Morgenausgabe sluchensinb Nr. 216 A 109 48.Jahrgang Böchentlich 85 Bf., monatlich 3,60 m im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bf. Postzeitungs- und 72 Bf. Bostbestellgebühren. Auslands. abonnement 6,- m. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen porto 5,- M * Der„ Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend" Illustrierte Beilage Voll und Zeit". Ferner Frauenstimme", Technik",„ Blick in die Bücherwelt", Jugend- Borwärts" u., Stadtbeilage Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 10. Mai 1931 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die einspalt. Nonpareillezeile 80 Pt. Reflamezeile 5,- R. Kleine An zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. ( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jedes meitere Bort 12 Pf. Rabatt It. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf. jedes weitere Wort 10 Bf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien anzeigen Beile 40 Bf. Anzeigenannahme im Hauptgeschä Lindenstraße 3. wochen täglich von 8 bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich das Recht ber Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Reichsregierung und Zollplan. Curtius- Rede vor der Auslandspreffe. Auf einer Veranstaltung des Vereins der ausländischen Presse| der beiden Boltswirtschaften. Die Unabhängigkeit Desterreichs wird in Berlin erwiderte auf die Begrüßungsansprache des Borsitzenden durch die Zollunion nicht beeinträchtigt. In welchen Punkten eine Blokzijl Holland, nach einer Ansprache des päpstlichen Nuntius Verlegung der Verträge und des Genfer Protokolls von Ottober 1922 Orsenigo, Reichsaußenminister Dr. Curtius mit herzlichen Worten vorläge, haben die Gegner des Plans bisher nicht erörtert. Die öfter über die Zusammenarbeit von Auslandspreffe und Reichsregierung. reichische und die deutsche Regierung sehen in Ruhe der Berhandlung Dann sprach der Minister über die Aufgaben der Presse und des Bölferbundsrats hierüber entgegen. fuhr fort: An das Tatsächliche muß man sich halten, wenn man die Gefahr vermeiden will, eine Verfälschung des mirklichen Sachverhalts herbeis zuführen. Das gilt auch von dem naheliegenden Beispiel der österreichisch- deutschen 3ollunion, bei deren Beurteilung das Ausland vielfach von falschen Vorstellungen ausgegangen ist. Darauf beleuchtete Dr. Curtius einige Seiten des Zollunions plans, indem er sich fachliche Erwiderungen auf die Ausführungen des französischen sowie des tschechoslowakischen Außenministers für die bevorstehenden Beratungen in Genj vorbehielt. Die Vorwürfe über die Form des Vorgehens der vorbehielt. Die Vorwürfe über die Form des Vorgehens der deutschen und der österreichischen Regierung bei der Veröffentlichung des Plans wies der Reichsaußenminister entschieden zurück. Er legte dar, daß beide Regierungen unmittelbar nach Erzielung eines Ein verständnisses auch nur über die Richtlinien die anderen Regierungen in vollem Umfange unterrichtet haben. Er hoffe, daß der Streit um die Taktik aufhöre, Prestigefragen aus dem Spiel bleiben und die Angelegenheit selbst mit ruhiger Sachlichkeit behandelt wird. Er begrüßte Briands Hinweis auf den rein wirt. fchaftlichen Charakter des deutsch- österreichischen Plans. Die wirtschaftlichen Nöte, die Desterreich getrieben, haben, hat der österreichische Bizetangler in den letzten Tagen eingehend dargestellt. Deutschland steht unter der Geißel der fürchterlichsten Arbeitslosigkeit und dem Druck schwerster Reparationen. Absatz für unsere Arbeit, Markterweiterung ist das Ziel, das mir anstreben. Die Auffassung, daß wir Machtpolitit mit unserem Plane ver. folgen, zeugt von völliger Ber ständnislosigkeit für die Lage | Natürlich geht es nicht an, die Rechtsfrage durch Erwägungen wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit und politischer Wünsche zu verdunkeln. Die deutsche Delegation wird ebenso wie die österreichische in Genf alle anderen Vorschläge und alle umfassenden Pläne für die Sanies rung der europäischen Wirtschaft begrüßen, und sich an solchen Arbeiten intensiv beteiligen. Ich, fährt Curtius fort, habe wiederholt meiner Ueberzeugung Ausdrud gegeben, daß neben regionaler Berständigung zusammenfaffende Pläne für zentrale Auf gaben erwünscht wären. Ich bedauere nur, daß das französische fogenannte Gegenprojekt der deutschen Regierung nicht auch bereits zugänglich gemacht ist wie offenbar den Regierungen der Frankreich besonders na hestehenden Länder. Zum Schluß appellierte der Reichsminister an die Loyalität der ausländischen Presse und bat sie, die Welt über die Anstrengungen und wahren Absichten der deutschen Regierung zur Ueber windung der ungeheuren Notlage Deutschlands und zur Linderung der europäischen Krise aufzutlären: Gleich weit entfernt von Utopie und Radikalismus, ftrebt die Reichsregierung entschloffen und besonnen eine Besserung der Gesamtlage des deutschen Wolfs an und setzt sich gleichzeitig für weitestgehende Kooperation mit den anderen Völkern ein. Deutschland ist auf das stärkste an einem friedlichen Ausgleich aller Spannungen, einer Hebung der Wirtschaftslage in der ganzen Welt und einer fortschrittlichen gleichberechtigten Entwidlung der Bölfer intereffiert.( Lebhafter Beifall.) Brotpreisfenfung zum 18. Mai. 47 Pfennig für Berlin- das genügt noch nicht! Amtlich wird gemeldet: Die Verhandlungen mit den Berliner| 15. Mai hinausgeschoben, so wäre die Wiederherstellung des alten Mühlen und Bäckern über eine Senkung des Brotpreises wurden Preises von 46 Pf. schon früher möglich gewesen. Es ergibt unter Vorsitz des Herrn Reichsministers Schiele fortgeführt. Sie sich jetzt der Zustand, daß für genau vier Wochen, nämlich vom hatten folgendes Ergebnis: 21. April bis zum 18. Mai in Berlin Brotteuerungen von 2 und 4 Pf. in Kraft waren und daß nicht nur in Berlin, sondern im ganzen Deutschen Reich eine ungefeßliche Schädigung der Verbraucher eingetreten ist. Dafür ist die Reichsregierung verantwortlich, die nach dem Gesetz einer Brotteuerung vorzubeugen verantwortlich, die nach dem Gesetz einer Brotteuerung vorzu beugen hatte. Ebenso kann sich nach den bisherigen Erfahrungen niemand darauf verlassen, daß die angefündigte Brotpreisfentung zum 18. Mai und später in Berlin und im Reiche auch wirklich eintreten wird. Die Berliner Roggenmühlen erhalten aus den Beständen der Getreide- Handels- Gesellschaft Roggen angeliefert mit der Verpflichfung, das Roggenmehl( Type 0/1, das heißt von 0 bis 70 Proj. ausgemahlen) zum Preise von 27 m. ab Mühle oder von 28 m. frei Bäderhaus netto kaffe zu liefern. Dieses Mehl darf nur an solche Betriebe abgegeben werden, die sich verpflichten, den vom Zwedverband der Bädermeister Groß- Berlins feinen Mitgliedern empfohlenen Brotpreis nicht zu überschreiten. Der Zwedverband hat fich feinerseits verpflichtet, sich seinen Mitgliedern gegenüber dafür einzusehen, daß vom 18. Mai ab das Brot in dem bisherigen ortsüblichen Gewicht und in der bisherigen Qualität zu einem Preise von 47 Pf. abgegeben wird. Sobald sich die Sentung des Weizenmehlpreises, die durch die Regierungsmaßnahmen veranlaßt ist, in angemeffenem Maße ausgewirkt haben wird, werden die Berhandlungen über die Möglichkeit einer weiteren Berbilligung des Brotpreises fortgeführt werden. * Die Reichsregierung verspricht ab 18. Mai für Berlin einen Brotpreis von 47 Pfennig und stellt eine weitere Verbilligung in Aussicht, wenn auch die Senfung des Weizenmehlpreises fich aus. gewirkt haben wird. Wir hoffen, daß diese Ankündigung durch die Tatsachen gerechtfertigt werde. Die jetzt angefündigte Herabsehung des Brotpreises ist ein Erfolg der öffentlichen Kritit und des scharfen politischen Kampfes der Sozialdemokratischen Partei um die Erfüllung des Gesetzes. Das Reichsernährungsministerium, das die Brotpreisfrage auf die leichte Achsel zu nehmen gesonnen war, ist gezwungen worden, baldige Erfolge der von ihm veranlaßten Maßnahmen erkennen zu lassen. Die Einführung des Kompromiß Kommißbrotes mußte unterlassen werden. Eine Brotpreisfenfung auf 47 Pf. in Berlin und zwar erst zum 18. Mai, fann jedoch noch nicht befriedigen. Hätte man die Weizenzollsenfung nicht bis zum Die Wiederherstellung des alten Standes des Brotpreises, für die sich die Reichsregierung verpflichtet hat, muß erfolgen. Wir werden deshalb die weitere Entwicklung mit größter Auf merffamteit beobachten. Das Mißtrauen im Reiche gegenüber der Aktivität der Reichsregierung ist immer noch groß. In demselben Augenblid nämlich, in dem amtlich die Brotpreis fenfung zum 18. Mai angekündigt worden ist, wird aus Mannheim eine neue Erhöhung der Brotpreise gemel det. Unsere Wachsamkeit ist also gerechtfertigt. Der Zwischenfall von Czernowig. Bukarest sucht den Ausweg. Bukarest, 9. Mai. Heute vormittag 11 Uhr soll der Ministerrat zum Fall Ghita Stellung nehmen. Halbamtlich verlautet, daß man von Ghita ver langen wird, eine Formel zu finden, durch die der deutsch- rumäniſche 3 wischenfall aus der Welt geschafft werden wird. Das Blatt des Ministerpräsidenten Jorga bezeichnet die ganze An gelegenheit als ein einfaches Mißverständnis, für das die rumänische Regierung nicht verantwortlich gemacht werden könne. Im übrigen sollen, wie verlautet, die Handels. vertragsverhandlungen im Juni in der Schweiz wieder auf genommen werden. Bostschedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. n. Disc.- Ges., Depositent., Jerusalemer Str. 65/66. Zollunion und Anschluß. Sozialisten für Selbstbestimmungsrecht. fenfung ist nationale Tat. Zoll: ,, Die Kammer bekräftigt nochmals ihr Bekenntnis zur Politik der internationalen Verständigung und der weitestgehenden loyalen Zusammenarbeit der europäischen Bölker. Gie verurteilt das Projekt der deutsch österreichifchen 3oIlunion, das im Widerspruch zu dieser Politik und den Verträgen steht. Sie billigt die Erklärungen der Regierung und geht im Bertrauen auf sie und unter Zurückweisung jeden Zusages zur Tagesordnung über." Diese Resolution Fougère, die in der Nacht zum Sonnabend von der französischen Kammer mit einer ungeheuren Mehrheit angenommen wurde, bedeutet den Sieg Briands. Darüber hinaus bedeutet sie auch noch einiges für Europa und besonders für uns. Die Sozialisten stimmten für Briands Verständigungspolitif, protestierten aber gegen jenen Saz der Resolution, der sich mit der österreichisch deutschen Zollunion beschäftigt. Sie taten das mit der logisch vollkommen durch= schlagenden Begründung, daß über die Zulässigkeit des Zollpaktes nicht die Volksvertretung eines einzelnen Landes sondern nur die zuständigen internationalen Rörperschaften zu entscheiden hätten. Sicherlich war die Kammer flug genug einzusehen, daß die Sozialisten eigentlich ganz recht hatten. Aber das vermeintliche Bedürfnis einer nationalen Politik fiegte über die absolute Logit ein Fall, der übrigens in anderen Parlamenten auch schon vorgekommen sein soll... -Besonders tüchtige Leute fönnten auf den Gedanken fommen, jezt müsse der Reichstag zusammentreten und beschließen, daß der Zollpakt zur Verständigungspolitik und 6u den geltenden Verträgen nicht in Widerspruch steht. Leider würde man aber auch dadurch keinen Schritt weiterfommen. Ueber die rechtliche Seite der Angelegenheit wird der Inters nationale Gerichtshof im Haag entscheiden, wenn sonst keine Einigung zustande fommt, und die unterliegende Partei wird sich seinem Urteil loyal unterwerfen müssen. Das heißt: erklärt der Internationale Gerichtshof den Zollpakt für zulässig, so wird niemand mehr Deutschland und Desterreich das Recht, ihn abzuschließen, bestreiten können. Erklärt er ihn für unzulässig, so werden Deutschland und Desterreich auf die Ausführung ihres Planes solange verzichten müssen, bis die Berträge geändert oder sonst zuläffige zum Ziel führende Wege gefunden find. Faßt der Gerichtshof auch dieser dritte Fall ist möglich einen nicht ganz eindeutigen und stark auslegungsfähigen Beschluß, so wird es wieder für die Verständigungspolitiker auf beiden Seiten Arbeit geben. Uebrigens handelt es sich vom juristischen Standpunkt aus nicht nur um die Frage, ob der Zollpakt mit den Friedensverträgen von Versailles und St. Germain und mit dem Protokoll von 1922 vereinbar ist. Eine nicht geringere Rolle dürfte auch die Frage spielen, ob der Zollpakt wirklich, so mie er es beabsichtigt, die Geltendmachung des Meist begünftigungsrechts ausschließt. Inoffiziell ist schon von ver schiedenen meistbegünstigsten Staaten angekündigt worden, daß sie die Vergünstigungen, die Deutschland und Desterreich einander gewähren wollen, auch für sich in Anspruch nehmen. Das heißt, sie würden für ihre Einfuhr in das deutschösterreichische Gebiet dann nicht mehr die Zölle des Zolltarifs. fondern nur noch die 3 wischenzolle zahlen wollen, die an der Grenze zwischen Deutschland und Desterreich erhoben werden. Da die beteiligten Regierungen solchen juristischen Auseinandersehungen nicht aus dem Wege gehen können, ist mit einem raschen Zustandekommen der Zollunion nicht zu rechnen. * Daß solche Hemmungen eintreten würden, war nicht schwer vorauszusehen. Es war auch nicht schwer vorauszu sehen, daß man die ganze Angelegenheit in Prag und in Paris etwas anders betrachten würde als in Wien und Berlin. Es ist gar nicht verwunderlich, daß man drüben ,, Anschluß" versteht, wenn man hüben 3oIlunion" sagt, und mag man hier hundertmal mit bestem Glauben versichern, die Zollunion sei nicht der Anschluß und auch nicht der Anfang dazu, so wird man dort ebenso oft und mit gleicher Kraft der UeberBeugung versichern, er sei es doch. Die deutsche Sozialdemokratie ist seit Kriegsende Trägerin des Anschlußgedankens und bleibt es. Db durch die augenblickliche Attion des Auswärtigen Amtes Spaniens Schule weltlich. Religionsunterricht und Adel abgeschafft. der Anschlußpolitik genützt oder geschadet wird, darüber wird in einem späteren Stadium zu sprechen sein. Hoffentlich wer» den nicht diejenigen recht behalten, die jetzt versichern, die Zollunion habe nicht nur nichts mit dem Anschluß zu tun. sondern wirke sogar gegen ihn. Wir bekennen uns zum Anschluß. Zu den bestehenden Verträgen haben wir aber durchaus nicht das unbedingte Vertrauen, daß sie Deutschland und Oesterreich einen Schritt aus eigenem Willen gestatten, der als ein Schritt zum An- schluß gedeutet werden kann. Darum bekämpfen wir ja diese Vertragsbestimmungen, die ein Hohn auf das Selbftbestimmungsrecht der Völker find. Wir sind durchaus nicht einig mit jenen Herren in der französischen Kammer, die den Frieden auf die sogenannte„Heiligkeit der Verträge" gründen. Wir sehen vielmehr in den geltenden Verträgen sehr viel„Unheiliges", das auf dem Wege fried- licher Verständigung unwirksam gemacht werden muß. Das kann durch Aenderung der Verträge geschehen, aber auch auf andere Weise. So ist die Verpflichtung Deutschlands, seine sogenannten „Kriegsschuldigen" auszuliefern, formal nie aufgehoben worden. Dennoch dürfte jeder, der sie heute noch geltend inachen wollte, der Aufnahme in eine Heilanstalt sicher sein. Nicht viel anders sieht es mit dem„Recht" der Alliierten und Assoziierten, schon geräumte Gebiete Deutschlands unter gewissen Umständen wieder zu besetzen. Es gibt eben Be- siimmungen, die einfach unanwendbar geworden sind, weil sich ihre Anwendung mit dem gegebenen Stande der Welt- gesinnungund Weltgesittung nicht mehr verträgt. Zur Ermöglichung des Anschlusses bedarf es keiner Vertragsänderung, wohl aber einer Aenderung der Herr- schenden Auffassungen von Recht und Gerechtigkeit. Die Verträge geben den Völkerbundsmächten das formale Recht, den Anschluß zu verhindern— aber es wird die Zeit kommen, in der es moralisch unmöglich sein wird, von diesem„Recht" Gebrauch zu machen. Trotz der Schwere der entgegen- stehenden Interessen, die wir keineswegs verkennen, glauben wir an den schließlichen Sieg der Idee, der Idee des nationalen Selbstbestimmungsrechts auch für Deutschland und das unglückliche, in die Zwangsjacke einer ungewollten Eigenstaatlichkeit gepreßte Oesterreich. Für diese Idee und ihre praktische Anwendung auf den Anschluß kämpft die deutsche Sozialdemokratie seit Kriegsende. Einer besonders lebhaften Unterstützung durch die sogenannten„nationalen" Parteien hat sie sich dabei nicht zu erfreuen gehabt. Ob der Plan der Zollunion, so wie er jetzt zur Welt gebracht worden ist, für die sozialdemo- kratische Anschlußpolitik eine Förderung oder das Gegenteil davon bedeuten wird, muß der weitere Lauf der Dinge lehren. Sicher ist, daß es weder mit der Zollunion noch mit dem Anschluß so schnell gehen wird, wie man gerne möchte. Vom Völkerbund ist zu verlangen, daß er sich nicht nur als inter» nationale Verhinderungsbehörde betätigt, sondern p r a k- tische Wege öffnet, die aus dem Elend herausführen. Deutschland hätte inzwischen Zeit, die Argumente seiner Gegner zu entkräften, die meinen, die Zollunion sei weiter nichts als die Vergrößerung eines bestehenden Hochschutzzollgebiets und sie werde darum nicht zu einer Milderung, sondern zu einer Verschärfung der selbst- mörderischen innereuropäischen Wirtschaftskämpfe führen. Diese Argumenta, in denen auch die Höhe des deutschen Brotpreises eine gewichtige Rolle spielt, sind dem Ge- danken der Zollunion vielleicht noch gefährlicher als die rein formalrechtlichen Bedenken. Zollfcnkung ist nationale Tat! Wo ist Vreitscheid? Aufregung der„nationalen" presse. Die„nationale" Presse beschäftigt sich seit zwei Tagen mit der Frage, wo sich Genosse B r e i t s ch e i d befindet. Sie hat nämlich etwas läuten gehört, Breitscheld fei in Paris oder im Vegriffe, nach Paris zu fahren. Wenn aber Breitscheid nach Paris fährt, so tut er das natürlich nur, um die nationalen Belange an den Erb- feind zu oerraten. Also ist das Vaterland in Gefahr, und die Re- gierung wird gefragt, was sie dagegen zu tun gedenkt. Zufälligerweise ist Breitscheid augenblicklich nicht in Paris und auch nicht auf dem Wege dorthin. Womit keineswegs gesagt ist, daß er nicht nächstens doch vielleicht dorthin fährt. Ob er das tut oder nicht tut, geht nämlich die„nationale" Presse nichts an, und ihre aufgeregte chinterdrein-Schnüffelei ist weiter nichts als eins große Albernheit. Professor Einstein in London. Vorlesungen über die Relattvilätstbeorie. Laadoa, g. Mai. Professor Einstein begann heute in der Universität von Oxford als Rhodes-Lehrer Vorlesungen über sein« Relatioitätscheori«. Der Andrang zu der Vorlesung war so groß, daß viele der Studenten in dem großen Rhodes-Saal keinen Einlaß mehr finden tonnten. Professor Einstein wurde bei seinem Erscheinen ein« groß« Ovation bereitet. Er hielt seine Vorlesung in deutscher Sprache. Siahlhelmpleiie Anfang August. Der Preußische Landtag wird sich voraussichtlich End« Juni mit dem Ergebnis des Volksbegehrens beschäftigen. Da er das Verlangen auf Auflösung des preußischen Parlaments ablehnen wird, kommt«s zum Volksentscheid, der voraussichtlich am 2. oder 9. A u g u st vor sich gehen wird. Freylagh-Loringhoven gegen Brüning. Der deutschnotionas« Reichstagsabgeorduete Freiherr v. Freytagh-Loringhoven erklärte in einer östentlichen Versammlung in München, daß die Deutsch- nationalen nicht in den Reichetag zurückkehren würden. Sie müßten es ablehnen, Kompromssse mit der Regierung Brüning zu schließen. Madrid. 9. Mai.(Eigenbericht.) Der Ministerrot beschloß ein Dekret, in dem die Ab» schaffung des offiziellen Religionsunterrichts an allen staatlichen Schulen bekanntgegeben wird. Den Eltern soll«s gestattet sein, ihren KinSern einen fakultativen Religionsunterricht durch Geistliche erteilen zu lassen. Ein anderes Dekret schafft den Adel ab. Der Unterrichtsminister Marcelino Domingo sagte in einem Interview über die Hauptaufgaben seines Ministeriums, daß die Entscheidung über die wichtigsten Fragen dem Parlament vor- behalten werden, nur in einem Punkte könne es keinen Aufschub geben. Das sei die sofortige Eröffnung möglichst vieler Schulen. Allein in Madrid können rund 45 000 Sinder keinen Unterricht erhalten, weil es an Schulklassen fehlt! Wo aus Geldmangel keine neuen Schulen geschaffen werden können, sollen wenigstens provisorische entstehen. Das größte Hindernis ist der schlimme Zustand, in dem die M o n a r ch i e die Finanzen hinterlassen hat. Luxusausgaben haben keinen Raum sür das Notwendigste gelassen. Die neue spanische Schule solle eine Grundschule etwa nach deutschem Muster werden. Die Kinder der besitzenden Klassen sollen mit den Kindern der Arbeiterschaft zusammenleben. Aus der Grundschule wird jedem begabten Kinde der Ausstieg offen sein. Auch die höhere Schule kennt fortan nur den kosten- losen Unterricht. Die provisorische Regierung beabsichtigt die Lehrmittel auent- g-ltlich zur Verfügung zu stellen. Nach Beendigung des Gymnasialunterrichtes soll dem unbemittelten, aber begabten Schüler der Besuch der Universität durch freien Lebensunterhalt ermöglicht werden. In der Vorbildung des Lehrpersonals ist während der letzten 20 Jahre schon sehr viel geschehen, aber noch lange nicht genug. Die moderne Schule erfordert modern« Lehrer, daher — so schließt der Minister— muß auch die Lehrerausbildung von Grund auf umorganisiert werden. Wie sag" ichs den„rauhen Kämpfern?" Oer„Angriff" in der Defensive. Der �Angriff" des Herrn Goebbels hatte gestern die Ausgabe, seinen Lesern mitzuteilen, daß Herr Hitler künstig..granüsest auf dem Boden der Legalität" stehe und Herr Goebbels befehlsgemäß mit ihm. Der nicht ganz angenehm«!» Ausgabe entledigte sich das Blatt mit Hilfe einer riesigen Schlagzeile:„Stennes noch le- galer als Hitler". Diese Zelle verrät mehr als sie soll. Sie läßt die Beklemmungen erkennen, die gerade das Goebbcls-Vlatt bei der WendUvg des Kurses übernommen, die Angst vor der Reoidierung der eigenen Propaganda, die so gar nicht„legal' war, und die Flucht vor Stennes. Wen» aber auch Stennes in Legalität macht, dann sst es mt halb so schlimm, und wer weiß, vielleicht denkt sich der Leser dann: Legalität, dos ist das, was man den Gerichten erzählen muß. So redet im„Angriff" keine Schlagzelle zu den rauhen Kämpfern darüber, daß Hitler gronitfest legal ist. sondern nur darüber, daß Stennes noch fester als granitfest ist. Uns scheint, dos ist nicht„Angriff", sondern beklommene Verteidigung! Hakeukreuzangst vor Rölting. Betrngsmanöver mit gefälschtem Telegramm. Landtagsabgeordneter Genosse R ö l t i n g schreibt uns: „Im April fanden in Krefeld und Mörs überfüllt« Versamm- lungcn der SPD. statt, die sich mit dem Zerfall des Nationalsozia- lismus beschäftigten. Zu der Veranstaltung in Mors hotten die Nazis ihre ganze Garde aufgeboten. Der große Saal wurde lange vor Beginn der Veranstaltung durch die Polizei wegen Ueberfüllung gesperrt. Durch persönliche Vermittlung ermöglichte ich dem Ratio» nalsozialisten Bollmann, der als Diskussions- r e d n« r erschienen war, den Eintritt in den längst abgesperrten Saal. Die Versammlung hat die meiner Rede nachfolgenden Aus» führungen des Razi-Diskussionsredners in aller Ruhe angehört und alle Gefühle naheliegender Heiterkeit und berechtigter Empörung auf meine ausdrückliche Bitte hin mit großer Disziplin unterdrückt. Nach Durchführung der beiden Bersammlungen kehrte ich nach Berlin zurück, wo man mir da» nachfolgende Telegramm ausliefert«, das dort bereits seit zwei Tagen auf mich wartete:„Versamm- lungen Krefeld und Mörs infolge Naziterror verboten/ nicht kommen/ Eilbrief folgt. SPD.» Bezirk Niederrhein." Das Telegramm war ein« Haken- kreuzfälschung. Das Spiel ist durchsichtig. Man wollt« den vor- gesehenen Redner fernhalten und dann die Versamm- lung zum Auffliegen bringen bzw. durch den nationalsozialfftischen Diskussionsredner beherrschen. Nur einem Zufall ist es zu danken, daß der saubere Plan mißglückte. Der Zweck dieser Zellen ist der. dieses nationalsozialistische Bctrugsmanöver anzuprangern und die parteigenössischen Redner davor zu bewahren, auf solche abgefeimten Schwindeleien hereinzufallen. Thüringen wird eninazi. Die Trümmer des Regimes Frick werden entfernt. Weimar. 9. Mai.(Eigenbericht.) Am Sonnabend kam es im Thüringischen Landtag bei der zweiten Lesung über den Voltsbildungsetat wegen der Frick- schen Kulturpolitik zu lebhaften Auseinandersetzungen mU den Rationalsozialisten. Außer den Sozialdemokraten hielt auch ein Tell der bürgerlichen Parteien, wie z. B. die Wirtschaftspartei, scharfe Abrechnung mit der Politik Fricks. Di« Deutsche Bolksportei ließ durch ihren Fraktionsredner Dr. W i tz m o n n erklären, daß sie sich nicht gegen die von der sozialdemokratischen Fraktion beantragte Aufhebung der von Frick erlassenen Schulgebctsordnung und die Aushebung des Land darf nicht brachliegen. Madrid. 