Morgenausgabe Nr. 204 A 103 4S.Iahrgang Wöchentlich monatlich 3,60 M tm voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeiwn gs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands» obonnement 6,— M. pro Monat; für ßüader mit ermäßigtem Drucksachen» oorto 6.— M. Der.Vorwärts' erscheint wochentäg» Uch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgade für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilage.Volk und' Zeit" Ferner.Frauenstimme", �Technik"..Blick in die Düchenoelt", »2ugend»Vorwärts"u.»Stadtbeilage� WV TZerUner Volksblatt Sonntag 3. Ma> 1931 Groß-Verlin 15 Z)f. Auswärts 20 Z>s. Die eins palt. Nonparetllezeile 80 Pf. Retlamezeile 5.— RM.„Kleine An- zeigen�� das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Won IS Pf� fede» weitere Won 10 Pf Wort« über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf Familien» anzeigen Zeile 40 Pf Anzeigenannahm« im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wachen» täglich von 8�/, bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Jentvalovsan der Gszialdemokratifchen Partei Deutschlands Redattion und Verlag: Berlin SW 68, Sindenstr, 3 Fernsprecher: Dönboft SS2— 297 Telepramm-Adr, Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Pos�scheckkonio. Berlin 37 536—Bankkonto: Bank derArbeiter.Angestcllten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B, u.Disc,»Ges..Depositenk,, Jerusalemer Str. 65<66, Brot noch teurer? Ein trauriger Anfang der Schiele«Experimente. Im Verlauf von Verhaadluugen, die Reichsernäh- rungsminister Schiele am Sonnabend mit Vertretern des Berliner Zweckverbandes der Bäcker gcfichrt hat, er» klärten die Organisationsvertreter, daß ab Montag eine weitere Erhöhung des Brotpreises um 2 P s e u u i g eintrete» werde. * Herr Schiele hat mit seinen lviaßnahmen zur Senkung des in den letzten Tagen gestiegenen Brot preise? einen sehr merk» würdigen Erfolg. Er hat gester» mit Vertretern des Bäckergewerbes verhandelt, um von ihnen die Zusicherungen zu erhalten, daß aus Grund seiner Maßnahmen der Brotpreis wieder herunter- gehen werde. Stell dessen aber haben ihm die Vertreter des Ber- liner Zweckverbandes kühl erklärt, daß ab Montag eine aber- malige Erhöhung des Brotpreises um weitere 2 Pfennig eintreten wird. Diese Maßnahinc werde er- folgen, st« zu verschieben sei umnöglich. Herr Schiele hat, wie in einer amtlichen Berösfentlichuno m't- geteill wird, darob seinem lebhaften Befremden Ausdruck gegeben. Er läßt erklären, daß das Verhalten der Berliner Bäcker uiwerftänd- lich fei und diegeboteneRücksichtaufdiesozialeLage der Bevölkerung vermissen lasse. Der letzter« Aorwurf ist gewiß richtig, aber er trint Herrn Schiele ebenso wie die Berliner Bäcker! Herr Schiele läßt ferner erklären, daß die Regierung dieses Borgehen nicht ruhig hinnehmen werde. Wir werden abwarte»,»ms die Regierung unternehnic» wird, ihre Entscheidungen der letzten Tage geben nicht viel Hoffnung, daß vernünftige naheliegende und zweckvolle Maßnahmen getroffen werden. Denn der Sinn der Maßnahmen, mit denen Herr Schiele den Brotpreis wieder herunterbringen wollte, war der, daß sie in erster Linie der Verhinderung der näch st liegen- den Maß Ii ahmen dienen sollten. Stall der Senkung der Weisen- und Roggenzölle hat Herr Schiele eine umständliche und in ihrer Wirkung höchst unsichere Konstruktion in? Kabinett durch- gesetzt. Eine drastischere Antwort daraus als ihm die Berliner Bäcker mit der Ankündigung einer neuen Preissteigerung erteill haben, war nicht gut denkbar. Eine abermalige Erhöhung des Brot- preises steht in vollendetem Widerspruch zu den Worten, mit denen die Rcichsregierung die Bekanntgabe ihrer Agrarmaßnahmen ausschmückte. In der amtlichen Mitteilung über die agrarpolitischen Bcratun- gen des Reichskabinetts, die wir am Freitag wiedergaben, hieß es, daß der Reichsernährungsminister mit allen zur Verfügung stehen- den Mitteln einer dem Verbraucherschutz nach dem Gesetz vom 28. März 1931 widersprechenden Preisentwicklung vorzubeugen ge- willt ist. Gleichzeitig wurde durch eine rechtsstehende Korrespon- denz erklärt, daß im Reichsernährungsministerium nach wie vor die Absicht bestehe, den Weizenzoll für ein bestimmtes Kontingent her- abzusetzen, um so eine Ermäßigung der inländischen Weizenpreise zu ermöglichen. Von Maßnahmen, die zu einer Senkung der Roggen- und damit der Brotpreise führen sollten, war aber keine Rede. Nach der neuesten Meidmig soll aber nicht eiimiol der Weizenzoll gesenkt werden, sondern der Reichsernährungsmimster will auf einem absolut überflüssigen und ganz unsicheren Umwege versuchen, einen Einfluß auf die Senkung der Mehlprevs« zu gewinnen. Das Reichskabinett hat sich also auch hier dem Hochprotektionismus Schieles unterworfen. Der W e i z« n z o l l, der feit dem Herbst vorigen Jahres 250 Mark beträgt, treibt den Preis für jede zur Bedarfsdeckung«in- geführte Tonne Weizen, die im Freihafen noch llO Mark kostet, auf 360 Mark, während der Preis für inländischen Weizen auf rund 290 Mark steht. Selbst eine Senkung des Zolls von 70 Mark würde daher den Preis für inländischen Weizen wenig beeinfussen. Herr Schiele will aber nun einmal nicht von seinen Wolkenkratzer- zollen herunter, selbst wenn die deutsche Landwirtschaft gar keinen Nutzen davon hat. da sie fast keine Borräte mehr besitzt. Er ist ein Gefangener seinen eigenen, stets auf Erhöhung der Zölle ge- richteten Politik: er darf, um seine Anhänger auf dem Lande nicht ins Nazilager zu ttcibcn, keine Bernunft annehmen, sondern er muß bei seiner sturen Zollpolitik bleiben. Dos können wir aus menschlichen Gründen verstehen. Nicht verstehen können wir aber, w'fe das Kabinett Brüning sich diesem von jeder Rücksicht auf die Berbraucher freien Reichsernährungsmimster unterordnet. Wir haben an dieser Stelle schon seit Wochen darauf hingewiesen, daß «ine Zolllierabsetzung erfolgen muß, well das Gesetz der Reichs- regierung vorschreibt, den Zollsatz für Weizen so herab- und her- aufzusetzen, daß ein Jahresdurchschnittspreis von 260 Mark je Tonne erzielt wird. Dieser Jahresdurchschmttspreis� wird aber, wenn der Weizenpreis.in den nächsten beiden Monaten nicht sinkt, überschritten. Die Regierung müßte also den Zollsatz herabsetzen Was tut sie aber? Sie beschließt, wie es in der neuesten Nach- Vicht heißt, ,chen ernährungspolitischen Erfordernissen unter voller Wahrung der Interessen der Landwirtschaft rm Wege einer ül- direkten Einfuhrkontingentierung über die Mühlen mit Zollvergütung Rechnung zu tragen." Aus diesem Satz wird selbstverständ- lich kein Mensch schlau. Was dahinter steckt, ist auch so ver» schroben und umständlich, daß man staunen muh, wie in Köpfen, die einigermaßen wirtschaftlich denken können sollten, ein solcher Plan entstehen kann. Es soll nämlich bis zur neuen Ernte den Mühken, die schon bisher auf die Vermahlung von Auslands- weizen angewiesen sind, und die bisher der Mühlenkontrolle unter- warfen waren, für die Menge Weizen, die sie in der entsprechenden Zell des Vorjahres vermählen haben, eine noch festzusetzende Ber- gütung vom Reiche ausgezahlt werden, damit sie das Mehl billiger abgeben können. Man nimmt also aus den Zolleinnahmen, die von den Jmpoxtmühlen an die Zollämter gezahlt worden sind, eine ge- wisse Summe und gibt diese den Mühlen zurück. Anstatt den völlig überprohibitiven Zoll abzubauen, und damit eine Senkung des inländischen Preisniveaus herbeizuführen, soll ein umständlicher und in der Endwirkung, nämlich Berbilligung des Brotes, völlig Ungewisser Weg eingeschlagen werden. Wenn die ganz« Angelegenheit nicht so schwerwiegend für alle Kreise der Ber- braucherschaft wäre, könnte man über diese Umstände, sich um eine Zollermäßigung herumzudrücken, lachen und dabei an den Mann erinnern, der sich mit der linken Hand am rechten Ohr kratzt. Aber so heiter ist die Sache nicht, und wenn von Montag ab in Berlin das Brot abermals um 2 Pfennige teurer wird, vergeht einem ber Spaß! Wir müssen aber ollen Ernstes feststellen, daß die Reichs- regierung nicht, den gesetzliche» Lorschriften entsprechend, durch eine Zollsenkung eine Ermäßigung der Weizenpreise.herbeiführen will. Ferner'erscheinen uns die von der Reichsregierung geplanten Maß- nahmen nicht ausreichend, um eine Senkung der in der letzten Zeit gestiegenen Brotpreise herbeizuführen, die in den meisten Groß- stäbten bereits über dem Durchschnittsbrotpreis der letzten Jahre liegen. Die Folgerung, die wir hieraus ziehen: Wir müssen mit wachem Mißtrauen die Maßnahmen der Regierung beobachten und, wenn wir feststellen, daß in kurzer Frist keine Senkung der Brot- preise eintritt, einen Druck auf die Regierung ausüben, um zu er- reichen, daß den gesetzeswidrigen Preistreibereien auf Kosten der Verbraucher ein Ende gemacht wird! Inkrafttreten der neuen Agrarzölle. Die Verordnungen über die von der Reichsregierung be- schlossenen Zollveränderungen sind gestern verkündet worden. Die Zollerhöhungen für Hafer und Speiseerbsen treten am 3. Mai in Kraft, die übrigen am 10. Mai; die Aufhebung der Zwischenzölle für Speck und Schmalz wird jedoch besonders ver- fügt werden. Für kürzere Arbeitszeit. Oer Wortlaut von Denefchs Erklärung. In den, Exposee des tschechoslowakischen Außenministers Dr. Benesch über das österreichisch-deutsche Abkommen finden sich bei den Forderungen, die zur Ueberwindung der internationalen Wirtschasts- krise aufgestellt werden, einige Bemerkungen, die, unabhängig von der sonstigen Würdigung der handelspolitischen Auseinandersetzung, verdienen, hervorgehoben zu werden. Wir geben sie nachstehend wörtlich wieder: „Es ist notwendig, daß sich die Industriestaaten einigen und mit Hilfe des Internationalen Arbeitsamtes sofort eine Aktion zurHerabsetzung der Arbeitslosigkeit, vor allem durch weitere Begrenzung der Arbeitszeit, ein- leiten. Eine solche Aktion müßte freilich mit größerer Kontrolle und größerer Entschiedenheit durchgeführt werden als die bis- herigen Aktionen für die achtstündige Arbeitszeit, weil auch groß« Staaten, welche sich zun, Achtstundentag verpflichtet haben, diese Verpflichtung einfach unigangen haben, trotzdem sie hierbei Mil- lionen von Arbeitslosen ausgewiesen haben. Dabei haben sie durch ihr« Konkurrenz leicht ähnliche Unternehmungen in den Nachbarstaaten ruiniert." Das Entscheidende ist hier, daß die Notwendigkeit, zur Ver- ininderung der Arbeitslosigkeit eine Arbeitszeitverkürzung vorzunehmen, von einem europäischen Staatsmann rückhalt- tos anerkannt wird. Wir erblicken darin ein erfreuliches Fort- schreiten der Erkenntnis von der Richtigkeit der gewerkschaftlichen Forderung nach Arbeitszeiwerkürzung. Wir sind mit Benesch in der Betonung der Notwendigkeit einer wirklich wirksamen internatio- nalen Aktion auf diesem Gebiete einig. Unabhängig von dieser Aktion müsien allerdings die Notmaßnohmen zur Verringerung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitszeitverkürzung im nationalen Rahmen mit größter Beschleunigung durchgeführt werden. Wolfgang Heine. Einem Siebzigjährigen. Vor» Otto I-nr>cksbvrg. Wolfgang Heine vollendet heute sein siebzigstes Lebensjahr. Ich lege Wert darauf, unter den Vielen zu sein. die ihm ihre Glückwünsche � aussprechen. Schließlich kenne ich ihn seil über 35 Jahren und habe von forensischen und politi- schen Kämpfen her, die wir Schulter an Schulter geführt haben, für ihn Empfindungen, die mir nicht gestatten, seinen Geburtstag unbeachtet zu lassen. Wolfgang Heine entstammt einer streng konservativen Beamtenfamilie. Der schlesische und märkische Adel hätte seinem Vater, der Schulmann war, nicht die Erziehung seiner Söhne anvertraut, wenn dieser Mann nicht volle Gewähr für politische Zuverlässigkeit geboten hätte. Es kann nicht wunder- nehmen, daß der Sohn, solange er unter dem Einfluß des Vaters stand, auch seine Gesinnungen teilte. Aber noch während seines juristischen Vorbereitungsdienstes hat er sich von ihnen freigemacht. Volkswirtschaftliche Studien hatten ihn zum Bruch mit seinen bisherigen Anschauungen und zum Uebertritt in die Rechen der damals unter dem Aus- nahmegesetz stehenden Sozialdemokratie veranlaßt. Sein bester Freund war in jener Zeit der junge Her- mann Bahr, der damals gleichfalls Sozialdemokrat war und gegen Schäffle, den Verfasser der Schrift„Die Aussichts- lostgkeit der Sozialdemokratie", eine prächtige Entgegnung unter dem Titel„Die Einsichtslosigkeit des Herrn Schäffle" veröffentlicht chatte. Beim Mittagessen, das die Freunde in einem Restaurant in der Äarlstraße«inzunehmen pflegten, wetteiferten sie in möglichst scharfen Aeußerungen, die ihrem republikanischen und sozialistischem Glaubensbekenntnis ent- entsprangen. Daß ein neben ihnen sitzender Staatsanwalt, der Heine kannte, jedes Wort hören könnte, störte sie nicht. Zum Glück für Heine war dieser Nachbar ein anständiger Mensch, der von dem Erlauschten nichts verlauten ließ. Sonst hätte Heine seine juristische Laufbahn als Referendar ab- schließen können. Der Justizminister des angeblich überpartei- lichen Ordnungsstaates würde ihn schlangweg auf die Straße gesetzt haben, wenn er von der politischen Gesinnung seines jungen Untergebenen gewußt hätte. Aber in vielleicht noch höherem Maße war es ein Glück für die Partei, daß Heine nicht durch einen Gewaltakt von der Erreichung seines Zieles abgehalten worden ist. Heine kann mit Stolz von sich sagen, daß in seinem Verhältnis zur Partei, soviel er ihr auch für geistige Anregungen und Erkenntnisse zu danken hat, sie überwiegend der empfangende Teil gewesen ist. Der Beginn seiner Tätigkeit als Rechts- anwalt fällt in die Zeit des Ablaufes des Sozialisten- g e s e tz e s und in die erste Periode nach der Wiederherstellung des gemeinen Rechtes. Das Sozialistengesetz war lediglich deshalb gefallen, well seine Untauglichkeit zur Unterdrückung der Sozialdemokratie gar zu deutlich erwiesen worden war. Aber das Ziel der Vernichtung der verhaßten Partei hatte der Staat darum nicht aufgegeben. Der Justiz war die wenig ehrenvolle Aufgabe zugedacht, ihn dabei nach Kräften zu unterstützen. Majestätsbeleidi- gungs-, Aufreizungs-, Landfriedensbruchverfahren und Streik» Prozesse, die sich meist auf den während des Krieges gefallenen Z 153 der Gewerbeordnung stützten, gehörten damals zum täglichen Brot der Rechtsprechung. Schikanierung und Schä- digung der Sozialdemokratie war die Losung: je schärfer ein Richter gegen sozialdemokratische Angeklagte auftrat, um so sicherer war seine Beförderung. Sehr beliebt war auch die Verfolgung von sozialdemokratischen Vereinen und Gcwerk- schaften, denen man das Lebenslicht auszublasen suchte, wenn sie mit einem anderen politischen Verein in Verbindung ge- treten waren. So wurden eines Tages in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die sämtlichen Berliner sozialdemokratischen Vereine und die Parteileitung aufgelöst. In allen diesen Prozessen brauchten die juristisch ungeschulten Angeklagten Rechtsbeistand. Die Zahl der sich zur Partei zählenden Rechtsanwälte war gering. Ihr hervorragendster war unzweifelhaft Wolfgang Heine. Ich, der ich oft mich mit ihm in die Aufgabe der Verteidigung geteilt habe, stand dabei immer wieder im Banne seiner ungewöhnlichen, ge- radezu glänzenden Beredsamkeit, die mit reichem juristischem Wissen, größter Tapferkeit und Schlag- fertigkeit gepaart war. Den Eigenschaften, die er in solchen Kämpfen offenbarte, dankte er die Freundschaft v o n- V o l lm a r, Auer, Richard Fischer und anderen. Plädoyers wie das im Kölner Trinkgeldprozeß, im Beleidi- gungsprozeß des Bergmanns Krämer, im Löbtauer Land- sriedensbruchprozeß, m dem Prozeß wegen Beleidigung des sächsischen OberlaiidSSgerichts gegen den„Vorwärts", um nur einige zu nennen, warben stets zu den feinsten Blüten foren» sischer Redekunst gcgählt werden. Die Partei glaubte,, anders als später, Heine imPar- l a m e n t nicht entbehren zu können. Im Jahre 1898 ent- sandte ihn der dritte Berliner Wahlkreis in den Reichstag. Er vertrat Sin bis 1912. Bei den Wahlen dieses Jahres stellten ihn die Genossen des ersten a n h a l t i s ch e n Wahlkreises an Stelle des nach München übergesiedelten Kurt Eisner als Kandidaten auf. Er wurde nach hartem Kampfe mit Hugo Preuß und einem Nationalliberalen gewählt. Im Jahre 1919 übertrugen wir beide die Gemeinschaft, die wir so häufig im Gerichtssmal gebildet hatten, auf das politische Gebiet. Wir wurden a!s Spitzenkandidaten im Bezirk Mag- deburg-Anhalt in die R a t i o n a l v e r s a m m l u n g ge- wählt. Heines Anteil im parlamentarischen Leben ist zu bedeu- tcnd, als daß er im Rahmcjn eines Zeitungsaufsatzes gewürdigt werden könnten. Er gehörte zu den besten Rednern des Reichstages und war einer der wenigen, die stets das Ohr des Hauses hatten. Aber feine Reden waren nicht nur in der Form vollendet, sondern sie stellten ein Stück Zeit- g e s ch i ch t e dar. Bei dem Abwehrkampf gegen die Lex- Heinze stand der junge Parlamentarier in der vordersten Reihe, und ihm ist es nicht zuletzt zu danken, wenn damals Hans Delbrück ohne Freude, aber um die Pflicht zur Wahr- heit zu erfüllen, feststellen mußte, daß Kunst und Wissenschaft sich unter die schützenden Fittiche der Sozialdemokratie hätten flüchten müssen. Und wie stand er seinen Mann bei den De- batten über das Reichsvereinsgesetz, bei der Angelegenheit des Interviews, das Wilhelm Ol. dem„Dolly Telegraph" gegeben hatte, und wie wertvoll waren seine Reden zum Iustizetatl Aber nicht bloß die Kritik liegt ihm. Als Preußischer Justiz- und gleichzeitiger Anhaltischer Minister sowie später als Preußischer Minister des Innern hat er bewiesen, daß er konstruktiv gerichtet und verantwortungsfreudig ist. Un- vergessen soll bleiben, wie er in den Verfahren gegen die Mörder von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg den widerstrebenden Herrn Jörns zur Erfüllung seiner Pflicht zu treiben sich bemüht hat., Die Tätigkeit Heines im Anwaltsberuf und im Reichstag füllte, so umfassend sie war, seine Zeit nicht aus. Er hat auch eine rege schriftstellerische und propagandistische Tätigkeit ent- faltet. Namentlich wo es galt, die Kunst gegen die tölpelhaften Antastungen zu schützen, von denen sie in wilhelminischer Zeit so oft bedroht war, erschien Heine auf der Tribüne als einer der Wortführer des geistigen Deutschland. Um so mannigfaltigen Auf- gaben gerecht werden zu können, war ein Geizen mit den Minuten nötig. Man bekommt Wolfgang Heine aber auch selten unbeschäftigt zu sehen. Während der Reichstagsver- Handlungen faß er stets auf seinem Platz in der Nähe der zweiten Tür zum Bestrbül links und schrieb unermüdlich Schriftsätze oder Aufsätze. Er hat sich derartig erzogen, daß ihm während der Arbeit kein Wort des Redners entging. Auf seinen Cisenbahnreisen dienen ihm die Knie als Schreibpult. Aber nicht bloß den Talenten, sondern auch den rein menschlichen Eigenschaften Heines drängt es mich, Reverenz .zu erweisen. Seine Freundschaft ist nicht leicht zu erwerben. Aber wer sie erobert hat. ist ihrer sicher. Gäste zu empfangen ist ihm eine der größten Freuden. Er ist ein an französische Art erinnernder Plauderer, dem bei seinen fein pointierten Erzählungen sein nie versagendes Gedächtnis zugute kommt. Hn anderer Beziehung hat er mehr von den Engländern. Ich meine seine Abneigung gegen die Uebertragung politischer Gegensätze auf das persönliche Gebiet. Es ist nun einmal so, daß sich die Trennung beider Sphären in Deutschland nicht van selbst versteht, fondern eine Ausnahmeerscheinung ist. Männer von der vornehmen Art Wolfgang Heines haben wir nicht in Ucbermaß. Dem wertvollen Menschen, dem scharfen Denker, dem tapferen Kämpfer spreche ich zum Beginn des achten Jahr- zehnts seines Lebens die besten Glückwünsche aus, denen sich, wie ich weiß, Millionen Zeitgenoffen anschließen werden. Möge es ihm oergönnt sein, noch viele Jahre zu wirken mit der Klugheit und der Tatkraft, die ihm eigen ist! Und möge cxwersichert sein, daß er sich durch feine Leistungen in schwerer i»nd schwerster Zeit ein Denkmal gesetzt hat, zu dem die Partei stets dankbar aufsehen wird! Meineidsverfahren im Hitler-prozeß. Echriststeller Abel wegen Meineidsverdacht verhaftet. Illünchen, 2. Mai. Bekanntlich wurde die Lerufungsoerhandlung in der Klage Adolf Hitlers gegen Gräfe-Goldebee, Chefredakteur Oster- huber, Schriftleiter Zerfoß, Stadtrat Wimmer und Sekretär Dicht! nach der Vernehmung des Hauptzeugen, Schriftsteller Werner Abel, ausgefegt, um auf Grund dieser Zeugenaussage neuerliche Erhebungen zu pflegen. Der Zeuge hatte damals unter Cid be- hauptct, daß er selbst dabei gewesen sei. wie Adolf Hitler mit dem italienischen Attache Migliorati konfe- r l e r t und von italienischer Seite Geld erhalten habe. Hitler er- stattete gegen Werner Abel Anzeige wegen Meineides. Abel iuhr nach der Berufungsverhondlung na6) Amerika, um den italienischen Attache ausfindig zu machen. Abel wurde nun in der legten Woche in München wegen dringenden Ler- dgchtes des Meineides verhaftet. Abel wird ferner ein zweiter Meineid vorgeworfen. Dieser zweite angebliche Meineid hat folgend« Lorgeschichte: In der„Welt- biihnc" Nr. 41 vom 8. Oktober 1929 hat Abel einen Artikel ver- öffentlich!:„Der Mord an Karl Gar eis", in dem er u. a. behauptete, daß der frühere bayerische deutschnationale Justiz- minister, jetziger Generalstaatsanwalt Dr. Christian Roth, ihm an- läßlich eines gemeinsamen Aufenthaltes in der Festungsanstalt Landsberg am Lech im Jahr« 1923 zugestanden habe, Mitwisier am Morde Gareis' zu sein. Das hat Abel dann in dem Ermittelung»- verfahren gegen Oberleutnant Otto Braun, der des Morde» angeklagt war, beschworen. Das letzter« Verfahren tonnte aber nie zum Ab- lchluß gebracht werden, weil Braun flüchtig ist und seit Iahren in Ungarn lebt. Abel behauptet, daß er nicht«in Wort an den von ihm beeideten Tatsachen in beiden Fällen zurückzunehmen habe. Parteitag 1931* Am 31. Mai in Leipzig. Der Parteivorstand beruft hiermit den diesjährigen Parteitag zum 31. Mai und folgende Tage nach dem „Volkshaus" in Leipzig ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Kapitalistische Wirtschaftsanarchie und Arbeiterklasse. Referent: Frih Tarnow. 2. Die Aeberwindung des Faschismus. Referent: Rudolf Breitscheid. 3. Partei und Jugend. Referent: Erich Ollenhauer. 4. Bericht der Reichstagsfrattion. Berichterstatter: Wilhelm Sollmaun. 5. Bericht des Parteivorstandes: a) Allgemeines. Berichterstatter: Max Westphal. b) Kasie. Berichterstatter: Konrad Ludwig. 6. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: Wilhelm Bock. 7. Wahl des Parteivorstandes und der Konttollkommission. 8. Erledigung der Anttäge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung nicht erledigt sind. Der Parteitag setzt sich zusammen aus den in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten, der Vertretung der ReichStagsfraktion, den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Konttollkommission. Anttäge für die Tagesordnung des Parteitages werden nur behandelt, wenn sie von Parteiorganisationen gestellt und spätestens bis zum 28. April beim Parteivorstand eingereicht sind, damit sie laut Organisationsstatut § 13 Absatz 2 spätestens am 3. Mai im„Vorwärts" veröffentlicht werden können. Zunl Parteitag gestellte Anttäge, müssen jeder für sich auf ein besonderes Blatt Papier, einseitig beschrieben und mit der Angabe, zu. welchem Punkt der Tagesordnung gehörig, versehen sein. Wegen Wobnungsbeschaffung müssen sich die Delegierten rechtzeitig beim Lokalkomitee melden. Adresse: Karl SchrSrs, Leipzig, Tauchaer Straße 19/21. Gastkarten für den Parteitag werden von dem Lokalkomitee in Leipzig ausgegeben; Zutrittskarten für die Berichterstatter der Presse nur vom Partcivorstand, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Der Parteivorstand. Oer Bewag-Vertrag. Die neue„Berliner Licht- und Krast A.-G."- Die finanzielle Zwangstage. Wie wir bereits mitteilten, hat der Berliner M a» g i st r a t in seiner gestrigen außerardentlirhen Sitzung dem Bewag-Angebot, wie es fetzt«ach schwierigen Ber- Handlungen der Stadt vom Konsortium vorgelegt worden ist, grundsätzlich zugestimmt. Am Dienstag wird der für das Bewag-Geschäft eingesetzte Stadtverordneten- ausschnß das Angebot prüfe« und Stellung nehmen. Für Donnerstag ist eine außerordentliche Stadt» verordnetensitznng einberufe», die entscheiden wird. Borher tagt der Aufstchtsrat der Bewag. Käme in der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit für das Projeskt nicht zustande, so läge die Entscheidung beim OberPrSfidenteu. Nach dem Angebot soll die neu zu errichtende gemischtwirtschast- liche Gesellschaft den Namen„Berliner Kraft- und Licht- Aktiengesellschaft" tragen und«in Allienkapftal von 24l>MillionenMark besitzen. Dieses Kapital soll in 169 M'l- lionen Mark Aktien Gruppe A(privat) und in 80 Millionen Mark Aktien Gruppe L(öffentlich) eingestellt sein. Die K-Akticn sollen«in doppeltes Stimmrecht haben, so daß 160 000 pri- vaten 160 000 öffentlich« Stimmen gegenüberstehen. Bon den öffent- lichen Aktien übernehmen die Reichs-Elektrowerke A.-G. 25 Millionen, die preußischen Elektrizitätswerke A.-G. weitere 25 Millionen und die restlichen 30 Millionen die Stadt Berlin. Die hälfie des Stimmrechi» in der Gesellschaft bleibt also in der öffentlichen Hand. Bon den-V-Aktien übernimmt das deutsche Bankenkonsortium 44 Millionen, einschließlich 10 Millionen für die Gesfürel-Loew« A.-G. Weiter« 44 Millionen übernimmt die S o f i n a, 32 Millionen ein amerikanisches Konsortium, je 10 Millionen«in Schweizer und «in englisches Konsortium, je 7 Millionen eine holländische und eine skandinavische Gruppe, und schließlich 6 Millionen die Banca Com- merciale Jtaliana. Die dem deutschen Konsortium verbleibenden 34 Millionen und die 7 Millionen der holländischen Tranche sollen nach Gründung der Gesellschaft zu 110 Proz. zur Zeichnung auf- gelegt werden. Die Aktien sollen später an der Berliner und anderen wichtigen europäischen Börsen notiert werden. Die Sladt Berlin würde bei Annahme des Angebots außer den 30 Millionen E-Aklien 210 Millionen bar erhallen und außerdem von der Schuldverpflichtung gegenüber der Bewag in Höhe von rund 320 Millionen durch die neue Gesellschaft befreit werden. Die Stadt erhält ein« Konzessionsabgabe aus den Ueberfchüffen von 22,4 Millionen, während ursprünglich 16 Millionen vorgesehen waren. Die Konzessionsabgabe erhöht sich, wenn die Dividende über 10 Proz. steigt, aus 40 bis 50 Proz. des Mehr- gewinn». Wie in dem ursprünglichen Plan, hat die Stadt ein Rückkaufsrecht nach 25 Jahren. Der gesamte Kaufpreis belrägl also 560 Millionen Mark zu- zügllch der Konzessionsabgabe von jährlich 22,4 Millionen. Der Vertrag sieht eine gemeinwirtschaftliche Tarif- Politik vor. deren Grundlagen durch die Selbstkosten in erster Linie bestimmt werden. Der Oberbürgermeister von Berlin wird Vorsitzender des Aussichtsrats. In allen Auffichtsratsausschüfsen muh die Stadt Berlin vertreten sein. Weg zur Gesundung der städtischen Finanzen? Bei eiver Pressebesprechung nach der Magistratssitzung gab Ober- bürgermeister S a h m eine Darstellung der finanziellen Lage. Da» Vorhandensein einer schwebendenSchuld von über 500 Millio- nen Mark, wovon große Beträge bereits im Mai oder Juni fällig sind, hat die finanzielle Beweglichkeit der Stadt Berlin in der letzten Zeit stark gehemmt. Hinzu kommt, daß bei einer Ablehnung des Angebots der bereits gewährte Zwischenttedit von 75 Millionen am 27. Mai zurückzuzahlen ist. Die K a ff e n l a g e der Stadt war in der letzten Zeit sehr angespannt. Dos Jahr 1930 wird einen Fehlbetrag von 120 Millionen ausweisen. Das neue Etatjahr habe noch wachsende Lasten für die Wohlfahrtrerwerbs- losen gebracht. Dazu kommt gleichzeitig«in starker Steuer- rück gang. Die Konsolidierung der schwebenden Schulden sei eine Aufgabe, die die Stadt Berlin jetzt unbedingt lösen müsse. Der Lnleiheweg sei bei den gegenwärtigen Kapitalmarktverhältnissen oersperrt. Der Magistrot sei noch eingehender Prüfung der Mci- nung, daß die vorgesehene Bewagtransaktion nur jetzt mit Erfolg durchgeführt werden könne. Erst nach Ueberwindung der jetzigen Zwangslage sei es möglich, an die so wichtige Reorganisation der Verwaltung heranzugehen: Berlin würde wieder die finanziell« Bewegungsfreiheit bekommen und stände gegenüber den Banken nicht mehr mit gebundenen Händen da. Anschließeitd erläuterte Stadtkänunarer Asch die Einzelheiten des Planes, die wir oben mitteilten. Der Kämmerer betont«, daß die Bewag in ihrer neuen Form auch steuerlich stärker herangezogen werde als bisher. Als gemischtwirtschaftliches Unternehmen werde die Gesellschaft die Körperschastsstouer, Umsatzsteuer und Ver- mögenssteuer zahlen müssen. * _ Das Angebot enthält gegenüber dem Plan eine ganz wesentliche Verbesserung: die jährliche Abgabe ist von 16 auf 22,4 Millionen erhöht worden. Das ist ein ausge- sprochener Erfolg der Berliner Verhandlungsfiihrer. Gegenüber dem Reich und Preußen, die die steuerlichen Nutznießer der Umwandlung in eine gemeinwirtschaftliche, also voll steuerpflichtige Gesellschaft sind, wird noch durchzusetzen sein, daß Berlin die Steuerdifferenz wenigstens für einige Jahre zugesprochen wird. Das Geschäft ist sicher so günstig, wie es unter der ge- aebenen Zwangslage, wo die Banken die Hand am Revolver haben, sein kann. Die Gutachten von Block und Majerczit haben mehr verlangt: die Bewag ist auch mehr wert, denn der Elektrowirtschaft gehört die Zukunft, und sie ist risikolos. Aber Berlin muß aus der unwürdigen Lage heraus, bei der Anleiheaufnahme immer wieder durch die schwebenden Schulden gehemmt zu sein. Die öffentliche Wirtschaft und die Kommunalpolitik er- leiden durch die Umwandlung der Bewag eine Schlappe. Die Feinde der öffentlichen Wirtschaft und einer fort- schrittlichen Kommunalpolitik haben es geschafft. Die silbernen Kugeln des Herrn Schacht, der jahrelang den öffentlichen Kredit heruntergeredet hat, die Kurzsichtigkeit der Banken, der Haß des Pxioatkapitals gegen die öffentliche Wirtschaft hoben in der schwersten Wirtschaftskrise dem Privatkapital neuen Eingang in die öffentliche Wirtschaft verschafft. Die Behauptung von der öffentlichen und sozialistischen Mißwirtschaft in Berlin ist eine bewußte politische Lüge. Die Bewag gehört zu den bestgeführten und rentabelsten Betrieben der Welt. Der Ausbau der BVG. wurde von sämtlichen bürgerlichen Parteien mitbeschlossen, weil der Ausbau not- wendig war. Wir wollen den deutschnationalsn Stadtoer- ordneten sehen, der die 10 und 29 Minuten Arbeitsweg- kürzung, die der Bau der Schnellbahnen gebracht hat, heute wieder abschaffen wollte. Der überwiegende öffentliche Einfluß bleibt gesichert, dank der Beteiligung Preußens und des Reichs. Hier sind Wege, die Scharte auszuwetzen. Das Rückkaufrecht muß wahr- genommen werden; das muß schon heute faster Wille sein. Reich, Preußen und Verlin müssen für den Schutz der Kraft- Verbraucher zusammenwirken. So kann der Schaden, wenn der Plan beschlosseit werden wird, auf enge Grenzen be- schränkt werden.__ 3n Tokio explodierte eine Bombe in der Wohnung des Finanz. «lnlster» Zauye. Es wurden einige Fenster zertrümmert. Bomben- splitter flogen auch über die Straße in die Wohnung der Prinzessin KunI, der Mutter der Kaiserin, ohne Schaden anzurichten. Der Täter ist unbekannt. Rykow, der reuige Rcchtsoppositionelle, soll demnächst 3. Vize- Vorsitzender der Sowsetregterung, B u ch a r i n, der ebenso zu Kreuz gettochen ist. in die Leitung des Obersten Volkswirtschaftsrotes de» rufen Verden. Der 1. Mai in Spanien. Die Regierung für die Korderungen der Arbeiter. Madrid, 2. Mai.(Eigenbericht.) Der M i n i st e r p r ö s i d« n t der provisorischen Regierung empfing anläßlich des l. Mai eine Zlbordnung der spani- schen Gewerkschaften, die ihm bestimmte programmati- sche Forderungen der spanischen Arbeiterschaft unterbreitete. Vom Valkon des Ministcrpräsidiums aus erklärte Präsident Zamora später gegenüber einer viellausendköpsigen Menschenmenge, daß die provisorische Regierung bereits einen großen Teil der Forderungen der Arbeiterschaft erfüllt habe und andeke noch erfüllen werde. An der Spitze der M a i d e m o n st r a n t e n marschierten samt- liche soziali st i schen Mini st er und der B ü r g c r m c i st e r von Madrid. Toie der Maifeier. Zu Spanien und in Polen. Madrid, 2. Mai.(Eigenbericht.) In Spanien, wo der l. Mai als gesetzlicher Feiertag begangen wurde, kam es in Bilbao und Barcelona zu blutigen Zusam- menstößen. In Bilbao gerieten Demonstranten mit der Polizei zusammen: 2Z Personen wurden zum Teil schwer verletzt. In Barcelona kam es zu Zusammenstößen zwischen radikalen Elementen, Syndikalisten und der Polizei, hier waren drei Tote und acht Verletzte die Opfer. Warschau. 2. Mai.(Eigenbericht.) In Warschau hatte die Polizei zwei Panzerautos mit Maschinen- gewehren in Bereitschaft gestellt. Versuch« der Kommunisten, die Demonstrationszüge der Sozialisten zu stören, wurden von den Ord- nern überall bereits im Keime erstickt. Dagegen kam es zwischen Kommunisten und der Polizei wiederholt zu Schießereien, bei der ein Beamter verletzt wurde. In drei kleineren Ortschaften Kongrehpolens wurden bei Zu- sammenstößen zwischen der Polizei und Kommunisten vier Per- s o n e n, Demonstranten und Polizisten, getötet. Massenverhastung in Paris. Paris, 2. Mai.(Eigenbericht.) Von den am 1. Mai verhasteten 1444 Personen wurden 21 in hast behalten und werde,, sich verschiedener Vergehen, hauptsächlich Widerstandes gegen die Staatsgewalt und verbotenes Wafsgntragen zu verantworten haben. Von den verhafteten Ausländern sind 25 ausgewiesen worden. In B e l f o r t wurde die sozialistische Maifeier von K o m- munisten gestört. Als die Kommunisten versuchten, mit Bier- flaschen und Stühlen bewaffnet, die Tribüne zu stürmen, kam es zu einer heftigen Schlägerei. Ein Kommunist erlitt einen Bein- bruch, zwei sozialistische Stadtverordnete wurden am Kopf verletzt. Prügelei in Lern. Sasel, 2. Mai. Am Freitagabend kam es in Bern zu einer großen Schlägerei zwischen Hamburger Zimmerleuten und Kommunisten. Die Hamburger hielten in ihrem Lokal zusammen mit anderen Sozia- listen eine besondere Maifeier ab. Einige Kommunisten drängten sich dazu, wurden aber vom Wirt aus dem Lokal gewiesen. Bon der Stadt her kamen in diesem Augenblick noch ander« Zimmer- leute, die zur Feier wollten. Sie stießen auf die Kommunisten und es entwickakte sich eine Messerstecherei, bei der ein Kommunist schwer verletzt wurde und ein« Reih« anderer Teilnehmer mehr oder minder leichte Verletzungen davontrugen. Die Polizei nahm 13 Verhaftungen vor. Ende der Madeira-Revolie. Die Aufständischen haben sich kampflos ergeben. clssabaa, 2. Mal. Der ZNiniskerpräsidenl hat von dem au Lord de« Kreuzers „Earvalhao Araujo" vor Madeira befindlichen Marine- m l a i st e r ein Telegramm erholten, in dem bestätigt wird, daß sich die Aufständischen angesichts der überlegenen Stärke der Re- gierungstruppen und um ein Blutvergießen zu vermeiden, bei dem die Bevölkerung in Mitleidenschast gezogen worden wäre, er- geben haben. Der Marineminister erklärt in seinem Telegramm außerdem, er'habe verlangl, daß sich die Aussläadischen den Behörden unter- werfen, die vor dem Ausstandsversuch in Madeira zuständig waren. Cr Hobe die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet und benötige daher keine weiteren Truppen und auch kein weiteres Material. Wie die llebergade erfolgte. London. 2. Mai. Zu der Uebergabe der Aufständischen in Madeira berichten die Londoner Blätter, daß es den Reglerungstruppen am Sonnabend gelungen war, eine weitere Abteilung auf der Ostseite der Insel zu landen. Zwei Gruppen hatten sich bereits am Mittwoch auf der Westseite festgesetzt. Den gemetnschasllichen Anstrengungen aller Ab- teilungen gelang es, einig« beherrschend« Höhenzüge zu nehmen und so die Aufständischen abzuschneiden, die sich dann er- gaben. Ein« amtliche Erklärung aus Lissabon besagt, daß nunmehr auch die Stadt Funchal von den Aufständischen den Regie» rungslruppen übergeben worden ist. 3 0<) englische S e e» s o l d a t e n und Matrosen bewachten während der militärischen Operationen die neutrale Zone, um das Leben der Ausländer zu schützen._ Englischer Kloitenbesuch beschloffen. Unter Führung eines Skagerrak«Kämpfers. London, 2. Mai.(Eigenbericht.) Di« britische Admiralität teilt amtlich mit. daß auf Einladung der deutschen Regierung die beiden Schlachtkreuzer ..Dorsetshire' und.Rorsolk" vom 4. bis 11. Juli den deutschen Hafen Kiek besuchen werden. Di« Schiffe werden zu der angegebenen Zeit aus Oer Ostsee zurückkehren, wo ein.' S o m m c r ü b u n g ihres Geschwaders stattsindet Die deutsche Einladung ist offiziell, der Besuch jedoch, wie die englische Admiralität betont, inosfiziell. so daß ein großer Empfang unterbleiben kann und auch«in Gegenbesuch nicht unbedingt notwendig sein wird. Di«„Dorsetshire* und.Nor» salf- sind 10 000 Tonnen-Schiff« neuesten Stil-,. Si« sind ISN vom Stapel gelaufen. Der Kommandant der Kreuzer ist Admiral A st l ey- R u s h t o n, der sich nach den daniakigen britischen Heeres. berichten in den Seeschlachten von Iülland, Helgoland und an der Doggerbank besopdor» ausgezeichnet hat. Nach der Schlacht am Stagerrok wurde er wegen feiner Dcrdienste um die englische Flotte zum Kapitän ernannt»> si-...PK- I. �.:',L_ Unter»Rauhen Kämpfern�. „Fünf Jahre bist du nun schon ia der Sil. und hast immer noch keinen Posten?"