Morgenausgabe Dienstag UMcks A#i##-«17» asssEn 1 U mW Will 1 1f VVD �" pf- 72 PI. Postd«ft«llzebühnii. Ilu»lm>d»> 1 I DU mm MM HB �W> P— Sie elnlpalt. nonpueillettile 80 33. abonnement 6,— Jt pro Monat; für I Pp��H>H �H �H �H �H> X' Reklomezeile 5,— RM.„Kleine Ä n. Linder mit ermäßigtem Drucksachen»< I HM Hfl WH �H �H Hfl j�H SB HB— WW ätB L zeigen" das sellgedruckie Morl 2S 3>i. porto i-M.>>> M WM�M MM M> MW? 7i'Äe�7r.72°m"Ro�.7'�T7l? S».S°rm�. erschein, mochen.z,. MI MI M M �ri'/üke? Iich M-eim-l. Sonntag» und M-Ntaz, MM» //>H 15 Buchstoben zählen süi zwei Worle. einmal, �e Lbendauoaabe für Berlin«rbeit-markt Zeile 00 Pf. Familien. und ,m chanbel mit dem, Titel.Der anzeigen Zelle«OPs Anzelaenonnahme Kt rttfiftflifli h ii � �nfjfirÄ'ar,vär*™ >4>*vvl9l9VI! 31' 9 WPPIllll Jentralorgan der Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönbofi LV2— LS7. Telegramm-Sdr.: SozialdemokrSt Berlin. In ganz Deutschland hat der B r o t p r e i s die gesetzlich fest- gelegte Grenz« überschritten. Innerhalb zwei Wochen wurden in Verlin die Brotpreise zweimal erhöht. Mindestens das zweite Mal erfolgte die Brotpreiserhöhung durch die Bäckerinnung aus eigencr Initiativ«. Die Broipreiserhöhung von gestern, der sich die Konsum- genossenschaft Berlin und Umgebung nicht anschließen wird, ist als Brotwuchcr zu bezeichnen. Gegenüber den ersten Brotpreis- erhöhungen hat die Reichsregierung Maßnahmen versprochen. Bis jetzt dürften solche Maßnahmen noch nicht durchgeführt worden s«in. Gegenüber dem gestrigen Schritt der Berliner Bäcker, der auch aus die Behörden provokatorisch wirkt, hat die Reichsregierung nur chr Befremden ousgedriickt, geschehen ist aber noch nichts. Es werden nur Maßnahmen erwogen. Das ist der Tatbestand eines offenen sozialen politischen Skandals. Der politische Skandal ist dadurch gegeben, daß die Reichsregierung durch Gesetz verpflichtet ist, Brotpreiserihöhungen nicht nur nachträg- lich zu verhindern, sondern ihrem Eintritt vorzubeugen. Uebcr den sozialen Skandal ist bei 4H Millionen Arbeitslosen kein Wort zu verlieren. Di« Berliner Bäcker find im Unrecht. Ihr Verhalten ist wuche- risch. Das muß pffen ausgesprochen werden. Und daran ändert auch die von dem lZweckvcrband der Groß-Berliner Bäckermeister ab-. gegebene Erklärung nichts, wonach die Brotpreissenkung vom November nur eine'Borleiftung. für den Abbau der Produktions-. kosten und die neuerliche Brotpreiserhähiing nur«ine Folge der Un- tätigkcit der Regierung sei. Seit November ist der Mehlpreis von 25,50 M. auf 28,25 M. im Mai gestiegen. Der Novemberpreis rechtfertigte bei einer ausreichenden Bäckcrsponnc einen Brotpreis von 36 Pf. je Kilo. Der M a i p r« i s rechtfertigt bei derselben Spanne einen Brotpreis von 37??i Pf. je Kilo. Auf das 2�-Pfund- Bäckerbrot gerechnet entspricht das Preisen von 45 und van 47 Vi Pf. Mag über die Erhöhung des Bäckerpreises auf 48 Pf. kein Streit fein, es bestaub Einverständnis darüber, daß die Reichsregi«rung diese Erhöhung rückgängig zu machen hat. Die Verteuerung auf 50 Pf. aber ist absolut ungerechtfertigt. und muß unter den jetzigen Verhälinissen als wucherisch gebrand- markt werden. Die Bäcker erhöhen ihre Bäckerverdienstspanne damit von.14,5 bis 45 Pf. willkürlich auf 17.5 Pf. Diese Verteuerung ist für die Bäckermeister um so belastender, als sie darauf spekulieren, daß ein derart ausgeübter Druck auf hie Reichsregierung eine Lohn- senkung herbeiführen wird. In diesem Sinne ist auch ein Vorgehen der Reichsregierung gegenüber den Bäckermeistern notwendig und berechtigt. Wir Hollen es für unsinnig, f)öch st preise festzusetzen, wovon gesprochen Spaniens künstiges Parlament. 600 Abgeordnete. Madrid, 4. Mai.(Eigenbericht.) Die Regierung, die sich bereits eifrig mit den Vorberei- tungen der Wahlen zur Nationalversammlung beschäftigt, beabsichtigt, die Zahl der Abgeordneten auf 600 fcstzu- setzen, während das alte spanische Parlament 410 Deputierte zählte. Ferner besteht die Absicht, das Land künftig in 50 Wahlkreise ein- zuteilen, die den Verwaltungsprovinzen entsprechen. Auf je 40 000 Einwohner soll ein Abgeordneter entfallen. Das bedeutet eine vollkommene Veränderung des früheren Ver- hältnisses zwischen Stadt und Land. Früher wählten die Großstädte verhältnismäßig viel zu wenig Abgeordnete, während das flache Land mit seinen vielen Analphabeten ein starkes Uebergewicht hatte. Nach dem neuen Schlüssel dürften aus Madrid und Barcelona künftig 20 Abgeordnet« entfallen, während Madrid früher 8 und Barcelona 6 Deputierte stellte. Rücktritt des Innenministers? Madrid, 4. Mai. Äeute abend«irt» bekannt, daß der Innenminster M a u r a infolge von Meinungsverschiedenheiten mit dem Ministerpräsidenten Alcala Zamora über die katalanische Frage seine Demission gegeben hat. Moura macht dem Mi- «rsterpräsidenten Zamora den Vorwurf, daß er gegenüber dem Prä- fidente» von Katalonien. Oberst Macia, eine zu versöhnliche «ianehene. Borwärts-Verlag G. m.b.H. wird. Wir holten es auch für eine unzweckmäßige Maßnahme, in diesem Falle die Kartcllverordnung anzuwenden, denn zuerst hat die Reichsregierung selbst ihre Pflicht zu tun. Es wird freilich auch von einer Aufhebung des Nachtbackverbots gesprochen. Im Rahmen der Brotpreisfrage dieses Verbot auszu- heben, wäre ein Betrug. Die Brotpreise sind auf dem Weg der Zollsenkung und ähnlichen Wegen auf den gesetzlichen Stand zu bringen, nicht durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Das Sündenkonto der Reichsregierung wird immer unerträglicher. Der durchschnittliche Weizenpreis hat längst den Satz von 260 Mark überschritten, der Weizenzoll ist noch nicht gesenkt, wie es vorgesehen ist; die in der letzten Erklärung der Reichsregierung angekündigten Maßnahmen sind noch nicht durchgeführt und dürften sich auch als unzulänglich erweisen. Die Reichsregierung hat nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes einer Brotpreis fteigcrung vorzubeugen, sie hat dieser Teuerung nicht nur nicht vorgebeugt, sie hat auch noch nichts getan, um die eingetretene Teuerung rückgängig zu machen. Von dein Verkauf der R og g« n b e st ä n d e wird gesprochen, auf den Markt gebracht sind sie noch nicht. Die Senkung des Weizenzolls, die hier ebensalls helfen könnte, ist auch nicht erfolgt, von einer Senkung des Roggen,zolles gar nicht zu sprechen. Wenn das Vor- gehen der Berliner Bäcker als rücksichtsloser Egoismus zu bezeichnen ist, so ist das Verhalten der Reichsregierung fahr- lässig und wird mit jedem Tage unverantwortlicher. Es ist keine Uebcrtreibung, wenn man feststellt, daß die Reichs- regierung für die erste Brotteuerungswelle verantwortlich war, weil ihr jede Voraussicht mangelte, und daß sie die zweite Brotteuerungs- welle hätte verhindern können und verhindern müssen, wenn ihr Wille zur Achtung des Gesetzes ebenso gut und groß gewesen wäre wie die Rücksicht auf die Wünsche der Agrarier. Die Erfüllung dieser agrarischen Wünsche hat nicht nur die wirtschaftliche Krise verschärft, sondern nachgerade den Kredit der Reichsregierung zerstört, worauf der Reichsfinanzminister Dietrich mit Recht hingewiesen hat. Die Reichsregierung sei dazu entschlossen, so sagte Dietrich, den Brotpreis auf dem alten Stand zu halten. Damit stehe und falle das ganz« System. Herr Dietrich kennzeichnete die Lage richtig. Wenn Herr Dietrich sich nicht den Vorwurf zuziehen will, dmaß er zwar schön und temperamentvoll reden kann, zum Handeln aber zu schlapp ist, dann muß man von ihm erwarten, daß er dem Kanzler Brüning begreiflich macht, daß auch 5}err Schiele das Gesetz zu achten hat. Die gegenwärtige Lage ist unhaltbar. Was jetzt notwendig ist, sind entschiedene und entschlossene Maßnahmen, die den Dratpreis auf den gesetzlichen Stand zurllckstiihren. Werden diese Maßnahmen jetzt nicht ergriffen, so kann niemand der Reichsregierung die Ver- antwortung dafür abnehmen. Zollunion und Krankreichs Gegenplan. Briand hofft auf deutsch-österreichifichen Verzicht. Paris, 4. Mai.(Eigenbericht.) Der französisch« Außenminister wird— wie wir zuverlässig er- fahren— im Völkerbund anläßlich der Beratung der deutsch-österreichischen Zollunion unter Hinweis auf den französischen Plan auf Deutschland dahin einzuwirken versuchen, daß seine Regierung im Interesse des europäischen Friedens auf das Zollabkommen mit Oesterreich verzichtet. Briand hofft dabei auf die Unterstützung des Völkerbundsrats, dem er vorschlagen wird, die juristische Seite der deutsch-österreichischen Zoll- Vereinbarung durch den Haager Internationalen Ge- r i ch t s h o s prüfen zu lassen. Wenn dieser Antrag angenoinmen wird und Deutschland und Oesterreich gleichfalls aufgefordert werden, die weiteren Verhandlungen bis zur Bekanntgabe der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes einzustellen, würde Briand sich zufrieden geben. Er rechnet damit, daß das französische Gegen- projekt bis zur Entscheidung des Hoager Gerichtshofes soweit in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann, daß Deutschland und Oesterreich, selbst wenn das Gutachten des Internationalen Gcrichtshoses g ü n st i g ausfällt, es für zwecklos halten würden, ihren Plan durchzuführen. China hebt die fremde Gerichtsbarkeit auf. Die chinesische Regierung hat«ine Verordnung erlassen, die schon jetzt das Dekret vom Dezember 1929 über die Aufhebung der fremden Gerichtsbarkeit ab 1. Januar 1932 in Kraft setzt und die Einzelheiten der neuen Gerichtsverfassung regelt. Dazu erklärt der Außenminister, die Regierung bedauere, daß sie sich durch die Unnachgiebigkeit einzelner Machte in der Frage der Exterritorialität gezwungen seh«, diese» Weg einzuschlagen. Postscheckkonto: Berlins? 536.— Bankkonto: Bank dcrArbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr.Z, Dt. B.u.DiZc.-Ges.,DePositenk., Jerusalemer Str. 65/66. Die schwierige Finanzlage Was soll werden? Von Dr. Paul Hertz, M. d. B. Die Finanzlage des Reichs, der Länder und der Gemeinden hat sich aufs neue in bedrohlicher Weise verschärft. Die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse der Reichssteuern im Rechnungsjahr 1930 haben mit voller Deutlichkeit gezeigt, daß unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise die Steuer- ertrüge weit schärfer zurückgehen, als die Re- gierung bisher angenommen hatte, und daß infolgedessen die Ertragsschätzungen für das Rechnungsjahr 1931 viel zu hoch sind. Auf der anderen Seite hat die S a i s o n b e l e b u n g am Arbeitsmarkt viel zögernder und schwächer ein- gesetzt als im vorigen Jahr. Damit find alle Berechnungen aufs schwerste erschüttert, die sich auf den Bedarf der Arbeits- losenunterstützung im nächsten Jahre beziehen.. Man über- treibt nicht, wenn man annimmt, daß aus diesen und anderen Gründen im Reichshaushalt 1931 ein Fehlbetrag von weit über K Milliarde, bei Ländern und Gemeinden weitere Fehlbeträge von mehreren hundert Millionen ent- standen sind. Ein neues gewaltiges Defizit von weit mehr als einer Milliarde ist also aufgetaucht, und damit erhebt sich die bange Frage, ob und wie es möglich sein wird, dieses Defizit zu decken. Aber so ernst die Finanzlage auch ist, so wenig besteht ein Anlaß, an der Möglichkeit zur Ileberwindung der neuen Schwierigkeiten zu verzweifeln. Die bürgerlichen Parteien verfolgen seit Monaten, ja seit Jahren, die Taktik, die Ent- wicksung unserer finanziellen Verhältnisse so darzustellen, als wenn wir unmittelbar vor der Finanzkatastrophe ständen und als ob keiii anderer Ausweg mehr übrig bliebe als der Abbau der sozialen Leistungen. S o liegen die Dinge in Wirklichkeit nicht. Es gibt in der Tat noch genügend finanzielle Mög- lichkeiten, um auch die neuen Fehlbeträge auszugleichen, ohne den verhängnisvollen Weg des sozialen Abbaus zu beschreiten. Ueber eins muß man sich dabei allerdings von vornherein klar sein: Mit dem Verzicht auf jegliche Steuererhöhung und mit der Forderung, das Defizit ausschließlich durch Ausgabe- kürzungen zu decken, mit diesem Leitsatz der bürgerlichen Finanzpolitik muß auf jeden Fall gebrochen werden, wenn eine finanzpolitisch ausreichende und sozial erträgliche Lösung gefunden werden soll. Die Parole: keine Steuererhöhungen! ist 1928 von der Deutschen Volkspartci ausgegeben worden. Diese Parole hat seitdem immer wieder eine rechtzeitige Sanierung der Reichsfincknzen verhindert und hat schließlich dahin geführt, daß die Besitzsteuern gesenkt und die Massensteuern erhöht worden sind. Andererseits reist der Rcichsfinanzminister im Lande umher und rühmt die Tot der Regierung, die Reichsausgaben 1931 um 1400 Millionen gegen 1930 gesenkt zu haben. Aber diese Ausgabensenkung darf man nicht überschätzen. Steht doch diese große S e n- kung zum Teil nur auf dem Papier, weil um- fangreiche Ausgaben vom Reich auf die Achcitslosenversiche- rung und die Gemeinden abgeschoben worden sind. Sie ist andererseits nur möglich geworden, weil bedeutende Aus- gaben automatisch wegfielen und andere vertagt werden konnten. Bei genauem Zusehen schrumpft infolgedessen die tat- sächliche Ausgabenersparnis auf weniger als 200 Millionen zusammen. Davon entfällt ein großer Teil auf soziale Ausgaben, während die Wehrausgaben so gut wie gar nicht gesenkt worden sind. Hier bleibt für die Regierung Brüning ein schweres Versäumnis nachzuholen. Man sollte meinen, daß eine Regierung, die so große wirt- schaftliche Probleme meistern will, sich auch zutrauen müßte, die politischen Widerstände zu überwinden, dir allein einer Kürzung der Wehrausgaben in der Zeit der Krise im Wege stehen. Aber auch wenn eine namhafte Senkung der Wehr» ausgaben endlich zustande kommt, wäre es einfach unmöglich, den neuen gewaltigen Fehlbetrag allein durch Ausgaben- ersparnisse zu Decken— es sei denn, daß man neben einer neuen Kürzung der Beamtengehälter zu einem G e-. neralangriffaufdieSozialleistungen schreiten will. Dagegen wird sich die Sozialdemokratie mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Sie kann darauf verweisen, daß es noch genügend andere sachliche Möglichkeiten gibt, die nicht die einschneidenden sozialen und politischen Gefahren heraus- beschwören, die ein Sozialabbau zur Folge haben müßte. Die Sozialdemokratie steht seit langem auf dem Standpunkt, daß — wem» es keine andere Wahl gibt, als die Einschränkung Brotwucher-Regierungsohnmacht Gin sozialer und politischer Skandal.