9. Mai. Die Regierung hat«inen Erlaß veröffentlicht, der sich zum Ziel setzt, die Arbeitslosigkeit unter den Landarbeitern zu bekämpfen und die brachliegenden Ländereien für die Produktion nutzbar zu machen. Den Eigentümern von nicht bestellten Ländereien wird ! zur Pflicht gemacht, auf Aufforderung der Behörden mit der Bebauung des Bodens zu beginnen. Sobald sich ein Besitzer weigert, die Arbeit in Angriff zu nehmen, wird sein Besitz von der Landwirtschastspolizei für die Gemeinde übernommen, die die laufenden Landarbellen ausführen läßt auf Rechnung des Gutsbesitzers. Lehnt er dies« Regelung ab, so werden seine Lände» reien beschlagnahmt und versteigert. Dieser Erlaß hat natür- lich unter den spanischen Großgrundbesitzern große Erregung her- vorgerufen. Innenminister de los Rios erklärte vor Pressevertretern, die repuhlikanssche Regierung betrachte den Hirtenbrief des Erzbischofs von Toledo und des Primas von Spanien, Kardinal Sogura, in dem die Katholiken aufgefordert wurden, bei den Wahlen weder Monarchisten noch Republikanern ihre Stimmen zu geben, sondern in erster Linie die katholische Kirche zu wählen, als eine feind» selige Stellungnahme gegen die Regierung. Der Justizminifter hatte«ine längere Besprechung mit dem päpstlichen Nuntius, in der er die Abberufung des Erzbischofs von Toledo verlangt Hoden soll. In Cartagena und Ferrol kam es zu Zwischenfällen bei der Marine. Wie der Innenminister mitteilt, ging in Ferrol die Mann- schast des Linienschiffes„Jaime" unter Rufen„Es lebe die Republik" a n L a n d und suchte das republikanische Parteilokal und den Bürger- meister auf, um sich über die Qualität des Essens und die Haltung des zweiten Kommandanten zu beklagen. Als die Matrosen wieder an Bord kamen, wurden sie sofort in Arrest genommen. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Keine Strafverfolgung Berenguers. Madrid. 9. Mai. Der oberste Kriegs- und Marine r a t hat beschlossen, die Strafoersolgung gegen General Berenguer einzustellen er soll wieder in Freiheit gesetzt werden. Negererlasses wenden werde. Ferner werde die Deutsche Volkspartei zustimmen, daß die von Frick im letzten Augenblick ver- ordnete Bcrschärfung der Schul st rasen Wiederaus» gehoben werde. Dem Mißbilligungsantrag, den die Sozialdemo- traten hinsichtlich der Berufung eines Hakcnkreuzlers als R a I s e f o r s ch e r an der Universität Jena eingebracht haben, werde die Deutsche Bolksportei ebenfalls zustimmen, weil ein Be- dürfnis hierfür nicht vorhanden sei. Dr. Witzmann sprach sich ferner scharf gegen die nationalsozialistischen Schülerbünde aus und zeigte, wie die Nationalsozialisten die Politik in die Schul« tragen. Di« Nationalsozialisten versuchten wiederholt, den volkspartei- lichen Redner niederzubrüllen, so daß der Präsident fortgesetzt ein- greifen muhte. Volkspariei rüffelt Kränzen. Vrauaschweig. 9. Mai.(Eigenbericht.) Di« Deutsche Bolksportei des Landes Braunschipeig hat jetzt zum erstenmal, wenn auch in vorsichtigster Form, gegen den Raziminister Franzen Stellung genommen. Sie kritisiert« in einer Mitgliederversammlung die Münchener Eni- schließung der Nation alsozialisten, in der die Abdankung des Reichs- Präsidenten gefordert wurde, und bedauerte, daß an diesem Beschluß ein Minister des Landes Braunschweig mitgewirkt habe. Und die Konseguenzen? Hitler-Palazzo Rr. 2 gekaust. Ein Kasernenhof wird auch noch gebraochi. München, 9. Mai.(Eigenbericht.) Mit dem 7. Mai besitzt Hitler und seine Partei zwei Paläste. Für den Preis von ein«r halben Million Mark, zu dem »och erhebliche Ausgaben für den Umbau kommen sollen, wurde der Kauf de» sogenannten Drechscl-Palais. das unmittelbar an den„Braunen Palazzo' grenzt, endgültig abgeschlossen. Bis- heriger Besitzer war die Witwe eines Papicrfabrikanten. Der Abschluß des Kaufes sollte bereits am 1. April dieses Jahres vollzogen werden, doch zögert« Hitler mit seiner Unter- schrift wegen der Stennes-Reoolte, deren Auswirkungen er zunächst abwarten wollte. Ob das neuerworbene Polais als Unterkunft für die neu ins Leben gerufene Parteiführerschule verwendet wird, ist noch unbestimmt. Wie verlautet, steht die Nazileitung auch in Mietverh-andlungen mit einer Münchener AutoHandels- sirmo, der ein großer Tell der Räume der alten Reiter- k a s« r n e im Zentrum der Stadt gehört. Hitlers militärischer Befehlshaber, der bolwsanische Oberstleutnant Rühm, hat es auf dies« Räume abgesehen, weil zu ihnen«in hoch ummauerter Kasernenhof gehört, der ihm für bestimmte Uebungen der aus» zubildenden Naziführer besonders geeignet erscheinen soll. Morih-prozeß in Berlin. Auch der Verleger Lehmann wird in Berlin prozessiert. In der Straffach« gegen den Schrifffteller Moritz und den Verleger Lehmann hat der erste Strafsenat des Reichsgerichts den Antrag de« Verteidigers, die Sache gegen Lehmann abzutrennen und an das Amtsgericht München zu übertragen, zurückgewiesen. In den Gründen ist ausgeführt, daß der Gerichtsstand des Wohnsitzes auch bei Pressevergehen anwendbar ist, da Moritz in Berlin wohnt, ist gemäß§!Z Strafprozeßordnung die Zuständigkeit des Amtsgerichts Bcrlin-Mttte als des Gerichtsstandes de» Zusammenhangs für Lehmann begründet. Auch Billigte its- oder Zweckmäßigkeitsgründe rechtfertigen den Antrag nicht. Würde ihm stattgegeben, so müßten zwei statt eines Verfahrens durchgeführt werden. Auch lassen die Wohnorte der Zeugen eine llebertragung noch München nicht zweckmäßig erscheinen. 14 arbeitelose Bergarbeiter getötet. Im Grubcnbezirk Harlin in Kentucky kam es zu blutigen Kämpfen erwerbsloser Berg- arbeiter und Gendarmen. 14 Personen wurden getötet und zahl- reiche verwundet. 10000 StudienrSte zuviel. Volksschule und Hochschule.— Eine Oenkschrifi der Sozio- liflifchen Studentenschast. Das Kultusministerium hat neuerdings darauf aufmerksam ge- macht, daß schon im Iahre� 19Z4 etwa 10000 Studienräte in Preußen zu viel sein werden. Das ist eine so große Zahl, daß die praktische Ausbildung der Lehrer gefährdet sein wird, wes- halb mit der Absperrung der Seminare zu rechnen ist. Das Kultusministerium warnt daher dringend vor der Studienratslaufbahn, denn für diese Tausende ist kein Platz mehr. Ein Umsatteln aus andere akademische Berufe ist aber ebenso nutzlos, weil auch die Wirtschaft mit Akademikern ü b e r f ü l l t ist. Die Studierenden werden ja auch größtenteils nicht etwa deshalb Studienräte, weil sie hierfür am besten geeignet sind, sondern weil sie sich nun einmal auf der Universität befinden und die spätere Staatsstellung die größte Sicherheit bietet. Hier greift eine Denkschrift zur Hochschulreform ein, die der Hauptvorstand der Sozialistischen Studentenschaft dem Kultusministerium und dem Preußi- schen Landtag überreicht hat. Es wird darin betont, daß keineswegs politische Auseinandersetzungen um Wiedereinführung eines Studentenrechtes und um Neugründung studentischer Selbstver- waltung heute im Vordergrund der Hochschulprobleme stehen, wo- für wegen der radikalen Zusammensetzung der Studentenschaft fach- liche Arbeit ebenso wie 1927 nicht gewährleistet erscheint. Vielmehr erwartet die Studentenschaft von der Regierung Hilfe in den pädagogischen und wirtschaftlichen Nöten. Als vordringlichste Aufgabe wird die Wiedereinschaltung mitt- lerer Wege bezeichnet. Die Hochschule muß dadurch entlastet werden, daß die höhere Schule für ihre mittlere Stufe er- neute Anerkennung und damit die Möglichkeit erhält, einen großen Teil ihrer Schüler schon vor der Oberstufe in mittlere Berufe zu entlassen. In Weiterführung dieses Gedankens kann man sagen, daß die höhere Schule dadurch entlastet werden muß, daß die Volksschule weitgehende Berechtigungen erhält. Die organische Verbindung von Volksschule und höherer Schule, die P a u l s e n in seinen Resormplänen entstehen läßt, ist auf solche Arbeitsteilung auch der Berufsvorbereitung und der Berufszugäng- lichkeit angewiesen. Die Denkschrift der Sozialistischen Studentenschaft räumt mit der Bildungs» und Berechtigupgskluft zwischen Volksschule und Hoch- schule aber auch noch in anderer Hinsicht auf. Sie fordert für die Hochschulzulasiung eine Einschränkung des Abituriums und gleichzeitig eine Erweiterung der anderen Zugangswege. Weil einerseits die höhere Schule gar nicht ausschließlich auf das Hoch- schulstudium ausgerichtet ist, die Reifeprüfung also noch nichts über die Eignung zum akademischen Studium aussagt, andererseits aber auf höheren Berufs- und Fachschulen wie im praktischen Leben Un- 'ählige tätig sind, die in akademischen Berufen Hervorragendes leisten könnten, soll die Entscheidung über den Verbleib auf der Hoch- schule und damit über das akademische Studium der Hochschul« selbst übertragen werden. In dreiscmestriger Beobachtung, wozu ein starker Ausbau der Arbeitsschulmethode für den Hochschulbetrieb nötig sein wird, kann über die Eignung des Studenten entschieden werden. Bei negatwem Entscheid ist die Arbeit in den kollcgeartigen Semestern immer noch ein Gewinn für den Betreffenden gewesen, die Hochschule selber ist ober durch positive Maßnahmen von einer Ueberzahl an Studierenden entlastet. Gleichzeitig aber macht die Denkschrist daraus aufmerksam, daß infolge der Ueberfüllung aller akademischen Beruf« sich die Studenten scheuen, die Hpchfchulen zu verlasien, weil sie mit Hilf« der bestehenden studentischen Wlrtschafts- und Fürsorgesinrichtungen rsrhältnismäßig billig leben können, den Ruf der Erwerbslosigkeit scheuen und die Zeit der Untätigkeit durch weiteres Studium noch relativ zweckmäßig ausnutzen wallen. So rührt die Ueberfüllung der Hochschule zu einem großen Teil auch von dieser Anstauung der älteren Sem« st er her. Es muß daher angestrebt werden, die Anarchie der akademischen Ausbildung durch eine gewisse Plan- Wirtschaft zu ersetzen. Eventuelle finanzielle Belastungen, die aus diesen Forderungen entstehen würden, können durch die Derminde- rung der Studentenschaft und durch Zusammenlegung kleinerer Institute ausgeglichen werden. Die Denkschrift schließt mit dem Hinweis auf den unfruchtbaren Radikalismus eines großen Teiles der Studentenschaft und fordert als positive Gegenmaßnahme eine intensive staatsbürger- liche Bildung der gesamten Studentenschast. die heute sehr ver- nachlässigt ist. Insbesondere wird eine stärkere Beachtung der sozialistischen Gedankenwelt gefordert, die allein in der Lage ist, die antikapitalistischen Affekte der radikalen Akademiker in die Bahnen fruchtbarer Erkenntnis zu leiten. Wilhelm Tictgens. Die Tragödie von Runzlau. Korrektur und Aufhebung des Urteils im Aufruhrprozeß. Liegnih, 9. Mai.(Eigenbericht.) Die Liegnitzer Große Strafkammer hatte sich in zweitägiger Verhandlung mit der Tragödie von Bunzlau zu befassen. Am 22. August 1930 war es. anschließend an eine Nazioersammlung, zu schweren Zusammen st ößen zwischen der sich vor dem„Odeon" ansammelnden Menge und der Polizei gekommen. Als schsteßlich ein Polizeibeamterdurch einen Steinwurf nieder- gestreckt wurde, schössen seine Kollegen in die Menge. Hierbei wurden dreiMänner getötet und zehn Personen ver- letzt. Ob«in Befehl zum Schießen gegeben worden war und wer ihn eventuell gegeben hatte, ließ sich nicht mehr feststellen. Das Liegnitzer Schöffengericht hatte wegen dieser Vor- sälle neun Arbeiter wegen Aufruhr und Landfriedens- b r u ch zu insgesamt 128 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Verurteilten gehören meist der Kommunistischen, teils der Sozialdemokratischen Partei an. Gegen das Urteil hatten alle Angeklagten Berufung eingelegt. Die neue Beweisaufnahme brachte die Ver- nchmung von rund 60 Zeugen und ließ das Material der Anklage immer mehr zusammenschrumpfen. Nach dem Ergebnis der Bc- rufungsverhandlung beantragte der Oberstaatsanwall selbst wesentliche Herabsetzung der Haupt st rasen und Strafaussetzung für sämtliche Angeklagte. Das Urteil, das am Freitag abend etwa um 8 Uhr gefällt wurde, lautet« bei d r e i A n g e- klagten auf Freispruch: die übrigen AngeNagten erhielten zusammen nurnoch4SMonateGefängnis,also80Mo- nate weniger. Im einzelnen erhiellen: Gottwald 9 Monat« Gefängnis. Reimann 7 Monat«, Etamitz lIahrZMo- nat«, die Arbeiter Max König und Ernst Käse je S Monate. der jugendliche Lehrling Willi Vogel 2 Monate Gefängnis. Sämtlichen AngeNagten wurde Strafaussetzung mit drei- jähriger Bewährungsfrist zugebilligt, Stamitz allerdings erst nach Verbüßung von 9 Monaten Gefängnis, da er die Kata- strophe durch den verhängnisvollen Steinwurf auf den Polizei- beaosten erst ausgelöst Hab«. � �_____________ Kleine Unglücksfälle im„Angriff". Jofef Goebbels wurde von einem Knallfrosch ge- atlentäterl. Der mutige Nichtkriegsteilnehmer reilele sich vor dem Ungeheuer durch umkasfendc Dorsichlsmaßnahmen. die auf kriegerische Ur- instinkte schlichen lassen. Ein Aevilletonarlikel im..Angriff", betitelt.flacht an der Front" zeigte als Wasserzeichen die Marke von Remarque. Als der Unglücksmann von Nedakteur ihn gegen das Licht hielt, wurde ihm klar, daß er hinlers Licht geführt war. J-I L H. A6E>tir*& Der Redakteur des Rewegungsleils Dürr erhielt wegen Beleidigung des Polizeivizepräsidenten zwei Monate Gefängnis. Er nahm das Urteil in ruhiger Fassung entgegen... ... denn es blieb ihm ja noch ein Kniefall vor dem Landlag mit Gnadengesuch an den Rechtsausschuß. Motto: Das Volksbegehren zur Auflösung des Landlags. Krieg und Reparationen. Gchlußtagung der Internationalen Handelskammer in Washington. Die Vollversammlung der Internationalen Handelskammer nahm in chrer Schlußsitzung die großeHauptentfch ließung an. die sich mit der Wiederbelebung des Welthandels befaßt. In der Entschließung wird dex Krieg als das größte Hindernis des sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt» bezeichnet. Di« Inter- nationale Handelskammer billige die Bemühungen der Regierungen, die Rüstungen so weit wie möglich zu senken, und dränge darauf, daß die Regierungen in diesen Bemühungen nicht nochließen. sondern sie möglichst noch verdoppelten. Die Erreichung dieses Zieles würde die Völker von einer schweren Steuerlast befreien. Ueber die Reparationsfrage wird gesagt:„Die inter- nationalen Verpflichtungen sind dem Betrage und den Bedingungen nach festgesetzt worden. Die Unantastbarkeit solcher Ver- pflichtungcn ist stets die Grundlag« für den Bestand des internatio- nalen Kredits und für die Ausbreitung von Handel und Industrie. Indessen steht die Beachtung dieses wesentlichen Grundsatzes nicht im Widerspruch zu einer unparteiischen Prüfung der Wir- kungen dieser Berpflichtungen auf den Welthandel, wenn veränderte wirtschaftliche Verhältnisse dies rechtfertigen. Eine solche Prüfung muß auf den Grundsätzen aufbauen, die die Internationale Handelskammer in früheren Konferenzen niedergelegt hat." Der Innen- und der Außenhandel müsse durch Be- seitigung aller Hemmnisse gefördert werden. In den Zolltarifen dürften einzelne Völker nicht unbilligerweise unterschiedlich be- handelt werden. Aus- und Einfuhrverbote dürften nur gegen ein Dumping und gegen andere unlauter« Machenschaften an- gewandt werden. Wc unberechtigten Beschränkungen seien zu bc» festigen. Radiorede von Berlin nach Washington. Der m Washington r.eugewählte Präsident der Internationalen Handelskammer, Herr Franz von Mendelssohn- Berlin, der selbst nicht nach Washington fahren konnte, hat per Telephon, Radio und Kabel eine Rede zur Schlußsitzung der Internationalen Handelskammer nach Amerika gesandt. Man müsse olles daran» setzen, so heißt es darin, um diese Krise der Weltwirtschast nicht auch zu einer Krise verständiger weltwirtschaftlicher Gesinnung bei den Menschen werden zu lassen. Zur Frage der Reparationen und einer besseren internationalen Kapitaloerteilung werden an die Der- einigten Staaten die Worte gerichtet, daß der Wohlstand de« Gläubi- gers gefährdet werde, wenn die Lasten den Schuldner erdrücken und die politischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen fruchtbarer Arbeit dadurch Schaden leiden. Der Verkäufer bedürfe der Kaufkraft des Käufers, es gebe keine Methoden, wirtschaftlichen Wohlstand dauernd in einem Lande zu isolieren. Eingesperrter Kapitalreichtum verdorre: Reichtum aber, der einem an sich fruchtboren, aber ausgetrockneten Bosen zugeführt w«rd«, sei fruchtbar in jeder Form. Das gelle besonders für Europa, das noch immer und immer mehr als früher in wirtschaftlichen Ab- sperrungcn und Abgrenzungen verharre, die zu Kapitalverlusten und Arbestslosigkeit führen müssen. Städtische Oper. Or. Singer kandidiert für den Fntendantenpoffen. Die Genossensä)ast deutscher Bühnenangehörigen teilt mit:„Die Vollversammlung der künstlerischen Bühnenoorstönd« und des Solo- Personals hat an den Intendanten Dr. Singer das Ersuchen ge- richtet, im Interesse der Städtischen Oper von seiner Absickst, nicht mehr für den Intendantenposten zu kandidieren, Abstand zu nehmen. Dr. Singer Hot sich daraufhin entschlossen, dem Vorsitzenden des Aussichtsrates mitzuteilen, daß er für die definitiv« Stellung des Intendanten der Städtischen Oper kandidieren wolle." Balleiiabend in der Lindenoper. Komisches Orama und Operette. Kreutzbcrgs choreographische Phantasie„Die Planeten" und „Le train bleu* von Joonne Georgi bildeten das Programm. Ein schweres abstraktes tänzerisches Drama und eine getanzte Operette. Das Publikum spendete begeisterten Beifall. Glanzend« Einzelleistungen von Kreutzberg, Jens Kesth, Kölling, Dvonne Georgi, Dorothea Albu, Daisy Spies. J. S. /- Händel«„Belsazar" Fefiauffuhrung des DAS. in der Reuen Welt. Den Kreis der Festkonzerte, die der DAS., Gau Berlin,!m Rahmen seiner 40-Iahr-Feier veranstollet hat, beschloß gestern abend eine großartige Ausführung von Händel? Oratorium»Bel- saKu" für Chor, Soli und Orchester, zugleich Erstaufführung in der neuen Bearbeitung, die Dr. Ernst Zander im Auftrag des DAS. vorgenommen hat. Der ö00stimmige gemischte Chor erzielt« Klang- Wirkungen von überwältigender Pracht und Fülle. Zum Schluß be- geisterter Beifall der Tausende von Hörern. Es war unter Zanders Leitung ein ganz großer Abend der Berliner Arbeitersänger. __ K- P- Allgemeine Zivildienstpflicht im Kriege. Faschistischer Gesetzentwurf. Rom. 9. Mai. Die Regierung hat einen Gesetzentwurs ausgearbeitet, nach dem alle nicht mititärpslichtigen Bürger bis zum 7V. Lebensjahre, alle Frauen und Minderjährigen über 16 Jahre im Falle einer Mobilmachung zum Zivildienst herangezogen werden. Wer der Ausforderung zur Leistung körperlicher oder gei- stiger Dienste nicht Folge leistet, wird nach dem Gesetz schwer be- straft. Mussolini hat in der Kanmier einen Gesehcutnmrf über die ver- löngeruag des Sondergerichlshofes zum Schutze des Staates bis zum 3l. Dezember 1936 eingebracht. Begründet wind er nüt der Notwendigkeit, in den nordöstlichen Grenzgebieten die„Infektionsherde für Verbrechen" zu zerstören. 43 Führer der Ausstäudisrhea in Madeira sind auf den in der Nähe der Küste stationierten britischen Dampfer„Eursew" geflüchtet und weigern sich an Land zu gehen. Die englisch« Regierung ist bereits mit Portugal in Verhandlungen über das fernere Schicksal der Flüchtlinge eingetreten. Die zur Unterdrückung der Aufstandsbewegung nach Madeira entsandten Kriegsschiffe haben den Befehl erhalten, sofort in ihre Heimathäfen zu» rückzukchren. Der Kreuzer„Caroalbo Araujo" erhielt Befehl, sich mll einem Truppentontigent an Bord nach Portugiesisch-Guinea zu begeben und die in dieser Kolonie ausgebrochene Revolle zu unter. drücken. Unter Faschiffenherrschaff Zeitungs- und Schulenraub in Polen Mörderschutz in Südslawien Entrechtung in Litauen Warschau, 9. Mai. Der ehemals sozialistische, zu den Faschisten übergelaufene und in der Novemberwahl mit seiner ganzen Frattion" durchgefallene Downarowicz, der sogar einmal Unterrichtsminister gewesen ift, drang mit einer Bande in die Druderei der linkssozialistischen 1 Zeitschrift„ Balta"( Der Kampf) ein. Mit vorgehaltenen Bistolen erzwangen sie die Duldung ihres Raubzuges, nahmen zwei Papierschneidemaschinen, die ganze Auflage des Blattes und den gesamten Vorrat an Schrifttypen mit. Der Rest der Einrichtung wurde zum Teil kunstgerecht auseinandergenommen, wie 3. B. die Drudereimaschinen, oder einfach zerstört. Ein Mitglied der Redaktion der„ Walka“, das sich zur Wehr setzte, wurde schwer Derprügelt. * Dieser Tage wurde eine der besten und ältesten jüdisch weltlichen Schulen die Frug- Schule in Wilna- geschlossen. Die Schule bestand seit 23 Jahren, also noch in der zaristischen Zeit. Sie war der Stolz der organisierten Arbeiterschaft der Stadt Wilna und hatte ihre Existenz der Opferwilligkeit der Arbeiter und des Lehrpersonals zu verdanken. Gleichzeitig wurde dort auch das seit zehn Jahren bestehende Lehrerseminar gefchloffen. Das Seminar hat alle die Jahre einen schweren Kampf gegen Drang falierungen aller Art zu führen gehabt, es wuchs aber und erstarfte und wurde zum geistigen Zentrum einer an Enthusiasmus und Hin gebung unendlich reichen proletarischen Kulturbemegung. Und nun hat eine brutale Faust diese lebendige Kulturinstitution erdrosselt. Pilsudskis Wahlmache. Kaffowitz, 9. Mai. Im schlesischen Sejm tamen zum ersten Male seit den Stovemberwahlen die Wahlfälschungen und Terroratte von damals zur Sprache. Ein Dringlichkeitsantrag des Deutschen Klubs, das Oberlandesgericht in Kattowiz als Wahltribunal zu bestimmen, wurde in allen drei Lesungen angenommen. Bei dem Bericht des Wahlprüfungsausschusses illustrierten die zu einer für den Regierungsblod völlig unerwarteten Redner der polnischen Oppositionsparteien die Ereignisse im November v. J. mit vielen aufregenden Einzelheiten. Ausgeführt wurde u. a., daß zwar in einzelnen Fällen die fleinen Gefeßesübertreter beftraft worden, die für die Vorkommnisse tatsächlich Verantwortlichen jedoch unbestraft geblieben sind und die Sejmsize einnehmen, die eigentlich den Deutschen und den Sozialisten zufämen. Das jezige System hat Polen vor der ganzen Welt herabgesezt und zu dem für Polen beschämenden Januar- Beschluß des Völkerbundsrates geführt. Die | | Redner der Regierungsparteien brachten in ihrer Erwiderung die Drohung vor, daß die Opposition es sich selber zuzuschreiben habe, wenn die Autonomie Schlesiens aufgehoben würde, mit anderen Worten, wenn jegt der Wojewode neuerlich mit der Schließung des Sejm drohte. Den deutschen Abgeordneten wurde hierbei zugerufen, daß sie noch immer zu viel Sige einnähmen und daß deren Zahl noch weiter reduziert werden müßte. Schließlich wurden sechs Wahlproteste dem Wahl tribunal überwiesen. Ungefühnter Meuchelmord. Sufflay in Agram einem Meuchelmörder zum Opfer. Die Am 18. Februar d. J. fiel der kroatische Gelehrte Dr. Milan Deutsche Liga für Menschenrechte fordert nun die internationale 3u fammenfassung der gleichgerichteten Organisationen zum Eingreifen auf, denn anzurichten. Das Attentat sollte die geplante Herausgabe einer neuen sozialistischen Tageszeitung verhindern. = Freitag früh entführten einige unbefannte Männer einen früheren Lappo Anhänger, der jetzt dagegen schrieb, nach Lappo, wo ihm mitten in der Stadt eine Jakobiner müge aufgesezt und ein rotes Hemd angezogen wurde. Da sich schnell eine große Menschenmenge um ihn sammelte, mußte er von der Polizei in Schutzhaft genommen werden. Italien ohne Minderheiten. bogen enthielten nicht die Möglichkeit der Eintragung der Natio Der 21. April war in Italien Volkszählungstag. Die Zählungss bogen enthielten nicht die Möglichkeit der Eintragung der Natio= nalität. Bor 10 Jahren, bei der vorigen Volkszählung, hatte sich nämlich herausgestellt, daß Südtirol vom Brenner bis Salurn entgegen der staatlichen„ These" nicht überwiegend italienisch war. Erst durch zweimalige„ Revision“ der Zählung, wobei ohne Befragen des Familienoberhauptes deutsche Familien mit italienischen Namen als Jtaliener gezählt einzelnen Gemeinden eine Mehrheit von Italienern sich ergab. wurden, fonnte man die Ziffer so korrigieren, daß wenigstens in 37 000 Staliener und Ladiner( es nügte den Ladinern nichts, Das amtliche Zählungsergebnis war damals: 191 000 Deutsche, daß sie sich gegen diese Gleichstellung zur Wehr setzten), 24 500 Staatsfremde. Bon diesen letzteren waren über 20 000 Deutsche, also der Name des Mörders und feine Mitgliedschaft in der Organimenigstens 210 000 Deutsche. Trozdem verringerten die Italiener fafion Jung- Südflawien war bekannt, aber weder hat man diese amtliche Zahl willkürlich bis auf 160 000( Arnaldo Mussolini). ihn verhaftet, noch sonst etwas zur Sühne des Verbrechens und Hierbei betont man stets den großen Unterschied zwischen dieser zur Berhütung weiterer folcher Taten unternommen. Ziffer und der der Italiener, welche heute ungefähr 42.000 Die füdslawische Regierung hat bei der Beerdigung von Profeffor ausmacht. Eufflan jede Aeußerung der mit Profeffor Sufflay Sympathizerschlagen, was an politischen und kulturellen Stüzen des Deutschfierenden unterdrückt und eine Reihe von Ausweisungen aus Agram an dem Beerdigungstage vorgenommen! Dieser Bericht der Liga ist von Albert Einstein und Heinrich Mann unterzeichnet. Wahlboykott in Litauen. Das neue litauische Gemeindegesetz ist ein Hohn auf moderne Gelbstverwaltung. Am 15. Juni sollen die Gemeindevertretungen neugewählt werden. Nun haben sich alle Oppositionsparteien einschließlich der Minderheitsvölker geeinigt, diese Wahlen zu bontottieren. Wenn sich nur die Faschisten( Tautininkai) beteiligen, werden die lächerlich geringen Stimmenzahlen aller Welt zeigen, daß das Volf auf solche Selbstverwaltung" lieber verzichtet, als damit dem Diktaturregime einen Schein von Legalität zu verleihen. Lappo wirft Bomben. Helsingfors, 9. Mai.