Zeit zurückversetzen, in der es möglich war, eine Bewegung, die immerhin wieder die Monarchie zum Ziel hatte, eine Revolution zu nennen—; aber es ist hier durchaus offen gelassen, ob sich der Angriff gegen die Person der Königin Jsabella oder gegen die Dynastie der Bourbonen richtet. Auch die folgenden Aufrufe dieser Tage sind eher durch ihren Schwung bemerkenswert, als durch die Ziele, die sie ankündigen. Immerhin wurde au? einem, von mehreren Generalen gezeichneten Manifest ersichtlich, daß eine provisorische Regierung und damit augenscheinlich aus jeden Fall die Beseitigung Isabellas— angestrebt wurde. Jedoch hatte das zahme Programm der Generale — sofern es nicht Programmlosigkeit war— das Hervortreten des Revolutionsausschusses von Sevilla zur Folge, der offensichtlich das Volk vertrat und der Bewegung erst ihre popu- lären Grundsätze verschaffte: Das allgemein« und frei« Stimmrecht: Preßfrciheit: Frei- heit des Unterrichts, des Kultus, des Handels und Gewerbes: Reform der Zollgesetze: Abschaffung der Todesstrafe, über- Haupt Strafvollzugsreformen: Schutz der persönlichen Sicher- heit, Wahrung des Briefgeheimnisses, Unoerletzlichkeit der Wohnung: Abschaffung der' Aushebung für Heer und Flotte zugunsten freiwilliger Rekrutierung: Gleichheit in der Vsr- teilung der öffentlichen Lasten: Slufhebung der Salz, und Tabaksteuer, der Brücken- und Berzehrungssteuern: Einheit Oes Landrechtes und Abschaffung aller Sonderrechte, auch der kirchlichen: konstituierende Cortez(Ständeversammlung) auf Grund des allgemeinen Stimmrechtes zwecks Gründung einer Vcrfasiung. Der Aufruf schließt mit den Worten: „Es lebe die Freiheit! Nieder mit der Dyna stiel Es lebe die nationale Souveränität!" Van einer Monarchin,'der die Aufstände ihrer„Landeskinder" und ihre blutige Unterdrückung mittlerweile zum höllischen Zeit- vertreib geworden waren, die sozusagen permanent in unruhigen Zellen lebte, war es nicht zu verwundern, daß sie sich auch diesmal die Vorbereitungen zu einer Erhebung, fern von Madrid, in Ruhe ansah, das heißt, abgestumpft durch die Ge- Alte spanische Karikatur: 5. M. schickt Manifeste in die vier tiimmelsricbtungca der Welt wohnheit, nicht ansah. Sie befand sich um dies« Zeit mit ihrem Hof im Seebad San Sebastian, nahe dem französischen Badeort Biarritz, wo eben Napoleon III. mit seiner Frau Eugenie zur Erholung weilte. Ein Besuch der spanischen Majestät war vereinbart, aber gerade als es dazu kommen sollte, traf eine War- nung Napoleons ein. Am selben Tage wurde der A u f r u h r i n Cadix der Königin bekannt. Don einem Hof umgeben, der sich wohl- weislich hütete, durch ein allzu be- stimmtes Wort, durch eine Auskunft, durch einen Rat die Verantwortung für die kommenden Ereignisse auf sich zu laden, durchwacht Jsabella eine Nacht um die andere, ohne Nach- richten aus Madrid, ohne eine Ahnung, ob sie die im Grunde so un- bedingt notwendige Reise dorthin wagen dürfe. Ihr Mann, der Königs- gemahl Francisco, sällt neben ihr den Zeitgenossen durch seine Un- bedeutendheit— nicht nur die körpcr- liche— auf. Der Ministerpräsident Bravo fordert seinen Abschied: an seiner Statt wird der General Jose de la Concha ernannt, er tritt sofort die Reise nach der Hauptstadt an, aber die versprochenen Nachrichten von ihm bleiben vorerst aus. Dann, als sie eintreffen, fehlt jegliche Meinungs- äußerung seinerseits, geschweige ein Rat an die Königin, ob sie es wagen solle, ihm nach Madrid zu folgen. Aus ihre dringende An- frage antwortet Concha: Ja, sie solle nur kommen. Gleichzeitig lausen beruhigende Nachrichten ein, die von einer Beschränkung des Herdes der Revolution melden. Die Königin atmet auf. Sie hält sich womöglich für gerettet. Der Ministerpräsident hat inzwischen die militärischen Vor- bereitungen gegen die Revolution getroffen. Der Generalkapllän der nationalen izeere, Marques von N o o al i ch e s, stellte seine königstreuen Truppen am Guadalquioir in der Nähe von Cordova zur Schlacht gegen den Führer der Aufftändischen, S e r r a n o. Dieser Serrano war vormals ein besonderer Günstling, um nicht zu sagen Liebling, der Königin. Das Volk von Madrid hatte ihm beim Uebertritt zur Sache der Revolution stürmisch zugejubelt,«r war der Mann, der dann später die Regentschaft über Spanien antreten sollte. An der Drücke von Alrolea... An der Brücke von Alcolea standen sich die beiden spanischen feindlichen Heere gegenüber. Merkwürdige Versuche der Führer zwecks Vermeidung der Schlacht setzten ein. Wahrscheinlich bedrückte den General der Aufftändischen der Gedanke des Beginns eines Bruderkrieges allzusehr, die Folgen über das ganze Land mußten ja unbedingt für seine Sache erschwerend sein. Die König- lichen befanden sich eingestandenermaßen in der Unterzahl, und wenn sie dennoch lieber auf Kampf bestanden, anstatt das freund- liche Anerbieten, schriftlich und mündlich anzunehmen, das aus Uebertritt der Königlichen zu den Revolutionären abzielte, so ge- horchten sie damit militärischen Begriffen. Fingen die Generale gemütlich an, so hörten sie keineswegs gemüllich auf. Zwar näherten sich die königintreuen Soldaten der- ort lässicj der umstrittenen Brück«, daß die Ausständischen ihnen, in der Meinung, Ueberläufer vor sich zu haben,„Es lebe die Frei- heit!" zujubelten, aber die Antwort war alles andere als freundlich. „Es lebe die Königin!" rufend, setzten sie plötzlich zum Sturm an. Der Sturm wurde abgeschlagen und als Nooaliches sich selber an die Spitze der Königlichen stellte, um ihn zu wiederholen und dabei einen gefährlichen Schuß in die Kinnlad« erhielt, war die Schlacht für diesen Tag entschieden. Die Ausständischen ar- beiteten während der Nacht an den Vorbereitungen sür die Fort- setzung des Kampfes. Am nächsten Morgen aber war kein König- licher mehr zu sehen. Wenige Tage darauf kapitulierten die Königlichen vollkommen und di« Aufständischen marschierten auf Madrid los. Das Schicksal der Königin halle sich bei Alcolea entschieden. Zwar rief sie noch:„Ich will nach meiner Hauptstadt zurück und mich als Mann zeigen!" Aber es kam nicht mehr dazu. Es wurde ihr erklärt, daß ihre Person unhaltbar geworden sei und man erwog bereits, ob die Königswllrde sich Überhaupt beim Hause der Bourbonen er- halten lasse. Das Drängen in ihrer Umgebung, die teils im geheimen Auftrag der Aufständischen handelte, wurde von Stunde zu Stunde lärker, und so gab sie endlich nach, verließ San Sebastian, um