—«Tja, ich bin nichk vorbeslrask genügend." Klaggenskandal in Meißen. „Immer in den Dreck mit der Trikolorei— Die Regierung wird sie schon nachher reinigen müssen!" Die große Enttäuschung. Goebbels:..-- hu— hu— und ich dachte. hindenburg wollte mich mit der Kabinettsbildung beauftragen--" Immer im Trimoli. .Jlanu, so fröhlich?!"—„Wir seinern unsere großen Volksbegehrsiege in Lippe und in Preußen." —„Uber das waren doch gar keine Siege!"—„Run, wir können sie doch immerhin feiern!" Zehn Jahre Akademie der Arbeit. Festansprache von Minister Grimme. Frankfurk a. M„ 2. Mai. Die Akademie der Arbeit in der Universität Frankfurt a. M. begeht am heutigen Tage das Fest ihres zehnjährigen Besteh ne. Au, diesem Anlaß fand heut« vormittag in der Aula ver Universi- tat'Äne akademische Feier statt, an der der preußisch« Kultus? minister Dr. Grimm«, Vertreter der Stadt Frankfurt und der in Frankfurt ansässigen Behöroen, Vertreter des Allgemeinen Deut- schen Gewerkschaftsbundes, sowie die Hörer und Professoren der Akademie teilnahmen. Kultusminister Dr. Grimm» führte in seiner Ansprache u. s. aus: Aus dem bescheidenen einen Lahr, da» zwischen dem preußischen Staat und oen Spitzenverbänden der Arbeiter, Angestellten und Beamten als Probezeit«ine. Versuche» bei der Gründung oereinbart wurde, sind deren zehn eine- sesten Gefüges geworden. Und es ist eine preußische, eine deutsche Hoffnung, daß oiese erst« zweistellige Zahl einst durch ein« dreistellige wird abgelöst werden können. heute kann mau mit Dank und Stoz aussprechen, daß die Aka- demie der Arbeit wegen ihrer Zielsetzung sich au» dem gesamten Bildungsleben unsere» Volkes uicht mehr wegdenken läßt, um so weniger, al, dies« Akademie über sich selbst hinaus weist, in den künstigen Zentralpunkt des Bildungswesens der werdenoei, deutschen Nation überhaupt. Dieses Große, dieses Bedeutungsvolle dieses in die Zukunft Borstoßenoc, das mit unserer Akademie in die Bildungswelt hineingestellt worden ist, liegt darin, daß hier endlich einmal und von der Wurzel au, Ernst gemacht wird mit der Einsicht, daß es«in bildungsfremder und den Bildungegedanken umbiegender Zweck ist, wenn man die Bildung in den Dienst des Ausstiegwillens stellt. Also, fortan Verzicht aus die Parole de? Aus- stiegs? Gerade das Gegenteil ist richtig. Ganz sicher, Aufstieg! Nur tun wir gut. zweierlei zu unterscheiden. Gerade um der Möglichkeil de» Ausstieg» willen muß da» Bildungswesen demokratisch durchgeformt sein, das ist da« eine. Und dann sollte«s Gemeingut der Nation sein, daß es«in NatUrnAlverbrechen ist, wenn man nicht olles tut, um Wert«, wo immer sie auch keimhaft angelegt sein mögen, zur Snt- faltung kommen zu lassen, und die Kräfte zur richtigen Anwendung gemäß ihrer inneren Berufung. Und trotz der Bejahung des Willens zum Aufftieg gilt nun dennoch auch da, zweite: daß es, auf den Persönlichkcitswert. hin.gesehen, für den einzelnen nicht daraus an- kommt daß er. aussteigt, sondern daß er seststeht. Den Werl de» Menschen macht uichl, daß er pwig kletlerl. sondern daß er einen Standort Hot. einen gesicherten Standort im Raum der Wirtschaft, im Vereich der Ethik und ia der Welt de» Geistes. Und daß es nicht sein Ein und Alles ist, über den Beruf, in dem er steht, hinauszudringen, sondern diesen mit seinem Menschsein zu durchdringen. Das ist ein Ziel, das hier erkannt ist und um da, sich hier alle Bildirngsarboit gruppiert, hier ist dem einzelnen, wenn er erfaßt, worauf«s ankommt, nicht Zweck der Arbeit,„was zu werden" und auf der Stufenleiter der Betuf« über andere sich emporzuschwingen, hier heißt das Grundgesetz der Bildung,- arbeit:„Sorg, daß nicht dich die Umwelt, sondern daß du die Um- weit hast." Und seiner Umwelt ist nur Herr, wer sie mit seinem Blick durchdringt und so oen Schnittpunkt bewußt erfaßt, auf den «r sich in dieser Welt gestellt sieht. Dadurch, daß hier dies Ziel, das oller Bildungwbeit Wesensziel ist, erfaßt wird, daß es gilt, in jedem Menschen di« Begegnung herbeizuführen zwischen seinem eize- nen Sein und den Gesetzen der Wirklichkeit, die ihn umgibt, dadurch ist hier ein Stück der Bildungsarbeit deutscher Zukunft vorweg ver- wirklicht. Und so haben Sie hier, mein« Damen und Herren, schloß der Minister, die Idee der Bildung nicht verkauft an das Bcrcch- tigungsidol. Hier lernt man nicht, damit man„mehr" wird, sondern damit man wesentlicher werde. UirtLwenn durch mich der Freistaat Preußen Ihnen allen, die Sie zu mefein Werke stehen, für etwas Dank zu sagen hat, dann ist es für dies Ihr hanoeln aus der Einsicht, daß Tröger der Idee der Bildung nur der Mensch ist, der seine wie immer gearteten Funk- tionen in der Gesellschaft nicht nur ausllbt�sondern sie erfaßt in ihrer Bezogenheit auf das Gesamtgefüge der Wirklichkeiten um ihn, und der sich dadurch an seinem Ort verwurzelt und somit seststeht in Berus und Volk und Welt. Bayern und dav Reich. Vergleichsverhandlungen über die Steuervereinheltlichung gescheitert. Bor dem Staatsgerichtshof schwebt ein« Klage Bayerns gegen das Deutsche Reich in der Angelegenheit des Steucrvereinheitlichungsgcsetzes, das in der Not- Verordnung vom l. Dezenrber v. I. Ausnahme gefunden hat. Im Rahmen dieses Verfahrens vor dem Stootsgerichtshof fanden unter Vorsitz des Reichsgcrichtepräsidcnten Dr. Bumke Vergleichs- Verhandlungen zwischen Vertretern der Reichsregierung und der bayerischen Staatsvegierung statt. Wie'wir hören, haben diese Vergleichsocrhandlungen zu keinem Ergebnis gesührtz Dem ordentlichen Versahron vor dem Staatsgorichtshof dürste da- nach wohl Fortgang gegeben werden. polnische Razijufiiz. Freisprechung van �erronfien. tattowih. 2. Mai. Der bejahrt« Tischlermeister hoheissl hatte sich zur Zelt des Wahlkampses in einem Kattowitzer Lokal mit Bekannten über die t ZßxrorsSlle unterhalt»«. Daran«lahm« Aufständisch« Anstoß, fielen ungeachtet seines hohen Alters über ihn her und schlugen noch schweren Mißhandlungen im Lokal und noch auf der Straße auf ihn ein. Mit mehreren R i p p c n b r ü ch e n wurde Hohcifcl dann sich selbst- überlassen. Sein Zustand ver- schlimmert« sich noch durch«ine dazukommende doppelseitig« Lungen- entzündung, die ihn bis Mitte Februar bettlägerig machte. Als Täter hatten sich drei Aufständische und als Anstifter ein Reserve- p f f i z i« r vor dem Landgericht zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte eine strenge Bestrafung. Der Verteidiger behauptete, dem Geschädigten sei schon dadurch geholfen, daß der Staats- onwolt sich seiner Sache angenommen Habel Es müßten auch die Uebergrlffe gegenüber der polnischen Minderheit In Deutsch- Oberschlesien in Betrocht gezogen werden. Hohoisel habe p r o o o- ziert, und alle Beteiligten seien betrunken gewesen. Das Gericht schoß sich der Auffassung des Verteidigers an und sprach di« vier Aufständischen frei, weil es der Ansicht war, daß Hoheisel durch sein Verhalten die Ausständischen provoziert hätt«!! Sir Melvillc, Mitglied der Labour Party und des Unterhauses, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. In der zweiten Arbeiter- rsgierung war Meloille ein Jahr lang Iuslizminister. Damals urußt« er sein Amt wegen Krankheit niederlegen. Die Arbeiterpartei verliert in Meloille einen große» Juristen und einen ihrer fähigsten Köpf* Henderson ehrt Stresemann. Eine Kundgebung an den Mainzer Oenkmalausschuß. Frankfurt a. 2. Mai. Wie die„Frankfurter Zeitung� meldet, hat der englische Außenminister H e n d e r s o n am Sonnabend telegraphisch eine Kundgebung an den Mainzer Arbeitsausschuß für das Stresemann-Ehrenmal gerichtet, in der es wörtlich heißt: „Es ist gewagh den Spruch der Geschichte über einen Staats- mann vorweg zu nehmen. Aber die gewöhnlichen Maße find nicht auf Dr. Stresemann anwendbar. Er lebte in einem Zeitabschnitt des Durcheinanders und des Wiederausbaues, und es war seine hö ch st e Leistung, daß er viel klarer als die meisten seiner Zeitgenossen sah, nach welchen Richtlinien dieser Wiederausbau durchgeführt werden sollte. Aus diesem Grunde gehört seine Arbeit und die Erinnerung an ihn nicht Deutschland allein, sondern Europa und der Welt. Ihm war es gegeben, durch seine intellektuelle und persönliche Macht Triumphe zu feiern. Seine letzte Rede von der Tribüne der Völkerbundsversammlung in Genf war der heroische versuch eines Skerbenden, den fetzten Rest seiner Kraft hinzugeben, um den Genius der deutschen Ration in den Dienst seines Volkes und der Welt zu stellen. Ein britischer Außenminister kann auch nicht vergessen, daß Dr Stresemann mehr als irgend jemand der Mann war, der die Völker Großbritanniens und Deutschlands wieder miteinander versöhnte und das Mißtrauen und die Mißverständnisie zerstreute, die der Krieg zurückgelassen hatte und der zwischen den beiden Rationen das Vertrauen wiederherstellte, das für stc beide ein so wertvolles Gut ist." Kanion gegen Nanking. Nach russischer Meldung: rechtsradikaler Ausstand. Moskau(über Kowno), 2. Mar. Nach einer russischen Meldung aus Kanton haben die Auf- ständischen die Staatsbank und die Regierungsgebäude besetzt und die rote Fahne gehißt. In der Stadt ist der Belagerungszustand verhängt worden. Die Ausständischen haben eine Regierung ge- bildet, die die Anordnungen der Nanking-Regiernng für u n g ü l t i g erklärt. Da die Kommunisten noch dem Beispiel von 1927 einen bewaffneten Aufstand planen, entwaffnen die Aufständi- schen die Kommunisten und erklären, daß sse mit den Kommunisten nichts Gemeinsames haben. Einzelheiten fehlen, weil die Zensur sehr scharf ist. Georgisches Tfcheka-Lubiläum. Das Schicksal ihres ersten Führers. Im Anschluß an die Zehn-Iohr-Feier der russischen Eroberung und Annexion Georgiens wurde in Tiflis das Iubiläuin der georgischen T s ch e k a festlich begangen. Nr. 82(vom 19. April 19314 des Tifliser„Komrnunisti" ist diesem Festtage gewidmet. Alle Oher- bolschewiki würdigen die „äußerst fruchtbare Tätigkeit-(d. h. vor allem 7000 Einrichtungen) dieser„wertvollsten- Institution, namentlich ihre großen ver- dienste um die Ausrottung der georgischen Sozialdemokratie. Damit diese Feier in ihrer Art vollendet ist, veröffentlicht die „Föderation der Sowjetschrlftsteller Georgiens- ihre„heißesten Glückwünsche- für den bluttriefenden'Jubilar— gleich jener unsterblichen Alten in Konstanz, die vom brennenden cholzstoß des „Ketzers" Johann Hus�ihr Holzscheit hinzutrugen. Bei der Feier im dekorierten Opernhaus fehlten nur Name und Bild eines Mannes, der als eigentlicher Jubilar figurieren sollte: des ersten Vorsitzenden der georgischen Tfcheka, des Kote Z i n z a d z e. Dieser aber wollte schließlich doch nicht die ganze barbarische Ausrottungs- Politik des Moskauer Imperialismus mitmachen und versuchte sie wenigstens etwas zu mäßigen: deshalb wurde er auch bald abgesetzt, als„n a t i o n a l e r A b w e i ch l e r- mit Hunderten von Gesinnungs- genossen jahrelang in Gefängnissen und Deportationsorten gehalten: zuletzt schloß er sich der Trotzki-Opposition an. Auch aus den Ge- fängnissen hat er gegen diejenigen öffentlich protestiert, die— wie B u cha r i n, S i n o w j e w und andere— sich feige Stalins Knute beugten. Er ist vor zwei Monaten in russischer Deportation gestorben, keine Zelle des Nachrufs wurde ihm in der«legalen- presse gewidmet. Bloß Leo Trotzki hat ihm aus Konstantinopel in seinem „Bulletin der Opposition- einen Leitartikel—„Dem Gedächtnis des Freundes-— gewidmet und ein Bündel seiner Briese veröffentlicht. (Nr. 19 für März 1931.) Die Kommunistenführer aber, die Behörden, die Schriftsteller, die die Tscheka am heißesten begrüßen, suchen möglichst dem Schick- fat Kote Zinzadzes und hundert anderer zu entgehen.... flnd das Volk? Es hat sich in diesen 19 Jahren an jede Verhöhnung, an jeden blutigen Zynismus hinreichend gewöhnt. Ltnruhen in Aegypien. Haremsfrauen gegen Parlamentarismus. Kairo, 2. Mai. Mitglieder der ilnabhängigkeitspartei(Wafd) wurden hier bei dem Versuch, in den Bahnhof von Tanta einzudringen, von der Polizei zerstreut, 31 dabei verhaftet. In Kairo steht der Bahn- Hof unter strenger Bewachung. Alle Eintretenden iverden sorgfältig durchsucht. Haremsfrauen, die von bekannten ägyptischen Frauen- rechtlerinnen, darunter Frau Mahmud Pascha und Frau Saadz Aghüil, geführt waren, drangen in den Hof des Innernninssteriiuns ein und riefen dort: Nieder mit Sidky, nieder mit den Wahlen! Der Ministerpräsident ließ die Tore schließen, so daß die Manifestantinnen eingeschlossen waren. Sie wurden fest- genommen. Die Untersuchung ist eingeleitet. 3n der Universität Helsingsors ist eine Bronzebüste Zar Alexan- dcrs l.. unter dem Finnland 1998 unterworfen wurde, mit Säure übergössen worden._ Renaiffance-Theater. Noel Eoward:„Intimitäten* N o e l C o w a rd s„Intimitäten* sind Intimitäten aus dem Ehcleben. Mit unbekümmerter Frische zeichnet der Verfasser Strindbergsche Frauensiguren und glossiert die Ehe als lachender Philosoph. Das Publikum amüsiert sich köstlich und hat seine helle Freude an dem entzückenden Weibsteufelchen der Else Eckers- b e r g._ Dgr. (Gewerkschaftliches siehe 4. Beilage.) Berantwortltch fiit Volitil: fftaa* am«; Wirtschaft:«. aiinncUäfet; chewerlschaftsdeweauna: ä Steiner; Feuilleton: Dr. Zoll» Dchitow»li; Lotalez und Sonstiaes: Krit, aarstödt; An, einen: Th. S locke: sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärts-Verlan<6 m b. S.. Berlin. Druck: Borwäris-Buchdruckeret und Bcrlagsanftalt Paul Sinzcr u. Co., Berlin öW 68> Lindenstrake a Licrzn B Beiloaen. Au: WM FÜR N. J.-Q U ALITÄTE N t O f f 0 Domen- Kleidung Herren- Kleidung Herren-Wäsche i'M I-M "HO) r",in''4..i S p o r t lc I aus kuns.seidenom Marocain, r>ik Jacke aus roi n wol lonem Cr6pa Caid, wie Abbi Idung Damen- Kleid 29°° aus qufem be druckte m kunstseidenen Maro- cqi n, mit Jabot, wie Abbildung 3922 Skru m pfkcppe Wolle mit Kunstseide, fastet Itone, wie Abbildung 12* Damen-Hut mit lackband und Schi oif e, wie Abbildung 7£2 Oberhemdenstoffe hervorragend© QuqRtöt., in modern. hell b. dunkel- grundigen Streifen und gu«f 5 Fantasie muster�coÄJcm Bedruckte Vollvoiles erstklassige Quolila- te«, ßn modernen Klei- g H 8 5 denmtsfern, ca. 100 cm Wollmusseline neue schöne Druckmuster Serie U Iii 022 -Druck 112 Kunstseidener Voile bedruckt, erprobte Qua I itäte n in schö-«i__ nen FrOhjohrs- und Som- 5 mermustern, ca. 95 cm!■■■■■ B e m b e r Kunstseide, vorzügliche Qualität, opart, ca, 100 cm breit Bedruckter Marocain Kunstseide, pasteil- 9 S farbig, ca. 95 cm Mmmmrnm 130 cm breiter Seiden- Veloutine rein« O 45 Wolle mit reiner Seide Bedruckt Japon-Foulard reine Seide, neueste Muster, ca. 95 cm breft Bedruckt.CrSpe de Chine r eine S e 1 d in. ��90 212 e«e Muster Honan reine Seide estotisch, modornoPorbcn,ca-80cm 312 Bade wasche Frottierstoff indanthrenfarbig ge- 9 3 mustert, 150 cm breit Bademantel für Damen, dunkel- gemusterter FrottierstofT%#■■■■§ Bademantel für Damen,guteQualit.,„-i— gm. in modern. Mustern, m. T 5 Q hochstehendem Kragen I Mmwmmm B e ttwä sc h e Kissenbezug Ä linon,mUStiderei-Einiaf2 2 5 u.Ansa'z an 4Selten, 80/80 mmmm Ueberlaken Unon, mit Stickerei-Cin- satr und Ansatz, 150/260 ModerneGlocke mit Band garniert Kap p e ousglänzendemGeftecht, flotte Form Bluse aus kunsfseidenem Marocain, in hellen Farben lu 312 712 Sportkleid- kunstseid. Douppion,| jf 5 O In modernen Farben■ Amvmama Mantel ous reinwoll. Geor-__ getto mit modernen Revers, ganz gefüttert Herren-Sportanzug aus reinwollenen helU farbig gemusterten Cheviots, flotte Form. �2�3)00 mit Knidcerbodcers jT wmmm Gabardinemantel reine Wolle, im- p r ä g n i e r t, in ma- rinablau oder grau- blau, auf Kamelhaar, C fcjQQ gute Passform vP JW wmmm Herren-Haarhut vorzügliche, moderne Rauhhaarqualität, Flach- nd~" Popeline-Oberhemd mit unlerfütterter drwst�nit ' TKrbgen'od. Ersatrman-« schotten, färbig. gestreift. 4 5 he» und dunkelgrundig mommi Sportoberhemd englischer Popeline, mit passendem Kragen, in schonen Streifenmustern 712 612 over Damen- Pul reine Wolfe, mit klein gemusterten kunst- sefdenen Effekten, weiss- g rundig, ohne Arm Morgenrock ousbedruckt.Waschlcunst- 7 5 seide.ln schönen Mustern m mamm Damen-Wäsche rand und Boleroform, Weiten 54 bis 60 cm Sport pull over für Damen und Herren, reine Wolle, ohne Arm, weiss und weiss mit buh- Q ler Kante, gute Qualität Gardinen 450 T a g h e m d farbig, Batist, Handarbe Nachthemd farbig, Batist, mit Spitze und gesticktem Motiv Iii Halbstore Meterware, auf Gittertüll, mit gewebten Blendstreifen und kunstseidener Franse, Meter Halbstore Meterware, auf Morqui- scttoart, mit Klöppel- einsätzcn und kunstsei- doner Franse, Meter Vo i I e sto.r e mit. Handstickerei und Ii/«* Handhohlsäumen, Stüde| I mmm Herren- Hose echt Mako, we I s s,_ glatt oder porös."M#5 (Steigerung 0�5)Grösse 5 Jmmmmmm Herren- Socken Flor mit kunstseid. Effek- M H q 5 ten, aparte neue Dessins mmm Für das Haus Kaffeedecke moderne Karos, A_ indanth ren,llO|llOcm Mm" D 110/159 cm M. MS# Noppenrips feinfarbig gestreifte �— Kunstseide, indan- 2 5 thren. 130 cm breit Jmwmm* Diwandecke Wollmokette oder Mo- härplüsdi, zum Aus-« Q Q Schlafanzug farb.,Batist,gute Qualität, longer Aormel,mod. Ver- 7 5 arbeitung, farbig besetzt Schlupfer armeuse, W» vorzügliche| 9 5 Doppel-Charmeuse, ganz vorzügliche Qual ität, pastellfarbig BERLIN C 2• SPANDAUSR STRASSE• KV N I Dam en-Strümpfe künstliche Waschseide,« feinfädig und elastisch, g O 5 modern. Farbensortiment I mmmm Damen-Strümpfe künstliche Waschseide, teils miteIegantonö-(our- WM m Zwickeln, aus hoghwer-| 9 5 tigern, edlem Material I mmm Taschentücher weiss, Halbleinen, bewährte Gebrauchsquali- lät, 45 cm, 1/4 Dutzend Nr. 204* 45. Jahrgang -1. Beilage des Vorwärts Gonuiag, 3. Mai 4934 Die Stadt ohne Korsett Festung Küstrin wird abgebaut-- Ende des„Hohen Kavalier" Die Festung hat der Stadt Küstrin nicht zum Segen gereidii. Von der einstigen Residenz der Reumark ist ein bescheidenes Garnisonstädichen übrig geblieben. In Küstrin erzählt man sich folgende Anekdote: Einst halte man in der Altstadt einen Möbelwagen gebaut, aber man konnte ihn nicht seiner Bestimmung übergeben, weil er nidit durch die engen Tore paßte. So war es auch, überall hinderten die Festungswälle die Ausdehnung der Stadl, wie ein Korsett den Körper einzwängt. 34 Jahre lang hat der Bau der Festung gedauert, nadidcm man schon 1535 die ersten Wälle aufgeschüttet hatte; auf die Mauern wurden„Kavaliere" gesetzt, nur waren diese Kavaliere keine Herren, sondern haushohe Bollwerke mit dunklen Kasematten, glotzäugigen Schießlöchern und trichterförmigen Luft Schächten. Hinter diesen bärbeißigen Steinklötzen fühlte sich weder die hohe Gerichtsbarkeit nodi die hohe Vcrwaltungsbürokratie wohl, sie zog beizeiten in das einladendere Frankfurt. Dabei hat bis auf die heulige Zeit diese Festung, deren Steinquadern morgen ein 30-cm-Mörser davonwirbeln würde.wie dürre Blätter im Ilerbslmind", ein merkwürdiges Sdiicksal gehabt: ■ sie sah weniger Krieg als Aufruhr, denn als das preußische Hanl na 1806 wirklidi einmal die Wadit an der Oder halten sollte, übergab sie der Kommandant seinem napoleonisdien Gegner. Aber als im Siebenjährigen Krieg in Küstrin 3000 bei Zorn dorf gefangene Fussen saßen, rebeilicrien die eines Tages und 4000 gefangene Oester- reicher, die später dazu kamen, ermordeten die Wachen, richteten die Gesdiüfze der Forts kurzerhand auf die Stadl und waren nur mit Mühe und Not zu überwältigen. Das war 160 Jahre später, in den trostlosen Oktobcrlagen des Jahres 1923, nicht viel besser, auf dem Renne platz und in den Straßen der Altstadt, wo heute die Kinder spielen, floß das Blut. Maschinengewehre knatterten, Leuchtkugeln blitzten auf und auf dem„Hohen Kavalier", dessen Ende jetzt naht, wurden Geschütze aufgefahren, um die 500 schwarzen Putschisten des Majors Budirucker, die mit der Reidiswehr um Küstrin kämpften und sich im Zeughaus verschanzt hatten, nötigenfalls in Grund und Boden zu schießen. Das ist heule alles vorbei, nur daß inzwischen die Rcufasdiisfen dem Altfaschisten Budirucker das Nasenbein eingeschlagen haben._____....________-i.T____________. Preßlust bezwingt ein Kork. Den Weg zur Mtstadt ver- sperrt der ,F) o h e K a v a l i e r". Ihm gegenüber liegt das lang- gestreckte Proviantamt Nr. 1, das die ganz« Straß« mit dem herben Geruch frischgebackenen Kommiß- brotes erfüllt. Seitdem der Erd- Hügel, der dos Haupt des»Hohen Kavaliers" bedeckt, von den Ar- beitern in Klumpen aus die Straße geworfen wird, steht jene Frau mi: ihrem Kinderwagen nicht mehr da, die auf diesem Gefährt Würstchen aus ff. Pferdefleisch feilhielt. Das Fort ist«in düsterer Koloß, hoch, ivie eine vierstöckige Mictkaserne, und mit Mauern so dick, daß man oben aus ihnen Fußball spieicu könnte, doch das geht nicht, denn erstens ist das Ilmherllettern in den ehemaligen Festungsanlagen verboten und zweitens ist die Grasnarbe auf dem Dach des Forts so stärk gewölbt, daß man hinunterpurzeln würde in den tiefen Graben, der die Mauer umspült. Nur ein paar windschiefe Schornsteinrohre mit spißen Hüten gucken von dort oben naseweis ins Land, � ober kein Rauch quillt mehr hrroor, an den großen eisernen Toren nagt der Rost und die schmutzigrotcn Mauern find stellenweise von einer gras- -grünen Pätina überzögest:'Moos hat sich angesiedelt. Seitdem keine Planwagen mehr gemächlich über die Landstraßen rumpeln. sondern schwere Lastkrastzllge ihrem Ziel entgegendonnern, ist der alte Steinbär am Eingang zur Altstadt«in arges Bcrkehrshindernis geworden, di« enge Schlucht zwischen dem»Hohen Kavalier" und dem Proviantamt, wo sich auch nach die Straßenbahn hindurch- quetschen muß, nennen die Küstriner die Todeskuroe, weil fortgesetzt an dieser Stelle jemand mit zerschundencn Knochen aufgelesen werden muß. Deshalb ist kürzlich trotz vieler Widerstände dem Fort das Todesurteil gesprochen worden: an den wänden hocken jetzt Arbeiter und brechen dem»hohen Kavalier" mit ihren Preß- lustbohrcrn die Zähne aus. Hernach fährt eine Lokomotive mit einem Zug kleiner Loren vor und holt die Mauerbrocken ab. So ist jetzt ein Blick in die wohlbehiiteten Geheimnisse des alten Forts möglich, durch die freigeleten Kasematten streift der Frühlingswind und seit vierhundert Jahren zum erstenmal scheint die Sonne in die düsteren Keller. So sehr den darbenden Arbeitern Küstrins das y WERTHEIM JMßiger Vjw�oM Leipziger Str. CVireeod-AM.) Kfinigstr. Boeeathaler Str. Moritzplatz w � SAimmr-MicUmg» Hüffe fi/sm PiftfiflA Rai«i%iaIa* Einige Beispiele; Baumwoll• Musselin 48 Pf- bedruckt, ca. 80 cm breit, Meier Belderwand JarÄÄÄ 80 p». 95 pr. las 2ao Fris4-Schotten Kunstseide Doupplon auf Pastellfarben, Meter bedruckt, doppeftbrelf, Meter reine Seide, ca. 80 cm breif, Meier SpOr}bluS0 Wascbkunstseide weilj und pasfellfarbig, a � D» ohne Ärmel.....'V. Jt A Kinder-Hänger bunter Waschsiofi, Länge 40 cm � �£ Jed. vaHara Grö�e bis 45 cm 15 Pf. mahr Backfisch-Kleid Vollvoile bedruckt, Oröhe 38 bis 42 11.75 Sporilcleic! Natiästoff, Pastellfarben 15.75 Jugendliches Kleid Trikot-Charmeuse 37m Fleur de lame-Manfel ganc auf Kunstseide-' fr"'Ali f 22.50 Jugendlicher Mantel Diagonelsfoft, ganz gefütt, Kieler Anzug gestreifter Kadettsfott, für ca. 2 Jahre A Jada watf. GrS�a blt tl Jahra mt a# W «Pf. mehr Herren-Sporthemd ..... gesf r. Zephir, m. Kragen 3« 9 0 Damenstrumpfe künslliche Waschseide, Lemberg Cold 1.95 Damen-Schlüpfer Kunstseide, helle Farben ffl O f Gröfje 42 bis 48 cm■ e 27 A Hüftgürtel Jacquard, mü 4 Hallem 2.85 Sport- Pullover für Damen und Herren, 9 AA reine Wolle«?a W Damen-Handtasche 2.85 Chagrinleder, m. Moirä- lutter, ca. 20 cm fang Eine Veberraschung nach der andern erlebt Jede Dame, die uns besucht. Nach dem Staunen Ober die riesenhafte Auswahl unserer Lager beginnt die Bewunderung der prAch- tigen Stoffe und Formen; die unübertrefflich billigen Preise erhöhen die Stimmung bis zur Kauflust. Daß auch starke Figuren Passendes finden, dafür bürgt unser geschütztes Warenzeichen: „Das Haus für große Weifen" Das Haus für errosse Weilen. Unsere Modell-Abteilung zeigt Ihnen das Eleganteste an Modell-KIehlern und Mänteln, Schönheit des Stils und der Stoffe wetteifern, Ihre bewundernden Blicke aulsich zu ziehen; auch in dieser Abteilung werdendie niedrigen Preise Sie angenehm überraschen. "Vornehme« ttarw!- Komplet mit aparter Tupfen- Stickerei auf dem entzückenden Bolero- .Tiickchen, eleganter heller Weste und besonders schön gearbeitctcmFalten- rock in allen Größen nur Bildachöne« aus vorzüglichem kunet- scidenen Georgette in modernen Blntt- uiul Blu- menmuntern, mit hochmodernen Acrmeln und lanicem Glockenrocky in vielen Mustern 59: nur Die Abteilung für Regen- und Wetter- Mäntel enthält Gummimäntel, Trenchcoats, Ölhautmäntcl, Allwettermäntel, Lodenmäntel in verschwenderischer Auswahl zu niedrigsten Preisen. Prächtiges kNMlMjl aus relnseldcuora Duplon, in Sportforra gearbeitet-, mit aparter Faltenlage und Gürtel, zif jedem Kleid ein Extragürtel, in allen Größen 25: nur Hochaparte» Kleid aus Woll- Georgette mit Crfipe-Georgrettc- Kragcn� rüschenartiger Garnierung der Revers u. der Aermcl, eigenartigem Faltenrock und Gürtel, in vielen Farben und ailon Größen die 54 29: nur Ständige Neuheit in Kindertag MMW DDd«Ii Mittwoch. 6. Mai I unser berühmter. Bildschöne Frühjahys- Kostüme aus feinen Kammgarnstoffen, in Blau und Sportfarben, in vorzüglicher Verarbeitung für Jnnar- müdchen nur fflr Dan 29: Reinwollene Wiener Pullover OT nur 1.- Orlgfnal Wiener Strickkleider in prächtigen Mustern, fUr Reise n. Sport nur 22. Strick- Komplets dr.iteili*, in seue«(eo Strick arten u. prächtigen Formen lußerst preiswert Mod. Klubjacken gestreift...»nr 8«* einfarb. a. marine'MM» � Tuch.;.. n nr M w« Morgen-Kom plet dreiteilig, mch für Weekend geeifnet. in japanischem EB* Druckstil.. nor%F• Blusen kunstscid.CrGpc de Chine in allen, hell. Farben mit lg. Aermel�niip mit kurz. Acmcln nur Kleiderröcke reineWolle, plissiert, in blan end schwarz... 10? ?? 8? Lsdemüntel ,!« sctSnanKriiml-« JV Mtn, für Damen V■■ CA üod Bureo. nor M V»?V Schicke Badeanzüge t« nin.r ECIIa«ir gv Trsci.nnllt in ml» UW*7 ff Hiut.n.. ,nnr 57.SO Achten Sie auf unser Inserat am Donnerstag, den 7- Mai, in dieser Zeitung. AUCH TEILZAHLUNG— 24 MONATSRATEN FÜR GUTEN PREISWERTEN MÖBELKAUF! DKlUfl ITIOBCL ■ RATE JULI ILLUSTR. PROSPEKT E. KOSTENLOS ZENTRALE: ELSASSER STR. 37 ah oraniensurger tor x 7lr. 204• 48. Zahrgang 2. Beilage des Vorwärts Gotmfos, 3. Mai 1934 Anträge zum Parteitag. Zur Tagesordnung. ilnnoberg, Arnstadt, Bremen. Düsseldorf. Gera. Gohwih, t einzig. Cöbau, Luckenwalde, Mühllroff, Planen, Ratingen. Riesa, Zwickau boantrageu, daß einer von den neun Abgeordneten, die im Reichstag in der Panzsrkrsuzerftnge entgegen dem Frattionsbeschlust mit„Nein" gestimmt haben, als Korreferent über diese Frage sprechen soll. Breslau. Chemnitz, Hohndorf, Zranksur» a. Rl. beantragen, daß zu dem Referat über Wirtschaftsanarchie und Arbeiterklaste der Ge- noffe Engelbert Graf als Korreferent bestimmt wird. Gera beantragt, außer dem Genossen Graf auch Genosten Max Seydewitz als Korreferenten zu bestimmen. Sirchohmfeld. Das Erwerbslosenproblem soll olo besonderer Punkt auf die Tagesordnung des Parteitages gesetzt werden und, wenn angängig, soll auch ein sachkundiger erwerbsloser Genosse zum Wort kommen. Kapitalistische Wirtschastsanarchie und Arbeiterklaffe. Duisburg. Der Parteitag erkennt, daß die jetzige Krise des Kapitalismus keine zufällige, einem neuen Aufschwung des Kapita- lismus vorangehende Erscheinung ist, sondern eine Krise des tapita- listischen Systems, dem die Arbeiterklaste schärfsten Kamps ansagen muß. Fünf Millionen Erwerbslose in Deutschland, 20 Millionen in der Welt bezeugen, daß der Kapitalismus wankt, weil seine Basis, der Weltmarkt, sich verengt. Der Kapitalismus ist in seine ent- scheidende Phase der Entwicklung gelangt und sucht nach Auswegen, um die Situation zu meistern. Die große Lohnabbauoffensive ist nur das erste Wort in neuer Sprache. Der Parteitag erkennt, daß die Krise des Kapitalismus mit kapitalistischen Mitteln nicht mehr gelöst werden kann, sondern nur durch den Sturz dieser kapitalistischen Gesellschaft, die diesen Zu- stand ermöglicht. Aber die herrschende Klaste wird nicht freiwillig abtreten und die Arbeiterklasse aus eigenem Entschluß zum Nachlaßverwalter einsetzen. Der Weg, den die Sozialdemokratie in der gegenwärtigen Situation zu gehen hat, muß bestimmt werden von dem Ergebnis der gründlichen Analyse der ökonomischen Situation. Das Ergebnis dieser ist die Feststellung der grauenhaften Dauerkrise im Kapitalis- »ms. Ausgehend von dieser tatsächlichen ökonomischen Grundlage muß die Partei die Krise des Kapitalismus auswerten zur Akti- vierung und Mobilisierung der Massen zum Kamps für den Sturz und die Beseitigung dieser kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Die Frage Sozialismus oder Kapitalismus ist zur Schicksalsfrage der Menschheit geworden. Schmölln. Die Parteileitung muß im Einklang mit den Be- schlüssen des Internationalen Gewerkschaftskongrestes in Stockholm den wirtschaftsschädigenden Preisabbau, der durch die internationale Goldaufwertunq bedingt ist, aufs schärfste bekämpfen. Da die Währung?- und Kreditpolitik wegen ihrer engen Zu- sammenhänge mit dem Konjunkturverlaus von größter Wichtigkeit iür die Arbeiterklasse ist, ist vom sozialistischen Standpunkte aus die Forderung aufzustellen, daß die nationalen Notenbanken zur Erhaltung der Beschäftigungsmöglichkeit das Preisniveau ohne Rück- ficht auf die Wechselkurse zu stabilisieren haben. Die Parteileitung wird beauftragt, für eine schnelle, vorbehall- lose Klärung dieser Fragen Sorge zu tragen. Berlin. Die Millionenzahl der Arbeitslosen und die Per- clendung der breiten Massen des Volkes machen einschneidende hilfs- maßnahmen nötig. Die dringendste Forderung der Gegenwart ist die Wiedereinführung der Erwerbslosen in den Produktionsprozeß durch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm und der auf der Grund- läge der Beschlllste des Internationalen Gewerkschaftsbundes ein- zuführenden gesetzlichen 40-Stunden-Woche. Ferner fordert der Parteitag: 1. Die Beseitigung des Ueberstundenwesens. 2. Zwangsweise Anmeldung aller offenen Stellen. 3. Gesetzliche Bestimmung zur Einschränkung des Doppelver- dienens, der Schwarzarbeit und Zusatzarbeit der in Beschäftigung stehenden Personen. 4. Gesetzliche Festlegung der Arbeitszeit, der Sonntagsruhe und des Urlaubs der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen unter 18 Jahren. S. Die Einführung des neunten Pflichtschuljahres unter Ge- Währung von Wirtscyastsbeihilfen. Zillao. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, einen Agitationsplan für d-e Bedarfswirtschaft aufzustellen. Er soll darin bestehen, die Wirtschaftszweige festzustellen, bei denen die Entwick- lung der Produktion bereits einen Grad der Vergesellschaftung an- genommen hat, daß für die Ueberführung der Produktionsmittel in den Besitz der Volksgemeinschaft organisatorische Schwierigkeiten nicht mehr bestehen. Des weiteren wird der Vorstand beauftragt, die Wirtschaft- lichen, finanziellen und betriebsorganisatorischen Erfordernisse der- jenigen Wirtschaftszweige zu prüfen, die für eine Sozialisierung der Gütererzeugung reif sind. Rudolstadt. Sämtliche stillgelegten Betriebe sind entschädigungs- los in den Besitz des Reiches zu überführen. Nürnberg. Die Sozialisierung der Wirtschaft ist in den Vorder- grund unseres wirtschasllichcn Programme? zu stellen und stärker als bisher zu propagieren. Es wird sofort eine Kommission eingesetzt mit dem Austrage, den Begriff der Sozialisierung scharf zu umreißen, ihre Bedingungen zu erforschen und ihre Verwirklichung unter besonderer Berück- sichtiqung des Rationasisierungsprozesses und der internationalen Verflechtungen vorzubereiten. Die Kommission soll dem Parteivorstand bis zum 31. Dezember 1931 einen Bericht vorzulegen. Mruberg. Die Partei und ihre parlamentarischen Der- tretungen haben sich mit allen Mitteln für die gesetzliche Festlegung der 40-Swnden-Woch« einzusetzen. Hamburg. Di« ungeheure Arbeitslosigkeit, eine Folge des ka- pitalistischen Wirtschaftssystems, stellt die Sozialdemokratie und alle ihr nahestehenden Organisationen vor die Aufgabe, die Interessen der arbeitenden Menschen mtt denen der arbeitslosen fester denn je zu verbinden. Der Parteitag verpflichtet alle Organe der Partei, insbesondere die Reichstagsfraktion, unablässig und mit gesteigerter Energie für die Einführung der gesetzlichen 40°Stunden-Woche zu kämpfen, um so die Wiederemgliederung der Arbeitslosen in den Produktions- prozeß zu ermöglichen. Er fordert zugleich all« der Sozialdemokratie befreundet« Or- ganisationen eindringlich auf, die Partei und die freien Gewerk- fchaften in diesem Kampfe mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen. Delmenhorst. Der Parteitag wolle beschließen und die Reichs- tagsfraktion beaustragen, zur Linderung der Wirtschaftskrise der Reichsregierung Vorschläge und Forderungen zu unterbreiten, die eine gesetzliche Herabsetzung der geltenden Zinssätze um 2 bis 3 Pro- zcnt ermöglichen. Waldenburg i. Sa. Da infolge der großen wirtschaftlichen Krise eine allgemeine große Arbeitslosigkeit besteht und demzufolge die Lebenshaltung des Arbeiters in Verbindung mit der Teuerung eine immer schlechtere wird, wird beantragt, daß der Parteitag olle Mittel erwägen möge, die Erhaltung sowie den unbedingt notwcn- digen Ausbau der Arbeitslosenversicherung zu fördern und keine Kampfmittel, parlamentarische noch außerparlamentarische, zu scheuen, um den unverschämten Forderungen der Reaktion die Spitze zu bieten. Redwih a. R. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung ist ver- altet, überholt, sie hat schmähliches Fiasko erlitten. Gesunden kann die Wirtschaft, gehoben das Elend nur durch eine sozialistische Wirt- schaftsordnung. Ihr zum Siege zu verHelsen, ist heute mehr denn je die erste Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei. Dieses letzte Ziel ist bei allen politischen Entscheidungen unserer Reichs- und Landtagsfraktioncn nicht außer acht zu lassen. Es möglichst rasch zu erreichen, sei unsere nächste Aufgabe, deshalb schärfsten Kampf zenen Parteien, die sich zur kapitalistischen Wirtschaftsordnung bc- kennen, deshalb keine Teilnahme und keine Unterstützung den Re- gierungen mehr, die die kapitalistisch-: Wirtschaftsordnung schützen. Hamburg. Der Parteitag beauftragt Reichstagsfraktion und Parteivorftand, den Probleinen der europäischen Wirtschaftseinheit und der Bereinigten Staaten von Europa gesteigerte Aufmerksam- keit zuzuwenden und dem nächsten Parteitag einen Bericht über den Stand dieser Frage vorzulegen. Die Lteberwindung des Faschismus. kiel. In Erwägung der Tatsache, daß die gegenwärtige Haupt- aufgäbe der Partei der Kampf gegen den Faschismus in Deutsch- land und für die Sicherung der demokratischen Freiheit zu sein hat und in der weiteren Erwägung, daß dieser Kampf nur erfolg- reich bestanden werden kann, wenn die von jedem Funktionär ge- forderte unbedingte Disziplin auch von den Mitgliedern der Reichs- tagsfraktion geübt wird, beantragt die Hauptversammlung der So- zialdemokratischen Partei Groß-Kiel: Der Parteitag der SPD. in Leipzig möge Maßnahmen be- schließen, die eine Wiederholung des Disziplinbruchs wie den der neun Mitglieder der Reichstagsfraktion unmöglich machen. Das Verhalten der neun ist durch den Parteitag zu verurteilen. verlin. Der Faschismus ist durch den energischen Abwehrkamps der Sozialdemokratischen Partei in die Defensive gedrängt. Diese Aktivität hat der Sozialdemokratie zahlreiche Mitglieder zugeführt. Unter schwersten Opfern für die Arbeiterklasse und Partei wurde verhindert, daß Nationalsozialisten und Deutschnationale im Reich und in Preußen die Regierungsgewalt an sich rissen. Es ist nunmehr die Aufgabe der Sozialdemokratischen Partei, insbesondere die notleidenden Wählermassen, die noch im feindlichen Lager stehen, durch eine energische, planvoll vorbereitete und vor- ausschauende soziale Politik zu gewinnen. Die Sozialdemokratische Partei hat durch Mobilisierung und Aktivierung der breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung für unsere politischen Gegenwartssorderungen und durch den Kampf um den Sozialismus die polftische Durchschlagskraft der Reichstags- fraktion zu stärken. Zur Durchführung dieses Kampfes ist Einheit und Geschlossen- heit der Sozialdemokratischen Partei und ihrer Körperschaften not- wendig. Breslau. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, eine sozialistische Wehrorganisation in der Art des österreichischen Schutz- bundes zu schaffen, die geeignet ist, den Gefahren des Faschismus zu begegnen. Koblenz. Dom Parteivorftand und von der Reichstagsfraktion wird uneingeschränkte Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschis- mus gefordert. Die Politik der Reichstagsfraktion, insbesondere die Erklärung, die der Parteivorsitzende Wels bei der Abstimmung über den Wehretat abgegeben hat, wird gebilligt. Der Kampf um die soziale Republik ist in der Zeit wirtschaftlicher Destruktion besonders schwer. Er fordert strengste Disziplin und größtes Verantwortungs- bewußtsein aller Parteigenossen, insbesondere von den ersten Funk- tionären, den Abgeordneten. Zur Zeit schärsstter Anspannung ist, unbeschadet um die Meinung im einzlenen, Geschlossenheit der Be- wegung und ihrer Aktion erste Pflicht. Deshalb verurteilt die Kon- serenz die Haltung der 9 sozialdemokratischen Abgeordneten bei der Abstimmung über den Wehretat und erwartet vom Parteitag in Leipzig eine Entscheidung, die eine derartige Schädigung der Partei künftig unmöglich macht. Variei und Lugend. Bezirksverband Brandenburg. Durch Beschluß des Parteitages zu Kassel 1920 ist auf Antrag vom Parteivorstand die„Jungsozia- listische Bereinigung" gebildet worden. Der IV. wurden vornehmlich folgende Aufgaben gestellt: 1. den jüngeren Genossinnen und Genossen Gelegenheit zu geben, sich durch innere Einstellung auf die hohen Ausgaben, die der Sozialismus ihnen stellt, vorzubereiten; 2. sich politisch zu schulen; 3. sich für eine rege aktive Anteilnahme am Parteilebcn zu interessieren. Agitatorische und organisatorische Kräfte sollte» von der JV. ausstrahlen. Diese Aufgabe ist nicht erfüllt worden und wird auch bei der heutigen Gestaltung der Bereinigung nicht erfüllt werden können. Im Gebiete des Bezirksverbandes Brandenburg sind zwei Ortsgruppen mit 14 Mitgliedern vorhanden. Diese Tatsache beweist, daß die IV. keine Daseinsberechtigung hat, und daß es ihr in den 10 Jahren ihres Bestehens nicht gelungen ist, die ersten Voraus- setzungen für eine Aktivierung der Jugend zu erfüllen. Der Be- zirksparteitag beantragt deshalb die Auflösung der Vereinigung im gesamten Reichsgebiet. Es ist«ine der wichtigsten Ausgaben der Partei, die jüngeren Parteimitglieder zu aktiver, verantwortlicher Mitarbett heranzu- ziehen, ihre politische Erkenntnis zu schulen und ihre innere Ver- bundenheit mit der sozialisttschen Gedankenwelt und der Partei zu vertiefen. Aus diesem Grunde beschließt der Parteitag: Die Parteimitglieder bis zum 2S. Lebensjahr sind nach Maß- gäbe der örtlichen Verhältnisse in Arbeitergruppen zusammenzufassen, deren Richtlinien vom Parteivorstand festgesetzt werden. In organi- satorischer Beziehung unterliegen die Arbeitsgruppen der Leitung der Sittlichen Parteiverein«. Krefeld. In den verschiedensten Gebieten des Reiches maßen sich die jungsozialistischen Gruppen eine Tätigkeit an, die chnen bei der Gründung nicht zugedacht war und die nicht mit der Parteidisziplin in Einklang zu bringen ist. So ist besonders das Vorgehen jung- sozialistischer Gruppen in bezug auf Heranziehung von Referenten und ihre Beschlüsse zu der Taktik der Gesamtvartei aus das schärfste zu verurteilen. Den Gegnern wird dadurch Material gegen die Partei geliefert und der Kampf der eigenen Partei gegen die Staats- feinde unerhört erschwert. Der Parteitag beschließt daher: Die Iungsozialistische Vereinigung wird im gesamten Reichsgebiet auf- gelöst. Zwickau. Der Reichsausschuß der SAI. hat bei seiner Tagung vom 11. Januar 1931 in Berlin Ausführungsbestimmungen zu den Verbandssatzungcn der SAI. beschlossen. Diese Ausführungsbestimmungen geben der Partei die Möglich- keit, über 20 Jahre alte Funktionäre der SAI., die das Vertrauen der Jugend genießen, aus der SAI. auszuschließen, wenn sie zur Ausübung ihrer Funktion nicht die Zustimmung der zuständigen Parteiorganisation haben. Der Bezirksparteitag sieht in diesen AusführuNgsbestimmungen, die nur vom Reichsausschuß und nicht von der Reichskonferenz der SAI. beschlossen worden sind, eine ungeheuerliche Einschränkung des Selbstverwaltungsrechts der Jugend. Der Bezirksparteitag lehnt die Anwendung dieser Aussührungs- bestimmungen ab und fordert die sofortige Außerkraftsetzung. Vom Reichsparteitag fordert er die gleiche Stellungnahme. Zum Ausschluß von SAI.-Mitgliedern, die sich einer verband?- schädigenden Haltung schuldig machen, bieten die Beschlüsse der Leip- ziger Reichskonferenz von 1926 der SAI. genügend Möglichkeiten. Annaberg. Die Mitgliedschaft spricht sich gegen die Aus- führungsbestimmungen zum Statut der SÄI. aus. Ferner steht sie zu den Beschlüssen der Jungsozialisten im Bezirk, die die volle Frei- heit des Organisationslebens aufrecht erhallen wollen. Hamburg. Der organische und organisatorische Weg der heran- bildung der Jugend zum sozialistischen Denken und handeln und ihre Einreihung in die Partei geht von den Arbeitervereinen ..Kinderfreunde" über die sozialistische Arbeiterjugend. Beide Organisationen sind der Partei verantwortlich. Ihre über achtzehn- jährigen Funktionäre müssen Mitglieder der Partei sein. Die Organisation der Iungsozialisten hat sich in der bisherigen Form nicht bewährt. Sie ist dergestalt umzuwandeln, daß die Orts- gruppen als Arbeitsgemeinschaften der Iungmitglieder den Sil- dungsausschüssen der Ortsvereine unterstellt werden. In diesen haben sie mit einem Vertreter Sitz und Stimme. Ein besonderer organisatorischer Zusammenschluß über den Ortsverein hinaus findet nicht statt. Die Ortsvereine der Partei, insbesondere ihre Bildungsaus- fchüsse, müssen nach ihren Kräften, mehr als bisher, durch Förderung von Parteioeranstaltungen, in denen Gelegenheit zur Aussprache über die Probleme des Sozialismus, der Politik, Wirtschaft und Kultur gegeben wird, zum Zusammenwachsen der jüngeren mit der älteren Parteimitgliedschaft beitragen. Die Erörterungen und Entschließungen über parteiorganisato- rische und parteitaktische Fragen erfolgen ausschließlich in den Mit- gliederversammlungen usw. der Parteiorganisationen. Cisleben. Der Partestag wolle beschließen: 1. Die Organisationen der Partei werden aufgefordert, dem Betätigungsanspruch der jüngeren und aktiven Parteimitglieder weitest gehend Rechnung zu tragen, ihm Arbeitsmöglichkeiten«in- zuräumen und die jüngeren und aktiven Parteimitglieder in verant- wortliche Funktionen einzubeziehen, um a) die Aktivität der Jugend für die Partei nutzbar zu machen; d) die Werbe- und Anziehungskraft der Partei auf die jüngere Generation Deutschlands zu steigern. 2. Unter Berücksichtigung örtlicher Verhältnisse ist eine lose Zusammenfassung aller jüngeren Parteimitglieder etwa bis zum 30. Lebensjahre vorzunehmen. Diese Zusammenschlüsse sollen die Form von Arbeitskreisen haben, für die vom Parteivorftand unter Hinzuziehung geeigneter Mitarbeiter Arbeitsrichtlinien festzulegen sind. Der Ausbau dieser Arbeitskreise soll der losen und bewährten Zusammenfassung der Frauen in der Partei angeglichen werden. Alle organisatorischen Folgerungen für die Gesamtpartei und ihre Gliederungen regeln sich entsprechend. 3. Diese Arbeitskreise jüngerer Parteimitglieder sollen die Gruppen der aktiven Jugend in der Partei sein. Wagdeburg. Die Vorgänge auf der letzten Reichskonferenz der Jungsozialisten gestatten es dem Bezirksparteitag nicht, sich end- gültig zur Jungsozialistenfrage zu äußern. Der Bezirksparteitag überläßt dem Reichsparteitag in Leipzig die Entscheidung. Bericht der Reichstagsfrakiion. Altona, Vezirtsverband Brandenburg, Bremen, Bremerhaven. Delmenhorst, Döbeln. Görlitz, Hamburg, Hannover, Horburg. hindeichurg, kiel. Koblenz. Köln a. Rh„ Krefeld, Lüneburg. Magde» bürg, Oppeln, Sletttn. Stralsund beantragen: Die Abstimmung der neun Abgeordneten im Reichstage als Disziplinbruch zu verurteilen. Es folgen hierzu die zwei größeren Anträge: Hamburg. Mitten im schärfsten Abwehrkampf der Partei gegen den Versuch der faschistischen Gewaltorganisationen des Kapitalis- mus, die Staatsgewalt zu erobern, um mit ihrer Hilfe und unter ihrem Schutz die Grundlage der Arbeiterklasse, Demokratie und Re- publik, völlig zu vernichten, sind neun Mitglieder der Fraktion aus der gemeinsamen Front ausgebrochen. Sie haben in einer für die ganze Arbeiterklasse schicksalsschweren Entscheidung mit den Gegnern der Partei gegen die eigene Fraktion gestimmt und damit die Kamps- kraft der Partei empfindlich geschwächt. Der Parteitag stellt fest, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten im Rahmen ihrer ver- fassungsmäßigen Verantwortung Organe der Gesamtpartei sind. Sie sind daher in erster Linie der Gesamtpartei und erst in zweiter Linie den Mitgliedern ihrer Wahlkreise und Bezirke verantwortlich. Der Parteitag betrachtet die Abstimmungsanweisung des Bezirks- Vorstandes Chemnitz-Zwickau an feine Reichstagsabgeordneten als eine Anmaßung und spricht ihm und den neun Disziplinbrechern seine allerschärfste Mißbilligung aus. Es begegnet in der Parteiorganisation keinerlei Verständnis, daß die führenden Genossen anderen Gesetzen unterworfen sein sollten als jedes andere Mitglied. Die Abgeordneten des Reiches, der Länder und der Gemeinden sind daher der Disziplin ihrer Fraktionen zu unterstellen. Die Reichstagsfraktion insbesondere wird verpflichtet, vor bedeutungsvollen polstischen Entscheidungen Fraktionszwang zu beschließen. Zuwiderhandlungen gegen den Be- schluß der Frattionen gellen als parteischädigendes Verhalten. Görlitz. Bei den Abstimmungen zum Wehretat im Reichstage haben neun MUglieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktton gegen die Fraktion gestimmt und damit einen bewußten Disziplin- bruch begangen. Die Sozialdemo krattsche Partei steht zur Zeit im schärfsten Kampfe gegen Faschisten und Kommunisten, zwei Parteien, die An- Hänger der Diktatur und scharfe Gegner des demokratischen Selbst- stimmungsrechts ihrer Mitglieder find. Unsere Partei kann diesen Kampf gegen die Feinde der Demokratie nur mit Erfolg führen, wenn wir in unseren Reihen streng aus Selbstzucht und Disziplin halten. Selbstzucht und Disziplin, die wir uns immer selbst auf- erlegten, haben die Partei groß und stark gemacht. Diese Selbstzucht und Disziplin, die wir von dem geringsten unserer Funktionäre fordern, müssen erst recht von den Abgeordneten der Partei geSbt roerbcn. Das Verhalten der neun Dtsztpklnbrecher der Reichstag»- fraktion inutz vm so schärfer verurteilt werden, well die Fraktion mit großer Mehrheit die Freigabe der Abstimmuniz abgelehnt hat und die Minderheit eindringlich gewarnt wurde,«n Plenum des Reichstags gegen die Fraktion zu stimmen. Die Konferenz des Parteibezirks Görlitz forderit vom Parteitag in Leipzig strenge Maß nahmen gegen die Diszitpvnbrecher. Der Parteitag wird ferner ers ucht, zu beschließen, daß genau sa wie für die Landtagsfraktionen In Preußen auch für diie Fraktionen der übrigen Parlamente einheitlicher Abstimmungs zwang gelten soll. Anaberg, Arnstadt, Breslau, Lochum. Drebach. Düsseldorf. Eppendorf, Frankfurt a. M., Langewiesen, Lcibau, Luckenwalde, Llerzdorf, Leudorf. Lichtenwalde, Liederfriedrrsdors. Latingen, Remse. Salzungen, Stolpmünde, Waldenburg, wcätzstein beantragen: Die Abstimmung»der neun Abgeordneten im Reichstag zu billigen. Es folgen hierzu die Zwei größeren Anträge: Salzungen. Bei der Abstimmung zur 2. Rate des Panzer- kreuzers& haben sich neun Genossen der Reichstqgsfraktion dem Beschluß, Stimmenthaltung zu üben, nicht unterworfen. Not- wendiger denn je ist die Einlsseit der Partei und die Einfügung in den Gesamtrahmen der Parteibewegung. Der Parteitag niinmt jedoch an, daß die neun Genossen eine Parteischädigunxz keineswegs be- absichtigt haben, sondern aus innerstem Verantwortungsbewußtsein und Ueberzeugung gehandelt haben. Ueber etwaige. Ausschlußanträge geht der Parteitag zur Tagesordnung über. Waldenburg i. Sa. Der Kleinbezirk Waldenburg i. Sa. erklärt sich mit den neun Genossen, welche offen gegen die Bewilligung von Mordwaffen im Reichstag stimmten, solidarisch. Wir begrüßen ihre Rückkehr zu sozialdemokratischen Grundsätzen. Wir erwarten mit Bestimmtheit, daß die Fraktionsmehrheit ihr« großen Fehler vor dem Parteitag bekennen möge, damit die Partei wieder aus der nun seit 1914 angetretenen Defensive herauskommt, um endlich zu dem schon längst nötigen Angriff gegenüber der immer frecher werdenden Reaktion zu rüsten. Wir halten die Einigkeit der Partei als oberstes Gebot. Jedoch darf in einer Purtei, wo unbeschränkt« Meinungsfreiheit besteht, nicht im geringstem der Versuch unter- nommen werden, die Minderheit mundtot zu. machen. Verlin. Der Verlaus und die Dauer der Weltwirtschaftskrise lassen klar erkennen, daß es sich keineswegs um eine nur vorüber- gehend« wirtschaftliche Depression handelt. Sie ist vielmehr eine jener Krisen, die verschärft und wuchtiger wiederkehrend den so- zialcn und politischen Lebensraum der Arbeiterklasse aller Länder einengt und gänzlich zu vernichten droht. Diese Krisen und die Fu- stände, die sie hervorrufen, sind im Rahmen der kapitalistischen Ge- scllschaftsordnung nicht zu beseitigen und werden von den herrschen- den Klassen oller Industrieländer zum Ausbau ihrer Machtstellung benutzt. Es kann nicht die Aufgabe der Sozialdemokratie sein, unter Hintansetzung der Partei- und Klasseninteressen den Klassencharakter dieses Staates zu verwischen. Der Kampf gegen Faschismus für Demokratie und Republik kann nur als Kamps um die politischen und materiellen Rechte der Arbeiterklasse national und international geführt werden. Die Beschränkung auf rein parlamentarische Aktionen, auf das ständig wiederkehrende Prinzip des„kleineren Hebels" muß zur Preisgabe sozialistischer Grundsätze und Forderungen führen, ohne der faschistischen Gefahr Einhalt zu gebieten. So entspricht die Stellung zu wichtigen politischen Fragen, ins- besondere zur Wehrstage(Panzerkreuzer) nicht dem Willen der Parteimitglieder und internationalen sozialistischen Erfordernissen. Abgeordnete, die diesem Mllen entsprechend handeln, müssen in Kon- flikt kommen mit Fraktionsbeschlüssen. Der Parteitag beschließt daher: Es sind die organisatorischen und politischen Voraussetzungen ssir eine stärkere Zusammenfassung der außerparlamentarischen Kräfte der Arbeiterklasse zu schaffen. Die Stellung der Fraktion zu wichtigen politischen Fragen muß unmittelbaren Beschlüssen der Mithlkedschafton-unterliegen.-...... i....i s..,-i' Der formale Bruch der Frattionsdisziplin durch die Abgeordneten, die gegen den Bau der Panzerkreuzer stimmten, erfährt keinerlei Ahndung durch irgendwelche organisatorischen Maß- nahmen. Verlin. Der Lezirksparteitag steht auf dem Standpunkt der Aufrechterhaltung der Disziplin in allen Körperschaften unter.Wah- rung der Gewtssensklausel für parlamentarische Abstimmungen, wo- nach diejenigen, die einen Beschluß der Fraktion nicht vertreten können, ohne Aufsehen zu erregen, der Abstimmung fernbleiben können. Der Bezirkstag mißbilligt die Erklärung de» Genossen Schöpflin zur Frage des Panzerkreuzers ö und fordert von der Reichstags- fraktion eine entschieden«, klare und zielbewußte Haltung. Erklä- rungen, wie die zur Panzerkreuzerfrage, sind nicht geeignet, die Parteibewegung zu stärken, fondern tragen vielmehr zu einer Schwächung der Werbetätigkeit bei. Verlia. Die Relchstagssraktion wird beauftragt, beim nächsten Zusammentritt des Reichstags einen Gesetzentwurf einzubringen, der eine grundsätzliche Festsetzung aller Spitzengehälter der höheren Beamten in Reich, Ländern und Gemeinden sowie bei der Reichs- dank und der Reichseisenbahn vorsieht. Richtunggebend für die Ab- stusungen der nach unten festzusetzenden Gehälter aller Beamten muß sein, daß die Gehälter des Reichskanzlers, des Reichsbankpräsi- denten und des Reichseisenbahnpräsioenten nicht 40 000 Mark übersteigen darf. Nienburg(Saale). Der Parteitag wolle beschließen, die Reichs- tagsfraktion zu ersuchen, auf eine Neuregelung der Neichsbesoldungs- oronung hinzuwirken mit dem Ziele, die Riesengehälter und Pen- Sionen erheblich zu kürzen. Sie stehen jetzt in keinem Verhältnis zu >er Not und wirken erbitternd auf die notleidenden Massen. Annaberg. Die Parteistaktionen sind oerpflichtet, überall ent- schieden gegen die hohen Gehälter, Pensionen uns Gutachtergebühren vorzugehen. Zwickau, von der Reichstagsfraksion wird ein entschlossenes Vorgehen gegen die hohen Gehälter und Pensionen verlangt. Ge- hälter über 12000 Mark und Pensionen über 6000 Mark sollen nicht gezahlt werden. Köln. Ein Abbau der Gehälter von 600 M. an aufwärts sowie der Pensionen von 400 M. an aufwärts soll vorgenommen werden. Insbesondere ist zu berücksichtigen, daß die ganz hohen Einkommen den heutigen Verhältnissen entsprechend belastet werden. Leulheu. Die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 zur Sicherung von Wirtschast und Finanzen be- stimmt, daß die Höhe der Zuschläge der Gemeinden zu den Steuer» grundbeträgen der Gewerbesteuer bis zum Jahre 1933 in der für das Jahr 1930 gültigen Höhe zu belassen find. Die Verordnung sieht Abweichungen von dieser Bestimmung nicht vor. Eine solche ist jedoch in vieler Hinsicht geboten. Die strikte Jnnehaltung der Verordnung in manchen Gemeinden würde zu nicht rechtzufertigen- den Härten gegenüber den Bürgersteuerpflichtigen, vor allem den niedrigst besteuerten Zensiten führen. Die Ortsgruppe Beuthen richtet deshalb an den zu Leipzig statt- findenden Parteitag folgenden Antrag: Der Parteitag beauftragt die Reichstagsstaktion, unverzüglich Mahnahmen zu treffen, und die Reichsregierung zu veranlassen, in entsprechender Weise die Mißstände, die durch stritte Jnnehaltung der Notoerordnung vom 1. Dezember 1930 eintreten können und auch eingetreten sind, zu beseitigen, Berlin. Der Bezirksparteitag sieht in der Methode der Reichs- regierung, wichtige Gebiete des politischen und kulNirellen Lebens auf dem Weg« der Notverordnung zu regeln, eine schwere Gefahr für die demokratische Entwicklung. Die Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitung, die kurz nach der Vertagung des Reichs- tags verkündet wurde, muß wegen ihrer weitgehenden und viel- deutigen Bestimmungen, insbesondere auch wegen ihrer Bevorzugung der Religionegesellschasten bei dem starten Ansteigen der kulturellen Reaktion zu Mißbräuchen sühren und hat bereits heute zu schweren posttsschen Mißgriffen und zu schikanöser Handhabung gegen wandernde Jugend geführt. Der Bezirksparleitag fordert daher die Partei und Reichstags- fraktion auf, sich für die Aushebung dieser Verordnung einzusetzen. Bis zur Aufhebung der Verordnung ist sofort darauf zu drängen, daß der Reichsminister des Innern durch eindeutige Bestimmungen den groben Mißgriffen entgegenwirkt, insbesondere, daß die Frei- denkerbewegung und die wandernde Jugend nicht zum Opfer dieser Notverordnung, wird. Schwerin(Mecklenburg). Der Parteioorstand und die Reichs- tagsfraktion werden beauftragt, bei der Reichsregierung die Auf- Hebung der Ziffer 3 Abf. 2 des Z 1 im ersten Abschnitt der neuen Notoerordnung des Reichspräsidenten und der Reicheregicrung vom 28. März 1931 mit aller Energie zu erstreben. Ratingen. Der Parteivorstand wird ausgefordert, die Reichs- tagsfraktion zu veranlassen, unverzüglich die Einberufung des Reichstags zwecks Aufhebung der Notoerordnung zu fordern. Aachen. Der Parteitag bittet die Reichstagsstaktion, alles daranzusetzen, damit die Nowerordnungen soviel wie möglich be- schnitten werden zugunsten des schaffenden Volkes. Rudolstadt. Alle durch die Notverordnungen herbeigeführten Verschlechterungen in der Sozialversicherung sind baldigst wieder zu beseitigen. Lappersdorf. Die Reichstagsstaktion wird beauftragt, sofort dahin zu wirken, daß die Notverordnung aufgehoben wird. Duisburg. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, für die schnellste Schaffung eines Ausführungsgesetzes zum Artikel 43 der Reichsverfassung zu sorgen, um weitere Uebergrisfe und Mißbräuche mit dem Artikel 48, besonders durch die jetzige Regierung, vor- zubeugen. Meißen. Es wird gefordert, alles daranzusetzen, daß die Be. drohung der Rechte, insbesondere Werberechte der Dissidenten durch Polizeimaßnahmen verhindert werden. Die Erhaltung und der weitere Ausbau der Invaliden- und Altersversicherung sind zum Gegenstand besonderer parlamentarischer und außerparlamentarischer Kampfmaßnahmen zu machen. Ziel solcher Maßnahmen muß sein: 1. durch Reichszuschüsse etwa vorhandene Fehlbeträge der Ver- sicherung zu decken, um die bisherigen Leistungen nicht zu gefährden: Z. eine Erweiterung der Leistungen zu ermöglichen, damit über 60 Jahre alten, erwerbslosen Versicherten nach dem Beispiel der Angestelltenversicherung Renten gewährt werden können: 3.«in« Herabsetzung der jetzt geltenden Altersgrenze von 65 Jahren zweck» Entlastung des Arbeitsmarktes nachdrücklichst zu propagieren. Zwickau. Die Reichstagsfraksion möchte sich wieder dafür ein- setzen, daß die Pensionierung und Inruhestandsetzung mit dem 60. Jahre erfolgt. Slrltln. Di« Reichstagsfraksion wird ersucht, dahin zu wi ken, daß die Altersgrenze der Alters-, Invaliden- und Angestellten- Versicherung aus 60 Jahr« herabgesetzt wird. Die Unterstützungs- fätze find zu erhöhen auf mindestens 100 Mark und ebenfalls die Beiträge auf eine Höhere Stuf« zu setzen. Um die jüngeren Arbeits- genossen in den Produktionsprozeß einzureihen, ist ein Paragraph einzufügen, daß Arbeiter mit dem 60. Lebensjahre au« dem Be- triebe ausscheiden müssen. Löbau. Die unoermiadert anhaltende Wirtschaftskrise und Massenerwerbslosigkeit macht es erforderlich, die Forderungen Ver Gewerkschaften und der Partei zur Behebung der Erwerbrjlosigkeit und des Massenelends mit allem Nachdruck sowohl innerhalb als auch außerhalb des Parlaments In verstärktem Maße zu erheben. Im Mittelpunkt dieser Forderungen müssen stehen: Unverzügliche Herabsetzung der Altersgrenze für Altersrentner auf mindestens 60 Jahre. Ausbau der Altersversicherung und der Invalidenversicherung, um diese Herabsetzung der Altersgrenze und die Gewährung aus- reichender Rente so rasch als möglich durchzusetzen. Unterstützung der gewerkschaftlichen Forderungen zur Arbeits- beschaffung, insbesondere einer wesenllichen Verkürzung der Arbeits- zeit für alle Betriebe. Heraufsctzunq des Schulalters durch Verlängerung der Schulzelt in den Volksschicken..... Erhaltung und Ausbau der bestehenden sozialen Einrichtungen und der Sozialoersicherung. Dresden. Der Parteitag wolle beschließen, die Reichstagsstak- sion zu beauftragen, für die Herabsetzung der Attersgrenze in der Jnvalidenverstcherung von 65 auf 60 Jahr« einzutieten. Frankfurt o. Main. Um der erschreckend großen Erwerbs- losigkeit von jugendlichen Personen entgegenwirken zu können, wird die Reichstagsfraksion beauftragt, init allem Rachdruck dafür«inzu- treten, daß die Altersrente mit dem 60. Lebensjahre gewährt wird und die Invalidenrente allen Personen nicht vorenthalten werden, bei denen«ine 50prozentige Erwerbsfiihigkeit festgestellt wurde. Harburg. Der Parteitag beauftragt die Reichstagestaktion zur Behebung der Arbeitslosigkeit mit allen Kräften dafür einzutreten, daß 1. die gesetzliche Arbeitszeit in Zukunft nur noch 40 Stunden in der Woche beträgt: 2. die Altersgrenze in der Invaliden- und Anaestelltenversiche- rung herabgesetzt wird, die Leistungen und die Beiträge aber dem- entsprechend erhöht werden: 3. die Schulpflicht 9 Jahre beträgt und mit dem vollendeten 7. Lebensjahre beginnt. Die Lehrzeit wird allgemein aus 3 Jahre beschränkt. Rudolstadt, s) Die Altersgrenze in der Invaliden- und Alters- Versicherung ist für die Gewährung von Allersrente von 65 auf 60 Jahre herabzusetzen, b) Den Rentenempfängern ist eine zeit- gemäße auskömmliche Rente von ungefähr 100 M. monatlich zu gewähren, c) Renten- und Pensionsempfänger dürfen keine festen Arbeitsstellen mehr einnehmen. Deckungsvorschläge: a) Einführung neuer Beltragsklasien in der Atters- und Invalidenversicherung für Verdienste über 42 M. wöchentlich, b) Abbau sämtlicher hohen Gehälter und sonstigen Ein- künfte auf höchstens 12 000 M. jährlich, c) Abbau der überhohen Pensionen und arbeitslosen Einkünfte auf die Höchstgrenze von 5000 M. pro Jahr. Beuthen. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraksion, dahin zu wirken, daß von den Unfallverletzten, namentliib der Berg- arbeiter, die Gebühr für den Krankenschein und die Arznei nicht erhoben wird, ebenso daß die Karenzzelt nicht in Anrechnung ge- bracht wird. Köln. Die Reichstagsfraksion wird beauftragt, den von der Regierung beabsichtigten Abbau der Alters-, Invaliden- und Knapp- schaftsverstcherungsrenten auf das schärfste entgegenzutreten. Rudolstadt. Die Reichstagsstaktion hat zur Deckung von Rüstungsausgaben eine entschädigungslos« Abgabe von Aktienbesitz an das Reich zu beantragen. Die Höh« des Prozentsatzes wird der Fraktion überlassen.) Eisleben. Die Fraktionen der Partei im Reich und in den Ländern werden verpflichtet: 1. energisch in der Richtung einer radi- taten Säuberung der Reichspost-, Reichsfinanzverwaltung und der Justizverwaltungen von staatsfeindlich eingestellten Beamten und Angestellten zu wirken: 2. im Sinne eines entschieden republikani- schen Kurses in der Personalpolitik wirksam zu sein, damit der Will« zur republikanischen Selbstbehauptung auch endlich in der Personal- politit erkennbar werde: 2. mehr als bisher den zuoerlässtgen und energischen Beamten gegenüber reaktionären Quertreibereien und Intrigen den erforderlichen Rückhakt zu bieten: 4. auf«ine Aus- dehnung der notwendigen Demokratisierung der Verwaltung aus die mittleren und unteren Funktionen staatlicher Verwaltungen hinzu- wirken: 5. dem Bemühen entschiedenen Widerstand zu leisten, das in der staatlichen Verwaltung das Außenfeitertum ausschallen will. Probstzella. Die Reichstagsstaktion wird verpflichtet, unzwei- deutig und energisch für die Vergesellschaftung der Produktionsmittel einzutreten. Berlin. Die Wirtschaftskrise hat den Kampf des Unternehmer- tums gegen die Arbeiterklasse verschärft. Um den verheerenden Wirkungen dieser tapitalistischeu Krise entgegenzuwirken, hat die Soziakdemokrakie die politische Aufgabe, sich für folgende Forde- rungen einzusetzen: 1. Sicherung der Arbeitslosenversicherung und energische Abwehr aller Abbaubestrebungen, Entlastung der Gemeinden und Sicherung der Wohlfahrtsunterstützten durch Zusammenfassung der Krisen- fürsorge und der Fürsorge für Wohljahrtserwerbslosc. 2. Durchgreifenden Ausbau der Invalidenversicherung: Herab- setzung der Altersgrenze. 3. Wiederherstellung der durch die Notverordnung einge- schränkten Rechte der arbeitenden Klasse auf dem Gebiete der Krankenversicherung: insbesondere Vereinheitlichung der Kranken- Versicherung. 4. Sicherung und Erhöhung des Rentenanspruchs auf dem Gebiete der Unfallversicherung. 5. Ausbau des Arbeitsrechts. Steltin. Die Reichstagsstaktion wird ersucht, mit aller Macht dahin zu wirken, daß so schnell wie möglich die Wohlfahrts- und Krisenunterstützung zusammengelegt wird. Eislebeu. 1. Die Reichstagsstaktion der Partei möge die Frage einer Verbesserung des geltenden Wahlsystems positio und aklio behandeln. 2. Das Problem der Wahlreform soll in den Or-ganen der Partei(Zeitungen und Zeitschriften) und in den MUgliederversamm- lungen zur freien Diskussion gestellt werden, damit die Partei in der Frage der Wahlreform, die für die Sicherung der Demokratie von großer Bedeutung ist, führend vorangehen kann. Reuth b. kastl. Der Reichstagsfraktion wird das volle Ver- trauen ausgesprochen, insbesondere für die Etatsberatungen, die eine schlimmere Zukunft für die schaffende Bevölkerung(Kabinettssturz) vermieden. Nienburg(Saale). Die Reichstagsstaksion wird ersucht, eine Aenderung der Fürsorgepflichwerordnung herbeizuführen. Der Orrs- verein Nienburg(Saale) steht auf dem Standpunkt, daß die Für- sorgepflichtveroronung aus dem Jahre 1924 überholt ist. Sie ist reformbedürftig. Aus dem Z 9 der Verordnung ergeben sich in der Praxis große Härten. Sie wirken erbitternd auf solche Arbeiter- samilien, die man zwingt, für die Leistungen der Bezirksverbände ihr kleines Häuschen zu verpfänden. Die Ruckvergütung ist nur dort zu fordern, wo wirkliche Vermögenswerte vorhanden sind. Den Behörden muß untersagt werden, für die Gewährung von Unter- stützungen Sicherheitshypotheken aus solche Grundstücke eintragen zu lassen, die nur den reinen Wohnbedürfnissen der Arbeiterfamilie genügen. In solchen Fällen sind die Unterstützungen, wie bei Unter- stützungsempfängern ohne jeden Vermögenswert, a fonds perdu zu leisten. Lüneburg, vi« Krisenfürsorge ist für die ländlichen Arbeits- losen zu erwirken. Bremerhaven. Die Reichstagsstaktion wird beauftragt, mit der Regierung in Verbindung zu treten, um zu erreichen, daß die Ab- setzbarkeit der Richter im Interesse des Ansehens der Republik zeit- weiss durchzuführen, ermöglicht wird. Die Unabhängigkeit der Richter darf nicht dazu ausarten, das Ansehen der Republik und des Staates zu untergraben. Frankfurt o. M. Dem Reichstag ist durch die Fraktion folgen- der Antrag zu unterbretten: Die Reichsregierung wird ersucht, gemäß dem Antrag der SPD. vom 27. Dezember 1930 umgehend den gewünschten Gesetzentwurf betr. Doppeloerdiener dem Reichstag vorzulegen. Frankfurt a. M. Da der Lohnabbau auf der ganzen Linie durchgeführt wird, der Preisabbau aber nur in ungenügendem Maße erfolgt ist, wird von der Reichstagsstaktion erwartet, daß sie sich energisch dafür einsetzt, daß die für die Arbeiterschaft viel zu hohe gesetzliche Miete ebenfalls abgebaut wird. Daß nicht nur der Staat, sondern auch der Hausbesitzer von seinem Gewinn einen ent- sprechenden Anteil am Abbau tragen mutz. Frankfurt a. M. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, dafür einzutreten, daß sich die Sparmaßnahmen nicht auf die nicht- beamteten Angestellten auswirken, die vielfach restlos entlassen werden. Berlin. Die Reichstagsstaktion muß auf die schnellste Rasi- fiziening des deutsch-polnischen Handelsvertrages drängen und auf die Rieberreißung b?r Zollmauern tatktästig hinarbeiten. Schmalkalden. Die Reichstagsfraktton wird aufgefordert, mit der Vorlegung eines entsprechenden Gesetzentwurfes eine Aktion für die längst fällige Reichsreform im Parlament durchzuführen. Köln. Der Parteitag wolle die amtlichen Stellen und die Oeffentlichkeit erneut mit aller Eindringlichkeit auf die unheilvollen Auswirkungen des maßlos übertriebenen„Berechtigungswesens" aufmerksam machen und die Parteistattionen in Reidj, Ländern und Gemeinden anhalten, daß sie durch Parlamentsbeschlüsse für die Ein- schränkung bzw. Abschaffung der Berechtigungen sorgen. Breslau. Die parlamentarischen Fraktionen und im Amte be- findlichen parteigenössischen Minister der Länder werden ersucht, daraus hinzuwirken, daß die Prügelstrafe in den Volksschulen dort, wo sie noch zugelassen ist, abgeschafft wird. Bis zur Erreichung diese» Zieles ist in den Schulen und Schulverwaltungen die Anwen- dung der körperlichen Züchtigung von allen parteigenössischen Lehrern und Beamten auszumerzen. Reuth. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, im Reichstag den Antrag zu stellen, daß in Zukunft den Reichstagsabgeordneten, die aus unberechtigten Gründen die Sitzungen auf längere Zeit ver- säumen, die Diäten entzogen werden. Röhlinghausen. Angesichts der wachsenden Universitätsreaktion und der von unseren Abgeordneten immer wieder beanstandeten Ein- seitigkeit der Notgemeinschaft deusicher Wissenschaft begründet die SPD.«ine besondere Notgemeinschaft sozialistischer Wissenschast, die solchen Forschern Existenzmöglichkeit verschaffen soll, die speziell für den sozialistischen Aufbau wichtige Arbeit leisten, für welche beim heutigen Staat noch kein Interesse vorhanden ist. Stettin. In Preußen und in den anderen deutschen Ländern ist bei den zuständigen Kultusministern auf eine Erleichterung bei der Anstellung dissidentischer Lehrer hinzuwirken. Duisburg. Der Parteitag unterstreicht in Ergänzung des Kieler Beschlusses die dort ausgesprochene Berpflichtung für die Mitglieder der Partei, die im schulpolitischcn Kamps der Arbeiterschaft er- rungenen welllichen Schulen nach Kräften zu unterstützen und zu fördern. Angesichts der fortschreitenden kulturpolitischen Reaktton, die bis heut« eine gesetzliche Sicherung der weltlichen Schulen verhindern tonnte, angesichts der Tatsache, daß sich der konzentrierte Kampf der bürgerlichen Parteien gegen die Entwicklungsmöglichkeiten der weltlichen Schule richtet, und nicht zuletzt angesichts der von der Kommunistischen Partei inzwischen eingenommenen offen geg- nerischen Haltung gegen die weltlichen Schulen, erwächst den Mit- gliedern der Partei die doppelte Verpflichtung, die weltlichen Schulen durch Einschulung ihrer Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und durch Zugehörigkeit zum Bunde der Freien Schulgesellfchasten Deutschlands den Kampf für die weltlichen Schulen aktiv zu fördern. Harburg. Bei der heutigen schulpolitischen Lage in Preußen kann für die Sozialdemokratische Partei bei der Umwandlung der bestehenden Voltsschulreformen nur die Form der welllichen Schule in Frag« kommen. Beuthen. Der Parteitag wird ersucht, zur Minderheitenfrage Stellung zu nehmen und geeignete Maßnahmen zu beschließen, bzw. dafür Richtlinien zu geben. .. Berlin. Di« Rcichstaqsstaktion wird beauftragt, sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Abschaffung des Para- graphen 218 einzusetzen. Die Reichstagsfraktion wird aufgefordert, im Reichstag zu beantragen, den§§ 253, 254 des Strafgesetzentwurfs folgende Fassung zu geben: .. 8 253. Eine Schwangere, die vorsätzlich ihre Frucht im Mutterleib Abtreibung tötet oder die Tötung durch einen anderen zulaßt, wird mit Gesänanis bis zu sechs Monaten bestraft. Bei mildernden Umständen ist an Stelle einer verwirkten Freiheit»- strafe aus Geldstrafe bis zu 3 Mark herab zu erkeuuen. Ein anderer, der eine Frucht im Mutterleib oder durch 20» treibung tötet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft. Der Versuch ist strafbar. Konnte ein Versuch schon wegen der Art des vom Täter gewählten Mittels oder wegen Nichtvorliegeo der Schwangerschaft überhaupt nicht zur Vollendung führen, so ist er straflos. In besonders leichten Fällen kann das Gericht von Strafe ab- sehen. Die Strafbarkeit der in Absatz 1 bis Z mst Strafe bedrohten Handlungen verjährt ir einem Jahr. Wer die in Absatz 2 bezeichnete Tat ohne Einwilligung der Schwangeren oder gewerbsmäßig begeht, wird mit Zuchthaus bestraft. Die Handlungen bleiben straflos, wenn sie mit Einwilligung der Schwangeren von einem approbierten Arzt innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft vorgenommen worden sind. § 254 Eine Abtreibung im Sinne dieses Gesetzes liegt nicht vor, wenn ein Arzt eine Schwangerschaft unterbricht, weil es nach den Regeln der ärztlichen Kunst zur Abwendung einer Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter erforderlich ist, oder weil es nach den Regeln der ärztlichen Kunst notwendig ist, um die Geburt eines siechen oder geistig minderwertigen Kindes zu verhindern, oder weil es notwendig ist, um einen schweren wirtschaftlichen Notstand für das zu erwartende Kind oder für bereits vorhandene Kinder vorzu- beugen, oder wenn die Schwängerung bei VerÜbung von Notzucht, Schändung. Blutschande oder Unzucht mit Kindern eingetreten ist. Eine Tötung im Sinne dieses Gesetzes liegt nicht vor, wenn ein Arzt aus gleichem Grunde ein in der Geburt begriffenes Kind tötet. Niederlehme. Auf Grund des auf dem Parteitag in Heidelberg angenommenen Aktionsprogramms der Partei erwartet der heutige Parteitag in Leipzig die recht baldige Verabschiedung der Gesetze durch den Reichstag gemäß den Anträgen von Dr. Breitscheid und Genossen Nr. 492, 493, 494 über die Aenderung der Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs über Ehescheidung, die Rechtstellung der Frau gemäß§ 119 der Reichsoerfassung, die Rechtstellung des außer- ehelichen Kindes und Aenderung des§ 218 StGB. Die vom Reichstag an den Rechtsausschuß überwiesenen An- träge(s. Seite 2003 des Berichts über die 51. Sitzung vom 25. März 1931) sind bereits vor Neuzusammentrill des Reichstags so recht- zeitig im Rechtsausschuß zu beraten, damit im Plenum eine schnelle Verabschiedung vorgenommen werden kann. Duisburg. Der Parteitag beauftragt die Reichs tagsfraktion, mit aller Macht die Beseitigung des Z 218 zu erstreben. Der Parteitag snrdert von allen Organen der Sozialdemokratischen Partei den Kampf gegen diesen menschenunwürdigen Paragraphen durch weitest gehende AufNärung und Propaganda zu unterstützen. Der Partei- tag spricht allen Kämpfern gegen diesen Paragraphen seine vollste Sympathie aus. Rudolstadt. Der 8 218 des Reichsstrafgefetzduchs ist in fetner jetzigen Fassung gänzlich zu befeittgen. Breslau. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, bei Zusammen- tritt des Reichstags einen Antrag, der die Amnestie für die Opfer des 8 218 fordert, einzubringen. Eine Schwanzerschastsuirterbrschuny, die von einem approbierten Arzt nach den Regeln der ärztlichen Kunst vorgenommen wird zur Abwendung eines körperlichen, seelischen oder sozialen Notstandes, wird nicht bestraft. Hamburg. Die bestehende Wirtfchoftskrkse hat die Fragen der Tevölkerungspolltik, der Geburtenregelung und der Sexualhygiene erneut in den Brennpunkt des Interesses der Oeffentlichksst, vor ollem aber der Arbeiterklasse, gestellt. Die bisherige gesetzliche Regelung dieser Fragen ist unhaltbar. ' Parteworstand und Reichstagsfraktion werden daher beaustragt, die«tellung der Part« zu den einschlägigen Bestimmungen des Strafgesetzbuches baldigst zu klären und im Reichstag und in der Oeffentlichkest einheitlich zu. vertreten. Breslau. Der Verbrauch alkoholischer Getränke ist m den letzten Jahren trotz sinkender Lebenshaltung breiter Massen nicht zurück- gegangen. Die Alkoholindustrie ist nach wie vor in der Lage, un- verkürzt« Dividenden ausschütten zu können. Der Kampf gegen Alkohol und Trinksitte ist eine wesentlich« Aufgabe des llassenve- wußten Proletariats, der die Parteiorzanijation und die Presie chre größte Aufmerksamkeit zu widmen haben. Bockwa tVez. Zwickau), lieber die bisherige Politik der Reichs- tagsfraktion ist eine Urabstimmung der Mitglieder durchzusühren. Berlin. Der Bezirksparteitag ersucht die Abgeordneten des Reichstags, dahin zu wirken, daß der den Arbeitslosen usw. ge- währte Erlaß der Krankenschein- und Arzneigebühr auch auf die Familienversicherung und Kurzarbeiter ausgedehnt wird. Salzuagen. In allen Orten, in denen Parteigruppen und Orts- ausschüsse des ADGB. bestehen, sind Beratungsstellen für Erwerbs- lose einzurichten. Magdeburg. Der Bezirksparteitag lenkt die Aufmerksamkeit der Reichstagsfraktion auf die Tatsache, daß in Magdeburg ebenso wie in einer Reihe von anderen Städten eine Berteuerung des Brotpreifcs eingetreten ist. Die Brotverteuerung steht im schärfsten Widerspruch zu den politischen Versprechungen, die die Reichs- regierung bei der Verabschiedung des letzten Zollgesetzes abgegeben hat. Sie steht auch im Widerspruch zu den klaren Bestimmungen des Gesetzes selber, nach dem die Regierung verpflichtet ist, eine Brotpreissteigerung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Der Bezirksparteitag ersucht daher die Reichstags- fraktion, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, damit die Erhöhung des Brotpreises umgehend wieder rückgängig gemacht wird und dem arbeitenden Bolke eine Berteuerung ferngehalten wird, die ange- sichts der ungeheuren Arbeitslosigkeit und angesichts des umfang- reichen Lohn- und Gehaltsabbaues völlig unerträglich ist. Magdeburg. Der Parteitag wolle eine Kommission einsetzen, die einen Gesetzentwurf an den Reichstag vorzubereiten hat. in dem die Bereinheitlichung des gesamten Sozialoersicherunaswesens ge- fordert wird. Es wird ein Bersicherungsträger geschaffen, der um- faßt die gesamte Kranken-, Knappschafts-, Alters- und Invaliden- Versicherung sowie Unfall-, Angestellten- und Arbeitslosenversiche- rnng. Durch die Zusammenfasiung wird eine Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung und der Rechtsprechung erzielt. Magdeburg. Die Partei möge mit größerem Interesse als in letzter Zeit sich für die Beseitigung des§ 218 des Strafgesetzbuchs einsetzen......, Magdeburg. Der Bezirksparteitag nimmt Kenntnis davon, daß auf Grund einer Verordnung vom 28. März 1931 die Zuckerindustrie zu einer Zwangsorganisation zusammengeschlossen wird. Er vermißt zunächst in der Verordnung die Voraussetzung zur Wahl einer Ver- tretung der Arbeiterschaft. Besonders aber wird vermißt die Vor- schrift zur Entschädigung der durch Zusammenlegung von Betrieben brotlos gewordenen Arbeiterschaft, da für die Aktionäre der Betriebe gesorgt ist, dadurch, daß sie entweder ihre Lieferungsanteile über- tragen, oder ihre Aktien austauschen können. Der Bezirkspartcitag erwartet deshalb, daß dem vom Verband der Fabrikarbeiter Deutsch- lands gestellten Antrage, daß die zur Entlassung kommenden Arbeiter genau so wie in der Zündholz, und Kaliindustrie entsckädlgt werden, entsprochen wird. Er erwartet, daß die Reichstagsfraktion einen entsprechenden Gesetzentwurf einbringt. Bericht des parieivorstandes. Berlin, ver Parteitag ersucht den Parteworstand, auf die Republikanisierung der Verwaltung und Justiz sein besonderes Augenmerk zu richten. Berlin. Es ist mit allem Nachdruck an unsere besoldeten Der- treter in den Gemeinden— Staat— und Reichsämtern zu appel- lieren, in ihrer Tätigkeit eine konsequente Personalpolitlk zu treiben, um den Kontakt nicht mit den ihnen unterstellten Slrbeitern, Ange- stellten und Beamten sowie mit der Partei zu verlieren. holzhauseu. Im Interesse der Arbeiterschaft ist es wichtig, daß die Parteileitung die Distujsiou über die bisher stark vernachlässigten , Fragen der Geldpolitik innerhalb der Partei auf breiter Grundlage aufrollt und baldmöglichst zu einer Klärung bringt, die im Interesse der Arbeiterklasse liegt. Triberg. Der Partestag beauftragt die Parteileitung, die Frag« der Geldpolitit durch vorbehaltlose Sachverständige so klären zu lassen, daß dem nächsten Parteitag Richtlinien für eine Geldpolitik vorgelegt werden können, die im Interesse der Arbeiterklasse liegt. Kaiserslaukern. Der Parteivorstand wird ersucht, sich mit der Währungspolitik eingehend zu befassen. Dieses Problem wird heute international und auch in den Reihen unserer Parteigenossen lebhaft diskutiert. Es erscheint daher angebracht, daß die SPD. in dieser volkswirtschaftlich außerordentlich wichtigen Frage möglichst bald zu einer der Aktivität der Partei dienenden klaren und eindeutigen Stellungnahme kommt. Schmölln. Die Parteileitung soll— im Einklang mit den Be- schlössen des Internationalen Gewerkschaftskongresses in Stock- Holm— den wirtschaftsschädigenden Preisabbau, der durch die inter- nationale Goldaufwertung bedingt ist, aufs schärfste bekämpfen. Da die Währungs- und Kreditpolitik wegen ihrer engen Zusammenhänge mit dem Konjunkturverlauf von größter Wichtigkeit für die Arbeiter- klasse ist, ist vom sozialistischen Standpunkt aus die Forderung auf- zustellen, daß die nationalen Notenbanken zur Erhaltung der Be- schäftigungsmögstchkeit das Preisniveau ohne Rucksicht auf die Wechselkurse zü stabilisieren haben. Gera. In Uebereinstimmung mit der Praxis einer Reihe großer ausländischer Bruderparteien wird für die Minderheit, entsprechend ihrer Stärke, das Recht der Vertretung in allen zentralen Partei- körperschaften gefordert. Hamburg. Die Parteibildungsarbeit erfordert immer zwingen- der einen planvolleren Aufbau und eine klare Durchgliederung. Die bisherigen unterrichtlichen Einrichtungen des Reichsbildungsaus- fchusses find immer noch ungenügend. Der Parteivorstand wird daher beauftragt, eine Reichspartei- schule zu schaffen. Delmenhorst. Die Parteizentralinstanzen bzw. der nächste Parteitag sollen dahin wirken, daß aus Parteimitteln ein Bildungs- sonds geschaffen wird, aus dem begabten Kindern und Jugendlichen minderbemittelter Parteimitglieder die Gelder zu einer akademischen Ausbildung gewährt werden kann. Verlin. Im Aktionsprogramm der Partei ist unter dem Punkt „Sozialpolitik" gefordert: Bereinheitlichung der sozialen Bersiche- rung. Demzufolge ist die Forderung von Ersatzkrankenkassen als eine Gefährdung einer einheitlichen Krankenversicherung anzusehen. Die Propaganda für Ersatzkrankenkassen ist in allen parteiofsiziellen Zeitschriften usw. im Text oder als Reklame zu unterlassen. Verlin. Genossen, die in hohen Verwaltungsstellen des Reichs, der deutschen Freistaaten und in den Gemeinden verantwortliche Posten bekleiden, sollen in der Regel nicht mit einem Mandat zum Reichstag oder Landtag betraut werden. Die Durchführung dieses Beschlusses ist in der schwierigen poli- tischen Situation zur Erhaltung und zum Ausbau der Demokratie sachlich notwendig. Doppelmandate(Reichs- und Landtag) sind nicht mehr zuzulassen. Bedwltz. Genossen über 60 Jahr« dürfen bei Wahlen zu Reichs- und Landesparlamenten nicht mehr kandidieren. Zwickau-Plauen. Rechtsschutz kann nur bewilligt werden für Parteimitglieder, die in unmittelbarer Tätigkeit für die Partei und in derselben unverschuldet mit den Strafgesetzen in Konflikt kommen. Ist ein lolcher Fall eingetreten, so ist>.r unverzüglich dem zuständigen Ortsvereinsoorstand und von diesem dem Bezirksvorstand zu melden, der dann über die erforderlichen Maßnahmen beschließt. Die daraus entstehenden Aufwendungen werden vom Partei- vorstand getragen. Dresden. Der Reichsparteitag beaustragt den Parteworstand. mit befreundeten Arbeiterorganisationen Stellung zu nehmen gegen die Ueberorganisation in der Arbeiterbewegung. Frankfurt a. ZIl. Die Entschädigung für Referenten, die sich in gehobenen Stellungen befinden, ist auf die persönlichen Ausgaben zu beschränken.........-.iV..*, Berlin. Der Reichsparteitag wolle beschließen: Die Mitgked». schast und Mitwirkung unserer �Genossinnen in bürgerlichen(sogen. neutralen) Frauenorganisationen, die sich politisch betätigen, ist nicht gestattet. Als solche politischen Organisationen sind besonders anzusehen: der Staatsbürgerinnenverband und die Frauenliga für Frieden und Freiheit. Dagegen soll es Genossinnen freistehen, Organisationen, die sich Sonderaufgaben widmen und sofern ihr Wirken unseren sozialistischen Grundsätzen nicht entgegensteht, anzu- gehören, in ihrem Rahmen mitzuwirken oder bei Kundgebungen oder Versammlungen den sozialistischen Standpunkt in. einer Spezialfrage zu vertreten. Berlin. Die Mitgliedschaft in bürgerlichen Turn- und Sport- organisationen ist unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der So- zialdemokratischen Partei. Für die Mitglieder der SPD. kommen nur die der Zentralkommission für Arbeitersport- und Köroerpflege angeschlossenen Organisationen in Frage. Di« Parteigenossen wer- den aufgefordert, sich nur diesen Arbeitersportorganisationen anzu- schließen und alle gegnerischen Sportvereine rücksichtslos zu be- kämpfen. Gera. Beim Parteivorstand wird eine Stelle errichtet, die die wissenschaftliche Arbeit über die Fragen des lebendigen Sozialismus planmäßig organisiert, damit sowohl die weitere Herausgabe der kleinen Werbeschriften als auch vor allem die Klärung der theo-- retilchen Streitfragen und der Wandlungen des Kapitalismus in größeren Arbeiten gefördert werden kann. Suliseld. Die Beilage zur Parteipresse„Der Arbeitslose" soll nicht mehr mit der Parteivresse erscheinen, sondern regelmäßig und unentaeltllck, denseniaen Ortsvereinen, in deren Ort eine Auszah- lungsstelle für Erwerbslose besteht, zugestellt und unter die Arbeite- losen verteilt werden. Chemnitz. Bor wichtigen Entlcheidunqen der Reichstagsfraktion, wie z. B. in der Vanzerkreuzerfraqe, ist der Parteivorstand ver- pflichtet, eine Urabstimmung durch die gesamte Mitgliedschaft vor- nehmen zu lassen. Hamburg. Der scblevoende Gang der Verhandlungen über den Völkerbund und die Slbrüstuna rückt die Gefahr kriegerischer Aus- einandersetzunflen wieder in bedrohliche Nähe. Deutschland hat ein Recht darauf, daß die Abrüstnnoen in allen Ländern gleichmäßig vorgenommen werden, um diese Gefabr zu bannen. Der Parteitag ersucht daber den Parteivorstand und die Reichs- taasfraktion, durch Verhandlungen mit der Sozialistischen Inter- nationale und den intervarlamentarischen Körnerschasten die Ab- rüstungsverhandlungen 1932 so zu fördern, daß ein Erfolg erzielt wird. Hamburg. Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages ist als besonderer Taaesardnungspunkt zu setzen:„Die deutsche Reichs- rekarm" Der Bericht der vom Kieler Parteitag einaesetzten Kam- missian ist bashigst den Parteiorganisatianen zugänglich zu machen. Probst'ella. Der Parteitag walle beschließen: Der Parteivor- stand wird beauftragt, kurzgehaltene Programmvunkte an die Wäblermassen herauszugeben, in denen aufae,eigt wird, welche Maßnahmen die Sa�ialdemokrotie— an die Macht gekammen— zur Bebelning der Not der breiten Massen erareifen wird. Weißsteln. Svortvereine und Kulturnereine sind zunächst in zwei aroße Gnivven mlammenzula�en. Aucb für Gewerkschaften und Partei müßte sich eine Rationalisierung möglich machen lassen. Die vielen klnaendnereine sind in zwei große Gruppen(Sport- und kulturvolitische) zusammenzulassen. eeip'ta. Der Parteivorstand wird beauftragt,«ine große Mu- strterte Zeitung, welche zum Massenvertrieb geeignet ist, heraus- zugeben. Essen. Die von der Partei herausgegebenen Zeitschriften„Der Wahre Jacob",„Die Frauenwelt".„Kinderland".„Volk und Zeit" werden zu einer Tiefdruckbeilage zusammengefaßt, welche alle acht Tage erscheint und nicht mehr wie 20 Pf. pro Exemplar kosten darf. Der Umfang soll 16 Seiten pro Nummer nicht übersteigen. Die Parteidruckereien, welche bisher„Volt und Zeit" gedruckt haben. werden mit der Herstellung beauftragt. Format Großquart. Bockum-Hövel. Alle Funktionäre sowie die Parteimitgliedschaft selbst, welche Mitglieder eines bürgerlichen Sportvereins sind und Sport betreiben, können und dürfen keine Funktionen in der Partei ausüben, wenn sie nicht die Mitgliedschaft im Arbeiter-Turn- und Sportbund erwerben an dem Orte, an welchem sich ein Arbeiter- sportverein befindet. Trupermoor. Der Parteivorstand wird beauftragt, ein« lgnd» wirtschaftliche Wochenzeitung herauszugeben; für die Parteipresse müßte eine landwirtschaftliche Beilage geschaffen werden. Hindenburg(Oberschl.). Der Parteitag verweist auf die schwie- rigen Grenz- und wirtschaftspolitischen Fragen an der deutschen Ostgrenze. Erörterungen der Grenzfragen, der noch nicht beendigte Zollkampf mit Polen, Streitigkeiten über den Minderheitenschutz beunruhigen fortgesetzt die Grenzbeoölkerung. Der Parteitag beauf- tragt den Parteivorstand sowie die Reichstagsfraktion, den Ostfragen dauernde größte Aufmerksamkeit zu widmen und unter Hinzu- ziehung der preußischen Landtagsfraktion eine innerparteiliche Ost- kommission zu bilden, welche die Ostftagen besonders zu be- arbeiten hat. Oppeln. Jedes Parteimitglied soll seine zuständige Partei» zeitung abonnieren. Bei Neuausnahmen ist das neue Mitglied zum Abonnement der Parteizeitung anzuhalten. Oppeln. Der bereits international gewordene Gruß„Freund- schaft" ist zum offiziellen Gruß aller Parteimitglieder bei allen Ge- legsnheiten zu erheben. Erfurt. Der von den Parteigeschäften an den Parteivorstand und an die Konzentration A.-G. abzuführende Werbebeitrag in Höhe von 2 Proz. vom Umsatz kommt in Fortfall. Als Werbe- beitrag werden künftig von den Parteigeschäften 20 Proz. des Rein- gewinn- erhoben. Schmalkalden. Der Werbebeitrag der Parteigeschäfte soll sich künftig nach deren Reingewinn richten. .• Niederwinkel bei Waldenburg. Die den Parteigrundsätzen zu- widerlaufenden Worte„Religion ist Privatsache" sind aus dem Pro- gramm zu streichen und dafür der Satz einzufügen: Jeder in der Partei an führender Stelle stehender Genosse oder Genossin kann nicht Mitglied der Kirche oder einer Sekte sein, Kirchenaustritt ist Bedingung. Allen Mitgliedern der Partei wird empfohlen, der Kirche den Rücken zu kehren, denn ein Sozialist kann eben nicht Christ sein. Altona. Bei der Aufstellung von parteigenössischen politischen Beamten zu Parlamentskandidaten haben Ortsvereine und Bezirke in jedem Falle besonders sorgsam zu prüfen, ob eine solche Kan- didatur mit den amtlichen Aufgaben des betreffenden Genossen zu vereinbaren ist. Ob dies zutrifft, kann jedoch nur von Fall zu Fall nach den lokalen Berhältnissen entschieden werden. Magdeburg. Um den Einheitsstaat Deutschland durchzuführen, haben unsere Genossen in den Einzelländern, in denen die Partei allein oder mit Zustimmung anderer Parteien die entscheidenbe Mehr- heit hat, entsprechende Anträge zu stellen und zu beschließen. Als ein Weg zum Einheitsstaat wird der Anschluß der Länder an Preußen betrachtet, die territorial mit Preußen im Gemeng« liegen und mit Preußen eine Einheitlichkeit darstellen würden. Als Beispiel: Anhalt, Braunschweig, Mecklenburg usw. Der Parteitag setzt ein« Kammissson ein, die Richtlinien ausarbestet. Diese Richtlinien sind für die beauftragten Parteigenossen bei ihren Entscheidungen bindend. Magdeburg. Der Bezirksparteitag Magdeburg bittet den Partei- vorstand, eine Bauernzeitung herauszugeben. Weite Kreise der Bauernschaft haben zum Reichslandbund das Vertrauen verloren, da. die Politik dieses Verbandes offensichtlich vom Großgrundbesitz bestimmt wird. Die Partei ist verpflichtet, die Kleinbauern und kleinen Pächter mit den Zielen der Partei bekonntzumachen und die „Taten" des Reichslandbundes aufzuzeigen. Unsere Parteipresse kommt an diese Schichten nicht heran: es muß ein Blatt sein, welches auf die Verhältnisse dieser bäuerlichen Menschen eingehen kann. Waldenburg i. S. Der Reichsparteitag wird ersucht, bei der Wahl des Parteivorstandes auf Grund der Mitgliederzahl in Sachsen prozentual auch sächsische Genassen in den Reicheparteivorstand zu wählen. Goßwih. Die Parteilinke soll eine ihrer Stärke entsprechende Verttetung in den zentrales Parteiinstanzen, vor allem im Partei- vorstand/ vetvmmen."___/ "1 Zum Organisationsstatui. Hamburg. Das Organssationsstatut(Parteiämter) wird wl« folgt geändert: 8 5 Abs. 2: Zu einem Bertrauensamt der Ortsvereine und Unte'rbezirksoerbände darf nur gewählt werden, wer nach§ 2 des Statuts seit mindestens zwei Jahren endgültig Mitglied der Partei ist. Hannover. Die Absätze 2 und 3 des 8 3 unseres Organi- sationsstatuts erhalten folgende Fassung: Zu einem Bertrauensamt der Ortsvereine und Unterbezirks- verbände darf nur gewählt werden, wer nach 8 2 feit mindestens 2 Iahren endgültig Mitglied der Partei ist. Zu Mitgliedern des Bezirks- und Parteivorstandes sowie der Kontrollkommission und als Kandidaten zu den Gemeinde-, Bezirks- oder Provinzialvertretungen für Landtag und Reichstag kann nur vorgeschlagen werden, wer mindestens 4 Jahr« der Partei angehört. Das gleiche gllt für die Delegationen zu den Bezirks- tagungen, dem Parteitag und internationalen Kongressen. Franksurl am Main. Das Statut zu ändern:§ 6 Abs. 3 soll lauten: Die Wahlvorschläge, für Reichs- und Landtag werden von den Mitgliedern der Unlerbezirksorganifationen durch Urwahl festgestellt, von der Bezirksleitung zusammengefaßt und vom Bezirksparteitag beschlossen. Barmen.§ 8 Abs. 1 des Statuts ist dahin zu ändern: Die Höhe der Wochenbeiträge wird für jeden Bezirk vom Bezirks- Parteitag nach Matzgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse für die einzelnen Unterbezirke und Ortsvereine festgesetzt. Frankfurt am Main. Abs. 2 und 3 des 8 8 des Statuts sind zu streichen. Frankfurt am Main. Abs. 4 des§ 8 des Statuts soll lauten: Mitgliedern der Jugendorganisationen, invaliden und erwerbslosen Mitgliedern kann auf Antrag durch den Ortsverein Beitrags» ermäßigunq gewährt werden. Franksurt am Main. Das Statut zu ändern:§ 34 Abf. 3 soll lauten: Eine Abweichung von der letzten Bestimmung ist nur dann zulässig, wenn mindestens drei Viertel der anwesenden stimm- berechtigten Vertreter auf einem Parteitag sich für die Ab- weichung entscheiden. Frankfurt am Main. Der im§ 28 Abs. 8 des Organisations- statuts enthaltene letzte Satz: Nur der Parteitag kann auf Antrag des Ausgeschlossenen diesen Beschluß aufheben, wird aufgehoben. Der§ 28 Abs. 8 wird in der Form ergänzt, daß auch für die hier angeführten Ausschluß- gründe einem paritätisch zusammengesetzten Parteischiedsgericht die Entscheidung überlassen bleibt. Frankfurt am Main und Wiesbaden. Der§ 8 Abs. 1 erhält folgende Fassung: Die Höhe der Wochenbeiträge wird für jeden Bezirk von dem Bezirksparteitag(Bczirlskonserenz) festgesetzt. Die Bezirksleitung (Bezirksvorstand) hat das Recht, sür einzelne Ortsvereine die Bei- träge je nach Matzgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse zu regeln usw.(Fassung wie bisher.) Schmölln. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage beantragt der Ortsverein Schmölln«ine Herabsetzung der Partei- besträge. KAFF» HA« RM 0.81 das kleine Paket {Cttl nur noch RM 1.62 das srofie Paket RN 1.71 die Vakuumdose Bremen. Anstatt der bisherigen WochenbeitrSge»ird künftig ein Halbmonatsbeitrag festgesetzt, der den Beitrag für die Jntcr- nationale einschließt. Delmenhorst. Frauen von Parteigenossen mit einem geringen Monatsbeitrog(monatlich 2» Pf.) können als Mitglieder auf- genommen werden. Amberg. Der Parteitag wolle beschließen, daß die Mindest» beitrüge für männliche Mitglieder auf 10 Pf. und für Frauen auf S Pf. pro Woche herabgesetzt werden. Barsinghausen. Neben den gültigen Wochenmarken sind Jmxilidenmarken zum Wert« von 10 Pf. einzuführen. Lüneburg. Die Ehefrauen eingeschriebener Mitglieder der Sozialdemokralischen Partei sind auf Antrag, ohne Kürzung ihrer Rechte, von den Pflichtbeiträgen zu befreien. Dömitz(Mcckl.). Der Parteivorstand wird ersucht, ohne Beitragserhöhung eine Sterbeuntcrstützung von 25 M. bis 40 M. einzuführen, die beim Ableben eines Mitgliedes, dos 3 Jahre der Partei angehört hat, zu zahlen ist. Dömitz(Meckl.). Die Sonderbeiträge werden nicht mehr durch den Bezirk, sondern durch die Ortsvereinc einkassiert. Stettin. Die Genossen, die ein Einkommen von 300 M. monatlich und inehr haben, haben den Verdienst vom 1. Mai an die Ortsparteikasse abzuführen. Kleindembach. Alle Genossen die durch die Partei in hohe Stellungen aufgerückt sind, haben den überschießenden Betrag ihres Gehaltes von 2000 M. an die Partei abzugeben. INüncheu. Der Parteivorstand wird beauftragt: 1. Verhandlungen einzuleiten, um die zwischen dem Partei» vorstand und denr Bundesvorstand des ADGB. getroffene Verein- barung vom Oktober 1930 über die Unterstützung der ausgesteuerten arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder durch Erhebung eines Sonder- beitrages der Angestellten der Arbeiterbewegung finngemäß auch durch den AfA-Bund und ADV. zur Anwendung zu bringen. 2. In eine Prüfung mit den freigewerkschaftlichen Spitzen- organisationen einzutreten, um eine angemessene Erhöhung der Sonderbeiträge gegenüber den bestehenden Sätzen zu vereinbaren und eine möglichst umfassende Durchführung der Vereinbarung im einzelnen zu sichern. 3. Vierteljährlich eine Gesamtahrechnung über di« geleisteten Sonderbeiträge mit den freigewerkschaftlichen Spitzenvcrbänden zu vereinbaren und zu veröffentlichen. Cberewalde. Die bisher erhobenen Zusatzmitgliedsbeiträgc sind wie folgt festzusetzen: bis 600 M. bis 700 M. bis 800 M. bis 900 M. bis 1000 M. 25 M. 50 M. 75 M. 100 M. 150 M. Verdienste über 1000 M. sind restlos an die Partei abzuführen. Die aus dieser Maßnahme hereinkommenden Mittel sollen in einem besonderen Fonds ongesammell werden, um aus ihm die Agitation der leistungsschwachen Londortsgruppen zu finanzieren. Hamburg- Stade: In Abänderung der auf dem Magdeburger Parteitag geschaffenen bezirklichen Regelungen, die zu Unzuträg- lichkeiten geführt haben, werden für das Reich einheitlich als be- sondere Kampfbeiträge erhoben bei einem monatlichen Brutto- einkommen von: 500 bis 600 M.... 601. 8- 0.... 801. 1000.... 1001. 1200.... 1201. 1400.... 1401. 1600.... 1601. 1800.... 1801 und darüber... Diese Beiträge sind Pflichtbeiträge. Delmenhorst. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, ein Reglement auszuarbeiten, wonach festgelegt wird, daß alle Parteigcnosie» und Genossinnen, welch« in festen Sohn und SehaS stehen, die Nebeneinnahmen, welche sie für ihre Tätigkeit als Funk- tionär der Partei erhalten, prozentual an di« Parteitasse abführen müssen. Berk«. Der Magdeburger Parteitag hat für Mitglieder mit großem Einkommen einen Extrabeitrag beschlossen. Der Beschluß Hot eine Lücke, weil er keine Maßnahmen gegen die Parteimit- glieher vorsieht, die sich der erhöhten Beitragszahlungspflicht ent- ziehen. Der Parteitag möge daher beschließen, daß die erhöhten Beiträge für olle in Frage kommenden Mitglieder statutarisch als Pflichtbeitrag festgelegt werden. Arnstadt. Die Bezüge der Partciangestellten sind nach Toris- gruppen geordnet sortlaufend im Geschäftsbericht des Partei- Vorstandes zu veröffentlichen. Wanne-Röhlinghausen. Der Partcworstand wird aufgefordert, den Parteitagsdelegierten einen Bericht vorzulegen über die Ergebnisse des„Notopfers für die Arbeitslosen", das von November 1930 bis April 1931 eingezogen werden sollte, und zwar a) einen Bericht über die Einnahmen, gegliedert nach den von Partei- und Gewerkschaftsangestellten«inbehaltenen und den von sonstigen Parteigenossen eingezahlten Beträgen: b) einen Bericht über deren Verwendung. Der Parteioorstand wird aufgefordert, den Parteitagsdelegierten einen Bericht vorzulegen über die bisher in den verschiedenen Be- zirkcn aus dem in Magdeburg beschloss«nen Recht zur Erhebung von Sonderbeiträgcn(§ 8 des Parteistatuts) gezogenen Konse- quenzen, ebnfalls unter Gliederung in Einnahmen von Funktio- närcn, solche von anderen Genossen und Verwendungsnachweis. Gera. Der Parteivorstand wird beaustragt, einen Bericht zu geben 1. über die im Reiche erhobenen Sonderbeiträge nach§ 8 des Parteistatuts: 2. über das Ergebnis des„Notopfers der Arbeitslosen", das vom November 1930 ab auf sechs Monate eingezogen werden sollte. Es wird ein Ausschuß eingesetzt, der Richtlinien für die Be- Messung der Pflichtsonderbeiträge für die Parteimitglieder mit höherem Einkommen aufstellt. Der Parteioorstand wolle Nicht- linien aufstellen. Erfurt. Die Entschließung Aufhäuser-Steinkopf, angenommen auf dem Parteitag 1927 in Kiel zur Beamtengewerkschastsfrage wird erneut den'Parteimitgliedern zur Kenntnis gebracht. Die Deklaration des Parteioorstandes, die mit Zustimmung des Partei- ausschusies dem Kieler Parteitag 1927 unterbreitet würde und An- nähme fand, ist durch die Annahme der Entschließung Aufhäuser- Steinkops und ihre erneute Bestätigung durch den Parteitag 1931 als erledigt anzusehe, r. Verlin, Bremen. Breslau. Ehemnitz. Delmenhorst. Dittersbach. Duisburg. Halle a. d. S„ Harburg. Köln a. Rh„ ZNünchen. Singen, Weimar, Wiesbaden. Zwickau beantragen: Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, für deren Berut« freie Gewerkschaften bestehen, sind verpflichtet, sich freigewerkschaft- lich zu organisieren. Kandidaten für Reich, Länder und Gemeinden müssen frei- gewerkschaftlich organisiert sein, soweit eine solche Organisation für sie vorhanden ist. Chemnitz. Auf dem Parteitag haben nur die gewählten Dele- gierten und die Mitglieder des Parteivorstandes Stimmrecht. Braunschweig. Der ß 10 des Organisationsstatuts ist folgender- maßen zu ändern: Stimmberechtigt sind zu allen Anträgen, die auf dem Reichsparteitag zur Abstimmung kommen: 1. die von den Bezirksverbänden gewählten Delegierten, 2. ein Mitglied des Parteivorstandes, 3. ein Mitglied der Reichstagsfraktion, 4. ein Mitglied des Parteiausschusses, 5. ein Mitglied der Kontrollkommission. Alle anderen Vertreter des Parteivorstandes, der Reichstagsfrattion, des Parteiausschusses und der Kontrollkommission haben nur be- ratende Stimme. Steltin. Die Unterbezirkskonferenz ersucht den Parteitag, die Zahl der vom Parteioorstand, von der Reichstagsfraktion usw. ent- sandten Delegierten auf ein gesundes Maß zurückzuschrauben. Das heutige Verhältnis der m de« Organisationen gewZhlteu Delegierte� die auf Grund statutarischer Bestimmungen entsandt wcrdciu«nt-. spricht nicht den Grundsätzen der Demokratie. Zranksurt am Main.§ 10 Abs. 1 des Statuts zu ändern: In der ersten Zeile nach dem Wort„Bezirksverbänden" einfügen: durch„Urwahl". Franksurt am Main. Abs. 5 de» ss 10 des Statuts zu streichen. dafür zu setzen: Stimmberechtigt sind nur die durch Urwahl in de« Bezirksverbänden gewählten Delegierten Annabcrg. Arnstadt, Bremen. Duisburg. Düsseldorf. Kleindembach, Löbau. Salzungen. Schmölln. Spihknnnersdorf beantragen: Im Organifationsstatut ist der§ 10 Ziffer 2, 3 und 4 dahin zu ändern, daß die dort benannten Vertreter nur beratende Stimme haben, auch wenn sie delegiert sind. Arnstadt. Um der Partei in der gegenwärtigen Wirtschaft- lichen Notlage die unbeschränkte Durchführung aller notwendigen Kampfmaßnahmen zu ermöglichen, werden die voni Magdeburger Parteitag beschlossenen Kampffoudsbeiträge um 50 Proz. erhöht. Als Zeichen der Solidarität gegenüber den Opfern der Wirt- schaftskrise wird das vom Parteiausschuß beschlossene Notopfer weiterhin beibehalten. Die Abzüge für die höheren Einkommen sind zu erhöhen. Das Notopfcr ist an die Arbeiterwohlfahrt abzu- führen. Breslau. Das Organisationsstatut soll folgenden Wortlaut haben: tj 10. Der Partestag bildet die oberste Vertretung der Partei. Er setzt sich aus den in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten, deren Gesamtzahl 300 nicht übersteigen soll, zusammen. Die Ver- tcilung der Delegierten auf die einzelnen Pezirke erfolgt noch der Mitgliederzahl, für die im voraufgegangenen Geschäftsjahr Pflicht- beitrüge an den Parteivorstand abgeführt worden sind. Außerdem nehmen mit beratender Stimme am Partestag teil: Die Mitglieder des Parteivorstandes, des Parteiousschusses, der Kontrollkommission, der Reichstagsfraktion und die vom Parteivorstand berufenen Referenten. Dem z 22 des Organisationsstatuts wird folgender Satz angefügt: Bczirkssekretöre können nicht Mitglieder des Parteiausschusses fein. Sonstige Anträge. Berlin. Der Parteitag wendet sich ensschieden gegen die Ent- rcchtung und dauernde Benachteiligung der dissidentischen Staats- bürger. Im besonderen fordert der Parteitag die sofortige An- stellung der dissidentischen Lehrer und Lehrerinnen und oerpflichtet die Genossen der preußischen Landtagssraktion und des preußischen Stoatsministeriums, sich mit aller Energie für die Durchführung dieser Forderung einzusetzen. Fürth. Güstrow. Halle(Saale), München. Die Sozialdemo- kratische Partei Deutschlands empfiehlt allen ihren Mitgliedern die Förderung der Espcrantobewegung und die Erlernung des Espe- ranto in ollen Volksschulen als ein Mittel der Völkerversöhnung und Völkerverständigung. Die SPD. beantragt bei der II. Internationale die Anerkennung des Esperanto als gleichberechtigte Sprache neben den nationalen Sprachen für die internationalen Beziehungen zwischen den angc- schlosscnen Parteien und für die internationalcu sozialistischen Kongresse. Coburg. Der Partestag beschließt, daß die Sozialdemokratische Partei Deutschlands Esperanto überall fördere und als die Welt- spräche der II. Internationale zur Annahme empfehle. Der Parteitag beschließt, daß von den an die sozialdemokrati- schen Zeitungen zur Verschickung kommenden Matern wöchentlich einmal ein genügender Teil für Esperantokurse zur Verfügung gc- stellt wird. Jede Parteizcitung hat die Pflicht, dieses einzurücken. Betreffs Bearbeitung wendet man sich an den„Sozialistischen Espe- ranto-Pund". Leichlingen(Rhld.). Der nächste Reichsparteitag soll im Bezirk Niederrhein, in Düsseldorf, abgehalten werden. Köln. Die Kölner Delegierten zum Leipziger Parteitag werden beauftragt, den nächsten Parteitag nach Köln einzuladen. Mainz. Der nächste Reichsparteitag findet in Mainz statt. Altona. Der nächste Parteitag soll in Altona(Elbe) stattsinden. 5(mMEK Waschkunstseide ca. 70 cm breit... Meter 1.65 1.i .30 0.90 Marocaine Kunstseide, unl,_____ \y,f cm breit.............. Meter 2.75 Wollmusseline ca. 75/so cm br. 110 l�/lsrocaine Kunstseide, bedruckt o Meter 2�0 1.95 1.75 l-'k� wunderbare Muster... Meter 5.25.4.90 Schotten ca. so cm breit p» Oounion, ,. Meter 2.50 1.75 1.25 U.DU � breit' das neue � PS 00l_ Gewebe für Sportkleider...... Meter O.eivJ OCl IQJLLUn ca. 90/95 cm breit OVS Meter 5.25 3.50 2.95�-� LJOUpiOn. Faconn«. sehr modern>1 T weed ca. 90 cm breit 0 �p. fUr Jackchen.......... Meter"H�OU Meter 4.25 3.50 2.85 T"\a/OoH ydlo Kunstseide, bedruckt er(~\r\ I VVOOkJ ca. 130 cm breit er ca. 95 cm breit...... Meter 6.50 O.lsfL-' Meter 7.25 6.95_ "Tpvilpk Hpi opvi/Ci""eine Seide, P"7S'"'9�"��® ca. IOO cm breit er I kJCJ Ok-Mü bestickt... Meter eleganter Artikel für Complets... Meter C-cd.vD Konsum-Varenhäuser S.: Granienstraße 164*65:: Charlottenburg: Roflnenstraße 4 N.: Reinickenöorfer Straße 2?::. Sport-, WohUahrts-. Wohnzwecke u. als Verkaufspavillon Kämper& Seeberg, Potsdamer Str. 31, LQtzow 9632 Die einzige Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige ist die Kranken- und Sterkekasse für das Deutfscke Reick Rzere Saatare SSO-« tfc-RtrUzacle-M (■.■ctaderfleader Ereodztacaeael l ■am Satare 1S04I rtinelea die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken Versicherungsschutz bietet ralMund: Berlin M24, Oranienburffter Stfr. und 30O Verwaltungssteilen im Reich Nr 204» 4S Jahrgang 3» Sonniag> Z. Mai-l93il Teuerung gegen den Index. Lebenshaltungsindex im April.— Senkung nur nominell. Das Statistische Reichsamt teilt mit:„Die Reichsind« xziffer für Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats April auf 137,2 gegen 137,7 im Vormonat. Der Rückgang beträgt somit 0,4 Proz. Es sind zurückgegangen die Indexziffern für Er- näyrung um 0,3 Prog. auf 129,2, für Wohnung um 0,2 Proz. auf 131,6, für Heizung und Beleuchtung um 0,7 Proz. auf 149,3. für Bekleidung um 0,6 Proz. auf 141,6, für sonstigen Bedarf um 0,2 Proz. auf 185,1. In der Gruppe Ernährung sind die Preisrückgänge für Eier, Milch und Butter somie für Fleifchwaren durch das Anziehen der Preise für Gemüse, Kartoffeln und Brot zum Teil ausgeglichen worden. Die Wohimngsmiet« hat infolge von Veränderungen in den Zuschlügen zur Grundvermögenssteuer in einzelnen Gemeinden im Reichsdurchschnitt etwas nachgegeben. In der Indexziffer für Heizung und Beleuchtung haben sich die Sommerrabatte für Heizstoffe aus» gewirkt.� ♦ Die vom Reichsstatistischen Amt für den Monat April heraus- gerechnete Ermäßigung des Tcuerungsindex bedeutet keine V e r- b l l l i g u n g der Lebenshaltung. Darüber muß man sich gerade jetzt klar werden, wo es um die Verbilligung des B r a t- Preises geht und das Reichsernährungsministerium der Oeffent- li hkeit die Verteuerung von Hülsenfrüchten. Schmalz, Speck usw. durch eine unnötige Zollmacherei zumutet. Der Lebenshaltungsindex ist rechnungsmäßig aller- dings im Monat April um 0.4 Proz. gefallen. Vergleicht man die Ermäßigung des Index m>t den Vormonaten, dann müssen wir feststellen, daß sich der Rückgang von Monat zu Monat verkleinert. Die Ermäßigung machte im März gegenüber dem Februar noch 0,8 Proz. aus. Sie ist im April gegenüber März auf 0,4 Proz. gesunken. Bedenklicher erscheint die Zukunft und die Auswirkung der ganzen Preissenkungsaktion, wenn man den wichtigen Ernäh- rungsindex näher ins Auge faßt. Der Ernährungsindex hat sich im März gegenüber dem Februar nicht weniger als um 1,1 Proz. (von 131 auf 129,6) gesenkt: die Senkung im April gegenüber März beträgt nur 0,3 Proz.! Hier tritt bis Verlangsamung des ganzen Prozesses noch deutlicher in Erscheinung. In der Praxis dürften die Dinge so liegen, daß die Verteuerungen die Verbilli» gungen schon überwiegen. Die gegenwärtige Jahreszeit bedingt eine Verbilligung für Butter, Milch und Eier. Soweit diese Verbilligung nicht durch Preisabmachungen(wie bei der Milch) ge- hemmt wird und in Erscheinung getreten ist, w'rd sie durch Ver- teuerung der Preise für Gemüse, Kartoffeln und Brot ausgeglichen. Auch der Bekleidungsindex dürfte steigende Tendenz zeigen, wenn die Manie der Textilfabrikanten, die sich eben zeigenden Belebungen in der Textilindustrie zu Preiserhöhungen auszunutzen, um sich greift. Anderseits ist dieses Mal der ganze Index durch den Heizungs- und Beleuchtungsindex beeinflußt worden, der um 0,7 Proz., von 150,3 aus 149,3 zurückgegangen ist. Hier wirken sich die billigeren Sommerpreise für Heizstoffe aus. Immer- hin beträgt hier die Senkung 0,7 Proz. gegenüber einer Senkung von 0,4 Proz. im Gesamttndex. Die billigeren Heizstoffe kann man aber nur im Sommer(Sommerrabatte) kaufen. Mit dem beginnen- den Winter treten die höheren Kohlenpreise wieder in Kraft, woraus zu folgern ist, daß die vom Reichsstatistischen Amt errechnete Senkung de» Gesamiindex vielfach keine echte Senkung ist. Man kann heute schon sagen, die Experimente des Er- nährungsminister» und die unentschlossene und zögernd« Haltung der Regierung in der Brotverbilligungsfrage haben die Ermäßigung des Lebenshaltungsindex gestoppt. -122-1 Millionen Mark Zölle. Die Lebensmittelzötte beiragen 25 Prozent des Einfuhrwerts! Die deutschen Zollerträge«rreickten im Jahre 1980 den Rekordbetrag von 1221 Millionen Mark, obwohl sich die Wareneinsuhr um mehr als 3 Milliarden Mark vermindert ke. Wenn im Jahre 1929 der Anteil der Zcllerträg« am Wert . r Wareneinfuhr nur erst 8 Proz. betragen hatte, so waren es im vergangenen Jahre nicht weniger als 12 Proz. Am stärksten sind Lebensmittel und Getränke mit Zöllen belastet gewesen: hier betrog der Anteil der ZallerlrLge am Elnfnhrwerl in den Zahren 1927 nad 1928 je 17 Proz.. im Zahn 1929 bereits IS praz. und im vergangenen Jahre nicht weniger all 25 proz. Unverändert geblieben ist dem prazentualen Anteil nach lediglich die Zollbelastung industrieller Erzeugnisse. Der Rückgang des hier eingetretenen Zollertrages entspricht ziemlich genau der Verminde- rung der Einfuhrwerte, so daß die Zölle wie in den vorhergehenden Iahren bei dieser Gruppe im Durchschnitt 8 Proz. des Einfuhr- wertes ausmachten. In welchem Umfang die Zölle im Vergleich zur Vorkrkegszett in ihrer Bedeutung für die Reichsfinanzen gewachsen sind, zeigt die nachfolgende Uebersicht Es ergibt sich aus ihr, daß die Zollbelastung j e K a p f der Bevölkerung heute etwa doppelt so groß ist wie in den letzten Vortriegsjahren, und selbst wenn man berücksichtigt, daß gegenwärtig 1 Reichsmark nicht den Wert der Vorkriegsmark hat. so bleibt doch eine sehr erhebliche Mehr- belastung gegenüber früher übrig. gollntrila, des deutsche» chlnnadmm je Kops der zoduHet» Bevdileruxg 1900... 