BERLIN Menstag S.Mi 1931 10 Pf. Nr. 207 B 104 43.Zahrgang ErscheinttSslich aoßerEonnt«gS. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW es, Lindenstr.S Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Anzeigenpreis: Die einspaltigeNonparcillezeile «o Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37 536.— Oer Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vvrk Gelbstentlarvung der Fälscher Oer Stahlhelm über sein Flugblatt Der„Stuhlhelm* suhlt sich genötigi, seiner bisherigen schcmilosen Ausnützung des offensichtlich gefälschten„Aufrufs der Bolksbeauftragten' noch nachträglich eine Fundierung zu geben. Das geschieht durch folgende Notiz, die er durch Hugen- bergs„Telegraphcn-Union' verbreiten laßt: Dos Flugblatt mit dem Aufruf des Rats der Volksbeauftragten, das nach dem Befchluh des Herrn Rcichsinnenministers Wirth eine..ungewöhnlich plumpe Fälschung" hatte sein sollen und dessen Echtheit vom Amtlichen Preußischen Pressedienst und anderen sozialdemokratischen Zeitungen mit den höchsten Tönen unritterlicher Kampfcsweise bestritten wurde, lag heute auf dem Tisch des Bundesamtes des Stahlhelm im Original vor. Es trägt dos Datum des 9. November 1918 und ist gedruckt bei O. W e i d l i ch, Hamburg 26, Hammer st ein dämm 62. Zahlreiche Zeugen haben das Flugblatt in der Hand gehabt und sind bereit, dies zu beeiden. Das Flugblatt ist sogleich photo- g r a p h i e r t worden und dann zum Schutzjwr Zugriffen durch Polizeibeamte, die unter dem Einfluß der SPD. stehen, seitens des Stahlhelm sichergestellt worden, damit es für die in dieser Angelegenheit zu erwartenden Gerichtsverhandlungen zweiselssrei zur Verfügung steht. Durch dies« Behauptungen macht der Stahlhelm, der Bund der „Ritterlichen", seine Schande nur noch ärger. Konnte man bisher noch annehmen, daß die Flugblattfabrikonlen in gutem Glauben einer Fälschung aufgesessen seien, so lassen sie jetzt den guten Glauben selbst fallen und wollen unter Beweis stellen, was nicht zu beweisen ist: Ein„Rat der Volksbeauftragten" hat am 9. November 1918 überhaupt noch nicht be- standen, folglich konnte er keinen Aufruf drucken lassen, nicht einmal in Hamburg, Hammer Steindomm. Außerdem sind sämtliche späteren Ausruf« und Verordnungen der Voltsbeaustragtcn ord- nungsmäßig im Reichsgesetzblatt veröffentlicht worden; außerdem gab es in Berlin Druckereigroßbctriebc genug, die im Notsalle Riesenauflogen von Aufrufen für die Volksbeauftragten hätten drucken können, da brauchte man nicht nach Hamburg, Hammer Stcinweg, zu gehen! Selbst wenn ein solches Flugblatt„im Original" vorliegen sollte, so ist schon von vornherein klar, daß es sich dabei um eine p o l i- tische Fälschung offenkundigster Art handelt. Diese Fälschung wird nur noch üb« Zrofscn durch die zynische Selbstverstäudlichteit, mit der die Stahlhelm- ritter von ihr— 13 Jahre nach der Revolution— Ge- brauch machen. Aber auch die neueste tkntlastungslüge der Stahlhelm- Leute hat die kürzesten Beine. Wie wir durch Anfrage in Hamburg feststellen konnten, bestand die Druckerei von O. Weidlich, Hammer Steinweg. im Jahre 1918 über- haupt noch nicht. Erst im Jahre 1921 hat Herr Weidlich sich einen Gewerbeschein besorgt, aber noch im Adrest- buch für 1928/29 figuriert er als Papierwaren- Händler, und zwar im Hause Anberg 2. Also kann er seine kleinste Druckerquetsche— die nicht einuml bei dre Buchdruckerinnung angemeldet ist und keinerlei Per- sonal bei der Berufsgenossenschaft versichert hat— längstens seit einem Jahr oder seit anderthalb Jahren in Betrieb haben! Flugblätter» die seine Firma tragen, können dem- nach nnmöglich aus dem Jahre 1918 stammen. Sie sind so oder so gefälscht und der Stahlhelm macht sich zum bewußten Verbreiter solcher Fälschungen! Das zur Charakterisierung der edlen Sippe, die in ihrer Cr- klärung die preußische Polizei auf das Niederträchtigste zu verdächtigen wagt. Mit dem Auto in den Kanal. Drei Insassen ertrunken. Dar,«. 6. Mai. Oer Kampf um Preußen Otto Braun rechnet ab In der heutigen Lnndtogssitzung nahm bei der zweiten Lesung des Haushalts des Staatsministeriums das Wort Ministerpräsident Otto Braun: Wer die literarischen und journalistischen Aeußerungen der Rechtspresse in der letzten Zeit verfolgt hat, mußte zu der Auffassung kommen, daß das A und O der ganzen Rechtspolitik der Leitsatz war: Wie trennen wir das Zentrum von der Sozialdemokratie? Diese Auffassung hat u. a. sehr deutlich der deutschnationase Führer v. Oldenburg-Ianufchau zum Ausdruck gebracht. Ich bin der Auffassung, daß das Zentrum selbst wissen wird, wie es seine Politik einzustellen hat.(Sehr gut! links und in der Mitte.) Insbesondere ist meine Stellung zum Freidenkcrtum Gegenstand lebhafter Erörterungen gewesen. Im Freidenkerkreis find starke Bedenken laut geworden, ob nicht durch den Wortlaut der Notoerordnung die Freidenkerbewcgung gehemmt werde. Sicher kommt es dabei auf die Ausführung an. Ich bin der Mei- nung, auch die Freidenkerbewegung hat nicht nötig, mit herab- setzenden und oergiftenden Verdächtigungen oder Beschimpfungen zu arbeiten, sie kann sich darauf beschränken, im geistigen Vetlstreit die Ethik ihrer Weltanschauung der Weltanschauung der Kirchen gegenüberzustellen. Das braucht niemand verletzen und kann doch zum Nachdenken über die Weltanschauung führen. Es sollen nur Verleumdungen, Ver- unglimpfungen und Beschimpfungen, die das politische Leben ver- giften, Roheitstaten und Gewalttaten schärfer als bisher be- kämpft werden. In diesem Sinne habe ich auch meine Ausführungen in der öffentlichen Berliner Parteiversammlung gemacht. Mißgriffe, die in der ersten Zeit bei der Handhabung der Notverordnung vorgekommen sind, bedaure ich. Aber die Tatsache, daß so wenig berechtigte Klagen in dieser Beziehung vorgebracht wurden, beweist, daß die Notverordnung notwendig war im Kampfehegen Lüge und Verleumdung.(Großer Lärm bei den Kommu- nisten.) Es muß doch sehr schlecht um eine Politik bestellt sein, die nur mit Lüge und Verleumdung arbeiten kann.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten und in der Mitte.) Oer Knallfrosch aus der Kiste? «I» VCL----—---- Stelle mehrere Meter tief war. Den Zufassen des Wogens gelang es nicht, sich aus der geschlossenen Limousine zu befreien. Ave drei konnten nur noch al, Leichen geborgea werden. Krösche, die ich rief, werde ich nicht wieder los!" lieber das Volksbegehren vorweg eine Bemerkung: Der Stahl- Helm gibt sich jetzt als der erbitterte Feind des jetzigen Regimes aus, obwohl er sich bei jeiner Gründung stramm republikanisch gab. Heute wollen die Herren von rechts das abstreiten. Ich weiß nicht, weshalb, denn dos ist doch gar keine schlechte Vergangenheit!(Große Heiterkeit) Damals hat der Stahlhelm, bei seiner Gründung, wörtlich in scüien Aufrufen geschrieben:„Wir stellen uns auf den Boden der Republik Negierung und Brotwucher. Oas Orakel von Delphi. Die Reichsregierung läßt erklären, daß sie sowohl nach der ersten wie nach der zweiten Brotpreiserhöhung alles unter- nommen habe, um den früheren Brotpreis von 46 Pf. wieder- herzustellen. Dieser überraschenden Mitteilung läßt die Reichs- regierung die vielversprechende Ankündigung folgen, daß sie noch im Laufe des heutigen Tages die Voraussetzungen mit- teilen werde, auf Grund deren es möglich sein würde, die Be- mühungen zur Wiederherstellung des Brotpreises von 46 Pf. erfolgreich zu gestalten! Gegen solche geheimnisvollen Andeutungen ist das Orakel von Delphi gar nichts! und treten rückhaltlos für sie und die jetzige Regierung ein!"(Stür- mischcs Hört! hört! links und in der Mitte.) Damals handelte es sich noch dazu um eine r e hr sozialistische Regierung.(Große Heiterkeit links und In der Mitte.) Wir haben nun die verschiedenartigsten Aeußerungen über den Zweck des Volksbegehrens gehört. Die einen wollen das jetzige Regime beseitigen, die anderen die marxistische Mißwirtschast. Der deutschnationale Abg. Schwccht will nach seinen jetzigen Aue- führungen einen anderen Ministerpräsidenten. Ich möchte das auch gern(Heiterkeit), aber dazu hätte es wirklich nicht des Volksbegehrens bedurft.(Große Heiterkeit im ganzen Hause.) Der Abg. Stendel von der Volkspartei will nach seinen gestrigen Ausführungen das Volksbegehren zu einer Vertrauensfrage für die Regierung machen. Das ist begreiflich, wenn man nicht ohne eigene Schuld sechs Jahre lang in der Opposition sitzt.(Sehr gut bei den Soz.) Aber er scheint doch keinen rechten Erfolg mit seiner Haltung bei den Deutschnationalen zu haben. In einer Ver- sammlung hat sich Herr von Oldenburg-Januschau folgen- dermaßen über die Voltspartei geäußert:„Das mit der Volks- partei ist ja sehr nett; aber wenn man sie so sieht, diese 5)srrkn, dann muß ich immer an das berühmte Wort denken: Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!"(Stürmische Heiterkeit im ganzen Hause.) Herr von Oldenburg ist dann in seiner Rede fortgefahren:„Ehe sich diese Leute von der Volkspartei an uns heranmachen, müssen sie erst entlaust werden!"(Langanhaltende große Heiterkeit.) Herr von Oldenburg meinte schließlich in seiner Rede ganz offen, daß es sich eigentlich um einiger Monate willen nicht lohnt, die erheblichen Kosten des Volksentscheids zu übernehmen. Aber er fügte hinzu:„Andererseits bringt es Hunderle von Millionen ein. wenn wir nur einige Monate früher an die Regierung kommen!" (Stürmisches Hört, hört! links und in der Mitte. Zuruf links: Für wen?!) Er bat dann sein« Rede geschlossen mit der Bemerkung:„Wenn die jetzigen Inhaber die Regicrungssesscl in Preußen räumen. müßten die neuen Regierungsmänner aber richtige Preußen sein!" Ich als Oftpreuße zähle offenbar nicht zu den richtigen Preußen, und es mag schon sein, daß bei mir die Entwicklung die gute Geburt verpfuscht hat.(Große Heiterkeit.) Herr von Oldenburg ist schließlich der Prototyp des alten Preußen- tums. Er hat diesen Begriff ungefähr so interpretiert: Wer nicht vom Rhythmus eines alten Soldatenmarsches mitgerissen wird, ist kein guter Preuße. Das Sinnbild des alten Prcußentums auf den Werbeplakaten zum Volksbegehren war der Alte Fritz mit seinem Krückstock, Wir haben Hier die Symbole des alten Prsußentums beisammen: Soldatenmarsch und Krückstock!