BERLIN Noimerstag 25. Juni 1931 10 Pf. flr. 292 B 146 �8. Jahrgang f 1 4 4 8-?»0«n 1? 9'' m � O# � A n i e t g e n p r e i t: Die einspaltigcNvnxareiUczcN- Zugleich Abendausgabe de«„Vorwärts. Be�sprels l/Rf/ S)§%f // i•# 8o Pf.. Reklamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. be.de Ausgaben 8S Ps.»r° Woche. 3.60M. pro Monat."J« w A//# iA- F Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G.m. b.H.. Redakt.vn und Expedition: Berlin SW 68, Lmdenstr. 3. JjQX mm Virlrllrff JTOA Berlin Nr.»7 5-6.- Der Verlag behält sich das Fernsprecher: Dönhoffs 7)292-297/ R-W-A-B yjW%SfwV\ASf�ß Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Krankreich-Amerika verhandeln Optimismus in Amerika/Berücksichtigung der französischen Wünsche? Paris, 25. 3 um.(Eigenbericht.) Der amerltanlsche Kchahsekrelär INellon begibt sich heute ans Anweisung von Washington nach Paris. Er soll bort mit der sran- zösischen Regierung in Verhandlungen treten. * Da»„Journal of Commerce" erfährt von maßgebender Seite in Washington daß Schahsekretär Mellon von hoover gebeten worden sei, sich sosort nach Pari» zu begeben, um dort mit der Pariser Regierung sowie den Vertretern der übrigen interessierten Mächte die Schuldenbesprechungen auszunehmen. Die Verhandlungen sollen beschleunigt werden, um den einjährigen Zahlungsaufschub nach Möglichkeit bereits am 1. Zuli in Kraft setzen zu können. Stimfon optimistisch. Washington. 25. Juni.(Reuter.) Staatssekretär Stimson war nach den gestrigen B e> sprechungeiz. im Weißen Haus über die Gegen- Vorschläge Frankreichs ä u ß e r st o p t i m i st i s ch. Internationaler Kredit für Deutschland. New Bork. 24. Juni. Associated Preß meldet aus Washington, daß ameri- kanische Finanzkreise wegen der erneuten Konferenzen zwischen Beamten deS Schatzamtes und der Federal Reserve Board ein internationales Kredit- arrangement zur Erleichterung der Wirt- schaftslage Teutschlands erwarten. Qbwohl die Beamten es ablehnten, Einzelheiten über die oben erwähnten Besprechungen zu geben, wurde der Zweck der Konferenzen jedoch klar angedeutet; u. a. ist erklärt worden, daß eine formelle Ankündigung eines solchen internationalen KreditarrangcmentS nicht vor Ende deS Monats zu erwarten sei. Der stellvertre- tende SchatzamtSsekretär Mills hatte heute wiederum mit Hoover und dem Gouverneur des Federal Reserve Board eine Besprechung. Der Schatzsekretär betonte bereits, daß irgendein Kreditarrangement von dem von Hoover vorgeschlagenen Moratorium völlig unabhängig sei. Die Besprechungen im Weißen Haus. Rem Pork, 25. Juni. Wie aus Washington gemeldet wird, hielten Hoover, S t> m- son und der stellvertretende Schatzgmtssetretär Mills gestern abend spät eine dreistündige Besprechung ab, über deren Inhalt Still- schweigen bewahrt wird. Aus zuverlässiger Quelle verlautet jedoch. daß verschiedene Antwortnoten in der Moratorinmssrag«, insbesondere eine an Frankreich, abgefaßt wurden. Nach Beendigung der Konferenz erklärte Stimson der Prestc gegenüber,„wir stehen inmitten von Verhandlungen und Unter- Haltungen, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Ich bin sehr optimistisch. Es wäre ein Verbrechen. wenn dem Hoover-Plan etwas zustoßen sollte". „Herald Tribüne" ist der Ansicht, daß Hoover den Inhalt der franzosischen Antwortnote annehmbarer findet, als man ursprünglich in Washington angenommen hatte. Die lpätcr statt- fmdeirden Verhandlungen über die Ausführung des Hoover- Plans werden wohl, wie aus der ersten Stimson-Erklärung bereits hervorgeht, zwischen den beteiligten Mächten unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit geführt werden. Maßgebende polltische Kreis« geben der Ansicht Ausdruck, daß die USA.-Regierung, obwohl sie nach wie vor darauf bedacht fei. den Poung-Plan für die Dauer eines Jahres auf Eis zu legen, doch eine gewisse Berücksichtigung der französischen Wünsche für erforderlich halte, um die Durchführung des Hoover-Plans sicherzuftellen. „Times" erklärt, die Hoover-Regisrung werde alles aufbieten, um die Franzosen zu überzeugen, daß der Hoover-Plan keine Annullie- Bing des Aoung-Plans darstelle. t TM s Serienheim 58ad Sulstbach, in dem Genosse Wilhelm Bock, der Senior der Sozialdemokratischen Partei am Montag verstorben ist. Bad Sulzbach ist keines jener feudalen Bäder, deren es im Schwarzwald so viel gibt. Es ist ein beinahe weltabgeschiedenes, idyllisch gelegenes Heim des Ge- samtverbandes im Renchtal, im mittleren Schwarzwald, etwa eine halbe Autostunde von Appenweier und ungefähr ebensoweit entfernt von Griesbach, wo Erzberger durch Märderhand fiel. In- mitten dieser schönsten Bergwclt, nördlich der Alpen, treffen sich Gcwertschafts- und Parteigenossen aus allen Gauen Deutschlands, um einmal einige Tage oder Wochen auszuspannen von der täg- lichen Frohn und sich der Schönheiten der Natur zu erfreuen. Im Kreise solcher gleichgesinnten Menschen hat Genosse Wilhelm Bock Erholung gesucht und seine Ruhe gefunden, gerade als er im Begriff stand, abzureisen, um an einer Sitzung der Kontroll- kommisston der Partei teilzunehmen. -i° Die Bestattung des Verstorbenen findet heute in Gotha statt, wo Genosse Bock so viel« Jahrzehnte für die Arbeiterklasse ge- wirkt hat. Im Auftrage des Parteivorstands nehmen die Genossen Bogel und Landtagspräsident Bartels, für die Kontroll- kommisston Reichstagspräsidenl L ö b e an der Trauerfeier teil. Ge- nosse Löbe wird die Gedächtnisrede halten. Nach Chequers Paris! Deutfch-französische Mnisterzusammenkunst nach der An- nähme des Hoover-Vorfchlages. Paris, 25. Juni.(Eigenbericht.) Der„M atin" bestätigt, daß eine deutsch-französische Ministerzusammenkunft, die von Dr. Brüning in seiner Rundsunkrede am Dienstag angeregt worden ist, in Frankreich aus keinerlei Widerstand stoßen würde.„Ich glaube— so schreibt Sauerwein in dieser Zeitung—, daß die französische Regierung d i e Idee eines deutschen Ministerbesuches in Paris warm begrüßt. Der Besuch könnte stattfinden, sobald es die gespannte Finanzlage den deutschen Ministern erlaubt, ihre Haupt- stadt zu verlassen." Der sozialistische„P o p u l a i r e" ist der Ansicht, es sei unnütz. sich des langen über die Bedeutung der Geste Brünings auszulassen. In den dramatischen Stunden nach der Erklärung Hoovers strecke der Reichskanzler unter Umgehung jeder protokollarischen Form össentlich Frankreich die Hand hin. Er fordert einen sreimütigen und loyalen Meinungsaustausch, der die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland verbessern könne. Jetzt habe der Mini st er- Präsident Laval das Wort. Es erscheine unmöglich, daß er sich dem Appell Brünings verschließe. Die Lage sei zu ernst, als daß man zulassen könne, daß die Dinge sich in die Länge ziehen. Belgiens Antwort steht noch aus. Brüssel. 25. Juni. Die Antwort Belgiens auf den Vorschlag Hoovers wird auch heute nicht nach Washington mitgeteilt werden, da die belgische Re- gierung noch mit der Durchberatung der Antwort beschäftigt ist. Großfeuer in Spandau. Drei Arbeiterinnen schwer verletzt. von einem Großseuer wurde heute mittag die F i l m o e r- werlung» st eile in den DeulschenlverkcninSpandau heimgesucht. Aus noch unbekannter Ursache gerieten mehrere Filmstreifen in Brand. 3m Augenblick stand ein großer Arbeitsraum, in dem hauptsächlich Frauen beschäftigt sind, in hellen Flammen. Eine Massenflucht aus dem brennenden Raum sehte ein. Drei Arbeilerinnen wurden von den nach allen Seiten hervorschleßenden Stichflammen erfaßt. Mit brennenden Kleidern eilten die Unglücklichen ins Freie, wo ihnen Arbeilskollegen zur Hilfe eilten. Die Feuerwehr erschien auf den Alarm„Großseuer— Menschenleben in Gefahr" mit einem großen Ausgebot von Fahrzeugen und nahm die llöscharbeiten vor. Die Fabrik brannte in einer Ausdehnung von über 100 Meter, wie wir bei Schluß des Blattes ersohren, sind die Löscharbeiten noch im Gange. Riefenfeuer in Allensteiu. Reichswehr zu Hilfe gerufen. Allen st ein, 25. Juni. Ein Riesenfeuer wütet seit DonnerStagvormittag IV Uhr auf dem Gelände der ehemaligen Qrlowskischen Mahl» und Schneidemühle, auf dem die Ermländifche Hauptgenossenschaft einen großen, mit mehreren tausend Zentnern Getreide gefüllten Speicher unterhält. Der Brand breitete sich mit ungeheurer Ge- schwindigkeit aus und findet in den großen Benzin- und Oelvorräten der Maschinenräume der Schneide- mühte reichliche Nahrung. Der große Getreidespeicher wurde bereits ein Opfer der Flammen. Da die Fener- wehr dem sich immer weiter ausbreitenden Brande nicht mehr gewachsen ivar, wurde eine Kompagnie Reichswehr zur Bekämpfung des Feuers eingesetzt. Berlins Arbeitsnot. Erwerbslosigkeit im Juni gestiegen. Im Gegensah zu der Entwicklung im Reich hat der Arbeit»- markt in verlin vom t. bis 15. 3uni einen Zugang von ll 000 neuen Erwerbslosen ersahren. Damit hat sich die Gesamtzahl der Berliner Arbeitslosen von 4ZS 000 aus 447 107 Personen erhöht. Da die Entwicklung in der Provinz noch etwas besser war, konnte innerhalb des Landesarbeitsamtes Brandenburg(Berlin— Brandenburg— Grenzmark) noch ein gewisser Ausgleich stoltsinden, immerhin aber hat auch der gesamte Bezirk des Landesarbeilsamtes einen Zuwach» von 3900 aus 590 993 Arbeitsuchende zu verzeichnen. Die Reichshauptstadt, deren Entlastung aus dem Arbeitsmarkt schon seit März weit hinter dem Reichsdurchschnitt zurückblieb, ist mit der starten Verschlechterung in der ersten Jumhälfte noch er- heblich mehr in Rückstand gekommen. In allererster Linie ist hierfür die Versthärsung der Arbeitstrise in der Berliner Metallindustrie verantwortlickv Weltflieger wieder gestartet. Sie wollen versuchen, nach LrkutSk durchzufliegen. Die beiden amerikanischen Ozeanflieger Post und Gatky, dir gestern abend nach der geglückten Ozeonüberquerung auf dem Tempelhoser Flugplatz eintrasen, sind bereils heule früh 7.38 Uhr zum Fluge nach Moskau gestartet, das sie in direktem Fluge zu erreichen hoffen. Räch den vorliegenden Wettermeldungen dürsten die Flieger in 1500 Meter höhe über der Wolkendecke gules Wetter und Rückenwind haben, so daß der direkte Flug durchaus möglich erscheint. Nach einer ergänzenden Meldung beabsichtigen die Flieger nach Möglichkeit direkt bi» I r k u t s k zu fliegen. Das Flugzeug hat f ll r 13 Stunden Betriebs st offan Bord. Dem amerikanischen Flugzeug flog ein deutsch?? Kleiusportslugzeug, eine BFW.-Maschine, voraus. Die Amerikaner«lachten noch einige Ehrenrunden um den Platz und verschwanden um 7.42 Uhr in östlicher Richtung. Keine Nachricht von den dänischen Ozeanfliegern. New Zork. 25. Juni. Die dänischen Flieger, die in Harbour Grace zum Fluge nach Kopenhagen gestartet sind, wurden bisher n i ch t g e s i ch t e t. Die Dänen fliegen ohne Radioapparat. Sie werden um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kopenhagen erwartet. Polizei und Spartakiade. Bindende Zusicherungen der Kommunisten. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: „Am 2t>. Juni dieses Jahres ist die seit längerer Zeit geplante, auf den 4. bis 12. Juli 1931 festgesetzte sogenannte Spartakiade verboten worden, da Artikel der kommunistischen Presse über die Spartakiade es zweifelhaft erschienen ließen, ob die Beranstaltunz ihren unpolitischen, rein sportlichen Charakter wahren würde. Nach- dem nunmehr der Vertreter des Spartakiade-Komitees, Landtags- abgeordneter Grube, in wiederholten mündlichen und schriftlichen Erklärungen bestimmt versichert hat, daß für das Sparta- k i a d e- K o m i t e e die erwähnten Artikel nicht be- stimmend seien und daß sie sich mit ihnen keineswegs identi- fizieren, ist dem Komitee mitgeteilt worden, daß, sosern nichts ein- tritt, was dieser Versicherung entgegenstehe, die geplanten sportlichen Veranstaltungen nicht grundsätzlich verhindert werden sollen. Das Komitee hat eine nochmalig« ausdrückliche Garantie dafür über- nommen, daß die Spartakiade als rein sportliche Veranstaltung durchgeführt wird. Als Sicherung dafür, daß auch in den Ansprachen der unpolitische Charakter gewahrt bleibt, wird das Komitee sämtliche Reden der Polizei ini Manuskript vor- legen. Mit Rücksicht auf die neue Sachlage wird nach erfolgter Anmeldung der einzelnen sportlichen Veranstaltungen im Einzelfalle geprüft werden, ob die einzelnen Veranstaltungen sich im Rahme» der gesetzliche» Bestimmungen(Notverordnung, Bannmeilengesctz usw.) halten." Um der konimunistischen Spartatiade ein größeres Relief zu geben, hat die koinmunistisch« Presse angekündigt, daß aus der Sowjetunion gleich inehrcre hundert russische Arbeiter- s p o r t l e r und auch aus anderen Ländern Delegationen nach Ber- tin kommen würden. Auf Weisung des Auswärtigen Amts haben jedoch die deutschen Paßstellen sowohl in Rußland wie in den an- deren Staaten keiner dieser Delegationen die Ein- r e i s e« r l a u b n i- nach Deutschland erteilt. Es könnte» also höchstens Abordnungen aus den Ländern kommen, mit denen bereits der oisumfreie Reiseverkehr besteht. Aber in all diesen Ländern bedeuten die lommunistischcn Parteien und schon gar die kommu- nistischen Splitter der Arbeitersportbewegung sehr wenig. Was übrigens von kommunistischen Zusagen, wie sie Herr Grube gegeben hat, zu halten ist, weiß man zur Genüg«. Bekanntlich ist auch das Nazisporlfest oerboten worden. Die kommunistischen Liigenbeutel haben es fertig gebracht, nicht nur dieses Ver- bot als bestellte Arbeit auszugeben, sondern gar noch zu be- Haupte», das nationalsozialistische Sportfest sei direkt oder indirekt von R eg i« r u» g s st e l i e selb st angeregt woi den, damit man aus dem Ilmwege über Goebbels auch die Spartakiade ver- bieten könne. Daß die Leute an Groß c u m ahn leiden, ist nicht unbekannt.. Jetzt kommen auch noch die charakteristischen Erscheinungen des Verfolgungswahns hinzu. DoNarkredit für die Reichsbank. �00 Millionen abgeschlossen.- Börse sehr fest. London, 25. Zuni. Die Reichsbank hat heule den in Aussicht gestellten lllll-RIillionen- Dollar-Kredit erhalten. Die Iransaktion ist unter Führung der Lank von England und unter Beteiligung der amerikanischen und französischen Notenbank sowie der Baseler Reparalionsbank(B3Z.) zustande gekommen. Dieser Kredit, der der Reichsbank Dollardevisen im Werte von 429 Millionen Mark zur Verfügung stellt, ist als reiner Bereit- stcUungs- oder Sicherheitskredit anzusehen. Nach dem Wochen- ausjveis der Neichsbank vom 23. Juni ist infolge der Devisenabslüsse der letzten Woche die Deckung des Notenumlaufes bei aus 49,4 Proz. gesunken. Damit ist die Mindestgrenze der Deckung von 49 Proz. nahezu erreicht. Der 199-Millioncn-Dollar-Krcdit soll nun der Reichsbank siir die bestehenden llltimoschwierigkeiten, die stets eine stärkere Anspannung mit sich bringen, den Rücken stärken. Mit dem Devisenkredit von 429 Millionen Mark hat die Rcichsbank für den bevorstehenden Halbjahresultimo Bewegungsfreiheit im Rahmen einer vermehrten Kreditanspannung von rund 1 Mil- liarde Mark. Inwieweit die Rcichsbank diesen Dollarkredit in An- sprich nehmen wird, hängt ganz von dem zum Ultimo einsetzenden innerdeutschen Kreditbedars ab. KurSbeflerungen an der Börse. Der Abschluß des Reichsbankkrcdites, bei dem besonders die Beteiligung der Bank von Frankreich hervorgehoben wurde, hat an der heutigen Börse die Stimmung erheblich befestigt. Auch wurden die Aussichten für eine Einigung mit Frankreich und siir eine deutsch-sranzösische Ministerzusammenkunft g ll n st i g e r beurteilt als gestern. Es kam hinzu, daß wegen des morgigen Liquidations- t a g c s die Baissepartei noch st arte Deckungskäuf« vorzu- nehmen hatte, so daß in den ersten Börsenstunden besonders in den Papieren, wo ungedeckte Verkäufe der Baissespekulanten vorlagen, erhebliche Kurssteigerungen stattfanden. So erhöhten sich Kaliwerke S a l z de t s u r t h von 196 bis auf 295, während I. G. Farben mit 138 gegen 135,5 Proz. am gestrigen Tage gc- handelt wurden. Von diesen Deckungskäufen abgesehen, hielt sich das Börsen- geschäft heute in sehr engem Rahmen und später machte sich allgemein eine starke Zurückhaltung bemerkbar. Dementsprechend gingen die Kurse in der zweiten Börsenhälfte wieder etwas herunter, ohne jedoch den niedrigsten Tageskurs zu erreichen. Kanonenboot gesunken. Fünf argentinische Matrosen ertrunken. Buenos Aires. 25. Zun!. Das argentinische Kanonenboot„R o s a r i o" ist aus dem Pa- rana mit einem Dampfer zusammengestoßen und so schwer beschä digt worden, daß es in wenigen Minuten sank. Fünf Mann der Besatzung sind ertrunken. Zierden der„nationalen Front Gtahlhelmer als Menschenexporteure im Gerichtssaal verhafiet! Zwickau, 25. Juni.(Eigenbericht.) Im Laufe des letzten Jahres hat hier wiederholt ein Werner Münch aus Zwickau die Oesfentlichkeit beschäftigt, der zwar den Aussagen seiner Mutter nach„gut christlich" erzogen worden ist. dessen Strafrcgister aber in ganz kurzer Zeit so umfangreich geworden ist, daß der Stahlhelm, dessen Mitglied er war, jetzt versucht, ihn abzuschütteln. Dieser jetzt 23jährige Bursche hat sich vor etwa 18 Monaten als Geschäftsführer einer Firma H a r a z i m u. Co. ausge- geben. Zufällig bot sich die Firma Harazim in der Wochenschrist „Der Stahlhelm", dem amtlichen Organ des Stahlhelms, an, gegen Leistung von 29,45 M. Kontraktspcsen Stahlhelmleuten in Frankreich Arbeit zu übermitteln. Nachforschungen ergaben jedoch. daß die Firma Harazim mit diesem„Menschenhandel mit dem Erbfeind" nichts zu tun hatte. Ihr Platzvertreter in Zwickau, Herr Werner Münch, hatte de» Namen der Firma als Deckadresse verwendet, um möglichst unerkannt im Hintergrund bleiben zu können. Während der Zeit, in der er Geschäftsführer der Firma Harazim und Stellenvermittler für deutsche Arbeiter nach Frankreich war, bezog Münch aber unberechtlglerweise über 1200 Mark Erwerbslosenunterstühung. Ilm diese Schwindelei durchführen zu können, übernahm seine Mutter die Geschäftsführung der Firma Harazim: er selbst meldete sich von Zwickau ab und hob in Planitz und Crimmilschau Arbeitslosenunterstützung ab. Wegen dieser Betrügereien wurde Münch seinerzeit mit vier Monaten Gefängnis bestraft. Als die Polizei und das Arbeitsamt durch Veröffentlichungen in der Presse aus Herrn Münch aufmerksam geworden waren, war das besonders dem Stahlhelm sehr fatal, der kurz vorher während des Volksbegehrens gegen den Voung-Plan heftig über den angeb- lichen Menschenexport deutscher Arbeitsämter nach Frankreich ge- zetert hatte. Er war in die Affäre Münch verwickelt. In den an die Bewerber gesandten Auswanderungsbedin- g u n g e n stand geschrieben, daß dicOrtsgruppeZwickaudes Stahlhelms in dieser Sache gern Auskunft gäbe, und die Inserate Münchs hatten ja in der Stahlhelmzeitung gestanden. Münch wurde wegen Uebertretung des Arbeitsverm-ttlungs- gesetzes und Vergehens gegen die Gewerbeordnung zu 139 M. Geldstrafe verurteilt. Er unterwarf sich diesem Urteil nicht, sondern ging in die Berufung. Die 1. Strafkammer des Landgerichts Zwickau hotte sich daraufhin mit dieser Sache noch einmal zu beschäftigen. Herr Münch wurde schon bei der Vernehmung zur Person vom Vorsitzenden beim Schwindeln ertappt. Er gab sich nämlich als Generalsekretär des Deutschen Tankstellenreichsoerbdndes aus, obwohl er dort nur einige Wochen war und seit langem schon entlasten ist. Roch mehr wurde aber diese nationale Leuchte durch einen Brief charakterisiert, der dem Gericht vor einigen Tagen zugegangen war. In diesem Brief, den Herr Münch an den Jng-enieur M-lchert nach Nancy geschrieben hatte, gab er diesem, seinem Komplicen, von dem Einschreiten der Polizei Kenntnis. Er forderte Herrn Melcherk auf. so auszusagen, wie er es ihm mitteile. Damit seine Gewinnbeteiligung an dem Menschenhandel in Deutschland unerkannt bleibe, sollte Herr Melcherl sich in Paris ein Postscheckkonto zulegen. Aus dieses Konto sollten die Opfer die Sontraklspesen einzahlen, und Melchert sollte ihm von dort aus seinen Gewinn übermitteln. Nach der Bekanntgabe dieses Briefes, der im Gerichtssaal sensationell wirkte, zog Münch seine Berufung zurück. Aber bevor sich die Er- legung noch ganz gelegt hatte, platzte die zweite Bombe: Staatsanwalt Dr. Liebers verlas ein Schreiben, das Münch vor einigen Tagen an eines seiner Opfer, das gestern als Zeuge auftreten sollte, geschrieben hatte und in dem er den Zeugen aufforderte, falsch auszusagen. Die dritte Sensation kam gleich hinterher: Münch wurde sofort verhaftet, da gegen ihn ein Hastbefehl eines Berliner Gerichts vorlag, und wegen der Verleitung zum Meineid Verdunkelungsgefahr besteht. Das ist das vorläufige Ende eines nationalistischen Betrügers, der sich nicht gescheut hat, aus der ungeheuerlichen Not der erwerbs- losen Arbeiter Gewinn zu schlagen. Aber der Stahlhelm wird trotz- dem weiterhin über Menschenexporte zetern— versteht sich: über die Menschenexporte der anderen... Ick dementiere mir attuS' W/n4rvt�{4'ttti Mi' WttmL „In unser Partei, in der Bruch des Ehrenwortes Prinzip ist, wird man wohl noch seine Unterschrift verleugnen dürfen." „Lebender Marmor" verboien. Vespermann zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Schöffengericht Bcrlin-Mitte verurteilte in dem Prozeß wegen Illbrichs„Lebendem Marmor" den Redakteur Bejpormann wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu 199 M. Geldstrafe, für die im Nichtbeitreibungssalle zehn Tage Gesängnis treten. Alle Stücke des Bilderanhangs werden eingezogen und die Platten unbrauchbar gemacht. In der II r t c i l s b e g r ü n d u n g sührte Amtsgerichtsrat Burk- hard u. a. aus: Im Bilderanhang befinden sich auch eine Anzahl von Photos, die an und für sich nicht unzüchtig sind, so z. B. die ver- schiedcnen Bilder von Liesä)cn Neumann in bekleidetem Zustand. Im ganzen genommen sind aber die 178 Bilder als unzüchtig zu betrach- ten. Sie mußten als Beleg für die erotomanisch« Photographie- leidenschaft des Uhrmachers Ulbrich gelten. Die Unzüchtigkeit kann nicht durch eine Wissenschaftlichkeit entschuldigt werden, in der Zu- sammenstellung ist kein bestimmtes System beobachtet worden. Hinzu kommt der Umstand, daß die von Ulbrich photogrnphierten jungen Mädchen nicht ahnen konnten, daß sie durch die Reproduktion der Photographien in aller Oefsentlichtcit prostituiert werden sollten. „Ich habe einen kali gemacht." Geheimnisvolles Verschwinden eines jungen Mannes. Das geheimnisvolle Verschwinden eines jungen Mannes be- schäftigt seit einigen Tagen die Inspektion der Kriminalpolizei. Der 24 Jahre alte Schmied Erwin Z e s s i c n, der in Hermsdorf geboren ist und dort in der Glienicker Str. 2b in Untermiete wohnte, hatte in der Nacht vom Sonntag zu Montag ein peinliches Erlebnis. Gegen 4 Uhr morgens war er in der Berliner Straße durch das Fenster in eine im Erdgeschoß gelegene Wohnung e i n g e- st i e g e n. Hausbewohner hatten seine Klettertour beobachtet und die Polizei herbeigerufen. Die Beamten holten ihn aus der Wohnung heraus und brachten ihn auf das zuständige Polizeirevier. Der Vor- fall klärte sich als sehr hormlos auf, denn Zessten konnte Nachweisen, daß er keine Einbruchsabsichten hatte, sondern nur ein Mädchen be- suchen wollte. Seine Angaben wurden auch bestätigt und so konnte er kurze Zeit darauf die Wache wieder verlassen. Gegön 5 Uhr morgens erschien er in seiner Schlafstelle. Seinem Schlafgenofsen, mit dem er das Zimmer teilte, sagte er, daß er verschwinden wolle. Am Tisch schrieb er dann einen Zettel mit folgenden Worten: „Ich habe heute zwischen 2 und Mi3 Uhr einen kalt gemacht. Ich muß verschwinden." Dann warf er sich noch einen kurzen Augenblick aufs Bett, stand aber sofort wieder auf, legte den Zettel auf den Tisch und ging fort. Seit der Zeit ist er nicht wieder gesehen worden. Sein Schlaskollege übergab am nächsten Morgen den Zettel der Polizei und erzählte, was sich abgespielt hatte. Die Nachforschungen. die nun angestellt wurden, haben bisher keinen Anhalt darüber ergeben, daß Zessien wirklich einen Menschen getötet hat. Der junge Mann selbst konnte ebenfalls noch nicht gefunden werden. Zessien ist etwas schwermütig veranlagt. Zur Zeit ist er ohne Arbeit. Mehrere Verwandte von ihm leben aber in Hermsdorf und hätten ihn sicherlich unterstützt, wenn er Geld gebraucht hätte. Es Ist nicht ausgeschlossen, daß erSelbstmord verübt hat. Vor zwei Jahren bereits hatte er versucht, sich in dem sogenanytcir Totenpfuhl, einem morastigen Tümpel, der hinter dem Seebad Hermsdorf liegt, zu ertränken. Nur mit Mühe und Not konnten ihn Voriibsrkommende retten. Möglich ist aber auch, daß er irgendwo umherirrt. Zessien ist 1,6$ Meter groß, schlank, hat dunkelblondes Haar und sehr kräftige Figur. Zuletzt trug er ein blaues Jackett, helle Knickerbocker und eins Ballonmütze. Mitteilungen über sein Austauchcn erbittet die In- spektion A. im Polizeipräsidium.