BERLIN Somierstag 7. Jltai 1931 10 Pf. Ar. 211 B1Ö6 48. Jahrgang Ers»ei«ttSslich auier Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts�. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. 3,60 3Ä. pro Monat. Nedaklioa und Erpeditiva: DerlinSW68.LindenAr.3 Fernsprecher: Dönhoff 292—29? Auseigenpret«: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile S M. Crmäßigunaen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Verlag G.m. b.H� Berlin Nr. 3? 636.>-'Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Mörder auf Urlaub Nationalsozialist Kollatz, Mörder aus der Hufelandstraße, in Freiheit! Die Strafkammer des Laadgeriehts I hatte geftern gegen den Widersprach des Untersuchungsrichters Land» gerichtsrat Beckmann die Haftentlassung des Hakenkreuzmörders Rollatz verfügt. Kollatz befindet fich in Freiheit, er ist lediglich verpflichtet, sich täglich bei der Polizei zu melden. Unmittelbar nach der Haftentlassung besuchte Kollatz, mit einer blauen Brille versehen, am Abend das nationalsozialistische Verkehrslokal in der Chodowieckistrah«. wo er von seinen Parteigenossen stürmisch begrüßt wurde. Kollatz ist einer der Mörder der Parteigenossen Willi Schneider und Herbert Graf, die in der letzten Siloesternacht in der Hufetandstrahe von drei Nationalsozialisten getötet wurden. Di« Täter waren in die Wohnung des Genossen Schneider eingedrungen, einer von ihnen hat den jungen Schneider mitten im Familienkreise erschossen. Gras, der als völlig Unbe- teiligtsr vorüberging, wurde von den Mörder» auf der Straß« er- schössen. Ms Täter wurden alsbald der Kaufmann Rudolf Becker, der Maler Max Hauschte und der Maure rlehr» ling Hans Kollatz aus der Chodowieckistrahe 8 festgestellt. Die Töter flüchteten. Am 3. Februar wurde Kollotz festgenommen, als er die bayerifch-öft erreicht f che Grenze bei Kufstein überschreiten wollt«. Die beiden anderen Täter sind l>öchstwahrfcheinlich nach Italien gofffidstet. Die Vernchmung des Kollotz und das Material, dos bei der Haussuchung in de» Geschäftsräumen der SA. in der Hedemann- ftrahe gesunden wurde, ließen erkennen, daß die Flucht der Mörder wohlvorbereitet war, daß sie mit Unterstützung ihrer Gesinnungsgenossen von Ort zu Ort weitergebracht, daß st« von ihrer Partei mit Geldmitteln zur Flucht ver- sehen wurden. Es wurde weiter festgestellt, daß sie von der SA.-Leitung den Befehl zur Flucht erhalten hatten, und darüber hinaus, daß bei der SA. eine Organisation zur Begünstigung der Flucht von Mördern bestand. Diese Organisation hatte einen Auslands poften in Innsbruck. Unter solchen Umständen ist der Beschluß der Strafkammer des Landgerichts I ein offenkundiger Skandal. All diese Um- stände sprechen dafür, daß dieser Bursche Kollatz im höchsten Maße fluchtverdächtig ist. Bequemer kann man es den notionalsozialisti- schon Mördern wirklich nicht machen, als es hier durch die Straf- Ivmmer geschah. Wir erwarten, daß das Sammergericht schleimigst den skandalösen Beschluß dieser Strafkammer aufheben wird. Natürlich besteht die Gefahr, daß Kollatz sich die Hafteiülossunz zunutze macht, um zu flüchten! Geldmitel für solche Flucht können durch seine Parteigenossen um so leichter beschafft werden, als diese bisher schon gewisse Erfahrungen in Fwchlbegünstigung gesommelt haben. Bewag-Enischeidung vertagt. Kein Veschwß im Stadtverordnetenausschlch.— Neue Verhandlungen. 3o der heutige» Sitzung des Siadtverordnetenausschusses, der sich mit den L-nvag-verkavssoerhandlungen beschäftigte, berichtete Bürgermeister Dr. Elsaß über die neuen Verhandlungen mit dem Konsortium. Bei diese» Verhandlungen ist es de» Unterhändlern der Stadl gelungen, die vekeiligong der Stadl Berlin an der neuen Berliner Kraft, und Licht AG. dadurch zu»er. bessern, daß im?alle de» Zustandekommens des Vertrages der Stadt Berlin ein erhöhter Einfluß gesichert wird. Der Ausschuß uertagte sich den», ohne Beschluß zu fassen. Wie die Beratung Nachmittag in der Stadtoerocdnetenversamm. long, die sich mit der Bewag-Iransaktio« befasse« muß. verlauten «ssrd. uud ob man hier zu einer Entscheidung kommen wird, ist «och uötlig ungewiß. Die verantwortuugsbewt'ßtcu Frokiioueu de» Berliner Rathauses scheineu jedoch entschlossen, ein« neue Verzögerung der Beratung z» oertzi ädern. Rems in Genna verhastet Räiselhaste Telephongespräche mit Verlin >« Rom, 7. Mai. Der Mörder des Berliner Geldbriefträgers Schwan, der arbeitslose Maurer Ernst Reins, ist am Mitt- Wochabend in Genua verhaftet und auf die Polizei gebracht worden. Als ihm dort der Steckbrief der Berliner Kriminalpolizei vorgelegt wurde, verlor er die Haltung und klappte auf seinem Stuhl zusammen. Er wurde in das Gefängnis abgeführt, wo er zur Ver- fügnng der Berliner Polizei gehalten wird, bis die Aus- liefernngsformalitäten erledigt sind. Reins ist über Darvis, südlich van Billach in Kärnten,«ach Italien gekommen. Die in Begleitung des Raubmörders befindliehen beiden Schwestern Johanna und Josef ine sind ebenfalls verhaftet worden. Sie waren am Diens- tagabend, ans Lugano kommend, in Genna eingetroffen und in dem im Zentrum der Stadt gelegenen Hotel Exzelsior abgestiegen. Nach den ersten Feststellungen der Polizei sind von dem Raubmord noch 3000 bis 4000 M. übrig. Die offizielle Vernehmung findet heute statt. Zur Verhaftung des Mörders des Berliner Geldbriefträgers meldet der..Messogero" aus Genua: Auf der Piazza de Ferrari im Hotel Exzelsior stellten Polizeibeomte im Gästebuch die Anwesen- heit eines jungen Deutschen fest. Als die Beamten ihn beobachteten. zeigte es sich, daß er die Merkmale des von der deutschen Polizei gesuchten Berliner Mörders hatte. Auf der Queftur wies sich der Ausländer als der Zöjährige E r n st Reins aus Berlin aus, trug also den Namen des Gesuchten. Der Kommissar teilte dem Berhafteten mit, welche schwere Anklage gegen ihn schwebe, aber Reins leugnete energisch, an jenem Verbrechen betelligt zu sein und leugnete auch, aus Berlin zu stammen. Bei der Durch- suchung des Zimmers und des Gepäcks des Verhafteten scheint die Polizei interessante Dokumente gefunden zu haben, die be- Oswald Spengler, der Sörgerschreck! „SinhundertfünfzigfausendLahre habtIhr Zeit gehabt, Such z« entwiekela. Nu is Schluß! Macht, daß Ihr untergeht!" stätigen könnten, daß der Verhaftete der von der Polizei gesuchte Mörder ist. Telephongespräche mit Berlin. Erst heute vormittag wurde der Berliner Kriminalpolizei durch ein Ferngespräch mit dem deutschen Generalkonsul in Genua die gestern abend erfolgte Verhaftung der Geschwister Reins amtlich bestätigt. Der Mordkommission kam gestern nachmittag abermals «ine Unvorsichtigkeit der Flüchtigen zu Hilfe, wodurch ihre über- raschend« Verhaftung im besonderen Maße ermöglicht wurde. Die seht verhafteten Schwestern de» Täler» halten an» Genna zweimal in der Wohnung ihrer wnlter angerufen, ohne Antwort zn erhalten. Deshalb meldeten die Mädchen, die natürlich von der inzwischen erfolgten Festnahme der Mutter nichts wußten, ein drittes Ge- sprach an eine Person aus ihrem großen Bekanntenkreis an. Sie erkundigten sich noch dem Befinden ihrer Mutter und fragten, ob ihr etwas zugestoßen sei. Zum Schluß bat eines der Mädchen, es handelte sich um die ältere Schwester, der Mutter zu bestellen, daß sie ihnen unter Chiffre S. E H. 13, Genua— Hauptpos.- lagernd ein Lebenszeichen geben möchte. Der Angerufene machte der Polizei von dem Telephongcspräch sofort Mitteilung, worauf von der Berliner Mordkommission die Genueser Polizei unverzüglich entsprechend informiert wurde. In Genua wurden daraufhin sämtliche Hotels einer Kontrolle unter- zogen, und noch am selben Abend gelang so die Festnahme des Trios. Kriminakkommissar M i l e n z und Kriminalkommissar Dr. Meyer, der perfekt italienisch spricht, vom Berliner Polizei- Präsidium haben sich bereits gestern abend auf die Reise nach der italienischen Hafcirsiadt, dem Ausgangspunkt mehrerer Südamerika- linien, begeben. Gefiändms öes Mörders. Der gestern abend verhaftete Ernst Reins ist heule vor- mittag in Gegenwart eines Vertreters des deutsche,: Generalkonsulat« einem Verhör unterzogen worden und hat nach längerem Leugnen ein Geständnis abgelegt. Die Ausliescrung wird sofort in die Wege geleitet. Bei Reins wurde» noch 1740 Wart in deutschem Gclde und einiges italienisches und dänisches Geld ge- funden. Seine beiden Schwestern sind bereit« einem vor- läufigen Verhör unterzogen worden und sollen heute nachmittag weiter vernommen werden. Mehr Schutz dem Geldbriefiräger! Ein« Zuschrist des Gesamtverbandes. In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß Geldzusteller bei Aus- Übung ihrer Dienstgeschäfte überfallen werden. Besonders tragisch ist der Raubüberfall auf einen Geldzusteller im Westen Berlins abgelaufen, der in den letzten Tagen verübt wurde und den Tod des Beamten zur Folge hatte. Der Beamte, Oberpost- jchaffner Schwan, wurde von einem 23jährigen Burschen, der sich bei einer Witwe als llnternnetcr eingemietet hatte, in dem Ml«t- zimmer mit einem Bleirohr niedergeschlagen und erwürgt. Der Toter ist mit dem geraubten Geldbetrag von über 6000 Mark ent- kommen. Die Deutsche R e i ch s p o st warnt die Geldbriefträger inirner wieder davor, sich in Wohnungen zu begeben, deren Inhaber ihnen persönlich unbekannt ist. Die Beachtung dieser Vorschrift ist besonders bei der Auslieferung von Geldsendungen an Unter- Mieter erforderlich. Wie der neueste Fall in Berlin beweist, wird dieser Warnung von den Bcamten aber recht oft nicht entsprochen, so daß die Raubüberfalle sehr erleichtert werden. Die Postverwal- tung hat in letzter Zeit Maßnahmen getroffen, die den Geldzusteller vor Raubanfällen schützen sollen. Di« Beamten im Geldzustelldienst werden bewaffnet und andere Maßnahmen zu ihrem Schutz ge- troffen. Aber die Maßnahmen der Verwaltung, so gut sie auch gemeint'sein mögen, sind kaum geeignet, geplante Raubübersälle zu verhüten oder den Beamten in der Abwehr wirksam zu unterstützen. Daran ändert auch die Bewaffnung der Geldzusteller nicht viel. Es ist dabei zu beachten, daß der Ueberfall immer aus dem Hinter- hn l t und überraschend erfolgt, so-.daß selbst«in- Totschläger oder Gtahlhelmschwindel am Pranger Oer angebliche Drucker des angeblichen Aufrufs der Volksbeauftragten enthülli den Schwindel ein« Pistole In der Tasche des Ueberfallenen ihn nicht schützen kann. Weiter kann die Bewaffnung der Beamten im Geldzustelldienst dazu führen, daß man sie bei einem Ueberfall sofort tödlich vernetzt, um sie vollkommen kampfunfähig zu machen und eine Gegenwehr von vornherein auszuschließen. Der beste Schuh vor Raubüberfällen ist also immer noch die gehörige Vorsicht beim Betreten von hauscingängen, Treppen und Wohnungen. Eins ist aber besonders zu betonen. Die Geldzusteller, besonders in den Großstädten, sind vielfach überlastet. Ihnen bleibt oft nicht Zeit, die Sicherheit?- und Vorsichtsmaßregeln so zu beachten, wie dies für ihren eigenen Schutz notwendig wäre. Auch auf diesen Punkt möchten wir das Augenmerk der Reichspostverwaltung besonders hinlenken. Eine treffende Antwort— auf ein ungezogenes Angebot. Der Verlag chugenberg-Scherl— Herausgeber des Nachtpapiers und anderer Organe mit zweifelhaften oder vielmehr nicht zweifelhaften Inseraten— versandte kürzlich das folgende Reklame-Schreiben an jedermann: «Der Tag". Verlag Scherl. Berlin, den... Zimmerstraße 33/41. Euer Hochwohlgeboren! Felix R i e m k a st e n, der Autor des oielaelesencn R o- m a n s„Der Bonze", hat einen neuen Roman„G e- nassen" geschrieben. „Genossen" ist eine gut beobachtet« Schilderung des sozialdemokratischen Bonzentums. Ohne jede Gehässigkeit, voll ironischer Heiterkeit und mit viel Herz zeichnet der Dichter den Aufstieg des ehrsamen, biederen Arbeiters zum Obmann des Bildungswesens seiner Stadt. Am...... beginnt der Roman in der führenden natio- nolen Zeitung„Der Tag". Losen Sie ihn mit. Bestellen Sie bitte ein» 14tägige kostenlose Probelieferung. Sie wird Ihnen zeigen, daß„Der Tag" auch Ihre Zeitung ist. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Neubert. Darauf ist der Reklame-Abteilung Hugenbergs von einem der mit dem Brief Beehrten folgende sachliche, aber gepfefferte Antwort zugegangen: An die Abt. P. des„Tag" Als Antwort auf die vorstehende überflüssige Extra-Aufforde- rung erlaube ich mir Ihnen folgende Ausschnitte aus dem �.Vorwärts" Nr. 141 A 71 vom 25. März 1931 zu übersenden. Innenmini st er Severing: Ich bin für jede sachliche Kritik im anständigen Tone dank- bar. Wir haben das Volksbegehren nicht zu fürchten. Wir haben in wirtschaftlicher Not und politischer Zernsienheit alle Kräfte zusammengefaßt, um Staat und Volt durchzubrinaen. Auch wenn die Demagogie vorübergehende Erfolge er- ränge, auf die Dauer haben nur diejenigen ein Recht auf Zu- kunst und Herrschaft, die in der schwer st«n Zeit de» Landes ihren Mann gestanden und Verantwortung getragen haben. Zch habe mich nie nach einem Amt gedrängt und klebe an keinem Amt. Aber in außenpolitischer Bedrängnis und inneren Wirren stehe ich auf dem Posten, auf den mich das Vertrauen des Volkes berufen hat. Aendert sich der Volkswille, dann treten wir ab und führen, frei von der Last der Aemter, die Agitation, und wir werden das mit saubererer Waffe tun al» Sie. Wir wollen sehen, wie lange Sie das dann aushalten. Wie innner die Zukunft sich gestaltet, wir gehen ihr mit dem besten Gewissen entgegen.(Stürmischer Beifall links und in der Mitte.) Abg. Letterhaus(Z.): Von christlich-tonservativem Geist haben Sie längst die letzte Spur verloren. Ein Friedrich Ebert und die Männer, die von Ihren Anhängern gemeuchelt wurden, werden vor der Geschichte bestehen.(Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Sie aber sind die Todfeinde jeglicher Art von Autorität: denn Sie haben die Lastautos mit ausgerüstet, auf denen die jungen Leute herantransportiert wurden, um den Kanzler Brüning auf seiner Ostreise zu schmähen und zu ver- folgen. Welch himmelweiter Unterschied zwischen Ihnen und der Haltung der englischen Konservativen gegenüber dem Ka- binett Macdonald! Schlimm genug, daß man es sagen muß: Lernen Sic vom Ausland Takt und A n st a n d i(Lebhafter Beifall links, großer Lärm rechts.) Herr Hugenberg ist der Weg- bereiter des Nationalsozialismus. Ich verzichte darauf, Ihnen nachzuweisen, was für Verbrecher und Untermenschen die Na- tionolsozialisten in den Reichstag geschickt haben. was wissen diese Rlchlkönner von dem Fleiß und der Eeaergie, mit der die sogenannten Gewcrksckiaflsbonzen sich nach schwerer Erwerbsarbeit ihre Bildung erarbeitet haben. Eine Antwort auf diese Antwort ist nicht bekannt geworden. Die Propagandisten der Hugenberg-Poesie dürfen nicht verraten, wie sehr sie sich durch Severing und Letterhaus ge» troffen fühlen!_ Gin Zeitungsverbot. Pressefreiheit und Kommunisten. Von den drei in Berlin erscheinenden kommunistischen Tages- zeitungen ist gestern eine, die„Rote Fahne", für zwei Wochen ver- boten worden. Di« Redaktion dieses Blattes schien es schon seit längerer Zeit geradezu darauf anzulegen,«in Verbot zu er- zwingen. Man muß ihr das Zeugnis ausstell«n, daß sie nichts unterlassen hat, um gegen die Notverordnung zu verstoßen, und schließlich hat denn auch ihre Bluthetze gegen„die polizeisozialistischen Maimörder" und ihr hysterisches Gebrüll nach„Rache" zu dem er- strebten Erfolg geführt. Als vor einiger Zeit im Reichstag ein Sozialdemokrat durch Zuruf daran erinnerte, daß die Kommunisten in der kurzen Zeit ihrer Gewaltherrschaft über das Berliner Zeitungsoiertcl im Januar 1919 d«n„Vorwärts" unterdrückt hatten, antwortete der Koin- munist Koen«n, da-s sei so ganz richtig gewesen. Vom kommu- nistischen Standpunkt aus war diese Antwort ja auch ganz zu- treffend, denn die Kommunisten sind grundsätzliche Gegner jeder Meinung»- und Pressefreiheit. Kämen sie zur Regierung, so würde nicht nur der„Vorwärts", sondern die ganze sozialdemokratische Presse sofort unterdrückt werden, und nicht nur für 14 Tage, sondern dauernd. Wer Klage führt über das. was er sslber getan hat und jeden Tag wieder zu tun bereit ist, heuchelt. Heuchelei ist es. wenn sich Kommunisten über Beschränkungen der Pressefreiheit beklagen. In keinem Lande der Welt geht die Pressefreiheit so weit, daß es ge- stattet wäre, die Träger der Staatsgewalt als Mörder zu beschimpfen und zur Rache an ihnen aufzufordern. Ein« solche Hetze, die zu Hamburg. 7. Mai.(Eigenbericht.) Der Flugblattschwindel des Stahlhelms ist jetzt durch Fest- stellung der Hamburger Polizeibehörde und der Aussage des Buchdruckers Weidlich endgültig ent- larvt worden. Di« Polizei Hamburg veröffentlicht heute eine Erklärung zu der Meldung des Stahlhelms, daß das Flugblatt mit dem Aufruf des Rates der Volksbeauftragten, das nach der Erklärung des Reichsminifters des Innern eine ungswöhnllch plumpe Fälschung darstellt, in der Buchdruckern von Weidlich-Hamburg am 9. No- vember 1918 gedruckt worden sei. Die Hamburger Polizeibehörde stellt hierzu folgendes fest: Der Buchdrucker O. weidlich ist nach seiner eigenen Aussage am S. November ISIS noch Soldat gewesen. Er hat seine Druckerei erst im Jahre 1920 in einem Vor- ort von Haniburg eröffnet und ist 1921 nach Hamburg übergesiedelt. Der Sachverhalt mit dem Flugblatt ist folgender: Am 18. Februar 1931 lief nach Aussage des Herstellers eine Bestellung im Austrag« des Grundeigentümer- Vereins Hamburg auf 100 000 Flugblätter ein. Dafür wurde ein mit Schreibmaschine geschriebenes Manuskript des angeblichen Aufrufs der Volksbeauftragten vom 9. November 1918 vorgelegt. Ein Korrekturabzug wurde auftragsgemäß in der Geschäftsstelle des Grundeigentümer-Vereins abgegeben. Am selben Tage wurde telephonisch der Bescheid erteilt, daß das Flugblatt ge- druckt werden solle. Die 100 000 Exemplare wurden in der Geschäfts- neuen blutigen Ereignissen führen muß, zu unterbinden, ist der Hauptzweck der Notverordnung. Niemand darf sich also wundern, daß sie in diesem Fall angewendet worden ist. Wir alsgrundsätzlicheAnhängerderPressefrei- h e i t sind weit davon entfernt, uns über Zeitungsverbote zu freuen. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß keine Partei und keine Zeitung wegen ihrer Gesinnung verfolgt werden darf, und daß auch bei vorkommenden Ausschreitungen mit Verboten so spar- sam wie möglich umgegangen werden soll. Durch diese grundsätzliche Stellung unterscheiden wir uns von den Kommunisten, die ja nicht die Pressefreiheit wollen, sondern den brutalen Kampf, Gewalt g e g e n G e w a l t. Die Kommunisten können uns indes nur dank- bar dafür fein, daß wir diesen Kampf zu oermeiden bestrebt sind, der unter den gegebenen Umständen zu ihrer Vernichtung führen müßt«. Im„Angriff" nichts Neues. Goebbels brockt Ziemarqoe nach. Motto: Nicht Maus noch Knallfrösche sichern die Geisteshöh'. Im alten Preußen kursierte ein Witz: Wenn der König einem Gardeleutnant befiehlt:„Schreiben Sie mir binnen vierzehn Tagen eine Oper", dann klappt der Gardeleutnant die Hacken zusammen und schreibt ein« Oper. Wenn Herr Hitler oder Herr Goebbels einem ausrangierten Landsknecht sagen:„Mache ein Feuilleton", dann schlägt der Landsknecht die Hacken zusammen und macht ein Feuilleton. Das wäre nun sehr schön— aber die Lücken! Die Geisteslücken. die Bildungslücken. Sie klaffen in jeder Nummer auf. Allen Nie» rarifchen Piraten ist bereits bekannt, daß man in der Nazipresse jedes beliebige Plagiat unbemerkt unterbringen kann. Der„Völkische Beobachter" bekam neulich bekannte Verj« von Heinrich Heine aufgehängt als patriotische Dichtungen eines deutschen Barden. Er druckte sie prompt ab und verabsäumte nicht, die kerndeutsche Gesinnung und Geistesart des Ver» fassers gebührend herauszustreichen. Jetzt ist dem„Angriff" noch viel Schlimmeres widerfahren: das Blatt, dessen Herausgeber Dr. Goebbels den glorreichen Frosch» mäuse- und Stinkbombenkrieg gegen den Remarque-Film geführt hat, druckt in seinem Feuilleton«in ganzes Kapitel von R e m a r q u e ab. Im„Angriff" vom k. Mai finden wir den um- fangreichen Aufsatz eines sicheren F. Scheinpflug:„Nacht an der Front". Sehr schön und ausdrucksvoll wird dort für die Leute, die wie Herr Goebbels studienhalber den Kriegsdienst versäumt haben, ein Kricgserlebnis dargestellt. Aber— der Scheinpflug trügt! Die ganze„Nacht an der Front" stellt wortwörtlich den Abdruck der Seiten 60 bis 65 aus dem Remarque-Buch„Im Westen nicht» Neues" dar. Herr Scheinpflug— man soll diesem Spaßvogel wirklich dankbar sein, hat lediglich das getan, was man in der Iour- nalistensprachc„Wäschezeichen austrennen" nennt: aus dem be- rühmten„Kai" Remarquis hat er einen„Karl" gemacht und den für den„Angriff" unpassenden Ausdruck„Schlamassel" hat er ge- strichen. Sonst ober ist jedes Wort des Aufsatzes nicht von Scheinpflug, sondern von Erich Maria Remarque. Das Experiment des Plagiaters Scheinpflug ist geglückt: sobald die Nazi» nicht wissen, daß ein Gedicht von Heine, das eine Kriegsfchilderung von Remarque ist, drucken sie mit Begeisterung ab, was sie sonst verbrennen! Herr Dr. o. Leers, der ebenso wie Herr Dr. Josef Goebbels doktorierte, Feuilletonredakteur des„Angriff", aber mag nun vor Schrecken das hin, was bei Remarque bzw. bei Scheinpflug der verängstigte blonde Rekrut während des Feuerüberfalls tut, und woran weiland die Nazis so großen Anstoß genommen haben. Im Franzen-Land siegt der Terror. Hakentreuzdrohung gegen Hokenkreuzgefährten. Brauoschwelg. 7. Mai.(Eigenbericht.) Der oppositionelle Naziführer Otto Straßer, der schon im Februar dieses Jahres vergeblich die Durchführung einer Verfamm- lung in Braunschweig versucht hafte, daran vielmehr durch Hftlersche Tränengasbomben gehindert wurde, wollte heute im Städtischen Konzerthaus einen Bortrag hallen. Di« offiziellen Nazis, die Parteifreunde des Polizelministers Franzen, drohten dem Pächter, ihm würde der Saal kaputt geschlagen und unter Gas gesetzt werden. Darauf kapftulierte der Wirt vor den Drohungen und gab den Saal nicht heraus. Der �8 olksfreund" wirft au» Anlaß der Nazidrohung die stelle des Grundeigentümer-Vereins abgeliefert. Da« auf diese Weise hergestellte Flugblatt wurde bei der späteren Verteilung auf der Straße beschlagnahmt, weil es den pressegesetzlichen Be- stimmungen nicht entsprach. Nach Aussage des Herstellers ist dieses Flugblatt von unbekannter Person verstümmelt worden, indem wohl von einem Stück der Kopf abgeschnitten worden ist, so daß e, wie ein Exemplar eines Originalaufrnss des Rates der Volksbeauftragten wirkte. Damit ist wohl erwiesen, daß es sich bei dem„Originalexemplar des Aufrufs des Rates der Volksbeauftragten", nach dem das Flugblatt nachgedruckt ist, um eine plumpe Fälschung handelt. Kaule Ausreden der Grtapplen. Das„Bundesamt" des Stahlhelm findet gegen die polizeiomt» lichen Feststellungen nur diese verlegene Ausrede: „Das Flugblatt mit dem am 9. November 1918 von den Macht- habern der Revolution durch Funkspruch verbreiteten Aufruf ist dem Stahlhelm als Beweis für die Echtheit aus Hamburger Privatbesitz zugegangen. Es ließ in keiner Weife erkennen, daß ein Teil von ihm abgeschnitten sein soll. Daran, daß in den Revolutionstogen mit den in dem Auftuf enthaltenen Be- hauptungen der Revolutionäre der Oeffentlichkeit gegenüber ge- arbeitet ist, besteht nach der Erinnerung zahlreicher Zeugen kein Zweifel." Frag« auf, ob der Innenminister Franzen gewillt ist, endlich die Bersammlungsfreiheit gegen das verbreche- rifche Treiben seiner eigenen Parteifreunde zu schützen. Es gehe nicht um Otto Straßer und feine Gruppe, die die Sozialdemokratie heftig bekämpft, sondern um die grundsätzliche Frage, daß der Terror der Nazis morgen gegen alle den Httler-Leuten unbequeme Gegner Anwendung finden könne. „Politik" vom Tage. i. Aus dem„Völkischen Beobachter"(Nfoz.): Der Zentrumsredner Redakteur Dr. Nahm, Bingen, hat in Zeutrumsverfammlungen in Oberhildesheim behauptet, daß 1. Unser Führer nur. als feine Auslieferung an Oesterreich drohte, ins deutsche Heer eingetreten. 