Morgenausgabe Nr. 236 A 119 48.Jahrgang Böchentlich 85 Bf., monatlich 3,60 m im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bf. Postzeitungs- und 72 Bf. Bostbestellgebühren. Auslands abonnement 6,-M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucjachen. vorto 5,- M * Der Borwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Illustrierte Beilage Bolt und Zeit". Ferner Frauenstimme". Technit"," Blid in die Bücherwelt", Jugend- Borwärts" u. Stadtbeilage 150 Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 23. Mai 1931 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einspalt. Nonpareillezeile 80 1. Reflamezeile 5,- RM. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. ( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Bf. Rabatt It. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien. anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wochen. täglich von 8 bis 17 Uhr. Der Berlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Der Brief an Brüning. Sozialdemokratie fordert Genfung der Brotgetreidezölle. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat an den Reichskanzler folgendes Schreiben gerichtet: ,, Seit wir mit unserem Schreiben vom 22. April Ihre Auf Seit wir mit unserem Schreiben vom 22. April Ihre Aufmerksamkeit auf die Welle der Brotpreiserhöhungen gelenkt und Maßnahmen der Reichsregierung auf Grund der Bestimmungen des Zollgesetzes vom März 1931 gefordert haben, ist die AufwärtsbeweZollgesetzes vom März 1931 gefordert haben, ist die Aufwärtsbewe gung der Brotpreise an vielen Orten weiter fortgeschritten. Weder die auf ein Kontingent beschränkte herabsetzung des Weizenzolls noch die im einzelnen mit Mühlen und Bäckern geführten Berhandlungen haben bisher die in Aussicht gestellte und vom Gesez vor geschriebene Herabsetzung der Brotpreise auf den durchschnittlichen Stand der Monate von Oftober bis März bewirken können. Angesichts der auch in den Sommermonaten taum verringerten Massenarbeitslosigkeit und der ständigen Herabdrückung der Einfommen der breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung halten wir eine längere Berzögerung der Brotpreis fenfung für unerträglich. Wir sind der Meinung, daß es der Reichsregierung an der Macht, die Voraussetzungen für eine allgemeine Senkung der erhöhten Brotpreise zu schaffen, nicht fehlt, daß sie aber dieses Ziel am raschesten und wirksamsten auf dem Wege der allgemeinen herabsehung der Zölle für Brotgetreide und für die mit dem Roggenvers brauch tonfurrierenden Futtermittel erreichen fann. Wir machen die Reichsregierung erneut auf die schwere Beunruhigung aufmerksam, die die Nichterfüllung der Ber pflichtungen der Regierung auf dem Gebiete der Brotpreisfentung in der Bevölkerung verursacht, und wir müssen mit allem Nachdruck die sofortige Durchführung der zur Brotpreissenfung erforderlichen Maßnahmen, insbesondere der Zollherabjegungen, von der Reichsregierung fordern." * Diese Mahnung des Borstandes der sozialdemofra tischen Fraktion an die Reichsregierung war notwendig, meil bisher versäumt worden ist, wirklich durchgreifende Maßnahmen anzuwenden, um den seit vier Wochen und mehr in der überwiegenden Mehrzahl der großen Städte erhöhten Brotpreis wieder auf den alten Stand zu senten. Das Reichsernährungsministerium hat sich offensichtlich über das Gesez, das ihm einer Brotpreissteige rung vorzubeugen vorschreibt, hinweggesetzt und es an Energie im Brotpreiskampf fehlen lassen. Es hat lediglich völlig unzulängliche Borschläge gemacht, die zu feinem ReSchwierige Verfassungsfrage. Drei Bremer Hafenfreuzter legen ihr Bürgerschaftsmandat nieder. Keine Nachfolger mehr auf der Nazilifte! Bremen, 22. Mai.( Eigenbericht.) 31 Zu Beginn der heutigen Bürgerschaftssigung gab es eine Sensation, als der Präsident mitteilte, daß drei nationalsozia listische Abgeordnete aus der Bürgerschaft aus. getreten sind. Der eine von ihnen, Corssen, trat aus, weil sich auf Grund von Mitteilungen in der sozialdemokratischen Boltszeitung" herausgestellt hatte, daß er mehrfach triminell por bestraft war. Für die Nazis ist dies ein um so empfindlicherer Schlag, als er noch im Januar von der Hitler- Partei auf Befehl von Hitler und Hauptmann Göring als Kandidat für den Senat vorgeschlagen wurde. In der vorlegten Sigung fandidierte er dann noch für den Posten eines Vizepräsidenten der Bürgerschaft, wurde aber auf Einspruch der Volkspartei zu Fall gebracht. Ein zweiter Abgeordneter verschwand sang- und flangfos aus der Bürgerschaft, weil auch ihm im Bremer Parteiblatt friminelle Bergehen vorgeworfen werden mußten. Eine besonders starke Blamage ist dann der Austritt des Naziabgeordneten Geucke, der in einem offenen Brief an den Präsidenten sich von der Hitler- Partei losfagte mit der Begründung, daß sie ,, verbonzt und korrupt" sei und mit jenen bürgerlichen Parteien Kuhhandel treibt, die sie angeblich bekämpft. Der unverfälschte Nationalsozialismus sei nur bei Stennes und Otto Straßer zu suchen, nicht aber bei Adolf Hitler. Für die drei ausscheidenden Nationalsozialisten ist bereits ein genügender Ersaz auf der Kandidatenliste der Hitler- Bartei vorhanden, so daß die schwierige Verfassungsfrage entsteht, sultat führen konnten. Wäre das Reichsernährungsministerium den schon seit Wochen geäußerten Vorschlägen der Sozialdemokratie gefolgt, so wäre die Brotteuerungswelle schon längst gebrochen, und die berechtigte Aufregung aller Verbraucherkreise über die Nichteinhaltung der Brot preisklausel wäre unnötig gewesen. Jetzt kann nur die Forderung des Vorstandes der Reichstagsfraktion helfen. Es muß eine Senkung der Futtergetreidezölle vorgenommen werden, um die Einfuhr an Gerste zu erleichtern. Rur durch eine Verbilligung des Futtergetreides ist es möglich, daß die noch bei den Landwirten lagernden Vorräte an Roggen nicht verfüttert, sondern an die Mühlen verteilt werden. Außerdem ist aber auch die Senfung des Roggen 3011s notwendig; denn bei der auch dem Reichse.nährungsKnappheit der Roggenvorräte ist damit zu rechnen, daß, je ministerium bekannten, wenn auch offen nicht zugegebenen mehr die Borräte abnehmen, die Roggenpreise steigen. Die Landwirtschaft wird also, wenn der Roggenzoll nicht gesenkt wird, mit dem Berkauf des Roggens warten, um möglichst hohe Preise erzielen zu können. Aus diesem Grunde muß daher bis zur neuen Ernte die Preisentwicklung auf dem Roggenmarkt abwärts gerichtet sein, um möglichst bald alle Vorräte, die noch bei der Landwirtschaft lagern, auf den Markt gelangen zu lassen. Das fann nicht allein durch die den einzelnen Städten erzielt werden, sondern nur durch eine Abgabe verbilligten Regierungsroggens an die Mühlen in Sentung des Roggenzolles. Brotfabrikanten und Nachtbackverbot. Mit der Weigerung der Brotfabrikanten, den Brotpreis den Bädereilleinbetrieben anzupassen, wird abermals die Forderung verbunden, das gesetzliche Nachtbadverbot zu beseitigen. Es wird behauptet, erst dann würden die Brotfabrikanten in der Lage sein, den Brotpreis um 8 bis 10 Proz. herabzusetzen. Demgegenüber stellt der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter fest, daß die Gesamtherfstellungskosten eines 1250 Gramm schweren Brotes 15 Broz. des Wertes betragen, davon sind 7 Pro3. für Löhne ermittelt, und die verbleibenden 8 Proz. entfallen auf sonstige Unfosten, wie Licht, Kraft, Amortisation usw. Durch diese Feststellung ist bewiesen, daß die Brotfabrikanten auf Dumme spekulieren, in der Erwartung, Unterstützung für ihre reaktionäre Forderung Aufhebung des Nachtbackverbots 31 finden. Den Brotfabrikanten fommt es lediglich darauf an, eine soziale Errungenschaft zu beseitigen. Postscheckkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. Disc.- Ges., Depofitent., Jerufalemer Str. 65/66. Vor dem Parteitag. Eine neue Front der Partei? Von Paul Löbe. Der Leipziger Parteitag wird wichtige Entscheidungen über die weitere Haltung der deutschen Sozialdemokratie treffen müssen, die mit den beiden ersten Gegenständen seiner Tagesordnung: Kampf gegen den Faschismus und die wirtfchaftliche Krise, zusammenhängen. Dabei dürfte sich bald zeigen, in welch unlösbarer Wechselwirkung die beiden Brobleme stehen. Feders zum Sozialismus, nach dem engen Bündnis mit Nach Hitlers Erklärungen zum Privateigentum und 5 ugenberg und der Beschwichtigungsaktion bei den Großkapitalisten, nach der Abstimmung zum YoungBIan und dem inausmurf Stennes, nach den Anbandelungen des Oberst Röhm bei der Reichswehr und dem Fußfall Göhrings in Rom kann über die Absicht der nationalsozialistischen Führung fein Zweifel mehr obwalten. Sie will Eingliederung ihrer einst so„ revolutionären" Partei denen man vorher ihre Versumpfung und Verrottung_bein die Front der bürgerlichen Parteien, scheinigte, wenn sie nicht in Goebbels Angriff“ als„ ftinfender Misthaufen" bezeichnet wurden. Hatte man nach dem 14. September noch mit dem Gedanken einer Nachahmung des ,, Marsches auf Rom" gespielt, so kann jetzt an der Absicht, zunächst einmal auf legalem" Wege zur Macht zu gelangen, fein Zweifel mehr sein. Doch diese notgedrungene Legalität mindert die Gefahren Gegenteil, sie ist für ihre heutigen Befürworter zweifelsohne des deutschen Faschismus für die Arbeiterklasse nicht, im die flügere Taftit gegenüber dem Revolutionsgeschret von vorgestern. Der Nationalsozialismus bietet sich damit offen als Heeresteil und Schuztruppe des Kapitalismus an, will Teil der Macht erreichen, auf den er Anspruch zu haben meint. in seine politische Vertretung aufgenommen sein und so den Sind die alten Parteien bereit, ihm diesen Anteil zu ge= währen oder sind sie imftande, ihm diesen auf die Dauer zu verweigern? Darüber darf sich die Sozialdemokratie feinem 3weifel hingeben: Alle Wahlen nach dem 14. September zeigen ein einheitliches Bild; die bürgerliche Mitte und Rechte mit Ausnahme des Zentrums wird immer weiter zernagt und aufgerieben, geht zahlenmäßig rapide zurück und wird bald nicht mehr imstande sein, Mehrheiten mit links gegen die Nationalsozialisten zu bilden, da ja die Kommunisten auf der äußersten Linken dafür ausfallen. Die Linke" bleibt unverändert start, aber es gibt leichte Verschiebungen zu= ungunsten der Sozialdemokratie, die ja nun schon über ein Jahrzehnt den Mut zur Unpopularität" aufbringen muß. Daneben schwächt aber der vehemente Angriff der Nazis auch den Abwehrwillen der Mitte. Diese sucht sich durch Nachgiebigkeit gegen rechts zu retten, und so bleibt es fraglich, wie lange das Zentrum als einzige bürgerliche Partei diese Entwicklung aufzuhalten vermag. Mit der Möglich falls muß die deutsche Sozialdemokratie auch nach den Preußenwahlen rechnen. Die unglaublich unsozialen Aeußerungen der volksparteilichen Führung lassen es zweifelhaft erscheinen, ob die Ernüchterung ihrer thüringischen Parteifreunde auf das Gesamtgebiet des Reiches sich überträgt und lange vorhält. was geschehen soll, wenn die Kandidatenliste einer Fraktion erschöpft ist, während die bremische Verfassung die Zahl von 120 Bürgerschaftsmitgliedern bindend vorschreibt. Demonstrationsverbot in Württemberg. teit start veränderter konstellationen jedenUnter dem Eindruck der Hafenfreuzausschreitungen. Das württembergische Innenministerium hat mit sofortiger Birtung auf Grund des Artifels 123, Absatz 2 der Reichsverfassung in Verbindung mit der Notverordnung des Reichspräsidenten wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit bis zum 30. September 1931 für Württemberg alle politischen Versammfungen unter freiem Himmel einschließlich der Aufzüge und Propagandafahrten verboten. Unter Propagandafahrten fallen nicht nur Fahrten mit Lastwagen, sondern auch solche mit anderen Verkehrsmitteln. Diese Verfügung ist offensichtlich unter dem Eindruck der Aus schreitungen ergangen, die am Donnerstagabend in Stuttgart auf Grund nationalsozialistischer Provokationen vortamen, und bei denen die Polizei so schmählich versagte und sich als unfähig erwies, 3usammenstöße durch geeignete vorbeugende Maßnahmen zu verhüten. Richtwählen als Protest. Vorschlag eines ungarischen Sozialisten. Budapest, 22. Mai. Im Abgeordnetenhaus richtete der sozialdemokratische Abg. Propper an die Opposition die Aufforderung, sich an den fünftigen Wahlen nicht zu beteiligen, falls diese unter Beibehaltung des derzeitigen Stimmrechts vor sich gehen sollten, das großen teils öffentlich mündliche Wahl bedeutet! Ein solcher Kampf sei aussichtslos, die Opposition habe die Pflicht, gegen diesen verfassungswidrigen Zustand durch Wahl enthaltung zu demonstrieren,( Lärmende Zurufe.) Die Sozialdemokratie hat den illegalen und legalen Marsch auf Berlin" im letzten halben Jahre durch ihre Aktion. und ihre Taktik zu verhindern vermocht durch die Taktik der Reichstagsfraktion, die den Desperados die Türe nicht geöffnet hat, und mehr noch durch die gewaltige Aktivität des großen Parteiförpers, der sowohl der Rechten wie dem mägenden Teile der Mitte und der Wirtschaft" zeigt, daß das deutsche Proletariat sich nicht so widerstandslos überrennen läßt, wie es vor zehn Jahren in Italien der Fall war. Die Partei wird den Moment fest ins Auge fassen müssen, in dem der erste Teil der Abwehr, die parlamentarische Taftit, nicht mehr wirksam sein kann und sie sich mit allen ihren Vorbereitungen und Handlungen auf die Abwehr in der zweiten Form einstellen muß. Der Parteitag muß das flar erkennen, die Partei muß sich rüsten, um von der kommenden Umgruppierung nicht überrascht zu werden. Wir wehrten bis heute den Faschismus ab im Gefolge eines bürgerlichen Kabinetts, weil etwas anderes bis= her nicht möglich war. Unsere geschichtliche Aufgabe, nach der Stärke unserer Partei und den Ideen, die wir vertreten, wird es sein, die Führung und den Kern dieser Abwehr zu übernehmen, hinter der sich sammelt, was etwa von anti Sie Oldenborger Ralionalrevolononme. Eine Auswahlsendung des Dritten Reiches. Jede Wahl zeigt deutlicher, daß die nationalsozialistische Be- wegung mit den Arbeitern nichts zu tun Hot. Man sehe sich nur einmal die nachfolgende Berufsliste der eben neu gewählten neun- zehn nationalsozialistischen oldenburgischen Landtogsabgeordneten cm. Sie sieht wie folgt aus: fünf Landwirte und ein Pächter, drei Kaufleute, ein Auktionator, ein Elektriker und ein Maler, ein Rechtsanwalt, ein chouptkaffenrendant, ein Studienrat und ein Handelsstudienrat, ein Reichsbahnobersekretär, ein Handlungsgehilse, ein Arbeiter. Der alte Mittelstand ist durch die Außenpolitik des srü- Heren Regimes und im besonderen der Hohenzollern. aber auch infolge der Feigheit der damaligen bürgerlichen Parteien in den Wirbel des Weltkrieges geworfen worden und im Strudel der In- flation hat er seinen Besitz verloren. Mit den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung bekam er das Recht der freien Meinung?- äußerung, bekamen seine Frauen und seine zwanzigjährigen Söhne und Töchter das demokratische Wahlrecht. Damals wagte er eine Weltanschauung zu zeigen, sie vergegenständlichte sich in den bürger- lichen Mittelparteien. Das freie Bekenntnis hat diese Parteien nicht lange zusammengehalten. Die wirtschaftlichen Sonder- inte reffen der einzelnen mittelständlerischen Berufsschichten waren zu groß. Nicht einmal die im Glänze der Vorkriegszeit verschönten schwarzweißroten Jdeate vermochten die Entwicklung aufzuhalten. Alles loste sich in Interessentenhaufen aus. Damit ist die gesamte politische Last, die Verantwortung für die Liquidation des Krieges und der Inflation immer wieder auf die Sozialdemo- kratie gefallen, muhte von ihr getragen werden und ist von ihr auch getragen worden. Die nationalsozialistische Bewegung zeigt, daß die Zeit der mittelständlerischen Interessentenhausen ebenso ihrem Ende entge- gengeht wie die Parteien der mittelständlerischen Weltanschauung Vergangenheit wurden. Alles sammelt sich in der einen großen Partei, dfe nur schimpft und nichts Positive» leistet. In d e r Partei sammelt man sich, wo kommandiert wird und wo man gehorchen kann, wo es Orden und Ehrenzeichen gibt, aber auch Uniformen und Parademarsch. Man sehnt sich damoch. nach oben hin einen krummen Buckel machen zu können und nach unten treten zu dürfen. Ein tiefer Haß trennt die in der nationalsozialistischen Bewegung zusammengetroffenen Studienräte. Obersekretäre, früheren Offiziere, Einzel handelskausjleute. Handwerksmeister und Privatangestellten von de? großen Volksbewegung der breiten Massen, die seit 1918 nicht nur Opfer brachten, sondern auch einen neuen Staat schufen. Seit 1924 ist die deutsche Sozialgesetzgebung wieder aufgebaut worden. Die Verantwortlichkeit der Gesamtheit für das soziale Schicksal des einzelnen, wie sie die Weimarer Verfassung verkündet hat, ist gestaltet worden, wenn auch noch nicht so weit, wie wir es uns denken. Der Arbeiter hat den Respekt vor der Uniform verloren und geht auftecht. Sein Kampf und seine Erfolge haben dazu geführt, daß er trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten und trotz allen sozialen Elends eine klare weithin sichtbare Stellung einnehmen konnte. Der Mittelstand fühlt sich, weil er gleichberechtigt ist, als Untertan. Man möchte mehr sein als die breite Masse. Gegenüber den harten Tatsachen der Gegenwart erscheint die Vergangenheit in goldenem Licht. So ist es ein Treppenwitz der Weltgeschichte, aber doch eine Tatsache, daß der Mittelstand sich heute wieder in die Zeiten zurück- sehnt, durch die er ins Elend gekommen ist. Man sehnt sich nach Militarismus und großspuriger Außenpolitik, man erinnert sich des Wilhelminismus und jubelt Hohenzollernprinzen zu. Die nationalsozialistische Bewegung ist die Rebellion des Untertanen gegen die Demokratie. Der Feind, der allem, was rückwärts will, entgegensteht, ist die Sozialdemokratie. Das ist der bisher unübersteigbar gebliebene Wall. Daher flutet gegen ihn aller Schmutz und aller Haß an, der in den Zeiten wirt- schaftlicher Depression aus dem Elend emporquillt. Was hat diese politische Bewegung der wildgewordenen Spießer mit Sozialismus zu tun? Gar nichts! Die Auswahl der Oldenburger Landtagsabgeordneten zeigt wiederum, daß die nationalsozialistische Bewegung nichts anderes als Sammeln der Reaktion ist. Aus den sozialdemokratischen Wählermassen fließen nach jener Seite keine Anhänger. Die Auflösung der Interessentenhaufen und der sonstigen alten Mittelstandsparteien ist ein Prozeß, der die Froutenklarheit und jedem Nachdenklichen und Ueberlegenden deutlich macht, welchs großen Auseinandersetzungen uns noch bevorstehen. Kurt Heinig. faschistischen Strömungen und Gruppen im Lande noch vor- Händen ist. Zur gleichen Haltung drängt uns mit jedem Tag mehr der Verlauf der wirtschaftlichen Krise, bei der noch immer keine sicheren Anzeichen einer Milderung zu verspüren sind. Wenn wir bisher dulden mußten und nicht verhindern konnten, daß ein beträchtlicher Teil der Opfer dieser Krise von den Lohnempfängern und Unterstützten getragen wurde, so geschah das in der bestimmten Erwartung, diese Nachteile bei der nächsten Besserung der Konjunktur wieder auswetzen zu können. Von dieser Besserung ist aber weit und breit in der Welt nichts zu spüren, nicht in Deutschland und nicht in England, nicht in Amerika und nicht in Rußland. Die Krise hat tiefere, dauerhaftere Ursachen, als von denen angenom- men wird, die in ihr nur eine Nachwirkung des Krieges sehen. Nein, sie ist eine Krise desSystems, und es wird immer fraglicher, ob der Kapitalismus sie noch einmal über- windet. Ist es so, dann sind einschneidende Aende- rungen der Wirtschaftsweise, auf die wir oft hingewiesen haben und. die sich aus unserer sozialistischen Er- kenntnis ergeben, unvermeidbar und unaufschiebbar. Auch hierbei hat die Sozialdemokratie die Führung zu übernehmen. Schon verzweifelt ein großer Teil der sogenannten Jntelli- genz, der Akademiker und Techniker, der Wissenschaftler an der Fähigkeit des Kapitalismus, die von ihm produzierten Güter der Menschheit in vernünftiger Form zugänglich zu machen. In allen Lagern erheben sich die Stimmen, die ver- langen, daß dieses System von einem höheren abgelöst werden muß, daß die Zeit der planlosen Wirtschaft vorüber ist. In dieser Situation kann die Politik der Sozialdemo- kratie sich nicht in der gewiß notwendigen und unumgäng- lichen Abwehr des Faschismus erschöpfen. Wer anders als sie kann die Führung zu neuen Formen der gesellschaftlichen Produktion übernehmen, deren Notwendigkeit immer deut- licher vor aller Augen tritt. Gegenüber dieser großen geschichtlichen Aufgabe tritt der Streit um taktische Differenzen und Fehler oder Irrtümer einzelner dabei weit zurück. Die deutsche Sozialdemokratie hat durch eine Frontveränderung nach dem 14. September, deren Not- wendigkeit rasch erkannt wurde und deren Durchführung glänzend gelang, schweres Unheil vorerst abgewendet. Sie muß gewappnet sein, noch größere und entscheidendere Aktionen und Kämpfe in ganz anders gelagerten Frontstellungen zu vollziehen. Wirischastsdikiaior Feder. Phantasien über die Wirtschast im Dritten Reich. München, 22. Mai.