Nr. 126. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tu der Post Beitungs- Preisliste = für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raunt 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Die Dienstag, den 2. Juni 1896. den Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Schreien und Seufzen, bis es endlich den Kosaken gelang, unter fich zermalmend. Der Druck war ein so gewaltiger, daß einen Theil der Menge vom Plaze zu drängen. Biele die Bretter der Buden eingedrückt wurden und die Menschen Ein Gendarm wurde mit Blukweihe der Barenkrönung. Tausende tehrten schon zeitig und bis Mittag, von panischem in die Buden hineinstürzten. Schrecken ergriffen, in die Straßen der Stadt zurück. Durch sammt seinem Pferde zermalmt. Die Verunglückten sind Ein fürchterliches Unglück hat die lange Reihe von die Straßen der Stadt sah man bis zum späten Nachmittag der weit überwiegenden Zahl nach Bauern und Ar Festlichkeiten anläßlich der Zarenkrönung unterbrochen. Wagen der Feuerwehr und Arbeitswagen langsam hinziehen, beiter. Die Gerichtsbehörden nahmen nahmen heute eine BeVon den vielen, vielen Millionen, die für die Feier der welche die Zeichen nach den Höfen der Hoſpitäler und sichtigung des Ortes der Ratastrophe vor. Auf dem Wagankows Krönung verausgabt wurden, sollte nach alter Sitte auch ein die Kranken nach Hospitälern brachten. Die Ber Kirchhofe liegen 1282 Leichen mit Tüchern bedeckt und nur theilwinziger Bruchtheil dem Volke zu gute kommen. Jeder, unglückten find meistens Frauen; auch zahlreiche Kinder weise in Särgen. Der Anblick ist ein wahrhaft furchtbarer. Die der während der Feier in Moskau gewesen war, sollte einen sind verunglückt. Die Zahl der schwer Verwundeten wird auf Gefichter und Glieder vieler Getödteten sind so verstümmelt, 200 geschätzt. daß diese nur an den Kleidern erkennbar sind, wo nicht diese zinnernen Becher erhalten. Die Vertheilung sollte auf Ueber die Katastrophe wird weiter berichtet: Etwa dreißig ebenfalls völlig zerfetzt wurden. Der Kirchhof ist von weinenden dem Chodyusti- Felde stattfinden. Aber jede Organi Faden von den Buden, in denen die Geschenke und Er Menschengruppen angefüllt, welche ihre Angehörigen suchen. sation, um die Bertheilung richtig vor sich gehen zu frischungen aufgespeichert waren, befindet sich ein tiefer, neun Immer weitere Maffen bewegen fich zu gleichem Zwecke lassen, scheint scheint gefehlt zu haben. Die berufenen Faden breiter Graben. Die herandrängende Menge stürzte nach dem Kirchhof. Die Polizei hält dort die Ordnung Wächter der Ordnung hatten fast alle die geheiligte Person" die vorderen Reihen in diesen Graben. Hunderte von Menschen aufrecht. Mehrere Geistliche verrichten Gebete. Von 2 Uhr des Zaren und die zahllosen Spizen der Behörden, der füllten in einer Zeit von kaum 15 Minuten den Graben; die an begann die Beerdigung. Nach 8 Uhr erschien der Priester Armee und die Hofdienerschaft vor Anschlägen zu sichern, von hinten mit elementarer Gewalt geschobenen Massen gingen Johann von Kronstadt, um die Trauernden zu segnen und zu die diese Gesellschaft mit dem schlechten Gewiffen als sie Erde oder Menschen unter sich hatten, bis sie zu den auf über die niedergestürzten Leiber hinweg, ohne zu bemerken, ob trösten. Lohn der Volksbedrückung stets fürchtet. Die ganze Welt wurde von diesen fürchterlichen Nachs So pein- gespeicherten Gaben vorgedrungen waren. Die Menge begann hier die richten aufs tiefste erschüttert. Frei scheint von der Trauer lich genau jeder Schritt bei den Hoffestlichkeiten Gaben unter die herandrängenden Massen zu schleudern, wodurch ein und der Erregung nur das offizielle Rußland und das vor früher durchdacht, protokollirt, vorgeschrieben und von zahl- furchtbares Gewühl entstand, das weitere zahllose Opfer forderte, demselben auf dem Bauche rutschende offizielle Frankreich losen Beremonienmeistern und dergleichen Volk durchdacht wenn auch mehr Verstümmelte als Zobte. Die meisten Opfer war, so wenig vorbereitet war die Vertheilung des kaiser- erlitten den Erstickungstod. Nachdem die Ordnung wieder her- geblieben zu sein. Am Abend der Katastrophe besuchten der lichen Geschenkes an das Volt, und so wurde das gestellt war, tam die Masse zur Befinnung, durch den entsetz- Kaiser und die Kaiserin ein glänzendes Ballfest, das ihnen grenzenlose Unglück möglich, ja nothwendig. Was lichen Anblick ernüchtert, und begann nun, tief erschüttert über zu Ehren der französische Botschafter veranstaltet hatte. in unserer letzten Nummer über die Katastrophe berichtet das Erlebte, felbst die Leichen aus dem Graben herauf zu be- Man mag von dem russischen Bolte noch so niedrig denken, wurde, ist nur ein Theil der Wahrheit. Ob die volle Wahrheit gehörige vermißt wurden. Herbeigerufene Militärärzte begannen Mann aus dem Volke es nicht begreifen wird, wie sein fördern. Hierbei gab es erschütternde Szenen, wenn An- dessen sind wir doch gewiß, daß selbst der einfachste je an die Deffentlichkeit kommen wird, ist bei dem Interesse der fofort, die Verwundeten zu verbinden. Die Verlegten wurden in Raiser und seine Raiserin am Orte und am Tage eines so er zarischen Behörden, hier soweit es irgend möglich ist, zu Militär- Lazarethwagen nach den Krankenhäusern gebracht. Die schütternden Unglücks sich Festesfreuden hingeben kann. Das vertuschen, taum anzunehmen. Leichen wurden auf Feuerwehrwagen, mit Strohmatten bedeckt, Um unseren Lesern ein Bild der Vorgänge zu geben nach den Feuerwehrrevieren und Krankenhäusern überführt. Eine abergläubische russische Volt, das erst durch die Krönung laffen wir die wichtigsten Depeschen folgen: viellaufendtöpfige Menge folgte in gedrückter Stimmung. In die rechtmäßige Herrschaft seines Baren als begonnen be Gegen 12 Uhr hatten sich bereits gegen 200 000 Personen' einem Hospital wurden drei Personen eingeliefert, bei welchen trachtet, das allen Vorgängen bei derselben eine vom angesammelt. Die Menge ließ sich, wie in einem Lager, nieder, atute Geistesstörung eingetreten war, die sich jedoch inzwischen Himmel gewollte Bedeutung beimißt, wird den Leichenzug, zündete Nachtfeuer an und verbrachte die Nacht singend gebeffert hat. der die zahllosen Veranstaltungen bei der Zarenkrönung und sich beluftigend. Alz der Morgen dämmerte, Eine fernere Depesche aus Moskau meldet: an Bedeutung weit überragt, der sich ihm unzerstörbar im ftrömten immer größere Menschenmassen herbei. Die Menge Ueber die Ursachen der gestrigen Katastrophe sind ver- Gedächtnisse einprägt, als ein Zeichen des Himmels deuten, wuchs von Minute zu Minute und hatte sich gegen 4 Uhr nahezu schiedene Bersionen verbreitet. Man erzählt, das Unglück fei daß die Herrschaft Nicolaus II. eine schreckliche, blutige, verdoppelt. Die speziell anläßlich der Krönung gebildete Polizei, dadurch herbeigeführt, daß die Begleiter der Wagen, auf denen durch Tod und Grauen gekennzeichnete sein wird. Hiervon welcher die Wache oblag, verlangte Verstärkung durch die die Gaben nach dem Vertheilungsorte gebracht wurden, auf Bitten wird das Volk keine offiziöse Erklärung abbringen. ftändige Polizei; infolge deffen trafen gegen 5 Uhr Mann- der ihnen folgenden nicht eben zahlreichen Personen Bündel schaften der Rosaken und Polizei ein. Inzwischen hatte unter die Menge warfen, obwohl die Bertheilung erst um Kunde von den Vorgängen in Moskau an ein ähnliches Gra Die gebildeten Kreise in Rußland werden bei der bie Menge einen bedrohlichen Umfang angenommen und 11 Uhr vormittags beginnen sollte. Wie ein Lauffeuer verbegann gegen die am Rande der Felder errichteten Schau- breitete sich dann unter den hunderttausenden auf dem Felde eigniß erinnert werden, das sich vor 126 Jahren in der Stadt buden vorzubringen, in denen die Gaben für das Volt auf- lagernden Menschen die Nachricht, daß die Vertheilung begonnen Paris ereignete. Bei einem Feuerwerke, das die Stadt gespeichert waren; die Menge brach gewaltsam in die Buden habe. Sofort erhoben sich die Massen und stürzten fort in der Paris am 16. Mai 1770 zu Ehren der Vermählung des ein. In der sechsten Stunde wurde beschlossen, mit der Ber- Richtung auf die Buden, wo die Katastrophe entstand. Ueber damaligen Kronprinzen und später geköpften Königs theilung zu beginnen. Die hundert mit der Vertheilung die Bahl der Getödteten sind immer noch weitgehende Gerüchte Ludwig XVI. gab, entstand ein Gedränge, bei beauftragten Personen konnten gegenüber der ungeftüm an- verbreitet, deren Kontrollirung augenblicklich unmöglich ist. Die dem Tausende verwundet und Hunderte getödtet wurden. brängenden Menge nicht schnell genug die in Bündel vereinigten Leichen wurden in der Nacht auf den Wagankow Kirchhof Rußland am Ende dieses und Frankreich am Ende des Gaben vertheilen; in den engen Bügen zwischen den Schau- übergeführt, wo sie behufs Feststellung der Persönlichkeit durch buden entstand ein furchtbares Gedränge, welches unter dem die Angehörigen der Verunglückten ausgestellt sind. Die Kata vorigen Jahrhunderts find Staaten auf ähnlicher politischer Nachdrängen der nach Hunderttausenden zählenden Menge strophe wurde dadurch gefördert, daß die Buden mit Gräben und wirthschaftlicher Stufe. Don Augenblick zu Augenblick wuchs und eine schreckliche Zahl umgeben waren. Die Herandrängenden stürzten infolge dessen Vielleicht wird sich auch einmal Nikolaus II. der Vergleich von Opfern zur Folge hatte. Man hörte herzzerreißendes nieder, während die Masse unaufhaltsam nachdrängte, alles mit Ludwig XVI. aufdrängen. 88 Tene. ( Nachdruck verboten.) Roman von Nicolaus Krauß. Wenn es so im Gasthause erklang, dann kam es dem Bauer garnicht darauf an und er zahlte die Zeche aller, die mit ihm an einem Tische saßen. aufgelaufene Bechschuld. Dieses Verschleppen und Verbrücken wurde mit der Beit so arg, daß Lene alle List aufwenden mußte, um das zur Fütterung der Milchkühe und des Kleinviehes nothwendige Getreide zu erlangen. sagten nichts gutes. An ihnen wollte er all den Zorn und die Wuth, die er draußen hatte hinunterwürgen müssen, wieder auslassen. Das fühlte jeder. " Fast jeden Tag brach der Bauer einen Streit vom Auch der Viehstand wandelte sich zum Schlechteren. Baune, daß man den Lärm bis ins Dorf hinunter hörte. Als Lene im Streicher- Hof den Dienst antrat, stand der Ging's nicht gegen die Dienstboten, daun tam die Brony Der Niedergang des Streicher- Hofes wurde durch einen Stall voll selbstgezogener Brachtkühe. Wenn die Magd zur an die Reihe. Das war noch am ergöglichsten. Die Wirth zweiten Umstand noch mehr beschleunigt. Gerade in den Thür hereinkam, wandten die Thiere schon die Köpfe ihr zu schafterin hatte eine Zunge wie ein„ Backerlmensch" und Jahren, in welchen die Schulden dem Bauer über den und begrüßten sie durch leises Brummen. Lene rief jedes deckte den Bauer so zu, daß er immer Reißaus nehmen Kopf zu wachsen begannen, erfolgte eine Revolution im bei seinem Namen, traulte ihm die Stirn zwischen den mußte. Am widerlichsten gestaltete sich der Streit mit der Körnerbau des Egerlandes. Der schwere egerländer Hörnern, tätschelte ihnen Hals und Wamme. Und sie alten Bäuerin. So lange sich der Franz in halbwegs Weizen war nicht mehr anzubringen. In Massen tam blickten sie au mit den großen treuherzigen Augen, als guten Verhältnissen befand, hatte er seiner Mutter den„ Ausbas billige, feine ungarische Mehl ins Land, wollten sie ihren Dank aussprechen für die gute Behand zug" bereitwillig ausgefolgt. Jegt empfand er diese Leistung vont den einheimischen Mühlen verkrachte eine lung. Jett leerte sich ein Stand nach dem andern, die als eine Last. Er selbst hatte sich damit einverstanden nach der andern, die größten zuerst, kein Dienst Kuhhändler von Lindenhau wurden ständige Gäfte im erklärt, daß die Mutter nach dem Tode des Vaters bote wollte mehr ein Knödel essen, zu dem Mehl ge- Streicher- Hof. Aber was sie als Ersatz brachten, war dasselbe bekommen sollte, wie früher beide zusammen, aber nommen war, das aus der Gegend stammte. Die ver minderwerthiges Gethier, ungleich in der Farbe, mit un jetzt erschien ihm das als die ärgste Ungerechtigkeit. Immer ftändigen Bauern, die saben, daß da nichts mehr zu retten gleichem oder verkrüppeltem Gehörne, zaunrappeldürres Beug wieder ging er sie an, sie möchte doch auf einen Theil des war, gingen bald zu einer andern Fruchtart über, der mit Hängebäuchen, boshaft und heimtückisch, behaftet mit Auszuges" verzichten, sie habe ja dann auch noch zu leben, Braugerste, und düngten ihre Aecker fleißig mit dem Fehlern aller Art, der Abhub aller Viehmärkte zehn Meilen er aber wisse nicht, wo ihm der Kopf stehe. Aber da kam Schwarzkalt, der bei Tirschnig, Aag und Trebendorf ge- im Umkreise. Das Geld, das Lene vom Markte brachte, er schön an. Die alte Bäuerin hatte, so lange ihr Mann brochen und gebrannt wird. war nicht mehr die Hälfte gegen früher. Und von ihm lebte, nichts gutes gehabt. So wollte sie wenigstens in den Der Streicher- Franz blieb bei der Wirthschaftsweise nahm noch der Bauer, was er nur erreichen konnte. paar Jahren, die sie noch zu leben hatte, etwas genießen. feines Vaters, bis ihm der Händler die Abnahme ver- Der Niedergang des Streicher- Hofes hatte seinen Be Sie war ihrem Sohne gegenüber die unerbittlichste weigerte. Jegt ließ er sich Chilisalpeter anhängen. Da er fiber bei den andern Bauern um jede Achtung gebracht. Gläubigerin. Sie war die erste, die befriedigt werden fich um seine Wirthschaft taum mehr fümmerte, warfen die Kam der Franz jezt in ein Wirthshaus, so verstummte auf mußte, das war ihr Necht. Und mit ihrem Gelde konnte Mägde den Salpeter auf trockenen Boden, und die Sonne einmal, wie auf Verabredung, jedes Gespräch. Und sie machen, was sie wollte. Sie ließ Messen lesen für ihr tam und brannte die junge Saat weg mit Stumpf und fragte er selbst einmal etwas, so erhielt er gar keine oder fünftiges Seelenheil, gab Almosen und aß und trank, was Stiel. Die Gerste wurde im ersten Jahre tiefig, wurde eine widerwillige Antwort und in einem Tone, daß ihm ihr schmeckte. verregnet und muffig und war kaum als Futtergetreide an- alles Blut nach dem Kopfe schoß. Dann stürzte er das Dieses Verhalten reizte den Bauer auf das äußerste. zubringen. Bier glasweise hinunter, griff auch zum Schnapse; und Schon lange aß er dasselbe wie die Dienstboten, und auch Allmälig wurden auch die Gläubiger mißtrauisch. Es hatte er sich Muth getrunken, dann stichelte, höhnte, schimpfte diesen war die Kost sehr beschränkt worden. Außer der tam jezt vor, daß man den Streicher- Franz, der sich zum und beleidigte er ohne Grund und Ursache. Zum Schlusse flog Lene und dem Taglöhner hatte er keinen Arbeiter mehr, Kartenspielen niedersehen wollte, erst fragte, ob er denn er jedesmal, da er alle gegen sich hatte, mit zer der etwas leisten konnte. Die alte Bäuerin aber schenkte auch Geld habe; ein Wirth nach dem andern mahnte ihn bläutem Rücken und verbeultem Gesicht auf die ganze Hühner weg und in ihrer Almer" verdarb das an die schuldige Beche, und wollte er gar nicht mit dem Straße. Seine Dienstboten gingen ihm mit einer ver- Fleisch und Milchgebäck pfundweise, weil sie es nicht bes Belde heraus, dann tamen sie mit Echubkarren und Hand- biffenen Scheu aus dem Wege. Seine beständig zwingen konnte. wagen in den Hof und nahmen Roggen und Hafer für die blutunterlaufenen Augen und sein stierer Blick weis ( Fortsetzung folgt.) Wir wünschen dem russischen Volke eine friedliche Entwicklung zu Freiheit und Wohlergehen, die russischen Staatsmänner thun aber alles, um eine Revolution mit allen ihren Schrecken vorzubereiten. Politische Uebersicht. J.-N. 3256. Die königl. Polizei- Direktion. v. Bardeleben. -A M H " = Halle a. S., 1. Juni.( Eig. Bericht.) In der Wahlbewegung,| 1850, die Versammlungen und Vereine betreffend, ihre Berichte welche durch die Ungiltigkeitserklärung des Mandates von erstattet. Wir entnehmen hierüber der„ Münchener Post" das Alexander Meyer für den hiesigen Wahlkreis nöthig wurde, sind folgende: Die Herren fühlen selbst, daß ihre Referate recht unsere Parteigenossen vor allen anderen Parteien eingetreten. Am dürftig sind und betiteln sie deshalb einsichtsvoll: Bemerkungen". 31. Mai wurde mit einer großen Boltsversammlung die Es sei furz erwähnt, in welcher Hinsicht beide BerichtWahlkampagne begonnen. Unser Kandidat Kunert geißelte erstatter eine Aenderung für möglich halten. 1. Soll der Unfug, scharf unter begeisterter Zustimmung der Zuhörer die feige poli- daß eine politische Partei als politischer Verein" erklärt werden tische Haltung und die Herabgekommenheit des Durchschnitts- fann, durch entsprechende Bestimmung des Vereinsbegriffs beBerlin, 1. Juni. Liberalismus. Eine Resolution, die sich mit den Ausführungen seitigt werden. 2. Die Frauen sollen Zutritt zu allen VersammKöller's Erbe. Der Oberpräsident der Provinz des Referenten einverstanden erklärte, wurde einstimmig ange- lungen mit Ausnahme der Wahlversammlungen erhalten. Da Hannover, Herr Rudolf v. Bennigjen, in seiner Sünden nommen. gegen sind beide Referenten darin einig, daß die Minderjährigen Maienblüthe selbst dereinst ein obrigkeitlich gemaßregelter Unsere Aussichten für den Ausgang des Wahlkampfes sind ausgeschlossen bleiben. Stobäus ist für Aufhebung des Verbots Staatsbeamter, hat sich jetzt glücklich bis zu einem Polizei- fehr gute. des Inverbindungtretens" der Vereine innerhalb Deutschgenie Köller'scher Färbung staatsmännisch hindurchgemausert. Stolp, 1. Juni. Der hiesige Staatsanwalt hat jetzt in lands. Geiger möchte nur den bayerischen Vereinen die Koalition Er hat die Entscheidung der Hildesheimer Polizeibehörde be- dem Westphal- Prozeß die Revision beim Reichsgericht an- gestatten. Ein Beweis dafür, wie wenig dieser Zentrumsjurist stätigt, wonach die dortigen Gewerkschaftsvereine als gemeldet. von den Dingen der Wirklichkeit weiß. Demnach wären also politische Vereine nicht mit anderen Vereinen in Unter der Saalabtreibung haben jetzt auch die einige, wenn auch verhältnißmäßig geringe Verbesserungen des Verbindung treten können. In anderen Orten der Provinz Shriftlich- Sozialen zu leiden. Stöcker versuchte in Stolp in Gesetzes in Aussicht? Aber ach, der hintende Bote kommt nach, Hannover wird dem Hildesheimer Beispiel freudig Folge ihm von allen Lokalbefizern die Säle verweigert. Der Geist" Diese Aenderungen ließen sich vielleicht im Wege einer Pommern für einen Vortrag ein Lofal zu erhalten, doch wurden denn Herr Stobäus schließt seine Bemerkungen" mit dieser: geleistet. So ist jetzt auch Celle mit einer Politisch- König Stumm's wird mächtiger und mächtiger im Lande. authentischen Interpretation bewirken; mancher Klage Erklärung" gewerkschaftlicher Vereine beglückt worden. Der tönnte sogar eine ministerielle Instruktion abhelfen. Das Lokalverband der Zimmerer wollte dort am ersten öffentlicht die Frankfurter Zeitung" eine Reihe von Artikeln, baupt nichts mehr geschehen kann. Was vielleicht doch noch von Ueber die Zustände im Saar- Revier veraber steht fest, daß während dieser Session über Pfingsttage einen Ball abhalten! dies ward jedoch deren zweiter die Kampfmethode Stumm's behandelt. Reichswegen geschieht, muß abgewartet werden. Dagegen wäre durch folgendes Schriftstück des Polizeipräsidiums inhibirt: Es heißt da:„ Der Vernichtungskampf, den Freiherr v. Stumm das gesammte vorliegende Material der tgl. Staatsregierung zur Königl. Polizei- Direktion. gegenwärtig gegen die ihm einst ergebene, später unbotmäßig ge Verfügung zu stellen, die erwägen wird, welche Vorschläge bie wordene Saarbrücker Zeitung" führt, zeigt wieder einmal, wie Auf die Eingabe vom 11. d. M. wird Ihnen erwidert, daß wenig er" fähig ist, abweichende politische Meinungen zu erfelbe bis zum Wiederzusammentritte der Rammer machen kann." die Polizei- Direktion die Erlaubniß zur Abhaltung eines Balles tragen, wie er in politischem Sinn alles in den Staub zu treten München, 1. Juni. Der Finanzminister hat in der Kammer des hiesigen Lokalverbandes der Zimmerer am ersten Pfingst- fucht, was ihm zu widerstreben wagt. Von dem Augen- der Abgeordneten eine Gesetzesvorlage eingebracht, nach welcher feiertage nicht ertheilen kann, da nach§ 8 des Vereinsgefeßes blicke an, wo die„ Saarbr. 3tg.", ein gut nationalliberales die Regierung ermächtigt werden soll, bie Frauenspersonen an Zusammenkünften politischer Blatt, ber chriftlich sozialen Bewegung eine freundlichere 4 prozentige allgemeine Anleihe, die 4pros Vereine nicht theilnehmen dürfen. Beachtung schenkte, als dem Halberger Autokraten lieb war, ent-& entigen Eisenbahn- Anleihen und die 4prozentige zog er ihr feine Gunst. Zunächst wurde versucht, den Redakteur Kultur- Rentenschuld in 31/ 2prozentige zu tonvertiren. als die Wurzel des Uebels zu entfernen, und als das mißlang Die Festsetzung des Zeitpunktes der Konvertirung ist dem Bisher hatten die Zimmerer überhaupt noch nicht ge- und die Verleger auch eine hohe Subvention, die ihnen für Finanzminister überlassen worden und bis jetzt noch nicht wußt, daß ihr Lokalverband ein politischer" war. Der den Preis der Unterwerfung geboten war, von der Hand erfolgt. Der Gesetzesvorschlag ist nothwendig, da sonst eine weitere Schritt zur Verköllerung der hannoverschen Zu- wiesen, begann der Krieg aufs Messer. Daß andere Personen Sonvertirung erst nach dem nächsten Zusammentreten des Landum die tages stattfinden könnte. Für die vierprozentige Grundrentenstände wird nun der sein, daß durch einen erprobten dabei in den Vordergrund geschoben wurden, Gestalt des Bolizeikommissar das Inverbindungtreten solcher Kurzsichtige täuschen; die erprobte Stumm'sche Strategie, genommen. eigentlichen Machers zu decken, fann nur schuld ist zur Beit eine Konvertirung nicht in Aussicht neugebackener politischer Vereine ausgehorcht wird; dann die jene Marionetten Marionetten ausmarschiren und wirken läßt, Nun könnte das Reich und Preußen auch mit der Konver folgt die Auflösung dieser Vereine und ein Massenprozeß ist unverkennbar. Wenn Sozialdemokraten einen Arbeit- tirung der drückenden Schulden vorgehen. wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes. Wird jetzt endlich geber boyfottiren, so ist das eine gottlose und himmel- Ansbach, 1. Juni. Nach emtlicher Feststellung erhielten der Welt klar werden, welchen großen Staatsmann Deutsch schreiende ungerechtigkeit; wenn aber Freiherr von Stumm einen bei der am 28. Mai stattgehabten Erfahwahl im 3. Reichsland in Herrn v. Bennigsen besitzt? politischen Gegner um seine Existenz zu bringen sucht, so ist tags Wahlkreise Ansbach Schwabach von 11 532 abdas Der Militarismus hat sich wieder einmal vor Gericht Recht ausdrücklich. Pfarrer Nötschte in Sangerhausen hatte in 2964, Baumeister( S03) 1897 und Tröltsch( natl.) 1584. prattisches Christenthum. Ja er vindizirt sich dieses gegebenen Stimmen Hufnagel( t.) 5068, Dr. Conrad( Vp.) zu verantworten gehabt, und eines seiner Opfer, das nicht seiner vielberufenen Broschüre Herrn v. Stumm vorgeworfen, Es ist daher eine Stichwahl zwischen Hufnagel und Conrad erschweigend zu dulden vermochte, ist wieder einmal zu er habe schon im Jahre 1887 versucht, einen Mann, forderlich. längerer Freiheitsstrafe verurtheilt worden. Acht Monate ber evangelische Arbeitervereine im Saargebiet gründen Demnach haben unsere Parteigenossen 164, die Ronservativen Gefängniß hat dem Redakteur Schöler die Broschüre wollte, um fein Brot zu bringen. In der Klage 2250 Stimmen gewonnen, dagegen die Süddeutsche Volkspartei über seine Erlebnisse als Arbeitssoldat und das, was er schrift gegen Rößschke( fie soll aus der Feder Stumm's 2272 und die Nationalliberalen 1078 Stimmen verloren. als solcher zu erdulden hatte, eingetragen; acht Monate, gefloffen sein) verwahrte sich der Angegriffene mit folgenden be Straßburg, 26. Mai.