( Eigenbericht.) Auf eine vor wenigen Wochen in den Besitz der Sozialdemo fratischen Partei übergegangene frühere Druckerei verübten Lappo Leute ein Bombenattentat, wie schon vor wenigen Monaten, als die Druderei noch fommunistisch war. Bon den drei Bomben explodierte glücklicherweise nur eine, ohne besonderen Schaden In den letzten 10 Jahren hat der Faschismus in Südtirol alles tums vorhanden war. Der wirtschaftliche Drud hat viele Südtiroler aus der Heimat vertrieben. In Bozen, dem Mittelpunkt Deutsch- Südtirols, hat man eine große Anzahl italienischer Beamter und Militärs versetzt. Auf internationalen Kongressen hat man stets behauptet, in Italien gäbe es fein Minderheitsvolt. Nun wird das auch durch die Volkszählung ,, nachgewiesen". Die Deutschen in Südtirol, die Slowenen im Küstenland sind der liebe Niemand! Fall bittet um Gnade. Der frühere Innenminister des Präsi denten Harding hat den Kampf um seine Rehabilitierung vor den Gerichten aufgegeben und den Präsidenten Hoover um Begnadigung gebeten. Er war zulegt zu 100 000 Dollar Geldstrafe und einem nicht verurteilt worden, da seine Zahlung an Fall für die VeberJahr Gefängnis verurteilt worden. Der Delspekulant Rotenz ist eignung von Delfeldern im Staatsgebiet nicht als Bestechung, sondern nur als Hergabe eines Darlehens angesehen wurde. ( Gewerkschaftliches fiche 4. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Franz Alshs; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frih Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Hierzu 5 Beilagen und„ Blid in die Bücherwelt". 44 R. 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Mai 1931 フォン Wir sind heute Zeugen der merkwürdigsten Erscheinungen: die Steigerung der Produktivität der Arbeit, früher ein Segen, ist zu einem Fluch für die Menschheit geworden; zu Bergen türmen sich die unverkäuflichen Waren, denen Millionen von Menschen gegenüberstehen, die diese Waren wohl bitter benötigen, aber nicht kaufen können. Wie im großen, so im kleinen. Wir brauchen nur die Entwicklung am Berliner Wohnungsmarkt verfolgen und finden ähnliche groteske Verhältnisse. Hunderttausende Menschen sind in die Listen der Wohnungsämter eingetragen und die Aussichten, eine Altwohnung zu bekommen, sind gering genug. Aber nicht weit vom Zentrum der Stadt steht ein halber Stadtteil leer. Fast entoölkert ist der alte Westen, kaum ein Haus, in dessen Vorgarten nicht ein Pfahl stünde, der traurig kündet: Hodherrschaftliche 10- Zimmer- Wohnung sofort zu vermieten. Aber wenn es nur immer Wohnungen wären, die zu vermieten sind, viel schlimmer. Ganze Häuser sind verlassen, das heißt sie sind nicht herrenlos, das nicht, einen Besitzer haben sie schon, aber keinen Mieter. Dabei ist dieser alte Westen in seiner Abgeschiedenheit, die noch vergrößert wird, meil jedes Haus in einen Garten eingebettet liegt, heute noch eine sehr, sehr noble Angelegenheit, aber so weit wir uns dieser Tage umsahen, hat wohl Dahlem das bessere Los gezogen.„ Worauf hoffen Sie eigentlich?" fragten wir eine Frau. Auf eine Gesandtschaft", war die Antwort. Als ob es so viele Gesandtschaften gäbe moie leere Villen im Westen. Stadtteil ohne Mieter. Die Flucht aus dem alten Westen muß natürlich einen Grund haben. Es könnten die lärmenden Automobile sein, die in endloser Kette in Richtung Zentrum- 300 und umgekehrt am Rande des Tiergartens porbei sich durch den alten Westen schlängeln. Mein Mann hat neulich wieder einmal die Autos gezählt", sagt die Portierfrau einer leerstehenden Villa in der Hizigstraße ,,, es waren ungefähr tausend in einer Stunde. Vor dem Kriege hatte er auch einmal gezählt, da waren es zweihundert am Tag." Das ist gewiß eine bemerkenswerte Entwicklung, aber wer im Glashaus sitzt, wird nicht mit Steinen werfen, und wer selbst ein Auto hat, tann sich schwer darüber aufregen, daß der Wagen des Nachbars rattert und fnattert. Die Autos sind es auch gar nicht, was die Flucht bewirkt hat, das ist etwas ganz anderes, nämlich was heutezutage jeder Neubau hat, aber nicht jede Billa im alten Westen: Komfort. Da steht eine Etage in der Budapester Straße leer. Es handelt sich um die übliche Zehnzimmerwohnung, die es wie Sand am Meer gibt, nur dieses Haus scheint ganz besonders eigenartig gebaut zu sein, die zehn Zimmer liegen in anderthalb Stodwerfen. Der Mietpreis ist ,, billig", er beträgt 5000 Mark pro Jahr, also 416 Mark pro Monat. Wir. fagen billig, nämlich im Berhältnis zu den Mieten für andere Wohnungen. Es fommen genug Anfragen, aber wenn den Reflektanten dann eröffnet werden muß: Bedauerlicherweise haben wir feinen Fahrstuhl, nein, Zentralheizung auch nicht", dann ist der Fall erledigt. Nicht weit von diesem Haus ist eine Garage zu vermieten. Kostenpunkt 120 Mart im Monat. Das ist gerechnet für zwei Wagen, die können aber nicht nebeneinander stehen, wie das selbstverständlich ist, sondern die stehen hintereinander, wie in einen Schlauch gesteckt. Wenn der hintere Wagen heraus foll, muß der vordere erst herausgeschoben werden. Das nur nebenbei. Hat aber ein Haus auch nur den Komfort vergan gener Jahrzehnte, einschließlich Zentralheizung, die ja nicht erst in Zehlendorf entdeckt worden ist, dann schnellen die Mieten sprunghaft in die Höhe. Eine Siebenzimmeretage in der Hitzigstraße foftete 6000 Mark Jahresmiete, die andere Etage des Hauses besteht aus acht Zimmern, aber jetzt sollen die beiden, Etagen nicht mehr getrennt vermietet werden, sondern das ganze Haus für 25 000 Mart per Anno. Und in der Corneliusstraße steht eine Vierzehnzimmerwohnung leer, für die waren bei 11 800 Mart Jahresmiete monatlich 985 Mart aufs Brett zu zahlen. Ohne Licht, ohne Gas, ohne Heizung, ohne Dienstbotenlohn, was auch bezahlt sein wollte. Die Publikation derartiger Mietfäße grenzt beinahe an Aufreizung zum Klassenhaß. Das Leben ist eine Rutschbahn. Jetzt kommt die andere Seite der Flucht aus dem alten Westen. Nämlich wie wir da und dort hörten, scheinen die Geldsäcke nicht mehr so prall wie einst herumzustehen. Es geht natürlich nicht gleich allen Leuten so wie dem Italiener, der für seinen schönen Wagen die Garagenmiete nicht mehr bezahlen kann und deshalb den Wagen Tag und Nacht auf der Straße parten läßt. Ganz so vereinzelt stehen derartige Fälle allerdings nicht da, so sagte der Parkwächter eines bekannten Hotels in der Budapester Straße: ,, Gewiß fommen solche Leute auch zu mir und wollen ihren Wagen ständig hier auf der Straße parken lassen, aber darauf lasse ich mich nicht ein." Es ist schon lange am Kurfürstendamm nicht alles Gold, was glänzt. Um nun auf die 985 Mart Monatsmiete zurückzutommen: Dieser Mietezahler war ein Bankier, hatte einen Diener, eine Kammerjungfer, eine Köchin und zwei Mädchen. Der Mann mußte sich einschränken, er hat heute eine bedeutend kleinere Woh nung und begnügt sich mit einem Mädchen. Ueberhaupt, wenn man die Angelegenheit des alten Westens von der Seite des Personals sehen will, dann ist sie mehr als traurig. Entlassungen über Entlassungen sind in den letzten zwei Jahren erfolgt, an Dienern, Por tiers und Chauffeuren, und wer von den Portierleuten seine Brotstelle halten konnte, dem wurde der Lohn gekürzt, da die Arbeit PREIS REKORDE geringer geworden sei, weil die Leute alle weggezogen sind. Und wird wirklich einmal eine der leerstehenden Wohnungen wieder vermiefet, dann bringen sich die neu einziehenden Herren ihre eigenen Diener, Jungfern und Chauffeure mit. Die alten sitzen auf dem Nachweis. Es ist überall traurig. Ein anderer Mann aus einer feinen, alten Straße, der veranstaltete Auktionen. Bis er eines Tages die schwere Miete nicht mehr aufs Brett zahlen fonnte; heute wohnt er wieder möbliert. Aus der Traum. Natürlich sterben auch Leute im alten Westen. So steht am Lützowufer eine Wohnung leer, die bewohnte ein alter Professor, der in der Gegend der Giftmischer" hieß. In Wirklichkeit war der Mann Konservator beim Aquarium, von wo er die Tiere bekam; aber als er starb, riß sich kein Mensch ein Bein aus nach seiner Wohnung. Wenn dagegen in der Schönhauser Allee eine betagte Tante das 3eitliche segnet, schleichen die Verwandten um die begehrte Altwohnung herum. Man fragt einen Hausbesizer in der Budapester Straße: Warum machen Sie denn aus Ihren unvermietbaren Großwohnungen teine fleineren Wohnungen?" Da sagte der Mann: 11 Massenfest der Arbeitersänger! Heute, Sonntag, 162 Uhr, im Neuköllner Stadion Vortragsfolge: Orchester Berliner Konzertverein Leitung: G. O. Schumann Männermassenchor des Gaues Leitung: Dr. Seb. Strelitzer Festspruch: ,, Unser Lied" gesprochen von Martha John Begrüßungsworte Bundesvorsitzender Karl Klauder Orchester Berliner Konzertverein Leitung: G. O. Schumann Gemischter Massenchor des Gaues Leitung: G. O. Schumann Festansprache Landtagspräsident Friedrich Bartels Orchester Berliner Konzertverein Leitung: G. O. Schumann Neuform und Neugestaltung von Volksgesang und Volkstanz Rosebery d'Arguto Männerchőre mit Orchester Leitung: Wilhelm Knöchel Festspiel ,, Rotes Lied" Aufbau und Gesamtleitung: Martin Gleisner, musikalische Leitung: G. O. Schumann Sprechgemeinschaft Niederschönhausen, Leitung: Karl Hahn Bewegungschöre, gebildet aus Turn- und Sportgenossen, Kindern der weltlichen Schulen und Kinderchören des Gaues- Orchester des Deutschen Musikerverbandes Beginn gegen 20 Uhr Eintrittspreis inkl. Festschrift und Plakette 60 Pfennig grauen Federn ,, Machen mir ja, demnächst soll der Umbau losgehen."„ Und welche Miete wollen Sie dann haben?" Für die Wohnung nach vorne heraus 200 Mark, für die anderen nach hinten 100 Mart." Dabei machte der Mann aber ein Gesicht, als ob er sein Haus verschenkt. Nun ist ja das eine wahr: famisch genug gebaut sind die Häuser im alten Westen. Nach vorne heraus knapp zwei Zimmer, alles andere nach hinten gedrängt und an dunklen Korridoren liegend. So leicht lassen sich da Umbauten eben nicht vornehmen. 200 Mark Monatsmiete für eine Dreizimmerwohmung ohne modernen Komfort ist zuviel, da dürfte Zehlendorf oder Frohnau wohl konkurrenzfähiger sein. Trotz der weiteren Entfernung. Altwohnungen im Hintertreffen. Es ist überhaupt eine eigene Sache mit den größeren oder mittleren Altwohnungen. Nur ein Beispiel. Ein Beispiel, das jeden Tag in Berlin tausendmal wiederholt werden kann: eine Familie in einem Neubauvorort will ihre Neubauwohnung gegen eine Altwohnung in der Stadt eintauschen, in der Hoffnung, dadurch erheblich an Miete sparen zu können. Die Leute sind in einer ganz besonders günstigen Lage, da ihnen das Wohnungsamt DreizimmerAltwohnungen nachweist; wegen Krankheit standen sie schon früher in der Bordringlichkeitsliste. In furzer Zeit meist das Wohnungs amt auch 17 Wohnungen nach: Man sieht sich die Wohnungen an, vergleicht und denkt nicht mehr daran, aus der Neubauwohnung wegzuziehen. Denn die Dreizimmer- Neuwohnung foſtet 95 Mart plus 20 Mart für Zentralheizung und Warmwasser, das find 115 Mart. Die Dreizimmer- Altwohnungen sollten zwischen 79 und 93 Mart Monatsmiete tosten, natürlich ohne Zentralheizung und ohne Warmwasser; der Durchschnittspreis hätte sich knapp unter 90 Mart bewegt. Im Nordosten der Stadt, zwischen Lärm und Staub. Aber das soll nicht einmal das Entscheidende sein, der Unterschied zwischen Gesundbrunnen und Karlshorst. Wesentlich ist, daß die Altwohnungen faft ausnahmslos derart heruntergewohnt sind, daß sie ohne gründliche Renovierung nicht bezogen werden können. Und die Renovierung einer Dreizimmer- Altwohnung einschließlich neuer Dielen und neuer Fensterkreuze toftet immerhin 600 bis 700 Mark. Aber selbst eine renovierte Altwohnung hat noch nicht die Annehmlichkeiten einer Neuwohnung. Folgender Tausch ist heute üblich: die Vierzimmer- Altwohnung, die über 100 Mark toftet, gegen die Dreizimmer- Neuwohnung für denselben Preis. Da wird auf ein Zimmer verzichtet und für das eine Zimmer werden eingetauscht: Badezimmer, Zentralheizung, Warmwasserversorgung, ein Hof, der ein Garten ist gegen die Burgverließe in den alten Wohngegenden. Und noch vieles andere mehr. Was nügen die Säle in den Altwohnungen, die im Winter doch nur Eiskeller find. Ende der Mietfaserne. Bei nüchterner Betrachtung muß noch ein weiteres underständlich bleiben: das abgemietete Leerzimmer. Da haben Menschen in alten verwohnten Gegenden eine größere Wohnung; so gut fich die Leute einst wirtschaftlich standen, so schlecht geht es ihnen heute. Sie vermieten. Und bekommen 50 Mart Monatsmiete für ein Leer= zimmer. Ueberall war dies bei dem letzten Umzugstermin am 1. April zu beobachten; bis zu 65 Mark wurden für derartige, nach dem Hof liegende Zimmer verlangt. Und bezahlt. Da die Einziehenden sich ihre Möbel mitbringen, wird so leicht nicht zu ergründen sein, warum sie nicht einer Anderthalbzimmer- Neuwohnung den Vorzug geben, wo die Familie den berühmten eigenen Herd hätte, der Goldes wert ist. Wenn wir dann zum Schluß noch erwähnen, daß der Mietpreis für Einzimmer- Altwohnungen heute beinahe auf 40 Mart heraufgeschraubt ist, dann beweist dies nur mit aller Deutlichkeit, wie sich die Mietkaserne langsam aber sicher das verdiente eigene Grab gräbt. Nicht einmal die parfumrandeten Billen des alten Westens haben im Kampf gegen die Gartensiedlungen der Vororte bestehen können. Fertiges Oberbett Schlafdecke Bankbettstelle Garderobenschrank graurot Inlett, mit 610 weich, mollig, moderne zusammenklappbar. mit Hutboden u. Stange Karos, mitBand- 395 mit gravem, 980 türig, bügeltief, 192 cm hoch, weiß lack. 31.210 Steppdecke Metallbettstelle WochenendUeberlaken rein kunstseidener DaKlappwagen K 1 passend. e n m. handgezogenen Hohl niert, ca. 150 X 250 einfassung.... mast, Rückseite Satin in div. Farben, 1180 säumen, 3seitig gar 495 150 x 200.... Oberbettbezug feinfädiger Linon, zum 295 Knöpfen, ca. 130 X 200 Daunendecke rein kunstseidener Damast- Oberseite, m. 45.la Daunen, 150x200 Prinzenstr. Ecke Wilmersdorfer Str. 138 Frankfurter- Allee Sebastian- Str an der Bismarck- Str. 304 festem Bezug. mit ZugfedermaGratis Bettfedern- Reinigung bei Einkauf von Inletten od. Bettfedern! 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Man plant die Auf- führung von Theaterstücken, und man hat Schülerveranstaltungen, iHcsikalische Vorführungen in Aussicht genommen. Freitag vor Pßngsten findet die Eröfsnungsvorstellung mit Shakespeares „S o in m e r n a ch t s t ra um" statt. Bei diesem vom Bezirks- omt Berlin-Köpenick aufgeführten Bau wurden ausschließ- lich Wohlfahrtserwerbslose oerwendet. Im kleinen Häuschen, unweit der Bühne, das als Umkleide- und Requisitenraum dient, herrscht schon reges Leben. Die Jünger der heiteren Muse sind fleißig an der Arbeit, die ihnen ja neben der Freude am Spiel auch ein wenig Brot- crwcrb bietet. Nun aber gehts heraus aus dem idyllisch gelegenen Musenhain und über die lange Chausse nach dem Seebad der östlichen Ber- lmer, dem Strandbad Müggelsee. Hier hat sich allerhand ver- ändert und vor allem verschönt. Das Restaurant wurde grund- legend modernisiert, man schuf die in bedeutender Erweiterung jetzt 160 Meter lange Terrasse und versah sie mit reichem Blumen- und Baumschmuck. An ihrem Ende befindet sich ein P i n g p o n g- Spielplatz, ein Lichtschacht stellt die architektonische Verbindung mit den darunter gelegenen Massengarderoben her, die eben- falls nach modernstem Muster angelegt sind. Für den Beobachtungs» und Rettungsdienst wurde ein« mit allen neuzeitlichen Apparaturen ausgestattete schwimmende Beobachtungsstation mit einer 60 yitT großen Grundfläche eingerichtet. Unterhalb der Terrasse befindet sich �eine La d e n st r a ß e, in der es allerhand Erfrischendes zu kaufen 'gibt. Zur besseren Verkehrsobwicklung wurde eine W i r t s ch a s t s- straße angelegt, die den ankommenden Lieferautos«ine bessere Einfahrt ermöglicht. Ein hübscher, in Grün gebetteter Autopark bietet Kraftwagen und Fahrrädern Unterkunst, und wer seinen vier- beinigen Liebling mit sich führt, der muß ihn nicht etwa an der Garderobe abgeben, nein, auch für ihn ist im Hundeasyl ein bequemes Plätzchen geschaffen. Eine nette kleine Wochenendkolonie, deren Häuschen für vierzig Mark die Saison vermietet werden, bildet den Abschluß. Zusammenstoß in der Lust. Drei Flugztuginsaffen schwerverletzt, einer gestorben. Karlsruh«, S. Mai. lleber dem hiesigen Flugplatz sind heule abend gegen 6.30 Uhr Zwei Molorflugzeuge, die dem Karlsruher tuftfahrl. verein und der akademischen Fliegergruppe gehörten, zusammen- gestoßen und abgestürzt. Die Maschinen waren von je eiuem Fluglehrer und einem Flugschüler besetzt, die schwerverletzt aus den Trümmern hervorgezogen wurden. Einer der Flugschüler, der Drofessor an der Teckznischen Hochschule Karlsruhe, Steidinger, ist Im städtischen Kraukenhou» seinen verletz ckngen erlegen. Zeppelin am Mittwoch in Berlin. Zum ersten Male wird das Luftschisf„Graf Zeppelin" auf dem Zentralflughafen in Tempelhof am Mitwoch, dem 13. Mai,«ine Zwischenlandung vornehmen. Das Lustschiff wird voraussichtlich um 7 Uhr früh in Staaken eintreffen und dort bis gegen 14 Uhr am Ankermast festgemacht. Dann erfolgt der Start zu einer mehrstündigen Rundfahrt, mit der Zwischenlandung um 18 Uhr in Tempclhof. Etwa eine Stunde später nach erfolgtem Passagierwechsel, startet„Graf Zeppelin wieder nach Staaken, wo er die Nacht über am Ankermast ruhen wird. Um 5,30 Uhr geht die Luftreise weiter nach der alten Hansestadt Lübeck. Die neuesten Ermittlungen der Berliner Kriminalpolizei in dem Geldbriesträgermord rücken die Rolle derTliutter de» Täter» Reins in ein immer seltsameres Licht. Bei der Verhaftung des Mörders und seiner Schwestern in Genua wurde bekanntlich noch eine Summe von etwa 3300 Mark vorgefunden und beschlagnahmt. Rund 1300 Mark hatten die drei für ihre Reisevorbereitungen und auf der Flucht ausgegeben, über die fehlenden 2000 Mark konnte oder wollte Reins keine Auskunft geben. Von der Berliner Polizei wurde nun vermutet, daß Rems dos Geld vor seiner Flucht in Berlin beiseitegeschafft oder aber seiner Mutter übergeben habe. Frau Reins, die sich seit dem 3. Mai in Polizeihaft befindet, bestritt, von dem Gelde etwas zu wissen. Gestern nachmittag wurde nun in der Wohnung der Frau Reins in der Mommsenstraße 33 noch einmal eine Haus- f u ch u n g vorgenommen. Alle Behältnisse und Winkel wurden gründlich durchsucht und schließlich entdeckten die Beamten in einem raffiniert gewählten Bersteck 1350 Mark. Da die Familie unter wirtschaftlichen Sorgen zu leiden hatte und nur über ganz geringe Barmittel verfügte, konnte der aufgefundene Betrag nur aus dem Briefträgermord stammen. Als Frau Reins im Gewahrsam von der Auffindung des Geldes Mitteilung gemacht wurde, gab sie ihr Leugnen schließlich aus und erklärte, von dem Vorhandensein des Geldes gewußt zu haben. Im weiteren Verlaus ihrer Vernehmung gab Frau Reins auch zu, etwa drei Wochen vor der Tat für ihren Sohn den Stoff- beutet genäht zu haben, der die Mordwaffe, das etwa 50 Zentimeter lange Bleirohr, enthielt. Die Mutter ist noch gestern dem Vernehmungsrichter vorgeführt worden. Durch dieses Geständnis scheint zunächst der Beweis erbracht, daß sich der Täter wochenlang mit Mordabsichten LOOl) Dollar erschwindelt. Internationaler Gauner debütiert in Berlin. Ein internationaler Gauner, der seit dem September v. I. von den verschiedensten Polizeibehörden gesucht wird, ist am Sonnabend auch in Berlin aufgetreten. Es ist der internationale Scheckfälscher B a s i 1 M u r g u l c s c u, der am 11. Juli 1898 in Bukarest ge- boren ist. Der Gauner hat sich einen Trick ersonnen, der ihn wenig kostet, desto mehr ober einbringt. Trotz vieler Warnungen durch die Presse findet er immer wieder neue Opfer. In einem Hotel in der Nahe der Wilhclmstraße stieg am Sonnabend ein elegant gekleideter Mann von ausländischem Typ ob, der sich für den Sekretär der dänischen Familie Andersson ausgab. Er mietete eine Zimmerflucht und erklärte, daß die Herrschaften im Laufe des Nachmittags mit dem Auto von Hamburg kommen würden. Nachdem er im Hotel alles geregelt hatte, begab er sich nach einem Reisebüro Unter den Linden und wollte 18V0 Dollar für dänisches Geld haben. Der Betrag war in Dollars nicht gleich verfügbäv und der„Sekretär" bat nun, ihn mit einem Boten in das Hotel zu schicken. Er würde fürs erste auch mit 1000 Dollar genug haben. Bald darauf erschien in der Tat der Bote des Büros und übergab das Geld. Der Sekretär zählte in deutschen und dänischen Bank- noten den entsprechenden Gegenwert auf. Plötzlich entdeckte er, daß ihm einige Scheine daran fehlten. Er nahm das bereits ausgezählte Geld, außerdem aber auch die 1000 Dollar mit sich in das Nebenzimmer und ward nicht mehr gesehen. Che der Schwindel entdeckt war, war der Sekretär über alle Berge. In etwas abgeänderten Formen hat der Gauner auch in anderen Ländern gearbeitet. Zuerst trat er in Zürich auf, dann in Rotterdam, Paris, Amsterdam, Köln und Wien. Dazwischen lagen noch Besuche in süddeutschen Städten. Die Vor- bcstcllung der Zimmer für die prominenten Persönlichkeiten hatte getragen hat. Inwieweit Frau Reins und ihre Töchter schock vorher von der Tat ihres Sohnes und Bruders gewußt haben, werden die weiteren Vernehmungen ergeben, sobald die in Gcniia in Hast Besindlichen ausgeliefert und in Berlin vernommen werden können. Schon jetzt ist der furchtbare Gedanke kaum noch von der Hand zu weisen, daß sich auch die Mutter der Mitwisserschaft schuldig gemacht hat. Aeuer Lteberfalt auf Geldbriefträger. Wie bereils im größten Teil der gestrigen Abendausgabe mit- geteilt, wurde nach dem TNuster des Mörders Reins auch in Mannheim ein lleberfall auf einen Geldbrieslrägcr «lusgesührl. Räch dem Bericht der Polizei sind an dem verbrechen drei Männer im Alter von 24 bi» 25 Jahren beteiligt. Der Geldbriesträger ist nicht schwer verletzt worden. Ein Täler Halle am Freilagabend für sich und seinen angeblichen Bruder zwei Zimmer gemietet. Sonnabend früh ging der neue Mieter früh- zeitig fort und kam gegen S Ahr in Begleitung von zwei weiteren Burschen zurück. Der Mieler hat sich dann eingehend über das Forlgehen der Angehörigen bei der Vermieterin erkundigt. Darauf wurde die Frau in das Zimmer gelockt und dort, wie schon gemeldet, gesessel« und am Schreien durch Drohungen ver- hindert. Ein Töler ha« dann die Frau bewacht, während die beiden anderen hinter der Abschlußtür das kommen des Geldbrief. trägers abwarlelen. kaum Halle der Geldbriesträger die Wohnung betreten, als er von dem zweiten TSler. der sich hinler der Tü� verborgen gehalten halte, ebenfalls mit dem Sandsack zu Boden geschlagen und dann gefesselt wurde. Die TSler beraubten den wehrlosen und ergriffen unoussällig die Flucht. Dem Beamten gelang es. sein Toschenmesser der Frau Radloff zuzuschiebe«, um die Fesseln zu zerschneiden. Es gelang ihnen auch, sich gegenseitig freizumachen, worauf sie Alarm schlugen. natürlich nur den Zweck, die Banken sicher zu machen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß der Schwindler mit dem nächsten Zuge Berlin wieder verlassen hat.___ Ungetreuer Buchhalter. 72 OOO Mark bei Innungskasse unterschlagen. Bei einer Berliner Jnnungskrankenkassc sind dieser Tage große Unterschlagungen ausgedeckt worden. Der Geschäfts- führ er der Kasse, der einen Vertrauensposten mit außer- ordentlichen Vollmachten bekleidete, hat seit 1925 insgesamt 72 000 M. unterschlagen. Der ungetreue Angestellte nahm außerordentlich geschickte Luch- fälschungen vor, die erst durch eine genaue Revision aufgedeckt wer- den konnten. Außerdem fälschte er Unterlagen und ent- nahm dafür die Beträge der Kasse. Im Laufe der Jahre hat er sich auf diese Weise eine monatliche Nebeneinnahme von 1300 Mark beschafft. Der Geschäftsführer war in Lokalen der Berliner Lebewclt eine bekannte Persönlichkeit. Er machte dort groß« Zechen und gab sich für einen reichen Mann aus. Gestern mittag wurde er in seiner Wohnung von Beamten der Dienststelle F 5 aus dem Bett heraus f e st g e n o m m e n. Seine Verfehlungen gab er ohne weiteres zu. Er wird dem Richter vorgeführt werden. Wie wir noch erfahren, handelt es sich bei dem ungetreuen Ge- schäftsführer um den 36jährigen Walter B i l l e r b e ck. Die Ge- schädigte ist die Innungsksankenkasse der Freien Schlächterinnung, die ihre Büroräume in der Gocthestraße in Eharlottenburg hat._ Massensest der Arbeilersänger im Rundfunk. Am heutigen Sonntagnachmittag um 6.30 Uhr bringt der Berliner Sender die Uebertragung eines Ausschnittes des Festes der Arbeiter- sänger im Neuköllner Stadion. 