Morgenausgabe Oonnersiag WGsH � 4a M Wöch«»Mch KSPI, monatlich 3.60 M>W W» M>i T/ Wl H H>W" �. Auswästs 15 Pf. Im vor-Ui zahlbor, Poftbkzug 4,32 M. ÜW! IM f C Hl �Hl SHF8SES � Ml II l�lll II|%| lr7 SBWte�aW! f| n| III■■■|||| ä;pbs;sääs d.- M. J-HH i M■ �HV MU, MlkX|H M w.,1.5. W°r, 12 PI Raball II. Toni * MB j| WJ Et-ll«ng«Iuchk das ersle Watt ISPs. Sn.van- ins' erfdjeim wachmliz.|H I HMl �H\ /' �B ledw wettere Won 10 Ps Won« üb« liit) zweimal. Sonntag« und Manlag« HH� X' �H I IS Buchstaben zählen fDi zwei Warle einmal, die Abmdau-gob- für Berlin H// Z��Hb\ ArbettsmarN Zeile 60 Pf Familien. und im Kandel mit dem Titel.Der__ ▼/ anzeigen Zeile«OPf Anzeigenannahm, ?.'.V'S7.»SI 4lt«*<ÄÄIihl AÜ .lechnik'„Blick in die Bücherwelt'. ZrT*|VBFB■ BB B7 �1 M BB>W»W�WW> MW B B D" Verlag b.häli stch da» Recht dei .Jugend-Larwärts'».»Stadtbeilage' W Ablehnung nlcht genehmer Anzeigen--r! Jentvawrgan der Sozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönboss LS2— L97 Telcgramm-Adr. Sozialdemokral Berlin. Das Tie i« den letzte» Wochen in vielen Lrten Deutsch- i lands erfolgte Erhöhung des Brotpreises, die Forderung des Reichsernährungsministers nach weiteren j Zollerhöhungen für andere Lebensmittel sowie die Ee- rüchte über einen drohenden Abbau der sozialen Leistun- gen durch Notverordnungen haben die sazialdemokratische Rcichstagsfraktion veranlagt, den Reichskanzler Dr. Brüning um eine politische Rücksprache zu ersuchen. Diese Besprechung, an der für die Sozialdemokraten Dr. Breit scheid. Dr. Hertz und Dr. Hilferding teilnahmen, fand am Mittwoch statt. * Im Vordergrund stand das Verlangen der Sozialdemokraten an die Reichsregierung, die ihr in dem Zollermächtigungsgesetz vom März auferlegte Verpflichtung zu erfüllen und dafür zu forgen, dah nicht nur sede weiiere Steigerung der Lrotpreis« ver- mieden wird, sondern auch die bisher bereits erfolgten Erhöhungen rückgängig gemacht werden. An die Erreichung dieses Ziels könne natürlich mir gedacht werden, wenn sofort die Weizeneinfuhr verbilligt, der Roggenpreis gesenkt, auf die Erhöhung des Haferzolls verzichtet wird und eine Derbilli- gunz der eingeführten Futtergcrfte erfolgt. Reichskanzler Dr. Brüning erklärte, auch die Reichs- regierung habe die Absicht, den Brotprels auf den alten Stand zu halten. Entsprechend« Entscheidungen würden in kürzester Frist vom Kabinett getroffen werden. Geplant sei eine Aenderung des Brot- g e s e tz e s und die verbilligte Einfuhr von Weizen. Beide Maßnahmen sind selbstverständlich zu begrüßen. Die beabsichtigte Senkung des Weizenpreises ist zweisellos besonders an- gefichts des Widerstandes der Agrarier ein Fortschritt. Ob allerdings diese Maßnahmen den in Aussicht gestellten Erfolg haben werden und der alte Stand der Brotpreise wieder erreicht wird, ist winde st«ns sehr zweifelhast. Das wird da- von abhängen, ob die Regierung ein« ausreichende Menge von Weizen einführt, ob der Zollsatz wesentlich gesenkt wird und jeder späteren Knappheit an Weizen bis zur neuen Ernte auch wirklich vorgebeugt wird. Mindestens ebenso wichtig für die Höhe des Brot- Preises ist das Sinken des Preises für Roggen bzw. für Roggenmehl. Auch hier ist nicht sicher, ob die Einsetzung der Reserve, die der Regierung zur Verfügung steht, ein ausreichendes Sinken der Preise hervorruft. Diese Bedenken werden noch ver- stärkt, weil die Regierung die Erhöhung des Haferzolls beabsichtigt, was nicht nur preissteigernd auf den Roggen wirken wird, sondern auch zur Verfütterung von Roggen anreizt und die Brotoersorgung gefährdet. Selbstverständlich haben die sozialdemokratischen Ber- treter auch ihre stärksten Bedenken geltend gemacht gegen die beabsichtigte Erhöhung der Zölle auf Hülsen- früchte. auf Speck und Schmalz und für Schweine- fleisch. Dem steht allerdings gegenüber, daß die weit wichtigere Er- höhung des Butterzolls nich: beschlossen worden ist und da der Widerstand dagegen wächst, künftig weniger aussichtsreich ist als gegenwärtig. Zur Besprechung gelangte ferner auch die sich weiter ungünstig entwickelnde Finanzlage von Reich, Ländern und Gemeinden. Entgegen den früheren Versicherungen, daß der Etat für 1931 aus- geglichen sei. gibt jetzt die Reichsregierung zu. daß erhebliche Fehlbeträge vorhanden sind, die sich vor allen Dingen aus einem Rückgang der Steuererträge ergeben. Maßnahmen zur Ver- meidung von Zahlungsschwierigkeilen feien deshalb notwendig. Die Reichsregierung habe aber bisher noch keine konkreten Ent- scheidungen getroffen. Sie feien auch in der unmittelbaren nächsten Zukunft noch nicht zu erwarten. Um Schwierigkeiten bei der Knappschaftsversicherung zu oermeiden, würden ihr wie in den früheren Monaten so auch im Mai 8 Millionen Mark aus allgemeinen Mittel« Mir Verfügung gestellt werden. Vorwarts-Berlaa G. m. b. H. Die Fragen der Arbeitsstrcckung. der Arbeitsbeschaffung und der Arbeitslosenunterstützung könnten erst konkret in Angriff genommen werden, wenn die Gutachten der Brauns-5lommission vorliegen. Wenn danach auch für den Augenblick die Gefahren für die Sozialpolitik nicht so groß erscheinen, wie man nach den Dar- stellungen der bürgerlichen Presse hat annehmen müssen, so würde es doch eine Selbsttäuschung bedeuten, wenn man sich dem großen Ernst und den vielfachen Gefahren, die von der angespannten Finanzlage ausgehen, verschließen wollte. Die sozialdemokratischen Vertreter haben deshalb dem Reichskanzler keinen Zweifel daran gelassen, daß bei der gegenwärtigen Notlage ganz großer Volksschichten der Abbau der sozialen Lei- ftungen weit stärkeren Bedenken unterliegt als in normalen Zeiten. Es müsse schon jetzt als ausgeschlosien angesehen werden, daß durch den Abbau sozialer Ausgaben das Gleichgewicht in den Finanzen von Reich. Ländern und Gemeinde» hergestellt werden könne. Ohne Einnahmeerhöhungen sei dieses Ziel nicht zu erreichen. Durch die Besprechung der Sozialdemokratie mit dem Reichs- kanzler ist ein abschließendes Ergebnis nicht erzielt worden. Sie diente im wesentlichen der Information, sie hat aber keine Klarheit. über die künftigen Absichten der Reichsregierung gebracht und daher auch die Spannungen nicht vermindert. die durch die Pläne auf Zollerhöhung und Abbau der Sozialleistungen entstanden sind. Postscheckkonto: Berlin 27 53k— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr.3, Dt. B.u.DiZr-Gesi.Depositenk., Jerusalemer Str. 65/66. Die Sozialdemokratie wird deshalb überaus wachsam sein und alle Schritte der Reichsregierung kritisch beobachten. -i- Der V o r st a n d der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wird am Donnerstag zusammentreten, um einen Bericht über die Besprechung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning entgegen- zunehmen. Oberbürgermeister Revier. Zn Magdeburg gewählt. sin der Magdeburger Sladlverordnelenversammlung wurde gestern die Wahl des Ersten und Zweiten Bürgermeisters vor- genommen. Es gab noch einen erbitterten Endkampf. Die Rechts- sraklion stellte Herrn von Eynern, den Vizepräsidenten des Preußischen Landtages, als Kandidalen für die Oberbürgermeister- stelle auf und erhob noch einmal schärfsten Protest gegen die Romi- nlerung des Berliner Stadtrats Beuler zum Oberbürgermeister- kandidoten und des Magdeburger Stadtrats Dr. Goldschmidt, des Kandidaten der demokratischen Stadtverordnetenfraklion, zum zweiten Bürgermeister. Der Berliner Stadtrat Reuter wurde dann bereits im erste,, wahlgang zum Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg gewählt. Er erhielt Z S Stimmen, von Eynern lg Stimmen und der kom- muniftische Kandidat sechs Stimmen. Mit dem gleichen Slimmver- hältnis wurde der Magdeburger besoldete Stadtrat Dr. Gold- fchmidt zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Aufmarsdiplan Mir die Oemonslraifton am Freiiag, 1. Plaft Sammelplätze und Abmarschzeiten. l. Deutscher Baugewerksbund. Gartenstr., Spitze Bernauer Straße und Gattenplatz. Abmarsch: 8.45 Uhr.— Bahnhofstr.. Bahnhof Großgörschenstr. Abmarsch: 8 Uhr.— Kleiner Tier- garten, Spitze Wilsnacker Str. und 2. und 7. Kreis der SPD. Abmarsch: 8.15 Uhr.— Reuterplatz, Neukölln und 14. Kreis der SPD. Abmarsch: 8 Uhr.— Engelufer, Gewerkschaftshaus, Spitze Adalbettstr. Abmarsch 8.46 Uhr.— Nordosten I und ll, Lichtenberg, Weißensee am Landsberger Platz. Abmarsch 8.30 Uhr. S. Deutfcher Bekleidungsarbeiterverband, Deutscher Hutarbeiterverbaud, Arbeitnehmerverband des Friseur- und Haargewerbes. Sebastianftr., Spitze Alte Iakobstr. Abmarsch: 9 Uhr. 3. Graphische Industrie. Verband der Deutschen Buchdrucker, Verband der Buchbinder, Verband der Litho- graphcn und Steindrucker, Verband der graphische» Hilfsarbeiter und«. und 13. tireis der SPD. Alte Iakobstr., Ecke Gitschincr Str., Spitze Neuenburger Str. Ab- marsch: 8.45 Uhr. 4. Einheitsverband der Eisenbahner und 3. und 17. Kreis der SPD. Küstriner Platz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 3. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Andreas- platz. Abmarsch: 8.30 Uhr. K. Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs. Michaelkirchplatz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 7. Deutscher Holzarbeiterverband und alle freigewerk- schastlich organisierten Taubstummen und 18. und 1K. Kreis der SPD. Am Kvllnischen Park. Abmarsch: 9 Uhr. 8. Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Eafi- angestellten, Deutscher Tabakarbeiterverband, Deut- scher Musikerverband, Deutscher Landarbeiterverband, Deutscher Melterverband und 1., 4. und 18. Kreis der SPD. Lothringer Str., Spitze Roscnthaler Platz. Abmarsch: 9 Uhr. 9. Deutscher Lederarbeiterverband. Bülowplatz. Abmarsch: 9 Uhr. 1V. Verband der Maler. Melchiorstr., Spitze Abalbertstr. Ab- niarsch: 8.45 Uhr. 11. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Lausitzer Platz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 12. Deutscher Metallarbeiterverband, Verband der Kup- ferschmiede und 3.. 19. und 29. Kreis der SPD. Gartenstr., Spitze Bernauer Str. und Gartenplatz. Abmarsch: 8.45 Uhr. 13. Zentralvcrband der Zimmerer, Zentralverband der Dachdecker, Zentralverband der Schornsteinfeger- gesellen. Mariannenplatz. Abmarsch: 8.30 Uhr. 14. Verband der Satter und Tapezierer, Zentralverband der Schuhmacher, Deutscher Textilarbeiter-Verband. Engelufer von Adalbertstr. bis Köpenicker Str., Spitze Köpe- nicker Str. Abmarsch: 8.45 Uhr. 13. Zentralverband der Steinarbeiter. Bethanienufer (vis-ä-vis Gewerkschaftshaus). Abmarsch: 8.45 Uhr. 16. 9., 19., 11., und 12. Kreis der SPD. Gedarnienmark':. Abmarsch: 9 Uhr. 17. Allgemeiner freier Angestelltenbund. Oranienplatz (Naunynstr.), Spitze Oranienplatz. Abmarsch 8.30 Uhr. 18. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Mariannenplatz, Spitze Bethanienufer. Abmarsch: 8.30 Uhr. ilwemewer Deufsdier Gewerüsdiaffsbund, Orfsanssdiob Berlin. Alliemeiner freier AngesfelKenbiind, OrisKarfeli Berlin. Alldemeiner Denfsdier Beamienbnnd, Bezirttsaussdiub Grob Berlin. Bezirtoverband Berlin der Sozialderoolurafisdien Partei Denisdiiands. Entscheidungen vertagt. Ergebnis der Besprechungen mit Brüning.— Oer Brotpreis soll auf dem alten Stand erhalten werden. Goebbels als Sihredakteur. Die Karikatur der Verantwortlichkeit. Das neue Wort der Komintern. Neue Zersetzungsoffensive gegen die Arbeiterbewegung. Von?otor Garwy. In der„Prawda" vom 24. April sind spaltenlang die „Thesen" und Resolutionen erschienen, die in der Plenar- jitzung des Exekutivkomitees der Komintern einstimmig an- genommen worden sind. In dieser Plenarsitzung wurde ein neues Präsidium des Ekki aus 3l) Mitgliedern(darunter Klara Zetkin, Remmele, Pieck und Thälmann) und ein „Politsekretariat" aus 13 Mitgliedern(darunter Pieck und Thälmann) gewählt. Unter« den Mitgliedern des Ekki be- findet sich Stalin, der gleichzeitig Mitglied dSs„Rates der Arbeit und der Verteidigung", des wichtigsten Regierungs- organ* der Sowjetunion, und dazu der eigentliche Diktator Sowjetrutzlands ist. Den Statuten der Komintern nach wird die Politik der KPdSU., d. h. der Sowjetmacht, durch die Direktive der Ko- wintern bestimmt. In Wirklichkeit werden die Richtlinien der Komintern durch ihre„führende- russische Sektion diktiert. Alle anderen Sektionen haben nur zu gehorchen. Die Politik der Komintern ist die Fortsetzung der Politik der KPdSU. Die Politik der Forcierung des„sagialistischen Ausbaus" in Rußland mündet zwangsläufig in der Aktivisierung der Ko- wintern und in der Forcierung der Weltrevolution. Wieder einmal Linkskurs! Weltkrise und Arbeitslosigkeit in der ganzen kapitalistischen Welt haben die Komintern zu neuen „Thesen" über die„heranreifenden Voraus- setzungen einer revolutionären Krise" be- geistert. Das verflossene Jahr gelte als„geschichtliches Wende- jähr". Die kapitalistische Stabilisierung stehe vor dem Ende, während in der Sowjetunion das Fundament der sozialisti- schen Wirtschaft gelegt werde. Die übliche Gegenüberstellung des kapitalistischen Zerfalls im Westen und des„sozialistischen Aufbaus" in der Sowjetunion wird von der Ekki dazu be- nutzt, um das Weltproletariat vor die Wahl zu stellen: Dik- tatur der Bourgeoisie oder Diktatur des Proletariats. Als Vorbild der Diktatur des Proletariats wird dabei die bolfche- wistische Diktatur in Rußland hingestellt. Es erübrigt sich, nachzuweisen, daß diese demagogische Gegenüberstellung grundfalsch ist. Richtig ist, daß die Welt- krise die grauenhaften Schäden des Kapitalismus besonders stark enthüllt hat und den Kampf um den Sozialismus als den einzigen Rettungsweg auszeigt. Falsch ist, daß in der Sowjetunion die Macht dem Proletariat gehöre, daß die dort aufgezogene Wirtschaftsform mit dem Sozialismus identisch ist und daß es den Arbeitern in Rußland besser geht als in dem von der Krise heimgesuchten Westen. Es ist nicht be- wiesen, daß der sozialistische Ausweg aus der Krise gerade durch die putschistische Machtergreifung und terroristische Diktatur führen muß. Die Thesen des Ekki werfen den westeuropäischen Sektionen der Komintern, insbesondere der KPD., acht Grund- fehler ihrer Taktik vor. Indesien handelt es sich offenkundig nicht um taktische Fehler, sondern um die objektive Unmög- lichkeir für die westeuropäischen Sektionen.' den Moskauer Parolen Folge zu leisten. Trotz der ungeheuren Krise und. "Vsrwirnmg scheint der Boden im Westen für- die„neue Taktik" immer noch ungünstig zu sein. Die Massen machen einfach nicht mehr mit! Anstatt die objektiven Ursachen des Fehlschlages der kommunistischen Kampfparolen einzusehen, tobt die Komintern gegen die„agbeiterverräterifche" Sozialdemokratie. Es han- delt sich hier allerdings nicht um eine Selbsttäuschung, fondern um einen wissentlichen internationalen Arbeiterbetrug. Mit Vorsatz wird die internationale Sozialdemokratie als das Haupchindernis auf dem sozialistischen Wege aus der kapi- talistifchen Krise hingestellt und als Hauptstütze der foschifti- schen Bourgezoisic beschimpft. So wird nicht der Weltbourgeoisie, sondern der s o z i a- listischen Arbeiterinternationale der Krieg erklärt. Nicht dem bürgerlichen Faschismus, sondern dem „Sozialfaschismus" gilt in erster Linie der bolschewistische Kampf. Dabei soll nach der letzten Direktive des Ekki bei der Vorbereitung und Durchführung aller revolutionären Aktionen„der erbittertste, folgerichtige und allseitige Kampf gegen die sozialdemokratischen und reformistischen Führer" geführt werden. Diese persönliche Zuspitzung des„Klassen- kampfes gegen den Sozialfaschismus" ist für die patentierten Marxisten sehr charakteristisch. Diese Nulgärmarxisten ent- puppen sich als gemeine Verleumder und Ehrenabschneider. Diese Einstellung der Komintern zur Sozialdemokratie ist übrigens nicht neu. Bereits Sinowjew hat seinerzeit die So- zialdenwkratie dem Faschismus gleichgestellt und dabei er- klärt, daß der Kampf zwischen dem Kommunismus mrd der Sozialdemokratie„auf den Barrikaden des Bürgerkrieges" entschieden werde. Das wird jetzt noch verschärst» indem in den neuen„Thesen" des Ekki jede liberale Gegenüberstellung der bürgerlichen Demokratie hier, des offenen Faschismus dort als taktischer Grundfehler gebrandmarkt wird, der eine„A b- spiegelung des sozialdemokratischen Einflusses in den kommunistischen Reihen" dar- stelle. Die Schlußfolgerung daraus kann nur die sein: die kommunistischen Parteien sollen künftighin nicht mehr die par- lamentarische Demokratie dem offenen Faschismus vorziehen, �Was ist das, wenn nicht eine Hilfeleistung für den Fa- fchismus? Es gibt aber auch etwas