- s>„-: Das Dunkel um Düppel. „Absichtlich verwirrende Buchungen", sagt der Sachverständige. In dem Meineids- und Beftechungsprozeß gegen den Grund- stückshändler Karl Hitler vor dem Schwurgericht III drehte sich heute di« Beweisaufnahme vorwiegend um die Wechsel ge- s ch ö f t e zwischen dem verstorbenen Stadtrat Busch und seiner Gesellschaft„P e t r o l c a" einerseits und den, Angeklagten H> l l e r und seiner Gesellschaft„Industrie- und Baufinanz" andererseits, so- wie ferner um die Art, wie die Wechselakzeptc Büschs und die ee- leisteten Zahlungen verbucht worden sind. Darüber wurde der Bücherrevisor Max Michaelis vernommen. Der Revisor hat sestgestellt, daß Wechseltransaktionen in Höhe von 199 999 bis 145 999 M. vorgenommen worden sind, die bei der Industrie- und Vausinanz vereinzelt unter dem Namen Busch und der„Petrolea" überwiegend aber unter dem Namen Günther verbucht worden sind. Aus den Büchern gehe nicht hervor, daß der Gegenwert in Gestalt der Einlösung der Wechsel geleistet worden sei. In den Büchern der„Petrolea" treten die Wechsel überhaupt nicht in Erscheinung. Zur Illustration führt« der Soch- verständige einen Wechsel über 39 999 M. an. Hiersür war der Betrag nach?lbzug der Diskantzinsen au-eezab/t worden. In den Büchern bei Hiller crsolgte die Eintragung als Zahlung an Günther, bei der Buschschen„Petrolea" war an demselben Tage und genau ans Heller und Pfennig der gleiche Betrag als Einzahlung von Lutkie, also von Busch, eingetragen worden.(Der Name des Holländer, Lutkie diente bekanntllch Busch al, Deckname.) Daraus müsse man die Folgerung ziehen, daß man absichtlich derartig verwirrende Buchungen gemocht habe, um die Quelle, aus der di? Gelder geslossen sind, nicht in Erscheinung treten zu lassen. Diese Vorgänge wiederholten sich in ähnlicher Weise als Verschlüe- rung noch mehrfach. Merkwürdig sei, daß die Akzepte Günthers über oas Konto Düppkl-Dreilindsn gegangen sei. Nur einmal sei in den Büchern der„Petrolea" ein Akzept von Busch über 5999 M. erwähnt, es finde sich aber weder«ine Buchung, daß der Betrag eingegangen oder das Akzept eingelöst worden sei. Die Sache sei in den Büchern dadurch ausgeglichen worden, daß man hinzugesetzl habe:„erledigt durch Direktor Busch". Aus den Buchungen über Konto Dllppel-Dreilinden werde di« Bennutung, daß e? sich um Provisionen handle, die aus dem Geschäft Düppcl-Dreilinden gezahlt worden sind, sehr stark belegt. Jedenfalls seien syste- matisch von einem bestimmten Zeitpunkt ab dt« Wechsel der„Pe- trolea" als Akzept« Günthers geführt worden. Angekl. Hill er: Ich bin nicht verantwortlich für das, was Busch mit seinen Leuten machte/ Ich habe lediglich Busch Kredite gewährt und nicht Gü«- ther oder der„Petrolea", Spanien vor Enischeidung des Volkes Madrid. 24. 3uni.(Eigenbericht.) Jttti Sonntag soll in Spanien zu den„Eortes Eonslitu- yentes". der versassunggebenden Rationalversammlung, gewählt werden. Es ist die erste P a r l a m e u t s w a h l seit mehr als acht Jahren. Sie soll entscheiden, wie der spanische Staat in Zukunft ausgebaut werden soll. Dabei ist die Frage„Republik oder Monarchie" nicht mehr zur Debatte gestellt. Die Monarchie ist endgültig erledigt. Es gehl nur noch darum, in welcher Form die Republik ausgestaltet werden soll.„Zentraliftijche oder föderative Republik?"— das ist die eine Frage.„Liberale oder kirchliche Republik?" lautet die zweite. Und.Kapilalislis6)e oder soziale Republik?" die dritte und auf die Dauer sicherlich die wiäztigste. Man darf nicht glauben, daß in dem jetzigen Wahlkampf lebhast um all diese Fragen gerungen würde. Die republikanischen Parteien gehen in fast allen Provinzen genau so geschlossen in die Wahlschlacht, wie sie es am 12. April bei den denkwürdigen Gemcindewahlen taten, deren Ergebnis die Monarchie stürzte. Im August des vergangenen Jahres haben die heute regierenden Par- tcien den sogenannten„Pakt von San Sebastian" geschlossen, in dem sie sich grundsätzlich über ein gemeinsames Programm nicht nur zum Sturze der Monarchie, sondern auch zum Aufbau des neuen Staates einigten. Bis dieses Programm durchgeführt ist, wollen sie zu- sammenbleiben. Sie haben aus der llneinigkeil der republikanischen Parteien in der ersten spanischen Republik der siebziger Jahre gelernt und denken nicht daran, ihren Gegnern ein ähnliches Schauspiel und eine ähnliche Möglichkeit zu bieten, die Reaktion wieder zur Herrschast zu bringen. Sie sind fest davon überzeugt, daß Kompromisse notwendig sind, und die Handlungen der Regierung sind Kompromisse, die ihre Einigkeit wahren und damit den Bestand der jungen Republik von Tag zu Tag mehr sichern. Ein solches Kompromiß stellt auch die fast überall gemeinsame Benennung der Kandidaten für die kommenden Wahlen dar. Das besagt allerdings nicht, daß nicht doch hie und da trotz der Einheitsfront, trotz der gemeinsamen Liste, auf der Soziali st en und bürgerliche Repu- dlikaner aller Färbungen stehen, manch scharfes Wort über die heute verbündeten Gegner fiele. Niemand denkt daran, die Regierungsgemeinschaft allzulange fortzusetzen. Am aller- wenigsten die Sozialisten, die zweifellos die organisatorisch stärkste oller Parteien bilden. Schon mehrfach ist aus der sozialistischen Organisation heraus die Ansicht geäußert worden, die Partei müsse sofort nach den Mahlen aus der Regierung austreten und die Stellung einer loyalen Opposition beziehen. Die Anhänger eines Verbleibens im Kabinett bis nach Beendigung der Verfassungsarbeiten haben aber— wenigsten» vorläufig— absolut gesiegt. Die Partei weiß sehr genau, daß sie nicht stark genug ist, der kom- inenden Verfassung den Stempel des in die Praxis umgesetzten so- in der jüngsten Republik zialistischen Ideals aufzudrücken. Aber sie wird jedenfalls daraui sehen, daß die Türen für eine künftige Ausgestaltung offen bleiben. Bei den Wahlen des nächsten Sonntags werden die Sozialisten voraussichtlich die höchste Abgeordnetenzahl sämtlicher Parteien, d. h. eine relat've Mehrheit, erhalten. Eine absolute Majorität können sie noch nicht erreichen und wollen sie auch nicht ins Parlament bringen Ihre Organisation ist stark und die Massen stehen hinter ihr. Aber vorerst fehlt es noch sehr an der für eine Regierungs- überahme notwendigen Zahl mittlerer und unterer Führer. Die Organisation hat sich ungeheuer schnell ausgebreitet. Mit ihrem Wachstum vermochte die Heranbildung dieser Führer nicht Schritt zu halten. Bevor sie einmal die Regierung allein übernimmt, muß die Partei diesen Mangel wettmachen, muß sie sich einen starken Fllhrerstamm»ür die Provinz schaffen. Man darf nicht vergessen, daß die Rolle des Bcrufsbeamtentums in Spanien eine ganz andere, eine viel geringere ist als etwa in Deutsdiland Hier wechseln nicht nur sämtlidie Provinzgouverneure mit der Umbildung der Zentral- regierung. sondern zugleich eine große Anzahl niedriger Beamter� die olle von der neuen regierenden Partei gestellt werden müssen. An diesen Kräften fehlt es— wie es übrigens auch den bürger- lichen Republikanern schon fehlte, die früher noch nicht an der Regierung waren und deshalb keine Gelegenheit halten, zuverlässige Kräfte technisch gut durchzubilden. Neben dieser großen Schwierigkeit war noch eine andere Ueber- legung für die sozialistische Parteileitung maßgebend, nicht allzuviel Sitzungen in der Nationalversammlung anzustreben: die Gefahr, daß es unmöglich sein würde, das sozialistische Ideal sofort in die Praxis umzusetzen, und der damit ungeheuer anwachsende Druck der Linken, der S y n d i k a l i st e n. Die Syndikalisten, eigentlich Anarchosyndikalisten, wollen ganz bewußt keine Politik treiben. Nachdem aus all diesen Gründen sowohl der Kampf unter den bürgerlich-republikanischen Parteien als auch zwischen ihnen und den Sozialisten für die kommenden Wahlen ausgeschaltet ist, gibt es nur noch eine einzige ernst zu nehmende gegnerische Front: die „Nationale Aktion", eine sehr scharf klerikale und hochkapitalistische Gruppe. Die Wahl des 28. Juni muß zunächst einmal ein fast elnheit- liches Bekenntnis des Volke» zur Republik bringen. Ferner ist damit zu rechnen, daß die Linke erheblich an Einfluß gewinnen wird. Aus diesem Grunde haben kleine Splittergruppen, wie die Demokraten um Melquiades Alvarez und der alte Fuchs Romanones ihre Kandidaturen überhaupt zurückgezogen. Sie wollten es nicht erleben, in allzu geringer Minderheit zu blei- den. Erst wenn die Wahlresultate bekannt sind, wird die Entschei- dung fallen über die künstige Richtung der innerspanischen Politik. Neben der Verfassung stehen dann die wichtigen sogenannten„orga- nischen Gesetze" zur Debatte, die Gesetze, die den Ausbau der Sozial- Politik, die Agrarreform, die Trennung von Staat und Kirche u. a. m. durchführen sollen. Spanien wird mit einem Sprung ein modernes Land. Es will Europa nicht nur einholen, sondern über- holen! Arbeiierschast und Volkshochschulen. Tagung sozialistischer RildungSleiter. Der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit veranstaltete kn Bad Grund(Harz) unter Leitung seines Vorsitzenden, Genossen Heinrich Schulz, eine Tagung der sozialistischen-Leiter und Mitarbeiter an den Volkshochschulen. Dies? Tagung war von mehr als 40 Teilnehmern aus allen Teilen des Reiches besucht, die in den wichtigsten Volkshochschulen tätig sind. Außerdem waren Vertreter der Arbeiterhoch- und Gewerkschaftsschulen anwesend. Die Genosien Marquardt und St ein- Berlin sprachen über die Aufgaben der Volkshochschulen und ihre Beziehungen zur Arbeiterschaft, Genosse Ienssen- Tinz über die Schulungsarbeit der Heimvolkshoch- schulen. Noch längerer angeregter Aussprache, die sich an die Referate anschloß, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: 1. Die vom Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit am 20. und 21. Juni in Bad Grund cinberusene Tagung für Arbeiter- bildung, an der auch zahlreiche Mitarbeiter an Volkshochschulen teil- nahmen, sieht in den Volkshochschulen«in wertvolles Mittel der von der Bildungspolitik der Sozialdemokratie angestrebten öffentlichen Erwachsenenbildung. Sie weichet sich daher mit Entschiedenheit geg«n die Kürzung der bisher für die Unterstützung von Volkshochschulen verwendeten zu geringen öffentlichen Mittel und empfiehlt demgegen- über die Förderung des Volkshochschulwesens durch die gewerkschaftlichen und politischen Körperschaften der Arbeiterbewegung und durch die Arbeitervertrcter in den öffentlichen Körperschaften. 2. In den Richtlinien der Prerower Zusammenkunft der Volkshochschulvertreter erblickt die Tagung einen Fort- schritt in der Entwicklung des deuffchen Volkshochschulwesens, wie er insbesondere in den folgenden Sätzen dieser Richtlinien zum Aus- druck kommt:„Das Bildungsziel ergibt sich aus der Notwendigkeit der verantwortlichen Mitarbeit aller am staatlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gegenwart. Für den Aufbau des Arbeitsplanes maßgebend sind die Lebenserfahrungen der Besucher und ihre Bedürfnisse, wie sie sich aus der sozialen Gliederung und den landschaftlichen und örtlichen Besonderheiten ergeben." 