BERLIN Donnerstag 30. April 1931 Der Abend Erscheint tåglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 201 B 101 48. Jahrgang Anzeigenprets: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigun en nach Tarif. Poftfcheckkonto Vorwärts- Verlag G. m. b... Berlin Nr. 37 536.- Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Der Kampf um den Brotpreis Beratung des sozialdemokratischen Fraktionsvorstandes Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion! erörterte am Donnerstag die politische Lage. Er nahm zunächst einen eingehenden Bericht über die Unterredung der Fraktionsvertreter mit dem Reichskanzler Dr. Brüning entgegen. Der brennende Zug Zahl der Todesopfer in Kairo auf 61 gestiegen/ Viele Schwerverletzte Kairo, 30. April. Die Zahl der Toten bei dem Brande in dem Expres 3 ug Alexandria- Kairo ist inzwischen auf 61 gestiegen, die Zahl der Verletzten auf 41. Viele Perjonen hiervon sind schwer verlett. Im Vordergrund der Aussprache stand die Brot preiserhöhung, die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Senkung der Brotpreise, sowie die außerdem beabsichtigten Zollerhöhungen für Hafer, Speck und Schmalz. Dabei wurden starte 3 weifel geäußert, ob die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Senkung des Brotpreises sich auch wirksam erweisen würden. Da die Regierung richtet, daß ein Wagen 3. Klasse in Brand ge= Ueber den Hergang der Brandkatastrophe wird bedurch das Zollermächtigungsgesetz vom 28. März verriet, während sich der Expreßzug in voller Fahrt befand. pflichtet ist, einer Steigerung der Brotpreise Da keine Möglichkeit bestand, den Lokomotivführer vom über den Stand im letzten Halbjahr hinaus vorzubeugen, Ausbruch des Brandes in Kenntnis zu setzen, breitete sich so muß verlangt werden, daß nicht nur weitere Brotpreissteigerungen verhindert, sondern die auch in den letzten Wochen eingetretenen Erhöhungen der Brotpreise rü c= gängig gemacht werden. Wenn nicht in furzer Frist eine folche Auswirkung der Regierungsmaßnahmen auf den Brotpreis erzielt wird, so wird die sozialdemokratische Fraktion weitere Scritte unternehmen, um die Regierung zur Ausführung der gefeßlichen Verpflichtungen zu veranlassen. Im übrigen äußerte der Vorstand starke Bedenken gegen einen etwaigen Versuch, durch eine einseitige Finanzpolitik notwendige soziale Einrichtungen und Leistungen einzuschränken. Eine endgültige Stellung zu dem Programm der Regierung kann erst erfolgen, wenn die Maßnahmen des Kabinetts deutlicher erkennbar sind. Dann erst kann auch eine Entscheidung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion über die Notwendigkeit einer etwaigen Einberufung des Reichstags gefällt werden. beralteten und normalerweise ausrangierten Wagen zusammengesetzt, die man wegen des Bairamfestes wieder in den Dienst gestellt hatte. Das Wetter wird beffer. Für Freitag faum noch Regen zu erwarten. Seit Donnerstag früh ist eine langsame, aber stetige Besse rung des Wetters zu beobachten. Gleichzeitig ist ein leichter Temperaturan stieg zu verzeichnen. Heute mittag zeigte das Thermometer 10 Grad Wärme an. Die für 1. Feiertag der ArbeiterAchtung, Parteigenossen! mit dem Waffenaufmarsch im Luftgarten, lautet Am 1. Mai Fahnen heraus! schaft, einigermaßen günstig. Nach einer verhältnismäßig fühlen Nacht wird es tagsüber bei zeitweise heiterem Himmel wärmer als heute sein. Regenfälle dürften kaum noch zu erwarten sein. Ueber ganz Mitteleuropa herrscht zur Zeit ein geringer Drudunterschied. Hoher Drud ist über Süd- und Westeuropa, tiefer Luftdruck dagegen liegt über dem nördlichen Mitteleuropa bis hinunter nach Bolen. Bei schwacher Luftbewegung wird das Wetter dadurch ruhiger und freundlicher. Anschlag auf Arbeiterrechte. Beseitigung des 1. Mai als Feiertag. das Feuer, durch den Luftzug angefacht, mit rasender Geschwindigkeit aus. In dem brennenden Wagen spielten sich furchtbare Szenen ab. Viele Reisende suchten sich dadurch zu retten, daß sie aus dem Zuge sprangen. Sie blieben mit schweren Verlegungen auf den Schienen liegen. Erst nach geraumer Zeit bemerkte der Braunschweig, 30. April.( Eigenbericht.) Lokomotivführer den Brand und brachte den Zug zum Kurz vor Toresschluß gelang es der reaktionären Halten. Die brennenden Wagen wurden sofort abgekup Mehrheit des Braunschweigischen Landtags, den 1. Mai pelt, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu ver- seines bisherigen Charakters als gesek. hindern. Die Opfer der Katastrophe, die eine der schwerlichen Feiertag zu entkleiden. Eine dahinsten in der Geschichte des ägyptischen Eisenbahnwesens zielende Gesetzesvorlage wurde am Donnerstagnachmittag Eine sogenannte Chesbesprechung, das heißt eine Beist, sind ausschließlich ägyptische Ausflügler, die sich zur nach stürmischer Debatte, bei der sich die Nazis als ge sprechung der beteiligten Minister, hat nach offizieller Feier des Bairamfestes von Kairo nach Alexandria be- schworene Arbeiterfeinde zeigten, mit knapper Mehrheit Mitteilung gestern abend die Einigung über die noch strittigen geben wollten. Der Zug war aus zahlreichen angenommen. Das Gesetz wurde sofort verkündet. Buntte des Aktionsprogramms der Reichsregierung herbeigeführt. „ Chefbesprechung" statt Kabinett. Da lein Zweifel daran möglich ist, daß diese Einigung vom Kabinett gedeckt werden wird, ist vorläufig eine besondere Kabinettsfizung nicht einberufen worden. Möglicherweise wird heute noch durch Kommunique über diese Einigung nähere Mitteilung erfolgen. Zollpolitik der Börse. Steigende Haferpreise in Erwartung der Zoller höhung. Die Preisentwicklung auf der heutigen Produktenbörse Spiegelte genau die Absichten der Reichsregierung in der Agrarpolitik wider. Weil man eine Erhöhung der Haferzölle erwartet, gingen die Haferpreise start nach oben. Die angekündigte Zollfenkung für ein bestimmtes Weizenkontingent ließ die Weizenpreise etwas schwächer werden. Die Roggenpreise blieben aber stetig, womit unsere Vermutung gerechtfertigt wird, daß die Brotverbilligungspläne der Reichsregierung nicht ausreichen. Auf der Wertpapierbörse hatte die Unflarheit der Regierungspolitik Zurückhaltung auf der ganzen Linie zur Folge. Franzen abgeblitzt. Braunschweig, 30. April.( Eigenbericht.) Mit einer Beschwerde beim Reichsgericht gegen die Verkürzung der Verbotsdauer des„ Bolksfreund" ist Franzen hineingefallen. Der Bierte Straffenat des Reichsgerichts teilte dem Verlag Rieke u. Co. als Beschluß mit:„ Die Beschwerde des Braunschweiger Staatsministeriums wird als unbegründet kostenpflichtig verworfen." In der Begründung wird die Einschränkung der Berbotsdauer durch das Reichsinnenministerium ausdrücklich gebilligt, Volfsentscheid in Lippe Volksentscheid Stimmen Hugenberg 24000 20 wenig Zwischen Lipp' und Kelchesrand Schwebt der dunklen Mächte Hand! 米 200 Erdbebenopfer. Erste Nachrichten aus dem armenischen Katastrophengebiet. Moskau( über Kowno), 30. April. Im Laufe des Mittwoch sind die ersten amtlichen Nachrichten über das große Erdbeben in Armenien eingetroffen. Nach den bisherigen Feststellungen haben über 700 Personen den Tod gefunden. 20 000 Menschen haben ihre Wohnstätten verloren. Ihre Lage wird dadurch besonders erschwert, daß starke Regengüsse eingesetzt haben. Das Vollzugskomitee der Republik Georgien hat eine mit besonderen Vollmachten ausgestattete Kommission im Flugzeug nach Nachitschewan entsandt, um Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung ein zuleiten. In Nachitschewan find 60 Säuser zerstört worden. In den Städten Gersu und Oschnubar fielen insgesamt 380 Häuser dem Erdbeben zum Opfer. Da im Erdbebengebiet großer Mangel an Lebensmitteln und besonders an Brot herrscht, wurden auf dem Bahnhof Tiflis 6000 Tonnen Getreide beschlagnahmt und nach dem Erdbebengebiet abtransportiert. In dem Erdbebengebiet spielten sich erschütternde Szenen ab. Auch der Rat der Volkskommissare der Sowjetunion hat eine Hilfsaktion eingeleitet. Nach ergänzenden sowjetrussischen Berichten aus dem kaukasischen Erdbebengebiet, sind die Zerstörungen, die in mehreren Gebieten zu gleicher Zeit angerichtet wurden, sehr groß. Das Erdbeben, dessen eigentlicher Herd in der Republit Nachitschewan liegt, wurde auch in Tiflis und in Eriwan verspürt und hat sich auf größere Gebiete von Armenien und Aferbeidschan erstreckt. In Testeren Gebiet find bisher 220 Tote und über 200 Berlegte identifiziert worden, in Rachitscheman 160 Tote und über 500 Berlegte. Unermeßlich ist der Verlust an Bieh, wovon die fautafischen Gebirgsvölker besonders hart betroffen werden. Die Hilfe, die die örtlichen Sowjets leisten können, reicht nicht aus, um auch nur die Obdachlosen zu bergen. Da fast gar teine Medikamente vorhanden sind, wird der Ausbruch von Seuchen befürchtet. Die Erdstöße waren so start, daß auch in dem vom eigentlichen Herd weit entfernt liegenden Eriman Mauerrisse entstanden sind. Es war fein Militärputsch. Der Stolz der spanischen Republit. Madrid, 30. April.( Eigenbericht.) Der Kriegsminister sprach auf einem Bankett vor den hohen Offizieren über die Aufgaben des Heeres folgende Worte: ,, Das Heer hat keine andere Aufgabe, als die der Landesverteidigung in Kriegszeiten und der Vorberei tung darauf in Friedenszeiten. Wir alle, die wir an die Macht gelangten, sind stolz, auf friedlichem Wege die Regierung übernommen zu haben, ohne uns auf die Armee zu stützen." Der Innenminister erflärte Pressevertretern daß sich das Kabinett eingehend mit dem Problem der Arbeitslosigkeit beschäftige; es habe bie Arbeitslosigkeit start zugenommen, da zahlreiche Monarchisten nach der Verkündung der Republik die von ihnen in Auftrag gegebenen Bauten nicht fortsetzen ließen. In Sevilla versammelten sich Arbeitslose vor dem Rathaus. Eine Abordnung verlangte vom Sekretär des Bürgermeisters Brot und Arbeit. Darauf zogen die Arbeitslosen durch die Stadt und baten in allen Läden um unentgeltliche Hergabe von Lebensmitteln. Zwischenfälle hat es nicht gegeben. Castro Botschafter in Berlin. Madrid, 30. April.( Eigenbericht.) Die spanische Regierung hat für Profeffor Americo Caftro das Agrement als Botschafter in Berlin nachgesucht. Castro ist zur Zeit als außerordentlicher Profeffor an der Berliner Universität tätig. Königsgeld für Arbeitslose. Madrid, 30. April.( Eigenbericht.) Der Ministerrat hat beschlossen, den Städten Eibar und Jaca den Titel von Musterstädten zu verleihen, weil Eibar als erste Stadt am 14. April und Jaca bereits im Dezember vorigen Jahres die Republik ausgerufen haben. Prinz Ferdinand von Bayern und Bourbon, der Schwager des Erfönigs, ist aus den Listen der Armee gestrichen worden. Auf den Vorschlag des Finanzministers wurde beschlossen, daß eine Summe von 50 000 Beseten, die ursprünglich für die Königsfamilie bestimmt waren, zur Unterstützung an die Arbeitslosen von Sevilla verwandt wird. Der Innenminifter teilte Journalisten mit, daß der frühere Finanzminister Juan March, der Besizer mehrerer monarchistischer Zeitungen in Madrid ist, beim Ueberschreiten der französischen Grenze verhaftet und nach Madrid zurückgebracht morden sei, wo ein gerichtliches Verfahren gegen ihn eingeleitet werden soll, da er für verschiedene Irrtümer der Diftaturregierungen verantwortlich sei. Außenminister Lerrour hat auf die ihm von Pressenertretern gestellte Frage, ob die Regierung die Absicht habe, die Ueberfied fung Irogfis nach Spanien zu gestatten, geantwortet, daß nachh felner Meinung fein Grund dafür bestehe, Trogti den Aufenthalt in Spanien zu verbieten, jedoch unter der Bedingung, daß er sich jeder Propagandatätigteit in Spanien enthält. Er hoffe, daß die Regierung diesen Standpunkt billigt. Der Minister erklärte ferner, daß er für die Anerkennung der Sowjetregierung fei. Briand fandidiert. Für die Präsidentschaft der Republik. Paris, 30. April.( Eigenbericht.) Wie der Korrespondent des„ So3. Pressedienstes" in Paris erfährt, wird der gegenwärtige französische Außenminister zu der bevorstehenden französischen Präsidentenwahl tandidieren. Marttorganisation für Agrar und Industrieprodukte. Paris, 30. April.