über Biarritz, wo eine Begegnung mit Napoleon und Eugenie stattfand, nach P a u, dem Stammsitz der Bourbonen, zu fahren. In Madrid setzte sich die Revolution ohne Blutvergle- ßen durch, wie denn überhaupt die Friedlichkell der ganzen Entwicklung bemerkenswert ist. Der Rcvolutions- ausschuß trat jetzt mit einer Er- tlärung hervor, in der die Absetzung Jsabellas verlangt wird, darüber hinaus aber auch dieRcgierungs- unfähigkeitscrklärung in bezug auf sämtliche Bourbonen. Es ist gewiß, daß der Aus- schuh seine Aufgabe, den glücklich gewonnenen Sieg zu befestigen, ernst genug nahm: aber die Masse ahnte wohl kaum, daß die Generale, denen sie im Taumel festlicher Tage als den „Befreiern des Volkes" von gutem Glauben beseelt, zujubelte, unlösbar mit ihrer Vergangenheit verknüpft, eine völlige Neuordnung kaum be- obsichtigten. „Wer wird König von Spanien?" fragt ei» Flugblatt, Alte spanische Karikatur: S. M. besichtigt die Streitkräfte zu Wasser und zu Lande, bevor er in den Krieg zieht das durchaus nicht umsonst von der Verkäuferin zu haben ist. Der Käufer, in der Erwartung, ein Klügerer, als er selber ist, werde di« Frage beantworten, findet als Auskunft mit winziger Schrijt am unteren Rande des Blattes gedruckt: „Wer weiß das heute? Frage in einigen Wochen wieder an. Sennor!" Das die Antwort auf die ernste Frag«, die ein Land bewegt! Die Schelmerei verdiente keine Erwähnung, wenn sie nicht die spielerische Leichtheit andeutete, mit der man diese Revolution be- handelte. Fast unfaßbar erscheint es heute, daß ein Volk in dem Jubel und Trubel über eine gelungene Revolution übersehen konnte, daß gewisse Drahtzieher der Politik die Kernfage»erschoben.„Nieder mit den Bourbonen!„Ab bajo los borbones!" hatten auch die Generale gerufen. Aber das„Fort mit den König en", wie es ein anderer gemeint hatte, lag nicht in ihrem Sinn. Jose Maria Orense in Kalabrien war es, der diese For- derung vertrat— und er hatte das Volk auf seiner Seite. Er hatte gesagt: „Fort mit den Königen, denn all« verschwören sich mehr oder weniger offen gegen die Freiheit. Ein Königreich mit demokrati« schen Einrichtungen— dies hieße die Posse Frankreich- von 1886 bis 1848 wiederhole». Gebrauchen wir die Freiheit der Presse, der Rede, der Versammlung, um laut zu rufen:„Die Könige haben in Spanien aufgehört!"" Kort mit dem König!—(!s lebe der König! Dieser gesunde Kernspruch, diese Selbstbesinnung des Volkes, diese durchdringende Stimme einer neuen Zeit, die sich von Kata-' lonien her das Land erorberte, hörte nicht aus, sich vernehmlich zu machen, indes die provisorische Regierung die Eröffnung der „C o r t e s" vorbereitete, die ihrerseits dem Volke eine Verfassung geben sollten. In der Nacht vom 20. aus den 21. Mai 1869 wurde Spaniens ferneres Schicksal in den Artikeln 32 und 33 der Der- fassung beschlossen. Artikel 32: Die Souveränität ruht ihrem Rechte nach in den Händen der Nation, von der alle Gewalten ausgehen. Artikel 33: Die R e g i e r v n g s f o r m der spanischen Nation ist die Monarchie. Mit 214 gegen 71 Stimmen war die Monarchie beschlossen worden, der Republikaner Orense gab die Mitarbeit an der Verfassung auf. Sic wurde etwa zwei Wochen später dem Volk von Madrid übergeben und ohne besondere Anteilnahme, ohne lauten Widerspruch und ohne BegeisOrung hingenommen. Zwecks Uebsvleitung in den Zustand der demokratischen Mou- archie muhte dem Lande«in„Regent" gegeben werden: eben jener General Serrano, der den spanischen Ereignissen bei Zllcolea die entscheidende Wendung gegeben hatte, wurde mit dieser Würde betraut. Die Hauptsorge des Landes schien indessen die Suche noch einem geeigneten König zu sein. Es wurden verschiedene Namen, vornehmlich mit iberischem und italienischem Klang genannt, selbst- verständlich war auch ein Vertreter des Hauses Bourbon wieder dabei. Eines Tages aber wurde Spanien und Europa durch die Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohen- z o l l e r n Überrascht, und was für Spanien in jenem historischen Augenblick immerhin nur eine Frage von vorübergehender Bs- dentung war, sollte für Frankreich, Deutschland und schließlich für ganz Europa eines der nachhaltigsten Ereignisse des Jahrhunderts werden. Frankreich beanstandete bekanntlich die Hohenzollernsche Kandidatur und die zu politischen Zwecken hieraus abgelellcte Entwicklung schloß mit der Kriegserklärung des Jahres 1870. In Spanien entschied man sich endlich für den Herzog von A o st a, der als König Amadea den leeren Thron der Bourbonen bestieg. In seiner Abdankungsbotschaft, 1873, zieht er das Fazit seiner Königsherrschaft: „Zwei lange Jahre sind es, daß ich die Krone Spaniens trage, und Spanien lebt in beständigem Kampfe.." Es folgte die Republik, abcr das Land hörte nicht auf, sich zu zermürben. Endlich, als die Parteien sich am Schluß ihrer Weisheit fanden, holten sie sich den Prinzen A l f o n s o, also einen Bourbonen, wieder. Man wollte seine Ruhe... Aber diese Ruhe, mit der man die Neuordnung hinnahm, sie war nur scheinbar. Wir alle haben die Entwicklung miterlebt, die Spanien in den letzten Jahrzehnten genommen hat, wir sind Zeugen jener Diktatur gewesen, durch die die Krone noch einmal ihren Platz zu behaupten versuchte. Vergeblich! Dieses Mal mußte nicht nur der König über die Grenze fliehen: man warf ihm die Krone nach. Dieses Mal haben Volk und Führer begriffen, welchen Sinn das„Fort mll dem König" hat und sie fügten hinzu: Es leb« die Republik! üClezzze Sei Fczcüif zizzgfezi 9er WelZenreifcr Durch die illustrierten Zeitungen geht ein Bild, daz einen Mann im Baoetrikot zeigt, der. aus einem fsoßähnlichen Apparat stehend, über da? Wasser treibt. Daran wäre noch nicht viel. Aber ungewöhnlich ist das Mittel, das seinem Floß den Antrieb erteilt: ein Luftschiff tut es, ein Klcinlustschiss, das in geringer Höhe kreuzt und durch eine Art Zügel mit den Händen des Fahrers in Ver- bindung steht. Die Szene spielt in Kalifornien, an der Küste des Pazifischen Ozeans, in einer der herrlichsten und von der Natur am meisten gesegneten Gegen» der Erde, also und zusammenfassend läßt sich ungefähr sagen: Was auf diesem Photo gezeigt wird, das ist nach soundso viel Unbekümmertem und Exklusivem, was über die Gepflogenheiten der amerikanischen Dollararistokratie zu uns her- übergedrungen ist, das Unbekümmertste und Exklusivste, der letzte Schrei einer Amüsierwut, die wahrhaftig d«n Himmel und die Erde