3. Wie in ollen Einrichtungen des öffentlichen Bildungswesens müssen die Vertreter der Arbeitnehmerschast in den staatlichen und kommunalen Körperschaften Einfluß auf die Verwaltung, die Personcnauswahl und die Lehrplangestaltung der Volkshochschulen nehmen. Bei der Auswahl der Lehrkräfte ist besonders zu beachten, daß neben fachlicher und pädagogischer Eignung eine starke innere Verbindung der Dozenten mit dem Denken und Fühlen des werk- tätigen Volkes vorhanden sein soll. 4. Enge Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen der Arbeiterbewegung mit den Volkshochschulen ist erwünscht. Der Reichsmisschuß wird ersucht, durch ständige Information der de- teiligten Kreis« das Volkshochschulwesen zu sördern. Filmsragen vor dem Gfoichsrai. Gesehentwurf über Schmalfilme angenommen. Der R e i ch s r a t nahm am Mittwoch einen Gesetz- entwurs über Schmalfilme an. Da die Verwendung dieser Filme wesentlich zugenommen Hot und die Filme nicht nur in Privathäusern, sondern auch in Schulen und bei öffentlichen Ausführungen benutzt werden, Hot es sich als notwendig erwiesen, Bestimmungen über die Sicherungen bei solchen Vorführungen zu treffen. Der Entwurf bestimmt, daß Schmalfilme schwer ent- flaMmbar und schwer brennbar sein müssen und daß ander« Schmalfilme weder im Inland« hergestellt, noch aus dem Auslände eingeführt, noch nach Inkrafttreten des Gesetzes verwendet oder in Verkehr gebracht werden dürfen. Da sich ferner l>crousgestellt hat, daß dieselben Sicherungen auch für die Vorführung stehender Bilder notwendig sind, haben die Ausschüsse des Rcichsrats die Vorschriften des Gesetzentwurfes auch auf dos Lichtbildwesen ausgedehM Ebenso stimmte der Reichsrat einer Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Vorführung ausländischer Bild- st r c i f e n zu, die bereits die Zustimmung des Bildungsausschusses des Reichstages gesunde» hat. Die bisherigen Ausführungs- bestimmungen setzen Kontingente für die Einführung von stummen und von Tonfilmen zur Wahrung der kulturellen Interessen des deutschen Lichffpielwesens fest. Diese galten aber nur bis Ende des laufenden Monats, weswegen die neue Verordnung die Gültig- keit der Bestimmungen verlängert. Außerdem werden die Kontingente zugunsten der Tonfilm« abgeändert. Der Reichsrot genehmigte sodann die Ausprägung von Dreimarkstücken zur Erinnerung an den Freiherrn vom Stein, der vor IVO Jahren am 21. Juli gestorben ist. Ferner erklärte er die Schatzonweisungen der Stadt Dresden im Betrage von zwei Millionen Mark für geeignet zur Anlegung von Mündel- g e l d e r n. Zwei große beuffche Künstler. Ausstellung Tilman Niemenfchneidcr und Burglmair. Würzburg und Hannover haben das„Riemen- schnciderjahr" 1931 durch gewichtige Ausstellungen gefeiert: Würz- bürg, wo der große Meister am 18. Juli 1331 gestorben ist, mit dem Recht seiner eigentlichen Heimat, in der er gelebt und geschossen hat, und wo man noch heute einige seiner Hauptwerke am ursprünglichen Platze sehen kann: Hannooer als künstlerischer Vormund sozusagen von Osterode an, Harz, wo er zwischen 14K0 und 1465 geboren wurde. Berlin, das im Deutschen Museum einen Riemenschneider- Saal mit auserlesenen Köstlichkeiten seiner Holzschnitzkunst besitzt, kann nur auf diese, allerdings schwerwiegende Tatsache hinweisen und zum Besuch einladen: man wird einen der herrlichsten Künstler von ganz deutscher Vollkommenheit dort kennenlernen, oder (hosseiitlich, seine Bekanntschaft erneuern. Indessen hat letzt, zum engeren Gedächtnis seines 4M. Todestages, die Staatliche Kunstbibliothek, Prinz-Albrecht-Straße 7 a,»ine sehr schöne Ausstellung von Photographien nach seinen Hauptwerken ver- anstaltet, deren Besuch dringend empfohlen sei. Man sieht dort in sehr gelungenen Photos, vor allem auch mit Teilaufnahmen von Köpfen usw. die berühmten Schnitzoltäre von Rothenburg, Creglingen, Münnerftadt, Dettwang und Maidbronn, die herrlichen Steingrabmäler des Kaisers Heinrich im Bamberger Dom, der Bischöse Scherenberg und Lorenz v. Bibra im Dom zu Würzbung und von der Würzburger Marienkapelle den Grabstein des Konrad von Schaumberg und Adam und Eva, schönste Verkörperungen jugendlich herber Anmut. Die Volkstümlichkeit des„ehrsam und kunstreich Tilinan Riemenschneider, Bildhauer und Bürger zu Würzburg", wie sein Grabstein oermeldet, ist schon vor IM Jahren so groß gewesen, daß man damals, in romantischer Sehnsucht nach Deutschlands großer Zeit, sein Todesjahr in ähnlich festlicher Weise beging wie heute, und ihn neben Dürer stellte, dessen 3M-Iohr-Fcier in Nürnberg 1828 zu einem Nationalseft gestaltet worden war. Wir haben eigentlich Pärksea Grund, de« Würzburger Bildschnitzer zu seiern. weil wir unvergleichlich klarer sein gewaltiges Wepk übersehen und lieben gelernt haben, und weil wir im besonderen ihn als Genossen im Kampf gegen die Gewalten der herrschenden Klasse unser nennen dürfen. Er hat sich, mit der Bürgerschaft Würzburgs, 1323 auf die Seite der aufständischen Bauern und Florian Geyers geschlagen und ist daran schließlich zugrunde gegangen. Ein anderer Künstler aus der Schar der großen Deutschen, die vor 4M Iahren den Höhepunkt unserer Spätgotik herausgeführt haben, ist im gleichen Jahr wie Riemenschneider, kurz nach ihm gc- starben: Hans Burgkmair von Augsburg. Er erfreut sich nicht einer solchen Popularität wie jener, wie Dürer oder Grüne- wald, weil er der Renaissanccschönheit Italiens einen zu breiten Spielraum in seiner Malerei einräumte. Daß er gleichwohl den echten Ton deutscher Empfindung zu treffen wußte, beweisen seine großartigen Holzschnitte, von denen das Kupfer st ichkabinett eine ausgezeichnete Zluswahl in dem Brückengang zwischen Kaiser- Friedrich- und Deutschem Museum ausgestellt hat, in kluger Be- jchränkung auf das Wesentlich-Deutsche. k'aul F. Sdimidt. „Menschen hinier Gittern". Capitol. Gesegnet sei der Film, der uns Probleme des heutigen Lebens vor Augen führt— aus der Stickluft der leidigen Operetten heraus. Die deutsche Fassung dieses amerikanischen Films spricht nicht das letzte Wort zu dem.Kapitel„Mensch und Zuchthaus", aber er bringt so packende Bilder aus dieser modernen Hölle, er rollt sozusagen un- gewollt und als reines Anschauungsmaterial die ungeheuer wichtigen Fragen auf. Der junge ungarische Regisseur Paul F e j o s hat ein- dringlich das ganze Milieu erfaßt und gibt uns ein klares Bild von dem Leben und Treiben in einem großen amerikanischen Jucht- haus. Wie hier Tausende zu bloßen Nummern werden, wie das ganze Leben hier vom Drill reglementiert wird, wie diese Masse Mensch hier mechanisch ersta-rt! Das Leben in der Zelle, der Spaziergang auf dem Hof, der Arbeits- und Eßsaal und schließlich die Kirche sind das ganze Um und Auf der Sträflinge. Einige individuelle Schicksole werden herausgehoben, dem Humor wird ein breiter Raum gegönnt und zum Schluß kommt der Knalleffekt: der Ausbruchsversuch und der Kampf der Revoltierenden gegen Maschinengewehr" und Tanks. In einem Blutbad wird der Aus- rnhr erstickt, ober ganz zum Schluß leuchtet noch ein IlappAend für einen, der das Zuchthaus verläßt, und den Weg wieder zum Leben in der Gesellschaft finden wird. Heinrich Georg«. stehF im Mittelpunkt mit seiner breiten massigen Person, mit seiner Urkraft, mit seiner Gutmütigkeit und seinem Humor, die etwas Sonne in die Seelenöde bringen. Sein Butch, der zu lebenslänglicher Strafe verurteilt ist, kann sein Frei- heitsgefühl schließlich nicht mehr bändigen. Er gibt das Zeichen zur Revolte(ein grandioser Spektakel im Eßsaal), er organisiert den bewaffneten Ausbruch und fällt als„Held". Den Verbrecher, der mit den Kopf arbeitet, repiäsentiert Gustav Dießl, scharsumrissen, einprägsam. Einen Weichling, der zum Verräter wird, charakterisiert Egon v. Jordan, den Spitzel Twardowski. Peter Erkelenz gibt dem Gefängnisdirektor, einem ausgesprochenen Willensmenschen, auch sympathische Seiten. Die einzige Frau ist Ditta Parlo. die für ein kleines sentimentales Zwischenspiel mit einem Ausbrecher sorgt.— Den deutschen Dialog haben Walter Hasenclever und Ernst Toller dem Milieu und den Darstellern gut angepaßt. Di« ganze Furchtbarkeit des Zuchchausproblems wird nicht er» schöpft, einige Seiten, darunter die sexuelle, sind überhaupt nicht angeschnitten, die sozialen Hintergründe des Verbrechens werden nicht aufgezeigt und Reformmöglichkeiten nur ganz beiläufig hier erörtert. Trotzdem, der Film ist begrüßenswert, weil er einen An- fang bedeutet und dazu beitragen kann, die Augen zu öffnen und andere Lösungen beitragen kann, die Augen zu öffnen und andere Lösungen vorzubereiten. Der ganze Schlußteil mit seiner endlosen Schießerei ist typisch amerikanisch.. O. Auktton von Werken lebender Künstler. Am Sonnabend findet bei Graupe eine bemerkenswerte Auktion statt: deutsche Künstler der jüngeren Generation geben vorzügliche Werke her, die zu ihren Gunsten so versteigert werden, daß ihnen der ganze Reinertrag zufließt. Dazu ist die untere Bietgrenze (Limit) ungewöhnlich niedrig angesetzt worden(Aquarelle usw. von 39 M. an, Oelgemälde von 149 M., Kleinbronzen von 199 M. an). Oer Zweck ist ein doppelter:„Die Verbindung zwischen Künstler und kunstliebcndem Publikum zu vertiefen und gleichzeitig der wirt- schastlichen Not der Künstler zu steuern." In Berlin wird ein solcher Versuch zum ersten Male gemacht, und es wäre dringend zu wünschen, daß er in vollem Umfang glückte und alle 132 Nummern ihre Besitzer fänden, damit er bald wiederholt werden kann: selbst auf die Gefahr hin, daß die objektiv so erzielten Marktpreise für deutsche Kunstwerke nicht unerheblich unter den leider bei uns üblichen Forderungen der Künstler liegen. Ilm des guten Zweckes willen haben einige Firmen sich zusanunengetan und den hübschen Katalog kostenlos hergestellt. Von den beteiligten Künstlern nennen wir u. a. Hoscr, G. Grasz, Wollheim, Fritsch. Sirauskops, Kolbe, Sintenis, Kaus, Zcllcr, Annat, Schmid, Bot». Die Werke find bei Graupe(Tiergartenstraße 4) bis Freitagqbend unentgeltlich ausgestellt, die Auktion beginnt ebenda am Sonnabend um 3M Uhr. Proletarische Waifeskspiele. Unter Berücksichtigung der besau- deren Bedeutung, die dem 1. Mai als proletarischem Feiertage zukommt, wird in S o a l f e l d für die Zukunft die Einrichtung proletarischer Maisestspielc geplant. Veranlaßt wurde dieser Plan durch den außergewöhnlichen Erfolg der Uraufführung der prole- tarischen Kantate„Freie Erde"(Text: Max Barchel: Musik: Victor Korda) am 3. Mai dieses Jahres durch den Volkschor Saalseld unter Leitung van Thilo Thiele(Jena). Für das nächste Jahr sieht das Programm dieser Festspiele neben einer tzlusführung von„Freie Erde" die Uraufführung einer„B e r g a r b e i t e r- K a n t a t e" von dem bekannten Arbeiterkomponisten Othmar Gerster und die szenische Ausführung des„K r e u z z u g e s der Maschine" vor. Den Vorsitz des Festausschusses Hot Professor Dr. 5). Baege(Jena) übernommen. Die künstlerische Leitung ist Thilo Thiele übertragen worden. Toscanini in Bayreuth. Arthur Toscanini ist gestern abend in Bayreuth eingetroffen. Toscanini hat schon im vorigen Jahre bei den Bayreuther Festspielen mitgewirkt und wird diesmal den Parsival dirigieren. Prof. Ernst Kretschmer spricht in Berlin. Wegen de-Z zu erwartenden großen Andrangs ist der Vortrag des Pros. Ernst Krctschmcr..E r l c b n r s- w i r k» n g u n d N e u r o s e n e n t st c h u n g in der Gesellschaft für empirische Philosophie" am Dienstag den 29. Juni, abends 8 Uhr in das Auditorium Maximum der Universität verlegt worden. Karten sind nur im Vorvcrkaus in der Akademischen ikesehaste der Universität ab Freitag von 19 bis 11 Uhr nnd von 13 bis 18.30 Uhr, am Tage des Vor- träges außerdem von IS bis 29.30 Uhr zu habe». Ulraintschr» Wissenschastljche« Institut. Freitag. 29 Uhr. spricht im Hör. faal 28 der Universität, in deutscher Sprache Dr. Z. K u z i e I a über „Ukrainische historische Bollslieder". Moskau dekretiert! Was es in Oeuffchland nicht länger duldet. Mit wahrer Wollust berichtet das Berliner Moskaublatt, daß das Reichskomitce der RGO. Deutschlands von dem Vollzugsbüro der RGJ. in Moskau eine schallende Ohrfeige erhalten hat. Bildlich gesprochen. Das Dekret aus Moskau in der üblichen„revolutionären" Länge drückt dem Reichskomitee der RGO. das höchste Mißfallen der „Roten Gewerkschaftsinternationale" darüber aus, daß „uageachket wiederholter Anweisungen der leitenden Organe der RGZ. über die Rolwendigkeil der Steigerung der Arbeit in den reformistischen und den anderen reaktionäre« Gewerkschaften, diese Arbeit seit dem V. RGZ.