MorgenausgaHe Kreiiag S"«.-. M�r v«trr« s-SiSEl J| M«M W■ i■ Ii i iT'lr 72 Pf.PostbefteUgebuh»». Ausland«» I lELjffil I HB H|■■ BB DD HB Lk Hai BB--- Sic elnlpall. Sionpar-lllczeUe i» Ps. odonnement 6,— UJL pro TOonat; für I I H|H DM WW W»!W D» DW W) DD RW // Rtflamcjtil« 6,— KBt„Kleine An- Linder mit ermäßigtem Drucksachen- Wvg| i IH IM WW WS WD W> WM— � DD WW I zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. vono&,— 32. J�k I WD �D Hfl �WL Wfl �B �W BD WD �DD�WW, lznliilstg zwei fettgedruckte Wone>. sede, * I I MD WD �flH.\ JB\ DD! DM BMMMW/ welter. Wort 12 Pd Radon u. Tarif. ttch�e��'n?� M I> M � j| . t Hfed �/' s~/ WWV Z' DM IS Buchstaden zählen m> zwei Worte. MSM'MW«f,.�»a.a.ee WZMGW �wöltKI?«MKLWs Jentvalsrgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr.: Dönhoff{h. T) 293—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Paris, 25. Auni. sEigrnbericht.) Der amerikanische Zchatzsekretär Mellon ist in Paris eingetroffen. Mellon ist beauftragt, mit i»er franzSstfchen Regie- rung über die Annahme des Hoover-Vorschlages zu ver- handeln und den Versuch zu machen, ein Kompromist zustande zu bringen. Ministerpräsident Laval und Austen- minister Briand, die von der Mission Mellons bereits offiziell in.Kenntnis gesetzt worden sind, werden ihn am Freitag empfangen. Stimson kommt doch. Washington. 25. Zum.(Eigenbericht.) Slaatssetretär Stimson. die rechte ffand hoover» bei der Fertig- ficilung der Botschaft an die well, wird sich am 27. Znni auf dem italienischen Dampfer„Eonle Grande" nach Europa einschiffen. Stimson wird am 5. Zull in Reapel eintresseo, von dort zunächst Vom und anschliehcnd Paris besuchen. Zn verlin beabsichtigt er. gemäß den schon vor Wochen getroffenen Vereinbarungen, am 21. Zull einzutreffen. Staatssekretär Stimson Haffe In den letzten Tagen wieder- Holl ernstlich bezweifelt, ob er den in Aussicht genommenen Abmrsetermin werde einhalten tonnen Wenn er diese Iweisel jegt durch die Ankiindtgung behebt, daß er sich am 27. Juni nach Euroxa Vorwärls-Verlag G. m. b. H. einschissen wird, dann ist das ein Beweis dafür, daß man in Washington den Plan chocwers trotz der Verhandlungen mit Franks reich bereits für gesichert hält. Man darf also annehmen, daß der Plan am 1. Äuli in Kraft tritt und Reparationszahlungen von Deutschland zunächst bis zum 1. Juli 1932 nicht mehr zu leisten sind. Washington. 25. Juni. Staatssekretär Stimson hat heute folgende Erklärung ab- gegeben: ,Lch führe meinen ursprünglichen Reiseplan aus. Es hat sich nichts ereignet, um ihn umzustoßen." Stimson lehnte es nach wie vor ab, bekanntzugeben, daß er die französische Antwortnote erhalten habe. Dieses Verhalten wurde hier wieder dahin gedeutet, daß man sich um die R« v i s i o n des Textes der sranzösisthen Antwort bemüht und eine solche offenbar auch durchgesetzt hat. Stimson wird auf seiner Europareise von seinem Privatsekrctär K l o t s, von seinem Wjutanten R« g n i e r und von einem Chiffreur begleitet werden. Klotz gehört nicht zum eigentlichen Beamtenstabe Stimsons, er stellt vielmehr private Gutachten für den Staatssekretär her. Unter anderein hat er bereits solche über internationale Finanzfragen und über Sowjetrußland erstaffet. Der italienische Botschaster, der heut« Stimson besuchte, erklärte nachdrücklich, daß das Gerücht, Mussolini mache seine Zustimnmng zum choooer-Plan von dem Verzicht auf die österrcichisch-deutichc Z o l l a n g l e i ch u n a ab- hängig, völlig aus der Luft Lerissen sei. Er Hab« ein telegraphischcs Dementi dieser Falschmeldung aus Rom erhallen. Postscheckkonto: BcrIin37S3frr out dem Ardeits» nochmeis. Rlltglledsduch legitimiert. Tas Erscheinen allyr Kollegen ist Pflicht. 01« OrtsverwaJtnng. Deotsitier Metallarbeiter-VerbaDil Vcrwaltangstlelle Berlin Nachruf Den Mitglieberit zur Nachricht, daß unsrre Nollegin, die Arbeiterin Frieda l.evaiidvmki geh. 2S. November 1881, am 17. Juni gestorben ist. Ehre ihre» Anbeuten! Die Beerdigung hat bereit» statt» gesunden. Die OrtsrerwaUnng. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Bestattung meines lieben Manne» und unseres Baiers Adolf Gutsche lagen wir allen Verwandten, Bekannten und Freunden sowie den Genossen der 46. Abb, insbesondere auch den Rednern des Freidenker- verband-s. der Partei und der freien Sammler((Sau Berlin/ unseren innigsten Dans. Ww. Elisabeth Guts che nebst Kindern nnd Angehörigen. Bln. SO., 26. Juni 1931. AllgemeineOrtskrankenkassc für Berlin-Sieglitz Bakanntmachung Durch Nersiiguug des Bersicterungs- omtes der Stadt Setiin vom 22. Juni 1931 find die Kafsenb-ilräge nach§ 62 Abs. I (3 Nachtrag! auf 6,3 Hundertstel und nach Adf. IV(4. Nachtrag) aus b.3 Hundertstel de» Sruudivhnesr �iu«r.«. bäuuuu. inr 2 tt. LlfalT tr I IH-J. 1-4. IM. S. Nr. 293• 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Kreitag. 26. Iuni 4934 Flößer auf der Havel In dieser Zeit gibt es eine Konjunktur für einen Berufsstand, der vielen Großstadtmenschen heute fast unbekannt ist. Wir meinen die Flößer, die früher einmal in Deutschland und jetzt noch in einigen waldreichen Ländern zu den ständigen„Bewohnern" der Flüsse gehörten. Denn der Flößer wohnt auf dem Fluß! Unter seinem einfachen, harten Nadrtlagcr.~ r"" das gegen Regen und Wind nur durch ein primitives Strohzelt geschützt ist, gluckst Tag für Tag und Nacht für Nacht der Fluß, nur durch Baumstämme von dem Menschen getrennt, den er mit den riesigen Hölzern auf seinem Rücken vorwärts trägt. Die Flößer, auf jedem Zug sind es meist drei bis vier Mann, die dann den ganzen Sommer zusammenbleiben, führen bei allzu kargem Lohn ein schwers Leben. Früher ließ man die Flöße allein durch den Strom vorwärtstreiben, heute kostet das zuviel Zeit, und so spannt Die FlOßer vor Ihrem Zelt Das Schleppboot man vor den Floßzug heute ein kleines Motorboot als Schlepper. Unser Bild zeigt einen solchen Schlepper und zwei Floßarbeiter vor ihrem Zelt, die haoelabwärts noch Hamburg wollen. Viele Flöße machen noch heute den web ten Weg von den mecklenburgischen Wäldern bis zu den großen Hamburger Sägewerken. Zerschnitten und bearbeitet treten sie dann die Reise in die weite Welt an. Das Spandauer GroBleuer. Mit brennenden Kleidern ms Freie/ Vier schwer-, acld Leichtverletzte. Das©rojjfeucr in der Spnndaner Iilmvcrwertungssabrlk der .7lrma Sohlcmann. über das wir bereit» im.Abend" berichteten. hat weil schlimmere Aolgen gehabt, als es nach den ersten üNeldungcn den Anschein halte, vier Beliebsangehörige mußten mit schweren LraiUweriehungen in da« Spandaner fttanftn- haus gebracht werden. Acht«eitere Arbeiter und Arbeiterinnen, die glücklicherweise nur leichlere vcrlehungen erlillen haben. tbunfen nach Behandlung und Anlegung non Notverbänden aus dem Sraukeuhaus wieder entlassen werden. Die Fabrikationsräume der von dem Unglück betrassenen Nim- Verwertung sgefellschaft befinden sich ander Berlin«? C hau s-s e e. Es ist«in langgestrecktes Gebäude, das früher zu den Deutschen Werken Spandau gehört«. In einem größeren Raum, in dem alte Filmstreifen verarbeitet werden, kam das verhängnisvoll« Feuer kurz nach 13 Uhr zum Ausbruch. Ein Keiner Vorrat Filme flammt« plötzlich explosivartig auf, und Stichflammen von ungeheurer Länge, die nach allen Seiten hervorschlugen, setzten größere Mengen Film. streifen und leichtbrennbare Flüssigkeiten im Nu in Brand. Das Unglück spielte sich mit so rasender Schnelligkeit ab, daß es den meisten Arbeitern und Arbeilerinnen, denen die Kleider zum Teil lichterloh am Leibe brannten, nur im lehteu Augenblick gelang, den rettenden hos zn erreichen. Einige besonders Bedrohte sprangen aus den Fenstern und erlitten dabei leichte Berstauchungen. Die Ausregung legte sich erst einigermaßen, als die beiden Spandauer Löschzüg« unter Leitung des Branddirektors Dr. Kreis anrückten. Das Feuer hatte inzwischen jedoch derart an Ausdehnung ge- monnen, daß drei Berliner Züge und die Siemensfeuerwehr nach- alarmiert werden mußten. Zunächst galt es, den Verletzten zu helfen. Vier von ihnen, Alwin Schröder, Lampert N« u l i n g e r, Willi Lange und Frau Eharlotte Wolter, die schwere Brand ver- letzungen am ganzen Körper davongetragen hatten, wurden sofort in» Spandauer Trankeichaus übergeführt Acht weitere Verletzte, Mämzer und Frauen, bi» apf Sex Flucht vor hen Flammen leichtere Verletzungen eriitten. hatten, konnten später in ihre Wohnungen ent- lassen werden. Das Feuer hatte den größten Teil de» Fabrikgebäudez erfaßt, und es mußten zahlreich« Schlauchleitungen größter Kaliber in Tätigkeit gesetzt werden, um den Brand zu lokalisieren. Nach zweistündiger angestrengter Löschtätigkeit war die Gewalt des Feuers endlich gebrochen. Der Schaden ist sehr hoch. Die Eni- stehungsursache ist angeblich auf Kurzschluß zurückzuführen, doch sind die genauen kriminalpolizeilichen Ermittelungen darüber noch nicht abgeschlossen. Wie wir aus dem Spandauer Krankenhaus noch erfahren, find die Verletzungen der«ingelieferten Verunglückten zwar schwerer Natur, Lebensgefahr scheint jedoch bei niemand zu bestehen. Ein„guter Bekanntes. Grober Bertraoensbmch stürzt zwei Frauen ins Elend. Eine glatte Schurkerei führte den fünfzigjährigen Kaufmann Willi R ö l l k e aus die Anklagebank des Schöffengericht» Neukölln, vor dem er sich wegen Be- trüge». Unterschlagung und Urkunden- sälschung zu verantworten hatte. Eine betagte Witwe, die zusaiwnen mit ihrer Tochter in Ä a r o m ein Wollwarengeschäft besaß, es aber im vorigen Jahr aus Gesundheitsrücksichten verkaufen wollte, hatte sich an den Angeklagten, einen Fkennd ihres verstorbenen Mannes, gewandt, um seine Unterstützung bei dem Verkauf und der Erledigung aller weiteren Formalitäten zu erbitten. Rollte erklärte sich auch gern dazu bereit und verkaufte das Geschäft für S000 Mark, die zum Teil zur Befriedigung der Gläubiger, und zum anderen Teil zum Lebensunterhalt für die beiden Frauen bestimmt waren. Er erledigte diese Vertrauensaufgabe aber auf ein« Art, die ihm selbst wohl zum Vorteil gereichte, die kranken Frauen aber ins größte Elend stürzte. Er fälschte die Quittungen der angeblich aus dem Erlös befriedigten Gläubiger, die er den Frauen vorlegte, obwohl er tatsächlich keinen Pfennig aus- gezahlt hatte. Damit nicht genug, hatte der„gute Bekannte" für den �Umzug Arbeiter angeworben und nur unter der Bedingung beschäftigt, daß sie ihm Quittungen über höhere Deträge als die tat- sächlich erhaltenen ausstellte. Das tollste Stück, daß sich der An- geklagte gegenüber den Frauen leistete, war der Transport des Warenlagers nach Berlin, wo es gut verkauft werden sollte. Die wertvollen Wollsachen, die in Kisten verpackt waren, hatten sich bis zum Bestimmungsort in Asche und Sand verwandelt. Der Erfolg dieser Gaunerei war, daß die kranken Frauen völlig mittellos geworden sind und noch ihre alten Gläubiger haben. Das Gericht unter Vorsitz von Landgerichtsrat Prieve quittierte dann auch das Verhalten des Angeklagten trotz bisheriger Un- bestrastheit mit eineni Jahr Gefängnis und sofortiger Verhaftung im Gerichtssaal. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Amerikaflieger in Moskau. Die Dänen in Krefeld zwischengelandet. ZR o s k a n, 25. 