in den Dienst ihrer Launen stellt. Das Luftschiff war«in M c n s ch h e i t S t r a u m. Die Jahr- hunderte haben über oiesem Problem gegrübelt. Die besten und kühnsten Geister haben ihren Verstand und ihre Phantasie für dos Ideal seiner Verwirklichung eingespannt. Das Luftschiff ist heute eine Erfüllung. Abel: wem ist damit gedient? Im Krieg« wur- den Bomben aus ihm geworfen. Und jetzt im Frieden ist es, lange bevor auch nur varan zu denken ist, daß«s den breiten Massen das Leben im geringsten«rleichtcrt oder angenehmer gestaltet, zu- nächst einmal zu dem geworden, was es, noch den Gesetzen der Ver» nunst,«igentlich erst im allerletzten Stadium werden dürste: z u einem Spielzeug der Krösusse. Es geht eine seltsame Symbolwirkung von dem Bild aus. Unten, auf dem Wasser,«in einzelner Mensch. Oben, in der Lust, die dickbäuchige Zigarre mit ihren komplizierten Maschinen, ihrem investierten Geist vieler Geschlechter, ihrer kenntnisreichen Begleit- Mannschaft.'Und das Große, Zusammengesetzte, dieser Gipfelpunkt des Menschengeistes: das Luftschiff, pariert d«m Kleinen, Primi- tiven, Banalen: dem Wunsch eines reichen Mannes nach Zer- streuung. Wir haben es weit gebracht. Di« Lust ist erobert. Aber sie ist erobert, um Müßiggängern ein Jahrmarktsvergnügen zu ver- schaffen. Wie sind wir noch weit zurück! It. L. Eines Hugenbevgevs Damaskus Es ist wohl leider zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß olle Schuld sich auf Erden räche. Aber hin und wieder rächt sie sich doch und dann ist«s menschlich, daß jene, die davon abrieten. sich schuldig zu machen, über den Schaden der Hereingefallenen so etwas wie Genugtuung empfinden, auch dann, wenn sie der Forni, in der sich die Rache abspielt, durchaus nicht weniger ablehnend gegenüberstehen, als der Form, in der sich die Schuld abspielte. Unsere Nationalisten können von sich sagen, daß ihren Uebel- taten gar nicht so selten die Strase aus den Fuß gefolgt ist. Die während des Krieges mit phantastischen Eroberungsplänen fchipanger gingen, bekamen später zu spüren, wie fremde Erobc- rungssucht tut. Die den Militarismus priesen, erfuhren während d«r Ruhrbesetzung seine Schattenseiten. Die den deutschen Straf- Vollzug zu human fanden, rückten vorübergehend von dieser Meinung ab, als die Schulz, Klapproth, Fahlbusch, als die Schlcs- wig-Ho/steinischen Bombenwerfer seine Objekte wurden. Jetzt Hot man um Hugenbcrg herum neu« Veranlassung, eine noch vor wenigen Monaten in die Welt posaunte Stellungnahme zu revidieren. Als die F i l m o b e r p r ü f st« lle den Re- marque-Film verbot und links scharf Front gemacht wurde gegen die Abwürgung der Geistesfreiheit, schrieb Hugenbergs Filmfachmann Aro s einen lächelnden Artikel gegen die Aufgeregten, wie er sie nannte. Gar nicht der Rede wert, die Zensur, schrieb er ungefähr, einfach lächerlich, sich darüber Gedanken zu machen. Sorgen, die gewisse Leute hätten! Die Filmpraxis käme großartig aus mit dem Zensor, stehe geradezu freundschaftlich mit ihm. Kaum .zwei Prozent aller Filme oersielen d«r Schere. Die Lustbarkcits- st«u«r: das sei ein Schuh, der drücke. Aber Zensur..., eine Floh- knackerei der Literat«», eine Wichti�tuerei filmsremder Elemente! Aros Hot seine Ansicht geändert. Es ist über ihn gekommen. Nichts mehr da von überlegener Gelassenheit. Aros legt die Stirn in Falten und schüttelt nachdenklich den Kops. Die Zensur, vor wenigen Wochen noch ein« fast liebenswerte Einrichtung, mit der hervorragend gut Kirschenessen war, erscheint ihm plötzlich als weltfremd und die Beisitzer müssen sich nachsogen lassen, päpstlicher als der Papst zu sein. Also hat der Hugenbcrgmann nachträglich doch eingesehen, dqß»er Remarquc-Film.... Aber wer redet von Remarque! Die Zensur hat einen Ufa- Film verboten, den Film.D-Zug 13 h a t Verspätung', und das ist Aros außer allem Spaß, den«r sich mit den früheren Verboten gemacht hat. Er bricht eine Lanze für die Freiheit. Er plädiert für Toleranz. Er ereifert sich für Großzügigkeit. Es geht hoch her in dem Artikel. Er führt sogar ins Feld, daß es nicht eben der wirkliche Dreck sei, der verboten würde, sondern daß den FUmen mit Problematik, mit Kunstwillen, mit Formvollendung dieses Schicksal am ehesten blüh«. Was, als es um einen wirklichen Kunstfilm ging, die herrlichsten Argumente nicht vermochten, vermag. wo es um«inen nebensächlichen Film geht, der Schlag aufs Portemonnaie: oie Leute um Hugenberg mit dem Gefühl für den Wert der G e i st e s f r« i h e i t zu erfüllen. Wieviel Kaftereien muß die Zensur noch begehen, damit im Nationalistenlager die eigene Kasferei endgültig entdeckt wird? H. E. Dabei oder: Die deulscben Sprachen „Wohlan, lasset uns hinabsteigen, und dort verwirren ihre Sprache, daß sie nicht verstehen einer die Sprache des anderen." Geschehen vor einigen tausend Jahren— zum Zweck der Zer- schlagung einer großen Nation, die, ihrer völkischen Stärke froh. übermütigerwcise einen Turm bis an die Wolken zu bauen gedachte. In Babel. Wir aber, meine Lieben, leiden heute noch unter der Auswirkung jener gewaltigen Verwirrung. Wäre es nur sprachliche Entfremdung von Volk zu Volk— es wäre nicht so gefährlich. Aber das Uebel fitzt tiefer. Mit Esperanto ist ihm nicht beizukommen. Die ganze deutsche Nation ist nach Berussgruppen in die ver- jchiedensten Sprachgebiete zerteilt. Solange die Angehörigen dieser Gruppen streng unter sich bleiben, geht alles gut. Wenn aber einmal in der Korrespondenz oder auch im persönlichen Verkehr das Gesetz der geistigen Inzucht ausgegeben und ein lebendiger Austausch an- gestrebt werden sollte— da stünden sich die Söhne der einen deutschen Sprache'ziemlich dumm und hoffnungslos gegenüber. Unleugbar gibt es ein Kaufmannsdeutsch, und ein ganz einfacher Landmann aus Mestlenburg, der so etwas noch nicht erlebt hat, müßte sich sehr zusammennehmen, um vor einem Brief nicht zu kapitulieren, der mit den Worten beginnt: Ich bestätige mein Ergebenes und den Empfang Ihres Geehrten... Was ist das für ein Ergebenes? Und was für ein Gechrtes"— Der Kaufmann hingegen würde sich verschiedentlich am Hinterkopf kratzen, wenn er«in Schreiben des Bauern zu bewältigen hätte. Man muß es einmal erlebt haben, welch peinliche Verlegenheit entsteht, wenn die Sprache einer Berussgruppc in die der anderen einbricht. Die wunderbarste Verblüffung jedoch stellt stch cm, wenn in die geheiligten Bezirke des Beamtentums unvermutet ein empörtes. über alle Schranken hinwegsetzendes.Herz hineinrast. Wenn etwa der I u st i z s c k r e t ä r ein Protokoll mit unerhört sachlicher Kühle abfaßt und dadurch bei dem unglücklichen Nächstbeteiligten den Ein- druck erweckt, daß er die ganze Angelegenheit, ihre Dringlichkeit. vor allem aber die Unverschämtheit des Gegners überhaupt nicht begriffen hätte. Ja, dieser einfache Mann, der mit seinem geladenen Herzen wie ein berauschter Dichter vor die Schranken tritt— und der Amtsgerichtsrat im Talar, sie reden Zwei verschiedene Sprachen. So hörte ich einen Richter einmal den Beklagten fragen, w i e a l t er wäre?