( Eigenbericht.) Bie der Matin" mitteilt, hat Briand ein Memorandum über die französischen Vorschläge betreffend die wirtschaftliche Drganisation Europas ausgearbeitet, das bereits am Dienstag dem Ministerrat unterbreitet worden ist. Im ersten Teil des Memorandums wird die beste Methode für den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Donauländer auseinandergefeßt, während im zweiten Teil die Frage der Sicherung von Abfagmärkten für Industrieerzeugnisse geprüft wird. Außerdem werden Vorschläge in bezug auf die finanzielle Unterstützung gemacht, die gewissen an Kreditmangel leidenden europäischen Staaten geleistet werden fönne. Sobald das Memorandum von den verschiedenen technischen Ministerien gebilligt ist, soll es den diplomatischen Bertretern Frankreichs in Europa übermittelt werden, die es den Regierungen über. reichen sollen. Mildes Urteil gegen Goebbels. Ein Monat Gefängnis und 1500 Mart Geldffrafe! Das Schöffengericht Charlottenburg fällte erst in der zweiten Morgenstunde das Urteil in dem Prozeß gegen den Reichstags abgeordneten Goebbels. Er wurde von der Anklage des Ver gehens gegen§ 166 durch Beschimpfung der jüdischen Religionsgemeinschaft freigesprochen, dagegen verurteilt wegen öffentlicher Beleidigung und übler Nachrede gegenüber dem Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß in zwei Fällen, wegen Beleidigung des früheren Polizeipräsidenten Zörgiebel, des Polizeipräsidenten Grzesinsti, des Polizeiwachtmeisters Busse in Potsdam und ferner megen übler Nachrede gegenüber Beamten des Bezirksamts Schöne berg, des Polizeioberst Heimannsberg und des Kriminalkommissars Busdorf zu insgesamt einem Monat Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirettor Ramble aus, daß der Angeklagte von der Antlage nach§ 166 StGB. frei gesprochen worden sei, weil nach Ansicht des Gerichts in dem Artikel des„ Angriff" nicht erkennbar war, daß die Beschimpfung sich gegen die jüdische Religionsgemeinschaft als solche richtete, sondern weil offenbar der Artikel lediglich deren Mitglieder bzw. Bertreter treffen fallte, die in dem Artikel als Fanatiker bezeichnet worden waren. Außerdem sei der Hinweis darauf, daß es Ritualmorde gegeben habe, feine Beschimpfung, sondern eine Feststellung historischer Tatsachen. Wild gefährdet Waldbestand Forstetat im Landtag Der Landtag sette heute nach Erledigung von Eingabenberichten| Akademien besuchen, größtenteils nicht vorhanden zu sein. Das der verschiedenen Ausschüsse auf Antrag der Wirtschaftspartei, der Deutschnationalen und der Volkspartei einen Untersuchungsausschuß von 21 Mitgliedern zur Prüfung der Berwirtschaftung öffentlicher Gelder im Wohnungsbau ein. In der hierauf fortgesetzten zweiten Lesung des Forstetats protestiert Abg. Bruhn( Komm.) gegen die angebliche Rußland heze in der Frage des russischen Holzdumpings. Die staatliche Forstverwaltung treibe einen ungerechtfertigten Lohnabbau. Die weiteren Ausführungen des Redners sind in der Hauptsache Schilde rungen und Rechtfertigungen der russischen Forstwirtschaft. Abg. Meyer- Hermsdorf( Christl.- S03.) erklärt, der Privatforst besig suche auf die Staatsforstverwaltung in bezug auf die Forst arbeitertarife zuungunsten der Arbeiter einzuwirken. Dem Verlangen nach Lohnabbau dürfe nicht entsprochen werden. Es sei pon den Deutschnationalen entweder Gewissenlosigkeit oder Befchränktheit, gegen die Sozialpolitik Sturm zu laufen. Abg. Kraft( Soz.): Die Rede des Abg. Bruhn war weniger auf den preußischen Forstetat abgestellt, als vielmehr auf die russische Forstwirtschaft. ( Sehr wahr! bei den Soz.) Wir bedauern den Rückgang in den Einnahmen der Forstverwaltung, wir wünschen die Sanierung der Finanzen und Beschaffung von Arbeitsmöglichkeit. Das aber ist mit erhöhten Holzzöllen, wie sie von der Rechten verlangt werden, nicht zu erreichen. Dabei macht sich die Rechtsopposition weniger Sorge um die preußischen Staatsfinanzen, als vielmehr um den privaten Waldbesig. Der Niedergang der Forstwirtschaft ist eine Folge der allgemeinen Wirtschaftslage und vor allem des Daniederliegens der Bauwirtschaft. Es ist also ganz selbstver ständlich, daß höhere Zölle und erhöhte Holzpreise die Bauwirtschaft weiter abträglich beeinflussen würden.( Sehr wahr! bei den S03.) Im übrigen fann man feststellen, daß es in denjenigen Oberförstereien am wenigsten tlappt, wo die Oberförster sich für das Boltsbegehren einzeichneten. Die Zulassung zu den Forst hochschulen sollte mehr nach dem Gesichtspunkt der Eignung erfolgen. Diese scheint aber bei den hakenkreuzgeschmückten Jünglingen, die die Es sei nur darauf hingewiesen, daß es in Deutschland und in Dester reich mehrere Kirchen gebe, die Heiligen geweiht seien und daß diese Heiligen durch Religionsgegner ermordet und deshalb heilig gesprochen worden seien. | beweist das Beispiel des Oberförsters Bütom, der befanntlich wegen nationalsozialistischer Umtriebe entlassen wurde. Der Sollege Kube mar ja so geschmackvoll, in diesem Zusammenhang von unserem verehrten Innenminister Severing in einem Brief an Hitler als von einem Schweinehund zu sprechen.( Abg. Gieseler( Dnat.) lacht. Die Sozialdemokraten bezeichnen dies Verhalten Gieselers als eine Un= verschämtheit. Gieseler, der das Stahlhelmabzeichen trägt, ge= hörte der völkischen Bewegung an, trat dann zu den Deutschnationalen über. Er ist Forst meister und wurde von der Staatsregierung, weil er über den Wohlfahrtsminister Hirtfiefer unwahre Behauptungen verbreitet hatte, versezt.) Die Erhöhung der Dienstaufmandsentschädi= gung für Oberförster um 95 000 m. versteht im Angesicht der Wirtfchaftslage und des allgemeinen Gehaltsabbaues niemand.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Damit sollte offenbar der Gehaltsabbau bei dieser Beamtentategorie wieder ausgeglichen werden. Wir wünschen erhöhte Einnahmen aus den Jagden, aber weniger durch Vermehrung der verpachteten Jagden, sondern durch Verminderung des Wildbestandes, der inzwischen zu einer Gefahr für Wald- und Forstwirtschaft geworden ist. Man will zwar die Wildgehege der Volksernährung dienstbar machen. Das fann aber erst erreicht werden, wenn man dafür sorgt, daß durch annehmbare Preise auch der einfache Mann in die Lage fommt, sich ein Stück Wildbret zu leisten. Jedenfalls wollen wir mit unseren Anträgen die Ausgaben jenten, Einnahmen erhöhen und vor allen Dingen Arbeitsmöglichkeit beschaffen.( Bravo! bei den Sozialdemo= fraten.) Abg. Giefeler( Dnat.) erklärt, die Holzkrise sei teine Folge der Weltwirtschaftskrise. Er tritt für Zollerhöhungen und Einfuhrverbote für Holz ein. Er wendet sich gegen die Maßregelungen von nationalsozialistischen Beamten. Ministerpräsident Braun nehme auf seine exponierte Stellung als Ministerpräsident ebenfalls feine Rücksicht, wenn er in öffentlichen Bersammlungen als Sozialdemo frat rede und politisch Andersdenkende beleidige.( Protest und Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Verhandlungen gehen weiter. Feuerschein wahrgenommen. Obgleich die alarmierte Feuerwehr schon nach wenigen Minuten zur Stelle war, fonnte nichts gerettet werden. Das Feuer, das an dem Mobilar, an Vorhängen und der Stoffbekleidung der Wände reiche Nahrung fand, wütete mit so großer Heftigkeit, daß ein Uebergreifen auf die Wohnungen befürchtet wurde. Glücklicherweise konnte der Brandherd rechtzeitig lofalisiert werden. Am schwersten habe das Gericht die üble Nachrede gegen den Kriminalkommissar Busdorf bewertet, dem nachgesagt worden mar, daß er sich auf Gütern einladen lasse, dort spioniere und hinterher Als Entstehungsursache wird unvorsichtigkeit eines Bastes verWaffendurchsuchungen veranlasse. Das sei der schwerste Borwurf, mutet, der einen glimmenden Zigarrenstummel achtlos beiseite warf. der einem Beamten gemacht werden tönne. Das Gericht fühle fich Aus noch unbekannter Ursache brach heute mittag im Dachstuhl verpflichtet, festzustellen, daß der Nebenfläger Busdorf mit reiner des villenartigen Wohngebäudes Maßmannstraße 8 in Beste aus dem Prozeß herausgegangen sei. Wegen der Schmerz Steglit Feuer aus. Die Flammen griffen auf einen im Dachdieses Vorwurfs hat das Gericht in diesem Falle auf die Freigeschoß befindlichen Lagerraum über und vernichteten größere heitsstrafe erfannt, während für die übrigen Fälle eine Geld- Werte. Bei Schluß des Blattes sind die Wehren noch mit den strafe ausreichend erschien. Es habe sich ganz eindeutig ergeben, Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. daß der Angeklagte Dr. Goebbels unbedingt die preßgesetzliche Berantwortung für die Artikel trage, so daß auf diese Seite im Urteil rechtlich nicht mehr eingegangen werden brauche. * Die Richter dieses Systems", um mit Goebbels zu reden, haben ben berufsmäßigen Schmag- und Schimpfhelden sehr milde da ponkommen lassen. Im alten System des milhelminischen Kaiser reichs hätten sozialdemokratische Redakteure für einen Bruchteil ähn licher Behauptungen jahrelang hinter Schloß und Riegel zubringen müssen. Blutige Liebestragödie. Greis von dem Liebhaber der Tochter niedergeschoffen. In dem Frankfurter Vorort 3eilsheim spielte sich gestern eine blutige Liebestragödie ab. Der 26 Jahre alte ledige Arbeiter Jakob Sieber, der seit vier Jahren mit der 22 Jahre alten Tochter eines Arbeiters aus Zeilsheim Beziehungen unterhielt, fam abends in die Wohnung der Eltern des Mädchens und wollte das seit turzer Zeit abgebrochene Verhältnis wieder herstellen. Da das Mädchen hiervon nichts wissen wollte, bedrohte er es mit Erschießen. Es lief hilferufend davon. Als die Eltern herbeieilten, schoß Sieber und verlegte den 70 Jahre alten Vater lebensgefährlich und die Mutter durch einen Streifschuß in den Rücken. Sieber selbst begab sich aus dem Haus und tötete sich durch einen Schuß in den Mund. Die beiden alten Leute wurden in das Höchster Krankenhaus gebracht. Der Vater ringt mit dem Tode, während die Mutter bald wieder entlassen werden konnte, da ihre Verlegung nur leichter Natur ist. Hochwasser steigt weiter. 2000 Häuser überflutet.- Zugverkehr bedroht. Riga, 30. April. Da das Hochwasser im Oberlauf und im mittleren Lauf der Düna noch immer im Steigen begriffen ist, wird das Ueberschwemmungsunglüd immer größer. Die Bahnlinie Riga- Dünaburg ist vom Hochwasser an mehreren Stellen erreicht worden, so daß der Zugverkehr nur mit größter Vorsicht aufrechterhalten werden fann. Bom Hochwasser wurde auch die Eisenbahnbrücke über die Düna bei Dünaburg bedroht. Von Kreuzburg bis Dünaburg stehen über 2000 Häuser unter Waffer. Es sind Obdachlosenheime eingerichtet worden, Feldküchen versorgen die vor dem Hochwasser Geflüchteten mit Nahrung. Die Lage bei Riga sieht noch verhältnismäßig günstig aus, da das Hochwasser freien Austritt in das Meer hat. Die niedrig gelegenen Dünainseln und die niedrigen Ufer sind zum Teil schon überschwemmt. Zahlreiche Sägemühlen mußten ihren Betrieb wegen des Hochwassers einstellen. Der Rigaer Flugplag ist vom Hochwasser so in Mitleidenschaft gezogen, daß die ursprünglich auf den 1. Mai festgesetzte Eröffnung des regelmäßigen Flugverkehrs mit Berlin und Moskau verschoben werden mußte. Nächtliches Feuer im Westen. Restaurant am Bittoria Luife- Platz ausgebrannt. Das Restaurant von Paul Tharmann am Bittoria- CuiseBlah 11 in Schöneberg brannte in der vergangenen Nacht völlig aus. Die Feuerwehr war nahezu drei Stunden lang mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Das Lotal hatte furz nach 1 1hr seine Pforten geschlossen. Knapp eine Stunde später wurde von Passanten in den Räumen " Die Straße erfämpft." „ Gieg" der KPD. über Grzesinsti. Mit breiten Lettern verkündet die„ Rote Fahne“:„ Grzesinski muß vor dem Maffenbrud zurückweichen. Das rote Berlin erkämpft fich die Straße. Ein politischer Erfolg der Massenbewegung der Betriebe und Stempelstellen. Was ist geschehen, wer ist zurückgewichen? Dies der Tatbestand: Nachdem der Polizeipräsident für den 1. Mai die Aufmärsche im Luftgarten gestattet hatte, besprach man im Polizeipräsidium mit den Vertretern der Antragsteller die Frage des Rückmarsches. Die tommunistischen Bertreter Kaspar und Gohlte erklärten, daß sie auf einen geschlossenen Abmarsch feinen Wert legten, während das Bolizeipräsidium meinte, ihm wäre ein geschlossener Abmarsch sehr viel erwünschter, weil ein solcher beffer beobachtet und geschützt werden fönnte. Aber man hätte auch gegen die von den Kommunisten vorgeschlagene Art der Auflösung der Demonstration teinerlei Bedenten. Einige Tage darauf wandten sich die Herren Kommunisten außerordentlich bescheiden und höflich an den Polizeipräsidenten mit der Bitte, daß er doch einen geschlossenen Abmarsch zulassen möge, und das Polizeipräsidium erklärte, daß man dagegen selbstverständlich nicht das geringste habe, da ja dieser Vorschlag den eigenen Wünschen entgegenkomme. Und so war alles, wie der Berliner sagt, in Butter. Was schreibt die ,, Rote Fahne" nun dazu? Sie posaunt:„ Das rote Berlin( damit meint man die Berliner Sowjetanhänger; das rote Berlin sieht in Wahrheit anders aus! Red. d.