Nr. 159. 1 Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Wierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspred- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Aus den Berichten der Gewerberäthe für 1890. II. Wie sehr wir mit der Behauptung des Schlußsatzes in unferem ersten Artikel recht haben, zeigt sich nicht nur in den Berichten über Schlesien, sondern das beweisen die Berichte der Gewerberäthe aus ganz Preußen. Sonnabend, den 11. Juli 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Daß dies nur ein sehr mangelhafter Nothbehelf ist, liegt auf der Hand. sie sich bemühen, in minder bedeutenden Punkten Abhilfe zu schaffen und so den Schein zu erwecken, als ob ihre Maßnahmen und Rathschläge schließlich doch da- In solchen Fällen müßte offenbar die Regierung viel zu ausreichen würden, dem Arbeiterstand zu helfen. energischer auftreten und die Ausführung ihrer Vorschläge In dieser Beziehung konstatirt z. B. Herr Trilling, im Nothfall erzwingen, anstatt der Weigerung der Unterder Gewerberath für Oppeln, daß es durch die in der obernehmer nachzugeben. Auf einem anderen Gebiete aber, auf dem jener inschlesischen Gegend gegründeten Konsumvereine gelungen sei, die Arbeiter gegen die Ausbeutung seitens der Händler duſtriellen Unternehmungen, welche Gefahren für die Gemit den Waaren des Lebensunterhalts- Bedarfs zu schützen. sundheit der Arbeiter mit sich bringen, sollte die Regierung Derselbe schreibt in seinem Bericht: nicht blos mit gutem Beispiel sondern mit energischen VorNach den Zählungen der preußischen Fabrikinspektoren, Es bedarf keiner Beweisführung mehr, daß die Ar- schriften vorangehen. die nach einer Andeutung des Fabrikinspektors für Minden In dem früheren Jahresberichte hatte Gewerberath fie fich lediglich auf die zuweilen recht lückenhaften Liſten einer weitgehenden wirthschaftlichen Ausbeutung durch un- Trilling bereits mitgetheilt, daß auf der königlichen Friedrichsund Münster noch nicht einmal ganz vollständig sind, weil beiterbevölkerung, insbesondere in den Industriekreisen, früher ber Fabriken ſtügen, beträgt das Heer der kindlichen und reelle Gewerbetreibende unterlag, welche die wirthschaft- hütte bei Tarnowiz großartige Veranstaltungen getroffen um das Entweichen bleihaltiger jugendlichen Fabrikarbeiter in Preußen gegenwärtig 125 904 liche Unreife der Arbeiter in gewiſſenloser Weise ausnußend, wurden, Röpfe. Wie gewaltig der schaft in Preußen war, geht aus den bezüglichen Zahlen den gesammten Haus- und Wirthschaftsbedarf umfassendes zu verhindern. Zu diesem Zwecke sind sämmtliche Defen Kreditsystem bezüglich ihrer Vermögens und Verdienst an einen großen Ventilator angeschlossen worden, der die Im Jahre 1880 belief fich die Zahl der kindlichen und verhältnisse völlig, in ihre Hände zu bringen verstanden. Dämpfe absaugt und in eine hohe Esse bläst, durch welche jugendlichen Arbeiter in Fabriken auf 54 715 Köpfe, bis War die Schuld eines Arbeiters so weit angewachsen, daß er sie entweichen. Im Jahre 1888 wurde die erste Gruppe gewachsen, während sie in den letzten zwei Jahren um der Gläubiger auf, die kreditirten Waaren in dem„ Kontobüchel" bindung gebracht, was gleich eine Verminderung der In einem einzigen Jahrzehnt wuchs also die Armee nische Bermert für Waaren so und so viel" gemacht und gesammten Krankentage von 3312 auf 1374 zur Folge hatte. der von der Industrie ausgebeuteten Unerwachsenen um weit jegliche Aufsicht seitens des leider völlig urtheilslosen Käufers Die Zahlen des Jahres 1889/90 lassen gegenüber denen des hörte nun auf. Am Löhnungstage floß der ganze Lohn dem Vorjahres keine Besserung der Gesundheitsverhältnisse ermehr als 21 000 Seelen zunahm. mehr als das Doppelte. speziell zu bezeichnen, es wurde dann nur noch der lako Krankheitsfälle von 252 auf 113 und eine Verminderung der Es ist natürlich gar kein Trost, daß die Kinder von 12 Händler zu, und der Arbeiter war genöthigt, in den folgen kennen, was theilweise seinen Grund darin hat, daß in diesem und ein den Monaten von neuem schlechte Waaren zu der erforderlichen Einrichtungen vorgegangen werden konnte, Rontingent von etwa 7000 Seelen stellen, während" die etwas theuren Preisen auf Borg zu entnehmen. Daß solche freche Gaunerei geübt werden konnte, ist und theilweise seine Erklärung auch darin findet, daß die fräftigeren jungen Menschen von 14-16 Jahren die unficherlich bemerkenswerther, als daß endlich Mittel und Wege drei Monate Januar, Februar und März des Jahres 1890 geheure Mehrzahl bilden. infolge der in Friedrichshütte sehr heftig auftretenden InGanz besonders schmachvoll für unsere Zustände ist es gefunden wurden, ihr abzuhelfen. Wie schwer es aber meist ist, kapitalistische Unternehmer fluenza sehr hohe Krankenziffern aufwiesen. Nachdem im aber, daß nicht weniger als 40 000 Mädchen von 12 bis 16 Jahren in den preußischen Fabriken sich mit harter zu Einrichtungen zu veranlassen, welche das Wohl der Ar- Anfange vorigen Jahres alle Einrichtungen fertiggestellt waren, erwies sich die günstige Wirkung Arbeit abquälen müssen. Es steht also fest, daß ein großer beiter dringend erfordert, hat sich unter anderm grade auch worden derselben auf die Gesundheit der Arbeiter in Theil derjenigen, welche die Mütter unseres Volkes werden in Oberschlesien gezeigt. Weise. Vom Im vorigen Jahr hatte Gewerberath Trilling die überraschender 1. April 1890 bis sollen, im zartesten Alter der Entwickelung dem FrohnAmtsvorsteher des Eisenerz- Reviers ersucht, auf zum 31. Januar dieses Jahres, also in einem Zeitdienste des Kapitals geopfert werden. Und das geschieht in derselben Zeit, in welcher die Grund der Provinzial- Polizei- Verordnung vom 5. Januar raum von 10 Monaten, war die Zahl der Krankheitsfälle Fabrikinspektoren für Berlin, Aachen und Arnsberg die wirth: 1889 für jeden Ein- und Ausfahrpunkt der sehr zahlreichen 40 und die der Krankentage 454. Auf das Jahr gerechnet schaftliche Möglichkeit eines gänzlichen Verbotes der Kinder Förderungen, ein der Arbeiterzahl entsprechendes 3e chen dürfte sich muthmaßlich die Zahl der Fälle auf 48 und bie arbeit für die industriellsten Bezirke des Landes betonen und haus zu verlangen, welches den am Haspel beschäftigten Bahl der Krankentage auf 545 stellen, während sich im der Fabrikinspektor für Minden und Münster die bis in Personen vollkommenen Schutz gegen die Witterung böte Jahre 1887, vor Ausführung der beschriebenen Einrichden tiefsten Grund hinein ruinirende Wirkung der und einen besonderen Raum enthielte, in welchem die tungen, 3312 Krankentage, also die sechsfache Zahl erBeschäftigung jugendlicher Arbeiter in einer ganzen Anzahl übrigen auf der Betriebsstätte beschäftigten Personen Unter- geben. kommen finden, ihre Kleidungsstücke aufbewahren und mit- Man sieht also hieraus, wie gewaltig man in der von Betrieben hervorhebt. Die artigen Betrieben auf die Gesundheitsverhältnisse der ArZur Kennzeichnung der riesigen Entwickelung unseres gebrachte Speisen erwärmen und verzehren könnten. Rapitalismus mit all seinem schauerlichen Gefolge genügt Eisenerz- Industriellen hatten beim Regierungspräsidenten beiter einwirken kann, und man müßte doch nun allgemach es allein schon, die Thatsache zu konstatiren, daß die Zahl von Oppeln die Aufhebung dieser Verfügung erkennen, daß es ein Verbrechen ist, wenn man nicht überall, der Fabritarbeiter überhaupt in den letzten zwei Jahren in Antrag gebracht. Dieselbe ist nun auch daraufhin in- wo derartige Gesundheitsschädigungen vorkommen, den um etwa 10 pCt., die Zahl der jugendlichen Arbeiter um soweit abgeändert worden, daß für mehrere dicht zusammen nöthigen Schutz für die Arbeiter, wenn es nicht anders liegende Förderpunkte ein gemeinsamer, den obigen Forde- geht, mit den energischsten Mitteln erzwingt. mindestens 20 pCt. gestiegen ist. Zu beachten ist, daß allen besonders schwerwiegenden rungen entsprechender Aufenthaltsraum verlangt wird; die und unsere gesammte Fabrikarbeiterschaft bedrückenden zum Schutze der Haspelzieherinnen vorhandenen SchachtUebelſtänden unserer industriellen Verhältnisse die regieren kauen müssen aber auch den gestellten Anforderungen ent- heißen: noch ni 30 den Kreise vollständig rathlos gegenüber stehen, während sprechen. Feuilleton. Nachdrud verboten.] [ 107 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tyrol von Robert Saweichel. gannen Bayern und * Berichtigung. In dem Artikel I muß es Spalte 2 8. 7 statt noch nicht 50( Gewerbebeamten). Freiherr von Lichtenthurn. Hatte man in Wien mit der hielt er eine Proklamation des Vizekönigs Eugen, welche Absendung des Boten sich Beit gelassen, so wurde die Wahl den Tyrolern gänzliche Verzeihung zusicherte, wenn sie die der Person für Tyrol zum Verhängniß. Der Freiherr von Waffen niederlegten; jeder fernere Widerstand würde als Lichtenthurn war epileptischen Anfällen unterworfen und ein Hochverrath mit dem Tode bestraft werden. Dieser Aufsolcher Krampf ergriff ihn, als er vor Hofer in deffen altem ruf erregte bange Zweifel in dem Gemüth Hofer's. Hauptquartier am Ruzbache stand. Hofer hatte Haspinger, Haspinger, Haspinger!" rief er dumpf, indem er das Speckbacher und andere Bauernführer bei sich versammelt, Bapier in der Hand zerknüllte, wenn wir verlassen wären?" um den Abgesandten seines Kaisers zu kaum hatte der Freiherr ſeine Depeschen überreicht, als er in major Siberer und einen jungen Prieſter, Namens Donay, gräßlichen Zuckungen zu Boden stürzte. Mit geballten an den Vizekönig. Unterdessen traf Ambros in Sterzing den sein, wenn es sich wirklich so verhielte? Rein und seine Freunde blickten mit Grauen auf ihn. Es war das zosen ein Loch ins Fell gebrannt. It's nicht so?" offiziell von Wien aus davon in Kenntniß gesetzt wor- winselte und schrie, man möchte ihm einen Paß geben. Hofer der Speckbacher den Tollkopf schickt, dann hat er dem Frans Franzosen unter französischem gericht! Nein, der gute Kaiser Franz konnte seine treuen sel den Angriffen des überlegenen Feindes die Stirn geboten Oberbefehl den Inn herauszurücken, besetzten Innsbruck Tyroler nicht so schmachvoll im Stiche gelassen haben! und ihn zuletzt gezwungen, sich nach Innsbruck zurückund nahmen die von Hofer eingesetzten und von dem Kaiser Es änderte an dieser Anschauung auch nichts, daß der zuziehen. Freilich," schloß Ambros seinen Bericht, wer bestätigten Mitglieder der Landesverwaltung gefangen. Freiherr ein Schreiben des Erzherzogs Johann über hätte da auch nicht gut gefochten oder gar die weiße Feder dem Frieden seine Richtigkeit hatte." Wir müssen wieder auffallender Weise das Siegel und Hofer rief:" Bringet manche besser wie mancher Mann. Eine aber, das ist ein Dergleichen konnte doch unmöglich geschehen, wenn es mit den Frieden mitgebracht hatte. Dem Schreiben fehlte gezeigt? Die Madlen und Weiber schossen ja mit und fechten, lieben Freunde," sagte Hofer.„ Von dem Frieden, mir das Sigill, so will ich glauben, daß es vom Erz- Staatsmadl, das ist die Anna Jäger aus Schwaz. Wen herzog kommt. Handschriften hat man halt schon oft nach sie aufs Korn nahni, der war hin, und dazu kriegt er eine Speckbacher hatte gleich auf das erste Gerücht von gemacht." Haspinger bestärkte ihn in dieser Ansicht. Die Grabred' von ihr. Die hat mehr Schneid als zwei Buben Der Sandwirth hörte mit einem trüben Lächeln dem Friedensschlufſe Ambros zu Straub gesendet, daß er Friedensgeschichte Stinkie Allen mir eine vom Feinde er zuſammengenomen. Den Oberbefehl über sie führte reichen Siege muß ich dem Speckbacher leider übel vermelden, die Unterinnthaler aufbieten möge. Nun stand er mit ihnen sonnene Lift, um Tyrol ohne Widerstand niederzuwerfen. das ist alles erstunken und erlogen." auf dem Berge Jsel verstärkt durch die Bauern vom Rückten doch inzwischen auch vom Süden her die Franzosen an und versetzte:" Auf die gute Nachricht von dem glor Rein Tag verging ohne der Vicekönig von Italien, Eugen Beauharnais, der Stief- daß der Frieden geschlossen ist. Der Kaiser," hier stockte er Brenner und mit ihnen waren viele Mädchen und Frauen wieder in das Land. mit dem Stuten herbeigeeilt. Um mehr im Mittelpunkte des Landes zu sein, begab Scharmützel mit den Franzosen. Endlich, zwei Wochen nach fohn Napoleons und Schwager des Königs von Baiern. Abschluß des Friedens, traf ein kaiserlicher Bote mit De Peschen zu Lienz an der tyroler Grenze ein. Es war der sich der Sandwirth mit Haspinger nach Sterzing. Dort er und kaum hörbar setzte er hinzu,„ hat Tyrol vergessen!" Ambros prallte betroffen zurück. " Ich lass' dem Speckbacher aber sagen," fuhr Hofer, Diese und andere Fragen hatten wir zu stellen. Und nun] Das Gespenst von Friedrichsruh. hat sich etwas Neues ereignet, was die— Seltſamkeit dieſes ProDie Steigerung der Kartoffelpreise, das untrügliche Vor- zesses noch bedeutend erhöht. Herr Fusangel veröffentlicht in zeichen der Theuerung und Hungersnoth, macht sich auf allen der neuesten Nummer der Westfälischen Volkszeitung" Märkten schon fühlbar. Während andere Länder alle Thore Folgendes: öffnen und die reiche Fülle des überseeischen Getreidesegens in unübersehbaren Massen einströmt, bleibt nur die deutsche Reichsregierung, resp. Herr von Caprivi, unbeugsam dabei, daß man an die Kornzölle nicht rühren dürfe. Diefe Hartnäckigkeit angesichts der Tausende von Rundgebungen wider die Kornzölle und angesichts einer vor Aller Augen sich vorbereitenden großen und allgemeinen Kalamität muß ihren besonderen Grund haben. Wir glauben den Grund zu kennen. Es ist das Gespenst von Friedrichsruh. Herr von Caprivi befürchtet offenbar, bei einer Herabsehung oder Aufhebung der Getreidezölle würden die Agrarier zu einer großen tonservativen Oppositionspartei werden und Fürst Bismarck, der Abgeordnete für Geestemünde, würde sich als der erste Agrarier des Landes an ihre Spize stellen. Bekanntlich hat ja auch Fürst Bismarck erklärt, wenn die Getreidezölle im Reichstage zur Sprache fämen beim öfterreichischen Handelsvertrag so würde er erscheinen und gegen die Herabsehung der Zölle sprechen. Mit einer solchen Rede hofft er sich an die Spitze der agrarischen Opposition zu schwingen, was ihm ohne Zweifel auch gelingen wird. So wirft das Gespenst von Friedrichsruh noch immer seine düsteren Schatten über Deutschland, und die leitenden Staatsmänner fühlen sich von diesem Schatten so bedroht, daß sie behaupten, der laute Ruf des Volfes nach billigeren Nahrungsmitteln sei nicht in den Verhältnissen begründet. Aber, fragen wir, wenn die Regierung bei der Herabsehung der Getreidezölle die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes für sich hat und sie hätte in diesem Falle eine solche Mehrheit für sich!-, fühlt sie sich dann wirklich nicht start genug, eine für das ganze Land segensreiche Maßregel gegenüber dem Redegreis von der Unterelbe und seinem gierigen Troß von Junkern und Kornhändlern zu verantworten Ja, wenn Fürst Bismarck noch im Zenith seines Einflusses stände! Aber jetzt, da er selber durch seine Geschwäßigkeit seine gesammte Politik diskreditirt hat, da selbst unter den Nationalliberalen nur noch die Verbohrtesten dieser Partei an seinen Stern" glauben jekt soll er mit einem Mal so furchtbar sein, daß man nicht an die Getreidezölle rühren darf, um ihn nicht zum Führer einer mächtigen Oppositionspartei zu machen! Man sieht daraus, daß die Staatsmänner vom„ neuen Kurs" fich nicht von den Vorurtheilen und Anschauungen der alten Schule losmachen können. Auch in dieser Beziehung ist der ,, neue Kurs" eben einfach der alte. Wir wollen Herrn v. Caprivi so wenig wie Andere die Anerkennung versagen, daß er die Schädlichkeit des Sozialistengesetzes eingesehen und einen besseren Ton Seitens der Regierung in die parlamentarischen Debatten gebracht hat; aber neue und schöpferische politische Ideen haben wir bei ihm nicht gefunden und haben sie von einem preußischen General auch nicht erwartet. Wir wissen wohl, daß die Zeit jener preußischen Offiziere vorüber ist, von denen einer 1806 bei Goethe im Quartier lag und dann erklärte, er habe„ dem Kerl", dem Goethe auf den Zahn gefühlt, und der scheine ihm Muden im Kopfe" zu haben; aber gerade weil die heutige Militärwissenschaft ein eingehendes Studium erfordert, haben die Offiziere kaum Zeit und Gelegenheit, politische und soziale Erscheinungen eingehend zu würdigen. Die Unterschätzung der öffentlichen Meinung und die Ueberschätzung der„ historischen Persönlichkeit" im Sachsenwald dünkt uns sonach der Grund der Hartnäckigkeit zu sein, mit der man sich in den leitenden Kreisen der Beseitigung oder Herabsehung der Getreidezölle entgegenstemmt. Aber das Bolt wird den Ruf nach billigeren Nahrungsmitteln nur um so dringender erheben. Daran wird es der Schatten von Friedrichsruh nicht verhindern. Politische Uebersicht. Berlin, 10. Juli. Der Prozeß gegen Herrn Vaare hat uns schon wiederholt Veranlassung zu erstaunten Fragen gegeben. Wie kommt es, daß ein Mann, der so schwer beschuldigt ist und der seine Schuld im Wesentlichen auch eingestanden hat, nicht in Untersuchungshaft genommen worden ist, obgleich die Gefahr der Kollusion und der Beweis Verdunkelung in diesem Falle ganz ungewöhnlich nahe lag? Wie tommt es, daß nach den falschen Stempeln nicht gesucht wurde, obgleich Herr Fusangel die genauesten Angaben in Bezug auf die Dertlichkeiten gab? schädigen muß. Wir halten uns für verpflichtet, hierauf hinzuweisen und verwahren uns mit aller Entschiedenheit gegen den etwaigen Versuch, uns für die hieraus entspringenden übeln Folgen mitverantwortlich zu machen. Kurz Herr Baare, der Angeklagte, ist auf freiem Fuß, und Herr Fusangel, der Ankläger, der ihn entBochum, 10. Juli. Da das" Rhein- Westf. Tagebl." be larvt hat, muß ins Gefängniß wandern, und wird einen reits gestern Mittheilung davon machen konnte, der Chef Monat lang verhindert, das Beweismaterial gegen Baare Redakteur der Westf. Volksztg." sei aufgefordert worden, die ihm wegen„ Beleidigung" der Handelskammer und des Knapp- und Konsorten zu sammeln, zu ordnen und zur Geltung zu schafts- Borstandes zuerkannte ein monatliche Gefäng- bringen. nisstrafe anzutreten, müssen wir uns gleichfalls mit dieser Formell ist die Staatsanwaltschaft allerdings in Angelegenheit an dieser Stelle beschäftigen. Die Thatsache ihrem Recht, wenn sie den sofortigen Haftantritt verlangt; ist richtig. Am Montag, 6. Juli, Abends 8 Uhr, ist uns aber Thatsache ist auch, daß die Staatsanwaltschaft das das Urtheil des Reichsgerichtes zugestellt, die Strafe also Recht hat, den sofortigen Haftantritt nicht zu verlangen, rechtskräftig geworden. Bereits Mittwoch, 8. Juli, es sei denn, daß ganz bestimmte Gründe dies er hat Herr Staatsanwalt Sandmeyer, anscheinend im Auftrage des ersten Staatsanwaltes in Essen, durch schriftliche Zustellung heischen. Welche ganz bestimmten Gründe liegen in diesem den Chefredakteur Fusangel aufgefordert, bis Donnerstag, Falle vor? den 9. Juli, Mittags 12 Uhr, sich zur Ber- Das ist die neue Frage, zu welcher der Prozeß büßung seiner Strafe im Gerichts gefängnisse Baare uns Veranlassung giebt. Und wir wetten, daß es zu Duisburg zu stellen. Das ist gewiß prompte in Deutschland kaum zwei Meinungen in Bezug auf die Arbeit. Selbit den schlimmsten Kulturkampfzeiten Beantwortung dieser Frage giebt. hat man die Vertreter der katholischen Presse nicht in solcher Weise, die ja durchaus geseßlich, aber durch die Verhältnisse absolut nicht geboten ist, behandelt. Wir haben Bojaren nennt die Leipziger Zeitung" die Blüthe der schon wiederholt Gefängnißstraßen verbüßen müssen. Es haben rheinisch- westfälischen Bourgeoisie die Stumm und aber zwischen der beschrittenen Rechtskraft des Urtheils und Konsorten. Der Ausdruck ist nicht ganz unpassend, denn der der Aufforderung, die Strafe anzutreten, jedesmal Wochen russische und sonstige Bojare zeichnet sich durch progenhafte mitunter auch Monate gelegen. Traj dann die Aufforderung Eingebildheit eben so sehr aus als durch einen fast idealen ein, so war die Gestellungsfrist nicht etwa vierundzwanzig Mangel an jeglicher Bildung. Schade nur, daß das amtStunden, wie diesmal, sondern in der Regel eine Woche, oder, liche Organ der sächsischen Regierung nicht blos viele Jahre