7- CiSttf l Roman aus dem Unjarisdica tob Alexander Ton Sacber-Masoch. Das waren traurige Vorstellungen. Ihr Flug von einer Wand des Saales bis zur anderen gemahnte jetzt wirklich an den Flug erlahmter Vögel. Aus der Nähe waren des Direktors Hinkefuß und Frau Griseldes veränderte Gestalt so augenfällig, so herzergreifend. Das Mitleid störte das Vergnügen der Zuschauer. Mister Jack stahl etwas Freude in �diese Vorstellungen. Er scherzte und sang, sich auf der Gitarre selbst begleitend. Am ersten Abend kamen einige Leute. Die Aufführung brachte wenigstens so viel ein, daß die Auslagen und die Saalmiete gedeckt waren. Bei der zweiten und dritten Vor- stellung kam das Publikum nur mehr vereinzelt. Die Stuhl- reihen gähnten leer. Am vierten Abend oerbot die Behörde die Vorstellung, weil zu befürchten war, das erste Stockwerk des alten, baufälligen Gasthofes würde einstürzen infolge der Trapezschwünge. Die Wände zeigten bereits Sprünge und der Mörtel regnete von der Decke. Auch hie dritte Kolossalidee war erledigt. ' Die Vorstellungen brachten wenigstens den einen Vor- kell, daß Mister Jack unter den Quartalssäufern des Gasthofes unglaubliche Beliebtheit errang und auch nach Einstellung der Ausführungen mit seiner Gitarre häufig das Lokal besuchte. Aber die Prüfungen waren noch nicht zu Ende, im Gegenteil! Die Direktorsleute hatten sich mit Kitcher et Compagnies geringem Angebot bereits einverstanden erklärt und erwarte- ten unter Hangen und Bangen Brief und Vorschuß, um los- zufahren. Endlich traf die sehnsüchtig erwartete Antwort ein. Es stand darin, daß Kitcher et Compagnie nunmehr unter keinerlei Bedingungen bereit seien, die fliegende Familie zu engagieren. Das war der stärkste Schlag. Es ging schon gegen Weihnachten und die Direttorsleute verzehrten ihre letzten Kreutzer, Alsbald hatten sie nichts mehr, um ein Stückchen Brot oder ein Scheit Holz zu kaufen. Das härteste Elend traf die fliegende Familie, bei Frau Gri- selbes Zustand, in der Fremde, mit dieser Antwort. Sechzehntes Kapitel, bringt weder neue Ideen noch Geld oder anderen Vorteil. Woher ich vom Umschwung der Dinge so genau unter- richtet war? Meine Eltern daheim sprachen ja von nichts anderem mehr als vom Schicksal unserer Komödiantensreunde, als wäre es ihr eigenes. Aber nicht nur bei uns wurde davon ge- fprochen. Denn soviel ist sicher, daß auch andere bemerkten, wie es um die Komödianten stand. Daß sie bessere Tage gesehen hatten und wackere, wenn auch vom Unglück verfolgte und unpraktische Menschen waren. Wie sehr auch die Schneiders- frau die arme, sanfte Frau Griselde vor allen Leuten her- untermachte, es wußte dennoch die ganze Straße, daß sie sie betrog und ihr den letzten Heller erpreßte. Was immer über die Komödianten in unserer Straße ge- sprachen wurde, war es doch ein Gegenstand allgemeiner Entrüstung, wie gemein die Schneiderssrau die armen Leute ausnützte. Die sowieso tief in der Tinte saßen. Wir begannen eine Rolle zu spielen, wie jene Wasser- behälter in den Bergen, in denen sich ansammelte, was von den Gebirgsbächen und vom Himmel kam und die dann in die Fabriken abgeleitet werden. Die Schneidersfrau hatte viH: Feinde in der Straße und die käme» alle zu uns, um die geheimen Praktiken der Nachbarin zu offenbaren. Wir sollten dann alles weiter- leiten an die Komödianten. So besuchte uns eines Tages die Mutter von Bandi Hires, die älteste, ollergrößte Feindin der Schneidersfrau. „Hören Sie mal, liebe Nachbarin", begann sie zu unserer Mutter,„vorhin spreche ich gerade hier auf der Straße mit drei Zigeunerinnen. Aufköuferinnen alter Lumpen. Da höre ich, daß Frau Pocök sie zu sich rufen ließ. Aber ich sehe gleich an den schönen Sachen, die sie schleppten, daß die nicht auf ihrem Mist gewachsen sind, sondern sicher diese armen Diret- torsleute gezwungen waren, die Dinge ihr zum Verkauf zu aeben, die können ja nicht handeln mit den Zigeunerinnen. Ich horchte sie gleich aus, fünfundsechzig Gulden sagten sie, haben sie der Schneiderin gezahlt, gehen Sie doch der Sache nach, bitte, liebe Nachbarin, wieviel davon wohl die Schnei- derin diesen Unglücklichen abgegeben hat. Sie stehen ja gut mit den Leutchen. Denn es ist wirklich hundsgemein, wie diese Brillenschlange sie aussaugt. Vom Holzhändler weiß ich» daß sie von der Frau Direktor sechs Gulden für den Klafter ge- nommen hat und auch davon stahl sie für sich. Gehen Sie der Sache nach, liebe Freundin. Sie führt mich und auch Sie im Munde, daß Sie und ihr Mann dort Saufgelage seiern und die Kinder in Schleckereien ersticken, da müssen auch wir ein- mal das Maul aufmachen. Sie redete meiner Mutter so lange zu, bis die Ausbeu- tung der Komödianten ihr Herz rührte und sie, gegen ihre Gewohnheit, tatsächlich in die Nachbarschaft ging, um bei den Direktorsleuten nachzufragen. Natürlich schlich auch ich ihr nach mit meiner Schwester. Wir kamen gerade recht. Wir fanden die bebrillte Schneidersfrau auf dem Hof, wie sie gemeinsam mit ihrem Gatten immer um einen Ton höher keifte, als Mister Jack, der den beiden ebenfalls stark erregt gegenüber stand. Als Mister Jack meine Mutter erblickte, eilte er ihr gleich entgegen: „Oh, liebe Frau Gnädige, bitte freundlich anhören diese Gemeinheit. Ich weiß von nichts, komme heim. Die Schwester gibt diese Schneider viel Kleider alles zu Verkauf, Wir nicht braucht viel Bagage, wenn verreist und diese Schneider nicht will geben nur Geld so viel, hat genommen Miete für nächsten Monat. Wir nicht mehr hier sein nächste Monat und nicht bleibt schuldig diese gemeine Schneider, der stehlen, betrügen, auch Holz, ich weiß, schon Leute mir sagen in der Straße. Und mein Schwester weint, weil Geld nötig, keine Vorstellung, kein Fahrgeld. Wenn wartet ein Zirkus mit Vertrag. Also Gemeinheit! Gemeinheit!" Das Schneiderpaar erschrak erst etwas beim Anblick meiner Mutter. Aber dann begannen sie um so ausführlicher ihre gefährlich« Lage mit den Komödianten zu schildem, daß sie ihnen am Halse hängen und schuldig bleiben würden. Schließlich fügten sie hinzu, daß sie sowieso zur Polizei gehen wollten, weil sie gehört hätten, daß die Komödianten der Stadt nicht zur Last sollen dürsten. Man werde sie per Schub wegbringen. Das begriff anscheinend auch Mister Jack. Und da er vermutlich mit dem Rechtsgefühl der Behörden schlechte Er- fahrungen gemacht halte, wandte er sich sichtlich erschrocken an meine Mutter: „Um� Gotteswillen. Frau Gnädige, sprechen Sie diese gemeine Schneider! Hier die Briefe, daß mein Freund macht uns Engagement eine Zirkus. Eine Woche, zwei Woche wir schon gehen. Und Schwester diesen Zustand. Sie weint morgens bis abends."(Fortsetzung folgt.) Das Kind als Mordzeuge. Zwölfjähriges Mädchen klagt Mutter an. Den Beweis, daß starke Eindrücke jahrelang im Gedäck,!- nis eine» Kindes hasten bleiben, hat jeht ein Aall ergeben, den die ZNordinspektion A. augenblicklich untersucht. Don ihrer Tochter Gertrud, die jeht 12 Zahre zählt, wird seit sieben Zähren die ZZ Zahre alte Arbeiterin Etsbeth H. beschuldigt, ihr anderes Töchterchen Ilse ermordet zu haben. Frau S). brachte im Juni 1324 in der Universitätsklinik in Marburg ein kleines Mädchen zur Welt, das den Namen Ilse erhielt. Vierzehn Tage nach der Geburt wurde die Mutter mit dem Säugling aus der Klinik entlassen. Obwohl sie schon damals sich von ihrem Manne getrennt hatte, suchte sie ihn doch auf, um mit den beiden Kindern Unterkunst zu erbitten. Diese Bitte wurde von der Mutter des Mannes hartherzig abgelehnt. Einige Zeit darauf verschwanddie tleineJlse und man hat nichts mehr von dem Verbleib des Kindes gehört. Das Töchterchen Gertrud kam zum Vater, wo es sich auch jetzt noch aufhält. Das damals fünfjährige Mädchen erzählte nun dem Vater eines Tages, die Mama habe Ilse ins Wasser geworfen. Sie, Gertrud, habe mit der Mutter zusammen an einem Fluß gestanden, an dessen User Büsche waren. Hinten sei ein Berg gewesen. Plötzlich habe die Mutter die kleine Ilse vom Arm genommen und in den Fluß geworfen. Gertrud hat den Säugling, der etwa zwölf Wochen alt war. schreien hören und das der Mutter auch gesagt. Diese habe sie barsch angefahren, sie solle still sein, sonst werde sie hinterher ge- worfen. Der Vater, der als erster die grauenvolle Geschichte hörte, glaubte an kindliche Phantasien und unternahm nichts. Aber Gertrud erzählte das Erlebnis, das ihrem Gedächtnis unauslöschlich einge- prägt sein muß, mit fast den gleichen Worten auch anderen Leuten immer wieder. Die Begleitumstände, der Berg und die Büsche am Ufer, das Schreien des Schwesterchens und die Drohung der Mutter, kehrten immer wieder. So kam diese Anklage eines Kindes schließlich auch zu Ohren der Polizei, die eine Untersuchung einleitete. Frau H. bestreitet entschieden, ihr Töchterchen Ilse be- seitigt zu haben. Sie behauptet, das Kind sei eines natürlichen Todes gestorben. Als Ilse zwölf Wochen alt war, sei sie selbst als Arbeiterin auf einem Rittergut in der Nähe von Osterburg in der Altmark gc- wesen. Man habe sie dort nur„Elsbeth" gerufen. Die kleine Ilse sei in Krämpfe versallen und daran gestorben. Der Gutsbesitzer, dessen Namen die Frau nicht mehr wissen will, habe die Beerdigungskosten für sie gezahlt. Obwohl sich Frau S). an andere Dinge recht gut erinnert, ist ihr doch seltsamerweise der Name des Gutsbesitzers und der Ortschaft nicht mehr erinnerlich. Die Unter- suchung wird besonders dadurch erschwert, daß der Name des Ortes bisher nicht zu ermitteln war. Aiemand Witt Angreifer gewesen sein. Kommunisten wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Wenn Kommunisten und Nationalsozialisten einander nur aus der Ferne sehen, so jucken ihnen die Hände. Angeblich ist es den einen wie den anderen von den Führern aufs strengste verboten, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen; sie dürfen es höchstens„in Notwehr" tun. Es gibt bloß Angegriffene, niemand will der An- greiser gewesen sein. Jede der feindlichen Parteien glaubt sich in Gefahr, man befindet sich sozusagen in ständiger Abwehrbereitschaft und die Prügelei geht von selbst los. Ein Schulbeispiel dafür stellt der Zusammenstoß zwischen Kommuni st en und National- sozio listen am 28. April d. I. auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz vor. Aus Grund der Notverordnung fand die Verhandlung im be- schleunigten Verfahrenn bereits gestern vor dem Schöffen- g e r i ch t Schöneberg statt. Am 28. April befanden sich etwa 8 bis 13 National- f o z i a l i st e n von ihrem berüchtigten Verkehrslokal in der Siegfriedstrahe auf dem Wege zum Afrika-Aasino. Etwa 25 bis 30 Kommunisten hotten gleichfalls wenige Minuten vorher ihr nicht weniger berüchtigtes Verkehrslokal Wernicke verlassen und befanden sich auf dem Heimwege. In der Nähe des Polizeireviers am Kaiser-Wilhelm-Platz, unter den Augen der Polizeibeamten entwickelte sich plötzlich eine Schlägerei. Die Beamten sahen einen Menschen laufen, hinter ihm her etwa 25 Mann. Der Verfolgte siel zu Boden, einer von den Verfolgern schlug aus ihn mit dem Koppel ein. Die Beamten eilten hinzu, ergriffen den mit dem Koppel schlagenden Mann. Der am Boden Liegende hatte einen Messerstich in den Kopf bekommen. Die Kameraden des Gestochenen, die Nationalsozialisten, riefen den Beamten den Namen eines der davonlaufenden Angreifer zu. auch dieser wurde gefaßt. Vor dem Schöffengericht verantworteten sich gestern acht Kom- munisten, in der Hauptsache im Alter von 13 bis 21 Iahren, wegen Landfriedensbruch. Mit Ausnahme eines hatten sie sämtlich bereits Strafen wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Bannkreis- Verletzung und dergleichen mehr hinter sich. Die Angeklagten be- stritten jede Schuld: Nicht sie hatten angegriffen, sondern die anderen, nicht die 25 Kommunisten die 8 Nationalsozialisten, sondern umgekehrt. Der Schuldnachweis gelang nur bei drei Angeklagten: sie erhielten je 8 Monate Gefängnis. Die übrigen mußten freigesprochen werden. Zwei von den Verurteilten, die noch in Hast waren, wurden auf freien Fuß gesetzt... 250 pfingstexirazüge. Die Reisevorbereitungen der Reichsbahn. Für den bevorstehenden Reiseverkehr zu Pfingsten hat die Reichsbahndirektion Berlin die nötigen Vorkehrungen getroffen. Neben Verstärkung der fahrplanmäßigen Züge vom 21. Mai bis 25. Mai sind 253 Vor- und Nachzüge vorgesehen, die nach Bedarf gefahren werden und sich folgendermaßen verteilen: Vom Anhalter Bahnhof 18 in Richtung nach Frankfurt a. M., 12 nach München, 23 nach Dresden, vom Potsdamer Bahnhof 16 in Richtung nach Magdeburg, vom Lehrter Bahnhof 12 in Richtung nach Altona, vom Görlitzer Bahnhof 31 in Richtung nach Görlitz. vom Stettiner Bahnhof 33 in Richtung nach Stettin, 32 nach Stral- sund und 3 nach Neuruppin, von der Stadtbahn 21 in Richtung nach dem Osten, 33 nach Schlesien und 13 in Richtung nach dem Westen. Die Mitteleuropäischen Reisebüros Potsdamer Bahnhof, Bahn- Hof Friedrichstraße, Unter den Linden 57/58 und Kurfürstendamm 17 sind von Montag, 18. Mai. bis einschließlich Donnerstag. 21. Mai. täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Toier läßt sich erschießen. Aus Furcht, lebendig begraben zu werden. In Rom ist der Präsident des dortigen technischen Instituts, Professor Arnoldo C o n s o r t i, plötzlich gestorben. Die Leiche wurde öffentlich aufgebahrt und Studenten hielten die Totenwache. Als die Dozentin des Instituts, Teresina B o r g n i o l i, die Studenten der Totenwache aufforderte, den Aufbahrungsraum zu verlassen, kamen diese ihrem Wunsche nach. Die Frau schloß die Tür, und bald daraus hörte man einen Schuß fallen. Bei der Rachschau stellte man fest, daß die Dozentin eincn Herz- schuß auf die Leiche abgegeben hatte. Daraus ver- haftete die Polizei Frau Borgnioli. Aber schon nach kurzer Zeit stellte sich heraus, daß der Professor, der vor seinem Tode an neurasthenischen Anfällen gelitten hatte, in ständiger Angst davor lebte, daß man ihn scheintot begraben könnte. Darum hatte er die Dozentin ersucht, ihn sofort nach seinem Tode zu er» schießen. Die Tochter des Verstorbenen bestätigte diesen letzten Wunsch ihres Vaters. DoX noch nicht nach Südamerika gestartet. Wie die Dornier- Werk« mitteilen, ist das Flugschiff„Do X" am Freitag, entgegen der gestrigen Meldung, noch nicht zum Südamerikafluge aufge- stiegen. Es sei jedoch möglich, daß„Do X" von Bolama aus einen stcineren Probeflug unternommen habe, uni die Motoren im tropischen Klima weiter auszuprobieren. p f i nftsff«s4- BAER SOHN A.G. BERLIN N4, Chau$»eestr*ße 29-30/ Untergrundbahn: Stettiner Bahnhof MAA LEIPZIGER Das Soeziaihausfür Damen u.Herren- Kleidung. Sakko-Anz. ein- und zweireihig, blau und farbig, reine Wolle J renchcoats 27.- 21.- 16.50 12.- Windjacken 15.- 13.50 10.�0 7.50 Oberhemden estem K K r» wi 4.50 mit festem Kragen und Krawatte' K r awatten 1.60 0.75 Sport-Anzug in herrlichen Sportfarben, mit Knicker- bocker od. langer Hose dazu passend Pullover reine Wolle Knickerbocker flotte Muster 18.- 15.- 10.50 6.90 Gabardine- Mantel, Raglan oder Slipon, blau und farbig, reine Wolle HOCHWERTIGE QUALITÄT FÜR GUTEN MÖBELKAUF drum mom ZENTR.; ELSASSERSTR. 37 am Oranienburger tor t rate iuu- Prospekt e kostenlos! Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mittwoch, 13. Mai, von 17 bis 19 Uhr, findet in den Lichterfelder Fest= Sälen( Behlendorfer Straße) die erfte Kreissingestunde statt. Zeltlagerkursus am 13. und 14. Mai im Berliner Jugendland Rossen. Abfahrt der Teilnehmer am 13. Mai um 19.01 Uhr vom Potsdamer Ringbahnhof. Sugendliche unter 18 Jahren treffen fich für Fahrpreisermäßigung um 18% Uhr in der Borhalle. Leitung Frizz Dörschel. Beginn Donnerstag, 9 Uhr. Für Mittageffen ist Gorge getragen. Probezeltlager findet statt amt 23. bis 25. Mai auf dem Außenspielplak. Tegel, Scharnweberstraße. Näheres durch besonderes Rundschreiben. Restfalkenkursus Montag, 11. Mai, Bassertorstr. 9. Der Genosse Dr. MeyerStein spricht über hngienische Fragen. Czatanflötentursus beginnt am Donnerstag, dem 21. Mai, in der KarlMarr- Schule, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Ctr. 208-210, 20 Uhr. Kreis Neukölln. Alle Restfalken treffen fich am Freitag um 17 Uhr in der Sonnenallee. Gruppe Jungvolt. Die Nestfallen treffen sich ant Dienstag um 16% Uhr am Rathaus Neukölln. Wir gehen zur Sonnenallee. Bezirk Friedrichshain: Heute Waldfest in Wuhlheide, Lotal„ Sanssouci". Gruppen treffen fich 7½ Uhr; Kreis 8 Uhr Schlesischer Bahnhof. Eltern werden 12-13 Uhr Bahnhof Wuhlheide erwartet. Dienstag, 20 Uhr, Areistursus im Heim Diestelmenerstr. 5-6. Mittwoch, 18 Uhr, Spielen auf dem Sportplaz Friedrichshain.- Rur Helferfahrt nach Bertenbrid Treffen 19% Uhr Schlesischer Pahnhof, Eingang Fruchtstraße. Donnerstag keine Beranstaltungen. Freitag, 18 Uhr, Kreis- Jungfaltenversammlung im Seim Litauer Str. 18. Achtung, Pfingstfahrt! 8 Tage nach Lchnik. Kosten bei voller Verpflegung 10 M. Falken aus allen Gruppen tönnen teilnehmen. Letter Anmeldetermin 15. Mai. Fahrtleitung: Rurt Rente, D. 34, Rochhannstr. 13, I. Aufgang. Gruppe Landsberger Blak: Dienstag, 18 Uhr, Seim Tilsiter Str. 4. Kreis Wedding. Am Donnerstag, dem 14. Mai( Simmelfahrtstag), Trefffahrt mit der SAJ. Wedding nach Brieſelang. Wir fahren 8.09 Uhr von Butligstraße. Alle Gruppen richten ihre Treffpunkte nach dem Zuge. Die Radfahrer treffen sich um 8 Uhr am Birchowkrankenhaus. Ab Montag, dem 11. Mai, ftehen uns die Spielwiesen zur Verfügung. Es spielen im Humboldthain die Gruppen: Humboldthain Dienstags und Freitags: Pestalozzi Mittwochs und Freitags: Gesundbrunnen Mittwochs und Freitags. Im Schillerpart: Gruppe Leopoldplak Montags und Freitags; Brunnenplas Montags und Donnerstags; Echillerpark Montags und Donnerstags. Boltspark Rehberge: Gruppe Schiller. port Dienstags. Beginn der Spiele 18 Uhr. Gruppe Schillerpart: Die Seimabende fallen aus. Wir gehen auf die Spielwiese. Kreis Prenzlauer Berg: Helferarbeitsgemeinschaft am 18. Mai: Rollettivarbeit Außenspiele. Gruppe Bittor Abler: Elternabend Dienstag, 30 Uhr, Danziger Str. 62. Rote Falken Dienstag, 18 Uhr, Aussprache: Der kom mende Krieg". Gruppe Lichterfelde: Mittwoch, 13. Mai, 17 Uhr, in den Lichterfelder FestSälen( Schilling), mit der Gruppe Steglig Kreissingestunde. Kreis Schöneberg: Mit Friedenau und Lindenhof Donnerstag, 14. Mai ( Simmelfahrt), Waldfeft auf den Außenspielplan der Stadt Berlin in Dahlem. Die Fallen treffen sich unt 8 Uhr am Rudolf- Wilde- Blak. Die Eltern um 14 Uhr auf dem Spielplak. Dienstag, 12. Mai, Helferfißimg in der Schule Feurigstr. 7. Beginn 19% Uhr. Reinickendorf: Dienstag, 12. Mai, 20 Uhr, Areishelferfizung. Freie Scholle. Straße 50, Nr. 59. Kreis Kreuzberg. Jungfalfenzeltlagerteilnehmer. Arbeitsgemeinschaft am Freitag, 15. mai, 18 Uhr, im Jugendheim, Bassertorstr. 9. Kreis Prenzlauer Berg. Gruppe Hermann Müller. Jugendheim, Gleimftraße 35( neben Colosseum), von 17 bis 19 Uhr. Dienstag Boltstanznachmittag. Freitag Aussprache: Aufbau unserer Gruppenarbeit". Sonntag, den 17. Mai, Gruppenfahrt nach Bernau. Gruppe Freiheit. Mittwoch Helfer. und Rote- Falten- Schulungsfahrt nach Uezdorf. Treffpunkt 17 Uhr an der Falfenecke. Sonnabend Jungfaltenfahrt nach Bernau. Treffpunkt 15 Uhr an gleicher Stelle. Gruppe Köpenid. Alle Falten treffen sich zum Waldfest heute vormittag 9 Uhr Bahnhof Röpenid. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für biefe Rubrif nur an bas Jugenbfefretariat Berlin 623 68, Lindenstraße 3 Sonderzug zur Eröffnung des Parteitages am Sonntag, 31. Mai. Fahr forten zu 6,60 Mart für Sin- und Rückfahrt( Abfahrt etwa 7 Uhr, Ankunft in Berlin etwa 21 Uhr) find gegen sofortige Bezahlung im Gekretariat erhältlich. Sozialistische Schülergemeinschaften: Mitgliederversammlung morgen 20 Uhr im Vortragssaal des P.-V., Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Tr. links. Thema:„ Sozialdemokratische oder nationalistische Kulturpolitik?" Referentin Genossin Dr. H. Wegscheider. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Der Singekreis fällt am Donnerstag( Simmelfahrt) aus und findet dafür schon am Mittwoch, 13. Mai, 20 Uhr, im Heim Willdenowftr. 5, statt. Heute, Sonntag, Heimabende. Wedding: Willdenowftr. 5. Schönhauser Borstadt: 19% Uhr Schönfließer Straße 7. Köpenid: Dahlwiger Str. 15. Reinickendorf- West: Seidelftraße 1, 18 Uhr. Nordosten I: Danziger Str. 62, Barade 3 r., 18 Uhr. Arnswalder Blas I: Rastenburger Str. 16: 19% Uhr Funktionärversammlung. Neukölln VI: Treffpunkt zum Gausängertag 15% Uhr Stadion, Eingang Warthestr. 60.- Rentölln VII: Treffpunkt zum Gaufängertag 15% Uhr KME. Neukölln: Treffpunkt zum Gaufängertag 16 Uhr Stadion. * Werbebezirk Reutöln: Treffpunkt zum Gaufängertag 16 Uhr am Eingang des Stadions. Werbebezirk Tempelhof: Die„ Offene Singestunde" fällt umständehalber aus. Morgen, Montag, 19½ Uhr. " T Sansa: Bochumer Str. 8b: Die neue Rotverordnung". Moabit II: Lehrter Str. 18: Warum Gewerkschaft?" Moabit III: Lehrter Str. 18-19: „ Rußland", 2. Teil. Arnimplah: Connenburger Str. 20, R. 4:„ Die Erfolge der SPD. feit 1918". Faltplak 1: Connenburger Str. 20: Deutsch- österteichische Rollpolitik". Faltplak II: Sonnenburger Str. 20: Rampf der Kirche". Hohenschönhausen: Freienwalder Str. 6:„ Einführung in den Marxismus", 2. Teil. Nordosten 11: Danziger Str. 62, B. 3: Wie lese ich eine Beitung?" Prenzlauer Vorstadt: Gleimstr. 33-35: Karl Marg und Friedrich Engels". Stralauer Andreasplan: Brommnstr. 1:„ Vaneuropa". Biertel: Goßlerstr. 61:„ Wir und der Sport". Hallesches Tor: Yordstr. 11: Proletarische Festgestaltung", Lichtbilder. Treptow: Wildenbruchstraße: RehnMinuten- Referate. Köpenid, R. F.: Schloßstr. 27:„ Gegualität der Jugend". -Lichtenberg- Nord: Gunterstr. 44: Probe zum Elternabend. Neukölln I: Pesuch des Frauenabends. 19% Uhr Reuterplak und 20 Uhr Rottbusser Klause, Kottbusser Damm, Ede Bürknerstraße. Werbebezirk Wedding: Erwerbslosen- Zusammenkunft 15-17 Uhr im Seim Geeftr. 84. Werbebezirk Brenzlauer Bera: Probe der Einzelfpreder und Gesamtchor somie der Tambourfapelle 19% Uhr Aula Danziger Str. 23, 19 Uhr ebendort Besprechung der AGJ. Werbebezirk Neukölln: Erwerbslosen- Busammenkunft 12-14 Uhr Bergstr. 29: § 218". Afrita spricht. Ein Rongodorf in Berlin. Eine etwa 35-40 Personen starte Rarawane aus Westafrika, darunter Bewohner der ehemaligen deutschen Gchnikgebiete, trifft morgen in Berlin ein, um ein soeben vollendetes afrikanisches Dorf auf dent Festplaß des Traumland" in Schloß Schönholz zu beziehen. Das neuerbaute afrikanische Dorf auf märkischem Gande umfaßt eine Anzahl von Eingeborenenbehausungen, ferner allerlei Werkstätten, einen fleinen Basar, sompie eine Freifläche für die halbstündlich stattfindenden Vorstellungen. Unter den männlichen und weiblichen Mitgliedern der Ranawane befinden sich Handwerker, Tänzer und Gaukler. Rampfspiele werden aufgeführt und bunte Bilder aus dem Leben der Tropen vorgeführt. Die Afrikaner führen allerlei Getier ihrer Heimat mit sich, darunter ein vielföpfiges Rudel junger Lömen, auch Löwenbabns, die noch völlig fingerzahm, sind und mit der Rinderwelt spielen. Rach vollständiger Renovierung ist das beint Berliner Bublifum beliebte Schloßpart- Restaurant Weißensee unter ganz neuer Bewirtschaftung wieder eröffnet worden. Der schön gelegene Barf mit seinen wundervollen alten Baumbeständen und seinen herrlichen Terrassen, direkt am See gelegen, bilden einen der schönsten Aufenthaltsorte Berlins. Der neue Inhaber, Herr Karl Sedlak, legt ganz besonderen Wert auf gute Bedienung und erstklassige Speisen und Getränke, die au zivilen Breisen verabreicht werden. Die Kinder sind besonders bedacht worden, indem man einen kleinen Zuna- Park eingerichtet hat. An Wochentagen spielt die Haustapelle, während an Conn- und Feiertagen große Militärkonzerte mit Feuerwerk stattfinden. Grüngürtel rings um Berlin. Bei den großen Erfolgen der Stadtrandsiede Tung werden im allgemeinen die bedeutsamen Vorteile diefer Giedlungsbewegung auf fozialem und städtebaulichem Gebiet allzu wenig berücksichtigt. So hat das auf diesem Spezialgebiet führende Schrobsdorff- Unternehmen allein im Kreise Teltow den zuständigen Behörden für seine Giedler, d. h. für die Allgemeinheit, annähernd 1250 000 Quadratmeter im fchägungsweisen Gegenwert von 3 Millionen Mart unentgeltlich, schulden- und lastenfrei in Secbad LankenseeBernsdorf, in Geebad Groß- Machnow und in Seebad Wildau- Miersdorf bei Reuthen zur Verfügung gestellt. Auf der lezigenannten Stadtrandsiedlung find als Kurpartgelände mit Bergen, Schluchten und Gewässern etwa 500 000 Quadratmeter ausgewiesen, für ein neues Stadion etwa 25 000 Quadratmeter und weitere Gelände in gleicher Größe für die neue Bahnstation„ Seebad Wildau- Miersdorf" zwischen Zeuthen und Bildau, ferner für ein neues Seebad ein Wassergelände mit 240 Meter Wasserfront an der Dahme. Das, was der Tiergarten, der Schöneberger Stadtpark u. ä. für Berlin ift. wird hier, auf Grund der neuen städtebaulichen Ideen, im großen von dem ErvosdorffUnternehmen für die Siedler im Stadtrandgebiet durchgeführt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, daß im feenreichen Südosten in der durch die Vorortbahn so hervorragenden Verkehrslage die Besiedlung in so enormem Tempo vorwärts schreitet. Allein in Seebad Wildau- Miersdorf bei Zeuthen wurden durch Schrobsdorff im Vorjahr 1200 Barzellen besiedelt. Weitere tausend sollen zweds restloser Erschließung in diesem Jahre folgen. Eine neue Stadt entsteht von Reuthen bis Königswusterhausen, entlang dem großen Durchgangsgewäffer der Dahme. Bor 14 Tagen wurde ein großes Geschäft beschlossen: Der Stoffladen 1931. Vor 13 Tagen wurde das Lokal gemietet: Leipziger Str. 13. Vor 12 Tagen wurde der einzig passende Name gefunden:„ Einmalig" und seit 12 Tagen find große Eillaftzüge, Laftwagen und Expreßautos unterwegs, die Riesen. massen, hunderttausende Meter Wollstoffe, Seidenstoffe, Runstseidenstoffe, Detorationsstoffe, Weißwaren, Wochenendstoffe, Befits, Flanelle, Morgenrockstoffe, Futterstoffe usw. für Frühjahr und Commer, Hochsommer, Herbst und Winter zu transportieren, für den neuen Stoffladen bestimmt, der unter dem Namen Einmalig" am Montagvormittag um 11 Uhr in der Leipziger Str. 13 eröffnet wird. Der„ Einmalig"-Laden hat als erftes Stoffgeschäft den Mut, einen Fehler zu machen; er führt nämlich z. B. nicht alle Stoffe; er verkauft nur Gloffe, die er besonders billig verkaufen kann. Aber diese billigen Stoffe und Eeiden sind in solchen Mengen vorhanden und werden au fo neuartig