BERLIN Mittwoch z. Zum 1SZI 10 pk. Nr. 254 B122 4». Jahrgang € r f ck e i n t t» g l t ch außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärt«". Bejugsorci« beide Ausgaben 8S Pf. proWoche, 8,603)2. pro Monat. Liedaklion und Expedition: Berlin SW68,Lindenstr.2 Fernsprecher: Dönhoff 292-29? Anzetgeapret«: Die einspaltigeNonpareillejeile 60 Pf.. Reklameteile SM. Crmüßigunaen nach Tarif. Pofffch eckkoato! VorwärtS-Verlag G.m.b.H� Berlin Nr. S7S3S.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Ameigen»ort Scheibe zerkrache...! Siurm auf Schaufenster- Die neueste Form des Kampfes Notverordnung und Parteitag Alm Alexanderplatz Warden heute vormittag vier große Schaufensterscheiben des Warenhauses T i e tz durch Steinwiirfe dreier junger Bursche«, die in einer Autodroschke vorgefahren waren, zertrümmert. Gegen 11 Uhr hielt vor dem Warenhaus Tietz in der Alexander- straße unweit des U-Bahneinganges eine Autodroschke, der drei junge Burschen entstiegen. Während der Wagen mit laufendem Motor an der Bordschwelle stehen blieb, verteilten sich die Männer unauffällig nach beiden Sellen. Plötzlich stürzten vier große Fensterscheiben des Sanfhaoses laut klirrend zusammen. Eh« die Pasfanten richtig erkannt hatten, was geschehen war, sprangen die Rowdys in die bereitstehende Autodroschke und der Führer raste trotz des starken Fuhrwerksverkehrs, der um diese Zeit am Alexanderplatz herrschte, mit Vollgas davon. Alles war das Werk von wenigen Sekunden. Der Vorfall spielte sich so über- raschend ab, daß nicht einer der Passanten die Nummer des flüchtenden Autos erkannt hat. Beamte der Polllischen Polizei waren aus dem gegenüber dem Tatort liegenden Präsidium schnell zur Stelle. Zwischen den Scheibentrümmern wurden faustgroße Pflastersteine gefunden, mit denen die Burschen ihr völlig sinnloses Zerstörungswerk unter- nommen hatten. Ob die Täter kommunistischen oder nationalsozia- listischen Kreisen nahestehen, ist noch nicht bekannt, doch weist die an- gewandte Methode auf Nazis hin. Plünderungen in Lebensmittelgeschästen. Zur gleichen Zeit, als am Alexanderplah die Schaufensterscheiben zertrümmert wurden, drangen acht Männer in da» Lebens- mittelgeschäft Neue Friedrich straße 38/40 ein und raubten größere Mengen Wurst und Speck. Als das lleber- fallkommando eintraf, waren die Plünderer mit ihrer Beute ver- schwunden. In der Prinzen all ee 3 7 wurde um 12 Uhr eine Filiale der Butterhandlung„Nordstern" von etwa 12 bis 15 jungen Leuten gestürmt. Insgesamt wurden für etwa 200 Mark Lebensmittel geraubt. Einer der Täter konnte durch das Ueberfallkommando festgenommen werden. Ein ähnlicher Vor- fall spielte sich um dieselbe Zeit in der Ostender Straße 24 ob, wo eine Horde Jugendlicher in dem Lebensmittel- geschäft von Thürman nplünderte. In diesem Falle konnten die Täter flüchten, ehe die Polizei zur Stelle war. Durch Handzettel zum plündern aufgefordert. Der Polizei sind Zettel in die Hände gefalle«, aus deren Inhalt hervorgeht, daß zu den Plünderungen von noch unbekannter Stelle aufgefordert worden ist. Wie weiter ermittelt wurde, sind diese Handzettel auf dem Arbeitsnachweis in der Gormannstraße an die Erwerbslosen verteilt worden. Kommunisten zünden Plakatsäulen an. In der vergangenen Nacht wurden in Moabit, in der Rostocker und Wittstocker Straße zwei Litfaßsäulen von unbekannten kommunistischen Tätern mit Petroleum übergössen und dann a n g e> zündet. Eine Säule wurde völlig zerstört. Der kommunistische Anschlag galt zweifellos den Fahndungsplokaten des Po- lizeipräsidiums nach den kommunistischen Mördern des Schupo- beamten Z ä n k e r t. Die Plakate geben inhaltlich die Vorgänge de» blutigen Freitags am Senefelderplatz wieder und sichern den- jenigen, die zur Festnahme der Täter beitragen, eine Belohnung von 3000 Mark zu. An der Ecke Strelitzer und Anklamer Straße im Norden Berlins riß gegen 8 Uhr früh ein siebzehnjähriger Kommunist gleich- falls das Plakat von der Litfaßsäule. Polizeibeamte hatten chn jedoch beobachtet. Sie nahmen ihn fest und lieferten ihn der Abteilung I A ein. Wie weiter bekannt wird, sind auch in anderen Stadtteilen die Fahndungsplakate von den Litfaßsäulen abgerisien und unkenntlich gemacht worden. Es konnten nur noch in zwei Fällen die Täter ertappt und festgenommen werden. Fabritbrand in Reinickendorf. Durch ein verheerendes Schadenfeuer wurden heut« vormittag die Fabrikationsräyme einer Kohlenanzünder- fabrit in der Pankower Allee 27 in Reinickendorf-Ost völlig zerstört. Das angrenzende Lager konnte von der Feuerwehr gerettet werden. Die Grenzen der Tolerierungspoliiik Leipzig. 3. Juni.(Eigenbericht.) Die Mittwochoormittagssitzung des Parteitages begann mit einem scharfen, gut geführten Angriff Dittmanns vom Parteioorftand gegen die Gegner der bisherigen Tolerierungs- Politik. D i t t m a n n führte zunächst den Nachweis, daß die Hal- tung der Reichstagsfraktion zur Panzerkreuzerfrage die einzig mögliche gewesen ist, daß eine andere Haltung die Pläne der Hitlerianer gefördert hätte, ohne daß bei einer Ablehnung der Rate für den Panzerkreuzer B durch die Sozialdemokratie dieses Schiff nicht gebaut wäre. Als der Redner er- klärte, daß die Auffassung von Seydewitz mit gesundem Menschenverstand nichts mehr zu tun hat, regt sich auf den Tribünen heftiger Widerspruch. Dittniänn setzt seine Attacke jedoch fort. Wenn die Sozialdemokratie Brüning stürze, werde sie nicht mehr gegen die Notverordnung, Brotpreise und was sonst noch alles kämpfen müssen, dann werde sie zu kämpfen haben mit vielen Dingen, um die Preffefreiheit, die Koalitionsparteien, die bisher nicht umstritten seien. A u f h ä u s e r, einer der Sozialpolitiker der Fraktion, zeichnet die Grenzen der TolerieruNgspolitik der Reichstags- fraktion und begründet auch eine Entschließung, die zu dem Inhalt der neuen Notverordnung insofern Stellung nimmt, als in ihr an eine Tolerierung des Kabinetts Brüning ge- wisse Voraussetzungen geknüpft werden. Die Eni- sch li e ßu n g wird vom Parteioorftand unter- stützt, ihre Annahme ist also nicht zweifelhaft. Es heißt in chr u. a.: „Nach den bisher bekanntgewordenen Plänen der Reichsregie- rung für eine bevorstehende Notverordming sollen neu« B e- l a st u n g e n geschaffen werden, ohne daß die neu zu ermattenden öffentlichen Einnahmen auch nur annähernd ausreichen, um die Röhmuneration Hauptmann Nöhm:.Heiliges Neickswehrministenum! VaS putschen gegen dick hat mein Gelp verzehrt. Gib es mir wiehert Deckung der gemeindlichen Wohlfahrtsausgaben und des Defizits der Rcichsanftalt zu ermöglichen. Eine Sanierung der Arbeitslosen- Versicherung, die statt der Erschließung ausreichender Einnahmen die Aermsten der Armen in ihrer kargen Lebenshaltung durch weiteren Leistungsabbau noch mehr herabdrllckt, würde auf den e n t- schiedenenWiderstandderSozialdemokratie stoßen. Ebenso wendet sich der Parteitag gegen eine Neuregelung, die auch noch aus der Versicherung bereits Ausgesteuerte mit einer Ver- schlechterung der Unterftützungsbedingungen bedroht. Nach wie vor muß vielmehr die Vereinheitlichung der Krisenfürsorge und der gc- meindlichen Erwerbslosensllrsorge dringend gefordert werden. Die Soziqldemokratie hat sich stet» bereit erklärt, an der Sanierung der gesamten öffentlichen Finanzen mitzuwirken, es sind aber nicht un- überwindliche materielle Schwierigkeiten, die dem im Wege stehen, sondern politische Widerstände der Reaktion, die die Krise mißbrauchen will zur Rückwärtsrevidierung der nachkriegszeitlichen sozialen Errungen- s ch a f t e n. Schon bedroht der kommende Winter Millionen der Opfer der Wirtschaftskrise mit steigender Not und wachsender Ver- elendung, ein weiterer Abbau der Versorgung müßte sie an die Grenze der Verzweiflung treiben. Die Sozialdemo- kratische Partei wird in ihrer künstigen Haltung zur Rcichsregierung sich davon bestimmen lassen, daß es gelingt, die lebenswichtigen Arbeiterinteresien zu sichern." Wie bei Sollmann in seinem Bericht über die Reichstags- fraktion und bei Aufhäuser heute, so klingt es auch in der weiteren Debatte immer wieder durch: Wenn die lebens- wichtigsten Interessen der Arbeiter angegriffen werden, ist das Ende unserer Tolerierungspolitik ge- geben. In diese Einheitsfront des ganzen Parteitages platzt E ck st e i n mit Angriffen gegen den preußischen Innenminister Severing, die auf st ü r m i s ch e n P r o t e st d e s Partei- t a g e s stoßen, den Vorsitzenden zum Eingreifen und zu einer Ermahnung an Eckstein zur Sachlichkeit veranlassen und die Hertz später unter dem Beifall des Kongresses als „ungeheuerliche Uebertreibungen" bezeichnet. Hertz führt den Parteitag durch seine Sachlichkeit und seine Sachkenntnis schnell auf das bisherige Niveau der Aussprache zurück. Um 12 Uhr 3» beschließt der Parteitag den S ch l u ß d e r Debatte. Die Debatte. (Fortsetzung des Berichts aus öer Beilage.) Dr. Hertz-Berlin: Die Rede Ecksteins enthält ngeheure agilitt—'"- �-----... Parteitag der möglich gehalten habe. (Stürmische Zustimmung.) Wenn von Demokratie und-Parlamenta- rismus nichts mehr übrig geblieben ist, als der Artikel 48. wie will dann Eckstein es rechtfertigen, daß die einzige positive Forderung seiner Freunde das Verlangen nach Einberufung des Reichstags ist. (Sehr gut!) Wenn Aufhäuser sagt: Es handele sich nicht um die Frage der Tolerierung, sondern darum, wie am besten die soziale Sicherung der Arbeiter zu erreichen ist. so ist das auch die Auf- fasiung der Mehrheit der Reichstagsfraktion. Aber die Frage, was sozial für die Arbeiter geschehen kann, wird vom Stand der öffentlichen Finanzen entscheidend beeinflußt.(Sehr wahr!) Die sozialen Ausgaben sind In Deutschland von 1300 Millionen auf seht 8000 Millionen gestiegen. 3e größer der Anteil der sozialen Ausgaben an den Gesamtausgaben ist, desto stärker wachsen diese Ausgaben auch in der wirtschastskttse. Der Steuerbedarf ist von 4 Milliarden vor dem Kriege auf 16 Milliarden gestiegen, und je höher der Steuerbedarf, je stärker der Steuerdruck in der Witt- jchaft, um so stärker sinken die Einnahmen in der Zeit der Wirtschaftskrise. Diese beiden Tatsachen müssen wir berüßsichtigen, wenn wir einen Ausweg aus der jetzigen Situation finden wollen. Es ist gewiß ein Verbrechen, daß in dieser Zeit der Wirtschaftsnot Besitzsteuerermäßigungen vorgenommen worden sind.(Sehr wahr!) Aber die Sanierung der ordentlichen Finanzen ist natürlich in der ungeheure agitatorische Aebertreibungen, wie ich sie aus einem deutschen Sozialdemokratie bisher nicht für gegenwärtigen Zeit ungeheuer schwierig, und daher müssen wir bei unseren ositioen Forderungen daran denken, daß zwar in erster Eine Mahnung Macdonalds Europäische Zusammenarbeit! Linie der Besitz zu den Lasten herangezogen wird, daß aber im iibrige» die Einnahmen auch durch neue Lasten auf die im Arbeits- Prozeß stehenden Menschen aufgebracht werden müssen. Dieser Weg, den wir bei der Arbeitslosenversicherung durch unseren eigenen Vor- schlag auf Erhöhung der Beiträge selber gewiesen haben, ist immer noch der bester«. Auch wenn alle Befürchtungen über den Inhalt der neuen Notverordnung in Erfüllung gehen, so ist doch nicht zu bestreiten, daß die Reichsregierung unseren Gedankengängen auch dabei wenigstens teilweise hat Rechnung tragen müssen. Denken Sie daran, daß die Deutsche Volkspartei und der Reichs- verband der Industrie noch zuletzt Forderungen ausgestellt haben, die weit über die Verordnung hinweggingen. Die politische Zukunft ist in diesem Augenblick so ungewiß, daß ich es nicht für möglich Halle, daß der Parteitag die Taktik der Fraktion endgültig festsetzen kann. Je nach dem Ausgang der Verhandlungen in England kann i n wenigen Tagen eine ganz neue Situation vor uns stehen(Sehr wahr!) Der Parteitag kann nur allgemeine Richtlinien aufstellen. Es gibt niemanden in der Mehrheit der Reichstaas- fraktion, der von dem Ergebnis unserer Arbeit befriedigt ist; aber Tatsache ist doch. daß. seit der Faschismus in Deutschland eine große politische Macht geworden ist, der Kapitalismus stärker und brutaler geworden ist, als irgendwann vorher. Wenn das schon der Fall ist. trotzdem wir dem Faschismus den Weg zur Macht versperrt haben, wie würde die Lage der deutschen Arbeiterklasse erst sein, wenn der Faschismus in den vollkommenen Besitz der politischen ZNacht gelangen würde! (Lebhafte Zustimmung.) Darum ist heute unsere Aufgabe: A b- wehr des Faschismus und Schutz der großen sozialen Inter- essen der deutschen Arbeiterklasse, die von niemand anders vertreten iverden als von der Sozialdemokratie.