„ Vorwärts") hat bereits einen Erfolg errungen, noch bevor seine gewaltigen Maffen zum 1. Mai aufmarschiert sind. Der Polizeipräsident Grzesinski setzte sich gestern mit Vertretern der Kommunistischen Partei in Berbindung, um ihnen mitzuteilen, daß er ,, aus polizeilichen Gründen" nachträglich die von Anfang an von der Kommunistischen Partei erhobene Forderung auf geschlossenen Abmarsch von der Maidemonstration im Lustgarten akzeptiere." Der Polizeipräsident hat sich überhaupt nicht in Verbindung gesetzt, sondern einer schriftlich vorgetragenen bescheidenen Bitte entsprochen. So ,, erfämpft" fich also die KPD. die Straße." Wie es übrigens mit der Maffenbewegung der Betriebe und Stempelstellen" aussieht, möge die Tatsache erhellen, daß sich gestern eine tommunistische Rundgebung im Sportpalast durch eine geradezu gähnende Leere auszeichnete. Echt kommunistisch das Ganze! Erst flein und bescheiden bitten und dann das Maul meilenweit aufreißen! " Neue Grönland- Expedition. Kopenhagen, 30. April. Am Mittwoch ist unter Leitung des dänischen Oberleutnants Gabel Jörgensen an Bord des dänischen Grönlanddampfers Gertrud Rast" eine aus neun Mann bestehende geodätische Expedition nach Umenata in Grönland abgegangen, um dort verschiedene Landmessungen im nördlichen Distrikt durchzuführen. Man hofft, den deutschen Forscher, Professor Wegener, zu treffen. Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände erhielt von dem befannten Völkerrechtler Dr. Hans Wehberg, Profeffor in Genf, zu feinem zehnjährigen Bestehen ein Schreiben, in dem dieser anerkennt, daß der Ausschuß sich„ von Chauvinismus ferngehalten und durch fachliche Argumente zu mirten versucht hat". Der Reichspräsident stehenden Verbande seine Glückwünsche für seine Arbeit ausa hat dem unter Führung von Dr. Schnee, M. d. R., und Dr. Draeger gesprochen. „August-Bebel-Haus" in Köln Ein Wahrzeichen sozialdemokratischen Aufstiegs ----------- vj,'>7?-'"-�'»VZ?''■■- '''' � H DM' � � x � �"/ � � -v,:'"'o-- HÄM-? �£.%?\{ � s',.-; '-'/<,'" m>;' v> -»*''•«'• �■'"'-■ i■'; w'5.,«v-�: '■'■ v/it- j Unser Parteiblall in Köln, die „Rheinische Zeitung", bezieht jetzt ein eigenes Geschäfts- und Druckerei- gebäude, das den Namen„August- Bcbel-chaus" erhielt. Die Einwei» hung erfolgt am 1. Mai. Aus diesem Anlaß erscheint die„Rheinische Zei- tung" in Sonderausgabe mit einem Umfang von rund 150 Seiten. Köln, die Stadt, in der Karl Marx im Jahre 1842 an der „Rheinischen. Zeitung", im Jahre 184? an der„Neuen Rheinischen Zeitung" wirkte, und in der A li g u st Bebel im Jahre 184? geboren wurde, war immer ein steiniger Boden für die Saat des Sozialismus. Der Klcrikalismus und das Zentrum hatten hier eine ihrer festesten Burgen. Jahrzehnte- langer, hartnäckiger Kämpfe be- durste es, bis die Sozialdcmokra- tische Partei zu der Stärke auf- wuchs, die sie zu einem Macht- faktor im öffentlichen Leben der Stadt Köln und des Rheinlandes werden ließ. Nur mühselig kam das Parteiblat vorwärts. Bereits von 1876 bis 1878 er- schien in Köln als sozialdemokro- tisches Wachenblatt die„Kölner Freie Presse". Sie wurde ein Opfer des Sozialistengesetzes. Erst 1891 konnte wieder ein Partei- blatt geschaffen werden. Es war die Elberfeldcr„Freie Presse", die den Kölner Sozialdemokraten mit einem lokalen Teil Gastrecht gegeben hatte. Den Titel„Rheinische Zeitung" erhielt das Blatt etwa ein Jahr später, aber es war immer noch Kopfblatt von Elberfeld und erschien dreimal wöchentlich. Der Kölner Parteitag im Oktober 1893 brachte die entscheidende Wendung. Hier wurde ein Antrag angenommen, daß der Parteivorstand die Mittel bereitstellen sollte, um der„Rheinischen Zeitung" das tägliche Erscheinen mit eigener Redaktion zu ermöglichen Am 1. April 1894 trat der Beschluß in Kraft. In kleinen, engen Mieträumen, die mehrmals gewechselt wurden, fristete die„Rheinische Zeitung" jahrelang ihr Dasein. Erst im Hause am Ursulaplotz, das um die Jahrhundertwende mietweise bezogen wurde, konnte sich die Zeitung freier entfalten, bis schließ- lich das ganze Haus in den Betrieb einbezogen wurde. Aber schon lange genügten auch hier die Räume nickst mehr Der Bau eines eigenen Heims wurde zur zwingenden Notwendigkeit. Nun steht das Haus, bei aller betonten Zweckmäßigkeit in der Anlgge, ein Schmuckstück des rechtsrheinischen Köln, u n- weit der Stelle, wo einst die Kasematten standen, die Gcburtsstötte August Bebels. Der Erbauer ist der Architekt Hans Hagelüken in Köln. .+■ ,v. MMUM M:■; Photo; Verne, Manz, Köln AuguflSiebel-Stawt Das neue Haus der„Rheinischen Zeitung" erhebt sich als Eck- gebäude an der verkehrsreichen Deutz-Kalker Straße und einer noch das Ausbaus harrenden Projektstraße. Der Hauptbaukörper an der Projektstraße enthält Keller-, Erd- und drei Obergeschosse. Der sich rechtwinklig anschließende Baukörper an der Deutz-Kalker Straße umfaßt Keller-, Erd- und ein Obergeschoß. Die wohltuende Gesamthaltung des Baukörpers wird durch die glückliche Auswahl beständiger und haltbarer, vor allem irgend- welchen architektonischen Modeströmungen nicht unterworfener Bau- stosfe wirksam unterstützt. Wertstein, Klinker, Glas und Stahl sind die einfachen, aber dafür um so wirksameren und soliden Ge- staltungs- und Ausdrucksinittel, die sich unter der Hand des Architekten zu einem Nutzbau zusammenfügten. Das Grundstück hat eine Größe von 2224 Quadratmeter. Die bebaute Mäche beträgt rund 14?? Quadratmeter, der umbaute Raum rund 11 S?? Kubit- meter und die gesamte Nutzfläche für alle Geschosi« zusammen etwa 26?? Quadratmeter. Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. August 193?, die Rohbaufertigstellung am 1?. November 193? und die end- gültige Fertigstellung des Hauses am 1. Mai 1931. Im Erdgeschoß des Hauses wurde eine stimmungsvoll« Bebel- Gedächtnishalle geschaffen, in der die weiße Büste unseres unvergeßlichen August Bebel steht. �l. Lekneicker. 1 i i i— i KrchMemgasicpariserKomtnune�S?�. Wallorr-Theafer. Die Unzufriedenen der alten Bolksbühn« sind zufrieden. In der Jimgen Bolksbühne haben sie sich wieder zusammengefundsn. Sie lassen im Wallner-Thcater ihr eigenes Stück spielen mit ihren eigenen Darstellern, ihrem eigenen Regisseur. Vorläufig werden alle diese fleißigen Kräfte nur benannt. Borläufig verdicist keiner von ihnen öffentlich genannt zu werden. Die Wilden haben die Voltsbühne denunziert, daß deren Leitung zu spießig sei, und sie schwächen durch ihr Geschrei ein Kunstinstitut, dos lebensfähig ist bis in den letzten Nerv. Gerade das gestrige Experiment der„Jungen Volksbühne" beweist es wieder. Diese Kunstapostel, die so energisch Opposition treiben, sind so gist wie blind, taub und lahm, kurz, sie sind mll allen Tugenden gesegnet, die den Invaliden charakterisieren. Sie vergehen sich auch an allem, was Klugheit und Kunstgefühl, was aufrichtiges Gesinnungscheater, was volkstümliche Weltanschauung. was Sozialismus ist. Ihre Sünde gegen die Weltgeschichte, die das großartige und tragisch qemordete Werk der Pariser Kommune her- vorbrachte, würde eine Totsünde der Pietätlosigkeit sein, wenn nicht alles Gebotene so lächerlich und kindisch klänge. Thiers, Louise Michel, Clemenceau, Dombrowsky, der General der Kommune, all diese historisch gewordenen Persönlichkeiten stehen aus dem Zettel, doch nicht einmal die Silhouette der Spieler und Gegenspieler wird gegeben. Ihnen wird eine Sprache in den Mund gelegt, die aus aktuellen Propagandabrocken und historischen Doku- menten roh zusammengemischt ist. Dann knallt es gelegentlich, dann fallen einige auf der Barrikade. Untergrund. Seelenkampf, Eist- Wicklung, Zusammenprall zweier Wellen. Untergang einer besseren Welt, beharrliches Bleiben einer miserablen Well, alles das, was die Phantasie erregt, das fehlt. Es fehlt eben für den Stoff, der heilig und prächtig wäre, die vertiefte und oertiefende PersönlichkcU des Gestallers. Eins nur ist festzustellen: Dichter. Schauspieler und Regisseur ertragen mit Würde und Aufopferung Ihre geistige Armut. Sie genieren sich nicht. Sie appellieren an Freund«, die nicht über sich hinaus wollen. Sie sind so bescheiden, daß sie jeden künstlerischen Ehrgeiz unterdrücken und allein das Theater der Klippschüler pflegen._ M. H. Die erste Funkoper:„Malpopita." Zlundfunk auf Irrwegen. Das also war. Wut Anküistngung. die„erste Funkoper":„Mal- popita", Text von Robert S e i tz und Felix M. Mendelssohn. Musik von Waller G o e h r. Eine Opernhandlung soll solcherart hörbar gemacht werden, daß das Unsichtbare anschaulich wird, nur durch das Ohr sollen wir das Erlebnis eines Dramas haben— was war das für ein Drama, und wie nahm das Kwngbild sich aus, m das es umgesetzt war? Schicksal eines Arbellers, der sich aus der Oede seines ärmlichen Daseins in die Ferne schrst. Cr gerät auf ein Schmugglerbovt. dos Boot, dem nachgesetzt wird, gerät auf ein Riss, die Geretteten ge- raten aui eine einsame Insel, entdecken Oel, gründen ein« A.-G., und nur unser Arbeiter kehrt, enlläuscht, in seinen früheren Alltag zurück. Das ist ein schlechtes Filmmanustripti wir erkennen, ohne zu jeheu. U.■ 1«>..... i oft geschautc Bilder und Szenen: Fabrik, Löhnungsschaller, Hafen, Seefahrt, Flucht vor Verfolgern. Todesgefahr, Paradies im Ozean, Spekulationstaumcl. Börsenhochbellieb'. abgenützte Auswanderer- romantik, dazu das unvermeidliche Stück Berliebthcit... Der Anteil des teils gesungenen, teils gesprochenen Wortes ist auf das notwendigst« beschränkt. Aber ein komplizierter Riesen- apparat ist in Bewegung gesetzt, um mit musikalischen Misteln Milieu und Vorgang deutlich zu machen, das Orchester einer Schrekcr- Partitur, vermehrt um ein Arsenal von Lärm- und Geräusch- instrumenten. Doch für diese Musik, die ui der Wirkung Begleitmusik bleibt, war es ein nutzloses Aufgebot; dqs Ohr des Rundsunk- Hörers vermag es so wenig zu würdigen, wie die Künste einer Raum- regie, deren Bemühungen, dos Ineinanderspiel wechselnder Schau- Plätze nachzubilden, vielleicht den Mitwirkenden zu einer Art von Bühnenillusion verHelsen. Die Musik, dos ist bei manchen technischen Borzügen ihr grund- sätzlicher Mangel, bleibt im wesentlichen nur illusstierende? Beiwerk; sie wäre streckenweise glänzend gelungen— als Filmmusik. So wie dos Wort durchaus ohne dichterischen Anspruch etwa die Funktion erfüllt, die im stummen Film den auf der Leinwand erscheinenden Titeln oblag. Aber, Musik und Wort zu einem Film, der nicht gesehen wird, nicht vorhanden ist, oder bestenfalls tönendes Film- furrogat— das soll die neue Kunstform des Rundfunks, das soll „Filmopcr" sein? Diese FUmoper sollte ein musikalisches Kunstwerk werden, in der Musiksubsianz müßte sein künstlerischer Wert stecken, „Malpopita" Hot keinen. Doch der Fehler liegt nicht bei dem jungen Koinponisten Walter Goehr, den wir als begabten Musiker des Theators kennen; der Fohler lag im Ansatz, in der falsch gestellten Aufgabe, im verfehlten Auftrag. Ein beträchtlicher Aufwand ist vertan: auch der Aufwand dieser Ausführung, in der unter Erich K l e i b e rs Leitung alle Beteiligten ihr Bestes gaben und für die verlorene Sache taten. I?.?. Oer Ostfee-Film. Kamera. Dieser Film, der als Auftakt des„Ostseejahres" gellen soll, ist mehr als ein die Daten sorgfällig registrierender Reisefilm. Er will einen Gesamteindruck wiedergeben, und neben den Berschiedenheiien auch das Gleichbleibende, Verbindende zwischen den Ostseeländern betonen. Städteousnahmen von Lübeck, Rostock, Greifswald. Danzig, Königsberg, Stockholm oder Kopeichagen zeigen, daß hier die Architektur denselben Ausdruck trägt, daß der Zeitgeist des Mistel- ollers in der Hansa stärker war als die Eigenwilligkeit der einzelnen Stadt. Der Backstein gibt dem Bild den Charakter und oerleiht diesen Kirchen und Rathäusern gleichzellig eine Schwere, die die südliche Architektur nicht kennt. Manches Bemerkenswerte fehlt. So die Marienkirche und das Rathaus in Danzig, ober sonst ist die Aus- wähl glücklich. Daneben stehen Bllder moderner Stadtteile, Ausnahmen von den Bädern, Landschaftsskizzen und Szenen, die die Bevölkerung bei ihrer Arbeit zeigen. Man ist bemüht, daß Spezifisch« einer Stadt, eine» Landes hervorzuheben. Das verbindende Moment bildet die Ostsee, die in allen möglichen Stadien photogrophiert ist. Der Film wurde von Alfred Mahlau und Fred I. Dom«? zu- sammengestelst und zwar mit künstlerischem Empfinden. Die Akzente sind gut verteilt, der Aufbau zeigt fast einen mustkalisch-rhythmischen Charakter.