(Sehr gut bei den Soz.) Das Volksbegehren hat S.S Millionen Unterschriften von 26,5 Millionen Stimmberechtigten gehabt. Der Stahlhelm mag insofern von einem Sieg sprechen, als die vorgeschriebene Stimmenzahl er« erreicht wurde. Aber dieser Siegesjubel zeigt, wie bescheiden die Leute von rechts geworden sind. Die Abstimmungsresullate nach den Landesteilen zeigen aber, daß dort die Einzeichnungen am stärksten waren, wo, wie in den ostelbischen Bezirken, auch die j wirtschaftliche Abhängigkeit von den Gutsbesitzern am> stärksten ist.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die nicht mitmachten, sind in öffentlichen Aufrufen infamiert worden. Der Ortsausschuß für das Volksbegehren hat zum Beispiel m S ch i l d a u in der dortigen Zeitung alle diejenigen, die sich nicht einzeichneten, gemeine, feige Lumpen am deutschen vaterlonde genannt. (Stürmisches Hört, hört! bei den Soz.) Und so wie in Schildau ist es auch in anderen Orten gewesen. Nach der Auffassung des Stahlhelms sind also zwanzig Millionen Preußen, die sich nicht einzeichneten, gemeine und feig« Lumpen. Glauben die cherren von rechts wirklich, daß sie aus den Kreisen, die sie mit diesen Ausdrücken belegt haben, die noch fehlenden acht M i l- l i o n e n gewinnen können, die sie mindestens gebrauchen, um den Voltsentscheid durchzubringen? Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" tröstete sich selbst über das Resultat, als sie schrieb:„Auch die nicht gewagt haben, sich ein- zuzeichnen, sind stumme Ankläger dieses Systems!" (Große Heiterkeit links und in der Mitte.) Ich bedauere die nach- teiligen Wirkungen, die der monakelange Kampf um den Volksentscheid für das gesamte Wirtschaftsleben mit sich bringen wird. Aber letzten Endes wird die Entscheidung über die Regierungsform bei der nächsten Landtagswahl fallen. Dann wird sich das preußische Volk entscheiden, ob es die K a t a st r o p h e n p o l i t i k will, oder die ruhige kontinuierliche Aufbauarbeit, wie sie die jetzige Regierung geleistet hat.(Stürmischer Beifall links und in der Mitte.) Die Sitzung dauert an. Briesträgermord aufgeklärt Oer Mörder bekannt/ Seit dem 2. Mai flüchtig/ Oer verräterische Kragen Bewog-Vertrag im Ausschuß. Forderungen der Stadtverordneten.- Entscheidung vertagt. heule vormittag ist Im Rathaus der Stadtverordneten. ausschuß zusammengelrelen, der das Bewag-Projekt, das eine Umgestaltung der Städtischen Elektrizitätswerke in ein neues ge- mischtwirlschaftliches Unternehmen mit dem Rainen„Berliner Licht und Kraft A.-G." vorsieht, zu beraten hat. An der Sitzung nahmen vom Magistrat der Oberbürgermeister Dr. Sa hm und die beiden Bürgermeister Elsas und Lange sowie der Stadtkämmerer Asch teil. Nachdem der Stadtkämmerer das neue Angebot noch ein« mal erläutert hatte, brachten die Vertreter der Fraktionen, die dem Zwang der Verhältnisse folgend die Verpflichtung fühlen, das Für und Wider des Angebots genauestens zu prüfen, ihre Abände« rungsforderungen vor. Vor allem wurde gewünscht, daß der Vertrag so abgeändert wird, daß die festgesetzte Kon« z e s s i o n s a b g a b e in Höhe von 22,4 Millionen Mark den Vor« rang vor der zehnprozentigen Dividende erhält. Ferner verlangten die Stadtverordneten, daß der jetzt für die Arbeiter und Angestellten der Städtischen Elektrizitätswerke bestehende Tarifvertrag von der neuen Gesellschaft übernommen wird. Die Beratungen wurden, ohne daß der Ausschuß zu einer Entscheidung gekommen wäre, vertagt, weil heute abend erst die Fraktionen zur der schwerwiegenden Transaktion Stellung nehmen müssen. Beamtenberufung nach Konfession? Ein Antrag der Landtagsfraktion des Zentrums. Die Zcntrumsfraktion in: Preußischen Landtag hat den folgen- den, grundsätzlich sehr bemerkenswerten Antrag eingebracht: In Preußen sind die Katholiken in der Vergangenheit bei der Besetzung von Beamtenstellen systematisch zurückgedrängt war- den. Diese ganz konsequent, zum Teil seit Jahrhunderten durch- geführte Imparität läßt sich naturgemäß nicht in wenigen Jahren aus der Welt schaffen. Es gehört aber zweifellos zu den sitt- lichen Pflichten des Staates, auch von sich aus nach Kräften daran mitzuwirken, daß die Katholiken allmählich zu dem Recht kommen, das man ihnen früher versagt hat. Deshalb beantragen wir: Der Landtag wolle beschließen: Das Staats- minlstenum wird ersucht, eine allgemeine Anweisung an sämtliche Zentral- und Provinzialinstanzen dahingehend zu erlassen, daß bei Reueinstellung von Beamten die Anwärter katholischen Bekenntnisses solange bevorzugt werden, bis die zuunaunsten der Katholiken bestehende Imparität wenigstens einigermaßen als be- seitigt angesehen werden kann. Aus welchen taktischen Gründen immer dieser Antrag einge- bracht sein mag, so lassen sich doch einige grundsätzliche Bemerkungen über ihn nicht vermeiden. Bekanntlich waren es nicht nur die Katho- liken, die im alten Preußen zurückgesetzt waren: viel schlechter ging es noch den Sozialdemokraten. Nach Analogie des Zentrumsantrags könnte also die sozialdemokratische Landtagsfraktion verlangen, daß auch Sozialdemokraten bevorzugt eingestellt werden. Indes würde diesem Antrag mit Recht entgegengehalten werden, daß für die Einstellung von Beamten die Eignung entscheidend sein müsse. Natürlich gehört zu dieser Eignung, besonders bei Lerwaltungs- beamten. ihre Stellung zur Republik und der Grad des Ansehens, den sie in der Bevölkerung sich zu erwerben geeignet sind— aber an sich kann weder Konfession noch Parteizugehörigkeit für die Ein- stellung von Beamten entscheidend sein. Gescheiterie Verhandlungen. Llm den??ahmeniattf in Nordwest. Essen. 5. Mai. Nachdem die Gewerkschaften in der vergangenen Mache ihre Forderungen bekanntgegeben hotten, wurden die Rahmentarifver- Handlungen zwischen den Arbeilgebern Rordweit und den drei Metallardeiterverbänden heute in Essen fortgeführt. Räch einer eingehenden Aussprache zogen sich die Gewerkschaften zu einer Beratung zurück, nach der sie erklärten, daß sie die Parleiverhond- lungen als gescheitert betrachten. Es sei nach Ihrer Aussassung zweck- mäßig, nunmehr den Schlichler hinzuzuziehen. Die weiteren Der- Handlungen werden etwa Mitte Mai unter dem Vorsitz des Schlichlers erfolgen. Die Helgolandsrage. Wie von zuständiger Stelle verlautet, wird der Plan, die Insel Helgoland der Provinz Hannover zuzuteilen, von der preußischen Staatsregierung einstweilen nicht weiteroerfolgt werden. Der Raubmord an dem Geldbriefträger Schwan steht dank der schnellen Arbeit der Kriminalpolizei jetzt vor der völligen Aufklärnng. Als Täter ist ein S4jShriger arbeitsloser Maurer Ernst Rheins ans der Mommsenstrafte 33 ermittelt worden. R. ist seit dem 2. Mai verschwunden, es wird angenommen, daß er den Versuch machen wird, ins Ausland zu flüchten. Dem Mörder ist der blutbefleckte Kragen, der ihm beim Kampf mit seinem Opser zerrissen wurde und den er am Tat- ort zurückgelassen hatte, zum Verhängnis geworden. Im Mord- zimmer wurde bekanntlich zwischen Waschtisch und Osen ein zer- rissener Kragen gefunden, bei dem das Knopfloch ausgerissen war. Innen war noch ein Wäschezeichen zu erkennen, das allerdings schon stark verblichen war. Es gelang, das Zeichen durch chemische Mittel deutlicher zu machen und durch Unrfragen der Polizei bei Wäsche- reien konnte der Kund« schnell ermittelt werden. Kriminalbeamte begaben sich unverzüglich in die Wohnung des Betreffenden. Hier ergab sich, daß der mutmaßliche Eigentümer vor einiger Zeit eine Anzahl Kragen einem Bekannten, dem Maurer Rheins, geschenkt hatte. Die Wohnung des R. wurde schnell ermittelt. Er wohnt« in der Mommsenstraße 33 zur Untermiete: als die Beamten in der Mommsenstroße erschienen, war der Verbrecher natürlich bereits ausgerissen. Seit dem 2. Mai verschwunden. Der Täter hat sich unmittelbar nach dem furchtbaren Derbrechen noch einmal in seine Mahnung begeben, um dort seine Kleidung in Ordnung zu bringen. Seiner Umgebung ist nichts Sonderliches auf- gefallen, so daß niemand im entferntesten daran dachte, daß er der Mörder des Geldbriefträgers fein könne. Am folgenden Tage ent- sernte sich Rheins, zu Bekannten hatte er noch geäußert, daß er sich Arbeit beschaffen wolle. Offenbar hat sich der Mörder zunächst neu eingekleidet und sst dann nach einem vorher genau zurecht- gelegten Plan geflüchtet. Das Ergebnis der Haussuchung. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mörders wurde in einem Behältnis ein B l e i r o h r gefunden, das vielleicht das Gegenstück zu der am Tatort gefundenen Mordwaffe sein dürfte. Weitere Spuren, die mit dem Raubmord in Verbindung gebracht werden könnten, wurden bisher nicht entdeckt. Der Täter hat ja auch lange genug Zeit gehabt, um alle verdächtigen Male sorgfältig zu beseitigen. Rheins war seit langer Zeit arbeitslos und es ging ihm wirtschaftlich recht schlecht. Um sich auf einmal in den Besitz größerer Darmittel zu setzen, dürfte er auf den Gedanken gekommen sein, das schändliche Verbrechen an dem Geldbriefträger zu verüben. Mit dem Plan muß sich der Täter schon längere Zeit getragen haben, denn alles war bis in kleinste Einzelheiten vorbereitet. Es bleiben natür- lich noch verschiedene Umstände zu klären. So ist bisher noch völlig" unerfindlich, wie Rheins in den Besitz der Visitenkarte des Ein- tänzers W i ch e l. der zur Zeit in Berlin weilt, gelangt ist. Die Beschreibung des Töters. Rheins ist 1.78 Meter groß, hat dunkelblondes Haar mit so- genannnten Geheimratsecken und trug eine Brille. Eine Boschrei- bung der Kleidung kann nicht gegeben werden, dg sich Rheins Zweifel- los neue Sachen besorgt haben wird. Frau kämpft mit Verbrecher. Raubüberfall aus dem Gesundbrunnen. Ein frecher Raubübersall wurde heule früh aus die bäjährige Frau Anna Bischofs in der Grünthalerstr. 