— „Am 10. Oktober 1876", antwortete der Mann. Aber diese Antwort war für den Richter so gut wie persisch. Er sah den Befragten sehr streng an und wiederholte mit eisernem Nachdruck die Frage. „Ich stehe im vierundfünfzigsten Jahre, Herr Rat", sagte der Mann beklommen. Denn er witterte einen Fehler seinerseits, muhte aber noch nicht, wo er lag. Jetzt brüllte der Richter. Und der Unglücksmensch antwortete richtig— es klang wie ein Schrei—: „Dreiundfuffzig!" Da war es heraus. Der Angeklagte dachte für sich: Habe ich das nicht ober schon gleich gesogt? Der Richter hmgqgen hatte und hatte ihn bis dahin nicht verstanden. Eine Sprache, deren wundersame BUdhaftigkeft auch nicht so- gleich von jedem bürgerlichen Menschen verstanden wurde, war die Sprache des K a f e r n e n h o f s. Viele hoffen, daß sie bereits dem Reich der Mythologie angehört und nur noch die Philologen zu beschäftigen braucht. Ganz gewiß ist dies nicht. Unsterblich aber und nicht loszutrennen von unserem preußischen Vaterland ist die Sprache des Finanzamt». Es gibt da so merkwürdige Zusammensetzungen von wiederum merkwürdigen Worten, so ungewohnte Formulierungen... Nun ist freilich der ein» sachste Grundsatz im Hinblick auf Steuersachen, daß dasjenige, was man nicht kapiert, unmöglich für einen bestimmt sein kann. Aber es gibt unbegüterte Menschen, die wie man weiß in Steueosachen die zuverlässigsten sind— sie �wollen ihre Pflicht bis zum letzten tun und lieber einen ganzen Sonntagnachmittag an diesem fremd- sprachigen Dokument leiden, als mit schlechtem Gewissen die Unter- schrift unter das Schriftstück setzen. Und wundert sich jetzt noch einer, wenn er die Menschen ebenso fremd und ausländisch miteinander verkehren sieht, wie sie ihren Sprachen nach tatsächlich sind? Nein,„keine Brücke führt hin- über", kein— noch so schmaler— Steg ermöglicht die holde Aus- spräche von Mensch zu Mensch. Anfänglich hat sich der Beruf seine Sprache gebildet, nach den Erfordernissen der praktischen Notwendig- teit, gewiß: später aber wurde die Sprache eigenherrlich, sie nahm sich die Menschen her wie ein Feldwebel seine unverbrauchten, bieg- samen Rekruten und drillte ihnen das Reglement ein. Und nun seht, was daraus geworden ist: Der Kaufmann, der Hauswart, der Beamte, der Arbeiter, der Dichter... I- 1�- t> Buch SEtvifchen den klaffen Au? Protest gegen das Gleichmaß des Lebens, aus der Unruhe d«s Blutes heraus und aus Neugierde auf Unbekanntes, verläßt Adalbert Wcichhardt, der kleine Bankangestellte, die gewohnten Bahnen. Er steht immer dort, wo seine Klassengenossen nicht stehen. Da- geschieht nicht aus weltanschaulicher U«bcrzeuguiig. Diese schiebt er«rst nachträglich feinen Handlungen unter, fast als eine Art von Entschuldigung, von Seibstrcchtfertigung. Weichhardt protestiert, weil er protestieren muß. Erst im Widerspruch, gleich- gültig wogegen, entfalten sich seine Lebensenergien. So entwirft Han? Natonek das Porträt in den beiden Romanen„Der Mann, der nie genug hat" und„Geld regiert die Welt"(Paul-Zsolnay-Verlag, Wien). Nicht die intellektuelle Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Handlung bestimmt Weschhardt, sondern der Impuls,«in plötzlich mobilisierter Trieb. Deshalb veruntreut«r Geld, unternimmt einen wahnsinnigen Amerikaflug und protestiert, durch Erbschaft zum Millionär und zum Aufsichtsratsmitglied des Chemietrusts geworoen, gegen die Machinationen des Kapitalismus. Je reicher er wird, desto stärker treibt ihn sein Gewissen zu den Besitzlosen. Aber er glaubt nicht an die Rettung durch«ine Organisation oder Partei. Seiner Meinung nach kann die Rcvolutionierung der Mass« nur von einem Renegaten des Kapitals erfolgen, von einem Jndividua- listen. Er fordert den Aufbau dieser neuen Welt mit Hilfe von. Menschen,»ie frei von Vorurteilen jeder Art sind, frei von persön- lichen Ansprüchen, es müssen Menschen sein, hie vollkommen sachlich ein Problem durchdenken können, ohne sich durch bekannte Namen, durch die Tradition bestechen zu lassen. Weichhardt übernimmt diese Ideen von einem Gelehrten, den«in rechtsbolschcwistischer Student ermordet. Weichhardt ist der Mensch zwischen den Klassen,«in Roman- titer des Gefühls und des Lebens, der hin- und hergerissen wird und nicht weiß, wohin er gehört, vielleicht eine künstlerische Veranlagung, die nicht imstande ist, sich auszudrücken und ihre Im- pressionen zu sorm«n.«in Spielender, ein Experimentator an sich und seiner Umgebung. Wirkt Weichharot wie ein Anachranismus, so steht er doch in einer Welt, die die Probleme der Gegenwart wideNpiegelt. In„Geld regiert die Welt" gibt Nalonek einen Aufriß der führenden Gesellschaft und zieht«ine Bilanz aus der tatsächlichen Gruppierung der Kräfte, er zeigt die Macht der Trust«. die Dummheit und den Phrasenreichtum ihrer Anbeter, die Pose. hinter der nichts steckt, und die Tatsache, daß kein Mensch den anderen erkennt. Kritik an der Zeit? Bestimmt, aber zum großen, zeitkritischen Roman sehst es txm Werk an Fülle von Wirklidsteiten. Perfoncn und Vorgänge erscheinen manchmal in geradezu grotesker Form, sie sind im Hinblick auf die Wirkung stilisiert, auf die sprachliche Wirkung, denn Natonek blendet durch seinen Stil, durch seine geistreichen, pointierten und witzigen Formull erungen, durch seine Be» schr«ibungcn von epigrammatischer Kürze und aphoristischer Zu- spitzung. Ein Satz erhellt ein« ganze Situation. Aber diese Sprache glitzert an der Oberfläche, si« wird nur selten zum individuellen Ausdruck, der den Wesenskern«ine- Menschen offenbart. Sie ist eine glänzend« Fassade. Ein Luger, geistvoller Mann schrieb di«s« Bücher,«in Mann mit großem Formtalent und ein Mann, der die heutige Lage er- kennt, aber an der Wirksamkeit der Hellmittel zweffelt. Wa» fehl». ist di« Durchdringung des Stoffes von iniwn heraus, die absolute künstlerisch« Wahrheit der Menschen, di« eher konstruktive Gerüste sind, als Wesen von Fleisch und Blut.. Fefix Scherret, Rät seh Ecke des„Abend" («iuiiuuiuuittimiiiiiiiumuH&iiviitimiiiuiuiiiuuuwHiiuinmuutiiiiuiiiiiiuiumauunviuijiigiiiiiiitunimiiiiiimniinuitiianumiiuiNimDmiinitmiruunwnBaui Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. Männlicher Vorname: 2. griechischer Buchstabe: 5. Schweizer Kanton: 8. Rundfunkgerät: 9. Zwiegespräch: 10. Sportgerät: 11. nichtssagende Redensart: 12. englische Bierart: 13. Fluh in Afrika: 14. Berus: lö. Abkürzung für Alabahma(Staat): 18. persönliches Fürwort: 21. Blütenstandsform(Mehrzahl); 22. Wüste in Afrika: 23. alter verstorbener Kämpfer der Sozial- demokratie; 24. ermordeter Arbeiterführer: 26. hoher Reichs- beamter.