— Wir fordern entschlossene Maßnahmen. der Sozialausgciben oder die Erhöhung der Steuern— das letzte als das kleinere Hebel zu wählen�ist, selbst wenn es sich dabei um Steuern handelt, die auch die breiten Massen treffen. Die Massen haben für diesen Standpunkt noch immer Der- ständnis gehabt und sie haben deshalb seit Monaten schwere Opfer für die Erhaltung der Sozialleistungen gebracht. Man denke nur an die Bürgersteuer, die in vielen Gemeinden ein geführt und sogar erhöht werden mußte, um die Weiter Zahlung der Wohlfahrtsunterstützung sicherzustellen. Aber es gibt noch eine andere Wahl. Es gibt noch Mög lichkeiten zu Steuererhöhungen, die keine Mehrbelastung der Massen bedeuten und den Besitzenden nicht wehe tun. Wir greifen nur einige heraus: Reorganisation des Branntwein Monopols durch sofortige Einstellung der Vorratserzeugung und Räumung der überfüllten Läger, Reform der Tabak- steuer durch Aufhebung des Verpackungszwanges und Wieder- Verkürzung der Zahlungsfristen, Erhöhung der Benzin- besteuerung(wie sie soeben auch von dem englischen Schatz- kqnzler Snowden vorgeschlagen worden ist), Verzicht auf die Steueroerelnfachungen der Notverordnung, Annahme der sozialdemokratischen Anträge über das Notopfer der HL Heren Einkommen und die Verschärfung der Auf- s i ch t s r a t s st e u e r, die vor wenigen Wochen vom Reichs- rat zu Fall gebracht worden find. Außerdem gibt es noch immer den Weg derKredit- b e s ch a f f u n g. Man sollte nicht unter allen Umständen starr an jenen grundsätzlichen Bedenken festhalten, die vom Standpunkt gesunder Finanzpolitik gegen die Schuldenauf- nähme zur Deckung laufender Ausgaben sprechen. Solche gesunde Finanzpolitik wird unzweckmäßig und unwirtschast- lich, wenn die Wirkungen der Wirtschaftskrise auf die öffent- lichen Finanzen ein derartiges Auemaß angenommen haben wie setzt, und wenn man noch dazu in all den guten Jahren vorher eine so gründlich ungesunde Finanzpolitik getrieben hat, wie es die bürgerlichen Regierungen von 1924 bis 1928 getan haben. Di« Beschaffung von Krediten hat heute erhöhte Bedeu- tung. An sich wäre auch das neue Milliardendefizit bei einem Gesamthaushalt von Reich, Ländern und Gemsinden von mehr als 20 Milliarden eine ungefährliche Erscheinung. Ernst wird die Situation erst dadurch, daß die K a s s e n l a g e des Reichs und der Gemeinden nicht hinreichend gesichert ist. Reich und Gemeinden haben hohe schwebende Schulden, und angesichts der gegenwärtigen Lage am Geld- und Kapital» markt stößt sowohl ihre Verlängerung als auch ihre Umwand- lung In langfristige Anleihen auf Schwierigkeiten. England und vor allem Amerika, wo diese Schwierigkeiten nicht be- stehen, haben daher auch ausgiebig von der Aufnahme neuer Schulden Gebrauch gemacht, um die Fehlbeträge auszu- gleichen. Für Deutschland kommt noch etwas anderes hinzu: Im Oktober vorigen Jahres hat der Reichstag auf Verlangen ausländischer Kreditgeber ein Schuldenttlgungs- g e s e tz erlassen, das das Reich von 1931 bis 1933 verpflichtet, jährlich 420 Millionen schwebende Schulden zu tilg�A. Verstößt ee gegen Treu und Glauben, wenn wir unseren Gläu» bigern jetzt sagen: wir können diese Verpflichtung für dieses Jahr nicht einhalten, weil die Entwicklung unserer Finanzen unter dem Druck der Wirtschaftskrise ungünstiger gelaufen ist, als wir erwartet hatten? Wenn man diese drei Wege: Ersparnisse, Steuererhöhun- gen und Kreditmaßnahmen, ginge, so ließe sich der größte Teil der finanziellen Nöte überwinden, ohne die sozialen Auegaben anzugreifen. Ergreift man aber diese Maßnahmen nicht, so geschieht es weniger aus sachlichen al» aus politischen Gründen. Wenn die Dinge so liegen, wie s« hier gezeigt worden sind, dann ist das eine klar: will man trotzdem den Sozialabbau, dann wählt man diese Mittel nicht als die einzige sachlich mögliche Rettungsmaßnahme, sondern dann benützt man bewußt die jetzigen Finanzschwierigketten, die Notlage und Schwäche der Massen, um den Sozialabbau zu erzwingen. Ein solches Vorgehen müßte unübersehbare Folgen haben. Die Politik des letzten halben Jahres hat gezeigt, daß die Sozialdemokratie für sachliche Notwendigkeiten immer Verständnis gehabt hat. Politische Angriffe aber, die sachlich nicht notwendig sind und nur aus dem chaß und der Abneigung gegen die breiten Massen entspringen, werden bei ihr auf s ch ä r f st e n W i d e r st a n d stoßen. Die zwei Hakenkreuzmittiarden. Wie der Reichsfinanzminister die Loge sieht. H Dresden, 4. Mai.(Eigenbericht.) In einer öffentlichen Versammlung der Deutschen Staatspartei wies Reichsfinanzminister Dr. Dietrich am Sonntag darauf hin, daß die Wahlen vom 14. September mit ihrem nationalsozialistischen Einschlag der Reichsbank über 1000 Millionen Mark gekostet haben. Den deutschen Banken seien durchden Wahlausgang minoestens zwei Milliarden Mark entzogen wor- d«n, wodurch für das gesamte Wirtschaftsleben ein großer Schaden entstanden sei. Von den Rotionatsozialisten sei jedoch in Wirklich- keit kein Umsturz mehr zu befürchten. Eine Partei, die teils die Legalität beschwöre, teils die Revolution preoige, fei nicht imstande, einen einigermaßen gut gesllhrten Staat zu stürzen. Wohl ober bestehe die Gefahr, daß ein großer Teil der nationalsozialistischen Wähler zu den Kommunisten überginge, die konsequent revolutionär seien. Dietrich befaßte sich dann noch mit der von ihm für notwendig gehaltenen Reform der Arbeitslosenversicherung. Al»«r seinerzeit in Stuttgart jene Rede gehalten habe, die ein großes Echo erweckt Hab«, hätte er hinsichtlich finanzieller Unter- stützungen insbesondere an die Eisenindustrie gedacht. Dem General. dlrettor der Reichsbahn habe er seinerzeit vorgeschlagen, ihm acht Millionen Mark monatliche Unterstützungen zu gewähren, wenn die Reichsbahn ihre aus 20 000 Tonnen monallich gesunkenen Eisen» und Stahlbestellungen allmählich wieder auf 120 000 Tonnen erhöhen «üro«. Dorpmüller sei zunödjst nicht abgeneigt gewesen, habe se- später abgelehnt. Der Bau des Rügen-Dammes, der etwa M Millionen Mark kosten werde, dürfte vielen Mensch«» Arbeit geben. In bezug aus da» Reparationsproblem äußert« Dietrich, daß sich die Regierung nicht zu unoerantwortitchen Eni- schlüssin drängen lassen lperd«. Was die Zollunion anbelange. so werde die Reichsregierung auch in Genf dazu stehen. Anfragen und Antworten. Otto Braun beantwortet Interpellationen.— Heß führt Oeutfchnationale ab. Der Preußische Landtag nahm am Montag seine Ar- besten wieder aus. Zu Beginn der Sitzung verlas Abg. G iefeler (Dnatl.) ein« mit Lachen aufgenommene Erklärung, m der er die Angaben des Abg. Brandenburg(Soz.) bestritt, daß er als Forst- meister die Löhne der Forstarbetter tief herab- gedrückt hätte) die Arbeiter hätten sreiwillig am Tarif nach- gelassen. Auf der Tagesordnung steht der Etat des Staatsministeriums. Ministerpräsident Braun: Ich will zunächst«ine Reihe Großer Anfragen beant- warten: Di« Anhnltinischen Kaligruben bei Leopoldshall sind von Preußen lediglich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Interesse rationeller Zusammenfassung der Betriebe erworben worden. Ein Strafverfahren gegen anhaltinische Landtagsabgeord- nete ist aus diesem Anlaß nicht eingeleitet worden. Eine Verquickung von Staatshoheitsrechten mit den Interessen der staatseiaenen Betriebe liegt nicht vor.— Di« Notlage der Stadt Stettin ist seit langem Gegenstand besonderer Fürsorge der preußische» Ressort« auch im Rahmen de» Osthllseprogramms. Gegen dt« in der Anfrage der Deutschen Volkspartei erwähnten polnischen Aus- schreitungen und gegen die unwahren Behauptungen der pol- nischen Presse, daß Angehörige der polnischen Minderheit in Preußen schlechter gestellt würden als andere Staatsbürger, ist in geeigneter und wirksamer Weise vorgegangen worden.— Die G e n e h m i- aung zur Aussage wird Beamten nur verweigert, wenn durch die Aussage Reich oder Staat Nachtelle hätten. Wird aber die Aussagegenchmigung versagt, dann können die Gründe dafür im einzelnen nicht angegeben werden, weil dadurch der Zweck der Aus- sageverweigerung illusorisch würde. Die Große Anfrage der Bauern- und Landvolkpartei über die Berzögerung des Osthilfegesctzes ist dahin zu beant- Worten: die preußische Regierung hat die Osthilse niemals verzögert: soweit sie verzögert worden ist. trifft die Schuld ausschließlich die Rechtspartelen. Die Beschuldigungen der deutschnationalen Anfrage gegen den Staatssekretär W e i s m a n n sind berests am 22. Oktober 1925 restlos widerlegt worden. Sie haben im Jahre 1927 den Gegenstand zweier staatsanwaltschastlicher Crmittelungsversahren gebildet, die keinerlei Verdacht einer strafbaren Handlung des Staatssekretärs ergeben haben. Seitdem ist nicht das geringste neue Moment vor- gebracht worden: es sind lediglich die alten Beschuldigungen wieder- holt worden. Der Bücherrevisor L a ch m a n n, von dem diese An- griff« ausgehen, ist von der Handelskammer Berlin seiner Funk- tion als Sachverständiger enthoben worden, weil sein Treiben gcmeinschädlich ist und ihm jede Objektivität mangelt. Sollte er in seinen Angriffen fortfahren, wird er wegen Verleum- dung gerichtlich belangt werden.(Braooi link» und in der Mitte.) Abg. Herten-Düsseldorf(Soz.): Die politischen Kämpfe der letzten Zeit standen unter dem Zeichen: K.ampf um Preußen! Die Sehnsucht der Rechts- kreise nach der gesetzgebenden und vollziehenden Gewalt in Preußen ist so übermächtig geworden, daß sie bei ihnen all« anderen poli- tischen Ziele zurückgedrängt hat. Die Rechtsparteien können nicht vergessen, daß das alte Preußen die Zwingburg war. von der aus die Konservativen das Reich beherrscht haben. Daher setzt ihre Volksbegehrens-Parolen:„Erneuerung Preußen« gegen Marxisten und Zentrum.— Wir wollen das alte Preußen!" Das Volksbegehren hat von vornherein schon bei der Finanzierung seinen Urhebern Schwierigkeiten bereitet. Die Behauptung des Stahlhelmführers von Stephani, daß Sozialdemokratie und Reichs- banner Unruhen vorbereiteten, war bewußt wahrheits- widrig aufgestellt, um die Geldgeber zahlungewilliger zu machen. Schließlich hat man die nötigen Mittel zusammengekriegt, indem man den sammelnden vaterländischen Vereinen 2S Proz. Provision zugesagt hat.(Hört, hörtl bei den Sozialdemokraten.) Dann ist man in das Volksbegehren hineingegangen unter den, Schlachtruf der„Berliner iWrssnzeitung":„Das Reich kann m,r auf dem Wege über Preußen«robert werden." Zur Durchführung de» Volksbegehren« ho» man elnen schamlosen Terror entwickelt. (Lebhast« Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir haben Berg- von Material über Arbeit e?«ntlassung«n aus dem Lande. teilweise sogar in der Industrie wegen Nichteinziehung. Gutsbesitzer und Gem-indevorsteber haben mit Zwang und Schnaps durchgesetzt. daß in Ortschaften, in denen rair be: der letzten Wahl nicht wenige Stimmen hatten, hundert Progent der Wähler sich einschretben mußten. Unterstützungsempfänger sind mit dem Perlust ihrer ge- ringen Gelder, Kriegerwitwen mit der Entziehung der Zusatzrente bedroht worden, um sie für dos Volksbegehren gefügig zu machen. Ein d o u t i ch n a t i o n a l e s Blatt, das Greifenberger Kretsblatt, hat über die Propaganda des Stahlhelms unter dem Motto berichtet: „Das Rollkommando arbeitet!" Und trotz aller dieser terroristischen Maßnahmen hat man nicht einmal SO Proz. der das Volksbegehren betreibenden Parteien zur Etnzeichnung heranbringen können/ Jetzt tröstet sich Herr Hugenberg mit der Hoffnung, der Landtag werde sich selber auflöseu. Und die„Rheinisch-Westfälische Zeltung" spricht oen Kommunisten da« Vertrauen au«, daß sie schließlich doch für das Volksbegehren eintreten werden.(Heiterkeit bei den Spzialdemokraten.) Ziel des Kampfe« ist die Wiederau frichtung der konservativen Herrschaft ln Preußen. die Alleinherrschaft von Großgruntlbesitz und Großkapital, das Drei- klasssnwoblrecht, die Gesindeordnung, das Herrenhaus. Die Junker wollen wieder an die Futterkrippe des Staates.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir verstehen e« durchaus, wenn die Rechtsparteien uns Sozialdemokraten Futterkrippenpolitik vor- werfen: denn sie habe« den Staat nle anders begriffen wie al» Futterkrippe. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Bei ihren Adeligen und Korpsstudenten k,m es nie auf Befähigung und Leistung an: sie hatten den Staat al» Erbgut. Wenn jetzt irgendwo ein ehemaliger Arbeiter als Landrat sitzt, dann vollbringt er«ine Arbeitsleistung und sorgt für die wirtschaftlich« und kulturelle Hebung der arbeitenden Bevölkerung in einem Maße, an da« die früheren königlichen Landrät« nie gedacht hätten. Erkundigen Sie sich, ehe Sie ihr« Hetz« etwa gegen den Landrat Hansmann fortsetzen, einmal im Kreise Hörde, wieviel abgebauten Kumpels er wieder ein« Existenz aufgebaut, wie er für die Arbeiterkinder gesoqst hat. Wenn Sie bei den sozialdemokratischen Beamten von Futterkrippenpolitik sprechen,»st höchsten? wie Goethes Zauberlehrling in den Nationalisten Geister rufen, die Sie nachher nicht bannen können, Vir lehnen jede Salastropheapolitik ad. weil in Deutschland mit seinen 76 Proz. industrieller Bevölkerung jede politische Kalasiroph« den Hungertod von Millionen werltätiger Volksgenossen bedeuten würde. Wir«rlannen in der Demokratie den geeign-tsten Weg, um der Arbeiterktzlss« auch wirtschaftlich zu ihrem Recht zu verhelfen. Und wenn dt« Kommunisten ein bißchen Verantwortungsgefühl, wenn nicht gegeuüber den. deutschen Ar» heitern, so doch gegenüber Sowjetrußlänh hätten, wurden sie"er- kennen müssen, daß, solange die deutsche Demokratie lebt, jede militärische Intervention gegen So w j« t- R u ß- land ausgeschlossen ist. lSehr gut! bei den Sozialdemo- »traten.) Wir unterstützen das heutige System und das Ministerium Broun im Interesse des friedlichen Aufstiegs der werk- tätigen Deutschen zu einer höheren Wirtschasts» und Gesellschaftsform. zu einer höheren Kulturstufe der Menschheit, im Inter- esse des Proletariats und aller arbeitenden Menschen— im Geiste der sozialistischen Weltanschauung.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Oche(Dnatl.): Herr Braun gllt als der bedeu- tendste Staatsmann der Sozialdemokratie. Aber er ist schließlich auch nur der Beauftragte seiner Partei. Dabei ist er unendlich empfindlich und verfolgt unerbittlich jeden, der uuch nur ein Wort über den unsterblichen Rehbock sagt. Sein Staatssekretär Weismann ist lange nicht so klagefreudig. Braun ist auch kein Demotrat, er hat viel Talent zum Diktator. Nur nicht«n der eigenen Partei. Da können die Seydewitz, CrispieN und Heilmonn im„Freien Wort" ungestört das Programm der neuen Revolution entwickeln. Gegen Hugenbergs Parole„Preußen wieder preußisch" hat Herr Braun eingewendet, er sei doch ein alter Ostpreuße. Offenbar Hot er Hugenbergs Gedankenflug gar nicht verstanden.