-Kongreß sich nicht nur gesteigert, sondern im Gegenteil noch vermindert hat. Dieser Zustand darf keinesfalls länger geduldet werden." In den„revolutionären" Gewerkschaftsgründungen machten sich Stimmungen geltend, daß die Arbeit innerhalb der reformistischen Gewerkschaften ein überwundenes Stadium sei, daß man jetzt die Aufmerksamkeit einzig und allein auf die Organisierung der neuen Verbände konzentrieren müsse." -i- Die Gründung„revolutionärer" Gewerkschaften in Deutschland hat sich als ein total verfehltes kommunistisches Experiment erwiesen. Die freien Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern im Notfalle Unter- stützung, die„revolutionären" Splittergebilde bieten ihnen nichts als Phrasen, für die kein Arbeiter sich ein Stück Brot kaufen kann und Parolen, die sie zu unsinnigen gewerkschaftsfeindlichen Aktionen verpflichten. Mit diesen„revolutionären" Gründungen, mit diesen Zersplitterungsversuchen der gewerkschaftlichen Aktionskraft, haben die von Moskau kommandierten„Revolutionäre" ihre C e w e r k- sch a ft s f e i n d l ich k e i t und G e w e r k s ch a f t s s ch ä d l i ch- k e i t in so deutlicher Weise bekundet, daß selbst viele„Sympathi- sierende" vor diesem„revolutionären" Treiben zurückschreckte. Der Bankrott der„revolutionären" Gewerk- s ch a f t e n hat das Moskauer„Vollzugsbüro" veranlaßt, diese Stimmungen entschieden zurückzuweisen.„Solche Anschauungen sind falsch und gefährlich, sie müssen für die revolutionäre Gewerkschafts- opposition sehr schwerwiegende Folgen haben." Die„revolutionäre Gewerkschaftsopposition", der aus den freien Gewerkschaften infolge ihres gewerkschaftsschädigenden Treibens Aus- geschlossenen, soll nach dem Moskauer Utas das Kunststück fertig bringen, den revolutionären Sondergründungen auf die Beine zu helfen, gleichzeitig aber, trotz des scharfen Trennungsstriches, den sie gegen die Gewerkschaften gezogen hat und der die Gewerkschaften zwang, diesen Trennungsstrich zu oerstärken, ihre„revolutionären' Quertreibereien innerhalb der Gewerkschaften fortzusehen. Das ist zuviel verlangt! Die freien Gewerkschaften haben den Langmut, den sie den„revolutionären" Quertreibereien in ihren Ver- banden gegenüber an den Tag gelegt hatten, als verfehlt erkannt und verfahren fehl mit jedem Gewerkschaftsschädling so, wie er es verdient. Der einzige Erfolg, den die neueste Moskauer Verfügung an die RGO.-Leute in Deutschland erzielen kann, wird höchstens darin bestehen, daß noch etliche Ausgeschlossene zu den eigenen RGO.-Läden kommen. Die Moskauer hüben und drüben mögen sich gesagt sein lassen, daß ihre Rolle innerhalb der freien Gewerkschaften ein für allemal ausgespielt ist. Das Verfügungsrecht. das die Moskauer Machthaber sich über die Gewerkschaften in Sowjetrußland angemaßt haben, können sie nicht auf die deutschen Gewerkschaften übertragen. Die Herr- schaften können ihren RGO.-Leuten sagen, was sie nicht länger dulden, die Gewerkschaften aber dulden nicht länger mehr die RGO.-Mache in ihren Reihen. „Elemente". Ein llka«i der Firma Or. Selle-Eysler A.-G. Die Firma Dr. Selle- Eysler 21.=®., eine der größten Berliner Buchdruckereicn, richtete nachstehendes Schreiben an ihre Betriebs- vortretung: „Unter der Belegschaft sind Elemente, die die Arbeitszeit dazu benutzen, Ballenbretter zu stehlen und sie zu zer- sägen. Es ist uns leider nicht gelungen, dieses Gesindel zu er- wischen, wir haben nur auf der Damentoilette des Buchdrucks im I. Stock die zersägten Bretter und die Säge finden können. Das Zersägen des Holzes geschah größtenteils in der 2. Schicht und auch vor Beginn der 1. Schicht. Zur Ermittlung dieser Elemente brauchen wir dringend ?hrc Unterstützung, da sonst die ehrlichen Arbeitnehmer dadurch leicht in den Verdacht der Täterschaft geraten können. Bctriebsdirektion: gez.: Ohle." Hierzu wird uns u. a. mitgeteilt:„Es handelt sich um fast wertloses Verpackungsmaterial, dessen Mitnahme in kleinen und kleinsten Mengen in den meisten graphischen Betrieben wenn nicht gestattet, so doch stillschweigend geduldet wird. Ohne das Recht der Firma, auch die Mitnahme so wertloser Materialien zu untersagen, irgendwie beschränken zu wollen, sind wir doch der Meinung, daß bei so geringfügigem Vergehen die Belegung der Arbeiter mit solchen Ausdrücken eine Unverschämtheit darstellt." Das ist auch uiisere Auffassung. Ungehörigkeiten können der Betriebsoertretung in anständiger Form mitgeteilt werden. Liegt der Firma an einer sachlichen Erledigung des von ihr derart kriminell aufgebauschten Vorkommnisses, dann war ohne weiteres ein Weg zu finden, um die Abgabe der Ballenbretter an die Arbeiter, die dafür Verwendung haben, zu legalisieren, wie es in anderen Buchdruckereien geschehen ist. Wird das nur zum Ver- brennen brauchbore Holz seinem Wert entsprechend um ein paar Pfennige abgegeben, dann wird es niemand„stehlen". Hier aber ist es der schlechte Ton, der die üble Musik macht. Gchauspieler-Rollkommando. Ji&O. sprengt Mitgliederversammlung. Die Leitung der Genossenschast berief in Verbindung mit dem Bezirksverband Groß-Berlin für den 23. Juni eine Erwerbs- lose»Versammlung ein, zu der selbswerständlich nur Ge- nossenschaftsmitglieder Zutritt hatten, um eine notwendig gewordene Neuwahl für die Erwerbslosenkommission vornehmen zu lassen. Die Sitzung hatte kaum begonnen, als- unter Jndianergeheul ein Trupp Unorganisierter, die Tür aufbrechend und die Kontroll- beamten überrennend, in den Saal stürmte. Dies kam der Leitung nicht überraschend, denn es war ihr bekannt geworden, daß in einer Sitzung der„Revolutionären Gewerkschaftsopposition" d i e Sprengung dieser Versammlung beschlossen worden war. Di« Aufforderung hierzu wurde in Form von Handzetteln auf den Straßen verteilt. Da die Leitung es nicht nach dem Muster der polstischen Versammlungen zu einer Schlägerei kommen lassen und auch nicht die Schutzpolizei in Anspruch nehmen wollte, löste sie die Versammlung auf. Graphische Arbeiter kampfbereit. Reden und Taten der Kommunisten. Stuttgart. 24. Juni.(Eigenbericht.) In der Mittwochsitzung des Verbandstages der graphischen Hilfsarbeiter wurde die Aussprache über den Bericht des Verbandsvorsitzenden H o r n k e über die Tarif- und Lohnbewegung fortgesetzt. Bezüglich der Verkürzung der Arbeitszeit kam zum Ausdruck, daß die 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich von der graphischen Arbeiterschaft mit ge- mischten Gesühlen aufgenommen wird. Abgelehnt werden muß eine Verkürzung der Arbeitszeit, wenn nicht gleichzeitig eine Entlastung des Arbeitsmarktes damit verbunden ist. Mit den Buchdruckern besteht eng st e Gemeinschaft. Dies betonte besonders der Vertreter des Verbandes der Buchdrucker, Schweinitz- Berlin. Jede Kampfmaßnahme müsse heute sehr überlegt werden. Wenn sie aber in Aussicht genommen wird, dann geschieht dies in eng st er Waffenbrüder scha st zwischen Gehilfen und Hilfsarbeitern. In diesem Zusammenhange kam Schweinitz auch auf die sich immer mehr zu einer Gefahr auswachsende kommunistische Gelbsucht zu sprechen. Die aus dem Verbände ausgeschlossenen Belegschaften der kommunistischen Zeitungsbetriebe haben auf einer Konferenz beschlossen, jeden Tag eine Stunde länger zu arbeiten, ohne dafür eine Bezahlung zu ver- langen. Es soll dies eine Sondcrhilfe für die Kommunistische Partei und der kommunistischen Parteigeschäfte sein. Während von Kommunisten allgemein«ine Verkürzung der Arbeitszeit aus 4 0 Stunden bei volhem Lohnausgleich verlangt wird, hat eine Gruppe von ihnen eine Arbelkszeik von 56 Stunden die Woche, wovon sechs Stunden umsonst geleistet werden. Eine derartige schädigend« Handlung könne nicht scharf genug gebrandmarkt werden. Im Schlußwort setzte sich Hornke mit den in der Aussprache vorgetragenen Wünschen auseinander. Der Vorstand habe volles Verständnis dafür, daß, wie die Debatte gezeigt höbe, die Kollegen- schaft stärkste Aktivität des Verbandes auch in Zukunft verlangt. Der Derbandskassierer L o d a h l machte die einleitenden Aus- führungen zur Statutenberatung. Es lägen 2lnträge vor, die Unter- stützungsleistungen des Verbandes nicht unwesentlich zu erhöhen. Derartige Experimente könnten in der heutigen Zeit nicht gemacht werden. Es fei eine Leistung und eine sparsame Geschäftsführung, wenn der Verband seinen Verpflichtungen ohne Aenderung der Statuten und bei gleichzeitiger Vermehrung des Verbandsvermögens nachkommen konnte. Vor der Abstimmung nahm der Verbandsvorsitzendc P u ch e r nach lebhafter Aussprache zu eindringlichen Ausführungen das Wort. Er bat die Delegierten, nicht immer den Blick auf den noch vollen Verbandssäckel zu richten. Das Verbandsvermögen(es be- trägt pro Mitglied 102 Mark) ist der ruhende Pol in der Erschei- nungen Flucht. Alle Anträge, die eine Erweiterung der Sozial- Unterstützungen zum Ziele hatten, wurden darauf mit Stimmen- Mehrheit abgelehnt._ Grubenstillegung. 300 Arbeiter und Angestellte werden abgebaut. tmitenthol(harz), 25. Juni. Die zur Preußag gehörende Berginspektion Lautcnthal Hot wegen UnWirtschaftlichkeit des Betriebes Stillegungsantrag für das Erzbergwerk Lautenthal gestellt. Die Grube beschäftigt etwa 260 Arbeiter und 20 Angestellte. Die GrubenaUetlnng B o ck s w i e s e mit 30 Arbeitern ist bereits am J. Juni d. I. stillgelegt worden. In Lautenthal wird hauptsächlich Zinkblende gefördert.» Rückschau. „M e d e a" von C u r i p i d e s. Für den Rundfunk bearbeitet von Heinz Liepmann. Aufgeführt von der Berliner Funk- stunde, deren Intendant vor nicht allzu langer Zeit die Behauptung aufstellte, daß Bühnenwerke zur Darbietung auf der Sendebllhne un- geeignet seien. Wenn diese Behauptung durch die praktische Er- fahrung auch keinesfalls bestätigt wird, für dieses altgriechische Drama trifft sie sicher zu. Schon seine Mhnenaufführung vermag nur einem kleinen Zuschcuerkreise etwas zu bieten. Immerhin läßt sich aus Bühnenbild und Wort eine Stimmung schassen, die eine Art mystische Beschwörung der antiken Welt auslöst. Der Funkausführung kann das nicht gelingen, auch wenn sie besser inszeniert und von der Regie mit stärkeren Akzenten versehen wird als an diesem Abend, der ein schauriges Gemisch von falsch angewendetem Naturalismus und kulti- schem Pathos brachte. Der Inhalt des Dramas ist den Rundfunk- Hörern fremd; er bleibt im Verlauf des Spiels zur Hälfte unver- standen, zur Hälfte sinnlos, da er für den heutigen Menschen ja auf keine psychologischen Grundlagen aufgebaut ist. Eine sehr atonale Mustk brachte auch weiter keine Klärung; aber sie dürste zur Ver- stimmung der Hörer noch ihren Teil beigetragen haben. Weshalb sie für das Werk notwendig war, weih vielleicht die maßgebende Stelle in der Funkstunde. Heinz Liepmann sprach vor der Aufführung etwas, das als„einführende Worte" angekündigt wurde, das sich aber mehr durch seinen Gehalt an Pathos als an sachlicher Belehrung aus- zeichnete. » Am Freitag, dem 26. Juni, 7)4 Uhr, findet im Saal des Partei- Hauses, Lindenstr. 3, eine Rundfunkabhörstund« statt. Es handelt sich um ein Gespräch, das Dr. N ö l t i n g mit jugendlichen Arbeitern in dem Zyklus der Deutschen Welle„Die Welt des Ar- beiters" führen wird. Dr. Nölting wird an der nachfolgenden Dis- kussion in der Rundfunkabhörstunde teilnehmen. Karten sind unent- geltlich zu haben in der Parteibuchhandlung Dietz, Lindenstr. 2, und durch den Arbeiter-Radio-Bund. Donnerstag, 25. Juni. Berlin. Dr. Rolf Enger!: Max Stirner. I. Vier Preiudes(von Arbtcr);(der Komponist. Flügel). 2. Lieder von Schumann und Schobert(Lotte Theile, Sopran). 3. a) de Fesch: Sonate F-Dur: b) ülasunow: Lied des Troubadour; c) Popper: Tarantelle(Hermann Well. Cello). 4. Lieder(Lotte Theile). 5. Arbter: a) Musik zu„Indische Legende"; b) Etincelles.(Der Komponist. Flügel: Hartmut We- llnd die deutschen Städte überschuldet? Magistratsrat Dr. Karl Marder. Karl Rockstroh: Der junge Pianist. Prof. Dr.-Ing. Matschoß: 75 Jahre deutscher Ingenieurarbeit. Chorgesänge des Arbeiter-Gesangvereins„Hoffnung", Spandau(DASB.). Chormeister: Eduard Reiche. Mitteilungen des Arbeitsamtes, Unterhaltungsmusik. Reichssendung, Gerhart Hauptmann spricht: Deutschland. Ludwig Tbdma. Ouerschnitt' von Dr. Erich Fortner. Tages- und Sportnachrichten. Reichstag: Stein-Feier des Westfalenbundes. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterh�usen. Rcg.-Rat Dr. H. Völger: Die Arbeit der Bildstelle. Mersmann: Hausmusik. Georg Müller: Konjunkturbcobachtung im Dienste des praktischen Kaufmannes. Prof. Dr. Mildbraed: Botanisches für die RciMzcit Wetter für die Landwirtscfcadt. Englisch für Fortgeschrittene. Ob.-Landw.-Rat Dr. Meißner: Aufgaben des deutschen Tabakbaues. Langenberg: Abendmusik. Langenberg; Zwei rheinische Komödien. 16.05 16.30 17.30 17.55 18.20 18.50 19.10 19.15 19.40 20.00 21.00 21.15 22.00 16.00 17.30 18.00 18.30 18.55 19.00 19.30 20.00 21.00 Groß-Verliner parieinachrichien. 