Morgenausgabe Nr. 230 A 116 -tS.Iahrgang Wöchentlich 85 Pf, monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitun g». und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- abonnement 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- vorto V.— M. ♦ Der»DonvSrts� erschetnt wochentäq» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Verlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilage»Bolt und Zeit" Ferner.Frauenstimme�» �Technik".Blick in die Bücherwelt", »Iugend-Lorwärt«"u..Stadtbeilage* Mittwoch 20. Mai 2931 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. Die eins polt Nonpareillezeile 80 Pf. Neklamezeile S.-» RM.„Kleine An« zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Ta?if. Stellengesuche das erste Wort lS Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien» anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von 81/» bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Berttner Voltsblatt Jentraloegan der GozialdemoSratischen-Davtei DeMchlMtds RedaktionundDerlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhofs 832— LS? Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 S3L.—Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. DUc.-Ges., Depositen!., Jerusalemer Str. SS/SS. Bilanz der Zolldebatte. Kein Ruhmesblatt der Diplomatien. V. Lest. Genf, 19. Mai.(Eigenbericht.) Noch nie seit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist ein deutscher Vertreter am Rotstisch in einer so mißlichen Lage gewesen, als jetzt Dr. Curtius. Er hat sich noch mit Geschick und Würde aus der Affäre gezogen, wobei ihm zugute kam, daß er als Vorsitzender häufiger das Wort ergreisen konnte, um die schlimmsten Angriss« sosort abzuwehren. Aber der Gesamteindruck bleibt, daß Deutschland durch den plan der Zollunion bisher keine Lorbeeren geernlet hol. Es läßt sich kaum noch leugne», daß es sich damit in«ine nöllige Isolierung hinein monöveriert hat. Gerade wir Sozialdemokraten, die wir den Anschluß für gerecht halten und ihn ebensowenig preisgeben wollen wie unsere österreichischen Genossen, haben das Recht, ein Vorgehen zu bekämpfen, durch das die Verwirklichung dieses Ideals olles eher denn näher» gerückt worden ist. Denn die Aktion Schober-Curtlu» oder vielmehr die Aktion Schüller-Ritter hak nur die agilakorische Folge gehabt, daß die Außenminister Deutschlands und Oesterreichs am Ratstlsch immer wieder beteuern und. um ihr gutes Recht zu beweisen, beschwören mußten, daß sie niemals daran gedacht hätten, die Anabhängigkeit Oesterreichs anzukosten. Kalt lächelnd nahmen nacheinander Grandi, Benesch, Marinkowicz und B r i a n d diese» Gelübde mit lebhaster Ge- nugtuung zur Kenntnis. Sie unterstrichen es mit einer sast sadisti- schen Freude und ließen dabei trotzdem durchblicken, daß sie kein Wort davon glauben. So ist. als erstes bisherige».Resultat bi?!>er nur zu verzeichnen, daß Deutschland und Oesterreich gezwun- gen wurden, um die Reinheit ihrer Absichten zu beweisen, ein unfreiwillige» Bekenntnis gerode zu einem der ungerech- testen Artikel der Friedensschlüsse von Versailles und Sk. Ger- main. abzulegen. Möge die weitere Entwicklung bis zum September uns«ine neue Auflage dieses grausamen Spieles ersparen, möge es nicht mehr dazu kommen, daß Franzosen, Serben. Italiener und Tschechen mit erhobenem Zeigefinger von einer Gefährdung des Friedens durch Deutschland und Oesterreich sprechen und sogar, wie es sich 1)err Marinkowicz aus Belgrad leistete, eindeutige Anspielungen auf die Kriegsschuldsrage vom Juli 1914 zu machen. Di« Lösung des Konfliktes ist zwar erträglich, aber um so größer ist die Der- antwortung derer, die uns in eine solche Situation gebracht haben. Diese Schuld tragen nicht einzelne Personen, sondern jene wählermassen vom 14. September, die durch die Schwächung des porlamenlarischen System» die Macht der Verantwortung». losen Bürokratie gestärkt haben. Wie ganz anders war die Lage Deutschlands auf der Januar- tagung des Rates, als Curtius als Ankläger gegen das Gewalt- regime Pilsudsti austreten konnte und die gesamt« fortschritt- liche Welt hinter sich hatte. Damals mußte sich Z a l e s k i verpslich- ten, auf der Maitogung Rechenschaft über die Besserung der Verhältnisse in Ostoberschlesien abzulegen. Im allgemeinen Trubel um die Zollunion ist dieses unendlich wichtigere Problem des Minderheitenschutzes fast völlig untergegangen. Die günstige Atmosphäre des Januar ist dahin.— piisudski- Polen droht aus dieser Tagung keine Gefahr mehr. Inzwischen setzt das Europakomitee feine Beratungen fort. Wenn sich heute die Vertreter der kleinen Entente so lebhaft für das französische Programm einsetzten, so geschah das nur, um eine Einheitsfront gegen dos Zollunionsprojekt zu bilden, nicht aber well sie daraus irgendeine positive Besserung erwarten. Auch Hcnderson tonnte nicht mehr tun als ein gründlicheres Bekenntnis zur Herabsetzung der Zölle abzulegen, aber auch er dürfte wissen, daß kein positiver Fortschritt aus diesem Bekenntnis hervorgehen wird. Der einzige posistve Gewinn dieser Tagung ist die sichtbare Entspannung, die infolge der maßvollen Rede Litwinow» zwischen der Sowjetunion und der übrigen Welt zu verzeichnen ist. hcnderson benutzte die Gelegenheil, um der Aussassung des russischen Außenministers hinzuzufügen, daß die Krise durch überflüssige Rüstungsausgaben und durch das internationale Mißtrauen verschlimmert worden ist. und versicherte ihm. daß keinerlei Kriegspläne gegen Rußland geschmiedet werden. ?. Dieselbe Erklärung gab mit betonter Freundlichkeit für Litwinow Z a l e s t i ab, der den versöhnlichen Charakter der Rede Litwinows unterstrich, sie als gcignet erklärte, mancherlei Mißverständnisse ans dem Wege zu räumen und sich daraus eine fruchtbare Zusammen- arbeit zwischen der Sowjetunion und dem übrigen Eurspa ver- sprach.— Wenn diese neue Tagung der Europakommission nichts anderes bewirft hat, als diese friedlich reformistische Rede Litwinows und die daraus entstandene politische Eni- spannung der Sowjetunion, so ist sie doch nicht ganz umsonst gewesen. Der Haager Gerichtshof. Der Stäicknge Internationale Gerichtshof im fjcuig(nicht zu oerwechseln mit dem Weltgcrichtshos) besteht aus 15 Mitgliedern, die von Zeit zu Zeit neu gewählt werden. Zur Zeit besteht der Gerichts- Hof aus dem Vorsitzenden Adatschi(Japan), dem früheren amerikanischen Staatssekretär Kellogg, dem englischen Krön- juristcn Sir Cepil Hurst, dein französischen Juristen Fromageot, Professor S ch ü ck i n g(Deutschland), Anzilotti(Italien) sowie aus Vertretern von Spanien, Kuba, Holland, San Salvador, Rumänien, Belgien, Polen, Kolumbien und China. Der Gerichtshof beschließt mit Stimmenmehrheit: er tritt alljährlich am 15. Juni zusammen, kann jedoch in besonderen Fällen auch zu einem anderen Zeitpunkt einberufen werden. Krisengefahr in Deuffchösterreich. Großdeutsche gegen Aeamiengehaltskürzung. Wieo« 19. Mai.(Eigenbericht.) Wi« im Reiche, so haben auch wir ein ungedecktes Defizit im Staatshaushalt. Die Regierung plant u. a. auch eine Kürzung der Bezüge der öffentlichen Angestellten. Das lehnen aber die Groß- deutschen ab und von daher droht eine Regierungskrise. Man will ihren Ausbruch aber bis zur Rückkehr des Vizekanzlers Schober aus Genf hintanholten, um dann doch noch einen Ausgleich zu versuchen. Die Regierungsmehrheit besteht aus den Christlich- sozialen, den Großdeutschen und dem Landbund: und diese drei Parteien haben nur zusammen eine Mehrheit gegen die Sozialdemo- traten. Da die Großdeutschcn antiklerikal, der Landbund auch nicht klerikal ist, ist eine einheitliche Kulturpolitik dieser klassenmäßig bürgerlichen Mehrheit ohnehin nicht möglich. Die Wiener Bantsanierung. Au» dem Artikel des Genossen A ust e r l itz- Wien, den wir in unserer Sonnabend-Morgennummer veröffenllicht haben, war die Bedeutung der Katastrophe des führenden Bankinstituts für Deutschösterreich zu erkennen. Die Oesterreichische' Creditanstalt hatte 125 Willionen Schilling Aktienkapital und 49 Millionen offene Reserven: die Höhe der steuerscheuen stillen Reserven kennt man nicht. Der Verlust beträgt 149 Millionen, volle vier Fünftel de» Soaqeu. Roch uo. vorigen SeschSstojahr hat die Creditanstalt Dividenden, gewaltige Tantiemen an ihre Aufsichtsrät« und enorme Pensionen an frühere Direktoren ausgezahlt. Ob- wohl der schwere Geschäftsverlust auch damals schon einer halbwegs gewissenhaften Leitung nicht verborgen geblieben sein kann. Die Aktien sind zum allergrößten Teil im Besitz ganz großer Kapitalisten, wi« Rothschild, Warburg, Urban, Mautner usw. Der Staat hat 199 Millionen Schilling zum Ersatz des Ver- lorenen hergegeben, die Nationalbank und Rothschild je.39 Mil- lionen. Wenn ein Privatgeschäft sein Kapital verliert, denkt der Staat nicht an Ersatzleistung: aber die Geschäftsteilhaber der Creditanstalt, nämlich die Aktionäre, brauchen den Verlust von 89 Proz. nicht zu tragen, ihre Aktien werden auf 75 Proz. des Nominalwertes abgestempelt statt auf 29 Proz. Der Slaal. der weil über die Hälfke des neuen Aklieakapilols hergibt, demnach auch dea entsprechenden Teil der Aktien haben müßte, verzichte» auf sein unbestreitbares Recht zugunsten dieser Aktionäre! Dagegen führten die Sozialdemokraten einen scharfen Kampf im Naticnalrat. dessen Bewilligung zur Hergabe von Staatsgeldern unentbehrlich ist. Unsere Genossen bestritten nicht die Notwendig- teit staatlicher Hilfe zur Aufrechterhaltung des noch vorhandenen industriellen Lebers. forderten ober, daß der Staat sich, ent- sprechend der Höh« seiner Hilfeleistung, die künftig« Leitung der Bank und damit des größten Teile? der Industrie des Landes sicher«. Die Berliner Volksbühne. Eine Krage des Selbstbestimmungsrechts. Von Bobert Breuer. Seit einigen Wochen beschäftigen sich die Theatersachver- ständigen der Berliner Presse wieder einmal mit inneren An- gelegenheiten der Volksbühne. Sie tun das mit einer Heftigkeit, die nicht vor Komik zurückschreckt, stellenweise auch mit einem Unflat, der nur noch von Ahnungslosigkeit über-- boten wird. Die Herren scheinen restlos unorientiert zu sein, zum mindesten höchst einseitig, höchst befangen unterrichtet: eins aber vergessen sie ganz gewiß, eine sehr schlichte Tatsache: daß nämlich die Volksbühne nicht etwa die Bühne für das Volk ist, vielmehr die Bühne des Volkes, des Volkes Bühne, nicht also die Bühne, die irgendein Wohltäter für das Volk bereitet und bezahlt, vielmehr die Bühne, die das Volk — genauer gesagt: der im Verein Volksbühne organisierte Teil des Berliner Voltes— sich selbst geschaffen und aus Ar- beitergroschen aufgebaut hat. Mit dieser Feststellung soll nicht etwa der berüchtigte Standpunkt des„Herrn im Hause" befürwortet werden: aber es soll immerhin mit aller Deutlichkeit das Selbstbestimmungss recht der Berliner Volksbühne festgestellt sein. Es dürfte doch wohl einleuchten, daß auch die sogenannten anonymen Massen, wenn sie sich zu Tausenden und Zehntausenden zusammentun, um einer Idee zu dienen, uin solche Idee zu verwirklichen, sich hierfür Personen aussuchen, denen sie Vertrauen schenken und von denen sie sich angemessen und zweckmäßig vertreten sehen möchten. Dies eben gilt für die Ordner, für die Ver- waltung, den Künstlerischen Ausschuß und den Vorstand der Berliner Volksbühne, gilt auch, solange Vernunft waltet, für den kün st lerischen Leiter, der ja gleichfalls, wenn auch nur indirekt, ein Erwählter der Massen ist. Dieses ganze demokratische System der Volksbühne und dessen Handhabung bleibt die alleinige Angelegenheit der Mit- glieder. Die Oeffentlichkeit hat es allein mit den össcnt- lichen Angelegenheiten der Volksbühne zu tun, mit den Auf- führungen und den sonstigen Veranstaltungen. Hier hat auch die Theaterkritik die völlige Freiheit des Wortes. Wenn aber etliche Heißsporne nun schon seit Wochen— wie schon des öfteren ehedem— sich in das Vereinsleben der Volksbühne eindrängen, so liegt die Vermutung nahe, daß hinter solcher väterlichen, um nicht zu sagen onkelhaften, Fürsorge jene spießbürgerliche Anmaßun« steht, die noch immer im Volk dos Objekt sieht, das regiert werden muß, die noch immer nicht begreift, daß dieses Volk zur Selbstherrschaft reif geworden ist. Zur Selbstherrs6)aft, d. h. gegebenenfalls auch zum Irr- tum; um es ganz deutlich zu sagen: die bürgerlichen Herren hätten keinerlei Ursache, sich als Wächter der Kultur zu etablieren, wenn in dem proletarischen organisatorischen Leben der Volksbühne sich die Fehler häuften. Es gehört doch sonst zum Takt des Westeuropäers, daß sich niemand um das kümmert, was ihn nichts angeht. Die Affäre, für deren Auswalzung die Berliner Blätter ihr sonst so kostbares Papier vergeuden, fing damit an, daß ein Satz, der in den„Blättern der Volksbühne" veröffentlicht worden war, aus dem Zusammenhang gerissen, als Rebellion subalterner Instinkte, als Aufstand gegen die Kunst denunziert worden ist. Dieser Satz bezieht sich auf den Spielplan 1931/32 und lautet:„Ueber den Spielplan kann einstweilen nur soviel gesagt werden: er soll mehr als bisher auf eine heitere, unter» haltsame Note abgestimmt sein. Stücke, die politische und soziale Zeitprobleme behandeln, werden zurücktreten bzw. auf die Sonderabteilung beschränkt bleiben." Die Herren Fach- männer, die diesen Satz aufgespießt haben, haben ihre gläubi- gen Leser falsch unterrichtet. Sie haben— hoffentlich nur darum, weil sie die„Blätter der Volksbühne" gar nicht vor die Augen bekommen haben— ihren aufgescheuchten Lesern vorenthalten, wie es im Text weitergeht. Es ist notwendig, diesen Text vorzuführen:„Die Leitung der Volksbühne ver- schließt sich nicht der Tatsache, daß die große Mehrzahl der Mitglieder gerade in Zeiten wie den jetzigen, ein starkes Be- dürfnis nach Aufheiterung und Entspannung haben. Diesem Bedürfnis soll Rechnung getragen werden! Dabei wird natür- lich nach wie vor im Spielplan der Volksbühne alles Minder- wertige. Kitschige und Verlogene ausgeschaltet bleiben, und das Leichte, Unterhaltsame wird ernste, er- schüttern de Werke nicht verdrängen. Was In- szenierungen und Darstellungen betrifft, so werden sie auf gleicher Höhe stehen wie bisher. Im Theater am Bülowplatz bleibt Karl Heinz Martin künstlerischer Leiter. Günther Stark sein Helfer als Dramaturg und Regisseur. Das Ensemble«ich die besten der bisher osrpjUchtelen Kräfte auch Hitler-Partei für Hohenzottern. Eine Geheimkonferenz in(Schlesien. Man schveibt uns: Vor kurzem fand au? dem Schloß der Leiterin des„Königin- Luise-Vundes, Gau Schlesien, eine bedeutsame politische Kon- f e r e n z statt, deren Teilnehmer sich aus den Kreisen des schleflschen sogenaimten Adels und Großgrundbesitzes, sowie des „Stahlhelm" rekrutierten. Gegenstand der Tagung sollte sein eine Besprechung, der allgemeinen politischen Verhältnisse in Preußen und im Reich. Unmittelbar nach Eröffnung der Konferenz erschien — stürmisch begrüßt— das verflossene-K r o n p r i nz e n p a a r i Vor diesem Gremium— profane Nationalsozialisten hatte man geflissentlich ferngehalten!— sprach der Gauleiter der Hitler-Parteiin Schlesien, Reichstagsabgeordneter Brückner. Nachdem er sich in längeren historischen Darlegungen versucht hatte, erklärte er mit erhobener Stimme, daß die NSDAP, planmäßig auf die Errichtung einer Monarchie, die über dem Par- lament und ü b« r den Parteien stehe, hinarbeite und zum gegebenen Zeitpunkt mit diesem Programm vor die Oeffentlichkeit treten werde: von gewissen Kreisen werde als notwendige Vorstuf« hierzu eine besondere Art der„Regentschaft" propagiert. Die chitler-Partei betone sedoch zu diesem Plan, dem sie durchaus nicht abweisend gegenüberstehe, daß für diese Regentschaft, ebenso wie für die Monarchie„nur ein Mitglied des chohenzollern- Hauses" von ihr anerkannt würde. Diese Erklärung, die Brückner mit einem vielsagenden Blick auf das Kronprinzenpaar abgab, käste größte Bewegung im Saale aus und erzeugte srenetischen Beifall. Brückner gab ferner bekannt, daß zu Anfang Juni in O e l s, dem Stammsitz des Ex-Kronprinzenpaares, ein gemein» s a m e r Alffmarsch der chitlerschen Sturmabteilungen und des schlesischen Stahlhelms erfolgen werde, die Parade würde vom ehemaligen Kronprinzen und vom Minister Fron- zen„Seite an Seite" abgenommen. Er, Brückner, messe diesem Iuniaufmarfch, an welchen sich eine«ingehende Aussprache zwischen den Führern der Hitler-Partei, des Stahlhelm, und dem Herrn Wilhelm Prinz von Preußen anschließen weide, die„größte politische und historische Bedeutung" bei. Schließlich erklärte Brückner, es fei„durchaus kein Zu- fall, daß die NSDAP, feit Monaten schon und in nunmehr oer- stärktem Umfange den Hohenzollernprinzen August Wilhelm als Redner auftreten lasse." Es käme im jetzigen Stadium der Entwicklung darauf an, die„Massen des verhetzten deutschen Volkes wieder an ihre Tradition heranzuführen": der Proletarier brauche, um überhaupt leben zu können, einen festen Halt, ber„gleichermaßen im Gefühl und in der Vernunft ver- ankert" fei. Diesen ,�halt aber könne— neben einer starken, nationalen und sozialen Reichsleitung durch neue Männer— nur die Hohenzollerndynastie" gewähren. Auf«ine Zwischenfrage über die hahenloUernfeindlich« Stellung. die in den Schriften Gottfried Feders zum Teil in sehr drastischer Weise zum Ausdruck gekommen fei, erklärt« Brückner, daß Feder seinen„Irrtum", der auf die systematisch« Massenverhetzung nach der Revokution zurückzuführen sei, längst als solchen erkannt und revidiert habe; im übrigen seien die entsprechenden Stellen inl Feders Schriften bei der Neuauilogc gestrichen.— Mit keinem Wort ging Brückner auf die Stellung- der Hitler« Partei zu der Wittelsbacher und den übrigen Ex>Dynastien ein; Anfragen in dieser Richtung wurden seltsamerweise nicht gestellt. Zu dieser offenen Schwenkung der Hitler-Partei zum Gedanken der Hohenzollerndynostie erfahren wir, daß sie in weiten Kreisen der NSDAP, erhebliche Mißstimmungen erzeugt hat. Obwohl man durch geschickte Regie geflissentlich bestrebt war, die Tatsach« und— vor allem— das Ergebnis der Konferenz v o r e r st g e h e i m zu halten, war es doch nicht zu vermeide», daß die Rede des Abgeordneten Brückner die Runde durch die Oeffentlichkeit der Partei machte. Adolf siariet im Gporipalast. Wie beim Sechstage-Rennen. Als wäre er Lothar Ehmer, der Sechstageliebling der Damen- weit, als wäre er gar Hanne Breitenfträter in seinen besten Tagen. genau so wurde Adolf Hitler gestern im Berliner Sportpalast empfangen. An der Wand hing sein Bild, käuflich für 1ü M. in drei Monatsraten ohne Anzahlung. Auf dem Tisch lag eine Monographie:„Adolf Hitler, von Millionen enthusiastisch geliebt.." Draußen stand man Schlang«: Wir wollen Adolf Hitler sehen! Als er einmarschierte, dröhnte minutenlang„Heil ijitler"". Junge Mädchen flehten:„Helft mir doch auf den Tisch, ich kann ihn nicht, sehen!" Betagte Herrschaften flüsterten:„Ob wir wohl die Treppe herauf- gehen dürfen, damit wir chn sehen können?" Brennende Zigaretten versengten unter„Heil Hitler" fremde Jacketts, Biergläser zersplilter- ten unter„Heil Hitler", selbst der biedere alte Herr auf der Toilette bediente sich unter„Heil Hitler" des Faschistengrußes. Es war großartig! Dann sprach Hitler drei Viertelstunden, ohne etwas zu sagen. „Alz wir vor zwölf Jahren in die Bewegung eintraten, waren wir sieben Mann. Was wir erreicht haben, kann jeder sehen." Und«in« Schilderung, ausführlich bis dorthinous, der eigenen und immer wieder der eigenen Leistung folgte. ER wird gefeiert wi� Wilhelm und ER spricht wie Wilhelm. ER weiß nichts von de» Millionen Arbeitslosen. ER weiß nicht, von sozialer, kultureller und nationaler Not, Er löst das Problem der Außenpolitik mit einem Satz:„Wir glauben nicht an internationale Verständigung. wir glauben nur an unsere eigene Kraft." Punkt, erledigt. Deutsch» land erwache. Hell Hitler! Die„erzwungene Legalität" streift er mit einem Satz«. Sein eigentliches Thema„Preußen und der Nationalismus" behandelt er mit einem Schulaufsatz aus der Tertia und erklärt, die Nationalsozialisten seien die Erben de» alten Preußen. Sein« Parteifreunde. die Junker in Pommern und Ostpreußen und die Großkapitalisten im Westen, werden das gerne hören. Der Rausch de» Wilhelminismus ist überwunden worden, auch die Fiebertrankheft des Adolfinismus wird vorübergehen. wefterhin vereinigen.