( Rommission für das Hand trotzdem .... wäre es auch richtig, daß Privat- werk".) Der Statthalter von großer Theil der für die Zustände zeichneten Worten: Elsaß Lothringen giebt im Heere schwer kompromittirenden Angaben sich einen unheilvollen Einfluß auf die Arbeiterbewegung zuschreiben gierung in den Stand zu sehen, über die das Handwerk im Heere schwer kompromittirenden Angaben sich läger einmal irgend jemanden, dem er nach seiner Ueberzeugung folgenden Erlaß bekannt: Es erscheint erwünscht, die Reals buchstäblich wahr erwiesen, als direkt erfunden aber zu müssen glaubte, von dem Orte seiner Wirksamkeit hätte ent- betreffenden Fragen fachverständige Auskunft zu erhalten und fich nichts herausstellte; acht Monat, trotzdem dem fernen wollen, so hätte Privattläger von seinem Standpunkte Vertretern des Handwerks Gelegenheit zu geben, die Interessen Angeklagten der gute Glaube für seine Angaben aus doch nur von einem ihm nicht zu bestreitenden Rechte Ge- desselben zum Ausdruck zu bringen. Ich halte es deshalb, nament nicht abgesprochen werden konnte; acht Monat, weil brauch gemacht..." Dies Geständniß genügt vollauf." lich auch mit Rücksicht auf die schwebenden Fragen bezüglich bes der Angeklagte in seinem Unmuth hin und wieder zu Wie der Staat für feine invaliden Begewerblichen Fortbildungs- und Schulwesens für angezeigt, bis zum scharfen Ausdrücken gegriffen hat, die den getroffenen amten forgt. Bu gunsten eines gänzlich gelähmten, neuer- Inkrafttreten der vom Reiche geplanten Organisation des HandOffizieren, vom Kriegsminister bis zum Lieutenant, un- dings auch noch erblindeten Forstaufsehers erließ der Bromberger werks eine provisorische Einrichtung zu treffen. Zu diesem behaglich gewesen find, trotzdem doch einer dieser empfind- Försterverein einen Aufruf, in dem es heißt:" Im Jahre 1891 Bwecke veranlaffe ich das Ministerium, eine Kommission für lichen Herren zugab, seinerseits Ausdrücke wie Zump und 80g sich der Königl. Forstauffeher Karl Mellin, zulegt in der das Handwerk zu berufen. Dieselbe hat sich aus einundzwanzig Oberförsteret Podanin, Regierungsbezirt Bromberg, beschäftigt, Mitgliedern zusammenzusehen. Je zwei Mitglieder find Hallunte seinen Untergebenen gegenüber gebraucht zu haben. Durch Erkältung eine Lähmung zu, welche troß aller ärzt durch die Gemeinderäthe von Straßburg, Mülhausen, Mez und Acht Monate für eine vielleicht in nebensächlichen Einzel- lichen Hilfe folchen Umfang annahm, daß sie sich seit Kolmar und je eines durch die Gemeinderäthe von Hagenau, heiten zu scharfe Kritit von offenbaren Mißständen das ist dem Herbst 1894 auf den ganzen Körper erstreckt und Gebweiler, Markirch und Saargemünd zu bezeichnen. Dieselben das Ergebniß einer Rechtsprechung, die schließlich aller Kritik nun so weit fortgeschritten ist, daß der sonst so fräftige Mann müssen ein Handwerk selbstständig betreiben oder früher ein den Garaus machen müßte, wenn die Kritik fich nach dieser nicht im stande ist, auch nur die geringste Bewegung zu machen. folches betrieben haben. Drei Mitglieder können von dem Ber Rechtsprechung richten wollte. Als tgl. Forstaufseher hat Mellin trog seiner 161/2 jährigen bande der elsaß- lothringischen Gewerbevereine bezeichnet werden. Klingt doch aus der Nede des Staatsanwalts sowohl Dienstzeit leiber feinen Anspruch auf staatliche Die Ernennung der übrigen Mitglieder, sowie des Vorsitzenden wie aus dem Erkenntniß die Ansicht heraus, daß der Penfion, sondern erhält nur, und zwar vorläufig auf fünf aus der Mitte der Kommission behalte ich mir vor. Der Patriotismus das Verschweigen aller Mißstände im Heeres- Jahre, eine solche im Gnadenwege von 23,50 M. pro Monat." Rommission bleibt es überlassen, ihre Geschäftsordnung fest Also ein Beamter, der 16 Jahre Dienst gethan und im zustellen." wesen verlange. In Beziehung auf die Vertretung solcher Dienst ertranft ist, hat keinen Anspruch auf Invalidenpension! Anschauungen hat der Prozeß Schöler, über den unsere Leser Da wird es die höchste Zeit, daß die staatliche Fürsorge doch unter Gerichtsberichten Ausführlicheres finden, fast noch Bemer- wenigstens den eigenen Dienern des Staates zu gute fommt. Die österreichischen und ungarischen tenswertheres zu tage gefördert als ähnliche Prozesse vordem. Jn. Inowrazlaw in der Proving Posen hat dieser Tage die getreten sind, wurden mit Neden eröffnet, in denen die Friedensliebe Delegationen, die am 30. Mat in Budapest zusammen Ein Ausspruch des Raisers, daß man das Heer hochhalten" Generalversammlung des Katholischen Lehrer Vereins statt. Defterreich- Ungarns und die Freundschaft zu den Dreibundstaaten müffe, wurde sogar als maßgebend dem Gerichte vom Staats- gefunden. Bei dieser Gelegenheit hat der Lehrer Busch( Klein- betont wurde. Beim Empfang der Mitglieder der Delegationen anwalt vorgeführt. Der Herr geht doch dabei nicht etwa Basti) erzählt, er habe für seinen auf der Hauptversammlung in betonte der Kaiser, daß die Beziehungen zu allen Mächten die von der Ansicht aus, daß unter dem Hochhalten" die ehr- Posen( 1895) gehaltenen Vortrag, in welchem er die Uebergriffe freundschaftlichsten seien. Er sagte ferner:" Das fefte und ziel. furchtsvolle Verschweigung aller Mißstände im Heerwesen Außerdem seien ihm 5 Morgen Land entzogen, andere 9 in europäische Juteresse tangirenden Fragen hat viel bazu bei. der Kreis- Schulinspektoren geißelte, 50 M. Strafe zahlen müssen. bewußte Auftreten des Dreibundes in allen wichtigen, das zu verstehen sei? Wo der Referveoffiziers Geist Aussicht gestellte nicht gewährt worden. Selbst wenn der Lehrer bereits so siegreich unser Juristenthum bemeistert hat, was Busch in seiner Kritik über das Ziel hinausgeschossen haben getragen, daß der europäische Friebe, trok mancher im verbedarf es da noch weiterer Verbesserungen im Sinne der follte, was bei der durch die Hungerpeitsche erzielte Untergangenen Jahre im Orient aufgetauchter beunruhigenden Symp Herren Schönstedt und Drenckmann! würfigkeit der deutschen Lehrer schwer deutbar ist, kann eine tome, nicht gestört wurde." Zur Millenniumsfeier. Die Hermannstädler Chronik der der Majestätsbeleidigungs. Prozesse. berartige unverantwortliche Härte der vorgesetzten Behörde nur Bei Majestätsbeleidigungs- Prozessen muß man peinlich prüfen, bazu führen, die Gesaminzheit der Lehrer noch mehr einzu Tribüne" berichtet folgende bezeichnende Einzelheiten über die Art weil hier, wie die Erfahrung gelehrt hat, der Privatrache Thür schüchtern. Mit welchem Recht sind Herrn Busch denn überhaupt und Weise, wie in Ungarn für den Besuch der Millenniumsaus stellung geworben wird:„ Die Notare haben die strenge Verfügung und Thor geöffnet ift!" So erklärte gestern der Staatsanwalt die 5 Morgen Land entzogen" worden? Richter gelegentlich einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung, Hamburg, 81. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr 50 Minuten erhalten, wenn sie zu den Festlichkeiten in Ofen- Beft nicht Hamburg, 31. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr 50 Minuten wenigstens zehn Personen aus jeder Gemeinde bringen, die gegen den Steinschleifer Friedrich Rose vor der verließ der Dampfer Adolf Woermann" mit der zur er so würden sie auf der Stelle abgefeßt. Es läßt sich denken, VII. Straftammer des Landgerichts Berlin I verhandelt wurde. ftärkung der Schustruppe in Südwest- Afrika welche Einschüchterung die Gemeindenotare dem Volte gegenDie Verhandlung zeigte, wie richtig die Ansicht des Staatsan bestimmten Mannschaft den hiesigen Hafen. über ausüben. Die Ortsvorstände( Dorfrichter) sind mit einer walts war. Der Angeklagte, ein Mann in vorgeschrittenem Lebens- Zwickau, 31. Mai,( Eig. Ber.) Seit Anfang dieses Monats Geldstrafe von hundert Gulden und mit Amtsentsegung bedroht, alter, war längere Zeit mit einer in der Landsbergerstraße wohnenden find die neuen dreimal gefiebten bergpolizeilichen Vorschriften für wenn sie an dem Millennium nicht theilnehmen und die magya Frau Gnaß befreundet. Seit etwa anderthalb Jahren hat die Freund- das Königreich Sachsen in traft getreten; die Bergleute spüren rische Trifolore nicht auf jedem Hause aufbiffen. Den Geistlichen schaft aber einen Riß bekommen und Frau Gnaß bezw. eine ihrer davon aber noch sehr wenig. Eine der einschneidendsten beider Ronfefsionen ist eine Geldunterstüßung aus dem DispositionsFreundinnen verfolgte den Angeklagten mit allerlei Strafanzeigen, Bestimmungen, daß an Drten, wo eine Temperatur von fonds versprochen, wenn sie an der Jubelfeier in Ofen- Beft theils die aber sämmtlich erfolglos blieben. Nun wurde gegen den über 300 Celsius herrscht, ein Arbeiter nicht länger als nehmen. Den griechisch- katholischen Geistlichen ist zu wiffen Angeklagten schweres Geschüß in Anwendung gebracht. Befagte 6 Stunden arbeiten soll, wird von den Bergverwaltungen, gethan worden, daß sie vom Bischof von Szamos- Ujvar je zehn Freundin reichte eine Strafanzeige wegen Majestätsbeleidigung die besonders tiefe Schächte haben, noch nicht so beachtet wie sie Gulden als Vorempfang erhalten tönnen; wenn sie nach Ofenein und behauptete: Rose habe bei einem Besuche, den er im follte, es wird an solchen Orten fogar Sonntags noch 12 stündig Best kommen und dort ihre Identitätsbeweise oder ihre PhotoJahre 1894( 1) der Frau Guaß abgeftattet, in der Wohnung gefahren. Beschwerden darüber beim Bergamt in Freiberg harren graphien vorzeigen, würden sie je hundert Gulden empfangen." der letzteren ein Bild bes Raisers erblickt, gerathen, der Erledigung; wenn die Behörden ernst machen, müssen die diefes durch Bilder der sozialdemokratischen Parteiführer zu werfsverwaltungen schon nachgeben, natürlich müssen sich auch veröffentlicht ein Schreiben des Wiener Nuntius Agliardi, wo- Ein gemaßregelter Priester. Das„ Vaterland" ersehen, und damit beschimpfende Aeußerungen verbunden. Die die Bergleute rühren, sonst stehen die Verordnungen ja nur auf durch Pater Stojalowski von der Ausübung sowohl der Weihe, als Beugin vorgeladene Frau Gnaß beschwor gestern die Richtig- dem Papier. als der Jurisdiktion namens des Heiligen Stuhles suspendirt und teit dieser Behauptung, obwohl ihr der Vorsitzende die unwahr Ju Saalfeld( Herzogthum Sachsen- Meiningen) hatte der zugleich mit dem Interditt belegt wird. scheinlichkeit dieser Anzeige eindringlichst vorhielt. Der Staats- städtische Verein an das Staatsministerium die Bitte gerichtet, Das ist dem Pater Stojalowski recht geschehen! Warum hat anwalt erklärte, daß er trotz dieser beschworenen Aussage die daß die Abhaltung der sozialdemokratischen Maier auch die Interessen der armen Bauern gegen ihre Blutsauger Zeugin nicht für glaubwürdig halte. Der Gerichtshof war der feier durch öffentlichen Umzug verboten werde. Das vertreten, warum läßt er sich für seine Ueberzeugung lieber einselben Ansicht und erkannte auf Freisprechung des An- Ministerium hat dieser Bitte nicht entsprochen. In der nun- sperren, statt mit Adeligen zu tafeln, warum spricht er in getlagten. mehr dem genannten Verein zugestellten Antwort des Mi sozialistischen Versammlungen anstatt sich im Vorzimmer seines nifteriums heißt es:" Wir verkennen nicht die gute Absicht, von der Bischofs herumzutreiben. Man dränge nur die volksthüm diefer Antrag eingegeben worden ist, wir vermögen uns aber nach lichen Glemente aus dem Priesterstande und den Nachtheil wie vor nicht zu überzeugen, daß die Bekämpfung der sozial werden nicht die Herausgedrängten sondern die Zurückgebliebenen bemokratischen Ideen und Bestrebungen, die fich der städtische haben. Verein in anerkennenswerther Weise zur Aufgabe gemacht, die würde, eine Maßregel, die als unbillige Beschränkung rathswahlen hatten sich am Sonnabend zu einem großen Bankett beantragte allgemeine Maßregel erheischt und rechtfertigen- 3ur Feier des Sieges bei den Gemeindes Es liegt uns fern, um die Stimmen der Sozialdemokraten gewiffer Boltstlassen und als eine ungerechtfertigte 500 Genoffen in Paris versammelt. Der Abg. Millerand führte zu buhlen, und somit verzichten wir auf deren Mitwirkung. Benachtheiligung gewiffer Staatsangehöriger gegenüber anderen den Vorsitz. Die meisten sozialistischen Pariser Deputirten und Ge Ganz anders ist dagegen, so fährt das Flugblatt fort, unser angesehen werden könnte. meinderäthe waren anwesend. Desgleichen der Bizepräsident Standpunkt zu der Deutschsozialen Reformpartei", Schade, daß die Behörden im Königreich Sachsen nicht ent des Pariser Gemeinderaths, Baudin, der Präsident des Generalderen Programm bis auf unbedeutende Abfernt diese politische Vorurtheilslosigkeit besigen wie die in den raths des Seine Departements, Lucipia, der Bürgermeister von weichungen sich völlig mit dem tonservativen thüringischen Kleinstaaten.Marseille, Dr. Flaissières und die Vertreter vou 85 französischen, deckt. Wir können daher mit recht erwarten, daß sich die Zur Abänderung des bayerischen Verein 3 fozialistischen Gemeindewesen. Der Saal war mit einer Büste Stimmen der Deutschfozialen fast ausnahmslos bei der Stichwahl und Bersammlungsgefeßes. Der Referent v. Stobäus der Republik geschmückt, die ganz in Roth drapirt war. Zum mit den unfrigen vereinen und wir so unseren Wahlkreis den( lib.) und der Korreferent Geiger( 8.) haben an den Ausschuß Nachtisch hielt Genoffe Millerand eine große, politische Rede. staatserhaltenden Parteien zurückgewinnen werden. über die Anträge auf Abänderung des Gesetzes vom 26. Februar Dieselbe begann mit den Worten:" Es sei einem Sozialisten, Deutsches Reich. - 3ur Stichwahl in Ruppin Zemplin. Der Borstand der foufervativen Partei im Kreise Zemplin verbreitet ein Flugblatt, in dem er mittheilt, daß er das Sprichwort„ Die Trauben find doch gar zu fauer", ganz wohl kennt, denn es wird in diesem Flugblatte gesagt: " M # Desterreich- Ungarn. Frankreich. der weder durch sein Alter noch durch seine Verdienste Veteran der Varlei ist, gestattet, den Blick rückwärts auf die ersten Apostel der sozialistischen Sache zu richten, die seit 20 Jahre» die Hoffnung des Proletariats gewesen sind, Sie haben schwere Tage erlebt, aber durchdrungen von dein nnerschntterlichen Glauben an den Werth, an die Größe und an die Nothwendigkeit ihrer Sache, über- wanden sie alle Hindernisse und empfange» heute den gerechten Lohn ihrer unermüdlichen Beharrlichkeit. Das Saatkorn, welches sie ausstreuten, hat gekeimt und die Ernte wird ergiebig sein." Redner berührte sodann die Disziplin der Sozialdemokratie, sprach sich über den Kollektivismus aus und stellte dann das Programm auf:„Der Staat muß eingreifen, um denUebergang der verschiedene» Kategorien von Produktionsmitteln aus der Domäne des Kapitals in diejenige der Nation zu bewerkstelligen, je nachdem sie für die soziale Aneignung reif werden: Besitzergreifung von der Staatsgewalt durch das allgemeine Stimmrecht, internationales Einvernehmen der Arbeiter." Millerand schloß mit einem Hoch auf die„Einigung der sozialistischen Partei, auf die Eroberung der Staatsgewalt durch die Sozialdemokratie und auf de» Triumph der sozialen Republik".— Paris, I. Juni. Bis jetzt sind elf Anträge auf Re> Vision der Verfassung gestellt worden. Da die Auf- »ahme des Nevisionsantrages in die Tagesordnung trotz der Opposition der Regierung eine Stimmenmehrheit erhalten hat. so glaubt man, daß der Antrag auch bei der definitiven Ab- stimmung eine Majorität erzielen wird. Die Monarchisten können sich nämlich der Abstimmung nicht enthalten, ohne ihre eigenen Interessen zu schädigen. Demnach scheinen die Tage deZ Kabineis Meline gezählt zu sei».— Belgie». Brüssel, 1. Juni. Gestern beschloß eine christlich-demo- kratische Versammlung, den bisherigen Vertretern ihrer Partei im Ministerium, welche sich der Regierung in allen Punkten unterworfen haben und den Abbs Dhaens fallen ließen, ihr Ver- trauen zu entziehen.— Eitglaud. — D i e neuen dörflichen Geineinde-Ver- Wallungen, die auf Wahlen durch ein sehr weitgehendes Stimmrecht basiren, so daß auch ländliche Arbeiter daran theil- nehmen können, habe jetzt ihr Probezahr überstanden. Die „Daily News" schreiben über das Ergebniß:„Die Befürchtungen der All-Tories sind jedenfalls nicht eingetroffen. Sie behauptete» vor einem Jahre, daß eine Art Bürgerkrieg in jedem Dorfe aus- brechen würde, wenn die ländlichen'Arbeiter auch ein Wort mit- zusprechen hätten in Dorfangelegenheiten. Lord Salisbury er- klärte, daß der Dorfgemeinderath aus einer Klasse genommen werden würde, welche nicht gewohnt wäre, sich mit öffentlichen Angelegenhelten zu befassen. Das würde allerhand Gefahren herausbeschwöre». Diese alte Geschichte ist stets erzählt worden, wenn es sich um Erweiterung des Stimmrechts oder der Selbstverwaltung handelte. Und jedesmal wird die Prophe- zeiung über die Ereignisse Lügen gestraft durch den gesunden Sinn und die Mäßigung, welche so charakteristisch für die Eng- länder sind. Was wußte man vor zwei Jahren nicht alles von der kommenden Verschwendungssucht der Torfgemeinderätbe zu erzählen? Und wie ist die Sache geworden? Die meisten Räthe scheuen sich, überhaupt Ausgabe» zu machen. Dadurch wurden natürlich die Extremisten der Gegenpartei enttäuscht, welche glaubten, daß die Gründung der Dorfgemeinderälhe das tausend. jährige Reich herbeiführen würde." Türkei. Philippopel, 31. Mai. Nach den vorliegenden Nachrichten aus Konstantinopel wurden dortselbst 14 Türken, darunter der Chef der Korrespondenz des Kriegs- m i n i st e r i u m s, i n V e r b a n n u n g geschickt. Der Polizei- kommissar Markar, ein Armenier, wurde in der Vorstadl Knm- kapu, wo sich der armenische Patriarchat befindet, verwundet. Die daselbst ergriffenen polizeilichen Maßregeln hatten eine Panik hervorgerufen.— — V o m A u f st a n d e in Kreta. Die„Agenzia Stefani" meldet aus Canea: Heut« Vormittag befreiten die türkischen Truppen mit Hilfe der neu eingetroffenen Verstärkungen die in Vamos eingeschlossene Abtheilung. Tie Lage in Canea ist be- ruhigend. Di« griechischen Zeitungen eröffnen eine Subskription zu gunsten Kreta's. Der Kriegsminister befahl den Ojsizieren angesichts der Ereignisse die strengste Zurückhaltung zu beobachten. Die Zeitungen werden morgen ein kretensisches Manifest veröffent- lichen, in welchem erklärt wird, das nationale Programm Kreta's sei dasjenige des revolutionären Ausschuffes. Die Lage in Kerkschu und Retimno ist immer noch kritisch.— Afrika. Pretoria, 30. Mai. Sowohl Präsident Krüger wie auch Leyds erklären, daß der Artikel Forsi's in der Monatsschrift „Nineteendt Century" voller Unwahrheiten sei. Krüger stellt absolut die Existenz einer geheimen oder anderen Abmachung mit Deutschland in Abrede. Die Republik würde keinerlei Einmischung dulden, weder seitens Deutschlands noch irgend einer anderen Macht. Wenn der Artikel die Beweg- gründe Cecil Rhades' für die Unterstützung des Zuges Jameson'S richtig schildere, so würde Rhades mehr Bestrafung verdienen, alS diejenigen, die den Raubzug ausgeführt haben. Die Johannesburger Handelskainmer sandte an den Präsidenten Krüger ein Telegramm, in dem sie ihm den Dank für seine groß- müthige Entscheidung betreffs der Freilassung der Mitglieder der Rhodesischen Verschwörung, sowie das Vertrauen ausdrückt, daß die gleiche Großmnlh auch auf die übrigen Gefangenen auS- gedehnt werde. Auch aus anderen Theilen Südafrika'» wird über ähnliche Kundgebungen berichtet.— ~ W i e d i e E ii t h ü l l» n g e ii des neuesten Grünbuches der Transvaal-Regierung auf die Burenbevölkerung selbst gewirkt haben, erhellt ans dem folgenden Kommentar, den die Zeitung „Volksstein" in Pretoria am 2g. April dem Verhalten Sir Henry Loch's angedeihen läßt: „Im Juni 1834 kam Sir H. Loch, der Oberkommissar der Königin, nach Pretoria, um über Swaziland zu verhandeln, und war der Gast unserer Regierung. Jetzt wissen wir aus Urkunden, daß er mit den Verschwörern verkehrt und ihnen zum Ausstande gerathen hat. Er hat Besprechungen niit Lionel Phillips gehabt. , der jetzt wegen Hochverraths verurrheilt ist, und hat ihm gesagt, wenn man über 3000 Flinten verfuge und Johannesburg nur sechs Tage gegen die Buren halten könne, so würde er selbst im stände sein, jedes bewaffnete Einschreiten Englands abzuhalten. Die gleiche Persönlichkeit, die während ihres Aufenthalts in Transvaal als Gast des Landes mit den Einwohnern gegen die Regierung wühlte, ist heute der tägliche Rathgeber des Kolonial- Ministers Chambcrlain. Es ist nicht schwer vorauszusehen, was das englische Volk von dieseni rechtschaffenen Rathgeber er- warten kann. Er bildet ein artiges Gegenstück zum Premier- minister der Kapkolonie, der seine Stellung als Leiter der Char- tered Company dazu mißbrauchte,«ine schmachvolle Grenz- Verletzung zu begehen."_ Die Kommission für den Entwurf eines Bürgerlichen Aesenbuchs beginnt heute ihre zweite Berathung. Mit Rücksicht auf persönliche Behinderungen des Freiherrn v. Stumm der auch gern dabei sein möchte, ist das Vereinsrecht' vorerst auS dem allgemeinen Theil zurückgestellt. In der heutigen Sitzung wird voraussichtlich der allgemeine Theil lss 1— 235) erledigt werden. Zu demselben liegen eine Reihe Abänderungsanträge vor Der wichtigste Abänderungsantrag ist die gegen die Einführung der Abschaffung d e S K o a l i t i o n s r e ch t s g e r i ch t« t e von der Kommission mit S gegen 8 Stimmen in erster Lesung bestätigte Bestimmung des Z 223 des Entwurfs.§ 223 besagt nämlich:„Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder wer zum Zwecke der Selbsthilfe den Verpflichteten (also z. B. den Arbeiter, der die Arbeil niederlegen will) fest- nimmt oder den Widerstand des Verpflichteten gegen eine Hand- lung, die dieser zu dulden verpflichtet ist, beseitigt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht recht- zeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, daß die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert würde. Die gesperrt ge- druckten Worte würden die Ausübung einer Arbeits- niederlegung illusorisch machen. Der Fabrikherr und der Gutsbesitzer wären nach dem neuen§ 223 berechtigt, die Arbeiter einzusperren. Die Regierungsvertreter hatten zugegeben, daß diese Folge eintreten könnte, sie sei aber nicht beabsichtigt gewesen. Dem auf Streichung der gesperrten Worte gerichteten Antrag unserer Genoffen setzten sie wenig Widerstand entgegen. Desto energischer trat der National- liberale von Bennigsen gegen den sozialdemokratischen Zlntrag ein; das Gesetz gebe dem festgenommenen Arbeiter hin- reichenden Schutz dadurch.