63 verübt.' Gegen 9 Uhr erschien in der Wohnung der Frau B.. die im Erdgeschoß des Ouergebäudes wohnt, ein etwa 3 p. l. sab. „Schofför Anloioette". Theater in der Vehrenfiroße Hat der Theotersommer schon begonnen? In dem Intimen Theater in der Behrenstraßc hatte man noch geheizt, und so herrscht: Hochsommertemperatur. Und das sranzöstsche Lustspiel in vier B>l- dern, das Robert Blum nach Letraz-Desty bearbeitet hat, war in der Tat auch hochsommerlich. Niemand nimmt dies« Theaterfiguren irgendwie ernst, sie sind aus einer anderen Welt, wo nur die„Liebe" regiert und die Millionäre ihr olle Opfer zu bringen bereit sind. Wenn so«in hübsches Frauchen wie Erika von Thellmann eben! ihr ganzes Vermögen verloren Hot, so hat sie doch Aleich Gelegenheit, den Mann kennenzulernen, der es im Börsenspiel ihr abgewann: den amerikanischen Spekulanten, den Artur Roberte mit eben- soviel Nonchalance wie unternehmender Verliebtheit in echtem Bankge-Diolekt darstellt. Er möchte dos Frauchen kaufen, ober sie läßt sich nur auf einen Kontrakt als Schofför ein, der ihr alle mög- liehen Rechte verleiht. Das Ganze ist natürlich nur ein Spiel, und man weiß von vornherein, wer es gewinnen wird. Sie führt ihn an der Nase herum, vereitelt seine Liebesasfären mit einer Konkurrentin, indem sie in wildfremder Gegend eine Autopanne fabri- ziert. Da sie den Kontrakt durchgehalten hat. kriegt sie ihr ganzes Vermögen zurück, opfert es aber gern, um den Amerikaner wieder unternehmungssähig zu machen, und in den Armen usw. Das Hin und Her des bald versteckten, bald offenen Liebesspieto ist der ganze Inhalt des durch die Pausen übermäßig gedehnten Stückes. Die üblichen Begleitfiguren bilden Staffage, vor allem aber kommt ein sehr schmuckes Auto aüf die Bühne, und so glaubt der Zuschauer, daß es sich um ein« furchtbar moderne Angelegenheit handelt. Aber im Grunde sind di« Figuren uratt und nur frisch auflackiert. Haben di« bürgerlichen Menschen wirklich«in so großes Bedürfnis, in solche imaginären Theaterwelten zu flüchten? Oder bezaubert sie die beherzte Munterkeit der Thellmann(in Schofför- hosen) und.Roberts altgewohnter, hier etwas bissiger Humor so sehr, daß st/ darüber ganz vergessen, in welcher Walt wir wirtlich leben? v. Im Verein säe veulche» Sonstgewerbe spricht Mttwoch. S llbr, Minislcrialrat Göll über.Berlin, K- r d e n und Erhalten des alten GtaSthildes» in der Dtaatlichen Kuiisiblbliolhtt. La» Supserstichkablnei! wird anlötzlich der<00. Wled-ikehr des Todes« labres Hans Burakmairt vom b. Mai an im Uebeegang vom Kaiser» lzriedrich-Mnieum mm Deutschen Muleum die schönsten schwarzen und sar- bigen Holzschnitt« de» Meisters ausstellen. Drittel beteiligt gewesen waren, während sie jetzt von den Lasten der Erwerbslosenfürsorge befreit sind. Der Deutsche Landgemcindctag bezweckt init diesem Gesetz- cntwurs, aus dem Gebiet« der Wohlsahrtsausgaben einen gerechten Laslenausgleich herbeizuführen Es wird besonders daraus hingewiesen, daß unter dem jetzigen System der Verteilung der R e i ch s st e u c r ü b e r w e i s u n g c n— das sich vorwiegend auf das örtliche Steueraufkommen stützt~, besonders die leistungsschwachen Agrar- und Arbeiterwohnsitzgemeinden bcnach- teiligt werden. So erhielten nach amtlichen Zahlen im Jahre 1928 von den ReichsstkuerÜberweisungen die Stadt Frankfurt a. M. aus den Kaps der Bevölkerung 38 Mark, die Stadt Berlin 34 Mark, die Städte von 5000 Einwohnern auswärts im Durch- schnitt 33 Mark, dagegen die Gemeinden bis zu 3000 Einwohnern nur? Mark und die Gemeinden bis zu 200 Einwohnern sogar nur3Mart je Kops Da das örtliche Auskommen in den Landgemeinden 1930 und 1931 bedeutend stärker gesunken ist als in den Großstädten, so hat sich das Verhältnis dieser Zahlen jetzt noch erheblich zuungunsten der Landgemeinden verschoben. Unter nachdrücklichem Hinweis auf die bedrohliche Lage der Kommunalsinanzen fordert der Deutsche Landgemeindctag ein sofortiges Eingreifen de- Gesetzgebers. Es wird daher bei der Reichsregierung beantragt, den von dem Landgemeindeiag vorgeschlagenen Gesetzentwurs gegebenenfalls ,n der Form einer Notverordnung zur Verabschiedung und Durchführung zu bringen. „Die heilige Flamme." «Zapitol. Die Mutter gibt dem gelähmten Sohn die tödliche Dosis Schlaf» pulver. Sie will seine Illusion von einer baldigen Heilung und von der Liebe seiner Frau, die drei Jahre bei ihm ausgehalien hat, nicht zerstören. Den Gesunden zieht es aber zum Gesunden, und Stella liebt jetzt den jüngeren Bruder, der aus Amerika zurückgekehrt ist. Wahrheit soll herrschen und nicht Lüge. Die Schlaspulver be- deuten die einzige Lösung. Diese Verwicklung ahnt man bereits am Anfang. Ein Moment ergibt sich aus dem anderen. Der Film, nach dem gleichnamigen Schauspiel des Engländers Somerset Maugham verfaßt, ist folgerichtig und logisch aufgebaut. Der Bc> arbciter und Regisseur Berthold Viertel läßt die Handlung nur um diesen Zentrolkonflikt rotieren. Die Dialoge, scharf ineinander verzahnt und mit dramatischer Stoßkraft vorwärts getrieben, be- schränken sich aus das Wesentliche. Damit könnte dieser Film ein Ideal sein, wenn er nicht als Bühnenstück aufgefaßt worden wäre. Viertel stellt seine Regie allein auf das Wort. Er gibt fast aus- schließlich Dialoge zwischen zwei Menschen. Allerdings werden dies« Szenen auch in mimischer Beziehung bis zur letzten Möglichkeit ausgespielt. Aber der Film hat keine Bewegung und wird außer- dem, da Viertel jede Geste, jedes Zucken des Gesichts festhält, zu sehr gedehnt. Viertel formt wirkliche Persönlichkeiten, denen er die beherrschte Haltung kultivierter Engländer verleiht. Er arbeitet die stimmungs- mäßigen Momente, die Milieuechtheit klar heraus, das Unaus- gesprochene, Lastende zwischen den Menschen. Salka Steuer- mann spielt die englische Frau Alving als Dame der Gesellschaft, die ihre Erregungen, ihre Güte zu meistern versteht. Am Schluß gerät sie in die Gefahr, pathetisch zu werden. Groß T w a r- d o w s k i. der das Leiden des Gelähmten, die Nervosität, die Zweifel zu starkem Ausdruck bringt. Dita Parlo und Gustav Fröhlich treten neben diesen Leistungen etwas in den Hinter- grund, und Charlotte H a g e n b r u ch ist die Krankenschwester in der ganzen verschlossenen Herbheit des Zurückgesetzten, vom Glück Benachteiligten. B. Lck. „Oer Tanzhusar." tlT. Kurfürstendomm. „Liebe und Trompetenblasen" war der erste Film, der die mili- tärische Schlamperei der k. u. k. Zeit lustig zu gestalten wußte. Durch ihn wurde Lilian Harvey mit einem Schlage berühmt. Das war berechtigt, nicht berechtigt aber ist es. daß bis auf den heutigen Tag jeder Regisseur sich als Nachahmer des Milieus versucht. So fiel auch der Regisseur und Manuskriptschreiber Fred Sauer kopfüber in die Mottenkiste, als er sich den Stoff für seinen „Tanzhusar" holte. Der Tanzhusar spielt auf der Bühne den feschesten aller Leutnants, als Reserveoffizier fällt er jedoch ziemlich böse ab. Dos wird alles ohne Schwung gespielt, und weder Oscar K a r l w c i s und Ernst B c r e b e s noch Greil T h e i m e r und Friedl H a e r l i n geraten jemals in eine zündend ansteckende Laune: nur Max Ehrlich spielt sich selbst mit bekannter Bravour. Der einzig gute Einfall des Regisseurs ist, daß er bei einem Fest, das die Künstler unter sich veranstalten, plötzlich die Drehbühne in Ae- wegung setzt. Sonst marschiert alles, auch was die musikalischen Darbietungen anbelangt, unter den Kennwort«,, Blech, Blech, Blech.«. d. Das Frankfurter Goethe-haus wird umgebaut. Die Arbeiten am Umbau des Frankfurter Goethe-Hauses wurden dieser Tage be- gönnen. Da die Fassade der a»i Hirschgraben Nr. 2Z und 27 g«- legenen, vom Freien Deutschen Hochstist erworbenen Häuser, in denen das Goethe-Museum untergebracht werden soll, nicht angetastet wird, ist äußerlich nichts von den innsasseirden Bauarbeiten zu bemerken. Durch einen Ghrenhvf find di« neuen Baulichkeiten mit dem eigentlichen Goethe-Haus verbunden. Im Neubau werden, nach einzelnen Abteilungen geordnet. Zinnner der Frau Rat, Räume aus der Weimarer Zeit Goethes und schließlich ein Brentano-Zimmer, hergerichtet werden. Belgrad in zehn Jahren verdoppelt. Die Ergebnisse der neuen Volkszählung in Belgrad, die jetzt bekannt werden, zeigen, daß sich die Bevölkerung der Hauptstadt in einein Jahrzchnt mehr als ver- doppelt hat. Die Ziffer betrug 1921 111 740, 1919 220 289 und jetzt 241 542 Köpfe. Ein noch besseres Beispiel für das rasche Anwachsen dieser Stadt ist die Zahl der Häuser, die sich in zehn Jahren van 7465 aus 23 845 vermehrt hat. Es sind nun fast 100 Jahre, feit die erste Volkszählung in Belgrad stattfand: im Jahre 1834 besaß di« Stadt 769 Häuser und 8450 Einwohner. Nach Vollendung der Brucks die jetzt über die Donau und die Save gebaut wird, erhält die Stadt durch Eingsneindung der Orte Pancevo und Cemln 50 000 weitere Bewohner, und die Blätter verkünden stolz, daß Belgrad im nächsten Jahrzehnt zur Halbmillionenstadt anwachsen wird. Stil Leinher«, die Asnka-Megerin, wird über die Eindrücke und Er« leboisse thre« jjlnßes am 6. Rat einen Vortrag mit Lichibllber» m der Singakademie hatten. Severins über die Wirischasiskrise Deutschlands Zukunft liegt aus den Schultern der Arbeiterklaffe Dortmund, 5. Mai.(Eigenbericht.) Auf dem sozialdemokratischen Parteitag des östlichen West- falen sprach dieser Tage der preußische Innenminister S e v c- ring. In seiner Rede, in der er anfangs die Haltung der sozial- demokratischen Reichstagsfraktion zum Kabinett Brüning und zur Bewilligung der Baurate für den Panzerkreuzer I! besprach, führte der Minister dann u. a, aus: Was die Sozialdemokratische Partei aus dem Gebiet der Sozialversicherung, der kommunalen Selbstverwaltung und auf kulturpolitischem Gebiet geleistet hat, kam letzten Endes dem Staats- ganzen zugute, weil diese Arbeil staalserhallend und staats- bitdend war. Man mag noch so viele Mängel an der Weimarer Verfassung ent- decken— und ich bin der letzte, der solche leugnet—, so muß doch festgestellt werden, daß sie der Arbeiterschaft die p o l i- tische Gleichberechtigung gebracht hat, die auch poli- tische Verpflichtungen, mehr noch als bisher, in der positiven Ein- stellung zum Staate bringe. Wir hoben uns zu entscheiden, ob wir den Weg der praktischen Politik gehen wollen. Die niederdrückende Stimmung nach den Wahlen vom l4. September hat dem Deutschen Reich großen materiellen Schoden zugefügt, und es war zu fragen, ob die Millionen, die für den Bau des Panzerkreuzers K bestimmt sind, die Situation aufgewogen hätten, die bei einer Ablehnung des Bflzies und einer folgenden Kabinettskrise entstanden wäre. Wenn die Arbeitslosigkeit in dem Sinne für oder gegen den Marxismus gewertet werden kann, so hat der Marxismus durch die heutige Wirtschaftslage leider eine glänzende Rechtfertigung erfahren. Gerade die Industrieländer leiden am meisten unter der Arbeits- lofigkeit, und nur deshalb, weil ihre Wirtschaft in den letzten Iahren eine unzweckmäßige Rationalisierung getrieben Hot, die nicht nach Bedarf, sondern spekulativ produziert. Deutschland steht an der Spitze der Rationalisierung. Was wir in Preußen leisten können, ist nur die Ausrccht�rhaltung der Ordnung. Zu