BERLIN Sienstag 12. Mi 1931 10 Pf. Nr. 2�9 B 110 43. Jahrgang ErsckeikttSslich aoßer Sennt«««. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. a.eoSR. pro Monat Redaktion und Expedition: BerlinSWK8.Lindenstr.3 Fernsprecher: Dönhoff 2S2— 29? „]/oiHoxSLd6 Anseigenpret«: Die einspalttgeNonpareillezellc «o Pf.. Reklamezeile 5M. Ermäßigungen nach Tarif. Postfchecktontvi VvrwärtS-Verlag G.m.b.H.. Berlin Nr. 3? SSK.- Der Verlag behält sich da< Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen»vrl KPN. unterHugenbergs Befehl .* 5i �■ I Sozialdemokratische Abrechnung mit den Kommunisten im Landtag Das Schicksal Professor Wegeners Das polizeivertvattungsgeseh. Dritte Lesung im Landlag. Der Landtag begann heute vormittag mit der dritten Lesung des Polizeiverwaltungsgesetzes. Als erster Redner erklärte Abg. Alarehki fDnotl, daß seine Fraktion nicht imstande sei, -der jetzigen Regierung ein solches Gesetz zu bewilligen, da sie bei der Ausammensetzung des Kabinetts nur Willkür erwarten könnte. Abg. v. Eynern(Dt. Vp.) kritisierte in längere» Ausführungen die einzelnen Bestimmungen und bedauert, daß die guten alten Polizeibestimmungcn aus dem Jahre 1791 ausgehoben werden. Abg. Or. Hamburger(Soz.): Der Abg. Schwenk hat es als besondere Verruchcheit bezeichnet, daß polizeiliche Verordnungen mündlich, schrifllich oder durch Aeichen gegeben werden können. Dieses„durch Zeichen geben' ist in der kommunistischen Presse noch besonders hervorgehoben worden. Aber wir mußten dies« Bestimmung in das Gesetz aufnehmen, da wir der Auffassung sind, daß ein Derkehrsschutzmann bei seiner Tätigkeit nicht erst Ansprachen an die Passanten halten kann. (Heiterkeit.) Dann soll es«in« besondere Verruchtheit sein, daß die Aus» fllhrung einer polizeilichen Bersügung dem Erlaß einer polizeilichen Verfügung gleichgestellt wird. Aber diese Pestimmung soll ausdrücklich der Willkür vorbeugen. Wer in einer öffenllichen Versammlung z. V. von Nationalsozialisten bedroht wird, kann schließlich nicht erst auf die Ausfertigung einer schriftlichen Verfügung warten. In solchen Fällen wird der Betresfende froh sein, wenn die Polizei so- sort eingreift.(Zuruf bei den Kommunisten: Wir verzichten auf polizeiliche Hilfe, wir helfen uns schon selbst! Lochen bei den Sozial- demokraten.) Wir haben jedenfalls keine Ursache, der Polizei mehr Befugnisse zu geben, als sie unbedingt braucht. Aber sie muß in die Lage versetzt werden, die öffentliche Ordnung unter allen Um- ständen aufrechtzuerhalten.(Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Es wird nicht leicht sein, in die vielvcrschlungenen Psade det kommunistischen Obstruktion bei der zweiten Lesung dieses Gesetzes. bei den 87 namentlichen Abstimmungen, einzudringen. Die Kommunisten behaupten, daß dieses Gesetz den Weg bereitet zur faschistischen Dittatur. Ich stelle fest, daß der Höhepunkt der ganzen Debatte über das Gesetz nicht die sehr scharfsinnigen Ausführungen des Abg. von Eynern war, sondern der Augenblick, als der Herr Major und denijchnalionole Abgeordnete Sorck sich aus die äußerste Linke begab und dort in bezug auf die Ab- siimmnngen seine Befehle crleilte. Da war die Rolle der kam- munistischen Partei enthüllt. (Großer Lärm bei den Komm.— Abg. Kasper ruft: Gemeiner Ver- leumder! Ordnungsruf.) Abg. Dr. Hamburger(Soz.) sortsahrend: Das ganze Haus ist Zeuge, daß Abg. Vorck sich zu den Kommunisten begeben hat, und dort seine Anweisungen erteilt«.(Erneuter großer Lärm bei den Komm. Zuruf«: Verleumder! Ordnungsrufe für die Abgg. Mölders (Komm.) und Dr. Ausländer(Komm.) Jedenfalls geht daraus ganz deullich hervor, wie die Kommunisten von den Deutschnationalen eingeschätzt werden: mau betrachtet sie als Kanonen- futter für die Faschisten.(Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Di- Kommunisten hätte» ein inneres Recht, gegen die Polizei- gewolt des Staates zu opponieren, wenn sie selbst den neuen Staat ohne Gewollamocndung wollten. Das ist ober nicht der Fall, denn täglich beweist die kommunistische presse, daß die&om- munisten, wenn sie zur Macht kommen sollten, die Gewalt noch in viel schärferer weise zur Anwendung bringen würden, als der jehige Staat. (Sehr wahr! bei den Soz.) Im Sspteinbcr 1930 forderte im Ver- liner Spartpalast Max Hälz zur Gewaltanwendung mit den Worten aus:..Sorgen wir dafür, daß auch in Deutsch- land bald eine GPU. ihre Arbeit aufnehmen kann. damit di« Braun, Seoering und Konsorten er- schössen werde» können.'(Hört, hört bei den Soz.) Ich erinnere weiter daran, daß die erste Kameradschaft des Roten Front- kämpferbundes, Gersammlung oder ihrer Auefchüsfe gehörten. Un- mittelbar von der Sitzung wird der A« l t e st e n r a t, der au» dem Oberbürgermeister, einem Stellvertreter, dem Stadtvcrortmetenoor. steh« und den acht Fraktionsvorsitzenden besteht, sich zu ein« kurzen Beratung zusammenfinden. Die polnisch? Grsaudlschost hat im Namen ihrer Regierung dem Auswärtigen Amt ihr Bedauern über die Grenzverletzung durch das polnisch« Militärflugzeug ausgesprochen, dos am K. Mai bei Mahrou, Kreis Prcußjsch-Hollano. gelandet ist.| 10 Klöster in Madrid verbrannt Tanks in den Straßen- Monarchisten und Kommunisten in Hast Madrid, 12. Mai. Der Ministerrat hat um 1 Uhr morgens seine Sitzung beendet. Der Innenminister erklärte der Press«, daß 80 Kommunisten verhaftet worden seien. Di« Gouverneure sämtlicher Provinzen seien angewiesen, jeden Versuch der Ordnungsstörung mit aller Enttgie zu unterdrücken. Di« Ruhe im Lande sei vollkl-mmen, lediglich m Sevilla hätten sich Zeichen der Erregung bemerkbar gemacht, die aber zu keinen Besorgnissen Anlaß gäben. Ferner wird bekannt, daß die Regierung gegen sämtliche Minister der Diktatur Primo de Riveras Haftbefehl er- lasten hat. Madrid. 12. Mai. Trotz der Erklärung des Kriegszustandes beabsichtigten die Kommuni st en in den Llbendstunden eine große Kundgebung abzuhalten. Die Regierung wurde von dies« Absicht rechtzeitig unterrichtet und tonnte starke Truppenabteilungen mit Tanks und Maschinengewehren zusammenziehen, deren An- Wesenheit genügte, um die Kommunisten von der Durchführung ihres Planes Abstand nehmen zu lastein Die Regierung hat.zur Ausrecht- «haltung der Ordnung in der Hauptstadt zwei Husorenregimenter eingesetzt und aus Alcola zwei weitere Kavallerieregimenter nach Madrid beordert. Auh« dem„ABC." hat der Generaltapitän auch der katholischen Zeitung ,M Debatte" das Erscheinen bis auf weiteres verboten, so daß von der Rechtspresse nur noch die„Nacion" übrig bleibt. Die Dank von Spanien hat ihre Tor« geschlossen und ständige Bewachung durch die Bürgergarde erhalten. Nach Meldungen der Abendblätter sind die bisher bekannten Gesamtverluste 3 Tote und 16 Verwundete. Di« in Brand gesteckten Kirchen und Klöster in Madrid haben die Zahl zehn«reicht. Noch einer Nachricht der Abendzeitung„Snjor- inacione" soll der Innenminister M a u r a sein Rücktrittsgesuch ein- gereicht haben, was im Fall der Annahme einem Zugeständnis an die Straße und einer Schwächung des ohnehin schwachen bürgerlichen Elementes im Kabinett gleichkäme. Alcala Zamora hiev eine durch Radio verbreitete Red«, in der er sein Bedauern üb« die Vorfälle zum Ausdruck brachte. Die Regierung werde sich immer auf der Seit« des Volles beiinden, wolle aber verhindern, daß dieses irre- geleitet und dem Chaos in die Arme getrieben werde. Er betonte, daß die Regierung fest entschlossen sei, unter keinen Umständen die Auflösung der Bürgergarde zu dulden, die der Republik treu ergeben sei. In den ersten Nachtstunden wurden die wichtigsten Plätze der Stadt sowie Kirchen und Klöster militärisch besetzt und Maschinengewehre in Stellung gebracht. Kavallerie patrouillier! durch die Außenviertel. In Valencia gelang es der Polizei,-ine aus Italien«», Franzosen und Spaniern bestehende kommunistische Bande festzunehmen, die sich mit der Herstellung von Explosivstosfen beschäftigte. In Ferrol haben die Arbeiter den Generalstreik angedroht, wenn die wegen der versuchten Meuterei in Haft befindlichen Matrosen der Kriegsmarine nicht in Frccheit gesetzt würden. Der Gouverneur hat als Vorbeugungsmaßnahme die Bürgcrgard« zu- sammengezogen. In C o r d o b a hat der Pöbel ein Kloster in Brand gesteckt. Aus der übrigen Provinz liegen keine bcunruhlgendcn Meldungen vor. Die Exzesse gegen die Klöster entstammen weniger der anti- religiösen Stimmung als dem Haß gegen den R i e s e n d e s i tz der Kirchen und Orden in Spanien. In der Stadt Madrid soll es 170, in ihrem Weichbild weitere 230 Klöster geben. Strenge Maßnahmen. Madrid. 12. Mai. Die Regierung hat auf Grund der Vorstellungen der Sozsolifti- schen Partei und des Allgemeinen Arbeiterverbandes eine Reihe strenger Moßuohmeu beschlossen, darunter die sofortige Wiederverhaftung des Generals Bercnguer, über die bereits berichtet wurde, und seine Aburteilung durch das oberste Zivilgerichr wegeiü Fälschung, ferner Bestrafung aller derjenigen, die die Straf- freiheit des Generals Berenducr begünstigt haben. Gefangensetzung sämtlicher Monarchisten, die Zwischenfälle heroorricsen, Schließung der monarchistischen Klubs, deren Liste veröffentlicht werden wird, sofortiger Prozeß gegen diejenigen, die für die unter der Diktatur begangenen Ausschreitungen ver- antwortlich sind, Verminderung der Vorrechte der Armee, Auflösung des Obersten Kriegs- und Marincrotes. Die Strafoerfolgung der früheren Minister der Diktatur sollen beschleunigt werden. Die Zensur für sämtliche für das Ausland bestimmte Pressetelegramme ist wieder hergestellt worden. Lerroux uutervegs. Gens, 12. Mai.