BERLIN Somiabend 6. Zw» ISZI 10 Pf. Nr. 2C0 B 130 48. Jahrgang erfSelsttSzlich-uSerGon»t«gS. Zugleich Abendautgabe de«.Vorwärts". Beiug«»reiS beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. 3F0M. pro Monat. Kedaktion und Expedition: Berlin SWKS.Lindensir.S Fernsprecher: Dönhoff 292—297 SfuUaukqaäe Jßh y}/oifv>w� Su»ei«e»»r«i<:Die einspaltigeNonpareillezeile SoPs.,Reklame>eile SM. Ermäßigungen nach Tarif. PoKscheekkonto: Dorwärrs-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. S? SSS.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Die neue Ilowerordnung Aufruf der Reichsregierung: Harte Notmaßnahmen- Oer letzte Schritt zur Sanierung Heute wird dieveueNotvevordnunaiur Reichs. pefcfcbtett veröffentlicht De» Wortlaut der Verord» nung. die einschneidendste Lasten bringt, ist eine umfang» reiche Denkschrift als Begründung beigegeben, aus der wir auszugsweise den wesentlichen Inhalt wiedergeben. Ansierdem veröffentlich: die Reichsregierung einen Auf- ruf, den unsere Leser weiter unten finden. Die Begründung der Verordnung. Die Bestimmungen der Notoerordnung bedeuten eine Fort» fetzung der bisherigen Wirtschafts» und Finanzpolitik der Reichs- regierung. In einer Senkung der Gestehungskosten und Preise erblickt die Reichsregierung eine wesentliche Voraus. setzung dafür, daß Deutschland im wirtschaftlichen Wettbewerb ge» stärkt wird, sich die Geschäfte beleben, die Erzeugung wieder an, steigt und damit für die Beschäftigung Arbeitsloser neue Plätze gc- Aeltestenrai am �0. Juni. Fraktion am 12.)uni. In Abwesenheit des Reichstagspräsidenten Lobe hat VizeprSsi» dent v Kardorsf den Aeltestenrat auf Mittwoch den 10. d. M.. nachmitags VA Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Anträge der Kommunisten und der Hakenkreuzler auf Ein» berusung des Reichstags. Der Porstand der sozialdemokratischen Reichstag-sraktwn tritt am kommenden Mittwoch, vormittags 10 Uhr. zusammen, die Fraktwn am Freitag, dem 12. d. M. Da der Parteitag in Leipzig die Stellungnahme zur Rotverord» nung und demzufolge auch zur Einberufung des Reichstags der Fraktion überlassen hat, ist es zweifelhaft, ob vor der Stellung. nähme der sozialdemokratischen Fraktion eine Entscheidung über die Einberufung des Reichstags getroffen werden wird. schaffen werden. Im Handel mit Lebensmitteln müsien die Preise in allen Orten erkennbar sein. Rückkehr zur Pfennig. rechnung in weit stärkerem Maße als bisher, ist zu fördern. Im Steinkohlenbergbau wird ein« Lerbilligung dadurch er- möglicht, daß der Bergbau unter Tage von den Beiträgen der Ar- bellslosenverstcheruag befreit wird. Die Recht« der Versicherten werden dadurch nichl berührt. Auch die Lasten, die aus der Landwirtschaft ruhen, müssen weiter gesenkt werden. Auf steuerlichem Gebiete hat das Reich alles getan, was in dieser Hin» ficht möglich war. Auch die übrigen öffentlichen Abgaben aller Art zu verringern, muß angestrebt werden. Es werden ferner die wichtigsten und oerantwortungsreichen Aufgaben des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens und der landwirtschaftlichen Selbsthilfemaßnahmen ge- kennzeichnet sowie die Maßnahmen zur Umstellung von Roggen- auf Weizenbau. Der Verzehr von Weizengebäck, das zum Teil aus ausländischem Getreide hergestellt wird, muß in diesen Notzeiten durch gutes preiswertes Brot aus deutschem Roggen ersetzt werden Die Möglichkeit der Aufhebung des Nachtbackverbots für dreischichtige Betriebe in Großstödten, Aenderung des Brot« gesetzes und die Ermächtigung zur Aufhebung der erhöhten Umsatzsteuer für alle Lebensmittel sind in Aussicht genommen. Arbeiten zur Erschließung und Verbesserung des Landes, Meliorationen. Wegebauten usw. harren dringend der Ausführung. andererseits feiern unendlich viele fleißige Hände. Die Reichs» regierung schafft in der Notverordnung den Rahmen für einen freiwilligen Arbeitsdienst. Au seinen Trägern werden in erster Lmie Vereinigungen und Ver- bände gehören, die aus ihren Reihen Gemeinschaftsgruppen Dienst- williger zur Verfügung stellen. Die Ausfchöpfung dieser Arbeits- Möglichkeiten bleibt allerdings gebunden an die knappen Mittel der öffentlichen Hand. Freiheit der Dien st Übernahme, die Auswahl und Zusätzlichkeit oer Arbeiten schließen unzulässigen Wertbewerb mit dem freien Markt aus. Den Teil- nehmern soll der Erwerb eines Eigenheims oder einer Siedlerstells erleichtert werden. Di« Durchführungsbestimmungen werden mit QlaspälüH in flammen UnerfelsUctier Terhifi an{KunUithälasen Der berühmte Münchener G I a s p a l a st, die alte Kunst- galerie, ist letzte Nacht von einem Riesenbrand völlig zer- stört worden, wobei Millionen Kunst werte vernichtet wurden. Er st es Funkbild von dem Brand des Glashauses in München. Einzelheiten im Innern des Blattes. größter Beschleunigung ergehen. Mit der Reichsbahn ist vor. einbart, daß für 200 Millioneo Mark Arbeilen über den Voranschlag von ISZI hioau» beschleunigt ausgeführt werden. Etwa zwei Drittel soll für Gleiserneuerung, der Rest für Beschaffung von Werkstoffen und für Unterhaltung sonstiger Anlagen verwendet werden. Dafür werden innerhalb weniger Wochen über 120 000 Arbeiter neu«in- gestellt werden, denn auch den beteiligten Industrien, besonders der nolleidenden Steinindustri«, wird durch die Bestellungen zur Be- schäftigung oerholsen. Weiter wird die Regierung Mittel der Krisensteuer zur Be- schaffung weiterer Arbeitsmöglichkeien verwenden. In der Notoerordnung wird die Reichsregierung wellerhin ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats für einzelne Ge- werbe- oder Arbeitnehmergruppcn. abgesehen von Kleinbetrieben, die Arbeitszeil bis auf 40 Stunden herabzusehen. und die Zulässtgkeit tariflicher Mehrarbeit von einer behörd» lichen Genehmigung abhängig zu machen. Dabei soll den Bedürf- nissen solcher Industriezweige Rechnung getragen worden sein, bei denen der stoßweise Eingang eiliger Aufträge oder die Wettbewerbslage gegenüber dem Ausland besonders Beweglich- keit in der Arbeitszeit erfordert. Bon einer Herabsetzung der Ar- beitszeit wird auch dort abzusehen sein, wo der Lohn bereits an der Grenze des Existenzminimums liegt. In erster Linie soll die Arbeitsstreckuug im Wege freiwilliger vereiubaruag durchgeführt werden. Um voranzugehen, hat die Reichsregierung beschlosien. i n den Betrieben und Verwaltungen des Reiches die regelmäßig« Arbeitszeit auf 40 Stunden wöchentlich her- abzusetzen und nur da längere Arbeitszeiten zuzulassen, wo die Verkürzung aus bestimmten Gründen nicht durchführbar ist. Auf ein entsprechendes Borgehen der Länder, Gemeinden und sonstigen I Körperschaften des öffentlichen Rechts wird mit ollen Mitteln hin- gewirkt werden. Mit dem Ziel, die Wirtschaft aus allzu starren Bio- düngen zu lösen, wurde beschlossen, das Kohlensyndikat nur um zwei Monate zu verlängern. Weiter wird die Reichs- regierung darauf hinwirken, daß Innungen und Zwangs- Innungen für eine gewisse Zeit von ihrer Befugnis, Wett» bewerbshandlungen mit Ordnungsstrafe zu belegen, keinen oder nur ausnahmsweise Gebrauch machen. Notfalls ist eine Ermächtigung zur zeitweiligen Außerkraftsetzung dieser Befugnis vorgesehen. Auch darüber hinaus wird sich die Reichsregierung für die Lockerung besonders überspannter Preissicherungcu einsetzen. Bei der Verfolgung dieses Zieles kann nicht an g e- schichtltchen U e b e r l i« f er un g e n der Vergangenheit und den staatsfördernden Kräften der Stämme und Länder verüber- gegangen werden. Im Interesse einer weiteren Preissenkung ist beabsichtigt, auf dem wichtigsten Produktionsgebiet, dem Stein kohlenberg- bau, dadurch eine Verbilligung zu erzielen, daß der Bergbau unter Tage von den Beiträgen zur Arbeitslosenver- sicherung befreit wird. Die Rechte der Versicherten werden dadurch nicht berührt. Die Regierung erwartet durch diese Maßnahme eine weitere Senkung der Steinkohlenpreise um an- nähernd 6 Prozent. Sicherungen der Haushalte. Obwohl in dem Haushalt 1331 rund 1,1S Milliarden weniger Steuereinnahmen eingestellt waren, als das Soll für 1930 betrug. muß mit einem weiteren erheblichen Einnahmeausfall gerechnet werden. Der Steuerausfall ist auf rund 940 Millionen Mark zu beziffern, von denen 500 Millionen auf das Reich, 440 Millionen auf Länder und Gemeinden entfallen. Außerdem muh im Haus» halt des Reiches für den Fehlbetrag der Knappschaftsversicherung sowie eine Reihe anderer Mehrausgaben Deckung geschaffen werden. Die Gesamtdeckung nach dem Plan der Reichsregiening ge» staltet sich wie folgt: Reiner Fehlbetrag des Reichs: s) Einnohmeausfall........ 495 Mill. d) Mehrausgaben........ 79, Reiner Fehlbetrag des Reichs.. 574 Mill. Deckung: a) auf der Ausgabeaseil« 1 Gehaltskürzung....... 101 Mill. 2. Reichsversorgung...... 85„ 3 Sonstige Haushaltabstriche... 120. zusammen a)... 306 Mill. d) auf der Einnahmeseile 1 Zuckersteucr........ 110 Mill. 2 Mineralölzölle....... 75, 3 Sialistische Abgabe...... 3, 4. Uebergang zur Monatszohlung bei der Umsatzsteuer....... 80, zusammen d)... 268 Mill. Deckung zusammen......... 574, Srisensürsorge und Arbeilsbeschafsung: Fehlbetrag bei der Krisenfürsorge... 245 Mill. Für Arbeitsbeschaffung....... 140 385 Mill Die Deckung wird durch das Aufkommen aus der K r i s e n st e u e r sichergestellt. Zur Deckung des Fehlbetrages bei Ländern und Gemeinden, ins» besondere der Wohlfahrtslasten der Gemeinden stehen zur Verfügung: 1. Gehaltslürzung......... 207 Mill. 2. Lohnsteuererstattung....... 60, 3. Umsatzsteuer......... 35 zusammen... 302 MillI Reichshaushalt. Di« Gehaltskürzung sieht folgende Maßnahmen vor: Die Dienstbezüge der Reichsbeamten sowie die Versorgungs» bezöge der Wartegeld- und Ruhcgeldempfänger werden um 4 bis 8 Proz. gesenkt. Das Kürzungsmaß ist im Gegensatz zur ersten Gehaltskürzung gestaffelt, und zwar sowohl nach der Höhe des Diensteinkommen» wie nach Ortsklassen. Im einzelnen beträgt die Kürzung über die bereits im Januar erfolgte Senkung van 6 Proz. hinaus: In der Sonder- und vrlsklassc A bis 3 000 2ß........ 4 Proz. „ 6 000. ,..»