einem Einwirken auf die wirtschaftlichen Verhältnisse fehlt uns die Macht. Wen» in Ländern mit anderen Rc- gierungsstzstemen dieselben wirtschaftlichen Röte sind, so kann un- möglich das Regime an unserer Rot Schuld tragen. Auf die Bekämpfung der wirtschaftlichen Rot muh sich die ganze Kraft der Partei richten. Van Dezember an habe ich die Reichsregierung darauf aufmerksam gemacht, daß sich im Jahre 19.ZZ folgendes Bild ergeben wird: Ein großer Teil der Arbeitslosen- und Krisenunterstützten wird aus der Versicherung ausscheiden und in die Klasse der Wohlfahrtserwcrbs- losen kommen. Durch diese Veränderung wird eine wirtschaftliche Not erzeugt, weil für die Zwecke der Wohlfahrtserwerbslosen keine Versicherungsleistungcn vorhanden sind. Diese Prognose wird leider allzu recht behalten, wie die Entwicklung im Jahre 1931 zeigt. Der Minister sagte, die letzten Feststellungen zeigten, daß mit einer Wohlfahrtserwerbslosen zahl von l,8 Millionen zu rechnen sei. Demgegenüber bestehe die Pflicht zu ollergrößter Sparsamkeit. So habe er, der Minister, als es noch finanziell trogbar gewesen sei, auf einen Abbau der Realsteuern hingewiesen, da es immer eine sozialdemokratische Forderung ge- wescn sei, Steuern, die am rohestcn seien, abzuschaffen. Im vorigen Herbst habe er sich allerdings gegen den Abbau wenden müssen, weil er sür die Gemeinden untragbar gewesen sei. Es handele sich heule nicht mehr darum, die 40- Stunden-Arbeitswoche als vorübergehende Wahnahme einzuführen, sondern sie müsse dauernder Zustand werden. Unsere Außenpolitik müsse so betrieben werden, daß wir uns in anderen Ländern Absatzgebiete verschafften. Eine ge- sunde Wirtschafts- und Handelspolitik fei notwendig, die es er- mögliäie, Waren nach anderen Ländern auszuführen. Die verspätete Aussaat wirke sich für die Landwirtschaft, der es tatsächlich schlecht gehe, nachteilig aus. Ihr müsse geholfen werden. Die Preußische Regierung könne zu etwaigen neuen Notverordnungen erst Stellung nehmen, wenn sie sie kenne. Sie werde diese genau prüfen und, wen» notwendig, sie wie im Herbst verbessern. Deutschlands Zukunft, so schloß der Minister, liege mehr denn je auf den Schultern der Arbeiterklasse. Die Tabakinduftriellen sanieren. Sie sehen 2000 Arbeitnehmer aufs Pflaster. Bremen. 5. Mai.(Eigenbericht.) Unter Berufung auf die neue Tobokoerordnung des Reichs- finanzministers hoben die Großbetriebe des Bremischen Tobak- gswerbes 2000 Arbeiter und Angestellte entlassen. Weitere Ent- lassungen sollen bevorstehen. Kirchenaustritt. Die Freireligiöse Gemeinde Berlin veranstaltet am Freitag, dem 8. Mai von 18 bis 20 Uhr, in der Pappelallee 15, emsn Kirchenaustrittsabend. Gebühr 2 M. Legitimation ist vorzulegen., Wetter für Berlin: Trocken und überwiegend heiter, am Tage warm. Für Deutschland: llebcrall beständiges, trockenes Wetter, noch etwas Erwärmung. Die WcltiHoenMigo. Ortsgrupve. Berlin, nrranktoltet am Mit-twixft, drm f, Mai, 20 Ufir. in der GcmrindascknU«, BuauZtffr. 67 tu.Bahnhof Oranien. bi:rotr Snr. r>i>:r SalentfwTct Bloh), eine AundAebunn der Jugend kür den Trieden. Rundfunk am Abend. Rückschau. Der Deutschlandscnder begann einen Zyklus„Bilder aus dem heutigen Rußland". Regierungsrat Dr. W e i ch m o n n sprach über„Straßen, Häuser und Menschen". Er schilderte den Eindruck, den ein Rußlandrcisender gewinnt, wenn er sich in den Städten umsieht. Die Häuser, die repräsentativen Zwecken dienen, sind sauber abgeputzt und in gutem Zustand. Den staatlichen Be- trieben stehen Autos zur Verfügung. Wer der Partei angehört, genießt unter anderen Bevorzugungen auch die, von Zeit zu Zeil mit Segeltuchschuhen beliefert zu werden. Die anderen Menschen in Rußland tragen die Fetzen einstiger Kleider und Schuhe. All« wohnen in übervölkerten Häusern, die trostlos dem Verfall preis- gegeben sind: die werktätige Bevölkerung beköstigt sich in Massen- küchcn, obwohl die dort hergestellten Mahlzeiten in gesundheitlicher und hygienischer Beziehung sehr viel zu wünschen übrig lassen, selbst von den Gewerkschaften wird Klage erhoben über das un- zulängliche Essen in den Spersehäusern. Unhygienisch und un- appetitlich sind auch die wenigen vom Staate betriebenen Lebens- Mittelgeschäfte. Die Hotels aber sind nur für die Fremden da. Plakate am Eingang verkünden:„Russen ist der Eintritt verboten." An den Straßenbahnhaltestellen wartet man lange, bis endlich ein noch nicht zu überfüllter Wagen den Fahrgast mitnimmt. Wer eines der wenigen vorsintflutlichen Autos erwischt, die dem Publikum zur Verfügung stehen, zahlt sür eine Strecke von 1 bis 2 Kilometer 5 bis 8 Rubel, d. h. 10 bis 17 Mark. Die Oberfläche des heutigen Rußland zeigt noch keine Andeutungen einer neuen gesellschaftlichen Struktur, sondern nur Zcrsall. Der Vortragende stellte das fest, olzne aber daraus flüchtige kritische Folgerungen sür die innere Beschassenhett der Sowjetunion zu ziehen. Der Durchleuchtung des russischen Staates und seiner Wirtschaftsordnung sollen spätere Vorträge dienen. Im Programm der Funkstunde sprach M. K o l i n s k i über „Musik der orientalischen Hochkultur". Er wollte um Verständnis für diese dem Ohr klangsrcmde Musik werben, Leider setzte sein Vortrag zu viel theoretische Musikkenntnisse voraus. Statt über Tonleitern und Tonsolgen zu sprechen, hätten sie dem Hörer in der Gegeneinanderstellung von europäischer und orien- talischer Musik hörbar gemacht werden müssen. Dagegen wären zu den orientalischen Schallplattcnausnahmen umfangreiche Er- läuterungcn durch das Wort, verbunden mit Wiederholungen bestimmter charakteristischer Klangfolgen notwendig gewesen, um dem Ohr die Einstellung aus diese fremdartigen Klänge zu ermöglichen. Dienstag, 5. Mai. Berlin. 16.05 Duo�: 1. Sz6kely: Polyphon et Homophon op. 2.? Kodily: Duo, op. 7(Zoltin Sz4kely, Violine, und Paul Hermann, Cello). 16.30 Prof. Dr. Kieffert: Sprache, Charakter. 17,00 Unterhaltungsmusik. 17.50 Böchcrstundc...ErstlinKS-Romane.* tarn Mikrophon: Dr. loh. Maassen)* 18.20 Hedwig: Rossf liest eigene Dichtungen. 18.45..Tierleben im Frühling. Dr. J. Holtfreter u. ein Junger Wanderkamerad. 19.15 Max Graescr: Von der bildenden Kunst. 19.25 Wovon man spricht. 19.50..Anstand und Sitte"(Mitw.: Ilka Orüninz. Marcella Salzer. Aribcrt Wäscher. Bruno Fritz, R. A. Stemmle. Lt*.: Walter Grbnostay). 20.35 Lieder. Ba:h. Schubert, Brahms. Oulia-Lottc Stern, Alt, Am Flüsel: Julius Bürger.) 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Frankfurt:..Mieter Schulze gegen alle". Hörspiel von Auditor. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königs Wusterhausen. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Konzert. 17.30 E. v. Schweinitz; Deutsche Studenten in Oxford. 18,00 Herbert Altmann: Der Musiker E. T. A. Hoffmann. 18.30 Prof. Dr. Wegener; Deutschlands Oauc. 19,00 Französisch für Anfänger. 19.30 Baurat Dr. Rienert: Deutsche Bauwirtschaft. 19.55 60. Geburtstag Christian Morgensterns(Einführung: Dr. Langheinrich Anthos; Gesang: Karl Graef, Margarete Vogt-Gebhardt). 20.30 Hamburg: Militärkonzert. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 24.00: Hamburg: Konzert. Achtung, Rundfunkhörer! Am Mittwoch, dem 13. Mai d. I„ 19 Uhr, findet im Parteihaus, L i n d c n st r. 3, eine Rundfunkhörstunde unter dem Thema„Wie hört und was wünscht der werktätige Hörer?" statt. Die Leitung der Aussprache liegt in den Händen des Bor- sitzenden der Ortsgruppe Berlin des Arbeiter-Radio-Bundes, Ge- nassen Graul. Der Aussprache zugrunde gelegt wird ein Vortrag des Genosien Alfred Fla tau auf der Deutschen Welle mit dem Titel: „Dringliche Worte an den werNStigen Hörer"— Teilnehmerkarten in der Buchhandlung Dietß Lindenftr. 2 und dem Arbeiter-Radio- Bund, Porckstr. 14(Bergmann 768). Verantwartl. kür die Redaktion: Kerbert Sc»»«, Berlin: Anreizen: Tb. Sl-cke Berlin. Verlaa: Vorwärts Verlan G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlazsanstalt Daul Sinacr& Co.. Berlin 63B 68, Lindcnktrake 3 Kierz» 1 Beilage. PROGRAMM für die Zeit vom 5. bü 7. Mai K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 5. bü 7. Mai ©00 Potsdamer Strahe 38 W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5. 7. 9 Uhr Der kemefae Josef mit Felix DressaH, Harry Ltedtke Rheinstrahe 14 Ki�elchej W. ab 5.15 Uhr S. ab 3 15 Uhr Die tolle Lola mit Lüiaa Harvev Außerdem: Die geheime Macht mit Sozy Vcrnon, Michael Dohnen Odcon, Potsdamer Sir. 75 W. 5.7,9 Uhr 5 3,5,7.9 Uhr Der Detlelshident mit Hans Heinz Dollmann, Jarmila Novolna Jugendliche haben Zutrittl Turm strafe 12 Der wahre Jakob mit Felix Dreasart, R. A. Roberts Alexandcrstr. 39-40 (Passage) Die Fa,diintf>fee mit Annr Ahler,, ■Weiter Jaogco Den ganzen lag geöffneü Stg. ab 3 Uhr j wastan ft Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Oer Schrecken der Garnison mit Felix Dressart W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr c Friedrichstadt Franziskaner abÄkln00rm. Oeorgensiraße(Ecke Friedrichstraße) II, 2, 5, 5. II Uhr Die lustigen Vagabunden mit Willi Forst, Georg Alexander 12. 3, 6, 9 Uhr Neueste Wochen- und Knlturscbac Farbentonfilm: Im Harem ▼. Bagdad 12'0. 3 30 6.30 9.30 Uhr Anna Christie mit Grela Garbo deutsor sprechend 1, ihr.erstenTonfiiir € Moabit fi, rfitehnf kllrn u. W. a. 6.30 Uhr /-I FUSnOI BOhne S. ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 Tonoperette: Madi mir die Welt zum Paradies mit Anf,*a Dorris Beiprogramm— BOhneiucbaa «/„IX Ifi— Wochent 6.1S, 9.05 W elt-nino Sonntags ab 4.45 \lt-Moabil 99 100 pror. Tonlustspiel: Die BrintigamswUsre mit Georg Alexander, Kampers, Alberl Faulig Tonbeiprogramm— Tonwodie f Charlottenburg W Kant-Lichtspiele Kamstr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7, 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm;,.. und das Ist die Haupt. sacbe mit Nora Gregor, H. Lledtke Schlüter-Theater Schlüters tr. 7 Beginn: 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr: Jugend-Vorstellung 100 pror. Tonfilm: Boykott mit Lil Dagover, Theod. Loos— Liebe und Champagner mit I. Pclrorich W wilmeradore"h Atrium Bcba-Palast Kaiseralice, Ecke Berliner Straße Täglich 7, 9.13 Uhr, Stgs. 5, 7. 