Morgenausgabe Mittwoch in» � 1 1 y I M Mm WKm I I■« �. Auswärts pf. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und t�-VW W W W W W � W W W // W j Utf�ßT/ 7? PßPnstb-stellgebühren. Auslands- �M�DI'»W WD �W AM �W AW DD �W WW WD"/y Z»« etnspalt. Nonpareillezeile SO Ps. obonnement 6,— M. pro Monat; füe- ����D f���D �D �W �W �W DW �W �W DD �W") �W HB| A/ ZieUamezeil» s,— RM.„Kleine An- Linder mit ermäßigtem Dnullachen- �BBU I �D �D �D �D BB �B MW �D �B �D zetgea" da» fettgedruckte Wort?5 Ps. »ortod-M. T»■■■■( MIM■■ MtiWf �&%TZZT&i� erscheint moch«U,g. II ll W V M XI ffd»� l�, �7� lich zweimal. Sanntags n.d Montag, �WS �MV // H 15 Buchstaben zählen flu zwei Worte. einmal, die Abendausgabe für Aerlm �WS //— Ml Ardeitsmartt Zeile 60 Ps Familien. und im fianbel ma dun Titel.£a ��DW� JaMfc£2S4 anzeigen Zeile 40 Ps Anzeigenannahm, ää-»»~*>(vlltt£l! S�vKl�Plillt Jsutvawvgan der SozialdemokeaMchen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönboss 292—297 Telegramm-Ldr.: Sozialdemokrat Berlin. Unter den, Druck der Oeffentlichkeit hat sich die Reichsregierung endlich zu bestimmten Maßnahmen entschlossen. Amtlich Wird bc- kanntgegebm: Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hoben Besprechungen mit den Berliner Mühleu stattgesunden über Mittel und Wege, wie den Bäckern dos Roggenmehl zu einem preise angeboten werden kann, der es ihnen auch bei Würdigung aller Umstände ermöglicht, den ollen Brolpreis wieder herzustellen. Die Berliner Mühlen haben sich grundsätzlich bereit erklärt, bei Hergabe gewisser Mengen von Roggen aus den Beständen der deutschen Ge- lrcidehandelsgesellschaft das Mehl zu einem enl- sprechenden preise zu liefern. Die letzten Einzelheiten werden vor- aussichllich am 6. Mai festgesetzt werden. An die abschließende Be. sprechung mit den Mühlen werden sich die B er Handlungen mit de« Berliner Bäckern wegen Senkung des Brolpreises unmittel- bar anschließen. Durch eine am ö. Mai zur verösfeullichung gelangende Ber- ordnung wird der Zoll für Weizen und Spelz zur her- slelluug von Mehl oder Schrot für'hiejenigeu Mühlenbetrieb«, die in dem Kalendervierteljahr April Iuni 1930 ausländischen Weizen oder Spelz zu Mehl oder Schrot verarbeitet haben, in höhe von 20 proz. der gesamten von ihnen in dieser Zeit nachweislich zu Mehl oder Schrot vermohlenen Mengen inländischen und ans- ländischen Weizens und Spelzes auf 20 Reichsmark je Doppelzentner ermäßigt. Diese Regelung gitt zunächst bis zum IS. Zum 1931 und ist den geltenden Vorschriften über den Vermahlungszwang für Znlands- weizen augepaßt, so daß die derzeitige Vermahlungsguole von 50 proz. völlig unberührt bleibt und eine für die Landwirtschaft nachtestige Wirkung auf dem deutschen Markt ausgeschlosseu ist. Die Mühlen werden gehalten werden, den ganzen vorteil dieser Zollvergütung von 50 Mark für die Tonne ausländischen Weizen den Verbrauchern dadurch zugute kommen zu lasten, daß eine enl- sprechende Senkung des Mehlpreifes erfolgt. Die neuen Pläne. Die ersten konkreten Maßnahmen der Reichsregierung zur Be- seitigung der Brotteuerung sind jetzt in die Wege gelettet. Es wird immer eine bedauerliche Belastung der Regierung bleiben, daß diesen Maßnahmen eine so schwere Beunruhigung der Oefsenllichkeit vorausgehen muhte. Wir halten fest, daß die Reichsregierung, was Berlin anbelangt, sich auf.den alten Brotpreis", also aus 46 Pf. für 2/4 Pfund Bäckerbrot festgelegt hat. Roggenbestände werden herausgegeben. Der Weizenzoll wird gesenkt. Der Regierung bleibt die Verantwortung, daß die Senkung des Weizenzolls von 25 auf 20 Mark, statt nach unserer Forderung auf 16 Mark aus- reicht. Sowett man die Pläne des Reichsernährungsministeriums über- sehen kann, will es die zeitigen Getreidemengen für eine Verbilli- gung der Mehlpreise einsetzen. Es Handell sich dabei einmal um den zu verbilligten Zollsätzen aus dem Ausland einzuführenden Weizen. Weiter kann der Reichsernährungsministeb auf die Bestände der Roggenstützungsstellen zurückgreifen, die 160 000 Tonnen betragen dürften. Daneben verfügt die Landwirtschaft noch über nicht un- wesentliche Bestände. Im Reichsernährungsministerium ist man der Auffassung, daß man mit den Borräten der Landwirtschast und den Vorräten der Stützungsstellen, soweit es sich llm Roggen handelt, bis zur neuen Ernte reicht. Wenn das Reichsernährungsministerium als Großgetreideliefe- rant aufttitt und die Mühlen, sowett sie aus die Pläne des Reichs- ernährungsministers eingehen, beliefert, kann es eine Verbilligung des Mehlpreises erzwingen. Am Dienstag ist nach dieser Richtung mit den Mühlen im Berliner Bezirk verhandelt worden. Ihnen sollen Verhandlungen mit Mühlen in anderen Wirtschastsbezirten folgen. Im Besitz der riesigen Getreidebestände hat das Reichs- ernährungsministerium die Macht, den Mühlen und den Bäckern auch die Gewinnspannen vorzuschreiben. Es hat also die Möglich- keit. auf die überhöhten Zwischengewinne zu drücken, die im Laufe der letzten sieben Jahre im Rahmen der Agrardebatte immer wieder erörtert und krttisiert worden sind. Den Einwand, daß das Reichs- ernährungsministerium keine Mühlen finden wird, die sich die Ge- winnspanne vorschreiben lassen werden, halten wir für nicht stich- Hallig. Die Bruttobäckerspanne hat sich in Berlin vom November bis jetzt von 15 auf 18 Pfennige erhöht. Das macht pro Tonn« 30 Mark aus. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Das find allein bei der Versorgung des städtischen Verbrauchs rund 90 ZNillionen Mark. Um diese 90 Millionen Mark ist zu kämpfen. Versagt das Reichsernährungsministerium, dann hat die Mäste der städtischen Verbraucher diese Summen aufzubringen. Darum geht es im Kampf um den Brotpreis, der nach ouhenhin mit einigen Pfennigen und Pfennigbruchtellen in Erscheinung tritt. Man muß abwarten, wie der Reichsernährungsminister Schiele diesen Kampf führen wird. Wir haben keine Ursache, uns für die sicherlich überhöhten Gewinne der Bäcker zu verwenden. Anderer- seits— und das müssen wir unterstteichen— haben wir gar kein« Veranlassung, die Regierung aus der Ver- antwortung d e r B r o t p r e i s v e r b i lli g u n g heraus» zulassen, die ihr durch das Gesetz und durch den Verbaucherschutz auferlegt worden ist. Die Regierung hat in Berlin den 46-Pf.-Preis wiederherzustellen, im ganzen Reich die Teuerung zu beseitigen. Dieses„Was" steht absolut fest. Das„Wie" ist Sache der Re- gierung. Der Erfolg der Regierungsaktion muß sehr bald erkennbar sein. Rur der restlose Erfolg, nach Maßgab« des Gesetzes, kann die Regierung aus der Verantwortung entlasten. Wir warten ab. Gegen den Brotwucher. Ein Antrag der sozialdemokratischen Landtagsfraktion. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hat durch die Abge- ordneten Winzer, Harnisch(Neukölln), Fechner, Meier(Berlin) zum Haushalt des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten folgenden Antrag eingebracht: „Im Anschluß an den durch die Polttik der Reichsregierung herbeigeführten Gehalts- und Lohnabbau sollte der Preisabbau aus der ganzen Linie erfolgen. Besonders sollte auch der Brotpreis eine Senkung erfahren. Inzwischen ist der im November 1030 fest- gesetzte Brotpreis längst wieder überschritten. Obwohl der Brot- preis von 48 Pfennig stark umstritten war, hat die Berliner Bäckerinimng es fertiggebracht, ab 4. Mai eine Brotpreiserhöhuug auf 50 Pfennig durchzusetzen. Diese Erhöhung muß als völlig un- berechttgt bezeichnet und zurückgewiesen werden, zumal die Konsum- genostenschaft Berlin sich geweigert hat, diese Erhöhung mit- zumachen. Der Landlag wolle beschließen: 1. Das Slaalsministerium wird ersucht, durch den Reichsrat und auch aus dem Verhandlungswege aus die Reichsregierung ein- zuwlrken, daß die letzte Brotpreiserhöhung in Berlin und anderen Orlen rückgängig gewacht wird: 2. das Slaalsministerium wird ersucht, diesen Beschluß der Berliner Bäckerinuung als im Widerspruch mit der Sartellgesetz- gebung stehend im Verwaltungswege aufzuheben." Eine Krage an Herrn Schiele. Schiele hat sich auch persönlich für einen stabilen Brot« preis verpfltchtet. Die Seele des Widerstandes gegen die gesetzlich vorgeschriebene Senkung der Weizen- und Roggenzölle ist der Reichsernährungs- minister Schiele. Noch immer will er nicht einsehen, daß die Wiederherstellung der alten Brotpreise am leichtesten durch«ine Senkung der Zölle zu erreichen ist. Die Verantwortung für die große Beunruhigung der Verbraucher und die Verschärfung der politischenLage trägt deshalb mit der gesamten Reichs- regierung in erster Linie Herr Schiele. Daher erscheint es zweck- mäßig, Herrn Schiele darauf aufmerksam zu machen, daß er nicht nur politisch, sondern auch persönlich sich zu einer Senkung der Brotpreise verpflichtet hat. In der Reichstagssitzung vom 25. März 1931 hat Herr Schiele auf eine sozialdemokratische Anfrage erklärt: „...daß die Reichsregierung bereit ist, die gegebenen Möglichkeiten, und zwar rechtzeitig, anzu» wenden, um einer B r o t p r e i s e r h ö h u n g ent- gegenzutrcten." In einer zweiten Erklärung hat Herr Schiele diese Zusage wiederholt. Angesichts dieses Tatbestandes darf man wohl an Herrn Schiele die Frage richten, ob er alles tun wird, um seine damalige Erklärung durch Taten zu verwirklichen, oder ob er sich den Vorwurf gefallen lassen will, jetzt' anders zu ha n- dein, als er vor einem Monat als Mini st er ge- redet hat. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. DiSc.-Ges., Depositen!., Jerusalemer Str. 65l66. Parlament der Diktatur. Oer ,Naticmalkonvent' in China. Von Peter Garwy. Banking. 5. Mai.(Reuter.) Heute vormittag wurde hier der Volkskonvent eröffnet. Tfchiangkaischek erstattete zunächst einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Regierung feit der letzten Konferenz und gab dann einen Ueberblick über die Lage in der Well. Die Nationalversammlung Chinas ist zusammengetreten Die Volksvertretung wurde durch denDiktatorTschiangkaischek einberufen— Grund genug, um an ihrer Lebensfähigkeit, Unabhängigkeit und an ihrem Gedeihen zu zweifeln. Die Zu- kunft wird zeigen, ob es sich um einen wirklichen Ansatz der Demokratisierung Chinas, um ein Vorparlament oder nur um einen Scheinkonstitutionalismus, um einen Deckmantel für die militärische Diktatur handelt. Wie kam es zur Einberufung des Nationalkonvents? Nach dem Sieg der Nankingregierung über die Nordkoalition (Feng und Jensifchan) hat die Plenarsitzung des Zentral- exekutivkomitees der herrschenden Kuomintangpartei be- schlössen, einen Schritt auf dem Wege der Vorbereitung der Verfassung des chinesischen Reiches durch die Einberufung einer Nationalversammlung zu machen. Diese unerwartete demokratische Geste der Kuomintangleitung war der Preis für die Unterstützung Nankings durch Mukden. Die November- Vereinbarungen zwischen Tfchiangkaischek und dem Mukdener Diktator Chang Hsüe-liang sahen u. a. die Einberufung einer Natioikaloersammlung vor. So verständigten sich zwei mit- einander rivalisierende Diktatoren auf dem Baden des... Konstitutionalismus! Chang Hfüe-liang verfolgte dabei am wenigsten irgend- welche demokratischen Ziele. Er wollte nur der Nankinger. Parteidiktatur eine Art Volksvertretung entgegenstellen, die die Alleinherrschaft seines Rivalen wenn nicht ganz abschaffen, so wenigstens untergraben und einschränken könnte. Tschiang- kaischek willigte in dieses Unternehmen ein, um zu versuchen, die inzwischen durch die Absägungen nach links und nach rechts stark verengerte Basis seiner Diktatur einigermaßen zu erweitern oder zu maskieren. Gleichzeitig soll das Manöver den linksoppositionellen Strömungen in der Kuomintang und in dem Volke den Wind aus den Segeln nehmen. Auch rein staatspolitische Erwägungen spielten dabei eine Rolle. Nach der Erledigung der Gegenregierung in Peiping konnte die Nankingregierung sich im stärkeren Maße innenpolitischen Aufgaben zuwenden. Ein neues Strafgesetz ist in Kraft getreten, ein neues Bodengesetz, ein Wechselgesetz, ein Eigentums- und Schuldrecht usw. sind er- schienen. Alle diese Gesetze, die nach westlichem Muster zu- geschnitten sind, bezwecken sowohl die Modernisierung Chinas als auch die Schaffung der Boraussetzungen für die erstrebte Aufhebung der Exterritorialitätsrechte der Fremdmächte. Es gilt nunmehr die neue Gesetzgebung durch eine Nationawer- sammlung sanktionieren zu lassen und sie in einer Verfassung zu verankern. Es haben dabei auch Motive psychologifch-politischer Natur mitgespielt. Die Lehre Sunjatsens, des Vor- kämpfers des neuen China und des Begründers der Kuomin- tang, gilt immer noch als Staatslehre. Sie wird als solche von der Nankingregierung anerkannt und im Kampfe gegen ihre Widersacher geschickt ausgenutzt. Nach der Lehre Sunjatsens soll der Wiederaufbau Chinas drei Ab- schnitte umfassen: die militärische Periode, die Zeit der politischen Vormundschaft und die Periode der verfassungsmäßigen Regierung. Ob die mili- tärische Periode bereits als abgeschlossen anzusehen ist, dar- über gehen die Meinungen in der Partei und in der Regie- rung auseinander. So hat das hervorragende Mitglied der Nankingregierung und des„gesetzgebenden Hofes", der ehe- malige Mitkämpfer Sunjatsens, Hu H a n- m i n, seine Aemter niedergelegt, da er' als hartnäckiger Vertreter der Rechtsrichtung in der Partei für die Fortsetzung der einseiti- gen Parteidiktatur und gegen die Einberufung des National- konvents eintrat.' Am 8. Januar wurde ein Gesetz über die Zusammen- setzung der Nationawersammlung veröffentlicht. Dies „Wahlgesetz" legt beredtes Zeugnis dafür ab, daß es sich um einen Scheinkonstitutionalismus handelt. Der National- konvent soll aus 320 Mitgliedern bestehen, von denen 45t) durch die verschiedenen Provinzen des Reiches, 22 von den großen Städten und 26 durch die im Ausland wohnenden Chinesen gewählt werden sollen. Die Abgeordneten werden „gewählt"(richtiger durch die betreffenden Parteiinstanzen Endlich Brotmaßnahmen. Roggenbefiände für Mühlen.— Zollsenkung für Weizen. 