(Lebhafter anhaltender Beifall.) Kirchner-Frankfurt a. M.: Es muß Aufgabe des Parteitages sein, euch zu der trostlosen Fage der Gemeindesinonzen Stellung, zu nehmen. Anstatt der Bürgersteuer, die vor allem die Minder- bemittelten trifft, hätte man lieber ein Zuschlagsrecht zur Ein- kommensteuer den Gemeinden geben sollen. Die Zollpolitik der Re- gierung Brüning bedeutet eine Auswucherung des deutschen Volkes. Dieser Politik hätte die Fraktion energischer Widerstand leisten müssen. Auch die Roggenstützungsaktion der Regierung Halle ein klägliches Fiasko. Schiele hat hier einen wertvollen Mitarbeiter in dem Genossen Bande gehabt. Ich bin der Meinung, daß der Parteitag sehr deutlich von dem Genossen B a a d e a b r ü ck e n m u ß. In der Panzerkreuzerfrage billige ich nicht die Haltung der neu». Die Fraktion muß nach außen einheit- lich auftreten(Bravo!), aber ich billige die sachliche Einstellung der neun und auch der 23. die bei der Abstimmung weggegangen sind, und dies entspricht der grundsätzlichen Stellung der Partei. Es mag richtig sein, daß wir den Bau des Panzerkreuzers nicht hätten ver- hindern können, aber das Odium liegt auf uns, daß durch unsere Stimmenthaltung der Panzerkreuzer B angenommen wurde. Die Taktik des ständigen Nachgebens verstehen die Parteigenossen nicht. die Auseinandersetzungen mit dem Faschismus werden wir auf die Dauer damit nicht verhindern. Diese Taktik bedeutet nur ein« Hin- ausschiebung der Entscheidung.(Bravo!) Die Volkspartei droht Brüning. Festhalten am sozialreaktionären Kurs gefordert. Hamburg. 3. Juni.. Der Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. D i n g« l d e y. befaßte sich, gestern in einer öffentlichen Kundgebung des Landes- Verbandes Hamburg mit der bevorstehenden Notverordnung der Regierung. Die Rede war mit scharfen Drohungen an die Regierung gespickt, falls Maßnahmen zur Durchführung kommen sollten, die dem sozialreaktionären Programm dieser Partei nicht entsprechen. Dingetdcy polemisierte zunächst wieder gegen den Umsang des öffentlichen Verwaltungsapparates in Deutschland, der zu der Lcistungsmöglichkeit des Volkes in schärfstem Widerspruch stände. Der Weg aus diesem ungesunden Zustand heraus könne nur von einem Volk gegangen werden, in dem jeder einzelne für sich ent- schlosten sei, eine Zeitlang den Verzicht als oberstes Gesetz gelten zu lassen. Deutschland habe«s dahin gebracht, daß im Jahre 1929 das gesamte deutsch« Volkseinkommen im Laufe eines Jahres um mehr als 49 Proz. von der öffentlichen Hand in Anspruch genommen worden sei. Heute, bei rapide sinkendem Ein- lammen bewege sich dieser Satz nahezu bei SO Proz. Reichskanzler Brüning habe bisher im In- und Ausland nur deshalb Achtung und Vertrauen genossen, weil er eine innere Re- form verkündete und sich bisher von allen sozialistischen Einflüssen(!) freigehalten habe. In dem Augenblick aber, in dem der Kanzler diesen Kurs verlosten werde, seien für die Deutsche Volkspartei neue politische Tatsachen gegeben. Was Herr Dingeldey mit diesen Worten meinh, Ist klar. Es ist eine Kampfansage gegen jede Belastung der besitzenden Klaste, gegen die 49-Stunden-Woche und zugleich die Forderung, die ganze Last der Finanzsanierung auf die Schultern der Arbeiter- massen abzuwälzen. Der Führer der Deutschen Volkspartei hat in Hamburg das nachgesprochen, was ihm in den Beschlüssen der Unternehmerverbände mit dem entsprechenden Druck vorsousfliert worden ist. Die Großherzogin und ihre Töchter. Bier Millionen Aufwertungsgelder gefordert. " Neustrelih. 3. Juni.(Eigenbericht.) In dem Prozeß wegen der Aufwertungsansprüche der groß- herzoglichen Familie gegen den Freistaat Mecklenburg-Strelitz, der in dem kleinen Lande größte Empörung hervorgerufen hat. wurde heute vormittag die mit Spannung erwartete Entschei- dung des Landgerichts Neustrelitz von dem Landgerichtsprösidenten Dr. von Buchka verkündet. Die Großherzogin Elisabeth und ihre Töchter, Kronprinzessin Militza von Montenegro und Prinzessin Maria zu Lippe, hatten bcantraot, den am 39. Oktyber 1939 von einem Schsedsrichterkollcgium gefällten Spruch, der der Frau Großherzogin 2 Millionen Mark nebst Zinsen, der Krön- Prinzessin Militza«in« halbe Million Mark nebst Zinsen und der Prinzessin Maria zu Lippe 199 999 Mark nebst Zinsen zusprach, für vollstreckbor zu erklären. Di« heute vormiitag verkündete Ent« (cheidung lautete: � Der Antrag auf Vollstreckbarkeitserklärung des Schiedsspruches wird abgelehnt. Der Schiedsspruch wird aufgehoben, die An- trogsteller haben die Kosten des Rechtsstreits zu tragen/ Es ist anzunehmen, daß dieser Millionenprozeß auch noch das Oberlandesgericht und das Reichsgericht beschäftigen wird. Mit Zinsen würden noch dem Schiedsspruch der großherzog- lichen Familie mehr als 4 Millionen Mark zugeslossen sein, wovon allein auf die Großherzogin 3 Millionen Mark entfallen sein würden. London, 3. Juni. In einer Rede aus der Frauenkonserenz der Arbeiterpartei for- derte Ministerpräsident Macdonald zunächst alle Parteien aus, das iildlsche Problem und den Absatz englischer Waren als ge- m e i n s a m e nationale Sache zu behandeln. Auch auf anderem Gebiet sollten seine Gegner versuchen, mit ihm zusammenzuarbeiten. Gegensätze bei der Behandlung internationaler Angelegenheiten stünden ihm b i s z u m H a l s. Die Zeiten seien vorüber, wo die Engländer. gegenüber den Ereignissen in der Außenwelt gleich- gültig bleiben könnten. Weiter sagte Macdonald, bei dem gegenwärtigen Stand der internationalen Schulden müsse er seine Bitte um Zusammenarbeit nicht nur um des Wohlergehens im eigenen Land, sondern um der ganzen Weil willen an die anderen Großmächte richten. Frankreich, die Vereinigten Staaten, Deutschland und das englische Volk sollten einsehen, daß nicht einer von ihnen gedeihen könne, wenn es nicht auch gleich- zeitig allen anderen gut gehe. Es liege ihm fern, damit in die inneren Verhältnisse anderer Länder eingreifen zu wollen. Sie würden das genau fo übel nehmen, wie es England tun würde, Die verschwundene Kunsimalerstochier. Romantische Geschichte um einen baltischen Baron. Das rätselhafte Verschwinden eine» jungen Mädchen, beschäftigt die Vermißtenzentrale de, Polizei- Präsidiums. Es handelt sich om die Tochter Hiltrud des Porträtmalers Breit au» der Zansbrncker Straße 41 in Schöneberg. Hiltrud Breit, die bei ihren Eltern wohnt«, hatte im Alter von 13 Iahren«inen Baron Helmuth von Hodenberg kennen gelernt, der 1999 in Mitau geboren ist. Das junge Paar faßte Zu- neigung, und die Eltern des Mädchens billigten eine Verlobung. Der junge Hodenberg lebte bei seiner Mutter, einer geschiedenen Heller, die sich in zweiter Ehe mit einem ehemaligen Gardehaupt- mann, dem Baron von Hodenberg, vermählt hatte. Die Ehe war jedoch nicht von langer Dauer. Helmuth von Hodenberg ist aus der Ehe mit Heller hervorgegangen, führt aber den Namen seines früheren Stiefvaters. Schon bald nach der Ber- lobung kamen den Eltern Breil Bedenken, als sie erfuhren, daß Frau Anita von Hodenberg ihre Wohnung in der Jnnsbrucker Straße mit Mobiliar verkauft hatte. Den jungen Leuten war die Er- laubnis erteilt, zusammen nach Hiddense« zu fahren. Von dort verschwanden die Verlobten plötzlich, und die besorgten Eltern des Mädchens erstatteten eine Vermißtenanzeige. Frau von Hodenberg, die über den Verbleib des Sohnes befragt wurde, gab der Vermißtenzentrale an. sie werde sich nach Kräften bemühen, die beiden„Kinder" nach Hause zurückzubringen. Zusammen mit einem Bekannten, einem Weinreisenden aus Madeira, begab sich die Baronin nach Köln, wo das verlobte Paar abgestiegen war. Es kam zu einer erregten Aussprache, die erfolglos verlief. Während Frau von Hodenberg mit dem Bekannten einen Spazier- gang machte, entfernten sich die jungen Leute heimlich aus dem Hotel. Wieder fehlt« geraume Zeit jede Spur. Ein Bekannter der Familie Breil bekundet« dann, daß er im Oktober Hiltrud Breil, den Baron von Hodenberg und seine Mutter zusammen in Cortina d'Ampezzo gesehen habe. Frau von Hodenberg, die sich im Auslande meist„Frau von Godenberg" oder»Frau von Habenberg" nannte, äußerte in Cortina die Absicht, sich mit einem italienischen F ü r st e n zu verloben. Nach den Mitteilungen des Bekannten der Familie Breil lebten die drei im besten Einoernehmen zusammen. Der junge Baron von Hodenberg dürfte nicht über große Mittel verfügen. Er ist auch früher schon als Geiger in öffentlichen Lokalen ausgetreten. Bei solchen Gelegenheiten führt er den Künstlernamen„Hill von Halde n". Möglich ist. daß eik auch jetzt seinen Lebensunterhalt auf diese Weise zu erwerben sucht. wenn eine ausrvärtige Macht sich in britische Angelegenheiten«in- m sichte. Das neue Wahlgesetz. London, 3. Juni. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung das neu« Wahlgesetz mit 278 gegen 228 Stimmen an. Obwohl Churchill das alternatwe Wahlversahren sehr kriti- siert hatte, erklärte der Regierungsoertreter am Schluß der Aus- spräche, daß keine neuen Punkte gegen das Gesetz vorgebracht seien und forderte die Annahme. Das Gesetz geht jetzt an dos Obechaus, wo es vielleicht abgelehnt werden wird.(Das wäre«ine Heraus- forderungl Was geht es die ernannten Lords an. wie da» Volk seine Abgeordneten wählt! Red. d.„V.".) Ein Sewerkschastsführer geadelt. London. 3. Juni. Unter den Auszeichnungen anläßlich de» Geburtstage» des Königs ist auch die Adelsverleihung an den bekannten Ge- werkschaftsführer Ben Turner zu erwähnen. Er war der Leiter der Textilarbeitergewerkschaft und häufig Präsident des Gewerk- schastskongresses. Als solcher hat er in Belfast die neue Welt- reichspolitit der Arbeiterpartei entwickett. Große Ltnweiierfchäden in Böhmen. Böhmisches Obfiparadies schwer mitgenommen. Das Sonntagsgewitter, das im nördlichsten Böhmen die lang- ersehnte Abkühlung brachte, Hot in einzelnen Teilen schweren Schaden angerichtet. Im E l b« t a l fiel dichter Hagel so groß wie Taubeneier und vernichtete die Obsternte zum großen Teile. Bäume wurden direkt entlaubt und aaMreiche Fenster zertrümmert. Am schwersten sind die Orte inMböhmischen Obstparadies zwischen Prastowitz und S a l« s«l heimgesucht. Man sieht hier nur oerwüstete Gärten und Felder. Die Felder sind direkt abgemäht. Die Erdkrume wurde aufgerissen und fortgeschweift. Im Egergebiet und namentlich bei Schönbach, der Musik- instrumentenstadt, wurden Felder und Wiesen»erwüstet, ver- schlämmt und die Straßen aufgerissen. Dl« Kanäle barsten, da, Straßenpflaster wurde aufgerissen. Viel« Menschen kamen in die Gefahr zu ertrinken. In der Gegend um Schüttenhofen und D r o s s a u wurde wie aus Pilsen gemeldet wird, durch den Hagel dl« Feld- fruchte geradezu in den Boden gestampft. Der Schaden ist ungeheuer und noch gar nicht genug bekannt, da viel- fach die Verbindungen fehlen._ Kommunisten überfallen Giahlhelmer. Bremer Abgeordneter beteiligt. Bremen, 3. Juni, Am Montagabend waren zwei Stahlhelmer von acht Kommu- nisten auf offener Straße überfallen und blutiggeschlagen worden. Wie die Polizei mitteilt, wurde das kommunistische Bürger- schaftsmitglied Raschen verhaftet. Augenzeugen bekunden, daß sie Raschen erkannt haben, wie«r mit einem Spazierstock auf die Stahlhelmer einschlug. Gr wird sich wegen Landfriedens» b r u ch zu verantworten haben. Die Immunitätsbestimmungen für Vürgerschaftsmltglieder kommen nicht in Frage, da seine Verhaftung innerhalb 24 Stunden noch VerÜbung der Tat erfolgt ist. Todessprung einer Greisin. Im Haus« Usedom st raß» S spielte sich heute früh«in schrecklicher Borfall ab. Die 73jghrige Frau Minna Klaus, die dort bei ihrer Schwester zu Besuch weilte, öffnete heimlich das Schlafzimmerfenster und stürzte