— meinte er— daß der Fabrikherr, Gutsbesitzer u. s. w. ihn zum Richter führen müsse. Diese Oberprä- sidial-Töne finden recht verständnißvollen Boden beim„Freisinn". Dadurch kam der Antrag auf Streichung in erster Lesung mit 9 gegen 8 Stimmen zu Fall. Warten wir ab, wie die Majorität sich in der zweiten Lesung gestaltet. Auffällig ist, daß die „Freisinnige Zeitung" und die übrigen liberalen Blätter gegen diesen ultrareaktionären Versuch der Beseitigung voller Ausübung des Koalitionsrechts noch nicht ein Wort des Tadels gefunden hat. Rsvkei-Na�ri�zten. Au die Frauen und Mädchen Berlins! Am 27. Juli dieses Jahres wird in London der Internationale Sozialistische Arbeiter- und Gewerkschaftskongreß abgehalten werden. Die Be- deuinng der proletarischen Frauenbewegung in Berlin macht unserer Meinung nach die Vertretung derselben auf dem Kongreß nothwendig. Die iilnberaumung der Versammlung zur Wahl der Delegirten am 14. Juni vormittags schließt die Theilnahme der Frauen fast gänzlich aus. Wir haben deshalb zu in o r g e n Abend eine Volksversammlung einberufen, in der die Wahl einer Delegirtin empfohlen werden soll. Alle Mädchen und Frauen unserer Partei ersuchen wir, zii dieser Versammlung sich zahl- reich einzufinden und an der Wahl theilzunehmen. Das Nähere siehe im Jnseratentheil in der heutigen Nummer des„Vor- wärts". Die Vertrauenspersonen. Ottilie Baader. Emma Scholtz. Unser Genosse, flleichstags-AbgeordneterHorn. tritt am 2. Juni eine acht monatliche Gesängnißstrafe in Zwickau an. Die Strafe hat sich unser Genosse in seiner Eigenschaft als Redakteur des Fachorgans der Glas- und Porzellan- Arbeiter zugezogen, und schwebt gegenwärtig gegen unseren Genossen noch ein Urtheil von 10 Monaten in Nevisiousinstanz vor dem Reichs- gericht und eine Privat-Beleidigunge klage in erster Instanz. I» diesen beiden Prozessen ist das Verfahren vom Reichstage ein- gestellt. Die Strafe, die unser Parteifreund im eifrigen Kampf für die Interessen seiner Bernfsgenosscn er- hielt, wird ihm, dessen sind wir sicher, i» seiner unerschütterlichen Auffassung, der Sache der Arbeiter weiter seine ganzen Kräfte zu widme», keinen Abbruch Ihnn; wünschen wollen wir nur, daß unser alter, braver Parteigenosse gesundheitlich keinen Schaden während der Gesängnißstrafe erleiden möge. Ein in Deutschland bisher«nbekanuteS Werk von Karl Marx„Revolution und K o u t r e- S! e v o l n t i o n in Deutschland." Deutsch von Karl Kautsky.(24. Band der Jiiternationalen Bibliothek, I. Serie. Broschirt 1,50 M., ge- blinden 2 M.) ist soeben im rührigen Berlage von I H. W Dietz in Stuttgart erschienen. Da? werihvolle Buch enthält folgende Abschnitte: I. Deutschland am Vorabend der Revolution. 2. Die Anfänge der liberalen Opposition. 3. Die religiöse Opposition. Die Idee der deutschen Einheit. 4. Oesterreich. 5. Die Märzrevolution in Wien. 6. Die Märzrevolution in Berlin. 7. Die Frankfurter Nationalversammlung. 8. Polen, Czechen und Deutsche. S. Der Panslavismus. Der Krieg in Schleswig- Holstein. 10. Die Junischlacht und ihre Rückwirkung auf Deutsch- land. II. Die Oktoberrevolution in Wien. 12. Der Fall Wiens. 13. Der Ausgang der konstitnirenden Versammlung in Berlin. 14. Die Ansänge des Jahres 1849. 15. Der'Abschluß der Reichs- Verfassung und die Kaiserpvsse. 16. Ter Beginn des Kampfes nni die ReichSverfassnng. 17. Tie Demokratie am Ruder. 13. Die Reichsverfassungs- Kampagne. 19. DaS Ende der deutschen Nationalversammlung. 20. Der Kommunisteuprozeß in Köln. � Diese Schrift bildet« ursprünglich eine Arlikelreihe, mit der Marx 1851 seine Mitarbeiterschaft an der New» Aorker„Tribüne" eröffnete. Sie zeigt die Trieb- kräfte der deutschen Revolution und Gegenrevolution von 1843 und 1649 und charaklerisirt auf's glänzendste und schäefste die entscheidenden Faktor«» jener gewaltigen Bewegung in einer Weise, die auch für die Erkenntniß der heutigen Gegensätze der Klassen und Parteien von Bedeutung ist. Man kann die Schrift ein Gegenstück zu dem„achtzehnten Brnniaire" desselben Ver- fassers nennen; aber, für daS Publikum eines täglichen Blattes in Amerika verfaßt, ist sie populärer gehalten und daher geeignet, de» weitesten Kreisen in kurzen Zügen das Berständniß der ersten deutschen Revolution zu vermitteln. Polizeiliches, Gerichtliche»:e. — G e n o s s e M a n f r e d W i t t i ch hat am 4. Dezember vorigen Jahres in Dresden in einer öffentlichen Maurer-Ver- sammlung einen Vortrag gehalten über„Bauernkämpse in der Geschichte". Im Verlause dieses Vortrages soll er u. a. die Aeußerung gethan haben: Genau wie damals, wie Kaiser Karl, seien auch Fürsten der„Jetztzeil" durch Mord und Meineid zu hoher Machtstellung gelangt." Die Dresdener Polizei-Dircktion erblickte in dieser Aeußerung„groben Unfug", weil sich die beiden Ueberivachenden darüber„öffentlich" geärgert haben und beglückte den Genossen Wittich niit einer auf eine Woche Haft lautende» Strafverfugung. Auf eingelegten Einspruch erkannte das Dresdener Schöffengericht, daß die Aeußerung derartig geeignet sei, öffentliches Aergerniß zu erregen, baß 7 Tage Haft eine viel zu geringe Strafe sei und erhöhte dieselbe auf 14 Tage Hast. Heute stand nun Genosse Wittich vor dem Dresdener Berufungsgericht. Er erklärte, die Aeußerung nicht in der ihm zur Last gelegten Weise ge- than zu haben, die sprachliche Grausamkeil„Jetztzeit" sei ihm überhaupt nicht geläufig, im übrigen glaube er wohl, daß ihm das Gericht nicht zutrauen könne, einen solchen Blödsinn und eine historische Unwahrheit gesagt zu haben. Jndeß, die beiden lieberwachenden bestätigten den Wortlaut der Anklage durch Eid und so wurde denn die Berufung verworfen. In der Urtheilsbegründung betonte der Landgerichls-Direktor Göhler, daß die Aeußerung bei jedem„W o h l" gesinnten Aergerniß erregen müsse.— Genosse Wittich wird also 14 Tage lang die Mehlsuppe des sächsischen Gejängnisses trinken. Srtzölsv. In der Verhandlung vom Sonnabend, die bis 12'/« Uhr Mitternacht dauerte, wurde der Angeklagte Redakteur S ch ö l e r zu acht Monaten G e f ä n g n i ß, der Verleger Lutz zu 1000 M. Geldstrafe verurtheill. Die Kosten des Verfahrens wurden den beiden Verurtheilten auferlegt, den Beleidigten wurde die Publikationsbefugniß zugesprochen. Der Staais- anivalt hatte 18 beziehungsweise 2 Monat Gefängniß beantragt. Aus der Verhandlung selber sei in Fortsetzung des Bericht? aus der Sonntagsnummer folgendes wiedergegeben: Es wird zunächst der Premierlientenant Salewski, der zur Dienst« leistung nach Magdeburg abkommandirt war, vernommen. Er bestreitet, die Leute mißhandelt zu haben, giebt aber zu, daß er wiederholt Ausdrücke wie„ H a l- l u n k e n",„ L u ni p e" und dergleichen beim Exer- zieren gebraucht habe. Er entschuldigt sich damit, daß man auf dem Exerzierplatz die Worte so genau nicht wählen könne. Er habe andererseits auch vielfach den Leuteu auf die Schulter geklopft und bemerkt:„Sie sind ein patenter Kerl." Den Hauptmann Moll bezeichnet der Zeuge als einen„strengen aber gerechte» Vorgesetzten". Den mehrfach erwähnten Almstedt will Leutenanl Salewski als geisteskrank nicht erkannt haben. Angeklagter S ch ö l e r bittet, den Zeugen noch zu befragen, ob er wisft, daß einmal ein Mann aus Schwäche vom Reck gefallen und einige Tage darauf t o d t gewesen sei.— Präs.: Die Frage gehört gar nicht hierher.— Schöler: Ich meine doch, daß die Beantwortung der Frage sehr wichtig ist, weil ich ja behaupte, daß der Mann leidend war und sich nur aus Furcht vor Strafe nicht krank gemeldet hat.— Präs.: Herr Schöler, Sie muffen doch nicht annehmen, daß alles das, was man Ihnen zugetragen hat, auch durchweg wahr ist. Vor allem ist doch nicht anzunehmen, daß die Herren Offiziere von allem, waS Sie abfällig kritisiren, auch Kenntniß hatten.— Aug«II.: Darum eben wollte ich die Zeugen danach befragen. Der nächste Zeuge, Kesselschmied Schwarze aus Bremen. war Soldat des 17. Jnfauterie-Regiments in Ludwigslust und wurde wegen Meuterei zu einem Jahre Festung und Versetzung in die Arbeitsabtheilnng verurtheill. Er kann sich persönlich über Mißhandlungen nicht beklagen. Den Angeklagten Schöler be- zeichnete er als einen guten und friedfertigen Käme- laden, der s i ch stets bemüht habe, auf die anderen Leute in erzieherische ni Sinne einzuwirken. — Präs.: Der Hauptmann Moll soll bestimmte Leute unter den Arbeitssoldaten gehabt haben, die die anderen behorchten und etwaigen Flüchtlingen nachgesandt wurden.— Zeuge: Ja. - Präs.: Waren es immer dieselben Leiite?— Z e u g e: Ja.— Der nächste Zeuge Arbeiter Schopp« aus Friedenau bei Verlin hat ebenfalls mit Schöler zusammen in einer Kasematte gelegen. Auch er hat nie bemerkt, daß Schöler die Kameraden aufgestachelt hat. In bezug auf Alm- st e d t bemerkt er, daß ihm dieser„nicht recht richtig" vor- gekommen sei. Man habe in den Kasematten über den Zustand des Almstedt nicht gesprochen, hauptsächlich aus Furcht vor den S p i o n e n; die dem Hauptmann Moll jedes Wort hinterbracht hätten. Der Hauptniann Moll hatte viele ergebene Leute unter uns, die sich bei ihm„Lieb' Kind" machten, indem fle uns behorchten und das, was sie hörten, ihm wiedererzählten. Wir nannten sie unter uns„Bluthunde". Der Zeuge bekundet dann weiter, daß die Revierkranken ständig eingeschloffen waren und daß Hauptmann Moll nach dem Abgange des Angeklagten Schöler nach Königsberg in Preußen eine Ansprache vor der Front gehalten habe, in der er den Angeklagten als einen Wolf in Schasskleidern bezeichnet habe.— Präs.: Was sagte Haupt- mann Moll dann noch?— Zeuge: Der Schöler sei nicht würdig, Soldat zu heißen, er sprach auch noch von Zuchthaus und so was.— Präs.: Was sagte Hauptniann Moll dann noch: — Zeuge: Schöler hätte das Realgymiiastum besucht, habe aber das Gehörte nur halb verdaut. Gr, Moll, sei ja nur ein dummes Luder—(Stürmische Heiter- k e i t.)— Präs.: Ich muß es mir ganz entschieden verbitten, daß hier irgend etwas vorkommt, was gegen die Würde verstößt. ~ Zeuge(fortfahrend):— aber Schöler wäre noch d ü m m e r.— Präs.: Ist die Behandlung der Arbeitssoldaten scharf gewesen?— Z e u g e: Ja, namentlich der Hauptmann Moll war hart. Einmal hat er in großer Wuth zu uns gesagt:„Ich erkläre Euch allen den Krieg bis auf den Degen". dabei faßte er nach seinem Säbel.— Angekl. Schöler bittet, den Zeugen zu befragen, ob der Hauptmann Moll dem Zeugen als Frömmler erschienen sei.— Zeuge: Ja, der liebe Gott spielte in den Ansprachen des Haupt» in a n n s M o l l eine g r o ß e R o l l e.— Präs.: Ist eS Ihnen so vorgekommeu, als ob Herr Moll mehr Christenthnm zur Schau trug, als sich mit seinen Handlunaen vereinbaren ließ?— Z e u g e: Ja.— Angekl. Schöler: Hatten Sie nicht den Eindruck, als ob ein Mann, der sich so fromm gab, etwas milder mit seinen Nntergebeuen hätte umspringen können?— Präs.: Die Beantwortung der Frage wäre ein Gutachten, ich lehne sie daher ab.— Den Premierlieutenant Salewski bezeichnet der Zeuge als einen strengen, aber gerechten Mann. Die Aeußerung:„Ihr sollt alle zu Säulen zu» s a m m e n f r i e r e n!" glaubt der Zeuge gehört zu haben. Zeuge Schriftsetzer Schmidt aus Berlin giebt ebenfall? der Ansicht Ausdruck, daß Almstedt geistesgestört war und bestätigt, daß in den Magdeburger Kasematten ein ausgedehntes Angeberwesen bestanden habe.— Hauptmann Moll(vortretend): Ich habe die Leute nur instruirt, aus Ruhe und Ordnung zu achten.— Präsident(zum Zeugen): Sind Sie in die besser« Führnngsklaffe gekommen?— Zeuge: Nein.— Staats» anivalt:. Das wäre ja auch noch schöner, er hatte ja vier Disziplinarstrafen.— Zeuge: Nun, ob ich die zu recht bekommen habe, wollen wir doch dahingestellt sein lassen. Zum Beispiel bin ich einmal mit zwei Tagen Arrest bestraft worden, weil ich mich krank gemeldet hatte, ohne es. nach An- ficht des Hauptmanns Moll, zu sein. Ich war aber thatsächlich krank.— Präs.: Wie war die Sache?— Zeuge: Wir hatten Sand gekarrt und ich Hab« mich dabei jedenfalls über- anstrengt, denn ich hatte heftige Kieuzschmerzen. Als ich mich beim dienstlhuenden Lieutenant meldete, wurde ich einem ein- jährigen Arzt zur Nntersuchung überwiesen und er schrieb mich krank. Ich meldele mich nun beim Haupt- mann als krank und wurde, statt in das La- zareth, in die Untersuchung abgeführt, weil ich angeblich simulirte. Die Ueberführung geschah an einem Sonntag Nachmittag. Neben mir und vor mir gingen Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr. Vor die Thür stellte man dann noch einen Posten auf, damit ich ja nicht ausrückte. Nach vier Wochen kam dann vom Kommando der Befehl, mich freizulassen, da ich kein Simulant wäre. Ich kam dann ins Lazareth, wo der Oberstabsarzt ein chronisches HalS» leiden,, n t st a n d« n durch die Verzögerung meiner ärztlichen Behandlung, feststellte. Nachdem ich mich dienstuntauglich gemeldet hatte, wurde ich nach einem Vierteljahr zur Reserve ent- lassen. Jni weiteren bekundet auch dieser Zeuge, daß der Angeklagte stets in gutem Sinne auf seine Kameraden ein- zuwirken sich bemüht habe.— Präs.: Hat Hauptmann Moll viel von Religion und Christenthnm gesprochen?— Z e u g e: Ja.— Präs.: Und sind Sie der Ansicht, daß seine Handlungen mit seiner christlichen Gesinnung nicht in Einklang zu bringen waren?— Z e u g e: Ja. Er führte fein Christenthnm wohl öfter an. als es nölhig und angebracht ivai.— Staatsanwalt: Ich bitte den Zeugen zu befragen, ob er denn Christ ist und somit überhaupt beurtheilen kann, ob Hauptmann Moll«in Frömniler war.— Rechtsanwalt von Jssendorff: Ich bitte um Ablehnung der Frage. Sie gehört nicht hierher.— Staatsanwalt: Und ich beantrage die Stellung der Frage. Präs.(zum Zeuge»): Sind Sie Christ?— Zeuge: Ich bin evangelisch.— Staatsanwalt: Da ist gar n i ch t s g e f a g t. Da ist viel Raum in der evangelischen Kirche. Glauben Sie an Gott?— RechtSanw. v. Jssendorff: Ich muß doch beantragen, diese Frage abzulehnen. Wo kommen wir sonst hin?— Staatsanwalt: Der Bertbeidigcr hat so viel Fragen, di« nicht zur Sache gehörten, stellen dürfen, Daß mir wohl auch diese Frage geftattet werden muß. Präf.: 1gegen Schöler ein Jahr und sechs Monate Gesp Nun, Herr Zeuge, glauben Sie an Gott? Der fängniß, ferner die Unbrauchbarmachung der belei hatten. . 13 Gewerkschaftliches. " der bei Seuge schweigt. Bräs.: Sind Sie gläubiger bigenden Stellen der Broschüre und Publikationsbefugniß Der vierte deutsche Glasarbeiter- Kongrek tagte am Shrift oder sind Sie Dissident? Zeuge( nach in Gemäßheit des§ 200 für den Kriegsminister. Was 24. und 25. Mai in Spremberg. Den Hauptgegenstand der Ver längerem Zögern): Herr Präsident, wenn ich ehr den Angeklagten u betreffe, so tönne man zweifelhaft sein, handlung bildete die Organisation des Unterstügungswesens und lich sein soll, so muß ich sagen: Ich bin Dissi ob Geldstrafe oder Gefängniß für ihn zu beantragen sei. Die internationale Verbindung. Ebert schilderte in eins dent. Rechtsanwalt v. Issendorff: Herr Präsident, ich Er empfehle für 2uß eine Gefängnißstrafe von gehender den Zweck der Union und den bes bin eben doch der Ansicht, daß diese Frage durchaus nicht hierher zwei Monaten, da er sich voll und ganz der Strafbarkeit Agitations- und Unterstützungsfonds zur Förderung gehört. Präs.: Herr Rechtsanwalt, eine Kritik des Fragerechts feiner Handlung bewußt gewesen sei. internationalen Organisation. Wie die Verhältnisse taffe ich mir unter feinen Umständen gefallen. Wenn Sie meine Rechtsanwalt Brand- Herford als Vertheidiger des An- den Glasarbeitern Deutschlands liegen, könne indeß die Leitung der Verhandlungen beanstanden, so wissen Sie, welche geklagten Schöler beantragt in einstündiger Rede prinzipaliter Union, wie sie jetzt bestehe, den deutschen Glasarbeitern nichts prozessualen Mittel Ihnen zu Gebote stehen. Aber eine Kritik tann dessen Freisprechung, bezw. eine ganz gelinde Strafe, weil er nügen. Es müssen nur Opfer gebracht werden, aber Erich nicht zulassen. Rechtsanwalt v. Issendorff: Ich denke im guten Glauben gehandelt habe. Der Angeklagte habe folge haben wir keine zu verzeichnen. Von den organisirten aber doch. Präs.( unterbrechend): Herr Rechtsanwalt, ich eine patriotische That erfüllt, als er die Broschüre ver- Kollegen gehören zum Beispiel kaum 500 der Union meine, die Sache ist erledigt. faßte. Er habe die Unhaltbarkeit des jetzigen Beschwerde an. Heute sehe man ein, daß die nationale Organisation erft Es wird sodann Tischler Ohnendorf aus Hannover ver- rechts und des militärischen Strafverfahrens darlegen ausgebaut werden müsse, bevor ein praktischer Erfolg auf internommen. Derselbe war fünf Jahre fahnenflüchtig und kam dann wollen und hatte auch Veranlassung und das Recht dazu nationalem Wege zu erreichen ist. In der Debatte sprachen fich zur Arbeiterabtheilung. Er ist ebenfalls von einem Kameraden auf grund der Erfahrungen, die er der Straffämmtliche Redner dahin aus, daß das Fortbestehen der bei seinem Eintritt in die Abtheilung darauf aufmerksam gemacht Abtheilung gemacht habe. Es sei erwiesen, daß die Offiziere in Union und des Unterstüßungsfonds für die Glasarbeiter worden, daß ein Angeberkorps bestehe, das vom Hauptmann himmelschreiender Weise- Präsident: Herr Rechtsanwalt, Deutschlands unter den heutigen Umständen zwecklos sei. Moll ausgehe. Bezüglich des Falles Almstedt bemerkt der ich bitte Sie, jede Kritik zu unterlassen.- Rechtsanwalt Brand Einstimmig wurde dann der Beschluß gefaßt, den Agitations Beuge, daß die Offiziere und Unteroffiziere unbedingt( fortfahrend): Was die Behauptungen des Angeklagten anbelange, und Unterstüßungsfonds der Glasarbeiter Deutschlands aufKenntniß von dem geistigen Zustande des Almstedt haben so könne er sich der Behauptung des Staatsanwalts, daß nichts zulösen. Zum dritten Punkt der Tagesordnung: Neus mußten. Der Zeuge befundet dann weiter, daß Haupt- erwiesen sei, durchaus nicht anschließen. Es sei bewiesen, daß wahl des Vertrauensmannes, wurde von einer Neuwahl mann Moll den Almstedt thatsächlich, wie Schöler dies in Premierlieutenant Sa lewati auf sumpfigem Boden habe Parade abgesehen, da nach Auflösung des Unterstützungsfonds die der Broschüre schildert, mitten in einer frommen An- marsch machen lassen, trotzdem noch ein anderer Platz vorhanden Thätigkeit des Vertrauensmannes aufhört. Zum vierten Punkt: sprache in Arrest geschickt habe. war, wo er hätte marschiren lassen können. Er gehe zwar nicht so weit, Der internationale Glasarbeiterkongreß in London" wurden die Dem nächsten Zeugen, Arbeiter Seiftinger aus Magde zu behaupten, daß Salewski sich ein besonderes Vergnügen daraus Kollegen Buck- Stralau und Bräunlein- Fürth zu Delegirten geburg, ist von einem Sergeanten 3ista vom Kaiser Franz gemacht habe, die Leute durch die Pfützen zu jagen, unbedingt wählt. Ueber die Verwendung des Agitationsfonds wurde Garde- Grenadier- Regiment in Berlin, der früher in Magdeburg liege jedoch eine inhumane Handlung, vor. Ebenso sei es er folgender Antrag einstimmig angenommen: Der eventuell verwar, mitgetheilt worden, daß Hauptmann Moll thatsächlich ein wiesen, daß Salewski die Aeußerung: Ihr sollt alle zu Säulen bleibende Kassenbestand ist nach Bestreitung der Delegirtenkosten Angeberkorps unterhielt. Sodann wird Premier zusammenfrieren!" gethan habe. Ferner sei erwiesen, daß die nach London dem Verband der Glasarbeiter Deutschlands zu lieutenant von der Gröben in den Saal gerufen. Leute bei großer Kälte im Stillſtehen egerzieren mußten. In überweisen." Dem Kongreß lag ferner noch ein Entwurf zu Er bekundet, daß Schöler fich Nachlässigkeiten habe zu bezug auf den Hauptmann Moll sei erwiesen, daß er sich erlaubt einem Kartellvertrag vor, welcher zwischen den Glasarbeitern schulden kommen lassen, weshalb oft Disziplinarftrafen über ihn habe, vier Führungsklassen zu bilden, während die Dienst der verschiedenen Länder abgeschlossen werden möge, und verhängt werden mußten. Es soll dann Schachtmeister vorschrift nur zwei gestatte. Die Einschließung der welcher dem internationalen Kongreß zu London zur Begut Krause aus Leobschütz über die Menagenangelegenheit ver- Reviertranten fei ebenfalls nicht zu billigen, ja es achtung bezw. Beschlußfassung vorzulegen fei. Der Rongreß nommen werden. Vorher bemerkt der Präsident dem Anfrage sich, ob hier nicht eine Freiheitsberaubung beschließt demgemäß, doch soll der Entwurf erst im Fachgenossen" getlagten: Es ist Ihnen schon vor der Verhandlung mitgetheilt vorlag. Die gegen den Hauptmann Moll in bezug auf veröffentlicht und die in- und ausländischen Kollegen aufgefordert worden, daß Sie in bezug auf die von Ihnen seine Härte erhobenen Beschuldigungen hätten insofern Be- werden, hierzu Stellung zu nehmen. behaupteten Unregelmäßigteiten bei der rechtigung, als ein Mann, der das Christenthum allstündlich im Ju einem Aufruf an die Branerei- Arbeiter, der in der Menage in Königsberg in Preußen recht Munde führte, auch die Milde und Nachsicht, welche dieses Brauer Zeitung" veröffentlicht wird, empfehlen eine Anzahl 3 ist thatsächlich richtig, daß Christenthum vorschreibe, in seinen Handlungen hätte zum Aus in der Brauerbewegung bekannter Personen die Entsendung von Die Unregelmäßigteiten vorgekommen sind.druck bringen müffen. Ganz auffällig sei der Fall Alm zwei Delegirten zum Londoner internationalen Kongreß. Bor Ich glaube daher, daß Sie deshalb auf stedt. Die ganze Mannschaft habe ihn für geiftesgestört ge geschlagen wird Wiehle- Hannover und Klein Hamburg. alle Beugen verzichten tönnen, die hierzu vor halten, die Unteroffiziere hätten davon Kenntniß gehabt, und Die eventuelle Zustimmung zu diesen Vorschlägen muß in öffent geladen find. nur Hauptmann Moll wisse nichts davon! Die Unterstellung lichen Versammlungen erfolgen und find an Klein, Sam Rechtsanwalt Brand: Wir verzichten überhaupt auf jede des Angeklagten, daß die Offiziere es wußten, liege daher nicht burg, St. Pauli, Hopfenstr. 19, zu senden. Die Kosten sind durch weitere Beugenvernehmung und bitten nur noch die Zeugen über so fern, als daß man den Angeklagten deshalb schwer bestraft freiwillige Sammlungen aufzubringen, die an die gleiche Adresse den Ruf des Angeklagten zu hören. Die Zeugen Krause, wissen wolle. Der Vertheidiger ging dann auf eine Charakteristik zu übermitteln sind. Schuhmacher Werner, Maurer Wehr und Kühn des Angeklagten und Kühn des Angeklagten ein, schilderte eingehend den den Zustand, berger, die sämmtlich mit Schö I er zusammen in Magde in dem sich derfelbe infolge der erlittenen Härten befinden mußte firten Kollegen haben die Leipziger Steinarbeiter den Werkplatz Achtung, Steinarbeiter! Wegen Aussperrung ihrer organis burg lagen, befunden sämmtlich, daß Schöler und befand, und empfahl ihn schließlich der gerechten Beurtheilung von Ehmig in Leipzig gesperri. Herr Ehmig gilt als einer ber feine volle Pflicht und Schuldigkeit als des Gerichts. Soldat gethan habe und ein guter Kamerad Rechtsanwalt v. Issendorff Hannover pläbirt ebenfalls Hauptgegner der Organisation. Es wird deshalb gebeten, den gewesen sei. Er habe sie immer zu Bucht und Ordnung für Freisprechung Schöler's, sowie des Angeklagten Luz. Was Zuzug streng fernzuhalten. In Wien sind auf zwei Werkplägen ermahnt und sie von unüberlegten Thaten zurückgehalten. So- den letzteren anbelange, so habe dieser sich Schöler in gearbeiter die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Lohndifferenzen entstanden und haben deshalb ca. 70 Stein dann trat die Mittagspause ein. wiffem Sinne fügen müssen. Es sei aber nachgewiesen, daß er Um halb 5 Uhr beginnt die Bernehmung des letzten Beugen, eher eine Milderung, als eine Berschärfung der Broschüre haben Restaurant" Belvedere" stattgefundene Gautag des Gau. Zwickau, 31. Mai.