(Schallende Heiterkeit bei den Soz.) Wir werden weiterkämpfen für das nite Preußen der Pflichterfüllung und Freiheitsliebe.(Bravo! recht?.>, Abg. Slendel(DLp.) fordert die Hinrichtung Kürtens, das Ler- bot de/ Veranstaltungen von Adolf Koch und rücksichtslosen Komps gegen unsittliche Literatur und mangelhaft« Vadebekleidung. Do? Zentrum hätte schon viel früher und viel stärker gegen die Ent- iiitlichung des Volkes ankämpfen müssen. Die Bolkspartei werde da» Kabinett Braun wegen seiner Personalpolitik weiter auss schärfste bekämpfen. Abg. Leonhardt(Wirtschp.): Preußens ganze Not entspringt aus der Ilebermacht der Gewerkschaften. Der Redner verteidigt die Brotpreiserhöhung als unerläßlich für die Existenz de« Bäckergewerbes. Abg. Vollmers(Landvolk): Wir sind die allernationalste Partei. (Heiterkeit.) Wir bekämpfen die Sozialdemokratie am rückfichts- losesten und find ohne jede Einschränkung für den nationalen Wehr- willen. Abg. Schwechl(Dnatl.) protestiert gegen die Bemerkungen des Ministerpräsidenten über HIndenburgs Mitgliedschaft im Stahlhelm. Weismann und Hansmann müßten klagen oder gehen. An jedem 1. Mai enthülle die Sozialdemokratie aufs neue die Fabne des Umsturzes. Zwischen Freidenkertum und Gottlosentum sei kein Unterschied. Sei das Zentrum unabhängig gewesen bei der Er- nennung Grimmes, beim Polenvertrag und bei den verschiedenen Mißtrauensvoten gegen Braun und Severing, z. B. wegen des Remarque-Films?"Glaube es wirklich, mit der religionsfeindlichen Sozialdemokratie das Christentum verteidigen zu können? Wann endlich werde es sich aus der einseitigen Zwangsbindung an den Marxismus lösen?(Beifall rechts.) Abg. Dr. Heß(Z.)? Einige Gegenfragen: Waren die D eutsch nationalen frei, als sie zu 50 Proz. für den D a w e s- P l a n stimmten? Als sie das R e p u b l i k sch ütz g e se tz mü dem§ 23(Verbannung des früheren Kaisers) annahmen? Als sie aegen das katholiiche Konkordat stimmten?(Große Heiterkeit.) Haben sie abhängig oder völlig unabhängig den Reichstag"verlassen?(Zuruf rechts: Völlig unab- hängig!) Sie haben also die größte politische Dummheit völlig freiwillig gemacht?(Große Heiterkeit im Z. und links: Zuruf rechts: Lassen Sie das unser« Sorg« sein!) Natürlich, kleiner Schäker, überlasse ich Sie ganz Ihrer eigenen Dummheit.(Schallende Heiterkeit.) Uns ist ee. wirklich nicht so sehr peinlich, daß Sie sich in eine Sackgasse verrannt haben und nicht zurückfinden.(Zuruf; Die Deutschnationalen sind arg geschwecht!— Heiterkeit.) Das Volksbegehren hat einen bramablen Ausgang gehabt. Es war angelün- dlgt al«„Aufbruch der Nation" und„letzte Entscheidungsschlacht". Di« haben Sie verloren! Die von Herrn Seldte am 15. März angekündigte unerbittliche Vernichtung des Gegners ist zur Selb st Vernichtung geworden. Ihre offizielle Ankündigung: Nach dem Bolksbegehren gibt es kein Zentrum mehr, zeigt nur. daß sie unfähig sind, die Stärke der Zentrumspartei zu begreifen.(Stür- Mischer Beifall im Zentrum.) Im„Stahlhelm" hat Baron von Landsberg Ihnen versprochen, Sie würden durch Ueberläuser aus dem Zentrum schon beim Volksbegehren 1214 Millionen Stimmen bekommen.(Heiterkeit.) In Wahrheit ist das Bolksbegehren eine rein evangelische Angelegenheit geblieben. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Gewiß, die Deutschnationalen haben noch immer eine katholische Abteilung. Aber das sind immer dieselben katholischen Barone, die schon»907 gegen das Zentrum vom Breiienbachei' Hof das Manifest sür vülow in die well geschickt haben. Ee hat immer katholische Charatterköpfe gegeben, denen das Zentrum nicht vornehm genug war— keine politische, eine rein gesellschaftliche Angelegenheit. Wir haben uns daran gewöhnt, daß Sie uns das Nationalgefühl absprechen. Schiele. Westarp und Schlange-Schöningen sind ja bei Ihnen auch schon nicht mehr national, und seit einer Woche ist es auch der Reichspräsident nicht mehr. Herr Hugenberg, der in zwei Iahren seine Partei von 103 auf 41 Mandate„konsolidiert" hat(Heiterkeit), schlägt jetzt vor, wir sollten ohne Volksen tscheid im November wählen. Soviel Galgenhumor hätte ich dem nüchternen Herrn gar nicht zugetraut.(Schallends Heiterkeit.) Nein, Sie sollen Ihre staats- bürgerlichen Rechte unverkürzt genießen. Sie müssen Ihren Weg de» Volksentscheids bis zum bitteren Ende gehen.(Lebhafte Zu- stimmung.) Im Kampf gegen Schmutz und Schund ist uns jeder Bundesgenosse willkommen. Aber ich darf nicht verschweigen, daß ich dem Urteil eines bekannten evangelischen Geistlichen zustimme, daß Hugenberg mit den SuppeNnseroten des.Lokal-Anzelgers". mit der„Nachtausgabe" und dem„Scherl-Magazin" ebenso wie der Ufa nackte st en Kulturbolschewismu» darstellt, (Bravo! im Zentrum.) Di« Sitzung schließt mit einer heftigen persönlichen Ausein- andtrsetzung zwischen den Abgeordneten S ch w e ch t(Dnatl.) und Lauscher(Z.). Schwecht wirft dem Abgeordneten Lauscher vor, noch 1915 die Monarchie verherrlicht zu haben, Lauscher erwidert, dieses seit 1915 dutzendmol angeführte Zitat entstamme einer scharfen Kritik der preußischen Kirchenpolittk und sei nur mit Rücksicht auf die damals herrschende Militärzensur eingefügt worden. Mit der ewigen Wiederholung desselben Zitats erweise sich Herr Schwecht als ein Meister der Spätlese.(Große Heiterkeit.) Die Weiterberatung wird aus Dienstag 11 Uhr vertagt. SA.-Mann als Landesverräter? Aufsehenerregende Verhafiuna in Gchneidemöhl. __.. Schaetdemühl, 4. Mai. wie amtlich mitgeteilt wlrd, ist der Führer der Klurm- ableilung der Tlalionalsozlolistlschen Deutschen Arbeiterpartei. Braaß. von einem Beamten der Abteilung IA der hiesigen siaat-- lichen Polizeidirettion wegen Caudesverral» zugunsten Polens verhäflel worden."- Späte Anklage. Oer deatschnationale KorroptionSskandal vor dem Richter. Gcmz versteckt, in einer Beilage der Hugenberg-Presse. schämt sich ein Notizlein von fünf Zellen. Es schaut so aus: „Die Berliner Staatsanwaltschaft I hat gegen den Kaufmann und Apotheker Uralzcff und gegen den Dresdener Rechtsanwalt Türk wegen Betruges und schwerer Urkundenfälschung nunmehr Anklage erhoben. Gegenstand der Anklage ist das sogenannte R u s s e n g e s ch ä f t." Ob wohl ein einziger Leser beim Ucberfliegen dieser Unschulds- notiz ahnt, dah sich hinter ihr verbirgt— die späte, die sehr späte gerichtliche Behandlung eines riesengrofjen deulschnationalen Sorruptionsskandals?! Hinter diesen wenigen Zeilen taucht der Skandal der Raiffeisen-Bank auf, der schon 192Z als Gerippe im Hause der Deutschnationalen stand, während sie aus den Fenstern mit vollen Backen„Barwat!" trompeteten! Wäre von dem Fall U r a l z e s s- Raiffeisen-Bank nur ein Zehntel dessen in der Oejfentlichkeit bekannt geworden, was über Barmat gelästert wurde,— kein Nationaler würde heute mehr wagen, das Wörtchen„Korruption" auch nur auszusprechen. Etwa üg Millionen Mark haben die deutschnationalen Direktoren der Raisseisen-Vpnk innerhalb weniger Monate dem gänzlich unbekannten Abenteurer Uralzeff in den Schlund geworfen,— nur auf seine Vcr- sklerung hin, daß er russischer Flüchtling und ehemaliger weiß- gardistischer Offizier sei. Dabei ist nicht einmal der Name des Mannes echt,— es wird mit guten Gründen behauptet, daß der „Ruise Uralzeff" in Wirklichkeit ein Balte namens Maljawfki ist! Aber Uralzeff hin. Maljawski her— wesentlich bleibt, daß die deutschnationalen Raiffeisen-Direktoren, an der Spitze der Reichs- tagsvizepräsident Dietrich- Prenzlau, bedenkenlos die ihnen an- vertrauten' Gelder der Raiffeisen-Genossenschaften und der Preußen« lasse in die unergründliche Tasche des Abenteurers entleerten. Erst als fünf Jahr« später«in von der Sozialdemokratie eingesetzter Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags diese Dinge aufdeckte, wurde die Schande ihres Treibens endlich der Welt bekannt. Einige Wochen, nachdem dieser Ausschuß seine für die deutschnationale Mißwirtschaft vernichtenden Feststellungen ge- troffen hatte, wurde der ehemalige Reichslagsvizepräsidenl Dietrich al« Leiche aus dem lleckersee gezogen. Und so werden denn Herr Uralzeff und sein Anwalt im kom- wenden Prozeß allein auf der Anklagebank Platz zu nehmen haben.... Im kommenden Prozeß! Ob er wohl jemals stattgefunden hätte ohne die aufrüttelnde und aufklärende Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses? Im Herbst 1924 hat der Millionenbetrug stattgefunden, jetzt, nach 6% Jahren ist glücklich— Anklage erhoben! Im gleichzeitigen Falle Barmat soll nach nationalsozialistischer Behauptung ein«„gefesselte" Justiz die Schuld daran tragen, daß die Prozeßverhandlung gegen Barmat„erst" im Jahre 1926 durchgeführt werden konnte. Nun, welche deulschnationalen Einflüsse haben hier den«Sang der Rechtspflege so zum Schneckentempo verlangsamt, daß allein zur Erhebung einer Anklage mehr als sechsJahre nötig waren? 26 Millionen sind immerhin tan Pappenstiel, und im Untersuchungsausschuß haben selbst die Deutschnationalen nicht einen Augenblick an dem durch und durch betrügerischen Charakter der Uralzeff-Geschäfte gezweifelt. Vielleicht wird der kommende Prozeß in diese und damit zusammenhängende Fragen etwa« hineinleuchten! Fn'cks Vorsorge. Oer gutgläubige Landtag von Nazi« übertölpelt. Weimar. 4. Mai.(Eigenbericht.) Di« von Frick verfügt« Amtsenthebung der sozial« demokratischen Lehrer, Landtagsabgeordneter Mäder- Altenburg und Lehrer Bickel-Bisenberg ist inzwischen rückgängig gemacht worden. Die betreffenden Lehrer befinden sich bereits wieder im Dienst. In der Montagsitzung des Landtags teilte der Präsident mit. daß die Gefchäftsoerteilung in dem Mini- sterium wie folgt vorgenommen werden soll: das Finanz- und Wirt- fchaftsministerium soll Staatsmwister Baum übernehmen, das Innen-, Bolksbildungs- und Justizministerium soll Dr. Kästner er- halten. Di« Komunisten und Nationalsozialisten wandten sich gegen diese GeschästsverteUung und zweifelten an, daß Dr. Kästner fähig fei, die Volksbildung zu verwallen. Der Landtag stimmte der Geschäfts- Verteilung bei Stimmenthallung der SPD. zu. Bor dem Eintritt in die zweite Lesung des Etats betonte Finanzminister Baum, daß für die notleidenden Gemeinden, die mit Wahlfahrtslasten stark belastet seien, 2 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden sollen. Die allgemeine Aussprache verlief sehr stürmisch. Die National- sozlalisten tobten. Ihre Abgeordneten Papenbrock, Wachtler und Ludwig wurden von der Sitzung auegeschlossen. Interessant war im Verlauf der Sitzung die Feststellung der v o l k»- parteilichen Abgeordneten Knittel und Dr. Witzmann, die Nazis hätten bei der Regierungsbildung im Januar 1936 e r- klärt, daß Dr. Frick auf alle feine Beomtenrecht« und. anspräche in Bayern verzichtet habe. Deshalb hätte seinerzeit die Dolkspartei den Sonderabmachungen mit Frick zugestimmt. Die Nazis bestreiten das. Sie beschwerten sich serner darüber, daß der gegenwärtige Volksbildungsminister Dr. Kästner Ermittlungen darüber anstellt, welche Lehrer dem nationalsozialistischen Schülerbund angehören und denselben fördern. Oer beleidigie Kammerpräsident. Oer„Ansriff" verurieitt. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitt« hatte sich der Redakteur de«„Angriff", Krause, wegen Beleidigung des Aamruergerichts- Präsidenten Tigges zu verantworten. In einem Artikel des „Angriff" vom 2. März d. I.:„Was hallen Sie vom Kammer- gerichtsprästdenten? Tigges stellt sine Falle", wurde der Kammer- gerichtspräfident Tigges als Vertrauensmann und Parodepferd der Tributparteien bezeichnet und von ihm behauptet, er Hab««inen Kammergerichtsanzeftellten P. eine Falls gestellt. Das Gericht stellt« fest, daß die Behauptungen de«„Angriff" nicht der Wahrheit entsprächen, daß der Kammergerichtspräfident volltommsn ordnungsgemäß gehandelt habe und daß kein« Red« davon sein könne, er hätte einem Beamten„eine Falle" gestellt. Der Angeklagte wurde wegen Beleidigung und übler Nachrede zu 566 Mark oerurteilt. Der Staatsanwalt hatte 1666 Mark beantragt Blühende Volkswirtfchast. rVlfiL tgS"---- Oer Ladenbeflher:„Die prelfe sind erhöht, die Löhne gesenkt. Soweit ist volkswlrischafilich alles in Ordnung. Nun fehlen mir nur noch die Käufer!" Goebbels'„Bombenattentat" Oie Mache wird enthüllt— Ein Gtennes-Mann plaudert aus der Schule Zu Honduras haben die Kämpf e zwischen Aufständischen und Regie rungstruppen 266 Menschen das Loben gekostet. Mitte März üb«rrafchte die Nazi-Presse im Reich kne Oeffent- lichkeit mit der Mitteilung, daß auf den Berliner Naziführer Dr. Goebbels«in„Bombenattentat" geplant worden fei. Goebbels sei ain 16. März in den Besitz eines Paketes mit Sprengkörpern gelangt. Er habe sofort die Oeffnung der Sendung„in feiner Gegenwart" angeordnet und Borkehrungen treffen lassen, daß eine etwaig« Explosion nicht die anderen Räume in der Hedemannftrahe in Berlin gefährde. In Goebbels Gegenwart seien dann in der Sendung acht Sprengkörper. Pulver, Sand und Eisen stück« gefunden worden. Spegialisten des Berliner Polizeipräsidiums sollen auf Grund des Fundes— wie die gesamte Nazi-Presse weiter mit- teilt«— erklärt haben, daß nur durch einen glücklichen Zufall und die Vorsicht aller Beteiligten ein schwere? Unglück vermieden worden sei. Tagelang benutzte insbesondere das Berliner Nazi-Organ die Gelegenheit, um Herrn Goebbels auch noch die Gloriole des Mär- tyrers und Helden zu verschaffen. In zahllosen Versammlungen wurde seine Gefolgschaft gegen die„ruchlosen Attentäter" aufgehetzt. Jetzt wird der ganze Vorgang als Schwindel entlarvt. In der nsuesten Nummer der Hal-bwochensthrift von Stennes, die heute er- schienen ist, wird zu dem„BombenattentataufGoebbels" ein««ides stattliche Erklärung des früheren Boten- meisters der Berliner Gaugeschäftsstelle der Nazi» veröffentlicht, durch die Goebbels und feine Umgebung wieder einmal in das richtig« Licht gestellt werden. Der betreffende Botemneister ist der Mann, der das Paket mit der Bomb« als erster in Empfang nahm, Goebbels aus seinen verdächtigen Inhalt auf- mertscnn macht« und der, al« er sich bei der Berliner SA.