46 Pfennig für Berlin. ernannt) durch die regierungstreuen Bauernbünde, Gewerk- schaften, Handelskammern und Jndustrieorganisationen, Universitäten, Vereine von Angehörigen freier Berufe und Unterrichtsorganisationen, schließlich durch die herrschende Kuomintangpartei. Nicht wählbar sind frühere Beamte, die wegen Korruption, und Personen, die wegen gegenrevolutio- närer Betätigung verurteilt worden sind. Der Kommunis- mus gilt dabei offiziell als eine gegenrevolutionäre Bewegung. Die herrschende Partei, die übrigens nach den offiziellen Angaben Ende 1929 über KSOlMM) Mitglieder umfaßte, hat die„Wahlkampagne" durchgeführt. Dazu gehörte die Reor- ganifation und die„Reinigung" der Partei nach bolschewisti- schem Muster von allen„ungeeigneten", d. h. in der Haupt- fache oppositionellen Elementen. Die Nationalversammlung sollte aus bewährten Anhängern Tschiangkaischeks bestehen. In der Sitzung vom 1. März hat der ständige Ausschuß des Zentralexekutivkomitees der Kuomintang entschieden, der Nationalversammlung den Entwurf einer provisorischen Verfassung für die„Zeit der politischen Vormundschaft" vorzulegen, die die Befugnisse der Regierung und die Volks- rechte garantieren soll. Die Grundrisse dieser Verfassung sollen rein formell durch die Anweisungen des verstorbenen Sunjatsen vorbestimmt sein. Es ist übrigens zu erwarten, daß die provisorische Verfassung von der vorhandenen Partei- Verfassung kaum abweichen wird. Es kann geschehen, daß der dumpfe Klassenkampf, der unter der Decke der Diktatur im Lande tobt, auch in dem Scheinparlament sich durchsetzen wird. Die Lage des unge- hcurcn Landes ist kritisch. Der Hunger wütet in den nord- westlichen Provinzen. Die Entwertung des Silbers erschüttert die Währung und droht mit der Verschärfung der Wirtschafts- krisc und mit der Sprengung des Außenhandels. In Zentral- und Südchina tobt der blutige Bürgerkrieg, der von„Roten Armeen" geführt wird und die spontane Auflehnung der aus- gehungerten und verzweifelten Bauernschaft zum Vorschein bringt. Der Waffenstillstand iin Norden ist brüchig. Der Mukdener Diktator reorganisiert die Armeen der„besiegten" Fengs und Jens freilich nicht Nanking zuliebe, sondern offen- kundig, um ein mächtiges Gegenzentrum gegen Tschiangkai- schek auszubauen. Die Fremdmächte haben zwar einstweilen auf die offene Intervention verzichtet, aber der Kampf um den chinesischen Markt, der in Europa und Amerika als ein Aus- weg aus der Wirtschaftskrise betrachtet wird, dauert in der Stille fort. Hinter Mukden steht nach wie vor Japan, hinter Nanking die Vereinigten Staaten. Mit der Abschaffung der Konzessionen und der Konsulargerichtsbarkeit geht es so lang- sam vorwärts, daß in Nanking ernstlich die Ablösung des Außenministers C. T. Wangs durch den ehemaligen Außen- minister der revolutionären Kantonregierung zu Zeiten Borodins Eugen Tschen erwogen wird, was eine Neu- orientierung der chinesischen Außenpolitik nach Osten be- deuten kann, wenn die westlichen Fremdmächte nicht nach- giebiger werden. Immerhin steht der Nationalkonoent vor einer Reche ungeheuer schwieriger und wichtiger Probleme inner» und außenpolitischer Natur. Es Ist klar, daß diese Probleme nur durch eine" wirklich demokratische, frei gewählte, souveräne Volksvertretung iin Interesse des werktätigen Voltes und des Neuaufbaues des Reiches gelöst werden können. Der Schein- konstitutionalismus im Gewand eines Standesparlaments ist am wenigsten geeignet, den chinesischen Wirrwarr zu be- � festigen und das friedliche Austragen der Klassengegensätze in demokratischen Formen zu gewähren. Tschiangkaischeks programmrede. Nanking, 3. Mai. Der Nationalversammlung erstattet« Tschiangkaischet einen aus- fiihrlichen Bericht. Er erklärte, datz er bestrebt sei, eine d e m o- kra tische Republik zu schassen. China könne niemals kam- munistisch regiert werden, da dieses System dem chinesischen Volks- icharaktcr widerspreche. Der Kampf um die S e l b st ä n d i g k e i t Chinas werde mit allen Mitteln fortgesetzt werden. Die Aufhebung der Ausländervorrechte durch die Nastking-Rxgierung trifjt Deutschland nicht, das schon längst auf dieses Vorrecht für feine Bürger verzichtet und nie- mals Grund gehabt hat. dies zu bereuen. H- In S wa t a u wurden 90 Kommunisten hingerichtet. Sie hatten sich entgegen den polizeilichen Verboten an den internatio- nalcn Maikundgebungen beteiligt. Das Reichstnilchgeseh im Reichsrat. Um die Intrastsehung aller Bestimmungen. Der R e I ch s r a k wird sich in den nächsten lagen mit den Aussührungsbcstimmungen zum Reichsmilchgeseh und mit der Hakraftschung des Gesetzes selbst zu beschäftigen haben. Die Landwirtschaft drängt durch da» Reichsernährungsministe» rium darauf, daß das Reichsmilchgcsetz mit seinen hygienischen Be- stimrnungcn vorläufig noch nicht in Kraft treten soll. Die gleichen Kreise, die früher mit dem Schlagwort„Hygiene und Qualität" dos Reichsmilchgesetz in Konsumentenkreisen populär machten, denken heute nicht daran, gegebene Zusagen einzulösen. Es ist ihnen viel» mehr nur darum zu tun. vorläufig zum 13. Mai den§ 38 des Gesetzes allein in Kraft treten zu lasien. Dieser Paragraph gibt der Land- Wirtschaft die Möglichkeit, durch die Länderregierungen einen Zwangszusammenschluß zu erreichen- Ein Zusammen- schluß, der natürlich in ein Monopol der Landwirtschast bezüglich der Preisbildung ausgeartet wäre, wenn nicht der Reichstag im letzten Augenblick Preisausschüsse für diese Zusammenschlüsse vorgesehen hätte, ln denen auch die Konsumenten zu Wort kommen. Was hat nun die in der Zwischenzeit von der Landwirtschaft ge- führte Debatte über die Inkraftsetzung des§ 38 ergeben? Ihr Ergebnis ist das, daß die Landwirtschaft setzt weiß, daß die praktische Durchführung der Zwangszusammenschlüsse sie vor ein« Ausgabe stellt, der sie organisatorisch nicht gewachsen ist und die aller Voraussicht nach mit einem schweren Fehlschlag enden muß, zu- mal der Landwirtschast beim Zwangszusammenschluß die Monopol- Preisbildung durch die obligatorischen Preisausschüsse gemäß Z 38 Zisser 5 verwehrt ist. Damit fällt an sich das Jiveresfe der Sand» wiasckiaft an der Handhabung des§ 38. Es ist ihr offenbar nicht darum zu tun, das gefährliche Spiel bewußt wester zu treiben. Sio will die sofortige Inkraftsetzung dieses Paragraphen vielmehr zu Oer SA.- Führer als Polenspion. Er hat ein Geständnis abgelegt. Schueidemühl, 5. Mai. Der Leiter der Sturmablestuag in der Ortsgruppe Zleu-Stevin der NSDAV„ der Kutscher Otto Sraah. hak in der vergangenen Nacht vor der Schneidemühler Kriminalpolizei angesichts de, er- drückenden Veweismaterials ein umfassendes Geständnis abgelegt. Braah, der in der NSDAP.-Ortsgruppe eine wichtige Rolle spielte, hat zugegeben, daß er den Polen militärisches Material zukommen lasse« wollte, und zwar mit Hilfe seiner eigene« Parteifreunde. Braah ist heute vormittag dem zuständigen Amtsrichter vorgeführt worden, der Haftbefehl gegen ihn erlassen wird. Die landesverrälerische Tätigkeil des SA..Leiter» kam auf folgende Meise ans Licht: Braah hatte an einen im Kreise Alalow amtierende« polnischen Geistlichen, der früher deutscher Reichsangehöriger war, jetzt aber Borstandsmitglied des P o l e u b n a d e s ist. einen anonymen Brief gerichtet. Er bot dem Geistlichen an, ihm militärische Geheimnisse zu verraten und ver- langte dafür 1300 Mark. Gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, daß er auf diese weise Beziehungen zu polnischen Behörden anknüpfen könne. Der Geistliche reagierte auf die Angebole von Braah nicht, sondern übergab korreklerweise das Schreiben der zuständigen deutsche« Krimiaalpolizei. Al» Braah von einem Postamt in Neu-Stettin den erhofften Antwortbries des Geistlichen abholen wollte, wurde er von einem Beamten der Politischen Polizei Schneidemühl identifiziert und festgenommen. Die Polizei untersucht gegenwärtig, ob Braah Helfershelfer in der NSDAP, gehabt hat. * Setzen wir den Fall, der Vorsitzende einer sozialdemo- kratischen Ortsgruppe in Ostpreußen, der im politischen Leben stark hervorgetreten ist, wäre der Spionage zugunsten von Polen überführt worden. Wir brauchen nicht auszusprechen, welchen Lärm die gesamte Rechtspresse, und vor allem die Presse der Hitler-Partei erhoben hätte! Nach dem von Feder erfundenen Wort:„alle Verbrecher sind Marxisten" hätte die Hakentreuzpropaganda landauf, landab geschrien: alle Polen- spione sind Sozialdemokraten, alle Sozialdemokraten sind Polenspione! Es ist aber kein Sozialdemokrat, der für 15Ql) Mark deck Polen deutsches militärisches Material verkaufen wollte, son- dern ein Nationalsozialist, ein„rauher Kämpfer" Hitlexs, ein Patennationalist, der laut schreit: Siegreich woll'n wir Polen schlagen, und hinter dem Rücken die Hand aufmacht, um sich für schäbigsten Landesverrat von Polen bezahlen zu lassen. In der letzten Zeit ist in der Oeffentlichkeit wiederholt festgestellt worden, daß in führenden Stellen der Httlerschen SA sich auffällig viele zweifelhafte Burschen befinden. Der Polenspion hat in diesem umfangreichen Register gerade noch gefehlt. Nach dem berühmten Erlaß Hitlers über die„rauhen Kämpfer" ist die Selbstreinigung der Hakenkreuzorganisation von derartigem Gesindel unterbunden—- die Verantwortlich- keit der Führung der Hitler-Partei für ihre„rauhen Kämpfer" aber festgestellt! Aazikrieg gegen Ludendorff. Versammlung des Tannenberg-Vundes gesprengt. kiel, 3. Mai.(Eigenbericht.) Mit Knallfröschen, Schreckschüssen und ohrenbetäubendem Geheul sprengten die Nationalsozialisten mit Helfe von Stahl- h e l m e r n in Lunden eine Versammlung des Ludendorff- schen Tannenberg-Bundes.in der über den kommen- den Weltkrieg gesprochen werden sollte. Die Teilnehmer an der Versammlung wurden von der Polizei auf Waffen untersucht. Die Nazis hatten ihre Pistolen so gut versteckt, daß bis auf eine Scheintodpistole keine Waffen entdeckt wurden. Der Redner dcs Tannenberg-Bundes kam überhaupt nicht zu Wort. Fortgesetzt knallten die Schüsse in der Versammlung. Als endlich ein Ueberfall- kommando der Polizei eintraf, wurde die Versammlung unter dm Gesang:„0 Tannenbaum, o Tannenbaum" aufgelöst. Da die Nazis ihr Eintrittsgeld nicht zurückerhielten, bewarfen sie das Auto des Redners mit Steinen und zertrümmerten die Scheiben des Ver- sammlungslokals. Etwa 20 Hitlerleute, die einen völlig unbeteiligten Reichsbannermann überfielen, mußten den Weg zur Wache antreten. einem Druck auf die beteiligten Erzeuger- und Handelskreise, und zwar im Sinne des im ß 38 ebenfalls ermöglichten freiwilligen Zu- sammenschlusies, benutzen. Der§ 38 soll der Landwirtschast gewisser- maßen als Vogelscheuche dienen. Sie weiß nur zu gut, daß allein das Bestehen des Paragraphen ihr genügend Hilfsstellung gibt. Die Landwirtschaft erreicht damit ein zweites Ziel, nämlich die Ausmerzung der von ihr so unangenehm empfundenen paritätischen Preisausschüsse, die beim freiwilligen Zusammenschluß nicht im Sinn« des Z 38, sondern nur nach den Wünschen der Landwirtschaft besetzt werden, so daß der Monopolcharakter der freiwilligen Zusammen- schlüsse stärker in Erscheinung tritt. Ob der Reichsrot dieses Doppelspiel der Grünen Front recht- zeitig durchschauen wird?' J' u. M Die Eosmroggenakiion. Aus dem RoggenstühungS-Untersuchungsausschuß. Im Roggonstützungs-Uiüersuchungsausschuß des Reichstags wurde die Frage der Dordoticrung von Schlußscheinen behandelt. Der Zeuge K r u s e- Homburg, fühlte sich benachteiligt, weil für die Firmen, die einen Tag später als er selbst Eosinroggen gekauft hätten, Schlutzscheine von demselben Tage ausgestellt worden waren, an dm er gekauft hatte. Dr. Bao.de und Direktor Hirsch erklärten demgegenüber, es fei niemand bevorzugt oder benachteiligt worden. Die Vordatierung habe erfolgen müssen, weil man sich den Vertauf eines bestimmten Kontingents als Grenze gesetzt hatte und bei dem Geschäft mit Kruse noch nicht übevsehen konnte, wann dieses Kon- tingcnt erreicht fein würde. Alle Käufer mußten jedoch gleichmäßig belwttdelt werden, weil sie einen Preisschutz genießen sollten. Auch die Sachverständigen Zielenziger und Profesior Göppert hielten die Vordaticrung von Schlußscheinen unter den gegebenen Vechältmssen für unbedenklich. Der Ausschuß trat sodann in die Erörterung über die Beweg-. gründe für die mehrmaligen V e rka u f s s p e r r e n für Eosinroggen ein. Zeuge Direktor Sinafohn erklärte, daß man sich bemüht habe, möglichst viel Eosinroggen zu verkaufen und dabei alz Reizmittel die Möglichkeit einer Preiserhöhung verwandt lzabe. Staatssekretär Dr. Heukomp führte aus, daß man versucht habe, auch einen größeren Kreis von Provinzhöndlern in das Eosin- roggen-Geschäst ei nzu beziehen, aber gerade hierbei der Beweis er- bracht wurde, daß die«ingsfchlagene Taktik des Verkaufes an einen gewissen Kreis großer Firmen richtig gewesen sei. Abg. Putz(Komm.) machte Mitteilung von einer ihm vom Minister zugegangenen Erklärung, daß über gewisse Abkommen mit England in der Frage der Einfuhrschemgelbächrung kein Staatsoer- trag bestünde, vielmehr zwischen Minister Dietrich und dem seinerzeitigen englischen Handelsminister lediglich Absprachen in dieser Angelegenheit stattgefunden hätten, die jedoch auch später stets respektiert worden seien. Gegen Schluß der heutigen Sitzung entspann sich erneut eine Aussprache über angeblich vorhandene Divergenzen in den Angaben der beiden Minister Dietrich und Schiet« sowie des Staatssekretärs Dr. Heutamp und des Reichskomnüssars Dr. Baad« über die Be- züg« des letzteren bei der deutsch-polnischcn Roggenkonmnssion. Die Zinssenkung für den Offen. Senkung um 1 Prozent für 1931. Nachdem das mit Hilfe von Fragebogen von den Genossen- ichaften usw. erholte Material nunmehr eingegangen und zum großen Teil verarbeitet worden ist, soll der Sachvcrständigonaus- s ch u ß, der die Zinssenkung für die östliche Landwirtschaft be- arbeiten soll, unter dm Vorsitz des Ministers Treviranus zu einer Sitzung zusammentreten. Wie wir hören, liegt dem Sachverständigen- ausschuß ein Vorschlag vor. wonach unter Beteiligung des Reiches, der Rentenbank-Kredit-Anstalt. der Preußenkajse und des genossen- schastlichen Unterbaues im Lande Beträge bereitgestellt werden sollen, die im Gesamtergebnis für dieses Jahr eine Zinsreduk- t i o n um l P r o z. gestalten würden. Ob diese Vorschläge durch- führbar sind, vor ollem, ob die beteiligten Stellen, denen die Bereit- stellung der entsprechenden Mittel zugemutet wird, dazu bereit und in der Lage sind, ist noch eine offene Frage. Nie Heilung der Weliwirtschastskrise. Sie Internationale Handelskammer in Washington. Auf der Internationalen Handelskammer» tagung in Washington sagte der italienische De- legierte Perelli über die Ursachen der Wettwirtschaftslrise. daß Europa im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten keine ein- heilliche Wirtschaftspolitik habe treiben können. Der große amerika- r.ische Inlandsmarkt habe die Entwicklung eines einheitlichen Ge- schmacks- und Lebensstandards ermöglicht, während Europa mit viel größerer Vorsicht an die Rationalisierung gehen müsse. Daß Amerika Kapital und Waren nach Europa auszusichreo bestrebt sei, durch Schutzzölle aber die vrganischc Bezahlung mit euro- päischen Waren verhindere, darin liege die eigentliche Problematik der Wirtschaftsbeziehungen der beiden Erdteile. Die Lage werde durch die interalliierten Kriegsschulden Zahlungen verschärft, die die Zahlungsbilanz immer einseitiger zugunsten Amerikas gestatten. Wiederaufschwung der Wirtschaft sei in. keinem Lande möglich, wenn nicht die unwirtschaftlichen Kapitalbewegungen und die hohen Schutzzölle abgebaut würden. Der Präsident der First National Bank of Chicago, M i st e r Traylor. stellte fest, es sei ein Armutszeugnis für die Welt und besonders für Amerikas wirtschaftliche und politische Führung, daß man inmitten von Ueberfluß sooiele Arbeitslose und Arme habe. Er wandte sich gegen die amerikanisch« Schutzzollpolitik. Amerikas Schutzzölle hätten die In- duftrie nicht vor 6 Millionen Arbeitslosen bewahrt und außerdem noch den geplagten Farmern die Lebenshaltung weiter verteuert. Mister S t r a w n, der Vorsitzende der amerikanischen Sektion der Internationalen Handelskammer, erklärte in einem Interview, daß sich Amerika niemals zur Streichung der 11 Milliarden Dollar Kriegsschulden bereit finden werde. Der amerikanische Steuerzahler sei jetzt schon schwer belastet und könne unmöglich die Abtragung der zugunsten der Alliierten aufgenommenen Kriegsanleihen allein auf seine Schultern nehmen. Eine Ausdehnung der Zahlungsfristen lasse sich erwägen: dafür müßten aber die Schuldner den Amerikanern über- zeugende Argumente vorlegen. Eine andere Frag« sei auch Deutschlands Zahlungsfähigkeit: jedermann sehe ein, daß der Fall der Wellpreise Deutschlands Reparationskosten beträchllich erhöhe. Wenn Deutschland ein Moratorium beantragen sollte, so würde es dafür in der amentanische» Geschäftswelt großes Verständnis finden. Die internationalen Schulden hätten die Weltkrise nicht verursacht, denn unter der wirtschaftlichen Depression litten auch Länder, die den Vereinigten Staaten nichts schulden. „Attentat" auf Goebbels. Der„Bombenanschlag aus Goebbels" im März ist nach dem Blatt des Hauptmanns Stennes vom kleinen Josef etwa wie folgt inszeniert worden: O nimm, SA.-Mann, diese leere Hülse, Damst Ich Opfer eines Anschlags sei. Mit hannlos bunten Kinderfröschen füll' se, Und leg' Mir auch'ne Streichholzschachtel bei! Gib' unsre Anschrift aus mit Meinem Nmnen, Und ist's auch Schwindel, Freund, man merkt es kaum. Woher die grauenvollen Bomben kamen? Schreib': Sachs Nathan, Rosa Rosenbaum! Trag' es zur Post, damit man es versende, Daß dann Mein Pulverschutz es öffnen kann. Ich prangre die verruchten Mörderhände. Die Mich bedroh'n, in Meinem„Angriff" an. Doch willst du, Kerl, von dem Betrug nichts wissen, Dann glaube Mir. daß dir die Straf« naht, Da mi wirst du als S?l.