Morgenausgabe Nr. 245 A 124 46.Iahrgang Wöchentlich SS monatNch S,SS im ooralls zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeltungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Ausland»» obonnement 6.— M. pro Monat; für Linder mit ermäßigtem Drucksachen- porto S.— M. * Der„SonsSrts* erscheint wochentög» lich zweimal. Sonntags und Montaa» einmal, die Abendausgab« für Kerlm und im Gondel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilage.Volk und Zeit". Ferner.Frauenstimme". »Technik".Blick in die Bücherwelt", .Iugend-Vorwärts"u..StadtbeUag«� Berliner Volssblatt Kreitag 29. Mai 19S1 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf.- Die einspalt. Nonpareillezette 80 Pf. Retlamezeile ö.— RM.„Kleine An- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. Zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort IS Pf. jede» wettere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ardeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien» anzeigen Zeile 40 Pf. 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Räch mehrstündiger Aussprache wurde folgende E n t- fchließung angenommen: „Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise, die Millionen von Arbeitern und Angestellten zur Bcschäftigungslosigkcit verdammt und mit zunehmender Verelendung der werktätigen Bevölkerung das Lebensschicksal der Arbeiterklasse in einem früher nie gekannten Maße bedroht, hall es die sozialdemokratische Reichstagssraktion nach wie vor für ihre unabweisbare Pflicht, ihre politische Kraft an der lohn- und sozialpolitischen Front einzusetzen, um für die Erhaltung und Hebung des Lebensstandards der Arbeiterklasse zu kämpfen. Gegenüber der furchtbaren Wirtschafts- und Arbeits- not haben sich die bisherigen Maßnahmen der Reichs- regierung als unzureichend und teilweise verfehlt erwiesen. Die Senkung der Löhne und- Gehälter mußte bei dem Ausbleiben einer entsprechenden Preissenkung die Kaufkraft der Konsumenten- Massen erheblich schwächen und damit die Wirtschaftskrise vcrschärsen. Gleichzellig mußte diese Polillk des Abbaues verhängnisvolle Rück- Wirkungen aus die Lage der Reichssinanzen haben. Die Drosselung der Mossenkouskroft mußte um so verhängnisvoller wirken, als die Opfer des kapitalistischen MißUIirtschast auch durch gesteigerte hoch-' fchutzzöllnerische Maßnahmen in.ihrrr. kargen Lebenshallung weiter belastet wurden. Die Frak'tion vermißt ferner eine strenge Handhabumg und Ausgestaltung der Kartellkontrolle, um die monopolistischen Hemmnisse gegen eine Beweglichkeit der Preise zu überwinden und so die Krise ver- kürzen zu können.. Trotz der Ankündigungen der Reichsregierung ist bis- her nichts geschehen, durch gesetzliche Arbeitszeitber- kürzung die Arbeitsplätze auf mehr Arbeitshände zu verteilen. Angesichts des wachsenden Elends ist es höchste Zeit, daß die verantwortlichen Stellen im Reiche wirtschafts- und sozialpolitisch ihre ganze Energie auswenden, um entsprechend den versasiungs- mäßigen Verpflichtungen denjenigen, die zur Arbeitslosigkeit ge- zwungen sind, ausreichende solidarische Hilfe der Allgemeinheit zu gewährleisten. Die Fraktion verlangt daher an e r st e r Stelle eine Anspannung oller finanziellen Mittel des Staates und beschleunigte Durchführung aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, um die Er- werbslosen vor dem Untergang zu bewahren und die Konjunktur zu beleben. Sie warnt bor allen Plänen, die darauf hinaus- laufen, die Bezüge der Arbeitslosen, Sozial- und Kriegsrentner weiter zu kürzen. Die Leistungen der Invalidenversicherung und der Knappschafts- Versicherung bedürfen der Sicherstellung. Eine Verschlechterung der Unfallversicherung, ebenso wie ein Leistungsabbau bei der Arbeits- losenversicherung würde das Elend vermehren, ohne eine wirkliche Sanierung der Finanzen zu erzielen. Die Versorgung der Aus- gesteuerten macht die Umorganisation und Vereinheitlichung der Krisenfürsorge und gemeindlichen Wohlfahrtsunterstützung dringend erforderlich. Die Fraktion ist sich bewußt, daß die Sicherung der sozialpolitischen Leistungen und die Besserung der Wirtschaftslage die Sanierung der öffentlielzen Fi- nanzen erfordere. Sie fordert darum vor allem die Heranziehung der leistungsfähigen Kreise der Bevölkerung. Im Kampf gtgen die Not der Arbeitslosen wird sich das deutsche Volk seiner ungeheuren Verantwortung bewußt und bereit sein müssen, eine besondere allgemeine Krisensteuer auf sich zu nehmen. Da sich die U n w i r k j a m t e i t der bisher von der Reichs- regierung gegen die Brotpreiserhöhungen durch- geführten Maßnahmen erwiesen hat, muß die unverzüg- liche Herabsetzung der Zölle für Brotgetreide und Futter- mittel erfolgen. Diese Maßnahme ist auch notwendig, weil sonst in kurzer Zeit die bei der Landwirtschast vorhandenen Roggenoor- räte zur Viehsütterung verbraucht find und die Teuerung des Pro- tes noch durch einen empfindlichen Mangel an Brotgetreide ver- sthärft würde. »ie sozialdemokratische Reichstagsfraktion erblickt nach alledem ihre dringendsten Gegenwartsaufgabe« in der Erhaltung des Reallohnes und des sozialen Arbeitsschuües, der Steigerung der Masienkaufkraft. der Sicherung der Lebenshaltung der Erwerbslosen und einer gerechten Verteilung der vorhandenen Arbeitsgelegenheit. Die ins Unerträgliche steigende Rot und die wachsende Er- bitterung der Dolksmassen droht zu schweren innerpolitischen Ver- Wicklungen zu führen, wenn trotz aller Warnungen der Versuch unternommen werden sollte, eine Sanierung der öffent- lichen Finanzen einseitig auf Kosten der Opfer der Krise zu erreichen." » Die Entschließung der Sozialdemokratischen Reichstags- fraktion spricht klar und deutlich aus, daß die Sozialdemokratie entsprechend ihrer bisherigen Haltung ihre Hauptaufgabe in der Erhaltung- und Hebung des Lebens st an- dards der Arbeiterklasse sieht. Sie ist sich dabei der Schwierigkeiten der Wirtschast und des Staates in vollem Maße bewußt. Aber gerade diese Verantwortung gegenüber Staat und Arbeiterklasse z w i n g t s i e, sich schützend vor die großen Massen des Volkes zu stellen, denen die Wirtschafts- krise das letzte zu rauben droht und von deren Arbeitsfähigkeit und Pflichttreue Staat und Gesellschaft abhängig sind. Nach wie vor ist deshalb die Sozialdemokratie die Kraft, auf der die Hoffnung der Arbeiterklasse beruht, von deren Treue zu den arbeitenden Volksmasfen ihr S ch i ck s a l abhängt. Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat zu den in Aussicht stehenden Mahnahmen der Reichsregierung in der neuen Notverordnung keine"e n d g ü l t i g e S t e l l u mg ge- yommen. � Die Entschließung beschränkt sich darauf, festzu- stellen, daß die bisherige Wirtschaftspolitik der Regierung Brüning Schiffbruch erlitten habe, daß angesichts des wachsenden Elends eine Kürzung der Sozialbezüge unter- bleiben muß. Im Kampf gegen die Rot der Arbeitslosigkeit müsse sich das deutsche Volk seiner ungeheuren Ver- antwortung bewußt werden und bereit sein, durch eine allgemeine Krisensteuer die Mittel zur Ueberwindung der Not- zustände zu schaffen. Die unverzügliche Senkung der Getreide- und Futtermittelzölle wird nach wie vor als unbedingt erforderlich gehalten. Die Feststellung des Inhalts der Notverordnung begegnet innerhalb des Reichskabinetts großen Schwierigkeiten. Erst am Freitag werden die Beratungen im Gesamtkabi- nett beginnen. Wie die Entscheidungen über die Haupt- fragen— Abbau von sozialen Leistungen und Erhöhung von Steuern— fallen werden, läßt sich einstweilen mit Sicherheit noch nicht voraussehen. Das ist die eine Erwägung, die die sozialdemokratische Fraktion im gegenwärtigen Augenblick ver- anlaßt hat, von einer endgültigen Stellung a b z u- sehen. Eine andere besteht in Rücksicht auf den in zwei Tagen in Leipzig zusammentretenden Parteitag der SPD. Bei dem ungeheuren Ernst der gesamten Situation und der großen Verantwortung, die von jeder Entscheidung ausgeht, glaubte man, daß die parlamentarische Vertretung der Partei im Reiche entscheidende Entschlüsse nur im e n g st e n B e n e h m e n mit der höchsten politischen Instanz der Partei, dem Parteitage treffen dürfe. Allgemeine Uebereinstimmung herrschte darüber, daß es keine Erleichterung der Lage bedeuten würde, wenn die Sozialdemokratische Partei erst nach Beendigung ihres Parteitages in Leipzig den Inhalt der Notoerordnung kennen lernt. Die Haltung der Sozialdemokratischen Fraktion bedeutet eine Mahnung an die Reichsregierung, die von denjenigen ernsthaft beachtet werden sollte, die vermeiden wollen, daß zu der schweren ökönomischen' Krise Deutschlands eine ebenso schwere politische Krise hinzutritt. piccard lebt! Oer Giraiosphärenflug glänzend gelungen.— Landung am.Miiiwochabend in den Oehtaler Alpen. Professor Piccard und sein Begleiter sind am Mitt- Wochabend auf dem Eisfeld des Gurgl-Ferner in den Letz taler Alpen glatt gelandet. Sie haben die Nacht in der Gondel verbracht und sind am Donncrstagmorgen mit der ausgesandten Expedition zusammengetroffen. Beide sind wohlauf. Ballon und Gondel sind im wesentlichen unbeschädigt. Das kühne Experiment ist ruhig und zielsicher durch- geführt worden, es ist vollständig geglückt. Die Höhe von lSstyll Metern, die erreicht werden sollte, ist erreicht worden, und Professor Piccard hat seine Beobachtungs- reihe« durchführen können. Die Landung auf dem Gletscher. Sölden. 28. Mai. Der Vertreter des Süddeutschen Korrespondenzbüros meldet: Nach der soeben bei der Gendarmerie einge- laufenen ersten authentischen Nachricht der Rettungs- expedition ist der Strato sphärenflug geglückt. Der Ballon hat eine Höhe von 16 660 Metern erreicht. Die Landung erfolgte glatt gestern abend um 2 2 Uhr auf dem Gletscherbruch des Gurgler Ferner. Professor Piccard und sein Begleiter sind wohlbr- halten und befinden sich zur Zeit auf dem Wege nach Qbergurgl. Der Ballon und die Instrumente sind un- beschädigt und werden in Sölden geborgen werden. Die beiden Forscher benachrichtigten soeben ihre Angehörigen telegraphisch von der geglückten Vollendung ihres Unter- nehmens. » Zu der Auffindung des Ballons des Professors Piccard werden nachfolgende Einzelheiten bekannt: Der Oberlehrer Fallner, der Skilehrer Gstracn und der Besitzer Grüner, die von Obergurgl um 8 Uhr vormittags aufgebrochen waren, erreichten als erste um'-ll Uhr die L a n d u n g s st c l l e des Ballons am Ferner. Professor Piccard und jein Assistent IngenieprKipser befanden sich bereits außerhalb der Gondel und waren eben im Begriff, auf die Felsen hinaufzusteigen. Die Bcrgungsmann- schast machten sie jedoch durch Zeichen auf die Gefährlichkeit des Aufstiegs aufmerksam und begab sich zu ihnen hinunter. Sie labten die beiden Forscher, die an starkem Durst litten, mit Tee und gaben ihnen auch Lebensmittel. Wo die Höhenflieger landeten. Die Ortschast O be r g u r g l, in deren Nähe der Ballon des Professors Piccard niedergegangen ist, liegt im hinter st enEndc des Oetztales in einer Höhe van Z950 Meter über dem Meeres- spiegel. Obergurgl � ist das höchstgelegenc Kirchdorf in Nordtirol. Das Oetztal beginnt bei der Station Oetztal der Strecke Innsbruck— Landeck und zieht sich 40 Kilmneter nach Süden. Bei der Ortschast Zwieselstein teilt sich das Oetztal in zwei Arme, das Ventertal, das zum Hochjoch und in das jetzt italienische Schnalser Tal führt, und in das Gurglertal, dessen Endpunkt das Niederjoch, der Uebergang ins Pfelderstal, oberhalb Mcrans, bildet. Der Ort Obergurgl ist von riesigen Gletschern und Bergen um- geben, die die Grenze zwischen dem deutschö st erreich!- schen Tiroler Gebiet und dem jetzt zu Italien gehörenden Südtirol bilden. Kurz oberhalb der Ortschast Obergurgl beginnt der 10 Kilonteter lange Gurgler Ferner, der in riesiger Zerrissen- heit zum Niederjoch sührt. Das Niederjoch wird rechts und links von vergletscherten Bergen, dem 3660 Meter hohen Similaun und dem 3600 Meter hohen Hochwilde, eingerahint, so daß der Paßwcg nur eine Breite von ungesähr einem halben Kilometer besitzt. Ein Autoverkehr ist im Oetztal nur bis zur 1400 Meter hoch gelegenen Ortschaft Zwieselstein möglich. Von dort führt ein schmaler Karrenweg in enormer Steigung 13 Kilometer bis Obergurgl. Oer Ballon wird geborgen. Innsbruck, 28. Mai. Professor Piccard ist um 3 Uhr nachmittags in Obergurgl ein- getroffen. Eine Abteilung des österreichischen Alpenjägerregiments Nr. 12, die sich zur Hilfeleistung ins Oetztal begeben hat, ist>» Sölden eingetroffen und steigt noch heute unter Führung von Gendarmerie bis zur Neuen Karlsruher Hüfte auf: sie wird morgen den Ballon bergen und zu Tal schofjen. Programm des Parteitags. Die Veranstaltungen in Leipzig. Am kommenden Sonntag beginnt in der altem sozialisti- schen Hochburg Leipzig der diesjährige Parteitagder Sozialdemokratie, dem mit Recht besondere politische Bedeutung zugemessen wird. Die Leipziger Parteigenossen haben alles aufgeboten, um dem Zusammentreffen der Delegierten der großen Partei der Arbeitenden den Charakter einer wuchtigen Demon- st r a t i o n zu geben. Eine große Kundgebung am Sonntag, zu der Genossen mit Sonderzügen aus allen benachbarten Bezirken eintreffen werden, wird mitten in der Stadt auch nach außen Zeugnis ablegen von der Geschloffen- heit und dem Kampfwillen der Partei. Der Parteivorstand wird bereits am Freitag zu einer letzten vorbereitenden Sitzung zusammentreten. Am Sonnabend tagt der P a r t e i a u s s ch u ß. Die Eröffnung des Parteitages wird am Sonntagabend erfolgen. Es ist selbstverständlich und entspricht altem Brauche, daß diese Eröffnungssitzung in künstlerischem Rahmen ge- halten sein wird. Außer einer Eröffnungsansprache des Partei- Vorsitzenden Genossen Otto Wels werden auch, die Delegierten der Bruderparteien aus der Internationale zu Worte kommen, als deren Vorsitzender Genosse Vandervelde- Brüssel per- sönlich erscheinen wird. Gleichzeitig mit dem Parteitag tagt eine Konferenz sozialdemokratischer Juristen, eine Zusammen- kunft sozialdemokratischerAerzte und die General- Versammlung des Vereins Arbeiterpresse, der Ver- einigung der Parteiredakteure und-geschäftsführer. Diese Generalversammlung beginnt am Sonnabend und wird am Sonntag im Leipziger Volkshaus fortgesetzt. Die Beteiligung am Parteitag wird, der Stärke der Orga- nisation entsprechend, sehr rege werden. Das große politische Interesse, das man auch in den Kreisen unserer Gegner dieser Tagung entgegenbringt, beweist die Bedeutung der Partei, ihre organisatorische Kraft und ihre politische Einheit. Wir sind überzeugt, daß der Verlauf der Verhandlungen dieser großen politischen Bedeutung durchaus entsprechen wird. Sozialistische Ausstellung in Leipzig. Internationales politisches Antiquariat in der Parteitagswoche. Eine kulturgeschichtliche Wanderaus st elluag, die das Internationale Politische Antiquariat(IPA.) anläßlich des Parteitages in Leipzig veranstaltet, wird am Sonntag. 31. Mai, vor- mittags 11 Uhr. eröffnet. Anschließend findet ein Rundgang unter Führung des Leiters der IPA., Carl choym, statt. Die in 21 Ab- teilungen gegliederte Schau zeigt das politische Schrifttum der deutschen Arbeiterklasse vom Jahre 1848 bis in die neueste Zeit. Von den wertvollsten Stücken der einzelnen Gruppen nennen wir: den„Stammbaum de» Sozialismus": Ernst Dronke, „Ueber dos vormörzlichc Berlin"; den„Sozialdemokrat" und die gleichfalls während des Sozialistengesetzes oft unter schwierigsten Um- ständen verbreitete„Sozialdemokratische Bibliothek". Ganz besonders wertvoll ist die kleine Broschüre„Stiebers Verdruß" au« dem Jahre 1880, die während des Sozialistengesetzes unter den Genossen zur Sicherung des Briefverkehrs verbreitet wurde. Auch gegnerische Schriften von Hans Blum(dem Sohn Robert Blums) und dem„Reichsoerband tzur Bekämpfung der Sozialdemokratie" werden gezeigt. Wester wird das Für und Wider doku- menticrende Schrifttum während des Weltkrieges durch wertvolle, heute fast unersetzliche Bücher, Broschüren und Zeitschriften»er- onschauticht. In der Gruppe„Revolution und Kampf um die Republik" werden als wichtigste Dokumente ausgestellt: ein außerordentlich seltener Aufruf der Kapp-Aegierung, unterzeichnet von „Reichskanzler Kapp", und ein Bericht über den allgemeinen Kon- greß der Arbeiter- und Soldatenräte 1318. Die Internationale, die Gewerkschaften, die Genossenschaften, Frauen und Jugend haben besondere Gruppen. Auch hier wird wertvollste« Material vom einfachen Flugblatt bis zum dickleibigen Wert gezeigt: in der Gruppe„Unser Programm" unter anderem das Statut des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins mit dem Namenszug der Gräsin Hatzfeld. Weiter die wichtigsten Werke zur Agrarfrage von Eduard Bernstein, Karl Kautsky und A. Nosstg, die heute Raritäten auf dem Antiquariotsmarkt find. Ferner sind ausgestellt ein vollständiges Exemplar der„Neuen Zeit", ein Exemplar der„Internationalen Bibliothek" sowie die bedeutsamsten Bibliographien des Sozialismus und der Sozialwissenschaften. Die Ausstellung ist geöffnet am Sonntag, dem 31. Mai, von 12 bis 19 Uhr, und in den Tagen vom 1. bis 4. Juni von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wirih über die Roiverordnung. llebereinstimmung mit Severins. � Auf das Beschwerdeschreiben der sozialdemokratischen Reichs- tagsfrattion an die Reichsregicrung über die Ausführung der Rot- Verordnung gegen das politische Rowdytum hat der Reichsminister des Innern Dr. Wirth folgende schriftliche Antwort erteist: „Ihr gefälliges Schreiben vom 28. April 1931 hat mir Ler- anlassung gegeben, mich wegsn der mitgeteilten Fälle mit den de» teiligten Landesregierungen ins Benehmen zu setzen. Die Ant- warten hierauf stehen noch aus. Eine weitere Mitteilung behalte ich mir hiernach crgebenft vor. Grundsätzlich darf ich zu Ihren. Beschwerden schon jetzt be- merken, daß ich die von dem Herrn preußischen Minister des Innern mehrfach zum Ausdruck gebrachte Auffassung, daß sich die Verordnung de, Reichspräsidenten vom 28, März 1931 nicht gegen die Freiheit der politischen und weit- anschaulichen Betätigung in an stand ig er und fach- licher Form richtet und diesem der Verordnung zugrunde liegenden Geiste, insbesondere auch bei der Behandlung von Pla- katen, Flugblättern und ähnlichen Werbemitteln Rechnung zu tragen sst, in vollem Umfange teile. Ich bin bemüht, darauf hinzuwirken, daß auch in den übrigen Ländern nach diesen Gesichtspunkten die Verordnung ausgelegt und gehondhabt wird." Professor piccard berichtet. Das Ergebnis des Klugs. Gucgl. im Oetztol, 28. Mai. Professor Piccard hatte die Liebenswürdigkeit, einige Zest nach seiner Ankunft in Gurgl den Münchener Vertreter des WTB. der als erster Journalist in Gurgl eintraf, eine Unterredung zu gewähren. Cr nahm die Glückwünsche zu seinem gelungenen Borstoß in die Stratosphäre sichtlich erfreut entgegen und schilderte dann an Hand seiner in kleinen Notizbüchern niedergelegten Fahrt- aufzeichnungen die Ergebnisse seines Fluges, soweit sie ihm wissen- schaftlich besonders bemerkenswert erschienen. Dabei wies Professor Piccard darauf hin, daß ein Teil der Apparate gut funktioniert hatte, daß aber auf die Verwendung eines anderen Teiles der Slpparatc, wie vorauszusehen, verzichtet werden mußte. Die hanplmessuag. aus die der Forscher den größte« wert legte, nämlich die Messung der durch die kosmischen Strahlen erzeugten Leitfähigkeit der Gase, Ist. wie Professor Piccard betont«, voll- kommen gelungen, jedoch nur in sehr großen Höhen, was dadurch veranlaßt wurde, daß der Ballon äußerst schnell stieg. Er hatte in 25 Minuten berests eine Höhe von 15 Kilometer erreicht, also viel schneller als ursprünglich beabsichtigt. Piccard erklärte weiter:„Da einige technische Fragen, die auf den Ballon Bezug hatten, uns während des Aufstiegs vollauf beschäftigt haben, haben wir die Hauptmeffung erst in 15 Kilometer Höhe anfangen können." Die größte höhe von 16 Kilometer wurde uach den Auszeichnungen Professor Piccards, wie er aus Befragen weiter mit- teilte, bereits-7.45 Uhr erreicht. Der äußere Luftdruck betrug um diese Zeit 76 Millimeter(also ungefähr ein Zehntel atmosphärischen Druck), nachdem kurz vorher 77 Millimeter gemessen worden waren. Auf die Bestimmung der Flugroute hat Professor Piccard keinerlei Wert gelegt, da er mit Dr. Kipfer vollauf mit wissenschaftlichen Messungen beschäftigt war. Hie und da hat er die Triftbestimmung vorgenommen. Die seitliche Geschwindigkeit betrug im Durchschnitt etwa 15 Sekundenmeter. Piccard verglich mit großem Interesse seine wenigen Aufzeichnungen über die Be- obachtung der Flugroute mit den verschiedenen Standortbestimungen, die von der Erde aus vorgenommen worden waren. Aus der Gondel selbst konnte immer nur ein ganz kleiner Ausschnitt der überflogenen Landschaft wahrgenommen werden, was eine genaue Bestimmung des Standortes vom Ballon aus unmöglich machte. Der Mond er- schien wesentlich heller als bei Beobachtung vom Erdboden aus. Das Relief der Berge gewährte einen überwältigenden Eindruck. Auf die Frage, weshalb Professor Piccard die ausgezeichneten Landemöglichkeiten in Oberbayern und im Inntat, besonder» in Innsbruck, nicht ausgenutzt habe, erwiderte der Forscher, daß es nicht möglich war. das vensil Z« Ziehen. Er hätte sonst unbedingt die Landung gegen 11 Uhr vormittags im Lechtol vorgenommen, weil er dort sehr gute Lairdegelegcnhcit fest- stellte. Die Signale des Flugplatzes Innsbruck haben die Ballon- insassen überhaupt nicht wahrgenommen, so daß auch dort eine Landung unterblieb. Erst in den Abendstunden war es Professor Piccard dann möglich, zur Landung zu schreiten, die nach seinen eigenen Aufzeichnungen um 20.52 Uhr erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Lage, nachdem der innere Druck der Gondel durch Ablassen von Sauerstoff in Ueber- einstimmung mit der Außenlust gebracht war, die Mannlöcher zu öffnen. Die Temperatur in der Stratosphäre, die ja be- könnt ist, betrug außerhalb der Gondel 3 5 bis 60 Grad unter Null, im Innern der Gondel herrschte injolgc der Sonnen- beftrahlung eine ziemlich hkche Temperatur, zeilweise bis zu 41 Grad über Rull. Bon außerordentlicher Wichtigkett für das Gelingen des Flug.-s hat sich die kluge Voraussicht des Forschers erwiesen, nicht, wie ihm angeraten war, nur eine Sauerstoffflasche, sondern den doppel- ten Sauer st offvorrat mitzunehmen. Professor Piccard er. klärte hierzu: Ich treffe für all- wichtigen Unternehmungen Bor. sichtsmaßregeln und hatte daher zwei Sauerstoffapparate mitgenommen, obwohl mir die Lieferfabrik mitgeteilt hatte, daß die Saucr- stoffslaschen mit absoluter Sicherheit funktionieren. Daß wir zwei Apparate mitführten, hat uns zweifellos gerettet, denn wir hatten bei der Landung nur noch für eine Stunde Sauerstoff mit. Die Landung selbst hat sich, wie Professor Piccard zum Schluß der Unterredung mitteilte, glatt vollzogen. Die Gondel rollte einige Male, kam aber dann schnell zum Stillstand. Bei der Landung hatten wir noch 350 Kilogramm Ballast an Bord, also wesentlich mehr, vis wir beabsichtigt hatten. Wir hätten aber nicht riskieren können, Ballast in größeren Mengen abzugeben, da wir dadurch wieder in größere Höhen getrieben worden wären und unter allen Umständen beabsichtigten, wegen der Abnahme des Sauerftoffoorrats so schnell wie möglich zu landen. Erst im letzten Augenblick gaben wir stärker Ballast ab, um ein zu starkes Aufsetzen der Gondel zu vermeiden. Die Forscher haben die Nacht außerhalb der Gondel auf dem Gletscher verbracht und dachten mit dem frühen Morgen über den Gletscher hinunterzukommen. Dies erwies sich aber als unmöglich,.so daß sie um 9 Uhr ausbrachen, um in den Felsen seitlich des Ferners den Abstieg zu versuchen. Sie hatten sich hierzu mit einem der Seile des Ballons in doppelter Seilfichc- rung angeseilt und trafen dann in den Felsen aus die Hilfsexpedition. Vorstoß gegen Briand mißglückt. Kranklm-VouiNon fordert seine« Rücktritt.— Mehrheit für das Kabinett. Paris, 28. Mai.(Eigenbericht.) Die Interpellationsdebätt« über die Außen- Politik hat bereits am Donnerstagnachmittag in der Kammer be- gönnen. Schon bald nach Eröffnung der Sitzung beantragte der Abg. Franklin-Bouillon die sofortige Beratung der zur Außenpolitik vorliegenden Interpellationen. Regierung und Kammer waren mit der sofortigen Diskussion einverstanden. Franklin-Bouillon erklärte, er habe seine Interpellation auf Grund des Kommuniques über den am Mittwoch abgehaltenen Mi» nistcrrat eingebracht, in dem es heiße, daß die Regierung ein- stimmig die Haltung der französischen Delegation in Genf ge- billigt und Briand gebeten habe, im Amt zu bleiben. Di« Be- lobigunz Briands sei nicht gerechtfertigt, und er, Franklin- Bouillon, könne daher weder Briand noch der Regierung Vertrauen gewähren. Briand habe das deutsch-österreichische Zollabkommen in Genf nur von der wirtschaftlichen Seite au» kritisiert und seine Priiufng durch den Internationalen Gerichtshof beantragt, statt sich sofort gegen den politischen Charakter des Abkommen» zu wenden. Briand habe damit wieder einmal„die Politik des geringsten Widerstandes" befolgt. Frankreich habe in Genf nichts erreicht, und nicht einmal das Versprechen Schober», die weiteren VerHand- lungen über das Abkommen bis zur Entscheidung des Internatto- nalen Gerichtshsfes einzustellen, sei, wie au» zwei Interview» Schobers hervorgehe, ernst zu nehmen. Franklin-Bouillon beklagte sich dann darüber, daß Frankreich in der Abrüstungskommission nicht die Führung übernommen und nicht die Wahl des tschechischen Außenministers B e n e s ch zum Dar- sitzenden der Konferenz durchgesetzt habe. Dann stellte er als Fazit des Votums des Versailler Kongresses fest, daß die Kammer keinen Außenmini st er mehr vor sich habe, sondern nur noch den Führer des Linkskartells. Die Rechte habe durch die Wahl vouwer« zum Präsidenten der Republik gegen die Politik Briand» gestimmt und habe dem Außenminister nicht die Möglich- keit geben wollen, noch sieben üahre im Elysee seine Politik fort- zusetzen. Alle Welt gebe das zu, selbst die Minister(großer Beifall links). In dem Kommunique des Ministerrats werde aber das Gegenteil gesagt. Er sei über diese Heuchelei und Feigheit empört. Dieser Angriff gegen die Regierung oeranlaßte den Minister- Präsidenten Laval zu einer scharfen Erwiderung. Laval erklärte, es sei nicht üblich, das Botum einer Rationalver- sammlung in der Kommer zu kritisieren. Franklin-Bouillon zitierte dann noch den am 8. Mai im Berliner„Vorwärts" erschienenen Artikel des Abg. Grumbach über die Präsidenten- wähl. Grumbach, der ein alter Freund Briands fei, habe darin als erster zugegeben, daß da» Votum der Nationalversammlung ein Votum fürodergegendiePolitikBriand» sein werde. Der Redner schloß mit der Erklärung, daß Briand nicht mehr Außenminister, sondern Parteiführer sei. Er forderte dl« Kammer schließlich auf, durch einMißtrauensvotumseinen Rücktritt zu erzwingen. Die Rede Franklin-Bouillons fand infolge der maßlosen An- griffe gegen die Regierung selbst aus der Rechten nur w« n i g L e i- fall. Briand antwortete sofort dem Interpellanten. Nachdem er erklärt hott«, daß er seine Niederlage in Versailles nicht tragisch genom- men und daß er sich über sie vor allem mit dem Gedanken hin- weggetröstet habe, daß der neue Präsident ein guter Franzose ist, der sein Land liebe und für die republikanischen Einrichtungen stet» eingetreten sei, setzte er die Gründe ausein- ander, aus denen er noch Minister sei. Er habe im ersten Minister- rot nach der Präsidentenwahl seinen Kollegen erklärt, daß er eine Niederlage erlitten habe und daß es ihre Aufgab« sei, ihm zu sagen, ob er weiter ihr Vertrauen habe und Frankreich in Genf vertreten könne. Er sei gebeten worden, nach Genf zu gehen, er habe diesen Auftrag angenommen und nach seiner Rückkehr sei seine Haltung einstimmig gebilligt worden. Er halt« es jetzt für sein« Pflicht, dem Parlament Rechenschaft abzulegen. Der Minister wandt« sich gegen die Behauptungen Franklin- Bouillons, daß die von Frankreich seit sechs Iahren befolgte Friedenspolittk eine Heuchelei sei. Da» ganze französische Volk wolle den Frieden und niemals habe man seiner Politik ein« andere entgegengestellt. Selbst Franklin-Bouillon habe kein anderes positives System vorgeschlagen. Des wetteren verteidigt« sich Briand gegen den Bar- wurf, daß er die Wa hl Hendersons zum Vorsitzenden der Ab- rüstungskonferenz zugelassen habe. Die Klein« Entente habe den Borsitz abgelehnt und andererseits sei Henderson der einzige Kandidat gewesen, für dessen Wahl Einstimmigkett vorhanden war. Er, Briand, habe sich in Genf keinen Augenblick ge- demütigt gefühlt, sondern er habe überall da» größte Entgegen- kommen gefunden. Briand führte weiter aus, daß er durchaus kein Interesse daran habe, Minister zu bleiben und daß, wenn die Angriffe Franklin Bouillons dazu beitrogen könnten, ihm sein« Freihett wiederzugeben, er mit Freuden da- mit einverstanden sein würde unter der Bedingung, daß sein Nach- feiger da» von ihm seit sechs Iahren vollbrachte Werk nicht antaste. Der Minister schloß mit der Aufforderung an die Kammer, ihm durch ein loyales und offenes Votum ztim Ausdruck zu bringen, ob sie seine Friedenspolitik billige oder nicht.