BERLIN Sonnabend 23. Mai 1931 10 Pf. Nr. 237 B 119 4».Iehrgang ErscbeinttSglich avßerSoantag«. Zugleich Abendausgabe des.Dorwirts'. Bezugspreis beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche, S.MM. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW KS. kindenstr.S Fernsprecher: Dönhoff 292— SS? Anieigenprei«: Die oinspaktige Nonpareillezell« «o Pf., Reklamezeile S M. Crmäßigunaen nach Tarif. Poßscheckkonto: Vorwckrts-Verlag G.m. b.H.. Berlin Nr. S? sss.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Hakenkreuzler als Wegelagerer Lleberfall auf einen Wehrlosen- Entlassener Schutzpolizist beteiligt Ein unglaublicher Vorfall, der ein bezeichnendes Lichi auf die vertiertheit der nationalsozialistischen Stnrmkolonoen wirft, spielte sich heul« früh in der unteren Ariedrichstodt ab. Gegen%6 Uhr stand der Wchhrige kaufmännische Angestellte Reinhold Fiedler aus der Wriezener Straße an der Autobushalteftelle Oranienburger Tor, um mit der Linie 2 nach Hause zu fahren. An der Haltestelle tauchten plötzlich fünf jüngere Männer auf, die sich als Nationalsozialisten entpuppten und Fiedler ohne jeden ersichtlichen Grund anrempelten. Als sich F. die Provokation verbat, schlugen einige Burschen sofort auf ihn ein. Fiedler blieb weiter nichts übrig, da Schutzpolizei nicht in der Nähe war, als die Flucht zu ergreifen. Er lief, von den fünf Hakenkreuzlern oerfolgt, die Friedrichstraße hinauf, bog in die Johannis st raße und verborg sich im Torbogen des Haufes Johannisstraße 20. Die nationalistische Meute entdeckte den Flüchtigen jedoch sehr bald in seinem versteck und fiel erneut über ihn her. Trotz erheblicher Kopfverletzungen gelang es dem Bedrängten, sich abermals von seinen Peinigern zu befreien und in das Haus Johannisstraße U/i5 zu fliehen. In seiner Angst lief Fiedler bis auf die Bodentreppe. Die nationaksozialistischen Rowdys oerteilten sich in der Nähe de« Gebäudes, das dem Gesamtverband gehört, und warteten, da sie mit Recht annehmen mußten, daß ihr Opfer das Haus wieder verlassen müsse. Indessen war eine Mieterin auf den Vorfall aufmerksam geworden. Die Frau alarmierte den Haus- meister, der Fiedler vom Boden herunterholte und von dem Heber- fallenen in kurzen Worten von der Bubentat der Hakenkreuzler in Kenntnis gesetzt wurde. Als der Hausmeister mit seinem Schühliag die Straße betreten wollte, tauchten die Nazis sofort wieder auf und fielen über die beiden Männer her. In größter Bedrängnis zog der Hausmeister, der im Besitze eines Waffenscheines ist, seine Pistole hervor und gab auf seine Gegner einen Schuß ab. Der 26jährige Nationalsozialist Wolfgang G u t aus der Linienstraße wurde von der Kugel in die Brust getroffen. Schwerverletzt wurde er in die Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Inzwischen war das alarmiert« Ueberfallkommando in der Johannisstraße erschienen und nahm die nationalistische Bande fest. Auch der Hausmeister wurde in das Polizeipräsidium überführt. Bei der ersten Vernehmung in der Abteilung I.A. stellte sich zur Ueberraschung der Beamten heraus, daß einer der Rowdy, ein ehemaliger Schnpowachtmeister uamens Gildisch war. G. ist erst vor nicht allzu langer Zeit wegen nationalsozia» listischer Umtriebe aus der Berliner Schutzpolizei ent» f e r n t worden. Wie recht der Berliner Polizeipräsident in seinem Vorgehen gehandelt hat, beweist jetzt die Zugehörigkeit des ehe- maligen Schupo zu der Wegelagererkolonne. Die Entlassung des Gildisch hatte seinerzeit in der gesamten reaktionären Presse einen Ent- rüstungsstrum hervorgerufen. Wegen der Entfernung des Haken- kreuzlcrs aus der Schutzpolizei war bekanntlich der. Hauptmann a. D. Stennes vom„Angriff" als Polizeispitzel beschuldigt worden. Dem Stennes wurde von seinen früheren Gesinnungsgenosicn unterstellt, Gildifch im Polizeipräsidium denunziert zu haben. Diese Beschuldi» gung konnte jedoch schnell widerlegt werden. Bei der Haussuchung im Gebäude des„Angriff" in der Hedemannftraße war nämlich der Polizei Schriftwechsel in die Hände gesallcn, aus dem hervorging, daß G i l d i f ch aus dem Fonds..Gefangenenhilfe" Darlehen er- halten hatte. Nachdem G. sich auch anderer politischer Vergehen schuldig gemacht hotte, ersolgte noch eingehender Untersuchung seine mehr als gerechtfertigte Entlassung. Die Namen der übrigen in Haft befindlichen Hakenkreuzler. die sämtlich zur SA.. Sektion' Stettiner Bahnhof, gehören, sind: Matter, Zernick und Röttger. Friedensstifter mit Totschlag bedroht. Zu dem ganzen Vorfall, der wieder einmal den Beweis dafür erbringt, daß die Nativnaksozialisten sich richtiger Nationalterroristen nennen sollten, ist van besonderer Wichtigkeit, daß ein junger sozialistischer Student den ganzen Vorfall beobachtet und darauf"versucht hotte, die Nationalsozialisten durch gütliches Zu- reden zur Vernunft zu bringen. Um ein Haar märe dieser Der- such für den Studenten übel abgelaufen, denn die Nationolterroristen fielen über ihn gleichfalls her, indem sie ihn mit Totschlag b e- drohten. Im letzten Augenblick gelang es ihm. sich zu befreien, auf ein« gerade vorbeikommend« Taxe und die Polizei zu holen. 3)eutfche Schulkinder in Frankreich 200 Sünder ernerbtlofer SUern aus Sterlln, Stamburg und Xelpmig find auf Slnladung der franaöfifchen Xehrergerser kfchaft Qäfte auf der fchönen Jnfel Oldron bei tBordeau? ünfer 3>lld aelgl Ihre Einkunft auf dem . SSahnhof In Pari* Schönes pfingstwetter? Ansturm im Weiierbnrenu— Berlin rüstet Seit der vergangenea Nacht ist eine fortschreitendes VZetteroerbesseruag zu beobachten. Mit einiger Sicherheit ist daher mit schönem Wetter für die Psingstseierlage zu rechnen. Allerdings besteht für den zweiten Feierlag die Möglichkeit lokaler Gewitter. Das Tief, da» gestern über der mittleren Ostsee lag. ist noch Skandinavien abgewandert. Dadurch ist im ganzen Reich fast ausnahmslos heileres welter eingetreten. Auch die Erwärmung macht erhebliche Fortschritte, während gestern mittag in verlin nur 12 Grad gemessen wurden, betrugen die Temperaturen heute annähernd 21 Grad. „Tut mir furchtbar leid" meint der Leiter der amtlichen Wetterdienststelle", ober heute können Sie auf keinen Fall bei uns Reportagemoterial erhalten. Wir sind so überlastet, daß wir auch nicht einen Augenblick Zeit haben. Schließlich ober ließ sich der Gestrenge doch erweichen und gab im Eilzugtcmpo einige Informationen. Um dem Riesenansturm von Anfragen überhaupt gewachsen Frauenmord in Magdeburg. Der mutmaßliche Täter gefaßt. Magdeburg. 2Z. Mai.(Eigenbericht.) Am Freilag wurde in der Magdeburger Altstadt ein scheußlicher Mord verübt. Die verwitwete Sbjährige Frau Fischer fand bei der Heimkehr von der Arbeit in ihrer Wohnung peterstraße 22 ihre 2bjährige Tochter Gertrud hinter einem Bell in einer großen Blutlache liegend tot aus. Die Ermordete hatte Würgemale am halse und am Kopse eine klaffende Wunde, die offenbar von furchtbaren Schlägen mit einem stumpfen Znstrumeut herrührten. Die Mordkommission nahm sofort die Untersuchung auf. Es gelang ihr noch am gleichen Tage, den mutmaßlichen Täter, den 2Zjähngea früheren Polizeibeamlen R o e p e r in Tangerhülte. festzunehmen. Die Leiche der Gertrud Fischer wurde beschlagnahmt und zum westsriedhof gebracht. Die Wohnung der Frau Fischer wurde von der Kriminalpolizei bis zur Vornahme weiterer Ermittlungen versiegelt. zu sein, hat die Wetterdienststelle— was vielen nicht bekannt zu sein scheint— seit 2 Jahren mit der R e i ch s p o st«in Abkommen ge- troffen, wonach diese auf telephonischem Wege ihren Abonnenten gegen eine Gebühr von 20 Pfennigen das Wetter, allerdings nur für denselben Tag, verrät. Der Borgang spielt sich so ab, daß man den Hörer abnimmt, dann die Telegrammaufnahme verlangt und hier nach dem Berliner Wetter fragt: eine zweite Einrichtung ist der amtliche Reisewetterdienst, der täglich erscheint und«ine Ucbersicht über die Wetterlage in sämtlichen Reichsgebieten bis hinauf zur bayrischen Zugspitze enthält. Auf diese beiden Wege werden oll jene verwiesen, für die der Unterschied zwischen gutein oder schlechtem Wetter keinerlei Existenz- oder andere wirtschaftliche Sorgen mit sich bringt. Das gilt vor ollem für jene Wissensdurstigen, die sich über die Wahl ihres Kleides und die Mitnahme eines Regen» schirmes noch nicht ganz einig sind: all diesen Personen wäre in ihrem eigenen, sowie im Interesse der zu den Feiertagen stark über- lasteten Wetterdienststelle zu raten, sich auf diesem Wege Gewißheit zu verschaffen, zumal ihre Anfrage bei der Wetterdienststelle sie ja doch auch nur auf die Benützung dieser Möglichkeiten verweisen würde. Etwas anderes ist es natürlich, wenn es sich um ernsthafte, volkswirtschaftliche Interessen handelt, wie bei Ausslugslokalen, Film- gcsellschaften, Bauarbeiten usw. Diese ständigen Abonnenten des Wetterdienstes erhalten jederzeit genaueste Auskunft und Beratung durch den diensthabenden Meteorologen. Auch für Reisende, die«ine weiter« Tor vorhaben, wird nach Möglichkeit genaueste Auskunst erteilt. Also: Ucber den Psingstsonntag» oder Montagsausflug in- formiert man sich am besten und schnellsten durch ein einfaches Telephonat. Tag und Nacht am Plättbrett. Was die Meteorologen an Höchstdienst in den Lüften, das hoben die Waschfrauen im Wasser und mit dem Plättbolzen zu leisten: da wird die letzten Tage vor dem Fest Tag und Nacht geschuftet. Berge von Kragen und Oberhemden— das ist das Hauptgeschäft zu Pfingsten— harren ihrer schnellen Reinigung. Immer noch bringt ein Eiliger ein Paket und bittet beschwörenden Blickes,„ober bestimmt zum Fest, ja". Pyramiden schmutziger Wäsche müssen sortiert, gezeichnet, gewaschen werden, das Regenwetter in den letzten Polen muß noch V. Scli. Gens. ZZ. Mal. lSigeaberlchk.) Die Kchluhflhung der Tagung des VSlkerbundsroles brachte Deutschlands Vertretung eine Enttäuschung bezüglich des Arage. bogens für die Offenlegung des Rüstungsftandes. dafür ober durch das energische Eingreifen hendersons einen großen Erfolg in der Arage des Schuhes der Minderheiten in vberfchleflea. per Bericht der polnischen Regierung war nicht rechtzeitig eingetroffen und wurde aus Antrag des japanischen Berichterstatters zur näheren Prüfung bis September vertagt. Die Sitzung begann mit dem Bericht des Spaniers Lerroux über die Frage des einheitlichen Fragebogens zum Stande der Rüstung. Er empfahl unter Berücksichtigung de« Möglichen die An- nähme des englischen Vorschlages, wonach die Tabellen des D o r e n t w u r f s für die Abrüstungskonvention als Fragebogen be- nutzt werden sollten. Die Regierungen werden aufgefordert, bis zum 1!i. September ihre Angaben einzusenden, damit sie noch vor der Abrüstungslonferenz ausgetauscht werden könnten. Dr. Curtius bedauerte, daß sich der Bericht an den stark um- strittenen und unvollständigen Entwurf anlehne. Er furchte, daß der Konferenz selbst ein schlechter Dienst geleistet werde. Die Oefsentlich- keit werde sich fragen, warum weder die völlige Truppenstärke noch da« Material erfaßt werden sollt«. Es fei ihm nicht möglich, einen Bericht anzunehmen, der fo wenig dem Artikel 8 des Völker- bundspaktes entspräche. Andererseits wolle er aber nicht fo weit gehen, durch eine Ablehnung die Einstimmigkeit de» Rates zu ver- hindern für eine, wenn auch unzureichende Maßnahme. Er ent- halte sich daher'der Stimme. Nach chendersons erneuter Der- sicherung, die Annahme des Berichts hindere die Konferenz nicht in der Begrenzung aller Rüstungen, die sie erfasien wolle, wurde der Bericht bei Stimmenthaltung Deutschland» einstimmig angenommen. Für die Beratung des Berichts der polnischen Regierung über die Maßnahmen zum Schutze der deutschen Minderheit in Ober- schlesten übergab Eurtius den Vorsitz der Ratsversammlung dem englischen Außenminister ch e n d e r s o n. Der Bericht des Japaners Yoshisaka betonte, daß bezüglich der Berantwortlichkeiten teine aus- reichenden Informationen gegeben worden seien, daß aber ein Ein- treten in allgemeine Untersuchungen