(Eigcnlimchf.) Der spanische Außenminister Lerroux ist nicht, wie fälschlich behauptet wurde, wegen der Madrider Unruhen nach Spanien zurückgefahren. Er wird vielmehr heute abend oder Mittwoch früh in Gens zur Ratstagung eintreffen. Jiarl£beri der neu« Intendant der Städtischen Oper. Sowjetpropagauda. Schlaagestehen nach Lebensmitteln— ein angenehmer Spor* Am Deutschtondsend« sprach gestern Dr. Weichmann über das Leben in der Sowjetunion. Eine Howe Swnd« später stellte der Moskauer Rundfunksender einen deutschen Kommunisten vor das Mikrophon und ließ ihn in den buntesten Farben die Loge in der Somjewnicm beschreiben. Man begann in Moskau die deutsche Sendung mit unerhörten Angriffen auf die deutsch« Press« und den Berliner Rundfunk. der die Lage in der Sowjetunion falsch schildere. Beweis: Die Lebensmittelkarten in der Sowjetunion seien eine rein« Formsache und das Schlangestehen ein„angenehmer Sport"! Auf diese Weife versucht man die erschütternden Berichte Weichmanns zu entkräften. Und doch mußte am selben Abend der Sowjetrund- funk in einer zweiten Sendung zugeben, dah die Loge auf dem Arbeitsmartt nicht gmy so rosig ist, wie der KPD.-Monn sie schil- derte. Dieser russisch« Sprech« beschrieb die schwierig« Loge der Sowjetindustrie, die durch die wegen der miserablen Lebensbedin- gungen erfolgende Abwanderung der Arbeiter von Werk zu Wert entstanden ist. Der Moskauer Sprecher beschimpfte diese Arbeiter als gemein« Profitjäger und drohte mit„Reformen"! Zwar wandte sich der Sowjetfp recher gegen das„Märchen" von der Zwangs- arbeit, aber deutlich lauert« hinter seinen Worten der Zwang der GPU., er verfiel den russischen Arbeitern gegenüber in eine Tonart. wie st« auch in der zaristischen Kapitalistenzeit nicht«nders war. Die denkbar beste Illustration zu dem Vortrag auf der Deutschen Welle liefert« der Moskau« Rundfunk selbst! dl. G. Das Kabinett berät. Das Reichskobinett setzte heute vormittag unter Vorsitz des Reichskanzler»' und in Anwesenheit des Reichsbonkprästdenten die Erörterungen über die bevorstehende Genier Tagung des Europa- ausschusse» und des Völkerbundsrats fort. Die Beratungen werden morgen zu Ende geführt. Die Bande der Siebe«. (£lf Kinoeiabruche aufgeklärt. von Beamten des Einbrvchsdrzernats wurden gejiren stehen junge Burschen im Aller von 15 bis 19 Jahren fest- gruammev, die tu einem Zeitraum von knapp Zwei Monaten elf Kiuoeiubrüche verübt hotte«. Das Betätigungsfeld der sieben war der Norden Berlins, wa sie bald nach Schluß der letzten Darstellungen in die Kinos ein- brachen und gründlich ausräumten. Noch dem Vorbild der großen „Derusskollegen" wurde das für den Diebstahl in Aussicht geiiom- wen« Theater vorher genau ausbaldowert. In der Hauptsache fielen der jugendlichen Bande Zigarren. Zigaretten und Schokolade in die Hände. Di« Beute wurde an Hehler verkauft und der Erlös auf Rummelplätzen und in Kneipen durchgebracht. In mehreren Fällen wickelten die jugendlichen Einbrecher die Filme auf und zogen mit dem F Umband durch sämtliche Räume, die sie außerdem in kaum glaublicher Weis« beschmutzten. Es handelt sich durchweg um unvorbestrafte Jugendliche, Söhne unbescholtener und achtbarer Eltern, die von dem Treiben natürlich nicht die geringste Ahnung hatten. Die Anführer der Bande, zwei Neunzehnjährige, wurden ins Polizeipräsidium gebracht. „Bülowismus?" Beroichtend« Kritik am alten System. In England, wo dos Erscheinen der— nach Lord Lonsd.Ae „unbeschreiblich unkorrekten"— Bülow-Ermnerungen durch Gericht»Verfügung verbotcn ist. beschäftigt sich die öfsenllich« Meinung gleichwohl lebhast mit dieser Selbstenthüllung. Der frühere eng- tische Botschaftsrot in Berlin. Harold Nicholson, prägt im Anklang an das Wort Bolschewismus den Ausdruck„Bülowismus" und meint, daß dieser Bülowismus in Deutschland niemals mehr Ansehen gewinnen würde. Das deutsche Volk hätte den Fürsten Bülow nicht verdient. Es hätte in Bülow den ersten deutschen Gentleman gesehen, jetzt stelle sich heraus, daß Bülow ein Lügner und falsch wie«in« Katze gewesen sei. So richtig Nicholson die Person des ehemaligen kaiserlichen Reichskanzlers einschätzt, so wenig wird er doch mit dem Ausdruck „Bülowismus" dem geschichtlichen Tatbestand gerecht. Der Fall Bülow ist kein« Einzelerscheinung, sondern nur ein Ausschnitt aus jener V«filzung von Klatschjucht, höfischer Schm eiche- lei und Ränke schmiederei, die in ihrer Gesamtheit das wilhelminisch-byzantinisch« S y st e m ergab. Der In- trigant Bülow ist als Reichskanzler nur denkbar neben dem schau- spielerndcn Redekaiser, dem spcichellcckenden Dlizfreund Phili Eulenburg, dem im Hinterhalt Fallen stellenden Holstein. dem ganzen Troß der Lobhudler und Rückcnbeuger. Die Spitznamen. die sich die führenden Männer dieser Zeit untereinander gaben, sagen mehr als ein Geslhichtslehrbuch Im Haufe Bismarck hieß Holstein„die Blindschleiche", Eulenburg hörte auf den Namen „Der Troubadour". Eulenburg nannte Holstein„den Mann mit den H y ä n e n a u g» n", Bülow heißt bei Kiderlen-Wächter„der Aal", und am 28. Juni 1910 schreibt Kiderlen über Bülow:„Er war doch ein größerer Schweinehund, als ich mir träumen ließ." Blindschleiche— Aal— Hyäne— Schweinehund— das ist die Zoologie des wilhelminischen Systems! Oer Attetriäier von Jena verhastei. Sin achtzehnjähriger Ausländer. D« Täter, d« den Mordonschlog auf Professor Dr. Günther verübt hat, ist von der Jenaer Polizei ergriffen worden. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt und wird zweifelsfrei von Personen wiedererkannt, die er am Freitag, dem 8. Mai,»m Aus- kum't nach der Wohnung des Proiesfor Dr. Günther gefragt Hot. Es Handel: sich dem Polizeibericht zufolge um einen am Donnerstag, dem 7. Mai, in Jena zugerei st cri Ausländer, der erst IS Jahre alt ist. Zuchthaus für Hitter-Rowdys. Die Anträge im Prozeß Etief.—„Gae rohe, gemeine und niederträchtige Tat." Skaaksanwtilksthafksrak S t e a i g becmtrogle heule im Prozeß Sfief und Genossen, den Mitgliedern de» Sturmes 33 vom Ver- kchrslokal hebbelsiroße 20. die sich am Sturme aus da» Tanzlokal Eden am 29. Januar beteiligt haben, folgende Strafen: der An- geklagte S t i e s ist wegen versuchten Totschlages in Taleml)eit mit schwerem Landsriedensbruch und wegen unbefugten Waffenbesitze« unter versagung mildernder Umstünde zu fünf Jahren sechs Monaten Zuchthaus zu verurteilen, der Angeklagte W e s e m a n n wegen der gleichen Delikte mit Ausnahme des unbefugten Waffenbesitzes zu fünf Jahren Zuchthaus. Beiden sind die bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre abzuerkennen: der Angeklagte Liebscher ist wegen schwerer Sorperverletzung in Tateinheit mit schwerem Landfriedens- brach zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis zu verurteilen und Berlich wegen schweren Landfriedcnebruchs zu zwei Jahre» Gefängnis. Die Ueberzeugungslälerschaft ist diesem Angeklagten abzusprechen. seinem Plädoyer führte Sraatsanwallschaitsrai Stenig ungefähr folgendes aus: Es kann in diesem Fall von Notwehr keine Rede sein: es handelt sich hier um«inen Rachefeldzug. um ein Stück Selbstjustiz. Es wurde von den Angeklagten behauptet. sie hätten einige Kommunisten herausholen wollen, um sie der Polizei zu übergeben. In Wirklichkeit schlich man sich an den S ch u p» b e a m t e n, die als Doppelposten am Bcrkchrslotal tjebbelstraße M ihren Dienst taten, vorbei, um ja nicht an dem geplanten Ueberfall auf den Edenpalast behindert zu werden. Zur Straffrans ist zu sagen: Der Strafzweck ist abhängig von den je- weiligen Zuständen, in denen die strafbaren Handlungen begangen werden. E-z gilt, eine rohe und gemeine Tat zu sühnen. Unter Ver» brechen ähnlicher Art aus der letzten Zest stellt sich diese Tat als die niederträchtigste und gemeinste dar. Ein Zeuge hatte recht, als j er sagte, es Hab« ihn besonders empört, daß auf ein« Vergnügungs- statte geschossen wurde. Nun. weslzalb mutzte geschossen werden? Es sollten eben Leute, die sich beim Tanzen von der Arbeit erholten, vom Leben in den Tod befördert werden: nur durch einen Zufall sind sie am Leben geblieben. Ich will an dieser Stelle an ein Wort des Zeugen Hitler anknüpfen: Es gibt schwierig« Situa- tionen, sagte er, bei denen sich die SA.-Leute in Todesangst be- sinden. Wo war hier die Todesangst? hier hat man Gewalttätigkeiten ohne jeden Aolatz vom Zaune gebrochen. Die Strafe soll auch der Abschreckung dienen. Daher sind für die politischen Rowdys exemplarisch« Strafen erforderlich Das Gericht ist meinen Ausfikhrungen im Röntgental-Prozeß nur teilweis« ge- folgt. Di« Entwicklung hat nur Recht gegeben. Die Judikatur der berliner Landgerichc hat»ach einigem Zogern sich für scharfe Ur« teilt entschlassen. Es gilt, all diesen Elementen, die in sich die innere Geneigthest zu ähnlichen Handlungen verspüren, zu zeigen, daß es auf diesem Kurse nicht weitergeht. Es gilt, ihnen Achtung vor fremden Menschenleben beizubringen. Die Gemeinheit der Tat ver- langt die Aberkennung der bürgerlichen Ehrcnreäitc und der Heber- zeugungstälerschajt. Reichsbahnwahl in Miiielöeutschland. Vernichkenve Niederlage der NGO. h alle a. d. S- 12. Mai sEigenderichts. Bei de« Letriebsräkewahle« am 9. und 10. Mai bei der Reichsbahn hat die KPL. und ihre RGO. sich besonders in ihrer mittel- deutschen Domäne bemüht, dcu sreigewerkschastlichen Eiuhsilsverbaad der Eisenbahner Deutschland aus dem Felde zu schlagen. Räch den bis jetzt vorliegenden Siimmenzahleu für die Wahl de» De» zirksbetriebsrates für den Rclchsbahndtrcklionsbezirk Halle find alle Bemühunge« der Feinde der sreigewerkschastlichen Eise«. bahnerbeweguvg klüglich gescheitert. Don den M Sitzen des Bezirk sbelnebsrales erhält der<£ i n- hcitsverband der Eisenbahner Deutschlands ll Sitze, die Ehristen erl, allen einen und auch die Hirsch-Vimrker- schen einen Sitz. Vi« RGO» der«an de« ganzen kommunistischen Apparat vor dem Wahlkampf zur Verfügung gestellt hatte, konnte es gleichfalls«ur auf ei« Mandat bringen. Die fiterragrade Stellung, die der Einheitsverband bei der Eisenbahn arbeilerfchafl in Mitteldeutschland bisher ln Anspruch vahm. ist voll bchaaplel worden. Die Riederlage der kommunistifchru Ge- merkfchaftszerstörer ist katastrophal«nd zeigt, daß die Eisenbahner nicht gewillt find, sich vor den kommunistischen Parkeikarren spannen zu lassen. Die 40-Jahr- Feier des DAG. Arbeiter-Festspiel. Llm die Verliner Nesoldungsordnung. Widerspruch gegen ihre Verschlechterung. In der gemischten Deputation wurde nach Anhörung der Vertreter der Bcamtaifchofl«nd eingehender