«.»5. , 12 000........ 6, über 12 000........ 7, In den Ortsklassen L, C und D erhöht s i ch die Kürzung um 1 Proz. Bei den Reichsmimstern beträgt die Kürzung 8 Proz. hierzu tritt noch die Krisensteuer. Die Senkung erfolgt vom 1. Juli 1SZ1 ab. sie gilt unmittelbar auch für die Bezüge der Ange- stelÜen im öffentlichen Dienst. Di« Kinderzuschläge bei De- amten und Angestellten erfahren folgende Aenderungen: Für das erste Kind werden künftig 10 gegen bisher 20 Mark gewährt, während für das dritte und vierte Kind 25 Mark, für das fünfte K i n d und darüber hinaus 30 Mark gegen Zuschläge von bisher 20 Mark treten. Die Länder, Gemeinden und Gemeinde- verbände sowie Reichsbahn und Reichsbant und sonstige Körper- schasten des öffentlichen Rechts nehmen entsprechende Kürzungen vor. Ferner sind alle diese Körperschaften des öffentlichen Rechts ver- pflichtet, eine weitere Gehaltskürzung vorzunehmen, soweit die Dienstbezüge bei ihnen höher liegen als für die entsprechenden Kare- gorien im Reichsdienst. Durch diesen Gehaltsabbau werden für das Reich einschließlich der Reichspost im laufenden Etatsjahr 100 Millionen Mark erspart, bei den Ländern und Gemeinden in der gleichen Zeit 20 7 Millionen Mark. Reichsversorgung. Die A b st r i ch e, die im B e r s o r g u n g s e t a t vorgenommen werden, belaufen sich bis zum Ende des Etatsjahres 1031 auf rund 85 Millionen Mark. Schematische Rententürzungen werden nicht vorgenommen. Im wesentlichen sehen die Bestimmungen den Wegfall einer Kinderzulage für Leichtbeschädigte, eine gestaffelte Kürzung der Ortszulagen und eine Berschärfung der sogenannten Ruhevor- schriften vor, falls neben der Rente noch ein Einkommen ans öffent- lichen Mitteln bezogen wird. Diese Kürzungen gelten aber nicht für die völlig erwerbsunfähigen Kriegsbeschädigten. Außer- dem werden bei den Einzeletats die laufenden Ausgaben, die gegen 1930 bereits uin 300 Millionen herabgesetzt waren, um weitere 120 Millionen gekürzt. Die Einnahmeerhöhungen. Auf der Einnahmeseite wird die Zuckersteuer auf 21 Mark je 100 Kilo heraufgesetzt, woraus eine Mehreinnahme von 110 Mil- lionen im laufenden Etatsjahr erwartet wird. Ferner werden die Zölle für Mineralöle von 10 auf 17 Mark je Doppelzenter vorgeschrieben. Hieraus soll eine Mehreinnahme von 76 Millionen entstehen. Ferner ist beabsichtigt, vom 1. Oktober 1S31 ab zu? monatlichen Zahlung der U m s a tz st e u e r zurückzukehren, so daß auf das laufende Rechnungsjahr ein Mehrauftommsn von zwei Monaten entfällt. Die Mehreinnahme für das Reich würde sich hierdurch auf 80 Millionen, für die Länder auf 35 Millionen belaufen. Zur Sicherung des Haushalts ist eine beschleunigte Beendiqimg des Enischädigungsverfahrens für Kriegsschäden durch Festsetzung einer Ausschlußfrist für Reuamneldungen vorgesehen. Zur Vermeidung der Zunahme der Verschuldung des Außerordentlichen Haushalts werden auf zwei Jahre außerordentliche Ausgaben in den Ordentlichen Haushalt eingestellt. Der Anßerordent- liche Haushalt wird also damit auf zwei Jahre beseitigt. Die Arbeitslosenversicherung. Das Anhalten der Krise hat die Arbeitslosenversicherung aber« malz schwer erschüttert. Der Zusammenbruch der Lohn» und Gehaltseinnahmen der deutschen Arbeitnehmer um 7 Milliarden Mark, der durch das Anwachsen der Arbeitslosigkeit und durch die Politik der Lohnsenkungen herbeigeführt worden ist, hat sich katastrophal auch auf die finanzielle Lage der Arbeitslosenversicherung ausgewirkt. Die Regierung, gesteht selbst zu, daß bei Lohnsumme um sehr viel mehr gefallen ist, als man angenommen hatte. Auf 1 Proz Beitragsleistung erbrachte in> Lorjahr rund 290 Millionen Mark für die ArbeiWosenversicherunz jetzt nur noch 215 Millionen Mark. Während so die Einnahmen stark gefallen sind, sind auf der anderen Seite durch das Anwachsen der Arbeitslosigkeit die Ausgaben weiter an- gewachsen. Das Defizit bei der Arbeitslosenversicherung beträgt rund 550 Millionen Mark, bei der krlsensürsorge über 240 Millionen Mark. Die Beiträge sind um über 500 Millionen Mark zurück- gegangen. Die neue Notoerordnung bringt nun neben Leisiungs- kürzungen weitere Einschränkungen der Arbeitslosen- Versicherung. Sie stellt eine dritte Novell« des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung vor. Nach der Durchführung der Bestim- mungen der neuen Notverordnung wird die Arbeitslosenoersicherune, nur noch ein Mittelding zwischen Aersicherung unb allgemeiner Für sorg« sein. Von den 4,5 Millionen Arbeitslosen werden dann nur noch 30 Proz. Arbeitslosemanter- stützung ohne Bedürftigkeitsprüfung auf 26 Wochen beziehen. 60 Proz, weiden in der Krifeufürsorge und der Wohlfahrtspflege unterstützt oder, soweit es sich um fluktuierende Arbeitsplätze handelt. überhaupt nicht, etwa 10 Proz. bekommen Arbeitslosenunterstützung nach Bedürftigkeitsprüfuna(verheiratete Frauen) oder verkürzt und für kürzer« Dauer(Saisonarbeiter). Die Reichsregierung gesteht zu, daß sie die Sanierung der Ar- beitelosenversicherung von der finanziellen Seite her nicht in Angriff genommen habe, weil sie befürchtete, daß an einer neuen Beitragserhöhung die gegenwärtige Reeierungs- kombinalion ebenso auseinandergebrochcn sei. wie seinerzeit die Negierung Müller an einem halben Prozent Beitragserhöhung. Die Einschränkungen der Leistungen der Arbeits. losenversicherung auf Grund der neuen Notverordnung, sind die folgenden: Die Unterstützungen werden iu allen Lohnklassen durch eine f 0 n s pro zen ki ge?.Lrzvng des Einhellslohnes ge- senkt. Arbeitslose mil berufsüblicher Arbeitslosigkeit erhalten versicherungsmäßige Unterstützung nurauf die Dauer von 20 Wochen und nur In höhe der Sätze der Krisen- s ü r s o r g c. Die Wartezeiten werden allgemein verlängert, die Vslicht zur Arbeitsaufnahme verschärft und die Möglichkeiten, die Unterstützung von einer Arbeitslei st ung abhängig zu machen, erweitert. Jugendliche bis zu 21 Zähren, ebenso Ehefrauen, erhalten Arbeitslosevunlerslützung nur. wenn ihr Unterhalt nicht«ms sonstige weise gesichert ist. Gegen eine Abwanderung Arbeitsloser in die Großstädte werde« Maßnahmen getroffen. Die besonderen Maßnahmen für arbeitslose Angehörige de» Der Ausruf der Die Erwartung, daß die Weltwirtschaftskrise mit dem Frühjahr 1931 abebben und damit Not und Arbeitslosigkeit aller Industriestaaten und noch mehr der Rohstoff, und Agrarländer zurückgehen werde, hat sich als trügerisch erwiesen. Deutschland ist in den Güteraustausch der Erde mit einer jährlichen Summe von 23 Milliarden Mark verslochten. Es kann sich allein aus der ge- meinsamen Rot nicht retten, unter der selbst die im Kriege siegreichen Staaten schwer leiden. Unser« Sorgen und Schwierigkeiten sind verschärft, weil wir netzen der Gesamtkrise, in der wir leben, noch die besondere Last tragen, als die Unterlegenen des großen Krieges Zahlungen leisten zu müssen. Diese wurden unter Voraussetzungen, die nicht eingetroffen sind, übernommen und entziehen unserer durch Krieg und Inflation verarmten Wirtschaft das Kapital.dessen sie notwendig zu ihrer Erhaltung und Fortentwicklung bedarf. Kapital» entzug bedeutet Stillegung und Einschränkung von Betrieben, Ar- beitslosigkeit, Rückgang des privaten Einkommens und nicht zuletzt de? Einnahmen des Staates. Darüber hinaus verringert sich unsere Kaufkraft am Wellmarkt um den Betrag, den wir für die Tribute ohne Gegenleistungen abgeben. Die Tributzahlungen schwächen„ns als Käufer und nötigen uns zur Drosselung der Einfuhr. Sie zwingen uns zur Steigerung der Ausfuhr, gegen welche andere Länder in immer stärkere Abwehr treten. Eine eroillerte Ver- schärfung des Kampfes um die Märkte der Well ist die Folge. Tchwerste Lasten und Opfer muß die Reichsregierung dem deutschen Volke zumuten, um die Zichlungsfähigkell des Reiches aufrechtzuerhallen. Diese ist die Voraussetzung für die Fortführung der deutschen Wirtschaft: von ihr hängen Millionen und aber Millionen von Kriegsteilnehmern, Sozialrentnern, Beamten und Angestellten in ihrer Existenz ob. Im In- und Ausland ist vielfach der Vorwurf erhoben worden, daß wir nicht sparsam genug gewirtschaftet hätten. Dieser Vorwurf trifft jedenfalls auf Deutschland für die Gegenwart nicht zu. Auf der ganzen Linie sind die st ä r k sie n Anstrengungen gemacht worden, die Ausgaben auf das tragbare Maß zurückzuschrauben. Nach dem Vollzug der neuen Notverordnung werden die Ausgaben des Reiches einschließlich der Abstriche vom vorigen Jahre die Riesensumme von mehr als 1,5 Milliarden weniger betragen. So- weit man unter den heutigen Verhältnissen überhaupt etwas voraus- sagen kann, wird damit der Reichsetat für das laufende Jahr ins Gleichgewicht gebracht. Nach dem festen Willen der Reichsregierung soll diese Notverordnung der letzte Schritt zu diesem Ziele fem. Angesichts der Möglichkeit einer Fortdauer der Krise dürfen Verzagtheit nnd Unwille nicht nnfere Kräfte schwäche«. Staatsmännische Pflicht der Reichsrcgierung ist es, jetzt schon Vor- sorge zu treffen, kommende Schwierigkeiten zu überwinden. Daß es dabei ohne Härten, die alle Kreise des Volkes treffen, nicht gehen kann, werden die Einsichtigen begreifen. Es ist besser, in geordneten Formen Leistungen, auch wenn es schmerzlich ist. zu kürzen und Bei- 3tt der Krisenfürsorge wirken die Einschränkungen der Arbellslosenversicherunz sich auto- matisch aus. Weiter« Einschränkungen werden°n der Krisenfür» sorge nicht vorgenommen. Soweit in der Kriseniürsorge ein Fehl- betrag bleibt, wird das Reich aus dem Aufkommen der Krisen- steuer Zuschüsse leisten. Eine Zusammenlegung der Krisenfürsorge