9,15 Uhr Tonfilm-Uraufführung: Wenn die Soldaten.. mit Charlotte Ander. Grctl Thelmer, Ida Wörf, P. Heidemann Tönende» Beiprogramm a Schön«, batra h Titania Sdiönebg. s™ Hauptstraße 149 100 proz. Tonfilm! Der keusche loset m. Felix Breisart, Harry Lledtke Tonbeiprogramm Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 W.7,9, Sbd. u. Stg 5,7.9 Joe May. Lustspielerfolg;... und das ist die Hauptsache mit Nora Gregor, H. Lledtke Beiprogramm ■■ Titania-Palast �T�u. Steglitz. Schloßsrr.5. Ecke Gutsmuthsstr. Tonfilm-Uraufführung! Der Liebcsexpre� mit Di na Gralla, Georg Alexander, Josef Schmidt, Angel Fcrrarien Tönendes Beiprogramm S Zehlendorf-Hitt« W Zell Wochentags 7. 9.10 Uhr Sonntags 5, 7, 9.10 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg. 2J0 Jugendv. Tonfilm: Oberst Redl(Der größte Spion aller Zeiten) m. Theodor Loos g Marlcndore"h Vf~ f{ Maiieudorter Wochentg. I ia- lal Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm! Die lieben Verwandten m. Bressart, A. Roberts— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Tivoli Berliner Str. 97 Beg. 5, 7. 9 U. Stgs. 3 Uhr: Jug.- Vorst. 100 proz. Tonf: NSchte am Dosporns mit Conrad Veidip Heinr. George Tonbeiprogramm W Hauhann j Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraße Werktags 63/4 Uhr, Sonntags 3 Uhr 100 proz. Tonfilm: Arme, kleine Eva, f 218 m. Grete Mosheim Deiprogramm DOhncmcfaaa g____»üdwsf w g Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So. ab3Uhr 100 proz. Tonfilm: Ein MXdelvon der Reeper bahn mit O. Tscfaediowa, To Schlettow— Tonbeiprogramm Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W. 5.30, Stg. 3.30 ü lOOproz. Tonf.: Die Driotigamsvritwe mit Fr, Kämpen, Georg Alexander Die Rache des Scheichs ■»■ Primus-Palast Am Hermannpiafz, Urbansir. 72/74 Wo. 6.45. 9 U., Sonnt ab 3 U. Der letzte Lupu-Pick-Tonfilm: Gauen- bauen mit der Gruppe jung. Schauspie. er u. den Comedian Harmonists Bü: Loa Tanginos lakrobat Tanrakt) Beiprogramm Th. am Moritzplatz Bcg.: Wochtg. ab 6.30, Sonnt, ab 4-30 U. Tonfilm: Liebeslied mit Renate M Aller, Gnstar Fr Ahlich T onbeiprogramm � Südost# Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 530 und 9 Uhr Sonntags: 3. 5. 7. 9 Uhr Tonfilm: Da» Sdiicksal der Renale Langen m. Mady Chrlrtlan« Varlclescban— Tonfllmbelprogr. Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3, 5. 7. 9 U, Tonschwank; Der wahre Jakob mit Felix Brewarl, R.A. Roberl* Bühne: Herrn. Pkaa(Gastspiel) Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 11., Sonntags ab 3 Uhr lOOproz Tonfilm; Die BeSnilgam*- wllwe m. M. Eggerth, G. Alexander, Frllz Kamper*. Gr. VarictCichaa— Beiprogramm Sternwarte— Treptow Mittwoch 8: Die ElektrixUai(Lichtbildervortrag). Donnerstag 8 Uhr: Am Rande der Sahara(Film) „Elysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15,7,9.15. S. 3.15,5, 7.15, 9.15 Uhr Liebe auf Befehl m. O. Tsdiediowa, Job. Riemann— Foxfonwocbe BOhncn* diau Flora-Liditsp. Wo. 6.30, 9. Sonnabd. 5. Sonnt, ab 3 U. Tonfilm; Die Faschings iee mit Aany Ablers, Ernst Vcrebes— Defprogr. " 0*t»H m Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochenigs. 6 30 U-, Sbds. 5, Sonnt 3 U. Der große Lacherfolg; lOOpror Tonf.: Die Brgntigams'vllwe mit Martha Eggerth, F. Kamper*, Georg Alexander, Alberl Panlig Beiprogramm— BOhneiitdiao Luna-Palast �Sb�Ä Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Die zärtlichen Verwandten mit Felix Dressart— Eheferien mit Lilian Harvcy— Auf der Bühne: Else Dard, Job Hfilsen in ihrer lust Szene: Hier herrscht Ordnung Frankenburg* W-U I/ Große Frankfurter Straße 74 Tonfilml Wegen Riesenerfolg verlängert: Ihre Hobeil befiehlt mit KSlhe t. Nagy, WIIU Frilsdi Beiprogramm— Bllhncntdian Schwarzer Adler Woch. 5, 7. ca. 9, Sonnt ab 3 Uhr GroBtonfilm; Einbrecher mit Lilian Harrey, W, F ritsch, H. ROhmann T onbeiprogramm Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6, Sonnt ab 3 U Zwei Tonfilme: Der keusche Toseph mit Felix Dressart— Aschermittwoch mit H. StOwe— D&hne V. T. Lichtspiele vuSo". Frankfurter Allee 48 W. 5, Stg. 3 Uhr Tonlustspiel: Der wahre Jakob mit Felix Breisart Tonbeiprogramm W I«wtrum Babylon* am BGIowpiatz Wochentags 6-30 Uhr Sonnabends u. Sonntags ab 5 Uhr 100 proz. Tonfilm; Die Brlntigamswitwe mit Fr. Kampers, Georg Alexander Bühne: Gastspiel Samson-Dreitbart- Trnppe W NRU'UChfilbTfi Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 Täglich 5. 7, 9 Uhr lOOpror Tonfilm: Ihre Hoheit befiehlt mit KUhe voe Nagy, Willi Feilsch Toubclprogramm Jugendliche haben Zutritt! Kino Busch»giMubr Alt-Friedrichsfelde 3 lOOproz. Tonfilm: Der Korrctlen« kapit&n m. Harry Lledtke, Kampers, Paudler— Lastiges Deiprogramm Jugendliche haben Zutritt h Schloßpark FOin- Bahne Berliner Allee 206—210 Tonfilm: Walxerparadies mit Ch. Sasa, Verebes Bühne: Georg Erich Schmidt Norclcw'"_ A Iklksrnkvo MQIlcrstraße 136, Ainamora Ecke Seestraße Wochent 5, 7. 9 U„ Sonnt. 3. 5. 7. 9 U. Tonfilm; Schachmatt mit G. Haaras Mit Dyrd zam Sfldpol Pharus-Lichtspiele Müllerstr.142 W.5,7,9U� Stg. 3, 5, 7. 9 U lOOproz Tonoperette: In Wien hab ich einmal ein Madcl geliebt mit W, Föttcrer— Tonbeiprogramm Panko HZ3 Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7, 9 Tonfilmschwank; Der faUdie Ehemann mit Maria Paudler, Job. Riemann— Beiprogr.— BühnenfCban Wochentags 6.30 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Tivoli Berliner Straße 27 Neaerdffnang anter der früheren Direktion Pat and Patachon als KanstschOtzcn Kellner Kavaliere— Deiprogramm Filmpalast Tegel stl!lße°'" Stgs. 2 U. Jgd-Vorst. W. 6, Stg. 4h« U. Tonfilm: Boykott mit LH Dagover, Theodor Looi Gnies Beiprogramm W Filmpalast Stg. Ä�sVa Berliner Straße 59 Stg. 2 U. Jug.-Vorst, Die Watoe von Lowood Der Meister der Weil (Beilage Dienstag, 5. Mai 1931 SivAbmS £trtJsrjfttfyj/Zp Asi kry+tütLrü Alkoholiüiuii« vererbkar? Sine Entgegnung von Han� Myan Unter Erbmasse versteht man die Gesamtheit der Teile des tierischen, also auch menschlichen Organismus, die sich in der Zeugung aus das neuentstehendc Individuum vererben. Aber schon dieser Ausdruck ebenso wie seine Erklärung ist ungenau! es gibt nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts im Gesamtorganismus, das sich nicht in irgendeiner Weise vererben würde. Bleiben wir aber bei der„Erbmasse" oder dem„Erbgut", so kann die im Nachkommen reproduzierte Summe der„Erbteile" doch nur aus der Konsunktion (Verbindung) der beiden Eltcrnge schöpfe entstehen. Das ist der erste und wohl der größte Fehler in dem Artikel von Dr. B. F ernte:„Vererbt sich A l k o h o l i s mu s?" der im„Abend" vom Dienstag, dem 21. April 1931, erschienen ist. und der innner nur von den Vätern, die Trinker sind, redet. In Wirklichkeit aber verteilen sich nicht nur die Eigenschaften von Vater und Mutter, also beider Eltern, auf dos Kind, sondern es mischen sich in diese Weitergabe die Qualitäten der Groß- und Ureltern, ja der längst entschwundenen Generationen. Und diese Erbvcrteilung geschieht nicht willkürlich, sie folgt einem starren, unabänderlichen und für uns Menschen unbegreiflichen Notwendigkeitsprinzip. Noch ist der Forschcrstreit nicht beendet, ob nur die angeborenen, oder auch die erworbenen Cigenschosten vererbt werden. Aber die moderne Wissenschaft, noch Lamark und Darwin besonders durch den Engländer Semon oertreten, neigt der allein logischen Auffassung zu, daß ebenso wie die angeborenen, auch die erworbenen Eigen- schaftcn weitererben, und daß durch den so entstehenden ewigen Wechsel, durch Ddutation(Veränderung) iinmcr neue, wenn auch in chrer Tender� vorbestiwmte Eigenschaften erzüchtet werden. Es gilt auch hier der große M c y c r s ch e Lehrsatz: Stoff und Kraft sind in der Welt unverlierbar und können durch den Lebensprpzeß wohl tausendfältig gewandelt und neugestattet, aber niemals oer- ringert oder vermehrt werden. Es sind mm aus, neiner Fader am 6. imd 7. Mai 1929 zwei Aufsätze im„Abend-Vorwärts" erschienen, die ich„Alkoholismus und Strafrecht" und„Die Folgen des Alkoholismus" benannt habe. Das Wichtigste aus ihrem Inhalt ist der Nachweis, daß alle Rauschgifte, also auch der leider so leicht erhältliche Alkohol die Erbmasse in hohem Maße schädigen. Dos aus folgendem Grunde: das eigentliche Prinzip des Lebensprozesses liegt im Werden und Vergehen. Die Einheiten unseres Körpers, Zellen genannt, zerfallen unablässig und bauen sich ebenso fort- während auf. Was also diesem Aufbau hindernd in den Weg tritt, bedeutet Schädigung. Nun ist die chaupteigenschast des Alkohols die Hemmung. Der menschliche Zellenhaushalt wird sofort in seiner Aufbauarbeit gehemmt, sobald der Körper alkoholisiert wird. Schon sehr geringe Dosen Alkohol bewirken solche Hemmungen. lind zwar leiden d's' außerordentlich empfindlichen Hirn- und Nervenzellen am meisten unter der Vcrgifhinz duräz das Rauschgist. Das letzt« und feinste Produtt des inenschlichcn. Leibes ist aber die Keimzelle, aus der das neue Leben, das Kind entsteht. Iii einem durch Alkoholmißbrauch gehemmten Menschenkörper kann die Keimzelle nicht uiwe rändert bteiben. Wiederholt sich der Mißbrauch und wird zur Gewohnheit, so daß Rausch bis zur Bewußtlosigkeit des öfteren eintritt, und findet der Zeugungsvorgang womöglich gar im berauschten Zustande statt, so muß sich mit Notwendigkeit die Schädigung der Keimzelle im Kinde auswirken. Sei es in einer Schwächung einzelner Organe und einer daraus ent- stehenden besonderen Empfänglichkeit für gewisse Krankheiten wie Tuberkulose, Nervenleiden oller Art usw. oder in der Veränderung und Mißbildung der Gehirnzellen. Gewiß ist es fast unvorstellbar, wie der kaum sichtbare Keim des väterlichen Samenticrcheirz und die Geringfügigkeit des Muttsreies nicht ollein die körperlichen, sondern auch die geistigen und seelischen Eigenschaften beider Eltern oft in höchster Vollendung im Kinde wiederum entstehen lassen. Aber die Tatsache wird jeden Tag tausendmal sichtbar: Wie kann man daran zweifeln, daß die schwerste Schädigung, die das Arllensystcm über- Haupt erleiden kann, die alkoholische nämlich, sich in der Nachkonnnen- schaft ebenso und vielleicht noch viel schädlicher reproduziert? Dr. F e r n t e operiert nun in seinem Artikel mit einer Anzahl von Zeugnissen des Professors K l a t t e- Detmold und von, im übrigen unbekannten Namen wie P a h l i s ch, B o ß, P a n s c, die alle die Nachkommenschast von Trinkern untersucht hätten und dabei festgestellt hoben wollen, daß die Kinder von Trinkern durchaus nicht anfälliger für Krankheiten, oder geistig und seelisch mißbildetcr gewesen wären, als die Nachkommen von Nichttrinkern. Bei dieser im ganzen recht oberflächlichen Aufstellung ist vor allen Dinge» die ganz unwissenschastlichc Methode zu bemängeln, so wenn der Autor den„e r b g c s u n d c n" Trinker in einen Gegensatz zu dem nicht „erbgesimden" Trinker stellt. Wenn das Wort„Trinker" überhaupt einen Sinn haben soll, so muß es dem Worte„Alkoholmißbraucher" gleichzusetzen sein. Ein Mensch, der gelegentlich, also keineswegs täglich ein Glas Bier oder Wein zu sich nimmt, ist kein Trinker. Wer aber täglich Alkohol in größerer Menge konsumiert und dadurch mchr oder iveniger berauscht wird, der ist Trinker. Di« Erbgesund- heit eines solchen Menschen kann mir in seiner eigenen, ewig auf- gestachelten Phantasie vorhanden sein.