unnötig sei, da von der polnischen Regierung eine ausreichende Garantie für die Berbesserung der Beziehungen zwischen polnischen Behörden und der Minderheit gegeben worden sei. Er beantrag« daher, die Prüfung dieser'Angelegenheit durch Annahme seines Berichtes abzuschließen. Dr. Eurtius betonte, daß im Ratsbeschluß vom Januar der Wunsch ausgesprochen worden sei, daß Polen einen vollständigen Bericht über die Wiedergutmachung in Oberschlesien vorlegen solle. Wegen der großen Verantwortlichkeit sollte der Bericht bereits vor der Tagung dem Rat zur Kenntnis gebracht werden. Er sei aber erst während der Tagung eingetroffen und ihm selbst erst am Dienstag dieser Woche überreicht worden. Daher wäre ihm eine Prüfung nicht mögNch gewesen. Die Uebersicht. die er gewonnen habe, lasse viel« Zweifel offen: es sei unmöglich, schon heute fest- zustellen, daß das Ziel der Wiederherstellung de« Vertrauens bei d-n Minderheiten erreicht worden sei. Es würden einig« Erlasse und weitere Maßnahmen genannt, sie reichten aber nicht aus. um da, vertrauen herzvstellen. einmal berichten Cr bedauere, da» er heut« noch nicht zu einem ab» schließenden Urteil kommen könne und beantrage daher Der- ta gung bis zur Ratssitzung im September. In Abwesenheit des polnischen Außenministers, der sich als krank erklären ließ, be- tonte der polnische Vertreter S o k a l, er sei ohne Vorbehalt mit dem Bericht einverstanden und wandte sich gegen jede Ver- tagung. Die guten Beziehungen seien wiederhergestellt, der Bericht könne ohne weiteres angenommen werden. Der japanische Berichterstatter meinte,«r habe sich bemüht, alle Difse- rcnzen zu prüfen. Er könne aber diejenigen seiner Kollegen, die den Bericht Polens nicht genügend prüfen konnten, nicht zwingen, den Bericht fchon jetzt anzunehmen. P o n c e t-Frankreich argumentierte getzen Curtius. daß Einzelheiten des Berichtes nicht wichtig seien, die Hauptsache sei das Gesamtergebnis, daß eine Besserung eingetreten und das Vertrauen wiederhergestellt fei. Wenn in der Folg« neue Schwierigkeiten auftreten sollten, könne der Rot erneut damit befaßt werden. Marinkowicz- Jugoslawien sah keinerlei Gefahr, wenn mit der Annahme des Berichts die Frage vorläufig abgeschlossen werde. Wieder antwortete Curtius, es handele sich in diesem Falle um keine bloß formale Frage. Hier gehe die Sache weit über die üb- lichen Berichte hinaus, es müsse also mehr Zeit für die Prüfung vor- handen sein. Die gewaltige Verantwortung, die der Rot mit seinem Beschluß vom Januar übernommen habe, besteht in der Ausforderung au Pole», über sämtliche Maßnahmen zu berichleu. An Einzelheiten könne man aber nicht vorübergehen. Er müsse Ge- legenheit haben, den Gerichtsverfahren nachgehen zu können. Er frage sich, weshalb bei 200 Gerichtsverfahren nur wenige und ge- ringe Strafen ausgesprochen worden seien, ebenso, warum in den wenigen Disziplinarverfahren kein hoher Beamter Polen« ersaht worden sei. Man müßte prüfen, ob durch die Reden des Wojewaden eine Befriesung erreicht worden fei. Sei es richtig, daß diese Befriedung »ingesetzt habe, so werde sie auch weitergehen bei einer Ver- tagung und könne im September mit um so größerer Befriedigung festgestellt werden. Die neu« Besassung de» Rate« nach Annahme eines Berichte, habe große Gefahren. Wohin müßten die Rats- mitgliedr kommen, wenn nach Annahme eines Berichtes sich die Mahnahmen doch als ungenügend herausstellen würden? Zum Schluß betonte der Vorsitzende H e n d e r s o n. es er- scheine in der Tat unmöglich, ein endgültiges Urteil hier fällen zu können. Der Berichterstotter selbst habe gesagt, man könne niemand zwingen, schon jetzt ein solches Urteil zu fällen. Er müsse zu- gunsten von Dr. Curtius sagen, daß tatsächlich nicht genügend Zeit gewesen sei zur Prüfung des Berichtes. Er könne sich auch ganz und gar nicht der Meinung des Vertreters Frankreichs an» schließen, daß genügend Zeit für ein so großes Dokument von über 00 Seiten zur Prüfung gewesen wäre. Die Geschäfts- führung als Präsident hätte Dr. Curtius sehr beansprucht. Er selbst sei Präsident im Januar gewesen, und er selbst sei nicht im Besitz derjenigen ausreichenden und vollständigen An- gaben, die der Rat von Polen verlangt habe. Er habe allen Diskussionsrednern Freiheit gegeben, die Gegen- fätze seien aber geblieben. Anläßlich der starken Opposition sei keine anders Möglichkeit gegeben als die Vertagung und die noch- malige Prüfung im September. Roch dieser Red« wurde einstimmig die Vertagung auf September angenommen; Polen fügte sich, ohne zu widersprechen. Togen hat nun auch noch dem Trockenprozeß ein Schnippchen geschlagen, so daß dos Tempo noch mehr beschleunigt werden muß. Denn Pfingstsonnabend ist Ultimo, da muß alles lieferbereit sein. wie, ist egal, danach srägt leiner. Hauptsach«, er kann Sonntag in das neue Hemd fahren und sich den frrschgestärkten Kragen umbinden. Und das Eisen dampft und die Frauen schwitzen, stehen sich die Beine in den Bauch und die Hände spüren sie schon überhaupt nicht mehr. Draußen im spärlichen Sonnenschein stehen die gespannten Gardinen, zu Pfingsten soll auch der Fensterschmuck pickfem und sauber sein: hoffentlich regnet es nicht. nochmol, dann ists nämlich Essig damit und die Kundschaft ist verärgert. Auch in den R e i- nigungsan st alten geht es unheimlich zu. Daters Anzug ist fällig, die weiße Flanellhose für den Wassersportler— wer weiß obs dazu kommt— ober fertig nmß sie sein: tausende fleißiger Menschen schaffen im Schweiße ihres Angesichts, vielbeneidet trotz ihrer schweren Plag« von jenen, die gern« schaffen möchten und es nicht dürfen...... Hochbetrieb auf den Fernbahnhöfen. Auf allen Berliner Fernbahnhöfen herrschte heute vor- mittag bereits Hochbetrieb. Der Andrang, der wieder auf dem S t« t t i n« r Bahnhof am stärksten war. dürste im Lause des Nachmittags noch zunehmen, weil das sommerlich schöne Bormittags- weiter noch viele Berliner zu einer größeren Fahrt verleiten wird. Nach Usedom, Rügen und Mecklenburg sind schon acht Exirazüge ausverkauft abgegangen. Sehr stark gefragt sind auch die Züge nach dem Harz, die vom Potsdamer Bahnhof abgehen. Zm Schacht begraben. Sechs! Bergleute verschüttet.— Vier Arbeiter rechtzeitig gerettet. Tchmiedefeld kr. Saal selb), 23. Mai. Bei Arbeiten im Schacht auf der hiesige« Eisenstein- grübe stürzt« heute vormittag die Bühne ei« nwb be- grub B Man» der Frühschicht, die auf der Schachtsohle arbeiteten, unter sich. Bier weitere Bergleute konnten durch die Geistesgegenwart eines: Betriebsführers vor dem gleichen Schicksal bewahrt bleibe«. Ueber das Schick- f-nl der Verunglückten läßt sich bor Beendigung der Rettungsarbeiten noch nichts feststellen. Bis mittags 12 Uhr wurden vierTotegeborge». die durchweg verheiratet waren. Jwei weiter« Ver- schüttete befinden sich noch im Schacht; ihre Bergung macht große Schwierigkeiten. Deutschnationale Erpresser. Oer Ehristlich-Goziale wird verfolgt. Dem Preußischen Landtag gehört auch ein Pfarrer K l i e s ch aus Breslau an, der als Deutschnationaler gewählt war, sich aber nach der Spaltung der Hugenberg-Partei dem Christlich-sozialen Volks- dienst anschloß. Dieser Ucbertritt war das Signal zu einer planmäßigen Hetz« gegen den Abtrünnigen. In den sagenannten„Grüner-Briefen" eines gewissen Josef Sonntag wurde dem Pfarrer vorgeworfen, er höbe joip Ehrenwort gebrochen Und außerdem— ja, das ist schrecklich— habe crgegen2Uhrnacht»in einem unmittelbar neben dem Landtogsgebäude gelegenen Cafe„mit einem Mädchen auf dem Sofa gesessen, den Arm um sie geschlungen"! Wegen der Behauptungen, die mit Wollust auch in der deutsch- nationalen Presse abgedruckt wurden, wurde von Kliesch und dem schlesischen Konsistorium Strafantrag gestellt. Die Staatsanwalt- fchaft leitete«ine Untersuchung«in und erstattete über da, Ergebnis dem Konsortium Bericht. Dieses zog nunmehr den Strafantrag gegen Sonntag zurück, weil es aus dem Schreiben de» Staatsanwalts ent- nahm, daß„das Ermittlungsverfahren keinerlei positiv be- tastendes Material gegen Pfarrer Kliesch er- geben" habe. Man wollte ein Wlederaufrollen der Frage vor Gericht begreiflicherweise gern vermeiden. Das Konsistorium hat auch die Einleitung eines kirchlichen Disziplinarverfahrens abgelehnt, weil es von der Schuldlosigkeit de» Pfarrers überzeugt sei. Nun hat man von deutschnationaler Seite versucht, den Iasef Sonntag zur Abgab« einer befriedigenden Erklärung zu bewegen. Der Ehrenmann hat sich aber nicht gescheut, diese Abgabe abhängig zu machen von einem politischen Zugeständnis, näm- sich die Ehristlich-fozialen sollten schriftlich erklären, daß „sie tn allen kommenden Fällen, besonder, bei wichtige« Ab- stimmungen in sämtlichen Parlamenien, sich von den Wegen der schwarz-rolen Soalilion trennen und uneingeschränkt für die Forde- rung der bisherigen Rechlsoppofltton eintreten". Das ist ein ganz glatter politischer Erpressungsver- such, wie er nur auf deutschnationalem Acker wachsen kani'. Man muß der Reichsführung des Christlich-sozialen Bolksdienstes dankbar sein, daß er diesen Erpressungsversuch öffenttich anprangert. Kampf um den Vrotpreis. Eingreifen des SrnShrungsministers in Leipzig. Aus Veranlassung des Reichsminister, für Ernährung und Landwirtschaft wurde im Beisein der Vertreter der Stadt Leipzig zwischen einer Gruppe Leipziger Mühlen einschließlich de, Leipziger Konsumvereins und der Leipziger Brotfabrik. Gebrüder Joachim. Pectz u. Eompani«, sowie der Deutschen Getteidehandels-Gesellschaft ein Abkommen getroffen, demzufolge das Ernährungsministerium aus den Hamburger Bestanden der Deutschen Getvcidehandel»- Gesellschaft den betreffenden Firmen für die Zeit bis zum 28. Juni Roggen bis zu ZZ00 Tonnen zur Verfügung stellt. Di« Deutsch« Ketreidehandels-Aesellschost liefert aen Roggen zum Preise von 210 Mark pro Tonn«. Di« Mühlea ver- pflichten sich, ab Donnerstag, den 28. Mai. Mehl an die Bäcker dsr Stadt Leipzig zum Preise von 28 M. ab Mühle oder 2? M. frei Bäckerei zu liefern und da» aus diesem Roggen herarttellte Mehl spätestens bis zum 28. Juni dem Verbrauch zuzuführen. Da? aus dein Roggen der Getrsidehandels-Gcsells.haft her- gestellte Mchk darf nicht außerhalb Leipzigs und nur an solche brotherstellenden Bäckereien und Betrieb« geliefert werden, die sich verpflichten, für da, aus diesem Mehl hergestellt« Brot den von der Bäcker-Innung zugesagten Brotprel, von Ztz Pf. nicht zu überschreiten, wobei die Bäcker-Innung gegenüber der Stadl Leipzig die Verpflichtung' zur Beibehaltung der bisherigen Für» forgeverbilligung übernimmt. psiugsturlaub. Reichsprästdent von Hindenburg hat heute früh Berlin verlassen, um über die Pfingstseiertage einen etwa achttägigen Erholungsaufenthalt auf dem Laube zu verbringen. Ltebertritt zur Gozialdemokraiie. Sie können den KpD.-Klomauk nicht mehr mitmachen. In der bisherigen kommunistischen Hochburg D ö b e r n (Riederlausitz), einer Jndustriegemeinde von 4000 Einwohnern, erklärte in einer öffentlichen Versammlung unserer Partei der bis- herige Führer der KPD., Max G u t s ch l i ch t, daß er die Politik der Berliner KPD.. Einpeitscher nicht mehr mitmachen könne und seinen Eintritt in die Sozial- demokratie vollziehen werde. Gutschlicht war lange Zeit Mitglied des Bezirksvorstandes der KPD. und ist Gewerkfchostssekretär des Fabrikarbeiterverbandes und stellvertretender Bürgermeister. Die obig« Erklärung gab Gut- schlicht noch im Namen zweier weiterer tominunisti- scher Funktionäre ab. Am gleichen Abend erfolgten dann noch zwölf weitere Uebertritte. Ratt-Rttzan. Warum die Deutsche Autoversicherung zusammenbrach. Skuttgar«, 2i. Wal Zu der aussehen erregenden Verhaftung de» General- bevollmächtigten der zusammengebrochenen Deutschen Auto- mobilversicherungs A.