sich aus dem dritten Stockwerk auf denHof hinab. Die Greisin war sofort tot. Das Motto zu dem Verzweiflungsschritt ist nicht bekannt. Die Verfehlungen eines Notars Oer Angeklagte Or. Häver verschwunden Bor dem Schöffengericht Berlin- Mille begann heule der aufsehenerregende Prozeß gegen den Rechtsanwalt und Rolar Dr. Häver und Genossen mit einer lleberraschung: Der Angeklagte Häver war nicht erschienen. Dos Gericht trat aber trotz- dem in die Verhandlung ein. Geschädigt sind die Reichs- schuldeuverwaliung und eine große Anzahl ehemaliger Südwestafrikaner. Rechtsanwalt Dr. Häver soll als Syndikus der „Znlcressenverlretung ehemaliger Südweslafrikaner" Eulschädigungs- gelder, die er als Treuhänder zu verwallen halle, unterschlagen haben. Es werden ihm auch schwere Urkundenfälschung, Betrug und Untreue zur Last gelegt. Auf der Anklagebank sitzen heule sein Schwager Z i e n s ch, der frühere Direktor der Gold- kreditbonk. der Kaufmann P e l n r. der Verlrelcc Ralf, der Kaufmann Arnemüller und der Chemiker Dr. Hau« ach. Dr. Häver erhielt als Syndikus der Interessenvertretung der Südwestafrikaner Bollmachten zur Durchführung der Entschädi- gungsansprüche gegen das Reich. Er bediente sich zu diesem Zweck einer Firma„Jnako", die aber ihm selber gehörte und später den Namen Wirtschaftsdienst annahm. Die von dem Wirtschastsdienst durch die Verwertung der Reichsentschödlgungsansprüche eingenoni- menen Gelder wurden an Dr. Häver zu treuen Händen abgeführt. Seine Auftraggeber tonnten aber nur mit großer Müh« nach vielem Drängen ihre Gelder herausbekommen, zum Teil überhaupt nicht. Dann ereignete sich ein toller Fall. Ein in Dresden lebender Afrika- deutscher Paul Kaiser hatte vom Reichsentschädigungsamt ein« Entschädigungssumme in Höhe von 190 999 Mark Zugesprochen erhalten. Die Zahlung des Restteils war erst im Jahre 1943/44 fällig. Auf Empfehlung der Interessenvertretung ehemaliger Südwestafrikaner wandte er sich an die„Inako". damit diese seine Forderung für ihn verwerte. Es kam aber nicht zu einer Einigung. Kaiser trat seine Forderung an die Sächsische Bant in Dresden ab. Das war im Jahre 1928. Im November 1929 legt« der Ge- schäftsführer des Wirtschaftsdienstes G. m. b. H. Fiensch der Reichsschuldenverwaltung ein« beglaubigte Vollmacht von Kaiser vor und ließ sich die Restfcrderuvg von S8999 Mark plus 10 900 Mark Wiedcrausbauzuschuß durch die Genossenschaftsbank auszahlen. Als Kaiser bald darauf die Reichsschuldenverwaltung ersuchte, die ihm zukommenden Zinsen an die Dresdner Bank zu überweisen, stellte sich heraus, daß die von Fiensch vorgelegte Vollmacht gefälscht und da» Geld an ihn unberechtiglerweije ausgezahlt worden war. Die Reichsschuldenverwaltung war um diese Summe geschädigt. Der Schaden, den die Südwestafrikadeutschen durch Dr. Häver erlitten haben, beträgt etwa 79 999 Mark. Nachdem die Personalien der übrigen Angeklagten festgestellt worden waren und der Angeklagte Häver immer noch nicht da war, rief Dr. Iuliusburger noch einmal bei der Frau dt» Angeklagten an: sie war aber nicht in der Lage, über den Aufenthalt ihres Mannes Auskunft zu erteilen. Daraus erklärt« Staatsanwaltschastsrat Dr. Seidenspinner, daß die Slaalsanwallschaft Immer wieder auf den Fluchtverdacht hin- gewlesen und gegen die Aushebung de» hasibefehls Einspruch erhoben habe. Die Strafkammer aber habe den Hastbefehl trotzdem aufgehoben. Gegen diesen Gerichtsbeschluß war die Staatsamvaltschast machtlos. Dr. Seidenspinner beantragte darauf den Erlaß eine» Haftbeschls gegen Dr. Häver und«inen Beschluß über die Derfallerklärung der von dem Freunde des Angeklagten, Ullrich, gestellten Kaution in Höhe von 29 999 Mark. Es besteht der größte Verdacht, daß Dr. Häver nach Polen geflüchtet ist, denn dort wohnt sein Freund Ullrich, der aus unbekannten Gründen im Laufe dieses Jahre» den Haushalt des Angeklagten bezahlt hat. Die Staatsanwaltschaft wird sofort polizeiliche Ermittlungen anstellen. Da» Gericht unterbrach daraus die Verhandlung und verkündete um ll Uhr folgenden Be- schluß: Dr. Häver ist in Haft zu nehmen. Di« Entschei- dung über den Verfall seiner Kaution wird zurückgestellt. Di« Ver- Handlung wurde bis um �2 Uhr unterbrochen. Von Bach bis Gtrawinsky Orchesier-Pwttenschau/ Von Klaus pringsheim Zwischen viel Minderwertigem, dos auf den Markt gebracht wird— einer allgemeinen Nachfrage entsprechend, gegen die wir keine Macht haben—, zeigt sich das erfreuliche Bemühen, das Schall- platten-Repertoire durch wertvolle Aufnahmen aus dem Bereich der großen Musik dauernd zu bereichern- Wer freilich kann sich heute die Anschaffung ganzer Sinfonien, Suiten, Konzerte leisten? Aber zu wünschen wäre, daß sich dafür Kollektivkäufer fänden, wie Vereine, Verbände, Gesellschaften, Wo irgend gemeinsame Mittel aufzubringen sind, lohnte sich die Geduld, allmählich eine Bibliothek hochwertiger Platten anzulegen: bei kundiger Auswahl und ver- ständigem Gebrauch könnte so ein wirksames Hilfsmittel zur Musik- erziehung und Musikkultur der Arbeiterschaft geschaffen werden. Klassisch-Sinfonisches. Bachs Drittes Brandenburgisches Konzert, in zwei knappen Allegrofäßen großartiges Beispiel seines polyphonen Instrumentale stils, erscheint bei D. G,*): unter Furtwönglers Leitung, der mit dieser und anderen Ausnahmen in die Reihe der ersten Schall- platten-Dirigenten tritt, vom Philharmonischen Orchester in herrlicher Fülle des Streicherklangs wiedergegeben. Was freilich Vollkommenheit der Anpassung an die Verhältnisse der Schallplatte betrifft, verbunden mit ebensolcher Vollkommenheit des Orchester- spiels, steht noch immer Leopold S t o k o w s t i mit dem Philadelphia- Sinsonie-Orchester an der Spitze: das zeigt sich von neuem in der L-Dur-Sinsonie von B r a h m»: besonders schön in feiner Abtönung der Jnstrumenten-Gruppen der leicht bewegte Pariser Lamoureux- Orchester seine hohe Spielkultur bewährt. in gute Erinnerung.(Dazu Rachmaninosfs bekannte» Eis-Moll- Präludium.) Und Kleiber wirbt mit den Philharmonikern für die schöne Arbeit eines Scherzo Capriccioso von Dvorak(U.) Ouvertürea. Auf die neuen Veröfsentlichungen oft reproduzierter Opernouvertüren ist im Hinblick auf die Verbesserung des Ausnahme- versahrens immer wieder hinzuweisen. Von W o g n e r erscheint bei D, G, das Lohengrin-Vorspiel in klanglich schlechthin idealer Wiedergabe unter Furtwängler; bei E, die Hollander-Ouvertüre des New Porker Sinfonieorchesters, Dirigent Mengelberg: bei U., von Selmar M e y r o w i tz dirigiert, das Meistersinger-Vorspiel und die Tannhäuser-Ouoertüre. Don V e r d t bringt Ho. in ausgezeichneter Ausführung die Ouvertüre zu der in Deutschland fast unbekannten Oper„Sizilianische Vesper", ein mit revolutionärer Energie ge- ladenes Orchesterstück von zündender Wirkung, und da» kurz« Aida- Vorspiel, dazu das Intermezzo aus Leoncavallo»„Bajazzo". Und ferner bei U. die einst beliebte Ouvertüre zu„Stradella" von F l o t o w, und, nicht zuletzt, zwei klassische Ouvertüren— Gluck» „Iphigenie in Aulis", Beethovens„Coriolan"—, mit den Philharmonikern unter Kleiber zwei Aufnahmen von bester Qualität. Igor Strawiasky. E. setzt die werwolle Reche der auchentischen Strawinsky-Auf- nahmen fort. Wir hören nun mit dem Komponisten als berufenstem ä)er leiste Weg SchuIxpoUmeibttamle tragen den Sarg Ihre« au» dem R/n» ferhall erfchoffenen(Käme reden. unsere«(Kamps ge nosfen d�aul Sänken auf den garntfonfrtedhof In der Rasenheide dritte Satz(E.). Ein wenig robust im Klang— es liegt aber wohl nicht am Dirigenten Leo Blech noch an der tonschön spielenden Stoat»kapelle— scheint die neue Aufnahme der bl-Moll> Sinfonie, der„Unvollendeten", von Schubert(E.). S ch u- manne Zweite Sinfonie in E-Dur findet in Hans P f i tz n e r den liebevoll eindringenden Interpreten, der das an äußerer Wirkung nicht sehr starte Werk dem Hörer nahebringt(D. G.). Vom Mai- l ä n d e r Sinsonie-Orchester(Dirigent: G u a r n i e r l), dessen Ho.- Platten sich durch Klarheit und Farbigkeit des Tons auszeichnen, hören wir in sauberster Ausführung die beiden ersten Sätze aus Mendelssohn« Italienischer Sinsoni«: leider nicht das ganz« Werk, das, vollendet in seiner Art, ein Muster nachklassischcr Sinsonik darstellt. Richard Straub. Bei D. G. erscheint zum erstenmal die Musik zum„Bürger als Edelmann", in der stilistischen Verschmelzung aller und straußisch. moderner Elemente eine Konzertsuite von hohem artistischen Reiz. Der Komponist leitet persönlich das aus Mitgliedern der Staatsoper gebildete Kammerorchester, das ollen Feinheiten der subtil ge- arbeiteten Partitur mit eleganter Virtuosität gerecht wird: im Violinsolo glänzt die Meisterschaft des verstorbenen Joses Wolfs- th al. Welch ein Gegensatz zu diesem intimen Kammerstil, die über- reiche Klangentfaltung, Klangverschwendung in der Tondichtung„Ein Heldenleben", in der die Instrumentationstechnik des Programm- sinfoniker» ihren höchsten Triumph feierte: mit dem unoergleich- lichen N e w B o r k e r Sinfonie-Orchester setzt sich Willem Menget- b« r g sür die Partitur ein, die Richard Strauß chm— und dem Eoncertgebouw-Orchester in Amsterdam einst gewidmet hat(E.). Das Gsniewerk„Till Eulenspiegel", schon oft reproduziert, erscheint nun auch in der hinreißenden Interpretation Furtwönglers(D. G): dazu, als Ergänzung der zweiten Platte, der Ungarische Marsch, orchestrale« Glanz- und Bravourstück aus„Faufts Verdammung" von Berlioz. Zwischen Berlioz und Ravel. Hector Berlioz, Meister aller Meister des moderne? Orchesters, nimmt bisher in der Schallplatten-Produktion einen allzu bescheidenen Platz«in. Aü» der„Fantastischen Sinfonie" bringt Erich Kleiber, der erste Dirigent bei U., mit den Philharmonikern emen Satz:„Ein Ball", harmlos-heiteres Walzerintermezzo in einem wild bewegten Künstlerdrama: eine willkommene Neuerscheinung. Bei O. kommt L i s z t s sinfonische Dichtung„Les Preludes" heraus, in gutem Sinn da- populärste seiner Orchesterwerk«: bei E I s ch a i- k o w s k y s Konzertouoertüre„Romeo und Julia", eine der schönsten Eingebungen romantischer Liebeslyrik. In beiden Stücken zeigt das berühmte Eoncertgebouw- Orchester unter Mengelbergs Leitung seine überragenden Qualitäten. Aber zu einer Gipselleistung gibt dem idealen Instrument, dos dieses Orchester in der Hand seine» langjährigen Führers geworden ist, R a v« l s„Bolero" Gelegenheit: au» rhythmifch-melodischen Ur-Vlementen der spanischen Volksmusik aufgebaut und mit den Milleln raffiniertester Technik zu verblüffen- dv Wirkung gsstsigert, ein einmaliges Virtuosenstück moderner Orchesterkunst(C.). Den französischen Komponisten C h a b r i e r, dessen Namen die heutige Generation kaum noch kennt, bringt D. G. mit einem lebendigen, charaktervollen Walzer-Scherzo, ,n dem dos Interpreten am Flügel das Eapricio für Klavier und Orchester: Ernest A n f e r m e t leitet das in solchen Ausgaben bewährte Orchester der Pariser„Straram-Konzerte". Der beabsichtigten kammermusikalischen Wirkung zuliebe scheint der Orchestertlang ein wenig gedämpft; um so klarer tritt das Soloinstrument hervor, und man erhält ein deutliches Bild von dem feingliedrigen Gefüge der Arbeit, die durch eine Füll« interessanter und geistvoller Details fesselt. Nicht hoch genug zu rühmen ist endlich die Leistung, die S t o k o w s k i mit dem Philadelphia-Orchester in der Wiedergabe von Strawinskys Meisterwerk„Le Sacr« du Printe mps" vollbracht hat(E.). Nicht nur für den Musiker ist e» anregend, diese Darstellung neben der früher bei E. erschienenen Interpretation des Komponisten zu hören. Serade für vergleichende Studien solcher Art bietet die Schallplatte reiche Möglichkeiten. ") Abkürzungen: E.~ Columbia; D. G.— Deutsche Grammophon; E.= Electrola; Ho.= Hoinocord: 0.= Odeon; U.