— Senkrecht: 2. Biblische Person: 3. ein Stück vom Ganzen: 4. weiblicher Vorname; 6. Truppengattung: 6. weiblicher Vorname: 7. stachliches Tier: 15. Kadaver: 16.' Münze: 17. Stamm- vatcr: 18. englische Insel: 19. Bewohner Europas: 20. selten.— 1., 14. und 25. waagerecht nennen den Namen und das Amt eines hohen Reichsbeamten(ä und ü aufgelöst).— ck— Zahlenrätsel. 12323456 Politisches Verbrechen der Neuzeit 8 3»tadt in Holland 4 12 Bezeichnung für Erziehung vtacheltier 4 5 11 Dichter Amtsstelle 7 Mordversuch Dichter 2 9 2 3 Bezeichnung für Kopfsteuer 19 Politische Gruppe in England Gelehrter 11 13 7 7 9 10 2 14 5 6 7 11 2 11 15 16 17 2 16 18 8 7 7 2 16 2 11 12 12 2 13 2 6 11 2 16 2 11 12 19 2 12 3 6 12 7 2 5 19 8 5 7 2 11 12 Die ersten und dritten Buchstaben dieser Worte von oben nach unten gelesen ergeben ein bekanntes Zitat. ha. Silbenrätsel. Aus den Silben ä ba be ber der bung by cel cha che chel chi da de der di c c c c e cl en en eng ei ein er fung gä gc ha hard hel hun i ka kch land lar le lehn lcr lon mo mit mu inuff mus na na nach nan ne ne ne ne nen nis o on jn xa re re rei ri rin sa sai se se seh sel sen sen send si si son sou schlaf fche ta ia ta tau ti tier ton us us ve vc vel vi sind 34 Wörter zu bilden, deren erster und vierter Buchstabe, von oben nach unten gelesen,«in Zitat von v. Ebner-Eschenbach ergeben Die Wörter haben folgende Be- deutung: 1. Gartengerät: 2. Knabennam«: 3. Maske; 4. Grobmörtel; 5. Alpenhirtin: 6. Zahl: 7. Perserkönig: 8. Abspannung: V. Ber- geltung: 10. Tropensrüchte: 11 europäisches Königreich; 12. Jahreszeit; 13. Wärmemesser; 14. Nebenfluß der Elb«: IS. Salatpflanz«: 16. Mädchenname: 17. Pferderennen; 18. Stadt in Thüringen: 19. Nordpolarforscher: 20. Priesterkleid: 21. alte Münze: 22. Baum: 23. Schasart: 24. Heilverfahren: 25. Säugetierart: 26. Knabenname: 27. Angehöriger eines Volkes; 28. Berliner Ausflugsort: 29. Schweiz: 30. Riese aus der griechischen Sagenwelt; 31. Sitzmöbel; 32. Sago: 33. Triebwerk; 34. Einsiedler. ab". Komgszug Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel: Waagerecht: 1. Rost; 4. Ruin; 6. aus: 8. Trust: 9. Pirat: 11. nie: 12. Ill: 13. Uwe: 15. tot; 18. Linazce; 20. Atom«; 21. Tante; 23. Ob: 24. Lopez 25. Od: 26. Olita: 29. Texas; 32. Ennstal; 35. Ode: 36. Ulm: 37. tas; 38. Eid: 40. Jsaack: 42. Iltis: 44. Ern; 46. Mord: 47. Roon.— Senkrecht: 1. Rain; 2. Tor; 3. au: 4. Raa; 5. Null: 6. Athen; 7. Spitz; 8. Teint: 10. Tibet: 13. Ulm: 14. Wicland: 16. Oetztal: 17. Tea; 19. Aspis; 20. Abo: 22. Eos: 27. ßifft; 28. Teo; 30. Elm; 31. Agnes: 33. Nelke; 34. Turin; 37. Atem; 39. Dorn; 41. Sud: 43. irr; 45. Ri. Zoologisches:!. Bulldogge: 2. Benntier: 3. Otter: 4. Natter: 5. Terrier: 6. Ohraffe; 7. Schimpanse; 8. Antilope; 9. Ur: 10. Rhinozeros; 11. Iltis; 12. Eichhörnchen; 13. Ratte.— Bronto- saurier. Silbenrätsel: 1. Weser: 2. Orinoco: 3. Berlin: 4. Leber: 5. Eberl: 6. Jnselberg: 7. Brite: 8. Tina: 9. Dacapo: 10. Erwin; 11. Reinickendorf: 12. Zentrum: 13. Wittenberg: 14. Erika; 15. Ire; 16. Tiger: 17. Elfe: 18. Müller; 19. Amsel: 20. Niger: 21. Niere.— „Wo bleibt der zweite Mann." Zachlenrätscl: Stratosphärenflugzeug. Torte, Reuter. Agnes, Taunus, Orange, Sappho, Protest, Hagestolz, Ätna, Rasen, Euohrat, Neun, Flagge, Lanze, Ursula, Ge'nua, Zanella, Esel, Upsala, Garage. Frühjahrswettfahrten des FSV. Gruppe Ost der freien Segler meldet 156 Boote Di« ersten großen Veranstaltungen, die F r ü h j a h r s- W e t t- fahrten des Kreises Berlin im Freien Scgler-Verband stehen vor der Tür. Die G r u p p e O st hält ihre Wettfahrten in diesem Jahr« bereits am Sonntag. Z. Mai, und Sonntag. 10. Mai, ab. Wettsahrtgebiet ist der Longe und Seddinsee. mit dem Start und Ziel oor dem Bootshaus der Freien Vereinigung der Touren- fegler Grünau in Schmöckwitz neben Restaurant„Waldidyll". Der Start beginnt an beiden WeUfahrttagcn um 11 Uhr. Die abgegebenen Meldungen weisen in diesem Jahre Rekord- zahlen auf. Für jede Wettsohrt liegen ISv Bootsmeldungen von 102 Klassen- und 5-1 Ausglcichsbooten vor. ein Ergebnis, darauf hinweisend, daß ein reger Sportsgeist in den Reihen der Freien Segler herrscht. Da das Bootsmatcrial zu den Wettfahrten stets ein- wandfrei beschaffen sein muß, so ist das Ergebnis in Anbetracht der heutigen wirtschaftlichen Lage um so höher zu bewerten, wobei noch zu bemerken ist, daß sich unter den gemeldeten Booten acht Neu- bauten befinden und eine Anzahl Boote neue Segel tragen. Nach den abgegebenen Meldungen beteiligen sich 16 Verein« der Gruppe Ost an den Wettfahrten, die sich wie folgt einrangieren: Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau, als Anwärter auf chöchstmeldung mit?3 Booten. Der Segler-Vercin Rahnsdorf zeigt sein sportliches Interesse durch Meldung von 19 Booten. Auch der Segel-Club 1919, Stralau, verdient als sportlich rege erwähnt zu werden, da der Verein trotz seines abgelegenen Bootshafens, am Rummelsburger See. 18 Boote, darunter 4 Neubauten, gemeldet hat. Dann folgen Segel-Club 1898, diesmal mit 14 Meldungen, Freie Segler Müggelsee und Seglcr-Vereinigung Niederschöneweide mit je II Booten. Ferner Segel-Club Fraternitas und Wasser- sport-Verein 1921 mit je 19, Segel-Club Wendenschloß mit 7 und Verein Berliner Jollensegler mit 6 gemeldeten Booten. Eine schwächere Beteiligung weisen die Vereine Wassersportverein„Welle" und Segler-Verein„Freiheit" mit je 3, Tourensegler Zeuthen und Segel-Club„Aeoius" mit je 2 uyd der Wassersport-Verein Crossmsce mit einer Meldung aus. Weniger günstig ist das Mcldeergebnis bei den Einzelmitgliedern, da von ihnen nur eine Meldung vorliegt. An Kielbooten haben gemeldet: 