-G.. Dr. Otto Ran. werden von maßgebender Seite Einzelheiten bekannt. Danach wurde durch eine Anzeige des Konkursverwalters die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf Dr. Aau aufmerksam, der schon vorher verschwunden und noch einiger Zelt von der Polizei in einem Züricher Hotel ermittelt worden war, AI» Beamte ihn fest- nehmen wollten, war er jedoch abgereist. Inzwischen hatte es sich zufällig herausgestellt, daß Rou mit Dr. R i tz a u identisch ist, der 1022 in München«in Versicherungsunternehmen gegründet hatte, das nach einigen Jahren mit großen Ver- lüften zusammengebrochen war. RItzan war damals wegen betrügerischen Vankerokls zu neun Monate« Gefängnis verurleilt morden- Weiter, Ermittlungen ergaben, daß sich Ritzau bei Murnau einen feudalen Grundbesitz angeschafft hatte, wo er auf großem Fuße lebt«. Dort wurde er auch festgenommen. Der Host- besehl lautet auf Betrug. Bei weiteren Nachforschungen stellte man fest, daß sein Vorgänger Paul Brenken ebenfall»«inen falschen Namen führt und in Wahrheit der Bruder Ritzaus, Paul Ritzau, ist. Letzterer war s»in«rz«it in München ebenfalls zu einer längeren Frecheitsstraf» verurtellt worden. Beide Brüder, die in Stuttgart «in« Wiederholung ihrer Münchener Schwindeleien beabsichtigt zu haben scheinen, hatten riesige Einkünfte. Paul Ritzau halle bei der Gesellschaft ein ZahresgehqN von 38 000 M. und bei Z Vroz. Umsahtqntieme etwa ZZOOOO M. Taolieme. Bei seinem Weggang wurde er mit 110 000 M. abgesunden. Otto Ritzau erhielt die Hälfte dieser Bezüge. Ob der Murnauer Grund- besitz Ritzaus für die Konkursmasse verwertet werden kann, scheint noch sehr fraglich. Die Ermitttungen werden sehr erschwert, da die ganze Angelegenheit in die Schweiz hinüberspielt. Auch die Person de» Borstandsmitgliedes Dr. Schmitthaufer-Zünch ist für die Statsanwaltschoft noch«in großes Fragezeichen. Bei sewer Vernehmung erklärte Otto Ritzau. er hob« mit seinem Bruder ander« Nomen geführt, da sie unter ihrem früheren Namen teine gcschäft- lichen Erfolge mehr hätten erzielen können. Der Aufenthall Paul Ritzaus ist zur Zeit noch unbekannt, wie er auch merkwürdiger- weise, obwohl er eine Wohnung in Stutgart besaß, polizeilich überhau pt nicht gemeldet war. Auch er besitzt in Korn- t a l bei Stuttgart ein« luxuriös eingerichtete Villa, die jedoch auf den Namen seiner Frau eingeschrieben Ist. Warum„Deuifchland" abruischte. Vorzeitiger Stapellauf, weil Brüning zu lange redete. Klel. 23. Mai. Ueber die Ursache des vorzeitigen Stapellaufes des Panzerschiffe«„Deutschland" wird mitgeteill: Die Laufbahn des Panzerschiff«,„Deutschland" war etwas zu gut geschmiert worden, so daß das Schiff nach Entfernung der Stützen, als es nur noch von den beiden Reservestoppern und den beiden Hauptstoppern gehalten wurde, ungewöhnlich schnell abzusacken begann. Schtffbau- direktor Lö f lu n d von den Deutschen Werten gab daher um 11 Uhr Anweisung, daß die Reservestopper nicht, wie vorgesehen, um 11,30 Uhr, sondern erst unmittelbar vor der Red« des Reichskanzlers um 11,43 Uhr entfernt werden sollten. Da dir Leerlauf der' Sandtöpfe der Reseroestopper etwa zehn Minuten in Anspruch nimmt, konnte man hoffen, daß Rede und Taufe sich in dieser Zeit programmäßig abwickeln würden und dann das Drahtseil der Hauptstopper gekappt werden konnte. Die Red« des Reichskanzlers dauerte aber etwas langer als erwartet. Inzwischen hatte das Panzerschisf „Deutschland" bei dem einen Stopper da» Granitlager aus dem Bolzen gedrückt, und der andere Stopper allein konnte da» Schiff nicht mehr halten. Seine Rase wurde verbogen, und das Schiff lief drei Minuten zu früh um 11,37 Uhr ab. Zentnnnslogung in Hildes heim. Der Reichsparteivorstand und die Reichstazsseaktion de, Zentrums treten am 14. Juni in Hildesheim zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Reichskanzler Dr. Brüning wird über die politische Loge einen Bericht erstatten, an den sich dann eine Aussprache anschließen wird. S Freispruch in einem Rotsrontkämpserorozeß. Das Schöffen- erimt in Altona hat zwölf Kommunisten, die Mllgliedcr der„Roten wcksteewacht" bzw. der„Äntisa-Junggarde" sind, freigesprochen, da «s die Frage, ob diese Vereinigungen«ine Fortsetzung de» ver- botenen Rottrontkämpferbundes darstellen, verneint. Di« den Lnge- klagten entstehenden Kostsn wurden der Staatskasse auferlegt. Zeikungsverbol. Der Oberpräsident der Rheinprooinz hat die notionalsoziolistifche niederrheinisch« Tages» zsitung in Geldern wegen Beschimpfung der republikamschen Staatsform auf di« Dauer von vier Wochen, und zwar vom 22. Mai bis IS. Juni, v« r b o t« n. Di« Zeitung war»rst voe knijem zwei» mal verboten worden. Die Agrarrefo Landarbeitergenoffenschasten- Madrid. 23. Mai.(Eigtnbericht i Vn« der wichtigsten Aufgaven der kommenden Notionalvsr» sammlung wird neben der Fertigstellung der neuen spanischen Vor» fassung die Durchführung der Agrarreform sein. Ader die Landnot ist sehr dringend, und weiteres Abwarten in allen mit der Agrar- reform zusammenhängenden Fragen wäre verhängnisvoll. Des- halb ist die„provisorische Regierung" gezwungen, schon jetzt auf dem Weg« des Dekretes einige der allerschlimmsten Uebelstände zu beheben. Bald nach dem Umsturz wurde der Ansang damit ge« macht, indem man die Vertreibung kleiner Pächter von dem von ihnen bewirtschafteten Grund und Boden verbot. Jetzt erfolgt ein weiterer, wesentlich bedeutenderer Schritt mit einem Dekret über die Bildung von Landgenossenschaften aus Londarbeitern. Es gibt in Spanien viel unbebautes Land und sehr viele in der Landwirtschaft erfahrene brotlose Arbeitskräfte. Ganz besonder? in Andalusien. Neben der wirtschaftlichen Not, die dort besteht, bilden diese Zustände«ine dauernde politische Gefahr für die ruhige Weiter- entwicklung der sungen Republuf. In Andalusien hat von jeher ein Herd des politischen Radikalismus bestanden, eines Radikalis- mus, der großgezogen wurde durch die für den Mitteleuropäer kaum glaubhaften Gegensätze zwischen ungeheurem Reichtum und allerbitterster Armut. Dies jetzt erschienene Dekret, das der sozio- listische Arbeitsminister Largo Caballero gemeinsam mit dem Prä- sidenten der provisorischen Regierung zeichnet, soll mit der wirt- schaftlichen Not auch der politischen Gefahr begegnen. Im wesentlichen besagt dies für die künstige Entwicklung nicht nur der Agrarfrage, sondern der gesamten spanischen Politik äußerst wichtige Dekret das Folgende: Die gesetzmäßig gebildeten landwirt- schastlichen Arbeiterverbänd« haben das Recht, Genossen- s ch a s t e n zu bilden, die Ländereien pachten und be- wirtschaften. In erster Linie soll ihnen Grund und Boden zur Verfügung gestellt werden, der den Ge- meinden gehört oder dem Staat mangels Testament Verstorbener oder ol» Zahlung für Steuerschulden zugefallen ist. Sodann frei- willig übergebener Privatbesitz, Ländereien, die vom Besitzer nicht selbst bewirtschaftet werden und deren Pacht nicht erneuert wird- Weitere Paragraphen de» Dekretes geben den Ar- beitergenosienschasten einen Vorzug gegenüber Einzelpächtern bei dem Abschluß von Pachtverträgen. Dagegen sollen Familien, die mit ihren Kindern ein gewisses Landstück bebauen, auch fernerhin geschützt werden. Die Genossenschaften erhalten das Einsicht?» recht in Pachtverträge, um sich selbst rechtzeitig bei Ablauf an- derer Verträge gewisse Ländereien sichern zu können. Im allge- meinen können die Genossenschaften zu den gleichen Bedingungen in die Pacht eintreten, wie sie gegenüber den früheren Pächtern bestanden. Da die neuen Arbeitergenossen teilweise noch nicht die rrn in Spanien • Verwendung der Latifundien nötige Erfahrung in der Anlage von Kulturen, im Einkauf von Gerätschaften und im Verkauf ihrer Produkt« besitzen, werden ihnen von den staatlichen Stellen die notwendigen Lehrkräfte und Berater zur Verfügung gestellt. D>e Genossenschaften ge- uießen Stempel- und Steuerfreiheit. Das von ihnen benötigte Kapital wird von einer nationalen Krcdilanstall gegeben werden. Schließlich trifft das Dekret noch einige Bestimmungen über die Verwendung fremder Arbeitskräfte auf den Genossen- schaftsländereien. Im allgemeinen soll die Verwendung bezahlter Arbeiter streng verboten sein. Nur in Notfällen können kurz- fristig Ausnahmen gemacht werden. Dagegen sollen Vorkehrungen über die gegenseitige Arbeitshilse verschiedener Genosienschaften untereinander getroffen werden. Das Dekret schneidet fast olle bei der Bildung von Genassen- schaften auftauchenden Fragen an. E» bildet nur«inen Rahmen für unendlich viele Ausführungsbestimmungen, von denen das Ge- deihen der neu zu gründenden Genossenschaften abhängen muß. So ist eine der wichtigsten Fragen, die näher beantwortet werden müssen, die nach der Kapitalbeschaffung und der Kontrolle über die Kapitalverwendung. Rumänische und Italienisch« Erfahrungen haben den Verfassern des Dekrete» vorgelegen. Man hofft, sie im wesent- lichen auf Spanien anwenden zu können. Die» Dekret ist vielleicht bestimmt, das ganz« Gesicht de, spani- schen Landes zu ändern. Auf jeden Fall bedeutet es einen außer- ordentlich mutigen, aber keinesfalls unüberlegten Schritt nach vor. wärt». Was Generationen und Jahrhunderte nicht fertig brachten, die Nutzbarmachung der riesigen Landfürsienlümer für die arbeitende Masse, soll hier versucht werden. Di« Republik arbeitet! Da« kann ihr auch ihr ärgster Feind nicht bestreiten. Sie ergeht sich nicht in kleinlichen Erwägungen über Akten und in Streitigkeiten über Pöstchen in Staat und Gemeinde, sondern sie packt die großen na- tionalen Probleme an. » Madrid. 23. Mai.(Eigenbericht.) Die Polizei verhaftet« in Saragossa die Frauen der Sqndi- kalisten Barrogo und Pallas, di« im Jahr« 1920 einige republikanische Abgeordnete Kataloniens meuchlings ermordet hatten. Di« Festnahmen erregten in Katalonien ungeheures Aufsehen. In Coruna kam es bei der Eröffnung einer Religionsschul« zu Zusammenstößen zwischen Manifestanten und der Polizei. Im Ver- lauf der Streitigkeiten wurden mehrere Personen verwundet: die Schule mußte wieder geschlossen werden. Dos Gebet in den Ka- fernen wurde in Katalonien abgeschafft. /pDas(Spiheniuch der Königin." Städtische Oper Eine Novität schon nach dem Bedürfnis eines sommerlich ge- stimmten Opernpubütums:„Das Spitzentuch der Königin", Operette von Johann Strauß. Dieses Spitzentuch, nach dem sie einst hieß, ist nur lose und ein bißchen künstlich in den neuen Tezt ver- woben, den R. Oesterreicher und I. Wilhelm der Partitur unterlegt hoben. Auch diese selbst mußte dazu, wohl nicht zu ihrem Borteil, von K. Pauspertl„für die Bühne musikalisch neu be- arbeitet" werden. Bühnenmäßiger ist sie gewiß nicht geworden: man hört viel gute Walzer-Musik, zum Teil als Einlage oder Ergänzung hinzugetan, ein paar Gesangsstücke von unverblühter Melodik— Höhepunkt: ein kurzes Duett im zweiten Akt— freilich auch Schwaches und Gewöhnliches. Bor ollem aber, es fehlt durchaus an Spannung, Steigerung, Entwicklung. Strauß war kein Mann des Theaters, seine Stärke war da, unbekümmerte Dahinmusizieren. Doch aus dem Versagen des Dramatikers läßt sich keine Tugend machen: Ohne Aufbau reiht sich nun Nummer an Nummer, zieht die Musik sich durch das Gefüge einer dünnen, dummen Handlung: Husaren- leutnant und Komtesse. Prinz und Prinzessin, ein Baron, ein Hofrat, «ine Wirtin„Zur goldenen Gans", altes Operetten-Oesterreich— herkömmlichste Wiener Operette, höchst unaufregend trotz dem Zusatz tragischer Lerivicklung, der dem zweiten Finale— System Lehar— beigemengt ist. Di« hübsch« Ausführung— am gestrigen Premierenabend dauerte sie fast vier Stunden— leidet unter der uferlosen Geschwätzigkeit de» Dialogs: durch Kürzungen, durch Straffung des Tempos würde sie erheblich gewinnen, vor allein auch des musikalischen Grund- tempos, das Paul Breisach operettenwidrig dehnt. Aber sicher hat man eine Operette nie mit schönerer Stimme schöner singen hören als von Hans Fi besser, der ol, Darsteller sein liebens- würdiges Wienertum mit Glück einzusetzen weih. Fritz Schulz ist bester Berliner Operettentyp, In Ton und Geste ein Künstler der exakten Pointierung. Ausgezeichnet sind die weiblichen Hauptrollen mit Margret Psahl und Maria Elsner