Erörterung beschlossen, dcu Oberbürgermeister zv ersuchen, gegen die Beanstandung der Sc- foldungsordnung im Befchlutzverfahreu Widerspruch zu erheben. Die Bedeutung der Zeitschrist. Im Rahmen der Tagung des Reichsverbandes Deutscher Zeit- schriftenverleger sprach im Hause der Deutschen Presse Reichsminister Treviranus über„Die Zeitschrift im Dienste der Politik, Kultur und Wirtschast". Er betont« die Bedeutung der Zeitschriften für die Ueberbrückung politischer Gegensätze. DI« Zeitschriften treffen ein Publikum, das durch gemeinsame kulturelle oder wirtschaftliche Interessen verbunden ist. Der Minister bezeichnet« sodann als besonder« Aufgabe der Zeitschrift, indem sie„über den Kirchturm und über die Landschaft hinaus in die weite Welt weise", den Aufgaben zu dienen, die für Deutschland in seiner augenblicklichen Lag« von ganz besonderer Bedeutung seien. Das ist ein, wenn auch nicht slam- mendes, so doch unleugbares Bekenntnis des Minister», zur i n t e r- nationalen Verständigungspolitik. Treviranus schloß mit der Feststellung, daß die Zeitschristen den verantwortlichen Füh- rern der Politik, Kultur und Wirtschast dankenswerte Hilfe leisten können. wach dem Minister nahmen Vertreter der Wirtschaft, darunter Geheimrat Kastl vom Reichoverband der Deutschen Industrie, das Wort. In«mer Resolution wird darauf hingewiesen, daß die deutschen Zettschrlstenoerleg« mit großer Besorgnis auf die wachsen- den Einschränkungen der Kulturetats in Reich, Ländern und Semeinden blicken._ Die Rettung der englischen Grönlandexpcdition. Der Polar- forscher Courtauld ist am Montag wohlbehalten mit der englischen Hilfsexpedition, die ihn aus den Eiswüsten Grönlands ge- rettet bot. in dem fzaMptquorlier der Expedition bei Taddusiak. elrna 50 Kilometer von Angmagsalit. eingetroffen. Courtallld sowie alle SKtiflUedcc der Hits«xpeMou smd wohlauj. �..... u_ � „Wir waren, wir sind, wir werden bleiben die Feidmusik der kämpfenden Arbeiterschaft!" Das war. vorn Kamps- gesühl und lebendigen Berantwortungsbewußtsem unserer Arbester- länger zeugend, das Motto des Festspiels„Rotes Lied", das den überwältigenden Abschluß der Berliner Bierzig-Jähr-Feier bildet«, lieber alle hohen(Erwartungen ist die Verwirklichung eines großen, kühnen Plans geglückt: Sammlung der Massen, Zusammen- fassung all ihrer schafsenden und gestaltenden Lebensenergien in der frohen Eüchest einer gemeinsamen Feierstunde. Allerorten regt sich, nist elementarer Gewalt setzt der Wille sich durch, jene aus bürger- lichem Herkommen stammende Festspielidee zu überwinden, die sich in der Kunstdarbietung vor Zuschauern und Zuhörern erschöpft. Sinn und Inhalt des Lebens der Arbeitermassen, gehoben aus der Sphäre des Alltags, sollen einziger Sinn iriö Inhalt des Arb esterfestes sein. Ein künsüerifches Massenerlednis soll es werden, gewiß: doch nicht auf die Art. daß ein Kunstwerk aufgeführt wird. sondern sozusagen mrf dem umgekehrten Weg, daß in harmonischer Gestaltung, planvoller Gliederung das Ganze des Festes sich zun» Kunstwerk ordnet und vollendet. So verstanden, war es Kunst, was an diesem denkwürdigen Sonntag im Stadion Neukölln Ereignis geworden ist, neue, zukunstsvolle, aus dem Volk erwachsende Kunst des Festefeierns. Musik und Politik, Taizz, Sport, Sing- und Sprechchor, Äörperspiel und geistiges Bekenntnis, Männer, Frauen, Kinder— alles wirkte zusammen, fügte sich zu einem Gesamtbild und Gesamtgeschehcn von wunderbarer Geschlossenheit. Unmöglich, alle„Mitwirkenden" aufzuzählen, beim die Mit- wirkenden waren: die Arbeiterschaft Berlins, organisiert und repräsentiert in vielartigen und zahllosen Verbänden, Vereinen. Gemeinschaften. Aber selbstverständlich konnte dieses festlich« Spiel nicht Zufallsspiel sein: bis in olle Einzelheiten war es sorgfÄtig und genau disponiert und in vielen taufend Freistunden oller Beteiligten mit kisbevoller Gründlichkeit probiert: ein« wahrhaft imposante Leistung Martin Gleisners, des schöpferischen Regisseurs. Mit mrfehlbarer Ueberlegenheit lenkte Georg Oskar Schumann, der jung« Meisterdirigeist, die fingenden Massen, Karl Hahn sonnte mit sicherer Hand Klang und Rhythmus der Sprechchörc. Zum Schluß, dahinwogcnd über die weite Rasenfläche der Arena, ein Wald von roten Fahnen, ein Meer von roten Feuern, m«d rundherum Jchntausende, einstimmend in die Melodie der Internationale— man nmß dabeigewesen sein, nruß dos olles mit- erlebt haben, um das einmalige dieser Feierstunde, das sich nicht schildern läßt, zu ermessen. Rückblick und Ausblick. Ein« Woche der Gehobenhest liegt hinter uns: was ist es Besonderes, das uns Anlaß gab, in dieser Zeit der Not solche Feste zu seiern? Hinter dieser einen Woche liegen vierzig Jahre mühe« vollen Ausbairs. Aus den Anfängen der deutschen Arbesterchor- bewegung lastete der Druck des schändlichen Sozialistengesetzes. Aber die keimende Idee war stärker als alle W'cherstände der Machthaber. die sie mst brutaler Polizeigewatt bekämpften. Und als im Ottober 1390 das infame Gesetz gefallen war, begannen die K röste, die schon elzemals der Berliner Arbester-Söngerbund geeint hatte, sich von neuem zu sammeln und zu organisieren. Es entstand der „Arbeiter-Sängerbund Berlin und Umgegend". Heute zählt der Berliner Gau 230 Vereine. 11000 singende Mitglieder, Männer und Frauen, 1100 Jugendlich« sind darin zuq lammengefaßt. Wer lauter als diese Zählen sprechen die Leistungen, die vollbracht werden. Der Arbeiterchorgesang ist ein deutscher, ja- europäischer Kulturfaltvr geworden, und er ist zugleich eine gewaltige Triebkraft der modernen Arbesterbewegung. Wir habe» es unzählige Male erfahren und haben es in den Veranstaltungen dieser Woche beispielhaft erlebt. Arbestergesang ist Mitarbeit am politischen Kampf der Arbesterklasse, ist Kunst im Dienst des Kampfes. Auf beide Teile und chre Verbindung kommt es an: auf den Kampf und auf die Kunst. Die Möglichkeiten künstlerisch-poStifcher De- tätigung sind unbegrenzt und bteiben unerschöpflich: sie heiße» Kampflied und Oratorium, Volkslied und Volksfest. K. F. Oer Ulm vom Sexualmörder. Kfo-palafi am Zoo. Die vielen Sexualmorde, die in den letzten Jahren ganze Städte in Aufregung verfetzte» und erschütterten, insbesondere der Fall Kürten haben den Film nicht nchen lassen. Frist Lang hat zu- sainnien mit noch neun Mitarbestern daraus einen großen scnfatio- nelle» Film gestaltet. Der Film heißt kurz und schlagend..M" gleich Mörder. Tatsachenberichte sollen die Grundlage des Films fein, und in der Tat ist mit großem Fleiß ein reiches Anschanungs- Material herbeigeschafft, das den ganzen Komplex aufrollt: der Mörder, der die Kinder lockt und mit ihnen verschwindet, die Adgst- Psychose, die die ganze Stadt befällt, zu Selbstbeztchtigungen und De- nun.ziationen führt, vnr allem der Aufmarsch der Polizei, die eine ungeheure Arbeit zu leisten hat, mst Razzien, Verfolgungen der In- dizien, systematischer Beobachtung aller in Frag« kommenden Personen usw. Darüber hinaus aber wird wie immer in den großen Filmen der Familie Lang(Thea o. Harbou ist ja die Frau von Fritz Long) der Ausflug ins Phantastische angetreten. Ruht nur die Polizei und dos Publikum suchen den Morder, sondern vor ollem auch beteiligen sich die Unterweltorganisationen daran. Denn ihnen ist das Geschäft verdorben. Als ob es sich um einn Roman von Karl May handle, organisieren die Ringverein« mit Hilf« der ihnen angeschlossenen Bettler eine Ueberwochung der ganzen Stadt, und wirk- lich. sie finden den Morder, dem einer der ihren mst Kreide ein großes M. auf den Rock druckt. Im größten Maßstab« wird«in nächtlicher Einbruch in dem Haus veranstaltet, in dem er sich ver- borgen hat. und der Töter vor das Gericht der Unterwelller geschleppt. In aller For« wird hier sein Prozeß geführt, sein bester Verteidiger ist er selber, der hinausschreit, daß er ja nuht anders konnte, daß er furiengepestscht immer wieder dazu getrieben wird. Ehe dt« Ganoven das Lynchgericht an ihm vollziehen tönncn, greift die Polizei ein. Das letzte Dort haben, nachdem er vom ordenttichen Gericht verurteilt ist. die Mütter, die als letzt« Mahnung ihr„Patzt auf" dem Zuschauer mitgeben. Die Phantasttt ist den Filmen Fritz Lang? noch nie gekommen: sowohl in„.Metropolis" wie in der„Frau im Monde" führte sie zu Fehsteistungen. Aber man versteht es, daß man dos Risiko, das man mst der Verfilmung dieser Sensation auf sich nahm, mildern wollte. indem man die Tragik und das Abstoßende des Stoffes durch dos In-den-Vordergrund-Stellen der Ganovemnelt und der mannigfachen grotesken, ja komischen Zwischenfälle zu verdrängen suchte. Aber sich dabei noch aus Tatsachenberichte zu berufen, geht dach viel zu weit, wenn man sich auf irgendeine vielleicht erftinden« Zeitungsnotiz dabei berufen hat. In der Realistik ist der Film zum Teil meisterhaft, manchmal geht er mit seiner Ausklärungstendenz bis ins Lehrfilm- hafte über. Die ethische Tendenz, die Mütter warnen zu wollen, ist doch wohl nur ein Aushängeschild, denn der ethischen Tendenzen willen wird dos Publikum nicht in den Film gehen. Ein riesiges Aufgebot von Darstellern bietet viele außerordentliche Leistungen, zu nennen: Peter Lorres eindringliches Mördergesicht. Gustav Gründgens, Fritz Gnaß, Paul Kemp als Ganove: Otto Wernicke, Theodor L o o s als Kriminalkommissare. Der Film, der über zwei Stunden dauerte, entfesselte bald bei den Gegnern, bald bei den Anhängern der Todesstrafe beifällig« Zu- stimmung. Bei aller Anerkennung bedeutender Detailleistungen bleibt der Gesamteivbruck doch unbefriedigt: wir blicken in Abgründe, die keine Regiekünste überbrücken. D. Das Toaküasttersest in Bremen. In der Haupwersammlung, die der Verband deutscher Musikkritiker im Rohmen des öl. Ton- künstle nestes am Montag abhielt, wurven eine Reihe interner An- aelegenheiten besprochen.' Am Abend gtng im Bremer Stobtth.'ater Mozart» Oper„Idomeneo" in einer vollständigen Neudearbei» tung von Richard Strauß und Lothar Wallerstein in Szene. Das ausverkaufte Hau, feierte alle Beteiligten sehr herzlich Die Malerl» Marla Slaoaua gestorben. In Berlin starb am Sonntag die Malerin Maria Slaoona. In Deutschland ist die Kunstterin, die 1805 in Lübeck geboren ist, durch ihr Bild Im Krön- priuzenpalais„Garten am Montmartre" unv zahlreiche Blumen- und Tierbilder bekannt geworden. Di« Museen m Stockholm, Köln, Lärmen und Lübeck haben Bilder von ihr erworben. vi» neue Berliner tUlustlerhau». Der Berein Berliner Künstler, der sein Hau» in der Bellevueftrabe verkoult bat, wird onlätllch leine. Sä jäh- rlaen Bestehen, am lk. Mai da, neue Berliner Künstlerkau, tn der Tier- garlenlirasze 2 a einweihen „La» Spitzillwch der fitaigm* von Johann Slraub. die nächste Novität der Städtische» Oper» wird von Dr. Kort Stöger mszeuiert. „Oie fünf Frautfurier." Iiose-Theaker. Die Fürstenherrlichkest ist im Verblassen. Die Bankiers ver- golden sie noch, aber der neue Wellbeherrscher meldet bereits seine Ansprüche an. Das Kopstol rüstet sich zum Eroberungszug. Geld ist che einzig wahre Macht. Carl R ö ß l e r mngibt dies« Eriewttnis mit Witz und etwas zu viel Betullchkest, präsentiert st« in geistvoll gesührten Dialogen, die mst den Dingen spielen, tn vielen Farben schillern und in denen sich die'Menschen enthüllen.