-Mann'rausgcschmissen, Ich. Josef Goebbels, brauch' Mein Attentat!" becku. Wie stehis mii der Zottunion? Kreytagh-Loringhoven gegen Zanfaremöne. Binnen kurzem wird Herr C u r t i u s nach Genf gehen, um dort die Sache der österreichisch-deutschen Zollunion zu vertreten. Daß er damit einen schweren Stand haben wird, weiß jeder, der die Stimmungen und Strömungen draußen in der Welt ein wenig kennt. Der Hugenbergsche „Tag" erfüllt seine Aufgabe, die Leser objektiv zu unterrichten, schlecht, wenn er Herrn v. Freyiagh-Loringhoven die Dinge so schildern läßt, als hätte der Zollunionsplan eigentlich nur„Frankreich und feine Trabanten" gegen sich und brauche man bloß„Nerven behalten", um ihn durchzusetzen. Es entbehrt aber nicht eines pikanten Scheines, wenn der streitbare deutschnationale Freiherr nach einer solchen irre- führenden Darstellung folgendermaßen auftrumpft: Das ist die Saäilage nach einer sechswöchigen Debatte, eine Sachlage, die von vornherein gegeben gewesen wäre, wenn das Auswärtige Amt etwas weniger Ungeschicklich- leiten begangen, wenn es vor allem vermieden hätte, aus inner politischen Rücksichten das Wiener Protokoll i n solche m Fanfaren ton bekanntzugeben. Das Auswärtige Amt kann daraus lernen, daß jeder Versuch, asigesichts der drohenden Gefahren von rechts eine gewisse nationali st ische Schutzfärbung anzu- nehmen, zum Scheitern verurteilt ist. Um den Beifall der Alldeutschen und Nationalsozialisten wird es sich stets ver- geblich bemühen. Herr Curtius wird auch niemals von den nationalen Ultras als Fanfarenbläser angestellt werden. Dazu haben sie ihre eigenen Leute. Die deuisch-rumänischen Verhandlungen Französische Einflüsse bewirken Stockung. Die Handelsvertrags Verhandlungen zwischen Deutschland und Rumänien sind auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Während die deutsche Delegation schon im Begriff stand, nach Bukarest abzureisen, wurde von den Rumänen der Wunsch nach Hinauszögerung der Verhandlungen geäußert. Begründet wurde dieses Ersuchen mit dem Hinweis, daß in Bukarest gerade Ber Handlungen der Kleinen Entente stattfänden. Offensichtlich sind zur Zeit französische und tschechische Einflüsse geltend, um ein deutsch-rumänischcs Zollabkommen vor dem Beginn der Europakonferenz in Genf zu verhindern, da ein derartiger Bertrag Deutschlands Stellung in der Zollunionfrage gegenüber Frankreich natürlich verstärkt hätte. Die deutsche Regierung, deren Bestreben dahin ging, die Ber- Handlungen mit Ruinänien noch vor Mitte Mai positiv zum Ab- schluß zu bringen, wird nach dieser Verzögerung durch Bukarest von sich aus nicht die Initiative für die Aufnahme der Arbeiten ergreifen, sondern warten, bis die rumänische Regierung mit neuen Borschlägen kommt. Ein Hakenkreuzler für Rentarque. Ein interessantes Geständnis. Weimar, 5. Mai.■(Eigenbericht.) Der volksparteilichc Abgeordnete Knittel machte in der Diens- tagsitzung des Thüringischen Landtags die sensationelle Mitteilung, daß der nätionasiozialistisch« Abgeordnete und irühere Staatsrat Marschler in einer interfraktionellen Sitzung der Regierungsparteien inbczug auf das Buch Remarques:„5m Westen nichts Neues", gesagt habe:„Das ist das einzige Buch, das den Krieg richtig schildert. Ich habe das Buch in einem Atemzuge duräigelefen." Als von dem Abgeordneten Böckelmann (Landbund) Widerspruch erfolgt sei, habe Marschler erklärt:„Sie sind als Offizier im Felde gewesen, ich aber als gewöhnlicher Soldat."' Im weiteren Bcrlauf der Sitzung übten Sozialdemokratie, Bolkspartei und Staatspartei scharfe Kritik an den Polizeimaß- nahmen in Thüringen. Der volksparteilichc Abgeordnete Knittel wies insbesondere mif das Spitzelsystem hin,'das unter Frick bei der Polizei eingerissen sei. Bon der Regierung wurde eine genaue Mii- ieilung darüber gefordert, wieviel Beamte unter Frick in die Polizei eingestellt worden seien und wieoiei davon von dem Abg. Sauckcl, Gauleiter der Nationalsozialisten, ausgesucht worden sind. Löpelmann verurteilt. Wegen Beschimpfung GrzesinSkis. Die Berufungsinstanz verurteilte kürzlich den nationalsozialisti- schcn Abgeordneten Studicnrat Löpelmann unter Vorsitz des Landgerichisdircktors Sachs wegen Beleidigung des früheren prcu- ßifchen Innenministers Grzesinski ,zu 600 M. Geldstrafe, für die im Nichtcintreibungsfolle 6(3 Tage Gefängnis treten. Dadurch ist das frühere freisprechende Urteil der Berufungsinstanz einigermaßen wiedergutgemacht. Dr. Löpelmann hatte in einer nationalsozialistischen Versammlung in Steglitz Grzesinski wüst be- schimpft. Dos Schöffengericht �schöncberg hatte ihn zu ZOO Mark verurteilt. Das Berufungsgericht gelangte jedoch zu einer Frei- fprechung. Dos Reichsgericht hatte jedoch dos freisprechende Urteil aufgehoben und die Sache an die Berufungsinstanz zurückverwiesen. Jetzt oerwarf das Gericht die Berufung des Angeklagten und gab der Berufung des«laatsanwalts insofern statt, als es die Strafe von 300 auf 600 Mark erhöhte. Der Angeklagte habe in ganz bewußt beleidigender Absicht im Sinne einer verächtlichen Bsmäkclung der Abstammung den Minister beschimpft. Gegen Kriegsheherei. Schwedischer Vorschlag in Genf. Genf. 5. Mai.(Eigenbericht.) Die schwedische Regierung hat dem Spezialkomitee zur Aus- arbeitung einer Konvention über Kriegsoerhütungs- maßnahmen einen Ergänzungsicxt zu dein vorliegenden Ent- wurf übersandt. Danach sollen sich die Vertragschließendeii verpflichten, den Empfehlungen des Völkerbundsrates zur Aufrecht- crhallung des Friedens weitgehende Verbreitung in der Oeffentlichkest zu sichern und im Rahmen der nationalen Gesetz- gebung jede die friedliche Lösung der Krise störende Propaganda in Wort und Schrift verhindern. Der Dorschlag weist in seiner Begründung auf die große Gefahr einer unverantwortlichen Hetzpressekampagne gegen die internationalen Beziehungen in Krisenzeiten hin. Eine formelle Verurteilung solcher journalistischen Methoden durch die Regierungen könne großen Wert haben. Zwei Milliarden minus. Nach Feststellung des Reichsbankpräsidenlen Luther haben die Naziwahlen vom-14. September das deutsche Voltevermögen um 2 Milliarden geschädigt. c? 0O0 n O „Trampeln Sie, Herr Nazi, nur weiter auf dem deuischen Volts- vermögen herum, da werden Sie schon zum Ziel kommen!" Russische Geständnisse. Hinter den Kulissen der„Gchädlingsprozesse". „Russische Gefängnisse" und„Sibirien" heißen die Schilderungen, durch die vor etwa vierzig Jahren der amerikanische Journalist George Kennan die W»lt erschütterte. Weit mehr noch als die Schriften russischer Emigranten, die etwa das berühmte„Unter- irdische Rußland" von Stepniak, rüttelten diese Berichte eines un- voreingenommenen Ausländers die ganze zivilisierte Well auf: ihr erschien fortan Zazenrußland nur noch als das Reich der finstersten Reaktion und der brutalsten Unterdrückung. Was daneben in Ruß- land als Kulturarbeit geleistet wurde, verblaßte daneben. Und so ist es heute wieder. Gewiß wird in der Sowjetunion viel Kulturarbeit auf verschiedenen Gebieten geleistet: aber die zivilisierte Menschhett, gerade auch die Demokraten und Sozialisten, steh«H.mel.stärt«r unter dem Eiuiuuck.der.Bersylgüiig �oder anderen als der offiziellen Meinung im bolschewistischen Rußland. Lock» spitzeltreiben hat es auch im ollen Rußland gegeben, man braucht nur den Namen A s« w zu nennen: aber niemals Hot man ZU jener Zeit vernommen, daß von Unschuldigen Geständnisse erpreßt wurden des Inhalts, daß das Bestehen geheimer Schädlingsorgan!- fationen zugegeben, ihre angeblichen Mitglieder und deren ganze Tätigkeit genannt wurden, damit der Terror noch verstärkt werden könne. Wenn das Sowjetrcgime Prozesse gegen die Sozialreoolu- tionäre führt, wenn es Attentäter gegen führende Soyijettnänncr verurteilt Hot,— das konnte man noch als Verteidigung der Staats- gemalt gegen ihre Feinde ausgeben. Aber die„Schädlingsgcständ- nisse" von heute als Antreibsmittel für die Ilebersteigerung der Jndustrialisierungsarbeit— daß ist eine Neuerung, die dem System Stalin vorbehalten geblieben ist. Als neuen Beweis für diese Methode veröffentlicht die Aus- landsvcrtreiung der russischen Sozialdemokratie die Erlebnisse eines Moskauer Ingenieurs, dessen Name vorläufig noch nicht genannt werden kann, da sonst die Henker sich an ihm rächen könnten. Der Gewährsmann wird jedoch als vollkommen glaubwürdig bezeichnet, und diese Dcrsicherung ist umsomehr zu respektieren, als der oberste Sowjetstaatsanwalt K r y- l e n k o in dem letzthin geführten Prozeß bis zuletzt an bewußten Lügen festgehalten hat, wie der, daß Genosse Abrqmowitsch in Moskau Besprechungen mit den„Saboteuren" geführt hätte. Ingenieur N. arbeitete für einen Moskauer Großbetrieb, frei- willig bis zu 18 Stunden täglich. Seine Lebensführung war so bescheiden als nur möglich. Da wird er verhaftet und ins Gefängnis geworfen bei kläglicher Ernährung, ohne die Erlaubnis oder Mög- lichkeit zu lesen, zu schreiben, Besuche zu empfangen. Er soll bekennen, im Austrag einer Gehcimorganisolion Schädlingswerk betrieben zu hoben, er soll seine Komplicen und Daten über ihre Arbeit für ausländisches Kapital usw. angeben. Man droht ihm, da er sich weigert, mit den schärfsten Mitteln. Er bleibt fest, auch als man ihm die Hin- r i ch t u n g solch hartnäckig Widerstehender schildert und mit ihm selbst eine Hinrichwngskomödie aufführt. Man wirft ihn in eine nasse Zelle im Keller, durch die die Ratten huschen. Zwischendurch oersucht man es mit Bersprcchungen: wenn er die gewünschten An- gaben mache, werde man ihn im technischen Büro der GPU. bc- fchäftigen, es werde ihm an nichts fehlen und nach zehn Jahren würde er sogar in die Kommunistische Partei aufgenommen werden. Noch Hot man ihn nicht so weit, wie man wünscht. Da sagt man ihm. sein Zunge sei vcrhungerl, seine Frau werdc wohl nächstens aus den Strich gehen, um sich einen halben Rubel zu verdienen... In seinem Kerker, ohne Licht, mit nur minutenlangem Ausleuchten der Glühbirnen, wenn der Aufseher in der Zelle ist, vergißt er die Tageszeit. Man bringt chm. das erbärmliche Esten zu. verschiedenen< Stundens um ihn ganz irre zu machen.. Er weiß schließlich nicht mehr, ob er nicht schon oerrückt ist. Di« Sorge um seine" Lieben treibt ihn zum Geständnis: er habe einmal eine Lieferung nicht genau kontrolliert, nicht immer jeden Arbetts- gang zg Ende überwacht.... Nun bekommt er ein halbes Pfund Butter und seine erste Zelle wieder.- Er schreibt eine Beschwerde an den Staatsanwalt. Der Obertschekist zerreißt sie und droht ihm mit „dem äußersten Maß der Vernehmung". In diesem Falle kommt. es aber nicht so weit. Um?l. kämpfen zwei rivalisierende hohe Beamte. Der eine hatte N. verhaften und peinigen lassen, um sein Geständnis gegen den Nebenbuhler auszunutzen. Diesem aber gelingt es durch seine Verbindungen, die Anklage gegen N., die eine Anklage gegen ihn selbst werden soll, niederschlagen zu lassen. N. ober weiß nicht,. ob er dem„äußersten Maß der Vernehmung" noch hätte widerstehen können, Rechtsbrüche und Gefängnisgreuel Hot man in der Nachkriegszeit auch aus anderen Ländern immer wieder erfahren. Hqhen die Kommunisten, unter deren Herrschaft in Rußland solches geschieht, ein Recht, gegen die Greuel in anderen Ländern zu protestieren? Volksbühne und K. H. Martin. Völlige Uebereinstimmung über künftige Spielplongestaltung In den„Blättern der Volksbühne Berlin" waren kürzlich Be- trachtungen über die künftige Spielplongestaltung der Volksbühne erschienen, die dem künstlerischen Leiter des Theaters am Bülowplatz, Karl Heinz Martin, Anlaß zu kritischen Entgegnungen gaben. In der bürgerlichen Presse wurde daraus geschlossen, daß zwischen der Volksbühne und Karl Heinz Martin ein Konflikt bestehe. Die Verwaltung der Berliner Volksbühne Hot sich nun gestern abend mit diesen Borgängen beschäftigt. Nach einem- Vortrag Martins über die Grundsätze der Volks- bühne und die Aufgaben ihrer Thealer wunde zwischen der V«r- walkung, dem künstlerischen Slusschuß und dem künstlerischen Leiter, K. H. Martin, die völlige Ilebereinstimmung über den Charakter der künftigen Spielplongestaltung festgestellt. Die von Karl Heinz Martin vertretenen Ideen und organisatorischen Anregungen werden die Grundlage wetterer Beratungen bilden. Frankreich grüßt Spanien. Glückwunsch der Kammer.— pöbele» der Kommunisten. Paris, 5. Mai.(Eigenbericht.) Die Kammer hat mit Z40 gegen 6 Stimmen den Antvag des Sozialisten Grumbach, der spanischen Republik die Glückwünsche und die Sympathien der französischen Kammer zu übermitteln, an» genommen. Bor der Abstimmung erklärte Ministerpräsident L a v a l, die Regierung werde der jungen spanischen Republik herzlichen Glückwunsch entbieten. Die Mehrheit der Kammer begrüßte diese Erklärung mit großem Beifall, während die Kommunisten pro- testiertcn.„Wir werden"— rief Cachin— ,cher spanischen Republik erst dann unsere Sympathien ausdrücken, wenn sie keine bürgerliche Republik mehr ist, sondern eine Sowjetrepublik." Diese Worte riefen bei den Sozialisten große Entrüstung hervor. Es kam zu eingm heftigen Zusammenstoß zwischen dem kommunistischen Abg. M a r t y und dem Soziolisten- A m b r o s l n i, in dessen Verlauf Marty seinem Gegner einen Fau st schlag ins Gesicht versetzte. Ehe Ambrosini diesen pöbelhaften Angriff beantworten konnte, wurden beide voneinander getrennt. Auch im Senat haben zahlreiche radikale und gemäßigt« Senatoren beantragt, der spanischen Republik Sympathie auszu- sprechen. Lerroux vertritt Spanien in Genf. Genf, 5. Mai.(Eigenbericht.) Der spanische Außenminister Lerroux hat dem Bölkerbundssetrctariot mitgeteilt, daß er seine Regierung künftig im Europa-Komitce und im Völkerbundsrat vertreten werde. Diese Aenderung in der spanischen Delegation zum Völkerbund ist insofern von Wichtigkeit, als Spanien den Berichterstatter für die Abrüstungskonferenz stellt. Deutsche Tabelle über den Rüstungsstand. Die deutsche Regierung hat dem Generalsekretär des Völkerbundes die Mustertabelle übermittelt, die bei der Feststellung des Rüstungsstandes der einzelnen Länder für die Abrüftungstoliferenz verwendet werden soll. KPD. verhöhnt die Arbeitslosen. „Rote Kahne" läßt 64 Stunden arbeiten.— Sechs Stunden Gratisarbeit. Vor einiger Zeit veröffentlichte die„Rvtc Fahn«� unter der Balkenüberschrift:„Unsere Antwort an Brüning und Seoering" einen Beschluß der Belegschaft der kommunistischen City-Druckerei, wonach die Belegschaft drei Monate lang täglich eine Stunde freiwillige U eberarbeit ohne Bezahlung leistet. Begründet wurde dieser Beschluß mit Schwierigkeiten, die der revolutionären Bewegung durch Presseverbot«, Konfiszierung usw. gemocht werden. Der Haupworstand des Buchdruckerverbandes und der Berliner Gauvorstand haben sich mit dieser Angelegenheit eingehend beschäf- tigt und das Verhallen der Belegschaft der City-Druckerei g e- brandmarkt. Durch die Ueberstundenschieberci in der KPD.