492,9 Will. M. 8.74 W. 1905... 643.5.. 10.60, 1910... 715,7., 11,01, 1913... 723,7.. 10.73, 1925•.. 549,8.. 8,79. 1926... 816,6.. 13.09. 1927... 1218.6.. 19.2?. 1928... 1140.6.. 17.94. 1929... 1047.7,, 16.40. 1930... 1220.9.. 18.81. Fast zwei Drittel der gesamten Zolleinnahmen de» vergangenen Jahres(62 Proz.) entfallen aus Lebensmittel, Setränke und lebende Tiere. Auf Lebensmittel und Getränke allein eot- fällt ein Betrag von fast 731 Millionen Mark. Hiervon wiederum kommen rund 275 Mllionen Marl auf Kaffee, Tee, Kakao. Es Ist interessant, die Zollerträge der Jahre 1929 und 1930 gerade für diese Einfuhrgruppe zu vergleichen: Wm der verzollt«» Ware» 1929 460,5 301,6 118,5 142,5 204,1 Weizen.«». Gerste..... Mais.... Gemüse usw... Obst... Süesrüchte..... 175,3 Kaffee....... 867,4 Tee....... 25,4 Kakao....... 65,7 Fleisch. Speck. Würste. 106,4 Butter...... 457.7 Käse...«. o» 106,3 E.er...... 280,1 Wein und Most. o- 61,0 ZollertrZgi in Millt«»«» Marl 1930 232,9 202,9 89.9 114,8 197,7 183,0 294,3 20,7 71.5 93,3 376,1 88,4 227,0 36,9 Die Gegenüberstellung zeigt z. V„ daß die kvcizeoelnfuhr wert- mäßig um etwa die Hälfte zusammengeschrumpft Ist. die Zollerlrägc aus der zurückgegangeneu Einfuhr aber um fast ig praz. gestiegen find. Die Zollerlräg? ans der Gersteelnfuhr haben sich fast ver- doppelt, obwohl die Einfuhr von Gerste um rund ein Drittel zurück- gegangen ist. Auch bei Kaffee und Tee sind die Zallerträge außer- arbeotlich stark gestiegen, obwohl der Einfuhrwert um rund ein viertel zurückgegangen ist. Diese gewaltigen Erhöhungen der Zollbelastung ist natürlich in der Hauptsache ein« Folge der in Kraft getretenen Erhöhung der Zollsätze, insbesondere bei Weizen, Gerste und Kaffee. Eine ähnliche Steigerung zeigt sich bei der Gruppe der Roh- stoffe für Benzin infolge der Benzinzollerhöhung. Die Zölle aus der Mineralöleinfuhr erbrachte im vergangenen Jahr fast 196 Millionen Mark, das ist fast ein Fünftel der gesamten deutschen Zollerträge überhaupt Fast der gesamt» Mehrertrag belastet die breiten Massen. Die Belastung erfolgt in schwersten Krisenzeiten bei sinkender Ein- fuhr und Beschäftigung. Sie erfolgte teils als Steuermaßnahine zur Entlastung des Besitzes,' teils direkt zugunsten der Landwirtschaft. Und trotzdem werden noch Zölle erhöht! i2 Prozent Farbendividende. Die Hoffnungen der Börse ersüttt. Der Aufflchtsrak de» deutschen Chemielrusts der ZG. Zarben- Industrie A.-G. in Frankfurt a. M. hat in feiner am Z. ZNai abgehaltenen Sitzung beschlassen, der Generalversammlung für 19Z0 wieder eine Dividende in höhe van 12 Proz. vorzuschlagen. Nähere Einzelheilen über den Jahresabschluß liegen nach nicht vor. E» läßt sich jedoch au» den vom Aufsichlorat abgegebenen Er- klärungen bereits ersehen, daß die Verwaltung des Farbenlrusts wichtige Sapitalsaktianen im vergangenen Jahr vargenam- wen hat. So ist da» divideudenberechtigle Aktienkapital gegenüber 1929 um 85,6 Millionen Mark zurückgegangen und stellt sich zur Zeil auf insgesamt 713,7 Millionen Mark. Diese außer- ordenlliche Verminderung des umlaufenden Kapitals hängt zum Teil damit zusammen, daß die Verwaltung sich an de» Stühungsaktionen der Großbanken zur Haltung der Börsenkurse beteiligt hat und starke Aktienpakete zu niedrigen Kursen erwarb. Mir kommen nach ver- öffentllchung des Jahresabschlusses und des Geschäftsberichts auf diese kapttaleakttouen»och näher zurück.— Zufolge der Verringerung de, umlaufenden Aktienkapitals spart die ZG. Farbenindustrie bei der Auszahlung der gleich hohen Dividende rund 10.3 M i l- lloueu Mark gegenüber dem vorigen Jahre. Englisches Llcieil über die deutsche Wirtschaft. Professor I. H. Jones, der Leiter der nationalökonomischsn Abteilung der Universität Leeds. Ver vor kurzem eine Studienreise nach den deutschen Lndustriebezirken unternommen hat, erklärte in einer Ansprache vor den Mitgliedern eines Londoner Frauenkiubs, daß die inouftriell« Depression in Deutschland noch schlim- m e r sei als in England. Wir reden davon, so sagte P afessor Jones u. a., daß der englisch« Geschäftsmann trübe in die Zukunft blickt, aber er ist noch der reine Optimist, oerglichen mit den Deut- fchen Geschäftsleuten, denen ich begegnet bin. Kleines Neichsbankgeschäst Ende April. ÄorauSsetzunq für Kreditverdilligung w eder verbessert. Der Aprilultimo bedeutete für die Reichsbank nur eine ver- halt» is mäßig gering« Beanspruchung. Nach dem Ausweis vom 30. April sind die Weckselbestände um 359,4 auf 1815,6, die Lombarddarlehen um 150,5 auf 287,3 Millionen gestiegen. und an Reichsfchotzwechseln flössen 44,8 Millionen zur Reifs- bahn zurück. Die fremden Gelder auf Girokonto nahmen um 97,6 auf 355,5 Mill. ab. Ansprüche aus ver Wirtschaft oder vom Geld- markt lagen also relativ wenig vor: für die Wirtschaftslage kcm fites Zeichen, für den Geldmarkt aber ein Zeichen ausreichender lüfsigkeit. Der Notenumlauf oermehrte sich um 655,3 auf 4340,2 Millionen: derjenige an Rentenbankscheinen nahm um 47,6 auf 433,0 Millionen zu. Die Währungsdeckung erfuhr ein« erheblich« Verbesserung. Die Goldbestände vermehrten sich wetter um 20,9 auf 2368,4 Mill., die Bestände an deckungs- fähigen Devisen um 25,2 auf 157,3 Millionen. Die Deckung der umlaufenden Roten durch Gold- und Devisenbestände verringert« sich nach der Apritbeanspruchung von 67,3 Proz. in der Vorwoche auf-58,2 Proz. Die Boraussetzungen für eine Diskontsenkung sind durch den niedrigen Stand der Kreditgewährung gegeben, durch die Vermehrung der Gold- und Devisenbestände erheblich verbessert. Die Kreditinanspruchnahm« liegt um rund 120 Mill. Mark niedriger als vor einem Monat, der Notenumlauf ist um 115 Mill. niedriger, die Galo- und Devisendeckung ist nicht unerheblich gestiegen. Man sollte demnach erwarten, daß nach der Entlastung der ersten Mai- woche eine Diskontsenkung durchgeführt wird. Deutsche Anteihe-Erfolge. Sehr günstige preog-Anleibe. Die Preußische E l e k t r i z i t ä t s- A.- G. hat in der Schweiz«ine Anleihe abschließen können, deren Bedingungen sehr günstig zu nennen sind. Es handelt sich um eine 2Z-Millionen- Schweizer-Franken-Anleih« auf 15 Jahre, vie mit 6 Proz. nominell verzinslich ist und zu dem günstigen Kurs von 99 Proz. von dem Bankkonsortium der Continentalen Elektro-Union-Bassl(Tochtergesellschaft der Preag) voll übernommen worden ist. Die Eon- tinentale Elektro-Union-Bosel gibt den Erlös an die Preag weiter, für die sich eine Esfektivoerzinsung van'614 Proz. ergibt. Der Erlös dient ver Umwandlung kurzfristiger in langfristige Kredite. Der Freistaat Württemberg hat einen Teil seiner Aus- landsanleih«(3 Millionen Schweizer Franken) für Elekhizitäts- ausbauten in Holland auflegen lassen. Die 6�prozentige Obliga- tiansanleihe ist jetzt in Holland stark überzeichnet worden. Die Reichselektrowerke haben in Deutschland 12 Mill. Mark 7prozentig«r Raten mit fünfjähriger Laufzeit zu 96� Proz. zur Zeichnung auflegen lassen. Man erwartet, daß die Anleihe voll untergebracht wird. Beschniiiene Linoleumdividende. Senlung von 15 auf 5 Prozent. Nicht überraschend kommt nach den vielfach diskutierten Bor- gängen bei dem Linaleumtrust(Internationale Petroleum- Union) die scharfe Dividendenkürzung von 15 auf 5 Praz., die die KonzernleUung jetzt bekannt gibt. Nähere Einzelheiten über die Gründe dieses Dividendenschnitts müssen bis zur Beröffentlichung des Geschäftsberichts abgewartet werden Soviel steht aber fest, daß die planlose Expansions- Politik des Linoleumtrusts hauptsächlich zu der verschlechterten Rentabilität beigetragen hat. Besonders die Aufkäufe der fron- zösifchen Fabrik S a r l i n o und des holländischen Werks Krammenie sind dem Linoleumt-ust teuer zu stehen gekommen, da es sich hier um keineswegs gesund« Betriebe— wie etwa bei den Deutschen Werken— handelle. Offenbar sind auf diese schlechten Beteiligungen Abschreibungen in Millwnenhöhe notwendig gewesen. Günstiges Gefchäst bei Sarotti. 7 proz DiviSende auf erhöhtes Kapital. Die Sarotti A.-G., sine der führenden Schokoladenfabriken Deutschlands, die seit zwei Jahren an den Schweizer Restte-Konzern angeschlossen ist, ist von dem allgemeinen Konsumrückgang im letzten Iichre wenig betroffen worden. Wenn die Dividende von 10 auf 7 Proz. herabgesetzt wjrd. so hängt dies weniger mit einem entsprechenden Gewinnrückgang zusammen, als mit dem von 11 auf 14,5 Millionen erhöhten Kapital, das diesmal voll zu verzinsen ist. Der Rohertrag des Unternehmens stieg sogar noch von 10,5 auf auf 11,4 Mil- lionen, während der Reinertrag einen leichten Rückgang von 1,3 auf 1,13 Millionen Mark aufweist. Der Rückgang des Reingewinns ist mithin durch beträchtliche Unkosten, die hauptsächlich zu Lasten des Hattersheimer Werkes, das im letzten Jahr nicht wirtschaftlich arbeiten kannte, zurückgehen. Dieses Hattersheimer Werk hat Sarotti im Zusammenhang mit der Angliederung an den Restle- Konzern von dieser Gruppe übernommen. Der Umsatz, der nach den Schätzungen des Konjunkturinftituts in der deutschen Schokaladenindustrie einen Rückgang oop 20 bis 25 Proz. für 1930 aufweist, kannte bei dem Unternehmen mengenmäßig auf der Höhe de» Vorjahres gehalten werden, wäh- rend er wertmäßig entsprechend den verschiedenen Preissenkungen zurückgegangen ist._ Bekleidungshandel gegen Gehalisabbau. Die Mitgliederversammlung des Detaillistenoerbandes der Bekleidungsindustrie Groß-Derlins hat nach einem Referat Oes Verbandspräsidenten Baer folgende Protestresolution zu Händen de« neuen Berliner Oberbürgermeisters und des Oberpräsidenten von Branvenburg beschlossen: .Seit langer Zett hat die Wirtschaftskrise einen Umfang an- genommen, der den Einzelhandel in seinem Fortbestand arg bedroht. Durch Lahn- und Cehaltsabbau ist die Kaufkraft der breiten Massen lahmgelegt und der Einzelhandel dadurch derart geschwächt worden, daß er sich kaum wieder aufzu- raffen vermag. Die von den Behörden in Aussicht genommen- Gehaltskürzung der Kommunalbsamten und Angestellten der Stadt Berlin würde in ihrer Auswirkung dem Einzelhandel eine weitere schwere Schädigung zufügen, gegen die der Detaillistenverband der Bekleidungsindustrie Groß-Berlin mit aller Entschiedenheit pro- testiert."_ Die Reichsbahneinnahmeu betrugen im März, insgesamt 829,4 Millionen Mark. Die Ausgaben erreichten den Detrag von 348,4 Millionen, davon 18,6 Millionen für Erneuerung der Reichsbahn- anlagen. Gegenüber Februar waren die Einnahmen um rund 48 Millionen Mark Höver, gegenüber März v. I. ergab sich beim Personenverkehr aber ein R ü ck g a n g um 9,8 Proz.. beini Güter- verkehr um 17,6 Proz. End« März waren insgesamt 6 2 3 14 6 Personen beschäftigt gegen 614197 Ende Februar. Großhandelsindex weller leicht rückgängig. Die vom Stotisti- fchen Reichsamt für den 29. April berechnete Inderziffer der Groß- Handelspreise ist mit 113,5 gegenüber der Vorwoche um 0,2 Pro,. zurückgegangen. weniger Konkurse im April. Nach illiilleilung des Statistischen Reichsamts wurden im April 1931 durch den Reichsanzeiger 972 neue Konkurse und 655 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für März 1931 betrugen 1240 und 662. feöi •\ H 2» " 1''''U?!;s., '<[(}■.,,-'U:\ 1..' �''Usv: / i- und sie tun gut daran! haben sie es zunächst erprobt. Sie erkannten, daß beim Geschirreinigen nicht nur gut, sondern daß es in all seinen Vorzügen unvergleichlich war und— dann studierten sie in seinen hunderterlei Verwendungsarten! Bei der häuslichen Reinigung gibt es einfach keine Beschränkung für die ��-Anwendung, je schwieriger die Aufgabe, umso besser Sei es in Ihrem Baderaum- Badewanne, Börsten, Kämme, Waschbecken, Nachtgeschirr— sei es in der Küche mit Töpfen, Flaschen, Gläsern, Geschirr und Gegenständen aller Art, sei es, wo es sei— immer bewährt bringt es für wenige Pfennige und ohne Mühe Sauberkeit und lachende, blitzende Frische! Henkel's ffl) zum Geschirraufwaschen und Spülen und für jede Reini- gunqsarbeit in Haus und Betriebt Hergestellt in den Persilwerken. Ü BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN ESSEN OÜSSELOORP HANNOVER DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURTVm WUPPERTAL BREMEN tfahroaxtQ 1931 G.ewid.iM.e± allen, fireimdezi unseres Ha-Utses und. denen, die es-werden wollen. Copyright bu Kurt Lisser Reklame 1931_ Nachdruck von Wort und Bild verboten! Wie haben Ihnen unsere Zeihings-' Beilagen gefallen, besonders die letzte:«Er und Sie im Wonnemond!" Es würde uns sehr interessieren, einmal Ihre Meinung darüber zu hören, vor allen Dingen sind wir immer begierig, zu lernen, was besser gemacht werden kann. Besten Dank im voraus. Cs geht nirgends so ulkig zu, Vie auf dieser Welt» Täglich bezahlen Lfcute TO Kark Und mehr für Dinge, die sie an» derswo für 8 Mark genau so gut kaufen könnten; aber wenn an einer Straßenecke ein Mann(vielleicht in Austrag einer Wette) echte 10 Mark Scheine anböte für 8 Mark, so würde wohl jeder lächelnd vorbeigehen, aus dem Gefühl heraus;„So was gibt's nicht l" Aber wte— wenn es einem gelänge, durch besondere Tüchtigkeit, durch konsequenten Einkauf In einem bisher kaum gekannten Maße, durch die Macht des„cash down on the table!" durch einen aufs sparsamste rationalisierten Herstellungsbetrleb, und— last not least— durch einen sehr bescheidenen Aufschlag auf die Selbstkosten—---> wenn es also einem dadurch gelänge Kleidung tatsächlich viel billiger verkaufen zu können, als dies möglich wäre, wenn auch nur eine der Voraussetzungen fehlte? I Hieße es nicht achtlos an einem Zehnmarkschein für 8 Mark vorbeigehen, wollte man nicht wenigstens dessen Angebote einmal prüfen, nur weil man glaubt„so was gibt's nicht'4!? „Was Ford für die Automobile, das haben Sie für Kleidung getan!11 SO schrieb uns einmal ein begeisterter Kunde, und in diesen kuriosen Zeiten gibt's tatsächlich vieles, was es früher nicht gegeben hat. Lauft nicht an den schönsten Angeboten achtlos vorbei, Herrschaften! Prüft und vergleicht! Von da ist es nur ein Schritt bis zur Erkenntnis, wie klug die sind, die dem Rate folgen: -5 � iyK if-xr" Der Winter ist vorüber. Kalendarisch und auch so— endlich— Hoffentlich. Nicht viel trennt uns mehr von dem lieblichen Pfingstfest. Wunderschön!— Aber trotz und allem zieben dunkel und drohend schwarze Wolken über den blitzblauen Himmel unserer Erwär» tung! Regelrechte Regenwolken! Und bald gieht es mit solch' ungehemmter Gradlinig» keit und Genauigkeit, daß auch nicht ein Eck- chen unserer Kleidung davon verschont bleibt. Regenschirm? Schon schön und gut, aber nicht lange, dann steht- er irgendwo in einer Ecke, ganz abgesehen davon, daß man als Achim nicht gern mit diesem vorsintflutlichen Verkehrshindernis herumläuft. Was bleibt ha übrig? Einzig und allein der Wettermantel. Sehen Sie, wenn Sie sich endlich zu dieser Erkenntnis aufgeschwungen haben-. ist das Aergste schon überwunden. Dann kommen- Sie einfach zu uns, sehen sich unsere Wettermäntel und Trenchcoats on, blau und hell in jeder Preislage, mit pracht» vollem Sitz und Schnitt. Ich bitte Sie, zwei stehen» gelassene Regenschirme ergeben einen Wetter- montel. Zawotsl.- Statu bd un« gibt> einen sehr schöne«, flotten, untsarbenen Eum- mimanlel 4*50 schon sür w und Wettermäntel ou* trästigein, imprägniertem Strichloden, in guter Ver- otbeünng und' tadelloser Paßform.*12 50 schon sür Kiesen praktischeu Allwetter-Mantel— ein sehr flotter Trenchcoat— in Blau und Mode, au, imprägniertem Stöfs mit wasserdichter Oeltuch- Eiulage und hübschem Plaidfutter, in 2reihig«r Raglansarm mit Rinzegurt und in guter Paßform, betommeu Sie bei un, sür nur JD Ununterbrochen Seh vollen 6 Wochen Zählt Lissy ihr Geld Und rechnet. Der vorjährige Hut gefällt Ihr nicht mehr, Doch wo bekommt sie'nen neuen her?! Und d i e Sorge schleppt sie mit sich herum. Zu dumm, Ihr Gehalt ist so klein, Und es reicht tatsächlich nicht. Nein! Sie ärgert sich mächtig, Lissy, sieh mal, ist d C Hier nicht prächtig? Eine fesche Glocke, Mit Band besetzt, Und dann der Preis!! Lissy, jetzt Lachst Du wieder, ja? Nun hol' ihn Dir Schleunigst von C& A. Hier— diese elegant«, geschwungen« Slocke au, weitzem Phantasi«gesiecht— Weiß ist die kommende Mode— ist mit zartsorbenrm Ripsband hochschick garniert und— kostet nur«£ Hochelegantes Nachmittagskleid aus hauch- duftigem Kunstseiden- Georgette mit pracht- voll- farbenfreudigem Druckmuster. Der weit« Bauschärmel, die reiche Bolautgarnierung sind letzter Schick. RufCrfpc de Thine-Un- 0*Mqq terkleid— nur*■» An dem hochmodernen Mantel aus Diagonal- Herrenstoff ist der breit« Directoire-Anffchlag.der flotte Aermel und die apart« Rückenparti« mit Blenden effektvoll de» .tont. Ganz auf gu- tem Futter— bis Größe 52<*Abo -für nur«32 Zufunftsbi'lö 1 Welch' herrliche Aussicht, wenn erst die Er- � findung des Fernsehens _(on der bekanntlich sehr ) I intensiv gearbeitet wird) so vervollkommnet sein wird, daß sie für die Allgemeinheit praktisch verwendbar ist. Eine herrliche Aussicht für uns— eine noch herrlichere Aussicht für Sie! Denn Sie können dann sehr behaglich zu Haus in Ihrem bequeme» Seffel fitzen. und wir haben die Möglichkeit. Ihnen all die schöne, moderne Kleidung vor Augen zu führen, die es bei uns gibt. Aber leider, bis dieser schöne Gedanke oer- wirklicht ist, wird noch allerhand Wasser ins Meer fließen. Bis dahin ist's noch nölig, z» uns ins Geschäft zu kommen. Und das— glauben Sie nur— liegt auch in Ihrem Interesse, denn wer möchte gerade in diesen Zeiten nicht sparen und— bei uns können Sie's doch so gut? Gleich bei Ihrem neuen Frühjahrsmantel können Sie anfangen. So ein herrlicher Fantaste-Mantel In den beliebten Diagonal- und Fisch- TS gröt-Mustern kostet bei un».... nur II Sollten 6U aber«wen Herrenstoff Mantel vor- ziehen, in ganz vorzüglicher Qualität, modern, tiptop verarbeitet und natürlich ganz 4b 4 TS gefüttert,— de» bekommen Sit schon für —„irfoerühmle. preUwrrtal i Herren- Kleidung! bekoSmeGÄ-. in unsere a(\ • Orenien»*�40 Wie man Männer fesselt ist das alte Thema, das wohl nie ganz zu Ende eröriert werden wird. Auch das be- kannte Sprichwort:„Die Liebe geht durch den Magen" reicht nicht dazu aus. Doch aber ist zweifellos die Kleidung, die Sie im Hause tragen, zur Erreichung dieses Zieles von unerhörter Bedeutung. Sie gehören doch sicher nicht zu den Frauen. die sich nur nett anziehen, wenn sie in Ge- sellschast gehen. Auch im Hause müssen Sie adrett und reizend aussehen. Gie tun's in einem unserer ganz allerliebsten Hauskleider, die nicht nur sehr fesch und modern sind, sondern auch, wie alles bei uns, fabelhaft billig. Gerade für Hauskleider sind Sie bei uns an der richtigen Quelle. Wenn Sie zu uns kommen, werden Sie überrascht sein von der Vielfältigkeit und Schönheit.— Und Preise? Gemusterte Kleider au» Waschkunstseide be- kommen Sie, auch iu großen Weiten, bei Jf 90 un» schon................. für 4 und bildschöne Foulard ine- Kleider mit aparten Druckmuftern und in sehr kleidsamen For>50 inen, auch große Weiten, schon.... für Allwettermantel: imprägniert Loden: Kapuze abzuknöpfen. Für ea. 2 bi» 3 Jahre ÄJ2S kostet er nur V lande» Grözca eulsprechend) Entzückende» Volant- Kleid an» WoUmuffelin- Fleurette. Größe 50 bis 90. In»7s Größe 50 nur 9 (andere Gröben entsprechend) Kennen Sie<3en? Hacke wird dick utid dicker. So geht's nicht mehr ..Reiten!" befiehlt der Arzt. Hacke reitet. Jeden Morgen zwei Stunden. Nach einiger Zeit fragt der Arzt:„Nun. wie ist's mit dem Gewichtsverlust?" ..35 Pfund" strahlt Hacke. „Was" fragt der Arzt,„was, 35 Pfund haben Sie abgenommen?" „Wieso ich," sagt Hacke,„der Gaul!" vrsnlentts.4t) Km Oranicnpists Chauneeftr.11 3 Könlgftraße 33 a«lB Stttliaar Bahnhof Am Bahnhot AJoanöerplat* ab Montag xurVerföaunal- Schriftliche BasteUiuuien können nicht beräcksichtlgt Werden I Häkelkapp sehr fesch und kl< die große Mode f&OlhMt � 4&ßKmfek fä*M mUt Hochsommerhut aus fein. Fantasie-Geflecht IN ih heilen Farben... M |) Spangenschuh für Damen, braun Boxealt mit Trotteur- Absatz 6.90 dto. in Lackleder..... M. Halbschuh für Herren, braun u. schwar j ßoxcalf, oder Lackleder, Original Good. Welt,. fK Plastron Kl«id«r- Pom« Georgette mit kunstselden Ma- Loehstickorel und raeain mit ete- doppelter Blende, gont. Stickerelen weiß,champ,rosa Champ. co rolle Crepe de chine elegante reinseid. KleiderqualitSt, gute Farben, ca. 100 cm, enorm billig, Mtr. Crepe Marocain- 8 chatten, reine ICunstsd. modernste Farbstellg, ca. VOO cm breit, Mtr. M. Honan- Druck echt asiatische Ware, neueste Dessins in guten Pastellfarben Mtr..... M. Tweed-Flamengo modeine Dessins, riesige Auswohl JubUfiumspreis Meter....... Pf. Wollcrepe de chine das weichfl. Gewebe, gr. Farbenausw.. reineWolie.dopp.-bi Jubiläumspr.Mtr. Seiden-Flamengo m. Jacquard-Effekt., r. Wollen Kunstseide, ca. 100 breit, Jubiläum» pr. Mtr Waschmusseline moderne Muster, große Auswahl Jubitdumspreis Meter Pf Crepeila aparte franz. Druckt in unerhörter Auswahl, JubilSumspreis Mtr... Pf. Woll-Musseline hübsche Sommerneuheiten In enorm. Auswahl, JubilSumspreis Mtr... Pf. Hemdhosen aus farbigem Batist, reich mitValen- cienne-Spitzen garniert....... M. Damen Pyjama au* farbigem Batist mit langem Arm zum Duratknäpfen......... M. Nachthemden für Domen, aus feiner Kunstseide mit aparter großer Spitzenpasse M. Strumpfhalter- Gürtel aus kunstseidenem Atlas, 2 Gummiteile, seitlich gehakt, mit 4 Haltern M. Corselet aus gut Brochs kunstseid Trikotbrust, seitlich gehakt Rüekenschn, 4 Halter Damen-Strümpfe künstl Waschseide, feinmaschig, mit Bollenverstflikg.u Spitzhochferse, PI Damen-Schlüpfer Charmeuse, doppelmasch. zarte Färb. od. Herr/Trikothemd., louisiana-Quol. Sport-Pullover ohne Ärmel, tür Herren, in schönen Melangen, für Damen weiß u. farbig M. 1 37: 39: 68 r: 37: 39 75 95 1 T. 4" r: T. 88 r. r: 95 Kinderkleidchen aus Waschsto ff, schöne Schotten- und Streifenmuster Gr. 40-55.... Pf. Knaben-Rollblusen aus uni u. gestreift Zephir mit Klapp Manschetten Gr. 0(Steig Pf. 25) Pf. Madchenkleid einf. Zephir m Falt. u. mod. Stick auf Krag u.Tasch. Gr. 50[Steig. Pf 30) M. Gummimäntel für Kinder in hübschen Schotten, Gr. 55-90 M. 775. Gr. 50-60 M Berufskittel auch fürs Haus, weiß Creton mit Blende, ohne Arm, amerik Form M. Selbstbinder gewalt. Mengen zu unerhört billigen rreis� z.T. reine Seide M. 1.95, Pf. 95. Oberhemden weiß, mit guten Popeline-Einsätzen, unserer großer Jubiläums-Säilager M. Sporthemden Schatten-Popsline m. festem Kragen, feine Pastelltarben, hervorrg preisw. Herrenhaarhute viele Formen und Farben, z. T. mit kleinen Schönheitsfehlern. M. 575, 95 CoupekofiFer echtVulcanfiber mit guten Schlößem, Oeckelrandnaht, 70 cm 7i50, 65 cm Besuchstasche große Form in div. apart. Ledernorbg. sowie mit modernen Auflagen.. M. Nachmittagstasche sehrelegant, m. echt.Cham.-Eidechs- platte, m Badenfalte. Vortasche etc.M. Elegante Halsketten das Modernste in Farbe und Form, außergew. billig, M. 2.90, 1.90 u Pf. Klapp-Kamera f0rRollfllm6"«9mif Rapid-Apl.l��, Lederbalgen, Rahmensucher.. M. „Vollklang" 25 cm« die unzerbrechliche, biegsame Schallplatte, reichhalt Repertoir, jetzt nur M. Wassertanks aus starkem Zinkblech, für5Ltr. Inhalt M 3.20 für 3 Ltr Inhalt...... M Hauszelte ausMilitflrzeltbahn DKV. 180x1 80 x50xl30cm, inkl. Zubehör.. M. 35 85 r. 57: r: 40 r: 3" 37: 69: 49: 675. 95 17': r. T. 39': Flottes Kleid Nachm.- Kleid aus reinseidenem aus kunstseide- Tussah, helle mo- nem Marocain, in derne Farben mit schwarz, marine kl. Mustern bedr. stahl und weinrot Relnw. Mantel Damen-Mantel mit apart, echtem englischer Art, Feekragen, ganz ganz gefüttert gefütt. bis Gr. 52 bis Größe 52 fyuUU jUckw* OfatogtowleM* wir olle i«tzt b«i uns gekaufte wir alle bis 9.5. bei uns gekauften Bett«, Tisch* und LetbwSsche silbernen und versilberten Bestecke KARSTADT Garb.- Mantel Saceo- Anzug reines Kammgarn au* modernem ganz auf Kunst*, stropazierf Stof- gut verarbeitet fen 39.00, 29.00 • 50 JAHRE KARSTADT ftf) JUßlLÄUMS-VERKAUF 50 JAHRE KARSTADT � JUBILÄUMS-VERKAUF Jtr. 204* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonniag, 3. Mai 1934 Pläne der Gozialreaktion. Zum Kampf um die Invalidenversicherung. Die„Reform der Sozialversicherung' ist von der Vereinigung der Arbeitgebcrverbände als eine der Schicksalsfragen des deutschen Voltes charakterisiert worden. Man kann dieser Choral- terisierung beipflichten; denn eine Zerstörung der Sozialoersichc- rung würde an den Grundfesten des Staates rütteln. Auf eine solche Zerstörung laufen aber die„R e f o r in"-Pläne der Arbeitgeberverbände hinaus Sie wollen nicht reformieren, sondern nur abbauen. Der von ihnen geforderte Leistungsabbau soll in erster Linie dazu dienen, die innere R e p a r a t i o n s l a st, d. h. oll die mit der Bekämpfung der Kriegsfolgen im weiteren Sinn vek- bundenen Losten den notleidenden Massen, vor allem der Arbeiterschaft, aufzuhalsen. Eine wirkliche Reform durch Neuorganisation und Ausbau zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Zweige der Sozial- Versicherung fordern die G e w e r k s ch a f t e n. Sie würden z. B. voraussichtlich keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine gewisse Gefahrengemeinschaft der alten Sozialversicherung, d. h. unter Aus- schluh der Arbeitslosenversicherung, geltend machen. Seit langem haben die Gewerkschasten«ine Vereiuheikllchung �-r Versicherungszweige gefordert, die in erster Linie die gesundheitlich geschädigten Arbeitnehmer betreuen. Allein von einer solchen Reform will man weder bei den Unternehmern noch auch im Augenblick im Reichs- orbeitsministerium etwas wisien. Die Unternehmer wollen einfach auf Kosten der Versicherten„spare n", d. h. irgendwo d i e R e n t e n o b b o u e n, und die Regierung will mühlauf und mühlzu machen, d. h. irgendwo entstehende Defizits in der Sozialversicherung durch dies« selbst decken lasten und ihr zugleich durch Abbau der Zuschüsse neu« Lasten aufhalsen, für die eigentlich die Allgemeinheit zu sorgen hätte. Dos gilt vor allem für die I n v a l i d e n o e r. s ich e rung. Zu welchen Ungerechtigkeiten das führen muß, wird in der neuesten Nummer der„S o z i a l e n P r a x i s" Cßeft 18) von W e l t e r» Berlin, dem Soziawersicherungsspezialisten des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, aufgezeigt. Welker stellt fest, daß die Finanzlage der Zuvalidenversicherung. obwohl sie jetzt vom Dermögen zehren muß, bei weitem nicht so katastrophal ist, daß dadurch ein allgemeiner Abbau der Renten auch nur zum Teil gerechtfertigt werden könnte. Das Rechnung s- jähr IS 30 habe noch mit einem Ueberschuß von etwa SOMillionenMark abgeschlossen. Für 1931 werde, wenn die Berhältniste sich nicht bessern, mit einer Unterbilanz von Kl> b i s 6 5 Millionen Mark gerechnet werden müssen. Es fei also ein erstmaliger Zugriff auf das Vermögen erforderlich, und wenn 1932 die Beitragseinnahmen nicht höher seien als in dem unternormalen Beitragsjahr 1930, so sei mit einem weiteren Fehl- betrag von 130 bis 140 Millionen Mark zu rechnen. Bei u n g ü n» st i g e r Wirtschastsxerjpettive würde demnach bis zum Schluß des Jahres 1932 das Vermögen unter voller Ausrech lerhallung der jetzigen Leistungen um rund 200 Millionen Mark angegriffen werden. Der Gesanüvermögensstand(Reinvermögen) habe am Schluß des Jahres 1930 im ganzen 1832 Millionen Mark betragen. Wenn auch ein starker Teil dieses Vermögens nur unter schweren sozialpolitischen Schädigungen flüssig gemocht werden könne, so sei doch der liquide Teil groß genug, um unmittelbare Sorgen für die Fortgewährung der Leistungen noch für längere Zeit ausschalten zu können. Eine zwingende Notwendigkeit, die Leistun- gen sofort abzuba.uen, um so die Versicherung über die Zeit der wirtschaftlichen Not hinwegzubringen, bestehe also keines- wegs. Die unerwartet schnelle Verknappung der Fi- n a n z e n der Invalidenversicherung ist, wie Welter zahlenmäßig nachweist, zu einem guten Teil auf den Ausfall der Reichszufchüste zurückzuführen. Diese Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln sind ober— Welker betont das besonders ausdrücklich— gerade bei der Invalidenversicherung durchaus begründet, denn sie ist mit einer großen Zahl Verpflichtungen belastet, die ihr durch politische und wirtschaftspolitische Katastrophen zu- gefallen sind, oder die als reine Fürsorgeausga den be- trachtet werden müssen. Die Invalidenversicherung hat z. B eine ganz erhebliche Venlenlast als öriegsfolge zu tragen. Nach einer sehr vorsichtigen Schätzung kommen 100 000 Invaliden-, 330 000 Waisen- und S0 000 Witwenrenten noch heute als reine Kriegsfolge in Frag«. Jedenfalls ist die Last der auf schwere Kriegsverletzung zurückführbaren Invaliditätsfälle ganz bedeutend. Ferner sind, wie Welker weiter ausführt, von der Versicherung Inflations- schöben insofern zü tragen, als bei der damals vollzogenen wirtschaftlichen Umschichtung mancher kleine, bi» dahin versicherte Rentner in sehr vorgeschrittenem 2llter erst zur Versicherung kam, um nach knapper Erfüllung der geringen Wartezeit(200 Wochenbeiträge) Altersrente zu beziehen. Nach Wahrnehmung ländlicher Der- fichertenoertreter kommt noch heute manch« Versicherung in vorgerücktem Alter auf Grund eines Scheinarbeits- Verhältnisses zustande, um zur Entlastung kleiner Gemeinden nach Zurücklegung der kurzen Wartezeit Allersrente zu beziehen. Unter Hinweis auf diese Tatsachen betont Welker, es könne nicht Aufgab« einer Versicherung sein, mit ihrem Beitragsaufkommen solche öffentlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Je mehr an den Reichs- Zuschüssen gerüttelt und abgebaut werde, um so mehr würden und müßten die Versicherungsbeiträge den Charakter einer Soadersteuer der arbeikenden Schichten erhallen. Eine allgemeine Kürzimg der an sich bereits viel zu geringen Rentenleistungen jedoch würde ein Schlag gegen die Allerärmsten bedeuten— ein Schlag, der im übrigen auch von den Fürsorge- verbänden nicht pariert werden könne. Die Fürsorgeverbände brauchten einen Ausbau, nicht aber einen Abbau der Invaliden- renken, da annähernd 30 Prozent der Sozialrentner noch in öffent- licher Fürsorg« stünden, well die Sozialrente nicht ausreiche, um den allernotdürftigsten Lebensunterhall zu bestrellen. Man darf erwarten, daß das Reichstabinett dieser Warnung die nötige Beachtung schenkt, wenn es demnächst zu den brennenden sozialpolitischen Fragen Stellung nimmt. Die Lasten der Wohlfahri. Für die Gemeinden. Der Deutsche Städtetag teill mit:„Der Brauns-Aus. schuß hat in mehrwöchiger Arbeit«ine An, zahl von Angelegen- hellen behandelt. Die große und wichtige Frag« ab«r. von deren Lösung die Sanierung der kommunalen Finanzen abhängt, die Betreuung der sogenannten Wohlfahrtserwerbslosen und der ZunaWie VolilfaKptscrwerljslosen in Preußen. A Großstädte B Kleinstädte CLand Uter 100 000 Emw. TO- 25 000 Einv. Auf je 1000 EinwcKner 29.»« 25.,, 21. 5 21. 17.. 12... ü 30. DC- 1930 031.X1I.193O 131.111.1931 5—4 In0/. 30. Sept. 19 10= 100 85.. 65. h 39.. A B C ABC Ausgleich der Wohlfahrtskasten zwischen Reich Ländern und Gemeinden, ist von ihm noch nicht in Angriff ge» nommen worden. Die Gemeinden können die ungeheuerlich gestiegenen Kosten der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorg« nicht allein tragen, die Finanzlage der Gemeinden muß sich, weil die Zahl der wohlfahrts- erwerbslofea nach wie vor steigt, von Monat zu Monat vcr- schlechtert. Die dringend«rfovderlichen Entschlüsse der Reichs- regierung hängen von der Stellungnahme des Brauns-Ausschusses ab, jede weitere Woche der Verzögerung richtet außerordentlichen Schaden an. Deswegen hat der Deutsche Städtetag namens der deutschen Städte den Brauns-Ausschuß gebeten, vorweg an die Lösung des Problems der Wohlfahrtserwerbslosen einschließlich der Neugestaltung der Krisenfürsorge heranzugehen, zumal diese Frage unabhängig von der eigentlich«» Reform der Arbeitslosenver- sicherung erledigt werden kann." Oer Aotruf einer Giadi. Segen Sie skrupellosen Stillegunaen. Gelsen kirchon. 2. Mai. Wegen der beabsichtigten völligen Stillegung der Schachtanlogen R he i n e l b«- A l m a in Gelsenkirchen hat Oberbürgermeister Zimmermann an den preußischen Innen- minister sowie an den Handels- und Finanzminister Telegramme gerichtet, in denen darauf hingewiesen wird, daß durch die Still- legung der Schachtanlagcn 900 Arbeiter und 70 An- gestellte erwerbslos würden. Gelfenktrchea könne diesen neuen Schlag nicht ertragen, da ein abermaliger Steuerausfall zu» sammen mll dem Konsumrückgang und den zunehmenden Wohl- fahrtslasten die völlige Zerrüttung der städtischen Finanzen mll sich bringen müsse. Der Fehlbetrag für 1931 betrage jetzt schon SH Mil- lionen Mark. In den Telegrammen werden die Minister gebeten, den Demobilmachungskommissar anzuweisen, die völlige Stillegung der Anlagen ni ch t z u genehmigen da andern- falls die Stadt ohne staatliche Hilst ihre Existenz nicht mehr auf- rechterhalten könne. Oer Streik in Niederlehme. Die Streikenden verzichten auf Dettelsuppen. Zur Bellegung des Streiks in Niederlehme, über den wir am 1. Mai ausführlich berichteten, hat der Schlichtungsausschuß in Potsdam die bisherigen Vertragsparteien zu VerHand- l u n g e n geladen. Die Front der Streikenden steht heute nach fast fünfwöchigem Kampf noch genau so fest wie am ersten Strciktage. Es ist daher bodenlos dumm und zugleich gemein von den Eewerk- schafts„ftrategen" in der„Roten Fahne", zu behaupten, die„Ge- werkschaftsbürokratie" wolle die Streikenden„verraten" und ihnen zumuten, für 70 oder 72 Pfennig Stundenlohn wieder in den Be- trieb zu gehen. Die Gewerkschaften denken nicht daran, den Streikenden, die zu 98 Proz. freigewerkschaftlich orga- nisiert sind, einen Abbau ihrer Stundenlöhne um 21 Pfennig zuzumuten. Diese Verleumdungssucht ist jedoch sehr verständlich, weil nämlich die KPB und ihre RGO. bei den Streikenden in Niederlehme nichts zu melden hat. Die RGO. ist den Streikenden in Niederlehme nur vom Hörensagen bekannt. Eine Arbeitergruppe, die fast geschlossen und schon langjährig organisiert ist, hat es auch nicht nötig, sich mll Gemeindesuppen satt machen zu lassen, wie«s der kommunistische Gemeindevertreter in Niederlehme verlangte. Die sozialdemokratischen Gemeindevertreter haben im Einv er- nehmen mit den Streikenden, die von ihren Gewerk- schasten ausreichend unterstützt werden, diesen kommunistischen An- biederungsantrag abgelehnt. Dafür werden jedenfalls die Streitenden in Niederlehme zusammen mit ihren Organisationen sorgen, daß ihr- Streit nicht mit einem solchen„Erfolg" endet wie bisher alle von der RGO.