„Erbgesunde Trinker" gibt es nicht. Je mehr und je länger«in Mensch trinkt, desto mehr wird sich sein Gesundheitszustand und damit seine Erbfähigkeit verschlechtern. Aber glücklicherweise kann> der Trinker sein Kind mir zeugen, nicht auch gebären. Die Frau spielt bei der Geburt gottlob die größte Rolle und es ist ein unendliches Glück für die Menschheit, daß die Frauen im allgemeinen einen recht gerin- gen Hinzug zum Rauschgift haben. Nur der Tatsache, daß die Frau zumeist Nichttrinkerin ist, haben wir es zu danken, daß es überhaupt noch lebensfähig« Menschen auf der Erde gibt. Mit Leichtigkeit festzustellen ist, daß die Nachkommenschaft in dem Augen- klick körperlich und geistig degeneriert, wenn Vater und Mutter sich Rauschgnten. insbesondere dem Alkoholmißbrauch, hingeben. Aber auch das Erbgut früherer Generationen spielt für den Keimling ein« groß« Rolle. Und die Vererbuirg kann im negativen oder positiven Sinne beeinflußt werden durch Eltern und Voreltern und deren Rauschgiftsünden. Durchaus zutreffend ist die Beobachtung Dr. Ferntes, daß Trinker häufig körperlich« ebenso wie geistige Leiden haben, und daß sie diese aus ihre Nachkommen übertragen. Auch das ist richtig, daß viele Gewohnheitstrinker durch eine krankhaste Ner- anlag u ng zum Mkoholgenuß getrieben werden. Falsch ist oller- ftny wübet, daß dieje VeraniaKiUK»�Siqcher" Art sei. Es gibt streng medizinisch überhaupt keine seelischen Veranlagungen. Wir wissen heute, daß jede krankhaft seelische Disposilion auf eine körpcr- liche, wenn auch tief verborgene Mißbildung zurückzuführen ist. So zum Beispiel der übermächtige Trieb zur Onanie auf eine Minderwertigkeit des Drüsensystems. Ganz falsch ist aber, daß körperliche und geistige Schäden beim Trinker nichts mit seinem Alkoholgcmiß zu tun haben. Wiederum ist nämlich unschwer fest- zustellen, und ärztlich allgemein bekanitt, daß zum Beispiel jede Wundhcülung durch Alkoholgcnuh gehemmt und hintenangehalten wird. Aber total irrig ist Ferntes Annahm«, daß die körperliche und seelische Belastung der Nachkommenschaft eines kranken Trinkers nur mit seinem Leiden, nicht ober mit seinem Trinken zu tun habe. Ich muß hier wiederum auf ein Gruirdprinzip des Lebens hin- weifen. Nicht mir die menschliche, sondern die Natur überhaupt steht unter dem wundervollen Inrperotio des Auswärtswollens, der Aufwärtsentwicklung. Diesem immanente» Hochstreben der Natur stellen sich tausend Feinde in den Weg. Einer der größten von diesen Feinden ist der Alkohol, weil er die Hemmung an sich ist. Daraus folgt: Würde der kranke Trinker imstande sein, vom Trunk zu lassen, so würde einmal sein eigener Körper sich wieder auswärts bilden und gesunden können. Und ganz besonders würde bei einem Zeugungsakt vielleicht noch fein körperliches Leiden in die Waagschale fallen, zum Schaiden der Nachgeborenen, ober der nicht mehr alkoholisch gehemmte Zellenstaat seines Leibes müßte sich für das Zeugungsprodukt segensreich auswirken. Daß nebenbei der Gewohnheitstrinker geistig, moralisch, wirtschaftlich verschlampt, und daß somit auch noch diese mannigfachen Schäden sich aus die Nach- kommenschoft übertragen, das ist selbstverständlich. Kommen wir nun zu den Kinderuntersuchungcn, so muß man vor allen Dinge» fragen, wie ist diese Untersuchung vor sich gegangen. Für gewöhnlich werden Proletarierkinder zu solchen Untersuchungen herangezogen, weil die Sünder der Bessergestellten sich nicht dazu hergeben. Man auscultiert das Herz, die Lunge, Auge und Gehör, prüft Nervenreslexe und stellt, wenn nicht ausfallende Schäden vorhanden sind, Gesundheit fest. Auf diese Weise würde man bei dem eben zum Tode verurteilten Movdsadisten Peter Kürten nichts Auffallendes gefunden haben. Derartige Untersuchungen, die in wenigen Minuten vorgenommen werden, sind bedeutungslos. Nur längere Beobachtung der Kinder durch Lehrer, Erzieher und Fachärzte können ein brauchbares Resultat ergeben. Bei solcher Untersuchung stellen sich dann ungeahnte Schäden an Leib und Seele heraus, die, wenn es sich um Trinkernachkommenschaft handelt, dos unglückselige Rauscherbe im Kinde deutlich machen. Auge und Aerkelir �chlnßlolgernugen au» einer Statistik lieber die Ansprüche, die der moderne Verkehr an das mensch- liche Sehorgan stellt, machte in der Gesellschaft für öfsent- liche Gesundheitspflege der bekannte Berliner Augenarzt Dr. Czellitzer interessante und beachtenswerte Ausführungen. In erster Linie fallen dem gesteigerten und sich immer weiter steigernden Kraftverkehr in wachsendein Maße Personen zum Opfer: so zählte man im Jahre 1929 bei Autounfällen 294 Tote, im Jahre 1939 mehr als doppelt soviel, 469, im Durchschnitt macht das auf die Woche neun gegenüber vier im Jahre 1929. An allen diesen Unfällen trägt ja nun sicherlich eine verminderte Augen- leistung des Führers nicht gerode die Schuld, sondern zu einem großen Teil der Fumr celcntatis, d. i. das Streben zu immer größerer Schnelligkeit, van dem fast jeder Fahrer ganz unwillkür- lich ergriffen wird, und die es immer schwerer macht, bei auf- tretenden Hindernissen und dadurch notwendig werdendem Plötz.* liehen Bremsen die Gewalt über das Fahrzeug zu behalten. Ganz unverhältnismäßig groß ist die Zahl der Unfälle durch K r a j t r ätieri: in. den drei Monaten: April, Mai, Juni 1939 wurden durch sie 944 Personen verletzt gegenüber 338 durch Privat- autos bei. fast gleicher Gesamtzahl der Privatoutos und Krafträder, etwa 49 999. Dieser auffallende Unterschied zwischen Autagefahr und Krastradgefahr ist sicherlich auch mit darauf zurückzuführen, daß die meisten Krastradfahrer keines Führerscheins bedürfen, er ist nur für die Benutzer von schwereren Maschinen mit Motoren über etwa 6 FL erforderlich, aber auch diese sogenannten„kleinen Führerscheine" werden ohne jede Sehprüfung erteilt, so daß eine gor nicht kontrollierbare Menge Sehschwacher aus ihren lärmenden und stinkenden Maschine» durch unsere Straßen toben. Czellitzer fordert demgegenüber gänzliche Sperrung der belebtesten Straßen für Krafträder und Prüfung der Sehschärfe auch bei den für die Krafträder baldigst einzufüh- rendcn Führerscheinen. Im ganzen Tierreich gilt das Gesetz, daß die Sehschärfe mit der Schnelligkeit zunimmt. Das ist ja auch für das Tier notwendig, sowohl um die zu ergreifende Beute zu erkennen als sich dem Ber- folgcr zu entziehen. Auch beim Menschen müssen bei größerer Schnelligkeit der Bewegung größere Ansprüche an dos Sehorgan gestellt werden. In unbelebten Gegenden, auf einsamen Feld- wegen, findet sich selbst ein Blinder mit seinem Stocke tastend ohne jede Hilfe zurecht, und solange man nur tierische Kraft, vor ollem Pferde, zum Fortbewegen der Wagen, benutzte, waren besondere Vorschriften und Prüfungen für den Kutscher kaum erforderlich, denn bekanntlich treten Pferde fast niemals auf Menschen, sondern weichen aus. selbst ohne vom Kutscher herumgerissen zu werden. So hatte man denn auch nur für Postillone die Forderung,„daß sie gut sehen und hären". Für Fußgänger hielt man allge- mein ein Zehntel der normalen Sehschärfe für ausreichend, damit er sich ungefährdet auf der Straße bewegen könne. Das änderte sich mit der Einführung der Eisenbahnen und noch mehr der Autos. Der Schwachsichtige wird jetzt gut tun, eine Brille zu benutzen, und zwar möglichst nicht eine der alten Bi-Brillen, die schon bei ganz geringer Seitcndrehung des Blickes schlechte und verzerrte Bilder geben, sondern eine mit den neuen durchgebogenen Glasformen, die auch das Erkennen bewegter Gegenstände im seitlichen Blickfeld ermöglichen. Höhcrc Anforderungen sind natürlich an das Fahrpcrso- n a l zu stellen. Im Eisenbahnverkehr wird nicht nur die Seh- schärfe geprüft, sondern auch der Farbensinn, was für das Er- kennen der farbigen Lichtsignale erforderlich ist, und der Lichtsinn, d. h. das Erkennen auch ganz schwach beleuchteter Gegenstände, was namentlich auch für Flugzeugpiloten bei nächtlichen Fahrten sehr notwendig ist. Diese Prüfungen werden beim Eisenbahn- personal regelmäßig olle fünf Jahre und außerdem nach schweren Erkrankungen wiederholt. Bei Autofahrern, für welche die Awsprüche an die Sehschärfe naä) den polizeilichen Vorschriften Czellitzer für zu gering hält, schien diese Nachprüfungen gänzlich, so daß ein Mensch, dessen Sehschärfe zufolge einer Krankheit lang- sam abnimmt, immer noch unbehindert mit seinem Kraftwagen durch die Straßen und in die Weite sausen darf, wie sehr er auch dadurch seine Mitmenschen gefährdet. Ein ganz besonderes Kapitel bilden die Scheinwerfer. Sie sind bei unseren'Autos meist zu hock) angebracht, so daß sie keineswegs nur die Fahrbahn beleuchten� sondern die entgegen- kommenden Menschen völlig blenden. Es müßte doch mit Leichtig- keit zu erreichen sein, sie nicht höher als anderthalb Meter onzu- bringen und die höher hinausgehenden Strahlen durch eine ganz einfache Vorrichtung abzublenden. Aus der Fülle der Anregungen, die der Vortragende bot, seien noch zwei erwähnt: 1. Die Beleuchtung der Nummer» und Fahrschildcr unserer Straßenbahnwagen und Autobusse ist unzureichend, außerdem sind die Schriftzeichen zu klein, so daß ein Wartender erst, wenn der Wagen ganz nahe ist, erkennen kann, ob es auch derjenige ist, den er benutzen will. 2. Die strengen Borschriften, die in der Kriegs- und Handels- marine an die Sehtüchtigkeit des Personals gestellt werden, fehlen in den Binnengewässern fast ganz: an Sonntagen ist der Wasscrverkehr in der Nähe der Großstädte recht gefährlich geworden, denn die Führer von Sportbooten aller Art, Segel- wie Motorbooten, sind ohne jede Prüfung berechtigt, darausloszufohren. Die privaten„Segelpatente", die von einigen Segel- und Jachtklubs ausgestellt werden, sind durchaus