3nnL Die beiden amerikanischen Flieger Dost und Gally, die hente früh aus ihrem weltrundflug in Berlin gestartet sind, sind um 17.30 Uhr auf dem Bloskaner Flugplatz gelandet. Die Illeger wurden bei ihrer Ankunft von Vertretern des Sommisiarials für Luflfahrl. der zivilen Luftflotte und der fowjetrufssifchen. amerikanischen und englischen presse begrüßt. Krefeld, 25. Juni. Die beiden dänischen Ozeanflieger chojrti» und cheillig, die im Mittwochmorgen um 7.30 Uhr New Port verlassen hatten, sind am Donnerstagnachmtttag noch 17 Uhr ganz plötzlich über Krefeld erschienen und gegen Uhr auf dem Flugplatz Krefeld- Bochum gelandet. E» handelt sich um eine Art Notlandung. Die Flieger erklärten auf Befragen, daß sie über Spanien-Frank- reich die Orientierung verloren und sich verflogen hätten. Nach- dem das Flugzeug Benzin getankt hatte, stieg es um 18.45 Uhr zum Wetterflug nach Kopenhagen auf. Zweiler billiger Zuni- Sonnabend im Zoo. Am nächsten Sonn- abend, 27. d. M., tostet von 2 Uhr Nachmittag ab der Eintritt in den Zoologischen Garten für Erwachsene nur 50 Pfsennig, für Kinder big zu 10 Jahren nur 25 Pfennig! dieselbe Ermäßigung gilt für dos Aquarium. Bon 4 Uhr ab großes Militärkonzert. Von I. ILF UND F.PETROW Hätten die Teilnehmer der Stargoroder Versammlung den Riesen des Gedankens und Vater der russischen Demo- kratie in diesem kritischen Augenblick gesehen, so hätte der Bund des„Schwertes und des Pfluges" wahrscheinlich zu existieren aufgehört. „Ich glaube, es ist genug", sagte Kölsa und steckte die Hand in die Tasche. „Bitte noch einmal", flehte Ostap. „Soll er sich zum Teufel scheren! Er wird sich die Lehre merken!" Kölsa entfernte sich. Ostap stieg die Treppe zu Iwanopulos Wohnung hinauf und sah aus dem Fenster. Worobjew stand unten, quer gegenüber dem Hause und lehnte an dem guß- eisernen Gitter eines Amtsgebäudes. „Bürger!" rief Ostap.„Kommen Sie herauf. Ich ge- statte es!" Etwas erholt schon trat Worobjew ins Zimmer.„Un- erhörte Frechheit?" sagte er ärgerlich.„Ich habe mich mit Mühe zurückgehalten!" „As, aj. aj", sagte Ostap mitleidig.„Was das jetzt für eine Jugend ist! Eine schreckliche Jugend! Diese jungen Leute stellen fremden Ehefrauen nach! Veruntreuen fremdes Geld... Eine vollständige Detadence!— Tut es sehr weh. wenn man einen auf den Kopf schlägt?" „Ich werde ihn zum Duell fordern!" „Wunderbar! Da kann ich Ihnen einen meiner Bekannten empfehlen. Cr kennt die Duellregeln auswendig und besitzt zwei Besen, die sich zu einem Kampf auf Leben und Tod be- sonders gut eignen. Ms Sekundanten kann man Iwanopulo und unfern Nachbar rechts zuziehen. Er ist gewesener Ehren- bürger der Stadt Kologrim und ist heute noch auf diesen Titel sehr stolz. Oder könnte man vielleicht ein Duell auf Fleischmaschinen machen— etwas ganz Apartes. Jede Wunde un- bedingt tödlich. Der besiegte Gegner wird automatisch in Hackfleisch verwandelt. Paßt Ihnen das, Borsitzender?" In diesem Moment wurde von draußen her ein Pfeifen vernehmbar. Ostap begab sich hinunter auf die Straße, um die Recherchenberichte der Straßenjungen entgegenzunehmen. Die Kinder hatten ihre Aufgabe sehr gut erledigt. Vier Stühle waren in das Kolumbus-Theater gekommen. Der be- treffende Junge erzählte ausführlich, wie man die Stühle auf einem Schubkarren geführt, sie ausgeladen und durch den Bühneneingang ins Gebäude getragen habe. Ostap kannte das Theater sehr gut. Zwei Stühle hatte ein elegantes Dämchen in einer Droschke weggeschafft, wie der junge„Pfadfinder" berichtete. Der Junge schien einen besonderen Spürsinn zu besitzen. Er wußte, daß die Gasse, wohin die Stühle gebracht wurden, die Warsonofigasse, er wußte sogar, daß die Wohnungsnummer siebzehn war, an die Hausnummer aber konnte er sich nicht erinnern. „Ich bin zu rasch gelaufen", sagte der Junge,„es ist mir entfallen." „So wirst du eben von mir kein Geld bekommen", sagte der Auftraggeber. „On— kel— chen!... Ich werde dir das Haus zeigen." „Gut. bleib hier. Wir gehen zusammen hin." ' Der meckernde Bürger wohnte in der Sadawo-Spaski- straße. Ostap schrieb die genaue Adresse in sein Notizbuch. Der achte Stuhl war ine Volkshaus gekommen. Der Junge, der diesen Stuhl verfolgt hatte, war sehr pfiffig. Er hatte sich an der Hauskommandantur, an den vielen Angestellten vorbeigeschlängelt und sich überzeugt, daß der Stuhl in den Besitz der Wirtschaftsverwaltung der Redaktion „Werkbank" gelangt war. Zwei Jungens fehlten noch. Sie kamen fast gleichzeitig herangelaufen, schweratmend und müde. „Kasernengasse bei Reinenteichen." „Nummer?" „Neun. Auch die Wohnung Nummer neun. Daneben wohnen Tataren. Im Hof. Ich Hab' ihm selbst den Stuhl ge- tragen. Wir sind zu Fuß gegangen." Der letzte Bote brachte eine unangenehme Nachricht. An- fang? war alles gut gegangen, dann aber wurde alles schlecht. Der Käufer ging in das Gepäckdepot der Oktoberstation und man konnte ihm nicht folgen— die Miliz stand vor dem Tor. „Wahrscheinlich ist er weggefabren", schloß der Junge. Das beunruhigte Ostap sehr. Der technische Direktor be- lohnte die Gassenjungen wie ein Zar— jedem Boten einen Rubel, ausgenommen den Boten der Warsonofigasse, den be- stellte er für den andern Tag, frühmorgens zu sich. Ostap kehrte nach Hause zurück und ohne die Fragen des blamierten Verwaltungsvorsitzenden zu beachten, begann er zu überlegen. Noch war nichts verloren. Die Adressen besaß er, und um in den Besitz der Stühle zu gelangen, gab es verschiedene erprobte Methoden: 1. Harmloses Bekanntwerden. 2. Liebesabenteuer. 3. Fühlungnahme mit Einbrechern. 4. Tausch. 5. Geld. Die letzte Methode war die sicherste, wirksamste, es war aber wenig Geld vorhanden. Ostap sah Worobjew ironisch an. Der große Kombinator hatte seine gewohnte Gedankenfrische und sein seelisches Gleich- gewicht wiedergewonnen. Schließlich hatte er noch die große Möglichkeit in Reserve, die Laufbahn eines Bigamisten fort- zusetzen. Nur der zehnte'Stuhl machte ihm Sorgen. Eine Spur war da, aber was für eine Spur!— Neblig und unsicher! „Nun", sagte Ostap laut,„mit solchen Chancen könnte man die Sache gewinnen. Ich spiele neun gegen eins. Die Sitzung dauert weiter! Hören Sie, Geschworener!" Elly, die Menschenfresserin. William Shakespeares Wortschatz beträgt nach Berech- nung der Wissenschaftler vierzehntausend Worte. Der Wort- schätz eines Negers aus dem Stamme„Mumbo-Iumbo" be- trägt dreihundert Worte. Elly Schtukina begnügte sich einfach mit dreißig Worten. Hier sind die Worte, Sätze und Adjektiva, die sie aus der komplizierten, wortreichen und mächtigen russischen Sprache sondiert und sozusagen für sich akzeptiert hat: 1. Sie sind frech. 2. Ho— ho! Drückt je nach den Umständen Ironie. Staunen, Entzücken, Haß, Freude, Verachtung oder Befriedi- gung aus. 3. Sehr gut. 4. Düster.— Bei den verschiedensten Anlässen. Zum Bei- spiel:„Der düstere Petja ist gekommen", ein„düsteres Wetter", ein„düsteres Ereignis", eine„düstere Katze" und so weiter. S. Finsternis. (Fortsetzung folgt.) Zwei Tage auf schiefer Rah«... Tragödie einer Siebzehnjährigen.— In den Händen des Zuhälters. Eine Siebzehnjährige arbeitete als Hausangestellt« bei einer Kaufmannsfamilie. Zu Haufe verstand sie sich schlecht mit der Stief- mutier: als sie sich einen gleichaltrigen Freund anschaffte, gab es Schläge. Sie kam in eine Haushaltsschule und sah sich nun auf ihrer Arbeitsstelle in einer der verrufensten Gegenden Berlins Leben und Treiben ihrer Mitmenschen an. Die Wohnung des Kaufmanns befindet sich im Hinterhaus. Borne hat er ober seinen Laden und einige Stock höher ist eine„Ab- steige". An den Straßenecken stehen die Mädchen umher. Wenn die Frieda einkaufen geht oder den Kleinen spazieren führt, kommt sie mit den Mädchen ins Gespräch, sie kennt viele von ihnen. Sie mciß,„wie leicht" sie ihr Geld verdienen, und sie soll sich den ganzen Tag für lS Mark monatlich abrackern?!... Nach vier Wochen verläßt sie ihre Stellung. Nach Hause zu gehen, fürchtet sie sich. So sährt sie nach Beelitz zu einer Bekannten, kehrt ober bald wieder noch Berlin zurück. Auf der Straße trifft sie eins der Mädchen mit ihrem Zuhälter, dem„Josef". Frieda ist müde und hungrig. So geht sie kurzerhand auf den Borschlag des„Josef" ein, bei ihm zu übernachten. Am nächsten Morgen erhält sie den ersten Unter» r i ch t. Sie geht aus die Straße, steht an den Ecken. Abends bringt sie 7 Mark heim. Josef nimmt sie ihr ab. Am Donnerstag hat sie 10 Mark„verdient". Abends regnet es. Sie ist müde und wie zer- schlagen. Josef jagt sie aber aus dem Lokal, droht, ihr mit dem Hammer den Kopf einzuschlagen. Sie muß wieder auf die Straße. Am Freitag soll es von neuem losgehen. Ihr ist es bereits zu» wider. Und weshalb soll sie ihm denn das ganze Geld abliefern? � Josef kauft ihr Strümpfe, verspricht ihr ein Kleid, am Nachmittag läuft sie der Mutter in die Arme. Frieda weiß, was ihrer zu Hause harrt; sie rückt vor der Mutter aus. Aber was weiter? So stellt sie sich einem Schupo. Gerade kommt auch Josef des Weges. Er redet sie an.„Da ist er", sagt sie da zu dem Beamten. Josef kommt ins Polizeigefängnis, Frieda ins Pslegeamt und von dort nach Konradshöhe— in Behandlung. Die schlimme Ernte der zwei Tage. Vor Gericht erzahlt Frieda ausführlich: man merkt ihr ihre Unerfahrenheit an. Auch ein paar Tränen werden vergossen; die Stiefmutter schluchzt. Der Josef, trotz seiner 27 Jahre elfmal vorbestraft, erhält fünf Monate Gefängnis. Er nimmt die Strafe an und bleibt in Haft. Wie schutzlos sind doch Siebzehnjährige in der Riesenstadt Berlin— trotz Jugendamt, trotz Pflegeamt, trotz weiblicher Polizei... (An„gefühlsmäßiger" Buchhalter. Herrn Hillers treuer Diener. Mit der merkwürdigen Eintragung der diskontierten Wechsel für den Stadtrat Busch auf dem Konto Düppel-Dreilinden bc- schäftigte sich gestern nachmittag die Beweisaufnahme des Schwur- gerichts I in dem Prozeß gegen Hillcr eingehend. Es wurde als Zeuge der Buchhalter Max Fischer vernommen. Er ist bei Hiller in �dessen Gesellschaft„Industrie- und Baufinanz- G. m.b.H."»- tätig. Ueber die Verbuchung der diskontierten Wechsel will er mit Hiller nicht gesprochen haben. Das Konto Düppel-Dret- linden habe er selbst nur so getaust, weil er nicht wußte, wie er verschiedene Pasten unterbringen sollte. Die Akzepte Günther habe er-„rk in g e f ü h l s mä ß i g" auf dos Konto Düppel-Dreilinden verbucht, ohne daß er Unzu eine Zlnweisting erhalten hätte. LaNd- gerichtsdivektor Dr. Tolk:„Ein Buchhalter darf doch nichts gefühls- mäßig machen. Wie kommen Sie zu diesem Gefühl?" Zeuge: „Ich hotte keinen Anhalt dafür." Bors.:„Hat Herr Hiller Ihnen niitgeteilt, daß er die 100000 Mark zurückerhalten habe?" Zeug« „Ja." Vors.: ,Z>abcn Sie den Eingang verbucht?" Zeuge:„Ich habe es glatt vergessen. Es kam mir erst wieder in Erinne- rung, als die Zeitungen darüber schrieben." Vors.:„Man kann dach aber eine Buchung von 100 000 Mark nicht vergessen." Zeuge: „Das war auch ein großer Fehler van mir. Das Konto Düppel- Drcilinden hätte ebensogut Konto Karl Hiller II heißen können." Todesfahrt in den Abgrund. �ünf Arbeiter bei einem Sisenbuhnunglütk getötet. Mailand, 2Z. Juni. Ein furchtbares Eifenbahnuilgiück ereignete sich aus der Linie Saoona— Turin, �wo. M Kilometer von der Drtschaft ooliccto entfernt, die schienen gewechselt wurden, lö Arbeiter fuhren mit einem mit Schienen belodenen Rollwagen zum Bahnhof zurück. Auf der steilen Strecke nahm der Wogen immer größere Geschwindigkeit an und schleuderte allmählich die Schienen und die 'Arbeiter in den Kurven ab. Schließlich stürzte der Wagen in einer Kurve um und rannte in einen?lbgrund hinab. Fünf der Arbeiter wurden getötet, vier lebensgefährlich verletzt, fünf trugen leichtere Verletzungen davon. Nur einer blieb unverletzt. da er in eine Schlammgrube fiel. Zeniralvolksküche wird geschloffen. Essenausgabe erfolgt von den anderen Küchen. Die städtische W o h l f o h r t s d e p u t a tl o n Hot in ihrer letzten Sitzung der beabsichtigten Schließung der Zentralvolksküch« in der Tresckowstraße ihre Zustimmung gegeben, weil dies« Küche durch den starken Rückgang der Frequenz in den Esienausgabestellen nicht mehr rationell bewirtschaftet werden kann. Die von der Küche Trcsckow- stroße bisher belieferten städtischen Bolksspeiseanstalten werden künftig von anderen Volksküchen mitbeliefert werden, eine Schließung von Esienausgabestellen findet nicht statt. Zugunglück im Korridor. Der in Berlin planmäßig um 19.04 Uhr eintreffend« O-Zug I) 56 hatte am Donnerstag abend eine einstündige Verspätung auf der polnischen Strecke W a r s ch a u— K alis ch— P osen. Kurz vor Posen war ein polnischer D-Zug mit einem polnischen Arbeit-r.zug zusammengestoßen. Der nach Königsberg kommende deutsch« D-Zug D 56, an den der polnische D-Zug Anschluß hat, erlitt dadurch eine erhebliche Verspätung. In Posen nahm er einige Leichtverletzte auf, die sofort noch ihrem Eintressen in Berlin dem Krankenhaus zu- geführt wurden. Welches Ausmaß das Zugunglück vor Posen hatte, war bisher nicht festzustellen. Aranfenwald-Auistellung nur noch bl» Svnaiag. Die Rotge» meinschaft für den Frank, luoald teilt mit. daß dl» grantenwalv» Ausstellung im Kunstatwerdtmustum. Prinz-LIbrecht-Strob« 67, nur noch bis Sonntag, bot 26. Sunt, einschließlich gsSsfuet ist. Das Prügelheim von Scheuen Neue schwere Belastung des Direktors Straube Lüneburg, 25. Zun!