— t. Feierstunde am 1. Mai Im deutschen Rundfunk. Der Sozialistische Kulturbund veranswllet am 1. Mai, abends zwischen 7 und 8 Uhr, in der Sing-Akademie, Am Festungsgraben 2, eine Feierstunde unter dem Motto„B>o r- w ä r t s— Hinan!", die aus die Deutsche Welle übertragen wird. Im Mistelpunkt des Programms steht eine Ansprache des früheren Reichsarbeitsministers Genossen Wissel!. Das Programm der Veranstaltung lautet: 1.„Weihe des Hauses", Bach-Orchester(Dirigent Dr. Wolfgang Herberts......... Beethoven 2. Prolog: Vorwärts— Hinan, gesprochen von Dr. Erich Droch............ Goethe 3.„Bald prangt, den Morgen zu verkünden." Kinderchor des Berliner Volkschors mit dem Bach-Orchester(Dirigent Rudolf Brauner) Mozort 4 Rezitationen, gesprochen von Gertrud Eysoldt a) Mallied"........... Dehmel b) Die jungen Arbeiter........ Bröaer c) Der Morsch unserer Frauen..... Barchel 5.„Wann wir schreiten," dreistimmiger Kinderchor des Berliner Volkschors mit dem Bach-Orchester Knab 6. Ansprache. 7. Uraufführung: Arbeitermarsch, Dichtung von Björnson. Kinder- und Jugendchor des Berliner Dnlkschors mit dem Bach-Orchester..... Knab 8.. Rezitationen, gesprochen von Dr. Erich Drach »1 Aus dem Arbeiterprogramm..... Lassall« h) Lied der Arbeit......... Bröger c) Unser die Sonne......... Thieme 9. Wir wollen bauen(Dichtung von Dreszangi, Kinder- und Jugendchor des Berliner Volkschors Lendvai Bei dieser Gelegenheit sei ferner auf die folgenden Beran- staltungen hingewiesen, die am I. Mai, nachmittags, im B e r l i n e r Sender stattfinden: 3,2? Uhr: Toni Sender:„Die Frau im neuen Staat": 5,4? Uhr: Max Westphal:„Forderungen der Jugend an die Gegenwart"; 6 Uhr: Oskar Wöhrle: „Helden der Arbeit": 6,35 Uhr: ChorgesängcderArbeiter» s ä n g e r(Sänger-Bcreinigung Norden). Oie Volksbühnenbewequna wächst. Der Verband der deutschen Volksbühnenvereine verzeichnet seit Beginn der Spielzeit 193?/3l einen Zuwachs von 21 in der Hauptsache während der Spielzeit neugegründcten Volksbühnenvcr« einen, die sich auf das ganze Reich verteilen. Die Zahl der im Der- band« zusammengeschlossenen Besuchergemeinden beziffert sich damit auf rund 32?. Das ist der Höchststand an Mitgliedsgemeinden seit Gründung des Verbandes überhaupt. Als interessante und für die geistige Struktur unserer Tage bemerkenswerte Erscheinung darf gebucht werden, daß sämtliche 21 Neugründungen in Orten erfolgt sind, die kein eigenes Theater besitzen und infolgedessen auf wandernde Bühnen angewiesen sind. In der Mehrzahl der Fälle werden die erforderlichen monatlichen Vorstellungen von den Wanderbühnen des Doltsbühnenoerbandes gegeben Die Mitgliederbcwcgung ist von den Auswirkungen der Wirt- schaftskrise zwar nicht unberührt geblieben, dennoch ist ein Rück- gang, allgemein gesehen, nicht eingetreten. Teilweise und vorüber- gehende Verluste in Gemeinden mit besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind anderwärts mühelos wieder ausgeglichen und oufgeholl worden. Nach wie vor führt der Verband der deutschen Dolksbühnenvereln« rund eins halbe Million Menschen ins Theater. Zahlreiche Theater oerdanken, wenn nicht ihr« Existenz, so doch ihre verhältnismäßig gute wirtschaftliche und künstlerisch« Sicherung im wesentlichen der zielbewußten Arbeit der örtlichen Bolksbühn«. Leider ist diese Erkenntnis noch nicht in allen Theaterstädten restlos durchgedrungen. Im Rahmen der Theatersanierungsaktion mancher Stadtverwaltungen wird da und dort der Versuch gemacht, durch eine Erhöhung der Volkbühnenpreise die Theateretats wirtschaftlicher zu gestallen. Solche Bestrebungen haben sich aber in der Regel nicht nur für die betreffende Organisation, sondern weit mehr für das Theater selbst als verhängnisvoll erwiesen. Immerhin ist die Hoff- nung berechttgt. daß alle für das Theater verantwortlichen Körper- schaften und Einrichtungen in Zukunft noch mehr als seither auch die Volksbühne als wesentlichen Faktor zur wirtschaftlichen und künstlerischen Sicherung des Theaters anerkennen. „vi« Somibie d«r Zrninqeo--, die in der VolkZbübne Sonnabend nachm. S'l, Ubr aur Erftauffübrunn gelangt, geht auf Veranlassung der Deputation für Schulwesen de« Maziiirats Berlin in Szene. v'r S. Bezirk de» Dl SB. veranstaltet Sonntag, den 3, Mal. vormittags 11 Uhr. im Ciphcum, Holenbeide 32,38, Eingang Krätestratze. ein Konzert gl» Anstatt zum 40jährigen Gaujubiläum. Eintritt iuIL Programm 20 Pf. vi« Groß« Lerllner fiunflaasfbUucg lSZI, im Schlag Belleoue. eröffnet Sonnabend,>2 Ubr. vor geladenen Wösten die I. Abteilung der diesjährigen beiden Deramialtungen. Die Reden werden durch Rundfunk übertragen. Die volksmufitfchul« der ZNusikanleogllde hat für das Sammerhalbjahr Ihren Slundenplan herausgegeben. Die Lehrstelle befindet sich w Cdar- lottenburg. Dancketmannstr. 26/28. Unterrichtet wird in: Gelang, Geige, Bratiche, Eello— Laute und Gitarre— Querflöte, Blockflöte. Klarineile, Oboe. Beginn des Unterricht« kann jederzeit erfolgen. Arbeitsplan ist durch dl« GejchäflSllelle, Eharlotlenburg S, Kollatzstr. 14, kostenlos zu beziehen. vi« 2. allgemeine vogadnndenlunstousstellung wird am 1. Mai, Ii Uhr, Boyreuthcr Ltiatze All kam Pillenbergploti erostnet. Die Aussteller find Vagabunden der Londstroge ohne künstlerische Schulung. Die Ausstellung ist täglich von 10—20, Sonntags von 11—14 Uhr geöffnet. Oie Tränengasometer. 7leu«r Sport der»legalen" Hitlerei. Hannover, 3?. April.(Eigenbericht.) Die revolutionären Nationalsozialisten der Straßer« Richtung hatten hier am Mittwoch zu einer Versammlung ein- berufen, die aber nicht stallfinden konnte, weil die Nazis der Hitler-Richtung den Saal mit Tränengasbomben eingenebelt hatten. Ein Aufenthalt darin war völlig unmög- lich. Die Polizei hatte die Ausgänge besetzt und durchsuchte die Bersammlungsbesucher eiitzeln nach Waffen. Ein Mann wurde fest» genommen, weil bei ihm eine Waffe gefunden wurde. Später fand die Polizei im Saal ein kleines Waffenloger, das die rauhen Kämpfer Hitlers zurückgelassen hatten. Neben Gummi- knüppeln fand man u. a. auch«inen scharfgeladenen Revolver, zwei Tränengaebomben. von denen eine ausgebrannt war, und drei Kisten Stinkbomben. In Hlldesheim fand am Mittwoch eine Mücke-Bersamm- lung gegen die Nazis statt, die außerordenllich stark besucht war. Auch hier versuchten die Nazis mit Tränengasbomben ein Sprengung der Versammlung. Der Versuch mißlang aber. Di« Polizei ver- haftet« drei Nationalsozialisten, bei denen die Hülse» der Tränen- gasbomben gefunden wurden. Internationale Solidarität. 300 Kinder von Arbeitslosen werden 4 Wochen verpflect. Paris, 30. April.( Eigenbericht.) Das vom allgemeinen Gewerkschaftsbund gegründete Aktionskomitee für den Frieden hat die Absicht, 300 kinder deutscher Arbeitsloser in diesem Sommer zu einem fostenlosen vier wöchigen Aufenthalt in das Ferienlager auf der Insel Oléron an der bretonischen Küfte zufamemn mit Kindern französischer Arbeitsloser einzuladen. Das komitee will durch diese Geste dazu beitragen, die zwischen Frankreich und Deutschland bestehenden Vorurteile in wirkfamer Weise zu beseitigen. Verhandlungen im Rohrlegerstreif. Solange die revolutionären" RGO.- Betriebsräte fich bei der Mitwirkung im Gedingeverfahren und bei Zeitauf. nahmen lediglich deshalb ausschalten, weil ihnen nicht nur der Mut fehlt, sich durchzusetzen, sondern auch die genügende Sachund Fachkenntnis, ist die Forderung auf Beseitigung des Gedingeverfahrens und der Zeitaufnahmen nichts als eine revolutionare" Phrase. In der Sigung des Gesamtbetriebsrates mit der Werksdirektion des RAM. Niederschöneweide, am 24. April. stimmte das Betriebsratsmitglied Panther den Vorschlägen der Gewerkschaftsvertreter zu. Es handelte sich um eine nochmalige genaue Nachprüfung der von der Werksdirektion des RAW. Niederschöneweide angeordneten er abstufung von 48 Elektroschlossern aus der Lohnstufe 2 nach 3, die aller Wahr scheinlichkeit nach für den größten Teil der davon Betroffenen günstig ausfällt. Warum aber hatten sich die RGD.- Betriebsräte in der Borbesprechung um eine halbe Stunde gedrückt? So könnte eine ganze Anzahl anderer Fälle von Lohn- und Gedingestreitigkeiten aus Verwaltungssizungen zitiert werden. Verwaltungsfizungen zitiert werden. Warum gehen die RGD.- Betriebsräte diesen verräterischen„ re Weil sie von der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte in Tarif- und Arbeitszeitfragen keinen blauen Dunst haben und es den Vertretern des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands überlassen, die Dinge in Ordnung zu bringen. Der Schiedsspruch im Lohnstreit der Berliner Rohrleger und Bauflempner, der bekanntlich einen Lohnabbau um 9 bis 10 Proz. vorsieht, ist von den Unternehmern angenom. men worden. Die Tarifgemeinschaft der Zentralheizungsindustrie, formistischen" Weg? der Gas- und Wasserleitungsfachmänner und des Klempnergewerbes von Berlin hat in Konsequenz dieses Beschlusses beim Schlichter den Antrag gestellt, den Schiedssprud für verbindlich zu erklären. Entsprechend diesem Antrag hatte der Schlichter die Tarifparteien für heute vormittag zu Berhandlungen geladen, die zur Zeit des Redaktionsschlusses noch nicht beendet waren. Zu dem Ergebnis der Verhandlungen nimmt am Sonnabendvormittag 10 Uhr im Saalbau Friedrichshain eine vom Metallarbeiterverband einberufene Versammlung der Streifenden Stellung. Die Gelben ais RGO- Schüler. Vor der Wahl bei der Reichsbahn. Bon der kommunistischen Heze gegen die Gewerkschaften suchen auch die Gelben zu profitieren. Wo Aepfelchen rollen, finden die Spazen ihre Nahrung. Mit einem Aufruf im RGD.- Stil sucht die nationalistische Opposition" an die Eisenbahner heranzukommen, natürlich nicht an die organisierten Eisenbahner, bei denen die Gelben der gebührenden Verachtung sicher sind, sondern an die Inorganisierten. Die Demagogie der Gelben steht auf dem gleichen Niveau wie ihre Arbeitermoral Es sind allerdings feine Arbeiter, sondern die Drahtzieher und Nuznießer der Gelbenbewegung, die in dem von Fritz Heß gezeichneten und bei Hugenberg bedrucktem Papier sich an die ganz Dummen wenden, denen sie erzählen, die marristischen Gewerkschaften führten die Auspowerung des Reichsbahnbetriebes" herbei und verschuldeten den Lohnabbau, die Feierschichten, die Arbeitszeitverkürzung und somit die Kürzung des Einkommens der Reichsbahnarbeiter Natürlich sind die Gewerkschaften, insbesondere der sozialdemokratische Einheitsverband der Eisenbahner, auch an der Betriebseinschränkung, an den Entlassungen bei der Reichsbahn schuld. Darf man auch die Gelben nicht für mehr nehmen als sie wert sind, so wird es immerhin Sache der Eisenbahner sein, dafür zu sorgen, daß die Listen der Unorganisierten, der Nationalen Opposition des Berufsverbandes deutscher Reichseisenbahner", bei den bevorstehenden Arbeiter und Betriebsratswahlen die ihnen zukommende Mißachtung so deutlich wie nur möglich finden. Kämpfe in der Reichsbahn. RGD Betriebsräte für reformistische" Politif. Die Rote Fahne" berichtet seit Wochen Tag für Tag über ,, Siege" bei Durchführung des RGD.- Sturmprogramms". Selbst verständlich darf hierbei der Reichsbahnbetrieb nicht zu furz tommen. Doch die seit Wochen von der RGO. für die Ber liner Reichsbahndienststellen einberufenen RGD.- Versammlungen werden entweder erst gar nicht eröffnet, oder der Besuch ist derart gering, daß er in feinem Verhältnis zur Beleg schaftsstärke steht. Eine öffentliche RGO.- Versammlung des RAW. BerlinSchöneweide war z. B. von fnapp 50 Personen besucht, bei einer Belegschaftsstärke von annähernd 1300 Arbeitern. Die am 23. April in der Rbd. Berlin für das Büropersonal der Rbd. und des Zentralamts einberufene RGO.- Bersammlung, in der Steinfurth( M. d. 2.) als Referent erschienen war, waren im ganzen vier Mitläufer erschienen bei einer Belegschaftsziffer von etwa 400. So geht es in allen Versammlungen weiter. Die RGO.- Funktionäre suchen auch gewerkschaftlich und po litisch Andersgesinnte zu terrorisieren. Wir denken hierbei an die Bw. Westend, wo dem von der Bw. Niederschöne weide nach dort überwiesenen Arbeiter K. empfohlen wurde, aus dem Einheitsverband der Eisenbahner auszutreten, wenn ihm sein weiteres Berbleiben lieb sei. Bei der Beseitigung der Dienstdauervorschriften dagegen versagen die RGD.