= Ultraphon. Znffiiui sür Hirnforfchung eröffnei. Das neue Institut für Hirnforschung der Gesellschaft zur Förde- rung der Wissenschaften iii Buch wurde am 2. Juni von dem Präsidenten der Gesellschaft, Prof. Max Planck, in Gegenwart zahl-' reicher Gäste, unter denen auch da» Reich, der Staat und die Stadt Berlin oertreten waren, seiner Bestimmung übergeben. Prof. Planck betonte dabei, daß es sich hier keineswegs um«in neues Institut handelt, vielmehr um neu«, praktisch«ingerichtete Räume, die dem seit länger als einem Menfchenaster bestehenden Forschungsinstitut für seine Arbeit übergeben werden. Schon im Mai 1898 begründete Oskar Vogt in Berlin«ine„Neurologische Zentralstation" mit Hilfe von Krupp. Im Jahr« 1992 wurde e» ol»„Neuro-Biologische» Laboratorium" der Universität Berlin angegliedert, wobei chm jedoch der Charakter als Forschungsinstitut, den ihm sein Gründer gegeben, erhalten blieb. 19lS wurde das Institut für Hirnsorschung gegründet und mit dem Neuro-Biologischen Laboratorium unter der Leitung von Prof. Vogt verbunden. Di« Errichtung der neuen weitläufigen Gebäude, in denen die verschiedenen'Abteilungen des Institut» untergebracht sind.— die Stadt Berlin hat den Grund und Boden zur Verfügung gestellt—, ist trotz der Beihilsen von Reich und Staat nur durch die Unter- stützung der Rockefeller-Etistung möglich geworden, die ihre reichen Mittel zur Errichtung von Forschungsinstituten auch außerhalb Amerikas verwendet. Das Institut ist übrigens noch nicht in allen Teilen gebrauch?- fertig. Die möglichst bequem und behaglich eingerichtet« Klinik, in welcher je 24 männliche und weibliche Geisteskrank« Aufnahme finden und behandelt werden sollen, wird erst in einigen Wochen die ersten Patienten aufnehmen können. Eine sachkundige Führung, die sich an die Feier anschloß, gab auch dem Laien einen Einblick in die ungeheure Arbeit, welch« hier dauernd geleistet wird, um die Einzelheiten der Gehirntötigkeit zu erforschen und die Aerzt« in den Stand zu setzen, diesen größten Schatz jede» Menschen möglichst tüchtig zu erhalten und bei Er- kronkung wieder zu heilen, wie Prof. Vogt sich ausdrückte,„der Wissenschaft zum Segen, unserem Volke und damit der ganzen Menschheit zum Wohle". St. SNswngen Knut ham'un».?er norwe>,»che SchvlltlteUer.Knut Hanüun (ei'tc selnci»'i'fileiicr mit, daß er, nachdem er(eine Sluluier.vechle neifnuft fmbc, 25000 Kionen lüi die S'ereinfgunq der norwegllchen Schrlstlteller, weitere S50O0 Klonen für die Maler und Bildhauer und 50000 Kronen sür 2 Kinderheime bestimme» werde. Das Le�flnghaus in Kamenz. Das Lessing-Haus tn Kamenz wurde am Montagmittag etn geweiht Mit dem Bau des Hauses ehrt die Stadtgemeinde Kamenz ihren größten Sohn. Ein Lessing-Theater. das ganz im Sinne Lcsstngs gewesen wäre, erwies sich leider als undurchführbar. So entstand der Plan der Errichtung eines Lessing-Hauses. das eine Bibliothek,«in Archiv und ein Museum beherbergen sollte Bis auf eine geringe Summe konnten die Kosten von etwa 1S9909 Mark aus Sammlungen und einer Lotterie bestritten werden. Am 22. Ja- nuar 1929, dem 299. Geburtstag Lessings, fand die feierliche Grund- steinlegung statt. In seiner Festansprache begrüßte Bürgermeister Dr Gebauer die Vertreter der Behörden und die Mitglieder der Familie Lessmg. die zu der Einweihung von nah und fern gekommen waren. Das Lessing-Haus soll kommenden Geschlechtern«in Denkmal unserer Tage sein. Es soll davon sprechen, daß wir trotz größter wirtschaftlicher Not nicht vergessen haben, Kulturausgaben zu erfüllen und einen Mann zu ehren, der für hohe Ideale gekämpft hat. Im Erdgeschoß ist das Stadtarchiv mit alten Urkunden und Akten der Stadt, Jnnungsatten und Chroniken untergebracht. Das Treppenhaus schmücken Bilder von Bautzener Malern darunter ein Bild„Lessings letzter Besuch in Kamenz 179g" von Krause-Osten sowie eine Bildhauerarbeit„Szene aus Nathan der Weife" von H. Weiß Im Hochparterre liegt das Lessing-Museum, das Erinne- rungsstücke an den Dichter und seine Werke enthält. Der erste Stock enchält«ine Volksbücherei mit 6000 Bänden sowie den Vortragssaal. Lessinfl-Tbeaier:„Zum goldenen Anker" Im Mittelpunkt dieser merkwürdigen Kovödte. die aus dem „Künstlertheater" jetzt mit den Hauptdarstellern ins Lessing-Theater oerlegt ist, steht da» Verhältnis zwischen dem Marseiller Hafen- kneipenwirt und seinem Sohn. Di« Sehnsucht in die Fern« treibt den Jungen au» dem Vaterhaus, und die Lieb« zu dep Jugend- freundin oermag ihn auch nicht zu halten, da sie selber sich opfert. Jakob liedtk«, der gefühlvollste oller Väter, der unter der lärmenden und aufbrausenden Außenseite ein zärtliches Herz birgt, wird fast zur Hauptperson. Massig und quick, ausgelassen und voll Laune, erfüllt er da» ganze Lokal. Sein Svhn, den W i« m a n n stur und verträumt spielt, verschwindet fast daneben. Und da an Stelle der Dorsch jetzt eine neue Bllhnenerscheinung— B igilte Horney— das verliebte und erobernde Mädchen gibt, tritt auch dies« vor dem Voter zurück. Bei vtelerlei Begabung ist sie doch noch zu wenig ausgeglichen und zu wenig Herrin ihres M5tcrials. Und so kommt es, daß das Lethältnis des Voter» zum Sohn uns tiefer rührt, al» das de» Mädchen? zum Geliebten. Neben Ti.'dtke behauptet sich Rosa Daletti durch gleich« Urwüchsigkett und Originalität. v. polnische Minderheiisschu'en in Preußen Vielfach Lehrkräfte ohne Schüler. Der Preußische Landtag hatte das Staatsministerium ersucht. dem Landtag eine U e b e r s i ch t vorzulegen, die nachweist, wieviel deutsche Schulen in ehemals deutschen Gebieten seit Annahm« des Verfailler Vertrages geschlossen wurden und wieviel polnische Miuderheltsschulen auf deutschem Boden seit dtefer Zeit entstanden find. Der preutzifche Unterrichtsminister teilt jetzt mit. daß er leider nicht in der Lag« fei. soweit die Schulen m den ehemal» deutschen Gebieten in Frage kommen, die oerlangte Ueber- ficht einwandfrei auszustellen. Ueber den Stand der polnischen Minderheitsfchulen in Preußen macht er dagegen ausführliche Angaben Im letzten Jahre sind danach in den östlichen Grenzprooinzen 18 neue polnische private Minderheitsschul«,' in» Leben gerufen worden, vier davon weisen nicht einmal Schüler aus, dagegen sind Lehrkräfte vorhanden. Im Re- gierungsbezirt Oppeln zählt man zur Zeit 27 öffentliche pol. Nische Miirderheitenschulen mit 334 Kindern und 27 Lehrkräften. Außer diesen 27 Schulen werden noch 24 Schulen offen gehalten. deren Wiederaufhebung gem. Art. 108 8 1 Abs. 2 des Genfer Ab- kommen? bisher nicht erfolgt ist. Aus Grund von Art. 97—104 de» Genfer Abkommens sind im Regierungsbezirk Oppeln lerner 7 privat« polnische Minderheitenschulen eingerichtet worden, ote zusammen von 68 Kindern besucht werden. Vier Schulen stnd zur Zeit ohne Schüler. An jeder Schule ist eine Lehrkraft po'»iWu>r Staatsangehörigkeit vorhanden. In den Regierungsbezirken Allenstein, Marienwerder, Schneide- mühl und Köslin sind öffentliche polnische Minderheitenfchulen nicht vorhanden, wohl aber 53 private polnische Mlndcrheitenschulen gegenüber 39 im Vorjahre Im einzelnen weist der Regierungs- bezirk Allenstein 12, der Regierungsbezirk Morienwcrder 9, der Re- gierungsbezirk Schneidemühl 28 und der Regierungsbezirk Köslin 4 private polnische Volksschulen aus. Insgesamt werden diese 53 polnischen Schulen von 1637 Kindern besucht. Von den an diesen Schulen tätigen 71 Lehrkräften besitzen 68 die polnische und nur 3 die preußische Staatsangehörigkeit. Außerdem wird noch an 58 ösfentlichen deutschen Schulen pol- nischer Schreib-, Lese- und Religionsunterricht erteilt. Hiervon ent- fallen 37 Schulen aus den Regierungsbezirk Oppeln, 17 auf den Regierungsbezirk Schneidemühl und 4 auf den Regierungsbezirk Marienwerder. Den polnischen Unterricht an diesen Schulen besuchen 1896 Kinder gegenüber 1871 im Vorjahre. Insgesamt werden die 58 Schulen mit teilweise polnischem Unterricht von 7243 Kindern besucht. Der an diesen Schulen gegenüber dem Vorjahre zu be- obachtende Rückgang von polnischen Schülern dürfte in erster Linie auf die Abwanderung nach den polnischen Minderheitsschulen zurück- zuführen sein. Zum Schluß teilt der Unterrichteminister noch mit, daß in zwei Orten des Regierungsbezirks Liegnitz wendischer Schreib-, Les«. und Religionsunterricht erteilt wird, der von zusammen 54 Kindern besucht ist. Mo-skau ohne Mineralwasser. Seit einiger Zeit herrscht in Moskau wachsender Mangel an Mineralwasser und Limonade. Vor den Ausschänken von Kwaß, dem russischen Nationalgetränk au» saurem Brot mit Zucker und Wasier, stehen lange Käuferschlangen. Die Hitze hat den Konsum stark gesteigert. Die Sowjetpresie beklagt sich darüber, daß in den meisten Stadtbezirken, sowie in den städtischen Park» und Anlagen keine Mineralwasser- und Limonadekioste vorhanden sind. Dabei soll der Mangel an Mineralwasier und Limonade keineswegs auf eine nicht ausreichende Erzeugung zurückzuführen sein. Infolge bürokratischer Schwierigkeiten scheiterten beispielsweise die Verhandlungen zwischen dem Moskauer Genosienschaftsverband und dem betrefßenden Trust, woraus der Trust gezwungen wurde, seine MineraluMer- und Limonadenvorrät« systematisch durch die Kanalisationsröhren„abzustoßen". 1,2 Millionen für Sdimeling Der einträgliche Weltmeislerscfaafitkampf D«r Termin des Weltmeisterschaftskampfes zwischen Max S ch m e l i n g und Doung S t r i b l i n g, der am 3. Juli in der neuen Freiluftarena von Cleveland stattfindet, rückt lang- sam näher. Nunmehr sind auch die definitiven Kampfverträge gc- schlössen worden, die für Weltmeister Schmeling in finanzieller Hinsicht sehr günstig find. Bei den bisherigen Titelkämpfen war es üblich, daß der Titel- Verteidiger 37� Prozent von den Einnahmen erhält. Schmelings geschickter Manager Joe Jacobs hat es fertig gebracht. 40 Prozent für seinen Schützling Schmeling herauszuholen; natürlich werden von den Defamteinnahmen erst die Unkosten und Steuern ab- gezogen. Di« Veranstalter rechnen mit einer Einnahme von etwa SOOOOO Dollar, auf die IM MO Dollar Spesen entfallen. Schmeling würde in diesem Falle also etwa 320 000 Dollar erhalten, was nach deutschem Gelde die nette Summe von 1,2 Millionen Mark ausmacht. Der Herausforderer Doung Stribling muß fich mit wesentlich weniger begnügen, denn sein Anteil beträgt nur 1214 Proz. Drei Tage Templiner See Die internationale Motorboot-Regatta Die vom 4. bis 7. Juni auf dem Templiner See bei Potsdam stattfindend« Internationale Motorboot-Re» gatta verspricht hochinteressante Rennen, da das jetzt vorliegende Meldeergebnis die Erwartungen übertroffen hat. Somit steht ein Erfolg der vom Regattaausschuß der Berliner Vereine des Deutschen Motorjachtverbandes durchgeführten Veranstaltung schon jetzt so gut wie außer Frage. Insgesamt wurden rund 100 Boot« ge- meldet. Das Programm oerzeichnet am Donnerstag zwölf, am Sonn- abend dreizehn und am Sonntag elf Rennen für die verfchiodensten Bootstypen, während am Freitag das Langstreckenrennen aus der Havel stattfindet. Das Ausland wird bei der Regatta hervorragend vertreten sein, es liegen Meldungen aus Spanien, Italien, Schweden, Frankreich und England vor. Am Rennen der Outbord-Länder- teams, dos in drei Läufen ausgetragen wird, nehmen Deutschland, Schweden, Spanien, � Frankreich und Italien teil. In der un- beschränkten Klasse der Rennboote findet man drei Boote, das mit zwei Rapier-Motoren ausgerüstete englische Rennboot„Estelle IV" der englischen Schauspielerin Miß Charstairs, sowie die deutschen Boote„Hansa XI"(Geppert) und„Ben Alice Bey" sWittmann) vor. In der nationalen Schnellbootklass« werden wieder die leichten Boote mit kleineren, aber leistungsfähigen Ein- baumotoren wie.,Kondenser",.�ansa",„Dr.Hooswerft".„SigridXIV" u. a. zu finden sein.„Seelöwe III" und„R. V." mit 8- resp. I2-Liter-Motoren fehlen auch nicht. Der bekannte„Bussard III". da» bis zum vorigen Jahre schnellste Boot Deutschlands(63 Kilo- meter), startet in der großen Schnellbootsklasse(Runabouts). Bootstaufe bei der HAP. Am Sonntag fand in Potsdam die B o o t s t a u f e des ersten klubeigenen Paddelrenneiners der Havel-Aktionsgruppe Schwarz-Rot-Gold Potsdam e. V. statt. Die Reichsbanner-Wasser- sportabtejlung Havel und die Frei« Kanu-Union waren mit zahl- reichen Booten als Gäste anwesend, das Reichsbanner Nowawes und die Schwimmabteilung des ASB.