( Eig. Ber.) Der heute Nachmittag im des Hauptmanns Westphal aus Königsberg i. Pr. Der wollte. felbe bekundet, daß Schöler sich in Königsberg i. Pr. zunächst Nachdem sich noch die Angeklagten in längeren Ausführungen vereins Erzgebirge Vogtland des Deutschen gut geführt habe, dann aber umgeschlagen sei. Er habe im selbst vertheidigt hatten, zog sich der Gerichtshof zur Urtheils- Buchdrucker- Verbandes, nahm nach lebhafter Debatte Widerspruch mit der Disziplin gelebt und einen schlechten berathung zurück. Nach zweistündiger Berathung verkündete am Schluffe feiner Sigung folgende Resolution mit 15 gegen Einfluß auf seine Kameraden gehabt. Er habe sich einmal trant Landgerichtsdirektor Dr. Schmidt 12 Uhr nachts 10 Stimmen an:" Der heute in Zwickau tagende Gautag des gestellt und sich auf die Erde geworfen, weshalb ihm der Beuge folgendes Urtheil:„ Der Angeklagte Hermann Adolph Schöler Gauvereins Erzgebirge Vogtland des Vereins der deutschen 14 Tage strengen Arrest gegeben habe. Der Angeklagte stellt ist der öffentlichen Beleidigung folgender Personen: Buchdrucker tann feine Zustimmung zu der vom dann fest, daß diefe sowie alle weiteren Disziplinarstrafen, zirka 1. des tönigl. preußischen Kriegsministers Bronsart Tarifausschuß in Berlin beschlossenen fünf. 30 an der Zahl, erst nach dem Juni 1892 verhängt worden v. Schellendorff; 2. des Generals 3iemieyti; 3. des jährigen Giltigkeitsdauer des neuen 96 er Tarifs seien. In diesem Monat habe sein Vater ein Gesuch um Be- Inspekteurs der militärischen Strafanstalten v. Roques; nicht geben und zwar darum nicht, weil die den Prinzipalen urlaubung Schölers eingereicht. Das Gesuch wurde aber ab. 4. des Hauptmanns Mo11; 5. des Premier Lieutenants abgerungenen Zugeständnisse( 9/ 2ftündige Arbeitszeit) zu minimal gelehnt und zwar, wie der Angeklagte auf grund von An- v. b. Gröben und 6. des Premier Lieutenants Salewati sind und nicht einmal allen Kollegen zu gute tommen. gaben einer Ordonnanz, die die betreffende Unterredung schuldig. Der Angeklagte Robert Lug ist der Bei Derselbe fann sich überhaupt nur für einen von Jahr zu Jahr belauscht hat, behauptet, auf Borstellung des Zeugen Weftphal hilfe zu den Straft haten des Angeklagten geltenden Lohntarif und eine auf dieser Grundlage bafirende bei dem tommandirenden General von Kaim. Diese Ab. Schöler schuldig. Der Angeklagte Schöler wird Tarifgemeinschaft erklären. Der geplanten Tariforganisation muß lehnung habe ihn( Schöler) so erbittert, daß ein Umschlag seiner deshalb zufäßlich der gegen ihn vom Landgericht in der Gautag ebenfalls seine Zustimmung versagen, weil dadurch Gesinnung eingetreten sei. Ein solcher Umschlag sei menschlich Dresden wegen Beleidigung von Militärpersonen er unserer Organisation die Lebensader:" Regelung der Arbeits. Präs. Aber nicht erlaubt. Denn dann würde tannten Gefängnißstrafe von zwei Monaten zu einer weiteren bedingungen" unterbunden wird und unsere bisher gewahrte Selbft. unsere Armee nicht das sein, was sie ist und als was sie in der Gefängnißstrafe von acht Monaten, der Angeklagte ständigkeit Schiffbruch leiden würde. Schließlich mißbilligt der Welt dasteht. Wo soll sonst der einheitliche Zug, die Kraft und uß zu einer Geldstrafe von 1000 Mart, im Nicht- Gautag die zustimmende Haltung der Gehilfenvertreter gegenüber der die Entschlossenheit herkommen, die uns zu so großen Erfolgen beitreibungsfalle für je 10 M. einen Tag Haft verurtheilt. Des gegen die Redaktion des Korrespondent" gerichteten Resolution und verholfen hat?( Um kein Mißverständniß aufkommen zu lassen, weiteren wird auf Vernichtung der inkriminirten Stellen der spricht im Gegentheil hierzu der Redaktion unseres Verbandswollen wir baran erinnern, daß es ein Zivilgericht und fein Broschüre und auf Publikationsbefugniß für die genannten organs seine volle Anerkennung für die offene, ungescheute Militärgerichtshof war, vor dem diese Verhandlung stattfand. Offiziere erkannt. Meinungsaussprache über die gegenwärtige Situation aus, dies R. d.„ V."): selbe als Warnungsruf zur rechten Zeit betrachtend.. erklärlich. " = B In der Begründung des Urtheils wird zunächst hervor Nachdem dann die Aussagen der nicht erschienenen gehoben, daß bezüglich der Beleidigungen, welche sich aus§ 186 Im Wittkowiter Eisenwerk ist ein großer Theil der Zeugen zur Verlesung gelangt find, bemerkt der Präsident: Ich( Behauptung nicht erweislich wahrer Thatsachen) herleiten, dem Arbeiter wegen Lohnstreits in Ausstand getreten. Die Aus muß das anwesende Publikum aus dem Saale Angeklagten der Schuß des§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) ständigen verlangen gleichzeitig die Entfernung eines Wertmeisters. weisen lassen. Die Leute räteln sich da auf den nicht zugebilligt werden konnte. Bei der Strafabmessung Das Streikkomitee der Holzarbeiter Mülhausens( im Barrieren herum( der Zuhörerraum ist überfüllt) und sei als erschwerend ins Gewicht gefallen, daß der Inhalt Elsaß) versendet unterm 23. Mai folgenden Situationsbericht: beweist das ganze Publikum so wenig Anstand, der Broschüre geeignet sei, das Gemüth der Soldaten Im Ausstande befinden sich 400 Mann und zwar 208 Zimmer. daß ich es nicht mehr mit ansehen kann. Also zu vergiften. Die Eltern würden 11 ur mit leute und 192 Schreiner. Abgereift sind bis jetzt 90 Zimmer hinaus! Sorge und Furcht ihre Söhne zum Militär leute und 60 Schreiner nach Basel, Freiburg und anderen Orten. Es erhält sodann Erfter Staatsanwalt 3aehle das Wort schicken. Im Julande erfolge eine Erschütterung der Sicher Statt sich nun mit uns ins Einvernehmen zu sehen, haben die zu feinem Plaidoyer. Er führt aus: Es ist dem Angeklagten beit, im Auslande entstehe ein Berrbild von den deutschen Heeres Meister auf ihren Höfen und Werkstätten einen Utas angeschlagen, Schöler bei Abfaffung der Broschüre offenbar nicht darum zu einrichtungen, ein Berrbild, für das der Angeklagte gar nicht die wonach die ausständigen Arbeiter ihr Werkzeug abzugeben haben, thun gewesen, in fachlicher und unparteiischer Weise seine Er Verantwortung tragen könnte. Er hätte daran denken müssen, wenn sie den rückständigen Lohn ausbezahlt haben wollen( oder lebnisse in Magdeburg und Königsberg i. Pr. zu erzählen und daß unsere Armee und ihre Offiziere mit der selbstlosen Hingabe die Arbeit zu den alten Bedingungen nicht aufnehmen wollen). objektiv Kritik an unseren militärischen Einrichtungen zu üben. ihres Lebens bisher ein Vorbild gewesen seien, er durfte nicht Diejenigen, die den Ufas befolgt haben, sind nun ausgesperrt. Die Absicht des Angeklagten ist es gewesen, gewiffe militärische vergessen, daß auch sein Herd durch die beleidigten Offiziere mit Die Ausständigen, die noch hier sind, bestehen fast durchwegs aus Einrichtungen verächtlich zu machen. Diese Absicht mag dem geschützt werde. Jüngst sei von höchster Stelle das Familienvätern, tüchtigen älteren Arbeitern und auch diese werden Angeklagten ja bei einem Theile der Bevölkerung gelungen sein, Mahnwort gefallen:„ Es ist die Pflicht jedes nächste Woche die ihnen zugesicherte Arbeit auswärts antreten zu und zwar bei dem, dem alle militärischen Einrichtungen zuwider Deutschen, das Volk in Waffen hochzuhalten!" den Bedingungen, die hier gestellt sind. Der Sieg neigt sich auf und verhaßt find. Allein bei allen denjenigen, die noch einen Wenn Seine Majestät so gesprochen habe als Herold des unsere Seite, hauptsächlich wenn, wie bisher, der Zuzug fremder Funten Ehrgefühl in fich haben, die einen deutschen Volkes, so müsse bem jeder gute Deutsche unbedingt Arbeitskräfte strenge ferngehalten wird und die Unterstützung Funten von Patriotismus im Leibe haben, zustimmen. Bei dem Angeklagten hätten jene erhabenen moralisch und materiell nicht ausbleibt. Wir appeliiren an die furzum bei allen mit vornehmer Gesinnung orte leider feine Stätte gefunden. Neben solchen er Solidarität aller Holzarbeiter. Unterstützungen sind zu senden hat die Broschüre, ihre Kritik und Sachdarstellung nur einen schweren den Gesichtspunkten feien jedoch für den an Karl Grollimund, Manegestr. 37. tiefen Unwillen erregen tönnen. Ich glaube nicht zu weit zu Gerichtshof noch andere, mildernde, in betracht gekommen. Ein Verband der schweizerischen Tegtilarbeiter ist an gehen, wenn ich die Broschüre als eine Schmähschrift Der Angeklagte sei ein Mensch, bei dem die Opposition bis schlimmster Sorte bezeichne. Mit der Kritik, die der An- ins Maßlose gehe, wenn es sich um Vorgesetzten handele, während den Pfingst- Feiertagen von der in Zürich abgehaltenen Delegetlagte den militärischen Einrichtungen zu theil werden läßt, er sonst ein guter und treuer Mann sei. Insofern sei er girtenversammlung beschlossen worden, die von 17 Delegirten haben wir uns hier eigentlich nicht zu befaffen. Es ist nicht ein Kind seiner Zeit. Der Sinn für militärische Bucht besucht war. Als Vorort wurde Basel bezeichnet. Eine RefoAufgabe des Gerichts, zu prüfen, ob militärische Einrichtungen und Ordnung fehle ihm vollständig. Anzuerkennen sei seine selbst- lution verlangt den Zehnstundentag ins Fabrikgesek, die Freigut oder schlecht sind. Aber das muß doch gesagt werden, daß erworbene große Bildung und ungewöhnliche Intelligenz. Die gabe des Sonnabend Nachmittags für die Fabritarbeiterinnen diese Rritit beffer erfahrenen Militär3 über Ansicht, daß ihm seinerzeit Unrecht geschehen sei, habe sich und die Abschaffung der Akkordarbeit. laffen worden wäre. Was dem Militär dient unausrottbar bei ihm eingewurzelt und aus dieser Ansicht Ein Wiederaufleben des Rotterdamer Hafenarbeiter und frommt, das muß das Kriegsministerium, heraus habe er die Beleidigungen begangen. Der Gerichtshof ftreiks wird in Amsterdam befürchtet, da von einer großen das muß unser oberster Kriegsherr, der Kaiser, habe neun Monate Gefängniß für angemessen erachtet hederei viele fremde Schiffsentlader angenommen worden viel besser wissen, als der mehrfach be- und mit Rücksicht darauf, daß ein noch nicht vollstrecktes find. = ftrafte Arbeitssoldat Schöler. Und ich be- Urtheil des Landgerichts Dresden gegen den Angeklagten von Depelthen und lehte Nachrichten. haupte, daß ein solcher Mann, der nicht objektiv zwei Monaten Gefängniß wegen Beleidigung bestehe, auf eine schreibt, sondern seine Feder in Gift und Galle taucht, über- weitere Strafe von acht Monaten erkannt. Bei dem Angeklagten Brüffel, 1. Juni.( B. H.) In hiesigen Kolonialkreisen haupt zu einer derartigen Kritik nicht berechtigt ist. Im weiteren uh falle zunächst erschwerend ins Gewicht, daß er meint man, Deutschland und England seien infolge der Ents fucht der Staatsanwalt nachzuweisen, daß von den Behaup- der Sache viel nüchterner und objektiver gegenüber geftanden hüllungen des Advokaten Seregher verpflichtet, die bereits er. tungen Schöler's nichts erwiesen sei. Hauptmann babe, wie der bis zu einem gewiffen Grade befangene An- haltenen Entschädigungssummen in Belgien zurückzuzahlen. Moll sei ein strenger aber gerechter Vorgesehter gewesen, geklagte Schöler. Strafmildernd sei angenommen, daß der Rom, 1. Juni.( W. T. B.) Die Deputirtenkammer geund seine Strenge sei durchaus nothwendig gewesen. Daß Angeklagte Luz drei Söhne habe, die dem nehmigte fast einstimmig die gerichtliche Verfolgung des Generals Hauptmann Moll den Arbeitssoldaten die Tröstungen der nächst zum Militär tämen und daß der Vater Baratieri. Religion habe zugänglich machen wollen und daß er bestrebt ge befürchten zu müssen glaubte, daß sie unter Moskau, 1. Juni.( W. T. B.) Auf dem Wegankow Kirchwesen sei, sie wieder auf den Pfad des Christenthums zurück- dem in der Broschüre verurtheilten Beschwerde hofe wurde heute die Beerdigung der Verunglückten fortgesetzt; zuführen, sei durchaus anerkennenswerth. Von dem Zustande recht zu leiden haben würden. Von einer Gefängniß soweit dieselben erkannt worden waren, wurden sie auf des Almstedt habe Hauptmann Woll teine Kenntniß gehabt. ftrafe wurde Abstand genommen, weil der Angeklagte bisher Anordnung der Angehörigen gewaschen, in Todtengewänder ge= Der Staatsanwalt geht dann zu den beleidigenden Stellen der nicht mit einer solchen belegt worden ist. Der Präsident bemerkte hüllt und in Einzelgräbern bestattet. Die meisten Leichen waren nicht Broschüre in bezug auf Premierlieutenant Salewsti, Haupt- dann noch, daß wegen einer Beleidigung der Armee wiederzuerkennen, da die Gesichter vollkommen verstümmelt waren; mann v. d. Groben, v. Roques und General v. 3 i enigti tein Urtheil ausgesprochen werden konnte, weil tein Straf- fie wurden alle in Massengräbern zu je 200 beerdigt. Der Weg über und hält auch hier schwere Beleidigungen für vorliegend. antrag vorlag. Damit erreichte die Sigung gegen 1 Uhr durch den Friedhof ist mit Soldaten und Polizei besezt; auf An den Offizieren sei nichts hängen geblieben, ihr Schild sei nachts ihr Ende. dem Friedhofe hielt sich während des Tages immer noch eine blant und nicht ein Stäubchen darauf. Er beantrage große Menschenmenge auf. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von May Bading m Berim. pierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 126. " Tokales. Dienstag, den 2. Juni 1896. 13. Jahrg. fammenhang gestanden haben kann, darüber lassen sich die neuen Der frühere Rechtsanwalt Dr. Fritz Friedmann ist Berichte nicht aus. Früher sind hierüber sehr ausführliche Mit- Montag Vormittag 10 Uhr 36 Minuten in Berlin eingetroffen. Köpenid. Der Parteigenosse, welcher an ftelle von Gofe. theilungen gemacht worden. Der Bericht für 1889/90 erwähnt Während bei dem Eintreffen des Freiherrn v. Hammerstein auf eine Reihe von Fällen, in denen Gesetzesübertretungen leichterer dem Bahnhofe besondere Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der märker jetzt die Bibliothek verwaltet, heißt nicht König, sondern und schwererer Art bestraft worden waren, während sie nach An- Ordnung getroffen waren, war dies gestern nicht der Fall und Kuring. ficht der Aerzte- in schon frantem Zustande begangen sein mußten. auch nicht nothwendig. Es waren taum 100 Personen anwesend, Die unverwüftliche Loyalttät des Berliner Magiftrats. Eine Frau z. B. war trotz bestehender Geistesschwäche vielfach von denen nur Einzelne von dem Eintreffen des interessanten Nichts ist ungerechter, als dem Berliner Freifinn von wegen wegen fleiner Bergehen mit Polizeistrafen belegt, einmal auch Reisenden Kenntniß zu haben schienen. Erst als Friedmann, der Oppositionsluft, Mangel an Servilität und ähnlicher greulicher wegen Beleidigung eines Mitgliedes des königlichen Hauses ver in einem Sonderabtheil eines Wagens dritter Klasse transportirt Dinge in üble Nachrede zu bringen. Man stelle nur die folgenden urtheilt worden." Ein Epileptiker war von Kindheit an epi- worden war, ausstieg und in jeder Hand einen eleganten Hands Beitungsmeldungen, die wir just am Paradetage in Berliner leptisch und geistesschwach, trotz seiner Jugend schon wegen Be- toffer tragend, elastischen und schnellen Schritts dem Ausgange Blättern gefunden haben, einander gegenüber. Die erste Meldung trug, Diebstahl und Raub angeklagt und mehrmals verurtheilt zuschritt, wurde das Publikum, zunächst wohl durch die beiden zeigt die zuvorkommende Haltung des Fiskus gegen die tgl. worden". In späteren Berichten finden sich, wie gesagt, feine Gendarmen, die ihm auf dem Fuße folgten, auf ihn aufmerksam. Haupt- und Residenzstadt. Im Berliner Tageblatt" ift zu Mittheilungen dieser Art. Soll man deshalb annehmen, daß„ Das ist Friedmann," ging es von Mund zu Munde und nun lesen: Ein Prozeß des Fiskus gegen die Stadt Berlin wurde ähnliche Fälle nicht mehr vorkommen? drängten sich viele Menschen an ihn heran. In mögs gestern in vierter Instanz vom Kammergericht entschieden. Es Eile wurde eine der Droschken erster Klasse, Reine Sozialdemokratie ohne ein Streben nach Bildung. lichster Gile handelt sich dabei um Fessehung des Entschädigungsanspruchs des Dieser über ein Menschenalter bekannte Erfahrungssag wird von welche vor dem Bahnhofe hielten, in eine geschlossene Fiskus für den ihm zur Verbreiterung der Straße Ült- Moabit ent- einer Seite, von der man es am wenigsten vermuthen sollte, be- umgewandelt, Friedmann stieg hinein, die beiden en eigneten Streifen von 1407 Quadratmeter Flächeninhalt. Der Fiskus verlangte, weil es sich um Bauland handle, 90 M. pro Quadrat- stätigt. Im Leitartikel der„ Kreuz- Zeitung" vom Sonntag heißt darmen, welche ihn auf der direkten Tour von Saarbrücken meter, während ihm im Enteignungsverfahren nur 30 M. zugees nämlich bei einer Besprechung des Wirkens der Comenius- bis Berlin begleitet hatten, folgten ihm, und dann ging die sprochen worden waren. Er klagte deshalb auf weitere 60 n. gesellschaft, daß diefe, wie ja auch von uns gemeldet worden, für Fahrt durch den Thiergarten nach dem Untersuchungsgefängniß, pro Quadratmeter, im ganzen 89 820 M. nebst Binſen. In erster aber ist nach dem Grachten der„ Kreuz- Zeitung", wie das Blatt Außenwelt entzogen wurde. Freunde von ihm haben bereits Errichtung von Volts- Hochschulen eintreten wolle. Solches Streben wo Friedmann durch den Eingang in der Straße Alt- Moabit der Instanz wurden dem Kläger noch weitere 9000 M. zuerkannt, in gegen legte der Fiskus Revision mit dem Antrage ein, dem Klage banken dem Junkerblatt für das Kompliment, das sie der Partei, ieferung in das Untersuchungsgefängniß von dem Untersuchungszweiter Instanz wurden ihn noch 37 722 M. zugesprochen. Hier wörtlich schreibt, mit der Büchtung von Sozial. 60 m. bei der Gefängnißverwaltung eingezahlt, so daß ihm vor demokraten so ziemlich gleichbedeutend." Wir läufig die Wohlthat der Selbstbeköstigung zu gute tommt. Dr. Friz Friedmann ist schon eine Stunde nach seiner Ein. Antrage im vollen Umfange statt zu geben. Das Reichsgericht auf welcher die Zukunft Deutschlands beruht, gemacht hat. erkannte hierauf auf Aufhebung ber Vorentscheidung richter Landgerichtsrath von Podewils dem gefeßlich vors und Zurückweisung der Sache an das Kammergericht. Das Der Magiftrat beabsichtigt, beim Abschluß von Verträgen geschriebenen, innerhalb 24 Stunden vorzunehmenden ersten Rammergericht erhob hierauf noch weiteren Beweis und gelangte über die Ausführung fünstlerischer Werte dem beauftragten Berhör unterworfen worden. Seine Odyssee hat genau 51/2 Monate gestern zu dem Beschluß, dem Fiskus außer der ihm schon durch Künstler einen Vorschuß bis zum Höchstbetrage gedauert. Es war Mitte Dezember, als er unmittelbar nach den Enteignungsbeschluß des Polizeipräsidiums zuerkannten von 1/5 der Kontraktsumme zu zahlen und Abschlags- einem vor dem Reichsgericht in Leipzig geführten Plädoyer au Summe noch weitere 59 577 M. zuzusprechen." zahlungen in einem solchen Betrage zu gewähren, wie gunsten eines Angestellten der Rheinisch- Westfälischen Bant, bei Zwei Auszüge aus dem„ Lokal- Anzeiger" vom selben Tage es für den Fortgang des Werkes erforderlich ist, jedoch welchem der Erfolg nicht auf seiner Seite war, aus Deutschland aber geben ein Bild davon, wie aller Prozeßbedrängung des Fistus innerhalb solcher Grenzen daß die Stadt allmälig verschwand. Erst am 22. Februar wurde er in Bordeaux vers zum Troß der Magiftrat sich nach oben hin in unverwüftlicher noch volle finanzielle Sicherheit behält und stets ein größerer haftet, er hat mithin drei volle Monate im dortigen Gefängniß Treue übt: Kurz vor Schluß der Parade wurde auf Befehl Restbetrag bis zur vollständigen Vollendung und Ablieferung zugebracht, ehe die vorgeschriebenen Formalitäten bezüglich seiner des Kaisers die Friedrichstraße vom Belle- Alliance- Platz bis zur des Werkes einbehalten wird. Er hat daher bei der Stadt- Auslieferung erledigt waren. Straße Unter den Linden mit Sand bestreut." Gin verordneten- Versammlung beantragt, ihm und den zum selbstVon Berlin nach Loudon zu sprechen wird bereits im eigenartiges Vorspiel fand die Parade bereits heute in frühester ständigen Abschluß von Verträgen berechtigten Deputationen eine Herbst nächsten Jahres möglich sein. Es soll zunächst die seit Morgenstunde. Ueber die Hälfte der Berliner diesbezügliche Ermächtigung zu ertheilen. längerer Zeit projektirte Telephonverbindung Berlin- Hamburg Sprengwagen fuhr, mit Waffer gefüllt, über den Eperzier Auf dem Gebiete der unfreiwilligen Komik hat das( Bremen)-Amsterdam zur Ausführung gelangen. Die holländische play und tränkte in langer Linie den Erdboden, damit nicht hiesige Organ der Radau- Antisemiten eine wundervolle Leistung Postverwaltung hat die hierzu nothwendigen Mittel von der undurchdringlicher Staub das militärische Schauspiel den Blicken vollbracht. In einem Gedicht von nicht weniger als 96 Versen Boltsvertretung bewilligt erhalten und plant den weiteren Ausder Kaiserin und der Zuschauer entziehe." Was ist selbst der schwärmt es sich nämlich für ein„ Bismarckhaus" aus, das der bau der Linie durch Legung eines unterseeischen Kabels nach fromme Fridolin doch für ein revolutionärer Gefelle gegen den alte Redegreis haben müsse für den immerhin möglichen Fall, Dover. Hierdurch wäre dann leicht eine direkte Sprechverbindung freifinnigen Magistrat einer königlichen Haupt- und Residenzstadt! daß er auf der Durchreise von Friedrichsruhe nach zwischen Berlin und London hergestellt. Für die Ferien Kolonien wird gegenwärtig wieder ge- Barzin hier einmal übernachten, aber nicht im Hotel Wiederum ist ein Eisenbahnbeamter tödtlich in seinem sammelt. Die Listen für die alljährliche Hauskollekte sind fürzlich schlafen wolle. Das Blatt meint schließlich, daß ein solches Berufe verunglückt. Der 45 Jahre alte Weichensteller Karl Gille in Umlauf gesetzt worden und das Komitee sucht das Publikum Haus mehr moralischen und historischen Werth für Berlin haben aus der Hussitenstraße 27 war nahe bei dem Lokomotivschuppen durch Zeitungsnotizen geneigter zum Geben zu machen. Weit werde, als das Simon Blad- Denkmal. Wie wäre es mit der auf dem Gelände des Stettiner Bahnhofes damit beschäftigt, die über 6000 Kinder find angemeldet worden, weniger als im Sammlung eines zweiten Otto- Pfennigs? Weiche 142 zu reinigen und zu pußen, während der Rangirmeister vorigen Jahre, aber immer noch doppelt so viel, als man vorUeber die Wiedererstattung des Fahrgeldes für bereits Burkhardt aus der Gartenstraße in der nächsten Umgebung mit aussichtlich wird aussenden können. Zu beachten ist dabei, daß gelöste Fahrkarten ist für den Geltungsbereich der preußischen einem Zuge rangirte. Dabei wurde ein leerer Wagen abgestoßen, die Zahl der angemeldeten Kinder nicht etwa gleichbedeutend ist Staatsbahnen eine neue, am 