� einige wertvolle Neuengagements sollen es bereichern. Als Gäste sind auch für das nächste Jahr wieder Max Pallenberg and Hans A l b e r s gewonnen. Außer ihnen werden Käthe Dorsch und Fritz K o r t n e r spielen. Die Vorstellungen im Schillertheater' werden Gelegenheit bieten, alle wesentlichen Kräfte des Staatlichen Schauspiel- Hauses kennenzulernen. Legal, Ießner, Fehling, Lindtberg u. a. werden Regie fühten. Die Oper Unter den Linden wird Kleiber, Klemperer, Blech am Dirigentenpult zeigen." Darf man annehmen, daß. wenn so das kurz umrifsene Programm der Volksbühne und nicht nur ein herausgebrochener Satz der Oeffentlichkeit unterbreitet morden wäre, der törichte Lärm, der von den bürgerlichen Kritikern angefacht worden.ist, nicht hätte entstehen können? Der ominöse Satz, wie ihn Ncstriepke niederschrieb, enthält genau dos, worüber die Verwaltung, der Künstlerische Ausschuß und der künstlerische Leiter der Volksbühne so und so oft miteinander gesprochen haben und worüber sie alle mit- einander einer Meinung waren. Es ist ja auch nichts gar so Erstaunliches, daß die Mitglieder der Volksbühne in diesen trüben Zeiten ein heiteres und unterhaltsames Theater haben möchten. Was das Zeitstück anbelangt, genauer gesagt: dos Reoolutionsstück,— so dürfte es wohl Sache derer, die Revo- lution zu machen haben, sein und bleiben, ob sie es wünschen. ob sie es zurückstellen wollen. Die Herren Kritiker sollten oe- denken, daß für den Arbeiter das revolutionäre Theater nicht nur«in kurioses Amüsement ist, nicht nur ein Nervenkitzel, vielmehr ein« Erregung, die an die Wurzel des Wollens greift, eine äußerste Anspannung. ein Vormarsch des Geistes. Es ist auch nicht recht einzusehen. (darüber ist schon früher gesprochen worden), warum die bourgeoise Theaterkritik durchaus etwas fordert, was Leit- ortikler und Börsenfachmann des gleichen Blattes verab- scheuen. Und schließlich sollten die literarisch gut geschulten Herren nicht übersehen, daß auch heitere und unterhaltsame Stücke der künstlerischen Forderung genügen können und daß letzten Sinnes jedes Theater zeitlich und politisch ist. Wozu also der ganze Lärm? Niemand hat Karl Heinz Martin, dem es an berechtigter Anerkennung»acht gefehlt hat und der solche Anerkennung für das letzte Theoterjahr oerdient, irgendwelche Schwierigkeiten gemacht. Der künst- lerische Leiter der Volksbühne hat unzweifelhaft wehr Frei- heit als irgendein Direktor oder Intendant eines staatlichen oder städtischen Theaters. Martin wird das nicht leugnen können: er wird zugeben müssen, daß der demokratische Kon- trollapparat der Volksbühne sehr tolerant ist. Gewiß der Künstlerische Ausschuß begutachtet die eingereichten Stücke. gewiß, sämtliche Instanzen der Volksbühne besprechen mit dem künstlerischen Lefter den Spielplan: aber so bitter c:» st. wie das jetzt dargestellt wird, ist solche Mitwirkung nicht zu bewerten, dazu sind alle Betelligtcn zu gutwillig und zu kunst- gläubig. Martin hat nie irgendwelche besonderen Schwierig» ketten gehabt, den Spielplan nach seinen Wünschen zu ge- stalten, und in seine Regieleistung ist ihm nie irgend etwas, was Bedeutung haben könnte, hineingeredet worden. Auch 'an dem Spielplan, den Karl Heinz Martin vor iveni.qen Wochen vorgelegt hat. an dem Spielplan also, um den der' Streit geht, haben Künstlerischer Ausschuß und Verwaltung kaum etwas auszusetzen gehabt. Unmöglich kann Martin sich eingeengt fühlen, weil Bedenken gegen„Aufstand in Masuren" vorgebracht wurden, gegen ein problematisches Stück, das sich mit dem Kapp-Putsch befaßt, aber sowohl dafür als dagegen ausgelegt werden kann. Unmöglich kann Martin sich ein- geengt fühlen, weil mit einiger Vorsicht auf Bruckners Bearbeitung des„Timon" gewartet werden soll und weil Feuchtwangers Bearbeitung von„Aristophanes" einigen Mitgliedern der Berwaltung und des Künstlerischen Aus- schusses Sorgen macht. Derartige Dispute dürften zu den Selbstverständlichkeiten in jedem Theaterbetrieb gehören. Darüber hinaus aber kann Martin nichts vorbringen, was ihn hätte hindern können, feine künstlerischen Pläne zu ver- wirklichen. Niemand wollte ihn daran hindern, niemand will ihn daran hindern: er kann und soll, genau so wie bisher. feine künstlerischen Absichten durchführen. Nur eins, nur Zweierlei, nur Selbstverständliches wird er beachten müssen: das Budget der Volksbühne und eben den Tatbestand, daß das Theater, dem er seine Kraft leiht, die Volksbühne ist— und daß es nicht Karl-Heinz-Martin»Theat«r heißt. Der Froschmäusekrieg um die Berliner Volksbühne dürfte auf einem Mißverständnis beruhen. Niemand, auch nicht die Ordner, die dach nichts anderes sind als die Vertrauensleute der MUglioder, haben etwas gegen Karl Heinz Martin: es gibt einen Konflikt zwischen den Ordnern und Hewrich Nest. Heinrich Nest aber ist Fleisch vom Fleisch der Ordner und der Streit, der sich hier aufgetan hat, eine menschlich tiefbetrubliche Angelegenheit, ist wirklich nichts, was irgendwie mit Kunst, mit deren Freiheit oder deren Beengung, zu tun hat. Viel- leicht fürchtet Karl Heinz Martin, daß durch den Fortgang Rests ihm Unbequemlichkeiten entstehen könnten: er kann ganz unbesorgt sein. So bedauerlich es sein würde,»venn Heinrich Nest der Berliner Volksbühne wirtlich verloren gehen sollt«: Martin und die künstlerische Freiheit werden darunter nicht zu leiden haben. Es wird auch kein Mitglied der Berwaltung, kein Ordner sich widersetzen, wenn Karl Heinz Martin oder sonst irgendein Berufener Vorschläge für eine Reform, gar für«ine Umgestaltung der Volksbühne zu machen hat. Wie dies Karl Heinz Martin in seinen inzwischen berühmt ge- wordenen fünf Punkten getan hat. Es trifft nicht zu. daß Martins Programm mit Hohn abgelehnt worden sei: man hat es diskutiert, man wird es wefter diskutieren, man wird sich einigen. Eins freilich bleibt Voraussetzung: die Wahrung der Disziplin für jedermann, aber wirklich für jedermann, die Ver- meidung überflüssiger Erregung und die Ausschaltung derer, die das Vereinsleben der Volksbühne nichts angeht. wegen uabesugter Uebcrsliegung von deutschem Reichsgebiet ahne pah wurde der polnische Fliegerhauptmann G j e d g o w aus Warschau, notgelandet und verhaftet in Ostpreußen, vom Schnell» richter in Braunsberg zu sieben Tagen Hast verurteilt, die durch die Untersuchungshast verbüßt sind. �.r Zum parieiiag..../ Die Koavgebuag am Gröffnungstag. Da» Parteitagskomrte« Leipzig teilt mit: Um die Durchführung der Demonstration am Sonntag, dem ZI. Mai reibungslos zu gestalten, die«intreffenden auswärtigen Teilnehmer geordnet einzureden, sowie ihnen ihre Stellplätze mitteilen zu können. ersuchen wir die Bezirke und Ortsgruppen, die ungefähre Teilnehmer- zahl und die Zeit ihres Eintteffen» in Leipzig bis spätestens zum 24. Mai dem Bezirkssekretariat Leipzig. Tuchaer Straß« tg-2t, mitzuteilen. Erwünscht ist vor allem auch die Angab«, ob die teil» nehmenden Genossen per Bahn(Sonderzug, Gesellschaftsfahrt) oder Transportautos eintreffen. Die Arbeitsgemeinschaft Sozioldemokrattscher Aerzt« veranstaltet im Zusammenhang mit dem Parteftog in Leipzig einen Sozial- demokratischen Aerztetag am 21. Mai 19Z1: Beginn 10 Uhr im Gesellschaftshous des Zoologischen Gartens. Da» Haupt- referat hält Genosse Professor Dr. K n a ck-Hamburg, über dos Thema „Der bürgerliche und der sozialistische Arzt". Nach der Diskussion kommen Organisationsftagen zur Sprache. Treffpunkt«: Sonn» abend- und Sonntagabend im Bolkshaus, Sonntagmittag im Zoolo- zischen Garten. Alle porteigenössischen Aerzt« und Zahnärzte find willkommen. Rückftagen beantwortet der Schriftführer Dr. Bttn» bäum, Berlin-Weißensee, Berliner Alle 19. Oer hastige Kreuzer. Vas neckische Zwischenspiel beim GtapeNauf. Panzerschiff A(Ersatz Preußen) Hot den Peronstaltern der „Kieler Woche" einen Streich gespielt, als es den Herrn Reichs» kanzler au« dem Konzept bracht« und die Sekttaufe nicht erst ob- wartet«, sondern schleunigst und programmwidrig den Weg in» Wasser suchte. Oben auf der Tribüne standen der Reichspräsident, der Reichs- kanzler. der Wehrminister und Minister Trevironus und machten ziemlich verdutzte Mienen. Für«inen Augenblick unierbrach Dr. Brüning sein« Red« und schaut« sich hilflos um. Daß«in Täufling sich«igeninächtig der Taufe entzieht, schien ihn doch noch nicht vorgekommen zu sein. Währenddessen schaukelte der Schiffs- rümpf im Wasser, ol» ob das so ganz selbstverständlich sei. Kurz entschlossen rief der Reichspräsident dem enteilten Kreuzer den Tauf» spruch nach und oben auf Deck war man so geistesgegenwärtig, schnell die Namensschilder herunterzulassen. Jetzt weiß man wenigsten», daß der neu« Kreuzer amtlich den Namen„Deutschland" führen wird. Manche Leute, die abergläubisch veranlagt sind, leiden inzwischen an der Zwangsvorstellung, der neue Kreuzer könnt« auch später so selb- ständig und vorschnell handeln, wodurch noch unangenehm« Situationen herbeigesührt werden, wie die auf der Werst angesichts der feierlichen Festversammlung. Damit bei dem Ernst auch der Humor zur Geltung komme, haben übrigens, wie sie nachträglich mitteilen, sechs Reichstags- abgeordnete der Hitler-Fraktion demonstrativ die Feier verlassen, weil di« Heldenjünglinge der Nazi-Pressc offiziell nicht' eingeladen worden waren. Nun haben diese Hotenkreugbediensteten zwar eben erst beipiesen, daß sie einen Remorque nicht von einem Scheinpslug unterscheiden können, aber st« sollten doch zugelassen werden, selbst wenn sie einen Panzerkreuzer für«inen Hakenkreuzer halten würden. Reichswehrminister Groener hat übrigens noch eine Red« gehalten, bei der er den Reichspräsidenten und den ReichskanAer Brüning als die Männer feierte, denen Deutschland dieses allzu hastige Schiff oerdankt. Hindenburg hat sich schließlich an Boro eines— alten— Kreuzers begeben und macht nächtlich« Schieß- manöver in ber Osts«« mit. Prozesse am laufenden Band. Kommunistische Abgeordnete und Redakteure vor Gericht. Die Aufhebung der Immunität durch den Reichstag hat geradezu «in« Hochflut von„politischen" Prozessen verursacht. So kamen gestern in Moabit«ine Reihe Fälle teils zur Aburteilung, teils zur Bertagung. Di« kommunistisch« Reichstagsabgeordnet« Frau M il- d« n d e r g hatte es vorgezogen, der Gerichtsverhandlung fern- zubleiben. Die Anklage gegen sie lautete auf Aufforderung zur Begehung strafbarer Handlungen und auf schweren Landfrieden»- bruch. Frau Mildenberg hatte am 17. Oktober vor dem Einfahrt». tor der Meierei Bolle in Alt-Moabit aufgefordert, den zur Unter» stützung der streitenden Metallarbeiter«ingesetzten Bolle-Streik weiterhin mit allen Mitteln durchzuführen. C» kam zu Au»- schreittingen. Frau Mildenberg wurde festgenommen und«in Haft- beseht gegen sie wegen Landjriedensbruches erlassen. Gemäß Arttkel 37 Absatz 3 der Reichsoerfassung mußte er jedoch ausgehoben werden, da zur Strafverfolgung wie auch zur Verhaftung die Genehmigung de» Reichstage, erforderlich war. Das Gericht erließ gestern gegen di« zum Termin nicht erschienene Frau Milden» berg einen Dorführungsbefehl. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Schneller hatte sich gleich wegen fünf Anklagen zu verantworten. Wegen De- schimpfung der katholischen Kirch«— es handelte sich um geschmack- los« Gloffierung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis erhielt er als verantwortlicher Redakteur der„Roten Fahne"«inen Monat Gefängnis. Ein zweiter Artit«) in der„Roten Fahne" „Wir warnen vor Seoering' brachte ihm drei Monat« Ge» sängnis«in. Seoering wurde in dem Artikel als„der schlimmst« unter den sozialdemokratischen Bluthunden" bezeichnet, als„Lakai d«, Faschismus, ohne Rückgrat, ohne Ehre und ohne Macht". Grzesinski gehöre zu Severing, hieß es weiter, wie das Beil zum Henker. Don der Anklage der Ausforderung zum Steuer- streik wurde Schneller freigesprochen. Dagegen wurde er wegen Beleidigung de, Ministers Schiel« zu 300 Mark oer- urteiv. In einem Artikel„Wer stiehlt dir dos Brot?" war Schiel« Hungerministcr genannt worden. Schließlich hotte sich Schneller noch wegen Beleidigung van Polizeibeamten zu»er- antworten. In einem Artikel„Todesopfer der Zörgiebel-Äofaken" wurde behauptet, daß Polizeibeamt« während der Arbeits- losendemonstration am 6. Juni 1930 durch Dumdumgeschosse den Tod de» Arbeiters Frischmann verursacht hatten. Die Geldstrafe be- trug diesmal 7 00 Mark.. Bor einer onderen Abteilung des Schöffengericht» Berlin-Mitt« stand gestern der Redakteur der„Roten Fahne" Karl Sochmann. In der Nummer 17 der„Roten Fahne" vom 8l. Januar 1930 war ein Artikel erschienen mit der Ueberschrift:„SPD.-Minister Leuschner erhält eine Abreibung. Der Mann, der Wormser Arbeiter niederschießen ließ." E» wurde darin gesagt, der hessische Minister des Snnern habe durch fein« Bürgertriegsgarde zwei Jungarbeiter ermorden lassen. In Wirklichkeit ist aber in einer Verhandlung vor dem Bczirksschössengericht in Darmstadt festgestellt worden, daß die Polizei bei jener Erwerbslosendcmonstration in Worms von der Schußwaffe erst Gebrauch gemacht hatte, nach- dem sie von den Demonstranten mit Steinen beworfen und be- schössen worden war. Do» Schöffengericht Berlin-Mitt- verurteilt« den Redakteur Gothmann zu 800 Mark Geldstrafe. Die begrabene Welirevolution. (5itwinow schlägt w Senf eine« wirtfchaMche» Nichtangrtsfepatt vor.) Litwinow: ,Auf dem Hügel können die kleine« Deutschen allein weiterspielen. Ihr geht arbeitend Henderson Abrüstungspräsident. Vom Rat einstimmig vorgeschlagen. V. Zell. Genf. 19. Rai.(Eigenbericht.) Mit dem heutigen Beschlub des Bölkerbundsrates,«in Gutachten de» chaager Gerichtshofes über die rechtlich« Zulässigkeit der Zoll- union einzufordern, hat die Genfer Tagung ihren chßhepunkt über» schritten. Zlm Abend wurde in einer geheimen Sitzung de» Rat«, einstimmig beschlossen, den englischen Autzenminister henderfon zu ersuchen, den Vorsitz der AbrüslnuMkonferenz im Februar 1SZZ zu übernehmen........ Denn chenderson sich Vedentzeit zur Rücksprache mit fewen Rinrster« kollegen in London erbeten hat, so tst da««ohl nur formal«? Natur. Bezüglich des Orte» der Konferenz ist zwar noch k«in definitiver Bs» fchluß gefaßt worden, weil man höflichkeitshalber dem spanischen Außenminister Lerroux di« Möglichkeit last«« will, für Bare«» l o n a zu plädieren. Aber jeder weiß schon jetzt, daß die Wahl auf Genf fallen wird, da» inzwischen alle gewünschten Zusicherungen für Unterbringung, Besserung der Berkehrsmittel und Reduzie« rnng der horrenden Preis« gegebe» hat: daß diese Der» sprechungen eingehalten werden, wird allerdings vielfach bezweifelt. Di« Wahl chenderson» al» Borsitzender tst gewiß vom. Standpunkt derer, die die Konferenz nicht scheitern lassen, sondern«in« wirklich sichtbar« Herabsetzung der Rüstungen«rreichen wollen, die denk- bar glücklichste. Er ist vielleicht kein solcher„Fachmann� de» Ab- rüstungsproblem», wie der von Frankreich und seinen östlichen Bundesgenossen seinerzeit so stark empfohlene Dr. B« n e s ch. aber die Erfahrungen der letzten Jahre beweisen gerade in bczug auf die Abrüstung, daß Fachleute oft genug eine G e s a h r für die Erzielung positiver Ergebnisse bilden. Nicht nur als Sozialist, der sich seit Jahren, gestützt auf eine große Arbeiterpartei, für die Abrüstung eingesetzt hat, sondern auch als Außenminister der größten Weltmacht besitz! Arthur hevderson bel den Regierungen die Auloriläl und bei den werktätigen Aiassea da» vertrauen,«le kein anderer Staatsmann der Gegenwort, um est» konkretes Ergebnis allen Sabolageversuchen und widerständen zum Trotz zu erzielen. Sogar die Somselregierung Hot sich kürzlich für die Dahl Henderson» ausgesprochen, und damit dürste auch dem internatio« »alen Bolschewismus«in Agitationsargument aus der Hand ge» schlagen sein. Schließlich ist noch zu bedenken, daß die Schwierig« keitrn der künftigen Konserenz vor allem aus den Rüstungen zu Land« kommen werden. Di« Gegensätze in der Abrüstung zur See sind schon zum größten Teil durch die von Henderson geleitet« Londoner Konferenz des vergangenen Jahres aus dem Weg« geräumt worden. Nun ist England als Seemacht am ehesten in der Lage, einen Ausgleich bei den schwierigen Gegensätzen einer Abrüstung zu Lande herbeizuführen. Au» allen diesen Gründen kann Deutschland, kann auch der internationale Sozialismus den heutigen Natsbeschluß nur lebhaft begrüßen. Polizei und Wirischast. Sin Vortrag des Polizeipräsidenten Grzesinski. Auf dem P o l i z e i t a g der Vereinigung für polizeiwissenschast- lich« Fortbildung sprach gestern der Berliner Polizeipräsident Albert Grzesinski über„Die Polizei im Dienste der Wirtschaft". „Sicher ist", so sagte er,„oon allen Themen, die zur Tages- ardnung stehen, die Frag« Polizei und Wirtschaft deshalb besonders schwierig, weil sie die meistumstrittene ist. In der Literatur ist sie wenig behandelt, und Venn ich Bemerkungen grundsätzlicher Art nvrausschicke, so muß ich schon politisch werden. Denn die Frage Polizei und Wirtschast hat im Hintergrunde die größere Frage: Staat und Wirtschaft. Jeder Eingriff stört gewisse Freiheits- rechte in der wirtschaftlichen Betätigung, die nach der Berfastung zu den Grundrechten des Staatsbürgers gehören. Aber schon vor dem Kriegs hat der Staat dieses Grundrecht eingeschränkt. Der liberal« Staat war durch zwingende Gründe veranlaßt, die schrankenlose Wirtschaftsfreiheit einzudämmen, aus der eine Vernichtung der gesellschaftlichen Ordnung drohte, da sie wesentliche gesellschaftliche Funktionen nicht zu erfüllen vermochte. Die notwirtschastlich« Gesetzgebung, in der wir wghrend des Krieges und in den ersten Jahren nach dem Kriege lebten, und ohne die einem schrankenlosen Egoismus Tor und Tür geöffnet gewesen wären, wurde 1923 kodifiziert, und ich bedauere die gesetzgeberischen Schritte von 1927, durch die eine Aushebung erfolgte. Die Polizei als Kontrollinstanz für die N a h r u n g s m i t t« l v e r s o r g u n g. die Polizei in ihrer Eigenschaft als Bau- und Feuerpolizei ist heut« für die Gesamtheit schon etwas vollkommen Selbstverständliches, so daß bei irgendeinem Mangel sofort gerufen wird:„Wo bleibt die Polizei?" In den Fragen des Arbeitsschutzes gibt es Dinge, über, die sich kein Deutscher heute mehr den Kopf zerbricht. In den vereinigten Staaten aber hat der Oberste Gerichtshof ein Gesetz gegen die Kinderarbeit ausgehoben, weil e, gegen die Grundrechte der amerikanischen Verfassung verstoße. Ein Staat der USA. hatte ein Arbeitszeitgesetz über den Acht- st u nd e n t a g angenommen, auch dieses wurde als verfassungs- widrig aufgehoben. Mancher erreichte Fortschritt gilt bei uns als selbstverständlich, während er in andere« Ländern noch Gegenstand des Kampfes ist. Seit die deutsche Republik in ihrer sozialen Gesetzgebung an die Spitze aller Länder getreten ist. haben sich Pflicht und Möglichkeit zu Eingriffen im Interesse der Allgemeinheit in Recht« des einzelnen erhöht. Reu ist, daß der Schutz der wirt- fchastlich Schwachen vor dem Schutz des wirtschaftlich Starken steht, weil ein anderes Verfahren höchste Allgemeininteressen der Gesamt- bevölkerung gefährden würde. Der Redner ging dann im einzelnen aus die Nahrungsmittel- kontrolle, auf die Arbeit der Gewerb eaußenstellen, die Seuchen- bekämpfung, die auch beim Publikum zu Ansehen und Beliebtheit gelangte Tätigkeit der Verkehrspolizei, die Durchführung der Reichs- gewerbeordnung u. a.