-Schöneberg-Friedenau 07 hatten. Vertreter entsandt. In allen Reden kam die Freude über den neuen sportlichen Zuwachs in der Wassersparte des ATSB. und die Hoff- nung auf ein recht enges sportliches und kameradschaftliches Ver- hältnis zwischen den Vereinen zum Ausdruck. Der eindrucksvollen Feier auf dem Bootsplatz schloß sich ein geselliges Beisammensein an Das von der Havel-Aktionsgruppe Schwarz-Rot-Gold Pots- dam«. V. veranstaltete Treffen und Zeltlager am Krampnitzsee war ein großer Erfolg. An 50 Boote und ebensoviel Zelte konnte man zählen: die Freie Kanu-Union war stark vertreten, ferner RV. Collegia, RV. Vorwärts. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin und die Rcichsbanncr-Wassersportabterlung Havel waren durch Mannschastsvierer anwesend. Am Abend loderte ein mächtiges Feuer, weithin am Strande sichtbar. Schmiegel sprach einige Worte der Weihe und des festen Willens zu weiterem Aufbau. Der gemein- sam« Gesang der Internationale beschloß die schöne Feier, die bewies, daß die bundeetreuen Dereine auf der Oberhavel auf dem Posten find. kluHtsg in Tempelhof Alles was recht ist: am Sonntag war wieder was los auf dem Flughafen Tempelhof. Die Besucher kamen voll auf ihre Rech- nung, sie hatten alles, was zu einem richtigen Flugtag gehört: blauen Himmel und Sonne, interessante Flugvorführungen und zum Schluß ein kräftiges Donnerwetter. Den Reigen der fliegerischen Darbietungen eröffnete Graf Schaumburg, der auf seinem BFW.-Eindecker die hohe Schule des Fliegen« vorführte. Gleich darauf folgte die Sensation des Tages: der L u f t f ch l e p p z u g der Akademischen Fliegergruppe Darm- stadt. Wir haben solchen Schleppzug schon mal gesehen. Raab- Katzenstein führten ihn vor Iahren in Berlin vor. Aber das, was die„Akaflieg" zeigte, war schon mehr als ein sensationelles Schau- stück. Das vom Piloten Fuchs gesteuerte Segelflugzeug wurde in zirka 400 Meter Höhe ausgehakt, hielt sich eine Viertelstunde in der Lust und landete ganz sanft. Das Segelflugzeug ist ein verbesserter „Professor"-Typ und erregte durch seine schnittige Form allgemeine Bewunderung. Wie Pilot Fuchs erklärte, beabsichtige man in den nächsten Tagen noch mehrere Flüge auszuführen, deren Dauer all- mählich gesteigert werden soll. Es sei bei günstiger Wirkung durch- aus möglich, mehrere Stunden mit einem motorlosen Flugzeug uber Berlin zu kreuzen. Der ebenfalls mit großer Spannung er- wartete Start des Heylandschen Raketenautos verzögerte sich etwas, als aber dann der Wagen vorüberbrauste, hielt sich alles die Ohren zu, obgleich das Geräusch der Stichflamme durch kon- struktive Verbesserungen schon erheblich gemildert worden ist. Zum Schluß gab's noch etwas Aufregung. Ein„Sturmvogel"- Flugzeug geriet in den plötzlich losbrechenden Gewittersturm, der alles, was nicht nict- und nagelfest war, wegwehte. Aber die Moschine machte dem Namen ihres Verbandes Ehr«. Sie ließ sich durch die heftigen Gewitterböen nicht aus dem Gleichgewicht bringen und landete glatt mit ihren Passagieren. Ein junger»Sturmvogel" Nun hat die Spandauer Ortsgruppe des„Sturmvogels" auch chr Segelflugzeug. Die schmuck« Maschine wurde Sonn- abend im„Alten Schützenhaus" feierlich eingeweiht. Es wurden Ansprachen und Tausteden gehalten, man stürmte die Tombola, und all« waren recht froh und ein wenig stolz, wie man ja sein soll, wenn man wieder«in Stück vorwärts gekommen ist. Die große Zahl der erschienenen Gäste zeigte, daß der Flugverband auch in Spandau viele Freunde gewonnen hat, die dem„Sturmvogel" hoffentlich treu bleiben werden. -ARBEITEH rüSSBALL Pankow gegen Blankenburg 4: 4 Das gestrige Treffen in der Kissingenstraße zwischen den Fußballmannschaften der Pankower Turner und den K l e i n g ä r t- nern Blankenburg hatte eine ansehnliche Zuschauermenge auf den Platz gelockt. Sie hofften einen fairen und flotten Kampf zu sehen und hatten sich auch darin nicht getäuscht. Die Pankower muhten allerdings zahlreichen Ersatz einstellen, der sich seiner Auf- gäbe zur vollkommenen Zufriedenheit entledigte In den ersten zwanzig Minuten des Spiels waren die Blanken- burger die Tonangebenden, der Erfolg blieb nicht aus. Schnell spielte sich die Mitte durch, und bevor an ein Eingreifen der Pankower zu denken war, lautete das Resultat 1: 0. Alle Angriffe der Pankower scheiterten an der sicheren Hintermannschaft der Kleingärtner, oder der übereifrige Rechtsaußen unterband durch Abseits. Schon glaubte man, daß es bei diesem Resultat bis zur Pause bleiben würde, da gelang es dem Halbrechten, 10 Sekunden vor dem Abpfiff den Ball unhaltbar einzusenden. Pause 1: 1. Recht abwechslungsreich gestaltete sich die zweite Halbzeit. Nachdem die Pankower in der 3. Mi- nute den zweiten Treffer anbringen konnten, waren es die Blanken- burger, die sieben Minuten später den Ausgleich herstellten. Nach weiteren vier Minuten gingen die Kleingärtner wieder in Führung. Der Anstoß brachte die Pankower sofort vor des Gegners Tor. Mit knapper Mühe konnte der Torwart den Ball zur Ecke ablenken, die durch den Rechtsaußen direkt zum Ausgleich verwandelt wurde. Dann hörte der Torsegen einige Minuten auf. Als aber die Pan- kower in der 30. Minute das vierte Tor schössen, folgte prompt wenige Minuten später wieder der Ausgleich. So blieb es dann bis zum Schluß. Das Resultat entspricht nicht ganz dem Spiel- verlauf und den gezeigten Leistungen. Die Blankenburger waren den Pankowern im Mannschaftsganzen etwas überlegen, so daß ein knapper Sieg verdient gewesen wäre. Aber auch mit diesem Re- sultat können beide Mannschaften zufrieden sein, so wie es auch die Zuschauer waren. Deutschlandfahrer auf der Olympiabahn Mit einem abwechslungsreichen Programm. wartet die Olympiaradrennbahn am kommenden Sonntag auf. In einem Omnium-Match geht die siegreiche deutsche Mannschaft der . 15—1«: 1, Schi Ubach(DHritifll 12,3 Sek.; 2. Sietvert Wsffi. Neukölln) 12,8. Iuaenb. 13-14: 1. Mischer tVolkswart Weddin«) 12,3: 2. Lehman» lOstrina) 12,3. Sportlerinnen: 1. Landkc lNordring) 14,3: 2. Lud» »in tKüpenickl 14,4. Sportler, Klasse C: 1. BIups.— Schwedensiaffcl, Iuaend (t Uhr Dienst am Kunden im Cut Bah Dit H» Bmn Regie: Hans Oeppe SiitgingBafe .■•Sil Mai Wynn u. Buddy, M Oelltrs im, i mm Mn«ml Gar wunderschön isi's bei Roses im Osten. ♦ Für mich noch wert, dort froh zu sein,# Denn wflrd' ich rasten. würd' ich rosten+ Und mich des Ostens nicht er- freun.�Nehmdrum den Wanderstab wie Moses � Und rufe: Lebe wohl mein Schatz!'�Ich pllrsch mich jetzt vergnüg: zu..Roses", ch Dort ist der„wahre lakob"- Platz, ch Güo lelsdid in Micke M Vom 1. bis 25. Juni Montb. 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Oittmann: Seydewitz fühlt sich als Vorkämpfer einer grundsätzlichen so- zialistischen Politik. Wie kann er dann aber eine so aus- schließlich taktische Frage wie die Panzerkreuzerabstimmung im anormal besetzten Reichstag zum Schibboleth machen? Er hätte seine Anhänger vielmehr vor der Illusion warnen müssen, daß dieser Nazi-Reichstag viel Gutes bringen könne. Statt dessen nährt er die Vorstellung, daß alles von dem Reichstag, ja von dem Willen unserer Fraktion abhängt. Wir, die wir als Nurparlamentarier verschrien sind, sehen dagegen in dem außerparlamenta- r i s ch e n Kamps jetzt die Hauptsache, in der G e w i n» nung neuer Wählermassen für den kommenden Reichstag durch eine grundsätzliche sozialistische Propaganda. Die Panzerkreuzerabstimmung war ohne jede grundsätzliche Bedeutung, denn es handelt« sich gar nicht um die sachliche Stellung zu dem Bau. Die' ganze Partei und Fraktion ist für die Ablehnung, aber die bürgerliche Mehrheit für die Bewilligung. Dreimal ist im alten Reichstag unser Antrag, den Bau einzustellen, abgelehnt worden. Jetzt beträgt die Mehrheit für den Bau 137 Stimmen. Die Illusion, als wenn wir den Bau ver- hindern könnten, ist durch den Auszug der Deutschnationalen aus dem Reichstag entstanden. Dieser Auszug geschah aus o h n> mächtiger Wut und ist hinterher als taktisches Manöver de- klariert worden, dazu bestimmt, um das Zentrum und die Sozial- demokratie miteinander in Konflikt zu bringen und der Rechten die Tore zur Regierung zu öffnen. Dies Ziel hätten wir gefördert, wenn wir Seydewitz gefolgt wären. Die Panzerschiffe wären auch dann gebaut worden und die Nazis hätten sich als Retter des Dater- landes aufgespielt. Selbst wenn wir gemeinsam mit den Kommu- nisten abgelehnt hätten, hätte der R e i ch s r a t für den Bau ge- sorgt. Gegen den Beschluß des Reichsrats hätte«in Beschluß des Reichstages nur mit Zweidrittelmehrheit Gültigkeit haben können. (Zurufe.) Es ist nicht loyal, wenn Seydewitz und seine Freunde den Eindruck erwecken, als wenn ohne die Stimmenthaltung der Frak- tion die Schiffe nicht hätten gebaut werden können. Im übrigen haben die Genossen der Fraktionsminderheit zweimal mit uns in namentlicher Abstimmung einen Antrag der Kommunisten abgelehnt, daß das Flottenbauprogramm aus dem Etat gestrichen werden soll. «Hört! hört!) Seydewitz hat abgelehnt, nachzuweisen, daß sein Weg der bessere für die Partei ist. Er hat blindgläubige Gefolgschaft ver- langt, genau wie Hitler. Sein Standpunkt hat nichts zu tun mit dem gesunden Menschenverstand, mit Vernunft.(Unruhe auf der Tribüne.) Er basiert nur aus dem Gefühl:„Es muß ander» werden!" Es wäre fein« Pflicht gewesen, uns zu sagen, was kommt, wenn sein Weg beschritten wird. Nach unserer Ueberzeugung wird es dann nicht besser, sondern schlimmer. Wenn wir die Regierung Brüning stürzen, so würden aus die Pettsche Brünings die Skorpionen Hugenbergs und Hitlers folgen. Dann werden wir »licht mehr zu kämpfen haben um Notverordnung, um Brotpreis und Sozialpolitik, sondern um die Erhaltung der Demokratie. «Lebhaste Zustimmung.) Wir werden kämpfen müssen um die Pressefreiheit, die wir noch haben, um das K o a l i ti o n s- und Streikrecht, um das politische Wahlrecht, das wir haben. Ist das wirtlich«in so verlockendes Ziel? Sollen wir nur kämpfen, um zu kämpfen, um unseren Tatendrang zu beweisen? Dazu ist bessere Gelegenhett gegeben in dem Kampfe gegen den Faschismus und in dem grundsätzlichen Kampf gegen die kapi- --»listische Wirtschaftsanarchie, wie ihn der Parteitag beschlossen hat. lLebhafter Beifall.) Aufhäuser: Ueber die Zwangslage, aus der heraus nach dem U- September die Tolerierung bestand, besteht überhaupt kein Streit. Wir mußten die Demokratie verteidigen und mußten Hitler von der Macht fernhalten. Bei der ersten großen Abstimmung über die Tolerierung im Dezember war die Reichstagsfraktion so gut wie einheitlich dafür. Die Frage ist heute also nur, ob die Tolerierung so ausgelegt werden muß, daß nur mit uns etwas geschieht, oder ob uns auch innerhalb der Tolerierung Aktivität und Kampf möglich ist. Bisher haben wi in jeder Phase der Tolerierungspolitik Aktivität entfalten können, wenn auch in der Panzer- kreuzerfrage die rechtzeitige Aktivität nicht energisch genug eingesetzt hat. Aber wir haben zum Beispiel auf dem Boden der Tolerierungspolitik im Dezember die Notverordnungen vom Juli weitgehend verbessert und genau so müssen wir heute Voraussetzungen und Inhalt der Tolenerungspolitik erörtern und nicht schematisch nach Ja und Nein fragen. Das Kabinett muß unsere Tragfähigkeit in Rechnung stellen und darf unsere taktische Haltung nicht mißbrauchen. Sie miß- braucht sie aber seit der Vertagung des Reichstages. Miß- brauch war die Notverordnung über das Lereinsrecht, Miß- brauch die Brotpreissteigenmg. Und das. was uns heute beschäf- tigt, ist die Frage des Parteitages, nämlich noch weiterem Miß- brauch unserer taktischen Stellung vorzubeugen. Wir müssen gegen die drohende Gefahr Stellung nehmen, die wir alle vor uns sehen, die Notverordnung vom Juni 1931, die neue un- geheure Belastungen der Masse bringt, ohne die Sozialpolitik ge- nügend zu sichern. Ich stelle ausdrücklich fest, daß wir bereit wären, auch schwere Belastungen der Blassen zu ver- antworten, wenn nur die Opfer der sozialen Krise sichergestellt würden. Aber unerträglich und unannehmbar wären für uns Be- seitigung der Lohnsteuer-Rückerstattung, der Beamtengebaltskürzung, neue Massenbelastung, wenn damit nicht einmal dl« Arbeitslosenver- sscherung saniert wird.