mit der Wshlfihrts- pflege, also die Schaffung einer Reichsarbeitslosenfürsorg«, wird in der Notverordnung, nicht durchgeführt. In der Sozialversicherung wird der Reichsknappschaft auferlegt, spätestens mit Wirkung vom 1. Juni 1931 ab durch die Satzung die Leistungen d«r Pen» sionstafsen zu mindern. Sie darf die Steigerungssätze der gesamten oder begrenzten Dersicherung-zeit kürzen und für die Berechnung der Steigerungssätze aus der Versicherungszeit vor dem 1. Juli 1926 eine niedrigere Lohn- und Gehaltsklasse wählen. Im übrigen tritt das Reich zur Aufrechterhaltung der Pensionsvcrsiche« rung mit rund 70 Millionen ein. In Verbindung mit der Sanierung der Invalidenversicherung wird die Reichsregierung im kommenden Winter dem Reichstag eine organisatorische Vereinfachungs- und V e r- billig ungsreform der Sozialversicherungen vorlegen. Di« Notverordnung enchält zunächst lediglich eine Verschärfung des Auf- sichtsrechts über die Versicherungsträger. Die Krisensteuer. Zur Deckung des Fehlbetrages in der Krisenfürsorge und zur Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms wird die sogenannte Krisensteuer eingeführt. Die ganze Maßnahme soll für llj Jahr für die Zeit vom I.Juli 1931 bis zum 31. Dezember 1932 gelten. Die Krisensteuer soll insgesamt 775 Millionen bringen, von denen 38 5 Millionen auf das Rechnungsjahr 1931 fallen. Die Regierung ist ermächtigt, die Krisensteuer beretts im Jahre 1932 aufzuheben oder obzuwlldern. Die Krisensteuer gliedert sich in einen Steuerabzug vom Ar- beitslyhn sowie eine Steuer der veranlagten Ein- kommen steuerpflichtigen. Sie beträgt bei einem wonalsarbeilslohn bis zu 500 Mark monatlich 1 Drozcnt de» Bruttoarbeitelohns. steigt dann in Stufen von je 14 Prozeat für jede weitere 100 Mark monatlich bis zu 700 Mark mouatlich auf 5 Prozent, bei einem Arbeitslohn zwischen 700 und 1000 Mark 3,5 Prozent, zwischen 1000 und 1500 Mark 4 Prozent, zwischen 1500 und 5000 Mark 4,5 Prozent und über 3000 Mark 5 Prozent. Die krisensleuer wird vom Brutto- arbeitslohn erhoben, irgendwelche Abzüge dürfen nicht gemocht werden. Der Tarif für die vcraulagteu Einkommen beträgt: vis 3600 Mark jährlich 0.75 Prozent, zwischen 5600 bis 6000 Mark 1 Prozent, voa 6000 bis 20 000 Mark 12! Prozent, von 20 000 bis 100 000 Mark 2 Prozent, vou 100 000 Mark bis 250 000 Mark 2.5 Prozent, von 250 000 bis 500 000 Mark Z Prozent, voa 500 000 bis 1000 000 Mark 52! Prozent, über 1000 000 Mark 4 Prozent. Landwirte bis zu 6000 M. Einkommen sind von der Krisen- steuer befreit. Bei veranlagten Sehallsempfängern, die über 8000 M. Einkommen als GeHall haben, tritt zur Krisenlohnsteuer Reichsregierung träge von denjenigen zu fordern, die noch ein Eintomemn haben, als die Gefahr heraufzubeschwören, daß Zahlungen, auf denen die Lebenshallung weiter Volksschichten beruht, eines Tages nicht mehr bewirkt werden können. In ähnlicher Lage wie das Reich befinden sich Länder und Gemeinden. Auch sie haben sich veitgehend eingeschränkt und werden es noch mehr tun müssen. Die Reichsregierung gibt sich über die Schwere der von allen Bevölkerungskreifen zu bringenden Opfer keiner Täuschung hin, aber die Aufrechterhallung des Gleich- gewichts der öffentlichen Haushalle und die Schonung unserer Wirt- schast im Hinblick auf ihre schwierige Lage und den heftigen Kon, turrenzkampf auf dem Wellmarkte rechtfertigen die getroffenen Maßnahmen. Wir haben alles angespannt, um unseren Verpflichtungen aus dem verlorenen Kriege nachzukommen. Auch ausländische Hille haben wir hierfür in Anspruch genommen. Das ist nicht mehr möglich. Die Einsetzung der letzten Kräfte nnd Reserven aller Bcvöllerungsschichtcn gibt der deutsche« Regierung das Recht und macht es ihr dem eigenen Volke gegen- über zur Pflicht, vor der Welt auszusprechen: Die Grenze dessen, was wir unserem Volke an Eutbeh- ruugen aufzuerlegen vermöge«, ist erreicht! Die Vor- anssetzuugen. unter denen der neue Plan zustande ge- kommen ist, haben sich durch die Entwicklung, die die Welt genommen hat. als irig erwiesen. Die Er- leichterung, die der neue Plan nach der Absicht aller Beteiligten dem deutscheu Volke bringen sollte und fürs erste auch zu bringen versprach, hat er n i ch t gc- bracht. Die Regierung ist sich bewußt, daß die aufs äußerste bedrohte wirtschaftliche und finanzielle Lag- des Reichs gebieterisch zur Entlastung Deutschlands von untragbaren Rcparationsvcrpflichtunge« zwingt. Auch die wirtschaftliche Gesundung der Welt ist hier- durch mitbedingt. Das deutsche Volk steht in einem entscheidenden Ringen um seine Zukunft. Vor dem Aberglauben, man könnte ohne Opfer zu einem gedeihlichen Erfolge gelangen, muß«ine verantworwngs- bewußte Regierung warnen. Wenn das deutsche Volk an seine Zukunft glaubt, so muß es entschlossen sein, dafür alles einzusetzen. Oft haben die Deutschen in ihrer Geschichte verkannt, daß in kritischer Lage nickst der Kamps der Parteien, sondern der Wille des gesamten Volles, sich zu behaupten, entscheidend ist. Eine solche Stunde ist gekommen. Die Reichsregierung kann nicht glauben, daß die neue Generation so klein und die ältere so schwach geworden ist, daß sie nicht oereint imstande wären, im friedlichen Kampf um unseren Wiederaufstieg die Größe und den.Idealismus deutschen Volkstums wie in früheren Schicksalsstunden zu beweisen. Im Vertrauen aus Lebenstraft und Lebenswille des deutschen Volke wird die Rc- gierung handeln. Berlin, den 5. Juni 1931. Die Reichsregierung. Heranziehung ein. Gehaltseinkommen bis zu 16000 M. jährlich sind jedoch von der doppellen Belastung ausgenommen. Di« Krisensteuer der Veranlagten wird in halbjährlichen Vor- auszahlungen am 10. Oktober 1931, 10. März und 10. Oktober 1932 erhoben. Die Wohlfahrtslasten der Gemeinden. Die Notverordnung rechnet mit einem nicht gedeckten Fehlbettag der Wohlfahrtserwerbslosenlojten in den Gemeinden vizn rund 350 Millionen Mark. Zur Deckung diese» Fehlbetrages werden die Lohnsteuererstalfungen aufgehoben, und zwar erstmals für das Kalenderjahr 1931. Der Bettag von 6 0 Millionen Mark soll den Gemeinden zur Deckung des Fehl- betragss zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterer Teil des Fehlbetrages soll durch die Kürzung der Gehälter der Gemeindebamteu und-angestellten erziell werden. Ferner sollen die Lä n d e r die Ersparungen, die sie durch die Kürzung der Gehälter der Länderbeamten erzielen, grundsätzlich denselben Zwecken zuführen. Der Ausgleichsfonds vou 110 Willionen Wart für besonders wohlfahrtsbelastete Gemeinden, der durch die Real- steurfentung entstanden ist, soll ebenfalls zur Deckung des Fehl- bettages dienen. Die Staatsaufsicht über die Gemeinden. Die Verordnung stellt firner einige allgemeine Grundsätze über Umfang und Mittel de? Staatsaufsicht der Länder über die Ge- meinden fest, um den Ländern einen gesetzlichen Rückholt für die Durchführung der Staatsaufsicht zu geben. Arbeitszeitverkürzung. Eine ollgemeine Einführung der 40-Stundell-Woche oder auch uur eine Eluführung in nennenswertem Umfang ist in der Rot- Verordnung nicht entHallen. Sie enthält lediglich die Ermächli- guug für die Beichsregierung. mit Zustimmung des Reichsrals. für einzeloe Gewerbezweig«. Verwaltungen oder Gruppen von Arbeitnehmern die regelmäßige Arbeitszeit bis auf 40 Stunden wöchenMch herabzusetzen. Sonstige Steuer- und Zollmoßnahmen. Bei der T a b a k st« u e r ist eine Ermächtigung neu eingeführt, die über den Weg eines Ausgleichs der Abgabenbelastung, die Her- stellung von billigeren Zigaretten in größerem Umfange ermöglichen soll. Für die Belastung der anderen Tabakerzeugnisse tritt keine Aenderung ein. Durch die letzte Verordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 ist das Steuervereinheitlichungsgesetz «ingeführt, das reichsrechtlich» Rahmenvorschristen für die Gewerbe- und Grundsteuer vorsah. Dies hat zu einem Konflikt zwischen Bayern und der Reichsregierung geführt. Das Reich hat sich mit Bayern jetzt dahin geeinigt, daß in dieser Ratverordnung nunmehr vorgesehen wird, die Meßzahlen für Gewerbeerträge unter 15 500 Mark anders als reichsrechtlich vorzusehen. Auf dem Gebiet der Zollpolitik ist ein« Ermächtigung zur' �...------ v. /t-x? Arx— rr.rr«.—— Münchener Glaspalasi ausgebrannt Etwa 3000 Gemälde vernichtet München, S. Juni.(Eigenbericht.) Der Münchener Glaspalast, das in der ganzen inlernalionalea Suastwelt berühmte Ausstelluags- gebände lm Zentrum der Stadt, ist in den Morgen- stunden des Sonnabend völlig niedergebrannt, von rund 3000 Gemälden lebender deutscher Künstler, die jedes Zahr hier vom 3uut bis Oktober ausgestellt find, konnten nur etwa 100 gerettet werden. Ein Opfer der Jlammen wurde auch die in einem Seitenflügel unter- gebrachte Sonderaus st ellung..DeulscheRoman- t i k". die eine Reihe wertvoller Werke von Schwind, Roll- mann. Cornelius, Runge und Friedrich aus öffentlichen und privaten Sammlungen Deutschlands enthielt, ebenso eine kleine Sonderschau lebender Italiener. Da nur die Werke der Gäste und die Romanlikerbilder versichert sind, ist der Schaden außerordentlich groß und für eine Reihe von Kunst- lern ein schwerer Schicksalsschlag. Der Münchener Glas- xalast besieht feit dem Zahre 1854. wo er mit der ..Industrieausstellung" eröffnet worden war. Da er im wesentlichen aus Glas und Eisen besteht, sieht man zunächst vor einem Rätsel, wie der Brand so große Ausdehnung an- nehmen konnte, lieber die Ursache des Brandes bestehen vor- läufig nur Vermutungen. Brandstiftung erscheint nicht ausgeschlossen, da Leichtfertigkeit vom Tage zuvor den Ausbruch des Brandes kaum bis in die Morgen- stunden verzögert hätte. Der Schaden wird auf viele Millionen Mark geschäht. Die Brandstätte bietet ein Bild schauerlicher Verwüstung. Der größte Teil des Ztalastes ist eingestürzt. Die Feuerwehr, die bereits 30 Sekunden nach dem Alarm unterwegs war. konnte nichts mehr ausrichten. Ein un- mittelbar angrenzendes Gebäude mußte von der wehr ge- räumt werden. Der Brand mit seinen riesenhaften Feuer- säuleu und einer gewalkigen Rauchentwicklung war auf 15 Silometer von München deutlich sichtbar. Heute, Sonnabend, früh 3.15 Uhr, bemerkte man in der Nähe des Glaspalastes starke Rauchentwicklung. Schon nach wenigen W inuten stiegen hohe Flammensäulen zum Himmel. löm Glaspalast selbst, in dem erst am 1. Juni die Kunstausstellung eröffnet wurde, war ein Großfeuer ausgebrochen. In einer halben Stunde stand bereits der größte Teil des berühmten Gebäudes in Flammen. Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus urtd nahm ungeheure Ausdehnung an. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Schuell-LLschzügen an. Als die Feuerwehr erschien, war es offenbar, daß an eine Rettung des großen historischen Münchener Kunstausstellungsgebäudes nicht mehr zu denken war. Schon stürzten einzelne Teile des in Eisengerüst und Glas aus- geführten weitläufigen Baues in sich zusammen. Ein ungeheures Zcucrmeer züngelte vom Erdgeschoß ln die hohe und fraß sich immer weiter hinauf bis zum Dach, dessen Glasdecke unter der Entwicklung der furchtbaren Feuersglut barst. Nach 4 Uhr morgens bereits bot der Glaspalast ein Bild hofsnungs-! loser Zerstörung. Weithin sichtbar loderte das Flammenmeer. Es stand nur noch«in jammervoll anzusehendes Gerüst, von dem alle Augenblicke wieder einzelne Teile in sich zusammen- brachen. Um sieben Uhr morgens stand vom Glaspalast nur noch das äußere Elsengerippe, von dem sich noch fortwährend Teile abkösten. Unheimliche Rauchschwaden stiegen zum Himmel empor, imd die Feuerwehr mußte des öfteren die Schläuche auswechseln. da das Material mehrfach versengt wurde und in Brand geriet. Es wurde mit 32 Schlauchleitungen dem Feuer zu Leibe gegangen— vergebens. Infolge des gefahrdrohenden Funkenregens bei leichtem Wmde wurden die Nachbarhäuser durch acht Schlauch- leitungen unter Wasser genommen und so geschützt. Im Lause der Löscharbeiten wurden drei Feuerwehrleute durch ab- stürzende Balken und Eisenteile an Armen und Beinen verwundet. Um 8 Uhr war der Brand des Glaspalastes niedergekämpft. Die Feuerwehr mußte aber auf dem Brandplatz bleiben, da im Innern des zerstörten Gebäudes immer noch große Brand- Herde bestehen und auch am Außengerippe des Gebäudes die noch nicht verbrannten Holzteile weiterglimmen. Gegen besonders cinsturzgefährlicher Gebäudereste ging die Feuerwehr mit Hydranten vor, um sie durch den Wasserdruck niederzulegen. Im Innern der Brandstätte kann man zahlreiche rußgeschwärzte Figuren und Plastiken sehen, während von den Bildern kaum noch Spuren zu entdecken sind. Künstler stehen in Gruppen um die Brandstätte und geben ihrem Entsetzen über die Vernichtung ihrer künsUerischen Arbeiten Aus- druck. Die Feuerwehrmänner durften das Innere des Glaspalast- Traktes nicht mehr betreten, da die in der Luft yangenden Eisen- teils fortwährend herunterzustürzen drohen. Mft besonderer Wach- samkeit wandte sich Polizei und Feuerwehr dem Gebäude des Staatlichen Laboratoriums für angewandte Chemie zu, wo Aether und andere Explosivstoffe in größeren Mengen vorhanden sind. Feuermelder hat versagt? Die Entstehung der Katastrophe ist in Dunkel gehüllt. Ein Beamter der ständigen Feuerwach« bemerkte auf seinem Rundgange, daß das Feuer auffallenderweise im oberen Teil des Nordflügels ausgebrochen war. Es griff mit rasender Schnelligkeit um sich, so daß der Wächter nicht einmal mehr Zeit hatte, aus dem Gebäude selbst telephonisch Mann zu geben. Nach einer anderen Meldung haben heimkehrende Studenten den Brand bemerkt und den Feuer- melder gezogen, der aber nicht funktioniert haben soll, so daß sich das Eintreffen der Feuerwehr verzögerte. Zuerst wurde der Brandherd mit zwei Schlauchleitungen im Inner» hes Gebäudes angegriffen, doch mußte sich die Feuerwehr noch Verletzung eine? Mannes durch herabstürzende brennende Gebäudeteile aus dem Innern de» Glaspalastes zurückziehen. Oer Verlust der Bilder. Im Glaspalast waren, abgesehen von den ausgestellten Werken der Plastik und Bildhauerei, rund 3000 Bilder ausgestellt, von denen nach neueren Mitteilungen nur etwa 100 den Flammen ent- rissen werden konnten. Die geretteten Bilder wurden einstweilen im benachbarten Laboratorium für angewandte Chemie eingestellt. Boll- ständig«erbrannt ist n. a. die schon«rwShnte höchst wertvolle Nomantiker-Ausstellung. Bon der Sonderaus» st e l l u n g H e r t« r t ch, von der Sonderaus st ellung Samberger, ferner von der italienischen Ga st schule v a l i e t t i, dann von der Leihaus st ellung der neuen Stuttgarter Sezession konnten wenigstens einige Bilder herausgebracht werden. Die Bilder der zum Glaspalasi Ein- geladenen waren zwangsversichert, dagegen waren im übrigen die selbst ausstellenden Künstler aus die Sclbstversicherung angewiesen. und es muß angenonimen werden, daß die Künstler am aller- wenigsten versichert waren, und darum schwersten Schaden� erleiden. Ein Palast aus Glas und Eisen. Der Brand des Münchencr Glaspalastes hat nicht nur ein Aus- stellungsgebäude betroffen, das in seiner Form überholt war und demnächst gründlich umgebaut werden sollte, sondern auch eine noch unschätzbare Menge von Kunstwerlen. An sich ist der Glaspalast— der um 1860 als ein technisch fortschrittlicher Bau in reiner Glas-Eisen-Konstruktion für große Kunstaus- stellungen am Botanischen Garten, nicht weit vom Hauptbahnhos. also am Mittelpunkt des Münchener Fremdenverkehrs, errichtet wurde— kein sehr geeignetes Objekt für Feuersbrünste. Sein leicht brennbarer Inhalt von Stoffen und Gemälden ist ihm zum Ler- höngnis geMorden, und um diesen allein handelt es sich für uns. Die Bedeutung der Ausstellungen, die dort seit einem halben Jahr- hundert allsommerlich stattfanden, war in der Vergangenheit größer als heute, der steigenden oder sinkenden Bedeutung Münchens als Kunststadt entsprechend. Immer wieder aber sind, zwischen den langsam uninteressant werdenden Darbietungen der Münchener Londoner Erklärungen Brünings. Die schweren Lasten Oeutschlands. London, 6. Juni. Reichskanzler Dr. Brüning empfing im Carlton-Hotel die ausländischen Pressevertreter und dankte für die freundliche Ein- ladung der britischen Regierung und erklärte: Unsere Absicht ist, über die zahlreichen Schwierigkeiten zu sprechen, die sich in der gesamten West zeigen und die voll großer Gefahren für die Industrie, die Landwirtschaft unddieArbeiterklassen sind, besonders werden wir über die Schwierigkeiten sprechen, die wir in Deutschland mit unserem Haushalt und unserem Wirtschaftsleben hoben. Sie wisien, daß die augenblickliche Regierung in Deutschland in den letzten 14 Monaten viermal versucht hat, dieSteuernzuerhöhen und� die Ausgaben herabzusetzen. Sie werden mir beistimmen, daß dies keine angenehme Aufgabe für eine Regierung ist. Gerade vor der Abfahrt von Berlin versuchten wir wieder, neue Steuern zu erheben und unsere Ausgaben im Haushaft des Reiches bis zum letztmöglichen Maße herabzusetzen und die Ausgaben zu ver- mindern in den Ländern und Gemeinden. Wir werden weiter ver- suchen, zu sparen und die Ausgaben in jeder möglichen Weise zu verringern sowie sie, soviel wir können, durch Steuern, die irgendwie noch möglich sind, auszubringen. Räch der Verringerung der Zahlung«» unter dem Poung.Plou um 700 Millionen Mark finden wir. daß wir, statt die Steuern herabzusehen, wie dies von ollen bei den Veratuugen über den Poung-Plan Beteiligten beabsichtigt war. gezwungen worden sind. die Steuern herauszusetzen und an den Ausgaben in diesen 14 Monaten Abstriche von 2)4 Milliarden Mark zu machen. � Die augenblickliche deutsche Regierung wird olles tun, was sie kann, um eine gesunde Finanzpolitik zu oerfolgen, aber dies hat eine große Gefahr im Gefolge und eine ausnahmsweise große Last für olle Klassen der Bevölkerung. Die pölitischen Schwierigkeiten in Deutschland sind sehr dringend. Der Radi-' talismus in Deutschland nimmt zu, und wir wissen sehr wohl, daß eine Lösung aller dieser Probleme nicht möglich ist, wenn wir uns auf unser Land 0 l l e i n verlassen müssen. Derartige Problome sind- allen Ländern gemeinsam. Das augenblickliche Kabinett ist überzeugt, daß es nur möglich ist, sie zu lösen durch die freimütige Zusammenarbeit aller Nationen der Weit. Reichsaußenminister Dr. Curtius drückt« grpße Beftiedigung über die Begrüßung in Southampton und in London aus und er- suchte die Pressevertreter, den Dank des deutschen Lölkes für diese Freundlichkeiten der Oeffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Nicht gegen Frankreich. Pari», s. Juni. Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Londoner Havas-Bertroter eine Erklärung übergeben, die versichert, daß dieser Besuch der deutschen Minister in keiner Weise gegen Frankreich gerichtet ist: das habe auch der deutsche Botschafter im Auftrag der Reicheregie- rung dem Außenminister Briaud erklärt. Kunst, auch wertvolle Uebersichten internationaler oder deutscher Kulturwerte dort zu sehen gewesen. Und so hat es das Unglück gewollt, daß neben der Heerschau heutiger Kunst, die den größten Teil der Räume einnahm, ein« kostbare Sammlung deutscher Romantiker dort das Schicksal der Vernich- tung fand. Meisterwerke der Romantik vernichtet Die diesjährige Kunstschou im Glaspalaste hotte als Höhepunkt aus ganz Deutschland eine Uebersicht der romantischen Malerei gebracht. Museen und Privatbesitz hatten Leihgaben dazu beigesteuert. Dieser Teil, der kostbarste der Ausstellung, scheint fast völlig verloren zu sein. Wenn nun für diese Werke, die versichert werden mußten, auch materieller Ersatz geleistet wird, so ist der Schaden doch unersetzlich. Es sind hier Meisterwerke deutscher Kunst vernichtet. die in unserem nationalen Kunstbesitz für immer eine unausfüllbare Lücke hinterlassen werden. Vor allem Kaspar David Friedrich, Moritz von Schwind. Karl Blechen. Philipp Otto Runge sind in bedeutenden Werken getroffen. UnsereN a t i 0 n a l- galerie verliert einige ihrer besten Blechen. 