- Betriebsräte vollständig. In der Hochburg des Betriebsrats Borchardt, Lutas, im Betriebsmert Anhalter Bahnhof, arbeitet ein beträchtlicher Teil der Belegschaft nach wie vor 20 Tage hinter einander, nur unterbrochen von einer fleinen Ruhezeit. Donnerst., 30 4. Staats- Oper Unter d. Linden 241. A.-V. 20 Uhr Schwanda, der Donnerst., 30.4 Städt. Oper Bismarckstr Turnus IV 20 Uhr Samson Dudelsackpfeifer und Dalila Ende 22 Uhr Ende n. 2212 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik. 16. R.-S. 20 Uhr ( am Gendarmenmarkt) 207 A.-V. 20 Uhr Perichole Agamemnon Oeffentl. Kartenverkauf Ende 23 Uhr Ende n. 22 Uhr Staat. Schiller- Theater, Charltbg 20 Uhr Die Journalisten Ende gegen 23 Uhr Theater d. Westens Lustspielhaus Heute 8% Uhr Gastspiel Nelson- Revue Lichter Berlins Sonnabend Täglich 12 Uhr Der Lügner U. die Honne von Premiere- Gastspiel Kurt Götz Mistinguette- Rewel Volksbühne Theater am Blowplatz. 8 Uhr Die Ehe Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Journalisten. KurfürstendammTheater Bismarck 449 812 Uhr Alles Schwindel Deutsches Theater 8 Uhr Der Hauptmann von Köpenick v Carl Zuckmayer Regie: Heinz Hilpert Die Komödie 8 Uhr Zum ersten Male: Dienst am Kunden Schwank von Curt Bois und Max Hansen Wieder die Mitropa. Als Vorhof zum dritten Reich". = Bom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten wird uns geschrieben: Im Mitropa Tarifvertrag steht wörtlich: ,, Die Einstellung eines Arbeitnehmers darf nicht von seiner politischen Betätigung oder von der Zugehörigkeit zu einem politischen Berband abhängig gemacht werden. Einzustellende Arbeitnehmer sind durch die zuständige Fachabteilung der öffentlichen Nachweise zu vermitteln." Der Personalchef Gröner schickt die in seinem Büro beschäftigte Nazidame auf Urlaub und nimmt als Vertretung nicht etwa eine arbeitslose Kollegin, sondern die Ehefrau eines anderen höheren Mitropa- Beamten, der ebenfalls der azipartei angehört. Trotz umfangreicher Neueinstellungen für die Sommerzüge ist der öffentliche Nachweis in feinem Falle benutt worden. Dafür der Nazinachweis in der Johannisstraße. So wurde der Kellner Schneider von diesem Nachweis am 22. April 1931 nach dem Bahnhof Eichtamp, Abteilungsleiter Rennow, vermittelt. Auf dem Anhalter Bahnhof wurden mehrere Silberpuzer benötigt. leiter Egler stellte Maurer, Chauffeure, Metall- und GelegenheitsHunderte geübte Kollegen sizen auf dem Nachweis; der Abteilungsarbeiter ein. Den Befähigungsnachweis hatten sie in Gestalt des Bölkischen Beobachters" in der Tasche. Bölkischen Beobachters" in der Tasche. FUNK UNDAM Rückschau. ABEND ,, Und doch nichts gestohlen" betitelte Hans Reimann eine kleine musikalische Plauderei, die er im Abendprogramm der Funkstunde brachte. Er stellte Motive aus den verschiedensten Kompofitionen nebeneinander und zeigte, daß es nicht ausschließlich eine Eigenschaft von Schlagerkomponisten ist. Einfälle von großen Borgängern nachzuempfinden. Auch flassischen Meistern ist das gleiche absichtlich und unabsichtlich begegnet. Hans Reimann sagte damit den meisten Hörern nichts Neues; auch in Berliner Funkvorträgen ist das Thema schon mehrfach behandelt und zum Teil sogar durch die gleichen Beispiele belegt worden. Aber nech nie wurde der Stoff so gerstvoll und wikig gestaltet, noch nie so vielseitig beleuchtet. Berlin ist immer auf der Suche nach guten Rundfunkrednern; man sollte Hans Reimann häufiger Gelegenheit geben, seine Mikrophoaeignung zu beweisen. Der Deutschlandsender brachte eine Abendveranstaltung ,, Bor Walpurgis". Die Leitung hatte Friz Worm. In buntem Durcheinander gab es anderthalb Stunden Unterhaltungsdarbietungen, die ohne Unterbrechung ineinander überglitten. Dadurch wurden manche hübschen Wirkungen erzielt; aber es famen auch böse Geschmacklosigkeiten zustande, so als ein Ralauer zu Schuberts Lied Am Meer" überleitete. Durch mehrere ähnliche grobe Entgleisungen wurde die Veranstaltung entwertet. Tes. Morgen findet eine Anzahl hörenswerter Beranstaltungen statt, unter anderem um 15.20 ein Vortrag von Toni Sender über Die Frau im neuen Staat", um 18 Uhr ein Vortrag von Ostar Wöhrle über„ Helden der Arbeit" Der Deutschlandsender überträgt von 19 bis 20 Uhr die Feierstu ide des Sozialistischen Rulturbundes aus der Singafademie. Donnerstag, 30. April. Berlin. 16.05 Reznicek: Tennissport. Kämpfe um den Davis- Pokal. 16.30 Wilhelm Berger, Sonate D- Moll, op. 28( Bernhard Günther, Cello, and Walther Kaempfer, Flügel). 17.00 Lieder. 1. Wolf( Yella Hochreiter, Alt; Begl.: Julius Bürger). 2. Mozart: a) Fantasie C- Moll; b) Chopin: Ballade F- Moll( Hans Beltz, Flügel). 17.30 Dr Erwin Rawicz: Vereinheitlichung der Krisenfürsorge. 17.40,, Der junge Pianist"( Karl Rockstroh, Flügel. Einleitende und verbindende Worte: Hans von Benda). 18.15 Hans Brandenburg liest eigene Dichtungen. 18.35 Oberstaatsanwalt Benno Köhler und Rechtsanwalt Dr. Georg Loewenthal: Die Aburteilung im Schnellverfahren. 19.05 Unterhaltungsmusik. 20.00 Breslau: Ursendung: ,, Wir haben keine Zeit". 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Königsberg: Querschnitt durch Königsberg. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Die Mitropa ist ein Betrieb, dessen Aktien sich zu 90 Proz. im Besiz des Staates befinden. Wie oft haben wir die himmelschreienden Zustände bezüglich der Arbeitszeit usw. kritisiert. Solange Dr. Rieschte an der Spike des Unternehmens steht, werden diese Zustände nicht geändert werden. Der Abteilungsleiter Jensch vom Botsdamer Bahnhof ließ eine Speisewagenbelegschaft in acht Tagen 93 Stunden 46 Minuten fahren. Eine andere Beleg 16.00 Kurd Kiẞhaver: Der Sternenhimmel im Feldglas. fchaft fuhr 17 Tage ohne Ausgang. Ein junger Kellner, der gelbgrau, vollständig überanstrengt, nach unserem Büro fam, erHärte: " ,, Wir schwitzen und trodnen wieder. Zum Waschen des Körpers ist weder Zeit noch Gelegenheit. Wir stinken in unserem eigenen Schweiß. Wie muß es erst dem Koch und der Küchengehilfin gehen, die in ihren winzigen Küchen schuften müssen. Die Mitropa treibt Raubbau an ihrem Fahrpersonal. Ist die Gefundheit untergraben, tommt die Entlassung. Die Opfer der Mitropa fallen dann dem Staat zur Last. Königswusterhausen. 17.30 Mersmann: Hausmusik. 18.00 Dr. Heinrich Zillich, Kronstadt: Die kulturelle Bedeutung Siebenbürgens. 18.30 Dr. Arnold Hahn: Zauberei, Magie und Heilkunde. 19.00 Englisch für Fortgeschrittene. 19.30 Mayer- Schalburg: Die DLG.- Schau, Hannover. 19.50 Dr. Karl Würzburger: Vorschau aus dem Maiprogramm. 20.00 Staatsoper Unter den Linden: Manon Lescaut". Puccini. Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Leo Blech. 16.05 Unterhaltungsmusik. Freitag, 1. Mai. Berlin. 17.40 Forderungen der Jugend an die Gegenwart( Max Westphal). 18.00 Oskar Wöhrle: Helden der Arbeit. 18.25 Das neue Buch. Thiel: Männer gegen Tod und Teufel. His: Die Front der Aerzte. Obendrein erfahren die Angestellten von einigen Abteilungsleitern noch eine hundsgemeine Behandlung. Der Direktion ist insbesondere zu empfehlen, daß sie dem Abteilungsleiter Jensch in seinem Verfehr mit dem Personal endlich anständige Umgangsformen zur Pflicht 19.00 Mitteilungen des Arbeitsamts. macht. Gegen Lohndrückerei. New York, 30. April.( Eigenbericht.) Die Ford Gesellschaft wendet sich in einer scharfen Erflärung gegen die Lohnsentungspropaganda der amerikanischen Großfinanz. Sie und ihre Tochtergesellschaften würden an dem bisherigen Lohnniveau schon deshalb festhalten, weil es die Hauptursache der amerikanischen Prosperität sei. 17. Kreis Lichtenberg. Berichtigung! Die Maifeier beginnt nicht, mie irrtümlich angegeben, um 19 Uhr, sondern bereits um 16 Uhr im Lokal Schonert. Wetter für Berlin: Noch vorwiegend wolkig, ohne erhebliche Niederschläge; etwas ansteigende Tagestemperaturen. Für Deutschland: Ueberall noch etwas veränderlich bei wenig veränderten Temperaturen. Nur noch vereinzelt etwas Regen, namentlich im Often. 9% Ubr CASINO- THEATER 84 Uhr Lothringer Straße 37. Nur noch bis Freitag ..Er träumt von Jise" und das bunte Programm Sonnabend, den 2. Mai zum ersten Male: Graf Koks Billig! Sommerpreise: Billig! 0.75 Mk., 1. Mk. bis 1.50 Mk. Regie: Hans Deppe Reichshallen-Theater Bühnenbilder: Ernst Schütte. Neues Theater am Zoo von Marcellus Schiffer. Am Bahnh. Zoo. Stpl. 6554 Musik von Mischa Spoliansky. Regie: Gustaf Gründgens Elite- Sänger Kottbusser Str. 6 Tägi 8 Uhr Sonntag 31/2 Uhr FRITZI Dazu Gastspiel Lotte Hané a. d. Kompon. leg wart Ehrlich. Nachm. ermäßigte Preise! Heute 8 Uhr Ueber 150 Mal Voruntersuchung von Max Alsberg u Otto Ernst Hesse Theater Im Admiralspalasi Täglich 8% Uhi Abends 8 „ Ballettschule Klappermatz" Varieté Sonntag nachm. 3 Stettiner Sänger Tageskasse 11-2. Abendkasse ab 6. Nachmittags ermäßigte Preise. Dönhoff- Brettl: Konzert Tanz! Kleines Theal. Komische Oper Täglich 8% Uhr 81/2 Uhr Derlustige Erika Gläßner Alt- Heidelberg Krieg Oehmann. Ahlers, Trautenhayn a G. 1. a. m. in Der stille Lucie Englisch, Kompagnon Westermeler. H.J. Moebis, Lustspiel von Leo Lenz Peakert ROSE THEATER Von Montag bis 8 Freitag Sonnabend 700 10% Uhr Utr 00 18.35 Chorgesänge( Dir.: Josef Schmid.) 19.05 Valerian Schumakoff( Balaleika- Virtuose). 19.30 Aktuelle Abteilung. 20.00 Ausgewählte Unterhaltungsmusik. 21.30 Tages- und Sportnachrichten. 21.40 Walter Giseking. Beethoven: Konzert Es- Dur op. 73 für Klavier und Orchester( Berliner Funkorchester, Dir.: Bruno Seidler- Winkler). 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Abendunterhaltung. Königswusterhausen. 16.00 Dir. Hanewald: 25 Jahre Berthold- Otto- Schule. 16.30 Leipzig: Konzert. 95 17.30 Dr. Sophie Cassel: Sprache als Zauber. 18.00 Reg.- Rat Finzel: Die deutsche Seefischerei. 18.30 Paul Westheim: Veit Stoß und Rembrandt. 19.00 Singakademie. Feierstunde des Sozialistischen Kulturbundes Vorwärts hinan" 1. Prolog: Vorwärts, hinan( Goethe). 2. Mozart: Bald prangt den Morgen zu verkünden( Kinderchor des Berliner Volkschors mit kleinem Orchester). 3. Rezitation: a) Maifeierlied( Dehmel); b) Die jungen Arbeiter( Bröger); c) Der Marsch unserer Frauen( Barthel). 4. Malten: Wann wir schreiten( dreistimmiger Kinderchor mit Orchesterbegleitung). 5. Ansprache: Reichsarbeitsminister a. D. Wissell. 6. Kuab: Arbeitermarsch; Dichtung von Björnson( Kinder und Jugendchor mit Orchesterbegleitung), Uraufführung. 7. Rezitation: a) Aus dem Arbeiterprogrammi ( Lassalle); b) Lied der Arbeit( Bröger); c) Unser die Sonne( Thieme). 8. Lendval: Wir wollen banen( Preszang)( Chor mit Orchester). Barnowsky- Bahnen Theater in der Stresemannstr. Täglich 81 Gestern u. Heute Komödienhaus 8 Uhr Konto X Senn- 2 5 9( 税 thr Uhr tag ,, In Amerika vierhundertmal gespielt". („ Tempo".) Die Sache, BGB die sich Liebe nennt ( This thing called love) Große Frankfurter Straße 133 U- Bahn Strausberger Platz 6 tägiger Vorverkauf täglich von 11-1 Uhr und 9 Uhr Teleph Bestellg.. E 7. Weichsel 3422 mit Felix Bressart. nserate im Vorwärts Schloß Weißensee Lessing- Theater Freitag, den 1. Mal. 10 Uhr: Täglich 8 Uhr Husarenfieber Guido Thielscher, Kastner, Arnstädt, Vespermann Sonniges Gastochgimmer oder möbliert; Bad, elek. trisches,( Garten), achtzehn Gehminu ten vom Bahnhof Grünau( Autobusverbindung), Para diessiedlung Bohnsdorf, Mittelstraße fünfundzwanzig fichern Erfolg!( ah Lichtfreunde). HAUS VATERIAND KURFÜRST 7460 P Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI GROSSER TANZ Eintritt 0.50 M. 