12c. Abt. Unirrkassierer hcut« von 17 Uhr ab Material de««Mcilmifl». leiter abholen. Arbeiksgemeinschask der kindersreunde Groß-Berlin. Nee!» Reulölla: Achtung! Heute letzter Tag ,ur Ablieferung»an Gepäck. stücke» für beide Lager 17 Uhr Baracke Gangihoferstraße. Eonnenwend«: Treff- puntt Sonnabend, 19 Uhr, Siathauo; für Bauvoll, Aoanri, Quelle U.Bahn Letneltraße. Note gaffen: Freiwillige Beteiligung am Neichoarbciterfportfag Sonntag, 2«. Juni Treffen 13 Uhr U-Bahn Rathaus. Gruppe Iunavoll: Eitcrnzusammcnfunst der Ferienfahrtteilnehmer heute, 20 Uhr, Äarl-Morx- Schule, Kaiser-Friebrich-Str. i. flicie Retiiickendorf: Donnerstag Glternzusanmrenäunft, Jugendheim L"l- bau« Straße. Rest, und Iungfalken�ltern 17>4 Uhr, Rote-Falfen-Eltern ISIS Uhr._ Weiler für Berlin: Vorwiegend heiter, nach kühler Nackt am Tage mäßig warm, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland: Ueberall trocken und ziemlich heiter mst langsamer Erwärmung. Berantwortl. für bie Redaktion: Herbert Lepdre, Berlin: Anzeigen: Tb. Glscke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag S. m. b. S., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Berlagsanftalt Bau! Singer& Co.. Berlin SB«8, Lindenstratze 3 Hierin 1 Beilage. VOlKSDUKne Met am Nlownlifi. 8 Uhr Lumpazl- uagabundus Staatl. SAiller-Tli. 8 Uhr Der Ridiler vonZalamea Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Rigoletto Fricdrtchstr. IM 8>A Uhr Tauen haben das gern... Muslkil. Schwank von Arnold Musik T. Wal«. Kollo Sommerpr. 0.50-7.00 mmm �ihnugungf Kesfamnt Berlins BETRIEB KEMPtHSKlO Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Zum Schluß „Alles verrückt!" Anfang|*| Uhr Probe 60 PiamlO bto 2 Mark PLAZA Tigl. 5 u. 81* Sonnt. 2, 5 u. 816 D« Riesenerfolg** wegen bis Ende Juni verlängert! Operetten-Gastspiel wvm HUSAR OeotsdiK Theater 8 Uhr Der Hanptmann von Röpenldt v. Carl Zuckmayer Rijli: Heinz Hilnert Die Komödie Täglich 8>/j Uhr mens! am Kunden m Dut Bois und Hu iiuseii Regle: HansDeppe Kurfürstenflamm- Theater Bismarck 449 | 8';< Uhr| Die schöne Helena fon lacqaes oneabadi Beul«: Max Belahami ifietropot-Tiieater Täglich SV« Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen I bhIdb-Theatei Täglich 8'/. Uhr Zum goldenen Anker Valcttl, Horney, Elshoitz, Behncr, Stössel. Faber. Walter. r— Ellte-Säneer— Kottbusser Str. d Tägl 8V. U Dil gnSi Ab- itattgogi- Smi Possi UBt sdiint Frauen um M iiIdI von HarryWalden margarete uiaikotte Bln.-Steglitz, Flchtestr. 10. Tel. Stegl. 3684 Lieder zur Laute- Rezl tatlon en Winter * GcitTerv * h >! 8.15 ilhr Flora 3U4 Rradno irlaubt Rirmvelii am Tegernsee Rebla— Kembie— Boots Kreban. Tnflter& Co.— mw. J Beilage Donnerstag, 25. Juni 1931 vprÄbnid jüßi H/yftuhCLS& �rwcrbsloftnBcranstaltungen €itt versuch von Alfred Zabtsiufki Wir geben dem Bericht des Genosien Jabczvnski, Obmann des Kreisbildungsausschusses Friedrichshain, über die von ihm mit großer Hingabe aufgebauten Erwerbslosenveranstaltungen gerne Raum in der Hoffnung, daß seine Ersahrungen allseitig besruchtend wirken. Aus der Not der Zeit heraus stelle ich die Forderung: Geben wiruns allen mehr Freude trotz der Not! Von diesen Erwägungen ausgehend, haben wir im Kreise Friedrichshain mit Unterstützung des Bezirtsbillningsausschusses und mit Zustimmung des Kreisvorstandes den Versuch praktischer Arbeit an den Erwerbs- losen gemacht. Die politische Schulung dieser Erwerbslosen geschieht nicht in Form von Arbeitsgemeinschaften, sondern jede Zusammenkunst ist in sich abgeschlossen. Wir haben die Erfahrung gemach:, daß die Teilnahme stark fluktuierend ist. Wir überlassen abgeschlossene Arbeitsgemeinschaften den Abendkursen der Arbeiterbildungsschule. Bisher wurden IIS erwerbslose Genossen erfaßt; bei tausend erwerbslosen Genossen also etwa der zehnte Teil. Diese Zu- sammenkünst« finden nachmittags von IS bis 18 Uhr statt, also immer für drei Stunden. In diesen drei Stunden geben wir je nach Thema und Wunsch der Teilnehmer Vorträge, Diskussion und einen unterhaltenden Teil, der aber mit dem Thema irgendwie im Zu- sammenhang steht. Zlußerdem geben wir den Erwerbslosen die Mög- lichkeit, an einem anderen Tag jeder Woche, und zwar abends, zwanglos zusammenzukommen. Für diese zwanglosen Zusammen- fünfte stellen wir durch unser Bezirksamt den Genossen 16 Schach- spiele, viele andere Brettspiele und eine klein« Hand- bibliothek zur Verfügung. Es kommen auch Genossen, die Karten spielen, warum auch nicht, besser hier bei uns in schönen Räumen als in den üblichen Wirtshäusern. 2% Stunden können die Genossen abends beisammen sein, der Besuch ist etwas schwächer als nachmittags, durchschnittlich 20 pro Abend, nachmittags durch- schnittlich 50 bis 60. Frauen beteiligen sich fast gar nicht, bei etwa SS Männern 4 bis 5 Frauen. Ferner werden die erwerbslosen Genossen von uns beköstigt, Kaffee und Schrippen mit Butter. Die Gelder bringen wir durch Sammlungen aus, und auch unsere Kreiskasse springt helfend mit ein. Di« Unkosten betragen pro Nachmittag etwa 16 M. Die Küchen- arbeit besorgen unsere Genossinnen natürlich ohne Entgeld. Die Teilnahme an der Diskussion ist außerordentlich rege, ferner wird j«de organisatorische Wahnahme zur Aus- sprach« gestellt; stärkste Mitarbeit der Erwerbslosen selbst zu er- reichen, ist hierbei unser Ziel. Das gesamte Programm wird von mir vorgetragen, alle Wünsche werden, soweit irgend möglich, be- rücksichtigt. Die sichtbarste Anteilnahme zeigen die älteren Genossen, die leider fast Dauer-Arbeitslosen. Nun zu den Veranstaltungen selbst. Gemäß dem von mir aus- gezeigten Aufgabengebiet zunächst die politische Schulung. 1. Erwerbslosen fragen. Vortrag über das Brauns-Gutachten. Vortrag über die Arbeitslosenversicherung in Frage und Antwort. Vortrag über die Erwerbsloscnfrage im Spiegel der Presse. 2. Innenpolitische Schulung. Vortrag über„Wege aus der Wirtschaftskrise"(nach dem Vor- trag von E. Lederer). Vortrag über Sozialdemokratie und Landwirtschaft. Land- arbciterfragen. Z. Außenpolitische Schulnng. Vortrag über Frankreichs. Wirtschaft von einem deutschen Ge- nossen. Vortrag über Frankreichs Wirtschaft von einem sranzösischen Genossen, der als Austausch-Lehrer in Berlin tätig ist und dem französischen pazifistischen Lehrervcrband angehört. Vortrag über Finnland als besonderem Wirtschaftssystem. Vortrag über Amerikas Wirtschaft. Vortrag über die Wirtschaftseinheit Europas. Vortrag über Probleme der Weltpolitik als kontradiktorischer Abend von zwei Referenten. Es ist ein Anfang innen- und außenpolitischer Schulung, der nach einem bestimmten noch aufzuzeigenden Plan fortzusetzen ist, den Genosien aber bisher doch schon ein Bild unserer gegenwärtigen Situation gegeben hat. 4. Der Aufbau der sozialistischen Organisationen. Eine von den Freidenkern getragene Veranstaltung mit dem Thema: Aufbau und Ausbau einer nationalen und inter- nationalen Freidenkerbewegung. Ein Besuch einer weltlichen Schule mit Vorführungen und Vortrag der Kinder. Ein Bericht über die Arbeiter-Olympiad« mit einer Dar- stellung des„Roten Wien". S. Das Seelenleben der Erwerbslosen. Ein Arbeitsloser spricht: Wie cmpsinde ich meine Arbeitslosigkeit? 6. Kunst. Musik und Dichtung. a) Schallplatten indianisch-mexikanischer Lieder. Mit einem Vortrag über Mexiko nach Traven. Veranstaltung der Büchergilde Gutenberg. b) Genossen von der Aktuellen Kleinkunstbühne rezitieren Heine, moderne Songs, Traven. c) Dieselben Genossen sprechen französische Dichtungen im An- schluß an den Vortrag über Frankreich. ä) Genosse Oskar Wöhrle liest aus eigenen Dichtungen. e) Ein heiterer Nachmittag unter dem Motto: Lachendes Volk. l) Eine Verfassungsfeier unter der Devise: Trotz alledem zur sozialistischen Republik! Bestritten von den Arbeiter-Laien- spielern. Liicher ein reiches Programm und ein meines Erachtens wert- voller Ausgleich der ernsten politischen Schulungsarbeit. Daneben besuchten wir ein Konzert(Weber, Schubert, Beechoven) und zwei Veranstaltungen der Volksbühne:„Die Ehe" und„Lumpazi- vagabundus". Ueber alle künstterischen Werke erfolgt eine Aus- spräche. Die aufgezeigten Veranstaltungen umfassen einen Zeitraum von Ende April bis zum II. August. Nun noch meine Gedanken über den weiteren Ausbau der Er- werbslosenarbeit in unserem Kreise, wobei ich von der Ueberzeugung ausgehe, daß eine Minderung der Erwerbslosigkeit vorläufig nicht eintreten wird, also die Arbeit fortgesetzt werden muß. Ich möchte trotz erwünschter Veränderung der politischen Situation den organi- Der Habertshof Die Entwicklung einer Volkshochschule In schöner hessischer Landschaft, auf einem waldigen Höhenzug, einem Ausläufer der Rhön, liegt der Habertshof, eine Heim- Volkshochschule, die mit einer kleinen Landwirtschaft verbunden ist. Die Entwicklungsgeschichte des Habertshofes ist ein Stück Geschichte deutscher Nachkriegsjugendbewegung und damit auch ein Teil deutscher Geschichte. Emil Blum, der Leiter des Habertshofes, hat sie in einem mit ein paar hübschen Photos ge- schmückten Bändchen erzählt(Der Habertshof, Werden und Gestalt einer Heimvoltshochschule; 66 Seiten; 1,86 Mark; Neuwerk-Ber- lag, Kassel). Kurz nach dem Kriege gab es eine Zeit, in der viele Menschen aus der Jugendbewegung daran gingen, einmal mit ihren Idealen neuer Lebensführung Ernst zu machen, die Städte als Stätten zivi- lisierter Unkultur zu verlassen und in romantischer Flucht vor der rauhen Wirklichkeit sich am zärtlichen Busen der Mutter Natur zu bergen. Man versuchte in den Formen eines primitiven Kommunismus zu leben und die oftmals bitterste Not führte zu den Tugenden der Sparsamkeit und Entbehrung. So war es auch auf dem Habertshof. Eine Gruppe junger Menschen lebte da zusammen und verwaltete den Hof in den Formen einer Genossen- schaft, von einem starken Willen zur Gemeinschaft erfüllt. Geld- liche Entlohnung erhielten die Mitglieder der Gemeinschaft nicht, an den Geschäftsführer der Genossenschaft wandten sich die einzelnen, wenn sie Kleidungsstücke brauchten, er bewilligt« oder lehnte ab, je nach Kassenlage und Bedürftigkeit. Größere Ausgaben für Neu- anschaffungen, Aufnahme neuer Mitglieder wurden von den Sied- lern gemeinsam beraten, in der ersten Zeit beratschlagte man sogar jeden Morgen, welche Arbeiten für diesen Tag in Angriff genommen werden sollten. Der Mythos einer Gemeinschaft, die nur allzu oft auch in tapfer ertragenem gemeinsamen Hungern bestand, erfüllte sie alle und half ihnen auch über manche Schwierigkeiten hinweg. Aber trotzdem ließ sich die primitiv-kommunistische Form auf die Dauer nicht aufrechterhalten. Der durch keine Sachkenntnis ge- trübte Enthusiasmus tonnte die notwendige bäuerliche Erfahrung nicht ersetzen. So versuchte man einen gärtnerischen Jntensiobau durchzuführen, der in stärkstem Widerspruch zum gegebenen Klima stand. Bei einem Besitzstand von nicht mehr als einem halben Dutzend Bienenstöcken leistete man sich den Luxus, mehrere Fach- Zeitschriften über Bienenzucht zu holten. Ein Pferd wurde zu Tode gefüttert. Ehe man noch über einen richtigen Stall und die sonstigen sachlichen Voraussetzungen verfügte, begann man eine Hühnerzucht gleich mit zwei Brutmaschinen. Inzwischen holte sich nachts der Fuchs aus dem schlcchtschließenden Stall seine Beute und als ein- mal ein Dutzend junger Hühner in einem Korb« über den Hof transportiert wurden, erstickte die Hälfte. Derlei Mißgeschick gab es öfter; hinzu kam, daß in die Gemeinschaft mancher Lebens- untüchtige aufgenommen wurde, der draußen Schifsbruch erlitten hatte und hier nun auch nicht gerade zur Erhöhung der Leistungs- fähigkeit beitrug. Zu einem offenen Zusammenbruch der Siedlung kam es nicht, aber mehr und mehr mußte man die den Realitäten widersprechen- den Formen abbauen und sich den gegebenen Tatsachen anpassen. Im Entgelt der Mitarbeiter setzte sich statt des bisherigen Bedarfsprinzips immer mehr das Leistungsprinzip durch, um die fähigeren und tüchtigeren Leute zu halten. Unwirtschaft- liche Betriebe wurden geschlossen und abgestoßen, aber trotzdem wäre der Habertshof dem Schicksal wohl fast aller aus der Jugend- bewegung entstandenen Siedlungen im Zusammenbruch gefolgt. wenn nicht die Rettung gekommen wäre durch den Zusammenschluß der Siedlung mit der Neuwerkbewegung, woraus