5) a m b u r g einige der schönsten Runge. Auch aus dem Oeuvre von Peter Cornelius und Jos. Anton Koch sind Verluste zu beklagen. Die rasende Ausbreitung des Brandes ermöglichte nur, etwa 50 bis 60 Bilder zu retten. Darunter befinden sich Gemälde von Herterich, u. 0. das bekannte Gemälde„Ulrich von Hutten", einige Werke von Samberger, Werke von Saliotti, Graba und Billioni von der Gastausstellung der Neuen Sezession, Werke der Stuttgarter Künstler sowie von Stemmler-Berlin, Bcierlein u. a. SMldielegramm aus Xondon OeHem nathmHlag trafen in Jßondon der Steichskanzter -Or. äBrüning und.dufien- minifler 3>r. Curtius von Southampton kommendein. Ivo fie von den mUgliedern der-Deulfdien Sßotfchaft, den engllfchen ITliniftem THaedonald und Stenderson empfangen wurden. Xinks: Dv. SSrüning, ihm gegenüber ITlacdonald . Reichsaußenminister Dr.. Curtius hat dem gleichen Korre- spondenten folgende Erklärungen übergeben:„Wir wünschen nicht, daß man unsere Londoner Reise als«ine Spitze gegenüber irgend» einer Nation auslegt. In bezug auf Frankreich möchten wir bestätigen, daß unsere Anwesenheit in London keineswegs gegen Frankreich gerichtet ist. Das französische Außenministerium läßt erklären, daß nach übereinstimmenden Versicherungen der englischen und deutschen Regierung die Zusammenkunft von London und Chequers nicht als eine diplomatische Konferenz betrachtet werden dürfe, und daß sie keinen positiven politischen Charakter annehmen werde. lStrafetta fliegt. Vaagoin hinterher. Wien. 6. Juni.(Eigenbericht.) Entsprechend dem Beschluß des Hauptausschusses des National- rates hat die Bundesregierung die Aufforderung an die General- direktton der Bundesbahnen gerichtet, den Generaldirektor Dr. Strafella seines Postens zu entheben. Im Hauptausschuß hatten für diesen Antrag der Sozialdemokraten auch die Großdeutschen und die LandbüMer, dagegen nur die Christlichso.zialen gestimmt, während der Heimwehrmann sich— in schnödem Undank gegen Freund Strafella— der Stimme enthielt. Da min auch die zweite Gerichts- insianz in dem Prozeß Strafellos gegen die„Arheiter-Zeitung" dem Herrn Generaldirektor von Vaugoin-Starhsmbergs Gnaden„un- saubere und inkorrekte" Schiebungen bescheinigt hat. ließen chn auch die zwei kleinen Regierungsparteien sollen und die Eisenbahner«er- den diesen Scharfmacher los. Strafellas Protektor, der Wehrminister V a u g 0 i n, tritt einen achtwöchigen Urlaub an, der vielleicht das Ende dieser Ministerschast bedeutet— kurz nach dem großen„Traditions"ritmmcl anläßlich ihrer zehnjährigen Dauer. Konflikt Qiauen-Vatikan. Oer päpstliche Nuntius ausgewiesen. Sowno, 6. Juni. Seit längerer Zelt besteht in Litauen eine Art Kulturkampf zwischen der„Katholischen Aktion" und der Faschistenregierung. Der päpstliche Nuntius E rz bi s ch 0 s Bartholoni ist wegen seiner Teilnahme an diesem Kampf vom Staatspräsidenten nicht mehr empfangen woriien und jetzt mit 24stündiger Frist ausgelpiesen worden. Polizistin halten seine Wohnung umstellt: er fährt heute im Auto über Eyhtkuhncn nach Deutschland. Am heutigen Sonnabend sollte er an einem katholischen Kongreß in Wilkowischki t«il» nehmen. Krisenbelastung derGewerkschasten 3m Verband der Gattler, Tapezierer und portefeuiller Es gibt mir wenige Organisationen, auf denen die Wirtschasts- krise im vorigen Iabre mit solcher Schwere lastete wie aus dem Ver- band der Sattler. Tapezierer und Portefeuiller. Di- Arbeitslosigkeit erreichte im Vorjahr einen Stand wie nie zuvor. Der Geschäfts- bericht des Verbandes weist aus, daß im Jahresdurchschnitt 1930 ZS.S Proz. der verbandsmilglieder arbeitslos waren bei einem Jahresdurchschnitt von 17,4 Proz., die der ADGB. für alle freien Gewerkschaften der Konjunkturarbeiter ermittelte. Die Krise im Sott'er-, Tapezierer- und Porteseuillergewerbe unterscheidet sich obendrein von den meisten übrigen Konjimkturberufen durch eine ungewöhnlich lange Dauer der Arbeitslosigkeit. Bei der Auszahlung der Extraunterstützung zu Weihnachten 1930 wurde festgestellt, dah van den 7292 ausgesteuerten unterstützten Verbands- Mitgliedern 2S6 M itgliedcr zwei bis fünf Jahre arbeitslos waren. Dabei ist noch zu bemerken, daß sich die Er- Hebung nur aus Mitglieder erstreckte, die mindestens S2 Wachen dem Verbände angehörten, da nur solche Mitglieder Extraunterstützung erhielten. Am stärksten betroffen wurden die Arbeiter in der Iahrzcugindustrie. chier wurden am Jahresschluß 2922 arbeitslose Branchenmitglieder gezählt, das stnd 94 Proz. An zweiter Stelle kamen die T a p e- z i e r e r mit 4668 erwerbslosen Mitgliedern oder 91,7 Pro;. arbeitsloser Branchenmitglieder. An dritter Stelle standen die Lederwarenarbeiter mit 4789 erwerbslosen Mitgliedern oder 44,6 Proz. Arbeitslose der Gesamt- vranche usw. Außerordentlich groß war auch die Zahl der Kurzarbeiter. Im Jahresdurchschnitt gerechnet arbeiteten ständig 6229 Verbands- Mitglieder oder 19 proz. der Gesomtmitgliedschaft verkürzt gegenüber 13 Proz. im Jahre 1929. Di« Sattler. Tapezierer und Portefeuiller waren ihren Unternehmern glatt ausgeliefert gewesen, hätten sie nicht eine so starke und leistungsfähige Organisation als Rückendeckung gehakt. Es ist geradezu bewundernswert, daß es der Organisation trotz dieser mißlichen Verhältnisse gelang, die Tariflöhne im Be- richtsjahr zu holten. In einigen Orten trat sogar noch für die Tapezierer und Lederwarenarbeitcr eine geringe Lohnerhöhung ein. allerdings auf Grund von Wmachungen aus dem Jahre 1929 und und in einem Falle nach einem Streit. In der gesamten Lederwarenindustrie war der Bezirk Thüringen- Kassel der einzige, in dem ein Abbau der Tariflöhne um 6 Proz. erfolgte. Die Akkordlöhne konnten jedoch, obgleich das statistisch mäst nachweisbor ist, nur in den wenigsten Fällen auf der alten Höhe gehalten werden, obwohl auch hier die Tarifverträge dem Abbauwillen der Unternehmer gewisse Grenzen zogen. Auch die Monteltarife konnten fast ausnahmslos auf der ollen Grundlage oder mit nur geringen Verschlechterungen neu abgeschlossen werden. Von dem allgemeinen Mitglicderrückgang in fast allen Gewerk- schaften infolge der langanhaltenden Krise ist natürlich auch der Ber- band der Sattler, Tapezierer und Porteseuiller nicht verschont ge- bliebe». Er verlor im Berichtsjahr 3999 Mitglieder, so daß er Ende 1939 insgesamt 28 321 Mitglieder, darunter 4839 weibliche, zählle. Ungünstig beeinflußt wurde dadurch auch die Entwicklung der Ver- bandssinanzen. Ueberschüsse wie in den Jahren 1927 und 1929 konnten nicht mehr erzielt werden, vielmehr muhten dem Vermögens- bestand 211 657 Mark entnommen werden, um die Ausgaben zu decken. Von den Ausgaben der Hauptkasse in höhe von 1 269 933 Mar? entfielen ollein rund 625 999 Mark zur Arboitslosen» unter st ützung, 97 299 Mark zur Ä ra n k e n u n te r- st ü tz u n g, 78 716 Mark aus Lohnbewegungen. Streik- und Gemäß- regcltenunterstützung usw. Die Erwerbslosenunterstützung stieg z. B. von 12,89 Mark im Jahre 1929 aus 29,85 Mark pro Kops im Be- richtsjahr, obwohl die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Jahre 1929 auch schon 21,4 Proz. betrug. Diese Leistungen der Organisation beweisen, daß der Verband der Salller. Tapezierer und Portefeuiller sich im letzten Jahre gut gehalten und trotz der verheerenden Krise die Interessen seiner Mitglieder nach jeder Richtung hin erfolgreich vertreten hat Muflknotizen. Oper und Konzert.? Master Kirchhofs, lange Jahre Heldentenor der Linden- Oper, als sie noch Oper des Königs war, Hot sich als Tristan von der Bühne oerabschiedet. Unter Wilhelms Gnadenjonne war der Kovallerieosfizier zum international berühmten Opernsänger gereift. Nun geht der Opernsänger als Zeitungsverleger noch Amerika. Das Berliner Publikum, das den Gast an der Stätte seines einstigen Wirkens mit besonderer Herzlichkeit feiert, dankt ihm zugleich sür ein« Leistung, die ihn heut« noch als Künstler von seltenen Mitteln und von großem Format bestätigt. Wir werden um einen Wagner- Tenor ärmer, dessengleichen die deutsche Opcrnbühn« nur noch wenige besitzt. Kleiber zeigt von neuem, daß er kein Wagner- Dirigent ist. herrlich fingt Frida Leider die Isolde: als neue Gestalt fällt der gesanglich und darstellerisch gleich außerordentliche Kurwenal Herbert Janssen? auf. Das Philharmonische Orchester, von einer an glänzenden Erfolgen reichen Auslandsreise heimgekehrt, setzt in der Philharmonie zusammen mit dem Kittel söien Chor die Reihe der volkstümlichen Konzerte fort. Diesmal unter Bruno Kittel? Leitung das„Deutsche Requiem" von Brahws, mit Adelheid Arm- hold und Hermann Schey als Solisten. Ein großes Werk, ein« schön« Ausführung, bescheiden« Eintrittspreis«: solche Veranstaltungen sind zu jeder Jahreszeit willkommen. Und noch zweimal in dieser Woche ftanden Gastdirigenten an der Spitze des Philharmonischen Orchesters: Raymond Vetter aus Philadelphia und Georges Z a s l a w s k y aus New JJork. Sie haben uns nichts gebracht, was wir in Berlin nicht haben: aber sie haben gezeigt, was uns nicht überrascht: daß„drüben" auch von denen gut musiziert wird, deren Wirken nicht der Glanz eines berühmten Namens erleuchtet. Nicht jedem, der bei uns als Konzertdirigent von sich reden macht, ist so unbedingte herrschojt über Partitur und Orchester nachzurühmen, wie dieser Vetter aus Zlmerika sie in der Wiedergabe einer haydn- und einer Schubert-Symphonie bewies. Einen Abend beherrschten die„Revellers" Podium und Publikum der Philharmonie. Man kennt die gewinnend lieben?