1. Juni in traft getretene besondere diefer näherte sich der Stelle, wo Gille arbeitete, ohne daß er sich mit der Zahl derjenigen, die berücksichtigt werden möchten und Bestimmung erlassen worden, nach welcher der gezahlte Preis um die Vorgänge in seiner Nachbarschaft kümmerte. Schließlich müßten. Die Anmeldung erfolgt bei den Lokalkomitees, wobei für eine Fahrkarte bei rechtmäßig verlangter Rückerstattung auch war ein Entweichen nicht mehr möglich: der Wagen faßte Gille die Eltern oder Vormünder einen Anmeldebogen auszufüllen haben. in dem Falle nicht mehr um den Betrag einer Bahnsteig- Karte und zerschmetterte ihm beide Beine. Obgleich dem Schwer Entspricht das anzumeldende Kind in wesentlichen Punkten nicht gekürzt werden darf, daß wegen erheblich verspäteter verwundeten sofort ärztliche Hilfe auf der Unfallstation IX zu den gestellten Bedingungen, so kann es nicht einmal zur An Abfahrt des Zuges die Reise aufgegeben und die theil wurde, so erwiesen sich doch die Verlegungen als so be meldung zugelassen werden. Folgende Punkte schließen( worauf Rückzahlung des Fahrgeldes am Schalter von dem Reisenden deutend, daß er ihnen vorgestern im Lazarus- Krankenhause er im Anmeldebogen, um unnöthige Arbeit zu erfparen", aus- verlangt wird. Tegen ist. drücklich hingewiesen wird) jeder für sich die Mitnahme Neue Feuerwache. Der Magiftrat hat nunmehr der Berliner Muckerthum. Wegen Auslegens unzüchtiger eines Kindes unter allen Umständen aus": Unwürdigkeit Stadtverordneten Versammlung das spezielle Projekt sowie den Schriften ist von dem Vorstande des Berliner Männerbundes oder Nichtbedürftigkeit der Eltern, schlechtes Betragen des Kindes, mit 241 000 m. abschließenden Kostenanschlag für den Bau der zur Bekämpfung der Unsittlichkeit Strafanzeige erstattet worden Alter unter 7 oder über 14 Jahren, ansteckende oder unheilbare Feverwehr und eines Depotgebäudes in der Wilmsstraße zur gegen die Inhaber einer in der Nähe der Kaifer- Wilhelm- Ge Rrantheiten, förperliche Leiden und Bustände, die das Zusammen- Genehmigung überfandt. dächtnißkirche belegenen Buchhandlung. Die Beschuldigten bes sein in der Kolonie erschweren( z. B. Krämpfe, schwere Herzfehler) oder Ekel erregen( z. B. Hautausschläge, Ungeziefer). Militärfiskus und Gemeindelaften in Spandan. Eine haupten, daß die gleichen Schriften in anderen Schaufenstern in Wie viele z. B. wegen Krankheit von vornherein zurückgewiesen Angelegenheit, die unsere Nachbarstadt Spandau feit anderthalb der inneren Stadt seit langem unbeanstandet ausliegen. Ein dreifter Schwindel in der Neichsbaut gelang, bem werden, wird nie bekannt; ihre Bahl dürfte aber nicht gering sein. Jahrzehnten beschäftigt hat, ist jetzt vorläufig erledigt" worden. Dazu kommt, daß jedes Kind eine Ausrüstung mitbringen muß, Beim Magistrat daselbst ist aus dem Reichskanzleramt die Mit-" Berliner Tageblatt" zufolge, gestern Mittag um 12 Uhr einem nämlich Knaben: 2 Anzüge, 2 Paar Stiefel( oder 1 Paar Stiefel, theilung eingegangen, daß der Petition der Stadt Spandau wegen bisher noch nicht ermittelten jungen Menschen. Er trat im 1 Baar Lederschuhe), 3 Hemden, 8 Taschentücher, 3 Paar Strümpfe, Heranziehung des Reichsfiskus zu den Gemeindelaften und Be- Treppenhaus der Reichsbank an zwei Lehrlinge heran, die dort 1 Müze u. f. w. und Mädchen: 2 Kleider, 1 wollenen Unterrock, steuerung des Betriebes der Militärwerfstätten nicht stattgegeben damit beschäftigt waren, Papiergeld, das sie soeben an der Kasse 1 leichten Unterrock, 2 Paar Leberschuhe, 3 Hemden, 3 Taschen- worden sei. Es habe nicht anerkannt werden können, daß der Giro- Abtheilung erhalten hatten, zu zählen und bat sie, tücher, 3 Paar Strümpfe, 1 warme Jacke( oder 1 Umschlagetuch), der Existenz dieser Fabriken bezw. den ihm zwei Rollen Gold gegen Papiergeld umzuwechseln, da er 1 Hut u. f. w. Schon bei der Anmeldung müssen Eltern oder Arbeitern derselben einen Nachtheil habe, auch könne aus den an der Kasse zu lange warten müsse. Die beiden jungen Vormünder sich schriftlich verpflichten, diese Ausrüstung zu liefern. Steuerverhältnissen bei einem fommunalen Zuschlage von 165 pet. Leute gingen auf das Ersuchen ein und zwar nahm ein LehrWer das nicht fann, dessen Kind ist eben auch von vornherein nicht von einer finanziellen Nothlage die Rede sein, zumal die ling der Firma Liebes u. 3app eine Rolle gegen Zahlung von ausgeschloffen; denn die Beschaffung der Ausrüstung aus Stadt erst kürzlich eine große Anleihe( 31/2 Millionen) auf- 500 M., der andere eine solche für 1000 m. in Empfang. Als Wohlthätigkeitsfonds kann nur vereinzelt erfolgen. Wenn genommen habe. Die Petition, welche feitens der Stadt Spandau die Lehrlinge die Rollen öffneten, fanden sie statt der Gold6000 Rinder gemeldet sind und nach dem Urtheil der seit 15 Jahren regelmäßig wiederholt worden, aber bisher nie stücke wertlose Spielmarken in denselben vor; der Schwindler, Aerzte, Lehrer und Rechercheure auch meist bedürftig sur Erledigung gekommen war, hatte der Reichstag diesmal den sie als schmächtigen, dunkel gekleideten Menschen von einigen Es ist zwanzig Jahren schildern, war inzwischen verschwunden. und würdig find, so darf man vermuthen, daß unter den aus dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Zum Krüppel wurde Sonntag Abend um 7 Uhr der dem einen oder anderen Grunde gar nicht erst angemeldeten selbstverständlich nicht daran zu denken, daß das Bemühen der 78 Jahre alte Almofenempfänger Kalbe aus der Eisenacherstraße Rindern die zehnfache Zahl und vielleicht noch mehr Berück- Stadt Spandau auch in Zukunft Erfolg haben wird. fichtigung verdienen. Das kann zwar kein Grund sein, nicht auch Gelegentlich der Moskauer Krönungsfeier überbieten zu Charlottenburg gefahren. Der Mann sprang am Nollendorf ben anderen Kindern, die weniger leidend und deren Eltern die nationalen" Berliner Blätter einander derart in Speichel- plaze von einem Wagen der Dampfstraßenbahn bevor er hielt weniger arm sind, die Unterstützung durch das Komitee für leckereien vor dem russischen Kaiserpaar, daß die gutgesinnten und gerieth im Fallen unter die Räder. Ein Fuß wurde ihm Ferienkolonien von Herzen zu gönnen. Aber das Eine müffen russischen Journalisten mit Neid auf ihre hiesigen Kollegen vollständig abgefahren. Ralbe lebt zwar, doch ist bei seinem wir immer wieder von neuem fordern: man gebe doch endlich blicken müssen. Den Vogel schießt die Deutsche Warte" ab, hohen Alter kaum noch Hoffnung vorhanden, ihn im Kranken offen und unumwunden zu, daß das große segensreiche Wert" indem sie die Bariza schlaufweg eine überirdische Er hause am Leben zu erhalten. der Ferienkolonien nur ein sehr kleines ist und nur verhältniß- scheinung nennt. Was soll ich mehr?" läßt Goethe in der Ieber einen Mordversuch wird berichtet: Der 26jährige mäßig wenigen Segen zu spenden vermag. Walpurgisnacht nach einer ähnlichen Anstrengung einen Muster Ingenieur Otto Berner hatte während seiner Studienzeit bei den deutschen ausrufen. Ganz Ertleckliches leistet auch das Berl. Martens'schen Eheleuten in Charlottenburg gewohnt und ver Tageblatt", welches in einer Lotalnotis augenscheinlich eine große liebte sich in die 18jährige Tochter Margarethe. Er zog im Shre für Deutschland darin sieht, daß das Pferd, welches der April nach Berlin, suchte sie jedoch noch häufig auf. Grund zur Eifersucht zu haben glaubte, beschloß Bar bei seinem Einzug in Moskau geritten hat, eine deutsche Da er Stute war. So weit uns bekannt, haben die russischen Kaiser er, sie zu töden. Am Sonnabend fand er sich vor von alters her die Stuten für den persönlichen Gebrauch aus dem Wohnhause der Martens, Goethestr. 68, ein und wartete etwa zwei Stunden. Erst gegen 2 Uhr nachts tam die Stadt von " " Ueber die Bestraften unter den Insaffen der städtischen Irrenanstalten machen die neuesten Berichte des Kuratoriums für die flädtische Jerenpflege folgende Angaben. Im Jahre 1894/95 wurden in die Irrenanstalt zu Talldorf 681 Männer und 419 Frauen aufgenommen; davon waren 153 Männer( 22,3 pt.) und 22 Frauen( 5,3 pct.)„ mit dem Strafgesetz in Konflikt gerathen". Deutschland bezogen. Die Jrrenanstalt Herzberge nahm 582 Männer und 840 Frauen auf, wovon 164 Männer( 30,8 pet.) und 30 Frauen( 8,8 pCt.) Der Kaiser and die kirchliche Sonntagsfeier. Der die Martens nach Hause. Er stellte sich ihr in den Weg, feuerte bestraft waren. In der Epileptiker- Anstalt Wuhlgarten waren von Berliner Yachtklub hatte den Kaiser zu einer am Sonntag nach einer kurzen, heftigen Auseinandersetzung zwei Schüsse auf 231 Männern und 104 Frauen, die 1894/95 aufgenommen wurden, auf dem Müggelsee stattgefundenen Regatta eingeladen. Auf sie ab und ergriff darauf, die Flucht. Das Mädchen schrie um 102 Männer( 44,2 pet.) und 19, Frauen( 18,1 pct.) bestraft. die Einladung des Yachtklubs hatte das Hofmarschall Hilfe, worauf der Gastwirth Schonnapp fie in ihre Wohnung der Germania" zufolge, geantwortet, Um diese Zahlen voll würdigen zu fönnen, müßten sie noch auf amt, daß der brachte. Es ergab sich, daß sie mehrere Schrottörner in den Berufs- und Altersklassen vertheilt und die Zahl der Bestraften Kaifer für die Uebersendung der Einladung bestens danten Kopf erhalten hatte. Die Verfolgung Berner's blieb ohne Gr in denselben Berufs- und Altersklassen der Gesammtbevölkerung lasse, aber bedauere, einer in der Zeit des Hauptgottes- folg, derselbe soll nach Berlin gezogen sein, ist hier( aber nicht zur Bergleichung herangezogen werden. Die Art der Bestrafung, dienstes stattfindenden Regatta nicht beiwohnen zu können. Der gemeldet. bie hier ebenfalls in betracht kommt, wird nur von Wuhlgarten ihr verschoben, der Kaiser war aber nicht erschienen. Bielleicht alte Bigarrenmacher Karl Keil aus der Frankfurter Allee Nr. 135. Selbstmord verübt hat Sountag Vormittag der 50 Jahre Yachtklub hatte daraufhin zwar den Beginn der Regatta auf mitgetheilt. E3 waren bestraft mit Haft: 26 Männer, 4 Frauen, mit Gefängniß und Haft: 68 Männer, 18 Frauen, Sabbathschändungen, wie sie vor einiger Zeit im föniglichen erhängt in der Wohnung auf. Ein Arzt, den man gleich herbei. 4 Frauen, mit Gefängniß und Haft: 68 Männer, 13 Frauen, läßt dieser Vorgang darauf schließen, daß nunmehr auch die Sein Sohn, der Arbeiter Paul Keil, fand ihn gegen Mittag mit Zuchthaus u. f. w.: 8 Männer, 2 Frauen. Eine Unter scheidung nach Strafthaten fehlt leider. Dalldorf und Herzberge Schloß durch skandalöse Ausbeutung der Arbeitskraft erfolgt rief, fonnte nur den Tod feststellen. haben die Bestraften nach Krankheitsformen gruppirt. In beiden find, in Zukunft nicht mehr vorkommen werden. Von seinem eigenen Wagen überfahren und schwer verAnstalten zusammen waren Bestrafte, unter den aufgenommenen Ist das wahr? Ein Gerichtsberichterstatter weiß legt wurde am Sonnabend der Kohlengroßhändler Sachs aus der Männern: von 594 einfach chronisch Geistestranten 195, von 363 melden, daß der Gendarm Doehrmann, der Bayreutherstraße. Sachs wollte mit seinem eigenen Fuhrwerk Paralytischen 41, von 81 an Geistesstörung mit Epilepsie Leiden. bekanntlich in Steglit den fliehenden Arbeiter Fischer zur Ausstellung fahren. Als er an der Ecke der Köpenicker- und den 24, von 106 Idiotischen oder Imbecillen 43, von 27 an auf Transport erschoffen hat, wegen feines der Adalbertstraße einem andern Wagen ausweichen mußte, gerieth Delirium tremens Leidenden 9, von 42 Senilen 5; unter torretten und entschlossenen Verhaltens" in diesem furcht seiner an die Schienen der Pferdeeisenbahn und schleuderte so den Frauen: von 448 einfach chronisch Geisteskranken 22, von baren Fall mit fünfzig Mart belohnt sei; außerdem soll heftg, daß der Lenker herabfiel. Ein Hinterrad ging ihm über 187 Baralytischen 8, von 55 an Geistesstörung mit Epilepsie ihm das Avancement zum Oberwachtmeister angekündigt die Brust, das andere aber einen Fuß. Leidenden 11, von 65 Jdiotischen oder Imbecillen 10, von worden sein. Wir registriren diese Mittheilung unter aller 54 Senilen 1. Ob die Gesezesübertretung mit der Geiftesstörung Reserve, aber nach dem, was wir in den letzten Jahren erlebt ( sei es, daß diese zur Zeit der Strafthat erst im Entstehen be haben, wäre es nicht überraschend, wenn sich die Meldung griffen, sei es, daß sie schon weiter vorgeschritten war) in Bus vollauf bestätigte. " dem Unglücksfall im Schulhause. Am Sonnabend Nachmittag fiel in der 186. Gemeindeschule, Gubenerstraße 52, der sechs= jährige Sohn des Arbeiters Heinrich Stech, während seine Mutter cin Klassenzimmer reinigte, beim Spielen über das Treppen % geländer im zweiten Stocke in den Hausflur hinab und zog sich Vom letzten Sonntagsbesuch der Ausstellung meldet ein achten des gerichtlichen Sachverständigen Medizinalraths so schwere Verlegungen am Kopfe zu, daß er in der darauf- Berichterstatter: Ein goldener Sonntag war der geftrige für die Böhm veranlaßt, welcher angegeben hatte, daß die Darreichung folgenden Nacht starb. Gewerbe- Ausstellung, der dem Maffenverkehr in den Pfingsttagen reizlofer Kost, also Milch, Schleimsuppen, Limonaden, den Tod Eine Schlägerei, bei der die Schuhleute mit den Säbeln wohl fanm nachstehen dürfte. Bei der Rückbeförderung der Menschen- müsse beschleunigt haben. Eine große Reihe Gegensachverständiger, breinschlugen, entstand in der Nacht zum Sonntag in der maffen tim es auf dem Bahnhof Ausstellung wiederholt zu heftigen darunter bedeutende Professoren, geißelten dieses Gutachten in Elsasserstraße, nahe der Bergstraße. Von den Zivilpersonen und wilden Szenen. Während die Dampfer, Pferdebahnen und den schärfsten Ausdrücken. Zweimal mußte die Hauptverhandlung sollen mehrere durch Säbelhiebe verwundet worden sein; diese Omnibusgesellschaften den versprochenen und übernommenen Ver- vertagt werden. Schließlich wurde ein Obergutachten des find aber entkommen. Wie es heißt, waren auch Soldaten bei pflichtungen in vollem Maße nachkamen, erwies sich die Stadt- Medizinal- Kollegiums der Provinz Sachsen eingefordert. Diese dem Vorgange betheiligt. Das Polizeipräsidium hat gleich am bahn- Verwaltung als völlig unfähig, den Verkehrsverhältnissen unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten von Pommer Esche Behörde gab ihr Sonntag Morgen die Reviere angewiesen, in Krankenhäusern, Rechnung zu tragen. Die Zugangsbrücke zum Bahnhof Aus- stehende Urtheil in einer für auf den Unfallstationen und an anderen geeigneten Stellen nach ftellung war sowohl vor den Schaltern als auch an den Kontroll- Medizinalrath Dr. Böhm gradezu vernichtenden zuforschen, ob dort durch Säbelhiebe entstandene Wunden ver- Durchgängen gesperrt und an beiden Stellen fam es zu scharfen Weife ab, sodaß der Vertheidiger, Nechtsanwalt Volfmar aus bunden worden sind. Auseinandersetzungen zwischen Bahnbeamten und Publikum. Die Berlin, in der Hauptverhandlung den Antrag stellte, diesem ge standen auf den Geleisen. Bei den Versuchen ungeduldig aufzuerlegen. Wenn auch das Gericht dieser letzten Forderung Bahnsteige waren ebenfalls gedrängt voll und überfüllte Büge richtlichen Sachverständigen sämmtliche Kosten des Prozesses werdender Fahrgäste, in besetzte Wagenabtheilungen hineinzu- nicht zu entsprechen in der Lage war, so wurde doch Dr. Hirsch. bringen, kam es zu fortgesetzten Schlägereien, bei welchen Schirme feld in glänzender Weise freigesprochen und die Kosten der Staatsund Stöcke als Waffen dienten und Kupeescheiben eingeschlagen tasse auferlegt. wurden. Statt der versprochenen vierzehn Büge gingen nur vier bis fünf Züge fündlich vom Bahnhof Ausstellung ab. Zwei Rowdies baben die Wirthin Rettig in der Nähe des Zoologischen Gartens bei einem Streite am Sonnabend der art verlegt, daß die Frau ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Die Schläger wurden verhaftet. In einem Anfall von religiösem Wahnsinn versuchte am Sonntag Vormittag das kaum 20 Jahre alte Dienstmädchen Marie B., das in einem Pensionat in der Potsdamerstraße in Stellung war, aus dem Fenster zu springen. Das Mädchen mußte zu ihrer Sicherheit nach einer Anstalt gebracht werden. Verschwunden ist seit einigen Tagen der 30 Jahre alte Buchhalter Johannes Bönisch, der in dem Hause Bärwaldstr. 54 bei seinem Vater, einem Postbeamten, wohnte. Witterungsübersicht vom 1. Juni 1896. Stationen. Swinemünde 765 SSW Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke 44422! ANNNN( Stala 1-12) ND D Wetter Temperatur nach Celsius ( 50 G. 4° R.)] 2 heiter • Hamburg 765 2 • • Berlin 766 2 Wiesbaden. 764 2 München 764 4 Wien 765 Still 14 wolkenlos 13 wolfenlos wolfenlos 14 wolfenlos 13 wolkig 12 16 Haparanda. 754 SW Regen 5 Petersburg 762 WSW wolfenlo 10 Cort 762 NNW wolkig 13 Aberdeen. Paris. 761 762 ND NND halb bedeckt 14 wolfenlos •> 14 Wetter- Prognose für Dienstag, den 2. Juni 1896. Zunächst etwas wärmeres, ziemlich heiteres Wetter mit schwachen südlichen Winden; nachher zunehmende Bewölkung und Gewitterneigung. Berliner Wetterbureau. Gewerbe- Ausfellung 1896. 4 B " Tagen folgende Worträge gehalten: Im Hörsaal des Chemiegebäudes werden in den nächsten " " = Eine sehr milde Strafe erhielt am Sonnabend von der 137. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts am Landgericht I der stud. med. Bernhand Schalis, der sich wegen Körpera verlegung zu verantworten hatte. Als der Tischlermeister. Dienstag Geheimrath Professor Dr. J. Lessing: Runft und Cornel im Auftrage der Wirthin des Angeklagten, aber wider Sygiene im Wohnbaufe"; Mittwoch Direktor Dr. Th. Boll- den Willen des Zimmerherrn ein Klavier aus dessen Zimmer behr- Magdeburg:" Maschine und Kunsthandwerk"; Donnerstag transportirte, schlug der Student den Tischler hinterrücks mit dem Geh. Rath Prof. Dr. Schütz: Ueber die Gefahren, welche die massiven Untergestell einer Küchenwage derart über den Kopf. menschliche Gesundheit durch die Krankheiten der Thiere be- daß der Verlegte drei Tage arbeitsunfähig war. Für diese Rohdrohen"; Freitag Geheimrath Professor Dr. Kirschner Leipzig: heit erhielt der angeklagte Student fünfzig Mark Geldstrafe; Die Entwickelung der Landwirthschaft im gegenwärtigen Jahr mit der Forderung von 45 M. Schmerzensgeld wurde der Tischler hundert"; Sonnabend Abgeordneter v. Schenkendorff Görlitz: abgewiesen. " Der Handfertigteitsunterricht in seiner erziehlichen, volts- Eine Prügelei zwischen Beamten und Fahrgäften, wirthschaftlichen und sozialen Bedeutung, seine Ausbreitung im welche sich am Nachmittage des 11. Ottober v. J. auf dem In- und Auslande". Die Vorträge beginnen pünktlich um 6 Uhr, Ba ynhofe Alexanderplat abspielte, scheint die Gerichte der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Wir haben schon neulich be- noch mehrfach beschäftigen zu sollen. Das Schöffengericht hatte tont, daß die ungünstige Zeit der Vorträge und der besondere den Maurer Gustav Nowack wegen Widerstands gegen die Eintrittspreis, der für sie gefordert wird, die Ursache bilden, Staatsgewalt und den Maurer Heinrich 30 ch wegen versuchter daß sie nur von verhältnißmäßig wenigen Personen besucht Gefangenenbefreiung verurtheilt, ersteren zu sechs, legteren zu zwei Wochen Gefängniß. An dem genannten Tage wollten die Kairo. Dem Kleinen Journal" zufolge ist jetzt in den Ver- beiden Angeklagten und der in ihrer Gesellschaft befindliche trag der Verwaltung von„ Kairo" mit dem Ausstellungskomitee Maurer Schönberg den Bahnsteig betreten. Zoch und Schönberg folgende Bestimmung aufgenommen worden: Das von der trugen Maurergeräthe, darunter ein etwa 3 Meter langes Brett. Ausstellung aus das Unternehmen der Kairo- Gesellschaft besuchende Der an der Kontrolle stehende Schaffner Marcus ließ Nowack Publikum hat das Recht, ohne nochmals zu zahlendes Entree passiren, wies aber deffen beide Begleiter von der Fahrt wegen wieder zu der Ausstellung zurückzukehren." Sonntag wurden ihrer schmutzigen und übergroßen Geräthe zurück. Nowad bereits Billets mit zwei Koupons ausgegeben, einer für den Ein- verlangte den diensthabenden Betriebsbeamten zu sprechen. Es tritt in Kairo, der andere für den Wiedereintritt in die Aus- erschien sofort der Stationsdiätar Duncker, der außer bein stellung berechtigend.| Nowack noch dem Angeklagten Zoch die Fahrt gestatten wollte werden. Der nächste Illuminationsabend soll am Sonnabend stattfinden. Meldung zufolge die Ausstellung fompagnieweise besichtigen. Die gesammte Garnison Berlins soll einer BerichterstatterEine Verkehrsstörung von ganz gewaltigen Dimensionen trat Sonntag Abend auf der Strecke Hollmannstraße- Treptow der elektrischen Bahn ein. In der Hollmannstraße, bei der gebrannt, und so konnten die Wagen erst vom Wasserthor an verkehren. She die Reparatur möglich war, hatte sich der ganze Wagenpark der Linie auf der Strecke gesammelt. Kunst und Wissenschaft. laden. Dermischtes. Wie nunmehr amtlich mitgetheilt wird, erfolgt die erste und nur Schönberg zurückwies. Nowac verlangte die Mitfahrt Ausgabe der er mäßigten Fahrtarten, welche einerseits aller drei Personen. Als daraus ein Auflauf entstand, verlangte bie bayerische Staatseisenbahn- Verwaltung für die Berliner der Stationsdiätar nunmehr, daß alle drei Personen sofort den Gewerbe Ausstellung, andererseits die preußische Bahnsteig verlassen sollten. Nowack fuhr fort, fich mißliebig zu Staatseisenbahn- Verwaltung für den Besuch der Nürnberger äußern und sollte nun von zwei Bahnbeamten zur PolizeiAusstellung gewährt, am 20. Juni. Im Juli, August und wache gebracht werden. Nowack war erst nach heftiger Der Arbeitsausschuß der Gewerbe Ausstellung. In September werden die Karten an jedem 1. und 3. Sonnabend Gegenwehr, wobei auf beiden Seiten Blut floß, zu überwältigen. ben Mittheilungen eines Berichterstatters heißt es: Die neueste eines jeden Monats ausgegeben. Am 3. Oktober findet die letzte Boch versuchte auf dem Wege zur Wache Nowack aus den Passirtarten Verfügung des Arbeitsausschusses der Ausstellung Ausgabe statt. Es handelt sich um zehntägige Rückfahrtkarten Händen der Beamten zu entreißen. Schönberg betheiligte sich Im geftrigen Termin vor der Berufungs hat in allen Kreisen der Aussteller und Unternehmer wahre zum Preise einfacher Karten. Für den Besuch der Stuttgarter nicht an dem Lärm. Stürme der Entrüftung wachgerufen. Die Pächter des Ver- Ausstellung wurde die gleiche Vergünstigung gewährt. Straffammer behaupteten die Angeklagten mit aller Entschieden gnügungsparkes haben beschloffen, bei strikter Aufrechterhaltung heit, daß sich das Erkenntniß des Vorderrichters keineswegs mit der Berordnung den Betrieb ihrer Etablissements einfach zu schließen dem Gang der Verhandlung decke, sondern nur auf den una und sich wegen des ihnen hieraus erwachsenden Schadens an den richtigen Aussagen der start interessirten Beamten beruhe. Arbeitsausschuß zu halten. Sie sind der Ansicht, daß es Sie erschienen jetzt in der Kleidung und mit den Werks beispielsweise unausführbar ist, das Personal der Theater, deren zeugen, welche sie an dem fraglichen Nachmittag getragen Borstellungen erst in später Nachmittagsstunde beginnen, zu zwingen, hatten. Der Bertheidiger, Nechtsanwalt Dr. Flatau, erbot sich zum bereits von 10 Uhr an auf der Ausstellung zwecklos herumzulungern. Antritt eines Beweises dafür, daß die Bahnbeamten ihre Befug Ebenso wird es für undurchführbar erklärt, daß sämmtliche Kellner, nisse weit überschritten hätten und ihre in erster Instanz ge beren Thätigkeit meist erst nach 4 Uhr beginnt, die aber kaum Alexandrinenstraße, war eine Bleivergitterung des Neyes durch machten Zeugenaussagen der Wahrheit nicht entsprächen. Der vor 12 Uhr nachts zur Ruhe kommen, Tag für Tag um Gerichtshof trat vorläufig mit dem vorhandenen Beugenmaterial 10 Uhr wieder antreten können. Die Betriebsinspektion der in die Beweisaufnahme ein, als aber schon der erste völlig einAusstellung, durchbrungen von der Undurchführbarkeit der neuesten wandsfreie Entlastungszeuge bekundete, daß es einer der Be Verordnung, hat denn auch bereits über den Kopf des Arbeitsamten gewesen sei, der zuerst dem Angeklagten Nowack ausschusses hinweg angeordnet, daß wenigstens für heute bis Faustschläge ins Gesicht versetzt habe, hielt der Gerichtshof es 6 Uhr abends jedem Angestellten, der im Besitz der neuen noch doch für angezeigt, die Sache zu vertagen, um dem Bertheidiger untupirten Wochenkarte fich befindet, der Zutritt gestattet Der berühmte italienische Tragöde Ernesto Rossi liegt Beit zu geben, zum nächsten Termin noch mehrere Zeugen zu werden foll, eine recht vernünftige Maßregel, die den Bedürf in Rom bedenklich frank darnieder. niffen voll entspricht. Eine endgiltige Entscheidung für die weitere Das meteorologische Observatorium auf dem Brocken Dauer der Verfügung soll erft heute Nachmittag in einer Sigung der ist am Sonntag eingeweiht worden. Gruppenvorstände getroffen werden. Nicht minder entrüstet sind die Aussteller über die Verfügung, daß jeder Aussteller nur eine VerIn Pforzheimt erhängte am Sonnabend Nachmittag 5 Uhr treter- Karte frei erhalten und die übrigen mit 15 M. bezahlen soll. der schon seit längerer Zeit stellenlose Kaufmann Philipp Ruf Einige Aussteller, wie Treu u. Nuglisch, haben daher ihre AusEin bedenkliches Urtheil hat fürzlich die Kammer V des in Abwesenheit seiner Frau seine 3 Kinder im Alter von 4 bis stellungen und Betriebe einfach geschlossen, andere zahlen vor Gewerbegerichtes unter dem Vorsitz des Assessors Böhlau gefällt. 