-Revolle auf die Seite von Stennes stellte, von Goebbels auf die Straße gesetzt wurde. In semer eidesstattlichen Erklärung heißt« u. a. wörtlich: „Als ich am 15. März mittags ein« braune, in Berlin auf- gegebene, für Dr. Goebbels bestimmte Papphülse erhielt, machte ich deren Deckel vorsichtig auf und bemerkt« einige Schnüre und eine Streichholzschachtel. Ich ging sofort mit der Sendung zum Doktor, der erschreckt von seinem Stuhle hochsauste und mir mit lauter, kreischender Stimme den Befehl gab. die verdächlige Sendung sofort herauszubringen und aus dem Hofe zu öffnen, um den Inhalt festzustellen. Ich bin dann entgegen der Anweisung in«inen Nebenraum ge- gangen, da ich die ganze Sache mehr für einen Ulk als für einen Attentatsversuch hiell und auf dem Hof auch eme Explosion unob- sehbare Folgen gehabt hätte. Was ich dann in Gegenwart eines Kameraden in der Sendung feststellte, war alles andere al, lebensgefährlich. Ich fand sieben oder acht sogenannte Frösche, wie wir sie als Jungen oft auf der Straße abbrannten. Die Frösche waren mit einigen Fäden untereinander verbunden. Es befand sich ferner ein« leere Streichholzschachtel in der Hülfe. Das war aber auch alle«. NU- mals waren Pulver, Eis enteil« oder gar Sand in der Sendung ent- halten. Wenn im„Angriff" etwas Derartiges behauptet wurde, ist es einfach erlogen. Ich behaupte, daß es nicht einmal einen Knall gegeben hätte, wäre das Paket ohne jed« Vorsichtsmaßnahme geöffnet worden. Wenn Herr Dr. Goebbels damals und heule noch behauptet, er habe der Oeffnung persönlich beigewohnt, so lügt Dr. Goebbels. denn diese Behauptung ist eine bewußte Unwahrheit. Es entzieht sich meiner genauen Kenntnis, wer der eigentliche Verfasser des„Angrrfs"-Artiksls war. Ich weiß nur, daß Goebbels' damaliger Favorit den Befehl erhielt, den Artikel zu schreiben, und daß dieser in telephonifcher und mündlicher Unterredung dann von dem Doktor verschiedentlich noch umgeändert wurde. Der bcttesfend-e Redakteur ist es auch gewesen, der, ebenfalls auf Befehl soinss Chefs. am nächsten Tage die Verhaichlungen. über das Bomb.eizatteutgt.mit dem Berliner Polizeipräsidium zu sichren hatten-Achim kann weiterhin erklären, daß dieser Redattsur und der T» p h o n ist Adolf Wagner den Gauletter Goebbels darauf auf»- merksam gemacht haben, daß es ihnen, die beide SA.-Leute tuareu, einen Schlag ins Gesicht bedeutete, daß man hier wegen eine Läpperei die ganze Partei aufrührerisch mache, während die Leiden so unend- lich vieler DA.-Kameradcn niemals erwähnt würden. Wagner hat Dr. Goebbels auf das Beispiel Mussolinis hingewiesen, der fünf Minuten nach dem auf chn verübten Revolverattentat mit blutend«», Gesicht ein« Rede an Zehntausende hielt, ohne des Attentats und seiner Verletzungen Erwähnung zu tun. Alle diese Vorhaltungen vermochien nicht zu verhindern, daß diese, skandalöse„Bombenatkentat" ganz groß ausgemacht wurde. Ich kannte Dr. Goebbels seit Jahren und es war mir klar, daß zu« mindest Wagner seine mutige Einstellung in kurzer Zeit mit Ent- lassung zu büßen haben würde. Dieser Fall ist ja nun eingetreten. Das ganz« Attentat war ein plumper Ulk und Goebbels hat davon Kenntnis gehabt." In der gleichen Nummer des Stennes-Organs wird dann noch im einzelnen gofchildert, was der enthüllende Botenmeister, ein ge- wisser Eduard Weiß, bis zu feiner Entlassung für Goebbels geleistet hat. Wir entnehmen diesen Schilderungen einen Vorgang, der sich anlößlich einer Bersaimnlung des Herrn Goebbels in Berlin-Ober- fchöneweide abgespielt haben soll. Damals hatten die Kommunisten gedroht, Goebbels mit Gewalt am Reden zu verhindern Was ge- fchah? Das Stennes-Organ berichtet darüber:„Umfassende Bor- tchrungen zum Schutz de« Berliner Gauleiters Goebbels wurden mm für diesen Abend getroffen. In seioem Mercedeswagen mußte auf dem Sih neben dem Chauffeur, der sonst für Goebbels reserviert ist. Eduard Weiß platz nehmen, in einem geliehenen grauen Mantel, wie ihn Goebbels im Winter stets trug. Der Dottor(gemeint ist Goebbels) aber faß in einer Autotaxe, auf die niemand achtet«. Damals war Eduard Weiß der illegal« Kugvl- fang für den legalen Berliner Führer der Hitler-Partei. Heut» ist er unter Mißachtung aller gesetzlichen Schutzbestimmungen von eben diesem Manne illegal und brottos auf die Straße gesetzt worden." Hoover für Landabrüstung. Eröffnungsrede aus dem Kongreß der Internationalen Handelskammer. Washington. 4. Mal.(Eigenbericht.) Auf dem V. Kongreß der Internationalen H an- delstammer. der am Montag la Washington erössnet wurde und als feiaev künftigen Präsidenten den Präsidenten der verllner Handelskammer Aranz von Mendelssohn wählte. nahm n.a. der amerikanisch» Staatspräsident Hoover da» Wort zu einer Red», in deren Verlauf er sich n.a. auch über die de- vorstehende Landabrüstnng äußert«. Hoover betonte, daß aar durch die Begrenzung und dl« Herabsetzung der Rüstungen gegenseitige» Vertrauen erreicht werden könne...DU well— so fuhr er fort— gibt jährlich 5 Milliarden Dollar für Lüstnngen ans. Da» sind 70 Proz. mehr als vor dem Welkkriege. Immer noch stehen 5% Millionen Mann unter den Waffen. Wie kann angesichts diese» An- stände« die Welkwirtschaft gehaben, wie kann Vertrauen in Hzmdel und Verkehr und in die Sicherheit von üaplttllzanlagen zurückkehren? Die gegenwärtigen Rüstungen in allen Staaten der Welt sind e�: Verschwendung nngehenrer Teile de» nalionalsn Vermögens und nichts ist mehr zu wünschen, al» daß dje he- vorstehende Genfer Abrüstungskonferenz endlich zu einem Ii«« gelangt. Amerika hat seine Landslreitk röste im Verhältnis bereit» stärker verringert als alle anderen Staaten. Es wird der Abrüstung»- konfereuz auch weiterhin sein Interesse zeigen und wünsch« nicht» sehnlicher, als daß das Problem der Landabrüstnng endllch zum Ruhen der Völker mit Entschiedenheit in Angriff genomm-m wird." WERTHEIM Zusendung von 5 M en. Obsf, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Scvoeit(Üdfatt (SiWie Hehensmlttel Frisch. Fleisch Obstu.Cremüse Kalbskamm... ftun-t 0.66 Kalbsbrust u 0.76 Kalbskotelett.. Pfund 1.30 Rinderkamm'p'ünd 0.78 Querrippe...- Pfund 0.68 Gehacktes.... Pfund 0.70 Gulasch 0.90 Liesen 0.55 Rückenfett bra,,erti�nd 0.54 Hammel-Vorderfl. 0.86 Fr. Bratwurst 0.98 Schweinebauch Pfund 0.64 Frisch. Eisbein"LTÄ 0.58 Nlerenlalgau$9eÄd 1.75 Zitronen Dutzend von an 0.32 Kalif. Äpfel pw v. an 0.45 Apfelsinen D<,d. von an 0.45 Frische Ananas vofnUan 0.85 Blattspinat... 2 Pfund 0.28 Salat........ 2 Kopf 0.35 Rhabarber... 2pfund 0.35 Blumenkohl Kopf v. an 0.30 Grüne Gurken von�an 0.38 RSucherwaren Bückling an 0.28 Sprotten VÄ: an 0.35 Makrelen"iund* vfn Wurst waren .0.38 Dampfwursf ulaFiei!diw". 0.85 Mettwurst(Braunschw.Art) 1.00 Leberwurst fin». Pfund 1.30 Filetwurst..... Pfund 1.30 Käse u. Fett Camembert sd��öja 0.20 Holländer"�Änd 0.70 Limburger 0.42 � 0.78 Tilsiter vollfaff, Pfund v, an 0.82 Margarine KlkÄ0.75 Molkereibutter Pfund 1.24 Markenbutter feinste 152 Dän. Butter... Pfund 1.58 TeeWUrSt feine u. grobe 1.35 Speck£en 0.68 ma9a,nr 0.90 Schinkenspeck'�nd 1 38 '/.pf.' Do» Gek.Schinken�d,. Konserven Jg. Schnittbohnen».<« 0.35 Ig. Brechbohnen I 0.54 Gemüse-Erbsen.■. 0.46 lunger Spinat..... 0.38 Karotten 3esdiniHf/.nDos. 0.48 Senfgurkencole0.35 0.58 Aprikosen-Mus.... 0.60 Pfiaumen-Konfit. v.e. 0.90 Tauben IrKch gsachlscht., 5tück V. SN 0.76 Hühner gefroren.. Pfund von«n 0.88 Hühner frisch....Pfund von an 1.05 Hirschbläffer.. Pl"� von an 0.85 Trtsehe �ier 10 5tüdc 0.85 0.78 Kabeljau ganze Pische, Pfd. von an 0.12 Schellfisch.... Pfund von an 0.1 5 Kabeljau-Filet. Pfund von an 0.20 Brafschollen... 3 pfiv.an 0.25 Frische Bleie... 3 pfd.v.an 0.38 Maifrank. Vi Flasche, ohne Glas 0.80 Bowlenwein RheinpvÄ u« 0.70 CASIAIO-THMTER Lothringer Strafe 37. IIHHnmMftHIIMIIIIIinillllllinillllllllllliiiiillliiHIHNMaMUHUIN Einzig in Berlin Für venig Geld das Beste ▼om Besten Ein großer banter Teil dazu das entzückende Theaterstück Graf Koks Billigt SommerpreUe: Billig! 0.60, 0.76. Mk. bis 1.50 Mk. Reichshailen-Theater IUmiIs Ij».! Sonntag nachm. rSüTl / A? wundervolle T\ �JfMAI-PROGRAMM. Populäre Preise: b» Pf. bis 2 M, auch Sonntags I Nachmittags ermäßigte Preise! csBsa wftBnrrw 1 8.15 Uhr— Flora ZM— Baudien erlaübt| Dayeima-Ballett | Original Pariser Cancan! I u. weitere internationale| Spitzen-Darbietungen. 8 Uhr 8 Uhr Emilla Galotti Staatsoper Pl.d.Republil 7«i Uhr Der Fteisütz 8 Uhr 8 Vi Uhr Dienst am Kunden von Cmt Boii und Max Hansen Regie; Hans Deppe KurfOrsienflamm- meaier Bismarck ai9 [ 8 Vi HhT] Alles Schwindel vnn Marcellus Sdiiffer. Musik von Mischa Spoliansky. Rigii; Gustaf GrSidgios Merl Westens Täglich 8Vi Uhr Kurzes Gastspiel Mislinguett mit ihrem eigenen Revueensemble Hlslfnenett' Revue Täglich 8V. Uhr Uusarenlieber Guido Thielscher, Kastner, Arnstädt, Vespermann Komisctie oper 8 Vi Uhr Alt-Heidelberg Lucie Englistb, Westenneier, H.J.Moebis, Peukert Barnowsky-aohneit Theater in der Slresemanastr. 8 Vi Uhr fiesfern o. Heule Komödienhaus Uhr KonfoX mit Felix Bressart. Neues Theater am Zoo— AiuBabnh.Zon. StpLSSS« Heute 8'U Uhr Uebcr 150 Mal: Uoruntersuchung von Maz Alsberg u Otto Ernst Hesse GROSSES SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr; Im WBltMn MUI. in der Premierenbesotzung nur noch 4 Wochen Regie: Erik Charell. Feuersezietät der Provinz Brandenburg Gemeinnützige Brandversicherungsanstalt Auszug aus der Bilanz für das Redimingsjahr 1930 Aktiva: Wertpapiere................. 1 850 912,41 EM. Hypotheken und Grundschuldforderungen... 3 449 146,22„ Grundbesitz................. 988 843,95„ Sonstige Vermögensbestände......... 1512 502,73„ Guthaben bei Kreditanstalten......... 344 924,55„ Passiva: Schadenreserven............... 3 125 725,47 EM Technische Eeserven und Büoklagen..... 5140290,15„ Auszug aus den Einnahmen n. Ausgaben- Redmnng für 1930 Ef onahmen: B'eifcragseinnahme.............. 11 223 253,19 EM. Zinsen und Mieten........ 627 609,40 Aasgaben: Sohadenrahiungen.............. 5 824 674,71 EM. Verwaltungskosten............. 3 008 937,61„ Steuern und öffentliche Abgaben...... 587 579,90„ Freiwillige Beiträge für Brandverhütung und -bekämpfeng............... 1 051. 102,59„ Abschreibungen............... 85 618,70„ Beitragsüberträge.............. 126 000,—„ Zunahme der technischen Reserven..... 666025,97„ Gebersohuß-BCckerstattungen anVersicherongs- nehmer................. 460000�W0' � »MUMd tiugung� Rgstaufiant Berlins BETRIEB KEMPIHSKI�O ROSE THEATER Von Montag bis Freitag: Sonnabend: Äonntag, lO. Mal Zum TorletKicn|e45| Male EL-J Zum 50. Male Trautaj Hans, Paul, Willi ROSE 77 Die Sache, die sich Liebe nenntu\ \ Amerikanische Komödie von\ Edwin Barbe Ab lt. Mai; Die fünf Frankflirterl | Große Frankfurter Straße 132| U-Bahn Strausberger Platz 1 6 lägiger Vorverkauf t&glich 1 | von Ii— I Uhr und 4—9 Uhr| Telephonische Bestellung: E7 Weichsel 3422 UCHT Dia Maate untarhaitonssaohne tur leaepmann Berlin-GeiundbrunneB Direktion; Luis Gutman [ PIwslaB. S. Mal Bl» MontaB. II. Mal Liditliarg-Ordiesler. Leltnng: Paal Bensei BÜHNE; Gastspiel des Berliner Lieblings Anna Hüller-Lincke in ihrer neuen lustigen Szene:„Aber Anna"(20 Minuten Lachstürme I) Smnrth D Smarth, die lust. Komöd. Zum ersten Male in Deutschland JoeStQni.amerikanische Hxzentrik Zum ersten Male in Deutschland Jean McLaren m. ihren scholl. Girls FILMTEIL DergrandioseTon-u Sprechfilm mit TINO PATTIERA Ka Lilien, B. Horney, E. Stahl- Nachbanr u. a. in F R A D I A VOLO DER TEUFEUBRUDER Ferner: Akfnell. Bilderdienst der Llchlborg. Knlinrfilm: Helgoland Beginn der Vorttellnngcn: Wochent 51/* u. S1/* Uhr, Lohntags 3, S1/», 8V« Uhr. Preise der Plätze: 0,80 bis 1�0 M. im Parkett und Rang, ZjOO» 2,50 M. Balkon Und Logen.* Sonntags 3 Uhr Einheitspreis: < Parkett und Rang 0,80 AL, Balkon und Loge 1,20 M. Vorverkauf ab 12 Uhr ununterbrochen für 7 Tage im voraus- Rennen a Karlshorst Dienstag, den 5. Mai 1931 nachmittags 3 Uhr laassders-ÄMlFsimsiL Thealer Im Admiraisnalast Täglich 8Vt Uhr Oer lustige Krieg Oehniann, Ahlers, Traufenhayn aG. u a. m metropol-iheater Täglich 8V. Uhr Nur noch 3 Tage! Das Veildien v. Montmartre Operette v. Kaiman Sonnlag A.Uhr Kleine Preise. Das VeiMieD von Mentmarfre — Elite-Sänger<— j Kottbusser Str. 6 Tägl.SViUhr • Sonntag St 3% Uhr I FR1TZI Duo Gislipitl Lotte Han£ B. d. Kompos. Siegwart Ehrlich. ätdim. irmllliilt Pnia! (oder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Meysr Mariannenstr. 3 FB. Oborbaum 1303 OeidieinieiaUlUiliaDil Donnerstag. Den 7. MaiXgZl. nach. mittags 2 Ahr, im parterresaal Des Verbands Hanfes, Cinienftr. 83/8$ Versammlung der arDeitsiosen EteKtro- monteure und Helfer Tagesorb nung: t. Dronchsnongelegenheitett. 2. SSctfdjtebencs. Ohne Mitgliedsbuch!etn gutritt. Es ist Pflicht aller Äollegtnnen unb Kollegen, an dieser Setfamtnlung de stimmt tttijuntfjmcn. Donnerstag, den 7. Mal, abends 6 Ahr, In den Musiker-SSIen((Brofeer Saal), Raifer-XDilhelm-Slrahe 31 Branchen-Versammlung der Bau- und GeidschranK- schiosser Tages Ordnung: 1. Bericht ton den Verhandlungen über den Manteltarif. 2. Branchenangeiegenhetten 8. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Zahlreiche Beteiligung wirb erwartet. Kuitur-Abteilungl Der Atlm„CqanCaU- läuft In der Zeit vom 4. bis 10. Mal und in der Zeit vom XI. b;S 17. Mal. Die Ortsvcrw. Ifang Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! n * 2 S l.£ Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember G 1929 versetzten Pfänder sind z versteigert worden, lieber» S schüsse sind bis!zum 3. No- • vember 1931 abzuheben. • Staatliches Leihamt. original- eefema Patentmatratzen/ Ruhe&etten mit Betema-Federung Patent-Drehbett(D.R P)-in Ort«- ein Bett, sowie das neue Hoirbett mit Betema-Federung sind vollkommen gergmeEIosi— Kein Elnliegen. 