„geführten" Streiks. Kür Lugendschuh. Kundgebung der Metallarbeiterjugend. Im Rahmen der Frühjahrswerbung der freigewerkschaftlichen Berliner Iugendzentrale veranstaltete der Metallarbeiterverband zu Donnerstagabend im Gewerkschaftshaus eine Werbekundgebung für die Metallarbeiterjugend. In ihrem Mittelpunkt stand ein Vortrag des Genossen Schliestedt vom Hauptvorstand des Metallarbeiterverbandes über die Bedeutung und Notwendig- kell des Iugendschutzes. Mit zündenden Worten umriß er die sell Iahren von den Gewerkschaften erhobenen Forderungen nach gesetzlicher Regelung des Urlaubs der Jugendlichen, aus- reichenderer Freizeit, besserer Berufsausbildung, Bezahlung der Schulzeit, Herabsetzung der Lehrzeit usw. Seine begeisternden Aus- führungen klangen aus in den Appell an die jungen Metallarbeiter unl» Metallarbeiterinnen, sich einzureihen in die gewerkschaftliche Front, deren Geschlossenhell in der jetzigen Zeit der Reaktion auf allen Gebieten mehr als je notwendig ist. Der Arbeiterfängeroerein Fichte-Georginia trug zum Gelingen der Veranstaltung ebenso bei, wie der Sprech- uiii> Bewegungschor der Berliner Gewerkfchaftsjugend, der die Kund- gcbung mit dem packenden Sprechchorwerk„Streik" beschloß. Niederlage der RGO. Bei den thüringischen Staatsforstarbeitern. Zu der Wahl des Hauptbetriebsrats für die thüringischen Staats- forsten hatten außer dem Deutschen Landarbeiterverband auch der Reichsverband ländlicher Arbeitnehmer(christliche Gewerkschaft) und die RGO. Listen aufgestellt. Insgesamt wurden 1481 Stimmen ab- gegeben, 29 davon waren ungültig. Bon den 14S2 gültigen Stimmen erhielt die Liste des Deutschen Landarbeilerverbandes 1224 Stimmen, die des Reichsverbandcs 16S und die der RGO. 63 Stimmen. Die fünf Vertreter und fünf Stellvertreter stellt mithin der Landarbeiteroerband. Reichsverband samt RGO. gehen leer aus. Im Vorjahre hatten der Landarbeiterverband vier und der Reichsverband einen Vertreter, die RGO. keinen. Damit hat die RGO. ihre vorjährige Position hundertprozentig behauptet. Sonderbare Fürsorge. Fürsorgelehrlinge, die nicht versichervngspflichtig sind. In einem am 23. April im„Reichsarbeitsblatt" veröffentlichten Erlaß nimmt das Reichsarbeitsministerium zu der Frage der Kranken- und Arbeitslosenversicherungspflicht der Lehrling« aus den Lehrwerkstätten der Fürsorge- oder Pflegeanstalten ablehnend Stellung. Reichsversicherungsamt und Reichsarbeitsministerium vertrstin — vorbehaltlich einer Entscheidung im Rechtswege— den Standpunkt, daß eine Lehre in den Lehrwerkstätten der Fürsorge- oder Pflegeanstallen keinen steien wirtschaftlichen Austausch von Artzeit und Lohn, sondern ein« obrigkeitliche Zwangsmaß- nahm« darstellt. Eine ausschlaggebende Bedeutung sei dem Uin- stand nicht beizumessen, daß zwischen dem Vorstand der Fürsorge- W Ow Boenicke-Havana «eilt bezüglich Ihrer feinen, milden Qualitit eine Leistung dar, die für den Raucher eineUeberraschung Ist. Glückliche Tabakeinkäufe aus besten Ernten, sorgfältigste Zusammenstellung durch erfahrene Fachleute und der Wille, dem sparsamen Raucher einen.wirklichen GenuB zu bieten. haben es ermöglicht, diese tu Sergewöhnliche Leistung zu vollbringen. Dabei ist„Kampfspiei" eine Handarbeits-Zigarre! Khten-Rabatt auf„ Kampfsplel" aufgehoben. Eine weitere hohe Leistung Ist mein neues Sumatra-Sortiment Mit Verlaub Dellcados.,»,, 10V cm 15 Pf. Excelsos 1 lOs cm 20 Pf. ProtectoresJ Sandblatt 11� cm 25 Pf. Grandezas j 11� cm 30 Pf. Kisten zu 50 Stück. Sämtlich In dem beliebten Oval-Format Berlin W 8, Französische Straße 21 HAUS AM ZOO(CAPTTOL) KÖNIGSTRASSE 49 BAYERISCHER PLATZ 9 5CHLOSS-STR. 96(STEGLITZ) KOCHSTRASSE 59 INVAUDENSTRASSE 117 ober Pflegeanstoli und Sem von ihm für die Leitung der Lehrwsrk- statte der Anstatt bestellten Meister ein schriftlicher Lehr» o e r t r a g abgeschlossen wird Der Erlaß muß starke Bedenken hervorrufen. Nach der Auslehre oerlassen die meisten Zöglinge die Fürsorge- oder Pslegeanstalt. In den meisten Fällen wird dem Ausgelernten von der Anstalt eine Stellung nachgewiesen. Es sind nicht immer die besten Stellen, die für„solche" Arbeiter offen sind. Das Aus- halten wird mitunter schwer. Doch ob durch eigenes Verschulden. durch fremdes oder gar infolge mangelnder Arbeit kommt es leicht zur Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit selbst der normal ausaelernten Jugendlichen ist aber zur Zeit erschreckend groß. Wenn nun der frühere Zögling seine Stelle verloren hat, so steht er auf Grund der Verneinung der Versicher nngs- Pflicht vollkommen dem Nichts gegenüber. Arbeitslosen- Unterstützung kann er nicht beziehen. Der Nachteil gegenüber dem jugendlichen Arbeitslosen, die weder fürsorgebedürftig waren noch fürsorgebedürftig sind, liegt auf der chand. Dabei müßte gerade dem Svzialsürsorgebedürstigen besonders geholfen werden. Das Gegen- teil wird bewirkt. Nach jahrelanger Entfernung von der Familie kehrt der frühere Zögling zu ihr zurück und fällt ihr zur Last. Und damit ist in vielen Fällen der Anlaß für neue Kon« f l i k t st 0 f f e im Leben des sozialgefährdeten Jugendlichen ge- schaffen. Viele Mittel und Mühen werden aufgewandt, um ihn in ein geordnetes Leben einzuführen. Die Ersparnis von einigen wenigen Mark für Sozialversicherungsbeiträge oder vielmehr die Annahmeoerweigerung der Beiträge von dem zuständigen Sozial- Versicherungsträger aus juristischen Gründen„erspart" die Zahlung der Bersicherungsleiftung und reißt dafür alles wieder ein. Eine weitblickende Fürsorge ist das nicht. Der Vorbehalt der Entscheidung im Rechtswege steht auf dem Papier, wenn nicht die Fürforgeverbände von sich aus ver- suchen, durch ein Rechtsverfahren eine Aenderung des Erlasses her- beizuführen._ H. B. Zehn Pfennig Giundenlohn. Die Gutsverwaltung Ober-Hohendorf, Kreis»offen- Hain in Schlesien, legte einer Landarbeiterin folgenden Vertrag zur Unterschrift vor: „Wirtschaftsamt Ober-Hohendorf Kreis Bolkenhain Den..... 1931 Vertrag. Zwischen der Gutsverwaltung Ober-l?ohendorf und der Frau chosfmann, Ober-Hohendorf. Ich, Endesunterfertigte, erkläre mich bereit, auf dem Gut Ober-Hohendorf gegen einen Stundenlohn von 0.10 Mark(infolge minderwertiger Arbeitskraft) zu arbeiten und. anerkenne diesen Vertrag durch meine Unterschrift." Die erwähnte Arbeiterin ist 26 Jahre alt, durchaus gesund und bereits jahrelang in der Landwirtschaft tätig. Die Landarbeiter können sich gegen solche Zumutungen nur wehren, wenn sie Verträge dieser Art nicht unterschreiben. Achtung, Kommunalbeamte! Sie ffenKtfcfr 5ta nnsr seraitfiaUei«■ R»»- i«a um 10 W)t im flu�ru Soul des Kackelch«» jmfc«. Solenliolc« Sit. 40—41, «I»« nroS« ffuRlttnpätoerfttimuXnttfl,»a der nur lSe-uriMnlmiia der Berllnee SrfoUmaetmcbaiatfl Stell r-rq gcaamaKa Buchen fol. Srlchciue» aller Fuuiti». »8te Ht Pflicht. Achtung, Betriebsräte! Der»illchlk orbeitsrechtlich« Ivforenationeabend Nr Betriebsrat« ist am Dienst«,, dem 5. Mai. 19 Ubr. im Saal 5 des Gawerkschaftsboufes, iknael. ufer 24— 25. Leiter de« SnformotiortMjbendj ift der tKenvkle Dr. Bruna Bidcker. tirdem fre!,nverilschaM!ch ar»iniKertc?i Betriebsrat-ist die Deilnabm« an de» kinforiln-rtidnsaber.den. moasich. Porberi,« Anen-ldritia-ift micht eefdrderiich. Teil- !l«lnnerq«bMr wird nickt«khapen. Der foszende Aniarmatian-abenb ist not. qelvben für den 19. Mal. Gtnck Marien seid«. B»trieb»tradti»a de.« SP». Marsen. Mvntas, ISH Ilbr, Sestoutont Dflnou, Mariendorf, STtiabe«, Ecke Marien- felder Strafte, ssradtionsiMlammIun,. BTch. Wiebestrafte. Morsen, Wontas. im Lokal Wiebr- Sck« Kuttenftrofte. u irnd 20 Ubr«wei wichtige Berfammlunchen. SU denen all« Genossen und Somvatbisterenden erscheinen müssen. Karl Dressel ivricht über:.Unsere nächsten Aufgaben�. Der Fr»lti»»»»»rst»ud. __ Deutscher Belle! duugutibeiter.Derbaird. T'liale Berti». Serrenmoftsckineider. Mlt'mock. ISla Uhr. Vsrfam>'.rli,na im Gemcrbscho.ftsi>au». Enaelufer St— 2ö. grofter Saal. Tageso rbmms: 1. Etellunanahme cur Auskündiguns des Tarife« durch die«rbeitseberorgontsation. 2. Branchrnfragen. Der wichtiaen Tage». ordnun, wegen ist c» Pflicht aller Kollegen, bestimmt und pünktlich Zu erscheinen. Nur Mitglieder obiger Branche, die mit den Beiträgen nicht über 4 W»<5>en im Rückstand stich, haben Zutritt. Die Branchenlommisston. �»uaendarupve deeiZentralverbandeS der Angestellten WJß Leute. Sonntag, finden folaendc Veranstaltungen statt: Leute findet der Maisugendtag im Vollspark Achberg« statt. Wir treffen uns um Wi Ubr auf der Brücke.— Morgen, Montag, finde» folgend« Veranstaltungen statt: Wedding! Jugendheim Turiner Sck« Seeftrafte. Aussprache» abend.— Brist: Städtische« Jugendheim lRothaue). Maifeier.— Urban: Jugendheim Lebrecht. Ecke Sanderstrafte. Lichtbildervortrag:.Auf nach Lübeck". Referent: Leilbrunn.— Weihense«! Iugendheün Ptswriusstr. 24. Vortrag: ..Sewerkschaftsfragen". Referent: Lewinsli. nskt-t— uncj ist dillig! Aus der Partei. Zerstörung von Sefckichtslegenden. Eine der wichtigsten Aufgaben unserer politischen AufklärungS- arbeit ist die Zerstörung von Gefchichtslegenden, die heute mehr denn je wichtige Bestandteile der nationalistischen Ideologie sind. Wertvolle Beiträge zu dieser Ausklärungsorbeit bringt das April- Heft der„Sozialistischen B i l d u n g". In feinem Aussatz „Franz Mehring, der politische Historiker" weist Otto I e n s s e n mit Recht darauf hin, daß die oltpreußische Tradition noch heute lebendig ist, wenn auch nur als historische Maskerade der letzten Konferoativen oder auch als ein Stück der nationalsozialistischen Ideologie, und er kennzeichnet unter Hinweis auf die neuerdings erschienenen Bände Mehrings„Zur preußischen Geschichte" die Aus- gaben, die hier der sozialistischen Bildungsarbeit oorgezeichnet sind. Ein weiterer Beitrag zu demselben Thema ist der Aufsatz von I o- Hannes Albert„Nationalsozialismus und nationale Idee", in dem an Hand reichhaltigen Materials die nationalsozialistische Prä- tension zurückgewiesen wird, daß Johann Gottlieb Fichte der erste Nationalsozialist gewesen sei. In dasselbe Gebiet der aktuellen politischen Aufklärung gehört auch die Abhandlung von Fred Bückend„Die Literatur über den Faschismus", die eine Uebersicht über die qesamte einschlägiae Literatur in deutscher, französischer und italienischer Sprache gibt. — An weiteren Beiträgen der reichhaltigen Nummer seien heute noch kurz genannt: Dr. S. N e st r i e p t e„Filmzensur und Lampe- Ausschüsse", S. Wagner„Bildungsveranstaltungen für Erwerbslose" und G. G o st r o ck ,T>ie Maiseier als Symbol des Masten- willens".— In der Beilage„Bücherwarte" finden wir Besprechungen der wichtigsten Neuerscheinungen der schönen und wissenfchaftii wissenschaftlichen Literatur.— Die Beilage„S o z i a l i st� s ch e Er- z i e h u n g" bringt unter anderem einen temverameni von A. G a y ck„Tretet den Berleumdungen entgegen!", in dem Or- ganisationen und Presse aufgefordert werden, den gegnerischen An griffen gegen die Kinderfreundebewegungen energischer als bisher entgegenzutreten.. parieinachnchien sürGroß-Berlin Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB«, Sindenstraft« 3, stet» an da» Bezirkisekretariat 2. Huf, z Treppen recht», zu richten Achtung, Genossinnen und Genosten! Der Bozirksoorstand läßt einen Tonderzug zur Vröffnungskundgcbuug des Parteitages in Leipzig zusonrmenftellen. Die Gutscheine zum Eintauschen der Fahrkarten.zum Prsise von 6.66 Mark für Hin- und Rückfahrt am 31. Mai d. I. befinden sich bereits in Händen der Abteilungskassierer. Es wird um rege Beteiligung gebeten. I. A.: Alex Pagets. ä- ?«Zirk»an»sch»ft sü« soZialistisch« Biibungsorbeii. Di- Zum Montag, 4. Mai, angeseilte Siftung sollt au». Sie findet am Mittnioch, 6. Mai, statt. Engerer Ausschuß um IS Uhr, erweiterten Busschuß um 29 Uhr. Beginn aller Veranstaltungen 191* Uhr, sofern keine besondere Zeitangabel—(SV.— kreisvorstand.) Heute, Sonnlag, Z. Mai: Sl. Abt. Die Genossen beteiligen sich am Werfiespiel der ifreien Zuruerichoft von g bi» IS Uhr Offenbacher Str. ö. Ab IS Uhr Tai« bei Schilling, U-Bahnhof Dahlem-Dorf. 11. Krei». Di- Arbeitersänger veranstalten beute um UH Uhr eine Matinee im �itanIa"-F>Imth«a»er. Rheinitraße. Wir ersucke» die Genossinnen und Genossen, die Veranstaltung der Sänger durch regen Desuch Zu unter- stüften. Morgen. Movkag. 4. Mai: 5. Krei». KP.'Siftung mit allen Abteilungsleitern. Lokal Eadiner Str. 10. st»»ktia»äri»»«»-S!ft»»g 1314 Uhr. ebenfalls Lokal Eadiner Str. 10.— Diea»taa, 3- Mai. Erwerbslosen. Zusammentunit von 1.3 bi» 13 Uhr Im Keim. Tilsiter Str. 4/Z. Musikalisch« Unterhaltung! anlcklieftenb Bortrag: „Die Erinerbslalensrag« im Spiegel der Presse/— Mittwoch, 0. Mai: Siftung de« Billiunsisaiisschüsse« hei. Reifch. Eadiner Etr/10. 14»rei«. 19 Uhr Giftung de« engeren Kreisvorftande».*,*.■~ 17.»rei». Bildungsousschilft! Maiseierfarten-Ahr-äintN'» beseimmt 19 Uhr, Bidlioihef. Peichi-lftr. Ä.— Kv.-«i»»»a an bekonnter Stelle. *3. Abt. 20 Uhr sisunktionärsiftunz bei vchellhal«. Ahornltr. Id». 10«.». 103, Abt. Die Mitglieder werden gebet«», an dem vom AGB. durch. geführten Lichtbi ldrrvertraz im Lokal von Sinfte, Schöncrlinder Str. 5, teiuunehmen., �. vienslag. 5. Ma>: 7. Krei» aharlnttenbueg. m» Ubr erweiterte KB.-Siftung im Zimmer 1 de» Rathauses. 12. Krei«.«P.-Siftung on bekannter Stelle. 1«. Krei». KreisfunktionärkonkerenZ bei Gallas. Die SsZialiftische Arbeiter- Zugenb Reuköll»>'! veranstaltet am z. Mai ein« ALnsiahreefeier anläßlich ihre» fünfjährigen Bestehen». Sie findet mit gutem Programm in her Aula der Karl-Marr-Schul«. Kaiser- Triedrich-Str. 210, um 191: Uhr statt. Der Eintritt»vreiz beträgt 40 Ps. Im Programm Zeiaen wir auch den Film:.Der Weg i». Dritte Reich". Wir bitten um Zahlreiche Beteiligung. 20. Abt. Die ErdffnungtveranstaltUng der neuen Kinderfreundegruvve„Her- mann Müller" findet am Dienstag, 5. Mai. 17 Uhr, im Jugendheim Gleim- straft- SS lneden dem„Eoloffeum") statt. Parteigenossen, schickt eure Kinder und beteiligt euch an der Elternversammlung am Donnerstag- 7. Mai. in der Scknil: Sonnenburger Str. 20. Maro Löwenstein spricht über:„Zrhn Jahre Berliner Kinberfreundebewegung". Interessierte sind ebenfalls ein- geladen. 40. Abt. 20 Uhr bei K«ufner. Hagelberger Str. 20,. 4*. Abt. 20 Uhr FunktionärkonferenZ bei Reibe, Gitfchiner Str. 33. 101. Ab«. 20 Uhr bei M-NZ, Kiest,-IZstr. 21, Zusammenkunft der jüngeren Partei. Mitglieder. Fortfeftung der Arbeitsgemeinschaft:„Marxismus der Gegen» wart"(Heinrich IatubowieZ).. 108. u. 108,. Abt. Jüngere Partaiaenassen! DiskufsionSabend litt„Stadtlhcater". Fricdrichsir. 8:»Wir und die Kommunisten. Mittwoch, e. Mai: 2.»»eis. Bild»»g»a»»sch»ß. Siftung bei Hübner, Wilsuacker Str. 84. 8. Abt. Arbeitskreis junger Parteigenossen im Jugendheim Senchiuer Str. 17. Kurt Maftick spricht Wer: �Kampforganisation«« der ArHeftgeHer Mick heg Arbeitnehmer." 9. Abt. ilü, Uhr Vorstondsssftung, 20 Uhr BeZirksführersiftung bei Kübneri BüsnackrrStr. 34. 51. Abt. 20 Uhr ifunktionürsiftuna bei Iamin, Sophie-Ebarlotte-Str. 88. Unt 19� Uhr Adtcilungsvorstandssiftung. I0«n.Mbt. Tunktionärsiftung bei Schuft. Bahnhofstr. 34. 137. Abt. 20 Uhr im„Boltsbaus", Echornwebcrftr- 114. Diskuffionsabenb für olle jungen Parteigenossen. Dl« BeZirksführer laden daZu ein. Freitag, 8. Mai: 77. Abt. ssunktionäroersammlung bei Jürgens. Arauenveranstaitungen. Wir bitten diejenigen Abtcilungslciterinnca für Agitation, die de» Kreis, leiterinnc» für Agitation noch nicht die Rcnaufnahmen gemeldet haben.»n> »erZügtich beim Abteilungskassierer die Reunnsnahmen srftZnstellkn und an die Kreieleiterinncn writerZnleiten. damit die Kreislcitrrinnen in der Lag- sind- dem Zrancnsckretarat das endgültige Resultat mitZutcilcn. Da» Francnselretariat. * 7. Krei». Dienstag. 5. Mai, im Jugendheim. Rosincnsir. 4, 18 Uhr, Tunktionärinncnsiftung. 20 Uhr Sreisfrauenabenö ebenfalls im Jugend- heim. Ref. Käthe Kern:»Unsere Vorschläge Zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise." 12. Krei». Dienstag, 5. Mai. 13 Uhr. Besichtigung des Oskar-Sclene-Leims in Dahlem. Treffpunkt 141, Uhr U-Bahnhof Ostar-Selene-Hcim. 20. Krei». Dienstag. 5. Mai. 20 Uhr. bei Schufte, am Bahnhof Wittenau-Rord Helferinnen- und Funktionärinnensiftung. 9. Abt. Donnerstag, 7. Mai, 19'A Uhr. inr Tegeler Heim, Qixiftow. Ecke Perle- berget Straße. Ref. Marie Kunert, M. d. R.:„Das Rundschreiben des Papstes." 21, Abt. Mittwoch,«. Mai, 20 Uhr. bei Kroll. Utrechter Str. 21,„Grundkäfte Mund Iforderungcn der SoZialdcmokratie." Referent Paul Bernstein. 22. Abt. Mittwoch, ll. Mai. IstW. Uhr. he! Bartsch, Iöhrer- Eck« Fehmarn- ftraße. Ref. Hanns H. Kammm:„Lollshuuior IM Klassenkampf." 27. Abt. Der Zrauenabend im Mai fallt wegen der Pfingstfeiertage aus. 58. Abt. Mittwoch. 6. Mai, öffentliche Isranennerfammlung im Logenhaus, Kleistftr. 10 lEartensaal). Ref. Dr. Käthe Frankenthal und Frau Assessor Dr. Klein:„Volksbewegung gegen 213." 74. Abt. Donnerstag. 7. Mai, 20 Uhr. im„Walbhaus", Epandauer Strafte, Ref. Dr. Erna Magnus:„Unsere Vorschläge Zur Bekämpfung der Arbeits- . lossgkeit." 80. Abt. Mittwoch. 0. Ma!. 20 Uhr. bei Görlift. Ehausseestr. 19, Ref. Dr. Frida Aferander:„Unser Kampf gegen den si 213." 91. Abt. Montag. 4. Mai. 1914 Uhr. bei Grimm, Doddlnstr. 10/11, Literori- scher Abend: Vortragende Friedel Hall. Die Funktionärinnen Reffen sich bereits um 19 Uhr. 131. Abt. Mittwoch, s. Mai, 20 Uhr. bei Sonnet. Parkstraße. Ref. Betriebs- fokretär Earl Dressel:„Die politische Lage." 130. Abt. Donnerstag. 7. Mai, 20 Uhr in der Baracke Lindauer Straße, Dis- kutierabend. 138. Abt. Montag- 4. Mai. 19% Uhr, im Turnhallengebäude, Roonstraße- Diskutierabend. Bezirksausschuß für Arbeitenvohlfahrk 4. Krei«. Donnerstag, 7. Mai. 20 Uhr. Selfersiftung: oorher Akten- besvrechung um 19% Uhr jm BeZirksamt. DanZiger Str. 62 iAItersheim). Genosse Stadtrat Fricdländcr spricht über:„EoZiale Einrichtungen im Bezirk Brenz- lauer Berg." 9. Krei«. Donnerstag. 7. Mai. 20 Uhr- Siftung der Arbeiterwohlfahrt im „Viktoriagarten". Wilhelmsaue. VereinsZimmer. Referat der Genossin Paula Kurgaß über:„Die Not der erwerbslosen Jugend." Arbeiisgemeinschast der kinderfreunde Graß-Berlin. Krei» BrenZsaner Berg und angrenZend« Kreise. Di« Ausstellung ist geöffnet bis Dienstag, 3. Mai. im BeZirksamt, DanZiger Str. 64, von 16 bi» 20 Uhr. Eintritt frei. Kinder, bringt Freunde und Eltern mit!— Gruppe �ermna» Müller". Dienstag. 3. Mai, 17 Uhr. im Iugendbeim, Gleimstr. 33(neben dem ,.EoIoss«um">: Eröffnungsoeranstaltung. Alle Eltern der 30. Partei-Abteilung werden gebeten, ihre Sinder Zu schicken. Anschließend Besuch der Kinderfreund«» Ausstellung im BeZirksamt. Freitag im gleichen Seim von 17 bis 19 Uhr nächste Veranstaltung der neuen Gruppe, Die Eltern beteiligen sich an der Eltern- Versammlung am Donnerstag, 7. Mai. Näheres unter Gruppe„Freiheit".— Gruppe„Freiheit". Heute, 13 Uhr, an der Falkenecke Treffpunkt Zum Mai- iindertag. Montag BolkstanZ für Jung, und Rote Falten. Dienstag fällt Turnen ans: dafür Beteiliguna an der Eröfsnungsperanstaftung der Gruppe „Hermann Müller". Mittwoch sür Rote Falken Aussprach« über:„Wie arbeiten wir«in« Fabrt aus?" Donnerstag, 20 Uhr. in der Schul«. Sonnenburger Strafte 20, Elternversammlung. Mara Löwenstein spricht über:„Zehn Jahre Berliner Kinderfreundebewegung." Keiner darf fehlen! Sohevschönhausen. Dir gehen heute alle Zum Moijug-ndtag. Treffpunkt 12 Uhr Freienwalder Ecke Berliner Straße. 30 Pf. Fahrgeld ist mitZubringen. Keei» Reutöllu. Tresfpunkte Zum Maijugendtag. Die Gruppen„Aoanti". „Quelle" und„Bauvolk" treffen sich beute um 12% Uhr am U-Bahnhof Leine- ftraße. Die übrigen Gruppen sind Zur selben Zeit am U-Bahnbof Rathaus Neukölln. Fahrgeld(30 Pf.1, Wimpel und Fahnen mitbringen!— Gruppe„Frift Reuter". Treffpunkt Zum Maijugendiag 1161 Uhr Raibaus Brift: 30 Pf. Fahrgeld.— Gruppe.Jungvolk". Achtung! Wir treffen uns all« am Diens- tag, 3. Mai, am Eingang Zum Luftbad. Korlsgartenstrafte. Kee!» Tempelbot. Gruppe Mariendorf trifft sich Zum Iugendtag 12% Uhr Ullsteinstrafte.— Gruppe Temvelbof 12«! Ubr U-Bahn Rinqbabnstoafte. BeZi« Friednichshuiu. Heute trefsen sich die Gruppen bereit» um 111« Uhr an ihren Tresiplöften: der Krei« 12 Uhr Weberwieke. Fahnen, Wimpel und 23 Pf. Fahrgeld mitbringen. Montag. 1« Uhr, Prob« für unser Daldfest im Heim Litauer Str. 16. Dienstag. 19'4 Ubr. Helfersiftung im Heim Diestel. mcnerftr. 3—6. Mittwoch. 18 Uhr. erster Svorwlaftabend im Friedrichshain. Zutritt nur a-g-n VorZeigung der Kinderkarte für 1931. Versicherung für 1931 muft bis Dienstag beZahlt sein. Freitag, 18 Uhr. Prob« für unser Waldfest im Heim Litauer Str. 1«. Sonnabend. Mitwirkende beim Daldfest treffen sich 1614 Uhr Schlesischer Babnhof. Eingang Fruchtstrafte. Zur Fahrt nach Wuhlheide. Schlafsack. Decke. WakchZeu» und 23 Pf. Fahrgeld. Sonntag, 10. Mai. Graftes Waldfest auf der Wirke bei Sanssouci. 25 Minuten vom Bahnhof Wuhlheide(Sadowat. Aus dem Pragramm: Zeltlager. Kasperle. VolistänZe, Maienspiel, Zirkus, Eingekreis usw. Die Eltern werden Zwischen 12 und 13 Uhr rem Bahnhof Wuhlheide abgeholt. Beginn der Borfvhrungen pünktlich 131: Uhr. Kinderfreund«. Arbeiterjimend. Partei, unternekwrt am Sonntag, dem 10. Mal, Fahrten nach Wuhlheide und kommt Zum Wakdfeft de,«reife, Friedrichshain. Der Eintritt ist frei.— Gruppe Petersburger Pl»4> tagt Dienstag und Freitag von 18 bis 19'� Uhr im Heim Tilsitrr Straß- 4.— Gruppe Lontufwigct Ploft. Montag. 18 Uhr, wichtiger Gruppen. abend. Alle Mitgliedskarten mitbringen. Krei» KreuZbcrg. Gruppe Bergmannstraße. Wir treffen uns heute, IVA Uhr, Ecke Porck- und Belle-Alliance-�traße. In Falkcnkleiduna erscheinen. Simpel und 30 Pfennig mitbringen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� 12. Abt. Am 30. April verstarb unser Genosse Pauk Schmidt. Berli- chingcnstr. 13. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch. 6. Mai. 18 Uhr, Kermatorium Gerichtstraße. Um reg« Beteiligung wird gebeten. 24. Abt. Unser Genosse Hermann Pronte- Naugarder Str. 7. ist vläftlich verstorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung Dienstag, ö. Mai. Idtft Ubr. Gevrgenkirchhof, Weißenfee. Riiickestrafte. «v.?' JL'f f/Ä"« ber Asche der Genossin Margarete Berg findet Montag. 4. Ma>, 14>.2 Uhr, r,t Friedrschsfelb« statt 89.»dt. Senossi O t t- z i« 1 e ck«, Weferstr. 215, ift nach langer Krank- heit verstorben. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. Wir werden dem Verstorbenen«in ehrende, Andenken bewahren. 90. Abt. Am 29. April verstarb unser Genosse Auanst Borgfelb, Neukölln. Weichseipia» � im 63. Leoensjabr«. Ehre seinem Andenken. Trauer. feiet am Montag- 4. Mai. 18 Uhr, im Kremawrinm Beümlschulenweg. Rege Beteiugung erbeten. W\ma Boucle-Teppiche 5os dostem Haargarn, moa. Muster und Farven Brücke ca22 180 1030. LüuFcrshtFF-Reske in allen Breiten u. Längen bedeutend unter Preis! Behtvorlaqen Auslegeware Da. Boucie-emforbiq, reines Haargarn, schwere Qualität, in den Farben mode u grau co. 68 cm. brr Temk&i,_ Verkauf /fi/r Berlin C7, Spandauer Sfr.�lZ Nur soweit Vorrat! Sonntag, Z. 5. Staats-Oper Unter d. Linden 244. A.-V. 20 Uhr Eine Nadit in Venodlg Endeg.22V> Uhr staats-Oper Aa Plitz dr Rcpniiü. 20 Uhr Pfadame BDllerfly Oiffntl. Kirtnrrknf Ende g.22Va Uhr Sonntag, 3. 5. StSdt. Oper Bismarckatr. Turnus IV 20 Uhr Cavanerla rasttcana loiopmisgnide Ende n.22>t, Uhr Staatl. Sduosph. (u CnduBnnirttl, 210 A.-V. 20 Uhr Prinz Friedrich Ende 23lh Uhr Ml.Stiiillef-TIieater.Qiarltlig. 20 Uhr Emilia Galotti Ende nach 22Vi Uhr SCAtü pl Aza 7. 4031 ■ TSjnch 5. 815 Sonntegt 2, H Nechm. SOPt. bUI M,«M». 1 W»2 3 Wiere Bros | Ballett Gerard Reichshalien-Theater Ibtnds|»J Somfjj tadtm 1�71 O», wundenolle F MAI-PROGRAMM. Populäre Preise: 50 Pf. bis 2 M, audi Sonntags! Nachmittags ermäßigte Preise! GROSSES SCHAUSPIELHAUS lieh 8 Uhr: IM WtittSI_________ PremierMliesetiung not noch I?n»!> Pegte: Erik Lhare». ROSE 1 Von Moi anlag bU Freitag: Sob abend:__ Hente Sonntag 3 X fä38] Monntsg, lO. Slal I Zum TorletEten Haie Znm 50. Haie Traute Paul Hans WIM! tf ROSE in Die Sache, die sich Liebe nennt Amerikanische Komödie von| Edwin Borke Ab 11. Mali Die fünf Frankfurter| | Große Frankfurter Straße 132 U-Bahn Strausberger Platz . OfSglger Vorrerkenf ilglldi | von 11—1 Uhr and 4—9 Uhr Telephonische Bestellung; £ 7 Welch SCI 34Z2 Einzig In Berlin für wenig Geld da« Bcslc v«_ Ein großer danler Teil dazu das entzückende TheaterstOck Graf Koks Billigt Sommcrp reise: Billig I 0,60, 0.75, 1,— Mk. bis ILO Mk. B, KU I 1,2« W '• 1 «(•>.■ Winter ★ Qarrem 1 8.15 IDir— Ifr.2519- InkeBirlnUl Dayelma-Ballett jin neuen Tänzen, sowiel (weitere neue Internat.! Spitzen-Darbietungen. Heut« Sonntag 2 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Pr. »«/.Uhr CASINO-TBEATEH Lothringer Sfa-age S7. miiwwHimmiiimimiiuiiimiuiiiiiimHMUWWW—— metropoi-ioeater Täglich SV« Uhr Nor noch 4 Tage I Das Veildien v. Montmartre Operette v. Kaiman Sonntag 4 Uhr Kleine Preise. Das veildien von UoDünartre — Elite-Singer— Kottbusser Str. 6 Tägl.ßViUhr Sonntag SV« Uhr FRUZl Out Cahoiii Lotte Hand n.4. baiM. Siegwart Ehrlich. liidm.«rnilijl» Pninl VomsMUme IWwBlwHVw. ZV» Uhr MeHomMte derirnuttai 8 Uhr Die Ehe Staatl.Sddbr-Tb. 8 Uhr Emilia Galotti Onttdin Tfeeatn 8 Uhr Der Hnpinaa vta ROpenlik r. Carl Zuckmaytr hjii Die KomOdie 8% Uhr Dienst am Kunden mCHtMai MtiHma Regie: Hans Deppe KartSrstendaiBn- TDeater Bismarck 449 I�SV�UbrJ Morgen z. 25. Male Alles Schwindel too Maranas kbifk. Musik von Mischa Spoliansky. LUNA PARK i s r e röf f n e t In seiner idyillschan Lage und Schönheit,«einen entklaulgen Konzert, seinem prachtvollen Feuerwerk,«einen vielen Attraktionen,«einem fröhlichen leben und Treiben noch immer unerreicht I Montag, den 4. Mai nachmittags 3 Uhr HOPPEGARTEN Ente PrSfang der Derbypferde HEUTE SONNTAG 3.Mai z'/z Uhr nachm. Preis Yon Dahlwitz Tfiealer In AdmlralsoBlul Täglich 8'/« Uhr Derlustlge Krieg Ochmann. Ablers, Trautenhayn a-Ch u a m TM UM Täglich SV, Uhr Kurzes GastspM Mistlnguett mit Ihrem eigenen Revueensemble Sonntags 4 Uhr Kleine Preise. HlstiBOactlc- Bevae LmlIü« Täglich 8-/. Uhr HosarenOeber Quid« Thielscher. Kastner, Arnstädt, Vespermann IttGMO SV» Uhr Alt- Heidelberg UdtligSsL WutirmilR. LLIadc, Potot Neues Theater — ans Zoo— lnBiliBh.ZN.StgL 5SS4 Heute 8V« Uhr Ueber 150 Mal: von Max Alsberg u. Otto Ernst Hesse ERÖFFNUNG BERLINER SOfKRSCHRU 19 3 1 BERDRS tSRÖSSTE AUSSTEttüNG'SPtT 189�2 E IGT- INTERNATIONALE AUSSTELLUNG FÜR STÄDTEBAU UNO WOHNUNGSWESEN» DAS BAUWERK UNSERER ZEIT- DIE WOHNUNG UNSERER ZEIT. DAS NEUE BAUEN» BILDENDE UND BAUKUNST.rD£R LÄNDLICHE SIEDLUNGSBAUv-�GAR AG E N.AUSSTELLUNG! RING' DER FRAUEN VIM DEUTSCHEN DOM gcOFFnTT TXgüCm voaAa• fUNKTU*MG arten u,„deutsches oos Ff ers Mitternacht; Wer hal Slott? Wir fertigen eleg. Anzog und Mantel für 29 M. mit uns. sämtl. Zutaten, Roßhaarverarb., tadellos. Sitz. Aus unseren Stoffen 15 M. Manataller„Chic", — OranlanstraQe 85, PoMaamr Sir. 43 e, Eingang Steglitzer Str. FranMarter Allee 39. Tarautr. 70 e PrcazJeaer Strebe 46(AI exanderplatz), Bamowskj- Bahnen Tbiaitr lo Her Sirejemanniir. ß1'« Uhr Geslern n. Henle Komödienhaus SV« Uhr Konlo X mit Felix Bressart. Lichterfelder Festsäle ZeMtenvIorter SRrcaOe 9 OeKonom Otto Sdtllllnsl Telephon: Lichterfelde O 3 1445 Ftstsili for 1S00 Personen mit Hedem eingendrietee Bahnen for Veranstaltungen jeder Irl/ Hodueitssile/ Vereinszinaer for 20 bis 300 Personen Gr sdiattiger Baturgarten ür 3000 Pen, alt Tiergart und Kinderspielplätzen Grosser Preisabbau V-a-——SS�Jav Fahrrzd- n. Motorrad-Zubehörteile?.n r Olga■ OwdCll noch nie dagewesenen Freisen. Kene Halbrenner u. Toorenräder schon für 38—. 38.—. 40.—. 40—. SS.— Neue DamenfahrrJd«t 46.. 86., Orlg. Brennabar-Räder 75.-. Stern Räder e'zt Rrcona Räder d'e Ballon-Kenner Mk. 88-,«5.-, 76.-, 85.-, 96.-. Bnllon-Tonren-, Ballon-Dnmenmaschlnen Mk. 80.- 86... 70... 80... Origlnal-Brennabor- Ballonrüde* Mk. 86.—• B.X.Stttder 75-. 88.- 95-. Transport- Zwelrkder v 05.- an. Gobranetate rabrrgdov Mk. 15.-.'JO.-, 25.-, 30.-, 36.-. 4000 Kinderräder Mk. 7.50. 10.-.15.-. 19,—. Jnpendräder Mk. 35.- an. Kalimen Mk. 16.-, 18.-, 20— 35.-, SO.-. N ator-Fah rrbd er mit Snrh»- Motor mit Zwclgniiugclrlebe, Touren, n. Sportmodelle. Kahrradzubebörteile bedeutend billiger. Auto- und Wotonadzubchörteile. grösstc Auswahl. Grosser Poeten neue erstklassige NAbmasoblnen Mk. 85.-. mit Elektro-Motor Mk. 110—. ——— Kl*«,« grüsete und schönste Auswahl von Berlin.' Kotferauparate sprecnmascRiRsn»k. 10.-. i*.-, 20.-, 25. 30.-, 35.-.»chanpiatten 0 45 0.80, 1.—. 16600 eretklualge IzoppeifedemehneehenwerK© Mk. 7.50 bis 13.—. S Amtliche Zubehörteile, Fadem alle gangbar. Grössen Mk. 1— 1 SO. Tenarmo. leere Gehäuse n. alle Zubehörteile z. SslbsSbausn. Radio grössteAnswaht Eadio-Zobehörteile, simtl.Bastlcrmaterial usw. irntal� 868 Solton stark, naeh auswart« gratin nnd franko. CmbbmsA|Uf BERLIN C. Welnmuisterstrass« 14. iHrnSl fl laV.nnOWy GrSsstes Fahrrailliaus Deotschlands. Plllale: Charlottonburg. windseheidatr. EeKo Kaatatr. 2. Filiale: Kantstr. 54. £/uf/Mi wirftr Brunmnkurm im im (Waldschänke) uli nafurllcben Meilquelten (Eingang K5nig«w«g) Täglich wco 7— IC Ubr mergen» Kurbcijfellß Scbsvitt Auskunft durch die Brunnenvertriebs- AG,(Hauptnicderlage für sämtliche naturlichen i«.«od ousläodischeo Heilquellen) Berlio SW« YorckstraOe 59/ Bergmann 3536—38, 6177 „fchü/l •vr' r-1®*"' �ln yo'lmvr. 5'°?' . �nkel. -l»d»P ■Sorn.»M ,u « l»d.r BoxcoW ponjen-� r�r�rschuhy säs:!'"".?' dhmenerbeit m' Wir verkaufen die hier abgebildeten Schuhe zu Original- Fabrikpreisen, wie sie von der Fabrik aus an Wiederverkäufer abgegeben werden. Kein Verkauf an Wiederverkäufer Mengenabgabe vorbehalten l Verkauf soweit Vorrat! Tit. 204* 48. Lahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag/ 3. Mai 4934 Verkehr am Himmelfahrtstage. 500—600 Sonderzüge für Ausflüge. Für den starken Verkehr crm Hinnnelfahrtstage hat die Reichs- bahndrrektion Berlin auf der Stadt-, Ring- und Vorortbahn um- fassende Vorbereitungen getrosten. Außer den fahrplanmäßigen Zügen iDerden der Berliner Bevölkerung 30» bis 600 Sonder- züge für Ausflüge ins Freie zur Verfügung stehen. Auf der Stadtbahn wird alle zwei Minuten ein Zug fahren und auf den elektrischen Vorortftrecken— besonders zwischen Berlin und Wannsee, Friedrichshagen und Grünau— wird der Fünfminutenverkehr eingerichtet werden. Für den Verkehr nach den weiteren Ausflugszielen find genügend Einsatzzüge vorgesehen, insbesondere zur Baumblüte auf der Strecke Berlin Potsdamer Fernbahnhof— W e r d e r 100 Züge, auf de? Strecke Schlesischer Bahnhof— S trausbergll Züge, vom Stettiner Bahnhof nach Bernau 14 Züge, nach Oranienburg 20 Züge, nach Veltens Züge, vom Potsdamer Vorortbahnhof nach Zossen 1 0 Züge, vom Görlitzer Bahnhof nach Königswu st erHausen 30 Züge, voin Lehrter Bahnhof nach Wustermark und Nauen 9 Züge. Der Rückverkehr mif diesen Strecken wird nach Bedarf im Zehnminutenoerkehr bedient werden. Nach Scharmützelsee und zurück sollen drei direkte Züge als Verstärkung gefahren werden. Wer sein 5)mnneffahrtsziel weiter gesteckt hat, benutze die beliebten Sonntagsrückfahrkarten: sie gelten von Mittwoch 12 Uhr bis Freitagmovgen 9 Uhr. Von der Mutter totgesagt. Wiedersehen im Gerichtssaal nach 25 Jahren. Eigenartige Familienverhältnisse ergaben sich in einem Bigamie- prozeß vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Der Arbester M. hatte im Jahr« 1904 eine Frau geheiratet, die ihn zwei Jahre später nach der Geburt eines Sohnes verließ. Die Ehegatten ließen gegenseitig nicht mehr von sich hören. Erst im Jahre 1920. als er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt«, be- suchte M. mst seinem Sohne an dessen Einsegnungstag seine Schwiegermutter, um noch dein Verbleib seiner Frau zu fragen. Hier<>?i soll ihm die alte Frau gesagt hoben, ihre Tochter fei längst ins Wasser gegangen. M. fuhr wieder nach Haus und heiratete daraufhin seine Hanshästerin. Erst gestern im Gerichtssaal unter der Anklage der Bigamie sah er seine erst« Frau wieder, die den, Gericht erklärte, daß auch sie die ganze verflossene Zeit nichts von ihrem Manne gehört hätte. Nun sollte die 80jährige Mutter der ersten Frau darüber gehört werden, wie sie zu jener Erzählung gekonmuui sei. Die Greisin verweigerte ihre Aussage gegen ihren Schwiegersohn, well sie sich nicht aufregen wollte. Das Gericht kannte die Angaben de? Angeklagten, daß er von dem Tode seiner Frau überzeugt gewesen sei, daher nicht widerlegen und sprach ihn aus subjektiv an Gründen von der Anklage der Doppelehe frei. Berlinern darf man'6 bieien. Saotkartoffeln für �aubentolonisten. Die agrarischen Zeitungen bieten alles auf, die Entfremdung zwischen Stadt und Land zu vergrößern. Den Landbewohnern wird ' der Glaube eingeflößt, daß die städtischen Verbraucher den Land- wirten vernünftige Preise mißgönnten, und verschwiegen wird, daß noch niemand so viel für die Bauern wirklich getan hat, wie die Arbeiterschaft und die Verbraucherorganisationen. Ein Beispiel solcher Irreführung bietet ein Aufsatz„Den Ber- linern darf man's bieten" in der„Deutschen Tageszeitung" vom 29. April 1931. Es wird dort behauptet: In einem Kaufhaus in der Nähe des Alexanderplatzes werden Saatkartoffeln zu folgenden Preisen an die Laubenkolonisten vertauft:„Blaue Oden- wälder" 1,40 M.,„Industrie" 1,40 M., eine andere Sorte sogar 1,50 M. je 10 Pfund. In längeren Ausführungen werden daran Betrachtungen geknüpft über die Ausnutzung der Bauern, um den Unwillen gegen die Städter zu steigern. Auställigcrweise wird das „Kaufhaus am Alexanderplatz" nicht näher bezeichnet, was eine Nachprüfung erschwert. Wir wollen dazu bemerken, daß kein Laubentolonist Berlins«s notwendig hat, derartig überhöhte Saatkartosfelpreise zu zahlen. denn die Konsumgenossenschast Berlin und Um- g e g« n d, in der jedermann die Mitgliedschaft erwerben kann, ver- mittest an ihre Mitglieder dieselben Saatkartosfelsorten zu einem Drsttel der genannten Preise. Wir haben auch lebhafte Zweifel an den Angaben des agrarischen Blattes, dessen Methoden verurteilt werden müssen. Erziehung zum Helfen Der Nachwuchs unserer Schupo Ein so gewaltiger Leamlenkörper wie die preußische Schutzpolizei muß fortwährend seinen Personenstand verändern und der Abgang von Kräften muß durch einen enlsprechendov Zugang erseht werden, wobei die Leitung dauernd bemüht ist, den körperlichen und geistigen Standard der Beamtenschaft zu heben. Zu diesem Zwecke bemüht man sich seil Jahren, ein möglichst vollkommenes Eignung?- und Prüsuogsversahren für den jungen Nachwuchs herauszufinden. In früheren Zeiten sind hierfür rein militärische Grundsähe maßgebend gewesen. Das war um so selbstverständlicher, als der Sicherheilsbeamle oder damalige Schutzmann durchweg aus dem Heere kam. Die Leute, die Zwölf Jahre gedient hatten, ivoren mit ihrem Zivilversorgungsschein die Anwärter aus den Polizeidienst. heute muß die Polizei sich ihre Anwärter unter den Zivilisten suchen. Das ist auch deshalb so wichtig, well nur auf solche weise der innige Kontakt zwischen Polizei und Publikum geschossen werden kann, den die öffentliche Sicherheit braucht und weil eine im Volkstum wurzelnde Polizei die beste Stühe unserer jungen Republik ist. Die Prüfung des Polizeinachwuchses geschieht nun in den sechsunddreißig Prüf stellen der preußischen Polizei- vcrwaltting, die, kombiniert mit den Polizeischulen, über das Land verstreut sind. Die Zentrale dieser Prüfstellen bildet dos Polizei- institut in Eharlottenburg, Schlohstraße 1, das in einer der beiden früheren Gardc-du-Eorps-Kaserncn beheimatet ist, die allerdings zu diesem Zweck umgebaut und völlig neu gcstastct wurde. Diese Zentrale dient vor allem einer wissenschastlichen Durchdringung des gesamten Polizeiwesens, als da sind Schutzpolizei, Kriminal- Polizei, Derwaltungspolizei, Verkehrspolizei und Landjäger«!. Die beiden Hauptziele des Polizeiinstituts, dos unter der Leitung des Präsidenten van den Berg seine wenig an die Oeffentlichkeit dringende, aber um so bedeutungsvollere Tätigkeit ausübt, sind Forschung und Lehr«. Die Forschungsarbest gliedert sich in verschiedene Sachgebiete: 1. Polizcirecht: 2. Berufs-Psychalogie und Pädagogik: 3. Soziologie, einschl. Geschichte der Polizei und Beobachtung fremder Polizeien: 4. Organisation und Verwendung; 3. Kriminologie und Kriminalistik. Diese trockene Aufzählung der Forschungs- und Lehrgegcnstände bekommt sofort Leben und Anschaulichkeit, wenn man den ersten Abschnitt, nämlich„Beruss-Psychologie und Pädagogik", menschlich betrachtet. Es melden sich jährlich etwa vierzig- tausend Bewerber um Polizeistellen: nur dreitausend können pro Jahr eingestellt werden. Doch schon die Untersuchung auf körperliche Tauglichkeit schließt mehr als die hälft« von diesen oierzigtausend aus. �cnn die. Leitung will nicht allein einwandfreie, gesunde, körperlich wie geistig mtatt« Llcht« haben, Zandern sie legt auch Wert, daraus..gntoilsschcNve,i.'auf den«ften Blick Vertrauens-. würdige Leute einzustellen. Ging man im alten Polizeistaat�davon aus, den Bürger«in- zuschüchtcrn und ihm in der bcwostnetcn Polizeimocht ein drohendes Abschreckungsinstrument vor Augen zu stellen, so ist män heute zu, einer ganz gegenteiligen Aussasiung gekommen. Das Volk in seiner breiten Menge soll nicht allein das Vertrauen haben, daß die Polizei-'. macht ihm seine Sicherheit gewährleistet, sondern gerade der einfache; Mann soll sich als Freund und Bruder des Polizei- beamten fühlen: daneben soll er ihm 2lchtung entgegenbringen. Wir haben heute leider so viel mehr unbotmäßige Elemente, als früher, daß die Persönlichkeit des Beamten sich vor allem durchsetzen muß. Das sind die Gesichtspunkte, nach denen die Auswahl getroffen werden muß.— Bis vor kurzem wurde die Eignung im wesentlichen von dem Nachweis eines bestimmten schulmähigen Wissens abhängig gemacht. Damit entstand auch in der Polizei so eine Art Bildungs- Privileg, denn es kamen viele höhere Schüler ins?lmt. Das hat sich nicht vorteilhost ausgewirkt, weder für die Polizei selbst, noch auch in sozialer Hinsicht. Gerode die Polizei braucht frische und SS. Abt. Charlottenburg! Mlüw., 6. Mai, 191l2 Uhr> Logenhaas, MeLststr.(Gariensaal) Oeffffentliche Frauen Versammlung „VoUcsbewegang gegen g 218." Referentinnen: Dr. Kite Frankenthal, M d.L., und Frau Assessor Dr. Klansner. hell ins Leben blickende junge Leute aus ollen Volkskreisen und— was früher so sehr vernachlässigt wurde!