(Großer Beifall links und im Zentrum.) Noch einer kurzen Sitzungspausc antwortete Franklin- Bouillon seinerseits auf die Ausführungen Briands. Er wiederholte aber fast nur das, war er in seiner ersten Rede gesagt hatte und fügte hinzu, er habe nichKdie. Friedenspolitik Briands angegriffen, sondern nur die Methoden des Außen- Ministers, worauf Briand in einem Zwischenruf bemerkte, er b c- danke sich für die Methoden der Freunde Franklin-Bouillons, die bereit« vorgeschlagen haben, aus das deutsch-österreichische Zoll- Projekt mit der wiederbesehung von Mainz zu antworten. Di« Debatte wurde dann geschlossen und der Kammerpräsident verlas die drei eingebrachten Tagesordnungen, von denen die so- z i a l i st i s ch e und die r ad i t a l e zwar dem Außenmini st er, ober nicht der R e g i e r u n g dos Bertrauen ausdrücken, während die von den Linksrepublikanern Drouot sormiilierte Tage-?. Ordnung den Ausdruck de« Vertrauens für die ganze Regierung enthält. Nachdem die Redner verschiedener Fraltioneu ihre Hallung gegenüber der Regierung begründet hatten, beantragten die s Radikalen den Borrang für ihre Tagesordnung. Ministerprüsideitt Laval stellte die Vertrauensfrage gegen die Annahme dieser Tagesordnung und machte die Kammer auf die ernsten Folgen aufmerksam, die ihre Annahme kurz vor Ablauf der Amtszeit des Präsidenten Doumcrgue haben würde. Die Kammer lehnte darauf den Vorrang für die radikale Tages- ordnung mit Z18 gegen ZKt Stimmen ab. ?m Anschluß daran wurde nach dem Antrag Franklin-Bouillons c b s ch n i t t s w e i f e über die Tagesordnung Drouos abgestimmt, die folgenden Wortlaut hat:„Die Kammer billigt die Cr- . tlärungen der Regierungen, vertraut darauf, daß sie die durch die Tagesordnung vom 5. Mai bestätigte Friedenspolitik durchseht und geht unter Ablehnung jedes Zusatzes zur Tages- ordnung über. Der erste Teil svilligung der Regierungserklärungen) wurde mit 298 gegen 263 Stimmen angenommen, der Rest unter Stellung der Vertrauensfrage mit 3l9 gegen 254 Stimmen. Die gesamte Tagesordnung wurde schließlich unter nochmaliger Stellung der Vertrauensfrage mit 332 gegen 236 Stimmen gebilligt. Die Zweideutigkeit dauert fort. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, daß der f r a n z ö> fische Nationalist Franklin-Bouillon sich um den Nachweis be- müht, daß B r i a n d in Genf nichts erreicht habe und daher seinen Rücktritt fordert, während die deutschen Nationalisten gleich- zeitig Dr. Curtius' Beseitigung fordern, weil er aus Genf als Besiegter zurückgekehrt sei. Uns will es allerdings scheinen, daß die hiesigen Nationalisten es diesmal etwas leichter haben als ihre fron- zösifchen Gesinnungsgenossen bei der Kritik der Genfer Leistungen des eigenen Außenministers. Andererseits muß man zugeben, daß Franklin-Bouillon die Logik auf seiner Seite hat, wenn er das Ergebnis der Präsi- dentenwahl von Versailles als eine persönliche und politische Niederlage des Außenministers bezeichnet, aus der dieser die Folgerungen hätte ziehen müsten. Briand war übrigens durchaus bereit und ursprünglich auch entschlossen, diese Konsequenzen zu ziehen. Doch dem ungeheuren Druck, der seit Tagen von allen Seiten auf ihn ausgeübt wurde, hat er schließlich nicht stand- zuhalten vermocht und sein« Demission zurückgezogen. Noch vor einer Woche versicherten seine engsten Freunde in Genf übereinstimmend, daß er nicht daran denke, sich diesem Druck zu fügen. Er wisse nur zu gut, daß die eifrigsten Befürworter seines Verbleibens im Kabinett zum Teil dieselben seien, die seine Präsi- dentschaftskandidatur entweder offen oder heimtückisch bekämpft hätten. Er habe keinen Anlaß, ihnen den Gefallen zu erweisen und sie aus der Verlegenheit zu retten, die ihnen seine Niederlage in Versailles bereitet habe. Indem er auf seinem Rücktritt beharre, werde er in einigen Monaten, spätestens nach dem Siege der Linken bei den Neuwahlen im Frühjahr lS32, umso stärker wiederkehren. Dann würden sein Prestige und seine Autorität, die iuirch den Tag von Versailles einen bösen Schlag erlitten hätten, besonders gegen- über dem Ausland größer fein denn zuvor. Wie schnell sind die Vorsätze wieder aufgegeben worden! Briands neuer Entschluß ist zweifellos ein schweres persönliches Opfer, das er im nationalen Interesse Frankreichs bringt auf Kosten seiner eigenen Interessen. Das Hauptargument, mit dem man ihn ZINN Bleiben veranlaßt hat, war, daß fein Rücktritt allgemein im Auslande gedeutet werden würde, als betrachte er selber sein« Niederlage gegen Doullier als eine Absage Frankreichs an die Verständigungspolitik der letzten Jahre und als ziehe er daraus jene Konsequenzen, die für das Urteil de» Auslande, über Frankreich höchst nachteilig sein würden. Wenn er sich dagegen durch die Bitten des Kabinetts und namentlich feines erfolgreichen Rivalen Doumer selber dazu bewegen laste, sein« Demission wieder zurück- zunehmen, dann würde die Welt jene Schlußfolgerung nicht ziehen können. Im Gegenteil, es würde damit deutlich bewiesen sein, daß das Ergebnis von Versailles nicht durch außenpolitische, sondern aus- schließlich durch innenpolitische Motiv« zu erklären sei. Briand hat sich dieser patriotischen Beweisführung gefügt. Ob er recht gehandelt hat, darüber steht uns ein Urteil nicht zu. Sicher ist, daß dieser Mann nicht aus persönlichem Ehrgeiz gehandelt hat: über diesen Verdacht ist er bestimmt erhaben, denn er hat oft ge- nug bewiesen, daß er freiwillig auf ein Ministeramt verzichten kann und daß er Monate, ja sogar Jahre geduldig zu warten versteht, bis man ihn wieder holt. Der neue Vorstoß Franklin-Bouillons gegen Briand beweist, daß der Kampf der Rationalisten gegen ihn erst recht von neusm einsetzen wird. Dieser erbitterte Gegner der Verständigungspolitik kann sich mit Recht darauf kkerufen. daß die N a t i o n a l i st« n geschlossen für Doumer gestimmt haben. Doumer hat sich mit Hilfe dieser Stimmen wählen lassen, er hat vor der Wahl nichts getan, um von dem Infamierungsfeldzug gegen Äriand abzurücken, bei dem der Außenminister als der„Kandidat Deutsch- lands* bezeichnet wurde. Die Nationalisten, die jetzt Briands Rücktritt abermals fordern, sind logischer ol« jene Kreis«, die Briand in Versailles niedergestimmt, die ihn ober nachträglich an- gefleht haben, fein Demifsionsgefuch� zurückzunehmen. Das gesamt« K a b i n e t t hat in diesem Sinn« auf Briand eingewirkt, aber am Tage von Versailles war es ein offenes Geheimnis, daß von den zwei Dutzend Mimstern und Staatssekretären der Regie- rung Laval wahrscheinlich nur der Ministerpräsident selber seine Stimme für Briand abgegeben und für sein« Wahl Propaganda gemacht hatte, während alle anderen unter Führung von T a r d i e u mehr oder weniger verschämt für Doumer agi- tiert hatten. Selbstverständlich hat sich die groß« Mehrheit der Kammer wieder einmal in der neuen öffentlichen Kraftprobe für Briand und gegen Franklin-Bouillon erklärt— dieselbe Mehrheit, die vor Zwei Wochen bei geheimer Stimmabgab« dem Mann« von La- carno die schlimmst« Niederlage seiner langen politischen Laufbahn beigebracht hatte! Was folgert daraus? Es bedeutet, daß die Zweideutig- keit der französischen Politik, die in den letzten drei Iahren so oft in Erscheinung getreten ist. fortbesteht. Da» Land in seiner großen Mehrheit W für Briand. das wissen die Abge- ordneten und deshalb wagen sie nicht, offen gegen ihn Stellung zu nehmen. Aber die Mehrheit des Parlaments ist reaktionSr und nationalistisch verseucht. Briand war und ist fast der einzige zuverlässige Exponent einer demokratischen Verständigungspolitik in der jetzigen Regierung, die Mehrheit haßt ihn. aber sein Prestige als der„Mann des Friedens" ist im Volke so groß, daß man chm immer ein Vertrauen ausspricht, das er weit mehr bei der Oppo» sition, namentlich bei den Sozialisten, genießt als im Lager der Regicrung- Briands Rücktritt hätte eine Klärung gebracht, eine Scheidung der Geister, die vor den kommenden Wahlen dringend notwendig gewesen wäre. Sein Verbleiben Hilst zwar Frankreich außenpolitisch aus einer schwierigen Situation, läßt ober die Doppelzüngig- keit der französischen Regierungspolitit fort- dauern. sooooo Mark für Sitter. h&Z* „Man muß seinem Esel Futter geben!" Gasmasken für die Hausfrau. Ver neueste Tip der Geschäftemacher. In dieser Zeit vorzeitiger Hundstagshitze und allgemeiner Wirt- schaftskrise muß etwas zur Hebung der Wirtschaft getan werden. Wie aber wird so etwas gemocht? Man gründet nach altem deut- schen Rezept einen Verein, der zunächst einmal Briefköpfe drucken läßt— zur Unterstützung o«s Buchdruckgewerbes— und verschickt dann Zirkulare. Alles weitere findet sich von selbst. Da gibt es überall Leute, die etwa an einen nahe bevorstehenden Krieg oder ein sonstiges Unheil glauben. Was brauchen sie in dieser Notzeit am dringendsten? Natürlich Gasmasten. Folglich hat der Berein schon eine Ausgabe. Sie erhellt au» folgendem Brief, der uns auf den Redattionstifch weht: All g« m e-i n«r,. H a u.sj r a von-Rabatt-Spar»« rein G m. b. H. Berlin NW. 46, den..... 1931. Potts check. Konto: Berlin Nr. 11-573. In den Zelten 13. Unser« G.-Nr. Zi/Ac höflich erbeten. Tel.: C6 Moabit 1313. AI Sichrer 1315. Firma.................. Berlin. Der„Allgem. Hausfrauen-Rabatt-Sparverein". ein Spitzen. verband, dem olle Haussrauenvereine und Vereinigungen ange- schlössen werden, bittet hiermit höfl., seinen Mitgliedern bei Ein- kauf von Waren dieselben Rabatte g ä h r e n zu wollen, wie sie den Mitgliedern des„Wirtschastsverbandes der Berliner Beamtenvsreinigung" von Ihnen z. Zt. gewährt werden bzwgewährt worden sind. Die Rabatte fallen dazu verwandt werden, die Mitglieder und deren Angehörige mit Gasmasken zu versorgen. Wie Ihnen vielleicht bereite bekannt sein dürite, läßt z. Zt. die Staotsregierung nur ihre Beamten mit Gasmasken ausrüsten, während die allgemeine Ausrüstung der Gesamt- bevölkerung der Reichs- und Landtcg in seinen letzten VerHand» lungen wegen Mangel an Mittel» ablehnen mußtt Der„Allgemeine Hau-frausn-Rabatt-Sparverein" hat deshalb die Ausgabe übernommen, aus dem Wege der Selbsthilfe feine INilglieder und deren Angehörige mit Gasmasken zu versorgen. und bitten wir Höst., uns in dieser Ausgabe unterstützen zu wollen. Hochachtungsvoll Allgemeiner 5)aukfrauen-Rabatt-Sparvercin G. m. b. H. (gez.) I. A.: Wolfram. Man sieht: Wenn man nur rechtzeitig einen guten Einfall hat, kann man sogar Geschäfte machen. Der„Spitzenverband", als welchen sich der Rabattverein bezeichnet, liefert gleich eine Spitzen- leiftung. Er bombardiert Hunderte von Firmen mit seinem Bettelbrief. Und, was das Komische an der Affäre ist, es fallen wirklich bekannte Firmen darauf herein, Rabatte zu versprechen, damtt sich Hausfrauen und ihre Angehörigen Gasmasken kaufen können. Dieser Hauefroueu-Rabatt-Sparoerein ist eine Angetegenhett, in der vor allem ehemalige Offiziere ihre Finger stecken» lassen, die zunächst einmal 166696 Gasmasken bei der Firma Draeger in Lübeck bestellt haben. Gasmasken kosten pro Stück 16 bis 45 M-, 100 060 Stück also zwischen 1,6 und 4,5 Millionen Mark. So soll der deutschen Wirtschaft durch Massenproduktion von Gasmasken wieder auf die Beine geholfen werden! Bei dieser dunklen Angelegenheit greisen zwei Dinge ineinander: die künstliche Erzeugung einer Kriegspsychose und das G e- schüft gerissener Spekulanten. Man redet vom kommenden Krieg, um schon vorher daran zu verdienen! Diese Geschästsmacher sind eine besonders üble Sorte von Kriegsgewinn- lern! Der gewöhnliche Kriegsgewinnler profitiert am Krieg, der bereits ausgebrochen ist, diese Art Kriegsgewinnler ober schürt die Kriegspsychose, um am kommenden Kriegs zu verdienen. Nationalistische Propaganda und Schiebertum greifen hier Hand in Hand. Die Gasmaske des Hausfraueitoereins— das ist das Symbol des kriegerischen Nationalismus, zugleich aber auch das Zeichen, in dem das Krieges chiebertum herrlichen Zeiten entgegengehen will. Brauns-Kommission. Das Gukackten über die Arbeitslosenhilfe abgeschlossen. Amtlich wird mitgeteilt: Die' von der Reichsregierung ein- gefetzte Gutachterkommtfsion zur Arbettslofenfroge hat am Donners- tag ihre Arbeiten beendet. In der Schlußsitzung dankte Reichs- arbeitsminister Stegerwald namens der Reichsregierung den Mitgliedern der Kommission für die mühevolle und schwer« Arbeit, die sie zu leisten hatten. Das dritte Gutachten der Kam» Mission über die Arbeitslosenhilfe ist f e r t i g g e st« l l t und bedarf nur noch des- redaktionellen Abschlusses. Doraussichilich wird das neue Teilgutachten der Reichsregierung im Verlaufe der nächsten Woche überreicht werden. Internationale der Aerzte. Eozialdemokratifche Aerzte Oevtschlands nicht beteiligt. Der Vorstand'der„Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Aerzte Deutschlande" sendet un» folgende Mitteilungen: „In der gestrigen Abendausgabc des„Vorwärts" befindet sich ein Bericht über die Gründung einer internationalen Vereinigung sozialistischer Aerzte in Karlsbad. Unsere Ar- bettsgemeinschaft, die vom Porteivorstand allein anerkannte Spitzenorgonisation der sozialdemokratischen Aerzte, hat sich im Einvernehmen mit dem Parteivorstond an dieser Gründung nicht beteiligt. Die Vorbereitungen sind ohne Fühlungnahme mit den Parteiinstanzen von dem Vorstano de?„Vereins sozialistischer Aerzte" getroffen worden, dessen Führung hauptsächlich in den Händen au>,g«schloss«ner Kommunisten liegt und dessen Verbanosorgan von einem der kommunistischen Oppositionsgruppe angehörenden Redakteur geleitet wird. Für den Fall de« Anschlusses an eine sozialistische Aerzte-Juter- national« kommt für die Arbeitsgemeinschaft nur ein« solche inter- nationale Vereinigung in Frag«, die im Einvernehmen mit de» Parteiiu stanzen und int Rahme» der Londoner Inter» nationale zu begründen wäre, nicht aber«in Gebilde, wie das fetzt ins Leben gerufene, das zwischen der Zweiten und Dritten Inter- national« seinen Platz suchen will" Der Sozialdemokratisch« Aerztetag, den die Ar» bettsgemeinschaft sozialvemotrottscher Aerzte im Zusammenhang mit dem Parteitag veranstaltet, beginnt am Sonntag um 16 Uhr vor» mittag im Gesellfchaftshauz des Zoologischen Gartens in Leipzig. Das Hauptreferat erstattet, wie bereits mitgeteilt, Genosse Prof. Dr. Knack-Hamburg über das Thema„Der bürgerlich« und der sozialistische Arzt". Interessierte Parteigenossen sind alz Gäste will- kommen. � Die Aot Oeutsichösterreichs. Stoatshafiang für Auslandshilfe. Wien, 28. Mai.(Eigenbericht.) Der Rattonalrat erteilte der Regierung mit den Stimmen aller Parteien, auch der Sozialdemokraten, die Ermächtigung zur Uebcr- nahm« der Hastung stir ausländisch« Kredite an die zusammen- gebrochene Kreditanstalt. Angenommen wurde zugleich ein« Eni- schließung der Sozialdemokratie, nach der die Regierung über die Einkünfte der Direktoren und Verwaltungsräte der Kreditanstall im Hauptousfchuß eingehend Auskunft zu geben hat. Ferner hat sich die Regierung auf Antrag der Sozialdemokratie bereit erklärt, über die Lage der Kreditanstalt zu berichten, sobald ein Drittel des Hauptausschusses das fordert. Schließlich wurde ebenfalls auf Antrag der Sozialdemokratie das Gefetz über die Notftandsaushilf«(K r i f e n f ü r s o r g e). das die Regierung nur bis zum 13. Juni ausdehnen wollt«, bis Ende des Jahres verlängert. Drin; Auwi darf nicht. Die Nazis hatten für Sonnabend- abend in Frankfurt a. M. eine Versammlung einberufen, in der u. a. August Wilhelm Prinz von Preußen sprechen sollte. Auf Grund der Notverordnung hat die Polizei dies« Versammlung verboten. „Hier ist nur ein Pathologe zuständig." Einstweilige Verfügung gegen Kabricius bleibt bestehen. .Dor dem Landgericht III fand gestern unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Tölk« die Verhandlung in der Sache RA. Dr. Becker— D r. F a b r i c i u s statt. RA. Dr. Becker hott« gegen Dr. Fabricius, der ihm in einem Briefe vorgeworfen hatte, in den Dienst Frankreichs und des Judentums ge» treten zu fein, ein« einstweilige Verfügung auf Unterlassung dieser beleidigenden Behauptung beantragt und er- wirkt. Gegen diese einstweilige Verfügung war von Dr. Fabricius Widerspruch erhoben worden. In der gestrigen Verhandlung ver- trat RA. Dr. Becker seine Sache persönlich, für Dr. Fabricius war RA. Dr. Frank erschienen. RA. Dr. Becker trug kurz den Sachverhalt vor. Die Rechtslage. so erklärte er, ist sehr einfach. Der Brief entholt eine B e- leidigung: zu prüfen ist nur die Frage der Wieder- holungsgefahr. Die besteht zweifellos. Dr. Fabricius ist Akademiker, Doktor, Staatsbeamter und P r o m i- nenter der Bewegung- wegen seiner Geistesgaben ist er berujen, Reichstagsabgeordneter der Nationalsozialistischen Partei zu sein: er ist nicht irgendein Landsknecht, dem ein un- vorsichtiges Wort entschlüpfen kann. Solch ein Mann muß, wenn «r Behauptungen aufstellt, wie dies in seinem Brief geschehen, auch Gründe für seine Behauptungen haben. Besitzt er sie, so wird er auch willens sein, seine Behauptungen weiter zu verbreiten. Be- sitzt er aber keine Gründe für seine Behauptungen, so sind diese nur durch einen geistigen Defekt des Bricfschreibers zu erklären. Dann ist aber die Gefahr ihrer Wiederholung eineum so größere. Das Gericht hat u. o. die Akten über die von Stennes gegen den„Völkischen Beobachter" und den„Angriff" beantragte und stottgegebene einstweilige Verfügung herangezogen. Stennes wurde von jenen Blättern als Polizeispitzel bezeichnet. Dies« Akten liefern den Beweis für die Art der Kampfesweis« jener Herren gegen ihr« früheren Genossen. Sie stehen selbst nicht auf der primitivsten Linie des Anstandes. Was für jene Herren gilt, gilt aber auch für Fabricius, der Weg der Privatklage konnte nicht betreten werden, da Fabricius immun ist und der Reichstag erst im November wieder zusanunentritt. Vorsitzender: Es gibt aber auch noch eine dritte Möglich- keit, nämlich die, daß die Worte in der Erregung geschrieben worden sind und jetzt nicht mehr aufrechterhalten werden. Dr. Frank als Vertreter des Dr. Fabricius: Möglich. Das kann aber in diesem Stadium nicht erörtert werden. Im Augen- blicke handelt es sich nur darum, ob eine Wiederholungsgesahr vor- liegt. Das ist nicht der Fall. Dr. Fabricius hat ausdrücklich er» klärt, daß er weitere Zuschriften seitens des Rechtsanwaltes Dr. Becker weder beachten noch beantworten wird. Es liegt also keine Gefähr vor, daß die Behauptung, die in einem rein privaten Briefe ausgesprochen worden ist, wiederholt werden würde. Vorsitzender: Gerade diesen Zusatz erachte ich als b e- sonders erschwerend. Dr. Frank: Da bin ich anderer Ansicht.� Vorsitzender: Sie erklären also, daß Sie die Behauptungen über Dr. Becker für richtig halten. Dr. F r a n k: Das tue ich nicht, ich bin auch nicht bevollmächtigt. .Erklärungen darüber abzugeben. Soviel kann ich aber sagen: der Brief ist in der ersten Erregung geschrieben. Die von Dr. Fabricius gebrauchten Ausdrücke waren nicht etwa in dem Sinne zu verstehen, daß RA. Dr. Becker mit Frankreich einen Dienstvertrag ein- gegangen ist, daß er von Franzosen bezahlt und besoldet wird. Di« Ausdrücke sollten nur besagen, daß derjenige, der die größte Deutschnationale Partei zersplittert und sie dadurch schwächt, den Feind stützt. Der größte Feind ist aber Frankreich und das Judentum. Die Nationalsozialistische Partei und Be- wegung ist die einzige Partei, die die Befreiung des deutschen Polles von äußeren und inneren Feinden anstrebt. wer ihr in de» Rücken fälli, der leistet dem Feinde Dienste. Vorsitzender: Ich weise darauf hin, daß die Aeußerung „im Dienste Frankreichs" sonst in der Presse in anderem Zu- sammenhange gebraucht und verstanden wird. Sie wollen sich also nicht vor RA. Dr. Becker entschuldigen? RSl. Dr. Frank: Nein. RA. Dr. Becker: Die Erklärung des Nebenklägers beweist deutlich, daß eine Wiederholungsgesahr vorliegt. wolle» die Herren allen Ernste» behaupten, daß jeder Deutsche, der nicht Hitler-nationalistijch ist. im Dienste Frankreichs steht? Da Ist allerdings nicht mehr der Znrist zuständig, fondern der Pathologe. RA. Dr. Frank verbittet sich in großer Erregung derartige Aeußerungen. RA. Dr. Becker erklärt, daß das Verhalten Dr. Fabricius in dieser Angelegenheit auf Charaktereigenschaften hin- weise, die ein« Gefahr der Wiederholung zweifellos erscheinen lasse. Dr. Frank läuft ousgeregt hin und her, die Verhandlung ist zu Ende. Nach längerer Beratung verkündete das Gericht folgenden Beschluß: Der einstweiligen Verfügung gegen Dr. Fabricius wird stattgegeben. Nebarbarisierung der Vechispflege. Die Essener Tagung der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung. Elberfeld, 28. Mai.(Eigenberichts Die Internationale Kriminalistische Vereinigung, deutsch« Sektion, eine der wenigen internationalen wissenschaftlichen Verein!- gungen, denen es bisher mcht gelungen ist, den Vorkriegszustand internationaler Zusammenarbeit wiederherzustellen und deren Inter- Nationalität insolgedessen in der Zusammenarbeit mit Oesterreich be- steht, versammelt alle zwei Jahre ihre Mitglieder zu einer Tagung, aus der dann die entscheidenden rder gerade aktuellen Fragen der Strasrechtspslege diskutiert werden. Dieser einst von dem großen Strasrechtslehrer Liszt begründeten Organisation gehören die meisten ordentlichen Strasrechtsprosessoren der deutschen Universitäten, viele Richter tmd Staatsanwälte sowie Verteidiger an, und so ist für die Oesfentlichkeit nicht ohne Bedeutung, was dies« führenden Juristen für konstruktive Ideen haben. De im im Kamps gegen die Gesetzgcdung und die Praxis der Justizoerwoltung' spielen die hier geäußerten Ansichten oft eine Rolle und dann will man doch mal sehen, wie die Geister beschossen sind, die unsere künftigen Richter und Staatsanwälte zu lehren haben. Die diesnioHge Tagung unter dem Vorsitz des früheren Ober- rcichsanwalts Ebermeyer hatte als ersten Punkt der Tages» ordniing das Thema„B sru f s v e rb rc che r". Während sich der erste Referent Obcrvenwaltungsgerichtsr-:t Dr. H a g ern a n u mehr in allgemeinen Ausführungen erging, die Erfolge des Doiksstaates in der Fortbildung der Rechtspflege erwähnte und auch den Zu- fammenhong mit der heutigen Wirtschaftsnot als Beibrechensursache nicht verlor, obwohl auch er scharfes Vorgehen gegen das Verbrecher- tum verlanyte, waren solche Töne von den meisten anderen Rednern nicht mehr zu hören. Es war das Verdienst des Heidelberger Uni- verfitätsprosessors Genossen Radbruch, daß er nicht nur aus die völlige Unbestimmtheit des Begriffes„Berufsoer- Verbrecher" hinwies, sondern auch betonte, daß die paar Dausend Berufsverbrecher in Deutschland im Verhältnis zur vorhandenen Kriminalität nicht die Rolle spielen, die ihnen auf der Tagung zu- gemutet wird. Man hatte bei den einzelnen Rednern, besonders bei.«inigen Unioersitätsprofesjoren den Eindruck, daß überhaupt nur der Dszrisf ,.Tenuffsv erb recher" m die Diskusston erngesührk werden st)®«, rml um so ungehinderter und unbeschwerter stockreaktionär« Ideen»er- treten zu können. Besonders der Känigsberger Professor Sauer tot dos ziemlich unverblümt, indem er sogar bei Meineid «in Berussverbrechertum annahm. Den meisten Rednern, waren die U r t e l l e, die von den meisten Gerichten gesollt zu werden pflegen, viel zu gelind«. Der Referent, der Leipziger Unioersitätsprosessor Exner, glossierte die Zubilligung mildernder Umstände in einer Reche von Eigentumsdelikten, sprach von einer lahmen Praxis der Gerichte. Andere Richter gaben unverhohlen ihre Abneigung gegen die Laien- richter Ausdruck. Den Gipfel ober erklomm der Kölner Universitäts- Psychiater Aschafsenburg, der neben seiner Abneigung gegen die Laienrichter auch einen besonderen Haß aus die seiner Ansicht nach unerhört häufige Gnadenpraxis hat, von der er die Behauptung aufstellte, daß die Begnadigungen ohne Prüfung der Akten vorgenommen wüöden. Es war ein merkwürdiger Zustand. daß der anwesende Vertreter des preußischen Justizministers den Professor Afchoffenburg nicht in die Schranken zurückwies, da ein anderes Land als Preußen von dem Kölner Umversitätslehrer kaum gemeint fein durfte. So konnte Professor Aschafsenburg für seine Angriffe noch lebhaften Beifall der Versammlung einheimsen, die zu 90 Proz. aus preußischen Staatsbeamten bestand. Aschafsenburg mokierte sich auch über die Gnadenpraxis des Landtag» und die Folgsamkeit des Iu st i z m i n i st e r s. Nicht uninter. essant ist, daß er seinen Angriff auch damit begründete, daß er als Psychiater das sagen wolle, was vielleicht ein Jurist nicht sagen könne. Es war schon richtig, daß Genosse Rodbvuch vor den Ge- danken warnte, die auf dieser Tagung geäußert wurden, irnd in diesem Zusammenhang das Wort vor der Rebarbarisicrung der Rechtspfleg« gebrauchte. Die zum Schluß gegen erheblichen Widerspruch angenommenen Thesen geben kein Bild von den Gedanken, die aus dieser Tagung leider geäußert worden sind. Konferenz des Deutschen Lehrervereins. Eine arbeitsreiche Tagung. Frankfurt a.M.. 28. Mai.(Eigenbericht.) In Frankfurt fand am Donnerstag«in« mehrtägige K o n f e- renz des Deutschen Lehrervereins ihren Abschluß. Reiche Arbeitstage wechselten mit wuchtigen Massenveranstaltungen, zu denen u. o. der preußische Kultusminister Grimme und Dertreter der örtlichen Behörden erschienen waren. Aus den Referaten und Diskussionsreden klang wiederholt die energische Forderung nach Wahrung der staatsbürgerlichen Rechte der Lehrer. Insbesondere wurde lebhaft gegen die Entlassung von Lehrern aus politischen Gründen protestiert, die in Braunschweig und Thüringen erfolgte. Besonders bemerkenswert ist auch die Forderung des Deutschen Lehreroereins noch Erhaltung und Ausbau der Lehrer-Internotio- nole, die als wichtiges gewerkschaftliches Ziel bezeichnet wurde. Der zum Vorsitzenden einstimmig wiedergewählte Schulrot Wolfs- Berlin sprach in einem seiner Referate von engster Ber- bundenheit mit den erwerbslosen Volksgenossen, mit Kurzarbeitern und Krisenunterstützten. Der Lehrer als Arbeitender wisse um das Sinnlose der Arbeitslosigkeit. In den Referaten wurde die S i m u l t a n sch ul e als Urtype der Bolksschule bezeichnet. Auf deyi breiten Unterbau der Einheit»- schule müsse sich ein disferenziertes Bildungswesen ausbauen. Hoch- schulbildung syr Volksschullehrer sei unbedingt notwendig. Zur Schul- und Beamtenpolitik wurde eine Entschließung an- genommen, in der ein R e i ch s g e s« tz über dos Beamten- recht gesord e r t wurde, ferner der restlose Abbau privater Vor- schulen und die allgemeine Durchführung der achtjährigen Volksschule. Auch gegen eine weitere Gehaltskürzung der Beamtenschaft nah..» der Kongreß Stellung. (Gewerkschaftliches fichc 2. Beilage.) Verantwortlich für Politik: V.r. C«tt(Seqtz; Wirtschaft:®.»liaaelhölcr: Gewertfchaflsb-weguno: I. Si«i»«r: Feuilleton: Dr. Z-d» Schitowrli: Lokales und Sonftiltes: Ari» Rarftäkt;«nuciqcn: Td. Alsdc; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärls-Pcrlaa nt. d. Berlin. Druck: Borwarts-Buchdruckeret und Drrlagsanstalt Paul Linaer u. Co.. Berlin SW 6S, Linkcnftrafc 3. Hier»» 3 Beilogeu nah.Stadtbrtlagr". WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obst, Gemüse u. leidii verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Sotveit d�otfatt (Sfllf£e Jßehensmittel Frisch« Fleisch Rlndcrkamm 0.78 Querrippe....rtunu 0.66 Gehacktes____ p/. Erdbeer, Himboer 130 rtonmure Ei�r Kirsch...... 130 Aprikos-.Orange, Johennisb. 1.10 Pflaumen 90 Pl Gebrannter Kaffee«igen« tissterei Pfund 1.80 2.40 2.80 3.20 BrOt vorgesdir. Gew. V, 0.20 Vi 0.40 Wurstwaren Konserven Hausmach.'SOIze pfd.0.48 Dampfwurst wJrt.Pfd. 0.85 MeftWUrjtl Braun ich w.Art) 0.92 Leberwurst(Hammadi.) 1.08 Schinkenpolnkche 1.08 Kümmelwurst Pfund 1.20 Leberwurst l�puaf»urd 1.30 Holsfelner L'umt'pfTnd 1.30 Teewurst'«in« u. grob« 1.35 Zervelatwurst F.ifd.rm 145 Speck Nn 0.68 0.88 Sdiinkenspeck'�PhlnS 1.38 Gekochter Schinken n.0 g«schn.( o. Schwarte, V« Wd. Nußschinken �w,r!pfd! 1-58 Käse u. Fett Camembert 0.20 Emmenthal.ArtaapS£a 0.60 Harzerkäse ca.i Pfd.inhaif0.32 Holländer"Ä'f'fund 0.72 Steinbusdier voiifaH,p«Fnidii 0.95 PtirSlchei(alif.,ha(b.FrucM 1.18 Aprikosen rFruÄD! 2-75 Kirschen»04. otm« st«in 1.25 Ananas-n zua«.... 1.35 Wein Pralse für Vi Hasch«, ohne Gias Reddes Urquell � Frankfurlar Apf.Iw.ln O.SO Maitrank aus Fnichtw.in... 0.68 1930 Bergzab. Letten. 