Morgenausgabe Nr. 281 A 142 4S.Iahrgang WöchevtNch 85 monaMch 3,60 M. Im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeiwngs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslands- obonnement 6.— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- porto 5,— M. Der.Vorwärts� erscheint wochentäg» lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beiloge„Doli und Zeit�. Ferner„Frauenstimme'. �Technik',„Blick in die Bücherwelt', .Iugend-Dorwärts'u.»Stadtbeilage� Neriiner So»«Sb»att Freitag 19. 3uni 1931 Gwß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Dle elnspalt. Nonparelllezette 80 Pf. Retlamezeile 6.— RM.„Kleine An« zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulassig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jede» weitere Wort 10 Pf. Motte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Lrbeitsmartt Zeile 60 Pf. Familien» anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lmdenstraße 3. wochentäglich von 81/» bis 17 Uhr. Der Derlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Jenttawvsan der Sozialdemokratischen Vavlei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 fternftr.; Tönhojf(A 7) 292—297. Telcgramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin37 53S.—Bankronto:Bankdcr Arbeiter, Anzcstclltcil und Beamten, Lindenstr. 3, Dt.B.u.Disc.-Gcs., Dcchositcnk.,Jcrusalcnlcr Str. 33,93. Englischer Gegenbesuch 1?. Juli. Macdonald und Henderson fahren nach Berlin und Wien. Der englische Ministerpräsident Macdounld und der englische Außenminister Henderson hasten die kkinladung der Reichsregicrung zu einem Gegen- besuch in Berlin endgültig angenommen. Sie treffen am 17. Juli in Berlin ein und werden bis zum Ist. Juli in der Reichshauptstadt verbleiben. Mac- donald wird am 17. Juli mit dem Flugzeug nach Berlin kommen. Henderson wird vor seinen« Besuch in Berlin einige Tage in Paris weilen und mit der Eisenbahn in der Reichslp»uptstadt eintreffen. Boraussichtlich begeben sich Macdonald und Header- son dann zum Internationalen Sozialisten- kongreß nach Wien. Die Besprechungen Mellons in London. Schatzsekretär Mellon hotte gestern eine weitere Besprechung mit Macdonald und Henderson. Dieser Unterredung wohnte auch Montagu Norman, der Präsident der Bank von Eng- land, bei. Obwohl man versichert, daß sie einen unoffiziellen Cha- raktcr gehabt>?obe, glaubt man allgemein, daß Mellon die Repa- ro t i o n e n, die Kriegsschulden und die alleemein« finanzielle Lage besprach. Englands Arbeiislosenversicherung braucht Geld. London, 18. Juni. Die Arbeiterregierung wird am Freitag im Unterhaus einen Gesetzentwurf einbringen, durch den die englische Arbeits- loscnversicherüng ermächtigt wird, zwecks Aufrcchterhal- tung der Arbeitslosenunterstützung weitere Kredit« aufzu- nehmen. Durch den Gesetzentwurs sollen zugleich gewic Mißstände in der Arbeitslosenunterstützung beseitigt werden. Schwerindustrie will keine Diktatur Mr ihr Wille soll geschehen.— Beim Hansabund neuer Ltnfug. Der Verein Deutscher Stahl- und Eisenindu- st r i eil xr, der Hort der deutschen Sozialrcaktion, hat gestern seine Mitgliederversammlung, in Berlin abgehalten. Der Stohlvereins- leiter Dr. Poensgen meinte daß durch innere Maßnahmen allein eine Gesundung der deutschen Wirtschastsverhältnisse nicht herbeigeführt werden könne, was keine neue, deshalb auch noch nicht richtiger gewordene Erkenntnis ist. Er feierte die Ablehnung der Kohlcnsubvcntionen durch den Ruhrbcrgbau: aber man Härte von ihm kein Wort darüber, wie die Lage der deutschen Wirtschaft durch den Äbbau von Kohlen- und Eisenpreisen verbessert werden solle. Recht interessant war seine Stellungnahme zu den politischen Bestrebungen der Schwerindustrie. Der Schwerindustrie sage man ja in der Oeffentlichkeit jede Schlechtigkeit nach, und sie solle auch bei der kürzlichen Langnam-Tagung ein Direktorium und die Diktatur verlangt haben. Es handele sich um ein reines Märchen.„Die westliche Industrie wolle keine Diktatur, sie wolle eine Führung der Wirtschasts- und Finanzpolitik, die die deutsche Wirts cha st vor dem drohenden Zusammenbruch bewahre." Herr Dr. Poensgen ist vielleicht wirklich so naiv wie er scheint. Diese Führung der Wirtschasts- und Finanzpolitik muß doch, und das ist ganz zweifelsfrei der Willc'der Langnam-Tagung gewesen, so erfolgen, wie es d i e S ch w c r i n d u st r i e w i ll. Es gehört wirklich das Herrcnbewußtscin der Ruhrherrcn dazu, damit Leute wie Poensgen nicht merken, daß die mit dem einseitigen Lenken der deutschen Finanz- und Wirtschaftspolitik nach dem Willen der Schwerindustrie verbundene Ausschaltung des parlamentarischen Rcgierungsausbaus faktisch eben eine Diktatur der Schwer- indiistrie darstellt. Wir haben aber nichts dagegen, wenn Herr Poensgen sich sckbst van jenen Kreisen der westlichen Schwerindustrie distanzieren mochte, die ganz zweifelsfrei nach einem Direktorium in Deutschland verlangt haben. Ans der Tagung sprach auch der frühere österreichische Gesandte in Berlin, Minister a. D. Riedl, über die deutsch-österreichische Zollunion. Die Zollunion mit Deutschland, z» der jedem anderen Lande der Beitritt freistehe, so sagte er, habe sich als einzige Möglichkeit erwiesen, und etwa vorhandenen Gefahren sei leicht vorzubeugen. Oesterreich brauche die Eingliederung in einen großen Wirtschaftsraum, der die Entfaltung der wirtschaftlichen Fähigkeiten gestatte. Der Völkerbund müsse es als Beleidigung ausiasien. wenn man annehme, er könne und wolle die Zollunion verhindern. Auch der wirtschastspolitifche GesanNausschuß des Hansa- Bundes hat getagt. Seick wirtjchastspolitrjcher Direktor Mos ich hat wieder seine längst komisch gewordene„Alles-oder-Richts"- Politik des ungezügelten wirtschaftlichen Jndivi- d u a l i s m u s vertreten, mit der er mitten in einer Periode des organisatorischen Hochkapitalismus die Welt aus den Angeln heben will. Er vertrat wieder die Auffassung, daß dem 2�-Milliarden- Defizit bei Reich, Ländern und Gemeinden nur durch einen radikalen Schnitt bei den öffentlichen Ausgaben begegnet werden könnte. Er forderte bei Reich, Ländern und Gemeinden ein« Ausgaben- fenkung im Betrage von 3 Milliarden Mark, was ihm nicht schwer fiel, denn er hat einfach verschwiegen, wo im ein- zelnen diese Ausgabensenkung durchgesührt werden soll. Er mochte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er wieder gegen die öffentliche Wirtschaft loszog. Alles, was die öffentliche Wirtschaft an Werten in den letzten zehn Jahren an sich gezogen bab«. so meinte er, müsse wieder abgestoßen werden, um aus den Erläsen die schwebende Schuld zu bereinigen. Er nannte auch gleich den Preis, den die glücklichen privatkapitalistischen Uebernehmer zahlen sollen. Er meinte, daß auch eine Verschleuderung der öffentlichen Werke heule das geringere Uebel fei. Das könnte Herrn Mosich und seinen Hinterleuten freilich sehr passen. Jede Finanzierung öffentlicher Arbeitsbeschaffung bedeute neuen Krästeverlust der Wirtschaft und neue Arbeitslosigkeit. Schade, daß der Hansa-Bund das Rezept nicht weiß, wie man sonst für den Augenblick neue Arbeit beschaffen soll, nachdem das Privat- kdpital durch fein absolutes Versagen und seine Kapitalverschwendung dazu nicht in der Lage ist. Natürlich meinte Herr Mosich auch, daß die Aufhebung der'allgemeinen Berbindlichkeits- erklär nng notwendig sei!• Ein kleines bißchen liebt Herr Mosich freilich auch die Kon- feqnenz: Es werde zu prüfen fein, so meint er, ob alle die Bindungen der Preise in Kartellen für ein« gewisse Uebergangszcit aufrechterhalten werden können. Herr Mosich wird freilich wünschen, daß er gegenüber seinen Kollegen vom Reichsverband der Industrie und der Schwerindustrie an diesen seinen Wunsch nicht erinnert wird. Beim Hansa-Bund sprach auch der schwedische Professor Dr. Gustav Cassel, der schon seit Jahren dos wissenschaftliche Paradepserd der Unternehmertagungen in aller Welt geworden ist, und der immer wieder von der Monopolstellung der Gewerkschaften — die Unternehmer hören es gerne— zu reden, aber mit be- wu nder ns werter Wendigkeit von den Monopolgebildcn des Kapitals zu schweigen weiß. Herr Proscsior Gustav Cassel, der vor langer Zeit ein paar brrnichbare Bücher geschrieben hat, ohne aber durch allzugroße Originalität aufzufallen, braucht nicht mehr ernst genommen zu werden; denn er redet entweder so, als ob die Welt vor fünfzig Iahren stehengeblieben wäre, oder so, als ob er ein Angestellter des Privatkapitals wäre, nicht aber ein Vertreter der Wissenschaft. 260-Millionen-Kredit endgüliig. „Oer Punkt auf dem i." Die Verhandlungen über die Gewährung eines Kredits von ZS0 Millionen an das Reich find abgeschlossen. Es handelt sich um einen reinen K os s e n k r ed i t, dessen Abdeckung durch die normalen Einnahmen sowie durch die auf Grund der Rot- Verordnung zu erwartenden Ersparnisse und Eingänge sichergestellt ist. Die Auszahlung des Kredits erfolgt teils im Juni, teils im Juli. Uebcr den empfangenen Betrag werden Schatz- anweis un gen mit dreimonatiger Laufzeit aus- gestellt, die bei Fälligkeit bis zum Ablauf des Rechnungsjahres 1931 verlängert werden können. Für die Zinsberechnung bildet der jeweilige Reichsbankdiskont im Zeitpunkt der Aus- Zahlung die Grundlage. An diesem Kreditabschluß hat, wie gesagt wurde, vor der Lösung der politischen Krise./der Punkt auf dem i" gefehlt. Dieser Punkt auf dem i hätte freilich bedeutet, daß am 19. Juni die Länderüberwcisungen nicht durchgesührt und an« 25. Juni für das Iuniende die Reichsgehälier nicht hätten gezahlt werden können. Nicht Herrn Brüning oder lzerrn Lucher oder den Banken, sondern der Sozialdemokratie ist es zu danken, daß dieser teilweise Staatsbankrott vermieden wunde. Die Wiener Regierungskrise. Umfang und Folge des Kreditbankroits. Wien. 18. Juni. Die Lage in Oesterreich ist, wenn man Großes init Kleinem vergleichen kann, ebenso traurig und ausweglos wie im Reich. Wohl gibt es hier nicht jene politischen Spannun- gen, die Deutschland an den Rand des Bürgerkrieges führen können, aber die wirtschaftliche Lage ist nicht minder trostlos. Der Versuch, die Kreditanstalt zu retten, stellt sich all- mählich nicht nur als hoffnungslos heraus, sonderu geht jedenfalls auch weit über die Kräfte des kleinen österreichi- schen Staates. Die Folge ist, daß man die Kreditanstalt nicht rettet, aber die Nationalbank gefährdet. Sie ist heute bereits der eigentliche Krisenherd. Die Kreditanstalt hat ihr ganzes Eigenkapital verloren. Der österreichische Staat hat es ihr ersetzt und darüber hinaus noch weitere 40 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt. Die Hoffnung war, daß sich die Kunden der Bank nach dem Ersatz ihres Verlustes beruhigen und ihre Einlagen bei der Kreditanstalt belassen würden. Indessen ist unter den inländi- schen Gläubigern eine nicht zu bannende Be- unruhigung eingetreten, die zu großen Abhebungen ge- führt hat. Die Mittel hierfür konnte die Kreditanstalt nur von der Nationalbank erhalten, die infolgedessen ihren Notenumlauf ganz bedenklich steigern mußte. Man nimmt an, daß die Nationalbank in den Rachen der Kredit- anstatt bereits 600 Millionen Schilling geworfen hat. Dabei ist das Ende noch gar nicht abzusehen. Diese Situation der Kreditanstalt hat dazu geführt, daß auch die ausläudi- schen Gläubiger Schwierigkeiten zu machen be- gönnen. Die Regierung sah sich deshalb gezwungen, von dem Parlament eine Ermächtigung zu fordern, nach der sie für Einlagen bei der Kreditanstalt staatliche Haftung ge � währen kann. Damit sollte erreicht werden, daß ausländische Finanzgruppen bei der Kreditanstalt neue Einlagen machen und der inländische Abfluß wettgemacht wird. Diese Hoff- nung hat sich aber als trügerisch erwiesen: die ausländ!- schen Gläubiger haben der Kreditanstalt gedroht, daß sie ihre Einlagen sofort kündigen werden, wenn nicht der Staat für sämtliche Einlagen eine Garantie übernehme. Die franzö- fischen Gläubiger sollen außerdem verlangt haben, daß Oesterreich auf die Z o l l u n i o n für immer v e r- zichtet. Unter dem Druck dieser Drohungen und Er- Pressungen hat der Finanzminister die staatliche Garantie für etwa 80 Millionen Dollar ausländische Guthaben bei der Kreditanstalt übernommen. Erst daraufhin verpflichtete sich das Gläubigerkonsortium, die Einlagen bei der Kreditanstalt zwei Jahre stehen zu lassen. Es ist nicht wahrscheinlich, daß diese Garantie gegen Oesterreich nach zwei Jahren geltend gemacht werden wird, aber bei der fragwürdigen Lage der Kreditanstalt darf man sie dennoch nicht nur als Formalität betrachten. So entsteht die Frage: Wer garantiert für Oe st erreich? Der Staat hat für die Kreditanstalt Auszahlungsgarantien von insgesamt nahezu einer Milliarde Schilling übernommen. Das hält seine wirtschaftliche Lage nicht aus. Dieses Mißver- hältnis hat zu einer Beunruhigung geführt, die zu einer Panik auszuarten droht. Das Mißtrauen der Bevölkerung hat bereits auf andere Banken übergegriffen. Jetzt verlangen auch schon die Gläubiger derjenigen Spar- lassen, die mit der Kreditanstalt in Verbindung stehen, ihre Guthaben zurück, um sie in ausländische Valuten umzusetzen. Der Devisenstand der Nationalbank wird also un- unterbrochen angegriffen, wenn auch im letzten Augenblick eine gewisse Hilfe dadurch erfolgt ist, daß eng- tische Finanztreise 150 Millionen Schatzscheine, die die öfter- reichische Regierung emittiert, um ihre Aktion für die Kredit- anstalt durchzuführen, übernommen und den Betrag sofort eingezahlt haben. Die anfängliche Erleichterung scheint jedoch nicht anzuhalten. Am Mittwoch und Donnerstag war der Andrang bei den Sparkassen sehr beträchtlich. Die Schwierigkeiten werden erhöht durch die Abgänge im Bundes- Haushalt und bei den Ländern und Gemeinden. So wird das Defizit im Bundeshaushalt bereits jetzt auf 250 M i l- lionen Schilling geschätzt. Alle diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben sich in den letzten Tagen als so katastrophal erwiesen, daß die Re- gierung gezwungen war, zurückzutreten. Die Garantien, die der Finanzminister gegenüber dem ausländischen Gläubiger- konzern übernommen hat, beantwortete zunächst der land- bündlerische Innenminister mit dem Rücktritt. Da aus dem Kabinett in der Zwischenzeit bereits drei Minister ausgetreten waren, ohne daß siir sie Ersatz geschaffen worden wäre und das Kabinett im Nationalrat auf eine Majorität nicht mehr rechnen konnte, hat es demissioniert. Nun hat sich e i n e b e» deutsame politische Wendung vollzogen. Der bis- herige Bundeskanzler Ender, der ohne Zweifel auf allen Seiten ein gewisses Vertrauen genießt, hat sich bereit erklärt, ein neues Kabinett zu bilden, stellt aber die Bedingung, daß seiner zweiten Regierung In bezug auf die finanziellen Not- wendigkeiten außerordentliche Vollmachten gc- geben werden. Ein Notverordnungsrecht, wie es die deutsche Reichsver- fassung vorsieht, kennt Oesterreich nicht. Deshalb soll die Finanzdiktatur der Regierung durch ein verfassungsänderndes Gesetz erlangt werden. Diese Vollmacht kann ohne dieStimmen derSozialdemokraten nicht zu- st a n d e k o m m e n. Es ist unwahrscheinlilch, daß eine Form gefunden werden könnte, die den Sozialdemokraten die Zu- stimmung zu diesem Notverordnungsrecht ermöglichen würde. Die Wahrscheinlichkeit spricht eher dafür, daß sich Ender, der offensichtlich in sein Amt als Landeshauptmann von Vorarl- berg zurückkehren möchte, auf den aber ein sehr starker Druck ausgeübt wird, damit er die Bundeskanzlerschaft behauptet, mit der von ihm gestellten Bedingung einen halbwegs guten Abgang verschassen will. Unter diesen Umständen ist mit einer längeren Dauer der Krise zu rechnen, so daß die wirsschaftliche Unruhe und die Besorgnis aller derjenigen, die noch über eine Einlage verfügen, sich ins Maßlose steigern wird. So unlösbar diese politische Krise, die ihre Ursache in dem ökonomischen Elend hat, auch scheint und ist, dennoch muß sie im dringendsten Interesse des Landes bald behoben werden. Ender lehnt ab. Wien, 18. Juni. �Eigenbericht.) Dr. Ender hat den Auftrag zur Neubildung der Negierung nicht angenommen, weil die Sozialdemokratie ablehnt, den von Ender geforderten Vollmachten ihre Zustimmung zu geben und die Verabschiedung eines solchen verfassungsändernden Gesetzes zu ermöglichen. Vor Erpressung gerettet. London. 