«in. Bei der Behandlung der Arbeit der Baupolizei betonte er, daß wir viele Bausünden früherer Zeit wieder gutzumachen hätten. Das Bestehen so vieler Mietkasernen, dos wohl heute oon allen als Sünde der Vergangen- heit anerkannt wird, legt der Polizei besonders ernste Pflichten auf. Es handelt sich nicht nur um Sonne, Trockenheit und Luft für die Bewohner, sondern auch um moralische und seelisch« Sicherheit, namentlich der Heranwachsenden. Grzesinski schloß: Von der Wiege bis zum Grabe steht der Mensch, hoffentlich meist im guten Sinne, unter Potizeiaussicht. Kein.wirtschaftliches und persönliches Gebiet bleibt unberührt. Dos erhöht die Anforderungen an die Beamtenschaft. Nicht nur Pflicht- treue und Eifer, nicht nur reiches Wiste» sind not. Ein verstehender. freier, ausrechter Mensch, der halsen und fordern will, ist das wichtigste. Der Mensch ist und bleibt da« Maß aller Ding«, aber erschrecken wir nicht vor der Größe der Ausgab«, fondern meistern mir sie in dem Bewußtsein, daß schwer« Zeiten immer ganze Männer gefunden haben." Der Nachmittag war einem Vortrag„Die Technik im Dienst« der Polizei" gewidmet, den Professor P a« t s ch vom Polizeiinstitut für Technik und Verkehr hielt. Eine Besichtigung von Vorführungen der Firma SIen,«ns u. Halste über Verkehrsfignolanlagen. Fern- fchrechoerkehr. Chiffriermöglichkeiten u. a. schloß sich an. (Kxminisier als Angettagier. Der französische Genat als Staatsgerichtshof. Varl«. 19. Mai.(Eigenbericht.) Der Senat, der sich am 2. April auf Antrag der Kammer al» Staatsgerichtshos konstituiert hott«, um die in dem Oustric- Skandal kompromittierten früheren Minister P ä r« t, B e s- nard, Vidal und Fabre abzuurteilen, trat am Dienstag- nachmittag unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Renault zu feiner zweiten Sitzung zusammen. Di« Tribüne war schon lange Zeit vor der Eröffnung der Sitzung bi» auf den letzten Platz besetzt. hauptsächlich von Frauen. Inmitten lautloser Stille wurden die vier Angeklagten mit ihren Verteidigern in den Saal zur Anklage- bonk geführt. Nach dem Personaloerhör verlas der Generalstaats- anmalt die umfangreich« Anklageschrift, die zu der Schluß- folgerung kommt, daß sich per«! al» Flaanzmlnister und al» Zustlzminister»n persönliche« Interesse für eine Varlei entschieden hat und Rechlsberaker in einem privaten Unternehmen gewesen ist. dessen lleberivachung ihm oblag. Die übrigen Angeklagten«erden der ZMltälerschast beschuldigt. Die Kompetenz des Staatsgerichtshofes werd« al» erwiesen an- gesehen, aber«in« ergänzende Untersuchung für not- wendig erachtet. Der Verteidiger Pärets erklärt«, sein Klient Hab« sich keines Vergehens schuldig gemacht, da die Oustrie-Bank wie all« privaten Banken nicht unter der Kontroll« de« Finanzministers stehe. Ebenso erscheine ihm die Anklage nach Artikel 183 nicht gerecht- fertigt. Dieser schon 125 Jahre alte Text sei noch niemal» ange- wandt worden. Der Artikel setze außerdem die Absicht«ine» Vergehen, voraus, die man bei dem Angeklagten nicht feststellen könne. Di« P-r«t vorgeworfenen Vergehen existierten also nicht, und er müsse gegen die Anklageschrift protestieren. Cr beantrag« ober den sofortigen Beginn de» Prozesses, damit lein Klient nicht weiter unter einer furchtbar« Anklag« steh«, die kein« Berechtigung Hab«. Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung gab Pöret«in» Erklärung ab, in der«r die ihm vorgeworfenen Vergehen als absurd bezeichnet« und die Richter bittet, ihn sofort abzuurteilen, damit er so schnell wie möglich seinen Platz inmitten seiner Kollegen wieder einnehmen könne, derer er nicht unwürdig sei. Dann protestierten auch die Verteidiger der drei übrigen An- geklagten gegen die ihnen vorgeworfenen Vergehen. Oidenburger Landtag am 10. Zvni. Wie die Pressestelle de» oldenburgischen Staotsministeriums mitteilt, wird der Landtag zum 1 0. S»l»i»ivberufen axrden.___ Der„Angriff" muß zahlen. Stennes-Monnen gegen Hitler.- Die Opfer der berliner Revolte klagen. Di« Angestellten de»«Angriff" aus der NSDAP., die nach dem Sieg« Hitler» über Stenn«» fristlos entlassen wurden. klagten beim Arbeitsgericht gegen ihre Entlassung. Elf Anhänger von Stennes traten als Kläger auf. Ihre Freunde füllten den Zu» Hörerraum. Die Richtung Hitler wurde repräsentiert durch die Der- treter der Beklagten und ihre Zeugen. Feindselige Aeußerungeu gegen diese aus dem Zuhörerraum mußten durch den Vorsitzenden mehrmals gerügt werden. Al» aber da, Gericht sich zur Beratung zurückgezogen hatte, da gab es kein Holten mehr. Den Anfang macht««in Zuhörer, der dem Pripatsekretär de» Dr. Goebbels «inen«Lausejungen" an den Kopf warf. Andere Leute aus beiden Lagern mischten sich«in. Den Schimpsworten folgten Drohungen. Einig« besonders erregte«rauh« Kämpfer" forderten ihre Gegner auf. herauszukommen und ihre Gegensätze draußen zum Austrog zu bringen. Als das Gericht wieder erschien, hatten sich die Gemüter soweit beruhigt, daß die Verhandlung nicht gestört wurde. Im Gegensatz zu der Kampsstimwung der Zuhörer ging«» vor dem Richtertiso, recht friedlich zu. In mehreren Fällen wurden außergerichtlich geschlossene vergleiche protokolliert, in anderen Fällen stehen Vergleiche in Aussicht. Einem Kläger, den die Be- klagten als Büroboten bezeichneten, den da, Gericht aber als kaufmännischen Angestellten anerkannte, wurde da» Geholt für April. Mal und Juni zugesprochen. Zu diesem Fall« wurde Schimmel» mann. Privatsekretör bei Dr. Goebbels, vernommen, der unter anderem sagt«:„Ich habe den Kläger beobachten lassen und fest- gestellt, daß er im feindlichen Lager steht." Dies« Angab« wurde durch kräftige»«P sui Deibel!" au» dem Zuhörerraum beantwortet. Der Votenmeister des„Angriff" fordert« außer Bezahlung der Kündigungszeit auch Bezahlung von lieber stunden,«ovo« er täglich 3. 4. auch 5 machen mußte. Cr ist der Meinung. daß ein„sozialistische? Betrieb", wie es der«Angriff" sein wolle, keine unb-zahlte Arbelt von seinen Angestellten verlangen dürfe. Stodtoerordnetor Engel, der den beklagten„Angriff" nertrat. er- klärte es dagegen für„Parteipfltcht",. daß«in Angestellter ein«, Pqrteib«trieb« Ueberstunden ochne Bezahlung zu machen habe.(Ganz«i« bei der KPD.) Da« Gericht sprach dem Kläger die llederstmchenbezahlllng zu, ebenso die Bezahlung der Kündigungszcit, weil der Parteiwechsel eines Angestellten in einem Parteibetricbe kein Grund zur fristlosen Entlassung sei. Aelagemngszustand aufgehoben. In Madriv.— Bischof ausgewiesen. Madrid. 19. Mai.(Eigenbericht.) Der Belagerungszustand für Madrid. Stadt und Pro. vi n z. wurde am Montagabend aufgehoben. Mit dem Wieder, erscheinen der kleritol-ronservotioen Zeitung„Debate" ist für heut« zu rechnen: gegen das zweite verboten« Blatt„ABC" ist eine G«. richtsverhandlüng im Gang«,«s wird auch weiterhin nicht er, scheüien. Der Bischof von Vitoria verließ aus Aufforderung des Innen» Ministers am Montag Spanien und begab sich über die französisch« Grenze. Der Bischof hotte trotz verschiedener Warnungen immer wieder monarchistische Propaganda in schärsster Form getrieben und vor kurzem sogar in monarchistischen Geheimversamm» hingen präsidiert. Der Bischof von Malaga ging in Gibraltar an Bord«ine» Schiffe», da, ihn nach Italien bringen soll. Der Be» kagerungszustand in den ondalusischen Bezirken dauert noch an. Die sozialistische Parteileitung. Julian B« st« i r o, der Vorsitzende. Andräs S a b o t i t, dev Eekretär, und ander« Mitglieder der Exekutive der Sozialistischen Partei Spanien, haben im Februar d. I. ihr« Funktionen nieder, gelegt.„El Sociolista"(Madrid) berichtet nun. daß nach der fir» wohl sich di« Exekutive au» solgenden Mitgliedern zusammensetzt: Borsitzender Remigio Ca b e l I o, Borsitzenderstellvertreter Fron- ciseo Largo Caballero, Sekretär, Kassierer Manuel A l b o r, HUsssekretär Antonio Feimandez Quer, Schriftführer Weneeslo» Carrill, Beisitzer Fernando d» l o» R i o», Lnastasio de G r a» c i a, Manuel C o r d« r o, Antonio Fabra R i b a s. Manuel B l« gil und Franeiseo Azorin. Reichsdeutsche Presseverireler bei Bürgermeister KeiH. Dst Teil, nehmer an der Tagung des Reichsoerbande» der Deutschen Press« wurden von Bürgermeister Seitz im Rathaus empfangen. B«i dem Empfange waren der deutsch« Gesandt« Dr. Rieth, di« städtischen Funktionär«, viele Persönlichkeiten de» öffentlichen Leben« und zahl» »ich« Vertreter der Wiener Presse erjchieilen. GENOSSENSCHAfT BERlINu. UMGEGEND E.G. M B H Reisen, Wanderungen und Wochenendfahrten führen den Berliner wieder hinaus in die freie Natur. Wir erinnern daher an unseren und empfehlen für die Sommertage ganz besonders: «• figC-Sporfltonscrvcn fertige Gerichte, in der Dose aufzuwärmen Preis je Dose Sdiweinesduaiize mit Sauerkraut____(ESO Kasseler Rippenspeer mit Sauerkraut. 1.15 Garnierfes Sanerkranl> paarwerstchen A Q. und 2 Scheiben Pökelkamm............. v.05 Erbsen mit speck..... 1.25 0.05 Weifte Bohnen mit speck........... 0.65 Linsen mit Rauchfleisch..........1.25 0.05 rtOhrrflbCn mit Schweinefleisch.....1.25 0.05 FilelOonlasdi................. ILO RtnüsOonlastfi............. 24*0 1.00 GEG'FIcisdiKonscrvcn Preis je Dose Leberwurst............. 0.50 Thfliinger Blntwnrsf...... 0.55 Odisenntanisalaf......... 0.55 Süiweinsohren.......... 045 BodtwOrsfe. Beiihsfeft- wOrsfdien. 1.35. 1.05. 0�5 0.80 Schlnkenwfirsfihen 3 paar____ 135 Deiikateftsfllze.......«.«o 035 GEfi-Flsflilionservcn Preis je Ctose Rollmöpse'/.Liter.......... 0.60 Bratheringe>/, Liter........ 0.00 BismardiherlnOe v, Liter____ 0.00 Heringe IN Gelee, v. Liter....... 0-00 Pöring. Oelsarainen...... 030 Norweger SildOlsardlncn.. 0.45 Appeilfsüd.............. 0.65 Znam ABnHogltCT»: Erbswürste iso g........ stuck 032 GEG'Fielsdibrfihwflrtcl s s s k O lS Snppenwürsf e„o...... stuck 035 klaggis Suppenwürfel. wartei 0.10 Brennspiriins in Relsepadtnng einsdiL Biedikanlsicr 0.93 Sd«d» ogitScMKglim: Sfndenfehlniler i. 0 40 Nnxopasfen... Paket von 030 bis 030 GEG'SdlOkOladeni00-g-TafeI von 0.25an ErfrisdinnOsbonbonsv.pfd.vonO.15an Bananen, Aepfel, Zitronen I Zigarren, Zigaretten, Rauchtabake in vielen Preislagen! Malilornfsdie Rosinen 2�� 035 flalagaroslnen 0.«eme, aoo-g pak.0.45 Badtpftanmen soo-gpaket____ 0.00 keigenbananen° l« � 030 Z—r Eriragdiirog: HimbeersaU 1« m. m m 17a 0.70 Erdbeersall. KirsdisaU. 1». pu. m ua, i.28 0.70 Orangeade. Flasche 14 0 0.85 ... Flasche 0.95 Erhältlich in sämtlichen Lebensmittel-Abgabestellen 'tVindfacken/ Stucksäcke/ Siarienluschen/ Seidkocher/ Seld- [laschen/ Trinkbecher usw., kurzum alle Ausrüslungsgegenslände für den Stets e- und IVandersporl filhren wir iu unseren 'Warenhäufern: Sterlin S, Oranlenslrafte ißilhes Sterlin St, Steinidtendorfer Slrafte 21 Die Abgabe der Waren erfolgt in der nur an Mitglieder Dl« Mitglieds choft kann von federmann erworben werden Aufnahmegebühr 50 Pfennig Mitglieder• Autnahmen werden in sämtlichen Abgabe- steilen der Konsum-Genossenschaft Berlin vollzogen All denen, die unserm lieben Erich die letzte Ehre erwiesen und seinen Sargf mit den herrlichen Kränzen schmückten, sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank.» Familie Franz Heinize. Oentsdier Metallariieiier-lfeM Verwalhmgssfeilc Berlin Todesanzeige Dm Mitgliedern jur Nachricht, baß unjer Kollege, der Klempner kicdsrä Wilde am 13. Mai gestorben ilL Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 2t. Mai. 73'.- Uhr, von der Leichenhalle des stentraiiriedhofes in Friedrichsjelde aus stau. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am L Mai starb unser Kollege, der Former Karl Bomanzig Am 13. Mai starb unser Kollege, der Dreher Mar Klage geb. 9. Otto der 1854. Am 13. Mai starb unser Kollege, der Schmied Emil Schweiger Die Beisetzungen haben bereits statt- gesunden. Ehre ihrem Andenlea! Die OrtivervaUang KrDgar 5 Lathen PiaimNilirik »ZW fiiZiiiWistr.lOB 107 2 Kia.v. Iii. iaiDtvitrbrSdu Biumenspenflen Jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Mover Mariannenstr. 3 FS, Oberbaum 1303 EIS1 schränke elektrische Kühlschränke Bis zu 18 Monatsraten Vaddalz — Berlin W 8. Leioiiqer Str. 12Z-123 & G. WMWIlzMl'Mzill! Die Bettranen«mannet:- Konferenz Oer Schaiffardetfer fällt in diesem Monat aus. Zar Beachtung! Der Pstngstsetertage wegen bleibe« bie Biiroräume am Montag, dem 25.. und Dienstag, den 2£>. Mai 1931, geschloffen. Am Sonnabend, dem 23. Rai ist um >3 Uhr Bilroschluß. »omöopstkie kies. »ms.-. tzilL-, Mg«»-. Darm-. Rtrx-. Innere a.liarvenl..| itca>r Mttnisir. 9. Bahaidi. nur 2 M. LvSCI 3-2.4-7.stg. HO Qtei JUERGENS Alexanderplatz Neue Königatr. 43 ■ Zum Pf in�stf f tzamerstraße 74 Banhonlous. Lanoc-Uhlig, weit- berühmt. Fabril- lager. Fabrilpreise. Teilzahlunaen, kleine Anzahlung. Mustlweigel. Adal- bertstraße 91.' »saio Anoden, Neunziger 4,— Lundertcr 4�50, SparrShren 2,—. Schönleinstraste 2.* Fahpradep Balloarenuer. Ballonwuren-, Bai- loirdamen. Maichi» neu 58.—. 55.—- 75,—. Original- Brennabor» Ballon- räder 85�-. Mach- now. Weinmeistcr- straste 14__ 130 gebrauchte Fahrräder. 15,—. 20,- 23— 30-—. Machnow Weinmcisterstr. 14. Fahrraddecken 2-—, Schläuche 0.80, Pedalen läd, Bor- berrader 3,50. Re. paraturen billigst. Sckänlei nsiraste 2.' Fabrifnen« Fahrräder, 36,—, 39,—, 45.-. Machnow, Wein- meiNerstraste 14. NZiunszekiiaea Littauer. Nähmaichine« für Haushalt und olle Gewerbe. Preis- adbau. 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Die verwollllagsmähige Durchführung der neuen Gefehes- bestimmungea über die Verwaltung Berlins bringt in eiuer c.anzen Reihe von Fällen Abweichungen von dem bisher üblichen vermal- tuogsverfahreu. Das trifft besonders bei der Z u fl ü n d i g r' e> t s- frage zu. so dah es einer genauen Prüfung bedarf, ob für An- gelegenheiten, die bisher regelmäßig dem Magistrat zur Beschluß- fassung vorgelegt wurden, auch in Zukunft eine Vorlage an den Magistrat notwendig ist. In einer neueren Rundverfügung nimmt der O b e r b ü r g e r- m e i st e r Stellung zu der wichtigen Frage, wie sich das Ver- hältnis zwischen der Zentrale und den Bezirken in der neuen Verfassung praktisch gestalten wird; er weist in diesem Zu- sammenhange darauf hin, daß ihm die gesetzliche Pflicht obliege, künftig gemeinsame Besprechungen des Magistrats mit den Bezirksbürgermeistern abzuhalten. Diesen Zusammenkünften, die ein vertrauensvolles und reibungsloses Zusammenarbeiten der Zentralverwaltung mit den Bezirksverwalwngen sicherstellen sollen, legt der Oberbürgermeister ein ganz besonderes Gewicht bei. In diesen Besprechungen sollen insbesondere solche Fragen erörtert werden, die sowohl für die Zentrale als auch für die Bezirks- Verwaltungen von Bedeutung sind, wie etwa Berichte über die Finanzlage, über den Eingang von Steuern sowie Vorschläge zu allgemeinen Organisations-, Personal- und Geschäftsordnungsangc- legenheiten. Auch rein zentrale Angelegenheiten, die im Zu- sammenhang mit bezirklich zu regelnden Fragen stehen, oder ihrer besonderen Bedeutung wegen nicht ohne Rückwirkung auf die ge- samte Finanz- und Wirtschaftspolitik der Stadt bleiben können. sollen zur Erörterung gestellt werden. Ebenso bleibt die Vorschrift des alten Gesetzes in Krast, noch welcher die Vorsitzenden der Be- zirksämter vor der Beschlußfassung des Magistrats über den Haus- haltsplan, über die Abgrenzung der Derwaltungsbefugnisse zwischen den städtischen Körperschaften und den Bezirksverwaltungen und endlich über die Einsprüche bei Beanstandungen in gemeinsamer Beratung zu hören sind. Es werden demgemäß die Haushalts- wünsche der Bezirk« und auch di« ost strittigen Kompetenzfragen .zwischen der Zentrale und den Bezirken in den gemeinsamen Bürgermeister-Konferenzen. die regelmäßig am ersten und dritten Mittwoch jeden Monats stattfinden sollen, zum Austrage kommen. Heute findet die erste wichtige gemeinsam« Besprechung des Magistrats mit den Bezirksbürgermeistern statt, bei der der Bor- anschlag der für die Verwaltungsbezirke im Haushaltsplan der Stadtgemeinde Berlin bereitzustellenden Mittel Gegenstand der Beratung sein wird. Aus dem Städtebauausschuß. Der Städtebauausschuß, ein Unterausschuß des Stadt- gemeindeausschusies, beschloß in seiner letzten Sitzung die Aufhebung des Fluchtlinienplanes für di« Verbreiterung der Budapeftcr, Hitzig-, Tiergarten- und Lcnnestraße im Bezirk Tiergarten. Ebenso wurde der Fluchtlinicnplan zur Frciflächenausweisung der Friedhöfe an der Bergmann-, Jüterboger, Eolzener und AAlichauer Straße im Bezirk Kreuzberg aufgehoben. Für die Grunewald st raß« zwischen Schloß- und Rothcnburgstraße im Bezirk Steglitz war im Jahre 1926 von der Stadkerordnetenversammlung ein Flucht- linienplan angenommen worden, durch den zur Verbesserung der Uebersicht an der Kreuzung Schloß-, Grunewald- und Albrechtstrahe sowie zur Schaffung eines Autoparkplatzes die Vorgärten in der Grunewaldstrahe teilweise aufgehoben werden sollten. Zluch dieser Fluchtlinienplan soll nach den Beschlüsien des Städtebauausschusies aufgehoben werden. Das gleich« gilt für den Freiflächenplon bezüg- lich der Paulsen-, Treitschke-, Friesen- und Schildhornstraß«, eben- falls im Bezirk Steglitz._ Die Bewag bleibt bestehen. Die Berliner Städtische Elektrizitätswerke A.-G. bitten uns, folgendes mitzuteilen: Durch die zahlreichen, zum Teil irreführen- den Pressemeldungen im Zusammenhang mit der Nemjründung der Berliner Kraft- und Licht-Aktiengesellschast ist in den Kreisen der Abnehmer die Vermutung aufgetaucht, daß die neu« Gesellschaft an die Stelle der Bewag treten und deren Rechte und Pflichten über- nehmen würde. Demgegenüber wird darauf aufmerksam gemacht, daß es sich bei der Neugründung um eine Gesellschaft handelt, di« in keinen direkten Verkehr mit den Verbrauchern trUt. Die Bewag bleibt also in der alten Form bestehen. Es ändert sich weder ihr Name, noch ihre Orgamsation. Autodiebe überfahren Arbeiter. Wage« L\SS�92. Durch die Schuld von raseudeu Autodieben wurde am DieustagfrSH gegen 6 Ahr ein schwerer Anfall hervorgerufen. Zwei Zimmerleut«, der 22 Jahre alte Alfred Lahn aus der Marksteinstr. 