((Eigenbericht). Zw Scheucn-Prozeh wurde heute in die Zeugenvernehmung eingetreten. Schon die ersten Aussagen von Erziehern und Zöglingen brachten neue schwere Belastungen für die Anstaltsleilung. Peweisanträg« der Verteidigung der geprügelten Zöglinge gehen dahin, festzustellen, daß schon vor der Revolte in Scheuen ge- prügelt worden ist und daß vierzig zum Teil mit Blei gcfüllle Gummiknüppel und andere mit Sand gefüllte Gummischläuche vorhanden waren. Der erste Zeuge war der 28 Jahre alte Erzieher M a n e g o l d, der nichts weiter zugab, als daß ein Zögling ob und zu eine Backpfeife erhalten hätte. Fast alle Fragen beant- wertete er mit dem Satze:„Das weiß ich nicht mehr." Das er- scheint wenig glaubwürdig. Aus den 2l k t e n wurde festgestellt, daß Manegold fristlos gekündigt worden war, weil er die Mißhandlungen der aus Braunschweig zurückgebrachten Zöglinge nicht verhindert hatte. Bei der weiteren Vernehmung bestritt Straube, jemals einen Menschen mit Füßen getreten zu haben. Worauf eine Reihe von mißhandelten Zöglingen erregt aufsprang und das Gegenteil behauptete. Der Zögling Gustav Krüger berichtete weitere schwere Miß» Handlungen durch Straube. Der Zögling M o n k a behauptete, von Straube mit. den üblichen Ausdrücken— er sagte„Kosenamen"— Schweinehund, Lump, Zuhälter belegt worden zu sein. Mehrere Zog- linge bestängten, daß Straube am 18. Februar 13Z0 dem Monka gesagt hat:„Du willst dich beim Jugendamt beschweren? Das Jugend- qmt bin ich." Dann habe Straube auf Monka eingeschlagen. Ein anderer Zögling G e h r schilderte sehr drastisch, wie Straubes Hunde seinen Mantel zerrissen haben. Als er von Straube einen anderen Mantel oder die Instandsetzung des alten erbat, habe Straube ihm mit einem eichenen Krückstock ins Gesicht geschlagen und die Hunde aus ihn gehetzt, die ihm auch noch die Hosen zerrissen hätten. Alle diese schwer belastenden Aussagen, die von verschiedenen Zeugen in durch« aus glaubwürdiger Weise bekundet wurden, stritt Straube ab. Während bis jetzt nur Zöglinge gegen Direktor Straube aus- gesagt hatten, wurde nach der Mittagspause der früher in Scheue» tätige Erzieher Dr. Riddenbruch vernommen. Seine Aussage mar für Strairbe vernichtend. Riddenbruch hatte seine Dienst- stellung in Scheuen freiwillig verlassen, weil er als grundsätz- licher Gegner der Prügelstrafe nicht zu einer inneren Uebereinstim- mung mit Straube zu gelangen vermochte. Cr hat als Augenzeuge die Mißhandlungen des Zöglings Rippien gesehen. Der am Boden liegende Zögling wurde von Straube maßlos geschlagen. Riddenbruch meldete den Vorfall an den Obermagistratsrat K n a u t h in Berlin. Darauf erschien die Stadträtin W e y l in Scheuen, die nach der Aussoge des Zeugen zwar mit Straube gesprochen, aber kein« durchgreifenden Mahnahmen getroffen habe. Anfangs habe tn Scheuen große Einmütigkeit geherrscht. Das sei erst anders geworden, .als mit neuen Transporten für den Landaufenthalt ungeeignete Elemente nach Scheuen kamen. Manch« der Großstadtjungens fühlten sich auf dem Lande falsch am Platze. Straube hätte sie besser noch Berlin zurückgeschafft, anstatt sie mit allen Mitteln in Scheuen zu halten. Schon srüher Hölle es eine Art Revolte gegeben, die Ridden- bruch leicht durch gütliches Zureden beigelegt habe. Riddenbruch be- stätigte weiter, daß Straube sich einige besonders robuste Zöglinge zur Stützung seiner Autorität herangezogen hätte. Auch gegenüber dem Zeugen Dr. Riddenbruch bestritt Straube die Mißhandlung. Riddenbruch bezeichnet« Slraube als einen guten Organisator und Wirtschafter, aber schlechten Erzieher. Aus die Frage von Straubes Verteidiger, ob er Straube als gutmütig bezeichnen könne, gab er die Antwort:„Das kann ich nicht sagen, es kam vor, daß Straube sein« guten Tage Halle". Nach dieser Vernehmung wurde die Verhandlung abgebrochen. Liebe und Motorrad, Verspricht ihr die Ehe und saust davon! Im Gerichtssaal sahen sie sich wieder: der alte Zuchthäusler mit 21 Vorstrafen und die alternde Hausangestellte, und als er ins Gefängnis abgejührt wurde, sagte sie triumphierend:„Zwei Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust! Hat's verdient der Schuft." Und das hatte er wirklich. Wie findet eine Hausangestellte, die neben geringen Erspar- nissen nur noch wenig Chancen im Leben hat, einen Mann? Durch ein Heiratsinserat. Er schrieb ihr einen„Chiatsch", so ein „spaßiges Zeug", anders als die anderen Briefschreiber, s i c ont- wartete, man traf sich in einer Konditorei, er stellte sich als Flu g- Hauptmann vor, zeigte ein« Photographie in schmucker Uniform, „ich flunkerte ihr was vor", sagte er vor Gericht,„sie flunkerte auch ein wenig" und... das Giiick war vollkommen. Man be- suchte Kaffees, stieg in Hotels ab... wer bezahlte? Natürlich sie. Am Flugzeug war ein Propeller zerbrochen,«r mußte ihn repa- rieren, brauchte dazu 60 Mk.— wer gab es? Natürlich sie. Sie bezahlt« für ihn die Miete, kaufte die Verlobungsringe und schließ- lich auch ein Motorrad für 900 Mk. bar: die Entfernung war doch so groß bis Staaken, wo sein Flugzeug llag, und was kann!? da durch ein eigenes Motorrad nicht alles an Zeit und Geld erspart werden! Man macht« aus dem Rade auch gemeinsame Ausslüge, kam ober in der Regel nicht weiter als bis Grüne- wald. Sollte sie ihm etwa auch noch für Benzin und Benzol aufkommen? Eines Tages wurde es ihr aber zuviel. Resolut. wie sie sein konnte, sagte sie:„Jetzt suchst du dir Arbeit." Sie gab ihm die letzten 20 Mk., er holte sich noch einmal ein kleines Sümmchen und verschwand. Einige Monate später wurde er«st Grund eines Steckbriefes in Lindau verhaftet... samt dem Motor- rad. Er halle sich bereits«ich hier in Betrügereien versucht,«Hielt eine Zuchthausstrafe und wurde nach Berlin transportiert. Es war eine lustige Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Der Frauenherzbetörer omirsierte sich»äst. lich, als er von seinen weiten Motorradreisen erzählt« über Düssel- dost, wo er seine Wirtin ein Sümmchen abknöpfte, über die Schweiz nach Italien, Hinurrter bis Neapel— nach Frankreich erhielt«r kein Visum, eigentlich wollte er nach Spanien— dann noch Wien — im ganzen 12 000 Um. D a fehlte ihm kein Benzin und t«i» Benzol; das nötige Kleingeld verdiente er sich unterwegs—, wohl durch Hochstapelsien. Halle er denn überhaupt die Hailscmgsttellte betrogen? Kein« Idee! Hat sie ihn nicht selbst in die erstklassigen Kaffee» geführt, sie wollte natürlich eine„moderne D«ne" spielen. Hat sie ihm das Geld nicht geradezu aufgezwungen? Und dos Motorrad?! Stille, das kann sie jeden Augenblick wiederhaben, es ist ja in Auf» bewahrung gemmimen. Er dachte gar nicht daran, zu betrügen. Die zwei Jahre Gefänams nahm er nicht an:„Natüriich lege ich Berujung ein." Es wird ihm wenig nützen... Doppelmord im Altersheim. Zwei Schlafgenossen erschlagen. Innsbruck. 25. Juni. Eine schreckliche Bluttat ereignete sich gegen vier Uhr früh im Allersheim von walzenhoser. Ein Insasse de» Hanse», der SSjährize Invalide Max Plank fiel plötzlich mit einem Beil über mehrere setner Schlasgenossen her. Zwei Rentnern, Alois Gümmer e r und Ferdinand vejory, spaltete er mit snrchlbarea hieben den Kops. Die beiden waren ans der Stelle tot. Plank wollte dann noch einen dritten Znsasien ermorden. Dem dritten Opfer gelang es sedoch, sich zu retten. Plank wütete in drm Saal wie ein wahrer Amokläufer. Dir zu Tode erschrockenen Männer sprangen an» den Fenstern, um sich vor den mörderischen Streichen de» Rasenden zu retten. Schließlich zündete Plank di« Strohsäcke mehrerer Betten an. Durch den Qualm und die emporschießenden Flammen sowie die Schreie der Geflüchteten wurde das Personal alarmiert. In der allgemeinen Verwirrung gelang es jedoch dem Täter, zu flüchten. Der Mörder tonnte bisher nicht gesaht werden. Die Beweggründe seiner Bluttat sind in völliges Dunksl gehüllt. Plank hatte sich in oller Ruhe zu Bell gelegt, und es ist auch nicht bekannt, daß er mit seinen Schlafgenosien Streit gehabt hätte.# entbehren als Brot und Kartoffeln; aber sie sind doch nun einmal da und haben uns in gesunden Zeiten auch manche frohe Stunde bereitet und sie haben, genau wie jedes Lebewesen/ Existenzberech- tigung. Daß sie mehr verlangen als den bloßen Schutz vor dem Verhungern, wer kanp es ihnen verübeln? Sie wollen ja nichts weiter als arbeiten, und dazu brauchen sie ein wenig materielle Beihilfe und steuerliche Erleichterung. Notschrei arbeitsloser Artisten. In einem kleinen Lokal der unteren Friedrichstraße hat die Dag(Rotgemeinschast deutscher Artisten) eine Versammlung ein- berufen. Dichtgedrängt sitzen die Menschen, ruhelos wandern ihr» Augen hin und her, während der Vorsitzende das ewig«, tragische Problem seiner Berufskollegen durchknetet, durchleuchtet: die Arbeitslosigkeit. Kaum fällt hier das Wort.junger", immer nur gellt der verzweifelnde Schrei„Arbeit". Nicht, daß sie etwa von leiblicher Not verschont blieben— die meisten haben ja infolge ihrer allzu kurzfristigen Arbeitsmöglichkeit noch nicht einmal das Anrecht auf Arbeitslofenuntesttützung... Daß ihre Gelenke rosten und das Kreuz steif wird, die Muskeln faulenzen und der Körper in Träg- Heft versackt, das aber ist das Schlimmste. Menschen, die das Letzte an Geschicklichkeit intd Körperkrost aus sich heraushole», di« oft jeden Moment gewärlig sein müssen, ihre Arbeit mit dem Tode zu bezahlen, sie sitzen den lieben, langen Tag untätig herum, nicht! anderes oor Augen als die Verzweiflung... Gewiß, ihr Beruf iß untrennbar verbunden mit halbwegs geordnete» wirtschaftlichen verhälllllsien, und dar Mansch kam,«llsttsch« Larttetunge» leicht« tmü ...kemm irbekchigea MHWe— es t*mß Eathreiner � anöm MchMhÄmimkch Las stine Kchremer- MM. Ende des Ziöntgental-Prozejses Orei Jahre Zuchthaus für Rettig, zwei Jahre Gefängnis für Schulz. Düs Landgericht III verurteilte wegen Beihilfe zum vcllendelen und versuchten Mord den neunzehujährigen Villi Retlich zu drei Zähren einen Monat Zuchthaus und den siebzehnjährigen Alfred Schulz unter Zugrundelegung des Iugendgerichtsgesehes zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Die Hauptverhandlung habe ergeben, daß die f l ü ch t i g e u h a u p t l ä t e r in der Abficht. Nationalsozialisten zu erschießen, die tödlichen Schüsse aus die ge- »ölelen Gäste des Lokal»„Edelweiß" abgegeben hatten und daß die Ar geklagten ihnen hierzu Beihilfe geleistet hätten. Ii, der Urteilsbegründung zählte Landgerichtsdircktor Ohne- s o rg e die Tatsachen auf, auf Grund derer die beiden flüchtigen Mörder Schiemann und Kunert des Mordes bzw. des versuchten Mordes als überführt anzusehen waren. Schiemann hatte wenige Tage vor der Tat geäußert, daß er nach Rußland zu seinen Der- wandten wolle, vorher aber noch ein paar Razis herunterschießen würde. Am Tattage hatten beide zu einem Zeugen gesagt, daß sie nach Röntgeirtal wollten, um ein Noziloch auszuräuchern; daß sie in das Lokal Edelweiß hineinschießen wollten, hatten sie auch den beiden Angeklagten erzählt: sie haben sich von der Tat nicht ab- halten lassen, obgleich ihnen von Rettig und Schulz gesagt worden war, daß die Nationalsozialisten erst am Donnerstag ihren Der- lammlungsabend