16. 6. „Morning Post" berichtet aus Paris, daß die Nachricht vom Vorschuß der Bant von England an Oesterrreich in Paris wie eine Bombe gewirkt habe. Man hgbe in Paris erwartet, daß dort über die Hälfte der Anleihe aufgebracht und ausgegeben werden würde, und der Quai d'Orsay habe sich bereits beglückwünscht, dadurch eine Stellung gewonnen zu haben, die es Frankreich ermög- licht hätte, die Zollunionsbestrebungen Oesterreich? und Deutschlands lahmzulegen. Diese Aussicht sei jetzt zunichte g?- macht und es scheine, als ob Oesterreich durch die sinanzlelle Unterstützung in der Lage sein werde, eine unabhängigere Rolle in der europäischen Debatte zu spielen. Die Enttäuschung der französischen Regierung sei groß: denn sie sehe, wie ihr der Preis von einer anderen Macht vor der Nase weggenommen wurde.— Aus Wien meldet.Morning Post", daß die Aktion der Bank von England nicht nur aus rein finanziellen Gründen begrüßt werde: denn sie befreie Oesterreich davon, Kredite dort zu suchen, wo, wie man annehme, ein Vorschuß ab- hängig gemacht worden wäre von einer Beschränkung der AktionsfreiheitO« st erreich» in der Zollunionsstage. Nach einer anderen Meldung der.Morning Post" nimmt man jedoch in der City an, daß der Vorschuß der Bank von England«ine Art Interimsvorschuß dasstelle und den Zweck verfolg«, die Ver- Handlungen über die tatsächlichen Schatzscheine in Paris und anderen internationalen Mittelpunkten zu beschleunigen. Strafuntersuchung gegen die Bankrotteure. Wien. 18. Juni. Die Wiener Polizeidirektion Hot nach einer Mel- durg der„Stunde", ohne den Eingang bestimmter Anzeigen abzu- warten, von sich aus Erhebungen in der Angelegenheit der Oesterreichischen Credit-Anstalt eingeleitet und deren bisheriges Er- gebnis an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Erhebungen scheinen sich nicht gegen eine bestimmte Person zu richten, sondern die ganze Credit-Anstalt-Angelegenheit zu umfassen. Das Parla- ment Hot bei der Revssion des Sanierungskredit» Untersuchung der Geschäftsgebarung der Credit-Anstalt gefordert. „Der Kampf geht weiter.. Deutsche Schwerindufine-partei erklart. Die Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Volks- partei teilt mit: „In Berlin fand eine Tagung des Parteivorstandes und der Wahikreisvorsitzenden der Deutschen Voltspartei statt. Nach einem Bericht des Parteiführers, Abgeordneten Dingeldey, und einer ein- gehenden Aussprach« fand folgende Entschließung einstimmige Annahme: Parteivorstand und Wahltreisvorsitzend« der Deutschen Bolks- partd stehen in voller Einmütigkeit hinter ihrem Führer. Sie weisen darauf hin, daß mit der Ablehnung der Reichstagseinberufiing die politische Entscheidung nur verschoben ist. Der Kampf geht weiter. Im Ziel war und ist die Partei völlig einig. Dieses Ziel ist in den bindenden Abmachun- gen des Parteiführers mit dem Reichskanzler unzweideutig vor- gezeichnet. Sie waren die Voraussetzung für die oeränderte Stellungnahme der Reichstagsfrottion. Diese Abmachungen müssen in kürzester Frist durchgeführt werden." Wie o t hat die Volkspartei schon„in voller Einmütig- keit geschlossen hinter ihrem Führer" gestanden, gleichgültig ob er Stre emann oder Scholz hieß?! Und wie schnell ist die gleiche„Einmütigkeit" wieder über den Haufen gerannt worden! Aber der„Kampf geht weiter um das Ziel, das in„Ab- machungen" festgelegt ist? Welcher Art sind diese zielsetzenden „Abmachungen", wenn man fragen darf? In der Presse ist z. B. behauptet worden, daß der Reichskanzler dem Dr. Dingeldey in einer Unterredung u. a. eine Lockerung des Schlichtungswesens in Aussicht gestellt habe. Dem- gegenüber wird der„Soz. Pressedienst" aus Anfrage in der Reichskanzlei ausdrücklich zu der Erklärung ermächtigt, daß eine derartige Zusage nicht gemacht, sondern aus- drücklich abgelehnt worden ist. Welche Abmachungen sind also wirtlich getroffen? Kampf gegen Gozialreaktion Vogel kritisiert Rowerordnung im Rundfunk. In der Berliner Funkstunde sprach gestern abend der in Leipzig neugewählte Parteworsitzende, Genosse Hans Vogel, über das Thema: Unser Kampf gegen das Chaos. Vogel führte aus: Ich will in meinem Vortrag von der furchtbaren Wirt- fchaftskrife ausgehen, unter der die ganze W«lt leidet und die in Deutschland durch eil.« Reihe von Umständen, zumeist poli- tischer Art, außerordentlich oelschärft wird. Die Talsache allein, daß Deutschland schwere Reparationslasten zu tragen hat, die durch die allgemeine Senkung der Weltpreise in ihrem tatsäch- lichen Wert erhöht worden sind, bedeutet eine wesentliche Erschwerung der deutschen Lage. Dazu kommt die politische Unsicherheit, die Namentlich in den letzten Wochen eine außer- ordentliche Zuspitzung erfahren und in den Devisenabslüsfen aus Deutschland ihren Ausdruck gefunden hat. Diese Nervosität hat sich geradezu zu einer Panik gesteigert, als Ende Mai in Deutschland die Anzeichen der neuen politischen Krise in Erscheinung traten. Durch die Ankündigung und dann die Deröfsentlichuag der neuen Notverordnung mit ihren Schärfen und llngcrechtigkcilcn wurde die kritische Stimmung aus das äußerste gesteigert. Unter diesen Umständen mußten die P a rt e i e n zu der neuen Notoerordnung Stellung nehmen und über die Einberufung des Reichstages entscheiden. Die Stellungnahme der Sozialdemokratie war von Anfang an völlig klar und eindeutig. Einmütig lehnt sie diese Notverordnung ab, nicht nur deshalb, weil sie davon über- zeugt ist und es nachgewiesen hat, daß die gleichen finanziellen Ergeb. nisse mit einer viel sozialeren Verteilung der Opfer erreicht werden können, sondern auch deshalb, weil diese Notverordnung eine außer- ordentliche Erschwerung der innerpolitischen Lage und eine G e- fährdung der Demokratie und ihrer Institutionen auf die Dauer bewirken muß. Die Sozialdemokratie hat von der Reichs- regierung wesentliche Abänderungen der Notoerordnung ge- fordert und positive Abänderungsvorschläge gemacht, deren An- nähme keine Verminderung der finanziellen Erträge be- deutet hätte. Die schwerste Entscheidung war zu fällen, �nachdem die Reichs- regierung alle Forderungen und Vorschläge der Sozialdemokratie ab- gelehnt und den Beschluß gefaßt hatte, zu demissionieren, falls der Aelteftenrat die Einberufung des Reichstags oder des Haus- Haltsausschusses beschließen würde. Trotzdem haben meine politischen Freunde im Aelteftenrat des Reichstags den anderen Parteien nahe- gelegt, die Einberufung des Hanshaltsausschusses zu prüfen, darauf aber selbst verzichtet, als, die Reichsregieruag gewisse sofortige Milderungen in der Aus- sührung der Notverordnung und Verhandlungen zum Zwecke ihrer Abänderung im Haushaltsausschutz zu einem möglichst nahen Termine zugesichert hat. Es ist der sozialdemokratischen Fraktion sehr schwer gefallen, in der letzten Stunde, ja in den letzten Minuten vor der Abstim- mung im Aelteftenrat diesen Beschluß zu fassen. Es bestand gar keine Aussicht, daß nach der Demission Brünings eine neue Regie- rung an die Macht kommen würde, die sich der Einberufung des Reichstages oder des Haushaltsausschusses gegenüber weniger ablehnend verhalten oder auf einem anderen Weg« Verbesserungen der Notverordnung durchführen würde. Es war vielmehr mit der Ge- fahr zu rechnen, daß eine neue Regierung trotz Beschlusses des Aeltestenrates den Reichstag ausschalten und als diktatorische Macht regiere» würde. Eine Regierungskrise mitten in der vorhandenen Sreditpanik mutzte eine ungemeine Verschärfung der Wirtschaftskrise de- wirken. Gerade weil die Sozialdemokratie die Notverordnung in ihrer gegen- wärtigen Form für völlig untragbar hält, hat sie, nachdem die Reichsregierung Derhandlungen zugesagt hat, beschlossen, noch«inen letzten Versuch der Abänderung der Notverord- n u n g durch Verhandlungen zu machen. Mein« Partei hat wie immer auch jetzt wieder ihr Aeußerstes getan, um die schlimmst« Katastrophe zu verhüten. Ihren Standpunkt der Notverord- nung und der gesamten Richtung der Regierungspolitik gegenüber hat sie nicht geändert. Wir sind einverstanden mit den Ausgabenkürzungen im Reichs- Haushalt, die nicht auf Kosten der Sozialpolitik g«h«n. Ja, wir alauben, daß diese Ausgobenkürzungen an manchen Stellen, zum Beispiel beim Wehretat, noch verschärft werden könnten. Wir sind auch grundsätzlich einverstanden mit d«m Gedanken der Krisen st euer, das heißt mit der Heranziehung aller Volksgenossen, die auch noch in der Krise über«in sicheres� Ein- kommen verfügen, zur Aufrechterhaltung der Hilfeleistungen für die Millionen von Opfern der Krise, die aus d«m Arbeits- Prozeß herausgestoßen und aus die Straße geschleudert worden sind. wir wenden uns aber mit aller Entschiedenheit gegen da» Zerr- bild der Krisensteuer, da» die Nokoerordnung enthält, wir hallen e» für aufreizend und unsinaig, wenn in diesem Augen- blick der Not die veranlagten Einkommensempfänger, da« heißt die Unternehmer, die Nutznießer von Kapitalrenten und die freien Berufe nur einen Bruchteil der Opser tragen sollen, die die Arbeiter und Angestellten tragen müssen. Wir fordern deshalb, daß die Heranziehung der veranlagten Ein- kommenscmpfänger zu den Sätzen der Krisenlohnsteuer erfolgen muß und daß die Freistellung der landwirtschaft- lichen Einkommensempfänger rückgäntzig gemacht wird. Ein solcher Umbau der Krisensteuer würde einen Mehrertrag von jährlich mindestens 150 Millionen ergeben und gleichzeitig ein« aus- reizende Ungerechtigkeit beseitigen. Darüber hinaus könnte eine Heranziehung der Körperichosten, das heißt in erster Lini« der Aktiengesellschaften, zur Krijensteuer— durch einen nur zweiprozentigen Zuschlag zur Körperschoftssteuer— eine Mehr- einnähme von rund 40 Millionen Mark bedeuten. Schließlich liegt eine, zu Unrecht nicht ausgeschöpfte Einnahme- quelle in dem Verzicht auf die A u s g l e i ch s a b g a b e für inländisches Mineralöl, bei der auch von uns gebilligten Erhöhung des Finanzzolls für Mineralöle. Dadurch, daß der Einfuhrzoll erhöht wird, di« Ausgleichsabgabe für den Berkaiss inländischer Treibstosse aber unverändert läßt, macht man den deutschen Produzenten von Benzol und künstlichem Benzin, dos heißt der Schwerindustrie und dem Ehemie kapital, ein durch nichts gerechtfertigtes Sondergeschenk. Hier können für das Reich weitere 35 bis 40 Millionen Mark herein- geholt werden. Zu diesen Mehreinnahmen, die wir einmal vorsichtig nur mit rund 200 Millionen Mark in Anschlag bringen wollen, kommen hinzu die Streichungen an unbegreiflichen Subventionen. die mit der Notverordnung verbunden werden sollen. Man will einen Subvention sfonds von l40 Millionen Mark schaffen. Davon sollen 70 Millionen an die Reichsbahn gehen und weitere 70 Millionen sollen ande-weitig vergeudet werden Wir glauben, daß es das beste wäre, diese 140 Millionen Mark Subventionen ganz zu st reichen und für die Korrektur sozialer Härten freizu machen. Aber selbst wenn man äußerstenfalls die Verwendung der 70 Millionen für die Reichsbahn anerkennen will, bleiben weiter« 70 Millionen, die bestimmt in der norgefehenen Weise nicht ausgegeben werden dürfen. Daß die völlige Herausnahme der Jugendlichen. die unterhaltspflichtige Angehörige haben, aus der Ärbeitzlosenver- sicherung aus sozialen und politischen Gründen vollkommen un- haltbar ist, hat die Regierung bereits selbst anerkannt. Die Ver- schlechterungen der Unterstützungen für Jugendliche stellen eine un- erhörte Vermehrung der sozialen Not und eine gefährliche Quelle der Verbitterung bei den Zugendlichen dar, die ja nicht durch ihre Schuld, sondern durch das grausame Ver- sagen des kapitalistischen Wirtschaftssystems arbeitslos geworden sind. Diese Verschlechterungen müssen beseitigt werden. Die Notverordnung wurde angekündigt mit einem Abbauder Hauptunterstützungssätze der Arbeitslosenversicherung um 5 Proz. Man glaubte, eine derartige Deckung mit der Senkung der Indexziffer für die Lebenshaltungskosten begründen zu können. Die Kürzungen, die die Notverordnung vorsieht, betragen in Wirk- lichkeit aber 7 bis 14 Proz. Das ist ein unmöglicher Zustand. Beseitigt werden muß weiter die Verschlechterung der Grundlage der Bemessung der Unterstützung, vor allem bei den Kurzarbeitern. Be- seitigt werden müssen auch die anderen Härten, die besonders die Saisonarbeiter. Heimarbeiter und Hausangestellten angehen. Wir bekämpfen jede Verminderung der Leistungen in der Krisenfürsorge, deren Unterstützungssätze ohnedies an der Grenze des Existenzminimums liegen und bei der schon heute die Bedürstigkeitsprüfung stattfindet. Wir lehnen mit allem Nachdruck die E r st a t t u n g s P f l i ch t für Zahlungen aus der Krisenfürsorge ab, die den heute langfristig Arbeitslosen auch in späteren Zeiten besserer Beschäftigung durch die Rückzablungspflicht daran hindern würde, jemals wieder aus dem Notstand herauszukommen. Wir bekämpfen die Kürzungen bei den Renten der Kriegs- beschädigten und der Kriegerhinterbliebenen, die wir für unver- einbar halten mit den Pflichten der Gesamtheit gegenüber den Opfern des Krieges. Ein weiterer Punkt der sozialen Härte liegt in dem ungeheuer- lichen Druck, der durch die Verordnung auf die Gehälter und Löhne nicht nur der Beamten, die immerhin den Vorteil haben, der Gefahr der Arbeitslosigkeit nicht ausgesetzt zu sein, sondern auch der Angestellten und Arbeiter aller öffentlichen Betriebe. ausgeübt wird. Hier drohen an manchen Stellen Gehalts- und Lohnsenkungen bis zu 25 Proz. Wir halten diese Bs- stimmungen der Notoerordnung hauptsächlich wegen ihres Ein- bruchs in das Tarifrecht für gefährlich. Außerdem geben sie das Signal zu einer neuen allgemeinen Lohnabbauwelle. Einen besonderen Punkt, in dem die Notverordnung fehl geht, will ich noch hervorheben: den freiwilligen Arbeits- dienst. Dieser Dienst, dessen praktische Freiwilligkeit in hohem Maße gefährdet wäre, wenn wirklich die� Unterstützung jugendlicher Erwerbsloser nahezu völlig eingestellt würde, soll nicht nur öffentlichen Körperschaften, sondern auch gewissen D e r b ä n- den. bei denen das Gewicht der politischen Tendenz allzu oft ein reaktionäres ist, die Möglichkeit geben, für die Durchführung gewisser Arbeiten öffentliche Unterstützung sichern. Der reaktionäre Charakter dieses sogenauukea freiwilligen Arbeitsdienstes besteht vor ollen Dingen darin, daß bei ihm für die Arbeiter kein arbeitsrechtliches Arbeitsverhältnis begründet wird. und der Sozialverficherimgen bleibt«n Einzelsall der Entscheidung des Arbestsministers vorbehalten. Arbeitslohn in bar erhalten die Arbeitsdienstieistenden nicht, sondern höchstens Gutschristen für künftige Siedlungsbauten. Hier wird eine Quelle der falschen Geld- Verausgabung geschassen und«in Zentrum für all« sozial- reaktionären und a» t ig ew« r kschastli che n Ten- de uzen. Auf der anderen Seile ober wird«in Weg zur Behebung der Arbeitslosennot nicht erschlossen. Es muß zum mindesten verlanat werden, daß vor dem Abschluß der Berchand- lunaen über die Abänderungen der Notverordnung von dieser Er- mächtigung kein Gebrauch gemocht wird. Mit dem Kampf gegen di« sozial- Reattko», die ihren Niederschlag in der Ntoverordnung gesunden hat, wird die Sozial- demokratie aber nach wie vor mit allem Nachdruck den Kamps für eine p o s i t i v e P o l i t i k zur Ueberwindung der ungeheuren Krise zu führen haben. Wir wissen, daß die Reparationen eine schwere Last bedeuten und daß die Herabminderung dieser Last im Interesse de» gesamten deutschen Volke», insbesondere