Neues in den Beschlüssen der 11. Plenarsitzung des Ekki. Das neue besteht darin, daß der internationalen, insbesondere der deutschen Sozialdemokratie angebliche interventionistische Pläne und Vorbereitungen unterstellt werden. Es genügt ihnen nicht mehr, die Sozial- demokratie als die„wichtigste soziale Basis der Bourgeoisie" hinzustellen. In der Resolution über die Verschärfung der Jnterventionsgefahr, die nach dem Bericht von Cachin angenommen wurde, wird unter Berufung auf den Moskauer„Menschewiki-Prozeß" verleumderisch behauptet. daß„Trcitscheid, Wels und Hilferding die russische« Mensche- w-stenschädlinge in ihrer Borbereitungsarbeit für die Intervention instruiert haben". Der Kampf der internationalen Sozialdemokratie für den Kektfncbot und für die Abrüstung Gestern fand die Rerufungs Verhandlung gegen Dr. Goebbels wegen Beleidigung der Belchsregleruag stall. Dr. Goebbels war in der ersten Znstanz zu 60 0 Mark verurteilt. Goebbels halle sich im„Angriff" in Verbindung mit dem Vaung- plan maßlose Beleidigungen gegen die Regierung zuschulde« kommen ' lassen. Es hieß da u. o.: Sie sind alle aus demselben holz geschnitzt. Verräter am Volk, bezahlte Bülkel der Weltsinanz. Ueberläufer nach Frankreich. Slaalsanwall Slenig beantragte sechs Monate Gefing- a i». Das Gericht erhöht« die Geidslrase von 600 auf 1000 Mark. Zu der Urteilsbegründung führte Landgerichlsdireklor Siewert u. a. au», daß dos Gericht von einer Gefängnisstrase nur aus dem Grunde abgesehen habe, weil Goebbels bei der Drucklegung der inkriminierten Artikel nicht vorbestrafl und nicht verwarnt worden fei. Zn den übrigen Prozesien gegen Goebbels wurde die Beweis- aufnähme um 6 Uhr abends geschlossen. Slaatsanwallschaflsral Slenig beantragte, Dr. Goebbels wegen Vergehens gegen§ 166 und wegen öffentlicher Beleidigung teilweise in lateinheil mit übler Rachrede zu einer Gesamtstrafe von 1 Zohr Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe zu verurteilen. * Die Prozesse gegen Goebbels, die gestern verhandell wur- den. beleuchteten die unglaubliche Redaktionswirtschaft beim»An» grifs"� es stellte sich heraus, daß Herr Goebbels die Rolle des immunen Sitzredakteurs spielte. Der erste Beleidigungsfall, der erörtert wurde, betraf einen Artikel des Hitler-Jugendführers. des netten Bürschchens Ger- hard Pantel, der erst vor zehn Togen wegen versuchten Tot- schlags ai, einem Reichsbanncrmann zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der vielseitige talentierte junge Mensch hatte in der B e i l a g e des„Angriff"„Der unbekannte SA.-Mann" einen Potsdamer Polizeiwachtmeister schwer beleidigt. Für diese Beleidigung Ist der tapfere Goebbels-Jünger bereits zu 40 Mark verurteilt worden. Der Meister Goebbels selbst aber wollte sich heute vor der Verantwortung für diesen Artikel drücken. Er habe ihn vor dem Erscheinen der Rümmer des „Angriff" im Straßenhandel überhaupt nicht gelesen, so erklärte Rechtsanwalt Kameck« für seinen Mandanten.„Glauben Sie denn, Herr Staatsanwalt, daß Goebbels sämtlich« Artikel des»Angriff" lesen konnte?" Vors.:„Er zeichnete doch aber als v e r a n t w o r t- l icher Redakteur." R.-A. Kam ecke:„Er hatte doch ober gar keine Zeit, olle Artikel vor der Drucklegung zu lesen." Staats- anmalt Steenig:„Da hätte er eben nicht oerantwort- licher Redakteur fein sollen." Zum Beweis dafür, daß Goebbels tatsächlich den ihm zur Last gelegten Artikel nicht gelesen haben konnte, sind von der Berteihi- gung drei Zeugen genannt worden. Als erster wird der Schrift- leiter des„Völkischen Beobachter" Boetge gehört. Dieser Zeug« glaubt nicht, daß Gocbels den Artikel gelesen haben könnt«. Ts wurden ihm in der Regel nur di« politischen Ar- tikel vorgelegt. Der Geschäftsführer der Reichstagsfraktion der NSDAP. W i l k e ist in seinen Aussagen nach bestimmter. Goebbels, sagt er, hat b l frß fa i v«'«fg« n>n''AriikVl vyr der Drucklegung 'gÄesen. Er befand sich ja überhaupt nur etwa vier Tage än der Woche in Berlin, sonst war er stets auf Reisen, er konnte sich auch gar nicht um den Inhalt des„Angriff" külnmern. Bor?.: Und das nennen Sie nsrnnt wartlicher Schriftleiter? Der Geschästssührer der Reichstagsfraktion der NSDAP, weiß nur etwas Unzusammenhängendes zu stammeln. Vors.: Lesen Sie uns mal laut vor, was hier steht. Der Zeuge lieft:„Herausgeber und verantwortlich für den Gesamtinhalt Dr. Goebbels." Bors.: Wen würden also Sie verantwartlich für den Gesam!- inhalt machen? Zeuge: Den Chef des Dienstes Dürr. Bors.: Das scheint mir bloß eine innere Geschästsverteilung zu sein. Wie wird dabei als Ablenkungsmanöver für die noch im laufenden Jahre angeblich fällige Inter- v e n t i o n bezeichnet. Das ist eine plumpe Kriegslüge in dem bolfche- wistlschen Kampf gegen die internationale Sozialdemokratie, die der Aktivisierung aller Sektionen der Komintern zugrunde gelegt werden soll. Daß hierdurch nur das Gegenteil— die Stärkung einer interventionistischen Gefahr— erreicht werden könnte, ist offensichtlich. Denn die internationale So- zialdemokratie ist die stärk st e Stütze des Welt- f r i e d e n s und der wichtigste Garant für die Unantastbarkeit der Grenzen der Sowjetunion. Nicht aus Liebe zum Bol- schewismus, sondern aus dem Interesse am Weltfrieden und im Interesse des russischen Volles verwirft die internationale Sozialdemokratie aufs entfchiedendfta jede Intervention. Die Komintern bemüht sich, eine unmittelbar« Inter- ventions- und Kriegsgefahr an die Wand zu malen. Der Zweck der Uebung ist die Wiederbelebung der„wettrevolutio- nären" Ideologie des Bürgerkrieges. „Das neue Wott" der Komintern klingt olfo wenig ver- heißungsvoll. Eine neue Zerfetzungs- und Spaltungssffen- five gegen die Arbeiterbewegung fall tn Gang gefetzt werden — ein wahrhafter Dolchstoß gegen die Arbeiterschaft in ihrem schweren Abwehrkampse gegen die faschistische Gefahr. So entartet die„Weltreoolution" in die Wellreaktion. Die inter- nationale Sozialdemokratie wird der kommunistischen Offen- five mit einer Gegenoffensive verstärkter Aufklärungsarbeit begegnen, indem sie ihren Kampf für Frieden, Demokratie und Sozialismus unbeirrt fortsetzt! Landiagswahl im Miniaiurland. Schaombvrg-Lippe geht zur Wahlurne. Bückeburg. 29. April.(Eigenbericht.) Das kleinst« deutsche Land, Schaumburg-Lippe. Hot am Z. Mai seinen Landtag und sein« Gemeindeparlomente neu zu wählen. Dem Ausgong dieser Wahlen wird man insofern mit großem Interesse entgegensehen, als in den letzten Jahren eine rein sozialdemokratisch« Regierung die Geschicke dieses Landes mit seinen 46000 Bewohnern lenkte. Der bisherige Landtag setzte sich aus acht Sozialdemokraten und denken Sie sich denn eigentlich die Tätigkeit de» verantwortlichen Redakteurs, der vier Tage in der Woche abwesend ist? Dr. Goebbels war sozusagen ambulant. Ich kann nur nicht denken, daß ein halbwegs vernünftiger erwachsener Mensch die Verantwortung für etwas übernimmt, was er gar nicht kennt.— Es entspinnt sich noch eine längere Auseinandersetzung, deren Ergebnis darin gipfelt, daß es im„Angriff" überhaupt keine für den Inhalt oeranlworlliche Persönlichkeit gab und daß der wahre Zinn der verantwortlichen Zeichnung des Dr. Goebbels der war, einen Immunen Sihredakteur zu haben. -i- Das gleiche Spiel wie bei der Erörterung des ersten Beleidi- gungsjolles erlebte man bei der Behandlung aller anderen Be- leidigungssachen gegen Dr. Goebbels in dieser Sitzung. Immer wieder erschienen vor dem Zeugentisch die Herren Baethge, Dr. Lippert und Wilke und beteuerten unter ihrem Eide, daß der verantwortlich« Dr. Goebbels unter keinen Umständen auch nur die leiseste Ahnung von den Artikeln und ihrem beleidigenden Inhalt haben konnte. Aehnliches hatte man wahrlich im Gerichtssaal in einem Presseprozeß noch nie erlebt, mit derartig schuljungenhaften Ausflüchten hat ein Redakteur noch nie gewagt, einem Gericht zu kommen. Den Höhepunkt der Verhandlung bildete aber das Zwiegespräch zwischen dem Aorsitzendcn und dem Privatsekretär des Pg. Goebbels, S ch i m m e l m a n n. Dieser junge Mensch war es nämlich, der am 27. April der Gerichtsschreiberei erklärte, ihm sei Goebbels Aus- enthalt unbekannt. Er mußte sich nun in der Gerichtsverhandlung vor aller Oeffentlichkeit vom Varsitzenden eine Lektion über Moral, Anstand und M a n n e s m u t gefallen lassen. „Stimmt es. Herr Zeuge", fragte Landgerichtsdirektor R a m b k e.„daß Ihnen der Busenthalt Dr. Goebbels am Montag nicht bekannt war?" Schimmelmann:„N i ch t genau bekannt. Ich wußte nicht, ob die Tagung im Parteihause oder wo anders stattsindet." Borsitzender:„Aber daß Dr. Goebbels in München war, wußten Sie." Zeugte:„Ja." Vorsitzender:„Also Ihre Angabe sollte in diesem Sinne gc- deutet werden." Zeuge:„Ja." Borsitzender:„Bielleicht wäre es praktischer gewesen, zu sagen, daß Goebbels in München sei, Sie wüßten aber nur nicht, in welchem Hause. Hätten Sie z. B. Goebbels durch einen Funkspruch erreichen können?" Zeuge: „Ja, vielleicht hätte ich an die Geschäftsstelle der Partei telegraphiert." Borsitzender:„Vielleicht merken Sie sich das sür die Zukunft, Herr Zeuge, und machen dem Gericht präzisere Angaben. W i r alten Münnersind so erzogen, daß wirzu unseren Worten stehen, und man an ihnen nichts zu drehen und zu deuten hat." Der Zeug« stelz:„Auch ich steh« zu ineinen Worten." Borsitzender:„Sie hatten vom Dr. Goebbels den Auftrag, dem Gericht davon Mitteilung zu machen, daß er zun, Termin nicht erscheinen würde, und zwar weil seine Pflichten den Wählern gegenüber den Pflichten dem Gericht gegenüber vorgehen" Zeuge:„Ja. dos war der Sinn des Auftrags, und aiich ich bin der Ansicht, daß Dr. Goebbels darin recht hatte." Vors i-tz ender: „Also man braucht einfach der Borladung eines preußischen Gerichts nicht Folge leisten, wenn man glaubt, daß dadurch«ine Kollision mit den Interessen der Wähler entstehen würde." Zeug«:„Der Reichstag ist ja ober auch auf Grund des Gesetzes gewählt, und der Abgsordnet« befindet sich in Ausübung ssiner Pflichten gegenüber den Wählern." Borsitzender:„Ihre Ersahrungen sollten Ihnen aber auch trotz Ihrer Jugend sogen, daß im ollgemeinen den Ladungen vor Gericht Folge geleistet vrerden müßte. Es ist nicht so. daß man sich sagen kann: Es geht mich einen Dreck an. wenn man glaubt, daß die Verantwortung vor dem Gesetz der Verqittnmrtung vor den Wählern Widerspricht. Ich würde Ihnen in jedem Falle empfehlen, in Zukunft den Gesetzen zu gehorchen, und nicht aus die innere Stimme.zu hören. Es wäre auch durchaus zweckmäßig, den Gesetzen zu gehorchen, da man sonst sehr leicht zum Rechtsbrecher ivsrden kann." Die Belehrung, die der Zeuge erhielt, galt zwei jungen Leuten: dem Herrn Prioaffetretär und seinem Meister Goebbels. sieden bürgerlichen Abgeordneten, darunter einem Demokraten, zu» stumnen. Di« letzten Reichstagswohien haben das Stimmenverhält- nis weiter zugunsten der Sozialdemokratie verschoben. Oie Anwendung der Rowerordnung. Beffttung in Preußen.- Klagen im übrigen Neich. Seil dem Protest der sozialdernokra tischen Reichstags srakli an gegen die Anwendung der Rolverordnung zur Be- kömpsuag politischer Ausschreitungen hat sich vornehmlich in Preußen ein« starke Besserung der Bcrhälwisse bei der Anwendung der Rot- Verordnung gegenüber der Sozialdemokratie and ihr nahestehender Organisationen gezeigt. Di« Verfügung des preußischen Innenministers, wonach generell Plakate und Versammlungseinladungen nicht mehr von jedem ein- zelnen Polizeiorgan zu genehmigen sind, sondern bezirtswels« von Regierungspräsidenten. Oberprasidenten usw. gestattet werden können, hat wesentlich dazu beigetragen, die Empfindung zu besei» ttgen, als werde die Notverordnung schikanös angewendet. Aber auch bei dem direkten Eingreifen in die politische Betätigung ist man in Preußen weitherziger geworden. Insbesondere ist das Verbot eine» Freidenker- Flugblattes durch den Landrat tn Achim, auf das die sozialdemokratisch« Reichstagsfrattion besonder» hingewiesen hatte, inzwischen aufgehoben worden. Leider kann man nicht sagen, daß auch im übrigen Reich die Anwendung der Notverordnung ihrem eigentlichen Sinne entspricht. Die sozialdemakratische Reichssagssrattioa hol deshalb Beran- lassung genommen, in einem neuen Schreibe» an den Reichsminister de» Innern einige besonder» schwer- wiegende Fälle hervorzuheben und den Mnifier dringend um Abhilfe ersuch». In einem thüringischen Ort Hot man unter Bezugnahme auf die Rotverordnung der Sozialistischen Arbeiter-Jugend di« Mitnahme «ine» Transparent» verboten, das die Aufschrift trug:.hinein in die Sozialistische Arbeiter-Jugend" C» ist unerfindlich, warum ein derartiges Transparent drr Notverordnung widersprechen soll. Den Freidenker-Organisationen hat man in den verschiedensten deutschen Städten Versammlungen mit rein wissenschaftlichen Themen auf Grund der Notverordnuna verböte» und Flugblätter, di« tn Preußen erlaubt sind, zur Verleitung nicht zugelassen. Es ist erforderlich, daß der Reichsminister de, Innern als Zen> tralinstanz sich um die Anwendung der Notverordnung in stärkerem Maße kümmert, als das anscheinend bisher der Fall gewesen ist. ... wie die Praxis beweist! �Alle Verbrecher sind Marxisten!" Nazi-Abg. Studentkowski im Sachs. Landtag. Kataloniens staatliche Maifeier. Loyalitätskundgebung des Adels. Renner an Gldersch' plah. Oer Präsident des Nationalrates. Wien. 29. April.(Eigenbericht.) Der Nationalrai wählte am Mittwoch zum Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Eldersch den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Renner. Die Wahl erfolgte im zweiten Wahl- gang mit den Stimmen der Sozialdemokraten. Die Christlich- Sozialen machten anfänglich den Versuch, die Wahl zu vertagen. Renner hielt nach seiner Wahl eine Ansprache, in der er u. a. auf die schwere Wirtschaftskrise hinwies und erklärte, dah der größte Teil aller Uebel durch die höhere Gewalt der Friedensverträge her- vorgerufen sei. Die Regierungen von Deutschland und Oesterreich hätten kürzlich den ersten Schritt auf dem Weg ins Freie getan. Möge es gelingen, eine neue Wirtschaftsordnung für ganz Europa anzubahnen.„3n meinem und wohl auch in Ihrem Namen— so schloß Renner— grüße ich in dieser Stunde unser großes deutsches Brudervolk." An Reichstagspräsident L ö b e hat Dr. Renner folgendes Tele- gramm gerichtet:„Zum Präsidenten des österreichischen Nationalrats gewählt, entbiete ich Ihnen als dem Repräsentanten der gesetz- gebenden Körperschaft des Brudervolkes herzlichsten Gruß in der choffnung auf ein immer engeres Zusammenwirken der beiden deutschen Parlamente." Oer Kampf um Or. Wertheimer. Die„Neue Züricher Zeitung' stellt seine grundsähliche Bedeutung fest. Zürich. 29. April.(Eigenbericht.) Die„Neue Züricher Zeitung" beschäftigt sich in einem längeren Aufsaß unter dem Titel �veutschland und der Völkerbund" mit der deutschen Personalpoliiik in Gens. Dufor- Feronce, der deutsche Untergeneralsekretär, dessen Ausscheiden aus dem Völkerbundsekretariat möglich sei. stehe nicht im Vlendlicht innerdeutscher Kritik. Dagegen ist um einen mittleren Posten, den des deutschen Vertreters in der Informationsabteilung, ein heftiger Kampf entbrannt. Diese Stelle befand sich in der besonderen Interessensphäre der deutschen Presse, nicht nur, weil diese mit dem Vertreter in der Informationsabteilung ständig zu tun hat, sondern auch, weil manche deutsche Journalisten sich um den Posten beworben hatten. Unter diesen Kandidaten waren erklärte Völkerbundsgegner, begabte Leute, die aus ihrer Gesinnung nie ein Hehl gemacht und zum Beispiel Strese- manns Verständigungspolitik hartnäckig bekämpft hatten, und die sich nicht scheuten, offen zu sagen, daß sie auf den Völkerbundsposten reflektierten. Das wird außerhalb Deutschlands sonderbar anmuten, aber jene Leute sehen in ihrer Völker- bundsfeindlichen Gesinnung kein Hindernis, als Beamte des Völkerbundes zu wirken und glaubten offenbar, daß auch die Wilhelmstraße in dieser Beziehung tolerant sei. Weiter heißt es: Die Anhänger von Strefemaims behutsamer, oertrauencinflößender Politik werden als„M a r x i st e n",„vaterlandslose Gesellen" und „Schwächlinge" abgetan. Wenn ein Freund internationaler Ver- s'ändigimg wirtlich Sozialdemokrat ist, dann muß er ge- »artigen, als„untragbar" obgelehnt zu werden. Die rechts- f'ehend« Presse hat denn auch Dr. Wertheimer von Anfang an bekämpft. Zum Schluß heißt es: Das Auswärtige Amt hat bereits bei dem Verbot des Remorque-Films vor dem Nationalismus kapituliert. Man hat das als eine„rein imrsrdeutjch« Angetegeuh-eit", betrachtet. Her Fall Weroths im er b: trii st jedoch die- deutsche Personälpolitik im Völkerbund und wird drhcr einen sozusagen konkreteren Aufschluß über den Kurs des Auswärtigen Amtes erteilen. Schließlich werden dann noch hie Verleumdungen nationalistischer Organ« über die Tätigkeit Wertheimers während der Münchener Räteregierung und später eingehend widerlegt. * Der Kampf um Wertheimers endgültige Bestätigung ist in ein Stadium getreten, bei dem tatsächlich der bevorstehenden Eni- scheidung grundsätzliche Bedeutung für die auswärtige Politik Deutschlands zukommt. Dos Auswärtige Amt wird hier den Beweis liefern müssen, ob die nationalistische Reaktion auch in außenpolitischen Fragen ihren Willen durchzusetzen vermag, oder ob die Berständigungspolitit Strefemaims unter seinem Nachsolger Curtiu» überhaupt noch gilt. Denn es geht längst nicht mehr um die Person und die Qualitäten Wertheimers, sondern es handelt sich jetzt um eine Kraftprobe, bei der jene Rechtskrcise, die den Diffamierungsfeldzug gegen den Sozialdemokraten Wertheimer noch vor seiner Ernennung inszeniert haben, ihren Willen durch- zusetze» versuchen. Das Ausland und namentlich das gesamte Völkerbundssekretariat würde in einer Nichtbestätigung Wert- Himers den ojfcnkundigen Beweis dafür erblicken, daß das Aus- wärtige Amt nach der Pfeife der Gegner der Berständigungs- politik tanzt. Gensaiion im Llnterhaus. Ehvrchill für Snowven. London. 