wenn das Gefängniß sich außerhalb unseres Wohnortes befand, hindurch diesen Bojaren auf wirthschaftlichem und politischem auch wohl zwei Wochen. Denn selbst in den Kulturkampfs- Gebiet Hand- und Spanndienste geleistet hat, sondern daß zeiten haben die Hüter des Gesetzes Rücksicht darauf genommen, es auch jetzt noch trotz der Bochumer Enthüllungen für daß auch ein zu Gefängniß verurtheilter Rees auch jetzt noch dakteur, bevor er seine Strafe antritt, man- die Wirthschafts- und sonstige Politik der Bojaren" eincherleigeschäftliche und private Vorkehrungen tritt, und in jeglicher Weise die Interessen derselben fördert. zu treffen hat. Dieser Umstand hat denn auch den Herrn Erkläret uns, Graf Derindur, diesen Zwiespalt der Staatsanwalt Sandmeyer veranlaßt, auf unser Ansuchen die Natur." Gestellungsfrist bis Dienstag, den 14. Juli, zu erstrecken. Einigermaßen auffallend erscheint es uns, daß wir unsere Der elfaffer Panzwang, welcher für die über Basel Strafe in Duisburg verbüßen sollen. Die Möglichkeit, Reisenden anläßlich der Mönchensteiner Eisenbahnkatastrophe daß das Bochumer Gerichtsgefängniß überfüllt ist, von der Reichsregierung suspendirt ward, ist für die über fcheint hierfür nicht ausschlaggebend gewesen zu sein Basel Reisenden end giltig aufgehoben werden. denn der gleichzeitig mit uns zum Strafantritte auf geforderte Redakteur Schwarze darf in Bochum bleiben. Hoffentlich fällt nun der ganze Paßzwang. Es wäre Es mag aber sein, daß in Duisburg das Gefängniß fom- das eine bessere Friedensbürgschaft als die Unterzeichnung fortabler, das Essen besser, die Luft gesunder und aus diesen von zehn Dreibunden". Gute Beziehungen zwischen Gründen Duisburg uns zum Aufenthalte angewiesen ist. So den Völkern, das sind die einzigen echten Friedens dankbar wir eine so zarte Rücksichtnahme anerkennen würden, garantien; Kanonen, Soldaten, Schutz- und Truzbünde so sehr halten wir uns verpflichtet, darauf aufmerksam zu haben auf dem Gebiete der auswärtigen Politik genau diemachen, daß unsere Inhaftirung in diesem Augenblicke und selbe Wirkung wie Polizeizwangs- und Repressiv- Maßzumal unsere Inhaftirung in Duisburg auf den er regeln auf dem der inneren: sie vermehren nur die lauf der Untersuchung in der Stempelfäl: Spannung, und provoziren gewaltsame Ausbrüche. fchungsangelegenheit vom denkbar ungünftigsten Einflusse sein muß. Wir haben dem Herrn Untersuchungsrichter seit dem 5. Juni in einer Reihe von Die Verschärfung des Militarismus hat in schriftlichen Eingaben werthvolles Beweismaterial geliefert, allen Militärstaaten eine Vermehrung der Spionage wir haben weiter in mehrfachen, stundenlangen, protokolla und der Spionenfurcht zur natürlichen Folge. rischen Vernehmungen umfassende Aufschlüsse über In Deutschland, wo vielleicht nach beiden Nichtungen die Geschäftsmoral des Herrn Baare gegeben. Es ist selbst das Höchste geleistet wird, ist man so flug, diese parties verständlich, daß bei dem ungeheueren Aussehen, welches unsere honteuses in schamhaftes Schweigen zu hüllen. In Beschuldigungen gegen Baare in ganz Deutschland und über Frankreich ist man nicht so flug und hat fürzlich ein dessen Grenzen hinaus gemacht haben, noch tagtäglich werth- neues Spionengeset erlassen, über das deutscherseits viel volle Mittheilungen in dieser Angelegenheit an uns ge gespottet worden ist. Nun ist aber auch das verbündete" langen, welche wir, so weit wir dieselben bisher prüfen konnten, dem Herrn Untersuchungsrichter 311- Desterreich dem Beispiele Frankreichs gefolgt und hat gestellt haben. Unser Strasantritt segt uns natürlich sich ebenfalls ein neues Spionengesetz geleistet. Ob die vorläufig außer Stand, dem öffentlichen Interesse und der deutsche Regierungspresse das österreichische Angstprodukt Sicherheit des reisenden Publikums in dieser Weise zu dienen. ebenso geißeln wird, wie sie weiland das französische geHierzu kommt aber noch, daß unsere Inhaftirung in Duis geißelt hat? Wir bezweifeln es start, denn Konsequenz war burg für den Gang der Untersuchung gegen Baare auch insoweit niemals die starke Seite unserer Regierungspresse, die nur noch nachtheilig ist, als sie unseren Verkehr mit dem Herrn Unter eine Wetterfahnen- Moral und eine Wettersuchungsrichter bedeutend erschwert, wenn nicht unabhängig von dem Wind, der möglich macht. Hätte man uns in Bochum eingesperrt, so fahnen 2ogik hathätten auch während unserer Inhaftirung zur Vervollständigung gerade weht. des von uns eingelieferten Materials protokollarische Vernehmungen stattfinden können, was unter den veränderten Umständen nicht Der czechische Erze", von dein ein so großes thunlich ist. Die Folge davon wird natürlich sein, daß wir nach Geschrei in deutschen Zeitungen gemacht wird, stellt sich nach den Gerichtsferien mit einem ganzen Berg von neuen Beweis- den näheren Berichten, die inzwischen eingelaufen find, als anträgen antreten werden, und der Herr Untersuchungsrichter ein einfacher Straßenstandal heraus, der, wie wieder von vorne anfangen kann. Wir sind überzeugt, daß der selbst die Kreuz- Zeitung" zugiebt, mit einer„ DeutschenHerr, welcher, mit Ueberwachung des Strafvollzuges gegen uns hetze" nicht das mindeste zu thun hat. Es giebt aber Leute, betraut, unsere Unterbringung in Duisburg an die derartiger„ Heßen" bedürfen geordnet hat, die hieraus für den Prozeß Baare er zum Zweck der wachsenden Uebelstände vollständig übersehen hat. Verhehung. Denn im anderen Falle hätte er gewiß keine Anordnung ge troffen, welche dem Herrn Untersuchungsrichter seine ohnehin Im englischen Parlament taucht wieder einmal nicht leichte Aufgabe bedeutend erschweren, den Gang der die Seeschlange des Beitritts von England zum sog. DreiUntersuchung verschleppen und das öffentliche Intereffe bund auf. Natürlich wurde die Seeschlange sofort für eine nach einer kurzen Bause mit fester Stimme fort, daß wir armes Tyrol!" Nach einer kleinen Weile fuhr er mit Haspinger? Liebet Euren Nächsten und segnet Eure Feinde! uns bis auf Weiteres wehren müssen, wenn wir angegriffen einem melancholischen Lächeln fort: Schau, ich hab' dazu- Was?" werden, indem daß mir die Nachricht nicht wahrhaft vor- malen in Innsbruck, wie Ihr Alle so lustig gewesen seid," Ja, ja, wir werden sie fegnen," rief Speckbacher tommt. Er weiß, wie oft wir betrogen worden sind." unter dem güldenen Gnadenkettlein nicht frei aufathmen mit rollenden Augen und der Rothbart sagte: Gott wird Gott sei gedankt!" rief Ambros aufathmend. können. Wie ein Stein hat es mir auf der Brust gelegen. es Tyrol nicht entgelten lassen, daß unser Kaiser es verHofer reichte ihm die Hand und sagte mit einem freund- Jetzt weiß ich, was es hat zu bedeuten gehabt." Er machte rathen hat." lichen Blick: Jetzt reit' mit Gott, und wenn wir uns nicht eine Bewegung mit der Hand, als schöbe er etwas von sich Ambros zuckte bei dem Worte empor und lachte bitter. wiedersehen sollten, vergessen hab' ich Dich nicht. Ich hab' und dann sagte er:" Der Kaiser wird halt nicht anders Er hatte Stafi die Treue gebrochen und dafür hatte Gott auch von Dir nach Wien schreiben lassen, wie brav Du Dich haben handeln können. Und jetzt behüt' Dich Gott! Geh' sie gestraft; der Kaiser hatte den Tyrolern die Treue gealle Wege mit dem Feind herumgeschlagen hast. Grüß zu dem Eugen, das ist ein guter Mensch. Er wird Dich brochen und dafür strafte Gott das Land: das war seine den Speckbacher von mir!" und den Speckbacher und die Andern in seinen Schuß Gerechtigkeit! Das war es, was ihn durchblitzte und er Von stolzer Freude bewegt, schüttelte Ambros ihm nehmen, wenn Euch der Bayer an den Kragen will." stürzte hastig das vor ihm stehende Glas Wein hinunter. kräftig die Hand und leuchtenden Blickes ritt er wieder Nein," rief Haspinger dagegen, wir sind noch nicht Haspinger und Speckbacher begaben sich zu Hofer, der dem Brenner zu. Er ritt einen schönen Rappen, den er am Ende. Damals nach dem Waffenstillstand schaute es mittlerweile nach Hause gegangen war, und Ambros beeinem bayerischen Oberoffizier abgenommen, als er mit fast übler aus als jetzt. Wir sehen uns noch wieder unter gleitete sie. Hofer mußte umgestimmt werden. Ihnen auf Haspinger und Speckbacher den Feind aus dem Lande ge- den Waffen." dem Fuße folgten die Franzosen, die sofort von Sterzing jagt hatte. Er eilte zu Speckbacher, um diesen persönlich von dem aus ein starkes Detachement über den Jaufenpaß in das Siberer und der Priester Donay brachten aus dem Stande der Dinge in Kenntniß zu setzen und Raths mit Basfeierthal schickten, während ein zweites Korps von Süden Hauptquartier Eugens die Beweise von dem Friedensabschlusse ihm zu pflegen. Auf dem Brenner mußte er sich bereits über Meran in das Thal einzudringen suchte. Dort wie zurück und Hofer konnte nicht länger zweifeln, daß sein durch Schnee arbeiten. Er traf Speckbacher und Straub hier wurde den Franzosen der heißeste Empfang. Thalguter geliebter Kaiser Tyrol bedingungslos preisgegeben hatte. nebst dem Bauernliebling Batsch und Ambros im Wirths- und Peter Mayr schlugen sie mit ungeheuren Verlusten Seine Seele war bis in ihre tiefsten Tiefen davon er- hause zum Schupfen bei der Stefansbrücke. aus Meran hinaus und die Passeier Scharfschützen, taub schüttert. In einem stummen Gebet suchte er Fassung. Speckbacher fügte sich der Nothwendigkeit; aber gegen Hofer's Ermahnungen, den Frieden zu halten, Haspinger winkte dem Major und Donay, daß sie sich ent- Haspinger mußte seiner Mannschaft den Aufruf Hofer's warfen den Feind zu St. Leonhard, eine Viertelstunde oberfernen möchten. Er hatte schon längst nicht mehr an dem vorlesen. Ihm war es leidig", wie er sich ausdrückte. halb dem Sand, nach hartem Kampfe zurück. Speckbacher Friedensschlusse gezweifelt und in seinen blauen Augen, auf Die Leute murrten. Da rief er:" Ihr närrischen Leut', und Ambros stritten mit ihnen. Die Sieger aber zogen seiner breiten Stirn prägte sich die Entschlossenheit zum verstecket Guren Stugen nur sein säuberlich, damit ihn der Hofer vor das Haus und aufgeregt vom heißen Streite Aeußersten aus. Hofer drängte seinen Schmerz gewaltsam Franzos oder der Bayer nicht find't. Mich juckt mein schrien sie, daß er das Land zu den Waffen rufen sollte. zurück. Seine Pflichten gegen das Land und seine Waffen- kleiner Finger gar grausam, das bedeutet, daß wir den Jetzt mußt Du," sagte Speckbacher. Du siehst, daß brüder mahnten zum schnellen Handeln. Er schrieb einen Franzos über ein Kleines rechtschaffen tragen werden." der alte Herrgott noch mit uns ist und daß das Land bis Aufruf zur Ruhe, in dem er allen Hauptleuten des Land- Darauf zerstreute sich der Haufen. zum Aeußersten weiter kämpfen will." voltes befahl, die Waffen niederzulegen, da der Frieden Die Führer thaten noch einen guten Scheidetrunt im Aber Ihr wisset, daß der Frieden geschlossen ist," hielt geschlossen wäre. Haspinger's Gegenvorstellungen vermochten Wirthshaus. Patsch und Straube wollten einen sicheren der Sandwirth ihnen entgegen. ihn nicht davon abzuhalten. Sichere Boten trugen noch Ort aufsuchen. Ihre Häuser in Wiltau und Hall hatte der Was schiert uns des Kaisers Frieden?" riefen die selbigen Abends den Laufzettel fort. Ehe derselbe aber bis Feind niedergebrannt und Patsch äußerte mit schneidendem Passeier wild und drohend. Sollen wir uns wehrlos zu den östlichen Grenz- und Hochwachten gelangte, wo die Humor: Nu, mein Hof in Wiltau war in den vielen abschlachten lassen, wie Schafe. Die eigene Haut ist uns Tyroler noch meistens im Kampfe gegen den Feind standen, Schlachten schon wie ein Sieb von den Kugeln durchlöchert und näher, wie die des Kaisers. Wir haben treu zu Dir ge floß noch viel Blut. so brauch' ich für den Winter keinen Maurer. Es gab ein standen, heut steh' auch Du zu uns, wie Du's in Sprugg ver" Und nun ist's am Ende", sagte Hofer, nachdem die hübsches Feuerchen und dabei ist mir das Herz fo recht sprochen hast. Die Räuber und Mordbrenner sollen uns Boten fortgegangen waren, zu Haspinger. O Du mein zur christlichen Lieb' erwarmt. Wie heißt's doch, Herr nicht Haus und Hof verwüsten." " 1 11 * Ente erklärt was in der politischen Naturgeschichte jas ginnen läßt, während im alten Programım das 20. Jahr dieser polizeiliche Machtspruch nicht ungelegen zu kommen. Ein das nämliche ist. Die englischen Politikusse, welche sich bezeichnet sei. Es liegt hier, wie auch Bebel in der dreimaliges Hoch auf die Sozialdemokratie bildete das Finale. durch die betreffenden Kannegießereien unserer deutschen gestrigen Versammlung erklärt hat, ein Schreib- oder ein Die Genossen find unermüdlich auf den Beinen, durch Flugs Philisterzeitungen irrführen lassen, scheinen nicht zu wissen, Sabfehler vor. blättervertheilung die durch die Saalabtreiberei behinderte daß die Hundstage auf dem Kontinent heißer sind als in eine Thatkraft und Ausdauer unverwüstlich. An Erhöhung des Alters der Wahl- Agitation auszugleichen. Der Kampf ist schwer, aber unsere dem Seeklima Englands und in ihren Wirkungen ent- berechtigung wurde unseres Wissens von keinem an der sprechend gefährlicher. Ausarbeitung des Programm- Entwurfs Betheiligten ge- Bommerholz bei Witten a. d. Ruhr. Am Sonntag Nachs dacht. mittag fand im Lokale des Wirths C. Schleier hier eine Voltss In der französischen Kammer gab die Errichtung Der Gedanke war und ist, daß das für den Beginn versammlung statt. Nach Wahl des Bureaus nahm der Voreines Denkmals für Danton, den großen Revolutions- der Wehrhaftigkeit festgesetzte Alter auch für den sitzende Genosse Thun aus Witten das Wort. Er führte aus, mann, Anlaß zu einem kleinen Ordnungs- Radau. Die Beginn der Wahlberechtigung gelten müsse. daß diese Versammlung die erste sei, welche die sozialdemokratische Herren Royalisten und Pfaffen erklärten es für einen Partei in Bommern abhalte. 3war fei von gegnerischer Seite Skandal, daß dem Urheber der Septembermorde" ein Herr Engen Richter theilt uns mit, daß er den Alles aufgeboten worden, um die Versammlung unmöglich zu Denkmal gesezt werde. Die Regierung benahm sich ziemlich schlechten Wiz, den wir gestern für Driginalarbeit hielten, machen, er erinnere nur daran, daß die Erhebung eines Eintrittsgeldes verboten, über das Lokal die Schantsperre verhängt taktvoll und die Ordnungs- Radaumacher wurden heim- abgeschrieben habe. Wird hiermit berichtigt. sei und sich viele Wirthe geweigert hätten, Plakate in ihren geschickt. Thatsache ist, daß Danton die" Septembermorde" Lokalen auszuhängen, trozdem tönne er mit Genugthuung tonebensowenig veranlaßt und gemacht" hat, wie der Schreiber statiren, daß die Versammlung eine zahlreich besuchte sei, er dieser Zeilen. Sie waren ein elementarer Ausbruch des spreche den Erschienenen für ihr Kommen seinen Dant aus. Selbsterhaltungstriebs- hervorgerufen durch Hierauf referirte Genosse Breil aus Hagen über das Thema: die Nachricht, daß die Preußen blos ein paar Tagemärsche von Paris standen, daß die letzte Festung auf ihrem Weg sich ergeben hatte, und daß die royalistischen Verschwörer in Paris nur darauf lauerten, mit den Preußen- den Landesfeinden! diese Edelsten der Nation sind immer und überall so patriotisch" gemeinsame Sache zu machen und den Vertheidigern der Revolution in den Rücken zu fallen. Da spielte das revolutionäre Volk denn in sehr verständlicher Logit das Prävenire das heißt, das Volk packte die Herren Verschwörer am Kragen, ehe es ihr Opfer wurde.. Jane Korrespondenzen und der geistige Kampf gegen die Sozialdemokratie." In glänzenParteinachrichten. der ca. einstündiger Rede wies Genosse Breil, den mit gespannter Aufmerksamkeit Zuhörenden die Haltlosigkeit der Verdächtigungen 3 und die Unwirksamkeit der geistigen Waffen unserer Gegner nach. Elberfeld, 9. April. Herr Rechtsanwalt Landé ist schon Vornehmlich ging der Referent mit dem größen Frrlehrenmann seit fünf Jahren Mitglied der Gesellschaft„ Erholung". Seit etwa Eugen Richter, der auch in Bommern noch viele Anhänger hat, scharf Jahresfrist bekennt sich Herr Landé öffentlich zur sozialdemokratischen ins Gericht, und die vielen Beifallsbezeugungen bewiesen, daß er Partei und hielt auch im Volts- Bildungsverein" im„ Bolts- der Versammlung aus dem Herzen sprach. Zur Diskussion meldete thümlichen Wahlverein" und in dem aus diesen beiden Vereinen sich Niemand, froß mehrfacher Aufforderung des Vorsitzenden. hervorgegangenen Sozialdemokratischen Voltsverein" des öftern Nach einer Pause von 10 Minuten sprachen die Genossen Breil Vorträge, und fein Mitglied befagter Gesellschaft gab aus diesem und Thun noch über die Kornzölle und wurde die vom ParteiGrunde seinem Unbehagen Ausdruck. Vor kurzem scheint man vorstand vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen. Unter nun zu der Ansicht gekommen zu sein, daß die fernere Mitglied- einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie und unter schaft Landé's zu sehr das hineinwachsen der bürgerlichen in Abfingung der Arbeiter- Marseillaise wurde die Versammlung gedie sozialistische Gesellschaft demonstrire; Herr Oberstlieutenant schlossen. Boet stellte an den Vorstand der Gesellschaft, ob aus eigenem " 1 edst. Diesen Die Septembertage waren beiläufig lange nicht so blutig, als die blutige Maiwoche" 1871, die binnen sieben Tagen mehr Menschen hingerafft hat, als die Guillotine der Revolution in ebenso Antrieb oder durch höheren Druck veranlaßt, bleibe bahingestellt Nigheim. Die am Freitag Abend im Saale der Brauerei viel Jahren. Aber in der Maiwoche 1871 wurden den Antrag, entweder Landé oder ihn als Mitglied zu ver- Fimbel hierselbst abgehaltene Boltsversammlung war recht gut lieren. Der Antrag wurde abgelehnt. Der Herr Oberstlieutenant besucht. Genoffe Dreesbach aus Mannheim sprach über die Arbeiter geschlachtet, die für die Freiheit und das Recht trat aus. Ein gleicher Antrag wurde bald barauf von mehreren Biele der Sozialdemokratie. Der Redner erntete wiederholt lebkämpften, und in der Revolution wurden Aristokraten und Pfaffen hingerichtet, welche sich gegen die Freiheit, das Reserve- Offizieren und Beamten gestellt und nun richtete der haften Beifall. Als Dreesbach im Berlauf seiner Rede auf die Vorstand an Herrn Landé die Aufforderung, sich streichen zu angeblichen Umstürzler" und Reichsfeinde" zu sprechen fam Gesez und ihr Vaterland verschworen hatten laffen. Dieser lehnte das Anfinnen aber mit dem Bemerken und auch die Elsässer unter diese Kategorie von Leuten klassifizirte, das war der Unterschied. ab, daß seine politische Gesinnung, welcher er innerhalb der Gesell- wurde er von dem anwesenden Polizeibeamten unterbrochen, Und von den humanthuenden Biedermännern, welche schaft niemals Ausdruck gegeben, keinen Grund zu seiner Aus- fonnte jedoch nachher sein Referat unbehelligt zu Ende führen. die Opfer der Revolution" mit frommem Augenverdrehen schließung geben könne. Die Folge davon war, daß einem er- Anders sollte es Genoffen Hickel ergehen, der sich darauf zum bejammern- hat Einer von diesen Leuten ein Gefühl des gegeben und auf Sonntag Abend eine außerordentliche General- und den Paßzwang einige Worte fallen ließ. hat Einer von diesen Leuten ein Gefühl des neuten von zehn Mitgliedern unterschriebenen. Antrag Folge Wort meldete und gegen den elfäffischen Diktaturparagraphen Bedauerns für die 50 000 Opfer der Pariser versammlung anberaumt wurde, welche sich einzig mit der Aus- tiglichen Buntt wollte der Vertreter der Behörde nicht Kommune? Und solche elenden Heuchler wagen es, im schließung des Herrn Landé beschäftigte. Die Namen der An- berührt haben, er löfte die Versammlung um 3/410 Uhr auf, inNamen der Menschlichkeit zu reden! tragsteller wurden verlesen und die Ausschließung damit begründet, dem er sich darauf berief, daß über politische Fragen in der daß Herr Landé der sozialdemokratischen Partei angehöre. Bei Versammlung nicht gesprochen werden dürfe. Da das behördlich Herr Crispi veröffentlichte vor einigen Wochen in der folgenden Deballotage wurden 58 Kugeln für und 12 gegen angemeldete Thema lautete:„ Was die Sozialdemokraten wollen" einer englischen Stevue einen Artikel über italienische Politik, die Ausschließung abgegeben. Am Montag haben, wie die erschien dieser Auflösungsgrund Jedermann etwas