0.78 1929 Obermoseler/ Bowi. 0.85 Frudilsdiaumwain( 9—, mit St.u.r u. Flascha' e'9ne' 130 1930Liobfrau!nildi gold. Kaps. 0.85 1929 Siefersheimer Martini» barg Nalurgewächs Wirlh 1.00 1928 Plattenar Neuberg »plitz, gar Mosel 1-20 1 929 Tritfenheimer Riesling 1.35 Fein. Kirsdi- u. HimbaorsaH 1.29 Orangeade Hsusmarka... 1,10 Wein vom Fe?; zu billigen Preisen: Johannisbeerwein.. ut« 0.70 Nr. 245* 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 29. Mai 4934 Vom Exerzierhaus zur Markthalle Wo einst Soldaten gedrillt mur- den. gibt's jetzt das Frühgemüse; Spargel, Kohlrabi, Spinat und die ersten Tomaten; die alte Exerzierhalle in der Alten Schützensiraße, von Baumeister Gilly im Jahre 1763 errichtet, hat wieder eine neue Bestimmung gefunden. Die historische Fassade blieb, bis auf einen neuen Verputz, unoerändert, der Innen- raum bietet 15 0 Ständen ein sauberes, geräumiges Quartier; gute Beleuchtungsanlagen, Waschräume und Toiletten sorgen für die nötige Bequemlichkeit und Hygiene, auf einer Empore wurde eine Laut- sprecheranlage eingebaut, die einem Dauerkonzert sowie Ankündigungen dienen soll; ein Erfrischungsraum sorgt für Stärkung und Erholung. Die neue„Alex- Halle" will sich bemühen, dem Publikum nur gute und besonders preiswerte Ware zu oermitteln, wozu sie durch besonders günstige Abschlüsse ihrer Händler mit Lebens- mittelexporteuren in der Lage ist. So werden lebende Hechte mit 50 Pf. das Pfund angeboten, und auch der Eier preis soll alles bisher Dagewesene unterbieten. Die Warenauswahl ist eine überaus reichliche, neben fettschimmernden Bücklingen schimmert Frauenwäsche, ein Stück Exerzierhalle an der Ecke Keibel- und Alte Schützenstraße im Jahre 17 65 Trikotagen, Krawatten, alles gibt es hier. Die Stände sind stabil gebaut, geräumige Durchgänge oerhindern Verkehrsstockungen. Die dichtbeoölkerte Gegend rund um den Alex hat eine neue, billige Einkaufsstätte erhalten. Einmal wöchentlich ist ein weiter hat sich ein Seifen- und Parfümerieladen etabliert, I Nachmittagskonzert erwerbsloser Musiker geplant. Ltngluck beim Torpedo-Einfchießen. Ein Äoot getroffen, zwei Menschen getötet. Eckernförde, 28. Mai. 3n der Eckernförder Lucht ereignete sich heute ein schweres Unglück. Angestellte der Torpedo-versuchsoustalt schassen Torpedos ein. wobei sich ein Torpedo als kreis- und vberflächenläufer erwies. Der Torpedo traf ein Boot, das 1000 Meter abseits lag und in dem sich drei Dersouen befanden. Er durchschlug das Boot und brachte es zum Sinken. Ein älterer Arbeiter aus V o r b y hielt sich an den Planken fest und konnte gerettet werden. Sein Sohn und seine Schwiegertochter, die aus Berlin zu Besuch weilten, wurden mit in die Tiefe gezogen. Ihre Leichen konnten später geborgen werden. Zu dem schweren Unfall ist ergänzend zu melden: Am Doyners- tagmorgen wurde wie gewöhnlich mit dem Einschieben von Tor- pedos durch die Eckernfärder Torpedo-Versuchsanstalt begonnen. hierbei lief ein Torpedo aus dem Kurs, der sich später als söge- nannter Kreis- und Oberflächenläufer erwies und unglücklicherweise direkt auf dos Boot des Fischers Mohr aus Borby bei Eckernförde zusteuerte. Die drei Insassen des Bootes, der alte Fischer Mohr und seine Verwandten, ein junges Ehepaar Mohr aus Berlin, hatten das Torpedo herankommen sehen und auch den Versuch gemacht, den Mast aus dem Boot zu ziehen und diesen beim Näherkommen des Torpedos ins Wasser zu werfen, um sich hieran beim eventuellen Kentern des Bootes festzuhalten. Dieses beabsichtigte Manöver gelang den Insassen aber nicht mehr, da der Torpedo mit großer Schnelligkeit herankam und das Boot beim Treffen sofort zum Kentern brachte. Hierbei stürzten alle drei Insassen ins Wasser. Während es dem alten Fischer gelang, sich an den aus dem Wasser hervorragenden Dootsmaft zu klammern, hatte die jung« Frau an» scheinend vollkommen die Geistesgegenwart verloren, so daß die vorher besprochenen Rettungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden konnten. Der junge Mohr versank beim Versuch, seine Frau zu retten, mit dieser zusammen in den Fluten. Die sofort herbeieilenden Schnellboote der Torpedo-Versuchsanstalt retteten den alten Mohr und konnten bald darauf auch das Ehepaar Mohr bergen. Stunden- lange Wiederbelebungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Der alte Mohr ist zur Zeit noch nicht vernehmungs» fähig. Das Ehepaar weilte seit einigen Tagen in Borby zu Besuch. Oer alie Äeiiler. Die Tragödie eines Rauschgistsüchtigen. '' vor eintgen Tagem brach vor dem Hause Knesebeckstraße 81 in Charlottenburg ein Mann, der den Eindruck eines Fünfzigjährigen machte, besinnungslos zusammen. Man brachte den Hilflosen nach dem Krankenhause, wo er verstarb. Wie die Aerzte feststellten, ist der Tod auf Morphiumvergiftung zurückzuführen. Der Tote war nicht 50 Jahre alt. sondern ein Zgjähriger ehemaliger Apotheker Friedrich P. Sein klägliches Ende enthüllt die Folgen eines ungehemmten Rauschgiftgenusses. P. hatte seine Examina gut bestanden und war tüchtig in seinem Fach. Ehe er dem Gift verfiel, hatte er ständig Beschäftigung in großen Apotheken. Was den Anstoß gegeben hat, daß er dem Mor- phium und Kokain zusprach, weiß man nicht. Er gab sich aber dem Gift so hin, daß er seine Stellungen verlor. Seit vier Jahren sank er mehr und mehr und war zuletzt zu einem jämmerlichen mensch- l i ch e n Wrack geworden. Der früher gut gekleidete Mann, der viel in den Lokalen des Kurfürstendamms verkehrte, bettelte schließlich in alten Militärsachen. Bei Schluß der Geschäfte konnte man ihn am Potsdamer Platz sehen, später, in den Abend- und Nachtstunden, irrte er den Kurfürstendamm entlang. Viele, die ihn in gesunden Tagen gekannt hatten, gaben soviel sie konnten. Es steht fest, daß er fast täglich 40 bis 60 Mark erbettelt hat. Von diesem Gelde ging das meiste für Morphium und Kokain draus. Die Gifte verschaffte er sich teils durch skrupellose Händler, teils auch, indem er Rezepte fälschte. Ihm als früheren Fachmann war es ein Leichtes, die Formulare richtig auszufüllen. An manchen Tagen machte er sich bis zu zehn Injektionen und die Folge davon war, daß sein ausgemergelter Körper sich mit schrecklichen Ge- schwüren bedeckte. Wiederholt wurde P. ausgegriffen. Man brachte ihn in Untersuchungshaft, damit er sich des Giftes entwöhne. Sobald er aber frei war, verfiel er seinem Laster von neuem. Sein Schlaf- quartier hatte P. zuletzt in einer Herberge in der Nähe des Köll- nischen Fischmarktes. Hier spielten ihm die anderen Insassen manchmal übel mit. Sie nahmen ihm das Geld weg, das er er- bettelt hatte. Bei seiner Einlieferung in das Krankenhaus vor einigen Tagen war jede ärztliche Hilfe vergeblich. Der Körper war so von Giften verseucht, daß keine Heilung mehr möglich war. Gewitter in Sicht! Borübergebknde Abkühlung, dann wieder Aufheiterung. Die für den ZNonol Mai ganz ungewöhnlich hohen Temperaturen dürsten mit dem gestrigen Tage aller Voraussicht nach ihren höhe» punkt erreicht haben. Von Westdeutschland zieht nämlich eine breite Gewitterfront nach Vordosten, die unjcr Gebiet gleich- falls überfließen wird. Die voraussichtliche Bewölkung und die mit den Gewittern zu erwartenden Niederschläge werden etwas Abkühlung bringen. Trotzdem ist'-w e i t e r h i n mit sommerlichem Wetter z u rechnen. Da sich dos über fast ganz Europa erstreckende Szoch- druckgebiet seit Mittwoch immer mehr verflocht hat, besteht für die nächsten Tage vermutlich ständige Gewitterneigung. Die Gewitter- front läßt bisher keineswegs den Uebergang zu schlechtem Wetter erkennen: im Gegenteil, die Meteorologen rechnen mit. einer baldigen Aufheiterung. * So hohe Wärmegrade wie in diesem Jahr sind im Mai schon long« nicht mehr gemessen worden. Diese Hundstagshitze, cm aus- gesprochenes Privileg des Monats Juli, ist in den letzten 25 Iahreu nur einmal vor vielen Iahren überboten worden, als in Berlin ebenfalls im Mai 34 Grad Wärme herrschten. Tem- peraturen bis zu 30 Grad kommen alle fünf bis sechs Jahre einmal vor. 32 Grad jedoch, wie das Thermometer gestern wieder in Berlin anzeigte, sind eine seltene Erscheinung. Die Durchschnitts- temperotur für den Mai beträgt 15 bis 16 Grad. die letzten Tage dagegen zeigten ein Mittel von 23 bis 25 Grad, bei einer Mittagstemperatur von 30 bis 32 Grad Wärine. Im Mai 1024 und 1925 herrschte ähnliches hochsommerliches Wetter, die Queck- silbersäule kam über 30 Grad jedoch nicht hinaus. Oie ländliche Siedlung.~ Bauernhäuser am Funkturm Dem ländlichen Siedlungsbau ist auf der Deutschen Bau- ausstellung eine besondere Abteilung gewidmet. Am Funk- türm ist ein S i e d l u n g s d o r f von 15 verschiedenen B a u e r n- undGärtnerstellen entstanden, ein lebendiges Abbild der Bau- leistung in der ländlichen Siedlung, ein Dokument für die großen wirtschaftlichen Ziele, die mit der Hebung des Standards der Bauern- wirtschaften verfolgt werden, in der Vielfalt seines täglichen Lebens zugleich wirksames Bindeglied zwischen Stadt und Land, weil es dem Städter das Getriebe des Dorfes vor Augen führt. Unter Führung des preußischen� Landwirtschaftsministeriums sind von dem Sach- bearbeiter Architekt Regierungsbaumeister a. D. Bruno Ahrcnds und Von 1. 1 LF und F. PETROW Copyright Paul Zsolnay Verlag Berlin-Wien. „Welchen Schmuck?" fragte er mechanisch, zuckte aber gleich zusammen.„Hat man ihn denn nicht damals bei der Hausdurchsuchung requiriert?" „Ich habe den Schmuck in einen Stuhl eingenäht", wieder- holte hartnäckig die Alte. Worobjew sprang auf, sah auf das steinerne Gesicht Klawdia Jwanownas, das vom gelben Schein der Petroleum- lampe beschienen war, und er begann einzusehen, daß sie nicht phantasierte. „Ihre Brillanten!" schrie er und erschrak selbst vor der Wucht seiner Stimme.„In einen Sessel! Wer hat Ihnen das geraten! Warum haben Sie sie nicht mir gegeben?" „Warum hätte ich Ihnen meine Brillanten geben sollen, Ihnen, der Sie das Vermögen meiner Tochter durchgebracht haben?" Gelassen und böse sprach sie das. Worobjew setzte sich und stand gleich wieder auf. Sein Herz pochte laut, hörbar pulsierten die Blutströme durch seinen ganzen Körper. Sein Kopf wirbelte. „Haben Sie sie aber wieder herausgenommen? Sind sie hier?" Die Alte schüttelte verneinend den Kopf.„Es war keine Zeit mehr, das zu tun. Sie erinnern sich, wie plötzlich und unvorbereitet wir flüchten mußten. Sie befinden sich in dem Stuhl, der zwischen der Lampe und dem Kamin stand." „Das ist doch Wahnsinn! Ja, ja, wie sie Ihrer Tochter ähnlich sind!" rief Worobjew wütend aus, es kümmerte ihn nicht mehr, daß er sich im Zimmer einer Sterbenden befand, er rückte geräuschvoll einen Stuhl weg und lief im Zimmer hin und her. Die Alte sah teilnahmslos auf dos Treiben Worobjews. „Bedenken Sie doch! Wer weiß, wo die Stühle hingeraten find! Oder glauben Sie, sie sind ganz still im Zimmer meines Hauses stehengeblieben und warten nur darauf, bis Sie sich jtzhi'- Habschaft holen kommen?," Die Alte sagte nichts. In seinem Aerger rutscht« ihm der Zwicker die Nase hin- unter, die gloldenen Reifen glänzten auf seinen Knien und fielen geräuschvoll zu Boden. „Wie? Brillanten für siebzigtausend Rubel in einen Stuhl hineinstopfen? In einen Stuhl, von dem man nicht weiß, wer darauf sitzen wird..." Hier aber schluchzte Klawdia Jwanowna auf und sank mit dem ganzen Körper auf den Bettrand. Ihr Arm beschrieb einen Halbkreis und suchte Worobjew zu erreichen, fiel aber gleich auf die lilafarbene Steppdecke nieder. Worobjew winselte vor Angst und lief zu der Frau des Agronomen.„Ich glaube, sie stirbt." Die Frau bekreuzigte sich und lief mit ihrem Mann, dem bärtigen Agronomen, in die Wohnung Worobjews. Er selbst aber entfernte sich betäubt und schritt in die Stadtanlagen. Und während das Ehepaar mit seinem Dienstmädchen im Zimmer der Toten Ordnung machte, irrt Worobjew im Park umher— ohne Zwicker— stolperte über die Bänke und hielt die Pärchen, die an diesem Frühlingsabend in Liebe um- fchlungen wie versteinert dasaßen, für Sträucher. In seinem Kopf war ein fürchterlicher Tumult. Zigeuner- musik erklang. Eine Damenkapelle, die Damen mit stark entwickelten Brüsten, spielte unaufhörlich Tangos, er dachte dabei an den Winter in Moskau und an den großen schwarzen Hengst vor seinem Schlitten, der verächtlich nach den Fuß- gängern schielte. Er dachte an damals, an seine entzückenden orangefarbenen Unterhosen, an die Unterwürfigkeit der La- kaien und an alles andere. Die Zigeunermufik verstummte. Worobjew schritt langsam dahin und stolperte plötzlich über den Körper des Sardhändlers Bezentfchuk. Der Meister log in seinem Schafpelz auf dem Parkweg und schlief. Er wachte von dem Stoß auf, nieste und erHobe sich rasch. Worobjew ging an ihm vorbei und versank wieder in seine glänzenden Träume. Bezentfchuk folgte ihm, rechnete sich etwas an den Fingern aus und murmelte wie gewöhnlich vor sich hin. Der Mond war längst verschwunden. Es war winterlich kalt. Auf der Straße„Genosse Gubernsky" kämpfte der Wind mit den Firmentafeln. Bezentfchuk kratzte sich die Brust unter dem Schafpelz.„Soll ich also den Sarg wirklich ohne Stoff und Quasten machen?" In diesem Augenblick hatte Worobjew alles beschlossen, Ich werde fahren, beschloß er, und ich werde sie finden. Und dann wird man schon sehen.— Selbst seine selige Schwieger- mutier schien ihm jetzt in seinen Brillantenträumen ange- nehmer als sie war. Er drehte sich zu Bezentfchuk um:„Der Teufel hol' dich! Einen stoffüberzogenen Sarg! Mit Quasten!" In die Ferne. Eine Stunde vor Abgang des Abendpersonenzuges stand der Priester der Kirche zum heiligen Laurentius, Fedor Wostrikow, ohne den gewohnten Schmuck der langen Haare, in Zivilkleidung, an der Kasse und sah ängstlich nach der Türe. Er fürchtete, daß seine Frau doch noch mitkommen würde, obwohl er es ihr verboten hatte. Und daß ibn Herr Prufis, der am Büfett saß und dem Finanzbeamten Bier einschenkte, erkennen könnte. Voter Fedor blickte befremdet und verlegen auf seine gestreifte Hose Ein Agent der GPIl trat in den Saal, schlichtete irgend- einen Streit und beschäftigte sich damit, verwahrloste Kinder hinauszujagen, die es wagten, in den Wartesaal erster und zweiter Klasse zu dringen, und hier mit hölzernen Löffeln Musik machten. Sie klapperten im Takt:„Einst gab es Ruß- land, ein mächtiges Reich." Das Einsteigen in den Zug, ohne Platzkarten, hatte den gewohnten blutigen Charakter. Gebückt unter der Last der riesigen Säcke liefen die Reisenden von einem Ende des Zuges zum andern. Bater Fedor lief betäubt mit ihnen. Wie die andern sprach er mit dem Schaffner in unterwürfigem Ton, ängstigte sich, wie alle andern, seine Karte könnte nicht die richtige sein, und erst als er im Waggon war, fand er seine gewohnte Ruhe und ward sogar heiter. Die Lokomotive pfiff mit voller Kraft, der Zug setzte sich in Bewegung und trug Vater Fedor in unbekannte Fernen in einer rätselhaften, aber Profit versprechenden Angelegenheit. Am Tage noch dem Begräbnis, das Meister Bezentschuk sorgfältig arrangiert hatte, ging Worobjew in sein Büro und registrierte eigenhändig den Tod Klawdia Jwanownas, neun- undfünfzig Jahre alt, parteilos, wohnhaft in der Stadt N. und gebürtige Adelige aus dem Stargorader Bezirk. Sodann suchte Worobjew um einen vierzehntägigen Urlaub an, bekam 41 /Rubel Vorschuß, verabschiedete sich von seinen Kollegen und ging nach Hause. Unterwegs hielt er sich in einer Apo- theke auf: ...I-i-'Z-'j:. Kortfchuug folflt# J Bluttat im Irrwahn. Mutter und Braut im Auto niedergestochen. Mnf der Ehaussee zwischen Sarow und Ruch spielte sich in den gestrigen späten Zlachmittagsstunden in einer Zluto- d r o s ch k e eine grauenerregende Bluttat ab. Der ZZjährige Schlosser Otto Müller aus der Leinestratze ö in Neukölln, der sich in Begleitung seiner Mutter und seiner Braut aus der Jährt nach der Heilanstalt Buch besand. um dort Aufnahme zu sinden. stach während der Jährt in einem Anfall von Geistesgestörlheil wie wild aus die beiden Iraueu ein. Die ZSjährige Erna Leste aus der Sreuhlgerstratze ist ihren Verletzungen bald darauf erlege«. Die SZjährige Mutter schwebt in Lebensgefahr. Nach der furchtbaren Bluttat unternahm Müller eluen Selbstmord- versuch. Der Schlosser Müller hatte gestern vormittag in Neukölln einen Spezialarzt aufgesucht, um sich über seinen Gesundheitszustand ein» gehend zu vergewisiern. Der Arzt stellte bei M. sichere Anzeichen einer beginnenden Geisteskrankheit fest und empfahl dem Patienten, die Heilanstalt Buch aufzusuchen. Noch gestern wollte der Kranke dem Rat des Arztes folgen, und mit seiner Mutter und seiner Braut bestieg er gegen 17 Uhr an der Ecke Steinmetz- und hermannstraße ein« Autodroschke, um nach Buch hinauszufahren. Einige hundert Meter vor der Einfahrt zum Anstaltsgebäude wurde der Chauffeur plötzlich auf gellende Hilferufe im Innern des wagen« aufmerksam. Er brachte seinen Wagen sofort zum Halten. Fast Im gleichen Augenblick wurde die Tür aufgerissen, und das funge Mädchen stürzte- blutüberströmt auf die Chaussee. Müller lief mit gezücktem Messer hinterher und stach weiter aus die Unglückliche ein. Der Chauffeur ergriff seine Wagenkurbel, um den Täter nieder- zuschlagen. Inzwischen war der Anfall des Irren jedoch vorüber, und als er sah, was er angerichtet haste, st letz er sich das Messer mehrmals in den Leib. Die Mutter des Kranken lag leblos im Auto, auch sie hatte schwere Stichverletzungen iu die Brust und den Rücken erhalten. Mit Hilfe vorbeikommender Automobilisten wurden die Per- letzten in das Bucher Kindergenesungsheim gebracht, wo Erna Leske bald nach der Aufnahme starb. Das Befinden der Muster des Täters gibt zu Befürchtungen Anlatz. Müller, desien Verletzungen nicht lebensgefährlicher Natur sind, wurde noch gestern abend als Polizeigefangener in die Irrenabtellung des Staatskrankenhauses in der Scharnhorftstratze gebracht. Kluchi in den Tod. Siadidirekior erschießt sich vor der Verhandlung. Nürnberg. 2S. Mai. 1 Der Direktor des städtischen Laudwirtschaftsamls Dr. Eckert, der heule gemeinsam mit drei Untergebenen wegen Vergehens der Untreue uud des Betruges in mehreren Jälleu vor dem Gericht erscheinen sollte, hat sich unmittelbar vor dem Beginn der verhand- lang durch eiuen Schuh getötet. Direktor Eckert wurde zum Vorwurf gemacht, daß er als leiten» der Beamter sich bei Holzeinkäufen und dem Inkasso unrecht- mätztge Vorteile zugeschanzt habe. Auch bei Bestellungen von Kraftwagen soll er ähnliche Delikte begangen haben. Im Zu- sammenhang mit dieser Sache waren auch zwei Teilhaber einer Autofirina mitangeklagt. Der Selbstmord des Hauptangeklagten hatte zur Folge, daß die Verhandlung nun auf unbestimmte Zell vertagt werden mußte. ftwen Mkarbettern Bauten errichtet worden, die in der Grundritz» gestgltmig und in der Baukonstruktion wertvolle Anregungen für Landwirt und Baufachmann bieten. Die Problem«, vor die die ländliche Siedlung heute gestellt ist, im-besondere die Aufgabe gegen- über den vergangenen Iahren mit vermindertem Aufwand eine ver- mehrte Stellenzahl— etwa 10000 im Jahr— zu schaffen, kann nur unter Einsatz aller Kräfte und nur pann gelöst werden, wenn der technische Bau/ ortschritt de r Stadt in geeigneter Form onf das Land.übertragen und so der Verbilligung der Bauten nutzbar gemacht wird. Das Sicdlungsdorf am Funkturm ist der erste Versuch in dieser Richtung ein Versuch, der in allem be> wüßt nichts absolut Fertiges gibt, son dern nur Anregungen, die von Landeskullurverwaltung, Sjedlungstr sgern vertieft, ausgebaut und in die Praxis umgesetzt werden sollen. Erleichtert wird die Aus» Wertung der Ausstellung dadurch weilden, daß sie— übrigens die einzige Abteilung, bei der dies geschieht— fünf Jahre lang zu weiteren Ausstellungs- und technischen Versuchszwecken in Deutsch- land stehen bleibt. �_ Mchigespenst- Weiberschreck. Em Wiedersehen und eine Verteidigungsrede. Ianoschka, das„Nachtgespwist". gab gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Charlottenburg fein zwei- tes Gastspiel. Die dreieinhalb Jahre Gefängnis, vom selben Ge- richt ihm vor einigen Monaten für seine gespenstischen Nachtbesuche zudiktiert, will er noch gelten lasten. Er hatte die zahlreichen Ein- bräche freiwillig eingestanden. Daß er aber bei seinen nächtlichen Besuchen auch schlafenden Frauen Gewalt angetan hätte— das be- streitet er mit aller Entschiedenheit. Und doch: bevor er seine gespenstische Tätigkeit begann, blieben die Frauen unbehelligt: und als er verhastet war, störte sie niemand mehr aus dem Schlaf. Zwölf solcher Fälle waren der Polizei bekanntgeworden, viel mehr sollen es gewesen sein. Bier davon wurden dem Nachtgespenst zur Last gelegt. Von drei Anklagen sprach ihn das Gericht in voriger Verhandlung frei, eine blieb übrig und wurde vertagt. Gestern stand sie zur Erörterung. Am 26. März o. I. erwachte Fräulein R. von einem Lichtschein, sie hörte eine drohende Sttmme, rief um Hilfe, der Mann drohte, ihr mit dem Messer den Bauch aufzuschlitzen, drohte auch den ersten zu erschießen, der sich auf ihre Hilferufe melden würde. Hinterher entwickelte sich ein verhältnismäßig freundschaftliches Gespräch. Der Mann berlinert«, wußte Bescheid in den Räumlichkeiten, bat sie, nur ja keinen Lärm zu schlagen, reparierte sogar das Schloß an ihrer Tür, und bei dieser Gelegenheit prägte sie sich beim Lichtschein seiner Blendlaterne sein Profil ein. Sie fiagte ihn auch, ob er nicht das„Nachtgespenst' sei; er blieb die Antwort schuldig und empfahl sich mit einem 5)ändedruck und«wem„Aus Wredersehen'. Worauf Fräulein K. allerdings meinte:„lieber nicht'. Fräulein K. suchte am nächsten Morgen eine Aerzttn auf. sie konnte sich von dem nächt- lichen Schreck nicht erholen. Auf dem Polizeipräsidium erkannte sie eine Woche später unter den vorgelegten Photographien Ja» noschka, und als man ihn ihr durch da« Guckloch der Lazarett- tür zeigte— das Nachtgespenst hatte sich unterdes bei seiner letzten verhängnisvollen Flucht das Bein gebrochen-—. erkannte sie in chm den nächtlichen Kavalier und— fiel in Ohnmacht. Ianoschka verteidigte sich ruhig und voll Würde. Ich war wohl das Nachtgespenst, aber nicht ein Weiberschreck, erklärte er. Meine Stellung zur Frau macht für mich jede Gewallanwendung unmöglich. Das Weib ist noch die einzige Illusion, die ich mir bewahrt habe. Sie war für mich stets etwas Unantastbares. Nicht daß ich etwa eine gesunde und appetitlich« Frau verschmäht hätte, einen"Kampf mtt körperlichen Mitteln einer Frau gegenüber kann ich mir nicht vorstellen. Niewand, der mich kennt, würde m-r nne ähnliche Tat zutrauen. Und wie wäre es möglich, daß ich, alückllcher Bräutigam und Aesthet, mich wahllos an Fünfzig» und Sechzig» jährige vergriffen hätte, wie das von mir behauptet wird. Bei meinen nächtlichen Besuchen waren die Frauen mir stets gleichgültig, es handelte sich für mich dabei nur um die Sachen. Ganz unwahrscheinlich ist es auch, daß ich nicht imstande gewesen sein sollte, den Widerstand zu brechen. Mit jedem Zenti- meter meiner Brust stemme ich ein Pfund, meine Brustweit« beträgt 110 Zentimeter. In zwanzig Minuten wäre ich unweigerlich»um Erfolg gekommen. Ungefähr so verteidigte sich das Nachtgespen't Ianoschka. Er kämpfte um seine Ehre. Das Gericht konnte ihm zwar keine Ehrenerklärung abgeben, es sprach ihn aber wegen Mangel» an Beweisen frei. Der Staatsanwalt hatte unter Einbeziehung der alten Strafe von 3H Iahren Gefängnis eine Strafe von 5 Iahren Zuchthaus, zehn Iahren Ehroerlust und Stellimg unter Polizeiaufsicht beantragt... Berliner weibliche Polizei. Zreundinneo und Helferinnen der gefährdeten Jugend. Erst seit wenigen Iahren, seit 1926, gibt es in Preußen die Einrichtung der weiblichen Polizei, wie sie im Aus- lande schon lange bekannt und bewährt ist. Auch heute ist das Beamlinnenheer der preußischen Polizei noch sehr bescheiden, insgesamt sind es 106, die sich auf eine Reihe von Großstädten verteilen. Berlin hat 3S weibliche Kri- minalbeamte unter der Leitung einer Kriminalrätin. der ein- zigen ihres Titels und Amtes in ganz Preußen. Die Inspektion G im Berliner Polizeipräsidium mit ihrem drei selbständigen Dienst- stellen umsaht die Tätigkeit der Berliner weiblichen Polizei, deren Dienstaufgaben aus einem besonders schwierigen Felde der Krimi- »alistik liegen. Die Anwärterin für die weibliche Polizei muß als Vorbedingung für ihre berufliche Eignung die staatliche An- erkennung als Wohlfahrtspslegerin nachweisen. 5)ierdurch wird bereits ihre Tätigkeit auf ein besonderes Gebiet verwiesen, und die weibliche Gefährdetenpolizei bietet ein Neuzeit- liches und außerordentlich fruchtbringendes Betätigungsfeld für die Frau. Die Hauptaufgabe der Gefährdetenpolizei ist weniger krimina- listische als vorbeugende Schutzarbeit an Jugend- lichen, wobei gegenüber der reinen Fürsorgebetreuung immer der polizeiliche Charakter gewahrt bleiben muß. Denn die Beamtin wird auf die Straße geschickt, um dort mit eigener Beobachtungs- gäbe und Erfahrung Kinder und Jugendliche ausfindig zu machen, die in Gefahr stehen, zu verwahrlosen und im Strudel der Groß- stadt zu versinken. Die Durchführung einer solchen Pionierarbeit fetzt voraus, daß sie unauffällig betrieben wird. Die weib- lichen Polizeibeamten, die immer zu zweit ihren Dienst versehen, sind deshalb nicht uniformiert und nicht ein- mal bewaffnet. Es gehört nicht selten großer Mut und Ent- schlossenheit dazu, um sich in den Konflikten mit den Helfershelfern der anf der Straße aufgegriffenen Jugendlichen zu behaupten. Die polizeiliche Gefährdetenfürsorge in der Großstadt ist ein ernstes Kapitel von ernster Arbeit und Aufopferung, sie steht noch w ihrer Anfaugseritwicklung und kann erst dann zu einer wirk- .Au«»chnei6en! Aufheben! Sonderzug nach Leipzig am Sonntag, dem 31. Mai, zur Eröffnung des Parteitages, Abfahrt ab Anhalter BahnhoffBahniteig A.Gleis 1) 6,56 Uhr. Umiautdi der Gatsdieine gegen Fahrkarten erfolgt Sonntag ab 6,15 Uhr vor der Bahnsteigsperre. Ankunft In Leipzig 9,36 Uhr. Antreten zur Demonstratton in Leipzig 13 Uhr in der Richard-Wagner-Straße gegenüber dem Leigziger Hauptbahnhof, hinter dem Transparent„Berlin"(4rer Reihen). Nach der Kundgebung auf dem Messeplatz erfolgt geschlossener Rückmarsch(8 er Reihen) zum „Volkshaus' zur Eröffnungsfeier. Rückfahrt ab Leipzig Hauptbahnhof 21,06 Uhr. Ankunft Berlin Anhalter Bahnhof 23,50 Uhr. samen Schutzeinrichtung für die abgleitenden Teile der Großstadt- jugend ausgebaut werden, wenn genügend und geeignete Kräfte in der weiblichen Polizei zur Verfügung stehen. StaaisgesahrlicheAnflchispostkarien. Die Faschistenkontrolle überwacht alles. Eine junge Belgierin, Fräulein M. G r a u d m» u l i n, hat dieser Tage, auf der Reise von Nizza nach Leysin am Genfer See, italienisches Gebiet durchreist und dabei eine kranke Freundin in S t r e s a im Regina-Palace-Hotel besucht. Sie schrieb dort einige Ansichtspostkarten und gab sie dem Portier, um sie auf die Post zu geben. An sich wird das Schreiben von Ansichtspostkarten von feiten der Touristen nicht als Gefährdung des italienischen Staate» angesehen, aber diese Sache hatte doch einen besonderen staatsgeföhrlichen Haken. Eine der Karten war nämlich an Frau Antonia N i t t i in Paris, eine andere an Dr. Giuseppe Nitti in Buenos Aires gerichtet. Der Staat erbebt also iu seinen Grundfesten. Der Portier fragt das junge Mädchen, ob es eine Aufenthaltsbewilligung besitze. Es hat keine und braucht keine, da es nur 18 Stunden in Italien zu verweilen gedenkt. Und damit verläßt Fräulein Grandmoulin das Hotel, um spazieren zu gehen. Aber was kann in achtzehn Stunden nicht einem so zart veranlagten Staate wie dem faschistischen zustoßen! Als die Dame ins Hotel zurückkommt, hört sie gerade noch, wie der Portier den Worttaut der gefährlichen Karten telephonisch weitergibt. Als sie sich dann zur Abfahrt auf der Station Strefa befindet, sieht sie zwei Schwarzhemden in Uniform, die ihrem Gepäckträger das Abtell anweisen, in das sie steigen soll. Bei der Paßrevision wird ihr Paß einbehalten. In Domodossola wird ihr Gepäck und der Inhalt ihrer Handtasche genau durchsucht, dann führt man sie allein in ein Coupäe und läßt sie durch eine Frau körperlich durchsuchen. Alle Kleidungsstücke, auch das Hemd. werden ihr abgenommen und den Leuten der faschistischen Miliz, die vor der Tür warten, einzeln zur Besichtigung gegeben. Diese unwürdig« Schnüffelei dauert natürlich ziemlich lange und ist ohne jedes Ergebnis. Nachher entschuldigt sich der Polizei- kommisiär, der dabei sein mußte, bei der Dame. Die sagt ihm ruhig: „An so etwas bin ich gewohnt: unser Land ist zweiundfünfzig Monate von fremden Truppen besetzt gewesen.' Wer bei seinen Reisen nicht Kriegserinnerungen aufzufrischen wünscht, tut besser, italienischen Boden zu meiden. Iunfers-Großflugzeug in Berlin. Die Iunkers-Mafchine D 2000(G 33), das größte Landflugzeug Europas, ist auf dem Tempelhofer Feld eingetroffen und bleibt» bis zum 2. Juni in Berlin. Während dieser Zell läßt die Lufthansa in die Maschine eine elektrische Küche einbauen. Am 2. Juni tritt das Flugzeug einen größeren Ueberlandflug über samt» liche Großstädte Deutschlands an und wird am IS. Juni endgültig in den Flugverkehr der Lufthansa eingestellt werden. O 2000 ist für die Strecke Berlin— London vorgesehen. Zwei Jahre Gefängnis für die„weise Arau". Das Landgericht III verurteilte gestern in dem Abtreibung?