9 in Steglitz und der 63 Jahr« alt«..Fritz K o ch, der in der Stephanstr. 4 in Steglitz wohnt,.-ivarea,.geweiu>»lp auf dein Wege zur Arbeit. Am Bachstcdtcr Weg, an der Ecke des Hohenzollerndammcs, wurden sie von einem in schnellster Fahrt daherkommenden Privatwagen gefaßt und zu Boden ge- schleudert. Der Führer des Wagens, der sehr unsicher fuhr, kümmerte sich nicht um die Opfer seiner Raserei, sondern jagt« weiter. /Passanten riefen ein«n Rettungswagen herbei, der die Schwerverletz- ten nach dem Krankenhaus in der Achenbachstraße brachte. Kach und Lahn haben schwere Fleischwunden, Arm- und Beinbrüche davongetragen. Augenzeugen des Unglücks hatten die Nummer des schuldigen Wagens gemerkt. Es war ein Wagen I 58 192, eine dunkelblaue Limusine. Wie festgestellt wurde, ist dieses Auto am Montagabend zwischen 10 und 11 Uhr vor dem Hause Bennig?- dorfer Str. 12 gestohlen worden. Anscheinend haben die Diebe mit dem Wagen Berlin verlassen, denn bisher ist er noch nicht wieder aufgetaucht. Todesopfer einer Käfevergistuug. Drei Kiader gestorben, vier Erwachsene erkrankt. Osnabrück. IS. Mai. Die die Polizeidirektlov mUteilt. find in einer Familie in S l o ck n m nach dem Genuß von Käse sieben Personen, drei Sinder und vier Enpachsen», unter Vergiftungserscheinungen er- krankt. D r« t-K imde-r fl u d b«reit»« V c n. Zwei Erkrankte sollen sich aus dem Wege der vefferung befinden, während zwei in Lebensgefahr schweben. In der Badeanstalt ertrunken. In der Badeanstalt Weißense»« ertrank gestern beim Schwimmen der 22jährige Arbeiter Kurt S ch i r m« r aus der Naugarder Straße 16. Vermutlich ist Sch. in erhitztem Zustande ins Wasser gesprungen. Er hatte kaum einige Schwimmstöhe getan, als er plötzlich lautlos untersank. Der Vorfall war bc- obachtct worden, und schon nach wenigen Minuten tonnte Schirmer an Land geholt werden. Die angestellton Wiederbelebungsversuch« blieben jedoch ohne Erfolg. Ein Arzt stellte den Tod infolge Herzschlags fest. Hilflos umgekommen! Eine Frau nach 4 Monaten im Grunewald aufgefunden. In» Jagen 83 des Grunewaldforstes, in nächster Nähe des Bahnhofes Grunewald, machten Spaziergänger am Dienstag nachmittag einen schaurigen Fund. Dicht am Rande einer Schonung stießen die Leute auf die völlig verweste Leiche einer älteren Frau. Die Polizei stellte an Hand vorgefundener Papiere fest, daß es sich bei der Toten um eine 63jährige Frau A l b r e ch t handelte, die bis zum Herbst vergangenen Jahres in der Waldemarstraße 2 gewohnt hat. Die alte Frau meldete sich damals polizeilich ab und zu Bekannten erzählte sie, daß sie nach außerhalb wolle, um dorr vielleicht Beschäftigung zu finden. Die Leiche hat nach dem ärztlichen Untcrsuchungsergebnis ungefähr vier Monats am Fundort gelegen. Der Tod ist offenbar durch Erfrieren eingetreten. Da man neben der Leiche einen kleinen Beutel fand, der zahl- reiche Ein- und Zweipsennigstückc enthielt, wird von der Polizei vermutet, daß die alle Frau wieder nach Verlin zurück wollte, ihr aber das Fahrgeld gefehlt hat. Wahrscheinlich hat sich die Bs- dauernswerte bis kurz vor Berlin durchgebettelt, wo sie dann vor Erschöpfung in der Schoimng hilflos zulfammenbrach und den Tod durch Erfrieren fand. Die Goldschätze der„Tubantia". Hebeschiffe auf der(Suche noch 20 Millionen Goldmark. London, 19. Mai. Das Rätselraten über die Absichten des Hebeschiffes„Re- c l a i m e r*, das den Hafen von Sunderland am Sonnabend mit geheimer Bestimmung verlassen hat. ist nunmehr durch die Er- klärung der Reeder beendet worden, daß die Expedition der Hebung der G o l d v o r r ä t e gilt, die sich an Bord des 1916 in der Nordsee untergegangenen holländischen Dampfers „T» b a n t i a" befanden. Di«„Tubaniia" halte 20 Millionen Mark in Gold an Bord, die iu«ioer Ladung Holländer Säfe versteckt waren und angeblich von der deutschen Regierung zur Hebung des deutschen Kredits nach Südamerika bestimmt waren. Sollte die Expedition erfolgreich verlaufen, so wird auch die Frage geklärt werden, ob die„Tubantia", die in einer Tiefe von etwa 40 Meter liegt, durch ein U-Boot oder durch eine Mine versenkt worden ist. Neues Fernsprechamt Tiergarten. In der Nacht zum ZI. Mai wird di« Vermittlungsstelle mit Selbstanschlußbetrieb Tiergarten in Betrieb genommen. Sie übernimmt einen Teil der Anschlüsse der Vermittlungsstellen Fraun- hofer, Hansa, Moabit, Steinplatz und Wilhelm. Es empfiehlt fickz, vor jedem Anruf eines Teilnehmeranfchlnlfes dieser Vermitllungo- stellen im Fernsprechbuch nachzusehen, vd der Teilnehmer etwa eine neue Anschlußbezeichnung erhalten Hot. Schwere Strafe»» für Briefkasteumarder. Jp dem, Prozeß gegen düt Briestastenmarder Erich® rabo l l- und.Franz S w i n k a-, der das Schöffengericht Eharlottenh�rK�Kit Donnerstag beschäftigte, wurde das Urteil gefällt. Die beiden schon schwer vorbe st rasten Angeklagten hatten Ende vorigen Jahres in Charlottenburg und Wilmersdorrf eine große Anzahl von Briefkästen gewaltsam aufgebrochen und ihres Inhalts beraubt. Die in den Briefen vorgefundenen Schecks hatten sie gefälscht und bei Banken und auf dem Postscheckamt in Zahlung gegeben. Das Schöffengericht verurteilte Grabolle zu drei Jahren Ge- f ä n g n i s und Ewinka zu zwei Iahren sechs Monaten Gefängnis, und zwar wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen schweren Diebstahls, schwerer Urkundenfälschung und Betruges. Reue Sparkasseunebeustelle in Pankow. Die Sparkasse der Stadt Berlin hat im Berwaltungsbezirk Pankow eine neue Neben- stelle eingerichtet. Sie befindet sich Pankow, Hartwigstr. 108, und wird von Frau Hedwig Hall, geb. Rau, Feinkostgcschäft, verwaltet. Roman an« dem UngarisdieB von Alexander von Saeher-Masoch. Dann setzte Mister Jack selbst den Affen auf eines der Regale im Büro des Kaufmanns und befestigte die dünne Stahlkette an einem Nagel. Schließlich küßte er seinen Kopf, wie früher so oft, und drückte dem klugen, kleinen Tier die Hand. Das schien die Trennung zu ahnen, denn es sprang Mister Jack noch einmal um den Hals und drückte ihm einen Kuß auf die Wange. Komisch, daß jetzt unter den Anwesenden keiner mehr lachte. Dann sah sich Mister Jack im Laden um und begann ein- zukaufen: Schinken. Dosen mit kandierten Früchten, versiegelte Flaschen in großer Menge. Das ganze machte fünf große Pakete aus. Schließlich bezahlte er, nahm die zwei größten Pakete unter den Arm. übergab die drei kleineren Freddy, von denen ich eines übernahm und dann traten wir aus dem Laden. Ich sah, wie Mister Jack, aus dem Laden tretend, noch einmal auf seinen Affen zurücksah. Er tonnte dann lange erzählen, es sei vom Windstoß, der uns draußen empfing daß seine Augen plötzlich zu tränen begannen, ich wußte genau, was ich davon zu halten hatte. Auf dem Heimweg spaßte er in übertriebener Weise, als wolle er uns glauben machen, daß er noch nie so guter Dinge gewesen sei wie gerade heute. Sie erzählten jetzt offen mit Freddy, daß sie den Affen wegen der Taufe verkauft hatten, Vorstellungen seien setzt sowieso keine, und dort, wohin sie gingen, brauchten sie keinen Affen. Aber sie nahmen mir doch das Versprechen ab, daheim nichts von alldem tzu er- zählen, was ich sah. Am Nachmittag waren meine Eltern noch beim An» kleiden, als zwei Wagen vor unserem Hause hielten. Die brachten die Gesellschaft zur Taufe. Auch die hatte Mister Jack bestellt. Und auch beim abendlichen Festmahl konnten sich die be- scheidenen Käse- und Mohnkuchen meiner Mutter neben Mister Jacks vornehmen Puddings und Torten verstecken, von denen meine Eltern nicht einmal wußten, wie man sie essen mußte, ob mit dem Messer oder mit der Gabel? Damals trank ich zum ersten Male in meinem Leben Champagner. Und damals aß ich zum ersten, aber auch zum letzten Male Hummer. Denn auch meine Clteni verdarben sich gründlich den Magen, und so revanchierten sich die Ko- mödianten für unser berühmtes Schlachtefest. Und so geschah es, daß die Taufe des kleinen Komödi- antensprößlinas wieder nicht durch unser Zutun» sondern durch Mister Jacks Affen, ein glänzendes Fest geworden war. Zweiundzwanzigstes Kapitel, bringt Abschied und Tränen. Als aber dos Fest vorbei war, rückten die Sorgen der Komädiantenfamilie noch mehr auf den Leib. Trotz Mister Jacks ulkigen Tröstnerfuchen. Auch die entbehrlichen Gegenstände gingen schon sehr zur Neige. Es war Mitte Januar und fror, was das Zeug hielt. Auch meine Eltern sprachen bereits ein oder das andere Mal unter sich davon, daß es vielleicht doch nicht vernünftig war, diese Hergelaufenen in unser Haus aufzunehmen, ja, sogar es bis zur Gevatterschaft kommen zu lassen. Die Schadenersatzsumme nahm stürmisch ab. Und im gleichen Verhältnis damit begann auch die Familienstimmung äuf ihr altes Niveau zurückzusinken. Es kam wieder häusig vor, daß unser Heim von meines Vaters lauten Zänkereien widerhallte. Meine Mutter weinte oft, und wir plärrten, wenn mein Dater Uns eine oersetzte. Jetzt wirkte nicht einmal mehr Mister Jacks freundliche Grimasie auf meinen Vateb. Auch Mister Jack bekam manch- mal solche Ungereimtheiten zu hören, daß es vielleicht oft gor nicht mit der Geduld gelangt hätte, hätte nicht der Zwang die Komödianten an unser Haus gefesielt. Ja, es war bereits zu befürchten, daß eines schönen Tages mein Vater die Künstler einsach answaggonierte, die er selbst in unser Haus gerufen hatte und deren Stolz auch jetzt noch jeden Zwist mit uns«ernned.:',.■«,..v... � Die Direktorsleute waren sich bereits über unsere Fa- milienverhältnisse im klaren. Auch der Herr Direktor und Frau Griselde vermochten sich schon schlecht und recht mit meiner Mutter verständigen, und meine Mutter klagte ihnen ost ihr Leid. Ueberhaupt hatten sich meine Mutter und unsere Mieter so lieb gewonnen, daß jedesmal, wenn mein Bater von Hause fortging, so gute Laune herrschte wie in den besten Zeiten. Nach Regen Sonnenschein. Freddy, ich, meine Schwester? Geschwister können festen so gut zueinander stehen wie wir drei. So standen die Dinge, als eines Tages der Postbote Mister Jack zwei Briefe übergab. In einem verständigte ihn sein Freund, daß jenes Haupt- städtische Orpheum die fliegende Familie engagiert habe. Aus dem andern Brief zog Mister Jack ein dickes Paket Bank- noten hervor, den Reisevorschuß. Brauche ich zu erzählen, wie groß die Freude der Komö- dianten war? Mister Jack zupfte die Gitarre, aber diesmal sangen auch Frau Griselde, Freddy und der Herr Direktor mit. Damals hatte ich noch sehr selten mehrstimmigen Gesang gestört. Diese Töne preßten mir— auch wenn es sich um die lustigen Couplets handelte—, in schmerzlicher Glückseligkeit das Herz zusammen. Es war eine zarte, ferne Trauer darin. Der Schrei der Zugvögel im Himmel klang so. Es war ja auch das Abschiedslied dieser Allerweltskinder. Dieser war unser letzter, gemeinsamer Abend. Am nächsten Tag war unser Herrenzimmer schon voll Holzwolle und Papierresten. Der Wagen stand schon vor- mittag in unserem Hof, um die zusammengeschrumpfte Habe unserer Mieter fortzuschaffen. Meiner Mutter und Frau Griselde kollerten die Tränen über die Wangen herab, als sie sich zum letztenmal umarmte» und meine Mutter den kleinen Täufling küßte. Der Herr Direktor versuchte immer wieder, meiner Mutter die Miete aufzudrängen, aber sie wollte nichts davon wiflen. „Also gut!" sagte endlich Mister Jack,„Frau Gnädige werden sein sehr viel zornig deshalb. Ich und meine Schwester begleiteten unsere Freunde bis zur Bahn. - er i»tt------- g- v* Pfadfinder der Republik. Wie republikanische Jungen zu werben verstehen. Die Jungen vom Deutschen Republikanischen Pfadfinderbund haben schon ein paarmal gezeigt, daß sie es verstehen, ihre Veranstaltungen frisch und lebendig auszubauen und mit dem Geist ihrer Gemeinschaft zu erfüllen. Dabei sind sie niemals romantisch-sentimental, sondern keß, radikal angriffslustig — echt jungenhaft: aber stet» verantwortungsbewußt in dem Be- streben, an der Besserung der Zustände mit allen Kräften mit- zuarbeiten. Im Schwechtensaal zeigten sie jetzt eine kleine Reoue: „Das Produkt, eine Wandlung in 17 Stationen." Die Wand- lung eines in seiner spießbürgerlichen Umwelt zugrunde gehenden Jungen vom verzogenen Lieblingssohn der Mutter zum Pfadfinder. cherrlich, wie sie die einzelnen„Stationen" darstellen. Der ver- ständnislose Lehrer, die an alles andere als an ihren Schulbetrieb denkenden, überspannten Gymnasiasten, das Saufstudentum. die weltfremden, naturschwärmenden Wandervögel, die nationalistische Wehrjugend, das Kraftineiertum des Nur-Sport-Betriebes wurde dem natürlichen, selbstverständlichen Leben der Pfadfinder entgegen- gestellt. Fröhliche Kameradschaftlichkeit, Hilfe dem Mitmenschen— dieser Grundgedanke der Pfadfinderbewegung, zum Schluß Im „Bekenntnis" ausgezeichnet vorgetragen, lag der ganzen Aus- führung zugrunde. Die einzelnen Bilder dieser Revue waren mit Witz und viel Geschick verfaßt und gespielt; einzeln« Darsteller waren sogar außerordentlich gut, so die Jungen, die die„Tomedian Hamomsts" in gelungener und lustiger Weise imitierten. Im ganzen aber war das Stück ein Ergebnis fruchtbarer Kollektiv- arbeit: die einzelnen Mitarbeiter stehen in der Gemeinschaft, aus deren Geist das Wert entstanden ist. Ein Name aber verdient be- sonders genannt zu werden, Alfred Rosolleck, der Bundeskanzler des Republikanischen Pfadsinderbundes, dem die musikalisch« Einstudierung und Leitung oblag und der auch einen Teil der Musik geschrieben hat. Seine hingebungsvolle Arbeit spürte man in dem Stück, das durchaus verdient, einem größeren Kreise vor- geführt zu werden. Haus der Frau aus der Bauausstellung Käthe Kollwih wird preisgekrönt. Neuzeitliche Bau- und Wohnkultur sind Gebiete, die aufs engste mit dem IMereffenkreis der Frau verknüpft sind; ist es doch die Frau, die dem Heim ihr« persönlichste Note verleiht und alles daran setzt, jene Wärme und Harmonie zu schaffen, die dann in Verbin- dung mit architektonischem Geschmack und Können den Begriff „Wohnkultur" verkörpert. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, schuf man also auch der Frau, als Hauptträgerin des Heim- gedankcns, ihren Tempel. Das Haus„Ring der Frauen", von Peter Behrens als geschmackvoller Rundbau geschaffen. soll dazu dienen, dem gesamten Interesienkreis der Frau ein Heim zu bieten. Neben der Pflege der Geselligkeit werden in Form von Vorträgen, Ausstellungen und Vorführungen soziale, kulturelle und praktische Probleme erörtert; so sieht die Reihe der Veranstal- tungen auf sozialem Gebiet unter anderem Referat« über Gesundheitsfürsorge im Heim und in der Ehe vor, auf praktischem Gebiet«ine lustige Beratungsstunde der städtischen Gaswerke und die Kunst, das Heim mit Blumen zu schmücken. Das Haus ist vom Verein für Deutsches Kunstgewerbe und dem Derein zur Beförderung des Gewerbefleißes den verschiedenen deutschen Frauenorganisationen gewidmet. Auch den Zentralverband der Angestellten findet man aufgeführt. Bei dieser Gelegenheit wurde einer Frau, die sich auf sozialkulturellem Gebiet unvergängliche Verdienste erworben hat, besonders gedacht: Käte Kollwitz erhielt erstmalig die vom Derein für Deutsches Kunstgewerbe ge- stiftete nach Entwürfen von Professor Gies hergestellte golden« Medaille. Im Heim der Frau auf der Bauausstellung ist ober auch des weiblichsten Interesses, der modischen Frage, gedacht: in hübschen Vitrinen gibt es moderne Stoffe, Handtaschen. Handschuhe und alles sonst Wünschenswerte zu sehen. Reichsbanner-Frühtonzeri am Pfingstmontag. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Ortsverein W« d d in g, veranstaltet ein F r ü h k o n z« r t der Republikaner Montag, 25. Mai(2. Pfingstfeiertag), im herrlichen Naturgarten der Hochschulbrauerei, Amrumerstraße 31. Mitwirkende: Spielmanns- zug und Blasorchester des Ortsverein». Leitung: Kreisstabführer Hermann K o e p p e l und Musikmeister A. Habedank. Beginn K Uhr. Eintritt 40 Pf. Das Konzert findet bei jeder Witterung statt. In den Sälen Tanz. Der Ueberschuß flieht dem Kampf- jond» zu. »Der Jasager" in der Karl-Marx-Schnle. Brecht-Weills Schuloper„Der Jasager", ausgeführt von Schülern der Karl-Marx-Schule. Zu Anfang spieft das Schüler- orchester Weills„Barbarischen Marsch" und„Nachtmusik": von Wuchtigkeit das eine, von zarter, fast schuberthafter Lyrik das andere. Dann folgt der„Jasager", von den Verfassern nach Vor- schlügen der Schüler neu bearbeitet. Im Hintergrund der Ähüler- chor, vorne Lehrer, Mutter und Kind. Der Junge zieht mit dem Lehrer auf Wanderschaft, obwohl die Mutter krank ist und seiner bedarf: aber gerade deshalb, meint der Junge, denn er will ihr helfen und heilkräftige Medizin heimbringen. So sagt er. aber er denkt anders, er will die Mutter von seiner Last besteien. Und weil er klein und schwach ist, bleibt er am Wege liegen. Zeit- Probleme, Zeitkonflikte, von einer begeisterungsfähiaen Jugend mit gutem Willen und noch mehr Elan verständnisvoll aufgenommen und wiedergegeben._ Für Wanderungen und wochenendsahrten ist die Mitnahme vo» ausreichendem Proviant unerläßlich; in reichhaltigster Auswahl und bester Qualität sind Fleisä>- und Fischkonserven sowie die ver- schicdenartigsten Erfrischungsinittel in den 237 Lebensmittelabaabe- stellen der Konsum-Genossenschast Berlin und Umgegend erhältlich. Der Großteil des in der heutigen Anzeige empfohlenen Wanderproviants ist Erzeugnis der genossenschaftlichen zentralen Eigenbetriebe, deren Leistungszähigkeit für hervorragende Güte und Preiswürdigkeit bürgt. Die Vorgänge in Scheuen. Wozu die überflüssige Berufungsverhandlung? Der Bcleidigungsprozeß Weyl gegen den Redakteur Dr. Frey vom„Berlin am Morgen" findet in der Oeffentlichkeit ein sehr geringes Interesse. Die Materie ist durch die erste Verhandlung erschöpft. Was bezweckte eigentlich Dr. Frei durch feine Berufung? Sollte er durch seine Artikel nur den Zweck verfolgt haben, die Oeffent- lichkeit auf die unhaltbaren Zustände in Scheuen aufmerksam zu machen, so hatte er das durch die erste Verhandlung erreicht. Daß Frau Weyl den„Menschenschinder und Totschläger Straube" be- günstigt hätte— den Beweis für diese Behauptung zu er- bringen, dürste ihm nicht gelingen. Die üble Nachrede bliebe also unter allen Umständen bestehen. Anstatt nun noch einmal den ganzen Apparat aufzuziehen und Zeugen wie Sachverständige ihre Aussagen und Gutachten wiederholen zu lasten, wäre es richtiger gewesen, den Lüneburger Prozeß abzuwarten, der bereits für den 10. Juni festgesetzt ist und der, mit dem früheren Direktor der Scheuencr Anstalt Straube und den 33 Zog- lingen auf der Anklagebank, Gelegenheit genug bieten dürfte, die schlimmen Zustände in Scheuen vor oller Oeffentlichkeit zu ent- hüllen und nach Gebühr zu kennzeichnen. In der gestrigen Verhandlung erklärte der Angeklagte Dr. Frei ähnlich wie im ersten Prozeß, daß er eine Klage gewünscht habe und den Beweis für die Richtigkeit seiner Behauptungen führen würde. Frau Weyl bestritt nach wie vor, Straubes Prügel- Pädagogik gebilligt, geschweige denn sie begünstigt zu haben. Der als erster Zeuge vernommene Obermagistratsrat Dr. Knaut be- kündete, daß Straubes pädagogisch« Praktiken vor der Revolte vielleicht menschlich noch verständlich gewesen seien. Seine Hand- lungsweise nach der Revolte sei aber weder zu billigen, noch ver- ständlich gewesen. Der jetzige