besetzt: so lustig und lebhaft ist es au! der Städtischen Opernbühne lange nicht her- gegangen. Dazu Eduard K a n d l, wie immer von wirtungssicherer Komik. In kleineren Rollen Rosalind v. S ch i r a ch. Louise M a r ck- Lüders(über die viel gelocht wird) und Fritz Oesterreicher mit frappierend echter Habsburger Visage. Dr. Kurt Singers Inszenierung bindet die Stilgegensätz« des Operncheaters und der moderne» Revue-Operette, aus der er für die Bühne fruchtbare Aiu regungen gewinnt, unterstützt von der Balletlmeistcrin Lizzie M a u d r i t und dem Letter der Ausstattung Heinz C o n d e l l. Zum Schluß viel Beifall: herzliche Ovationen für den scheidenden Inten- danten Dr. Singer, der sich von der Stätte fast vierjährigen Wirkens verabschiedet._ � K. F. „Der rasende Sperling." Lefftog-Theater. Man phantasiert so viel von der Chance seine» Lebens, aber Schlehmile können das Glück nicht halten. Kein Mut ist da, und schließlich suhlt man sich im gewohnten Zustand oerhüllnismäßig wohl. Drei Stroßeninusikonten einer Kleinstadt finden einen Schmuck. Das Idyll ist dadurch gestört. Projetie werden entworfen und wieder in die Lust geblasen. Schließlich wird der Schmuck ab- geliefert, und der Führer der Gruppe, der rasende Sperling, heiratet die blond« Hausbesorgerin. Das Ganze wirkt wie Limonade mit Brausepulver. E» ist der Versuch zu einem Dolksstück, zu einer Charakter- komödie. Paul Schüret möchte mehr geben als«ine Häufung von Situationen, aber er scheitert schon am Aufbau des Stückes. Auf einen gut entworfenen ersten Akt folgt ein Szenenwirrworr. Es fehll die Technik der Gliederung, die Arithmetik der Dialog» führung. Die Austritt« ergeben siZ NW solgerWiz auseuwader. Man kommt und geht ohne Notwendigkeit, man redet, um zu reden und bewegt sich in einem Kreislauf. Jeder Mensch ist nur auf eine Note seftgelegt, ist«in Typ au» einem Situationslustspiel und hat den Ehrgeiz, als Individualität zu erscheinen. Deshalb sprechen olle sehr viel über sich, ohne jedoch eine neue Melodie oder eine Steigerung zu finden, und um den Abend zu füllen, erscheinen immer wieder dieselben Verwicklungen in schwachen Variationen. Für die Ausführung zeichnet Claus Hinnerk verantwortlich. Aber von Regie ist nichts zu merken. Jeder benimmt sich, wie es ihm Spaß macht. Hugo Döblins Lumpensammler stammt au» einem phantastischen Film, Robert Meyn vom Leipziger Stadt- theater spielt den rasenden Sperling mit einem Fnrioso wilder Gesten. Max Nemez legt seine Betrunkenheit in Großaufnahme hin, Eugen Rex stilisiert sein sanftes Männchen mit den philo- fophischsn Neigungen stellenweise auf Kabarett, und Jessie V i h r o g ist keine verführungslusttge Witwe aus einer Kleinstadt, sondern Berlin. Rur Franziska King formt ihre Haushälterin zu einem vitalen und blutvollen Menschen. F. Sch. „Q'ebeslüge" Kamera. Man streitet sich ums Kontingent, man prozessiert um die Patente, man zankt sich um die Zensur, keine Firma verleiht mehr stumme Filme, nur vom wirklichen Film redet kein Mensch mehr. Di«„Kamera", di« kein MuseUm sein will und kein reines Tonsilmtheater werden möchte, macht au« der Not ein« Tugend und zeigt„Die Lieb«»lüg«", einen her ersten Tonfilme der Pora- mount. Er ist kein verfilmtes Theater, und er ist keine Schutt- ablodestelle für Schlager, er ist noch ein wirklicher Film. Eine an- genehm« Unterhaltung, die zur netten Erinnerung wird. Und die Handlung? Nun, sie ist ein reizendes, verwöhnte» hysterisches Geschöpfchen, da» dem Alkohol ausgiebig zuspricht und von Verehrern Geschenk« annimmt. Er ist»in einsamer, junger Mann, der, weil er niemanden auf der West hat, unter die Soldaten ging. Eben vor der Verschiffung nach Frankreich(die Handlung spielt während des Weltkrieges) lernen die beiden sich kennen. Sie ist entzückt von so viel zartem Gefühl, er ist begeistert von dem fcschen Mädel. Aus Liebe zu ihm verschweigt sie, wer sie wirNich ist. Sie lchscn sich krlcgstrauen, und dann gehen sie auseinander. Er zieht in den Krieg, sie tanzt. Da» ist unter Richard W a l l a c e s Regie wunderbar leicht und natürlich von den beiden lungen Menschen Nancy C a r r o l l und Gary E o o p e r gespielt. Bis zum Schluß hat man bei diesem Film die Dialoge ganz vermieden und sich stet» mit Titeln begnügt: diese Abweichung stört. e. d. „Das Geheimnis der roten Kahe." Sapiiol. Diese Mischung von echtem und gespieltem Verbrechertum, dieser Auszug aus alten Possen mit reichen Amerikanern, die auf Apachen- sensationen verpicht sind, diese Reminiszenzen an all« erfolgreichen Kriminalgeschichten, ist mehr wie hochsommerlich. Die Veranstalter, für di« Erich Schönfelder die Regie übernommen hat, haben alle Diamanten und Perlen dieser Branche zusammengesucht und glqubten damit wunder was für«in Rezept gefunden zu haben. Schließ- lich wurde auch noch«in Schuß amerikanischer Geschmacklosigkeit (Rizinusöl und Schlagsahne) hlnzugetan, aber das überwürzte Ge- brau schmeckt dann nicht mehr. Trotz de, manchmal bi» zur höchsten Höhe gesteigerten Wirrwarrs und trotz mancher guten Darstellung van Rosa Valetti über Ernst Verebe» bis zu Paul Weftermeier ver- sagt da» Ganze. Reine Freude hat man Mir an Siegfried Arno, der bald den Ganoven und ball» den Hochstapler-Marquis vir« mos spielt. t, Man raucht weniger in Deutschland. Nach den Ergebnissen de, eben obgeschlostenen Etatsahr«« 1330/31 hat die Erhöhung der Tobaksteuer bewirkt, daß«in Rückgang dieser Steuer um ö? Millionen Mark eintrat! Do» gesamte Steuer, aufkommen Deutschlands ging um VA Milliarden Mark zurück. Dabei ist zu beachten, daß die Tabaksteuer-Mindereinnahme erst drei Monat« lang in Wirkung ist, für ein ganzes Jahr wird der Winder- ertrag auf 1S0 Millionen geschätzt, unter Berücksichtigung der Ein- deckungen. Man raucht in Deutschland für jährlich rund 3 Milliarden Mark(Kleinhandelspreis), also auf den einzelnen Raucher etwa 10 Mark monatlich. Am Verbrauch sind Zigaretten mit fast drei Viertel de» Wertes beteiligt und Zigarettenrauch« brauchen monatlich etwa 20 Mark im Durchschnitt, Tabakraucher(Pfeife) bedeutend weniger, schätzungsweise ö Mark. Der Zigarettenverbrauch hat sich in den meisten europäischen Staaten gegenüber 1913 nahezu ver- vierfacht, nur Niederlande und Oesterreich sind der Zigarre treu- geblieben, Schweden aber hat sich der Zeitmode mit vierfachem Zigarettenkonsum angeschlossen. Die Vereinigten Staaten haben den Zigarettenverbrauch von 1313 bis 1330 verachtfacht! Der Rück- gang des deutschen Konsums ist also ein ganz energisches Zeichen der steuerlichen Ueberlastung. Künstler und Film« nennt sich»ine Serie, die näher« Bekannt- schaft mit bekannten Filmdarstellern vermitteln will.(Ralph A. Höger. Verlag, Wien-Berlin-Lcipzig.) Die ersten drei Hefte sind Hans A l b c r s und Marlene Dietrich gewidmet. Beide haben eine fabelhafte Karriere gemocht, und di« Textbearbeiter(Hans Kafka und Manfred Georg) stellen es auch gebührend in den Bordergrund. Allerhond Interessantes au» ihrem Leben wird re- pariert(Albers nimmt selbst das Wort dabei). Anekdoten und Liebesbriefe dürfen nicht fehlen. Bor allem ober fesseln die Bilder, die wichtige Stationen aus den Filmen geben. Eine ganz« Film- weit kommt in den Köpfen zum Ausdruck. Arnold Höllriegel:„Lichter der Großstadt" (E. P. Tal u. Co.. Leipzig-Wien) gibt Impressionen aus Hoyywood. Er hat mancherlei beim Entstehen dieses Filmes miterlebt: er hat Chaplin beim Planen und bei der Filmarbeit belauscht und erzählt Persönliches von ihm. Ist die Wollhandkrabbe gefährlich? Im Naturhistorischen Mu- seum in Lübeck sind seit einiger Zeit mit der Wollhandkrabbe Ver- suche angestellt worden, die di« zahlreichen Befürchtungeix über die Wollhandkrabbe als Zerstörer unserer Fischereibetriebe al» reichlich übertrieben erweisen. Man hat in Lübeck mehrere Wollhandkrabben mit Karauschen und anderen Fischen in einem großen Aquarium für länger« Zeit zusammengesetzt. Obwohl man den Wollhand» krabben keine Nahrung gab, taten sie den Fischen nichts zuleide. Nur als ein Fisch einging, sollen ihn die Wollhandkrabben verzehrt haben. Man folgert aus diesen Beobachtungen, daß die Wollhand- trabbe sich an lebende Fische nicht heranwage, und daß Muscheln und Schnecken ihre Hauptnahrung bilden. weihe der Weltkriegs-Gedächlnisstötle. Die Arbeiten für die Ausgestaltung der von Schinkel erbauten ehemaligen Neuen Wache Unter den Linden zu einer Gedächtmsstätte für die Gefallenen des Weltkrieges sind nunmehr vollendet. Die Weihe dieses Ehrenmals, zu der der preußische Ministerpräsident und der Reichswchrmimster Einladungen haben ergehen lassen, ist für Dienstag, den 2. Juni, 12 Uhr mittags, vorgesehen. wallncr- Thealer und Piscalor-Sühoe. Die Piscator-Bühne ersucht uns festzustellen, daß sie am 31. März ihr« Berliner Spiel- zeit beendet hat und mit den Aufführungen von„Quadratur des Kreises" nichts zu tun Hot.— Wir hatten das auch nicht behauptet, nahmen aber gern Notiz davon. Was aber ist nun aus der j u n g e n Voltsbühne geworden, der grvß angekündigten Konkurrenz der Bakksbühne? Das Wohlwollen berühmter und nicht berühmt« Theaterkrittk«, di« Unterstützung der Linksradikalen haben d« Zwangsgeburt auch nicht zum Leben verhelfen können. Schwedische Regierungsgelder für Sven Hedin. Die schwedische Regierung hat beschlossen, Dr. Sven Hedin für die Fortsetzung seiner neuen Asien-Expeditton 2SOOOO Kronen zur Verfügung zu stellen. Sven Hedin hatte 500 000 Kronen beantragt. Knaslchravlt. Die sür Juni und Juli von der Berliner Sezession in Au« ficht genommen- lüusstellung.Plaftikprimitiver Völker' ist ouS technischen Gründen aus den September oerschoben worden. Briand mit Blumen überschüttet. Oer Empfang in Paris. Pari,, ZZ. Mai.(Eigenbericht.) Briand wurde bei seiner Rückkehr aus Genf von mehreren tausend Personen begeistert empfangen. Sämtliche pazifistischen und republikanischen Vereinigungen hatten ihre Anhänger ausge- fordert, sich am Lyoner Bahnhof einzufinden, um Briand zu de- weisen, daß die wüste Hetzkampagne der reaktionären Presse nicht den Gefühlen der großen Mehrheit des einfachen Volkes entspricht. Mehrere Minister und zahlreiche Parlamentarier der Linksparteien. darunter viele sozialistische Abgeordnet«, waren gleichfalls am Bahnhof erschienen. Als Briand den Zug verließ, wurde er mit den Rufen: „Es lebe Briand!",„Es lebe der Friede!" und„Nieder mtt dem Krieg" begrüßt. Die Polizeiketten wurden durch- krochen, so daß Briand nur mit großer Mühe sein Auto«reichen konnte, das mit Blumen überschüttet wurde. Bor dem Bahnhof wiederholten sich die Kundgebungen. Kurz noch der Ankunft Briand? kam e, auf der Terrasse eines Cafehauses zu einer Schlägerei zwischen Manifestanten und Royallsten, die Niederruse auf Briand ausgestoßen hatten. Die beiden Parteien bewarfen sich mit Gläsern und Tellern. Es wurden mehrer« Personen verletzt. Die Polizei ließ dos Cafe räumen. Mehrer« hundert Manifestanten schlössen sich zu einem Zug zu- sammen. der sich unter Hochrufen auf Briand zum Außennnnistermm begeben wollte. An mehreren Stellen wurde der Zug in brutaler Weise von Polizeikräftcn aufgehalten, so daß er den Quäi d'Orsoy nicht erreichen tonnte. Daraufhin drangen die Manifestanten in Neineren Trupps bi» zum Außewninisterium vor und veranstalteten dort neu« Kundgebungen für Briand. Erst nachdem sich der Außen- minister zweimal am Fenster gezeigt hatte, traten die Manifestanten den Heimweg an. Gtaai von Kirche getrennt. Die moderne Demokratie in Spanien Madrid. 23. Mal.(Eigenbericht.) Auf Vorschlag dl Zvsti, Ministers versagte dt« provisorische Xegierung die Freiheit d«r Rcligionsverübung durch folgenden Erlaß: Niemond ist in irgendeiner Dtensthandlung verpslichlel. fein« Religion zu offenbaren. Niemand ist. welche» auch seine Abhängigkeit vom StoaUdienst« fein wag. verpflichtet, an religiösen Feste» und Zeremonie» teilzunehmen. Alle Konsessionen habeu die Erlavbni». 3 f f« a l l i ch wie privat ihre» Kult auszuüben,««an er nicht den ftfcta der Sfsevtlicheu vidnong zmviderlänp. BVG.