— auch aus der Arbeiter- schaft. Wenn diesen jungen Menschen auch noch manches an schul- mäßigem Wissen fehlt,• das können sie in einer unserer Polizei- schulen nachholen. Wichtig ist nur, daß sie hinreichend bildungs- fähig sind, offene Augen für ihre Umwelt und eine postlwe Ein- stellung zu dem Staat haben, dem sie dienen. Nicht zum wenigsten aber muß Verständnis für das arbeitende Volk vorhanden sein, dem die aus diesem Volk selbst hervorgegangenen Beamten natürlich weit näher stehen. Wissen ist gewiß gut. aber man darf nicht vergessen, daß solches bis heute noch in unserer kapitalistischen Welt wesentlich vom elterlichen Geldbeutel abhängt. Was hier besonders interessiert, ist die geistige Tewgllchkeil des Schupo- und des Kriminalbeamten- anwärters. Da hat nun das Polizciinstitut ein Prüfungsverfahre» ausgearbeitet, dos, nachdem es in Schlesien und Brandenburg auf seine Anwendbarkeit ausprobiert und wertvoll befunden worden ist. nunmehr in ganz Preußen durchgeführt wird. Der junge Mann, der geprüft wird, muß sich zuerst einer körperlichen Untersuchung, die sich auch auf seine Seh- und Hörfähigkeit, aus die Festigkeit seiner Nerven, die Wcndigkeit des Körpers und der Muskeln usw. erstreckt, unterziehen. Dann kommt das Geistige an die Reihe, und hierin liegt die bemerkenswerte Aendcrung gegen früher. Der prüfende Psycholog und Pädagoge setzt sich mit dem Prüfling zu einem freundlichen Gespräch an den Tisch und läßt so sich den inneren Menschen vor ihm austun. Er sieht da, ohne daß es der Geprüfte eigentlich merkt, dessen Charaktereigenschaften hervorwachsen. Der Prüfende erkennt z. B., daß der Prüfling einen Mangel au Selbst- vertrauen und dadurch Hemmungen besitzt, die ihn verhindern, die in dem Beruf so notwendige Autorität geltend zu machen. Oder aber Im Gegenteil: Es wird deutlich, daß der junge Mensch an einer Selbstüberschätzung semer Fähigketten leidet, die im Konfllktsfall zu unangenehmen Konsequenzen führen muß. Zwischendurch führt der prüfende Lehrer den zu Prüfenden vor eines der vielen Bilder, die im Zimmer hängen, läßt den Prüfling das Bild eine kurze Zeit betrachten und fragt ihn danach über die Borgänge auf dem Bilde, über die vorhandene Pcrsonenzahl und über andere, weniger auf- fallende, ober doch wichtige Merkmale der Darstellung aus. Es ist klar, daß sich hier die Auffassungsgabe, ein rasch zugreifender Intellekt und die für den Polizisten wichtige Beobachtungskontrolle ergeben müssen. Dieser Feststellung dienen auch gewisse schemotische Darstellungen von wirr durcheinander lausenden Strichen, eng gedruckten Buchstabenreihen, der mehr oder weniger raschen und sicheren Erkennung, was wiederum einen Schluß auf die Geistes- sicherheit des Prüflings zulaßt. Durch solche Prüsungsmcthoden stellt sich heraus, wer, abgesehen von seinen erlernten Kenntnissen, seinem Wesen nach, die Bejähigung für den Polizeiberus mitbringt. Es ist das eine ganz andere Methode wie beispielsweise die psycho- technische, bei der an Maschinen, Schrauben, Hebeln und Schattern die Grundsähigkeit eines Menschen fiir eine bestimmte moschmelle Leistung festgestellt werden kann.\ Es muß ohne weiteres klar werden, daß auf solche Art die körperlich und seelisch(denn darauf kommt es hauptsächlich? an) geeigneten jungen Leute herausgefunden werden und daß gerade die arbeitende Bevölkerung hier besondere Berücksichtigung finden n>ird. Nicht etwa aus irgendeiner politischen Einstellung, sondern einzig und allein, weil die Söhne des Proletariats von Jugend auf ge- zwungen sind, sich mit einem rauhen und harten Leben abzufinden und ihre seelischen Fähigkeiten wach und lebendig zu hallen. Besonders aber wird das Problem„Polizei und Publikum" als Lehrgcgenftand gepflegt und psychologisch unterbaut. Die Republik und ihre Führer arbeiten eben an der Bestgestaltung einer Volkspolizei. Ueberzeugt von der Wichtigkeit Dieses Riesen- instruinentes für das Volk und zur Abwehr aller Volksscinde ist die preußische Regierung unablässig bemüht, alles, was unserer Polizei noch anhaftet, von den Eierschalen des Polizeistaates und des Militarismus zu entfernen, um so der Bevölkerung in jeder Weise ihr Recht zu geben. Hans liyan. Wahl des vezirksfekretärs für Berlin Die Wahl ist auf den Genossen Georg Mendt, Berlin- Schöneberg, gefallen.— Allen Bewerbern sage im Auftrage des Bezirksvorstandes den besten Dank. Franz Künstler. Echte Vllllger Stumpen für 10$ In Deutschland Die beispiellose Einmütigkeit, mit welcher sieb die R�ucberwelt in Deutschland für Villiger» Stumpen entschieden hat, begann in dem Augenblick, als Villiger die Fabrikation seiner Stumpen auf ausgesprochen mild umstellte. Jetzt sind Villiger-Sfumpen auch in Berlin erhaltlich. Sie wollen kritisch geprüft werden, denn sie können Prüfung vertragen. Alle Raucher, die für 1 0 A einen milden reinen Rauchgenufj aus feinsten Überseetabaken suchen, werden zu Villiger-Rauchern werden. Generalvertretung u. Fabriklager: Brüder Blau, Berlin SW 61 Belle-Alllance-Pl atz 6/ Telefon: Dönhoff 1202 Villiger wird Berlin erobern! Oer Lunapart ist eröffnet. Alle Jahre wieder— erstrahlt der Lunapark im alten und neuen Glänze. In diesem Stück Verlin findet jeder der alljährlich unzähligen Besucher etwa? für seinen Geschmack. Ein auserlesene- Programm artistischer Leistungen wird auf oem Mittelpodium der Gamnanlagen zur Vorführung gelangen. Das Brillantfeuerwerk soll in diesem Jahre in ganz besonderen Schönheitseffekten auf dem Halcnsee abgebrannt werden. Und nun der eigentliche VergnügungZ- park.— Hier grüßt die bekannte und beliebte Berg- und Tal- bahn in einem neuen Gewände. Auf dem Hydrodrom warten Motorboote und laden zur Regatta ein. Für begeisterte Golfspieler ist ein Miniatur-Golf-Spielplatz vorgesehen' Neu- artig sind die l u st i g e n Leitern, die sicherlich stürmische Heller- kellsausbrüche auslösen werden. Auch jjugo Haase dominiert in diesem Jahre mit seiner neuen Karusscll-Erfindung,„S ch w i n g- k r e i s e l" im Lunapark. Ferner ist eine Neuheit aus Paris ein- getroffen, ein I l l u s i o n s p a l a st. Was hier das Auge des Be- suchers erblickt, ist so verblüffend, daß es an schwarze Magie erinnert. Ein A f r i k a d o r f ist entstanden und wartet aus seine Bevölkerung, die aus dem fernen Erdteil erwartet wird, um hier dem Europäer Leben und Treiben im Orient zu zeigen. Die unzähligen Buden mit ihren Tausenden von Gewinnen werden wieder ihre Anziehungskraft ausüben und die Besucher zu Glücks- oder Geschicklichkeitsspiclcn vcr- locken.— Das Hausboot„R u n d e" hat seine Freunde und Gönner mll einer Piratenschänke überrascht. Nicht zu vergessen seien die großangelegten Restaurationsterrassen mit schönen Ausblicken. Allgemeine Wetterlage. 2.�si �334 abcts. Ownlkenlo&O heiter, 3 halb bedeckt J wolkig.•bedeckt-RegePvAGrs-jpeh .sfebcl/F Gewitteq®Windstille An der Ostfeite des unrfangreichen europäischen Depressions- qekiietss herrscht« an, Sonnabend im größten Teil Deutschlands trühlingsmäßig warmes und vielfach heiteres Wetter. In Mittet- d-utschland stiegen die Temperaturen bis IS Grad Eelfius, am oberen Rhein stellenweise über 20 Grad Celsius. Nur in Ostpreußen war es wellcrhin kühl(Höchsttemperatur 10 Grad Celsius) und es kam dort auch zu einzelnen Regenfällen. lieber Mitteleuropa und Frankreich setzt sich zur Zeit der schon am Freitag eingeleitete Drucksall ein. Damit wird das er- wähnte Tiefdruckgebiet seinen Wirkungsbereich auch über Deutschland ausdehnen. Wir müssen daher für Sonntag in unserem Gebiet mit allmählicher Wetterverschlechterung rechnen. Zunächst dürfte es jedoch verhällnismäßig warm bleibe». * Wcllcraussichten für Berlin. Weiterhin mäßig warm, Be- wölkunoszunahme und später Niederschlagsneigunq.— Für Deutschland. Im Nordosten warnrer und vorwiegend trocken. Im übrigen Deutschland noch mäßig warm, aber allmähliche Wetteroerschlechte- rung: anfangs im Westen, später auch in Mitteldeutschland Nieder- schlage. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serllo Etasenduvgea für diese rftudrif nur« bei Jugendsetretarist Scrfla SW Gfi. ütnbenffrafie S Abteilungsleiter! Wenn ihr noch M 18 Uhr im Sporthaus bes VolksParts Reh- berge erfolgen. Später werden Plaketten nid)t mehr zurückgenommen. heute ZNai-Jugendiag in den Rehbergen! >4!4 llhr Eröffnungstuuegcbunfl,>.»— 1« Ilhr Spiel, sportlich« Krtttamps«. 18 Uhr Echluhluiidgcbuila Im Stadion. Tresspunkle der Abteilungen: Arnowaldcr Ploh I: IS lthr Grcüswaldcrrr*. ffiefdinftsftel!»: Berlin S. 14. Srbolliaiistr 37-38. Sof 2. St Mo»tag. 4. Mai. zrirdrichohaiu sIungbal. Der Lichtbilderonr. trag: Tim Wellen nichts Neues' findet bestinnut um 20 Übt im b«tonnten Jugendheim statt. Kameradf. ckharlottexburg fftamcroMcboft Spree). Bei Stork. Kaiserin-Augusta. Alle« 90, Bortrag Kamerad Poli�eioberleutnanck a. D. Bathke:„llmoahrheiten per Toiengröber Deutschlands in TWringen und Deutschland"'. Eingeführte Galle millkommen. Reukilln-Britz fInngbanner). 20 Uhr Kugoersammluna des 1. Zuges bei Sauer, Ponnier. Eck« Weferstrosie.— Dienstag, 5. Mai. Mitte. 1. Kameradsd>aft. 20 Uhr Versammlung in der Sophienstr.« bei Klemeat. Z. Kameradsdtaft. 20 Uhr Rnngellr. 30. Referent: Dr. Hubertus Prtnz, w Löwen stein. Eharlottenbueq t Kameradschaft Stuttgart!. Bersammlung bei Beutel. Kaiser-zt iet>r id,-Str. 63. Vortrag Kamerad Polizeihaupintan.» Enckc: ..M« Poliaei im Bollsstaat".— Mittwoch. 6. Mai. Mitte. 4. Komeradschoft. 20 llhr Versammlung im Rellanrant Belpeder«. Aleranderllr. 21. Bortogg Kamerad Philippsborn. freireligiöse Geraeiudc. Sonntag. 11 Uhr, Pappelall er 15, Part rag des Herrn H. AäWeit:„Das proletarische Kind". zendeolorrband der Aebeitoiuoalidcn und Witwen Deutschlands,«an Groh-Verlln. Gefdtöftsstelle: Berlin W. 57. Biilowstt. 40. Sonntag, 3. Mai. •CteiMlaact Bcra II; Lolal Altersheim, Dantziger Str. W, 10 Mir.— Areu> berg I: Lokal Märkifeher Hof. Admiralstr. 18, 10 Uhr. Referentin: Kollegin Haas.— Neukölln: Jugendheim Steinmetzftr. 114, 10 Uhr. Referont: Gau- ieiter Voigt.— Wedding II: Lokal Sängcrhcim, Weddingfir. g, 14 Uhr. Re. ferent: Kollege Pints.— Montag. 4. Mai. Lichterfelde: Lokal Rohde. Hinden- burgdamm Ecke Roonftrahe, 18 Uhr.— Grönau: Lokal Werner. Köpenickcr Straße 125. 18 Uhr. Referentin: Kollegin Haas.— Lichtenberg: Lokal Wegener, ivronkfurter Allee 236, 16 Uhr lMoggi-Tilml.— Johannisthal: Lokal Sobian, Rnonllr. 2, 14 Uhr.— Köpenick: Aite Dornt heenfchule, ffreiheit 15, 18 llhr.— Sieglitz: Lokal Wein icke, Berfinickeflr. 1, 18 Uhr.— Eharlottenburg: Lokal Ahioris Scstsäle, 17 Uhr. Referent: Gauleiter Voigt.— Mitte I: Lokal Arendt, Cchröderftt. 2, 16 Uhr.— Dienstag, 5. Mai. Pankow: Schulaula Gruneno. fttatzc, 14 Uhr. Referent: Kollege Pints.— skriedrichshagen: Lokal Stadl. iheatcr, ssriedrichftt. 112, 16 Uhr.— fsriedenau: Lokal Rothkirch. Steglitz, Holsteinisch« Str. 15, 18 Uhr.— Eharlottenburg: fiplal Gräfe, Kant sie. 51, 18 Uhr. Referentin: Kollegin Haas.— Tiergarten I: Lokal ArMiniusfestfäle, Bremer Str. 72, 15 Uhr.— Weihcnsee: Schulaula Wilhelmstr. 42, 16 llhr. Referent: Gauleiter Kollege Voigt.— AMershof: Lokal Schmidtbaucr. Bis- marckftr. 74, 19 Uhr.— Tempellwf: Lokal Pinger. Dorfftt. 50, 18 Uhr.— Oberschönewcide: Lokal Vereinsklause, fsrifchen. Ecke Luisenstratze, 18 Uhr.— Wilmersdorf: Lokal Albert, Gikigelstr. Z7a, Ecke Pfalzburgfttatzc, 17 Uhr. Sozialistische Studentenschaft. Fahrt der philosophischen sTachschast am Sonntag, dem ll>. Mai. Treffpunkt Endhaltestelle der 154. Zeit 8% Uhr.— Sektion Universität. Mittwoch, 6, Viai, Sektionsmitgliederversammluna um 20 Uhr im Sitzungssaal des DeutsdienMetallarbettervcrbandes, Alte Jakob- strotze. Referat des Genossen Ehajcs. Hochfchulfragen. Mitgliedskarte als Aus- weis mitbringen.— Sektion Uniperstiät, Sozialökonomische ssachschaft. Mon- tag. 4. Mai, 20 Uhr. im Bund Bortrag des Genossen Raphtali:.Die wirt- sdwftspolitischen Gegenwartsforderung-n der Sozialdemokratie�.— Juristisch« ssachschaft. Di- Arbeitsgemciuschast am Dienstag, dem S. Mai, fällt ans, dafür Donnerstag. 7. Mai, 20 Uhr, im Bund. Referent: Genosse Ewer: ..Meinungsfreiheit-. Deutsche Kakteen-Grsellschaft S. V., Ortsgruppe Berlin. Montag. 4. Mai, 20 Uhr. im Restaurant.Rotes Haus". Rollendorfnlatz 3. Republikanische R ebner« reiniguug. Montag, 20 llhr, Bortragsabeud mit Diskussion im.Alten Askanirr". Anhalter Str. 11. Es spridft Genosse Marx über: �Larum Maifeier?" Gäste willkoimnen. Arbefter-Laienspieler-Verband. Ortsgruppe./freie Spieftruppe Berlin". Montag, 4. Mai, 19% Uhr. Miiglieberversammlung im Jugendheim Lortzing. sttatze 16. Mittwoch. 6. Mai, 19% Uhr, ssuniriondickonferentz säNU iicher Ort> gr upven von G-otz. Berlin bei Gottschal!. Putbusser Str. 2t. Ring-»»d Schntzoerbaub geschädigter Anelaudedeutscher. Kolonialdrutscher neb Berdängter S. B..Versammlung am 5. Mai, 20 Uhr. im Sduidert-Saal, Berlin 98.. Billrapslr. 104. Arbeitegemeinschaft junget jüdischer Sotzialisten sPoalr ßionll Donmer». taa. 7. Mal. 20 Uhr. im Gemeindehaus. Rosen str. 2—4. Thema:.Was ist und was will der Doale.zioni-Mtus?" Referent: H. Berger. Briefkasten der Redaktion. 71. s. 79. Die Steuerbehörde ist im Recht.- H. U �««. 1. Sd-udtkdffe des Betzirksamt». 2. 100 RM. monatlich oder 23,08 RM. winhentlich. Au» der Sefchästswelt sind Angebote, die ernsthaft 8» betrachten stnd, gan.t besonders hervor, übe den. Zu diesen Veranstaltungen gehört das Sonderangebot der Firma Teppich-Burfch. Berlin C. 2, Spandouer Str. 32, in welchem dieses grotze Spe�ialhous wiederum ein« Reihe von Qualitätswaren 3U sehr billigen Preisen bringt, wie ja die fsinna Teppicki-Bursch durch jahrelange Anstrengungen es immer verstanden hat. die Preise ihrer hochwerrigen Artikel ständig zu senken und den Ziotwendigkeite» des Tages anzupassen Ein B.e- suck) wird beweisen, wie zeitgemätz diese ssirma ihren Dienst am Kunden auffatzt. Sie sehe« ja so schlecht aus! Wie nft hören Sie diesen erstaunten oder bedauernden Ausruf. Was ist die Ursadse? Schlechter Stofnnedjfel— schlechtes Blut— oft die ersten Anlässe ernsterer Krankheiten, wie Rheuma, Gid>t und ähnlichen Ertältungsschmerzen. Dollen Sie feist) aussehen und kräftig an Körper und Nerven bleiben, desocien Sie Ihr Blut von Giftsivssgn mit Reichels WacholdewErtnait. dem wirksamen Äutreinigungsmittrl. In Apotheken und Drogerien erhältlich, aber nerhitrgt echt nur in OriginalsMungen mit Marke Mediro und isirmo Otw Reichel, Berit n-Zieuköllu. E» ist oerblüsftnd. wi« schnell in diesen Tagen noch dem langen Winter die Natur ihr neues gtttncs Kleid anlegt: in kurzer Jett wird Berlin durch den isrilhlina und in den Sommer gehen, und da Pftnaiten schon vor der Tiir steht, ist es auch fite die Menschen Seit, 0» ihre Kl-iduna im Sommer zu denken. Kur rechtzeitigen Wahl der Sommerkleidung und der dasür bevorzugten Slofte hod die Firma Wertheim in ihren vier Berliner Mode ist diesmal so entzückend und vielseitig, die Preise sind die niedrigsten seit vielen Jahren, und Wertheim bietet eben ein« besonders interessant« Auswahl und angenehmstes Kaufen. Jetzt ist WV günstigste Feit, sich Möbel airzusd>afs-». Die Möbelpreise baden jetzt ihren Tiefstand erreicht. Die„Driba»Möbel. Häuser" in der Elsässcr Stratze 3? unterhalten«:n reidchalttges Lager uön mehreren hundert Ein- richtungcn in Schlafznnmcrn, Speisezimmern. Herrenzimmern und Rüchen. Sie stnd freundlichst zur zwanglosen Besichtigung der Miftecräume eingeladen. Habe» Sie schon einmal einen Herrn ohne Kragen über die Siratze gehen sehen? Bestimmt nickst! Kein Herr ohne Kragen, kein Herr ohne Hut. Seit 1822 tragen Millionen die führende deutsche Markt„Wiste". Iu« Reqelunq de» Stuhlgang». Eine der wichtigsten Vorbedingungen sllr das Wohlbefinden urrd die Gesund« rhaltunq des Körpers ist der ungestörte tägliche Stuhlgang. Eine Anfllllung des Darmes mit den zersetzte» und in Fäulnis Übergegangenen Resten der aufgenommenen Nahrung mutz unbedingt vermieden und für ihre tägliche Entfernung gesorgt werden. Man soll daher olles tun, was die Antoendunq pon solchen Mitteln zur Brseitiguug de» stehender Beeswpsunq tiberflüsstg macht, und da- ganze Augenmerk aus eine regelmätzige 3!egeli#to des Stuhlgangs und auf die Poebeuguna von Per- stopfungen riästen. Für diesen Zweck hat stch seit 23 Jahren ausaezeichnet Laxin bewährt, das, abends in der vorgeschriebene» Dosts genommen, am nächsten Morgen in der angenehmsten Weise die gewünsckste Entleerung des Darms herbeiführt. Auf de« Amftetda««r Zabakbörse ging«S letzte Wod)e wieder einmal sehr stürmisch Zu. Im Mettelpunkt der Beachtung standen die Borsienlanden. Di- Pflanzer erhielten für diesen ganz ausgezeichneten Tobak höchste Preise. So k?ufte devmelswene die Finna Billiger Söhn« fast die ganze Sandblotternte einer der renommiertesten Porsten lande ninaeken zu sehe hohen Preisen. Dieser outzergeevrhnlich»unangretche Einkauf wirb in Fadsteeisen I-bh-st besprochen. Man vermutet, datz die bei Billiger geplante Produftionserweiicrung in den deutschen Fabriken rn München und Tiengen und die Einführung der Villiger Fabrikat« auf dem Berliner Markte für diesen gewaltigen Einkauf ausschlag- gebend waren. Reue Weltrekorde und Rekordfiege auf Dunlop. Die Siegesserie des Dun- io». Reitens cn den bisherigen dies) ährigen Rennveranstattungen ist einzig- artig. Rachdeni erst kürzlich in Hannoner fast ckllc SilcnriedeeSieger Dunloo fuhren und auch tn Budapest Sieger und Dunlop zuiämmengehörten. kommt letztdte� gewaltige Leiitting Hennes. der in Wien auf seiner duillonbereistcn BMW. dreriieue Weitrelord« aufstellte. Eararciola.. Triuinphe auf Mercedes. Benz um lOOCUMciIen�kercnen in Italien und der ungeheure Widenwall. den tnefe Rekordleistung in der gesamten europäischen Prelle qefunden hat, ist wub rn alte Sroctsfteutib« Erinnerung. Iloberftüsst» zu sagen, datz Eararciola »u sekner Rekordfahrt Dunlov�ieisen fuhr. Dunlop— her Reffen der Sieger und der Weltrekorde. /s/ die EnvetBey VALUTA dick u.rund O'/M. Packg.�QtS Unsere Kinder sind unsere Zukunft! Eltern, sorgt für Eure Sinder! Sichert ihnen schon jetzt eine befkmmle Summe für Lehrzeit, Ausbildung oder Aussteuer! Wir bieten außerdem Legräbnisversicherung und Alters- eg rf und yinterbliebenen- verjorguag. Tretet dem Deutschm Herold bei! Er zählt heute über 1 Million 500 000 versicherte. Seine Leistungen betrugen allem im Zahre 1930 7 200 000 Reichsmark. Verlangen Sie kostenlose Zasendang unserer Werbeschriften. Geschäftsstelleo in allen Stadt- teilen Groß-Berlins und in allen Teilen venlschlands. MvMeeKvM Volk»- und cebentversicherungs AG. Berlin SW4S. Ariedrichstr. 219-220 Tüchtige Mitarbeiter, auch nebenbernflich. überall gesucht. ZllWN MlMMeM j Wahttörper l: ■Raa- na» WerkstatMimpn«. SnttraHdln, Wahlkörper-Versammlungen der arbeitslosen und invaliden Mitglieder «ca 5. Ntol,•stmiffag* 11V: Uhr. ha '* UMBctbaattaSaafcs, Cinlcafte.*384: noilller.«ntogenichweißcr, Drabtorb-iter. Allfnnumtenrr. Slektraai an teure, Cmaillittn, Bananschläger, Jnlmftrieschmirdc, Srgellch»trde, ZtupfrrlchmZrde, Wagen nnd HafschnUede. 71- Mittwoch, ben e. Wal. vormittag» 11'a»Ha. im �öutillDrper U. Slgangsloal Nc» Verbavl>,hans«». einten str,*3 88; ClfgitualUuflUre»-, Auto-, Maschinen-, Bau-, Schwarzblech» uvb Karofseric- schlosser. Voanaanlag.»an r. Mai, mittag« 12V>»hr. im Hitznngasaal De» Verb and, bavse», Ciaicnf(c.83 86: Sisen». Metall-, Revolver,«orusiell- nnd«ohrwerl»dreher, Schranbendreher, Rnndschletser. Einrichter, Nntomateneinrichter, Rohrleger. Rohrlegerhelfer. snsecale im Vorwärts sichern Erfolgs fMittOiin Pertrix- Batterien sind durch längste Lebensdauer im/ Gebrauch am billigsten/ Ueber 100 Wasser«, Landhaus« und SarienparzeNen Köpenicks pra � IN vo» 4,50 m bei geringer Anzahlung zu verkansea. Sranr I.ipl<»,»ln..Nöpenlclr wendenschloßstr.Sg'91.Tel.KöpenickF,4,1SS7 arsiaiZsi'»«»«»,- , Ruch ohne Anzahlung. Direkt vom entümer! Sofort. Banerlaub. Wahlkörper M: Wahlkörper IV: �?Fäsaa?d-.'n?�5N!?sa/Lwl��!z/?. Graveure. Ztselenre, Gürtler. Drücker, Schleifer, Galoauifeure, Eljenformer, Metallformer. Kernmacher, Arbeiterinnen, Feilenhaner, Gießerei, und Hilf». orbeitrr, gigarettenmoschinenführer, Betrieb»handmerter. Kinonvrführer. nt�litfeirNKr V»?r-ilag. den«. Mai. aachrnittaa« 2 Ahr. im -UZalsll PlPei w. Zlhongnsaal de» Nerband, Hanse», eialenftr.*3*6: Hobler, Bohrer. Stoßer, Fräser, Schnittarbeiter. Walzwerlarbeiter. Gold, und ...—--- Optiker. Uhrmacher,»'-"— bilbcrarbeticr, Mechaniker, ., Bertzengmacher. Scharsschlrifer, Arbetterinnen.>. " Tagesordnuugi Beratung der Anträge und Wahl der Deleoterte» zur tScuoralversammlung aui 18. Mai 1931. gutrill haben nur di-f-nigen Mitglied«-: die im ZerbanMbnch die Berufs ichnung hichen, für welche die Berfammlungen einberufen stnd> Ohne Mitgliedsbuch und Arbritsiofenkarte lein Zutritt. Vieaaiag. den 8. Mai, adand» J Ahr, im»ihnngafaal de» verbandshanfes, clnieaftr. 88/86 II »raukben-Versommlang cker Elcktromonleorc Tagesordnung: 1. Brauch»uaugelegenhettrii. 2. Berfchiebeve«. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Da« Srfcheiuen aller Kallegen ist notwendig._ Viva» tag, den 6. Mai. add».l>a Ahr, im. Ahr. statt. Wir bitten unsere FunNionäre, diese Notiz zu beachten. Affltaaft, Belriebsräle! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 8 ist erschiene» und lann gegen Borzeigung der Segitunationskarte de» Betriebsral»Obmannes in unserem Büro, Zimmer S täglich bis 4 Uhr Freitags bis 7 Uhr. entgegengenommen werben. Splelgkm unserer finlfncableilang. Z« der Woche vom 4. W» 10. Rai: 1. Ehankali. 2. Technischer Film. 3. Humoreske. 3n der Woch« vom 11. bi« 17. Mai: l. Das Lied vom alten Markt. 2. Technischer Film, 3. Humoreske. Zn der Woche vom 18. bis 24. Mai: 1. USA. Im wilden Westen. 2. Die Stadt Bremen. Z. Humoreske. laflun- oder__„___________ Büro Llnlcnftr. 83/85, ZimntR 20 zu richten. Die OrisrcrweHaoii. o.Bmrzwaug. KeineWertzmoachsst. XL Monatsraten, gm v. 1.2S an SieülmigJaliigsrDrii.SeDzig. nah« dem großen geesener See 30 Minuten vom Bahnhof KSnlgsvasicrhanscn Kurz vor Dorf Senzig am Wald. weg. der zur Siedlung fiihrt: großes Schild! Fahrzeit vom SSrlitz.Bhf. bi» Königsmllsterhansen 40 Min, Eiedl-rkart- 30 Pf. «.Krsllviier.WM Solmsstr. 37 Tel. Bergmann 270. Täglicher Berkauf in der Siedlung Verkaufs- Büro: Ted Kgsw. 321 Boba-Parzellen 1) Bitfcnmeröcr: Landhan». Siedlang, mitten im Ort, Lehm boden. am l 75. Auskunft: Aestan- ran»«efellschast»han». 2) Bargsdors: dtrett am Bahn- Hof, inmitten Hochwald, nur noch eine«eine Anzahl Parzellen. Auskunst: weißer Hirsch. Z>«arkeusiadt Oranienburg Vicht an, Bahnhos Oehnih. «anz ersttlasftge Garten-Par- zollen zu 1 Rill, per qm. Bor- tdnser am Bahnhof. 4)»»-«Uenicke: bot Adler»- Hof, direkt am Ort. Dia letzten 60 Bauparzellen, Licht u. Wasser vorhanden. Bertans im Per- taufshaus an der SchSnefelder Straf,«. 700 wir. von der Strotzeubnhu 84. Prot» per Quadratmeter ab 1.76. Trotz der aOerbilligsten Preise nach mie vor tleiaste An- und Abzahlungen. „vods" vollen- ii. Baa-lles. m.b.H. verlin£10.68. Ariedrichslr. 43 VSuhoff 8114 nnd 8282 Kleider Kostüme in nnObertreffllcher Auswahl in.Bernhard Qualitäten, za äuterst billigen Preisen! Wer bietet das? Das altbekannte Spezial- bans für Damenkonfektion w. Bernhard nachflg. Belie-Aiiianco-straBs 10« 0.101 am Halleschen Tor Vorzüge der -Parzellen: I. Tcrkanf ohne Anxahlnng. 2. 3Zonat«raten von 10.— M. an. 3. Schuldenfreie AnflastBang;« 4. Hanerlanbnit« ohne Zwang. 5. Wcitgrchende Banhllfe macht ea mSylleh, fUr 7—8000 9f. ein maaalT. Landhans von 3 JSimtn. u. Zubehör za schaffen. Monatliche Zahlungen sind geringer wie Miete. Zepernick Schnellbahnstrecke Bernau 23 Min. Fahrzt, Nähe Bahnhot. Lehmboden gm v. 1�0 M. an. Zwei Haltestellen d künftigen Autobuslinie 42 am Gelände Mahlsdorf-Hönow Stadt-, Ring-, Untergrundbahn tn. U'msti Friadrichsfelde auf Autobus30, Endhaltestelle. Lehmboden qm l--M.an Wustermark-Ort Stadt-. Ringbah Bahnhof a.d Ter nicht Verschiebebahnhol. sann Ober Spandau-West Gegenflbm dem verL HftcrstraBc. Rflben boden qra L— M. an. Verkauf jeden Sonn- und Feiertag. Vertreter an den Bahnhöfen. Auskünfte und Prospekt« täglich 9—6 Uhr im Hauptbüro S5 .HeinzelSCo'KM 5 Minuten r. Bhf. Dallgow-Döberitz, links südlich der Bahn Gartenstadt Dallgow Wasserlig, Gas, elektr. Licht Parzellen qm TO« M. 2.— an. Ohne Anzahlung, Monatwate Kolonie Ncu-Rohröedt 15 Min.*. Bahnhof Dallgow-Döberitz. Parzellen qm Ton M. an. Ohne Anzahlung. Monaurale M. 14.-. Kein Verkaafriand am Bahnhof. Anihnaft: Dallgow, Bahnhofatr. IS(Falkensee 388) und Bio.-Lankwitz, DUIgewiraheää(Lichterfelde 2110). Müller-Worgt. Der«niuniio. Ssiians entsprsdiuul im misn vattramiiDt erheblich herahgesstzta mieten für unsere grooan 2-,2,|t'.8-ztmm.-uiohn. mit Loggien oder Balkon in iMukUln- iraptowor Straße- Ecke KUiolsdiBS Ufer, mit besten Verbindungen Bezugsfertig 1.8.31., wenn gewünscht auch späterer Einzug ohne Voizahlung. Wohnberechtigungsschein— kein Mieterdarlehn oder Baukostenzuschuß— größtes Entgegenkommen. VermietmiBSttfiro Im Neobio wedicnianimi 14—18 Uhr. Smbl 18—13>1. TM.iosk. DaerepreelBSS Vsrwaltongsimro Ton der Heise Dr. med. Leopold Moses adtersira»e 139 OfererUioO Geben sie acmi Mantel Wollen Sie blllio bauen? Kommen Sie zu uns. Nur gering. Eigenkapital erfordert. Arch. Warne N. rla- chetzkl, Berlin 0. 17, PersinsstraSe 3 (Am Bahnhof Straiau-Rammelsburg). RIID10»£#3KL0E«IE Lautsprecher- Netzempfänger für Wechselstrom dreistufig Type EB 100 Hohe Empfangsleistamg GroBe Trennschärfe Klangvolle tonreine Wiedergabe Preis z�ew M. 137,50 ErhSItllch in allen Fachgeschäften RADIO ASteiOEWE IL Radioaktiengssellschaft D, S. Loewe, Berlin-Stefllitz Jl BETTFEDERH aus Snm 0.90, 0.75, 0.60 Wiil« 5.-, 4,-, 3�0,1.90 Djbmi 9,—, 7.— 4— Ohitrit gefiDt 12... 9.50, 7J0, 6.90 Kinaijef.5.51' 4.50,2.40 taari-Olertiitt.. 81.50 and andere Sorten in großer Auswahl. .»ife. für nasert ladtii gratii SACHSEL& STADLER Bttflcdtro-Spezial-Baus C.25, Landsberger Str.43/47(HälitAlandtrpL) Von der Reise zurück Dr. H. Kölln Facharzt für innere Krankheiten NenKölln Beröstraöe 35/36 8-10 4-6 F. II 8644 Danksagung fEBr die herzliche Teilnahme bei der Bestattung meiner lieben Fron, unserer guten Muttt Frieda Oehlke sagen auf diesem Wege uns« gesU---------- ijUhttm Dank i tief. lohanue» Gehlhe Blm-Reimcklubark-Weft. und HeUimg! Kostenlose Bro* schüre Über Selga-Pa.t«, „Durch diese Kar in Kürze wunderbar ab- gehellt...-!CB. Tausende Dankschieiben über geheilte Flechten, Ekzeme, Mitesser, Pickel, Hautjucken. Proben gegen 70 Pf.(Briefmarken). Kurpackung 5 Mk. General-Depot: Raihaas-Apoifaaka, Düsseldorf 87. In Berlin; Elefaaien-Apotheke, SW 19, Leipziger Straße 74. Die richtige Wahl einas systesiattsebcD and ▼orteilhaflea Sparens ist die V oraussetzung für eine gesicherte Existenz n. für einen sorgenfreien Lebensabend I Gewählt haben Tansende nach reiflichor Prüfung eine wertbeständige und wertsteigende Parzelle in SS Miersdorf- Zeuthen qm 1.65 Ufpil diese GroBsiedlnng die einzige im SO in Seen- nnd zngleich Vorortlags mit besonderen Vorzügen wie z. B. Seebad- nnd Bootsstegrecht aasgestattet. 1» Ideale Wochenend-Parzellen am 500 OCX) qm£r, Kurpark_ Anzahlung stete 10%= 165 RM; mU. Einheitsraten nur Ii= 1Ü50 RM. Keinerlei Extrazahtangen für Notariat, Vennessang nsw. 2. Ideale Geschäfts- Parzellen � an der Groü-Zeuthener Allee QIIA JL«"3 die neue Hauptstraße inmitten der Großsiedlnug mit bereite 1200 Familien. 3b Ideale Dauerwohn-Parzellen an den Korso- Promenaden bis 2.S5 RM mit Kulturboden, am Hochwald, wenige Gehminuten ▼, Bahnhof Zentben nnd der Dahme. qm 1.95 AllfH Cip so"ten"'>er �en Weg zum Wohlstand an Ort und Stelle überzeugen "Ulli»IC sollten dicsesGebietgroßerEntwicklungn. Naturschönheit kennenlernen Propaganda-Rundfahrten la°nu�°<.-7uu" Für Parzellen- nur Schrobsdorff Hteifxe Anzeigen I Auf alle tarifmäßigen Anzeigen-! preise z. Zt. 5°/� Sender-Rabatt unv/zungsveU und billig. UberschrHttwort 45 M., Textwört 11 Pf./ WiederholungsrabaM: 10 mol 5%, 20 mal oder' ÄbschluO 1 0% 2000 Worfe15% 4000 Worte 20% Stellengesuche: Uberschriftswort 15 Rf., Textwort IQ Pf. Annahme durch den Vertag, Lindenstr. 3(Ä9 bis 5 Uhr), und sämtliche Vorwärts Filialen u. Ausgabestellen |«ername| Stitfmarteu lauft ,Smmer455<-, Speisezimmer517,—, Serren, immer3«9,— Svitgelschränk« 118.—, Dielengarnü turen 38,— An- richtekllchcn 95, Messingbett 66, «leiders»räni-48�- Ebaiselongues 28,, M««aIIbet!Il-ll-18,—. Auflegematrakr 13�-, sonstige Möbel. anaemessene Preise. Teilzablun« aufschlagsrei. Wochenraten. Mo. natsroten, auch obne Anzablnngen. Kredite bis zwei Zahre, mdbiaec Kins. Sauptaeschätt Sieglifl. Schwß- stroße Nr. 107. am Echlldbornplog. Geschäft Reu- kölln. Hermann. plali 7. 3. Geschält Belle-Alliance- Slrake Nr.«5. Un. terarundbabn. 4. Geschäft Schöne- ber«, Sauptftr. 25. Katalog franko. Sie. leuchtungskörper aller Art weit unter Fabrikpreisen. Sofakillen gratis! Metollbetten 12,— Couchs 56,— Ebaiselongues 20,— Bettkasten 55.- Patentmatrab.»/— Auflagen 8.— liebe roll Freisen- dung. Pappel lleel2, Pankow. Schmidt- straße 1._• Patentmatragen „Primisstma", Me. tollbetten. Auflege. matrgßen. Cbaise- longues Walter, Staraarderstroße achtzehn. KeinLaden Speisezimmer. Eiche mit Nußbaum, 2-Meter-Büfett, An. riöste, Tisch, Stülstc. ZSO�- W. Hirscho- wiß, Andreasllr. 36 lgegeniiber Leiser' Buchsllbruug. Steuer, u. Gerichts- angrlegenbeiten. Duchrevisioncn usw. sttr Ladengeschäfte und Kleingewerbe erledigt billigst Ge- ora Drucker, Bali- sodenstrake IVO. Drei Treppen._ Deiekttubilra Staschel, Ebaussee- ftrake 77. Fern» sprechet Wedding 7886. Beobachtun. gen. Ermittelungen Auskünfte allerorts Küche». SchlafzimnrerZ-pei. fe, immer. Preise bedeutend berad. gesegt. Mar Berg ». Co., Komman- dantenstraße 44u, Ecke Oranienstroke, Fodri.lgebäude.Goä- lowoknstrane 23, Ecke«It-Moablt. Schlafzimmer, Ankleideschrank Birle poliert. 200 breit, kompl. 623,—, Speisezimmer, echt Eiche, 180 breit, mit Vitrine, komplett 373,—. Westfälische Küche, lasiert, 18» breit, lomplett 195,—. NeichbalUge Auswahl in einlachen und besseren Einrichtungen sowie Einzelmöbel. 2500 Quadratmeter Ge- schäftoräume. Mö- belmagazin Inva- lideustr. 128 und 131(SteliinerBabn- bof). Siammbaus Rügenerstrake 13. Stassaläufer! Auioepakt! Goldbirl.--ckilafzim- mer, 180 breit! Aus. poliert! 793.—, liche, RuZbaumab- eßung. 180 breit. bochelegant... 495 Mark. Sprisezim- merl Wes rund! 180 breit. Front Kaukasisch-Nuß. bäum. Rindleder. stüble 475.—. MS. belbaus Ncandcr- NraKe iV. Billig: Eicbeit-BüftttSSO/-', Schreibtische 90,—, Bibliotbcken 145.—. Anklcideschrank 105,—. Riesenavs. wabl. Innungsmeister Pohl. Acke straue 130. Tischlermstr. Sitzner. Elsässerstr. S. Schöne Schlaszimmer von 475,— an. 180er Speisezimmer kam. plett500,—. Herren. Zimmer und Küchen, rückllchtelos herab. gesetzte Preis«. Teilzabl»»«! Teilzahlungl Teilzahluaa! kulant, billig, reell. Möbel-Misch, Große Arankfurtrrstr. 45/46 Wichlial sürZedermann. Täg- lich werden perkauft «uterbaltene Klci- derkpinde. Berti- kos 24,-, Bettstellen 27,—, Flurschränlc, ZSaschtoiletten 24.—. Ebaiselongues 24,—, Kominodeu 19,—, Bllcherspinde. Schreibtische 32,—, Büfette 75.—. Tru- meaus 29,—, Stand- ubren 6«,—, Klub- fessel, Klaviere, Ric. senauswabl. spott. billig. 800 Teppiche, Speisezimmer, gut erbalten. komplett 225,—, Serrenzim- mer, fast neu. kam» plett 205,—. Schlaf. zimmer. fabrikneu, kompleit 268.—, Wobnialon, wenig benutzt. 195,—. 160 Küchen, entzückende Modelle, gebrauchte 48,—. Staraardts Möbel, und Low» baediveicher, Brenz- lauer Straße sechs. Ecke Linien ssraße, am Prenzlauer Tor. Fahrvcrbinduna bis Prenzlauer Tor: Siraßenbabnllnien: 1, 2. 60, 61.«2. 71, 72, 73, 74. 174. Aula. bus: 8, 12, 14, 80. Untergrund bahn EchLnhaufer Tor.' Gebrauchte Röbel p»eiswert abzugeben Rielenauswabl. Mö- bel.Magazin. Inoa. lidcustraßs 131_ !er. Teilzahlung. Komplette Simmer, Einzelmöbel billig. Wenger, Marstlius- stroße acht. Zlähe Aleranderplatz._ r Abgebaut ünb unfere Preise. Sehen. staunen. Selten schöne Schlafzimmer. Serrenzimmer in einkacher und aanz reicher Ausfübrung zu Spottpreisen. Ricsenauswahl. Rofsten, Kastanien- allee 57._* Ballonren»er. Ballontouren-, Bal> lonbamen. Masch!» neu 58,—, 65,—. 75,—. Original- Brennabor- Ballon. räder 85,—. Machnow, Weinmeister- Kraß« 14. Speisezimmer 390,—, Polsrersessel 22,—. Riesenaus- wabl.- Teilzahlung. Kamerlina. Kasta- nienallee 56._* Möbel ioi Fabrikgebäude. Küchen, Schlafzim- vier, Speisezimmer, Einzelmöbel enorm billig, da geringe Spesen. Tellzablung gestattet. Mar Berg u. Co.,«omman- dantenstraße 44«, Ecke Oranienstraße, Dotzlowsknftroßeüö»! Ecke Alt-Moabit. 156 arbrauchtr Sah er öder. 13.—. 26.- 25.— 30,—. Machnow Wcinmcisterstr. 14. Balloufahrräder. Brennobor». Dia» manträder. Göricke. räder. Multipler» roder. Eivreßräder. Wittlcrräder.vracht. volle Rennmaschi. neu, bochmodrrne Damenräder, schnell. lausende Touren» sabrräder.' Monat. lich 10.—. Schlawe, Weimneisterftraße vier.* Fabrikneue Fahr. räder, 36,—, 39,-. 6.- Machnow, Wein- meisterstraße 14, s Kinnsfinsugn 500er BMW.-Selios. pri- m» Suftand. rlik. trische Ausrüstung, 37S,—. Schmidt, Brüsselerstraße 20. | Kamnascuinenl «nzablnngsfreie Nähmaschinen. Sofortige Lieferung. Pofrtaite erbeten. klabn, Lairdwebr- straße 19., Littauer Zkähmafchineir-Blitz. schncllnäber. Der- senkbare. Schrank- Modell«. Evezial- nähmafchinen, auch wenig gebrauckste. bequeme Teilmb- lung. viele Ber. kaufsftellen. Sen» trale Söchstest?� 39. E. 3 Könialtadt 510. Musik- lUSil'UsslUUlD Pia»»,, Gelegenbeiiskäufe- gebrauchte von 125,— an. Sab- lungserleichterung. Thür. Münzsttaße dreißig.» Linkpia»»», Mirtpiauos über. aus vreiswert. Bianafabrik Link. Brunnenstraße 35.• Banho»i«»lagee, Biauoakktzrdeo»», ssachbcratung.. Ab. zahlverkauf. Unter. Ackerstroße 38. stiebrauchte Onalitätspianos, Bllltbnerpiano 350,—, Teilzahlung. Herer, Prinzen stroße nennzia. 1 130—, lidw nung. Piano 8,— monoi. Kaufanrech- Pianohaus Alt-Moabit 86e. f�Afi sc:«i?eisi' Au� c)i.vhif-iAi Industrie, Handel und Behörden kennen und schätzen die Vorzüge unserer W MmßM SCHREIBMASCHINEN und BUCHUNGSMASCHINEN mit„SALDOMAT" Erleichtert© Zahlungsbedingungen Schreibmaschinen mietweise VerkaufsbUros: Berlin N 24 Berlin N 24. Friedrlchstr. t1Q.1t2. Breslau. Ka:er- �... u carv WjJhelm-Str. 88-90. Dresde'n. Neustaater Markt lt. Friedrlchstr. 1 10-112 Düsseldorf. Oststr. 51, Erfurt, Mainzerhofplatz'3. Frankfurt M., Friedensstr. 2. Hamburg, Kaiser- Wilh.- Str. 25-31. Hannover. Am Schitfgraben 15. Köln. Welßenburgstr. 78. Leipzig C 1, AugustuspIaU 7. Magdeburg.Otto-v-Guericke-Str Ii Mannheim N.7.6. Münch., Färbergraben 1. Nürnbg.. MäVientorgraben II, Stuttgt., lüblngerStr.SS. Köln, Hohenzollernring46. (Hau» ddfTtehnlk) Tel.: Sammein trmmer D 2 Wefdendam« 5 42f I/Bh*. Vertreterbesuch unverbindlich C Anoden. lOOer 4,30 M., fg. brikfrisch. Funkhol. Badllroße 8«(a»».Bian»». Pianofabrik Georg Lotfmann. Gefell. fchoft beschränkter Haftung. Fabrik: ssiankfürterallee 40, StaMINbaus ae. gründet 1887. 100 Instrumente Aus. wähl. Reue Pianos von 900.—. Flügel 1870,—, Sarmo niums 180,— an. Taufende Anerken. nungen. Längs äb' rig« FabrikgoeoN' tie. Ständig preis' wette Gelegenbci' ten. Gebrauchte 300,— an. Weitest- gehende Iahlungs- erleichterunn. Lief«' rung frei Saus Alte Instrumente Gegcnrechnuna. Stimmen, Repara. turen fachmännisch. Berlin EW. 53, Leipzigerstraße 57 Ier. kur 7535.« >ltöUl|B8UCl!e> Radio Barten, Laubu und Balkon Technisch« Pttvatschul« Dr Werner, Regie- rungsbvumcister. Berlin, Neander- straße 3. Maschinen, bau, Elektrotechnik Hochbau. Tiefbau Eieinmetzschulc. Seizungstcchnsk.' Zeder Ebel zieht Bewerber mit Epracklenntnissen vor! Drum lerne Sprachen in der Berlitz Srfiool, Lei». ziaer Straße UO Kursürstcn- damm 26a. Einzel- Unterricht. Kirkel Preisabbau: 10'lt. Wochenendbäuier, doppelwandig. von 300,— an und Lau. denmaterial liefert A, Ehrist. Frieden- au. Rembrandt- straße, Eingang Körnerstraße. Sonn- tag vormittags ge- öffnet..__ Pumpen aller Art bsslig. Theodor Koulen, Reue Friedrichstraße 61—68, Nähe Börse. Kantholz 8X8. Meter 30 II. 23 Pf., Iaunstiel« Meter 20 Pf., F-mster. Türen. Pumpen. Neukölln, Flug- hafenstraß« 68 uno Walterstraße 6—7. Iiuruierkt Prima! Leghoinhübner, Entenkücken. Lüh. verkllcken. Gänse- kücken, Iuchikanin, chen- Deckstation. Breslauersn. 2l. Salonkäsige, Bogelsulter. Echleiettchwänz« 0L5. ander« Zier. fische, Wasscrpslan. zen,ZierpögeI Spott. preise. Prinzen. straße 107. ssahage bisse. Edelmetallbruch. Dueckstlbrr. Zinn. Blci/Silbrrschmesze Christionat. Köve. nickcrstroße 20 a iManieuffrlstraß«.) ssahngedisse, PlaiiNabkälle. Quecksilber. Iinn- metalle, Silber- schmelze. Eoldschmel- zerei. Ehristionat. Köpenickerstraße 39 »alt-ftell- Adalbert- sttaße. vniei'i'jciii I Deutsch unterrichtet Schrift. stellerin. Briefstil, gewandteAusdrucks. weise. Gesellschaft. liche Umgangs- formen. Bergmann 4323. Sa»lisch. Spanisch. Franzö. stsch. Neukölln, Sprembergcrsir. 10, U-Bahn Schonlein» ftroftc._ Franiiösifche. englische Zirkel, Mo. not 4.—. Spanisch 6.—. Frau Kreisssig. Admiralstraße 38. Sotrl.kiiche. Praltischcr Koch- Unterricht in seiner und bürgerlicher Küche, Backen. Em» machen. Garnieren. rn drei monatlichen Kursen, täglich vor- mittags. Eintritt sofort. Fbuibelbospiz, Wilhelnistraßc 10. Unterricht. Klavier. Violine. Gesang. Spezialität Ehorgesang Rosen. tbal. Svarrstr 27 VW'- sctiledenes fieiunden unduertoren Berlorrn Geldbrief. Fremde Ersvarnifse. Dvin. «end Rückgabe. Hälfte Belobnnilg. Stephan 2140. Buiduorksur Hypothele». Baugelder, Zwischen. kredit«, Pttvatgeld ob 1000 M. vergibt sofort günstsgst Bankgeschäft Besteis, Feiedrich. sttaße 17? sU-Bahn Französlschestraße). «Ssekorsiin Wäscherei Kubasch, Köpenick. Grünauerstraße 45 sTeleph.: d' 4, 0587), wäscht und plättet sämtliche Saus»»nd Leibwäsche. Bezug 30. Damenhemd 15. Abhalung Donners- tag. lMiiglied SPD. und RB.)' Genossen, die Wäsche nur zur Dampfwäscherei Merkur". Berlin O. 112. Frankfurter Allee 307. Andreas 2820. Preisliste per- langen. Freie Ab- bolung täglich durch Automobile. Mit. «lieb SPD n. RB Billiaer. Wäschereidettieb Erna Butzke. Köpe- nick, Parristus» stroße 23. Telephon F 4 1316, liefert tadellose, im Freien getrocknete Saus. und Leibwäsche. Schonende Beband» lung. lein Ber» tausch. Wäsche per- sichert. Bezug 28. Damenleibwäsche lö, Handtuch 5, Oder» bemd 55. Abholung Auto. Mittwoch, Donnerstag.