- Druckerei sind die arbeitslosen Buchdrucker deren Zahl in Berlin etwa 4000 beträgt, schwer geschädigt. Es kennzeichnet die Demagogie der Kommuni st en, daß sie in einer Zeit, in der sie nicht laut genug nach Verkürzung der Arbeitszeil bei vollem Lohnausgleich schreien können, in ihrem eigenen Betrieb die S4-Stundcn-Woche einführen. Die schändliche Handlungsweise der Belegschaft der City- Druckerei hat unter den Berliner Büchdruckern große Empörung hervorgerufen. Das kam besonders zum Ausdruck in den Bezirks- Versammlungen am Montag. Einmütig wurde das Ver- hallen der Belegschaft der Clly-Druckerei verurteilt. Die Aus- führungen der Bezirksleiter über die reaktionären Machenschaften in der City-Druckerei wurden wiederholt durch stürmische Pfuirufe gegen die Sommunisteu unterbrochen. Das Beispiel der Druckerei der„Roten Fahne" steht nicht vereinzelt da. Auch in anderen kommunistischen Druckereien, so z. B. in K ö n i g s b e r g in Ostpreußen, wird 54 Stunden gearbeitet, während die Masse der Arbeitslosen in den Mond gucken kann. Wir erinnern schließlich daran, daß es sich bei den Schrift- setzern der„Roten Fahne" um ganz ordinäre Streikbrecher handelt, die ihren Kollegen in den Rücken fielen, weil diese aus Solidarität mit den entlassenen Buchdruckeren— infolge der Flucht der„Well am Abend" in eine kapllalistische Prioatdruckerei— die Arbeit niedergelegt hallen. So oerhöhnt die KPD. d i e Arbeitslosen, die sie zu Putschen mißbrauchen möchte Eine Stinkbombe der KpO-presse. Für die KPD. samt ihrer RGO gibt es nur einen Feind: die freien Gewerkschaften und ihre Führer. Kann man die Gewerkschaften nicht bekämpfen, so kann man doch ihre Führer bc- schimpfen, verdächtigen und verleumden. Mit einer dieser schmutzigen Verleumdungen hatte sich jetzt die Zweite Zivilkammer des Dresdener Landgerichts zu befassen. Die kommunistische„Arbeiterstimme" in Dresden hatte im Sep- tembcr vorigen Jahres im Anschluß an die B u n d e s a u s s ch u ß- s i tz u n g der freien Gewerkschaften im Dresdener Volkshaus die Behauptung aufgestellt, die Sitzung sei mit Saus- und Freßgelagen abgeschlossen worden. Obwohl diese Behauptung von der Dresdener „V o l k s st i m m e" sofort als u n w a h r zurückgewiesen wurde, blieb die kommunistische„Arbeiterstimme" bei ihrer Verleumdung, ja, sie verösfenllichte sogar eine Speise- und Weinkarte, womit sie die Richtigkeit ihrer Behauptung beweisen wollte. Daraufhin strengten Leipart, Graßmänn, Hermann Müller- Lichtenberg und Arndt gegen die Verleger der kommunistischen „Arbeiterstimme" einen Zivilprozeß an. Die Beklagten wurden verurteilt, eine Wiederholung der Verleumdung der Mitglieder des Bundesausschusses des ADGB. zu unterlassen und den Klägern allen Schaden zu ersetzen, der ihnen durch die Aufstellung der fraglichen Behauptungen entstanden sei. In der Urteilsbegründung wurde festgestellt, daß sich die Behaup- tungen der„Arbeiterstimme" als völlig haltlos erwiesen haben. Die fraglichen Berichte seien Presseerzeugnisse, die absichtlich die Ehre und das Ansehen des Gegners herabzusehen suchten. Die Veröffent- lichung und Verbreitung derartiger unwahrer, verleumde- rischer Hetzartikel verstoße ohne weiteres gegen Z 826 BGB.: denn das Anstandsgefühl und der Gerechtigkeitssinn aller billig und gerecht Denkenden werde dadurch verletzt. Zfeichsbahn-Wahlen. Am 9 und 49. Mai sind 9999 Betriebsvertreiungen zu wählen. Die Arbeiter der Reichsbahn wählen ihre Betriebsvertretungcn am 9. und 10. Mai in einem Wahlgange. Reben dem Haupt- betriebsrat in Berlin und den Bezirksbetriebsräten bei den Reichsbahndirektionen sind rund 6000 örtliche Betriebs- Vertretungen zu wählen. An der Wahl sind etwa 350 000 Arbeiter beteiligt. Zum Hauptbetriebsrat liegen sechs Vorschlagslisten vor: drei Gewerkschastslisten und drei Listen d e r G e w e r k- f ch a f t s f e i n d e. Reben der RGO. treten aus: der I n d u st r i e- verband, auch«ine ehemalige KPD.-Gründung, und die Nazis: letztere unter der harmlosen Firma„Bcrussverband deutscher Reichseisenbahner". Auch in verschiedenen Bezirken und Betrieben liegen gewerkschastsfeindliche Listen vor. Der Hauptstoß richtet sich natürlich gegen die führend« Gewerkschaft, den Einheitsverband der Eisenbahner, der bei der letzten Wahl mehr als zwei Drittel der Stimmen er- hallen hat. Die Nazis spielen im allgemeinen bei den Arbeitern der Reichsbahn keine Rolle: lediglich gewisse mittlere und obere Beamte zählen zu ihren Gönnern. Die KPD.-Zentrale und ihr RGO.-Reichskomitee haben Anweisung gegeben, den g e- samten kommunistischen Parteiapparat mit allen Unter- Organisationen einschließlich der Erwcrbslosenausschüsse in den Dienst der RGO. zu stellen, um den kommunistischen Einfluß bei der Reichsbahn zu stärken. Die KPD.-Zentrale hat es hauptsächlich auf den Betriebs- und Verkehrsdienst und die dazu- gehörigen Dienstzweige abgesehen. Ihre Funktionäre sind angc- wiesen, alles daran zu setzen, um in diese Dienststellen einzudringen. Zur Bearbeitung der Eisenbahner werden zahlreiche Hinweise ge- geben. In umfangreichem Refercntenmatcrial wird der Versuch unternommen, den E i n h e i t s v e r bo nd für Lohnabbau, Feier- schichten und alle sonstigen Nachteile verantwortlich zu machen. Der Einhellsverband wird auch für die Entlassung führender Kommu- nisten in Oberschlesien verantwortlich gemacht, obwohl feststeht, daß dies« Funktionäre der RGO. die Opfer der.Darreichen" Taktik der SPD. sstch. Sie wurden entlassen, well sie— der Weisung der RAO.- Zentrale folgend— zum Streik aufgefordert und vor- bereitende.Lampfausschüssc" gebildet haben sollen. Nach der kom- munistischen Auffassung sind diese harmlosen RGO.-Funktionäre vom Einhellsverband und der SPD.-Presse denunziert worden. Di« KPD.-Presse selber war es aber, die deren Heldentaten täglich in der KPD.-Presse ausposaunt. Die Eisenbahner wisien aus Erfahrung, daß sich der Ein- heitsverband als eine mustergüllige Interessenvertretung erwiesen hat. Rund 28 000 Funktionäre des Verbandes stehen täglich und stündlich in zähem Kampfe mit der Reichsbahn- gesellschaft. Rund 14000 Mitglieder des Einheits- Verbandes sind in den Betricbsoertretungen für die Interessen der Eisenbahner tätig. Der Einheitsverband hat auch trotz der Wirtschaftskrise im Abwehrkamps groß« Erfolge erzielt. Die vereinigten Gegner des Einheitsverbandes haben dessen zahlreichen positiven Leistuygen nichts Gleichwertiges entgegenzustellen. Die Eisenbahner sind nicht dumm genug, leere Ver- sprechungen gegen positive Leistungen einzu- tauschen. Alle wirklich klassenbewußten Eisenbahner geben des- halb am Wahltage ihre Stimme nur dem Einhc itsvcrban d bet Ciscnbahncr. Sozialpolitik und Verarmung. Luther über die deutschen Eoziallasten. Nur Leute, die wider besseres Wissen darauslos Hetzen, können den freien Gewerkschaften vorwerfen, sie hätten ins Blaue hinein, ohne jede Berücksichtigung der durch den Kriegsausgang geschaffenen Schwierigkeiten Sozialpolitik getrieben. Wenn sich die Scharfmacher aber nicht von den Gewerkschaften belehren lassen wollen, so könnten sie doch auf Stimmen hören, die auch sie respektieren dürften. So hat der Reichsbankpräsident Dr Luther dieser Tage in Luxem- bürg über die Krise gesprochen. Luther sagte dabei u. o. nach einer Mitteilung der„Frankfurter Zeitung":„Die Steigerung der öfsent- lichen und sozialen Ausgaben in der Nachkriegszeit auf 28 Milliarden (von 8,4 Milliarden 1313) ist nicht ein Zeichen deutscher Berschwen- dungssucht, sondern deutscher Armut. Zieht man bei einem Vergleich dieser Zahlen den gesunkenen Goldwert, die Vermehrung der Bevölkerung und die gesamten inneren und äußeren Kriegslasten in Betracht, so ergibt sich eine Steigerung um nur 83 Proz. gegen- über 87 in England, 90 in Schweden, 100 in der Schweiz. Wenn man die Aufwendungen privater Wohlfahrtspflege in den anderen Ländern, die in Deutschland infolge der Verarmung nur eine ganz geringe Rolle spielen, noch berechnen könne, so würde sich dieser Prozensatz wohl noch stark zugunsten Deutschlands ändern." Auch die Scharfmacher wissen nur zu gut, daß die deutsche Sozialversicherung eine ungeheure, aus den Kriegsfolgen stammende Last mit geschleppt haben und heute noch mit schleppen. Auch sie kennen, was der Reichsarbellsmimster vor nicht allzu langer Zeit im Reichstag hervorhob, nämlich die u n o e r- g l e i ch l i ch e n Opfer, die in der Sozialversicherung Arbeiter und Angestellte nicht nur für ihre Berufs- und Standes- angehörigen, sondern auch für die Gesamtheit gebracht haben, Opfer, so groß, daß heute angesichts der Hetze der Sozialreaktionäre der Ruf laut wird: Die Sozialversicherung zuerst den Ver- si ch e r t e n I Aaziklage in zweiier Znstanz. .Indizien� werden umständlich geprüst. Die Verhandlung am Dienstag begann mit längeren Erörterun- gen zwischen dem Vorsitzenden und den Prozeßoertletcrn über die weitere Handhabung der Prozeßführung. Der Vorsitzende, Land- gerichtsdirektor R u b e n, sagte, durch den in erster Instanz ge- leisteten Eid des Direktors Brolat sei der Prozeß noch nicht erledigt, denn durch den Eid sei nur bewiesen, dag die Entlassung der Kläger nicht wegen ihrer politischen Einstellung erfolgt sei. Es sei aber dadurch nicht erwiesen, daß sie, wie sie behaupten, emlassen seien, weil sie nicht dem Gesamtoerband angehörten. Nach dieser Richtung müsse Beweis erhoben werden. Um festzustellen, ob die Kläger durch ihr dienstliches Verhalten Grund zur Entlassung gegeben haben, soll die BVG. die Personalakten vorlegen. Ferner sollen die Be- klagten Flieger und Loll die Protokolle über die Arbeiterrats- sitzungen vortegen, die sich mit den Einsprüchen der Kläger beschäf- tigt haben. Wenn aus den Protokollen hervorgehe, daß die Ein- spüche ordnungsgemäß behandelt seien, dann hätten die von den Klägern vorgetragenen Indizien keine Beweiskraft. So ohne weiteres könne man doch über die Indizien nicht hinweggehen. Rechtsanwalt W e r g i n erklärte, die BVG. sei nicht verpflichtet» di« Personalakten vorzulegen und könne auch vom Gericht nicht dazu veranlaßt werden. Es sei Sache der Wäger, ihre Behaup- mngen zu beweisen, nicht aber in den Akten nach Bcweismaterial zu suchen. Rechtsanwalt N e u m a n n erklärte, daß di« Protokolle des Arbesterrats nicht vorgelegt werden, denn die Beklagten hätten nicht nötig, den Klägern Beweismaterial zu beschaffen. Nun äußerte sich jeder der Kläger über seine persönlichen Ver- hällnisse, sein dienstliches Verhallen und seine in wonchen Fällen recht zahlreiche Disziplinar st rasen. Diese stunden- langen Erzählungen sollen anscheinend der Prüfung der von den Klägern vorgetragenen„Indizien" dienen. Am Mittwoch soll der Indizienbeweis fortgesetzt werden durch Vernehmung des Oberinspektors der BVG. W i l l b o ck, des Perso- nalchess Heidenreich, des Pförtners Walter sowie durch Vorlegung der Protokolle des Arbeiterrats, der Personalakten und der Urlisten der zur Entlassung bestimmten Arbeitnehmer. Die bis jetzt nicht anwesenden Beklagten Flieger und Boll sollen per- sönlich erscheinen._ Aufbau derSozialgesetzgebung in LtSA. Oer Einfluß der Wirischastskrise. New Jork. S. Mai.(Eigenbericht.) Wie aus dem Arbeitsberichte der American Association for Old Age Security(Amerikanische Vereinigung für Altersversicherung) hervorgeht, hat di«. Bewegung zur Einführung staatlicher Alters- reisten im vergangenen Jahre einen überraschenden Aufschwung genommen. Die Bewegung hat unzweifelhaft durch die Wirt- schastskrise einen starken Antrieb erfahren. Die Krise hat auch den bürgerlichen Schichten Amerikas die Notwendigkeit zur Abwendung und Milderung besonders krasser Uebelstände vor Augen geführt. Mit der Einführung einer Altersrente in drei wei- teren Staaten ist die Zahl der amerikanischen Bundesstaaten, di« in der einen oder anderen Form für den Schutz ihrer arbeirsunfähi- gen Alten Sorge tragen, auf insgesamt fünfzehn gestiegen. Inzwischen hat die gesetzgebende Körperschaft des Bundesstaats W e st- V i r g i n i a ein Allers-Penfions-Gefetz angenommen, das jetzt noch der Bestätigung durch den Staatsgouverneur-harrt. Im Staate Oregon wurde eine parlamentarische Sonderkommission eingesetzt, die über den Status der betagten Bürger und Bürgerinnen berichte mini» Dorschläge für eine Pcnsionsvorlage ausarbeiten soll. Im Staate Colorado ist das bereits im Jahre 1327 passierte Pensionsgefetz nach langen Verzögerungen endlich in Kraft getreten. Auch in den Staaten Delaware, Idaho, Minnesota und Wyoming sind neue Borlagen angenommen oder die vorhandenen unzulänglichen Gesetz« derart erweitert wor- den, daß berests an die Auszahlung der jälligen Pensionen ge- gangen werÄen tormte. Nach langem Hin und Her erwartet man auch im Staate New Jersey bald eine befriedigeirde Regelung, die den über 70 Jahr« alten mittellosen Männern und Frauen im Staate einen täglichen Mindestzuschuß von einem Dollar sichern soll." Die Krise in Krankreich. Paris. 6. Mai.(Eigenbericht.) Die Bürgermeister de» Sohlenbeckens an der Loire habe« in einer Sitzung am Montag in St. Etienne einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die Regierung aufgefordert wird, so schnell wie möglich Maßnahmen zu treffen, um das durch die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit in der Grubenindustrie hervorgerufene Elend unker der Arbeiter. bevölkerung zu lindern. Zu der Entschließung wird gegen die Stillegung von Zechen protestiert, die durch nichts gerechksertigt fei, da aus den Gruben des Loire-Leckens noch nicht einmal die Sohlenmenge gefördert werde, die in den umliegenden Dörfern verbraucht werde. m m b m m ! 1 91 rfihinq AES..S«>>»iasi»>rl! Freiiag. 16 Abr. ZsrattioilSvc rsamm. W luna in, Rotcil Schilf.(Senofle Dr. Manchen spricht übet„Soo-ict. Eft russisches". Set ZtattionSMtftani, Eft TPD.-Zraltiall Bezirksamt Srenzberg. Donncrstaq. 20 Uhr. Lokal Eft Ewald, Ekaliher Str. 126, ssraktionsslhung. Vortraa Mar kkechr.er, Eft M. d.£.:..Berlin, unter dem neuen ffi'fci". Mitgliedsbuch legitimiert.: �releGewerkfchafts«Jugend Verlir f|J Soute, Mittwoch. 1914 Uhr, tagen die Gruppen: Baumschule mreg: Iuaendbeim Crnftftr. 16. Heimbcsprechuna.— Neukölln: Jugendheim Betgstr. 29, Los. Seimbesprechung. Heimausweise und Verbands- Hicher mitbringen.— Südwesten: Zugendheim Abrckftr. ll. ssabrikgebände. Seimbesprechung.— ZZlugholcu: Jugendheim Reukölln. lZlughafenstr. 68. Seim- besprechung.— Beiheasee: Jugendheim Parkstr. 36. Heimbesprechung.— Slotbring: Jugendheim Sannen burger Str. 20. Soimbespoechung.— Schöne- dcrg: Jugendheim Sauptstr. IS..Arbeitslos."— Snmbolbt: Jugendheim Graun. Ecke Lorhingstrahe. Heimbesprechung. Berbanbsbuchkontrolle. xieder. abend.— Tegel: Zugenbheim Schöneberger Str. 4. Hermbesprechung. Brett. spiele.— Spoubau: Zugenbheim Linbenuser 1. Heimbesprechung.— Nordwest- Itci«; Nrei-mitglieberversammlunq im Jugendheim Turiner Ecke Seestrahe.— Sitbltci*: Jeden Mittwoch ab 18 Uhr Spielen auf der Wiese 1 im Treptower Bork und vor dem Zugenbheim Soiwtslr. IS.— Iugeubgruppe be» Deutschen Metalorbeiterperbaube»: Sulturveranslaltung.— Znqendgruppe de» Gesamt, verbände», Fachgruppe Gärtner: 20 Uhr Iugendheint Gewerkschaftshaus. Engel- Ufer 24—25: JBalz.Ctlcbniffe des Kollegen Paul Madenianit". Ivaendorvppe de«l?entralverbandes der Anqeflellteki Heute. Mittwoch, linden folgende Veranstaltungen statt: Gesund- bruunen: Jugendheim Willdenowftr. 5. Ausspracheabend über aktuelle Tagesfragen. Leiter Trrkow.— Neiuickeudorf: Zugendheim Lindauer Str. 2. Liederabend.— Eharlottenburg: Wir besuchen die Borsommwng des Werbe- bezirks.— Schönebrig: Iugenddeim Sauptstr. IS sHofgeböude, Sachseuziimneri. Wir üben Stegreifspiele.— Schönhauser Vorstadt: Zugendbeim der Schule Äastanienallee 81..Todeskampf der Treiheil"(nach dem gleichnamigen Roman).— Oderspree: Niederschöneweide, Be elmer Str. ZI sSckntle), Eingang Sasselwerderstrahe. Vortraa:.Kaufmann und Kausmannsgehilfe von heute". Referent Buirzel.— Nordost: Jugendheim Danziger Str. 62(Baracke Z).„Auf nach Lübeck."— Stralau: Jugendheim der Schule Gostlerstr. 61. Mustkabend.— Neukölln: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Südost: Jugend. heim Weangelstr. 128. Vortrag:„Von der bürgerlichen zur sozialistischen Jugendbewegung". Referent Schäfer.— Spanbau: Wir besuchen die Ver- sammluna des Merdedezirts.— Potsbam-Nowawes: Jugendherberge in Nowa» wes. Priftterstrohe. Arbeitsgemeinschaft:.Der Sozialismus als politische, wirtsedaftlich« und kulturelle Bewegung". Leiter Lewinfki.