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Der Gerichtsvollzieher mußte jedoch unverrichteter Sache abziehen, da er von zahlreichen Insassen des Ledigenheims bedroht nmrde. Gestern erschien der Beamte abermals, um unter dem Schutz inehrerer Schupobeamte die Exmittierung vorzunehmen. Vor dem Ledigenheim hatte sich wieder eine größere Menge angesammelt. Es entstand großer Tumult, so daß die Beainten zum Gummi- lnüppel greifen und die Straße frei machen Mußten. Der Mieter Sch. hatte sich inzwischen in seinem im 3. Stockwerk gelegenen Zimmer verbarrikadiert und drohte, falls jemand den Versuch inachen sollte, gewaltsam einzudringen, aus dem Fenster zu springen. Die Feuerwehr mußte schließlich gerufen werden und über«ine mcchanische Leiter stieg ein Wachtmeister in das Zimmer«in, wo er den widerspenstigen Mieter, der sich einen ungefährlichen Schnitt an der Pulsader beigebracht hatte, festnahm. Sonderfahrten nach Berlin im Mai. Eine bemerkenswert« Anzahl von Studienreisen, Gesellschafts- fahrten uttd Sonderzügen nach Berlin wird dank der intensiven Berlin-Werbung im Mai erreicht werden. Wie das Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Berlin mitteilt, kommen nicht weniger als 64 Reisegruppen im Mai nach der Reichs- Hauptstadt, der größer« Teil zum Besuch der Deutschen Bau- au-stellung. Devtlche Hochschule für volilik. Der Direktor der.tfochtchlilr, Herr Dr. A. Weiser», bält vom t. Mai ab wieder jeden Fretlal, von>9 bis UV Uhr(eine we lpoliliich« JnfolmationSllund« ab, die von jedeimann im- entgeltlich de acht werden kenn und im Hörsaal I der Hochschule, Schinlel- Platz 9, stattfindet Das Opfer der Moslem. An dein Tage, an dein aus allen Erdteilen die Pilger gen Mekka strömen, feiern die Moslem das Opsersest. Das Fest fiel diesmal auf den 28. April und viel« Moslem begingen ihr Id-ul-Adha in Berlin im Humboldt-Haus in der Fasanenstraße. Es waren Inder und Araber, Albaner und Aegypter, Marokkaner und Moslem aus Algerien zugegen. Der Islam ist international, trotz der nationalen Freiheitsbewegungen in den einzelnen Ländern. Am 89. April hatte man einen Diskussionsabend eingerichtet, an dem über K a p i- talismus, Sozialismus und Islam gesprochen wurde. Der Hauptredner des Abends, der Zlraber T s ch e l e b i, wies darauf hin, daß gerade die hier in Deutschland studierenden Moslem ge- meinsam mit ihren deutschen Freunden die schweren politischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen erleben und wachen Auges das Suchen nach der Basis des Wiederaufbaues oerfolgen. Auch die islamischen Böller wollen cws dem Elend heraus. Nun meinen viele Marxisten, der Orient müsse erst die kapitalistisch« Wirtschaftsform annehme,, und dann durch Klassenkampf die tapitalistrsche Wirtschaftsordnung beseitigen, um so zur Nassenlosen Gesellschaft zu gelangen. Viele Moslem hingegen«»einen, wenn, wie bislang, die orientalischen Völker sich heldenhaft gegen den Kapitalismus wehren und die Fremden ihnen diesen Kapitalismus nicht auszwingen, der Umweg über den Kapitalismus zum klassenlosen Staat nicht nötig sei, da der echte Islam immer nur den klassenlosen Staat gekannt habe. In der Diskussion sprachen Europäer der verschiedensten Weltanschauungen, u. a. auch«in„revolutionärer Nationalsozialist", der seine Richttmg für die Frtundin aller unterdrückten Wlkex aus- gab und fernerhin versprach, den Sozialismus zu verwirklichen. Werder und Guben erwarten die Berliner. Zur Baumblüte nach Werder hat die Reichsbahn einen ver- stärkten Berkehr vorgesehen. An den Sonnabenden und Sonntagen werden je 100 Bcdarfszüge zur Bewältigung des Verkehrs nach Werder bereitstehen; auch an den anderen Wochentagen, wird die Zugfolge bei Bedarf verstärkt werden. Zum Besuch der Baumblüte in Guben werden dle Sonntage- rückfahrkarten nach Guben auch am Freitag, 8. Mai, Montag, 11. Mai, und Dienstag, 12. Mai, ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt von 0 Uhr(Mitternacht) ab, die Rückfahrt muß am Ausgabetage mit einem Zuge angetreten werden, der Guben vor 24 Uhr verläßt. Nene Straftennamen im Bezirk Weiftensee. Nach der mit Einwilligung des preußischen Staatsministenums erfolgten Zustimmung des Polizeipräsidenten, Abteilung II, durch Schreiben vom 10. April 1931— II. V. 1301 31— werden die nachstehend aufgeführten Straßen wie folgt benannt: 1. die Straße 60 mit„Ettersburger Weg", 2. die Straße 216 mit„Sulzfelder Straße", 3. die Straße 233 mit„Blechenstraße", 4. die Straße 240 mit „Lemgoer Straße". 6. Platz B mit„Pistoriusplatz".(Die Straße 60 verbindet die Charlottenburger Straße mit der Boigt-Rheetz-Straße (Karstadtbauten), und die Straße 216 ist eine Querverbindung zwischen Buschallee und verlängerter Wegnerstraße. Straße 233 ist die Verbindung zwischen Park- und Schönstraße, an der Rückfront der neuen 8. Schule, und die Straße 240 befindet sich innerhalb der neuen Strohenbahnersiedlung, zwischen Gr. Seestraße und Renn- bahnstraße. Der Platz B ist der neu vorgesehene Marktplatz, der nunmehr den Namen„Pistoriusplatz" führt.) Der marxistische Arbeitskreis ander�eutschenHachschule für Politik wird im kommenden Semester wieder zwei Per- anstaltungen abhalten. Unter der Leitung von Dr. Mitnitzky findet eine Arbeitsgemeinschaft über„Arbeitsmarlt und Löhne im organifiert'en Kapitalismus" Dienstags 20>4 bis 22 Uhr, statt. Beginn 12. Mai 1931.— Dr. Falk veranstaltet einen „Politischen Inforiyations- und'Ausspracheabend" Freitags von 2ÖVi bis 22 Uhr, uierzehntägig. Beginn 8. Mai 1981. Teilnahm« für die ordentlichen Studierenden der Deutschen Hochschule für Politik, für Mitglieder der sozialistischen Studentenschast und für die Besucher der freien joziaUstrschen Hochschule. Um möglichst vorher- gehende Anmeldung(Deutsche Hochschule für Polittk. Wirtschasis- schul«, Berlin W. 66. Schintelplatz 6, Amt A. 6, Merkur 455) wird gebeten. Ein Doppelmilliardär gestorben. Georges Baker, der Vorsitzende des Direktoriums der First National Bank, einer der vier reichsten Männer Amerika«, ist im Alter von 91 Jahnen an einer Lungenentzündung gestorben. Sein Vermögen übersteigt 600 Millionen Dollar. Filme im Berliner Himmels-Kino. Der Kombinations-Vortrag„Zwischen Himmel und Afrika", kn dem der Film„Afrika, wie es der Vogel sieht" gezeigt wird, wird nach seinem Anfangserfolg nunmehr auch für die nächsten Wochen angesetzt. Voraussichtlich läuft der Film den ganzen Monat hin- durch. Es kann nur empfohlen werden, sich diese einzigartige Ge- legenheit, die uns das Berliner Himmels-Kino bietet, nicht entgehen, zu lassen. Der Fall Bullerjahn vor der Entscheidung. Die Deutsche Liga für Menschenrechte veranstaltet gemeinsam mit dem Koinitee„Recht für Bullerjahn" Jim Mittwoch, dem 6. Mai, im ehemaligen Herrenhaus. Leipziger Straße 3, einen Abend, in dem der kurz vor der Entscheidung stehende Fall Bullerjahn— das Reichs- gericht wird in diesen Tagen über den Wiedcrausnahnicantrag be- schließen— verhandelt wird, in dem die Universitätsprofessore» Eduard K v h l r a u s ch und James G o l d sch m i d t(Ordinarien an der Berliner Universität), sowie die Herren Dr. Kurt Rosen- feld(MdR.), Dr. Erich Eyck, Dr. Ernst Feder und Dr. Leon Feuchtwang er das Wart nehmen werden. Karten an der Abendkasse. SoantaaefL�n»«««, mit geiche». nnb Malstudicv. Vom 10. Mai W« 2S. Juni«conftettet dao Scjirtsarn; SchSnobera EonntaasNihrung«», in denen die Teilnehmer Zeichen, und Malftudien nach der Natur machen.(Laien- kunMibunaen.i Leitun«: Nunllinalee A. W. Ba»m. Erstmaliger Treffpunkt 10. Mai. 10 Uhr, an der Machnowcr Schleuse(Eirdhalteftello der Straße». bahn Sk). Auskunft: Rheingau S10, Anschluß 9. Sport. Rennen zu Ruhleben am Moniag, dem 4. Mal.. I.Rennen, l. Johannisnacht(Lautenbcrger), 2. Deist, 2. Peter Bruisilofs. Toto: 21:10. Platz: 12. lZ,>5:10 gerner liefen> Uriula, Sleinlauj, Hardenberg. Zldelbelm tcstaiibe. «.Rennen. 1. Adio lJauh jun.f, 2. Bandit. 3. Huberta. Toto: 29:10. Platz: 13, 14, 26:10. Ferner liefen: Flieder, Coriez. Hanko, Fechtmeister, EiiuSker. 5. R e n n e n. 1. Champignon(Bes.), 2. Erich L.. 3. Hardenberg. Toto: 47:10, Platz: 19, 26, 73:10. Ferner lieien: Dorothea tl. o. W)., JaZmin Co. SS.), Idylle, PaloS, Morgan, Obcranllinann, Eppr Prachtpeter. 6. Rennen. 1. Citrus(P. Finn>. 2. Vicloiia, 3. Alabaster, 4. Tri- sollum. Toto: 79: 10. Platz: 17.41.>2.24:10. Ferner lieien: Blanco, Diane. Schwarzer Peter. Kimilo, Obiendoii. PalnmedcS, Kilth Woolhb. FelicilaZ, Lavendel, Hoheit, Donia(o. SS.). Union, Vergihmemnicht, Kops- Kops. 7. Nennen. 1. Dalter Dear ICH. Mills), 2. Nerv. 2. Nenimrisicr. Toto: 15:10. Platz:>2. 16, 18-10. geincr Uesen: Noblesse, Arnim, Trnmpstönig, Ma iowan jun., Mephisto. Jngetinde. 8 R e n n c n. 1. Nestor fFauh jr.>, 2. Natur. 3. Henreka. Toto: 21: 10. Platz: 14, 18,17:10. Ferner liefen: Cykiame, CrcsccuS. Domina, Poesie. Nörgler. Sienna, Maialene, Lady Bond, Heizbiait. 9. Rennen. 1. Goiisried P. ginn), 2. Satire, 3. Eulenspiegel, 4. Britton. Toto: 58: 10 Platz: 16.20,20�14:10. Ferner Uesen Selamik, Schcnlendorst. Padrel. Will-s. Adieste. Matena. Km gast, Dawson Watts, Goudster jr, Fredcgundts. DSweg Pillat. KAFFEE HA« RM 0.81 das kleine Paket jßtJlüSiLilSStl RM 1.62 das sroSe Paket RM 1.71 die Vakuumdose Allgemeine Wetterlage. 4-. Mai 0wclkenlos.O heihBr.Ohalbbedeokt ®wolkig,®l5edeckt*Regen�Graup8ln Scftnee,=Nebel,ltG«wiftec®Windstille l 131. Abt. SafamncnJunft ba iutifltn®4noff«n la» SwnWete Straße 3. Cs ist Pflicht aller Genossen,»u erscheinen. * StaUnie Alpenbera«, Bergwald«, Gehlenberg«. Nachladend Donnerstag, 7. Mai, 20 Uhr, lxi Klemmer lAlpenfchldß-ixn). Referent Mar Bauer. IZ8. Abt. isunltlonärkonfercn» non Donnerstag auf ifreitag verlegt. Die Parteigenossen werden ersucht, die fsreidenfcrkundgedung am Donnerstag in der Hafenheide tu besuchen. Irauenveranstalkungen. 17. Abt. Heute, Dienstag, d. Mai, IVA Uhr,®o slo chleh rvortrag, Müller. Ecke Sellerftraße. 134. Abt. Mittwoch, 6. Mai. 20 Uhr, bei Sonnet, Parfftraße. Referent Karl Dressel:.Die politische Lage". Bezirksausschuß für Arbeiterwohlsahrt. 11. Ätei«. Dienstag, 5. Mai, 20 Uhr, Rathaus Schöneberg, Zimmer 144, Sidung der Arbeitermohlfahrt. Referentin Genossin Lag. Arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde Groß-Berlin. Kreis Zlreuzbcrg. Heute, 20 Uhr. Por�ftr. II, Arbeitsgemcinsckmft: �lLan» dern und Wanbertechnil". Referent Mar Echmidtbaucr. Kreis Neulölln. Gruppe Kalten! Alle Kalken heu!« ITA Uhr im Leim ,ur Probe. � Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Al. Abt. 33. Be,irt: Nach langem, schwerem Krankenlager infolge Grippe verstarb unser alter Genosse Eduard Z e i d l e r im SZ. L-bensjahre. Ehre feinem Andenken! Die Einäscherung erfolgt am Dienstag, 3. Mai, 18V>. Uhr, im Krematorium Baumfchulenweg. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungs. vorstand. SoziaWslve Arbeiterjugend Groß- Berlin Auf der Südseite einer zur Zeit über der Nordsee befindlichen Depression sind ozeanische Luftmassen nach Deutschland geströmt. Die Temperaturen stiegen daher allgemein nicht mehr ganz so hoch empor als am Sonntag. Nur Ostpreußen lag noch m einer südöstlichen Luftströmung und hatte für die Jahreszeit sehr walines Wetter. Auch am Dienstag dürfte die Luftzufuhr aus Westen fort- dauern, so daß das Wetter im ganzen einen veränderlichen Charakter haben dürste. 4- Welleraussichlen für Berlin: Ein wenig kühler und noch wech- selnd wolkig, strichweise etwas Regen, mäßige südwestliche Winde.— Jüt Deulschland: Im Nordwesten windig und noch vielfach Regen- fälle, im übrigen Deutschland nur vereinzelt Niederschläge, im Osten Abkühlung und Gewitterneigung. Einsendungen für dies« Rubrik sind Berlin SW 63, Lindenfirahe 3, parteinachrichien�W� für Groß-Berlin stets an da» Bejirkssekretoriat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten GPO. Freidenker-Aratt'on Groß-Verlin. Die Genossen beteiligen sich am Donnerskag. 7. Mai, pünktlich Jg Uhr, an der Kundgebung in der Reuen well, hafenheide. Der Fraklionsvorstand. * Beginn aller Veranstaltungen 19�! Uhr. sosern keine besondere Zeitangabe! heule, Dienstag. S. Mai. Achtung, Stadiverordnetenfraktion? Heute, 18 Uhr, äußerst wichtige Frattionssitzung. * !#. Kreis, wir bitten, die«och ansstebenden Maiseierkarte« nmnehenb beim Genossen Urban, Vorwärts. Spedition. Lanfiger Platz 14—13,«wischen 14 und 13 Uhr abzurechnen. 13. Kreis. 20 Uhr Zufammcnlunft oller jüngeren Parteimitglirder, Jugend- heim Trmpclhof, Eingang Götzftraßr. 17. Abt. Die Bezirk-führer werden gebeten, die Akontozahlungen einzuhalten. De» weiteren wird gebeten, Eintrittskarten von der Maifeier sowie Rest. karten von der Kundgebung abzurechnen, 46. Abt. 20 Uhr bei Kkufncr, Sagelbcrger Str. 20, nur Kunktionörfitzung. 166, Abt. 20 Uhr Kunttionärfitzung bei Botha. Stubenrauchstr. 13. Morgen, Mittwoch, K. Mai. 1. Krei». lg'; Uhr Sitzung de» erweiterten Kreisvorstandes bei Dobrohlaw, Swinemiinder Str. 11. 5. kreis. Bi ldungsausschutz- Sitzung wird verlegt vom Mittwoch auf Sonn- abend, ü. Mai, 20 Uhr, bei Reisch, Eadiner Str. 10. 16. Abt. ssunttionärsstzung bei Stein, Holstein«! Ufer 14. 28. Abt. Ausspracheabend der jungen Parteigenossen 20 Uhr bei Barteldt, Wörther Str. 19. 43. Abt. Distussionsabend der süngeren Gciwssen bei«rüger, Drimmstr. 1. 4». Abt. 20 Uhr Diskusssonsddend der jüngeren Genossen im Jugendheim Wassertorstr. 0. � � � 52. Abt. Gruppe Siemcnsftadt: 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Marsand, Restaurant Seidekru». Erörterung örtlickter politischer Tagesfragen. 86. Abt. 20 Ubr Kunktionörsstzun« bei Lierfch, Kantstr. 62. 32. Abt. Die Kuntiionärfitznng findet nicht am Montag, sondern am Mitt- woch. 6. Mai, 20 Uhr, statt. 83. Abt. ssunkltonärsitzung. Genossen Ouandt, Mottkestr. 31. Ecke Sindenburg. 84. Abt. 20 Uhr ssunktionarsstzung bei Lehmann, Kaiscr-Dilhelm-Straße. 38. Abt. 20 Uhr engere 2'orstandssstzung mit dem Vertretern des 4. Bezirtc» bei Sennig. Kaiser-Witheim-Str. 1. 92. Abt. Zusammenkunft der lungeren Genossen, Zugcndhelm Treptower Straße 07, lertzderoplatz. Literarischer Abend, Leitung Dr. Becker. 00» Abt. 20 Uhr politischer Arbeitsfrei» in der Lalle am Hufeisen. Di«- kusfio»!„Masse und Führer". 161. Abt. Vorstandssstzung an dekanuler Stelle. 113. Abt. Funk! onärsitzung bei Tempel, Gudrunstr. 7. Referent Genosse Stadl- verordneter Oieesc. 127. Abt. Kuirktionärsitzun« bei Schiebe. /lllen Venvun-Iten unü Lekannien ciie traurige Naedriedt, daß unser lieber Bruder Schwjger und Onkel Ernst Hehde nach langem schweren Leiden am 2. Mai im Hufeland-Hospital sanft entschlafen ist- Um stille Teilnahme bitten <*eschw,Mtep Hchde Sebastianstraße 30 Die Einäscherung findet am 7. Mal. nachm. 6 Uhr im Krematorium Gerichtsiraße statt Dculsdier Meiallarbeiler- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanxeige Den Miloliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher ?su! Schmidt am 30. April gestorben ist Di- Einäscherung finde! am Mit- woch. dem 6. ch ai. Iß Uhr. tm Kremalortum Gerichifiraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ehre ihrem Andenken! Naekm? Am 28. April starb unser Kollege. der Klempner krau? Laocke Am€8 April starb unsere Kollegin. die Arbeiterin Emma Schobert Die Beisetzungen haben bereit- staltze'unden. Die Or tiver w alinna. «osmdonoco für diele Robe» nur< z'erlln GW M. ftnhenffrafa- i tat Juoenb'ttrtiartat Abteilun«»leiter! Rechnet umgehend die Mai.-Iugendtag-Plaketten ab und sorgt dafür, daß die Ordnec-Armbinden vom Iugendtag von den Ordnern zurückgegeben werden. Protestkuedqebuugt Donnerstag, 7. Mai, isth Uhr, Reue Welt. Hasenheide: »Kreidenter unter Ausnahmegesetz". Unkostenbeitrag 20 Pf. Aus bem Mai-Jugerd'ag Im Pollspatk Rchbergc ocrlorene Gegenständ« find abzugeben bzw. abzuholen bei der KSI., Engeltifcr 24—28, Kreitags von 16-10 Uhr. Abkeilungsmilgliederversammlungen, heule, Dienstag, IS'/d Uhr: Rosenthaler Borftadt- Elifabethk�rchstr. 10.—»rnnnenplatzt Pankstr. 20—22. — Leopoldplatz Seestr. 84.— Schill-rpark: Sd,önipgstr. 17.— Webbing- Will- denowstr. 8.— Wcddit-g-Rorbt Türmer Ecke Scestraße.— Balkan: Mandel- strafte 2.