BERLIN Zreltag 26. Zw» 1931 10 Pf. Nr. 294 B 147 48. Zahrgang Erscheinttiglich außerEonntag«. Auzleich Abendautgabe de«„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. proWoche. S,60M. pro Monat. Redaktion und Expedition: BerlinSW68,Lindenstr.3 Fernsprecher: Dönhoff CA 7) 292—297 Anzeigenpreis: Die einspaltigeNonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Crmäßigunaen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwarts-Derlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37 53«.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Brüning an Breitscheid „Zweckmäßigen Abänderungen kein Hindernis in den Weg!" Auf das Schreiben des Borstandes der fozialdemokrati- schen Reichstagsfraktion an den Reichskanzler Dr. Brüning vom 23. Juni, in dem um die alsbaldige Einleitung von Verhandlungen über dieAbänderungderNot- Verordnung ersucht wurde, hat der Staatssekretär Dr. Pünder am 24. Juni an den Fraktionsvorsitzenden Dr. Breitscheid folgende Antwort erteilt: .Namens des Herrn Reichskanzlers beehre ich mich, den Eingang Ihres gefl. Schreibens vom 23. d. M. zu bestätigen. Der Herr Reichs- kanzler hat von Ihren Ausführungen mit besonderem Interesse Kenntnis genommen. Hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen dem amerikanischen Vorschlag eines internationalen Moratoriums und den Belastungen der Notoerordnung darf ich auftragsgemäß auf die Aus- führungen des Herrn Reichskanzlers in seiner gestrigen Rundfunkrede hinweisen. Dieser Hinweis soll natürlich nicht bedeuten, daß sich die Auffassung der Reichsregierung hinsichtlich der Notverordnung ge- ändert hätte. Sie stallt vielmehr zweckmäßigen Abänderungen keinerlei Hindernisse in den Weg und ist durchaus bereit, an etwaigen im Reichstag durchsetzbaren Verbesse- rungen, die Zweik und Ziel der Notverordnung und namentlich ihr finanzielles Erträgnis nicht beeinträchtigen, aktiv mitzuarbeiten. Sluf dieser Grundlage hat sich das Rcichskabinett bereits vor einigen Tagen mit der Angelegenheit befaßt und die Ressorts ersucht, in eine sofortige Prüfung der einschlägigen Fragen einzutreten. Sobald diese Vorarbeiten abgeschlossen sind, darf ich alsbald auf die Angelegenheit zurückkommen." Dies Schreiben zeigt die Bereitschaft der Reichs- regierung, die Notverordnung abzuändern und die unerläß- lichen Verbesserungen vorzunehmen. Sie will an diesen Ab- änderungen aktiv mitarbeiten und stellt damit selbst die Notwendigkeit fest, daß die schlimmsten Härten aus der Notverordnung beseitigt werden müssen. Wir dürfen jetzt er- warten, daß die Regierung ihre Vorbereitungen so beschleu- nigt, daß die sachlichen Verhandlungen bald beginnen können, sobald die politischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Was ist mit den Jugendlichen? Das Organ der christlichen Gewerkschaften..Der Deutsche", ist mißgelaunt, weil wir den allerdings bescheidenen und keineswegs aus- reichenden Erfolg in der Frage der Unterstützung d«r j u g e n d- lichen Arbeitslosen herausgestellt haben. Das Blatt meint, daß auch noch andere Kreise in diesem Sinne gewirkt hätten. Das haben wir nie bestritten. Wir wissen z. B, daß die sogenannte B r a u n s-K o m m i s s i o n sich gegen die Herausnahme der Jugendlichen aus der Arbeitslosenversicherung ausgesprochen hat. Trotzdem ist in der Notoerordnung diese Herausnahme erfolgt für olle Jugendlichen, die alleinstehend sind. Gegen diese Heraus- nähme haben sich, wie„Der Deutsche" mitteilt, sogar die P r ä s i- denken der Landesarbeitsämter ausgesprochen. Aber wie die Reichsregierung in diesem Punkte und in anderen Punkten über das Gutachten der von ihr eingesetzten Brauns-Kommission hin- weggegangen ist, wäre sie wohl auch ohne weiteres über den Ein- spruch der Präsidenten der Landesarbeitsämter hinweggegangen ohne den Druck, den gemeinsam die Sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften ausgeübt haben. Welcher