niedrigen Breisen verkauft, daß man sich verpflichtet gefühlt bat, für ein ganz großes Geschäft Warenvorräte heranzuschaffen. Am Montag, 11. Mai, feiert Sere David Schreiber, Schöneberg, Rubens. ftraße 26, feinen 70. Geburtstag. Herr Schreiber ist seit über 40 Jahren bei der Firma S. Adam. Leipziger Straße, in leitender Stellung tätig und nicht nut im Hause, sondern auch bei den Kunden gern gesehen und besonders durch sein freundliches Wesen sehr beliebt. An Zucker sparen, grundverkehrt! Der Körper braucht ihn Zucker nährt! WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz dndable Kleider- u. Baumwoll- Musselin Beiderwand bedruckt, ca. 80 cm breff, Meter indanthren, einfarbig u. gestreift, Meter Waschkunstseide neue Druckmuster, Meter Extra- Preise Montag, Dienstag, Mittwoch Seidenstoffe 38Pf. Bedruckte Kunstseide neue Dessins, doppeltbreit, Meter 58Pf. Bedruckt. Marocain 85 Pf. Bedruckt. Woll- Musselin 95 Pf. Meter Bedruckt. Voll- Voile 1.75 aparte Neuheiten, doppeltbreit, Meter Kunstseide, ca. 100 cm breit, Meter Acetat- Voile für Sommerkleider, moderne Muster, ca. 100 cm breif, Meter Toile de Soie lavable für Blusen u. Sportkleider, ca. 80 cm breit, Meter Crêpe de Chine bedruckt, reine Seide, Meter 1.85 3.60 3.90 4.00 5.25 Strohkappe viele Farben H285 Kappe flotte Form 690 mit Blumengarnitur BackfischKappe Strumpfarbeit 450 Damenhut Glockenmit Bandgarnitur 450 form Canofier mit Bandgarnitur 875 Jetzt ist die Zeit für Haustrinkkuren Haustrinkkuren mit natürlichen Heilquellen sind heilbewährt! ärztlich empfohlen und seit Jahrhunderten Zur Krankenkassenverordnung zugelassen Zu beziehen durch Apotheken und Drogerien zu festgesetzten Preisen Auskunft und Prospekte kostenlos durch die Hauptniederlage: Brunnenvertriebs- AG., Berlin SW, Yorckstraße 59- Bergmann 3536-38, 6177 Nr. 216 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Die Eisheiligen in Sicht. Unter den seltsamen Winterheiligen des Jahres nehmen Panfratius, Servatius und Bonifaz am 12., 13. und 14. Mai eine besondere Rolle ein. Sie sind zu ,, Eisheiligen" geworden, die einen endgültigen Trennungsstrich ziehen zwischen den frostigen Frühlingsnächten und den sommerlichen Gezeiten. Zwar geht ihnen am 24. Februar Matthis. als Eisheiliger voran nach dem Bolksspruch: ,, Mattheis bricht's Eis hat er feins, so macht er eins." Aber erst nach ihnen hält sich das Thermometer stets über Null. Darum auch die Bauernregel: ,, Vor Servati fein Sommer, nach Servati kein Frost“ und„ Bor Nachtfrost bist du sicher nicht- Bis daß herein Servatius bricht." Ihre Bezeichnung als besondere Betterheiligen liegt den Volkssprüchen zugrunde:„ Die 3 Azius sind strenge Herrn Sie ärgern den Gärtner und den Winzer gern" und Panfraz, Servaz und Bonifaz Sind die 3 Eismänner." Daß sie auch unfreundliches Wetter bringen fönnen, besagen die Boltsreime: ,, Pankratius und Servatius bringen oft Rälte und Berdruß" und ,, Wer sein Schaf scheret vor Servaz Dem ist die Wolle lieber als das Schaf." Daß die Eismänner auch schönes Wetter bringen fönnen, geht aus den Bauernregeln hervor:„ Ist St. Pankratius schön Bird guten Wein man sehn. Banfraz und Urban ohne Regen Bringt großen Erntesegen." Gärtner, Landwirt und Winzer aber vertrauen auf die Wetterregel: Kein Reif nach Servaz Kein Schnee nach Bonifaz." Gegen das Schandgeseh. " 1 Auch die sozialdemokratischen Frauen Charlottenburgs beschäftigten sich in einer öffentlichen Frauenversamm. lung im Logenhaus in der Kleiststraße mit dem§ 218. Es war zunächst Frau Assessor Dr. Klausner, die das Problem der Abtreibung juristisch behandelte. Sie stellte fest, daß das Gesetz zum Schutz der Leibesfrucht nicht aus dem Volksempfinden gewachsen, sondern einfach von Staat und Kirche diftiert worden ist. Gegen den § 218 verstoßen jährlich in Deutschland 1 000 000 Frauen. Ein Gesetz, das fo viele wertvolle Menschen mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt bringt, ist feine Notwendigkeit. Im neuen Strafgesetzentwurf ist dieser Paragraph eigentlich genau so veranfert, wie im alten Gefeß, als einziger namhafter Fortschritt ist zu verzeichnen, daß man vorschlägt die Verjährungsfrist auf ein Jahr zu verkürzen, aber damit ist noch nicht einmal der halbe Weg zurüdgelegt. Ber gegen die Todesstrafe ift, muß gegen ein Gefeß sein, das durch nichts als durch Heuchelei aufrechterhalten wird, und den Tod von Tausenden von Frauen herbeiführt! Als Aerztin brandmarkte dann die Landtagsabgeordnete Genoffin Dr. Käte Franfenthal den Schandparagraphen. Das Gesetz wirkt sich in der Bragis als ein Ausnahmegesetz gegen das Proletariat aus. Wir wollen, daß der Staat ein Gefeß, das heute somieso unwirksam geworden ist, beseitigt. Wir fordern vor allem weitgehende Aufklärung über Geburtenregelung. Fortpflanzung ist nach sozialistischer Auffassung feine reine Privatsache, der Staat hat eine vorbeugende Bevölke rungspolitik zu betreiben. Aber refignieren wir nicht, bis der Etaat dies einsieht. Es ist mit der Lösung dieser Frage genau wie, mit allen anderen Lösungen; die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur ihr eigenes Werf sein! Den Abschluß des Abends bildete die Vorführung der Szene bei dem Arzt aus Cyankali", dargestellt von Mitgliedern der Arbeiterjugend. Die Dampferfollision in der Offfee. Kopenhagen, 9. Mai. Sonntag, 10. Mai 1931 worden, die sich mit dem Plan des Reichsministers Treviranus, einen freiwilligen Arbeitsdienst einzuführen, beschäftigte. Unter den Teilnehmern der Sizung wurde auch der Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände genannt. Wir haben durch Rückfrage festgestellt, daß der Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände auf dieser Sizung nicht vertreten war. Er ist über= haupt nicht zur Teilnahme an dieser Sizung eingeladen worden. Sport. Die Dampferkollision in der Ditſee auf der Höhe von Schön heiders Pulle, bei der der deutsche Dampfer Ems strom", der heiders Bulle, bei der der deutsche Dampfer„ E ms it rom", der Birmingham schlägt Preußen 2: 1 irrtümlicherweise als Sugo Stinnes V" bezeichnet war, mit dem englischen Dampfer Pacific" zusammenstieß, stellt sich als nicht so gefährlich heraus, wie nach den ersten Meldungen anzunehmen war. Jedwede Hilfeleistung ist abgelehnt worden, und nur der erste Laderaum und der Maschinenraum der„ Pacific" sind mit Wasser gefüllt. Der deutsche Dampfer ist im Begriff, die Pacific" abzuschleppen. PP Das Problem der Todesstrafe. Der durch Justizfälle erneut diskutierten Frage der Todesstrafe widmet die Deutsche Liga für Menschenrechte einen Sonderabend, in dem am Dienstag, dem 12. Mai, 20.30 Uhr, im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats, Bellevuestraße 15, als Gegner der Todesstrafe Rudolf Olden, als Anhänger der Todesstrafe der Strafverteidiger Dr. Paul Bloch zu Worte fommen werden. In der Diskussion werden noch das Wort nehmen: Landgerichtsrat von Holten, Dr. Willi Braubach, MiniIsterialrat Korsing. Eine Erklärung Professor Radbruchs wird verlesen! Karten für diese Veranstaltung nur an der Abendkasse. Jugendverbände und freiwilliger Arbeitsdienst. In der Presse ist über eine Besprechung in der Reichstanzlei am 5. Mai berichtet ist über eine Besprechung in der Reichskanzlei am 5. Mai berichtet Unsere werten Leser und Freunde werden gebeten, in allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsstellen usw., sowohl in Groß- Berlin als auch im Reich und im Ausland, ausdrücklich den ,, VORWÄRTS" und den ABEND" zu verlangen. Das Parteiinteresse fordert, überall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der ,, Vorwärts" an Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar 33 VORWÄRTS"-VERLAG Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr. Dönhoff 292-297 Das gestrige Fußballspiel der englischen Berufsfußballmannschaft Birmingham gegen Preußen auf dem Sportplatz NeuTempelhof endete mit dem fnappen Resultat von 2: 1. Die Engländer waren den Berlinern technisch jederzeit überlegen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianstr. 37-38, Sof 2. Tr Montag, 11. Mai. Mitte( Jungbanner). 20 Uhr Jugendheim Tied ftraße 18. Bericht über das Reichsbanner- Salle- Treffen. Friedrichs hain. 20 Uhr. Kameradschaft Büsching. Mitgliederversammlung bei Ballschmidt, Friedenstr. 96. Referat Kamerad Wendice. Jungbanner. Jm bekannten Jugendheim politisch- fatirischer Abend. Wilmersdorf. 20 Uhr Schufo und Jungba Turnhalle Bringregentenstraße. Steglik( Ortsverein). 20 Uhr Witgliederversammlung im Restaurant Schulz, Birtbuschstr. 90. Neukölln- Brig( Jungbanner). 20 Uhr Mitgliederversammlung im Jdeal- Kasino, Weichselstr. 8.- Dienstag, 12. Mai. Wedding( Radfahrerabteilung). 20 Uhr Sigung bei Bondtke; Schulstr. 74. Brenzlauer Berg( Jungbanner). 19% Uhr Jugendheim. Kam. Polizeioberleut nant a. D. Bathte spricht über:" Deutschlands Totengräber". Altfameraden find eingeladen. Schöneberg- Friedenau. Kameradschaft Rollendorf. 20% Uhr Mit gliederversammlung bei Jürgens, Barbarossastr. 5a. Ram. Philippsborn spricht über: Rampf um Breußen". Donnerstag, 14. Mai. Neukölln- Brik( Orts verein). Autofahrt nach Beestow. Antreten 62 Uhr Echönstedtstraße, am Rat haus. Fahrpreis 1,50 Mart. Erwerbslose Kameraden freie Fahrt. Webbing( Ortsverein). Achtung, Sportler! Ab 12. Mai jeben Dienstag, 18 Uhr, Trainingsabend im Volkspart Rehberge, Stadion. Arbeiter- Radio- Bund Deutschlands E. B. Charlottenburg: Freitag, 15. Mai, Rusammenkunft fällt aus. Friedrichsfelbe: Montag, 11. Mai, Experi mentierabend im Lotal Tempel, Gudrunftr. 7( 20 Uhr). Friedrichshain: Donnerstag, 14. Mai, fällt aus. Gesundbrunnen: Anschrift: E. Borrmann, 97. 65, Bring- Eugen- Str. 23. Lotal Mingberg, Stettiner Str. 52. Kreuzberg Tempelhof: Freitag, 15. Mai, Bastelabend im Lotal Thiele, Fürbringerstr. 9 ( 20 Uhr). Lichtenberg: Freitag, 15. Mai, Bauabend im Lokal Hämmerlein, Rigaer Str. 50-51( 20 Uhr). Neukölln- Treptow: Freitag, 15. Mai, Vortrag: " Die Herstellung von Mannesmann- Röhren". Lokal Echilorra, Neuftölln, Elbeftraße 14( 20 Uhr). Referent: Gen. Ing. Boigt. Prenzlauer Berg: Dienstag, 12. Mai, Vortrag: Ultra- Kurzwellen- Empfänger". Refernt: Gen. Bela. Lokal Klug, Danziger Str. 71( 20 Uhr). Achtung! Am Montag, dem 18. Mai, be fichtigt die Ortsgruppe Berlin das neue Funthaus. Karten und Näheres in obigen Gruppen. Arbeiter- Laienspieler.Berband. Geschäftsstelle: Lichtenberg, Türrschmidtstr. 33. Ortsgruppe I. Freie Spieltruppe Berlin. Montag, 11. Mai, 19% Uhr, Jugendbeim Lorking ftr. 18 Mitgliederversammlung. Ortsgruppe II. Neu ermacht". Sonntag, 17. mai, 18 Uhr, Schmidts Festfäle, Prinzenallee 33, I. Spielabend. Nachdem Tanz. Reichsbund ber Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter bliebenen, Beairt Webbing. Mitgliederversammlung Dienstag, 12. Mai, 20 Uhr, im Lokal Bakenhofer, Chauffeeftr. 64. Lichtbildervortrag über die Entstehung Des Rathreiner- Malztaffees. Bezirksangelegenheiten. Berschiedenes. Drte gruppe Westen. Bezirksversammlung im Schubert- Gaal, Bülowstr. 104, 20 Uhr. Deutsche Friebensgesellschaft. Mittwoch, 18. Mai, 20 Uhr, Bersammlung im Tiergartenhof, Charlottenburg, Berliner Str. 1-2( Stadtbahnhof Tiergarten, U- Bahnhof Knie). Referent: Generalmajor a. D. Dr. h. c. Freiherr von Schoencich. Thema: Meine Reise nach Palästina". Peiser billiger - solche Umsätze: jährlich 2 Millionen Paar Schuhe, 24 Millionen Paar Strümpfe. Chs nog Desión Leiser besser modernste Maschinen, ausgesuchtes Material, erste Fachleute. 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Die Wäsche wird einmal kurze Zeit gefocht öfteres Umrühren is ange bracht 19 KALT Nach Abkühlen der Waschlauge wird gespült, zuerst in gut warmem, dann in taltem Wasser Ber fo wäscht, hat immer prachtvoll weiße, frisch duftende Wäsche von höchfter Gepflegtheit! Persil bleibt Persil Zum Einwelchen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassers: HENKO, Henkels Wasch- und Bleich- Soda. BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN ESSEN DÜSSELDORF HANNOVER Die CA Seite Jahrgang 1931 Mutter und Tochter BRENNINKMEYER Gewidmet allen Freunden unseres Hauses und denen, die es werden wollen. Nachdruck von Wort und Bild verboten! Copyright by Kurt Lisser Reklame 1931 wie eng find doch beide miteinander verbunden. Die Mutter braucht ihr Mäbel, das Leben und Sonnenschein ins Haus bringt, und die Toch ter na, wir wissen's ja alle: Mutter streicht die Falten am Aleid glatt, bügelt bie Blufe, die grade heute angezogen werben muß, bürstet schnell noch einmal über den Mantel, ehe bas Töchterchen bas Saus verläßt. Der Mantel ist für Mutter immer noch etwas Bichtiges wichtiger als ble Aleibchen, von benen doch öfter einmal ein neues getauft wird. Aber der Mantel, den man doch die ganze Gallon hindurch trägt, ben pflegt Mutter mit befonderer Sorgfalt Und wenn bie, Tochter bon helile àud) ganz nach ihrem Gefchmad tauft, legten Endes ba bentt fie doch immer: Was wird wohl Mutter bazu fagen! Doch die freut sich mit ihrem Mabel, befonbers wenn es einen Mantel nad) Mutters Ginn getauft hat: fahid, modern, boch praktisch und preiswert( wie bei uns)! FOOK Am Sonntag, den 10. Mai ist in Deutschland Muttertag MUTTER Es ist was Wunderbares um eine Mutter! Andere mögen dir gut sein, aber nur deine Mutter kennt dich! Sie führt dich ins Leben, sie sorgt sich um dich, behütet dich, geht auf für dich in Liebe und hat für alles ein Verzeihen! Sie entschuldigt noch, wo das Verstehen aufhört! Ein einzig Unrecht nur ein einziges begeht sie, wenn sie zum letzten Schlaf die Augen schließt, um dich in dieser Welt allein zu lassen. DORTMUND DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT M WUPPERTAL BREMEN Nummer 69 ' ein ganz wundervol. ter Mantel, unentbehrlich für Stadt, Reise u. Sport. Aus modischem Phantafieftoff, jugendl.fesch mit Ledergürtel, neuem, breitem Auf. Schlag und ganz auf gutem Gutter 1675 Loftet er nat Bus Fleur de laine ber elegante Jabot. Mantel, an dem die aparte Bogengarnierung auch die Taschen effekt. boll betont. Mit 2farb. Blume, ganz auf gutem Futter, ist sein Preisauch in großen 2900 Beiten- nut Das Maiglöckchen Vom Lenz erdacht, Vom Mai gebracht, Schneeig und winzig nur Das Maiglöckchen der Natur. 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Bis zum Jahre 1927 hat in Italien die Inflation mit ihrer| um die für den Valutaausgleich notwendigen Devisen zu beschaffen. wirtschaftlichen Mißerfolge der faschistischen Regierungskunst verschärfen muß, ist also teilweise ebenfalls ein Tribut an die verdeden können. Die Stabilisierung der Lira vom Dezember Finanzgebarung des Staates. 1927 hatte sofort den Ausbruch einer offenen Wirtschaftstrise zur Folge, ohne daß es seitdem abgesehen von der Rüstungsindustrie sonst einem größeren Wirtschaftszweig gelungen wäre, aus dem Zustande andauernder Depression herauszukommen. Die Arbeitslosigkeit stieg sofort rapid; sie betrug durchschnittlich 1927: 114 000, 1928: 325 000, 1929: 301 000, 1930: 425 000, am 31. März 1931: 709 000. Dabei muß angemerkt werden, daß die statistische Erfassung der Arbeitslosenzahlen in Italien nur ein äußerst unvollständiges Bild der wirklichen Arbeitslosigkeit vermittelt, Sa z. B. die ungünstige Regelung der Arbeitslosenfürsorge zur Folge hat, daß faum die Hälfte der wirklich Arbeitslojen registriert wird. Unlösbare Finanzforgen. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen des Regimes, daß die faschistische Masse bei Stimmung halten muß, wächst die Not unauf haltsam weiter. Die groß angelegten Versuche, durch Vergebung umfangreicher öffentlicher Arbeiten Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, fommen wegen Mangel an Mitteln mehr und mehr ins Stoden. Das Tempo der Straßenbauten, Aufforſtungen und landwirtſchaftlichen Meliorationen hat sich unter dem Drucke wachsender Finanzfalamität merklich verlangsamt. Die Finanznot hält immer noch an. Das Staatsdefizit des laufenden Etatsjahres beträgt schäzungsweise jetzt 1 Milliarde Lire, und jeden Monat gehen die Staatseinnahmen unter dem Einfluß der Wirtschaftskrise, trotz schärfsten Anziehens der Steuerschraube, noch weiter zurück; auf der anderen Seite fressen die ungeheuren Anforderungen für die Erhaltung des staatlichen Machtapparates und für Rüstungszwecke den Hauptteil der aufkommenden Mittel auf. Die Bemühungen, mit Hilfe von Auslandsanleihen über die dauernde Finanzflemme hinwegzukommen und den finanziellen Mißerfolg des faschistischen Regimes eine Zeitlang auszu gleichen und zu verdecken, waren erfolglos; der ehemalige Finanzminister Volpi mar als Unterhändler in Amerika, hat sich aber bei den dortigen Banten eine Absage geholt, und auch die Franzosen - durch politische Drohungen verstimmt zeigen feine Neigung, ihr Geld für Rüstungszwecke des politischen Gegners herzugeben. Alle diese Finanzkunststücke und gewagten Bilanzierungsmethoden können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Finanzkrise des faschistischen Systems jeden Tag atuter wird. Diese Krise ist die Kehrseite der Faschistenherrlichkeit und die Quittung für die ungeheuren, noch ständig wachsenden finanziellen Anforde= rungen zum Ausbau des faschistischen Machtapparates. Selbstverständlich tragen die schweren Rückwirkungen der Weltwirtschaftskrise, die auch vor dem Lande des Diftators nicht halt macht, zu einer Verschärfung der italienischen Finanznöte bei; ihre Hauptursachen liegen jedoch innerhalb Italiens; denn die Finanzkalamität begann schon in Italien, als in der übrigen Welt noch Hochtonjunktur herrschte. Sonntag, 10. Mai 1931 statt Schuldentilgung Schuldenmehrung und noch dazu ein Anwachsen der für die Staatsfinanzen ungleich gefährlicheren schwebenden Schuld. Normalerweise müßte es sinnlos erscheinen, tonsolidierte, alfo langjährig laufende Schulden zu tilgen und dafür neue furzfristige Schulden aufzunehmen, wenn nicht hinter diesem Vorgehen die mit solchen Mitteln doch nicht zu erreichende Sanierung der der Umorganisierung der Amortisationstasse auch gar nicht so sehr eine besondere Absicht steden würde. Offenbar hat man mit Staatsfinanzen im Auge gehabt. Die Banten und der Kreditmarkt sollten mit neuem Optimismus erfüllt und als erstes Ziel, zur Stübung des ramponierten Staatstrebites, der Markt für die italienischen Staatsanleihen entlastet werden. Die Aussichten. Die Finanzlage des faschistischen Staates, das mußte schon der Duce in seiner vielbesprochenen Senatsrede vom Dezember v. J. zugegeben, ist schlecht; sie ist wie wir oben bewiesen haben schlechter, als amtlich eingestanden wird, und sie wird sich in den tommenden Monaten unter dem außerordentlichen Einnahmeausfall infolge der Wirtschaftskrise bei andauernd hohen Ausgaben für den Staatsapparat zweifellos noch weiter verschlechtern. Am 15. Novem Den Beweis dafür hat man darin, daß die zur Tilgung der ber dieses Jahres merden 6½ Milliarden Lire der sogenannten hohen inneren Staatsschuld ins Leben gerufene Amortisations- neunjährigen Schazanweisungen fällig. Irgendwelche Mittel, diese alle ſeit 1926/27 so gut wie nicht funktioniert hat. Sie 6½ Milliarden zurückzuzahlen, find nicht vorhanden. Der Ausweg, fonnte wie es ihre Bestimmung gewesen wäre die alten An- die Mittel etwa durch eine noch malige 3wangsanleihe im leihen nicht zurückkaufen, weil der Staatsschatz mit den der Amorti- Lande selbst aufzutreiben, scheint der Regierung aus Angst vor einer ſationskaffe gesetzlich zustehenden Ueberweisungen völlig im Rüd Schädigung ihres Ansehens und ihres Kredites wohl nicht gangbar stande blieb. Man hat das amtlich nie wahrhaben zu sein. So muß man wahrscheinlich die großen Finanzinstitute, und das ist der indirekte Beweis für das Versagen darunter auch die Sparkassen, die Vermögensverwalter der kleinen der Amortisationstaffe im Vorjahre stellte man die Amortisations Bauern und armen Auswanderer, die diese Schatzscheine größtenteils faffe auf eine völlig neue Rechtsgrundlage. Die Kasse wurde widerstrebend im Besiz halten, unter Drud setzen, um neue Dom Finanzministerium losgelöst und der Umfang der Schulden Staatsschuldentitel dagegen einzutauschen. Aehnliches ist tilgung gesetzlich festgelegt. Unter anderem sollte die Erhöhung der ist der Tat jest geschehen. Der Ministerrat hat eine VerMonopolpreise für Tabak der Kasse zugute kommen. Die notwen- ordnung beschlossen, durch die die Auflegung einer 4- Milliarden- Liredigen Mittel für die Schuldentilgung hat man aber nicht auftreiben Anleihe von 9 Jahre laufenden Schazanweisungen genehmigt wird. können oder zu anderen, dringenderen Staatsaufgaben verwenden Der Unterschied zwischen diesem Vorgehen und einer offen emittierten müssen. Das Ergebnis ist: wollen, aber Berliner Arbeitsmarkt. 3m ganzen nur zögernde Entlastung. Der Arbeitsmarkt im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg( Berlin, Brandenburg, Grenzmark) hat im Rahmen der allgemeinen im in 3wangsanleihe ist nicht groß. X. So sieht sich Italien einstweilen ausschließlich auf die der zweiten Aprilhälfte gleichfalls eine fühlbare Befferung erfahren, beeinflussen kann. Es wäre vollkommen verfehlt, und wir hätten Steuertraft seiner Bevölkerung angewiesen, und diese Steuerfraft ist nach den eigenen Worten Mussolinis vor dem Senate vom Dezember v. J. bis zum äußersten ausgenügt. Die Steuerlaft ist auf 19,8 milliarden Lire gestiegen. Eine Erhöhung der Staatseinnahmen durch die Schaffung neuer oder die Verschär fung alter Steuern ist nicht mehr möglich. Infolgedessen versucht man es mit der anderen Seite, mit einer Sentung der Aus gaben. Es bedeutet für den Eingeweihten teine Ueberraschung, daß dabei der faschistische Fürsorgestaat", mit allen diftatorischen Machtmitteln ausgerüstet, gleichwohl auf der Linie des geringsten Widerstandes vorgegangen ist. Die Beamtengehälter wurden im Dezember v. I. um durchschnittlich 12 Broz. gefenit, und zur ,, Verminderung der allgemeinen Produktionstoften" gleichzeitig die an fich schon sehr niedrigen Löhne der Arbeiter und Angestellten um 8 bis 23 Proz. reduziert. Dabei steht Italien mit seinen Sozialleistungen meit hinter den meisten Industriestaaten der Welt zurüc. Nur an den Ausgaben für Rüstungszwece wurde auch bei dem diesjährigen Haushaltsvoranschlag nicht gespart. Die Aufwendugen für Heer, Flotte und Luftwaffe wurden bei aller Finanznot noch um 256 Millionen auf 5,26 milliarden Lire erhöht. So verschlingen jetzt diese Ausgaben 27,5 Proz. der gesamten Staatseinnahmen! Faschistische Finanzpolitik unter der Cupe. Geht man um einen festen Wertmaßstab zu haben Don dem Jahre der Lirastabilisierung( 1927) aus, fo ergibt sich, daß nach dem anitlichen Ausweis die sogenannte fundierte, d. h. in Form langfristiger Anleihen aufgenommene Staatsschuld von 83,67 Milliarben Lire auf 84,37 Milliarden Lire am 31. März 1931 gestiegen ist, während sich die schwebende, d. h. kurzfristig fällige Schuld in der gleichen Zeit von 1,12 Milliarden auf 4,93 Milliarden Lire erhöht hat. Nicht ausgewiesen wird aber die in die Milliarden gehende furzfriffige Berschuldung, die der Staat gegenüber den halbstaatlichen und ffaatlichen Finanzinstituten, der Notenbant, den Sparkassen und Berficherungsinstituten usw. eingegangen ist. Darunter fällt 3. B. ein Bosten von 626 Millionen Lire, der in dem Ausmeis Der Notenbant als Schuld des fogenannten Liquidationsinstituts erscheint und der in Wahrheit nichts anderes als eine schwebende Schuld des Staates darstellt. In dem gleichen Ausweis fällt ein Bosten „ Staatliche und vom Staat garantierte Wertpapiere" mit 1,22 mi 1liarden Lire auf: Es ist anzunehmen, daß auch diefer Betrag lediglich eine Kreditentiaahyme durch den Staat darstellt. Wie start der Staat auch sonst die Notenbant für seine Finanzierungszwecke in Anspruch nimmt, geht daraus hervor, daß rund 25 Broz. der gesamten Kreditgewährung des Noteninstituts zugunsten oder auf Einwirtung des Staates erfolgt. Die Wirkung davon ist, daß die Bank von Italien ihren Notenumlauf nicht automatisch den schwankenden wirtschaftlichen Bedürf nissen anpassen tann. Da wiederum zwischen der umlaufenden Notemmenge und dem Zu- oder Abfluß von Auslandsdevisen ein enger Zusammenhang besteht, so muß die für den Schuh der Währung verantwortliche Notenbant ihren Distonffah die ganzen Jahre hindurch unverhältnismäßig hoch halten, Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ist in der Zeit vom 15. bis 30. April um 39 530 auf insgesamt 624 224 Perfonen gefunten. Ein Vergleich mit dem vorhergehenden Jahr zeigt jedoch, daß die Situation auf dem Berliner und Brandenburger Arbeitsmarkt in diesem Frühjahr alles andere als befriedigend it. So befrug die Zahl der Arbeitsuchenden: Ende Februar 15. März. 31. März 15. April. 30. April. 1931 1930 501 457 488 609 459 063 697 417 708 269 667 373. 