— Lelmholtzplatzt Danziger Str. 62. B. 2.— Kumannplatz- Gleim- strafte 33—38.— Nordosten 1: Dauz'ger Str. 62, B. 3.— Sasenhelde: Wasser- torstr. 0.---- Süden! Porckstr. 11, Zimmer 8.— Schöneberg I: Sauvlstr. 18.— Schöneberg Iii! Hauptstr. 18.— Sckiönedcrg IV: Hauptstr. 18.— Schöneberg V: Laupitstr. IS.— Eharlottenlmrg.Norb: Kglferin-Augusta-Str. 07».— Lichter- felde: Albrcchtstr. 14».— Steglitz I: Albrcchtftr. 47.— Köpenicke» Viertel: Wrangelftr. 126.— Neukölln l: Sander- Ecke tobreelilftrafte! pünktlich rOZb Uhr, vorher wichtige Zusammenkunft).— Neukölln U: Steknmrtzftr. 04.— Reu- kiilln ni: Ziethen str. 88.— Neukölln IV; Kanncr Strafte.— Neukölln VII: KMS.— Neukölln VIH; Srütl.ft.-ulf.— karlshorst: TtcifOttesilcc 44— Neu- Lichtenberg: Haufisttafte.— Lcrmoborf:-Roonstrafte.— Reinickendorf Ost: Lindauer Strafte.— Wittenau: Hauptstr. 13.— Riederschönhausen: Lindeustr. 47.— Pankow! und ll: Görslitstr. 14.— SSG. Pankow: Kisfingenstr. 43, 17% Uhr. _ Schi. S Neukölln VI: 8-Iahr.sfeier in der Karl-Marx-Schule, kaiser-ssriedridi» g 0 Strafte. Beginn IVA Uhr. Eintritt 40 Pf. Besonderes Programm, � Eltern und Bekannte find freundlidist eingeladen. � Köllnischer Park: Waisenstr. 13:„Tagespolitii".— Oranienburg«»'Tod: Waisenstr. 18:„Die Vedeniung des 1. Mai".— Zentrum: Landsberger Str. 80: Einführungsabend.— Webbing, R.?.: Willdrnowstr. 8:„Die politischen Wirren wähvrnd des Krieges bis zur Inflation".— Arnimplatz: Sonnenburger Str. 20: Karl-Marr-Teicr.— Arnswaldcr Platz I: Rastenbgrger Str. 16:„Die Zoll- nniou".— Wörther Platz: Kastanienollee 32:„Das Heidelberger Programm". l. Teil.— köpenicker Viertel: Wrangelstr. 123:„Gcwcrksdiaftsfragen".— Reickenberger Vicriel: Reicktenberger Str. 66;„Gtwcrkschaftsfragen".— Ehar- lottenburg-SLb: Doethestr. 11:„Jugend und Partei".— Mariendorf II: Dorf- strafte 7:„Das Leben und Wirken Karl Marx"'.— Britz: Ehausseestr. 48:„Das Tagebuch?"— Neukölln X: Bergstr. 29, R. 3:„Der Jugendliche in der Gesell- schaff und im Beruf".— Köpenick II: Dahlwitzcr Str. 15:„Das Programm der Anarchisten".— SSG. Schöneberg: Hauptstr. 18, Pommernzimmer, 17% Uhr: „Sozialhygiene"._ Vorträge,VereineundVersammlungen. # Reichsbanner..SchwarzRoi-Goid". SefchSktsstel!- Berlin S 14 Scbastianstr 37—38 Hol 2. Tr. Dienstag, 5. Mai. Kreuzberg: 20 Uhr Mitgliederversammlungen. Zug IV bei Gründlcr, Zimmcrstr. 30: Zug V bei Tetzlass, Ritter- straft« 33; Zug VI bei Wolfs, Gracfcftr. 26. Pankow: 20 Uhr Kamerabsckarts- sitzungen. Pankow-Rord bei Mencr. Türkisches Zelt: Pankow. Süd bei Kobcr, Berliner Ecke Prinz-Heinrich-S'raftc: Niederschönhaustn bei Wolsstchlucht, Treskowstrafte.— Mittwoch, 6. Mai. Areuzbr6?" Sie werden es wissen.„Wie sieht Old Bailey(das Londpner Kriminalgericht) aus?" Man wird Ihnen ungesäumt eine Photographie zur Verfügung stellen.„Wieviele Knöpfe trägt ein polnischer Sergeantmajor an seinem Unisonnrock?" Unsere Wißbegierde wird gestillt. Spinnennetze bilden die Spezialität einer anderen Agentur. Sie versendet ihre Ware in kleinen Fässern in Form einer besonderen Gummilösung, die vermittels eines elektrischen Apparates aus- gespritzt wird und sich in eine Spinngewebe täuschend ähnliche Substanz verwandelt. Regisseure von Kriminalfilmen beschäftigen diese Agentur in besonders hohem Maße. Den Regisseuren von Hollywood steht, wenn man so sagen darf, die ganze Welt zur Verfügung. Da gibt es Vermittlungsbüres, die Kostüme aller Zeitalter und Länder und andere wieder, die An- gehörige jedes erdenklichen Bolksstammes beschaffen. Während draußen, auf den Straßen, der hellste Sonnenschein herrscht, kann der Hollywoodregisseur, wenn es ihm beliebt, in seiner Atelierstodt den echtesten Londoner Nebel herstellen lasten. Er braucht nur Herrn H K. Patch anzuxufcu, der chemischen Nebel — ein Dollar pro Pfund— llescrl. daß zur Zeit erhöhter Sonnenlätigkeit, die sich äußerlich in den Sonnenslecken kennzeichnet, die Wetterperioden meistens viel kürzer und mannigfaltiger sind als in normalen Zeiten der«onnen- ruhe. Die Meteorologie sucht das so zu deuten, daß in Zeiten der Sonnenruhe, der geringeren Sonnentätigkeit, der Mechanismus der Weiterbildung der Erde sich gewissermaßen selbst überlasten bleibt, sich selber ordnet, während in Zeiten stärkerer«onnentätigkeit dieser Rhythmus durch äußere Einslüste gestört wird und nur mühsam seine eigene Gesetzmäßigkeit aufrechterhält. Die Erde gerät in ihrer Atmosphäre gewissermaßen in einen Fieberzustand. Sie hat sich an dem Fieberzustand der Sonne angesteckt. So beginnt die Meteorologie mehr und mehr zu erkennen, daß die Gesetze der Weiterbildung heute nicht durch die Erforschung der Geheimnisse der Erdatmosphäre allein erklärt werden können. Die Erde ist selbst in Beziehung auf ihr Wetter ein Teil des gewaltigen Kosmos und von seinen Gesetzen und Einflüssen abhängig. Samilie tleureich im Frühling (Briefe, die ein anderer las Der Vater schreibt: Ilnn wenn ick an den Frühling man bloß janz schwach denken tu. denn wird ma immer janz mieß zumute. Da hat ma seit Weihnachten ünn Jeburtstag seine scheene Ruhe jehabt mit det ville koosen, unn jetz soll det nu wieda los- jehn. Frühlingskleed unn Mantel for Mutter unn de Tochter. Ein- segnungsanzug for Emil unn wat so an de Einsegnung noch drum unn dran hängt. Unn denn de 7 bis 8 oblijotorifchen Valobungen von de Tochta. Ick weeß schon ja nich mehr, wo mir der Kopp stehen tut. Unn da soll sich noch cna freuen kennen? Ick finde die Jahreszeit abscheulich... Die Mutter schreibt: Der Lenz ist da, liebes Emilchen. Wenn ich noch-dran denke, als wir iwch jung waren. Wie hatten wir uns da gefreut. Aber jetzt. Jetzt bedeutet der Frühling nichts als Großreinemachen für mich. Ach, du lieber Petrus, wenn ich an die Gardinen denke, die müssen gewaschen, gespannt und geflickt werden. Und dann die Betten, die Strümpfe und was noch so alles drum und dran hängt. Die Küche soll jetzt auch gemacht werden. Das ist nun mein Frühling. Dies wünscht dir mit besten Grüßen Deine Adele.« Der Sohn schreibt: Nuhn ist der Frühling da, und jch bin kohnfirmirt worden. Der Lehrer sagt, am behten bin ich in Ordokrafi. Wein Bruder hatte eine-schlechte Osterzcnsuhr und ist sizen geblieben... Die Tochter schreibt: Gottseidonk, jetzt wird es endlich wieder wärmer, und man kann ins Grüne fahren, natürlich nur mit den Kavalieren, nicht wahr, liebe Elli? Diese dauernde An- glotzerci in den Kaffees ist mir nähmlich jetzt über und über, noch dazu, wo man fast jeden Sonntag mit jemand anders hinkomnst. Jch habe mir schon ein paar fabelhafte Hüte angeschen und dann die dazu passenden hellen Kleider, Du weißt doch, hell steht mir so gut. Papi muß es mir unbedingt kauien. Es ist gor nicht einmal so teuer, 130 bis 150 Mark alles in allem. Wie geht... Die Großmutter schreibt:... und das, liebe Freun- din, ist die Jahreszeit der Liebe und der Poesie, die Jahreszctt der Sehnsucht und der Jugend. Ach, wenn ich so an meinen Seligen denke, gerade an solch einem schönen Tage haben wir uns gefunden. Und dann, wenn er das Lied„Der Mai ist gekommen" sang, wurde mir immer ganz warm ums Herz. Nun, liebe Freundin, wenn cs jetzt Frühling wird, drehe ich mir den Frühling zusammen mit der Grammophonplattc aus, oder ich höre jetzt alle die schönen Früh- lingslieder im Radio; denn etwas anderes spielen unsere Sender den ganzen Tag über doch nicht. Wenn Gertrud die nächste Ver- lobung feiert, werde ich wohl die Platte„Alle Jahre wieder" spielen müssen; denn eben hat der Hund den Plattenkasten umgeworfen, nur diese eine ist noch ganz geblieben... Der Hund denkt: Alle phantasieren sie vom Frühling, nur ich darf nicht raus und ich möchte doch so gerne... Wann nachien die üßäume? Eingehende Beobachtungen eines sranzösischen Botanikers, die in der..Revue d'Horticulture" veröffentlicht werden, geben über- raschenden Aufschluß über die Zeiten, in denen sich das Wachstum der Bäume vollzieht. Danach liegt die Hauptzeit des Wachsens in den Stunden zwischen Mitternacht und ö Uhr morgeps. Die ver- schieden« Intensität des Wachstumsvorganges innerhalb von 24 Stunden wird in Prozenten solgendermahen angegeben: Von 6 bis 9 Uhr morgens 8% Proz., von 9 Uhr bis Mittag 1% Proz., von Mittag bis 18 Uhr überhaupt kein Wachstum, von 18 bis 21 Uhr 1H Proz., von 21 Uhr bis Mitternacht 3� Proz., von Mitternacht bis 6 Uhr morgens 85 Proz. Mehr als 90 Proz. des Wachsens vollzieht sich also in der Zeit, in der sich die Sonne unter dem Horizont befindet, und überhaupt erfolgt fast alles Größer- werden der Bäume, während sie nicht von der Sonne beschielten sind. Auch bei den anderen Pflanzen zeigte sich eine ähnliche Erscheinung, aber sie ist nicht so ausgesprochen wie bei den Bäumen, und die Zeit des Wachstums ist bei-den verschiedenen Arten sehr verschieden. Bemnvvortliih für Politik: fftonj«IfiS«: Wirtschaft:<#. fllinnrlbif": Dcwertschoflsbkweauna: S. Et«i»«r: Feuilleton:®r. Jod» Kchikowoti: Lokales und.Sonst'.q-s: äeitz Naestädt: Pneeia-n: Zb.®lorock?rrt und Vcrlagoanstalt Paul Einaer u. So Berlin 533 68, Linden lüaß« S fiietiu 2 PcOallUk ?lr. 206» 4S. Jahrgang 2� Dienstag. S. Mai �9S� Das neunte Schuljahr. Eine Oentschnst zur Vorbereitung. Da» bedrohliche Anwachsen der Arbcilslosenzissern hak im herbst 1930 die Jrage der Einführung eines neunten Schuljahr es, vorwiegend unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten, zur Diskussion gestellt Vertreter des ZlDGV. und des AsA Bundes sind deshalb erneut gemeinsam mit Vertretern der Ar- beitsgemetaschast sozialdemokratischer Deh- rer und Lehrerinnen und sonstigen den freien Gewerkschaften nahestehenden Schulsachoer st äodigen in Beratungen über die grundsätzliche Haltung zur Frage der Verlängerung der Schulpflicht einaelrelen und veröfsenllichen im folgenden das Ergebnis ihrer Stellungnahme: Die Verlängerung der Schulpflicht als ständige Einrichtung zum 3 wecke der organischen Verbindung von Volks- und Berufsschule wird gefordert. Gegen die Verlängerung der Schulpflicht als de- fristete Notmaßnahme aus arbeitsmarktpolitischen Gründen, etwa bis zum Anheben eines wirtschaftlichen Umschwunges, bestehen wirtsch astliche und pädagogische Bedenken. Für die Einführung und Ausgestaltung eines neunten Schul- lahres sprechen die folgenden Gründe: t Das Interesse des Jugend- lichen selbst. 2. Die wirtscha filichen und gesellschaftlichen Verhältnisse unserer Zeit. 3. Schulorganisatorische Notwendigkeiten. i. Das Interesse der Zugendlichen selbst. Die Verlängerung der Schulpflicht ist eine wirksame Er- Weiterung de-Iugendschutzcs.dader ganztägige Schulbesuch den Eintritt in ein Arbeitsverhältnis um ein volles Jahr hinausrückt. Die Jugendlichen haben durch das weitere Jahr des Schulbesuches die Möglichkeit, sich körperlich kräftiger und geistig reifer zu entwickeln. Der Jugendliche wird infolgedessen seine Berufsentscheidung mit größerer Sicherheit treffen können. Bei einer Verlängerung der Schulpflicht müssen gleichzeitig die Bor- schristen über den Jugendlichenschutz(Gewerbeordnung, Kinder- schutzgefetz u. o.) nachgeprüft und geändert werden, danrit ein un- erwünschtes Nebeneinander von Schule und Erwerbsarbeit ver- hütet wird. Di« modernen rationellen Arbeitsmethoden bedeuten für Körper und Geist des Jugendlichen eine starke Belastung, die durch die Erscheinungen der Reifezeit gesteigert wird. Die häusliche Umwelt erhöht bei einem großen Teil der Jugendlichen diese Spannungen. Das Geldverdienen, der Zwang sich beruflich in das Leben Erwachsener einzuordnen und eine Fülle öffentlich-rechtlicher Ver- Hältnisse stellen die Jugendlichen plötzlich vor Aufgaben, für die sie besonders vorbereitet werden müssen. 2. Die wirischastlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Die technisch«, wirtschaftliche uni» staatliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte stellt höhere Ansprüche an Wissen und Können, Anpassungs-, Urteils-- und Entscheidungsfähigkeit der jugendlichen. Die Arbeitsformen und Arbeitsmethoden des moder- nen Betriebes sind einsömriger und mannigfaltiger zugleich ge- worden. Sie verlangen gesteigerte technische Kenntnisse und Fertig- keiten sowie berusliche Wendigkeit.. Jeder einzelne wird possio und aktiv in das öffentlich-rechtliche Leben und in dos durch Organisa- turnen beeinflußte Arbeitsleben eingegliedert. Die Verwaltung der Kommunen, der. Länder und des Reiches greift immer tiefer in dys Leben des jugendlichen Menschen ein, die Demokratisierung von Wirtschaft und Staat oerlangt weitgehende praktische und theoretische Vorbildung, Schulung und Aktivierung. Di« Verlängerung der Schulpflicht um ein Jahr als ständige Maßnahm« bedeutet eine Entlastung des Arbeits- markte». Sie muß jedoch allgemein durchgeführt werden: für landwirt- schaftllche, forslwirtschaslllch« und Gärtnereibelriebc dürfen keine Ausnahmen gemacht iverden. Di« Verlängerung der Schulpflicht bedeutet zugleich eine Ver- löngerung der Unterhaltspflicht für die Eltern. Aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen ist es daher notwendig, Minderbemittelten während dieses Jahres eine angemessene Wirtschaftsbeihilfe aus öffentlichen Mitteln zu sichern. 3. Schulorganisatorische Notwendigkeiten. Die mangelhafte Verbindung zwischen Volks- und Berufsschule mutz im Interesse eines einheitlichen Biidungsaufttiegs behoben werden. Volks- und Berufsschule gehören organisch zusammen. Das neunte Schuljahr muß demzufolge das Uebcr- gang� und Derbindungsjahr sein. Es wird seinen Zweck jedoch nur erfüllen, wenn auch in den oberen vier Dolksschulklasien p r a k t i- scher Arbeitsunterricht in den Bordergrund rückt. Die vorliegenden Vorschläge bekräftigen, nur die bisherigen Forderungen zum Ausbau der Volksschule. Au» Gründen der Einheitlichkeit ist eine reichsgesetzlichc Rege- luag der Frage erforderlich. Das neunte Schuljahr muß dos Bindeglied zwischen Volks- und Berufsschule sein. Die wesentlich weltanschauliche Bestimmtheit der Volksschul« würde die sachlich zweckmäßige Gestaltung des weiteren Schuljahres hemmen; die diesem Schuljahr eigentlich zu stellenden Aufgaben können in diesem Rahmen nicht erfüllt werden. Im Interesse des neunten Schuljahres wäre in allen Ländern ein« Einheitlichkeit der Verwaltungsmaßnahmen erforderlich. In den großen und mittleren Städten mit ausgebautem Volts- und Berufs- schulwesen läßt sich mit den vorhandenen Lehrkräften, Räumen und Einrichtungen beider Schulgattungen unter entsprechender Ergän- zung für die besonderen Aufgaben des neunten Sckprljahres seine Durchführung als selbständige Einrichtung ermöglichen. In Ge- meinden mit ungegliedertem Volksschulwesen und mit noch ungc- nügend gegliedertem Berussschulwesen, in denen der Berufsschul- unterrichl größtenteils durch Volksschullehrer im Nebenamt erteilt wird, müßten Lehrkräfte durch besondere Kurse für die neuen Auf- gaben geschult werden. Die Einführung de, neuolen Schuljahres läßt die gleichzeitige Schaffuug eines Reichs berus-schulgesetze» erwünscht erscheinen. Die Durchführung des neunten Schuljahres darf aber mangels rcichsgesetzlicher Bestimmungen nicht behindert lverden. Es sollte vielmehr, wenn ein Land die Regelung erstrebt, durch entsprechende Reichsbeihilfen die Lösung erleichtert werden. Die Zielsetzung für das S. Schuljahr. a) Berufsfindung und Berufsvorberettung drr t, praktische Arbeit. Die praktische Arbeit im" neunten Schuljahr soll der Berufs- Praxis entsprechen, d. h. sie muß werkstattger echt und b ü r o- mäßig sein und sich entschieden von zedem Dilettantismus fern- halten. In Verbindung mit der praktischen Arbeit und aus ihr sich sachgemäß ergebend■ sind fachkundliche Unterweisungen durchzuführen. Einfache zeichnerische und kalkulatorische Hebungen, sofern sie sich aus der Arbeit ergeben, sind zu Zulegen, Der gesamte Betrieb darf sich nur auf«infachste Arbeiten und Werkstücke er- strecken. Die Schüler sollen in diesem Jahre ein« angemessene Ge- wandthcit und Handfertigkeit erreichen,. mit Arbeitsmitteln und. Arbeitsstoff vertraut werden und an ihrer Arbeit Schastensirtu!)