Druck der e n t- scheidende war, darüber wollen wir mit dem„Deutschen" nicht rechten. In einem ausführlichen Artikel versucht„Der Deutsche" die rechtliche Loge klarzustellen. Wir bezweifeln sehr, daß ein Arbeiter mit dieser Darstellung etwas anfangen kann. Wir stellen deshalb kurz fest, daß bei der B e d ü r f t i g k e i t s p r ü s u n g auf Grund der Bestimmungen der Krisenfürsorge, die nunmehr für die jugendlichen Arbeitslosen angewendet werden soll, diese eine Unter- stützung nur dann bekommen, wenn der Unterhaltungsverpflichtcte, also in der Regel der Vater, ein gewisses Einkommen nicht über- schreitet. Dieses Einkommen wird so bemessen, daß für den Unter- haltungsverpslichteten selbst ein Einkommen von 20 M. und für jedes zu unterhaltende Familienmitglied weitere 10 M. pro Woche frei- g e st e l l t sind. Verdient der Vater z. B. 50 M. die Woche und hat er Frau und zwei Kinder zu ernähren, wovon das ein ein jugendlicher Arbeitsloser ist, dann werden von dem Einkommen 20 M. und dreimal(für die Frau und die zwei Kinders 10 M. angerechnet, so daß der jugendliche Arbeitslose eine Unterstützung nicht erhält. Nun soll die Bedürftigkeitsprüfung weitherzig ausgeübt werden. Wenn z. B. Krankheitsfälle in der Familie vorliegen, die Brandstätte in Spandau Die schwere Explosion, die sich am Donnerstag mittag in der Filmoerwertungsanstalt von Kohlemann abspielte, hat jetzt ein Todesopfer gefordert. Die 18 Jahre alte Charlotte Wolter aus Haselhorst am Exezierplatz, Laube 33a, ist am Freitag früh ihren Durch Explosion von Filmen«nt» stand gestern das große Schaden- feuer, das das Gebäude einer Film- Verwertungsanstalt vernichtete und zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen schwer verwundete. schweren Verletzungen erlegen. Die drei anderen Verletzten hoffen die Aerzte am Leben erhalten zu können. Die Untersuchung, wie das Feuer entstanden ist, hstt bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Miete einer teuren Neubauwohnung zu zahlen ist usw., dann soll die gesamte soziale Lage der Familie entsprechend berücksichtigt werden. Da diese milde Handhabung der Bedllrftigkeitsprüfung aber mehr oder weniger dem persönlichen Urteil der Arbeitsamts- direktoren und deren Abteilungsleitern überlassen ist, muh die Not- Verordnung entsprechend dem Gutachten der Brauns-Kommission wieder revidiert werden. Denn wenn selbst nach der Schätzung des„Deutschen" künftig 40 bis 50 Proz. der Jugendlichen Unterstützung überhaupt nicht er- halten, so ist das nicht nur eine schwere Ungerechtigkeit, sondern auch eine große soziale Gefahr! Das gilt es, rechtzeitig zu er- kennen. Schupo tödlich verunglückt. Beim Probealarm von einem Lastauto überfahren. Aus dem Hof der Polizeiunterkunst w e d d i n g in der Chaussee- ftrahe ereignete sich heute vormittag ein trogischer Unglücksfall, bei dem ein junger, erst 22 Zahre aller Schupowachlmeister Henri h e l- m e r, von der 3. Bereilschast-Rord. ums Leben kam. Kurz nach 9 Uhr war ein Probealarm angeordnet worden. Zu den Aufgaben Helmers gehörte u. a. das Heranschaffen von Geräten aus einem Raum, der dicht am Mittelportal liegt. Als der Beamte im Laufschritt ins Freie stürmte, lief er in einen Polizei- lastkroltwagen hinein, der gerade die Fahrbahn hinter der Polizei- Unterkunft passierte. Die Räder des schweren Fahrzeuges gingen so unglücklich über den Schupowachtmeister hinweg, daß er schwere innere Verletzungen erlitt. Obgleich für seine sofortige Ueberführung in das Polfzeikrankenhaus in der Scharnhorststrahe gesorgt wurde, blieben die Bemühungen der Aerzte um den Verunglückten vergeblich. Hclmcr starb eine Stunde nach seiner Ausnahme. ' Schönwetter in Aussicht. Die allgemeine Wetterlage zum Wochenende läßt nach den vorliegenden Anzeichen auf den Beginn einer vielleicht längere Zeit dauernden«chönwcttcr- Periode schließen. Gestern lagerte über den britischen Inseln ein