2. Pg. Rosenberg sei während des Krieges bei einer russischen Milttärkommifsion in Paris gewesen. 3. Pg. Staatsminister Dr. Frick habe seinen Gehall sofort um 2000 Mark erhöht. Daraus trat ein Nationalsozialist vor die 400 Anwesenden und erklärte wörtlich:„Du scheinst ein ganz unverschämter Hund zu sein, noch so weiter und du kriegst deine Abreibung". Der Zentrumsherr wurde dann ruhiger. Wir fügen nur hinzu, daß alle drei Behauptungen erstunkcn und erlogen sind. Das gehört zum �hrifttichen" Kampf des Zentrums. II. Aus der„Arbeiterpolitik"(Rechtskommunistisch): Grenobl«. 4. Mai. Um sich für das Verbot des Maiumzuges zu rächen, drangen Kommunisten nachts in den Stadtpart ein und strichen die Schwäne auf dem Stadtteich mit einem grellen Rot an._ Llrich-Verleumder verurieili. 400 Mark wegen Beleidigung und übler Nachrede. Amtsgerichtsrat Platen verkündete gestern in der Prwatbeleidi- gungstlage des Vorsitzenden des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes Max Urich gegen den kommunishschen Reichstagsabgeordneten Hein, der in einem Flugblatt Urich beschuldigt hatte, er habe sich als Streikbrecher betätigt, wegen Beleidigung und übler Nachrede zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Mark. Außerdem wurde auf Publikationsbefugnis im„Vorwärts" und in der„Roten Fahne" erkannt. Regierungskonflitt in Rumänien. Weil der Außenminister unter französischem Druck die Aer« Handlungen mit Deutschland unterbrach. Bukarest. 7. Mai. Wegen der Unterbrechung der deutsch-rumänischen Handels- oertragsverhandlungen ist es zu einem Konflikt zwischen dem Außenminister Ghika und den wirtschaftlichen Ressortministern gekommen. Besonder» der Handelsminsster Ma- noilescu machte dem Außenminister den Vorwurf, daß er den Kon- flikt mit Deutschland hervorgerufen habe, ohne vorher die übrigen Mitglieder der Regierung befragt zu haben. Ghika hatte gestern eine Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Jorg« über diese Frage. Für heut« ist der W i r t s ch a f t s r a t der Regierung ein- berusen worden, um sich ebenfalls mit der Frag« des deutsch- rumänischen Handelsvertrages zu beschäftigen. Der deutsche Ge- schäststräger halle eine einstündige Unterredung mit dem General- sekretär des Außenministeriums, dem er den Standpunkt der deut- schen Regierung in der Frage der Handelsvertragsverhandlungen darlegte. Di« Republik steht fest! Achtstundentag und Washingtoner Abkommen in Spanien. London, 7. Mai.(Eigsnberichl.) Die Gewerkschaftsführer Cook und Citrine sind von der Inleruationalen Gewerkschaftstagung aus Madrid zurückgekehrt. Cook erklärt seine hohe Bewunderung über die von der Republik berells geleistete Arbeit, die vor allem auch dem sozialen Fortschritt gewidmet sei. Der Achtstundentag ist eingeführt und das Washingtoner Abkommen unterzeichnet worden. Di« Republik stehe fest und eine Rückkehr des Monarchen sei nach allen gewonnenen Beobachtungen unmöglich. Recht für Bullerjahn! Kundgebung für ein Wiederaufnahmeverfahren. Im Herrenhaus fand gestern unter Vorsitz von Adele Schrelber-Krieger eine gutbesuchte Kundgebung der Liga für Menschenrechte in der Sache Bullerjahn statt. Professor R a d b r u ch hatte an die Versammlung ein Telegramm folgenden Inhalts geschickt:„Ich sympathisiere mit der Bullerjahn-Kundgebung. Wiederaufnahme im Interesse der Rechtspflege selbst geboten." Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger machte als erster Redner sich den bekannten Ausspruch zu eigen:„Der gute Richter ist dazu da, den guten Mann vor schlechter Justiz zu schützen." Wenn die Richter, die Bullerjahn verurteilten, ein gutes Gewisjen haben, weshalb stemmen sie sich gegen ein Wiederaufnahmeverfahren? Dr. Kurt Rosenfeld, Bullerjahns Anwalt, rollte noch ein- mal den ganzen Fall auf, durchleuchtete die fadenscheinigen Indizien der Urteilsbegründung und rückte die Persönlichkeit des Vertrauens- mannes der Untersuchungsrichter und nachherigen Vertrauensmannes des Reichsgerichts, Paul von Gontard, ins Licht, der laut Urteils- begründung Anspruch auf besonderes Vertrauen haben soll. Ferner schilderte er die Hindernisie, die der Vernehmung des Vorsitzenden der Interalliierten Kontrollkommission just entgegengesetzt wurden, und appellierte an das Reichsgericht, das in den allernächsten Tagen die Entscheidung zu treffen haben würde. Das Reichsgericht wird auch zu den Rechtsgutachten der Profefloren Kahl, Radbruch, Mitter meyer, Kohlrausch und G o l d s ch m i d t Stellung nehmen müssen, zu denselben Gutachten, von denen der Oberreichs- anwalt gesagt hat:„Diese Gutachten geben mir keine Veranlassung, von meiner ablehnenden Stellung abzugehen." Dr. Kurt Rosenseld schloß mit einem Radbruchschen Ausdruck:„Das Rechtsgefllhl eines Volkes ist meßbar an der Heftigkeit, mit der es sich gegen Justiz- irrtümer wendet." Der nächste Redner war Prof. K o h l r a u s ch, einer von den fünf Rechtsgelehrten, die über die Rechtslage im Falle Bullerjahn ihr Gutachten erstattet haben. Er sagte ungefähr folgendes: Ich weiß nicht, ob Bullerjahn schuldig oder unschuldig ist. Ich weiß aber, daß im Augenblick das Wiederaufnahmeverfahren zu- lässig ist. Ich begreife nicht, warum der Oberreichsanwalt sich gegen das Wlederaufnahmeoerfahren sträubt. Das Reichsgericht wird zu entscheiden haben: Ist das Wiederaufnahmeverfahren zu- lässig, so ist es auch geboten. Es geht nicht an. die schon an und für sich vom Gesetz enggezogenen Grenzen noch enger zu ziehen. Es handelt sich im Fall Bullerjahn darum, die Wahr- h e i t zu finden. Der Gedanke, daß Bullerjahn noch zehn Jahre im Zuchthaus verbringen soll, ohne daß alles geschieht, um die Wahrheit zu finden, ist unerträglich. Ich will nicht annehmen, daß man einer Wiederaufnahme des Verfahrens Widerstand entgegen- setzt, weil man geheime Mitteilungen besitzt, dann hätten wir einen Fall Dreysus. Der Oberreichsanwalt ist in eine Sackgasse geraten, aus der das Reichsgericht ihm heraushelfen sollte. Oder desteht beim Reichsgericht kein Verständnis dafür, welch große Be- unruhigung der Fall Bullerjahn in den weitesten Kreisen ohne Unterschied der Weltanschauung bereits verursacht hat? Es handelt sich hier uicht um ein« Hilfe für Bullerjahn, sondern um eine Hilfe für die deutsche Rechtspflege. Das Reichsgericht kann das Wiederaufnahmeverfahren nur ablehnen, wenn die neuen Tatsachen entweder nicht verwertbar oder unerheb- lich sind. Ist der Zeuge Just nicht erreichbar, so können statt seiner die Schriftsteller Jakob, Dr. Kurt Rosenfeld und Rechtsanwalt Cohn gehört werden, denen er ausdrücklich gesagt hat, daß nicht Buller- jahn, sondern eine andere Person den Verräter gespielt habe. Diese Bekundung des Zeugen Just ist ebenso erheblich wie die ander« neue Tatsache, nämlich das erschütterte Vertrauen in die Person- lichkeit des reichsgerichtlichen Kronzeugen Paul von Gontard. Es geht nicht an, daß Erwägungen der Staatsraison über die Rechts- sindung gesetzt werden. Prof. James Goldschmidt, der durch eine heftige Er- kältung am persönlichen Erscheinen verhindert war, hat eine kurze schriftliche Erklärung abgegeben. Auch er übt scharf Kritik an dem Reichsgerichtsurteil und weiß sich mit Prof. Kohlrausch einig in der Beurteilung der neuen Tatsachen, die ein Wiederaufnahmeverfahren unausbleiblich erscheinen lassen. Er nennt den Fall Bullerjahn einen deutschen Fall Dreyfus. Durchaus treffende Worte der Kritik an dem Reichsgerichts- urtell im Falle Bullerjahn und an dem Verhalten des Oberreichs- onwalts in Sachen des Wiederaufnahmeverfahrens fanden Dr. Feder und Dr. E y ck, zugleich Journalisten und Rechts- onwälte. Zum Schluß appellierte die Vorsitzende Frau Adele Schreiber-Krieger noch einmal an die öffentliche Meinung, sich für Recht und Gerechtigkeit im Falle Bullerjahn einzusetzen. Flucht ins Ounkel. Frankreich gegtn die volle Oeffentlichleit der Rüstungsziffern Genf, 7. Mai. Die Flucht der Hauptrüstungsmächte vor der Offenlegung der Rüstungen hat in einer französischen Note an das Völkerbunds- fetretariat einen neuen Ausdruck gefunden. In dieser Note wendet sich die ftanzösische Regierung gegen eine Veröffentlichung der I st- Zahlen des gegenwärtigen Materials und Personal- rüstungsstandes mit der Begründung, daß sich aus den jetzigen Rüstungsziffern doch kein Schluß auf die Entwicklung der Ab- rüstungsbewegung in den verschiedenen Staaten ziehen lasse. Wich- tiger sei es, nach chrer Ausfassung, Ziffern über die E n t w i ck l u n g der Rüstungen im letzten Jahrzehnt zu veröffentlichen, weil das über den Abrüstungswillen der Länder größere Klarheit bringe. Die französische Note spricht sich deshalb gegen den deutschen Antrag f ü r denenglischenVorschlag aus, zur Offenlegung der Rüstungen nur die in dem Abrüstungsentwurf enthaltenen Tabellen zu benutzen, die keine Angaben über gelagertes Material und ausgebildete Re- serven vorsehen. Aarcelona wünscht Abrüstungskonferenz zu beherbergen. «Senf, 7. Mai. �Eigenbericht.) Der Magistrat von Barcelona hat in Uebereinstimmung mit der katalanischen und spanischen Regierung andasSekretariat des Völkerbundes«in Schreiben gerichtet, in dem dringend ersucht wird, als Ort der Abrüstungskonferenz Barcelona zu be- stimmen. In Anbetracht der Stabilisierung der politischen Verhält- nisse in Spanien biete Barcelona b e st e Gewähr für einen ruhigen und guten Verlauf der Konferenz. ZNassenhiorichtung der GPU. Di« aus Charkow gemeldet wird, sind am Dienstag 22 Leute der OGPU. erschossen worden, die einen militärischen Aufstand in der Garnison geplant haben sollen. Masiiali wieder iu London. Der sranzösische Flottensach- verständige Massigli ist im Flugzeug wieder in London eingetroffen. Masstgli hat neue schriftliche Inftruttionoa der französischen Re- gjenotß nach Pn-thnp wstgebracht. 40 Lahre Gau Berlin der DAG. Erstes Festkonzert in der Philharmonie Das Konzcrtprogramm, das der Gau Berlin des DAS. für feine Jubiläumsfeier aufgestellt hat, läßt uns in glücklich gewählten Bei» spielen die großen Gebiete der Chormusik überblicken, auf denen der Arbeitergesang sich künstlerisch entfallet: Volkslied, proletarisches Tendenzlied, klassisches Oratorium. Un- mittelbar stellt sich nur im Tendenzchor, im Arbeiterkampflied, die künstlerische Betätigung in den Dienst der polllisch-lebendigen Aktion. Aber mit der Pflege des klassischen Musikgutes, mit der fortschreiten- den Eroberung eines Kunstbereiches, der vor kurzem noch privi- legiertes Besitztum der bürgerlichen Gesellschaft zu sein schien, wird der politische Kamps der Arbeiterklasse in kulturelle Bezirke ge- tragen. Und das Volkslied? Die deutschen Arbeiter singen nicht nur deutsche Volkslieder, sondern Lieder aller Völker des Erdteils, und das heißt in Wahrheit, die Musik von ihrer völkerverbindenden, völkeroersöhnenden Seite nehmen. Völkergemeinschaft im Singen, europäische Musikunion, Internationale des Volksliedes— auch das ist, richtig verstanden und mit Sinn betätigt, Kunstpflcge aus sozio- listischem Geist. * Solche Zusammenhänge machte die Vortragssolge de« ersten Festkonzertes in der Philharmonie überzeugend offenbar. Man hörte deutsche, französische, italienische, russisch-jüdische, norwegische Lieder: großenteils Lieder des Volks aus vorproletarischer oder rich- tiger vorkapitalistischer Zeit. Das Sinnige, Innige, schlicht Empfun- den«, Unbeschwerte, Heitere, auch Neckische herrscht vor: vom auf- begehrenden Kampfgeist unterdrückter Klassen ist noch wenig zu spüren. In Gesängen des ausgehenden Mittelalters werden aber Beziehungen zur Kunstmusik einer großen Vergangenheit fühlbar. Wie die gemischte Chorgruppe des 6. Bezirks(Chormeister: Richard Gütte) diese in ihrem polyphonen Stil zum Teil außer- ordenllich schwierigen Stück« bewältigte, das war höchster An- erkennung wert. Unter den Leistungen des Abends war frellich die des„T y p o g r a p h i a"-Männerchors(Chormeister: Prof. H Martens) die vollkommenste: hier kommt zu einem bemerken?