hätten. Die beiden Verurteilten haben sich der Teihilfc zum Mord und wegen versuchten Mordes schuldig gemacht. ch Der zweite Röntgenkaler Mord fordert einige kurze Fest- stellungen. Uebcr die unglaubliche Verrohung und seelische Verwirrung, die durch eine gewisse Presse und Agitation im jungen Menschen hervorgerufen wird, in diesem Zusammenhange kein Wort mehr. Was soll man dazu sagen, daß zwei junge Arbeiter mir nichts dir nichts«ine Fahrt von Berlin nach Röntgental unter- nehmen, in der festen Absicht, Menschen zu töten. Festgenagelt soll aber hier werden, wie die Leute, die sowohl für die Tot der flüchtigen Mordschützen wie auch für das Unglück der beiden Verurteilten verantwortlich sind, ihr« Opfer schmäh- lich im Stich lassen, wenn ihnen das in den Kram paßt. Als der Röntgentaler Mord geschah, behauptete die kommunistische Presse, es handle sich um eine Blutat der Nationalsozialisten. Die „Rot« Fahne" forderte zum entschiedenen Kampf gegen die Nazimordseuche� aus. Ms sich einwandfrei herausstellte, daß die Schützen und die beiden Helfer kommunistischen Kreisen angehörten, da schrie man von Lockspitzel. In Wirklichkeit aber gehörten die beiden Angeklagten der kommunistischen Jugend an. während der«jemzen Untersuchungshaft hat sich aber niemand von den kommunistischen Parteifreunden um die beiden Jungarbeiter gekümmert. Die Rote Arbeiterhilfe dachte gar nicht daran, ihnen einen Vcr- tcidiger zu stellen; bei der Urteilsverkündung war kein kam- iminiftifch« Gcrichtsberichterstatter anwesend, der Zuhörcrroum war vollkommen leer, es fehlt« die für Angeklagte so wichtige Atmosphäre des Mitgefühls der Gesinnungsgenossen: sie waren vollkommen isoliert. Di« Laienrichtcr haben sich bereit erklärt, ein Gnadengesuch ijir den verurtellten Rettig zu unterzeichnen, damit die Zuchthaus- strafe in eine Gefängnisstrafe umgewandelt wird. Man kann, das nur begrüßen,» t-- Schließung des Brißer Krankenhauses? Kommunist bestätigt sozialdemokratische Aufbauarbeit! Dt« letzte Neuköllner Bezirksoersornmiung beschäftigt« sich mit einem foziatdemokratischen und kommunistischen Dringlichkeitsantrag ivegen der Absicht de» Berliner Magistrats, das Krankenhaus Britz zu schließen. Diese Maßnahme hat, wie- Genossin Siedet als Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion ausführte, unter der gesamten Bevölkkerung ohn« Unterschied der politischen Richtung leb- haften Protest ausgelöst. In letzter Zeit sind gerade eine Anzahl wichtiger Spezialstationen eingerichtet worden, die stark belegt sind. Wenn berücksichtigt wird, daß diese Vergünstigungen nicht nur Neuköllner Kranken, sondern auch Kranken vom Osten und Süden zugute kommen, kann man die Absichten des Magistrats nicht ver- stehen. Zwei ganz wichtige Stationen, die orthopädische und Haut- Abteilung sind immer voll belegt. Aber auch die übrigen Abteilungen sind oft sogar überbelegt. Zeitweise waren nicht nur die 420 Betten, sondern darüber hinaus bis 220 Plätze vergeben. Wegen Unterbelegung kann das Krankenhaus nicht geschlossen werden. Erspart wird also nichts, aber die Patienten und die Angehörigen hätten, wenn es zutrifft, daß die Stationen nach Spandau oerlegt werden sollen, durch di« weiter« Entfernung nur Mehrausgaben und Zeitverlust. Die Redner sämtllcher übrigen Parteien waren derselben Ansicht und fanden di« Maßnahmen des Magistrats unverständlich und lehnten sie einmütig ab. Auch das Landschulheim Zossen, eine wichtige Er- holungsstätte für die Berliner Schuljugend, soll geschlossen werden. Die Bersammlung wandte sich gegen diese Absicht. Ein« unfreiwillige Bestätigung sozialdemokratischer Aufbauarbeit gab bei einem kommu- nistischen Antrag auf Lieferung von 1 LUer Milch an Säugling«. Erwerbsloser, der kommunistische Stadtrat Dr. Schmincke. Die Säuglingssterblichkeit fei in Neukölln feit dem Jahre 1943, wo sie noch 27 Prozent betrug,— di« der unehelichen Kinder war weit hoher— aus 7 Prozent zurückgegangen und somit die nieorigft« Zahl in Deutschland. Aber auch die Sterblichkeitszifter der unehelich Geborenen sei in Neukölln am niedrigsten. Diese Resultat« seien nur erzielt worden durch vorbeugende Maßnahmen, insbeson- derc durch aas vorzüglich geleitete Säuglings- und Mütterheim. Ge- schaffen wurde dieses Heim aber von der sozialdemokratischen Fraktion und ganz besonders ist sie das Werk des leider zu früh verstor- denen Genossen Dr. S i l b e r st e l n. Das sagte Herr Schmincke zwar nicht, aber wir müss«n es immer wieder sagen, weil Leute, wie der nicht ernst zu nehmende Lange, erst in der Sitzung kurz vorher sich erdreistete zu sagen, die Sozialdemokratie sei die unsozialste und reaktionärste in Deutschland. Sein Parteifreund Dr. Schmincke hat ihn mit Nennung dieser Zahlen, sicher unbewußt, Lügen gestraft. Uebrigcns ist Lange jetzt auch unter die Hellseher gegangen. Prophe- zeit« er doch, daß in fünf Iahren alle sozialdemokratischen Fraktions- Mitglieder im kommunistischen Lager sein werden. Wo er in fünf Iahren sein wird, sagte er wohlweislich noch nicht, wir hoffen aber, in seiner nächsten„Geisterstunde" die Antwort zu bekommen. Was dach der Fünfjahresplon in Rußland alles unter den deutschen Kam- munisten anrichtet. große» Sommer t«du na am Sonnabend....------------ brau er ei, Amrumer Straße 31. Musikalische und sportliche Dar bietungen: Redner Genosse Sah. Stelling. M. d. R. r. und wesbefest.v- nd, 27. Juni 18 Uh Straße 31. Musikalis veranstaltet die 21- tld« "r in der H o chs chul» Schulen in Not Der Zwang zur Einschränkung-- Folgenschwere Maßnahmen Der starke Zwang zur Einschränkung hat zu ganz enormen Einsparungen bei allen städtische» Verwaltungszweigen geführt, auf keinem Gebiete jedoch in so erschreckender Höhe wie auf dem des Schulwesens. Es fall ruhig festgestellk werden, daß der Schulelat von Zahr zu Zahr bis ISZS hin sich in aufsteigender Linie bewegte, und wohl in keiner anderen preußischen Skadk, auch relativ besehen, so fiirsorglich Mittel für die städtischen Schulen zur Verfügung gestellt wurden. So lag beispielsweise die Klassen- f r e q u e a z unserer Volksschulen mit ZZ niedriger als in fast allen übrigen preußischen Städten. Beachtenswerte Aufwendungen wurden geleistet für Aufgaben, die sowohl pädagogischen Bestrebungen als auch sozialen Bedürft nissen Rechnung trugen. Für den Aufenthalt der Kinder in Land- schulheimen standen im Jahre 1929 zur Verfügung 329 999 Mark, fiir freie Lernmittel wurden pro Kind 4 Mark ausgegeben, für mehrtägige Schülerwanderungen 229 999 Mqrk, für Wirt- schaftsbeihilsen 1 Million Mark, für S t u d i e n b e i- Hilfen 129 999 Mark, Schülervorstellungen 139 299 Mark. Alte Mietshäuser, die in der Vorkriegszeit für Schulen für gut genug gehalten wurden, wurden in großer Zahl abgestoßen und in den sich stark entwickelnden Außenbezirken, Siedlungsgebieten neben 11 höheren Schulen insgesamt 22 Volksschulen, neue Turnhallen usw. errichtet. Schon im Jahre 1939 mußte der Etat um 19 Mil- lionen gegen das Vorjahr gekürzt werden, und nach dem jetzigen Stande des Etats beläuft sich die Einschränkung auf 16 Millionen. Wenn der Gesamtetat eine Kürzung von 19 Prozent erfahren muß, so liegen die Einsparungen bei der Schule wesentlich höher. Immer- hin belaufen sich die städtischen Aufwendungen auf rund 132 Mil- lionen. Bei den Berufsschulen allein beträgt die Einsparung 3 Millionen. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Rück- gang der Schülerzahl eine Kürzung der Mittel nach sich zieht. Ist doch die Schülerzahl von 197 999 auf 86 999 zurückgegangen und wird wahrscheinlich zum Herbst nach unter 89 099 sinken. Erzielt wurde diese Ersparnis bei den Volks- und höheren Schulen beson- ders neben der Gehaltskürzung durch eine Reduzierung der gesamten Einheitssätze und durch eine Abänderung der Pflicht- stundenordnung auf Grund staatlicher Bestimmungen. Wenn auch die Schularbeit als solche nicht als ernsttich gefährdet angesehen werden kann, obwohl sie in besonderen Angelegenheiten starke Ein- schränkungen auf sich nehmen muß, so muß offen ausgesprochen werden, daß manche Kürzungen nur als tragbar angesehen werden können für vorübergehende Zeil. Es ist auf die Dauer nicht zu verantworten, die Mittel für die Lehr- mittel, Schülerbüchercien und kleinen Schulbedürfnisse so einzu- schränken, daß Ergänzungen unmöglich gemocht werden. Es ist auch wirtschaftlich gesehen nicht zu ertragen, daß an Schulhäusern nur die dringendsten Reparaturen ausgeführt werden können. Wenn auch für die Instandsetzung alter Schulhäuser und Abort- anlagen einmalig 799 999 Mark ausgeworfen werden, so reicht diese Summe doch nicht aus, um die erforderlichen laufenden Repara- turen durchzuführen. Auch die starke Heraufsetzung der Pflicht- stunden zahl für Lehrkräfte höheren Alters wird infolge ge- steigerter Krankhcitsziffern kaum eine dauernde Ersparnis bleiben können. Am schwersten wird die Schule dadurch getroffen, daß in den beiden letzten Zahre» Ileueinstellungen von Lehrkräften nicht haben vorgenommen werden können. Die jüngsten Jahrgänge stehen schon fünf bis sechs Jahre im Dienst, womit ausgesprochen ist, daß der Schule die Jugend des Lehrerstandes fehlt. Die finanzielle Einschränkung hat zur Folge, daß zum Oktober an den Volksschulen 229, an den höheren Schulen etwa 179 Lehrkräfte überzählig werden. Die Stadt beabsichtigt, wie aus den Etatsberatungen her- vorging, keine Entlassungen vorzunehmen, sondern unter Herbei- führung der Arbeitskürzung verbunden mit Gehaltsreduzie- rung eine Wciterbeschäftigung aller Lehrkräfte im Winter über zu ermöglichen, um ihnen dann zum Frühjahr wieder, soweit angängig, Beschäftigung in normalen Ausmaßen übertragen zu können. Es wäre nicht zu verantworten, wollte man die überzähligen Kräfte einfach entlassen. Auf eine Beschäftigung in der Provinz wäre nicht zu rechnen, sie wären ganz allein ans Wohlfahrtsunterstützung angewiesen. Was kostet ein Schüler? Ungesunde Znstation bei den höheren Schulen. Gelegentlich der Haushaltsberatungen wurden die von der städtischen Schulvcrwaltung ermittelten D u r ch s ch n i t t s k oft e n pro Schüler bekanntgegeben. Sie stellen sich für einen höheren Schüler auf.... 476 M. für einen Mittelschüler auf.... 342„ für einen B o l k s s ch ü l e r auf.... 133„(188) Diese Zahlen sind errechnet unter Zugrundelegung der z«n- traten und Bezirksschuletats. Bei den Volksschulen wird die Aufwendung der Stadt dadurch noch verstärkt, daß bei der lieber- Weisung der Reichseinkommensteuer ein Betrag von 19,9 Millionen Mark gekürzt und. der Landesschulkasse überwiesen wird. Der Betrag für Volksschulen erhöht sich um 22 M. aus 188 M. Demnach stellt sich das Verhältnis auf rund 8 zu 6 zu 3. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß ein vergleichbarer Maßstab eigentlich nur gefunden werden könnte, wenn gleiche Jahrgänge einander gegen- übergestellt würden. Nach uns gewordenen Mitteilungen bezieht sich das Ergebnis dieser Berechnung auf die vier oberen Jahrgänge der Bolksschule und die entsprechenden der Mittel- und höheren Schulen. Danach stellen sich,, wenn man die gesamten Staats- leistungen für die Volksschule in Form von Staatszuschussen und Beschulungsgeld berücksichtigt, die Kosten auf 342 bzw. 282 bzw. 227, ein Verhältnis also von 7 zu 2 zu 3. Aber auch hier ist zu berücksichtigen, daß die ermittelten Zahlen für die Volksschule relativ hoch liegen, weil zur Zeit di« oberen Jahrgänge der Volksschule äußerst schwach besucht sind. Legt man für die Bolksschule eine Durchschnittsfrequenz von 32 zugrunde und eine normale Klassen- zahl von 12, so vermindern sich die Kosten von 227 auf 291. Bringt man aus den höheren und Mittelschüler das volle Schul- geld auf jeden Schüler zur Anrechnung(in Wirklichkeit kommen im Durchschnitt statt 249= 148 auf einen höheren Schüler und 44 statt 96 für«inen Mittelschüler ein), so stellen sich die Ausgaben auf 223 bzw. 233 bzw. 227(normale Verhältnisse 291): das würde ein Ver- hältnis ergeben ungefähr von 2,2 zu 2,3 zu 2. Ganz gleich, welchen Maßstab man zugrunde legt, entscheidend bleibt immer die Höhe der Mittel, die die Stadt auszubringen hat(also Vergleich 8:6:3). So wird man aus rein finanziellen Erwägungen, die zugleich aber den. pädagogischen parallel lausen, die Organisation des Schul- Wesens so einstellen, daß die-"bestehende� ungesunde Inflation sowohl in mittleren wie höheren Schulen auf ein zweckmäßlMS Maß zurückgeschraubt wird. Die so erzielten Ersparnisse könnten dann der Bolksschule zugeführt werden. plO» 75 P 9. erioubl ou* <«•••• Ä. u H 5, KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Pr«isE: Uberschriftswort 25 Pf., Textwort 12 Pf. Wiederholungsrabatt t 10 mal 5 Proz., 20 mal oder 1000 Worte Abschluß 10 Proz., 2000 Worte 15 Proz-, 4000 Worte 20 Proz.