- prozeß, über den der.Vorwärts' gestern berichtete, die„weise Frau' W. wegen vollendeter Abtreibung in zwei Fällen zu z w e i Jahren Gesängnis und Verlust der bü�zerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre, den Drechslermeister N. wegen Beihllfe an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu 20 0 0 M. und die 2Sjährige H. wegen Abtreibung zu zwei Wochen Ge- f ä n g n i s. Die Mutter der verstorbenen 16jährigen Grete K. wurde freigesprochen. Frau W. wurde in Hast genommen. Not der Jugend. Ein Vormittag beim Berliner Jugendrichter. Das Jugendgericht, das jetzt umgezogen Ist und in der Stralauer Straße 4 4 tagt, hat einen kleinen, aber freund- lichen Sitzungssaal. Ruft der Gerichtsbeamte die Namen der An- geklagten in den Korridor, treten die Jungen?(es werden prozen- tual sehr viel mehr Jungen als Mädel straffällig) mit nachlässigen Bewegungen in den Raum. Sie stehen nicht selten mit Händen in den Hosentaschen vor dem Jugendrichter, der ihnen nicht etwa einen Bortrag hält über die„Würde des hohen Gerichts' und ihrem Be- nehmen, das dazu im Gegensatz steht, sondern er wirkt indirekt aus sie. Im Laufe der Verhandlung verändert sich die Haltung der An- geklagten, und zum Schluß sind gewöhnlich sogar die Hände aus den Hosentaschen. Es ist ein guter Jugendrichter, der mit ihnen spricht, und ein kluger Justizbeamter, der im Straßenanzug, ohne Talar, als Staatsanwalt amtiert, unterstützt ihn in dem Versuch, die Jugend- lichen so zu beeinflussen, daß dem einen Delikt keine anderen folgen. Da kommt zunächst ein Neunzehnjähriger, er ist sehr breitschultrig, etwas gedrungen. Der Anzug sitzt ihm knapp, und man glaubt es ihm gern, daß er Expanter gezogen hat. Mutter und Bruder sind als Zeugen erschienen.„Nein, mein Sohn ist kein Spitzbube,' ruft die Mutter ungefragt dazwischen. Und das glaubt man ihr gern. wenn auch die Taten, die zur Verhandlung stehen, nicht gerade harmlos sind. Aber es kam, wie es bei soviel brachliegender Kraft kommen mußte. Hans hatte keine Arbeit, zu Hause war das Gell> knapp, er wollte sich nicht auch noch Vätern auf die Tasche legen, so rückte er aus. Di« Anzeigen, die zur Verhandlung stehen, beginnen mit der Entführung eines Meerschweinchens und enden mit dem Diebstahl zweier Motorräder. Dieser kraftstrotzende Bengel will immer nur aus Versehen so danebengehauen haben. Und wie er alles so erzählt, entwickelt er einen Sinn für Humor, der alle versöhnlich für ihn stimmt. Man hat das Vertrauen zu ihm, daß er jegliche Arbeit zur vollkommenen Zufriedenheit aus- führen würde. Ja, daß er mit an ihn gestellten Anforderung herauswachsen würde aus dem spielerisch vertanen Leben. Fink er aber nach der Verbüßung seiner Strafe von 5 Monaten kei seine Kräfte voll beanspruchende Arbeit, wird diese Kraft weiter i Unproduktive umsqlagen. Nach ihm kommt ein großer schmaler Junge. Er sieht se blaß aus und seine Augen blicken trüb, so wie bei Menschen, l niemals liebevoll gepflegt worden sind. Es ist von ihm nur bekam daß er von einer F ü r j o r g e a n st a l t in die andere kam. Freu lose Jugend, nun ist er bald 20 Jahre dabei geworden. Er h einen unbändigen Drang nach Freiheit und wollte einmal direkt d Kampf mit dem Leben aufnehmen, im Erwerbsleben stehen, nü dauernd unter Aufsicht. Er mag sich die Durchführung dieses Pia: etwas zu leicht vorgestellt haben, jedenfalls begegnete er den Vo Haltungen seiner Erzieher mit schroffer Ablehnung, wurde ai sälsig. ja. so widerborstig, daß diese nichts mehr mtt chm anz fangen wußten. Sie führten ihn dem Anstallsarzt vor. Und d erachtet die Zerrüttung des Nervensystems als so fortgeschritte daß er Unterbringung in Buch anordnet. Die Eindrücke in d Heilanstatt sind aber für diesen Jugendlichen so entsetzlich, daß ihm die Idee sich festsetzt: komme, was kommen mag. nur nü wieder nach hier zurück. Es dauert nicht lange, und er bekomi Urlaub von Buch, Urlaub für einen kurzen Ausgang. Er keh aber nicht wieder zurück. Er weih in seiner Herzensangst nicht w hin. denn er glaubt, wohin er sich auch wendet, man wird il wieder nach Buch transportieren. Seine Mittel sind bald, nur i bald erschöpft. Woher mehr nehmen. Er verübt einen Einbrm einen schweren, heißt es in der Urteilsbegründung. Aber die U tellsbegründung wird auch einen Satz enthalten: wir können d Unterbringung in einer Hell- und Pflegeanstatt in diesem Falle nü für zweckmäßig erachten... Irrlichter übei Das nächtliche Berlin Es ist Jtadst. Die grohen westlichen Thealer und Kinopoläste speien ihre Alcnlchenwogen in den Slrom der Menge. Ueber den blankgefahrenen Asphalt gleiten rassige Limousonen. Männer mit schimmernden Perlen in den Smokingbrüsten. Zrauen in weihen, kosigen Pelzen... Aus den Türen der Bars und Ballhäuser dringen trunkene Iazzsynkopen und Tangoakkordc... Westliches Schlepperlokal. Das ist der glanzüberblendete Kurfür st endomm. Das ist die lichtübersäte Tauentzienstrahe. Aber da gibt es Neben- straßen, in denen die Pracht ganz plötzlich, jäh und unvermittelt, ein Ende hat. Da gibt es neben einem exklusiven Luxuskästchen, in dem der Frack und Modelle von der Place Vendome dominieren, eine Bierkneipe, die ein Ableger jenes Kellers in der Jägerstratze ist, in dem sich jahrzehntelang die Schlepper und Nepper der Friedrich- stadt Stelldichein gaben. Es gibt in diesem— übrigens gutbürgerlich anmutenden Lokal— ein Morsezeichen— einige bestimmte TaktemitdemBier-oderSchnapsglasaufdas Theken- metall—, mit dem sich der hinzukommende Gast den feudalen Slammtischlcrn gegenüber zu legitimieren hat, daß er„zünftig" ist, ein Morsezeichen, das seltsamerweise das gleiche ist wie das in einem der verrufensten Lokale in der Rückerstraße. Von diesem durchaus unauffälligen, soliden Lokal, das den Eindruck einer besseren Ehauffeurstampe macht, schwirren die Nachtschattenexistenzen, Falsch- spieler, Zuhälter und Zutreiber, Schlepper und Nepper über den spiegelnden Asphalt, in die jzalls der großen Hotels, in die bom- bastischen Cafes und in die Bahnhöfe. Es ist Nacht. Vor den Telephonzellen im Bahnhof Zoo steht eine Anzahl Menschen, die der Zufall hier zusammengeweht hat. Sie alle wollen telephonieren und warten, bis eine Zelle frei wird. Behäbige Spießer sind das, die, soeben in dem„Sündenbabel" ongekommen, sich bei den beglückten Verwandten um diese späte Stunde anmelden wollen, junge Mädchen, die stundenlang unter der Normaluhr auf den Liebsten gewartet haben und nun nachforschen wollen, ob„da was nicht stimmt". Studenten nach Kneiptouren, Arbeitslose, die mit lahmen Schwingen durch die illuminierte Nacht geflattert sind und hier durch nächtliche Bestellgänge einige Pfennige zu verdienen hoffen, ein paar Mädels vom Chor, ausrangierte Bar- frauen mit wundgeschminkten Lippen und kleiner herausgeputzte „Sammernutten", die Anschluß— in des Wortes zwiefacher Be- deutung!— suchen. Alle haben es scheinbar furchtbar eilig. Und zuweilen wird die Tür einer Telephonzelle von einem Ungeduldigen aufgerissen. Schimpfwort fliegen. Na ja, man kennt dasl Homunkulus und die Anolphabeien. Plötzlich aber begibt sich etwas Seltsames. Inmitten der War- tenden vor den Telephonzellen haben sich einige Herren gruppiert, die mit größter Heftigkeit diskutieren. Zuerst denkt man natürlich: Politik! Denn diese im nächllichen Bahnhof entstandene Debatte mutet trotz der geflüsterten Wort«, wegen der aufgewühlten Gesichter wie eine Verschwörung an. Schließlich aber weiß man nicht recht, vb man mit einer Träne über eine derartige Weltvergessenheit lachen oder sich mit einem Schaudern von solch raffinierten, ausgeklügelten Anfchleppungsmanövern abwenden soll. Der Wortführer der einen Gruppe, ein klapperdürrer, übertrieben eleganter Mann mit wächsernem Gesicht und übersinnlichen Augen doziert scheinbar über Graphologie. Und diesen Gentleman kennt man. Er ist in feinen Kreisen unter dem Spitznahmen„H o m u n c u l u s" bekannt. „Ihr seid alle Analphabeten", erklärt er,„ihr setzt Buchstaben an Buchstaben und glaubt, daß ihr schreiben könnt. Ihr entziffert Sätze der unleserlichsten Schrift und glaubt, daß ihr lesen könnt..." Einige von den Wartenden sind hinzugetreten, haben scheinbar ganz die zu erledigenden Telephonate vergessen. Da tritt Homun- culus auf einen behäbigen Herrn zu, den ein ordentlicher Schreck in die Glieder fährt:„Ja, mein Herr, auch Sie sind Analphabet! Auch Sie können den„Habgier-Schnörkel" nicht vom„Ehebruch- Bogen" unterscheiden!" Der dicke Herr mit der Brillantnadel in der Krawatte, der nun weiß, daß da» ganze Interesse sich ihm zu- wendet, stottert etwas von..... noch nicht das Vergnügen gehabt", ..... in welcher Eigenschaft?" und„... eigentlich schnell tele- phonieren!" Aber Homunculus läßt sein vermeintliches Opfer nun nicht mehr los.„Kommen Sie mit in den Berliner„A st r a l- club". Heute abend findet der letzte„Graphologische Zirkel" mit einem Experimentalvortrag einer weltberühmten Grapho-Charaktero- login statt! Kommen Sie mit", und da er sieht, daß der andere noch nicht entschlossen ist. senkt sich die Stimme Homunculus' zum Flüstern. Man weiß genau, was das bedeutet. Das bedeutet:„In unserem Astralclub sind natürlich auch schöne Frauenl Und Sekt gibt es schon für..." Man kennt das alles zu genau, um sich noch über da» Raffineinent des Eliteschleppers zu wundern. Einer der debattierenden Herren, die während des Dialoges merkwürdig ruhig waren, tippt Herrn Homunculus auf die Schulter. Der hat es plötzlich furchtbar eilig. Nur wenige Minuten noch, und er hätte sein Opfer„schlachtreif" gehabt. Aber leider— zwei Zlvilbeamte der Bahnhofspolizei nähern sich der Gruppe, die sich plötzlich aufgelöst hat und zerstoben ist. Nun wollen wieder alle telephonieren, nun hat man es wieder eilig. Der Asphaltspuk ist vorbeigeirrlichtert. Herrn Homunculus aber begegnet man wenig später in dem eingangs beschriebenen Lokal der Edel- schlepper, wo er seinen Aergcr mit einigen Kognaks hinunterspült... Die Insel der Seligen. In der C l s ä s s e r Straße befindet sich eine Bierschwemme, in der nachts sich die Anreißer und Schlepper einer ver» schollenen, ausgestorbenen Lebewelt, die aufgeschwemmten Dirnen mit Rüschen und Schleischcn, Pleureusen und' Fransen, die älteren Herren mit dem steifen Halsgelenk, zerhackter Backe und Monokel treffen Man nennt dies Lokal in eingeweihten Kreisen die„Insel der Seligen", weil hier die Restbestände einer versunkenen Epoche, die die neu» Zeit zum alten Eisen geworfen hat, vor ihren Mollen hocken. Alle, die hier aus der Strecke geblieben sind, diese erimitier- tcn großen Kokotten, diese halbseidenen Damen mit der üppigen Linienführung der Körperkonturen, diese„ewigen Studenten", die „Jrafens" und„Doktas", deren faulige, moderduftende Irrlichter schon halb erloschen durch schlechtbeleuchtete Seitenstraßen schwirren, haben so etwas wie einen ijalt. Es ist der„gute Geist der Lebewelt", ein steinaltes, kleines Männchen, der früher einmal der größte An- reißer der Friedrichstraße gewesen ist. Dieser Alte war Nachtportier in fast ollen großen Lokalen und Ballhäusern des Vorkrkegs-Berlin. Cr ist es. um dessen„Stamnrtisch von Damen ohne Herrenbegleitung". der ihm treu blieb und zu dem die begehrtesten Klassehuren gehörten. sich die Unternehmer rissen, er ist es, der ungeahnte Macht über verschuldete Kavaliere hatte, denen er immer wieder au» der Klemme half. Dieser alte Maua gibt mir die Adresse eines kleinen Tanj- ' dem Asphalt ernährt seinen Mann cafcs am Oranienburger Tor, zwischen dessen Tischen und angebauter Cocktailstube allnächtlich ein Gruselspuk in Szene gesetzt werden soll, wie er gespenstischer nicht gedacht werden kann. Der „Eintänzer vom Leichenschauhaus" tanzt in diesem Cafe einen Oanse inacabre. Oer Eintänzer vom Leichenschauhaus. Schon die Plakate vor dem Eingang zum Cafe, auf denen nörd- liche Mokkabacchantinnen„Stimmung und Humor" verheißen, lassen darauf schließen, daß hier einige prozentuale Animiermädchen spär- licher Reize auf Kundschaft warten. Wie überrascht ist man aber, als man feststellt, daß hier das penetrante Moderparfüm, mit dem die anderen Vergnügungsstätten der Gegend geschwängert sind, einem biederen Mief gewichen ist, daß hier angejahrte Jungfrauen mit kokett gekleideten Weekendbräuten konkurrieren... In der Cocktail- stube geht es allerdings mondäner zu als vorn im Cafe. Hier gibt es„Blaue Stunden", in denen die kleinen Verkäuferinnen sich als große Damen in den Armen jugendlicher Liebhaber träumen. Durch den Vorhang dringen gedämpft die Akkorde der Kapelle und die schmachtenden Songs des Refrainsängers. Da sitzt in einem Sessel ein seltsames Lebewesen. Ein abgezehrter Mann mit einer hautbespannten Totenkopfglatze, mit knöchernen Händen. Sein Ge- sicht ist von einer durchsichtigen, geisterhaften Blässe. Eines der Servierfräuleins kommt nach hinten und geht zu dem Gespenstischen. „Mein Prinz", sagt sie mit komischer Drolerie,„mein Prinz, Sie werden jewunschen!" Da erhebt sich das lebende Skelett und geht nach vorn. Da wird getanzt. Er macht vor einer rundlichen Dame eine schlenkerig« Bressarwerbeugung und tanzt mit ihr. Man sieht es der kleinen Bürgersfrau förmlich an, wie sie schwelgt, um diesen grauenerregenden Nervenkitzel, mit diesem prinzlichen Totentänzer zu tanzen, voll auszukosten. Fast möchte man zu diesem seltsamen Tanz sagen: Der Tod und das Mädchen! Aber da schweigt die Musik. Und der Eintänzer bekommt ein Geldstück. „Das ist der Eintänzer vom Leichenschauhaus!" wird man vom Mixer belehrt. Und ehe einem noch der brutale Sinn der Blasphemie klar wird, weiß man plötzlich: wenige Schritte entfernt liegt das Leichenschauhaus, die„Morgue".„Seinen Namen kennt keiner", fährt der Mixer fort,„er ist ein Unbekannter, ein Fremder!" Der Eintänzer vom Leichenschauhaus erhebt sich und geht. Da folgt man ihm. Folgt diesem Irrlicht, das über den Asphalt schwirrt. Aber plötzlich wird man von einer heftigen Angst überfallen, Angst vor diesem Flirt mit der Tragik. Dann läßt man sich von den trübe plätschernden Menschenwogen in hellere Gefilde spülen... Lichibildsammlung im planeiarium. Das Planetarium am Zoo besitzt bekanntlich eine reich- haltige Auswahl von durchleuchteten Glasbildern, die vor den Vor- führungen zu besichtigen sind. Für Laien besonders anziehend und leicht verständlich sind erfahrungsgemäß die Mond bilde r. Da finden wir Darstellungen der Lichtgestalten des Mondes für jeden Tag seines monatlichen Umlaufs um die Erde. Wir sehen die hellen und dunklen Gebiete, die Berge und Krater nach den Abbildungen aus dem berühmten Pariser Mondatlas und nach Aufnahme r der Derkes-Sternwarte in Chikago mit dem größten Lichtrefraktor der Weit. Den Glanzpunkt der Sammlung bilden die Gipfelleistungen der photographischen Himmelstechnit mit dem märchenhaften Hookerspiegel des Mt.-Wilson-Observatoriums, die von so vollendeter Güte und Schärfe ist. daß Sachverständige sie allen Ernstes für Zufallstreffer erklärt haben. Im Planetarium hat man Gelegen- heit, Dinge, wie den Bau der Kraterwände, die„Rillen" genannt Risse der Mondoberfläche, die hellen Strahlen usw..in aller Ruhe zu betrachten. IVJahre Reichsverband der Verwaltungsakademie« Auf seiner Maitagung in Dresden kann der Reichsverkwtd Deutscher Verwaltungs-Akademien unter der Leitung von Staats- minister a. D. Professor Dr. Apelt, Leipzig, und Regierungsrat P i e t s ch, Berlin, aus eine zehnjährige erfolgreiche Tätigkeit für das deutsche Berufsbeamtentum zurückblicken. Zur Zeit bestehen, in engster Verbindung mit den Universitäten, in Deutschland 24 Ver- waltungs-Akademien mit zahlreichen Zweiganstalten, deren Studien- leiter Hochschullehrer sind. Ueber 240 000 Beamte haben die Semesterlehrgänge und Fachwochen der Akademien besucht und hier eine bisher nicht gebotene Gelegenheit gehabt, ihre beruflichen und allgemeinen Kenntnisse zu vertiefen und so ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Im Zeitalter der Verwalwngsresorm sind die Ver- waltungs-Akademien immer mehr eine Staatsnotwendigkeit ge- worden und aus dem Kulturleben des deutschen Beamtentums nicht mehr fortzudenken. Ha!-Eier im Aquarium. Im Berliner Aauarium haben die Katzenhaie wie» der eine Anzahl Eier an die zu diesem Zwecke ins Wasser versenkten Aeste gelegt. Die Eier sind in einem besonderen Becken Nr. 21 ausgestellt und stellen vierzipfliae, etwa 6 Zentimeter lange, mit rankenförmigen Anhängseln versehene Kapseln dar. Diese Haie bewohnen die europäischen Küsten, werden ungefähr 1 Meter lang und sind ausgesprochene Grundfische, die kleinere Fische, Krebse und Weichtiere verzehren, die sie namentlich durch den Geruchssinn aus- findig machen. Im Gegensatz zu den sogenannten Knochenfischen, zu denen unsere meisten Speisefische gehören, laichen die Haie und rochen nicht, sondern sie setzen nach vorausgegangener innerer Be- fruchtung einzelne große Eier ab oder bringen die Jungen, die zum Teil mit her Mutter in innerer Verbindung stehen, lebendig zur Welt. Wenn auch einzelne Haie Großtiersresser sind, also auch dem Menschen gefährlich werden können, so gibt es doch auch viele Arten, die kaum als Räuber zu bezeichnen sind, und manche werden nicht viel über% Meter lang. Gerade die allergrößten, z. B. der Riesen- Hai, leben nur von ganz kleinen Meerestieren, die sie durch eigenartige Kiemenreusen herausseihen. Die Berliner Mullab fuhrgesellschast ladet ihre Aktionäre zur ordentlichen Generalversammlung am Dienstag, dem 9. Juni. 11 Uhr, im Bürgerfaal des Rathauses(Eingang Königstrahe)«In. Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, welche ihre Aktien spätestens am dritten Werk- tage vor dem Tage der Generalversammlung(den Tag der Hinter- legung und der Versammlung nicht mitgerechnet), also bis spätestens Donnerstag, den 4. Juni d I., bei folgenden Stellen hinterlegt haben: bei der Gesellschaft, Berlin L 2, Burgstr. 1. Haupttasse, parterre rechts, von 9 bis IS Uhr, Sonnabends bis 12 Uhr. oder der Berliner Stadtbant, Berlin C 2, Mühlendamm 1, Effektenkosse, von 9 bis IS Uhr, Sonnabends bis 13 Uhr. keine Ausdehnung de, Fernsprech- Schnellverkehrs. Die durch verschiedene Zeitungen gegangene Nachricht, daß die Deutsch« Reiä�post zur Zeit plane, den Fernsprech-Schnelloerkehr auf größer« Entfernungen auszudehnen, ist nicht zutreffend. Da» Volksbildungsamk Charloktenkmrg veranstaltet ab Montag. dem 8. Juni 1931, im herrlichen Naturtheater im Vo-lkspark I u n g s e r n h e i d e Märchenspiele. Als erstes Stück wird das Märchenspiel„Rumpelstilzchen" ausgeführt. Die künstlerische Leitung liegt in Händen des Theaterdirektors Otto Kirchner. Zur Mitwirkung sind erste Berliner Thsaterkräfte verpflichtet. Gespielt wird werktäglich um 10 Uhr vormittags, Mittwochs und Sonnadends auch um 17.30 Uhr(ö.30 Uhr nachmittags). Der Eintritt beträgt für Kinder und Erwachsene 0,2S M. Die Eintrittskarten berechtigen zum einmaligen Eintritt in eine beliebige Vorstellung. Bei schlechtem Wetter wird nicht gespielt. Karten: Im Dolksbikdungsamt Charlotten- bürg, Rathaus, Zimmer 310, in der Stadwücherei, Evsonderstr. 1, und deren Zweigstellen in sämtlichen Charlottenburger Schulen im Restaurant Henke im Volkspark Jungfernheide und an der Theaterkasse. Das Vezirksaml Berlin-Wilmersdorf gibt bekannt, daß die Steuerkossen des Bezirks in Hauszinssteuer-Stun» dungsangelegenheiten der Mieter besonder« Sprechzeiten festgesetzt haben. Die Sprechstunden finden statt am Dienstag., Donnerstag und Sonnabeno jeder Woche von 8)4 bis 13 Uhr. Diese Einrichtung, die sich in einigen anderen Bezirken bereits bestens bewährt hat, ist lediglich im Interesse des Publi- kum s geschaffen worden, damit die Beamten sich mehr wie bisher der Erledigung der in großen Mengen vorliegenden Stundung!- antrage widmen können Das Publikum wird dringend gebeten, die Sprechstunden nur in wirklich begründeten und eiligen Fällen aufzusuchen. Der übrige Verkehr in den Steuerkassen erfährt keiner- lei Einschränkung. Reichsbanner spielk Relchswehr-Stück. Im Rahmen einer Kundgebung des Iungbanners Tiergarten spielt der Reichs» banner-Spieltrupp am Freitag, dem 29. Mai, 19)4 Uhr, im großen Saal des Film- und Lichtbildamts, Levetzowstr. 3, Alfred Herzogs„Krach um Leutnant Blumen thal" unter Mit- Wirkung des Autors und seiner Gattin. Eintritt 40 Pf. Karten sind an der Abendkasse zu haben. voutsedfenS» erfolgreichste Zigarreefuhrlk empfiehlt: 5000 Arbeiter and Angestellte konzentrieren ihre Fachkenntnisse anl Individuelle Herstellung von Zigarren! Darauf beruht die L&W-Qnalitit. LOESER & WOLFF alt der gröfiten F&brik&tionsert&lbrang Berliner Feriensonderzüge 1931 Die Reichsbcchrrdirektion Berlin gibt die endgültigen Ver- kehrstage und Zlbfahrtzeite« der in diesem Jahre von Berlin verkehrenden Feriensonderzüge sowie die Bestimmungen für die Bestellung der Fahrkarten bekannt. Bei Benutzung der Feriensonderzüge genießen die Reisenden eine Fahrpreisermäßigung von 20 Proz. für Hin- und Rückfahrt. Es werden nur Rückfahrkarten mit einer G e l t u n g s- dauer von zwei Monaten ausgegeben. Die Ermäßigung von 29 Proz. wird durchgehend auch für die Fahrkarten gewährt, die über den Zielbahnhof oder einen Unterwegsbahnhof des Sonder- zuges hinaus(für Anschlußstrecken) ausgegeben werden. Auf den Anschlußstrecken und auf der Rückfahrt können alle fahrplanmäßigen Personenzüge benutzt werden. Bei Benutzung von zuschlagspslichtigen Zügen ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Fahrtunterbrechung ist im Sonderzug nicht gestattet. Auf der Rückfahrt ist drei- malige Fahrtunterbrechung innerhalb der Gellungsdauer zugelassen. Bestimmte Plätze werden in den Feriensonderzügen nicht zugewiesen. Jedem Reisenden wird aber dadurch ein Sitzplatz gesichert, daß ihm bei Abholung der Fahrkarten eine Anweisung für ein bestimmtes Abteil im Sonderzug ausgehändigt wird. Die Fahrkarten können im Interesse einer reibungslosen Abwicklung des Verkaufs nur schriftlich unter Verwendung der besonders hierfür vorgesehenen Bestellkarten mit Rückantwort be- stellt werden, die bei sämtlichen Fahrkortenausgaben des Bezirks von Ende Mai an kostenlos abgegeben werden. Die Bestellkorten sind durch die Post an die in den amtlichen Aushängen und im Uebersichtsheft bei jedem Sonderzuge angegebene Fahrkartenausgabe frühe st ens zum 8. Juni(Montag) einzusenden. Die Feriensonderzüge verkehren von Berlin an folgenden Togen(Fahrpreise sind nur für einige Ver- bindungen angegeben): Nach Rayern: Roch München: Am 30. Juni, am 1., 2., 3., 4., 11., 18. und 25. Juli, am 15. und 16. August. Die So>ü>erzüge fahren an allen Togen um 17 Uhr, am 25. Juli auch um 16.15 Uhr, vom Anhalter Bahnhof über Halle— Nürnberg. Die von München ins Gebirge fahrenden Frühzüge werden erreicht. Die Fohrkarte nach München kostet 42 M.. Die hinter München gelegenen Zielorte sind in Wahl- karten zusammengefaßt. Außer den Zügen nach München werden noch folgende Feriensonderzüge ohne Berührung von München ge� fahren und zwar: Nach passau— Berchtesgaden: Üeber Regensburg— Mühldorf am 1., 2. und 11. Juli sowie am 15. August. Fahrkarten nach Regensburg, Plattling, Passau, Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Salzburg.— Roch Oberstdors Lindau: Am 2. und 4. Juli. Fahrkarten noch Augsburg, Füssen, Pfornten-Steinach, Oberswusen, Lindau Stadt, Oberstdorf.— Räch Garmisch-Partenkirchen: Am 1., 3. und 11. Juli sowie am 15. August. Fahrkarten nach Augsburg, Murnau, Garmisch-Partenkirchen. Mittenwald, Griefen(Obb.), Oberammergau. Für die Rückfahrt der Feriensonderzugreiscnden von Oberbayern nach Berlin werden zuschlagfreie Rücksonderzüg«, die beschleunigt durchgeführt werden, am 26. Juli, am 1., 2., 9. und 16. August gefahren. München ab 10.10 Uhr, Berlin an 23.03 Uhr. Nach der Ostsee: Roch Misdroy— Köslin: Von Charlottenburg am 2., 4. und 5. Juli, vom Stettiner Bahnhos am 2., 3., 4. und 11. Juli. Abfahrt der Sonderzüge ab Charlottenburg um 10.25 Uhr, vom Stettiner Bahnhof um 10.35 Uhr. Fahrkorten werden ausgegeben nach Horst, Rewahl, Deep, Kolberg 17.40 M� Henkenhagen, Timmenhagen, Alt- Banzin, Gudenhagen, Köslm 19.60 M., Misdroy 15.20 M., Dievenany Heidebrink.— Roch Swinemünde— Carls ha gen— Trassenheide: Don Charlottenburg am 2., 3. und 4. Juli(Abfahrt 9.35 Uhr), vom Stettincr Bahnhof am 2., 4. und 11. Juli(Mfahrt 9.05 Uhr). Fahr- karten werden ausgegeben nach Swinemünde 13,70 M., Ahlbeck. Heringsdorf, Bansin 14,60 M., Ueckerritz, Kölpinsee, Koserow, Zempin, Zinnowitz 15,70 M., Carlshagen— Trassenheide.— Räch Saßaih— putbus: Von Charlottenburg am 3. Juli(Abfahrt 10.25 Uhr), vom Stettiner Bahnhof an, 2. Juli(Abfahrt 11.25 Uhr) und 3. Juli (Abfahrt 10.10 Uhr). Fahrkarten werden ausgegeben nach Greifs- wald, Lubmin, Stralsund, Zingst, Prerow, Hiddensee, Bergen, Putbus, Lauterbach, Sagard, Saßnitz 18,50 M., Bin,; 20,70 M., Sellin, Baabe, Göhren.— Roch Warnemünde: Am 1. Juli um 14.50 Uhr, am 2. Juli um 11 Uhr vom Stettiner Bahnhof. Fahrkarten nach Warnemünde 14,60 M., Bad Doberan, Heiligendamm, Brunshauptcn, Ostseebad Arendsee, Kröpelin, Ribnitz, Rövershagen.— Räch Lauenburg(Pom.): Am.2. und 3. Juli vom Stettiner Bahnhof 10.25 Uhr. Fahrkarten nach Kolberg, Köslin, Henkenhagen, Timmsn- Hägen, Güdcnhagen, Alt-Banzin, Rügenwalde, Stolpmünde, Ostsee- bad Leba. Nach der Nordsee: Räch Homburg— Westerland: Am 1., 2. und 4. Juli. Abfahrt Lehrter Bahnhof um 7.02 Uhr. Es werden außer nach Hamburg (18,60 M.) durchgehende Fahrkarten ausgegeben nach Büfum, Hufum und noch den nordfriesischen Bädern Wyk(Föhr), Amrum. Wester- land(Sylt), Wenningstedt(Sylt), Kampen(Sylt).— Räch Bremen— Rorddeich: Am 1., 2. und 4. Juli, Abfahrt Lehrter Bahnhof um 22.28 Uhr. Fahrkarten nach Bremen 21,80 M., Wilhelmshaven- Rüstringen, Emden, Norddeich. Außerdem durchgehende Fahrkarten nach den ostfriesischen Inseln: Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Norderney, Spiekeroog, Wangerooge. Nach dem Schwarzwald: Am 1., 4., 11. und 25. Juli, am 15. August. Die Sonderzüge am 25. Juli und am 15. August_t>erkehren vom Anhalter Bahnhos. Abfahrt 14.59 Uhr, die übrigen Sonderzüge vom Potsdamer Bahn- Hof. Abfahrt 13.24 Uhr. Fohrkarten werden ausgegeben u. a. nach Heidelberg, 40,40 M., Mannheim, Karlsruhe Wildbod, Freiburg (Breisgau), Triberg, Titisee, Basel, Konstanz. Nach den Taunus- und Nahebödern: Am 2. Juli Abfahrt Berlin Potsdamer Bahnhof 21.38 Uhr. Fahrkarten nach Gießen 32 M., Bad Nauheim, Bad Homburg. Wiesbaden 37,60 M., Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein 40 M. Nach Württemberg: Am 1., 5. und 11. Juli, Abfahrt Berlin Anhalter Bahnhof 14.59 Uhr. Fahrkarten nach Heilbronn, Stuttgart 42 M.. Ulm, Freudenstadt, nach Friedrichshafen 51,70 M. Nach dem Sauerland und nach dem Rheinland: Am 1. und 2. Juli, am 15. August. Abfahrt vom Potsdamer Bahnhof um 19.22 Uhr. Fahrkarten u. a. nach Brilon Wald, Arns- berg, Hagen, Schwerte, Wuppertal�Zlberfeld, Wuppertal-Barmen, Düsseldorf, Köln und über Köln hinaus nach Bonn und nach Trier. Nach der Sächsischen Schweiz: Am 2. Juli Abfahrt Anhalter Bahnhof um 11.40 Uhr. Fahr- karten werden ausgegeben noch Obervogelgesang, Pötscha-Wehlen, Rathen. Königstein, Bad Schandau 14,20 M., Kipsdorf. Nach Thüringen: Räch Schwarzburg. Sihendorf am 2. Juli. Abfahrt AnHolter Bahnhof 11.25 Uhr. Fahrkarten werden ausgegeben nach Bad Köfen, Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg, Schworzburg. Sitzendorf 20 M. Räch Eisenach am 3. und 4. Juli. Abfahrt Anhalter Bahnhof 11.25 Uhr. Fahrkarten nach Naumburg, Bad Käsen, Bad Sulza, Gotha, Weimar, Elsenach 20, 80. Ä., Ilmenau, Oberhäf, Friedrich- roda, Tambach-Dietharz. Nach dem Harz: Räch Goslar und Thale am 2. und 4. Juli. Abfahrt Potsdamer Bahnhos 9.05 Uhr. Fahrkarten nach Quedlinburg, Thale, Alexis- bad, Blankenburg 15,20 M., Elbingerode, Rübeland, Tanne, Wernigerode, Jlfenburg, Bad Harzburg, Goslar 16 M., Schierke 18,90 St. Clend. Drei Ann« Höh«, B-uneckensteia, Sorge, Brav» läge 19,80 M. Räch Seesen /Quedlinburg am 2. Juli. Abfahrt Bahnhof Friedrichstraße 7.21 Uhr. Fahrkarten nach Berga-Kelbra, Nord» Haufen. Ilfeld, Walkenried, Bad Sachsa, Scharzfeld, Herzberg, Osterode, Gittefelde Seesen, Ballenstedt Ost oder West, Gernrode, Bad Suderodc, Quedlinburg, Braunlage 20,20 M., Alexisbad. Nach Schlesien: Räch dem Zser- und Riesengebirge am 1., 2., 3., 4. und 11. Juli. am 15. August. Abfahrt Görlitzer Bihnhos 11.38 Uhr, am 2. Juli auch 9.02 Uhr, am 4. Juli nur 9.02 Uhr. Fahrkarten nach Hirsch- berg, Bad Flinsberg, Wigandstal-Bad Schwarzbach, Warmbrunn, Hermsdorf, Petersdorf, Oberfchreiberhau 20,20 M.. Krummhübel 21,60 M., Schmiede berg. Außerdem am 4. Juli Sonderzug vom Bahnhof Friedrichftraße 10.15 Uhr. Räch dem Glaßer Gebirge am 2. Juli. Abfahrt Bahnhof Friedrichstroße 10.15 Uhr. Fahrkarten nach Glatz, Ajltheid«, Reinerz, Kudowa-Sackisch 26,60 M.. Londeck, Seitenberg Langenau Bad, Ebersdors, Miltelwalde 26,60 M. Nach Ostpreußen: Räch Znsterburg über Marienburg am 30. Juni, 1., 2.. 