unzureichend. Czellitzer regt an, von jedem Motorbootführer, dessen Mator eine bestimmte Stärke überschreitet, einen Führerschein zu verlangen. klt. Kleine Adtizen Wurm-Bekäiiipfniig Zu diesem nicht zur Ruhe kommenden Problem nimmt in der „Medizinischen Welt" der Direktor der Inneren Abteilung des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde Berlin, Professor Dr. H. Strauß, Stellung. Nach seiner Ansicht handelt es sich bei der Uebertragung von Madenwürmern(Oxyuren) um eine söge- nannte orale Kotinfektion(Kotinfektion durch den Mund). Die Ueber- tragung geschieht durch die oxyuren Eier. Sie gelangen durch Kratzen in der Aftergegend auf die Finger. Durch Zerstäubung des Kotes und durch Uebertragung von Kotteilchen durch Fliegen und durch Bodenprodukte(Salate und Gemüse), nämlich auf dem Wege der Düngung, geschieht die Verbreitung der Oxyuren. Die Eier sind nun gegen äußere Einflüsse sehr widerstandsfähig. Sehr empfind- lich sind sie aber gegen Wasser. Im Schmutz unter dem Nagel- falz von Oxyurenträgern finden sich sehr häufig Oxyureneier. Da ist es begreiflich, wenn der Madenwurm durch Berührung von Hand zu Hand oerbreitet wird. Ferner auch, daß er durch Berührung von Nahrungsmitteln und Eßgeschirr in den Körper bisher gesunder Kinder gelangt. Schule und Ellernhaus haben also ein Interesse daran, auf größte Reinlichkeit zu achten. Als im Weltkriege die Seife knapp wurde, entwickelte sich die Oxyuriasis zu einer Massenerkran- kung größten Stils. Professor Strauß ist nicht der Ansicht, daß an der neu beobachteten Zunahme der Oxyuriasis die Rohkostbewegung schuld sei, sondern er meint, daß die wirtschaftliche De- pression mit dem herabgeminderten Seife- und Wäscheverbrouch und dem Nachlassen der Remlichkett die Ursache darstellen. Noch Professor Strauß wird der Wurmkrankhcit am besten vorgebeugt durch weitgehende Reinlichkeit in Küche und Keller, durch peinlich« individuelle Reinlichkeit und durch eine entsprechende Ladcnhygiene im Nahrungsmittelgewerbe. Von» Plattfuß Im Kindesaltor Professor S p i tz y, der bekannte Direktor des orthopädischen Spitals in Wien, weist in einer Arbeit darauf hin. daß nicht selten durch starke F e t t h ü l l e des frühkindlichen Fußes ein Plattfuß vorgetäuscht wird. Er wünscht nicht, daß solche Fälle überhaupt behandelt werden. Beim echten Plattfuß hat sich die Wickelung des Fußes, etwa ein Jahr lang durchgeführt, bestens bewährt. Prof. Spitzy empfiehlt die Wicklung, wie sie einstmals bei den Chinesen- stauen zur Erzeugung eines kleinen Fußes mode war. Spitzy wünscht auch keine Behandlung des Knickfußes, wie er beim Gehbeginn zu beobachten ist. Dieser Knickfuß sei physiologisch. Frei- lich kommen hier allerlei Uebergänge ins Pathologische vor. Noch Spitzy genügt in solchen Fällen die Schiefstellung der Ferse durch Erhöhung der Innenseite des Absatzes um etwa% Zentimeter. Das Leder an der Außenseite des Schuhes muß ober so steif sein, daß der Fuß nicht noch außen abgleiten kann. Viel Schaden wird an- gerichtet durch den Gebrauch der üblichen in den Schuhgeschästen erhältlichen Einlagen. Sie dürfen n u r d a angewendet werden, wo eine schwere rachitisch« Deformation des Fußgewölbes vorliegt, so daß es aktiv nicht mehr gehoben werden kann. In allen anderen Fällen empfiehlt Spitzy den Gebrauch der von ihm erfundenen aktiven Einlage- Sie besteht aus einem halbkugeligen Knopf, der gegen das Fußgewölbe stößt und eine aktive Hebung veranlasseu soll. Dr. S. Die Sakrower Bootsfalle Die Seilföhre muß beseitigt werden, weil sie Menschen gefährdet! 3n der havelenge bei S a k r o w haben sich am Sonntag wieder zwei Boolsunsälle ereignet, die leicht den Verlust von Menschenleben im Gefolge haben konnten. 3m vorigen 3ahre gerieten zwei Reichswehrangehörige mit einem Paddelboot an der gleichen Stelle unter einen Dampfer und ertranken. Die Havel ist nicht zuletzt deshalb als Wassersportgebiet so be- vyrzugt, weil ihr Lauf eine Kette von Seen ist. Nur bei Sakrow� Moorlake, an der Friedenskirche, wird in einer L- K u r o c der Fluhlauf bis auf etwa ISO Meter durch spitz vorspringende Land- Zungen eingeengt. Daß an dieser schmalen Stelle eine Fähre die Lerbindung zwischen den Ufern herstellt, ist natürlich. Daß diese Fähre aber heute noch nach Art der Fähren im Innern Afrikas als Seilfähre betrieben wird, ist fast unnatürlich. Denn was in Afrika durch die Umstände bedingt sein mag, wird bei der Sakrower Fähre zur Gefahr, zur großen öffent» lichen Gefahr für alle anderen Wasser st raßen- benutzer und für die Fähre selbst. Der Draht ist an den Ufern verankert, läuft an Rollen über die Prahmfähre und zwei Mann der Bedienung ziehen das Fahrzeug an diesem Seil vorwärts. Alle Fahrzeuge der Berufs- sowohl wie der Sport- schiffahrt müssen vor dieser Fähre stoppen, bis sie das andere Ufer erreicht hat, sonst passiert das, was am Sonntag passierte. Was ein in verbrecherischer Absicht über eine Chaussee ge- spannte? Drahtseil für Autos ist, das ist dieses Fährseil für die Schiffahrt. Die L-Kurve verhindert fast völlig die Sicht und mehr als einmal blieb schon ein Boot an dem Seil hängen. Daß die Gefahr sehr groß ist, weiß selbst die Polizei, denn bei großem Ber- kehr sorgt ein mitfährender Polizist dafür, daß niemand das Draht- seil kaputt fährt! Auf Menschen und Material scheint es nicht so genau anzukommen, sonst hätte man diese technisch nach Inner- afrika gehörige Fähre längst durch eine moderner betriebene er- setzt. Für die Fähre bei Friedrichshagen beispielsweise hatte man diese Notwendigkeit schon vor Iahren erkannt und baute einen Tunnel. In die schöne Waldlondschaft an der Havel scheint aber die Urwaldfähre besser zu passen. Wer die Gefahren kennt, der meidet sie. Doch wenn seitlich kommender Wind die Sakrower Fähre aus ihrem Kurs drängt, dann ist das Seil noch so gespannt, daß nur mathematisch-nautische Berechnungen den Schiffsführern die Gewißheit geben können, daß sie gefahrlos hinüberfahren können. So war es am Sonntag bei dem starken Wind, und so kam es auch, daß einem Segler, der seit 20 Iahren die Seil falle kennt, das Verhängnis ereilte: Er blieb mit dem Steuer hängen— obwohl der Polizist die Strecke freigegeben hotte— und der Wind drückte das Boot um. Vor. nein unter den Augen der Polizei sozusagen! Der zweite Fall am gleichen Tage: 100 Meter vor der mitwasser befind- lichen Fähre wartet eine Paddlerin auf das Vorüberfahren der Fähre, die ihr die Sicht versperrt. So fleht sie den Frachtdampfer nicht, der jenseits der Fähre herankommt. Plötzlich ist der Dampfer vor ihr, der Sog zieht Boot und Paddlerin unrettbar in den Strudel. Gellende Schreis verstummen, Sportlerin und Boot sind unter den Dampfer geraten. Im letzten Augenblick gelang die Rettung, aber das Unglück war auch so groß genug. Zwei Unfälle an einem Tage, viele Unfälle im Jahr an der gleichen Stelle! Zu veranlassen wäre vor allem, daß die im vorigen Jahr angekündigte und von allen Wasserstraßen- benutzern freudig begrüßte Abbaggerung der links- seitigen Landspitze sofort in Angriff genommen wird. Sie hindert jetzt die Sicht und engt die Fahrstraße unerhört ein. Die Drahtseilfähre muß durch eine freischwimmende, motorbetriebene ersetzt werden. Und noch eines, Herr Regierungspräsident: Lassen Sie die Dampferkapitäne anweisen, nicht gerade in der Sakrower Enge mit Volldampf zu fahren, denn die Wohlfahrt der Schiffahrt- treibenden(auch der Sportschiffer!) geht über den Fahrplan der Storm-Gesellschaft. Die Anweisung auf den Ufertafeln:„Achtung Fähre— 5 Kilometer!" gilt auch für Dampfer! In diesem Zu- sammenhang eine letzte Bitte: Die Dampferanlegestelle „Movrlake" muh verschwinden, dann brauchen die Dampfer nicht gerade in der Sakrower Enge die Fahrbahn kreuzen! Gefahren erkennen heißt sie vermeiden. Die Sakrower Enge ist als Gefahrenquelle feit Jahrzehnten bekannt, deshalb muß sie verschwinden. Daß das bald geschieht, wünscht im Namen vieler Mzx Jaehner, Mitglied im Freien Seglerverband. ?est der Arbeit in Beizig Die Belziger Parteiorganisation führte gemeinsam mit den Gewerkschaften und den Arbeitersportlern des 4. Bezirks des 1. Kreises des Arbcitcr-Turn- und Cportbundes diese Ber- anstaltung durch. Dem Ruf der Bezirksleitung der Sportler waren viele Vereine gefolgt. Berlin wurde durch A S V. Schöne- berg und Freie Turn- und Sportvereinigung Zehlendorf vertreten, die Provinz durch Luckenwalder Turner- fchaft, Treuenbrietzen, Niemegk, Brück. Vormittags besichtigten die Sportler das 1000jährige Städtchen. Um Mittag wird es in der Stadt lebendig. Von vier Seiten eilen die Arbeitersportler im Stil- lauf zum Marktplatz. Partei- und Gewerkschaftsmitglieder erwarten sie. Ein Wall roter Farben umringt die Rednertribüne. Der Belziger Partcivorsitzende grüßt die Arbeitersportler und weist auf die freie Entwicklung in den letzten Iahren hin. Ein Erfolg der Republik. Wünscht für die Zukunft weitere Steigerung der Be- wcgung ini Interesse des Sozialismus. Dann spricht der Vertreter der Gewerkschaften. Seine Mahnung geht an die Gewerkschafter, die noch in bürgerlichen Vereinen zu finden sind.„Werdet Mitglieder der Arbeitersportorganisation." Zum Schluß der Vertreter der Sportler. Er dankt im Namen der Sportler, Betont die Pflicht der Sportler, gemeinsam mit Partei und Gewerkschaft zu wirken gegen Reaktion und für Ausbau des Sozialismus. Ein dreifaches„Frei Heil" bekräftigt die Ausführungen. Dann formiert sich der Festzug. Voran die roten Sturmfahnen. Musik, dann die buntgekleideten Spieler und Sportlerinnen, den Schluß bilden die Partei- und Gewerkschaftsmitglieder. Durch die winkligen Gäßchen und Straßen geht„der Zug der neuen Zeit", der manchen alten Belziger ver- wundert haben niag. Kampflieder erklingen,„Frei-Heil"-Rufe" erschollen, freudig gedankt von der Bevölkerung. Unsere Bewegung marschiert auch hier. Auf dem Sportplatz angelangt, entwickelt sich ein reges Treiben. Fußball- und Handballspiele wechseln. Frauen werben nach den Klängen der Stadtkapelle für ihren Sport, die Gymnastik. Bald bildet sich ein großer Kreis von Zuschauern, die am Schluß der gelungenen Vorführung mit dem Beifall nicht kargen. Ueberlegen gewannen die Jugendlichen der Luckenwalder Turner- schast gegen Belzig 8:fi; Treuenbrietzen tonnte gegen Brück infolge längerer Spielersahrung 2: 0 gewinnen. Die Männerspiele brachten unentschiedene Resultate. Belzig gegen Niemegk trennten sich nach flottem Spiel 1: 1. Treuenbrietzen konnte gegen die Brücker Mann- schast 3: 3 erzielen. Ein Spiel voll schöner Momente. Handball- spiele: Zum ersten Male zeigten unsere Spieler in Belzig ihr Können. Die.Luckenwalder Turnerinnen schlugen ganz sicher Schöneberg. Körperlich und technisch überlegen, führten sie ein treffliches Spiel vor. Gut im Ausbau und erfolgreich im Torschuß. 