„Die fünf Frankfurter" gehören immer noch zu den besten Lustspielen der deutschen Bühne. Was heut« stört, ist die sonnige Gemütlühtest, mst der die Herren Rothschild gezeichnet sind. Sie benehmen sich, al» ob sie kein Wässerchen trüben können. Brave, gucherzige Söhne machen etwas in Kapstalismus. Eine Idealisierung des asten, patriarchalen Lebens. Das Rose-Theater findet für dieses fein pointierte Lustspiel nicht den richtigen Stil. Wirkungen werden vergröbert, die Eharaktach-- sierung leidet unter dem Willen, alles so deutlich wie möglich vor- zutragen. Die zarten Linien sind durch Strich« ersetzt. Von den fünf Brüdern hat nur Jakob ein« individuelle Figur. Willi Rose gibt chm die Haltung eines skeptischen und melancholischen Aestheten. Scharmant ist der Herzog Paul Dahlkes, während der Gudula Moria Karstens eher in ein christliches Haus gehört. F. Seil. Oos Ende der spanischen Granden. Der spanische Wirtschaslsminister hat durch einen Erlaß Maß- nahmen verfügt, die dos Ende der spanischen Granden und ihrer Vorrechte bedeuten. Die Vorschriften bezwecken die Bebauung der großen Länderstrecken, die de» reichen Großgrundbesitzern gehören und jetzt zum Teil brachliegen. Außerdem wird der Pächterschutz«in- geführt, während die Enteignung der großen Latifundien dem Par- lament vorbehalten bleiben soll. Die spanischen Granden, die fest dem 13. Jahrhundert ihren Titel führen, sind die Mitglieder des höchsten Adels, der Verwandten des früheren Königshauses und der Familien, die sich durch Alter und Reichtum auszeichnen. Unter ihnen gibt es Leute, die zu den großen Krösussen der Welt gehören. Ihr Reichtum ist z. T. märchenhaft, während anderersest» auch zahl- reiche Angehörige alter Grandentamilien im Laufe der Jahrhunderte verarmt sind. Besonders groß find die Besitztümer mancher Granden. die ausgedehnter sind als viel« Provinzen. Noch heute liegen ge- waltige Felder unbebaut da, da es den Granden nicht lohnt, sich mit der Bebauung dieser ungeheuren Ländereien in vollem Umfange zu befassen. Sie verpachten das Land größtenteil und haben bisher eine große Kunst gezeigt, die Pochtsummcn zu steigern. Sest 1920 sollen Steigerungen um 300 Proz. vorgekommen sein. In früherer Zeit hatten sie ganz brsandere Rechte und Pflichten. König Ferdinand und Karl V. Machten vielen Vorrechten ein Ende. Durch Gesetz vom 10. April 1834 erhielten sie den ersten Platz in der spanischen Pair»- kammer. Die Revolution, die am 11. Februar 1837 zur Ausrufung der Republik führte, bedeutete auch das vorläufige Ende der Gran- den, denn sie verloren alle Rechte und Titel. Kurz« Zeit, nachdem König Alfons auf den Thron gelangt war, stellte er die Vorrechte der Granden wieder her. Neues Südpolarland entdeckt. Kapstan Riiser Larfen, der jetzt von einer zweiten Reise in die Antartti» nach Oslo zurückgekehrt ist, hat dort neue» Land für Norwegen»» Besitz genommen. Dieses Gebiet Legt zwischen dem Königin-Mauh-Land und dem Prinzessin-Wattha-Land und wurde Prinzessin-Raghnild-Land getaust. Die genau« Lage to» findet sich zwischen 70 Grad SO Min. südlich. 24 Grad IS Min. östlich und 08 Grad 40 Min. südlich, SS Grad SO Min. östlich, wobei diese Zahlen die äußerste» Punkt« der in diesem Vinter aufgenommenen Küstenlini« bilden. Man nimmt an, daß da» neue Semd ein« Fort- setzung der Küstenlinien vom Kcmp-Laitd, da» 1S33 von Kemp entdeckt wurde, und Coats-Land. das 1902 von Bruce entdeckt wurde, bilhet. Di« neu« Küstenlini« ist also ein weitere» Glied in der Kette, die beweist, daß sich nach allen Richtungen vom Südpol ein Kon- ttnent ausdehnt. Di« neu« Küstenlini« ist etwa 63 Kilometer lang. Die Erforschung dieses Gebietes ivar mst sehr großen Schwierigkeiten verbunden: die mit Eis bedeckten Strecken sind so riesig, daß bei entsprechenden Verhältnissen auf der nördlichen Halbkugel sie das ganze Gebiet vom Nordpol bis zum Kanal bedecken würden. Aussperrung in Polens Texiilindustn'e. Oie Betriebe in Bielick und Biala geschloffen. Bielick. 12. Mai. Sic Textilsabrikeo von Bielick und Biala haben am 1. Mai 2 5 0 0 und am 6. Mai 7000 Arbeiter entlassen und sämtliche Fa- briken stillgelegt. Sie wollen einen Lohnabbau von 12 Pro;. Eine Verhandlung mit den Gewerkschaflssührern beim Demobil- machuogskommissar blieb ergebnislos. Weitere Verhandlungen sollen in dieser Woche geführt werden. Wetter für Berlin: Trocken und zietnlich heiter, am Tage warm, schwache südliche Winde.— Aur Deutschland: Im nrnd« westlichen Küstengebiet Besserung, sonst im ganzen Reiche Fortdauer des beständigen Wetters. Ueberall ziemlich warm. Rückschau. Berlin brachte unter dem Titel„B o n d e r Arbeit' drei Kurz- reportagcn aus Schuhmacherwerkstätten: eine aus einer großen Schuhsabrik, die zweite aus einer Werkstatt mit 15 Arbeitern, die dritte aus der Wohnung eines Heimarbeiters. Gegeneinanderstellung von drei Entwicklungsstujsn der Arbeit, von drei verschiedenen Mcnschentypen. Allerdings gelang das einigermaßen nur der zweiten und dritten Reportage. Der Berichterstatter, den man in die Schuh- fabrik geschickt hatte, gab nichts als dünne Oberfläch«. Er leuchtete weder in den Beruf noch in dos Leben des Berufstätigen hinein. Dr. Alfons Goldschmidt berichtete aus einer Schuhmacherwerk- statt, die Luxusschuhe für ein Geschäft liefert. Bei fertig geliefertem Oberteil wird ein und ein halber Schuh in 8 Stunden vom Arbeite? hergestellt. Der Verdienst ist wesentlich geringer als in der Fabrik. Dr. Goldschmidt versuchte, die Struktur des Kleinbetriebes klarzu- legen. Der Mensch verschwand dabei naturgemäß hinter seiner Ar» beit; die Akkordarbeit hat auch ihn schon maschinisiert. Der hoch- qualifizierte Heimarbeiter, den Alfred Braun im Osten Berlins besuchte, zeigt« noch ein Gesicht. Arbeit und Leben fliehen bei ihm. ineinander, vollenden sich an derselben Stätte. So war es sinnvoll, daß Zllfred Braun bestrebt war, klar auch dos Bild des Menschen zu erfassen. Es gelang ihm ausgezeichnet. Der Hörer erlebte dos alte Ehepaar und ihr heim mit den vielen Kanarienvögeln: er begriff mit dem äußeren auch den inneren Lebensraum der beiden Men- schen, oie so klug und natürlich und ehrlich alle Fragen beantworte- ten. Diese letzte der drei Kurzreportogen brachte nicht nur sachliche Belehrung über Arbeit-fragen: sie bracht« auch einen Gewinn an Menschenkenntnis. Man freut sich, daß die Funkstunde bemüht ist, die Menschen und ihre Arbeit in den Lichtkegel des Mikrophons zu rücken: aber «ine große Anzahl zur gleichen Feit bietet auch kein beutlichcs Bild mehr. Dem Ohr verwischen sich die Eindrücke ebenso wie dem Auge. Es war sehr schade, dag man gleich anschließend an diese Reportage noch Hebamme Cläre D a u t e l über Eindrücke aus ihrem Beruf berichten lieh. Ein Mensch mit ungewöhnlich starker Beobachtung?» gab« und der Fähigkeit, seine Erlebnisse scharf umrissen in Worte zu gestalten, stand da vor dem Mikrophon und erzählte von Men- schen und vom Menschwcrden. Man möchte von einer künstlerischen Dorstellungskraft dieser Frau sprechen, wenn man nicht Furcht hätte, durch diese Formulierung die fühlbare WirNichkeitsatmosphäre ihres Berichts zu verwischen. Im Programm der Deutschen Welle setzt« Dr. Herbert Weich- mann seinen Zyklus„Bilder aus dem heutigen Ruß- land" fort. Seine Ausführungen beschäftigten ssch mit dem„Täg- sichen Leben". Er beschränkte sich wieder aus sachliche Schilderen- gen, da die Wucht ihrer Aussage keiner kritischen Ergänzung be- darf. Ruhland ist das Land der Bezugscheine geworden: sie werden für alle Bedarfsartikel des täglichen Lebens ausgegeben. Aber das Papier garantiert keine Ware. Alle sechs Fahr« hat ein Russe Aus- ficht, ein Paar Schuhe zu erhalten. Monatlich soll es ein Pfund Fleisch, ein halb«» Pfund Fett geben: aber längst nicht für alle ssl cs vorhanden. Täglich ein Pfund schlechtes Biot für das Familien. oberhaupt und 300 Gramm für jedes weitere Famlllemnitglied bil» den für das russische Volk beinahe den einzigen Bestandteil der Er» nährung. Denn die Waren de- freien Handels können nur von den hochbezahlten qualifizierten Arbeitern und der geistigen Oberschicht des Landes gekauft werden, Sa der Lohn des einfachen russischen Arbeiters zwischen 20 und 70 Rubel im Monat schwankt. Ein Ei aber kostet«inen Holben Rubel, das Kilo Zucker drei Rubel, ein Pfund Butter zehn bis zwölf. Tes. Dienstag, 12. dlai. V- r I l». 16.05 Gerhard Pohl: Die Balcareti. 1 6.30 llnterhaltanssmusik. j/.�O Dr. UeberalJ erzählt 17.50 Büch erstünde. Europäische Politiker.(Am Mikrophon: Dr. Felix Mi rsch.) 1*.20 Dr. M. Wolklscr: Amerika und die Weltwirtschaftskrise. 18.45 Reichsbahndir. A. Baumgraiier»: Neues vom Reisen. 19.10 Hans Wingc: Schallplattcnaoßerscltcr, 20.00 Breslau:..Die flerrmannsschlacht". 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Orchesterkonzert. Dir.: Hans Rosbaud. t. Bach: Braadenburgfscbes Konzert Nr. 4. 