unbegreiflich. in welcher er sich selbst schamlos herausstrich und sonstige An-" B. 3tg." mittheilt, noch eine Anzahl Mitglieder ihren Austritt Wir sagen" Jedermann" allein eine Ausnahme scheint außer stößigkeiten verübte, so daß er es für gut fand nach erklärt. Der Fall wird demnächst die Gerichte beschäftigen, da der Hochwohllöblichen doch noch vorhanden gewesen zu sein. bekannten Mustern- seine Urheberschaft zu verleugnen, oder Herr Lands nicht so mir nichts dir nichts seine Rechte an den Als der Polizeibeamte die Auflösung der Bersammlung ausgesprochen hatte, brachte ein Herr aus der Versammlung ein richtiger a b zuleugnen,( ich schwör's ab", sagt der Verein einbüßen will. Bravo!" aus. Dieses Bravo wird allerdings gewissermaßen und si fecisti Bauer der Fliegenden Blätter" Kaffel, 4. Juli. Bisher waren wir der Meinung, die Polizei begreiflich, wenn man weiß, daß der Herr Schreiber ist in der Um die Abschwörung plaufibler zu tönne vieles, aber nicht alles. Wir haben unseren Frrthum eins Fabrit Buber und wenn man ferner in Betracht zieht, daß es nega der Jesuit.) machen, tauchte die Wittwe eines alten Freundes von Crispi gesehen. Bu gestern Abend war in den Stadtbau zu einem Vor- unter den Fabrikangestellten Manchen giebt, der sich für etwas auf, und nahm die Vaterschaft auf sich die in ihrem frag des Sekretärs des Vereins gegen den Antisemitismus, Lic. Besseres als einen gewöhnlichen Arbeiter betrachtet und der un Fall freilich Mutterschaft gewesen und die Crispi'sche Gräbener aus Berlin, eingeladen. Die erschienenen Antisemiten deswillen Partei für die Kapitalisten nimmt. Nun, lassen wir Baterschaft also eigentlich nicht ausgeschlossen hätte. Nun hielten sich gegen ihre Gewohnheit, aus Respekt vor den zahlreich den Leutchen ihre Werbohrtheit. Allzu weit kommen sie damit nicht. ist aber, wie wir gleich sagten, der Redakteur jener Revue anwesenden Sozialdemokraten, in den Grenzen des Anstandes. Nachdem Herr Gräbener geendet, stellte Genosse Pfannkuch die Paris im Juli 1891. Hier hat sich ein Rommunistischer ein sehr vorsichtiger Mann, der einen Aufsaß nicht an Anfrage, ob der Vortrag zur Distuffion gestellt werde und legte Arbeiter- Refetlub" gebildet, der in der Rue Greneta 58 tagt. Er nimmt, ohne über den Verfasser im Klaren zu sein- und tager Herrn Gräbener nahe, daß er nach dem von ihm proklamirten wandte sich mit folgendem Aufruf an die hier lebenden deutschen der Redakteur erklärt denn jetzt auch kategorisch, der Auffaz Grundsatz Gleiches Recht für Alle" verpflichtet sei, freie Arbeiter und Arbeiterinnen:" In Erwägung, daß die Arbeitersei von- Crispi. Herr Crispi hat also gelogen. Er Meinungsäußerung umsomehr herbeizuführen, als das liberale tlaffe aller Länder politisch mehr oder weniger rechtlos ist, daß tann nun zwar sagen, es stehe da Behauptung gegen Be- Stadtregiment bei Ueberlassung des Stadtbaues sich nicht von wir hier im Auslande unsere heimathlichen politischen Vorgänge hauptung, allein da jener Redakteur als Ehrenmann bekannt diesem Grundsatz leiten lasse. Der Vortragende habe es in der nicht zu verfolgen vermögen, und daß wir unsere Zukunft nur ist und Herr Crispi schon sehr oft gelogen hat, so weiß Sand, jetzt den Magistrat zu korrigiren. Vereinsgefeßliche Be- in der Emanzipation der Arbeiterklasse erblicken, beschloffen denten, welche Herr Gräbener vorschütte, die aber mehr darauf mehrere Arbeiter verschiedener Nationalität einen Klub zu Jedermann, wer der Lügner ist. an Hand der " Bei dieser Gelegenheit sei an das berühmte Bismarck- inausliefen, Polizei und Magistrat nicht zu nahe zu treten, wider gründen, welcher sich zur Aufgabe gestellt hat, die Arbeiter poliIn Bezug auf den sozialdemokratischen Pro gramm- Entwurf wird es verschiedentlich als ein Rtic Schritt" bezeichnet, daß der Entwurf das Alter der Wahlberechtigung mit dem zurückgelegten 21. Lebensjahre besche Wort erinnert: Amtlich habe ich nie gelogen. Nun, In die Enge getrieben, erklärte sich Herr Gräbener bereit, in eine Arbeiterblätter verschiedener Länder; 3. durch wissenschaftliche die Emser Depesche war feine„ amtliche" Handlung, Diskussion einzutreten, und ersuchte dann die Versammelten, da Vorträge; 4. durch eine reichhaltige Bibliothek und 5. durch unund auch der Crispi'sche Aufsatz im" Nineteenth Century" er doch nicht selber präsidiren könne, Jemand mit der Leitung entgeltlichen Unterricht in der französischen Sprache. Zugleich erklärt auch das unterzeichnete Komitee, daß sein war nicht„ amtlich". Ob Herr Crispi an jenes Wort seines der Versammlung zu betrauen. Herr Redakteur Dr. Arend, der Meisters und Kollegen dachte, als er die Waterschaft ab- Herrn Gräbener vorstellte, hatte nicht die Kourage, ſeinem Freunde Bestreben dasjenige der internationalen Sozialdemokratie ist und den Liebesdienst zu erweisen. Genosse Pfannkuch machte nun den sich nur im Rahmen des kommunistischen Manifestes bewegen schwor? Vorschlag, den Genossen Huhn mit der Leitung der Verhand- wird. Daher erlauben wir uns an alle Arbeiter und Arbeiterinnen lungen zu betrauen. Widerspruch wurde nicht erhoben. Huhn den Aufruf zu richten, tretet unserem Klub bei, wirkt für die übernahm also den Vorsitz und ertheilte Pfannkuch das Wort. Erreichung der uns so lange entzogenen Menschenrechte, laffet Da geschah das Unerwartete. Der überwachende Kommissar er jeden nationalen, von den Regierungen und der Bourgeoisie hob sich und erklärte: Die angemeldete Bersammlung ist beendet. tünstlich erzeugten Haß bei Seite und tämpft mit uns für die Dieselbe ist im Namen des internationale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das Die jetzt beginnende ist eine neue. Gefeßes hiermit aufgelöst. Herrn Gräbener und Genossen schien provisorische Komitee. „ Sie haben Recht," ergriff Haspinger das Wort. Du schlagen, welcher bei Waidbruck, diesseits Klausen, nach dem Beitlerkoff und zwischen ihnen spannten ihren Bogen die darfst das Land nicht wehrlos der Sache des Feindes preis- Gaderthal führte. Es war ein zautraubender Weg, weil Dolomiten des Vigilthales, deren freidige Schroffen in der Sonne glänzten. Ambros eilte mit frischem Muthe vorgeben. Alles Elend, welches den braven Leuten, ihren Frauen der Baß für Pferde nicht zugänglich war. Nachdem Noß und Reiter sich gestärkt hatten, brach wärts. In allen Wirthshäusern und Pfarreien des Grödnerund Kindern droht, Du haft es zu verantworten. Du berufst Dich auf den Willen des Kaisers, hast Du ihn gefragt, als Ambros wieder auf. G3 regnete bei einem eisigen Winde, und Gaderthales abwärts, an denen er vorüber kam, rief Du den Aufstand mit Nessing und Hueber geplant und vorbereitet der ihm entgegenblies, so daß in der Finsterniß die schmale er zu den Waffen, indem er Hofers Laufzettel verlas und hast? Das ist Deine große, herrliche That, und nun, wo sie uns Landstraße zwischen Felsen und Strom für ihn völlig uner allerwärts schlugen seine Worte ein; allerwärts hatten die in Wien verleugnen, willft auch Du Deine Hände in Unschuld kennbar war und er sich ganz auf den Instinkt seines Pferdes Leute voll Ungeduld auf eine solche Botschaft Hofers ge= waschen und Dein Werk unvollendet lassen? Für das Vater verlassen mußte. Sein Rappe trug ihn sicher, wenn auch wartet. " land und unseren Glauben hat ganz Tyrol zu den Waffen im Schritt vorwärts und er kam glücklich über die Brücken Von St. Martin stieg Ambros über das Jöchl und gegriffen und jetzt, wo das Baterland in seiner höchsten von Karneid und Blumau, unter denen die Eifack mit todtmüde langte er bei Mutschleitner im Stern an. Es Noth Dir zuschreit: rette! da kannst Du Deine Hände in dumpfem Brausen hindurchschoß. Späterhin hörte der war Sonntag und der Abend dunkelte bereits. In der den Schoß legen wollen? Noch ist nichts verloren und Regen auf, der Wind zerriß von Zeit zu Zeit die Wolken, großen Wirthsstube saßen viele Gäste und in dem Herrenwenn es Gottes Wille ist, daß wir fallen sollen, so wollen die Sterne kamen hervor und ihr Blinken zeigte Ambros ftübl befanden sich der Landrichter, Oberförster und Hannes, den Gischt der wildtosenden Eisack und die schwarzen, steilen der, seitdem er Pfarrer in St. Vigil war, zuweilen zu wir doch nicht ehrlos fallen." Laut jubelten die Basfeier ihm zu und Hofer war be- Felsen, die immer enger zusammenrückten. Sein Rappe einem Plauderstündchen mit den beiden Herren in den zwungen. Nein wehrlos und ehrlos sollte Tyrol nicht fallen ließ ein leiſes Wiehern hören, als die ersten Sterne auf- Stern tam. Ambros wurde bei seinem plöglichen Erund durch das Land flog Hofers Aufruf zu den Waffen flimmerten und sein Gang wurde lebhafter. In dem scheinen mit allgemeinem Jubel begrüßt und mit unzähligen wider die Feinde, welche" Tyrol ausrauben und die Gottes- Wirthshaus zu Waidbruck, einem jener großen Häuser, wie Fragen bestürmt. Der frohe Lärm lockte auch die Gäste fie damals, als noch der Güterverkehr zwischen Italien und aus dem Herrenstübl herbei. Ambros nahm sich kaum häuser und die Religion vernichten." n Speckbacher und Haspinger eilten fort, um das Feuer Deutschland durch Frachtwagen vermittelt wurde, überall die Zeit, ihnen die Hände zu schütteln. Jetzt seid's Alle im Lande nach Kräften zu schüren, der Erstere durch an der großen Heerstraße durch Tyrol ftanden, verbrachte mitsammen still," rief er, feine Stimme erhebend. Bom das hintere Basfeierthal in das Dehthal und den Inn ab- er den kargen Rest der Nacht. Der Wirth bestätigte den Hofer komm' ich, damit Ihr's wißt, und was der Euch wärts, ber Andere durch das Vintschgau nach dem Ober, glücklich ausgeführten Ueberfall Mayrs. Ambros ließ ihn vermelden läßt, das wird Euch der Herr Pfarrer verlesen!" Innthal. Ambros, welcher den Aufruf nach St. Vigil den Aufruf Hofers lesen und er versprach, daß die Waid- Er reichte seinem Bruder den Aufruf und Hannes verlas brucker nicht fehlen würden. Zwar hätten sie ihr Schieß- ihn unter lautloser Stille. Kaum hatte er geendigt, als die tragen wollte, ritt mit Haspinger bis Meran zusammen. Auf Speckbacher's Rath hatte er das militärische Sattelzeug dem Franzosen ausliefern müssen; jedoch hätte er nur Aufregung der Hörer die Stube mit einem lauten Brausen zeug seines Rappen gegen ein bäuerliches vertauscht und alte und schlechte Flinten bekommen: feinen guten Stuben erfüllte, in dem nichts Einzelnes verständlich war, aber in allen Augen und Mienen stand es, sie daß mit Freuden auch seinen Säbel am Sand zurückgelassen. Die Pistolen hätte Jeder gut versteckt. Sobald es hell geworden war, begann Ambros den bereit waren, dem Aufrufe Folge zu leisten. Es wurde hatte er aber in seinen Leibgurt unter der Juppe gesteckt und einen alten Mantel, den ihm der Hofer geliehen, Aufstieg. Seinen Rappen ließ er dem Wirth in Pflege. feſtgeſetzt, daß jeder von den Anwesenden seine Nachbaren darüber geworfen. Der Rath war gut, denn Bozen, welches Der Weg über den Paß war äußerst beschwerlich und kostete von dem Aufruf in Kenntniß ſeßen und daß die waffener gegen Abend erreichte, war voll Franzosen. In dem viel Zeit. Es lag auf der Höhe bereits viel Schnee und fähige Mannschaft am nächsten Vormittag um zehn Uhr auf tleinen Wirthshause, wo er sein Pferd fütterte, hieß es, Ambros faut zuweilen bis über die Knie in denselben ein, dem Kirchenplage sich sammeln sollte. Mutschleitner über! daß Peter Mayr die Franzosen bei Klausen überfallen und nur an solchen Stellen, wo der Nordwind freien Zutritt gehabt nahm es gleich in der Frühe des folgenden Morgens, den geschlagen hätte. Die Leute flüsterten nur davon, denn sie hatte, war er an der Oberfläche gefroren. Endlich war die Aufruf nach Monthan, Enneberg, Pleiken und Zwischenfürchteten bas Ohr der Spione. Für Ambros war die Baßhöhe überschritten und vor Ambros breitete sich das wasser zu schicken. Nachricht von Wichtigkeit; denn darnach war es unmöglich, sanfte Grödnerthal mit seinen vielen, auf den jetzt braunen durch das Eisackthal aufwärts in das Busterthal zu ge- Matten zerstreuten Häuschen aus. Den Horizont begrenzten langen. Er mußte den Weg über den grödner Paß ein- zur Rechten die Gletscher der Marmolada, aur Linken der ( Fortsetzung folgt.) Theater. Sonnabend, den 11. Juli. Lessing- Theater. Cavalleria rusticana. Vorher: Die drei Pintos. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus in der Unterwelt. Heute! Sommer- Fest des llen Arbeitern beſtens empfohlen: Stehbierhalle Holzmarktstr. 3. " Voltsblatt" liegt aus. R. Deter. 437b Allen Parteigenossen empfehle mein Weiß- u. 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Natürlich ergehen allerlei Beschwerden an die Bahndoch einmal Einige, die es wagten, die richtigen Bahnen der längere Lüftungskur durchmachen, bevor sie wieder verkäuflich nung haben wir fürzlich Gelegenheit nehmen müssen, die Hand- Maler" und ihre Farben schmierig". verwaltung und von dieser allerlei Anweisungen und Rüffel an lungsweise des Senats der Akademie nach Gebühr zu würdigen, Verlangen denn diese Kunstrichter immer und ewig die un- die Beamten aus Anlaß der Verheerungen durch Bollengeruch. in der das Prinzip des Ausschlusses der Arbeiter von jeder Be- möglichen Gesichter eines Nath. Sichel, Gussow, oder die posen- Die Beamten wünschen deshalb die ganze Spreewalder Bollenrührung mit dem Kunstleben mit drakonischer Strenge zur Durchhaften geschichtlichen Fälschungen eines Karl Becker, oder gar die kultur am liebsten dahin, wo der Pfeffer wächst und nennen die führung gebracht worden ist. Obwohl es allen Arbeitern nichts unglaublich rohen und sinnlichen Bildwerke eines Knut Eckwall, Beit vom April bis September die schwere Zeit der Bollennoth. Unbekanntes ist, daß die Kunst gleich der Wissenschaft lange an denen die Polizei nichts auszusehen hat, wie an der Leda mit bereits zum Monopol der Besitzenden geworden ist, so war doch dem Schwan, weil jene Figuren ja Kleider tragen? Oder ist es Der Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend die brüske Art, in welcher ein hochwohlweiser Senat der Akademie das Ideal der Bourgeoisgesellschaft, nur die Völlerei und den feierte am vergangenen Sonntag fein Sommerfest in der Aktienden Heloten zum Bewußtsein brachte, daß die Kunst nur für die fadenscheinigen Glanz der oberen Zehntausend gemalt zu sehen Brauerei Friedrichshain, begünstigt von Mutter Natur mit dem Besitzenden geschaffen sei, ein Schlag ins Gesicht der Kultur, die oder gar nur- Kanonenbilder. Dann wird ihnen das Bild schönsten Wetter. Mit Recht kann man behaupten, daß dies jene in Erbpacht genommen zu haben vermeinen. Doch das ist gefallen, das Herr Krupp dem Maler Bruno Piglhein in Auf- Sängerfest bis dato einzig in seiner Art war und in Berlin Geschmackssache, und über Geschmackssachen läßt sich nicht trag gegeben hat, der die Töchter jenes auf einem Stillleben von wohl noch niemals dagewesen. Leider war das leitende Komitee Geschmackssache, und über Geschmackssachen läßt sich nicht Eine Arroganz ohne Gleichen aber ist es, wenn ein Wiener Gisbärenfellen, Blumen, feidenen Kissen und Kanonen- Emblemen nicht in der Lage, allen Anfragen nach Einlaßkarten zu genügen, fonterfeien wird. da eine Ueberfüllung des Gartens das Fest beeinträchtigt hätte. in Berlin druckt den zynischen Erguß nur eine Zeitung Unter den heutigen verrotteten Verhältnissen kann man von Schon um 1/24 Uhr war der Garten vollständig gefüllt und nach, nämlich die auf allen Gebieten am Ünwissendsten geleitete der Kunst verlangen, daß sie auf der Höhe der Zeit stehe. Nur mögen im Ganzen 12 000 Personen ohne Kinder am Feſt Theil Berliner Börsen- Zeitung"- die Unverfrorenheit hat, Folgendes wenn das Proletariat als Darstellungsobjekt seinen Einzug in genommen haben. Jeder Theilnehmer hat die Genugthuung mit zu schreiben: Das Elend in Folio! Weil wir es nicht tagtäglich in die Stätten der bildenden Künste hält, kann man eine Puri- nach Hause genommen, einem schönen Arbeiterfest beigewohnt zu haben. Zwei Kapellen, bestehend aus der Freien Vereinigung Wirklichkeit hinreichend vor Augen haben. Wir müssen es auch fizirung der zusehends verfallenden Künste erhoffen. der Berufsmusiker, sorgten für die musikalische Unterhalnoch in der Literatur nach naturalistischem Rezept vorgesetzt be- Auch ohne Ausnahmegesetz kann den Sozialdemokraten tung. Machten schon die Dekorationen von rothen Fahnen tommen und in der Kunst, in Lebensgröße gemalt und modellirt. eine Ausnahmestellung geschaffen werden, das hat kürzlich der mit Inschriften und der Büste Lassalle's auf die vielen Genossen Kleines Format genügt nicht, der Holzschuh, in dem der zu Kriegerverein zu Friedrichshagen flipp und klar be- und Genossinnen am ersten Orchester einen erhebenden Eindruck, sammenbrechende Arbeiter steckt, muß den ganzen Vordergrund wiesen. Der Verein wünscht nämlich eine Fahne zu bekommen; so wurde derselbe noch erhöt, als man am Ende des Gartens einnehmen, der sterbende Schnitter braucht drei Meter Leinwand zu diesem Zwecke muß bekanntlich ein Paragraph in das Statut das terrassenförmige Podium, ausgeschmückt mit Bannern, Fahnen nach der Höhe und Breite. Ist's eine Boltsversammlung, geht aufgenommen werden, wonach der betreffende Verein sich ver- und einer großen Büste Lassalle's zu Gesicht bekam. 