3., 4., 5., 7., 11., 18., 25. Juli und 15. Slugust. Abfahrt Bahnhof Friedrich- straße 16.35 bzw. 20.38 Uhr. Räch Znsterburg über Deutsch-Cylau am 4., 6., 8. und 12. Juli, am 16. August. Abfahrt vom Bahnhof Friedrichstroße 20.38 Uhr. Für die Fahrkarten nach Ostpreußen wird ein« Fahrpreis- «rmäßigung von 40 Proz. gewährt. Zu den Sonderzügen über Marsenburg werden Fahrkarten ausgegeben nach Marienburg, Elbing, Braunsberg, Königsberg 29,30 M., Infterburg, Cranz und Warnicken, zu den Zügen über Deutsch-Eylau nach Deutsch-Eylau, Osterode, Allenstein, Rothfließ, Korschen, Infterburg 33,50 M. * Die amtlichen Bekanntmachungen über die Feriensonderzüge, die die weiteren Fahrpläne und Fahrpreis« sowie die Richtlinien für die schriftliche Bestellung und die weiteren allgemeinen B.'- stimmungen üb«r den Feriensonderzuguerkehr«nthallen, werden auf sämtlichen Bahnhöfen ausgehängt. Uebersichtshefte mit sämtlichen Angaben werden bei den Fahrkartenausgaben in Berlin, ferner in Brandenburg, Fürstenwalde an der Spree, Luckenwalde und Potsdam für 20 Pf. abgegeben. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, dem 28. Mai. 1. Rennen, l. Törin(Hiller), 2. Feldwebel, 3. Sergeant. Total 47: 10. Platz: 26, lg: 10. Ferner lieicn: Parzenländer, llnfug. 2. Rennen. 1. LebenStünltler(Kreuz), 2. Mantegna, 8. Tarnich ild. _ Uesen: ipiegeh Majefto. Toto: 44:10, Platz: 14, 13:10. Ferner Heimatliebe, Till Eulen- 3. Renne». 1. Narengo(Zehmischl. S. Kavallerist, 1 Rero. Toto: 15:10. Platz: 11,13:10. Ferner lief: Oltade. 4. Rennen, l. Lärche i Kreuz), 2. Orenburg, 3. Fran«»eo. Toto: 3S: 10. Platz: 18, 14: 10. Ferner liefen- Rosenquarz. Conkurent, Lebnöberr. 5. Rennen, l. RoSmarin(Krabsch), 2. Mißgriff, 3. Jmprefffonist. Toto: 25:10. Platz: ll. 14:10. Ferner lies: Grauwacke. 6. Rennen. 1. Groll(O Schmidt), 2. Edeltnabe, 3. GermatiicuZ. Toto: 24: 10. Platz: 12, 20, 13: 10. Ferner liefen: Fandem, Braut. Süßkirsche, Göttersage. 7. Rennen. 1. Kamerad(Sasdik), 2. RomoS, 8. Berenicc. Toto: 63:10. Platz: 22, 29, 20:10. Ferner liefen: Aftoria, Bussard, Will- komm, Attachs, Boro Budar, Jrrigoheu. I ... Aau»frau lein und dich Zeit b-ben! Mutz nicht die chauskrou sich den lieben langen Ta» in der Wirtqchast auälen? 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Kopf'/, Ds. 1.50 Brechspargel stark..'/, Ds. 1.78 Spargelkäpfe grün. l/iDs.1.60 Himbeermark...... Vj Ds. 1-85 Reineclauden Ds. 0.95 Apfelmus, extra.... Ds. 0.80 Sauerkirschen m. St.»/, Ds. 0.55 Aprikosen»/j Frucht»/, Ds. 0.95 Steinpilze......... Vi Ds. ILO OBST UND GEMUSE DELIKATESSEN Zitronen......... an Dtz. 0.44 Bananen...... an 2 Pfd. 0.78 Stachelbeeren. grüne Pfd. 0.22 Rhabarber........ 5 Pfd. 0.20 Ananas.......... an Pfd. 0.95 Spargel.......... an Pfd. 0.03 Jg. Kohlrabi....... Mdl. 0.38 Bohnen............. Pfd. 0.32 Spinat............ 5 Pfd. 0.20 Radieschen....... 5 Bd. 0.10 Kopfsalat........ an Kopf 0.05 Gurken>........ an Stück 0,35 Blumenkohl..... an Kopf 0.50 Tomaten......... an Pfd. 0.40 Kartoffeln........ 5 Pfd. 0.58 Olsardinen...... 5 Dosen 0.95 Franz. Olsardinen____ Ds. 0.48 Olsardinen.... Vi Clubds. 0.68 Hbg. Näschereien.... D$. 0.60 MakrelenflletLOel...Ds. 0.85 Gabelbissen........ Ds. 0.85 Filethappen i. Rem..... Ds. 0.90 Sardellen.......... 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Porzug-kreditierung, und durch nackte Gewalt züsammengehalten werden— ohne Maschinen müßten sie früher oder später doch wieder zerfallen. Mit.Trotzki zu sprechen: Tausend zusammen- gebundene Kähne sind noch kein Ozeandampfer. Der erste Sturm würde sie vernichten. Damit ist die erste, die direkte Aufgabe der Traktorenfabriken bestimmt. Die zweit« ist nicht weniger wichtig. Seit dem Beginn dieses Monats widmet die russische Presse besonders der Stalingrader Traktorenfabrik sehr viel Aufmerksamkeit. Mit Recht.„Diese Fabrik ist unsere erste Fabrik siir Massenproduktion mit komplizierten Maschinen, die erste Fabrik von amerikanischem Typus und Maßstab. Ffjr werden Dutzende und doun Hunderte Betriebe gleicher Art folgen. Bor uns steht in ganzer Größe die Aufgabe, uns die Organisierung und Technik der Massenproduktion anzu- eignen. Die Stalingrader Fabrik ist unsere erste Lehrerin, an ihr haben nicht allein die neuen riesigen Autotraktorenfabriken zu lernen, sondern auch die vielen hundert anderen Betriebe der gleichen Art in anderen Industrien.� Die StaCmgrader Traktorenfabrik ist zum Prüfstein für die neue Technik, die neuen produktionsmelhoden, für die neue Sowjeliudustrie geworden. In dem guten, kürzlich erschienenen Buch H. R. Knickerb okers „Der rote Handel droht" wird die Stalingrader Fabrik in einem eigenen Kapitel beschrieben. Der Direktor der Fabrik entwickelte dem Amerikaner den Produktionsplan: je 5000 Traktoren im Oktober, November und Dezember 1930, je 8000 im Ichsuar, Februar und März 1931, je 10 000 im April, Mai und Juni, und im Juli, August und September die volle Leistungsfähigkeit, je 12 500 Traktoren im Monat. Ossinfkij hielt diesen Plan zwar für unerfüllbar, aber er sprach doch die Hoffnung aus, die Produktion bereits im November 1930 auf 1000 bringen zu können, um sie dann sehr rasch weiter zu steigern. � Weder der erste noch der schon beträchtlich herabgesetzte zweite Plan wurde erfüllt. Es kam zur Aufstellung eines dritten, noch- mals reduzierten Planes. Statt der ursprünglich gc- forderten 10 000 Traktoren sollten im April wenigstens 2 2 55 erzeugt werden. Erzeugt wurden ganze 8 0 6. Was die russische presse, im besonderen die„prawda", seit dem S. Mai. da sie die..Stalingrader Schande- Tag für Tag brandmarkt. 'vn Materiol bringt, erlaubt, an einem typischen Fall~ die Balschewiki hoben ihn selbst für typisch erklärt einige,, der Hauptschwierigkeiken des Fünfjahrplans zu erfassen.•'■ Stalin gab kürzlich die Parole aus:„Wir müssen die Technik erlernen", ein Gegenstück zu der Porole Lenins zu Anfang der Nep:„Wir müssen Kausleute werden." Das jüngste Dekret über die Konsumgenossenschaften hat gezeigt, daß die Bolschewiki nicht gerade Musterkausleute geworden sind, doch das Erlernen des Handelns war ein Kinderspiel gegen die neue Aufgabe, das Erlernen' der Technik. „Das laufende Bond steht viel öfter als daß es läuft, in 24 Stunden etwa acht Stunden. Bald stockt die Zufuhr von Details, bald wird Ausschuß angeliefert, bald bringt irgend etwas anderes das Band zum Stehen, stets neue, gar nicht erryartete Ursachen, die sich immer erst dann zeigen, wenn es schon zu spät ist, etwas dagegen zu tun. Dabei steht der Betrieb fast ohne Vorräte da, ohne Reservedrehbänke,-Werkzeuge,-präger usw. In den technischen Konferenzen jeden Tag das gleiche Rätselroten: Was wird uns der nächste Tag bescheren?— und in der Tat bringt jeder Tag neue, unerwartete Ueberraschungen." Die einzelnen Ab- teilungen mühten, um das laufende Band wirklich lausen zu lassen, auf das genaueste aufeinander abgestimmt sein. Aber es fehlt selbst der Ansatz zu einer Planmäßigkeit innerhalb des Betriebes, von der stockenden und unregelmäßigen Rohstoffversorgung von außen schon ganz abgesehen. ,Vn der Fabrik kann niemand sagen, wieviele Traktoren am nächsten Tag erzeugt werden." Selbst wenn alle Maschinen von selbst liesen, würde die klägliche Betriebstechnik, sie allein schon, den Produk. tionseffekt außerordentlich senken müssen. Ohne betriebstechnisches Wissen, ohne betriebsrechnische Erfahrung der Produk- tionsleiter wäre auch die beste Schulung der Ingenieure, die höchste Qualifikation der Arbeiter nicht imstande, die Planerfüllung zu sichern. Di« paar amerikanischen Spezialisten der Fabrik sind nicht imstande, dos gutzumachen, was die russischen„Spezialisten" verderben. „Von den 1039 Ingenieuren und Technikern der Fabrik ge- hören 263 der Kommunistischen. Partei und 88 dem kommunistischen Jugendoerband an. Die absolute Ergebenheit der Hauptmasse der Ingenieure und Techniker unterliegt keinem Zweifel." So schreibt die„Prawda" selbst, man wird also die Ursachen des Mißerfolges nicht in der Schädlingsarbeil der Intelligenz zu suchen haben. Allerdings fährt die Zeitung fort:„Doch fehlt leider f a st allen genügende technische Erfahrung, genügende Per- trautheit mit der amerikanischen Technik, dos Nerftändnis für den komplizierten Produktionsprozeß im ganzen." Schon jetzt zeigt sich, welch ungeheures Hindernis der Mangel an wirklich geschulten Tech- nikern und Ingenieuren ist. Das Problem der Kaders, um dieses jetzt immer öfter gehörte russische Schlagwort zu gebrauchen, ist f a st unlösbar. Was Rußland an Technikern und Ingenieuren be- sitzt, reicht auch nicht annähernd aus für die wachsende Industrie. Im Jahre 1931 benötigt die Industrie 100 000 neue höchst qualifi- zierte Kräfte. Sämtliche Hochschulen geben nicht mehr als 30 0001 Der Bedarf an mittlerem technischen Personal beträgt 300 000— alle technischen Schulen geben bestenfalls 100 000. Dabei ist die Ausbildung schon auf das allernotdürftigste beschränkt worden. Wenn schon die früher geschulten alleren Techniker und Ingenieure, die in Stalingrod arbeiten, nur derart Klägliches leisten, wie wird erst die Arbeit der neuen Absolventen der„Schnellsieder- tnrse" aussehen? Für die neuen 518 Großbetriebe, die in diesem Jahre in Betrieb genommen werden sollen, werden 900 000 qualifizierte Arbeiter benötigt. Die Schulen können diesen Bedarf nur zu 14 Prozent decken. Die moderne Großindustrie ohne qualifizierte Arbesterl Von den Arbeitern der Stalingrader Fabrik sind 60 Prozent zwischen 17 und 24 Jahre alt. 5224 Arbeiter arbeiten noch nicht einmal ein halbes Jahr im Betrieb, das sind 45 Prozent der Belegschaft. Bier Fünftel sind erst' im letzten Jahr überhaupt in die Fabrik gekommen.'Es wäre ein Wunder, wenn diese jungen Arbeiter den an sie gestellten Anforderungen entsprechen könnten. Die Arbeiter sind jung nicht bloß an Jahren. Auch die alleren unter ihnen sind junge Proletarier, Menschen, die aus dem Dorf kommen, fremd dem Leben in der Fabrik, ungewohnt, genaue Arbeit zu leisten. Selbst wxnn sie alle den besten Willen hätten, könnten sie nicht leisten, was von ihnen verlangt wird. Aber weil sie es nicht leisten und der Plan erfüllt werden muß„um jeden Preis", werden an sie immer höhere Anforderungen gestellt. Noch dem.Besuch.Ordjchöyifidsee in Stasingrad erschien ein Erlaß des Obersten DolksV�tlchafisrates, der die Direktion oer- pflichiet.„sofort'ulle. Maßnahmen, zu ergrelsev, um die Arbelksdisziplin zu heben, den Arbeitstag zu verdichten und den normalen Gang der Pro- duttion zu sichern". Die Arbeitsdisziplin heben— das heißt, noch mehr aus den dazu unfähigen Arbeitern herausholen, den Arbeits- tag verdichten— das heißt die Antreiberei noch steigern. Es genügt zu sagen, daß in diesem Erlaß angeordnet wird, daß augenblicklich an Stelle der Füns-Tage-Woche die Sechs- Tage-Woche einzuführen ist. Ein Federstrich und die Arbeitszeit wird gan,; empfindlich verlängert! Was von den Arbestern verlangt wird, übersteigt ihre Kraft. Wer allerdings glauben würde, die Arbeiter würden gegen die un- erträgliche Belastung durch den Betriebsrat oder die Gewerkschaft Einspruch erheben, der würde datttit nur zeigen, daß«ein Opfer der Phrasen von der A r b e i t erd e m o k r at i e geworden ist. Es gehört zu der Eigenart dieses„Arbeiterrates", daß die Arbeiter den Kampf gegen die Herren der Fabriken mir indirekt, heimlich, nur ma stiert führen können. Die „Prawda" schreibt:„Nicht selten wird einem gesagt, daß oll« Ar- beiter im Stalingrader Betrieb den Stoßbrigaden angehören. In Wirklichkeit schwänzen nicht wenige Stoßbrigadler die Arbeit, ruinieren die Drehbänke usw. Eine eben vorgenommene Prüfung hat gezeigt, daß es Hunderte von Pfeudo-Stotzbrigadlern gibt." Was oeranlahte denn diese Hunderte von Arbestern, sich in die Stoßbrigaden einzureihen? Taten sie dos aus Begeisterung für den Fünfjahresplan? Wie verträgt sich die Begeisterung mst dem„Schwänzen"? Das Rätsel löst sich ganz einfach: Stoß- brigadler bekommen etwas mehr zu essen, mehr Kleider, Schuhe. Hemden als die„einfachen" Arbeiter. Unfähig, direkt Forderungen zu erheben und durchzusetzen, sind Hunderte von Arbeitern gezwungen, zu„betrügen". Der„Betrug" ist ein Mittel, den Lohn zu erhöhen, den Lohn für eine maßlos anstrengende, un- gewohnte Arbeit, ein Stück-. Kampf gegen die Ausbeulung durch den Slaats- kapilalismus. ein Stück Klassenkampf. Was ist das„Schwänzen" anderes als ein barbarisches Mittel, sich die notwendige Freizeit zur Wiederherstellung der Muskelkraft zu schaffen? Wenn das Pfeudo-Stoßbrigadlertum den Anteil des Arbeiters an feinem Produkt durch„Betrug" vergrößert, ja verlangsamt dos zwar die Akkumulation, aber es schädigt nicht den Produktions» apparat wie eine zweite Form indirekten Klassenkampfes, die in der letzten Zeit immer häufiger wird.„Die Stoßbrigadler ruinieren die Drehbänke." Sie tun es mit Absicht! Am 23. Februar b. I. schrieb„Sa Jndustrialisaziju" folgendes:„In der Rostower land- wirtschaftlichen Maschinenfabrik kommen Fälle vor, daß Arbeiter bewußt und mit Abficht Maschinen zerstören." Aus der Stalingrader Traktorenfabrik berichtet die„Prawda" am 12. Mai: „Den Arbeitern fehlt die elementarste Arbeitsdisziplin. Es ist soweit gekommen, daß einige Arbeiter in der ersten Abteilung der mechanischen Werkstöste die Schraubenschlüssel oer- stecken. Sie bringen die Produktion künstlich zum Stillstand. indem sie sich auf den Mangel an Werkzeugen ausreden. Am 6. Mai wurden zum Beispiel dort 16 Schlüssel ausgegeben. Am 8. Mai waren nur noch fünf vorhanden, und am 9. Mai gar keiner mehr." Und in Sperrschrift fügt sie hinzu:„Der Arbeiter kann sein Werkzeug noch Wunsch verstecken oder mit nach Hause nehmen." Also nicht bloß einige, sondern sämtliche Arbeiter sind sobotagcverdöchtig. Ohne Streikrecht, ohne wirkliche Gewerkschaft, politisch an Händen und Füßen gefesselt, führen die Arbeiter einen barbarischen Kleinkrieg gegen ihre Herren. Stalingrad heißt auf Deutsch„die Stolinstodt". Stalin bedeutet etwa„der Stählerne". Doch selbst der stählernste Wille kann nicht die Entwicklung einer modernen Industrie, ganz zu schweigen von einer sozialistischen Industrie, dort erzwingen, wo dazu die ökonomischen und kulturellen Voraussetzungen fehlen. Zusätzliche Reichsbahnaustrage. Verhandlungen über ein Arbeitsbeschaffungsprogramm. Zwischen der Reichsregierung und der Verwaltung der Deut- scheu Reichsbahn-Gesellschaft sind zur Zeit Verhandlungen im Gange, die auf die Vergebung zusätzlicher Aufträge der Reichs- bahn an die Wirtschaft abzielen. Bei diesen zusätzlichen Aufträgen handelt es sich um Bestellungen, die außerhalb des normalen Befchaffungsprogrammes der Reichsbahn liegen. Obwohl über die Art und den Umfang dieser Rcichsbahnauf- träge noch keine Einzelheiten festgelegt sind, verlautet bereits, daß es sich in erster Linie um Aufträge für den Oberbau, also um Schienen, Schwellen und Schottersteinbestellungen handeln wird. Der Wert dieser Aufträge einschließlich der Löhne für die Montage- und Einbouarbeiten soll sich auf 180 M i l l i ö neu bis' 20 0 Millionen Mark belaufen. Von diesem Pro- gramm würde danach in erster Linie die G r o ß e i se n i n difft r i e profitieren, die unter den Drosselnngsmaßnahmen der Reichsbahn auch besonders schwer zu leiden hatte. So waren in den letzten Monaten die Obcrbauaufträge der Reichsbahn bei der Eisenindustrie bis auf 20000 Tonnen je Monat gekürzt worden und hatte damit einen T i e f st a n d erreicht, wie er in diesem Jahr- hundert noch nicht festzustellen war. Die größten Schwierigkeiten dürfte bei der Regelung dieses Programms die Finanzierung bereiten, über die gleichfalls noch keine näheren Einzelheiten festliegen. Soviel dürste aber sicher sein, daß die Finanzierung vom Reiche s e l b st in die Wege geleitet wird. Verstärkter Güterverkehr bei der Reichsbahn. Die von der Deutschen Reichsbahn gestellte Güterwagen- menge, die in der Woche vom 3. zum 9. Mai sich je Arbeitstag von 111600 auf 115200 Wagen erhöht hatte, hat in der letzten Be- richtswoche vom 10. zum 16. Mai sich weiter auf 121600 Wagen je Arbeitstag gesteigert. Wenn auch bei der gegenwärtigen Saisonbelebung ein Zuwachs des Güterverkehrs der Reichsbahn bei dem vorhandenen Berkehrstiefitand keine besonderen Hoffnungen aus eine Belebung der Wirtschaft erwecken kann, so ist doch bemerkenswert, daß in den letzten 3 Wochen die von der Reichs- bahn gestellten Wagenmengen um 9 Prozent angewachsen sind, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur eine ganz geringe Erhöhung von 2,6 Prozent festzustellen war. Diese an sich erfreuliche Frachtensteigerung kann jedoch nur vor- übergehender Natur sein und man wird erst die Entwicklung der folgenden Wochen abwarten müssen, um aus der Entwicklung des Güterverkehrs, der von jeher«in gutes Kulturbarometer darstellte, weitere Schlüsse auf die wirtschaflliche Entwicklung zu ziehen. 'Ü/ONE tragen S a/am an der- Schuh e In der ganzen Weld WONEN schätzen die duohtöt Passform und Preis Würdigkeit SALAMANDER ' Ein Interview Gtegerwalds. Die Politik des europäische» Liuoleumtrnstee, der unter deutscher Fuhrung steht, hat zur Folge gehabt, daß die deutschen Verbraucher unter rigorosester Ausnutzung der Monopol- Herrschast die Zeche für fehlgeschlagen« Millionenspekulationen dieses Riesenunternehmens zu zahlen hatte. Diese Fehl- spekulationen des Linoleumtrustes bestanden in dem Auftauf fauler ausländischer Außenseiterfabriken zu phantastischen Preisen, während glänzend eingerichtete und hochrentable deutsche Fabriken wegen„vorhandener Uebererzeugung" zu gleicher Zeit stillgelegt wurden. Diese Fehlspekulationeu hoben unter allgemeiner Aufregung des internationalen Börsenpublitums dazu geführt, daß die in den letzten Jahren ausgezahlte Linoleumdividende von IS P r o z. diesmal auf S Proz. abgesackt ist. Aus der gestrigen Generaloersammlung in Zürich fehlte es natürlich nicht an Lorstößen unzufriedener Aktionäre. Was der Vorsitzende des Aufsichtsrats diesen Angriffen entgegen zu halten hotte, ist für die Einstellung des Trustkapitals so typisch, daß wir einige Sätze seiner Rede im Wortlaut wiedergeben. Nach einer Verteidigung der neuen Aufkäufe französischer und holländischer Fabriken erklärte der Auf- sichtsratsvorsitzende Dr. Schöller: „Trotz der Veltwirtschaflskrise habe die Gesellschaft versucht, eine stabile Preispolitik zu befolgen, was in Deutsch- lond in den letzten Jahren durch Regierungseiugrisse erheblich erschwert worden sei. da durch diese das Geschäft empfindlich geschädigt wurde." Wir glauben gern, daß die Trustherren versucht haben, trotz der Weltwirtschaftskrise«ine.stabile" Preispoiitit zu befolgen. Diese Preispolitik bestand ja in Deutschland darin, daß ungeachtet der enormen Einsparungen und der Rationalisierungs- gewinne sowie trotz des ständigen Abfintens der Rohstoffpreise der deutsch« Käufer für die gängigsten Linoleumsorten fast das Doppelte der Friedenspreise zu zahlen hatte. Wenn die großen deutschen öffentlichen Unternehmungen wie Reichsbahn und Reichspost im Herbst nachdrücklich einen Preisabbau forderten und bei Nichterfüllung scharfe Gegenmaßnahmen androhten, wenn ferner die Preissenkungsaktion der Regierung wenigstens in einigen Fällen einen Preisabbau erzwang, sp heißt es bei den Trustmagnaten, daß in Deutschland das Geschäft„empfindlich geschädigt" worden sei. Wir können nur sagen, daß das gesamte volkswir'tschast- liche Geschäft in Deutschland durch nichts so sehr geschädigt und gedrosselt worden ist, wie durch die Monopolpolitik der internationalen Trust-, die.jede volks» und weltwirkfchaft- liche Notwendigkeit von dem nackten Profilintevesse ersticken lassen. Verkehrswesen-Konzem dividendenlos. Gewinne zu Abschreibungen und Rückstellungen verwandt. Der Aussichtsrvt der A.-G. für Verkehrswesen, des größten Kleinbahnkonzerns Deutschlands, hat beschlossen, für das Geschäjtsjahr 1S30 kein« Dividende(im Vorjahr 5 Proz.) zu verteilen. Ein großer Teil der dem Konzern gehörigen Verkehrsgesell» schasten hat zweifellos mit Gewinn abgeschlossen. Aber die Beteiligungen an den B a u g e s« l l s ch a f t e n. darunter Industrie- bau Held u. Fronckc, hat zu erheblichen Verlusten geführt, so daß aus dem Reingewinn wieder 2 Mill.(im Vorjahr bereits 2L2 Mill.) Mark einmalige Abschreibungen vorgenommen werden müssen. Wegen des Kaufes der Induftriebau-Attien schwebt ja noch ein Prozeß mit dem Patzenhoser-Ostwerke-Konzeni. Obwohl mau überzeugt ist, daß man den Prozeß gewinnen wird, werden doch 2,2 Mlll. Mark.vorsorglich" zurückgestellt,«ine Summe, die zur Verteilung einer Dividende von 6 Proz. aus das ZS-Milll-Mark- Kapital ausgereicht hätte. Auch die Allgemeine Baugesellschaft Lenz u. Co.. ein« Tochtergesellschaft der Verkehrswesen Zl.-T., wird für 1930 keine Dividende oerteilen. Di« Gewinne wsrden wegen der unsicheren Lage auf dem Baumorkt zur inneren Kräftigung verwendet. d. h. also nicht in voller Höhe ausgewiesen. Der Gewinn- Vortrag(75 000 M) erhöht sich«in wenig. Wir werden auf die Abschlüsse bei Vorliegen des Geschäftsberichts noch zurückkommen. Abbau der Sozialversicherung? Oesierreichische Siaaisgaraniie. Die Haftung für die Ganieruogsgelder der Ereditanfialt Wie wir bereits gestern berichteten, haben die ausländi» schen Gläubiger der österreichischen Ereditanstalt, die unter Führung englischer Bankiers«in Stützungskonsortium gebildet haben, die österreichische Regierung ersucht, für die neueinzuschießev- den Sanierungsgelder die Garantie zu übernehmen. Wie jetzt die amtliche Nachrichtenstelle meldet, hat die Regierung dem Nationalrat am Donnerstag ein Gesetz vorgelegt, das den Finanzininistcr ermächtigt, bis zum 30. Juni 1933 die Haftung des Bundes für Darlehen zu übernehmen, die zur Stützung und Sanie- rung der Ereditanstalt gewährt werden. In der Begründung zu dem Gesetz wird betont, daß infolge der Zurückziehung der Kredite inlänoischer und ausländischer Gläubiger für die Ereditanstalt ein Ersatz beschafft werden wußte. Die- sei zum Teil durch die Nationolbank geschehen, zum Teil würden sich privat« Finanz- gruppen noch Garantiestellung des Staates hierzu bereit finden. höhere Kredite der Pireußenkasfe. Die Kreditgewährung der Preußischen Z e n t ra l g e n o sse n s cha s ts k ass e an die Laudwirtlchast erfuhr im April eine Zunahme. Die Höhe dieser Kredit» stieg von 559 Mill. M. Ende Mörz auf 589 Mlll. M. Ende 2Iprii. Die GeiQinrsumme der Kredite(also einschließlich derjenigen an gewerbliche Genossenschaften) stieg von 654 auf 68l Mill. M. Sie liegt allerdings nicht unbedeutend unter der Gesamtsumm« zur gleichen Zeit des Vorsahres mit 745 Will. M. Die Bilanz der Proußenkosse vom 30. April zeigt unter der Gesamtsumme der Aktiven von 757 Mill. M. als Houptposten Wechsel in Hohe von 681 Mill. Mark. Unter den Passiven stehen 141,6 Mill. M. Grundkapital. Die Schulden bei der Rentenbank-Kreditanstalt belaufen sich auf 135,6 Mill. M., die bei der Reichshank aus.69,9 Mill. M., bei airderen Banken und Bankiers aus 193,5. Mill. M, Die Einlagen der Genossenschaften und die. Guthaben der Kunden betrogen 178,3 Mill. M. Karstadt braucht Geld. Trotz aller Dementis steht fest, daß der Rudolf Karstadt-Konzern einer sman stellen Entlastung dringend bedarf, Damit erklärt es sich, daß Karstadt jetzt die Hälfte der Be- telligung an den Pariser Einholtspreisgaschästen verkauft hat. Diese Magazins Uniprii sind vor wenigen Iahren zusammen mit den Cnlcries Nouvelles Raumes gegründet worden. Beim Verkauf der Beteiligung soll ein guter G e'tv i n n erzielt worden sein. Ein« völlige Zurückziehung Karstadts aus dem französilchen Geschäft ist damit nicht beabsichtigt, was schon daraus Hervorgeht, daß die Käufer bei der Uebernahm« feste Bindungen eingegangen sind. Bei einer Besprechung mit dem Berliner Bertreter der „Kölnischen Voltszeitung" äußerte sich Reichsarbcitsminister Dr. Stegerwald über wirtschafts-, sozial- und lohnpoliti- sche Fragen u. a. wie folgt: Gegenwärtig herrscht in Deutschland wieder auf vielen Ge- bieten eine große Verwirrung. Man redet beispielshalber viel vom politischen und Z w a n g s l o h n, der den gegenwärtigen Wirtschaft- lichen Zustand Deutschlands weitgehend verschuldet habe und der nicht weiter tragbar sei. Von überteuerten Preisen, die durch Kartelle und Zölle, also auch durch politisch tolerierten oder politisch begünstigten Zwang bestimmt werden, reden die gleichen Kreise weniger...... Für die Landwirtschast bringt gegenwärtig der nichtlandwirt- schaftliche Teil des deutschen Volkes in Form von Zöllen, Subven- tionen und erhöhten Steuern mindestens ebenso große Opfer wie für die von den breitesten Kreisen stark bekämpfte gesetzliche Sozialoer- sicherung. Sämlliche sozialen Versicherungszweige, also die Kranken-, Invaliden-, Unfall-, Knappschafts-, Angestellten- und Arbeitslosen- Versicherung(ohne die Krisen- und Wohlfahrtserwerbslosenunter- stützung, die ollgemeine Bolkssache sind und mit der Sozialpolitik im engeren Sinne nichts zu tun haben) kosten im Jahr« 1931 an SM Milliarden Mark. Davon bringen die Arbeitnehmer gut die Hälfte selbst auf, so daß die übrige Volkswirtschaft mit etwa 2X Milliarden Mark für die gesetzliche Sozialversicherung belastet ist. Man verlangt gegenwärtig stürmisch eine grundlegende Reform der Sozialversicherung: darüber braucht man sich nicht die Köpfe heiß zu reden, sie kommt v o n s e l b st. Im Jahre 1931 tritt nämlich für die gesamte Sozial- Versicherung dieselbe Einnahmedürre ein, die bei Reich, Län- dern und Gemeinden zu beobachten ist. Bet dem gleichen prozen- tualen Beitragssatz wie im Jahre 1929 dürste die gesetzliche Sozial- Versicherung einschließlich der Arbeitslosenversicherung in 1931 um 1 Milliarde bis IM Milliarden Mark weniger Einnahmen aufzu- weisen haben als im vorausgegangenen Jahre. Gegenwärtig leisten Arbeitgeber und Arbeiter alles in allem rund 18 Prozent des Lohnes an Beiträgen zur Sozialversicherung. Wenn die gegenwärtigen gesetzlichen Leistungen in allen Bersiche- rungszweigen beibehalten werden sollten, dann mühten die Bei- träge insgesamt um 5 bis 6 Prozenterhöht werden. Das ist sowohl für die Arbeitnehmer wie für die Wirtschaft«ine bare Unmöglichkeit. Vor dem Krieg war die gesetzliche Sozialversicherung ein Stück Emanzipationskampf der Arbeiterschaft gegen den Staat und die besitzenden Schichten; heute richtet sich jede Erhöhung der Beiträge zur Sozialversicherung in der Hauptsache gegen die Existenz und die Löhne der in Arbeit stehenden Arbeitnehmer. Bei der heutigen Kapitaloerknappung vermehrt in Deutschland jede wesent- liche Produktionsbelastende Erhöhung der Sozialbeiträge die Ar- beitslosigkeit. Mit der Lohnpolitik steht es gegenwärtig so: Im Rech- nungsjahr 1929 brachte 1 Prozent Beitrag der Arbeitslosenversiche- rungsanstalt 288 Millionen Iahreseinnahmen. Danach hoben die in Arbeit stehenden Arbeitslosenversicherten in 1929 rund 29 Milliarden an Grundlöhnen bezogen. Im Jahre 1931 rechnet die Arbeitslosen- Versicherungsanstalt mck über 75 Millionen Iahreseinnahmen weniger. Da, bedeutet, daß die Arbeitslosenversicherten im Jahr« 1931 ZI LS Milliarde« oder um 7>~> Milliarden weuiger an tähnea und Gehälter« beziehen als im Jahre 1929. Der Lohnausfall von 7,5 Milliarden Mark in 1931 im Vergleich zu 1929 dürft« sich roh geschätzt etwa wie solgt verteilen: 1. Auf gut zwei Millionen Arbeitslose mehr in 1931 als im Jahre 1929: 354 Milliarden Mark: 2. auf oermehrte Kurzarbeit: 1 Milliarde Mark; 3. auf Verminderung der Löhne und Gehälter der in Arbeit stehenden Boll- orbeitnehmer: 3 Milliarden Mark. Bon diesen 3 Milliarden ver- ringerten Löhnen und Gehältern sind durch die S ch l i ch t u n g s» i n st a n z- n an Zeitlöhnen etwa 1 Milliarde Mark, durch Kürzung der im Tarifvertrag zulässigen Akkordlöhne und der dem Tarifvertrag nicht unterworfenen Löhne(wobei die Schlichtung?