- werten Reichtum an schönen Stimmen, vor allem bei den Tenören, die überlieferte Chorgefangskulhir, durch die der 1879 gegründete Gesangverein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer sich von je auszeichnet. Aber auch bei den an Zahl schwächeren Berliner Liederfreunden(Chormcister: Alfred Göpel) durfte man sich an der Reinheit, Klarheit, Ausgeglichenheit disziplinierten Singens erfreuen: Lieder wie I. E. Lyras„Wanderschaft" klingen allerdings ein bißchen bedenklich nach bürgerlicher Licdertafelei. In der Gesangsgemeinschaft Rosebery d' A r g u t o berührt der Will« zu neuen Wegen und Formen, den ihr Chormeister auch als Komponist und Bearbeiter bekundet, durchaus sympathisch, und vor allem bei den Kindern zeigt sich der Erfolg beharrlicher pädagogischer Arbeit; zur technischen Vollendung hat der noch junge Verband freilich noch einen langen Weg. Nach diesen interessierenden Versuchen und nach der nicht ganz stilreinen deutschen Gruppe brachte die zweite Hälfte des Abends— durchaus mit Chorsätzcn aus der Sammlung des DAS.— eine bedeutende künstlerische Steigerung. Und im ganzen brachte der Abend soviel des Wertvollen, daß am Ende auch die bürgerliche Presse allen Grund gehabt hätte, recht zahlreich zur Stelle zu sein. K. P. Schlösser und Ausstellungen Schloß Niederschönhausen und die �Gwße Berliner" im Schloß Bellevue Zu gleicher Zeit öffnen sich die Pforten zweier ehemaligen Fürstenschlösser Berlins für Kunstausstellungen. In diefen schönen Maitogen lohnt der Besuch schon wegen der Bauten und ihrer be- zaubernden Parks. Ja, bei Niederschönhausen möchte man den stärkeren Nachdruck auf das Milieu legen. Wer nicht in Pankow wohnt, kommt bestimmt nicht oft zu diesem reizenden Park mit den weiträumig stehenden Riesenbäumen an dem wirk- lich munter daherrauschenden Pankeslüßchen: im Palais, dessen anmutige Schlichtheit gleich zum Bewohnen einlädt, entzückt der lichte Zauber des Treppenhauses. Hier hat sich der Künstler- bund Norden niedergelassen und unter dem Protektorat von Bürgermeister Dr. Meißner«ine kleine, geschmackvoll gehängte Ausstellung aufgemacht. Ihr Niveau ist angenehm, nicht eben aufregend: man merkt sich als stärkste Begabungen A. Lauth, O. Polus und besonders H. Ortel, dessen„Schwarze Panther" und Stilleben von bedeutendem Talent zeugen. Schloß Bellevue ist weit stattlicher und prunkvoller: aber es eignet sich eben darum lange nicht so gut für Ausstellungen. Es hastet eine Unstimmigkeit an dieser nun schon drei Jahre be- stehenden Ehe zwischen Schloß und„Großer Berliner Kunstausstellung": die vornehmen Schloßräume sind etwas zu Selbständiges, und die„Große Berliner" muß sich allzufchr zu- fammenpressen, um dort hineinzugehen. Was un» dringend fehlt, sehen wir an dieser Kuppelung: ein allen Zwecken genügendes Kunstgebäude der Stadt Berlin. Kommt man zu den Werken selber, die das berühmte„Kartell der Bereinigten Verbände bildender Künstler Berlins" repräfen- tieren, so schaut es diesmal etwas freundlicher mit der Qualität aus. Man erspart sich gern den einzelnen Hervorruf der zahl- reichen Künstlervereinigungen, wenn man in Bausch und Bogen feststellt, daß der Besuch des Erdgeschosses lohnender ist als der des Obergeschosses, weil er alles von Wert enthält. Es ist nicht wenig. Flüchtiger mag das Interesse an den Nachzüglern der„Sachlichkeit" sein, die scharfe zeichnerische Grund- Haltung einnehmen: obgleich die Gegenständlichkeiten der Jdeler, Schad, Pfitzner, Klohs, der stichelnde Humor von Gold- b e r g und R e i b st e i n und die pralle Naivität von Marie Braun ihre Qualttäten haben. Unter den malerisch Wirkenden gebührt neben E h m s e n und A n n o t vor ollem Werner Scholz ein hervorragender Platz: er entwickelt sich ausgezeichnet nach der Seite realistischer Raumdarstellung hin. In seinem Gesst schaffen, frellich mit sehr anderen Mitteln, N e r l i n g e r und der ihm folgende Kögelsperger: Darstellungen des Arbeiter- schicksals in einer großartigen, Linie und Farbe zu gemeinsamer Wirkung zwingenden Konstruktivität. Das im künstlerischen Sinne ganz Befreite finden wir bei den Surrealisten. Wir müssen sie so nennen, weil ihre Dar- stellung die Abbilder von Wirklichkeit nur zum Vorwand für aus- gelassene Spiele jenseits des Möglichen nimmt; für«ine zauberisch« Ueberwindung unseres Elends: bei der phantasievollen Hanna Höch, bei Dungert, Ienöe, Ringelnatz und W. S ch m i d finden wir jene Freiheit der Vorstellung, die das wertvollste Teil des Künstlers ist, in überschwenglicher und überraschender Form. Unter den Bildhauern begegnet man Ausgezeichnetem bei Hitzberger, A. Kraus, Rhades, Garbe und Rob. Elster. Paul F. Schmidt. EM Velnhorn spricht. Ein junger Mensch mit starkem Geltungsdrang, befangen von dem glücklich machenden Dusel, daß für ihn überall in der Welt eine Extrawurst gebraten wird, macht auf dem Flugplatz in Staaken toll- küne Pläne. Es finden sich Freunde, die sie unterstützen, und bald wird ein Maschinchen mit 49 PS für einen Afrikaflug aus- gerüstet, der ohne glückliche Zufälle nicht möglich ist. Und über diesen Flug sprach, frisch und aufrichtig, in echter Sportmädelart, Elli Beinhorn in der S i n g a k a d e m i e. Ohne große motorische Kennt- niste, die sich bald recht unangenehm rächten, ging die Fliegerin auf die Fahrt. Immer ist schlechtes Wetter, sie aber hat Sehnsucht nach Palmen usw. und sieht endlich in Barcelona eine richtige, ehrliche Palm« auf dem Flugplatz stehen. Mit den spanischen Fliegern kann sich die junge Deutsche nicht so recht verständigen, sie schlägt eine un- glückliche Richtung ein und verdankt es nur dem Zufall, nicht auf einen Felsen geschleudert zu werden. Von Sevilla geht's dann nach Afrika, das gar nicht anders aussieht als Europa. Doch bald gibt's Sandwinde, und der feine Sand erreicht eine Höhe von 2990 Meter. Auf den einzelnen Stattonen tut Elli alles, was man für einen Motor tun kann. Ihr Leben wird ziemlich abwechslungsreich, es empfängt sie«in Negerkönig, bekleidet mit einem kaputten«uro- päischen Anzug und Tennisschuhen. Sie wird freundlich ausgenommen von einsam wohnenden deutschen Landsleuten und von fremden Militärfliegern. Sie kommt heil bis Timbuktu, und als sie am 19. März von dort fliegt, erreicht sie ihr Schicksal. Sie muß notlanden, das Flugzeug geht verloren, und sie muß unter mavnig- fachen Schwierigkeiten zu Fuß nach Timbuktu zurück. Trotz dieser Leistung wäre sie klein und mißmutig nach Haus« gekommen, wenn Ullstein sich nicht von den Berichten über das allein fliegende Mädel ein« knallige Sensation versprochen hätte. Der Berlag rüstet ein Flugzeug aus, und Elli kann von Dakar nach 5)aus« fliegen. Ihr ist das Glück zu gönnen, aber wie manche Tat bleibt heute unausgeführt, weil man sie nicht als Sensation ver- werten kann._ e. b. Die Internationale hygieueausstellung in Lesben wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. Sie fft eine Wiederholung der vorjährigen Ausstellung mit teilweise neuem Programm. Unter anderem sind folgende Gruppen vertreten: Rassenhygiene. Der Mensch, Die Frau und das Kind, Gesundheit und Krankheit, Ernährungslehre, Gesundheitspflege in Geschichte und Dölkerkunde, Körperpflege und Leibesübungen, Arbeits- und Gewerbehygiene. Das Krankenhaus, Kleidung, Wohnung, Lebensmittel, Aberglaube und Wissenschast, Seelenleben und seelische Hygiene. Eine neu« Abteilung zeigt die hygienische Volksbelehrung in allen Ländern. Da« Ausland, so besonder» Frankreich, ist zum Beispiel mtt inter» «ganten So nd erschaue u vertretest, Oer Künstler darf sein Werk vernichten. Im Jahre 1914 hatte der französische Maler Eamoin seine Bilder einer Sichtung unterzogen und etwa sechzig als minder- wertig ausgeschieden, die er dann zerriß, um die Leinwondfetzen in den Mülleimer zu werfen. Er nahm selbstverständlich an, daß die zerrissenen Bilder mit dem Müll abgefahren und verbrannt würden. Aber er hatte bei dieser Berechnung den Spürsinn der findigen Pariser.Lumpensammler" unterschätzt. Sie hatten die Leinwand« fetzen als wertvoll erkannt, die Bilder wieder zusammensetzen und restaurieren lassen und auf den Markt gebracht. Einige dieser wiederhergestellten Gemälde wurden von zwei Kunsthändlern, an- der« von einem bekonnten Schriftsteller erworben. Einig« dieser Gemälde sollten später öffentlich versteigert werden. Eamoin hört« davon und erwirkte ein Derkaufsverbot und die Beschlagnahm« seines Eigentums. Gleichzeitig strengte er die Klage gegen die beiden Kunsthändler und den Schriftsteller an. Das Gericht gab ihm recht. In der Urteilsbegründung heißt es, der Künstler habe ein und«- schränktes Recht, nach Gutdünken seine Arbeiten zu vernichten. Wer die vernichteten Werk« wieder herstelle und in den Berkehr bringe, verstoße gegen das Urheberrecht. Der ein« Kunsthändler und der Schriftsteller wurden zu je 299 Frank Schadenersatz verurteilt. Das Gericht verfügt« außerdem, daß die umstrittenen Bilder von dem Zwangsoerwatter erneut zerrissen werden sollten. Die neuen Briefmarken der spanischen Republik. Die spanische Postoerwaltung hat nunmehr eine Anzahl von Entwürfen für neue Briefmarken ausgewählt. Die IS-Centesimo-Marke stellt die blutigen Unruhen im März vor dem Gebäude der medizinischen Fakultät dar, die 49-Eentesimo-Marke zeigt einen Staatsmann aus der Republik von 1872 und die 2S-Centesimo-Marte das Parträt einer Persönlichkeit der jetzigen Republik mit der neuen Flagge als Hintergrund. Das alle lloricum in Obersteiermark ausgegraben. Die In Norea in Obersteiermart vorgenommenen Ausgrabungrarbeilen unter Leitung von Professor Walter Schmidt haben die alte Haupt- ftadt Noricum, die im Jahre 16 v.Chr. von römischen Legionen erstürmt wurde, freigelegt. Es ist gelungen, die Stadtbefestigung in der Länge von 194 Meter, bestehend aus einem Steinwall und Holzpalisaden und vier Türmen, sowie das 4,29 Meter breite Stadt- tor mit zwei halbrunden Wehrtürmen auszugraben. „Jensterpaftea" von Megerle von MLhlselb, da« al« Nachtvorstellung im Kleinen Tbeater in Szene ging, wird ab Freitag in den Abend- spielplan diese« Theater» ausgenommen. Die Sonst tu der wiedergab« Dcr Berlag Piper in München bat Unter den Linden 70 eine GesamtauSstelluog seiner Ptper-Drnck« eröffnet. Man sieht dort in bunter Folge farbige Reproduktionen nach(Remälden, Aquarellen und Pastellen von der Antik« bis zur Gegenwart. Viele Ort- ginale hängen in Privatsammlungen und kommen erst durch diele jeder« mann zugänglichen Reproduktionen zn lebendiger Auswirkung. Di« An«- jtetaus Hm bei ftsf-m Eintritt fii» tL. M-it Gozialreaktion vor allem Aachibackverboi und Brotteuerung Nicht nur die Läckergehilfen, auch die Bäcker- m e i st e r und deren Berussverbände protestieren gegen den Versuch, die Brotteuerung mit dem Nachtbotfoerbot in Verbindung zu bringen. Alle Beteiligten sind sich einig darin, daß die Auf- Hebung des Nachtbockverbots wohl schwere soziale(3e- fahrxn nach sich ziehen, aber an der Brotteuerung gor nichts ändern würde, wenn die Zoll- und Getreidepolitit der Reichs- regierung und des sogenannten Reichsernährungsministers nicht gründlich revidiert wird. Nichtsdestoweniger fährt die reaktionäre Presse fort, die Auf- Hebung des Nachtbackverbots zu fordern. Es handelt sich also nicht um die Brotteuerung, die diesen Herrschaften herzlich gleichgültig ist, sondern um die Beseitigung einer sozialen Schutz m a ß n a h m e. Die Hauptsache ist der Abbau der Sozialpolitik. Bäckermeister und Bäckergehilsen protestieren. Was tut's? Im höheren Interesse der Sozialreaktion muß für den Brotpreis dos Nachtbackverbot verantwortlich gemacht werden. Vielleicht hilft's? Vielleicht gibt es Dumme, die darauf hereinfallen? Daß sich darunter aber ausgerechnet die Reichsregierung befinden wird, hallen wir für ausgeschlossen. Arbeitszeittürzung im Bergbau. Zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit. halle. 