Fürsorger im Iugendgefängnis Neu- münfter, früherer Erzieher bei Straube, schilderte noch einmal, daß er seinen Dienst in der Anstalt Scheuen aufgegeben habe, weil er nicht mehr imstande gewesen sei, Straubes Prügelsystem mitanz»» sehen. Als er sich einmal beim Landesjugendamt wegen Straube beschwerte, erhielt Straube eine ernste Verwarnung. Das Ltrieil in dem Prozeß Stief. Für Stuf, Berlich und Liebfcher je 2Va Jahre Gefängnis. In dem Prozeß gegen die Nationalsoziali st en wegen des Schießüberfalles im T a n z p a l a st„Eden" verurteilte das Landgericht III die Angeklagten Eonrad Stief. Albert Der- l i ch und Max L i e b s ch e r wegen schweren Landfriedens- b r u ch e s in Tateinheit mit schwerem Hausfriedensbruch zu j e zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis unter An- rechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte Wesemann wurde freigesprochen. Während der sehr ausführlichen Urteilsbegründung durch Land- gerichtsdirektor Ohnesorge fiel der Angeklagte Albert Berlich plötzlich auf der Anklagebank hin und wand sich in Krämpfen. Nach einiger Zeit konnten ihn die Justizwachtmeister aufrichten und ihn aus dem Gerichtskorridor herumführen, wobei Berlich laut vor sich hinredete und weinte. Die Urteilsverkündung mußte unterbrochen werden und es wurde aus dem Gefängnis ein Arzt herbeigerufen. Me- dizinalrat Dr. Evers erklärte den Angeklagten augenblicklich nicht für verhandlungsfähig. Berlich hatte ihm angegeben, daß er ähn- lich wie zu Beginn der Verhandlung 10 Veronaltabletten verschluckt habe. Dr. Evers ließ Berlich schleunigst ins Lazarett des Untersuchungsgefängnisses schaffen, damit ihm dort sofort der Magen ausgepumpt werde. Das Gericht faßte den Beschluß, die gesamte Verhandlung bis Freitagriachmittag 2 Uhr auszusetzen. Der frei- gesprochene Wesemann wurde sofort in Freiheit gesetzt. Die Haftbefehle gegen Stief. und Liebschcr wurden ausrecht- erhalten und der Angeklagte Berlich wurde wieder in Haft ge- nommen. (Tantners Abenteuerleben. Wegen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt. vor dem Schöffeugerichl verlin-ZNille unter Vorsitz von Landgerichlsdireklor Dr. Arndt halle sich gestern der durch seiae Hochstapeleien in der Oeffentlichkeit gcuugsam bekannt gewordene Eugen Gantner wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu verantworten. Gantner hat ein sehr abenteuerliches Leben hinter sich. Er ist 32 Jahre alt und Sohn eines Gutsbesitzers in Württemberg. Jahre- long hat Gantner in den verschiedensten Ländern«in sehr dunkles Leben geführt und ist auch noch später wegen verschiedener Hoch- stapeleien bestraft worden. Er kam aber immer wieder dank seines weltgewandten Auftretens und seiner großen Sprachkenntnis in die Höh«. Ein« Zeitlang stand er in engen Beziehungen zu einer aus- ländifchen Fürstin.' Später war er mit einer reichen Holländerin befreundet, als deren Aevollinächtigter er auch in Berlin an großen FilMlMternehmIMgen beteiligt war. Als diese Freundschaft dann in die Brüche ging, verübte er Scheckbetrügereien auf den Namen seiner alten Freundin. Er ist erst kürzlich deswegen zu einem Jahr Gefängnis oerurteilt worden. Inzwischen war er aber unter der Anschuldigung des Berrats militärischer Geheim- Nisse verhaftet worden. Während der vielmonatigen Untersuchung?- Haft war Gantncr erkrankt und mußte nach dem Birchow-Kranken- Haus übergeführt werden. Unter aufsehenerregenden Umständen ge- lang es ihm, zu fliehen.' Er erfreute sich aber nicht lange der Freiheit, denn bald wurde er in einem Weinrestaurant wieder ver- haftet. Gantner ist der typische Nachkriegs mensch, eine ge- scheiterte Existenz. Sein Name wurde in breiter Oeffentlichkeit zum ersten Male im Zusammenhang mit dem Lustmord an der Prostituierten aus dem Arnswaldar Platz genannt. Acht Tage stand er im Berdacht, der Täter gewesen.zu sein. Cr war schon damals kein unbeschriebenes Blait mehr: in Mailand, Wien und Berlin hatte er Gefängnisstrafen über sich ergehen laflen müssen. Dann verschwand er für einige Zeit von der Bildsläche. Seine Existenz bestritt er während der letzten Jahre in der Hauptsache auf Kosten seiner reichen holländischen Freundin. Eines Tages verließ die Holländerin ihn. ohne seine Hotelrechnung beglichen zu haben, und der Hotelier ließ ihn verhaften. Später wurde ihm nahegelegt, für Frankreich gegen Italien Spionogearbeit zu leisten. Er willigte ein, seine Rechnung in Höhe von 600Frankcn wurde beglichen, er echielt eine Adresse in Stratzburg. Der Vorschlag, den man ihm hier machte, bezog sich auf Spionage gegen Deutschland. Er sollte seine alten Beziehungen zu Kriegskameraden, die jetzt in der Reichswehr dienten, ausnehmen. Man gab ihm 400 M., man versprach ihm einen photographischen Apparat, versah ihn mit einer Fahrkarte und Gantncr fuhr über Brüssel nach Berlin. Schon in Brüssel erzählte er einer Frau Tschernoff, in deren Berliner Pension heraus? Freitag, den 32. Mai 1931, 30 Uhr, In der Löwen- Brauerei, Hochstraße 2: öffentliche iugendversammlung „Gegen Faschismus und Wfrtschaftsnot" Sesiailstische Ar heiter-Jugend areS-Berlln Werbe beslrk Wedding. er mit seiner reichen holländischen Freundin abzusteigen pflegte, daß er für Frankreich Spionage treibe. In Berlin wiederholte er es Herrn Tschernoff gegenüber. Dieser, ein gebürtiger Russe, setzte sich mit seinem Anwalt in Verbindung, veranlaßt« Gantner, den Anwalt aufzusuchen, und hier örftchr der Spion zugunsten Frankreichs, daß die Annahme von Geld, auch ohne Gegenleistung, eine strafbare Handlung darstellt! Mit Gantners Einverständnis setzte sich der Anwalt mit dem Reichswehrministerium in Verbindung. Einem Reichswohrofsizier und spoter den Kriminalkommissaren, schilderte er in allen Einzelheiten, wie ihm zuerst der Dorschlag gemacht worden sei, gegen Italien und später gegen Deutschland Spionage- arbeit zu leisten. Die Folge war seine Verhaftung. In.der. Verhandlung versuchte Gantner- das. Ganz« als. bloße Rcnoxnmislerei. darzustessen� ee bestM. tzOO Franken �m Nizza. stnh'' 400 M. in Straß'burg erhalten zu haben. Das Gericht verurteill?' ihn aber zu 7 Monaten Gefängnis unter Anrechnung. der Unter» fuchungshaft. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben. Das gestrige Gastspiel Ganwers in Moabit dürste schwerlich das letzte fein. Sireikexzeffe. Gefängnis für zwei RGO.-teute wegen Landfriedeosbroch. Während des Metallarbeiter st reiks kam es bei den Siemenswerken zu einem Zwischenfall, dessen gerichtliches Nachspiel zwei unbesonnenen jungen Kommunisten K. und M. Ge- fängnisstrafen einbrachte. Die Siemenswerke wollten sich dem Beschluß des Metallarbeiter» verbände? nicht fügen und beschäftigten Streikbrecher. Diese Arbeits- willigen wurden durch Autobusse der Werke zur Arbeit abgeholt. Neben der offiziellen Streikleitung des Metallarbeiteroerbandes gab es auch noch eine Streitleitung der NGO. Unter den Mitgliedern dieser Leitung befanden sich ganz junge Leute ohne jegliche gewerk- schaftliche Erfahrung. Eines Tages stellten sich die RGO.-Anhänger, darunter auch mehrere Arbeitslose, längs der Chaussee auf und brachten den Autobus zum Halten. Zeugen wollten gesehen haben, wie der Arbeiter St. das Steuer des Autobus ergriffen und der Arbeiter M. ein« Scheibe eingeschlagen habe. Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte daraufhin wegen Nötigung K. zu S Mo- naten Gefängnis, M. zu 4 Monaten Gefängnis: von der Anklage des Landfriedensbruches sprach es siie frei. In Bezug auf K. hieß es in der Urteilsbegründung u. a., das Urteil müsse härter aussalleii, da er im Alter von 16 Jähren in einer ihn kennzeichnenden Weise wegen Bettelns und Landstreichens verurteilt worden war und daß ihm wegen einer Diebstahlsstrafe bereits Bewährungsftist zugebilligt worden sei. In der Berufungsverhandlung bestritt K. jetzt, das Steuer er- griffen, M. die Scheibe absichtlich zerschlagen zu haben. Das Gericht kam auch diesmal zu einem anderen Ergebnis. Es sprach K. und M. von der Anklage der Nötigung frei, verurteilte sie aber wegen einfachen Landfriedensbruch zu je 3 Monaten Gefängnis. STßOifäuieii Zwischen 2 Zigaretten •Tabletten Würze hilft in der Küche sparen. Schon wenige Tropfen geben schwachen Suppen.Soßen.Gemüsen und Salaten kraftigen Wohlgeschmack.— Vorteilhaftester Bezug in großer Originalflasche JSr. 6.--- Verlangen Sie ausdrücklich MAGG!S Würze Katastrophenpolitik. Brutaler Angriff der sächsischen Metallindustrielle«. Leipzig, 19. Mai.(Eigenbericht.) Im Gebiet« des Freistaates Sachsen waren in den letzten Monaten rund 4l)Prozent aller Mitglieder des Deutschen Metall- orbeiterverbandes voll erwerbslos und 2 5 Prozent Kurzarbeiter. Die Mehrzahl der letzteren arbeitete nur 2 4 Stunden und noch weniger in der Woche. Diese krasse Arbeitslosigkeit ist nicht aus zu hohe Löhne— wie die Unternehmer behaupten—, sonder», neben weltwirtschost- lichen Ursachen, auf planlose, ohne Ruiksicht auf Absatzmöglichkeit betriebene Rarionalisierung zurückzuführen. Trotz der katastrophalen Verminderung des Einkommens durch Vollerwerbslosigkeit und Kurzarbeit erfolgte ab 2. Januar 1931 im Auge der allgemeinen Lohnabbauwell« auch eine Herabsetzung der Löhne in der Metallindustrie in den Kreizhauptmannschaft.m Bautzen, Ehemnitz, Dresden und Zwickau um 4 Proz. für Lohnarbeiter und um Z Proz. für Aktordarbeiter. Damit wurde der Einstcllungslohn des gelernten Facharbeiters über 23 Jahre in Ortsklasse 1 von 86 auf 83 Pf., in Ortsklasse 2 von 84,5 aus 81,5 Pf. herabgedrückt. Für Akkordarbeiter senkte sich die tarifliche Akkordsicherung in Ortsklasse 1 für den gelernten Fachorbeiter übcr 23 Jahre von 93 aus 88,5 Pf. pro Stunde, in Ortsklasse 2 von 91,5 auf 87 Ps. In der Kreishauptmannschaft Bautzen sind die Aus- gangszissern noch um 2 Pf. pro Stunde niedriger. Da» sind aber Spitzenlöhne. Die Lohne der übrigen Arbeitergnippen und Altersklassen stufen sich bedeutend niedriger ab. Mit dieser Kürzung d«r Löhne fanden sich die Metallindustriel- len ober nicht ob. Sie nützten die gewaltige Arbeitslosigkeit gründ- lich aus und fetzten betriebsweis« weitere Kürzungen der Leistungszulagen und Akkordpreise durch. Solche Matznahmen wur- den rücksichtslos unter Androhung der Entlassung und Betriebsstillegung durchgeführt. Zahlreiche„Stillegungen" erfolgten nur zu diesem Zweck. Bei der Wiederaufnahme des Be- triebes, die oft der Schliessung bald folgte, wurden dann die vcr- schlechtcrten Arbeitsbedingungen diktiert. Solche Lohnabbaumaßnahmen auf kaltem Wege sind auch heute noch«ine ständige Erscheinung. Neben dem offiziellen Lohnabbau durch Senkung der Grund- löhne und dem kalten Lohnabbau geht aber noch ein dritter in» direkter Lohnabbau nebenher. Im Hetztempo, durch Band- und Flietzarbeik, geht ein« erhöhte Ausbeutung der Arbeiterschaft vor sich. Durch Unterteilung der Akkorde werden die alteren, qualifizierten Fach- arbeiter mit den höheren Tariflöhnen zurückgedrängt und an ihre Stelle treten mehr und mehr die billigeren angelernten und jugendlichen Arbeitskräfte. Die sächsische Metallindustrie hat auf diese rücksichtslose Weise eine erheblich über d«n Schiedsspruch hinaufgehende Entlastung ihres Lohnkontos herbeigeführt. Während der Durchschnittszeitlohn des gelernten Arbeiters über 23 Jahre im März 1930 noch 1,93 M. pro Stunde betrug, ergab die Erhebung im November 1930 nur noch98 Pf. Der durchschnitt- liche Akkordverdienst des gelernten Arbeiters über 23 Jahre Hot sich in der gleichen Zeit von 1,1? auf 1,11 M. pro Stunde gesenkt. Bei den anderen Arbeitergruppen Ntegerrfrie--Vgt hültnisfe ahnlich. Do- bet fst'-in diesen-Verdiensten die vier- bis fünfprozentige- Kürzung des letzten Schiedsspruches noch nicht berücksichtigt. Ein Vergleich dieser Durchschnittsverdienste d«r. Metallarbeiter mit den behördlich errechneten Teuerungszohlen ergibt, daß nur die best bezahlten Arbeitergruppen in der Metallindustrie die Ein- kömmensgrenze erreichen, die für den Lebensunterhalt einer mehr- köpfigen Familie unumgänglich notwendig ist. Diese Teuerungszahlen betrugen im April 1931 im Durchschnitt im Frei- stoat Sachsen 174,48 M. Diese amtlichen Zahlen, die nur das Lebensnotwendigst« erfassen, zeigen mit aller Deutlichkeit, daß nur bei ständiger Avil arbeit, ohne Unterbrechung durch Kurzarbeit. Arbeitslosigkeit oder Krankheit, der Facharbeiter in der TNekallindnstrie einen Lohn erzielen kann, der zum Leben gerade ausreicht. Die von der Regierung angekündigte allgemeine Preis- s e n k u n g hat sich längst als eine Täuschung erwiesen. Selbst die Konjunktursorschungfstelle mutz feststellen, daß die Senkung des Reallohnes etwa 10 Proz., die Senkung der Lebenshaltungskosten ober nur 4 Proz. beträgt. Trotz dieser trostlosen Lebenslage der Arbeiterschaft wogen es die sächsischen Metallindustriellen, mit ungeheuerlichen Forderungen auf weiteren Lohnabbau hervorzutreten. Die Forderungen zum Lohnabkommen lauten: „Die Auegangszifser für Lohnarbeiter wird von 7 8 P f. auf 68 Pf., die für Aktordarbeiter von 77 Pf. aus 66 Pf. gesenkt. Die Ausgleichszulage von 5 Pf. pro Stunde in der Spitze soll ganz in Wegfall kommen." Es soll also ein Abbau vou elwa 20 proz. erfolgen. Gleich unverschämte Forderungen wurden für die Erneuerung des Zusatzabkommens über die„Arbeitszeit in den Hüttenbetrieben aufgestellt. Hier soll die bisherige, entschieden zu lange Arbeitszeit für die Arbeiten am Sonntag noch weiter verlängert und die Zuschläge für die lieber- und Sonntagsarbeit erheblichen herabgesetzt werden. Ferner soll eine besondere Ausgangszifser für die Hüttenwerke eingeführt werden. Diese soll„nur" 25 Proz. unker dem jetzigen Grundlohn der sächsischen Metallindustrie liegen. Des weiteren soll auch hier die allgemeine Ausgleichszuloge von 5 Pf. in der Spitze und der feit 1923 für Arbcitszeiwerkürzung gezahlte Lohnausgleich in Wegfall kommen. 50 Pf. soll künftig der Grundlohn des gelernken Arbeikers in den sächsischen Hüttenwerken für die schwere, gesnndheit». zerstörende, starkem Temperaturwechsel und Rauchgasen aus- gesetzte Arbeit betragen! Die Forderungen für das Eießereiabkommen sind ebenfalls nicht anders als unverschämt zu bezeichnen. Für Fehlgutz, der bisher mit 8V Proz. der Akkordpreise bezahlt wurde, sollen nur noch 40 Proz. festgesetzt werden. Die Giessereizulage von 9 Proz. des Grundlohnes soll ganz in Wegfall kommen.. Das bedeutet, daß das Risiko des Fehlgusses, das der Unter- nehmer nach rechtlichen Begriffen überhaupt ganz zu tragen hätte, zum größten Teil auf die Arbeiter abgewälzt werden soll. Durch den Wegfall der Gießereizulage soll der berechtigte Aus- gleich für die besonders gesundheitsschädliche Arbiit und den erhöhten Kleidervcrfchleiß gänzlich beseitigt werden. Daß es bei solchen provozierenden Forderungen nicht zu ernst- hasten Parteioerhandlungen kommen kann, ist wohl für jeden ob- jcktiv Urteilenden von vornherein ersichtlich. Jede weitere Kürzung der Löhne und Gehälter muß weüer« Einschränkung des Gefchäftsiebens und damit vergrößerte Arbeits- lofigkeit und Not mit sich bringen. Für das Reich muß daher schon bei Teilersüllung der Unternehmersorderungen weiterer erheblicher Ausfall an Lohn- und Umsatzsteuer, Verminderung der Beitrags- einnähme für die Sozialverficherungskörper und damit ernste Gefahr für die Stoatsaufgaben selbst entstehe». Dies mögen alle Behörden, die sich mit der Forderung nach weiterer Senkung der Löhne und Gehälter beschäftigen müssen, dringend beachten. Besonders müssen sich dies die Rcichsregierung und davon speziell der Reichsarheitsminister angelegen fein lassen. Giure Holzindustrielle. Verhandlungen gescheitert. Die Verhandlungen mit den Berliner Holzindustriellen, die am ZNoulag vor dem Schlichter nochmals mit den„Veretoigteu Verbänden der Berliner Holzindustrie"(VVBH.) geführt wurden, find gescheitert. Die Uuleruehmer machten zwar da» Zugeständnis, den Schiedsspruch de» Schtichtungsausschufses in einigen Punkten redaktionell abzuändern, wodurch ober an seinem mate- r i e l l e n Inhalt nichts Wesentliches geändert worden wäre. Zu Verhandlungen über den materiellen und sozialen InHall de» Schiedsspruches, wie z. v. der Lohnhöhe, der llrlanbsdaner und -bezahlung kam es erst gar nicht. Die Verhandlungen scheiterten schon am Entlohnungssystem, wo die Unternehmer ganz unannehmbare Vorschläge machten. Trotz angestrengtester Le- mühungen de» Schlichters, die Parteien zu einer Verständigung zu bringen, blieben die Unternehmer unnachgiebig. Der Schlichler hat nunmehr über den Antrag ans verbindlich- kcitserklärung des Schiedsspruches, den die Unternehmer selbst alz undurchführbar erklären, zu entscheiden. - protestfireik mOchWeden. Stockholm, 19. Mai.(Eigenbericht.) Der Streik wegen der Unruhen im Odalen-Di strikt wird dort und dem größten Teil der übrigen Provinzen Norrlands bis zum Donnerstagmittag um 12 Uhr fortgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Begräbnisfcierlichkeiten vorgesehen. Die Toten werden ge- meinsam und wahrscheinlich im Stadtpark von Kramfors, unweit des Unruheherdes, beigesetzt. Etwa 20 000 Teilnehmer aus ollen Teilen des Landes, zum größten Teil Arbeitcrdelegationen zuge- hörend, werden dabei erwartet. Auf Vorschlag der Gewerkschaften wird am Donnerstag ab 12 Uhr als Zeichen der Ehrung«in« fünf Minuten dauernde völlige Arbeitsruhe im ganzen Lande eintreten. Keine Naziwahlhilfe der OpO. Aber Frechheit der Hitlerleute. Die Oberpostdirettioi, Berlin schreibt uns: In Rr. 226 des „Vorwärts" vom 17. Mai heißt es in cinem„Naziwahlhilfe der Reichspost" überfchriebenen Artikel u. a.: „Die Reichspost hat hier ohne Scheu ihre Diensträume und das Diensttclephon der NSDAP, für Propagandazwecks zur Aer- fügung gestellt. Warum ist man gegenüber den Nazis so wohl- wollend?" Diese Angaben entsprechen nicht de» Tatsachen. Der Sachverhalt ist vielmehr folgender: Fü» Zwecke der Betriebsratswahl wird bei sämtlichen großen Verkehrsämtern des Oberpostdirektionsbezirks Berlin den Wahl- vorständen regelmäßig ein entsprechender Dienstraum usw. zur Verfügung gestellt. Dies ist auch bei dem Postamt NW 7 geschehen. Daß eine politische Partei daraus ausgehen würde, dies« Einrichtung, wie au- der Veröffentlichung des„Angriff" vom 15. Mai hervorgeht, ihren besonderen Zwecken nutzbar zu machen. war nicht vorauszusehen. Sobald daher der Aufruf im„Angriff" dem Postamt 7 bekanntgeworden war, hat dieses unverzüglich die Außerbetriebsetzung des Fernsprechanschlusses veranlaßt. Es kann mithin nicht davon die Rede sein, daß sich die Oberpostdirektion oder das Postamt NW 7 gegenüber der NSDAP, besonders wohlwollend verhalten hätte. Im übrigen behält sich die Oberpostdirektion von Amts wegen die weitere Untersuchung des Vorkommnisses vor." Die Darstellung des Präsidenten der Oberpostdirektion stimmt. Auf Grund unserer Veröffentlichung und nachdem der Vertreter des Gesamtverbandes beim Präsidenten Beschwerde erhoben hatte, ist der Anschluß gesperrt worden. Bezeichnend bleibt jedoch die Frechheit der Nazis. die wahrscheinlich aus Grund ihrer guten Erfahrungen auf die Duldsamkeit der Leitung des Post- amts NW 7 spekulierten. Laufzeii muß bezahlt werden. Entscheidung des NeichSarbeitSgenchtS. Die Kläger H. und Genossen waren bei der Baufirma U l b r i ch in Berlin-Grünau als Bauarbeiter beschäftigt. Der Beklagte ver- langte von ihnen die Unterschrist unter eine Erklärimg, wonach sie aus Fahrgeld und Lauszeit verzichteten. Da die Kläger mit Rücksicht auf den Tarif die Unterschriften v c r w e i- g c r t e n, wurden sie noch erfolgter Kündigung entlassen. Sie wandten sich durch den Deutschen Baugewerks- b u n d an die tarifliche Unterkommission für das Hoch-, Beton- und Tiesbaugewerbe. Diese hielt einen Lokaitermin aus der Baustell« in Zehlcndorf ab und entschied, daß die Entlassung der Kläger gegen den Tarifvertrag verstoße und die Kläger wieder ein- zustellen seien. Als Lauszeitentschädigung sollte die Zeit bezahlt werden, die die Arbeitnehmer vom Bahnhos Zehlendorf bis zur Baustelle aufwenden müssen. Das Fahrgeld sei nach den Bestim- mungen des§ 4 Ziffer 3 des Bantarifvertrages zu vergüten. Darauf wurden die Kläger wieder eingestellt. Sie verlangen ihren Verdienst- aussall für vier Tage noch ihrer Entlassimg und vor ihrer Wieder- cinstellung als Schadenersatz gemäß§ 826 BGB. ersetzt. Der Bs- klagte leugnet« den Anspruch, indem er geltend machte, daß nach dem Tarifvertrag die Entlassung der Kläger zum Schluß der Schicht zu- lässig sei. Das Arbeitsgericht hatte zugunsten der Kläger ent- schieden. Das Landesarbeitsgcricht hat die Kläger abgewiesen. Gegen dieses Urteil legten die Kläger Revision ein, um für alle Berliner Bauarbeiter eine grundsätzliche Entschei- d u n g herbeizuführen. Das Reichsarbeitsgericht hob das vor- instanzliche Urteil auf und wies die Sache zur noch- maligen Verhandlung und anderen Entscheidung an die Borinstanz zurück. Im übrigen billigte das Reichsarbcitsgericht den Standpunkt der Kläger, daß eine Laufzeitcntschädi- gung gezahlt werden müsse. Irreführende Meldungen. Durch die bürgerliche Tagespresse ging dieser Tage die Mit- teilung, daß die A n g est e l lten o r g a n i s at i o n c n der Reichs» rcgierung«ine Eingabe übermittelt hätten, in der gefordert wird: 1. weitere Entlassungen von Reichsangestellten im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr vorzunehmen: 2. die Beschäftigung von Versorgungsonwärtern in Stellen der öffentlichen Verwaltung auf den Stand zurückzuschrauben, wie er vor der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 26. Juni 1930 war; 3.