29. April.(Eigenbericht.) Die Budgetdebatte im englischen Unterhaus dauert fort. Aus den Reden der Liberalen ist ersichtlich, daß sie dem Etat in seinen Einzelpunkten zustimmen. Die Kritik der Konservativen ist lahmgelegt. Statt Churchill führt jetzt Reville Chambcrlain die Opposition Der Bruch Churchills mit den Konservativen kam am Mittwoch rasch zum Ausbruch. Als der frühere Finanz- minister der Regierung Baldwin das Wort ergriff, verließ die Konservative Partei dcnSaal. Nur einzelne Horchposten blieben zurück. Churchill, der schärfste Gegner der Arbeiterregierung, erklärte zum Entsetzen der Konfervativen feine U e b e r e in st i m m u n g mit dem Etat. S n o w d e n Aerdieire alle Anerkennung, denn durch dieses Budget habe er Englano um«in« gefährliche Klippe . gebracht. Churchill ist ein« solche Autorität im englischen Bürger- tum. daß durch seine Rede den Konservativen alle Oppositions- Möglichkeiten aus der Hand geschlagen sino. Während Churchill sprach, saß Enowden lächelnd auf seinem Platz. Die Abgeordneten strömten in die Wandelhall«, um das Ereignis zu besprechen. Neusüdwales bleibt schuldig. Die zum 1. Mai falligen Zins- Zahlungen auf seine Anleihen in New Port und London in Höhe von 4 Millionen Mark hat Neusüdwales nicht geleistet. Die australische Bundesregierung hat statt besten gezahlt. Die provisorische Verfassung der Republik China nKrd am l. Mai und den folgeirden Tagen vom Zentralkomitee d»r Kumminotangparter beraten; am st. Mai wird die Nationaloersamm- luna«rösfnet.— Holland und Norwegen hoben auf ihre Konsular- gcrichtsbarkeit in China verzichtet. Barcelona. 29. April.(Eigenbericht.) Die katalanische Regierung hat angeordnet, daß der 1. Mai in ganz Katalonien als Festtag der Arbeit gestiert wird. Sämtliche Fabriken, Theater, Easehäuser und Geschäfte, ausge- nommen die Lebensmittelgeschäfte, bleiben am 1. Mai geschlossen. Der katalanische Adel Hot eine Erklärung verössenllicht, nach der er das Land nicht verlassen und der republikanischen Re- gierung keinerlei Schwierigkeiten bereiten werde. Asylrecht für Trohki in Spanien. Wie havas aus Madrid berichtet, habe Außeumiuister L e r r o u x auf eine Anfrage von Journalisten erklärt, er sehe keinen Grund, weshalb Trohki, wenn er das wünsche, nicht in Spanien seinen Wohnsitz nehmen solle. Hinsichtlich der Anerkennung der Sowjetregierung äußerte sich Lerroux dahin, daß er für die Anerkennung sei. (2in Dementi der spanischen Botfchast. Der Geschäftsträger der spanischen Republik in Berlin teilt mit:„Die spanische Botschaft dementiert die Nachricht, die in einigen Berliner Zeitungen(nicht im„Borwärts"; Red.) erschienen ist. wonach die Botschaft beim Auswärtigen Amt gegen die Kon- didatur des Herrn Alvarez dol Bayo als spanischen Botschafter in Berlin Schritte unternommen hätte. Die spanisch« Bot- schaft weiß nichts von einer solchen Kandidatur. Der Geschäfts- Madeirabischof wollte vermitteln. Doch der Marineminiffer lehnt ab. London, 29. April.(Eigenbericht.) Der Bischof von Funchal, ein Engländer von Gr- burt, wachte am Wlltwoch vergeben» einen Einigungs- versuch zwischen den Ausstäodischeu und den Kommandanten der vor wodeira liegenden portugiesischen Kriegsschiffe. Die Regierung von eisfabon verlangte jedoch bedingungslose Kapitulation. Die Ausständischen in Funchal werden eine große Proklamation erlassen, in der sie es für eine Lüge erklären, daß das Ziel ihrer Bewegung die Loslösung Madeira» von Portugal sei. Madeira verlange lediglich das Ende der Diktatur und der Unterdrückung aller Volksrechle und Wiederherstellung der Demokratie. Mittlerweile gärt es in Portugal selbst. Die Regierung hat in de« Kasernen die Soldaten unter Alarmbereitschaft gestellt. Zolldebatte gegen Benefch. Sozialdemokraten in Prag für die Zollunion. Prag, 29. April.(Eigenbericht.) Im Auswärtigen Ausschuß des Abgeordneten- Hauses fand am Dienstag und Mittwoch eine große Debatte über die Erklärungen des Außenministers Benesch zur Frag« der Zollunion statt, an der sich 14 Redner beteiligten. Im Namen der deutschen Sozialdemokratie in der Tschecho- slowak« erklärte Abgeordneter Pohl, daß seine Partei sich mit den politischen Teilen des Berichtes nicht identisizieren könne. Der tschechische sozialdemokratische Abgeordnete N e t s ch a s führte gus, daß die Vorbedingung einer Zollunion die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland sein müsse. Die Entwicklung der euro- päischen Einigung müsse nach sozialistischen Grundsätzen zu größeren Wirtschostsgebieten führen. Die Argumentation, die eine Schädi- gung der österreichischen Industrie durch die Zollunion befürchte, müsse man ablehnen. Der tschechische sozialdemokratische Abgeordnete Professor M a c e k besäte sich insbesondere mit der Industrie- und Agrarkrise. Er pflichtete der Ansicht des deutschen Sozialdemokraten Pohl bei. daß die ganze tschechische Handelspolitik im Joch« der Agrarier stehe.- Macek sagt«, daß die tschechischen Sozioldemo- kraten schon als Anhänger des Freihandels prinzipiell nicht gegen die Zollunion sein könnten. Der Führer der Nationaldemokraten Kramarsch sprach gegen die Zollunion und für die Schaffung eines größeren Absatzgebietes für Oesterreich. Eine Truppenmeuterei in Soo Paulo(Brasilien) soll rasch unterdrückt worden sein. träger von Spanien, Herr Prieto Villabrille, weiß ganz genau, daß er nicht zuständig dafür wäre, das Agrement zu- gunsten einer bestimmten Person vorzuschlagen, und noch viel weniger, dagegen einzuschreiten; dies wäre absurd. Außerdem würde es seine Regierung unter keinen Umständen zulassen. Die Botschaft hat sich infolgedessen weder zugunsten noch gegen einen bestimmten Kandidaten verwendet. Wen» der richtige Augen- blick gekommen ist. wird sie sickf daraus beschränken, die von ihrer Regierung in Madrid erhaltenen Anweisungen getreu und genau auszuführen." Alfons verkaust seine spanischen Aktien. London, 29. April.(Eigenbericht.) Wie der„Daily Herald" aus gut unterrichteten Kreisen erfährt, benutzt der spanische Exkönig seinen Londoner AufeNchall zur Um- gkuppierung seines auf 60 bis 70 Miffionen Goldmark ge- schätzttm Vermögens. Verkauft werden vor allem spanische Wertpapiere und Aktien von Unternehmungen, die mtt. spanischen" Firmen in Industrie- und Handalsoerbindung stehen. Das durch diese Transaktion freiwerdende Geld wird von seinen Handels- agsnten in sicheren und gut verzinclichen englischen Papieren angelegt. Mfonso, der die Revolution lange varousgesehen hatte. hatte rechtzeitig alle verfügbaren Gelder und Papiere nach London überweisen lassen, so daß ihm das Ziel der schwierigen Umgruppierung dieses Vermögens gelingen wird. Krankreich endlich für Echiedspflichi. Die Haager Klausel unterschrieben. Gens, 29. April. Die französische Regierung hat dem Generalsekretär des Völker- bundes die Ratifizierungsurkunds über den Beitritt Frankreichs zu der sogenannte»„Fakultativklauscl" des Statuts des Internationalen Haagcr Gerichtshofes, die die obligatorische Ver- pflichtung zur Regelung von Rechtsstreitigkeiten jeder Art durch den Internationalen Haoger Gerichtshof vorsieht, übermittelt. * Die ,.Falultotill"llausel ist unter den Großstaaten zuerst von Deutschland, im Jahre 1926, unterzeichnet ynd ratifiziert worden. Die englische Arbeitcrregierung hat sie im vorigen Jahr anerkannt. Wenig Maifeier in Paris.. Geschlossenheit nur bei den Krastdrofchleitfühmtt. Paris, 29. April.(Eigenbericht.) Der 1. Mai wird in Frankreich wie im Borjahre nicht durch allgemeine Arbeitsruhe gestiert werden. In Paris werden die Berkehrsmittel, die Gas-, Elektrizftäts- und Wasserversorgung wie gewähnlich funktionieren. Ebenso werden alle Geschäfte und Fabriken arbeiten: nur die Kraftdroschken werden nicht verkehren. Außer einer Versammlung, die vom Verband der Pariser sozialistischen Gewerkschaften nach der Arbeitsbärse einberufen ist, werden die sozialistischen Parteien und der Zlllgemcine Gewerkschasts- bund keine Kundgebungen veranstalten, zumal Ansamm- lungen und Unrzüge auf den Straßen verboten sind. Die Kommunistische Partei und der Kommunistische Gc- werkschaftsbund fordern ihre Anhänger zu Kundgebungen auf den Straßen in der Umgebung des Zirkus auf, nachdem eine Kund- gebung in dem Zirkus polizeilich untersagt worden ist. Erdbeben in Kaukaslen. Bisher 250 Tote. London, 2S. April.(Eigenbericht.) Bei einem Erbbeben in Kaukasie» wurde», wie der „Tailh Herald" aus Moskau meldet, SSV Personen gc- tötet. Die Hauptstadt T i f l i s selbst und der in der Rahe liegende Heimatsort Stalins wurden von dem Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen. Spitzelarbeit gegen Kommunistischer„Kiassenkampf". Von?rall2 Künstler. Durch wohlsrisierte„Sieges�-Berichte haben die obersten Heeres- leitungen während des Weltkrieges den Völkern den Ernst der Lage verheimlicht. Nach der gleichen Methode melden jetzt National- sozialiften und Kommunisten jeden Tag Siege über die Sozial- demokrati«. Soeben Hot die Sozialdemokratie im Jahrbuch de? Parteivor- standes für 1930 und in den Jahresberichten der einzelnen Bezirke über die Mitgliederbewegung, über den Stand der Parteipress« und Parteisinanzen Ausschluß gegeben. Wo ist das Jahrbuch der Kom- munistischen Partei, dos auch dem Gegner offen zur Nachprüfung übergeben werden kann? Der Berliner Bezirksverband der Sozialdeniokratie musterte Ende März 1931 über 79 999 eingeschrieben« und bei trag- zahlende Mitglieder. Nach der russischen„Prawdo" oom 25. Oktober 1939 zählte die Kommunistische Partei in ganz Deutsch- land 124 999 Mitglieder. Die Sozialdemokratische Partei zählte im ganzen Reich am 1. Januar 1939 1 921 777 Mitglieder am 1. Januar 1931 1 937 384 Mitglieder. Das ist in klaren Zahlen der„Sieg" der Kommunisten über die Sozialdemokratie. Da olle Zlktionen der Kommunisten verpufften, griff man schließ- lich im Kampfe gegen die Sozialdemokratie zu den Methoden des seligen Puttkamer. Wenn man z. B. die Lügenberichte über unseren Bezirksparteitog in der„Roten Fahne" liest, muß man geradezu die Ueberzeugung gewinnen, daß heute der Spitzel der Hauptfunktionär in der Kommunistischen Partei ist. Daß es sich bei diesem Spitzeltreiben um ein ganzes wohlaus- gcklügeltcs System handelt, soll in den nezchfolgendcn Ausführungen gezeigt werden. Di« Zeitschrift„Oktober", Militärpolitisches Mitteilungsblatt, für die ein angeblicher Hermann Scholz, Duisburg, zeillznet, bringt in der Aprilnummer 1931 neben einem Artikel über„Straßen- und Barrikadenkämpfe" auch einen solchen über „Methoden der Arbeit in der SPD.". Ucber die Arbeit in der SPD. in Düsseldorf verbreitet sich der Verfasser sehr eingehend. Er zeigt darüber hinaus die Richtlinien auf, nach denen die konspirative Tätigkeit über ganz Deutschland organi- siert werden soll. Erste Aufgab« ist nach den Darlegungen des Verfassers die Schaffung eines Jnformationsapparates zur Beob- ochtung des Lebens innerhalb der SPD. Hierfür werden vier Möglichkeiten ins Auge gefaßt: 1. Werben von Verbindungsleuten inner- halb der SPD. 2. Anknüpfen von Beziehungen zu solchen Genossen, die unter Sozialdemokratie irgendeinem Zwange(? Red. d.„D.") der SPD. beigetreten sind (ober kommunistisch denken). 3. Sammeln aller aus der SPD. kommenden Elemente und ihre Beauftragung mit I n f o r m a t i o n s a r b e i t in der SPD. 4. Abkommandierung von Genossen in die SPD. Die Kolporteure des Kommunistischen Literaturvertriebes sollen planmäßig alle erreichbaren SPD.-Adressen sammeln, um auf diesem Wege feste Verbindungen anzuknüpfen. Außerordentlich zweckmäßig sei serner, übertretende SPD.-Leute mit der konspirativen Arbeit zu beauftragen. Die Kommunistische Partei stelle sich immer mehr auf diese Arbeit ein und habe folgende Anweisungen herausgegeben: „Wir haben deshalb alle in Frage kommenden Instanzen der Partei angewiesen, alle einlaufenden Antröge auf Ausnahme in die Partei sofort und vor der Erledigung des Antrags unserem Ressort zu melden. Auf diese Weise haben wir verschiedene SPD.-Leute erreicht, mit deren Beauftragung jedoch die Er- fahrung gemacht, daß nur junge Kräfte für den Jnsor- m a t i o n s d i e n st vcrwendungsföhig sind, da sich die Alten in diese Funktion nicht mehr hineinfinden können." Die Abkommandierung von Mitgliedern der SPD. ist, wie weiter mitgeteilt wird, nur in solchen Fällen vorgenommen worden, wo alle anderen Möglichkeiten erfolglos erschöpft waren. Die Schaffung von Verbindungen wird nur dann für zweckmäßig erklärt, wenn dabei auf längere Sicht gearbeitet wird. Hierfür sind folgende Anweisungen gegeben: „1. Der Genosse darf im Bezirk nicht als Kommunist be- tannt sein. 2. Er muß eine gründliche politische Schulung hinter sich haben. 3. Die Verbindung zwischen Partei und solchen Genossen muß streng konspirativ sein." Besonders wird in den» Artikel vermerkt, daß die politischen Verhältnisse in der SPD. es erfordern, sowohl„rechte" als auch „linke" Verbindungsleute zu schaffen. Ausdrücklich wird zum Schluß betont, daß diese„besondere Be- arbeitung der SPD." erst begonnen habe. Wenn die„Rate Fahne" in ihrem Bericht über unseren Bc- zirksparteitag von„angeblichen kommunistischen Spitzeln in der Sozialdemokratie" spricht, so ist durch den Artikel in der Zeitschrift „Oktober" der Beweis erbracht, daß die Konmmnistischc Partei ihre Zu- und Mitläufer tatsächlich zur Spionage erzieht und drillt. Mit einer Partei, die zu solchen Mitteln greift, kann man sich kaum noch geistig auseinandersetzen. Mit ihrem Versuch, die Sozialdemokratie durch Spitzelarbeit zu zersetzen, hat die KPD. einen großen Vorgänger: nämlich den schon genannten königlich preußischen Polizeiminister v. Pult kam er. Er hat es nicht geschafft, und so wird auch das Bemühen jener ver- geblich bleiben, die heute als angebliche„Revolutionäre" feine ge- treueften Schüler find, der Kommunisten! Fricks Nachlaß wird aufgeräumt. Verbot politischer Echülervereinigunaen in Thüringen Weimar, 29. April Das thüringische Volksbildungsministerium gibt bekannt: Die Hitlerjugend und insbesondere der Thüringer Schüleround haben bei ihrem öffentlichen Auftreten im politi- scheu Streit der letzten Wochen ein Verfahren angewandt, das mit grundsätzlichen Forderungen, die an die Jugend im Interesse ihrer Erziehung hinsichtlich Bescheidenheit und parteipolitischer Zurück- Haltung gestellt werden, nicht in Einklang steht und t e i n e s s a l l s geduldet werden kann. Im Interesse der Jugenderziehung und der Schuldisziplin haben die Schulleitungen der höheren Schulen die Maßnahmen zu ergreifen, die im§ 26 II der Schulordnung vor- gesehen sind. Dieser Paragraph verbietet politische Schülervereinigungen und gab seinerzeit den Anlaß zu dem Konflikt zwischen Minister Dr. F r i ck und dem Weimarer Gymnasialdirektor S i e s e r t. Dr. Siefert hatte auf Grund dieses Paragraphen eine rechtsgerichtete Schülerorganisation verboten und Dr. Frick hatte die Aufhebung dieses Verbots gefordert. �as Hakenkreuz in den bayrischen Gchuken. Wünchen, 29. April. In der Plenarsitzung des Landtages kam Kultusminister Dr. Goldenberger eingehend auf eine Reihe von Klagen über die politische Betätigung nationalsozialistischer Lehrer und über nationalsozialistische Beeinflussung von Volks- schülern zu sprechen. Er glaubte zusammenfassend feststellen zu können, daß nach den eingelaufenen Regierungsberichten die nationalsozialistische Propaganda in Bayern die Schüler der Volks- und Berufsschulen in erheblichem Maße noch nicht ersaht habe. Das Unterrichtsministerium werde nach wie vor entschieden bemüht sein, jede Politik von den Schülern fernzuhalten. Fast in jedem Regierungsbezirk betätige sich eine nicht unbeträchtliche An- zahl von Volksschullehrern im Dienste der nationalsozialistischen Be- megung. Die überwiegende Zahl dieser Lehrer habe sich in den Schranken gehalten, die den Beamten im allgemeinen und den Jugenderziehern im besonderen gezogen seien. Bedauerlicherweise lägen aber auch Fälle vor. in denen Bolksschullehrer in der national- sozialistischen Betätigung diese Grenze auch überschritten. In vier Fällen habe das Ministerium Veranlassung genommen, die Akten an die Regierung zur Durchführung des Verfahrens zurückzugeben. Den Razirebellcn um Hauptmann Slenncs geht es sinanziell und auch organisatorisch wesentlich besser als es Hitler und Konsorten wahr haben möchten. In der neuesten Nummer seiner Halbwochen- Zeitschrift teilt Stennes z. B. mit, daß sein Organ ab nächsten Mitt- woch„in großer Ausmachung" mit zahlreichen Beilagen ericheinen werde und künstig in Berlin auch Sonntagabends herausgegeben und verkauft werden soll. Außerdem stellt Stennes fest, daß im Kreise Breslau-Land ein Bezirksleiter der NSDAP, mit sämtlichen 19 Ortsgruppen zu ihm übergetreten sei und sich auch der Srurm 39, ebenfalls Breslau-Land, geschloffen hinter ihn gestellt habe. Stennes prophezeit schließlich:„Der Breslauer Meldung werden in wenigen Wochen zahlreiche Meldungen gleichen Inhalts und gleicher Bedeutung folgen." Oer preußische Forstetat. Abstimmungen aus vem Lnnenetat.