2000 Sänger es ohne zehn Meter nicht ab. Selbstverständlich muß alles das pflichtet, alle diejenigen Mitglieder auszuschließen, welche anti- nahmen auf dem Podium Aufstellung, um unter Leitung des in trostlosesten, schmierigen Farben gemalt sein. In diesem monarchischen Tendenzen anhängen. Aber der Verein begnügte Bundes- Dirigenten Herrn Gutau das Lied des Arbeiters vorJahre tritt zur Elend- Malerei auch die Elend- Plastik. Ein ab- sich nicht blos mit der Aufnahme dieses Paragraphen, sondern er zutragen. Welch einen Eindruck die Lieder auf alle Anwesenden geraderter Feldarbeiter mit hohlem Blick, tiefgebeugt nach des bethätigte diese Bestimmung auch sofort durch den Ausschluß eines machten, konnte an den Mienen der Zuhörer deutlich abgelesen Tages Mühen, die Werkzeuge auf der Achsel, alles in Natur- Mitgliedes, das unter den Verdacht stand, Sozialdemokrat zu werden. Das war ein erhabener, ein rauschender Gesang, weit größe. Oder unweit davon ein anderer, ein junger, abgefchun fein. Mancher von denen, die alle Mitglieder des Kriegervereins hinaus erklang er in den Friedrichshain. Mit welcher Begeisterung dener armer Teufel mit einer Sense. Wenn man die Kunstwerke genauer fennen, lächelt über diesen Ausschluß. Die Wahlen haben wurde von den Sängern, unter Anderem der Mahnruf, das dieser Sorte überblickt, als Resultat von eines Jahres Arbeit, zur Genüge ergeben, daß die Sozialdemokraten in Friedrichshagen Arbeiterlied und die Marseillaise vorgetragen! Die Theilnehmer wird Einem ganz jämmerlich im Gemüthe. So spiegelt sich also so zahlreich sind, daß man unmöglich annehmen kann, sie befänden äußerten den Wunsch, derartige Feste zu wiederholen. Bei eindas Leben in der Seele der Künstler!" sich alle mit Ausnahme des Einen außerhalb des Krieger- getretener Dunkelheit fand der Kinder- Fackelzug statt. Seitens vereins. Die Situation für etwaige sozialdemokratische Krieger- des Komitees sind dazu 3000 Fackeln ausgegeben mit der InVereinsmitglieder war also in dem gegebenen Falle kritisch genug, schrift:" Hoch der Arbeiter- Sängerbund!" Im großen Saale Das Bestreben, alle diese Leute zu einem„ Entweder- Oder" bei war Tanz und hielt die Theilnehmer noch lange beisammen. dem Ausschlusse eines einzelnen bestimmten Mitgliedes zu zwingen, Wir wissen wahrlich nicht, was wir an dieser Sudelei am meisten bewundern sollen, die Rohheit der Anschauung unseres Bourgeois- Sittenmeisters oder die kindliche Logik, welche sich einbildet, daß durch die bildliche Darstellung des Elends, das dem Beschauer auf Tritt in Die Ausflüge der Arbeitervereine verkaufen in diesem weise erst das Bewußtsein desselben in den Köpfen der Leid verein in seinem jezigen Bestande Ursache hat, auf die getroffene Man wird zu der Annahme gedrängt, es hänge diese Erscheinung Maßnahme stolz zu sein, das mag er selbst beurtheilen. Andere mit der Thatsache zusammen, daß die Polizeibeamten gegenwärtig tragenden erzeugt werde. Es ist doch selbstredend, daß die wahre Kunst ihre Vorwürfe Leute bezweifeln's. weniger als früher ihre Aufmerksamkeit diesen Ausflügen zu aus dem vollen Leben schöpfen muß, wenn anders sie nicht zur Unter der Bezeichnung Bollen- Noth" besteht für die wenden: schablonenhaften Farce, zur Karrikatur degradirt werden soll. Am letzten Sonntag veranstaltete der Fach verein Freie Die Vertreter der verschiedenen bedeutenden Kunstepochen haben Betriebsbeamten der Berlin- Görlizer Eisenbahn, und zwar soihre ergreifendsten Stoffe dem frisch pulfirenden Leben entnommen wohl für den Güter, wie für den Personenverkehr eine eigen- Bereinigung aller in der chirurgischen Branche wir erinnern nur an Tizian- Garravaggio- Rubensartige Verkehrsschwierigkeit. Der Spreewald kann, etwa in beschäftigten Berufsgenossen eine Dampferpartie Rembrandt- Hals- Dürer- und gerade dadurch der Nach gleichem Sinne, wie man von einer Kornkammer" spricht, als nach Potsdam refp. Wannsee. Trotzdem der Schiffseigenthümer welt ein Spiegelbild ihrer Beit in ihren unvergänglichen die Zwiebel- oder Bollenkammer für die Stadt Berlin betrachtet Herr Nobiling in letzter Stunde nur zwei Dampfer statt der beSchöpfungen hinterlassen. Manche Naturalisten, die sich aller werden, wo diese würzigen Gewächse ihre lehte Verwendung stellten drei stellen konnte, gelang es dem Komitee doch noch, dings einbilden, einen Reflex des modernen Volkslebens zu geben, finden. Große Mengen werden beständig vom Frühjahr bis zum einen dritten Dampfer von der Krahngesellschaft zu erhalten. wenn sie die theoretische Forderung des Naturalismus, das Herbst auf der Bahn befördert, und von dem Zeitpunkte an, wo Früh 6½ Uhr begann die Abfahrt mit drei großen, 530 Personen Zurückgehen auf das Modell refp. die minutiöſeſte Wiedergabe die erſten grünen Sprößlinge des Knollengewächses in den Ber- fassenden Fahrzeugen von der Marschallbrücke. Die Polizei hatte der nebensächlichsten Details, erfüllen, sind genau soweit von einer liner Markthandel kommen, bis zum Spätherbst, wo die Haus- innerhalb Berlins das Musiziren am Vormittag verboten; frogseriösen Kunstrichtung entfernt, wie die Idealisten. Beide liefern frau und die Händler sich mit den erforderlichen Wintervorräthen dem fehlte der Humor nicht. Der rothe Vereinsbanner wurde dauert für die Eisenbahnbeamten aufgehißt und als man hinter Moabit war, begann die Musik zu nur Karrikaturen und keine Typen. Die Einen durch das Weglassen des an Bollen versehen, " Bollennoth". Zuerst Zuerst beginnen die Reisenden in spielen. Um 9/2 Uhr langte die Gesellschaft in Pichelsdorf Charakteristischen und Herausarbeiten des Beiwerks, die Anderen die durch ihre direkte Unnatur. Beschämend aber ist es für unsere den Wagen der vierten selaffe zu klagen, daß aus dem wo eine Stnde lang gefrühstückt wurde. Von dort shrsporfan, daß modernes Bolksleben noch fast ganz ignorirt werden kann. geruch entströme. Die arme Frau von der Fahrt auszuschließen, Mittags der erste Dampfer landete. Die ganze Gesellschaft nahmi Man sehe sich nur die Bilder der internationalen Ausstellung an. wäre hart, wird auch von den Reisenden gar nicht gewünscht. Aufstellung, und mit Musik und Banner an der Spige jina ber Mit Ausnahme einiger Duhend von Proletarierbildern nichts Geht es irgend an, so wird die Vollenfrau in ein leeres Roupee, Bug in das Schröder'sche Lokal. Hier amüsirte man sich bei weiter als sentimentale, idealisirte und oft recht geschmackloſe wenn auch 3. Klaſſe, gebracht, und den Zugbeamten find Fälle Spiel und Tanz, Kinder und Damen erhielten Geschenke und bet Vorwände, die nur zu häufig der Phantasie ihren Ursprung ver- bekannt, wo das" Bollen- Koupee" von mehreren männlichen und Vorsitzende Herr Sch mä dicke hielt eine Ansprache, worin er Das passirt aber nur so die Anwesenden aufforderte, treu und fest zur Arbeiterbewegung feit unserer Runstrichtung erflären laſſen, als durch das Ab- lange, als die frischen Zwiebelschößlinge, die nur in verhältniß zu stehen. Auch wurde ein hübsches Sümmchen für die Parteidanken. Wie anders kann sich diese allseitig anerkannte Dürftig- weiblichen Spreewaldern besetzt war. kleinen Mengen auf den Markt kommen, Später, im August, wenn die Bollenernte be- 9/2 Uhr die Rückfahrt, die um 1/2 Uhr Nachts an der Marbracht werden. Berührung sie ängstlich meiden. Aber freilich mit solchen Anschauungen, wie sie die Berliner endet ist, Börsen- Zeitung" versicht, lassen sich keine Kunstwerke von bleibendem ginnt die Bollennoth finden größere Transporte statt, und nun be- schallsbrücke endete. Bollennoth für das Personal der Güterbe- Mehrere Gendarmen, die in Wansee anwesend waren, verWerth schaffen. Die angefaulte Bourgeois- Gesellschaft will in förderung. Ein Güterzug, der in einem oder einigen seiner hielten sich sehr zurückhaltend und es wurde daher das Vers In der Oranienstraße sind an verschiedenen Stellen die werden, das ihr in der Wirklichkeit beständig entgegengrinst. Beamten behaupten, weiter als man die Dampfpfeife der LokoMan will nicht in der Kunst auch an das himmelschreiende Un- motive hören kann und wehe, wenn andere Lebensmittel, etwa recht, an die Vergewaltigung des gesundesten Kernes des Volkes Milch oder Butter, mit solchem Zuge verladen oder befördert Pflastersteine aufgehoben und in Haufen längs der Pferdebahnerinnert werden. Da man das soziale Elend in der Wirklichkeit werden! Selbst Mühlenprodukte, Mehl, Gries u. dergl. werden geleise aufgestellt. Das Besteigen der Pferdebahn während der ( Nachdruck verboten.) Brot! Von Paul Linsemann. Gestern Abend um 9 Uhr wurde die Leiche eines an ständig gekleideten Mannes aus dem Kanal an der Schöne berger Brücke gezogen. Nahrungssorgen sollen den Unglücklichen in den Tod getrieben haben. Die Leiche wurde nach der Morgue geschafft." Solche und ähnliche Sätze findet man häufig im Polizeibericht. Sie geben nur die Katastrophe an die voran gegangene Tragödie entzieht sich meist dem Lefer. Nur felten erfährt er davon... Also nichts" " Nein, Herr Böttcher, leider nichts." " Aber ich will ja Alles thun, was Sie mir geben, will gern alle Kommissionärdienste verrichten." " Thut mir leid, Alles besetzt." Der behäbige Hotel- Portier wandte sich wieder an sein Fremdenbuch. Der Andere senkte traurig das Haupt des Hotels entlang zum anderen Ausgange ging. Durch die breiten Glasthüren sah er den Speisesaal. - das Wasser Sehnsüchtig blickten seine Augen dort hin lief ihm im Munde zusammen. Kellner eilten mit silbernen Tabletten vorüber, auf denen die ausgesuchtesten Speisen gefüllt waren. An den Tischen saßen die Herren und Damen. Fröhlich klangen die Gläser aneinander, die Champagnerpfropfen knallten. Die Luft durchschwängerte ein angenehmer Speisegeruch. Ab und zu eilten die Kellner- fie trugen auch wieder Speisen zurück. Auf den schwellenden Fauteuils bequem zurückgelehnt jaßen junge, blasirte Lebemänner. Sie hatten die Speisen taum berührt-sie waren schon übersättigt, nichts reizte fie mehr. Hätte Böttcher doch so eine Schüssel voll essen können ach nein seiner Familie mitnehmen können! Immer mehr empfand er den Hunger. Und mit dem Hunger kam die Wuth. War das nicht eine Ungerechtigkeit? Die da drin thaten nichts hatten nie etwas gethan Er sah Niemand- ihm schwindelte vor Hunger und Size. Lärm schlug an sein Dhr. Dröhnenden Schrittes zog das Garde- Füsilierregiment, die Maitäber", die Straße entlang. Eine Horde von zweifelhaftem Gesindel zog johlend und schreiend vorweg. Einige dieser Gestalten hatte Böttcher schon in sozialdemokratischen Versammlungen gesehen, wo sie im Sinne der Ordnungsparteien den größten Radau machten. Die Volksversammlungen! Die waren auch sein Unglück geworden. Er war auf er war Subalternbeamter mehreren gesehen worden in einer großen Aktien- Gesellschaft, die von jeher„ königstreu" gesinnt war. Da durfte er natürlich nicht Politik treiben- eine eigene Meinung haben. Und als er einmal in voller Ueberzeugung in einer Versammlung auf verschiedene Mißstände der niederen Beamtenwelt hingewiesen hatte da war's um ihn ges schehen. Weß Brot ich esse, deß Lied ich singe", diesen guten gegeben bei seiner Entlassung. Schon zwei Monate ohne Arbeit! Er wollte so gern und haben das schönste Essen? Die herrlichsten Ge- Rath hatte ihm der Bureauvorsteher noch mit auf den Weg arbeiten, verdienen. Er war ein gesunder, kräftiger Mann, er hatte ein Recht auf Arbeit." Zu Hause warteten zwei Frauenaugen ängstlich auf ihn, tränke? " er. Und er und seine Familie müssen hungern? Das ist die göttliche Liebe und Vorsehung?" dachte Ein Thor, wer daran glaubt. Es giebt keinen Gott und feine Gerechtigkeit Er trat auf die Straße. die anderen. Schwärmer" nannten ihn einige Kollegen. Verrückt" Was hat er sich damit abzugeben! Das wird schon der Staat besorgen. Der will auch wieder flüger sein wie Bismarck. Das geschieht so einem Revolutionär ganz recht." ob er heute endlich etwas gefundenDann immer refignirtes Kopfschütteln. Und vier rosige Kindermündchen riefen: Papa, hast Du etwas mitgebracht?" Zum Verzweifeln war's. So dem Verhungern nahe Augen. und nichts thun zu können . den Es flimmerte wie kleine Feuergarben vor seinen Augen. Der Asphalt auf der Straße begann beinahe flüssig zu die Und dann noch hämische Vorwürfe von seinen Verwandten! O die lieben Verwandten sie konnten so gut sprechen! Der glühende Schein der Julisonne blendete fast seine Ueberall hauchte die Hize ihren schwülen und erstickenAthem ihm entgegen. Ein widerlicher Gestank drang ihm in die Nase. Alles war schon ins Leihhaus getragen, was man nur werden. entbehren konnte, und immer näher, immer näher schlich das entsegliche Gespenst: der Hunger! Und seitdem vermieden sie es, mit ihm zusammen zu kommen und ihn zu grüßen. Das hätte ja üble Folgen haben können! Was hätten Herren Vorsteher gesagt! D Deutsche wie lange muß man Euch noch den Vorwurf der Bedientenhaftigkeit machen! Ueber die Belle- Alliance- Brücke ging Böttcher, die Straße hinunter Ganz mechanisch- apathisch schleuderte er die Friedrich- Belle- Alliancestraße hinauf, dann rechts die Hagelsberger Den empfand Böttcher auch, als er den langen Korridor straße hinauf. " Fahrt wird dadurch auf diesen Strecken besonders gefährlich. Am| Letztere wurde alsbald durch einen Schlauch aus der Wasser-| Großschlächter bezahlte sofort seine Schuld, worauf das Pfand Freitag gerieth an solchem Seeinhaufen bei dem Versuch einen leitung herbeigeführt; der Taucher kam mit seinen Sicherheits- objekt freigegeben wurde. fahrenden Pferdebahnwagen zu besteigen, ein Mann zu Falle und Apparaten", sprach ein stilles Gebet, fletterte dann auf einer erlitt dabei blutende Verlegungen im Gesicht. Aepfel und Birnen mit Monogramms, Bildern, AufLeiter in das Faß und die Meereswogen" beleckten seine Brust, als er sich auf dem Grund befand. Wenn schon dies gewagte schriften, Zeichnungen und dergl., welche das Sonnenlicht darauf Im Inseratentheil des Berliner Tageblatts", dem Unternehmen" allseitige„ Bewunderung" hervorrief, so sollte dies hervorgebracht hat, werden vermuthlich schon in diesem Herbst Hauptbestandtheil dieses nicht illustrirten Wigblattes,( Nummer noch gesteigert werden, als der Kampf mit dem Hai begann. hier auf dem Markt erscheinen. Der naheliegende Gedanke nämvom 9. Juli) findet sich folgende Annonze: Das Wasser rauschte, der Taucher verschwand, indem er sich auf lich, die farbenbildende Wirkung der Sonnenstrahlen für diesen Gutfituirte Person wünscht auf ehrenhaftem Wege eine die Knie niederließ, ein mit einem Messer bewaffneter Arm hob 3weck zu benutzen, kommt erst jetzt in der Praxis von den ObstDekoration oder einen Ehrentitel zu erlangen. Briefe fich empor, fuhr blitzschnell hernieder, und das Ungeheuer war züchtern zur Ausführung, und zwar in folgender Weise. Man unter Chiffre J. K. 6100 an die Expedition des Berliner überwunden. Die zweite gleiche Vorstellung rief einen derartigen befestigt durch einen Klebestoff oder Gummiringe an der der Tageblatts" Berlin SW." Enthusiasmus bei den Zuschauern hervor, daß die Polizei sich Sonne zugekehrten Seite der Früchte Schablonen aus dünnem Für diese flache und findische Eitelkeit des schamlosesten ins Mittel legen mußte, und der kühne" Mann alsbald ins Blech oder Papier mit dem gewünschten Bilde. Der unter derselben befindliche Theil der Frucht bleibt dann infolge der Bes Geldprozenthums ist allerdings das Berliner Zage: Meer der Vergessenheit tauchte. blatt der allergeeignetste Ablagerungsort! schattung heller, während alles Uebrige, also auch der Name in Unter dem dringenden Verdachte der vorfählichen den normalen dunkleren Farbentönen der Frucht erscheint. BeDas Personal der Ludw. Löwe'schen Fabriken in Brandstiftung ist ein Korbmachermeister aus Neu- Weißensee in sonders geeignet für diesen Zweck find solche Sorten von Berlin und Martinikenfelde feierte gemeinsam mit den Familien das Moabiter Untersuchungsgefängniß eingeliefert worden. Der- epfeln, Birnen oder Pfirsichen, welche von Natur eine lebhafte, am Sonnabend den 4. Juli im Sternecker- Etablissement zu selbe betrieb sein Geschäft in einem Haufe der Königs- Chauffee, rothe Farbe haben. Die Manipulation iſt 4-8 Wochen vor der Weißensee das diesjährige Sommerfest. Trotz des ungünstigen zwischen der Elsaß- und Lothringerstraße. Am Mittwoch Abend Reisezeit der Früchte- also jezt auszuführen. Wer daher Wetters waren doch 10 bis 11 000 Personen insgesammt an- gegen 11 Uhr entstand in seinem im Keller belegenen Laden ein einen Garten mit Obstbäumen fein eigen nennt, tann jetzt noch wefend und das bekannte gute Einvernehmen zwischen Arbeit- Schadenfeuer, welches bald bemerkt und von der schnell herbei- diesen hübschen kleinen Scherz machen und wird seine Freude geber und Arbeitnehmer zeigte sich auch hier wieder einmal im geeilten Feuerwehr so schnell gelöscht wurde, daß sich unverkenn- daran haben. " vollen Maße, denn wie verlautet, soll die Direktion der Gesell- bare Spuren vorsäglicher Brandstiftung unzweifelhaft feststellen Polizeibericht. Am 9. d. M., Vormittags, fiel ein Arbeiter schaft 800 M. für das Vergnügen hergegeben haben. Es kam ließen. Unter anderem zeigte es sich, daß die halbverkohlten oder im Hause Potsdamerstraße Nr. 138a in der Trunkenheit von der immerhin auf den Kopf der Betrag von acht Pfennigen! noch gar nicht angebrannten Korbwaaren mit Petroleum getränkt Treppe und erlitt so bedeutende Verlegungen am Kopfe, daß er Erwägt man, daß die Aktien der genannten Fabriken schon waren. Der Verdacht der Thäterschaft konnte sich nach Lage 18 pet. Dividende gaben, so findet sich in diesen beiden Beträgen der Sache nur auf den Besitzer des Geschäfts richten, der denn nach der Charitee gebracht werden mußte. die richtige Werthschäßung zwischen Kapital und Arbeit. auch verhaftet und während der Nacht im Amtsgefängniß internirt wurde. Gerichts- Beitung. Wenig angenehm ist für die Passagiere der Ningbahnzüge in der Richtung Potsdamer Bahnhof- Rixdorf die Be- Selbstmord im Thiergarten. Durch zwei kurz hinternuzung der Station Tempelhof; man ist dort den Unbilden einander folgende Schüsse wurden gestern Morgen furz nach der Witterung- namentlich im Winter in einer Weise aus- 4 Uhr Passanten des Thiergartens erschreckt. Der Richtung der gefeßt, die nicht mehr ganz schön ist. Müssen doch die Passa Schüsse folgend, fanden sie in der Nähe des Schlosses Bellevue Zwei verwegene Einbrecher standen gestern in den Persiere, die in Tempelhof aussteigen, im Freien so lange warten, einen jungen, etwa 25jährigen Mann vor, der sich mittelst sonen des Möbelpolirers Otto Baltruzatis und des bis der Zug abgefahren ist. Hierzu kommt, daß für die Sicherheit Revolvers zwei Schüsse in die Brust beigebracht hatte. Der Schuhmachers Ferd. Hübscher vor der zweiten Straffammer des Publikums absolut gar keine Vorkehrungen getroffen sind. Lebensmüde, dessen Hand noch krampfhaft den Revolver um des Landgerichts I. Der Leztgenannte ist erst am 26. März aus Im Rücken die freien Schienen, vor sich den abfahrenden Zug, schloß, erlag nach wenigen Minuten seinen Verletzungen. In den dem Zuchthause zu Brandenburg entlassen worden, hat hier seine muß man so lange stehen, bis letzterer vorüber ist und hat dann Taschen des mit einem dunkelblauen Ueberzieher bekleideten Selbst- früheren Strafgenossen aufgesucht und sofort neue Einbruchs noch 2 Schienenftränge zu überschreiten, bevor man sich in wirk- mörders wurden noch einige Patronen vorgefunden, während diebstähle mit ihm verabredet. In der Nacht zum 20. April licher Sicherheit befindet. Wie leicht kann da ein Unglück ge- man weder Geld noch Legitimationspapiere bei der Leiche vor- wurde dem Laden des Kaufmanns Jänchen ein Besuch abgestattet. Die beiden Angeklagten öffneten die Thür schehen wir erinnern an Steglitz!- Warum fann die fand. Die letztere wurde nach dem Leichenschauhause geschafft. es Hauses Großbeerenstraße 27 mittelst Nachtschlüssels. Um in den Keller des Station der vom Potsdamer Bahnhof kommenden Züge nicht nach der gegenüberliegenden Seite( südlich vom Bahnkörper) ver- Abermals ein Opfer unsinniger Wetten. In einer an Kaufmanns Jänchen zu gelangen, mußten sie zunächst in den legt werden? Es wären dann mit einem Schlage alle Unzu- der Frankfurter Chauffee belegenen Gastwirthschaft waren am Reller des Kaufmunns Lesse bringen. Dies gelang ihnen da träglichkeiten vermieden. Donnerstag Abend mehrere junge Leute anwesend, die des Guten durch, daß sie einfach die Thürfüllung ausschnitten und durch etwas zu viel gethan hatten. Giner derfelben, ein in Rummels die Deffnung frochen. Im Lesse'schen Keller fanden die Ange Bei polizeilichen Siftirungen wird oftmals mit der Freiburg wohnender Former, verspürte noch Appetit auf die gerade lagten ein ansehnliches Weinlager vor, mit kundigem Blicke heit der Bürger in einer Weise umgegangen, daß man zweifeln fertig gewordene frische Blut- und Leberwurst, die der Wirth aus wußten sie die beste Marke herauszusuchen und führten sich muß, ob dieses Verfahren mit dem gefeßlichen Schutz der persön- der Küche hervorbrachte und auf den Ladentisch stellte. Trotzdem erst zwei Flaschen zu Gemüthe, um sich für die fernere Arbeit lichen Freiheit vereinbar ist. Wiederholt haben wir über ihm von seinen Kollegen hiervon abgerathen wurde, brüstete er zu stärken. Sie durchbrachen dann einen Lattenverschluß, ge Siftirungen aus geringfügigen Ursachen berichtet, wo die Leute fich dennoch damit, daß er noch eine Unmasse davon vertragen langten in den Jänchen'schen Reller und von diesem durch die stundenlang auf der Wache aushalten mußten. Nicht beffer tönne. Als dies bestritten wurde, erbot er sich, in einem Zeit- Fallthür in den Laden. Sie erbrachen die Rasse, fanden aber scheint es in der Umgebung Berlins zu stehen. Vor einigen raum von einer halben Stunde die ganze auf dem Zeller besind nur fünf Mark kleines Geld vor. Aergerlich traten sie den Tagen wurde in Friedrichshagen ein dortiger Einwohner, der fiche Wurst: es waren sechs große Blut- und zehn fleine Rückzug an; sie wollten nun wenigstens von dem guten Wein so feine eigene Wohnung hat und Familienvater ist, wegen einer Leberwürfte, ohne Brot zu verzehren und dazu eine so viel mitnehmen, wie sie schleppen konnten. Die Zeit war geringfügigen Sache arretirt und zwar in der Nacht. Troydem große Weiße zu trinken. Die Wette, die um eine Lage ihnen aber vorausgeeilt, Kaufmann Jänchen, der früh aufstand, nun der Arrestant sofort seine Wohnung angab und der Nacht- Bier und sechs Mark ging, wurde angenommen. Hierauf fegte erblickte Licht in dem Keller und schlug Lärm. Die Diebe flüch= wächter am Sonntag Morgen dem Amtsvorsteher hierüber be- sich der„ Nenommir- Esser" an den Tisch, ließ sich den auf- teten über den Hof und benutzten eine Leiter, um über die Mauer richtete, schien dieser Herr keine Zeit dafür zu haben. Der gehäuften" Teller herüberreichen und begann seine Arbeit. Beider nach dem Nebengrundstück zu gelangen. Hübscher hatte dabei Arrestant mußte 36 Stunden in Haft bleiben; man hatte es sollte der junge Mann seine Waghalsigkeit mit dem Leben be- noch die Frechheit, auf dem Kanime der Mauer stehend, dem ihn auch nicht für nöthig befunden, die Frau des Verhafteten, welche