«ine erneute Kürzung der Gehälter der Angestellten und Beamten zu vermeiden und 4. die Beamten zu den Lasten der Arbeitslosenversicherung heran- zuziehen. Hierzu wird uns vvn den freien A n g e st e l l t e n v e r» bänden(ZdA., Butab und Deutscher Wcrkmeisteroerband) mit- geteilt: Die bürgerlichen Pressemeldungen sind geeignet, eine Irre» führung der Oeffentlichkeit hervorzurufen. Die AfA-Ber- b.ä n d e. sind an Lex. Wngahe jyck) t beteiligt. Die sreiaewerks�aft- lichen'Äirg�ltt«n�Url>eMr- Beamtcnoerbände haben- bereit?' vorher Schritte beim ReichskauAer üiiteritonnnen, um mutige Abwehrstellung der öffentlichen Bediensteten gegen die zu befürchtenden wirtschoftüchen und sozialen Maßnahmen der Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen. Di« Forderung der gegnerischen Angcstelltenoerbände auf Einbeziehung der Beamten zu den Lasten der Arbeitslosenversicherung lehnen die AfA-Ber- bände ab, da sie es als ungerecht empfinden, wenn die Beamten schlechter behandelt würden als andere Volkskreise, die weit eher in der Lage wären, zu diesen Lasten beizutragen. Freie Gewertjchafts-Zuqeno Bern ii M VJhI deute, 19V? Wie, tagen Sie Gruppen: Baumschulenwcg: Iugendlieim Grnsistr. 16. Unterhallungsabcnd.— Rentöllu: IugenSheim Berastr. 29, dal.„Jattfiicrtroas. und Lchlichtiinaswelen."— Südwesten: Iuarnd- ieim Porckste. 11, lsabritgebändo. Buuier Abend.— Zsiuabasen: Iuaendbeim Neuköll,:, �uisthakcnjlr. 66. Gulheit tomnU.— Seisteni«: Iuqendbeim Park- straste Z6. Politisch-satirischer Abend.— Rarbrina: Iuaendbeim Eonncnbnraer Etrob« 20.„Der I. Mai und die Pulivei"(mit Lichtbildern).— Schinebe rg: Iuaendheiin Laupt str. 15.„Perlin. wie«S weint und lacht."— Humboldt: ?ue>endbeim Graun- Gele LarttinastraAc. Mädchcnabend.— Teael: Iuacndbcim Schineberger Str. 4.„Oraanisation der Untern.'bmer."— Tp-nda«: singend. beim Lindenuser 1. Spulabend.— Rordwestleeis: Jeden Mittwoch ab 18 Ufte Spielen aus der Wiese im Schillerpark.— Südkreis: Ab 18 Uhr Spiele» auf Wies« l im Treptower Park und ans dem Plab nor dem Iuaendbeim Saupi» strafte 15.— Zuaenbgrnppe d«» Deutschen Retalloebeiteroerbonde»: Kulturner- ciftaltunfl! 1. USA. Im wilden Westen. Z. Die Stadt Bremen. Z. Lumoreske. 0 Lüsen darnppe des�eniralverbanves Per Angestellten Heute find folgende Beranstaltunaen: Eesundbrunncn: Iuarndheim Willdenowitr. 5. Portraa:„Neue Reit— neue Menschen". Referent Dr. Salaw.— Zietniaeodors: Iuaendheim Lindaucr Elr. Z. Dortraa:..Wir und unsere Gegner". Referent Drriow.— Cftorlottenbura: Iuaendheim Spitlfxmcn- strafte 4. Vortrag:„Die Iuaend in der Eeiperkschastsbeweguna, ihre Auf- fjabrn". Roferent ffllrt.— Schinebera: Iuaendheim Hauptstr. 15(Lofaehäudc, S«chs«Ndimmer). Wir lesen aus lustiaen Büchern.— Schönhanser Vorstadt: Iuaendheim der Schule üastanienalle« 81. Vortrag:„Die Gewerkschaften als ftitltuctallot". Referent Ellert.— Oberspree: Niederschineweide, Berliner Strafte 81 lSchnle). Eingang Hasselwerderstrafte. Vortrag:..Viilerbund und Adrllstuna". Referent Derkow.— Nordost: Iuaendheim Danziarr Sir» 6? iBaraike 8).„Vom Manuskript zum Buch."— Stralau: Jugendheim der«Kaie Goftlerstr.(ü. Spielabend.— Renliilln: Jugendheim Döbnusche Str. 1—4, Ecke Nanner Straft». Bartraa:..Die Arbeitnehmeronaanisaiionen Deutschlands". Referent ki raufe.— Südost: Jugendheim Wrangelstr. 128. Vortrag:„Der Film int Dienste der Rraktion". Referent Dr.«lost.— Spandau: Iuaendheim Lindenufer 1. Brettspielahrnd.— Botsdam.Rowaweo: Iuaendherberar Nowa- weg. Priefterstrafte. Arbeitsgemeinschaft:..Der Sozialismus als politische, wirtschaftliche und kulturelle Bewegung". Leiter Lewiiuli.— SiipeniS: Jugend, heim Dahlwi�er Str. jz f Gasanstalt am Bahnhof Kiipenilk). Bortraa:„Die Äunft der freien Rede". Referent Balernan». (,« Stunde Wohlbehagen ver- 61" fflrtmo Corra: JlchmßdS Der Arzt ist mit dem Beklopfen und Auskultieren von Achmeds glühendem Rücken fertig. Er zieht den Portier der Gesandtschaft, der der Untersuchung beigewohnt Hot, zur Seite und flüstert: „Schwere doppelseitige Lungenentzündung. Nichts zu machen." Es ist der alte Arzt mit dem grauen Backenbart, der bis vor drei Monaten Leiter des italienischen Spitals in Kairo war und nun, nach Rom zurückgekehrt. Arzt der ägyptischen Gesandtschast ist. Der Neger ist nach der Auskultation auf dem Bett sitzen geblieben. Er erkennt weder den ihn umgebenden Ort noch die Leute. Es Hot den Anschein, als höre er auch nicht ihre Stimmen. Bergebens beugt sich sein Freund, der Portier, über ihn, um ihm Mut zuzu- sprechen: „Es geht dir schon besser, Achmed. Morgen wirst du gesund sein." Der Arzt setzt sich. Er möchte schon fortgehen. Aber er hat seinen Ebenholzstock auf die weiße Decke zu Füßen des Bettes gelegt. Und der Sterbende hat ihn zu sich genommen und will ihn nicht hergeben. Achmed betrachtet den Stock, als strenge er sich an, einen ihm gehörenden Gegenstand wiederzuerkennen, den er seit langer Zeit verloren Hot. Das Licht der Wandlampe fällt schräg auf sein Gesicht: auf die hohe, hervortretende Stirne, die schmale Nase, die zusammengepreßten Kiefer. Es ist die nervöse Physiognomie eines geistigen Menschen. „Lassen Sie ihn nur", meint der Arzt zum Portier gewendet. „Armer Teufel, es wird nicht mehr lang« mit ihm dauern." Er kennt ihn fest Jahren und hat ihn gerne. Wer hat denn Achmed nicht gerne? Intelligent und dienstbeflissen, ist er das Muster des berberischen Dieners. Plötzlich drückt Achmed den Ebenholzstock krampfhaft zwischen den Händen. In seinen Augen leuchtet ein helles Feuer. Die Fieberphantasie verwandelt sein armseliges Bett in die Zauber- matte, auf der nach der Sage seines Landes die Zauberer sitzen, wenn sie Wüsten und Meere überfliegen... Im Flug kehrt Achmed in fein Dorf zurück, 100 Meilen hinter Assuan... Auf der Straße ruft ein Zeitungsoerkäufer die Abendausgaben der Zeitungen aus: Achmed hört den eintönigen Gesang der Nil- schiffer. Die Fensterläden sind offen, und eine Bogenlampe breitet auf der Wand ein Rechteck silbernen Lichtes aus: Achmed sieht, wie der Mond sich im träge dahinfließenden Wasser des breiten Flusses spiegelt. Das Fieber hämmert, hämmert und hämmert in seinen Schläfen: Achmed lauscht einem fernen, traurigen Trommel- wirbel... Um sechs Jahre verjüngt kehrt er in sein Dorf zurück. Es ist der Tag, an dem sein Latcr Fadalla starb. * Er zählt 18 Jahre und ist nie in Europa gewesen. Er ist bei der italienischen Gssandtschast in Kairo bedienstet. Am Abend lernt er in einer Sprachschule Italienisch, Französisch und Englisch. Er ist ehrgeizig: er träumt davon, einmal Dolmetsch, Beamter einer Schiffahrtsagentur, Maschinschreiber zu werden. Aber gestern hat ihn ein Detter besucht, der aus seinem Dorf nach Kairo zurück. gekehrt ist. und hat ihm die Kund« gebracht, daß sein Bater im Sterben liegt und ihn sehen will. Ungern bittet Achmed um einen Urlaub und besteigt den Zug nach Luxor und Assuan. Solche Begegnungen zwischen allen Ellern, die in chrem Land- nest zurückgeblieben sind und dort ein armseliges Leben führen, und Söhnen, die in fieberhaft pulsierenden Wellstädten zum modernen wurden, sind iyimcr xcinlich. Achmed steht das Stadtlcben, er ist gewohnt, sich elegant zu kleiden, illustrierte' Zest- IchÄftm zu lesen, am Freitagnachmittag dem mohammedamschsn Ruhetag— in Gesellschaft seiner Freunde dos Kino und das Kaffeehaus zu besuchen. Und nun wird ihm seine Mutter, ein armes alles Weiblein, eine Gattin geben und ihn im Dorf zurück- halten wollen... An einem Juninachmittag komint er in seinem Dorf an. Große Ueberraschung bei seinen Landsleuten, als sie ihn erkennen. Zehnjährig, barfuß, mit einer blauen Gallabya bekleidet ist er fort- gezogen und nun kehrt er in europäischer Kleidung zurück: in grauem Anzug, weißen Schuhen und mit flaminendrotem Torbusch. Er erkennt sein Haus: es ist das größte Haus des Dorfes und liegt gegenüber dem Anlegeplatz der Dampfschiffe. Sein Boter ist ein wohlhabender Viehbesitzer. Und der beste Schlangenbeschwörer. Jeden Winter zieht er auf drei Monate noch Asiuan, wo er dank seiner Kunst, die er den Fremden des Eataract-Hotels zum besten gibt, ein schönes Stück Geld verdient. Er wird bis zu seinem Hause begleitet. Wenige Schritte vom Haus entfernt sind alle Frauen des Dorf� vcrfammell, und eine alte Frau, in der Achmed die Schwester seiner Mutter erkennt, steht auf der Türschwclle und späht jeden Augenblick in das Innere des Hauses: Sobald Fadalla den legten Atemzug tun wird, wird die Schwägerin den Frauen ein Zeichen geben, damit sie zu weinen und zu schreien beginnen. In angemessener Entfernung hört man das dumpfe Schlagen der Sterbetrommcl. Auf einer Matte sitzend, den Rücken an die Wand gelehnt, das Kinn auf die Brust gestützt, preßt Fadalla krampfhaft die Zähne aneinander, um den letzten Atemzug zurückzudrängen: er darf nicht sterben, ohne seinen Sohn wiedergesehen zu haben. Er hört ihn, ehe er ihn sieht. Er ergreift sein« Hände. Das Aneinanderfchlagen seiner Zähne verwandelt seine letzten Worte in röchelndes Gestammel. Trotzdem versteht ihn Achmed. Wie oft hat er schon als Kind die Geschichte gehört, die der Alte ihm nun wieder- Holl! Seit undenklichen Zeiten oererbt sich in ihrer Familie die Kunst der Schlangcnbeschwörung von Vater auf Sohn, und sie muh sich weiter vererben. Es ist eine Gabe, als erblich besiegelt in einem uralten Pakt, den der Urgroßvater des Urgroßvaters eines ihrer Urgroßväter mit dem Geist der Erde, dem Beherrscher aller Schlangen, geschlossen hat.„Wenn einer van uns stirbt, geht seine Seele nicht dorthin, wohin die Seelen der anderen Verstorbenen gehen, denn der Geist der Erde entführt uns kraft des geschlossenen Paktes und haucht uns neues Leben ein unter dem Volt der Schlangen..." Der alle Fadalla bricht sein Gestammel ab. Er ist nach vorn« gefallen, sein Gesicht schlägt auf die Matte. Di- Witwe schluchzt auf. die Schwägerin schreit, und draußen niacht sich die willentlich hervorgerufene Verzweiflung der anderen Frauen in einem wilden, ohrenzerreißenden Geheul Luft... Neben dem Toten kauernd, starrt Achmed auf die long« Eben- holzslöte, die am Rande der Matte liegt, die Flöte, mit der er fortan— wie sein Vater und sein Großvater— die Stämme der Kobra und der anderen Schlangen versammeln und beherrschen soll. t Nachher die alte Geschichte: der vou der Stadt verlockte Sohn will seiner Wege gehen. Gegen die in der Fcunllie überliefert« Flöte siegt das verlockende Bild der Schreibmaschine. Di« italienischen, englischen, französischen Worte leuchten blau auf dem weißen Bogen. Am Abend raucht der Beamte in einem Kaffes- Haus Luxuszigarellen, wenn er gerade kein Rendezvous mit der syrischen Telephonistm hat. deren wohlgepflegte Nägel so ver- führerisch glänzen... Aber all da« ist nun verschwunden. Achmed hat saaben die Nöte seines Baters uujgeriomtnee, A»,-i dem auf der Decke gefundenen Ebenholzrohr entfessell sich im regnerischen römischen Dezemberabend eine ungeheure Lichtwoge. Achmeds Finger umschließen das ganze Feuer der nubifchen Landschaft... Wankend steigt er aus dem Bett. Der Arzt und der Portier stützen ihn. Bor wenigen Augenblicken glaubte er, noch immer Botschaftsdiener in Europa zu fein... War es ein Traum? Ein Rausch? Er tritt aus dem Haus feines Vaters. Und er geht, er geht... Portier und Arzt find ihm behilflich, auf den kalten Steinfliescn nicderzukauern: Achmed hat sich auf die ausgedörrte Erde gesetzt, die aus jedem Sprung Hitze ausatmet. Er neigt das Haupt, legt die Lippen an den Stock. Wird er die magnetische Weise, die er oft von seinem Dater gehört hat, der Flöte entlocken können? Nur einen Augenblick währt der Zweifel. Von der ersten Note an quillt das Motiv voll und bezaubernd aus seiner Nrust zur Kehle empor. Dem Rhychmus folgend wiegt er sich in den Hüften... Der Portier muß ihn hotten, damit er nicht umfalle. Achmed blickt in die Ferne. Sein Auge leuchtet. Er hat die erste Schlange gesehen.. Es ist«ine gesprenkelte Kobra. Ihre edle Hallung verrät. daß sie gewohnt ist, sich mit würdevoller Langsamkeit zu bewegen. Aber Achmeds Ruf zieht sie unwiderstehlich an. In überstürzten Windungen eilt sie herbei. Achmeds Augen lachen. Eine ganze Familie Sandvipern ist rechts erschienen. Sieben Brillenschlangen kommen van der anderen Seite. Dann kann Achmed sie nicht mehr zählen. Scharenweise tauchen sie aus den Felsspalten, treten aus den Büschen, rollen die Dünen herab, kriechen von den Sandbänken des Nils herauf. Und alle nehmen in konzentrischen Halbkreisen um den Flötenspieler Stellung. Vorne die kleineren, hinten die großen. Auf dem eingeringelten Schwanz hochgereckt, bewegen sie den Kopf nach dem Rhythmus der Weife. Sie füllen die Sandfläche ringsum, und dort unten, wo der Urwald fein Buschwerk vorlagert, kommen immer noch neue Schlangen hinzu... Es hat den Anschein, als schwinge selbst die Erde unter dem Rhychmus der Flöte. Plötzlich hält dos Schwingen der Schlangen Ml. Jede? Schlangenkopf reckt sich aus dem erstarrten Hals vor und sprüht das Feuer seiner Augen auf Achmed. Achmed beschleunigt den Rhychmus, verstärkt den Klang. Vergebens. Grün, braun, gelblich, metallisch starren die Köpfe der Schlangen ihn zu Tausenden un- beweglich an. Ein Schauer läuft seinen Rücken hinauf, stößt ihm eine eisige Nadel in den Racken. Sein Atem stockt. Er fichll sei» nahes Ende. Es dünkt ihm, als rufe ihn jemand aus der Ferne. Wer ruft Achmed? Automatisch führt er die Rechte ans Herz, verneigt sich und ftammell: „Seine Exzellenz der Minister befiehlt?" Auf einen Augenblick erscheint wieder sein Zimmer. Er sieht die Wände mit den geblümten Tapeten, er sieht das eiserne Bett, die Wandlampe. Er spürt die ihn stützenden Hände. Er hört die Stimme des Portiers: „Mut, Achmed. Es geht dir schon besser." Es ist nur ein Augenblick. Und gleich sieht er von neuem von der Sonne gcmsißell, wie Edelsteine leuchtend, metallisch, grün, rötlich, gelblich die zahllosen Köpfe der Schlangen. Als hätten die Schlangen ganz Nubiens dem ersten Aufruf von Fadallas Sohn Folge geleistet. Aber nun beginnt wieder— für wem wohl?— der schwarze Schlag der Sterbetrommel... Achmed weiß, daß er stirbt. Der Eebenholzstock ist seinen Händen entglitten: Die Flöte seines Vaters, seines Großvaters, seines Urgroßvaters liegt vor ihm auf der Erde. Wem wird er sie übergeben, wenn er stirbt? Er möchte einem neben ihm sitzenden Sohne sagen können: „Wenn einer von uns'stirbt, geht seine Seele nicht dorthin, wohin die Seelen der anderen Verstorbenen gehen.. Jemand dürfte im Salon des Botschafters den Schaller eines Radioapparates gedreht haben. Ein Wiener Orchester schickt die leisen Klänge eines Wiener Walzers in das Zimmer des sterbenden Negers. Grün, gelb, rötlich, metallisch beugen sich die Köpfe der Schlangen unter der harmonischen Woge. Als schütlle ein Sturm das Blätterwcrk eines goldenen Waldes. Inmitten eines ver- hauchenden Seufzers entführt der Geist der Erde Achmeds Seele... Mutociltette Uebetfefcun« von Karl Geora afpetact.) �elephondienU tiilf Zeitlicher Amerika hatte vor«inigen Tagen eine technische Sensation: Den ersten Telephondienst mit Fernseher. Aus Anlaß der Tagung der.Radio-Corporation of America" in New'Aork führte die New- Porker Telephone Co. zum ersten Male die Ergebnisse ihrer neuesten Konstruktionen auf dem Gebiete des Fernsehens vor, und nach dem großen Erfolg, den dieser erste Telephondienst mit Fernsehen hatte, scheint es, als ob der Weg zu einer umwälzenden technischen Neue- rung gefunden sei. Fernsprecher mit Fernsehern wurden schon hier und da gezeigt, aber es waren primittve Versuche, die nur die bisherigen geringen Erfolg« auf dem Gebiete des Fernsehens in«ine Verbindung mit Fernsprechopparoten brachten. Die amerikanische Gesellschaft hat in dem letzten halben Jahr unter Aufwendung gewaltiger Mittel das große Ziel des„Fernfeh-Telephons" zu erreichen versucht, denn hier winkt ein großes und neues Geschäft. Sarnoff. der Vorsitzende der„Radio-Eorporation", führt« in seinem einleitenden Vortrage aus,.daß� sich olle FächKitie'Mer die' großen gefchLfklicheki Aussichten KS»' Ferns6M5'ffor ßkie«:'- Die Lnkurbeluncs der in Betracht kommenden' Industrie könne nur durch das Fernsehen erfolgen. Aus diesem Grunde opfert Amerika Millionen für die wissenschaftlich« Lösung und praktische Aussührung dieses Problems. Volkswirt» schaftlich am wichtigsten wird nach der Meinung Sarnosfs das „Fernseh-Telephon" sein, denn es eröffnet die größten Aussichten auf allgemeine Verbreitung. Es wird ein Gegenstück zu dem Radio- geschäft werden. Die Entwicklung hat in den letzten Monaten eine große Beschleunigung erfahren, und es ist anzunehmen, daß in ab- sehbarer Zeit an die Einführung des„Fernseh-Telephons" gedacht werden kann. Dann wurde d«r erste Telephondienst gezeigt, um den Teilnehmern der Versammlung die Möglichkeit zu geben, sich von dem Stand der Dinge zu überzeugen. Es wird nun iMevessicrcn zu erfahren, wie diese bedeutsame Neuerung zum ersten Male in Wirksamkeit trat. Die Apparatur