(Eigenbericht.) In das vornehmste Hotel Augsburgs, das„Palasthotel drei Mohren" hotten die Nazis die prominenten Leute der Augsburger Wirtfchafts- und Geschäftswelt zu einer Besprechung für den 21. Mai eingeladen. Die Einladung war im besonderen mit dem Hinweis begründet, daß sich in allernächster Zeit das deutsche Schicksal entscheiden werde. Den nicht sehr zahl- reich Erschienenen hielt der Zinsbrecher Feder einen Vortrag, in. dem er folgendes ausführte: Die Nationalsozialisten würden in nächster Zeit unbedingt zur Herrschaft kommen, und dann würde eine neue Ordnung der Wirtschaft eingeführt. In dieser neuen nationalsozialistischen Wirtschaft gäbe es wohl«in Privatvermögen, ober keine Schieber- gewinne. Von einer Soziolisierung könne keine Rede sein: man wolle nur die Wirtschafts-, Verkehrs- und Verbrauchsbetriebe ver- staatlichen, ober alles, was durch schöpferische Arbeit geschafft wird, bleibt Privateigentum. Die jetzt bestehende Wirtschast müsse quer geteilt werden, wobei die freien Gewerkschaften zu- gründe gehen müßten. Im Dritten Reich gelte nur die Persönlichkeit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müßten in ein näheres persönliches Verhältnis gebracht werden, wogegen der von den Sozialdemokraten künstlich geschürte Klassen- kämpf beseitigt werde. Die in Aussicht genommene Arbeits- d- e n st p f l i ch t gäbe allerdings nur etwa S MI Arbeitern Bs- schäftigung. Es komm« aber hinzu, daß etwal Million Leute mit Häuserreparaturen beschäftigt würden, denn im Dritten Reich bekommen nur solche Hausbesitzer von den Mietern Zins, die ihre Rcparaturrcchnungen vorlegen. Außerdem werde der I m p o r t st a r k g e d r o s s e l t. � Schon jetzt wirkten die Nazis in diesem Sinne. Das Auftreten der SA.-Leute z. B. hätte genügt, daß viele Deutsche aus Angst, von den Hitlerleuten unsanft aus den Polsterkissen ausländischer Autos geholt zu werden, vom Ankauf eines ausländischen Autos Abstand genommen hätten. Die deutsche Auto- Industrie hätte deshalb Hitler aufgesucht, um ihm für diese Hilfe des deutschen Automarktes zu danken. Am Schluß seines Vortrages versicherte Feder nochmals, daß die Nationalsozialisten noch in diesem Jahr die Zins- knechtschaft brechen und für 10 Millionen Leute Arbeit schaffen würden. Der Tag sei nicht mehr fern, an dem Brüning mit seinen Notverordnungen machtlos dastehe. Erwachen in Gotha. Wendung gegen das kommunistische Treiben. Gotha, 22. Mai.(Eigenbericht.) Die Kommunisten haben in der Nachkriegszeit die Ar- beiterbewegung in Gotha fast vollständig vernichtet. In letzter Zeit hat man auch noch die Arbeiterkonsumvereine an den Rand des Abgrundes gebracht. Es scheint aber jetzt, als ob die Gothaer Arbeiterschaft zur Besinnung kommt. Arbeiter, die bisher den Kommunisten nachgelaufen sind, werden sogar selbst gegen kom. munistische Führer handgreiflich. In der letzten Vertreterversamm- lung des Konsumvereins trat ein altes Genossenschaftsmitglied an den kommunistischen Führer Suhr heran und versetzte ihm eine kräftige Maulschelle. Auch der kommunistische Führer Kühr wurde von einem alten Genossenschaftsmitglied, das um seine kümmerlichen Ersparnisse �bangte, die er im Konsumverein angelegt hat, geohrfeizt. In der'letzten Ortsausschußsitzung der freien Gewerkschaften wurde eine scharfe Entschließung gegen die verlogene und die Ar- beiterschaft schädigende Schreibweise des kommunistischen„Thüringer Volksblatt" mit allen gegen vier Stimmen angenommen. Zum Oberbürgermeister der Stadl Sleltin wurde in der Stadt- oerordnetenfitzung Regierungsrat Dr. Pocschel mit 40 ran S7 Stimmen gewählt. Dr. Poeschel gehört der Deutschen Volks- partei an und war bisher Regierungspräsident in Lieznitz. Stahlhelm fordert Listenprüfung. llm den Volksentscheid aufzuschieben. Die„Deutsche Treue",„Zeitschrist für monarchistisch« Staats» auffassung", herausgegeben vom Nationalvcrband Deutscher Offiziere, bringt am 21. Mai einen„Politische Tagessragen" überschriebenen Artikel des Major a. D. Hans von Soden st ern mit folgenden Ausführungen über den Volksentscheid: „Der preußische Innenminister Severing will uns ein Schnippchen schlagen. Er will den Tag des Volksentscheide» auf den 2. oder 9. August festsetzen. Um dem Landtag« da» durch das Volksbegehren geforderte Gesetz noch während seiner jetzigen Sitzungsperiode(bis Ende Juni) vorlegen zu können, wird er auf eine genaue Nachprüfung der Eintragungslisten verzichten und mit großer Geste verkünden, daß er dem Stahlhelm glaube und daher die gemeldete Zahl der Eintragungen ohne weiteres als richtig anerkenne. Verfährt er so, so könnte er in der Tat, wenn ihm dann auch der Landtag noch den Gefallen tut, sofort über da» Gesetz abzustimmen, den Volksentscheid in die erste Hülste des A u g u st legen. Es würde daher Aufgabe der Parteien rechts vom Zentrum feia, eine Rachprüfung der Listen, die Immerhin Z bis 4 Wochen in Anspruch nimmt, zu fordern, bei jedesmaliger Beratung des Gesetzes im Landtage die Beschluß- fähi gleit des Hauses anzuzweifeln und durch anders Ob- st r u k t i o n s m i t t e l eine Vertagung der Abstimmung bis in den September hinein zu erreichen. Gelingt das olles nicht, dann muß eben der Kampf zu der Zeit aufgenommen werden, in der er uns aufgezwungen wird. Dann müssen wir statt derGroßenFerien politisch« Großkampftage veranstalten und die Propaganda, so wenig erwünscht es manchem sein wird, in die Bäder und Sommerfrischen tragen." Aus diesem Artikel eines der hervorragendsten Stahlhelm- gestalten geht die schlotternde Angst der Adelsbegehrler zur Genüge hervor: sie haben kein Geld und müssen deshalb die Eni- scheidung über die Auflösung des Landtages so weit wie möglich hinausschieben. Daß sie dabei die Echtheit und Zuverlässigkeit ihrer eigenen Eintragungslisten anzweifeln und die preußische Regierung zur Prüfung darüber, ob sie nicht geschwindelt haben, nötigen wollen, zeigt, wie notwendig sie es haben, Zeit zu gewinnen.* Em Schweizer als Hafenkommandani. Rai mahnt polen und Oanzig zur Ruhe. Genf, 22. Mai.(Eigenbericht.) Deutschlands Antrag auf Abschluß einer besonderen Zivillustfahrtkonvention drang in der Areitagsihung de» völkerbundsrale» nur teilweise durch, während e» endlich ge- lang. Litauen in den Fragen des Memellondes unter den Ein- fluß de» Völkerbundes zu bringen. Die D a n z I g e r Fragen wurden mit Ausnahme der schweren Panne für den deutschnattonalen Senat sämtlich zufriedenstellend für Vanzig erledigt. Zu Beginn der Ratstagung wurde der deutsche Antrag be- handelt, eine besondere Konvention über die Veröffentlichung der zivilen Luftfahrt abzuschließen mit dem Zweck, die zivile Lustfahrt aus den Verhandlungen der Abrüstungskonferenz heraus- zulassen. Der Rat nahm den Bericht von L e r r a u x» Spanien an, wonach die Tronsitabteilung des Völkerbundes eine Umfrage bei allen Regierungen veranstalten soll über den Stand der Verösfent- lichungen über die zivile Lustfahrt in den Ländern selbst, durch zweiseitige oder mehrseitige Abkommen. Ueber das Ergebnis soll der Abrüstungskonferenz ein Bericht vorgelegt werden. Die Finanzfragen des Memelgebietcs werden durch Uebereinkommen mit Litauen unter Aufsicht von Sachverständigen des Völkerbundes geregelt werden. Die Frage des Kriegszustandes und der Gerichtshoheii in Mcmel gehen an den Haoger Gerichts- Hof. Eurtius sprach dazu die Hoffnung aus, daß auch alle die anderen schwebenden Schwierigkeiten unter Mithilfe des Völker- bundes in gemeinsamer Verständigung geregelt würden. Damit ist erreicht, daß Litauen, das sich seither jeder Einflußnahme des Völker, bundes zu entziehen wußte, endlich in ein« gewisse Abhängig- keit gegenüber den Bestimmungen des Völkerbundes für das Memelland gekommen ist. Henderson berichtete über die Da nztg- pvln is che n Beziehungen unter Zugrundelegung des Äerichtes des Kommissars Grawina. Wie erinnerlich, werden darin diese Beziehungen als sehr unerquicklich bezeichnet, seit die extremen Parteien von rechts und links bei den letzten Wahlen große Fortschritte gemacht hätten. Die Krise betreffe nicht den Völkerbund. Sie sei nur eine Sache zwischen Danz ig und Polen. Von der Be- stimmung des Statuts, polnische Truppen zur Sicherung der Ocdoang«ach Vanzig einrücken zu lassen, dürse kein Gebrauch gemacht werde«. Die Maßnahmen Danzigs seien zufrieden st elleud gewesen. Auf beiden Seiten müsse die schädlich« Agitatio« unter« bleiben. Alle Verhandlungen sollten immer nur durch Permilt« lung des hohen Kommissars erfolgen. Besonders müßten sämtliche Reibereien Polens gegen die garantierte Selbständigkeit Danzigs schwer verurteilt werden. Z a l e f k i begnügte sich mit dem Zweifel an der Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen und sprach dem Kommissar seinen Donk aus. Senaispräjident Ziehm ver- zichtete ebenfalls auf eine Bemerkung, da ihm Zaleski seinen Verzicht schon vorher mitgeteilt habe. Er behielt sich vor, dem Sommifjor später seine Bemerkungen zu machen und sprach ihm sein volles Vertrauen aus. Grawina sprach die Hoffnung auf Besserung durch beiderseitigen ernsten Willen aus und dankte dem Rot und den Parteien für ihr Vertrauen. Ueberstülssigerweife betonte He.-r Poncet, der als Vertreter Frankreich» an Briands Platz faß, daß Frankreich die Autorität des Kommissar» immer intakt halten weiche. Abschließend warute henderson vor nationalistischen Treibereien in vanzig und riet dem Danziger Senat im Interesse der Stadt, wirksame Maßnahmen zur Unterbindung vvn Unruhen zu treffen. Als Ratspräfident schloß C u r t i u s diese Verhandlungen mit dem Dank an Grawina und der Aufforderung an beide Parteien, für Wahrung des Friedens zu sorgen. Zum Kommandanten des Danziger Hafens wurde der Schweizer Dr. B«nziger gewählt, bisher Direktor des Konsulatsdienstes in der politischen Abteilung der Eidgenössischen Bundesregierung in Bern. Mißhandtungen in der Reichswehr. Ein Unterfeldwebel verurteilt. tiegnih, 22. Mai.(Eigenbericht.) Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit verhandelte das Erweiterte Liegnitzer Schöffen- gericht am Freitag in vierstündiger Sitzung gegen fünf frühere Feldwebel wegen Mißhandlung von Liegnitzer Reichswehrsoldaten in zahlreichen Fällen, Mißbrauch der Dienstgewalt usw. Die Vorfälle Ipiclten sich bereits in den Jahren 192S und 1926 in Liegnitz bzw. in Berlin, wohin die Truppe ab- kommandiert war, ab. Da infolge der Länge der verflossenen Zeit die Aussagen der als Zeugen vernommenen Soldaten offenbar nicht mehr allzu bestimmt waren, wurden vier der Angeklagten freigesprochen, da es sich nach Ansicht des Gerichts teilweise um Grenzfälle handeln sollte. Der ehemalige Unterfeldwebel Willi Schinke erhielt wegen Mißhandlung eines Untergegebenen 1 W o ch e 1 Tag verschärften Arrest. Unser neuer Roman. Wir beginnen zu Pfingsten mit dem Abdruck des russische n Romans„12 Stühle" von I. I l s und F. P e t r o w in der autorisierten Uebersetzung von(Asa Brod und Mary von Pruß-Glowatzky. Diese Erzählung ist von besonderer ?lrt: sie ist durchaus lustig, ein moderner Schelmenroman voller abenteuerlicher Erlebnisse, ein tolles Durcheinander aller möglichen Schichten. Aemter und Einrichtungen des heutigen Rußlands, vor allem hat sie Tempo. Man gewinnt daraus spielend Einblicke in russische Zustände und Menschenlose. Curiius und die Schwerindustrie. „Gießen wir ihn voran! Wenn er runierfällt, um so Vesser!" Wird Briand gehen? Präsident und Regierung für sein Bleiben. Paris. 22. Mai.(Eigenbericht.) Angesichts der Rückkehr Briands nach Paris be- schäftigt sich die französische Presse eingehend mit der Frage, ob der Außenminister seine Demission aufrechterhalten wird oder nicht. Bei Briand selbst scheint sich während seines Senfer Aufenthalts ein« gewisse Sinnesänderung vollzogen zu haben. Wahrend er vor Antritt seiner Reise fest entschlossen war. sein Amt niederzulegen, soll ihn die Ausnahme, die er im Lölterbundsrat und im Europa-Ausfchuß gefunden hat, und der Sieg der französischen These in bezug auf die wirtschaftliche Wieder- oufrichtung Europas davon überzeugt haben, daß seine internatio- nale Autorität und sein Ansehen nicht gelitten hoben, und daß daher seinem Verbleiben im Außcnministerium nichts im Wege steht. Dazu kommt noch, daß, wie der„Paris Midi" mitteilt, die Regierung und der neue Präsident Doumer ihm telegraphisch die dringe ndir Bitte' nach Genf übermittelt haben, auf seinen Rück- tritt zu verzichten. In Regierungskreisen wird daher, wie die- selbe Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfahren hoben will, stark damit gerechnet, daß Briand seinen Posten bei- behält. Die Gründe, die vor allem die nationalistischen Mitglieder des Kabinetts dazu veranlaßt haben, für Briand einzutreten, find ver- schiedener Art. Einmal scheint dem Kabinett daran gelegen zu sein, dem Ausland durch den Verbleib Briands im Außen- Ministerium zu beweisen, daß trotz der Präsidentenwahl die fran- zösisch« Außenpolitik keiner Aenderung unterworfen werden soll. Dann sollen verschiedene Kabinettsmitglieder und auch«ine große Zahl von Parlamentariern die Meinung vertreten, daß es besser sei, Briand innerhalb des Kabinetts, d. h. unter ihrer Kon- trolle, als außerhalb des Kabinetts und gegen sich zu haben. Die reaktionäre Presse ist mit dieser Wandlung der Dinge natürlich nicht einverstanden und protestiert bereits gegen ein eventuelles Derbleiben Briands im Außenministerium. Der natio- nalistische Abg. Taittingcr schreibt in der„Paris Rouvelle", hie Erfolge Briands in Genf feien sehr mager. Das deutsch-öfter- reichischc Zollprojekt hätte nicht erst an den Internationalen Ge- richtshof überwiesen werden dürfen, sondern Briand hätte«» gemäß dem ihm von der Kammer erteilten Austrog sofort als ein« Verletzung der Verträge und Abkommen verurteilen lassen müssen. Der„Jntransigeant" erklärt dazu, die Loge Briands fei nach dem Votum der Nationalversammlung nicht mehr dieselbe. Das Votum bedeute, daß die Politik der einseitigen Zugeständnisse jetzt vorüber sei. In den Augen vieler habe Briand für immer sein Ansehen verloren, da? bisher als unverletzlich gehalten worden fei. Es sei daher fraglich, ob das Parlament mit dem Verbleiben Briands im Auhenministerium einverstanden sein werde. Käuflicher Korruptionsbekämpfer. Oer Enthüller Oavidsohn im Solde des Braukapitals. Ein Korruptionsschnüffler, der Schweigegeld nimmt. Die häßliche Rolle, die der ehemalige Reichstagsabgeordnete Tcoidsohn in dem Korruptionsfeldzug gegen die Sozialdemo- kratie gespielt hat, dürfte noch in Erinnerung vieler Parteigenossen sein. Er war es, der im Jahre 1919 die Skandalhetze gegen die Partei einleitete. Seitdem spielt in allen Verleumdungsprozessen gegen die 5?ctzer der Rechten Georg Davidsohn die Rolle des Gewohn- heitszeugen, auf den sich die angeklagten Verleumder zu berufen pflegen. Eine besondere Tätigkeit hat Davidsohn eine Zeit lang im Arbeiter-Abstinentenbund entfaltet. Längere Zeit war er Redakteur des Bundesorgans und gehörte dem Bundesvorstand des Arbeiter-Abstinentenbundes an, bis er wegen dauernder Quer- treibereien Anfang 1922 seines Postens enthoben wurde. Davidsohn versuchte nunmehr, den Arbeiter-Abstinentenbund zu spalten und zog zu diesem Zweck eine Sonderorganisation, den„Verband sozialistischer Abstinenten" aus, der jedoch ein unscheinbares Grüppchen blieb. Immerhin ermöglichte diese Splittcrorganisatwn es Davidsohn, in der Abstinentcnbewegung weiter eine Rolle zu spielen und ein eigenes kleines Blatt herauszugeben, worin er den Arbeiter-Abstinentenbund heftig anzugreifen pflegt. Der Abstinent Davidsohn hat als sein Spezialgebiet dieKorruptionderöffentlichenMeinung durch das Braukapital bearbeitet. Im Jahre 1919 schrieb er die Broschüre„DasBraukapitalundseineKnappe n". Diese Broschüre enthielt Belege dafür, wie die große deutsche Presse durch finanzielle Beeinflussung(Inserate usw.) den Interessen des Alkoholkapitals dienstbar gemacht wurde. Weiteres Material ver- -ösfentlichte Davidsohn 1926 in einer Broschüre„Die Korruption in Presse und Parlament". Diese Broschüre erschien unter dem Pseudo- nym„Gustav D a b e l st« i n", dessen Monogramm G. D. mit dem des Autors Georg Davidsohn übereinstimmt. Das in dieser Broschüre verwertete Material stammte offenbar aus Kreisendes Deutschen Brauerbundes: es war klar, daß Davidsohn alias Dabelstein einen Gewährsmann beim Brauerbund selber haben muhte. Die Verlegenheit, in die der Brauerbund durch diese Broschüre geriet, machte sich deren Verfasser nun in höchst merkwürdiger Weise zunutze: Unter dem Datum„Weihnachtsfeicrtag 1928" schrieb Davidsohn-Dabelstein an einen gewissen„Herrn Doktor" einen Brief, worin er mitteilte, daß er die Heraus- gäbe einer neuen Broschüre beabsichtige, deren gedruckten Prospekt er beilegte. Diese neue Broschüre sollte den Titel tragen:„Al Smith und Raul Funke"(Rudolf Funke ist der Vorsitzende des Brauerbundes) und sollte dartun, wie deutsche Unter- nchmergelder im amerikanischen Prohibitionswahlkampf zur Unter- stiitzung der„nassen" Kandidaten gearbeitet haben. Es sollte laut Prospekt die Schrift„mit den korrumpierenden Propaganda- Methoden des Braukapitals abrechnen". Der gedruckte Prospekt sagt. „Wuchtig läßt Dabelstein die Peitsche gegen die in Ihrem Schlupfwinkel aufgestöberten Dolksverführer niedersausen und sie werden noch mehr winseln al« nach seiner ersten An- klageschrift." Soweit der gedruckte Prospekt. In dem Begleitschreiben führt Davidsohn-Dabelstein aus, daß er in der Broschüre von 1926 wegen Raummangels gezwungen gewesen sei,„außerordentlich viel sehr gutes Material unbenutzt zu lassen". Das Erscheinen for neuen Schrift werde eine Sensation sein,„zumal bei den Riesakteur- und Schriststcllerorganifationen. die ich rebellisch machen werde". Ein Durchschlag dieses Briefes wurde dem Deutschen Brauerbund in die Hand gespielt. Der Erfolg blieb nicht au»: der Brauerbund begann mit David- söhn wegen Nichtherausgab« der Broschüre zu verhandeln, zunächst ohne Erfolg, bi» der Chef der Propagandaabteilung, Johannes G a u l k e. in Person eingriff. Er erreichte, daß gegen ein Honorar von rund 1000 Mark Davidsohn-Dabelstein die Herausgabe der angekündigten Broschüre unterließ. Sie ist in der Tat— trotz des renommistischen Prospektes— bis heutigentags nicht erschienen! Wahrscheinlich hat sie nicht einmal existiert. Jedenfalls befand sich in der Druckerei, in der die Broschüre angeblich gedruckt werden sollte, k e i n M a n u s k r i p t. Der Brief und der Prospekt hatten allein ihre Wirkung getan! Dieser Erfolg spornte Davidsohn zu neuen Toten. Anfang 1931 bot sich hierzu Gelegenheit. Davidsohn selber konnte ja nicht mehr gegen den Brauerbund schreiben. Aber es fanden sich jetzt einige entlassene Angestellte der Propagandaabteilung des Brauerbundes, die sich anschickten, ihrerseits da» von Davidsohn unterdrückte Material zu einer Broschüre gegen den Brauerbund auszuschlachten. Der Braucrbund wandte die gleiche Methode an— er suchte das Nichterscheinen der Broschüre zu erkaufen und— wunderbar genug— zwischen dem Brouerbund und seinen ehemaligen Ange- stellten spielte Davidsohn den Vermittler. Nicht umsonst! Denn ausdrücklich machte Herr Gaulke seinen ehe- moligen Untergebenen zur Bedingung, von den an sie gezahlten Geldern an Davidsohn abzugebenl Freilich kam dabei ein so kleiner Betrag heraus, daß Davidsohn über die Knickrigkeit des Brauerbundes sich außerordentlich entrüstete. Später ist dann fein Anteil erhöht worden. Auch diesmal war die Broschüre nur zum kleinen Teil gesetzt. Man hatte in weiser Sparsamkeit vorläufig erst die Seiten oder Teile in Satz gegeben, mit denen man den Brauerbund e i n z u- schüchtern gedachte. Aber al« vorsichtiger Mann verlangte Herr Gaulke vom Brouerbund nunmehr, daß ihm die Bürstenabzüge der gesamten Broschüre ausgehändigt und daß der Satz in seiner Gegenwart abgelegt würde. Was sollte geschehen? Davidsohn wußte Rat: er empfahl den entlassenen Angestellten, rasch die ganze Broschüre sehen zu lasten, damit man sie dann vor den Augen de« Herrn Gaulke wieder ablegen könne? Pfiffig fügte Davidsohn diesem Rate hinzu: daß man dies ja dem Drucker besonders gut bezahlen könne! Der Erfolg war jedenfalls der gleiche: auch diese Broschüre er- schien nicht, und an dem Nichterscheinen verdiente— der große Korruptionscnthüller Georg Davidsohn, den bei seinem Treiben offentlichtlich der alleinige Zweck leitete, in seiner eigenen Person einen allerdings nicht mehr zu überbietenden Beweis für die Korruptionrmethoden des Braukapitals zu liefern. Dies der Sachverhalt, den wir durch urkundliches Material und Zeugenaussagen jederzeit zu erhärten bereit sind. Wir hoben die Sache mit einiger Ausführlichkeit behandelt, weil es sich um einen Schädling der Partei handelt, der— feine frühere Vertrauensstellung als Aushängeschild benutzend— seit Jahren die Partei und ihre Führer mit Korruptionsbeschuldigvngen übergießt und ihren Ver- leumdern das Material liefert. So sieht er aus, der andere der Korruption bezigtigt! Reichsgeld für Bauernbündler. Unsaubere Vorgänge in Bayern.