(Zuruf: Wie sollen wir denn diese Be- lastungen verhindern?) Indem wir hier unserenWillenbe- künden sie nicht zu tolerieren, indem wir der jetzigen Regierung nicht erlauben, die Steuer anderweit zu verwen- b-n die wir zur Sanierung der Sozialversicherung brauchen. Nach den' Angaben der Regierung soll ein LOO-Millionen-Defizit der Ar- beit-losenversicherung b«stehen. Diese 200 Millionen sollen ein- werd— durch dar Wartesrtpea. teilweise auf 21 Tage(Hört! hört!), durch Verlängerung der Warte- zeit und Kürzung der Unterstützungsdauer bei den Saisonarbeitern, die doch auch unter der Konjunktur leiden, und durch Ausschaltung der Jugendlichen aus der Arbeitsloseiwersicherung überhaupt.(Hört, hört!) Außerdem verlangt jetzt die Brauns-Kommission die Aus- etatisierung der Arbeitslosenversicherung. Sie soll in Zukunft Ein- nahmen und Ausgaben selbst ausgleichen, das heißt, sich selbst durch Abbau sanieren. Die Bedürftigkeitsprüfung ist außerordentlich ver- schärft, die Unterstützungssätze sind weitgehend auf die Sätze der Krisenfürsorge herabgedrückt und bei alledem nichts über die Ver- kürzung der Arbeitszeit Hier handelt es sich um den Lebensstan- dard der deutschen Arbeiter und ich bitte den Parteitag eindringlich. daraus keinen Richtungssireit zu machen.(Lebhafter Beifall.) Der Parteitag muß seinen Willen gegen diese Botverordnung deutlich bekunden. Darum habe ich mit Genossin Sender den Antrag Nr. ISS, Berlin-Ostsachsen, eingebracht. Gegenüber der drohenden Verschlechterung des Lebensstandards der deutschen Arbeiter muß der Parteitag dem klaren Willen der Sozialdemokratie Ausdruck geben. Gebt seine Entscheidung nicht an die Fraktion zurück. Wir haben die Tolerierung nur getrieben um ihrer selbst willen, nie der Regierung Brüning zuliebe. Wir können die Tolerierung nur so- lange üben, als sie dem Interesse der Arbeiterschaft dient. Unser Tage stampf für die soziale und lohnpolitische Lag« der Ar-' beiter, das heißt heute unser Kampf gegen die drohenden Notver- ordnungen, das ist auch der Weg, der zum Siege führt.(Langau- dauernder und starker Beifall.) Riedel-Darmstadt: Auch wer mit der Gesamtkinie der Politik der Partei einverstanden war, braucht auf das R e ch t d e r K r i t i k nicht zu verzichten. Die übergroße Mehrheit der Parteigenossen hat naeb&n in flivgenfinien Sin1 Uhr vormittag». Die Peone und Gauchos kommen von ihrem Dienst zurück und jagen ihr« Pferd« ln den C o r r a l. Da das Esten erst gegen 12 fertig ist, setzen sie sich vor die Türen ihrer Wohnräume oder, wenn ein« Veranda vorhanden ist, unter diese, und bald kreist die M a t e- B o m b i l l a. Kommt man zu ihnen, so ist das erste, daß einem die Bombilla gereicht wird. Das- selbe geschieht, wenn man in die Familien der Chacareros oder überhaupt zu Argentiniern kommt. Weist man die Bombilla zurück, so hat man sie schwer beleidigt und ist unten durch. In Wirklichkeit heißt dieser Tee„P e r b a". Man spricht von Perba Paraguay, Perba Malta und wie die Bezeichnungen alle heißen mögen. Mate heißt es«rkt, wenn der Tee aufgebrüht ist. Man unterscheidet zwischen Mate Cosido, d. h. aufgekochter Perba, und Mate Bombilla. Letztere wird aus einem kleinen Kürbisgefäh mit einem Nickel- oder Silberrohr, da» am End« siebartige Löcher hat, gesogen. Mate wird in beiderlei Form bitter(Xlata amaryo) und süß(Mate dnlce) genossen und dient dem Eingeborenen zur ver- dauung der Fleischnahrunq, ersetzt da» oft fehlende Gemüse in der Ernährung und gewährt Unterhaltung. Es ist jetzt 12 Uhr. das Essen ist fertig und der Koch ruft: ...M acenar"— zum Esten. E« gibt den beliebten„P o t ch e r o' der auf den estanden ungefähr dreihundertmal im Jahre gereicht wird. Rindfleisch wird mit Master ausgesetzt. Hat man Kohl- köpfe, so spaltet man sie über Kreuz und gibt sie dazu. De»- gleichen grüne Maiskolben, so man hat. die«chocolo» genannt werden. Außerdem noch Kartoffeln und Kürbis. Ist die Masse weich, so wird sie nebst dem Fleisch au» der Brüh« ge- nommen. in die Ret» oder kicke«,»(Makkaroni) getan werden. Man ißt zunächst die Suppe und dann den inzwisehen kalt gewordenen Potchero. Der Argentinier liebt kein weiches Fleisch, und so taut man denn an seinem Fleisch wie an einem Gummiball herum, trotzdem da» Fleisch gut und nur primitiv zubereitet ist. � Nach dem Esten trinkt man wieder Mate oder raucht Ziaaretten, etliche legen sich schlafen, denn der Peon hat bi» 2 Uhr Mittags- zeit, also drei Stunden. Nachmittags denselben Dienst, bis Sonnenunteraang. Dann Abendbrot au» kleingeschnittenem Rindfleisch mit Erbsen und Bohnen, Gi»«, genannt, als Abwechflung auch einmal«Inen.�racka.«inen Spiehbraten. .Wie m-m sieht, eine für einen deutschen Magen wenig abwechflung»- �reiche Kost, zu der«in guter Magen und gut« Nerven gehören, -""n man da««in Jahr lang aushakten soll. Beim teindrusch. Eine» Sonntags lud mich der Major-Domo nachmittags ein, mit einem Znlcv auf den Camp zu fahren, um den Leindrusch zu sehen. Ich sagte gern zu, konnte mich aber nicht enthalten zu fragen, ob Sonntags nachmittags auch gearbeitet wird.„Natürlich". hieß es,„beim Drusch gibt es keinen Sonntag. Feiertag ist, wenn es regnet!" Nach einer h«llbstündigen Fahrt waren wir zur Stelle. Zu einer Dreschmaschine und Lokomobile, die mit Leinstroh ge- feuert wurde und einen Funkenregen von sich gab, wurden auf einer von zwei Pferden gezogenen Schleife die Leingarben, entsetzlichen Staub aufwirbelnd, gebracht. All« dort tätigen Arbeiter sahen schwarz wie die Neger aus von dem Staub, der sich in die schweiß- gebadeten Gesichter und Hände festsetzte. Da die Sonne heiß brannte, fragte der Major-Domo, ob wir eine FlascheBier trinken wollten. Auf meine erstaunte Frage zeigte er den Küchenwagen, der aussah, als ob Zigeuner drin wohnten. Im Küchenwagen reichte uns der Koch je eine Flasche Quilmes-Bier, das indessen infolge der im Küchenwagen herrschen- den verstärkten Hitze„Zimmertemperatur" hatte, so daß man sich den Magen nicht erkälten konnte. Nachdem wir die einen halben Liter enthaltende Flasche ausgetrunken hatten, stellte ich fest, daß der Durst nicht gelöscht worden war, daß dagegen sich in meinem Kopf« alles drehte, so daß ich schleunigst hinaus ins Frei« ging- Draußen fragte ich den Allgewaltigen, wo denn die Ar- beiter des Nachts schlafen, denn auf die«rtancia zurück konnten sie nicht und Unterkunftsmöglichkeiten tonnte ich nicht er- blicken.„Ach", erwiderte der.„die verkriechen sich nachts ins Stroh. Jeden Morgen und Abend zur estanda und zurück, das wäre zu zeitraubend. Außerdem hätten wir für die Erntearbeiter auch gar keine Räum«. Diese Erntearbeiter gehen uns auch gar nichts an, für sie hat der Unternehmer, der das Mähen und Dreschen übernommen hat, zu sorgen." Meinen Einwand, daß diese schwer arbeitenden Leute dann monatelang keine richtige Unterkunft und Schutz vor Wind und Wetter hätten, erledigte er mit den Worten: „Na, die sind da» gewöhnt und kommen jede» Jahr wieder. Meist sind e» spanische Landarbeiter, Sachsengänger, die jedes Jahr von Spirmen herüberkommen." Ich entsann mich, daß auf der Hinreise in Eoruna viele spanische Landarbeiter an Bord kamen, erwiderte also dem Major-Domo nilhts, dachte aber in meinem Innern: Welch barbaristhes Land, in dem der Mensch mit dem Tier auf eine Stufe gestellt wird! Ich dachte auch an manchen Landsmann, dessen Tr«uim vom„Herr-auf-der-eigenen-Scholle-sein" auf diese Weise wohl geendet haben mag. Gutes Land ist teuer und billiges Land siegt so weit ab von den Derkehrsmöglichkeiten, daß sich die Be- wirtschaftung nicht lohnt. Die Unternehmer, die das Dreschen be- sorgen, sind meist Schlosser, Mechaniker oder Maschinenbauer, die auf Kontrakt von amerikanischen, aber englischen Jmporthäusern Lokomobilen und Dreschmaschinen e«Halten und aus den Ernte- arbeUern herausholen, was herauszuholen ist. Selbst Proletarier, nützen sie mangels Organisation ihr« Klasiengenosien weidlich aus. Wenn sie einige Jahre Glück gehabt haben und bei einem durch den Funkenregen der Lokomobile entstandenen Brande die Ma- schinen nicht zerstört worden find, können sie Geld zurücklegen und sich eine Europareise leisten, um in der alten Heimat zu protzen, wodurch wieder neue Auswanderungslustige geschaffen werden, die für weitere billige Arbeitskräfte sorgen. Diesen Leuten gegenüber ist der estanda-Peon der Caballero. Meist hat er neben dem ihm von der edanda gestellten Pferde ein eigenes, auf dem er. ohne den Major-Domo um Erlaubnis fragen zu mästen, nach Schluß der Arbeit zu befreundeten Chacareros oder Sonntag nachmittags zum pueblo reiten kann, wo sie in den Kneipen Wein oder Canja trinken und vor den angekoppelten Pferden in Gruppen stehen, die Gäule kritisieren, wobei natürlich jeder das beste Pferd hat. Arme alle Xeule Auflauf vor einem Haus« in Paris. Ein weinendes alte» Ehepaar: eine drohende Menge; dazwischen, in recht peinlicher Situation, ein Vollzugsbeamter. Vollzugsbeamte sind überall unbeliebt: sie wüsten den Haß gegen chre Auftroggeber ausbaden. Wenn nun gar so ein Beamter ein altes, zittriges, rührendes Sreifenpaar exmittieren soll, verjagen soll von Heim und Herd, nur weil es einige Zeit lang die Miete nicht bezahlt hat: dann zündet der Funken de» Haste» in jedes Passanten Brust.„Haben Sie denn kein Herz?" schreit ihn eine gut gekleidet« Frau an.„Die armen, alten Leute... sie können doch nicht» für ihre Not... wo sollen sie denn hin..." Die beiden Alten heulen noch ergreifender, in die nächste Nachbarschaft de» Vollzugsbeamten drängen sich resolute Fäuste, von hinten schrillen ermunternde Pfiffe-- da hat der Beamte genug: er erreicht mit Müh' und Not«in Telephon und benachrichtigt die Polizei. Ein Riesenaufgebot behelmter, begummiknüppelter Männer er- scheint binnen kurzem— und findet eine dreimal so starke Meng« vor, die sich ebenfalls in aller Eil« bewaffnet hat, so gut e, ging. Während sich die beiden Gruppen kampfbereit gegenüberstehen, ge- lingt e» dem Dollzugsbeamten. die Wohnung der noch immer weinen- den alten Leute zu erreichen und seines rabiaten Amtes zu walten. vnten schreien jetzt viele Frauen:„Die armen Alten... schützt sie vor den Bütteln... man will sie morden... nur weil sie die Miete nicht zahlen tonnten..." Plötzlich erscheint im Toreingang der Vollzugsbeamte. Er kommt aus der Wohnung der Alten, und er schwingt triumphierend etwa- in der Hand und hält es den beiden Greisen unter die Nasen Die Frau kreischt auf:„Unser Geld! Geben Sie uns unser Geld!" Aber der Beamte zeigt der Menge das Bündel Geldscheine, das er in der Hand hält, und sagt schlicht in das verblüffte Schweigen hinein: Es sind TO 000 Mark. Ich habe sie in' ihrem Schrank versteckt ge- funden." Plötzlich beginnt die Szene sich zu wandeln— und nach zwei Minuten sieht sie so aus: Im Toreingang noch immer die beiden Alten, noch immer wei- nend. Um sie ein Kordon von Polizisten, den die wütende Menge zu durchbrechen sucht. Die Weiber schreien noch immer, aufs erste Hören klingt's genau so wie vorhin, aber die Texte sind setzt anders: „Diese infame» Schwein«... sie haben den armen Hauswirt be- trogen... man sollte sie aufhängen..." Und:„Man muh die Voll- zugsbeamten vor solchen Leuten schützen... solche reichen, alten Geiz» hälfe, nicht mal die lumpig« Miete wollen sie zahlen..." E» gelingt mit Mühe und Not, die beiden Alten mit Hilfe von Autos vorm Gelynchlwerden zu retten.„Verbrecher!" schreit man ihnen nach— und man hat recht: sie haben- eines der schlimmsten Verbrechen begangen. Sie haben den Edelmut des Menschen ge- weckt, und sie haben diesen Edelmut enttäuscht. Das verzeiht der Mensch nicht. Au» Mitleid wird er zum Aufrührer, vielleicht: au» betrogenem Mitleid aber zur Bestie— bestimmt! Yorick. Rät sel= Ecke des„Abend" »IlNMIUIUIUUMUMMtMMslttvUMttUtUMll Kreuzworträtsel Waogerecht: l. Reformator: 3. Abschiedsgruß: 4. Kochende«: 7. Wappenvogel: 9. Senkblei: 11. Verbrechen: 13. weiter Ab- stand: l3. Kälteprooukt: 17. männlicher Vorname: 18. spanische Anrede: 19. fischartige» Säugetier: 21. Gestalt au» der Nibelungensag«: 23. spartanischer Staatssklave: 24. Stadt in Belgien: 27. Brennstoff: 28. Gebäude: 30. Weltgegend: 82. germanisches Getränk: 33. alt- testamentischer Provhet: 33. Raubtier: 37. türkischer Titel(Befehls- Haber): 28. Papageienart: 39. Verhältniswort: 40. Eulenart: 41. eng- liche Anrede.