- würdige Kunst dieses von einem Pianisten sekundierten Sänger- quartetts von Eleetrola-Platten her: es ist nicht zuviel gesagt, daß das, was sie bieten, Kunst von höchstem Rang ist. Diese unfehlbare Musikalität des Singens, äußerste Präzision im federnden, schweben- den Rhythmus, makellos« Reinheit im Zusammenklang der Stiin- men, tazu der Reiz heiterer Anmut, der von den immer gut ge- launten jungen Leuten ausgeht—, das alles hebt ihre Darbietungen in die Sphäre des Besonderen, Einmaligen: auch wenn die Lieder, die sie singen, volkstümliche Schlager vom internotionolen Typ. solche Kennzeichnung gewiß nicht beanspruchen. Im Bechstein-Haus haben sich Ellen Ludwig- Stolzen- berx. und Heinrich Maurer zusammengetan: Aufführung von Werken für zwei Klaviere, heißt das Programm dieses neuen „B e chst« i n- Studio". Man hört das nicht oft, auch in der Hausmusik sind zwei Klaviere«ine seltene Spezialität geworden. denn wer kann sich heute noch in seiner Wohnung zwei Flügel holten? Aber es gibt da eine wertvolle Literatur von Original iomposttionen, und es ist dankenswert, daß wir daran auf so gute Art erinnert werden wie im Rohmen dieser intimen, künstlerisch wertvollen Veranstaltung. K. P. „Oas Ekel." Avalbert im Film. Vor Jahren feierte Max Sldalbert als Ekel ungeheure Triumvh« und seine Rollengeslalt des Adalbert Bulcke gehört bei seinen zahl- reichen Anhängern zu den liebsten und dauerndsten Erinnerungen. Kein Wunder, daß man auf da? verfilmte Ekel— 11.-1. Kurfürsten- dämm— sehr gespannt war. Das Filnnnanuskript ist stark modernisiert, und man erlebt zum Schluß, dah Adalbert Bulcke sich als Schnelläufer betätigt, und das nusgerechnet auf dem Sportplatz, den sein zukünftiger fescher Schwiegersohn angelegt hat. Max Adalbert enttäuscht nicht einen Augenblick. Er ist dieser vig nörgelnd«, rechthaberische, überhebliche Despot, der letzien Lndes gutmütig-ist und sich schnell wandelt, als er gedemütigt wird. Er ist nicht ein verkrampfter Spaßmacher,«r bleibt stets ein«cheer Mensch und wirkt gerade darum sympathisch und ansteckend lust'g. Wahre Lachsalven dröhnten bei der Uraufführung, durch dos Theater und übertönten sehr oft Adalberts filmgeeignete Ssimm«. Neben dem«Aar behaupten sich Heinz Walter als ganz samoser, schlak- siger Sohn des Ekels, und Rosa Valetti als ungeniert keifende Frau Kuchanke. Recht sorblos bleibt Evelyn« h v l t. Die Re- gisfeur« Franz W e n zl c r und Eugen S ch u f t a n legen Wert auf eindn guten Schauspielerjllm, doch rönnen die Leistungen der Darsteller nicht über die bedeutenden Mängel des zum«Schluß sehr lasch werdenden Manuskripts hinwegtäuschen. Ferner brnigt die Ufo ihren ersten K a b a r« tt f i l m, ohne damit der bunten, quicklebendigen Kunst des Kabaretts«incn Dienst zu erweisen. Verschwiegen darf freilich nicht Vierden, daß Dajoz B« l a und sein Orchester in guter Klangwirkung zu hören sind. c. b. Im Kabarett der Komiker. Ein Jongleur, der nicht durch seine Geschicklichkeit staunen macht, sondern«ine ganze«Skala tragikomischer Gefühle erweckt, das»st die Ueberraschung des Sommerprogramms(es darf aber beim Zorn Robitscheks nicht etwa sommerlich genannt werden). Rebla voll- bringt seine Leistungen mit dem wechselnden AusiKuck der Nonchalance, des Mißvergnügens, der Langeweile, ja der Wut, die schließlich seine Siebensachen in Trümmer auflöst. Das ist echteste Kobarettkunst, die immer auch irgendeine Bergeistigung bedeuten sallte. Sonst sieht man anmutige Tänze von Mitgliedern des staat- lichen Balletts und akrobatische Tänze von Ly Traey, die noch nicht gelöst sind, hört mit größtem Vergnügen sächsische Miniaturen der ausdrucksvollen Lena Haustein und luftige Zeitsatiren von dem schalk- haften Hans D e p p c. Ein philosophischer Akrobat unter den sonst spracheverrenkenden Conferenciers ist Fritz Gründau m. Wie er den Kabarettbesitzer anpflaumt oder den Appetit weckt auf eine Nummer, die gar nicht kommt, oder erzählt, wie er(als Direktor) sich selbst(als Conferencier) ausbeutete, das ist echte Kleinkunst. Famo? ist er auch als Dar- fteller eines VcrsichcrungsageMen in dem„Schuß im Dunkel", worin Harry Hardt die Filmgrößen mimt. Soziale Note und politisch- Satire fehlen ganz. Die„Friedenskonseren z", worin Otto Wallburg mit Worten gurgelt, ist zu sehr bedapester Kaffeehausulk, um ernst genommen zu werden. 6. Darf Toscanini ins Ausland? Dem Dirigenten Arturo Toscanini ist jetzt auf Befehl Mujso- linis sein Auslandspaß zurückgegeben worden, so daß seine Teil- nahm« an den Festspielen in Bayreuth gesichert ist, wo er den „Parsisal" neu inszenieren und auch die Ausführung des„Tann- Häuser" dirigieren wird. Die Bewachung des Hauses, in dem Tos- canini wohnt, wurde jetzt von zehn auf einen Polizeikommifsar vermindert nebst zwei Karabinieri in Galauniform. Die beispiellose Unterdrückung jeder personlichen Freiheit, der ein Mann von internationaler Berühmtheit ausgesetzt wird, sogar ohne daß er irgendwie die faschistische Staatsraison bekämpft hätte, wird dadurch keineswegs aufgehoben. Wenn es den Machthabscn gefällt, kann Toscanini morgen verbannt oder der Erziehung durch die Straße ausgeliefert werden. Rückschau. Di«„Bilder vom heutigen Ruhland" im Programm der Deutschen Welle ergänzte Elsbeth Weich mann durch einen Vortrag über„Frau und Familie in Sowjetrußland". Ihr Vortrog zeigte, wie auch hier wieder Theorie und Praxis sich gegenüberstehen. Die russische„Befreiung" der Fryu wird keinesfalls den wirklichen Bedürsnisien gerecht: sie entspricht den Forderungen, die von den intellektuellen Revolutionärinnen des Borkriegsrußland aufgestellt wurden: Freiheit von allen Bindungen. Man hat der Russin aber nicht die Möglichkeit dieser Freiheit gegeben, man hat sie ihr auf- gezwungen, und zwar im Rahmen eines strengen Systems. Jede eheliche Verpflichtung, mit Ausnahme der Alimentation der Kinder, durch Vater und Mutter fällt fort: aber es fällt auch jede Möglich- keit zur eigenen Gestaltung des Lebens fort. Die schleckten Wohnverhätmilse haben«in familiäres Gemeinschaftsleben ohnehin unmöglich gemacht. Di- Fünftagewoche teilt jedem Fa- milienmitglied, auch dem Gatten und der Gattin, die Freizeit anders zu, so daß sie nicht gemeinsam verbracht werden kann. Dafür sorgt die Einführung der unentqeMch zu leisten»«» sogenamck«„gif«Tf« s ch o f t l i ch e n" Arbeit an den freien Tagen für die Beschäftigung der Menschen Uebrigens wird als„gesellschaftliche" Arbeit nicht nur, wie die Vortragende meinte, eine Art umfassender Funktuwar- arbeit gefordert: in Petrograd versteht man zum Beispiel auch dos Entladen von Schiffen darunter. Da diese gesellschaftliche Arbeit durch Druck von der Regierung erzwungen wird, ist die„fre,e Russin eigenllich von nichts anderem als von jedem persönlichen Leben„befreit" worden. Di- Forderuna„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist ebenfalls nur theoretisch erfüllt, da fast olle russischen F r a u e u in den u n t e c st e n L o l, n st u f e n beschäftigt sind. �Der Mangel an Lebensmitteln und Bedarfsgegenstande bürdet der jzrau in Rußland ober neben der Berufsarbeit doch noch die sehr drückende Sorge für die Familie auf; sie steht„Schlaufe" nach Lebensmitteln, kocht, sucht die Kleidung der Familie mühsam instandzuhalten. Der Staat weiß, daß er die Menschen völlig unbefriedigt läßt, nur dadurch, daß sein System dafür sargt, daß sie beständig in Atem gehalten werden, lenkt er sie von ihren persönlichen Bedurf- nisten einigermaßen ab. Der Zklus„Die Welt de» Arbeiters" begann mit einem neuen Abschnitt, der das Arbeiterkind behandeln� soll. Max Barthel eröffnete ihn mit einem Vortrag über„B ü ch e r für A rb« i t« r- linder und Arbeiterjugend". Er beschränkte seme hinweise keinesfalls auf ausgesprochen„proletarische" Bücher: besonders auf dem Gebiet der schönen Literatur.zog er einen sehr weiten Kreis. Sein Vortrag zeigte durch die umfassende Auswahl ui'gefäyr die großen Ilmrisie der geistigen Interessengebiete der heutigen pro- letarischen Jugend.. T«* Sonnabend, 6. Jnni. Berlin. 16.05 Köoissber«: Konzert. 18.00 Die Erzihlunsr der Woche(Arnold Hahn). 18,30 Waetzoldt; Neues ans den Staatlichen Museen. in W) 1 Tean Bartiste Breval: Sonate O-Dur(Nikolai Nowosrudsky. Cello). z. Mozart: Sonate Es-Dur. K.-V?8Z tlrtna Westermann. Fiatelt. 3. Alexander Tscherepnin: Sanate II. op. 30(Nikolai Nonrosrnid�ky nnd Irin» Westermann). 19.30 Mitteilnnsen des Arbeitsamtes. 10.35 Erzählung von Anthos.(Sprecher: der Autor.) 2000 Rückblick auf Schallplattsn(Mai). 20.30 Tantmusik. 0,30 Nachtkontert. Dir.; Eugen Sonntag. Königswusterhauses. 16. Ou Oberschulrat Franz Hilker: Formen staatsbürgerlicher Erziehung. 16.30 Hamburg: Konzert. 17.30 Prof. Dr. von den Velde»: Es zieht. 18.00 Franzosisch für Fortceschrittene. 18.30 Steinbüchel: Nietzsche und die Cegenvart. 19.00 Eine Konsultation beim SWrschutzarzt(Heinz Günther Engel, Kurt Georg Keilhauer)._. 19.30 Magdeburg; Zweite öffenflicbe Feslversammlnng des Evangelischen Bundes. 22.00 Wetter-. Tages- und Sportuachrichten. 22.20—24.00 Königsberg; Alle Tanrweisen. Sonntag. 7. Juni. Berlin. 6.30 Funkgvmnastik. 8.00 Für den Landwirt. 8,55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 12.35 Konzert. 14.00 Märchen.(Ania Simon.),_,, 14 30 1 Scarlatti; a) Sonate G-Moll: b) Sonate A-Dor.(lose! Fidelroana. Flüge!.) 2. Mozart: Gesänge(Helga Sfierna, Sopran. Flügel; Julius Bürger.) 3. Mozart; Sonate K.-V. 576-(Josef Fidelmann.) 15.00 Königsberg; Reportage aus der Marienburg., 15.30 Joachim Nehring; Mit dem. Secdlenst OstprenBen Ober Danzlg ins Memelland..,„ 10.00 Templiner See; Ausschnitt aus der Internationalen Motorboot-Regatta. 16.30 Konzert d. Musikkorps der Kommandantur Berlin. 18.25 Platten, die man nicht mehr kaufen kann,(Am Mikrophon: Hans Rei-' mann.) 19.20 Sportnachriehteh...... 