7. Mai. lLigenbericht.) Die große Arbeitslosigkeit veranlahte die Bergorbeilerverbände im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau, eine zwischenloris- liche Neuregelung der Arbeitszeit anzubahnen. Diese Verhandlungen sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Es wurde erreicht, daß die S ch i ch t z e i t für die Arbeiter in den Tiesbaugruben täglich um eine halbe Stunde verkürzt wird, so daß künstighin in den Sernrevieren eine achtstündige, in den Randrevieren eine 8� stündige Schichtzeil gelten wird. In den Tagebaubctrieben wurde die bisherige Schichtzeit durchschnittlich um% Stunden verkürzt. Die Schichlzeilverkürzung gilt für SO 000 Arbeiter. Eine große Revier- konserenz der Verbände in Leipzig wird am kommenden Sonntag über die Annahme dieses verhandlungsergebnisses entscheiden. Freie Gewerkschaften glänzend behauptet Zu Oresben 91 Prozent aller Betriebsräte. Dresden. 7. Mai.(Eigenbericht.) Das Wahtergebnis bei den Betriebsratswahlen der Dresdner Großbetriebe zeigt für 306 Betriebe mit 1551 Betriebsratsmitgliedern folgendes Bild: 1437 Betriebsratsmitglieder gehören den freien Gewerkschaften an, 67 der NGO., ganze 4 der NSDAP., 12 den Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften, 9 den christlichen Gewerkschaften, während 22 als.Sonstige"' bezeichnet sind. Dieses Ergebnis zeigt. daß die freien Gewerkschaften, die mehr als 92.Proz. oller Be» triebsräte hoben, durch die konzentrierten Angriffe der Nazis und der KPD. in ihrer überragenden Stellung nicht im geringsten er- schullert wurden. 26 Seiten Lohnabbau. Was die Schneidermeister alles möchten. Die Aufkündigung des Reichstarifvertrages für die Herrenmaßschneider zu jedem Ablaufstcrmin scheint jetzt bei den Unternehmern ein« Selbstverständlichkeit zu sein. Auch jetzt haben sie den Reichstarifvertrag wieder zum 31. Juli ge- kündigt und im wesentlichen die Forderungen neu ausgestellt, mit denen sie bei der Tarifbewegung im vorigen Jahre nicht durchkamen. Ihre Hauptforderung ist wieder die Kürzung der Anferti- gungszeiten für einen großen Teil der im Tarifschema aus- geführten Arbeitsstücke, also Lohnabbau. Bei den Großstücken verlangt man durchweg eine Kürzung der Arbeitszeiten um zwei Stunden. Bei vielen Arbeitsstücken soll der Abbau der Anfertigungszeiten auf dem Umwege über die Kürzung oder vollständige Streichung der Arbeitszeiten für die Extraarbeiten durchgeführt werden. Natürlich kommen die Unternehmer auch mit der Forderung nach Einführung von Doppeltarifen wieder, wonach in einem Geschäft die gleichen Arbeiten in verschiedenen Lohnklassen ausgeführt werden dürfen. Von den Forderungen der Gewerkschaften nach allgemeiner Verkürzung der Arbeitszeit scheinen die Unternehmer im deutschen Maßschneidergewerbe noch nichts gehört zu haben. Sie fordern die Aufhebung des 2-Uhr-Arbeitsschlusies am Sonnabend und weiter das Recht, über die gesetzlich zulässige Grenz« hinaus Ueberstunden in unbegrenztem Umfange anordnen zu können. Auf der gleichen Linie bewegt sich auch die Forderung noch Befeftigung der Feiertagsbezahlung für die Zeitlohnarbeiter, die Verschlechterung der Urlaubsbestimmungen und noch eine ganze Reihe anderer Anträge, die nicht weniger als 26 Schreibmaschinen- feiten füllen. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß außer dieser Kündigung auch noch die Kündigung des Reichslohntarifs zum 31. August ausgesprochen werden wird. Die Unternehmer halten die Zeit anscheinend für so günstig, erst bei dem Neuabschluß des Mantel- tarifs einen beträchllichen Lohnabbau durchsetzen zu können, um dann Ende August den„offiziellen" Lohnabbau folgen zu lassen. Genosse Thierfelder vom Hauptvorstand des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes, der den organisierten herrenmoß- schneidern Mittwochabend im Gewerkschaftshaus über die Wünsche der Unternehmer berichtete, ließ keinen Zweifel darüber, daß dieser Abwehrkampf einer der s ch w e r st e n wird, den die herrenmaß- schneidet je zu bestehen gehabt haben. Auf die Hilfe der Schlichtungsinstanzen oder gar die Einsicht der Unternehmer dürfe niemand bauen. Nur durch die eigene Kraft werde es möglich sein, dem Ansturm der Unternehmer zu trotzen. Die leb- haftest« Agitation unter den noch nicht organisierten Berufsange- hörigen und die straffste gewerkschaftliche Disziplin seien in diesem schweren Abwehrkampf unerläßliche Voraussetzung für sein Gelingen. Streik in Niederlehme geht weiter. Gescheiterte Schlichtungsverhandlungen. Die am Montag vor dem Potsdamer Schlichtungsaus- s ch u ß geführten Verhandlungen zur Beilegung des S t r e i k s in Niederlehme bei Königswusterhausen sind ergebnislos verlaufen. Trotz längerer Beratungen in der Schlichterkammer ver- kündete der Vorsitzende des Schlichtungsausschusies keinen Schieds- spruch, was darauf schließen läßt, daß er weder bei den Unterneh- mern noch bei den Arbeiterb eisitzern eine Mehrheit für einen Schiedsspruch fand. Nach dem Scheitern der Schlichtungsverhandlungen geht der Streik, der bereits volle fünf Wochen dauert, unvermindert weiter. Trotz der verhällnismäßig langen Dauer des Kampfes zeigen die Streikenden nicht die geringste Kampfesmüdigkeit. Ihr fast restloses Orgonisationsverhältnis gibt ihnen das felsenfeste Ver- trauen, daß eines Tages die Unternehmer schließlich doch von ihrem hohen Roß herabsteigen müssen. Die Nisderlehmer Arbeiter streiken nicht um des Streikes will«,. Sie waren vor dem Beginn des Kampfes zu einer annehm- baren Neuregelung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse bereit und sind es auch heute noch. Nur eines lehnen sie ob, nämlich, sich die Lohn- und Arbeitsbedingungen von den Unternehmern einfach diktieren und damit ihre Gewerkschaften beiseite drängen zu lassen. Maifeier der Gaftwirisangestellten. Die freigewerkschaftlich organisierten Berliner Gastwirtsgehilsen oeranstallen schon seit Iahren eine besondere Maiseier und zwar stets nachträglich, weil sie bei den Feiern der Partei am Abend des 1. Mai beruflich tätig fein müssen. Wie in den Vorjahren war das Programm dieser Maifeier auch am Montagabend im Konzert- Haus„Clou" wieder sehr geschickt und in künstlerischer Beziehung vortrefflich zusammengestellt. Werke von Wagner, Liszt und anderen klassischen Komponisten brachte das aus organisierten arbeitslosen Musikern zusammengestellte und gut eingespiefte„Orchester des Konzertvereins 1936" unter Leitung des Dirigenten Clemens Schmalstich eindrucksvoll zu Gehör. Erwähnt seien auch die Darbietungen des Gesangvereins des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten. Die Festrede hielt Land- tagspräsident Friedrich Bartels, der den Gastwirtsgehilfen an den schweren Folgen der Wirtschaftskrise darlegte, wie notwendig die organisatorische Geschlossenheit der Arbeiterschaft ist, um end- lich aus dem kapitalistischen Elend heraus in ein« sozialistische Ge- sellschaft kommen zu können. Ein zwangloses Beisammensein bil- dete den Abschluß der eindrucksvollen Maifeier der Berliner Gast- wirtsgehilfen. Vetter für Berlin: Etwas kühler und wölk!----------„ -fälle. Winddrehung auf Westen.— Für Deutsch lavd: In Mittel- und Westdeutschland größtenteils bewölkt und einzelne Niederschlage, im Laufe des Tages Fortschreiten der Abkühlung mit Gewitter- regen auch nach Nordosten. Rückschau. Ein Funkporträt von Kurt W e i l l. hergesteM unter der Leftung von Walter Gronostay. Das Hörbild zeigte einige charakteristische Linien, es war ein buntes Mosaik, zusammengesetzt aus Meinungen und Tönen. Musiker, Schauspieler, Pädagogen und Publikum äußerten sich zu dem Schassen des Komponisten Kurt Weill. Aeuherten sich bejahend, selbst in den ablehnenden Aussagen. Denn diese stammten aus dem Mund« ewig Gestriger, die grund- sätzlich das heute ablehnen, im künstlerischen Leben ebenso wie im politischen. Eine wesentliche Ablehnung des Wertes von Kurt Weill, begründet in einer kritischen Auseinandersetzung, sprach niemand aus. Sie mußte in der Diskussion fehlen, da niemand diese Begründung hätte finden können. Kurt Weill wird bejaht, von der zünftigen Kritik wie vom Publikum, wenn auch von beiden nicht immer ohne Einschränkung. Aber seine Musik ist Kunst— und sie ist volks- tümliche, brauchbare Kunst. Diese Tatsache wurde in dem Hörbild deutlich. Seine Kinderoper„Der Jasager" ist Jugendmusik im besten Sinne: viele seiner Songs sind so volkstümlich geworden, daß man schon sast den Namen ihres Komponisten vergessen hat. Der Herr von der„Deutschen Zeitung", der Stinkbomben als Argumente gegen Weillsche Musik anführte, sprach von der geringen Anzahl der Ausführungen der Opern Kurt Weills. Im Jahre 1329 erlebten sie nach seinen Angaben 93 Aufführungen im Reich, 1930 nur 24. Welcher zeitgenössische Opernkomponist der jüngeren und auch der öfteren Generation kann sich einer höheren oder auch nur einer ebenso hohen Aufführungszahl rühmen? Die Gestaltung des Funk- porträts war wirkungsvoll. Nur müßte in Zukunft noch strenger darauf geHallen werden, daß nicht vom Thema abgeschweift wird. Der Filmregisseur Hans Richter sprach eigentlich ausschließlich vom modernen Film, ohne daß seine Aussage auch nur mittelbar das Bild Weills wesentlich deutlicher machte. Ein ganz anderes Fünkporträt folgte mit dem Bericht über „Sigmund Freud und sein Lebenswerk" von Prof. vr. med. I. h. Schultz. Ein Wissenschaftler sprach über das Lebenswerk des großen Kollegen. Seine Bewunderung für den Gelehrten und den Menschen Sigmund Freud steigerte sich aber keinesfalls in einen fochwissenschaftlichen Hymnus: sie lockerte den einfachen Bericht nur stärker menschlich auf, ließ den Dortragenden die klarsten, verständlichsten Formeln finden. Dabei blieben seine Aussagen immer wesentlich, immer auf das Geisteswerk Freuds beschränkt. Des. * Ilm 4 Uhr spricht Genosse P. F. Schmidt auf den Berliner Sender über das Thema„Berlin soll die modernste Weltstadt werden". Donnerstax, 7. Mai. � Berlin»>>- 16.30 Volkslieder rnr Laute. 16.45 1. Slnizazlie' Rapsodia pieraontesc. 2. ScfcrattenJjolr:•..Taarvisioncn*'. .3. a)' Hegar: Wälzer; b) Dvotdk: Marurek Elite. Sänger— Kotthusser Str. 6 Taglich »Vi Uhr Jm liek Liehe Vorher: Ein erstkl. Solotsil. CASIN0-THEATE8"» 1 Lothringer Strato 57. Einzig in Berlin für wenig Geld das Beste vom Bester Ein großer banter Teil dazn das entzückende Theaterstflck Graf Koks Billig! Sommerpreise: Billig! 0,60, 0.75, Mk. bis ILO Mk. Reichshalien-Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Das wunderbare MAI-PROGRAMM. Populäre Preise „lugwig* Restaurant Berlins BETRIEB* H KEMPIMSKI� 5 ROSE H E ATER Von Montag bl» Freitag: Sonntag;, lO. 31 al Zum T-orletsten Kaie 15�1 Zum SO. Male|9P° T raute, Hans, Paul, WIMI ROSE in „Die Sache, die sich Liebe�iennt"\ | Amerikanische Komödie von .Edwin Barke Ab II. Mai: Die fünf Frankfurter! Große Frankfurter Straße 132| U-Bahn Strausberger Platz I 0 1(giger VorTcrkant taglich | von 11—1 Uhr and 4—9 Uhr{ Telephonische Bestellung; F7 Wrldi.ri J4TI aBlttaBgs-.lafeitt- B.ReUafflemtrkeB gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 4$ Jahr als SpcsiaUtat Conrad NBUer Leipzig- Schkeuditz Jsdor Art llefort preiswert Paul Gollatz »omni, Robert Mejtr Marlannenetr. 3 FS, Oberbaum 1303 L-]uergens AI exander platz Neue Könlgslr. Schwerhörige Mren solort wieder mit dem ärztlich empfohlenen OBieHUL. AHCSTUi. APPJWBT mit neaeflcm Hleinmirert — Noch Besseres gibt es nicht!— Denlsdie Äkiistik Geüllsdiaft m. b J. Aelteste u. führende Spezialfabrik Verkauf u. Vorführung: BerUti-wilmeraflorl, motzatr.<3 ■in„ Kioaterstr. 44. Eins, firuneratr. Reiniekendort-ost, Brteiuer«r. 4 Verl. Sie Hauptkatalog 16 kostenlos! AufWunsch Zahlungserleichterung wo spaist min■ Nur apoM-Berfln Alaxandarplats BerUner nik-TriO N!■ k• I i■. wLahnatr. 74j7äJ Freitag, den 8. 