— Prüfung im Landtag. München. 2?. Mai(Eigenbericht). Seit Herbst vorigen Jahres weiß die Oeffentlichkeit von un- sauberen Vorgängen bei der angeblichen Sanierung der baucrnbündlerischen Genossenschast„Bezugsoereini- gung bayerischer Landwirte in Regensburg". Es handelt sich um 180lXX> Mark, die auf Betreiben des Reichstagsabgeordneten Gan- d o r f« r der bayerischen Landwirtschaft Minister Dr. F e h r im April 1939 dem Vorsitzenden der Genossenschaft, die längst im Kon- kursverfahrcn oerkracht war, aus dem genossenschaftlichen Rationa- lisierungsfonds des Reiches vermittelt hat. Die Korruption wird darin erblickt, daß Minister Dr. Fehr seinen Parteifreunden die Gelder zugeschanzt hat, ohne daß die gesetzlichen Bedingungen für eine solche Hilfe gegeben und erfüllt waren. Insbesondere waren die Mitglieder der Genossenschast(es handelt sich nur um einige Dutzend) nicht unverschuldet in Not geraten, da der Zusammenbruch der Genossenschast im wesentlichen durch die unglaubliche Mißwirt- schast und Schlamperei in der Geschäftsführung durch den Vorstand verschuldet war. Diesen Tatbestand hat der Minister Dr. Fehr überhaupt nicht geprüft, jedenfalls nicht, bevor er die von der Preußenkasse erwirkten Sanierungsgelder verteilte. Dazu kommt noch, daß er das Geld nur dem Vorsitzenden der ehemaligen Ge- nossenschaft gab und ihm die Unterverteilung überließ, was dazu führte, daß dieser Vertrauensmann des Ministers, ein Brauerei- besitzer, den Hauptanteil aus diesem Geld für seinen eigenen Bedarf verwandte. Auch der Reichstagsabgeordnete Gandorfer erhielt 3999 Mark mehr, als er nachweislich Schaden hatte. Diese trübe Affäre wurde am Freitag im Haushaltsaus- schuh des Bayerischen Landtages verhandelt. Di« Dinge sind erst in Fluß gekommen, nachdem im Juli vorigen Jahres der Bauernbund aus der Koalition und Minister Frick au« der Regie- rung ausgetreten waren. Dadurch, daß der Innenminister der Baye- rischen Volkspartei das Landwirtschaftsministerium vertretungsweise übernahm, wurde der Akteninhalt dieser Sanierung maßgebenden Persönlichkeiten des Christlichen Bauernvereins bekannt, die seither fortgesetzt auf Klärung der Angelegenheit drängten. Schließlich wurde ein Staatsrat mit der Untersuchung der Angelegenheit be- traut, der dem Landtag nun einen ausführlichen Bericht über die ganze Aktenlage gab. Die Untersuchung ist aber noch nicht abge- schlössen. Vor allem muß der frühere Minister Fehr selbst noch gehört werden. Außerdem werden die Akten dem Justizministerium zur straftechtlichen Würdigung ausgehändigt. Die Angelegenheit hat auch insofern politische Bedeutung über die bayerischen Grenzen hinaus, als der ausgesprochene Verdacht nicht von der Hand zu weisen ist, daß diese Sanierungsgelder im April vorigen Jahres an die Gandorfer-Gruppe deshalb gegeben wurden, um sie bei der Abstimmung im Reichstag über die Erhöhung der Bierssteuer für die Regie- rung zu gewinnen. Die bauernbündlerische Gruppe im Reich»- tag hat damals tatsächlich ihre Opposition begraben und nach der Abstimmung erfolgte die Auszahlung der Gelder. Es wird deshalb auch davon gesprochen, den Präsidenten der Preußenkoste, Klepper, in der ganzen Angelegenheit zu hören. „Zettnot" in der Notzeit. Schlechte Komödie. Was wird aus der Unterstützung der Wohlfahrtser» werbslosen? Diese Frage muß neuerdings aufgeworfen wer» den, weil allem Anschein nach die Brauns-Kommission sich um«ine Stellungnahme zu der im Monaren von den Gewerkschaften und der Sozialdenu'lratie erhobenen Forderung auf Schaffung ein'v Reichsar b'eitslosenfürsorze herumdrücken will. Auf diese Vermutung wird man förmlich gestoßen durch Meldungen aus dem Lager der christlichen Gewerkschaften. Es heißt in diesen Meldungen, die Brauns-Kommisston sei in.Zeitnot". Dr. Brauns, der Vorsitzende der Gutachterkommission, müfle als< Führer der deutschen Delegation der Genfer Arbeitskonserenz späte- sten» am 28. Mai Berlin verlassen. Auf der anderen Seit« soll« die neue Notverordnung vor der Reise des Kanzlers nach Che- quers erlassen werden. Nun trete aber der Gutachterausschuß erst am 2 6. Mai wieder zusammen und bleib« für die Beratungen nur noch eine verhältnismäßig kurze Zeit. Da von einzelnen Mini- sterien auf die Beratungen des Ausschusses ein starker Einfluß genommen worden sei, würden sich die Vorschläge des Ausschustes wohl im Rahmen der Absichten der Reichsregierung oder der„zu- ständigen Ressorts" halten. Diese plötzliche Komplikation der Arbeit de, Gutachterausschusses überrascht uns nicht. Die Gutachterkommission war von Anfang an nichts anderes als eine Art Deckung für die Reichsregie- rung. Wenn jetzt auf einmal für ein« gründliche Beratung des Arbeitsjosenschutzes, der Hauptaufgabe der Kommission, keine Zeit mehr übrig bleibt— kommt das nur von ungefähr? Wemr jetzt auf einmal die Kommission, statt eigene und bessere Wege zu weisen, nur die Absichten der Reichsregierung oder der „zuständigen Ressorts" formuliert— ist das wirtlich nur ein fataler Zwang, in den man nur durch Zeitknappheit hineingeraten ist? Zeitnot der Arbeitslosentommission in der Notzeit der Arbeits- losen— es fällt wirklich schwer, keine Satire zu schreiben. Labovr behauptet ihren Sitz. Di« Nachwahl in Ruiherglen brachte keine Ueberraschungen. Sie endet« mit dem Sieg Hardie«, des Kandidaten der Labour-Party, der mit 16 736 Stimmen den Konservativen Moß schlug, der nur IS 833 Stimmen erhielt. Bei den letzten allgemeinen Wahlen, bei denen 4 Bewerber um den Sitz von Rutherglen kandidierten, betrug die Mehrheit des Arbeiter- parteilers S289 Stimmen. Eamillc huysmans feiert heute seinen 69. Geburtstag. Er war von 190k bis ISSE Sekretär der iL JiikeiWikliMle. Kommunistische Niederlagen. Wahlfieg bei der Stadtentwässerung. In der Stadtentwässerung führte die Wahl des Betriebsrats| zum Streitbruch angeworben. Die Staatsanwaltschaft ist beam 18., 19. und 20. Mai zu einem glänzenden Sieg der müht, die Verantwortlichen für das Unglück festzustellen. Berantfreien Gewerkschaften. Sie erhielten von elf Sigen im wortlich für das Unglück ist die Märkische Baustoff A.-G.", Arbeiterrat acht, während sich die Kommunisten mit drei Sigen sich zum 3wede des Lohndruds auswärtiger, ortsunkundiger, mit begnügen müffen. Für die Wahl zum Angestelltenrat wurde den Bodenverhältnissen nicht vertrauten Arbeiter bediente. in diesem Jahre eine gegnerische Liste überhaupt nicht eingereicht, so daß sich der Angestelltenrat aus sieben Mitgliedern der freien Gewerkschaften zusammensetzt. Dieser schöne Erfolg in der bisherigen kommunistischen Hochburg ist wohl in erster Linie auf die musterhafte Aktivität unserer Genossen zurückzuführen. Seit dem Jahre 1923 hatte die fommunistische Opposition in der Stadtentwässerung die unbe schränkte Mehrheit. Erst als durch unsere SPD.- Fraktion seit 1929 in den Dienst- und Betriebsstellen eine intensive Agitation entfaltet wurde, gelang es im vergangenen Jahre von zwölf Sigen im Betriebsrat fünf Size zu erobern. Unsere Genossen haben ihre Werbetätigkeit nach den vorjährigen Wahlen besonders durch regelmäßige Fraktionsversammlungen in verstärktem Maße fortgesetzt. Reine Die Betriebsleitung ist von den im Abwehrkampf stehenden orfsanfäffigen Arbeiter auf die drohende Gefahr eines Bergruffches aufmerksam gemacht worden. Der billigste Hering auf dem Lande kostet 9 Pf. Der ausges zahlte ,, Lohn", mit dem eine Familie die Woche über ernährt werden foll, reicht aber noch nicht einmal aus, um einen Hering zu kaufen. Affordarbeit des Schwerbeschädigten. Wichtige Entscheidung des Arbeitsgerichts. Einem bei der AEG. in Zeitlohn beschäftigten Schwerbeschä digten wurde Affordarbeit zugewiesen, wobei er erheblich weniger als seinen bisherigen Lohn verdiente. Der Schwerbeschädigte flagte beim Arbeitsgericht auf Nachzahlung der Lohndifferenz im Betrage von 40,90 Mark. Der Kläger begründet seinen Anspruch damit, daß die Versehung an einen Platz, wo er im Afford arbeiten müsse, eine Aenderung des Arbeitsvertrags bedeute, die ihm nicht zugemutet werden könne, denn wegen seiner Kriegsbeschädigung sei es ihm nicht möglich, bei Affordarbeit seinen bisherigen Lohn zu verdienen. Als Sch werbeschädigter habe er Anspruch auf eine Arbeit, die ihm mit Rücksicht auf seinen förperSie hat aber nicht das Geringfte unternommen, um durch entsprechende Abräumungsarbeiten dem Unglüd vorzubeugen. Die Streifarbeit ist sehr teuer geworden. Sie hat bis jetzt zwei unerfegliche Menschenleben gekostet und wird wahrscheinlichen Zustand zugemutet werden könne. lich nicht nur für die Hinterbliebenen der Getöteten, sondern auch für die Verletzten Rentenzahlungen fosten, die das Mehrfache des Gewinns ausmachen, den die Firma durch den Lohndrud macht oder zu machen hofft. Mühe war zu groß, so daß endlich bei den diesjährigen Wahlen Zusammenschluß der Polizeibeamten? gung, aber nicht der von ihr unbeeinflußte körperliche Zuſtand des die für die Arbeiterbewegung verderbliche kommunistische Mehrheit beseitigt werden. fonnte. Daran änderten auch die von der RGO. in Flugblättern gegen unsere Genossen ausgesprochenen Berleumbungen nichts mehr. Die große Mehrheit der Belegschaft hat erkannt, daß ihre Interessen nicht von kommunistischen Stümpern und Moskaujünglingen, sondern nur von den freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie wahrgenommen werden. In diesem Einne wird weitergearbeitet! Das Ziel für die Wahl 1932 ist: Alle Betriebsratsfige den freien Gewerkschaften. Abrechnung mit den Gewerkschaftszerstörern. Bei der Wahl des Betriebsrats des Bezirksamts Prenzlauer Berg fonnten die kommunistischen Gewerkschaftszerstörer troß müftester Hetze und Verleumdungen mit fnapper Not nur drei Size erlangen, während auf die freien Gemertschaften fünfzehn Size entfielen. Die übergroße Mehrheit will von den Phrasen der RGD.- Leute nichts mehr wissen. Und noch ein Sieg. Bei der Betriebsratswahl der im Bezirksamt Wilmer s dorf beschäftigten Arbeiter hat die RGD. eine starte Schlappe erlitten. Bon insgesamt 578 wahlberechtigten Arbeitern haben 452 ihre Stimme abgegeben. Hiervon erhielt die Liste 1 der freien Gewerkschaften 231 Stimmen( 1930: 231), Liste 2,, Nationale" Arbeitnehmer 52 Stimmen, Liste 3,, Rote Einheitsfront" 165 Stimmen( 282). Demnach erhält die RGO., die im vergangenen Jahre fünf Gize im Arbeiterrat hatte, nur noch drei Size, die freien Gewerkschaften vier und die ,, nationalen Arbeitnehmer" einen Siz. Da bei den Angestellten nur eine freigemert schaftliche Liste eingereicht worden ist, erübrigte sich eine Wahl. Dem Betriebsrat gehören demnach sechs Freigewerkschaftler und drei RGD.- Leute an. Auch in Köln auf dem Vormarsch. Nur auf freigetverffchaftlicher Grundlage! Eine überfüllte Funktionärkonferenz des freigewerkschaftlichen Allgemeinen Preußischen Polzeibeamtenver bandes nahm gestern zu dem Angebot, sich dem Preußischen Polizeibeamtenverband anzuschließen, Stellung. Folgende, vom Verbandsvorstand vorgelegte Entschließung wurde cin stimmig angenommen: Ein Sachverständigen gutachten fagt, daß zwar nicht die Kriegsbeschädigung, wohl aber der durch diese verursachte allgemeine törperliche Zustand des Klägers die Ursache sei, daß er im Afford nicht soviel leisten könne wie andere Arbeiter. Die Beklagte wendet ein, daß nur die KriegsbeschädiKlägers für die Zuweisung der Arbeit maßgebend sei. Die Behaup tung des Klägers, daß die Zuweisung des neuen Arbeitsplatzes mit einer Lohnminderung verbunden sei, die ihm nicht zugemutet werden dürfe, treffe nicht zu, denn nicht sein Cohn, sondern sein Berdienst habe sich gemindert(!). Die Akkordlöhne seien tariflich geregelt und so bemessen, daß dabei der Stundenlohn verdient werden könne. Besonders leistungsfähige Arbeiter würden im Afford mehr, minderleistungsfähige aber weniger verdienen, auch wenn sie nicht be,, Der Allgemeine Preußische Polizeibeamtenverband betrachtet schädigt wären. Mit der Kriegsbeschädigung des Klägers hänge sein die Borschläge des Preußischen Bolizeibeamtenverbandes als feine minderer Affordverdienst nicht zusammen. Der Kläger habe absichtgeeignete Grundlage für Verhandlungen. Er steht unlich weniger geleistet, weil er nicht im Afford arbeiten wolle. perbrüchlich zur freien Gewerkschaftsbewegung. Eine gewerkschaftliche Einigung der Polizeibeamtenschaft hält er nur dann für möglich, wenn der Preußische Polizeibeamten verband aus dem Deutschen Beamtenbund austritt und sich zur freigewerkschaftlichen Richtung durch ein vertragsmäßig festgelegtes organisatorisches Zusammenarbeiten mit den freien Gewerkschaften der Arbeiter, Angestellten und Beamten bekennt." * Damit dürfte der angesichts des Innenministers mit viel Geräusch lanzierte Zusammenschluß" erledigt sein, der nach einer durch Wolff verbreiteten Meldung durch die Auflösung" des freigemerfschaftlichen Verbandes schon als eine vollendete Tatsache hingestellt, aber in Wirklichkeit gerade dadurch sabotiert worden ist. Das Wolff- Büro teilt uns mit, daß es sich bei seiner Meldung nur um eine ,, mißverständliche Auffassung", nicht aber um eine tendenziöse Falschmeldung gehandelt habe. Wozu wir bemerken, daß wir sofort nach Empfang der Meldung das Wolff- Büro auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht haben. Das WolffBüro hat sich aber nicht bemüßigt gefühlt, die Falschmeldung zu berichtigen. Tendenziöse Berichterstattung ist noch das mindeſte, was man dazu sagen muß. Köln, 22. Mai.( Eigenbericht.) Bei den Betriebsratswahlen in der Stadtverlich waltung Köln errang der Af Bund von 45 Angestelltenräten 27, der Gd2. 6, der Gedag 5, der DBV. 3, der Komba 2, Indifferente 2. Ein schöner Erfolg der freigewerkschaftlich organis fierten Angestellten. BVG. vor dem Schlichter. Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs beantragt. 3m Cohnkonflikt der BBG. hat, wie uns der Gesamtverband mitteilt, der Schlichter für Groß- Berlin die Parteien zur Berhandlung über den Antrag der BVG. auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs geladen. Die Verhandlungen finden bereits heute statt. Der Gesamtverband sowie die beteiligten freien Gewerkschaften haben den Schiedsspruch entsprechend dem Beschluß der Funktionäre abgelehnt. Die freien Gewerkschaften stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Berkürzung der Arbeitszeit auch für die Berkehrsarbeiter unbedingt notwendig, eine Lohnfürzung aber nicht annehmbar ist. Wie auch die Verhandlungen vor dem Schlichter ausgehen mögen, ob es bei dem Schiedsspruch bleibt, oder ob er abgeändert wird, es ist die Ueberzeugung aller, daß auch für das Fahrpersonal der BBG. früher oder später die Arbeitszeit ebenso reduziert werden muß, wie es bereits für die Arbeiterschaft der städtischen Betriebe und für das technische Personal der BBG. geschehen ist und wie es für die Arbeiterschaft der Privatindustrie unausbleiblich ist. Dann wird aber auch automatisch die Bestimmung des Schiedsspruchs wirtsam, wonach bei reduzierter Arbeitszeit die alten Stundenlöhne zu zahlen sind. Brutaler Lohndruck. Menschenleben fallen ihm zum Opfer. Das Einsturzunglüd in Wernsdorf am Mittwoch, bei dem drei Arbeiter getötet und zwei sehr schwer verlegt wurden, hat einen trüben Hintergrund. Die Getöteten und Berlegten find größtenteils auswärtige Arbeiter, die von der Firma Märkische Baustoffwerke A.-G." als Lohndrücker gegen die alten Stammarbeiter der Sandgruben und Sandsteinfabriken in Niederlehme und in Gosen angeworben worden sind. " Der Betrieb in den Sandgruben in Senzig, wo das folgenschwere Unglück geschah, lag seit Jahresfrist still und ist erst vor kurzem wieder eröffnet worden. Die Wiedereröffnung steht im engsten Zusammenhang mit dem Streit in Niederlehme, sowie dem Abwehrtampf in Gosen, worüber mir im ,, Borwärts" bereits ausführlich berichtet haben. In Niederlehme streift die Arbeiterschaft der Kaltsandsteinfabrik von Robert Guthmann und der Vereinigten Berliner Mörtelwerke schon seit dem 1. April gegen ein Diktat der Unternehmer, den Lohn von 91 auf 67 Pf. herabzudrüden. In Gosen will man den Lohn von 82 auf 63 Pf. fenten, und hat sich zu diesem Zmed Arbeiter aus Schlesien herangeholt, die sich zu diesem Lohn zur Arbeitsaufnahme bereitgefunden haben. Die Arbeiter auf der Unglüdsgrube in Senzig waren also indirekt Deplacierte Polemit. Die Vorschläge zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung, die Dr. Broeder in der nächsten Nummer der Arbeit" veröffentund deren Hauptinhalt wir bereits mitgeteilt haben, werden von dem den christlichen Gewerkschaften nahestehenden Politisch gewertschaftlichen Zeitungsdien ft als... private Arbeit" gekennzeichnet, von der nicht anzunehmen sei, daß. die Verbände des DGB. hinter ihr stehen. Von Broeders Hauptvorschlag, alle Arbeitnehmer bis hinauf zum höchsten Einkommen entsprechend irem tatsächlichen Berdienst zum Arbeitslosenbeitrag heranzuziehen, im ,, BG3." behauptet, er stoße auf den Widerstand der Angestellte: gemertschaften aller Richtungen. Der Politisch- gemertschaftliche Zeitungsdienst befindet sich im Irrtum. Der AfA- Bund ist nicht dagegen. Der PG3." meint, Broeders Vorschläge seien eine rein private Arbeit, weil sie nicht in die gemeinsame Sozialversicherungseingabe der Gewerkschaften aller Richtungen an das Reichsarbeitsministerium aufgenommen worden seien. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Christen, Db= wohl eine gemeinsame Eingabe geplant war, haben vorher plöglich eine Sonderdenkschrift in der Arbeitslosenfrage an die Regierung gerichtet. Wenn wir Broeders Ausführungen als bedeutsame frei gemertschaftliche Vorschläge bezeichneten, so haben wir damit nicht zuviel gesagt. 1,94 Mark Wochenlohn. Die Notlage der Arbeiter in der Landwirtschaft. 3mei vollarbeitsfähige Mitglieder einer Deputantenfamilie im Kreise Beestom Storfow hatten in der Woche vom 30. Januar bis 5. Februar folgenden Barverdienst: a Der Deputant: für 33½ Arbeitsstunde 5,03 Mart; davon gingen ab: für Krankenkasse 0,84 Mart, für Invalidenversicherung 0,45 Mart, für Lichtgeld 1,80 Mart, insgesamt 3,09 Mart; verbleibender Wochenlohn: 1,94 Mart. b) Die 2. Arbeitskraft: für 36 Arbeitsstunden 5,40 Mart, Futtergeld 2 Mark, insgesamt 7,40 Mart. Davon gingen ab: für Krankens fajfe 0,42 Mart, für Invalidenversicherung 0,30 Mart, insgesamt 0,72 Mart; verbleibender Wochenlohn 6,88 Mart. Von dem den beiden Arbeitskräften verbleibenden Wochenlohn von 8,62 Mart mußten noch 50 Pf. für einen Krankenschein gezahlt werden, so daß noch 8,12 Mark übrigblieben. Die landwirtschaftlichen Arbeitgeber in der Provinz Brandenburg wollten den Barlohn der Landarbeiter um 4 bzw. 6 Pf. pro Stunde abbauen. Wäre das gelungen, dann hätten die beiden Arbeitskräfte 3,48 Mark verloren, so daß ihnen nur noch ein dabei eine Landarbeiterfamilie auskommen soll, ist das Geheimnis Betrag von 4,68 Mart übriggeblieben wäre. der landwirtschaftlichen Arbeitgeber. Das Gericht unter Borsiz des Amtsgerichtsrats Dr. Bogs verurteilte die Beklagte zur Zahlung der Forderung des Klägers mit der Begründung, daß die Alenderung der Entlohnungs form( 2fford- statt Zeitlohn) eine Uenderung des Arbeitsvertrags bedeute, die nicht ohne Zustimmung des Klägers vorgenommen werden dürfe. Nicht nur die Kriegsbeschädigung, sondern auch der allgemeine förperliche Zustand des Schwerbeschädigten sei bei der Zumeisung der betreffenden Arbeit zu berücksichtigen. Da der Kläger seinem allgemeinen Zustande nach für Affordarbeit nicht geeignet sei, fönne ihm Affordarbeit nicht zugemutet werden. Wegen der grundsäglichen Bedeutung erklärte das Gericht das Urteil für berufungsfähig. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Seute, Connabend, find folgende Veranstaltungen: Köpenid: Wir gehen auf Pfingstfahrt. Kreis Cübring: Fahrt nach dem Werbellinfee. Ostende: Aufbruch zur Pfingstfahrt. Nordwestkreis: Bom 22, bis 25. Mai großes Reltlager am Parsteiner Eee. Berantwortlich für Politik: Tr. Curt Geyer; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginaer u. Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße 3 Hierzu 2 Beilagen. KLEINE ANZEIGEN Preise: überschriftswort 25 Pfennig, Textwort 12 Pfennig Wiederholungsrabatt: 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz. Stellengesuche: Oberschriftswort 15 Pf., Textwort 10 Pf. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 412 Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtl. Vorwärts- Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein Verkäufe Kochherde! Batentmatrahen Stargarderstraße Büfetts, Ballonrenner, now, WeinmeisterBon Kavalieren wenig getragene Brimiffima", Me. Ballontouren, Bal und neue Jackett- tallbetten. Auflege. Tondamen. Maschi anzige, blaue rein- matragen, Chaise- nen. 58,-, 65,-, wolleneTwillanzüge, longues, Walter. 75,-. Original. eiserne, Gas, Rohle 33, an, Smoking. Brennabor Ballonjeber Art, Bade- anzüge, Fradan achtzehn. Reingaden räder 85,-. Mach einrichtung, Teil ülge, Bauchanzüge, zahlung, Wasch- Ulfter, Baletots, Bitrinen, Anrich ftraße 14. teffel, Defen aller repelse, Damen- ten, Schreibtische, Ballonfahrräder, Art. Die alte Epe- Herrenpelze, Damen Standuhren, Nuß- Brennabor, Diasialfirma Gemmler velge enorm billig. baum, billig. Moris manträder, Görideu. Blenberg A.- G.. Leihhaus Friedrich Hirschömih, Dresden erftr. 98/100 ffraße 2, Sallefches lizerstvaße 25, Soch räder, Erprekräder. Tor. Reine Lombahn Rottbusser Wittlerräder, pracht. bardware. Tor: im Osten: volle Rennmaschi Andreasstraße 30, nen, hochmoderne gegenüber Leiser. Damenräder, schnell. laufende Tourenfahrräder. Monat. lich 10,-. Gchlawe, Weinmeisterftrake Kieldungsstücke, Wäsche usw. aus MusikInstrumente Linkpianos, Gta räder, Multiplexvier. Möbel Küchen, weiß, Wenig getragene Tafiert, modern, Gabardine- Mäntel, billigst. Moriz Marengo Sommer- Hirschowik. Eta. paletots, Sportan. Tigerstraße 25, SochFahrräder, züge, Fradanzüge, bahn Rottbuffer Emokinganzüдc, Tor; im Often: An Mietpianos über. Teilzahlung monat. preiswert. lich 10 Mark. Dür. Gehrodanzüge, breasstraße 30, ge Pianofabrit für genüber Leiser. Lint, topp, Wittler, Dia. Jadettanzilge, auch mit fede Figur paffend. Brunnenstraße 35. mant, Bolierte Ballonreifen. Spezialität: Bauch Rimmer 590,- Goanzüge. Spottbillig. fas 75,- RiefenSport, Renn. und Tourenräder 68 Mt. Gesellschaftsanzüge auswahl. Gebrauchte Teilzah[ pott. werden verliehen. lung. Ramerling, Salpern, billig. Rlein, CharRofen Rastanienallee 56. lottenburg, Bis thalerstraße 4, eine Sunderter 4,40, fa- marcftraße 62. Treppe. Sober Rabatt! brikfrisch, KraftWährend der Reno- anoden Klasse 5,80. Ueberlandradio. Wenig getragen, vierung Herrenzim395,-( Gesundbrunnen) Radio Anoden, teils auf Seide ge- mer 259,-, Schlaf- Horter, Badstr. 8a arbeitete Sadeftan- immer Fahrräder Kaufgesuche züge, Fradanzüge, Speisezimmer 495,-. und Brovinaftr. 120 Smokinganzüge, Riefenlager in poRahngebisse, Gehrodanzüge, lierten Rimmern. Blatinabfälle. TohQuecksilber. Binn Bauchanzüge. Frith Besichtigung jahrs- und Comnend. Zahlungser metalle, Silbermermäntel, erft leichterung. Möbel. 150 gebrauchte fchmelze. Goldschmel. Fahrräder. gerei. Christionat, ftau- haufer Straße Nr. 7 15,-. 20,- 25.- Röpeniderstraße 39. Alte Schön- 30,- Machnow Saltestelle Adalbert Gelegenheitshauser Straße 32. Weinmeisterftr. 14. litrake. laffige neue Gar- Alpern, Neue Schön. derobe nend billigen Brei- und fen. täufe in Herrenund Damenpelzen. eine Treppe. Reine Wie Leibhaus Lowidi, Prinzenstraße 105. Lombardware. Wenig getragene Ravaliergarderobe Millionären, von Noch interessanter ist ein Fall aus dem Kreise Niederbarnim. Dort hatte ein Landarbeiter fünf Tage Urlaub zu beanSpruchen. Er nahm seinen Urlaub im Einverständnis mit dem Ar- eraten. Unwälten. beitgeber. Am Zahltage weigerte fich der Arbeitgeber, den Lohn für die Urlaubstage zu zahlen. Dem Landarbeiter wurde eine Lohntüte ausgehändigt mit folgender Abrechnung: 10 Arbeitsstunden. für Krantenfasse für Arbeitslosenversicherung insgesamt verbleibender Cohn billige Fabelhaft Breife. Empfehle tots, Frads, Gmo. fings, Gchrodan. zitae, Sofen. Sport.. Gehpelze. Gelegen. heitstäufe in neuer Garderobe. Taillenmäntel, BaleWeite. 1,70 m. 0,94 m. 0,68 " 1,62 " 0,08 m. 1 Treppe, Rofen fter Weg lohnend. Jugend- Sekretär gesucht Für den Bezirk Hamburg- Nordwest wird zum 1. Juli 1931 ein Sekretär gesucht, der die Geschäfte der Sozialistischen Arbeiterjugend des Bezirks wahrzunehmen hat. Die Anstellung erfolgt nach den Bedingungen des Vereins Arbeiterpresse Bewerbungen nebst Lebenslauf, der Alter, Beruf, Stand und die bisherige Tätigkeit in der SAJ. und der übrigen sozialistischen Arbeiterbewegung enthalten muß, sind bis spätestens 10. Juni 1931 an das Sekretariat des Bezirks Hamburg- Nordwest der SPD., Hamburg 36, Große Theaterstraße 42 II, zu richten. Cothringerstraße 56, Der Bezirksvorstand der SPD. thaler Blak. Bezirk Hamburg- Nordwest. Nr. 236 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 23. Mai 1931 Vom Teehaus zum Elendsquartier Hundesteuer ab 24. Mai. Die neue U- Bahn- Linie Alexanderplat- Friedrichs| Leipzig als Gefangener auf dem Schloß. Seit über hundert Jahren felde hat uns das„ Charlottenburg des Ostens", wie ist Schloß und Park Besitz der Herren von Trestow. Ein beschauFontane das Schloß in Friedrichsfelde mit seinem weitläufigen Part liches Stück Natur und Vergangenheit inmitten einer raftlos vornennt, bedeutend näher gebracht. Zu Fontanes Zeiten erforderte wärtsjagenden Zeit. diese Neise für den„ ,, Westender" freilich einen Entschluß. Hatte man sich glücklich durch die Steinfästen des alten und neuen Berlin durchgeschlagen, so mußte man noch einen fuchsroten Omnibus mit Hauderer Tradition besteigen, um an Ort und Stelle zu kommen. Heute geht man von der Endstation der U- Bahn durch die ländliche Wilhelmstraße und steht bald vor dem altertümlichen Barkeingang, dessen Pfeiler mit schweren Steinvasen abschließen. Das reiderzierte Eisengitter des Tores steht offen und ladet jedermann zum Betreten des Parkes ein. Zur rechten Hand die ansprechenden Mansardenhäuschen der Gutsverwaltung und der Schloßangestellten. Auf der von stattlichen Bäumen flankierten Allee rollt ein hochfigiges Auto von Anno Tobat" mit dem Schloßbefizer dem Aus= gang zu. Das Schloß selbst macht mit seiner langen, gleichartigen Front einen ziemlich nüchternen Eindruck, der nur durch die wunderbare Baumlandschaft mit dem kleinen Weiher gehoben wird. Eine wahre Idylle aber ist das, allerdings nur auf verbotenen Wegen zu erreichende poetische Tee häuschen. Obwohl es auf einer Anhöhe liegt, ist es durch den dichten Baumbestand so gut wie verdeckt. Die großen Fenster mit den gotischen Spitzbogen find mit Brettern verschlagen. An zahlreichen Stellen ist der rotbraune Berputz abgefallen und aus den Fensterrizen strömt eisige Luft. Seitlich von der Anhöhe führt ein Stollen zum Keller. Bettler hausten hier unten während des ganzen Winters, und obwohl der Stollen erst fürzlich zugeschüttet wurde, wurde er von einem Liebhaber des seltsamen Quartiers erneut ausgebuddelt. Rosenfelde hieß noch bis 1700 Schloß und Bart. Der Holländer Benjamin Raule erst schuf an Stelle des alten Jagdschlosses einen Sommerpavillon und ließ durch holländische Gartenfünstler den weiten Part anlegen. Nach ihm hatte hier der Herrenmeister des Johanniterordens, Markgraf Albrecht von Schwedt, seinen Sig; er ließ das Schloß aufführen, dessen Grundinauern noch heute stehen. Eine Bildersammlung wurde angelegt und nach dem Muster des Rheinsberger Hofes gelebt. In bunter Folge wechselten die Schloßbesizer. Nach der Herzogin von Kurland die Prinzessin von HolsteinBed, unter deren fröhlichem Regime die Arbeitsluft und Sitte" unter den Dorfbewohnern bedenklich zurückging. Auch der König von Sachsen meilte, allerdings unfreiwillig, nach der Schlacht bei Die neue Lindenstraße. Freigabe des Durchbruchs zum Spittelmarkt. Heute wird die neue Durchbruchstraße in Berlängerung der Lindenstraße zwischen Beuth- und Kommandantenstraße dem öffentlichen Verkehr für Fahrzeuge übergeben, nachdem schon fur; coe Weihnachten ein Bürgersteig für den Fußgängerverkehr freigegeben war. Bor mehr als 25 Jahren wurde der Plan zum Durchbruch der Lindenstraße nach dem Spittelmartt gefaßt, im Jahre 1910 wurden die Fluchtlinien für eine Straßenbreite von 24 Metern festgesezt, aber der Krieg und die Nachkriegszeit verhinderten die Ausführung des Planes. Das Anwachsen des Verkehrs besonders im Zentrum von Berlin in den letzten Jahren verlangte eine Nach prüfung der anfänglich festgesetzten Fluchtlinien; der im Jahre 1930 festgesette Fluchtlinienplan sah eine Breite von 32 Metern vor, Das Teehaus im Park von Friedrichsfelde maligen Hausteller mit angefahrenem Sand vorgenommen werden, die bei dem damaligen Mangel an gutem Boden in Berlin lange Zeit beanspruchte, so daß erst im September 1930 mit dem Einbau der Bersorgungsleitungen begonnen werden fonnte. Bor dem Einfegen des Frostes wurden noch die beiderseitigen Bürgersteige fertig gestellt, die übrigen Pflasterarbeiten mußten aber bis zum Frühjahr 1931 verschoben werden. Mit Rüdficht auf die zu erwartenden Sadungen in dem aufgefüllten Boden konnten die beiden Richtungs: fahrdämme zunächst nur provisorisches Steinpflaster erhalten. Erst wenn der Berkehr die Straße festgemalzt hat, werden die Dämme das endgültige Rauhasphaltpflaster bekommen.20 Der mittlere Gleistörper wird solange, bis die Straßenbahn ihre Gleife einbaut, als Autopartplatz hergerichtet, eine will tommene Abstellmöglichkeit für die bisher in den Nebenstraßen Die neue Durchbruchstraße wird den parkenden Autos bieten. Namen Lindenstraße erhalten. daß heißt, zwei je 4,20 Meter breite Bürgersteige, zwei Richtungs. Vor dem Urteil im Scheuen- Prozeßt. fahrdämme von je 8 Metern Breite und in der Mitte ein eigener Gleisförper für die Straßenbahn, 7,60 Meter breit. Drei Häuser in der Beuthstraße und zwei Häuser in der Kommandantenstraße mußten beseitigt werden. Nachdem sie von Mietern geräumt waren, wurde im November 1929 mit dem Abbruch begonnen. Im Juni 1930 tonnte die Berfüllung der ehe. Tersanky J. Jeno DIEFLIEGENDE 311 AMILIE Im Prozeß Frau en gegen Redakteur Frey fanden gestern die Plädoyers der Parteien statt. Für Dr. Frey sprach Rechtsanwalt Dr. Löwenthal, der die Verwerfung des ersten Urteils und Freispruch beantragte; für Frau Weyl Rechtsanwalt Otto Landsberg, der für die Verwerfung der Berufung des Angeklagten plädierte. Im gleichen Sinne äußerte sich auch der Staatsanwalt. Das Urteil ist heute zu erwarten. Wachhunde bleiben steuerfrei. Gleichzeitig mit der Verfügung der neuen Biersteuer, die ab 1. Juni in Berlin verdoppelt wird, erläßt der Oberpräsident auf dem Berwaltungswege die neue Hundesteuerordnung für Berlin, die bereits am 24. Mai in Kraft treten wird. Der Hundesteuer war in der Form, wie sie der Magiftrat vorlegie, die Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung versagt worden. Auch die gemeinsame Beratung zwischen dem Magiftrat und dem Stadtgemeindeausschuß hatte zu feiner Verständigung geführt. Durch die Verfügung des Oberpräsidenten erhält die Magistratsvorlage nunmehr Gesegestraft. Die Hundesteuer soll für das Jahr 1931 7 bis 8 millionen Mark einbringen. Der Oberpräsident begründet seinen Schritt damit, daß der Haushaltsplan für die Stadt Berlin nur unter Heranziehung aller gesetzlich möglichen Steuerquellen zum Ausgleich gebracht werden kann. Nach der neuen Hundesteuerordnung muß jeder im Stadtbezirk Berlin wohnende Bürger für einen über zwei Monate alten Hund eine jährliche Steuer von 60 M. entrichten. Für den zweiten Hund in demselben Haushalt beträgt die Steuer 120 M., für den dritten Hund 180 M. Die Steuer wird auf Antrag ermäßigt auf ein Fünftel des Steuersatzes bei finderlosen Ehepaaren über 60 Jahre( bisher 50 Jahre) und alleinstehenden Personen über 60 Jahre( bisher 50 Jahre), die ein Jahreseinkommen bis zu 1200 Mart haben, sowie bei hochgradig schwerhörigen Personen, die auf das Halten eines Hundes angewiesen sind. Für Hunde, die zur Bewachung von Gebäuden, Gehöften, Plägen und Kleingärten gehalten werden, tritt eine Ermäßigung auf ein Biertel des Steuersages für den ersten Hund ein, bisher wurde in solchen Fällen Steuerfreiheit gewährt. as Bollkommen steuerfret sind nur Wachhunde für einzeln liegende Gehöfte, ferner der Führerhund eines Blinden und die Dienst hunde staatlicher Anstalten. Gefängnis für den Meisterspion". Geine Briefbogen der Reichsbehörden waren gefälscht. Der Prozeß gegen den Kaufmann Adolf Thum, der sich mit Hilfe gefälschter Schreiben des Auswärtigen Amtes somie des Sekretariates des Reichspräsidenten eine größere Entschädigungssumme auszahlen laffen wollte, wurde zu Ende geführt. Aus den Akten des Reichsentschädigungsamtes, die das Gericht für diesen Prozeß angefordert hatte, ging hervor, daß die Angaben des Angeklagten über seine Agententätigkeit nicht zutreffen fonnten. In früheren Eingaben an die Behörden hatte er niemals erwähnt, daß er eine derartige Tätigkeit ausgeübt hatte und daß ihm die Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amtes, wie er jetzt behauptet, zu Beginn des Weltkrieges mehrere hunderttausend Mart als Bezahlung seiner Dienste ausgezahlt hätte. Demgegenüber war aber eine Zeugenvernehmung für die Schuld des Angeklagten von ent scheidender Bedeutung. Ein 3euge, der mit Thum im gleichen Männerheim, gewohnt hatte, befundete vor Gericht, daß er die Betanntschaft Thums mit einem Druderei= besiger vermittelt habe. Thum habe Briefbogen von Reichsbehörden angefordert und sich bereit erklärt, für diese kleine Drudarbeit 1000 Mart zu zahlen, wenn ihm das Geld vorläufig gestundet würde. Auf Grund dieser Beweisaufnahme hielt es das Gericht für erwiesen, daß die Fälschungen zumindest auf Veranlassung des Angeklagten vorgenom men worden seien und daß seine Forderung nicht zu Recht bestehe. Thum wurde daher vom Schöffengericht Berlin- Mitte wegen schwerer Urkundenfälschung und versuchten Beiruges gegenüber dem Reich sowie wegen vollendeten Betrugs gegenüber einer Vermieterin zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Pfingsttonzert des Reichsbanners. Am 24. Mai( 1. Pfingstfeiertag) veranstaltet der Ortsverein Friedrichshain des Reichss banners Schwarz- Rot- Gold in der Alten Taverne, Alt- Stralau 26, ein großes Früh- und Nachmittagskonzert, ausgeführt von der Gesamtkapelle des Ortsvereins Friedrichshain. Das Frühkonzert findet von 6 bis 10 Uhr, das Nachmittagskonzert von 15 bis 23 1hr statt. Leitung: Kameraden Beetz und Brückner. Eintrittspreis 25 Pf. Um rege Beteiligung wird gebeten. Ein Früh Ihnen gesehen hätte?" Einmal zog ein Romödiantentrupp durch das Dorf, mit den Komödianten: Sagen Sie mir zuerst, was er schon an zwei Wagen. Auf dem ersten war eine ähnliche, nur größere Tafel angebracht, wie sie auf Plachenwagen zu finden sind. Der zweite glich einem Möbelwagen, nur hatte er Fenster und einen Geschichte eines Rauchfang. Autisten Roman aus dem Ungarischen von Alexander von Sacher Masoch. ( Schluß.) Unter seinen Händen verwandelten sie sich in zwei strahlende Wundertiere und waren dabei so zutraulich, daß sich die Kinder des Vizebürgermeisters an ihren Schweifen schaufelten. Solch ein Traben, Galoppieren und alle Künste der hohen Schule hatte das Dorf noch nie erlebt, wie es der Gaufler beim morgendlichen Bereiten zeigte. Der Ruf des neuen Hengstwärters drang in das Nachbardorf, ja, der Oberstuhlrichter wollte ihn als Paradekutscher für sein Bierergespann anstellen. Bei doppeltem Lohn. Mister Fred fesselten jedoch jetzt schon stärkere Bande an Die Gemeinde, als das Amt eines Paradekutschers. Die Magd des Lehrers war fein junges Mädchen mehr, aber ihr Vorzug war nicht dies, sondern vielmehr die Tatsache, daß sie früher jahrelang in einer sächsischen Stadt gedient hatte, bei einem Hauptmann, so daß sie ziemlich gut deutsch quasselte. So machte der tommende Herbst den Lehrer zum Paten eines kleinen Söhnchens, dieser glücklichen Verbindung entsproffen. Hier stellte sich endlich heraus, daß Mister Fred gar nicht so hieß, wie er sich nannte, sondern Franz Schafranet. Diesen Namen erhielt auch der Reugeborene mit auf den Lebensweg. Jahre vergingen. * Etwa in der Mitte des Dorfes, auf dem Platz vor dem Gemeindehaus, hielten sie an. Aus der Tür des hinteren Wagens sprangen vier oder fünf phantastisch gekleidete Gaukler auf die Tafel des ersten Wagens hinüber. Das geschah natürlich schon vor einem ansehnlichen Menschenauflauf. Auf der Tafel begannen nun die Komödianten Saltos zu schlagen und gingen auf den Händen, zum Gaudium des Publikums. " 1 Der Komödiant war ein wenig überrascht, aber gleich fertig mit der Antwort: Geschätzter Herr, Sie täuschen sich, weil wir hier auf der Straße spielen. Bir tamen nur heute aus R. herüber vom Kitscher- Zirkus. Hier sahen weder Sie noch andere schwerlich solche Darbietungen. ,, Was Sie fagen? Daß Sie vom Kitcher fommen? Na und?" sagte der Mann. Rennen Sie ihn vielleicht!?" rief der Gaufler. Komödianten ein wenig spöttisch musternd, dann fügte er ,, Kitcher und Kompagnie?" entgegnete der Mann, den hinzu:„ Hörten Sie je von Mister Adam bei Kitcher und Rompagnie? Von Mister Fred? Dann sehen Sie mich genauer an. Sie haben noch die Lampen angezündet, als ich hauses ein fleiner Knabe zu den anderen Kindern in ebenso mödianten um den Mann, sogar der Kutscher des WohnNach einiger Zeit lief aus dem Hostor des Gemeinde- Meister Kitcher das Publikum brachte, lieber Karl Leding. Bei diesem Gespräch drängten sich bereits die andern Kofleinen Höschen, rundem Hütchen wie die anderen, um Maul- wagens redte den Hals nach ihm. Der Mann hätte nicht mit affen feilzuhalten oder beim Anblick der Komödianten vor Bewunderung von einem Bein auf das andere zu treten. Gerade, als nach Beendigung der Darbietungen zwei Komödianten gleichzeitig von der Tafel herabsprangen mit je einem Blechteller, damit der eine das flüchtende Publikum dem anderen in die Arme trieb, trat aus dem Tor des Gemeindehauses ein Mann. Grauhaarig, aber hochgewachsen und gut genährt in ebensolchen engen Hosen und Stiefeln wie die anderen männlichen Dorfbewohner. Er warf mit gerunzelten Brauen einen Blick auf die Gauklerwagen, dann, als er seinen Sprößling erblickte, rief er ihn an: Fränzchen! Hallo, marsch hinein! Gerade in diesem Augenblid trafen die zwei einsammelnden Komödianten vor dem Manne zusammen, und seine Strenge gewahrend, bemerkte der eine in deutscher Sprache zum andern: So ein Mordster!! Er zürnt seinem Söhnchen, weil er uns zusah. Gott bewahre uns vor diesen Bauern. Daraufhin sagte der Mann in fließendem Deutsch zu zehn Mündern alle Fragen beantworten fönnen, die ihn umschwirrten. Aber nach ein, zwei kurzen Antworten sagte er nur soviel: Wundert euch nicht über mich. Ich sage euch, es wäre auch für euch besser, eine ehrliche Beschäftigung zu suchen. Auch ihr wißt, daß die Menschen nur so lange Beifall flatschen und zahlen, so lange ihr hüpfen fönnt zu ihrem Bergnügen wie die Affen. Wenn ihr euch die Knochen zerschlagt, dann könnt ihr ihrethalben auf der Straße frepieren. Ich danke schön für den Ruhm, meine Fraße auf jeder Straßenede platatiert zu sehen. Und nachher erkennt mich fein Hund wieder. Das habe ich zu sagen... Komm hinein, Fränzchen!" Aber diese legten Worte jagte Mister Fred alias Franz Schafranek bereits zum jüngeren Schafranet und warf einen Gulden in den Teller des einen Komödianten. Der Gulden sprang über den Rand des Tellers und fiel auf die Erde. Er nahm seinen Sohn bei der Hand und trat durch das Tor in den Hof des Gemeindehauses fonzert am 1. Feiertag um 6 Uhr veranstaltet auch die Arbeits. gemeinschaft Männer. und gemischter Chor Friedenau Steglig und Volkschor Tempelhof Mariendorf im Bartrestaurant Südende unter Mitwirtung des Tonkünstlerorchesters. Das reichhaltige Programm bietet in bunter Reihenfolge sowohl Männer als auch gemischte Chöre. Schlußaft im Stief- Prozeß. Der Angeklagte Berlich spielt wieder den Zobfüchtigen. 