663 754 624 224 437 532 424 114 In diesen Zahlen tommt zum Ausdruck, daß troh der überaus farten Ueberlagerung der Arbeitslosigkeit bei ihrem winterlichen Höhepunkt von rund 196 000 Personen innerhalb des Landesarbeitsamtes Brandenburg die Erwerbslofenzahl in diesem Frühjahr nur um 73 193 gegen 77 343 Personen im Vorjahr gefunken ist. Pro3entual umgerechnet beträgt die Entlastung in diesem Jahr nur 10 Proz., während sie 1930 bis Ende Aprit bereits 15 Proz. erreicht hatte. Jm einzelnen ist die Besserung fast ausschließlich auf die Außenberufe zurückzuführen, in erster Linie auf Land- und Forstwirtschaft. Auch bei den Baustoffinduftrien hat sich die Entlaffung fortgefeht. In der Metallindustrie beschränkte sich die geringe Bermittlungstätigkeit fast ausschließlich auf Spezial träfte für den Werkzeugmaschinen- und für den Fahrzeugbau. Für die Arbeitsmarktlage im Berliner Autobau ist insofern eine Abschwächung zu erwarten, als die Fordwerte ihren Betrieb nach Köln a. Rh. verlegen und die Berliner Belegschaft allmählich entlassen. Der Zuftrom von jungausgelernten Kräften der Metallindustrie jum Arbeitsnachweis hielt im gesamten Landesarbeitsamtsbezirk an. Noch feine Disfontfenfung? Starte Reichsbanfentlaffung in der ersten Maiwoche. Yort ein Bantah von 1½ Proz. seit zwei Tagen in Geltung ist, in Berlin immer noch nichts. Es ist richtig, daß in Deutsch land die Geldmarktsäge relativ hoch geblieben sind. Ebenso weiß man aber auch, daß diese Säze manipuliert werden können, daß die Banken die Tendenz möglichst nach oben gerichtet halten und daß die Reichsbank selbst in Zeiten wie jetzt die Tendenz nach unten es auch nicht erwartet, daß die Reichsbankleitung sich ausschließlich nach den Zinssätzen in Deutschland richtet und damit einseitig für ihre Politit die Konstatierungstheorie gelten läßt. Wir möchten nicht annehmen, daß politische Rücksichten die Disfontentscheidung der Reichsbant beeinflussen; wir würden das für sehr gefährlich halten. Man braucht auch nicht zu befürchten, daß das Ansland dann weniger Geld nach Deutschland legt, wenn die ohnehin überhöhte Spanne zwischen den ausländischen und deutschen Geldmärkten verringert wird. Einstmals war diese Verringerung der Spanne der Stolz des jezigen Reichsbankpräsidenten. Angesichts der politischen Spannung in der tapitalistischen Welt, die Anleihen noch fast unmöglicht macht, ist eine Kreditverbilligung im Inlande heute fast das einzig Mittel, um die Wirtschaft anzuregen. Um so größer ist die Verantwortung, die auf der Reichsbankleitung liegt. Wir hoffen und erwarten, daß die Reichsbant deshalb recht bald aus dieser Gesamtlage. die Konsequenz der Diskontsentung ziehen wird. Widerstandsfähige Reichsbetriebe. Der Biag Abschluß für 1930. 180 Millionen Kapitalerhöhung auf Die Biag, Bereinigte Industrieunternehmungen A.-G., in der jämtliche reichseigenen Betriebe zusammengefaßt sind, zahlt für oas am 31. März abgeschlossene Geschäftsjahr 1930/31 eine Dipidende von 7 gegen 8 Proz. im Vorjahr. Die Dividendensenkung ist im Hinblick auf die Entwicklung nur als ein Aft der Borsicht zu bewerten, denn die Dividendeneinnahmen erhöhten sich im Berichtsjahr noch von 16 auf 18,2 Millionen Mart. Hiervon find jedoch 3,6 Millionen vorweg vom Gewinn zur Stärkung der inneren Reserven abgezogen worden, so daß die Einnahmen nur mit 14,6 Millionen ausgewiesen werden. Die Dividendensumme, die auf das eingezahlte Kapital von 142,1 Millionen rund.9,94. Millionen Marf erfordert, wird vereinbarungsgemäß. als weitere Einzahlung des Reiches auf die legte Kapitalerhöhung, verrechnet. Die Biag wird jeßt ihr Kapital nod mals von 160 auf insgesamt 180 Millionen Mart heraufsetzen, und das Reich wird die jungen Aktien zum Kurs von 140 Proz. übernehmen. Diese bereits angefündigte Erhöhung des Kapitals Nach der relativ schwachen Kreditbeanspruchung der Reichsbank dient zur Finanzierung der von den Reichselektrowerken durchgezum Aprilende brachte die erste Maiwoche eine relativ starte Entführten Beteiligung an dem Bewag- Geschäft. laftung, ein weiteres Zeichen für die trotz der relativen Höhe der Die Beteiligungen und Wertpapiere des Reichskonzerns 3insfäße günstige Berfassung des deutschen Geldmarktes. haben sich im Berichtsjahr von 240,2 auf 247,9 millionen erhöht. Der Reichsbankausweis vom 7. Mai zeigte eine Abnahme der Unter diesen Beteiligungen befinden sich auch rund 7,5 Millionen Wechselbestände um 129,3 auf 1686,3, der Lombarddarlehen um Mart Ilse Aktien, deren Besitz die Viag zu dem Anspruch auf 140,8 auf 146,5 und des Reichsschazwechselportefeuilles um 23,7 auf eine Bertretung im Ilse- Aufsichtsrat veranlaßt hat. Wie noch in 21,1 Millionen Mart. Die fremden Gelder auf Girotonto nahmen Erinnerung ist, hat dieser berechtigte Anspruch auf einen Aufsichts um 22,7 auf 332,7 millionen Mart ab. Die Noten und Wäh❘ratsposten bei dem Braunfohlenfonzern auf der letzten Generalverrungsbilanz ist weiter günstig. Der Notenumlauf ging um fammlung infolge der schroffen Haltung der Ilfe- Berwaltung zu 263,4 auf 4076,7 millionen zurüd, der an Rentenbankscheinen um einem Konflift geführt, den der Reichskonzern weiter durchfämpfen 31 auf 402 Millionen. Die Goldbestände stiegen um 1,5 auf wird. Die Biag wird zunächst versuchen, auf dem Klagewege 2369,8 Millionen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen nahmen die Nichtanerkennung des. Stimmrechts. für die Schuzaktien bei der um 12 auf 169,3 Millionen Marf zu. Der Notemimlauf war am Ilse, die 12 Millionen betragen, zu erreichen. 7. Mai durch Gold und Denisen zusammen mit 62,3 Proz. gedeckt gegen 58,2 Proz. in der Vorwoche. M Die bemerkenswerte Biderstandsfähigkeit der Biag gegenüber den Einwirkungen der Wirtschaftsfrife ift in erster Linie den günBon einer Distontsentung verlautet, obwohl in New ftigen Abschlüssen der beteiligten Elettrobetriebe zu ver Sicherheit DUNLOP banten. Mit 3,42 gegen 3,43 milliarden Silomattstunden im vor hergehenden Jahre hat die Stromerzeugung bei diesen Betrieben sich so gut mie pöllig auf dem Stande des Vorjahres behaupten tönnen. Am schärfsten hat sich die Krise, mie nicht anders zu ermarten mar, bei den Eisen- und Maschinenbetrieben ausgewirkt. Die Deutsche Industriemerfe A- G., die in ihrem September Abschluß einen Verlust von 2 Millionen auswies, arbeitet auch im laufenden Jahre infolge der ungenügenden Ausmuzung der Anlagen meiter mit Berlust. Die Ilse der Hütte, die 1929 6 Proz. Dividende zahlte, wird für 1930, dessen Abschluß noch bevorsteht, zin2 Geminnnerteilung nicht vornehmen fönnen. Auch die Deutsche Spinnerei maschinenbau A- 8. mußte einen Berlust von 0,57 Millionen Mart ausweisen, und die Deutsche Präzifionswerkzeug A.-G. in Amberg soll megen der überaus schlechten Aussichten liquidiert werden. Die Lage der Pflasterstein- und Schotterindustrie. Die Beschäftigung in der deutschen Pflasterstein und Schotterindustrie hat im Jahre 1930 durchschnittlich nur 30 Pro3. ihrer Leistungsfähigkeit betragen. Es waren deshalb etma 50 000 Steinarbeiter arbeitslos. Die Verfügung der Reichsbahnhauptverwaltung von Mitte März, alle Um- und Neubauten umgehend einzustellen, hat zu neuen Entlassungen geführt. Die Subvention für die Mans= felder Kupferschlackenindustrie, die eine starke Konkurrenz für die Pflastersteinindustrie darstelle, wird von dieser lebhaft beklagt. Deffentliche Finanzen und Basalt- Industrie. Die Dolerit= Basalt A. G. in Köln( Rapital 4,3 Millionen Mart) tann auch für das Geschäftsjahr 1930 feine Dividende verteilen, da der Reingewinn( 18 000 m.) sich nur geringfügig erhöhte; davon erhält der zehntöpfige Aufsichtsrat immerhin 17 600 m. Tantieme! Aber ganz so schlecht fann das Ergebnis nicht gewesen sein, sind doch die Anlagen nicht unwesentlich ausgebaut worden( aus laufenden Einnahmen!), so daß die Abschreibungen erhöht wurden. Der Ver= sand von Pflastersteinen, Kleinschlag usw. ging von 0,7 Millionen auf 0,64 Millionen Tonnen zurüd. Das neue Geschäftsjahr leidet noch unter Auftragsmangel, da fowohl Reichsbahn wie wegebaupflichtige Behörden mit Aufträgen zurüdhalten. Großhandelsinder bleibt ftabil. Die vom Statistischen Reichs amt für den 6. Mai berechnete Richtzahl der Großhandelspreise ist mit 113,5 gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Preise für Agrarstoffe haben von 108,2 auf 109 Proz. angezogen, Kolonialmaren sind von 96,7 auf 95,7, Rohstoffe und Halbwaren von 104,5 auf 103,8, industrielle Fertigwaren von 137,5 auf 137,4 Broz. gejunten. Der Großhandelsinder ist jetzt bereits sechs Wochen lang annähernd stabil geblieben. Parzellen und Wohnungen Boba- Parzellen Landhaus1) Birkenwerder: Siedlung, mitten im Ort, Lehmboben, qm 1.75. Auskunft: Restaurant Gesellschaftshaus. 2) Borgsdorf: birelt am Bahnhof, inmitten Hochwald, nur noch eine fleine Anzahl Barzellen, Auskunft: Weißer Hirsch. 3) Gartenstadt Oranienburg: Dicht am Bahnhof Lehnih. Ganz erftflaffige Garten- Barzellen zu 1 RM. per qm. Betfäufer am Bahnhof. 4) Alt- Glienice: bei Ablershof, birekt am Ort. Die legten 30 Bauparzellen, Licht u. Wasser vorhanden. Bertauf im Berfaufshaus an der Schönefelder Straße, 700 Mfr. von Straßenbahn 84. 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Dienstag, den 12. mai, um 19% Uhr, findet in den Kammerjälen, Teltomer Str. 1/3, eine Vorständekonferenz ftatt, in der Genosse Stadttämmerer Bruno Asch ein Referat über die Bewag- Angelegenheit halten wird. Teilnahmeberechtigt sind der erweiterte Bezirksvorstand, die beiden Abteilungsleiter, Abteilungsfaffierer, die erste Frauenleiterin der Abteilung, die beiden Kreisvorsitzenden, der kreistaffierer und die 1. Kreisfrauenleiterin. Mitgliedsbuch und Funktionärfarte dienen aus Ausweis. Zum Parteitag in Leipzig am 31. Mai fährt der Berliner Bezirk mit einem Sonderzug. Zeldungen für die Teilnahme find an den Abteilungsvorstand zu richten. Die Abfahrt erfolgt morgens 7 Uhr. Kosten für die Hin- und Rückfahrt 6,60 m., sofern 600 Teilnehmer vorhanden find. * Varteigenossen, besucht heute, Sonntag, das große Sängerfest in Neuköllner Stadion. Unser Genoffe Landtagspräsident Friedrich Bartels hält die Zest. ansprache. Der Bezirksvorstand. * Briefe find nicht persönlich, sondern nur an die Adresse des Bezirksverbandes zu richten. Wir bitten alle Parteigenoffen, dies zu beachten. * Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 6. Kreis. Boranzeige. Dienstag, 19. Mai, Kreismitgliederversammlung. Heute, Sonntag, 10. mai: ileumlloW 37. Uht. Alle Parteimitglieder kommen nach der Spielmiele au unferet Kinderfreinde- Gruppe Martha Demmning". Fahrt bis Bahnhof Buhl. heide. Morgen, Montag, 11. mai: nettodolo 2. Areis Tiergarten. Achtung, Kreisvorstand! Am Montag, 11. Mai, findet Teine Kreisvorstandssitung ftatt. 5. Kreis. Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtfir, 36a, Kreisfunktionärhikung. 1. Areisangelegenheiten. 2. Vortrag des Genoffen Kurt Heinig, M. b. R. 3. Diskussion. Mitgliedsbuch und Funktionärlarte mitbringen. 7. Kreis. Montag, 20 Uhr, Sigung des Bildungsausschuffes im Jugendheim. 10. Areis. 20 Uhr im Lotal Lindenpart, Berliner Ede Gartenstraße, Kreis. belegiertenversammlung. Bortrag des Genoffen Mardwalb Grautfurt am Main, M. b. 2.: 3ur politischen Lage, 13. Rreis. 20 Uhr Dorfftr. 42, part., Fraktionsfihung. 16. Areis. Montag Frattionsfizung mit Kreisvorstand, Zimmer 52, Rathans Röpenid. 17. Areis. 19 Uhr Areisfunttionärtonferens an belanntet Stelle. Stabt. verorbueter Arndt spricht über die Bewag.Zansaltion. 19. Rreis, Areisbelegiertenversammlung bei Meyer, Türkisches Belt 9. Abt. Borstandsfizung 19% Uhr, Funktionärligung 20 Uhr bei Sübner, Wilsnader Ctr. 34. 15. Abt. Funktionärsigung bei Obiglo. Stralfumber Straße. Funktionärfügungen morgen, Montag, 11. mai, in nachstehenden Cotalen: 1. Abt. Griegel, derftr. 1. 7. 9bt. Bärmalbe, Schlegelftr. 9. 16. st. Ringel, Usedomftr. 22. 17. Abt. Lofal Dofe, Rordhafen& 18. Abt. Funktionärtonferens bei Schabe, Rösliner Str. 6. hengsno ftand eine Stunde nocher ebenda. 18. Abt. Schrepel, Grünthaler Str. 13. 21. Abt Arol, Utrechter Str. 21. Genter, Utrechter Str. 10. 22. 6t. 23. Abt. Grunewald, Kameruner Str. 19. 25. st. 24. Abt. Wenate, Carmen- Sylna- Str. 51 Gde Hosemannm se. n bekannter Stelle um 20 Uhr. 26. Atb. Beinlich, Weißenburger Str. L 27. Abt. Rees, Sonnenburger Str. 1. 31. Abt. 20 Uhr Goldschmidt, Stolpische Str. 36. egos eg& 10 37. Abt. Raschte, Matternftr. 14. 39. Et. Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, Abrechnung. 40. st. 20 Uhr Mitgliederversammlung Lotal Förster, Dreibundftr. 11. Oth Meier, M. d. 2.: Preußenpolitit. 41. bt. 20 Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Str. 6. 43. Abt. Rrepp, Blanufer 75/76. 44. Abt. Ewald, Staliger Str. 126. 45. Abt. 19 Uhr im Reglerheim, Reichenberger Str. 86. 46. Abt. Lofal Klaud, Görlizer Str. 65. 47. Abt. Lotal Tauber, Manteuffelstr. 9. 52. Abt. 20 Uhr Baade, Raiserin- Augusta- Allee 52. 53. Abt. Borstandssigung mit den Zahlabendleitern bei Lug. Suttenftr. 26. 58. Abt. Vorftandssigung Lokal Franzen, Raldreuthstr. 5. 70. Abt. Mitgliederversammlung bei Rulla, Lauenburger Str. 21. Genoffe " Graul: Die kulturpolitische Lage und die neue Rotverordnung." Bich tige Abteilungsangelegenheiten, 86. Abt. 20 Uhr bei Görlig, Chauffecftr. 19. 94. Abt. Schröder, Steinmegstr. 52. 95. 261. 20 2hr bei Grieger, Lessingstr. 9. 993, bt. 20 Uhr Lokal Jaenide, Rudower Alee 35. Dienstag, 12. Mai; 5. Arcis. Erwerbslosenzusammenkunft im Jugendheim, Tilfiter Str. 4/5, 17 Uhr. Ernste und heitere Regitationen der Genossen Saedrich und Bub. 7. Areis. Elternbeiräte und deren Erfagpersonen Liste Schulaufbau. Jugend heim, Rosinenftr. 4. 1. Bedeutung und Aufgaben der Liste Schulaufbau fiir die Boltsschulen. Referent Genoffe Rettor B. Schnüder. 2. Einleitung einer Werbeaktion gegen Schulreaktion. Referent Genoffe Sinrichsen. 16. Areis. Sufammenkunft fämtlicher Elternbeiräte des Rreifes der meltlichen Schule, Röpenid, Freiheit 15, 8immer 9. Genoffe Rektor Schröter spricht über fulturpolitische Situation. Die Sigung findet gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer, Gruppe Röpenid, ftatt. 13. Abt. Die Funktionärfizung am Dienstag, 12. Mai, fällt aus. Mittwoch Mitgliederversammlung in ben Arminiushallen, Bremer Straße, Borfüh rung des Films Unser Konfum". Gäste fönnen eingeführt werden. 56. Abt. Mitgliederversammlung Restaurant Beutel, Raiser- Friedrich- Str. 63. Referent Stadtverordneter Schäfer: Der Bertauf der Bewag." 136. Abt. 20 Uhr bet Riehne Funktionärsizung. Mittwoch, 13. Mai: 143. st. 20 Uhr hei Jarius, Fürst- Bismard- Straße, Mitgliederversammlung. Dentokratie und Diktatur." Die Bezirksführer Laben dazu ein. Referent Prof. Abramowitsch. Eichmalbe. Mitgliederversammlung 19 Uhr bei Witte. Bortrag des Ge noffen Reichstagsabgeordneten Kurt Löwenstein: Rampf um Reich und Preußen". Alle Genoffen müssen erscheinen, Freitag, 15. Mai: 26. Abt. 1. Gruppe: 8ahlabend bei Seiles, Prenzlauer Allee. 74b. Abt. Funktionärsigung bei Zilmann, Karlstr. 11. Frauenveranstaltungen. 6. Areis. Freitag, 15. Mai, 19% Uhr, bei Krüger, Grimunstr. 1, Funktio närinnenstzung. 14. Kreis. Montag, 11. Mai, 18 Uhr, im Barteibüro, Fulbaste. 53/56, Ber sprechung der Abteilungsleiterinnen und des Dampferausschusses. 6. Abt. Montag, 11. mai, 19 Uhr, bei Dobrohlaw, Gmineurinder Str. 11, Das Heidelberger Programm". Referent Mar Briniger. 26. und 28. Abt. Dienstag, 12. Mai, 20 Uhr, in den Berolina- Festfälen, Schönhauser Allee 28, Seiterer Abend. Bortragende Elfriede Boumann. Ruchen ist mitzubringen, 30. Abt. Montag, 11. mai, 19 Uhr. Besichtigung des Barteiarchivs. Treffsu 18% Uhr, Sindenftr. 3, 2. Sof. Intereffierte Genoffen und Ge noffinnen find eingeladen. 10, unb 72. bt. Montag, 11. mai, 19 Uhr, Besichtigung der Staatlichen Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung Schloß Ruhwald, Charlotten. hurg, Spandauer Chauffee 33/84. Fahrverbindung: Straßenbahn 44 bis Wilhelmplas, 154 oder 54 bis Spandau, Stadtbahn bis Bahnhof Westend, dann 25 Minuten laufen. 88. bt, Montag, 11. mai, 19% Uhr, in der Rottbuffer Rlause, Bürkner. ftraße Ede Rottbuffer Damm, Bunter Abend". Bortragender Stadtrat Karl Schneider. 22 93. Abt. Montag, 11. Mai, 20 Uhr, im Bärminkel", Siedlung Neukölln. Dammweg, Steinbockstraße, Der internationale Befreiungskampf Frau." Referentin Henny Jaduczynski. der 99. st. Dienstag, 12, Mai, 19% Uhr, im Jugendheim Rathaus Chauffeeftraße, Frauenabend mit Mufit und Rezitationen. Bortragender Hans Fuhrmann. 39a. Abt. Dienstag, 12. Mai, Spielen und Kaffectochen in der Rönigsheide. Treffpunkt 10 Uhr am Buschmeg( mit den Kindern). 108. Abt. Dienstag, 12. mai, 19% Uhr, bei Förster, Flemmingfte. 11, Preußen, Berwaltung, Partei". Referentin Selene Schmiz. M. d. 2. 109. Wht, Montag, 11. Mai, 20 Uhr, im Stadttheater am Marktplag, Ber ist Doppelverdiener?" Referentin Räthe Rern. 124. bt. Bestellungen flir die Rarten zur Filmvorführung in der Jugend. bithne Lichtenberg, Holteistraße, find umgehend bei der Genoffin Marquardt, Burggrafenftr. 11, au maden, 136. ht. Freitag, 15. Mai, 20 Uhr, Helferinnenfißung bei Riehne, Residenz. ftraße Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 20. Szeis. Montag, 11. mai, 19 Uhr, im Jugendheim Hermsdorf, Roon. ftraße 10, Gigung der Funktionäre und Selfer der Arbeiterwohlfahrt. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 23. Abt. Ant 2. Mai ist unfer Genosse Willi Woelms, Dorowstr. 3, ver. storben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Dienstag, 12. Mai, Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung erfucht die Abteilungsleitung. 47. Abt. Am 8. Mai verstarb unser lieber Genosse Karl Rau. Röpenicker Straße 175. Ehre seinem Andenten. Einäscherung Dienstag, 12. Mai, 12 Whe mittags, Arematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. 72. Abt. Genoffe Leopold Baumgarten, Sanauer Str. 48, ist am Tonners tag verstorben. Ehre feinem Andenken! Die Einäfcherung findet am Montag, 12 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, statt. Briefkasten der Redaktion. G. 6. 67. Die Berficherungsgesellschaft tann die Brämien einklagen. Mir raten, fich mit ihr awecks Umwandlung der Versicherung in eine prämienfreie in Berbindung zu fegen. B. B. 29. Kommen Sie in unsere juristische Sprech ftunde aweds mündlicher Besprechung der Angelegenheit. latna Sparsamkeit h 28.03 09 OR 09. 28.0 201 CR 20,0 20 ist das Gebot der Stunde. Sparsamkeit ist für uns seit jeher einer der Hauptfaktoren bei der Anlage und Führung unseres Betriebes gewesen. Wir haben nie Wert auf luxuriöse Ausstattung und kostspielige Propaganda gelegt. Als Fachleute wenden wir vielmehr unsere ganze Aufmerksamkeit der ständigen Verbesserung und Verbilligung unserer Schuhe zu, und gerade die ständig steigende Qualität und Preiswürdigkeit unserer Ware ist es, die uns den Ruf der billigsten Schuhbeschaffungsstelle eingebracht hat. 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PAUL SIMMEL ist persönlich anwesend und erteilt seinen Anhängern Autogramme: Im Hause Alexanderpiarz, nachm.: Montag, Mittwoch, Freitag von 5 bis 7 Uhr, Dienstag, Sonnabend von 4 bis 5%, Uhr. Im Hause Leipziger Str., nachm.: Montag, Mittwoch, Freitag von 4 bis 5 Uhr, Dienstag, Sonnabend von 5%, bis 7 Uhr. 110 巷 ER MANN Vas Warenhaus Berlins in allen Stadtteilen eslabonЯ 19mily Nr. 216 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Der JGB. in Madrid. Der Umschwung nach der Revolution. Die diesjährige ordentliche Ausschußsizung des Internationalen Gewerkschaftsbundes erhielt ihre besondere Bedeutung durch die brennenden Probleme des Augenblics und die Abhaltung der Tagung in Spanien. Die Anberaumung der Sigung in Madrid erfolgte auf besonderen Wunsch der spanischen Genossen im Juli 1930. Als Largo Caballero, das langjährige Ausschußmitglied des JGB., in seiner Eigenschaft als Arbeitsminister der provisorischen Regierung im Laufe seiner Begrüßungsansprache be= fanntgab, daß das bis jetzt auf sozialpolitischem Gebiet äußerst rüdständige Spanien bedingungslos die Washingtoner Konvention über den Achtffundentag rafifizieren, Neben den Wirtschaftsfragen traten in den Verhandlungen des Ausschusses des JGB. hauptsächlich die Maßnahmen zum organisatorischen Ausbau des JGB. und zur Erfassung der außereuropäischen Gewerkschaften abes Sonntag, 10. Mai 1931 Wirklichkeit ist wie 113,6 zu Hundert im Anfang und wie 139 zu Hundert nach 5jähriger Tätigkeit. Beim Schaffner der U- Bahn behauptet Professor Giese ein Verhältnis wie 134 zu Hundert, während es in Wirklichkeit mie 99 zu Hundert im Anfong oder 113 zu Hundert nach 5jähriger. Tätigkeit ist. Es ergibt sich daraus, daß der Realwert der Löhne der Berliner Verkehrsarbeiter erheblich unter der Punktzahl des Berliner Lebenshaltungsindeg liegt. Ferner muß auch der Deffentlichkeit einmal gesagt werden, in welchem Verhältnis die Leistungen des einzelnen Arbeit nehmers vor dem Kriege und jetzt stehen. Es wird darüber in dem gleichen Gutachten angegeben, daß auf je 1 Million gefahrene Straßenbahn. Omnibus U- Bahn • • 0 • 1913 1930 • 2,40 1,39 14,2 2,3 1,95 1,29 Es wird also in dem Gutachten eine fast 100 prozentige Steigerung der Leistungen des Personals zugegeben. Diese zahlenmäßige Steigerung der Leistungen des einzelnen Arbeiters fann aber erst richtig gewertet werden, wenn man diese 100prozentige Steigerung der Leistungen noch in Vergleich bringt mit den Verkehrsverhältnissen Berlins vor dem Kriege und jetzt. Die Anforderungen, die an das Verkehrspersonal gestellt werden, sind ganz enorme. in den Vordergrund. Diese Bestrebungen wurden bis jetzt hauptDaß dieser Beschluß gefaßt und auch im kritischsten Augenblick fächlich dadurch beeinträchtigt, daß man auf Grund verschiedener Plazkilometer Personen beschäftigt wurden bei der der nachfolgenden Unruhen und Umwälzungen aufrecht er Erwägungen an dem alten und fest eingebürgerten Prinzip der halten wurde, ist vor allem dem unerschütterlichen Glauben und Gleichheit der Beiträge für alle angeschlossenen Organi der unbedingten Zuversicht der spanischen Genossen zuzuschreiben. fationen glaubte festhalten zu müssen. In dem Aktionsbericht Keinen Augenblic zweifelten sie an der Möglichkeit der Abhaltung für das Jahr 1931/32, der dem Ausschuß vorlag, wird zum ersten und der reibungslosen Durchführung der Sigung in Madrid. Daß Male ernsthaft der Versuch gemacht, die Beiträge weitabgelegener der Ausschuß des JGB. der erste Gast der jungen außereuropäischer Länder mit ihrer speziellen Lage und ihren beRepublik wurde, steigerte die Genugtuung der spanischen Gesonderen Verhältnissen in Einklang zu bringen und damit vielen nossen und den Widerhall der Besprechungen in dem so regen öffent- Ländern entgegenzukommen, die schon wiederholt auf die hohen Beilichen Leben Spaniens. träge sowie auf den Umstand aufmerksam gemacht hatten, daß ihnen der IGB., dessen Aktionszentrum sich vorläufig hauptsächlich in Europa befindet, verhältnismäßig nur wenig Vorteile bieten könne. In dem Aktionsprogramm wird in diesem Sinne eine Reduktion der Beiträge um 50 Pro 3. angeregt. Dieses Prinzip wurde erfreulicherweise als Grundlage praktischer Fühlungnahme vom Aus schuß gutgeheißen. Daß durch eine solche Abstufung in teiner Weise die Einheitlichkeit der internationalen Organisation und Aftion in Gefahr gebracht werden soll, zeigte sich bei der gleichzeitig indirekt erfolgten Stellungnahme zu den Anregungen von Wolf ( Bizevorsitzender des amerikanischen Gewerkschaftsbundes), der mit seinem Plan der Aufteilung der gewerkschaftlichen Interessensphären eine gefährliche Absonderung gewisser Gruppen( Gemertschaften Nord- und Lateinamerikas sowie Europas und Afiens) her beiführen wollte. Deutlich führte Generalsekretär Schepenels in seinem Bericht aus, daß durch eine solche Lösung in feiner Weise die grundlegenden Prinzipien der internationalen Solidarität und die einheitlichen Auffassungen im Befreiungskampf der Arbeiter in einer einzigen Weltorganisation in Gefahr gebracht werden dürfen. Natürlich soll damit eine gewisse nach Sonderaufgaben und Sonder. interessen beurteilte engere Fühlungnahme und Zusammengehörigkeit nicht ausgeschlosser sein, was schon in der gleichzeitig vom Ausschuß geprüften Bildung von Propaganda sekretari aten für geriffe Weltteile( zunächst ist hauptsächlich an die an den Stillen Ozean grenzenden Länder gedacht) zum Ausdrud kommt. Zum Schluß wäre vor allem noch auf die Tätigkeit des JGB. auf dem Gebiete der den 1. Mai zum offiziellen Feft tag erklären und den Stiefkindern spanischer Sozialgesetzgebung, den Landarbeitern, eine Linderung ihres schweren Loses bringen werde; als Gäste der Internationale am 1. Mai bei völliger Arbeitsruhe in Stadt und Land den gewaltigen Kundgebungen beiwohnten, die in allgemeiner Begeisterung und bester Disziplin durchgeführt wurden, trat mit besonderer Deutlichkeit die Notwendigkeit und Mög lichkeit nationalen gewerkschaftlichen Fortschritts und gleichzeitiger internationaler Zusammengehörigkeit und Zusammenarbeit in Erscheinung. Der gleiche Geist sprach auch aus dem Bericht und der Replik Th. Leiparts zum Hauptpunkt der Tagesordnung, d. h. zum Problem der Wirtschaftstrife und der Arbeitslosig keit. Im Augenblick, wo eine weltweite Krise den internationalen Charakter mirtschaftlichen Geschehens unterstreicht, und gleichzeitig national überall der energischste Kampf geführt werden muß, um möglichst viele Stellungen der Arbeiterklasse zu halten, drängte sich die Wichtigkeit nationalen gewerkschaftlichen Strebens und eindeutiger internationaler Beschlüsse bei jeder Stellungnahme auf. Die Ausschußfizung murde dadurch zu einer entscheidungsvollen Tagung, die im Hinblick auf das schnelle Tempo wirtschaftlicher Umgestaltungen fogar berufen mar, Beschlüsse des Internationalen Gewerkschaftsfongresses, der erst im letzten Jahre abgehalten worden ist, zu er= gänzen. Formalen Bedenken einzelner Länder hatte Leipart die Schlußfolgerungen entgegenzuhalten, daß in einer Zeit, wo in den michtigsten Industrieländern jeder vierte Mensch arbeitslos ist, die infernationale Forderung auf Berkürzung der Arbeitszeit um ein Sechstel eine Mindestforderung sein müsse. Außerdem mies er auf den genauen Wortlaut des Stocholmer Beschlusses hin, der ausdrücklich die 44- Stunden- Woche als ,, Etappe zu einer weiteren Verkürzung der Arbeitszeit" bezeichnet. Es wird nun Aufgabe des JGB. sein, die fortschreitende Berkürzung der Arbeitszeit in dem von ihm geplanten sozial politischen Programm einzubauen, dessen Abfaffung vom Stockholmer Antifriegs- und Abrüffungsaffion hinzuweisen. Hier wurde die Stellungnahme der Ausschußsizung von Madrid insbesonders dadurch kennzeichnet, daß der seit Jahren zu beobachtende Prozeß der organischeren Verteilung dieser Aufgaben zwischen dem JGB. und der Sozialistischen ArbeiterInternationale( SAI.) zu einem gewissen Abschluß gebracht wurde. Die Wichtigkeit und Bedeutung der rein gewerkschaftlichen Aktion des im Jahre 1922 zur Kriegsverhütung gegründeten Antifriegskomitees des JGB. wurde wieder dargetan und die Aufgaben und Möglichfeiten der parlamentarischen Einflußnahme und der Antikriegs propaganda der Gesamtarbeiterschaft, die kürzlich zur Gründung einer gemeinsamen Abrüstungsfommission der SAI. und des JGB. führten, wurden festgelegt. Da im Augenblick der Schwerpunkt der Aktion auf diesem Gebiete in der einheitlichen internationalen Stellungnahme zu der im Februar des nächsten Jahres anberaumten internationalen brüstungstonferenz 1 Zu welchen unglaublichen Ergebnissen die verschiedenartigsten Berechnungen führen, mag noch an folgendem bewiesen werden: Im Februar 1930 wurde bekanntlich auf sämtlichen Berliner Verkehrsmitteln der Berliner Verkehrs- A.