- behörden nicht beteiligt waren) um etwa 2 Milliarden Mark gesenkt worden. Aus diesen Tatsachen ergibt sich dreierlei: 1. daß die Behaup- tung, die deutschen Löhne seien zu unbeweglich und zu starr, im ganzen gesehen, nicht richtig ist; 2. daß die staatlichen Schlichtungs- instanzen auf die Lohnpolitik in ihrer Gesamtheit gar nicht den überragenden Einfluß haben, der seither vielfach fälschlich an- genommen worden ist; an den im Tarifvertrag zulässigen Akkord- lohnsenkungen und an den vom Tarifvertrag erfaßten Löhnen sind im letzten Jahre ohne Mitwirkung der amtlichen Schlichtungsorgane etwa doppelt so hohe Lohnkürzungen erfolgt, als sie durch die amtlichen Schiedssprüche ausgesprochen worden sind; 3. daß etae zweite allgemeine und generelle eohnseukuugs«>elle durch die staatlichen Schlichtungsiaslaaze« ia«achsier Zeil nicht mehr durchgeführt werden kann. E» kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Arbeiter und Angestellten im letzten Jahre bereits sehr große Opfer auf den verschiedensten Gebieten gebracht haben." Wir werden zu den Ausführungen des Reichsarbeits- Ministers noH Stellung nehmen. Eine bürokratische Nlüte. Das Mißgeschick eines Alinden. Durch den Irrtum eines Blinden wurde kürzlich ein Heer von Beamten und Sachverständigen beschäftigt. Ein Zigarrenarbeiter, der fast erblindet war, stellte Antrag auf Invalidenrente. Bei Durchsicht der Jnvalidenocrsicherungstarten stellte sich heraus, daß eine der letzten Karten nur 19 statt der vorgeschriebenen 20 Jnvalidenversiche- rungsmarkcn enthielt. Der Zigarrenarbeiter behauptete steif und fest, 20 Marken geklebt zu haben, aber das Bild der Karte schien ihm unrecht zu geben. Man schickte die Karte zu besonderen Sachverständigen, da mitten in der Karte eine Marke fehlte und man annahm, daß sich womöglich diese Marke nach dem Einkleben wieder gelöst haben könnte. Die Sachverständigen konnten abek keinerlei Reste oder Spuren von Klebstoff seststellen, die diese Vermutung bestätigt haben würden. Durch Anrechnung von Ersatztatsachen war die Anwartschaft nicht zu retten. Da der Zustand des Fabrikarbeiters«ine besondere Prüsung rechtfertigte, ließ man jetzt sogar noch die Karte Photographie- rcn und stark vergrößern: aber auch auf der Photographie waren keine Spuren einer geklebten Mark« zu finden. Der Fabrikarbeiter hat aber doch recht gehabt und schließlich auch recht bekommen können. Denn nach nochmaliger eingehender Prüsung. stellte man fest, daß er injolgc des Verlustes des Augenlichtes zwei Marken übereinander geklebt hatte. Dieser Umstand wurde lediglich dadurch entdeckt, daß dl« Zockenränder einer Invalidenoersicherungs- marke ein wenig verwischt erschienen. Man oersuchte, diese Marke zu lösen und dabei fand man darunter die zweite oermißte Marke. ln dieser schweren Zeit/ in der die furchtbare Zahl von Ober 4 M i 1 1 i o n e n Arbeitslosen auf Staat und privater Wirtschaft lastet, ist es Pflicht jeden Staatsbürgers, deutsche Waren zu bevorzugen. Unnötiger Kauf ausländischer Erzeugnisse macht deutsche Arbeiter brotlos, vermindert das Nationalvermögen und verhindert fede Steuersenkung Jeder deutsche Kraftwagen istlräger deutfeher Arbeit! Der Kauf er auslandischer Wagen schwächt unsere Volkswirtschaft! Vernunft, Überlegung und Gefühl diktieren in schwerster Zeit die ernste Forderung: DEUTSCHE. kauft deutsche Kraftfahrzeuge! • v* Automobilclub von Deutschland# Nationaler Deutscher Automobilklub Adolf SrlGdrkh Herzef tu MecklGnburg, Präsident Ccrl fduord Herzog von Suchsen-Coburg und Gotha, Präsident Altgemeiner Deutscher Automobiiclub taadesbaura» Oiplv*ing. fritz, Präsident. Deutscher Touring*Club Verbraucher-Gemeinschaft Deutscher Kraftfohrzougo Voeimerxienrot Schröder. Prösident. Oer Verstand i Nord, Schul«. Hiidobrendt vs Die Gelbstkosten im Ziuhrbergbau. Oer Lohn ist nicht entscheidender Kaktor. Die Kündigung des Lohntarifes im Ruhrbcrg- bau begründen die Unternehmer nach den bisherige,, Verlaut- banmgen vor allem mit dem Hinweis auf das schlechte Inland»« geschäst, auf die zunehmende ungünstige Gestaltung des Auslands- geschästes und die ständig rückläufigen Preise. Daraus ziehen sie die Schluhfolgerung, daß eine weitgehend« Entlastung der C e l b st k o st e n notwendig sei. Diese Selbstkostenerleichterung könne aber nur durch eine Senkung der Lohnkoflen gefunden werden, da die Möglichkeit, an anderen Selbstkostenfattoren Abstriche vorzunehmen, so gut wie erschöpft sei. Man macht also zu- nächst bei den Selbstkosten Halt, obwohl diese auch nur ein Teil der Erlöse, das heißt, der größeren Recheneinheit, find. Aber abgesehen davon taucht die Frage aus: inwieweit ist die These der Unternehmer, daß nur durch eine Lohnsenkung eine Selbstkostenerleichterung ge- funden werden könne, richtig? Ohne auf Einzelheiten näher einzugehen, sei zunächst festgestellt, daß zwar die Lohnkosten bzw. die Arbeitskosten im Bergbau einen erheblichen Teil der Selbstkosten ausmachen, daß ober darüber hin- aus auch den übrigen Kostenfaktoren eine große Bedeutung zukommt. Und zwar sind es unter den letzteren vor allem die Kapital» k o st e n, das heißt, die Summen sür die Abschreibungen, und im weiteren Sinne die Gewinne, die man als Zinsen für das investierte Kapital beansprucht. Die Höhe der Kapitalkosten er- gibt sich einerseits aus dem Abschreibung»- und Zinsensatz und andererseits aus der angelegten Kapitalstimme. In beiden Fällen sind nun Meinungsverschiedenheiten erheblicher Art denkbar. So ergeben sich beispielsweise über die Höhe der Abschreibungen und die Notwendigkeit einer Kapitalvcrzinsung in der jetzigen Kriscnzeit sehr wichtige Streitpunkte. Bor allem aber ist ein Streit darüber mög- lich, ob bei den nur teilweise ausgenutzten und ausnutzbaren Be- trieben für die Abschreibungen und Zinsen die tatsächlich investierte oder nur die ausgenutzte Kapitalsumme zugrunde gelegt werden soll. Diese Meinungsverschiedenheiten sind nicht nur denk- bar, sie bilden in dem Lohnstreit und dem Selbkostenproblem des Ruhrbergbaues eine entscheidende Rolle. So wurde beispielsweise auf der letzten Reichskonferenz des frei- gewerkschaftlichen Bergarbeiterverbandes in diesem Zusammenhang folgendes sestgestellt: Wenn bei einer Beteiligungszifser im Ruhr- kohlensyndikat von rund ift) Millionen Tonnen gegenwärtig nur 82,5 Millionen Tonnen ausgenutzt und nur 125 Millionen Tonnen überhaupt ausnutzbar sind, so haben wir im Ruhrbergbau ein« lote Last von mindesten,<5 Millionen Tonnen selbst In den besten Zeiten mitzuschleppen. Da, sind, kapitalmäßig gesehen, etwa 1 Milliarde Mark, kostenmäßig etwa 1 M. je Fördertonn«. Um so viel werden die KapitolkSsten in un- gerechtfertigter Weise zu hoch kalkuliert und könnten, da sie nicht zinsenmäßig gebunden sind, weil sie aus Selbstfinanzierung stammen, eingespart werden. Die hohen Kapitalkosten, die zu einem großen Teil faule Kosten sind, und die hohen internationalen Kampfkosten, die durch Markt- Verständigung ermäßigt werden könnten, stellen das schwere Gepäck dar. unter dem die wirtschaftliche und soziale Marsch- fähigkeit des deutschen Kohlenbergbaus leidet. Die Erleichterung dieses Gepäcks ist dringend vonnöten, und zwar da- durch, daß die fehlgeleiteten überzähligen Kapitalien kostenmäßig als nicht vorhanden betrachtet werden.— AuOtdiescn Darlegungen ergibt sich mit ziemlicher Klarheit das Selbstkoftenproblem und damit auch die Einseitigkeit und Falschheit der Behauptungen, daß nur von der Lohnseite her eine Erleichterung möglich sei. Die Unternehmer versuchen das natürlich in Abrede zu stellen. So dienten z. B. die obigen Darlegungen der„Deutschen Bergwerkszeitung' zum Anlaß, um festzustellen, daß in der Syndi- katsbetetligung«ine große Anzahl Zechen enthalten wäre, deren Bcteiligungsziffern nicht Cllurch einen Leistungsnachweis festgestellt worden seien. Wörtlich betonte man dann solgendes:„Bei der Untersuchung der Frage, welche K a p a z i t ä t der Ruhrbergbau hat und ob diese angemessen ist, wird man zu der Ansicht kommen, daß die Kapazität bei dem jetzigen Tiefstand des Absatzes natürlich viel zu groß ist. Ob der Bergbau aber eine Ueberkapazität hat, wird sich erst in der nächsten Hochkonjunktur erweisen, die doch sicherlich wieder einmal zu erwarten ist. Wenn man bedenkt, in welchem Maße die Niederbringung neuer Schächte zurückgegangen ist, nämlich von acht im Frieden auf zwei in der Nachkriegszeit, und wenn man nicht übersieht, daß etwa sechs bis zehn Jahre vergehen, bis ein Schacht voll förderfähig ist, erscheinen Zweifel an der angeblichen Ueber» kapazität, wie sie vielfach gehegt werden, gar nicht unberechtigt." Mit diesen Behauptungen wird die schwerwiegend« Tatsache der Ueberkapazität im Ruhrbergbau nicht widerlegt und auch das Selbstkostenproblem nicht ge- klärt. Die Bergarbeiter müssen daher auf das entschiedenste dagegen protestieren, wenn man der Oefsentlichkeit klarzumachen oersucht, daß, falls eine Selbstkostenerleichterung notwendig, diese nur durch Lohnsenkung möglich sei. Sie müssen das um so mehr, nachdem einwandfrei feststeht, daß die Lohntosten je Fördertonne seit Ansang vorigen Jahres bis jetzt, infolge Leistungssteigerung und Lohnsenkung schon um mehr als eine Mark zurückgegangen sind. Der Warnungsruf des Bergarbeiteroerbandes, daß es völlig abwegig sei. die Kosten sür eine falsche Kapitalisierung den Bergarbeitern in Form verschlechterter Arbeitsbedingungen aus- zubürden und vor weiteren Schritten aus diesem verderblichen Wege ernschaft zu warnen sei, darf deshalb in dem schwebenden Lohn- konflikt nicht ungehört verhallen. Kohlkopfromantik. Arbeitslose als Kleingärtner. Das Arbeitslosenprpblem ist schon wiederholt— auf dem Papier— durch Siedlung und Schrebergärten„gelöst' worden. Neuerdings predigt auch die Unternehmerpress«:„Zurück zur Natur!" So bringt die Berliner„Deutsche Allgemeine Zeitung" «inen Artikel, betitelt„Ventile", in dem mit viel Temperament ge- fordert wird, den Arbeitslosen im Weichbild der Großstädte ein Stückchen Land zu geben, aus dem sie durch eigene Arbeit für sich selbst etwas schaffen und«inen Teil ihres Lebensunterhalts selbst ziehen und verdienen können. Im �Bereich von Berlin gebe es z. B. genug Land in städtischem oder privatem Besitz, auf dem man in der Nähe von Eisenbahnlinien Notsiedlungen versuchen könne. Zur Schassung einer ersten Unterkunft könnten viele alteWaggonsder Reichsbahn benutzt werden. Wer nur einiger- maßen die Berliner Lauben kenne, wisse, wie begehrt ein Waggon vierte Klasse für Siedlungsansänge sei. P r f v a t i n i t i a t i v e sei notwendig: natürlich müßten Staat und Städte mithelfen. Es handele sich hier nicht um Siedlungsromantik: es komme jetzt nur darauf an. D e n t i l e zu schaffen, die man für den nächsten Winter sin ausrangierten Eisenbahnwaggons) überall brauchen werde. Schrebergärten und Lauben für die Arbeitslosen— das hört sich sehr schön an, ober man müßte dann dem Arbeitslosen zugleich mit dem Stück Land- mindesten» noch öl)l> Mark in dl« Hand geben, damit er auf dem Strick Land auch arbeiten kann. Die Finanzierung der notwendigsten Anfangsarbeiten vorausgesetzr, könnte eine Beschäftigung von Arbeitslosen auf diese Weise allerdings ennöglicht werden. Eine solche Beschäftigung wäre aber noch lange kein« Existenz. Sie wird es um so weniger sein, je mehr Arbeitslose systematisch, sich auf Gartenbau verlegen: denn sie müssen in den ihnen zur Verfügung gestellten Boden viel mehr hineinstecken als der Berufsgärtner der Nachbarschaft, der den besseren Boden hat, und der Berufsgärtncr wird auch bei gleichen Bedingungen mehr herausholen. Wenn der Arbeitslose im Laufe einiger Jahre in seinem Garten für seine Kinder ein paar Erdbeeren zieht.— sehr schön, sie sind seinen Kindern zu gönnen, und ebenso ist ganz allgemein für den Arbeiter die Betätigung in freier Lust nach dem Dienst in der Fabrik und für sein« Kinder der Aufenthalt im Freien statt im Hinterhof eine wundervoll« Sache. Aber das olles ist doch nur eine Ergänzung emer Existenz, niemals die Grundlage einer solchen. Arbeits- zeitverkürzung und Ausnutzung der Freiheit— jawohl: aber Entlastung de» Lrbeitsmarktes und der Wohlfahrtskosten der Gemeinden durch systematischen Kleingartenbau— das ist eine Illusion. Nichts zeigt deutlicher den Bankrott des kapitalistischen Systems wie dies« Kohlkopfromantit mit ausrangierten Waggons. Zuternaiionale Arbeiiskonferenz. Gokal für soziale Wirtschaftspolitik. Der zum Vorsitzenden der Internationalen Arbeitskonferenz ge- wählt« Vertreter Polens. S o k a l, ging in der Rede, mit der er seine Amtsübernahme einleitete, auf die W e l t w i r t s ch a f t s- k r i s e«in, die nicht ohne Einfluß aus die Arbeiten der Konferenz bleiben könne. Die Internationale Arbeitskonferenz würde ohne Fühlung mit den wirtschaftlichen Realitäten sein, wenn sie nicht ihrerseits mit allen Kräften gegen die Schwierigkeiten, in denen sich die Welt befinde, kämpfen wollte. Auf den Enthusiasmus des Jahres 1919, da man an«ine schnelle und vorbehaltslose Verwirklichung der sozialen Ideen des Teils 13 des Versailler Friedensvertrages geglaubt habe, seien Inflation und Arbeitslosigkeit gefolgt, und man preche jetzt immer mehr von der„Krise der S o z i a l p o l i t i k". Di« bisherigen Bemühungen des Bölkerbundes hotten nicht die gewünschten Ergebnisse gehabt: immer klarer ergebe sich aber, daß nur«ine gemeinsame Anstrengung aus den Schwierigkeiten heraus- fiihren könne, und daß die heutige Krise Keime einer neuen wirt- schaftlichen und sozialen Ordnung in sich berge. In diesem Zu- sammenhang erinnerte. Sokal an die Worte Papst Pius XI., der vor«inigen Tagen gesagt habe, man müsse unbedingt das Wirt- schaftssystem n e u ordnen und es zurückführen auf die Ge- setze der sozialen Gerechtigkeit. Der menschliche Gedanke, so sührte Sokal weiter aus, beginne sich gegen die fatalistische Auffassung aufzulehnen, daß es sich bei den Wirtschaftsdepressionen um unvermeidliche Ereignisse handle. Immer deutlicher zeige sich die gegenseitige Abhängigkeit der wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Eine vernunft- gemäße Wiederherstellung der weltwirtschaftlichen Struktur sei nur möglich durch«ine Wirtschasispolitik, die van sozialen Ideen durch- drungen sei, und eine Sozialpolitik, die den wirtschaftlichen Not- wendigkeiten Rechnung trage. Bon diesem Gesichtspunkt aus müßten auch die Fragen, die die Konferenz besonders beschäftigen, betrachtet werden. Er hege die Hoffnung, daß die Arbeit der Konferenz zur Lösung der Schwierigkeiten beitragen werde. Nach der Rede Sokals vertagte sich die Versammlung. Gefälschte Ausweise gefällig? Die KPD. besorgt alles. Die Bezirksleitung der KPD. Halle fordert in einem Rund- schreiben die Betriebszellenleiter auf, Teilnehmer zu einem Ferien- kursus nach Elgersburg in Thüringen zu schicken. Die Urlaub«- frage löste die Bezirksleitung durch folgenden Wink:„Eventuell müßt ihr versuchen, für die Genossen auf besonderen Umwegen Ur- laub herauszuholen. Er könnte angeben, daß er an einer Genossen- schastsschule, einer Gewerkschaftsschule oder einem Sportkursu» teil- nehmen will. Einen Ausweis einer solchen Organisation können wir dem Genossen dann besorgen." Daß die KPD. Fälscherzent- alen unterhält, ist nicht neu: wohl aber, daß sie so offen und schamlos die Fälscherei oetreibt. Neue Entlassungen im Nuhrbergbau. Im Ruhrbergbou sind neue große Arbeiterentlassungen für den 31. Mai und den 15. Juni vorgesehen, Rund 50 00 Mann sollen zur Entlassung kommen. Abgewehrter Lohnabbau. Oombrowaer Nergarbeiterlöhne unvermindert. katkowih, 28. Mai. Der Lohnstreit im Dombrowaer Kohlenrevier ist gestern nachmittag in Warschau durch einen Schiedsspruch be- endet worden. Der bisherige Lohnsatz soll bis zum 3l. März 1932 in Kraft bleiben. Die Arbeiter haben den Spruch a n- genommen. Der Standpunkt der Arbeitgeber ist noch nicht bekannt. Gestaffelte Gehaltskürzungen inLavan. Mindestfreigrenze von 200 Mark. London, 28. Mai. „Times" meldet aus Tokio: Nach einer achtstündigen Sitzung beschloß das Kabinett gestern abend, die Verminderung der Bezüge der staatlichen Angestellten in der geplanten Weise durchzuführen Vom 1. Juni ab werden olle Gehälter und Löhne in Höhe von mehr als 100 Pen(200 M.) monatlich um 3 bis 20 Proz. gekürzt werde> Zugleich wird aber die Zusicherung abgegeben, daß die Pensionen und Ruhestandsgratisikationen unverändert bleiben. Die Gehälter der. Richter und Staatsanwälte, die iy der Äersassung einen ke- sonderen Schutz genstßen, bteidett unangetastet. Di« Eisenbahnzüg« laufen wie gewöhnlich, aber die Zähl dt? Reisenden hat sich plötzlich vermindert, wahrscheinlich infolge der Besorgnis vor einem plötzlichen Streik. Da unter den Eisenbahn»™ keine Einigkeit herrscht, werden indessen kein« ernsten Schwierigkeiten erwartet. Die Post- und Telegrophenbeamten protestieren in Eni- schließungen gegen die Gehaltsverminderung: für den Not'all werden deshalb technisch« Trupp«,, der Armee bereitgehalten Geringer Nückgang der englischen Arbeitslosigkeit. was über bedeutet. Ä Freie Gewertschnfts«Lugend Berlin Heute, fttello», 1«% Uhr. taaen Mt»riWpeu: Kotbtiu»: Iuaenl-heiin. S-bule Comrenbumer Etr. 20. Kuthcit fünft.— Hermannplah: Jugend- heim Sanderftr. II, Ecke Hohrechlfirohe. Proletarische und bilraerliche �uaendheweaun«.— titbeu: 5uaen»hclin Wasscrtorstr. 9, v.»t. Litrrarischer Abend. Wandern»inlt und jeht.— kharlottenbnra: Iuflcndheim Epreestr. 30. Literarischer Abend. Ziar Baribel.— z«»Peli»pla»! Iugendheini Turiner E-f- Ecesirali«(Linqana Turiner SirafiO. Humor bei der Echupo. AblcNbol: stuaenddeim«lomarckstr 1. ATSP.. RTS. und»«>.—«eloIttendors.OI»! Jugendheim Lindauer Strahe lVaracken). Lichtbilderoortra«: Die schöne Mar«. — Araosalder Platz! Pasteurstr. 44-� sOberrealichule). Wandern irnd Schauen. — Meldet dir Teilnehmer für den Licht bildvorfitihrerfursu» an. @Iuaendaruppe ves'Zentralverbandes Ver Anaeftellten Heute. Freitag, sinden fol«end« Beransialtunae» statt! Norden: Iuaend. heim Lortzinastr. I«. Kurzreferate.— Siidwest: Jugendheim Porchstr. 11 (2. Hof, Queraebdude. 1 Treppe, Zimmer 5).®» sputt bei un«.— Die Ucbunoi- sirma Berliner Druckerei, und Berwas-iSesellschast m. b. H. tatzt pon 20 bi» 23 Uhr im Jugendheim Tdertpstr. 12. Lux Seifenflocken jetzt viel billiger! L" ift l, 30 Pfg. das Paket.... mit einem Gutschein SOPfg. das Doppelpaket mit zwei Gutscheinen Für alle Ihre-gute Wäsche! Seidenstrümpfe, Unterwäsche, bunte Kleidchen, Pullover, Baby- Sachen, Handschuhe, Gardinen: alles wird in Glanz und Farbe wie neu. 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Das über Frankreich erkennbare Zwischenhoch wird aber bald wieder zu einer Wetterbesserung führen. -i- Welter für Berlin: Nach Gewitterregen mit Abkühlung teils heiter, teils wolkig, aber weiterhin Gewitterneigung.— Zur Deutschland: Auch in Mittel- und Ostdeutschland langsamer Uebergang zu kühlerem Wetter, im Westen und Süden teilweise heiter, immer noch ziemlich warm. parieinachrichien Oinsendnngen für dies» Rubrik find « t r, i■ SW«. Sintea Rraftc 3. fürGroß-Verlin stet»»» da« Brzirkasrkrrtarial t. Hot. 3 Treppe» recht», z» richte» Beginn aller Veranstaltung«« 19Vs Uhr. sofern feine besondere Zeitangabe? heute. Freilag. 29. Mai. u. Akt.©nneinfdincr Sablcbcnb bei Nieder Krab. Embeurr Ecke Waldenler- ttrobc............. 52. Apt. Dlniti»nijesiistma bei Vade, ltatserin�ltlquiiä�Ille« 5ii. Ii'. Abt. JO Uhr Distusswnsabend der jimaen Eenosscn und SenoWnnen im Volksdaus SSzaruwoberstr. IM..>• Morgen. Sonnabend, 30. Mai. 2. Kreiß. Schtu««, Tc,irkssjibver! Be,irksiÄrer morden deinaend ersucht, w-chtiqes Parteimateriäl oon den Abteilunuskassterern abzuholen. »3. Abt. 13'.� Uhr Abrechnung bei ftelict. ssllrstenstr. 1. 131, Abt. 20 Uhr ssunktionärsizmia bei Klindt, Am ffriedenspiab. Sonntag, 31. Mai. 12. Kreis. Belichtigung des Sturmvogel, iNuaiissen Temverbsk. Gelegenheit ta verbilligten Äunbflüqen. 32 Übt. Treffpunkt 10 Utic vor dem Unter- gruuibebnhof SaupUttobc, Schönedeeg. Ngchzügler lOib Uhr vor dem Untergrunddghnhof gflugho�en. 03. Abt. Dl« Genossen, die nach Leiplig fahren, treffen sich SM Uhr Bahnhof Hermannvlgb. 11-. Abt. Leipgigfahrer 5?« Uhr Vollringhahnfteig Stralou-Zlummelsburg. Tührung Genosse Berger. Frauenveranstallungen. 123». Abt. Die Genoffinnen trrkfen sich Montag. J. Juni, tu einem Auiffug nach Tehenöcktvlss um 8d« Uhr an der. Autobushaltesselle Ulmenltroße. Nachzügler treffen sich im Lokal �iur Balme" in Schvibckmib. Lezirksausschusz für Arbeiterwohlfahrt. I«. Kreis. Genosse Zander halt bis einschliesslich 13. Juni keine Sprech. stunde ab. 11. Krei». Dienstag 2. Juni. 20 Uhr. Notbaus Schoneberg, Zimmer 14t, Sissung der Helfertinnen) der Arbeiterwshlfahrt. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Lerl Weisseasee, Gruppe.Vorwärts�. Sonntag ssahrt nach Bernau. Unkosten 50 Bf. ohne Getränke. Jeder bringt 1 Zitrone. Zucker und Trinkbecher mit. Treffpunkt Kit Uhr am Mirbachplass. Ziadfahr-r ebenfalls dort.■ Ende der fbahrt gegen 20 Uhr. Mittwoch, 3. fluni, 20 Uhr, bei Marouordt. Nennbahn- strasse 17b, Kelfersissung. Alle Seifer müssen erscheine». Krei» Kreuzberg. Die Gruppen Gorlihcr Strasse und Schlesssches Tor treffen stch morgen, Sonnabend, IM, Uhr, Schlestsches Tor zur Tahrt nach dem Müggelsee. Badezeug. Essen. Trinken, Schippen und 40 Bf. mitbringen. Rück. kehr zwischen 18 und 10 Uhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation J 3. Abt. Am 20. Rai verstarb vlösslich an Seezschlag unser Genosse, der Kellner Franz Most, Eeboftianstr. 17. im 54. Lebensiahre. Beerdigung hat bereits stattgefundeir.— Am 21. Mai verstarb unser Genosse Albert Bohrt, Buchdrucker, Sehastianstr. 41, im 57. Lebensiahr. Die Einäscherung hat in Saalfeld stattgefunden. Die Beisessuno der Aschennrne wird noch bekannt. gegeben.— Gleichfalls am 21. Mai ist unfere Genosssn, Stenoivpistin Gertrud Triebe. Sehastianstr. K5, im 40. Lebensiahre»erstorben. Beerdigung hat de- reit» stattgefunden. Wir werden den Verstorbenen immer ein ehrende» An. denken bewahren. Die Abteilungsleitun«. 23. Abt. Am 23. Mai»erstarb unser Genüsse Alkred Böhm Lttberrtstr. 59 Ehre feinem Andenken. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 30. Mai. IT'H Uhr, im Krematorium Gerichtsttasse statt. Um rege Beteiligung ersucht die Abteilunosleitung. 95. Abt. Unser Genosse Friedeich Diese ist verstorben. Ehre seinem An> denken. Beerdigung Freitag, 29. Mai, 14 Uhr, auf dem Stäbtischen Friedhof, Gottlieh-Dunckel-Slrasse. Um rege Beteiligung wird gebeten. Sozialistische Arbeiterjugend Sroß-Serliv «kwsenbongen fit diese Budet» rm tm tat JuaenMetretarb* T�ftThi GW M. CinbenftreiC*? Streichorchester Sross-Berlin: Heute, 1914 Uhr. Pflichtprobe im Heim See. Ecke Turiner Strasse. Erscheinen wichtta wegen Aufführung. LSG.! Die Handzettel siir d'e öffentliche Bersemmlung am 4. Zun! müssen von allen Gruppen umgehend abgeholt werden. Mitglieder der Soubrrabteiluug der VolisbiiHne: Beieiligt euch am Aus- spracheckbenb am 1. Juni, 19'i, Uhe, im Sissunassaal des Bezirksamt» Kreuz. berg, Borckktt. 11. Es sprecl�n Alfred Döblin und Karl Heinz Martin zu den Tdomen:„Dt« Ehe- und„Spielplangestalttrng der Volksbühne". Mitgliedsbuch der Volksbühne vorzeigen. Heule. Freitag. 29. Mai, 19� Ahr: Arkouaplass: Elisabethkirchstr. 19.„Soziales Wandern."— Gewerkschaft». bau»: Köpenicker Str. 92. Mitgliederversamurlung.— Källuischer Bark: Waisen. strasse 18.„Die Zollunion."— veanienbuoger Tor: Tieckstr, 13.„Gegnerisch« Jugendv«rbände."— Rosenthaler Vorstabt: Elisabethkirchstr. 19.„Politische Rechte."— Zentrumr Landsberger Str. 50. KbMinuten-Referate.— Kausa: Bochmner Str. 3b. Tagespolitik.— Moabit Ii! Lehrter Str. 18—19.„Selbst- erziehung der Jugend."— Moabit HI: Lehrter Str. 18—19. Tagespolitik.— West«»: Senthiner Str. 17. Jüngeren�lrbeitsgemeinschoft.—«ruimplatz: Sonnenburger Str. 29. �leichswgsntlunq."— Ar»»wald«e Plass I: Rasten. burger Str. 13.„USSR."— V»lkau: Mondelstr. 2.„Der Bolschewismus."— F»ll»lass I: Funttionäriissung beim Genossen E. Stoldt, Rhinower Str. 5.— Falkplass II: Sonnenburger Str. 20. lO-Mhurten-Oieferate.— Kelmholgplass: Danziger Str.«2, B. 2. Tagespolitische Fragen.— SoheuschSuhauseu: Freien. walder Str.«. 10>Min«tten.Rrkratr.— Hmi«»R»plab: Gleimstr. 33—35. Ar. deiisgemeinschaft.— Wörth et Pia»: Kastanienallee 32.„Der Reichsparteitgg." «udreaspla«: Drominvstr. 1.- Hoiemann-Abenb.—«altenpla»:«Ustier Strasse 4— 6. Tagesvcklitit.— Ettalauer Birrtrl: Gosslerstr. SU zFahrten in Bilde n:,"- WarsHauee Viertel: Litauer Skr. 18. Kurzreferate— Warschauer Viertel(R.-F.): Litauer Str. 13,„Rechte des jugendlichen Arbetters.— Koeutcker Viertel: Wrangelstr. 123. Funknonärfissung.— Lurserstadt: Basser. torstr. 9. Bericht von der Bfinastfebrt.— Schönebeig I: Hauvtstr. 15. Tages. Politik.— Charlotten bürg: Rostnenstr. 4.„Wie steht die neue Verfassung Ber. iws aus?"— Ehariotteoburq-Süd: Gocthcstr. 11.„Wo bleib: der, wette Mann?"— Wilmersdorf: Wiihelmsaue 123.„Die Stellung der S-zl-lifttfcknn Arbeiter-Internationalo zur Sowjetunion."— Lankwiss: Schule Schulstrasse. .Arbeiterdiärtung."— Mariendorf II: Morlenfelde..Akwelles."— Reu. lölln I: Sander. Ecke Sobrechtftrasse. Funktionärstssung.— Neukölln III; ZietHenstr..58.„SAJ. unter sich."— Neukölln N'4 Uhr wichtige Funkttonärstssung im Heim.— Neukölln X; Treffpunkt 18 Uhr Sportpark Neukölln, Bloss S._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner �Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14, Sebavianstr 37-38. H-f 2. Tr. Freitag, 2». Mai. Tiergarten fOrtsverein). 19 Uhr Antreten in � Bannerkleidung Filmamt, Levessowstr, 3, Alle Fahnen zur Stelle. Eharlotttnbnrg. Kameradschaft Wittenberg. 20 Uhr Mitglieberversammlung im Lokal Erün, Bassauer Stt. 27z. Referat Kamerad Bolizeihauptmann Encke:„Die Polizei im Bolksstaat". Tempelhof i Kameradschaft). 20 Uhr Mitglicdciveriamni. lung bei Pommerening. Referat Rosenseid über:„Notverordnuim". Lichtenberg. 20 Uhr haben Mitgliederversammlung in den bekannten Lokalen die Kamerad. schaffen'Friedrichsfelde. Dorhagen. Runrmelsdura. Gustav Tempel. Traveplass < Vortrag),— Sonnabend, 30. Mai. Treptow. Kameradschaft Schinreweide-Jo. bannisthal. 20 Uhr Mitgliederversammlung in der Brückenklaule, Brücken. Ecke Spree strasse. Vortrag des Kameraden Müntner.— Sonntag. 31. Rat. Weddmg. Schufa-Abt. nach Friedrichsfelde. 1. und 2. Kameradschaft 7>.? Uhr U-Bahnhof Gesundbrunnen. 3. Kameradschaft Uhr ebenda rt.— Treptow fOrtsverein). Bis A. Mai melden die Kameradschaften dt« LÜbben- Fahrer und die Kahn. fahrtteilnehmer dem Kameraden Meier. Deutsch« Kaktreu-Grsellschaft, Ortsgruppe Berlin. Montag. 1. Juni, 20 Uhr. im Restaurant„Rotes Haus". Rollendorfvloss 3. Vortrag Über:„Das Pfropfen der Kakteen".— Sonntag, 14. Juni, 10 Uhr, Führung durch dl« Kakteen. Svezial-Kulturen der Firma Geor, Klimpel, Berlin-Mahlsdorf�üd. Bülow» strasse. Treffpunkt dorffelbst. Fahrverbindung:«-Bahn bis Köpenick. Bon dort mit der Strasse irbahn 83 bis Mahlsdorf,, Steinfttassr. (209) l. I. 1314. 29(195.30), Zee der Strafsach« die Redakteurin Eoa Allmann. geb. Pf in g st.»erlin-Lichtenberz, Rupprechlltr. 15 b, den Redakteur F r i ss H a m p e I. zur Zeit in Auerbach im Vogtland. wegen Beleidigung hat das Schöffengericht Berlin-Mitte. Abtig. 209, in Berlin, am 29, September 1930 für Recht ertannt:/ Die Angeklagte Altmann wird wegen fortgesetzter öffentlicher Beleidignng zu zwei«Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Hampel wird wegen öffentlicher Beleidigung zu einem Monat Gefängnis veeurteilt. Dem Reichsminister des Innern a. D. Severing wird die Befugnis zugesprochen. den erkennenden Teil de» Urteil» innerhalb von drei Monaten nach Zustellung einer mit Rechlslraitzeuanis versehenen Urteilsausfertigung einmal in der„Roten Fahne" und im„Borwärts" auf Kosten der Angeklagten bekannt, umachen. Au« der„Roten Fahne" find folgende Artilel nebst den zu ihrer Herstellung de- stimmten Platten und Fo men tut Rahmen de» Ktl Ads 2 StGB, un rauckibar zu machen. Au» der.Roten Fahne" sind folgende Artikel nebst den zu ihrer Herstellung de- stimmten Platten und Formen im Rahmen de»§ 41 Abs. 2 StGB, unbrauchbar zu machen: I. Rr. 247 vom 4. Dezember 1929:„Severina, der Scharfrichter vom Ruh» gediej.... Tausend« ließ er erschlagen und erschiessen." 2. Nr. 248 vom 5 Dezember 1929:„Sturm gegen den Henker Severing" 3. Nr. 251 vom 8. Dezember 1929:„Derttjchland, ein Zuchthaus für Arbeiter" und„Attentate als Auflatt für die Knechtungsgesetze." Nr. 252 vom>0. Dezember 19.9:„Fort mit dem Kommunistengesetz" Nr. 253 vom II. Dezember 1929.„Her Weg zur sozialisttichen Dittatur." 17. Dezemve gegen -) d> 4. 's Nr 258 vom 17. Dezember 1929: �Hunger. Elend und Maffenentlasjungen. DN Angeklagten haben»te Kosten t>es Verfahren, zu tragen. Däs Urtgil jst»ollftreckbar. Oer»an-oaIt dal den, Landgaricht I. pfisokes �lsisok SeliwsIsisdsPc� � 0,64 Schweineblatt........... rn 0,72 Schweineschinken. on mit Bein........................ Pld. Schweinekammod.-ioinn.pfd. 1 ,08 Rückenfett bratfcrt,o.flehir.Pli 0,62 Kassler Eoiien, mud........ Pfd. 0,94 Kalbskamm o. B«ii»p>. m ro» 0,72 Kalbskeulen gi!oig«t,PM*on 0,96 Kalbsroulade aerout, Pfd. ton 1,38 Kalbsschnitzel....... pm, ton 2,00 Suppenfleisch----- Pkd.To« 0,58 Schmorfleisch t-teVi»,«!.