3m Prozeß Stief und Genoffen, der jetzt endlich zu Ende geführt ift, tam es gestern wieder zu einem aufregenden Zwischenfall. Der Angeklagte Berlich, der in der Dienstagverhandlung während der Urteilsverkündung 10 Beronaltabletten verschludt hatte und durch den krampfartigen Zuffand, in den er verfiel, das Gericht zwang, die Sigung zu unterbrechen, gefiel sich auch gestern in der Rolle eines Tobfüchtigen. Auf die Frage des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Ohnesorge, nach dem Befinden Berlichs zog dieser ein Tischmesser hervor und schrie: Dieses Messer stoß ich mir in die Brust." Die Justizwacht meister stürzten sich auf den Tobenden, ebenso der Gerichtsschreiber und der Berteidiger Dr. Kamede. Berlich leistete wie rasend Wider stand, fuchtelte mit dem Messer herum, bis er schließlich überwältigt werden konnte und das Messer fallen ließ. Der Staatsanwalt be= antragte nun, Berlich aus dem Gerichtssaal zu entfernen und in seiner Abwesenheit in der Urteilsbegründung fortzufahren. Berlich schrie:„ Ich laffe mich nicht entfernen, ich bleibe hier", und versuchte aufzuspringen. Berlich ließ sich dann nach Gerichtsbeschluß ruhig abführen. In der darauffolgenden kurzen Urteilsbegründung hob der Borsitzende u. a. hervor, daß die Aussagen der Zeugen über das, was im Tanzsaal Eden vor sich gegangen ist, äußerst widersprechend waren und es deshalb unmöglich gewesen sei, den Angeklagten nachzuweisen, daß sie geschossen hätten. Bei dem Straf maß war strafmildernd zu berücksichtigen, daß die Nationalsozialisten fich provoziert glaubten, strafverschärfend dagegen die unglaublich rohe und brutale Weise, mit der die Tanzgesellschaft überfallen wurde. Trotz der von den Angeklagten befundeten rohen Gesinnung hat das Gericht sich nicht entschließen tönnen, ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte abzuerkennen; anderseits hat das Gericht die Angeklagten auch nicht als Ueberzeugungstäter gelten lassen fönen. Der Staatsanwalt bat um eine doppelte Ausjertigung des Gerichtsbeschlusses, um gegen Berlich ein Strafverfahren wegen Widerstand eröffnen zu können. 70 716 spedish sub * Zu dem bereits mitgeteilten Urteil im Prozeß Stief und Genossen, der fast fünf Wochen dauerte und die sensationelle Bernehmung von Hitler und Stennes brachte, mur wenige Worte. 2½ Jahre Gefängnis für die drei Angeklagten Stief, Liebscher und Berlich stehen in feinem Vergleich zu den von der Staatsanwaltschaft beantragten schweren Zuchthausstrafen. Diese Zuchthausanträge gegen Leute, die sich nicht entblödet haben, an Feuer in der Technischen Hochschule. Ein Teil des Neubaus in der Hardenbergstraße ausgebrannt. Bon einem fehr Bon einem sehr gefährlichen Fener wurde gestern abend der umfangreiche Neubau der Technischen Hochschule in der Hardenbergstr. 34 in Charlottenburg betroffen. Ein großer Teil des Dach gefchoffes und Dachstuhles brannte völlig aus. Der weithin sichtbare Feuerschein hatte in der verfehrsreichen Gegend eine große Schar Neugieriger angelodt, so daß von der Schuhpolizei umfangreiche Absperrungen vorgenommen werden mußten. yan Bauausstellung fertiggestellt! Das Programm für die Pfingsttage. Auf dem Bau waren am Donnerstag bis um 17 Uhr Handwerfer fätig und es wird vermutet, daß bei Schweiß oder Lötarbeiten durch Funkenflug Holzteile in Brand gesezt worden sind. Das Feuer schwelte stundenlang unbemerkt, bis es furz vor 20 Uhr hell aufloderte. Die Flammen fanden außerordentlich reiche Mit der Inbetriebnahme des Hauses Ring der Frauen" ist die Nahrung, so daß beim Anrücken der ersten Löschzüge bereits ein großer Teil des Obergeschoffes lichterloh brannte. Fünf Löschzüge Bauausstellung munmehr in allen Teilen völlig griffen nacheinander unter Leitung des Branddirektors Bozdziech in fertiggestellt. Inzwischen haben sich auch die Anpflanzungen die Bekämpfung des Feuers ein. Der Angriff war mit großen auf dem neu erschlossenen Freigelände gut weiter entwickelt, insSchwierigkeiten verbunden, da die Treppen im Innern des Gebäudes besondere die großen, um den Ring der Frauen" gelegenen noch nicht fertiggestellt sind. Ueber Stedleitergänge und Gartenanlagen mit über 1000 Rhododendron mehrere mechanische Leitern mußten sich die Löschtrupps mühsam Bilanzungen zeigen fich in prächtigem Frühlings. den Weg nach oben bahnen. Noch ein zweiter Umstand erschwerte leide den Ausstellungsbesuchern, denen an allen drei Pfingst die Arbeit der Feuerwehren. Das Dach ist mit einem Blech feiertagen auch noch ein besonderes, auf jede Witterung einbeschlag abgedeckt, so daß die Flammen feinen Ausweg fanden gestelltes großes Beranstaltungsprogramm geboten wird. Aus diesem und außer stidigen Qualmschwaden eine starke Hige verbreiteten. find die Künstlerkonzerte, Trachtentänze und Tanzcach zweistündigem Wassergeben aus zahlreichen Schlauchleitungen gelegenheiten in den bis Mitternacht geöffneten Anlagen des Fun! gelang es schließlich, den Brand einzudämmen. Die Ablöschungssturmgartens und Deutschen Dorfes und die Buchausstellung und Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die späten Nachtstunden der Deutschen Buchgemeinschaft Literatur um die Frau" im Haus Ring der Frauen" zu erwähnen. So find alle Borbedingungen gegeben, um der Bauausstellung, zumal fie auch durch die inseitig geschlossenen Laufgänge und gedeckten Wagen der Ausstellungs- Liliputbahn für jedes Better gerüstet ist, einen guten Pfingstbesuch zu sichern. hinein. Der Neubau, der die Physit und Chemiehörsäle der Technischen Hochschule enthält, sollte am 1. Oftober feiner Bestimmung übergeben werden. Durch den Brand dürfte sich der beabsichtigte Eröffnungstermin jedoch erheblich hinauszögern. der Shidierenden in Abschrift das bekannte Gedicht vorgelegt und weiteres deutschfeindliches Material aus weiteres deutschfeindliches Material aus der Zeitschrift„ Czech", deffen verantwortlicher Schriftleiter Dr. Obig fei, in Aussicht gestellt. Der Rettor sicherte sofortige Prüfung zu und vereinbarte eine Prüfungsfrist von vier Tagen. Für diese Zeit versprachen die Prüfungsfrist von vier Tagen. Für diese Zeit versprachen die Studentenvertreter Ruhe zu halten und feinerlei Schritte zu unternehmen. Trotzdem wurde bereits am nächsten Morgen, bevor die Prüfung durchgeführt werden konnte, der bekannte Tumult im Kolleg von Profeffor Möller veranstaltet. Das Berhalten der Studierenden fann daher in feiner Weise gebilligt werden. Die notwendigen Maßnahmen zur Ahndung find eingeleitet. Nachdem das Ergebnis der Prüfung vorlag, ist Dr. Obig, unbeeinflußt bon ben Rundgebungen der Studierenden, fristlos entklaffen worden. einer Zuſammenrottung teilzunehmen, aus deren Mitte bfindlings Wieder Ueberfall auf Geldbriefträger. Zwei Täter gefaßt. Der Ueberfallene nicht verletzt. in eine Menge tanzender Menschen hineingeschossen wurde, entsprechen zweifelsohne der allgemeinen Stimmung in höherem Maße als die milden Gefängnisurteile. Andererseits soll nicht verkannt werden, daß das Gericht sich alle Mühe gegeben hat, in dieser verwickelten Angelegenheit die Wahrheit zu finden. Leider ist es aber immer so: die feigen Schießhelden verstehen sich zu drücken und die Aussagen der Zeugen, deren Aufnahmefähigkeit durch die aufregen den Ereignisse beeinflußt wurde, find widersprechend. In diesem Falle fam auch noch ein besonderer Umstand hinzu. Rechtsanwalt Dr. Litten hat unmittelbar nach dem Sturm auf den Tanzpalast Eden in einer Versammlung öffentlich 3 eugen vernommen". Das Gericht hatte mit Recht eine derartige theoretische Vorführung als mögliche Fehlerquelle gerügt. So manche gewichtige Zeugen aussage schien dadurch entwertet. Schwindler mit alten Banknoten. Bimmervermieterinnen wiederholt betrogen. Seit einer Reihe von Jahren werden Zimmervermieterinnen, meist ältere Frauen, von Schwindlern dadurch empfindlich geschä= digt, daß diese ihnen alte a ußer Kurs gesezte 50 oder 100 mart Noten in die Hände spielen und sich dafür rich tiges Geld herausgeben lassen. Ein Gauner hat mit dem Trid vor Jahren angefangen und andere haben es ihm nachgemacht. Nach den Anzeigen und Beschreibungen müffen jetzt drei solcher Leute am Wert fein. In der Gottomsfnstraße erschien am Freitag ein Mann bei einer alten Witwe und mietete ein ausgeschriebenes möbliertes Zimmer. In dem spärlich erleuchteten Korridor zahlte er 10 Mart auf den Mietspreis an und übergab der Wirtin dazu einen 50- Mart Schein. Zum Glüd bejah sich die Frau den Schein gleich, nachdem der neue Mieter weggegangen war und stellte die ungültigkeit fest. Aus dem Fenster heraus rief die betrogene Frau um Hilfe. Zwei junge Leute, die vorübertamen, nahmen die Berfolgung des Gauners auf. Er versuchte, sich auf dem Boden eines anderen Hauses zu verbergen, wurde aber heroor geholt und der Polizei übergeben. Hier stellte man ihn fest als einen 37 Jahre alten Reinhold Arlt, der als Betrüger bekannt ist. Da der Monatserste und damit der Zimmerwechsel wieder heranrüdt, werden die Vermieterinnen gut tun, die ihnen übergebenen Scheine genau zu prüfen. Wo ein solcher Gauner auftaucht, sollte man ihn dem nächsten Polizeibeamten zuführen. Mitteilungen nimmt auch die Dienststelle D. 2 im Polizeipräsidium entgegen. Gegen die Krawall- Methoden. Der Fall Obit an der Zierärztlichen Hochschule. do Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird zum Fall Obit an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin aus dem preußischen Landwirtschaftsministerium geschrieben: Die Vorgänge bei der Entlassung des wissenschaftlichen Hilfs arbeiters Dr. Obig am Institut für Parafitenkunde der Tierärztlichen Hochschule in Berlin haben zu zahlreichen irrtümlichen Darstellungen in der Presse geführt. Der Tatbestand ist folgender: Eine Abordnung der Studierenden der Tierärztlichen Hochschule in Berlin hatte Ende April 1931 Einspruch gegen die Einstellung des Dr. Obiz erhoben, weil Obiz als Student im Jahre 1926 im Berdacht stand, deutschfeindlich und für Polen tätig zu sein. Der Einspruch ist vom Reftor und Professorenkollegium eingehend mit dem Ergebnis geprüft worden, daß die Anschuldigungen in dem vorliegenden Aftenmaterial und in den eingezogenen polizeilichen Auskünften teine Stüze fanden. Dem Professor Nöller fann also aus der Annahme des Dr. Obiz fein Vorwurf gemacht werden. Den Vertretern der Studierenden wurde dies mit der Zusicherung eröffnet, daß, wenn sich fünftig ein staatsfeindliches Verhalten bei Dr. Dbiz erweisen sollte, seine sofortige Entlaffung veranlaßt werden würde. Die Studierenden haben sich hiermit zufrieden gegeben. Am 12. Mai 1931 wurde dem Rektor von einer Abordnung Duisburg. 22. Mai. Als der Geldbriefträger Müller in der Hindenburgstraße 12 am Freitag eine Nachnahme erheben wollte, wurde er von zwei jungen Butschen überfallen und mit einem Sandsad niedergeschlagen, worauf die Täter verfuchten, ihm die Geldtajche zu entreißen. Der Beamte fonnte laut um Hilfe rufen und schließlich die Verfolgung der beiden Burschen aufnehmen, die über den Hindenburgplay, auf dem gerade Marti abgehalten wurde, zu flüchten verfuchten. Nach kurzer Berfolgung, an der fich Publikum, Markihändler und Polizei beteiligten, fonnte einer der Täter in der Molifeftraße gefaßt werden. Der andere Bursche wurde auf dem Speicher eines Hauses in der Moltkestraße festgenommen. Wie bekannt wird, hatte der eine Täter vor einigen Tagen unter falschem Namen in der Hindenburgstr. 12 ein 3immer gemietet und an sich eine Postschednachnahme über 2 M. gerichtet. Als der Geldbriefträger am Freitagmittag erschien, versezte der hinter der Tür stehende Täter dem Beamten mit einem mit Sand gefüllten Strumpf einen Schlag über den Kopf. Einer der Täter ist ein 30jähriger Heilgehilfe aus Wesel, der andere ein 20jähriger wohnungsloser Schuhmacher aus Hamborn. Ersterer ist bereits vorbestraft, gegen letzteren schwebt zur Zeit ein Haftbefehl wegen Einbruchdiebstahls. vor Gericht auftretenden Angeklagten ist somit die Hilfsbereitschaft des Pflegers mit frassem Undant belohnt worden. An den Beschuldigungen gegen Beamte oder Ehrenbeamte des Bezirks, zu deren Berbreitung leider ein Teil der sensationsluftigen Preise beis getragen hatte, ist somit fein Wort erwiesen. Der Staats. anwalt brandmarkte dementsprechend auch das Verhalten des Angeklagten, der zum Schaden feiner Mitbürger in dieser schweren Notzeit sich nicht scheute, sich auf betrügerische Art doppelt unterstüzen zu lassen. Er beantragte gegen den Angeklagten eine Ge fängnisstrafe von vier Monaten. Das Gericht erkannte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß. 3 Jahre Zuchthaus für die Betrügerin. Das Schöffengericht Wedding verurteilte die 37jährige Frau udwig, die im Laufe von 1½ Jahren in 110 Fällen 70- und 80jährige Greifinnen in raffiniertester Weise unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geldbeträge abgelockt hat, zu 3% Jahren 3uchthaus, 500 M. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust. Der Staatsanwalt hatte 5 Jahre Zuchthaus beantragt. Die Angeklagte war während des zweiten Teils der gestrigen Verhandlung voll. tommen aufgelöst. Sie antwortete nur faum vernehmbar auf die Fragen des Vorsitzenden, im Vorgefühl des kommenden Unheils der Buchthausstrafe flüchtete fie fich fchon beizeiten in die Krankheit, Trogdem entging ihr feine Einzelheit von all den Gefchichten, die die alten Frauen als Zeuginnen von ihr zu erzählen wußten. Rundflugtag in Tempelhof. Am 1. Pfingstfeiertag in der Zeit von 15 bis 19 Uhr veran staltet die Direktion der Berliner Flughafen- Gesellschaft einen Rundflugtag zu dem besonders ermäßigten Preis von 5 M. für den Rundflug. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. und für die Dachterrasse 1 M. Beim Kauf der Rundflugscheine ist die Eintritts farte vorzulegen. Mit der Ausgabe der Rundflugscheine ist eine Verteilung von Fernflügen verbunden, d. h. statt des Rundflugscheines zu 5 M. fann der Fluggast im verschlossenen Umschlag auch einen Fernflug nach Stettin, Travemünde, Swinemünde, Hirschberg, Dresden, Görlig, Breslau, Halle- Leipzig hin und zurüc vorfinden. Es ist also möglich, für 5 M. eine Ferienreise im Flug zeug an die Ostsee oder ins Riefengebirge zu machen. Das Flughafenorchester unter Leitung des Herrn Generalmusikdirektors Molinar wird konzertieren und die Veranstaltung durch einen GeDeutschen Luft- Hansa ausführen, eingeleitet werden. Am 2. Pfingst feiertag bietet sich den Besuchern des Flughafens Gelegenheit, den Start und die Landung der Verkehrsmaschinen, da voller Flugbetrieb durchgeführt wird, zu beobachten, gleichzeitig wird von 16 bis 20 Uhr das Orchester des Flughafens fonzertiéren. Die Eintrittspreise betragen wie an den Wochentagen 25 und 10 Pf. Ergänzend wird mitgeteilt, daß die Ausführung des Raubes bereits zu einem anderen Zeitpunkt geplant war. Schon vor einer Woche hatte einer der Täter von Duisburg- Beed aus eine Post nachnahme en fich gerichtet, jedoch von einem Ueberfall auf den Beschwaderflug über Berlin, den 12 große Verkehrsmaschinen der amten bei deffen Erscheinen Abstand genommen. Der Ueberfall am Freitagmorgen spielte sich mit äußerster Schnelligkeit ab. Der Briefträger hat durch den Schlag mit dem mit Gand gefüllten Strumpf auf den Hinterkopf feine Verlegungen davon getragen. Er rahm, nachdem er die erste Benommenheit überwunden getragen. Er rahm, nachdem er die erste Benommenheit überwunden hatte, geistesgegenwärtig sofort die Verfolgung auf. Geraubt haben die Burschen nichts. Sie wurden sofort dem Gefängnis zugeführt. 6 mod Parasit der Gemeinschaft. dead Unterstützungsschwindler verurteilt. Anfang des Jahres erhob in einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte der Angeklagte schwere Beschuldigungen gegen Beamte des Wohlfahrtsamtes des Bezirks Friedrichs. hain. Das Borstrafenregister des Angeklagten zeigte, daß er sich wiederholt wegen Betruges und ähnlicher Delitte bereits früher verantworten mußte. Da Zeugen zum ersten Termin nicht geladen waren, mußte die Staatsanwaltschaft den Berleumdungen durch Beweiserhebung entgegentreten. Jetzt hatte sich nun das Schöffengericht Berlin- Mitte erneut mit dem Fall zu beschäftigen. Der angeklagte Zahntechniker Paul Bethmann ist seit Jahren Unterstüßungsempfänger der Stadt Berlin. Da er Arbeitslosenunterstützung nicht mehr bezog, erhielt er Erwerbslosenhilfe. Der Angeklagte, der vermutlich im Bejiz von zwei Stempelfarten war und außerdem sich eine Bescheinigung zu verschaffen gewußt hatte, wonach er feine Erwerbslosenhilfe beziehe, täuschte den zuständigen ehrenamtlich tätigen Wohlfahrtskommissionsvorsteher, der ständigen ehrenamtlich tätigen Wohlfahrtskommissionsvorsteher, der ihn nun pflichtgemäß auch seinerseits noch unterstützte. Nach einem halben Jahr tam der Schwindel ans Tageslicht, und so sah sich das Bezirksamt gezwungen, gegen den die Augemeinheit schädigenden Sdwindler Strafantrag zu stellen. Um fich zu entlasten, behauptete der Angeklagte, daß er durch ein ehrenamtlich tätiges Kommissions mitglied zu dem Bezug von Doppelunterstügung veranlaßt worden jei. Der fo schwer beschuldigte Ehrenbeamte fonnte aber bei seiner Beugenvernehmung nachweisen, daß er amtlich den Unterstüßungs fall gar nicht zu bearbeiten hatte, daß er aber, da er, bei Recherchen im Hause, von dem Angeklagten seine angebliche Notlage geschildert erhalten hatte, diesen Rat erteilt und ihn außerdem aus privaten Mitteln unterstützt habe. Von dem äußerst geriebenen und sehr frech Selbstmord eines Postbeamten. In der Wuhlheide tötete sich der 49jährige Bostassistent Karl Busch ab aus Oberschöneweide durch eine Kugel in den Kopf. Der Selbstmord dürfte im Zusammenhang stehen mit einem Ermittlungsverfahren gegen Buschaz, der auf einem Postamt in Oberschöneweide angestellt war. Auf dem Amt waren verschiedentlich Wertbriefe abhanden gekommen, und der Verdacht lenkte sich auf Buschatz. Inzwischen hat sich jedoch herausgestellt, daß für die Diebstähle auh andere Personen in Frage kommen fönnen. Möglicherweise ist der Selbstmord auch auf unglüdliche Familienverhältnisse zurückzuführen. odad Die juristische Sprechstunde fällt Sonnabend, dem 23. mai, und Dienstag, dem 26. mai, aus. Sport. od Rennen zu Grunewald am Freitag, dem 22. Mai. 1. Rennen. 1. Laertes( Rastenberger), 2. Kerner, 3. Vardar. Toto: 15:10. Blat: 10, 13:10. Ferner lief: Goldmächter. 2. Rennen. 1. Dionys( Böhlte), 2. Mandelblüte, 3. Rittersturz. Zoto: 46:10. 10. Blak: 13, 10:10. Berner lief: Blauer Vogel. 3. Rennen. 1. Prolongobarde( Navr), 2. Fa Diavolo, 3. Barro. Toto: 61:10. Blag: 17. 18, 22:10. Ferner liefen: Barzenländer, Edelknabe, Fugger, Trochae, Trenschin, Törin, Ava, Götter fage( bieb stehen). 4.: 6:10. Serner liefen: Wilfried, St. Robert, 4. Rennen 1. Jffezbeim( D. Schmidt), 2. Teddy, 3. Rosmarin. Toto: mpreffioniſt. 78:10. Blat: 28, 26, 24:10. Ferner tieten: Unskar, Flavius. Laoise, 5. Rennen. 1. Meisterbolier( Grabich), 2. Girulin, 3. Faro Prellftein, Herodias. 6. It enne 17. 1. Fürstenkind( Grabi), 2. Flavia, 3. Helgoland. Ferner liefen: Galiqueen, Vialta. Toto: 31:10. Blaz: 27, 25:10. 7. Rennen. 1. Polydor( Böhlke), 2. Schelm, 3. Rohr. Toto: 26: 10. Blag: 13, 25, 30:10. Ferner liefen: Garwhal, Soerner, Sonnenstrahl Geschäftsjreund, Lilo, Rosenquarz, Saharet, Korika, Judica. Allgemeine Wetterlage. 22.Mai 1934, abds. 165 2,10 760 755 150 745 745 750 760 O Madrid FOO Or 11 0.56 O OP O 9 Lopes H20 0 Sohenschönhausen. Seute Treffpunkt aur Bfingffahrt um 5% Uhr Ede Berneuchener Straße. 2 Mart und 30 Pfennig Straßenbahnfahrgeld sowie Dede, Chgeschirr und Brot sind mitzubringen. Areis Mitte. Für das Probezel: lager treffen fich die nördlichen Gruppen um 4 Uhr am Roten Ed. Die Gruppen Haase und Liebknecht treffen sich 4 Uhr Rathaus, Ede Spandauer Straße. Die Gruppe Fris Wilte 3½ Uhr Fastenede. Gruppe Frik Wilte und Matteotti. Treffpunft zur Pfingstfahrt nach dem Frauensee 3 Uhr Faltenede, Engelbecken. 3 Mart mitbringen. Beşirt Friedrichshain. Reltlagerfahrer treffen fich zum Probelager in Tegel Sonnabend, 23. mai, 15 Uhr. Weberwiese. Ende: Montag, 25. Mai, 20 Uhr. Roften 2 Mart.. Bur Pfingstfahrt nach Lehnik treffen sich die Gruppen Sonn tag 7% Uhr wie folgt: Landsberger Blak: Faltenede: Martha Demmning: Petersburger Vlak: Freiheitsdrang: Jugendheim Frankfurter Allee 307; Rapenid: 8% Uhr Ringbahnof Landsberger Allee. Alle Gruppen find 8 Uhr Petersburger Blak. Fahrtleitung: Kurt Bente. Ende der Fahrt: Gonnabend gegen 18 Uhr. Charlottenburg, Brobezeltlager: Wir treffen uns heute 14 Uhr Luisenplag. Bitte die erhaltenen Anweisungen genauestens au beachten. Am 3. Feiertag müssen alle Rinder um 14 Uhr auf dem Epielplatz zweds Probe für den Frauenabend sein. Gruppe Friedrich Ebert: Treffpunkt der Probezeltlagerteilnehmer um 15% Uhr Normaluhr Danziger Straße. 2 Mark mitbringen. Leninge. 