« erleben. Damit dient das neunte Schuljahr der Berufsvorbereitung und schafft sachlich die Voraussetzungen für eine Berkürzung der Lehrzeit. Für die Durchführung der praktischen Arbeit wären enf- sprechende Lehrstätten, Werkstätten und Arbeitsräume etwa für folgende Gruppen einzurichten: Technische Gruppe: Metall, Holz, Leder, Papier. Textilien u. a. Gruppe für Lebensmittel- Herstellung und Lebensmittelversorgung und Hauswirtschaft: Küchen- und Seroiereinrichtungen usw. Gruppe für Handel und Verkehr und kaufmännische Berufe: Büros, Verkaufs- und Dekorationsräume usw. Kunst gewerbliche Gruppe: Arbeitsstätten zum Zeichnen, Malen, für kunstgewerblich« Sonder- abteilungen usw. Landwirtschaftliche und gärtnerisch« Gruppe: Schulgärten usw. Diese Gruppierungen entsprechen in großen Zügen den haupi- sächlichsten Berufsrichlungen, soweit sie in diesem Schuljahr bereits arbeitsmäßig vorbereitet werden können. Die praktische Ausgestal- tung könnt« sich dann sowohl noch Richtung wie nach Disferenzie- rung im wesentlichen den örtlichen Verhältnissen anpassen. Die Schüler(innen) sollen noch Neigung und Begabung die entsprechen- den Gruppen wählen. Uebergang von einer Gruppe zur anderen muß möglich sein. Enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Berussberatung ist unbedingt erforderlich b) Wirtfchasts- und GefellschastSkunde. Hauptzweck des Unterrichts muß fein: Einführung in die vom Lebenskreis der Jugendlichen aus wichtigen und bedeutsamen wirt- schaftlichcn, öffentlichen und allgemeinen gesellschaftlichen Einrich- tungen. Praktische Hebungen, vor allem aus dem Gebiete des eigenen Lebens und des Lebens'der Schulgemcinschaft, praktischer Verkehr mit Behörden, wie Jugendamt, Schulverwaltung, Eisenbahn, Verkehrsverwaltung usw., praktisch durchgeführte Selbstver- waltung der Schulbedürfnisse, Wahl von Vertrauensschlllern für die Erledigung einzelner geschäftlicher, technischer und anderer prok- tischer Ausgaben. D«r Unterricht muß den praktischen Bedürfnissen folgen und der Verantwortungssähigkeit der Jugendlichen angepaßt sein. Der Unterricht hat das Ziel, die Jugendlichen mit der Heimat- lichen Umgebung, den öffentlich-rechtlichen Einrichtungen und den wirtschaftlichen und politischen Organisationen vertraut zu machen. c) Ausdrucksvflege Pflege des mündlichen und schriftlichen Ausdrucks durch Stoff aus der praktischen Lebens- und Schulgemeinschaft. Führung van Protokollen, schriftliche und mündliche Berichterstattung, Korrespön- denz aller Art, Schulzeitung, Zeichnen, Malen, Modellieren zur Hebung der Form- und Raumerfassung, Schriftpflege, Schmuck- schrist, Schmuckform, Raumoerteilung, Perspektive, graphische Dar- stellung, Reklame, Ausschiiiückung. Die Auswahl richtet sich nach Neigung und Fähigkeiten. Der mündliche und schriftliche Gebrauch der Sprache ist tu den Vordergrund zu stellen: Lücken sind unbedingt auszugleichen. Gesellschafts-, Gcmcinschaftsspicl und Festgestaltung(Laienbühne, gelegentliche wahlfreie Lireratur- und Kunstbetrachtungen, gesangliche und musikalische Betätigung, Sprech- und Bewegungs- chor) sind noch Möglichkeit zu pflegen. d) Gesundheitspflege. Der Unterricht soll der Pflege der gesunden Entwicklung der Jugendlichen und ihrer Bedeutung für die Gesellschaft dienen. Dazu gehören Gesundheitsübung und Gejundheitslehre. Die Sapber- Haltung des Körpers, der Kleidung, der Arbeitsräume, des Arbeits- Materials wie der sonstigen von dem einzelnen Jugendlichen ab- hängigen Umgebung muß zur dauernden selbstverständlichen Ge- wöhnung werden. Die mannigfaltigen Formen des Sports(Turnen, Schwimmen, Gymnastik usw.) müssen ständig geübt und durch längere und kürzer« Wanderungen ergänzt werden. Praktische Be- einflussung der Ernährung und Kleidung, Gewöhnen zu sozial- hygienischem Berhalten in geschlossenen Räumen(Wohn-, Arbeits- und Versammlungsräumen), aiif der Straße, in den Lerkehrsein- richtungen, bei Wanderungen usw. Im Zusammenhang mit diesen praktischen Hebungen, die je nach Interesse und Bedarf gelegentlich oder systematisch erfolgen. ist die Aufklärung über gestmdheitliche Fragen, namentlich der Ent- wicklungsjahre, ein, zuschalten. Dabei ist Wert zu legen aus die sichere und anschaulich« Kenntnis van Krankheiten, soweit sie in ihren gesellschaftlichen Ursachen und Auswirkungen für die Jugend- lichen praktisch von Bedeutung ist. '' Die Unterrichtszeit dauert täglich fünf Stunden, wovon der größte Tell der praktischen Arbeit gewidmet ist. Ein' Wochentag ist abwechselnd als Wander-, Arbeits- oder Studientag oorzusehen. Der Unterricht ist lebendig in Form der ArbeitsgemeinschWk zu gestalten. Moderne Anschauungsmittel(Besichtigungen, Licht- bildvorträge u. a.) sind zu verwenden. Künf Lahre Buhrgaspolitik. Die Expansion zu Ende.— Zum Geschäftsbericht der �uhrga6-A.?G. Ende 1926 hotte Dr. Vogler eine neue Aera der deutschen Goswirtschoft angekündigt: VLeitungen von den Ruhrzechen durch ganz Deutschland wurden propagiert, Zeit dürfe nicht verloren werden, weil Zeitverlust den Plan gefährde. Man Hot an der Ruhr keine Zeit verloren. Drei Jahre lang schien eine unerhörte Offen- sive im Gang, im vierten war die Stockung da, im begonnenen fünften, im Jahre 1931, sind die Pläne als mißglückt anzu- sehen. Die groß« Ruhrgasexpansion ist zu Eiche. Unter dieser Perspektive ist der Geschäftsbericht zu be- trachten, den die Ruhrgas-A.-G., die Rachfolgerin der A.-G. sür Kohlevcrwcrtung in. Essen, über das vergoltene Jahr verössentlichl. Für den oberflächlichen Betrachter mögen die Angaben von 1930 noch passabel erscheine». Leitungsausbauten nach Krefeld, nach Hannover, und in Westiale», im Jahr« 1930 insgesamt 121 Kilometer neue Leitungen, Anschluß von 23 Zechenkokereien statt 15 im Jahre 1929, Steigerung des Gasabsatzes von 105 auf 710 Millionen Kubikmeter. Aber diese Entwicklung kann mir den Nichkinformierten täusche».... Die Ruhrgas>A.-G. produziert ja nicht, sondern sie verkauft nur das von den Zechen erzeugte Koksofengas. Was an die an- geschlossenen Werke der Aktionäre(Zechenbesitzer) geliefert wird, ist eigentlich kein neues Geschäft, und vor allein ist es kein gutes Geschäft: denn was die Eisenwerke im Gaspreis mehr zahlen würden, zahlen sie ja letztlich an sich selber als Zechenbcsitzer und Kokserzeuger. Das gute Geschäft liegt auch Nicht im Absatz von sonstigem Jndustriegas: denn die Industrie kann nach fach- männischer Schätzung nur 2 bis 2,5 Pi. je Kubikmeter zahlen. Wird aber über 100 Kilometer hinaus geliesm, ist Jndustriegas daher wahrscheinlich schon«in Verlustgeschäft. Dos gute Geschäft ist ollein d«r Anschluß von Städten und die Versorgung von Kleinverbrauchern. Aber bis Ende 1930, wo ein Bruttöabsatz von 710 Mil- lionen Kubikmeter erreicht war, waren unter diesen 710 Millionen erst 135 Millionen Äühik meter, die an Gemeinden und G a s v e rte i lu n g s g e je l ls chaf t en geliefert wurden. Der Rest ging mit 330 Millionen an die Konzernwerke der Akts» när« und mit 245 Millionen an andere industriell« Werke. Da vom Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk durch Uebernahme der Lei- tungen und Verträge etwa 30 Millionen Kubikmeter Kommitnolgas schon, übernommen worden waren, ist- der ganze bisherige eigentliche Erfolg der Ruhrgos-A.-G. auf etwa 100 Millionen Kommunalgas zu schätzen. Wahrlich ein mehr' als bescheidenes Ergebnis für eine fast füni- jährige Kampagne, die eine Flut von Tinte und Druckerschwärze und von Vcrwaltungskosten aller Art veranlaßt hat. Der Geschäftsbericht der Ruhrgas-A.-G. ist an sich schon sehr kleinlaut. Aber er tut doch noch so, als ob die gaspolitisch« Pleite, obwohl sie endgültig da ist, noch nicht eingetreten wäre. Doch die Berufung aus die Wirtschaftskrise, die das Geschäft gt- hindert hätte und im Bericht einen so großen Raum einnimmt, ist irreführend: die Kommunen, besonders die großen Städte. kommen bei der Eigenerzeugung eben billiger weg, die regionale Griippengasversorgung ist. wenn ihre Durchführung gegenwärtig auch an der össentlichen Finanznot und den Kreditschwierigkeiten scheitert, der Fernversorgung von den Zechen überlegen, und die Industrie beeilt sich nicht deshalb mit der Umstellung auf Gas nicht sehr, weil man dazu kein Kapital hätte, sondern weil das Ferngas auf größere Entfernungen eben teurer ist als die verfeuerte Kohle. Es nützt der Ruhrgas-A.-G. mchts, um diese Tatsachen herum- zureden. Ihre Chance, damit hatte Dr. Bögler vollständig recht, lag im ersten Ansturm, lag in der Irreführung der technisch ahnungs- losen Ocffentlichkeit, lag in dem Mißbrauch der Idee, daß olles technisch Großzügige ohne weiteres auch wirtschaftlich über- legen sei. Diese Chance kam durch den fast einhelligen Wider- spruch der Fachleute, aber auch durch das mangelhafte Augenmaß bei der Ruhrgas-A.-G. selbst nicht zum Zuge. Das Schwer- gewicht der Dinge selbst zerstörte die Erwartungen und die Kalkulation eines falschen Plans. Die Ruhrgas-A.-A. ist über Hannover nicht hinausgekommen, sie ist in Köln steckengeblieben. Hannover ist für die Ruhrga»- A.-G., Köln ist für die Kölner Stadtverwaltung, worüber später noch einige Worte zu sagen sind, ein schlechtesGeschäft. Der im Februar 1931 unterzeichnete Hekoga-Saar-Ruhr-Ver- trag ist«ine Fassade, hinter der nicht» steht. Der Durch- bruchsversuch nach Süden ist also auch gescheitert. So ist die Ruhr- Letione weiße Zähne; Chlorodont orr;r»pt gas-A.-G> heute auf das Weichbild der Ruhrzechen im wefentNchen beschränkt. Die Ruhrgas-A.-G. selbst ist ein Beweis für die Richtig- keit des Gruppengasgedankens geworden, denn sie stellt selbst nur eine Gruppengasversorgung im Zcchengebiet dar, die noch bei weitem nicht vollständig ist. So können auch die Bilanz und die Gewinn- und Ver- luslrechnung keineswegs, wie es der Geschäftsbericht will, so betrachtet werden, als ob es sich um die Bilanz einer sich ausbauenden Unternehmung handle, bei der„natürlicherweise" die Ber- luste noch steigen müssen. Das darf deshalb nicht geschehen, weil das Z u k n f t s g e s ch ä f t n i ch t s i ch t b a r ist, das die Verluste aus- gleichen und die vorhandenen und zu bauenden Anlagen voll be- schäftigt wird. In der Bilanz ist der Wert des Rohrnetzes und der Betriebs- anlagen von 61,9 auf 65,1 Millionen gestiegen; aber obwohl 4 Proz Abschreibungen auf die anfangs des Jahres vor- handenen Rohrnetze für nötig gehalten werden, hat nian statt 2,1, offenbar nur 1,3 Millionen abgeschrieben<0,4 Millionen sind Rück- stellungen für andere Zwecke), um die Verluste nicht noch höher er- scheinen zu lassen. Aus der Passivseite erfolgten 5,9 Millionen Rest- einzahlungen aus das Kapital und die Aufnahme von 12.8 Millionen neuen Bankschulden, die den Zugang auf der Aktivseite übertreffen. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist der Z i n s a u f w a n d von 9,99 auf 2,67 Millionen fast verdreifacht, und der Vor- jahrsverlust von 3,58 Millionen ist auf 5,33 Millionen e r- höht, obwohl, wie gesagt, die Abschreibungen unzureichend dotiert worden sind. Dieses ungünstige Bilanz- und Gewinnbild erklärt sich nicht allein daraus, daß die Gesellschaft im Aufbau ist, sondern auch daraus,> daß der Aufbau selbst problematisch geworden und kaum im Verhältnis zu den aufgewendeten Kapitalien steht. Unter diesen Umständen ist es gerechtfertigt, in wenigen Zügen eine Bilanz der Aerngaswirlschaft der Ruhr zu machen. Auch für die nächsten Jahre sind Verluste angekündigt, das wundert uns aus den dargetanenen Gründen nicht. Wenn irgendwann darf man heute bei den Ruhrgasplänen von einem fast vollständigen Zusammenbruch sprechen. Dieser Zusammenbruch ist im Oktober 1939 von den Direktoren der Ruhrgas A.-G. und anderen Sachverständigen des Bergbaues eingestanden worden. Es wurde zugegeben, daß die bisherigen Fortschritte nur der Gosübernahme durch„ver- wandte Industrien" zu danken gewesen sei, bei den Kommunen steht man im ganzen vor einem Fiasko. Auch gegenüber den Kommunen sind die wenigen Erfolge auf die kommunale Finanznot und nicht auf die Zweckmäßigkeit der Ruhrpläne zurück- zuführen. Die Fachleute des Ruhrbergbaues und die Direktoren der Ruhrgas A.-G. selbst sahen sich gezwungen, vor einer Uebereilung beim Abschluß mit Kommunen zu warnen, weil zu Preisen abschließen müsse,„die'päter sehr wehe tun". Aus der Technischen Tagung des Ruhrbergbaues Im Oktober 1939 wurde die sensationelle Erklärung abgegeben, daß das Ferngasgeschäft bereits zu einem Minderabsatz an Kohle geführt habe, und zwar von täglich 6999 Tonnen, was der Leistung von zwei modernen Zechen entspricht. Dabei sprach man einst von der Lösung des Kohlenproblems, von der Beseitigung des Kohlenüberschusses, von einer zu beseitigenden Koks-Gas-Schere, was alles durch die Ruhr- Pläne geschafft werden sollte. Drei Glanzpunkte schien es in der Ruhrgospolitik zu geben: Hannooer, die Hekoga und Köln. Hannooer ist ein Fehlschlag, weil die Hannoveranische Industrie sich nicht an- schließen will; das Jndustriegas sollte aber die ungünstigen Vertragspreise rentabler machen Die Hekoga-Verträge sind schließ- lich ein Fehlschlag ersten Ranges geworden. Mit Mainz will man heute nur noch einen Pachtdetriebs vertrag abschließen, weil kein Hinterland mehr da ist, seitdem die wichtigsten Städte die Ferngaspläne ablehnen. Das ganze süddeutsche Geschäft der Ruhrgas A.