zahlen. Er hatte bereits die Hälfte vertilgt und war eben im verfolgenden Jänchen die Leiter gegen den Kopf zu werfen. Auf keine Ahnung von dem Schicksal ihres Mannes hatte und des- Begriff, die zweite Hälfte in Angriff zu nehmen, als er vom dem Nebengrundstücke wurden die beiden Einbrecher ergriffen. halb in Angst und Sorge lebte, zu benachrichtigen. Jetzt hat Stuhle bewußtlos zur Erde fant; stromweise floß ihm das Blut übscher wurde zu acht, Baltrusatis zu drei Jahren derfelbe wegen seines Verbrechens ein Strafmandat über 3 Mart aus Mund und Nase. Noch ehe ein Arzt erschien, hatte der Buchthaus verurtheilt. erhalten. Man fragt sich doch mit Recht, wie es möglich ist, daß waghalsige junge Mann feinen Geist ausgehaucht; ein Schlagfluß in einem fo tleinen Ort wie Friedrichshagen 36 Stunden nöthig hatte seinem Leben ein Ende gemacht. find, um die Personalien eines dort wohnenden Mannes festzustellen. Es fragt sich doch in der That, ob diese Art des Verfahrens mit Arrestanten nicht als strafbare Freiheitsberaubung zu erachten ist. be Mit der Frage, ob der Polizei das Recht zusteht, die Entfaltung und Weihe einer rothen Fahne zu verbieten, hatte Ein Bubenstück, ähnlich dem früher hier öfter vorge fich fürzlich das Ober- Verwaltungsgericht zu Altona zu be fommenen muthwilligen Zerschneiden von Garderoben- Gegen- fchäftigen. Der dortige sozialdemokratische Wahlverein ständen in Lokalitäten und auf der Straße, wurde vorgestern Abend absichtigte, die während des Sozialistengesezes in Amerika aufim Bellealliance- Theater- Garten vollführt. Zwei junge Leute, die bewahrte Parteifahne im Februar 1891 in Altona zu entfalten Auf dem Meeresgrunde. Vor einiger Zeit fam ein ziemlich nahe dem Podium, wo die Vorträge stattfinden, ihren und zu weihen. Durch ein polizeiliches Verbot wurde der Taucher bei dem Polizeipräsidium um die Erlaubniß ein, auf Platz genommen hatten, verließen den letzteren während einer Verein hieran verhindert. Der Oberpräsident bestätigte dies dem L.'schen Grundstück in der B.straße gegen Entgelt auftreten Bause, um im Garten ein wenig zu promeniren, ließen jedoch, Verbot mit der Begründung, daß die rothe Fahne das Symbol zu dürfen und hob in seinem Gesuch ausdrücklich hervor, daß um sich die Stühle zu sichern, ihre Ueberzieher zurück. Als sie der Barrikadenherrschaft und des politischen feine Arbeiten auf dem" Meeresgrunde" überall die größte An- nach beendeter Vorstellung ein in der Nähe gelegenes Restaurant Schredens sei und daß durch die Entfaltung der Fahne der erkennung gefunden hätten. Die Polizei entsprach dem Wunsch, besuchten, bemerkte der Eine, daß der Ueberzieher seines Be- sozialdemokratischen Partei die Gemüther zu Gewaltthätigkeiten Um dies zu hindern, habe die Polizei und es erstand auch bald ein stattliches Belt inmitten des Bau- gleiters mehrere verdächtige Flecken zeigte. Eine genaue Unter- angereizt würden. das Verbot erlassen müssen. Gegen diesen Bescheid plazes, zu dessen Betreten ein Mann mit heiferer Stimme unter fuchung ergab, daß derselbe mit einer äßenden Flüssigkeit beHinweis auf ein Bild einlud, welches den Kampf eines Tauchers goffen und erheblich beschädigt war. Dieselbe Entdeckung wurde des Oberpräsidenteu beantragte der Rechtsanwalt Arthur mit einem Saifisch darstellte. Außerdem wollte der Waffer- auch an dem Paletot des Andern gemacht. An eine Ermittelung Stadthagen als Vertreter des sozialdemokratischen Wahlvereins aut Altona mann" nach verschiedenen anderen Richtungen hin seine Leistungen des betreffenden Thäters war nicht mehr zu denken. Hoffentlich die Entscheidung des Ober- Vervorführen. Wenn auch die vorhandenen zahlreichen Sandhausen gelingt es aber, im Wiederholungsfalle des Schuldigen habhaft waltungsgerichts. Derselbe vertrat im Termin den Standin der Umgebung des Zeltes die Dünen am Meeresstrande einer zu werden. punkt, daß die rothe Fahne doch nicht auf Menschen eine aufeinigermaßen kühnen Phantasie ersehen fonnten, so blieb es reizende Wirkung ausüben könne, sondern höchstens auf Büffel. unferem Berichterstatter unerfindlich, in welcher Weise das Großes Luffehen erregte vorgestern die zu Pfändungszwecken Durch die Verfügung der Polizei werde die Verfassung verletzt. Meer geschaffen werden follte. Die Aufklärung ließ nicht lange erfolgte Ansiegelung von drei ausgeschlachteten Kälbern eines Dafür, daß eine unmittelbare Gefahr für Ruhe, Ordnung und auf sich warten. A13 er mit anderen Zuschauern den hiesigen Großschlächters auf dem Großfleischmarkt an den sieben Sicherheit des Publikums durch Entfaltung der rothen Fahne Arbeitsplatz" des Tauchers betrat, fab er ein leeres Weinfaß Stadtbahnbögen von Seiten eines Gerichtsvollziehers, der in Be- vorgelegen habe, spreche nichts. Das Oberverwaltungsgericht hob in den Erdboden eingegraben; das Publikum befand sich am gleitung von drei Schuyleuten erschienen war. Der Gegenstand, das polizeiliche Verbot auf, da dasselbe allerdings mit den Strande des Meeres. Es war aber gerade Ebbe," so hieß es, um deswillen die Pfändung erfolgte, betrug nur 88 M., während Artikeln 29, 30 und 34 in Widerspruch stehe. Das altpreußische bei Eintritt der„ Fluth" werde auch der Taucher erscheinen. Die der Werth der gepfändeten Kälber sich auf 270 m. belief. Der Gesetzbuch bedrohe nur denjenigen mit Strafe, wer böswillig oder Er stieg mühsam die vier Treppen zu seiner Hofwohnung empor. Auf sein Klingeln öffnete eine bleiche, trant aussehende Frau. Die Kinder schrieen:" Papa- der Papa kommt!" Und sie klammerten sich an ihn. Er schüttelte traurig den Kopf. Sie wischte die Thränen, die ihr über die Backen rannen, mit dem Zipfel der Küchenschürze fort und trug das Essen auf. Wassersuppe. Dann Bellfartoffeln und Salz. Böttcher schlürfte mühsam die Suppe hinunter. Dann stand er auf. Die Kinder aßen ruhig weiter. Es schmeckte ihnen so gut. Nach dem Essen sprangen sie auf und rannten zum Spiel hinunter in den Hof " Ich habe heute das letzte Stück ins Leihhaus ge tragen," sagte die Frau. Er blickte stumpf vor sich hin. " Warum? Db wir nun ein paar Tage länger leben, oder nicht-". Anton!" " Was willst Du? Renne ich nicht Trepp' auf, Trepp' ab, Tag für Tag? Hat die Gesellschaft ein Einsehen? Bin ich nicht wie verfehmt? Ich will so gerne arbeiten und nirgends nirgends bekomm' ich etwas! Das ist zum Verrücktwerden!" Es wird besser werden." " Das sagst Du immer werden." davon können wir nicht satt " Bist Du denn schon zu Otto gegangen?" " Schon dreimal. Aber er war nie zu sprechen. She malige Freunde sind überhaupt nie zu sprechen. Heut' Nachmittag soll ich nochmal kommen." Er legte sich auf's Sopha, um die paar Stunden in brütendem Nachfinnen hinzubringen. Unaufhörlich peinigte ihn der Gedanke:" Schaff' Brot, schaff' Brot." Auch in's Bimmer war die schwüle Hize gedrungen. Wie gelähmt lag Böttcher auf dem Sopha. Kaum athmen konnte er mehr. Nur von Zeit zu Zeit stöhnte er laut auf. Und heiße Thränen rannen über seine Wangen. Des ist etwas Furchtbares, einen Mann weinen zu sehen. Am Fenster saß seine Frau und las in ihrem Gesang buch, denn sie war sehr fromm. Als sie aber heute an das Lied fam:" Wie groß ist des Allmächtigen Güte", da entglitt das Buch ihren Händen. Sie weinte laut auf. Vom Hofe her tönte jauchzendes Kindergeschrei Böttcher erhob sich endlich. Er reinigte sorgfältig seine Kleider. Viel Glück, Anton." Er schüttelte wehmüthig den Kopf. " Leb wohl, Luise... Und Du bist mir auch nicht böse, daß ich- daß Ihr durch mich so elend nun da steht?" ,, Auton, ich habe Dich noch immer so lieb"... Auf dem Hofe küßte er die Kinder lange und heiß. Komm' bald wieder, Papa"... Er ging die Hagelsberger Straße bis zur Möckernstraße, dann diese hinunter bis zum Kanal. Diesen schlenderte er langsam entlang, bis zur Lühowbrücke. Ueber diese ging er in die Hohenzollernstraße. Vor einem der prächtigsten Häuser macht er Halt. Hier wohnte er, sein ehemaliger Schulfreund, Otto Brandel. Sehr reich war er geworden. Wodurch? So indiskrete Fragen stellt man in Berlin selten. Der Zweck heiligt die Mittel. Und der Zweck heißt, der Erfolg à tout prix..... Mit dicken Smyrnateppichen waren die Marmorstufen belegt. Eine liebliche Kühle empfing den Eintretenden. Ueberall trat ihm ein aufdringlicher Lurus entgegen. Diesmal wurde er vorgelassen, in das verschwenderisch reich eingerichtete Arbeitszimmer. Mit kostbaren Möbeln war es ausgestattet, werthvolle Delgemälde hingen an den Wänden. Durch die dichten Gardinen drang das Sonnenlicht nur spärlich in den Raum. Welch' ein Unterschied, diese Männer. Hier der untersegte, wohlbeleibte Börsenmann, mit dem feisten Gesicht, in dem nur das Laster seine Furchen einges graben, die fleischigen Hände mit der dicken goldnen Uhrfette spielend und ihm gegenüber der große, engbrüftige Mann mit dem blassen Gesicht und den tief liegenden müden Augen, umzogen von dunklen Rändern... Gram und Sorge hatten seine Gestalt gebeugt, seine Stimme flang zitternd und demüthig. man Herr Brandel hatte vieles Bedauern für Böttcher. Jetzt sei gar nichts zu machen vielleicht später die Geschäfte ständen augenblicklich sehr schlimm. müßte sich eben gedulden... so rasch ginge das überhaupt nicht. Böttcher nickte ganz apathisch mit dem Kopfe. Früher hätte er sich über solche Erbärmlichkeit aufEs war ihm jezt Alles ganz gleich geworden. Mit einem melancholischen Lächeln verließ er das Haus. In den Thiergarten ging er. Sezte sich da auf eine Bank. Als es dunkel wurde, machte er sich auf den Heimweg. geregt. Den Kanal ging er entlang. Wenn er todt wäre- ob man da für seine Frav sorgen müßte? Er starrte ins Wasser. Wie träge und schmutzig es dahin floß. Gerade wie sein Leben. Immer dunkler wurde es. Er ging über die Schöneberger Brücke. Wieder dachte er: wenn ich todt wäre. Er sah in's Wasser. Hände das Geländer. Fieberhaft umkrampften seine Vor den Augen schwindelte es ihm. Ihm war's, als sähe er da unten einen Tisch reichlic verbotswidrig Fahnen, Zeichen oder Symbole, die den Geist des brachte. Das Schwurgericht verurtheilte den Angeklagten Taut| im Stande, auch im Interesse der gesammten Wohlfahrt zu wirken Aufruhrs zu verbreiten oder den öffentlichen Frieden zu gefährden zu fünf Jahren Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche und die gerechte Sache, welche uns allen als Ideal vorschwebt geeignet find, öffentlich verbreitet". Die sozialdemokratische Partei Dauer, der Angeklagte Schulze, der das achtzehnte Lebensjahr zu unterstützen. Mit Brudergruß die Freie Vereinigung der habe dasselbe Recht wie andere soziale oder politische Parteien noch nicht erreicht hat, tam mit drei Jahren Gefängniß Bivil- Berufsmusiter Berlins und Umgegend." J. A.: G. Schonert, und es lägen keinerlei Thatsachen vor, aus denen heraus eine davon. 1. Vorsigender, Bernauerstr. 30, 2 Tr. G. Gartmann, 2. Vor Gefahr für die Sicherheit des Publikums gefolgert werden könne. sitzender, Weberstr. 58. Otto Strüger, Schriftführer, Rheinsberger straße 2. selben Um einen Streit mit ihrem Ehemann zu vermeiden, hat sich eine Frau 2. zu Weißensee eine Urkundenfälschung zu Schulden kommen lassen. Die 2.'schen Eheleute betreiben zu Weißensee ein Fuhrgeschäft. Der Ehemann hatte sich zu Ende vorigen Jahres nach Ansicht der Polizeibehörde zu Weißensee eine Nebertretung der für den Betrieb eines derartigen Geschäfts maßgebenden polizeilichen Vorschriften zu Schulden kommen lassen, und erhielt infolge dessen am 17. Januar ein Strafmandat in Höhe von 10 M. 2. beauftragte seine Frau, welche alle im Geschäft vorkommenden schriftlichen Arbeiten zu erledigen hat, gegen dieses Mandat auf gerichtliche Entscheidung anzutragen. Frau L. vergaß die Angelegenheit zu ordnen. Sie gedachte der erft wieder, als die gesetzliche Frist von 8 Tagen bereits verstrichen war. Zur Ersparung der dadurch ihr erwachsenden Unannehmlichkeiten machte sie aus der 17" im Datum des Strafmandats eine 27" und sandte dasselbe mit dem Vermerk des Widerspruches versehen an die Polizeibehörde zu Weißensee, welche bei einer Vergleichung des Originals mit der auf dem Bureau befindlichen Abschrift sofort die Veränderung bemerkte, und pflichtgemäß Anzeige bei der töniglichen Staatsanwaltschaft von der„ Urkundenfälschung" erstattete, trotzdem die 10 Mart inzwischen bezahlt worden find. Beide Eheleute wurden unter Antlage gestellt. Die Frau betundete im gestrigen Termin vor der zweiten Straffammer des Landgerichts II, daß ihr Mann von der mit der Urkunde vorgenommenen Veränderung keine Kenntniß gehabt habe. Das Gericht spricht demnach den Ehemann frei, während die Frau für ihr Vergehen 1 Tag Gefängniß verbüßen muß. Von der Staatsanwaltschaft waren 8 Tage beantragt. " Eine Fundunterschlagung in bedeutender Höhe führte gestern einen gewissen Karl Stöcker und dessen Ehefrau Wilhelmine Stöcker vor die III. Strafkammer des Landgerichts I. Die angeklagte Chefrau fand in der Frühe des 11. Dezember v. J. auf der Hintertreppe des Hauses Schillstr. 9 eine Brieftasche, welche der in demselben wohnhafte Raufmann G. verloren hatte. Die Tasche enthielt über 5000 m. in Papiergele, davon 4 Stück Eintausendmarkscheine und das übrige in fleineren Scheinen. Die Frau will den Werth der Papiere nicht gelannt haben, da sie des Lesens untundig ist. Sie gab den Fund ihrem Manne und Beide tamen überein, denselben für sich zu behalten. Jetzt begann eine neue Zeit in der bisher höchst ärmlichen Stöckerfchen Haushaltung. Gearbeitet wurde nicht inehr, beide Eheleute beschäftigten sich damit, Einkäufe zu machen und jeder Wunsch wurde befriedigt. Den Nachbaren mußte dieser Wandel in den Stöcker'schen Verhältnissen auffallen, sie schöpften Verdacht, daß die Mittel aus einer unlauteren Quelle flossen und machten der Polizei Anzeige. Eine Nachsuchung in der Stöcker'schen Wohnung förderte noch 3210 M. zu Tage, die Brieftasche mit Papieren, die nur für den Verlierer von Werth waren, blieb verschwunden, keiner der Angeklagten will angeben tönnen, wo sie geblieben ist. Innerhalb dreier Monate sind im Stöcker'schen Haushalte gegen 1800 m. verbraucht worden. Der Gerichtshof ging allerdings von der Annahme aus, daß die Angetlagten noch einen Theil des Fundes hinter sich behalten haben und dies fiel bei der Strafabmessung erschwerend in's Gewicht. Das Urtheil lautete gegen den Ehemann Stöcker auf aehn, gegen die Ehefrau auf sech 3 Monat Gefängniß. hielt und Frau Ernestine Hansen, Urbanstr. 68 wohnhaft, ersucht uns um die Mittheilung, daß sie mit der in unserer gestrigen Nummer erwähnten Person gleichen Namens nicht identisch ist. Arbeiterbewegung. NB. Unser Arbeitsnachweis befindet sich Ecke Rosen- und Neue Friedrichstraße im Restaurant Kuhlmey, Inhaber Wernau. Daselbst werden täglich Musikaufträge entgegengenommen. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß unsere Mitglieder im Besitze von rothen Legitimations-( Mitglieds-) Karten sind. Der Verein hat zur Zeit ca. 100 Mitglieder. Mainz, 9. Juli.( Frff. 3tg.) Ein heute ausgebrochener Paris, 10. Juli. Die Delegirten der streikenden Arbeiter partieller Buchdruckerstreit ist soeben durch das Ges der Kompagnie d'Orleans forderten gestern in der Verhandlung werbegericht als Einigungsamt beigelegt worden. mit den Delegirten der Gesellschaft, daß lettere die Vermittlung des Gemeinderaths annehme. Die Gesellschaft erklärte eine solche Die Arbeiterdelegirten zogen Ginmischung für unberechtigt. darauf ihren Antrag zurück und kündigten an, daß sie ihre Forderungen schriftlich der Gesellschaft überreichen würden. Soziale Mebersicht. Versammlungen. Eine Versammlung der Berliner Tabak- und Zigarrens händler tagte am Montag, den 6. Juli, Abends, im Saale des Vereins junger Kaufleute behufs Besprechung der Geschäftslage der Detailgeschäfte gegenüber der bevorstehenden Einführung einer strengen Sonntagsruhe. Den Vorsitz führte der bekannte Herr Achtung! Maurer Berlins und Umgegend! Kollegen, A. Deter, welcher zugleich das Einleitungsreferat übernahm, indie Ihr auf dem Boden der Kongreßbeschlüsse steht und erkannt dem er die Versammlung zu überzeugen sich bemühte, daß der habt, daß wir nur geschlossen unsere Lage verbessern können, Untergang der Zigarren- Detailgeschäfte bei der gefeßlichen Eintretet ein für die Sammlungen zum Generalfonds der deutschen führung der nur fünfstündigen Sonntagsarbeit mit Sicherheit zu Maurer. Freunde, nicht nur genügt es, daß wir uns solidarisch erwarten stehe. Anwesend waren ca. 150-180 Personen, also erklären; nein, auch Opfer müssen wir bringen in Gelb- Unter- sirka der zehnte Theil der Berliner Bigarrenhändler, offenbar stügung, damit wir dem Unternehmerthum, welches darauf aus- fast alles Leute, denen weiter nichts heilig ist, als das Interesse geht, den Arbeiter als mechanisches Werkzeug zu benutzen, ener- ihres Geldbeutels, was in der an das Referat sich knüpfenden Debatte recht klar zu Tage trat. Die Lage der Gehilfen dieser gifch entgegentreten können. Kollegen, Ihr Alle werdet es am eigenen Leibe erfahren Branche zu berücksichtigen, die fchon mehr als trostlos genannt haben, daß das Unternehmerthum nicht nur Gure Knochen ver- werden muß, indem dieselben bei einer täglich 17stündigen langt, wofür es die Arbeitszeit verlängert und den Lohn kürzt, Dienstzeit für einen in den weitaus meisten Fällen wahren Hungernein, auch noch den Geist will es Euch fesseln, indem es ver- lohn arbeiten müssen, das hielt man nicht für nöthig. Die wenigen langt, man solle aus der Organisation, dem Verein, ausscheiden. Redner, welche den entgegengesetzten Standpunkt vertreten, wurden Kollegen, um diese unerhört frivolen Anmaßungen der Un- von den profitwüthigen Herren Chefs niedergeschrien, außerdem ternehmer mit Nachdruck zurückweisen zu können, müssen wir machte sie der Vorsitzende mitten in der Rede ohne Grund und Gelder sammeln, durch welche der Kriegsfonds der deutschen Ursache mit der kurzen Bemerkung mundtødt:„ Ich entziehe Maurer gestärkt wird, damit wir im Stande sind, unsere Ihnen das Wort." Bon dem Resultat einer solchen Versamm lung fann man sich nun leicht einen Begriff machen; es murde Menschenrechte wahren zu können. mit allen gegen sechs Stimmen beschlossen, eine von den Ver sammelten zu unterzeichnende Denkschrift an den Bundesrath ab aufenden, in welcher der Beweis geliefert werden soll, daß es fich bei der Einführung der Sonntagsruhe wirklich um den Untergang der Bigarren Detailgeschäfte handelt. Der vielen Worte furzer Sinn war einfach der: Lassen wir Alles beim Alten und sehen wir die bisherige Ausbeutung der Gehilfen auch weiter fort." Denn das dürfte doch wohl jedem ruhig und vernünftig denkenden Menschen klar sein, daß von einem wirklich erheblichen Ausfall an Einnahmen bei der nur 5 stündigen Sonntagsarbeit nicht wird die Rede sein können; derselbe wird sich thatsächlich im Allgemeinen auf ein Minimum beschränken. Diejenigen vereinzelten Fälle, in denen der Ausfall wirklich ein nennenswerther sein wird, können gegenüber dem großen Bortheil, welcher den in ihrer elenden Lage schmachtenden Handlungsgehilfen durch die Einführung der gesetzlichen Sonntagsruhe erwächst, nicht in Betracht kommen. Die Sammlungen zum Generalfonds der deutschen Maurer werden jeden Sonnabend von 8-10 Uhr Abends in nachstehenden Lokalen und Sonntag Vormittags in den Wohnungen der Beitragsammler in Empfang genommen: Im Süden: H. Klingenberg, Heimstr. 18, kassirt Mariendorferstr. 10, Restaurant von Grube. Jim Südosten: Woitschach, Wienerstr. 18, tafsirt WaldemarStraße 61. Im Often: Karl Cort, Wallner Theaterstr. 18, tafsirt Krautstraße 46, nahe der Markthalle, bei Insinger. Jm Norden: Paul Schulz, Belforterstr. 9, v. 4 Tr., tasfirt Fürstenbergersir. 5, Restaurant von Grunwaldt. Im Westen: Franke, Biethenstr. 4, tafsirt Bülowstr. 52, bei Böhland. Für Moabit: W. Ferkel, Birkenstr. 12a, tafsirt Birkenstr. 24, bei Viet. Mit kollegialischem Gruß Der Vertrauensmann Eine öffentliche Versammlung der Dachdecker, Klempner, Heinrich Klingenberg, Heimstr. 