— Köpenick: Jugendheim Dahlwiher Str. 15(Gasanstalt am Dahnhof Köpenick). Wir lesen und besprechen das Kommunistische Manifest. Leiter Solz. Verantwortlich für Politik: Kran, KIÜH,: Wirtschaft: S. Nlingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Dr. Zahn Schikowski: Lokales und Sonstiges: Krih»arst-dt! Anzeigen: Th. Glocke: samtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buckchruckerek und Verlagsanstalt Paul Singer n. Co., Berlin SW. 68, Lindenstrahe Z Hier,» Z Beilage». Kr. 208• 45. jotrgang �0 Mitw-ch. 6. Mai 4SZt Unbekannter Osten Friedliches Wandern an Seen, die niemand kennt Nahe bei Berlin gibt e? Talzüge, Seenketten, hüglige Wälder. die fast unbekannt sind, obwohl sie an Ursprünglichkeit und echtem Tierweltmilieu Gebiete, die als„schön" anerkannt sind, weit über- treffen. Es geht heute nach Hönow und Mehrow, zwei Dörfer nörd- lich von Mahlsdorf-Kaulsdorf. Die Autobuslinie 39, die von dem Unte-grundbahnhof Lichtenberg-Fricdrichsfelde kommt, endet kurz vor Hönow-Süd. Ein kurzer Chausseeweg sührt hinein nach Hönow, einem Dorf wie tausend andere märkische Dörfer, charakteristisch durch die Stillosigkeit der Einzelbauten und das Aneinanderreihen der Gehöfte an der Landstraße. Kurz vor Hönow zur Rechten weioenumstandene Teiche, der Barsch- und Hechtsee. Zur Linken beginnt eine schmale gewundene Seenkette, die hier der Landschaft das Gepräge gibt. Das Hönower Gut, im Jugendstil erbaut, trägt nicht zur Berschönerung bei. Hinter dem Erdwege, bebuschte Böschungen: in ihnen allen lebt urwüchsige Schönheit, die sich dem Suchenden offenbart. Vereinsamt ragen an einer Kiefernwaldschneis« Fichten hervor mit ihrem hohen dunklen Geäst. Krähen durchschweben spähend die Aecker. Wo der Haussee zu Ende ist, beginnt die Kette anderer Teiche, anderer Tüm- pel. Gestutzte Weiden und Erlen knospen, schräg zieht sich eine Doppelreihe Kastanien hin. Am Nordrande Hönows«in junger Birtenschlag inmitten durchforsteter Kiefern, Akazienstämme am Wege leuchten in ihrer gelbgrünen Rinde. Parzellierungsgelände > schneidet in die Eben«, man sieht es, aber schaut es nicht an. Wieder geht es am Ende der Teichkette auf die Chaussee, nach Mehrow zu. Der Wala tritt zurück, Baumkronenreihen verraten tieferliegende Straßen, die auch nach Mehrow führen. Weite grüne Saatflächen leiten zum Watdsaum, dazwischen ragen umgepflügte Erdstreifen. Wo das Auge keine Grenze durch irgendwelchen Hintergrund findet, da hebt sich der Kopf unwillkürlich. Der Kampf, das Gejag« der Wolken wird Blickpunkt. Von der Ebene ist dann nur noch ein schmaler Streifen sichtbar, well der Begriff der Weite, der Un- endlichkeit erschaut, erlebt wird. Der Horizont wird enger, Mehrow taucht auf. Bauernhäuser gruppieren sich entlang der Straße um den Dorfteich, niedrige, lang- gest. eckte rote Ziegelbauten beherrschen das Dorfbild. Ein Schorn- stein ragt aus einem Ziegelklotz hervor, aus einem Dickicht leuchten fast phosphoreszierend olivgrün die Stämme junger Akazien, schlank Alte Weide am Hechtsee. Gut führt ein Weg an der Kirchmauer entlang herunter zum Hausse« Die Hönower sind recht praktisch, denn einige alte Grab st«ine sind mit in die Feldfteinmauer eingelassem Das gleiche bezeugen einige Verbottafeln, die völlig unangebracht sind. Ein schmaler Fußpfad zieht sich am Haussee entlang, der durch seine Biegungen ständig Neues erschauen läßt. Eine abbröckelnde Mauer, der Widerschein der Erlen im Wasser, der durch schwache Wind- wellen ins Schwingen gebracht wird, abgesackt« Kähne, empor- steilende Pappeln, sanfte Höhenkurven der Ebene, ausgefahrene stemmt sich ein Stahlmast, der nachts den Flugzeugen den Weg weist, ins Blau«. Hinter Mehrow wieder Accker, einige frisch ge- pflügt, den Erdschollen haftet noch der metallglänzende Schnitt der Pflugschar an. Gefällte Kastanien liegen zersägt aufeinander, das Geäst birgt knotige Zweigsormen mit dicken braunen Knospen. Man muß geruhsam, bedächtig wandern, muß Zeit haben, Be» sondere- zu beobachten, einem Lerchentriller, dem Zwiegespräch eines Finkenpärchens zu lauschen. So wird auch das Ohr der Wanderung teilhaftig. Es kommt ja nicht darauf an, baedekerartig die Orte, die Besonderheiten nach ein, zwei und drei Sternen zu gruppieren und danach zu wandern. Dielleicht werden noch ge- nauestens die Punkte angegeben, von denen man die schönste Aus- ficht genießen kann. Aber das ist kein echtes, schlichtes Wandern, sondern nur ein Dagewesensein. Allzu überschwengliche Naturschwärmerei muß vermieden wer- den, das Schöne soll auch im Einfachen, Unkomplizierten gefunoen werden. Es hängt viel ab von der persönlichen Einstellung. Eine Fabrikfassade irgendwo paßt sich in ihrem Farbton, in ihrem breit angelegten Bau organisch der Eben« an, der in der Fabrik Beschäf- tigte jedoch wirb den Bau hasien können. Der Landstrich Hönow-Mehrow ist kein typisches Wandergebiet. Nicht oft kommt ein Fremder dorthin zu den Dörfern am Rande Verlins. Gerade deswegen kann man hier in Ruhe wandern und sehen. Die Kette der Teiche, die grünen gewölbten Saatflächen, die jungen Wälder hier ergeben eine besondere Note der Landschaft: die Well« des Abseitsliegenden. Von Mehrow führt ein fester Feldweg nach Eiche, in dem nahen Marzahn hat man Anschluß an die Omnibuslinie 37, die den Wan- derer für 40 Pf.(Eisenbahnumsteigefahrscheln) über Biesdorf wieder in das Getriebe der Großstadt führt. Von Eiche über Ahrensfelde kommt man nach Falkenberg, auch von dort geht eine Omnibus- linie(A 40) nach Berlin-Weißensee(Buschallee). Todesstrafe gegen Urban beantragt. Der Staatsanwalt glaubt nicht an die Darstellung des Täters. Staatsanwalt Ortmann beantragte nach längeren Ausführungen gegen den Artisten Karl Urban, der am 20. Januar d. I. den Geschäftsführer des Mercedes- Palastes Ernst Schmoller getötet hat, wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub mit Todesersolg die Todesstrafe und den dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte» wegen unbefugten Waffenbesitzes ein Jahr Gefängnis. * Die Nachmittagsverhandlung gestaltet« sich nur sehr kurz und brachte im Gegensatz zum Lokaltermin keine neuen Gesichtspunkte zur Beurteilung der Tat. Kriminalkommissar Müller schilderte, unter welchen Umständen Urban fein Geständnis abgelegt hat. Er wußte, daß er einer Mvrdbefchuldigung gegenübersteht: er hatte auch die rechtliche Belehrung über die Folgen einer Mordanklage erhalten. Der Kriminalkommissar ist der Ansicht, daß Urban sein« Aussage entsprechend eingerichtet habe: es fei ihm deshalb in dieser Hinsicht nicht ganz zu trauen. So der Kriminalkommissar— begreiflich, aber wenig überzeugend. JnteresiaMer war schon das Gutachten des Sachverständigen, des Medizinalrals Dr. D y r e n f u r t h. Urban, erklärt« er, sei im Grunde kein roher Mensch, eher ein weicher Charakter; allerdings konnte er auch mitunter brutal sein. Als psychopathtfcher Alkoholiker ist er Schwankungen ausgesetzt. Verschiedene Ein- zelheiten seiner Tot mag er wohl vergesien haben, sie können seinem Gedächtnis entschwunden sein angesichts der zermürbendeb Wirksamkell des Affekts. Es fei nicht Aufgabe des Sachoerstän. digen, zu entscheiden, ob die vom Angeklagten gegeben« Darstellung richtig sei. Sollle sie stimmen, so würde man anerkennen müssen, daß bei einer Persönlichkell, wie Urban sie nun einmal ist. das heißt bei einem in seinem Benehmen schwankenden Alkoholiker, gelegentlich ein Versagen der Nerven gegenüber einer neuen Slluation vorkommen kann. Die Beweisaufnahm« ist geschlossen: Staatsanwalt Ortmann er- Hält das Wort zu seinem Plädoyer. Er sagt unter anderem: Selbst wenn es stimmen sollte, was der Angellagte von seiner Absicht erzählt, Sllbermann eine„Artisteuohrfeige" zu verabfolgen, sv würde das von gefühlloser und gemeiner Gesinnung zeugen. Seme Erzählung stimmt aber nicht. Cr will hier dem Gericht ein Märchen aufbinden, um sein« Tat in milderem Lichte erscheinen zu lassen, um sie als gewöhnlichen Raub hinzustellen. Es ist erwiesen, tast Urban sich ständig in Geldverlegenheft befand, daß er flch unbedingt Geldmittel verschaffen mußte. Und so war er ausgegangen, um zu Geld zu kommen. Er hat den Revolver mitgenommen, weil er von vornherein die Absicht hatte, von ihm Gebrauch zu machen. Sofort nach Antritt in das Büro fiel der tödliche Schuß. Urban Hot den Mordplan vorbereitet und in die Tat umgesetzt. Rechtsanwalt Dr. Frey widersprach äußerst energisch der Argumentation und dem Antrag« des Staatsanwalts. Er versuHte den Nachweis zu erbringen, daß von einem Mordplan keine Red« sein könne und daß der Tod des Schmoller von dem Ange- klagten weder gewollt noch beabsichtigt war. Der Angeklagte nahm den Antrag des Staatsanwalls voll- kommen ruhig entgegen. Die Berkündung des Urteils findet heute um HIS Uhr statt. ÄS. Roman aus dem Ungarischen von Alexander von S« c b e r■ Masoch- Er träufelte irgendein dampfendes, stark duftendes Ge- tränk— einen Tfchaj oder Punsch vermutlich— in sein Glas. aus einer Maschine, die in der Mitte des Tisches stand. Auch das war so ein seltsames Gerät wie alle Gegen- stände der Komödianten. Es war aus Kupfer und stellte eine Kreuzspinne dar und ringsum liefen die Spinnenfüße in kleine Hähne aus, aus diesen rann das Getränk. Unter dem bauchi- gen Behälter brannte eine blaue Flamme, der Rücken der Spinne war abnehmbar, und hier wurden die nötigen Zutaten eingesüllt. Eine wahrhaft königliche Unterhaltung entstand. Mister Jack, der für meinen Bater und meine Mutter den Dolmetsch machte, kam nicht mehr mit. So suchte mein Vater seine mangelhaften Sprachkenntnisse hervor, die Komödianten ver- suchten sich in schrecklichem Ungarisch, redeten mit Händen und Füßen, sagten einander unverstandere Grobhetten und nickten sich freundlich zu. Aber der gute Wille vermag alles. Es war schon sehr spät, als wir mit meiner Mutter heimgingen, und wir spürten an ihrer guten Laune, daß sie uns fast dankbar war, da sie durch uns ein wenig Freude erlangt hatte in ihrem traurigen Leben. Meinen Vater hiesten die Komödianten noch fest. Irgendwann in der Morgendämmerung vernahm ich im Halbschlaf aus dem anderen Zimmer, wo mein Vater schlief, sein Gebrumm und auch Mister Jacks Stimme. Anscheinend hatte er meinen Vater heimgebracht und auch entkleidet. Er mochte sich nach Herzenslust amüsiert haben. Mit einem Wort. die Freundschaft war nicht nur unter uns, sondern auch zwischen den Eltern mit den Komödianten geschlossen. Ich glaube, sie hatten meines Vaters Entgegenkommen schon jetzt reichlich erwidert. Meine Schwester und ich waren am folgenden und auch am dritten Tage bei Freddy zum Dominospiel und Kaffee. Ja, selbst mein Vater ließ sich neuerdings öfter von Mister Jack überreden, dort einen Abendtrunk zu nehmen. Meine arme Mutter freut« sich über unsere Zerstreuung und Haupt- sächlich über meines Vaters Gemütsumschwung. Tatsächlich schien es, als hätte mein Vater etwas von Mister Jacks Laune übernommen. Er war kaum reizbar, ja, er spaßte manchmal. Und man mußte hören, wie er jetzt von den Komödianten sprach! Vergessend, daß in seinem Munde früher.Land- streicher" für sie die mildeste Bezeichnung war. Aber mit alldem zogen wir uns vor allem den Neid und die Mißgunst der Schneidersleute zu. Denn nicht genug, daß sie sich ihr Zimmer von den Ko- mödianten doppelt bezahlen ließen, preßten sie sie nach allen Richtungen hin aus. So daß die Direttorsleute, nachdem sie unsere Nachbarn, besonders die Frau, bald erkannt hatten, sich sowest als möglich von ihnen zurückzogen. Die Schneidersfrau kam täglich zu uns herüber, um gegen die Komödianten zu geifern und zu Hetzen, aber sie fand nicht viel Anklang, weder bei meiner Mutter, noch bei meinem Vater. Das reizte sie nur noch mehr, und jetzt wurden auch wir außer den Komödianten die Zielscheibe ihres Klatsches. So. daß wir in der Nachbarschaft bald in den Verruf gerieten, Freunde und Schmarotzer der Gaukler zu sein. Diese Nachrede wirkte sich natürlich auch auf meine Schwester und mich aus in der kleinen Well der Nachbartinder. Freddy und die kleinen Signorinas kümmerten sich gar nicht um andere Kinder. Die Kinder hingegen verspotteten mich und meine Schwester, wo sie uns trafen, wegen unserer Freundschaft mit den Komödianten. Wir waren jedoch nur stolz und glücklich darüber. Dreizehntes Kapitel, das eine Unglückszahl ist, wie bekannt. Auch diesmal macht sie sich peinlich femerkbar und gebiert eine kolossale, aber unfruchtbare Idee. Eines Tages klärte sich das Wetter. Es klärte sich schon in der Dämmerung. Nach so viel oerregneten, bedrückten Tagen war die untergehende Sonne in ihrem goldenen Leuchten so glücklich, so gesegnet zwischen den bunt geschmückten Wolkenteilchen wie eine soeben erblühte Blume. In der Morgendämmerung des nächsten Tages aber kam der Frost, Nebel fiel und es fror. Gegen Mlltag begann schneidender Wind zu blasen. Es mochte ein paar Tage vor Allerheiligen sein. Als ich gegen Mittag von der Schule heimkam, lief ich in die Nachbarschaft hinüber. Im Nachbardorf traf ich die ganze Künsllergesellschaft. die Misters und Signores Sie beratschlagten auf dem Hose und ich hatte den Eindruck, als debattterten sie heftiger als sonst. Es war für mich überraschend, daß weder Mister Jacks komische Gesten, noch des Herrn Direktors gemessene Sprache Aufmerkfamkest erziellen, während bei einem erregten Zwischenruf Freddys plötzlich alle verstummten. Ich konnte Freddys Worte nicht verstehen, entnahm jedoch leicht aus seinem Gesichtsausdruck und seinen Bewegungen, was er meinte. Zweifellos hatte er Bedenken. Wie er in seinem dünnen Trikot mit erstarrten Fingern hoch oben auf den Stricken tur- nen würde, um beim Abschwung im schneidenden Wind die rettende Hand zu ergreifen. Auf seine Worte entstand große Niedergeschlagenhell bei der ganzen Gesellschaft. Meine Schwester kam mir nach, um mich zum Essen zu rufen, aber ich erfuhr noch, daß die Komödianten sich dennoch zur Borstellung entschlossen, und zwar auf Zureden der Signores. Meine Schwester und ich besaßen Eintrittskarten und hatten große Lust, hinzugehen, aber meine Mutter und mein Vater wollten diesmal nichts davon wissen. Und auch Mister Jack holte uns nicht, als hätte er geahnt, daß es sich nicht lohnte, die Erlaubnis durchzusetzen. Gerade von Mister Jack hörte ich nächsten Vormlltag, wie er, von der Kamelfütterung kommend, meinem Vater erzählte, daß die Aufführung mit einem vollständigen Mißerfolg endete. Er erklärte noch, es sei ihr Glück, daß die Signores nach Auf- tritten bezahll würden, sonst würden sie den Herrn Direktor ruinieren. So drängten natürlich sie am meisten zu wetteren Vorstellungen. „Natürlich", sagte er,„der Signore Robelly anzieht die Sweater und Iockeibluse, er nicht friert und auch die Akrobat. Auch ich als Clown Hab Kleider, ich anziehn Pelzleibchen und tanzen vor verehrtem Publikum, wenn Schnee. Aber fliegen! Das schlecht, schlecht, fürchterlich, schrecklich! Der Kleine, der Freddy, das unmöglich. Der krepieren, wenn noch einmal fliegt. Adieu Hippodrom, mein Herr!" „Und was wird jetzt aus Ihnen?" fragte mein Vater. (Fortsetzung folgt.) Mhend fürs liebe Brot... Die Wirtschaftshilfe der Heimarbeiterinnen zeigt vom 4. bis 22. Mai in ihren Räumen Oranienstraße 103 eine Frühjahrsaussiellung einfacher und feiner Wäsche- stücke. Vom glatten Fnuienhcmd mit guter, haltbarer Stickereipasse bis zur hauchzarten Crepe-de-Chine-Garnitur, mit winzigkleinen Hohlsäumen mid zarten Blütemnustern reich bestickt, ist alles ver- treten: wahre Kunstwerte schufen hier geschickte, unermüdlich« Frauenhände, sie nähen Stiche, die in ihrer Feinheit mit freiem Auge'überhaupt nicht mehr wahrnehmbar sind, sie sticken Muster, die hingehaucht erscheinen: auch die Deutsche Spitzenschule ist mit einer kleinen Schau vertreten. Farbige Filetstickerei ist jetzt das Neueste in Spitzenarbeit, daneben sieht man hübsche Tischwäsche, bei der jetzt wieder einfaches, farbiges Leinen in verschiedenen Schattierungen bevorzugt wird, dustige Kinderklcrdchen, Klöppel spitzen in � häkelartiger Musterung und noch viele andere schöne Sachen. Für den praktischen Alltag gibt es hübsch«, buntfarbene Wirtschaftsschürzen und-kleider und in einer besonderen Abteilung wird ausschließlich Berufskleidung aller Art hergestellt. Aber hinter all dein schönen Fleiß und seinen prächtigen Gebilden sitzt Kit t e r st e Not und die Hilferuf all dieser Bedauernswerten, deren Zahl viele Taufende beträgt, verhallt ungehört. Einmol, weil die Hauptabnehmer, die Privatkundfchaft aus den Kreisen des begütsr ten Mittelstandes heute auf ein Minimum zusammengeschmolzen sind, dann aber mich, weil die Wäscheindustrie neue Weg« der Ver einfachung und Verbilligung durch maschinelle Rationalisierung gehen mußte. Farbige, leichte Kunstseide, ritsch, ratsch nnt der Maschine zuscmunengenäht, ein Spitzchen drauf und fertig ist der Lack. Haltbarkeit, gediegenes Aussehen, sind Begriffe einer ver- gangencn Epoche. Gekrümmte Rücken, geschwächte Augen, hungrige Mägen und keiner kann helfen?... Malchower Mörder verhastet. Er wollte mit einer Jacht ins Ausland fliehen. Stade, 5. Mai. Tic Motorjacht, mit der der Malchowcr Mörder Zonas mit seinen Spießgesellen Kasel iß und J ör ß ins Ausland zu entkommen versuchte, mußte am Diens» tagmittag bei Abbenfleth in der Nähe von Stade wegen Bcnzinmangels landen. Hiervon hatte die Stadcr Polizei Kenntnis erhalten, die sofort alle benachbarten Polizeistationen alarmierte. Von allen Seiten wurde an den(slbestraud vorgerückt und schließlich die Jacht in den dichten Waldplantagcn vor Abbenfleth entdeckt. ftaseliß und Jörß hatten sich an Land begeben, um Benzin einzunehmen. Nach einer regelrechten Treibjagd durch die Landjäger wurden sie f c st g c n o m m c n. Bald darauf gelang auch die Verhaftung des Jonas so- wie seiner Frau. Das Boot enthielt reichen Vorrat an Brot und Konserven. Die Verhafteten wurden in das Stader Polizeipräsidium übergeführt. 