aber auch im Interesse der Arbeiterklasse dringend notwendig ist. Wir wissen aber gleichzeitig, und gerade di« letzte« Krssentage haben es uns erneut gezeigt, daß di« deutsche Wirtschast auf ab- schbare Zeit aus ausländische Kredit« angewiesen ist. Wir wissen, daß der wichtigste Kapitalmarkt für Deutschland der französische ist. Wir verlangen deshalb, daß di« deutsche Außen- Politik sich von allen sprunghasten Demonstrationen, auch bei der Behandlung der Reparationsfrage fernhäll und daß die notwendigen Verhandlungen in einem Geist der internationalen Verständigung geführt werven, di« uns nicht neuen Krediterschütterungen aussetzen. Wir fordern weiter, daß an die Stelle der verfehlten Politik des Lohndrucks eine zielbewußte Polstik der Stärkung der Wassenkaus- traft treten muß. Schluß mit de« Lohn- und Gehaltsfenkungen. aber verschärften Druck auf die Anpassung des Preisniveau» au das gesunkene Lohnniveau. Dazu gehört die Abkehr von der agrarischen Hochschutzzollpolitik, die den Massen in Deutschland die Lebenshaltung verteuerte Dazu gehört weiter, daß endlich mit der Kontrolle der monopolistischen Kartelle Ernst gemacht wird und ein Druck auf diejenigen Monopol- preis« ausgeübt wird, di« noch heute künstlich hoch gehalten werden. Daß die Kontrollinstrumente der Reicheregierung für diese Zwecke ebenso unzureichend sind wie ihr Wille zum Handeln, hat die Sozialdemokratie seit langem erkannt. wir fordern, auch in diesem Augenblick, daß der sozialistisch!: Gesetzeulwurf zur Durchführung der ZNouopol- und Kartell- kontrolle auf die Tagesordnung gesetzt wird, wo die Kontrolle aus sachliche und politische Schwierigkeiten stößt, wird nach unserer Ausfafinng schon bald der Zeitpunkt gekommen sein, an dem man von der Forderung der Kontrolle zur Forderung der Verstaatlichung der höchstentwickelten Privalmonopole übergehen muß. Der Kampf gegen soziale Reaktion, der Kampf zur Verteidigung der Positionen, die die Arbeiterschaft in der Nachkriegszeit errungen hat, ist im Zeichen der Wirtschaftskrise zwangsläufig i n d e n V o r- dergrundgerückt. Dieser Abwehrkampf ist aber für die Sozial- demokratie in ihrem Kampf zugleich verbunden mit dem Kampf um den Einbau neuer Instrumente zur Leitung der desorganisierten Wirtschaft und damit schließlich Mit dem Kampf zur Ueberwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems und zum Aufbau einer planmäßigen sozialistischen Wirtschaft. Vertrauensvotum für die belgische Regierung. Die belgisch« Kammer bat der neuen Regierung R e n k i n mit SS gegen 77 Stimmen bei S Enchaltimgen das Vertrauen ausgesprochen. Sechs liberale Mitglieder der Regierungsmehrheit lehnten da» Ver- trauensvotum wegen der flämischen Frage ab. preußische Siedlungsarbeit. Landtagsavsschuß nimmt' Landeörentenbankgeseh an. Der Siedluagsausschub des preuhischen Landtags sehte am Donnerstag die Beratung de, Entwurf» zur Abänderung de» Landesrentenbankgesehes fort. Es wurde eine Anzahl weiterer Aenderungen vorgenommen. Zum Erwerb und zur erstmaligen Einrichtung eines Siedlungsrentengutes soll die Landesrenlenbaak Darlehen auf Antrag an einzelne Siedler unmittelbar ge- währen können, ohne dah es der Einschaltung einer Siedlungsgesell- schaft oder einer sonstigen Vermittlungsstelle als Siedlungströgers bedarf, voraussehung für die Darlehnsgewährung soll sein, dah die Siedlung unter Mitwirkung und Aufsicht des Kultur am ts er- richtet wird. Der deutschnationale Antrag, die Zahlung der Rente Halbjahr- lich, statt wie bisher vierteljährlich, erfolgen zu lasten, wurde ab- gelehnt, ebenso der weitere deutschnationale Antrag, daß für alle Rentenstcllen nach Uebernahme auf die Landcsrentenbant drei Stundungsjahre eingeführt werden müssen. Es bleibt bei der bisherigen Vorschrift, daß drei Stundungsjahre auf Antrag des Siedlers bewilligt werden können. Die Abzahlung der Renten- last soll nicht die Eigenschaft als Rentengut und die Beständigkeit ' des Wiederkaufsrechts des Staates berühren. Mit einigen weiteren weniger bedeutsamen Aenderungen fand das Landesrcnten- bankgesetz Annahme; es soll a m 1. A u g u st 1931 in Kraft treten. Angenommen wurden ferner eine größere Anzahl von Ent- schließungsanträgen. Der Londwirtschaftsminister soll die Kultur- ämter anweisen, vor der Uebernahme der Rentengutsstellen auf die Landesrentenbank in allen Fällen ein« Nachprüfung der Kaufpreise und der Tragfähigkeit der Renten vor- zunehmen. Bei der Zusammensetzung des Verwaltungsrat» der Anstalt sollen sachkundige Vertreter der Siedler und der landwirtschaftlichen Spitzenorganisationen angemessen berück- sichtigt werden. Bei allen Siedlungsbauten sollen die Hochbauämter der Kreise dafür Sorge tragen, daß nur gutes, einwand- freies Baumaterial Verwendung findet, und daß, wo dies nicht geschehen ist. die baupolizeiliche Abnahme verweigert wird. In den Fällen, in denen eine beantragte Nachprüfung des Rentengutsvertrages eine Ueberteuerung erweist, sollen die Kulturämter die Siedlungsträger veranlasten, dem Siedler einen Preisnachlaß zu gewähren. Ferner wird das Staats- Ministerium ersucht, nachdrücklichst der Reichsregierung gegenüber und in der Anstaltsoersammlung der Deutschen Siedlung s- bank darauf hinzuwirken, daß die Vorstandsmitglieder und das Personal dieser Anstalt unter den gleichen Bedingungen angestellt werden wie bei der Londesrentenbank. Die Kulturbehörden sollen Sorge tragen, daß unter Mitwirkung der Kulturämter als Sied- lungsträger Siedlungen auch ohne Siedlungsgesell- s ch a f t e n und sonstige Siedlungsträger mehr als bisher ermöglicht werden, insbesondere im Osten. Die Mitwirkung der Kulturbehörden soll regelmäßig auch dann erfolgen, und die Darlehnsbegebung durch die Landesrentenbank auch dann geschehen, wenn einzelne Siedler selbständig siedeln wollen oder Sied- lungsiredite für Einzelvorhaben beantragen, selbst gekauft haben, oder sich selbständig mit ihren Landverkäufern einig geworden find. Ferner wurde einstimmig beschlosten, daß alle Anträge von Siedlern auf Stundung der Renten in jedem einzelnen Fall wohl- wollend geprüft werden sollen. Hilgenberg hehi. Gr läßt dir Arbeitslosen Diebe, Säufer und Zuhälter nennen I« der zum Hugenberg-Konzern gehörenden„Tele- grapheu-Uniou'. einem angeblichen Nachrichtendienst, konnte man am Donnerstag folgend«„Meldung" lesen: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen vor Begehung eines Diebstahls die betreffenden Täter ihre Arbeitslofen- unterfiüjtzuna r est los vertrunken haben. Meistens ist es so, daß die Arbeitslosen zu Haus« bei den Eltern wohnen, nichts abzugeben brauchen t!) und ihre Arbeitslosenunterstützung lediglich in Altohol umsetzen. So ist es vorgekommen, daß die Arbeitslosen um 9 Uhr morgens ihre Unterstützung vom Arbeitsamt abgeholt hatten, dann bis zum späten Nachmittag das Geld vertranken und schließlich auf Raubzüge aus- gegangen sind. Als Entschuldigung wird dann jedesmal a» gefuhrt:„Wir waren doch so betrunken, denn wir hatten gerade unser« Arbeitslosenunterstützung obge- hoben." Kürzlich wurde in einem Prozeß gegen einen Zuhälter ein Straßenmädchen vernommen, die als Zeugin aussagte: „Ach, er war doch amtlichbetrunken." Auf die Frage des Vorsitzenden, was„amtlich betrunken" fei, meinte die Zeugin: „Run, er hatte doch feine Arbeitslosenunterstützung erhalten und dann das Geld vertrunken. Das machen sie alle, und das nennen wir oann„amtlich betrunken" fein." Dieser Mißbrauch mit Geldern, die dazu bestimmt sind, die Arbeitslosigkeit zu mildern, nimmt, wie gerade praktische Bei- spiele aus dem Moabiter Kriminalgericht zeigen, einen er- schreckenden Umfang an. Der Porstellungswelt des Lesers von„Tag" und„Lokal- Anzeiger" ist mit dieser Hctzmeldung Genüge getan. Unbeschadet der Arbeitslosenzohl von 4 bis 5 Millionen bleibt für den satten Spießer der Typ des Arbeitslosen der besoffen« Dieb und Zuhälter. Und wenn auch nicht all« Arbeitslosen Zuhälter sind— jedensalls versaufen sie sofort nach Empfang ihre Unterstützung und nennen das„amtlich betrunken sein". Moral: Die Arbeitslose» Unterstützung leistet nur j>er Trunksucht und dem Verbrechertum Vorschub, sie muß daher abgeschafft werden. In dieser Tonart hetzt die Hugenberg-Press« seit Monaten. So sehr man sich über die Inscnni« empört, für eines können wir der Telegraphen-Union dankbar sein: für die Offenheit, mit der sie die wahren Ziele der Hugenberg-Diktatur enthüllt. Oer Tod Professor Ballods. Gistmordverdacht. Im Februar d. I. ist in Riga der Unioersilätsprofestor Karl B a l l o d gestorben. Als Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben. Sein Schwager, gleichfalls Profestor, und fein« in Deutschland lebende früher« Lebensgefährtin schöpften aber Ber- dacht und ihre Nachforschungen führten zu so starken Gründen für die Vermutung eines Giftmordes, daß die Staatsanwaltschaft jetzt die Ausgrabung und Untersuchung der Leiche auf Gifffpuren angeordnet hat. Ein« Frau, die Ballod in Riga nahegestanden hat, spielt in dieser mysteriösen Angelegenheit ein« Rolle. Karl Ballod hat viel« Jahre schon vor dem Krieg an der Berliner Universität Über russische Agrarstatistik vorgetragen und in der ersten Nachkriegszeit oiek über Soziolisicrung und andere Wirt- schastsfragen geschrieben. Die sozialistische Regierung berief Ballod in die Sozialisierungskommission. Ende 1919 folgte er einem Ruf der lettischen Regierung in jeine Heimat. Im Staats-Krankenhaus. Patientin Germania:»Mir gings schon besser, wenn der Oottor Brüning mich nur nicht zwingen wollte, diese entsetzlich bittere Medizin zu schlucken." Patientin Austria:»San ma stad, Frau Nachbarin. Oer meine gibt mir scho gar ta Medizin mehr. Csr sagt: mir Hilst nur noch eine Bluttransfusion." Krankreichs Marinebauprogramm. Deutscher Panzerkreuzer als Vorwand.- Paul Boncour über Frankreichs Verantwortung. Pari», 18. Juni.(Eigenbericht.) In der Kammer begann am Donnerstag die Debatte über das Marinebauprogramm für das Finanzjahr 1931/32. Dieses Programm sieht die Inangriffnahme des Baues eines Panzerkreuzers von 23300 Tonnen, zweier kleineren Kreuzer von je 7300 Tonnen und eine» Transportschiffe» bzw. vier Begleitschiffen vor, die zusammen etwa IL Milliarden Franken kosten. Bon dieser Summ« wird in diesem Jahr nur ein kleiner Teil angefordert. Im Verlauf der Debatte spielte der neu« Panzerkreuzer „Deutschland" ein« groß« Rolle. Der von der französischen Regierung beabsichtigte Bau des 23 300-Tonnen-Kreuzer» ist als Antwort auf den deuffchcn Panzerkreuzer gedacht. Darauf wies der erste Redner,«in royalistffcher Abgeordneter, sofort hin. Trotzdem wurde der geplante Bau diese» Linienschiffes von fast ollen Rednern kritisiert. Selbst der royalistische Abgeordnet« äußerte Bedenken. Im Namen der sozialistischen Fraktion sprach sich der Abgeordnet« Reynaud gegen den Bau des Panzer- kreuzers aus, weil diese Gest« angestcht» der ollgemeinen Ab- rifftungskonserenz für Frankreich sehr gefährlich sei. Die Folge werde zunächst sein, daß Deutschland den Bau derübrigen ihm im Versailler Vertrage zugestandeneu Kreuzer beschleunigen würde. Zwischen dem Redner und Herriot entspann sich daraus ein Zwiegespräch, in dessen Verlaus Herriot den geplanten fran- zösischen Kreuzer mit den deuffchcn Kreuzerbcruten verteidigte, die allen übrigen Schiffen gleichen Tonnageninhalt» überlegen seien. Er sei zwar noch nicht davon überzeugt, daß Frankreich als Gegen- gewicht ein Linienschiff von 23 300 Tonnen bauen müsse, aber man müsse die Gefahr und die Anstrengungen Deutschlands nicht unter- schätzen. Reynaud erwiderte, daß vorläusig erst ein deutscher Kreuzer vorhanden sei und daß, wenn alle Länder in derselben Weis« wie Frankreich vorgehen sollten, man schließlich wieder zu dem ollen Rüslung»wettla«s zurückkehren würde. Infolgedessen könnten die Sozialisten den Gesetzentwurf nicht billigen. Der Berichterstatter der Marine- kommffswn verteidigte das Bauprogramm und machte u. a. dafür die noch nicht ganz klaren Absichten Italiens auf dem Gebiet des Kriegsschiffboues geltend. Im Verlauf der Beratungen sprach serner der sozialistische Ab- geordnete Paul B o n c o u r. Er hielt«ine glänzende Rede, die fast von der ganzen Kammer mit großem Beifall aufgenommen wurde, obwohl sich der Redner ebenfalls gegen den 23 300-Tonnen- Kreuzer aussprach. Er erklärte gleich zu Beginn, daß nach seiner Ansicht die Verabschiedung de- vorlicgeirden Gesetzentwurfs das Scheitern der nächsten Abrüstungskonferenz zur Folge haben könnte. Er könne nur für dos Flottenbauprogromm«in- treten, wenn er wüßte, daß es dem Problem der Abrüstung dien- l i ch sei. Frankreich habe sich nach dem Kriege von dem Bau großer Linienschiffe abgewondi, weil sich gezeigt habe, daß derartige Stahlungeheuer zu leicht verwundbar seien. Es sei eine Läsung der Trägheit, wenn man den Bau des deutschen Kreuzers von 10 000 Tonnen einfach mit einem Kreuzer voppelten Tonnengehalts beantworten wolle. Die französischen Marineingc- meure hätten eine gefftreicherc Lösung finden müssen. Ferner wies Paul Boncour darauf hin, daß Italien, das den Bau von Linienschiffen bi» zum nächsten Jahr« zurückgestellt habe, dann das Recht haben wsrde, Frankreich dafür veraotworklich zu machen, daß es einen noch stärkeren Kreuzer bauen müsse, schließlich sei ein einziges Linienschiff nicht brauchbar. Man müßte mindestens eine Flottille besitzen. Wenn die Kammer Oen Bau dieses Schiffes billige, so billige sie im voraus den Bau von weiteren drei oder vier Schiffen dieser Art. Ein solches Bor- gehen werde auf der Abrüstungskonferenz alle Welt gegen Frankreich einnehmen. Die französische Regierung müsse in Genf die Initiative bei den Bemühungen um die Abrüstung über» nehmen. Narlnemlaister Dumout. der durch die Rede Paul Boneours in«ine peinliche Lage versetzt worden war. nersuchte die Ausführungen des Vorredners zu wider- legen. Er erklarte zwar, die Regierung wünsche wie Paul Boncour, daß in Geais eine Herabsetzung der Flottenrüstung beschlossen werde. Vorläusig müsse sie»der den Gejetzeutwurf aufrechterhalten, da alle anderen Staaten ihre Flotten auch ausbauen. Was Deutsch- l a n d anbetreffe, habe es die Lehre berücksichtigt, die sich aus der Kreuzfahrt der„Emden" ergeben habe. Es sei daher im Begriff,«ine Flotte von sechs„Emden" mit großem Aktionsradius und großer Geschwindigkeit zu bauen, um die französischen Seewege a b z u s ch n e i d« n.(!) Die französffchen Marinesoch- verständigen sähen kein« andere Möglichkeit, als Schiffe von min- bestens 23 000 Tonnen zu konstruieren, um die deutschen Kreuzer zu übertreffen. Dann erklärte der Minister aber zur oll- gemeinen Verwunderung, daß der genaue Schissstypu» noch nicht festgelegt sei. Diese Frage müsse noch gründlich geprüft werden, und bevor das Schiff auf Stapel gelegt werde, werde er, der Mimster, die Marinekommisston der Kammer über den gewählten Typus unter- richten. Jetzt liege ihm nur daran, daß die Kredite bewilligt werden. Die Arbeilen würden auf keinen Fall vor der Genfer Ab- rüstungskcmferenz beginnen. Die Abgeordneten Herriot und Loucheur wandten darauf mit Recht ein, daß die Debatte unter diesen Umständen überflüssig sei. Das Ministerium möge erst die Frag« des Schiffstypus genau prüfen. Während dieser Zeit werde die Abrüstungskonferenz staii- findcn, und die Kammer werde dann wieder in der Lage sein, einen Beschluß zu fassen.(Beifall links.) Die Sozialisten und die Radi- kalcn stellten darauf den Antrag, den Gesetzentwurf an die Kom- Mission zurückzuverweisen. Die Kammer lehnte jedoch auf den Wunsch des Marineministers diesen Antrag mit 391 gegen 198 Stimmen ab und trat in die Beratung der einzelnen Artikel der Vorlage ein. Zu dem ersten Artikel, der die Kredite für den Panzerkreuzer in Höhe von 1099 Millionen Franken enthält, verlangte nun Loucheur, diesen Kredit auf 500 Millionen Franken herabzusetzen, um auf diese Weise den Bau zu verzögern. Der Antrag wurde gegen den willen des Marineminister» mit 453 gegen 15 Stimmen angenommen. Der so abgeänderte erste Artikel und die folgenden wurden dann mit Handausheben und der ganze Gesetzentwurs schließlich mit 410 gegen 168 Stimmen bewilligt. Aerzietag gegen Korischriii. Die alten Herren kennen keine„soziale Indikation". Köln, 18. Juni.