765 SEJ 0 Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin infendungen für blefe Rubrif nur an bas Jugenbfefretariat Berfin SW 68. Lindenftraße 3 Das Setretariat bleibt am 3. Feiertag geschloffen. ein Heute, Sonnabend, Treffpunkte für Pfingstfahrten: Arnimpla: 19 Uhr Stettiner Bahnhof, Borhalle, linte Ede. Safen. heibe: 18 Uhr Rottbusser Tor. Wilmersdorf( Meltere): 19% Uhr„ Goz. Ede". Jüngere: 19 Uhr„ Eoz. Ede". Brig: 1. Gruppe 15½ Uhr Stettiner Bahnhof. 2 Gruppe: 21 Uhr Buschtrua. Reukölln 1: 20% Uhr Reuterplag. Ren föll VII: 17% Uhr vor der RMS. und 16% Uhr Görliger Bahnhof. Fried tichsfelde: 16% Uhr U- Bahnhof Lichtenberg. Faltplag 1: 15% und 20% Uhr Fernbahnhof Gesundbrunnen( Bullenwinkel). Mariendorf, R..: 17 Uhr Reu und 19 Uhr Bahnhof Tempelhof. Teller und Löffel mitbringen. töln XI: 19 und 19% Uhr Geldhower Straße. Werbebezirk Lichtenberg: Zeltlager bei Bendisch- Buchholz. 17% und 20 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Musikinstrumente mitbringen. 11 hmu Morgen, Sonntag: Sallesches Zor: 5% Uhr Stettiner Bahnhof. 5 Uhr Bahnhof Beißensee. Owolkenlos, heiter, halb bedeckt wolkig, bedeckt Regen, Graupein dozus Schnee, Nebel, Gewitter Windstille Berhältnismäßig schönes Better herrschte am Freitag allein in Ostpreußen und am oberen Rhein, wo die Temperaturen meist bis 20 Grad Celsius und darüber stiegen. Im übrigen Deutschland war der Himmel unter dem Einfluß der mitteleuropäischen Depression vorwiegend trübe und es fam auch allgemein zu mäßigen Regen: fällen, stellenweise zu Gewittern. Dabei blieb es meist ziemlich tühl. Das erwähnte Tief schwächt sich jetzt weiter langsam ab, während sich das füdeuropäische Hochdrudgebiet nordwärts ausbreitet. Damit müssen wir in unserem Bezirt für die nächsten beiden Tage mit allmählicher Wetterbesserung und langsamer Erwärmung rechnen. * Wetterausfichten für Berlin. Etwas wärmer, noch meist wolfig und nur vereinzelt etwas Regen, schwache füdwestliche Winde. Für Deutschland. Im Nordwesten meist trübe mit leichten Regen. fällen; im übrigen Deutschland langsame Wetterbesserung und Er wärmung, im Südwesten des Reiches zeitweise heiter. Aus der Partei. Dr. Anna Ingermann. Arnswalber Blak II: Briefkasten der Redaktion. Die juristische Epredftunde fällt heute und Dienstag, 26. Mai, aus. .. 97. Ja. Die Reederei Ried veranstaltet an allen drei Pfingstfeiertagen 8, 8, 12, 13 und 14 Uhr ab Oberbaumbrücke die beliebten Fahrten nady der Woltersdorfer Schleuse. Ferner fährt der elegante Lurusdampfer Columbus" an allen drei finaftfeiertagen und weiter täglich 91% Uhr ab Charlottenburg, Tegeler Beg, nach dem Forsthaus Templin und Ferch am Echwielowsee. Bäderu. Kurorte Der weiße Felsen. Wahrzeichen der deutschen Insel Rügen sind ihre Kreidefelsen an der Ostküste. Jene steil aus dem Meer aufragenden weißen Bergmassive ron Stubbenkammer und Arkona, die das Eiland der Bäder und flawischen Kultur- Denkmäler in der ganzen Welt berühmt machten. Hier, wo die geologischen Eingeweide der Erde an der Ost- und Nordküste Jasmunds bloßliegen, sind sie leuchtende 3eugen einer Zeit geworden, in der vor Millionen Jahren die Schreibkreide entstand, weil das Meerwasser an Kalk übersättigt wurde, da die Flüsse aus dem nordischen Festland unheimliche Tonmengen abtrugen und als trübe Brühe mitführten. Eine phantastische Lebewelt machte sich den Ueberfluß des faltigen Elements zunuze und verwendete ihn zum Aufbau seiner Gehäuse und Gerüfte. Die Seeigel und Austern, Seesterne und Moostierchen, Korallen und Muscheln, Armfiemer und Keulenschwämme schwelgten im chemischen Wasser des ewigen Meeres. Das Hauptgebiet der Kreideindustrie auf der Insel ist Saßniz und seine Umgebung. Sagard, Landen und kleinere Drte auf Jasmund, der schönen, bewaldeten Gegenden an der Ostsee haben eine beträchtliche Industrie entwickelt. Ueberall fallen dem Besucher dieser Ortschaften die langen offenen Trockenbaracken auf, in denen weiße, unregelmäßig gestaltete Kreideklumpen auf Regalen liegen, die von weitem wie Gipsfiguren wirken. Ueberall ist in diesen Kreidezonen auch das Erdinnere offen, das in seiner leuchtenden Weiße vor dem dunkelwaldigen Hintergrund der Stubbniz unter blauem Himmel und in der Nähe des buntschillernden Meeres ein wundervolles Farbenspiel bildet. In vielen Werken wird die Kreide abgebaut. Die Stiefel sind bei dem Rundgang durch das Wert bald von dem feinen weißen Erdboden bestaubt. Die Felsen blenden in ihrer sonnenbestrahlten Helle. Vor uns öffnet sich ein in Smaragdgrün schillernder See: das Grundwasser, das sich hier sammelt und von einer hohen schlanken Brücke überquert wird, die zu den Abraumstellen der unerschöpflichen Kreidelager führen. Arbeiter baden und schaufeln das lose sigende Gestein in Loren, die zu den Rührwerken führen, großen mit Wasser gefüllten Bottichen, in denen durch Motortraft und Ketten die Kreidebrocken zerrieben werden und sich durch den Auflösungsprozeß von allen groben Be standteilen säubern. Es entsteht eine weiße Kalkmilch, die durch ein Sieb an der Seite des Bottichs gedrückt wird und in Rohrleitungen abfließt. Diese Flüssigkeit enthält nicht mehr als 12-13 Proz. Was sagt der Bär? YOЯⱭZIM A8332720 artodaisy Am 19. diefes Monats starb in New York eine der ältesten ruffischen Sozialdemokratinnen und eine der eifrigsten Mitglieder der Sozialistischen Partei der Vereinigten Staaten, Dr. Anna Ingermann. Geboren 1865 in Rußland, studierte sie in der Schweiz Medizin, wo sie bald zu einer der ersten Schülerinnen der Begründer der russischen Sozialdemokratie Blechanow, Arelrod und Bera Saffulitsch( Gruppe Befreiung der Arbeit") wurde. Gleich aeitia beteiligte sie sich an der schweizerischen Arbeiterbewegung und stand im Berkehr mit den Mitarbeitern des deutschen ,, Sozialdemo fraten". Mit ihrem Mann, dem bekannten russischen Sozialisten Dr. Sergius Ingermann, übersiedelte sie 1890 nach Amerita, wo sie zuerst in deutschen sozialistischen Vereinen und später in der Sozia listischen Partei bis zum letzten Tage ihres Lebens attiv tätig war. I Aber sie blieb der russischen Revolution und der russischen Arbeiters bewegung treu. 1905 und 1917 tam Dr. Anna Ingermann nach Rußland, um an der Revolution teilzunehmen, aber beide Male mußte sie in die Emigration zurückkehren. Dr. Anna Ingermann gehörte der Potressom'schen Richtung der russischen Sozialdemokratie an und nahm eine unverföhnliche Stellung dem Bolschewismus gegenüber ein. Seit ihrem Aufenthalt in der Schweiz unterhielt fie freundliche Beziehungen mit vielen führenden Persönlichkeiten bes internationalen Sozialismus und wußte die Ideengänge und Erfahrungen der europäischen sozialistischen Parteien den amerikanischen Arbeitern beizubringen. Als Mensch genoß die verstorbene Dr. Anna Ingermann die wärmste Sympathie aller Barteigenoffen. Mit ihr schied eine eifrige und treue Kämpferin für Demokratie und Sozialismus! nsino langi am d Der fozialistische Parteitag in US2. abgejagt. Das Reichs. exekutivkomitee der Sozialistischen Partei der USA hat beschlossen, 19290 die Reichskonferenz und die Sigung des Reichskomitees im Juni in Milwaukee abzusagen. Dieser Entschluß wurde hauptsächlich aus finanziellen Gründen und wegen der Wirtschaftstrise, aber auch infolge der Notwendigkeit gefaßt, nächstes Jahr eine Tagung zur Aufstellung der Kandidaten abzuhalten. Man will an Stelle der Reichskonferenz regionale Ronferenzen abhalten, um über Partei probleme zu diskutieren. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find erlin G 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an bas Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, au richten Beginn aller Veranstaltungen 19½ Uhr, sofern teine besondere Zeitangabe! BNAUTSeute, Sonnabend, 23. Mai: 7. nnd 8. reis. Am Pfingstfonnabend, 23. Mai, fällt die juristische Sprech Stunde aus. 13. Kreis Tempelhof. Junge Genossen: Pfingstfahrt nach Adamswalble. Ab. fahrt der Rüge Stettiner Bahnhof 15.16, 21.05 Uhr. Treffen 2 Stunde por Abgang der Rüge am Bahnhof. aut 24. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, fofort die Einladungen nächsten Mitgliederversammlung von ihrem Gruppenführer in Empfang au nehmen. 38. Abt. Abteilungsgefchäfte führt bis einschließlich 2. Juni Genosse W. Danschke, Lebufer Str. 5. 92. Abt. Jüngere Varteigenossen: Treffpunkt zur Pfingstfahrt Sonnabend, 17 Uhr. Görliger Bahnhof. Sonntagsrüdfahrkarte bis Scharmügelfee Ibsen. ( 3,10 Mart). Morgen, Sonntag, 24. mai: 5. Kreis. Am Pfingstsonntag veranstaltet das Reichsbanner Echwarz- RotGold, Ortsverein Friedrichshain, in der Alten Taverne", Alt- Stralau, cint Frühkonzert. Mitwirkende: Tambourtorps und Blasorchester des Reichs. banners Friedrichshain unter Leitung der Kameraden Berg und Brüdner. 19 Eintritt 23 Bf. Anfang 6 Uhr. Im großen Gaal Tanz. * 31. Wbt. Die Bezirksführer Taden zur Abteilungsverfammlung am Mittwoch, 27. Mai, ein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. siergarten. Alle Reltlagerteilnehmer treffen sich zum Brobeseltlager am Sonnabend, 23. Mat, um 15 Uhr, im Rleinen Tiergarten. File die Neft fallen, bie nach dem Uebersce fahren, ist die Abfahrt am Sonnabend um 11 Uhr im kleinen Tiergarten. 15 Bf. Fahrgelb mitbringen. Areis Rextolla. Rum Brobelager treffen fich alle heute, Sonnabenb, um 15 Uhr U- Bahn Rathaus. Untoften 2,30 Mart. Jede Beltgemeinschaft hat ben Wimpel mit, ebenfalls Eimer und Kelle. Faltenkleidung. Die Teilnehmer an der Fahrt Tiefensee sind heute, Connabend, um 14% Uhr Bahnhof Neukölln. Außer Getränke und Mittagessen ist Berpflegung mitzubringen. Fahrtbeitrag 3,50 Mart. Wimpel nicht vergessen. Rückkehr Dienstag gegen 20 Uhr. Gruppe Lichterfelde. Conntag, 24. Mai, Rote und Jungfalten- Fahrt nach Tegel( Seiligensee). Treffpunkt 9 Uhr Sindenburgdamm Ece Auguftastraße. 30 fennig Fabmeld mitbringen. 书名 gmognig 357674 the infe Авазатас Dampferstation. Wannsee Neubabelsberg Sht Pfaueninser Potsdam Ferch Werder Staaken Spandau badoscie melsdineg: Berlin raucht Juno KON UNON JOSETTI JUNO Der Wannsee ruft! Gedanken an Sport, Bad und frohe Sonnentage werden in jedem wach. Die ganze Liebe des Berliners gehört diesem schönen See und ,, seiner" elloo Jun Josetti duno Berlins meistgerauchter Cigarette% M- Einheitspackung 408 Kreide. Während das Kreidewasser weiterfließt, gelangt das wert volle Material in Klärbaffins, fetzt sich dort zu Boden und gilt nun als reine Schreibfreide. Es währt Wochen, bis ein 1½ Meter tiefes und etwa 3 mal 2% Meter großes Bassin, das zu ebener Erde liegt, gefüllt ist. Das Wasser wird nach und nach abgelassen, so daß nur der weiße Kreideschlamm übrigbleibt. In schwerer manueller Arbeit wird die zähe Masse herausgeholt. Eine gewöhnliche Schaufel voll wiegt etwa 40 Pfund. In Karren wird die feuchte Kreide auf sogenannte Tische" horizontal in Kuchenform gelegt, dann vertikal in offenen Trockenhürden aufgepackt, um schließlich in Fässern, die 3,6 oder 9 3entner faffen, eingeftampit zu werden. Der fünfte Brocken- Lauf. Die Ausschreibung zum fünften nationalen 20- KilometerBrocken- Lauf, der am 21. Juni vormittags von Jlsenburg ( Harz) aus stattfindet, ist von der Deutschen Sportbehörde für Leicht athletit genehmigt worden. Start und Ziel ist der Marktplatz in Isenburg( Harz). Die Strecke ist die gleiche wie im Vorjahre, sie Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., 23. 5. Staats- Oper Unter d. Linden 20 Uhr 6. Sinfonie- Konz. Hector Berlioz: ..Fausts Verdammung" Leitung: Erich Kleiber Ende 222 Uhr Sonnab., 23. 5. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus III 19 Uhr Die Walküre Ende n. 23 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik. 1912 Uhr Carmen Oeffentl. Kartenverkauf Ende n, 222 Uhr ( am Gendarmenmarkt). 227. A.-V. 20 Uhr Die Portugalesische Schlacht Ende g. 23% Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Liebe auf dem Lande 33 minuten in Grüneberg Ende 2234 Uhr APLAZA SCALA Tägl 5 und 812 U. 10 VARIÉTÉ ATTRAKTIONEN Tägl 5 u. 815 DIE GROSSE REVUE LIEBE MICH GROSSES SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr: Im welssen Rössl. in der Premierenbesetzung nur noch 2 Wochen Regie: Erik Charell. Pfingsten 1. und 2. Feiertag 00 vorm. 20 Pfg. FRÜHKONZERT Ab 3 Uhr voller Betrieb Von 500 achm. bis 10% abds. FREI- VARIETE Fernando tanzt Weltrekord Pünktlich 9 Uhr 15 FEUERWERK Lo Meller- Ausstatt.- Revue PreisAbbau führt das Ilsetal aufwärts, an den Ilsefällen vorbei, durch die Schneelöcher zum Brockenturm und zurück. Der 10 Kilometer lange Aufstieg hat eine Steigung von 904 Meter und ist vom besten Läufer Schulze, Ilsenburg( Harz), in 58 Minuten bewältigt worden. Die beste Zeit der Gesamtstrecke mit 1 Stunde 34 Mi nuten 38 Sekunden lief im Jahre 1928 Paff, Bitterfeld. Welche Bedeutung der Brocken- Lauf in Sportfreifen gewonnen hat, geht daraus hervor, daß im Vorjahr nicht weniger als 45 Brocken- Läufer starteten, die sich aus besten Kräften Mittel- und Norddeutschlands rekrutierten. Billige Pfingstverbindung nach Neuffrelih. Wie aus dem neuen Sommerfahrplan ersichtlich, wird der Bäder- Eilzug Berlin Neustreliz, der in den Monaten Juli und August täglich, in der Vor- und Nachsaison als Wochenendzug fährt, in diesem Jahre zum ersten Male auch zum Pfingstfest fahren. Der Zug verläßt den Stettiner Bahnhof am Sonnabend, 23. Mai, um 13,42 Uhr und trifft in Neustrelitz um 15,20 Uhr ein. Der Gegenzug verläßt Neustreliz am Pfingstmontag um 22,13 Uhr und trifft am Stettiner Bahnhof um 23,55 Uhr ein. Die Fahrt mit diesem Eilzug foſtet auf Sonntagskarte 11,90 Mart in der 2. und 7,40 Marf in der Um auch den Mittelstrecklern gerecht zu werden, wird in diesem 3. Klasse, einschließlich zuschlägen für beide Fahrten. Dieser Zug Jahre erstmalig während des Brocken- Lauses ein Jlsetal- bietet den Berlinern Gelegenheit, die Pfingsttage in der schönen Lauf über 6 Kilometer ausgetragen. Diese Strecke führt| Landeshauptstadt Neustrelitz und ihrer seen- und waldreichen Umebenfalls das Ilfetal aufwärts bis an die Wegekreuzung zur gebung zu verbringen. Plessenburg und zurück. Auch eine 3 X 1000- meter- Staffel, die nahe dem Ilsestein ihren Wendepunkt hat, dient zur Zeitverkürzung der zu vielen Tausenden zählenden Zuschauer, die das Ilseta! bis zur Rückkehr der Brocken- Läufer belagern. Am Nachmittag gibt die Kurverwaltung zu Ehren der Teilnehmer ein Sonderkonzert im Kurpart. Bad Salzuflen Altenbrak i. Harz Möblierte Zimmer mit u ohne Küchenbenutzung zu vermieten. Staubfr. Lage. Karl Warneke, Altenbrak im Harz, Nr. 6. Zu den Ferien schönster Aufenthalt im Gutshause zu Rittergut Cummerow direkt an der Spree b. Beeskow, Volle Pension M. 5,-. Wasser Wald. Schriftl. Anfragen erbeten. Telephon: Beeskow 311. Eisenvitriol- u. Moorbad Glänzende Heilerfolge selt mehr als 100 Jahr, bescheinigt bei Rheuma 35 Minuten von Leipzig Bad Lausick hilft Dir! Gicht Ischias Nerven, Herzu. Frauenleiden Erstaunt. Regenerat.- Kures Blll. Pauschalkur. Prosp. Kurv. Ostseebad Heiligenhafen in Holstein Pension ab RM. 4.Jm Oftharz feine Kurtare mehr. Die Kurorte des Ostharzes Ballenstedt, Alerisbad, Harzgerode und Mägde= sprung haben beschlossen, teine Kurtare mehr zu erheben. Auch die Pensionspreise sind um 10 bis 15 Proz. gesenkt worden. Teutobg Wald Herz- Rheuma- Nerven- Luftvege- Frauenleiden-Erm. Kurlaxe 2 naturn.kohlensäurereiche Thermalsprudel. Inhalatorium m.pneumat Kammern Staatl. Hotel Fürstenhof H.I.R.Pension v. Mk.850an.- Prosp. d. Reisebüros u. Badeverwaltung. Pauschalkuren Staatl. Bad Meinberg Lippe- Teutoburger Wald Sommerfrische Houensorg( Frankenwald) Baldreiche Gegend, schöne luftige Zimmer, la Federbetten, ruhige Lage auf dem Lande, 3 Minuten vom Walde entfernt, bei voller Penfion im Tage mit Zimmer, Bett und 4 fräftige Mahlzeiten M. 4.-. Prospekte und Referenzen zu Diensten. Landhaus Friedrich Wunner, Neuensorg- Marktleugast( Frankenwald) Bahnstation Münchberg( Oberfranken). das Inhalatorium Gicht-, Rheuma-, Herz-, Nervenund Frauenbad Pauschalkuren Herz- Nerven. Frauenleiden Rheuma hellt Langenau Schlesien 224.Billige Pauschal- Kuron 28 Tage einschl.Arztkosten Besucht von Bergen und Hochwald umgebene OSTSEEBAD MISDROY Rostenlos durch Reisebüros. Verband Prospekte Deutscher Ostseebader u.Kurverwaltung. Führer durch die Badeverwaltung Garmisch Deutschland- indi. kl. Landhaus Für Sommerurlaub jahr 1931 noch Betten frei, Volksbühne Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Die Ehe Eintr. 60 Pfg. Staatl. Schiller- Th. KONZERT TANZ LUNA PARK ROSE THEATER Die fünf Frankfurter" Nur bis 31. Mai 1931 Bis Freitag 8 15 Sonnabend 7 und 10 15 An beiden Pfingstfeiertagen 2 x 55, 9 Uhr Rose- Garten An beiden Feiertagen 600 das traditionelle Frühkonzert mit 12 großen Varieté- Nummern. 500 nachm. Konzert, Varieté u. d. Operettenschwank: ,, Das Liebesverbot" Große Frankfurter Straße 132 U- Bahn Strausberger Platz 6 tägiger Vorverkauf täglich von 11-1 Uhr und 4-9 Uhr Telefonische Bestellungen: E7 Weichsel 3422 8 Uhr Liebe auf dem Lande 33 Minuten in Grüneberg Deutsches Theater 8 Uhr Der Hauptmann von Köpenick v. Carl Zuckmayer Regie: Heinz Hilpert Die Komödie Täglich 8 Uhr Dienst am Kunden von Cart Bois und Max Hansen Regie: Hans Deppe KurfürstendammTheater Bismarck 449 81/2 Uhr Alles Parole: zu 1.50. Ev. ganze Verpflegung. Gemütliches Wohnen, Nordseebad schöner Garten, direkt am Wasser. Anfragen: Frau P. Wendel, Burgstr. 50 Borkum Preisabbau Tages- Kurkarte Hochsee- Klima Prospekte durch die Badeverwaltung! Nordseebad Tönning die herrliche Sommerfrische, die fich jedet leiffen fann. Gonniger, grüner Güdstrand/ Gnte Unterkunft/ Reichl. Berpfleg./Benfon von 4 M. ab/ Keine Kurtage/ Helgo landfahrt/ Führer ut. Wohnungsnach weis durch die Badeverwaltung 36. Parteigenoffen inden freundl. Aufnahme, reichlich. Ber Prospekte kostenlos! Abbenrode (( Nordharz) am herrlichen Harzwalde gelegen. Beste Berpflegung. Tägl 4 ARE. Gr. Garten, Liegewiefe, Liege ftühle, Autoverbindg. Badeanstalt. Privatheim Elfriede". Grünheide/ Fangschleuse/ Alt- Buchhorst ( Gemeinde Werlsee) Stadtbahnstation Erkner- Vorortstation Fangschleuse Motorboot durch Löcknitz nach Werl-, Peetz- und MöllenSee. Postauto ab Bahnhof Erkner.- Herrliche Wälder, Seen, Freibäder. Gute Hotels, Pensionen und Privatlogis. Auskunft: Verkehrsbüro. Telephon: Erkner 672. GelenkNerven- Frauenkrankheiten, Alterserscheinungen heilt Bad Landeck in Schlesien Radium- Thermalkuren Moorbäder pp. Pauschalkuren Auskunft u.Prospekte, Städt. Badeverwaltung und Reisebüros. Moorbad Torgelow in Pommern Pretzsch- Elberings von köst! Wald umgeben. Fluß10 Min Autobus zum HaffsandStrand Gemül, und behagl, billige pflegung, 5 Rahlzeit, das bestbewährte Heilbad Sommerfrische Frau Minna Bösier, m. 3.75 pro Tag. im Mai M. 3.50, Garten mit Liege Kurpauschale für 28 Tage 85.- RM. wiefe direkt amhause, nahe Bald u. Bahn. Albert Karges, Harriehausen, Harz. Versäumen Sie nicht die weltberühmten Naturwunder des Harzes die Rübeländer Tropfsteinhöhlen Winter Garten 815 Uhr. Flora 3434. Rauchen erlaubt Dayelma- Ballett Original Pariser Cancan Kuban- Kosaken- Chor usw. Sonnab. u. an beiden Pfingstfeiertagen je 2 Vorstellungen 4 und 818 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. HAUS VATERLAND KURFÜRST 7460 Day Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Schwindel ZOOTäglich ab nachm. von Marcellus Schiffer. Musik von Mischa Spoliansky. Regie: Gustaf Gründgens Lustspielhaus Tagl. 8 Uhr Das Spiel mit dem Feuer Musik. Einlagen von Willy Rosen 4 Uhr Hermannshöhle u. Baumannshöhle" in Rübeland, Harz zu besichtigen. Gute Unterkunft in Hotels u. Privat jederzeit möglich. Theater d. Westens Theater Im Täglich 8% Uhr Schön ist die Welt mit Kammersänger Otto Fassel Admiralspalast Täglich 8% Uhr Derlustige Krieg Torgelow i. P., Ueckermünder Str. 3a. AHLBECK COSTSEEBAD Vor- und Nachsaison kurtaxfrel• Hauptsals on bis 50 Proz. Kurtaxermäßigung Prospekte durch die Badeverwaltung Berliner k- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/ 75.I Deutscher Metallarbeiter- Verband Anni Ahlers, Schollwer, Lilien, Achtung! Priem Achtung! Ab Mittwoch, dem 27. mai, wird Lessing- Theater Komische Operer Eingang zum Verbandshaus, Täglich 8% Uhr 8 Uhr Der rasende Alt- Heidelberg Eingang zu den Berbandsbüros in Sperling Kinz, Vihrog, Meyn. Rex Barnowsky- Buhnen Theater in der Stresemannstr. Täglich 8% Gestern u. Heute Komödienhaus Täglich 8 Uhr Lucie Englisch, Westermeier, H.J. Moebis, Peakert Elite- Sänger Kottbusser Str. 6 Täglich 814 Uhr Jm Linienffraße 83/85, bis auf weiteres gefchloffen und befindet fich der der Elfäffer Ste. 86/88, Eingang B. Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung. Pfingsten ins Grüne „ Traumland" Schloß Schönholz Beide Festtage Frühkonzert bei freiem Eintritt Neu: Erstes Auftreten der Tow- Races Sensationellste Luftakrobaten der Gegenwart! Neu für Deutschland! and die anderen Attraktionen. Eintritt 20 und 10 Pf. 7. Juni unwiderruflich letzter Tag! Betrifft Anmeldepflicht bei Abiah Reederei und Berwendung von Kohlensäure. Kieck Tel. F 8 Oberbaum 8197 Gemäß§ 9, Absatz 2, Sag 2 des Mineral- Falkensteinstr. 49 waffersteuergefeges vom 15. April 1930 An allen 3 Pfingstfelertagen und weiter täglich Rosengarten( 6. Bl. I, Seite 139) in Berbindung der Liebe " Vorher: mit§ 62 der Durchführungsbestimmungen in der Faffung der Berordnung vom 18. Juni 1930( Reichsministerialblatt 1930, Seite 315 und 400) unterliegen Betriebe ab Oberbaumbrücke herrliche Frühlingsfahrten Ein erstkl. Sololeil. aller Art, die Rohlenfdure ablesen her 8, 8%, Uhr früh, 12,1 Woltersdorfer Schleuse Schwengels and billig? mit Felix Bressart und Rosa Valetti We spelst man Nur verwenden, der Steueraufsicht. Auf Grund 2 Uhr mittags nach von§ 63, Gag 1 der Mineralwassersteuer- Hin u. zurück: Sonnt. 2- M., wochent. 1.30 M., Kind. d. Hälfte. Durchführungsbestimmungen, nach der Neu- Helgoland Hin und das Landesfinanzamt die näheren Be- 8. 81 Uhr früh, 12, 1 ftimmungen über die Anmeldung dieser und 2 Uhr mittags nach Gross- Berlin Betriebe trifft, ordne ich hiermit für das Sonntags 1.50 M, wochentags 1.- M, Kinder die Hälfte. Alexanderplatz Stadtgebiet Berlin folgendes an: 8, 8% Uhr früh, 12. Metropol- Theater Blumenspenden Täglich 8 Uhr jeder Art liefert preiswert Die Toni Paul Golletz aus Wien vormals Robert Meyer Mady Christians, Mariannenstr. 3 Michael Bohnen F&, Oberbaum 1303 Grosses Konzert Reichshallen- Theater Tanz im Freien Am 1. und 2. Pfingstfeiertag ab 7 Uhr morgens Gr.Frühkonzert Aquarium Hund u. Katze in der Kunst! Allabendlich 8 An beiden Feiertagen nachm. 3 Jnhaber von zurück: und 2 Uhr mittags nach Neu- Heringsdorf Ha zurück: Sonnt. 1.25 M., wochent. 1.Hin und -M., Kinder die Hälfte. a) Betrieben, die Kohlensäure abseßen 3. Pfingstfeiertag und weiter täglich, außer Sona ( Kohlensäure- Herstellungsbetriebe und abend und SonnZwischenhändler), b) Betrieben, die Kohlensäure bei der tag, 9 Uhr früh nach Herstellung oder beim Ausschant Grünheide mit Rundfahrt bis Alt- Buchhorst. Hin und zurück: Erwachsene 2. M Kinder 1.- M. 9.30 anderen flintlich bereiteten Getränken den 21. Mai 1931: Täglich Burg Uhr früh ab Charlotten im Sinne des Mineralwaffersteuer- Suxuda Columbus nach Templin a. Ferch haben den Betrieb bei ihrer zuständigen Templin hin u. zurück: 1.50 M, Sonntags 2.-M. Ferch hin Bolstelle( Saupizollamt oder zollant) an und zurück: 2.-M. Sonntags 2.50 M., Freitag u Sonnabend gefeges verwenden, umelben. Die Anmeldung hat auf be- nach Ferch nur 1.50 M. hin u. zurück. Kinder, die Hälfie fonderem Bordruck in doppelter Ausfertigung zu erfolgen, und zwar für be stehende Betriebe spätestens bis gitm 30. Juni 1931, fiir nene Betriebe vor ihrer Stettiner eröffnung. Bordrude gibt die zuständige Sänger Das grosse Pfingst- Programm! Nachm. ermäßigte Preise, volles Programm! Sollitelle unentgeltlich ab. Richtbefolgung macht strafbar(§ 377 der Reichsabgabenordnung). V 2623-11 st 1447. Berlin, den 30. April 1931. Der Präsident bes Landesfinanzamts Berlin. Jn Bertretung: Rijnse Achenbach- Garagen ab Lager Wellblech, Stahl- u.Betonbauten jeder Art. Angeb. u. Prosp. kostenl. Gebr.Achenbach Gi.m.b.H., Weidenau/ Sieg Elsen- und Wellblechwerke- Postfach 389 Deutsche Bau- Ausstellung Berlin: Freigelände Abt. Garagen" 910 Rr. 236 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts b Das Weltmonopol für Glühlampen Minen und Gegenminen der Kampfgruppen. Dieser Tage fand in London eine weltwirtschaftlich hochbedeut- stätten mit relativ niedrigen Produktionsfosten; im Befiz dieser Ansame Tagung statt: eine Sigung des Glühlampenfartells, lagen und im Bunde mit der allmächtigen General Electric Co. an der sich sämtliche Mitglieder der hier zusammengeschlossenen In hoffen sie, in der Lage zu sein, jeden irgendwo auftauchenden Außendustrie beteiligten. Es wurde beschlossen, das jetzt bestehende Kartell feiter aufzufaugen oder zu erdrücken. um meitere 20 Jahre zu verlängern. Das jetzt bestehende internationale Kartell wurde im Jahre 1924 in Genf gegründet. Ihm gehören von führenden deutschen Werfen die Osram, Julius Pintsch und Bergmann an, ferner in Holland der Philipstonzern, in Frankreich die Compagnie des Lampes, in Ungarn die Vereinigte Glühlampen- und Elektrizitäts- 2.- G., außerdem eine Reihe weiterer großer und kleiner Produzenten in fast allen bedeutenden Ländern der Welt. Das Kartell ist so aufgebaut, daß in sämtlichen Ländern nationale Kartell- Unterorganisationen gebildet worden sind, die die Preise für die einzelnen Märkte bestimmen. Infolgedessen herrscht seit der Arbeitsaufnahme des Kartells fast überall das Monopol. Diese Herrschaft ist allerdings nicht ganz lüdenlos. Neben einigen Daß die Bemühungen um das Glühlampengeschäft der Welt so planmäßig und so zäh geführt werden, erklärt sich aus den Gewinnmöglichkeiten, die dies Geschäft abwirft. Da die Osram in Form emer G. m. b. 5. arbeitet und Bilanzen nicht veröffentlicht, so hat die Leffentlichkeit allerdings keinen Einblick in die Höhe der erzielten Profite. Sie müssen aber außerordentlich groß sein. Das Glühlampengeschäft ist von der Konjunktur nur wenig abhängig, die Preise tönnen, wie bereits erwähnt, infolge der Kartellverein barungen in den meisten Ländern, vor allem auf den hauptsächlichsten Märkten nur insoweit finken, als die Kartellfirmen es für richtig halten. Die Brenndauer der Durchschnittsglühlampe foll auf etwa 800 Brennstunden beschränkt sein, so daß also jede Lampe nach einer nicht allzulangen Lebenszeit unter Garantie durch eine andere ersetzt werden muß. Den an der Glühlampenfabrikation intereffierten Elettrofirmen müßte es natürlich außerordentlich unange diese glatte Rechnung ein Strich gemacht würde. Sonnabend, 23. Mai 1931 maßnahmen der Reichsbahn im Kampf gegen den Kraftwagen ihren 3wed leider verfehlen, da die auf den Kraftwagen abgewanderten hochwertigen Güter zum großen Teil in den Stücguttlassen, nicht aber in den Wagenladungsklassen vorhanden sind. Das praktische Ergebnis diefer Vorlage wäre also, daß durch die vorgesehene Senfung der genannten Tarifklassen ein beträchtlicher Ein= nahmeverlust eintreten würde, der auf keinen Fall durch die Rüdwanderung hochwertiger Güter zur Reichsbahn ausgeglichen werden könnte. Die Reichsbahnverwaltung erkennt an, daß eine als Ausgleich vorgenommene Frachtenerhöhung für Maffengüter, vornehmlich also für Kohle und Baustoffe, bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage verhängnisvoll wäre. Sie fordert daher nachdrücklich die Schaffung eines Kraftfahrzeuggefeges, das für die beiden Beförderungsarten gleiche Verhältnisse schafft. Hierdurch würde der volkswirtschaftlich so bedauerliche Wettbewerb zwischen den beiden Verkehrsmitteln beseitigt werden. Diese Mitteilungen der Deutschen Reichsbahn können als der Egtraft der Verhandlungen aufgefaßt werden, die seit der Veröffentlichung des Schenker- Vertrages zwischen Reichsbahn und Reichsverkehrsministerium stattgefunden haben. Die Dinge find offenbar so weit gediehen, daß das Reichsverkehrsministerium einen Widerstand gegen den Schenker- Bertrag aufgegeben hat, nachdem die, Reichsbahn auf die im Vertrage vorgesehenen Wettbewerbsbestimmungen, besonders die Reglementierung des Kraftwagenverkehrs, verzichtet hat. tieinen Außenſeitern, die für das Kartell keine besondere Gefahr dar nehm sein, wenn eines Tages von ernsthaften Außenseitern durch Drenstein- Konzern in der Krise. stellen, gibt es einige Außenseitergruppen von größerer Bedeutung. Hierzu gehören die schwedische Genossenschaftsorganisation und seit kürzerer Zeit vor allem Sowjetrußland, dessen Glüh lampenlieferungen nach Mittel- und Kleinasien, nach dem Fernen Diten und auch nach Gudamerita die kartellmitglieder bereits in erhebliche Unruhe versetzt haben. In absehbarer Zeit wird nun sür das Aufkommen und Erstarken neuer Außenseiter dadurch in viel größerem Maße als bisher Gelegenheit gegeben, als die Patente, bis jetzt bei den Firmen des Kartells monopolisiert, in einer Reihe von Ländern vor dem Ablauf stehen. In den Jahren 1932, 1933 und 1934 werden diese Batente also auch anderen Produzenten zugänglich sein. Zwar heißt es, daß es den Kartellfirmen gelungen sein soll, für einige dieser Länder Verlängerungen ihrer Patente zu erzielen, doch bleibt natürlich die Gefahr eines sich verstärkenden Wettbewerbes in vielen Ländern bestehen. Man hat nun dieser Gefahr schon seit längerer Zeit mit verschiedenen Mitteln energisch entgegengearbeitet. Gelegt wurden diese Gegenminen von einer Gesellschaft, die zwar formell nicht Mitglied des Kartells ist, die aber praktisch doch den Ausschlag für dessen Politik gibt. Dies ist die amerikanische General Electric Company, der größte Glühlampenproduzent der Welt und Teilhaber bei fast allen bedeutenden Glühlampenfirmen Europas. Kapitalbeteiligungen bestehen bei der Osram, beim Philips- Konzern, bei der französischen Compagnie des Lampes und bei der Bereinigten Glühlampen- und Elektrizitäts- A.- G. in Budapest. Diese Kapitalbeteiligungen wurden in den letzten Jahren aufgenommen oder verstärft. Die größten Produzenten der Welt sind somit auch fapitalmäßig eng miteinander verbunden. Diese Gesellschaften verfügen über große moderne Fabrikationswert Der Welthandel im Jahre 1930. Wertmäßiger Rückgang gegenüber 1929 um 20 Prozent. Im Heft 9 von Wirtschaft und Statistik" wird eine Uebersicht über den Außenhandel von 48 Staaten, die fast 90 Pro zent des Welthandels erfaßt, für das Jahr 1930 gegeben. Der wertmäßige Rückgang des Welthandels um 19,6 Prozent gegenüber 1929 ist mindestens zur Hälfte auf den internationalen Preis rüdgang zurückzuführen; mengenmäßig ist also ein Rückgang von etwa 7 bis 9 Prozent zu verzeichnen. Der Umsatz im Außenhandel( also Einfuhr und Ausfuhr zu sammen) ist bei 25 europäischen Ländern von 146 auf 124,8 Milliarden Mark, also um 14,5 Prozent zurückgegangen. Bei 23 außereuropäischen Ländern aber betrug der Umfagrückgang Don 107,3 auf 78,9 Milliarden Mart 26,4 Prozent. Der An= teil der europäischen Länder am Welthandel, der seit 1927 steigende Tendenz zeigt, hat sich also noch erhöht. Da bei den europäischen Ländern die Einfuhr stärker als die Ausfuhr zurückgegangen ist, ist die Passivität des gesamten europäischen Außenhandels start( um 14,3 Prozent) zurückgegangen. Hierbei wirkte sich vor allem die starke Aktivierung der deutschen Handelsbilanz aus. Von der allgemein ridläufigen Bewegung des Außenhandels machen nur drei europaische Länder( Rußland, Spanien und Litauen) eine Ausnahme; der russische Außenhandel z. B. erhöhte sich von 3,9 auf 4,5 Milliarden Mark. Die europäische Einfuhr ist am stärksten bei den oft und süd osteuropäischen Ländern zurückgegangen. Der Rückgang bei Bul= garien erreichte 45 Prozent gegenüber dem Vorjahre; aber auch bei Deutschland( um 22,7 Prozent) und Italien( um 20,9 Prozent) war er starf. Die drei nordischen Länder Schweden, Norwegen und Dänemark dürften eine men genmäßig gestiegene Einfuhr zu verzeichnen gehabt haben. Die europäische Ausfuhr ist am stärksten nach Uebersee und nach Deutschland, weniger start nach dem übrigen Europa zurückgegangen. Den stärksten Rückgang hatten Großbritannien mit 21,8 Prozent und Italien mit 20,6 Prozent aufzuweisen. Eine Betrachtung des Außenhandels nach Warengruppen ergibt, daß die europäische Einfuhr besonders stark bei Rohstoffen und Lebensmitteln, die europäische Ausfuhr besonders bei indu striellen Fertigwaren zurückgegangen ist. Da die Ernten 1929 und 1930 in Europa verhältnismäßig günstig waren, war der zu schußbedarf an Lebensmitteln und daher ihre Einfuhr gering. Der starfe Breisrüdgang für Rohstoffe zeigt die Einfuhr von Rohstoffen wertmäßig stärker gesunken als fie mengenmäßig tatsäch = Dies ist die Ursache, weshalb sich die Kartellmitglieder entschlossen haben, jetzt in London noch vor Ablauf des Kartells ihren Willen zu bekunden, ihre Weltorganisation bis zum Jahre 1952 aufrecht zuerhalten. Man will der Welt, das heißt den Außenseitern und denen, die es werden wollen, zeigen, daß man nicht daran denkt, sich das so massiv untermauerte Glühlampen- Weltmonopol streitig machen zu lassen. Wahrscheinlich hat man bei dieser Gelegenheit auch die jetzt bestehenden Kontingente und die Interessenabgrenzungen den inzwischen eingetretenen Marktverschiebungen angepaßt. Gleich zeitig wird nun angekündigt, daß die Absicht besteht, die Glüh lampenpreise in verschiedenen Ländern erheblich herabzu lezen. In Holland hat Philips bereits eine Senkung um 20 Proz. durchgeführt; eine Preissenkung fand auch fürzlich in England statt. Dagegen sollen in Deutschland die Verkaufspreise nicht abgebaut werden. Angesichts des durch die Krise wahrscheinlich gar nicht oder nur wenig betroffenen Umsages und angesichts der zweifellos überall hohen Gewinne fönnen sich die meisten Kartellfirmen solche Herabsetzungen ohne Schwierigkeiten leisten. Auch das ist eine Maßnahme, die die Außenseiter von dem Eindringen auf den Markt abschrecken soll. Es ist anzunehmen, daß die Kartellfirmen auf Grund der in den letzten Jahren durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen in der Lage sind, auch gegebenenfalls mit weitaus niedrigeren Kampfpreisen aufzuwarten. Es deutet also alles darauf hin, daß dieses internationale Kartell mit allen nur möglichen Mitteln erhalten werden soll. Man muß hinzufügen, daß diese Organisation von allen internationalen Kartellen wohl das einzige ist, das tatsächlich den Welt martt in straffer Organisation beherrscht. lich war. Da die überseeischen Länder von der Weltwirtschaftsfrise stärker betroffen wurden als die europäischen, ist die Ausfuhr von Fertigwaren nach Uebersee besonders start zurückgegangen. Im Außenhandel der außereuropäischen Länder ging die Ausfuhr stärker als die Einfuhr zurück; die Aktivität ihrer Handelsbilanz ist daher zurückgegangen. Nur Brasilien zeigt einen gesteigerten Ausfuhrüberschuß. Die Einfuhr der Vereinigten Staaten ist um 28,2 Prozent, ihre Ausfuhr um 26,7 Brozent gesunken. Noch stärker ging der Außenhandel von Brasilien, Argentinien, Australien und Südwestafrika zurüd. Der Rückgang der Einfuhr der außereuropäischen Länder entfällt zu mehr als der Hälfte auf industrielle Fertigwaren, und zwar zum größeren Teil auf Verbrauchsgüter( Textilien, Lederwaren, Bapier usw.). Am Rückgang der Ausfuhr sind Rohstoffe und Lebensmittel zusammen mit etwa drei Viertein, Fertigmaren mit einem Viertel beteiligt. Die Fertigwarenausfuhr spielt bei den außereuropäischen Ländern aber nur bei den Bereinigten Staaten, Japan und Kanada eine größere Rolle. Bei den anderen Ländern ist allein die Ausfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen bestimmend. Vor einem Kraftwagengesetz? Reichsbahn und Verkehrsminifterium. Der Kampf der Reichsbahn gegen die Konkurrenz des Motors ist jetzt in sein entscheidendes Stadium getreten. Nach einem soeben von der Deutschen Reichsbahnverwaltung veröffentlichten Kommunique hat die Reichsbahndirektion Berlin im Auftrag der Hauptverwaltung eine Vorlage wegen Tarifänderungen bei den Wagenladungsklassen A und B ansgearbeitet. Danach sollten die für diese Klassen in Frage kommenden Gütertarife gesenkt. andererseits aber die für den Massengüterverkehr in Frage tommenden unteren Wagenladungsklassen her aufgesetzt werden. Dieser Vorschlag ist sowohl vom Verwaltungsrat der Reichsbahn wie auch vom Reichsverkehrsministerium als untragbar abge lehnt worden. Darauf hat die Reichsbahndirektion Berlin eine erneute Vorlage ausgearbeitet, in der die Wagenladungsklassen A und B unter gleichzeitiger Gentung der Tariffäge zusammengefaßt werden. Damit trägt die Reichsbahn den schon seit langem erwogenen Wünschen der Wirtschaft auf Verbilligung der Frachten für höhermertige Güter Rechnung. Die Hauptverwaltung der Reichsbahn erklärt nun zu diesem neuen Vorschlag ihrer Berliner Direktion, daß diese KonkurrenzVerminderte Geldflüssigkeit. 86 Millionen Umsatz. Der Orenstein u. Koppel Rongern, eines der führenden Unternehmen in der Berliner Metallindustrie, wird für dem im vorigen Jahr 6 Proz. an die Aktionäre gezahlt wurden. das Geschäftsjahr 1930 feine Dividende ausschütten, nachDie Dividendeneinstellung bei diesem Unternehmen ist offenbar nicht ganz ohne bilanztechnisches Zutun der Verwaltung vorgenommen worden, was bei Orenstein u. Koppel auch nicht überraschend ist, da die Verwaltung die Reservenanhäufung schon von jeher mit wahrer Meisterschaft ausübt. Soviel steht jedenfalls fest, daß auch der dividendenlose Abschluß der Orenstein u. Koppel 2.-G. feinesfalls den Beweis liefert, daß die Großbetriebe in der Berliner Metallindustrie nicht mehr rentabel arbeiten tönnen. Man muß im Gegenteil feststellen, daß das Unternehmen im Hinblick auf die Dauer und die Wucht der Wirtschaftsfrise eire bemerkenswerte Widerstands fähigkeit aufweist. Dies zeigt sich in erster Linie darin, daß der Gesamtumfaß im Konzern im Jahre 1930 nur unt 10 Proz. auf 86 Millionen Mark zurückgegangen ist. In diesen Umsatz sind auch die Verkäufe der im Vorjahr neu aufgekauften Waggonmerke in Dessau und Gotha miteinbegriffen. Rund 60 Proz. des Gesamtumsages stellten Auslandsverkäufe dar. Benn gegenüber dieser geringen Umsatzsenkung der ausgewiesene Roh gewinn mit 2,14 Millionen Mart um mehr als die Hälfte gegenüber 1929 gesunken ist und der Reingewinn mit 183 000 Mart gegen 2,24 Millionen im Vorjahr nur einen Bruchteil ausmacht, so wird die Verwaltung zweifellos vom Rohgewinn norweg große Beträge für Reserven abgesetzt haben. Der im Geschäftsbericht gegebene Hinweis, daß für den gewesen sei, wirkt nicht überzeugend. Wenn auch das AuslandsGewinnrückgang der Preisdruck im Auslandsgeschäft entscheidend geschäft zweifellos start umfämpft ist, wird die Orenstein- Berwaltung die Deffentlichkeit kaum davon überzeugen, daß sie sozusagen gänzlich ohne Rugen gearbeitet hat. Die Bilanz selbst zeigt, wie man das bei Orenstein u. Koppel seit Jahren gewöhnt ist, e in glänzendes Bild. Unter den mit 7,8 Millionen Mart ausgewiesenen Schulden sind zur guten Hälfte Rückstellungen enthalten, so daß die tatsächlichen Schulden des Konzerns noch nicht 4 Millionen Mark erreichen. Demgegenüber stehen allein rund 7 Millionen Bankguthaben und Wechsel und ferner 11,5 Millionen Mark Forderungen an Kunden und Tochtergesellschaften. Die gesamten Außenstände der Gesellschaft in Höhe von 18,5 Millionen Mark sind also fast fünfmal so hoch wie die laufenden Schulden. Eine derartige Bilanzflüssigkeit dürften in Deutschland nur wenige Unternehmen aufweisen, und im Maschinenbau ist sie in der Tat einzigartig. Die Belegschaft des Konzerns, der in den Spandauer und Dremizer Betrieben bereits im November vorigen Jahres ein Lohnabbau diftiert wurde, und in den übrigen Betrieben im Reiche etwas später, hat im wesentlichen durch ihre Mehrleistungen dazu beigetragen, daß die Vermögenssubstanz der Orenstein u. Koppel A.-G. in der schwersten Krise aller Zeiten nicht im ge= ringsten angetastet wurde. In den ersten Monaten des laufenden Jahres ist die Gesellschaft noch mit einem befriedigenden Auftragsbestand eingetreten. In letzter Zeit hat sich im Waggonbau die Lage verschlechtert, mährend in den Maschinenbaubetrieben noch ein Auftragsbestand für mehrere Monate vorliegt. Die Metallarbeiter werden für die Geschehnisse in dieser Krise ein gutes Gedächtnis haben und auch bei Orenstein u. Koppel zu gegebener Zeit ihre Rechnung präsentieren. Wasserstraßenbau und Arbeitslosigkeit. Auf einer Tagung des Zentralvereins für deutsche Binnenschiffahrt prach Oberregierungsrat Leopold über die Frage, wieweit der Wasserstraßenbau zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit forciert werden könne. Zunächst werde allgemein die Zahl der Arbeiter, die möglicherweise beschäftigt werden könnten, überschätzt. Dann erforderten größere Neubaupläne eine so langwierige und gründliche Vorbereitung, daß ihre Durchführung zur Beseitigung einer akuten Krise nicht möglich sei. Was man aber tun könne, sei die Verlegung der zeitlichen und örtlichen Schwerpunkte im Ausbau, um für einzelne wirken. Der Anteil ailer Löhne bei Wasserstraßenbauten sei mit Orte eine vorübergehende Erleichterung der Arbeitslosenlast zu er70 bis 90 Broz. der Gesamtkosten ermittelt worden. In einer Entschließung empfiehlt der Verein den Ausbau von Kanälen entgegen dem Gutachten der Brauns- Kommission dann, wenn die Notwendigkeit des Baues sachlich begründet sei. Sicherheit: DUNLOP jnfred Weinlraub: Jbfen, der Somialkniiker %um 2 5. Todestage des Richters „Alles oder nichts!" (Leitspruch im„Brand".) TOemals war Ibsen Sozialdemokrat. Wie Pernerstorfer er- zählt, verurteilte der große Dramatiker Viktor Adler gegenüber alles Parteiwesen, weil es die Individualität erdrücke. Doch ist die Ansicht geläufiger, daß er aus einer gewissen Verschlossenheit seines Charakters heraus keiner Partei angehörte. Dennoch gab er zu, als man ihm sägte, sein dichterischer Freund und Landsmann Björnson halte sich für einen Sozialisten: Ja, das dürfte ich auch sein. Und er betont einmal, er sei auf anderem Weg« als die wissenschaftlichen Sozialisten zu denselben Resultaten gelangt wie diese. Freilich, in seinen Werken befaßt er sich nicht eigentlich mit sozialen Problemen im engsten Sinne, wenngleich er empört und gründlich mit den Stützen der bürgerlichen Gesellschaft, ihren Scheinheiligen, Glücksrittern und Schurken abrechnet, und, wenn er unerbittlich die Masken hcrabreißt von den geheiligten Meinungen und Einrichtungen, den Fetischcharakter der herrschen- den Ordnung bloßlegt.