19.30 Chopin. Poldj Mildner, FlUgel; Edith Kraus. Flügel«zwei Iblähnge Pianistinnen). 1. a) Valse op. 70. Nr. 3: b) Etüde op. 25. Nr. 9; e) Ballade F-Dur. 2. a).Etüde C-Moll, op. 10, Nr. 2; b) Mazurka Cis-Moll. op. 30, Nr. 4; c) Bolero op. 19. 20.00 Tagesglossen.(Sprecher: Alfr. Korr.) 20.50 Berliner in der Sommerfrische. Ein heilerer Abend. Ltg.: Walter Gronostay. 32.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königs Wusterhausen. 7.00 Hamburg: Haienkonzert. U.oo Ob.-Stud.-Direktorin Dr. Elsa Matz: Selbsterziehung der Erzieher. 11.30 Bach-Kantaten 12 20 Staaken: Lnftfahrt-Werbeworhe 1931. 12.35 Potsdam; Einweihung des Donkmals für die gefallenen Kameraden der Deutschen Krattlahrtruppen. 18.00 Dr. Ernst Wagner: Das Kunstwerk als Schlüssel zum Lebensreichtum. 18.30 Werner Hausmann: Humör in der Schweizer Dichtung. 19.00 Gerda von Bremen liest Dichtungen von Carlo von Bremen. 19.30 Staatsoper Unter den(.Inden:„Die Macht des Schicksals. Oper ven Giuseppe Verdi. Dirigent: Maurice de Adravanel. Theater der Woche. Bom 7. bis i5. Juni Volksbühne. Theater cm BMilntnpiaS: SumWMitKieobuniu«. Staatstheater. Cpez Urtier den Etithen: 7. Die SKodrt des Schicksals. 8. Cpirt obre ffitnit. — Sumaint Schied». 9. Sigeuneebausn. 10. Carmen. 11. Sine Stach i tu Seuebig. 12. Interme»». 13. Alba. 34. Sigeunerbaton. 15. Boheme. Opcz«m Plag ber Scpnblil; 7. Perichnle. 8. Soffmann« Srjäblungtn. 9. 95arbiet noit Senida. 10. unb 15. Aas rinrm Toirrchaus. 13L und 14. Mahame Sutterffn. 12. SValfiaff. 13. Di« fodigeit des ff'.flcro. Stöhtitd;« Oper Cbarlattenbura. 7. öpftmauns Crsählii ragen. 8. Dir JSaBilte. 9. unb 11. Das Spitzen tu» her Königin. 10. Di«.Zaubctfibte. 12. Die afrifanetim 13. Das Sibeingoli. 11. Di« äReificrlingtr nun Nürnberg. 1Z. D:« Cniiilheung aus hon Serail. Staatstherater am Secbarnienmartt: 7. Wirb«Jm T«ll. 8. Partugalriifdic Schlacht. 9., 10., 13. und 15. Gecil Z Hades. 11. Agamemnon. 12. Der blaue Boll. 14. Prin, Heinrich von Homburg. Schill et- Theater Charlotten hur«: 7. unfc 8. Crnilia Salotti. 10., 13. unb 15. Haus Heraensiod. 11.m€mfih m US$k. Vovbv&chevjagd. in den CoLlshill'Mouniains In Wien ist alles auf den Beinen für die 2. Arbeitersport-Olympiade Durch die Fülle der sportticheu Dorbietnugen bei der zweiten Zlrbeiter-OIympiade und durch die Massenbeteiligung guter Sportler aus den verschiedensten Landesverbänden der Sozialistischen Zlrbeitersportinternationale ist es ganz uinnöglich geworden, alle Veranstaltungen in dem riesigen Stadion stattfinden zu lasten. So müssen außer d«n Stadion mit seiner chaupttampsbahn. Schwimm. anlage und Radrennbahn noch weitere 15 Plätze zur Ab- wichung der olympischen Wettkämpfe in Anspruch genommen werden. Es sind dies der Trabrennplatz, WaC.-Platz, Kricketer-Platz, Hakoah- Platz, Robert-Blum-Platz. Volkert-Platz, Acntralvereins-Platz, E-Werk-g-Platz, Laxenburgcr Platz, Technische-Union-Platz, Astö-IZ- Platz, Schießstätte Kagran, Rotunde, Donaukanal, Alte Donau. In Wien vir«! fieberhaft gearbeitet Alle Ausschüsse haben jetzt Hochbetrieb. Täglich löst eine Sitzung die andere ab. Am meisten beschäftigt sind die technischen Ausschüsse, der Verkehrsausschutz. Aktionsausschuß, die Ausschüste für Finanzen, festliche Veranstaltungen und Sanitätsdienst. Mit besonderen. Hoch. druck arbeitet der Wohnung s- und Wirtschaftsausschutz. Seine Ptitglieder sind mit einem Heer von Hilfskräften täglich auf den Beinen, um in den verschiedenen Bezirken der Stadt Quartier« aufzunehmen, sie auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen und um sie in übersichtlichen Verzeichnissen festhatten zu losten. Auf den Kampf- Plätzen werden die Arbeiten mit größter Regsamkeit bewältigt. In der Hauptkampfbahn ist man dabei, die letzten Arbeiten zu erledigen. Auch das Schwimmstadion ist fertig betoniert- Gegenwärtig wird der Sprungturm errichtet und eifrig am Ausbau der Wege und Straßen gearbeitet. Mit besonderem Eifer widmet man sich dem Bau der Radrennbahn, die gleichfalls bis zur Olympiade fertig werden soll. Das Festspiel der 4000 Das Festspiel wird den künstlerischen Höhepunkt dar- stellen. Di« Vorbereitungen dafür werden mit größtem Eifer be. trieben. Die Turner und Jugendlichen sind mtt unermüdlicher Be- geisterung dabei, die schwierigen Massenbewegungen zu proben. Das ausgedehnte Spielfeld der.Hauptkampfbahn des Stadions soll in eine ungeheure Bühne verwandelt werden und 4000 Mitwirkend« sollen auf ihr in Erscheinung treten. In Wien hat noch niemals eine so außerordentliche Aufführung in solchen Ausmaßen stattgefunden. Mit Rücksicht auf die vielen fremdsprachlichen Olympiagäste wird bei dem Festspiel das gesprochene Wort«inen geringen Raum«in- nehmen. Optische und musikalische Eindrücke sind es, die die Wir- kung des Mastenspieles hervorrufen sollen. Die Bewegung der Masse ist der künstlerische Grundbestand des Festspieles. Die Arbeiterpresse und das Olympia Die sozialdemokratische Togespresse Oesterreichs betreibt schon seit langem eine ununterbrochene Werbung für das 2. Arbeiter- Olympia. Im Juli werden die sozialistischen Wochen- und Monats- schriften eigene Olympiaausgaben herausbringen. Die Monatsschrift„Der Sozialdemokrat� mit einer Auflage von 400 000 wird dem Olympia eine besondere Nummer widmen. Weiter geben eigene Olympianummern heraus: der„Jugendliche Arbeiter"' in einer Auflage von 50 000, die Zeitschrift„Kinderland" in einer Auf- läge von 120 000 und die Zeitschrift„Der Schutzbund" in einer Auf- läge von 80 000. Staatliche Unterstützung tür Wien Wie die Hamburger Presse meldet, sind für die Entsendung von Hamburger Wettkämpfern zur Arbeiter-Olympiade aus stavt- lichen Mitteln 5000 M. bereitgestellt worden, und zwar 5000 M. vom Bürgerausschuß und 2000 M. vom Staatlichen Amt für Leibesübungen. Im Gegensatz zu der Unterstützung durch den Hamburger Staat steht inimer noch nicht fest, was das Reich an Unterstützung für die deutsche Sportdelegation nach Wien geben wird. Der deutsch« bürgerliche Olympia-Ausschuh, der die Delegation zu den olympischen Spielen 1332 in Los Angeles orga- nisiert. wird nicht so lange auf den Bescheid des Reiches zu warten brauchen, denn bürgerlichen Prestemeldungen zufolge hat der Reichs- innenminister bereits dem Olympia-Ausschutz versprochen, sich für die finanzielle Unterstützung der Delegation nach Los Angeles wann einzusetzen. Nadelstiche gegen das Massentest Die polnischen Postbehörden in der Ukraine hoben die Aus- lieferung von Olympioplakaten an die Empfänger verweigert, weil die Plakate in ukrainischer Schrift gedruckt sind. Die Postbehörden haben die von Wien gesandten Plakat« dem politischen Pressebüro in Lemberg übergeben. Diplomatischer Einspruch ist erhoben. Spart am Sonntag Arbeiler-Jutzboll. Außer den gestern angekündigten Serien- spielen haben die Vereine für morgen noch mehrere Börsen- spiele festgesetzt. Es treffen sich Schwarz-Weitz und Blankenburg in der Christianiastraße(Schiedsrichter Vorwärts-Wedding) um lZ Uhr. Auf dem gleichen Platz stehen sich dann Vorwärts-Wedding und Freie Scholle mit zwei Mannschaften gegenüber(Schiedsrichter Schwarz-Weitz und Hansa). Strausberg spielt gegen Hoppegarten um IS Uhr(Merten). Sparta-Nauen gegen Union-Tempelhof (Brieselang), Weißensee gegen Drewitz um 18 Uhr(Saxonia). Teltow gegen Osten(Schöneberg). Eiche gegen Butob mn 18 Uhr(Nor- mannia). Eich« 2 gegen Butab um 16.30 Uhr(Schünemann-Lichten- berg I). Schöncberg gegen Staaken um 17 Uhr(Wilmersdorf). Auf dam Spartplatz des Rummelsburger Waisenhauses in der Haupt- slratze veranstallet Lichtenberg I einige Wcrbespiele. Zu diesem Zweck treffen sich um 13 Uhr die zweiten Iugendmannschaften von Lichtenberg l und Nowawes. Anschließend daran stehen sich die ersten Iugendmannschaften Lichtenberg I und Luckenwalde II gegenüber. Abendsporlfest in Reinickendorf-West. Der Freie Sportverein Reinickendorf-Wcst hält Sonnabend sein diesjähriges Abend- sportfest auf dem Sportplatz an der Scharnweberstratze ab. Zahl- reiche Meldungen und starke Besetzung in den Konkurrenzen lassen guten Sport erwarten, so dag sich«in Besuch lohnen wird. Das Programm sieht Einzel- sowie Mannschaftswettkämpfe vor. Sta- feiten werden für Abwechslung sorgen. Beginn 15� Uhr. Boolstaufe beim Reichsbanner. Morgen um 15 Uhr findet auf den Grundstücken der Reichsbanner-Wastersportabteilung in Köpe- nick. Wendenschloßstr. 122, die Bootstaufe eines Doppelvierers auf den Namen„Hermann Müller", eines Paddeloierers„Reichs- banner" sowie zweier Paddelzweier„Frei Heil" und„Weimar" statt. Es ist das erstemal, daß das Reichsbanner feine Freunde zur Taufe von Paddelbooten einladet. Ministerpräsident a. D. Stelling und Bürgermeister» Mielitz werden tieim Taufakt sprechen. Da, Reichsbanner wird das neue Bootsmatcrial bereits zu den dies- jährigen Regatten fahren. Gäste sind herzlichst willkommen. Sanu-Ausscheidungen für Wien mit Start und Ziel beim Reichs- bpnnerbootshaus in Köpenick, Wendenschloßstraße 122, finden mor- gen, 11 Uhr, statt. e- Auf der Olympia-Radrennbahn geben sich die siegreichen Fahrer der Deutschlandrundfahrt morgen ein Stelldichein. In den Dauer- rennen geht auch Sawall an den Start. Beginn 16 Uhr. Die Znteruationale Motorboot-Regatta in Templin bei Pots- dam nimmt morgen vormittag ihren Fortgang. Auf dem Pro» gramm steht u. a. ein Flugzeug-Motorbootrennen. Auf dem Laugen See bei Grünau bringt morgen der Berliner Regatta-Verein seine Frühjahrsruderregatta zur Durchführung. Die Autoschönheitskonkurrenz de» Deutschen Reichs-Auto-Elab morgen auf der Grunewaldbahn verspricht ein voller Erfolg für Veranstalter, Wagenbesitzer und Fabriken zu werden. Bei dem Union-Rennen in hoppegarten werden nicht weniger als 14 Pferde des Derbyjahrganges am Start fein. Die«bange Strecke" tür Autbords Der zweite Tag der Internationalen Motorboot» Regatta bracht« am Freitag als einzige Prüfung das Lang» st r e ck« n r e n n e n der Autbordboote über eine zweimal zu durch» fahrende, rund 64 Kilometer lange Strecke aus der Havel von Wann- see über Schwanenwerder— Schildhorn und Sacrower Bucht nach Wannsee zurück. Das schlecht markierte Ziel befand sich am Anfang des Stöstensees. Die Wostsrverhältniste waren ausgezeichnet, ledig» lich die kleinen Boote hatten hin und wieder gegen die Dampfer- wellen anzukämpfen. Am Start ereignete sich ein bedauerlicher Unfall.