900 Tote in Armenien. � neue Opfer der Ekdhebentstostrophe. -ici_Jr Mai. Nach den bisherigen Mitteilungen ist die Zahl der festgestellten Todesopfer des Erdbebens i» Armenien auf gestiegen. Bei der Ausgrabung der verschütte- ten Dörfer werden täglich neue Opfer gefunden. Die Negierungskommission hat den Schaden, der durch das Erdbeben verursacht wurde, auf 1 Ä b i s 14. M i l- I io uc ii Rubel festgestellt. In der Nacht zum .10. April wurden neue Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schade» anrichteten. Von dem Geliebten mißhandelt. Drei Jahre Gefängnis für einen Llnhold. Bor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wurde gestern gegen jenen Mann oerhandelt, der vor einigen Wochen in Berlin festgenommen wurde, weil er feine Geliebte in. einer Autodrojchke bestialisch miß- handelt hatte. Er hatte der Unglücklichen, die er nach langer Trennung in der Leipziger Straße wiedergetroffen hatte, mit einem Rasiermesser gefährliche Verletzungen an beiden Beinen bei- gebracht. Der Angeklagte hatte Dreher gelernt. Er kam aber in seinem Beruf ebenso wenig vorwärts wie vorher in der Schule. Bold verlor er seine'Arbeit und haltlos. wie er war, sank er allmählich von Stufe zu Stufe. Schließlich erhielt er mehrere Gefängnisstrafen wegen ver- botcncn Ko k a i n h a n d e l s. 1928 lernte er dann die damals ZZsährige S. kennen. Die Frau, die schon damals ihren Lebens- imterhalt durch Schließung von Herrenbekanntschaften oerdiente, wurde ihm hörig. Sic folgte ihrem Geliebten nach Hamburg, wo dieser sie schamlos ausbeutete und sie sür ihn aus die Straße geben mußte. Schließlich riß sie sich von ihm los, entfloh nach Berlin und lebte hier wieder allein. Sie glaubte schon, ihrem Peiniger für immer entronnen zu sein, bis sie an jenem unglücklichen 19. März in der Leipziger Straße zufällig den früheren Liebhaber wiedersah. Der Mann stieß die vor Schreck Wehrlose in eine Autodroschke und während der Fahrt brachte er ihr dann mit dem Rasiermesser die schrecklichen Schnitte bei. Durch die Schreie der Frau wurde der Chauffeur aufmerksam, hielt plötzlich seinen Wagen an, und der Unhold wurde verhaftet. Das Gericht oerurteilte den Angeklagten zu drei Jahren Ge- fängnis. Das Mädchen, das in der Gerichtsoerhandlung auf Krück- stocken gestützt erschienen war, muß noch längere Zeit im K r a n k e n- h au s zubringen. Ein Haus beherbergt SZvvv Menschen. Der größte Wolkenkratzer der Erde, das Empire State Gebäude, Ecke 45. Straße und 5. Avenue in N e w Park, ist jetzt ofsiziell ein- geweiht worden. Der Wolkenkratzer ist 415 Meter hoch, hat 86 Stock- werke und beherbergt 25 000 Menschen. Präsident Hoover drückte in Washington ans einen elektrischen Knopf, wodurch sich die Türen des Gebäudes öffneten und die Empfangshalle beleuchtet wurde. Die Aufklärung des Briefträgermordes. Erfolgreiche Arbeit der Polizei.- Die Jagd nach dem Mörder. Die Aufklärung des Verbrechens an dem Geldbrieftröger S ch n a u bedeutet für die verliner Kriminalpolizei einen nennenswerten Erfolg. Alle denkboren Schritte z»r Ver- Haftung des ermittelten Tälers find eingeleitet. Annähernd 150 Spuren mußten verfolgt werden, und schon nach zweitägiger intensiver Arbeit kristallisierten sich zwei Spuren als richtig heraus. Wie weiter bekannt wird, wurde außer dem verräterischen Kragen in dem Mordzimmer eine Krawatte ge- sunden, die ebenfalls dem Mörder gehören mußte. Man machte nun ein Geschäft am Kurfürstendamm ausfindig, in dem der Schlips von einer. Dame vor nicht allzulanger Zeit gekauft worden war. Die Käuferin, Angestellte in einem großen Berliner Warenhaus, war die Braut des flüchtigen Mörders Reins. Räch diesm Feststellungen bestanden an seiner Tälerschofi keine Zweifel mehr. Die beiden Schwestern des Täters, die 18jährige Inge Reins und die 32jährig« Jenny, die beide ständige Gäste in Tanzlokalen des Westens waren, sind feit demselben Tage ohne Angabe ihres Zieles ebenfalls verreist. Ihrer Mutter gaben sie an, genau wie ihr Bruder Ernst, auf der Suche nach A r b e i t zu gehen. Die Kriminalpolizei ist an der Arbeit, um festzustellen, ob die Schrift auf dem fingierten Rohrpostbrief und dem Postanweisungsabschnitt mit der vorgefundenen Schrift des Reins identisch ist. In- zwischen konnte auch geklärt werden, wie Reins in den Besitz der Visitenkarte des Eintänzers W i e ch l aus Wien gelangt ist. Während seines Berliner Aufenchalts hatte Wiechl die Bekanntschaft der jüngeren Schwester des Töters, der 18jährigen Inge Reins, m einem Tanzlokal gemacht. Der Eintänzer gab dem Mädchen fein« Visitenkarte, die ihr Bruder bei passender Gelegenheit unauffällig an sich nahm, lieber Reins selbst ist noch inanches crmittell worden. Er ist, wie gesagt, noch unbestraft, seit dem vergangenen Jahr« war er a r b e i t s l o s. Er gehörte einem Paddctklub an und besaß früher auch ein eigenes Boot. Dieses Fahrzeug war ihm verloren» gegangen und Reins hatte deshalb einen Prozeß eingeleitet, der aus» sichtsreich für ihn stand. Er hätte nach Erledigung mit einer Aus» Zahlung von 850 M. rechnen können. Ehe er am Sonnabend ver» schwand, hat er seiner Mutter Bollmacht zur Fortführung des Pro» zesses gegeben. Unter seinen Sachen haben die Kriminalbeamten eine umfangreiche Korrespondenz gefunden, darunter auch Briefe, die der Eintänzer Wiechl an die jüngere Schwester Inge geschrieben hat. Die Briefe, die Reins selbst geschrieben hat, sind beschlagnahmt worden und werden für die S ch r i f t e n v e r g l e i ch u n g mit der Postanweisung wichtige Anhaltspunkte ergeben. Die wenigen Zeilen der Anweisung und des Rohrpostbricfs allein hätten kein klares Bild gebracht. Reuerdings taucht wieder der verdacht aus, daß Reins auch der Mörder der Konfitürenhändlerin Matschke aus der Fransecky- straße ist. Die beiden Verbrechen weisen so große Achnlichkeit miteinander auf, daß diese Vermutung Grund hat. Auch damals war auf den Geldbricfträger ein Verbrechen geplant. Da sich der Beamte aber an dem Mordtage verspätet hatte, entging er dem Tode. Einbrecher jagd in Steglitz. Festnahme in der Straßenbahn.— Tüchtige Radfahrer. Eine sensationelle Einbrechcrjagdgabesam Diens- tag in Steglitz. Sie zog sich von der Mariendorfer Straße bis zum llnnsbrucker Platz in Schöneberg hin und endete mit einer Festnahme, wie sie sonst höchstens im Film zu sehen ist. In dem Hause Mariendorfer Str. 10 in Steglitz, das ein Doppel- haus mit mehreren Aufgängen ist, wohnt im dritten Stock ein Kaufmann G o m p e r tz. Am Dienstag war er mit seinen Ange- hörigen nach Potsdam gefahren und die Wohnung stand ohne Auf- ficht. Gegen 18 Uhr bemerkte die Pförtnerin des Hauses, eine Frau S t e e r. mehrere verdächtige Männer. Einer trieb sich auf der Straße umher und drei andere, ein älterer und zwei jüngere, fragten im Hause nach Lumpen und alten Kleidern. Die Lumpen- sammler kamen ober so lange nicht wieder zum Vorschein, daß Frau Steer Verdacht schöpfte, hinter dem Handel könnte etwas anderes stecken und das Ueberfallkommando alarmierte. Die„Händler" müssen aber ebenfalls. etwas gemerkt haben, denn sie waren plötzlich verschwunden. Das Ueberfallkommando suchte die gauze Gegend nach ihnen ab, konnte'sie' ober nicht finden. An der Woh- nungstür des Kaufmanns Gompertz war aber deutlich zu sehen, daß man mit einem Dietrich am Schloß hantiert hatte. Es war nicht gelungen, das Sicherheitsschloß aufzumachen. Die Pförtnerin be- ruhigte sich damit keineswegs. Sie beobachtete die Straße weiter und sah auf einmal die Männer wieder. Rasch rief sie jetzt ihren Sohn und den Schwiegersohn herbei, die sich auf ihre Räder schwangen unö die Verdächtigen verfolgten. Diese sprangen auf eine Straßenbahn der Linie 88 und hofften so, zu entkommen. Die jungen Leute waren aber sehr tüchtig, sie liehen nicht ab. Sie Hielten sich neben dem Strahenbahnzuge und paßten auf, daß von ihren„Vögeln" keiner unversehens abstieg. Unterwegs machten sie Schupoposten ousnierksam, die das Ueberfallkommando zum zweiten Male herbeiriefen und jetzt wurde die Verfolgung mit vereinten Kräften fortgesetzt. Die Jagd ging bis zum InnsbruckcrPlotz, wo erfghrin-gsgcinäß die Straßenbahnwagen länger holten müssen. Jetzt war die Zeit gekommen. Nach rascher Verständigung mit dem Schaffner sprangen die jungen Leute und die Hchupöbeamten aus den.volbesetzten Wogen und holten die Diebe heraus. Drei wurhe�r erwischk, der vierte ist entschsüpft...'..'i Sechs Arbeiter gerettet. Nach acht Tagen aus der Grube befreit. Brüssel, 5: Mai. Heute ist es endlich gelungen, die sechs Bergarbeiter, die. seit acht Tagen in der Kohlengrube Hornu-Vasmes ein- geschlossen waren, zu retten. Die Bergleute waren äußerst schwach, so'daß man sie zunächst mit Milch ernährte und dann ins Kran- kenhaus transportierte. Beim Abtronsport der Geretteten spielten sich herzergreifende Szenen ob. Wie erinnerlich, waren die sechs Bergleute am 29. April durch einen B e r g ru ts ch cingsschfossen worden. Zum Glück war bei der Katastrophe ein Rohr der Lüftungsanlage unbeschädigt geblieben, durch das man den Eingeschlossenen Nahrungsmittel, elektrische Lampen, Kartenspiel« und frische Luft zuführen konnte. Da die Gefahr bestand, daß weitere Erdrutsche crsolgtcn, war es unmöglich, durch den Schacht an die Eingeschlossenen heranzukommen. Man mußte von einem benachbarten Stollen aus einen Gang graben, was trotz der Benutzung von elektrischen Bohrmaschinen und Ein- setzung zahlreicher Hilfsmannschosten nur langsam vor sich ging. Oer„Gaskontrolleur" verhastet. Schnelle Aufklärung eines Naubüberfalles. Der Raubüberfall auf die SOjährige Frau Bischofs aus der Grünlhaler straße 6 3, über den wir im„Übend" berichteten. ist schnell aufgeklart und der Täter, ein 27 Zahre alter Hans Jordan aus der Freienwalder Straße S. wenige Stunden nach der Tat festgenommen worden. Auf der Flucht hatte der falsche Gaskontrolleur seinen Hut ver- lorcn. Außerdem hatte ein Zeuge Jordan in der Nähe des Tat- ortes davonlaufen sehen. Polizcibcamte begaben sich sofort nach seiner Wohnung, trafen dort aber nur seine Frau an, die den Hut als Eigentum ihres Mannes erkannte. Als Jordan bald darauf nach Hause kam, wurde er festgenommen. Er gab den Ueberfall zu, bestreitet aber jede Raubabsicht und behauptet, daß er an krankhafter Veranlagung leide und der 60jähriaen Frau Gewalt antun wollte. -ü Im Zusammenhang mit dem Ueberfall auf die Frau Bischofs sei noch einmal darauf hingewiesen, daß das Publikum, um sicher zu gehen, sich die A u s w e i s e der Beauftragten der Gas- werke zeigen läßt.. Jeder Angestellte. der Gaswerke, der im Ver- tehr mit dem Publikum zu tun hat, hat sich durch einen grünen Ausweis mit Lichtbild, Unterschrift des AnHabers, Stempel der Gaswerke und Unterschrift des Dicnststcllenleiters auf Verlangen auszuweisen. Diese Ausweise sind so vorzuzeigen, daß das Publikum sie deutlich sehen kaim. Einarmiger Mefferstecher. Zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Roch zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwur- gericht l den Sattler Alfred Röthling wegen Tot» fchlages zu 2 Jahren Gefängnis. Röthling hatte in der Nacht zum 25. Dezember in der B o r s i g � straße nach vorhergegangener Schlägerei einen Arbeiter Kraz, der in dem Streit dem Friedensstifter gespielt hotte, durch zwei Messer st ich« getötet. Der Angeklagte' ist bereits mehrfach vorbestraft, auch schon wegen gefährlicher Körperverletzung durch eine Messerstecherei. Er hat im. Kriege den rechten Arm verloren. In der Weihnachtsnacht befand er sich mit Bekannten in dein Lokal von Röhr in der Borsigstrahc 16. Spät nachts erschien eine Gruppe von Leuten dort, die dem Ring- verein„Norden" angehören sollen. Mit ihnen bekam der Angeklagte und sein Stiefbruder Streit und es kam hinterher auf der Straße zu einer Schlägerei. Röthling und sein Stiefbruder mußten flüchten. Er ließ sich ober von dem Brüder an der Ecke der Schlegelstraße die Schlüssel zu dessen Stall geben, der sich.in der Nähe befindet. Von dort holte er ein großes Brotmesser. Dann ging er mit seinen Freunden nach der Borsigstraßc zurück. Kraz ging ihm entgegen, um ihn zu beruhigen. Er erhielt aber Messerstiche, und in roher Weise trat der Angeklagte sein am Boden im Blute liegendes Opfer mit Füßen. Dann warf er das Messer weg und flüchtete. Trotz seines Leugnens wurde der Angeklagte nach umfangreicher Beweisaufnahme für überführt angesehen und verurteilt. Auto fährt in Epazierganger. Zwei Menschen iot, drei Berlehte. Niesky(Obcrlausitz), 5. Mai. Auf der Fahrt zur Beerdigung fuhr heute nachmittag ein Varon von T e i ch m a n n aus Obcr-Gebelzig. 5ireis Rothenburg, in eine Gruppe Spaziergänger. Eine Witwe mit ihrem elfjährigen Sohn wurde sofort getötet, zwei weitere Personen schwer und eine Person leichter verletzt. Die Sozialistische Studentenschaft Berlin hatte ihre Mitglieder und Freunde zu einem Semester-Erösfnungsabend zusammengerufen. Eine große Zahl sozialistischer Studenten waren im«aale der „Ressource zur Unierhaltung" versammelt, aber nicht der ernsten Arbeit galt der Abend, sondern der persönlichen Fühlungnahme untereinander, und die Anwesenheit einiger sozialistischer Prosesioren und Dozenten führte bald zu einem regen Meinungsaustausch zwischen„Lehrern" und„Schülern". von Kinder ohne Schutz. Das Elend unter den Kindern wandernder Landarbeiter. 3m tandeshcms der Provinz Brandenburg tagte kürzlich eine von der Deutschen Zentrole für freie 3ugendwohlfahrt einberufene Sonferenz. die sich mit der Bot der Kinder wandernder Landarbeiter beschäftigte. Vertreter von Reichs- und preußischen Ministerien, zahlreiche Abgeordnete und Vertreter der zuständigen amtlichen und freien Wohlfahrtspflege waren erschienen. Es sprach über die Bot der Kinder deutscher landwirtschaftlicher Saisonarbeiter Genossin Dr. weiland- Berlin, während Prälat W i e n k e n- Berlin über die ortsfremden polnischen Saisonarbeiter kinder berichtete und Vorschläge für eine bessere Beaufsichtigung dieser Kinder behördlicherseits machte. Genossin Dr. Weiland schilderte in ihrem Neferat die Lage der deutschen landwirtschaftlichen Saisonarbeiterfamilien, deren Zahl, sowohl durch die Entwicklung der Landarbeit zur Saisonarbeit, wie durch die Vermittlung städtischer Erwerbsloser in kurzfristige Land- arbeit, stch jedes Jahr vermehrt. Zweijährige Erhebungen der Deut- scheu Zentrale für freie Jugendwohlfahrt in Verbindung mit der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung haben gezeigt, wie groß die Gefährdung der Kinder dieser Saison- arbeiterfamilien in körperlicher, geistiger und sittlicher Hinsicht ist. Die Gründe hierfür liegen in den vielfach sehr schlechten Wohnungsnerhältnisscn auf dem Lande(Schnitter- kaserncn, in denen mehrere Familien in einem Raum zusammen leben), unzureichender Beaufsichtigung der Kinder, da die Mutter gezwungen ist, mit auf dem Feld zu arbeiten, ungenügender Ernäh- rung und schlechter Körperpflege. Das Wanderleben der Eltern be> dingt eine oftmalige Umschulung der Kinder, so daß ihre Kennt- nisse, wie eine eingehende Erhebung des Deutschen Lehrervereins zeigt, häufig geringer sind wie die anderer Kinder. Die Zahl der unehelichen Geburten ist noch außerordentlich hoch. Im Winter ist die Lage der wandernden Familien keineswegs erfreulicher. Heimat- und wohnungslos wandern sie oft wachen- und monatelang auf den Landstraßen umher, um nach Verbrauch ihrer letzten Ersparnisse in dem Obdachlosenasyl einer Groß- stadt oder einer privaten Herberge Unterkunft zu finden. Vor allem in Berlin konzentrieren sich die Familien während des Winters und stellen eine Belastung der öffentlichen wie privaten Wohl- fahrt dar. Weitere eingehende Darstellungen über die Not unter den land- wirtschaftlichen Wanderarbeitern gaben u. a. die Genossen Kwasnick vom Deutschen Landarbeiterverband, Professor K a n» t o r o w i c z- Frankfurt a. M., Genosse C h r i st e n s e n vom preu- ßischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Die Forderungen, die die Rednerin am Schlüsse ihres Vortrages stellte, lauteten: Beschaffung von Siedler- und Deputatstellen, Schaffung von Wintcrheimcn, Besserung der Unterkunstsverhältnissc und vor allem Herausnahme der Kinder aus dem Wanderleben Neuer deutscher Weltrekord. 