18. Schornsteinfeger, Telephon. Arbeiter und Berufsgenossen Ein frecher Straßenraub beschäftigte gestern wiederum fand am 2. Juli bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, unter dem Aufruf an alle Fach- und gewertschaftlichen Vorsitze des Dachdeckers W. Rack with statt. Die Tagesordnung das Schwurgericht des Landgerichts I. Aus der Untersuchungshaft wurden die„ Arbeiter" Georg Schulze und Adolf Vereine, sowie an alle Bergnügungs- und lautete: 1. Vortrag des Regierungs- Baumeisters Keßler. 2. VorZaut vorgeführt. Am Abende des 11. Mai d. I. ging der Gesangvereine Berlins und Umgegend! Schuhmachergeselle Fahrenkampf durch die Friedenstraße. Er traf Werthe Genossen! Vor Kurzem hat sich eine Vereinigung lefung der Petition. 3. Bericht der Siebener- Kommission. Nachdem Herr Reßler das Wort zu seinem Vortrage das den Angeklagten Schulze, den er für einen Bekannten beleven von" Zivil- Berufsmusikern Berling und Umgegendgebildet, Wort erhalten, schilderte derfelbe die faulen Zustände, welche bei ansprach. Als er fab, daß er sich geirrt hatte, forderte er den die, durchdrungen von demselben Geist, der alle gewerkschaftlichen Neubauten und den Dacharbeiten im allgemeinen hinsichtlich der Schulge dennoch auf, ihn zu begleiten. Im Friedrichshain trafen und Fachvereine, welche auf dem Boden der modernen Arbeiter Schußvorrichtungen für die Arbeiter obwalten. Zum Schluß verste den Angeklagten Taut, der dem Schulze bekannt war. Der bewegung stehen, beit für eine sosiale und wirthschaftlicht las er die von der kommission ausgearbeitete Betition und beTegtere tief ihn bei Seite und flüsterte ihm zu:„ Komm mit, wir Besserstellung ihrer Mitglieder kämpfen will. Wir haben voll tonte, daß die darin enthaltenen Forderungen nur recht und billig. werden dem ein Paar Groschen abnehmen. Taut schloß sich den und ganz erkannt, daß auch wir Musiker in der gegenwärtigen wären. Beiden an. Un einer Baumschule angekommen, versetzte Schulze tapitalistischen Gesellschaft unter dem Drucke des modernen AusAn der Diskussion betheiligten sich Delcourt, Meierlein, dem Fahrenkampf plöglich einen Schlag ins Gesicht. Gleich beutungssystem schwer zu leiden haben, und daß auch wir nur Becker und Hanke. Letzterer bemerkte kurz, daß in Berlin darauf sprang Tauf hinzu mit den Worten:" Wir Musiker wollen ein neues Bataillon bilden in der Du willst meinen Freund hauen?" Dabei ergriff er den daß auch wir, ganz so wie alle Arbeiter, den Unternehmern nur und Lehrburschen verlange, sich einen Sicherheitsgurt nebst Leine Fahrenkamp und warf ihn über die Einfriedigung. Beide Werkzeuge sind, mit denen ſie ſich so viel als möglich, Nutzen felbst zu halten; wer keinen hat, bekommt einen solchen aus dem Angeklagte sprangen auch hinüber, im Nu war Fahrenkamp und materielle Bortheile nur in ihrem eigenen Interesse zu ver Geschäft, wofür ihm bei der nächstfolgenden Lohnzahlung 6 Mark zu Woden geworsen, Schulze kniete auf ihm und hielt ihm ein schaffen suchen, und nachher, wenn die Werkzeuge nichts mehr in Abrechnung gebracht würden. Weigerung ziehe sofortige EntTaschentuch vor den Mund, während Taut die Taschen des nüße, unbeachtet bei Seite geworfen werden. Da aber der Einzelne laffung nach sich. Die Firma heiße Neumeister, Inhaber Nödel, Ueberfallenen plünderte. Er nahm ihm die Uhr und das Porte- ohnmächtig ist, in dieser Beziehung Vortheilhaftes zu erreichen, Bendlerstraße. monnaie mit 30 Pfennigen. Dann machten sich die beiden Räuber fo wenden wir uns an Euch und Euer Solidaritätsgefühl. Nachdem Kollege Rackwitz die Kollegen der Gewerkschaften aus dem Staube. Fahrenkamp verhielt sich noch längere Zeit befunden, weil sonst die Versammlung besser besucht sein würde, ruhig, da er für sein Leben fürchtete, wenn er den Angeklagten Armee des für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfenden gesammten getadelt, daß sie so wenig Intereffe für den Schutz ihres Lebens auf dem Fuße folgte. Die geraubte Uhr wurde am folgenden Proletariats, und aus diesem Grunde erklären wir uns mit Euch wurden folgende Anträge angenommen: 1. Am 20. Juli noch Zage für 7 m. verfeht und der Erlös von den Angeklagten ver- folidarisch. Doch wir haben nicht allein unter dem Drucke des tapitalisti- eine Versammlung einzuberufen, dafür tüchtig zu agitiren und in praßt. Bei dieser Gelegenheit verriethen sie ihre im Friedrichshain begangene Heldenthat einem Bechgenossen, der sie zur Anzeige schen Ausbeutungssystems zu leiden, nein, uns erschwert man noch diefer die Petition zur Abstimmung zu bringen; 2. die Tellerdadurch die Existenz, daß Leute, die durch ihre Anstellung als sammlung nach Schluß der Versammlung fortzusehen. Darauf wurde die Versammlung um 11 Uhr geschlossen. Beamte im Staatsdienst wirthschaftlich sicher gestellt sind, noch ihre freie Beit dazu benußen, Musitgeschäfte zu machen, um sich so noch Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ortse ein Taschengeld zu verdienen. Ja, wir haben Beweise durch verwaltung Berlin, hielt am 7. Juli in Gratweil's Bierhallen Aussprüche, die diese Leute gethan, daß sie überhaupt nur durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, welche leider Musitgeschäftemachen ihr Leben fristen, das meist sehr hohe Ge- nur schwach besucht war. Herr Mattutat hielt einen sehr beihalt aber, welches die Herren als Beamte beziehen, als Spar- fällig aufgenommenen Vortrag über Moses und feine Schöpfungsgroschen bei Seite legen. Aber nicht allein, daß uns diese lehre. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Beim Leute so schon eine enorme Konkurrenz machen, schädigen fie uns dritten Punkt, Bericht des Arbeitsvermittlers, stellte Kollege Doft Broterwerb durch Musikgeschäftemachen angewiesen, allenthalben zwei Jahren die Drechslerbranche in fast unglaublicher Weise für ein Spottgeld musiziren, und somit die Löhne auf ein der zurückgekommen ist, indem vor zwei Jahren nicht genug Drechsler artig niederes Niveau herabdrücken, daß der Berufsmusiker un zu finden waren, während jetzt ein erhebliches ueberangebot von möglich dabei existiren tann, und thatsächlich schon sehr viele Arbeitskräften vorhanden, was deutlich aus den Büchern des Aus den Papieren, die er bei sich trug, erfuhr man von uns andere Erwerbszweige ergriffen haben, um überhaupt Arbeitsnachweiſes zu ersehen ist. Aus dem Bericht konnte man noch leben zu können. Den Herren Gastwirthen ist es freilich in recht drastischer Weise wieder ersehen, was es mit der Beseinen Namen und seine Wohnung.. mit Speisen besetzt. Und seine Frau und Kinder faßen Das Jüngste daran und tauten mit vollen Backen. hob ein Stück Brot empor und rief: Papa, Papa! Böttcher wollte zugreifen. Aber za wich das Bild immer mehr und mehr and er lehnte sich vornüber Das Wasser spritzte auf. • zurück Leute eilten herbei. Die Schiffer im nächsten Rahne in zweiter Linie noch dadurch, daß sie, weil nicht direkt auf den auf Grund seiner angestellten Recherchen fest, daß seit den letzten machten ein Boot los. Als sie ihn herausfischten, war er schon todt. Sie brachten ihn nach der Morgue. Frau Böttcher war dabei, auch die beiden ältesten viel kostet. Anzeigen bei Behörden haben bis heute noch nichts bem monatelange Arbeitslosigkeit gar nichts seltenes ist. Das Kinder zu Bett zu bringen. Die jüngsten schliesen schon. Rommt Papa bald?" " Seid nur ruhig, Papa wird gleich kommen." " Bringt er was mit? Ich habe noch solchen Hunger." Ich hab' nichts mehr, mein Liebling. Sei ruhig." Tritte ertönten draußen es wird ungestüm die Glocke Bezogen. Da kommt Papa." hat gefruchtet; fraglich aber erscheint es, ob ein Beamter, der in der leidige Umschauhalten und der große Indifferentismus der Nacht zu Konzert oder gar Ball gespielt hat, am anderen Tage Kollegen wurden scharf verurtheilt. Der weitaus größte Theil feine Pflicht als Beamter richtig erfüllen kann. Oder man denke der Kollegen steht noch außerhalb der allgemeinen Arbeiterresp. er der Vereinigung; fich mal in folgende Situation: Ein Exekutor, der gestern ein bewegung Musikgeschäft gemacht hat, tommt heute bei einem Berufsmusiker die Worte noch nicht begriffen:" Ihr habt die Macht in Händen, wenn Ihr nur einig seid.'" Es wurde hierzu auspfänden, weil derselbe seine Steuern nicht bezahlen tann! mir richten nun zunächst an Euch die Bitte, den Beamten ein Antrag etwa des Inhalts angenommen, daß diejenigen musikern feine Mufifaufträge mehr zu geben, dann wäre uns Kollegen, welche der Vereinigung nicht angehören und zum zweiten schon ein ganz Theil geholfen, und unser Verein, der bis heute Male den Arbeitsnachweis benutzen wollen, eine Zurückstellung nur eine geringe Mitgliederzahl aufzuweisen hat, würde an Mit- erfahren, indem die Vereinsmitglieder, welche sich nach diesen erst gliedern gewinnen und wir somit unserem Ziele schon einen be- als arbeitslos eintragen ließen vorgezogen werden. Werkstatt- Kontrollkommission wurden die Kollegen Klein, Wasserdeutenden Schritt näher gerückt sein! Daß wir Euch bitten, auch den sogenannten Stadt- Musik- thal, Baumberg, Konizka, Peinelt und Thomas gewählt. Unter direktoren mit ihren Lehrlingskapellen keine Musilaufträge zu verschiedenem brachte Kollege Loose den in der letzten Versammgeben, ist selbstverständlich, denn die meisten dieser Herren, welche lung schon bekannt gegebenen Fall, betreffs des Kollegen Kinast hier in und um Berlin herum geradezu wie Pilze aus der Erde wieder zur Erörterung. Da der Genannte troz eingeschriebenen Ihr Manu-", der Schuhmann stockte, es ist leider hervorschießen, halten sich nicht die Lehrlinge, um dieselben zu Briefes nicht zu seiner Rechtfertigung erschienen war, wurde er tüchtigen Musikern auszubilden", sondern um dieselben während für ausgeschlossen erklärt. An Stelle des Kollegen H. Trümper, welcher sein Amt als Vertrauensmann der Holzdrechsler niederder Lehrzeit gehörig auszubeuten! Frau Böttcher öffnete. Ein Schuhmann stand draußen. " Sind Sie Frau Böttcher?" " Ja und " Ihr Mann-" Um Gottes Willen, was ist passirt?" ein Unglück passirt." Sie faßte angftvoll seinen Arm. " Sagen Sie mir Alles-" " Kommen Sie mit" " Mama, ist Papa nicht da? In die G3 erübrigt, noch zu bemerken, daß wir mit dem hier schon legte, wählte man Kollegen Trolle. Alsdann wurde noch auf die feit 22 Jahren bestehenden Verein Berliner Musiker" in keiner am Sonnabend, den 18. Juli, stattfindende Herren- Nacht- und Berbindung stehen. Dieser Verein, welcher alles Mögliche ver- Tagpartie nach Bernau, Lanke, Liepnissee, Biesenthal aufmerksam Gegner. Wir bitten daher, in Zukunft nur unseren Arbeits- malerischsten der ganzen Umgebung Berlins ist, aur recht regen In der Morgue warf sich Frau Böttcher verzweifelnd fucht hat, sich Innung" nennen zu dürfen, ist unser größter gemacht, und da die betreffende Gegend eine der schönsten und Abfahrt Stettiner Bahnhof auf die Leiche ihres Mannes. Sie füßte das bleiche, ver nachweis in Anspruch zu nehmen, auf diese Weise könnten wir Betheiligung aufgefordert. Treffpunkt bei Gründel, Dresdener für unsere Mitglieder in geschäftlicher Beziehung sorgen und ftraße 116, um 9 Uhr Abends. auch unsere Mitaliederzahl vermehren. Gleichzeitig wären wir 11,35 Minuten nach Bernau. grämte Gesicht, die schmalen blutlosen Lippen. Papa tommt nie wieder nach Hause. Ueber eventuelle Abänderungen kans erst der nächste Parteis Politischer Klub Berliner Buchdrucker. Am 7. d. M. find in allen mit Blafaten belegten Handlungen, bet sämmtlichen Vorstands tagte bei Gründel die konstituirende Mitgliederversammlung dieser mitgliedern und außerdem bet Herrn Robert Reiche( Bigarren- Geschäft), tag entscheiden." Vereinigung. Auf der Tagesordnung befanden sich folgende haben. Prinzessinnenstraße 31 und bei Herrn 2. Henning, Holzmarktstraße 8, zu Ich habe hierzu zu fragen, ob eine offizielle Vertretung des Punkte: 1. Statutenberathung. 2. Vorstandswahl. 3. Aufnahme Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend. Lese- und Diskutirklub Ost- Havelländischen Kreises auf dem Potsdamer Parteitage vorneuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Nachdem von Seiten der Feuerbach" im 2otale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. handen war. Nach meiner Ansicht, nein. Somit hatten auch die " Heine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Bechlin, Hornstr. 11. dazu beauftragten Kommission der Statutenentwurf vorgelegt ese- und Diskutirtlub des Arbeiterbildungs- Vereins in Weißensee, Restaur. Potsdamer Genossen, welche ohne Auftrag den Parteitag bewar, wurde in die Spezialdiskussion desselben eingetreten. Von Duſedann( Vereinshaus), Charlottenburgerstraße 150 im fleinen Gaal. Gäste suchten, kein Recht, die„ Brandenburger Zeitung" zum offiziellen Seiten der Kommission beantragte man eine Abänderung des haben Zutritt.- Varis Deutscher sozialdemokratischer gefes Parteiblatt zu erklären; es ist von ihrem Vertrauensmann bisher flub. Ecke Rue Montmartre und Rue Etienne- Marcel. Jeden Sonnabend Titels in Sozialdemokratischer Klub Berliner Buchdrucker" mit öffentliche Versammlungen. bestritten worden, daß die„ Brandenburger Zeitung" als der Motivirung, daß ebenso klar und deutlich, wie das Statut Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends offizielles Parteiblatt eingeführt werden soll. Ferner beschloß man den Zweck und die Ziele des Klubs darlege, es auch der Titel Uhr: uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Grüne ausdrücklich, jedem Orte zu überlassen, welches Blatt er zur EinEiche", Rirdorf, Hermann und Knesebeckstr.- Ecke bei Beiler. Gesangverein Jedem sagen solle, was er von dem Klub zu erwarten yrania", Sandsbergerstr. 31 bei Musehold. Gefangverein„ Sanges führung am geeignetsten hält. Was meinen Aufruf im„ Voltshabe. E wurden hierzu aus der Mitte der Ver- Echo", Reichenbergerstraße 16, bei Pätzold. Gesangverein" Freund- blatt" für Nieder- Barnim betrifft, so ist das unser gutes Recht, wovon fammlung verschiedene Vorschläge gemacht und schließlich Friesen- und Arndtstraßen- Ecke bei Ulbrich. schaft 2", Friedensir. 48 bei Tollkühn. Gesangverein, Treuer Bund", Gesangverein„ Glück 3u", ich auch nichts zurücknehme, und was die Aufforderung an die Veltener ein Antrag angenommen, welcher den Titel in Sozial- Brinzen- Allee 10( Gesundbrunnen).- Gesangverein ,, Phönir", Potsdamer Genoffen betrifft, so gebe ich dieselbe an die Potsdamer mit dem Bedemokratischer Klub der im Buch gewerbe bestraße 89. Gesangverein„ Harmonie", Friedrichshagen, Gesellschaftshaus. merken zurück, danach zu handeln. Die Genossen in Potsdam, schäftigten Arbeiter" abänderte. Im übrigen fand das Gesangvereinte dertrans", Brandenburg a. H., bei Escher, Gesell- welche jener Resolution zugestimmt haben, sind jedenfalls über die Statut mit einzelnen Abänderungen in der Kommissionsfassung Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Gesang- Verhandlungen nicht unterrichtet, welche gepflogen worden sind; Annahme. Ebenso wurde der Geschäftsordnung en bloc zu verein„ Phönir". Steinmetstr. 76, bet Semm. Aufnahme neuer Mitglieder. sie hätten sonst der Resolution nicht zustimmen können. Beschlüsse, Bitherklub gestimmt und hierauf zur Vorstandswahl geschritten, aus welcher Musikverein„ Vorwärts", Ab. 8-10% Uhr, Annenstr. 14, part. welche der Potsdamer Parteitag nicht zu fassen hatte, tann er Bitherklubar= die Kollegen Dimmick, Thiel, Teufert, Franz, Biez, Große und" aldrose", Ab. 9 Uhr bet Kleemann, Baufizerſtr. 41.monie", 9 Uhr nebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplay 7.- Tambour- auch nicht abändern. Loren als gewählt hervorgingen. In der nun folgenden Pause Verein" Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Reſtaurant Techow, WaterlooR. Bräuer, traten 6 Kollegen dem Klub bei. Unter Verschiedenem wurde ufer 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Vertrauensmann für Velten und Umgegend. Berliner Turngenossenschaft. 5. Männer- Abtheilung Abends von vom Kollegen Werner erklärt, den Druck des Statuts gratis her- 8-10 Uhr, Turnlofal Mariannenplay 1a.- 8. Männer Abtheilung. Abends stellen zu wollen. Als Vereinslokal wurde vorläufig das 9-11 Uhr. Lübeck'scher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung Restaurant Gründel, Dresdenerstraße 116 bestimmt. Mit einem furnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Königstädtisches Gymnasium, Elisabethstraße 57-58. dreimaligen Hoch auf das Gedeihen des" Sozialdemokratischen Klub der im Buchgewerbe beschäftigten Arbeiter" wurde die Verfammlung geschlossen. " schaftshaus. " " Vermischtes. Köln, 10. Juli. Infolge von Regengüssen steigt der, Rhein start. Der Kölner Pegel steht auf 4,30 Meter. Grenoble, 10. Juli. Eine Feuersbrunst zerstörte den Weiler Billette; 36 Häuser wurden eingeäschert, 50 Familien sind obdachlos geworden. Stattlub R am sch", gegründet 1. Oftober 1990. Abends 9 Uhr, Sigung in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelfir. 141. Genossen sind freundlichst eingeladen. Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. Humoristischer Klub ,, Adonis" bei Heid, Koppenstr. 75. Gäste willkommen.„ Privat Theater Gesellschaft Schneeglöckchen" im Lokal VeteranenArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Zur allgemeinen straße 9 bet Bettin. Theater- Verein Giaconda", 群 Renntniß, daß am 10. Oftober bas Stiftungsfest des Arbeiter- Sängerbundes 9 Uhr, Sihung. Abends Abends 9 Uhr, Verein Lustige Brüder" stattfindet und zwar in sechs größeren Lokalen Berlins. Die Vereine Brüderstr. 26. werden ersucht, an diesem Tage feine Vergnügungen u. f. w. zu arrangiren. Siebzeit, Wrangelstr. 30. Vergnügungs- Verein Rustige 13", Abends 9½ Uhr, bei Gäste willtom. Vergnügungsverein Sorgen= Der Vorstand. brecher", Mendelssohnstr. 4, Sigung mit Damen. Gäste willkommen. Fachverein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben Bergnügungs- Verein Schildhorn, Kastanien- Allee 52, bei Weber. Sigung beschäftigten Arbeiter. Montag, den 13. Juli, Abends 9 Uhr, in Feuerstein's Abends 9% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Herren u. Damen dazu willkommen oberem Saal, Alte Jakobstr. 75. Generalversammlung. Tagesordnung: Roller'scher Stenographen- Berein Süd- West Berlin", Abends 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- Kommission. 8% Uhr, im Restaurant Bürger- Garten", Lindenstr. 105, Unterricht und 3. Wahl der ftatutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 4. ErgänzungsUebung. Rauchklub„ Goldene Quaste", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bei Brückner. wahl der Arbeitsnachweis- Kommission. 6. Wichtige Vereinsangelegenheiten Rauchklub, Dornröschen", Abends 9 Uhr, bei Restaurateur Pietsch, und Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimirt. Hennigsdorferstraße 24.- Rauchflub Rothe Nelte", Weinstr. 22, bei Allgemeine Metallarbeiter- Kranken- und Sterbekasse( G. H. 29.) Hamburg, Filiale 2. Den Mitgliedern hiermit zur kenntnißnahme, daß der F. Steuer. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Die letzte Nummer der„ Berliner Volks- Tribüne",( Abons Bevollmächtigte, Mr. Fahrenwald, Fürstenstr. 3, Bormittags von 8-10 Uhr zu sonnabend: Vergnügungsverein uttge 13" 10 Uhr bei Stebzeit, nementspreis für Berlin monatlich 50 Pfennig pränumerando sprechen tit; auch wird das Krantengeld jest Freitags Abends von 8-9 Uhr rangelstr. 30. Tambourverein ,, Deutsche Eiche" 9 Uhr im Restaurant[ frei ins Haus]. Einzelne Nummer 15 Pfennig. Redaktion im Restaurant Herschleb, Adalbertstr. 4, ausgezahlt. Krankengeld- Zuschus- und Begräbnißkaffe der Berliner Knopf- eschendorf, Bossener- und Fürbringerstr.- Ece. ,, Quodlibet" bei Säger, Grüner Weg 29. Theaterverein, mor" und Expedition SO.( 26) Elisabeth- Ufer 55), enthält folgende arbeiter. Ordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 12. Juli, Bor Bühnenverband ,, Normannia" tagt alle Sonnabend Artikel: An die Arbeitergruppen aller Länder. Parteimittags 10% Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. HalbVerein Kreuzfider" genossen! Politische Notizen. Soziales aus England. jährlicher Kassenbericht. 2. Innere Kaffenangelegenheiten. Bericht der Sept- vor dem Ersten bei Dahme, Grüner Weg 59. bei Dobberstein, Mariannenstr. 31/32. Vergnügungsverein Garmen foren 1889-90. 3. Antrag des Vorstandes: Wahl eines stellvertretenden Sylva" Oranienstraße 46. Rauchflub ,, Dornröschen" jeden Sonn- Der gesetzliche Weg"." Erwiderung auf die Einwände gegen Schriftführers. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht der Mitglieder zahlreich zu abend nach dem Ersten bei Döhring, Brinz Eugenstr. 89. Stattlub meine Ausführungen über das Bodenmonopol als Basis des erscheinen. Kapitalmonopols. Gedicht. Novelle. am sch" 9 Uhr bei W. Schmidt, Wrangelstr. 141. Leseklub„ Heine"( Berlin). Laut Beschluß der Mitglieder- Bersammlung vom 20. v. M. ist das Abhalten der weiteren Versammlungen auf unbestimmte Zeit vertagt. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltung Moabit. Sonntag, den 12. Juli, Bormittags 9 Uhr, Jagowftraße 16, Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Jnnere Kassenangelegenheiten. 3. Wahl der Ortsverwaltung. Bentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. ( Bezirk Berlin 1.) Mitglieder- Bersammlung. Sonntag, den 12. Juli, Bormittags 9 Wor, in Säger's 2otal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Wahl der gesammten Ortsverwaltungs- Beamten. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Verein Bildung und Geselligkeit, Sonnabend, den 11. Juli, Abends 8% Uhr, bei Leitmann, Brunnenstr. 9. General- Bersammlung. Nur Mitglieder haben Zutritt. Tischler- Verein. Sonnabend, den 11. Juli, Abends 9 Uhr, Melchiorstraße 16. General- Versammlung. Tagesordnung: Kaffenbericht und Wahl zweier Beifizer. Quittungsbuch legitimirt. Privat- Theater- Gesellschaft und Artisten- Klub Humor", Mitglied des Bandes der gefeltigen Arbeitervereine Berlins und ungegend. Abends 9 Uhr, in Restaurant Modernstr. 114. Generalsigung. Aufnahme neuer Mitglieder, Vorstandswahl, Besprechung über eine fremferpartie im Auguft. Nach der Sizung Fidelitas und Tanz. Damen und Herren als Gäste will tommen. Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Großes Sommerfest in der Brauerei Friedrichshain vorm. Lips, heute, Sonnabend, den 11. Juli, arrangirt von der Bahlstelle Berlin. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Ob Schön! Ob Regen! Programme zu 30 Pf. Achtung! Potsdamerstr. 89. " " Sprechsaal. Vergnügungsverein Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Erklärung. In Nr. 155 des Vorwärts" vom 7. Juni d. J. befindet sich ein Versammlungsbericht aus Potsdam, in dem ich als Vertrauensmann der Genossen von Welten und Umgegend angegriffen wurde. Die Resolution, welche in jener Versammlung gefaßt wurde, lautet: Wir Genossen von Potsdam und Umgegend halten uns strikte an die Beschlüsse des Parteitages zu Potsdam, welcher die Brandenburger Zeitung" als offizielles Organ für Ost- und West- Havelland anerkannte, und empfehlen den Veltener Genossen dasselbe zu thun, weil es im Interesse eines gedeihlichen Zusammenwirkens abfolut nothwendig ist. Große öffentliche Versammlung des Wahlvereins Literarisches. Beiträge zur deut schen Kultur- und Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Der Agrarfommunismus in Graubünden und sein Untergang. Moralische Gedanken. Die Vernichtung Europas. Briefkasten der Redaktion. Diäten. nicht. = Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefi Antwort wird nicht ertheilt. P. 39. Das Buch ist Schwindel. Zwei Wettende. Reichstags Abgeordnete erhalten keine K. 4. Sächsische Arbeiterblätter bringen das Betreffende Schmidt, Prinzenstr. Es genügt: Reichstags- Abg. Ullrich in Offenbach. H. K. B. Wir können Ihnen nur mündlich Auskunft ere theilen. R. H., Ackerstr. 144. Wir haben kein Recht, derartige Quittungen zu veröffentlichen. Verein der Gummiarbeiter Berlins u. Umgeg. Achtung, 479b Sonntag, den 12. Juli, Vormittags 10% Uhr, Derlammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( unterer Saal). Tages- Ordnung: Achtung. Firmenschilder- Branche. Grosse öffentl. Versammlung der Firmenschilder- Arbeiter nebst Frauen 1. Vortrag. Referent Genosse Franz Berndt. 2. Diskussion. 3. Ab- am Sonntag, den 12. Juli, Abends F Gäste haben Zutritt. für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis rechnung vom Bergnügen. 4. Verſchiedenes. am Donnerstag, den 16. Juli, Abds. 8½ Uhr, im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Aug. Bebel über:„ Der Programm- Entwurf des Partei- Vorstandes". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Gäste willkommen. 343/6 Der Vorstand. Oeffentl. General- Versammlung der Buzer Berlins und Umgegend am Montag, den 13. Juli, Nachmittags 4 Uhr, im ,, Feen- Palast", Burg- und Wolfgangstrassen- Ecke. Tages- Ordnung: 1. Welche Vortheile bietet uns die Zentralisation. Referent Herr W. Schweizer. 2. Unsere jetzigen Arbeitsverhältnisse. 3. Wahl eines Vertrauensmannes und Vertretung zur Streit- Kontrollkommission. Es werden alle Kollegen gebeten, welche die Schreibgebühren durch die Legitimationstarten gezahlt haben, ihre Bücher in Empfang zu nehmen. B. Förster, Vertrauensmann. 246/20 Versammlung Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller in der Filzschuhwaaren- Branche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, den 13. Juli, Abends 8½ Uhr, in ,, Seefeld's Lokal", Grenadier- Strasse No. 33. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Entstehung der Lungenschwindsucht". Referent Herr Dr. Zadek. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 360/12 Der Einbernfer. Große öffentliche Versammlung präzise 5 Uhr. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Gen. Kand. Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Zur Deckung der Untoften findet Tellersammlung statt. 484b Der Einberufer. Zentralverein deutsch. Böttcher. Sonntag, den 12. Juli, Vormittags 10/2 Uhr, in Heise's Salon", Lichtenbergerstr. 21: Versammlung. Um recht zahlreiches und pünktliches 122/16 Erscheinen ersucht Der erste Bevollmächtigte. der Eisen- und Metalldreher Schmargendorf. Berlins und Umgegend am Montag, den 13. Juli, Abends präz. 8½½ Uhr, Sonntag, d. 12. Juli, Nachm. 2½ Uhr: im Lokale des Herrn Hensel, Invaliden- Strasse No. 1a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Rob. Schmidt über:„ Auf dem Arbeitsmarkte." 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten der Berliner StreifPflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. 144/10 Der Einberufer. sämmtlicher Portiers nud Berufsgenossen Berlins und Umgeg. Kontrollkommission. 4. Neuwahl eines Delegirten. 5. Verschiedenes. am Sonntag, den 12. Juli, Nachm. 5 Uhr, in ,, Norbert's Festsälen", Beuth Strasse No. 22. Tages- Ordnung: Oeffentliche Boltsversammlung im Friedrich- Garten( P. Kübler), Warnemünderstraße 6. Tages Ordnung: 1. Die Getreidezölle und die 1. Vortrag des Genossen Rohrladt über:„ Wie stellen sich die Ber- Achtung! Maurer Charlottenburgs. Achtung! Reichsregierung. Ref.: W. Werner. Iiner Portiers zu den bestehenden Arbeiter- Organisationen?" 3. Die Freie Vereinigung. 2. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 253/1 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung aller im Drechslergewerk beschäft. Arbeiter 187/7 am Montag, den 13. d. M., im Restaurant Feuerstein( unterer Saal), Alte Jakobftraße 75. Näheres siehe Säulen- Anschlag am Sonntag. Der Vertrauensmann. Achtung! Möbelpolirer! Der Verband der Möbelpoliver Berlins und Umgegend veranstaltet am Sonntag, den 12. Juli einen Ausflug mit Familie nach Mariendorf in das Lokal des Genossen Schensch. Abfahrt früh präzise 7 Uhr 36 Minuten vom Schlesischen Bahnhof nach Tempelhof., Arbeiter Tagesbillets 30 Pfg. Pferdebahn vom Dönhoffplay bis Mariendorf. Gäfte willkommen. 281/16 Am Sonntag, den 12. Juli, Vormittags 11 Uhr, im Lokal ,, Bismarckhöhe" findet eine Mitglieder- Versammlung der Krankenkasse der Maurer, Steinhauer u. s. w. Grundstein zur Einigkeit statt. Tages- Ordnung: Wahl eines Bevollmächtigten, Schriftführers und der drei Revisoren. Kassenangelegenheit und Verschiedenes. Ein Grundstück, passend f. Gärtner, 21/2 Morgen, mit massiven Gebäuden, 10 Min. vom Bahnhof Werbig, ist Um stände halber z. verkaufen. Anzahlung 900 M. Zu erfragen b. Fr. Richter, Adlershof, Bismarckstr. 52. 476b Lexika, fauft A.HanneBücher, mann, ochstr. 56, 1. 241/6 Gebrauchte gute große Drehrolle, Papagei- Käfig, Spiegel- Rahmen, Glasbr. 37 c. zum Pfeiler- oder Quer spiegel, über 90 lang, wird gekauft Wöhlertstr. 15, im Laden. Auch w. fr. Landbrot angenommen. 487b chirme jeder Art sowie Anfertigung sämmtlicher Reparaturen bei[ 921L 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 369/6 Der Vertrauensmann. Empfehle allen Arbeitern mein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal 458b Gollnowstr. 6. A. Deschner. Krankenkassen- Bücher find verloren gegangen im Stadtbahn wagen 3. Kl. am 7. d. Abends 8 Uhr. Ersuche den Finder, diefelben Liegniger straße 19, 1 Tr., abzugeben. 462b Pökelfleisch, Schweineköpfe, Eisbein à Pfd. 20 Pf., verkauft Nonn, 474b Grüner Weg 43, Hof Keller 1. C. H. David, Sausitzerstraße 51 part. Kinderwagen. Brößtes Lager Berling Möbl. Schlafft. an 2 Gen. zu verm. Jöchert, Trescowstr. 27, 8. Tr. 475b Andreasftr.23, H.v. Zwei j. L. fuch. 3. 15. d. M. saubere Eine freundl. Schlafft. für 2 Leute Frdl. möbl. Schlafft. an 1 H. z. verm. Schlafstelle. Off. m. Preis unter H. S. ist zu vermiethen Stralauerstr. 54, Hof Der Vorstand. Lorenz, Röpnickerstr. 128, Aug. 3 Tr. r. Bärwaldstr. 53, Quergb. 2 Tr. links. rechts 2 Tr. rechts. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 480b 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 159. Versammlungen. Sonnabend, den 11. Juli 1891. S. Jahrg. an und kommentirt gleichfalls Liebknecht's Rede aus dem nur etwas, aber wir haben vorher die politische Macht zu Jahre 1869, und zwar die Stelle, wo es heißt: Unsere Reden erobern, dahin zielt der praktische Kampf, und dabei muß man fönnen die Gegner nicht befehren, welchen Zweck habe nun das dem Verhalten der Gegner und den Machtverhältnissen Die letzte Volksversammlung im Feenpalast Reden? Das Prinzip werde geopfert, und nur der Verrath oder Rechnung tragen. Goldberg fragt, warum man nicht das 18. Jahr wurde vom Einberufer, 3ubeil, um 1/29 Uhr eröffnet. Die Kurzsichtigkeit könne zum Parlamentarismus verleiten. So als Termin der Wahlfähigkeit festsetze. Ja warum dann nicht Nachdem das Bureau aus 3ubeil als Vorsitzendem, Täterow habe Liebknecht 1869 gesprochen. Damals war der Sozialismus das 15.? Die Opposition argumentirt genau wie voriges als Stellvertreter, Niederauer und Frl. Bader als Schrift eine Machtfrage, die nur auf der Straße zu lösen gewesen. So- Jahr; sie reproduzirt jetzt die Argumente der Gegner gegen den führer gebildet worden war, ersuchte Heindorf in sympathisch weit sei die heutige Opposition noch gar nicht gegangen. Also Programmentwurf, wie sie voriges Jahr deren Argumente aufgenommener Rede die Versammlung, einen objektiveren Stand- gerade jene Genossen hätten kein Recht, die Opposition anzu- gegen den Organisationsentwurf sich zu eigen gemacht punkt einzunehmen, als dies in der vorgängigen Feenpalast- Ver- greifen. Grillenberger hat in einer Rede vollständig der Revolution hatte. Die Ziffer 21 als Termin der Wahlfähigkeit, sammlung geschehen wäre; vor Allem soll man Unterbrechungen abgeschworen, Vollmar will eine vollständig gesetzliche Partei, welche der Entwurf des neuen Programms im Gegensat der Redner unterlassen. Das erfordere schon unser Prinzip. Ein eine Partei, welche die Staatsgesetze respektirt; das sei etwas zum alten Programm enthält, ist ein Schreib- oder Satzanderer Redner ermahnte die anwesenden Zeitungs- Berichterstatter ganz anderes, als was vor zwanzig Jahren gesagt wurde. Die fehler, der von Niemandem rechtzeitig bemerkt wurde. Haben zu unparteiischer Berichterstattung. Fraktion hat sogar beim Arbeiter- Schutzgeseh dafür gestimmt, daß wir übrigens erst die Macht, das 21. Jahr zu erobern, dann Der Vorsitzende 3ubeil nahm darauf Veranlassung, Berufe, welche nicht in dasselbe einbezogen sind, durch Kabinets- werden wir auch das 20. erringen. Weiter ist es allerdings mögden Verlauf der letzten Versammlung einer scharfen Kritik ordre, durch die Initiative des Monarchen dem Geseze unter- lich, daß der erste Theil des Programms eher Verwirklichung Das ist nicht demokratisch. Bebel findet als der zweite. zu unterziehen. Trennungspunkte prinzipieller Natur seien stellt werden können. Wort Es denkt Nieunter den Genossen nicht vorhanden, sondern nur sagt, wir müßten dem Gegner Schritt für Schritt das Terrain Die Sozialdemokratie hat jedoch die allergrößte Ursache, mit Meinungsverschiedenheiten über die Art und Weise der Taktik. abgewinnen. Was haben wir aber durch diese Taktik gewonnen: dem Gange der Entwickelung zufrieden zu sein. Redner ist sich bewußt, daß das Ende der heutigen Ver- Verteufelt wenig. Was auf der einen Seite gegeben wurde, ist mand daran, daß wir unsere Gegner zu Sozialisten machen sammlung nicht ein solches sein wird, wie das ihrer Vorgängerin. auf der andern zehnfach genommen worden. Die Zentralisation können. Aehnliche Bekehrung ist in der Geschichte nie dagewesen. Von einem Referat sei wegen allerfeits genügend vorhandener der Partei ist auch nicht mehr am Platze. Es ist ganz unmöglich, Wir müssen uns so start organisiren, daß uns eines Tages die Kenntniß der Verhandlungsgegenstände abgesehen worden; es daß die Berliner Genossen immer Rücksicht nehmen sollen auf bürgerliche Gesellschaft nicht mehr widerstehen kann. Wir können handle fich heute einfach um die Frage, ob man den Brüsseler das kleinste Dorf. Die Forderungen müssen von den Zentren aber den Gegner nicht auf einem Boden bekämpfen, wo wir Kongreß beschicken wolle oder nicht. In jeder Beziehung werde des Proletariats durchgesetzt werden. In Berlin fühlt man etwas verloren wären. An dem Tage, wo man einen Schritt untersich eine sachliche Diskussion erzielen lassen. Jeder solle, gleich- anders, als draußen im Land. Das mag unangenehm sein bei nehmen würde, den ich mit meiner Ueberzeugung nicht vergiltig was für einen Standpunkt er einnehme, sich dem ent- der Landagitation, in solchen Fragen ist aber die Disziplin nicht einbaren könnte, würde ich lieber zurücktreten, als ihn zu Was der Parteitag als Norm feststellt, dem sprechend verhalten und jedes Zeichen des Beifalls oder Miß- angebracht. Genau so ist es mit dem 1. Mai. Es war gesagt billigen. fallens bis zum Schlusse der Ausführungen der Redner auf- worden, daß dort, wo starke Arbeiterorganisationen beständen, hat sich jeder Genosse zu fügen. Wildberger hat Berlin im Bebel führte die Maßregelungen an, Gegensatz zum letzten Dorf gebracht neben Berlin giebt es sparen. Die heutige Versammlung sei im übrigen an die Be- gefeiert werden konnte. schlüsse der vorigen nicht gebunden, sondern in ihren Beschlüssen welche bei einer allgemeinen Arbeitsruhe hätten entstehen können. aber noch andere Städte. Wildberger hat ganz vergessen, daß Dasselbe läßt sich aber auch vom Sonntag sagen, denn die Unter- Verlin unter den großen Städten die letzte war, welche sich der souverän. Hierauf wurde in die Verhandlung über den ersten Punkt nehmer wollten so wie so die Fachorganisationen der Arbeiter Sozialdemokratie anschloß. Was der Parteitag beschließt, das der Tagesordnung getreten:" End giltige Beschluß- zertrümmern, und weil die Maidemonstration sich gegen sie richtet, gilt für Alle, eine besondere Extrawurst kann Berlin nicht geSonst müßte Berlin eine besondere Partei fassung über den Internationalen Arbeiter deshalb werden sie diefelbe bekämpfen, auch wenn sie am braten werden. tongreß zu Brüssel." Als erster Redner erhielt das Sonntag stattfindet. Bezüglich Bebels Ausschlußdrohung spreche bilden, und das geht doch auch wieder nicht. Wenn die Oppo= ich nicht wie Werner, daß ich nach dem Ausschlusse fein Sozial- fition erwidert, die Bezeichnung Nörgelei" müsse aufhören, so Richard Baginski: Man habe die Berliner Opposition demokrat mehr sein würde; ich bin und bleibe Sozialdemokrat, mag sie bedenken, daß die Reden, die wir heute hörten, seit mit den Ausdrücken„ Revolutionsmacher"," Nörgler" zc. bezeichnet ich spreche das aber vielen ab, die sich heute noch als Alte geriren. Jahren wieder und immer wieder gehört und ebenso ost widerund bediene sich damit der Manier der Gegner. Der Mächtige Zur Zeit der Frankfurter Angelegenheit trat Bebel gegen Frohme legt worden sind. Wenn nun in der That kein Friede zu schaffen habe den Schwachen stets Nörgler genannt. Unsere Haltung auf, heute scheint die Richtung Frohme in der Fraktion voll ist, dann kann man doch einer Partei, die man solchermaßen gegen die Fraktion ist durch die Befürchtung veranlaßt, daß die ständig gefiegt zu haben. Damals unter dem Sozialistengeset fritisirt, nicht mehr angehören. Baginsti hat uns mit Bollmar Partei durch den Parlamentarismus in den Sumpf geführt wird. war noch Begeisterung in den Reihen. Heute nimmt man stets in Bezug auf dessen Nede identifizirt. Bollmars Auffassung, als sei Redner zitirt Stellen aus der bekannten Rede, welche Liebknecht Rücksicht auf die alten Gesellschaftsklaffen, auf die nicht sozial- der Dreibund eine Nothwendigkeit, haben wir niemals eingenommen. im Jahre 1869 gehalten hat und in welcher es heißt, daß die demokratischen Volksmassen. Vollmar's Rede soll eine Dummheit Wir haben stets nur gesagt, der Dreibund sei eine nothwendige Sozialdemokratie unter feinen Umständen mit dem Gegner ver- sein; Liebknecht's Brief im vorigen Jahre nach Kopenhagen mit Folge von 1870, aber mit der Verständigung über Elsaß- Lothringen handeln könne; Prinzipien seien untheilbar; wer parlamentire, bem harten Urtheil über die Opposition sollte auch eine Dumm- fällt der Dreibund. Vollmar's Meinung über innere Politik ist pattire.) Bebel und die Eisenacher überhaupt nahmen damals heit gewesen sein. Weshalb nahm der Parteivorstand nicht Stellung uns unbegreiflich. Warum unterschiebt man dessen Meinung aber Wir haben keine Stellung zu Vollmar's dieselbe Stellung ein. Sie sind deshalb von den Lassalleanern zu Vollmar's Rede? Warum desavouirte er nicht Vollmar's Auf der ganzen Partei? so befehdet worden, wie jetzt die Berliner Opposition. Noch auf fassung? Wenn bei ähnlichen Anlässen in Frankreich Ausschluß Rede genommen, weil man uns wieder der Zensur beschuldigt dem St. Gallener Parteitage habe Bebel erklärt, nachdem er dar- des Betreffenden erfolgt ist und in Deutschland nicht, so ist die hätte. Wir haben auch kein Recht, Jemandem über seine Meinung gelegt, daß es von Nuzen für die Sozialdemokratie sei, Ab- deutsche ſozialdemokratische Partei schon gerichtet. Wenn heute Vorschriften zu machen. Die deutsche Sozialdemokratie soll im geordnete im Reichstage zu haben: es sei ihm nicht unangenehm die Wahl nach Brüssel beschlossen wird, so sollte man nicht so Ausland in Miskredit gekommen sein, davon ist uns nichts begewesen, daß 1887 Mandate verloren gingen; die Neigung vorgehen, wie in Halle. Wenn die Opposition zu Ende ist in fannt. Die Maifeier ist auf den 1. Mai angesetzt worden, weil zu Kompromissen wäre sonst wahrscheinlich gefördert worden Berlin, dann wird in Berlin Grabesstille werden. Bebel weiß die Amerikaner diesen Tag schon feiern. Doch wurde nicht beund das würde zu einer Spaltung in der Partei geführt haben. ganz genau, daß die große Masse von der Sozialdemokratie verdacht, daß dieser Tag in Amerika gesetzlich eingeführter Feiertag Es sei nach allem unberechtigt, die Opposition mit dem Ausdruck flucht wenig versteht. Die heute in der Opposition stehen, sie ist. Amerika konnten deshalb ohne Risiko Arbeitsruhe eintreten Nörgler zu bezeichnen. Wer eine freie Meinung hat, darf sie haben unter dem Sozialistengesetz die Partei in die Höhe ge- laffen. In Deutschland war das schon wegen der GeschäftsDas vorgeschrittene Hamburg, frei äußern, ohne daß Jemand das Recht hat, ihn Nörgler zu bracht. Wenn es so weiter geht, ist die Partei in 10 Jahren depression nicht möglich. welches allenfalls die Arbeitsruhe durchgesetzt hätte, schloß nennen. Aber man bekämpfte uns mit denselben Mitteln wie vollständig verflacht.