brachte zahlreiche wesentliche Neuerungen, die der Bequemlichkeit der Fernsprechteilnehmer dienen und vielleicht eine Umwälzung des Fernsprcchwesens herbeiführen werden. Bor allen Dingen fehlten sämtliche Fernsprechapparate, deren wir uns zu bedienen gewohnt sind. Trotz ihrer großen technischen Dollendung und schönen Aus- sührung sind sie ein« Belästigung— besonders bei längeren Ge- sprächen, denn sie zwingen die Gcsprächsteilnehmcr. unausgesetzt die Apparate in Händen zu halten, ans Ohr zu pressen und vor den Mund zu bringen, um eine störungsfreie Unterhaltung zu er- möglichen. Das„Fernseh-Telephon" arbeitet mtt unsichtbaren Appa- raten, mit Mikrophonen und Lautsprechern, die in dem Sprech- zimmer„getarnt" angebracht sind und ihre Aufgabe erfüllen, ohne von den Menschen in die Hand genommen zu werden. An einer Wand besand sich der Projektionsschirm, auf dem das Bild des Ge- sprächsteilnehmers erschien, als die Unterredung begann. Ein Licht- zeichen kündigte den Anfang der Unterredung an: die„Fernseh» Sprechverbindung" war hergestellt. Nun konnten sich die Gesprächs- teilnehmer von den beiden Stationen aus, die ungefähr 4 Kilo- meter voneinander«ntfervt waren, miteinander unterhatten, als führten sie ein Gespräch in demselben Zimmer, wobei auf den beiden Schirmen der Stationen die Köpfe der Partner zu sehen waren. Die Versuche verliefen zur größten Zufriedenheit der Radio- Co. und Telephone Co. sowie der Teilnehmer der Tagung. Die technischen Einzelheiten dieses neuen Fernsehverfahrens werden ge- heim gehalten. Noch sind zahlreiche Vorschriften erforderlich, um eine einwandfreie Bild- und Stimmcnübertragung zu ermöglichen. Noch ist der Platz genau bestimmt, aus den sich der Gesprächstcil- nthmet setzen muß, und die Vorbereitungen-zum Beginn der-iUeve» tragung sind mach umständlich. Aber Sa» wird- sich leicht ändern lassen. Man wird also in Zukunft eine einfache Fernsprechverbin- dung herstellen oder herstellen lassen— je nachdem, ob man einen automatischen Fernsprechapporat besitzt oder nicht— und sobald die Fernsprechverbindung hergestellt ist. wird auch die Fernseh- Verbindung automatisch miteingeschaltet sein. Man wird nicht nur allein das Gespräch abhören können, sondern sämtliche Anwesenden werden es verstehen, wie sie sich auch daran werden beteiligen können. Selbstverständlich sind auch Maßnahmen vorgesehen, um das Gespräch auf die bisherige Weise mit Hilfe eines gewöhnlichen Apparates zu führen, wenn man nicht wünscht, daß mehrere Per- sonen Ohrenzeugcn sind. Die Fernsehübertragung kann auch aus- geschaltet werden, so daß der Fernsprecher in der bisher gebräuch» lichen Art benutzt werden kann. Nach den amerikanischen Berichten scheint tatsächlich ein großer Fortschritt auf dem Gebiete des„Fernseh-Telephons" erzielt worden zu sein. Aber auch die Amerikaner täuschen sich nicht darüber, daß es sich einstweilen um einzelne Erfolge handelt, die mit großen Geld- opfern erzielt worden sind. Es kommt jetzt darauf an. dies« Experi- ment« so auszugestalten, daß sie für die allgemeine und billige Ver- wcndung des Fernseh-Telephons in Betracht kommen. Der Präsi- dent der Radio-Co. Sarnoff ist zwar optimistisch und glaubt, daß schon in wenigen Monaten der Fernseher Wirklichkeit werden wird. Wir sehen allerdings nur sehr gelungene Laboratoriumsvcrsuche und wollen abwarten, welchen praktischen Wert sie besitzen. 3)r. K. Trance: �ICiTQßliä Eines der merkwürdigsten Kapitel der kapitalistischen Wirtschaftsordnung heißt T« e r g« l d. Die Einheit im Vermögen eines Tier- gcldmagnaten— solche Leute gibt es tatsächlich— ist ein Biber. Für fünf Biberfelle tauscht man einen Silberfuchs ein. Für zwei Marder erhält man einen Biber. Mit diesem sonderbaren Gclde wird auch heute noch wirklich gehandelt. Wo? Im nördlichsten Amerika, in Kauada und Britisch-Kolumbicn vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean, auf einem Gebiete. das gerode so groß wie ganz Europa ist. Rußland inbegriffen. Diese» hübsche Stückchen Land hat genau vor 260 Jahren ein.Königlicher" Freibrief Englands einer kleinen Schar Geldmenlchen übereignet mit den Haheilsrechten und vor allem mit dem Recht, in den die .„Hudsonbai" umgebenden Ländern Handel zu treiben. Schon dies« Hudsonbai hat ein« dunkle Geschichte. Denn, neun- uirdfünszig Jahre vor dieser Uebereignung richtig entdeckt, hat sie ihren Entdecker, einen englischen Kapitän Henry Hudson, noch dem sie bis' heute den Namen trägt, das Leben gekostet. Diese Meeresbucht ist gerade eine Million Quadratkilometer, also doppelt so groß wie Deutschland. Sie ist ein ungeheures Meer, und inmitten der Wasserwüste wurde Hudson mit seinem Sohn und sieben Matrosen in einer Schaluppe von seiner meuternden Mannschaft ausgesetzt. Er»st für immer verschölle,», verhungert� erfroren, ertrunken. wer weiß wie umgekommen. Aber die Länder um dieses Meer, die er entdeckt hotte, lenkten und lenken bis heute einen Gtld ström nach England. Un> geheure Lärchen- und Föhrcnwälder bedecken dieses nördlichste Amerika, und in ihnen befindet sich ein Paradies von Pelztieren. Füchse aller Art, vom kostboren Silberfuchs bis zum Blaufuchs, Weißfuchs rmt» Rotfuchs, Rerze. Marder, Bären. Skunkse, Bisam- xatteq. Ottrnt. ÄoMkst«. Stifte- Hachusde dalcke« stsqe unzeheuxcn I Einöden und die Seeküsten in einst geradezu unermeßlichen Mengen, die allerdings jetzt allmählich schwinden Immerhin geben die letzten erreichbaren Verzeichnisse noch hübsche Ziffern an. In einem Jahre laufen in den Händen der„amtlich" so benannten„Oberhändler" 2 8Z0 000 Bisamrattenselle zusammen, 520 000 Seehunde. 130 000 Biber, ebenso viele Zobel, 200000 Nerze, allerdings auch dort im Pelzparadies nur 1300 Silberfüchse, von denen man heute mehr züchtet denn lagt. Die Letter dieser merkwürdigen Jagdanstalt sind lauter Schotten, die Jäger und Reisenden ober fast alle tranzösische Mischlinge und rein« Jridianer, die in schrecklichen Einsamkeiten und Wnttergesahren einem der schwersten aller Abenicurerberufe noch- gehen und ihre Beute regelmäßig auf den 152 Posten abliefern, die wieder über 33 Distrikte und 4 Hauptstellen Schiffsladungen von Pelzen in die zivilisierte Welt schassen. Viel beholten natürlich New Port und London, ober cm ganz erheblicher Teil dieser Pelz- berge sammelt sich auch aus der weltberühmten Rauchwarenmesse von Leipzig. Bis so ein Fuchskragen als Erfüllung heißer Wünsch« zum erstenmal wärmt, ist er durch zahllose Hände gegangen, hat viele Länder und Meere durchquert, die halbe Erde umkreist, und immer wieder hat er eine Profitrate an einen Zwischenhändler ab- geworfen. In armseligem Tauschhandel hat der ärmste Teufel von Indianer oder Waldläuser. der oft sein Leben, immer aber seine Gesundheit daran wagte, am wenigsten davon gehabt; fast alles von seinem Werte blieb an der Kette der Kapttalistenhände hängen, das meiste in den Kassen der hochmögenden Hudsonbai-Kompognie zu London, deren 2500 Aktionäre ein Stück Urnatur ejttvöltern ließen und vom grünen Tisch aus Tausend« von Mensche» überm Meere immer wieder hinaussenden in Sclbstausopscrung und Todesgefahren. ?crau>n>o-tl!» für Politik: S»«nj fil&fe«; Wirtschaft:«.«littarUäfct: iScB>»tf(chartoiemcflunc: 3. 2t«i>er: ffeuillcton: Dr. 3obn Kchitow»!,! Lokale, und Sonstiges.'«er» fiorftäd*; An, eigen.' Td. Stade; s-untlich in Berlin. Verlag: Borwärt�Berlag® m. d. A.. Berlw. Druck: BorroSrto�uiddrncker-e ab BfTTn&umflaa Pont Singer s. Ge., Berti» SS. 8», Stsbea£ta&i» Nr. 230» 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 20. Mai 1931 Preußens Elektropolitik. Starke Aktivität der preag. Das Geschäftsjahr 1930, für das die Preußische Elektrizitäts- A.-G.(Preag) jetzt Bilanz und Jahresbericht vorlegt, ist für Preußens Eleltrotrust durch intensivste Tätigkeit auf energie- wirtschaftlichem Gebiet und eine weitsichtige Expanfions- Politik gekennzeichnet. Die Zusammenschlüsse im Interessengebiet der Preag wurden dem Geschäftsbericht zufolge im Berichtsjahr planmäßig fortgesetzt. Hierher gehört vor allem die Zusammenfassung der Oldenburgischen Stromversorgungs-A.-G. und der Weser-Enis-Bsr- sorgungs-A.-'G. in der neuen Stromversorgungs-A.-G. Oldenburg-Ostfriesland. Durch den Zusammenschluß der genannten Derteilungsgruppen konnte der bereits früher gefaßte Plan für das Wirtschaftsgebiet Oldenburg-Ostfriesland, eine ein- heitliche Gesellschaft zu schaffen, nunmehr verwirklicht werden. Von der Stadt Celle wurden die Aller-Zentralen durch Kauf erworben und die Stromversorgungs-A.-G. Weißenfels-Zeitz ins Leben gerufen, woran sich auch die Reichs-Elektrowerke be- teiligten. Die vielfachen Berührungspunkte, die die Preag inner- halb ihres Bcrforgungsgebietes mit der Thüringer Gasgesellschaft besitzt, hoben Ende vorigen Jahres gemeinsam mit der A.-G. Sächsische Werke zur Uebernahme der Aktienmehrheit durch die Preußen-Elektra geführt. Diese Aktion, die seinerzeit von der Oesfentlichkeit viel diskutiert wurde, dürfte sich in Zukunft für die Versorgungspolitik der Preag noch sehr günstig auswirken. Eines der bedeutsamsten Ereignisse im legten Jahr war die Gründung der schweizerischen Jinanzierungsgesellschaft, der Eon- tinentalen Elektrizitäts-Union in Basel. Mit der Gründung dieser Gesellschaft schuf sich die Preag die finanzielle Grundlage zur Deckung ihres Kapitalbedarfs. Insgesamt gesehen kann die Preag mit dem Geschäftsjahr 1930 noch zufrieden sein. Zwar wurde die Stromabgabe durch die Drosselung des geschäftlichen Verkehrs beeinträchtigt, doch blieb in den überwiegend agrarischen Bezirken und in den Städten die Nachfrage nach billigem Kraststrom bestehen. Neuanschlüjsc und die Erweiterung des Versorgungsgebietes brachten es aber zuwege, daß die gesamte Stromabgabe, die schon im Vorjahr eine sehr kräftige Steigerung um über 29 Proz. erfahren hatte, auch 1930 ungeachtet aller Schwierigkeiten von 646,2 aus 682,8 Millionen kilowattslunden, also um K,7 Proz. gesteigert wurde..Läßt man die Er- Weiterung des Interessengebietes außer Betracht, so ergibt sich ein Rückgang bei der Stromabgabe um etwa 8 Proz. Im neuen Jahr hat sich der Stromabsatz im Januar um 5,5 Proz., und im April um 3 Proz. gebessert, dagegen ist er im Februar und März um 13 bzw. um 3 Proz. zurückgegangen. Das ergibt im Durchschnitt eine Abschwächung in der Stromabgobe um 2 Proz. Diese Entwicklung konnte auf dos Bauprogromm der Preag nicht ohne Einfluß bleiben. Die durchgeführten Ein- schränkungen erstrecken sich allerdings nicht auf das laufende Bau- Programm, dos der Verbesserung des Stromverteilungsnetzes dient. Die Schaffung neuer Betriebskapazitäten wird wohl auch für die Preag in nächster Zeit nicht in Frage kommen, denn die Ende 1930 zur Verfügung stehende und nicht ausgenutzte Leistungsfähigkeit wird mit 300 000 Kilowattstunden angegeben. Der B e t r i e b s ü b e r f ch u ß hat sich im Berichtsjahr von 13 auf 17,4 Millionen Mark gebegert. Die Handlungsunkosten er- höhten sich von 0,8 aus 0,96 Millionen Mark, während für Steuern 1,1 Millionen Mark in fast unveränderter Höhe erfordert wurden. Zinsen erforderten diesmal 2,34 Millionen gegen nur 374 000 Mark im Vorjahr. Nach Ueberweifung von 4,8 Millionen an die Er- neuerungsrückloge verbleibt ein Reingewinn von 7,6 gegen 3,6 Mil- lionen Mark im Vorjahr. Hiervon wird wie 1929 eine Dividende von 6 Proz. gezahlt, die diesmal aber auf dos gesamt« Kapital von 123 Millionen zur Verteilung gelangt. Im Hinblick auf die bedeutenden Transaktionen, die die Preag im letzten Jahr durchgeführt hat, kann die Bilanz nicht als besonders stark angespannt bezeichnet werden. Allerdings find die Bekriebsmiklel von S9,4 auf 40.3 Millionen sehr siar? zusammengeschrumpft. davon allein Bankguthaben von 8,2 Millionen auf knapp 700 000 Mark. Auch der Posten„Schuldner" ist infÄge der Rück- Zahlung eines großen Borschußbetrages von 36,1 auf 18,6 Millionen gesunken. Dieser von einer befreundeten Gesellschaft zurückgeflossene Betrog wurde in vollem Umfange zur Zurückzahlung von Schulden verwendet, so daß bei gleichzeitigem Zurückfließen größerer Darlehnsbeträge von Tochtergesellschaften die Preußen- Plektra ihre Anlage ausbauten und die Vergrößerung ihrer Be- teiligung durchführen konnte, ohne ihre Schulden zu er- höhen. Die Beteiligungen der Preag haben jetzt den Wert von 410.6 Millionen erreicht, sich also gegenüber dem Vorjahr beinahe verdoppelt. Die von einer starken Unternehmungslust und weitblickenden Versorgungspolitik zeugenden Aktionen des letzten Jahres hat also die Preag ohne eine zu starke Anspannung ihrer finanziellen Mittel durchführen können. Für die neuen finanziellen Ansprüche, die für die Preag aus der Beteiligung am Bewag-Gefchäft erwachsen, hat die gestrige Generalversammlung bereits Vorsorge getroffen. Sie beschloß, das Grundkapital nochmals um 30 Millionen auf insgesamt 153 Millionen Mark herauszusetzen. Die Aktien werden von einem Konsortium unter Führung der Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerks-A.-G. über- nommen, was aus den Aktionären der Gesellschaft gebildet wird. Die neugeschaffenen Aktien werden den Aktionären im Verhältnis ihrer bisherigen BeteiUgung zum Kurse von 120 Proz. angeboten. Die Belegschaft wird für Ende des Jahres einschließlich Hefrag und der Nordwestdeutschen Kraftwerk« mit 2354 Arbeitern und 306 Angestellten angegeben. Ende des Jahres 1929 waren 2158 Arbeiter und 349 Angestellte beschäftigt. Gpekulationsprofiie! 10 proz.— 30 proz.— 400 proz.? Ein Außenstehender kann sich sehr schwer einen Einblick in die Gewinn- und Verlustrechnung der Grundstücks- spekulation verschaffen. Die uns vorliegende Bilanz vom 31. Dezember 1930 der T e r r a i n- G e s e l l s ch o f t am Teltow-Kanal, Rudow-Johannisthal 21.-©. gestattet das wenigstens bis zu einem gewissen Grade. Für das abgelaufene Geschäftsjahr beziehen die Aktionäre— die Gesellschaft ist zu zwei Dritteln im Besitz der Commerz- u. Privatbank— eine Dividende von 10 Proz. Das ist nicht gerade außergewöhnlich viel, aber für heutige Zeiten recht an- ständig. Man. muß aber einmal genauer untersuchen, wie diese Dwidende verdient wurde. Es ist im Jahre 1930 Gelände von etwa 6,3 Hektar, genau 63043 Quadratmeter, verkauft worden. Als Einnahmen werden ausgewiesen 163 000 Mark, also ist der Quadratmeter mit 2,30 Mark verkauft worden. Als Reingewinn werden knapp 34 000 Mark angegeben: also sind etwa 30 Proz.(je Quadrat- meter 0.80 Mark) nach Abzug der Unkosten netto verdient worden. Ms„Abgang" sind aber nur 40 000 Mark eingesetzt worden: also ist der Boden zum V i« r s a ch e n des Buchwertes verkauft worden! Die Sache wird aber noch anders, wenn man sich die B e- Wertung des Grundbesitzes ansieht. Die Gesellschaft besitzt jetzt noch 98 Hektar Boden, und zwar fast ausschließlich in Rudow. Für dieses Gelände ist jetzt vom Magistrat Berlin und dem Bezirksamt Neukölln ein neuer Bebauungsplan aufgestellt worden, nach dem dieses Gelände jetzt als Wohnbougebiet ausgewiesen wird. Durch diese Maßnahme der Stadtverwaltung ist der Besitz der Terraingesellschaft plötzlich viel wertvoller geworden, ohne daß die Gesellschaft dazu auch nur einen Handschlag zu tun brauchic. Allerdings hat sie der Stadt Berlin 6.6 Hektar als„Gegenleistung" abgetreten, die natürlich in keiner Weise der Wertfteigerung des übrigen Besitzes entspricht. Für 6,3 Hektar hatte also die Gesellschaft 163 000 Mark erhalten. Davon hat sie für„Straßenbau und Geländeabtretung" 41 400 Mark abgesetzt, ein Betrag, der keineswegs für die gerade verkauf- ten 6,3 Hektar aufgewandt wurde. Wir wollen nun sehr vorsichtig rechnen und annehmen, daß etwa 30 000 Mark auf Straßenbau für die 6,5 Hektar anzurechnen seien, so daß rund 130 000 Mark reiner Bodenwert für 6,5 Hektar, also 20 000 Mark aus c i n Hektar zu rechnen waren. Für 98 Hektar ergibt sich dann ein Gesamt- wert von 1B Millionen Mark— bewertet ist er in der Bilanz mit 323 000 Mark, also mit etwa einem Sechstel da» wahren Wertes! Soviel stille Reserven stecken in diesem„goldenen Boden"! Aber es ist gar kein Zweifel, daß die von uns aufgestellte Rechnung den M i n d e st b et r a g des Bodenwertes ergibt— mit der allmählichen Erfüllung des auf- gestellten Bebauungsplanes wird der Boden zweifellos noch ganz stark im Werte steigen. Würde die Gesellschaft jetzt aufgelöst werden, so würden die Aktionäre annähernd das Fünffache ihrer Nominalbeteiligung— also mit 400 Proz. Gewi n n— zurückerholten. Die Aktionäre dieser lerraingescllschaft können also ruhig schlafen. An der Börse kann man keine Aktien mehr auftreiben — am 29. Dezember wurden sie zuletzt mit dem für ein zehn- prozentiges Papier phantastischen Kurs von 320 Proz. gehandelt. Diesen Leuten fallen enorme Gewinne infolge einer Maßnahme der Stadtverwaltung(Bebauungsplan!) mühelos in den Schoß. Ihnen nun auch die Abgabe an die 2lllgimeinheit von diesen wiche- losen Gewinnen, die W c r tz u w a ch sst e u e r, zu schenken, wie man es in Berlin vorhat, das geht denn doch zu weit! Gegen den Holzzoll. (Scharfer Protest der verarbeitenden Industrie. Gegen die Zollwünschc der deutschen Forstwirtschaft, die schon seit langem in der Oesfentlichkeit für ein« Drosselung der Holz- einfuhr und den Berwendungszwang inländischen Holzes wirbt, nimmt jetzt der Wirtschaftsverband der Deutschen Holzindustrie in Berlin in scharfer Form Stellung. Es wird festgestellt, daß die Notlage der deutschen Forstwirt- schaft lediglich durch die schwere Krise der holzverarbeitenden In- dustrie und der Bauwirtschaft verursacht sei, nicht ober durch eine übermäßige Einsuhr ausländischen Holzes. So ist die Einfuhr von Rundholz(ohne Papierhol;) von 6,2 Millionen Festmeter im Jahre 1913 auf 3,9 Millionen Festmcter im vergangenen Jahr gesunken. Die Beschäftigungsziffern im Holzgewerbe seien aber nicht im gleichen Verhältnis gefallen, woraus sich also ganz klar eine stärkere Verwendung inländischen Holzes ergibt. Im ersten Quartal 1931 hat sich diese Rückgangsbewegung in der Holzeinfuhr noch verschärft. So sind die Importe von Nutzholz gegen- über der gleichen Zeit des Vorjahres erneut um etwa 50 Proz. ge- funken, so daß im laufenden Jahr die Einfuhr etwa auf 25 Proz. des jährlichen Durchfchnittsimparts in der Vorkriegszeit zusammen- schrumpfen würde. Andererseits ist der Export Deutschlands erheb- lich gestiegen und hat zur Zeit etwa 90 Proz. der Einfuhr erreicht. Ganz besonders scharf aber müßten die Forderungen auf Ver- dreifachung der Rund- und Schnittholzzöll« deswegen von der ver- arbeitenden Industrie zurückgewiesen werden, well der deutsche Wald zahlreiche 5)olzarten gar nicht oder in unzureichenden Mengen hervorbringt, auf deren Verarbeitung die Holzindustrie unter allen Umständen angewiesen ist. Daher würde auch die Forstwirtschast in diesen Fällen von der Zollaufstockung gar keinen Nutzen haben, während der Schaden für die schon mit hohen Selbstkosten arbeitende Industrie natürlich ganz enorm sei. Ebensowenig wie Zollerhöhungen könnten der Forstwirtschaft Zwangsmaßnahmen zur Verwendung inländischen Holzes helfen. Die Forderung eines Verwendungszwanges zeuge von einem ganz- lichen Mangel an Sachkenntnis, da es sich bei Holz nicht um eins beliebig austauschbare, sondern mit weitgehenden Qualitätsunter- schieden versehene Ware handele. Mit der Forstwirtschaft ist die holzverarbeitende Industrie der Ueberzeugung, daß die überhöhten Frachten für Holz und Holzwaren einen erheblichen Teil der Schuld an der schwierigen Lage der einheimischen Forst- und Holzwirtschaft tragen und daß daher von der Reichsbahn erwartet werden muß, daß sie durch beschleunigte Gewährung von Frachterleichterungen für die zu hoch eintarisicrten Holzerzeugnisse der notleidenden Holz» Wirtschaft hilft. Guies Kabel-, besseres Orahtgefchast. Die Neuordnung bei Kelten& Guilleaume Es gibt trotz der langandauernden Krise doch eine große Zahl von G r o ß k o n z e r n e n, auf die sie keinen Einfluß zu haben scheint. So ist auch in den Bilanzzisfcrn vom 31. Dezember 1930 der' Felten u. Guilleaume Carlswcrk A.