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April 1931 Die Schulreform auf dem Lande Gedankengänge zum Paulfenschen Aufbauplan Wenn Wilhelm Paulsen in seiner Schrift Der Neuaufbau I reif sein dürfte, wäre sehr zu erwägen, ob nicht aus wirtschaft unferes Schulwesens" betont, daß das Land berechtigten Anspruch| lichen Gründen die Verwendung der verhältnismäßig hohen auf dieselbe innere und äußere Schulverfassung wie die Stadt hat, Instandsegungs- und laufenden Unterhaltungstoftenbeträge, die so kann die Verwirklichung dieser grundsäglichen Forderung im gerade brüchige und unzulängliche Objekte erfordern, in vielleicht Interesse einer Beseitigung unterwertiger Behandlung der ländlichen fapitalisierter Form zugunsten der Neubauten dringend geSchulen, die in der bestehenden Unterscheidung von Stadt- und boten ist. Dorfschule in einer die Bildungsbenachteiligung unserer Landjugend kennzeichnenden Weise Ausdruck findet, von allen Sachverständigen, insbesondere aber von der ländlichen Bevölkerung nur lebhaft begrüßt werden. Niemand wird daran zweifeln wollen, daß eine durch die Industrialisierung zurückgedrängte Landwirtschaft die ihr im Wirtschaftsprozeß gebührende Stellung allein dann wieder erringen kann, wenn der Zug nach den Städten durch die Schaffung bedeutender Bildungsgrundlagen auf dem Lande, die zwingend eine entsprechende Umgestaltung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse herbeiführen müffen, aufgehalten wird. Die Richtlinien Der angestrebten Umbildung der Volksschule in einer das zer riffene Gesamtbildungswesen regelnden Form legt Paulsen bezüglich der ländlichen Schulen folgende von dem Preußischen Lehrerverein angenommene Richtlinien zugrunde: 1. Damit die Richtlinien für den Ausbau der Bolksschule auch auf dem Lande durchgeführt werden können, sind die Bestimmungen des Volksschul- Unterhaltungsgesetzes vom 28. Juli 1906 so zu gestalten, daß sie die Zusammenlegung von Schulen und die Durchführung organisatorischer Maßnahmen erleichtern. Die vollkommene Durchführung der Schulreform macht natürlich je nach der Besiedlungsart und dem Berfehrsgefüge des einzelnen Kreises einen höheren oder niedrigeren Kostenaufwand notwendig. Unter mur teilweiser Berücksichtigung der ungünstigen Kreise kommt Paulsen zu dem interessanten Berechnungsergebnis, daß für den Ausbau des ländlichen Schulmesens in Preußen ungefähr 150 Millionen Mark erforderlich sind. Bei einer Verteilung des Bauprogramms auf 5 Jahre würde das einem jährlichen Aufwand von 30 Millionen Mart und bei einer Verteilung auf 10 Jahre einem solchen von 15 Millionen Mart entsprechen. Wenn demgegenüber in den Städten die Reform nur verhältnismäßig geringe Mehrkosten verursachen fann, so findet dieser Unterschied seine Erklärung darin, daß sich in dem errechneten Aufwand für das and die Versäumnisse von Jahrzehnten ausprägen. Es ist deshalb mit Recht einzuwenden, daß die Buchung der Baumehrforderungen in vollem Umfang zu Lasten der Schulreform gänzlich ungerechtfertigt wäre. Die Frage, ob in unserer durch Sparmaßnahmen reichlich bee hinderten Zeit das Projekt umfassend durchführbar ist, muß duftive, den finanziellen Einsatz bei weitem überwiegende Wert bejaht werden, denn die erforderlichen Neuanlagen bedeuten proschaffung. Die Beschäftigung Arbeitsloser, die Investierung öffenteinrichtungen ausgehende gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Auftrieb würde hervorragender Ausdruck einer vorausschauenden Schulpolitik sein. Angesichts der hohen Summen, die für unsere physische Wehrkraft“ aufgebracht werden, ist Paulsen außerdem der fräftig zu unterstreichenden Meinung, daß jene Summen nicht unberücksichtigt bleiben dürfen, die für unsere geistige Wehr fähigkeit so bitter notwendig find", denn, wie er treffend argumentiert, entscheidet die geistig- moralische Widerstandskraft über den Selbstbehauptungswillen eines Volkes schlechthin." Wer trotz allemüssen, möge offen mit seinen Gegengründen herausrücken. dem dem Schulaufbauprogramm Paulsens glaubt widersprechen zu Der Abend Snadausgabe des Kotware den Jugendlichen sich durch geistige Regsamkeit im Unterricht auszeichnen, bevölkern die Bauernsöhne nahezu ausschließlich die Landwirtschaftsschulen.( Winterschulen). Die Zahl der Ar beitersöhne, die die Landwirtschaftsschulen in Preußen besuchen, wird nicht einmal auf 1 Proz, geschäßt. In dieser Hinsicht bedarf die Landarbeiterjugend, solange die zehnjährige Schule noch nicht eingeführt ist, durch Lehrer, Be rufsberater und nicht zuletzt durch die Gewerkschaften einer intensiven Aufklärung, zumal der Landwirtschaftsminister in erfreulicher Weise bestimmt hat, den Aufstieg minderbemittelter, aber tüchtiger junger Landarbeiter von der Volksschule über die landwirtschaftliche Schule zur höheren Lehranstalt durch Gewährung von Stipendien zu fördern. Das Bildungsverlangen der Landjungend ist nicht geringer, ja nicht einmal weniger vielseitig wie das der Stadtjugend. Es kann nur nicht hervortreten und entfaltend sich betätigen, weil die Grundlagen dafür vorläufig noch fehlen. Da es allgemein gilt, die Jugend von ihrer Bildungsnot zu befreien, sie für das Leben, die Wirtschaft und Gesellschaft arbeits- und handlungsfähig zu machen, ihr die einem Volksstaat gemäße Bildungseinrichtung zu schaffen, muß besonders die dem ländlichen Schulwesen durch die Schuld der Bergangenheit widerfahrene Bernachlässigung vorwärtsschauend aufgeholt werden. Daher bedarf auch die Einrichtung zentraler Hilfsschulen für Kinder, die besondere Nachhilfe nötig haben und bislang eben ,, mitgeschleppt" werden, dringender Berücksichtigung. Damit die Bertunterscheidung von Stadt- und Dorfschule endlich aufgehoben wird, ist der planmäßige Austausch zwischen Stadt und Landlehrern unvermeidlich. Nur zu häufig wird die Erfahrung gemacht, daß der alteingesessene, dem Lande entstammende Lehrer der Jugend nicht im entferntesten die Anregungen zu geben vermag wie der von der Stadt mit neuen Aspekten und die mit dem neuen Schulaufbau sich ergebende Planwirtschaft oder fritischem Einfühlungsvermögen hereinkommende. Im Hinblick auf die Einführung der Fünf- Tage- Woche dürfte angesichts der stellenSchuljugend sowie der im Rahmen der öffentlichen Jugendpflege auf dem Lande zu leistenden Arbeit eine Einschränkung der Lehrerzahí nicht vertretbar sein. Die eventuell schulmäßig nicht voll beschäftigten Lehrer sollten vielmehr gerade im Intereffe einer Erfüllung dieser bedeutsamen Aufgaben vornehmlich Verwendung finden. Die selbstverständliche Beschäftigung der Lehrer verschiedener Schulgattungen neben und miteinander ist ein heilsames Prinzip, das dem neuen Volksschulaufbau innerlich entspricht. 2. Diese Zusammenlegung richtet sich nach der Dichte der Belicher Gelder in Neubauten, der von den zeitgefordeiten Bildungslosen Lehramtsbewerber, der intensiven Freizeitgestaltung für die siedlung, nach den Berkehrsmöglichkeiten und nach den besonderen örtlichen und landschaftlichen Verhältnissen, wobei Kreisgrenzen grundsätzlich fein Hindernis bilden dürfen. Es ist danach zu streben, daß für die Volksmittelschule möglichst reichgegliederte Schulformen gebildet werden können. 3. Das erste bis sechste Schuljahr bilden in der Regel die dorf eigene Schule, soweit nicht günstige Verkehrsverhältnisse oder andere Gründe eine Zusammenlegung benachbarter Schulen zweckmäßig erscheinen lassen. Bei mehr als 40 Kindern ist in der Schule mit sechs Jahrgängen die zweite Stelle einzurichten. Die Beseitigung der Halbtagsschulen ist durch Einbau in mehrgliedrige Systeme oder durch Ausbau zu zweiklassigen Schulen zu erstreben. Einklassige Schulen mit weniger als 20 Schulkindern find grundsäßlich in reicher gegliederte Schulen einzubauen. A. Das siebente bis zehnte Schuljahr( 9. und 10. freiwillig) werden grundfäßlich in einem günstig gelegenen Orte zur Volksmittelschule zusammengefaßt. 5. Für hilfsbedürftige Kinder sind zentrale Hilfsschulen mit Schülerheimen und landwirtschaftlichen und gärtnerischen Nebenbetrieben einzurichten. Es ist zu hoffen, daß sich der Gesetzgeber der Notwendigkeit einer Erleichterung der Zusammenlegung von Schulen oder einzelner Jahrgänge, die heute durch das Volksschul- Unterhaltungsgese noch erschwert wird, nicht verschließt. Solange jedoch eine Gesetzes änderung noch bevorsteht, wird es darauf ankommen müssen, die Zustimmung der Gemeinden, die unter Zugrundelegung des Reformplanes von Paulsen zu einem Gesamtschulverband zu nereinigen wären, durch geeignete Aufklärung herbeizuführen. Wo die Voraussetzungen nach Schulinteressenten und Verkehrsmöglichfeiten halbwegs gegeben sind, dürfte dies möglich sein. Entscheidend dabei ist nur, daß mit der Aufklärung zugleich eine gewisse Initiative in die Gemeinden hineingetragen wird. Im Rahmen der ländlichen Berufs-( Fortbildungs-) Schule hat sich die Zusammenfassung mehrerer Drte oder die Zufammenlegung einklassiger Schulen zugunsten der Bildung von mehrklassigen in der Praris durchaus bewährt. Was die Entfernungen betrifft, so legen die Schüler 4,6 und noch mehr Kilometer notfalls mit dem Rad ohne Klagen zurüd. Diese praktische Lösung der Organisationsfrage bei der Fortbildungsschule muß auch bei der Volksschule mit einigem guten Willen möglich sein. Wo günstige Verkehrsverhältnisse bestehen oder leicht geschaffen werden können ( 3. B. Omnibusverbindung), gibt es in dieser Beziehung überhaupt teine Hindernisse. Aus pädagogischen Gründen bedauert Paulsen die Beseitigung ber einklassigen Schulen( Lebensgemeinschaftsschulen). Sie sollen auch nur dann in Fortfall kommen dürfen, wenn Gutes oder Besseres an ihre Stelle tritt. Das erste bis sechste Schuljahr soll in der Regel auch weiterhin die dorfeigene Schule bilden. Für die Erhaltung der einklassigen Schulen setzt sich hauptsächlich der Landlehrer ein, der über genügend Spannkraft verfügt, die Schüler verschiedener Altersstufen erfolgreich zu einer wirklichen Lebens gemeinschaft zu vereinigen Die Pragis wird aber zeigen, daß die theoretisch schöne Forderung, jedem Dorf seine eigene Schule und Fortbildungsschule, die dem Gedanken der Pflege des dörflichen Gemeinschaftsfinnes entspringt, mitunter höheren Interessen zu weichen hat. Daß übrigens durch die Zusammenlegung der Schulen zu einem Gemeinschafts, Bildungs und Kulturmittelpunkt mehrerer Gemeinden die Förderung des Gemeinschafts- und sozialen Hilfsgedankens eine Einbuße erfahren soll, ist nicht einzusehen. Viel eher dürfte eine gegenteilige Wirkung zu er warten sein, denn die Zahl der Gemeinden, in denen die Dorfgemein schaft lediglich in einer noch lange nicht begrabenen Kirchturmspolitit Ausdruck findet, ist nicht gering. " Die finanzielle Frage Die finanzielle Frage ist bestimmt schwieriger zu lösen. Besonders in den agrarischen Landkreisen, in denen die einklassigen Schulen mit oft sehr beschränkten Raumverhältnissen, die da und dort die Einrichtung der Halbtagsschule im Gefolge haben, bei weitem überwiegen, ist die Verwirklichung des gegliederten Bolksschulaufbaues vielfach Don der Errichtung neuer Schulgebäude abhängig. Die Kosten hierfür können allerdings durch die infolge der Zusammenlegung von Schulen freiwerdenden Bermögenswerte, besonders wenn die Kirche daran nicht beteiligt ist, unter Umständen ganz oder teilweise abgedeckt werden. Da außer dem festgestellt ist, daß mindestens die Hälfte aller Schulgebäude in Preußen starf reparaturbedürftig ist, ein Biertel nach Meinung von Sachverständigen baufällig und abbruchDie Bildungsnot auf dem Lande Obschon auf dem Lande bei der berufsschulpflichtigen Jugend immer wieder die Beobachtung gemacht wird, daß nicht etwa die Söhne der Besitzer, sondern die aus der Arbeiterschaft tommen# Dem Plan Paulsens, der die Starrheit der gegeneinander abgesperrten Schulsysteme durchbricht und in das Bildungsdurcheinander Sinn, Ordnung und Zusammenhang bringt, ist eine außer= ordentliche Beweglichkeit eigentümlich. Hierdurch wird die organische Durchführbarkeit der äußeren und inneren Reform selten positiv er möglicht. Je nach Lage der örtlichen und landschaftlichen Verhältnisse ist ein schrittweises Vorgehen denkbar wird die Schule den ihrer Umwelt angepaßten Charakter erhalten. Eugen Lederer. Recht und Arbeit Zum zehnjährigen Bestehen der Akademie der Arbeit Die Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt heit war nur Schein, hinter dem sich die größten gesellschaftins Leben gerufen. Als im Jahre 1920 die Frankfurter Stiftungsgesellschaftlichen Machtfaktoren, hinter denen die rechtlichen Unteram Main wurde am 1. Mai 1921 als erste deutsche Arbeiterhochschule lichen und sozialen Unterschiede verbargen. Bergessen hatte man die universität in finanzielle Schwierigkeiten geriet, stellte die Arbeiterschiede der Menschen nur gering wiegen. fchaft als Bedingung für ihre Hilfe die Forderung auf, daß einer Nicht mehr das isolierte Individuum, sondern der Mensch in zu bildenden Hochschule der Arbeit" Hausrecht in der Universität der Gesellschaft, der Kollettiomenich als ein Glied in dem zu geben sei. gesellschaftlichen Lebensprozeß rüdt in den Mittelpunkt der modernen Rechtsbetrachtung. Daß wir von diesem Ziele, den Menschen im gesellschaftlichen Zusammenhange zu betrachten und je nach seiner sozialen Lage zu werten, noch weit entfernt sind, ist eine Tatsache. Aber gerade in dem Rechtsgebiete, das unter dem Einfluß der Arbeiterschaft entstand und das unter wesentlicher Einwirkung der Arbeiterbewegung gestaltet wurde, nämlich im