die jetzige Form des Habertshofes enftand: eine Genossenschaft, die eine Heimvolkshochschule mit dazugehöriger Landwirtschaft betreibt. Der Habertshof ist eine parteipolitisch unabhängige, jedoch sich zur Arbeiterbewegung bekennende Heimvoltshochschule, die einen religiös begründeten Sozialismus vertritt. Gleich- wohl gehört die Behandlung religiöser Fragen nicht zu seinem Lehr- gebiet, denn, wie Emil Blum schreibt:„Glaube ist kein Lehrstoff neben anderen Lehrstoffen, sondern der Grund, der alles Wissen und Tun des Menschen umgrenzt und trägt." Den Kursusteilnehmern — jungen Arbeitern und Angestellten— soll nicht„Bildung" zum individuellen Aufstieg vermittelt werden, im Gegenteil will man durch den Einzelnen der gesamten Arbeiterbewegung dienen. Nicht die Frage:„Wie bilde ich mich weiter, wie entrinne ich meinem proletarischen Schicksal", sondern„Wie diene ich den Ausgaben meiner Klasse" sucht der Habertshof zu beantworten. Das geschieht in den je drei Monate dauernden Kursen neben der Besprechung persönlicher Lebensfragen in erster Linie durch die Behandlung von Themen, deren Stoffgebiet die Probleme der Ar- beiterbewegung, der Politik, Wirtschaftskunde und Sozialpolitik um- faßt. In der Frage der religiösen Haltung des Heims, die Emil Blum ausführlich und mit dem Gefühl letzter Verantwortung er- läutert, kann man auch anderer Meinung sein, aber die kleine Schrift ist als ein Ausdruck dort geleisteter Arbeit gleichzeitig ein wertvoller Diskussionsbeitrag zum Problem der heute doch oft er- starrten und mechanisierten Volksbildungsarbeit. KicKarck Junge. Frih Heincke-Wolgast: Die Gegenwart im Unterricht Das lelbstzusammenxestellte Zettungslesebuch, über das hier kürzlich berichtet wurde, ist ein netter Anfang, ein zielsicherer Schritt zur Ganz, und Quellenschrift, die das herkömmliche, teure, unprak- tische Lesebuch überflüssig machen und aus der Schule ganz ver- bannen will. Der nächste, naturnotwendige Arbeitsersolg muß sein die Zeitungssammelmappe. Gedacht ist sie als ein von den Kindern gemeinsam zusammengetragenes Klassen- und Schul- eigentuni. Wertvolle Stosfe aller Wissensgebiete speichert sie auf, um sie in Gruppen- oder Einzelarbeit, je nach Stoff, Stimmung, und Stunde der Gemeinschaftsarbeit und-büdung nutzbar zu machen. In ihrer Vielseitigkeit gleicht sie einem Almanach. Ihre Stosse nimmt sie aus allen nur denkbaren Quellen: Zeitungen, Jllu-. strierten Kalendern, Zeitschriften, Broschüren, Eoco- und Blauband- heften, kurz aus allem, was den Kindern zugänglich ist. Sehr bald wird«ine äußere Fülle ein Sichten und Ausscheiden nötig machen. Ihm schließt sich eine Gruppierung nach Sachgebieten an. Unsere Sammelmappe hat sechts Stoffgruppen: Geschichte, Erb- künde, Naturkunde, Erfindung und Technik, Volksgesundheit und Volkswohl. Jestzeiten und Festgebräuche. Bei jeder sich nur irgend- wie ergebenden Gelegenheit greifen die Kinder zur Sammelmappe genau so wie zum Duden und Brockhaus. Sie kann Ausgangs- punkt der Lehreinheit sein oder dieselbe abschließen, oder mitten darin zur Illustration, Erklärung und Vcranschaulichung ihre Stimme erheben. Ihr bebilderter Gegenspieler in unserm Unterrichtswesen ist die Zeitungsecke, unser Z e i t u n g s b i l d e r di e n st. Sein Zweck ist. uns so nebenbei(Gelege n�heitounterricht, kein satorischen Aufbau besser fundieren. Die Mitarbeit der Organisationen muß unbedingt besser werden, die Mitarbeit der sozialistischen Lehrerschaft habe ich mir bereits gesichert. Für jedes Teilgebiet sind Sektionen zu bilden, die im Kreisbildungs- ausschuh zusammen mit einer von den Erwerbslosen zu wählenden Kommission systematische Vorarbeit leisten. Wir werden die Teil- gebiete wie solgt festlegen, und zwar im Aufbau für das ganze Winterhalbjahr. Es stehen bereits die Genossen für die Leitung der einzelnen Aufbaugebiete zur Versügung. Unsere Aufgabenkreise. A. 1. Politische Information. Erwerbslosensragen. 2. Innen- und Außenpolitik. 3. Wirftchastskunde. Mensch und Technik. 4. Geschichte. ö. Menschen— Gesundheitspflege. B. 1. Vorführungen und Besichtigungen. 2. Filme, Photographie. 3. Heiteres und Ernstes in Dichtung und Kunst. 4. Musikalische Darbietungen. Wir werden jeder Gruppe bestimmte Nachmittage zuweisen und alle diese Arbeit aus dem großen und erhebenden Bewußtsein der sozialistischen Solidarität heraus leisten. Indem wir unseren er- werbslosen Genossen helfen, hoffen wir, uns allen, dem Sozialismus und unserer Partei zu dienen. Schlagwort!) aus dem laufenden zu halten. Auch hier stammen die Stoffe aus allen nur möglichen und denkbaren Quellen und Rich- tungen. Klug ist es, jede Ecke(die mit Wochenbeginn wechselt) unter einen einheitlichen Gesichtspunkt zu stellen. Ich nenne u. a. folgend« Grundgedanken: Das Grab am Nordpol(Andres, Wegener), Lied der Arbeit, Helden der Arbeit, Arbeitslos(Unser täglich Brot—). Unfern lieben Müttern(Zum Muttertag), So waren wir auch mal —(Zum Kindertag), Ihr lieben Leut,'s ist Jahrmarkt heut, Tiere, wie sie sind und scheinen, Mensch und Maschine, Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand(Erdbebenkatastrophen). Augenblicklich hängen Bilder der Wegener-Erpedition. Es wird folgen eine Süd- polecke(Byrd), vorbereitet und zusammengestellt wir» Piccards Flug. Ein ungemein kostbares Stück Schularbeit, dessen besruch- tende Anregung und Förderungen nicht annähernd abzuschätzen sind. Ganz von selbst drängen sowohl Sammelmappe wie Zeitungs- ecke die Kinder zu allerlei Fragen und Problemen. Sie ab- zufangen, die kindlichen Energien nicht verpuffen zu lassen, bc- zweckt, wiederum im Prinzip des Gelegenheitsunterrichtes, unser Fragekasten. Ihm vertraut selbst der Schüchternste, das ist das Wundervolle, sein Zettelchen an. Beliebt für die Fragebeantwortung vor der Klassengemeinschaft sind die letzten Sonnabendstunden. Es braucht und muß nicht immer Stoff im Kasten sein. Es wird manch- majl viel, manchmal wenig, manchmal gar nicht gefragt. Dafür wird diese und jene Frage derart sein, daß ihre Beantwortung eine und mehr Stunden füllt und dadurch unter Umständen Stoff für Wochen bleibt. Sammelmappe, Zeitungsecke und Fragekasten geben allen Wissensgebieten ihr Recht, ob sie im Plan, in der jeweiligen Arbeits. richtung der Klasse liegen oder nicht. Sie geben Gelegenheit, gerade an der Peripherie des Unterrichtswbens liegende Gebiete in den Brennpunkt des unterrichtlichen BeHandelns zu ziehen. Damit sind sie gegenwartsecht, lebenswahr und erlebnisnahe. Sie müssen natur- notwendig in den obersten Klassen ausreifen zum Z e i t o« r- sieben durch Zeitunglesen. Führen die vorsichtigen Zeitungslesehefte in letzter Konsequenz nicht zum mutigen Zeitungs- lesen, dann bleibt ihre Absicht in den Ansängen stecken. Wir lesen mit unserm achten und neunten Schuljahr in den Monaten November und Februar Zeitungen aller politischen Haupt- richtunaen. Die Absicht ist, einen offenen Blick und«in ungetrübtes Urteilsvermögen zu schaffen, politisch zu bilden und nicht parte!» politisch zu oerbilden. Unser« regelmäßigen Besuche der Sitzungen des Bürgerschaftlichen Kollegiums geschehen z. B. in der Absicht, Achtung und Respekt vor jeder politischen Auffassung und Tätig- keit zu vermitteln, die werdenden Staatsbürger zu der Erkenntnis zu bringen, daß es zwar leicht ist, alles besser wissen zu wollen, daß es aber äußerst schwer ist, an verantwortlicher Stelle allen Gegenströmungen zum Trotz positive Arbeit zu leisten. Wir hoffen, daß wir damit Menschen erziehen, die auch den politischen Gegner zunächst als Mitmenschen und Gemeinschost-arbciter achten und schätzen. Uns scheint, daß wir dadurch am ehesten zu einer gründlichen Bereinigung unseres össentlichen Lebens kommen. Es war der wunderliche Pestalozzi, der das Wort prägte: „Ich lebe nicht mir, sondern dem Bruder, nicht der Ichheit, sondern dem Geschlecht". Di« Neuorientierung unserer Erziehung nach ihm, R«mbrondt, Fröbcl und dem Freiherrn vom Stein nannte Geor,-, Wolif. Berlin, jüngst di« geistige Achsendrehung. Und nnt diesem „Schlagwort" ist es uns allen wahrhaftig bitter Ernst. ionntag, 28. Juni, Grunewald- Stadion ReichsarbeHersperttag RAST 20000 aktive Sportler! Besinn 14.30 Uhr• Vorkämpfe 10 Uhr Exekutive der SASI. zur Olympiade Es ist alles bestens vorbereitet jie kürzlich in Wien versammelte ExekutioederSoziali- ischen Arbeitersport-Internationale beschloß eine Zusammenkunft der während der Olympiade in Wien anwesenden führenden A c r z l e aus den Arbeitersportorganisationen zur För- derung der gesundheitlichen Bestrebungen der Arbeitersportler zu organisieren. Einstimmig begrüßt wurde der Beschluß des Storwegischen Arbeitersportbundes, sich von der Moskauer„Sportinternationale" loszulösen und an der Olympiade teilzunehmen. Der Verband hat 33 000 Mitglieder, An die der SASI. angeschlossenen Landesverbände ergeht die Auf- forderung, die Iportlich»n Verbindungen mit dem Norwegischen Arbeitersportbund herzustellen und zu fördern. Die Spiele der österreichischen Arbeitersußball- Ländermannschaft in Palästina haben ihre agitatorische Auswirkung nicht verfehlt. Aus Palästina wird neben anderen Sportlern auch eine Fußballmannschaft an der Olympiade teil- nehmen. Die Einführung einer Europameisterschaft in Fußball wurde von der Exekutive im zustimmenden Sinne dem technischen chauptausschuß der SASI. zur weiteren Behandlung und Berichterstattung an die nächste Sitzung des Internationalen Büros überwissen. Die Sitzung des Internationalen Büros soll im Dezember d. I. in Paris stattfinden, und der nächste Kongreß der SASI. im Juli 1832 in Lüttich. Die Berichterstattung über eine Sitzung des Olympiadeverkehrsausschufses mit der Generaldirektion der österreichischen Bundesbahnen und der Deutschen Reichsbahn er- gab, daß alle gemeldeten Sondcrzüge voll belegt werden und noch neue Sonderzüge zusammengestellt werden müssen. In der Sitzung des Olympiadeaktionsausschusses berichtete der Geschäftsführer, daß bis jetzt aus 18 Staaten und von 21 Landesverbänden der SASI die Teilnahme an der Olympiade offiziell gemeldet ist. Die Gesamtzahl der ausländischen Teil- nehmermeldungen zur Olympiade beläuft sich auf 3S 000. Aus Oesterreich werden 40 000 Festteilnehmer, davon IS 000 aus Wien bestimmt erwartet. Die bisherige Olympiadewerbung mittels Plakat, Lichtreklame und Bearbeitung durch die Fach- und Tages- presse Hot sehr gut angesprochen. Der Umsatz von Festschriften, Olympiademusiknoten und Schallplotten ist gleichfalls gut. Aus der Sitzung der S o n d e r z u g s l e i t u n g mit den Aer- tretern der österreichischen und deutschen Eisenbahnen erfahren wir noch, daß die Vertreter der Eisenbahnverwaltungen mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß von den Benutzern der Sonderzüge unter allen Umständen die Verkehrsvorschriften eingehalten werden müssen, um Verkehrsstörungen und Verkehrsunfälle zu vermeiden. Der endgültige Abschluß der Vorarbeiten für die Sonderzugsge- siellung ist schnellsten- notwendig. Alle noch außenstehenden Fahr- gelder müssen unverzüglich an die zuständigen Stellen eingesandt werden. Die Zusendung der Fahrkarten an die örtlichen Sonder- zugsleistungen wird in der Zeit vom S. bis 10. Juli erfolgen. Wer spielt in Wien Fußball? Auswahl der deutschen Olympia-Mannschaft Am 4. und 5. Juli 1931 veranstaltet der Arbxiter-Turn- und Sportbund e. V. seine A u s w a H l s p i e l e, um die Spieler fest- zustellen, die die F u ß b a l l ä n d e r m a n n s ch a f t für die Arbeiterolympiade bilden sollen. Die 30 besten Spieler Deutschlands hat die Bundesfuß- balleitung für den 4. Juli nach Chemnitz eingeladen. Aus diesen Spielern sind zwei Mannschaften gebildet worden, die gegeneinander spielen. Acht Spieler werden als Austauschspieler oerwendet. Das sind die Spieler, deren Können schon in vielen Länderspielen erprobt ist. Sie haben vielocrsprechenden Neulingen, deren einwandfreie Prüfung für die Olympiademannschaft dringend notwendig ist, Platz gemacht. Die Bundesfußballeitung�gibt folgende Aufstellung be- könnt: �-Mannschaft Ei-ß Miinchen-Ost Cre.feliu» Müller Slldost-Leipzig Lorbecr-Hanibmg Schellenberger Drobia Streb Bückingen Weihwasser Fr. Turner München Roosen Enrbc Seeler Schmidt Schneider Krefeld Chemnitz Lorbeer-Hamburg Union-Bieiefeld Dresden-Lübtau -i- Behnc Seidmann Schnirle Wernecke Dorf» B-Magdeburg B. f. L-Frankfurt EtuUgarl-Ost Braunschweig Mannheim-Neckarau Kunze Schirmer Pötzsch B. f. L.