266 Kilometer im Segelflugzeug. Dem jungen Zrankfurier Piloten Groenhosf ist es am Monlag gelungen, einen neuen Weltrekord im Segelslng auszustellen. Er startete in München und ließ sich von einem Motorslugzeug bis S00 Meter höhe schleppen und dann aushängen. Den Vorwiud eines heraufziehenden Gewitters nutzte Groenhosf geschickt zu einem Ueberlaudflug. Der Pilot landete nach stundenlangem Zluge in Knoden(Tschechostowakei) am Rande des Erzgebirges. Damit hatte er einen neuen Weltrekord von ZS5 Kilometer ausgestellt und den alten, von dem Wiener S r o n- selb gehaltenen Weltrekord von 164 Kilometer, um über 100 Kilometer verbessert. Da der Flug auf völlig ebener Strecke durchgeführt wurde. Handel» es sich um eine Leistung, die einzig dasteht. Vrückeneinsturz in Elmshorn. Keine Opfer, aber großer materieller Schaden. Elmshorn. 5. Mai. Die im Zuge der kaiserstroße vom Markt noch Uetersen führende hauptstraßenbrückc über die Krückau ist am Dienstag infolge der unter dem Zlußkctl durchgeführten neuen Kanalisation eingestürzt. Soweit bisher bekannt, sind Menschen nicht zu Schaden gekommeu. Durch den Einstur, sind sämtliche Kabelverbin düngen in Mitleidenschast gezogen worden, so daß der größte Teil der Fernsprechverbindungen über Elmshorn gestört ist. Auch der Verkehr muhte infolge des Brücken- eiusturzes umgeleitet werden. „Traumlanö" im Nerliner Norden. Der Norden Berlins erlobt eine lleberraichung. Oinniücii des um das Schloß S ch ö n h o l z gelegenen Parkes ist gleichsam über Nacht ein« Lichtstodt mit dem schönen Namen„Traum land" erstanden. Auf etwa 80 000 Quadratmeter Gelände, baut sich ein riasiger Bergnügungspavk aus. Alle Schaustellergrößcn Deutschlands hohen sich hier ein Stelldichein gegeben. Aus den Bauten des „Trauinlandes" ragt in gigantischer Konstruktion die Himalaya- bahn hervor mst einer Fahrbahn von 2000 Meter Länge. Eine zweite nicht minder große Berg- und Tatbohn. nur für wenig ängstlichere Gomüter bestimmt, baut sich daneben auf. An Bahn- und Fahrgelegenheiten ist nach zu nennen: eine amerikanische SchleUderbahn�oine künstliche RodelbaHn, eine große Opelbahn u. o., daneben für Sportfreund« eine Motorbootregatta und sonstige Attraktionen. Bei.anderen Schaustcllcnmternehmcn locken fremde Bökkertypcn nder reiche Sammlungen von Tieren fremder Erde, Zwerge und Riesen. Für die Kinderwelt ist besonders gesorgt: für sie sind die schönsten- Karussells und Radfahrrundbahnen vor- Händen, sogar der alt« Flohzirkus ist wieder da. Das 3000 Personen fassend« A l p« n d o r f„Alt-Baycrn", das im vorigen Sonmier die Sehenswürdigkeit der Antwerpener Welt- Ausstellung war, bringt echt bayerische Unterhaltung mit Maß- trügen und bayerischer Musik. Dos Angenehmste an dem Unter- nehmen ist, daß nur ein geringer Eintrittspreis von 20 Pfennig erHobe» wird._ Die Schießerei in der Wrangelftraße. Der tödliche Schuß auf den 44jährigen Arbeiter Wilhelm Polen aus der Wrangelftraße SS scheint sich nach den Ermittelungen der Polizei als ein A k t der N o t w c h r des von Poley angegriffenen 34jährigen Bruno S ch i m a n s k i herauszustellen. Poley drang mit einem etwa 20 Zentimeter langen Eifenftück auf Schimanski ein, der seine Pistole zog und in der Bedrängnis zwei Schüsse abfeuerte. Eine Kugel traf Poley in den Unterleib, der Schuß wirkte sofort tödlich. Das zweite Geschoß drang der Frau Poleys, die sich mit einem Regenschirm an der Schlägerei beteiligt hatte, in den Kopf und verletzte sie lebensgefährlich. Schimanski wird, bis die Angelegenheit völlig geklärt ist, im Gewahrsam bleiben. Eine Untersuchung, ob eine Uebcrschreitung der Notwehr vorliegt, ist eingeleitet. Oer Erweiterungsbau im Kinderkrankenhaus. Die Stadtverordnetenversammlung wird in einer Vorlage um Freigabe von 30 000 M. zur Weiterführung des Baues der Quarantäne st ation des Kinderkrankenhauses in der Reinicken- dorfcr Straße gebeten. Nachdem der erste Bauteil nahezu fertig- gestellt worden ist, soll zunächst die Höherführung des Mittelbaues vorgenommen werden, um die bei späterer Ausführung sonst un- ausbleiblichen Störungen für die inzwischen im Erdgeschoß unter- gebrachten Patienten zn vermeiden. Außerdem werden bei sofortiger Ausführung unnötige Mehrkosten für ein provisorisches Dach vcr- mieden. Neue Wache-Ehrenmal Mitte Juni fertig. Der Umbau der ehemaligen Neuen Wache zu einer Gc- dächtnishalle für die im Weltkrieg Gefallenen geht seiner Vollendung entgegen. Der Platz um die Halle ist einheitlich gepflastert worden: der historische Postcnstein wurde in das Pflaster versenkt. Das Innere der Halle ist mit grauem Muschelkalkstein verkleidet. Der dunkle Fußboden wird jetzt gelegt, aus dem dann der schwere schwarze Granitstein zur Aufstellung gelangt, der von zwei Kandelabern flankiert wird. Bor der Halle werden zwei Flaggenmasten auf- gestellt. Die feierliche Einweihung der Gcdächtnishalle erfolgt erst Mitte Juni......... � Gefunden und verloren ans dem Maijugeudlag im volkspark Rehberge. Folgende Gegenstände sind verloren gegangen: Ruck- sack mit Mantel, Kletterweste, blau mit weißen Knöpfen, eine ge- strickte Baskenmütze, ein Faustball, ein Gelbfilter, eine Mattscheibe K'/-X9, ein Lederhandschuh(Nappa), S Portemonnaies(zwei in 5)uf- eisenform), olle mit Inhalt, ein Taschenmesser. Folgende Gegen- stände sind gefunden worden: eine Baskenmütze, ein Unterrock, 1 Paar Lederturnschuhe. 2 Paar Stoffturnschiihe. ein Bund Schlüssel, eine Turnhose, ein Turntrikot, zwei einzelne Stutzen, ein Auslöser. Die Gegenstände sind abzugeben bzw. können abgeholt werden in der Jugend zentrale, Berlin SO. 16. Engel- ufer 24/2S, TI Treppen, Zimmer 26, und zwar: Freitags in der Zeit von 16 bis 10 Uhr. Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". EettSkts gelle: Berlin S 14. EedaNinnNr S7— 38. Sei 2. Sr. Mittwoch, 6. Mai.«aaaoriiand. 20 Ulir giiflenHfiteriifcun« im Saubttre, linker Aufaang. Tie-sa-te», 1. Äameradschait: 20 Ulir Miigliedervrrsainnllimq. ffeicdrichohai», Äomeradschaf: lZronkfurt: 20 Mir Kameradschaftsverwniniluna bei Graiwnrr. Soirtftt. 25. Lichtbilderoertrast. »Spcnick, Äameradichaft: Äntreten l« Mir Bahndof Köpenick. Seimabcnd des Sungbanners fällt»IIS.— Donner,«»«, 7. M»i. Treptow Vrtsverrjni, ounobann-r: iOiZ Uhr lbiaendiitw»« im ZiHKnihcim Bomnschulenwe«. Ernst. strafte 16. 1 Treppe. B»-mschule»we«(Äamerabfdjoft); 20 Ufte ällituliefter. petrairanlumt bei Bormnan», Äiefftolv Ecke Daimeschulen strafte. Lortraa Kam. Pftilippsborn:„Der Nampf um Preuften".— gleit»«, 8. Mai. Frieftrichoftaia laameraWchaft Mernel): 10'- Ufte aatnrraäschoftoversatnmliin« bei Brandt. aiiemcltt Str. 13. atenjbct«. Zu« I: 30 Ufte Mit«liederversammlun« bei Ceeftock, Willibäld-Aleris-2!r. 5._ Reich,bn»d bei Btieqsbefchobifltctt,»riegsteilaeftmer und«riegerftiatrr- bliebe»«», Ort,«rnr»e Luden. Mittwoch. 6. Mai, 30 Ufte, Skcfornmlun« im Restaurant„Mariischer Sei", Berlin. Bbrnitalftt. ISa. .Stutmaoael", CrUflnippe Während der Ferien- und Reisezeit ■ kann der„Vorwärts" und der„Abend" auf jede Dauer allerorts bezogen werden Touristen und Wanderer ■ fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutsch lands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Sommerfrischler lassen sich den„Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden Das Porto betlägt wochentaes 10 Pf., Sonntags 15 Pf.(pro Woche 70 Pf). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts" auf dem billigeren Wege der PostÜberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt Indiesem Fallekommen zu dem Abonnementsbetrage nur die Poslbestellgebühren von 72 Pf. pro Kalendermonat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„Vorwärts", Berlin SW58, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkolonisften wird der„Vorwärts" durch Boten zugestellt Genaue Bezeichnung der Laube ist erforderlich. Postabonnehten i müssen die Nachsendung unter Beifügung von 50 Pf. in Marken mindestens 2 Tage vor der Abreise schriftlich bei der Zustell- Postanstalt beantragen. Barlin 5W 68, Linden Straße 8 V orwarrs- V enag Fernsprecher Dönhoff 292-297 Löcher im Fünfjahrplan. Oer Sowjetfinanzplan im 1. Ouartal 1931 nicht vurchgeführt. Noch Angaben des stellvertretenden Finauzkom, m i s s a r s G e n k i n hat der Finanzplon im 1. Ouartal mit einem Einnahmenausfall abgeschlossen. Unbefriedigend find die Einnahmen von den Sowjetanleihcn, ebenso die Einzahlungen auf die Anteile in den Konsumvereinen, die um rund 49 Millionen Rubel hinter dem Plan zurückgeblieben sind. Auch der Finanzkommissar der Sowjetunion. G r i n k o, erklärte aus dem Gewerkschaftskongreß der Finanz- beamten, daß die Produktions- und Finanzpläne im I.Quartal un- befriedigend durchgeführt worden sind. Unter anderem hat die Sowjetindustrie dos Produktionsprogramm nur zu 89 Prozent ausgeführt. Die eigenlliche Ursache der Schwierigkeiten liege darin, daß der ganze„Sowjetapaprat� sich nur sehr langsam dem beschleunigten Tempo des sozialistischen Aufbaues anpaßt. Chemiegewinne der Schweiz. 1? proz Farbendividende. Die größte schweizerische Chemiefirma, die Gesellschaft für Chemische Industrie(Ciba), hat auch im Krisenjohr 1939 so günstige Geschäfte gemacht, daß sie in der Lage ist, auf ihr Aktienkapital in Höhe von 29 Millionen Franken wiederum 17 Proz. Dividende zu verteilen. Die Einnahmen aus dem Warenverkauf waren sogar höher als im Jahre 1929, da jedoch die Unkosten und die Zinszahlungen etwas gestiegen sind, so zeigt der Reingewinn eine minimale Verringerung von 3,79 auf 3,65 Mil- lionen Franken. Die Ciba bildet mit den ebenfalls in Bafel sitzenden Chemie- firmen Sandoz und Geigy die Interessengemeinschaft schweizerischer Chemiefirmen; diese Organisation ist Partner des d e u t f ch- f r a n- zösifch-schweizerischenFarbstoffblocks. Dividendenloser Abschluß bei Thörl-Harburg. Die F. T h ö r l s Vereinigte Harburger Oelfabriken A.-G., mit ihren 2999 Beschäftigten das größte deutsche Unternehmen dieser Art, ist der breiten Oeffentlicheit durch ihr erfolgreiches Experiment mit der Arbeitszeitoerkürzung(Sechsstundenschicht) bekannt geworden. Für das Geschäftsjahr 1939 wird keine Dividende(in den Vorjahren 6 Proz.) verteilt, obwohl der Absatz mengenmäßig kaum zurückgegangen ist. Aber der Preissturz für alle Rohstoffe zwang dazu, auf das große Warenlager erhebliche Abfchreibun- gen vorzunehmen; es erscheint in der Bilanz mit etwar S Millionen Mark nach 11 Millionen Mark, obwohl es mengenmäßig kaum kleiner als im Vorjahre sein dürfte. Gummikonzern Dunlop verzichtet auf Schlußdivideude. Der größte englische Gummikonzern Dunlop, der mit einem Kapital von 169 Millionen Mark arbeitet, hat 1939 einen Rein- gewinn von rund 22 Millionen Mark erzielt, der gegenüber 1929 auf die Hälfte zusammengeschmolzen ist. Der Kon- zern verzichtet auf Grund dieses verschlechterten Ergebnisses auf eine Verteilung der in England üblichen Schlußdividende und be- läßt die Gewinnausschüttung bei der bereits bezahlten Zwischen- dividende von 6 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden den Aktiv- nären 15 Prozent ausgezahlt. Dieser englische Gummikonzern steht seit Monaten in einem erbitterten Konkurrenzkampf gegen die E o n- tinental-Gummiwerke in Hannover, so daß diese Zu- rückHaltung in der Dividendenpolitik offenbar al» Rüstung für weitere Kämpfe angesehen werden muß. SN 22-1""m alle 2tl>© WOCHEN* DIE FEINE IMMER GLEICH CUT KOCHEN-«3311333��� PREISWERT WIE KEINE MW MetallaMr-TeM Vervelhugsstelle Berlin Todesanzeig«ii Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin «Silk Kühl geboren 23. Juni 1870, am 3. Mai geftorde» ist Die Einäicheruna findet Donners- tag, den 7. Mai, 13 Uhr, int Krematorium Baumschulenweg statt. Am 4. Mai starb unser Kollege, der Schlosser Rlchsrö Karsowsky Die Einäscherung findet Freitag, den 8. Mai, lüv- Uhr, im Krema- tormm Gerichtstraße statt Ehre ihrem«udenfeu! Rege Beteiligung erwartet Die OrisTervsItanZ Nach langem schweren Leiden entschlief am 3. Mai mein lieber Mann, Bruder, Schwager und Ontel Franz Letzin im Alter non 73 Jahren Marie Letzin, geb. Klose. Berlin, den 5. Mai 1931. Biischingstraße 5. DI« Trauerfeicr findet am 6. Mai. abends T/t Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Montag, den i. Mal,»erstarb nach langem schweren Leiden unser geliebter Sohn und seiner Tochter guter Bater Richard Karsowsky im 38. Lebensjahr. In tiefer Trauer Georg Karsowsky o. Frau Inge Kersowsky Amsterdamer Straße ö Einäscherung am Freitag, 8. Mai, 19'/. Uhr, Krematorium Gerichtstraße. MWei MlnlMer-Bnlnli Wahlkörper-Versammlungen der arbeitslosen und Invalidem Mitglieder IftrtfilMpnPt- TU- OonnctelaB, den Z. not, mittag c 12 Vs Ahr. im -«vayttvrper Hl. Si%nngefaoI den Secbaabshaufes, Cinienflr.83 85: Eisen-, Metall-, Revolver, Karussell- und Bohrwertsdreher, Schraubendreher. Rundschleifer, Einrichter, Automateneinrichter, Rohrleger, Rohrlrgerhelfer. WahltörperlV: Graveure, Ziseleure, Gürtler, Drücker. Schleifer, Galvaniseure, Elfenformer, Metallsdrmer. Kernmacher, Arbeiterinnen, arbeiter. Zigarette um aschinenführrr, im .. ,»8/88 . ss«. len Hauer, Gießerei- und Hilf» Handwerker, Atnovorfiihrer. Mafilkörver V« 5?«Uag. den 8. Utoi, nachmittag» 2»Hr. im -WUl/IIVIKCr T.»itznngnfaal den verbandahanse». cinlenstr.»Zs»S: Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser, Schnittardeiter, Walzwerkarbeiter. Gold- und *....—--------------. Wmacher."-----------"------ rdetterwnen. ßilberarbeitcr, Mechaniker, Opttter, Ardei . Werkzeugmacher, Scharfschleifer, Tagesordnung: Beratung der Anträge und Wahl der Delegierte« zur Generalversammlung am 18. Mai 1931. Zutritt haben nur diejenigen Mitglieder die im VerbandSduch die Berufs» bczeichnung haben, sllr weiche die Versammlungen einberufen sind, Ohne Mitgliedsbuch unb Ardeitslofeukarte kein Zutritt El» schränke elektrische Kühlschränke fiiszuiSflonatsratei Vaddalz — Berlin W 8. LeiDZiqer Str. 121-123— & Co. StMcde rtk. Krllger 8 Lethen PemuMrik XtiuFmilridutr. 106/1117 I Kn.r.lM.Jnuvilibrllgi Nach langem schweren mit großer Geduld ertragenen Leiden entschlief am 3. Mal, nacht, l t>/, Uhr, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Sthwester. Schwiegermutter und Groß- mutter. Frau Marie Quandt geb, F o ß m ann im Alter von 73 Jahren Im Nämen der trauernden Hmler- bliebenen Albert Qaandt Berlin SO. 5. Mai, Wiener Sir, 57a Die Beerdigung findet am Donners» tag. dem 7 Mai. voim. 1t Uhr. von der Kapelle des Neuen Gemsind-fried- Hofe« Treptow-Baumschulenweg, Kies- holzstraß« 221. ans statt tettern Üoueiheilung! Eigenes System. ......, ecket, Berlin, S. FadiinsHtai G. Neeckel, Dahlmannstraüe 24. Ecke Kur- fürstendamm. Sprechst.3— 7, Prosp.frei. KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiimtiiiiiiiiiiiiiinii Preis«: Ubdrschrlftswort 29 Pf., Textwort 12 Pf. Wiedarholungsrabatts 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worto 20 Proz.' 