(Eigenbericht.) Am Donnerstag wurde im großen Gürzenich-Saal in Köln der 5 0. Deutsche Aerztetag eröffnet. In seiner Eröffnungsrede äußert sich der Vorsitzende de» Deut- schen Aerztetages, Geheimer Sanitätsrat Dr. S t a u d e r, der die Sozialpolitik des Staates als die stärkste Belastungsprobe für den Aerztestand bezeichnete, auch über die Frage des Z 218. Er vertrat die alte konseroativ-ärztliche Anschauung, daß für den Arzt nur der Grundsatz entscheidend sei, ob der ärztliche Eingriff einer Schwangerschaftsunterbrechung dem Zweck diene, bei einer de» stehenden Erkrankung einer schwangeren Frau eine weitere lebens- bedrohliche Verschlimmerung zu verhüten. In solchem Falle sei der Arzt zum Eingriff berechtigt. Es widerspreche aber der ärztlichen Berufsauffassung, eine Operation ohne ärztlichen Beweggrund vor- zunehmen, um wirtschaftliche Not zu verhüten. Darum könne die ärztliche Ständevertretung die geforderte Freigabe der so- zialen Indikation fiir Schwangerschaftsunterbrechungen nicht gutheißen. Preußischer Wohlfahrtsminister H i r t s i e f e r begrüßte dies« Ablehnung alles Fortschrittlichen als besonders erfreulich. Dann nahm Reichsinnenminister Dr. Wirth das Wort, um in freier Rede über die Rot d i e s e r Z e i t zu sprechen. Er forderte die Wissenschaftler auf, zu erkennen, daß die Krise des Kapitals m u s als S y st e m die Völker würge. Die Wissenschaftler der Welt müßten ihre Hönde ineinander legen, um die materiell«, see- tische und geistige Not zu bannen, die nicht nur auf Deutschland, sondern auf der ganzen Welt laste. Ihn bedrücke es, wenn ihm die Hände gebunden seien gegenüber notwendigen Anforderungen seiner Abteilungen für Zweck« der Wohlfahrt und der öffentlichen Gesund- heit. Die kommenden Monate würden die kriffschsten seit 1914 sein. Schächtoerbok in Braunschweig. Im Braunschweigischen Land- tag wurde heute das Verbot des Schächtens von Tieren angenommen. Das Gesetz tritt am 1. Juli 1931 in Kraft. Danach darf das Schlachten sämtlichen Viehes, enffchließlich des Federviehes, nur nach vorheriger Betaubing stattfinden, WERTHEIM Zusendung von 5 M an. Obsf, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Sorjoest(2?orr«a 0.43 0.65 Spinat 0.38 ��0.33 lg.Sdmltfbohn.0 60 0 42 Junge Erbsen-»br fein 1.05 Gemischtes Gemüse 0.60 Würstchen 0o»a 5 Paar 0.75 Wnrstwaren Kolonialwaren Sülz»u. Speckwurst Pfd. 0.65 Dampfwurst 0.85 MettWUrSt(Braunschw. Art) 0.88 Berlin. Mettwurst ff-f. 0.88 Leberwurst(Hausmadi.) 1 ,08 Schinkenpolnische 1.08 Leberwurst LTpfiitwu«! 1.30 Holsteiner Äp�nd 135 Teewurst feine u. grobe 1»35 Käse ite Fett Camembert;.«:�; 0.18 Ramadou Halbfett 2 stock 0.35 Harzer-od.SpHzklifeKitie 0.46 Blockkäse a,Aprttind 0.58 Emmenthal. Art« Port. 0.60 St einbuscher voiitett�td. 0.72 Holländer"�Hfund 0.74 Margarine �«0.75 Braten- u. Grlebemdimalx 0.52 Molkereibutter Pfund 1.18 Bruchreis..... Pfund 0.1 4 Tafelreis Pfund 0.2«. 0.16 Hartgrieh.. Pfund«.« 0.27 Schnitt»Mudeln Pfd.».;« 0.44 Makkaronisrudt.Pfd.ojz 0.46 Spaghetti■. pfund«.7« 0.65 Puddingpulver: Mand.- u. Vanille-Cesdim. 0.44 Sdiokoladen-Geschm. Pfd. C.64 Rote Grütze..... Pfund 0,48 Krachmandel-Pudding Pfd. 0.93 Wein Markenbutter aller- feinste 1.48 Preise für'/, Flasche, ohne Glas 1930 Oberhaardter.., 0.73 1928 Senheimer Moral I 51>0.80 Fruchtschaumwein.•("o mit Steuer u. Flasche} �1.20 1930 Roter Ingetheimer.. 0.85 Reddes Urquell Frankfurter Aofeiwein 0,60 Poeffco's Apfelsaft alkoholfrei 0.90 Kirsch- u. Himbeersaft fein 1.20 Orangeade Hausmarke....1.40 Waln vom Fa8 zu billigen Preisen Johannisbeerwein.. Ufer 0.70 Maikammerer..... Liter 0.80 Muskateller...... Liter 1.20 S.15 Uhr Flora 3434 Bamtieii erlaubt KlrjUwein am TeoerDsee Reiila— Kerable— Bootz Kreban, Turner& Co.— usv. Sonnabend und Sonntag ja 2 Vorstellungen 4 und fP» Uhr. 4 Uhr kleine Pr., Reichshallen-Theater Allabendlich|»| Uhr Stettiner ü Zum Schlug der Schwank „Alles verrückt!" Täglich 8'/. Uhr Zum goldenen Anker:? Valetfl, Horner, Elsholtz, kehner, StSssel, Falter, Walter. Mnckeo übertragen viele gefährliche Krank- heilen. Vernichtet das schädliche Ungeziefer — zerstäubt Flit. Flit vernichtet Fliegen, Mucken, Schnaken, Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen, Schaben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für Insekten tödlich, für Menschen' jedoch unschädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln Sie Flit nicht mit anderen Insektenvertilgungsmitteln. Zerstäubt FLIT ,Ntir erht m der gpfheti Packung mit xrhuinrzpm Band. VolKsblUine Tbiater am raiowpläh. 8 Uhr Lumpazl- vagadundus SlaatLSdiiller-Ib. 8 Uhr Liebe aal dem Lande 33 Uinoien In Grfineberg Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Rigeletto Dentidiei THeater 8 Uhr Der Hauptmann von ROpeniik v. Carl Zuckmayer lagia: fieioz Bilgirt Die Komödie Taglich S'b Uhr Dienst am Kunden am Curt Bore und Mai Hauseo Regie: HansDeppe RorlRrstendamm- Theater Bismarck 449 Q�ThrJ Die schöne Helena oi lacqm ononhaffl Max Belnbartl Komiscne Oper Friedrichsir. 104 8>/- Uhr Frauen haben das gern... Musikal. Schwank von Arnold Musik v. Walt. Kollo Sommerpr. 0.50- 7.00 metropoi-iheater Täglich 8". Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen r- Elite-Singer— Kottbusser Str. 6 Tägl.gV« U. Dil gnli*«- IrmPam fw UBt sdiöoa S K frsueo um iuhJi»in! von HarryWalden SVcmc'Maljes Si&cb 13'Pfennig, eingeboffen.— Hierzu empfehlen wir: Junge Scbnittbchnen 2■''Pfund"Dose �8 Pfennig.— Rußerdem 'Neue Mcueleffeln xu niedrigsten Tagespreimen KONSUM Genossenschart Berlin und Uannegend E.G.ni.l>.H. Die Mitgliedschaft kann in jeder Abgabestelle erworben werden rFmJ y�öfTigl. und 8i/2n. Ednmd Fritz' SingingBäbiss Mae Wynn u. Buddy, 10 DtUlsn atw. tSMB TiffL 5 u- 816 Sonnt 2.5 n. 815 Dem Rimmmnmr/ol- gem teegtm kuree Zeit rerldngert l Dcnlsdicr MelaUarbeiler-Verband Aditmut! VcnvaUnnäsmllöHeflerl AmsfönheHalber muh hi« fflr heute Freitag, Pen Ig. Juni, angesetzte Sitznag»er UliMeren Vermallnng ausfallen. 01e Ortaverwaltasg. 3 Programme: I. Großer Konzertteil II. 8 Sensation. Varietr- Nummem III. Operette. ..Der Hnfmaehcr Hr. Dnrrhlauehf Gr. Operette von Josef Snaga Woaentans 5.30 u.. Sonntags 5 U. Wochrnt. Kaffee kochen nn gedeckten Tl.chen Preise: 0.60— 2.00 M. ROSE T H E A T E P Guido Thielscher in „Der wahre Jakob" Sonntnsr: 546 u. 0 Uhr, Wochentags 815 Uhr. 1 Bereits 19 Vorstellung, a. I | /9 ausverkaufte Häuser II Nur noch bis 25. Juni Des ungewöhnlichen Erfolges wegen: Sonntagr» 21. Juni, 3 Vorstlff.t 230 546 900 Uhr. Preise 0.50 bis 3.« M. Gr. Frsnkfurtsr Str. 132. U-Bahn; Srausbergcr PI. Sie kaufen am besten im ötngigen Vorverkauf: 11-1 und 4 9 Uhr. Tel. Bestellungen ununterbr. unter E7 Weichsel 3422. KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiMitiiiiiiiimiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiinimmiiiiii Preis«: UberschriPtiwort 2s Pfennig, Textwort 12 Pfennig Wiederholungsrabalt: 10 mal 5 Pror-a 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz., 4000 Worte 20 Proz./ Stellengesuche: Oberschriftswort 15 Pf-, Textwort 10 Pf. /• Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41/3 Uhr nachm. im Verlag, Lindenstr. 3, oder auch in sämtl. Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen abgegeben sein ueritöuie|[ 29,—; 2 39,—; 3X4 Trppich-RSrner. uiasche usw. Wenig gettagen, emoItnoanaUflc, ©chtodanjUse, mermäntcl, erfl flüssige neue Sa, bscobc su stae nenh billigen Vre! sen. SrlegenHeitZ kaufe in Serren und Damenpelscr Lcihbaus Lowick� .rinsenstrasie 10: ine Treppe. Rein Lombarbtnar«. Von Ranalicrcn wenig getragen 33,— an. Emaking- ansllge, ssrackan. Sitae. Baneba Ulster. P- jede ssignr p-------- Lerrcnpesse.Damen. reise enorm billig Leibbaue Zfriebridi. ftrasi« 2. Sallefchee Tor. Rein« Lnrn- harbwarc. Sebranchte lsabrrahcr. 15.-. 20.- 25,—. 30,—. Machnow, Weinmeillerflr. 14. Dallonrenncr, Ballonwuren». Bai» lonhamen. Maschi» nen 58.—. 65.—, 75,—. Oriainal» Brennabor. Ballon. rähcr 85.—. Mach. noto, Weinmeiiler» strasie 14_ ffahrilnruc Saht- räher, 36,—, 39,—, 45,—. Machnow. Wein» meistcrslrasie 14. IMMilMl llahnaebisie, Vlafinablqlle. Ouedsilber. isinn» Metalle, Silber. schmelse-ine gewaltige EhreMalve versprochen: � als Georg Wilhelm in seine Hauptstadt cinritt, wrmdcn d«« 90 Geschütze, die, so- bald der Kampf begonnen hätte, die Stadt beschießen sollten, gelöst. Es war wohl kein Zufall, daß von den 90 Geschützen 40 eine volle Kugctladung trugen, und die Beteuerung, es fei vergessen wor- den, die scharfen Äugeln aus den Röhren zü entfernen, ist wenig glaubwürdig, Di« Kureln schlugen in die Dächer der Stadt und zertrümmerten die Wohnhäuser. Die Einwohner muhten sehen, wie sie die Schäden wieder ausbesserten. In der Tot: Die Belagerung Berlins im Juni 1631 ist ein „Ruhmeskapitel" des Hauses hohenzollern, das verdient, der Der- gessenhest entrissen zu werden. l�nser Tag Ist so lang! Zwei Erwerbslose erzählen... Lassen wir zwei Erwerbslose, eine junge Kontoristin und einen Gelegenheitsarbeiter, von der Not dieser Zeit sprechen! Wahrlich, sie sind berufen dazu. Die Konioristm. Im vormittäglichen Sonnenschein sitzt sie auf einer Bank in den Anlagen, den Kops weit nach rückwärts geneigt und„badet Sonne"; ihre allzu dünnen Waden haben es einem Talmilebemann angetan, der sich neben sie placiert und mit stierem Blick unter ihren Rock- saum lugt. Sie weiß nichts von ihrem„Glück", bis ein kräftiger Nießer ihres Wadenfetischisten sie hochfahren läßt. Leicht sonne- trunken rückt sie sich jetzt zurecht, der Nebenmann entfleucht zu seiner y eben anfahrenden Elektrischen, sie pustet ein wenig und tupft sich die Stirne.„Is doch zu schön die Sonne," meint sie zu mir,„stunden- lang könnte ich so sitzen, Mutter schimpft zwar immer, ich soll man lieber nach Stellung jehn; aber du liebes Jott, was bin ich schon jclofen und wat Hab ich schon for Offerten jeschmiert, nischt zu machen. Es is reine wie verhext, nu is es doch schon über drei- viertel Jahr und ich kann und kann nischt finden. Wo man hin- kommt zum Vorstellen, da sin schon zich andere dujewesen; ick beeil ina ja sowieso, aba nu wohn ick in Neukölln, und wenn die Stelle valeicht in Charlottenburg is, da dauert? halt eene janze Weile. Und ick kann doch Mutter nich ejal um Fahrgeld anpumpen, die Arme bat ja allsene nischt; wir sind vier Kinder, zwei kleine, ick und mein Bruder, der is aber ooch arbeitslos, und Vota hat man bloß noch so mit Müh und Not seine paar Stunden Kurzarbeit, wer weeß wie lange noch. Mutter zittert schon an jedem Zahltach, ob er um Iotteswillen nich ooch bald soweit is. Wat soll ick denn nu den lieben, langen Tag machen. Morgens helf ick Mutter aufräumen, bring die Kinder zur Schule, hol ein und dann geh ick halt een bihken in die Sonne. Is ja ooch gesund für mich, der Doktor hat ma immer jesacht: Gehn Sie nur fleißig in die Sonne, viel und gute Luft müssen Sie haben, fleißig Milch trinken, kräftig essen. Da muß ick aber lachen über det Rezept, Sonne, nu scheen, die is ja voch für den armen Teufel da. aber von wejen besonders gute Luft hier in die Iroßstadt, na, und mit der Milch is det man ooch sone Sache; wir kriejen ja von der Wohlfahrt für die Kleenen een halben Liter, aber det brauchen die armen, blassen Würmer man alleene, die sin ja noch ville miekriger als wie ick. Mutter is jar nich so recht jesimü. immer hustet se. war auch schon mal oaschickt. dann gings wieda bessa, aber nach einer Weile wors det alte Leiden. Na, und wat der Herr Doktor mit die kräftje Nahrung meent, det weiß ick schon, aber leida, leida mangelt et an der praktischen Aus- führung. Wir sin bloß froh, wenn ma alle Mann een Topp Kar- toffelsuppe und.een Stück Brot haben können. Na, und die Fett- oogen schwimmen natürlich ooch nicht obendruff, det vasteht sich; is ja ooch alles so teuer und die Preissenkung, von der hat bloß keen Mensch wat jemerkt; die bezieht sich woll bloß uff die Arbeitslöhne, aba nich auf die Ware, Na, nu wer ick man jehn, damit Mutti nich meckert, is ja ooch bald Mittach. Nachmittag führ ich dann die beiden Kleen in Park, dann treff ich mir mit meine Freundin Elli, die Glückliche hat noch Stellung, ober ooch man bloß bis zum nächsten Ersten. Geld hat se ejal keens, bei ihr zu Haufe jehts ooch dreckich jenuch zu. Aber manchmal, da kann se doch zwei Iroschen erübrigen, dann jehn wa aber fein„konditorn" in die Eisdiele bei uns nebenan. Der hat een fabelhaftes Himbeer-Vanille-Eis. Det müssen Se man kosten, wirstich wahr! Dann hol ick mir meine Stulle von zu Hause und wir schlendern noch een bißken im Park. Manch- mal kommt Mutta mit die Kleenen runter, aber die Arme is imma so müde und matt, die kriecht so zeitich wie et jeht in die Klappe. Wat soll ick nu da in der Wohnung anfangen? Licht kostet Ield, also mit Lesen is nischt, mein Bruder is ooch nich daheem, Vota hat oft Nachtschicht, so alleine fürcht ick mir beinahe, Mutta sacht immer, ick soll doch man zeitich schlafen jehn, aber ick kann et nich. Ick find keen Schlaf, den janzen Tag nischt richtiget zu tun und immer die Jedanken so im Kopf, ob und oh et dann niemals bessa wird, mit Mutters Krankheit und vor allem mit mein Verdienst. Ach nee, da will ick lieba unter Menschen sein und een bißken Lust schnappen und Elli erzählt ma vons Büro, da hör ick doch een bißken wat Neues. Ach, es ist mies! Auf Wiedafchn!" Oer Hilfsarbeiter. An der öffentlichen Radioanlage eines Musikalienladens.„Laß mich, laß mich, laß mich dein Torero fein", klingt es aus einem mächtigen Lautsprecher in einer Vorstadtstraße, der die Hälfte aller Passanten zum Stehenbleiben animiert. Hauptsächlich sind es jung« Burschen, die Mütze keck am Hinterkopf, Hände in den Hosen- laschen oergraben, mst und ohne Kragen. Sie pfeifen und summen die wohlbekannte Schlagermelodie mtt, nicht besonders fröhlich angeregt, mehr gewohnheitsmäßig. Es ist auch keine musikalische Andachtsstunde für sie, sie unterhalten sich laut und ungezwungen dabei, und man sieht an ihren verbitterten Mienen, daß es keine frohen Neuigkeiten sind, die sie einander zu berichten haben,„Ach, Mensch, b«i dem Ollen piept et woll; nu loof ick doch jradc jenuch oft usfn Nachweis, und jedesmal heißt et: Nee, leider nischt! Nu, wird er ma erzähln, det se jestern in Niedaschöneweide fünf un- jclernte Arbeeter einjestellt ham. Wo ick doch uffn Vormittach mir jemeldet Hab, hätt mir der Beamte doch wat jesacht."„Nee, Emil, der Olle kann schon recht ham, ick Hab sowat jehört, die sin ja jarnich von Nachweis, man so von hinten rum, det is billjer, von wejen Tarif und so. Vastehste?" ,Llso, det is möglich. Na, ick Hab den Ollen ja ooch tüchtig Bescheid jestoßen. Herrjott, ewich und cwich det Iemeckere, den janzen, lieben Tach und noch die halbe Nacht. Mensch, ick könnt wer wees wat uffstelln, ick halt det faule Ludaleben»ich mehr aus. Keen Pfennich in der Tasche, egal Kohl- dampf schieben und daheem die tranichcn Iesichter von die bceden Ollen und die blassen Visagen von det Kleinkinderzeuch. Nee, ick Hab die Neese voll! Und son Tach nimmt und nimmt dir keen Ende! Nu is et 11 Uhr am Vormittag, wat fängste nu an. Den ganzen Tach Radiomusik im Stehn, det wird ooch zuoille, fürs Kino reicht die Marie nicht mehr und außadem Hab ick den ollen Quatsch sowieso schon dreimal jesehn. Jinmo die ausgeputzten Weida mit ihre je- schniejelten Kavaliere, die überhaupt mir scheints schon im Auto uff die Welt komm und jleich zu Anfang statt Milch bloß Eckt saufen, ejal in Klubmöbel sitzen und dicke Importen roochen; na Mensch, det is ja mehr als Kohl, für son Quatsch ooch noch Ield ausjebn, aba schließlich, wenn ick es hätte, ick tat ma den Stuß ooch noch een viertesmal ankieken. Man sitzt doch wenigstens uff seine vier Buchstaben und die Jedanken werden een bisken abjelenkt durch den Blödsinn uff die Leinewand. Wa es seht ja nich. Nu dacht ick, et wär heut aufn Markttag wat for mich zu tun, aber keene Ahnung, da steht sich die Konkurrenz schon«wich die Been« in Bauch und von Stücka achtzehn hat glücklich eener wat jekriegt. Paar Körbe Kirschen abladen und bißken Sparjcl, na wat da schon jroß dabei rauskommt!"