> Stellengesuche i uberschrifts- wort 15 Pf., Textwort 10 Pf. /. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 41/2 Uhr nachm. im Verlag, Llndenstr.3, oder auch in sämtlichen . Yorwärts-Pilialenund-Ausgabestellen abgegeben sein uemauie ftnAfenbet eiserne. Das, Ri ieder Art. T, einrichtuna, Z »ahlllng. Wo keilel. Orken c HieiflunssstücHB. (USsche usw.| venig getragen, aüge. grack< Smokinganailae. Dehrackanaitae, Bauchanallge, sirlll iahrs. unj» Eon merniänkel. erk Nakliz« neu« Da derob« au stai Sombarbtoatc, Bon Raaasteten wenig«ei anzitge, Ulster. boebraare. liefen bel.M________ Ubenftrtxde-ne Sonnta J— AA fla.DjmS besuchen alle Genossen und Genossinnen HPn ßK Jüili den„Rast"(Reichsarbeltersporttag) W%,1B"iw«»»UWN ,N GRÜNE WALD-STADIONI Neuer park für Berlin. S0 OOS qm großer alter park den Berlinern gesichert. An der Spandauer Chaussee liegt im Gebiet des Bezirksamtes Charwttenburg neben dem Park Ruhwald, der bereits im Jahre 1924 in städtisches Eigentum übergegangen ist, der gleichfalls mit schönen alten Baumbeständen versehene Park Beckmann mit einer Größe von rund 80009 Quadratmetern. Die Erhaltung dieses alten Parkes für die Allgemeinheit wird gesichert durch einen Grundstücksaustausch zwischen der Grundstucksgesellschaft Administratio, die zur Zeit Eigentümerin ist, und der Stadt? die Charlottenburger Bezirksversammlung hat dem Austausch am Witt- woch einstimmig ihre Zustimmung gegeben. Die Grundstücksgesellschast erhält im Austauschwege städtisches Gelände an der Spandaucr Chaussee neben dem Park Beckmann, das der baldigen Bebauung zugeführt wird. Die Grundstücksgesellschast hat die Verpflichtung übernommen, das Gelände inner- halb von zwei Iahren zu bebauen, so daß nicht nur die Erhaltung des unmittelbar an den Park Ruhwald grenzenden Parks Beckmann mit seinen prächtigen allen Baumbeständen für die Allgemeinheit erreicht wird, sondern auch die Erschließung von Nord-Westend beschleunigt, die Gestellung yon rund 200 Kleinwohnungen und ein« Belebung der Bautätigkeit erzielt wird. Der Austausch bedarf noch der Genehmigung des Magistrats und der Stadt- verordnetenoersammlung. Baraufwendungen hat die Stadt für diesen Grundstücksaustausch nicht zu leisten. Allgemeine Wetterlage. ZS.ikmi dSS�abds.|E 0 wolkenlos. O heifer.O halbbedeckr 9 wolkig,® bedeckt* RegeiuGraupeln Sctinee;5Webel,1lGewiltec@Windsti!le Die kühlen Luftmassen, die am Mittwochabend Nordwest- deutschland überfluteten, haben jetzt auch den Süden des Reiches und Schlesien erreicht. Nach ihrem Eintreffen begann der Luftdruck oll- gemein zu steigen. Ein Hock, das am Mittwoch zwischen Schott- land und Island lag, ist infolgedessen nach Süden bis Südosten gewandert. Sein Einfluß macht sich bei uns bereits am Donners- tagnachmittag gellend. Die zentralen Gebiete des Hochs werden sich unserem Gebiet welter nähern. wetleraussichlen für Berlin: Vorwiegend heiter? nach kühler Nacht am Tage mäßig warm, nördliche Winde.— Für Deutschlaad: Im Norden ziemlich heller mit langsamer Erwärmung, im Osten ver- änderlich, im Süden meist Besserung, nur im Alpenvorland noch Regen. eins-ndm,««» fBr Wcfc«nbtif flnh B t r 1 1 B 69 SS, Sintrenftrogc 3, parteinachnchten für Groß-Berlin stete an da» tjejtrtefrtrttailiu i.Hos, ilrepp«» rechte, ZW richte» Bezirksmieteratr«>schun. Die gfübiaBA durch Mt»amuenstellunq, inebewnder« die»aeltelluaa de« Bauhütteir und der Sewe�lchalten, sindet bestimmt eonuabend, 27. Zuul 1931, 1» Uhr, statt. Iteffjmnti: Halle 1, HauPteingang. Sit die Icilnebmer dat der Verband sozialer Vaubetrievc eine besonder« Druckschrist zur Berstigunn oestedt, die dort zur Lerteilnng gelangt. Korten zu 1 M. sind noch am Eingang erhältlich. Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Heule, Freitag. 2S. Juni: 4. Stria. 27., 28., 30., 31. Abt. Kreiemitgliedernersammlnna Schnlaula Gleim» ftrche 49. Bericht»om Parteitag. Mitgliedednch legitimiert. 33. Abt. Di« Bezirlsfichrer rechnen am Eonntaq von 9 Uhr und am Montag von 1814 Uhr mit dem Kassierer ah. Restliche Maimarlen und Bezirls. fiihrerhnch sind mitzubringen. »2. Abt. Abteilungsversammlimg Lokal(Somstriraie. Vortrag:.Die Regierung Brllnina und wir". Referent: Genosse Dr. Löroenstein. 93. Abt. Sinla harten zum Volksfest am 27. Juli sind bei allen ssunktionären zu haben, 108. Abt. Die Bezirks, und Stimmbezirksführer werden ersucht, heute in der rleit von 18 bis 19 Uhr in der Schlogstr. 27 lPartelheimi iflugblStter fil- den Film:„Im Westen nichts Neues" in Empfang zu nehmen. Morgen, Sonnabend, 27. Juni: 21. Abt. 18 Uhr grobe, Sommer,»nd Werbeseft in der Sockschulb-anerci. Am» ~ ebner: Johanne» Stelling, M. d. R. Riefentombol». rnmer Str. 31. Wir bitten um recht rege Beteiligung. 131. Abt. 20 Uhr Funktionärversammlung bei ftllnbt Am Frledensplah. Frauenveranskalluug. 4. Abt. Eon nabend, 27. Juni, ab IS Uhr, Relchsbanixrspvrtplah Friedrichs. feld«, Ilpstallweg s, gemeinsames Kaffeekochen. Kaffee und Kuchen kostenlos. Kinderspiele, abends italienische Nacht, Kindcrsackelzug. Fahrverbindung: U-Bahn bis Enldstvtion oder Li»:« M bis Etcycrs Waldschloß. Arbeitsgemeinschaft der kinderfieunde Grosz-Berlin. Sonnenmeiedfiier Eonnabend, 27. Zum, 21 Uhr, Wassersportplatz Pldhen. see. Tressen der Kreis« und Gruppen wir folgt: Krei, Mitte: Gruppe Hugo Haas« 1014 Uhr Falkeneike, Grgppe Frib Wille Iuaendheim Kopenicker Str. 92.— Kreio Dieraarten: IVfi Uhr Bahnhof Beusselsiraszc.— Kreis Prenzlauer Bcrg: 2014 Uhr U.Bahnbof Leestraßc.— Kreis FriedriGshain: 19 Uhr Echlestscher Charlotten bürg: 20 Uhr Mlhelmplah,— Krei, Schltneberg: Gruppe Ferdinand Bahnhof.— Kreis Kreuzberz: 19z.> Uhr U-Bahnhof Hallrfchc, Tor.— Kreis Lassall- 1914 Uhr Bahnhof Bilmersdorf-Friedena», Gruppe t. ermann MAier 1994 Uhr Bahnhof Ebersstraße, Gruvpc Friedrich Ebert 19',', Uhr Haltestelle 80 (Liirdennoff.— Kreis Tempelbof: lOlh Uhr Denkmal, Dorfftrasic.— Kreis R-u, eolln: 19 Uhr ll-Babnhof Loineftrasie Gruppe Zstuwoik. Avantj und Luelle, die llbrige» Gruppen U-Bahnhof Rathaus.— Kreis Lichtenberg: 20% Uhr am Kanal. — Kreis Steglid: Etupp« Sleqlid 29 Uhr Rote Eturmeae. Krei, Tiergart,»: Fcrienfohrrteilnehmc:! Untersuchung Eonnaband, IS Uhr, bei Tl. Paersch, Essener©tr. 4. Kreis Prenzlauer Berg: Abgabe der Helkerstswn ataffpunft der Epnnrn» werchi. Di« Äbftriä)« werdcn am Dienstag bereit» 9 Uhr oorgeiiommen. Krei, Friedrichshain: Treffen zum Reichsarbertersportlaz Sonntag, 11 Uhr, Schlesifche? Bahnhof. 29 Pf. End« 20 Uhr, Kreta Renköll», Materml stlr Zelt, und Nsstfalienloger kann heute. Fr e, tag, zwischen 16 und 17 Ilhr in der Barocke Sanghoferstraße noch abgeholt werden. Sonntag freiwilkia« Beteiligung am RAST, Treffen 18 Uhr U-Bahnhof Rathaus, Kreis Tempelhof: Nachuntersuchung Mittwoch, 1. Juli, 11 Uhr, an bekannter Stelle. Krei, Lichtenberg: Heute Abrechnung der Sammellisten und Eonnenwenh. Programme 18 bis 19 Uhr Zugendherm Sunterstraße. Di« Kreisvcrtreterfiduug fällt aus. Neuer Dermin folgt.— Gruppen Licht«nbrrg.Rord und Neu-Lichten- berg anfchlieiend Sonnenwrnde.Zlochtwanderung nach Lranirnburz. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin «kWendnngen für dies» Butrtf au: m das Fuatndsrtreiaflat Verna 63B 48. ilndenftiaöe 1 Streichorchester: Heut«, igzz Uhr, Pflichtprobe im Seim See. Ecke Turiner lltzl. Morgen, Zl Uhr, W-sserfhortploh Plöhensse(Frerbad). Straße, Heute, Freikag. 19� Uhr: Arkonaplah: Elisabeihkirchstr. 19.„Arbeitersport oder bilogeNlicher Sport?"— Källnischar Park: Waisenstr. 18.„Gedanken des Sozialismus."— Oranienburger Tor: Tieckstr. 18. Tazespalitik.— Rofenthalrr Vorstadt: Ellsabethkirchstr. 19. Wcrbcabend zum Iugendtag.— Hansa: Bochumer Str. 8K.„Arbeiterbewigung." — Moabit I: Waldenser Str. W— 21.„Das neue Ruhland."— Moabit II: Lehrter Str. 18—19. �Londerjahrc."— Moabit III: Lehrter Str. 18—19. gthn- Ddi nuten. Referate.— Westend: Genthincr Str. 17. Arbeitsgemeinschaft fllr An««.— Arnimplatz: Sonnenburgcr Str. 20.„Fugend und Partei."— Balkan: Mandelstr. 2. gehn-Mnuten-Referate.— Fallplatz I: Sonnend urger Straße 29. Funktionärsttzüng.— Fallplatz II: Sonnendurger Str. 20.„Fürsorge. erziehuna."— Helvcholtzplatz: Danziaer Str. 62, B. Z. Humoresken."— Hohen- fchonhanseB: Freienwalder Str. 6.„Die spanisch« Revolution."— Kttutannplotz: Dlrimstr. 38—35.„Die Volksbiihnenbewegung."— Nordosten I: Danziaer Str.(ja, Baracke 3, rechts. Sexuelle Fragen."— Weißens«: Paristr. 36.„Zugend und Parteitag."— Wkrther Platz: Kastanienallee 82.„flaurpsmethoden unsserer Gegner."—«vdrcasplatz lAcltere): Brommystr. l. �katholisch« Zugendde- wegung."— Baltenplatz: Tilsiter Str. 5.„Fremdenlegion."— Frledrichahain: Diästelmeyerstr. 5—6.„Zugendschutz und Zugcndreckt."— Petershurger Viertel: Ebertystr. 12. Hosonanrt-Abend.— Gtralaner Viertel: Goßlerstr. 61.„Genossen. schaftswosen."— Wavschaner Viertel: Litauer Str. 18. Tagespolitik.— Warschauer Viertel(3Mf.): Litauer Str. 18.„Was ist seit 1018 geleistet worden?" Frau______________________■ 13.»vlebnisse:„Werkstatt und Stempelstelle,"— Gharlottevbutg(Aelterel: 'onnenstr, 4.„Truste, Kartelle, Konzern«, Snndikate."— Ghorlottenburg-Nord (R.'F.): Kaiserin.Augusta-Alle« 97b, Jugendheim, Tagespolitik.— Eharlotten- Hurg-Siid: woethestr, 11, Religidser Sozialismus."- Lankwitz: Schulstraße. .jfreitorperkultiir."- Lichtetteldr: Albrechtstr, 14o.„Reichstagssstzung."— Äariendors I: Dorsstr. 8, Leipziger Parteitags"— Mariendoes U: Berliner Straße 1—2. �kommunistisches Manifefi,"— Britz: Beteiligung an der Bcr. anltvltung»er Naturfreunde im Rathaus. Neukölln IV Besses, Bremer Straße, Wichtige De'prechung. Erscheinen Pflicht, Wilmersdorf.(Iungba uird Schufo.) 20 Uhr bei Straß, Detmoldcr Str. 32. Tcc, nischer Kursus. Eruppcntassicrer und Funktionäre ebensiall» dort zur Karten ausoaoe für die am 2«, Juli stattfindend« Dampferfahrt. Rcinickendork(Spts- verein). 10?1 Uhr Antreten Krematorium iberichtstraße zur Einösck>«rung des Kameraden Gieehoit. Di« Sermsdorfer Komrrvden treffen sich um 10 Uhr de: Okrent.— Sonnabend, 27. Juni. Kreis Westen. Für Ausnahme eines Verfassuvge- stlines werden Kameraden und Angehörig«, auch Kinder, gebeten, sich um 13i,4 Uhr im Stadion, an der Avus, Eingang Eich-nallee Ecke Königswcg(Bahn. h»f Ausstellung), einzufinden.(Sonntagsanzug.) Mitgliedskart« de, Reich: kanners und der SPD. gilt als Ausweis. Angehörig« und Freund« müssen legitimiert werden, Steglitz, Sichtcrfelde, Lankwitz lOr'sv-r-ine). 28') Uhr Ab- fahrt nach Neubrandenburg von Schulz. Birkbufchstr. 90. Schöneiveide-Iohonni»- ibal lKaoieradschoft). 20 Uhr Mitgliederversammlung BrUckenklaus«, Brücken, Eck' Sprcestraß.'. Winterspsrtabteilnna. Sonnenwendfeier am Wernsdorfer See. Trsti runk: für Fußwand-ver 19 Uhr Bahnhof Grünau, Straßendahnseitri für Wasirc. fayrer 19>,!, Uhr Wernsdorfer Straßenbrücke: für Radfahrer 20 Uhr Rathaus Trepiow,- Sonntag, 28. Juni. Friedrfchshain'Kameradschaft Andreas). Die Kameradschaft beteifiat sich om Sammerfest der-SP?, bei Sebonert, Stralau.