6 Ausgleichskreuzer, davon trägt das größte Boot 69 Ouadratmeter Segelfläche, 3 Boote der AS-Quadratmeter- nationalen Kreuzcrklasse, 6 39-Ouadratmeter-Renn- sachten und 13 Boote der kleinen, immer noch beliebten 29-Quadrat- meter-Kielbootklasse. Die nationale Binnenjollenklasse ist mit ö Booten beschickt. Im Durchschnitt liegen noch die Melde- ergebnisse für die 15- und 29-Quadratmcter-Rennjollenklasse, trotz der starken Zuneigung für die kleineren Wanderjollenklassen, mit 13 und 16 Booten in den A- und L-Klasscn. Neubauten sind in diesen Klassen nicht zu verzeichnen, jedoch weisen verschiedene Boote neue Segel auf. So„Vorwärts" in der 29-Ouadratmeter-Klasse und„Odin" in der gleichen Klasse, der außer dem neuen Segel noch den nach den neuesten aerodynamischen Grundsätzen angefertigten Großbaum mit Segelgleitbügel für den Sieg sprechen lassen will. Mit 8 Booten in der-V und D-Klasse geht die 19-Quadratmetsr- Rennjollentlasse an den Start. Hier wird die sonst tüchtige „Jschi-Capa" ihre Aufmerksamkeit dem Neubau„Edith" schenken müssen. Die größte Klasse im Regattafeld ist die 13-Ouadrotmetcr- Wandcr jollcnklasse mit 19 Booten in der A° und D-Klasse. „Lola" und„Aare" tragen, um die Führung zu behalten, neue Segel, doch wird der Zuwachs in dieser Klasse sowie der Neubau „Ela V" für Ueberraschungen Sorge trogen. Die 29-Ouadratmeter- Wanderjollenklosse findet wohl wegen der etwas teuren Bauweise nicht den gewünschten Fortgang. Zwei Boote haben gemeldet, wovon„Teufel" ein Neubau ist. Auch die 19-Quadratmeter- Wanderjolle, das kleinste Boot dieser Klasse, ist nach längerer Ruhe- pause wieder ein„begehrter Artikel" geworden. Fllns Neubauten, bei einer Klassenbeteiligung von 11 Booten in der A- und 3 Booten in der D-Klasse gehen an den Start. Hier wird man wohl den Neu- bauten die Führung zusprechen müssen. Für die Iollenkreuzer scheint in der Gruppe Ost keine Stimmung vorhanden zu lein, da nur 2 Boote gemeldet haben. In den Iollenausgleichs- Klassen haben sich 46 Boote gemeldet, die in achl� Klassen über die Start- linie gehen werden. Auch hier wird ein guter Sport mit spannen- den Kämpfen nicht ausbleiben. Zu wünschen ist nun noch, daß die Abende an den Wochentagen vom Wetter begünstigt sind, damit die bis jetzt noch wenig vorgenommenen Trimmfahrten durchgeführt werden können. Wenn nun noch das Wetter an den beiden Wettfahrttagen die gestellten Forderungen— Seglerwind ohne Regen— erfüllt, dann sind alle Voraussetzungen für gute Resultate gegeben und den Zu- schauern wird sich ein schönes Bild der dahingleitenden Boote mit ihren weihen Schwingen bieten. Die Gruppe West hält ihr« Frühjahrswettfahrt vom 14. bis 17. Mai mit dem Start bei Schild- Horn ab. W. T. VOR. gegen Olympiabahn Wegen 1 30 Mark Differenz die Bahn gesperrt! Auf Antrag des Verbandes Deutscher Radrenn- bahnen Hot, wie eine Sportkorrespondenz zu melden weiß, der Sportausschuß des Bundes Deutscher Radfahrer die Berliner Olympiobahn wegen finanzieller Differenzen bis auf weiteres gesperrt. Worin bestehen die„Differenzen"? Aus einem Schiedsgerichts- verfahren zwischen dem Besitzer der Bahn, Lücke, und dem Vor- sitzenden des Verbandes Deutscher Radrennbahnen, Schwarz, schuldet Lücke dem VDR. noch 139 Mark. Da Lücke die 139 Mark bisher nicht bezahlte, beantragte der VDR. die Sperrung der Dahn, und der �Sportausschuß hatte nichts Eiligeres zu tun, als die Sperrung prwnpt auszusprechen. Das bei einer Durchführung dieser rigorosen Maßnahme nicht Herr Lücke, fondern die Pächter der Bahn getroffen werden, ging die Herren vom VDR. und vom Sport- ausschuß offenbar nichts an. Man könnte über diese„Aktion" leicht mutmaßen, ober schließlich ist das Vorgehen des ADR. so lächerlich, daß es sich wirklich nicht verlohnt, weitere Worte darüber zu vor- lieren, zumal der kommende Renntag am 3. Mai, wie wir erfahren, kaum in Frage gestellt sein dürfte. Boxahend Zirkus Busdi Der morgen, Donnerstag, 29,15 Uhr, im Zirkus Busch statt- findende Boxkampsabend sieht folgende Paarungen vor: Im Halb- jchwergcwicht Franz Boja— Emil Koska: Schwergewicht Willi Müller— Karl Walter: Mittelgewicht Erich Seelig— Heinz Heser II; Mittelgewicht Josef Besselmann— Georg Gceraerts: Schwergewicht Walter Neusel— Egon Stief. Deufschlandflug 1931 Der vom Aero-Club von Deutschland in der Zeit vom 11. bis 17. August veranstaltete Deutschlandflug wird die Teilnchmer über ein« Strecke von 2139 Kilometer führen. Die erste Tagesetavpe geht von Berlin über Lübeck. Münster, Duisburg. Stuttgart nach München(1149 Kilometer), am zweiten Tage führt der Weg von München über Wien, Breslau nach Berlin(999 Kilometer) zurück. An allen oben angeführten Orten ist ein einstllndigcr Aufenthalt für alle Bewerber vorgeschrieben, mit Ausnahme von Duisburg, wo die Jwangspause nur eine Viertelstunde beträgt. Dem Rundslug, der bekanntlich in Form eines Handicap-Rennens zum Austrag kommt, geht vom 11. bis 14. August eine technische Prüfung vorauf. Oollegia im neuen Heim Das neue Bootshaus des Rundervereins C o l l e g i a, der Mit- glied des Arbeiter-Turn- und Sportbundes ist, ist fast ausschließlich von den Mitgliedern während der Wintermonate erbaut worden. Das Gelände, das von der Stadt Berlin gepachtet wurde, Beim Arbeihdiemt ist geradezu ideal gelegen. Zwei Stege, einer von 22 Meter(Trag- fähigkeit 49 Personen) und ein anderer von 12 Meter Länge, er- möglichen gleichzeitiges Anlegen von zwei Achtern und zwei Vierern. Collegia kann auf die in so kurzer Zeit geleistete Arbeü mit Freude zurückschauen. Am Sonntagabend galt es. des frohen Ereignisses zu gedenken. Bei den Klängen des ausgezeichnet spielenden Collegia- Orchesters blieben die Aktivitas und die alten Herrschaften des Vereins, die selbstverständlich in stattlicher Zahl erschienen waren, noch lange beisammen, nachdem S z u m a n n kurz darauf hin- gewiesen hatte, daß Collegias Arbeit ein Stück der großen Er- ziehungearbeit innerhalb der weltumspannenden Arbeiterbewegung war und sein wird. Kleiner Sport von überall Li» Lehrfilmabend. Sonnabend. 