— Sozialdemokratische VerbefserungSantrage für die Schupo angenommen. Im Preußischen Landtag wurde am Mittwoch die zweite Lesung des Forstetats fortgesetzt. Von Bedeutung war dabei lediglich eine Rede des Landwirtschaftsmini st ers Dr. Steiger, der die Angriffe des sozialdemokratischen Abgeord- neten Brandenburg gegen den Sachreferenten für Arbeiterangelegen- Helten im Ministerium für unberechtigt erklärte. Der Rückgang der Ueberschüsse der Forstoerwaltung habe selbstverständlich Sparmaß- nahmen bei den persönlichen und sachlichen Ausgaben des Etats erfordert. Infolge der schlechten Wirtschaftslage liegen die Holz- preise noch unter den Vorkriegspreisen. Dabei sei die Einfuhr von fremdem Holz ungefähr ebenso hoch wie vor dem Kriege. Jnsbeson- dere sei der Anteil Rußlands an der Holzeinfuhr in den letzten Jahren gewaltig gestiegen. Rußland ist infolge seines Wald- reichtums und seiner niedrigen Arbeiterlöhne in der Lage, den deutschen Holzmarkt mit billigem Holz zu überschwemmen. Aber der Rapollo-Vertrag gestatte keine wirksamen zollpolitischen Schutzmah- nahmen gegen dieses russische 5)olzdumping. Die von verschiedenen Seiten geforderte Umstellung der staatlichen Forstwirtschaft in ein öffentliches Unternehmen wie bei den preußischen Bergwerken lehnte der Minister ob. Außerdem stimmte das Haus über die angefochtenen Titel des Haushalts des Innenministeriums und über die dazu gestellten Anträge ab. Dabei wurde in namentlicher Abstimmung ein deutschnationaler Antrag abgelehnt, der die Aufhebung des Mi- nisterialerlasies über die Nichtbestätigung von Kommunisten und Nationalsozialisten in kommunalen Aemtern verlangt. Ebenfalls in namentlicher Abstimmung wurde ein kommunistischer Antrag ab- gelehnt, der das Demonstrations- und Versammlungsverbot auf- heben will. Dagegen wurden eine ganze Reihe sozial- demokratischer B e r b e s se r u n g s a n t r ä g e für die Schutzpolizei angenommen. So soll unter anderem den Bc- amten eine Verlängerung des ihnen zustehenden Urlaubs zuge- sprachen werden, um sie für den an Sonn- und Feiertagen durch Alarmanordnungen entstandenen Verzicht auf ihre Freizeit zu ent- schädigen. Ferner sollen mit allen verfügbaren Mitteln die Polizei- Unterkünfte der Schutzpolizei ausgestattet und die Polizeiuntertünfte oerbessert werden. Endlich sollen Polizeibeamte nach Vollendung des 49. Lebensjahres von der Pflichtteilnahme an den Leibesübungen befreit werden. Die abgebrochene Aussprache über den Forstetat wird am Don- nerstag 19 Uhr fortgesetzt._ Giaaishilfe für die Gemeinden. Initiative des preußischen Staatsrats. Der Preußische Staatsrat nahm am Mittwochabend ein- stimmig den Initkativgcsctzcntwurf an, wonach sich der preußische Staat im Rechnungsjahr 1931 mit einem B c- trage von 239 Millionen Mark an den Kosten der Arbeitslosensürsorge beteiligen soll. Die Mittel sollen auf die Bezirksfürsorgeverbände verteilt werden, uird zwar einmal nach der Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in den Fürsorgeverbänden und zum anderen nach dem Bedarfssatz, der unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse durchschnittlich für den einzelnne Unter- stützungsfall festgesetzt wird. Das Gesetz soll rückwirkende Kraft ab 1. April d. I. erhalten. Mit dem Gesetzentwurf zugunsten der Crwerbsloienunterstlltzung, die den Gemeinden obliegt, hat der Staatsrat zum erstenmal von dem Recht, ein Initiativgesetz vorzulegen, Gebrauch gemacht. Der Statasrat sieht die Lage der Gemeinden und Geineindeverbände so ernst an, daß er ein sofortiges Handeln für geboten erachtet hat. Die Verhandlungen zwischen Reich und Staat schleppen sich seit Wochen hin, ohne daß eine Hilse für die überlasteten Gemeinden auf dem Gebiet der Wohlfahrtsfürsorge eingetreten wäre. Um die Sache vorwärts zu treiben, hat sich dann der Staatsrat zu dem Initiativgesetz entschlossen. Freilassung der deutschen Ballonfahrer. Die drei Insassen des bei Warschau niedergegangenen deutschen Freiballons find frei- gelassen worden, so daß ihrer Rückreise nach Teutschland nichts mehr im Wege steht. Die Ballonhülle wird ebenfalls nach Deutschland zurückbefördert werden._ (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) VeranNvortliib filt Politik: gran, Bliifi«: Wirtschaft:®. Älinnclböfet; Ecwerkschaltsberocftuna: S Steinet: geuilleto»: Dt. Zolin Schikowoki: Lokales und Sonstines: gti» BntstäM; An, einen: Th. Sloete: sämtlich in Berlin. Verlan: VorwLrto-Verlan G m b. S.. Berlin. Druck: Vorwärlz.Buchdruckeret und Verlansanstalt Paul Sinnet u. Co.. Berlin EM SS. Lindenstrabe 3 Siet,n 2 Beilagen. GROSSER RESTE VERKAUF In d• n beid®" Stoff Uchthöf»" (b hfhte . Damen-Kl©� äA Bedr-ckt Bemborg- � bedrucktem CrSpe marocaln. m /V# Georgette hervorragende floner porm. moderne Muster. 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Aus den Bodenluken schlugen plötzlich meterhohe Flammen her- aus und in kurzer Zeit bildete der Dach st u h I in seiner ganzen Front ein einziges Feuermeer. Beim Anrück.n der Wehren waren die Hinterhausdachstühle und angrenzenden Wohn- Häuser bereits so stark bedroht, datz Großfeueralarm gegeben werden mutzte. Unter Leitung des Oberbaurates Berg von der Rankewache in Wilmersdorf griffen vier Löschzüge in die Bekämp- fung des Brandes ein. Das feuchte Wetter druckte die starken Rauchmassen auf die Stratze nieder, so datz die ganze Umgebung der Brandstätte in eine undurchdringliche Oualmwolk« gehüllt war. Mit Sauerstoffapparaten ausgerüstet, drangen die Lösch- trupps über die Treppenhäuser und eine mechanische Leiter nach oben vor. Sechs Schlauchleitungen niuhten eingesetzt werden, um die Flammen, die an Bodengerümpel, Verschlagen und dem Dach- gebälk reiche Nahrung fanden, einzudämmen. Trotz aller Be- mühungen der Feuerwehr konnte von dem Dachstuhl nichts gerettet werden. Der Schaden ist erheblich, da auch in den Wohnungen des dritten und vierten Stockwerkes durch hsrabdkingende Wassermassen erhebliche Verheerungen angerichtet worden sind. Die Entstehungsursache konnte bisher nicht geklärt werden, da bei der Heftigkeit des Brandes sämtliche Spuren verwischt sind. Der Brand hatte in der hauptverkehrsstrahe eine gewaltige Schar Neugieriger angelockt. Der gesamte Straßenverkehr mutzte von 17 bis 18.RZ Uhr polizeilich gesperrt und durch die Tempelhoser Stratze und Feurig- stratze umgeleitet werden. Zwei tödliche Ltnfälle. Im Laufe des gestrigen Nachmittags ereigneten sich wieder zwei tödliche Verkehrsunfälle. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes vor dem Hause V e u s s e l st ratze 2 in Mvabit wurde der 81jährige Rentner August W o i t h e aus der Bochumcr Stratze 2S von einem Wagen der Städtischen Müllabfuhr über- fahren und schwer verletzt. Der Greis wurde ins Moabiter Krankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Aufnahme starb. An der Ecke Luisen- und Jnvalidenstraße geriet das 16jährige Lehrmädchen Ilse O l d e h a o e r aus der Pritzwalker Stratze unter die Räder eines La st a u t o s. Die Verunglückte wurde durch die Feuerwehr in die Charitä gebracht, doch konnte bei der Ein- lieferung nur noch der Tod festgestellt werden. Kairo-Expreß in Flammen. 3S Passagiere verbrannt.— Viele Echwerverlehte. London, 29. April. Einer Meldung aus Kairo zufolge fing am Mittwoch- nachmittag der Alexaudria— Kairo-Gxpretz Feuer. 38Personen, darunter 10 Kinder, fanden dabei den Tod, drei starben nach Einlieferuug in das Krankenhaus und 30 Personen wurden schwer der- letzt. Viele Leichen waren bis znikf Unkenntlichkeit der- stümmelt. Ter Zustand vieler Verwundeten ist sehr ernst. Unter den Toten befindet sich nur ein Europäer. Das Feuer, das wahrscheinlich durch das Heißlaufen eines Lagers entstanden war, erfaßte drei hölzerne Wage« 3. Klasse älteren Typs. Der Zugführer hatte den Aus- bruch des Brandes nicht bemerkt und wurde erst während der Fahrt durch einen Streckenwärter auf die ausbrechen- den Flammen aufmerksam gemacht. Kein Verbrechen. Oer Tod des Schlossers Nageis aufgeklärt. Mt der Aufklärung eines Todesfalles beschäftigt« sich, wie mir berichteten, die Reservemordkommrssion des Polizeipräsidiums. r, Beginn 13 Uhr im Moabiter Schutzenhaus, Plößenfee. Redner: Paul.Mennig. Wedding. 13 Uhr, Wassersportplaß, Freibad Plötzensce. Redner: Bürgermeister Carl Leid.— Bei Regenwetter nur großer Saal der Hochschulbrauerei, Seestraße Ecke 2lmrumer Straße. Kossenerösfnung 18 lh Uhr, Beginn 19 H Uhr. Prenzlauer Berg und Friedrichshain. 16 Uhr, Gesainträume des Saalbau Friedrichshain, Ilm Friedrichshain 16/23. Ärcuzberg. Einlaß 15% Uhr, Beginn 17 Uhr in den Gesamt- rinrmen der„Neuen Welt", Hasenheidc. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L. Charlottenburg. Brauerei Spandauer Bock. Redner: Franz Künstler, M. d. R. Spandau. 13 Uhr, Sportstadion Hakenselde. Redner: Franz Künstler, M. d. R.— Bormittags 10 Uhr Kundgebung aus dem Rathausvorplatz. Redner: Karl Litte, M. d. R. Siemensstadt. 19 Uhr, Lokal„Zum Heidekrug", Nonnendomm- allee 89. Redner: Alex Seling. Staaken. 18 Uhr, Sportpalast Reschke. Redner: Alex Seling. Wilmersdorf. 17 Uhr, Biktoriagartcn, Wilhelmsaue 114/113. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Zehlendorf. 19 Uhr, Lokal„Lindenpark", Berliner Straße Ecke Gartenstraße. Schönebcrg. Schloßbrauerei, Hauptstraße 122/123. Redner: Franz Künstler, M. d. R. Steglitz. 17 Uhr, Lichterfelder Festsale, Lichterselde, Zehlendorfer Straße 3. Tempelhof. 14 Uhr, Parkrestaurant Südende.— An Stelle des verhinderten Genossen Grimme spricht Dr. Heinrich Becker(vom Kultusministcrüim). Waunsee. Vormittags 10 Uhr, Lokal Reichsadler, Königstraß.'. Redner: Karl Dressel. Neukölln. Eröffnung 13% Uhr, Beginn 17 Uhr, in den Gesamt- räumen der„Neuen Welt, Hasenheide. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L. Treptow. Paradiesgarten. Redner: Erich Kuttner, M. d. L. Baumschulenweg. 16 Uhr, Altes Eicrhäuschen(Bicler). Redner: Max Fechner, M. d. L. Adlershof, Johannisthal, Nicderfchönewcide. Lokal Wöll- stein, Adlershof, Bismarckstraße 73/75. Saaleröffnung 18 Uhr, Beginn 19 Uhr. Lberschöneweide. Saalöffnung 17 Uhr, Beginn 18 Uhr im Lokal Blumengarten, Ostendstraße. Redner: Bürgermeister Julius Grunow. Altglienicke, Falkenberg»nd Grünau. 1712 Uhr, Gemein- schaftshaus der Gartenstadt Falkenberg. Redner: Stadtrat Karl Wevmuth. Köpenick. 1V8 und 108a. Abt. Eröffnung 18% Uhr, Beginn 19% Uhr. In beiden Sälen des Stadttheaters, Friedrichstraßc 6. Redner: Robert Breuer. Bohnsdorf. Lokal Heimann, Waltersdorser Straße 100. Rodner: Karl Hildenbrandt, M. d. R. Friedrichshagen. Lokal Bellevue. Redner: Erich Ollenhauer. Lichtenberg, 17. Kreis. 19 Uhr, Lokal Schonert, Stralau, Kynaststraße 19. Rednerin: Paula Kurgaß. Friedrichsfeldc. Lokal Tempel, Prinzenallee 43. Redner: Karl Dressel. Kaulsdorf. 19% Uhr, Turnhalle Kaulsdorf, Adolfftraße 23. Redner: Paul Heßberg.. Kaulsdorf-Süd. 18 Uhr, Lokal Iägerheim, Jägerstraße 54/38. Redner: Gustav Fuhs. Bicsdorf-Süd. 20 Uhr, Lokal Burckhardt, Köpenicker Str. 163/167. Redner: Eduard Zachert, M. d. L. Mahlsdorf. 19 Uhr, Lokal Anders, Bahnhofftraße 37. Rednerin: Marie Kunert, M. d. R. Mahlsdorf-Süd. Lokal Hubertus, Käpenicker Allee 100. Redner: Stadtverordneter Ernst Arndt. Wcißensce. 19 Uhr, Stadthalle, Pistoriusstraße. Redner: Land- tagspräsidcnt Friedrich Bartels. Pankow. 16 Uhr, Bürgerpark, Breite Straße. Redner: Otto Meier, M. d. L. Blankenburg. Lokal Krug, Dorfstraße 2. Reinickendorf- Ost. 17 Uhr, Schützeichqus, Residenzstraße 1. Reinickendorf-West. Jilmpalast„Ala", Scharnweberstraße Ecke Antonienstrohc. Redner: Stadtverordneter Hermann Lempert. Freie Scholle. 18 Uhr, Lokal Schollenkrug, Hermsdorfer Straße. Redner: Max Hcydemann. Tegel. 20 Uhr, Strandschloß(Einlaß 19 Uhr). Bei schönem Wetter Nachmittags Kaffeckochen im Garten. Tegelort. Lokal„Zum Schwan", Scharfenbergstraße. Redner: Kurt Kietzmann. Wittenau. 19% Uhr, bei Heese, Berliner Str. 73(am Kremmener Bahnhos). Redner Stadtverordnetenvorsteher Johaimes Haß. Rosenthal. Lokal Paulinenhof, Haupfftr.iße 1. Redner: Max Heydemann. Hermsdorf, Waidmannslust, Glienicke. 16 Uhr, Lokal Bath, Glienicke, Wichelmstraße 3/7. Redner: Otto Tost. Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin. Bs- teiligung an der Demonstration am 1. Mai der Gewerkschaften und Partei. Erscheinen ist Pflicht. Treffpunkt für alle Sektionen 9 Uhr Franz-Iosef-Platz, Unter den Linden. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Teutschlands, Ortsgruppe Berlin. Die Mitglieder der ASL. demonstrieren am 1. Mai mit dem ADB. Treffpunkt Bcthanieimser. Deutschlands größte Zigarrenfabrik empfiehlt: immernoch zu alten Preisen Friec.rich$ir. oi (Curfürstendamm 230 Arbeiter- 5 amariker-Vund e. V.. Kolonne Berlin. Eeschijstistclle: R. 24, Er. SoraBtttflCt Str. 20. Tel.: D 1 Rorden 3340. aWcilmifl ScttlöDn. Am 30. April. lOVi Uiit, auBcrorbciüTiiftc Mit. nlicbfinfriammlunfl in bet Eckml« flüttitttoRf.—■AbtcUnnflfn Adlershos, Jinpfnirf, Bohnsdorf, 4. Mai. 19V, Uhr, Lokal Sinze, SchoiierlZiNa-r Sittt»■. LichtbiHeevostr«« nbcr SoSsiKpoiei«.. ZUteWE-Hc« Dr. Ztilscl. ©alte willkommen._ «rbcifcr.Abstinentcn.Bund, Srt-qrnppo Berlin. Briiirk Schillerpark. Don. Iirrstaa. SN. April, 20 Uhr, in d«r alkoholfreien Gaststätte. Malplaauttstr. 20, Referent©enosse Dr. Meper über:„Abstinent, eine foRialiftisch« garSerung". — Bezirk Prenzlauer Beep. Am 1. Mai um 19 Uhr peranstallen wir in dem Cafe Surgfrieden, Danziper Str. 24,«ine Maifeier verbunden mit Preis- kegeln und anderen Darbietungen,©äste willkommen. Deutscher Friedenslmnd. Donnerstag. S0. April, 20 Uhr, im Restaurant Rottschalk, Belle-Alliance-Plah 8. Herr Dr. Ludwig Oppenheimer spricht über: „Coudenhovc-Calergis Buch: Held oder Heiliger?"©äste willkommen. Jubiläum bei Karstadt. Schon am frühen Margen belagerte, trotz strömenden Regens, eine zahlreiche Menschenmenge, das Korstadthaus am Her- m o n n p l a tz. Vor dem Hause hielten eine ganze Reihe Droschken, festlich geschmückt mit den mecklenburgischen Landesfarben, die Mecklenburger in ihrer Landestracht zu einer Spazierfahrt durch das regennasse Berlin abholten. Im großen Lichthos des Hauses war das Wismarer Stammhaus ausgebaut, ein kleines Manufaktur- warenlädchcn mit einem winzigen Schaufenster, in dem es Leinen, Baumwolle, Hcmdenknöpfe, Nähgarn, olles getreu der Zeit von 1881, zu sehen gibt. Im Laden selbst macht Earl Opperniann, ein freundlicher, rotwangiger älterer Herr, der erste Angestellte des Hauses Karstadt, die Honneurs: mit wahrer Engelsgeduld beant- wartet er die an ihn gestellten zahlreichen, sich immer wieder- holenden Fragen, läßt sich bestaunen, ob er denn auch wirklich von Fleisch und Blut: in der Bücherabteilung ist eine interessante Aus- stellung„die 50 schönsten Bücher des Jahres 1930", ausgewählt vom Preisrichteromt der Deutschen Buchkunststistung, zu sehen, verbunden mit einer Schau über den Werdegang des Papicres und die Buch- druckgcwcrbes. Auf dem Dachgarten verkünden schmetternSe Fanfarenmälssche und Bläsersoli, daß heute„was besonderes los ist" Spart. Rennen zu Grunewald am Rliitwoch. dem 28. April. 