Arbeitsrecht, ist am stärksten dieser neue, antiliberale Geist zu spüren, der die Menschen nicht mehr als völlig in der Luft schwebend und als formal Gleiche betrachtet, sondern als einander gegenüberstehende Faktoren eines gesellschaftlichen Ganzen. Das bürgerliche Recht fennt nur gleiche Rechtssubjekte, nicht den Arbeiter in seiner ökonomischen Unterlegenheit gegenüber dem Unternehmer. Für den Aufbau der Schule wurde neben den Darlegungen eines Arbeitsausschusses die Denkschrift des Frankfurter Arbeits rechtlers Professor Hugo Sinzheimer grundlegend. Darin wurden als Aufgaben der Akademie der Arbeit gekennzeichnet: die Fähigkeit der Arbeiterschaft zur demokratischen Mitarbeit im öffentlichen Leben zu entwickeln und eine neue Lehre zu schaffen, die von der Arbeit ausgeht und den arbeitenden Menschen im Mittelpunkt der kommenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sieht. Es ist sicher nicht zufällig, daß gerade ein Mann, der die Entwidlung des deutschen Arbeitsrechts wesentlich beeinflußt hat, diese Gedanken und Forderungen aufstellte. Das Arbeitsrecht ist bis heute leider fast die einzige Lehre, in deren Mittelpunkt zum mindesten theoretisch der Arbeiter und seine Bedürfnisse stehen sollen. In Deutschland wurde in der Zeit nach dem Kriege eine Reihe von besonders für die Arbeiterschaft wichtigen Gefeßen erlassen, wie sie wohl sonst in feinem anderen kapitalistischen Staate der Welt vorhanden sind. Es ist hier nur an das Betriebsrätegesez, an das Schlichtungswesen, an die Arbeitslosenversicherung und die Einrichtung einer besonderen Arbeitsgerichtsbarkeit zu erinnern. Wenn auch all diesen Gesehen noch die Einheitlichkeit eines be sonderen Arbeitsrechts fehlt, das dringend zu wünschen wäre, fo liegt doch in diesen Neuerungen der erste Keim einer neuen, veränderten Rechtsauffassung. Dieser Wandel der Rechtsanschauung ist wie alles bisherige Rechtsempfinden der Ausdruck der gesellschaftlichen Verhältnisse, auf die sich das Recht, um mit Marg zu sprechen, wie ein leberbau er hebt. Der gesellschaftlichen Struktur jeder Zeit entspricht ein befonderes Recht und ein Empfinden dessen, was als Recht zu gelten hat. Im Feudalismus gab es, entsprechend der Stände einteilung, feine Gleichheit des Rechtes, sondern innerhalb der Stände war jeder an die Gemeinschaft gebunden. Alles Denken und Wirken war genossenschaftlich. Die Aufgabe des liberalen Rechtsgebankens war es, gemäß dem Liberalismus in der Wirtschaft, die Gebundenheit des Feudalismus auch im Recht aufzuheben und den Einzelmenschen aus der Gesamtheit herauszuziehen. Zu diesem Zwecke wurden die Menschen in dem Begriff der„ Person" vollständig abstrahiert und als völlig gleichartige und isolierte Wesen nebeneinandergestellt. Die Verschachtelung in verschiedene Kategorien von Menschen wird beseitigt, rechtlich und formal sind sich alle Menschen gleich. Nicht mehr der von der Pflicht, sondern der vom Interesse geleitete Einzelmensch wird zum Ausgangspunkte des Rechts. Diese Fiftion von der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht war die große, historische Leistung des Zeitalters der Aufklärung, durch das die Freiheit des Individuums geschaffen wurde. Aber dieses Werf war nicht vollkommen, die rechtliche GleichIm Gegensatz dazu stehen die Ideen des Arbeiterschuhes und der Sozialversicherung, die davon ausgehen, daß der Arbeiter gerade wegen seiner ökonomischen Abhängigkeit besonders geschüßt werden muß. Wir sehen die Tendenz der Entpersönlichung des Mena schen im Rechte, indem dem einzelnen möglichst viel Rechte genommen und dem gesellschaftlichen Ganzen übertragen werden. Hierher gehört die Einrichtung des Tarifvertrages und die rechtliche Sanktion der Koalitionen( Artikel 165 Reichsverfassung), gegenüber dem freien Arbeitsvertrag des einzelnen, und weiterhin der Gedanke der gesellschaftlichen Verfassung überhaupt, wie er sich als organisierte Gemeinschaft in Form der Betriebsräte, Wirtschaftsräte, Kartelle und Trusts usw. über den einzelnen erhebt. Alle diese Institutionen mit der besonderen Arbeitsgerichtsbarkeit, dem Schlichtungswesen und der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen zeigen eine total veränderte Auffassung des Rechtsgedankens: nicht mehr die Person, sondern der Mensch in der Person ist das Entscheidende. Der Ausbreitung der Rechtslehre, in deren Mittelpunkt der Arbeiter stehen soll, ist begreiflicherweise auch in der Akademie der Arbeit weitest gehender Play eingeräumt. Zusammen mit den nationalökonomischen, soziologischen und staatsrechtlichen Vorlesungen erhält so der Arbeiterhörer in den neun Monaten eines Lehrgangs in Frankfurt am Main eine Durchbildung, wie sie durch kurze Bildungskurse oder Abendvorträge niemals erreicht werden kann. Trotzdem erhält der Hörer nach Abschluß keinerlei Berechtigungen auf Grund des Besuches der Akademie der Arbeit, weil die Leitung mit Recht davon ausgeht, daß der einzelne nach Möglichkeit wieder in den Bereich seiner alten Wirkungsstätte zurückkehren soll und durch diese Schule nicht eine neue Schicht von proletarischen Intellektuellen herangezüchtet wird. Der hohen Aufgabe der Anstalt gemäß hoffen wir, daß diese Hochschule der Arbeit noch vicle Dezennien ihrer furchtbaren Arbeit erleben wird. Karl Möller ( ehemaliger Hörer der Akademie der Arbeit ARBEITER FUSSBALL Am 1. Mai in Spandau Im Rahmen der Maiveranstaltung in Spandau findet im Stadion Hafenfelde ein Fußballspiel zwischen zwei Auswahlmann schaften der Kreisklasse und der Bezirksklasse des 3. Be zirks statt. Das Spiel, das nur zweimal 20 Minuten dauert, crfordert von jedem einzelnen Spieler die völlige Hergabe seines ganzen könnens. Die Mannschaften werden sich in folgender Aufftellung gegenüberstehen: Steistlaffe: Bardeleben ( Spandau 25) Urbansti Ziegler ( Spandau 25)( Buttab) Teichgräber I ( Spandau 25) Sperlin Teichgräber II ( Spandau 26) Sinze Bant ( Butab) Stoll ( Spandan 25) Lange ( Butab) Janfon ( Butab) Moh Lizke ( Cladow)( Eintracht) Echweizer Hönow Linke ( Staaten) Metzner ( Eintracht) Korth ( Cladom) ( Eintracht) Mienftrud ( Stagfen) Drews Lustig ( Cladow) Bartsch ( Staaten) Bezirksklasse: Der Beginn des Spiels, das von dem Schiedsrichter Pastor geleitet wird, ist auf 17.20 Uhr festgesetzt. Am heutigen Abend findet auf dem Sportplatz 4 in der Scharnmeberstraße in Reinickendorf ein Propagandaspiel zwischen ,, Eintracht und Freie Scholle" statt. Die Tegeler rechnen in ihrem Bezirk zu den spielstärksten Mannschaften, so daß sich Eintracht sehr anstrengen muß, um den um 18 Uhr beginnenden Kampf siegreich zu gestalten. Vorher stehen sich die beiderseitigen zweiten Mann schaften gegenüber. Handball Die nächsten Spiele Die Arbeiterhandballer sind zum Wochenende sehr rege. Am 1. Mai spielen innerhalb der Maifeier in Nowawes, Priesterstraße, Nomames 2 gegen FIGB.- Süden 2 um 16 Uhr und die beiden 1. Mannschaften um 17.10 Uhr. Am Sonnabend, 2. Mai, stehen sich im Serienspiel Rosenthal und Reinickendorf um 18.30 Uhr in Rofenthal, Hauptstraße, gegenüber. Am Sonntag spielen in der 1. Klasse: Köpenid gegen Nordring in Köpenid. Wendenschloßstraße; Mahlsdorf gegen Boltssport Wedding 1 in Mahlsdorf, Hönomer Chauffee; Hennigsdorf gegen Wedding 2 in Hennigsdorf und Boltssport Neukölln 1 gegen Schöneberg um 16.10 Uhr im Volkspark Neukölln. Die übrigen Spiele beginnen um 17.10 Uhr. Bei den beiden ersten Spielen sind Köpenick und Wedding 1 die sicheren Sieger, während bei den beiden letzten sich ebenbürtige Mannschaften gegenüberstehen. Der Bezirk Friedenau der FTGB. veranstaltet in Friedenau, Offenbacher Straße( Schule), einen Spielermerbetag und hat dazu folgende Bereine verpflichtet: 3. Mannschaft gegen Berlin 12 II um 9 Uhr, Berlin 12 III gegen Süden 4 um 10 Uhr, 2. Mannschaft gegen Reichsbanner- Romames um 11.20 Uhr und die 1. Mannschaft gegen Berlin 12 I um 15 Uhr. Auch der Boltssportverein Neukölln veranstaltet im Bolfspart Neukölln einen Werbetag. Es spielen die 3. Mannschaft gegen Marwig um 12.20 Uhr, die 1. Frauen gegen Ludenwalde( 2. Abt.) um 13.30 Uhr, und als Abschluß steigt das Serienspiel der 1. Klasse. In der 2. Klaffe spielen: Baumschulenweg gegen Adlershof; Strausberg gegen Often 2; Rosenthal gegen Pantom; Altruppin gegen Nordost; Bernau gegen Norden 3; Potsdam gegen Rathenom; Süden 2 gegen Wilmersdorf; Nordring- Sportler gegen Tegel. Die 3. Klaffe hat folgende Spiele: Sperenberg gegen Lantwik; Wann fee gegen Neufölla 3; Nomames 2 gegen Nauen; Schwante gegen Belten 2; Falte gegen Nordost 2; Fußballflub Oberfpree gegen Ralfberge. Bei den Frauen spielen: Nomames gegen Mahlsdorf; Baumschulenweg gegen Südost; Wedding 2 gegen Hennigsdorf: Süden gegen Wedding. " Arbeiter- Schach Bundeskämpfe in Berlin In den Bezirken und Streifen des Deutschen Arbeiter- Schachbundes find zur Zeit Mannschaftswettkämpfe, deren höchstes Ziel der Meister des Bundes" ist, im Gange. Während vor zwei Jahren der damals erst furze Zeit bestehende Berliner Verein in cinem 8½stündigen harten Kampf gegen Breslau um die Teilnahme an der Endrunde der Bundesmeisterschaft spielte, aber nadh Berechnungssystem verlor, geht Berlin diesmal zuversichtlicher in den Kampf. Am Sonntag, 3. Mai, 10 Uhr, wird in Ewalds Bereinshaus, Stalizer Straße 126, die erste und zweite Runde um den Titel Kreismeister des 1. Kreiſes", den Berlin zu verteidigen hat, gespielt. Die zum Wettkampf in folgender Paarung antretenden Bezirksmeister haben sich in bezug auf Spielstärfe sehr gut entwidelt. 1. Runde, Vormittag: Luckenwalde gegen Stettin, Wittenberge gegen Küstrin, Berlin gegen Kottbus. 2. Runde, Nachmittag: Stettin gegen Wittenberge, Berlin gegen Luckenwalde, Kottbus gegen Küstrin. Arbeiter- Schachspieler und solche, die es werden wollen, Bartei-, Gewerkschafts- und Reichsbannermitglieder, junge und alte, find als Mitglieder willkommen. Nachstehend eine Aufstellung aller Abteilungen der Freien Arbeiter- Schachvereinigung Groß- Berlin, Spielbeginn in allen Abteilungen um 20 Uhr, Schachunterricht unentgeltlich. Auskunft in allen Vereinsangelegenheiten erteilt G. Berwinski, Berlin S. 59, Planujer 91. Abteilung Kreuzberg Ereptom Grünau- Fallenberg Bestend Brenzlauer Berg Gartenplag Sumboldthain Bankow Moabit Friedrichsfelde Often Mitte Neukölln Wedding Lichtenberg Weißenjee Friedrichshain Spieltag Donnerstag " Lotal Krepp, Planufer 75/76 Döhling. Elsenstraße 100 Gemeinschaftshaus, Gutshof Falfenberg Jamin, Sophie- Charlottenftrage 88 Bohit, Stargarder Straße 19 Dienstag Goede, Suffitenstraße 16 " " " Freitag 37 Bittelfan, Brunnenstraße 79 Fulde, Berliner Straße 97 Café Streng, Alt- Moabit 13 Tempel, Gudrunitraße 7 Bojar, Gubener Straße 19 Blasinsti, Rastanienadee 54 Grimm, Bodoinstraße 10 Serms. Müllerstraße 26 Ganter, Gärtnerstraße 33 Gallas, Lehderstraße 22 Montag u. Mittwoch Albrecht, Straßmannstraße 42 " Zur Maijugendfeier Zur Maijugendfeier am Sonntag erläßt die technische Leitung folgende Berordnungen: Der Aufmarse der gesamten Jungorbeiterschaft Berlins erfordert strikte Bünktlichkeit aller. Die Hauptsache bilden die Eröffnungs- sowie die Schlußtundgebung. Umfleide. räumte für alle Ballspieler befinden sich im Brüdenhaus, während bilden. die Kleiderablage für Leichtathleten, Schwimmer, Tennisspieler, Radfahrer und Schwerathleten im Stadiongebäude ist. Die Jugendgruppen müssen um 14 Uhr auf dem Sportplah hinter dem Stadion zum Einmarsch antreten. Alle Teilnehmer in Sportfleibung stehen in der Mitte des Plages, den Ostflügel bilden die Freie Gewerkschaftsjugend und die Naturfreunde, während die Sozialistische Arbeiterjugend und die Kinderfreunde den Westflügel Der Einmarsch erfolgt um 14,20 1hr in 80 Mann tiefen Sechsersäulen. Nach der Eröffnungstundgebung ist der Innenraum des Stadions durch alle Ausgänge schnellstens zu verlassen. Um 18 Uhr versammeln sich alle Teilnehmer um die Fahnen der Mitte des Innenraums( Hornsignale). Es können dazu alle Eingänge benutzt werden. Nach dem Schlußlied ebenfalls möglichst auf dem kürzesten Wege den Innenraum freimachen. Die Ordner aller Berbände treffen fich spätestens um 12 Uhr vor dem Stadiongebäude. Der Treffpunkt für Kampfrichter der Leichtathletik ist um 13 Uhr ebenda festgesetzt. Alle Kampfrichter müssen im Innenraum Turnschuhe tragen. Hiermit geht der letzte Appell an die Jugendlichen, möglichst um 13 Uhr einzutreffen, damit genügend Zeit zur Kleider ablage vorhanden ist. Es wird ferner darauf hingewiefen, daß bei den Berkehrsmitteln starker Andrang herrschen wird. Kleiner Sport von überall Leutloff. Erfolgreiche Kampfreise französischer Arbeiterboger. Der französische Arbeitersportverband, Mitglied der Sozialistischen Arbeitersportinternationale, hat durch seine Auswahlmannschaft von Bogern in Deutschland beweisen lassen, daß in ihm guter Sport gepflegt wird. Die französischen Borer erwiesen sich als ausgezeichnete Technifer. Bon den sechs Kämpfen gewannen sie drei und drei verliefen unentschieden. Ein besonderer Gradmesser für die Kampfstärke der Franzosen sind ihre unentschiedenen Ergebnisse( je 6: 6 Punkte) gegen den süddeutschen Meister Fürth, den Sachsenmeister Eichenfranz" Leipzig und gegen Gera. In Zwidau gewannen die Fran30sen 9: 3, in Meißen ebenso und in Crimmitschau 8: 4. Ueberall wurde den Gästen ungeheurer Beifall gezollt. In verschiedenen Städten wurden sie von Tausenden Arbeitersportanhängern am Bahnhof begrüßt, in Fürth waren es zum Beispiel 10 000. Der französische Arbeitersportverband fann mit dem Auftreten feiner Boger in Deutschland sehr zufrieden sein. Die Freie Fotovereinigung Berlin veranstaltet eine Ausstellung Dom 3.