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Wer die Verhältnisie kennt, wer die Vorlesungsverzeichnisse der Preuhi- schen Hochschulen, etwa der beiden letzten Semester daraufhin durch- sieht, was dem politisch interessierten Studenten zur Vertiefung und Erweiterung seiner politischen Kenntnisie geboten wird, der wird feststellen müssen, daß es verschwindend wenig ist, daß über- Haupt nur an einigen Hochschulen Möglichkeiten dazu und an diesen nur deshalb vorhanden sind, weil einzelne Dozenten aus eigener Hnitiativ« heraus einschlägige Uebungen und Vorlesungen halten, und daß überdies ein Teil des Gebotenen entweder dem Zweck wenig entspricht, also unpraktisch ist, odcr-ersichtliche Tendenzen verfolgt, die vom Standpunkte des republikanischen Staates aus nicht erwünscht find. So ist es heute! Dabei liegen die Dinge doch so, daß unter denen, die den Stand des politischen Wissens bei dem durchschnittlichen Studenten kennen, über die Notwendigkeit, ihm in dieser Hinsicht zu Helsen, vollst« Einigkeit besteht. Man sagt nicht zu viel, wenn man behauptet, daß der durchschnittliche Student an politischem Wissen tief unter dem organisierten Arbeiter gleichen Alters steht. Hierfür nur ein paar Beispiele: Ich bin in meinen Uebungen der letzten Semester, in denen ich.Parteiprogramme habe lesen und be- sprechen lassen, z. B. gefragt worden, was ein Kartell fei, was der Ausdruck„die Klasse der Intellektuellen" bedeute. Ich habe fest- stellen müssen, daß Studenten den Unterschied zwischen Strafprozeß- vrdnung und Strafgesetzbuch nicht kannten, daß sie mit dem Worte Meistbegünstigung keinen klaren Begriff verbanden, daß sie nicht wußten, was eine Gewerkschaft ist. Wirtschaftliche Fragen sind für die Studenten, die nicht Nationalökonomie hören, überhaupt meist ein Buch mit sieben Siegeln. Das ist nicht verwunderlich, denn es muß als eine ganz große Ausnahme bezeichnet werden, wenn sie auf den höheren Schulen von diesen Dingen etwas hören. Die Lehrer an diesen Schulen haben, da sie rein philologisch vorgebildet sind, mindestens rein fächwissenschgstlich, von Hey Problemen der Wirtschaft zumeist selbst, keine klaren Vorstellungen, Als ich vor einiger Zeit einmal dem Unterricht in Staats- bürgerkunde in einer hessischen höheren Schute bei- wohnte— er ist dort eigenes Fach—, klagte mir der betreffende Studienrat, daß er im nächsten Jahre in diesem Unterricht die Grund- logen der Wirtschaft werde behandeln müssen und die Lücken seiner Vorbildung sehr schmerzlich empfinde: er wisse bei bestem Pillen nicht, wie er sie in so kurzer Zeit schließen solle. Aus diesem Tatbestand sollte sich eigenllich nicht nur die Not- wendigkeit der Abhilfe, sondern auch der Weg ziemlich klar ergeben. vte erste traft grtwftlegeafte Jfocftmmg: An allen preußischen Hochschulen müssen regelmähigVor- lesungen und Uebungen(Arbeitsgemeinschaften) gehalten werden, die geeignet sind, Studenten ohne Fachkenntnisse in die Hauptgebiet« der Politik einzuführen. Ich lege Nachdruck darauf, daß diese Vorlesungen und Uebungen regelmäßig gehalten werden, daß sie alle Gebiete der Politik behandeln und besonders, daß sie nicht als neu« Fachvorlesungen zu den alten hinzukommen. Denn die politische Bildung ist keine Angelegenheit des Fachstudententums, sondern eine Notwendigkeit für alle Studenten, die ja alle entweder schon wohlberechtigt sind oder es noch während ihrer Studentenzeit werden. Dos heißt aber in der Praxis: es ist nicht richtig,.wenn nun etwa vierstündige oder dreistündige Bor- lesungen über allgemeine Staatslehre eingeführt werden, wie das Professor Laun in einem Aufsatz in der„Zeitschrift für Politik" vorgeschlagen hat. Es genügt für unsere Zwecke ebensowenig, daß überall vierstündige Borlesungen über theoretische und über prak- tische Nationalökonomie und über Staatsrecht des Reiches und Preußens schon gehalten werden. Alle die Studenten, die nicht das betrefsende Fach studieren, hoben für so groß- Vorlesungen nicht die Zeit, denn die Fachanforderungen sind infolge der Speziali- sierung sehr— gewiß über Gebühr— gestiegen. Auch kosten diese Vorlesungen für viele Studenten neben denen, die sie belegen müssen, zu viel Geld. Die gegebene Form ist d i e« i n st ü n d i g e V o r l e s u n g. Sie ist sehr wohl möglich, wenn der Stoff geteilt wird, wenn der Dozent für diese Vorlesungen, die sich an Studierende oller Fakultäten wenden, sich daraus beschränkt, die hauptsächlichen und vor allem die aktuellen Probleme zu behandeln. Als Gegenstände, die regelmäßig behandelt werden müssen, seien ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt: Rcichsverfassung, aber mehr nach der politischen Seite, d. h. es kommt nicht darauf an, alle Paragraphen zu erörtern, es genügt, die Hauptfoktoren des staatlichen Lebens klarzulegen in ihrer Zusammenarbeit: Neueste Deutsche Geschichte seit 1914. bis zur unmittelbaren Gegenwart fort- geführt: Politische Parteien. Aus der Wirtschaftspolitik: Reichsfinanzen, Sozialpolitik, Zollpolitik, Weltwirtschaft, olles in kurzen Uebcrsichten. Sozialismus, die Haupttheorien behan- dclnd. Nützlich: Kommunalpolitik. Außenpolitisch: Haupt- fragen des Völkerrechts, Völkerbund. Uebersichten über auswärtige wie inner« Politik der wichtigsten Staaten. Dazu eine Vorlesung: Gegenwartsfragen der Politik, vielleicht gemeinsam von Vertretern verschiedener Fächer, in der nur aktuelle Fragen jeweils in einer Stund« von dem gerode vortragenden Dozenten behandelt werden. Wichtige Ergftttpmg: Uebungen, vor allem ein«, die Studenten oller Fakultäten In im Grundfragen der Wirtschaft einführt und befähigt, den Hoatelsteti einer Zeitung mit Derstandw» zu lesen, das Statistische Jahrbuch des Deutschen Reiches und ähnlich« Hilfsmittel zu be- nutzen. Die Uebungen müssen mit Diskussionen verbunden sein, weil das Spiel von Frage und Antwort belebt, anregt, zum Nachdenken führt und dem Dozenten jeweils zeigt, welchen Stoff die Studenten gerne behandelt haben möchten. Bewährt hat sich auch, wenigstens in Frankfurt, die Einrichtung politischer D i s k u s s i o n s a b e n d e, die in der Form einer Parlamentsoer- Handlung vor sich gehen. Die englischen äebatins cluds hoben dabei Modell gestanden. Erfreulich war den veranstaltenden Dozenten, daß sich Studenten aller politischen Richtungen beteiligten, und daß es trotzdem nach einigen Anfangsschwierigkeiten gelang, auch in den ausgeregten Zeiten des letzten Winters ganz sachliche Debatten zu Wege zu bringen. Was kann man sich von solchen Veranstaltungen versprechen? Zunächst einmal, daß die Studierenden, die schon politische Interessen haben, ihre Kenntnisse erweitern, schließlich systematisch ausbauen. Dann daß sie durch die Zusammenarbeit mit Andersdenkenden Achtung bekommen vor der Meinung des anderen. Ernste politische Bildungsarbeit, Wissen gar, schließt eine Einstellung aus, die sich darauf beschränkt, zu schimpfen oder Köpfe rollen zu lassen. Wer Kenntnisse hat, wird nicht auf Rezepte von Wunderdoktoren hereinfallen und etwa glauben, man könne Federgeld machen oder den Zinsfuß willkürlich beschränken. Für die große Masse derer, die noch keine politischen Interessen haben, Anregung, Anlmur.g Sie sind nötig. Der politische Diskufsionsabend in Frankfurt wurde im letzten Semester damit eröffnet, daß jeder Teilnehmer sich vorstellen und dabei angeben mußte, wie er zum Interesse für Politik gekommen sei. Einer sagte dabei ganz ehrlich:„Weil ich im September habe wählen müssen." Er war sicher keine Ausnahme Die aotwraötgeo lehrauftrage Damit wäre für die Einführung der Staatsbürgerkunde an Hochschulen die Begründung und die Zielsetzung gegeben, auch zu- gleich der Weg der Praxis dargelegt. Es handelt sich also nur noch darum, die Unterrichtsverwaltung zu vermögen, ihrerseits durch Lehraufträge, vielleicht da, wo an einem Orte mehrer« Hoch- schulen oder wo mehrere Hochschulen nahe beieinander liegen, durch Professuren dafür zu sorgen, daß diese Arbeit geleistet wird. Bei der Auswahl der Lehrkräfte würde es darauf ankommen, nur solche zu wählen, die durch Vortrag und Lehrbegabung Studenten an- zuziehen verstehen, und möglichst auch solche, die von der Praxis der Politik einen Begriff haben, denn zu anderen theoretischen Fächern ein neues hinzuzufügen, wäre ein unfruchtbares Beginnen. Das Ziel zu erreichen sollte in einer Zeit nicht schwer sein, wie die N-� wendigkeit deutlich erwiesen hat. �reilustschulen... Bericht über öm ll. Aniernatisnalm Frettustkongrch/ Vo« K. Uriebokö Gegen 500 Kongreßteilnehmer aus 22 verschiedenen Natioüen waren auf dem 2. Internationalen Kongreß für Frei- lustschulen in Brüssel versammelt. Die besondere Bedeutung des Kongresses für Deutschland liegt in seinem einstimmigen Be- schluß, wonach der 3. Internationole Freiluitschultongreß 1934 in Deutschland stottsindet. Die deutsche FreiSustschulbewegung hat auf dem Brüsseler Kongreß sowohl durch ihre Referate als auch durch ihre Beteiligung an der mit dem Kongreß verbundenen, internatio- nalen FrxilustjchulMS-stellüüg- mitgewirlt." Ferner hat sie ein« Schrift dem Kongreß gewidmet:„F r e i l u f t s ch u l b c w e g u n g", Versuch einer Darstellung ihres gegenwärtigen internationalen Standes, herausgegeben von Direktor K. Triebold, Senne I, Biel«- feld,(Verlag Richard Schoetz-Berkin). Die Schrift bietet die Kern- fragen des Kongresses aus der Feder internationaler Sachverstän- diger. Aus der deutschen Freilustschulibewegung waren in Brüssel nicht nur die Freiluft- oder Waldschulen für schwächliche Kinder, sondern auch die Freilustschulen für gesunde Kinder durch die Gartenschule und Schullandheimbewegung reichlich vertreten. Di« Freilustschule ist hervorgegangen aus der Sorge um und für die durch die Lebensverhältnisse der Großstadt gesundheitlich gefährdeten Kinder. Sie möchte vor allem ein« Verlegung der Schule aus dem Häusermeer der Großstadt hinaus ins Frei«. Doch will die deutsche Freilüft schulbewegung nicht nur äußerlich die steinernen Mauern unserer großstädtischen Unterrichts. onstalten sprengen, indem sie ihren Betrieb nach Möglichkeit in Garten, Wald und Dorf verlegt, sondern sie will mit dem Ort vor allem den pädagogischen Standpunkt verändern und bannt tiefgreifend zurückwirken auf die tägliche Praxis der Stadtschule. Sie will mithelfen an einer von innen heraus er- folgenden Erneuerung des Schulwesens, lieber die gesundheitliche Bedeutung der Freiluftschulen haben jahrzehntelange Erfahrungen erwiesen, daß die groß« Zahl unserer schwächlichen und kränklichen Kinder, sowie derjenigen, die durch wirtschaftliche und soziale Nöte de? Elternhauses, durch sinkenden Einfluß der Familie und steigende ungünstige Einwirkung der Großstadt körperlich, geistig und sittlich gefährdet sind, durch die Freiluftschule erheblich vermindert werden könnte, wo gemeinsam von Erzieher und Arzt durch Vorbeugen, körperliche Ertüchtigung und«ine der geistigen Individualität eni- sprechende Unterweisung und Erziehung menschliches und soziales Kapital gerettet werden kann. Vor allem ist in dieser Hinsicht der Not der gesundheitlich gefährdeten schulentlassenen Jugend- lichen zu gedenken, die ganz besonders der Arbeitslosigkeit zum Opfer fallen. Durch organische Verbindung, körperlicher Er- tüchtigung und Einführung der Jugendlichen in einen entsprechenden Beruf kann die Waldschule bewußt zu der Lösung des Arbeitslosen- Problems— dessen gewaltig« Auswirkungen in psychischer Hinsicht kaum erkannt sein dürften— beitragen. Sehr wichtig ist es auch, die an den schwächlichen Kindern gemachten Erfahrungen, den ge- sunden Kindern im Sinne der Krankheitsverhütung zu- gute kommen zu lassen. In dieser Beziehung sind Gartenfchulen und Schullandheime für die Freilustfchulbewegung bahnbrechend. Ebenso wie in gesundheitlicher Hinficht ist auch die unterrichtliche und erzieherische Bedeutung der Freilustschule sehr groß. Für den Unterricht handelt es sich darum, die Kinder der Natur näher zu bringen. In diesem Ortswechsel liegt ein entscheidender Einfluß auf Unterrichtsmethoden, Schulstoffausmah usw. eingeschlossen. Die künstlichen Unterrichtsmittel sollen möglichst durch die