'tvt: Rennt«!• 1", Sporn(Printen), 2. Seelsorge, 3. Patt. Toto: 39; 10. Müh; 23,:41, 30:16., Ferner liefen: Aria, Le Mnuvais, Rshrpfeiscr,-Will- lamm, Barzenländer, Feldwebel. Aurelian, Frivole, Ätarkgräsln. 2. Rennen. 1. Sergius(Narr), 2. Reichstag, I. Amönenwartc. Toto: 21:10. Platz: 12, 13. 11:10. Ferner liefen: Fasanenhenne, Attalas, Eliogabal(bl.(L), Blocksberg(bl st.). Mark. 3. Renne n. 1. Berenice(«auerland), 2. Oriolus, 3. Tenio. Toto: tl3:10. Platz: 20, 14. 31:10. Ferner liefen: Feuerfunkc, Frohwalt, Atrox, Idee, Mandelblüte. 4. Rennen. l.TantriS(Sajdik), 2. Irländer, 3. Bolumnws. Toto: 128:10. Platz: 19,14,12:10. Ferner liefen: Wilfried, Sterneck. Aalzer- lramn, Normanne, Napoleon. 5. R c n n e n. 1. HoncstuZ(Hugnenin), 2. Chinafencr, 3. Dominikaner. Toto: 61:10. Platz: 14, 11, 12:10. Ferner liefen: Immerfort, Lystas, Brissago. Reichcnbach. 6. R e n n e n. 1. Mitgrift'(Srasch). 2. Blanker Hans, 3. Ute. Toto: 38:10. Platz: 16, 15, 18:10. Ferner licsen: Adebar, Hellseherin, Gc- lchäftsfreund, Aguilon III. 7. Rennen t. Leonaws(Pretzner), 2. Wotan, 3. Irrigoyen, 4. Pandnr. Toto: 16:10. Platz: 19, 2l, 31, 26: 10. Ferner liefen: Boro Budur, Bussard, Erich, Kamerad, Hochwald, Renlmcisler, Donatcllo, Mausi, Nomos. Voriräge,VereineundVersammlungen. % Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". ©efckiäftsstell«: Berlin E 14. Cebaftianstr 07— ZS Hot 2. Tr 'AkFpsV©au»orst»nb. Anr 1. Mai bleibt die Geschäftsstelle äe- schleifen. Ruderriepe. Donnee-taci. 36. April, 19 Uhr. Boots. haus Wendenschiost, Traininasbeginn.— Wilmersdorf lOrtsverein). Der bis- herihe Ortsvereinsvorststendc. Kamerad Robert Miillcr. ist am 27. April un- erwartet ncr'chiedcn. Ehre feinem Andenken. Brilestuna erfolgt Eonnabend, 2. Mai. lokö Uhr. im ürrinatorium Wilmersdarf, Berliner straste.— Bernau. Sonnabend. 2. Mai. 20 Uhr, wichligc Berfammlung im Bcreinslokal. Redner: Kamerad ilBajor Hauff.— Kreis Vlu, Abt. Bernau. Die Ortsvcreine Ladeburg, Börnicke und Röntgcntal nehmen am Sonnabend, dem 2. Mai, 20 Uhr, an der Versammlung in Bernau teil.— l1rru,derg. Beerdigung des verstorbenen Kameraden Ot'o MonistZr am Sonnabend, dem 2. Mai, IlVi Uhr, in Baum- i'chulcirwca Äi-fhokstraste. Alle dienstfreien Kameraden werden ersucht, in Bunde�leidung ,u erscheinen. LOESER & WOLFF Po.iüamer«iraue dö Leipziger Str. 77(am Dönhoffplatz) Cnarto.ienijurq, Wii.,.eiaoorier oir. 04a Steglitz� Schloöstr. 100 00 Uber 5000 Arbeiter nnd Angestellte schaffen gemeinsam für den Raucher, der etwas besonderes verlangt!- Wir bieten es in der L& W-Qualität! ZKarl Wlöller: ffiei der„Iflew york Firnes" Wisftn Sie, was ein„counterman" ist? Sicher nicht. Aber die„New Jork Times" kennen Sie, es ist die NngeseheNste und bedeutendste Zeitung in New Vörk, und der„couniermsn" steht im Keller des riesigen Verwaltungsgebäudes am Büfett des kleinen, rauchigen LuNchrooms für die Arbeiter und gibt Kaffes und Speisen aus. Ich hatte mir bei meiner Ankunft in Manhattan als armer, dafür gerne Ihre hohen Beiträge. Aber sonst dreht sich ihr Interesse viel mehr Um das eigene Häuschen, die Weeksndfahrt mit dem kleinen Ford-Auto des Mittelständlers und um die Frage, wer im letzten Boxkampf gesiegt hat. Viel weiter geht ihr geistiger Horizont außer den beruflichen Kenntnissen nicht. Die Ansichten, die dort über Deutschland und Europa vorhanden waren, hätte auch ein Austral- neger haben können. Die Aussichten Schmelings und die Einzelheiten verlumpter TräMp nicht träumen iassen, einst in die vielstöckigen.! des Zeppelinfluges waen so ziemlich das einzige, worüber sie Bescheid Paläste um den Times Square blicken zu dürfen. Hier, wo Broad way und siebente Avenue sich schneiden, der größte, unterirdische Bahnhof der Welt täglich Hunderttausende verschluckt, jeder Quadrat- m.eter Boden Millionen von Dollars wert ist, und wo die eleganten Theater, Nachtklubs und Hotels stehen, da ist eigentlich nur Platz für solide Geschäftsleute, Nachtbummler, Alkoholschmugglcr und Berufsspieler. Aber dann war ich doch in den Marmorbau der 42. Straße gekommen: Mit den letzten paar lumpigen Dollars hatte ich wie so viele Arbeitslose in der schlimmsten Bedrängnis zu? den gewerblichen Stellenagenturen in der sechsten Avenue Zuflucht ge- nommen. Immer wieder rannte ich die bröckeligen Häuserfronten entlang und betrachtete die wenigen Schilder, die eine offene Arbeits- stelle angabem Immer wieder hieß es: Gcschirrputzer, Autowäschcr, Pförtner. 12 bis 14 Stunden Arbeitszeit und 16 bis IS Dollar Lohn die Woche Und selbst diese Gelegenheiten waren ain Morgen schnell vergriffen, wenn sich der Stroni der Heimat- und Schutzlosen: Neger, frisch Eingewanderte und ein paar verkommene Amerikaner durch die schmutzig' Straße wälzte. Zufällig las ich dann eines Nachmittags:„Counterman von großem Berlagsunternchman gesucht für Kantine. Neun Stunden ruhige.Nachtarbeit, 22 Dollar die Woche. Nur für gut englisch sprechenden, gesunden, weihen Mann." Ich bildete mir alle diese Eigenschaften ein, bezahlte deNi knurrenden Polen die hohe Vermittlungsgebühr und stellte mich bei dem Personalchef in der Küchenabteilung vor. Nach Papieren und Zeugnissen wird nicht gefragt, es genügt meine Bestätigung, daß ich schon früher die verlangte Tätigkeit ausgeübt habe. ..Allerdings müssen Sie sich erst vom Hausarzt untersuchen lassen und sich dann in unserer Personalabteilung eintragen. In drei Tagen können Sie dann ansangen", antwortet mir der freund- lich lächelnde Mann auf meine Frage. Der Arzt fand nach den vielen Wochen des freien Umherftreifens in der Prärie keine Bedenken' an meiner Gesundheit, und die süßliche Stenotypistin im obersten Stockwerk des Hochhauses überließ mir nur«inen Riesenfragebogen, den ich auszufüllen hatte, da sämtliche Angestellten der„Times" von der Gesellschaft versichert werden. Außerdem wurde mir noch ein Büchlein übergeben, in dem ein Loblied über die Einrichtungen der Firma gesungen wird, und das die Auforderung enthält, in die oerschtsdenen Sportklub» und Bildung?- kreise einzutreten. Mir waren all diese Umstände ärgerlich, ich hätte lieber gleich angefangen. Aber die kurze Zeit konnte ich mich auch noch durch- halten, und dann bekam ich ja eine relativ sicher« Stell«, was für Amerika sehr viel wert ist. Und dann begann di« Arbeit. In einem besondiren Raum mit großen Metallspinden ziehen sich alle um, vom schwarzen Liftboy bis'zuiN alten italienischen Küchenchef. Ich schlüpfe in«ine viel zu große, weiße Kochgarrptur und komme In den kleinen Erfrischung?- räum tief unten bei den Setzern und Druckern. Um 9 Uhr abends fange ich an, hole die fertigen Speis«« äus der großen Küche im elften Stockwerk mit dem Aufzug herunter und warte nun zwischen dem dampfenden Büfett, der zischenden Kaffeemaschine und dem leise surrenden elektrischen Eisschrank auf Kundschaft. Gegen 10 Uhr kommen die ersten langsam herangeschlürft, die meisten in Hemd und Hose, manche auch im Overall(Ueberanzug), doch alle sind voller Druckerschwärze: an den Händen, im Gesicht, überall. Milch und Kaffee. Fleisch- oder Wurstbrote werden ver- langt, einige essen auch jetzt schon die selbst im Winter unentbehrliche Eiscrema. Dann, in einer Stunde, kommt der erste große An- stürm. Zunächst wieder die Drucker in großen Scharen, die mit der ersten Ausgabe fertig sind, und wenig später kommen auch schon die Packer, das heißt, die erste Auflage ist bereits unterwegs. Ich kann gar nicht schnell genug Eier und Schinken backen, die Portionen fertige Essen ausgeben und alle möglichen Sonderwünsche erfüllen. Trotzdem wir jetzt zu zweit sind, wartet schon eine lange Reihe, und nicht gerade fromme Anreden prasseln auf uns nieder. Ich war zunächst entsetzt über dieses Benehmen, auch wie sie ihre Portionen kaum gekaut herunterschlucken und wieder raus rennen, später aber habe ich diese Hast und Unruhe verstanden. Alle im Zeitungsbetriebe beschäftigten Berufe sind in Amerika sehr gut organisiert. Selbst die Ungelernten, die Packer, erhalten hohe Spitzen- löhne, und die Drucker und Setzer gar zählen zu den bestbezahlten Arbeiterschichten. Run ist aber die amerikanische Zeitung noch viel stärker aus Aktualität, Sensation und Tempo eingestellt als unsere deutschen Blätter. In jeder der neuen Auflagen, die in kurzen Abständen hintereinander folgen, müssen noch die letzten Nachrichten herein- gebracht werden, und dann muh sie Mit Auto, Expreßzug und Flug- zeug hinaus in die Oeffentlichkelt. Für den hohen Gewerkschaftslohn verlangt der Unternehmer eine entsprochende Arbeitsleistung, und so bleibt meist kaum Zeit zum Esten, viel weniger zum Ausruhen. Oft genug holt« der Vormann feine Leute wieder heraus, wenn sie sich gerade zum Esten hingesetzt hatten. Es wurde dann zwar auch gemurrt, aber dagegen auf- gelehnt hat sich niemand. Am schlimmsten ist es Freitags und Sonn- abends, wenn die riesige Sonntogsausgabe fertig gemacht wird, die oft mehrere hundert Seiten stark ist. Dabei zeigte sich aber auch wieder die Macht der Gewerkschaften: zu den Sondereinstellun- gen am Sonnabend meldeten sich bei der großen Arbeitslosigkeit immer eine Menge Anwärter. Der Vormann wählte daraus bs> liebig, soviel er brauchte. Bevor sie aber anfangen tonnten, mußten sie ihre Gewerkschaftskarte vorzeigen. Außerdem gibt es zum Wochenende Dauerüberstunden. Ich habe viele gesprochen, die dann dreimal hintereinander acht Stunden arbeiteten und dazwischen immer mir irgendwo im Betrieb vier Stunden auf einer Holzbank schliefen. Das war dann ihre ganze Arbeitsleistung für die Woche, denn in der ersten Hälft« werden nur die dauernd Angestellten beschäftigt. Di« Leute waren dann noch besonders stolz auf ihre Leistung und zeigten ihren Scheck, der für die 24 Stunden Arbeitszeit oft bis zu 40 Dollar ausmachte. „Da kannst du lernen, wie man Dollars macht", sagten sie dann zu mir. Gegen diese fast unüberwindliche Einstellung der Arbeiter- schaft wird ein kommender Sozialismus in Amerika am stärksten zu kämpfen haben. Diese durch ihre Gewerkschastezugehörigkett bevorzugten Arbeiter sind überhaupt alles anderp, als sozial ein- Wstellt. Sie wissen ihre Monopolstellung zu schätzen und zahlen wußten. Nach zwei Uhr nachts geht der Betrieb langsamer. Die Schlacht ist geschlagen. Die Maschinen ruhen bis zum Morgen, das laufend« Transportband im Packersaal ist abgestellt, und nur noch einige Leute, die aufräumen, huschen herum. Jetzt finde auch ich Zeit, mal in die fertige letzte Ausgabe Zu schauen. Auf der ersten Seit« stehe« die neuen Meldungen mit dicken Ueberschrifte«, ohne sede Anordnungchunt durcheinander gc- würfelt. Um recht viel auf di« Titelseite zu bringen und den Leser zu zwingen, auch die späteren, mit Annoncen gefüllten Seiten zu lesen, steht die Fortsetzung auf Seite 12, 26 oder SV. Ein ganz abscheulicher Zustand, der einem Europäer das Zeil imglesen gründlich verderben kann. Der Rest ist dann gesüllt mit Sportnachrichten, Neuigkeiten au» der„SOciet�', der hohen Gesellschaft New Ports, Aktienkursen und Reklame.. Die politischen Artikel der Re- daktion, die irgendwo weit hinten erscheinen, liest kaum jemand. Wenn ich dann unter der Rubrik„Foreign Asfairs" mir die spärlichen Nachrichten aus Deutichland zusammensucht« und ganz vertieft war, tönte die tiefe Stimme eines Negers, der noch mit Saubermachen beschäftigt war:„Hallo bc>H ich will was zu essen. Apfeltorte mit Eiscreme. Was brauchst du Kerl eigentlich Zeitung zu lesen." Und so verging Tag für Tag, von 9 Uhr abends bis 6 Uhr früh, für 22 Dollar die Woche, gerade genug zum Leben. sike: 3m&racMlckilf mum{Bosporus Schwer bepackte Männer, schweißtriefend, halbnackt, aus deren Schultern sich immer neue Lasten aufschichten, verstauen das Ge- kreide, das rumänische Bauern auf den weiten Feldern ihrer Heimat geckntet haben. Unablässig rattert die Dampfwinde, unablässig heben und senken sich die schweren Ladcbalken. Spielend schweben die Säcke empor, senken sich in die Luke über dem Laderaum und wer- den hier von Packern und Stauern ergriffen und kunstgerecht ver- staut. Denn das Beladen des Schiffes ist wirklich eine Kunst. Eine schlechte Ladung, die sich bei heftigem Sturm oerschiebt, hat schon manches brav« Schiff zum Kentern gebracht. Sorglich wird die Arbeit überwacht. Endlich ist der letzte Sack verstaut, die Ladeluken schließen sich, und die Hydranten werden angesetzt, die mit dicken Wasserströmen das Deck überspülen und den Schmutz beseitigen, den die Ladearbeit verursachte. Dann! äst sich der Dampfer vom Kai, die kleinen Dampswinden arbeiten und ziehen das Schiff vom Lande ab, bis es freie Fah-t gewinnt und die Maschine die Schraube zu drehen beginnt. Immer ferner rückt der Hafen von Konstantza. Leise senkt sich Nacht auf Meer und Schiff Durch den raschen Zug der Wolke» tritt bisweilen der Mond und zieht einen schimmernden Streifen über das dunkle Wasser, wie clne Geisterbrücke, die in der Unendlichkeit verschwindet. Die ganze Nacht tönt das einschläfernde Stampfen der Schtffsmaschinen und das leise Plätschern der Wellen. In tiefem Dunkel liegt das Deck. Nur oben auf der Kommandobrücke spähen scharfe Augen in die Nacht hinaus und verfolgen jedes Feuer, das di» gefährliche Näh« der Küste anzeigt, und unten im Maschinen» räum wachen Ingenieur, Maschinisten und Heizer in brütender, atemraubender Hitze über den Druck im Kessel, da» Schwingen der Maschine. Morgens laufen wir in den Hafen von Borna am Schwarzen Meer ein. Die Hafenbehörde kommt an Bord, prüft die Papiere. Wer an Land gehen will, muß seinen Paß dem wachthabenden bulgarischen Soldaten abgeben. Ein herrlicher moderner Bade» strand,«in gepflegter Seepark, breite Straßen, geräumige Plätze— da« ist das Borna der Gegenwart. Aber in den Nebenstraßen lebt da« Alt« weiter. Kleine Hütten, schiefe Häuser, aus deren Fenstern buntgekleidste Frausnf ehe», holprige oder ungepflasterte Sassen, in deren Morast die Karren der Ochsen- und Eseltreiber fast versinken, Zigeunerinnen, Türken in langen weiten Hosen und der unvermeid- lichan wollenen Leibbinde All« stehen bereitwillig, lachend dem Fremden Modell, wenn da« Skizzenbuch herausgezogen wird. Ja. es kommt sogar vor, daß In einem der ärmsten Viertel aus einer der ärmlichsten Straßen Stühle herausgetragen und auf di« Straße gestellt werden, daß ein freundlicher Bauer oder ein Schankwirt, der an der Tür seiner Kneipe steht, mit leisem Wort die Kinder ent- fernt, die sich um den fremden Zeichner scharen. Hier findet man mehr Takt und Feinsühligkeit als in mancher europäischen Groß- stadt. Weiterfahrt im Sturm über das Schwarze Meer, llndurch- dringliche Finsternis. Donnernd schlagen di« Wellen über Bord. Dann prasselt Regen auf Deck und vermischt sich mit dem Salzwasser des Meeres. Erst gegen Morgen ebbt der Sturm ab. In der Ferne tauchen Felsen auf. Eine schmal« Meerenge ist in Sicht: der Bosporus. Noch ein letztes Mal brüllt das Schwarze Meer auf. Dann gleitet das Schiff an alten genuesischen Kastellen und Leucht- türmen vorüber in den Bosporus ein. Bilder von grandioser Wild- hcit. Unzugängliche Felsen und, wie aus ihnen herausgewachsen, Festung auf Festung. Seit Jahrtausenden wird hier Weltgeschichte erkämpft. Ruinen, Treppen, die durch blühende Garten zu weihen Palästen führen. Schlösser, Dörfer, dazwischen der kahle, gelbbraun- Fels, manchmal übersät durch eine Blütcnpracht von Rosen. Gra- naten, Oleander. Das Reich von Tausendundeiner Nacht hat be- gönnen, Konstantinopel ist erreicht. Hochaus streben di« schlanken Minarett» der auf den Hügeln am Goldenen Horn erbauten Moscheen. Der erste Eindruck der Stadt ist bezaubernd, ist märchenhaft schön. Dann aber kommt auch hier der Alltag. Er beginnt mit den Anpreisungen der Fährleute und Hotelportiers, die auf kleinen Barken das Schiff umdrängen, und er setzt sich sort in den engen Gassen des Hafenviertels von Galata. Welch eln Lärmen und Schreien, welch ein Hasten und Jagen, welch ein