„Ich such ue Braut fürn Jrunewald" tönt des Refrainfängers Stimme jetzt aus dem Radio.„Mensch, ick ooch", meint der junge Arbeiter,„aber«ene mit ville Zaster, denn vor laut« Hunga is mir die janze Liebe flöten jegangen!"„Na Willi, denn uff nachher, ick geh noch son bißken promeniern, valleicht sind ick een Hundertmarkschein uffn Pflaster. Es heißt doch so schön: Das Geld liegt auf der Straße! Wolln ma man suchen jehn. Dschüs!..."_ Ehrenmal ist Weihestätte. Llngezogene Besucher. Wie der Amtliche P r e u ß i s ch e P r e s s« d i e n st schreibt, sind an die Preußische Staafsregieeung Klagen darüber gelangt, daß eine Reihe von. Besuchern.des Ehrenmals für unsere Gefallenen im Weltkrieg sich nicht so verhalten, wie es die Würde und die Stim- mung dieser Gedächtnisställe verlangen. Es ist berichtet worden, daß es des Einschreitens der Aussicht bedurft hat, um Besuchern klar zu machen, daß Rauchen und lautes Plaudern da nicht am Platze sind, wo das Andenken von Millionen Kriegsgefallener durch ehr- fürchtiges und besinnliches Schweigen gechrt werden soll. Es bedarf aber zweifellos nur dieses Hinweises, um einer derartigen Gedanken- losigkeit in Zukunft zu steuern. Oer Niefenzirkus in Moabit. In Moabit ist lautes buntestes Leben eingezogen. Di« große Zeltstadt in der Wullenweber st raße prangte am Eröffnungs- abend des Riesenzirkus S a r r a s a n i von Tausenden von Lichtern, die Musik der Zirkuskapellen lockte alles aus den umliegenden Straßen, ein Riesenkordon von» Zaungästen umlagerte die imposante Zeltstadt. Drinnen startete ein großangelegtes zirzensisches Pro- gramm. Als Austakt der traditionelle Aufmarsch der S a r r a s a n i- Bölkerscharen, 37 Nationen verschiedenartigster Farbe und Sprache. Dann zeigten Tscherkessen ihre wilden Reiterkünste, Söhne und Töchter des Fernen Ostens produzierten sich als Gaukler, Iong- teure und Reckturner. Biel Spaß machten wieder die jonglierenden Seelöwen, wahre Rastellis auf Flossen. Cowboys, Cowgirls, Gauchons und Vaqueros boten vorzügliche Leistungen im Lasso-, Messer- und Tomahawk-Wurf. Man sah Tiger- und Elefanten- dressuren, Altmeister Schumanns klassischen Pferdeakt und den vorzüglichen Schulreiter Georg B u r k h a r d t. Die unerreichten Springerkünste der Rifkabylen, Schlangentänzerinnen und Fakire, ein prachtvoller Aufmarsch der Riesenmenagerie und F r a n c o i s' lustige Clownerien vervollständigten die interessante Schau. Zum Bericht über die Berliner Zunktionärversammlung schreibt uns Genosse Otto Lahn: Ich bitte richtigzustellen, daß der Sinn unserer der pari die durch Fe „daß derartige Forderungen stellen, heißt, den Kommunisten auf- gesessen sein", mögen die Parteimitglieder beurteilen. Ferner habe ich nicht die seichte Auffassung vertreten, daß die Notverordnung dem Haß gegen die Sozialdemokratie entspringe. hpUk wd fa&f -misch toch mal Bohncnkaffcc mit Kathr einer/ Sas ist gestichcr—- mi mir hall, st teuer- ••• Kreuzberg sorgt für die Alten Ein neues Altersheim in der Innenstadt Gchienen-Zeppelin in Berlin. Besichtigung am Sonntag. Das Erscheinen de- Krokenbergschea Propeller-Trieb- wagen« in Verlin bedeutet zweifellos eine Sensation and so hat die Reichsbahndirektion Berlin umfangreiche Vorbereitungen getroffen. um das neue Fahrzeug, das leider nicht allzu lange in der Relchshauplftadt verweilen wird, einem möglichst großen perfonen- kreis zur Besichtigung zugänglich zu machen. Der Propeller-Triebwagen wird in den frühen Morgenstunden des kommenden Sonntags in Berlin erwartet. Der Wagen kann, vorausgesetzt daß alles programmäßig verläuft, ab 8 Uhr vor- mittags auf dem Stadthahnhof Stadion-Rennbahn-Gru- n e w a l d gegen Lösung einer Bahnsteigkarte besichtigt werden. Da zweifellos mit einem größeren Andrang zu rechnen sein wird, hat man sich leider nicht dazu entschließen können, auch die Besichtigung des Wageninnern zu gestatten. Die Versuchsfahrt bedingt natur- gemäß allerlei Vorbereitungen. So werden die Bahnübergänge an der Hamburg— Berliner Strecke bereits 25 Minuten vor der Durch- fahrt des Propellerwagens, der mit einer Geschwindigkeit von über 8 Stundenkilometer dahinbraust, gesperrt. Oer Kakao-Onkel ist da! Frühstückspause im Schulhof einer Neuköllner Volk-- schule; ein beängstigendes Gedränge und Geschiebe kleiner Leute, die dichtgedrängt um einen Tisch Schlang« stehen. Da hantieren zwei Weißbekittelte an großen Nickelgefäßen, denen ein tiefbrauner, schier nie versiegender Quell entströmt. Hurra, es gibt Milch- k a k a o, guten, kräftigen, von Onkel Reichardt spendiert. Das muß aber alles im Ellzugtempo gehen, am Tisch türmen sich Becher- Pyramiden, die im Nu wieder verschwunden sind, 100l) Portionen Kakao in einer knappen Viertelstunde verteilen, das erfordert schon allerhand Fixigkeit. Und dabei sind die Kakaoanwärter noch beson- ders gut dran, denn es sind ihrer zahlenmäßig nur 700 und 1000 Becher werden auf sie verteilt.„Wer hat noch keinen gehabt?" fragt der Kakaoonkel, worauf ein vielstimmiger Sprechchor mit„ich!" antwortet. Aber zwei und drei ineinandergestlllpte Becher in manches edlen Trinkers Hand sprechen eine beredt« Sprache. Becher- sammeln ist überhaupt noch ein Nebenoergnügen: da hat ein Junge Junge schon einen Eiffelturm en miniature beisammen, er ist ein ganz ökonomisch Denkenoer und beschafft sich auf dies« Weise für den nächsten Elternabend Trinkgefäße. Die Firma Reichardt, die bereits in Hamburg diese Wohltätigkeitsaktion an Erwerbslosen durchführte, wollte auch hier in Berlin bei den Stempelstellen Kakao ausschenken, stieß jedoch hierbei auf Schwierigkeiten. Nun hat sie sich der bedürftigen Schulkinder angenommen und verschenkt in den Berliner Volksschulen Frühstückskakao; die Sache hat sich schnell herumgesprochen und es findet sich auch so mancher andere Reflek- tant mit seinem Töpfchen ein. Kundgebung der Freikörperkultur-Berbände. Die bürgerlichen und sozialistischen Freikörperkulturoerbände veranstalteten dieser Tage im Lehrervereinshaus eine große Protest- kundgebung, in der A d o l f Koch als Beauftragter aller Verbände sprach. Er wandte sich scharf gegen die kacholische Aktion und ihren Führer Dr. K l a u s e n e r, Ministerialdirektor im preußischen Innenministerium. Koch berichtete von zahlreichen Verboten von Famllienbädern« von den Forderungen, auch in den Berliner städti- schen Bädern die Geschlechter zu trennen, von ergangenen Verböten gegen gemeinsames Baden, Turnen und Schwimmen ht Turn- und Sporstzereinen. Unter Anerkennung der Haltung des Innenministers Severing und der sozialdemokratischen Landtags- f r a k t i o n protestierte er gegen jede Zensur von hinten herum. Die Mitteilung, daß das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege sich im Kampf gegen das Muckertum mit den Freikörperkultur- Verbänden solidarisch erkläre, wurde von der überfüllten Bersamm- lung mit stürmischem Beifall aufgenommen. höheafeuerwerk im Flughafen Tempelhof. Am Sonntag, dem 21. Juni, dem Tage der Sonnenwende, wird auf dem Flughasen Tempelhof bei Einbruch der Dunkelheit ein Höhenfeuerwerk abgebrannt. Nachdem die Direktion der Berliner Flughafen-Ge- sellschast wiederholt besonders verbilligte Rundflüge durchgeführt hat, um für die Luftfahrt und den Verkehrsslug zu werben, ist auch am Sonntagnachmittag Gelegenheit gegeben, zum verbilligten Preise von 7 M. an Rundflügen über Berlin teilzunehmen. In Verbindung mit der Abendveranstaltung sind auch Nachtrundflüge über Berlin zum Preise von 10 M. stattet 2 M. vorgesehen. Die Ein- trittspreis« betragen 0,50 M., IM. und 1,50 M. Sonderaulobusse zum Samithsee. Vom Sonntag, dem 21. Juni ab verkehren vom Bahnhof Zoo um 11 und 13 Uhr Sonderwagen der BVG. zu dem 4 Kilometer nördlich von Biesenthal gelegenen, von herrlichem Wald umgebenen Samithsee. Der Fahrpreis beträgt für Hin- und Rückfahrt 5 M. In der zweiten Bezirksverordnetensitzung, die nach dem neuen Gesetz tagte, wurde eine Vorlage des Bezirksamtes durch«in- stimmige Annahme erledigt, die über die Grenzen des Bezirks hinaus Bedeutung hat. Es handelt sich um die Errichtung eines Allersheims auf dem stadleigenen Grundstück Hafeuheide Ecke Zichlestraße, auf dem früher das allen Berlinern bekannte Garten- cafe Heyne stand. In der Innenstadt ist die Errichtung eines Alters- heims notwendig geworden, da die Zahl der über 60 Jahre alten Personen in den letzten Jahrzehnten in ständiger Zunahme be- griffen war. Während 1910 der Anteil der alten Leute 6,3 Proz. der Ge- samtbevölkerung Berlins betrug, stieg er bis zum Jahre 1925 auf 9,4 Proz., gegenwärtig wird er auf etwa 10,5 Proz. geschätzt. Seit 1929 sind in verschiedenen Verwaltungsbezirken(Pankow, Lichten- berg, Tempelhof, Treptow, Spandau und Steglitz) Altersheime errichtet bzw. in Angriff genommen worden, in der Innenstadt fehlte e» an geeigneten Grundstücken. Nach Abriß des Eafö Heyne erscheint das Grundstück Hasenheide 40/43 sowohl wegen seiner guten Verkehrsverhältnisse als besonders auch der nahegelegenen Erho- lungsmöglichkeiten als besonders günstig. Das Altersheim soll 114 Einzel- und 16 Doppelzimmer, ausreichende Keller- und Boden- räume sowie für jedes Zimmer eine besondere Kochstelle — je 3 bzw. 4 Kochstellen in einem Küchenraum zusammengefaßt— erhalten. Die einzelnen Kochstellen werden durch Drahtglaswände voneinander abgeteilt. Ausreichende Badeanlagen sind In jedem Geschoß vorgesehen. Außer einem Garten, der Möglichkeit zum Aufenchalt für die Insassen bietet, hat jedes Stockwerk einen kleinen Balkon, das vierte Obergeschoß erhält eine windgeschützte etwa 100 Quadratmeter große Dachterrasie, auch werden zwei Fahr- stuhle eingebaut. Der Bau soll vorbehalllich der Genehmigung durch die städtischen Körperschaften im August dieses Jahres begonnen und in etwa zehn Monaten bezugsfertig hergestellt werden. Zur Finanzierung der Ge- samtkosten im Betrage von 880 000 Mk. einschließlich Grundstück, Baukosten sowie Inneneinrichtung, sollen Wohnungsablösungs- und Hauszinssteuermittel dienen, da die Insassen eine Altwohnung auf- Der Wetterumschlag. Besserung steht in Aussicht. Nach dem hesligen G e w l k l e r. das in.der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag über Berlin niederging, ist unter dem Einfluß kühler Luftzufuhren ein Wetterumschlag eingetreten. Obgleich der zeitweise wolkenbrucho.rtige Regen während des ganzen gestrigen Tages erhebliche Niederschlagsmengen brachte, soll der plötzliche Witterungswechsel nun keineswegs den Uebergang zu grundlegendem schlechtem Wetter bedeuten. Die Meteorologen des amtlichen Wetterdienstes rechnen im Gegenteil auf eine bald ein- setzende, allerdings nur langsam vor sich gehende Besserung der Wetterlage. Für die nächsten Stunden ist wahrscheinlich leicht veränderliches Wetter bei zeitweiser Aufheiterung zu erwarten. Stärker« Regenfälle dürften aller Veräussicht nach kaum noch in Erscheinung treten. Die von Westen kommende in östlicher Richtung weitergezogen« breite Gewitterfront hat auch in den übrigen Teilen des Reichs zum Teil schwere Unwetter zur Folge gehabt. Besonder- Sachsen, Baden, Süddeutschland und die Schweiz wurden empfindlich betroffen. Die Temperaturen lagen gestern in Berlin wesentlich niedriger als am Lortage. Dieser Temperaturunterschied wurde allerdings zunächst kaum spürbar empfunden, da das nasse Wetter ein cmsge- sprochenes Tropen klima erzeugte. Iugenö-Abieilung der Volksbühne. Auch im Spieljahr 1931/32 wird die Volksbühne E. V. ihre Abteilung für die arbeitende Zugend von 14 bis 16 Iahren haben. Diese Abteilung soll es den Jugendlichen mit ganz geringem Einkommen wieder möglich machen, wenigstens ab und zu an einer wertvollen Vorstellung teilzunehmen und die Bemühungen der Volksbühne um eine Verlebendigung des Theaters kennenzulernen. Sie soll zugleich der großen, aus der Arbeiterschaft herausgewachsenen und um ihren kulturellen Ausstieg bemühten Organisation einen Nachwuchs heran- ziehen, der später eine Schar besonders kundiger, mit den Ideen der Volksbühne vertrauter Mitglieder stellt. Die Iugendabteilung geben und den Wohnraum mit ihren eigenen Möbeln ausstatten sollen. In längerer Aussprache, an der sich die Genossen Bürger- meister Dr. Herz und Litte beteiligten, stimmte die Bezirksversammlung«instimmig dem Plane zu, der nunmehr dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung zugeleitet wird. In der gleichen Bezirksversammlung erteilt« Genosie Litte dem Nationalsozialisten D e r t s, der dem Wohlfahrtsvorsteher Genossen A p p u h n parteiische Handhabung seines Amtes vor- warf, ohne auch nur den leisesten Beweis dafür antreten zu können, eine kräftige Abfuhr. Die vom Bezirksamt geführte Untersuchung ergab, daß alle von Derks angegebenen Zeuginnen zugunsten Appuhns aussagten, so daß selbst der deutschnationole Bezirksver- ordnete Köppen in einer Erklärung ausdrücklich von Derks abrückte. Neue Hilfsschule in Spandau. Durch tatkräftige Initiative der Sozialdemokraten im Span- dauer Bezirksparlament ,st das vor sieben Iahren aufgestellte Projekt, in Spandau eine zweite Hilfsschule zu«richten, endlich der Vollendung zugeführt worden. Diese Tatsache tonnte Stadtschul- rat Genosie Kramm bei der gestrigen Einweihung des Gebäudes in seiner Festrede mit besonderer Genugtuung hervorheben. Der Bau hat eine Fassade von Verblendsteinen, in strengen Linien, mit starker Betonung der Senkrechten durch zahlreiche hohe Fenster. Die Lichtfülle wird wirksam unterstützt durch die in hell gehaltenen Räume. Die Turichalle umfaßt 1780 Quadratmeter Bodenfläche und ist mit Kork ausgelegt, die Decke schön getäfelt, wie überhaupt alle handwerklichen Arbeiten mit großem Geschmack durch- geführt sind. In dieser Hilfsschule werden bis auf weiteres fünf Volksschulklasien, die bisher sozusagen heimatlos sind, untergebracht, so daß nicht alle für die Hilfsschule vorgesehenen Räume jetzt schon ihrem Zweck zugeführt werden können. Selbstredend sind Küche. Werkarbeitsraum, ein Kaufladen, ein Zeichensaal und die für Schulen üblichen Haupt- und Nebenräume vorhanden. Alle Klasien haben fließendes warmes und kaltes Wasser. bietet jedem Angehörigen im Laufe des Winters sechs Vorstellungen an Sonntagnachmittagen. Die Aufführungen finden im Theater am Bülowplatz statt. Der Beitrag einschließlich Programm- zcttel beträgt 75 Pf. Der erste Beitrag ist sofort bei der Anmeldung fällig. Aufnahme können nur Jugendliche bis zu 18 Iahren finden. Wer sich anschließt, übernimmt damit die Verpflichtung, sämtliche sechs Vorstellungsbeiträgs im Laufe des Jahres zu entrichten. Wer schon der Abteilung für die arbeitende Jugend im letzten Jahr angehört hat, wird aufgefordert, seine abgelaufene Mitgliedskarte gegen eine neue umzutauschen. Für die Anmeldungen zur Jugend- obteilung und den Kartenumtausch kommen folgende Stellen in Betracht: Geschäftsstelle der Volksbühne E. V., C. 25, Linienftr. 227; Freigewerkschaftliche Jugendzentrale, SO. 16. Engelufer 24/25, 2 Tr„ Zimmer 26, Freitags bis 19 Uhr geöffnet; Jugendgruppe des Zen- tralverbandes der Angestellten, SW. 48, Hedemannstr. 12; Sozialistische Arbeiterjugend, SW. 68, Ltndenstr. 3; Jugendgruppe des Touristenvereins„Die Naturfreunde", N. 24, Iohannisstr. 14/15, und „Freie Turnerschaft", NO. 18. Lichtenberger Str. 3. Bei diesen Stellen sind auch laufend die Beitragsmarken zu lösen. Vorficht beim Genuß von ungewaschenem Obst! Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt ge- schrieben: Infolge des Genusses vom amerikanischen Aepfeln ist eine Familie an Vergiftungserscheinungen(Erbrechen) ertrankt. Die Untersuchung der Aepsel hat ergeben, daß auf der Apfelschale Spuren von Arsen nachgewiesen werden konnten. Dies rührt daher, daß die Obstbäume gegen Obstschädlinge mit einer arsenhaltigen Masse bestäubt werden, und daß geringe Mengen dieses Puders auf den Aepfeln hasten bleiben. Es ist daher dringend anzuraten, frisches Obst— sofern es in ungeschältem Zustand genossen wird— vor dem Gebrauch gründlich zu waschen. Verantwortlich für Politik: Victor Schilf; Wirtschaft:®. ttlingeltifer; <öiw«rlfchaft»drw«auna: Ä. Steiner; Feuilleton: Dr. Zoiu Schikoweli; Lokales und Sonstiges: Krig«arftödt; Anzeigen: Tb. Slocke; sämtlich in Berlin. Verla«: Lorwarts-Verlag®. rn. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlaisanlialt Paul Singer u. Co.. Berlin SW«8, Lindenstraße t Hierzu 2 Beilage» und.Stadtbeilage'. UMWIII KARSTADT-LEBENSMITTEL KONSERVEN BUTTER UND KÄSE KOLONIALWAREN WEINE, SPIRITUOSEN I l' S Pi Junger Kohlrabi..»..Vi D«. 0,38 Junger Spinat.........Vi D». 0.38 Junge Erbten.......... Vi o». 0.53 Junge Erbsen rn. Kar. Vi D». 0.60 Junge Schnittbohnen Vi Dt. 0.42 Sellerie I. Seheibsn.„..Vi Dt. 0.65 Aprikosen V» Frucht.—.Vi D». 0.95 Steinpilze.....—....... Vi Dt. 1.20 Pflaumenmus....co. 2 PW.-E. 0.95 ohannisb.-Marm. ca. 2 Pfd.-E. 1.00 flaumen-Marm. ca. 2 Pfd.-E. 1.00 Aprikosen-Marm. ca. 2 Pfd.-E. 1.00 Molkereibutter.......... Pfd. 1.18 Allerf. deutsche Butter Pfd. 1.48 Dänische Butter......... Pfd. 1.56 Bratenschmalz....... an Pfd. 0.52 Margarine, Cocosfett 2 Pfd. 0.75 Volltetter Schweizer an Pfd. 1.1 8 Edelblock Tils. Art 20»/» Pfd. 0,88 Edamer, Holländer 20°/, Pfd. 0.60 Tilsiter 20%..........-..Pfd. 0.68 Steinbuschervollfett.—..Pfd. 0.72 Camembert vollf. Schacht, an 0.15 Enteneier............ 10 Stüde 0.88 I PELI KATESSE N KONFITÜREN Franz. Oelsardinen..... Dt- 0.48 Brieslinge I. Tomaten...... Di. 0.50 Makrelen i. Tomaten...... Di. 0.58 Import.-Sardellen...... Pfd. 0.68 Ital. Salat................. Pfd. 0.70 Mayonnaise..——....... Pfd. 0.70 Fettbücklinge..--— an Pfd. 0.38 Seelachs................. Pfd. 0.38 Herrenkringel........... Pfd. 1.00 Glorio-Kek»-Mischung Pfd. 1.00 Erfrischungswaffeln— Pfd. 0.90 Frucht-Fondant......—..Pfd. 0.80 Eisbonbon............—.Pfd. 0.60 Saure Bonbon-Mischg. Pfd. 0.50 Himbeeren——--- Pfd. 0.60 Haushalt-Kakao.—2 Pfd. 0,05 LEICHTVHDESBIICHI WARE Ist vom Versand 011190- schleison. Zusendung nur bei BesteMung v. M. 9.00 an SPEZIAL-FLEISCH- VERSAND-WAGEN Neue Kartoffeln jr gelbe Nieren 5 Pfd. Cr V Neue Matjes- Ä jg beringe... 2 Stck. v 9 Burma-Reis.............. Pfd. 0.13 Siam Patna-Rei»........ Pfd. 0.30 Hartweizengrieß------ Pfd. 0.27 Kartoffelmehl........... Pfd. 0.20 Weizenmehl............ Pfd. 0.24 Eier-Bandnudeln........ Pfd. 0.46 Hartgrieß-Makkaroni..Pfd. 0.48 Eier-Figuren............. Pfd. 0.55 Salatöl................. an itr. 0.78 Backpflaumen........ an Pfd. 0.28 Mischobst............. an Pfd. 0.40 Korinthen............. an Pfd. 0.48 Aprikosen.—-—an Pfd. 0.76 Vanillepudding........ Pfd. 0.60 Kaffee................. an Pfd. 1.90 Apfelwein....Ltr. 0.63, 5 Ltr. 3.00 Bowlenwein..ltr. 0.75, 5 ltr. 3.50 Rheinwein....ltr. 1.10,9 Ltr. 5.25 Liebfraumilch ltr. 1.20, 5 Ltr. 5.75 Moselwein... ltr. 1.20, 5 ltr. 5.75 Tarragona....Ltr. 1.00, 9 ltr. 4.75 Wermut....... ltr. 1.10, 9 Ltr. 5.25 Johanniiboerw.. Ltr. 0.76, 9 Ltr. 3.50 30er Frankenweiler.. m. Fl. 0,80 1930erLaubenheimerin.Fi. 1.10 1930er Liebfroumilch m. Fl. 1.16 Obstschoumwein....Pi. 1.25 1.00 Weinbrand lob*. Bing. Vi Fl. 4.50 Zitronenmost............. L»r. 1.40 Himbeer- o. Kirschsaft-ltr. 1.50 GEFLÜGEL UNO WILD FRISCHE FISCHE Wolga-Hühner...... an Pfd. 0.88 Fr. Suppenhühner..-an Pfd. 0.95 Rehblätter............ an Pfd. 0.90 Rehrücken............... Pfd. 1.80 Fr. Spießerblatt------ Pfd. 0,85 Kabeljau a. K., I. Gz...an Pfd. 0.14 Rotbars.............. an Pfd. 0.18 Seelachs e. K......... an Pfd. 0,16 Lebende Krebse an 10 Stück 0.60 Lebende Aale....... an Pfd. 0.95 Schoten, süße 4% jp 3 Pfd--------- Pf. xD Möhren 3 Bund.....Pf. jSV Junge Gänse an Pfd....... Pf. .Wildragout Ä djjh Pfd......... Pf. ÄÖ 98 WURST-WAREN Sülze..................... Pfd. 0.48 Blut- und Leberwurst.. Pfd. 0.60 Landleberwurst......... Pfd. 0.78 Dampfwurst............. Pfd. 0.85 Braunschweiger........ Pfd. 0.88 Jagdwurst............... Pfd. 0.98 ff. Leberwurst........... Pfd. 1,08 Polnische................ Pfd. 1.08 Zervelot edsr Salami an Pfd. 1.30 Schlackwurst........... Pfd. 1,45 Nußschinken........ an Pfd. 1,56 Speck, magar Pfd. 0.8*, fett Pfd. 0.68 KUCHEN��GEBÄCK Königskuchen....... an Stück 0.60 Plunaerkränze mit Ret. Stüde 0.20 Kranzstangen mit Ro«. Stüde 0.75 Oesserstücke.......... Stüde 0.15 Torteletts................ Dtz. 0.60 Brioche-Strietzel Stüde 0.60 0.30 Wiener- Barches Stück 0.40 0.20 Wochenendbrot. Stück 0.20 0.10 Himbeer- o. Kirsch-« zz soft, gr. Sektfl... M.|# Orangeade Vi m. Fl. 1.60, Vsm. Fl. Pf. y VF OBSTUNDGEMÜSE Erdbeeren............ Pfd. an 0.25 Kirschen.............. Pfd. an 0.20 Ananas............... Pfd. an 0.80 Blumenkohl.........Kapfan 0.25 Wirsingkohl........... 2 Pfd. 0.25 Tomaten hall. Soot..... 2 Pfd. 0.55 Kohlrabi................. Mdl. 0.20 Gurken.............. Stück an 0.14 Salat................... 3 Kopf 0.10 Rhabarber......... 4 Pfd. an 0.10 Radieschen............. 4 Bd. 0.10 Bohnen................. 3 Pfd. 0.25 WOCHENEND KONSERVEN Erbsen-, Linsensuppe.--D». 0,40 Lungenhaschee.•• 2 Pfd. D«. 0.55 Tomatenreis....mit Lsbnr D«. 0.75 Leberklößo m. SairarkrautD«. 0.75 Eisbein a. Kn.............. Ds. 0.78 Würstchen 9 Paar........ De. 0.85 la Rindsgoulasch-.1 Pfd. D». 0.95 Rindfleisch in«igsn. Soft. Di. 1.15 BUTTER- KÜHLER Für V» Pfd. 38 Pfa„•)«% für Vi Pfd...... Ptg. OeZ Nr. 2S1» 4S. Jahrgang 2» Freitag, �9. Lum 493il Arbeitsmarkt und Wirtschast. Die Lage im Mai.— Arbeiiszeiwerkürzung bleibt das Problem. Die Entwicklung des Zlebeitsmarttes im Mai brachte keine weitere Verschlechterung der Lage, vielmehr eine Entlastung in der Konjunklurgruppe ebenso wie in den Saisonberusen. Diese Ent. lastung war leider nur gering und zögernd, so dost die Zahl der vollorbcitslosen und Kurzarbeiter auch nach dieser Entlastung immer noch ungeheuer hoch bleibt. Zedensalls war die Entwicklung des Arbeilsmarktes im Berichtsmonat günstiger als im Mai des Vorjahres. von 100 Gewerkschaftsmitgliedern waren arbeitslos oder standen in Kurzarbeit: In der Saisongruppe bleibt die Loge trotz der ein- getretenen geringen Enttastung trostlos: Ende Mai lag noch mehr als die Hälfte der Bauarbeiter auf der Strotze, wobei die meisten unter ihnen ein Jahr und mehr keine reguläre Beschäftigung gehabt haben. Und diese Opfer der Krise werden als„bcrufsübliche Arbeitslose" "bezeichnet, was die weitere Kürzung ihrer dürftigen Unterstützung begründen soll! In der konjunkturgruype macht sich eine ollmählich« Beschleunigung der Erholung fühlbar. Di« Zahl der Bollarbeitslosen und Kurzarbeiter unter den Gewerkschafts- nntgsiedern ging nämlich in den Äonjunkturberufen zurück: Vollarbeitslose Kurzarbeiter im März.... um 0,2 Proz um 0,7 Proz. im April..... 0,4.. 0.9. im Mai..... 0,5,, C,9, Frellich spielte dabei die saisonübliche Belebung der Beschäftigung mit«ine Rolle und die eingetretene Erholung fällt im Bergleich mit der bestehenden Not so gut wie gar nicht ins Gewicht. Es wäre deshalb unberechtigt, diese Zahlen als einen Silberstreifen am Horizont zu beurteilen,— um so weniger, als die Verbands- Zucker- u. Konserven-Ind. Tabatarbeiter.... Mai 14,9 38,8 22,8 30,4 21,8 47,8 15,1 21,9 26,1 April 26,2 10,5 23,3 27,7 37,1 11,6 22,7 12,4 9,9 Mai 21,8 11,3 21,7 26,2 34,3 11,2 18,6 13,4 10,8 berichte sich auf die Zeit vor der Veröfsentlichung der Not- Verordnung beziehen, die eine neue Beunruhigung der Wirtschaft geschaffen und neue Gefahren für die Entwicklung der Beschäftigung heraufbeschworen hat. Unter den Berufen der Konjunkturgnippe, die nn Mai einen Rückgang der Arbeitslosigkeit aufweisen, sind hervorzuheben: Arbeitslosigkeit Kurzarbeit (in Prozent) April' Bergarbeiter..... 16,4 Glasindustrie..... 40,7 Chemie....... 23,3 Metallarbeiter.... 30,8 Textilarbeiter.... 22,3 Holzarbeiter..... 48,3 Nahrungsm- u Get.-Arbt. 16,0 24,8 30,9 Dagegen ist. die Beschäftigung im Bekleidungsgewerbe weiter zurückgegangen, was zum Teil auf die raison«, itflüsse zurückzuführen ist, zum Teil sich aus der Schmälerung der Kaufkraft der Bolksmasien erklären läht. Arbeitslosigkeit Kurzarbeit <>n Prozent) April Mai April Mai Bekleidungsarbeiter.. 25,3 25,8 14,6 14,9 Hutarbeiter..... 35,2 43,2 30,6 24,5 Schuhmacher..... 29,1 29,1 32,2 43,7 Unverändert gedrückt bleibt die Loge im Berviel- fältigungsgewcrbe, das ziemlich genau den allgemeinen Geschäftsgang widerspiegelt. In der Arbeitsstreckungsaktion war im Bcrichsmonat ein nennenswerter Erfolg in der Glas- induftri«, bei den Schuhmachern, Sattlern und Tabakarbeitern und in der Zucker- und Konservenindustrie erzielt worden. Zugleich aber fand in einer ganzen Reihe von Berufen eine Dermindermig der Kurzarbeit statt, die in keinem Matze durch den Stand der Bc- fchäftigung gerechtfertigt war. Arbeitslosigkeit Kurzarbeit »in Prozent) April Lithographen.... 26,7 Buchbinder..... 27,1 Lederarbeiter.... 24,6 Friseure...... 20,2 Das Problem der allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit bleibt trotz der geringen Entlastung des Arbeilsmarktes ebenso akut wie bisher. Wl. Woytinsky. Mai 26,7 27,6 24,8 20,8 April 14,3 32,3 30,0 19,0 Ma! 12,8 29,7 28,3 14,9 24 Millionen Verluste! Llnglaubliche Wirischast beim Aordwolle-Konzern.— Arbeiterschast zahli die Zeche. Die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei in Bremen macht jehl Mitteilung über die Verluste im abgelaufenen?ahr. Sie werden vorläufig mit rund 24 Millionen Mark angegeben. Die Tochiergesellschaflen sind noch nicht ersatzi, so daß mil weileren Verlusten gerechnet werden muh. Da, Unlernehmen hol sich neue Mittel von einer ausländischen Zinanzgruppe beschosfl. wofür es ZO Millionen Mark Vorzugsaktien zur Verfügung zu stellen Hot. Zm Zusammenhang damit scheiden einige Vorstandsmitglieder aus, darunter auch Friede! L a h u s e n. Der frühere langjährig« Direklor und gegenwärlige Vorsitzende de» Avssichlsral» Rodewald wird wieder die Leitung der Vorstands- geschästc übernehmen. Damit endet ein Experiment in der Nord- wolle, die auch sozialpolitisch viel experimentiert hat. in geradezu typischer weise., Herr Oahusen war ein schwerreicher Mann. Sein Unternehmen, die Norddeutsche Wollkömwereiiverke, war so gut sundiert, dotz sich die Bonken darum rissen, diesem Unter- nehmen Kredite geben zu können. Damit war Herr Lohusen nicht zufrieden, er wollte grötzcr werden. Er stellte um, er gründete, er baute auf, kurzum, er tat genau dasselbe, was viel« unserer Industriellen mit fieberhafter Geschäftigkeit zum Schaden der ganzen Wirtschost in den letzten Jahren getrieben hotten. Nur vielleicht noch ein bihchen fieberhafter, überstürzter, unkontrollierter als die anderen. Bielleicht, weil er sein großes Portemonnaie kannte, vielleicht weil auch die Bonken, die ja jetzt mit dabei sein dursten, gegen den Bremer Hanseaten nicht auszutreten wagten. Jedenfalls ist sicher, dotz weder im Betrieb selbst, noch bei den Banken jemand war, der sich energisch gegen die wilden Pläne eingesetzt hätte. Ein M i t d i r e k t o r, der den Ber» such machte, wurde nach kurzer Zeit in den Aufsichtsrot abgeschoben. Dann gingen die Gründungen los: die Toga, eine Bereinigung von neun früher selbständigen Webereien in Sachsen und Westdeutschland mit einem Aktienkapital von 10 Millionen, die A I r o g a, die Bereinigung von Strickerei- betrieben aus Sachsen und Württemberg mit 15 Millionei., und die Nova, in der mehrere Strumpfsabrikationen zusammengeschlossen sind. So phantastisch die Namen, so phantastisch die Schulden I Toga ollein wies bei der letzten Bilanz 21 Mil- lionen Mark Bankschulden aus: bei den anderen Tochterunter- nehmungen lagen weniger Bankschulden vor, dafür waren aber erhebliche Verluste zu verzeichnen. Von dein gesamten Status kann man'sich eine Borstellung machen, wenn man erfährt, dah im vorigen Jahr etwa 138 Millionen Verbindlichkeiten vorlagen, bei einem Aktienkapital von 75 Millionen. Um aus der Klemme zu kommen, unterließ man die regulären Abschreibungen und steckte den Gewin» von 1,3 Millionen hinein. Wie üblich. wurden im Laufe dieses Jahres diirchous optimistisch gc- lzalteue Berichte herausgebracht, auf Srunb deren mau. sota* auch nicht mit einem diesjährigen Gewinn, so doch mit einer inneren Gesundung rechnen konnte. Heute, im Juni, zeigt sich in a l l e r K l a r h c i t: die Schulden- mass« ist fast linverändcrt, sie wird auf 136 Millionen geschätzt: die Verluste betragen 24 Millionen Mark. Nennenswerte Reserven sind nicht vorhanden. Da die großen Gläubiger ein solches Riesenobjekl wie die Nordryolle nicht zum Konkurs kommen lassen. da die Werte kaum zu realisieren sind, Hot man krompshaft nach einem Modus gesucht, der dein Unternehmen die weitere E x i- ftcnz ermöglichen soll. Dabei sind die oben erwähnten Ab- mochungen herausgekommen. Es wird dabei die Hilf« einer aus- ländischen Finanzeruppe in Anspruch genommen. Natürlich sind nicht nur ausländische Banken bei der Nordwolle beteiligt. Einige deutsche Banken hängen mit zum Teil recht erheblichen Summen. Auch eine bekannt« Großbank soll mit hohen Suinmen festliegen, und zwar handelt es sich um ein« Bank, deren Generaldirektor so leidenschaftlich für die Gesundung der öffentlichen Finanzen einzutreten pflegt, dotz er sich sogar zu der Meinung bekannt hat, zur Erreichung dieses Zieles fei auch ein Verhandeln mit den Nazis gar nicht so scharf obzu- lehnen. Er sollt« bei dieser Energie nicht vergessen, daß mich in seinem Bereich verschiedene Schönheitsfehler auszumerzen sind.. Es ist richtig, datz auch diese Bank nicht umeeschmisscn wird, wenn hier und da groß? Millionenverluste entstehen und wenn ein Teil der Kredite auf Jahre hinaus festsriert. Aber nicht zu bestreiten ist, daß durch diese Handhabung der Kredite zum großen Teil die Fehlinvestitionen mit verschuldet sind, unter denen mehr noch als die Interessenten die gesamte Wirtschaft und speziell die Arbeitnehmer leiden. Die Arbeitnehmer sind es ja, die zuerst die Zeche bezahlen müssen. Nach der Statistik de? Deutschen Textilarbeiterverbandes hat sich die Belegschaft der Nord- wollewerke ohne die Tochtergesellschaften seit 1928 um rund 20 Pro- zent vermindert. Da dos Sanicrungsprogramm größere Betriebs- «inschränkungcn vorsieht, ist mit einem weiteren Abbau zu rechnen. Nicht zu bestreiten, daß riesige Fehler gemacht worden sind! Schon bei der Auswahl der anzngliederichen Fabriken bewies Herr Lahusen kein« sehr gluckliche Hand. Er griff in die Ber- arbeitung hinüber, was bei Textilindustrie immer ein gewisses Ri- siko bedeutet. In diesem Falle kam erschwerend hinzu, datz die an- gegliederten Fabriken zum großen Teil Schuldner des Nord- wollekonzerns woren. Nun ist Nor, daß gerade die nicht sehr leistungsfähigen Werke am schlechtesten regulierten und daher am bequemsten zu haben woren. Daher kommt es, dotz unter den neuen?lnglicdcru ngen ein großer Teil schlecht arbeitender Werlc war, deren In stand setzunx> und Ausbau «el Geld kostete. Jetzt» nachdem da« Geld«Aare» ist- wird unter Druck der ausländischen Kreditgeber das große Reinemachen ein- setzen: die Tochtergesellschaften der Verarbcitungsindustrie sollen zum großen Teil abgestoßen werden, was bei einem Teil dieser Unter- nhhmungcn zur völligen Stillegung führen wird. So ist auch hier wieder im engen Zusammenwirken zwischen Großbanken und Industrie wertvolles Kapital vernichtet worden. Nordwolle. Karstadt, wicking Zement, Linoleum Union— die Reihe wird immer länger. Alan sollte sie genau verfolgen, gerade jetzt, da gewisse Unternehmer, im vertrauen auf die Unkenntnis breiler Schichten in wirtschaftlichen Dingen, sich mit nicht mih. zuverstehender Deullichkcil als die starken Retler der deutschen Wirt- schafl anbieten. Ruhrbergbau ist rentabel! Concordia verteilt bei erhöhtem Gewinn wieder 6 Prozent Dividende. Abschluß und Geschäftsbericht der Eoncordio Bergbau A.