— Senkrecht: 1. Futtermittel: 2. Seidenatlos: 3. Gattungsbegriff: 4. Zahlenwort: S. was für den Stall gebraucht wird: 6. Geschlechtswort: 8. Tierleiche: 10 Betriebsstoff: 12. griechisch« Bezeichnung sür neu: 14. bedrückender Zustand: IS. Nachspeis«: 18. Geschlechtswort: 19 Gehbahn: 20. Gewinnchance: 22. strauß- artiger Bogel: 23. Endpunkt der Achse einer Kugel: 26. Bewohner eines fernen Erdteils: 28. deutscher Bildhauer: 29 Göttin des Un- heil»: 31. Teil der Woche: 32 Fürwort: 33. Aorgebirge des Harzes: 34. Nebenfluß der Donau: 35. starkes Seil: 36. loviel wie selten.— Sind die richtigen Wörter gefunden, so ergeben die Buchstaben in den Feldern 28 4 36 12 1 8 36 18 34 23 37 19, Im Zusammenhang gelesen, den Namen etne» modernen Dichter».«bv. Silbenrätsel Aus den Silben a dum e em«n ga hall hau Ig lek fing» ma me me mei mo na nas nie na o on ra ran rant reck n ri ror schach se sen st ta tät te tra us oaur wtw zi End IS Wörter zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben, eide von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Vorort von London: 2 griechischer Buchstab«: 3 Stadt in Westfalen: 4. Abkürzung für Witwe: 5 Südfrucht: 6. Oper van Richard Strauß: 7. Seltenheit: 8. Nervenerkrankung: 9. Sitzungsdauer eines Parlaments: 10. Unwissender: 11. Vogel. 12. Denkschrift 13. biblischer Ort: 14. Oper von Wagner: 13. Stadt am Bodensee.(ae— ä, ue— ü, ck ein Buchstabe.)— ekr.— Rösselsprung. Bruchstücke Den Bruchstücken: ran Ind lbeu sa irn eschin in tag ng« sind Kovf und Fuß anzufügen. Die daraus entstehenden Anfangs- und Enobuchstoden nennen, von oben nach unten gelesen, zwei oeutfche Maler. LI. Dreierlei Mit„K" ein Leder, mit.L" im Gesicht, Mit„C" von Herder ein Heldengedicht.— ekr.— Einsehrättel Tuch— Saum Zwischen die Wort« ist je ein einsilbiges t°'t � Mann Hauptwort zu setzen, welche» dem ersten Wort . n6 ZI(CrfZIlf al, Schluß-, dem zweiten al» Avsangssilbe Kunst- Schrank dient Di« Anjangsbuchslaben der eingesetzten See— Ruf Worte ergeben, von oben nach unten gelesen, Fmß— Brust einen deutschen Staatsmann der Nachkriegszeit. Wand- Werk R Bl. Auflösungen in der nächsten Rätselecke. Auflösungen der letzten Rätselecke Fllef»nräts«l: 1. Kamm: 2. Sdam: 3. Dose: 4. Mark: 5. Emma: 6. Made: 7. Csau: 8. Meto: 9. Amme: 10. Ulme: 11. Tuba: 12. Atem: 13, Lamm: 14- Lupe: 15. Tabu: 16. Lama: 17. Pale: 1». blau: 19. Bali: 20. Apel: 21. Oper: 22. Bill: 23. Jler: 24. Epos. Sonderbar! Wachtel. Silbenrätsel: 1. Wasser: 2 Erika: 3. Rachitis: 4. Minarett: 3. Iridium: 6. Tuchent: 7. Dattel: 8. Eifenach: 9. Miene: 10. CHic; 11. Eibe: 12. Besen: 13. Ente: 14. Nabe; 15. Siegel: 16 pusser: 17. Iris; 18 Esel; 19. Cchac; 20. Tatar; 21. Katapult: 22. Orbe; 23. Maler: 24. Miere: 25. Trikolore. 26. Nebel: 27. Ilfis; 28. Emil: 29. Simmer; 30 Ulme; 31. Riege; 32 Elritze: 33 Ehokand. 34. Tinte: 35. Wiesel: 86. Eiche: 97. Rotterdam— Wer mit dem Leben spielt, kommt nie zurecht: wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht. NUtwoch 3. Juni 1931 5 Nr. 254 4S. Jahrgang Schiffe ohne Schraube Der Voith'Scfancider- Propeller Srff der Jdl, wo vor über Hunderl Zahren Zoseph Ressel das erste Dampfschiff mit Schraubenanlrieb fahren lieh, hat sich an der Form und der Wirkuugsweise dieser Zlrt von Schiffs- aulrieb viel geäuderl. Eine ganz befoudere Konstruklion haben die Voilh-Schneider-Merle vor einiger Zeil herausgebrachl, die fehl so weil vervollkommne! ist, daß sie weileste Verwendung finden kann. Für den Personenverkehr auf dem Bodensee sind vier neue Schiffe der Deutschen Reichsbahn,.Kempten",..Augsburg", „Ravensburg" und„Baden" bestimmt, die wegen des bei Personen- schiffen erstmalig eingebauten neuartigen Antriebes nach dem System Noilh-Schneider Beachtung oerdienen, wie wir der Zeitschrift„Werft, Rederei, Hafen" entnehmen. Die„Kempten", die bereits Ostern d. I. in Dienst gestellt wurde, hat eine Läng« von 47 Metern, eine größte Breite von 9 Metern und eine Wasieroerdrängung von 239 Tonnen bei maximal l,SS Meter Tiefgang. Zwei nicht umsteuerbar« 8-Zylinder-Dies«l- Motoren, die bei 909 Umdrehungen in der Minute je 299 leisten, geben dem Schiff eine Normalgeschwindigkeit von 24 Kilometer die Stunde. Beförderungsmöglichkeit ist für 1S9 Fahrgäste in der 1. Klasie und für 250 Reisende in der 2. Klaffe vorhanden. Statt des allgemein bekannten Antriebes durch Schrauben be- dient sich das System Boith-Schneider einer Schaufelanord- n u n g, die sich um eine senkrecht gelagerte Achse dreht. Die Dreh- zahl der horizontalen Motorwelle wird mittels eines' Stirn- und eines Kegelradgetriebes auf 179 Umdrehungen in der Minute für die lotrechte Welle des Propellers herabgesetzt. Am unteren Ende der Propellerwelle ist ein Laufrad aus Stahlguß befestigt, das an seinem Umfang vier Lager zur Aufnahme der Schaufeln trägt. Di« Schaufeln sind aus nichtrostendem Stahl hergestellt, haben trag- J?as ftritritht- offregat, aSw in den�ckiffclood&L. eingebom wird. flügeiförmigen, gekrümmten Querschnitt und sind im Laufrad so an- geordnet, daß sie samt ihrem Lager in kürzester Zeit, auch wenn sich das Schiff im Wasser befindet, nach oben zur Kontrolle ausgebaut werben können. Die oberen Schaftenden der vier Schaufeln sind in einem sogenannten Steuerring vereinigt, der, durch ein Gestänge mit dem Laufrad gekuppelt, sich stets synchron mit diesem drehen muß. Der Steuerring kann jedoch exzentrisch zum Mittelpunkt des Laufrades in senkrechter Richtung zur Propellerwelle beliebig ver- stellt werden und darauf beruht die Wirkung des Antriebes. In diesem Falle werden nämlich die Schaufeln durch besondere Lenker gezwungen, während ihres Umlaufes mit dem Laufrad zugleich Schwingungen um ihre eigene Längsachse auszuführen, was im Waffer einen Strahl von bestimmter Richtung und Stärke und damit eine Fortbewegung des Schiffes zur Folge hat. Stimmen dagegen Laufrad und Steuerring mit ihren Mittelpunkten überein, so bleiben die Schaufeln in Beziehung zum Laufrad in Ruhe und das Schiff oerharrt bei laufender Maschine im Stillstand. Der die Fortbe- wegung erzeugende Propellerschub wirkt nicht nur wie bei der Schiffsschraube in Längsrichtung des Schiffes, sondern auch je nach Verstellung de» Steuerringes beliebig nach beiden Seiten, fo daß das Schiff quer zu seiner Längsachse schwenkbar und parallel zu sich selbst quer verschiebbar ist. Das mit dem Doich-Schneider-Antrieb ausgerüstet« Schiff kann also viel„engere" Bewegungen ausführen, als Schiffe mit Schraubenantrieb. Es kann sich um seine eigen« Achs« drehen, während andere Wasserfahrzeuge stets Kreis« beim Wenden beschreiben müssen. Es kann sofort stoppen und die Drehung um die eigene Achse vor- und rückwärts ausführen. Solche Schiffen finden die besten Betätigungsmöglichkeiten in ganz engen Fahrwassern wie Häfen usw. Das Laufrad mit den Schaufeln läuft bei Vorwärts- und Rück- wärtsfahrt und auch im Stillstand immer mit gleicher Drehzahl und in gleichem Drehsinn. Einzig und allein die Schaufeln verstellen sich zum Zweck« der Fortbewegung und Lenkung, und zwar ist für eine swfenlose Einstellung der Schaufelkrümmungen, die für die verschiedenen Geschwindigkeiten vom Leerlauf bi» zum Höchstwert sowie für die Steuerung des Schiffes erforderlich sind, gesorgt. Di« gesamte Maschinenleistung kann zur Wendung des Schiffes be- nutzt und dadurch«ine größere Wirkung als bei den bisher gebräuch- lichen Steuerrudern erzielt werden. Die Lenkung geschieht durch ein Handrad, die Regelung der Fahrgeschwindigkeit durch einen Fahrt- Hebel, die beide aus der Kommandobrücke betätigt werden und ihre Wirkung durch Drucköl ausüben. Die Vorzüge de« Voich-Schneider-Antriebes, der den Schutz eines Deutschen Reichspatents genießt, sind klar zu erkennen: Ver- einfachung der Schiffsform, Fortfall jeglicher Steuerruderanlage, Möglichkeit zur Verwendung kleiner schnellaufender Antriebs- Maschinen, die keiner Umsteuerungseinrichtung bedürfen. Entbehr- lichkeit von Maschinentelegraph und sonstigen Kommandoapparaten und die besonders gute Manöverierföhigkeit. die in den beengten Bodenseehäfen sehr geschätzt wird. Technik im Dienst der Polizei Auf dem„Polizei tag', den die Vereinigung für Polizei- wissenschaftliche Fortbildung im Verband preußischer Polizcibeamten abhielt, sprach Präsident P a e t s ch vom Polizeiinstitut für Technik und Bertehr über die Te ch n i t i m D i e n st e d e r P o I i z e i. Der Vortragende teilt« die technischen Belange der Polizei in das Fern- verbindungs- und Beförderungswefen, das Waffenwesen, das Bild- wesen und die Kriminal- und Bürotechnik. Die technischen Anlagen der Polizei dürsten niemals Selbstzweck, stets nur Mittel zum Zweck sein. Im Fernverbindungswesen strebe man dahin, die von der Post gemieteten Leitungen und Anlagen durch polizeieigene zu er- >etz«n. Ueber da» drahtlose innerdeutsche Funknetz hinaus bestehe ein europäische» Netz, der ein« Verständigung der Polizeien der wichtigsten europäischen Länder ermögliche. Der Bildfunk sei ein wirksames, schnelles Fahndungsmsttel, das auszubauen sei. Bilder für den Erkennungsdienst und Material für Polizeischulen anzu- fertigen Ist die Aufgab« de» Bikdwesens. Einen großen Raum nimmt die Mikrophotographie ein, die Handhaben zur Ermittlung von Fälschungen jeder Art auf Dokumenten, Geldscheinen usw. bietet. Für die technischen Interessen der Kriminalpolizei machte Paetsch einige Einschränkungen: die Kripo habe als eigene technische Auf- gaben nur die Spurensicherung, die Sicherung von Fingerabdrücken und die Schadenoerhütung durch technische Beratung zu betreiben. Alles andere falle in das Fach allgemein technischer und Wissenschaft- licher Leistungen. Dem Beförderungswesen fällt die örtlich« Verschiebung von Polizeiabttilungen zu. Die Mannschafts- und Ueber- falltommandowagen sind bekannt: den sehr sellen und nur im schlimmsten Fall« eingesetzten-Panzerwagen habe man als„Kamps- wagen" jetzt den Wafserwerferwagen zugesellt, der dazu diene, Menschenansammlungen gefahrlos zu zerstreuen. Er ist aber bei- spielsweise in Berlin noch nie eingesetzt worden: Paetsch meinte. man wisf««och nicht, ob ihn der Berliner ernst nehmen werde! Jedenfalls sei diese Waffe humaner als Gummiknüppel und Seiten. gewehr. Ein« Anwendung von Gasbomben in der Oeffentlichkeit erfolgt nicht. Lediglich zur zeitlichen Kampfunfähigmachung von Gesetzes- beugern, die sich in geschlossenen Räumen aushallen und von hier au» die Polizei bekämpfen, habe man völlig unschädliches Gas an- gewandt und das auch erst in letzter Zeit. In der Bürotechnik gehe das Bestreben nach Rationalisierung. Der Vortragend« zeigte aus den einzelnen Gebieten gute Licht- bilder. Direktor Storch von Siemens u. Halske demonstriert« an Filmen. Lichtbildern und Apparaten technische Verkehrsregelung und Raumschutz und das Fernmelde- und Verständigungswesen, dl. J. JRekrisiallisalion" Etwas über geordnete Metallkristalle Auf der 36. Hauptoersammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für angewandte physikalische Chemie sprach Geh. Rat T a m m a n n über das Problem der Re- krt stall ifation. Wenn man z. L. einen Kupferstab oder Draht mehreremal biegt, führte der Redner au», so spürt man, daß der Stab jedem neuen Biegen immer mehr Widerstand entgegensetzt oder, wie man ragt, daß er sich verfestigt. Wenn man«inen solchen verfcitiqten Stab glüht, dann wird er wieder weich. Diese Erscheinung ist für die Technik von äußerster Wichtigkeit. Denn überall, wo Metalle vis Baustoffe verwendet werden, wie z. B. als Federn, Träger usw., werden sie irgendwie mechanisch beansprucht. Die genaue Kenntnis der Derfestigungsvorgänge im Material ist daher unerläßliche Bor- bedingung für sein« Benutzung. Andererseits kann man durch Aus- glühen diese Verfestigung wieder rückgängig machen'-nd',o Werk- stoff« von ganz bestimmtem Verhalten herstellen. Tammann schil- derte nun den genauen Verlaus dieser Lorgänge, der größtenteils von ihm und seinen Schülern