Durcheinander von Menschen, Tieren, Fahrzeugen aller Art auf der Brücke, die von Galata, über das Goldene Horn hinweg, nach der alten Türkenftadt Stambul führt. Man glaubt in einer euro- päischen Großstadt zu sein— aber der orientalische Einschlag ist immer wieder vorherrschend. In den engen Gassen Stambuls wohnt das Volk heute noch wie einst. Viel« Fenster der alten Häuser zeigen das Gitter, hinter dem der Harem, das Reich der türkischen Frau, lag. Die modsrne Türkin hat den Schleier abgelegt, der sie früher auf der Straße kennzeichnete, und sie gleicht in ihrer Kleidung der Westeuropäerin. Nur das kunstvoll um den Kopf geschlungene Seidentuch, da« sie an Stell« eines Hutes trogt, erinnert noch an die Vergangenheit. Seitdem Keniat Pascha die lateinischen Buchstaben an Stell« der türkischen«ingeführt hat, ist auch di« Schreibmaschine hier ein» gezogen. Auf den Straßen sitzen berufsmäßige Schreiber und lassen ihre kleinen Moschinen lustig klappern, sobald ihnen jemand ein Schriftstück diktiert. Neben den Schreibern bieten Händler ihre Waren fell, und über diesem bunten Leben und Treiben, über Ge- schrei, Klapvern. Rufen und Winken leuchtet die goldene Kuppel der wundersamsten Moschee Konstantinopels, der Aya Sophia. In ihrem Innern, dessen einziger Schmuck die kostbaren Teppiche sind, die den Boden bedecken, knien di« Gläubigen, das Gesicht nach Mekka, der heilig«» Stadt der Mohammedaner, gewendet und oerrichten ihre Gebetsübungen. Monats, vielleicht sogar Jahre müßte man zur Verfügung haben, um diese Stadt wirklich kennenzulernen. Aber das Fracht- schiff hat neu« Ladung an Bord genommen, fieberhaft arbeitet die Mannschaft, um noch am späten Abend den Hafen verlassen zu können. Die Abendsonn« breitet ihren letzten Glanz über Kon- stantinopel. langsam umfängt Dunkelheit den Fuß der Hügel. Rur das Gold der Moscheen leuchtet noch weit über den Bosporus hin- aus. und die trotzigen Mauern des Serai. des ehemaligen Sultan- Palastes, blicken finster hinüber nach der kleinasiatischen Küste. Un- zählige Lichter flammen auf, lassen alle Konturen zerfliehen ins Schattenhafte. Am wolkenlosen Himmel blinkt Stern auf Stern, und als das Schiff langsam aus der Reede von Galata hinausgleitet, da scheint es, als ob hinter chm ein funkelndes, strahlendes Licht- mcer, eine Märchcnftadt, in geheimnisvollem Dunkel versinke. Qerdl&nd: SEtvifchen Sorljelmmgen Jede Woche, an einem bestimmten Vormittag, wird die neue Lesemappe gebracht. Es sind Zeitschriften darin, illustrierte und bunte Blätter... Das ist eine Lesemappe, wie sie in vielen Friseursalons, in den Wartezimmern vielbeschäftigter Aerzt«, in Kaffeehäusern und Konditoreien ausliegen. Aber hier in dieser kleinen dumpfigen Konditorei, die in der abgelegenen, abseiligen, stucküberladenen Straße liegt, in dieser Kon- ditorei mit ihren zerschlissenen Plüschsofas, den gekitteten Marmor- tischen, den billigen Lenbach-Drucken über der schadhaften Tapete und der gelben, trübseligen Beleuchtung, hier gewinnt die Lesemappe ein« tiefere Bedeutung, als die der Zerstreuung, der Unterhaltung... Es gibt in dieser Mappe, die unter den Händen der Stammgäste zu einem sellsamen Leben erwacht, keine modernen Zeitschriften, feine Magazine oder Revuen.„Wir brauchen Zeilschriften, in denen möglichst viele Fortsetzungsromane enthalten sind", erklärt das ältliche Servierfräulein auf meine Frage. Ja, Fortsetzungsromane! Darum ist di« entlegene, altmodische Konditoret stets so gut besucht von einem panoptikalischen Publikum... Uralt sind die seinen Damen mit den Rüschen und Fransen und Fischbeinstäbchen, mit den kleinen, zerknitterten Gesichtern, sehr unecht wirkt die korrekte, steife Hältung, der elastisch-wippende Gang der Herren mit den martialischen Barten, und die neckischen Ponny- frisuren der Stirnbänder der angesäuerten Mädchen mit den Mut- leeren Lippen sind von einer fast unheimlichen Bizarrerie. Das sind die Gäste der kleinen Konditorei, die da vor ihren längst geleerten Tassen und Tellern sitzen und unter allerlei unsagbar vorsintflutlichen Höflichkestsflosleln die Zeitschristen austauschen und eine Romanfortsetzung nach der anderen lesen. Man glaubt an ihren eckigen Bewegungen und zierlichen Trippelschritten, am Umblättern der Seiten und an den raschen Blicken, die der Uhr gellen, zu spüren, wie dies« Menschen, vom vergangenen Jahrhundert übriggeblieben, hier aus der Streck« liegen und den Anschluß an unsere Zeit, an di« Zeit des Tempos, der Hast, an di« kalte, grausame, herzlose Gegenwart nicht finden... Das da draußen, das Leben in den muffigen, plüfchernen, Nippes übersäten Stuben, da» Quittieren der Rentenbezüg«. diese gelegentlichen, deprimierenden Nebenverdienste und diese Besuche bei Verwandten, die von Not und Entbehrung nichts merken sollen und wollen, di« Kümmernisse des Alltags, das alles versinkt in den Stunden, da diese alten Leutchen und diese nie jung gewesenen jungen Mädchen ihr Doppelleben über den Fortsetzungsromanen führen. Hier bei den Abenteurer-, Liebes-, Familien- und Burschen- Herrlichkeitsromanen erleben sie die Gegenwart, die neue Zeit, das Tempo, hier erleben sie etappenweise, jede Woche neu, erhebend« Schicksale, sie, deren Leben in immer demselben Geleis gelaufen ist... Zuwellen verirrt sich ein Liedespaar in die kleine abseitige Konditorei,«in Herr im Autodreß, der nur einen Kognak hinunter- stürzt oder ein angestrichene» Mädchen, das seinem Mund ein entgegenkommendes Lächeln aufgeschminkt hat. Die alle aber werden von der Atmosphäre befremdet und gehen bald wieder... Denn hier kennt jeder jeden. Mit Namen, Titeln, Orden und Ehrenzeichen. Hier iveiß jeder um das farblose, eintönige, stillose Leben des anderen, kennt sein« Kümmernisse, seine Sorgen, sein Schicksal. Hier werden fremde, gestaltet«, verborgen«, frisierte, er- sonneno und nachempfundene Schicksole erlebt. Wie all nerdeu die Bäume? Alle Bäum« ohne Ausnahm« können ein Alter erreichen, dem gegenüber das Alter des Menschen fast klein erscheint. Die Ulme z. B. bringt e« durchschnittlich auf 300 Jahre, die Esch« auf 170. die Birk« auf 200, die Espe auf 210, die Buche auf 24S. die Lärche auf L70, die Silbertann« auf 42S, die Kiefer sogar auf 700 Jahr«. Unsere gute deutsche Eiche wird von den Laubhölzern am ältesten. nämlich etwa 500 Jahre. Sie steht zwar manchmal noch einige Jahrhunderte länger, aber mit 500 Jahren beginnt gewöhnlich das Herz zu faulen, und der Baum krankt von da an mehr und mehr. Die Adamiten. eine religiöse Sekt«, die die völlig« Nacktheit propagiert und pflegt, haben ihre Borläufer schon im zweiten und dritten Jahrhundert, damals gab«» in Nordfrankreich eine gnostische Sekts dieses Namen», deren Anhänger sich nackt versammeltei'.. Im 15. Jahrhundert fanden sie dann besonders in Böhmen weite Ber- brsitung, wo ain Bauer, namens Niklae, sie begründete. Dort z>-ichneten sich die Sekten dadurch au«, daß sie den Kommunismus einführten und die Frauen als Allgemeingut erklärten Sie setzten sich auf einer kleinen Insel im Flusse Luschnitz fest und bildeten hier ihren Sonderstaat, bis Ziska die Insel eroberte und viele Mitglieder dieses seltsamen Gemeinwesens tötete. Nr. 200 ♦ 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 30 April 1931 Reichsbank unter dem neuen Plan. Wirischast und Reparationen. Das Jahr 1330 hat für die Deutsche Reichsbank die Beseitigung der Ausland skontrolle, eine«ffettkie Kapitalerhöhung von 122 auf 150 Millionen und die Erhöhung des Reichsanteils am Reichsbankgewinn gebracht. Die Wirtschaftskrise mußte sich in den Geschäften der Reichsbant am deutlichsten abzeichnen. Gegenüber den vergangenen Konjunkturjahren mußten die sinkenden Jinssätze und der verringerte Geschäftsumfang ein Minimum an Ein- nahmen bringen. Das vergangene Jahr brachte zugleich, ent- scheidend beeinflußt durch die Reichstagswahlen vom 14. September, ein Maximum an währungs- und kreditpolitischen "borgen. Das erste Reichsbankjahr unter der Führung Luther war deshalb alles weniger als leicht. Um so erfreulicher ist es, daß ihr neuer Präsident eine gute Figur gemacht hat. Er hat den ihm von der Oefentlichkest gerade wegen der schlechten Erfahrungen mit Dr. Schacht bereitwillig eingeräumten politischen Kredit nicht mißbraucht. Daraus ergibt. sich, daß man auch ohne ewiges Randalieren und ohne unangemessene Selbstüberschätzung ein einflußreicher Mann sein kann. Deutschland hat davon sicher nur Gewinn gehabt. In der Geschäfksenkwicklung gibt die Reichsbank ein deul- liches Spiegelbild der allgemeinen Wirlschaftsenlwicklung in Deutschland.' Die Rückgänge aus fast allen Geschäftsgebieten der Reichsbank kenn- zeichnet das Jahr 1930 als erstes echtes Jahr einer neuen Krisen- Periode. Die Gesamtumsätze betrugen nur 862 gegen 911 Milliarden im Vorjahr«. Es wurden nur für 17,4 Milliarden Jnlandswcchsel und-schecks angekauft gegen 22,8 Milliarden im Jahre 1929. Die Durchschnittsgröße der Schecks ist leicht von 684 auf 695 M. ge» stiegen, die Durchschnittsgröße der angekauften Jnlandswechsel ist von 1694 auf 1518 M- gesunken. Die Sicherheit der Reichsbank- Wechsel, die ja freilich sehr gesiebt sind, hat sich nur geringfügig ver- schlechtert. Der Stückzahl nach wurden 4,16 Proz.(3,87 im Vorjahr), dem Betrage nach 0,83 Proz.(0,78 im Vorjahr) der Gesamt- summe nicht oder nur teilweise eingelöst. Der Rcichsbankzins ist 1930 erheblich, durch die Wahlen»mn 14. September freilich weniger gefallen als es der konjunkturellen Freisetzung von Geldern ent- sprachen hätte. Der durchschnittliche Wechseldiskont betrug 4,93 gegen 7,12 Proz. im Vorjahr, der durchschnittliche Lombardzins betrug 5,93 gegen 8,12 Proz. im Vorjahr. Ein Ausdruck der Wirtschaftskrise ist auch der«um Jahresschluß 1930 auf 4,78 gegen 5,04 Milliarden gesunken« Notenumlauf. Rück- gänge ergeben sich auch im bargeldlosen Abrechnungsverkehr, dem zum Jahresschluß nur 753 gegen 768 Teilnehmer im Vorjahre angehörten. Die abgenechneten Gesamtbeträge betrugen nur 119,3 gegen 126,2 Milliarden, die Stückzahl der Einliefcrungcn nur 43,9 gegen 46,2 Millionen, der Durchschnittsbetrag nur 2718 gegen 2729 Mk. Auch die Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter ging zurück. Sie betrug Ende 1930 9783 gegen 8941 Ende 1929. Ein« Frag«: Hat sich der neue Reichsbankpräsident schon um den Aktenschimmcl in der Personalpolitik gekümmert� Man spricht nicht mit Unrecht davon, daß die Personalpolitik teils von vorsintflutlichen, teils von reaktionären Airffassungen sehr be- einsluht ist. Die Reichsbankbilanz bietet deshalb kein besonderes Interesse, weil sie ja im wesentlichen das ganze Jahr hindurch wöchentlich veröffentlicht wird. Jnter- essont ist die Aufgliederung im Auslands- und Inlands- Wechsel: Es werden zum Jahresschluß 290,7 Millionen Aus- landswechsel und 2075,2 Millionen Jnlandswechsel aufgeführt. Es ist ein a l t e r M i ß st a n d, daß diese Unterscheidung in den Wochen- berichten nicht gemacht wird. Dr. Luther würde sich ein Ver- dienst«rwerbcn, wenn er endlich mit diesem Mißstand auf- räumen würde. Bemerkenswert ist noch das nominell von 300 auf 150 Mil- lionen herabgesetzte Grundkapital; faktisch liegt aber eine Erhöhung von 122,8 auf 150 Millionen vor, denn die 177,2 Millionen waren noch nicht begebene Aktien. Der gesetzliche Reservesond? ist von 53,9 auf 57,9 Millionen Mark erhöht, Pensionsrücklage(80,0 Mil- lionen) und Derluftreserve(90,0 Mill.) sind unverändert, die Rück- läge für Notendruck ist um 2,2 auf 32,8, die Rücklage für Neubauten um 4,7 auf 30.3 Millionen verringert und die„Rücklage zur Er- höhung des Kopitals von 31 Millionen ist voll zun, Ankauf von Aktien aufgelöst worden. Die Spezialreserve für Deoidenden- Zahlungen erhöht« sich von 45,8 aus 46,2 Millionen, wozu aus dem vergangenen Jahr noch 11 500 Mk. kommen. Der Besitz von Gold- diskontbankanteilen scheint nur mit 50 Proz. bewertet zu sein. Die Gewinnrechnung zeigk ganz deutlich die erhebliche Einschränkung der Reichsbankgeschäjte im vergangenen Jahr, verbunden mit niedrigeren Erträgen aus dem gesunkenen Zinsniveau. Wechsel- und Scheckzinsen brachten nur 103,2 gegen 148,0 Millionen. Lombardzinsen nur 4,7 gegen 7.3 Millionen, während die Gebühren mit 4,3 Millionen die gleiche Höhe erreichten wie im Vorjahr. Die Einnahmen aus laufenden Krediten gingen von 6,5 auf 5,0 Millionen zurück. Die Gewinne aus Wertpapieren sind nur deshalb mit 6,2 gegen 0,8 Millionen im Vorjahr ausgewiesen, weil der Haupteil der Golddiskontbankdioidende für 1930 schon jetzt in der Gewinnrechnung Aufnahme fand. Die gesamten Roh- einnahmen haben sich um rund 43 von 170,2 auf 127,0 Millionen verringert. Die Verwaltungskosten, die bedauerlicherweise immer noch in nur einem Posten ausgewiesen werden, sind gegen das Vorjahr von 89,0 auf 87,0 Millionen gesunken. Als Rein- gewinn wird die Summe von 40,1 Millionen ausgewiesen gegen 25,6 Millionen im Vorjahre, was aber nur dadurch möglich ist, daß man aus den Gewinnen von 1930 überhaupt kein« Sonderrescroen bildete(im Vorjahr wurden nicht weniger als 55,7 Millionen dazu verwandt). Aus dem Reingewinn von 40 Millionen kommen 4 Mil- lionen an die gesetzlichen Reserven, das Reich erhält 18,0 gegen 5,3 Millionen im Vorjahre, also mehr als das Dreifache, jedoch noch nicht die Hälft« vbn dem, was im Reichshaus- halt eingesetzt war; der Reichsfinanzminister hatte mst 40 Millionen Mark gerechnet. Die Anteilseigner erhalten für das 150-Millionen- Kapital wie in früheren Iahren«ine Dividendevonl2Proz. Wirtschaft und Reparationen. Aus den allgemeinen Ausführungen des Geschäfts- berichtes scheinen uns folgend« Bemerkungen über Wirtschaft und Reparationen am wichtigsten. Die Reichsbank schreibt:„Daß Deutsch- land, obwohl durch die inneren und äußeren Lasten der Kriegs- und Nachkriegszeit aufs äußerste geschwächt, allein zur notdürftigen Sicherung der Existenz seiner Bevölkerung und zur Aufrecht- crhaltung seiner produktiven Kräfte auf sortdauernde Kapstalzuflüsse vom Ausland angewiesen, trotzdem noch überhohe Repara- tionsleistungen zu tragen Hot, gibt der inländsschen D e- pression ihre besondere Schwer«. Unter dem Zwange seines Kapitaldefizits muß Deutschland mst aller Macht an der Ver- besserung seiner Handelsbilanz arbeiten, die Ausfuhr trotz aller Zollschwierigkeiten Und ohne Rücksicht auf angemessenen Verdienst oder Verdienst überhaupt um jeden Preis steigern und zugleich die Einfuhr einschränken, was die mit der Wirtschaftskrise an sich schon verknüpften Störungen des Warenaustausches zwischen den Welt- Märkten naturgemäß weiter zu verschärfen geeignet ist. Dabei fällt erschwerend ins Gewicht, daß die Reparationszahlungen seit Be- endigung der Pariser Konferenz des Jahres 1929 infolge der ein- getretenen Senkung des Weltpreisniveaus ihrem realen Wert nach bisher schon um nind ein Fünftel gewachsen sind. Das Versiegen des Zuflusses von A u s la nd s k a p i ta l, ohne das die Leistungen der Reparationszahlungen unmöglich gewesen wäre, hat zur Entschleierung der Verhältnisse, aber auch zur Erschwerung der Gegenwartslage wesentlich beigetragen." Die allgemeinen Aus- führungen des Berichts find aber nicht nur an das Ausland— diese sind begreiflicherweise nicht ganz ohne Tendenz—. sondern insofern auch an das Inland gerichtet, als in eindrucksvollster Weife im einzelnen die Verheerungen aufgezeigt werden, die im Zu- sammenhang mit den Wahlen vom 14 September auf dem Geldmarkt, dem Kapitalmarkt und in der Währungsbilanz an- gerichtet worden sind. Sie unterstreichen im einzelnen das, was der Reichsbankpräsident in seiner Generaloersammlungsrede gesagt hat und was wir gestern schon mitteilen konnten. Llnd dennoch Zotterhöhung? Halbe Maßnahmen gegen die Broiieuerung? Der Reichskanzler hat den Vertretern der Sozialdemokratie er- klärt, daß auch die Regierung die Absicht habe, den Brotpreis nicht weiter steigen zu lassen und daß sie in den nächsten Tagen geeignete Maßnahmen treffen würde. Um eine Senkung der Mehlpreise zu erreichen, soll dafür gesorgt werden, daß die notwendige Ein- fuhr an Weizen zu Preisen erfolgen kann, die eine Verteue- rung des Brotes nicht bewirken werden. � In welchem Umfang aber der Weizenzoll gesenkt werden soll und wieviel Weizen bis zur neuen Ernte nach Deutschland hereingelassen werden soll, darüber äußerte sich der Reichskanzler nicht. Soll aber die Weizenzollsenkung irgendeinen Einfluß auf eine Ermäßigung der Mehl- und damit der Brotpreise hoben, so muß der Weizenzoll mindestens auf 16 Mark je Doppelzentner