- Verhandlungen gescheitert Oer Schlichter entscheidet Heute fanden vor dem Schlichter die Rachverhand- lungen statt auf Grund des Antrags der Direktion der Berliner Verkehrs A.-G.. den Schiedsspruch» der die Löhne des Verkehrspersouals der BVG.— ausschließlich der Zulagen— um S Proz. verkürzt, für verbindlich zu erklären. Die Verhandlungen gestalteten sich sehr langwierig, blieben jedoch ergebnislos, weil die Direktion der BVG. sich außerstande erklärte, wegen der damit verbundenen Kosten die Arbeitszoitverkürzung für das Fahrpersonal jetzt durchzuführe«. Die Entscheidung liegt jetzt bei dem Schlichter; sie ist erst für den Dienstag zu erwarten. Wie hoch sind die Löhne bei der BVG.? In der Oeffenllichkeit kursieren die unglaublichsten Gerüchte und Behauptungen über die„h o h e n Löhne" des Personals der Berliner Verkehrs A.-G. Auch in einem rechtsstehenden Blatte wurden phantastische Zahlen über diese Löhne ins Feld gifuhrt. Wir veröffentlichen deshalb die bisher gültigen Löhne des Bertehrspersonols, die durch den Schiedsspruch um(5 P r o z. gekürzt werden sollen. Bisher hatten Fahrer, Schaffner und Rangierer einen Anfangslohn von 1,03 M. die Stunde, der sich nach fünf- j a h r i g e r Tätigkeit bis zum chöchstlohn von 1,18 M. steigerte. Die Bahnhofsschaffner der U-Bahn hatten einen Anfangslohn von 99 Pf. und einen Höchstlohn von 1,07 M. Die Dienftanwärter und Aushelfer hatten einen Anfangslohn von 97 Pf. und einen Höchst- lohn von 1,01 M. Die Fahrkartenausgeberinnen hatten einen Anfangslohn von 91 Pf. und einen Höchstlohn von 97 Pf. Zu diesen Löhnen kam für die Verheirateten eine Frauen- und Kindcrzulag« von je 3 Pf. Das.Zugpersonal der U-Bahn, dos heißt die Fahrer, Zugprüser und Weichensteller haben eine Zulage von 1 M. pro Tag. Eine gleiche Zulage hoben die Straßenbahnführer und -rangierer. Die Autobusführer haben eine Zulage von 1,70 M.. und die Schaffner mit Deckbetrieb eine Zulage von 25 Pf. pro Tag. Das waren die bisherigen Löhne, die nun durch den Schieds- fpruch um 0 Proz. verkürzt werden sollen. Es bedarf wohl keines Nachweises, daß diese Löhne das allgemeine Lohnniveau nicht über- schreiten und daß von besonders hohen Löhnen bei der BVG. keine Rede sein kann. Worte und Wirklichkeit. Seit dem Schiedsspruch für die Berliner Verkehrs A.-G. hatte die KPD. große Anstrengungen gemocht, um eine Streikaktion der Berkehrsarbeiter in die Wege zu leiten.„Kampf- ausschüsie" sollten gebildet werden und alle Vorbereitungen wurden zwar nicht getroffen, aber angekündigt, um zu Pfingsten einen großen Verkehrs st reik zu inszenieren. Ein Teil der bürgerlichen Presse ist auf dieses Geschrei hereingefallen. Gestern abend fand mm m Haberlands Festsälen die„entscheidende" Belegschaftsversammlung statt, in der die 21 000 Köpfe umfassende Belgschaft der BVG. den Streit beschließen sollte. Schon die Auswahl des Versammlungslokals zeigte deutlich dos Miß- Verhältnis zwischen den großsprecherischen Ankündigungen und den tatsächlichen Machtverhältnissen. Die KPD. hatte den Landtags- abgeordneten Schwenk als Referenten bemüht, da ja die seit- herigen Führer der KPD. bei der BVG. gründlich abgewirtschaftet haben. Von den 2 4 000 Mann der Belegschaft waren knapp 5 0 erschienen, von denen allerdings nicht feststeht, ob sie alle im Arbeitsverhältnis bei der BVG. stehen. Es erübrigt sich also, auf die Redereien und„Beschlüsse" dieses Häufleins Unglück einzugehen. Rochmals BVG.-Bein'ebsratswahl. Die Wahl für ungültig erklärt. Die Betriebsratswahl bei der BVG. am 23. Mörz ist von den Nationalsozialisten beim Arbeitsgericht onge- fochten worden. Die Nazis hotten, wie noch erinnerlich fein dürste, bcjjn Wahlausschuß eine Kandidatenliste eingereicht, die nicht handschristlich von den Listenvertretern unterzeichnet worden war. Es war ihr vielmehr eine besondere Liste mit der Einverständ- niserklärung der Kandidaten beigefügt, und nur unter dieser Liste standen die eigenhändigen Unterschriften der Listenocrtretcr. Der Wahlausschuß hotte dies« beiden Listen als zwei besondere Urkunden angesehen und demzufolge den Wahlvorschlag der Nazis für» n- gültig erklärt. Die Nazis hatten dann ihr« Anhänger aufge- fordert, bei der Wahl ungültige Stimmzettel abzugeben. Dieser Aufforderung waren insgesamt 117 Berkehrsarbeiter nachgekommen, was auch ungefähr der Stärke der Nazis bei d«r BVG. entspricht. In der ersten Arbeitsgerichtsverhandlung über die Einspruchs- klage der Nazis, Anfang Mai, erklärte der Vorsitzende des Arbeits- gerichts, Amtsgerichtsrat Richter, daß bei der Ueberrcichung der Kandidatenliste der Nazis Formfehler begangen worden sind und demzufolge der Wahlausschuß die Liste der Nazis mit Recht für ungüllig erklärt habe. Die Nazis hatten aber noch weitere Einsprüche geltend gemocht. So behaupteten sie, es wären auf einzelnen Wahlstellen zwei Sorten von Wahlumschlägen verwendet worden, wovon die eine Sorte durchsichtig gewesen sei. Sie konnten allerdings nicht beweisen, daß diese Wahlumschläge auf ihren Inhalt hin geprüft worden sind. In der gestrigen Verhandlung vor dem Arbeits- gericht, wo der Betriebsrat etwa 100 Wahlumschläg« vorlegte, fand das Gericht drei Umschläge, die nicht ganz so undurchsichtig waren, wie die übrigen. Auf Grund dieses Feststcllungsergebnisses erklärte das Arbeitsgericht das Wahlgeheimnis für verletzt und die Betriebsratswahl vom 23. März für ungültig. Es handelt sich bei den beanstandeten Wahlumschlägen um Kuverts, die schon bei der Betriebsratswahl im Jahr» 1929 ver- wendet worden sind und etwas verblaßt waren. Irgendeine Ab- ficht, das Wahlgeheimnis zu verletzen, lag der BVG., die die Wohl- Umschläge liefert, natürlich fern. Die Einsprüche sind an den Haaren herbeigezogen, um bei der BVG. wieder einmal ein bißchen Nazi- theater zu spielen. Sonderbor ist die Stellungnahm« des Vorsitzenden des Ar- beitsgerichts, Amtsgerichtsrat Richter, in der gestrigen Derhondlung. Während er in der ersten Verhandlung sofort die Kandidatenliste der Nazis genau fo wie der Wohlausschuß für ungültig ansah, kam er g e st e r n in der Begründung des Urteils zu der Aufsasiung, daß diese Liste auch gültig gewesen sei. Oer Streik in Rordfrankreich. Verhandlungen und Kundgebungen. Paris, 23. Mai.(Eigenbericht.) Die Unterredungen, die der Arbeitsminister am Freitagnach- mittag mit Vertretern des Textilkonfortiums sowie mit den sozio- listischen und christlichen Gewerkschaften über eine Losung des Lohn- kanfliktes in der nordfranzösischcn Textilindustrie hatte, brachten noch kein greifbares Ergebnis. Es ist vereinbart worden, am nächsten Mittwoch neue Verhandlungen unter dem Vorsitz des Ministers zu beginnen. Der Generalsekretär des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes, I o u h a u x, der die Delegation der Gcwcrk- fchaften führte, erklärte noch der Unterredung, daß die Arbeiter sehr wohl die schwierige Lage der Textilindustrie anerkennen, daß sie aber eine genaue Untersuchung über die Ursachen der Krise verlangen, ehe sie über eine Verringerung der Löhne mit sich reden lassen wollen. Während im Arbeilsministerium verhandelt wurde, kam es in R o u b a i x zu Unruhen. Die den Gewerkschaften angeschlossenen Arbeiter hatten in der Stadtholle eine große Kundgebung veron- staltet und marschierten im Anschluß daran in geschlossenem Zuge durch die Stadt. Mehrere hundert Kommunisten, die sich dem Zuge angeschlossen hatten, benutzten diese Gelegenheit zur Derübung von Gewalttätigkeiten. Die Ruhe wurde wiederhergestellt, nachdem zwei Kommunisten verhaftet worden waren. Die Bürgermeister der von dem Streik betroffenen Gemeinden traten am Freitag in Roubaix zu einer gemeinsamen Sitzung zu- sammen und beschlossen, durch die Wohlfahrtsämter den notleiden- den Familien Unter st ützungen auszahlen zu lassen. Die so- zialistische Stadtverordnetenversammlung von Roubaix hat bereits die Summe von 500 000 Franken für die Streikenden bewilligt. er Ltebersall auf Lebensmittelgeschäst. Zu einem Tumult, der das Einschreiten des Ueberfall. kommandos erforderte, kam es gestern abend vor einem Lebensmittelgeschäft am Schlesischen Bahnhof. Ein junger Mann hatte den Laden betreten und tat so. als ob „ einkaufen wollte. Plötzlich aber ergriff er ausgelegte Waren. Wurst, Konserven und B u t t« r p a k et e, steckte sie zu sich und lief hinaus. Der Geschäftsinhaber, der mit diesem „Kauf" nicht einverstanden war, eilte ihm unter Hilferusen nach. Der Dieb fand aber durch Freunde auf der Straße Deckung. Sie waren über den Streich unterrichtet. Die Jungen behinderten den Geschäftsmann an der Verfolgung. Als er einige beiseite stieß, kam es zu einer allgemeinen Schl ä>g e r e i. Der Geschäftsmann hätte der Ueverzahl gegenüber wohl den Kürzeren gezogen, wenn nicht von anderer Seite das Ueberfallkommando alarmiert worden wäre. Der Dieb hatte einen solchen Ausgang nicht erwartet, er war ruhig bei seinen Freunden stehen geblieben und wurde nun sestgenommen. Aus dem Präsidium gab der Erwischte alles zu. Seit etwa 15 Tagen hat er in jener Gegend ungefähr 25 Diebstähle dieser Art ausgeführt. � Ltrieil im Scheuen-prozeß. Die Berufungsinstanz verkündete im Beleidigungs- Prozeß der Frau W e y l gegen den Redakteur des kommunistischen Morgenblattes Dr. Frey folgendes Urteil: Die Berufung des Angeklagten wird auf seine Kosten mit der Maßgabe ver- warfen, daß die Geldstrafe auf 100 Mark festgesetzt wird, für die im Nichtbeitreibungsfolle zwei Tage Haft verwirkt sind. Das Urteil erster Instanz lautete bekanntlich auf 500 M. Geldstrafe. Theater der Woche. Vom 24. Mai bis 4. Juni Volksbühne. Theatcr»m SülonPlitz! 24., 35. Die tf)C. 36., 27. aefchlolsen. ffii 28. Lumra�ivaxabuicdus. Slaatslheaier. Oper Unter den Linden: 24. Nacht in Venedig. 26. Weiftersinger. 2«. Riga- letta. 27. Weil Igor. 28. Traviata. 29. Planclen-Pavane-Train bleu. 50. Manan Leseaut. 31. Vohime. 1. Valestrina. Oper am Plag der Republik: 24.. 31. Sachgeit des lsigar«. 25., 27.. 30. Siuttccflu. 26. iralstakf. 23. Perichole. 29. Pus einem Zotenbaus. 1. IaudenflSte. Städtische Oper: 24., 27., Z0. Lpigentuch der Königin. 25. Carmen. 27. Meistersinger. 28- Cavallcria rusticana. Iosephslegende. 29., 1. Angelina. 31. Atritanerin. Staatliches Sckillcr.Tdeater: 24., 28., 1. Cmilia Galotti. 25. Clav:go. Ball. 37. König Holinrei. 29., 31.. 1. Portugalcsiiche Schlacht. 30. Jungfrau von Orleans. staatliche, Schill-r. Theater: 24.. 28., 1. Cmilia Galatti. 25. Claoiogo. 26. Journalisten. 27., 20. Bekehrung des isrrdn Piiiara. 30. 100 000 Taler. 31. Liebe aus dem Lande. 33 Minuten in Ertineberg. Theater mit festem Spielplan: ZknrMrlicadamui. Theater: Attez Schwindel.— Deutsche» Theater: Der Lauptmann von»nvenick.— Die Komödie: Dienst am Kunden.— Theater in der StrelcmannftraKe: Gestern und heute.— Koinadienhau»: Schwengels.— Grefte« Lchausviethau«: Im weiften Rössl.— Theater de, Wesen,: Schön ist dir Welt.— Kamische Oper: Att-Heidesberg.— Deutsch«, Ktinstlertheatei: Bi» 81 l Minna von Barnbelm.'Ab 1. Intimitäten.— Renalssanee-Iheatcr: Bis 31. Intinntotrn.— Lesfing. Theater: Der ivsend« Sperling.— Metrvpol- Theater: Die Toni aus Wien.— Die Tribüne: Das Märchen von der sZIeder- maus.— Zioic. Theater: Bis 31. Die fünf ssranifurter. Ab 1. Der wahre Jakob. Rose-Theotrr sldartenbüihnel: Da» Liebeooerbor.— Theater im Admiral» palest: Der wstia« Krieg.— Wintergarten. Pl-»a, Skala: Internationairs Beriet«.— Reich»Halen-Theater: Stettiner Sänger.— Theater am Kottbuge» Tor: Clite-Sänger. Zkachmittagsveranstaltungen: Rose-Thrater: 31. 141, und 1731 Uhr. Die fünf Frankfurter. Rose-Theater fGartenbühnei: 24., 25. 6 Uhr. FrsttÄon«rt. 17 Uhr. Konsert und Bariete. säg- sich 17>4 Uhr Kongert und Bariet«.— Wintergarten: 24., 25., 30., 31. Intec- nationoles- Bariete.— Plag», Skala: Internationales Bariete.— Reichshallcn. Theater: 24., 25. Etettiner Sänger. Erstaussührunaen der Woche: Wetter für Berlin: Bei schwachen südlichen Winden heiteres Wetter mit weiterer Erwärmung.