aufgeklärt worden ist. Ein Metallstück, wie mir e, in die Hände bekommen, besteht au» einem Haufwerk kleinster Kriställchen. Wenn wir dieses Metall- stück bearbeiten, so werden die Kriställchen oerformt, d. h. sie geben der Bearbeitung nach. Dadurch daß sich die Kristalle z. B. beim Ziehen von Drähten in der Richtung der Drahtachse einstellen oder auch sonst nur irgendwie aus ihrer früheren ganz regelmäßigen Verteilung herausgezogen werden, ergibt sich die Verfestigung. Wenn ein solches Metallstück nachher auf höhere Temperatur ge- bracht wird, fo kann mau eine ganz eigenartige Erscheinung beob- achten. Einzelne der Kriställchen fangen plötzlich an zu wachsen' und fressen sozusagen ihr« Nachbarn auf. Dadurch entsteht wieder wie in dem unbearbeiteten Metallstück eine vollkommen regellose Verteilung der Kriställchen. Aber jetzt fft jeder kleine Kristall bei weitem größer Äs vorher. Diese Erscheinung nennt man R e- kristallisatlon. Und das rekristallisierte Material ähnelt nun wieder in seinen mechanischen Eigenschaften dem Ausga»>gs«tück. Für die technische Verwertung irgendeines Metalls cder uner Legierung find die charakteristischen Daten des Stoffes w'n höchstem Interesse. Man muß ganz genau wissen, bei welcher Verformung das Material spröde wird, damit es bei der Beanspruchung im Be- triebe nicht bricht, andererseits darf man, wenn ein Metall, wie be: Achsenlagern, wo es in Gefahr ist, warm zu werden, niemale über die Temperatur hinaus heiß werden lassen, bei der es durch Re- kristallifation weich werden kann. Einverstanden! Bant schallsidierc Decken in den Miethäuscrn Es ist eine alle Klage des Miethausbewohner», daß die Geschoß- decken sehr stark hellhörig sind. Mit dem Erscheinen des Radiolaut- sprecher» sind die Störungen für die Mitbewohner bis ins Unertrüg- liche gestiegen. Die Ursache liegt in der falschen Konstruktion der Balkendecken. Die Baupolizei fordert den Einbau einer Zwischendecke zwischen Fußbodendielen und Deck«, der Staatung oder auch Fehlboden ge- nannt wird und schalldämpfend wirken soll. Diese Schalldämpfung wird so gemacht: Der Zimmermann schlägt auf dem Richiplatz mit dem Beil in Mitte Baltenhöhe Schlitz«(Rillen) ein. Wenn die so vorgearbeiteten Balten dann auf dem Bau verlegt worden sind, dann klemmt der Staater die Staakbretter zwischen die Balken in die Rillen ein. Dann wird auf die Staakbretter ein Strohlehn:- Jijar /. TutsSo den-SOikfa/i Jlgur?.. yit-lSßSeden"Sicetf rt SOecJce «strich aufgetragen, der das Durchrieseln der aufgeschütteten Schlacke oder der hartgewordenen Lehmteilchen verhindern soll. Bild 1 der Abbildung zeigt eine solche Decke. Die geringe Höhe der Schüttung mit schalldämpfenden Stoffen genügt aber nicht, um den Zweck zu erreichen. Der große Luftraum zwischen Staakbrettern und der Decke wirkt als Resonanzboden, also entgegengesetzt dem beabsichttgten Zweck. Wird dagegen die Deckenkonstruktion so, wie Bild 2 zeigt, hergestellt, also Verlegung der Staakbretter auf unten bündig genagelten Leisten und eine voll« Schüttung mit schall- dämpfenden Stoffen ausgeführt, dann ist die Decke schallsicher. Den Einwand de» Bauunternehmers, durch die höhere Schüttung würde der Bau teurer, darf der Architekt nicht gelten lassen. Die Mehrkosten find unerheblich. Wenn dadurch die Neroensoller der arbeitenden Großstädter beseitigt werden kann, dann darf da» keine Rolle spielen. Reben der Hellhörigkeit der Decken muß aber auch noch die Schallübertragung auf die in einem Geschoß nebeneinanderliegenden Wohnungen verhindert werden. Die Fußbodendielen werden in der Regel scharf an die Trennungswand zweier Wohnungen ange- schnitten. Beim Begehen des Fußbodens überträgt sich die Vlbration aus die Wand. Verlegt man die Dielen aber mit 5 Millimeter Abstand von der Wand, dann ist auch diese Schallübertragung be- seitigt. Lsul Schlegel, Architekt. 3n Deutschland gibt es noch rund 400 Prioat-Cisen- und Kleinbahnen, deren Streckennetz etwa 22 Prozent des gesamten deutschen Schienennetzes erfaßt. Zn Diel Ist die älleste Dampflokomotive der Schweizerischen Dundesbahnen, die zuletzt als Rangiermaschine diente, außer Be- trieb gesetzt worden. Sie ist 1859 in den Vereinigten Staaten ge- baut worden. Der neue englische Schnelldampfer„Empreß os Lrilain", der demnächst seine erste Fahrt von Southampton nach Kanada an- tritt, hat«ine moderne Rundfunkempfangsanlage an Bord, mit der die Ueb ertragungen der europäischen und amerikanischen Haupt- sender in allen Teilen de» Schisfes zu Gehör gebracht werden können. .�leue Baustoffe". In der„Technik" vom 18. Mai war in dein Aufsatz„Neue Baustoffe" die Frage offengelassen worden, ob in den au» gepreßtem Stroh hergestellten Wänden sich nicht Ungeziefer einnisten würde. Die Herstellerfirma„Solomit" bittet uns auf das Gutachten der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene hinzuweisen, da» besagt: Von Bettwanzen wird die aus Stroh bestehende Solomitbauplatte al» Unterschlupf und Ei- ablegestelle gegenüber anderen als Baustoffe oder Einrichtung?- gegenstände gebrauchten Materialien in keinem Falle bevorzugt. Von der Verwendung der Solomitplatte zum Wohnungsbau ist daher keine Förderung der Wanzenplage zu befürchten. Arveiierenisaffungen im Saarbergvau. Französische Verwaltung folgt dem Reispiel der Ruhrzechen. Saarbrücken, Z. Juni. Di« Getwraldirektitm- der Bergwerke hat den Bergarbeiter. Organisationen mitgeteilt, daß sie beschlossen habe, monatlich 500 Ar- beiler zu entlassen, da sich die Absatzschwierigkeiten vergrößert hätten und die chaldenbestände seit dem Februar um weitere 130 000 Tonnen auf zirka 500 000 Tonnen gestiegen seien. Bei einer Be- sprechung der Bcrgarbeitervertreter mit dem Generaldirektor teilte dieser mit, daß im Iuni 5S0 Mann entlassen werden sollten, davon 210 Saargänger. Di« Organisationsoertreter wiesen u. a. auf die früheren Ueberschüsse der Bergverwaltung hin und darauf, daß Frankreich alz Kohle einführendes Land mehr Saarkohlen ab- nehmen müsse, anstatt Auslandskohle einzusühren. Nach mehr- stündigen Verhandlungen erklärte schließlich der Generaldirektor, daß die Durchführung der Entlassung von 800 bis 900 Bergarbeitern im Juni nicht zu umgehen fei, daß man jedoch weitere Entlassungen vom 1. Juli ab erst vornehmen wolle, wenn die Entwicklung der Lage sich genauer übersehen lasse. Auch die Grube Frankenholz, die einzige Privatgrube im Saarbergbau, die sich jedoch ebenfalls in französischem Besitz be- findet, hat bereits im Mai 89 Leute entlassen und wird im Juni weitere 100 Leute entlassen. Hierbei kommen solche Bergleute in Betracht, die weniger als zwei Kinder haben. Behördenangestellie bei Krankheit. Wie stehts mit der Gehaltszahlung? Kürzlich wurde im Reichsfinanzministerium zwischen der Reichs- und der Preußischen Staatsregierung und den Angestelltengewerk- schaften verhandelt, um neue Tarifbestimmungen über die Gehalts- Zahlung an Behördenangestellte im Krankheitsfalle zu vereinbaren. Es gelang schließlich, eine Uebereinstimmung beider Ver- tragskontrahenten zu erzielen, die den erkrankten Angestellten der Reichs- und der Preußischen Staatsverwaltung für eine gewisse Zeit ihre Bezüge sichert. Rückschau. Als Gottbegnadete umjubelt, als Hexe gelästert, vom Inquisttions- gericht dem Flammentode überantwortet, im Jahre 1920 vpn der- selben katholischen Kirche zur Heiligen erklärt wurde das kleine Land- kind aus Orleans, dessen SOOjährigen Todestag man heute mit pomp- haften Feierlichkeiten begeht und von dem der Henker, der ihren Scheiterhausen entzündete, sagte, daß man ihr einen zu schweren Tod bereitet habe. Das lebendigste Bild von der„heiligen" Johanna hat der Welt Bernhard Shaw geschenkt, der in seinem Drama die ganze grausige weltgeschichtliche Komödie, die ihr Leben und ihren Tod umwittert, ausleuchten läßt. Schiller hat aus ihr eine Jdealgestalt gemacht, die weder die Kirche noch die Bourbonen- dynastie durch ihr Sterben kompromittiert. Voltaire hat sie ver- spottet, der Engländer Shakespeare den Groll seiner Nation gegen die Hexe von Orleans noch 1% Jahrhunderte dichterisch niedergelegt. Anatole France versuchte, das historische Lebensbild dieses seltsamen Mädchens zu gestalten. Aus allen diesen Werken stellte Friedrich Burfchell ein Hörporträt zusammen, das die Funkstunde ihren Hörern zeigt. Die Berschiedenheit der einzelnen Bilder blieb betont: aber sie dienten nur dazu, die Erscheinung der Johanna plastisch zu gestalten. Denn der Hörer begriff die rührende Mädchengestalt der Johanna Bern- hard Shaws, die im Mittelpunkt der Darbietungen stand und durch die alle unwirklichen und verzerrten Bilder nur zum Spiegel der kurzsichtigen, harten Welt wurden, der die kleine Johanna kaum 18jährig zum Opfer fiel. Den Ausklang der Veranstaltung hatte man allerdings wenig glücklich gestaltet. Die Furcht vor dem guten und klugen und tapferen Menschen, den man zwar nach seinein Tode heilig spricht, den man aber lebendig immer wieder zum Ketzertode verdammen würde, wurde von dem Dichter in diesen Schlußszenen zwar mit beißender Ironie illustriert. Da der Hörer aber über den Personenkreis, der hier demütig die Heilige verehrt, aber vor dem Gedanken an ihre Wiederkehr entsetzt abrückt, nicht kannte, hätten die Bilder für ihn viel übersichtlicher herausgearbeitet werbe«! müssen. Im„Interview der Woche" sprach der amerikanische Romanschriftsteller Josef Hcrgesheimer vor dem Berliner Mikrophon. Er berichtet« in dieser kurzen Veranstallung von manchen interessanten amerikanischen Verhällnissen. Aber man sollte es endlich unterlassen, Ausländer, die kurze Zeit in Berlin weilen, über den Eindruck zu befragen, den unser« Vaterstadt und ihre Zustände auf ihn gemacht haben. Bisher war jedenjalls noch kein Gast so taktlos, von den auf solche Fragen üblichen Antworten abzuweichen. Sehr nützliche Winke brachte diesmal wieder die„Reise- stunde". Franz F. Schwarzenstein, der über Pauschal- reisen und andere verbilligte Sonderfahrten berichtete, gab dabei auch manchen guten Ratschlag, der selbst dem Reisegeübten noch von Nutzen sein konnte. Tes. Mittwoch, 3. Juni. Berlin. 16.05 Aktuelle Abteilung. 16.30 Orchesterkonzert. 17.35 Ministerialdirektor Prof. D. Dr. Richter: Hochschule und Reifezeugtia» 17.50 Christoph Columbus(Günther Ballin). 18.10 Chorgesänge. 18.30 Heilfron; Rechtsfragen des Tages. 19.00 Studenten diskutieren. II.: Reichsreform. Einheitsstaat oder Bundesstaat?(Ltg.: Prof. Dr. Hermann Heller.) 19.40 Königsberg: Orchesterkonzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Segen der Erde. Ein Querschnitt durch europäische Bauernromanc vo» Hans Georg Brenner und Emst Bringolf. Ltg.: Edlef Koppen. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königs Wusterhausen. 16.00 Punkpädagogischc Arbeitsgemeinschaft. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Dr. Herbert Just und Mitwirkende: Die Blockflöte in der Hausmusik. 18.00 Karl Bühren: Die zweite Arbeiter-Olympiade in Wien. 19 00 Ob.-Reg.-Rat Dr. Ochner: Moderne Polizeiausbildung. 19.20 Dr. Fr. Conrad; Das Rundfunkstörproblem. 19.40 Min.-Rat Goslar; Mcinungs- und Pressefreiheit in der Rcichsverfassung, 20.00 Königsberg: Orchesterkonzert. 22.45— 24.00 Budapest: Zigeunermusik. VerantworU. für die Redaktion: Serbert Leptre, Berlin: Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Verla«: Vorwärts Verla« G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Vud»« Druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW SS. Lindenftrafte S. Sier»u 1 Beilaae. (BeziwR$üden~Weften Friedrichshagener Baugenossenschaft E.6. h.b.ii. Hoch- u. Tiefbau [R.197 BERLIN-FRIEDRICHSHAGEN« KLUTSTR. 8 August Krams: Bln.• Tempelhoi Germania, lr.143 TcLi Sfldrlntf 3961 Spczial-Bauausführnngen: Drahtputz-, Zug- und Bildhaucrarbeiten Elektro-Nolorc Ankerwideelei, Reparatur werk, Prfif- ktation, Rcjervemotore, 5t6nnig«hUfe Georg Worts SSL". Tel. i Fl MorliznUte Mit Haben Sie Bedarf In: HerreoSarderobe(ierttö nad nadi Haft). BerntsUeidamt, Hcrrenartutei, Beldisbnnncr- AiurDslanR. so empllemi sldi Wrsix Hamburg; Sdeetflliz. 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