- 14. Mai im Stadion Rehberge. Sie ist geöffnet Sonntags pon 1-20 1hr, mochentags von 14-20 Uhr. Eintritt frei. Neue Beitritte zum Arbeiter- Turn- und Sportbund. In Berlin ist die Wassersportabteilung des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold in Stärfe von 422 Mann geschlossen zum Arbeiter- Turn- und Sportbund übergetreten, wie der Bund jetzt offiziell mitteilt. In München- Gladbach ist der Sportverein Ost aus dem kommunistischen Sportverband ausgetreten und hat sich beim ATSB. angemeldet. Oft hatte es fatt, fich meiter der kommunistischen Parteidiktatur zu unterwerfen. Der Arbeifer- Rad- und Kraftfchrerbund Solidarität teilt mit: Nachdem nunmehr feststeht, daß die Olympia- Radrenn bahn in Wien gebaut wird, haben auch die Arbeiter- Radund Kraftfahrer das größte Interesse an der Teilnahme am Olympia. Bir fordern die uns angeschloffenen Ortsgruppen auf, uns sofort zu melden, ob und wieviel Bundesgenossen nach Wien fahren werden. Es genügt jetzt die voraussichtliche zahlenmäßige Meloung. Die meldenden Ortsgruppen erhalten dann von uns einen Fragebogen zur namentlichen Meldung der Teilnehmer. Arbeiter Rab: und Kraftfahrer- Bund. H. Nieman. * Sporthalle Südende ausgetragenen Meisterschaften im Bezirk Osteri hatten folgende Ergebnisse bei 100 Kugeln: Scherenriege: 1. Röthel 653 Holz. 2. Schwarz 637, 3. Brademann 637, 4. Bauer 634, 5. Hübner 631, 6. 2. Bürschel 630, 7. Behrends 627, 8. W. Schneider 627, 9. Boigt 625, 10. Kollath 624. Asphalt. riege: 1. Krajemann 574 Holz, 2. H. Hoffmann 566, 3. Taßler 561, 4. Boigt 560, 5. R. Beter 556, 6. Hübner 556, 7. Röthel 555, 8. D. Böhmert 554, 9. Bauer 553, 10. Dage 552. Figuren riege: 1. Seidelmann 390 Buntte, 2. Selchom 361, 3. Lieble 351, 4. F. Wothge 351, 5. Lenz 341, 6. Kollath 339, 7. Krüger 338, 8. Irrfad 335, 9. Voigt 333, 10. Wothge 331. Straßenrennen bei Solidarität“ Das nächste Straßenrennen hat die Rennfahrerabteilung für Sonntag, 3. Mai, angesetzt. Die Strede führt von Falkensee über Brieselang- Pausin nach Falkensee. Sie wird zweimal umfahren. Sum Austrag tommt ein Paarfahren in der Form, daß nicht den Fahrern die Baarbildung überlassen bleibt, sondern diese am Start ausgeloft werden. Dadurch ist eine willkürliche Zusammenfegung der Paare unmöglich. Das Umfleidelofal ist in Falkensee, Restaurant Wulff( am Bahnhof). Sammelstart in Berlin, früh 5 Uhr, am Knie. Bundestreue Vereine teilen mit: Freie Schwimmer Charlottenburg. Der Winterschwimmbetrieb findet mit dem heutigen Badrabend seinen Abschluß. Bis dahin Montags von 19 Uhr und Donnerstags von 20% Uhr ab. Näheres über den Beginn des Commer badens am schwarzen Brett in der Badeanstalt. Am 1. Mai Antreten 8% Uhr am Kleinen Tiergarten( Spike Wilsnader Straße). Kartell für Arbeitersport und Körperpflege. Bezirk Bedding: Der Demon strationszug der Partei und Eportler am Nachmittag des 1. Mai findet nicht statt. Alle Sportler rnd Sportlerinnen beteiligen fich an der Maifeier der Partei auf dem Wassersportplak Plößensee. Beginn 15 Uhr. Sportliche Vorführungen, also Sportkleidung mitbringen. Bolkssport Wedding. Zur Maidemonstration trifft sich alles 8½ Uhr Gartenplak, gegenüber AEG. Bringt Fahnen und Transparente mit. Rur Nadymittagsfeier Treffpunkt 15 Uhr vor dem Wassersportplas Plößensee. Turna und Sportkleidung mitbringen. Bei schlechtem Wetter findet die Maifeier int großen Gaal der Hochschulbrauerei ftatt. Sonnabend, 2. Mai, pünktlich 20 Uhr, Vereinsvierteljahresversammlung bei Gachie, Lindower Straße. Sonntag, 3. Mai, restlose Beteiligung der Vereinsjugend am Maijugendtreffen im Boltspart Rehberge! Arbeiter- Schügen. Am 1. Mai Treffen um 15 Uhr am Brunnenplak. Bie beteiligen uns an der Maifeier der Partei auf dem Wassersportplak Blöhensee. Freie Faltbootfahrer Berlin. Rufanımenfünfte Donnerstag, 30. April, 20 Uhr. Gruppe Norden: Restaurant Polster, Schwedenftr. 14. Musilabend. Gruppe Nordoften: Restaurant Schädel, Brenzlauer Allee 32. Vortrag:„ Wert ber Freitörperkultur". Gruppe Südosten: Sporthaus, Dirdsenstr. 1. Faltboot. Tatein." Gäste willkommen. Freitag, 1. Mai, Beteiligung an der Maifeier. Treffpunkt 8% Uhr Köllnischer Barf. Bf2. Oftring, e. V. Seute Rufammenkunft aller Olympiafahrer, Lichten berger Stabion. Zur Mailundgebung treffen sich alle Mitglieder am Rüstriner Blak. Abmarsch 8 Uhr. FIGB. Mitteilungsblätter heute von der Geschäftsstelle abholen. Ruber. bezirt: Seute, 20 Uhr, Sigung bei Schmidt, Schöneweide, Berliner Str. 97-98, 1. Mai Fahrtverbot, Beteiligung an der Demonstration. Einzelmitglieder der Freien Ruderer und Kanufahrer, 1. Kreis. Alles be teiligt sich an der Maifeier. Treffpunkte bei den Gewerkschaften. Maimarken an den Treffpunkten. Sigung Donnerstag, 7. Mai, bei Sachse, Lindower Straße 26. Mitglieder, die an der Olympiade teilnehmen wollen, müffen er scheinen. Deutscher Arbeiter- Reglerbund, Gan 4. Dienstag, 5. Mai, erweiterte Gauvorstandssigung, unter Sinzuziehung der Vorsitzenden und Bereinstechniker, Sporthalle Alexandrinenstr. 107, 19% Uhr. Rehbergen das Jugendtreffen statt. Freie Kanu- Union Groß- Berlin, bt. Oberspree. Alles trifft sich zur Mai. feier 7 Uhr Elfäffer Str. 86-88. Näheres heute auf der AbteilungsverfanimTung im Bootshaus Muhlheide, 20 Uhr. Solidarität". Touren Conntag, 3. Mai. Ant Sonntag findet in deit Für Jugendliche ist außer Rehbergern für alle Touren Startnerbot. Die Abteilungen ftarten mie folat: 1. Abt.: 13 1hr Sroll, Billowitz. 55. 2. Abt.: 13 Uhr Rhode, Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: 13 Uhr Marianneuplak. 9. Abt.: 13 Uhr Triftite 63. Abt. Friedrichshain: 13 Uhr Petersburger Blak. Abt. Neukölln: 8 Uhr Sohena zollernplak.. Abt. Moabit: 13 Uhr Bereinslotal. Abt. Wilmersdorf: 14 Uhr in den Rehbergen. Abt. Schöneberg: 13 Uhr Bereinslokal. Abt. Oberfdönemeibe: 12 Uhr Wilhelminenhofftr. 64. Abt. Spandau: 12 Uhr VereinsLotal. Sonstige Touren. 1. Akt.: Gadrom bei Botsdam, Start 8 Uhr Kroll, Bülowftr. 35. 6. Abt.: Rildnik- Bernau, Start 8 Uhr Relt, Ropenhagenet Straße 17. Abt. Friedrichshain( gemischte): Möllenfee, Start 8 Uhr Veters burger Blok. Wht. Lichtenberg: Gielsdorfer Mühle, Statf 8 Uhr bei Senzel. Abt. Beißenfee: Rodebrild bei Strausberg, Testes fotal, Start 8 Uhr Antonplat Abt. Trenton- Baumschulenmeg: Duberom, Start 7 Uhr Bf. Baumschulenweg. Rennfahrer Berlin- Mitte: Straßenrennen Fallenfee, Lofal Bulf, Start 5 Uhr am Anie. Sigungen in her Roche nom 4. bis 9. Mai. - 3. bt.: 6. Mai, 20 Uhr. Forster Bereinshaus, Forster Str. 9. 6. Abt. 7. Mai, 20 Uhr, bei Relt, Ropenhagener Str. 17. 9. Abt.: 6. Mai, 20 Uhr, bei Schreiber, TriftAbt. Friedrichshain: 8. Mai, 20 Uhr, bei Sorn, Sorndorfer ftraße 63. Straße 9. Abt. Lichtenberg: 4. Mai, 20 Uhr, bei Sentel, Oberstr. 18. bt. Neukölln: 7. Mai, 20 Uhr, Raiser- Friedrich- Str. 171. Abt. Moabit: 7. Mai, 20. Uhr, bei Schmidt, Wiclefftt. 17.- Abt. Wilmersdorf: 6. Mai, 20 Uhr, bei Lau, Sildegardstr. 14. Abt. Echöneberg: 6. Mai, 20 Uhr, bei Ebert, Ebers Straße 18. Abt. Steglik- Lichterfelde: 6. Mai, 20 Uhr, bei Schula, BirtbuschStraße 90. Apt. Weißenfee: 6. Mai, 20 Uhr, bei Nagel, Pistoriusftr. 27, Abt. Reinidendorf: 6. Mai, 20 Uhr, bei Neumann, Brovinafte. 108. Abt. Röpenid: 7. Mai, 20 Uhr, bei Stippekohl, Schönerlinder Gtr. 5. Abt. Oberfchöneweide: 8. Mai, 20 Uhr, bei Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64. Abt. Treptow- Baumschulenweg: 5. Mai, bei Mariental, Baumschulen str. 64. Abt. Raulsdorf: 2. Mai, 20 Uhr, bei Escherich. Alt- Raulsdorf, Ede Dorfstraße. Abt. Mahlsdorf: 5. Mai, 20 Uhr, bei Anders, Bahnhofftr. 37. Abt. Wann fee: 2. Mai, 20 Uhr, im Reichsadler, Rönigstt. 27. Rennfahrer BerlinMitte: 8. Mai, 20 Uhr, Bräu- Quelle, Seidel. Ede Neue Grünstraße. Etliche Abteilungen haben für den 10. Mai andere Touren als Bergfelde angefekt. Sa bitte diefe, mir umgehend einen anderen Start für Bergfelde zu senden. da am 10. Mai für alle anderen Touren außer Bergfelde Startverbot besteht. R. Blendinger, Berlin NO. 18, Balisadenftr. 53, Bezirksfahrmart. Dr. Sahm, der neugewählte Oberbürgermeister von Berlin, ist in den Borstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen 2. bt.: 6. Mai, 20 Uhr, bei 2od, Schönleinftr. 6. eingetreten. Nurmi und Brjölä in Deutschland. Wie aus Helsingfors gemelbet wird, haben Paavo Nurmi und der frühere ZehnkampfWeltrekordmann Paavo Yrjölä sowie der bekannte Mittelstreckler Ifohollo für Ende Mai Einladungen zu Gastspielen nach Deutschland erhalten, denen sie auch Folge leisten werden. Die drei berühmten Finnen follen am 27. Mai in Köln und am 31. Mai in München an den Start gehen. Jum 11. Male ,, Quer durch Berlin". Die Berliner bürgerl. Leicht. athleten haben am 3. Mai einen Großtampftag. Im Vordergrund des Interesses steht das internationale 25- Kilometer Laufen und Gehen Quer durch) Berlin", das der Berliner Athletik Klub mit Start und Ziel auf dem Sportplak Seydligstraße zum elften Male zur Durchführung bringt. Mehr als 200 Meldungen aus dem ganzen Reiche und auch aus dem Auslande sind für die Beranftaltung eingegangen. Die Olympiabahn wieder frei. Wie vorauszusehen war, ist die gehoben worden, da der Besiger der Bahn inzwischen die bestehenüber die Berliner Olympiabahn verfügte Sperre schnell wieder aufden finanziellen Differenzen geregelt hat. Der Abhaltung des Renntages am 3. Mai stehen also feine Hindernisse mehr im Wege. Befanntlich gelangt an diesem Tage das Dauerrennen um das Blaue Band" zum Austrag, das Samall, Dederichs, Kremer, Thollembeef und Leddy in zwei 50- Kilometer- Läufen im Kampfe sehen wird. Tennis- Boruffia- Sportverein 92 4: 2. Mit dem erwarteten Siege von Tennis- Boruffia endete das Meisterschaftsspiel der Beilchen gegen den Berliner Sportverein 1892, das am Mittwoch etwa 8000 Zuschauer nach dem Herthaplak gelpdt hatte. Die TennisBoruffen siegten verdient mit 4: 2( 1: 0), hatten aber lange um den Enderfolg zu bangen, denn die Mannschaft fiel in der zweiten Hälfte nach dem ersten Tor des BSB. völlig auseinander. Die letzten Sportergebniffe im Freien Keglerbund. Die in der Ein tüchtiger Torwart 1 Tennis- Rot Groß- Berlin. Sodenabteilung: Donnerstag, 30. April, 20 Uhr, Mitgliederversammlung, Kreisgefchäftsstelle, Elfäffer Str. 86-88. Berantwortl. für die Redaktion: Serbert gepere, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanftalt Baul Singer& Co. Berlin S 68. Lindenstrake 3. Sierzu 1 Beilage. Der Abend ist die Spätausgabe des Borwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhändlern, an den Zeitungsfiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen zum Preise von 10 Pf. zu haben. " Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des Borwärts", dessen Lesern der Abend" ohne besondere Bergütung ins Haus geliefert wird.„ Borwärts" und„ Abend", pon denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, tosten zufammen nur 85 Pf. die Woche oder 3,60 m. den Monat. Jch abonniere den Vorwärts"( und die Abendausgabe für Berlin„ Der Abend") mit der illustrierten Beilage Boll und Zeit", sowie den Beilagen Frauenstimme". Technit"," Blid in die Bücherwelt", Jugend- Borwärts" und " Stadtbeilage" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus ( Monatlich 3,60 m., wöchentlich 85 Pf.) Name: Wohnung: Straße Nr. Dorn Hof Quergeb.- Seitenfl.. Tr. lints rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3.