außerordentlich starkes Hochdruckgebiet, das chch im Laufe der vergangenen Nacht weit nach S ü d o st e n ausgebreitet hat und bereits den größten Teil des Reiches überdeckt. Der Kern dieses Hochs lag heute vormittag über der südlichen Nordsee. Das Wetter, das noch.gestern sehr unfreundlichen Charakter trug, hat sich im Verlause der letzten Stunden st�on wesentlich gebessert und unter dem Einfluß des hohen Druckes ist mit einer weiteren Wetterverbesserung und einem gleich- zeitigen Ansteigen der Temperaturen zu rechnen. Auch für den Sonntag ist mit ziemlicher Sicherheit heiteres und beständiges Wetter bei schwachen Winden zu erwarten. Mit der fortschreitenden Aufheiterung ist voraus- sichtlich wieder mit hochsommerlichen Temperaturen zu rechnen. Heute früh wurden in Berlin um 8 Uhr 15 Grad, mittags bereits 22 Grad Wärme gemessen. Großfeuer in der Rhön. Halbes Dorf eingeäschert.— Verdacht auf Brandstiftung. Würzburg. 26. Juni. Am Donnerslagnachmittag wurde das Dorf Ober- elsbach in der Rhön das Opfer eines Brandunglücks. Das Feuer brach in der Scheune des Landwirts Pörtnsr aus. Unglücklicherweise ging ein starker Wind, der das brennende Heu weithin verwehte, so daß in ganz kurzer Zeit zehn Scheunen und viele Nebengebäude, sowie ein Wohn- haus in Flammen standen. �Nur mit großer Mühe konnte.das Vieh aus den Ställen gerettet werden. Nachmittags um ü5 Uhr war die Gefahr gebannt. Die Mitte des Dorfes bildete nur noch einen rauchenden Trümmerhaufen. Das Anwesen des Pörtner war überschuldet und sollte in den nächsten Tagen zwangsvcrsteigert werden. Deshalb richtete sich gleich nach dem Unglück der Verdacht der Braizdstiftung gegen die Familie und verdichtete sich so stark, daß man die Tochter oer- haftete und in das Gesängnis nach Neustadt a. d. Saale brachte. Der Sohn entzog sich der Verhaftung durch die Flucht. Der Schoden dürfte nahezu 100 000 M. betragen. Im Dorfe herrscht größte Erregung. Oänenfliegernach Kopenhagen gestartet Sie schildern den Ozeanstug. Bremen. 26. Juni. Die dänischen Transozeanslicger h i l l e r und h o e j r i i s sind heute vormittag um 11.37 Uhr nach Kopenhagen gestartet. Ihre Ankunft in Kopenhagen wird um 13.31) Uhr erwartet. Nach der Landung der Dänemarkflieger in Bremen wurde von ihnen über ihren bewegten Ozeanflug mitgeteilt, daß sie in etwa 4000 Meter Höhe über den Ozean flogen und be- starkem Nordostwmd und großer Kälte zur spanischen Küste abge- trieben mürben. Sie waren 15 Stunden ohne jede Sicht, gerieten nach ihrem Verschlagen zur spanischen Küste durch ein Wolkenloch über Land und befanden sich einige Male ziemlich dicht am Boden. Darauf o e r i r r t e n sich die Flieger bei sehr undurchsichtigem Wetter über Spanien und Frankreich. Schließlich gelangten sie »ach ihrer Irrfahrt nach Krefeld, wo sie eine Landung vornehmen tonnten. Nach ihrem Wiederaufstieg nahmen die Flieger ihren Weg nach Wremen, kreisten einige Zeit über der Stadt und flogen dann in Richtung Hamburg weiter, um aber bald darauf wieder über Bremen in Sicht zu kommen und um 21.50 Uhr auf dem Bremer Flugplatz zu landen. Die Rückkehr nach Bremen wird damit erklärt, daß der Flugzeugführer vollständig erschöpft gewesen sei und sich nicht mehr ausgekannt habe. Amerikaflieger nach Omsk unterwegs. Moskau. 26. Juni. Die amerikanischen Flieger Post und GaUy sind heule früh 5 Uhr zum Weilerfluge geslarlel. Die Flieger beabsichtigen die erste Zwischenlandung in O m s k vorzunehmen. Von dort führt die Route über Irkutsk, Tschita, Chabarovsk bis Spask, wo zum letzten Male die Brennstoffvorräte für den Flug über den Pazific ergänzt werden sollen. Heute Kammerdebatte. Gute Aussichten für LavasiBriand. Paris. 26. Juni.