— Für Deutschland: Im Nord- osten Besserung, in Mitteldeutschland trocken und heiter, im Westen Gewitterneigung, überall weiterer Temperaturanstieg. Berantwortl. für die Redaktion: Lerdert Lepere, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Berlag: Zorwärts Verlag<8. m. b. 8., Berlin, Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Berlagsanflolt Paul Singer& Co.. Berlin 638 68. Lindenstrafte 3 Hierzu 1 Beilage. Sonnab., 23. S. Slaats-Oper Unier d. Linden 20 Uhr 6. Sinfonie-Konz. Hector Berlioz; „rausu veroammuna" knck Kleiber Ende 22'/» Uhr Staats-Oper Im Pietz der(topublik. Uhr Carmen OeifiDtl. Kirteannnl Ende n.22'/> Uhr Sonnab, 23. 5. Stadt. Oper Bismarckstr furnus III 19 Uhr Die Waittflre Ende n. 23 Uhr Staat). SchaDspti. nn ündininiuitl/ 227 A.-V. 20 Uhr Oie Portogale- sischs Sdiladit Ende g. 23V. Uhr Staati.Sctiiller'Iiieater.Cliarlllig. 20 Uhr Liebe auf den Lende 83 ihinuten m Gpuneberg hnde 223/i Uhr II mmm lugung* Kesfautönt Serlins BETRIEB KEMPINSKlt VoiKsbühne Oieater am BOlowplalz. 8 Uhr Oie Ehe Staatl. Sdiiller-Th. 8 Uhr Liebe aal dem Lande 33 Miaaiea in Grüneberg Mm ineattti 8 Uhr 3er HangtmanR von Kögenidt v Carl Zuckmayei Begie; Heinz Hilpert Die Komödie Täglich 8Vs Uhr Dienst am Kunden von Cut loii und Dil Hansen Regie; Hans Oeppe Rnrlürslenflamm- Tbeater Bismarck 449 |8|�UhrJ Alles Schwindel «on Mareallas Sdnllar. Musik von Misch* Spollansky. Itfi: toUlirtiauai Komiscne oper 8 Vi Uhr Alt-Heidelberg Lntie Englisch. Weslnroeier. U.J.Hoetm. Pokert Barnowskj-BolincB Tbuicr In dtr Strescaannitr. Täglich 8V. Gestern n. Benfe Komödienhaus Täglich 8*/» Uhr Schwengels mit Felix Brcssart und Rosa Valettl Ibeaterii. Westens Täglich 8V« Uhr Schon ist die Welt mit Kammersänger Otto Fassei nietropoi-Theater Täglich 8V. Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen Anfecate im Cß vorwärts sichern gefolgt Je fällt Franlitiiiter" Nur bis 31. Mai 1931 Bis Freitag 8 15 Sosnabend 7 und 10 u An beiden PltagstfeleriAgen 1 2 X 5*, 9 Uhr Rose-Garten An beiden Feiertagen 6 00 das traditionelle F r ü h-| konzert mit 12 großen Va-| rietä-Nummern SCO nachm. Konzert, Variete u. d. Opercttemcbwuk: „Das Liebesverbot" Große Frankfun er Straße 13a U-Baha Stxausbergcr Platz 6 tätiger Vorverkauf täsHcb von 11—-x Uhr und 4—5 Uhr Telefonische Bestellungen: E 7 Weichsel 3422 Sonntag, den 24. Mai naclun. 3 Uhr(Pünastsonotaa) j 15 Übt. Flora 3431. Baoiten ulauOl Dayelma- Ballett | Original Pariser Cancan Knban- Kosaken- Chor usw. Sonnab. n. an beiden Pfingti- teiertagen)c i Voratellnngen [4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Pr., Reichshallen-Theater Allabendlich|Tj An beiden Feiertagen nachm.|j33 Stettiner Sänger Sas grosse SPflngal 3>vograiiim! ' Nachm. ermäßigte Preise. volles Programm! Berliner(flk-TriO N• M k• 1 1 O. Lahmtr. 74/76J Lichtenberg, Gudrunstr. 7 I. Pfingstfeiertag: Frühkonzerl Anfang 6 Uhr Lustspielhaus Tägl. gib Uhr Das Spiel mit dem Feuer Musik. Einlagen von Willy Rosen I Kling-Tlnatin Täglich 8V« Uhr Oer rasende Sperling Klar, Vihrog, Meyn Rex Theater im Admiralsbalast Täglich 8V> Uhr Der lustige Krieg Ann! Ahler», Schollwer, Lilien, Priem — Elite-Sänger— i Kottbusser Str. r> Täglich «>/« Uhr Jm Vorher: Big crslkl. SelolBli, Arnold Scholz u-Bah» Hermaonpiatz Hasenheideios-i« Ersten Pfingstfeiertag: Gr. FrfihKonzen unn Bunte Böhne Nachmiliags an beiden Feiertagen: Gr. GartenKohzert u. Bunte BUhne Einlaß: Früh 5 Uhr EinlaB: Nachmittags 2 Uhr Kafffeeküche geöffnet I Bai ungQnstiger Witterung in den SSIenl Alfred Wildegans ■SOackbrdPIcSa vuglteB- Daadanneaciteer üanplsfelle: Berlin-NcnKdlln, Hermannstr. 10 Am Südausgang des U-Bahnhotee Hormannstraßo Fernsprecher: Neukölln(P 2) 7771 and 777» Telegrammadresse: Ansaferox-Berlin Nebenstellen: MeBpalu«: Ritterstr.69. Leiter: Will, Zschieactie.- Belle-Alllaocei Yorck- siraße 69. Leiter: Erwin Vaaehr.— Chanaaeeatr.> Chausseestr. 116. Lei. er; Otto Radke.— Wiihelmplatzl Charlottenburg, Berliner Str 79. Leiter; Max Cor- naUa».— Kalscrdamra■ Charlottenbuig, Kaiserdamm 21. Leiter: O.Linde mann Wcttfcbclna werden In»Hon Annahmt, teilen elngelöatt Seffage onnabcnd, 23. Mai 193t SfLcIauXcaSa lo*teäs& ncn friedlich nebeneinander grasen.. Antilopen. Gazellen. Gnus, Zebras, Giraffen— und Hyänen, wilde 5)unde, Füdisc und Schakal« streichen niit bösem Gewissen umher, ab und zu schnappt ein hungriger Löwe mal eins weg, wie bei uns die grohen Autobusse einen Unvorsichtigen schnappen... Verkehrt! Der Löwe steht im Vordergrund der Dinge: die Herde ist lediglich als Beute filmbcrcchtigt. Hie Kurblcr— hie Löwe. Erst nimmt der Kurbler den Löwen auf— dann der Löwe den Kurbler. Denn wo gelingt einem da? in Afrika, daß ma» einen anspringenden Löwen mit dem Revolver erledigt! Es tritt also ein zweiter, ein Reservckamcramann, in Aktion und nimmt die fil- misch hochinteressante Szene auf, wie man erledigt wird. Kamera- futtcr! „Herr Direktor", sagte ich nach einer wüsten Nacht, in der ich einen Ricsenheuschrcckenschwarm einen Gürtel rund um die Erde abfressen sah,„ich ließe mich herzlich gerne, wie ich's im Film gesehen, in der Pose eines aus Tod und Teufel losdrehenden afrikanischen Kurbelhclden ausnehmen oder ließe, so die lässige Hand über den Apparat—-- gelehnt, meine Blicke über das Publi- tum weg(unter dem ja auch meine Freunde säßen) in unendliche Ferne schweifen. Aber das ewige Löwen-.täxjj gebrüll, wie ich es gestern abend gehört... ich mache nicht mit: wenn ich mit dem'Apparat hinter allen'" BcsticnAfrikasher- renncn soll... als Löwen-Lunch, zum i/ Zertrampeln unter Nashornbeincn, oder Jn-die-Lujt- schleudern von Ele- fantenzähnen bin~ C-'l*' ich mir noch immer">. internationale Bambusbrückc mit Komparsennegern, und ich sprach über Strapazen. Hitze, Durst und noch einmal Strapazen und wischte mir den Schweiß unterm Tropenhelm weg... Und eh' wir die Kokospalmenzone verlassen hatten, entdeckte Lchnert die sehr scharssinnige Verwendung der Kokospalme und ihrer Früchte zum Bombardieren von lü st igen Nashörnern seitens eines besonders intelligenten Negerstammcs. Ich sehe nicht ein, warum ich hinter meinem Cxpcditionsgcnossen zurückstehen soll und entdeckte ebenfalls. Hat man nicht gesehen, daß ein Löwe vor den Augen der Kinobesucher einen Hollywooder Neger aufgefressen hat, der sich zum Schluß in eine Puppe verwandelte? Stellen Sie sich ein S ch l a f k r a n k e n k a m p vor. Liegen die Leute da nicht leblos hingestreckt wie die Puppen? Und es existiert kein Grund, warum eine Anzahl gut trainierter Löwen nicht über die Dornenhecke setzen, die Schlafkranken, die ja keinesfalls wach zu kriegen sind, packen und wenn man sie nicht zu schwer stopft, mit ihnen über die Hecke springen soll! Lehnert bekam jetzt Courage. Er fuhr mit mir über den T s ch a d s e e. Da übersiel uns Nichlsahnende ein solch hinter- rückiges, bunt-scheckiges Piratengesindel, wie die größte Komparserie Schwierigkeiten hat, es zusammenzustellen. Sollten wir weinen? Wir benahmen uns wie Helden, und die Piraten waren wenigstens so liebenswürdig, diese Szenen zu filmen. Wo landeten wir...? Doch nicht bei den durch die Berliner Schaustellung schon filmisch zur Banalität herabgesunkenen Lippennegerinnen, o nein, sondern Gott sei Dank bei den Ohren Negerinnen. Diese Weiblichkeiten haben die Gehürmuscheln vom zarten Alter an systematisch zur Größe von Elesantenlauschern ausgespannt, damit sie einen leichter erhören können... Jetzt brauchen diese ungemein neugierigen Hexen die Ohren nicht mehr zu spitzen, wenn sie etwas hören wollen, das sie nichts angehl: und nur das wollen sie überhaupt hören. Sic hörten sofort heraus, was die Seeräuber mit uns vorhalten und verrieten, es uns gegen einen Sack Paprika, den wir ihnen unter der gekaperten Ladung kennzeichneten, und den sie anbohrten, denn sie lieben, diese Holden, paprizierte Sachen über alles in der Welt. Wir entflohen, nach dem uns die Schönen ihr Ohr geliehen— und gelangten nach unsäglichen„Strapazen" und Gefahren, von denen wir nach berühmtem Muster immer sprachen, ohne uns die Mühe zu geben, sie zu filmen, ins Land der Zwergelefanten. Die Zwergelefanten sind das Produkt eines verkehrt eingestellten Teleobjektivs. Es sind in die Ferne gerückte normale Elefanten m einer von Lehnert dazu abgestimmten Landschaft mit einer Riesen- pupp: im Vordergrund. Sie sehen wie kleine Nippeselefanten aus, und wir hosfen, daß die Kinobcsuchcrinncn darüber in helle Bc» geisterung geraten... Nun, das ist alles recht gut und schön, und die Tonfilmapparatur ist auch schon nach oem Zoo hinbestellt worden, da wird sich zeigen, daß die kleinen Elefanten genau so trompeten wie die großen, und sie werden dem Kinobesucher einiges vorblasen. Aber warum, zum Kuckuck, soll ich mich durch die Ideen von anderen übertrumpfen lassen. Wir fahren jetzt nach dem Mondgebirge, und dort möchte ich freie Hand haben. Es muß sich daselbst etwas Scnsatio- ncllcs ereignen, dagegen kein anderer Afrikafilm auskommt. Morgen gehe ich zu meinem Filmonkel und ersuche ihn, sich mit mir ins Museum zu begeben. Im Museum steht ein M a m m u t: ganz vnausgenlltzt. Wenn man das Mammut rasch an einer Strippe vor einer Lehnertjchen Mondgebirgslandschast vorbei zieht, glaub! jeder, daß es lebendig sei, frisch und munter. Der Koloß paßt vorzüglich in dieses Milien: es ist einfach eine ästhetische Forderung. die ich stelle. Ich darf das Mammut für mein Publikum vor- langen— und warum nicht auch einen Ichthyosaurus. Wer will uns beweisen, daß wir diese beiden Ungeheuer nicht gesehen haben, einander argwöhnisch belauernd. Und ich sage dann in einer Großausnahme, den Arm feldherrnmäßig ins Weite streckend: „Lehnert, dreh mal das!") Besser so etwas an eine Strippe z» binden als ein armes Wildschwein, das der Lowe schnappt. Und weil wir schon beim Schnappen sind, verlange ich noch eins: das Ausreisebankell(nach berühmtem Muster), das Ausreiscbankctt wenigstens soll echt sein und morgen am Pfingstsonntag stattfinden. ÄWilt „Ich hab's, Herr Direktor: den großen Asrikafilm! Wie? Nein, gedreht ist er noch nicht, er schwebt mir nur ganz drehrcif im G e i st e vor, und ich bitte Sie dringend, mich anzuhören. Denn wie ich es bringe: s o erlebt man Afrika, s o erlebt Afrika der Kolonist. und nur so kann daher auch der Kinobesucher Asrika wirklich erleben. Also! EWr von den vielen überzähligen Europäern sagt seinem geliebten Europa, das ihn nicht mehr ernähren kann, adieu, um sein Leben in der afrikanischen Wildnis zu beschließen, sich, wie er sagt, lebendig begraben zu lassen. Dort unten nämlich, auf einer einsamen portugiesischen Polizeistation, wo sich die Hyänen gute Nacht sagen, losten die Hühner nicht mehr als bei uns die Eier, die Eier nicht mehr als in Afrika die Nähnadeln. Der Mann kann sorglos leben, nur: er sieht nichts mehr von der ihm bekannten Welt..., außer dem einen Weihen der Gegend, dem er in seinem Tropenloden behilflich sein soll... und keine fruchtbringende Arbeit ist auch das, sondern ein zweckloses, hoffnungsloses Dahindösen. Es ist aus, ein für alle Mal vorbei mit der Herrlichkeit des Daseins, zu Ende. Unser Held legt sich, dos Kreuz machend über alles, was er cAicbt, als E u r o p ä e r zu Bett— aber: er wacht als Afrikaner auf- Die Wildnis— wer hätte es gedacht— und die Tiere der Wildnis sprechen zu ihm. Die Neger— zu seinem Erstaunen ent- deckt er s— sind Menschen, so menschliche Menschen als irgendwelche. Es ist auch gor nicht so einsam in der Einöde. Ab und zu kommt ein weißer Käufer angesprengt oder-getutet, und was man sich alz- dann alles zu sagen hat, nimmt gar kein Ende. So oft ein Weißer iommt, ist das ein Fest(was zu Hause weniger der Fall war), und der Lebcndigbegrobene lernt die Gegend, ihre Freiheit, ihre. Weite und die vielen Möglichkeiten kennen, die sich da bieten. Die Reichtümer des Landes ziehen an ihm vorüber: Bich und Waren, und allmählich bekommt er da» Gefühl, daß dieses gottverlassene kleine Polizcistatiönchen das Zentrum des Weltgeschehens sei. Hier erfährt er erst echte Kameradschaft und den Zusammenhang aller Dinge. Der sich tot glaubte, erwacht erst hier zum�wahren Leben..." „Und das Publikum gähnt und geht", sagte der Direktor, mit einer großartigen Handbewcgung meine glorreiche Idee in den Müll- cimer schiebend.