- G., Obcrhausen. weisen ein überraschend günstiges Er- gebnis für das Jahr 1930 aus. Sie widerlegen die ebenso falsche wie oft wiederholte Jnteresscntcnbehauptung von der Un- rentobilität des Ruhrbergbaues. Das Bemerkenswerte ist, daß dieses Unternehmen— eine reine Zeche— an der günstigen Kohlenkonjunktur der Jahre 1927 bis 1929 nicht teilgenommen hat, weil sämtliche Anlagen umgebaut, d. h. mechanisiert wurden. Die Mechanisierung wurde im Jahre 1930 abgeschlossen: ober die Absatzlage ließ natürlich ein« Ausnutzun g der leistungsfähigen Anlagen nicht zu. Gleichwohl wurde die Kohlenförderung von 1,47 Millionen Tonnen im Jahre 1929 auf l,54 Millionen Tonnen im Jahre 1930 gesteigert. Die Koksherstellung ging ganz geringfügig von 0,41 auf 0,40 Mil- lionen Tonnen zurück. Die Zahl der Belegschaft betrug im Durchschnitt 4162 Mann. Obwohl also das in den letzten Jahren investierte Kapital nur ungenügend ausgenutzt wurde, sind alle Gewinnziffern noch etwas gestiegen. Noch etwas erhöhten Abschreibungen(von 1.54 auf 1,57 Millionen Mark) wird aus dem auf 1,28(1,25) Mil- lionen Mark gestiegenen Reingewinn wieder eine Dividende von 6 Proz. gezahlt. Die Anlagen erscheinen mit 30,8(31,1) Mil- lionen Mark wenig verändert: es ist kein Zweifel, daß die Zugänge größer waren, als sich hieraus unter Hinzurechnung eines Teils der Abschreibungen ergibt. Es sind also wieder einmal Anlogen über Unkosten- Konto errichtet worden, so daß der Gewinn in Wahrheit höher ist als ausgewiesen wird. Bvm Aktienkapital (20 Millionen) sind noch 2,2 Millionen Borrats-Aktien in Händen der Verwaltung: vom Rest besitzen die Bereinigten Stahlwerke 51 und die Kokswerke und Ehemischen Fabriken(Oberkoks) 43 Proz. Nachdem schon bis Ende Dezember die Haldcnbc stände stark angewachsen waren, hat die schlechte Absatzlage im neuen Jahre die Einlegung von Feierschichten notwendig gemacht. Seit dem 1. Mai werden nur täglich 3000 Tonnen Kohlen gefördert. Auswandernde Industrie. Die finnische Fabrik von Zellstoff Waldhos. Im Geschäftsjahr 1930 hat die Z c l l st o f f a b r i k W a l d h o f, Mannheim, die Erzeugung von Zellstoff gegenüber dem Vorjahr 'ireigern können, während die Papiererzeugung sich auf gleicher Höhe hielt. Der Absatz scheint ober nicht so gut gewesen zu sein, denn die Vorräte sind in der Bilanz mit 45,2 gegen 34,4 Millionen Mark im Vorjahr ausgewiesen. Dabei sind sowohl Rohstoffe wie Fertigfabrikots im Preise zurückgegangen. Des Rätsels Lösung wird darin zu finden sein, daß die modernen Werke des Zellstoff- Konzerns eine Betriebseinschränkung sehr schwer zulassen, da dann sofort die fixen Kosten steigen, also eine Bertcuerung der Pro- duktion pro Einheit eintritt. Mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ist übrigens das deutsche Zellstoffsynditat gegründet worden, das sowohl auf die Produktion wie auf die Preise ein- wirken soll. Der R o h g e w i n n ist von 2l,9 auf 16,4 Millionen Mark zu- lückgegangen. Obwohl die Unkosten, Steuern und Abschreibungen zurückgingen, ermäßigte sich der Reingewinn von 5,0 auf 2,7 Millionen Mark. Die Dividende wird deshalb non 12 auf 6 Proz. herabgesetzt. Die durchschnittliche Tantieme für jedes Aufsichtsratsmitglied beträgt aber immer noch annähernd 25 000 M! Bon dem Stammkapital van 42,15 Millionen Mark sind nur 34,35 Millionen Mark gewinn- berechtigt: der Rest befindet sich also im Besitz der Gesellschost. Mit der Erhöhung der Vorräte sind die Forderungen von 45,2 auf 28,5 Millionen Mark zurückgegangen. Dabei Hot ober auch die Er- richtung eines Werkes in Finnland eine Rolle gespielt. Man redet natürlich von der„schwer kämpfenden deutschen Industrie": aber im Interesse des Kapitals, der eigenen Rente ist es natür- lich„absolut richtig", sich dem schweren Kampfe, der sich allerdings in steuerlichen und sozialen Belastungen äußert, zu entziehen. Für diese Produktionsstätte in Finnland ist eine neu« Gesellschaft finnischen Rechts gegründet worden, damit man sich mit Erfolg der deutschen Gesetzgebung entziehen kann. Keine Gefahr der Markentwertung. Eine etwas späte Feststellung. Das Institut für Konjunkturforschung stellt in einer Betrachtung über die Abnahme des Bestandes an Deckung?» mittel» in der Reichsbank sowie über die Diskonterhöhung a b- schließend fest, daß in jedem Falle der Reichsbank ausreichende Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die Herrschaft über den Devisen- markt wieder zu erlangen. Nötigenfalls würde sich mit den Diskont- maßnahmen eine Restriktion der Reichsbantkredite zu verbinden haben. Die vielfach befürchtete Gefahr einer Markentwertung be- stehe bei den geltenden Bestimmungen jedenfalls nicht. Kredit- einengung führe zu einem Druck auf die Preise, also zu einer Er- höhung des Geldwertes. Sie bewirke damit gerade das Gegen- teil eine/ Inflation. Machierweiterung von Siemens. Das Kapital der Norddeutsche Seekabelwerte A.- G., N o r d e n h a m(2,4 Millionen Mark), befand sich bisher zu 100 Proz. im Besitz von Felben u. Guillcoume Carls- w c r t A.- G., K ö l n- M ü l h« i m. Das Unternehmen produziert uird verlegt Land- und Seekabel, betreibt eine Fabrik in Nordenham und besitzt zwei Ägbeljchisse. Jetzt ist die Hälfte des Aktien, kapaats oof tot Siemeas p. Hallte SL.4S. übergvgang«. Gelbstbezichtigung. Wie die Gchwerindustnellen gewirischastet haben. „Mhr und Rhein", das Organ der rheinisch-westfälischen Industrie- und Handelskammer, des Lanenamvereins und einer Reihe anderer schwerindustrieller Bereinigungen, veröffentlicht in ihrer Nummer vom 19. Juni einen bemerkenswerten Artikel, der die Ueberschrift trägt:„Ankurbeln!" In dem Artikel wird ausge- führt, daß unter der Belastung der hohen Selbstkosten der Binnen. markt von Monat zu Monat zusammenschrumpfe. Auch der Außenhandel gehe schrittweis« zurück. Die Rheinischen Stahlwerke hätten zu diesem Schrumpfungsprozeß Zahlen bei- gebracht, die zu denken gäben. Danach seien im Geschäftsjahr 1930/31 im Vergleich zum Vor- jähr zurückgegangen die Steinkohlenförderung um 19,1 Proz., die Koksherftellun» um 18,8 Proz., der Gesamtumsatz um 27,8 Proz., die Belegschaft um 35 Proz., die Gesamtsumme an Löhnen und Gehältern um 25,2 Proz., der Bruttoüberschuß um 38,4 Proz. Der Anteil der Löhne und„lohngleichen Lei- st u n g e n" im Verhältnis zum Umsatz sei von 60 auf 63 Proz. ge- stiegen. Zum Beweis, daß die Arbeiterlöhn« an dieser Steigerung schuld sind, wird angeführt, daß der Hauerdurchschnittslohn 19,56 Mark für jede verfahrene Schicht betragen habe gegen 19,54 M. im Vorjahre. Es wird aber ausdrücklich zugegeben, daß er vom 1. Ja- nuar 1931 ab auf 9,79 M. zurückgegangen ist. Nun ist der Hauerlohn ein Akkordlohn, und wenn er bei gleichbleiben- den Tarifsätzen(die aber in diesem Jahre herabgesetzt worden sind) noch um 2 Pf. gestiegen ist, so beweist das nur, daß die L e i st u n g gleichfalls gestiegen ist. Während der Abbau der Belegschaft mehr als ein Drittel betragen hat, geben die Rheinischen Stahlwerke die Senkung an Löhnen und Gehältern nur mit rund 25 Proz. an. Da die Löhne nicht gestiegen sind, sondern abgebaut wurden, muß man also annehmen, daß unter den„Gehältern" auch die Gehälter der Di- rektoren eingerechnet werden, die ja heute die eigentlichen Unternehmer sind. Nur so läßt sich erklären, wie trotz des Abbaues der Belegschaft um 35 Proz. der Anteil der Löhne und Gehälter nur um 25 Proz. sinken tonnte, obwohl die Arbeiterlöhne und die Angestelltengehälter ganz erheblich gesenkt worden sind und obwohl nach den Angaben der Rheinischen Stahlwerke der verblei- bende Rest der Belegschaft noch 39 Feierschichten im Jahre auf sich hat nehmen müssen. Die Rheinischen Stahlwerke wollen hier zu viel beweisen nno oeweisen nur, w o eine der vielen Quellen der hohen Selbstkosten liegt. Es wird niemanden überraschen, wenn da» Blatt als Konse- quenz aus dieser kunstvollen Rechnung„die notwendige Bewegung?» freiheit und Anpassungsfähigkeit für die Regelung der Lohn- und Arbeitszeitverhältnisse" fordert. Bemerkenswert ist, daß das Blatt den Versuch, die Wirtschost durch Subventionen„anzukurbeln" ablehnt. E» schreibt hierüber u. a.:„Der Bergbau hat deshalb mit Recht diese Form staatlicher Wirtschaftspolitik abgelehnt. Es kann weder ihm noch der Gesamtwirtschaft nützlich sein, wenn auf dem Steuerweg« dem einen Teile der Wirtschast Mittel entzogen werden, um sie anderen Teilen zu künstlicher Befruchtung zuzuführen." Bemerkenswert ist auch das Eingeständnis,„daß die Selbst- kostenentlastung nicht allein und ausschließlich aus dem Lohn- und Gehaltskonto erzielt werden kann." Allmählich ist auch den Schwer- industriellen zum Bewußtsein gekommen, daß ihre verfehlte Ratio- nalisierung zum Zwecke der Einsparung von Lohnkostcn zu einer verhängnisvollen Steigerung der Selbstkosten geführt hat. Die Schwerindustriellen sind aber weit davon entfernt, aus dieser zwangsweisen Erkenntnis die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Obwohl die Löhne der Bergarbeiter bereits um 6 Proz. abgebaut worden sind, ohne daß eine entsprechende Preisermäßigung erfolgt ist, fordern die Zechenbesitzer einen nochmaligenLohn- abbau von 19Proz. und stellen das noch als ein großes Opfer hin, das sie bringen, weil sie, wie sie behaupten, eigentlich einen Lohnabbau von 39 Proz. verlangen müßtenl Es ist ihnen noch nicht aufgegangen, daß der Schrumpfungs- prozeß unmittelbar zusammenhängt mit dem Abbau der.Be- l e g s ch a f t um 35 Proz. Wenn ein gutes Drittel der Belegschaft um zwei Drittel ihrer Kaufkraft gebracht wird, weil die Entlassenen nunmehr auf die magere Unterstützung angewiesen sind, dann ist eine Schrumpfung der Wirtschaft unvermeidlich. Dann ist es nicht überraschend, wenn die Rheinischen Stahlwerke erklären, daß das Unternehmen in seinen Bergbaubetrieben ge- zwungen ist,„Millionenwerte seiner Vermögenssubstanz unter Tage verloren zu geben und über Tage zu Schrott werden zu lassen." Das ist das Ergebnis der Wirtschafts- und Lohnpolitik der Schwcrindustriellen! Diese Erklärung der Rheinischen Stahlwerke ist eine Bankerotterklärung. Es ist höchste Zeit, daß mit diesen Bankerotteuren Fraktur geredet wird. Ausklang in Genf. Ein Erfolg der Bergarbeiter. Idenf, 18. Iunt.(Eigenbericht.) Di« Internationale Arbeitskonferenz in Genf wurde am Donnerstag geschlossen. Ihre letzte Sitzung brachte der Arbeitergruppe zwei wichtige Erfolge. In der namentlichen Schlußabstimmüng über die Revision der Konvention zum Verbot der Nachtarbeit der Frauen wurde die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 76 Stimmen nicht errsicht. 74 Delegierte waren dafür, 49 dagegen. Vor allem aber wurde das im vorigen Jahr mit wenigen Stimmen gescheiterte A b- kommen über die internationale Regelung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau mit der nötigen Zweidrittelmehrheit von 81 gegen 2 Stimmen bei 31 Enthaltungen cnd- gültig verabschiedet. Landanhaltender Beifall der Arbeiter- und Regierungsvertreter begrüßte dieses Ergebnis. Die Unter- nehmer enthielten sich geschlossen der Stimme, um die Beschluß- Unfähigkeit herbeizuführen. Durch die endgültige Annahme des Konoentionsentwurfes, der die Arbeitszeit im Kohlenbergbau international regelt, ist der Weg für eine soziale und wirtschaftliche Verständigung im europäischen Kohlenbergbau nunmehr geöffnet. Die Arbeitergruppe steht in der Annahme einen Erfolg des Prinzips, obwohl die materiellen Verbesserungen, die das Ab- kommen bringt, im Lichte der Gegenwart besehen, unzureichend erscheinen. Die Totsache, daß bereits drei Jahre nach Inkrafttreten de« Abkommens ein« Revisionsmöglichkeit im Sinne der weiteren Verkürzung der Arbeitszeit gegeben ist, hat die bis zuletzt be- stehenden Bedenken der Arbeitergruppe schließlich zurücktreten lassen. Es kommt nun darauf an, daß die Ratifikationen dieses Abkommens möglichst bald vollzogen werden. Für das Inkraft- treten genügen bereits zwei Ratifikationen der wichtigsten europäischen Kohlenländer. Es wird Aufgab« der Re- gierungen sein, im Wege gegenseitiger Abmachungen in kürzester Frist das Abkommen praktisch wirksam werden zu lasten. Eng- l a n d und Deutschland waren bereits entschlossen, im Falle einer Ablehnung durch die Konferenz in Zwischenverhandlungen ein Uebereinkommen ähnlicher Art zu treffen. Für Deutschland bringt das Abkommen eine Arbettszeit- Verkürzung von Vt Smnd« im Steinkohlenbergbau unter Tage, das sind für etwa 399 999 unter Tage beschäftigt« Bero- orbeiter 75 999 Arbeitsstunden täglich. Für den Braunkohlen- tiefbau einschließlich der bayerischen Pechkohle bewegt sich die Verkürzung zwischen V* und% Stunden für etwa 12 999 Arbeiter: im Tagebau der Braunkohle, für den nuninehr das Washing- toner Abkommen angewandt wird, verkürzt sich im rheinischen Re- vier die Arbeitszeit um.'A Stunde, das sind bei 12 999 Arbeitern 6999 Arbeitsstunden täglich. Im mitteldeutschen Braunkohl emevier bleibt es bei der bisherigen Arbeitszeit, die bekanntlich durch das neue Abkommen vom 2. Mai auf acht Stunden vereinbart worden ist. Der Saarbergbau, der gegenüber dem Abkommen bereits ein« kürzere Arbettszeit hat, erhält durch den eingefügten Garantie- artikel die Sicherung, daß durch die Anwendung de» Adkomineno keine Verschlechterungen eintreten. Dadurch wird für die Rück- gliederung des Saargebictes die Situation zweifellos erleichtert. Zieht man alle Arbeitszeitoerkürzungen in Betracht, die das Ab- kommen für Deutschland bewirken wird, so ergibt sich daraus eine zusätzlich« Beschäftigungsmöglichkeit für etwa 19 999 bis 29 999 Bergarbeiter. Di« Ueberstunden. regelung, die augenblicklich mehr theorettsche als praktisch« Be- deutung hat, weicht von der bisherigen Regelung beträchtlich ab. Nach der Arbeitszeitverordnung find nämlich bis zu 169 Arbeits- stunden im Jahre zugelassen, während nach dem Abkommen im Steinkohlenbergbau diese Zahl auf 69 Ueberstunden begrenzt wir». Alles in allem bedeutet das'Abkommcn«inen bedeutenden Fortschritt gegenüber der bisherigen deutschen Gesetzgebung. Die Bergarbeiier beim Völkerbund. Genf. 18. Juni. Vertreter des Internationalen Dergarbeiterver- b o n d« s haben am Donnerstag einer Sonderabordnung des Ständigen Wirtschaftsausschustes des Völkerbundes ihren Stand- punkt in der internationalen Kohlenfrag« dargelegt. Die Vertreter des Bergarbeiterverbandes machten folgende praktische Vorschläge: 1. Schaffung eines Völkerbundsamtes für Kohlenwirt- schaft und Technik: 2. Schaffung eines allgemeinenRahmen- abkommens durch den Völkerbund für Abmachungen zwischen den kohleherstellenden Ländern: 3. Beseitigung der direkten und in- direkten Hemmungen und Erschwerniste des Kohlenhandels. Der Präsident des Wirtschaftsausschusses, Dinola. erklärte den Vertretern des Bergarbeiterverbandes, daß ihre Lorschläge vom Wirtschaftsausschuß geprüft würden. Vierzigstundenwoche aus dem Marsch. Besprechungen im Reichsarbeitsministerium. Der Reichsarbeitsmini st er hat zu Montag die Spitzenverbände der Gewerkschaften zu einer Be- sprechung über die Frage der Arbeitszeitverkürzung geladen. Die Reicheregierung ist durch die Notverordnung ermächtigt worden, mit Zustimmung des Reichsrats für einzelne Gewerbe, Ge- werbezweige, Verwaltungen oder Gruppen von Arbeitnehmern die in der Arbeitszeitverordnung vorgesehene regelmäßige Arbeitszeit bis zu 49 St unden wöchentlich herabzusetzen und die Zulässigkeit von Mehrarbeit von der Genehmigung der Gewerbeaufsicht abhängig zu machen. Die Ermächtigung gilt nur für Betriebe und Verwaltungen, in denen in der Regel mindestens 19 Angestellt« beschästtgt werden und ist auch sonst noch durch aller- Hand Bestimmungen stark«ingeschränkt. Konditoreninnung— im Dritten Reich. Di« in Wustolinien dekrettert heute die Konditorinnung die Tarifverträge. Schon im Januar dieses Jahres verfügte die Innung trotz beßehendeu Tarifvstragv» einen Lohnabbau vvn zehn stmal, der Organisation Vollmacht zur Klage zu«testen, wo Abzüge vorgenommen sind. Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter. N 54, Neue Schönhauser Str. 4/5. Prozent. Erst durch drei Gerichtsurteile müßte ihr bei- gebracht werden, daß der große Adolf noch nicht am Ruder ist. Da der Mantel- und Lohntarif zum 39. Juni abläuft, die Or- ganisotion aber noch keine Einladung zu Tarifverhandlungen hat, ver- sucht die Innung einen neuen Trick, um zum Ziel zu kommen. An ihre Mitglieder versendet sie einen sogenanten„E i n z e lt a r i s" mit der Ausforderung, ihn den Arbeitern zur Unterschrift oorzu- legen. In einem beigefügten Rundschreiben versucht sie noch, ihre Mitglieder zu täuschen, indem sie erstärt, dieser Vertrag habe der Lohnkommission vorgelegen. In diesem Machwerk ist von Tarifvertrag keine Spur mehr zu finden. Alle Rechte hat nur der Unternehmer. Die Löhne sollen bisüber33 Proz. abgebaut werden. Der U r l a u b ist auf zwei Tage gekürzt usw. Es sind doch Gemütsmenschen, unsere Konditoreibesitzer. Ob aber ihr« Kundschaft und Gäste derselben Meinung sind, be- zweifeln wir. Die Arbeitnehmer der Konditoreien fordern wir auf. unter keinen Umständen diesen„Einzeltarif" zu unterschreiben, damit sie ihre Rechte aufrechterhalten. Wo dieser„Einzeltarif" vorgelegt wird, ist der Organisation sofort Mitteilung zu machen. Im Lohnstreit ist gestern«in« Firma zur Rachzahlung von 129 Mk. verurteilt worden. Dir bitten ebenfalls das Per- f Gewerkschaft bewähri sich in der Krise. Holzarbeiterverband als Schutzwall. In der Berliner Musikinstrumentenindustri« läuft Ende diese- Monats infolge der Kündigung durch die Unternehmer der Mantel- tarrf ab. Da auch das Lohnabkommen zum 28. Februar von den Unternehmern gekündigt worden war, tritt am 1. Juli für die gesamte Berliner Musikinstrumentenindustrie der t a r i f l o s e Zustand ein. Für die Arbeiter dieser Industrie, die in dicsem Jahr noch keinen Urlaub erhallen haben, ergibt sich daher die zwingende Notwendigtett, noch vor dem 1. Juli ihren Urlaub zu nehmen oder ihn fest zu vereinbaren, weil sonst die Gefahr besteht, daß ihnen nach Ablauf des Mantcltarifvertrages ihr Urlaubsanspruch verlorengeht. Die Situation in der Musikinstrumentenindustrie ist zur Zeit noch völlig ungeklärt. Es besteht zwar die Aussicht, daß die Tarif- Parteien in nächster Zeit in Verhandlungen treten über den Abschluß eines neuen Vertrages, doch ist der Ausgang dieser Derhand- lungen noch völlig ungewiß. In der Blütezeit der Musikinstrumcn- tenindustrie waren in ihr etwa 6000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt: jetzt sind es dagegen kaum noch 19991 Der Export, auf den diese Industrie in erster Linie angewiesen war, liegt ganz besonders in der Klavierindustrie infolge der hohen aus- ländifchen Einfuhrzölle darnieder. Ein erheblich« Teil der Facharbeiter der Musikinstrumentenindustrie ist bereits in andere Berufe übergewechselt, oder, weil das wegen der großen Arbeitslosigkeit in fast allen Gewerben und Industrien nicht nröglich war, schon seit Iahren erwerbslos. Don den noch in Beschäftigung Stehen- den arbeitet ein beträchtlicher Teil schon lange Zeit verkürzt. Kommt es in den angebahnten Verhandlungen zu keinem neuen Tarifabschluß, was durchaus nicht unwahrscheinlich ist, dann ist außer den Vergoldsrn und Rahmenmachern und«inigen anderen kleinen Branchen des Holzarbciterverbandcs die gesamte Berliner Holzindustrie tariflos. Eine Katastrophe bedeutet das allerdings für die Berliner Holzarbeittt nicht, denn trotz der verheerenden Krise sind sie dank ihre» strafsen Organisationsverhältnisses immer noch in der Lage. den Abbaugelüsten ihrer Unternehmer wirtsam begegnen zu können. Das haben'sie in den letzten Monaten, sehr zum Verdruß der Unter- nehmer, mehrfach bewiesen._ Lohnabbau bei den Töpfern. Von den Arbeitern einstimmig abgelehnt. Die Töpfer sind innerhalb der Baugewerkschast Berlin die einzige Fachgruppe, die bis jetzt noch vom Lohnäbbau verschont ge- blieben ist. Dem Abbau ihrer Löhn« und Akkord« stand da» im Herbst 1S2S abgeschlossene Lohnabkommen im Wege, das noch bis zum 39. Juni läuft. Die Berliner Töpfermeister hatten sich, wie nicht anders zu erwarten war, die Gelegenheit zur Kündigung des Lohnabkommens nicht entgehen lassen und einen Abbau der Löhn- und Akkorde um rund 18 Proz. gefordert! An der unnachgiebigen Haltung der Töpfermeister scheiterten die Parteiverhandlungen über den Neuobschluß des Tarifvertrages, so daß der Schlichtungsaus. schuß angerufen werden mußt«. Dieser fällte gestern«inen Schiedsspruch, wonach die Löhne der Berliner Töpfer ab 1. Juli um 8.2 Proz. und die Akkorde 6,5 Proz. herabz-setzt werden sollen. Das neue Lohnabkommen soll bis zum 31. Mai 1932 gelten. � � Die stark besuchte Fachgruppenversammlung der ,m Bauge- wcrksbund organisierten Töpfer, die noch gestern abend in den Re- sidenzsälen zu dem Schiedsspruch Stellung nahm, l e h n t e ihn nach kurzer Aussprache« i n st i m m i g a b. Die Fachgruppenleitung ver- sprach, alles zu hin, um zu verhindern, daß d« Schiedsspruch in dieser Form etwa für verbindlich erklärt wird. Vertrauen zwischen Massen und Führern Kampf gegen den Abbau der Sozialversicherung. E, ist ja nur natürlich, daß auch die Verwaltung de. Zweig- verein? Berlin im Zentraloerband der Hotel-, Re- staurant- und Eafe-Ange stellten bestimmt hotte, in den sünf Branchenversammlungen dieses Monat» das zeitgemäße Thema zu erörtern:„Der drohende Abbau der Sozialversicherung." Durch die inzwischen veröffentlichte Notoerordnung war ja all das in viel schärfere Beleuchtung gerückt worden, was vorher schon von den Absichten der Regierung durchgesickert war. Zwar kann der Kampf gegen die Notoerordnung nicht in Branchenversammlungen entschieden werden: und doch waren dies« von außerordentlicher Wichtigkeit und legten ein erfreuliches Zeug- nis ab von der Einigkeit und Geschlossenheit, die zwischen den organisierten g a st wi r t s ch a ftl i ch e n An- gestellten und der Sozialdemokratischen Partei besteht. Und wohl selten wird ein Reserent in der Lage sein, so wie der Genosse Parschau vom Zentralverband in seinen Ausfüh- rungen über die Absichten auf Abbau der Sozialversicherung io oft den„Vorwärts" zu zitieren, wie es in diesem Zusammenhange möglich und nötig war. In der Diskussion, die sich, soweit eine solche überhaupt statt- fand,- allenthalben auf seltener Höhe bewegte, wurden die Aus- führungen des Referenten noch unterstrichen, die darin gipfelten: .-Jetzt gilt es, Vertrauen zu bewahren zu den gewerkschaftlichen und politischen Führern."— Sämtliche fünf Versammlungen bekundeten das Vertrauen dadurch, daß sie die im„Vorwärts" veröffentlichte Entschließung des Ortsausschusses des ADGB. zur Notverordnung«instimmig gut- hießen. � �reie Gewertfchafis»Jugend Verlin fj S«ute um l&'/j Uhr tagen htt®tupp Warschauer Viertel, N. F.: Litauer Str. 18:..Warum Gewerlschaften?"—» Luiscnstadt: Wassertorstr. 9:„Die Entstehung der Erde".— Schonrbcrq i: l-oupt» straße 15:„Die Reichsverwaltung".— Schöneberq lt: Kguptstr. 2'>:„Rußland". — Schöneberg V: Houptitr. 15:„Tagespolitik",— Ebarlottenburg-Rorb, N. Kaiferin-Augusta-Allee 97b. Jugendbeim:„Freikörperkultur".— elharlattenburq. Süd: Wallstr. 76:„Der Weg zur Macht".— Llchterfetbe: Albrechtstr. 14:„llnfers Juqenbtoge".— Steglitz II: fflemmingftr. 14b:„Entftebung der SAJ."— Reu» kölln l: Sander. Ecks Sobrechtstraße: Arbertsaemeinschatt. 2. Teil. Neu, kölln IV: Wir gehen werben. 184 Uhr bei Tiechert, Bodeiir. 9.— Neukölln lV, N, F.: ganner Straße, Raum 2:»Sexuelle Tragen", 1. Teil.— Neukölln Vit: «MS.:„Die freien Gewerkschaften".— Reukölln VIll: Rütlilchule: Arbeits, qemeinschast.— Reukölla IX: Spielen im Stadion, die AeUeren sind um 194 Ubr im Heim Schierkestraßc,— Neukölln X: Bergstr. 29:„Wie gestalte ich mein« fferien aus?"— Neukölln XI: Jllughafcnstr. 68:„Sexuelle Jragen", III.- Baum- fchuleuweg: Ernstftr. 16:„Trick— Thüringen. Broun— Preußen".— S�-öne- weide: Berliner Str. 3l:„Wie verholte ich ich im Betriebe und auf der Straß« meinem Gegner gegenüber?"— Bohnsdorf: Wachtelftr. 1:„Was geht in Svoni'n vor?"— göpeuick I: Grünauer Str. 5:„Trankfiirt(Main)".— göpcnick II: Dahlwißer Str. 15:„Die deirtschc Jugendbeweguna".- gart, Horst: Treskvw» allee 44:„Bosslchewismus".— gaulsdort: Adolfstr. 25: Literalurabend.— Lichtenderg.Rord: Gunterstr. 44:„Gegnerische Jugendorganisationen".— Lichtenberg.RoUtwest: Dossestr. 22:„Wir und die bsirgerlicke Jugend".— Hermsdors: Roonstraß«:„Jugcnbprobleme der Gegenwart".— Reinickerd-rf Vit: Lindauer Straße:.Humor, Witz, Satire".- Reo Li-bteoberg: Kairffstrgße: „Spziales Wandern".— Wittenau: Hanptitr. 13: Definition-abend.— Buchhalz: Wiescnbaude, an der Industriebahn:„Treikörperkulwr". Morgen. Sonnabend: Sonnen weudseiee aus de» Zugrnbqeläude i» Brieselong. Au» dem Pro- gramm: Sonnenwendspitl von M. Barthel:„Grenzenlose Erde". Sonnenwend. feuer, Sprecheböre. Musik. Lagerleben: Sonnenwenbrede: Reichstagspräsidrnt Paul Löbe. Teilnehmergebühr 29 Pf. Treffpunkle der Abkeilangen und Bezirke: Aruimplatz: 20 Uhr Bhf. Schönhauser Allee.— Neukölln l: 174 Uhr und 194 Uhr Reuterplatz.— Neukölln lV: 20 Uhr Bhf. Neukölln.— Neukölln VI: 20 Uhr Bhf. gaiser.Triedrich.Stroße.— Helmholtzplatz: 18 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee. Anschließend Nachtfahrt.— strolauee Biete!: 19 Uhr Warschauer Straße. Stadtbahn.— Südwesten: 17 Uhr vor dem Seim.— Schöneberg V: 30 Uhr Bhf. Schöneberg.— Werbebezirk Webbiuq: Alle Gruppen fahren mit dem Zug 19.59 Uhr ab Putlitzstraße.— Werbe bezirk Schöneberg: 149« und 164 Uhr Bhf. Schöneberg, 194 Uhr Bhf. Ebcrsstroßr. «sKSKSSSSiA. Unserem lieben Genossen u. Ab« \t> teilungsleiter Karl Sdifllcr so- wie semer Ehefrau die herzlichsten W Glückwünsche zur Silberhochzeit. � Die Genouinnen a. Genossen � der d8. AbL Halensee« eisu �Betten Kinderb., Polster. ChaiaeL, an jeder Katalog frei Eisemnöbalfabrik Sohl Dentsdier Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmied Wilhelm Mücke am 15. Juni gestorben ist. Die Einäscherung findet am Sonn» abend, dem 20. Juni. 16'/, Uhr, im Kremaiorium Gerichtstraße statt. Ferner starb am 16. Juni unser Kollege, der Rieter Paul Düring geboren am 4. Juli 1868. Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem 20, Juni, 13 Uhr, im Rrematorium Gerichtstraße statt. Ehr« ihrem Andenke» I Rege Beteiligung wird erwartet.. Die OrtmrwaUimg Danksagung. Für die zahlreichen Beweise innigster Anteilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau sage ich hierdurch auch im Namen der Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dank. Berlin W 30. (Sied ist ch straße 36. Arttmr Teichmann Für die un« anläßlich de» Hinscherdens meine« geliebten, nnver- geßlichen Mannes, Baters, Bruder« und Pflegevater» erwiesene Teilnahme sagen wir allen Verwandten, Freun» den und Bekannten, dem Redner vom ferner der Direktion der Bötzow- Brauerei und dem Kteingartenvereiu „Transvaal" unseren all erherzlichsten ®'ml' Frau Marth« SAede und Sohn Adolf Sophie Scheele als Schwester Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne» sage ich allen Beteiligten meinen herzlichen Dank, Rohleder und Sinder. Wochenend- und Sportkonserven zu bllllsstcn Preisen Himbeer- od. Kirschsaft in sehr guter Qua- ÜtAt, mit Bafflnade, grosse Sektflasche 10 Flaschen 10,50 Frisches Fleisch Schweinebauch o.b, Ptd. 0,68 Schweineblatt....... Pia. 0,76 Schweinekamm iSctafierB. 0,88 Schweinekotelett Piivon 0,98 Kassler mild...... Pfd. von 0,88 RUckenfett bntf«rtiz.o. s« w..pw, 0, 6 5 Eisbein«st Spitzbtia, gi;» Ptd. 0,44 Kalbskamm«.»tg«, Pfd. v. 0,68 Kalbsbrust».-«nein«, Pfd-v. 0,78 Kalbsroulade geroUt, Pfd. v. 1,28 Kalbskotelett..... Pfd. von 1,1 8 Kalbsschnitzel..... Pfd-v. 1,80 HammeMordortlilooli, Pfd. v. 0,86 Hammelkeule........ Pfd. 1,08 Suppenfleisch....Pfd-von 0,64 Schmorfleisch luK,o.b.,i. 1,18 Rouladen.............. Pfd. 1,32 Gulasch gemiGeht...... Pfd. 0,33 Gehacktes........... Pfi 0,68 Roastbeef o. Km, Pfd. von 1 ,32 Schweineköpfe rn. Buke. PH. 0,28 Schweineleber...... Pfd. 0,88 Schweinenieren..... Pfd. 0,74 Rinderbacken o. Kn, Pfd. 0,38 Rinderlungen........ Pfd. 0,23 Rinderherzen........ Pfd. 0,�4 Euter.................... Pfd. 0,20 Gefrierfleisch Suppenfleisch..... Pfiv. 0,58 Schmorfleisch«.kn...Ptt.i. 1,04 Hammel-*»rd«ffl«ueh, Pfd. v. 0,58 Hammelkeulen....... Pfd. 0,78 Rinderleber.......... Pfd. 0,98 Wurstwaren Schinken gekocht...fi, Pfd. 0,35 SUIzwurst...... �..�„.Pfd. 0,68 Dampfwurst.-......—Pfd. 0,85 Mettwurst Braunuln. Ist...Pfd. 0,86 WienerWUrstchen..Pfd. 0,93 Feine Leberwurst...Pfd. 1,05 Bierwurst.............. Pfd. 1,20 Jagdwurst............. Pfd. 0,96 Schinkenpolnische..Pfd. 1,08 KUmmelwurst........ Pfd. 1,20 Fetter Speck...... P'i von 0,68 Magerer Speck...Pfd. von 0,88 Schinkenspeck....... P'd. 1,42 Dosenwürstchen Inhalt 5 Paar............ Dose U,öO Käse und Feite Romadour 20«s»...... Stck. 0,10 Camembert........ 2 Stck. 0,25 Harzer................. Rolle 0,25 Allg. Stangenkäse» vtd.0, 42 Blockkä8eTns.Artt20';»Pfd. 0,58 Edamer•6.Hontniior,40»|0>PM. 0,74 Steinbuscher voiifett, Pfd. 0,72 Tilsiter voiifett......... Pfd. 0,74 Bratenschmalz....... Pfd. 0,52 Allsrfeinste deutsche Mclkereibutter....... Ptd. 1,44 AllerfeinGte deutsche Markenbutter......... Pfd. 1,48 Margarine........... 2Pld. 0,75 Kokosfett........... 2 Pfd. 0,75 Fische und Räucherwaren *Zander getroren....... Pfd. 0,36 Makrelen geräuchert.. Pfd. 0,36 Konserven Hose Kaiserschoten............ 1,30 Berliner Allerlei......... 0,72 Leipziger Allerlei....... 0,78 Junge Karotten.....„..0,58 Stangenbrechbohnen.. 0,60 Pflaumen mit stein........ 0,72 Apfelmus tatelfertig....... 0,72 Aprikosen................. 1,15 Gemischte FrUchte..... 1,40 Hawai-Anana8....,lsDo«e 0,76 Konfitüre Ä. Johannisbeer, Aprikosenl ,10 Orangen......'.............. 1,10 Erdbeer, Himbeer....... 1,30 und •Island-Kabeljau gross, ohne Kopf, L ganzen Pfd. 0,18 •SeelaCh8gr.,o.Ko, Lg- Pfd. 0,16 •Rotbars............... Pfd. 0,18 •Kabeljaufilet....... Pfd. 0,24 Bücklinge......... Pfd. von 0,38 Seelachs geränebert,, Ptd. 0,38 Rotbara ger&nchert..... Ptd: 0,40 Räucherlachs t.st�Pld.von 1,30 Spickaal im ganzen..... Pfch 2,40 Salm................... Dose 0,95 Schlemmerroulade in Tomaten-Barg.-Tanke, Dose 0,80 Makrelen in Tomaten, Dose 0,65 Sardinen...5 Portionsdosen 0,96 *In allen Häusern ausser Andreasstr. Weine Preise ohne Flasche'/, FI. 1929er Obermoeeler... 0,85 1 929er Canzemer—.. 1.1 0 1929er Ltsdkraurnilch.. 1.25 1929er Brauneberoor.. 1,45 1 928er OberemmeTer.. 1.85 1925er Serr.Vogolsang 2,60 1926er Nierst Flschkr. 3,25 Kolonialwaren Harlweizengrleas...Ptd. Weizengriess........ pm. Bruchreis............. Pfd. Moulmain-Reis....... Pfd. Patna-Reis............ Pfd. Bandnudeln........... Pfd. BruchmakkaronI.-....Pfd. Kalif. Pflaumen...... Pfd. Kalif. Birnen.......... Pfd. Kakao Stark entClt..... Pfd. Kaffee frisch gebr., Pfd. von Gerste gebrannt........ Pfd. Fruchtsäfte 10 Fl. 8,00 10.50 12.00 14,00 17,50 24.00 30,00 1 Liter Sperial-Apfelwein..... 0,55 Rot Johannisbeerwein 0,75 Rheinpfälzer Weissw. 0,85 Deutscher Wermut____ 1,00 Insel Samoa N.......... 1.20 Griech. Muskatwein— 1,20 Sonnengartner........ 1,60 W.K.Gold und Carte d'Or, Frucbiscoaumwein... st, FL 1,50 Oppermann-Cabinet, Trsubenschaamwein........ Vi Fl. 3,60 10 FL 5 Fl. 14,00 17,60 Hühner gefroren, Pfd. von 0,88 Molkereibulter 1,18 Pfd. Wild Ragout.................. Pt