2. Hindemith: Konzerfmusik für Solo-Bratsche mit größerem Kammerorchester 1930(Paul Hindemith). 3. Schubert: Siu- fonic Nr. 4 C-Moll(Berliner Funkorchester). Könisswusterbausea. 16.00 Künstlerische Handarbeiten. 16.30 Leipzig: Konzert 17.30 Mersmann: Neue Musik. 18.00 Dr.-Ing. Weise: Wie entsteht ein Bauwerk? 19.30 Wegcner: Deutschlands Gaue(IV). 19.00 Französisch für Anfänger. 19.30 Hans Hirschstein: Silberfrage und Weltwirtschaftskrise. 20.00 Hamburg: Tonkönstlerfcst in Bremen. 21.40 Hamburg: Hans Grimm liest aus sejucn Afrika-Novellen. 22.15 Dr. Josef Räuscher: Politische Zeitungsschau. Anschließend Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend bis 24.00 Hamburg: Unterhaltungskonzert Berantwortl. für bt* Redal ipn: Serbcrt eeptti, Berlin: Änieigen: Tb. Glol?e. Berlin. Verlan: Vorwärts Verla« G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. bruckerei und Verlagsanstalt Paul Sinacr& Ca.. Berlin EG LS. Lindeuftrake». Hierzu t Beilege. Tlte/iUc, Lidilsptcle usw. Liafr � JJ-V Dlensta?. 12. S. staats-oper Unter d. Linden 253. A--V. 1»>Ä Uhr Die Meistersinger von Homberg Ende n. 23 Uhr Staats-Oper im Pliti der RipuUll. V.-B. 20 Uhr Der fllegeode Holländer Oiffioll. Rartmcrkul tndeg 22-:« Uhr Dienstag, 12 5. Staat, oper Bismarckstr. Turnus II 19% Uhr Die ifrikanerin Ende 22". Uhr StaatL Schauspii. (am Gandamenmartt]. 217. A.-V. 20 Uhr König Hahnrei Ende 22-/. Uhr Wi.WIiet'HMeiMIU 20 Uhr Emilia Galotti Ende gegen Zih Uhr MM HÜtm 925fi Tag). 5... 81/2 l*. Mm» SOFTEM. Ak.1-6II totere Orlg. Alfred Jackson Girls TogP. Potar PI«». ZelllnldJirdAln asw. PLAZa Weichsel E 7,«31 Täglich 5 u. 8" Sonntags?. 5 a.Sis iflT!. 50 Pf.-l M.*5.1-2« 3 Wiere Bros. Ballett Gerard f. weitere Seflsatienea Reichshallen-Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Das wunderbare MAI-PROGRAMM. Populäre Preise Uh' CASINO-TBEATEH Uh' Loibrintter Strafe BT, niiiiiniiiuiiiiiiiiinitiiiniiiHiiiiMtiiiiiiMiiiirniiiiiiiHiitriiiH Nur noch kurze Zeit! Graf Koks und der große bunte Teil. Billig! Sommerpreise: Billig! 0.60. 0,75, 1,— aMk. bis 1.50 Mk. Nor ImrtM Zettl „Dieiiiüi FraoWiirler" Lustspiel von Carl Rößlcr Dienstag bia Freitag filfi | Sonnabend 7® 1015 Sonntag 2& 8�5 900 Eröffnung de« Rose-Gartens am i. Pfingstfeiertag An beiden Feiertagen 1 6® da» traditionelle Frühkonren mit Variete 800 nachm. Konzert» Varicti 1 u. d. Opercttenachwaak: „Das Liebesverbot"| j Große Frankfurter Straße xja j [ U-Bahn Strausberger Plate I dtAglgcr Vorverkauf täglich von ix— i Uhr xma 4—9 Uhr| Telefonische Bestellungen: £7 Weich sei 94» VolüsbOhne Tkaler in Blowjlati. 8 Uhr Die Ehe Staatüdiiller-Di- 8 Uhr Emilie Galotti Staatsoper Am Pl.d. Republik 8 Uhr: Oer tilegende Holländer Xurfiirstendamm- Tüeater Bismarck 449 | 8'; Uhr| Alles Schwindel »00 Martellus Sdiiffer. Musik von Mischa Spoliansky. Bagia: Cntaf Ctiadgen Deuüdies THeaier 8 Uhr Der HaoDtinana von Köpentik v Carl Zuckmayei Regie: Heim Hilpert Die Komödie 87 i Uhr Dienst am KundGn von Cort Heiz md Hei Uäpsep Regle: Hans Deppe Lustspielhaus Tägl. SVs Uhr Das Spiel mit dem Feuer. ening-Thealei Täglich 8Va Uhr Unsarenlleber Guido Thielscher, Kastner, Rex, Colan i Saraowsks-äoboen TbsBiir l« der Strennannstr. Täglich 6Va Gestern n. Beule Komödienhaue Täglich 8»x Uhr Schwengels mit Felix Bressart und Ro>a Valetli Theater Im idmlraisBOlasi Täglich 8>, Uhr Oer lustige Krieg Oehmann. Ahler», Trautenhayn a- G. Neues Theater 1 am Zoo— RnBabili-Zon. StpL 6554 Täglich B'U Uhr Ueber 150 Mal: Uoruntersuchung von Max Alsberg u Otto Ernst Uesse MerlWeiteiis Täglich 8V* Uhr Nor bi« 16. Hat Kunes Gastspiel mistinguet! mit ihrem eigenen Revueensembte — Klite-Sänger—1 Kottbusser Str. 6 Täglich •.b Uhr Alt• Heidelberg lud« Englisdi, Westenniiu. LJ-Mnäis. Ptoküt meiropol-ltieaier Täglich 8';, Uhi Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen Auch, bis zu 12 Monatsraten. Haddalsä ßerlinWölcipzigerStcUZ-W—. Cl SC&elfO Wurst« ■ LflDÖIIw fabrik Petersburger Platz 8 empfiehlt täglich: Pfund schinMenhinterDelne 25 PL sciwelneschwanze. 35 M Scfiu/elnehnoch. 3 p,d. 25„ PROGRAMM für die Zelt vom 12. bis 14. Mal I N O- PROGRAMM (Br die Zeit. vom 12. bis 14. Mai Potsdamer Strafe 35 W. 5. 7. 9 Uhr S. 3, 5, 7, 9 Uhr Die lustigen Weiber von Wien mit Willy Forst, Lee Parry Rheimtrafje 14 k&Ä, W. ab 5.15 Uhr S. ab 315 Lhr Die lastigen Vagabunden mit Pai und Palacfaon— Zirkus mit Charlie Chaplin— Jugendliche haben Zutritt! Odeon, Potsdamer Str. 75 W. 5,7,9 Uhr S 3, 5. 7,«Uhr Das Schicksal der Renate Langen mit Mady Christians Turmstrabe 12 siVl'u! Ihre Hoheit befiehlt m. W. Fritscb, Käthe von Nagy— Jugendl Zutritt! Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Der falsche Ehemann mit Maria Paodler, Johannes Riemann Den ganzen Tag geöffnet. Stg.ab3Uhr 8 Westen j Primus-Palast Potsdamer Str. I« Ecke Margaretenstr. Oer Sdirecken der Garniion mit Felix Brctsari- Jugendliche Zutritt! W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Franziskaner Tageskino Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 3~Stonden-Programm 10.'0. 1 30 4.30 730 1030 Uhr FrAhllngsraosdhen Neues.« Kultur- und Wochenschau Tonfilmbeiprogramm . 12. 3, 6, 9 Uhr Tonfilm: 1b Wien bab td> einmal ein Mädchen geliebt g Moabit» ArtUShof va?ne Sab JUhr"1" Perleberger Str. 29 Tonoperette: Die Fesrtilngsfee mit Amy Ahlen Beiprogramm— BOhiieosdiaa Wr-U-Kinfk Wochent 6.«, 9.05 " cu-umo Sonntags ab 4.45 Mt-Moabit 99 100 proa. Tonlustspiel: Zweimal HodxeU m B. A. Roberls, Liane Haid— Tonbeiprogramm Tonwoche ff Crtarlottcnburg g Kant-Lichtspiele Kantsir. 54(an derWilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Die Blnmenfraa von Lindenau mit Renate Müller Jugendliche haben Zutritt! Schlüter-Theater Schlütcrstr. 7 Beginn: 5. 7/9 Uhr Stg. 3 Uhr: Jugend-Vorstellung lOOproz. Tonfilm: Moriiz macht sein Gluck mit Siegfried Arno Tonbeiprogramm— Jugendl. Zutritt; W Wilmersdorf W Atrium Beba-Polast Kaiseralice, Ecke Berliner Straße Täglich 7, 9.15 Uhr, Stga 5, 7. 9,13 Uhr Premiere; Aritrlen. Daserfolgreiche Theaterstück als Tonfilm Tönende» Beiprogramm c SchanoBorg Titania Schonebg. sV.aw MauptstraBe 149 100 proa. Tonfilm! Himmelfahrt 3, 5, 7, 9 Uhr Die Blumentran von Lindenau mit Ren. Müller, Hansl Nie«- Wochensdjau— Tonbeiprogramm Kroncn-Lidi tspiele Rheinstr. 65 VV. 7, 9. Himmelfahrt" 5,7. 9 Tonfilm: Walzer paradics mit CharL Susa, Greil Theimcr« Verebet Tonbeiprogramm g staaiit«■ Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Guismuthsstr- Himmelfahrt 4, 6.30, 9 Uhr Tonfilm erfolg! Wenn die Soldaten.. mit Charlotte Ander. Grefi Theimer. Ida Wü*L Panl Heidemann Tönendes fieipoogr« > Zphlencforf-Mltt» O 7a|i Wochentags 7, 9.10 Uhr Sonntags 5. 7, 9.10 Uhr Potsdamer Str. So Stg. 2�0 Jugendv. Tonfilm: Die Försterchristi mit Irene E Isingerp Paul Richter W MAriRwdory ? 5 Maricadorter Wochentg. �*** Lichtspiele ab 7 Uhr Chausseestr. 305 100 proz. Tonfilm! Schuberts FrGhlingstranm mit Carl Jöken* S« Arno« G. Theimer Tonbclprogrnmm Tivoli Berliner Str. 97 Beg. 5, 7, 9 U. Stg&3 Uhr: Jug.- Vorst lOOpror. Tonfilm: Kopffiber ins Glfick mit Jenny Ingo. Fritz Schulz T onhelpr ogr amm V HüUkBim 1 Mercedes- Palast HermannstraBe 212, Ecke Jägerstraße Werktags M» Uhr, Sonntags 3 Uhr IQOproz. Tonfilm: Feind im Blut— Moudaen im BukB(Expeditionsfilm aus Afrika O»Mdwustun& Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So. ab 3 Uhr lOOproz. Tonfilm: Leutnant warst du einet b. iL Hnsaren m. M. Christians Foxtonwoche Fiim-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1\V. 5.30, Stg. 330 U tOOpror. Tonfilm: Die Blumenfrau ▼on Ltudrnan m. R. M&llcr. H. Niese Tonbeiprogramm n SBaaw» Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir 72/76 Wo. 6.45. 9 U.. Sonne an 3 U. Tonfilmerfolg: Oimiiry KaramasoH mit Frtts Koriner. Anna tten Beiprogramm Böhne: Drei Sianlr» (Die hervorragenden Jongleure) Th. am Moritzplatz Beg.: Wochtg. ab 6.30, Sonnt ab 4�0 U. Tonfilm; Die Dreigroschen oper mit Carola Heber. Rudolf Förster Beiprogramm W Südosteii � Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Beginn Wochentags: 630 und 9 Uhr Sonntags: 3, 5, 7. 9 Uhr Tonfilm: Der ialrcbr Ehemann mit lob. Riemann, Paodler Böhne: Variete Luisen-Theater Rcichcnberger Str. 34 Anf. W. 6 30 u. 9 U. Stg. 3. 5, 7, 9 U. Tonfilm: Die SrgaHgamsviiwe mit F. Kampen, Georg Alexander Varietä Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. 6.30, 9 ü., Sonntags ab 3 Uhr Scxualtonfilm: Arme kleine Eva mit Grete Mosheim Beiprogramm Bühne: Drei erstklass. Attraktionen Sternwarte— Treptow Mittwoch 8, Donnerstag 4, 6. 8 Uhr Die Donan(Schwarzw ald, Schwarzes Meer) „Elysium Prenzlauer Allee 56 W. 5.15,7.9.15. S. 3.15.5, 7.15, 9.15 Uhr Tonfilm: Die lästig cn Weiber von Wien m. Lee Parry, Willy Ford BOhnenidiaa— Foxtonwodbe Flora-Lichtsp. Wo. 6-30. 9. Sonnabd. 5. Sonnt, ab 3 U. Himmelfahrt ab 3 Uhr Tonfilm: Oer falsche Ehemann mit Maria Paudler, Job. Riemann Tonbeiprogramm Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochemgs. 6 30 U� Sbds. 5, Sonnt 3 U. lOftproz Tonf.-. Er und seine Schwester mit Viasta Burian« Anny Ondra Bühne Georg Erich Schmidt, der liebte Berliner Komiker 2 Armstrongs: Kraft und Schönheit Jagendltche habe» Zutritt Luna-Palast Woch. ab 6 Uhr Stg. ab 3-30 Uhr Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm: Die Blomenhao von Lindenau mit Reuate Müller Bühne: Die Optimbteu mit Degen, Befucns, Körner Jugendliche haben Zutritt FriudrtchsfcMe W. ab 6 15 Uht; Stg. ab 5 Uhr. Frankenburg, MjgZ-v/ Große Frankfurter Straße 74 Tonfilm: Die zffrtlicfaen Verwandten mit Felix Bressart, R. A. Roberts Beiprogramm— Bfihncnschao Schwarzer Adler ah™« Woch. 5, 7. ca. 9, Sonnt ab 3 Uhr Tonoperette: Ihre Hobelt befiehlt mit KtLhc ▼. Nagy, Willy t ritsch Tonbetprogramm Jugendliche haben Zutritt! Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. ab 6, Sonnt, ab 3 U. 100 proz. Tonfilm: Ihre Majestlt die Liebe mit KAihe ▼. Nagy, Lederer Die Schuld des Tom Carrigan BOhnenschaa V. T. Lichtspiele vuSiSfa Frankfurter Allee 48 W. 5, Stg. 3 Uhr Die Blumenfrau von Lindenau mit Renate MOlicr, Hansi Niese T onbelprogr amm Babylon, am Bülowplalz Wochentags 630 Uhr Sonnabends u. Sonntags ab 5 Uhr 100 proz. Tonfilm. Wiener Liebuhaflea Mit G. Alexander Igdembn(O. große Jäger) Russenfltm Gute Bfibnenadian W weu-Uchtunbwa fc Kosmos-Lichtspiele Kino Busch Alt-Friedrichsfelde 3 lOOproz. Tonfilm: Lanbenltolonie mit Fr. Sdinlz, FI«ha, Erika Gli�nev Lustiges Beiprogramm Schloßpark FOm. Bühne Berliner Allee 206— 210 Tonfilm: Student»ein mit Frans Danmann Igderabu(Der große Jäger) Norden 3 Alhambra Mullerstraße 136, Ecke Seestraßv Wochent 5, 7. 9 U., Sonnt 3,5. 7, 9 U. Asihermlttwoch— Lachende» Leben Iii NackiheU unsittlich 7 Donneistag: ßdiuberts FrOhllngs- raum mit C. Jökcn Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 1 42 W. 5. 7. 9 Stg. 3.5.7, 9U. Kriminaltonfilm: Schachmatt mit Gerda Maurus. S. Arno Reichhaltiges Tonbeiprogramm Sommerpreisc ■ PowRow■ Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7,4 Tonfilm: S-hnberf» FrObUngslrannt mit Carl idken, G. Theimer Tonheiprogramm Lückstr-*0 Sonntag 5, Seiten»prünge mit Gerda Manm», O. Tonbeiprogramm Täglich 5. 7. 9 Uhr 7, 9 U., Dorm 5, 7, 9 U Uma Xivnli Wochent 6.30. 9 Uhr, 1 1VOU Sonnt 5. 6 30, 9 Uhr. Berliner Straße 27 Tonfilmkomödie r Schneider Wlbbet 2 X Lux— TonfiJmbeiprogramm W Tuget P Filmpalasl Tegel«'Üw Stgs. 2 U Jgd.- Vorst W. 6, Stg. 4>i<(J. Tonlustspiet: Fnwhlngrfre mit Annp Ablers, Ernst Verebes, W. Janssen Gutes Beiprogramm Filmpalast St8..vÄsVa Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.A'ors«. Tonoperetie; Nur du mit Ch. Ander Achtung, Autodiebe! mk FL Fiel Beilage Dienstag, 12. Mai 1931 SiVÄbimd SinJniilgn/ta Hm'aKu�ft Ärlieltersäiig'er/ üiiltiu*/ NoKtall�mii� €rrimmesi Ansprache an die Arbeitersänger T'.i SnfprotfK. die ÄuUusmtniftfr Genosse G r i m M e am Sonnioq vor dan Ärbcitevsänqeru in de? Philhormanic h'cit, Hai folaen�en Wortlaut: Als ich die Aufforderung erhielt, heute zu Ihnen zu sprechen, hTbe ich mich gefragt, ob es richtig fei, zuzusagen, denn, um gleich mit einem Bekenntnis zu beginnen: ich bin ein N i ch t f ä n g e r. Das ober heißt, daß ich mich, befänden wir uns hier mitten in einer Diskussion, auf die Frage gefaßt ma6>en müßte, wieso dieser Soul unter die Propheten komme. Mit der bloßen Versicherung, daß ich mich, auch ohne selbst Musik zu treiben, gleichwohl hierher und zu Ihnen gehörig empfiitde, wäre darauf gewiß noch keine ausreichende Antwort gegeben. Die Antwort bedarf vielmehr der Begründung. Und da sehe ich den Grund einmal gleich darin, daß ich Gelegenheit habe, Ihnen heute im Namen aller derer zu danken, denen Sie hier im Gau und Ihre sanzcsfrcunde im ganzen Lande durch Ihren Gelang bei Festen und Kundgebungen der Partei Freude geschenkt haben. Ucbcr dieses Dankcsgcfühl hinaus aber denke ich an die Der- bundenheit, die jeder Sozialist mit der Arbcitersängerbewegung hat, und die er klar empsinden sollte, wenn er sich erinnert, daß die . Arbeitcrsängerbewcgung entstanden ist aus jener Tiefe und Ursprung- lichkcit, die den Kern unserer gesamten sozialistischen Bewegung bildet, aus emcm uns alle verbindenden Lebensgefühl. das in gleicher Weise die Arbeiterbewegung geboren hat wie die Arbeltersängerbewegnng. und das sich einen musikalischen Ausdruck gegeben Hot in dem Gesang der'Massen: im Arbeiterlied. Nicht überflüssig deshalb, an diesem Ort zu unterstreichen, daß somit an der Wiege der deutschen Arbcitersängerbewegung bereits das bleibende Ziel alles Arbeiterlangcs gestanden hat: der Gesang der Massen, das Arbeiterlied. Diese Bewegung ist dann freilich über die bloß« Pflege des gemeinsamen Kgmpfgesanges hinausgewachsen, und in Ihrer Fest- schrift steht zu lesen, wie ein unaufhaltsamer und starker Kultur. » i II c in den vier ersten Jahrzehnten Ihres Bestehens die Anfangs- idee weiter geformt und geprägt hat. Es hat sich in Ihren Rechen der Wille durchgesetzt, die Gesinnungsgenossen über inc Pflege des Arbeiterliedes hinaus empfänglich zu machen dafür, daß sie heute, wie wieder diese Festtage gezeigt haben, mit eigener Leistung an den Gütern hoher musikalischer Kultur überhaupt teil- nehmen können. Es verdient den höchsten Respekt auch des Nicht- fängcrs— und um diesem Respekt Ausdruck zu geben, habe ich die Ansprache übernommen—. wie Sie mit Energie und Zähigkeit aus den kleinen Chören von Tangesircunden im Laufe dieses Menschen- alters große leistungsfähige Ehorvereinigungen geschaffen haben, für die das Gebiet des eiufaichett Tendcnzliedes zu eng gcword't»--- war und die dann den Boden abgaben für ein künstlerisches Arbeiten auch auf anderen Gebieten eines weit uni sich greifenden Lebens- gcfühls, das freilich, mochte und mag es auch gegenüber der Anfangs- zeit verbreitert sein, dabei doch immer seine Wärme und seine Farbe bekommen hat durch den oll« sozialistischen Sänger mit ollen sozia- listischen Nichtsängern verbindenden Elauhen an den Sieg sozialistischer Ideen, chier ist in der Tat ein Gebiet, aus dem die deutsche Arbeiterschaft den Beweis hat dafür antreten können und angetreten hat, daß sie Kraft und Sinn und seelisches Aus- gcschlossensein besitzt sür die Teilnahme an den Gütern der G e- samtkultur unseres Volkes. Sie hoben selbständig und und ohne Unterstützung von fremder Seite den Weg gefunden zu den großen Chorwerken unserer Meister, eine Behauptung, die sich durch unzählige Konzerte Ihrer Ehöre beweisen läßt. Und wenn Sie so den Anschluß an die besten künstlerischen Traditionen unseres Volkes gefunden haben, dann haben Sie— und das zeigt, wie echt diele Beweguirg ist— doch zugleich die beste Tradition der Arbeiter- beweg ung rein und hoch gehalten, indem Sie sich freigehalten haben von all den Auswüchsen und Gefahren, die vom Konzert- podium mit seiner Atmosphäre der Eitelkeit und der Aeußerlichkeit drohen. Gs ist das Gesunde und kraftgebeude und die must- kalische Tradition Bereichernd« Ihres Wullens, daß sich Ihre Programme bewußt freihalten von aller fpiclerifchen. lediglich unterhaltsamen Kunst. Sie haben es stets als Ihrer Arbeit Bestes empfunden, daß Sie trotz der Teilnahme an einer nicht aus dem Proletariat heraus- gewachsenen Kultur, Arbeitersänger geblieben sind und da- niit zugleich geblieben sind Träger einer in die Zukunft vorstoßenden Mission, Kämpfer für eine Idee, für die sozialistische Idee. Ader Sie haben nicht nur übernommen und haben sich nicht nur hineingelebt in diesen Zweig einer vorgefundenen Kultur. Gerade ous dieser klaren und stolzen, des eigenen Wertes bewußten Haltung sind Sie schöpferisch geworden. Sie haben unsere Gesamtkultur bereichert um Formen des Chorsingens, auf die der Blick früherer Geschlechter nach nicht gefallen war. Wenn es eines Beweises be- dürfte, daß eigene schöpferische Kräfte in der deutschen Arbeiterschaft lebendig sind und nach Entfaltung drängen, dann wäre er damit geliefert, daß die Arbeiterchorgesangsbewegunz bedeutenden Tan- lünftlern der letzten Zeit Impulse zu neuen Schöpfungen gegeben hat. Ist das alles nicht bereits Anlaß genug, auch für«inen Nicht- fanget, hier einmal auszusprechen, daß jeder, dem die Gesanückultur unseres Volkes am Herzen liegt, Respekt besitzt vor solcher Leistung? Darüber hinaus aber hat mich noch ein anderer, ein mehr im Hintergrund liegender und doch sehr wesentlicher Gedanke bestimmt. mit dieser Festansprache vor Sie hinzutrete». Auch wer die Kunst nicht ausübt, kann sie doch sehen, in dem, was sie bedeutet. Sic ist ja dach viel mehr als Rankenwcrt des Lebens; sie ist viel mehr (äs eine Arabeske, sie ist nicht etwas, das da ist, aber ebenso auch entbehrlich wäre. Gerade der Sozialist erlebt i« dem gemeinsame» Ge- sang die ureigenste Idee des Sozialismus: das Ve- wu ptfein der Verbundenheit des Menschen mit dem Menschen, und er erlebt es im Liedc wie in jeder künstlerischen Lffenbarnng viel starker als durch bloße noch so schön geformte und noch so klar gesagt« Worte. Die bloße Sprache als Jchirument der Mitteilung ist niemalz frei van der Gefahr des Mißverstanden werden?. Das Wort wirkt selten so unmittelbar von Mensch zu Mensch, wie es die Melodie kann. Die Worte stehen zwischen uns und unserem eigenen Erleben. Das Wort kann zwar die Sache objektiver wieder- geben. In jeder objektiven Wiedergabe durchs Wort steckt aber ein Losgelöstscin vom ursprünglichen Erleben; denn ein Erleben, dos sich in Worte umsetzt, wird, eben weil es sich erst umsetzt, notwendig ferner, notwendig kälter. Vergleichen Sie die Worte:„Die Freude hat den Menschen ein Gott geschenkt" mit dem Sturmgefühl, das wie ein Menfch die Menschen packt, wenn die M u s i k denselben Sinn zum Ausdruck bringt im Rhythmus der Hymne„An die Freude" in der Neunten. Wer auf die Menschen wirken will, braucht darum mehr als Warte, mehr als Begriffe. Er sieht in der Musik viel mehr als eine bloße Zutat zu dem Leben. Er sieht in ihr u n- mittel baren Ausdruck des Erlebens, der ouck) da nach wirkt und da nach Seelen zwingt und da noch Köpfe heiß macht, wo Begriffe fehlen. Und eben, weil so das Gemeinsamkeitserlebnis, das den Meirichen zum Sozialisten macht, sich Ausdruck im Gesang der Massen schaft, bedeutet dieser mehr als einen bloßen Schmuck. Der Ausdruck des gemeinsamen Erlebens in der Kunstform ist em Ersor- dentis und ist Ergänzung im selben Kampfe, dem sonst die Diskussion mit Warten und Begriffen dient. Man kommt an den Menschen in seiner Ganzheit heran, wo dieses Mittel ungenutzt liegt. Wir feiern darum heute den Gesang als eine Macht, die über die Kraft des rationalen Wortes hinaus den ganzen Menschen an- greift, und wir sehen so die Arbeitersängcrbewcgung als einen Strom inmitten der ollgemeinep Arbeiterbewegung, weil viel mehr als durch die Nüchternheit und Käste der Begriffe, viel mehr als durch Programme und noch so klare Worte im Gesang dos So- lidaritätsgesühl der Menschen und damit der eigentliche und der letzte Sinn des sozialistischen Erlebens zur Offenbarung kommt. Wer so die Dinge sieht, den freut es, daß er heute einmal in Ihrem Kreise sagen darf, wie sehr der