«» 1,14 Gulasch gemischt...........Pld. 0,88 Roastbeef«. Knoehen, Pld. xon 1 ,38 HammelvorderfleischPkd.v.0,88 Rinderleber krisoi,........ pm. 0,88 Rinderbacken«.KBoohea, pm, 0,38 Euter......................... Pfd. 0,20 Schweineköpfe n.B«eke,PM.O,28 Schweinenieren........ Pfd. 0,68 Gefrierfleisch Hammelvorderfl.«..wt»»» 0,58 Suppenfleisch 0,54 Schmorfleisch o.kiu,pm.tbb 0,98 Fische, Räucherwaren "Kabeljau gross, o.Kopf, ig. pkd.0,12 'Seelachs gr,«. Kopf, t g. pm. 0,1 2 'Schellfisch j.g,«iltKopt, pit 0,14 'Rotbars.................... pm.0,14 •Kabeljaufilet............ pm.0,20 'Lebende Krebse....»undei 0,65 Seelachs geräuchert....... Pld. 0.32 Seeaal geräuchert....�.....Pkd. 0,53 Makrelen in Tomsten..... Boee 0,50 Fleischsalat..�..�..»»».pid. 0,75 Heringssalat.....«..�...Pfd, 0,70 Mayonnaise............... pm. 0,70 Russ. Gurken5,1,•tiMOnii.M-Mst. 1 ,35 Sardinen Marke Berti«, vo»e von 0,45 Sardinen Portionsdose.. 5 Doa«n 0,95 'In alten Häusern aus»er Andreasstrasse i/f Itijf r-J r "M ■ tr■ 7 v"y F*/;/?•___ xu\m yu&fk. Preise nur Freitag und Sonnabend.- Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat- Fleisch und le ehtverderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen.— Dia Zusendung von Lebensmitteln erfolgt bei Bestellung von 5.00 Mark an. Wurstwaren Gekochter Schinken'(«pm. 0,35 SQIze.................... pm. 0,48 Sülzwurst.................. Pfd. 0,68 Fleischwurst...............pm- 0,74 Dampfwurst.............. pm.0,85 Knoblauchwurst......... Pfd. 0,95 Mettwurst». Brsrmsehw. Art Pfd. 0,92 ff. Leberwurst............tm.1,08 Schinkenpolnische....pm. 1,08 Zervelatwurst........... Pfd. 1,25 Salamiwurst.............;.pm. 1,25 Zervelat In Kettdsrm....... Pld. 1,45 Fetter Speck...._.~...pm. 0,68 Magerer Speck_____ pm. 0,88 Schinkenspeck........ rt± 1,33 Nußschinken....... �.....Pfd, 1,58 Würstchen b pw....... vo« 0,85 Gulasch.................. Do» 0,78 Huhn in Reis........... vos« 0,95 Königsberger Fleck___ Dose 400 g Einer age....... 2 Dosen 0,95 Konserven.,lDo(, Kaiserschoten............... 1,15 Junge Erbsen mitte'.fein..... 0,78 Gemischtes Gemüse fein 1,20 Gemischtes Gemüse mmsit 0,88 Junge Karotten............ 0,58 Stangenbrechbohnen—. 0,60 Sellerie tskeiiertig.............. 0,65 Sauerkirschen mit stein.... 0,95 Aprikosen ohne stein.......... 0,95 Gemischte Früchte........ 1,40 Pfirsiche»/, Frucht, geschält... 1 ,30 Ananas In Scheide». 7w-g-Dose 1 ,25 kswrisnssrämsvrt 10 Fl- 1929 er Edenb ebener, 1 PL Frucht- achaanroein, 1 Do so Ananas in Scheiben 9,75 ohne Fluche Himbeer-, Kirsch- od. Zitronensaft sehr gute QuaUiäten, mit Raffinade WFl.kl.BO f mm ohne Fluche Käse und Fette Camembert............. Stack 0,1 5 Süssrahm son.........» Stack 0,25 Stangen UmburgersovPfi 0,34 Briekäse vomett............ pm. 0,50 Blockkäse THedterArt,!»«!,, Pfd. 0,62 Steinbuscher vomett....pm. 0,72 Edamer 401,..............-..Pfd. 0,72 Holländer«•;,............Pfd. 0,72 Tilsiter voiifett............... pm. 0.73 Italienischer Käse•(«... pm. 0,95 Allerfeinete deutsche Molkereibutter........... Pfd. 1,48 Allerfelnote deutsch* Markenbutter pm. 1,50 Margarine...............8PM.0.75 Eier..................... w Stack 0,58 Kolonialwaren. Bruchreis.................. Pfd.0,14 Italienischer Reis.a...pm.O,20 Moulmainreis........... Pid.0.26 Blue-rcse-Reis......... Pfd. 0,32 Bruchmakkaroni........ Pfd. 0,46 Eier-Bandnudeln...... Pfd. 0,46 Eier-Sternchen......... pm.0,54 Hartgriess.......—..— Pfd. 0,28 Weizengriess..... �....Pfi 0,30 Pflaumen getrocknet....Pfd. von 0,28 Pfirsiche getrocknet........ Pfd 0,02 Kakao stark entölt.......... Pld. 0.48 Krümal- schokoladenpulver pm. von 0.85 Kaffee................... pw.von 1,80 Obst und Gemüse Apfelsinen............ 3Pfd.0,68 Bananen................. 2 pm 0,78 Tafeläpfel............. pm. von 0,50 Tomaten................... pm.0,40 Radieschen........... b Band 0, 1 0 Rhabarber............. s pm. 0,20 Kopfsalat................. Kopf 0,05 Grüne Gurken.... Stack von 0,35 Stachelbeeren nnreif....PM 0,22 Spinat..................... b Pfd. 0,20 Schoten................. 2pm.0,35 Grüne Bohnen.....pm, 0,32 Kohlrabi.................. Bund 0,24 Neue Kartoffeln..... s pm. 0,58 Wild und Geflügel Hühner gefroron........ Pfd. von 0,88 Suppenhühner Hseh... pm. 0,88 Tauben fii«ch............. staek 0,68 Waldtauben gefroren.. Stack 0,50 Enten Msch.............. pm. von 0,95 Rehblätter............... pm. 1,13 Konfitüren Johannisbeer, Aprikosen 1,10 Orangen....................... 1,10 Erdbeer, Himbeer......... 1,30 Kirsch............................ 1,30 Weine 1 Liter 5 LItei Spozial-Apfelwein...... 0,58 2,75 RoterJohanni8beerweinO,75 3,50 Cider»aseer Apfelwein..... 0,75 3,50 Rheinpf.Weisswein: B;«i:0,85 4,00 DeutschetWermutuBiim 1,10 5,25 Insel Samos II. Qualität.. 1,20 5,75 Rot. Tarragona uhren« QnL 1,25 6,00 Deutscher Weinbrand Liter...4,60 •I, Fl. IÜ Kl 1929* Edenkobener....0,75 7,00 1929*Winde8heimer In den Felsen.......... 0,95 9,00 1929.: Wiltinger-Mosel.. 1,10 10,50 1927*Schloss Böckelheimer.... 1,43 14,00 1929er Braunebsrger Riesling............ 1,451 14,00 Preise ohne Fluche Mdlensckitz-Irtikel Naphtalin Kngcln oder Schuppen............. 1 Pld. 0,20, 5 PM 0,90 Mo itentafeln................................; 5 Stück In Cellophan 0,26 Mottentabletten.......................... 3 Pack 0 10,» Pack 0,25 Globol.................................... I Beutel 0,20, 5 Beutel 0,90 Mottenkampfertar. iox5gTabi. 0,50, 10x10 gTabi. 0,93, PM 3.50 Mottentuten St 0,83, HarkeUo im Pa Gr, I 1,80, Gr. 2 2,40, Gr. 3 3,30 Flit Kadikaiioiitel gegen Ungeziefer>/, Lt 2,50,'IjLtr. 3,73, I Ltr. 6,50 Zerstäuber-Spritzen fOraUe nossigkeiten............... 0,95 Nr. 245» 48. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts 5reitag> 29. Mai 4934 ■- Mermann Wendel: �/CöllllC(l'JtVC Zum fünfhunderlSien Gedenktag ihres Todes Daß das junge Louernmädchen aus Domremy, das, innerer Ein. gebung folgend, im Frühling 1429 dem schwer bedrängten König von Frankreich ihre Hilfe anbot, die Engländer von Orleans vertrieb und Karl VIl. zur Krönung nach Reims führte, daß diese Jeanne d'Arc Gesichte hatte und Stimmen hörte, also, ärztlich gesprochen, an Sinnestäuschungen litt, ist nicht das Wesentliche und geht weit mehr den Mediziner als den Historiker an. Was ihr der Erzengel Michael und die heilige Margarete und heilige Katharina offenbarten, konnte sich in weltgeschichtliche Wirkung nur dadurch umsetzen, daß es weit- hin im Volke anklang. Die*Jungfrau wurde zur Retterin Frank- reichs, nicht weil sie besonders strategische und taktische Gaben ent- faltete, sondern weil sie der Partei, der sie ihre Iesus-Maria- Standarte oorauftrug, den Glauben an die Gerechtigkeit ihrer Sache und an die Gewißheit des Sieges einflößte. Sie trug nicht nur eine Fahne, sie war auch eine Fahne. Die royalistische Ausdeutung: Johanna, die Kämpferin für die Dynastie Valois! greift ebenso daneben wie der ausschließlich religiöse Kult oder gar die militaristische Verherrlichung derer, die mit Bedacht nie ihr Schwert brauchte, nie Menschen tötete. Jeanne war weniger und war mehr als eine Heilige, aber ihre Gedankengänge blieben deshalb sehr einfach. Seit bald hundert Jahren verwüstete der Krieg Frankreichs Fluren. Die Engländer, deren Könige sich auf Ver- wandtschaft und Verträge stützend, auf den französischen Thron An- spruch erhoben, beherrschten große Fetzen des Landes im Nordosten so gut wie im Südwesten und saßen als Herren sogar in Paris. Da Feudalismus und Partikularismus in Frankreich eine Jnteressenzer Lauterkeit, ihre Aufrichtigkeit, ihre Hingab«, ihre Aufopferungsfähigkeit, ihre Neigung für die Mühseligen und Belodenen, die Ab- Wesenheit alles Hysterischen und Scharlatanhasten in ihrem GeHobe, machen sie zu einer überaus anziehenden Gestalt; sie stellt letztlich den Triumph der Idee über die stumpf« Materie dar. Die französische Republik war vor fünf Jahren wohlberaten, wenn sie den Kult der Jungfrau nicht der Kirche allein überlieh, sondern ihren Gedenktag auch zu einem weltlichen Feiertag für das ganze Volk machte. Wer die Ausstrahlung, die von Jeanne d'Arc ausgeht, macht nicht an den Grenzen Frankreichs halt. Nicht nur französische Dichter von Chape- lain über Voltaire bis France nahmen sie sich zum Vorwurf, sondern auch Briten von Shakespeare über- Southey bis Shaw verewigten ihren Namen durch poetische Schöpfungen, und den Deutschen wurde die Jungfrau von Orleans durch Schillers Drama in einer freilich von der historischen Wahrheit weit abweichenden Form ganz ge- läufig. Uns als Sozialisten ginge sie gleichwohl nichts an? Nun, kein Geringerer als Jean Jaures plante, wenn ihm ein ruhiger Lebens- abend die Muße zu wissenschaftlichem Schaffen gäbe, das Schicksal der Jeanne d'Arc neu zu gestalten; noch ein halbes Jahrtausend, nachdem ihre Asche in die Seine geworfen wurde, ist die erregende Kraft, die von„Jehanne la Pucelle" ausströmt, nicht erloschen. Zranst Dilühs: S&wifchen geilem und morgen föefuch in Wien und OeSlerreich Es ist richtig: die Landsleute von der Donau haben in letzter Zeit sehr häufig aon sich reden lassen. Wenn z. B. die Steidle- Mannen mit dem Starhemberg und dem Hahnenschwanz rumorten, klang es ganz unwienerisch und fast bafuvarisch grob. Dann gab es eine Zeitlang eine Marxistenhetze, fast im Stile eines Hugenberg und seiner Trabanten. Neuerdings steh! die Zollunion zur Debatte. Aber davon reden wir heute lieber nicht. Es wird ohnehin mehr davon gesprochen, als der an sich guten Idee nützlich ist. Denken ..._ wir lieber an das Wien und das Oesterreich, wie es sich dem fplillerung bis in Atom« herbeigeführt hotten, hielt es ein Teil seiner| Zugereisten vom Norden zeigt, wenn es feine Stammesverbundenheit Großen, namentlich der reiche und mächtige Herzog von Burgund, mit dem Briten. Karl VIL, seit 1422 König, ohne gekrönt zu sein, sah sich auf Ueberreste seines Reiches abgedrängt und war schwach, ohnmächtig, verschuldet, der Zukunft sehr ungewiß. Während die Großen und Ritter sich am Kriege mästeten, litten Bauern und Bürger un- söglich; Gewerbefleiß und Ackerbau waren durch stete Schröpfungen und Plünderungen bis an die Wurzel zerstört; auf aller Lippen lag der Schrei nach Frieden..Man ersehnte", sagt Hans Delbrück, „eine Herrschast des Friedens, der Sicherheit und der Ordnung. Der ideale Begriff des Königtums als des von Gott gestellten Schützers des gemeinen Mannes und des Landftiedens erfüllte sich mit neuer Kraft." Als Heroldin dieses„idealen Begriffs de« Königtums" trat Jehanne auf, weil sie selber dem getretenen und gedrückten Volk ent- stanimte. Sie nannte sich die Pucelle, das war: ein Mädchen von niederer Herkunst, das von seiner Hände Arbeil lebte; als Kind hatte sie, im geflickten Röckchen und barfuß, die Schafe auf die Weide ge- trieben. Wenn sie glaubte, dauernden Frieden nach innen und außen durch Vertreibung der Engländer und durch Krönung des Valois und nicht anders erreichen zu können, dachte sie nur, was viele in der gequälten Masse dachten. Darum betrachteten König und Feudal- Herren die kühne Maid anfangs mit unverhohlenem Mißtrauen, denn o».Seherinnen litt die Zeih nicht gerade Mangel, aber die Bürger jubelten ihr zu, und die Bauern knieten vor ihrem Bild' in der Kirche. Die hart mitgenommenen kleinen Leute drängten sich um sie, und sie erwiderte ihre Neigung, kündend, ihre Sendung sei es, die Armen und Elenden zu trösten. Als sie Ende April 1429 in Orleans einzog, fiel ihr die Macht ganz von selbst zu; die Einwohner der belagerten Stadt kannten weder Stattholter des Königs noch Gouverneur noch AdAsherren noch Kriegskapitänc mehr, sondern nur die Jungfrau, und wenn Anatole France mit einiger Ueber- treibung diese schwärmerisch« Anhänglichkeit der Bürgerschaft an die Lothringerin eine bürgerliche Revolution nennt, so steckte in der Tat etwa» vom Geist des Bauernkrieges und der Erhebung des Dritten Standes in der Bewegung, die Jeanne entfachte. Sie war Volk. Was dem dünnen blauen Blut der Könige, Grafen und Herren zu tun versagt blieb, gelang dem frischen roten Blut des Volkes: die junge Bäuerin aus dem Maastal erschien als Sinnbild des Voltes, das die 5kraft fand, aus eigenem die Dinge zu wenden. Aber weil sie Volt war, bewirkte sie noch ein anderes. Da in den Jahrhunderten zuvor durch die zielbewußte Arbeit Philipp Augusts, Ludwigs VIII.' und IX. und Philipps des Schönen Frank, reich der Staatseinheit entgegenwuchs, ließ mehr als die Sprach- gemeinschaft, nnt der es nicht allzu weit her war, die Schicksals- gemeinschaft das zarte Pflänzchen französischen Nationalgefühls auf- keimen. Dann freilich drohte es. zertreten und ausgerissen zu wer- den; in den schlimmen Kriegsläufen erwies sich, wie Landschaft von Landschaft, Stand von Starck» getrennt war, jede kleine Einheit eine Well für sich, alle die große Einheit schnöde verleugnend. Jeanne aber, an den Marken Lothringens und der Champagne geboren, als Dauerickind unterhalb der ständischen Ordnung stehend, vertrat keine Provinz und keinen Stand, fondem das Ganze: das Volk, die Nation. Frankreich. Wieder entsprach es der Logik der Dinge, daß sie sich nicht nur für Vertreibung der Engländer, sondern auch für Krönung und Machterhöhung des legitimen Königs einsetzte, denn auf jener Stufe der geschichtlichen Entwicklung war das Königtum dos zusammenfassende, oerbindende Element, Träger der Einheit der Nation. So wurde Jeanne zum Ausdruck des jungen französischen Nattonalgefühls; ihre Wirksamkeit trug zur Weckung und Steige- rung des Nationalbewußtseins nicht wenig bei; niemand erkannte dies« Triebkräfte besser als der Konsul Bonaparte, da er IM? im Amtsblatt von ihr sagen ließ, sie habe bewiesen, daß es kein Wunder gäbe, dos der französische Genius nicht vollbringen könne, sobald die nationale Unabhängigkeit bedroht sei. All das jedoch erschien einem Jahrhundert, dos im Aberglauben so ausschweifte wie im Glauben, unter religiöser Verkleidung. Wie Jeanne nicht über sich selber und ihre Aichänger nicht über sie rechten Bescheid wußten, so haßten und fürchteten die Engländer und die Partei des Herzogs von Burgund sie nicht, weil sie eine gefährliche Verkörperung de« französischen Nationalgefühls war, sondern weil sie buchstäblich den Teufel im Leibe hatte. Wie jubelten sie, als dos heldenhafte Mädchen am 23. Mai 1430 ihren Feinden in die Hände fiel! Aber nicht mir, weil die Engländer sie für eine Hexe hielten, sondern wich aus politischen Gründen, weil es dem Ansehen Karls VIT einen schweren Stoß versetzen mußte, daß eine Hexe seine Krönung zustande gebracht hatte, überantworteten sie die Jungfrau von Orleans der geistlichen Gerichtsbarkeit, der Inquisition. Am 30. Mai 1431 flammt«, nach einem der zeitüblichen Ketzerprozeffe, auf dem Marptplatz zu Rouen der Scheiterhaufen, auf dem Jeanne verbrannte: weder der König, der ihr die Krone verdankte, noch der dem Balois anhängende Teil der Klerisei hatte einen Finger gerührt, sie zu retten. Aber«cht nur sichert dieses schreckliche Ende dem Mädchen von tag auch te XachCdberiben, fonbera viele« ihre mit den Deutschen im Reiche betont, ohne jedoch gleich in die hohe Politik zu steigen. • In diesem Oesterreich, das die Weisheit der Sieger im Welt- kriege aus dem national zerklüfteten Reiche Habsburg übrig ließ, bildet die 2-Millionen-Stadt Wien einen festen Punkt, um den sich die übrigen„Bundesländer" mit wenig mehr als 4 Millionen Ein- wohnern gruppieren. Alle und neue Kultur stoßen hier auf- einander. Man fühll sich zwischen zwei Zellallern, zwischen dem Gestern und dem Morgen! Man blickt mit Bewunderung auf die Denkmäler künstlerischen Schaffens, die aus vergangenen Jahr- Hunderten überkommen sind und treu gehegt werden, man sieht daneben ein Neues werden, Denkmäler der Gegenwart, die in die Zukunft weisen. Einfluß, Macht. Reichtum— das war in früherer Zeit vereinigt bei den Trägern der welllichen und der kirchlichen Gewalt. Um sie sammelte sich alles, was geistig und künstlerisch der Welt etwas zu geben hatte. Monarchen und Kirchen waren die Auftraggeber, in deren Dienst Kunst und Wissenschaft arbeiteten. Bei ihnen kon- zentrierte sich der gesellschaftliche Wohlstand, der aus dem Fleiß der werkenden Bauern und Städter entsprang. Das Schicksal der Völker verschwand unter dem Glanz des Hofes und der hohen Geistlichkeit. _, rj e. V, r\_■,....___,__ neuen unen. xiuu min ni uns Ullnzc iuacuus tjueiuiytjyueiu ouiu»* � rü: dn-ngen. das m eine besonders ausgeprägte Note trägt. Sie der Hof und die Kirche stets so eng mlleinander verbunden waren, wie kaum in einem anderen Lande Europas. Schlösser und Klöster— wundervoll gelegen in malerischer Um- gebung, ausgestattet mit Schätzen der Architektur, der Bildhauerkunst und der Malerei— spiegeln in ihrer Mannigsalligkeit auch heute noch die große staatliche und gesellschaftliche Macht wider, die ihre Besitzer in früheren Jahrhunderten und Jahrzehnten ausübten. Allein die Bundeshauptstadt Wien birgt an Schlössern und sürstlichen Palästen eine große Zahl, von der Hofburg und Schönbrunn und Belvedere über die kleineren fürstlichen Behausungen bis zu jenen Prunkbauten, die privater Reichtum neben den fürstlichen errichten durfte. Heute sind die Schlösser fast sämtlich Museumszwecken dienstbar gemacht. Und wenn in der„Burg" noch die„Schatzkammer" gezeigt wird mit den Kronen der Habsburger, mit den kostbaren Krönungs- mänteln und Szepter und Reichsschwert, mit Wunderwerken der Goldschmiedekiinst, die die Sage bis auf Könige des Mittelalters zurückgehen läßt, so mag man daran die ewig wirkende Kraft der Arbeit spüren, die wir in den Monumentalbauten so in der Fcinkunst des Goldschmieds die Kultur vergangener Epochen gestaltete. Vergangener Epochen! Die Monorchie ist auch in Oesterreich begraben. Zwar die Schlösser stehen noch, die sie einst erbauen ließ, aber ihre Macht ist verschwunden. Nicht verschwunden aber ist die Macht und der Einfluß der Kirche, deren stifte und Klöster und Dombauten mit Macht und Einfluß und Glanz der Monarchie einst wetteiferten. Fährt man durch die reizvolle Landschaft um Wien nach Norden oder Süden, nach Osten oder Westen, überall tauchen aus Hügel- kuppen oder in Tälern die charakteristischen Sttftsbauten auf, die noch heute ihrem alten Zwecke dienen. Zisterzienser oder Augustiner, Mönche der verschiedensten Orden haben sie vor Zeiten errichten lassen. Ihre Ordensbrüger von heute leben noch in gleicher Um- gebung, gehen noch in gleicher Gebundenheit ihren Lebensweg und behüten daneben die Schätze kirchlicher Kunst, die ihnen anvertraut sind. In Klosterneuburg z. 58., einem niederösterreichischcn Vorort Wiens, steht auf überragender Bergkuppe ein Augustinerkloster, das auf die Babenberger zurückgeht, die vor den Habsburgern in der Ostmark herrschten. Hier ist eine ganze Geschichte der kirchlichen Kunst niedergelegt an Bauten, an Gemälden, an Plastik. Ein Schmuckstück— auch im profanen Auge des Weltkindes— ist der „Verduner Altar", ein hervorragendes Werk mittelalterlicher Gold- fchmiedekunft, das ursprünglich als Kanzelbekleidung gedacht war, schließlich aber an anderem, aber bevorzugtem Platze kirchliche Ver- wendung fand. Hier ist die ganze biblische Sagenweft in feinster Emailleorbeit an den Flächen der goldenen Altarwand dargestellt, eine„biblia pauperum", die Bibel der Armen, die nicht lesen, aber die bildhaften Darstellungen wohl in sich aufnehmen konnten. » Von der höfisch-kirchlichen Kullur des Mittelalters führt der Weg zur Neuzest über die Entwicklung des Bürgertums und feine be- sondere Kullurwelt. Diese ist vor allem gekennzeichnet durch Meister der Töne und ihre Werke. In Wien sind Namen wie Haydn, Beethoven, Schubert, Mozart, Bruckner, Strauß noch heute so lebendig wie j« zuvor. Von ihnen zeugen nicht nur Denkmäler in Erz und Stein oder Erinnerungshäuser, auch ihre Werke werden immer wieder aufgeführt und damit ihr Gedächtnis über die Nöte der Gegenwart hinweg treu bewahrt. e- Inzwischen aber hat das soziale Zellalter seinen Einzug gehalten, das nicht mehr dem einzelnen Repräsentanten auf dem Thron oder der geijoge» fühle» hfnft. frphfnr da» lebenden und schaffenden Menschen. An die Stelle des höfischen und geistlichen Kults trat der Wille, der Gesamtheit zu dienen und vor ollem der großen Schicht der Arbeitenden, die den Unterbau der Gesellschaft darstellt. Dieser Wille zum sozialen Dienst an der Menschheit wird besonders in dem„Bundesland" und der Bundes- Hauptstadt Wien mit Eifer und Konsequenz gepflegt. Wien hat gegenüber reichsdeutschen Städten ähnlicher Entwicklung den großen Vorzug, daß es nicht Teil eines anderen.Landes" ist— wie etwa Berlin ein Teil vön Preußen—, sondern daß es im Rahmen der Bundesgesetzgebung über seine innere Gestaltung selbst beschließen kann. Dazu kommt, daß es eine geschlossene sozialdemokratische Mehr- hell in seiner Gemeindevertretung hat und daher den sozialdemo- kratischen Willen zur Neuformung mit voller Freude an der geschicht- lichen Verantwortung zur Geltung bringen' kann. Dieser sozialistische Wille baut nicht Schlösser und Kirchen. Sein Ziel ist nicht hohler lsirunk für Auserlesene und nicht mönchische Ab- geschlossenheit, vielmehr Lust, Licht und Freude für die Massen der Arbeller und deren Kinder. ÜWas die Gemeinde Wien in den Nach- kriegsjahren an Wohnhöfen errichtet hat, wird in der Zukunft Zeugnis ablegen von dem ernsten Kollektivwillen unserer Generation, wie Schlösser und Klöster von etwa besonderer Eigenart jener Zeit, in denen sie erbaut wurden. Der neueste und größte dieser Wohn- Höfe— der Karl-Marx-Hos— mit seinen rund 4SM Bewohnern, seinen wellen Spielplätzen, den gemeinsamen Waschküchen und den Kindergärten unter fachlicher Leitung spiegelt besonders klar Ideen- weit und Willen wider, die im heutigen Wien lebendig sind. Diese Wohnungsfürsorge verrät klar« Einsicht in die Notwendigkeiten des Tages, denn die Behausung der lEBiener Arbeiter war vor Sem Kriege außerordentlich bescheiden, um nicht ein hartes Wort zu ge- brauchen. Diese Fürsorge aber bedeutet auch einen festen Blick uv die Zukunft, die der arbellenden Klasse gehören wird. Aber nicht nur im Wohnbau zeigt sich der neue soziale Wille im neuen Wien. Von ihm ist das ganze soziale Fürforgefystem durch- beginnt mll der Fürsorge für werdende Mütter und fetzt sich'fort über die Neugeborenen bis zu den Siechen und Greisen, die der Hilfe durch die Gesamtheit bedürfen. Bilder, Denkmäler, Schloß- und Dombauten zeugen von den Gesellschaftsformen des Gestern, das verging und vergeht. Die architektonisch schönen Wohnbauten und die sozialen Einrichtungen der Gemeinde Wien von heute aber künden uns das Morgen, das dem Gemeinschaftsideal dienen wird. Dieses Morgen gehört uns, gehört dem schaffenden und ausbauenden Sozialismus! tllagda JlcJmrya: Sias WlarsEipanichnDein Mifcha war auf dem Lande aufgewachsen, unter der Obhut einer an Grundsätzen reichen Mutter. Grundsätzlich gab sie dem Kinde kein« Süßigkeiten, daher hatte Mischa wohl lebendige Schweine, aber noch nie ein Marzipanschwein gesehen. Zu seinein fünften Geburtstage schenkte ihm eine Tante ohne Weltanschauung und mit wenig Grundsätzen(es gibt auch solche),«in rundes sanftes Schweinchen aus Marzipan, das ein Goldstück im Maul hielt, kar- minrote Oehrchen und schwarze Augenpunkte hatte. Mischa betrachtete es erst eingehend von allen Seiten und setzte es dann in sein Blech- auto. Das Auw ratterte durchs Zimmer, blieb an einem Stuhlbein hängen, und kippte um. lvtischa eilte zur Unfallstelle, um sein Schweiychen zu retten. Es lag neben dem Auw und sah still vor sich hin, aber das rechte Hinterbeinchen war abgebrochen. Mischa brüllte zuerst ein wenig, dann hob er das Schweinchen auf, um den Schoden zu untersuchen. Zuerst versuchte er das Beinchen anzu- drücken— es wurde schief und hielt nicht. Dann beschloß er, dos Beinchen anzukleben, leckte die Bruchstelle und wurde nachdenklich. Wie fein das schmeckte! Er leckte nochmals. Ja wirtlich, das war ja süß und schmeckte nach lllwndeln! Da biß er resolut ins süß« Marzipanfleisch und nach ein paar Sekunden war das ganze Bein- chen aufgegessen. Da hielt Mischa inne. Er sah zuerst das streich- holzdünne Stäbchen in seiner Hand an, das dem Beinchen als Stütze gedient hatte und dann das Schweinchen ohne Bein. Das Bein- chen war fort, ganz und gar, und das Marzipynschweinchen wird bis ans Ende seines süßen Lebens auf drei Beinen hcrumhopfen müssen— und das war seine, Mischas, Schuld! Da heulte er los, den Kopf zurückgeworfen, die Augen zugekniffen, vom Sturm für ihn noch namenloser Gefühle erfaßt. Denn es war der tiefernste Drang zum Genuß bis zur Vernichtung des Genossen und Empö- rung gegen sich selbst. Aber schon löste sich der Wille selig aus in wachsender Gier, und schluchzend biß er plötzlich das zweite Hinter- beinchen ob. Kaum war es zerkaut und verschluckt, als er wieder losbrüllte, von Reue gepeinigt, aber innehallen konnte er nicht mehr. Er schlug seine Zähne tief ins weiche Marzipan, kaute und weinte, entsetzt, oerwirrt und die Süßigkeit genießend. Biß ausheulend ein Stück nach dem anderen ab— bis nur das Köpfchen übriggeblieben war, das noch immer mit schwarzen Punktaugen still vor sich hin» blickte. Mischa steckte es verzweifelt auf einmal in den Mund, blickte fein« leeren Hände an und wurde stiller. Das Schweinchen war nicht mehr da, es war nirgendwo, ganz fort und verschwunden, aber wie schön, wie schön hatte es geschmeckt! Er lehnte sich an das Stuhlbein neben dem umgekippten Auto, müde vom lltzeinen, und schlief still ein. Sa fand ibn die Mutter und weckte ihn auf, un» ihm das von Tränen nasse, von Marzipan klebrige Gesicht z» Alle scnatzenstraße 3-4 Eche Keibelstraoe soweit der Vorrat reicht 10 ÜM Irlsötc Eier 0.55 lebeDde Kedite Pianil 0.55 Kolonialwaren Pfd. 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Pfd 0.68 Rinderleber... Pfd 0.88 Rinderherzen.. Pfd. o.44 Gefrierfleisch Hammeivorderlleisdi, gefroren.. Pfd. von 0.54 Hammeirfldten.gefr.Pfd. 0.54 Hammelkenie, getr. Pfd. o.is SappenfleUdl, gefroren. Pfd. von 0.54 Sdlfflorllelsdl, gefroren. ohne Knocken, Pfd. von 0.98 Käse und Fette Inlandbntter...Pfd 1.24 Idsiter. voiitett.. ,. 0.80 KoliSnd.. Edamer 40°°.. 0.10 lusii. Biodüfäse 20%„ovo Steinbusdier, voiitett.. 0.18 Sdiwelzer, voiifett... i.is äHSSlanSenkSse 20°«Pfd o.38 Frfihst.-Klosierkase 2 st. 0.15 Camembert 20%. 2 st. o.is Romadonr....st. 0.11 SObrabmkBse so% 2 st. o.25 Hardarlne, Kokosfett 2 Pfd. o.is Konserven Vi Dose Slandenspardel, sehr stark 2,35 BremsparOel. extra stark 2.25 Bredisparpel, Ohne Kopf 1.50 Kaisersdioten.... 1.15 lunde Erbsen, mittelfein. 0.I8 Leipziger Allerlei■.. 0.18 Vi Dose Gemisdiles Gemüse mittelfetn...... 0.84 Aplelmns...... 0.65 Erdbeeren...... 1.50 Gemisdtte Frttdtle..1.50 Pilanmen, mit stein.. o.68 Konfitüren Orangen, fohannisbeer oder Aprikosen Himer ca. 2 Pfd. 1.10 Fische, Räucherwaren HabeDan. ohne Kopf, Im ganzen..... Pfd 0.12 SeeladlS. ohne Kopf, im ganzen..... Pfd. 0.12 Rolbars.... Pfd. 0.13 Island Sdielllisdi 2-4 Ptd 0.12 Merlan..... Pfd. 0.12 Habeijan-Fiiet.. Pfd. 0.20 Lebende Aale. Pfd von 0.90 Lebende Sdileie. Pfd. 0.95 Lebende Kärnten Pfd. von o.85 FelibttdUinge. Pfd. von o.30 SeeladlS, geräuchert. Pfd 0.32 Flandern.... Pfd 0.38 Sittdienliandern. Pfd 0.43 Makrelen.... Pfd. o.4S Mailesnerlnde stdc. von 0.15 Fettberinge 10 Stck. von 0.50 Wild und Geflügel Waldlauben, gefroren Stück von 0.45 lange Tauben, frisch Stück von 0.15 Emen...... Pfd 1.25 Gänse..... Pfd 1.45 Suppenhühner Pfd von o.85 Braihlihner.. Pfd. von 1.10 IE Tltealet, LicUispiele usw). J-----«.■-A_-MJ Freitag, 29. 5. Staats-Oper Unter d. Linden 270 A.-V. 20 Uhr Tmigistsp. hmi 6«- orgi- Hirald ilreubbtig Die Planeten Pavane Letrafn bleu Ende g. 22 Uhr Staats-Oper ka Plah dar Rapubiik 19«/» Uhr EnfaiffOingt; Aus einem Totenhaus Oiffnti. lartrnnrkaaf Ende 22*A Uhr Freitag. 29. 5. Stadt, oper Bismarckstr. Tumus IV 20 Uhr Angelina Ende D.22V/. Gestern n. Pente KomSdienhau« Täglich S'h Uhr Schwengels mit Felix Kressart und Rosa Valetti P« Ellte-Säneer—5 Kottbusser Str. 6 Täglich «>/» Uhr Jm Rosengarten der Lielie Vorher: Ein erstfcl. soloiatl. Im gekühlten WintQr * Garfen- ein hervorragendes Programm! 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MaL tVj, Uhr. im Jttematoriuni Baumschulenweg, Aiesholzstraße, statt Am 28. Mai starb unser Aollege. der Silderarbeiier Lrnll Peters Sie Einitscherung findet am Sonn- abend, dem 80. MaL 18 Uhr. im Aremalorium Baumschulenweg, Alis- hoizstrahe. statt. Ohr» ihre« Andenke»! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsrerweltmig Am 28. Mai verschied nach langem schweren Leiden unser lieber Genosse Emil Wißler Der Verstorben« hatte sei» ganze- ardestareiche» Leben der Partei ge- widmet Er war viel« Jahre al- Wahlvereins-Dorsitzender, Siadtoer- orbneter und Areisvorsizender siir dt- Partei Uitlg. Wir werden stet, seiner gedenke». Krelauardaiid der SPD, 18. Krda Sie EinSschernng ertolgt am Sonn- abend, dem 80. Mai. IS Uhr, im Aiemniorium Bnumschulenweg. E« wird um zahlreich« Beteiligung gebeten. Arn 28. Mä! entschlief sanft nach kurzem. schverem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter und treusorgender Vater, Scliwieger- und Großvater Emil Wißler im Alter von SS Jahren. In tiefer Trauer Anna WIBIar, geb. lehls nebst Kindern. Berttn-Köpenlck, Freiheit 7. Die Einäscherung findet am 30. Mal, 15 Uhr, im Krematorium Baumscbulenweg statt. KLEINE ANZEieEN KW« PI. FtttgdnifttB Wort 21 Pf. itiliulg 2 fittgnlnidrti Worte).- Stolloagosiid« 4» t. Wort(trtigidnidrt) tiPt.ido weih™ Wort 10 PI Worto Bit»otr ah Ii BadutaNe ttdia» für nni Worte. Aartiga. wtida für 4h nöduto Ginnor hortinnt >i«4.Biu»a kuioilBiut F/j ihr nodimittigi m ihr Hngi-bgoiiitioi 4a Vorvirh, Liotarlralt 3. rbjogeboo Verden.Dieuibo irt aodrcatigma Borgeoi Vit Ohr bis aadd. 1 Uhr onnitertind» griffnet. ueritauie KieidangsstucKe, u/asche usw. ROSE Rhabarber Sdiolen. Saldi.. Blattspinal Hordieln■ Obst und Gemüse . 3 Pfd. o.20 Nene Kartoffeln. 4 Pfd. 9.85 . 2 Pfd. 9.35 2 Köpfe 9.25 . 5 Pfd. 0.25 ..Pfd. 0.42 Grüne Garben Sick, von o.38 junge Möhren. 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Mai 1931 nerstard im Alier von 8S Jahren der Ardeitavermitller des Arbetisamies Beritn-Ost, Herr Lmil Wißler Der B erstorbene hat seit mehr als 10 Jahren die Delchätle im ArdellS' Nachweis mit norditdlicher Pflichttreue geführt. a>te Reichsanftalt verliert in ihm eine tüchlige Arbeitstrait. Alle tetne Mstardelter werden setner stet« in Ehren gedenken. Berlin, den 27. Mai 1931. Aibeltaaint Berlin-Ost. OppaU «MM» äst Klmpiier zu Berlin. Bekanntmachung. Die vom Aueschuh in der Eituinq am 28. April 193 i deichloisene VI. safiungs- änderung ist vom Oderversicherungsaml genehmigt. Drudstäcke der Aenderung find im Aasseulolal erhältlich. Der Vorstand. Ziegler, KSpvner, Borsigender. Schrifttsthrer. D« gute KapifAn- j' | liuuiauan gurenguch. erhllti C. Köck er, Berlin &Llimsa]i8rgsr Stiafie 22. ROnlgsi. 3881 ltaulsvali" J Heimarbeiter auf Sportblusen gesucht. Meldung mit Probearbeit und Papieren, I,eonhard Tictx A.-G. Slralaocr Strahc 4Z/45. 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Lahm gab gesteru der Oefsevflich- keil einige grundsätzliche ilnsführuugen über die uuler der Ueberschrift„Säuberungsaklion",«Korruplioos- s k a n d a l e" usw. in der presse der letzten läge behandellen Personaloeränderungen bei den städtischen Gesellschafleu. Zur Vermeidung von Irrtümern, so führte Dr. Sahm aus, und zur Beseitigung von Mißverständnissen erscheint es mir wichtig, zunächst dos Ziel der eingeleiteten Maßnahmen klar zu stellen. Es Handel» stch nicht um die Aufdeckung neuer SorrupNonsfälle und ebensowenig um die Einleitung bzw. Fortführung bereits früher vorgenommener Untersuchungen. Die Maßnahme läßt stch am treffendsten so definieren, daß die geplanten Personaloerände- rungen mit dem Systemwechsel zusammenhängen, der durch den Eintritt neuer Herren in die Leitung der Stadt Berlin und die Anbahnung einer Berwoltungsvereinfachung und -Zusammenfassung bedingt ist. Ganze Arbeit zu leisten ist uns neuen Märinern Berlins nur dann möglich, wenn wir an ollen Stellen der städtischen Arbeit— dazu rechne ich nicht zuletzt auch die städtischen Gesellschaften— Männer haben, die zu einer von größtem beiderseitigen Bertrauen getragenen Mitarbeit bereit sind und in vollem Ausmaß die Gewähr dafür bieten, daß sie die ihnen anvertrauten verantwortungsvollen Geschäft« und Aufgaben frei von persönlichen Wünschen, lediglich im Gesamtinteresse der Stadt erledigen. Wenn ich in meiner Antrittsrede die Mitarbeit jedes Bürgers als mir erwünscht bezeichnet habe, so ist die hingebungsvolle Arbeit der in der städtischen Derwalwng stehenden Persönlichkeiten für mich und meine nächsten Mitarbeiter unerläßliche Voraussetzung. Unter diesem Gesichtspunkt hat, im engsten Einvernehmen mit mir, der Vorsitzende der Auffichtsräte der städtischen Gesellschaften, Bürgermeister Dr. Elsas, Verhandlungen über eine gütliche Lösung des Vertragsverhältniffes einiger Herren«ingeleitet und teilweise schon durchgeführt, bei denen nach unserer Ansicht ein Fortbestehen des Vertragsverhältnisses den vorher dargelegten Grundsätzen nicht in vollem Umfange entsprechen dürft«. Die neu geschaffene Geschäftsordnung für die Direktionen der städtischen Werke, die in kürzester Zeit bei allen Gesellschaften eingeführt werden soll, zeigt Ihnen, daß wir die enger« Verbindung, die wir in persönlicher Hinsicht anstreben, auch organisatorisch durchzuführen bestrebt sind. Die Einkleidung städtischer Werke in die Form privatwirt- schoftlicher Gesellschaften darf nicht dazu führen, daß das Band der Zusammengehörigkeit, das olle diejenigen Stellen verbindet, die an den gemeindlichen Aufgaben arbeiten, zerreißt. Dies« Ver- bindung scheint mit in«inigen Fällen verloren gegangen zu sein; sie wird daher von uns wieder hergestellt werden, teilweise viel- leicht auch m der Form, daß einige Gesellschaften der Privatrechtsform wieder enMeldet und zu städtischen Dienststelleu zurückgebildet werden. Eine derartige Maßnahme entspricht in vollem Umfang auch meiner Liebe zu den kommunalen Betrieben, der ich in meiner Antrittsrede öffenllich Ausdruck gegeben habe. Sie wäre keine wahre Liebe, wenn sie nicht mit einer gewissen Kritik Hand in Hand ginge. Der angestrebten engeren Verbindung zwischen städtischen Gesellschaften und der Leitung der Stadt cnt- spricht es auch, daß ich nach Bildung des neuen Magistrats die Anweisung gegeben habe, daß alle Finanzverhandlungen der städtischen Gesellschaften, soweit sie über das Stadium der Vor- Verhandlungen hinaus sind, von der Stadt aus geführt werden. Erste Hilfe auf Berliner Rettungsstellen Wie sie in Anspruch genommen werden Der Schöpfer und langjährig« Leiter des Rettungsamtes der Stadt Berlin, Dr. Paul Frank, hat die berusliche Freude er- fahren können, daß die Berliner Einrichtungen schon zahlreichen Städten zum Muster gedient haben, weil kaum«ine Stadt der Welt die gleichen praktischen und in ihren Einzelheiten ineinander- greifenden Rettungsstellen besitzt, wie Berlin. Der allmählich« organische Ausbau des Berliner Rettungs- wesens, da» bei der Weiterentwicklung der Millionenstadt natür- lich immer wieder neue Probleme ausrollt, hat zu Mustereinrich- tungen geführt, die heute von jedem Einwohner Berlins als«ine Selbstverständlichkeit betrachtet werden. In einem einzigen Monat wurden die über alle Teile Berlins verteilten Rettungsstellen nicht weniger als 10S84mal in Anspruch genommen. In der Hauptsache von Männern(6308), Frauen(2612) und KIn- dern(1664). Die meisten Hilfeleistungen wurden während der Tagesstunden in den Rettungsstellen selbst gefordert, doch mutzten die Aerzte und das Personal der Rettungsstellen in 8778 Fällen während der Nachtzeit eingreifen und zwar 1097mal außerhalb der Rettungsstellen in Tätigkeit treten. Bei den meisten Unglücksfällen handelt es sich um äußere Verletzungen. SSmal mußte die Rettungsstelle zur G e» bnrt»Hilfe eingreifen, 152mal bei Selbstmorden und Selbstmordversuchen und schließlich mußten 216„Alkohol- l e i ch e n"', darunter 22 Frauen, weggeschafft werden, die von den erfahrenen Sanitätern in sachgemäße Behandlung genommen wer- den mußten, um am nächsten Tage auf einer Rettungsstation zu erwachen. Für den gewaltigen Fortschritt, den die Aufklärungsarbeit auf dem Gebiete der Geschlechtskrankheiten genommen hat, spricht die Tatsache, daß die Berliner Rettungsstellen 1033Schutz- be Handlungen vornehmen mutzten. Reben dem eigentlichen Rettungsdienst wurden noch 6600 Krankentransporte ausgeführt. Dieses alles im Verlaufe eines Monats. Die steigende In- anspruchnahme dieser für die Oeffentlichkeit unentbehrlichen Ein- richtungen wird natürlich deren weiteren Ausbau fördern. Hierbei wird in absehbarer Zeit einmal die Frage einer etwas komfortable- ren moderneren Einrichtung der städtischen Rettungsstellen, und neben dem Arzt und dem Heilgehilfen vielleicht auch die Zuweisung einer Schwester spruchreif werden. Vorerst muß aber auch auf dem Gebiete de» Rettungswesens das Bestehende erhallen und der Aus- bau auf bessere Tage verschoben werden. Der Aussichtsrat der BKL. In einer Sitzung am Donnerstag, dem 23. Mai, konstituierte sich der Aufsichtsrat der Berliner Kraft- und Licht- Aktiengesellschaft zu Berlin. Zu Stellvertretern des Auf- sichtsratsvorsitzenden, Bürgermeisters Dr. Fritz Elsas, wurden für die Gruppe der �-Aktionäre Dr. Werner Kehl, Mitglied des Bor- standes der Deutschen Bank und Discontogesellschast, und Dr. Oskar Oliven, Generaldirektor der Gesellschaft für elektrische Unter- nehmungen— Ludw. Loewe u. Co. A.-G., und für die Gruppe der V-Aktionäre Generaldirektor Dr. Robert Frank, Mitglied des Borstandes der Preußischen Elektrizitäts-Akt.-Ges., und Dr. Wilhelm Lenzmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Elektrowerke A.-G., gewählt._ Oas Wohn- und Bauproblem. Tagung l>eS Internationalen Verbandes für Wohnungs« wesen und Städtebau. Im Rahmen der Bauaus st ellung tagt in der Zeit vom 1. bis ö. Juni 1931 der Internationale Verband für Wohnungswesen und Städtebau(Sitz London). Die Verbandsmitglieder, Ministerien, staatliche und provinzial« Be- Hörden, öffentliche Institute und Körperschaften, die sich für das Wohnungswesen, den Städtebau, die Landesplanung und Garten- ftadlbewegung interessieren, werden aus der ganzen Welt in Berlin zufammenlommen. Als Verhandlungsthema find ausersehen: 1. Die Beseitigung verwahrloster Wohnviertel und 2. da» Verkehrsproblem in Beziehung zu Städtebau und Landes- Planung. Eine Besichtigung der Bauausstellung, von Wohnsied- lungen im Norden und Westen Berlins, Besichtigung von Wohn- siedlungen in Hamburg, Essen und im Ruhrkohlenbezirk sind vor- gesehen. Die Beseitigung verwahrloster Wohnviertel hat nicht allein den Zweck, Menschen aus schlechten Häusern in guten unterzubringen, e» kommt vor allem darauf an, den durch Abbruch der schlechten Häuser gewonnenen Platz in gutem städtebaulichen Sinne zu verwenden. Das zweite Verhandlungsthema hat Fragen zu klären, die mit Erfindung moderner Verkehrsmethoden immer brennender wer- den. Alle Stadterweiterungen müssen unter Berücksichtigung dieses Problems vorgenommen werden. Es bestehen folgende Möglich- leiten: 1. Stark zentralisierte große Städte z. B. Berlin: 2. Die zentrale Stadt mit strahlenförmiger Entwicklung, deren„Strahlen' sich durch Freiflächen getrennt entwickeln, und 3. Die Stadterweite- rung durch Trabanten, wobei jeder Trabant eine in sich geschlossene Einheit, die vom Zentrum getrennt ist, darstellt. Die umfassende Behandlung dieser Themen, die durch die Zu- sammenkunft vieler bedeutender Baufachleute des In- und Aus- lande» gewährleistet ist, verspricht auch für die Entwicklung unserer Stadt wichtige Anregung zu geben. Verkehrsforgen der„e>chilserpark"-Siedlung. Ein„Vorwärts"-Leser, der in der Siedlung Schiller- park wohnt, schreibt uns: Seit ungefähr zwei Iahren durchfährt die Autobuslinie IS (Müller- Ecke Seestraße— Hermsdorf) die B a r f u s st r a ß e, ohne daß nmn dafür Sorge getragen hätte, daß die Siedlung„S ch i l l e r- park", die etwa 1000 Einwohner zähll, endlich ihre Hallestell« erhält. Diese Unterlassung ist um so unbegreiflicher, als diese Ver- kehrslinie außer unbebautem Gelände fast ausschließlich Siedlungs- bauanlagen passiert. Die Siedlung„Schillerpark"(Eigentümern Verl. Bau- u. Spar-Verein) wird allein von der Autobuslinie IS berührt. Die nächsten Straßenbahnhaltestellen befinden sich jänitlich in der Müllerstraße und sind bis zu 20 Minuten und mehr von der Siedlung entfernt. Di« Autobushaltestelle müßt« Barfus- Ecke Bristolstrahe errichtet werden. Dadurch würden auch die vielen Leidtragenden, die täglich von den hinter der Siedlung be- findlichen Friedhöfen' der St.-Iohannes- und Gnadentirche-Gemein- den zum Stadtinnern zurückmüssen, endlich eine Fahrgelegenheit er- hallen, und die Berliner Verkehrs-A.-G. könnte durch die Errichtung dieser Haltestelle pro Jahr eine Mehreinnahme von einigen tausend Mark erziele»._. � �_J1„.____________ Neue Biersteuer genehmigt. Ab l.Iuni in Krast. Der Oberpräsident hat als Aufsichtsbehörde für Berlin be- schlössen, den Nachtrag zur Biersteuerordnung der Stadt Berlin vom 31. Mai 1927 und zum 1. Nachtrage zu dieser Biersteuerordnung vom 13. November 1930 zu genehmigen. Danach erhält Z 2 der Steuerordnung folgende Fassung: Die Steuer beträgt: Für Einsachbier..... 5,— Mark je hl » Schankbier... j. 7,50,,, . Vollbier...... 10,—.,, , Etarkbier..... 15,—.., Dieser Nachtrag zur Biersteuerordnung tritt mit dem 1. Juni in Kraft. In der ausführlichen Begründung, die der Oberpräsident seinem Beschluß über die Verdoppelung der Biersteuer beifügt, betont er, es sei nicht zu verkennen, daß eine Verdoppelung der Genieinde- biersteuersätze eine außerordentlich schwere Belastung des Braugewerbes, des Gast- und Schankwirtschaftsgewerbes und ver- wandte? Gewerbezweige zur Folge haben werde. Diese steuer- politischen Gesichtspunkte müßten indes zurücktreten. Die Finanz- läge der Stadt verlange es, daß neben einer so weit wie möglich vorzunehmenden Drosselung der Ausgaben olle noch verfügbaren Einnahmequellen nutzbar gemacht werden: dies nament- lich auch zur Erhaltung der Anwartschaft der Stadt Berlin, aus Mitteln, die aus 8 39 des Preußischen AusfüHrungsgesetzcs zum Finanzausgleichsgesetze für Zuweisungen an durch die Zolgen der Arbeitslosigkeit besonders belastete Gemeinden zur Verfügung gestellt find, einen Anteil zu erhalten. Eine solche Aussicht würde entfallen, wenn nicht zuvor die in den beiden Verordnungen des Reichspräsidenten vom 26. Juli und 1. Dezember 1930 eröffneten Einnahmequellen, zu denen auch die Gemeindebiersteuer gehört, restlos erschöpft werden. Was wird aus den Spittelkolonaden? Die alten Säulengänge in der Leipziger Straße zwischen Spittelmarkt und Dönhoffplatz, die Spittelkolonaden, waren vor einiger Zeit als„oertehrshindernd" bezeichnet worden und trotz allgemeinen Protestes hatte man unverzüglich mit dem Abbruch des südlichen Teiles begonnen. Ein Geschäftshausneubau ist nun an der Stelle entstanden, bedeckt aber kaum% des Halb- runde». Die Konstruktion des niedrigen Vorbaue«— seine Fläche soll später in die verbreiterte Leipziger Straße einbezogen werden — deutet wohl daraus hin. daß eine weitere Durchführung geplant war, aber die Uneinigkeit der Anlieger und natürlich auch die schlechte wirtschaftliche Lage hat ein Weiterbauen verhindert. So ist ein nutzloser Zwickel übrig ge blieben, der in gro- teskem Gegensatz steht zu der lebhaften Geschäftsstraße, in der sonst jeder Winkel ausgenutzt ist. Die Rückwand der Kolonade mit ihren barocken Ornamenten, die zum Teil noch von den Reklame- schildern der Ladeninhaber überklebt sind, steht noch: darüber sieht man die Hinterhäuser des Nachbargrundstückes und seitlich erhebt sich schroff die Giebelwand des modernen Neubaues. Wie nun schon die Königskolonaden im Kleistpart, so sollen die Spittelkolonaden im Schönhauser Schloßpark einen Altersruhesitz erhalten. Zu beiden Seiten der aufs Schloß zuführenden Allee sollen sie aufgestellt werden und im Verein mir anderen Plastiken aus der Stadt hier zu neuer Wirkung kommen. Vorläufig werden aber die Fragmente noch im Schuppen liegen bleiben und die Leipziger Straße in halbfertigem Zustande ver- harren. Denn der nördliche Teil der Kolonaden, wo noch lebhafter Konditoreibetrieb herrscht, wird wohl auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht sobald der Verkehrspsychose weichen. iii* Ihn Za haben in allen leistnngsfähigen Ilat-Spezialgeacbäften Opfer des Berliner Verkehrs. Weiteres Ansteigen der VerkehrSvafalle. Mit der erhöhten Zunahme der Kraftsohrzeuge in Berlin und ihre stärker« Benutzung auch zu Ausflügen haben sich die Verkehrs- unsälle im Monat April weiter bedeutend erhöht. Die Statistik zählt im April für Berlin 2049 D-rkehrsunfälle, an denen 4051 Wegebenutzer betiligt waren gegen 1815 Unfälle im Vormonat. Die Zahlen in Klammern geben immer die Vergleichs- zahl des Vormonats an. Auf die 42 636 Personenkraftwagen entfallen 1067 <965), auf IS 980 Last- und Geschöftskrastwogen einschliefjlich Elektrokarren 446(449), auf Last, und Gefchäftskraftwagen mit Anhängern 48(50), auf die 1615 Zugmaschinen 4(4). auf die 889 5 Kraftdroschken 687(691), auf die 691 Kraftomnibusse 60(68). auf 39 904 Krafträder und Kleinkrafträder 38 9(280), auf die 2118 Triebwogen und 1826 Anhänger der Straßenbahn 153(153), auf die Handwagen 33(46). auf die Tret- räder 8 7(262), und auf die Fußgänger 397(371). An diesen Zahlen ist d«r Umstand beachtenswert, daß die 39 904 Krafträder nur 389 Unfälle verursacht haben, während auf das Konto der 42 636 Privattraftwagen die riesige Zahl von 1067 Unfällen kommt, ein Beweis dafür, daß die Motorräder nur ein Drittel so gefährlich sind wie ihre erbitterten Feinde,. die Privatwagen. Auf die einzelnen Tage d«r Woche verteilen sich die Unfälle folgendermaßen: Sonntag 172, Montag 259, Dienstag 289, Mittwoch 338, Donners- tag 372, Freitag 291, Sonnabend 328. Bei der Verteilung der Unfälle auf die einzelnen Stunden entfallen die wenigsten auf die Stunde zwischen 5 und 6 Uhr morgens(8). und die meiften auf die Stunde zwischen 15 und 16 Uhr(176). Bei den Unfällen wurden im Monat April 27 männliche und zwei weibliche Personen getötet sowie 596 männliche und 217 ivei bliche Personen verletzt. An den Folgen der in dem Vor- monaten erlittenen Verletzungen sind im Monat April fünf Per- sonen gestorben. Di« meisten Ursachen zu den Unfällen waren zu , ch n e l l e s Fahren(164), Außerachtlasien des Vorfohrtsrechts 143, vorschriftswidriges Einbiegen 116, Unterlassen des Warnungs- Zeichens(57) und Fahren auf falscher Straßenseite 48. Durch Unachtsamkeit oder Spielen auf der Fahrbahn wurden 116 Unsälle herbeigeführt. Diese hohe Zahl müßte Jiie(Eltern veranlassen, die Kinder über die Gefahren des Spielens auf der Straße und Fahrbahn aufzuklären. Wegen Fahrlässigkeit wurden 24 Personen die Führerscheine entzogen. Durch Trunken- heit des Fahr«rs wurden 36 und durch T3: unkenheit von Fußgängern 18 Unglücksfälle herbeigeführt. Oer Kreuzberg-�oo. Der Srenzberg, der INonl-Eoerest Berlins, hat eine neue Sensation auszuweisen. Betritt der Besucher die Anlage« von selten der Sreuzbergstraße, glaubt er sich im Berliner Zoo zu befiadeu. Eine umfangreiche, Neine Menagerie hat hier die Parkverwaltuug zur Freude der Alten und besonder» der Zugend geschaffen. Am reichhaltigsten vertreten ist die heimische Vogelwelt. In weiträumigen Käsigen tummeln sich die bunten Sänger unserer Wälder. Reben der Krähe und dem Raben flattern lustig Eichelhäher, Dohle und die„diebische' Elster im Käfig herum. Die Rachbarkeit einiger gefährlicher Gesellen, des mächtigen Mäusebussards, der düsteren Waldohreule und des räuberischen Turmfalken scheint sie wenig zu stören.— Prächtige Pfauen und Goldfasane— sogar ein paar Teichhühner mit„Privatbad' in ihrer Villa— erfreuen den Partbesucher. Nicht, nergessen werden aber darf— die kleinen Besucher des Kreuzbergs würden es sehr übel nehmen— Herr Adebar, der frei und ledig aller Fesieln nun schon im zweiten Jahr an den Teich- anlagen stolz und gravitätisch spazieren geht. Seinem unwidersteh- lichen Forschertrieb gemäß nimmt er öfters Reißaus, um dann dem erstaunten Spaziergänger auf abgelegenen Parkwegen plötzlich in die Arme zu laufen. Run zu den Vierbeinigen: In einem größeren Auslauf tummeln sich munter einig« Rehe. Sogar Junge gab es im vergangenen Jahre. Diese graziösen, anmutigen Tiere sind zu einem beliebten Objekt unserer Amateur-Photographen geworden. Auch eine Fuchs- familie fehlt nicht im Miniatur-Zoo. Leider oerlassen diese rost- braunen Gesellen nur selten bei Tageslicht ihren Felsenbau. Nach Anbruch der Dunkelheit sieht man sie gespenstisch in ihrem Käfig herumspringen. Die größte Anziehungskraft nehmen aber die possierlichen E i ch t ä tz ch e n für sich in Anspruch. Ein dichter Kreis kleiner und großer Besucher umsäumt ständig das Gitter, um sich an dem Spiel dieser gewandten und blitzschnellen Tierchen zu er- sreuen. Rur selten unterbrechen diese ihr« rastlose Hast, um aus den 5?änden der Besucher Nüsse zu erhaschen. Ein Spiel, das die Klein- ften immer wieder zu Freudenausbrüchen veranlaßt. Städtische Wochenmärtte im Bezirk Weißeusee. Das Bezirksamt Weißensee weist darauf hin. daß die vorhan- denen städtischen Wochenmärkte bestehen bleiben und in eigener Be- wirtschaftung der Stadt Berlin betrieben werden. Die Märkte werden abgehalten: in der Sedanstraße am Montag- und Donnerstagvor- mittag und Sonnabendnachmittags: in der Prenzlauer Promenade am Dienstag- und Freitagoormittag: in der Großen Seestraße, zwischen Berliner Allee und Parkstraße, am Mittwoch- und Sonn- obendvormittag und in der Slrausberger Straße in Berlin- Hohenschönhausen Mittwoch- und Sonnabendvormittag. Der Bismarckpl«tz in NiederschSnhausen. Im Anschluß an die Pfingstfeiertage wird mit der Umänderung des Bismarckplatzes in Niederschönhausen begonnen. Die BVG. hält den Rundoerkehr der Straßenbahn für un- geeignet. Beim Befahren der Kurven werden außerdem die An- wohner durch lautes Pfeifen der Wagenräder belästigt. Di« grad- linige Gleisführung in nordsüdlicher Richtung soll diesen oft ge- rügten Mißstand beseitigen. Bei den Vorarbeiten muß ein Teil der Bäume entfernt werden. Erfreulicherweise können aber die alt« großen Edeltannen sowie der Rotdornbestand, die dem Bis- marckplatz eine besondere Note verleihen, erholten bleiben. Da» Bezirksgartenamt wird nach erfolgter Durchführung der Gleisver- legungsorbeiten sowie nach Fertigstellung der Tiesbauarbeiten den Platz neu gestalten. Volksvorstellung. Am 1. Juni 1931 wird m d«r Städti- s ch c n O p« r als Volksvvrstellung die komische Oper„Angelina' von Rossini mit Lotte Schön« in der Titekroklc gegeben. Karten zum Preise von 2 M. einschließlich Programm und Gard«. robc sind noch bei sämtlichen Dolksbildungsämtern zu haben. Eine waldsrühllngsfeier in Wolkersdorf unter Mitwirkung der Volksschulen Woltersdorf. Kalkberge, Rüdersdorf veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft für Forst schütz und Natur- künde E. V. am Sonntag, dem 31. Mai. Treffpunkt: Bahnhof Wilbelmshagen vormittags 10 Uhr. Gemeinsame Wanderung zum �Fidusweg"(Lirkengestell). Beginn der Feier 11 Uhr. Noch einmal der Schulausflug Ein Lehrer berichtet wesentliches zu diesem Thema Die Ausführungen„D«r teure Schulausflug' in der Pfingstousgabe des„Vorwärts' oeranlassen mich zu den folgenden Bemerkungen, die besonders für unsere proletarischen Eltern gc- dacht sind. Zunächst ist die Einstellung zum Schulausflug an sich b«i vielen Eltern falsch. Sie betrachten ihn häufig als Ver- legenheitsmaßnahme des Lehrers, besonders dann, wenn er Mon- tags stattfindet. Die Vortelle, die den Kindern seelisch und körper- lich der Aufenthalt außerhalb des Häusermeeres bringt, und die wertvolle Unterstützung der unterrichtlichen Tätigkeit sehen sie kaum. Dabei bedarf jeder Schulausflug, wenn er Werte schaffen soll, umfangreicher Borarbeiten, auch oder gerade bei den ersten Jahrgängen. Es erscheint mir selbst-' verständlich, daß nur Ausflüge gemacht werden, die der Lehrende zunächst allein— bester noch mit Eltern seiner Klasse— unternimmt und dabei olle Maßnahmen überlegt, die den reibungslosen Ablauf des späteren Klasseuausfluges gewährleisten. Dazu gehören: Ge- naue Abfahrtszeiten der Verkehrsmittel(nicht stundenlanges De- battieren an den Schaltern, wenn Leute, die zur Arbeit wollen, es eilig haben), Umsteigemöglichkeiten, Orientierung im Wondergebiet, Festlegung von Punkten, an denen zwanglos und unaufdringlich Erklärungen gegeben werden können(Pflanzen, Pilze. Holz- einfchlag, Wildschutz u. ö.), Schutzort« bei plötzlichem Witterungs- Wechsel, Einkehrstätten. Für die oberen Jahrgänge kommen hinzu geschichtlich wertvolle Stätten, soziale Einrich- tungen, Arbeitsstätten jeder Art(Ziegeleien, Schleusen, Kiesgruben, � Steinbrüche, Sögewerke, Glashütten und dergleichen). Ueberhaupt wird nach meinen Erfahrungen die soziale Seite des Manderns noch viel zu wenig betont. Bei gründlicher Vorarbeit wird es fast immer möglich fein, Zutritt in Betriebe zu erhalten, die dem jimgen Proletarier nicht früh genug vor Augen treten können. Gerade die Vorbereitung einer Wanderung zeigt, wie wert- voll die Mitarbeit der Eltern fein kann. Die Eltern kommen aus den verschiedensten Berufen und sehen ein Wandergebiet demeni- sprechend von verschiedenen Gesichtspunkten aus an. Aus der Fülle ihrer Eindrücke gewinnt der Lehrer eine brauchbare Handhabe für die unterrichtliche Betreuung ihrer Kinder. Sehr häufig haben sie auch persönliche oder berufliche Beziehungen zu einzelnen Punkten der Wanderung, die sie für die Klasse nutzbar machen können. Es schadet nichts, ja, es ist sogar von unermeß- lichem Vorteil, wenn den Klastenausstug selbst recht viele Eltern mitmachen. Das kapitalistische Zeitalter hat da? Erziehungsrecht des Hauses so stark gcdrostelt, daß alle Möglichkeiten erschöpft wen- den müssen, um den Ellern Einblick in die„beamtete' Erziehung ihrer Kinder zu gewähren. Die Schule braucht dabei keine Kon» troll« zu wittern. Sie kann im Gegenteil bei richtiger Ansetzunz der Mitarbeit der Eltern das Verständnis für ihre Tätigkeit ver» tiefen helfen und dazu beitragen, den unleugbar noch vorhandene� Gegensatz zwischen Schule und Haus zu überbrücken Zur �Finanzierung�. Sie bedeutet den Hauptpunkt des Schulausfluges, um so mehr� als wir auf dem Standpunkt stehen, daß für ein Großstadtkind der monatliche sogenannte Wandertag nicht genügt, fondern daß wir möglichst oft hinaus müssen, wobei ich immer wieder Wert lege auf die Feststellung, daß der Jugendliche sich austollen soll, daß aber andererseits Werte für Unterricht und Erziehung geschaffen werden. An den„teuren' Schulausflügen sind die Eltern meist selbst schuld. Sie packen ihren Kleinen Proviant ein, als ob sie eine Woche von Hause fortbleiben: Eier, Oelsardinen, Kartoffelsalat. Dazu Nasche- reien, die völlig wertlos sind, häufig aber jene unangenehme Schluck- bcwegung nach sich ziehen. Dann kommt das Taschengeld, das in Automaten, Eis und Getränken angelegt wird. Das ist gesund- heitlich ein Unsinn und sozial ungerecht. Ich stehe auf dem Stand- punkt, daß in unseren Kreisen entweder alle Kinder einer Er» jrischungsgabe teilhaftig werden oder kein Kind. Haben wir selbst es nicht in unserer Jugend bitter empfunden, wenn andere sich etwas „ziehen' konnten? Der begrenzte Raum gestattet leider keine„aus- führliche Praxis des Manderns', aber soviel muß gesagt werden. daß jede unnötige Flüssigkeitsaufnahme nur vom Uebel ist. Morgens reichlich Kaffee und dann einmal am Tage eine Rast, auf der der Lehrer für einheitliche Versorgung mit Geträn- ken bedacht ist, das genügt vollauf. Wenn ein Kind 35 Pf. für eine Setter bezahlt, so hat es sie heimlich gekauft oder der Lehrer hat feine Pflicht nicht getan. Dieser Fall steht dann aber vereinzell da. Es ist ein« Selbstverständlichkeit für uns, vorher die Preise mit dem Wirt zu vereinbaren. Für 10 Pf. gibt es auch heute noch gutes Himbeerwasier und ich habe in diesen Tagen im„Rosengarten' am Crossinsee sogar eine halbe Portton für 5 Pf. bekommen. Wenn also Eltern ihren Kindern 50 Pf. Zehrgeld mit- geben, so sind sie selbst schuld bei der falschen Verwendung des Geldes. Ich habe auch schon von einem Dater einen saugroben Brief erhalten, weil ich seinem Jungen da» Zehrgeld wegnahm. nachdem er 40 Pf. hintereinander in den Automaten gesteckt hatte. Damit wird man immer rechnen müssen. Oetzrer M. KOMSVM- GENOSSENSCHAIT BERLIN v. UMGEGEND E.G. M.B.H. Mehr als 200000 in Berlin haben bereits erkannt, daß die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend die große Verbraucherorganisation ist, die allein ihre Interessen als Käufer vertritt. Sie wissen, daß sie in allen 375 Abgabestellen trotz der niedrigen Preise nur erstklassige, stets gleichwertige Qualitätswaren erhalten. Warum stehen Sie noch Beachten Sie bitte unsere nachstehenden Preise, und auch Sie werden feststellen, daß wir Helfer zu sparsamster Wirtschaftsführung sind. Hartwelzengrieß...... Pfund Himbeer- u. Kirschsaft. Pfund 26 56 Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsnm-OenindialtMii nur an Mitglieder Die Mitgliedschaft kann von jedermann erworben werden Aufnahmegebuhr SO Pfennig Mitglieder-Aufnahmen werden in sämtlichen Abgabesfellen der Konsum-Genossen- sdiaft Berlin vollzogen