__ � Wäsche eeibettiek Frau Welke, Köpe- nick, Mittelheide 30, Telephon F 4 1235, liefert billigst, sau- der, ohne scharfe Mittel im Freien getrocknete Wäsche. Abholung Mittwoch. mangelt 0,32. Abholung Versicherung frei._ erundstucks- uerkdule Bauparzelle» 680 Mari, Luadrab- meter 80 Pfeunige, Anzahlung 50,-—, Abzahlung monatlich 20,—, dicht am Bahnhof, verkauft M. Hein. Berlin NO., Bötzowstr. 38, bei Gerlach. Ginsamiliendau» mit Garten sorott zu verpachten, drei ztnunrr, Sküche, Be. ronda. Bad, Gas, Blasser, elektrisches Licht. Monatsvacht 96 Mark. OfftTtar unter M. Bor- wätts�siliale. Miii- lerstraße S4a. vonnungun Hohrnfchöahaufe». l!,9-,2-,2i3-3imm«r- Wohnungen wut 65,— einschließlich Umlagen, zuschuß- stti. Große Leo»«- straße 44, Hohen- schönhanse» 6062, täglich 10—6:" | ziromdp| «öpenicker Dampfwäfcherei .Charlotte", Grit- nauerstraße 33», Telephon F 4. 0687, wäscht ohne Anwendung schatter Mittel, trocknet im Freien. Billigste Preisberechnung. Abholung täglich Zwei archtze, teilmöbSeö» Zimmer mit Koch. qeleaenheit zu ver« mieten. SO., Man- teuffelstraße 58, Zi- qarrengeschäft.__ Zimmer. möbliert, mit Bad an 2 Genossinnen sGenossenl.eventuell rosse Pensson, per. mietet Neukölln. Wpperstraße 17, Ashölttr.'' Möbliertes Zimmer 45,— inklnssve, Am- rumerstraße 2—14, Anfgana 27, VI. Zimmer, 20,—. Großberrri»- straße 96. III. ImMtöMiI Junger Patteigenossel ge. lernter Schlosser, sucht Arbeit, gleich welche. Offerte» un- ter A. D. Bor- wötts-Filial«, Bor- hagenerstraße 62. IS-dislSisKriser snvgar lttann für leidile Arbeit und Botenaänge gesucht Bewerbungen mit Zeugnisabschriften und Angabe etwaiger Organisationszugehörigkeit unter„Flethig is- Postamt SO 15. Kein Rückporto beifügen. Ausschreibung! Im Magistrat der Stadt Franlsntt am Main ist ein« besoldete Siadtraissielle neu zu besetzen Die Wahl erfolgt auf die Dauer von 12 Jahren. Gesucht wird eine hervorragende Persönlichkeit, die zur Leitung der städtischen Werke befähigt ist Mit der Stelle ist nach der städtischen Besoldungsordnung Z Zt.. wenn sie als Normalslille stttgefetzl wird, das Gehalt der selten Gehälter der neuen staatlichen Bejoldungsgruppe Vll, wenn sie als qualifizierte Stelle b, stimmt wird, das Gehalt der neuen staatlichen Besoldungsgruppe V verbunden. Persönliche Potttellung nur nach erfolgter Ausforderung. Bewerbungen mit Lebenslauf und Ueberdlick über die bis» herige Tätigleit find bis fpäleften» 3l.Mai 1931 nur an das Büro der Stadtverordneten- Bersamnilunst ftrunffnrt am Main, Rathaus, Zimmer Rr. 14.0, einzureichen. Frankfurt am Main, den 30.«pril 1931. Der Vorsitzende der Stadtverordneteu-Versammkung. L. Hel»»wolf. Nr. 204* 48. Jahrgang Sonntag, 3. Mai 1931 Worbert Jacques: Arbeiter in allen Wellteilen Ein Bahnhof in Hamburg wird verlegt. Einige Nachtschnellzge waren schon durchgefahren. Von Viertel- stunde zu Viertelstunde schleppte noch ein langer Güterzug vorbei, oder ein Vorortzug kam oder eine einsame verspätete Rangierloko- motioe ratterte über die Schienen eilig nach Haus. Dann hielt ein Schnellzug an dem alten Holzbahnhof, fuhr in das flache, breite Maul des neuen nahen Bahnhofs hinein weiter. Nun gingen ein- fame Minuten dort unten über die breite Schar der im Dunkeln liegenden Gleise. Und dann plötzlich um Mitternacht 12 Uhr stürzten 2000 Arbeiter zwischen die Gleise. Aus Karbidbehältern schössen jähzornige Fcucrspiehc. Sie blieben grell und steil in der Nacht stehen. Eine Reihe um die andere brannte auf. Die Flanimen leuchteten mit einer schrillen Leidenschaft aus den schwarzen Boden und in die dunkle Nachlluft. Man sah die Schienen den Boden in stahlsilbcrnen Strähnen durchfurchen. Auf Brücken und Böschungen über dem Bahnkanal wogten Scharen von Zuschauern und vcrsichteten sich. Ihre Gesichter, die von unten herauf von den Karbidflammen einiges Licht bekamen, schlössen sich wie zu mächtigen Trauben düster und verhalten lcuch- tender Perlen zusammen. Am Nachmittag war der neue Dahnhof von Hamburg feierlich eingeweiht worden, und in der Frühe sollte er an Stelle des alten den Verkehr schon übernehmen. Die Schienenstränge mußten auf neue erhöhte Dämme geworfen, verlegt, anders zusammengeschlossen und zu den Steigen des neuen Bahnhofs geleitet werden, und zu dieser gewaltigen Arbeit waren nur die 3 Stunden und 20 Minuten frei zwischen dem letzten Schnellzug um 24 Uhr 12 und 3 Uhr 33, wo der erste Morgenfernzug durchgelassen werden muhte. In den Leuchtkugeln, deren Dunst sich um die stechenden Karbid- flammen ballte, schoben sich die Arbeiter in festen Gruppen zusam- men und spannten sich ohne Verzug ins Wert. Zuerst fuhren die Eisengriffe der Hacken unter die Lager. Die Hämmer sausten mit wütendem und heftigem Geschrei auf Schienen und Eisenschwellen. Die Schraubendreher verbissen sich in lautlos dickköpfiger Arbeit ln vte angerosteten Eifengliederchen, und dann stiegen die Stahlhebel unter den Strang. Mit anfeuernden Rufen warfen sich die Rotten auf die Riesenarme der Hebel, stießen, zerrten und wüteten, lockerten.... In der dunklen Höhle der großen neuen Halle drüben hinter der Brücke glühen zwei Augen heran. Es stöhnt und poltert langsam. Ein helles Horn schreit und Rufe warnen erregt. Die gebückten Arbeitergruppen schnellen auf und fliegen auseinander, und lang- same und vorsichtig schleicht über die schon gelockerten Schienen- leitungen eine Lokomotive, die irgendwo unerwartet gebraucht wurde. Hinter ihr hastig schließt sich wieder der wogende Strom der Arbeiter. Die Hebel beißen von neuem unter die Eisen. Die Körper spannen sich auf die Hebelarme... hö... hö! hö... hö! gehen die Rufe aus den Muskeln durch den Mund, und jach fährt der Strang aus seinem alten festgestampften Lager, heftig los- gerissen. Die Schienen lösen sich einzeln. Vierzig Arme greifen unter jede, ho... hoch! und a... ab! Und mit vor Wut dröhnendem Aufschrei fliegen sie kurz gellend auf den Haufen der schon bc- seitigten. Die Rücken biegen sich auf den langen lockern Sandhaufen. Die Schaufeln stoßen zu Hunderten, die Rücken pendeln auf, die Schaufelmäuler fliegen und der Sand stiebt in den Lichtkugeln, wirbelt plumpsend nieder und langsam und sicher baut sich aus ruheloser steter Arbeit der Damm, das Lager für die neuen Stränge. Dann begann ein Werk in umgedrehter Reihenfolge des vor- hergegangenen. Beflissene Arme hasteten mit den Schwellen auf den Damm. Ketten von Männern tragen Schienen herbei, lassen sie nieder. Wollüstig pressen die Stahlbalken die Schwellen in das weiche Kisten des Dammes. Die Schraubendreher fressen sich wieder in die Eisenglieder. Die Hämmer schreien und sausen und schreien. Die Körper der arbeitenden Scharen wühlen sich zusammen, liegen in die Schienenstränge verbissen und verloren. Die Karbidslammen schießen in einem fauchenden Pulsschlag schrille Lichter in sie hinein. Und die Arbeit rundet sich in sicherer Wut und gespannter Stetigkeit durch viertausend ineinanderfließende Menschenarme. Derweil war begonnen worden den alten Bahnhof aus- zuräumen. Man hängte Türen aus, trug Tische und Gestelle davon. Unbrauchbar gewordene Papiere streuten sich über den Boden. Sie lockten zunächststehende Zuschauer, die die Bündel aufhoben und sie als ein Scherz und Spiel über die hinter ihnen Drängenden warfen. Und nun mit einemmal waren von der Arbeit der 2000 unter dem fauchenden Spiel der Karbidlampen, dem Unvorhergesehenen, der Bewegung der Arbeitenden Massen in der Heimlichkeit zwischen Nacht und Beleuchtung, von dieser ganzen Nachtballade alle Phan- tasien in Taumel gesetzt worden. Aus dem. Werk der 4000 Arme stürzten elektrisierende Ströme in die Muskeln, und mit johlenden Liedern ging die Masse, die so lange müßig zugeschaut hatte, an die Zerstörung des alten Holzgebäudes, das 40 Jahr lang seinen Dienst treu getan. Der erste Frühzug lief auf neuer Bahn an den Ruinen des alten Stationshauses vorbei und in den neuen hinein, wie in das Helligtum einer verjüngten Gottheit. Von dem Spuk der Nacht und den 4000 Armen sah er nichts mehr als das vollendete schweigsame Werk. Kaffeeträger in Santos. Am Morgen legten wir an den Kai von Santos an, gleich fast mitten in der Stadt. Und kaum hatten wir den Dampfer verlassen, so gerieten wir sofort wie in eine unheimliche Schlucht in die einzige große Ader, die in Santos zwischen den Kaffeelagern in der Stadt und dem Hafen pulst. Schwerfällige Mauleselkarren mit zwei hohen Rädern verstauen die Straße. Man schlüpft mit Mühe durch. Säcke mit Kaffee stoßen von allen Seiten auf einen los. Ab und zu schiebt ein Karren misten im Gewühl an, pusft sich an Menschen und Rädern vorbei. Wild und wüst knatternd wie Gewehrseuer jagt er. frei geworden, über die unebenen harten Steine des Pflasters hin- weg. Auf den hochgeschichteten Kaffeeballen liegen ein paar Eaboclos aus dem Pouch, in den Gesichtern alle Mischungen von gelb zu schwarz. Der Treiber läßt an der Straßenecke den zwei Finger breiten dick geflochtenen Ledcrriemen klatschend aus die Tiere springen. Sie rasen ihm nicht genug. Ein Rad prallt über eine Trottoirecke der bedrohlich engen und menschenbedrängten Gaste. Dem Führer ge- nügt die Lederpeitsch« bald nicht mehr. Er schiebt sich nach vorn, stößt von oben herab die Maulesel«st den Schuhen in die Uankeu. Wut kocht durch die halsstarrige Leidenschastlichkest des Mulabluts. Aber der Carreador gerät immer tiefer in seine Grausamkeitsekstase. Sein Riemen saust, knallt und klatscht. Er dreht sich in einem sinnenbenommenen Tanz des Schlagens, Stoßens, Schimpfens. So sauft der Karren in knallendem GeHops zu den Hafen- armazems. Deren Hallen krachen und rauschen von dem Lärm wahnsinnig schreiender Schiffswinden, brodelnder Kräne, warnend johlender Lokomotiven, puffender Eisenbahnwagen. Eisen beißt in Eisen, hart. Aber dann auf einmal mst der Minute, wo diese Tausende von Kaffeeballen in den Lagern sind, gibt man jedem Sack eine geradezu ängstliche Sorgfalt. Hier empfangen und umarmen ihn Berufsleute, zunächst die Träger. Sie heben sich einen Ballen in den Nacken, oft zwei auf den Kopf, manche Artisten fünf übereinander(ein jeder im Gewicht von 60 Kilo) und eilen in langen geschlossenen Ketten hinaus über den kurzen gepflasterten Kaidamm an den stoßenden Zügen vorbei. Sie hüpfen mit ihrer Last die steilen polternden und schaukelnden Stege hinan zu den Schiffsdecks. Dort oben steht die Lücke offen und berest. Aber Matten sind über die Kanten gedeckt. Gemächlich und weich rutschen die Säcke ins tiefe Innere des Schiffsbauches. Ein Feldscher steht mit Nadel und Zwirn bereit, um jede Kaffeesackwunde sofort zu schließen. Ein nackter, schwarzer. schwcißglönzendcr Körper taucht aus der Tiefe herauf und zieht widerstrebende Säcke hinab, indem er zugleich eiligst vor den nach- stürzenden Lasten flüchtet, die die Träger, ohne seiner zu achten, ins Loch hinein werfen. Durch die Stadt aber geht es derweil wie ein einziger roher Schrei: Geld! Ganze Straßen lang liegen hinter großen dunklen Fenstern tiefe Räume, aus denen ätzend scharf der Geruch grünen Kaffees strömt. Zwischen den Stapeln der Ballen und dem tauchenden Hin und Her hängen in Verschlägen über Registern, 5iurszetteln, Tele- grammen die aus allen Völkern stammenden Gesichter der heimlichen Arbeiter, deren Kalküls die schäumende Wut der atembenehmenden Kaffeestürme in Hafen und Straßen erzeugen. So brandet hier der Welthandel des Kaffees. In jedem Augen- blick hebt er sich in einer Welle hoch und wird in jedem Augenblick mit einer kaum merkbaren Bewegung von den Tischen des Kontors in den riechenden und ärmlichen Räumen hinaus in die Welt gc- schoben Trocken aussehende Zahlenreihen lösen den Kontakt zu wildromantischen Kombinationen, und etliche dürftige Wörter unterstützen die Zahlenreihen. Kaltes 5)irn und taumeliges Wagcfiebcr setzen die paar schnellen Schläge von Telegrammen Geheimwortcn ab, die die Well zu- sammenbinden. Und diese Arbeit, von der tropischen Hitze des Tages durchbrütet, streut sich immer von neuem über die ganze Erde, und die jungen und die alten Männer, die sich hemdärmelig an den Tischen des Kontors bücken, sind Riesen. Mit einem Minimum an Bewegung füllen sie hünenhafte Schiffe und stoßen sie in alle Meere. Ab und zu kommt durch die Rua Sto Antonio aus dem Hafen der dunkle Urton einer Schiffspfeife in die Kontore wie zu einer kurzen nachdrücklichen Bestätigung. Itlarcella d'Arle: 3>as QeSeim des Jßebetis Schneidende Kälte umfing sie, als sie aus dem großen Saal auf die offene Veranda traten. Sie verkrochen sich tiefer in die Pelze und schlugen den Weg ein, der durch den Tannenwald auf das „Beloedere" führte, wie sie es alle Tage zu tun pflegten, feit drei Iahren. Zum erstenmal nahm er nicht ihren Arm. Nach längerem Schweigen sagte sie sanft: „Du sollst nicht so sein. Das ist ungerecht." Aber er ging weiter neben ihr, ohne sie anzusehen, die Augen auf die schneebeladencn Tannenzweige gerichtet, die sich traurig erdwärts senkten. „In wenigen Minuten reise ich ab Du siehst es ja, ich habe schon mein Reisekleid an", begann sie wieder.„Warum bist du so zu mir?. Was habe ich getan?" „Ja, du reist ab, natürlich... Du bist gesund und reist ab... Aber ich... ich bleibe hier...", sagte er endlich. Und als hätte die kalte Luft in seinen Lungen ein schlafendes Tier aufgestört, fing er zu husten an, heiser, krampfhaft, als müsse er ersticken.„Mir ist kalt, gehen wir zurück", sagte er hart, als der Anfall vorüber war. „Ich weiß wohl, was du denkst", flüsterte sie leidenschaftlich. „Du meinst, daß ich dich vergesse, wenn ich wieder unten, unter den Gesunden lebe... daß ich einen anderen liebe... Aber, ich schwöre dir... bei... Wobei soll ich dir schwören, sage es mir?" „Mein Gott, wie romantisch! Wir sind doch im zwanzigsten Jahrhundert." Sie zuckte verletzt und schwieg. Dann fuhr sie leise fort: „Wenn es dir recht ist, komme ich einmal in jedem Monat... oder so oft du mich haben will... Du brauchst nur zu schreiben oder zu telegraphieren. Ich werde dir jeden Tag schreiben. Und dann... was wollte ich dir noch sagen? Ich weiß nicht mehr... ich wollte... Aber Carlo, warum siehst du mich so an... so, als ob du mich hassest... Mein Geliebter! Warum?" Da packte er sie bei den Schultern, mit verzweifelter Heftigkeit, zog sie an sich und schluchzte auf: „Reise nicht ab... bleibe hier..." Dann standen sie lange so, aneinandergeklammert, ohne zu sprechen. Ein greller Glockenton störte sie auf: es war Zeit zur Liegekur. Sie nahmen sich still- schweigend an der Hand und gingen ins Sanatorium zurück. Das große Auto wartete vor dem Tor; das Handgepäck war schon auf- geladen. Sie empfand einen körperlichen Schmerz, blind und ver- zweifelt:„Warum bin ich gesund geworden? Wäre es nicht bester, hier bei ihm zu bleiben, für immer?" sagte sie sich und wollte sich an ihn klammern, daß nichts und niemand sie je trennen könnte... Aber er machte sich plötzlich los und ging weg, seinem Zimmer zu, ohne ein Wort zu sagen. „Gehen Sie ihm nicht nach, mein Kind, es ist bester so." Der alte Chefarzt— wo war er nur auf einmal hergekommen?— nahm sie beim Arm und führte sie sanft zum Auto.„Alles, was Sie ihm sagen wollen, können Sie ihm schreiben. Lassen Sie ihn jetzt allein. Steigen Sie ein, seien Sie kein Kind. Denken Sie an den Chauffeur, der seit einer Stunde in der Kälte wartet." „Herr Doktor, nehmen Sie sich seiner an. Und telegraphieren Sie mir, wenn etwas geschieht. Und schreiben Sie mir jeden Mo- nat. Das müssen Sie versprechen..." „Ja. mein Kind, aber Sie dürfen sich nicht so ängstigen. Vor dem Frühjahr wird sicher nichts passieren... Weinen Sie nicht mehr. Sie werden sehen, das Leben ist besser, als es Ihnen heute scheint.. Langsam setzte sich das große Auto in Bewegung. Aus den Fenstern des Sanatoriums streckten sich viele Köpfe heraus und sahen ihm nach, bis es in der schneebedeckten Ferne verschwand. * Im Hause der Tante, in Mailand, verbrachte das junge Mädchen seine Tage, ohne das Zimmer zu verlassen.„Du wirst wieder krank werden", sagte die Tante kopfschüttelnd. Jeden Monat, wie er versprochen, gab der Chefarzt Nachricht über den Kranken, immer schlechtere; das Fieber stieg und die Kräfte sanken. Jeden Tag schrieb sie dem Sterbenden lange Briefe, in denen sie von der Vergangenheit sprach, von ihrer großen, süßen, traurigen Liebe. Aber es kam keine Antwort.» Trotzdem lebte sie in dem reichen Hause ihr einsames Leben harrender Treue. Nur ein Freund aus der Kinderzeit besuchte sie, der chr treulich geschrieben hatte, solange sie im Sanatorium war, ihr Mut zugesprochen, als sie sich trank fühlle und so entsetzliche Angst vor dem Sterben hatte. Er war ein blonder, schüchterner, breitschulteriger Bursche, der geduldig zuhörte, wenn sie stundenlang von chrem Kranken sprach. Nur manchmal zuckte es ein wenig um seine Lippen. Eines Tages, als sie weinte, wie sie oft tat, nahm er sie in die Arme und streichelte ihre Haare, mit einer Liebkosung, die brüderlich war und sein wollte. Ohne ihn anzusehen, bat sie ihn, sie allein zu lasten. Und kaum, daß sie allein war, eist« sie zum Spiegel und be» trachtete sich lange, bestürzt. Dann ging fie zum Tisch, um zu schreiben, aber zum erstenmal kamen ihr die Worte nicht, und der angefangene Brief blieb viele Tage unbeendigt. Aber er kam weiter wie bisher, aber jetzt sprachen sie wenig und nie über den Kranken. Auch sahen sie einander nicht mehr in' die Augen. Sie verbrachte lange schlaflose Nächte, um sich über das Neue klar zu werden, das in ihrer Seele aufstieg, und dagegen anzu- kämpfen. Eines Morgens sagte sie dann der Tante, daß sie ein Telegramm bekommen hätte und ins Sanatorium müßte. Sie würde am selben Tage zurückkommen, spätestens am nächsten. Und so fuhr sie ab. Im Auto lebte sie nur der Erwartung. Sie wollte schnell an- kommen, ihn wiedersehen, die Gewißheit haben, daß sie ihn noch liebte, und daß das andere, das Neue, Freundschaft war, Sym- pathie, aber nicht Liebe, nicht Liebe... Und als sie endlich ankam, eilte sie an dem verblüfften Portier vorbei direkt auf sein Zimmer, trat ein, ohne die Antwort auf chr Klopfen zu erwarten, und lehnte sich erschöpft gegen die Tür, den' Blick auf das Bett geheftet. Er sah aus wie früher, nur war das Gesicht beinahe grau. Er hatte schon die Farbe der Erde. Sie schwiegen lange, dann setzte sie sich neben das Bett, und sie sprachen von gleichgültigen Dingen. Sie waren einander so fremd, daß ihnen sogar das gewohnte„Du" schwer fiel. Aber in seinen Augen war noch immer jenes merkwürdige Feuer, das sie als Liebe und Verzweiflung gedeutet hatte. Aber es war Neid und Haß, der Haß des Kranken gegen den Gesunden, und jetzt verstand sie es. Und sie verstand es noch mehr, als sich die Tür öffnete und ein junges Weib eintrat, blaß und überschlank— auch von ihr sagte der Chefarzt gewiß, daß vor dem Frühjahr nichts passieren würde. Aber das Antlitz des Mannes leuchtete plötzlich in einem Lächeln auf, wie sie es nie in seinen Zügen gesehen hatte. Da verstand sie, daß er die Todgeweihte liebte, wie er sie selbst niemals geliebt hatte, mit wahrer, heiliger, letzter Liebe. Und sie verstand auch, daß sie schnell wieder weggehen sollte, um die beiden allein zu lasten, denen nur noch so wenig Zeit blieb, beieinander zu sein... Aus den großen nackten Fenstern des Korridors sah sie aus die Tannen hinaus, die der Schnee nicht mehr bedeckte, dann ging sie die Treppen hinunter, und der Chefarzt, der sie in der Vorhalle erwartete, war verwundert über den freien, leuchtenden Ausdruck ihrer Augen. „Ich fahre gleich wieder fort. Es war gut, daß ich gekommen bin. Sie hatten recht, Herr Doktor, ich danke Ihnen." Aber kaum war das Auto in Bewegung, warf sie sich in die Kisten und weinte bitterlich. Wie aus einem unerschöpflichen Quell kamen die Trännen, unstillbar. Ihr Gesicht war noch feucht und die Augen gerötet, als sie schon die Treppen ihrer Wohnung hinauf- eilte. Sie blieb einen Augenblick stehen und lauschte ihrem lang- samen, ruhigen Atem, den das schnelle Steigen nicht beschleunigt hatte. Sie fühlte sich gesund, kräftig, zum Leben berufen. Traum- hast ungewiß über sich selbst und über alles, trat sie in das Zimmer, wo er wartete, wie täglich um diese Zeit. Sie lehnte sich gegen die Tür, mit derselben Bewegung, mit der sie vor wenigen Stunden sich gegen die andere Tür gelehnt hatte... Er war aufgesprungen und sah sie erwartend an..- Wie gesund er war, kräftig, zum Leben berufen, auch er, wie sie. Ja, das war das Hellige, Wahre, Letzte, wie für die beiden da oben, die sterben mußten. Sie trocknete die letzten Tränen ab und lächelle. lAuwristerte Ucbersekung aus i>cm Itakieniscknnl Stückgang der Schmelterlinge In den entomologischen Fachblättern wird öfters festgestellt, daß die Zahl der Schmetterlinge in den letzten Jahren sehr zurück» gegangen ist. Solche Beobachtungen werden u. a. aus der näheren und weiteren Umgebung Berlins, aus Pommern, Schlesien usw. berichtet. Es gibt z. B. Arten, von denen man früher mit Leichtig- keit 1000 Raupen sammeln tonnte, die aber jetzt kaum noch anzu- treffen sind. Die Ursache des Rückgangs wird nicht auf die Schmetterlingssammler ollein zurückgeführt, wenn auch einzelne� Seltenheiten stark durch sie beeinträchtigt sein mögen. Zum großen Teil schreibt man die Ursache natürlichen Erscheinungen zu, so der Ueberhandnahme von Schlupfwespen, und auch Witterungseinflüsten, Außerdem dürfte der Rückgang gewisser wildwachsender Pflanzen, die bestimmten Raupen zur ausschließlichen Nahrung dienen, mit zu der Abnahme der Falter beigetrage» haben. 3n Irland gibt es weder Schlangen noch Mäuse. Nicht einmal die unschuldige Blindschleiche, eine Eidechsenart. kommt auf der smaragden Insel vor. Siran Meilhut: flOH DioletlM* Es war einmal ein struppiger, grauweißer Hund mit schwarzen Flecken, der das Glück hotte, noch nicht davon gehört zu haben, daß es edel ist, tapfer zu sein und feige, zu fliehen. Von wem hätte er es auch erfahren sollen? Mit den Menschen hatte er nur den bekannt- lich äußerlichen Umgang: er lebte so naiv sein Leben dahin, daß er nicht einmal von seinem Namen wußte, der„Hund" war. Ja, im Hinblick auf dies Tier wäre es geradezu eine Perversität ge- wesen, ihn zu einer Art von Standesbewußtsein erwecken zu wollen. Er lebte ganz ohne Belehrung als der, der er war, nicht darüber und nicht darunter, nach seinen Rechten, Pflichten und Bedürfnissen, die alle ihm nicht ein Mensch eingepflanzt hatte, sondern die Natur. Dieser treue Diener seines Herrn wurde einmal in noch kalter Jahreszeit Nacht für Nacht allein von seinem Besitzer allein in der armseligen Hundehütte gelassen, zwecks Bewachung einer bedeutend ansehnlicheren Behausung. Da er sich kalt, einsam und mitteilungs- bedürftig fühlte, fing der struppige Wächter an zu heulen, Nacht für Nacht. Sein Herr, der sich ganz wo anders aufhielt, konnte von diesem Klageheulen seines Hundes nichts wissen; wenn er am nächsten Tage wieder das Grundstück betrat, sah er den Hund mit freudigen Sprüngen in seinem engen Kreise tanzen. Don seinem nächtlichen Schmerz erzählte das Tier ihm nie, vielleicht hatte es selber jedesmal am Morgen nach dem Schlaf seinen Kummer vergessen. Aber die Bewohner der Umgegend vergaßen nicht von einem Tag auf den andern diesen Lärm, der nächtlich zum Himmel keifte. Irgendwoher aus der Weite der Laubenkolonien erscholl es Nacht für Nacht, niemand wußte richtig, von welchem Garten, von welchem Haufe es eigenttich seinen Ursprung nahm Es war gerade so, als ob das schreiende Tier das hallende Echo für den Antwortruf eines einsamen anderen Hundes nahm, der seinerseits mit gleichen Ge- fühlen aus der Ferne zu ihm herüberschrie. Endlich machte sich einer auf, mit einem Knüppel, um dieser Sache ein Ende zu machen. Es war ein Bibliothekar, vom Leben menschenfeindlich gemacht und nervös: in der tiefen Nacht verließ er seine Wohnung, und während er den Weg unter den Sternen ging, stützte er sich, verbissen schweigend, auf den Knüppel, mit dem er den Hund durchzuprügeln gedachte. Für einige Minuten wurde es sterbensstill in der Runde, gerade so, als ob der Hund sein nahendes Schicksal begriffe... Aber dann, zu des grimmigen Mannes Be- friedigung, begann es wieder, mit erneuter heulender Gewalt. Nach einigem Herumirren im Gelände fand der Alte den Garten heraus. Er gehörte zu einem zierlichen Häuschen, das mitten in einer Kolonie verlassener, winterlich kahler Behausungen stand. Und da war auch die Hütte dieser Bestie, die für die Menschhett Meilen- weit in der Runde ein Greuel war. Der Mann war schon über den Zaun gestiegen. Aber der Hund war nun ganz still und sah den Besucher mit verflucht menschlichen Augen an. Er dachte gar nicht daran, Alarm zu schlagen. O nein, der Hund meinte, dies wäre die Erlösung. Der Bibliothekar sah mit einiger Befremdung diesen kleinen, weißgrauen, struppigen und friedlichen Hund, der offensichtlich nur Gutes von ihm erwartete. Der Mann hatte ein Tier von bärischer Größe vorzufinden erwartet, mit dem es zu kämpfen— das es am Ende totzuschlagen gelten würde.— Nein, dieser Hund, der in seiner Fernwirkung ein heulendes Untier war— in der Nähe war er ein *) Keine Gewalt! liebenswerter kleiner Geselle. Mttgefühl konnte man mtt chm haben, wenn man ihn an seine erbärmliche Hütte gefessell sah.— Aber gerade Mitgefühl lehnte der Bibliothekar ab. Er lebte in einer Zeit, in der Mitgefühl erklärtermahen als«ine überholte Sache gatt— und schließlich, war er etwa nur deshalb in der tiefen Nacht hier hinaus gewandert, um sentimental zu werden und umzukehren? So- bald er die Schritte wendete— würde der Hund nicht mtt doppelter Gewalt zu keifen beginnen? Nein, nein— hier, in diesem Augenblick muhte er seinen Vorsatz ausführen. Er wollte ihn vorerst ja nur tüchtig verprügeln. Totzuschlagen brauchte man ihn ja nicht gleich... Und der alte Mann stellte sich innerlich so gut als es ging auf den Glauben ein, daß dies Tier ein Lindwurm wäre, den man hassen und totschlagen mühte. Er schwang richttg den Knüppel.. Aber in den kleinen Hund mußte ein heiliger Geist gefahren sein. Zu seinem Glück hatte er noch niemals davon gehört, daß es edel ist, sich tapfer zu stellen. Und so dachte er gar nicht daran, dem Besucher an die Gurgel zu springen. Vielleicht auch tat er in diesen Augenblicken das, was die klugen Menschen vor lauter Tapferkeit gemeinhin vergessen— vielleicht schätzte er das Kräfteverhältnis zwischen seiner eigenen Person und dem Gegenüber ab. Oder er handelte nur nach seiner einfachen Seele... Jedenfalls, der Mann konnte nichts gegen ihn machen. Das Tier floh nicht, es wehrte sich nicht gegen den drohenden Angriff, es bellte nicht, es hatte einfach keine Furcht. Und es tat auch nicht das geringste, um den Gegner zu reizen. Das freilich war es, was den Mann am meisten reizte. Er stützte sich auf den Knüppel, sah das Hündchen an, stieß mit dem Fuß nach ihm, um einen Angriff hervorzulocken... Nein, der Hund griff nicht an. War der Hund so klag, so politisch, daß er wußte, daß er nur durch diese Methode seinem Unglück entging? Der Alte war für einen Augenblick geneigt, das zu glauben. Zlber es war nicht beweisbar. Wie sie handelte— denn f i e h a n d e l t e, obgleich sie sich scheinbar passiv verhielt—> das konnte so natürlich der Wesensart dieser Kreatur entsprechen, daß es schon nicht mehr „Methode" zu nennen war. Und der Bibliothekar knirschte mit den Zähnen und kehrte um. Das nächtliche Heulen hörte deshalb aber nicht auf. Im Gegen- teil schien es noch ärger zu werden. Es drang durch doppelte Fenster und oerklebte Ritzen.— Der kleine Hund wurde eine Woche nach dem ersten Besuch des Mannes mit dem Knüppel durch einen zweiten beehrt, der ganz genau so wie der erste verlief. Das Tier sah den Mann an. und der Mann stand wieder vor ihm, wartend und auf den Stock gestützt. Aber mit seinem furchtlosen, fragenden. Verständigung- suchenden Blick brachte der Hund es fertig, den Bibliothekar auf denjenigen Gedanken zu bringen, auf den die Menschen bekanntlich immer erst am Ende oder auch niemals kommen— nämlich auf die Idee einer hinterhaltslosen Aussprache von Mensch zu Mensch. Die gesamte Umgegend, die unter der Ruhestörung zu leiden hatte, war einig darin, daß es sich im Falle dieses Hundebesttzers um einen böswilligen Tüftler und Deuter handelte, der all feine polizeilich gesicherten Rechte ausnützte und sie bis zum letzten verteidigen würde... und der mm mit einer gewissen Wonne diesen Hund auf die Menschheit losließ. Als der Bibliothekar am folgenden Tage den Hundebesitzer kennen lernte, erlebte er eine nicht kleinere Ueberraschung als bei der ersten Bekanntschaft mit dem kleinen Hund. Es trat chm kein Satan mit grinsenden Zähnen entgegen, sondern ein liebenswürdiger Herr, der bis zu« Halse errötete, ak, ihm— bei diese- Gelegenheit zum erstenmal— zu Ohren kam, welch einen Jammer er unwissent- lich über die ganze Umgegend gebracht Er hatte bis zu diesem Tage noch gar nicht bemerkt, daß die Hundehütte schlecht, und daß der struppige Bewohner selber nächtens sehr einsam war. Unwissentlich... Es geschieht so vieles, was eine halbe Welt elend macht, unwissentlich... In der Zeitspanne, die ein Gedanke braucht, um sich zu entwickeln, war das nächtliche Schicksal vieler Menschen entschieden. Aber auch das Schicksal des Hundes! Er kam zu einem warmen, behaglichen Heim und ab und zu zu einer Gefährttn. Seine Seele war zufrieden und bellte nicht mehr. Der Bibliothekar aber hat bis heute noch bei sich nicht die Frage entschieden, ob die Nan-Violenz dieses kleinen Hundes Politik oder Sanftmut gewesen war? Stauhöchfigrenste für Vurmhäufer Die Frage, ob der Bau von Turmhäusern wirtschaftlich und äschetisch berechtigt ist, hat bei uns schon dadurch ihre Antwort gefunden, daß man überall Hochhäuser, wenn auch keine Tunn- Häuser baut. Man kann vorderhand unsere kontinentalen Ver- Hältnisse nicht mit amerikanischen oergleichen, doch sind die drüben gemachten Erfahrungen auch für uns lehrreich. Das Zoncngesetz. das die Bauhöhe von der Grundstücksgröße abhängig macht und stufenförmiges Zurücktreten des Haustörpers fordert, scheint sich dahin auszuwirken, daß der Bau von Hochhäusern mtt mehr als 80 Stockwerken unwirtschaftlich wird. Man wird wohl nach größeren Gebäuden, aber nicht nach höheren streben. Zwei wichtige Momente bestimmen die Höhe: Die Steifigkeit und die Aufzugsfrage. Stahl, der das Gerüst für diese Häuser abgibt, ist ein elastisches Material und Turmhäuser neigen dazu, zu schwingen wie Stimmgabeln. Um diese Vibration zu beseitigen, muß man mehr Gewicht in die Häuser verbauen, als konstruktiv nötig wäre. Ehe also nicht schwingungs- hemmende Baustoffe und Bauweisen gefunden werden, verbietet sich die weitere Vergrößerung der Bauhöhe. Hemmender noch ist die Aufzugsfrage. Der Raumbedarf der zahlreichen Aufzugsschächie macht einen sehr großen Teil des Innenraumes aus, verschlechtert also die Wirtschaftlichkeit. Als Abhilfe hat man schon in einem Gebäude versuchsweise mehrstöckige Förderschalen verwendet, wie man sie im Bergwerk benützt. An anderer Stelle benützt man zwei unabhängig voneinander in einem Schacht laufende Fahrstühle, die vor dem Zusammenstoß mtt automatischen Streckenblocks und Bremsen gesichert sind, wie die Züge auf den Untergrund-Bahnstrecken. Man denkt bereits an Bahnhöfe in Zwischengeschossen zum Umsteigen, um in Schnellaufzüge und Nahaufzüge scheiden zu können, ganz wie beim New-Uorter U-Bahn-Berkehr. Aber auch auf der Straße selbst wirkt sich das Problem der Verkehrsdichte fowett aus, daß man zu mehrstöckigen Straßen wird greifen müssen, um eine ein- wandfreie Verkehrsregelung zu sichern. Die kanadischen Wälder nehmen einen Raum von über 3 Millionen Quadratkilometer ein, bedecken also eine Fläche, die fast siebenmal so groß ist als Deutschland. Damtt hat Kanada mehr Wald als ganz Europa, wo 2,3 Millionen Quadratkilometer mit Wald bedeckt sind. Gesamtlänge der Seekabel. Es gibt auf der Erbe insgesamt 643 000 Kilometer Seekabel, also einen„Strick", den man sechzehmnol um den Aequator wickeln könnte. Der Bielasche Komet wurde zuletzt 1852 beobachtet. In Jahre 1879 tauchte cr nur noch als Meteorschwann auf. /tassabs von 150 Millionen Reichsmark 6%iger Schatzanwoisnngen der Deutschen Reichspost rückzahlbar zum Nennwert am 1. Oktober 1933 Zinslauf ah 1. April 1931 Durch das unterzeichnete Eonsorfimn werden hiermit um 150000000.— 6®/o Schatzanweisungen der Deutschen Reichspost rückzahlbar zum Nennwert am 1. Oktober 1933 zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Erlös soll zur Einlösung der am 15. Juni und am 15. Juli d. J. fällig werdenden unverzinslichen Postschatzanweisungen sowie zur Beschaffung weiterer Mittel für die Ausgestaltung des Betriebes der Reichspost dienen. Die Deutsche Reichspost ist nach dem Reichspostfinanzgesetz vom 18. März 1924 (Reichsgesetzblatt Teil I, Seite 287) eine Reichsanstalt. Ihr Sondervermögen ist ein Teil des Vermögens des Reichs, der von dem übrigen Reichsvermögen getrennt verwaltet wird. Das Sondervermögen beträgt rund RM. 2,5 Milliarden und ist nur mit rund RM. 450 Millionen belastet. Es haftet für die obige Schuld, nicht aber für die sonstigen Verbindlichkeiten des Reichs. Die Schatzanweisungen werden in Stücken von RM. 500, 1000, 5000, 10 000 ausgefertigt. Der Zinslaüf Beginnt am I.April 1931. Den Schatzanweisungen sind halbjährige Zinsscheine beigegeben, fällig am 1. April und 1. Oktober, erstmalig am 1. Oktober 1931. Der Zeichnngspreis beträgt firmen und deren deutschen Zweigniederlassungen während der übliche» Geschäfts- stunden entgegengenommen. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Die Zuteilung der Stücke auf Grund der Zeichnung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichungsstellen überlassen. Anmeldungen auf bestimmte Stücke können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der anderen Zeichner verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nicht hergeleitet werden. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat am 20. mal d.«i. bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen hat, zu erfolgen. Auf Zahlungen vor dem 20. Mai d. J. werden Zinsen nicht vergütet Die Zeichner erhalten zunächst Kassenquittungen, gegen deren Rückgabe später die Stücke durch die Zeichnungsstellen ausgegeben werden. Die Lieferung der Stücke wird baldmöglichst erfolgen. Die 6% Reichspost-Schatzanweisungen sollen an den deutschen Hauptbörsen- plätzen alsbald nach ihrem Erscheinen eingeführt werden. Die Schatzanweisungen sind als verbriefte Schuldverbindlichkeiten des Reichs gemäß§ 1807 BGB. mündelsicfaer. Sie können im Lombardverkehr der Reichsbank beliehen werden und sind auch im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank(SeehancUung) als Deckung zugelassen. Berlin, im Mai 1931. Berlin, Braunscfaweig, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Esseu(Ruhr), Frankfurt(Main), Hamburg, Karlsruhe(Baden), Köln(Rhein), Leipzig, München, Nürnberg, Weimar. Reichsbank. Preußische Staatsbank(Seehandlung). Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-G. Berliner Handels-Gesellschaft S. Bleichröder. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Dannstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank—. Deutsche Landesbanken zentrale. A. G. Dresdner Bank. 96% zuzüglich Stückzinse» vom 1. April d. J. einschließlich bis zum Einzahlungstage. Börsenumsatzsteuer wird gemäß§ 42 c K.V.G. nicht erhoben. Zeichnungen werden in der Zeit vom 4. bis einschließlich 11. mal fl. J. bei den im Anhang zu dieser Zeichnungsaufforderung genannten Banken, Bank- Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. Veit L Homburger. Straus& Co. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, Lincoln Menny Öppcnheimer. Jacob S H. Steno. L Behrens& Söhne. Vereinsbank in Hamburg. M. M. Warburg& Co. A. Levy. Sal. Oppenheim jr.& Cie. 1. H. Stein._ Allgemeine Deutsche Credit- Anstalt H. Aufhäuser. •r.—--- 1- 11---- vr— r bank. Bayerische Staatsbank. Bayerische Vereinst Merck Finch& Co. Anton Kohn. Thüringische Staatsbank. Offizielle Zeichnungsstellen in Berlin sind: Reichsbank, Zeichnungs-Abteilung, Hausvogteiplatz 14__ Preußische Staatsbank(Seehandlung).— Gebr. Amhold._ Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-G,— Berliner Handels-Gesellschaft— Berliner Stadtbank-Girozcntrale der Stadt Berlin.— S. Bleichröder.— Brandenburgische Provinzialbank und Girozentrale.— Commerz- und Privat Bank Aktiengesellschaft.— Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien.— Delbrück Schickler& Co.— Deutsehe Bank und Disconto-Gesellschaft— Deutsche Effecten- und Wechsel- Bank.— Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank.— Deutsche Landesbankenzentrale A, G.— Dresdner Bank.— J. Dreyfus& Co.— Hardy& Co,, Gesellschaft mit beschränkter Haftung.— Mendelssohn& Co.— Preußische Zentralgenossenschaftskassc.— Reichs Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft,— Lazard Speyer-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien.— A. E. Wassermann.