reichen Hilfs- quellen der Natur ersetzt werden. In der N o t u r sind die I n t e r- essenzentren zu suchen und von den Mechoden des Experimen- tierens und des Seilsstfindens ist reicher Gebrauch zu machen. In sittlichssogialer Hinsicht herrscht Einfttmmigkeft darüber, daß gerode in der großen erziehlichen Wacht der Gemeinschaft die Stärke der Freiluftschul« liegt:„Gemeinsam sind Erzieher und Schüler bemüht, den Freiluftaufenthalt zu einem Leben von Freud« und Sonne auszugestalten. Gegenseitiges Vertrauen zwischen Schüler und Erzieher, echte Kameradschaft unter den Schülern, Einigkeit in dem Bewußtsein, gegenseitig Rücksicht zu üben und gern die Pflichten für das Gang« zu erfüllen, das ist die Atmosphäre echter Freilust- schulorbeit." Im Sinne dieser Grundidee» fordert der Kongreß den plan mäßigen Ausbau des Freiluftschulwesen» und die Ausbildung geeigneter Freiluftfchulerziehung für dos schwächlich« Kind. Diese Ausbildungsstätten müßten einerseits mit vorbildlichen Freiluftschul- einrichtungen, andererseits mit pädagogischen Akademien in Zusammenhang stehen und eng verbunden sein mit den nationalen Freiluftschularchioen als Sammelftellen oller Erfahrungen der einzelnen Staaten, deren gegenseitiger Austausch wiederum durch das internationale Freilüftschularchw ermöglicht wird.' Im Sinne dieser Gedankengänge leisteten die pädagogische und medizi- nifche Sektton des Kongresses yr voller Einmütigkeit ganze Arbeit. Die Uebermittkung reicher Lebensersolhrung zahlreicher internatio- naler Sachverständiger gewährleistete eine gedankenreiche und frucht- bar« Diskussion. Di« vielen Besirchssohrten zu den belgischen Freilustschulen bildeten ein« ausgezeichnet« Illustration der reichen theoretischen Arbeit des Kongresses. Belgien verfügt über ein mustergültig ausgebautes Freiluftschulwesen, dem jetzt eine planmäßige Ausbildung der F r e i lu f tfchu le rz i e h« r folgen wird. Sowohl die staatlichen als auch die sozialistischen und kirchlichen Freilustschulen sind mustergültige Einrichtungen. Das belgische Freilustschillkomitee hatte in der Organisierung und Führung des Kongresses vollendete Arbeit geleistet und darf aus einen wohl- gelungenen Kongreß zurückblicken. An der Spitze des die Kongresse anregenden internationalen Komitees für Freiluftschulen stehen: Präsident Dr. Mola- Montevideo, Vizepräsident Direktor K. Triebold, Senne I/Bislefeld und Generalsekretär Professor Lemonier- Paris. 4-m««mögliches Tefebvch Man schreibt uns: Durch eine Verfügung des Provinziosschulkollegiums der Pro- vinz Brandenburg und van Berlin wurde im Januar dieses Jahres der Gebrauch des an den Berliner Hilfs- schulen eingeführten„Deutschen Lesebuches für Hilf»- schulen" im Unterricht untersagt, weil es den heute an ein Lesebuch zu stellenden Anforderungen bei weitem nicht mehr ent- spricht. Es war dies eine-Maßnahme, die von der gesamten staats- bejahenden, heilpädagogisch interessierten Lehrer- und Elternschaft lebhaft begrüßt wurde: denn das beanstandete Lesebuch enthielt eine große Anzahl von Lesestücken und Gedichten, welche oftensichtlich auf eine Glorifizierung„des angestammten Herrscherhauses" und des Militarismus abzielten. Davon hier einige Beispiel«: Seite 189: Iochimke, Hüde dy. „ 190: Die Sage vom Stallmeister Froben. „ 191: König Friedrich und sein Nachbor. 192: Ein Geschenk des großen Königs. „ 193: Fridericus Rex. „ 194: Das Leid der Königin Luise. „ 197: Lützows wilde Jagd. „ 198: Die Wacht am Rhein. In Verbindung damit „ 199: Run danket olle Gott. usw. Wie wir erfahren, soll vom preußischen Unterrichts» Ministerium aus„wirtschaftlichen Griünden" angeordnet sein. dieses monarchistisch nnd militaristisch gehaltene Lesebuch an Ber- liner Hilfsschulen wieder in Gebrauch zu nehmen. Dagegen muß schärfster Einspruch erhoben werden Gewiß muß in der heutigen Notzeit überoll gespart werden, wo nur gespart werden kann, nie- mal, aber auf Kosten republikanischer Gesinnung im Erziehung»- plan unseres heranwachsenden Geschlechts. Es ist nicht tragbar, daß im dreizehnten Jahre der deutschen Republik deutsch« Kinder, Träger der zukünftigen freien Gesellschaftsform, im„alten" Geiste erzogen werden!' El. Die abgeblitzten KPD.-Sportler Sie verlieren die gegen den Bund eingeleiteten Klagen und müssen mit Extrabeiträgen bezahlen! Die Reichsleitung des kommunistischen Sport- Verbandes macht bekannt, daß die Vereine einen Extra- beitrag zur Tragung der vielen Prozeßunkosten zu zahlen haben. Diese Prozesse wurden angestrengt, weil der Arbeiter-Turn- und Sportbund im Jahre 1928 eine Anzahl Vereine deshalb aus dem Bund entfernt hatte, weil die Vereine ständig und im Auftrag der kommunistischen Parteileitung gegen die Bundessatzungen verstießen. Die Erhebung von Extrabeiträgcn zur Bestreitung von Prozeßkosten ist dem Kenner der Verhältnisse sehr verständlich und straft die vorhergegangenen Meldungen der KPD.- Blätter Lügen, nach denen„die Kommunisten einen Prozeß nach dem anderen gewinnen". Sie haben es unter, der Rechtsberatung des kommunistischen Rechtsanwaltes Samter verstanden, die end- gültige Erledigung der Prozesse mit dem Arbeiter-Turn- und Sport- bund hinauszuziehen, aber nicht zu ihrem Nutzen? denn jetzt läuft vor den höheren Instanzen ein Prozeß nach dem anderen zuungunsten des KPD.- Sportverbandes aus. Daher die Hilferufe an die Vereine nach Extrabeiträgen. Einige Urteile aus den letzten Wochen. In Sachen Arbeiter- Turn- und Sportbund gegen den oppositionellen Vorstand der Freien Wasserfahrer Königsberg i. Pr. hatte das dortige Landgericht entschieden, daß der ATSB. e. V. nicht nur zum Ausschluß von Vereinen, sondern auch zum Ausschluß von Einzelmitgliedern berechtigt ist, und daß der E. V.-Bund kein neuer, sondern die Fortsetzung des alten, 1893 gegründeten Bundes ist. Dagegen hat der KPO.-Sporwerband beim Königs- berger Oberlandesgericht Berufung einlegen lassen und i st ab- geblitzt. Für die ungeheuren Kosten dieses Verfahrens sollen jetzt alle KPD.-Sportvereine bluten. In einem anderen wichtigen und für den KPD.-Sportverband recht teuren Fall hat das Obcrlandesgericht Dresden gegen die kommunistische Opposition des Freien Turn- und Sport- Vereins 188S Dresden wie folgt entschieden: „1. Das Oberlandesgericht stellt fest, daß der E. V.-Bund Rechtsnachfolger des 1893 gegründeten Bundes ist. 2. Es kann dahingestellt bleiben, ob der Bund zum Aus- fchlusse von Mitgliedern aus den Vereinen mit Wirkung für diese berechtigt ist, weil die Entscheidung des Prozesses davon nicht abhängt. 3. Der Opposition fällt mit dem Bruch der Bundcssotzung gleichzeitig auch ein Bruch der Vereinssatzung zur Last. Deshalb ist sie aus dem Verein ausgeschieden(also der Gesichtspunkt der Zweckänderung)." Das Landgericht Leipzig hat in Sachen des bundes- treuen Vereins Großdeuben gegen die kommunistische Absplitterung entschieden:„wonach die Gegenpartei verurteilt worden ist, die kochen herauszugeben und den Platz zu räumen". Die einst mit chrem„Recht" prahlenden Führer dieser Dereine sitzen jetzt da wie die betrübten Lohgerber, denen die Fell« weg- geschwommen sind. Daß olle Vereine des KPD.-Sportverbandes den Schaden zu bezahlen haben, verdanken sie ihrer famosen Reichs- leitung. Da wird bei den Extrabeiträgen so mancher kleine Derein, der jetzt schon nicht leben und nicht sterben kann, Pleite gehen. Rosige Zeiten sind den irregeleiteten kommunistischen Sportlern von den Leuten der KPD.-Zentrale vorgegaukelt worden: in kürzester Zeit sollte der große, alte Arbeiter-Turn- und Sportbund kaputt sein und die„einzigen, wahren Arbeitersportler" sollten dann nur die Kommunisten sein. Nun ist alles Essig. 899 999 Mitglieder im Bund lassen sich durch eine großmäulige Parteizentrale, hinter der nichts steht und einen kommunistischen Rechtsanwalt eben nicht ohne weiteres an die Wand drücken. Vielleicht tun die KPD.-Vereine gut, sich recht reich- lich mit Vogelbauern einzudecken, damit sie die„blauen Vögel", die jetzt überall angeflattert kommen werden, gut festhalten können. Ldle Seelen finden sich! „Rot Sport* und„Hipp-Hipp-Harra* Wie die kommunistischen Sportler die Einheitsparole ihrer großen Führer in der Praxis verwirklichen, darüber berichtet der bundestreue„Volkssport" für Rheinland-Wcstfalen: „Am 1. Ostertag spielte der kommunistische verein Milspe- �vtrückerberg gegen einen bürgerlichen verein aus Gelsenkirchen. Mit einem„Rot Sport" seitcm Strückerbergs und einem„hip- hip-hurra" von feiten Gclsenkirchens nahm das Spiel seinen Anfang!" Wir ergänzen: Als die Mannschaften den Platz betraten, spielte die Musik di«„Wacht am Rhein", wozu die Kommunisten den Text der Sowjethymne sangen. Ueber einen weiteren Fall berichtet selbst die kommunistisch« Zeitung„Freihest", Düsseldorf, wie folgt: „Auf dem Iahnplatz standen sich der Rotter Turnklub 1 gegen Rotter Sportfreunds Reserve in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Die Rotter Sportfreunde, die eben ein Jahr der freien(kommunistischen) Westdeutschen Sportvereinigung an- gehören, haben mit diesem Spiel bennesen, daß sie für die Rote Sporteinhcit zu kämpfen verstehen. Der Gegner, die Rotier Turner, gehören der Deutschen Tnrnerschast an. Nach dem Spiel trennten sich die Sportler, die einen mit einem„Rot Sport", die anderen mit„Gut heil". Den vielen Zuschauern, die Zeuge des Spieles waren, gaben diese Grüße etwas zu denken." Wir aber sagen mit dem Humoristen Otto Reutter: Ick wunder ma üba janisch-t mehr! So hilft„Solidarität"! Die Unterdtiitzungscinrichtungen der Radier Der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund„Solidarität". d i e Massenorganisation der Arbeiterradler, gibt soeben eine tabella- rische Aufstellung über die Leistungen seiner Unter- stützungseinrichtungen heraus. Gestützt auf eine außer- ordentlich starke Mitgliederbewegung—„Solidarität" zählt bekanntlich an 359 999 Mitglieder— konnte die Organisation in Tausenden von Rechtsschutz-, Haftpflicht" und Nothilfefällen, die sich im Jahre 1939 ereigneten, wirksam helfend eingreifen. In der Sparte der Radfahrer wurden für die Haftpflicht in 326 Fällen 19 912 Mark, für Rechtsschutz in 334 Fällen 29 951 Mark, für Not» Hilfe in 714 Fällen 15143 Mark, für Ersatz gestohlener Räder in 1194 Fällen 74 968 Mark und für die Hinter- bliebenenfürsorge in 1191 Fällen 38165 Mark ausgezahlt. Auf 269 439 Mark beläuft sich die Summe, die in der Unfall- Versicherung in 6486 Fällen für 119 963 Krankheitstage aus- geschüttet wurde. Insgesamt gelangten so 435 869 Mark zur Aus- Zahlung. In der Motorradfahrersparte— hier zählen wir 39 999 Mitglieder— zahlte die Organisation für Rechtsschutz in 465 Fällen 34 986 Mark, für H a f t p f l i ch t in 532 Fällen 73 336 Mark und in der Unfallversicherung in 2433 Fällen für 67 584 Krankheitstage 113 292 Mark, insgesamt also 221614 Mark. Fürwahr soziale Leistungen, die wohl im Versicherungswesen dieser Art einzig dastehen dürften. Wer die Mitgliedschaft im Arbeiter- Rad- und Krastfahrerbund„Solidarität" erwirbt, weiß am Tag« seines Beitritts, daß er gegen Schicksalsschläge im großen Verkehrs- trubel finanziell erheblich gesichert ist. Die Deutschlandfahrt Einen wenig schönen Abschluß hatte die dritte, von Ulm über Memmingen, Buchloh und Augsburg nach München führend« Etappc der Deutfchland-Rundfahrt. Mit der Ziel- organisation klopt« es gar nicht? die vielen Schlachtenbummler zn Auto und zu Rad bildeten mit der Meute von 34 Fahrern, die gs- schlössen in München eintrafen, ein« fast unentwirrbare Gruppe, so daß beim Endkampf alles drunter und drüber ging. In der Spitze ging es noch verhältnismäßig glatt, der starke Belgier W a u t e r», der am Vortag« als Allerletzter eingetroffen war, hoste sich den Etappensieg mit zwei Längen gegen den Schweizer Antcnen und den Berliner Bus«, aber da- dichte Knäuel der hintenliegenden Fahrer konnte sich durch das Gedränge kaum hindurchwinden. Der unver- weidlich« Sturz blieb nicht aus. Von einem Kleinauto