-G. hängt heute von der Frage ab, ob Opel in Rllsielsheim sich auf Gas umstellen wird. Opel denkt aber nicht daran; die Firma hätte Geld genug, weil die Gasumstellung sich auch dort nicht lohnt. Ob Köln für die Ruhrgas A.-G. rentabel ist, SS. Abt. CharBot'enburg! Mlttw., 6. Mai, i9l 2 Uhr, Logenhaus, Kleishtr.(Gartensaa1) Oe�fentMche FrauenversaenmBuns „Volksbewegung gerten§ 218." Referentinnen: Dr. Käfe Frankenthal, M d.L, und Frau Assessor Dr. Klausner. ist eine offene Frage. Für die kölnische Bevölkerung ist die Ruhrbelieserung sicher kein Vorteil. Das Versprechen der T a r i f s e n k u n g auf 18 Pf., das nach Durchführung der Ruhr- lieferungen eingelöst werden sollte, konnte nicht gehalten werden. Die Kölner Stadtverwaltung erzielt heute aus der Gaswirtschaft nur 2,9 gegen 4,7 Millionen im Jahre 1928/29. Aber auch in anderen Gebieten Deutschlands wurden mit der Koksgasoersorgung traurige Erfahrungen gemacht.— Es zeigte sich, daß der Wechsel von Konjunktur und Krise in Depressionszeiten sowohl die Sicherheit der Versorgung illusorisch als auch die Einhaltung von sozial wichtigen Ver- sprechungen unmöglich machen kann. Hätte die Stadt H I l d e g h e i m entsprechend einem Vorschlag der Ilseder Hütte Gas von Ilsede bezogen, und ihr Gaswerk stillgelegt, so hätte die Still- legung der Ilseder Hütte Hildesheim ohne Gas gelassen. In Stettin war die Stadtverwaltung, weil die Arbeitslosigkeit in dieser notleidenden Hafenstadt übermäßig groß war, auf den Gas- bezug von der Hütte Kraft eingegangen unter der Bedingung, daß 799 Arbeiter in Brot bleiben und ein neuer Hochofen gebaut wird. Der neue Hochofen wurde nicht gebaut, die Hütte Kraft wurde stillgelegt, die Arbeiter sind trotz des Gaslieferungsvertrages arbeitslos geworden. Die Ferngasbilanz ist also, soweit von den Zechen Ferngas- Politik getrieben worden ist, denkbar u n g ü n st i g. Die Fest- stellung ist keine Uebertreibung, daß die Zechenferngasprojette, so- weit sie über die Gruppengasorientierung hinausgingen, ein Feh l- schlag waren, und daß selbst im Rahmen der Gruppengasver- sorgung die Belieferung von den Zechen in Depressionszeiten noch ein kaum hinzunehmendes Risiko in sich trägt. So wird der Ge- schäftsbericht der Ruhrgas A.-G. für das Jahr 1939 zum Anlaß, den Zechengasprojekten, die auch für die Bergwerke alles weniger als ein Segen waren, mit noch größerem Mißtrauen zu begegnen als bisher. Zahresiag der Konsumvereine. Achiunozwanzigster ordent icher GenossenschasiStag des Zenlraiverbandes deutscher Konsumvereine in Maqveburq. Der Zentraloerband deutscher Konsumvereine e. TS. lädt zu seinem diesjährigen Genofsenfchaslslag am S., 9. und 19. Zuni in der Sladkhalle in Magdeburg ein. Aus der Tagesordnung fleht u. a. der Bericht über die Entwicklung des Zentralverbandes und über allgemeine wirtschaftliche Angelegenheiten, die Erörterung der gegen die Konsumvereine gerichteten Rechtsprechung der Zivil- und Zinanz- gerichte und Vorträge über die Bedeutung und die Förderung der zentralen genossenschaftlichen Eigenproduktion und über das konsum- genossenschaflliche Zorlbildungswesen. 3m Anschluß an den Genossenschaftstog findet ebenfalls in der Sladlhalle in Magdeburg am 11. Zun! die Generaloersammlung der Großeinkaufs-Sesellschaft veukscher Eonsumvereine m. b. h. statt. Auf der Tagesordnung stehen innere geschäftliche Angelegenheiten. Gewinnsteigerung beim Giöhr-Konzern Wollspinnerei bleibt rentabel. Der führende deutsche Spinnereikonzern, die Stöhr u. Co. A.-G. in Leipzig, konnte int Jahre 1939 bei einem Rohgewinn von 2,77 gegen 2,79 Mill. Mark einen Reingewinn von 1-12 Mill. erzielen, der um rund 12 Proz. den Ertrag des Vor- jahres übersteigt. Wie wir bereits kurz berichteten, wird der Konzern für 1939 wieder eine Dividende von 6 Proz. zahlen. Wie der Geschäftsbericht ausführt, blieb die Gesellschaft im letzten Jahr von Betriebseinschränkung und Arbeitslosigkeit verschont. Die Fortsetzung des Wollpreisfturzes um weitere 39 Proz. im vergangenen Jahr habe zu einem R e k o r d t I e f st a n d der Wollpreise geführt, wie er seit der Jahrhundertwende nicht zu ver- zeichnen gewesen ist. Bei dieser Entwicklung waren Konjunktur- Verluste unöermeidlich.— Die finanziellen Verhältnisse bei dem Unternehmen haben sich im Berichtsjahr fühlbar verbessert. Die Bestände sind von 8,76 auf 4,94 Mill. Mark zurückgegangen, was sicherlich nicht nur mit der Preissenkung zu tun hat, sondern in erheblichem Maße auf Räumung der Läger zurückzu- führen sein dürfte. In diesem Zusammenhang ist die Senkung der Schulden um die Hälfte von 14,6 auf 7,2 Mlll. Mark be- merkenswert. Die Forderungen sind in weit geringerem Umfange von 13,5 auf 9,7 Mill. Mark zurückgegangen. Die im Verwaltungsdericht aufgestellte Behauptung, daß die Garnpreise Verdienstmöglichkeiten kaum zuließen, darf nur mit Vorbehalt ausgenommen werden, denn wenn die Gewinnspanne in der Wollverarbeitung auch etwas zurückgegangen ist, so zeigen die Abschlüsse der Wollspinnereien und Webereien doch deutlich, daß hier nicht gerade mit knappen Gewinnen gearbeitet wird. Diese Fest- stellung, die mit der verstärkten Auslandskonkurrenz begründet wird. soll aber offenbar als Druckmittel für neue Zollforde- c u n g e n auf Garne dienen, die dann auch im Geschäftsbericht prompt erfolgen. Die Ausrechterhaltung der Vorjahrsdividende wird von der Ver- waltung mit einer vertrauensvolleren Beurteilung der Geschäfts- läge erklärt. Die Wollpreise hätten nach dreijährigem Absinken jetzt zum erstenmal eine stärkere aufsteigende Tendenz gezeigt. Dement- sprechend sei die Kundschaft auch aus ihrer Reserve herausgetreten und habe Aufträge in größerem Umfange erteilt, so daß die Kon- zernbetriebe für die nächsten Monate ausreichend de- schäftigt seien. Reservepolitik des Oachpappenkonzerns Oividenvenzahwng für /SZV eingestellt. Die Vereinigte Dachpappen-Fabriten A.-G. Berlin, deren Kapital von 7,6 Millionen je zur Hälfte im Besitze der Oberschlesifchen Kokswerke und der Rütgerswcrke A.-G. sich be- findet, stellt für 1939 ihre Dividendenzahlung ein. Nach- dem schon im vorhergehenden Jahr die hohen Aktionärsgewinne von 19 und 12 Proz. aus den Jahren 1927/28 auf 8 Proz. gesenkt waren, ist die für 1939 unterbliebene Gewinnauszahlung als ein Akt ausgesprochener Reservepolitik anzusehen. Dies geht aus der Gewinn- und Verlustrechnung der Gesellschaft nicht ohne weiteres hervor. Von dem mit 1,39 gegen rund 2 Mil- lionen Mark ausgewiesenen Rohgewinn veiDleibt nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben sowie der wieder sehr hohen Abschrei- bungen von rund 419 999 M. nur ein kleiner Reingewinn von rund 59 399 M. gegenüber mehr als 675 999 M. im Vorjahr. Die Gesellschaft hat aber vor Aufstellung ihrer Gewinnrechnung ganz beträchtliche Sonderabschreibungen und Rück- st e l l u n g e n vom Gewinn in Höhe von rund 499 999 M. vorge- nommen, so daß sich damit das Bild ganz wesentlich ändert. Unter Einrechnung dieser besonderen Gewinnrückstellungen wäre das Unter- nehmen, ungeachtet der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in der Lage gewesen,«ine Dividende von 6 Proz. zu zahlen. Der Geschäftsbericht erwähnt, daß nach drei Jahren ständiger Absatzsteigerung 1939 erstmalig ein Rückgang der Umsätze eintrat. Besonders schlecht war das Geschäft in Dachpappen und Teer- Produkten, während die Umsätze für Rohpappe, für Straßenbaustoffe und andere Bauwaren sich teils gehalten haben, teils sogar noch gestiegen sind.— Die Verwaltung wird auf der General- Versammlung eine K a P> t a l e r h ö h u n g um 2,4 aus 19 Millionen Mark beantragen, deren Mittel in erster Linie zur Abdeckung der Schulden dienen sollen. EinZahrWaggonkonzentraiion Der Umbau im Linke-Hosmann-Busch-Konzern. Bei dem führenden deutschen Waggonkonzern, der Linken Hosmann-Busch A.-G., hat das am 39. September abgeschlossene Betriebsjahr 1929/39, dessen Bilanz und Geschäftsbericht jetzt vor- liegen, weitgehende Umstellungen mit sich gebracht. Der Konzern, dessen Ausbau in den letzten neun Jahren mehrfach grundlegende Aenderungen erfahren hat, konnte durch die starke Expansion des letzten Jahres seine schon beherrschend« Stellung im deutschen Waggonbau noch verstärken, womit eine Konzentration der Betriebs- interessen in den oft- und mitteldeutschen Werken Hand in Hand ging. Um sich einen starken Stützpunkt im Westen zu� erhalten, wurde die Düsseldorfer Waggonfabrik Schöndorff aufgekauft. Die gleichfalls übernommene Norddeutsche Waggonfabrik in Bremen wurde nach Breslau verlegt. Zu- gleich wurde von der Hannoverschen Waggonfabrik die Hülste 0e n n aus dieser Kommission ausgetreten ist, weil er das weitere Verbleiben darin mit seinem sozialen Empfinden nicht mehr in Einklang bringen konnte. Bei der Behandlung der L o h n a b b a u o f f e n s i v e, die auch für die Arbeiter im Organisations- und Tarifgebiet des Fabrik- arbeiterverbandes in Berlin«inen Lohnabbau von 4!4 bis 8 Proz. brachte, schilderte Genosse Rücker ganz besonders die Be- fNioiev in c>Usv fä rbt wäscht reinigt und bügelt tadellos und billig Anzüge und Paletots Damenkleider u. Mäntel Sportkleidung Pfingstaufträge schon jetzt erböten. wegung in der chemische» Industrie Serttn» und der Pr» vinz Brandenburg. Es wäre bestimmt mSgüch gewesen, den Lohnabbau von 4� Proz. in der chemischen Industrie zu verhindern, wenn hier ein besseres Organisationsverhältni» vor- banden wäre, da dann die Unternehmer sicherlich erst gar nicht die Kündigung des Lohntarifs ausgesprochen hätten. Aber leider treibe gerade in der chemischen Industrie die KPD. ihr gewerkschaftliches Unwesen besonders toll zum Schaden der Arbeiter unb zum Nutzen der Unternehmer. Die Generalversammlung nahm bann zum Verbandstag Stel- lung, der im Juli in München stattfindet. Welch reges Interesse die Berliner Fabrikarbeiter an ihrem Derbandstag haben, bewiesen die vielen Anträge, die aus den verschiedensten Bezirken ge- stellt waren und nach einem einleitenden Referat des Gausekretärs Genossen Schubert in reger, aber sachlicher Aussprache behandell wurden. Als Kandidaten für die Urwahl zum Berbandstag, die am Sonntag, dem 10. Mai, vorgenommen wird, wurden folgend« Mitglieder aufgestellt: Richard Beinroth, Fritz Fr«und, Emil Schu- bert, Charlotte Steffen, August Steinecke und KarlsThunach. Sämt- liche Kandidaten sind Mitglieder der Sozialdemokratischen Part«i. Was geht bei Earifch vor? Die Differenzen zwischen der Schokoladen- und Kaffeefirma C a r i s ch und dem Verband der Nahrungsmittel- und Getränke- arbeiter, die in letzter Zeit durch die Geschäftsleitung heraufbeschworen werden, nehmen kein End«. Abmachungen, die heute zwischen der Firma und der Gewerkschaft getroffen werden, selbst in Gegenwart des Syndikus der Arbeitgeber, werden morgen durch- brachen,«eitere Lohnabzug- solle»«ch«wer Herrtoflawa» bleiben, trotzdem wurde einem Arbeiter der Lohn gekürzt—------- Der Feldzug gegen die freigewerkschaftlich organisierten Ar- beiter wird ganz systematisch geführt, von©lementen, deren moralische Minderwertigkeit der Geschäft-leitung bekannt sein müßt«. Die unsauberen Burschen suchten ihre Position zu stärken, indem st« gegen die freigewerkschaftlich Organisierten alle mögüchen und un- möglichen Beschuldigungen erheben. Aus Grund derart leichtfertiger und schmutziger Denunziationen werden anstatt der Denunzianten ehrliche Arbeiter entlassen. Die Angeber bekommen so für ihre Manipulationen freie Hand und sichern ihre Stellen. Die Organisation kann unmöglich diesem üblpn Spi'el.'ruhig zu- sehen und wird die Interessen ihrer Mitglieder gehörig zu vertrete» wissen.___-- Die Vetriebsratswahl in Buch. Bei der A r b e i t e r r a t s w a h l wurden 47 gültjge Stimmen abgegeben, davon 30 für die freigewerkschaftliche L i st e, 6 mehr als im Vorjahr, und 17 für die RGO.-List«, 6 Stimmen weniger als im Vorjahr. Den Arbeiterrat bilden drei Freigewerkschpfter und zwei„Revolutionäre". Die A n g e st e l l t e n gaben S37 Stimmen ab. urch zwar 437 für die sreigewerkschaslliche Liste, das sind 43 mehr als im Vorjahr, und 100 Stimmen für die R G O., 10 weniger als im Jahre 1930. Acht freigewerkschaftliche Angestellt« bilden mit einem RGO.-Mann(statt zwei im Vorjahr) den Angestelltenrat. Der Betriebsrot besteht aus sieben Freigewerkschastern und zwei RGO.» Leuten. 15Vi Übt. int Lokal Bartsch. fiSfinr Str. 7. Soimffletaa, graltio mm rstaad. �reteGewerkschafis-Lugend Verlin M VJHi Heute. Dienstaq, 19% lli>r, tagen die Grutwen: Treptow: Iua-nt>lititn \iir Schul» Wilden bruchstr. 53—51(Hortjimmtt). SeimdesprechAna.— � graakfurter Allee o'öM. Jugendheim Litauer Str. 13. Heiutdesprechuna. Kontrolle der Betbondsbilcher.— Lichtenberg: Dvlscstr. 22.»Wir und der ! 213."~— Reu. Lichtenberg: Augendheim ISunterstr. n. Heimbespaechan«.— Pankow: Jugendheim Kisfingenstr 13. Zimmer S. Heimbesprechung. r— Sewerk. schaftshaus, Engelufer 21—25. Saal u. kreiamitgliederversaaunlun«.— Schöncweid«: Augendheim Niederschöneweide, Berliner Str. tu. Heim. besprechung: �Gegnerisch« Gewerkschaften".— Adler-hol: Jugendheim Bismarckstrohe 1. Wir besuchen die Gruppe Schöneweide.— Wcdding: Zug'ndheim Willdenornstl. 5 N. Hcimbesprechunq.— Ostend«: Augendheim Karlbhotst. Tres. kowallee H.lltant�Zchule). Heimbesprechung.— Südtrei»: IS% Uhr» im Jugend» heim Gewerkschaftshaus. Engelufer 21—25, Ausgang B, Areismctglickderversamm» lung.— Nord ring: Irden Mens'ag Spielen auf dem Sportplatz„Einsame Pappel". Platz 2c.— Rorbwestkrci,: Jeden Dienstag Spielew im Bolksvark Rehberge ab 13 Uhr.— Siidlrej«: Spielen auf dem Sportplatz.Am Urban" od 18 Uhr. ��uaendaruppe Pes�entra'vertonPes pepAnaeffellten Heut«. Dienstag, finden folgende Beranfialtungen statt: Nordwest: ' Jugendheim Lehrter Str. 13— IS. Vortrag:„Moderner Strafvollzug". Referent Dills«.— Lichtenberg: Wir besuchen die Versamt»lun« des Werbe- benrts.— Osten: Wir besuchen die Versammlung de» Werbebezirks.— Der Sprech, und Bewegungschvr hält ab 20 Uhr in der Schule(Turnhalle) Barnther Strohe 29 seinen Uebungsobend ad. Bereit sei» ist alle«. Die kluge Hausfrau sollte stets Maggi« isleifchdrsth. oOrfel vorrätig halten. Hat man kein« selbstgemachte isleischhrübe. aber komm, unerwartet Besuch, immer sind Magqis Meischbrllhmllrfel gebrauchsfertig und helfen schnell aus der Berlegenheit. Sie stnd mit bestem Meischextrakt und keinen Gemllscauszilgen hergestellt und enthalten alle», waz m einer guten islaischbrühe gehört. 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