3:0 heißt hier das Ergebnis. Reichsbanner Luckenwalde spielte gegen Treuen- brietzen 2:0 nach leichter Ileberlegenheit. Ein flottes Spiel zeigten die Luckenwalder Turner gegen die kombinierte 2. und 3. Mannschaft von ASV. Schöneberg. Das gut eingespielte Mannschaftsgefüge der L. T. gewann 3: 1. Bei Schöneberg war der Sturin nicht energisch genug. Treuenbrietzen spielte noch gegen Zchlendorf. Etwas ab- gekämpst, verlieren sie unverdient hoch 5: 0. Eine unfreiwillige Sportuntcrbrechung brachte das Luftschijf „Graf Zeppelin": es schien, als wollte es auch seinen Glückwunsch zpm Gelingen des Festes abgeben. Alles in allem eine gelungene Werbung für den Arbeitersportgedanken und für die sozialistische Bewegung im allgemeinen. Berliner Athleten auf Reisen „L.-F. 04" schlägt Brandenburg Der Kreisn>eister Im Gewichtheben„Lichtenberg- Friedrichsfelde 0 4" trug am Sonntag einen Städtemonn- schafts-Kampf gegen den Sportklub Saxon-Brandenburg aus. Die Berliner hielten— trotz unvollständiger Mannschaft— aber das, was sie versprachen. Mit gewohnter sauberer Arbeit erreichten sie 134,4 Punkte vor Saxon-Brandenburg<127,9 Punkte). Ueberragend war W a l l o s ch e ck(L.-F. 04), 139 Pfund Körpergewicht, der ein- annig 130 Pfund riß, 130 Pfund stieß und beidarmig 203 bzw. 243 Pfund bewältigte. Sein Vereinsgenosse Kehr erreichte die- selben Leistungen bei 171 Pfund Körpergewicht. Von den Branden- burgern hielt sich Gladitz noch am besten. Bei 126 Pfund Körper- gewicht erreichte er 113 Pfund im einarmigen Reißen, 130 Pfund im eiieartnigen Stoßen, ISO Pfund im beidarmigen Reißen und 210 Pfund im beidarmigen Stoßen. Thiel« mann war nicht recht auf dem Posten und Fischer, dessen Leistungen in derselben Rechenfolge 140, 140, 170 und 210 Pfund waren, könnte glatt mit den Berlinern konkurrieren, wenn er sich deren vorbildliche Technik zu eigen machen würde. Nicht vergessen sei der 18jährige Gold- mann, der sehr gute Leistungen vollbrachte: 100, 130, 130 und 180 Pfund. Ostdeutschlands Olympiade-Boxer Als eine der ersten hat die Ostdeutsche Gruppe des Arbeiter-Athleten-Bundes ihre Olympiadevertreter im Boxen ermittelt. Die bekanntesten und besten Boxer der Kreise 1, 2 und 4(Berlin-Brandenburg) stellten sich am Sonntag in Weißwasser den Schiedsrichtern. Trotzdem nicht alle gemeldeten Kämpfer, meist aus wirtschaftlichen Gründen, antraten, wurden die Gewichts- klaffen durch die eingeschobenen Ersatzleute vervollständigt. In allen Klaffen gab es durchweg harte und technisch gute Kämpfe. Leider wurden die Berliner Boxer bereits in den zahlreichen Vorkänipfen aus dem Rennen geworfen. Und die Boxer aus Liegnitz und Weiß- waffer trugen dann die Endkämpfe unter sich aus. Demnach vertreten die Gruppe Ostdeutschland in Wien zur 2. Arbeiter-Olynipiade: 1. Im Federgewicht: Goß, Görlitz. 2. Ban- tamgewicht unbesetzt. 3. Federgewicht: Iaschke,„Hansa", Weiß- waffer. 4. Leichtgewicht: Müller, Forst. 5. Weltergewicht: Nieder- gesäß, Liegnitz. 6. Mittelgewicht: Weigel, Waldenburg. 7. Halb- schwergewicht: Rohleder, Liegnitz. 8. Schwergewicht: Blum,„Hansa", Weißwaffer O.-L. Paarfahren bei M Solidarität" Das am Sonntag ausgefahrene 30-Kilometer»Paar- fahren der Rennfahrer Groß-Berlins im Arbeiter- Rad- und Kraftfahrerbund„Solidarität" war, durch das schöne Wetter be- günstigt, wieder ein voller Erfolg. Es mar ein Rennen, in dem es kein Favoritenpoar gab, da die Paare durch Auslosung zusammengestellt wurden. Um 7.03 Uhr erfolgt« der erste Start für die in Abständen von einer Minute fahrenden Paare. Die Rennstrecke führte von Falken- see über Brieselang und Pausin zurück nach Falkensee: sie mußte zweimal umfahren werden. Die Rundstrecke sorgte dafür, daß der größte Teil mit Vorder- und Seitenwind durchfahren werden mußte. Bereits in der ersten Runde konnte man schon sehr große Berschie- bungen in der Reihenfolge feststellen. Das nach 20 Kilometern sehr aussichtsreiche Paar Prause-Hofftnann mußt«, als es Sachtleben, Gorzitze geholt hatte, das Rennen aufstecken, da Prouse Reifenschaden hatte. Genau so erging es nach etwa 25 Kilometern Pohl-Brandt. Schwarz-Pohle gaben ebenfalls auf, da die Paarung die denkbar ungünstigste war. Sieger wurde wieder einmal mehr Herzog ge- meinsam mit dem immer besser werdenden Sambleben. Sehr an- strengen mußte sich Sachtleben, um mit Gorzitze den zweiten Platz zu holen. Die Jugend, die 3 Kilometer zu fahren hatte, erreichte geschlossen das Ziel, da die Ausreißversuche von Schkichting und Güesche an der Wachsamkeit der übrigen scheiterte. Paarsatre«: 1. StMOfl-Samilcben 1:36:4; 2. Eachtlsbeo-SorziGe 1:31:20; S. SaUc-�otn) 1:31:55.— Z-gendlahn»: SchNchting. Sliesch«, Lieth 9:05. MUYuUtOJÜi/ Der Neuköllner Werbespicltag Der Verein für Volkssport Neukölln veranstaltete mit seinen ganzen Mannschaften einen Werbespicltag im Neuköllner Volkspark. Bei den Frauen trat leider Luckenwalde nicht an, so daß die 1. Frauen gegen die 2. Frauen spielten, wo die 1. Frauen mit 4: 3(2: 0) gewannen. Die 3. Männermannschaft hatte Marwitz' 1. Männermannschaft als Gegner und konnte mit 7:1(2: 1) ge- Winnen. Die 2. Männermannschaft gewann gegen FTGB. Norden 3 1. Männermannschaft mit 4:2(2: 2). Die 1. Männermannschaft hatte ihr fälliges Serienspiel gegen Freie Sportoereinigung Schöne- berg zu absolvieren. Hier gewann die 1. Männermannschaft mit 7:3(3:1). Es hätte aber auch ebensogut umgekehrt kommen können, denn Schöneberg zeigte ein befferes Zuspiel und hielt auch ein befferes Tempo durch. Ueberlegen war keine Mannschaft: nur lag bei Schöneberg wieder der Fehler an der Verteidigung, die zu weit ausrückte. Dadurch war es den Neuköllner Stürmern möglich. größtenteils freihändig zu schießen. Leider ließ das ganze Spiel den Werbecharakter vermissen, denn sehr langweilig wurden von beiden Mannschaften alle Spielhandlungcn ausgeführt. FTGB. Osten 2. Männermannschaft weilte in Strausberg und verlor gegen Freie Sportvereinigung Strausberg 1 mit 3: 2. Fichtenau gegen Mahls- darf 2 9:1. �rbeiterschsch Am heutigen Dienstag, dem 3. Mai, veranstaltet die A b- t e i l u n g O st e n in der Gubener Str. 19, bei Pojar, einen Werbeabend. Schachgenosse Iungeitsch hält«inen Vortrag über„Endspiele". Anschließend ein Wettkampf Lichtenberg gegen Osten an 20 Brettern. Gäste herzlich willkommen. Beginn um 20 Uhr. Am Sonnabend, dem 16. Mai, 20 Uhr, findet bei Ewald, Skalitzer Str. 126, eine große Werbe Veranstaltung statt. Neben dem Grcßkampf„Berlin I gegen Berlin II" sind Massenkämpfe vor- gesehen. Auch findet ein Gästeturnier statt, wozu besonders alle Jugendlichen eingeladen sind. Werbeturnen und Fahnenweihe. Zum Abschluß der Hallen- saison ladet auch der Bezirk Westen der Freien Turner- schaft Groß-Bcrlin nochmals zu einem Werbeturnen am größten Konkurrenzen des österreichischen Arbeiterkraftsportverbandes Straße 13, ein. Anschließend daran findet ebenfalls in der Turn- halle die Weihe der neuen Bezirksfahne statt. Im Laufe der Zeit konnte auch der Mitgliederverlust, verursacht durch die Machinationen der„Freunde von links", wettgemacht werden. Der Bezirk steht jetzt gefestigt da. Parteigenossen, Gewerkschafter und Gesinnung?- freunde werden aufgefordert, die kleine Veranstaltung am 7. Mai zu besuchen. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Voltiioort Zlelltiln-Arih. Eraämuna dcz SallenbeNiebe» fehl durch Srori- jUaairalmufl: Dienstags Nentiidner£:obio,i(Samvtbahn). Donner-iags Stadion Vtod 2. anilerdem Dienstags Soortplah Treteburger Ufer(am Seilaro. tonal. Näh- Chaui!«estroße, Briti). Ständiger ScefftmnÖ für alle: Sonnen. vlat>. Sonnenallee. Reulölln. Knie Sportnereinigung Tegel 1669«. L. Rene Anschrift des Vereins: Borsltiendcr JT. Lange, Berlin. Tegel. Wittenauer Str. 16, v. jjl. I. Svortwart und Iugendleiter D. Etienniing, Berlin-Tegel, Schlieoerstr.»4. RB. Vorwärts, Berlin. Donnerstag, 7. Mai. Mitgliederversaininlunz. Sonntag. 10. Mai. Vegatla in Brandendurq. Rege Vetriltaung wird erwartet. ?>rb«it«r.Phot»»Silde Berlin. Donner-toa. 7. Mai, 20 Uhr, Duntelionim:r, Wollertorstr. 9..Vergriihcrungen mit und ohne Sondensor." lsreilag, 8. Mai, 20 Uhr. Jugendheim Linden sir, 4, Ardeitoabend,»Wie werden Vhgto« auf» gc-ogen?" tzreie Bl>ot».V«r»i»ign»a Berlin. Donnerotag, 7. Mai, 20 Uhr, Mnlilsaal der weltlichen Schule Vo»k. Ecke Wielenstrahe. ABS. Das Eommertraining kür Männer, ssrauen und Jugend findet im zirukollner Srartparl statt. Dienstags auf der Sauvckamvfdahn, Donner-. tags auf Vlatl 2, ab 18 Uhr. Neuanmeldungr» an den Uebungstagen. ssiei- tag. 8. Mai. Monatsvcrfammlun« bei Lehnigt, Mühlcnstraßc Ecke Brommg- brücke. Altersriegcn 1. itrri», chefcllschaftsfahrt Stettin— SwinemLnde. Der Unter. zeichnete bittet um Melbunq der Teilnehaier bis 12. Mai. Auch Jüngere ignncn iich beteiligen. Bei einer Beteiligung von etwa 650 Personen wütd.'n stch die Uniosten für Eisenbahn. Dampfer, tweimal ftoff« und Mittag auf etwa Ii M. stelle». Hermann Stanislaus, Berlin-HohcwschSnhaufcn, Berliner Straße 72». Tennis-Rot Sroh-Berlin, Abt. Nenlölln. Der Spieldctrieb auf den Plaheit Vollapari Tempelhofer sfeld und Sportpari Neukölln ist eröffnet. Relchshallen•Theater »1im4s IjO Sonntag Mdnn. mZI IN, wundervolle ''MAI-PROGRAMM. Populire Preise; 68 Pi. bs 2 iL. Ulk SMDtags! NachmilMgs ermißijie Preise! ROSE THEATER ToiKsbliluie Ttalaram Hllowpiatl. 8 Ulir Die Ehe Sonnabend V.« Monto« QjTöj 1 Sonntag;, lO..Hai jÄuui vorletzten legsl Male 1° I Zum 50. Male|9«»>| Traute, Hans, Paul. Willi ROSE In „Die Sache, die sich Liebe nennt(i\ | Amerikanische Komödie von| Edwin Bnrke Ab II. Mais Die(üii( Franldürlell I QroSe Frankfurter Straße 132 U-Bahn Strausberjer Plaiz ittHter Vorverkaat laglich 1 wem 11—) Uhr und 4— 9 Uhr j Telephonische Bestellund 6 7 Wcidi.cl3411 M.Sdiilter-Tli. 8 Uhr Emilia Qalotti Staatsoper Am PI. d. Republik Tk Uhr Her Freiii» »» Elite-Singer-- Kottbusser Str. 6 Tägl.SV.Uhr Sonntag JVt Uhr FRITZ1 Dm Gahpltl Lotte Hane » t. Isapon. Siegwan Ehrlich. 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