- G. und der Berliner Stadt- und Ringbahn eine Erhöhung der Fahrpreise um 25 Pro 3. vorgenommen. Die Berechnung des Berliner Lebenshaltungsindex ist für Ausgaben an Fahrgeld bei der der Inderberechnung zugrunde gelegten fünfköpfigen Normalfamilie bei den alten Fahrpreisen ein monatlicher Betrag von 6 M. in Anjah gebracht. Nach der Erhöhung der Fahrpreise um 25 Proz. ist bei der Berechnung des Index dieser Normalfamilie den das Fahrgeld von 6 m. pro Monat auf 6,01 M.„ gestiegen". Diese amtliche Inderberechnung entsteht dadurch, daß man in Abrechnung gebracht hat man höre und staune Brozentteil, um den der Anschaffungspreis sowohl wie die die Kosten für Bereifung von Kraftwagen und Fahrrädern Unterhaltungskosten für Personenfraftwagen, vor allem zurückgegangen ist! Wundert man sich, wenn die Arbeiter vom 3nderschwindel reden? Auf dem Rücken der Arbeiter soll die Rentabilität der BVG. wieder hergestellt werden. Das ist die Weisheit, die bisher alle privaten Unternehmer gepredigt haben. Was sagt aber jelbst Professor Gieje als Gutachter? „ Ein Tarif( Fahrgeldtarif. Die Red.), der die Deffentlichkeit nur einigermaßen befriedigt und gleichzeitig die gesamte Berzinsung und Tilgung der U- Bahnbauten aufbringt, ist zur Zeit nicht möglich.. Das gewaltige Verkehrsunternehmen der BVG. wird von allen Seiten in einer Weise in Anspruch genommen, die als ungewöhnlich bezeichnet werden muß.... An die Bewag muß die BVG. einen höheren Strompreis entrichten als sie von Dritten erhält. Die Stadt sucht auf das Unternehmen Lasten ( wie die Baukosten der U- Bahn) abzuwälzen, die bisher als st ä d tische Verpflichtungen betrachtet worden sind, und das Reich zieht aus dem so geschwächten Unternehmen Steuern here aus, die einzig in ihrer Art sind." Diesem Urteil des Gutachters gegenüber ist zu fragen: Ver halten sich die Löhne von 1914 und jetzt so wie der Fahrpreis bei der BVG. von einst und jetzt? Kongreß beſchloſſen und vorbereitet wurde und das die bereits gut- liegt, wurden insbesondere die Richtlinien dieses gemeinsamen Bor Die Niederlage der KPD.bei Bergmann geheißenen wirtschaftlichen Richtlinien ergänzen soll. gehens vorgezeichnet. Die BVG. und ihre Arbeiter. . Ein falsches Gutachten.- Aus der Herenküche des Index. gruppen um 66,5 Proz., auch unter Berücksichtigung der Teuerung ( d. h. gegenüber dem Index), höher sind als vor dem Kriege. Die Berechnungen in dem Gutachten ergeben ein völlig fal sches Bild von den tatsächlichen Verhältnissen. Es ist außer acht gelassen worden, daß vor dem Kriege verschiedene Prämien und eine feste Weihnachtsgratifitation gezahlt worden sind, die ja schließlich zum Einkommen gehören, daß ferner früher die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 60 Stunden betrug und schließlich bei den jetzigen Löhnen Frauen- und Kinderzulagen mit berechnet worden sind, die es vor dem Kriege nicht gav. Für den Arbeiter ist aber entscheidend, was er bei der Lohnzahlung tatsächlich bekommt. Auf Grund des Abkommens auf Verlängerung des bisherigen| der Berkehrsarbeiter im Mittel der vier vorhandenen ArbeitnehmerTarifs bis zum 15. Mai 1931 wurde für alle Beschäftigten in den technischen Betrieben und Abteilungen der Berliner VerkehrsA.-G., in denen etwa 6000 Arbeiter oder fast ein Drittel der Belegschaft beschäftigt sind, die Arbeitszeit auf 44 Stunden gejentt, um Entlassungen wegen der großen Zurüdhaltung von technischen Arbeiten, insbesondere von Reparaturen, zu vermeiden. Damit hatte die Direktion der Berliner Verkehrs- A.- G. den einzig richtigen Weg beschritten, der auch vom Gesamtverband, gemeinsam mit der Stadtgemeinde Berlin und den Direktionen der Gas, Wasser- und Elektrizitätswerte sowie verschiedener anderer städt schen Gesellschaften durchgeführt wurde. Nachdem aljo nunmehr für alle städtischen Arbeiter und einschließlich eines Drittels der Belegschaft der BBG. der Weg der Arbeitszeitverkürzung be= schritten ist, etwa 1500 Arbeitskräfte vor der Entlassung be= wahrt und ebensoviel neu eingestellt wurden, lehnt jetzt die Diret. tion der BVG. für den Rest der Belegschaft die Arbeitszeitver fürzung ab und verhindert, daß noch etwa 1000 Arbeitslose in Lohn und Brot gebracht werden. Die Direktion geht aber noch weiter und fordert für die gesamten Arbeitnehmer eine Verfürzung der Löhne um 10 Broz, so daß also für die 6000 Arbeiter, die schon aus der Arbeitszeitverkürzung eine Einbuße von etwa 8 Pro3. erlitten haben, insgesamt eine Lohnreduzierung von 18 Proz. gefordert wird. Zur Begründung ihrer Lohnabbauforderungen bezieht sich die Direktion insbesondere auf das von Professor Giefe erstattete Gutachten. In diesem Gutachten wird behauptet, daß die Löhne Von den Betriebsrätemahlen bei der Firma Bergmann= Seestraße, deren vorläufiges Ergebnis wir bereits veröffentlicht haben, liegt jetzt das genaue Abstimmungsergebnis der Arbeiter vor. Danach wurden für die freigewerkschaftliche Liste 856 Stimmen abgegeben und für die Liste der RGD. 545 Stimunen. Bei der Wahl im vorigen Jahr erhielten die freien Gewerkschaften 814 Stimmen und die RGQ. 1319 Stimmen. Im Betriebsrat der Firma BergmannSeestraße sind die freien Gewerkschaften jetzt mit 7 Sigen vertreten gegenüber 5 Sigen im vorigen Jahr und die RGO. mit 4 Sigen gegenüber 7 Sigen im Vorjahr. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr um 732 verringert, beteiligung in diesem Jahr prozentual bedeutend stärker war aber die Belegschaftszahl um fast 1000 Personen, so daß die Wahlals 1930. Trotz des Rückganges der Zahl der Beschäftigten haben die freien Gewerkschaften einen absoluten Gewinn an Stimmen. Der Terrainverlust der RGD. ist eben die unvermeidliche Folge ihrer verbrecherischen Politik. Der Frosch als Brieftaube. Zu den Wahlen der Berliner Baudelegierten. Auf fast allen Berliner Baustellen sind jetzt die Neuwahlen der Bundesdelegierten vorzunehmen. Die Wahlen stehen im Zeichen des erbittert sten Kampfes der Gemerkschaftsfeinde aller Schattierungen gegen die freien Gewerkschaften, insEs muß alfo auch die sehr verschiedene Höhe der vom Lohn zu besondere gegen den Baugewerksbund. machenden Abzüge an Steuern, Krankenkassen-, Invalidenbeiträge Diesmal buhlt um die Gunst der Berliner Bauarbeiter nicht und dazu die neuerlichen Abzüge wie Erwerbelosenbeitrag, Bürgernur der sogenannte Industrieverband für das Baugewerbe, die steuer usw. ebenfalls berücksichtigt werden. Stell man dem tatsäch„ Kaiserleute", sondern auch dessen neue Konkurrenz, der während lich im Jahre 1914 auf Grund der längeren Arbeitszeit und unter des letzten Bauarbeiterfampfes geborene fommunistische EinheitsBerücksichtigung der viel geringeren Abzüge erhaltenen Lohn den nesverband für das Baugewerbe. Diese beiden„ revolutionären" Berjezigen Lohn gegenüber, so ergibt sich, daß der Reallohn eines Handwerkers bei der Straßenbahn nicht, wie Giese er= rechnet, fich verhält wie 168 zu Sundert, sondern bei 48stündiger Arbeitszeit wie 125 zu Hundert. Beim Handwerfer bei der U- Bahn behauptet Bro fessor Giese ein Verhältnis wie 161 zu Hundert, während es in Wirklichkeit 124 zu Hundert beträgt. Th Beim Schaffner der Straßenbahn behauptet. Professor Gieje ein Verhältnis wie 169 zu Hundert, während es in Eine Wahre Freude: bände haben allerdings nicht den geringsten Einfluß auf die Geſtaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter. Infolge dieser Verantwortungslosigkeit finden fie Zeit genug, ihre ganze ,, Kraft" auf die Heze gegen die freien Gemertfchaften zu fonzentrieren. Zur Zeit sind allerdings diese beiden revolutionären" Verbände ein wenig damit beschäftigt, fich gegenseitig unter Feuer zu nehmen, weil Kaiser in seinem Industrieverband jezt dasselbe tut, was der Baugemerksbund 1922 ihm und feinen Getreuen gegenüber tat, nämlich aus der Organisation die PACKG. ENVER BEY VALUTA 30 die zeitgemässe Zigarette PFG. Kommunisten ausschließt, die darin 3etlen banen. In diesem lieblichen Spiel erschöpft sich aber auch die ganze ,, Tätigkeit“ der Wortrevolutionäre. An den Tarifverträgen sind sie nicht beteiligt, so daß fie rechtlich auch gar nicht die Möglichkeit haben, den organisierten Bauarbeitern bei der Durchführung der Tarifverträge behilflich zu sein. Die Wahl solcher Phrasenhelden zu Baudelegierten fäme etwa dem Versuch gleich, einen Frosch als Brieftaube verwenden zu wollen. Die Splitterorganisationen im Berliner Baugewerbe haben ihre Unfähigkeit und Gewissenlosigkeit am deutlichsten bei dem letzten Lohnkampf bewiesen. Das Gros der Berliner Bauarbeiter hat sich in diesem Kampf nicht um die tonfusen Parolen dieser Leute gefümmert. Es wird auch bei den Wahlen der Baudelegierten den gewerkschaftsfeindlichen Sonderbündlern aller Schattierungen das Parolenschmieden überlassen und mit seiner Interessenvertretung nur freigemertschaftlich organisierte Bau arbeier beauftragen. SPD.- Ftattion beim Bezirksamt gichtenberg. Montag, 19% Uhr, bei Tempel, Gudrunstr. 7, Frattionsverfammlung. Genoffe Stadtarst Dr. Georg Löwenstein: Die Gefahren des Berufslebens". SPD. Frattion C. Zorcuz. Dienstag, 16% Uhr, Lotal Zupf, MoltkeEde Friedrich- Karl- Straße, Fraktionsversammlung. Der Fraktionsvorstand. SPD.- Fraktion Bergmann, Seestraße. Dienstag, 16 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21, wichtige Fraktionsverfammlung der SPD.- Genossen. Der Fraktionsvorstand. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 10. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8: Für den Landwirt. Königswusterhausen Sonntag, 10. Mai: 15.30: Arnim Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 14.30: Muttertag- Feier. T. Wegener liest aus eigenen Werken. 17: Aus der Märchenwelt der amerikanischen Tropen. 19: Menschen im Beruf. 12.30: Deutschlandsender: Ausschnitt Von der Einweihung des Denkmals für die gefallenen Kameraden der Luftschiffertruppen in der Lilienthalstraße. 19.35: Uebertragung aus Berlin. 20.30: Blasorchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 8.55: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Elternstunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Konzert. 12: Aus Magdeburg: 300- Jahr- Gedenktag der Zerstörung Magdeburgs durch Tilly. 12.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 14.30: Reiterfest der Dorfjugend von KleinSchulzendorf. 15: Solistenkonzert. 15.40: Jugendstunde. 16: Orchesterkonzert. 18: Kindergeschichten von Siegfried von Vegesack. 18.30: Aus dem Stadion Neukölln: Ausschnitt aus dem 40jährigen Gaujubiläum des Deutschen ArbeiterSänger- Bundes. 19: Costa Milona singt. 19.25: Sportnachrichten. 19.35; Ein Mensch mit Büchern und Schallplatten. 20.30: ,, Das Mädchen aus dem goldenen Westen". Oper von Puccini. 22.35; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Montag, 11. Mai: 13 Danach: Tanzmusik. Montag, 11. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenunterhaltung. 15.20: Lettisches Volksleben in Mythe und Volkslied. 15.40: Das Geheimnis des Nemisees. 16.05: Die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs. 16.30: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.15: Kann und soll man in der heutigen Zeit reisen? 18.45: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.50: Sprechstunde vor dem Mikrophon. 19.30: Orchesterkonzert. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Menschen und ihre Arbeit. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 12. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert, 15.20: Jagd und Landwirtschaft. 15.40: Zum augenblicklichen Stande der Farbenphotographie. 16.05:„ Ich komme soeben von den Balearen"( von Pohl). 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Jugendstunde. 17.50: Bücherstunde. 18.20: Amerika und die WeltwirtschaftsSeute, Sonntag, fährt die Jugendgruppe des Gesamtverbandes nach Briefelang. Treffen unt 8 Uhr Lehrter Stadtbahnhof, Eingang Wilhelm ufer. Die für morgen vorgesehene Rusammenkunft aller Gruppen. Ieitungen im Eikungsfaal des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linien ftraße 88-85, ist erst am Montag, 18. Mai, 19% Uhr. krise. 18.45: Neues vom Reisen. 19.10: Schallplattenaußenseiter. 20: Aus Breslau: ..Die Hermannsschlacht". Drama von Grabbe. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Orchesterkonzert. Mittwoch, 13. Mai: Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten konzert. 15.20: Obstbau im Kleingarten. Seute, Sonntag, findet das Arbeiter- Sängerfest im Neuköllner Stadion ſtatt. Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Webbing: Jugendheim Turiner Ede Geestraße. Vortrag:„ Gemeinschaftsleben in der Rd. Jugend". Referent Echäfer. Brig: Städtisches Jugendheim( Rat haus). Bieberabend. Urban: Jugendheim Sobrecht- Ede Sanderstraße. Bortrag: Der Jugendliche im Betrieb". Referent Rroufe. Weißensee: Ingend heim Bistoriusftr. 24. Borttag: Amerifa". Referent Weigelt. Allgemeine Wetterlage. 9. Mai 1934, abds. 70 A 7013 16 20 765 OMB Owolkenlos, heirer, halbbedeck wolkig, bedeckt Regen Graupeln 760 Schnee, Nebol, Gewitter Windstille Unter dem Einfluß des über der südlichen Ostsee befindlichen flachen Tiefdrudgebietes herrschte auch am Sonnabend im größten Teil des Reiches start bewölftes, fühles und in Norddeutschland vielfach etwas regnerisches Wetter. Aus den vor sich gehenden Drucänderungen ist zu schließen, daß der Hochdruckrüden, der zur Zeit über die Nordsee hinweg die Verbindung zwischen einem Hoch über der Bistaya und einem Marimum über dem Nordmeer her stellt, fich langsam ostwärts verlagert. Wir fönnen daher am Sonntag mit langsamer Wetterbesserung und etwas höheren Lemperaturen als am Sonnabend rechnen. * Wetteraussichten für Berlin. Allmählich abnehmende Bemöltung, mäßige, nordwestliche Winde; Temperaturen etwas anfteigend. Für Deutschland. Nur im Nordosten noch fühl und ver änderlich, in den übrigen Gebieten des Reiches weftostwärts fortfchreitende Betterbesserung. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 9: Van der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten15.20: Obstbau im Kleingarten. 15.40: Die Bausparkasse als neue Organisationsform. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17: Friedrich Torberg liest aus eigenen Werken. 17.30: Musikalische Jugendstunde. 18: Okkulte Hilfsmaßnahmen bei kriminalistischen Untersuchungen. 18.40: Die Frau und das Arbeitslosenproblem. 19: Gesänge. 19.25: Politische Zeitungsschau. 19.40: Wovon man spricht. 20: Bunter Tanzabend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Abendunterhaltung. Donnerstag, 14. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8.55: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Valerie Merck liest eigene Geschichten. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Konzert. 12.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 14: Jugendstunde. 14.30: Konzert. 15: Reise. ins Land der Mitternachtssonne. 15.30: Mandolinen- Orchesterkonzert. Als Einlage: Von der Trabrennbahn Ruhleben. 17: Blasorchester- Konzert. 19:„ Der Mustergatte". Schwank von Hopwood. 20: Sportnachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 15 Mai: 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus Fritzchens Liederbuch. 18: Das Leben in der Sahara. 18.30: Wechselbeziehung zwischen Innen- und Außenpolitik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.25: Stunde des Landwirts. Anschließend Viertelstunde Funktechnik. 20: Bilder vom heutigen Rußland. 20.30: Deutschlandsender: Aus der Belgrader Oper: Achtes Europäisches Konzert. Anschließend L'ebertragung aus Berlin. Dienstag, 12. Mai: 16.30: Künstlerische Handarbeiten. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Einführung in die neue Musik. 18: Wie entsteht ein Bauwerk? 18.30: Eine Wanderung durch Deutschlands Gaue. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Französisch für Anfänger. 19.30; Silberfrage und Weltwirtschaftskrise. 20: Deutschlandsender: Aus Bremen: Konzert. 21.30: Aus Hamburg: Hans Grimm liest aus seinen Afrika- Novellen. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Politische Zeitungsschau. 22.30: Aus. Hamburg: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 13. Mai: 16: Funkpädagogische Arbeitsgemeinschaft. 16.30: Ans Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30; Selten gespielte Trios. 18: Zweck und Ziele des Bundes deutscher Reichsbahn- Turn- und Sportvereine. 18.30: Die großen Mächte der Gegenwart. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Der Reichshaushalt und seine Bedeutung für die Beamten. 19.20: Dringliche Worte an den werktätigen Hörer. 19.40: Volksbegehren und Volksentscheid im Reich und in Preußen. Anschließend Uebertragung aus Berlin Donnerstag, 14. Mai: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 18: Blick ins Weltall. 18.30: Aus der Märchenwelt der amerikanischen Tropen. 19: Berühmte Geigen und ihre Schicksale. 19.30: ,, Mariendorfer Elegie." 20: Deutschlandsender: Aus Breslau: ,, Der Mai ist gekommen." Musik von Ralton. 21: Uebertragung aus Berlin. 22.15: Das Mikrophon belauscht die Nachtigall( Breslau). Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 15 Mai: 16: Die Volkskunde in Bildung und Fortbildung des Lehrers. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Leben in der Sahara. 17.55: Die Bedeutung des Viehhandels in der Volkswirtschaft. 18.15: Uebertragung aus Berlin, 18.40: Skandinavien in der Weltliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts. 19.05: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19.10: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.30: Die Welt des Arbeiters. 20: Deutschlandsender: Ans Stuttgart: Festakt anläßlich der Hauptversammlung des Deutschen Auslands- Instituts. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 9: Von der Deutschen konzert. 15.20: Nervöse Frauen. 15.40; Der Weg des Briefes vom Absender zum Empfänger. 16.05: Jugendstunde. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.35: Tennis als Volkssport. 17.55: Das neue Buch. 18.10: Die sozialen Aufgaben unserer Zeit 18.35; Alte Musik. 19: Das Wochenende. 19.30: Unterhaltungsmusik. 20.40: Fünf Minuten: Wegweiser ins Wochenende. 20.45: Tyll Ulenspiegel", Funkspiel, Musik von Walter Goehr. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten- Sonnabend, 16. Mai: Sonnabend, 16. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Merkwürdigkeiten in der Mark Brandenburg. 16.05: Erlebnisse eines Tropen- Journalisten. 16.30: Orchesterkonzert. 18: Großstadt und Nervosität. 18.25: Konzert 18.50: Maler als Dichter. 19.15: Unterhaltungsmusik. 20: Quer durch die Zeitsatire. 20.30: Funk- Potpourri Amerika- Europa. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. 16: Grundlagen des Elternrechts. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Bücherstunde. 18: Französisch für Fortgeschrittene. 18.30: Die großen Mächte der Gegenwart. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Musik und Gesellschaft. 19.30: Stille Stunde. 20: Deutschlandsender: Aus Frankfurt am Main: Jakuba"( Das Apfelfest), Operette von Johann Strauß. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Graues Saar fann nur durch Saarfarbe wieber Naturfarbe erhalten. 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Klose Büschingstr. 5 Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, den 12. mai, nachm. 5 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59 Versammlung aller im DMV. organisierten Metallschleifer, Galvaniseure, Kratzer, Beizer, Brenner, Verzinner, Verzinker und aller in der Galvanik beschäftigten Kolleginnen und Kollegen Tagesordnung:, 1. Jahresbericht. 2. Distuffion. 3. Berbands- und Branchenangelegen heiten Ohne Mitgliedsbuch ein gutritt. Es ist Pflicht aller Rolleginnen unb Kollegen, an dieser Versammlung bestimmt teilzunehmen. Spielplan unserer Aulturabteilung. In der Woche vom 11. bis 17. Mai: 1. Cyantali. 2. Technischer Film. 3. Humoreste. In der Boche vom 18. bis 24. tai: 1. USA. Jm milden Weften, 2. Die Stadt Bremen. 3. Humoreste. In der Boche vom 25. bis 31. Mai: 1. Ranada( Das Band der vielen Binbe). 2. Fahrt ins Sommerglüd. 3. Humoreste. 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Dann stand er vor einem Gehöft. Müde. Hungrig. Bielleicht bekam er hier etwas Essen und einen Platz m der Scheune. Es war nur ein sehr bescheidenes Anwesen, das er betrat, es mochte seinen Besitzer gerade noch ernähren, aber Fink hatte die Erfahrung gemacht, daß es in solchen Gehöften eher einen Topf Suppe gab als auf den großen. Er öffnete das Höftor und nähert« sich dem Wohnhause. En« großer, gefährlich aussehender Hund zerrte wütend an der Kette und bellte ihn an.„Belle nur!" dachte Fink. Aus dem ijause trat jetzt der Bauer, die kurze Pfeife im Mund«.„Was soll's?" herrschte er den Fremden an. Fink war an solche Begrünungen schon gewöhnt, unbekümmert trug er seine Bitte vor, erzählte von der großen Stadt, wo es keine Arbeit gab und von dem Land, dos er erreichen wollte. Der Bauer musterte den hübschen Burschen, nahm nachdenklich die Pfeife aus den« Munde.„Kommst mir eigentlich recht. Sind mitten im Heu. Kann dich brauchen. W«nn du Lust hast, bleib ein paar Tage hier." Fink überlegte. Wandern war schöner, aber sein Magen sehnte sich auch wieder noch etlvas Kräftigem und seine Kasse konnte einen Zuschuß gebrauchen. „Hab nichts dawider!" sagte Fink. Beim Abendbrot sah er die Bäuerin. Der Meißel harter Arbeit hotte ihr« Gestalt geformt, ohne Freude an seinem Werk. Unter der dünnen Bluse waren irgendwo die Glocken ihrer Brust versunken. Aber in ihren Augen fand Fink das Licht ungekühlter Herzen, und ihr herber Mund schien ihm singen zu können. Müde von der Arbeit, hatten sie sonst immer das Mahl schweigend«in- genommen, doch heute vergaßen sie fast dos Essen, denn der Fink erzählte. .Italien l" stüsterte die Frau, als Fink sein Ziel malte, es war ihr ein gerühmtes Sand, von dem sie dunkel gehört. Sie dachte an Palmen und Orangeichain«, an schimmernde Paläste und frohe Menschen. Sie mußte den Fremden, den Jungen immer wieder ansehen, und«venu sich ihre Blicke trafen, schien es ihr, als stände er unter Palmen und winkte. Als sie sdjlasen gingen, meinte der Bauer zur Frau:„Ein heller Bursch. Läßt sich nicht unterkriegen. Ist ja auch noch jung." Er löschte die Lampe und warf sich ächzend ins B«tt. Streckte seinen hageren, müden Körper und schilef. Aber die Frau log noch lange»ach. Sie dachte plötzlich, wie alt sie geworden war im Einerlei der schweren Arbeit, ohne es zu merken. Sie wollte noch nicht so alt sein.„Andreas!" rief sie leise,„Andreas!", sie suchte im Dunkel seine Hand, aber der Bauer begann gerade zu schnarchen. 