gc- senkt werden, denn dann kann Weizen für 270 Mark je Tonne ein- geführt werden, während bei dem jetzigen Zollsatz von 25 Mark der eingeführte Weizen 360 Mark tostet. Diese Preisermäßigung für den ausländischen Weizen kann sich in W e st d e u t s ch l a n d, wo das Brot meist zu 30 Prozent aus Weizenmehl besteht, direkt in einer Brotpreisermäßigung auswirken. Ob aber für Mittel- und O st d e u t s ch l a n d. wo das Brot fast ausschließlich aus Roggenmehl gebacken wird, diese Zollcrmößigung für Weizen sich in einer Senkung der Brotpreis« auswirken wird, ist zum mindesten zweifelhast und wird nur eintreten, weim die in den Händen der staatlichen Stühnngsstetten sich befindenden Roggenvorräle an die Wühlen abgegeben»Verden. Wir sind aber sehr skeptisch, ob diese Maßnahmen genügen werden, um bis zur neuen Ernte ein Steigen der Brotprcise zu oerhindern. Um eine stärkere Verwendung des Weizens zur Brot- Herstellung zu ermöglichen, sollen— was die Sozialdemokratie schon seit Monaten gefordert hat— alle Bestimmungen des Brot- gesetzes aufgehoben werden, außer der Vorschrift, daß das Brot nur zu festen Gewichtssätzen in den Bäckerläden verkauft werden darf. Diese Bestimmung ist bisher aber vom Reichs- ernährungsministerium noch nicht in Kraft gesetzt worden! Außerdem soll auch den Bäckern freigestellt werden, 10 Prozent Kartoffelmehl dem Roggenmehl beizumischen, so daß also künftig die DSckermeislsr das Roggenbrot verfälschen dürfen. was bisher nach dem Nahrungsmittelgesetz verboten war. Herr Schiele, der stets ein besonders gutes Herz für die Kartoffel- interessenten hat. kann anscheinend nicht davon lassen, immer wieder eine Verschlechterung der Nahrungsmittel durch gesetzliche Maß- nahmen herbeizuführen. Durch solche Maßnahmen soll also eine Senkung der Brotpreise erreicht werden. Die Zollerhöhungen. Auf der anderen Seite scheint jedoch das Kabinett den Forde- rungen des Reichsernährungsministcrs nach Erhöhung für einige oirdere landwirtschaftliche Produkte zustimmen zu wollen. So denkt man an eine Erhöhung des H a f e r z o l l s. Die natürliche Folge ist, daß die Haserpreise steigen werden und hierdurch die Landwirte veranlaßt werden, Haser statt Roggen zu verkaufen. Dies hat die Wirkung, daß die Vorräte an Brotroggen noch stärker verknappt werden und die Roggenpreise st eigen müssen. Eine Erhöhung des Haferzolles macht also alle Mahnahmen, die auf eine Ermäßigung der Roggenpreise hinwirken, zum großen Teil wieder hinfällig. Auch der Forderung nach einer Erhöhung der Zölle für Linsen und Bohnen will das Rcichskabinelt nachgeben. Da die Preise für diese Hülsenfrüchte vom Weltmarktpreis abhängig sind, wirkt sich aber jede Erhöhung des Zolls preisverteuernd im Arbeiterhaushalt und namentlich im Haushalt der Arbeits- losen aus! Ferner sollen noch die Zwischenzölle für Schmalz und Speck ausgehoben werden. Auch hieraus ergibt sich eine Verteuerung der Lebenshaltungskosten, besonders für Schmalz, da der Anteil der Einfuhr am Gesamtverbrauch nicht unbc- deutend ist. Einer Erhöhung der Schweinczölle wird man in aller- nächster Zeit noch nicht nahetreten. Ebenso denkt man zur Zeit noch nicht an eine Erhöhung des B u t t e r z o l l e s, da man anscheinend die Handelspolstischen Schwierigkeiten doch zu sehr fürchtet. Dies sind die Pläne der Regierung. Wir haben nicht wie der Reichskanzler die Zuversicht, daß die vom Kabinett beabsichtigten Maßnahmen eine Ermäßigung der Brotpreise zur Folge haben wer- den. Erst wenn wir wissen, in welchem U ni s a n g und zu welchem Preis Weizen nach Deutschland hereingelassen wird, kann man überhaupt erst ein klares Bild über die Versorgungslage mit Brotgetreide gewinnen und beurteilen, ob durch die Zollcrmößigung eine Preissenkung sür oas Brot eintritt. Diese Maßnahmen können nicht genügen. Die Reichs- regierung muß sich zu wirNich durchgreifenden Maßnohmen und zu ehrlichster Erfüllung des Gesetzes entschließen. 11 proz. Gchuckert-Oividende. (klektro-Finanzierung bleibt profitreich. Der Aufsichlsrok der Elekkriziläls 21.-®. vormals Schuckerk u. Co.. Nürnberg, hat beschlossen, für das am 31. Würz 1931 abgelaufene Geschäftsjahr 1930/31 eine Dividende von 11 gegen 12 Proz. im Vorjahr auszuzahlen. Der gesamte Letriebsgewinn wird mit 7.61 gegen S Millionen ausgewiesen und nach Abzug fast unveränderter Unkosten, Steuerung und Abschreibung verbleibt ein nur unwesentlich verringerter Reingewinn von 6,29 gegen 6,79 Millionen Mark. Der Nürnberger Schuckerl-Konzern stellt eine reine v e r- waltungsgesellschafl. und zwar die größte ihrer Art, in der deutschen Elektrosiuanzierung dar. Sie betreibt keine eigenen Werke, sondern unterhält nur Beteiligungen. Die wichtigste Beteiligung des Unternehmens besteht in dem fast SOprozenligen Besitz der Siemens-Schuckert-Werke in Berlin. Außerdem unterhält der Konzern hochwertige Beteiligungen in Rheinland- westsalen und Sllddeutschland. Der von der wirlschastskrise gänz- lich unbeeinflußte hohe Gewinn des Unternehmens fällt um so mehr ins Gewicht, als der Schuckerl-Konzern fein Geschäfts- jähr erst am 31. März abgeschlossen hat, so daß bereits neun Monate der schärfsten Krisenauswirkung in dem abgeschlossenen Jahr ent- halten sind. Großaufträge für Siemens. Nachdem vor wenigen Tagen die Siemens u. Halle A.-G. den Bau eines großen Selbstanschlußamtes für Saarbrücken mit 10 000 Anschlüssen in Auftrag erhalten hat, ist jetzt der Stark- stromgruppe Siemens-Schuckert gemeinsam mit einer italie- nischen Firma die Lieferung über 200 Kilometer Oelkabel sür 66 OOO Volt Betriebsspannung zur Stromversorgung der argentinischen Stadt La Plata zugesprochen worden. Zugleich erhielt Siemens- Schuckert einen größeren Auftrag aus der Schweiz für Höchst" spannungsöltabel. Magdeburger Chemieabschluß. Die chemische Gesellschaft F a h l b e r g L i st u. C o. i n M a g d e- bürg, bei der sich vor wenigen Tagen die folgenschwere Betriebs- cxplosion ereignete, veröffentlicht jetzt ihren Abschluß sür 1930. Im Berichtsjahr ist der Umsatz um etwa 20 Proz. zurückgegangen. jedoch mehr als die Umsatzdrossclung haben offensichtlich innere Sanierungsmaßnahmen dazu geftihrt, daß die seit Jahren mit hohen Gewinnen arbeitende Gesellschaft«inen Ver- l u st von 1,08 Millionen Mark ausweist. Es handelt sich hierbei in erster Linie um Liquidation der in der Inflation betriebenen Kon.zernausdehnung.— Da im laufenden Jahr die Beschäitigungs- vechältnisse sich noch nicht gebessert haben, roerden verschiedene feinchcmikallsche Betrieb« auch in absehbarer Zest die Arbeit noch nicht wieder aujnehmen. Die amerikanische Sperre gegen russisches.. Sträflings"holz. Das amerikanische Schatzamt hat die Einsuhr der kürzlich im Hafen Propidence angekommenen Ladung russischen Bauholzes zu- gelassen, nachdem die Importeure und die„Amtorg", die osfi- zielle Sowjethandelsvertretung, nachgewiesen hatten, daß keinerlei Sträflingsarbeit in Frage komme. Klare Antwort tut not! Wie steht es mit einer zweiten LohnabbauweNe? Es heißt, t»io Reichsregierung will die Regelung der sozial- politischen Fragen oertagen. Ob damit etwas gewonnen wird, ist eine andere Frage. Nicht vertagt werden kann jedoch die Frage, od es zu einer zweiten Lohnabbciuwelle konunen darf. Wir erinnern nochmals daran, daß der Reichsarbestsminister Dr. S t« g e r w a l d sich in wiederholten Erklärungen dahin ausge- sprachen hat, daß er sich einer zweiten Lohnabbauwelle energisch widersetzen würde. Es ist zwar bisher die Frage der Beamtenverbände, ob die Gerüchte zutreffen, wonach die Reichsregierung sich mit der Absicht trage, die Beamtengehälter nochmals abzubauen,' noch nicht beantwortet worden. Es ist aber auch nicht bekannt geworden, daß di« Reichsregierung in ihren Beratungen sich mit der Frage eine« eines zweiten Abbaues der Bcamtcngehälter befaßt hätte. Aber davon abgesehen laufen eine Reihe von larifverlrägen ab. die im Herbst des Vorjahres durch Zwangsschiedssprüche geschaffen wurden und in denen damals die Löhne der Arbeiter uich Ange- stellten ganz erheblich abgebaut worden sind. Und dies war der zweite Lohnabbau! Der erste Lohnabbau erfolgte bei den übertarislichen Akkordlöhnen und den sogenanntsn Leistungszulagen. Die Verschärfung der Wirt- schaftskrise und die unwiderstehliche Forderung der Arbeiterschaft, statt Entlassungen vorzunehmen, die Arbeitszeitzu ver- kürzen, hat in einer sehr großen Zahl von Betrieben zur Kurz- arbeit geführt. Diese Kurzarbeit hat wohl verhindert, daß sich die Zahl der Arbeitslosen um einige Hunderttausend und damit auch die Ausgaben der Reichsanstalt, des Reiches und der Gemeinden ent- sprechend erhöht haben. Diese Ersparnisse gehen aber einzig zu Lasten der Arbeiterschaft. Nur in Ausnahmefällen ist ein teilwoiser Lohnausgleich gewährt worden. In der Regel bedeutet Verkürzung der Arbeitszeit für die Arbeiterschaft Verkürzung ihrer schon zweimal ge- kürzten Löhne. Uird nun will man diese Löhn« nochmals kürzen? Das ist zgnz unmöglich! Man sehe sich nur einmal die Entwicklung der Kleinhandelspreise tn den letzten Monaten an. Unsere Graphit bringt die Lerände- rungen der amtlichcn Kleinhandelspreise für Lebensmittel des tag- lichen Bedarfs vom Febniar»ud März dieses Jahres. Nun stehen den Preiserhöhungen gewiß auch Preisminderungen gegenüber. Diese Preisminderungen beziehen sich besonders auf die Fertig- sabritote. Man überlege aber einmal, wieviel dem Arbeiter, der Arbeiterin, dem Angestellten, dem Unterboomten von den Arbeits- losen und Sozialrentnern gar nicht zu reden, für Anschaffung von Kleidung, Möbeln und anderen Fertigfabrikaten übrig bleibt nach Zahlung der Miete. Beiträge, Steuern usw., die sich nicht im ge- rinasten vermindert haben, und nach Deckung des dringendsten Nahrungsmittelbedarfs. Selbst ein verhältnismäßig gut bezahlter Facharbeiter, der voll beschäftigt ist, hat eine Lohnherabsetzung von mindesten« 10 Prozent über sich ergehen lassen müssen. Für andere Ausgaben als di« un- WMangjich nptwendigen, d. h. außer für Ernährung. Miete, Steuern. ' Sozial/, mträg«, Fahrtlosten zur Ardeitsstelle sind ihm vor diesem Lohnabbau höchsten«£0 Prozent seiner Einnahmen geblieben. Nun �ektung! Achtung! Mitglieder des Gesamtverbandes! Geänderte Treff- und Abmarschzeiten für unsere Maikundgebung: Einheitlicher Sammelpunkt: Michaelkirchpiatz Treffen: 7.30 Uhr Abmarsch: 8.30 Uhr Die Aftnderung der Abmarschzeit war notwendig, um die rechtzeitige Ankunft aller Oemonstrationszüge im Lustgarten zu sichern.— Wir bitten, unseren Hinweis zu berücksichtigen, damit die Aufstellung der Sektionen ordnungsgemäß erfolgen kann. Die Bezirks- und Ortsverwaltung Ort m a n n Schaum ne.» 145.» ist sein Einkommen un, mindestens 10 Prozent gekürzt worden. Mau rechne imn einmal nach, was chm heute übrig bleibt zur Bc- schaffung von Kleidung, ganz zu schweigen von anderen„Luxus- ausgaben". dei» Rleinliandelspreise für Lebensmittel des tä�licKen Bedarfs Rotkobl Wirsin�kokl Veisskokl Spinat M okrr üb en Sauerkraut Kar t off ein Ro|f enmekl Vex-zenmekl S a 1-z. R oS£enbr ot Salz.herm§e Z u ck e r VTeh enkVmfebä d Butter M i 1 c k 99.«i Fleisch 9Z.,m Da« aber ist der günstigste Fall. Viel schlechter steht es bei den Angelernten und Ungelernten, bei den Frauen und Jugendlichen. Wie die Arbeitslosen, di« Sozialrentner sich heute durchs Leben schlagen, ist ein Problem, über das die Selbstmordstatistik ein tragisches Licht wirft. Und nun will man die Löhne, die Leistungen aus der Sozialversiche- rung nochmal« abbauen? Alle Welt ist sich darüber einig— in der Praxis auch die Unternehmer—, daß die Arbeitslosigkeit unbedingt und aus dam schnellsten Wege«ingedämmt werden muß und daß dieser Weg nur über die Verkürzung der Arbeitszeit führt. Wie will man die Arbeitszeit verkürzen und gleichzeitig die jetzt schon völlig unzureichenden Löhn« nochmals abbauen? Auf diese Fragen muh der Reichsarbeitsminffter ein« klare Antwort geben. Sie dulden kein Ausweichen und keine Vertagung. Februar 1931= 100 Hai die KuhrherretuLnnung geflunkert? Erklärung des?leichsorb«iisministeriums. Zu der Notiz„Zweite Lohnabbau welle?" im„Lorwärls" Nr. ISS vom 28. April ISZI schreibt uns das Reichsarbeit»- Ministerium: „Die Fuhrherren-Innung ist vom Reichearbeitsministerium nicht zu einer allgemeinen Aussprache über den Antrag auf All- gemeinverblndlicherkktzrung des Lohntorifoertrages geladen worden. Das Erscheinen zweier Vertreter der Innung belm Reichsa: beits- Ministerium am SO. März 1931 ging auf ein« Anfrage des Reichs- ardeitsmlntsteriums über die Organisationsoerhältnisse der Innung zurück. Da die zu klärende Frage nur die Innung selbst betraf, kann von einer Ausschaltung des Gesamt Verbandes, der übrigens Antrag auf Allgemeinverbindlicherklärung nicht gestellt hatte, keine Red« sein. Di« Innungsoertreter sprachen am 30. März 1931 aus eigenem Antrieb zunächst beim Sachbearbeiter der Schlichtungsabteilung vor und kamen hierauf in dessen Begleitung zu dem für die Allgemein- verbindsicherklärung zuständigen, in der Zeitungsnotiz mit Namen genannten Oberregierungsrat Dr. K a l ck b r« n n e r. Die wettere Aussprache bei Oberregierungsrat Dr. Kalckbrenner fand in Gagen- wort des Sachbearbeiter» der Schlichtungsabteilung und eines pro- tokollführenden Regierungsoberinfpektor» statt. Oberregierungsrot Dr. Kalckbrenner Hot hierbei zur Lohnfrage keine Stellung genommen und nur die Organisationsvsrhällnisi« der Innung ermittelt. Eine Aeußerung, die Allgsmeinverbindltch» «rklärung könne nicht ausgesprochen werben, well die Löhn« zu hoch seien, ist in keiner der beiden Besprechungen, weder wörtlich, noch dem Sinne nach, gefallen. Die Ablehnung der Allgemeinverbindlicherklärung hat, wie aus der Entscheidung selbst ersichtlich ist, ihnen Grund in dam Mangel der gesetzlichen Boraus» setzung, d. t. der überwiegenden Bedeutung des Tarifvertrages." Aus dieser Erklärung mutz man schließen, daß sowohl der Ober- meister wie der Syndikus der Berliner Fuhrtzerren-Innung g e» flunkert haben, als sie sich bei den Lohnverhondlungen auf eine angebliche Aeußerung des Oberegierungsrat« Dr. Kalckbrenner de» riefen. Di« vorstehende Erklärung ist so bestimmt gehalten, daß sie eine andere Deutung nicht zuläßt. Etwas anderes ist es mit der Besprechung über den Antrag auf AllgemeinverbiMicherklSrung. Hier kommt nicht nur in Frage, wieviel Mitglieder die Fuhrherren- Innung hat. sondern auch der andere Vertragspartner. Auf jeden Fall ist eine Allgameinverbind» lichtest eines Tarifvertrages nicht eine intern« Angelegenheit der Unternehmerorganifation._ Reichskonferenz der Vergarbeiier. Die Reichskonferenz des B e r g b a u i n d u st r i«. arbsiter- Verbau des beschäftigt« sich am Dienstag mit dem Knappschastsproblem. Das Vorstandsmitglied Borg- schütze wies daraus hin, daß di« Reichsknappschast alle von der Regierung als Voraussetzung für eine Rcichshilse geforderten Spar- maßnahmen erfüllt habe. Trotzdem habe die Regierung ihr festes und mehrmaliges Versprechen bis heute nicht gehalten. Für das letzte Jahr sei ein Fehlbetrag von Ä> Millionen, für das laufende ein solcher von 100 Millionen Mark zu erwarte». Das mache beinahe die Beitragseinnahmen aus. Heute hätten bereits Igaktive Bergarbeiter fürzehnInoalide zu sorgen. ein Beweis für die unbedingt« Notwendigkeit der Rcichshilse. An Berbcsserungsvorschlägen des Verbandes habe es nicht gefehlt. Die ganze Verantwortung für das ungelöste Knappschastsproblem liegZ also bei der Regierung. Aus dem Kassenbericht des Hauptkassierer» B i t t n e r ist hervorzuheben, daß der Bergarbeiteroerband im letzten Jahre S.1 Millionen Mark für Erwerbslosen- und Krankenunter st ützung verausgabt hat. Für Streik- und Gsmaßregettenuntcrstützung wurden rund 470 000 M.. für Bildungs- zwecke 163 000 M. ausgegeben. Bedenke man, daß es in dieser Notzeit vielen Bergarbeitern wirtschaftlich schwer falle, die Gewerk- schaftsbeiträge auszubringen, so seien diese Unterstützungszahlen ein außerordentlicher Beweis gewerkschaftlicher Solidarität und gegen- seitiger Hilfsbereitschaft. Laßi die Arbeiislosen verhungern! Das Rezept der InnungStrauter! Di« gemeinsamen Ausschüsse für Gcwerberecht und Gewerbe» Politik sowie für Sozialpolitik beim Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag und beim Reichsoerband des deutschen Handwerks haben sich zu den Dorschlqgen der Gutachterkommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ge- äußert. Wie nicht anders zu erwarten war, sind selbst diese bescheidenen Vorschläge von den Jnnungskrautern abgelehnt worden. Dagegen schlagen sie vor:„eine Herabsetzung ber Unter- stültzungssätze in den höheren Lohnklassen, ein« Kürzung der Unter- stützungsdauer, eine verstärkte Einführung der Bedürftigkcits- Prüfung, strengste Sparmaßnahmen in der Verwaltung und eine Herabsetzung der Beiträge auf ein wirtschaftlich erträgliches Maß." Auf gut Deutsch: Will man weniger Arbeitslose, dann lasse man sie oerhungern! Neue Löhne der Glaser. Dindender Schiedsspruch des Schlichters. Nach Scheitern der freien Verhandlungen im Berliner Glaser- gewerbe riefen die Unternehmer den Schlichtungsausschuß an, der am 11. April einen Schiedsspruch fällte, wonach der Stundenlohn des Gehilfen 1,50 Mk. beträgt. Junggesellen im ersten Jahr nach der Lehre erhalten 15 Proz. weniger, im zweiten Jahr nach der Lehre 10 Proz. weniger. Hinsichtlich der Löhne der Hilfsarbeiter, die ständig In Bauglasereien beschäftigt werden, verblieb es bei der bisherigen prozentualen Staffelung. Das Abkommen gilt bis zum 31. März 1932. Dieser Schiedsspruch wurde von der Fachgruppenversammlung der Glaser abgelehnt, worauf die Unternehmer di« Verbind- lichkeitserklärung beantragten. Bei den Verhandlungen vor dem Schlichter wurde eine Schlichterkammer gebildet, die nach- stehenden einstimmigen und damit bindenden Schiedsspruch fällte: „Es gilt der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin vom II. April mit der Maßgabe, daß der Stundenlohn ob der am 24. April 1931 beginnenden Lohnwoche 1,62 Mark beträgt. Im Mantelatrifvertrag wird der Punkt 5 Abs. 4 wie folgt gefaßt: „Bei Arbeits außerhalb Groß-Berlins beginnt und endet d-e Arbeitszeit bei der der Arbeitsstelle(Baustelle) am nächsten inner- halb dos Stadtgebiets Berlin gelegenen Haltestelle eines Berliner Aerkehrsunternehmens. Die schnellste Berkehrsgelegenheit ist ohne Rücksicht auf den Fahrpreis zu benutzen." Die übrigen Bestimmungen des Manteltarifvertrages bleiben der Verständigung der Parteien überlassen." Zum Streik der?tohrleger undKlempner llnerwünschie Gäste. Zu unserer Notiz über die„Mobilisierung" der Arbeitslosen durch di« KPD. zur„Führung" des Streiks der Rohrleger und Klempner teilt uns der Inhaber des Lokals in der Brüderstrahs mit, daß ohne sein Wissen sein Lokal ausgewählt worden sei.?ils die Abgesandten der KPD. angerückt kamen und bei ihm ihren Laden ausmachen wolllen, habe er ihnen die Türe gewiesen.