9 Jahren und entfernte sich dann. Ruf scheint infolge Läufig für ihre Hilfskräfte und wollen den Betrag dann wieder Der Hotelbesitzer Tuchenhagen hatte dem Hausdiener M. gemäß Nahrungsforgen geistesgestört geworden zu sein. Ver einklagen. In allen Kreisen ist man unter den obwaltenden ben polizeilichen Vorschriften und dem für Gesinde" bestehenden muthlich hat er Selbstmord begangen. Umständen froh, daß man sich auf eine Berliner Ausstellung be- gefeßlichen Bestimmungen in das Gesindebuch über seine In der Nähe der Münchener Vorstadt Schwabing schränkt hat; eine Weltausstellung, bei der Dinge, wie die hier Führung und den Grund der Entlassung Ber- wurde gestern Abend ein Kärrner von zwei Personen erstochen schon vorgekommenen, passirt wären, würde eine Blamage vor merke gemacht, die für M. gerade nicht günstig waren. M. gab und beraubt. Die Mörder wurden verhaftet und sind geständig. der ganzen Welt gewesen sein. Charakteristisch ist es übrigens, sich damit nicht zufrieden, sondern flagte beim Ge- Aus Budapest wird vom Montag gemeldet: In der Ge daß man sich von Herrn Kühnemann erzählt, er folle fich dem werbegericht auf Ausstellung eines Zeugnisses nur meinde Rey bei Großwardein entstand infolge Uncorsichtigkeit Sinne nach geäußert haben, nach den Erfahrungen der Aus über die Art und Dauer seiner Beschäftigung, von Kindern eine Feuersbrunst. Die ganze Ortschaft, 66 Wohn stellung tönne man die Berechtigung des Antisemitismus nicht indem er geltend machte, er sei als Hotelhausdiener häuser sowie fast alle Nebengebäude, brannten nieder. Auch Ieuguen." nicht dem Gesinde zugehörig und könne nach§ 113 der Gewerbe- einige Personen sind verunglückt. Der Schaden beträgt etwa Strafen und abermals Strafen. Zweiundzwanzig Per- Ordnung als Gewerbegehilfe ein derartiges Beugniß verlangen. 3/4 Millionen Gulden. sonen sollen am Sonnabend und Sonntag fistirt und mit Straf- Außerdem beanspruchte Kläger für jeden Tag bis zur Ausstellung Die Ortschaft Kienholz bei Brienz im Berner Obermandaten von je 6 M. bedacht worden sein, weil sie in den Ge- dieses Beugnisses 3 M. Entschädigung. Das Gericht erkannte land ist durch Abstürze und Rutschungen infolge Wildwassers bäuden der Ausstellung geraucht haben. Fit es wirklich noth- den Kläger in Uebereinstimmung mit der bisherigen Brayis als theilweise in Trümmer gelegt und mußte vollständig verlassen wendig und dem Renommee der Ausstellung förderlich, in solchen Gewerbegehilfen an, dem auf sein Verlangen ein Beugniß nur über werden. Die Straße ist zerstört, der Eisenbahnverkehr untere Sachen gleich mit der Polizei zu kommen? Führt eine mehr Art und Dauer der Beschäftigung auszustellen sei. Der Be brochen, ein großer Schaden an Gebäuden und Kulturland ist zu oder weniger kategorische Ermahnung nicht auch zum Biel? flagte stellte dies Beugniß denn auch aus. Der Entschädigungs beklagen. Wer als harmloser Mensch in und und außerhalb Berlins anspruch des Klägers wurde aber mit der folgenden, wohl nicht leber ein Eisenbahn- Unglück wird aus Bistra in die vielen Meldungen von Sistirungen aus der Aus ganz stichhaltigen Begründung abgewiesen: Wenn auch Algier gemeldet: Ein von Constantine tommender Eisenbahnzug stellung u. f. w. liest, die in der letzten Zeit umwider-. nach Ansicht des Gerichts Gewerbegehilfe sei und als solcher entgleifte Sonnabend Abend zwischen Tamarin und Elkantara. sprochen durch die Blätter gegangen sind, den muß bald ein feines Gefindebuches bedurfte; und wenn auch ferner das Gericht Ein Hilfszug wurde sofort gebildet und mit einem Arzt und wahres Grauen vor dem Besuch der Ausstellung packen. Man annehme, daß Bellagter das Arbeitsattest nur auf ausdrückliches Medikamenten vom Bahnhof Bistra abgesandt. Ein Heizer tommt da unwillkürlich auf den Gedanken, daß anstatt praktischen Verlangen des Klägers auf deffen Führung und Leistung hätte wurde verletzt, zwei Schaffner erlitten leichte Quetschungen. Geschäftsgeistes der Geist Windheim und Brausewetter selig über ausdehnen dürfen, könne der Gerichtshof dem Kläger doch Ein Theil des Birkus Lockhardt in Antwerpen stürzte den Wassern von Treptow schwebe und daß es angebracht sei, nicht eine Entschädigung deswegen zusprechen, weil er Sonntag Abend während der Vorstellung ein, wobei 20 Personen die Aluminiumkuppeln der Thürme dort draußen in Schuhmanns- infolge jenes Atteftes im Gesindebuch zeitweilig feine verwundet wurden. Zwei derselben sind bereits ihren Verlegungen helme zu verwandeln! Arbeitsgelegenheit fand. Die Polizei betrachte nun einmal noch erlegen. Soziale Rechtspflege. " Sprechlaal. Deutsche Geschichte in den Augen der Großkonfektionäre. im Gegensatz zum Gewerbegericht Hausdiener, Köchinnen 2c. in Bauunglück. Ju Jouy bei Commercy stürzte, wie aus Bei Dressel auf der Ausstellung hat am Sonnabend ein Bankett Gewerbebetrieben als Gesinde" und verlange betreffs ihrer die Paris gemeldet wird, die siebzehn Meter lange Mauer eines der Gruppe Bekleidungsindustrie stattgefunden. In einem Beachtung der Gesinde- Ordnung. Man könne den Arbeitgeber, Neubaues ein und tödiete fieben Personen. bei diefer Gelegenheit von Herrn Moritz Bacher ausgebrachten Toast ber die Anforderungen der Polizei erfülle, doch nicht gerichtsheißt es nach dem Berl. Egbl.":" Unvergeßbar seien die Verdienste feitig darum bestrafen. Man sieht aus dem berichteten Falle Kaiser Wilhelms des Großen(!), bie er sich um des deutschen so recht, zu was für Konsequenzen der nun schon Jahre dauernde Voltes Größe und Schaffenstraft erworben habe, bes konflikt zwischen Polizei und Gewerbegericht führt. Raisers Friedrich, der das Kunstgewerbe bei uns Von der Klebepflicht der Hauswirthe. Nach einem großgezogen(!) und den Geschmack des Volkes gekürzlich erwirkten Oberpräsidialbescheid ist der Hauswirth nicht läutert() habe." zum Kleben verpflichtet, wenn er die Hausreinigung einem Einem so gehäuften Maße von Servilität kommt nur die anderweit versicherungspflichtigen Arbeiter kontraktlich über Größe des Vertrauensbruchs gleich, den die Großkonfektionäre trägt und dieser die Ausführung der Reinigungsarbeiten seiner Herr Bacher wohl ausgeschlossen an den von ihnen aus- Frau überläßt. gepreßten Arbeitern und Arbeiterinnen in der letzten Zeit begangen haben. Uns wundert nur, daß Herr Vollrath, der als Chefredakteur der Bolts Zeitung" bei dem Schmaus zutönnen. " Gerichts- Beifung. Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, sowelt der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Die in Nr. 125 bes Vorwärts" veröffentlichte Erklärung der Nothwendigkeit, mich unter vollster Aufrechterhal der Herren Megke un Dr. Christeller macht es mir zum Gebot tung meiner früheren Darlegung von dem Borstand der Kaffe und der Aerztekommission zu scheiden. Nicht mehr Arzt der Bauhandwerkertasse werde ich bei der persönlichen Organisation dieser Rasse, bessen bin ich sicher, noch öfter Gelegenheit haben, gegen war, es bei einer so patriotischen Redefluth hat aushalten Das Gutachten des Medizinalraths Böhm. Vor einigen die Intereffen der Mitglieder gegen die Bestrebungen des VorEin„ Fest der Gewerke" soll am Donnerstag auf der Magdeburg ein Prozeß zur Verhandlung, dem eine fast unglaub. wahren. Lagen fam vor der 1. Straftammer des Königl. Landgerichts in standes in vollster Unabhängigkeit und Deffentlichkeit zu Dr. Gustav Heymann. Ausstellung stattfinden. D'e Gewerke" sind selbstverständlich die liche Beschuldigung zu grunde lag. Dr. Hirschfeld in Charlotten Innungsbrüder und solche Leute, die aus Neugier und des burg, ein prinzipieller Alkoholgegner, war angeklagt worden, Amusements wegen oder auch gewungen ihnen Folge leiften. den Tod eines Arbeiters, der 1/2 Tag in seiner Behandlung Wie bei alledem aber 10000 Mann, wie gesagt wird, zusammenstand, dann von ihm dem Krankenhause überwiesen wurde, wo Die inristische Sprechstunde findet am Montag, tommen follen, mag vorab ein Räthsel bleiben; felbst die Aus- er 8 Tage später starb, dadurch veranlaßt zu haben, daß er ihm Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von ficht auf billige Getränke, die den Festtheilnehmern im naffen nicht die alkoholreichsten Weine und träftig ft en 6-7 Uhr statt. Briefkasten der Redaktion. Biereck in Aussicht gestellt sind, wird schwerlich eine große Anzahl Fleischbrüben" verordnet habe. Die tönigl. Staats Morgenroth I. Die Aufforderung muß als Inserat aufMenschen zu derartigem mittelalterlichen Sput zusammenbringen. Ianwaltschaft sah sich zu dieser Anklage durch ein Gut- gegeben werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. wwwWissenschaftl. Theater Dienstag, den 2. Juni. Opernhaus. Die verkaufte Braut. Carneval. = Neues Opern Theater.( Kroll.) Der Troubadour. Schauspielhaus. Wohlthätige Frauen. abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Deutsches Theater. Der Talisman. Castan's Panopticum. Lehng Theater. Waldmeister. Berliner Theater. König Heinrich. Nenes Theater. Tata- Toto. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Der neue Ganymed. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Großherzog. Schiller Theater. Natalie. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. 165 Friedrichstrasse 165. Das Bärenweib Das phänomenales Naturspiel aus den Felsenbergen New- Mexico's! Illusionen Kasperle- Theater Irrgarten. Damen- Kapelle Belle- Alliance- Theater. Die Kinder Passage- Panopticum. des Kapitän Grant. National- Theater. Die Reise durch die Gewerbe- Ausstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Worstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Natalie. ( Natalie: Frau Clara Meyer a. G.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Natalie. ( Natalie: Frau Clara Meyer a. G.) Theater Alt- Berlin. " ( Berliner Gewerbe Ausstellung 1896.) Jeden Nachmittag 31/2 u. 51/2 Uhr: Märkisches Ringelstechen. Erntritt 60 Pf., Parkett 1 M., Loge 2 M. Abends 7 Uhr. Gotskowsky. An mein Volk. Ringelstechen. Lette Wochet! Ein afrikanischer Harem mit echten Bauchtänzerinnen. Apollo- Theater und Konzert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Täglich um 9 Uhr: Die Spree- Amazone und neue Debuts. Die Spree- Amazone und neue Debuts. Alt- Berlin. Die Spree- Amazone. Bei günstiger Witterung nachmittags Raffeneröffnung 642 Uhr. Konzert 3 Uhr: Wendischer Jagde u. Beutezug. 7 Uhr. Auf. der Vorstellung 8 Uhr. Nachmittags 6 Uhr: Aufzug zum Ringelstechen. Drei Musikkorps. Gemischter Chor d. Theaters Alt- Berlin. Boltsbeluftigungen. Seiltänzer. Bauberei ze. Irrgarten. Diorama 2c. 2c. Eintritt: 25 Pfg. Donnerstag 50$ 3. Passepartouts à 4 Mk. National- Theater. Grohe Frankfurtertraße 132. Direktion: Max Samst. Lache dich toot dein der tollen Gesangsposse Die Reise durch die Gewerbeausstellung in 8 Aften( 6 Bildern) von Hugo Busse. Regie: Max Samst. Auf der Sommerbühne 28 Spezialitäten. Glanznummer des Abends Mr. Hull der Dynamitmensch, der Mann mit dem Steinkopf. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 51. Male: Das flotte Berlin. $ Berlin. Große Ausstattungs Gesangspoffe in 3 Atten v. 2. Treptow u. E. Jacobson, Kuplets u. Quodlibets v. G. Görß. Mufit v. G. Steffens. 2. Aft: Alt- Berlin. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété- SommerTheater Königstraße, Colonnaden. Im neu renovirten Garten: Das neue sensationelle Programm m.26 Nummern. Blanck's Stadtklatsch. 10 Von 6 Uhr: Reichshallen Im prachtvollen Garten, Leipzigerstraße, am Dönhoffsplay. Täglich: Norddeutsche Sänger Stürmische Heiterkeit bei Alle fünf Barrisons Anfang Wochentags 8 Uhr, Entree 30 Pf., reserv. 50 Pf. Sonntags 7 Uhr, Entree 50 f. sonntags durchweg 50 Pf. Vereine Bei ungünstiger Witterung im Saal erhalten Vorzugspreise. Zur Abhaltung von Sommerfesten Saal und Garten bestens empfohlen. Kulanteste Bedingungen. W. Noack's Sensationellster Erfolg der Saison. Kiralfys ,, Orient" ajor quast Im im OLYMPIARiesentheater. Alexanderstrasse, Ecke Magazinstrasse. Heute und folgende Tage 2 Vorstellungen, nachmittags 5-7 Uhr, abends 9-11 Uhr Grösstes Schaustück der Welt. Feenhafte Wasserschauspiele. Grossartige Scenerien. Ca. 1000 mitwirkende Personen. Im Olympia- Theater zu London über 500 Mal ohne Unter brechung gegeben. Beginn des Garten- Konzerts 4 Uhr. Der Vorverkauf ohne Aufgeld findet an der Theaterkasse vormittags von 10-1 Uhr und nachmittags von 3 Uhr an statt. Ausserdem sind Billets im Invalidendank zu haben. Preise der Plätze von 0,50 M. bis 5,10 M. aufwärts. Für die Nachmittags- Vorstellungen zahlen Kinder auf sämmtlichen Plätzen die halben Preise! Der ,, Orient" übertrifft alles bisher Dagewesene. Von Publikum und Presse einstimmig anerkannt. Gewerbe- Ausstellung 1896. Spezial- Ausstellung KAIRO.Pat Von 7 Uhr abends ohne Gewerbe- Ausstellungs- Billet direkt v. Köpnicker Landstrasse u. v. Ausstellungs- Bahnhof zugänglich. Waffensammlung d. Chediwe. Ausstellungen egypt. Staatsbehörden. Salon bedeutender Orientmaler. Hofkapelle des Chediwe in Uniform. Riesen- Arena: Monstre- Aufzüge v. ca. 500 Arabern etc. um 5 u. 81/2 Uhr nachm. Entree 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren Elitetag( Dienstag) 1 M. die Hälfte. Kasseneröffnung 10 Uhr vormittags. Dauerkarten: à 15 M. f. Erwachsene; Kinder unter 12 Jahren 8 M. zu haben im Direktionsbureau Kairo und Stangen's Reisebureau, Mohrenstraße 10. Schweizer Garten Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Konzert. Theatervorstellung. Spezialitäten- Revue. Volksbelustigungen. Im großen Saale während und nach der Vorstellung Billets à 25 Pf. find vorher Freier Damentang. Ball. Entree 30 Pf. in den Handlungen zu haben. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Heute sowie täglich( außer Sonnabends): Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Sommer- Theater. Anfang präs. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Im Saal: Gr. Ball. Vorverkaufbillets für die Wochentage à 40 Pf. u. Familienbillets à Mart( für drei Personen giltig). Siehe Blatate! Bei schönem Wetter im herrlichen Garten, bei schlechtem Wetter im großen Konzert- Saal! Das Königreich der Weiber. Möbel- Ausverkauf von Julius Ernest, Liedersänger. Franziska Wünsch, Kostüm- Soubrette. Willi Reuschel, Gesangs Humorist. Janka Ros'l, Opernsängerin. Geschw. Romany, Gesangs- Duettisten. Puhlmann's Vaudeville- Theater. des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Bergrößerung meiner Räumlichkeiten vertaufe ich mein Waaren lager zu noch nie dagewefenen Preisen vollftändig aus. Rum Umzuge und für Brautleute Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gediegen ift somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, und billigst einzukaufen. Man lasse sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, sondern besichtige fich die Möbel, welche man taufen will, genau und vergleiche biefelben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preifen. Durch Einkauf von 9 großen Möbellagern zu günstigen Bedingungen verlaufe Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahn: ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Gudtel, Laufizerplatz 2, Elsasserstr. 12 Tuerreicht billig!!! Ein Parteigenosse, Beamter eines volkswirthschaftlichen Instituts, sucht mit Genossen, welche auf eine feste Anstellung reflektiren, in Berbindung zu treten. Offerten nimmt die Exped. dieser Zeitung unter F, St. entgegen. Zubaist und B- Klarinettist 1970b finden Aufnahme im Musikverein Hoffnung( Oft) Gr. Frankfurterstr. 133. Uebungsstunde: Freitags bei Gold. G ardinenReste von 2 bis 4 Fenstern, crême und weiß, M900/ 5] pottbillig, empfiehlt J. Adler Teppichfabrik, Spandauerstr. 30, gegenüber dem Rathhause. Reichilluftr. Preisliste grat. u. franto. Straußfedern, Blumen, besondere Spezialität, zu Engrospreisen, d. h. die Hälfte billiger als anderswo. Gebundene Hutblumen, sowie hochgarnirte Köpfe 2c. B. Lentge, NeuCölln 23, I. Ebendaselbst Waschfedern 25 Pf., Krausefedern 10 Pf. W. Pahr, Arbeitsanzüge Bennene. 112. Nußbaum- Einrichtung, extra be stellt gewesen, ist sofort mit größerem Verlust zu verkaufen. Händler verbeten. Admiralstr. 8, v. 1 Tr. I. 47/ 4* Billig, gründl. erfolgr. Hannig's Konservat. Christinenstr. 15 part., Teutoburgerplay, Kullatmeth. Schülerkonzerte. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich am 1. Mai 1896 bie Stehbierhalle von R. Hirthe, Elisabethkirchstr. 14, in Vertretung übernommen habe. 52602* Für gute Speisen und Getränke wird nach wie vor bestens gesorgt und bittet um geneigten Zuspruch Otto Wolf, Restaurateur, Elisabethkirchstr. 14. unten Keine Weißblechboden, durchgebrannte emaillirte Rochtöpfe u. bergl.; ich liefere für dieselben billig starke Emailleböden, so daß sie vollständig wie neu brauchbar sind. B. Braun, Invalidenstr. 119, Hof r. Auf Wunsch Abholung. Pontarte genügt. 20156* Grünframgeschäft mit Rolle zu 20166* verkaufen Christinenstr. 41. 2 Drehrollen billig zu verkaufen Brunnenstr. 128. 20196 Ju Rigdorf 2010b Hermannstr. 123 und 126 ist Tauben ardinen binger abzuholen abends nach 7 Uhr ingroker Auswahl, oder Sonntag vormittags. crême und weiss, das Fenster v. 2,00 M. an, empf. Das älteste Teppich-, Gardinen-, Möbelstoffu. Portièren- Gesch. Berlins. Otto Büchler, Berlin C. Königstr. 26, Ecke Klosterstraße. Versandabtheilung D. Schlafft. Dresdenerstr. 57,4 Tr. r. Menzel. Arbeitsmarkt. Achtung! Tischler! Der Streit in der Bautischlerei von Virgens, Nixdorf, Prinz Handjerystraße 23, währt zwei Wochen u. dauert unverändert fort. In folgenden WerkHaben Sie Wanzen? stellen wird für Tischlermeister Birgens Dann ist es Ihre Schuld! Warum wenden Sie nicht Hoffers' Wanzengift an, welch. diese Thiere u. ihre Brut sofort tödtet. Erfind.: R. Hoffers, Drog., Manteuffelitr. 87 und Neichen bergerstr. Nr. 55. 47812 Muschel- Wirthschaft verkaufe sofort spottbillig, vollständige darunter 8 Fenster neue Gardinen, Wohn- u. Schlafzimmer- Einrichtungen, Brautleuten geeignet. Frau Büttner, Köpnickerstr. 141, Vorderhaus 1. Etage. Milchkübel, ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke Kannen, Satten, Dezimal- u. Tafelwagen ganz bedeutend billiger als jeber andere MöbelJordan, händler. größtes gebrauchter und verliehen gewesener Möbel zu Spott preisen. Kleiderspind 16 Mart, Nußbaumtleiderspind 30, Muscheltleiderspind85, Kommode Arbeit angefertigt: 284/16 Schwarze, Prinz Handjerystr. 38; Krause, Thomasstr. 8; Gierczewsky, Steinmeßstr. 89; Mack, Hermannstr. 199. Die Kollegen werden ersucht, darauf Bezug zu nehmen u. Zuzug streng ferns zuhalten. Die Ortsverwaltung. Klavierarbeiter. Klavier-, Klaviatur- und PianoDer Streik der Berliner Mechanikarbeiter dauert unverändert fort, wie ersuchen die Kollegen und verwandten Berufsgenoffen, die Tischler, den Zuzug fernzuhalten. 286/7 Die Lohnkommission. Zäglich: baubler. Much grubies fan warrantener at Kleine Markus- Straße Nr. 28. Achtung, Parquetbodenleger! Schönhauser Allee 148. Das wunderbare JuniProgramm. Erna Rolla die muß man sehen. Prof. Matutta, Jllusion. RajadeTrio. Nelli u. Albert. Rappmann, Duett. Geschw. Trancy, Trapez 2c. Entree 30 Bf. Vereinszimmer mit Piano oder auch 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfebermatrage als Zahlstelle zu vergeben. 20086* trumeaux mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, u. Keiltiffen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaum$. Glawe, Krausenstr. 18. neue, bochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagont- Möbel spott: Sonntags, zu vergeben. W. Hansen, Vereinszimmer mit Piano, auch billig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theilzahlung. Brautleute, welche ihre Möbel bet Danzigerstr. 93, n. d. Schönhauser Allee. mir faufen, erhalten ein hochzeitsgeschent gratis. Rein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezter 11. Tischlerwerfftätten, vier große Möbelspeicher. Lagerspeichern 3 Monate und werden dann durch eigene efpanne sauber trans portirt und aufgestellt, auch nach außerhalb Künstl. Zähne. Betaufte Möbel tömien toſtenfrei auf meinen F. Steffens, Rosenthalerstr. 61, 2 Tr. Theilzahlung pr. Woche 1 M. EF 50 I Gr. Garten- Konzert. Fl. Tafel- Weißbier In Vorbereitung: Fahrend Volk im Jahre 2000. ca. 1/2 Ltr M. 3,-, 200 F1. M. 11, 63 Andreastraße 63, Brauer& Grützmann, Weißbier- Kellerei.[ 49688 Gegr. 1885. Tel. V 5366. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, r. 185, Brunnenstraße Ur. 185. Möbel, Stofenthalerjir. 13. gebrauchte, fauft Burow A. Tuchen Optiker Lothringer Strasse 28. Rathenower Brillen und Pincenez ff. Stahl| Mk., Nickel 2 Mk., Aluminiumgold, von Gold nicht zu unterscheiden 2,50 Mk., Operngläser 6,50 Mk., bestes Opern- u. Reiseglas Marke, Eureka" Mark mit Leder- Etui und Riemen 12 Lieferant für alle Krankenkassen Folgende Geschäfte haben unseren Tarif nicht bewilligt: Ende, Kochs ftraße 50/51; Rosenfeld u. Cie., Mohrenund Vater, Stegliz, Schüßenstr. 48. straße 11; Bendix Söhne, Andreasstr. 82, Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Berbaudes. Tücht. Verfilberer auf matte Ranten verl. Mustauerstr. 29. H. Bergemann. Rührige Acquifiteure * in Berlin u. Vororten, bei höchster Provision,( Abschluß- u. laufende) sucht gut eingeführte alte deutsche Feuerversich. Ges. Offerten sub 385 E. 0. an Robert Evner u. Co., S. W. 68. Ritterstraße 50. Graveur- Lehrling, Sohn anständ. Eltern, welcher gut zeichnet, verl.[ 2012b E. Peterson, Friedrichstr. 49 IV. Maurer! Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr, in Keller's Fettsälen, Koppenstraße 29 Große öffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend. 135/20 Zages Ordnung: 1. Berichterstattung über die Baukontrolle. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Kollegen erwartet Die Lohnkommission der Maurer Berlins. Unseren Freunden und Bekannten zeigen wir hiermit die glückliche Geburt Achtung! Achtung! Volksversammlung am Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr, bei Lips, Am Friedrichshain. Tages Ordnung: 1. Wahl einer Delegirtin zum internationalen Kongreß in London. 2. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Bürgerliche Ehe und freie Liebe. 3. Diskussion. 2/9 A Tellersammlung findet statt. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Genossinnen, ersucht Die Einberuferin. Ottilie Baader. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Vertrauensmänner- Versammlungen Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr: Süd- Westen: Lindenstr. 106 bei Zubeil. Süd- Osten: Oranienstr. 180 im Lokal des Herrn Rautenberg. Osten: Fendtstr. 36a bei Herrn Thiel( oberer Saal). Rosenthaler- und Schönhauser Vorstadt: Wedding und Gesundbrunnen: bergerstraße 23 Schönhauser Allee 28 bei Mörschel. Tages Ordnung: " bei Raabe. Besprechung von Lohn- und Arbeitsverhältnißen. Die Vertrauensmänner werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, damit die Versammlungen zeitig geschloffen werden können. 284 20 Die Ortsverwaltung. eines Töchterchens an. Hermann Lener und Frau, geb. Harmuth. Berlin NO., Landsberger Allee 8. noffen die traurige Nachricht, daß mein Allen Freunden, Bekannten und Gelieber guter Mann, der Zeitungsspediteur Max Kirsch im Alter von 44 Jahren, am Montag, den 1. Juni, morgens 1/211 Uhr, nach furzem Krantenlager, an Lungenlähmung sanft entschlafen ist. Jeder, der meinen lieben Mann fannte, wird meinen Schmerz zu würdigen wiffen. 20216 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Ritterstr. 107 aus nach dem Freireligiösen Begräbnißplay ( Pappel- Allee) statt. Wittwe Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Nach der 6 monatlichen Zwangspause findet am Mittwoch, den 3. Juni, abends 8/2 Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstr. 39, eine Versammlung statt. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags. Abgeordneten Genoffen Vogtherr über die politische Lage. 2. Diskussion. 3. Vereins Angelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Beiträge werden in der Versammlung entgegengenommen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, den 7. Juni, ein Familien- Ausflug nach Friedrichshagen, Zotal Rovenstein, lints vom Bahnhof, stattfindet. Abfahrt früh 10 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. 240/14 Der Vorstand. Sozialdemokr. Verein„ Vorwärts" Berlin. Dienstag, den 2. Juni, abends 8 Uhr, in Ahrens' Brauerei, Thurmffr. 26: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 274/8 1. Die Begehrlichkeit der Agrarier. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse F. Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Der Vorstand. Erscheinen ersucht Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Bitive Emilie Kirch. ausgesperrten Hutarbeiter Arbeiterinnen 3.Berl. Reichstags- Wahlkreis! richt, daß der Genoffe, ZeitungsAllen Genossen die traurige Nachspediteur Max Kirsch 218/11 am 1. Juni, vormittags, verstorben ist. Derselbe war ein alter, ruhiger und thätiger Genosse. Die Beerdigung findet am 3. Juni, nachm. 5 Uhr, vom Trauer 88/18 .. heute, Dienstag, Vormittag 10/2 Uhr, im Schweizer- Garten, Am Königsthor. = Zages Ordnung: 1. Situations Bericht. 2. Verschiedenes. Die Lohn- Kommision. Atung! Klempner Achtung! Mittwoch, den 3. Juni, abends 8 Uhr, hause Ritterstr, 107, 1 r., aus nach in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 2122, 1 Tr.( gr. Saal): dem Freireligiösen Begräbnißplat statt. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Die sozialdemokratische Vertrauensperson. Grosse öffentliche Klempnerversammlung. Tages Ordnung: 1. Wie erhalten wie das im Frühjahr Errungene aufrecht? Verband all. im Handels- u. Transportgewerbe Wahlverein für den dritten Referent: 0. Naether. 2. Distuſſion. 3. Verschiedenes. beschäftigten Hilfsarbeiter. Dienstag, den 2. Juni er., abends 8½ 1hr, bei Bolk, ( Feuerstein), Alte Jakobstr. 75: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vortrag über: Parlamentarismus und Arbeiter bewegung". Referent: Genosse Bruno Pörsy. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. 109/16 Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet Berliner Wahlkreis. Am 1. Juni verstarb unser langjähriges Mitglied, der Beitungsspediteur Max Kirsch nach kurzem Krankenlager. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. d. M., nachm. 5 Uhr, vom Trauerhause Ritterstr. 107, I aus nach dem Freireligiösen Begräbnißplay statt. Um rege Betheiligung ersucht 240/15 Der Vorstand. Verein d. graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Allen benen, welche meinem Manne Deutschlands.( Filiale Berlin.) Großes Sommerfest am Sonnabend, den 20. Juni cr., in Weimann's Volksgarten, Badftr. 57 unter Mitwirkung des Gesangvereins Senefelder", verbunden mit In dieser Versammlung werden Marken tafsirt und ausgegeben. Alle bis Ende April von mir entnommenen Marken und Listen müssen bis Dienstag, den 2. Juni, bei mir abgerechnet werden, widrigenfalls ich die Säumigen veröffentliche. Unterzeichneter tafsirt jeden Abend von 6-9 Uhr in der Wohnung, Sonnabends unten im Lokal. 282| 11 F. Zimmermann, Vertrauensmann, Bücklerstr. 55, S. p. Verein der graph. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Donnerstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr, im Lokals des Herzu Zubcil, Lindenstr. 106: Chemigraphen- Mitgliederversammlg. Zages Ordnung: 20116 1. Vortrag des Kollegen Sillier über: Die Vertheilung des Arbeitsbie letzte Ehre erwiesen, insbesondere ertrages". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Revisors zur Haupttasse. 4. Bereins dem Gesangverein Arion für den angelegenheiten. erquickenden Gesang, sowie seinem Meister und Kollegen von dem HolzUm zahlreiches Erscheinen ersucht arbeiter- Berbande, Freunden und Ge Achtung! noffen für die reichen Kranzspenden und rege Betheiligung meinen innigften Dank. 20136 Die trauernde Wittwe Wilhelmine Jurchen nebst Kindern. Danksagung. Spezialitäten- Vorstellung und Sommernachts- Ball. Für die überaus vielen Beweise herzKinderbeluftigungen. Billets 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Gürtler. Die Verwaltung. Achtung! Mittwoch, den 3. Juni, abends 81 Uhr, im Lokale des Herrn Metzner, Oranienstr. 1841 Vertrauensmänner- Konferenz, 102/15 licher Theilnahme und für die zahl- wozu jede Werkstatt vertreten sein muß. Die Kommission. reichen Kranzspenden bei der Beerdi gung meines lieben, unvergeßlichen Mannes des Hirt es Vereinsgeschäft. uns nicht möglich, jedem einzelnen 282/18 Der Vertrauensmann. Bunda Song Baliers& art sites the Freie Vereinig. d. Kaufleute in Berlin. Max Richter, Grüner Weg 65, Bilder, Büsten unseren Dant abzustatten, deshalb sagen ( Mary, Engels, Lassalle) jeder Größe nebst Bildereinrahmung. Saal wir hiermit allen Freunden, Kollegen dekoration, Stocklaternen 2c. en gros und en detail. 5262L und Bekannten, insbesondere dem Malermeister Herrn Emil Leste sozialistischer unferen tiefgefühltesten Dant. Die tieftrauernde Wittwe Marie Hirt Die tieftrauernde Wittwe Marie Hirt Mittwoch, den 3. Juni cx., abends präzise 9 Uhr, im Lokale des Herrn Busching. Heue Rohstraße Nr. 3: Diskussion. Vortrags- Abend 90/20 B. Günzel, Lothringerstraße 52. Spezifischer über, für ſeine viele Mühe und Aufopferung des Hrn. Wald. Manasse über: Die Religion u. der Militarismus. Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenfpigen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten Bildern u. dgl. sowie jebe Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Breisturant.) Zahnärztliche Klinit Wedding, Müllerstr. 1. abziehen unentgeltl Lachgas, schmerzlos 2,50 M., Plomben 1 M., künstl. Zähne, bestes Material, 2 M. 20. Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Eröffnung Anfang Juni. 52332* Restaurant, großer schattiger Garten. Reffäle und Vereinszimmer jeder Größe. Das 100 000 Lied vom Rhein. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Park, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Garten- Concert von der 24 Mann Harken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn P. Nimscheck. Kaffeeküche 3-5 hr.- Gutree 15 Pf., wofür ein Glas Bier gratis. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu foliden Preisen. H. Jmbs. Gänzlicher 14866 Kranzbinderei und Möbel Ausverkauf = wegen Räumung des Ladens zum Selbstkostenpreise. Fr. Anna Wildberger, Blumenhandlung 4974L* Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. nebst Kindern. Danksagung.[ 20206 Für die herzliche Theilnahme und Kranzspende bei der Beerdigung meines Mannes, des Schraubendrehers Otto Ringer, sage ich allen Kollegen, herz Ww. Ringer. Freunden und Bekannten meinen Danksagung. Allen Verwandten, Bekannten, Freunden u. Kollegen meines Mannes fage ich für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung und die reiche Kranzspende meinen herzlichsten Dank.( 2014b Die trauernde Wittwe: Weigang. Kreissägenschneider und Kiften: macher, welche vor dem Streif 1895 bei Bernh. Fuhg, Röpnickerstr. 154, gearbeitet haben, werden gebeten, ihre Adresse an Georg Bartholomäus, DEF Gäfte, Herren und Damen, herzlich willkommen. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Achtung, Putzer! Folgende Bauten sind von Putz- Unternehmern, welche unserer Lohn bewegung entgegenhandeln, übernommen: 185 19 Scharf, Graunstr. 7 u. 8, Lorzingstr. 19 e, Pfuel- u. Köpnickerstraßen- Ecke, Mühlenstr. 15, Nixdorf. Hensel, Bredowſtr. 22, Graunstr. 10. Langnick, Pestalozzistr. 12, Ecke, Charlottenburg, Brandenburgstraße, Wilmersdorf. Dunkel, Yorkstr. 19. Buck, Zorndorferstr. 37. Schüler, Bredowstr. 23. Grube, Augsburgerstr. 3031. Auf dem Bau Neumann, Salzwedelerstr. 6, ist die Sache geregelt, die Differenzen beigelegt. Die Kollegen find besonders darauf aufmerksam gemacht. Streikkommission der Puher Berlins. Fruchtstr. 30 bei Schubert abzu Achtung! geben. Rixdorf! Achtung! Dienstag, den 2. Juni cr., abends 8½ Uhr: ophastoff Gemeinde- Versammlung So Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantaße, Gobelin und Plüsch spottbillig! Läuferstoffe Proben franko! in den Viktoria Festsälen, Hermannstr. 49/50. W Lages Drdnung: 1. In welder Weise werden die Interessen der Riedorfer Einwohner und Hausbesitzer durch die Uebergriffe der Gendarmerie geschädigt? 2. Das ausgestellte Vertrauensvotum der Gemeindein allen Qualitäten zu vertretung dem Gendarmerie- Wachtmeister Peine gegenüber und Fabrikpreisen. welche Stellung nehmen die Wähler hierzu? Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball Emil Lefèvre, Oranienstraße Berlin S., sträußchen, Bouquets u. s. w. werden sehr Lübeckerstraße 31( Moabit). geschmackvoll und preiswerth geliefert. Referent: Gemeindevertreter Retzerau. 205/7 Die Wähler der I., II. und III. Slaffe, sowie sämmtliche Gemeinde 158. vertreter find zu dieser Versammlung hiermit eingeladen. Der Einberufer. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 126. Soziale Meberlicht. Dienstag, den 2. Juni 1896. 28 13. Jahrg. Professor Delbrück( Berlin) berichtete über die Arbeits- 70 M. im 2. Jahre zufrieden sind, sondern auch gegen die bei losigkeit und das Recht auf Arbeit. Er sei Anhänger der Privatpost übliche unmenschlich lange Arbeitszeit, welche der individualistischen Wirthschaftsordnung, die auch weniger von früh 6 Uhr bis abends 9-10 Uhr ohne Pausen an freundlich kapitalistische genannt werde. Die einzige Methode zu daure. Selbst eine Mittagspause gebe es in diesem Mustereiner einigermaßen genügenden Versicherung sei die Versicherung betriebe nicht. Während der Betrieb sich täglich erweitere, wird durch die Gewerkvereine. Aber damit sei dem Uebel nicht ge- die Zahl der Angestellten immer mehr eingeschränkt. Infolge steuert. Ein Recht auf Berufsarbeit gebe es auf teinen Fall. der Arbeitsüberbürdung sei es den Briefträgern nicht immer Die tüchtigen Arbeiter pflegen nicht gern in einem anderen möglich, alle Sendungen prompt und rechtzeitig zu bestellen. Delegirten vertreten und ihre Zahl wurde noch durch eine Reihe Beruf und zu niedrigen Löhnen zu arbeiten, sie würden dies Lasse sich jemand einmal von den Angestellten verleiten, Brief" S $ D " Von der bürgerlichen Frauenbewegung. Bom 25. bis 28. Mai hielt der Bund deutscher Frauenvereine auf Einladung des Frauen- Bildungsvereins in Rassel dort seine zweite General versammlung ab. Es waren 75 Mitgliedsvereine durch ihre auswärtiger Gäste verstärkt. Frau Hanna Bieber Böhm Berlin berichtete über als einen Druck, eine Herabwürdigung empfinden. Für diese sendungen zurückzubringen, feien ihm Strafen, bei Beseitigung von big als u vonbungen Grant die Stimmen für und gegen die Sittlichkeitspetition. Gleichzeitig Schichten habe Profeffor Schanz( Würzburg) kürzlich als Aus- von Sendungen gerichtliche Bestrafung sicher. Die Behandlung fam eine von Frau Bieber Böhm verfaßte Broschüre:" Vor- weg vorgeschlagen den individuellen Sparzwang. Dies, kom des Personals sei ähnlich wie in den Ferienkolonien. Stramm schläge zur Bekämpfung der Prostitution" zur Bertheilung. Am binirt mit einem allgemeinen Arbeitsnachweis, und für den stehen und militärische Botmäßigkeit werde verlangt, während Nachmittag berichtete Fräulein Ottilie Hoffmann über die äußersten Mothfall die Notharbeit, würde eine gute Lösung bieten. fich die Vorgesetzten häufig im Kasernenton mit Mäßigkeitsbeweging. bion Die jugendlichen Arbeiter hätten, nachdem sie ausgebildet den Angestellten auseinanderseßten. Ueber die zahl= Der Vorstand des Bundes wurde von 9 auf 11 Personen feien, bis zur Verheirathung zu viel Lohn und gewöhnten sich reich eingezogenen Strafgelder werde feine Rechenschaft erweitert. Es treten in den Vorstand ein Frau Stritt allerhand Bedürfnisse an.( Sehr richtig!) Das sei ein großes gegeben, niemand wisse, wofür diese sauer verdienten Groschen Dresden, Frau Schwerin Berlin. Es werden zu den be- Uebel und man müßte diesen Leuten bei Zeiten und Markstücke Verwendung fänden. 2-3 Minuten zu spät stehenden vier Stommissionen( für Fabrifinspektorinnen, die Sittlich das Geld wegnehmen und für später, bis zum tommen werde mit 1 M. Strafe belegt. Da die Touren in teitsfrage, die Mäßigkeitsfrage und Rechiskommission) noch zwei vierten Kind aufheben.( Bustimmung und Heiterfeit.) einzelnen Aemtern wiederum verlängert werden sollen, beab neue eingesetzt und zwar: a) für Erziehungsfragen; b) für die Ein Kuratorium, das nur aus Arbeitern bestehen müßte, hätte sichtigten die dort Beschäftigten dagegen zu protestiren und event. Untersuchung der sozialen Lage der Handlungs. dann die Höhe des Sparzwanges zu bestimmen und zugleich feft- die Arbeit einzustellen. Zum Schluß empfiehlt Redner die Wahl gehilfinnen. zusetzen, welches Eaisonarbeiter feien. Das sei fein foziales einer Kommission zur Formulirung etwaiger Forderungen. Ju der ersten öffentlichen Versammlung am Abend sprach Phantasiegebilde, die Durchführung sei aber schwer, wie die Dem mit Beifall entgegengenommenen Referat schloß sich eine u. a. Fräulein Anguste Schmidt über Zweck und Thätigkeit praktische soziale Politik überhaupt, da der Widerstand der äußerst lebhafte Diskussion an. So führt ein Briefträger unter an. des Bundes deutscher Frauenvereine, Frau Dr. Goldschmidt- herrschenden Selaffen systematisch fei. Man habe die Größe des Zustimmung der Versammlung aus, daß troß des schriftlichen Ver Leipzig über Ausgangs- und Zielpunkte der Frauenbewegung, Uebels tennen gelernt, nun folle man zunächst innerhalb der be- fprechens der Direktion Anfang Januar, für jeden neuen Abonnenten, Frau Marie Stritt Dresden über den Slechtsschutzverein sitzenden Klassen einen neuen Geist schaffen, damit sie den Re- welchen Angestellte der Privatpost, Den lustigen Blättern" zuführen, für Frauen in Dresden. gierungen nicht, wenn dieselben wieder einmal mit Reform- 25 Pf. gezahlt werden, bis heut noch kein Pfennig ausgezahlt An dem zweiten öffentlichen Abend sprach zuerst Frau Minna plänen hervortreten sollten, Widerstand entgegensetzen, worden sei. Die Briefsammler hätten jetzt des Sonntage frei, Tauer Berlin über Organisationen von Hilfsvereinen für wie wir es beispielsweise gegenwärtig bei der dafür müssen aber die Briefträger Briefe einsammeln. Die Direktion weibliche Angestellte. Die zweite Rednerin, Frau Jeannette gewiß geringen Reform im Bäckereigewerbe babe auch ihr Wort im 2. Jahre 70 M. Gehalt zu zahlen bis jetzt Schwerin Berlin behandelte das Thema: Die Streit gesehen haben.( Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) nicht eingelöst. Die Expreßfahrer klagen gleichfalls über folossale bewegung in der Konfettiousbranche mit bezug Einige Redner, wie die Professoren Weber- Freiburg i. Br. Arbeitsüberbürdung. Der Dienst von früh bis abends auf dem auf Hausindustrie und weibliche Fabrik und Adolf Wagner- Berlin erklärten die Arbeitslosigkeit aus der Rade sei äußerst anstrengend und bei dem lebhaften Wagen. inspektion". Nach einem kurzen Rückblick über die Ge- rapiden Volksvermehrung, Pastor Naumann trat für die Ver- verkehr vielfach mit Gefahr verbunden. Ju 20 Minuten sollen schichte des Streits schilderte Frau Schwerin die furchtbaren staatlichung der Arbeiterkolonien, Prof. Neumann- Tübingen für 8-13 Kasten geleert werden und 15-23 Briefe expedirt Zustände in der genannten Branche, nannte die Vorschläge, die ein freies Reichsvereins- Gesetz ein. werden. Der Vorsitzende Kaßler macht auf den Verlauf des zu einer Verbesserung der Lage dieser Arbeiter gemacht sind, und In einer längeren Resolution erklärte sich der Kongreß in Kampfes mit der Packetfahrt.Gesellschaft aufmerksam und stellt in empfahl dringend für den großen Prozentsatz der Arbeiterinnen Uebereinstimmung mit dem Referenten für die Nothwendigkeit der Aussicht, daß die Angestellten Front machen werden gegen die weibliche Fabrikinspektorinnen, weil die Frau weit besser als Bekämpfung der Schäden der Arbeitslosigkeit, da sie eine Gefahr Maßregelungen, wenu diese nicht unterblieben. Der Arbeitsder Mann geeignet ist, die Frau zu verstehen und deren für das religiöse Boltsleben und das wirthschaftliche Leben sei, vertrag sei ebenso ungesetzlich bei der Privatpost, wie der der Leistungsfähigkeit zu beurtheilen. Den Schluß bildete der Vor- und empfahl, bei der weiteren energischen Erörterung dieser Frage Packetfahrt Gesellschaft und müsse gleichfalls einer öffentlichen trag von Fräulein Helene Lange Berlin über Frauen- die Zubiljenahme der Arbeiterorganisation in Erwägung zu ziehen. Kritik unterzogen werden! Zur Formulirung der nothwendigen bildung. Schön ist in der Resolution blos, daß die Evangelisch- Sozialen Forderungen zur Beseitigung dieser Mißstände wählte die Vereingestehen, daß sie von der Frage nichts verstehen. Der aus der sammlung schließlich eine fiebengliedrige Kommission von AnGegenwart nicht wegzuresolutiontrende Zusammenhang zwischen gestellten der Privatpost, darunter die Handelshilfsarbeiter tapitalistischer Wirthschaftsordnung und industrieller Seserve. Schumann und Kaßler, welche nicht bei der Privatpost bedienstet armee ist den Herren noch nicht klar geworden. sind. Der Aufforderung an die anwesenden Bureauvorsteher, das Wort zu ergreifen, wurde nicht Folge geleistet. Am Mitt woch wird eine weitere Versammlung der Privatpoſt- Angestellten stattfinden, in welcher definitive Beschlüsse gefaßt werden sollen. Sonntag im Feen- Palast. Wie Fischer ausführte, hatte es in Eine öffentliche Versammlung der Zimmerer tagte am den ersten Wochen nach Beendigung des Streits den Anschein, als ob die 9ftündige Arbeitszeit in Zukunft für die Berliner Zimmerer maßgebend sein würde. Jezt, wo der Geschäftsgaug nicht mehr ein so guter ist, als zur Bauzeit der Gewerbe- Ausftellung, versuchen verschiedene Unternehmer, fowohl den Stundenlohn zu kürzen, als auch die 10stündige Arbeitszeit wieder einzuführen. Leider hätten sich auch eine Anzahl Kollegen gefunden, die so einsichtslos und indifferent sind, dem Druck der Unter nehmer nachzugeben. Die Zahl derselben betrage allerdings nur etwa 400, was im Verhältniß zu den 5-6000 in Berlin und den Vororten beschäftigten Zimmerern nicht viel sei, jedoch wäre es nothwendig, die Sperre gegen diejenigen Geschäfte, welche Im Namen unseres Geschlechts protestiren wir nachdrücklich Eine Versammlung der Baudeputirten der Buter die Forderungen durchbrechen, mit aller Energie durchzuführen. fachen Forderungen der Gerechtigkeit liegt, für die wir in unserer dem Bericht der Kommission ist der Wohnkampf als beendet zu worauf folgende von Fischer namens der Lohnkommission eingegen die Geringschätzung, die in diefer Nichtbeachtung der ein Berlins und Umgegend tagte am 27. Mai. Nach Dabei müßten alle Kameraden der Lohukommission behilflich sein. In gleichem Sinne sprachen sich alle Diskussionsredner aus, Betition eingetreten sind, und sprechen die Zuversicht aus, daß betrachten. Jedoch dürfte der Kampf gegen die Zwischen- worauf folgende von Fischer namens der Lohnkommission einsich die deutschen Frauen in allen Theilen des Vaterlandes unternehmer noch längere Zeit fortgeführt werden. gebrachte Resolution einstimmig angenommen wurde: diesem Protest anschließen werden. Es gilt nicht nur das Inter- getheilt wurde, daß auf dem " In Erwägung, daß einzelne Baufirmen es immer wieder Bau Badstraße, Brauerei versuchen, die 9ftündige Arbeitszeit zu durchbrechen und sich auch esse der Frauen, sondern das der Familie und damit der Ge- Paschen, drei Maurer die Puharbeit unter dem Tarif einzelne unserer Berufsgenossen als willfährige Werkzeuge ges sammtheit des deutschen Volkes. Es gilt den anderen Nationen übernommen haben. Ju der Salzwedelerstraße arbeiteten brauchen lassen, beschließt die heutige Versammlung: 1. Bur gegenüber, die längst eine Hebung der Stellung der Frau einer die Butzer 14 Tage ohne Löhnung und blieb auch am Pfingst befferen Kontrolle und strikten Durchführung unserer Beschlüsse Hebung der Kultur überhaupt gleichachten, unsere nationale sonnabend die Zahlung für die Junenpuzer aus. Der BauEhre!" unternehmer hat auf diese Art die Hälfte seiner Arbeit fertig wieder Arbeitsfarten eingeführt und ist jeder Zimmerer vervom 10. Februar d. J. werden vom Montag den 1. Juni ab Auf dem evangelisch- sozialen Kongreß in gestellt bekommen und die Arbeiter sind die Geschädigten; ob sie pflichtet, sich in den Besitz einer solchen zu setzen 2. Arbeitskarten Stuttgart referirte in der am Freitag Mittag stattgefundenen überhaupt ihren Lohn erlangen, bleibt noch abzuwarten. Dem werden nur für diejenigen Geschäfte ausgegeben, welche die 9stündige ersten, von Frau Gnaud Kühne präsidirten Spezial- Kon Putzmeister Echarf ist es bisher möglich gewesen, über 100 Buger Arbeitszeit innehalten und find die Kameraden verpflichtet, ferenz Frau Geheimrath Lippmann Berlin über Die Thätig zu beschäftigen. Wie aber diese 100 Buyer des Puzunternehmers mit Legitimation versehenen Kontrolleuren dieselben vorzuzeigen. feit der Frau im Gemeindedienst" und stellte am Schluffe ihres Scharf für Unfälle versichert sind, das zu untersuchen wird Auf- 3. Jeder Arbeitslose hat sich ebenfalls in den Besitz einer Karte zu Referates eine Anzahl Thesen auf, in welchen fie verlangt, daß gabe der Berufsgenossenschaft sein. Die Versammlung beschloß setzen und in derselben die Dauer der Arbeitslosigkeit bescheinigen zu die Frau im Kommunaldienst verwendet wird, die Stellen der sodann, um den Kampf wirksam zu Ende zu führen, die KomArmenvorsteher und Waisenpfleger müssen Frauen einnehmen, die mission weiter bestehen zu lassen und auch die Sammlung fortaffen. 