'fr Der Bauer fuhrt das Heu ein. Fink schmeckte die Arbeit. Die Sonne brannte. Auf dem Wagen stand die Frau. Fink, der Wanderbursche, brachte größere Gabeln als der Bauer. Sein Hemd«vor naß. Die helle Hose saß ihm eng an den Schenkeln. Die Frau lachte. Wenn er ihr das Heu hochgab, ließen ihn ihre Augen das Licht ihres ungekühlten Herzens sehen. Die Bluse wurde ihr manchmal zu eng. Ihr rotes Kopftuch flammt«. Es wurde ein himmlischer Rausch im Denken und Schauen des Jungen. Der Bauer fuhr dann mit dem Wagen heim. Auf schmalem Pfad durch die wogenden Kornfelder gingen Fink und die Frau zur Bachwiese hinüber, um dort Heu zu wenden. Finks Rechen ging leicht, wie im Spiel. Doch der Frau fiel es heute ungewohnt schwer. Wenn er vor ihr ging, mußte sie ihn ansehen, und ging er hinter ihr, fühlte sie seine Mick« im Nacken. „Das Wasser lockt. Mau möchte baden", sagte Fink, als sie am Bachrand wendeten. Da erschrak die Frau vor einem Bilde, das seine Worte ihr gezaubert. Sie sah den dunklen, heißen Jungen der Flut entsteigen... ... Mondhell war die Nacht der Frau. Sie lehnte am Fenster und hatte seltsame Gedanken. Wann hatte sie so am Fenster ge- standen und die Nacht und das Herz belauscht? Als Mädchen, als Braut... Sie dachte, wie si« früher auf ihren Andreas gewartet in der Stille der Nacht. Wie ihr Herz klopfte, wenn seine leisen Schritte unten über den Rasen schlichen. Wie ihre Knie zu zittern be- gönnen, wenn das Holz der Leiter an die Mauer schlug, und der Andreas an das Fenster pocht«, das nur angelehnt war. Sie dachte daran, aber auf einmal war es nicht der Andreas, den sie in ihren Erinnerungen sah, sondern ein Fremder, der Fink. Er lachte sie an. Sie wollte sein Bild wegwischen, aber er lächelte nur vcr- roegener. Si« wollte den Andreas sehen, wie er die Leiter hoch- kletterte, aber es tvar der Fink.„Nein!" dachte sie,„nein!" Sie hcch die Arme, als müsse sie sich gegen einen Schatten wehren. Lautlos schlich sie ins Bett zurück. Sie lauschte auf den Atem ihres Mannes. Di« Luft in d«r Stube«vor drückend. Durch dos Fenster funkelten Sterne. Bon den Wiesen wehte die Stille... * Filck schmeckte die Arbeit, so lange sie ihm neu war. Am Sonntag sprach er wieder vom Weiterziehen.„Wenn du fort- willst, kann ich dich natürlich nicht halten", sagte d«r Bauer, doch es tot ihm leid.„Wann soll's denn sein?"„Morgen!".Kannst du nicht noch bleiben, bis alles Heu ein ist?"„Kann nicht", sagte Fink nur und sah in die Ferne... In der Küche meinte der Bauer zur Frau:„Packst ihm morgen ein tüchtig Essen in den Ranzen. Er will wieder weiter." Die Frau nickte. Ihre Wangen färbten sich rot. Später saß sie auf d«r Bank vor dem Gehöft. Die Ferne verdämmerte schon.„Dort hinten liegt Italien!" dachte die Frau, und das Herz war ihr plötzlich leer. Da stand der Fink unver- mutet hinter ihr.„Schöner Abend!" sagte er so hin und nahm auf der Bank Platz. Si« saßen und schwiegen. Bor ihnen um- armten sich die Wege im Dunklen. Im Dorf unten flammten die Lichter auf. Longsam sank der Kopf der Frau nach Finks Schulter hinüber. Vom Hause her rief der Bauer:„W o bist du denn, Kati? Deckst du nicht den Tisch? Ich muß doch in die Schenke." ... Der Bauer war drüben im Dorfe, und die Frau lag schlaflos in ihrer Kammer. Sie hörte Schritte, die keiner ging. �Muttertag ön den SGavfenfteru prangen SGtlder, prangen Girlanden nnd rührende Bilder: Gedenkt der SJtntter am �Muttertag, fthcnft ihr mehr als sie haben mag, schenkt ihr Blnmen, schenkt ihr Konfekt» seidene Strümpfe, Klubsessel, Sekt! B5er seiner �Mutter in£iebe gedenkt, der schenkt. Bor den Schansenftern stehen die Frauen der Arbeitslosen nnd überschauen die Herrlichkelten. Seltsamer Brauch! DZIütter— ÜBlfitter sind wir ja auch. 'Wir haben Binder und haben kein Brot, uns drürken Sorgen und VZohnnngsnot. Bon der Ehre wird, wer kein Essen hat, nicht satt. DKnttertag? Soll der uns retten? Bus fehlen die'Windeln, uns fehlen die Betten, 'Wenn wir iMütter werden nnd hilflos flnd. D a feiert man weder ÄNntter noch K�ind, da läßt mau uns ohne Sorge in 5Xuh', da hält mau Augen nnd Taschen zu. Für Schwangerenschuh hat die Börgerwelt kein Geld. CRur einmal im Jahre ehrt man uns gebührend, nur einmal im Jahre findet man's rührend und traurig, daß man uns fonfi vergißt— well das so'ue schöne Reklame ist. Die fölenscheu sind herrlich um uns bemüht, wenn ihnen daraus ein Geschäft erblüht, daß man einen Tag nach den ATüttern taust und kaust und taust und kaust... Liren« Herzseld. Lichter brannten ihr. die niemand entzündet. Einmal kamen Mädchen mit ihren Burschen vorüber, die zum Tanze gingen. Sie schlich ans Fenster. Wie die iveißen Kleider der Mädchen leuchteten! Wie die Stimmen Nangen! Sie starrte den umschlungenen Paaren nach. Plötzlich fürchtete sie sich. Sie hörte seine Schritte, aber si« kamen aus den Bäumen. Sie vernahm feine Stimme, aber es war wie ein Rufen aus einem Versteck. Sie betet«, er möge nicht kommen, er. der Fremde, der Junge. Aber er kam, er stand in der Tür, er kam auf sie zu. „Ach mein Gott!" sagte die Frau und hob die Arme wie zur Abwehr. Ihre Stimme war ganz schwach, und ihre Arme sanken kraftlos herunter. Ihr Herz schlug wie ein Wecker, der gleich losrasseln würde. Sie wußte nichts mehr, als er vor ihr niederfiel. Er lag noch an ihrem Herzen, als di« Frau die Schritte ihres Mannes hörte. Sie weckte den Entschlummerten.„Du mußt fort, schnell, schnell, um Gotteswillen, schnell, der Bauer kommt." Fink rieb sich schlaftrunken die Augen. Er hatt« eben so schön geträumt. Von Italien. Aber das angfwerzehrte Gesicht der Frau belehrte ihn rasch. Er stürzte zum Fenster.„Um Gotteswillen", stöhnt« die Frau,„du kannst nicht in den Hof. Der Hund ist los. Er würde dich zerreißen. Du mußt durch diese Tür, ehe der Bauer die Treppe hochkomnit." Fink ll«f ihm geradeswegs in die Arn»«. Wenn sein Hof heute in Flanimen aufgegangen wäre, vcr- nichteter hätte der Bauer Andreas nicht sein können. Seine Frau hatte ihn betrogen. Nach zehn Iahren der Treue betrogen mit einem, der von irgendwo kam und weiterzog, spurlos. Er ballte seijn« Hände zu mächtigen Fäusten. Er ivolltc etwas sagen, doch die Sprache verjagte ihm. Er sah nur immer wieder auf seine Frau, die im Nachthemd, mit zerwühlten Haaren, wie sie aus dem Bett gesprungen war, vor ihm stand. Und vor diesem fremden Burschen. Da stürzte er sich auf ihn. Gegen diese Wut gab es keinen Widerstand für den aus süßem Schlaf Gerissenen. Der Bauer packte Fink wie ein Bündel Kleider und warf ihn zum Fenster hinaus, auf den Hof.„Faß ihn, Lux!" schrie er,„faß ihn!" Die unglückliche Frau wollte zur Treppe hinunter, aber der Mann hielt sie mit eisernem Griff. Schleppte sie ans Fenster. „Faß ihn, Lux, faß den Burschen, den Vagabund, den Dieb!" schrie er. Und die Fau weinte und bettelte:„Hierher, Lux, hierher, um Gott, hierher Lux, Lux, du darfst ihm nichts tun." „f)ilfe! Hilfe!" klang o? heiser von unten. „Gott, Gott", stammelt« die Frau. Sie hämmerte mit den Fäusten gegen die lachende Brust des Mannes. „Faß ihn!" schrie er. Ueber den dunklen Hof rannten zwei Schotten, wälzten sich an der Erde, lösten sich wi«d«r, rannten. Fink hatte endlich«in Brett ergreifen können und den Hund ziemlich»nichtig getroffen. Schrecklich klang das Ausheulen des Tieres. Mittender. Am Fenster stand der Bauer, regungslos, halbtot hing die Frau in seinen Armen. Sie hörten da-s Rufen und Stöhn«« des Gehetzten. Schwächer klang es. V«rging in dem Duft, der von den nächtigen Wiesen kam. Das Schicksal des Wanderburschen wurde bald im Dorfe be- könnt.«Beim Andreas hat ein Vagabund eingebrochen rnrö der Hund hat ihn zerrissen!" sagten einige.„N«in, so war es nicht", wußten andere,„er hotte ihn schon«in paar Tage im Heu ge- hoffen und in der Sonntagnacht, als er üb«r den Hof ging, Gott weiß, was er so spät noch wollte, hat der Hund ihn gestellt.„So hatte auch der Bauer Andreas dem Gemeindevorsteher berichtet. „Von dem Bellen bin ich aufgewacht, aber ich kam zu spät." Man forschte nach den Angehörigen des Fremden. Niemand war zu ermitteln. Niemand meldete sich. Niemand wußte, woher er kam und wo sein Ziel lag. „Dort hinten!" gab der Dauer Andreas auf Fragen mürrisch zur Antwort und zeigte auf die fernen Berge... Auf dem Dorffriedhof erhielt Fink eine Freistatt. Den Ruhigen und Kühlen, die auf ihren ererbten Höfen alt und grau gestorben waren, gesellte sich mit seinen toten Träumen der Namenlose, der Mensch ohne Spur, Fink, den nun bis zum jüngsten Tage die Berge von seinem Lande trennen werden... Der Bauer Andreas halle nicht eure Stunde, wo er Reue über seine hitzige Mzt empfunden hätte. Aber er war friedlos geworden. Er hatte keffi Weib mehr, nur die Arbett kannte er noch. Un- «rmüdlich schnitt seine Sense in die goldenen Halme, und beim Dengeln abends saß er, bis die letzte Lichthelle floh. Dann blieb er noch lange im Dunkel, grübelnd, die erloschene Pfeife im Munde. Und wie unter schweren Losten erhob er sich nach Stunden, säst« schaudernd den Hund von der Kette und stieg taumelnd in die Schlaf- tammer hinauf. Manchmal, in einsamen Nächten, wenn der Hund unten den Mond anheulte, stöhnte die Frau neben ihm:„Der Hund...' Andreas.. schaff doch den Hund fort.." Aber der Bauer schwieg und lauschte, regungslos... Herbsttage kamen, wo der Bauer hinter dem Pfluge schritt und das neue Land segnete mit streuenden Händen. Er konnte den Schritt hemmen und Minuten verweilen, wenn die Sonne sank. Aber im Winter, als das Land weit und einsam unter dem Schnee lag und auf den Feldern keine Arbeit mehr war, da wurde dem Andreas das Schweigen schwer. Und die Bäuerin lebte neben ihm in immerwährenden Kampf um seine Liebe. Sie hatte es schon längst in den schlaflosen Nächten mit sich ausgemacht, wie das mit Fink geschehen konnte. Sie erkannte: die Angst des Alters und die ungestillte Sehnsucht ihrer kinderlosen Ehe hatten sie für einen Augenblick willenlos gemacht. Und diesen Augenblick hatte sich der Fink geholt. „Schuld tragen wir alle drei!" dachte sie. So sprach sie dann einmal in einer Winternacht zum Bauern, wie sie es schon hundert- mal in Gedanken zu ihm gesagt hatte. Und das ging dem Andreas langsam in seinem schweren Schädel auf, und er machte Frieden mit sich, mit seinem Weib und der Welt.„Vergebt, auf daß euch ver- geben werde." Und es kam nun an manchen Sonntagen vor, daß die beiden zum Friedhof gingen und vor Finks Grab standen wie vor einer der stillen Unfahlichkeiten, die uns hier und da im Leben begegnen. Woher kommen die träume? Ueber die Entstehung von Träumen hat der amerikanische Psychologe Dr. B. Klein an der Universität Texas interessante Ver- suche mit seinen Studenten angestellt und dabei gesunden, daß ge- wisse äußere Reize, von denen die in hynotischen Schlaf versetzten Versuchspersonen getroffen wurden, wie Lage, Bewegung, Ge- rausche, Geruchswahrnehmungen usw., in höchst eigenartiger und auffchlußreicher Weise zur Enfftehung der verschiedensten Träume führten. Die Durchschnittszeit solcher Träume währte nur ungefähr 30 Sekunden. Der Traum eines Autounfalls dauerte 20 Sekunden. der kürzeste überhaupt beobachtete Traum währte nur S Sekunden. der längste 90 Sekunden. Die Kleinschen Untersuchungen haben er- wiesen, daß es mit dem heuttgen Verfahren der psychologische», Technik möglich ist, tief in das Rätsel des Trauines einzudringen und ihn der wissenschafllichen Untersuchung zugänglich zu machen. Gold ii. Dick rund O.M. PACKUNG /»-O PFENNIG Alfred Kubin: Die Wanzen der Erde Die Natur aber scheint im Hervorbringen neuer Wonzenarten unerschöpflich zu sein, denn meines Biffens erscheinen die Liefe rungen jetzt wieder regelmäßig zu abermals erhöhten Preisen. Es war im Bortriegsjahre des Heils 1904, als mir die Bost| schon auf vier Mart fünfzig festgefeßt, es hieß, dieser ,, billige Breis" labung, auf ein prachtvoll ausgestattetes naturwissenschaftliches feits brachte der Berlag, um endlich zu Ende zu fommen, jetzt jeben Lieferungswert ,,, Die Wanzen der Erde", zu abonnieren. eines Lages einen schön gebruckten Prospekt brachte mit ber Ein- fei nur durch die eble Spende eines 3dealisten zu halten. Anderer Psychoanalyse im Alltagsleben Ich war von jeher Naturfreund, sammelte seit meinen Knaben tagen Käfer und Schmetterlinge, hielt mir Reptilien, Fische, Vögel, mit Leidenschaft ihrer Beobachtung hingegeben. Es ist daher wohl auch begreiflich, daß mir die beiden, dem Prospekt beigelegten Probe tafeln starken Eindruck machten. Es waren streng in Reih und Glied geordnet etwa hundert verschiedene Wanzen in merkwürdigen Formen und bunten Farben darauf abgebildet. Der Lieferungsplan verfprach zwei Hefte für jeden Monat, und fünfzig Pfennige für jede Nummer spielten wahrhaftig teine Rolle, und so verpflichtete ich mich zur Abnahme des Wertes durch Unterschreiben eines bei liegenden Zettels. Etwa zwanzig Hefte waren bereits erschienen, und als diese mir nachgeliefert wurden, war mein Entzüden groß über die herrlichen Abbildungen so seltsam gestalteter Infetten, von deren Borhandensein ich bisher kaum eine Ahnung hatte. Da gab es gehörnte und gebudelte Eremplare, wie auch folche mit Borsten, die Flügel waren gerippt und glatt, mitunter wie ein Briefumschlag zusammengelegt und in allen erbentlichen Farben funfeind, manche darunter so groß wie eine halbe Männerhand! Und dabei war das alles nur ein Vorgeschmack, denn das Wert war auf rund taufend Lieferungen berechnet und wissenschaftlich eingeteilt nach einheimischen und ausländischen Arten. Mit dem Tert fonnte ich mich weniger befreunden. Er enthielt außer den verwickelten lateinischen Namen der Familien, Gattungen, Arten und Varietäten noch eine ganz genaue Aufzählung aller anatomischen Unterschiede, sowie turze Angaben über die Fundorte der Tiere. Diese trockenen Angaben und Beschreibungen, welche von den Lebensgewohnheiten der Wanzen gar nichts mitteilten, sagten mir nicht viel, und so war es nur die Augenweide an den Bildertafeln, die viele Jahre hin durch immer wieder frohe Ueberraschung ins Haus brachte. Es häuften fich somit die grünen, blauen, gelben Hefte Jahr um Jahr, bis tief in den Weltkrieg, wo die Lieferungen feltener wurden, was damit begründet wurde, daß die Bestände der ausländischen Samm lungen nicht zugänglich feien. Es war uns bisher im Ernst der Zeiten eine liebe, fanfte Gewohnheit gewesen anfangs und Mitte des Monats frische Wangen" zu empfangen. Die naheliegenden, etwas einfältigen Scherze von naturwissenschaftlich weniger intereffierten Bekannten, welche nur immer wieder die Bettwanze in den Mittelpunkt ihrer faulen Wige stellten, hatten sich schließlich und endlich auch einmal erschöpft. Als wenn die Bettwanze( Cimex lecturalius) nicht einen gänzlich unbedeutenden, ja winzigen Seiten. zweig am Riefenbaume der Heteropterenfauna bildete! Lächerlich! Meinem stets etwas zum Uebermaß neigenden Wesen imponierte doch das Ganze, Große dieses gewaltigen Insektenordens, der schon über 160 000 beschriebene Einzelformen aufweist. Dies ist fürwahr ein unermeßlich großes Reich von Schnabefferfen, bas dem der Schmetterlinge und Käfer nicht im geringsten nachsteht, nur eben den meisten Menschen unbekannt ist. So wäre alles gut gegangen, wenn nicht der verfluchte Krieg ums seelisch verstimmt, ja verwandelt hätte und die nachfolgende Inflation uns vor völlig abenteuerliche Geldverhältnisse gestellt hätte. Damit tonnten wir nicht rechnen! Es war ja klar, daß, während die Flut des Papierreichtums immer toller anschwoll, der Preis für die Lieferungen entsprechend multipliziert auch in die Taufende und Millionen ging. Das wäre nicht so schlimm gewesen, aber leider mußte ich ein allmähliches Erlahmen meines Intereffes an den ,, Wanzen der Erde" feststellen. Siebzehn Jahre lang war ich Abonnent gewesen, jetzt wollte sich mein Sinn anderen Dingen zuwenden. Wer hätte 1904 auch annehmen können, daß sich die Lieferungen des Werks solange hinziehen würden? Gang arg wurde es aber erst mit der Stabilisierung! Nun mußte jeder sehen, was ihm übrig blieb, alle nicht unbedingt notwendigen Ausgaben unterblieben! Und gerade in dieser ungünstigen Zeit bemühte sich der Verlag und flammerte sich in beweglichen Worten in einem Rundschreiben an die Abnehmer. Jeßt gelte es zu beweisen, was deutsche Kultur sei! Jetzt müsse man zu dem großen Wanzenforscher, Professor Johannes Tauber, und seinem titanischen Wert treu stehen! Wir alle sollten durch Werbung neuer Abonnenten das Unternehmen fördern und fo zeigen, was der deutsche Geist vermag. Himmel, wie schmerzlich berührte das mein Gewissen, denn ich hatte tatsächlich schon heimlich erwogen, der ich jetzt so knapp bei Kaffe mar, auf den Fortbezug des Wertes zu verzichten. Wegen Berteuerung der Herstellung war der Preis der Einzelfieferung nun Monat sechs bis acht solcher Hefte heraus. Und mir stand der in den vielen Jahren längst fahl gewordene Schädel ganz wo anders als bei den Schnabellerfen. Wir waren beim fünfzehnten Band, Indoaustralien, aber die Zeit, da ich in dem überschwenglichen Artenreichtum dieser Tiere geschweigt hatte, war unwiderbringlich dahin. Ja, ich fluchte ihm, denn schon längst fonnte ich mir tein Buch, teine Stunstzeitschrift mehr taufen, alles verschlangen die Wanzen. Dabei beftand gar teine Aussicht, daß das Wert endlich abgefchloffen würde. Im Gegenteil! Eine amerikanische Expedition, nach den Molukten entfandt, hatte dort 2300 neue Wanzenarten entdeckt, und man schichte sich an, das ganze füdaustralische Insel gebiet ähnlich gewissenhaft zu durchforschen. So stand wenigstens auf einem Bettel, der der letzten Lieferung, Nummer 1882, beigelegt war. Ich ergrimmte! In den Untergründen der Seele regte sich ein Mißtrauen. Die Einbildungstraft peitschte es auf bis zur aus gesprochenen Wanzenscheu. Wenn die Hefte mit den farbenpräch tigen Tafeln und dem langweiligen Tegt antamen, wurden fie flüch tig durchblättert und dann mißtrauisch beiseite gelegt. Ein Argwohn lebte in mir: Gab es denn überhaupt so viel von diesen verdammten Kreaturen auf Erden? War das möglich? Ein feimender Verdacht spiegelte mir eine eigenartige Vision vor: Ich schaute ein riesiges Atelier, darin einen ganzen Stab von Zeichnern und Malern, die fich ausschließlich mit dem Erfinden und Entwerfen von Wanzen möglichkeiten beschäftigten, fo daß wir Abonnenten schon längst wider Willen das naturwissenschaftliche Gebiet mit dem funstgewerb lichen vertauscht hätten. Alle waren wir auf Lebenszeit tributpflichtig in den Zauberkreis der Wangen gebannt. Nein, dieses Opfer war zu groß! Mochten sich die entomologischen Abteilungen unserer zoologischen Sammlungen an der Nase herumführen lassen, sie waren ja zur Abnahme des ganzen Wertes gleichsam verpflichtet, ich aber machte nicht mehr mit. Ich fündigte den Weiterbezang. Ein Schreiben des Verlags, das sogar eine versteckte Drohung enthielt, half nichts, ein weiterer Appell an meinen Idealismus schlug auch nicht ein, selbst die Borstellung, daß die 1832 Lieferungen nur ein wertloser Torso bleiben würden, fonnte meinen Entschluß nicht ändern. Ich fühlte mich befreit und den endgültigen Bankrott wieder etwas hinausgeschoben. Ein Albtraum, der mich in den letzten Monaten oft gequält hatte, daß eine monftröße eiserne Wanze mich wie ein Schild durch ihre Schwere im Bett zerquetschen wollte, stellte sich nun faum mehr ein. Alles war gut, einzig die gewaltigen Stöße der Lieferungshefte störten in meiner Bibliothet mit stummem Borwurf. Versuche, fie zu verkaufen, mißlangen fläglich. Eine Anfrage bei dem Club der Wanzenfreunde in Wien fand Ablehnung, die Herren hatten alle das Wert selbst und hätten es auch gerne wieder abgestoßen. Da entschloß ich mich zum Lehten. Bei einem Aufenthalt in München besuchte ich den berühmten Wanzentundigen und Berfaffer unseres Wertes, Profeffor Dr. Johannes Täuber. Jawohl, ich wagte mich in die Höhle bes Löwen. Anstatt eines alten Herrn mit Gelehrtenbrille, wie ich erwartet hatte, empfing mich liebenswürdig ein noch junger Mann, und als ich mich ihm vorgestellt hatte, wußte er auf so anregende und fesselnde Weise vom Leben seiner Studienobjefte zu erzählen, daß ich beinahe alles Erfittene wieder vergessen hätte und in neuer Begeisterung erglühte. Aber rechtzeitig besann ich mich noch auf den eigentlichen Anlaß meines Besuches und bat um Rat, was ich mit dem unfertigen Wert anfangen folle. Doch wer ermißt mein Erstaunen und Entzüden, als mir Täuber vor Freude beinahe um den Hals fiel und mir versicherte, daß ich nicht gelegener hätte tommen fönnen. Er erzählte mir dann, daß er für jeden seiner drei Söhne das Wert von Beginn des Erscheinens an bezogen habe. Nun war ihm vor kurzem ein vierter Sohn geboren worden, und da auch sein Vermögen in der Inflation sich verflüchtigt hatte, sah er sich nicht mehr imftande, für den Neugeborenen die bereits erschienenen und im Preise ungeheuer gestiegenen, fast zweitausend Hefte zu beziehen. Sein Vaterherz litt sehr unter dem Gedanken, seinen Jüngsten vor den Brüdern so benachteiligt zu sehen. Wir einigten uns daher schnell auf einen mäßigen Preis und ich versprach, alle bisher erschienenen Hefte von zu Hause fofort zu schicken. Das tat ich auch. Mit Hilfe meiner Fran wurde das Wert in vier starte Risten verpackt und abgesandt, worauf wir unsere Wan zenfreiheit bei einem Glase guten Weines festlich begingen. Siegmund Freud, der Schöpfer der Psychoanalyse, hat jetzt sein 75. Lebensjahr vollendet. Nicht nur die gesamte wissenschaftliche Welt beglückwünscht ihn, auch der Laie hat Grund, ihm zu danken. Denn Freuds Lehre von der Aufhellung des unbewußten Seelenlebens, von der Wiedererwedung verdrängter Vorstellungen, dient nicht allein zur Heilung seelischer Leiden und nervöser Störungen, fie fann auch allein im Leben des Alltags auf mannigface Weise verwertet werden. Die Psychoanalyse ist eine praktische Wissenschaft. Sie fann zunächst zur vertieften Gelbsterfenntnis- befanntlich die schwerste Kunst- führen und vor allem dazu anleiten, den Mitmenschen besser zu verstehen, fie fann uns im Umgang mit Menschen überhaupt ein Wegweiser sein und uns damit zu Aufstieg und Erfolg verhelfen. So schwer und vielseitig die psychoanalytische Lehre selbst für den vorgebildeten Fachmann ist, so leicht verständlich und einleuchtend find andereseits ihre Anfangsgründe, die für den praktischen Zweck der Gelbstertenntnis und Menschenbehandlung zunächst genügen. Freud selbst hat, um diesen prattischen Bedürfnissen entgegenzukommen, schon vor längerer Zeit ein sehr amüsantes und aufschlußreiches Buch geschrieben: Die Psychopathologie des Alltagslebens". Hier plaudert der Entdecer der neuen Wissenschaft einige seiner Geheimnisse aus und gibt Fingerzeige, deren Wissen und Anwendung außerordentlich wichtig ist. An Hand unzähliger Beispiele zeigt Freud, wie alle fogenannten Fehlhandlungen", wie sie jeder Mensch oftmals am Tage begeht z. B. das Sichversprechen, Verschreiben, Bergreifen, das Vergeffen, Berlegen von Gegenständen usw. durchaus teine zufälligen Bersehen sind, sondern daß hier jedesmal das Unterbewußtsein, d. h. eine verdrängte Borstellung und Billensregung wirksam ist. Diese Fehlhandlungen geben interessante Aufschlüsse über die wahren Absichten und Gedanken der Menschen, die hier unfreiwillig verraten werden. Wir alle haben ja im Umgang mit anderen Personen eine Maste umgebunden und verbergen eifrig unser wahres Wesen. Dieses Verbergen aber gelingt nur unvollständig. Der psychoanalytisch Geschulte, der auf scheinbar unbedeutende Fehlhandlungen" im Gespräch, im Tun und Lassen der anderen zu achten gelernt hat, versteht mit Leichtigkeit die verborgenen Absichten, die hier ungewollt zu Tage treten, zu deuten und wird durch diese Kenntnis sehr bald der Ueberlegene sein. Die Psychoanalyse soll nach dem Willen ihres Begründers eine Wissenschaft für alle sein, die auch der großen Maffe zugänglich gemacht werden muß. In diesem Semester, spät genug, finden an der Berliner Universität zum ersten Male Borlesungen über Psychoanalyse statt. Aber auch die sozialistischen Bildungsstätten sollten nicht länger zurücstehen. Ihnen erwächst hier eine lohnende Aufgabe. In Kursen und Vortragsreihen muß die Arbeiterschaft mit dieser lebensnahen Wissenschaft vertraut gemacht werden, die sich als wirksame Waffe im Lebenstampf und in der politischen Arena erweisen fann. Dr. Willy Blumenthal. Tageszeit und Blumenbuff. An manchen Blumen hat man die Beobachtung gemacht, daß sie zu verschiedener Tageszeit verschieden start duften. So zum Beispiel an der befannten Wunderblume Mirabilis, die am Tage faft geruchlos ist, bei Nacht jedoch intensiv duftet, eine Erscheinung, die man auch an Stechapfelblüten und Tabafblüten wahrnehmen kann, wogegen, wie feinerzeit Strasburger und Aderwinden, nur während des Tages duften. Auch an frischen feststellte, andere Blüten, so beispielsweise Seerosen, Kürbisblätter Beilchen hat man beobachtet, daß fie regelmäßig zu gewiffen Tagesazeiten stärker oder weniger start duften. In lichthellem und zugleich feuchtem Klima duften alle Blüten viel feiner und stärker, als die Blumen, die sich in warmer, aber gleichzeitig trodener Luft entwickeln. Bon dem im Umlauf befindlichen Geld gehen jährlich etwa hundert Tonnen Silber verloren. Eine Silbermünze verliert in zehn Jahren 1 Proz. ihres Gewichts; rechnungsmäßig müßte sie also nach tausend Jahren vollkommen aufgebraucht sein. Vor dem Kriege, als Gold im Umlauf war, gingen in jedem Jahre ein und eine Viertel Das ältefte Museum der Welt dürfte das Museum in Nara in Japan sein, das im Jahre 756 gegründet wurde und noch heute besteht. Es enthält mehr als achttausend Stüde, meist altasiatischer Kunst. Merkwürdigerweise ist es nur im Frühjahr geöffnet. Keinen Abel gibt es in Desterreich, Norwegen, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei. Die höchſten Ansprüche Cadiel darf ein Käufer stellen, denn für sein gutes Geld kann man gute Ware verlangen. Bei uns finden Sie nur Qualitätswaren in riesiger Auswahl in allen modischen Stoffen und Schnitten zu denkbar niedrigen Preisen! Starke Damen, die oft vergeblich suchen, erinnern wir an unser Wahrzeichen: Das Baus für große Weiten." 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