-Slldost-Leipzig Pegau-Leipzig West OZ, Leipzig Soffmann Iodn Falte- Breslau Pegau-Leipzig Maier S- M a n n f ch a f t Karlsruhe-Grünwinkel Austaus chspjeler: Torwächter: Wendland(Luckenwalde): Verteidiger: Schubert(Pegau), Lauer(Nürnberg-Ost): Läufer: Bogen lLeipzig-VfK.): Springer(Damburg-Lorbeer): Stürmer: Willmann (Frankfurt), P. John(Pegau). Die in dem Spiel in Chemnitz nach dem Urteil des erweiterten technischen Bundcsfußballausschusfes ermittelten besten Spieler bilden die vorläufige Olympiodemannschaft, die am anderen Tag. am 5. Juli, in Leipzig ein weiteres Befähigungsspielgegen den deutschen Meister Lorbeer-chamburg austrägt. Der Bundesmeister Lorbeer, der noch dem Bundesmeisterschaftsend- spiel auch in weiteren Spielen sein großes Können gezeigt hat, spielt in der Aufstellung des Spiels, die ihm die Meisterschaft ein- gebracht hat. Die besten Spieler von Lorbeer unterliegen hier noch- mals einer Prüfung für die Verwendung in Wien. Die ganze Fuß- ballanhängerschaft des Arbeitersports nimmt an den Spielen in Chemnitz und Leipzig großen Anteil, find doch fast alle Kreise des Bundesgebiets mit ihren besten Spielern in den Auswahlspielen beteiligt. Für die deutsche Arbeitersportbewegung sind diese Spiele Döhepunkte des Fußballsports und die Hauptproben für Wien. * In der Mannschaftsaufstellung findet man auffälligerweise wenig Spieler des diesjährigen Bundesmeisters„Lorbeer-Hamburg". Wo bleiben zum Beispiel die beiden sehr flinken Flügelstürmer der Hamburger, die dem Verteidigertrio der gegnerischen Mannschaft bestimmt viel zu schaffen machen würden? Aufsollend ist auch die Nichtaufstellung von Schubert-Leipzig und Bogen-Leipzig Gerade auf Schubert, der im Spiel gegen Lorbeer so hervorragende Leistungen vollbrachte, hätte man nicht verzichten sollen. Dagegen trifft man viele alte Bekannte, wie Lehne(Burg), Schnirle(Stuttgart), Crezelius(Leipzig), die schon in dem Spiel gegen die österreichische Ländermannschast 1928 mitge- wirkt haben Besondere Beachtung verdienen der unermüdliche Behnke in der L-Mannschaft, sowie Crezelius bei A. 20000 fahren nadi Wien vom Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportbund Das 2. Arbeiter-Olympia der Sozialistischen Arbeiterjportinter- nationale im Juli in Wien hat unter den Mitgliedern des Arbeiter- Turn- und Sportbundes eine riesige Vegeisterungswelle erzeugt, hinter der ernster Totwille steht. Die Zahl der im April fällig ge- wesenen Vormeldungen ist auch bei der Abgabe der Hanptmeldungen erreicht worden. Bis zum 24. Juni haben bei der Olympiageschäfts- stelle des Arbeiter-Turn- und Sportbundes über 20 000 Wien- fahrer ihre Hauptanmeldung abgegeben und den Feftbeitrsg bezahlt. Die Bundesleiwng des ATSB. teilt mit, daß weitere Meldungen nur noch bis zum 30. Juni unter gleichzeitiger Einzahlung des Fest- beitrages angenommen werden können. Später eingehende Msl- düngen sowie Ab- und Ummeldungen werden nicht berücksichtigt. Eine Rückvergütung von bereits gezahlten Festbeiträgen ist nach dem 30. Juni nicht mehr möglich. Anträge auf Ausstellung von Grenz- karten und Tryptik- für Fahr- und Motorräder und Kraftwagen können nur erledigt werden, wenn sie mit der Zahlung des Fest- beitrages und den Gebichren für die genannten Ausweise bis zum 30. Juni eingereicht werden. Diese Maßnahmen treffen auch für die Wienfahrer aus anderen Arbeiterfportverbändsn der ZK. zu. Das Stadion in Wien Das im Prater zu Wien neuerbaute Stadion geht seiner Vollendung entgegen. Die Arbeiten an der Hauptkampfbahn sind ab- geschlosien, die Bankreihen sind hergerichtet und haben eine Gesamt- � länge von 27 Kilometern. Auf dem obersten Umgang thront ein sehr schön eingerichtetes Glashaus für Rodioübertragungen. Auch die Zugangswege und Rasenflächen sind bereits fertiggestellt. Im Schwimmbad und in der Radrennbahn sind die Rohbauarbeiten beendet. Gegenwärtig ist man bei der Ablösung der Betonschalung des Sprungturmes. Fleißige Hände stellen die Sitzgelegenheiten und Zugangswege her, so daß am Tage der Stadioneröffnung (12. Juli) die Gesamtanlage fix und fertig dastehen wird. Der Weltkindertag am 19. Juli ist die erste Veranstaltung, die sich im Stadion abwickelt und dann wird das Stadion seine Tore öffnen für die nach Wien eilenden Arbeitersportler. Norwegens Absage an Moskau Wie„R o t S p o r t"-.Berlin, dos deutsche Zweigorgan der kom- munistischen„Sportinternationale"(RSJ.), Sitz Moskau, unter dem 22. Juni 1931 mitteilt, hat der norwegische Arbeitersportbund seinen Austrillt aus der RSJ. beschlossen. Der zur RSJ. stehende Verbandsvorsitzende Olson ist freiwillig von seinem Amte zurückgetreten. Wie schon bekanntgegeben, beschloh der norwegische Arbeitersportbund gleichzeitig seine offizielle Beteiligung am 2. A r b e.i t e r o l y m p i a der Sozialistischen Arbeiter-Sportinter- nationale. Die norwegische Sportdelegation nach Wien soll 40 Per- sonen umfassen, darunter die besten Leichtachleten und Fußballspieler. Schon in den nächsten Tagen wird der Osloer Fußballmeister des norwegischen Arbeitersportbundes in Deutschland Spiele gegen Mannschaften des deutschen Arbeiter-, Turn- und Sportbundes aus- tragen. Historisches vom„Goldenen Rad" Unter den klassischen deutschen Dauerrennen nimmt das„G o l- dene Rad von Berlin" seit der im Jahre 1898 erfolgten Grün- dung die erste Stelle ein. Vom einstigen Sportpark Friedenau be- gann der Siegeslauf des„Goldenen Rades", das von vielen anderen Radrennbahnen des In- und Auslandes oftmals kopiert, doch nie erreicht wurde. Der Nimbus blieb dem klassischen Berliner Dauer- rennen erhalten, als es nach dem Verschwinden des Sportparks Friedenau se'men Weg über die Steglitzer Radrennbahn, Treptow, Grunewald-Stadion nach der Olympiabahn fand, auf der es feit dem Jahre 1926 in ununterbrochener Folge zum Austrag kam. In der unten folgenden Siegerliste spiegelt sich die Geschichte des deutschen und internationalen Stehersports wider. Die alten Zeiten werden wieder lebendig, man sieht die Bewerber des Jahres 1898 im Geist« wieder hinter den Drei-, Vier« und Fünfsitzern die alte Friedenouer Bahn umkreisen und denkt an die gewaltigen Motor- Zweisitzer der Robl, Dickentman und Ryser, die erst im Lause des ersten Jahrzehnts unseres Jahrhunderts von den heute gebräuchlichen einsitzigen Schrittmachermaschinen verdrängt wurden. Die Liste der Gewinner des Berliner„Goldenen Rades" weist unter anderem folgend« Namen auf: 1898 Bouhaurs, 1899 Walters, 1900 Ed. Taylor, 1901 Bouhours, 1902 Robl,' 1903 Robl. 1904 Robl. 1905 Robl. 1996 Dickentmann, 1907 Guignard. 1908 Robl. 1909 Verbist, 1910 Theile, 1911 Jankc, 1912 Ianke, 1913 Guignard(Olympiabahn), ferner Saldow, Miguel, Bauer, Lewanow, Wittig, Savall, Weiß. Krupkat, Linart und Krewer. Am kommenden Sonntag wird dos„Goldene Rad" nunmehr zum 42. Male auf der Olympiabahn mit der glänzenden Besetzung Sawall. Krewer, Möller, Constant, Urago, Ma- r o n n i e r und Thollembcek gefahren. 19 Pferde am Derbystart Bei der jetzt fällig gewesenen letzten Einsatzzahlung für das am Sonntag in Hamburg-Horn zum Austrag kommende 6 3. Deutsche Derby blieben 19 Pferde startberechtigt. Ausgc- schieden sind Fathia, Marengo, Heuchler, Lysias, Onega und Gafron. Der letzte Einsatz betrug 500 M. Da kein Stall diese Summe zwecklos geopfert haben wird, hat man mit den verbliebenen 19 Pferden am Start zu rechnen. Nur einmal, 1901, kam mit 20 Pierden ein grö- ßeres Feld zustande. Die nächstgroße Zahl von 17 Pferden sah man 1921 und 1924 im Kampf um das„Blaue Band". Die Sieger dieser stark umstrittenen Rennen. Tuki, Omen und Anmarsch, gehörten nicht zur guten Klasse. Auch den diesjährigen Derbysisger wird man nicht in eine Reihe mit den Heroen des Turfs stellen dürfen. Das Derbyfeld 1931 sieht so aus: Dionys..... E. Böhlke Viadukt..... R. Schmidt Kavallerist... E. Gehrke Masaniello... K Narr Ramses..... H. Zehmisch Genio....... 23 Printen Agokhon.... E Pretzner Granville.... H. Blume Priester..... M. Schmidt Missouri.... A. Zimmermann Ostade...... O. Schmidt Groll Kellermann. Reichswehr.. «onnenglaube Ofterfreude.. Filmenau... Adrienne... Vierzeiler... G. Streit I. Vinzenz E. Haynes K Lifet A Sajdik I. Rastenberger . E. Grabsch X Arbeiterschach Morgen Freitag. 20 Uhr, findet in der Abteilung Mitte der Freien Arbeiterschachoereinigung Groß-Berlin Kastanienallee 64 bei Blaszinski ein Vortrog von Iuirgnitsch am Demonstrationsbrett statt. Gäste willkommen.— Am Sonntag, 28. Juni, fährt die Jugendinannfchaft nach Brandenburg zum Rast, dort Wettspiel gegen die 1. Mannschaft von Brandenburg. Abfahrt Sonntag 8.10 Uhr Potsdamer Fernbahnhof. Treffpunkt 7.40 Uhr Haupteingang. Für fünf Mark nach Lettland. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer Bekanntmachung des Reichsverkehrsministeriums entnimmt, fährt einmal im Jahr ein Motorschnellschiff(„Hansestadt Danzig" oder„Preußen") nach L i b a u. Das Schiff verläßt Swine- münde M i t t w o ch. 1 9. A u g u st. um 18.30 Uhr(Anschlußzug ab Berlin Stettiner Bahnhof 14 Uhr). Fyr Jugendpflegegruppen und Schulfahrten zu wissenschaftlichen und bildenden Zwecken gilt bei Kauf von mindestens 15 Fahrkarten der bekannte Jugendpflege- tarif mit 76 Proz. Ermäßigung. Es kostet also eine Strecke Swine- münde—-Libau 6 Mark. „Solidarität",«rastkahrcr.-jum Rast fahren die Kraftfahrer� durch den Enden und Westen Berlins eine Korfofahrt. Dazu treffen die Abtcilunacn dis I2t.z Uhr auf den Marheinefeplah ein. Es starten bie Abteilungen: Areuzoerg: 12% Uhr Marheinckepla�. FmedÄchshaw: 11� Uhr Landsberger Swrben: 12U Uhr Marheinokeplag. Lichtenberg: 10\? Uhr Oder. Ecke c?inoVstvaße. Reu. külln: 12 Uhr Hahen�ollernplot;. Charlotten bürg: KlVa Uhr Wrlmersoarfer Straße 21. Oberschöneweibe: I1V6 Uhr Wilhelnrinenhofstr. 64. Jcntpclhof- Marienborf: 11% Uhr Kurfürsten. Ecke- Scht-tzcnstraße.—«eaftfahrer.Ab. teilu«g»leit«r! Die Zufamn«ntu»st findet Montag, A. Juni, W llstr, iur Holzarbeiter-Verdandshaus. Rungeftrahe, statt. Der Manner-Turnverein Bernau bittet de« Berein«, die z.Iahr.Feicr abgegeben haben, dieselben noch namentlich zu wiederholen, da iie in der Festschrift im Programm aufgenommen merden sollen. Meldungen bis Sonnabend, S7. Juni, Auch iiinnen Sereine, die noch nicht ge. meldet habe», bis zum genannten Tage nachholen. Meldungen an Alfred Qreh, Dernau, Lohmiihleiistr. 36, bei Heise. RD. eollegia,«harlottenburg. Freilag, l» Uhr, Iugendverfammlung bel Thunack, Wiclandftraffe. Spiel, und Sportvereiniguaq vberfpre« 1923 tagt jeden Freitag Schiller- Glocke, Oberfchiineweide, Schillerpromenad« 2. Dort Aufnahme von Mitglieder». Der Verein sucht zum Sonnabend, 27. Juni, und Sonntag, 4. Juli, auf eigenem Vlad Hegner für zwei Mannschaften. Anfragen Freitags F 3 Ob-rfpree 04A oder schriftlich an Mar.stiera«. Oberfchöneweide, Rathenaustr. 2», bei Pnsch. Arbeitrr.Sportvercin Dchöaeberg.Friedena»»7. Freitag, 26. Zum, 20 Uhr, Iusammcnturnen aller Abteilungen der Turnsportler, Mittelschule, Räther. straffe, am Stadtpork. Uebung der Olympiade. Tänze und Uebunge». Fuffballfparte l. Dezirl. Durch Absage einiger ivionnschaften zum Rast in Kogel melden(ich Vereine, die gemillt find, am 33. Juni zu spielen, bei Albert Vengsch, Niederschöneweiide. Berliner Str. IIS 11/ Telephon F s 3947 ober Freitags' ab 20 Uhr F 3 0469. ASV. Schöneberg-Friedena»«7. Treffpunkt zum Abendsportfcst be» Bezirks Silben heute, Donnerstag, 18 Uhr. Urbanplatz. TD.„Die Raturfrennde-, Freitag, 26. Zum, 20 Uhr. Abt. Treptow: Iiigerd- hoim Elfenstr. 3.— Abt. Südost: Britzer Str. 27.— Foltbootadteilung: Dodc- abcnd in Klingenberg.— Abt. Lichtenrade: Spielabend am Heriofcc, lO'-l Uhr. — Abt. Charlottenburg: Spreestr. 30.— Abt. Binetaplotz: Zugendheim Lortzing- Ccke Kraunstratzc.— Abt. Schönhauser Vorstadt: Kastamenallee 80.— Jugend, abteilung Humboldthain: Schönstedtstr. 1.— Die Abteilung Britz veranstaltet Freitag. 26. Juni, im Zugendheim Chausseeftr. 48,«inen Vortrag:„Aus der Chronik von Britz". Beginn 20 Uhr. Gäste willkommen. Eintritt frei. Oesterreidnsdie Arbeiter- Athleten Oben för die Arbeiter- OlympUde in Wien