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Mit der Stell« ist nach der städlischen Bcsoldungsordnung z Zt.. wenn sie als Normalstelle festgesetzt wird, das Gehalt der festen Gehälter der neuen staatlichen Besoldungsgruppe VII. wenn sie als qualifizierte Stelle drftimmt wird, da» Gehalt der neuen staatlichen Besoldungsgruppe V perdunden. Persönliche Vorstellung nur nach ersolgier Aufforderung, Bewerbungen mit Lebenslauf und Ueberblick über dt« bis- herige Tätigkeit sind bis spätestens 3>. Mai 1931 nur an das Büro der Stadtverordneten- Vcrfammlunss Frankfurt am Main, Rat- hauS, Zimmer Rr. 140, einzureichen. FrankfurtamMain,den30. April 1931. Der Vorfitzeudc der«tadtverorduetcn-Versammluag. 1» Heif twoli. Abstimmungen im Landtag. Forsietat erledigt.- Hakenkreuzler und Kommunisien zur Strafverfolgung freigegeben. Der Landtag setzte gestern die 2. Lesung des Haushalts des Staatsministeriums und des Minister- Präsidenten nach der Rede Otto Brauns, über die wir bereits im„Abend" berichteten, fort: Abg. Riedel(Staatsp.) begrüßt die baldige Verabschiedung des Staatsvertrages mit der evangelischen Landeskirche. Der Stahl- Helm sei mit seinem Volksbegehren schwer hereingefallen und wolle jetzt den Volksentscheid hinausschieben. Die Volkspartei greife die Preußenregierung an, obwohl sie sich ständig bemühe, in dieselbe hineinzukommen. Das Volksbegehren habe innerpolitische Unruhe erzeugt. Die Rechte wolle der Reichsregierung Schwierig- keiten machen. Selbst Pfarrer hätten die Religion zur Agitation mißbraucht. Abg. Lindner(Christl.-Soz.) kritisiert die Notverordnung, die einseitig gegen christliche Kreise angewendet werde. Der deutsch- nationale Abgeordnete Schwecht habe mit untauglichen Mitteln den Versuch unternommen, das Zentrum von der Sozialdemokratie zu trennen. Die Beratungen werden unterbrochen, um die für 2 Uhr angesetzten Abstimmungen vorzunehmen. Zunächst wird über die zum Forst Haushalt ge st eilten Anträge abgestimmt. Es werden eine Reihe von Anträgen an- genommen, die der daniederliegenden Forstwirtschaft helfen wollen. Dabei wird ein sozialdemokratischer Antrag ange- n o m m e n. der das Staatsministerium um eine Prüfung ersucht, wie eine Altersversorgung für die Staatsforst- o r b e i t e r eingeführt werden kann. Angenommen wird ferner ein sozialdemokratischer Antrag, den Holzeinschlag auf jeden Fall und in dem Umfang vorzunehmen, den die Absatzmöglich- keiten gestatten und Straßenbau und sonstige forstwirtschaftliche Arbeiten in solchem Umfang durchzuführen, daß zur Behebung der Arbeitslosigkeit möglichst sämtliche sonst in den Staats- forstbetrieben beschäftigte Arbeiter eingestellt werden können. Es folgen die Abstimmungen über die zurückgestellten Anträge des Geschästsordnungsausschusses auf Aushebung der Jmmu- n i t ä t für die Abgeordneten Grosse(Komm.), D u d d i n s (Komm.), Lohse-Altona(Natsoz.) und H i n k l e r(Natsoz.). Die Abstimmungen über die Freigabe der kommunistischen Abge- ordneten sind auf Antrag der Kommunisten namentlich. Sie werden gegen die Kommunisten angenommen. Auch die Nationalsozialisten L o h s e und H i n k l e r werden zur Strafverfolgung freigegeben. Dagegen stimmten Kommunisten. Deutschnationale und Deutsche Volkspartei. Hierauf wird in namentlicher Abstimmung ein von der Land- ooltpartei gestellter Abänderungsantrag zum Diäten- g e f e tz abgelehnt, der bei Beamten, Geistlichen und Lehrern, denen als Abgeordnete Stellvertretungen gestellt werden, die Halste der Diäten kürzen will. Ferner wird in zweiter Lesung die Aenderung des preußischen Wohnungsgesetzes von 1918 ange- nommen. Danach soll für die Gesundung von Wohnvierteln, Häuser- blocks usw. der erforderliche Grund und Boden bis zum 31. De- zember 19ZS im Enteignungsweg in Anspruch genommen werden. Die Zulässigkeit wird durch den Wohlfahrtsminister ausgesprochen. Für das Verfahren soll das vereinfachte Enteig- nungsverfahren von 1922 gelten. Das Gesetz wurde in nament- licher Abstimmung von Linksparteien und Zentrum gegen 1 Stimme angenommen. Die Rechtsparteien beteiligten sich nicht an der Ab- ftimmung. Danach wird die Aussprache über den Etat des Staats- Ministeriums fortgesetzt. Abg. Schulz-Neukölln(Komm.) kritisiert heftig die Ausführungen des Ministerpräsidenten, dem er Duldung und Förderung des Brot- wuchers vorwirft. Diese Haltung sei ein politisches Verbrechen (Ordnungsruf). Scvering und Braun hätten als gutbezahlte Bonzen kein Empfinden für hungernde Arbeiter. Mit keinem Wort hätte sich der Ministerpräsident gegen psäffischc Beschimpfungen der Frei- denker gewendet. Damit ist die Beratung über den Haushalt des Staats- Ministeriums und des Ministerpräsidenten beendet. Die Abstim- mungen darüber finden am 7. Mai statl. Das Haus tritt hierauf in die zweite LesungdesHaus- Halts des Finanzmini st eriu ms ein. Nach dem Berichterstatter Abg. Kasper(Komm.) erklärt Abg. Riursch(Dnatl.), daß die Regierung jetzt endlich ernst mache mit Einsparungen. Hohe Aufwandsentschädigungen müßten abgebaut werden und mit der Bevorzugung politischer Beamter bei der Einstellung sollte man Schluß machen. Die freie Wirtschaft klage mit Recht über die hohen Personalkosten der Staatsverwaltung. Die Schuld hieran trage die schlechte Beamtenpolitik der Regierung. Abg. Dr. Heß(Z.) stellt fest, daß 1939 die Deutschnationalen auf Veranlassung des Zentrums einen Antrag einbrachten, nach dem festgestellt werden sollte, wieviel Beamte dem Zentrum angehören. Darüber hätte die deutschnationale Presse wahrheitswidrig berichtet. Die Regierung habe sich auf dem Standpunkt gestellt, daß dieser Antrag verfassungsrechtlich nicht durchzuführen ist, und deshalb habe sich das Zentrum selbst geholfen. Bei den höheren Beamten des Justiz- und Wohlsahrtsministeriums fei zwar die konfessionelle Parität hergestellt, dagegen könne von einer solchen bei der mittleren Beamtenschaft keine Rede sein. Eine krasse Imparität zeige sich auch im Landwirtschaftsministerium und bei der Oppelner Regie- rung. Hugenberg habe zwar für den Fall einer Rechtsregierung Gerechtigkeit auch für die Katholiken in Aussicht gestellt. Einmal habe es damit noch gute Wege und dann lege das Zentrum absolut keinen Wert auf eine Begönnerung von Hugenberg, sondern helfe sich lieber selbst. Im allgemeinen seien die Katholiken in Preußen noch lange nicht ihrer Stärke entsprechend an der Staatsverwaltung beteiligt. Hierauf wird die Weiterberatung auf Mittwoch 12 Uhr vertagt. ataftsimtoea ffic diese Rubrik sind Berit» TW 63, Sinbcnfttoftc 3, Groß-Berlin stet« OB da» Dezirkosekretariot 2. Hof, 2 Treppen recht», z» richte» i«. Zirei«. Diese Woche kein« Vorstand- s,zunq. i» ParteibSro. Mitteilungen am Zsreitng Beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? Heute, Mittwoch. K. Mai. 1. Stci«. Die 9Haifricriotlen nritssen Mittwoch bei Dobroblow in der Sreis- notitonisfitiuna abgerechnet werben. Die bis Donnerstag beim Genossen Wöllstein nicht abgerechneten Karten gelten als verkaukt und»niissen de» zablt iverben. 17. Stci«. Der.Vorwärt-� liegt in mekreren Exemplaren für unsere arbeit«. las,» Genossen i» der»iblibthet. Beichselstr. 2», täglich von 1—11 Ud». auch Sonata»», an-, E» wird um regen Besuch gebeten. 17. Abt. 20 Uhr Arbeitsgemeinschaft junger Paricimitgliedcr bei lNinge, Ecllerstr. lt. 74. Abt. ssuicktionSrfchung im Waldbaus. Cpandauer Straße. 74-, Abt. 20 Uhr ssunktionärlitlung bei Scklneider, Potsdamer Str. 2Z. 81. Abt. Dildungslrcis jüngerer Parteigenossen fällt heute aus. dl. Abt. Arbeitsfrei« iunger Parteigenolsen: Henk«. A Ahr, W LSkkler, Deichsel. Ecke Ossostraf;?. Vortrag über Imperialismus". Referent cherx. dd. Abt. Zusammentunft der jüngeren Parteimitglieder im Eißung-ranm töan'nemannstr. 40. 132. Abt. 20 Uhr, Lokal E. Klug. Darfstr. 2, ssunktionärsitzung. Morgen, Donnerstag. 7. Mai. 1«. Stci». An der weltlichen Schule, Köpenick, interessierte Genossinnen und Gcnnffcn erscheinen a»r Versammlung der Freien Dchnlgemeind« NM 20 Uhr im Stadttdeater, Friedrichstr. 6. 4 Abt. Sunltionärfitvuiig bei Brandis, Gtralaucr Str. 10. ng. Abt. fsunktionärsihuna bei Losack, Briimestr. 8. 34. Abt. Lokal Ncisch. Cadiner Str. 10, lsunktionärsihung. Z8. Abt. ffunktionörsihung bei Busch. Tilsitcr Str. 27. 109. Abt. Pünktlich 17 Uhr 3. eiusammenkunft der erwerbslosen Genossen im Lokal svahrenthol,. Wilhelm. Ecke Kirchstraße. Referent Gustav Wasewip: „Die Erwerbslosen in der Krantennersicherung". 110. Abt. 20 Uhr wichtige Funklianärsihung bei Morr, Neue Bahnhofstr. 28. 119. Abt. ssunbtumärlihung bei Barb, Müllenborsstr. 48. 124. Abt. 19 Uhr Funktionärsihuna bei Anders, Bahnhofstr. Z7. 143. Abt. Funkttanarsituina mit allen Bczirlsfllhrern beim Genossen Lehmann. Oraniendamm 16. Freitag, S. Mai. 3. Abt. Wichtige Funktionärsthuna bei Borlick, Sebastianstr. 37—38. 85. Abt. 20 Uhr Fnnktionärvcrsammlung bei Pommerening, Berliner Straße 100. 98. Abt. Funktionärsißung bei Lohann, Wipp er Str. 18—19. 8- 5. Srnif. Die Kinberfrcunde unseres Kreises veranstalten am Sonntag. 10. Mai, auf der Wiese bei Sanssouci, 23 Minuten vorn Bahnhof Wuhl- heid« lSadowos. ein großes Woldfest. Ans dem Programm: Zeltlager. Kasperle, Volkstänze, Maienspiel, Zirkus, Singelrcis usw. Wir bitten um zahlreiche Teilnahme unserer Parteigenossen. Di« Genossen werden von 12—18 Uhr vorn Bahnhof Wnhlheide abgeholt. Beginn der Bor-. führungrn pünktlich 13!i Uhr. Fraucnveranstaltungen. 123. Abt. Donnerstaq. 7. Mai, 20 Ilbr, bei Hübner. Wilbelm. Ecke Babnhos- sicasie. Heiterer Abend. BortraaendLr fttan* Hoseinann. 137. Abt. Die ssunktionärinncnsitzunq findet beute nick>t statt. Nähere Mit. teNuna evfvlat. Dezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 8. Krri-. Donnerstag, 7. Mai, lOlz Uhr, Krcisausschußstßung bei Krüger, Grimmltt. 1. Arbeiker-Bildungsschule. llebnna-stund« des Sprechchor» für Proletarische Feierstnade» am Donners- tag, 7. Vtai, 191i Uhr, im Eefangssaal der Sophieii-Schnlc, Weinmeister. stroße 16—17. Nach der langen Pause bitten wir, daß all« bestimmt und pünktlich erscheinen. Arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde Groß-Berlin. Srei» Eharlotteubnrg. Donnerstag. 7. Mai, 20 Uhr, Seim Rostncnstr. 4, ElternversamMlung. Es spricht der Genosse Fran, Hauch über.Gemein» i schaftsergiehung in Gruppe und Familie". Erscheinen aller Eltern unbedingt notwendig, da über Familiensahrten auch noch gesprochen wird.— Diens- tag, Donnerstag und Sannabend spielen die Gruppen aus unserem Plag. Svandaucr Chaussee lErundstück alte Wasserwerke) ab 13 Uhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 38. Abt. Am 8. Mai verstarb unser Genosse Franx Lcßin. Biisching. stvaße 5, im Alter von 78 Jahren nach SSjährigcr Parteimttgliediehost. Ehre sein«m Andenken! Einäscherung Mittwoch. 1914 Uhr, Krematorium Gericht. straße. Um rege Bsteilignng wirb gebeten. 78. Abt. Am Donnerstag, 30. April, verstarb Genosse S e r m a n n Schüler, Schöneberg, Teinpelhoser Str. 18u. Ehre seinem Andenke»! Di« Beerdigung hat bereits stattgefunden. 118. Abt. Am 1. Mai verstarb vlüKUch unser langjähriger Genosse Ott» Schah. Beerhignng am 6. Mai, 13'4 Uhr, auf dem Zentralfriedhof Friedrichs- felide. Reg« Beteiligung erwartet der Abteilungsvorstand. All« Achtung:... Es mallst der deutschen Lousfrou alle Ehre, daß sie das wirklich Gute und Preiswerte mit unfehlbarer Eillierbeit erkennt, denn das ist gar nicht so leicht. Von allen Seiten dringen die Ankündigungen dräuend auf ste ein: Preissenkung, unerhörte Billigkeit, noch nie dogrwesene niedrige Preise. Doß die moderne Frau stch aber kein T für ein u var» niochen läßt und neben Preiswürdigkeit auch auf Qualität steht, hat der ungeheure Erfolg der neuen Margarine Sanella gcxeigt. Jeder Hausfrou ist binnen luricm Sanella wohlvertrant geworden, da ste nicht nur zeitgemäß im Preise ist, sondern selbst die Ansprüche des verwöhntesten Geschmack s erfüllt. l 4 7S"« llft- 'S" .<1 '< ,r,i! Sil •€me Heue und OUit, Wä&cks$u �pikhtn, eine Methode, die von praktischen Hausfrauen entdeckt wurde. Das Spulen der Wäsche hat den Zweck, die Wäsche von allen Seifenteilchen zu befreien, die sie während des Kochens in sich aufgenommen hat. Mangelhaft gespülte Wäsche neigt zum Vergilben und wird schnell unansehnlich. Deshalb spült die sorgfältige Hausfrau immer zuerst in gut warmem Wasser und danach so lange kalt, bis das Wasser klar bleibt. Geben Sie dem ersten warmen Spülwasser 1 bis 2 Handvoll Henkel' s Sil— kalt aufgelöst— bei. Sic werden erstaunt sein, um wieviel schneller, sorgsamer und gründlicher alle Rückstände, der Waschlauge beseitigt sind und wie klar, blütenweife und duftig schön eine silgespülte Wäsche ist. Viele tausend Hausfrauen spülen heute schon zu ihrer gröbten Zufriedenheit mit Sil; auch Sie werden bald die Vorteile dieser wirklich praktischen Methode erkennen (Mb spült und bleicht- ganz unerreicht- SOHDER-VE RKAUF In unseren Häusern Belle-Alliance-Strasse Wilmersdorfer Strasse Frankfurter Allee Kottbuse r Da m m Brunnenstrasse Chausseestrasse Andreasstrasse zeigen wir im 1. Stock an den Spezial- Korsett-Abte Hungen die Herstellung des Corselets >UNSER TYP« Zu diesem Zwecke haben wir eine Reihe modernster Spezial- maschinen der Fa.Singer aufgestellt * Wir unterhalten in allen Häusern ständig ein grosses Lager Corselets, Hüfthalter und Büstenhalter der verschiedenen massgebenden Marken, wie»Hautana«,»Feiina«, »Plastica«,»Unser Typ« usw. 96 C o r s e I e f »UnurTyp«(Abb. 1), gultr Jacquard, mit guhitzsnder 7 1\ Charmauubrust............** Hüfthalter „Unter Typ"(Abb. 2), für stark« Figuron, sehr gute J JT Verarbeitung.............. Kordel-Büstenhalter Höfthalter (Abb. 2), für starke Figuren, gute Passform............. C o r s e I e t (Abb. 3), guter Brodi�estoff, lange Förm, eleg. Verarbeit. Büstenhalter »Unser Typ"(Abb. 4), bewährte Form............. 0,95 6,90 0,95 „Unser Typ"(Abb. 4), sehr gute Form, mit Seiten- schluss C o r s e I e t „Unt.r Typ"(Abb. 5), Jacquardstoff, gut., aus- gnarb.itetn Form.......... 4,50 1,95 Höfthalter „Unser Typ"(Abb. 6), seitl. z. Haken, m. Magen verstärk. Höfthalter „Unser Typ"(Abb. 7), Brochäestoff, mit Schnürung S p o rt g ö rtel (Abo. 8), guter Jacquard- itoff, seitlich zum Haken... 1,95 2,95 0,95 C C l Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch, 6. 5. Staats-Oper Unter d. Linden 247. A.-V. 20 Uhr Oer iliegende Holländer Ende 22' 1- Uhr Staats-Oper im Piltz dir Republik. V.-B. 20 Uhr Die lauMöte Oiffuutl. Hirtenverkauf Ende n. 23 Uhr Mittwoch, 6. 5. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus 1 19 Uhr Lobengrin Ende 23*h Uhr Staat). (an Oendarmuamerbt). 212 A.-V. 20 Uhr König Hahnrei Enden 22 | Sonnabend: 8'a| [7*r\|io,6|| Ssonntag, lO. Mal 1 Zum vorletzten Irl 4SI Male Znni SO. Haie|9�Q| T raute, Hans, Paul, Willi ROSE in „Die Sache, fbeateilWssteDi Täglich 8>/. Uhr Kurzes Gastspiel Mistfnguett mit ihrem eigenen Revueensemble Sonnt. 4 Uhr kl Pr Mislinguett-Revue Neues Tbeater — am Zoo Im Behsh-Zon. StpL6554 Täglich 8V< Uhr Ueber ISO Mal: Uoruntersuctiung von Max Alsberg u Otto Ernst Besse die sich Liebe nennt \ Amerikanische Komödie von| Edwin Barke Ab lLM.it Dielüiif Frankfurlef Große Frankfurter Straße 132 U-Bahn Strausberger Platz I OtÄgtgcr Vorverkauf IHgUtb | von 11—1 Uhr und 4—9 Uhr j Telephonische Bestellung; S7 Welch uet S4XZ Berliner UlkTriO N•■ k S 1 1■. w Lahnutr 74/7BlJ Reichshallen-Theater Ihads|T| Sonntag neck». ITwl 4-�0-, wundervolle } MAI-PROGRAMM. Populäre Preise: 80 Pf. his 2 M. euih Sonntags! Nachmittags ermäßig e Preise! metropoi-itieater Heute S'lt Uhr zum letzten Male: Das Veildien v. Montmartre Operette v. Kaiman Komiscna oper . ß'b Uhr■ Alt-Heidelberg Lucia Eugüsdi. Westenueier. iLJ.Moehis, P«ikert leislno-Tlieater Täglich 8'/« Uhr Husarenfieber Guido Thielscher, Kastner, Rex, Colani Ihre Pfingstgarderobe schon jetzt erbeten. Jetzt auch Pfundwäsche, Pfund 36 Pfg.— Filialen in allen Stadtteilen.— Telefon: F 7 Jennewitz 6436.