2. Mai, 17.39 Uhr, wartet der 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes im Kultursaal des Metallarbeiterverbandes, Linienstraße, mit einem leicht- athletischen Lehrfilmabend aus. Dem Film vom letzten Hallensport- fest am 7. März, geht ein Lehrfilm über„Leichtathletik" mit Zeit- lupenaufnahmen vorauf. Die Veranstaltung war für die Funktio- näre der Bewegung gedacht. Soweit noch Plätze übrigbleiben, werden auch Gäste zugelassen. Eintritt 39 Pf. Die Vereine müssen ihre Karten bis zum 39. April bei W. Eicke, SO. 36, Naunyn- straßs 14, bestellen., „Proles", Verein für Körperkultur im Norden! Am Mittwach, 6. Mai, eröffnet in der Halle Sonnenburger. Str. 29 der Arbeiter- sportverein„Proles" seine neue Kinderabteilung. Ilebungsstundcn jeden Mittwoch und Freitag. 18 Uhr. Mit den Kindern werden Gymnastik. Turnen, Schwimmen und Spiele und Wanderungen bc- trieben. Zu Weser und Werra führt eine Gesellschastsfahrt mit den ,„N aturfreundcn vom 24. bis 31. Mai. Fluhwanderungen zur Frühlingszeit gehören zu den lohnendsten Urlaubs- fahrten. Der Besuch des Solling und des Kaufunger Waldes. Deutschlands schönstes Waldgebiet, sind vorgesehen. Die hessischen Berge mit ihren Burgen und Schlössern, mit geologisch interessanten Einzelheiten, sowie ein Besuch von Eisenach und der Wartburg reihen sich an. Im Mittelpunkt der Ferienreise liegt der Besuch von Kassel. Rüstige Wanderer können sich noch im Reisebüro der „Naturfreunde", Iohannisstr. 15, zur Teilnahme anmelden. Diener als Laselier. Nach einer Meldung des sozialdemokra- tischen Stettincr„Volksboten" übernimmt der frühere deutsche Box- meister im Schwergewicht, Franz Diener, am 1. Mai das Cafe Frank in Stettin, nachdem er seine Sportlaufbahn aufgegeben hat. Der Segelflugverein Berlin-Wilmersdorf begeht am Sonntag. 3. Mai, auf dem Segelflugplatz Gatow an der Havel die Taufe des dritten selbstgebauten Segelflugzeuges. Der Platz ist zu er- reichen ab Rathaus Spandau mit Autobus bis Gatow-Kirche. Schluß der Frühjahrssaison in Mariendorf. Die mit ausge- zeichnetem Erfolg durchgeführte Frühjahrskampagne zu Martendorf erreicht am Donnerstag, 39. April, ihr Ende. Die Rennen be- ginnen wieder um 15 Uhr. Rudern„Quer durch Berlin". Das Meldeergebnis für das 3. Verfolgungswettrudern„Ouer durch Berlin", das am 3. Mai auf der 8,5 Kilometer langen Strecke vom Bahnhof Friedrichstrahe nach der Schloßbrücke in Charlottenburg vom Spree-Havel-Ruder- verband zur Durchführung gebracht wird, übertrifft das des Bor- jahres um rund 59 Proz. Insgesamt wurden von 32 Vereinen 52 Boote mit 394 Ruderern und Steuerleuten gemeldet. if«i« Äonu.Untott Sroß-Berlin, 9(61. Oictfatcc. Situn« 2>onncräioo. »). Apcil. 20 Uhr, Lootsiiaiis WulNhcidr.?ic gifte für Sra.i6«nburq lirqt bei STefilet au». Lehter Sabtuiiflstermin 30, Äpril. 26. April Fahrt»ach der kleinen Muaqel.— Abt. Kanal. 26. April Eenteinschaflsfahr! nach Lilrarr. ablege. 8 Uhr Bootshaus Wafferlportvereia.Fraternitas". Bootshaus: Erkner, Seeftrafie(am Bretter- fcheit Kraben). Sittmtgcn(eben l. und 3. Donncrstaa im Monat im„Falken- stein", Oberbaumbrücke. Neue Mitglieder mit Boot tverdett noch aufgenommen. Nochfte Siftung 7. Mai. öimmelfohtt Flaggrnweihe und gemeinschaftliche Fahrt, pach dem Perttfee., ®U Freie Ztanu- Union Kroh-Berlin, Abt. Sovel, trifft sich zur Mai- depwirftration 7?t Übe im Bootshaus Fleischer. Spandau..Ihötelftr. 7ö. Ztartellbcziil Wedding. All» Karielloereine beteiligen sich an der Maifeier. Tresfvuitit Wedding, Pankow Unit Reinickendorf: Eartenviati. AKG.-Kehäude, um 6M Uhr. Fahnen. Transparente und Simpel mitbringen. Die Maifeier auk dem Wafserfpartvlat! Dlohenfee und die Demonstration wird abgesagt. Begann in Plattensee I« Uhr. FTKB.. Sanube,irk. Teilnahme an der Maifeier. Pflichtteilnahme. Feie: am Birkenlchlaa füllt aus. NB.„Borwart,", beschlossene Beteiligung an Maidcmonflration Äartell- bejirt Treptow. Treffpunkt Sth Uhr Äöllnifchcr Part. «SB. Neukölln. Fuhballabteilnua tagt wegen der Mgifeitr Donnerstag hei Mtiiing. Reick oll». Weifeftr. 8. Fugend 19'h Ilhe. Man nee 20'. Uhr. Zur Aufflilluna der ktiigeiiimiannfchaft noch Mitglieder crwilincht. „Soli", Kraftfahrer. Tauren für iäonutag. 3. Mai. Abt. Köpenick: Lübbenau. Start 7>,e Uhr Köpenick, Karfer-Wilhelm-Str. 3.— Abt. Norde»: Klafter Fitttta-Illferdog. 7 Uhr Sreftr.«2.— Abt. Kreutberg: Spreenhagen, Start 0 Uhr Nrichettberger Str. gl.— Abt. Pankow: Ferse nschleuic-Sroö- Schönebeck. Start 10 Uhr Pankow, Berliner Str. 86.— Abt. Treptow. Baum- lchulenweg: Buben. Start 6 Ubr Bahnhof Paumfchiilenweg.— Abt. Ober. schöneweide: Werneuchen— Tiefenfee, Start 12 Uhr Wilhelminenhofstr. 64.— Abt. Neukölln: Halbe über Spreewald, Start 7 Uhr und 12 Uhr Hohen., ollcru- platt.— Abt. Friedrichshain: Fippelspötde. Start 6% Uhr Landsberger Plah. — Adt. Chgrlottenburg: Guben, Start 6 Uhr Wilmersdorfer Str. 21.— Abt. Krengberg: Am 1. Mai Siel am Start, 18 Uhr Reichenderger Str. 91.— Versammlungen: Am Montag. 4. Mai, 20 Uhr. Kraftfahrer-Abteilungsleiterfittimg, Solgarl>eiter»erl>andsl>aus. Rungestrafte,— Ahl. Köpenick: 5. Mai, 20 Uhr, Köpenick. Kaiier-Wifhelm-Str. 8.— Abt. Neukölln: ö. Mai, 20 Uhr, Kaiser. Friedrich-Strasie.— Abt. Pankow: 6. Mai, 20 Uhr, Pankow. Berliner Str. 86. — Abt. Norden: 1. Mai, 20 Uhr Eeradler. Seeftr. 62. AST. Lockepabieituna: Heute. 29. April, 18 Uhr, Training, Sportplgtt Ost. Laskerftraste, Anschließepd Sistung bei Iufchkat, Lichtenberg,.So stier. Ecke Hohenlaheftraste. louristenverein„Die Naturfreunde", Sentrale Sien. Mittwach. 29. April. If'i Ubr. Iugendgruvpe Osten: Werbcfeier in der Alten Taverne in Ali. Stralau.— Donnerstag, 30. April, 20 Uhr. Abt. Lichtenberg: Gunterstr. 44: Maifeier.— Abt. Neukölln: Bergftr. 29: Sing, und Musikabend.— Abt. Prent» lauer Berg: Dangiger Str. M. Baracke N:„Da, Eernolprabfem".- Streich- orchester: lS Uhr bei Weistenderger, Freiligrathflr. 9, uont 1 Tr.— Abt. Süd» weften: Bnrckftr 11: Aus lustigen Büchern.— Abt. Tiergartcn: Lehrtee Strafte 1»— 19t Geschäftliches.— Naturkundliche Abteilung: Iohannisstr. IS.— Abt. Spandau: Lindenufer 1.— Abt. Beiftettfee: Pifloriusstr. 24. Das war e/n_ auebwas i 7* b lUT blO 30 Fa6 uod tt n Muster e und snleu G-t-rck ergräßen*U � k3nn So Oberaus hin--> alh �hl "hardinT�3*- ÄN-ür-.e,.. PrcU* Seit.. eo b'«e Ui ■; 50 Lberaus'h *en Prei*"" Uber' ch'''C'��''3&r4 7 S'kko 4*"'"<01 J""1-1'«■•'■'£56- ""* Ay cS t PO"- Ässa&Uif!