- Wchding(Ontsvereln). Sonnabend, 27. Juni(nicht Freitag). Me Kameraden beteiligen sich am Werbeseft der SPD. in der Hpchschuldrauerei, Amrumer Straße 81. Boginn 18 Uhr. Eintritt 80 Pf. Derein für Einheitslurzfchrift Neukölln. Dienstag und Freitag, 20—22 übt, Ankänaer,, Fortgeschrittenen-, Rcdeschrffllehrgänge. Früheres Kaiser-Friedrich, Realgvmnasium, Neukölln, Kaiser-FriedrickbStr. 209(jetzt Karl-Marp. Schule). Auskunft über'ämtstch« Bereinsongelegenheiten ertoilt: Gerhard Schwarz, Bor- sitzender, Neukölln, Znnstr. 17—18, I. Fernsprecher:? 2(Neukölln) 6773. Gspepanto-Gesellschast Eharlottenbura. Montag, 29. Innt. 20 Uhr, lbonditvrei Wolter, EhaÄottenbnrg. Bismarckstr. 114(Knie), Klubzumner, Koooerstrtions- abend. Gaste willkommen._ Sport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, dem 25. 3ml Nerkatlstz-Jazdremtev: 1. LLiput(Wir); 2, Tauperle(Eber); S. Eulal'n (®. Murphy). Toto: 98:10. Platz: 24, 45, 87:10. Ferner liefen; Schloßuhr, 2. Ztichtlinie(Buschke): ssatz: 12 1(5:1,0. Ferner liefen: S-solei(SB.«cSntiMi; >. Ferner lief; Metro doruS.,;;...... n...'.. Pres? von Hghpenhlick: 1. Melusine 0 (B. Wenjel) MWMMMWM------- liefen; Sturmbreut,., Kevellade, Lendole, Prinzeßchen. Wetterfcheide-Iagdrennen: 1. Sohlend(< 8. Die Ceer(Zl � � � � Erneni(aef.), P. Wolfihegeuer Jagdrennen: 1. Zlnestassa(Hauser); t. Gatven (SB. Murphy); 3. Lavaletta(Ackermann). Toto; 17:10. Platz: 13, 16, 17:10. Ferner liefen: Jnftruetor, �'"--■••• Athnflhle-S"' anodon(Stelle), Till Eulenfpiegel, Duloibella, Toleiitwo, Scharade. Preis von Rüdersdorf: 1. Staroste guenin): 3. Wigbert(Bielke) liefen: Grane, Tell, PrüngS, f; 1. Staroste(Unterholzner): 2. Donatello(Hu- :I(e). Tow: 24:10. Platz: 12, 12, 14:10. Ferner gs, Motor, Jndre,©ofnle. «litk-SSuger(Theater am Kottdusser Tor). Ad 1. Juli findet ein Eastsp.-I beliebten Volkskonnker« Easton Briese in der Uraufführung de« Singspiels „Mein Fräulein, ich verehr« Siel" statt. Titelschloger von Dr. Karl Wilczinski und Franz Grvth«. »«rantwortl!» sür Pollfik:«ietor Schiff; Wirtschaft:«. kwng-lhösee: Gewerkschaftsbewegung""'"_ und Sonstig vorlag: Borwä....._______ und Berlagsanstalt Paul Singer u. To.. Berlin SM.«3. Lindrnftraßr t Hier» Z Beilage». IIIIIIII! mniiliiiiiK KARSTADT-LEBENSMITTEL WU R ST- WA R E N KONSERVEN WEINE, SPIRITUOSEN Speckwurst........ LarrfJleberwurst... Dampfwurst....... Brauitzschweiger.. Jagdwurst......... ff. Leberwurst..... Bierwurst........... Teewurst, fein.... Teewurst, grob.. Speck, fett........ Schinkenspeck.. Nußschinken.... ««•••••Pfd. 0.60 .......Pfd. 0.76 .......Pfd. 0.85 ....... Pfd. 0,85 ....Pfd. 0.98 ....Pfd. 1.08 —.....Pfd. 1.08 ......Pfd. 1.35 ....... Pfd. 1.48 ...Pfd. an 0,88 ...an Pfd. 1.42 ...an Pfd. 1,58 Spinat.. ».«/: Do. 0.33 Kohlrabi In Sdieiban....1/: l>». 0.38 Karotten, o«»d,nin»n...>f, v». 0.28 Junge Erbsen.......... Vi D>. 0.53 Junge Erbten, mittaif.>ss D«. 0.75 Junge Erbsen m. Kar.'/, Ds. 0.68 Bredispargel e. K...... ssss D«. 1.18 Sellerie i. Sdielben..... Vi Di. 0.65 Steinpilze.............. Vi Di. 1.20 Pflaum.-KonfifOreca. 2 Pfd. ll. 1.08 Aprikosen-Konfit. ca.2 Pfd-E. 1.15 Himbeer-Konfit. eo. 2 Pfd.-E. 1.30 DELIKATESSEN WOCHENEND KONSERVEN Oelsardinen........... 2 Di. 0.68 Fettheringe i. Tomatan....Di. 0.48 Import-Sardellen...... Pfd. 0.68 Sentgurken.........3 Ltr.-Di. 1.85 Senfgurken Iom......... Pfd. 0.38 Fettbucklinge............ Pfd. 0.44 Schellfisch garäuehart....Pfd. 0.36 Seelachs................. Pfd. 0,44 Lungenhaschee... 2 Pfd.-Dk 0.55 Hausmannskost..380 gr-Dt. 0,75 Schweinskopf i.GalM....D». 0.78 Würstchen 5 Paar........ Dt. 0.85 la Goulasch........) Pfd.-Ds. 0.80 Ifal. Salat Pfd. 0,70 Heringssalat............ Pfd. 0.70 Mayonnaise............. Pfd. 0.70 Apfelwein..... lir. ojo, 10 Ltr. 5.50 Bowlenwein--.Ltr. mj, 10 l»r. 3.50 Rheinwein....ltr. i.io, 10 Ltr. 10.50 Moselwein...-Ltr. ijo, io Ltr. 11.50 Johanniibaerw...Ltr. 9.7», 10 ltr. 7.00 Cyder,«üO..... ltr. ojo, 10 Ltr. 7.50 Tarragona..... Ltr. im, io Ltr. 9.50 Muskat........ Ltr. 1.10, 10 Ltr. 10.50 Wermutwein Lfr. i.io, 10 l»r. 10.50 30er Nitteler....PI. i.io, s Fi. 5.00 28er Zeltinger..Fi. i.os,3 Fl. 7.75 27arTrabod<.Würxg.Fl.t.lO,3FI.10.00 Traubensekt... R. 3.50, 3 Fl. 18.25 Obstschaumwein Fi.m.SM.u,1.00 Weinbrand lob v. Bing. Vi Fi. 4.50 FRISCHEPISCHE Kabeljau o. K., I. Gr...an Ffd. 0.20 Seelachs o. K......... an Pfd. 0.18 Fettheringe......... 3 SiOdc 0.28 Lebende Schlei«...-an Pfd. 0.82 Lebende Krebse an 10 Stüde 0.48 LEICHTVERDERBLICHE WARE Ist vom Varoand auoga- sehloooen. Zusandung nur bol Bestallung v. M. 3.00 an SPEZIAL-FLEISCH- VERSAND-WAGEN Ed>t. Harzer Faust- jg käse ca. 3 Pfd.-Kit, Pt. W& Eier löstde. 58 Himbeer-od.Kirseh-»» saft gr. Sektfl. 1.1S V,FI. M 9 Zitronensaft, lose M 40 Liter......... M.| 0 KOLONIALWAREN »�AlWIWMEWBABOMWWMMMaMW Bruch-Reis.............. Pfd. 0.14 Bassein-Reis............. Pfd. 0.22 Siam Patna-Reis........ Pfd. 0.30 Hartweizengrieß....... Pfd. 0.26 Weizengrieß............ Pfd. 0.30 Hartgrieß-Makkaroni..Pfd. 0.48 Eier-Bandnudeln........ Pfd. 0.48 Eier-Figurennudeln....Pfd. 0.56 Salatol................. an Ltr. 0.82 Kannfhen............»an Pfd. 0.48 Aprikosen............ an Pfd. 0.75 Misdiobst.»........... an Pfd. 0.40 Kirschen, getrocknet...Pfd. 0.43 Kaffee................. an Pfd. 1.00 Gerste, gebrannt'....... Pfd. 0.24 GEFLUGELUNDWILD Wolga-Hühner...... an Pfd. 0.83 Fr. Suppenhühner-..an Pfd. 0.95 Enten.................. an Pfd. 0.98 Rehbläffer............ an Pfd. 0.95 Fr. Spießerblatt........ Pfd. 0.85 Junge Gänse an Pfd....... Pf. Wildragouf M /£_ Pfd..... an Pf. JtO 98 OBS�UNDGEMUSE Erdbeeren............ Pfd. an 0,15 Kirschen............ 2 Pfd. an 0.35 Blaubeeren.............. Pfd. 0.25 Johannisbeeren........ Pfd. 0.30 Zitronen.............. Dtz. an 0.38 Schoten................ 2 Pfd. 0.25 Mahren................4 Bund 0.20 Blumenkohl......... Kopf an 0.10 Gurken.............. Stüdian 0.12 Tomaten doli. Saat....... Pfd. 0.22 Rhabarber............ 4 Pfd. 0.10 Wirsingkohl........... 2 Pfd. 0.30 K O N F I T U R E N Halbmondkeks m.Sdiok. Pfd. 1,00 Herrenkringel........... Pfd. 1,00 Makronen................ pfd. 1.00 Erfrischungswaffeln....Pfd. 0.90 Eisbonbon............... ptd. 0.60 Saure Drops............ Pfd. 0.50 Mciblätter.............. Pfd. 0.50 Haushalt-Kakao...... 2 Pfd. 0.95 Neue Kartoffeln 5 Pfd. Pf. 55 Neue Matjes- a g» beringe... 3 Stck. BUTTEJI�INI�CÄSE| Molkereibutter.......... Pfd. 1.08 W Allerf. dauticha Markanb..Pfd. 1,48= Dänische Buffer......... Pfd. 1.56 g Margarine, IV, Pfd.-Paek«ng 0.50= Volltotter Schweizer an Pfd. 1.1 8 g Holländer-Bauernkäse Pfd. 1.20 s Edamer,Holländer40»/,Pfd. 0.74= Edamer, Holländer 20VoPfd. 0.80 W Echter Allgäuer Käse ZKkk 0.15 Z Steinbuschervollfatf..anPtd.0.72 W Limbg. Slangankäia 20 Vo Pfd. 0.33 D Laufarb. DoppelrahmkäseSt. 0.15 W KUCHEN, GEBÄCK I Frankf.-KrönzaStdc.!. 50,0�5, 0.50= Obsttorten..Stück 5.-, 3.., 2.-, 0.95 Z Käsekuchen............ Stüde 0.1 5 M Quarkkuchen.......... Stüde 0.10 W Streußelkuchen..... Streifan 0.50 g Butterkuchen........ Streifan 0.50 W Bienenstich.......... Streifen 0.50 P CrijliiBl-lldillw.Sdnnnbnitca.a'f-Pfd. 0.60 P UNSERE LEBENSMITTEL- ABTEILUNGEN sieben unter standiger Kontrolle eines Nahrungsmittel- OiAmlkArs und Oi AG» Tierarzt«« iftr. 293* 48. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 26. Zum 4934 WobleibtdieVierzigstundenwoche? Lm Baugewerbe muß sie verordnei werden. Au dem Vmcht über die DerhandlimAen im Rcichsarbeits- Ministerium wegen der Verkürzung der Arbeitszeit auf Grund der �Notverordnung wird uns vom Baugewerksbund geschrieben: Schon vor einigen Wochen ist unser Bundesvorstand gemeinsam mit den übrigen Bauarbeitergewerkschaften an die Rcichsregierung herangetreten, die Arbe itsz e i t mit Rücksicht auf die katastrophale Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zu verkürze n. Für die Ber- treter der Arbeiter war es deshalb selbstverständlich, bei dieser Be- sprechung ohne jede Einschränkung die cherabsetzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden zu vertreten. Genosse Bernhard vom Baugewerksbund hat das in aussührlichcr Weise begründet durch Hinweis auf die ungeheuren Ziffern von Arbeitslosen im Bau- gewerbe, die zur Zeit noch über 67 P r o z. betragen. Er wies nach, daß aus technischen und wirtschaftlichen Gründen eine Mehr- einstellung von Arbeitern leicht möglich ist und daß das Problem insbesondere bei den Bauhütten zum Teil durch- geführt sei, und zwar in Verbindung mit Mehrcinstellung und Lohnausgleich. Ein Zwang zur Mehrein- st e l l u n g muß ausgeübt werden, um tatsächlich Arbeitslose in Arbeit zu bringen. Die Frage des Lohnausgleichs wurde besonders betont, um dem Arbeiter einen Anteil an der Mehrleistung zu- kommen zu lassen. Die Unternehmer dagegen sagten, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit für das Baugewerbe u n e r t r ä g- lich wäre, die Baukosten verteuere, daß technische und andere Schwierigkeiten vorhanden wären usw. Der Versuch des Ministerialdirektors Dr. S i tz l e r, auf dem Wege einer freiwilligen Vereinbarung etwas zustande zu bringen, scheiterte an dem einmütigen Widerspruch der gc- samten llntcrnehmerfront. Zum Schluß der mehr als dreistündigen Aussprache mochte Ministerialdirigent Dr. M e w e s noch den Vorschlag, daß eine Kommission eingesetzt werden solle, aber auch das erwies sich als zwecklos, weil erstens die Unternehmer nicht wollten und zweitens bei einer Kommissionsarbeit auch nichts heraus- gekommen wäre. Die Dinge liegen also heute so, daß eine freiwillige Verein- barung im Baugewerbe ganz aussichtslos ist. Bernhard erklärte deshalb zum Schluß, daß die Regierung aus ollen diesen Vorgängen ihre Schlüsse ziehen und schleunig st eine Ber- o r d n u n g herausbringen müsse, zu der die Beteiligten vorher noch einmal gehört werden müßten. Oer Landarbeiterverband marschiert. 49-179 neue Mitglieder in den ersten vier Monaten desIahres Troß Itot und Wirtschaftskrise, trotz wütender Bekämpfung des Deutschen Landarbeiter-Verbandes durch Unternehmer, Kommunisten und Gelbe: das Vertrauen zum Deutschen Landar- beiter-Verboud ist ungebrochen. 10 179 neue Mitglieder hat der Deutsche Landarbeiter-Verband während der ersten vier Monate dieses Zahres gewonnen. Dos ist ein Bombenerfolg, zu dem man sowohl dem Verband wie die Landarbeiter beglückwünschen kann. Eisenbahner und Reparationen. Eine Entschließung des Einheitsverbandes. Hamburg. 25. Juni.