(Das Bürgertum versuchte es übrigens einmal, ihn als ihres Geistes zu beanspruchen, da er in dem „Volksfeind" energisch loszieht gegen die Masse, die„kompakte Majorität"— nur vergaß man absichtlich, daß diese Masse in dem Stück wie im damaligen Norwegen saktisch aus eingefleischt reaktionären Kleinbürgern besteht, die durchschnittlich freiheits- und bildungsfeindlich sind, und man unterschlug seine Erklärung:„Die Art Plebs, von der ich hier rede... von der kriecht und wimmelt es tings um uns her— bis hinauf zu den chöhcn der Gesellschaft!") Aber in Reden und Aussätzen, in Bri«s«n und Gedichten hat er sich vielfältig mit dem Problem beschäftigt, und seine Liebe zum vierten Stand kundgetan. Vor allem in der berühmten Rede, die er 1885 im Verein Drontheimer Arbeiter hielt und die von der bürgerlichen Press« vergeblich totgeschwiegen wurde. Unter anderem sagt er, er sei sich dessen bewußt, daß die„Demokratie van heute" (also die politische Demokratie!) nicht imstande sei, die großen Auf- gaben der Zukunft zu lösen. Es müsse ein adeliges Element in Staatslsben, Regierung, Volksvertretung und Presse kommen.„Ich denke natürlich nicht an den Adel der Geburt und auch nicht an den Geldadel, nicht an den Adel der Wissenschaft und nicht einmal an den Adel des Genies oder der Begabung. Sondern ich denke an den Adel des Charakters, an den Adel des Willens und der Ge- sinnung. Der ist es, der uns freimachen kann." Dieser Adel wird von zwei Seiten kommen:„Von unseren Frauen und von unseren Arbeitern." Die Arbeiterklasse stehe ihm unter ollen Ständen am nächsten, und er bittet, hinzuzufügen, daß er hoffe, in der Zukunft würden dem Arbeiter solche Lebensbedingungen und soziale Lage vorbehalten sein, die er mit herzlicher Freude will- kommen heiße. Er bedauert es bloß, daß er nicht direkt für das Wohl des Arbeiterstandes wirken dürfe. Es wird uns merkwürdig erscheinen, daß Ibsen zeitlebens sich den Arbeitern verbunden fühlte, wenn wir erfahren, daß er als Sohn eines begüterten Handelsherrn zur Welt kam. Aber das Geburtshaus lag in unmittelbarster Nachbarschaft von Pranger. Arrestanstalt und Irrenhaus, die dem ernsten Knaben viel Kops- zerbrechen machten. Und als Henrik acht Jahr« zählt«, brach das Geschäftshaus des Baters zusammen. Er muß infolge pekuniärer Not seinen Herzenswunsch, Maler zu werden, ausgeben und wird, fünfzehnjährig, Apothekerlehrling. Der Haß des Deklassierten wider seinen Geburtsstand ist der stärkste! In einem Gedicht teilt der Jüngling die Menschheit in zwei Klassen:„Die geladenen Gäste beim Feste des Lebens und die armen Zuschauer auf der Straße. die zu den beleuchteten Fenstern emporstarren, vom Nachtwind durchschauert." Seither ist. sein Leben das eines Revolutionärs. Ob er nun die Honoratioren der Kleinstadt in bissigen Satiren angriff(sein Austreten, erzählt er weitaus später in der Vorrede zur Neu- bearbeitung seines„Katilina", berechtigte die Gesellschaft tatsächlich nicht zur Hoffnung, die„Bürgertugenden" würden durch ihn einen Zuwachs erhalten), ob er im Freiheitsjahre 1848 stürmisch den rebellischen Ungarn jujubelt. Im Trauerspiel„Katilina" versucht er«ine Ehrenrettung des gewaltigen altrömijchen Ausrührere, den seine Feinde mit Dreck besudelten. Auch gewinnt dcr junge, schwer ums Dasein ringende Dichter Fühlung niit der Arbeiterpartei, nimmt an Versammlungen und Demonstrationen teil und schreibt für Kampfblätter. Einmal entgeht er mit knapper Not der Ver- Haftung. Aber auch später, als europäischer Dramatiker und Welt- berühmtheit blieb er den Prinzipien der Jugend treu. Wenn er vormals in Gedichten wie„Abraham Linkolns Ermordung" und „An meinen Freund, den Reoolutiansredner" seine Bereitschaft zum Klassenkampf nicht verleugnete(„Macht tabula rs-a! Da werd ich nicht fehlen!"), so bekennt der Gereifte rückschauend, er sei heute genau derselbe wie ehemals, und gibt er zu, er habe„Sturmwetter immer geliebt". Der Dichter des Peer Eynt bezeichnet es in einem Briefe an den Dänen Brandes als Aufgabe der Zeit, den Begriffen der Revolution einen neuen Inhalt und eine neu« Erklärung zu geben, da doch Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht mehr dieselben Dinge seien, die sie zur Zeit der seligen Guillotine waren. Im selben Brief fordert er ihn auf, sich zu den«n zu schlagen, die „bei dcr Revolutionierung des Menschcngeistes an der Spitze inarschieren". Aber die politischen und geistigen Verhältnisse in Norwegen waren derartig triste, daß er der Dumpsheit entfliehen mußte. Seit längerem hotte er sich bereits— im Gegensatz zu Björnson, der unentwegt und unbedingt aus Seite der Linken kämpfte— mißmutig abgewendet von dem parlamentarischen Treiben. Ihm schwebte nämlich ein« Revolution ganz großen Stiles vor, die den Staat überhaupt beseitigt. Er wird Eigenbrötler und Egoist. Aber wenn man, wie Brandes, diesen Individualismus genau nachprüft, so wird man in ihm einen verborgenen Sozialismus entdecken. Aber als er nach einem Menschenalter heimkehrt, findet er noch immer olle„Kanäle des Verständnisse» verstopft". Die„kompakte Majorität" setzt sich immer noch aus den besitzenden.Klassen und deren Troß und Mitläufern zusammen, die Arbeiterbewegung ist noch unentwickelt. Sein« Anschauungen haben sich keinesfalls geändert, bloß— er ist skeptisch geworden. Resigniert schreibt der fast Siebzigjährige, es gewähre ja«ine gewisse Befriedigung, in den Ländern ringsum bekannt zu sein.„Aber«in Glücksgefllhl bringt es nicht." Und später:„Hier— habe ich ja das Land meiner Geburt. Aber— ober: wo find« ich das Land meiner Heimat?" Das neuzehnte Jahrhundert brachte nicht die Erlösung. Er durfte noch dos Wachsen des vierten Standes erleben. Es waren inzwischen mächtig« Schritt« in die Zukunft hinein geschehen. Aber Julian Apostata-Ibsen sollte noch nicht das neue Reich erblicken. das er gehofft und vorausgesagt, das Reich der wahren Freiheit, Gleichheit, Brüdersichkeit!. v-. Vrude e. Schute: ffiürger und ffiemlutionär Wenrik Jbien und fein Werk „Ibsen ist unendlich radikal: ich habe ihn und seine Anschau- ungen jetzt näher kennengelernt. Eines Abends ging ich mit ihm und dem Dichter N. N., der sich diesen Winter hier aushält, in ein Restaurant: spät am Abend, etwa beim sechsten Glas, ließ Ibsen seiner Zunge freien Laus, und da hätten sie ihn hören sollen!... Ibsen will weder Nationalität noch sonst etwas mehr anerkennen: er ist Anarchist vom reinsten Wasser, will tebule rasa machen, den Torpedo unter die ganze Arche legen: die Menschheit muß ansangen, die Welt wieder von Grund aus neu auszubauen— und da beim Individuum ansangen! Dieses zu bauen, dazu leben wir. Die Staaten und alles andere müssen vernichtet werden, soweit sie irgendwie diese Arbeit beeinträchtigen: dann werden vielleicht an Stelle der heutigen Gemeinwesen und Staaten eine Art Versiche- rungsgesellschasten kommen. Im übrigen bleibt es Sachs der Ge- sellschaft, dafür zu sorgen, was zustand« kommen kann. Die große Ausgabe unserer Zeit ist, das Bestehende in die Lust zu sprengen— zu zerstören. Als man ihm ein andermal Hort auf den Leib rückte— als man darauf hinwies, welche schwere Verantwortung er damit aus sich nehme, da verschanzte er sich schließlich hinter der merkiÄrdigen Aeußerung: die verschiedenen Menschen haben von der Natur ver- schiedene Aufgaben zugewiesen erholten: die Natur hat ihnen das Talent und den Drang gegeben, dies oder jenes zu tun, dem einen dies, dem anderen jenes: so muß jeder Vogel singen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und damit löst er die ihm von der Natur zu- gewiesene Aufgab«— und seine Rechtfertigung muß dann sein, daß er in Wahrheit sagen kann wie Luther: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen. Eine merkwürdige, groß- artige Persönlichkeit!— Ich erwähnte das„sechste Glas": da» soll nicht heißen, daß Ibsen oft so weit kommt: ober ab und zu, wenn er mit jemandem zusammen ist, mit dem er sich gern aussprechen will, geht er gern ins Cafe und bleibt dann sitzen und räsoniert bis tief in die Nacht hinein. Aber die» geschieht ja nur selten einmal und hat im übrigen gar keinen Einfluß auf sein Leben und seine ernste Arbeit." Den Brief schrieb am 4. Januar 1883 ein norwegischer Be- kannter aus Rom an Freunds in dcr Heimat. Ibsen war damals 54 Jahre alt. Ist dieser Brief ein Steckbrief seines Geistes? „Ich habe mich in letzter Zeit stark mit dem Gedanken beschäftigt. mir, wenn möglich, eine kleine Villa oder richtiger ein Landhaus in der Nähe von Christiania zu kaufen, am Fjord, wo ich einzig und allein meiner Arbeit leben könnte." vertraut Ibsen selber etwa ein Igfc� später seinem Verleger Hegel an. Er hat sich„im Laufe der Zm eine gar nicht kleine Sammlung von Kunstwerken, hauptsächlich von Bildern zugelegt, und oll das ist nun in einem Speicher in München magaziniert, ohne daß wir irgendwelche Freude daran haben". Diese Sehnsucht nach Ruhe und Beschaulichkeit paßt schlecht zum Bild des umstürzlerischen Anarchisten. Und doch spiegeln beide Briefe etwas van Ibsen» Persönlichkeit, die immer eine seltsame Zweiheit darstellte. Ibsen freute sich wie ein Kind an Orden und Ehrenzeichen, mit denen er sich zum Entsetzen und Spott Björnsons bei allen Gelegenheiten behängt: er unternahm eine weite Reife noch Stockholm, um persönlich dem schwedischen König für eine Gratulation zu seinem siebzigsten Geburtstag zu danken. Menschen- scheu, selbst in den Großstädten fast immer in selbstgewähltcr Ein- samkeit, lebte der Mensch Ibsen. Zu Tatendrang erwacht er erst als Dichter. Dann erhebt ihn ein Rausch, der nichts Nebelhaftes hat, sondern der seinen Blick zu übernatürlicher Klarheit steigert, über einen engen, kleinlich«» Alltag, der den Menschen Ibsen sonst gesangen hält: dann stürzt er Welten, damit sie sich neu gebären können. Denn er zerstört nie, weil er an der Welt verzweifelt, sondern immer, weil er an sie glaubt. Die Enge der eigenen Menschlichkeit hat er in keinem Augenblick seines Daseins wirklich sprengen können: die hemmenden Mauern, die Kindheit und Jugend- jähre um ihn errichtet hotten, waren zu fest. Aber der Dichter Ibsen überflog sie. Er lebte, wo immer er in der Welt seine Zelte aufschlug, seinem Werk und mir in ihm lebte er wirklich. Ein Buch von Gerhard Gran„Henrik Ibsen"(Brockhaus-Ver- lag) geht von dieser Erkenntnis aus. Ibsen ist hier in das Licht seiner Werte gestellt. Der Mensch und sein Lebenslaus werden nur gelegentlich am Rande sichtbar. Gran bemüht sich um eine Bio- graphie der geistigen Entwicklung: er verzichtet dabei bewußt auf eine chronologisch lückenlos« Rekonstruktion des äußeren Lebens- lanfes. Dos gibt seiner Arbeit eine große einheitliche Linie. Aber Gran gefällt sich häufig in Wiederholungen und Breiten, die den Urnsang seines Buches unnötig steigern und dem Leser die Freude an der Lektüre manchmal etwa» trüben. Erna Siüfing: Qroflkrachbei �Pinguins' In häßlicher, uns gor nicht gut anstehender Ueberheblichkefl vermenschlichen wir immer die Tiere. Dadurch rauben wir den Tieren ihr Ich und uns selbst betrügen wir um ein inniges Verstehenlernen. Doch sieht man Pinguine an, dann ist es, als ob sie sich als Generalvertreter der Tierwelt an unseren herabsetzenden Gedanken rächten. Die Pinguin« stolzieren einher wie verkleidete Menschen. Sie sehen mit ihrem sackförmigen Körper, ihrer ausrechten Haltung und ihrem watschelnden Gang ipimer aus, als ob einem jungen Sproß am Baume des Menschengeschlechts etwas recht Menschliches zugestoßen sei. Sie rauben jeder Stimmung den Ernst und machen jede Situation komisch, weil sie stets an die Menschen erinnern. Auch sind sie unbedingt friedlich, sobald sie satt sind und außerdem noch alles haben, was sie hoben möchten. Getreu diesen Grundsätzen fast aller Lebewesen hausten sried- fertig in der gleichen Tiergrottc Herr Brillenpinguin und Frau und Herr Goldschopspinguin und Gemahlin. Sie schwammen, tauchten, ruderten und vergnügten sich als müßig« Eckensteher, die da» Publikum scharf beäugten. Das Publikum wiederum sah sich„Ne Pinguins" an und diesseits und jenseits der Mauer war man vollauf befriedigt. Die Brillenpinguine saßen unten auf den Felsen, die Gold- schopfpinguine saßen wesentlich höher. Dos gehörte zur streng ein- gehaltenen Etikette, die der Pinguinenlebensgewohnheit in der Freiheit entsprach. Plötzlich gehörte den Goldschopfpinguinen ollein Leben, Welt und Zukunft: denn Frau Goldschopspinguin hatte ein Ei gelegt. Voll Lebensfreude mit Geduld vermischt brüteten abwechselnd Papa und Mama. Die Brillenpinguine hätten auch gerne geholfen, doch hielten die glücklichen Eltern unbedingt auf Rassereinheit und winkten energisch ob. Der vorsichtige Tiergärtner trennte sogar die Paare. Als das blinde Junge da war, hielt entweder Papa oder Mama bei der primitiven Mulde, die ein Pinguin als Nest betrachtet, treue Wacht. Später gingen sie mit dem neugierigen, so voller Hoffnungen steckenden Dounenkloß herausfordernd stolz spazieren. Das kleine trennende Gitter war wieder gefallen und sie konnten recht breitspurig ihr Glück den Brillenpinguinen zeigen. Die hatten unbedingt Gift im Blick. Und auf einmal erschrak das Publikum, denn es war Groß- krach unter„den Pinguins". Bater Goldschopf machte einen derartig langen Hals, als sei er als ein mit Sprungfedern ver- sehener Teufel plötzlich aus einem Kasten geschnellt und Mutter Goldschopf zeigte den Brillenpinguinen ihre ganze Verachtung und rutschte auf dem Bauch. Was war denn aber geschehen? Run, Brillenpinguins hatten in einem unbewachten Augenblick Goldschopfpinguins das Kind ge- stöhlen und gingen zärtlich mit ihm spazieren, als ob sie die recht- mäßigen Eltern seien. Dieser Kindesraub gibt uns Menschen zu denken. Ob ein kinderliebes Pinguinenpaar sich das auch in der goldenen Freiheit erlaubt, wo es selbst für den Lebensunterhalt dcr Nachkommenschaft sorgen muß? Oder ob sich einen Kindesraub vielleicht nur gefangene Pinguine, diese Tierwesen in gesicherter Lebenshaltung, heraus- nehmen?_ 3)r. Xüy Liersberg: Srforfchung destraums Daß Träume einen Sinn haben, daß sie nicht willkürliche Tagesreste sind ohne jede Bedeutung, ein regelloses Kommen und Gehen von Gedankenbruchstücken, ein Auftauchen und Verschwinden beliebiger Bilder— das wußten die alten Völker schon seit Jahr- tausenden. Mit dem Aufkommen der Naturwissenschasten jedoch de'- gann jene moderne Ueberheblichteit, den Traum als wissenschaftlich nicht begreifbares Gebilde obzutun und ihn in das Bereich dcr Mystik oder des Aberglaubens zu verweisen. Erst dem 20. Jahrhundert mar die Ehrenrettung des Traumes vorbehalten, den man nun als den vornehmsten Repräsentanten de» neu entdeckten„Unbewußt Seelischen" anerkannte. Man lernte begreifen, daß ein richtig ge- deuteter Traum uns den Schlüssel zur Persönlichkeit eines Menschen zu liesern imstande ist und begann den„praktischen Wert der Traumdeutung" richtig einzuschätzen. Dieses Problem bildet« das Verhondlungsthema des diesjährigen si. Allgemeinen ärztlichen Kon- gresses für Psychotherapie(vom 14. bis 17. Mai) in Dresden. Unter welchen Umständen, so fragt C. G. Iung-Küßnacht, dem das Hauptreferat der Tagung zusiel, kann die Traumdeutung peak- tische Verwertung finden, und wo» oermögen wir au» einem richtig und vorsichtig gedeuteten Traum für die Kenntnisse ei»«» srsmdcn Seelenleben» zu entnehmen? Sehr einfach lieg« die Sache bei jenen klaren und durchsichtigen Träumen, wie sie sich nicht selten zu Beginn einer seelischen Behandlung einstellen. Wenn der Patient da etwa träumt, er sollte die Landesgrenze überschreiten, aber so viel er auch suchte, er vermochte sie nicht zu finden— so bedarf es keines kom- plizierten Deutungsoersohren», um zu erkennen, daß der Pakient von seinem Arzte wegstrebt, weil er sich nicht mit dem Gedanken zu befreunden vermag, die Grenze in jenes unbekannte Land der Traumanalyse zu überschreiten, in das der Arzt ihn zu führen per- sucht. In der Tat hat jener Patient auch die Behandlung ab- gebrochen— eine Tatsache, die der Arzt auf Grund eines Traumes ohne weiteres hätte voraussehen können. Der gleiche Patient ver- suchte es nun mit einem andern Arzte. Aber auch diesmal scheint seine Wahl nicht glücklich gewesen zu sein. Wieder träumt er, daß er die Grenz« überschreiten solle und sie nicht finde: er sieht aber ein Licht, dem er nachgeht: dazu muß er durch einen dunklen Wald. Da ober packt ihn jemand— sein Arzt— und er erwacht mit Angst. Auch diesmal bricht er die Behandlung ob, weil er das dunkle Gc- strüpp der Geistesarbeit fürchtet, die er zu bewältigen hätte, bevor ihm ein Licht über seine Erkrankung aufgeht. Nun kommt der Patient zu Jung. Jetzt träumt er. die Grenze bereits überschritten zu haben und sich in einem schweizerischen Zollhause zu besinden. Dort behauptet er, nichts mehr zu oerzollen zu haben— soll heißen, er habe nichts mehr vor dem Arzte versteckt, enthalte ihm keine ver- borgen«» Gedanken vor. Der Zollbeamte(gemeint ist immer wieder sein augenblicklicher Arzt) gibt sich damit nicht zufrieden und zieht ihm auch wirklich zwei ganze Matratzen aus der Tasche. Da sträubt sich der Patient nicht länger gegen die Behandlung: er läßt sich von Jung überzeugen, daß dieser ihm Helsen kann, daß er jene Geheim- nisse, die ihn innerlich so belasten, aus ihm herausholen wird, und er sieht ferner ein, daß er sich ja auch gar nicht mehr im Ernst gegen die Behandlung sträubt— er hat doch im Traume die Grenze de- reits überschritten. Diese seltsame Traumserie zeigt klar und deutlich die Situation zwischen Arzt und Patient, die Stellungnahme de» Kranken zu seinem Helfer, dem sie einen deutlichen Hinweis gibt, was er von seinem Patienten zu halten hat und wie sehr es an der Zeit ist, dessen Widerstand zu beseitigen. Der Arzt vermag also aus diesen Anfangsträumen, die sich zu Beginn einer seelischen Behandlung einzustellen pflegen und die dann noch sehr klar und durchsichtig sind, viel für die künstige Behandlung des Patienten zu lernen. Die späteren Träume sind meist viel komplizierter und entstellter, und sie sind es. die so viele Aerzte dazu verlocken, in ihre Patienten durch die Art der Fragestellung alles Mögliche hineinzudeuten. Dieses Hineininterpretieren veranlaßt Jung, die Freudsche Methode der „freien Einfälle" zu verwersen, die darin besteht, daß der Patient ausnohmelos alles äußert, was ihm zu seinem Traum einfällt— auch was ihm selber noch so unsinnig und entlegen erscheint. Jung setzt an die Stelle des freien Assoziierens feine beschreibend« Methode, d. h. er läßt den Patienten jedes Traumstück ganz genau beschreiben, wie er es im Traume gesehen oder erlebt hat, und er hält seine Patienten an, zu Haufe, bevor sie in die Sprechstunde des Arztes kommen, ihre Träume aufzuschreiben mitsamt jenen Beschreibungen der einzelnen Teil«. Dadurch will er die Patienten zur Vorsicht gegenüber ihren Träumen erziehen und die Aerzte verhindern, ihre eigenen Gedanken in die Patienten hineinzulegen. Denn nur bei gewisienhafter Deutung vermögen die Träume un? sicheren Aufschluß über die Gedanken und Strebungen eines Menschen und über die Struktur seine» Seelenlebens zu geben, vermögen sie uns dia- gnostisch verwertbar« Tatsachen zu vermitteln, die— so meint Jung — genau so eindeutig sein können wie physiologische Tatsachen, wie etwa der Umstand, daß die Zuckerausscheidung im Urin eine Zucker. krankheit anzeigt oder Eiweißausscheidung«in« RierenerkrankunA.