„Daisy Hoppla VI!" unter Führung von Dr. Kann, das stärkste Boot der Konkurrenz, fuhr gleich beim Start an einen Dalben, stieß dann gegen«inen Betonpfeiler und ging in Trümmer. Glücklicherweise kam Dr. Kann mtt dem Schrecken davon. Die ab- solut schnellste Zeit des Tages fuhr der Franzose V a s s e u r mit 1: 05: 34 heraus. Nicht viel langsamer war der in Klasse C gestartete Berliner Ernst mit seinem Boot„Ralle", der nur 18 Sekunden mehr benötigte. Ergebnisse: Klasse A; 35 Kilometer: 1.„R IV"(El. Baatz-Berlin) 50: 01.8: Klasse B: 64 Kilometer I.„Hai"(Engelbrecht-Berlin) 1:1l: 33,5: 2.„S 18" (Meyerson-Schweden) 1: 20; 58; Klasse C; 64 Kilometer: 1.„Ralle" (Ernst-Berlin) 1:05: 52:„R VII"(Knuth-Berlin) 1:25:27; S.„S 2*(Rönström-Schweden) 1;32: 43; Klasse D: 64 Kilometer: I.„S 3"(Hjorth-Schweden) 1: 24: 47; Klasse über 1000 Kubik- Zentimeter: 64 Kilometer: 1.„Motichon"(Vasseur-Paris) 1: 05: 34 (beste Zeit des Tages): 2.„R 51"(Ivanrey-Spamen) 1: 12: 19. Die 10 000- Kilometer- Fahrt 6T Wagen auf dem Wege Budapest-Berlin Als die großen Wagen am Frettag morgen in. Budapest ein- trafen, rüsteten die 32 noch im Wettbewerb befindlichen„Kleinen" gerade zum Start der letzten Etappe der AvD.-IO 0W-Kilo- nreter-Fahrt, die von Budapest über die Zwischenkontrolle Wien nach dem 330 Kilometer entfernten Berlin führt. Di« Fahrt von Ragusa durch Jugoslawien nach Budapest war allen Teilnehmern recht gut bekommen. Landschaftlich war dieser 1055 Kilometer lange Abschnitt überaus reizvoll, immer neue Ein- drücke boten sich dem Auge. Malerische Gebirgslandschaften mit bizarr geformten Felspartien wechselten mit in saftigem Grün prangendem Weideland und noch Ueberschreiten der Grenze dehnte sich das unendliche ungarische Flachland aus, das ein schnelles Vor- wärtskommen ermöglichte. Nur ein einziger Ausfall war auf dieser Etappe zu verzeichnen, und zwar schied der in der Wertung?- gruppe I gestartete Pcugeot-Wagen des Franzosen G. de Lavalette aus. Bei den„Großen" tot der bekannte Motorradfahrer Julius von Krohn mit seinem Ford zwischen Mostar und Banjaluka einen böse aussehenden Sturz. Allgemein hatte man mit dem Ausscheiden dieses Teilnehmers gerechnet und die Freude war daher um so größer, als der stets lustige Berliner sich doch noch rechtzeitig in Budapest zum Start nach Berlin einfand. Sein Beifahrer Hörmann war allerdings stark bandagiert, denn er hatte sich bei dem rezel- rechten Salto, den der Wagen geschlagen hatte, eimge schmerzhafte Verletzungen zugezogen. Auch der Holländer Eh. Polls auf Renault und Dr. Löwengard aus Fiat, die man noch um die Mittagsstunde vermißt hatte, kamen noch rechtzeitig nach Budapest. So folgten schließlich am Freitag ab 14.26 Uhr alle noch im Rennen befind- lichen 35 Wagen der Wertungsgruppe II den 7% Stunden früher gestarteten„Kleinen" auf die letzte 330 Kilometer lange Etappe über Wien nach Berlin, wo alle Tellnehmer am Sonnabend nach- mittag zwischen 15 und 16.46 Uhr auf der Avus eintreffen müssen. Der gestrige Boxabend im Sportpalast Der gestrige Boxabend im Sportpalast endete, um es gleich vorweg zu sagen, unter einem allgemeinen Protesffturm des Publikums, als in dem Kampf des tschechischen Meisters im Mittel- gewicht Frank Dykast gegen Iupp B e s s e l ma n n- Köln der Punktsieg an den Deutschen gegeben wurde. Ein klares Fehlurteil, das einen Protest geradezu herausfordern mußte! Das Treffen war äußerst wechselvoll, beide Gegner landeten ständig und nahmen schwere Treffer mit großer Härte. Besonders im letzten Teil des über acht Runden gehenden Kampfes brillierte der Tscheche durch einige mit großem Elan vorgetragene Angriffe. Ein Unentschieden wäre dem Kampfverlauf gerecht geworden, das Punktgericht bestimmte es aber anders und erklärte Besislmann zum Sieger. Noch eine zweite Entscheidung konnte angefochten werden, wenn auch in diesem Fall« das gefällte Fehlurteil nicht ganz so kraß ist. Es handett sich um die B-hcgnimg des Europa» meifters im Leichtgewicht Francois Sybille mit dem deutschen Leichtgewichtsmeister Franz Dübbers. DSbbers lieferte zweifellos eimn großartigen Kampf: der Schnelligkeit seines belgischen Gegners, der außerdem über eine gute Reichwette verfügte und deffen rsichhattigem Schlagrepsrtoir war er jedoch nicht gewachsen. Sybille war trog der heftigen Angriffe des fast um einen Kopf kleineren Dernschen niemals aus der Verfassung zu bringen. Rein boxerisch gesehen, war er Dubbers fast um eine Klasse überlegen. Die unaufhörlichen Angriffe des Deutschen vermochten niemals die Vorteil« des Europameisters auszugleichen. Das Unentschieden ist darum für Dübbers als schmeichelhaft zu bezeichnen. Im einleitenden Mittelgewichtskampf war Hans S e y f r i e d» Bochum ein mehr als vollwertiger Ersatz für den erkrankten Berliner Scelig. Der zum ersten Male in einem deutschen Ring boxende ungarische Meister M i c s i c s a k hatte gegen Seyiried nie eine Chairce irni» verlor in der dritten Runde durch technischen k o. Adolf He user- Bonn hatte mit dem belgischen Halbschwergewichtler Lim ou sin. der außer einer größeren Reichweite auch noch ein Kewichtsplus von 12 Pfund hatte, keine leichte Arbeit. Der Bonner diktierte zwar in allen acht Runden das Tenipo und brachte feine» Gegner wiederholt in kritische Situationen, aber Limousin war zu hart, die Angriffe Heusers nicht wirkungsvoll genug, so daß sich der Rheinländer mit einem— allerdings verdienten— Punktsiege be- gnügen mußte. Walter R e u f e l- Bochum(63.4 Kilogramm) ging gegen den früheren französischen Schwergewichtsmeister Gar beb vis (87,4 Kilogramm) von Beoirm an auf den entscheidenden Sieg a-u?. Fast schien dem Westdeutschen dies zu glücken, denn ein schwerer Rechter brachte den Franzosen schon in der zweiten Runde auf die Bretter. Mit Halten rettete sich Gardcbcis aber über die Runde« In der folgenden Runde griff Neusel ständig an, er beherrschte den sehr unfair kämpfenden und hallenden Franzosen durchweg. Nach der achten Runde, in der er noch weiter schwere Schläge hatte er»« stecken müssen, gab Gardz'bois wegen einer Verletzung den für ihn aussichtslosen Kampf auf._ ADAC. Avusrennen verschöbe». Der Allgemeine Deutsche Auto- mobil-Club kann an dem 21. Juni als Termin für das Avus-Rennen nicht feschalten, well damit zu rechnen ist, daß die aus der populären Berliner Autorennstraße im Gange befindlichen Ausbesserung»- arbeiten bis zu diesem Tage nicht restlos erledigt sein werden. Der ADAC, hat sich daher im Interesse der Fahrer und Zuschauer trotz der großen Terminschwierigkeiten entschlossen, das Rennen zu ver- legen, und zwar auf den 2. A u g u st. ftarteuO-uitl fficWjtng. Uorftenisfittunfl Senn)««. 7. Zum, 10 Uhr, bei S-icke. CStiftion:«» Ecke Söl'JlftMfic. CTaw d>« Mm ssukb-llv-rtrit-r. Neue «Mckirift be» SartellvoesiDenben: Karl Müller. R. fr>,«tlnidericrfet Sit. 47. SastiftCBMrcin.Die SJoturfttunbe", ll.ruope Prenzlauer»er«. Eon».)«», 7. Zun), Zakirt n,ch ssinlcntrua. Tleftpnnkt 7 Ufit Babnbof Putlitzltra Rtci« Pb-to.Dcreiaiqnu«. conrnoftni, 6. Zum, Zatict nach Ziesrntbal. iteffpunft 15 und 18H Ubr Bobichof G-lunddrunnen. enü- Uhr MMUW iugun� Resfairarn Berlins- BETRIEB KEMPiHSXI�J ROSE THEATER Dir.: Ccbr Rose Grab« FrankTurtcr Str. 132 E 7 Weichsel 3422 U-Bahn Strausberger Platz Kurses Gastspiel Guido Thielscher in Der wahre Jakob Regie: Paul Rose Wochentags 8.15 Uhr Sonntags 5.45. ff.00 Uhr ROSE-GARTEN 3 Programme für ein Geld! Wodientagl 5.30 Ubr Sonntag* 5 Uhr KONZERT nnd graSer internationaler Variete- Teil Uiuuis LH IL Nur aoA bis Ii. Jirci Dasliebesverbot Der lustig Operettenschwank Regle: Han* Rose Billettkasse geöffnet von II I und 4-0 Uhr VolKsb&lme Tbeitar int Bälowjla'i. 8 Uhr Lumpazl- uagabunilus itaatLSdiillir-Th. 8 Uhr Haus Herzenstod Komiscns oper Frtedricbstr. 104 8«/» Uhr Frauen Haben das gern... Muslkal. Schwank von Arnold Musik ▼. Walt. Kollo Sommerpr 0.50-7.Ü0 metropoi-Theater Tiglich 8>,, Uhr Die Toni aus Wien Mody Christians, Michael Bohnen üGDisdiei Miel 8 Uhr Der Hauptinann von ROpeniik v. Carl Zuckmayer Rigie; Hiisz Hilpert Die Komödie Täglich S'/a Uhr Dienst am Kunden in tut eiiis und Mn Bansen Regle: Hans Deppe Kurlürstendaram- TDealer Bismarck 440 | O'/a Uhr| Heute letzte Aui- ffibrung Alles Schwindel m MarceDas Sddffar. Musik von Mischa Spoliansky. Regit: CijhlOrtadgn« iSees«««* Unserem lieben Genossen Franz Werner JU seinem 70.®ebt-tl»laa« die herzlich sien®IUdmünfd)e. Die SS. Abteilung. ISSJZSS« S Dachpappen-Verkauf etc ru billigsten Fabrikpreisen Theodor Selbe! Dachdeckermeis'er, Leiterrüstungen B--plin-5Iarlendori PrOhfctirak«: 3«-- Tel.Südrtog 15« Alfred WildesHins ■RclaOrcBBIcRa zu(£d. BucRanaactactr Hanplstelle: Berlln-Nenkölln. Hermannsir. 10 Am SOdaueaana das U-Bahnhofes HermannstraSa Fernsprecher: NeDköMn(F 2) 7771 und 777! Telegrammadresse: Ansaferox-Berlin Nebenstellen: McBpaiast: Ritters tr. 69. Leiter: Wlüy Ztcfalcsche.— Belle-Al'fanee: Yorek- s'raDeiO. Leiter: Erwin Vanchr.— CbansseeAti.i Chausseestr 116. Leber: Otto Radke,— Witbelmplatzi Charlottenburg, Berliner Str 79. Leiter: Hu Cor- aaltas-— Kalserdammi Charlottenburg, Kaiserdamm 21. Leiter: u. Lfndeaano Wettacheine werden in«Uen Annabmestellen elngeUfstl