>seit 27 Iahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei könne er sein Lokal nicht zu einem derartigen Zweck hergeben. Wie kennten Sie mich nur mit meiner Schwester verwechseln, die doch 7 Jahre jünger ist«Ts ich? Seitdem wir uns zuletzt sahen, sind Sie eigentlich noch jünger geworden, gnädige Frau I Und da Sie, wie ich sehe, dem Kaffee Hag treu geblieben sind, werde ich Sie in zehn Jahren vielleicht mit IhrerTochter verwechseln. Sie sind also auch ein Hag-Freund? Ja freilich, denn 1. halte ich es in der heutigen Zeit, wo die Nerven so vieler Menschen aufs äußerste angespannt werden, einfach für ein Gebot der Lebens- klughcit, coffeinfreien Kaffee Hag zu trinken, 2. gibt et keinen Kaffee, der mir besser schmeckt als Kaffee Heg. Braten s oß e Für Leber, Schnitzel, Nieren, Klops und Bratwurst, d. h. immer dann, wenn die Soße nicht ausreicht! Ein Würfel ergibt � Utcr wobkchroeckcndc Sofie) Soll die Bewag verkaust werden? Protestkundgebung der Nelegschast. In einer gewaltigen Kundgebung in der„Neuen Welt" pro- testierten gestern über SOOO Arbeiter und Angestellte der Bewag gegen die geplant« Enttommunalisierung der Ber- liner Elektrizitätswerke. Genosse O r l o p p vom Haupt- vorstand des Gesamtverbondes erläuterte im einzelnen die im„Bor- wärt»" bereits mitgeteilten Pläne, über die Berliner Gas- und Elektrizitätswerke hinweg Geld für die Stadt zu beschaffen. Das jetzt vorliegende Angebot ist völlig untragbar. Der gebotene Kaufpreis entspricht nicht dem wirklichen Wert der Bewag, der von Hervoragenden Gutachtern auf(340 Millionen Mark veranschlagt wird. Hinzu kommen die großen Zukunflsmöglichkeilen der Berliner Elektrizitätswerke, die ohne die geringsten Erweiterungen in der Lage sind, die doppelte Strommenge als bisher zu liefern. Vor allem ist das jetzt vorliegende Angebot deshalb unannehmbar, weil das Banken- konsortium die Forderungen der Stadt, insbesondere nach einem höheren Kaufpreis, einem verstärkten-Stimmrecht, einer Verbesserung der Konzessionsabgabe und einer Sicherung der Tarifhoheit rund- weg abgelehnt hat. Es muh Aufgabe von Reich und Staat fein, Berlin in der Zwangslage, in der es sich befindet, zu helfen. Der Verkauf der Werke würde aber nicht nur einen Schaden für die Berliner Bevölkerung bedeuten, sondern auch aller Voraus- ficht nach die Beseitigung der jetzigen Lohn- uiid Ar- beitsbedingungen von 7SOO Arbeitern und Angestellten zur Folge haben. Es kann nicht angehen, daß die Jinanzschwierigkellen der Stadl auf dem Rücken der Konsumenten und der Arbeiter und Angestellten der Bewag an»- getragen werden. Ist der Verkauf wirtlich nicht mehr zu verhindern, dann muh durch entsprechende Klauseln im Ucbernahmevertrag für die Sicherung der jetzigen Lohn- und Arbeitsbedingungen gesorgt werden. Genosse Orlopp erinnerte zum Schluß an das Versprechen des Oberbürgermeisters Sa h m anläßlich seiner Antrittsrede am 22. April, stets bestrebt zu sein, die großen und wertvollen Betriebe der Stadt Berlin in städtischen Händen zu halten. Sein Referat klang aus in dem Appell an den Oberbürgermeister:„Handeln Sie bei den kommenden Verhandlungen nach diesen Worten. Nicht nur die Arbeiter und Angestellten der Bewag, sondern die gesamte werk- tätige Bevölkerung B«rlins steht geschlossen hinter Ihnen für die Erhaltung der kommunalen Wirtschaft! Nach einer kurzen Aussprache, in der insbesondere Genosse Zeitz im Auftrag der AsA-Gewerkschaften das gesamte Personal der Bewag zur Geschlossenheit aufforderte, nahm die Versammlung einstimmig eine Entschließung an, in der gegen die Absicht der Entkommunalisierung der Bewag energisch protestiert und die For- derung erhoben wird, die kommunale Wirtschaft nicht abzubauen. sondern weiter zu erhalten und auszubauen. Lohndruck durch Aufsichtsbehörde. Oer Oberpräsident gegen Berlin. Obwohl die städtischen Sörperschastcn und die Gewerkschaften sich e i n m ü t i g gegen die Absicht der kommunalen Aussichtsbehörde. die über dreieinhalb üahre in straft befindliche Besoldung»- ordnung für die Beamten der Stadt Berlin einer Revision zu unterziehen, ausgesprochen haben, ist gestern die Beanstandung der Besoldungsordnung durch den OberprSfidenten erfolgt. Ganz besonder» stark sollen die Beamten der unteren und mittleren Gruppe in ihren Gehältern gekürzt werden. Die Vertreter der freien Beamten- und Angestelltengewerkschaften(Gesamtverband, Butab, Werkmeisterverband. ZdA. und All- gemeiner verband der deutschen Bankangestellten) treten heute vor. mittag zusammen, um zu der durch die Beanstandung für 50 000 Beamte und Angestellte entstandenen Lage Stellung zu nehmen. # �reieGewertschasts-Iuaend Berlin Scutt, Donnei-ta». Iß'i Übt, tnfltn di« aipfntd: Zua«ni>. ftttat Gronauer Str. 5. Maifeier. Literarischer Mxnh.— Dchöubauirr Zart Iuaenddeim Tieckstr. 18. üewrdesnrechuna.—®cfnnl)bttin«tn: Smttnichclm Sioie Schule, Sotcniutncc Str. 3. Die Bedeutung de» 1. Mai.— Gtidaften: Iuarntcheim Reichenberaer Str.«fl lss«ueruwhrl>a»?). Gcwcrkfchafirn und Staat.— Ze«»elh«s! Auaenbheim. Liueum Eermaniastr. 4—«!. Warum Obernrlifftclle und fsiinucnsur?— Moabit: Iuarnblirim Lehrter Str. 18—1!!. Der Namnf der(yewer2-" Uhr im»ematormm Baum- fchnlenweg statt. Deutidier TeitilarüeltrWil Verwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Fritz Koxosek am 26, April verstorben ist Ghr« seinem Andenle«! Di» Beerdigung findet am Freitag. dem 1 Mai, nachmittags 3«/, Uhr, auf dem HedwIgaNrchoof. Beinidendorf, Berliner Straße, statt Rege Beteiligung wird erwartet. Die Or txTcrwaltnng. i IS er t r k»a■ sind die KLEINEN ANZEIGEN la derGetamuollage de«„Vorwim"«ad 44. Abtclfling SPD. Unfic langjährige» Mitglied Otto Wonitzki ist im«UtK»on 57 Jahre» am 28. April gestorben. Ghr» seinem Aodealen l Die Trauerfeier findet Sonnabend, den 2 Mai. vorm. IIh> Uhr, im Sre» matorium Baumfchulenweg statt. zahlreiche Beteiligung erwartet Die Abteilnng-Ieitung Deotsdiür Miüallarlieiter-Verlianil Verwaltungaatclle Berlin TodesanzsIgD Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Aollege, der Metallardeiter tMstisn flartong am 19. AprU au Asthnialeiden ge- ftotben ist. Die Betsetzung der Urne findet am Donnerstag, dem 30 A rtt, nachm. 5 Uhr. im Waldfriedhaf Oderschön«- weib« statt. Rege Beteilignng wird erwariet. !«»<»,»»». Am 26. April starb unser Zlollege, der Metallarbeiter Rudolf Mönnich Die Beisetzung hat bereit» statt- gesunden. Ghr« ihre« Andeulr»! DI» DrtaverwaUnpg. DanUaBgung Filr di« herzlich, Teilnahme bei der Bestattung mein,, lieben Manne», unjere« guten Bater, Emst Callies sagen aus diesem Wege unseren lies- g-lühlten Dan! bli»« Gelllea nnd Kinder Berlin und Amerika letuaMunl 6" Monatsraten Elegante Herren- und Damen- Bekleidung fertig und nach MaB Na4aiizDitev.rf.95.' luiius Fabian Haßschneiderai Aleunderatrehe t». Laden ScbSacberg. Hänptatrahc tS» ähtttl Kaufen Sie unsere bekannten Speiialmorken(gegen Infektion] nur In den nadtstehenden, für on$ einschlägigen Geschäften, also in Apatheken, Drogerien, Gummiwarenhandlungen, BandagengeschOften, Parfiimerien u. Fritler-Salans. Dort hoben Sie die Gewähr, frische Ware zu erhalten, die sachgemäss gelagert und pfleglich behandelt wird. In Apotheken, Drogerien, Gummiwarenhandlungen, Bandagengeschäften, ParfUmerien u. Frisier-Salons erhalten Sie unsere Spezialmarken(gegen Infektion) in unseren Originalpackungen mit unseren Kontrollnummern. Diese Kontrollnummern geben uns die Möglichkeit, zu prüfen, ob stets frische Ware zum Verkauf gelangt. Die Inhaber der für uns einschlägigen Firmen sind sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Publikum bewusst und sind auch über die Bedeutung unserer Kontrollnummern hinreichend informiert. Sollten Ihnen gelegentlich einmal unsereSpezialmarken famtjdt in Packungen angeboten werden, auf denen unsere Kontrollnummern abgekratzt oder ausradiert sind, dann weisen Sie diese Packungen zurück I Sie tun es in Ihrem eigenen Interesse. (iUHtt(WERKE Werk I Berlin-Köpenick Werk II Berlin-FriedrlcbsbaBen Auf Grund der Notverordnung hoben wir die Verbraucherpreise für unsere Spezialmarke wie folgt ermässlgti V* Ditzead-.80 RH,'/, Dutzend 1.79 RH, 1 Dutzend 3.90 RM. Verlangen Sie immer ausdrücklich die echten Spezialmarken damit Sie nicht enttäuscht werden. Eilsendungen für diese Rubrik sind Berlin SV kindrustratz« parieinachn'chien jfä&k für Groß-Verlin ict«»» de» Bezirkesekretnriat l. Hes, 2 Treppe» recht», zu richte» Di« Einlaßkarte« zur Kundgebung am 14. April im Sport» Palast sind von einem großen Teil der Kassierer trotz eriolgter Er» innerung noch immer nicht abgerecbnet worden.— Es wird hierdurch nochmals um die sofortige Erledigung der Sache ersucht. I. A.: A l ex P a g e ls. * Kreis- und Abteilungsleiter! Fahne» und Banner zur Demonstration am 1. Mai sind selbstverständlich mitzubringen. Der Bezirksvorstand. Jj- Beginn aller Veranstaltungen ISIl- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heule, Donnersiag. 30. April: I. iirti». Me Atrcchmmq füt dn, liilm muR bis 1. Mai btl tcn Silftungs« oMcultn det ftMtttnnfl«« fein. 4. Krcio. Achtung, AbteitungÄlassierer! Sömtlich» MaifelerbUItlt, lind»um Eaaltai» griedniilishaln nilt»ubr>nq«n und inlt de»! Kreiskasl!«rcr ab»!!- rcchneii. SX Ab«. Die Bezirksiii beer rrchncn entweder deute oder morgen im Eaalban die RaifeierbMetts mit dem ktasüere« ab. 1t». Abt. Die Gruvpcnkassierer werden gebeten, fiir dm Monat April um- gebend Akontozablungm zu leisten. Morgen. Freilag, t. Mai: Z. fltei«. Die Ordner der Adteilunqcn melden(ich bereits irm 15 Übe beim (Senossen Epringicr an der ttasse. I. ürci». All« Parteigenassen, die nicht am I. Mai mit der Gewerkschaft gehen, treten um(v>i Uhr ans dem Gendarmenmarlt, vor dem Schiller- denkmgl, zur Dentv nitration an. I. Abt. Antreten zur Maidemonstration um 8 Uhr Babubof GrvRgörschcn- strahe, hiAtcr Bavgrwerksbund. 1<. Abt. Die Genossen treffen sich» zur Demonstration um 814 Uhr bei Gottschalk, Putdussrr Etr. St. Die Ordner zur Kundgebung am 1. Mai in Ptisttensce melden sich um 15?« Uhr in PNigerisee bei Genossen Tbunack oder Runge. 57. Abt. Die Genossen und Genosstnnen, weiche sich am l. Mai zur Demon. stratlon im Lustgarten keiner Gewerkschaft anschließen, treffen stch bei dem Baugewerktbimd im Kleinen Tiergarten. Abmarsch 8'4 Uhr. 58. Abt. Treffpunkt zur gemeinsamen Abfahrt zur Maifeier am Evandaurr Pack um 15 Uhr am Wittenbergplasz. 78. Abt. Alle Parteimitglieder beteiligen stch an der Maifeier der Abteilung .»chlendorf. »k. Abt. Treffpunkt 7A Uhr Reuterpiah. Bannerträger 714 Uhr Treffpunkt bei Schreiber, Steanmehstr. 52. 18k. Abt. 8?4 Ilbr am KMnischen Bar?. Kur Abendfeier in Adler shak an der Knabensckml«, Rudowcr Straße, bei schönem Wetter um 1514 Uhr, bei schlechtem Wetter um 1714 Uhr. 188. Abt. Treffpunkt 814 Uhr Dahnhof Spindlersfelb. Abfahrt 8.Zg Uhr 61» Iannowißbrllckc. Abendfeier Funttionürkonferenz hentr, 19 llhr, in der Schulaula Kochstr. 1Z� Thema: ..Gegenwartsausgaden der proletarischen Zugend". Referent: Dr. Karl Schroedrr. Ohne Mitgliedsbuch der SAJ.»der Partei kein Kutritt.„. c SS»..B°rfihende! Rechnet die ausstehende» Nummern de».R.-S. ab. Der„Note Schitter" Nr. 4/5 ist erschienen. heule, Treffpunkte zur Aunktlonärkonferenz: Arnswalder Pl-H II: 1884 Ubr Danziger Eck« Greisswalder Straße.— Schönhanfer Vorstadt: 18?4 Uhr.Sozialisten-Eckc".— Kott busser Tor: 1» Uhr Koltbusser Tor.— Westend: 19 Uhr Bahnhof Westend.— R-utöllu Ii 19 Uhr Reuterplaß.— R-uköll» IV»od IX: 1814 Uhr Bahnhof Sermannstraße.— Rculölln Vlll: ISZi Uhr«aifcr.ffriedrich. Eck« Wrichfelstraße. Werbebezirl Schöneberg: lg Uhr Bahnhof Großgörschenstraße. 8- Norden: Lorßing- Ecke Eraunstraß«.„Die Entwicklunq der Maikeier*—< Prenzlauer Vorstadt: Gleimstr. 38—85.„Scruelle Fragen", l. Teil.—«ottbusser Tor: Treffpunkt 1814 Uhr Kottbusser Tor. Besuch der Zugendschußkundgebunq de- Metallarbeiterjugsnd.— Iehlendorf-Dahlem: Schlieffenstraßc.„Rot- Fahne" bis„Angriff". Werbe dziri Wedtnng: 20 llhr Turnhall« Müller. Ecke Trfftstraße sobere Halle). Tambourkapell«. Außerordentlicher Uebungeabend, Turnhalle Putbusser Straße 4. Treffpunkt aller Spteler mit Instrumenten 1914 Uhr Schul- Ecke Reinickendorfer Straße. Nachzügler pünktlich 20 llhr in der Turnhalle. Turn, schuhe mitbringen.____,. Schöncberg: Sprcchchorprobe zum I. Mai um 1814 Uhr in der Schloß. brauerei. Hauptstraße._.,... ,,.„. Werbcbezirk Neukölln: Alle Mädel beteiligen sich an der Arbeitsgcmem- schaff mit der Genossin Anna Hartoch, 20 Uhr, Steinmeßstraße. Morgen. Freitag, Treffpunkte zur Mai-Demonstration: Neuki«» I: 7-4 Uhr Reuterplaß.— Renkölln Vll: 1% Uhr Reuterplatz (ffioage).- Reinickendorf-Ost: 714 Uhr Seebad. 17 Uhr Treffpunkt Jugend. heim. Beteiligung an der Feier im Schützcnhaus. Restdenzstr. 1. Werbcbezirk K-enzbcrg: 8% Uhr Alle Jakob- Ecke Neu-nburger Straße. Nachmittags„Neue Weit". Werbebezirl Neukölln: 7% Uhr Reirtcrplatz. Lnno park' Eröffnung. Am Sonnabend, dem 2. Mai, eröffnet der Lunapark feine diesjährige Sommersaison. Di« schönen Terrassen am Halensee beginnen sich im Säfinuck des ersten Grün zu zeigen. Wein- und Bierterrassen find renoviert. Zm Vergnügungspork locken eine ganze Anzahl neuer Attraktionen. Die Feuerwerke werden in diesem Jahr« mit gänzlich neuen Ueberraschungcn den Hglense in leuchtende Fardcnglut tauchen. Donner?!., 50. 4. 8lSS!Z-llI»I' Unter d. Linden 241. A.-V. 20 L'hr SüiwaBda, der Dudelsackpfeifer Ende 22'/« Uhr staats-oper In Ptih iir Rnsklil. 16. R.-S. 20 Uhr Pericbole Oiffnfl bdenvcrknl Ende 23 Uhr Donnerst.. 30. 4. Stadl Oper Bismarcksif. Turnus IV � 20 Uhr Samson and Dalfla Enden. 22'.'4 Uhr Staat). SttiaDspli. Im Sniirnnmiiktl 207. A.-V. 20 Uhr Ende n. 22 Uhr Staatl.Süiiller-TlieateiQiarlttig. 20 Uhr Die Journalisten Ende gegen 23 Uhr BS Barbarossa 9255 Tägl» u.»'4 Uhr llii.Ullf.-3LJU.l-8R. Heate letiterTagl Juan Liossat nit s. nnllrkL Ottetu d'Anselmi Drena Beach und weitere Attraktionen. Morgen Premiere mit vollständig neuem Programm ViMiui E. 3. 4831 Täglich 5 and SonmagsI.B».«« Im. S0P1.-1 l,0.)-]R Heule letaler Tagt sentu Glmrafl Oesang- u. 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