„Haben Sie je einen modernen Afrikasilm gesehen?" „Nein, ich gehe nie ins Kino." Der Direktor betrachtete mich wie einen Irrsinnigen, zeigte aber dann einiges Interesse. Vielleicht dachte er: da man das Heil heute vergeblich bei den Großen des Films sucht, kann man's ebensogut zur Abwechslung einmal mit einem kompletten Narren versuchen... wie man denn nach den erjolglosen Kreuzzügcn aus den Gedanken verfiel, kleine Kinder auszuschicken dorthin, wo große Helden ver- sagten. Ich bekam eine Adresse, eine Eintrittskarte und besah, so wie es mir aufgetragen wurde, den neuesten Afrikafilm in spezieller Hinsicht auf seine P u b l i k u m s w i r k u n g. O Afrika! Ich hatte— grober Fehler— den„dunklen" Erdteil in bezug auf seine Kulturbeiccklheit studiert.(Autostraßen kreuz und guer, Negcremanzipation, sashionable Millionärsjagden, Farmblüte): Wie wild ist Afrika noch! Der springende Punkt ist ja eben seine Wildheit. Auf diese muß sich Auge und Kurbelkasten richten. Gott sei Dank, daß es noch Löwen gibt. Da hatte ich mich über das Ticrparadies im Kongotal entzückt, wo unsere Zooinsassen zu Millio. zu gut."— Der Direktor sech mich mitleidig an. O, diese Einfältigen im Geiste! Was ich in Afrika zu besorgen Härte, das wären ein paar gute Bild- streifen, große Landschastsaufnahmen mit(möglichst vielen) Tieren darauf (eventuell einzelne hopsende Biester u clii-tÄNco). Das Teleobjektiv, das ■■P''- Ferna bjsktiv, zieht die Ferne �*•1 heran, vergrößert sie. Die gefurchte- z tcn Tiergroßoufnahmen ___ aber, erfuhr ich, werden hier ge- macht, zu Hause, in aller Ruhe. Die wilden Tiere sind in Europa oicl bequemer auszunehmen und die Expeditions-Leitcr auch. „Ah, da kommt... Darf ich vorstellen: Herr Lehnert, der künstlerische Leiter der Expedition. Herr Lehnert entwirft Ihnen Asrika in ö Strichen, daß kein Löwe es vom echten unterscheiden kann. Vielleicht merken Sie sich, Herr Hemmer, daß die Schreckens- szenen durch zusammengelegte Photos leicht und ungefährlich herzu- stellen sind. Menschen und Tiere, die nie nebeneinander gewesen sind, einander gar nicht kenne» sozusagen, ganz verschiedene Aufnahmen werden zusammengesetzt»nd miteinander kopiert. Im Vor- dcrgrunde von Lehnerts Afrika kämpfen Menjch und Tier um ihr Leben, und nötigenfalls zeichnet uns der Meister für die heikelsten Situationen noch einen Trick film. Das Publikum will für seine 80 Pfennig wenigstens ordentlich um das Leben der Expeditions- tcilnchmer zitterir können, Herr Autcr. Diese Art Kulturfilm müssen Sie schreiben, nur damit ist Geld zu verdienen.,. also, los!" Was soll ich sogen: der Mensch ist schwach. Ich setzte mich an den Schreibtisch und Lchnert sich ans Zeichenbrett. Es fanden sich ein paar alte Vildstreifen vor, die allzu ehrliche Leute, die nur das aufnehmen, was man normalerweise zu sehen bekommt, von ge- scheiterten Expeditionen zurückgebracht hatten: um diese sollte sich jetzt das Gewebe unserer Phantasie spinnen. Natürlich fuhren wir wohlausgerüstct mit oielen Kisten, Ballen, Apparaten, tropcnhelmbcdeckt und in Breeches gezwängt aus, die Abschieds aufnähme war nicht schwer zu machen, und als An- kunftsszene diente die Ankunft von irgend jemand irgendwo an der afrikanischen Küste. Einer von den antidiluoianischcn, ewig verspäteten, irgendwann fahrenden afrikanischen Flußraddampferchen wartete, und im Vordergrunde erschienen ich und Lehnert hingemalt und gestikulierten, erteilten Orders, ließen die Neger springen, taten wichtig und besorgt: und redeten Quatsch durch die Tonfilmapparctur. Immer wieder erschienen Reiscszenen, die irgendwo und nirgends sein konnten, zwischendurch lief ein weißer Wurm über die Karte von Asrika, unsere lange, beschwerlich« Reiseroute anzeigend (wer weiß denn dort Bescheid),«in altes Lastauto tauchte auf, eine Sport zu Pfingsten Arbeiiersportliches und anderes Der Berliner Arbeitersport hat außer den in der Sportbeilage des„Abend" vom Freitag angekündigten F u g b a l l- und Handballspielen größere Veransialtungen nicht angesetzt. Die Mehr- zahl der Llrbeitersportlcr benutzt die Psingstseiertagc, um größere Wanderungen zu unternehmen, wobei allerdings mit den bejuchten auswärtigen Vereinen oft Freundschaftsspiele ausgetragen werden, An dem an beiden Feiertagen stattfindenden Fußballturnier in der Chrislianiaslcaße nehmen jolgende Mannschajten teil: Butab, Hansa 31, Schworz-Weiß und Vorwärts-Wedding. Der Verein Hansa hat sich erst in den letzten Tagen dem Arbcitcr-Turn- und Sportbund angeschlossen. Der Verein ist eine Neugründung aue- ehemaligen Spielern des kommunistischen Fußballklubs Teutonia. In seinen Reihen befindet sich fast die gesamte erste Mannschaft. Da- Turnier beginnt am ersten Feiertag um 15 Uhr. „Tennis-Rot", der große Arbeiter-Tcnnis-Verein Berlins, ver- anstoltct über die Pfingstfeiertag« im Lichtenberger Stadion ein Vereinsturuier, das bereits heute beginnt und am 2. Feiertag endet, Die Ausschcidung-kämpfe beginnen heute um 15 Uhr, am 1. und 2. Feiertag wird ab 8 Uhr gespielt. Es ist die erste größere Ver- anstaltung der Arbeiter-Tennisspieler in dieser Saison. Schwerathletik. Am 2. Pfingstfeiertag gibt der Sport-Club „Alt-Wedding 1883" im Moabiter Schützenhaus in Plötzensee eine große Variete-Borstellung, bei der die bundestreuen Arbsiter-Athle- ten von der Artistensparte tatkräftig unterstützt werden, Umrahmt werden die Darbietungen von einem Gartcnkonzert. Beginn der Lorstellung 14 Uhr, Eintritt 30 Pf. * Die Berliner Olympia-Radrennbahn hat für ihre Pfingst- Veranstaltung am zweiten Feiertag nicht weniger al? acht Dauer- sahrer verpflichtet. Im Vordergrund des Interesses steht das„Große Handicap", ein Stundenrennen, in den: der Bahninatador Sawall und Krewel vom Mal starten, Thollembeek erhält 200 Meter, Dederichs 300 Meter, der Italiener Gay 800 Meter, Carpus 1200 Meter, Lohofs 1000 Meter und der Wiener Cap 2000 Meter Borgabe, Zwei 20-Ki!omcter-Rennen mit Star in Linie, di« von Sawall, Krcwer, Dederichs und Thollembeek bestritten werden,»er- vollständigen das interessante Programm. Bürgerliche Fußballmannschaften aus Oesterreich und Denlsch. land stehen sich am Pfingstsonntag im Grunewald-Stadion gegen- über. Die Begegnung ist als ein repräsentatives Spiel anläßlich der in Berlin stattfindenden Weltfußball-Tagung anzusehen, Grohtämpfe der Tennislehrer. Der„Verein Deutscher Tennis- lehrcr 1911" bringt auf den Schwarz-Weiß-Plötzen im Grunewald, Bcrkaer Str. 18, an beiden Feiertagen Tcnniswettspiclc zur Durch- sührung. Beginn an beiden Tagen um 9 und 14 Uhr. Bei den Trabrennen zu Ruhleben am Pfingstsonntag steht als besonderes Ereignis da- Bruno-Eassirer-Rennen auf dem Programm, eine klassische Stehcrprüfung, die über die lange Distanz von 3000 Meter sührt. Beginn der Rennen 15 Uhr. Am psingstdienslag steht in Karlshorst wieder ein viel- versprechender Renntag in Aussicht, der ausgezeichneten Sport bringen wird. Besonders die Hauptnummer, der Ausgleich der Vierjährigen, dürfte sich zu einer spannenden Entscheidung gestalten, Beginn um 15 Uhr. Veridhterstattez', Mitarbeiter! Bon den sportlichen Bcranstallungcn zu Pfingsten können Be- richte bereits am 2. Feiertag, v o n 1 9 Uhr ab. auf der Sporiredaktion des„Borwärts" obgelicscrl werden. Nene Wege Wie Groenhoff sein Der dieser Tage von dem jungen Frankfurter Segelflieger Groenhoff vollführte Weltrekord-Streckenflug über 205 Kilometer hat bewiesen, daß der Segclslug noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt ist, sondern daß wir uns im Gegenteil, wenn nicht alle Anzeichen trügen, augenblicklich am Beginn einer neuen Epoche im motorlosen Flug befinden, die uns vielleicht schon in nächster Zeit sogar noch viel großartigere Segelslugleistungcn bescheren wird. Denn es ist nicht einzusehen, warum sich mit Hilfe der von Groenhoff angewandten Methode des Vor-dem-Gewitter-Hersegelns nicht auch Strecken von der doppelten oder dreifachen Länge bewältigen lassen sollten. Mit dieser Methode, die übrigens nicht Groenhoffs eigene Er- findung ist, von ihm jedoch bis zur Vollendung durchgebildet wurde, hat es in kurzen Zügen folgende Bewandtnis: Beim Segelfliegen wird der fehlende Motor bekanntlich durch den„A u f w i n d", d, h. durch eine nach oben gerichtete Luftströmung ersetzt, deren Ge- schwindigkeit ebenso groß oder größer als die Sinkgeschwindigkeit des Segelflugzeuges in ruhiger Luft fein muß. Am regelmäßigsten und sichersten findet sich ein zum Segelfliegen geeigneter Aufwind an der Luvseite von Berghängcn, die den dagegcnblasendcn Wind nach oben zum Ausweichen zwingen. Leider ist die Auswindzone eines solchen Hanges räumlich recht begrenzt, so daß sich der Pilot, will er nicht an Höhe verlieren und zur Landung gezwungen wer- den, mit seinem Flugzeug ständig in der Nähe des Berges aufhalten muß. Wer einmal einen der Rhön-Segclflugwettbcwerbe besucht hat, kennt das Bild, wenn an windgünftigcn Togen ganze Schwärme von Flugzeugen dicht nebeneinander über dem Westhang der Wasserkuppc in der Luft hängen, weil dort die Aufwindoer- Hältnisse erfahrungsgemäß am günstigsten sind. Auf die Dauer ist dieses„Kleben am Hang" natürlich reichlich unbefriedigend, so daß man nach Möglichkeiten suchte, auch ohne Unterstützung durch Hang-Aufwinde scgelfliegcn zu können. Man stellte dabei bald fest, daß selbst über absolut ebenem Gelände Auf- windzonen vorkommen, so z. B. überall da, wo ein Stück Boden durch die Sonnenbestrahlung stärker erwärmt wird als das um- gebende Land.(Etwa eine Heidefläche inmitten ausgedehnter Waldungen.) Ueber solchen Geländestelle» bildet sich eine Säule erhitzter, oufwärtsströmendcr Luft, deren Geschwindigkeit an heißen, sonnigen Hochsommertagcn so groß werden kann, daß ein hinein- geratenes Segelflugzeug wie in einem Fahrstuhl cmporgerissen wird.— Es wäre theoretisch durchaus denkbar, daß ein geschickter Pilot, indem er von Luftsäule zu Luftsäule fliegt und sich"dabei jedesmal von neuem hochtragen läßt, auch über völlig ebenem Gelände eine große Strecke in reinem Segelflug hinter sich bringt. In der Praxis stößt dieser�„thermische S e g e l f l u g" jedoch auf außer- ordentliche Schwierigkeiten, denn die Stellen, über denen sich der- artige aufsteigende Luftsäulen befinden, sind von oben meist nicht ohne weiteres zu erkennen: zudem pflegen sich in ihrer unmittcl-! paren Nachbarschaft Zonen nicht minder heftigen Abwindes zu be< j „Wir sind durch I" Eine Rettungsmannschaft- die versagt Kaum hat die Wassersportsaison begonnen und schon ereignen sich überall bedauerliche Bootsunsälle, die Menschenleben forderten, Ein alter Wassersportler sendet uns dazu folgenden Beitrag: Obwohl jeder erfahrene Wassersportler die Unwetter der letzten Wochen heraufziehen sah und rechtzeitig Schutz suchte, blieben doch viele Boote aus dem Wasser, vielleicht aus Unkenntnis der Gefahr, vielleicht auch aus Leichtsinn, Nun sind ja an unseren märkischen Gewässern Rettungsboote stationiert, die im Falle der Gesohr sofort zu Hilfe eilen. Auch am Eingang des Seddinsees ist eine solche Rettungsstation eingerichtet worden, die vom Roten Kreuz ausgerüstet ist. Von Mitgliedern des Freien Scgler-Vcrbandes, die mit ihren Booten in der Kleinen Krampe lagen, war das Kentern zweier Segelboote beobachtet worden. Die Boote sackten ziemlich lief ob, da sie oller Wahrscheinlichkeit noch keine Luftkästcn hatten. Ihnen Hilfe zu bringen, war mit unseren Booten unmöglich. Was tun? Also wurde das Rettungsboot des Roten Kreuzes benach- richtigt. Doch das Motorboot lag fest vertäut am Steg, während die Mannschaft, ein junger Mann, ein Herr in den mittleren Jahren und ein älterer Herr, in ihrem Zelt sahen. Auf