Arbeiter-Sänger-Bund für die sozialistische Bewegung eine Hoffnung und ein Aktivposten ist. Ich kann deshalb mit keinem besseren Wunsche schließen, als daß Ihnen die Freudigkeit, mit der Sic 40 Jahre lang dies Stück deutscher Kulturarbeit geleistet haben, erhalten bleibt, damit die Werte, die Sie schassen, sich weiter mehren für Partei und Volk. ilen Miiifleni lueloi* Heinitz! �laßnahiueii znr Krlialtmig der Jageiidliclien Arbeitskraft In diesem Monat, am 28. Mai lll3t, beginnt in Gens die 18. Internalionolc Arbeitskanserenz. Zum erste» Male wird vor diesem Forum die Frage der Festsetzung eines Mindest- alters für die Zulassung von Kindern zur Arbeit in nichtgewerblichen Berufen besprochen. Das Genfer Internationale Arbeitsamt hat sich wiederholt mit Fragen des Iugcndschutzes be- fchöftigt. Von den 30 Arbeitsübcrcinkommen, die die Vertreter der dem Völkerbund und damit dem Internationalen Arbeitsamt ongc- schlossenen Länder getrossen haben, beziehen sich ollein sechs auf direkte Iugendschutz-Uebereinkommen. Daß es sich dabei nicht nur um Wünsch« handelt, die bei der Gesetzgebungstätigkeit der Regierun- gen und der Parlamente berücksichtigt werden möchten, geht daraus hervor, daß von den 415 Ratifikalionen dieser lieber- «inkommen durch die einzelnen Staaten insgesamt 1 2 st auf die Iugendschutz-Uebereinkommen entfallen. Deutschland und die Genfer Uebcreinkommcn. Worauf beziehen sich nun die internationalen Maßnahmen zur Abschaffung der Kinderarbeit? Nach den Grundsätzen, die im Artikel 427 des Vertrages von Versailles für die Tätigkeit der Internationalen Arbeitsorganisation ausgesprochen sind, ist ,chie Beseitigung der Kinderarbeit und die. Verpflichtung, die Arbeit Jugendlicher der beiden Geschlechter sa einzuschränken, wie es notwendig ist, um ihnen die Fortsetzung der Ausbildung zu ermöglichen und ihre körperliche Entwicklung sicherzustellen", eines der wesentlichen Ziele des Arbeitsamts. Die Internationalen Arbeits- konfercnzen haben die Entwürfe von Uebereinkommen aufgestellt, die diesen Absichten entsprechen. So bestehen Ilebereinkonimen, nach denen Kinder unter 14 Iahren nicht zur gewerblichen Arbeit, nicht zur Arbeit aus See und nicht zur Arbeit in der Landwirtschast während der Schulzeit beschäftigt werden dürfen. Die übrigen beziehen sich auf jugendliche Personen unter 18 Iahren und wollen sicherstellen, daß junge Menschen vor ihrem 18. Lebensjahre n i ch t zur Nachtarbeit im Gewerbe, nicht zur Arbeit als Kohlenzieher und Heizer auf Schiffen herangezogen werden und daß sie, wenn sie unter 18 Iahren in der Seeschifiahrt arbeiten, diese Beschäftigung nur ausüben dürfen bei pslichtmößigcr periodischer ärztlicher Untersuchung. Mit der Rati- fizierung verpflichten sich die Länder, wenigstens den durch die Uebereinkommen festgelegten Mindcftstandard zu sichern. Von Deutschland liegen drei Ratiilkationen vor; nicht rati- f i z i e r t sind von uns die Bestimmungen über das Verbot der landwirtschaftlichen Arbeit während der. Schulzeit und der gewerblichen Arbest von Kindern unter 14 Jahren und das Verbot der Nachtarbeit /Zugendlicher unter 18 Iahren in gewerblichen Be- trieben. Im zweiten Teil dieses Aussatzes werden die deutschen Kinder- und Jugendschutzbestimmungen näher angeführt, soviel ist ja jetzt schon erkenntlich, daß von einer übertriebenen Sozialpolitik Deutschlands wirklich nicht die Rede sein kann. Das Elend auf dem Lande. Es ist bezeichnend, daß sich unter den von Deutschlund nicht ratifizierten internationalen sozialpolitischen Uebereinkommen auch dos des Verbots der Kinderarbeit in der Landwirt- schaft befindet, gleichfalle hat die Empfehlung der Konferenz, die das Verbot von Nachtarbeit der Kinder in der Landwirtschaft be- trifft, in der deutschen Sozialpolitik keine legislative Form gefunden. Und gerade in der Londwirtschait und ihren Nebenberufen ist die Ausnutzung kindlicher Arbeitskraft am stärksten und auch am offen- sichtlichsten. Di« Feststellungen, die Helene Simon vor Iahren getroffen hat, bestehen noch immer zu Recht. La, olle neueren Er- Alkohol schädig;! die Krhmasse! Wir erhalten folgende Zuschrift: In der Nummer vom 21. 4. 31 des„Abend" veröfsentlichi Dr. B. F e r n t e einen Aufsatz, in dem er Bezug nimmt auf eine Arbeit van mir. Er nennt die Arbeit nicht; gemeint ist offenbar ein« Arbeit, die in den„Sozialhygienischen Mit- teilungen"«schienen ist Dr. F. gibt den InHall meiner Arbeit im ganzen richtig wieder, er verschweigt aber etwas, was das ganze Er- gebnis in sein Gegenteil verkehrt: nämlich die Ergebnisse der Der- suche von Dr. A gn e S B l u h m. Aus diesen geht mit aller Deutlich- keil heropr. daß der Alkohol die Erbmasse schädigt, daß er also dauernde Schädigungen hervorruft. Diese Tatsache habe ich zweimal in Sperrdruck erwähnt! Prof. Dr. G. X I»tt, Detmolt!. Hebungen zeigen, daß sich die Lage der arbeitenden Kinder u tn nichts gebessert Hot, wenn vielleicht auch die Zahl der Be- schäftigten zurückgegangen ist. Der Rückgang kann sich teilweise durch den jetzt wirksam werdenden Geburtenonzsall erklären, nicht zuletzt aber auch dadurch, daß die landwirtschasrlichcn Betriebe, aus Furcht vor einer gesetzlichen Beschränkung der Kinderlandarbeit, bei Umfragen die Kinderarbeit nicht voll angegeben haben. Welches Elend verbirgt sich hinter dem Totbestand„Hütckind", welche wirtschaftliche, seelische, ober auch schulische Not hinter den Anträgen auf Urlaub zu landwirtschaftlichen Arbeiten! Wer kennt die schematische Verschickung von Waisen- und Pflege- lindern und von Fürsorgezöglingon aufs Land und sucht nicht aus eine wirklich fürsorgerische Aenderung dieser Ver- Hältnisse hinzuwirken! Eigentliche Schutzbestimmungen, entsprechend dem Gesetze zum Schutze der Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, kennt die Landwirtschalt nicht. Eine Reform des Kinderschutzgesetzes, insbesondere eine Ausdehnung seiner Bestimmungen auf die Land- Wirtschaft, ist dringend erjorderlich. Der„Haupiausschuß für Arbeiterwohlföch W" (Berlin EW. 81, Belle-Alliance-Plotz 81 Hot vor zwei Jahren einen begrüßenswerten Vorstoß in dieser Hinsicht unternommen, als er in einer gutbegründelen Petition den Reichstag bat, daß den Land- lindern wenigstens der geringe Schutz zuteil werde, der für die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben nach dem Gesetz vom 3lZ. März 1903(Fassung vom 31. Juli 1925) gilt. Dabei betont der Houptausschuß für Arbeiterwohlfahrt ausdrücklich, daß er gegen jede Kinderarbeit in der Landwirtschaft ist und daß einer gesetzlichen Regelung, die daraus abzielt, keine unübcrwindbaren Schwierigkeiten entgegenständen. Um aber die Kinder auf dem Land« unter den obwaltenden Verhältnissen nicht völlig schutzlos zu lassen, Hält der Hauptausschuß eine jetzige Einschränkung der Kinderarbeit für erforderlich, die die Arbest jüngerer Kinder verhindert und die arbeitenden Kinder vor Ucberarbeit und Unterernährung, vor Unsallgefahren und sittlicher Gefährdung schützt und die einen geregelten Schulbesuch sicherstellt. Darum sollen nach- stehende Bestimmungen über Beschränkung der landwirtschaftlichen Kinderarbeit in dos dem Reichstage vorliegende Arbeitsschutzgesetz oder in ein besonderes Gesetz aus- genonimen werden: 1. Die Arbeit von eigenen und fremden Kindern unter 12 Jahre ist verboten. 2. Eine und fremde Kinder über 12 Jahre dürfen nur beschäftigt werden, wenn von der Beschäftigung keine gcsundhestliche oder sittliche Gefährdung zu befürchten ist. 3. Eigene und fremde Kinder über 12 Jahre dürfen während der Schulzeit 3, in den Ferien 4 Stunden arbeiten, aber nicht vor dem Vormittagsunterricht. Es müssen ihnen zwei Stunden Mittags- pause und eine Freistunde nach dem Nachmittagsunterricht gewährt werden. Nachtarbeit von 20 Uhr bis 8 Uhr und Sonntagsarbeit sind verboten. 4. Der Weg zu und von der Arbest wird in die Arbeitszeit eingerechnet. 5. Für eigene Kinder kann die Aufsichtsbehörde, wenn die gc- fundhestliche, geistige und sittliche Entwicklung nicht gefährdet wird und nach Anhören des Jugendamts und der Schulaufsichtsbehörde über dies« Gefährdung, Ausnahmen gestatten. 6. Eigene Kinder, die für Dritte arbesten, Pflegekinder und Fürsorgczöglinge, die in fremden Familien oder Anstalten untergebracht sind, sind wie fremde Kinder zu behandeln. 7. Für fremde Kinder werden Arbeitskarten ausgestellt. Auch diesen eingeschränkten Forderungen der Arbesterwohlfahrt war bisher kein Erfolg befchieden. Dabei sind Bcftim- mungen zum Schutze der Arbeitskraft von Kindern und Jugend- lichen nie mehr nonnöten, als in Zeiten großer A r b e i t s l o s i g- t e i t. Ueberall ist jetzt eine Ausdehnung der Kinder-(und Frauen-) Arbest sestzustellen, die ihre Ursache'in Lohndruck der Unternehmer, noch mehr aber in der verschärften Notlage der durch Arbestslosigkeit betroffenen Famstien hat. Aus allgemeinen sozialpalitischeu als auch aus besonderen jugendsürsorgerischen Gründen ist darum Heute aus stärkst« Beachtung der bis jetzt schon gellenden Jugendschutzbestim- mungen. aber auch aus Durchsetzung westerer, unbedingt notwendiger Maßnahmen zum Schutze der kindlichen Arbestskrast hinzuwirken. I« den«zcwcrblichcn Betrieben... «est dem 1. Januar 1904 ist nach dem Gesetz vom 30. März 1903, dem auch die Forderungen des Hauptausschusses für Arbester- Wohlfahrt in bezug auf die Einführung van gesetzlichem Schutz der Kinderarbest in der Landwirtschaft angepaßt sind, bei der K inder- Gewesenes und Kommendes Nachtrag vom Sonntagssport/«Volkssport" ladet ein Das in Form«ines Salsoneröffnungssportftstes ausgetragene Ansporteln des Arbeitersportvereins W e d d i n g, unter Beteiligung des ASC., FTGB.