(Eigenbericht.) Di« Entschließung zurRcparationsfrage, die der Einheitsverband der Eisenbahner aus seiner Generalversammlung in.Hamburg angenommen Hot, fordert in Uebereinstimmung mit hcn wiederholten Kundgebungen der sozialistischen Arbeiterorganisationen eine vollständige Streichung aller auf dem Kriege beruhenden zwischenstaatlichen Schulden und Zahlimgsocr- pflichtungen. Da jedoch die politischen Machtverhältnisse in den be- teiligten Staaten zur Zeit einer völligen Verwirklichung dieses Zieles fast unüberwindlich« Schwierigkeiten entgegensetzen, tritt die Ent- schließung für eine sofortige Neuregelung der Repara- tionsabtommeneln, damit wenigstens eine wesentliche herab- s c tz u n g der deutschen Reparationsleistungen erreicht werde. Mtt besonderem Nachdruck verlangt die Generalversammlung in ihrer Entschließung die herausnah m e der Reichsbahn aus dem internationalen Schuldenabkommen. Die Ausbringung der Reparatwnssteuer durch die Reichsbahn-Gesellschaft habe, in Ber- bindung mit den sonstigen ihr auferlegten politischen Lasten, eine wettgehmde Verschlechterung der Lebenshaltung des Personals bewirkt. Die Aufbringung der für Reparationszichlungen erforderlichen Mittel sei als rein innerdeutsch« Angelegenheit anzusehen. Das international gebundene Reichsbahngesetz und die auf diesem Gesetz beruhende deutsche Reichsbahn- Gesellschaft seien zu beseitigen, damit eine Berkehrswirtschaft in Deutsch- lond ermöglicht werden könne, die den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedürfnissen des Volkes gerecht werde. lieber die Vcrkehrspolitik in Deutschland sprach am Donnerstag, nachdem dem Borstand einstimmig Ent- l a st u n g erteilt worden war, das Vorstandsmitglied h e r r m a n n. Er beleuchtet« den enormen Unterschied zwischen den Leistungs- bedingungen der Eisenbahn und des Kraftwagens. Kon- kurrenz sei notwendig, es dürfe aber keine Schmutzkonkurrenz fem. herrmann sprach sich gegen die Anlegung von Autostraßen aus und forderte für den Fall, daß sie dennoch geschaffen werden, Verzinsung und Amortisation durch die Benutzer dieser Straßen. Auch den Lustnertehr setzten die aufgewendeten Reichsmittel 1930 bereits ,44 Millionen Mark— in die Lage, sich billiger anzubieten. Man solle sich der Reichsbahn nicht nur dann erinnern, wenn man ihr Lasten aufbürden wolle. Die Erörterung der Lohn- und Tariffragen wurde von Apitzsch und Breun ig eingeleitet. Apitzsch be- tonte, der Dorstand habe eine verantwortungsvoll« Politik getrieben. Angesicht? des Widerstandes der Hauptverwaltung hätten die Ar- beit-gericht« in Anspruch genommen werden müssen. Mehr als f 0 Prozent der Klagen seien von Erfolg gekrönt gewesen. Der Einführung von Feierschichten habe man unter dem Druck der Verhältnisse zugestimmt, um wenigstens einen großen Teil der Kol- legen die Arbeit zu erhalten. Sehr nachdrücklich wandte sich Apitzsch gegen die Forderung der Gutachtcr-Brauns-Äommission, die Ar- b« i t s z e i t der Rcichsbetricbe anders zu behandeln als der Privatbetriebe. Zu den A r b e i t s b e s ch a f f u n g s p l ä n e n be- merkte er, die vorgesehenen 200 Millionen seien noch nicht be- r e i t g c st e l l t worden. Der Verband müsse aufpasicn, daß nicht Zeitarbeiter und Stammarbciter gegeneinander ausgespielt werden. Bei Lohnbewegungen sei oberster Grundsatz, zuerst die niedrigen Lohnklasscn auszubessern, und bei dem Lahnabbau sei die Derhandlungsailfgabe gewesen, die unteren Gruppen weniger zu belasten. Scharfe Worte fand Apitzsch gegen die Bcrlctzung der Reichsversassung durch die Notverordnung. B r e u n i g erinnerte an den Erfolg des Verbandes, der es durchgesetzt habe, daß die Arbeitnehmer im Verwaltungsrat ver- treten find. Die Dienstdauervorschriften seien Rahmenvarschriften, Daher müsse jede örtliche Dienststelle in den Betriebsvertretungen auf dem Posten sein, um diese Vorschriften fortschrittlich zu gestalten. Lim den Lohnfchiedsspruch im �uhrbergbau. Zleichsarbeitsminister enficheidel. In den Rachverhairdlungen im Reichsarbeitsministerium über den Lohnschiedsspruch im Ruhrbergbau war eine Einigung der Parteien nicht zu erzielen. Die Entscheidung über den 2lntrag aus Verbindlich kcitserklärung des Schicds- f Pouches siegt nunmehr beim Rcichsarbeitsminister. Gewerkschaften und Giaat. Die ArbeiieHichast hat mehr als ihre Ketten zu verlieren. Stuttgari, 2ö. Juni.(Eigenbericht.) Auf dem Berbandstog der graphischen Hilfsarbeiter wurden in der Donnerstagssitzung die Probleme der Zeit in aussührlichcr Weise behandelt. Genosse Ufe r ma n n- Berlin sprach über dos Thema„Die Strukturwandlungen der deutschen Wirtschaft". In großen Strichen zeichnete der Redner die tcch- Nische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Zeit. An das bei- fällig aufgenommene Referat schloß sich eine lcbhaste Aussprache. Der Vorsitzende des ADGB., Genosse Graß mann, sprach dann über:„Die Gewerkschaften in Wirtschaft und Staat". Graßmann kam in seinem Vortrag auf die Gefahren zu sprechen, in denen sich Staat, Wirtschaft und Arbeiterschaft in den letzten Wochen befunden haben. Es fei eine ähnliche Lage gewesen wie im Winter 1918/19. Die Krise der Gegenwart und namentlich ihre politischen Auswirkungen würden naturgemäß leidenschaftlich in den Kreisen der Arbeiicrschast behandelt. Dabei ringen Gefühl und verstand miteinander. Vom Standpunkt des Gefühls sähen die Dinge anders aus, als wenn sie mit dem kühlen Verstand beurteilt werden. Genosse Graßmann berichtete dabei auch über die Berhandlungen. die von der Sozialdemokratischen Partei und dem ADGB. mit der Reichsregicrung über die Notverordnung und die damit zusammen- hängenden Fragen geführt wurden. Es mochte sichtbaren Eindruck auf den Verbandstag, aus berufenem Munde zu hören, in welchen kritischen Situationen sich das deutsche Boll befunden hat. Der Sturz der deutschen Währung sei in gefährliche Nähe gerückt gc» wefen. Schwermdustrielle waren bereit, ein„Direktorium" zu errichten. Di« Folgen von alledem wären für die deutsche Arbeiter- schast katastrophal gewesen. Partei und Gewerkschaft hatten die Entschlußkraft, die Gefahren abzuwenden. Das Wort des komnui- nrstifchen Manifestes, die Arbeiterfchait habe nichts zu verlieren als ihre Ketten, treffe heute nicht mehr zu. Die erworbene» Rechte und die geschaffenen Einrichtungen im Stiche zu lassen, wäre reiner Selbstmord. Es sei notwendig, in ollen Berfammlungen die Wahr- l)eit zu sagen. Das größte Unglück wäre, bei einer Niederloge rück- schauend einen Trümmerhaufen sehen zu müssen, in dem die Arbeit von Millionen Zlrbeitern begraben liege, die in Jahrzehnten ge- leistet wurde. Oie Huimacher in schwerer Krise. Rückblick auf das Verbandsjahr 1930. Die Hutarbeiter gehören zu den Arbeilerlategorien, die schon seit Iahren schwer unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Nach dem. Geschäftsbericht des Deutschen hutarbeitervcrbandes für das Jahr 1930 waren im vorigen Jahr durchschnittlich rund 32 proz. der hui- arbeiler arbeiislos gegen rund 29 Proz. im Jahre 1929 und 19 proz. waren Kurzarbeiter gegen 16 Proz. im Jahre zuvor. Der höchste Stand der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit wurde erreicht im Na- vembcr v. I. nüt fast 51 Proz. Arbeitslosen und 33,8 Proz. Kurz- orbeitern, der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit im Mörz mit 23,8 Proz. und der Kurzarbeit im Juli mit 8,3 Proz. Wie sich die Weltkrise auf die Hutindustrie auswirkt, zeigt folgen- der Vergleich: Im Jahre 1927 wurden fast für 30 Millionen Mark Produkte der deutschen Hutindustrie ausgc- führt. 1930 dagegen nur noch für etwas mehr als IS'/i Millionen Mark. Wenn die Unternehmer behaupten. an diesem Ausfuhrrückgang sei lediglich ihre Konkurrenzfähigkeit infolge der zu„hohen" deutschen Löhne schuld, so steht dieser Behauptung die Totsache entgegen, daß in den Ländern mit niedrigeren Löhnen wie z. B. der Tscheche)- llowakei und Italien die Beschäftigungslage in der Hutindustrie eben- falls außerordentlich schlecht ist. Die Hutindustri« wird sich gleich der übrigen deutschen Ver- brauchsgüterindustrie schon etwas mehr um den Inlandsmarkt bemühen müssen, was allerdings nicht durch Lohnkürzungen möglich ist. Auch die Unternehmer der hutindustrie suchten die schlecht« Be- schästigungslagc gegen die Arbeitnehmer auszunutzen, indem sie alle kündbaren Tarife kündigten, um einen Abbau der Löhne und Akkord« zu erzielen. Nicht in allen Fällen war das Vorgehen der Unter- nehmer erfolgreich. Dort, wo sich gegen Jahresende die staatlichen Schlichtungsinstanzen mit der BeUegung der Tarifstreitigkeiten zu befassen hatten, kam es meist zu der„üblichen" Lohnsenkung um 5 bis 6 Proz. im Durchschnitt. Der hutarbeitervcrbond hatte im Berichtsjahre sechs Abwehr- und drei Angriffsbewegungen in 47 Orten mit 332 Betrieben und 42 022 Beschästigten zu führen. Der Mitgliederstand der Organisation Hot trotz der großen Arbeitslosigkeit nur wenig gelitten. Er ging bis zum Jahresschluß zurück um 192 Mitglieder auf 18 740 VUiglieder, worunler 10 491 weibliche. Auch die Finanzen der Organisation sind intakt geblieben. Der Bc- stand der hauptkasse erhöhte sich sogar nach um 98 638 M. auf 500 353 M, obwohl z. B. für die erwerbslosen Mitglieder rund 15 000 M. mehr als 1929 ausgegeben wur- den und für die invaliden Mitglieder rund 10 500 M. mehr. Die Bilanz des Hutarbeiterverbandes für das Jahr 1930 kann also im Hinblick auf die großen Anforderungen, die an die Orgaui-� sation gestellt wurden, als überaus günstig bezeichnet werden Molen kürzt Beamiengehalier. Warschon, 25. Juni Nachdem die polnische Regierung in ihren Bemühungen, den Staatsl>oushalt ins Gleichgewicht zu bringen, erst vor kurzem die Ge- hälter der Beamten bis zu 15 Proz. gekürzt hatte, Ist jetzt in Anbetracht der gespannten Finanzlage eine erneute Kürzung d e r Be z ü g c u m 20 P r o z. v e r f ü g t worden. In der polnischen Beamtenschaft hat diese Maßnahme starke Erbitterung hervorgerufen. Bergarbeiierstreik in England. Im Bcrgbaubezirk von Cumbcrland ist ein Bergarbeiter- streik ausgebrochen. Die Streikenden widersetzen sich einer 7lilprnzeu- tigen Lohnherabsetzung. An dem Slusstand sind bis jetzt 9000 Bergarbeiter beteiligt, doch werden wahrscheinlich in den noch- stcn Tage» auch.zahlreiche Arbeiter der Cumberland-Eisen- und Stahlwerke in den Konflikt hineingezogen. .�reie Gewerkschafts-Lugend Berlin Houtc, tS'H Uhr, tazrn tue Gruppen:«lUrr.hos: Gruppenheim Adler». Hof, Kismarckstr. 1. Äusch, husch in» 3. Reich.— Siordring: Zuoend. heim. Schule Sonnendnrner Str. 2». Gemerlichatten in Frantreich.— Zteixickendorf-Ost: Ingeichheim Lindnucr Strohe(Barocken). Erlebnisse eine» Schnpobcamten.— Süden: lsugendheim Wossertorstr. 9. Lichtbilder: Adomsohn» Bilder ohne Worte.—<»harlone»lmra: Juden dheim Spr-estr.">0. ADGB. oder MHO.— Zeppelinploh! Jugendheim Turiner Ecke Seesirahe. Bunter Abend.— Spandau-Wilhelinstadt: Iugendhinm Sportplat, Secburger Strohe. Die gremden. legion.— Arniwolder Ploh: Pasteurstr. 44—46 sOberreolschnle). Gewerkschaften und ö-Tage-Woche.— Kermonnploh: Iugendh-im Sanderstr. 11. Eck« Hvbrrcht, st rohe. Neuzeitliche, Bauen. Iuqenbsiruppe des Zentralverbandes der Anaestellten Heute, Freitag, finden folgende Beranstalt-ing-n stolt: Starbt»: Jugend. heim Lorhingstr. IS. Vortrag:..Neue Zeit— neu- Bdenschen". Nesercnt: Weigelt.— Südwest: Jugendheim chotckstr. II sn. Hot, Ouergebäude. I Treppe, Zimmer z). Vortrag:„Richtige» und falsche» Rezitteren". Reserentin: Hall.— Berliner Druckerei- und Berlagsgesellschast m. b. H. Geschüft-stunden ron 20 di» 22 Uhr im Jugendheim Ebertnstr. 12._ Blwtogemeinschaft: 20 Uhr im Jugend. heim Lindcnstr. 4.