4. Zur Unterstützung der Gemaßregelten, sowie zur Bestreitung fämmtlicher Unkosten hat jeder in Arbeit stehende Zimmerer Frauen müssen Mitglieder der Schulkommission werden und den zusehen, damit im Herbst eine weitere Lohnausbesserung wirksam fämmtlicher Unkosten hat jeder in Arbeit stehende Zimmerer Sittlichkeits- und Gefängnißvereinen helfend zur Seite stehen, den durchgeführt werden kann. wöchentlich 50 Pf. zum Agitations- und Unterstützungsfonds zu Frauen muß die Fürsorge für die weiblichen Frren übertragen zahlen und dafür zu sorgen, daß auf jedem Platz oder Bau ein Die Buchdruckerei Silfsarbeiter und Arbeiterinnen Deputirter ernannt wird, welcher die Sammlungen vornimmt werden, auch muß die Pflege der unterstützungsbedürftigen Siechen beriethen am Connabend über die Lohnbewegung in ihrem und die Arbeitsstelle in den Platzdeputirten Sigungen vertritt. von Frauen überwacht werden. In allen Krankenhäusern müßte Beruf. Es handelt sich bei diesem Streit bekanntlich um Ver- 5. Die Versammelten verpflichten sich, die gefaßten Beschlüsse zur dem leitenden Arzte eine Dame zur Seite stehen, um die Verkürzung der Arbeitszeit nach Maßgabe der für die Maschinen- Durchführung zu bringen und erwarten, daß kein Berliner waltung, Ordnung und Sitte zu überwachen. Nachdem noch meister auf grund des neuen Buchdruckertarifs geltenden Be- Bimmerer am Montag vor 7 Uhr die Arbeit beginnt. Wenn verschiedene Redner in dieser Angelegenheit ihr Licht leuchten Stimmungen. Wie berichtet wurde, haben nunmehr die meisten ein Unternehmer die zehnstündige Arbeitszeit verlangt, ist die ließen, wurde eine Erklärung angenommen, faut welcher sich die Druckereien die Forderungen der Hilfsarbeiter bewilligt. Nur Arbeit sofort niederzulegen und erhält jeder Gemaßregelte nach Versammlung mit der Neferentin einverstanden erklärt. etwa 12 Firmen sträuben sich noch, dieselben auzuerkennen. Als wie vor die festgesetzte Unterstützung." Die Beschlüsse dieser Streikende sind gegenwärtig 68 Arbeiter und 52 Arbeiterinnen Versammlung sollen als Flugblatt auf den Arbeitsplägen vers zu verzeichnen, da es gelungen ist, die meisten der Ausständigen in breitet werden. Sachlage wurde nach eingehender Debatte beschlossen: Der Streit wird Betrieben, die bewilligt haben, unterzubringen. Angesichts dieser für beendet erklärt und über die Druckereien, welche noch nicht Die Kommission zu veröffentlichen. Die Lohnkommission bleibt, bewilligt haben, die Sperre verhängt. Die Namen derselben hat wie bisher, in einer Anzahl von fünf Mitgliedern bestehen. Um die Geschäftsführung derselben zu revidiren, wurden Stephan, Drömer, Bleich und Frl. Bien gewählt. Am Vormittag des 28. Mai wurde noch einmal Berathung darüber gepflogen, welche Schritte von seiten der Frauen in Sachen des Bürgerlichen Gesetzbuches zu geschehen hätten. Außer einer Massenagitation gegen die betreffenden Gesetzesparagraphen wurde der Beschluß gefaßt, einen Protest gegen die Behandlung der Sache an Für die kaufmännischen Schiedsgerichte. Unser Mainzer die Reichstags- Kommission für den Entwurf eines Bürgerlichen Korrespondent schreibt: An die hiesige Handelskammer ist von der Gesetzbuches zu richten, der im Wortlaute folgt: Der Bund deutscher Frauenvereine sieht sich gedrängt, dem Großh. Hessischen Regierung die Frage gerichtet worden, wie sie sich zu der von vielen Seiten gestellten Forderung nach Bildung Gefühl einer tiefen Enttäuschung Ausdruck geben, welches die von Sondergerichten für die Entscheidung von Streitigkeiten aus deutschen Frauen angesichts der unzulänglichen Resultate der bem faufmännischen Anstellungsverhältniß verhalte und auf Rommissionsberathungen, betreffend das Familienrecht im Ent welcher Grundlage gegebenenfalls eine derartige Einrichtung zu wurf eines Bürgerlichen Gesetzbuches, erfüllt. Nachdem das treffen sei. Die Kammer hat sich in ihrer Antwort dahin aus Interesse, welches das ganze Volt an einer zeitgemäßeren, den gesprochen, daß die Einrichtung derartiger Gerichte sich als nothmodernen Gesetzgebungen anderer Kulturvölfer entsprechenden wendig erweise. Hinsichtlich ber Organisation diefer Gerichte Normirung dieser Materie unverkennbar befundet hat, im Plenum machte die Kammer den Vorschlag, daß dieselben aus einem Undes Reichstages von verschiedenen Parteien so verständnißvolle parteiischen als Vorsitzenden, sowie einem Prinzipal und einem Würdigung gefunden hat, nachdem so hervorragende Männer und Gehilfen als Beisiger wie bei den Gewerbegerichten zusammen geistige Führer unseres Bolles für infere gerechten Forderungen gesetzt werden möchten. eingetreten sind, glaubten wir in den Berathungen der Kommissionen auf mehr Berücksichtigung und Entgegenkommen rechnen zu dürfen. Mit um so größerem Bedauern mußten wir das Gegentheil konstatiren. Resolutionen des evangelisch sozialen Kongreffes. Professor Dr. Rathgen( Marburg) über bie ethifdhe e deutung des Handels. Der Redner faßte seinen fast zweistündigen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag in vier Leitsäge zusammen. Versammlungen. Mit fratischen Stadtverordneten überwiesen werden soll und der Ferner wurde ein Antrag angenommen, der den sozialdemodahin geht, daß auf den städtischen Bauten nur solche Arbeiter Verschiedenes" theilte Obst mit, daß er einen Brief von einem beschäftigt werden sollen, die Berliner Steuerzahler sind. Unter Deutschen Parteigen offen aus Paris erhalten habe, aus dem hervorgeht, daß das Gerücht, in Paris würden Zimmerer verlangt, durchaus unwahr fei. In Paris herrsche zur Zeit eine ebenso große Arbeitslosigkeit, wie den anderen Orten Frankreichs, außerdem sei es den Ausländern, ohne Kenntniß der französischen Sprache und Verhältnisse, schon unter guten Verhältniffen schwer, Ein Antrag Fischer's, die ihr Fortkommen zu finden. Streitfontrolleure täglich mit 3 M. zu unterſtüßen, fand gleichfalls Annahme. In der Besprechung dieses Vortrages richtete Geh. Reg. Rath Prof. Wagner( Berlin) scharfe Angriffe gegen den Frhru. v. Stumm. Er zog eine Parallele zwischen ihm und dem Abg. Bebel, und meinte, daß er mit letterem, den er für einen ernsthafteren Gegner halte, weit lieber in einer Frage zusammengeben würde, als mit Frhrn. v. Stumm. Als Ergebniß der Be Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Berliner sprechung wurde folgende Resolution angenommen: Der Kongreß Privatpost- Aktiengesellschaft bildeten am Sonntag Vormittag mit dem techlite b ift mit dem Referenten der Ansicht, daß die technisch und den Gegenstand der Erörterung einer öffentlichen Versammlung bei ökonomisch überlegenen Betriebsformen auch auf dem Gebiete des Pasch, Alte Jakobstraße, zu der die Briefsammler, Briefträger und Handels wesentliche Faktoren der Zukunft bilden werden, hält Expreßfahrer der Privatpost zahlreich erschienen waren. Der Referent es aber mit ihm nicht für unvermeidlich und auch nicht Schumann, Handelshilfsarbeiter, führt aus, daß sich seit einiger Zeit für wünschenswerth, daß dieser Prozeß ein den Klein- die Arbeitsverhältnisse bei dem Konkurrenzunternehmen der Packetund Detailhandel völlig absorbirender werde. Da die durch fahrtgesellschaft, der Privatpost, für sämmtliche Angestellte, mit das Anwachsen ra bedauerliche Rehrseite, das Verschwinden haben, daß sich unter den Angestellten die Ueberzeugung Bahn rinnen.) der Großbetriebe bedingte wirthschaftliche Ausnahme der Direktoren und Vorsteher, derartig verschlechtert sahlreicher selbständiger Existenzen und eine ungleichmäßige Ver- gebrochen habe, es fönne so nicht weiter gehen und müsse eine theilung des Gewinnes unter den am Handel beschäftigten öffentliche Kritik geübt werden zur Abstellung dieser Mißstände, ( Konzentration in wenigen Händen) zur Folge hat, so liegt eine ebe es bis zu dem äußersten käme. Um so nothwendiger sei eine gefeßliche Förderung des Prozesses nicht im Interesse der wirth- vorherige Verständigung der sämmtlichen Angestellten schon des schaftlichen Entwickelung. Das Entstehen des Großbetriebes im wegen, weil auf einzelnen Aemtern bereits Arbeitseinstellungen Handelsgewerbe und eines verhältnißmäßig zahlreichen Gehilfen drohen, es müsse dies vermieden werden, da nur ein einheitliches standes stellt der Sozialpolitit wichtige Aufgaben zum Schuße und planmäßiges Vorgehen Erfolg verspricht. Die Klagen der dieses Standes, namentlich seiner unerwachsenen und seiner weib- Angestellten richteten sich nicht nur gegen das Verfahren der lichen Mitglieder." Worin diese Aufgaben nach der Meinung Direktion, alle älteren Arbeiter aus ihrem Betriebe zu entfernen der Versammlung bestehen sollen, worauf es doch heute am und nur noch jugendliche Angestellte zu beschäftigen, welche mit dem gezahlten Monatslohn von 60 Mark im ersten Jahre, meisten ankommt, wurde nicht festgestellt. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 9-10% Uhr: Süb. oft- Schule Waldemarfir. 14: Deffentliche Gesundheitspflege ( Nahrungs- und Genußmittel, Wohnung und Gesundheit, öffentlicher Kinderschus, chuigesundheitspflege, Fabritgefeßgebung, Fürsorge für ArbeiteHerr Dr. Gustav Heymann: Nordschule, Milferstraße 179a: tution durch Kopernikus, Galilet und Newton. Experimentelle Forschung. Natur Erkenntniß.( Antike und moderne Naturbetrachtung. RevoPhilofophie und naturwissenschaftliche Forschung. Funerer Zusammenhang der Naturfräfte. Rob. Mayer, Helmholtz. Gesetz von der Erhaltung der Kraft und des Stoffes. Einheitlichkeit der Materte. Grundzüge des Darwinismus.) Herr Dr. C. Joël. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Berfigender Ad. Men= mann, Basewalkerfir. 8. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Raucherbund Serline und Umgegend. Menderungen Bereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Kotibuferdamut 72. ane Buſchriften den Bund betreffend find zu richten an: gund der gefelligen Arbeitervereine Berlino und lingegend Hermann Jahn, Echönhauser Allee 177 c. im Was ist Margarine? Unter vorstehendem Titel verbreiten die Gegner der Margarine seit Wochen ein Schriftchen und in agrarischen Blättern einen Auszug daraus, worin unser Produkt und seine Bestandtheile in der nichtswürdigsten Weise verdächtigt werden. Demgegenüber erklären wir, was folgt: Margarine besteht in der Hauptsache aus Oleomargarin, frischestem besten Rinderfett, wie solches in jedem Haushalte in der Küche Verwendung findet; aus Milch und Rahm( Sahne); je nach der Jahreszeit aus einem Zusatz von bestem Speiseöl von derselben Qualität, wie es in jedem Haushalt gebraucht wird. Die Margarine ist durch erste wissenschaftliche Autoritäten und durch die Vertreter der Regierung als ein nahrhaftes und gesundes Ersatzmittel für Naturbutter anerkannt worden. Das Reichsgesundheitsamt äussert sich u. a. über Margarine wörtlich wie folgt: Dieses Produkt ist hervorgegangen aus der richtigen Würdigung der grossen Rolle, welche die Fette in der Ernährung spielen und dem Gedanken, dass es von Wichtigkeit sein müsste, den weniger Bemittelten ein billiges Fett von gleichem Geschmack und gleichem Nahrungswerthe an stelle der Butter zu liefern. Diese Aufgabe hat die moderne Kunstbutterfabrikation auf das anerkennenswertheste gelöst. Man kann sagen, dass Kuhbutter keineswegs immer von ebenso sorgfältiger und reinlicher Behandlung auf dem Markt erscheint. Die wesentlichsten Momente dieser eleganten Fabrikation sind völlige Frische des Rohmaterials und sorgsame Auswahl der entsprechenden Qualität. Die Besichtigung sämmtlicher deutscher Margarinefabriken ist zu aller Zeit und Jedermann gestattet. Die Vereinigung der Deutschen Margarinefabrikanten. Ben Anaty Cigaretten und die beften der Welf. Ueberzeugung macht wahr! Ella D* Diese große Regalia- Bigarre mit hochfeinem Sumatra- Deckblatt und vorzüglicher, feiner Einlage, mild im Geschmack und fein im Aroma, schneeweiß brennend, kostet bei mir 100 tüm 4 Mark, 500 Stück 18 mark. Stück Ferner empfehle gute wohlschmeckende Zigarren von 2,75 Mart per 100 Stück bis zu den feinsten Havannas von 6,50 Mart per 100 Stüd. Außerdem soweit der Vorrath reicht eine größere Parthie Bigarren von 1,80 bis 2,30 Mark per 100 Stück; diese Sorten führe ich aber nicht fortlaufend, da ich grundsätzlich nur solche Fabrikate vertreibe, bei welchen die Arbeiter ihren auskömmlidhen Lohn erhalten. Ich lasse auch nicht in Zuchthäusern arbeiten, sondern führe ausschließlich reelle gute Fabrikate. Da ich nur gegen Kasse kaufe und verkaufe und kein Ladenlokal habe, ist dies der Grund meiner besonderen Leistungsfähigkeit. 5256L* Nichtkonvenirendes nehme stets gern zurüdt. E Fernsprecher: Amt III 8191. Th. Peiser Berlin C., Alte Schönhauserstraße 23/24 parterre. Ein kräftiger Magen und eine gute Verdauung sind die Fundamente eines gesunden Körpers. Wer sich Beides bis in sein spätes Lebensalter erhalten will, gebrauche den seit Jahren durch seine ausgezeichneten Erfolge rühmlichst bekannten Hubert Ullrich'schen Kräuter- Wein. Dieser Kräuterwein, aus vielfach erprobten und vorzüglich befundenen Kräutersäften mit gutem Wein bereitet, übt infolge seiner eigenartigen und sorgfältigen Zusammensetzung auf das Verdauungssystem eine äusserst wohlthätige Wirkung aus und hat absolut keine schädlichen Folgen. Kräuter- Wein befördert eine regelrechte, naturgemässe Verdauung, nicht allein durch vollkommene Lösung der Speisen im Magen, sondern auch durch seine anregende Wirkung auf die Säftebildung. Gebrauchsanweisung ist jeder Flasche beigegeb en Kräuter- Wein ist zu haben in Flaschen à M. 1,25 und 1,75 in den Apotheken von Berlin:( Depots: Hobe's Apotheke, Dresdenerstr. 81; Weisse Adler- Apotheke, Friedrichstr. 206; Apotheke zum weissen Schwan, Spandauerstr. 77; Löwen-Apotheke, Jerusalemerstr. 30; Victoria- Apotheke, Friedrichstrasse 19; Kronen- Apotheke, Friedrichstr. 160; Schering's Grüne Apotheke, Chausseestr. 19; Apotheke zum rothen Adler, Alte Rossstr. 26, am Köllnischen Fischmarkt; Palmen- Apotheke, Schlesischestr. 14; Flora- Apotheke, Invalidenstr. 94; Sonnen- Apotheke, Gr. Frankfurterstr. 52; Fortuna- Apotkeke, Dragonerstr. 6a; Apotheke zum rothen Kreuz, Chausseestrasse 118; Gradt's Apotheke, Stralauer Platz 20; Carl Haver's FalkenApotheke, Reichenbergerstr. 63; Pelikan- Apotheke, Leipzigerstr. 93; Anhalter Apotheke, Yorkstrasse 18; H. Schäfer's Apotheke, Kleiststr. 34; König Salomo- Apotheke, Charlottenstrasse 54( Ecke Jägerstrasse); Kurfürsten- Apotheke, Genthinerstr. 20; Faber's Apotheke, Grossbeerenstr. 52( Ecke Hagelsbergerstr. 42); Johanniter- Apotheke, Plan- Ufer 11; Görlitzer Apotheke, Görlitzerstr. 48( Ecke Falckensteinstr.); Apotheke zum goldenen Phönix, Chausseestr. 54; Elefanten- Apotheke, Leipzigerstr. 74; Dennewitz- Apotheke, Bülowstrasse 36, am Dennewitz- Platz; Reichs- Apotheke, Elsasserstr. 54; Admiral- Apotheke, Admiralstr. 31-32; Wrangel- Apotheke, Wrangelstr. 113; St. Markus- Apotheke, Markusstrasse 1( Ecke Langestrasse, an der Holzmar ktstrasse); Hirsch- Apotheke, Koppenstr. 22; Askanische Apotheke, Bernburgerstr. 3, am Anhalter Bahnhof; Arkona- Apotheke, Arkona- Platz 5; Strauss-Apotheke, Stralauerstrasse 47; Mohren- Apotheke, Grimmstrasse 9; Blumen- Apotheke, Blumenstr. 73; Auguste- Viktoria- Apotheke, Königgrätzerstrasse 52; Kommandanten- Apotheke, Seydelstr. 16( Ecke Neue Grünstrasse); Schweizer Apotheke, Friedrichstr. 173; Apotheke zur Eiche, Pallisadenstr. 81; Elisabeth- Apotheke, Reichenbergerstr. 72; Augusta- Apotheke, Königin Augustastr. 21; Diana- Apotheke, Thurmstr. 28, Ecke Stromstrasse; Stern- Apotheke, Posenerstrasse 7; Apotheke zum goldenen Adler, Alexandrinenstr. 41; Altstädtische Apotheke, Münzstr. 14/15; Ziethen- Apotheke, Grossbeerenstr. 11, gegenüber der Grossbeeren- Brücke; Apotheke zum Roland, Thurm- und Bandelstrassen- Ecke; Feller's Apotheke, Lübeckerstr. 32, Ecke Perlebergerstrasse; SchillerApotheke, Alt- Moabit 35, Ecke Ottostrasse; Drei Tauben- Apotheke, Rosenthalerstr. 61, Ecke Steinstrasse; A. Schwarzkopf's Apotheke, Gitschiners tr. 83, nahe der Brandenburgstrasse; Brunnen- Apotheke, Badstr. 11: Neue Apotheke, Königsbergerstr. 21, Ecke Gubenerstrasse); Humboldt- Apotheke, Potsdamerstrasse 29; Kaiser Wilhelm- Apotheke, Landsbergerstr. 3; Apotheke zu den Frankfurter Linden, Gr. Frankfurterstr. 108; Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 50; Engel- Apotheke, Kanonierstrasse 44; Apotheke zum Greiff, Barnimstrasse 33; und in den Apotheken von Schöneberg, Wilmersdorf, Rixdorf, Adlershof, Tempelhof, Rummelsburg, Friedrichsfelde, Friedrichsberg, Köpenick, Weissensee, Französisch- Buchholz, Tegel, Spandau, Charlottenburg, Müncheberg, Friedenau, Steglitz, Gr.- Lichterfelde, Zehlendorf, Teltow, Buckow, Potsdam, Erkner, Königs- Wusterhausen, Friedrichshagen, Kalkberge- Rüdersdorf, Alt- Landsberg, Strausberg, Werneuchen, Bernau, Biesenthal, Eberswalde, Oranienburg, Velten, Kremmen, Nauen, Ketzin, Werder, Fürstenwalde, Brandenburg, Rathenow, Friesack, Fehrbellin, Neu- Ruppin, Alt- Ruppin, Lindow, Gransee, Zehdenick, Liebenwalde, Joachimsthal, Freienwalde, Trebbin, Storkow, Mittenwalde, Zossen, Beelitz, Lehnin, Belzig, Frankfurt, Küstrin u. s. w., sowie in den Apotheken aller grösseren und kleineren Städte der Provinz Brandenburg, der Nachbarländer und ganz Deutschlands. 4870L* Wer- Stoff- hat! fertige Anzug, 20 M., feinste Zuthaten, saubere Arbeit, zwei Anproben, Hose 3,50. Münzftr. 4, Engel. Hosen! Anzüge! Paletots! nach Maaß bestellt, nicht abgeholt, verkaufe Hälfte Rostenpreis Münzstraße 4, Engel. Herrenanzugreste. Reste zu Knabenanzügen!! Gelegenheitskäufe, umsonst zuge schnitten, Herrenhosen- Reste spottbillig Münzftr. 4, Engel. Möbel- Kaufgelegenheit, passendste Gelegenheit fürBrautleute, Gneisenaus ftraße 15, parterre, in der Möbelfabrit sollen ca. 200 tomplete Wohnungs- Einrichtungen, verliehen gewesene und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise verkauft werden. Theilsahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Besonders billig sind die an Herrschaften kurze Beit verliehen gewesenen Möbel. Kleiderspinb 15, Küchenspind, Komode 12, Bettstelle mit Matraße 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30 Mart. Muschel Kleiderspinden und Vertikows 36, französische Muschelbettstellen mit Matraßen 45, Säulen Kleiderspinden 46 Mart. Trumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnituren 60 Mart, neue, hochelegante Garnituren 105 Mart. Buffets, Couliffentische, Paneelsophas mit Satteltaschen: und Plüscheinfaffung in allen Farben, Damenund Herrenschreibtische. Gekaufte Möbel werden unentgeltlich 3 Monate auf meinen Aufbe wahrungsspeichern aufbewahrt, durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt. 4251L⭑ 6 = Pfund Albrecht's Brot für Bäckerei, 50 Pfennig liefert Wrangel- Strasse 8. Langestr. 26, Falckensteinstr. 2 Grünkramgeschäft, 2 Rollen umständehalber billig สิน Brunnenstr. 128. Für Herzkranke. Geehrter Herr Münsel! Sie werden sich vielleicht noch meiner und daran erinnern, daß ich, als ich voriges Jahr Anfang Mai zu Ihnen tam, um Lohtanninbäder bei Ihnen zu nehmen, ich fragte: ob ich die Bäder überhaupt nehmen dürfe, weil ich herzleidend sei, Sie bejahten meine Frage, und obgleich ich noch ängstlich war, machte ich den Versuch und der Versuch gelang über Erwarten gut, und nun nahm ich wöchentlich zwei, meist drei Bäder und setzte die Kur bis Anfang August, also über 3 Monate. fort. Während der Kur schon, aber besonders nach Beendigung derselben, fühlte ich mich mit jedem Tage wohler. Heute, nachdem seit Beendigung der Kur faft 10 Monate verstrichen sind, erlaube ich mir, Ihnen ergebenst mitzutheilen, daß mir Ihre Lohtanninbäder sehr gute Dienste geleistet haben und daß ich bis heute von den vielfachen Herzbeschwerden, als da sind: starkes Herzklopfen, woran ich lange Jahre gelitten habe, und das so schlimm war, daß ich nachts nicht auf der linken Seite liegen fonnte, weil ich von dem Herzschlagen Krampf im Arm bekam, die sich in den letzten Jahren bis zu intensiven Herzschmerzen( heftigen Stichen) steigerten, so daß ich namentlich einmal bei besonders heftigem Auftreten glaubte, mein Ende sei gekommen, nichts mehr leiden habe, und kann daher nur jedem Herzleidenden anrathen, sich getrost Ihrer Bäder zu be dienen natürlich kann niemand erwarten, mit dem Gebrauch von 5 oder 6 Bädern hergestellt zu werden. Es gehört eben, wie zu jeder Kur, Vertrauen und Ausdauer und dann erst recht, wenn nach den ersten Bädern die Beschwerden sich scheinbar erhöhen, dann halte ein jeder aus Ausdauer führt zum Ziele. Ich stelle Ihnen, geehrter Herr Münsel, anheim, von diesen Zeilen geeigneten Gebrauch zu machen, und wenn dadurch nur einige Herzleidende bewogen, einen Verfuch mit Ihren Lohtanninbädern zu machen und mit Ausdauer ihre Gesundheit wieder erlangen, so ist der Zweck dieser Zeilen erreicht; ich hoffe jedoch, daß recht recht viele Herzleidende sich zu einer Lohtannin Badekur bei Ihnen entschließen und Besserung und Heilung finden werden. Ich hoffe und wünsche, daß biese Zeilen vielen Nugen bringen und recht viele das köstlichste Gut die Gesundheit wieder finden werden. Mit vorzüglichster Hochachtung empfehle ich mich Ihnen ganz ergebenst H. Bogt. Berlin NW., den 26. Mai 1896, Beuffelstr. 55, 1 Tr. rechts. Bitte ausschneiden! Münsel's Loh. Tanninbäder Berlin Wallstr. 70/71, Neu- Kölln a. W.6/ 8 Ansbacherstr. 19, Bankstr. 32, heilen sicher und radikal Gicht, Ischias, Podagra, Rheumatismus, veraltete Geschlechtsleiden, Folgen von Qued filber Ruren, Magens, Nerven, Blasen und Nierenleiden, sowie alle Haut, Bluts, Frauentrantheiten, täglich für Damen und Herren bis abends 10 Uhr. Diese Annonce gilt als Billet und kostet uur 1 Mark an der Kasse. Verantwortlicher Redakteur: Auauft Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin. verkaufen 2018b