angefahren, stürzte der Italiener Dinale, über ihn hinweg sein Landsmann G i u n t e l l i und der Luxemburger K r i e r. Dinale war am schwersten in Mitleidenschast gezogen worden, er hatte eine schwere Hüstverletzung erlitten, die ihn sicher außerstande setzen wird, die Fahrt fortzusetzen. In begreiflicher, wenn auch nicht zu ent- schuldigender Empörung ließ sich Dinales Landsmann Frascarelli in eine Schlägerei mit dem Besitzer des Autos ein. Die leidige Kehordsucht Einen tragischen Ausgang nahm das Auftreten des bekannten französischen Schwerathleten Charles Rigoulot bei einer Wohltätigkeitsveronstaltung im Pariser Wagramsaal. R., der schon seit längerer Zeit Professional ist, befand sich in glänzender Form und stellte mit 86 bzw. 143 Kilogramm neue Weltrekord« im links- und beidarmigen Reißen auf. Um allem die Krone aufzu- setzen, wollte Rigoulot auch seine heute noch bestehende Welthöchst- leistung im beidarmigen Stoßen von 161,5 Kilogramm überbieten. Nachdem ihm dies mit 179 Kilogramm beim zweiten Versuch auch geglückt war, Neß er das Gewicht auf 185 Kilogramm erhöhen. Als Rigoulot diese ungeheure Last pmsetzen wollte, brach er plötzlich mit einem lauten Schrei zusammen? er hatte sich doch zuviel zugemutet. Bewußtlos brachte man Rigoulot in seine Kabine, wo der Arzt einen RißocsHauptmuskelsimlintenOberschenkel feststellte. Man hofft, daß durch diese Verletzung die Karriere Rigou- lots noch nicht jäh beendet ist, aber es wird Monate dauern, bis er wieder auftreten kann. Motorbootregatta in Potsdam Hindenburg-Preis für das schnellste Boot Die Berliner Klubs des Deutschen Motorbootjachtverbandes bringen auch in diesem Jahr« wieder«ine große internationale Motorbootregatta auf dem Templiner See bei Pots- dam zur Durchführung, und zwar in der Zeit vom 4. bis 7. Juli. Reichspräsidentvon Hmdenburg hat für da» schnellste Boot der Re- galla«inen Ehrenpreis zur Verfügung gestellt, auch Reichsaußen- minister Dr. Eurtius gehört zu den Preisstiftern. Die Regatta hat die besten Aussichten auf«ine zahlreiche ausländische Beteiligung So haben bereits je ein französisches und spanisches Team unter Führung des Marquis de Joanrey sowie ein schwedisches Team zugesagt, auch aus Italien und England, Ungarn, Oesterreich und der Schweiz werden Teilnehmer erwartet. Das Regattakomitee hofft, daß sich vor allem auch die großen Schnellboote in Potsdam ein- finden werden. Man denkt da wohl in erster Linie an den Eng- länder Kay« Don mit seiner berühmten„Miß England II*. Dieses Weltrekordboot aus dem Nachlaß von Sir Henry Segrav« ist dieser Tage aus Buenos Aires, wo Kay« Don mit 167 Stundenkilometern einen neuen Geschwinoigkeitsweltrekord aufstellte, in Genua einge- troften und nimmt vom 8. bis 18. Mai an der Regatta auf dem Gardafee teil. Der VBB. als Diktator Wieder einmal spiest sich der Lorstand de»(bürgerlichen) Der- bandes Brandenburgischer Ballspielvereine zmn Diktator über die ihm angeschlossenen Vereine aus. Bekanntlich hat sich der Berliner Fußballklub„Preußen" zum zweiten Pfingstfeier- tag eine der spielstärksten englischen Berufsfußballmannschaften verpflichtet. Um nun diesem Gegner, Birmingham, eine entsprechend spielstarke M-nui schüft entgegenstellen zu können, hatten di« Preußen mit dem Fußballklub„Viktoria" Fühlung genonnnen, zur Auf- stelluirg einer kombinierten Elf. Auch Hertha- BSC. und Tennis-Borussia hatten sich gemeinsam eine englische Mannschaft. die Westham Unsted, engagiert. Dies« Verbindungen wurden vom VBB.-Vorstand verboten. Irgendwelche sachlichen Gründe lagen doch bestimmt nicht vor. Hier liegt vielmehr die Mutmaßung nahe, daß der VBB. in diesem Zusammengehen der Dereine eine Konkurrenz für seine Städtespiel« befürchtet. Um das zu verhindern, wird zu solchen Maßnahmen ge- griffen. Der Arbeiter-Fußballbewegung können solche Verochnungen und Verbote nur recht sein. Zeigt es sich doch wieder einmal, daß dem VBB. wenig an der Ausbreitung des Sports, sondern alles an der Füllung seiner Kasse liegt. Reit-' und Spring-Turnier Stuf dem Hippodrom am Zoo wurde in den letzten Tagen«in stark besuchtes Reit- und Springturnicr ab- geholten, das zu einer vorzüglichen Werbung für das deutsche Pferd wurde. Durch Vermittlung der Kommission für Leistungsprüfungen von Wormblutpferden in der Provinz Brandenburg war auch das Landwirtschaftsministerium als Preisstifter vertreten. In dem Wettkampf der Pferde, die sich in Privatbesitz, bei der Reichswehr oder bei der Schupo befinden, machen dem Laienpublikmn immer di« Schupopferde besondere Freude, da sie trotz ihres schweren Dienstes so frisch« Konkurrenten sind. Eine Schaunummcr stellt«? die Schupo durch Borführung einer großen Anzahl von Polizei« Hunden. Man sah nicht nur den volkstümlichen deutschen Schäfer» Hund, sondern auch einen Riesenschnauzer,«inen Dobermann» Pinscher und einen Boxer. Letzterer war von direkt komisch wirken- dem Eifer. Nun, da er der einzige Boxer war, hatte er es auch schwer? denn hätte er Fehler gemacht, würde er doch nicht nur sich, sondern zugleich sein« ganze Rasse blamiert haben! Die Hunds arbeiteten ausgezeichnet. Vor ollen Dingen gesicl ein Tier, das zwei„Verbrecher" stellte und trotzdem noch Obacht auf seinen Herrn gab. Bei den ungeheuer wendigen, sehr teueren Poloponies sah man natürlich ausländisches Material. Inzwischen beginnt man auch in Deutschland Poloponies zu ziehen. Wenn unsere deutsche Zucht konkurrenzfähig ist, findet sie hoffentlich die Beachtung dex kaufenden Kreise._ Arbeitervereine werben Einladungen zum Eintritt Die Freien Wassersahrer Köpenick 1924 e. V., Bev« ein für Ruder- und Kanusport, haben sich entschlossen, bei Neuaus» nahmen im Monat Mai kein Eintrittsgeld zu erheben und während des Mai keinen Beitrag zu nehmen. Besonders den Köpenicker Wasserfahrern dürste diese Begünstigung zu empfehlen sein, zumal FWG. der einzige bundestreue Wasscrsporwerein in Köpenick ist. Aufgenommen werden Sportler mit eigenem Boot sowie Mann- schaftsfahrer, auch Jugendliche, denen erstklassiges Bootsmaterial zur Verfügung steht. Weitere Auskunft erteilen schriftlich oder müird» lich: Hans Boche, Köpenick, Glienicker Str. 61, K. Schmidt, Berlin- Britz, Pintfchallee 37. Da- Bootshaus befindet sich in Köpenick, Wendenschloß 17(Werft Hasse). Die Leichtathletikabteilung des A S V.-W e d d i n g beginnt am 5 Mai ihre diesjährige Sportfaison und lobet hierzu Gäste und Freunde ein. Jeden Dienstag und Donnerstag trainier«« die Leichtathleten von 18 Uhr bis zur Dunkelheit im Dolkspark Rchberge, jeden Freitag 19 Uhr im Lokal Kaiser, Lütticher Str. 4, Jnforma- tionsabend der Abteilung, Aufnahmen neuer Mitglieder auf dem Sportplatz oder im genannten Lokal. Handballinteressenten können sich ebenfalls dort melden. Die Freie Sport- und Schützenvereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht,, das im Arbeitersport sehr vernach- lässigte Fechten aufzunehmen. Das blitzschnell« Erfassen der Situs» tionen in den Kampfmomenten ist der gegebene Ausgleich für den abgestumpften Mafchinenmcnschsn der Jetztzeit. Günstige Einkaufs- Möglichkeiten von Sportgerät und der geringe monatliche Beitrag von 89 Pf. ermöglicht es jedem, sich an diesem Sport zu beteiligen. Die genannte Vereinigung übt jeden Donnerstag in der Turnhall« Köpenick«? Str. 125, 19)4 Uhr. Gäste willkommen. Auskunst erteilt Karl Grabowsky, O. 27, 5)olzmarktstr. 69. Auf Einladung der Freien Faltbootfahrer Berlin spricht in deren Gefamtveranstaltung Donnerstag, 7. Mai, 29 Uhr, im Sophienlyzeum, Weinmeisterstr. 16/17, der Geschäftsführer de- Deutfch-Oesterreichifchen Boltsbundcs, Dr. R. Mifchler, an Hand von schönen Lichtbildern über das Thema:„Dos schöne Oesterreich und das neue Wien". Eintritt frei, Gäste willkommen. Am Himmelfahrtstag veranstaltet di«„Freie Sport» und Mufikvereinigung Berlin", die sich bei allen Parteiveranstaltungen mit ihrem Musik- und Tambourkorps zur Beifügung stellt, einen Familienausflug zum Strandbad Wannsee. Abmarsch mit den beiden Bercinsmusikkapellen um 9 Uhr vom Bahnhof Grunewald. Ungefähr eine Stunde Morsch. Alle Vereinsmitglieder bringen ihre Familienangehörigen mit. Parteigenossen und Gewerkschaftskollegen mit ihren Familien find auch hierbei gern gesehene Gäste. Irgendein Geldbeitrag wird nicht erhoben, alle sollen kommen! Reine Pahbefreiung tür Wien Der Reichsminister des Innern hat es abgelehnt, auf die Mitführung eines Auslandspasses seitens der Besucher des Olympias zu verzichten. Er hat jedoch anheimgestellt, Anträge auf Ermäßigung der Paßgebühren für die Besucher des Olympias an die zuständigen Polizeibehörden zu stellen. Wörtlich schreibt er: ..... Ich stell« sedoch ergebenst anheim, soweit nicht für zusammenreisende Teilnehmer die Ausstellung von Sammellisten in Frage kommt, die einzelnen Teilnehmer zu veranlasicn, unter Berufung auf§ 7 Abs. 1 der Poßgcbührenverordnung vom 27. Juni' 1924(Reichsgesetzblatt 1 S. 657) eine Ermäßigung oder den Erlaß der Paßgebühr zu beantragen.. Danach müssen nun die mit der Vorbereitung des Olympia betrauten Ausschüsse oder sonstige Stellen einen Antrag auf Paß- gebührenermäßigung an die zuständigen Polizeibehörden richten. Sie können sich dabei auf das Schreiben des Reichsministcrs des Innern berufen und auf den in diesem Schreiben erwähnten Erlaß vom 27. Juni 1924 hinweisen. Die Befreiung von der Stempelpflicht für Ar- beitslose, die am 2. Arbetterolympia in Wien teilnehmen, muß beim zuständigen Arbeitsamt beantragt werden unter Berufung auf die Antwort der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfiirsorge. Znbiläumsboxkampslag Im Zirkus Rusch. Anläßlich ihres 59jährigen Bestehens veranstaltet die Rudolf-Karstadt-A.-G. Freitag, 15. Mai, im Zirkus Busch einen großen Boxkampftag, dessen Pro- gramm sich um die Begegnung der beiden Spitzenlcut« im Mittel- gewicht, Hein Domgörgen und Hans Seifried, gruppiert. Der Ver- anstalter hofft, vom Sportausschuß der BBD. die Genehmigung zu erhalten, daß dieses Treffen als Kamps um die deutsche Mittel- gewichtsmeisterschaft, die durch Tobecks Rücktritt freigeworden ist, ausgetragen werden kann. Das Werbeturnea des Bezirks Westen der Freien Turnerschaft Sroh-Berlin findet heute, Donnerstag, 29 Uhr, in der Turnhalle Kulmer Straße 15, statt. Der zweite Tag der Derby-Verunstaltung zu Rahleben bringt Freitag. 8. Mai, in dem Flieder-Preis«in« weitere interessante Konkurrenz. Die Rennen beginnen um 15 Uhr. T»»rist! KOftf i«„®it Xahttfcaiabc*, Zentrat« Sie». Freite a. t. SKai, 29 Uhr. Faltdortabteilung: Iohanni,str. 15, Geschäftlich«,.— Btaetuolah: 19 Uhr Jugendheim korjing,, Ecke«raunftrohe.— Humboldihein: Iuoendgruppe 20 ll'.e Jugendheim Panl-, Sde Wielenstraße,»Elnfithruug in die sozialistisch- Gedankenwelt".— Südost: im Heim Brihrr Str. 27,„Der Sinjcln« in der Ge. ireinschost".— Sharloltenburg: 19'/, Uhr im Jugendheim Spreesir. ZV, Gclchofl. Nlhes und Eingsana.— Lichtenrode: dei Dehlam. Bahnhof-, Ecke Goldstrah«, Singeabend.— Neukdlln: Jugendheim NeulWn, B-rgstr. JS, Raum 1, Gruppen. anaeleaenheiten. Verschiedenes.— Brih: Jugendheim Chaufseestr. 1» sZlathau»), Geschhfiliche».— Treptow: Helm Glscnstr. Z, am Sahnhof, Bunter ä dend.— Sonntag, 10. Ma' beteittgt sich alles an dem Malenfest in Meißnershof. Abt. Milte: Tr-ff. 8 Uhr Endstation der 7,1 und Z4.— Ädt. Tiergarten: Shf. Se. fundbrunnen.— Abt. Wedding: Vhf. Gesundbrunnen,!Zahrt bis Dorg-dorf.— Abt. Sumboldthain und Prensl. Berg: Bhf. Gesundbrunnen, Zahlt bis Zrohnau. — Abt. firiedrichshatn: S'hles. Bhf.— Abt. Osten: Warschauer Strahe. Alles 1 Uhr früh. Bollssport Aeulölln. Britz. Z. Madchenabtsilung: Heute, Donnerstag, 7. Mai, Pfingftfabrtbefpreehung mit Teilnehmern und Eltern, 18 Uhr Turnhalle.— Wien, und Sieiermartfohrerl ffahrtimsprechung(und 4,20 M.) sjreitag, 8. Mai, Britz, Ehausleestr. ST. bei Becker, 30 Uhr.—«inderwrnau-schutzl Montag, IL Blai. Helfer und Letter 10 Uhr Sannrnplatz. Letzte Intormati»».«tm Freund. hchgfwäniherttitte- Lvckriuiiylde�-OlmMo.vrttz.