die Bitte der Segler, doch den gekentertcn Booten sofort zu Hilfe zu eilen, wurde ihnen geantwortet:„Wir fahren nicht, wir sind durch: setzen Sie sich doch ans Steuer und fahren Sic!" Diese Antwort wirkte sehr befrem- dend. Erwähnt soll werden, daß das Boot vorher draußen gewesen war und Hilfe geleistet hat. Aber wenn Menschenleben in Gefahr sind, dann gibt es keine Antwort:„Wir sind durch!" Und wenn man zehnmal durch ist bis auf die Haut, so muß trotzdem an die Rettung Ertrinkender herangegangen werden! So ist es wenigstens unter den Wassersportlern Brauch. Es hat natürlich eine helle Em- pörung gegeben: aber jedenfalls war die Mannschaft des Rettungsbootes nicht zu bewegen, zu Hilfe zu eilen. Dieser Vorfall muß um so mehr befremden, als man doch eigentlich von den Rettungsstationen nur Gutes hört... Inzwischen war auf dem Wasser das Geschick zweier junger Menschen besiegelt... Wie anders benahm sich das Schulschiff des Deutschen Segler-Verbandcs, dos bei dem SC. Ahoi stationiert ist und während des ganzen Wetters auf dem Seddinsee kreuzte, um da, wo es not tat, Hilfe bringen zu können. Es ist nicht anzunehmen. daß die Jungen, die auf diesem Schiff im Segeln ausgebildet werden, so gutes Oelzeug haben wie die Mannschaften der Rettungsstationen. Aber den Jungen hätte ich sehen mögen, der seinem Kapitän sagt: „Ich bin durch!" So etwas ist überhaupt undenkbar. Leider konnte dos Schulschiff in dem tragischen Falle nicht retten, da es schon eine Tat war, den Kutter, der keinen Motor hat, bei dem Sturm aus Kurs zu halten. Nach dem Sturm erschien auch wieder das Motor- boot des Roten Kreuzes, allerdings ohne Beschäftigung zu finden. Es darf hier erwähnt werden, daß ursprünglich am Eingang des Eeddinfees ein Rettungsboot des Arbeiter-Samaritcr-Bundcs statio- niert war. Es war eine wahre Freude, diese braungebrannten Ge- stalten bei ihrem Reitungswert zu beobachten. Aus irgendwelchen Gründen verschwand das Boot der Arbeitersamaritcr und ein Boot de- Roten Kreuzes wurde stationiert, Zugegeben, daß die Mannschaft des Roten Kreuzes„durch" war und demzufolge nicht mehr aus dem Zelt heraus wollte, so muß unter allen Umständen verlangt werden, daß die Rettungsstationen mit solchen Mannschaften besetzt werden, die auch in Gewitter und Sturm ihre segensreiche Tätigkeit verrichten, ohne sich vielleicht dos Reißen zu holen. Ob die Mannschaft am Lzimmelfahrtstage eine so wetterfeste war, muß nach dem bedauerlichen Vorkommnis zumindest bezweifelt werden., im Segelflug ;n Weltrekord erflog finden, da jede Strömung im Luftmccr durch eine ihr entgegen- gesetzte ausgeglichen werden muß, Die Erfolge im thermischen Scgelflug waren also, von seltenen Ausnahmen abgesehen, bisher nicht sonderlich ermutigend. Nun gibt es aber außer Berghängen und Sonnenstrahlen noch eine dritte Ursache für das Entstehen von Aufwinden, nämlich die G e- witter. Es ist ja bekannt, daß Gewitter fast immer von äußerst heftigen Luftbewegungen begleitet sind. Eingehende Beobachtungen haben gezeigt, daß vor dem Gewitter eine sogenannte„Böenwelle" herläuft, in der scharf aufwärts gerichtete Luftströmungen vor- herrschend sind. Gelingt es einem Segelflieger, in diese Aufwind- zone hineinzukommen und sich trotz Fortschreitens des Gewitters dauernd in ihr zu halten, so wird er ganz erhebliche Entfernungen zurücklegen können, da Gewitter manchmal Hunderte von Kilo- meiern über Land ziehen, Der Erste, dem vor etwa 2 Iahren ein einwandfreier Fern- segclflug mit Gcwittcrhilfe gelang, war der Kasseler Max Kegel, der seitdem in Segelfliegerkreisen den ehrenvollen Spitznamen„Gewitter-Maxe" trägt. In der Zwischenzeit hat die Rhön-Rossittcn-Gesellschaft, die deutsche Scgelflug- Spitzenorgonisation, der Erforschung dieser modernsten Segelflug- Methode ihr besonderes Augenmerk zugewandt. In dem Bestreben, auch beim Start vom bergigen Gelände unabhängig zu sein, ver- fiel man auf den Ausweg, das Segelflugzeug durch eine Motor- Maschine an einem langen Seil bis in eine gewisse Höhe empor- schleppen zu lassen: dort angekommen, wird das Seil durch einen Hebeldruck ausgeklinkt, und der eigentliche Segelflug kann beginnen. Dieses Verfahren, das bei richtiger Anwendung für beide Teile ob- folut ungefährlich ist, hat sich bereits in zahlreichen Fällen bestens bewährt und ist auch bei Groenhoffs Start zu seinem Weltrekord- flug zur Anwendung gekommen. Im übrigen hat der Flug Groen- hoffs, genau wie seinerzeit der Max Kegels, gezeigt, daß nßr un- gewöhnlich gewandte und mutige Piloten daran denken können, sich auf das Wagnis eines Gewitterfluges einzulassen: denn es handelt sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes jedesmal um einen Kampf auf Leben und Tod. Die schweren Böen, die die Maschine wie einen Spielball hin und her schleudern und die Tragflächen oft bis zum Zerbersten durchbiegen: Regen und Hagel, die dem Führer ins Gesicht peitschen und ihm jede Aussicht auf die Erde rauben: dazu die Blitze und der unheimlich krachende Donner— man begreift, daß die, die es einmal mitgemacht haben, im allgemeinen gar kein besonderes Verlangen nach baldiger Wiederholung ihres Abenteuers oerspüren. Trotzdem ist der Kampf um den Weltrekord im Strecken- Segelflug natürlich noch nicht entschieden. Man weiß, daß Robert Kronfeld, der vor Groenhoff Rekord-Inhaber war. ein neues .Tlebcr-Segelflugzeug" im Bau hat. dos mit 30 Metern Spannweite alles schlagen wird, was es auf diesem Gebiet bislang gegeben hat. Noch in diesem Monat soll die Moschine fertig werden — wir dürfen uns also für die nächst« Zeit auf allerlei Ueber- raschungen gesaßt machen.. Hans Woltereck. Es wäre zu wünschen, daß dle maßgebenden Me?«»?e Rettungsdienstes des Roten Kreuzes sich mit der Angelegenheit nähe befassen. Willy RothVamm, Mitglied des Freien Seglerverbande». �N�fc& f Vß Rückschau. „Sie Welt des Arbeiter s", Vortragsreihe der Deutschen Welle. Ein Lehrspiel von Dr. W. H e r r m a n n s zeigte „Eine Sprechstunde bei der F ü r s o r g e ä r zt i n". Ein sehr wirksam aufgebautes Hörbild: Ein Besucher kommt in die Sprech- stunde, um einen Einblick in das Arbeitsgebiet einer Fürsorgeär.zfin zu erhalten. Er stellt Fragen, die wahrscheinlich jedem einzelnen Hörer auf die Lippen kommen würden, und so wird dem Hörer die Illusion nicht schwer gemacht, selber an dem Platz des Frage- stellers zu stehen und unmittelbar Belehrung und Einsicht zu empfangen. Das ist für solche Scirdungen, di« einen bestimmten aufklärenden Zweck oerfolgen, außerordentlich wichtig. Sie müssen sachlich und klar sein und wirklich als Ausschnitte aus dem Leben empfunden werden. Der Hörer erfuhr von dem Wirken der Säuglings- und Kleinkinderfürsorge durch dieses Spiel viel mehr, als manche Mutter von ihr weiß, die vielleicht seit Jahren mit ihren Kindern solche Für, sorgestelle regelmäßig aus- sucht: denn er wurde hinter die Kulissen geführt, wo jene Arbeit geleistet wird, die die eigentliche Fürsorge ausmacht, wenn sie auch von Müttern und Kindern als solche kaum empfunden wird. Das ist die Ucbcrwachung nicht nur der Entwicklung des Kindes, sondern der Gesundheits- und Lebensverhältnisse der ganzen Familie, über die in Kartotheken genau Buch geführt wird, so daß zum Beispiel im Erkrankungssalle sich sofort feststellen läßt, wie weit das Milieu daran Schuld tragen könnte. Keine Mutter, di« dieses Lehrspicl abhörte, wird in Zukunft noch Recherchen in dieser Richtung als neugierige Belästigung durch die Fürsorgestell« empsinden. Im Programm der Funkstundc brachte Walter Kiaulehn unter dem Titel„Das Wochenende" eine geharnischte Anklage gegen Bürokratismus und Lärmsucht. Das Wochenendhaus ist in baupolizeilicher Sprache stets ein„Geräteschuppen" und daher als menschliche Wohnung unzulässig. Daß trotzdem Taufende in solchen „Geräteschuppen" wohnen, verdanken sie der baupolizeiliche» Gnade, die ihnen aber jederzeit entzogen werden kann, lind die Baupolizei wacht über Zäune und Tische und Bänke, die der Wochenendler auf seinem Grundstück aufstellt, und iveim er nicht rechtzeitig die Entwürfe dazu bei der Baupolizei eingereicht hat, so regnet es unter Umständen— das hängt van der Gnade ab— Strafmandate, Walter Kiaulehn bekannte sich trotzdem und trotz aller Musikbeflissenen, die sich zur Ausübung ihrer geräuschvollen Kunst in immer steigendem Maße die Havelseen aussuchen, als leidenschaftlicher„Woclzencndler", der nicht nur um Freunde, sondern um Mitkämpfer für ein erholsames Wochenende werben wollte. '1'es. Lonnadencl, 23. Mai: Berlin. 16.05 Blasorchester-Konzert. 15 00 Hermann Zucker; Jugend regiert die Welt. 18.30 Richard Irunk: Lieder.(Maria Trunk, Sopran, riflsel; Prof. Rieh. Trunk.) 18.55 Mitteilungen des Arbcitsamtca. 19.00 Die Erzahluntten der Woche.(Noa Kiepenheuer.) 19-30 Zur UntcrhÄltuns:. Mitw.: Ruth-Peiner. Mftitercs Oberschi esisch es Punk- Ouartett 30.15 Habei Schlajer künstlerischen Wert? Dr. Karl Wllcryiukt. 21.00'I ages- und Sportnachrichten. Zt. 10 Kleiniskciten. von Peter Schaeffers und Günther Franzke. Musik: Peter Krendcr. 22.15 Wetter-, Tases- und Sportnachrichten. Konicswusterhausen. 16.00 Rektor O. Grapentin: Bckämpfuns der Brandschäden durch Schule. 16.30 Ilamburs; Konzert. 17.30 Zwiegespräch zwischen Zahnarzt Dr. Lazarus und Schülerin. 18.00 Französisch für Fortgeschrittene. 18.25 Saitschick: Faust und die Not unserer Zeit. 19.05 Prof. Dr. Emil Utitz: Charakterkundc auf Reisen. 19.30 Stille Stunde: Vorpfingsten. 20.00 Köln: Lustiger Abend. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. • l Sonntag, 24. Mai. Berlin., 11 6.00 Königsberg: Frühkonzert. 6.30 ca.: Funkgymnastik. 8.35 Avus: Zchnländcrfahrt des Automobilklubs von Deutschland. 10.00 Pfingstgottcsdienst. 12.00 A. Kantorowicz; ,, Pfingsten in Cladow". 12.30 Leipzig: Konzert. 14.00 Johanna Meyer: Pfingstmärchcn. 14.30 1. Beethoven: Sonate D-Dur. op. 12. Kr. I.(Georg Beerrald, Violine. Am Flügel: Julius Bürger.) 2. Arien und Lieder.(Eva Johnn-Fchrmarju Sopran.) 3. Beethoven: Sonate C-Dur, op. 2. Nr. 1.(Gisela Springer. Flügel.) 15.30...MitUommertag", von August Strindberg.(Sprecher: Dr. 0. Rößlcr- Groteck.) 16.00 Blasorchester-Konzert. 18.15 Arthur Silbcrglcit liest eigene Dichtungen. 18.30 Arnold Földcsy spielt.(Am Flügel: Bruno Scidler-Winklcr.) 19.00 Einakter. 1.„Ein lieiralsantrag in der NiederwallstraBc", nach GlaC- brenner für den Rundfunk bearbeitet von Vox. 2.„Dreiunddreißig Minuten in Grüneberg". Posse von Karl v. Holtci. Regie: Max Bing. 20.00 Orchcsterkonzerf. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Anschließend: bis 0.30; Tanzmusik. Königswusterhauseit. 7.00 Hamburg: Ilafenkonzert. 11.00 Langenberg: Aachen; Rheinlandkundgebung. 11.30 Bach-Kantaten. 18.15 Saitschick: Die frohe Botschaft des Geistes. 22.30—24,00 Hamburg: Frühlingsnacht auf dem Dampfer„Albert Ballin". .Montag, 23. Mai, Berlin. €.00 rrfihkonrert. «.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Benjamino Gigli singt(Schallplattcn). 14.00 Anna Höllering: Märchen. 14.30 1. Bach: Sonate C-Dur(für Flöte und Cembalo). 2. a) Scheidt: Pas- samezzo Variationen; b) Pachelbcl; Fuge(für Cembalo). 3. a) Krebs: Largo: b) Bach: Pastorale(für Flöte und Cembalo). 4. Campioni: Die Jagd(für Cembalo). 5. Benda: Sonate(für Flöte und Cembalo).(Alice Ehlers, Cembalo und Rolf Fnneler, Flöte.) I'.OO Artur von Sacher-Masoch liest eigene Novellen. 15.30 Mandolinenorchester-Konzcrt. 16.00 Unterhaltungsmusik. 17.25 ca.; Hoppegarten: Jubiläumspreis. 18.15 Ferdinand Bonn liest heitere Geschichten. 18.45 1. Beethoven: Klaviertrio Es-Dur, op. 1. Nr. 1. 2. Schubert: KlaviertrI« B-Dur, op. 99.(Joseph Schwarz. Flügel; Boris Schwarz, Violiac; Eun« Mainardi, Cello.) 19.45 Sportnachrichten. 20.00 Offcnbach-Zyklus IX. ,, Blaubart'4, Operette. Königswusterhausen. 11.30 Pater Rektor Th. Hoffmann; Vom Glauben an unsere Jugend. 12.00 Königsberg; Konzert. ?n.OO Hamburg: PfingstfAhrt in blühendes Land. 22.00 Wetter, Nachrichten, Sport. Au schließend bis 0.30; Tanzmusik.