— Spiele im Freien ab 18 Uhr aus dem Sportplatz„Einsame Pappel"(Ziorden). G Ist es leichter, Weinkenner oder Kaffeekenner zu sein? *-74/, Belm Wein wie beim KeFFee bänzt die Qualität«b von Sorte, Boden, Höhcnlejc, Klima und Witterung. Beim Wein lernt audi der Laie die Qualität der vertdtiedenen Wadistümcr und Jahrgänge kennen. Beim Kaffee bleibt dai dem Fadimenn überlassen; denn hier kommt es auf die riditige Mischung an, um aus den gcsdimaddidicn Vorrügen verschiedener Sorten das Hödistc an Gcsamtwirkung herauszuholen. Als vor 25 Jahren Dr. Ludwig Roselius den eoffeinfreien und vollkommen unschädlichen Kaffee Hag erfand, da stellte er den Grundsah auf: nur allerbeste Qualität. Di« gesundheitlichen Vorzüge und die stets gfcich gut« Quelitil haben ICaffee Hag in 39 Ländern der Welt berühmt und beliebt gemacht. Tag für Tag arbeiten hervorragende KaBeetenner daran, aus Hunderten von Gewädtscn die besten herauszufinden und aus ihnen die bewährte immer gleich gute Hagmischung zusammenzustellen. Seit es Kaffee Hag gibt, ist es m leicht, immer und überall guten Kaffee zu trinken. Kaffee kann gut sein, Kaffee Hag ist gut. Nazis lernen nichts zu! Neue Vlüien nationalsozialistischer Wirischastspoliiik/ Immer noch„Zeder�geld! Die Nationalsozialisten haben sich bekanntlich nach der grenzenlosen B l a m a g e, die sie mit ihren Anträgen im Reichstag und mit den Diskussionen ihres großen Wirtschastspolitikers Gott- fried Feder erlitten haben, nickst nur vom Reichstag, sondern auch von der Wirtschostspolitik zunächst zurückgezogen. Seit Monaten brüten sie über einem neuen Wirtschaftsprogramm, durch das chr„unabänderliches� Parteiprogramm vom Jahre 1920 ersetzt werden soll. Und man inußte bis fetzt annehmen, daß sie darauf bedacht sein werden, wenigstens den größten und handgreiflichsten Unsinn aus ihrem Wirtschaftsprogramm zu entfernen, wie zum Beispiel das berüchtigte Federgeld. Nun ist aber kürzlich In der Schriftenreihe der nationalsozialistischen Bibliothek eine Schrift von Dr. Franz chochstetter„Leihkapital und Goldwährung als Grundlagen der Geldoersklavung in Deutschland- erschienen, die den ganzen blühenden Unsinn wieder auswärmt, mit dem Feder und sein Trotz Deutschland seit Jahren beglückt haben. Es bleibt uns nichts vom nationalsozialistischen Phrasenschwall erspart, wenn wir diese Broschüre lesen. Wir hören wieder vom armen»»glücklichen Unternehmer, der unter dem Joch der Schuldknechtschaft seuszt, und der von Hochstetter als „armer bedauernswerter Schuldknecht- bezeichnet wird. Wir hören wieder das Lob des kapitalistischen Unternehmers, dessen Prosit „volkswirtschaftlich durchaus gerechtfertigt" sei. Wir hören auch das Lob der„machtvollen Grund» und Gutsherren", unter deren Schutz das Volk im Mittelalter sorgenfrei und fröhlich dahinlebt«. Dabei entschlüpft Hochstetter über die arbeitende Bs- völkerung eine Bemerkung von solcher Niedertracht, daß wir an ihr nicht vorübergehen können. Dieser„Theoretiker" der Nationalsozialistischen„Arbeiter-partei leistet sich nämlich, nachdem er das Lob der Unternehmer und Großagrarier gesungen hat, gegenüber den Proletariern folgende unerhörte Beschimpfung: .Lapitalisniu» und Marxismus haben... aus Doltsgenossen, die ihre» Staat lieben und notfalls mit ihrem Leben verteidigen. neidische Massen geldgieriger, wurzelloser Proleten gemacht." Jetzt wissen also die arbeitenden Massen, wie die nationalsozialistischen Führer im Innersten über sie denken. Dieses Eingeständnis wird man sich merken müssen. Nachdem Hochstätter so Licht und Schatten über die einzelnen Klassen nach Gebühr verteilt hat, kommt seine große wissen- schaftlich« Erkenntnis: der Erbfeind und Ausbeuter der Werktätigen ist nicht der Kapitalismus, sondern— die Goldwährung. Zur Begründung dient ein Wust von Argumenten, in dem Richtiges und Falsches toll durcheinandergewirbelt wird, wobei Hochstetter„unverzinsliche" geistige Anleihen bei Karl Marx, bei Vertretern der Jndexwährungstheorie und bei Silvio Gefell macht, um schließlich w einem vollständigen Durcheinander von wirtschaftspolitischen Forderungen zu landen. Nur einige Beispiele von dem hoffnungslosen Wirrwarr, in den sich die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik verstrickt hat. An einer Stelle beklagt sich Hochstetter bitter darüber, daß der Staat der Landwirtschast durch Zollerhöhungen und durch die Zu- uxndung der Jndustriebelastung beispringt, und er versichert, daß die„industriellen Erwerbsstände durch diese Hilfsaktion immer tiefer mit ins Verderben gezogen werden". An einer onderen Stell« beschwert sich derselbe Hochstetter darüber, daß die Re- gierung dem deutschen Bauer eine mäßig« Erhöhung der Zoll« ver- weigert! Einmal verlangt Hochstetter, daß Zinsforderungen in Höh« von 6 und mehr Prozent als Wucher mit Zuchthaus und Berweisung aus dem Reichsgebiet bestraft werden, an einer anderen Stelle dämmert demselben Hochstetter in derselben Broschüre die Erkenntnis auf, daß„Höchstpreisbestirnmungen für Kredit stets mißlich sind, weil sie, wie die Erfahrung lehrt, umgangen werden I können". Nur in einer Forderung ist Hochstetter konsequent: in der Uebsrnahme des„genialen" Rezepts seines Herrn und Meisters Gottfried Feder zur Brechung der Zinsknechtschaft, nämlich des Fedcrgeldes. Der Staat soll sich von der Zinsknechtschaft da- durch befreien, daß er sich für seine Anlagen„zinsloses" Geld beschafft. Und zwar soll nach Hochstetter Geld gedruckt werden für folgende Zwecke: für die Errichtung der öffentlichen Bauten, Straßen, Bahnen, Kraftwerke und sonstige öffentliche Anlagen, für die An- logen sämtlicher öffentlicher Unternehmungen(der Sachverständige Hochstetter sagt irrtümlich„gemischtwirtschaftlicher"), für den Wohnungsbau, für die Privatwirtschaft gegen Entrichtung eines mäßigen Zinssatzes in der gleichen Art, wie sie heute durch die Reichsbank versorgt wird. In der Tat ein sehr einfaches Mittel zur Brechung der Zins- knechtfchaft, aus der Inflation seligen Angedenkens längst bekannt. Man stelle sich nur das Jnflatiönchen vor, dem wir im Dritten Reich entgegengehen würden, wenn man folgende Ziffern einander gegenüberstellt. Der Geldumlauf ist von Anfang 1924 bis Ende 1930 um 3,3 Milliarden Mark gestiegen. In der gleichen Zeit wurden aber, gering gerechnet, 27 Milliarden Mark in der öffentlichen Wirtschaft und im Wohmmgsbau investiert und der Privatwirtschaft an Reichsbankkrediten zugeführt. Wir hätten also im Dritten Reich binnen sieben Iahren mit rund einer Verneunfachung des Geldumlaufs und mit einer entsprechenden unaufhörlichen Steigerung aller Warenpreise zu rechnen. Nun wissen wir also, wie die Berechnung der Zins- knechtschaft im Dritten Reich vor sich gehen wird. Aber die bodenlose Unwissenheit, die aus diesen „wirtschaftspolitischen" Forderungen der Nationalsozialisten spricht, wird noch üb ertr offen durch die naive Vermengung dieser Jnflationsträume mit den Jndexwährungsgedanken «imger Wirtschaftstheoretiker. Dies« Theoretiker geben sich der— sicherlich unbegründeten— Hoffnung hin, daß man der Konjunk- turschwankungen und Krisen der kapitalistischen Wirtschaft dadurch Herr werden könnte, daß man durch die Regulierung der Geld- ausgab« für eine Stobilhaltung des Warenpreises sorgt. Der Wirtschoftstheoretiker Hochstetter meint aber, daß man das Feder- geld mit diesem Jndexgeld verbinden könnte. Mit anderen Worten: er will sich und der Welt einreden, daß es gs- lingen könnte, die Warenpreise stabil zu halten, wenn man in sieben Iahren den Geldumlauf statt um 3 um 27 oder noch mehr Milliarden Mark steigert! Wären diese wirtschaftspslikischen Kindereien nicht so gefährlich für viele Gutgläubige, so müßte man herzlich über sie lachen. Haben wir nicht in der Inflation erlebt, wie die Befreiung von der Ausbeutung und die Abschaffung der.Herrschaft des Finanzkapitals durch Geldvennehrung in Wirklichkeit aussieht? Aber bei solchen Mätzchen muß jede Bewegung landen, die der kapitalistischen Wirtschaft die Giftzähne ausbrechen will, ohne an ihren Grundlagen zu rütteln.> Oer produkiionsrückgang der Welt. Ueber die Weltkonjunktur wird im neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung ausgeführt, daß der Konjunktur- rückgang in fast allen Ländern anhält. Produktion und Umsätze, Aktienkurse und Warenpreise waren bis. Mitte Juni, im ganzen— trotz einzelner Teilbewegungen— noch abwärts gerichtet.' Was die industrielle Produktion anbetrifft, so Di dieselbe in den meisten Industrieländern auch in den letzten Monaten noch gesunken: leichte Steigerungen in einzelnen Ländern sind kaum mehr al» saisonmäßiger Art. Seit dem konjunkturellen Höhe- p u n k t hat sich die industrielle Produktion bis April 1931 vermindert: in Deutschland um 32 P r o z., Polen 32 Proz., Kanada 30 Proz., Vereinigte Staaten von Amerika 29 Proz., Großbritannien 26 Proz., Finnland 23 Proz., Schweden 21 Proz., Frankreich 9 Proz. Auf den Warenmärkten ist die Preistendenz an den Welt- markten nicht mehr so allgemein abwärts gerichtet wie im letzten Jahr. Im Außenhandel der meisten Länder setzt sich die Schrumpfung der Einfuhr und der Ausfuhr fort. Das Nordwolle-Fiasko. �63 Millionen(Schulden.— Die Rolle der holländische« Tochtergesellschaft Llltramare. Die Norddeutsche Wollkämmerei und Kamm- garnspinncrei A.-G., Bremen, veröffentlicht nunmehr ihren Geschäftsbericht für 1930. Daß der Konzern, der in Deutschland 18 Fabriken betreibt und an fast einem Dutzend w e i t e r v e r- arbeitender Unternehmen maßgeblich beteiligt ist, mit einem Verlust von 24 Millionen Mark abschließt, ist schon bekannt. Daß diese Verluste sich noch stark erhöh en werden, so daß eine Sanierung(d. h. Kapitalzusammenlcgung) trotz der bereits ergriffe- neu Maßnahmen unvermeidlich sein wird, das erfährt man erst aus dem Bericht. In der Bilanz erscheinen jetzt Forderungen an Tochter- g e s e l l s ch o f t e ii in der erstaunlichen Höhe von 80,2 Millionen Mark. Sie sind tatsächlich der größte(aber nicht gerade der sicherste) Aktivposten. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr(11,2 Millio- ncn) erklärt sich daraus, daß früher ein Teil der Konzernforderungen unter„s o n st i g e" Forderungen verbucht war: diese sind daher von 91,6 auf 44,8 Millionen Mark zurückgegangen. Die Vorräte er- scheinen infolge der Preisrückgänge nur mit 48,3(61,3) Millionen Mark. Auf der Passivseite erscheint das Kapital mit 75 Millionen, die Reserven mit 22,6 Millionen Mark. Alle Schulden werden in einem Posten ausgewiesen, mit 163,6 gegen 136.6 Millio- nen Mark: davon sollen etwa 140 Millionen Bank- schuldcnund Rembourskredite fein. Die Reserven sollen zur Verrechnung auf den Verlust aufgelöst werden, so daß ein Ver- lustvortrag von 1,6 Millionen Mark bleibt. Zur weiteren finanziellen Stärkung wird der Generalversammlung die Schaffung von 3 0 Millionen Mark Vorzugsaktien vorgeschlagen: dafür haben sich bereits zahlungsfähige Interessenten gefunden. Eine besondere Rolle scheint die holländische Gesellschaft Ultro« m a r e gespielt zu haben: ihr Kapital befand sich zu einem Drittel bei Nordwolle, zu zwei Dritteln bei einer Gesellschaft der Familie L a h u s e n, die bekanntlich zugleich die Verwaltung bei Nord- wolle führte. Die Ultramare diente der Generaldirektion Lahusen zunächst dazu, Gewinne der früheren Jahre nicht nur vor der Steuer, sondern auch vor dem eigenen Aufsichtsrat zu v e r st e ck c n. In den letzten Iahren gab es keine Gewinne zu verstecken, da verbarg man— auch vor dem Aussichtsrat— die Verluste. Dazu hat die Ultramare erhebliche Posten Nord- w o l l e- A k t i c n zur Kursstützung gekauft: sie soll auch die Nord- wolle-Aktien des Generaldirektors Lahusen übernommen haben. Schließlich scheint die Ultramare die eigenen Anteile, die der Familie Lahusen gehörten, erworben zu haben. So hat die Verwal- tungsfamilie Lahusen alle Verluste, die sie er- litten hatte oder zu erleiden fürchten mußte, auf eine Tochtergesellschaft des von ihr geführten Unternehmens geschoben. Man darf auf die weitere Klärung gespannt sein. Das Vermögen der Familie Lahusen ist beschlagnahmt worden.__ � Ein wichtiges Llrteil. Die außerordentlich niedrigen Börsenkurse fllr Aktien• haben die Verwaltungen zahlreicher Aktiengesellschaften veranlaßt. an der Börse eigene Aktien aufzukaufen(Deutsche Dank, Dann- ler), obwohl das Handelsgesetzbuch solche Käufe verboten hat. Die bei diesen Vorgängen auftauchenden Probleme sind zahlreich. Jetzt ist das erste Urteil in diesem Fragenkomplex ergangen. Das Ländgericht Chemnitz, hat den.Beschluß der General- Versammlung der Schubcrt-Salzer Maschinenfabrik A.-G., der die Verwaltung zum Ankauf eigener Aktien ermächtigt«, sür nichtig erklärt, da er gegen die guten Sitten verstoße. Di« De- gründung dieses Urteils liegt noch nicht vor. Man muß allerdings annehmen, daß der Prozeß erst alle Instanzen durchlaufen wird. Wir werden zu gegebener Zeit aus diese Fragen zurückkommen. Arme Leute? Nur 12 Prozent Dividende«? Die Berlin- Gubener Hutsabrik A.-G. vorm. A. Cohn, Guben, hat zwei Jahre lang 16 Prozent Dividende verteilen können- Ietzt wurde auch sie von der Krise erfaßt— für das Geschäftsjahr kann sie nur noch 12(!) Prozent Dividend« verteilen! Aber alle Zugänge aus Maschinenkonto wurden wieder restlos abgeschrieben, d. h. die stillen Reserven wurden verstärkt. R*i»ckv» Fleisch Schweinebauch o.b., PJ4 0,64 Schweineblatto.Beiig.,Pfd. 0,74 Schweinekamm o.5cti«ftnB. 0,88 Schweinekotelett Ptd-Ton 0,96 Kassier miu...... pm. 0,84 Rückenfett Sciw..Pii.0,B0 Eisbein«» spiuh«t»,g«p, Pfd. 0,40 Kalbekamm».nie», pi4t.0,68 Kalbebrust........ p«. tov 0,78 Kalbshaxen........... fi