-G., Kö l n» Mülheim, so gut wis nichts von Krisenwirkungen zu sehen. Zwar wird die Dividende auf da'--Millionen-Kapital von 7,3 auf 6,5 Proz. ermäßigt, aber die Enaaßigung der Gewinnziffern scheint mehr die Folge der o r g a n i s a t o r l s ch e n Neu- o r d n u n g des Gesamtunternehmens als verschlechterten Geschäfts- ganges zu sein. Am 1. Juli 1930 ist nämlich die Felten u. Guilleaume Carlswerk Eisen und Stahl A.-G ge- gründet worden, die alle Eisen- und Stahlbetriebe und zugehörigen Tochterunternehmungen aufgenommen hat(Kapital 18 Millionen Mark). Das Kapital befindet sich ganz im Besitz der Mutter- gesellschaft, bei der das Konto Beteiligungen demgemäß eine Erhöhung von 32,9 auf 31 Millionen Mark erfuhr. Von den Fabrikationsstätten find nur die Kupfer- und die Kabelwerke bei der Muttergcfellschaft geblieben. Wenn nun der Rohgewinn von 19 auf 16,1 Millionen und der Reingewinn von 3,3 auf 4,5 Millionen Mark zurückgegangen ist, dann hauptsächlich deshalb, weil die Gewinne der Eisen- und Stahl- werke der neuen Gesellschaft für das zweite Halbjahr 1930 noch nicht abgerechnet sind. Von Gewinnrückgang wird man also keinesfalls reden können Der Gesamtumsatz des Konzerns ist laut Geschäftsbericht wertmäßig um 14,5 Proz., aber mengenmäßig nur um 8 Proz. zu- rückgegangen. Das ist für das Krisenjahr 1930 ein außerordenllich gutes Ergebnis. Der Gesamtumsatz, der 1928 auf 225, 1929 auf 245 Millionen Mark beziffert wurde, dürfte sich also auf 209 Mil- lionen Mark belaufen haben. Stärker als der mengenmäßige Umsatzrückgang, nämlich um mehr als 10 Proz., wurde die B e- legfchaft vermindert, von 16 900 auf 13 200 Mann. Auch ein Zeichen, wie nur die Arbeiterschaft die ganze Schwere der Krise zu spüren bekommt! Im Kupfer- und Kabelgeschäft sind bei den verhält- nismähig großen Vorräten Verluste infolge des Preissturzes für Kupfer eingetreten. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden mehrere Seekabel verlegt: Schwcden-Gotland(170 Kilometer) und das vierte Deutschland-Schweden-Kabcl(120 Kilometer). Ein Auftrag für ein deutsch-dänisches Kabel zwischen Rostock und Nyköpmg (89 Kilometer) ist in Arbeit. Während das Starkstromkabelgeschäst daniederliegt, ist im Eisen- und S t a h l d r a h t g e s ch ä f t so- gar eine Besserung eingetreten. Der Auftrogsbestand ist so hoch wie im Vorjahr. 12 MMionen Tonnen auf Halde. B-rgbaukrije hält an. Auch im 2lpril haben sich die slbsatzschwicrigkeiten im Berg- bau nicht im geringsten gemildert. Im Gegenteil brachte der erste Monat der Saisonbelcbung in diesem Frühjahr für den Bergbau eher noch eine Verschärfung der Lage. So belief sich noch den Ermittlungen der Fachgruppe Bergbau des Rcichsverbandes der Deutsche» Industrie die Kohlenförderung im Ruhrbezirk aus nur 6,8 gegen 7,7 Millionen Tonnen im März dieses Jahres. Die Koksproduktion ging noch stärker van 1,76 aus 1,53 Millionen Tonnen zurück. 2luch der 2lbbau der Belegschaften, der seit Ansang 1930 ununterbrochen angehalten hat, erreichte im April noch keinen Stillstand. So ging die Gesamtzahl der noch be- schöftiglev Kumpels von 268 498 aus 260 995 Mann zurück. Seit dem April vorigen Zahrcs find rund 94 000 Bergarbeiter abgebaut worden. Da der Zlbsatz nicht an die Produktionsmengen herankam, rauhte auch im April ein Teil der Förderungen auf Halde gestürzt werden. Die Haldenbeftändc an Kohle, Koks und Prehkoks er- reichten Ende April mit 11,84 Millionen Tonnen einen bisher noch nicht erreichten Rekordstand. Auch die Zahl der Feierschichten, die für die weiter in Betrieb befindliche Belegschaft wegen 2lbsatz- mangel eingelegt wurden, stiegen auf 771 000, das heißt auf jeden Mann der Gesamtbelegschast tarnen im April 2,95 Feierschichten. Etwas günstiger hat sich die Lage im B r a u n t o h l e n b e r g- bau gestaltet. So konnten sowohl im Mitteldeutschen wie auch im Ostelbischen und Rheinischen Revier die Brikettstapel, mit deren Zlbbau bereits im März begonnen wurde, weiterhin kräftig geräumt werden. Der Rohkohlenabsatz an die Industrie blieb allerdings weiter zurück. Bürgschaft von Reich und Preußen für Düngemittellieserungen, Für Düngemittel, die von den Syndikaten bis zum 15. Juni an die landwirtschaftlichen Betriebe geliefert werden, übernehmen Reich und Preußen den Syndikaten gegenüber die Bürgschaft von je 30 Proz., zusammen also 60 Proz. Es werden aber nur Lieferungen in die in der Osthilfe als notleidend anerkannten Provinzen berücksichtigt. 1 Aus der Partei. plc bürgen kindlich« Sozialdcw okrolie. soeben durch d>« Ge. r'cindewohlen wieder alz die stärkste Partei des jüngsten Bundes- lande? der Republik Deutschösterreichs erwiesen, seiert ihr zehn- jähriges Bestehen durch«ine reichhaltige, illustrierte Parteitags- nummer. Das große Verdienst des damaligen Stootskanzlsrs Dr. Karl Renner als Delegationsführer in Versailles um die Befreiung des Burgenlandes von ungarischer Fremdherrschast wird ebenso gewürdigt, wie die Tapferkeit, zugleich aber auch die Menschlichkeit der österreichischen Wehrmacht im Kampf gegen die Banden chorty-Ungarns, die die Heimkehr des Burgen'ande? in Grvßdeutschland hindern sollten. Ewsend»»«»» für dtrse Ziubril(1*6 Berti* 2W«8, Slnbrnftradc 3, parteinachrichten für Groß-Nerlin ft«t**■_ 6»» e<)irl»((ltctatiat .$af, eXrtvvtn reibt», ,» richte* Achtung, Kassierer? We Gutscheine zur Benutzung des Gonderzuges, die nicht verkauft worden simd, müssen unbedingt bis Gonuabend. den 23. Mai d I., mittags l Uhr, im Büro sein.— Der Betrag sür die verkauften Gutscheine mutz bis zu demselben Zeitpunkt unbedingt in Händen des Bezirkskassierers sein. I. ST: Alex Pagels. ♦ Beginn aller Veranstaltungen 19s>s Uhr, sofern keine besondere Zeitangabc? Heule. Miiwoch. 20. Mai. 11. Äeet». IT Ubr JTtalrienMlbur« o>,t Sürflerbwutterten im z immer 144 dk» Ratkausr». 31.«bt. Ritglieder, die nach Leipzig fobren wvllrn. meld-n sich fefert in der Meldungen zur Fahrt nach Leipzig entgegengenommen. Lokal Blockwih, Palksir. 8. 108./108&.«bt. jo Uhr Stadttheater. kleine, Zimmer. Glternabend,«inder. freunde. Wichtige Tagesordnung. We Eltern erscheinen. Gäste will- kommen. Röntg entnl.Zepern ick. 30 Uhr Mitgliederversammlung. Lokal Reifel. Bahnhof- strafte 76. Dichtige Tagesordnung. Frauenveranskaltungeu. 0.«rei». Donner»!««, 21. Mai. ISüs Uhr, bei Ztaisch, Gabiner Str. 10. Funk:ionärinnenfiftung. U'ihrotvl ä«r Ferien- und Reisezeit ■ kann der„Vorvärts" und der„Abend" auf jede Dauer allerorts berogen werden Touristen und Wanderer ■ fordern das Zentralo-gan der Sorialdemokratischen Partei Deutsch lands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen Sommerfrischler lassen sich den„Vorwir s" bei einer Aufemhalisteit bis tu einer Woche per Kreuzband nachsenden Das Porto beträgt woefentacs 10 Pt., Sonntags 15 P*.(pro Woche 70 Pf). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postuberweisung zu beziehen, welche die Haupiexpedition vornimmt In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage nui d e Postbestellgebühren von 72 Pf pro Kalendermonat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„Vorwärts". Berlin SW68, LindensttaPe 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkoionisten ■ wird der„Vorwärts" durch Boten zugestellt. der Laube ist erfordetlich. Postabonnenten Genaue Bezeichnung I müssen die Nachsendung unter Beifügung von 50 Pf. in Marken mindestens 2 Tage vor der Abreise schrif lieh bei der Zusiell- Postansiait beantragen \/Ä_...i;_s„\/_„l__ Berlin SW 68, llndonstraOe 3 Vorwärts- Verlag Femspraehor Dönhoff 393-397 20. und 21.«M. Donnerstag. 31. Ma'. 191? Uhr. Daskochiehrvorführung in der Müllcrftr. 181. 23. HM. Donnerstag. 21. Mai, l?ld Uhr, im Svorihous im Stadion Rch- berge, Vortrag über„Gvmnostik und Soor!" mit praftisdien Vorführungen. Arbeiksgemeinschofl der Sinderfreunde Groh-Lerlin. vrobezelllager! Alle Falken und Leiser, bie ein Instrument haben und spielen, brinqen dies ins Drodezeltlager mit. Gruppe Weiftenfee, Mittwoch, 20. Mai. 18 Uhr, Slternverrammlun«, Jugendheim'Tariütrdfte. Bfingsttahrt nach Colpin bei Zllrlt.'nwalde. Treff. Punkt 23. Rai. 16 Uhr.«nionvlaft. Zurück 35. Mai gegen 20 Uhr. Unkosten 3.20 M. Nähere» in der Glternversammlung. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation Unser langjchriger Parteigenoste Ernst Lagedorn. Alt.Roab't 77, ist am 17. Mai verstorben. Ebre seinem«»denken' Die Einäscherung findet Zreitaa. 22. Mai. 13lr Uhr. Krematorium Gerichtstraft-, statt. Um reae Be. teiligung bittet die Abtrilungsleitung. 12.«bt. Am 16. Mai verstarb noch»ualvollem Leiden unsere langiährige treue Senosfin Lermine Lupsch, Beuffelftr. 21, kurz nach Vollendung des 56. Lebensjahres. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, 21. Mai. 11H Uhr, im Arematorium Geridttstrafte, statt. Rege Beteiliaung wird erwartet.— Die Abieilungsletiung. SoziaWflve Arbeiterjugend Groß-Berlin «osendunae» ige diese JlnbH! toi«•»•« Ingendietrei-ez«, Zlerlw GW 06. lindenOraße 5 «bteilungsleiter, reicht sofort 6», Jnni.Programm ei»! Tür die Zahm»um Parteitag in Leipzig am 3». Mai find noch Fahrkarten »u 6,60 R.(Hin. und Rückfahrt) im Sekretariat»u haben. Heule. Mittwoch. i9y2 Uhr. Reich Besten:©ealfirnec Str. 17, Z.«:.Wirtschafi�icmalratie".— Gesund- brnuven II: Ehristtaniastr. SS;.Reichttaassiftung".— Gesundbrunnen,«.{f.: Gptanburger Sir. 3: 10.Minuten. Referate.— frankfurter Viertel: Krank- furter All-e 307:.Da» Kommunistische Manifest".— Petkrzbnrger viertel: tvstr. iL:»Humor und Satire".— Löpenicker viertel: Beteiligung an der uenveranstaltung. Schule Manteuffelstr. 7 sTalkontracht).— Baunfcc: urant �indenhof". Wilhelmvlaft:»Warum müssen mit um gewerkschaftlich organisieren?"— Lichtenrade: Schule Roonstrafte:»Weine ersten Tage in der Lahrteil".— Tempclb-si GbftiirM'i.Ireiiärverkultur".— Friedrichnhage»: ssriedrichstr. 37: Lichtbilder: Jim Westen nicht. Reu«»".— Zriebrichsfeld«: Eber in Traue: Reslau Suntevstr. 44:.Bedmrtuna von Spiel und Svont Sür die arbeitende Jugend". Lichtetebaeg.Mttfte! Scharnweberstr. 2V:»Die Bedeutung des Mm» für die «rbe'terschast".— Lichtenberg, Rordi Gunterstr. 44: Elternabend.— Lichtenberg. Nordwest. Dossestr. 22: ,,Gewerkschaft»sraqen".— Mahlsdors: Rnlanchlhon- strafte 63. Zeil I:»Zreikörperkultur".— Pankow M, R. F.! stisfingenstr. 43: »Deindkratie. oder Diktatur?". SEG. Westen: Ehaolottenburg, Rofinenftr. 4. 18 Uhr:.Zuntiahresplan". Werbebezirt Brenzloner Berq:>20 Uhr Sonnrnhurger Str. 20: Werbe, und Bildungsausichuftstizuna. Jede Gruppe muft durch beide Obleute vertraten sein. Werbebezirk ReukWn: Sprechstunde und«brechnnage»(Plaketten v»m DIL.-Werbetagl V\i— Ifltj Uhr.'Baracke Ganghoferstraftr. RSerbebezirt vberlpteei W.-B..Varste ndesift'ing. Treptow. Graeftstr. 50. Werbebezirk Lichtenberg: Zelte und Zeltbahnen unbedingt heute Wühl'sch- strafte 28 abliefern._ Voriräge, Vereine undVersammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold'. Gofchaftsstell»: Berlin S 14. Eebastianstr 37—38. Loi Z. Tr. MiUwach. 20. Mai. Webding. 1.»ameradscho't und 4. Block: An. treten 18', llbr»UM Saalschuft bei der Versammlung der SPD. im Swinemünder Gesillichattsdaus. Eharlottrnbnvg, Lameradlöaft Zoo: 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Arndt, Lantftr. 51. Referat Polizeihauptmann Erncke:»Die Polizei im Vostsstaat". Bernau: Ifzg Uhr Antreten in Bundes, kleidun» tum llebunasobend im Bereinslokol.— Wedding: Achtung, Sportler und Zungbai Svomobende jeden Diensiaa Srottplaft Rehberge, jeden Zreitog Stwrtrldft Lumbolbthatn ab 18 Uhr. «rbeiter.Hbfttnenten.Bnnb. Gruppe Norden: Donnerstag. 21. Mai, 2a Uhr. Werbeabend mit Lichtbildervoriroa. alkoholfreies öpeiserestaurant, Ehaussee. strafte 63, Eingang Liesenstrafte.- Gruppe Schillerparki Donnerztag. Sl, Mo. 20 llhr, Voeiraa Lbggow:»Die Alkoholfraqe im Arbeitsrecht", alkoholfrei« Gast. statte. Malplaauetitr, 28.— Gruppe Zriebrich»hai»: Donnerstag, Q. Mai, 20 llhr. Vortrag im Jugendheim der weltlichrn Schule. Diestelmeperstr. 5. Gäste willkommen. Landsmannschaft der Schleswig. Kolfteiner zn«erli»— 1802. Geschäftsstelle: S. 14. Prinzenstr. 61. Donnerstag. 21. Mai, 20 llhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 43. Geichiistliche Siftung. Berichte. Aufnahme neu« Mitglieder. Abrechnung. Unsere Werbeabenbe. «inheitsoerband der Sandel, und Gewerbetreibende» und frei«» Berufe. Morgen, Donnerstag. 20 Uhr. Lotel«leranberploft. Aleianderstr. 49,®. Reese: „Die Wirts chaftÄrise". longfrilov Lngllsh vrda'Ioft ciud: hiinwoed, 20 Uhr. Zahnirrtehaus. Bülowsiraße 104. Outtmannsaal: Mr. Douglas Glass:„Front Samuel Butler to James Joyce."_ Sport. Rennen zu Hoppegarten am Dienstag, dem IS. Mai. 1. Rennen. 1. Abschied sBöhIke). 2. Geni». Z Lgricola. Told: IZZ i lS. Platz: KZ, 11, 40: 10. Ferner liefen: Ld arenam, Wunderblume, Blauer Bogel, Jambus, FrohwaU, Mahdi, Schwarz-weig-rot.' 2. Rennen. 1. Sopran(Böhlke), 2. Makrele. S Vrnusta. Told: 32:10. Platz: 1b, 16. IS-10. Ferner Uesen: Easwr, Felek, Ghazl, Brissago, FranceOco, Islam, Orenburg, Tallö, Maiennacht. 3. R e n n e n. 1. Sichel svöhlke), 2. Priska, 3. Adrienne. Toto: 16: 10. Platz: 11, 16, 13; 10. Ferner liefen: Teutsche, Ostersreude,©Dorne, gtlnole, 4. Rennen. 1. Sin,(D. Schmidt), Z. Anskar. 3. Präieet. T-to: 36: 10. Platz: 18, 21, 18: 10. Ferner liefe«: Altenberg, Meisterpolier, Mantegna. S.Rennen. 1. Kavallerist sGehrke), 2. Sporn. 3. Thüringen. Toto: 655:10. Platz: 50. 11:10. Ferner liefen: Silberfuchs. Cflade, Helmut. 6. Rennen. 1. Fürstenkind sFreytag), 2. Garde, 3. Freilos. Toto: 31: 10. Platz: 13, 14, 18: 10. Ferner liefen: Madelung. Nobel, Treulinz. Festkönigin. Petronia, Bienchen. 7. Rennen. 1. Lhsander(Zehmisch). 2. Wallis. 3. GefchZflSsreund, 4. Rioiera. Toto: 28:10. Platz: 14, 16, 67. 34: 10. Ferner liefen: Konto, Tatiu«. liisläusec, Midgard, Eroica, Wien. Historia, Jschlar, Toiibri. weilaraussichlen für Berlin. Kühler, meist wältig, vereinzelt löschte Regenfälle, mäßige Wind« au» nordöstlicher Richtung.— Zur veutschlaud. Uoberall kühler, im Nordosten noch meist trüb« mit leichten Regenfällen: im übrigen Deutschland wolkiges Wetter mit vereinzelten, meist leichten Rieoerschlägen. ff /f,S Theater, � Lichtspiele usw. � Mittwoch, 20. 5. stuts-Oper Unter d. Linden »1. A.-V. 20 Uhr Tosca Ende 22>/« Uhr Stasts-Oper Wztr ort hsesttt. V-B. 20 Uhr Perlcbole Jzllintl. Kimanrtui Ende 23 Uhr Mittwoch. 20. J. Stadt. Oper Bismarck ttr, Turnus III lS'ft Uhr Don Giovanni Ende WH Uhr Staad Scbauph. .n Ga»4«:s«»ir|t 224 A.-V. 20 Uhr Nalhan dar Welse Cndeg 23 Uhr M.WIük'NM.lllMll. 2) Unr uebe tut dem lonaa t* ihibuion in erunoMr« ende 22 A« Uhi_ pIAza »Tägs.| jsu«u| e-« . lOSSi IS E V U E LIEBE! ImichI Mtiugun� Rgstauant Berlins z ftliFltSu GROSSES SCHAUSPIELHAUS TIglich 8 Uhr; Ii Ii to PriioltntbttitzoD] urnedi} Wodm Regie: Erik CharclL VolKsüUhne lkiltf im Blllewgliti. 8 Uhr Die Ehe StaadSdiiller-Ih. 8 Uhr liebe aal dein lande sa Mlenten 10 Grfloeberg Staatsoper Am Pl.d Republik 8; Uhr Perichois OeQitdies meaitt 6 Uhr Oer BaaptmanD von Rdpenldt ». Carl Zuckmaye: Jfillf: Rtliu Hilivt Ute Komöaip «"» Uhr Dienst am Hunden »Ol tot tob Ulli HnHiuin Regie: Hont Poppe Kurtlniendanni" Tbeatar Bismarck 44» Alles Schwindel ni Moralin SAitor. Musik von Miseha Speliansky. Oqst: Onhf(rtofenu Freitag, den 22. Mai Praailar» Der rasende SperUnd Kioz, Vihrog, Meyn Rex Neues Tbeater — am Zoe w talilntuZiii.ail6SSt Täglich g>. Uhr ... und wen uerurteilsn sie? Komödie von Allrad Hariog Winror K Ciarren* Programm hervorragend! » Dayelma-Ballett Original Pariser Cancan Kuban-Kosaken'Chor Z Alvarez. Lcvanda. Dil u. Bil. 2 Dakotas. 2 Boods. Carl Braun ROSE THEATER Jeliiiil Franhlurier Nur bis 31. Mai 1931 Bis Freitag 8» tennabcad 7 und 10» Ab beide» P(l»g«tfeler lagen I _ 3. S». 9 Uhr Rose-Garten An beiden F«i»itsgen das traditionelle F r ö h• 1 Konzert mit>2 großen Va- tietO-Nummern ges onrhm. Konzert. Virfstf o. d. Operetlcnzchwaak: „Da« Liebesverbot" Gtofi« Frankfurter Straße 13» U-Behn Sttetuberger Pietz «t<«ige* VerverMof tl»I«eh von Ii— t Uhr und 4—» Uhr Telefeeieehe DctteUuatea: 87 Weicbecl S4ZZ 8trlliier||U|-TriO n•• k• 1 1•, v UhMto. 7«7kl Lustsplelhaus Tigl. 8»6 Uhr Das Spiel mit dorn Feuer. meaterd. Westens TIglich»Ist Uhr Das Teiiaeii von Uonbnoiire 0« groll Openttinriolg von Kaiman metropoi-ltieaiBr TIglich 8'st Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Mied sei bahnen Ttenter In Admlraisoalasi Täglieh 8>, Uhr Der lustige Krieg Schollwar, Lilien Carola Priem Barunkf-Slhon Tloojer 11 loi iRnoaantn. TIglich 8»st Gestern n. Beule KomSdlanhaue TIglich 8'st Uhi Schwengels mit Felix drestart und Kosa Valettl | Komiseii« oper S'st Uhr Alt-KsidBlberg Loch Eotzüsdi. Dfatiraiiäi. H.]. Boelitt, PfBlieft__ m tllte-Singer»» Kottbusser Str. 6 TIglich S'st Uhr jm tetltU Vorher: IIa OTittl. soioiel). gutaodDHUgf * M r flrosa- Berlin AI»K»»a»rpl«t» LICHT Berlin• Geoundbr an B«n DM Weait omertonungagtam mr lodermaBn Da« Ivutlge Pflnrstp Parole; taehen Oiooino. 18. Mol dl« Montan. IS.(fol BÜHNE: ihtnaro-Orikniar. lolfuia: Mal Hemel Sensationt- Gastspiel des unOber- treflllehen Stegrelfd chters RICHABD SCHWABS Glnneppe Morcttl d. berühmte balienisehe Tenor, der Stolz d. Dasos-Bela�Drchest Savona der ausgezeichnete FuBjongleur Gert nnd Gi&fe-Trta „Allee steht Kopf.' Die urkomische Exzentrik-Szene FILMTBIL Oer neue groBe Schwank- Enolg ..Wenn«He Holdnten.. Hegiaa der Vorstellungen t Wochentags 5>, u. 8>, Uhr, Pfingst- sonntag und Pfingstmontag 3, l>st, S'st Uhr. Preise der Pllize 0,50 bis 1.50 M. im Parkett und Rang, 2,00 240 M Baikon und Logen. Pfinpst. sonnug und Pfingstmontag 3 Uhr Einheitspreis Parkett u Rang O.SO M.. Balkon und Loge 1.20 M. 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Mai 1931 In der heutigen Vonnittogsziehung wurden Gewinne über 200 M. gezogen 2»eWnee»» 100000 M. 834863 4 neotinie I« 100009a. 123505 1 93118 t| SSKi; 3000 g:14r lOj�raQOO0«, 250959 278621 49•entnu 1_ �72 Ät 357454 � 107I&0 8632'S50I 42154 44400 86647 87368»16077 }?IS8 i« ÄW KM jW WU UW z« � In der heutige» Nachmittagszlehuug wurden Gewinn« über 209 M. gezogen 2 Gewinns ,» 6000 VL 349857 122618 198696 203509 216696 362981 ... 36428 67662 813329 338747 375766, i"Ä looe" M6,a5 «».800 fflL 6168 16100 20092 270f ! 27095 40529 9988« 1061 32"?M 931 1 �17S7 13S2375 336009 S76937 �0496° 234gS0°267777 2«>IS0 208965 34103» 357013 3631 34 M 800 ffl. 882 19797 65448 96470 133584 143407 leiSjä'06067 182712 182702'0975' 203408 221144 319216319630 387303 394278 69614 122213 183086 «3138