* WIlTOgby £akko.An"• 1/- *• 65- BERLIN KÖLLN. FISCHMARKT BRUNNENSTRASSE 171 Mäntel und Anzüge für junge Herren entsprechend billiger Rückschau. Der Deutschlandsender und Berlin brachten am Abend Hör- berichte. Soweit man feststellen konnte, beides ungewöhnlich gute Darbietungen. Leider überschnitten sich die Sendungen teilweise. Das Monologspiel„Die Föhre" von Leipzig auf den Deutsch- landsender übertragen, begann um 9 Uhr: 20 Minuten später setzte von Berlin das Hörbild„Z o l a" ein. Ich hörte die Leipziger Sen- dung nur bis zu diesem Zeitpunkt. Der Verfasser Manfred Hausmann versuchte, optisch wahrnehmbares Geschehen in einem Monolog anschaulich zu machen. Ein Mann wandert bei Unwetter in der Lüneburger Heide. Seine Gedanken über seine Umwelt wer- den Worte: sie erfassen die unbekannte Landschaft, kämpfen mit Sturm und Regen, lachender Sonne und der Herrlichkeit einer schönen Aussicht entgegen. Manchmal waren die Worte ein wenig zu korrekt gesetzt: aber in der Steigerung des Spiels lockerte der Satzbau seine starre Form und ließ immer deutlicher den Menschen aus dieser Gedankenwelt hervortreten. Eine vom Sturm bedrohte Föhre wird ihm Bruder, schutzbedürftiger Bruder. Der moderne Franziskus besitzt nicht die fromme Sanftmut des Heiligen: doch mit seinen handfesten Flüchen kämpft er für die bedrohte Kreatur wie dieser. Der Baum formt sich aus seinen Worten zum lebendigen Geschöpf, das durch Jahrzehnte gewachsen und geworden ist und dem nun von einer Uebermacht ein jäher Untergang bereitet werden soll. Hier wandelte sich das Bild für den Hörer zum Erlebnis. Er ringt mit um den Bestand, um das Leben des Baumes. Die er- mutigenden Worte des Mannes zum Bruder Baum, feine praktische Hilfe gegen den immer auss neue hervorbrechenden Sturm, das verzweifelte Einsetzen des kleinen Menschenwillens gegen die Natur- gewalt werden Kampf des Lebens gegen die Vernichtung. Der Sprecher Otto Bernstein war seiner Rolle innerlich verbunden. Die ungenannte Regie hatte den Monolog, den notwendigen akusti- fchen Untergrund in künstlerisch vollendeter Abschattierung geschossen. F. C. W e i ß k o p s formte einen Querschnitt aus Zolas Berg- arbeiterroman„G e r m i n a l". Die Beschränkung auf dieses einzige Wert erwies sich als richtig. Was dem literarischen Querschnitt sonst selten gelang, dem Uneingeweihten einen klaren Einblick in das Schaffen eines Dichters zu vermitteln, wurde hier möglich. Aus Notizen von Zola, Worten über ihn und Ausschnitten aus dem Roman baute sich ein H ö r p a n o r a m a auf, übersichtlich, instruktiv, von wirkungsvoller Anschaulichkeit. Bcrgarbeiterschicksale aus dem vorigen Jahrhundert wurden gegenwärtig. Man begriff sie als Bergarbeiterschicksalc auch noch von heute. In Einzelheiten hat sich manches gebessert: im wesentlichen kaum etwas. Selbst die Worte, mit denen das Unternehmertum Ausbeutung und Lebensgefährdung des Bergarbeiters als unabänderliche Folge von Wirtschaftslage und Z. Kcetdovcn: Sonate Fis-Dur, Beruf hinzustellen versucht, sind dieselben geblieben. Man konnte Zola den Hörern kaum näherbringen, als es durch diesen Querschnitt geschah. Er wurde ausgezeichnet gesprochen.'les. ♦ Im Programm der Deutschen Welle spricht heute abend um 7 Uhr in der Stunde des Beamten Staatssekretär Professor Dr. Julius Hirsch über„Neue Wirtschaftsformen und die Beamten- schaft". Um 7,30 Uhr findet ein Zwiegespräch statt zwischen Dr. Leon Z e i t l i n und Landesrat Dr. S i m o n:„Was fordert die heutige Wirtschaftslage?"' Mitt'wockl, 29. April. Berlin. 16.05 Aktuelle Abteilung. 16.30 1. Bach: Fantasie und Fuge, A-MoII. op. 78(Maria Heller). 16.45 J. E. Poritzky; Begegnungen mit berühmten Männern. 17.05 Teemusik. 18.05 Dr. W. Pohl: Sozialpolitische Umschau. 18.30 Gesaugsvorträge. Beethoven, Brahms, Wolf.(Hilde Ellger, Alt. Flügel Julius Burger).) 18.50 Hermann Noll liest eigene Erzählungen. |9.15 Käuscher; Politische Zeitungsschau. 19.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.35 Ein Jazzsänger: Leo Monosson. Ein Jazzpianist: Hans Sommer. 20.15 Und doch nicht gestohlen... Eine musikalische Plauderei(Hans Reimann am Mikrophon). 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Uraufführung:„Malpopita'4, kleine Funk-Oper von Mendelssohn und Scitz. Musik von Walther Goehr. Dir.: Ocneralmusikdir. Erich Kleiber. 22.25 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Eis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhausen. Schulrat Wölfl und Stephan Konctzky: Arbeit der Oberstufe der Volksschule. Hamburg; Konzert. Selten gespielte Trios: Windspcrger(Meinhardt-Pctschnikoff-Liebermann- Trio). Prof. Dr. Amsel: Lehrgang für EinheiUkurzschrift. Prof. Dr. Georg Wegener: Deutschlands Gaue. Staatssekretär Prof. Dr. Julius Hirsch: Neue Wirtschaftsformen und die Beamtenschaft, Dr. Leon Zeitlin, Landesrat Dr. Simon: Ausgeben oder sparen? MüIIer-Jabusch: Weltpolitische Stunde. Köln:„Vor Walpurgis". Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Räuscher: Politische Zeitungsschau. 16.00 16.30 17.30 18.00 18.30 19.00 10.30 20.00 20.30 22.00 22.25 Tvetter für Berlin: Wechselnd bewölkt mit fortschreitender Regen- neigung und wenig veränderten Temperaturen. Für Deutschlaud: Allgenieine Fortdauer des veränderlichen und ziemlich kühlen Wetters mit einzelne» Niederschlägen._ äkTonlmorll für die Redaktion: Scrbert Levk«. Berlin: An, eisen: Tb. Sloeke Berlin. B-rla«: Vorwärt» Verlan«. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Bu« druckerei und Berlaasanitalt Paul Sinncr& Co Berlin Sffl 68. Lindenlirage 3 _ Sie»,» 1 Btilaat. Sin sehr abwrchslunqsrrick«». indcrelsant«, Programm brinat der W i n t e r n a r t e n im Mai. Perch«. Akrobaten, eine MMvngleuCe. komische Kaskadeur', Komiker auf dem Trave,. Barodisten, Kamnonift.'ndarsteller, Kraft. sportatte werdend�lSaa(R.197 BERLIN-FRIEDRICHSHAGEN• KLUTSTR. 8 Bauklempnere1 rledrlch Hädicke Be- und Entwässerung /• Sanitäre Anlagen IlSW 48, Friedrichstr. 24 TELEPHON Dönhoff 9572 RESTAURANT MÜNZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme KBdie ♦ Gut Wiegle Biere ♦ Ali 12 M mitlast Konzert ff VOLCK& GNÄDIG Reparatur-Werkstatt mit eigener Schwei ßaniage für graph. Maschinen Rotations-, Tiefdruck- und Otfsetmasch nen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Qitschiner Str. 15 Tel.: F 1, Mpl. 3677.— Nachtanruf; G 5, Södring 323 und 2341__ F 2. Neukölln 4659. BOBdier Walzen sind die besten! Bandagen �Müller PrlnzenilraBe 43, am Morilzpkatx If— db Künstliche Glieder, Gummi- Strümpfe, Plattfußeinlagen Eigene Werkstatt Uoloranl für aämtlicha Krankenkassen Grofj- Destillation August Schulz- Dresdener Strafie 155- Kottbusser Tor Wäsche nach tiewichf Domptwäschcrei Merkur, Berlin O 112 Frankfurter Allee 307 Fernspr.: Andres» 2820 I2G0 Inh. Aug. 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