-Nordrmg und FS.'Tegel, brachte nicht nur einen interessierten Zuschauerkreis, sondern trotz des nicht gerade zu hervorragendem Sportwetters recht ansprechende Kämpfe. Die Staffeln beanspruchten wie immer den größten Teil des Programms. Wenngleich der ASC. die 4X100» Meter und die 10 x 200-Meter für sich entscheiden konnte, so doch stets erst nach hartem Kampf mit Nordring und Wedding. Das erstmalig wieder aufgenommene SOOO'Meter-Bohnlaufen erfreute sich ebenfalls einer regen Anteilnahme. Bei den Sportlerinnen dominierten die Weddmger Sportlerinnen. Noch hartem Kampf. zwei Zehntelsekunden zurück, konnten sie die ASC er schlagen. Bei der Jugeftd war Nordring tonangebend. Das am Lormittag aus- getragene chockeyspiel, Wedding gegen Moabit, endete mit dem Nefullat 2: 8(2: 0). Am Schluß des Nachmittags fand ein Hand- ballspiel Nordring gegen Wedding statt, das Nordring mit viel Glück mit 4: Z als Sieger sah, nachdem bereits Wedding mit 3:1 die Fülfrung halle. »««»er: lOO-'Wftcc.Ciurf, Klais» A: W'.-ttick» sASE.l 11,8; btlbl(SkSfi.) 11.».- SHI-SRietet-Sauf:«öfelet(«€«..'4,8; Vextichel(«SC.).— Mo-Mrier.Lauf; 1. Auws lASE.j i Braua tAET.) 3:6�.— 500(VaRrtet- lauf:].-'»ifHlon, lASS.); 2. sNorSrinq),— Milller iSnrtrittfl) ä.99 Skcitr.— k>»dipru»a: 1. flain(2tSC.) 1,87; 2. Kim»(Ä<5S. fficiiölrta) uni> Sfrtw I.j2.— cptcrroErf-n:£tmanii I9LuU fäUSÄ.l 22,22 Mctrr.— Bctffptun«: Stwt- moitu iaö». WcdSina) 4,».— ftuaf Itofien: Schneider(Aardrinql 7,42 Meter. — im Meter; 93cift iN-rdrino) 15H,— Ml�M-Irr�airf der Trauen; We!> sZiordrinal 2V,Ü.— Zuaend; SM.M«t°r,Lailf: 1. Sorn(Nordrinai: z. Höhne lASB. W-ddinal.— Hochiprmift;«risler iÄSC.). Di-tuswerfen; cheisler 32, W Meter.— lOMKeter-Soirf: Geisler(«««.) 128.—«eitere Spart. ler: im Meter: 1. Tain:Z6, die durch Britton zwei Jahre später erzielt wurde. E« bedurft« schon der Klasse ein«» Semper idem, um 1930«inen neuen Derbyrekord mtt 1:23,7 auf- stellen zu können. Wie wird es diesmal werden? Gut genug ist der Jahrgang, um Große» von ihm erwarten zu können, wenngleich der frühe Termin einer Rekordverbesserung an sich nicht günstig ist Aber Ekern, Antwort, Adio und Hanko. Um nur die in vorderster Reihe stehenden Kandidaten zu erwähnen, vertreten eine Klasse, von der man bei günstigen Wetterverhällnissen immer von einer Hächstleistung überrascht werden kann Die DeutscblandLabrt 5.j 6. and 7. Etappe Nach dem Ruhetag in Schweinsuri wurde am Sonnabend die fünfte Etappe der Radrundfahrtdurch Deutschland nach Erfurt wer 221.1 Kilometer zum Lustrag gebracht Der Weg war zwar nicht allzuwett. stellt« ober durch viele schlechte Straßen und einige erhebkich« Steigungen große Anforderungen an die Teil- nehmer. Der alle Praktiker Rikolos Frautz- Luxemburg bewies hier neuerlich sein große» Können. Lediglich der Wiener Bulla und die beiden Deutsche« Metze und Thierbach vermochte» sich bei ihm ZU halten, zogen ab« t» Elchspurt de» Kürzeren. Der bisher im| 1 Gesamtergebnis führende Berliner Stöpel verpaßt« de« Cnschfasj und kam fast sechs Minuten später ein. Er mich nun das„weiß« Trikot" an den Dortmunder Metze abtreten, der gegenwärtig in der Gesamtwertung vor dem Dresdener Thierbach in Front liegt. Auf der fünften Tagesstrecke hat sich übrigens das Feld weiterhin durch drei neu« Aufgaben gelichtet und vereint nur noch 28 Bewerber. Der Schweizer Richli, der bisher ausgezeichnet gefahrene Holländer V a l e n t y n und sein Landsmann F r a n s s e n streckten infolge von Sturzverletzungen die Waffen. Die am Sonntag ausgefahrene sechst« Etappe war«ine ver- hältnismäßig zahm« Angelegenheit. Bon Erfurt ging es über Weimar. Jena, Gera, Zwickau, Chemnitz nach dem 231,2 Kilometer entfernten Dresden, das 23 Fahrer geschlossen erreichten und von diesen errang der Franzose B a r t h e l e m y, der sich fast während der ganzen Tagesstrecke im Hintertreffen aufgehallen hatte, einen überlegenen Spurtsieg mtt vier langen gegen Degraeve, den Schweizer Bula und den Belgier van Bruaene. Da sich jedoch fäntt- liche deutschen Fahrer in der Kopfgruppe befanden, änderte sich an der Gelamtwertung nicht viel. Eine mehr als mäßige Angelegenheit war die siebente Etappe, die am Montag von Dresden nach Breslau führte. Die durch Um- lellungen auf 283 Kilometer angewachsen« Strecke stellte zwar kein« besonderen Anforderungen an die Bewerber, trotzdem ober wurde derart gebummell, daß die Fahrer mtt mehr als zweistündiger Ler- spätung an dem gut organisierten und oon Tausenden von Zu- schauern umlagerten Ziel in Breslau eintrafen. Der Franzose Barthelemy errang hier einen neuen Etappensieg. Er gewann im Endspurt leicht gegen Degraeve, Frantz und die übrigen. Bis auf den Franzosen Bidot. der wegen eine» geschwollenen Knies schon in Löbau aufgeben wußte, trafen alle 27 Fahrer geschlossen t« Breslau ein. In der Einzel- und Länderwertung hat sich also kaum etwas geändert. Metze führt nach wie vor das weiße Trikot und Deutschland liegt im Länderklassement in Front. Fonderzuge nach Wien Ausschneiden and aufheben 1 Vielfach ist der Wunsch geäußert worden, schon am Sonnabend. 18. Juli, einen Sonderzug nach Wien einzulegen, wenn sich mindestens 300 Personen beteiligen. Dieser Sonderzug soll so zettig in Wien eintreffen, daß die Teilnehmer in der Lage sind, der Kund- gebung der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale und dem Welt» kindertreffen(19. und 20. Juli) beiwohnen zu können. Alle, die schon mit diesem Zuge fahren wollen, müssen das dem Sonderzug- Ausschuh, Geschäftsstelle des Touristen-Vereins„Die Naturfrunde", Berlin K 24, Johannisstraße 15, schnellsten» melden. Dieser Mel- dung ist der Festbeitrag in Höhe von 4,20 M. beizufügen. Der Preis dieser Sonderzugzfahrt beträgt 17,70 M., die Rückfahrt erfolgt mit dem am. Abend des 27. Juli nach Berlin zurückkehrenden Sportler- sonderzuges. Die Rückfahrt kostet 17,40 M. Der zweite Sonderzug (Sporller-Sonderzug) fährt Dienstag. 21. Juli, voraussichtlich um 23 Uhr vom Lnhallcr Bahnhof. Die Fahrt kostet 17,40 M. Rück- fahrt wie oben angegeben. Gäste, die zu den gleichen Bedin- gungen mitfahren wollen, melden sich der Einfachheit wegen ent- weder bei ihnen befreundeten Arbeiterfport-Vereinen oder direkt an den Sonderzugs-Ausschuß unter Beifügung von Fahrgeld und Festbeitrag. Die genauere Abfahrtszeit der Sonderzüge wird noch bekannt gegeben. Den Freifahrern(Eisenbahnbediensteten) ist zu raten, mit einem der fohrplanmäßigen Züge bis Possau zu fahren und von dort aus sich einem der Sonderzüge anzuschließen. Der Fahrpreis von Passau bis Wien betrögt 6,— M. Zur Paß frage! Das Arbeitersport- und Kullurkartell der Pr»- vinz Brandenburg hat an den Oberpräsidenten der Provinz Bran- denburg, sowie dem Polizeipräsidenten in Berlin den Antrag gestellt- die Gebühren für die Ausstellung oon Pässen zum Besuch der ll. Arbetter-Olympiade in Wien zu ermäßigen oder zu erlassen. Zur Ausstellung der Pässe wende man sich in den Städten an die zuständigen Polizeistellen und auf dem Lande an das Landratsamt. Dabei ist auf die Gesuche des Arbeitersport- und Kulturkartells der Provinz Brandenburg an den Oberpräsidenten bzw. dem Polizei- Präsidenten in Berlin hinzuweisen, und der Antrag aus Ermäßigung bzw. Erlaß der Gebühren zu stellen. Kindersahrt! Nach den neueren Tartsbestimmungen können da Gesellschastssahrten und Sonderzügen zwei Kinder im Aller oon 4 bis 10 Jahren auf eine ermäßigte Erwachsenen-Fahrkarte fahre». Ell, einzelnes Kind aber hat die Hälfte des tarifmäßigen Fahrpreis« noch Wien zu zahlen, das ist ungefähr da» Gleiche, wie di« ermäßigte! Erwachsenen-Fahrkarte kostet. Dampferfahrt! Vielfach ist der Wunsch laut geworden, über Passau und oon dort aus mtt dem Dampfer nach Wien zu fahren. Abgesehen davon, daß der Fahrpreis sich in diesem Fall« um etwa 10 M. erhöht, kommt auch eine erheblich längere Fahrzeit heraus. Das Schiff braucht von Passau bis Wien über 9 Stunde«. Es ist auch nicht möglich, von Berlin aus mit einem Sonderzug nach Passau zu fahren. Es wird deshalb dringend davon abgeraten, b« der Hinfahrt diese Route zu wählen. Wer absolut ein« Donaufahrt machen will, kann das bei der Rückfahrt tun. Es können Sonn- abend, l. August, Rückfahrten auf Gesellschasts-Fahrschein oder mittels Sonderzug(bei genügender Beteiligung) von Wien. Salz» bürg, Innsbruck oder Kufftein erfolgen, de» weiteren am 8. August aus Gesellschasts-Fahrschein von München oder Kufstein nach Berlin. Interessenten melden sich beim Sonderzugs-Ausschuß. Zerieasahrl! Vielen Anfrogern zur Mitteilung, daß anschließend an die Olympiade eine äußerst preiswerte Ferienfahrt in die Steter- mark unternommen wird. Genauere Auskünfte hierüber folgen noch an dieser Stelle. Jede Auskunst erteilt der Sonderzugs-Aus- schuß, Geschäftsstelle des Touristen-Vereins„Die Naturfreunde", Norden(Öl) 4177 und das Arbeitersport- und Kullurkartell der Provinz Brandenburg, Norden(vi) 2977. Alle Fahrtteilnehmer werden gebeten, diese Bekanntmachungen aufzuheben, da sie nur einmal im„Abend" veröffentlicht werden. WerkiäHge bauen Motorflugzeuge Die Ortsgruppe Friedrichshoin des„Sturmvogel". Flugverb and der Werllängen e. v., hat in monatelanger Arbeit ein Leicht- slugzeug gebaut. Die kleine schmucke Maschine wird am Himmelsfahrtstage, 15 Uhr, im Sportplatz Friedrichshain geweiht. Di« Weihred« häll Bürgermeister Mielltz vom Bezirksamt Friedrichshoin. m. JM* natofante-. WHUma«. tL atm,» Ufta. S«0tr JuOtrtAtijr. fcaniluti« Qttfe« 807.___________ und— iOnini»r*ioo, jj. Itjri. VüiterfMim: bot firärnet. Znf'sn TA Iiis StSr-ht Dahndof.— fttrfJ&ota&tn-'wxa: iof— Stcuen, Deich»»).— SloluxtunMitbe 9£W»!Tuna; CpMmottfl— Xtuf*: tfu. Abfabrt NilNp-ch.». Mai. 1S.Z1 Uhr Tolafccmtt»ohe.hof.-«Cht. Mit« SWUttan*— ÄMjnaan. Tbkahrt tÄ Uhr Lvrertbochnhaf.— Übt. Ti«rgart«ir: SO.ruou. Tritfe» 8 Uhr Bahnhaf®«rurt>Soini«»tt.— 91bL®»fcMngi Ztefftn am Mül>lcn8»ck»r a« um 11 Uhr.—«M. ftumhoTMlwin: Mvlil-Pb«ker S-e*u WnS im« vrt 9ab.— Abt. Dmolamt Sem: ZIi>chI»bp-f.AIi-La»««» b-ra— Eiraush-rq. Ir-ffnunit 7 Uhr SttaTau.SiuraneTsiotc, Nahndris v. «cnimbenö, 16. Mai. Zaliri nach Luinsia�k-l««. Zblahrt IM, Uhr Anhalir.r Sahnäot.— 7!ua-n t-arul'N- vltcn: Rad«r»i»rf—s-0ahkchr— Erkner.— LH!» Hitdw«st: Suhirntoi«— SVcnkanfeliie. Tirkfrn 7H Uhr Dahnhak Cifitio. ra«».— StuWUtt; Doabam— SienMmhf««. «seit«oltttuitfahm,«nqrp. eftteftts.»tmwlfohrt Arbeit»«!«»»«of dem iSeräni*. Nabtahrrr tMffcn lich» Uhr Dahnhok Zieußlkr. all« t übt oöf bei» Mtota. mübtava.