( Beifall.) den rothen Bebel: Wenn Wildberger auf die Neulinge in der Partei sich in diesem Jahre sofort dem Rathe der Fraktion an. der Gegner. Bebel hat sogar- wie der Gegner Lappen gegen uns geschwungen. Er sprach davon, daß unsere Bezug ninunt, fo bat er in seiner Umgebung selbst solche Neu- Wir provoziren feinen Streit, weil wir unterliegen würden, wir Zattit die Bartei dirett vor die Bajonette führe. Die erzieherische linge, die um so radikaler sich geberden, je weniger lange Zeit sie provoziren ebensowenig eine Demonstration, bie biefelbe Folge Wirkung des Sozialistengesetzes kommt hier zu Tage: wenigstens der Partei angehören. Liebknecht's Broschüre aus dem Jahre 1869 hätte. Das ist alles schon oft gesagt worden, aber wenn bie in der Beziehung, daß einzelne Führer von der Ansicht abge- ist gegen mich geschrieben. Damals haben wir im Reichstag Oppoſition immer dieselben Antlagen bringt, müssen wir auch kommen zu sein scheinen, daß von den herrschenden Klassen gut- Differenzen gehabt über die Taktik. Nach Liebknecht sollten wir nur immer dasselbe erwidern. Bezüglich Frohme's habe ich die Art willig nichts zu erhalten ist. sagt: war hätte es teine Sozialreform gegeben, man betrachtet die vor- hat in den neueren Auflagen jener Broschüre erklärt, daß er nicht aber der Antragsteller der radikalen Frankfurter Resolution der scheint auch mehr auf den Boden der ersten Auflage steht. Ich frage die alten Erste, welcher sich im Geheimbundsprozeß falvirte. Diejenigen, handenen Gesetze als Zugeständniß. Das der gemeinsame Boden zu sein, auf dem man mit dem Parteigenossen, ob seit den 20 Jahren, seit welcher die Partei welche den Mund recht voll nehmen, sind sehr oft nicht zu Gegner zu verhandeln gedentt. Liebknecht fagt, die Ver- im Reichstag existirt, die Fraktion jemals die damalige Stellung haben, wenn es für das Gesagte einzutreten gilt. Die BezugDie nahme auf den Ausschluß eines Genossen in Frankreich durch die hältnisse hätten sich geändert. Aber hat sich das Ver- Liebknecht's zum Parlamentarismus eingenommen hat. E3 Eisenacher haben nie einen Tag jene Grundsätze zur Nichtschnur dortigen Genossen ist gleichfalls unrichtig. Es handelte sich um und Arbeit geändert? hältniß zwischen Kapital Damit find alle in Bezug auf die Basly, welcher der Kammer dem Programm zu In dem Augenblic, wo die ist viel schroffer geworden; die rapid vorwärts schreitende Ent- der Parteitaktik gemacht. eignung des Mittelstandes hat die Kluft zwischen Arm und Partei gemachten Hinweise auf jene Broschüre hinfällig. Was wider abgestimmt hatte. Bollmar's Standpunkt für unvereinbar mit zialreform etwas? Sie ist ja aus denselben Motiven entstanden der Schärfe ermangeln, so wird der Ton der Reden sehr viel von unseren Prinzipien erklären und Vollmar trotzdem dasselbe Reich immer weiter aufgerissen. Ist denn wirklich an der So- nun den Vorwurf anbetrifft, daß manche Reden im Reichstage Bartei Alters- und Invalidenversicherung hervor.) Das Arbeiterschutz- Gesetz find auch die Temperamente in der Fraktion verschieden. Die Haupt- Das Recht zu sagen was er will, hat jeder. Wäre die Aufalles soll ein Zugeständniß an die Sozialdemokratie sein? Man Partei spricht. Es war meine Ueberzeugung, daß es ganz gut ge- wegen zu großen Radikalismus ausgeschlossen werden. erhalten, bamit ist aber die auf die Rabinetsordre des politischen Experiments gerathen, und Bamberger fonnte mit mung der Genossen im Lande konnte deshalb nicht zum Ausdruck ist ebenfalls unrichtig. Es handelte sich darum, dem Bundesrath Recht sagen, daß unsere Partei jeht nicht mehr gefährlich fei und gebracht werden. Die Gefahr der Kompromisse war in jener das Recht zu geben, in gesundheitsschädlichen Betrieben die Bollmar Beit vorhanden. In der Dampferfubventionsfrage stellte es sich Arbeitszeit nach eigenem Ermessen verkürzen zu können. Die fich mit ihr im Reichstage sehr gut auskommen laffe. eingeholt wissen. Jeder Regierung muß man aber so weit verbeweist, daß Bebel, Liebknecht, Auer ganz dasselbe wie er gefagt heraus, daß die Mehrzahl der Genossen das Verhalten der betr. Freifinnigen wollten hierfür erst die Genehmigung des Reichstags Wenn man mit der Rede des einen oder andern Abgeord- trauen, daß sie auf Grund bestimmter Gesetze und im Rahmen haben. Das von Bollmar Gesagte ist die Konsequenz des Par- Fraktionsmitglieder nicht billigte. lamentarismus.( Redner erwähnt, daß auch die Aeußerung babe neten im Reichstage nicht einverstanden ist, so mag man ihn, nicht derselben besondere Vorschriften erlassen kann. Es läßt sich nicht und jedes im Augenblick der Nothwendigkeit in der vorhergehenden Versaminlung, des aber die Fraktion dafür verantwortlich machen. Wenn wir so han für alles Die industrielle Entwickelung ist zu an Vollmar einen Brief gesandt, in welchem er Für uns war die Frage keine konstitutionelle, feinen solchen Brief erhalten zu haben.) Bebels er 1887 so wenig in Die letteren Rebe verurtheilt, falsch sei. Bollmar habe erklärt, deln wie die Opposition und Wildberger es wünschen, so verlassen wir ein Gesetz machen. Die Stellung der den Parlamentarismus überhaupt, dann hat die Wahl keinen rapid. Oppofition zum Parlamentarismus ist, daß derselbe lediglich Bwech mehr. Das ist sehr radikal, aber wie weit wir damit sondern eine praktische Frage, und überall für Dasjenige zu stimmen, als Agitationsmittel benutzt werden foll; die sozialdemokra fommen, das ist eine andere Frage. Es ist gefragt worden: wodurch der Arbeiter Vortheil hat, das war unser Standpunkt. tischen Abgeordneten sollen feine Anträge stellen, sondern nur was wurde durch das Parlament erreicht? Der Schwerpunkt Warum hat die Sozialdemokratie die Lassalle'sche Stimmrechtsschärfste Kritik an den bestehenden Verhältnissen üben. Dann liegt hier nicht in dem, was erreicht, sondern in dem, was ver- Agitation unterstützt? Warum arbeiten die Desterreicher, Belfind wir eine rein parlamentarische Partei geworden. Bereits ob wir die Kühnemann'sche Angelegenheit vorbrachten oder zu benutzen. Auch der Pariser Kongreß billigte diese Taktik vollTattit. Die österreichische Sozialdemokratie ist prinzipieller als§ 153 der Gewerbe Drdnung zu verschärfen. Wenn das Thätigkeit der Sozialdemokratie, einzelne Genossen erklären sie wären wir mit dem Parlamentarismus einverstanden. So aber hütet wurde. A sehen die auswärtigen Bruderparteien argwöhnisch auf diese nicht? Die die deutsche, deshalb wird sie mehr Erfolge haben. Schicken Sie Arbeiterfchutz- Gesetz schlecht aussieht, wir Glaubt jemand, es wäre gleichgiltig gewesen, gier 2c. auf das Stimmrecht hin? Um den Parlamentarismus dann nicht gescheut, ständig. Die Freunde im Auslande loben die parlamentarische Majorität hätte sich dann haben alles für Sumpf. Das ist ein starkes Stück. Man hat aus unseren Delegirte nach Brüssel, welche die deutsche Sozialdemokratie als gethan, um es immer noch möglichst gut zu machen. Ist es Schriften lange Jahre gelernt, wir sind noch die Alten, und so gleichgiltig, daß Fälschung des Zeugnisses durch den Arbeitgeber wie bisher, so werden wir auch weiter marschiren, bis die Goldberg: Wenn ein Delegirter gewählt werden soll, so fünftig mit Geldstrafen bis zu 3000 M. oder mit sechs Monaten Sozialdemokratie die Macht voll und ganz in Händen hat. hat er sich nach den hier gefaßten Beſchlüſſen und dem Partei- Gefängniß bestraft werden kann? Das iſt eine ganz wesentliche( Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) die alte erweisen.( Beifall.) programm, das von der Fraktion gemacht ist, zu richten. Bebel Errungenschaft. Wenn ferner die Kündigungsbedingungen meinte, daß das neue Parteiprogramm einer Kritik gar nicht be- fünftig für beide Theile gleich sein müssen, so ist auch das ein noch, daß er Vollmar den erwähnten Brief wirklich geschrieben, dürfe. Das neue Programm schiebt den Termin der Wahlfähig- Vortheil für die Arbeiter. Die Fraktion hat ihren prinzipiellen wie er durch eine Zuschrift der Frau Vollmar erhärten könne. feit hinaus. Auf der einen Seite nimmt man dem 18jährigen Standpunkt hierin gewahrt, indem sie das ganze Gesetz wegen die Rechte, auf der andern stellt ihn die Strafrechtspflege ganz der auf der anderen Seite in Betracht fallenden reaktionären, Der nächste Redner ist auf seine eigene Verantwortung. Was den Achtstundentag be- arbeiterfeindlichen Bestimmungen in der Schlußabstimmung ab. Reden vorbringt, das ist die Bezeichnung der Opposition als trifft ich würde den sechsstündigen Arbeitstag verlangen, gelehnt hat. Auch die Opposition hätte in dieser Frage anarchistisch, feige wenigstens die Grundsätze dessen hat er wenn es auf mich antäme- so ging im Reichstage die Fraktion keine andere Stellung einnehmen können. Werner erklärte entwickelt, wenn Sie das auch nicht begreifen.( Stürmische davon ab. Wir wollen haben, daß die Fraktion nicht so lau türzlich in einer Nede, die Thätigkeit der Gewerkschaften Schlußrufe.) Es heißt, nur ökonomisch gut Gestellte hätten am verfährt, wie jetzt. Ich will Ihnen zeigen, weß Geistes Kind bringe den Arbeitern mehr Nutzen, als der Parlamentarismus. 1. Mai die Arbeit ruhen lassen können, ich war vorher 22 Wochen Herr v. Vollmar ist;[ er hat gesagt: Die Berliner Radaubrüder Ohne die politische Bewegung ist die Gewerkschaft aber eine arbeitslos und feierte doch. Redner beklagt sich, daß die Redaktion find königlich bayrische Sozialdemokraten.( Gelächter.) Mit tag, überhaupt alle unsere gegenwärtigen Forderungen die erst dem Parteivorstand zur Begutachtung überivies, worauf gehen mich gar nichts an( große Heiterkeit). Seine Anhänger taube Nuß. Wir wissen ferner alle selbst, daß der Achtstunden- des Vorwärts" einen Aufruf, welcher die Arbeitsruhe empfahl, ganz neue Weltanschauung, der Publikation des Aufrufs noch 14 Tage warten, sonst müßte man Goldberg hat Bollmar nichts mehr gemein.( Große Heiterfeit.) Klassenlage nicht von Grund aus umgestalten tönnen. dieser dem Absender des Aufrufs mittheilte, er sollte mit der Nuhe, damit der Gegner uns nicht wieder mit Schmuh bewerfen Sozialismus läßt sich natürlich nicht mit Willen der alten im Hinblick auf die voraussichtlichen Anzapfungen der Gegner tönne; wir wären nicht so weit gekommen, wenn wir den Gegner Gesellschaft und auf deren Boden einführen, das ist so flar wie seitens des Vorstandes den Aufruf kommentiren. *) Liebknecht wird im Laufe des Sommers über die hier bewurden beiderseitig die verschiedensten Fragen aufsprochene Rede und über die Taktik der Partei einen Vortrag geworfen. Redner schließt sich Baginsti's Ausführungen halten, R. d. B. Wildberger( Aha! Gelächter; Heindorf ersucht um Wir haben gewiß eine nicht ruhig angehört bätten): In der letzten Feenpalast= Versammlung handelte es sich nicht nur um den Brüsseler Kongreß. E3 Hierauf wird ein Antrag angenommen, wonach jeder Redner nur 5 Minuten Redezeit hat. Tischler Vogt( Pallisadenstraße): Wenn man Genossen wegen Meinungsverschiedenheiten ausschließen will, so begreife ich das nicht. Aber ich begreife auch nicht, wie Sie den Vollmar ausschließen wollen. Es ist nicht das nöthige Maaß von Ruhe gehalten worden. Auch begreife ich nicht, wie man einem Genossen die Denkfähigkeit absprechen kann, wie es dem Genossen Werner auf dem Halleschen Parteitag geschehen ist. Eine Meinung kann ich haben, und wenn sie noch so sonderbar ist. Die Stellung Bebel's zu einem Kriege mit Rußland begreife ich nicht, die russische revolutionäre Bewegung ist eine Bourgeoisbewegung. Redner tadelt, daß Genosse Fischer in letzter VerSammlung in die Bresche sprang, damit Baginsti ja nicht nach Brüssel käme. Fischer hat das wohl selbst gefühlt, sonst wäre die heutige Versammlung nicht nöthig gewesen. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird abgelehnt. Wengels: Wenn die Opposition immer so spräche wie heute, so hätte ich nichts dagegen. So aber wird seit Jahren systematisch gehetzt.( Stürmischer Beifall und Oho!) Wer Oho schreit, wird sich im Innern sagen müssen: der Mann hat recht. Die Sozialdemokratie ist revolutionär, aber sie weist keine Reformen ab. Parlamentirt man in den Gewerkschaften nicht etwa auch? Die herrschende Klasse will uns in Mißkredit bringen, das soll die Opposition bedenken. Wir haben die Sozialdemofratie zu fördern, aber nicht zu schädigen. Heute sind die Opponenten milde, morgen sind sie wieder Wölfe.( Unruhe und Beifall.) fann, als der Gesetzgebung. Wir sehen unter den jetzigen An-| Agitation auf. G3 möge ein jeder Kollege, soviel es in seinen hängern der Fraktion viele, welche früher unter dem Sozialisten- Kräften steht, für den Verein wirken. Ferner gelangte zur Mitgefeß gegen dieselbe genörgelt haben. Unsere Opposition aber ist theilung seitens des Vertrauensmannes, daß am 12. Juli, Vorehrlich und wagt sich hervor. mittags, eine öffentliche Versammlung vom Kartell der BauGoldberg ist wegen zu großer Unruhe unverständlich. arbeiter im Saale der Brauerei Friedrichshain stattfindet. Der Hierauf wird über die in voriger Nummer erwähnte Vertrauensmann gab dem Wunsche Ausdruck, es möchten die Resolution, welche die Beschickung des Pariser Kongresses aus- Stuckateure gerade in dieser Versammlung recht zahlreich erspricht und die Delegirten auf das Parteiprogramm und die bis- scheinen. herige Taktik der Partei verpflichtet, abgestimmt. Gegen eine Eine Versammlung fämmtlicher in Berlin lebender verschwindende Minderzahl fand die Resolution Annnahme. Die Delegirtenwahl gab noch zu einer kurzen Debatte Westpreußen tagte am Donnerstag, den 2. Juli, in Gratweil's Bierhallen unter Vorsitz des Genossen Lauschke. Die TagesAnlaß. Witte trat aus finanziellen Rücksichten für die Wahl eines ordnung war folgende: 1. Vortrag über die Parteibewegung. Delegirten ein, Bebel für drei, weil Berlin mit 200 000 Ge- 2. Gründung eines Vereins, um die in Westpreußen wohnenden noffen( inkl. der noch nicht Wahlberechtigten) die Kosten wohl Genossen zu unterstützen. 3. Verschiedenes.- Zum ersten Punkt aufbringen könne, andererseits die Verhandlungen auf einem der Tagesordnung führte der Referent Herr Riesop aus, daß, Internationalen Kongresse der Sprachverschiedenheit halber einem nachdem die Sozialdemokratie in einigen größeren Städten WestDelegirten betreffs der nachherigen Berichterstattung daheim große preußens festen Fuß gefaßt habe, es nothwendig geworden sei, die Agitation auch nach den kleineren Städten sowie auf das Schwierigkeiten bereiteten. platte Land zu tragen. Trotzdem diefelbe auch mit Schwierig feiten verknüpft, müsse auch an dies Werk der Menschenbefreiung herangetreten werden. Wohl in feiner Provinz würden die Arbeiter in so schnöder Weise behandelt, wie dort; nicht allein sei die Nahrungsweise eine sehr traurige, sondern auch in politischer Beziehung bleibe noch recht viel zu wünschen übrig. An der Zeit wäre es, in irgend einer Weise die dort wohnenden Genossen bei der Aufklärungsarbeit die größte Unterstützung zufommen zu lassen. In der Abstimmung beschloß man mit großer Mehrheit die Entfendung von 3 Delegirten. Als folche wurden bestimmt( wie fchon berichtet): Zubeil, Robert Schmidt und Fräulein Ottilie Bader. ( Ein Antrag der Frau Scherzer, die Arbeiterinnen durch Täterow spricht für die inzwischen wieder eingegangene, eine Delegirtin vertreten zu lassen, war schon vorher angenommen in voriger Versammlung angenommen gewesene Resolution. worden.) Defterreichs, Belgiens Arbeiter haben noch keinerlei Rechte, sie Ein weiterer Antrag, welcher die Ausarbeitung einer sozialmüssen deshalb am 1. Mai in anderer Weise manifestiren, demokratischen Aufklärungsschrift in allen europäischen Sprachen, als wir. sowie eine Uebersehung von Bellamy's Rückblick" für die be Redner macht den Vorschlag, einen Verein ins Leben zu rufen, Niederauer wehrt die Bezeichnung Nörgler" ab. Die treffenden Länder durch den Brüsseler Kongreß beschlossen wissen um sodann mit den in der Heimath wohnenden Bekannten oder Verwandten in regen Verkehr zu treten. Ferner sollen kurz abSozialdemokratie könne nicht mehr nach einem Schema arbeiten. wollte, wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Jeder Genosse, werde bei der Manifestation am 1. Mai Nach einer Auseinandersehung zwischen Franz Berndt und gefaßte Flugblätter, welche die Ziele der Sozialdemokratie in sicherlich an eine allgemeine Arbeitsruhe gedacht haben. Wir dem Vertrauensmann des 6. Wahlkreises, Fischer, wurde die gemeinverständlicher, faßlicher Form darlegen, an die dortigen müssen um den 1. Mai kämpfen. Vollmars Rede wird von den Bersammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiter verfandt werden. Die Genossen Stubbe, Gruno, Schmidt, Münchener Genossen seiner Person zu liebe hingenommen. Die Sozialdemokratie geschlossen. Mit dem Gesang der Arbeiter: Lauschke, Röhlfe und George begrüßten das neue Unternehmen Genoffen müssen aber selbständig werden. Die Herausgabe einer marseillaise ging die Versammlung auseinander. Resolution zur Maifeier seitens des Parteivorstands war verkehrt, jeder Ort muß bezüglich der Resolution freie Hand haben. Heute können die streitigen Fragen nicht erledigt werden. Es werden noch mehr Versammlungen stattfinden, in welchen die Opposition ihren Standpunkt vertritt. " Richard Fischer stellt gegenüber Schwabe richtig, daß er nicht von wohlhabenden Genossen gesprochen, welche am 1. Mai allein hätten feiern können, empfiehlt die in voriger Sigung eingebrachte Resolution und erklärt sich für die Absendung von 3 Delegirten nach Brüssel. Ein Antrag auf Schluß der Diskussion findet, nachdem Biester unter großer Unruhe dagegen gesprochen, Annahme. " mit Freuden. Gen. Lauschke führte noch an, daß auch die oftpreußischen Genossen zum Verein herangezogen werden müssen, Der Fachverein der Stuckateure und Berufsgenossen da die Lage der Arbeiter dieser Provinz eine ebenso traurige ist, hielt am 6. Juli seine Mitgliederversammlung ab. In derselben welch' letzteres auch anerkannt wurde. Man schritt alsdann zur machte der Vorsitzende bekannt, daß das ständige Vereinslokal von Wahl einer Kommission; aus derselben gingen die Genossen jetzt ab bei Seefeldt, Grenadierstraße 33, sich befinde. Genosse Riesop, Lauschke, George, Gruno und Janken als gewählt hervor. Reßler hielt dann einen Vortrag über Zwecke und Biele der Einen unliebsamen Vorfall verursachte die Polizei. Es wurden Fachvereine." An der Diskussion betheiligten sich mehrere Kollegen nämlich die anwesenden Damen vom überwachenden Beamten im Sinne des Referenten. Hierauf gab das Vergnügungskomitee aufgefordert, den Saal zu verlassen; auch ordnete derselbe das die Abrechnung über die Maifeier; danach betrug die Einnahme Schließen sämmtlicher Fenster und Thüren an, widrigenfalls er 187,30 M., die Ausgabe 202,30 m., es blieb also ein Defizit von die Versammlung auflösen würde. Bei alledem handelte es sich 15 M. Bekannt wurde ferner gemacht, daß Billets zu unserm um eine öffentliche Versammlung! Die Versammlung faßte am 1. August in" Sanssouci" stattfindenden Stiftungsfest beim zu dieser Sache nach langer, heftiger Debatte eine Resolution, Komitee zu haben sind und nach Kräften für deren Umsatz zu laut welcher bei dem Herrn Polizeipräsidenten Beschwerde geführt Zur persönlichen Bemerkung erhält das Wort Werner: agitiren ist, damit die Kollegen sich zahlreich einfinden. Unter wird. Mit einem Hoch auf die internationale, revolutionäre, Ich habe gesagt: Wenn die freie Meinungsäußerung in der Gewerkschaftlichem wurde eine bei der Firina Lemke u. Rosenzweig völferbefreiende Sozialdemokratie schloß der Vorsitzende die Ver Sozialdemokratie nicht mehr statthaft ist, dann wäre ich nicht in Pankow vorgekommene Lohndifferenz zur Sprache gebracht, sammlung. Die nächste Versammlung wird genügend bekann mehr Sozialdemokrat. Ich bleibe Sozialdemokrat. Um die Mei- worauf ein Antrag einlief des Inhalts, die Sache der Verwaltung gemacht. nung der Gegner über das Parteiprogramm und die Taktik des Arbeitsnachweises zur Regelung zu überweisen. Die Bescheren wir uns den Teufel. Bezüglich der Gewerkschaften habe sprechung eines Antrages jener Verwaltung, welcher Abänderung ich nur erklärt, daß wenn in den Gewerkschaften fest zusammen- des Arbeitsnachweis- Reglements betraf, wurde bis zur nächsten gestanden wird, man den Unternehmern viel eher etwas abringen Versammlung vertagt. Dann forderte Kollege Schulz zu reger Rein Feilschen, tein Handeln, sondern streng feste, sehr billige Preise. Geschäfts- Häuser SommerWesten. 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