(Eigenberieht.) Die heute beginnende Debatte der Kammer über die Hoover-Jnterpellationen, bisher 11 an der Zahl, soll bereits abends geschlossen»verde». Die Debatte dürfte ohne Gefahr für die Regierung verlaufen. Schatzsekretär Mellon hatte bald nach seiner Ankunft gestern abend eine längere Besprechung mit dem französischen Finanz- minister F l a n d i n. Das„Echo de Paris" behauptet, Mellon habe für die Haltung Frankreichs Verständnis gezeigt, obwohl die Stellungnahme Hoooers zu der Antwortnote Frankreichs noch nicht bekannt ist. Es ist selbstverständlich, daß Mellon der Entscheidung seiner Regierung und seines Ehefs, der zugleich das Staatsoberhaupt ist, nicht vorgreifen kann. Das Mimstefif effett. Eine Hauptwirkung des Hoover-planS. London. 26. Juni. Der Pariser Berichterstatter der„Times" berichtet, die Bemer- kung Brünings, daß er eine persönliche Fühlungnahme mit den französischen Staatsmännern für die Erörterung der deutsch-franzö- fischen Beziehungen begrüßen würde, habe in Paris ein bereit- williges Echo gefunden. Es sei eine der günstigsten Wirkungen des hoover-Plans, daß der weg zur Wiederaufnahme der deutsch-französischen Verhandlungen gewiesen werde. Die französische Regierung werde viel Unterstützung im Lande für jeden Schritt finden, der eine Besserung der Beziehungen zu Deutschland in Auesicht stelle. Stimsons Optimismus. washinglon, 26. Juni.(Eigenbericht.) In hiesigen Regierungskreisen rechnet man bestimmt damit, daß Frankreich seine Vorbehalte gegenüber dem Plan Hoooers zurückziehen wird. Staatssekretär S t i m s o n äußerte sich am Don- nerstag in dieser Hinsicht äußerst o p t i m i st i s ch. Vorher hatte er zwei längere Besprechungen mit dem französischen Botschafter in Washington, über deren Verlauf er volle Zufriedenheit aus- drückte. -st Eine Washingtoner H a v a-- Meldung stellt begreiflicherweise die Situation als dem französischen Standpunkt günstig dar: Der Eindruck, der sich aus der Unterredung zwischen Hoooer und dem französischen Botschafter Paul Claudel abzuzeichnen scheine, sei, daß die Vereinigten Staaten geneigt seien, die Berechtigung gewisser Argumente des französischen Gegenvorschlags a n z u e r- kennen. Auf«ine Anfrage der belgischen Botschaft habe das Staatsdepartement mitgeteilt, Präsident Hoover zähle Belgien zu den Hauptgläubigermächten Deutschlands, und es entspreche infolgedessen seinen Absichten, daß Belgien zu seinem Vorschlag Stellung nehme. Da Hoooer sofort alle betelligten Staaten um ihre Stellung- nähme gebeten hat, zumal er ihnen ja die Zahlung-pause nicht dik- tieren kann, bedeutet diese Antwort an Belgien eben eine höfliche Wiederholung. Die Kommunisten bei Sevenng. Jede Bedingung wird erfüllt, um die„Spartakiade" zu retten. Gegenüber verschiedenen Angriffen aus die Entscheidung des Polizeipräsidenten, die Spartakiade unter gewissen Bedingun- gen zuzulassen, wird vom preußischen Innenministerium erklärt, daß die Maßnahmen des Polizeipräsidenten auf Anregung von S e v e r i n g erfolgt sind. In Bezug auf das Verbot de» Haken- kreuzlerfestes wird gesagt: Am Freitag war der bewußte Artikel im„Angriff" erschiene»»: am Sonnabend hat der Abgeordnete Göhring bei Seoering angerufen. Severing erklärte sich bereit, ihn zu einer zu vereinbarenden Stunde zu empfangen und sagte ihm telephonisch, daß, falls es sich um eine rein spart- liche Veranstaltung handele und gewisse Bedingungen ein» gehalten würden, er die nationalsozialistische Veranstaltung zulassen würde. Göhring ist nicht erschienen. Als die Vertreter der kommunistischen Spartakiade an- riefen, hat ihnen Severing das gleiche gesagt. Die Kommunisten sind bei Severing erschienen und haben versichert, daß e» sich um eine rein sportliche Sache handle, die bereits ein Hahr vorbereitet wird und in der mit dem Polizeipräsidium dauernd Zählung geHallen wurde. Sie haben sich bereit erklärt, Bedingungen wie keine Auf- märsche in größeren Trupps, keine Lastauto- fahrten, einzuhalten. Die Reden sollen vorgelegt werden und die verschiedenen Turniere finden an verschiedenen Stellen statt. Dabei handelt es sich um Turniere wie Tennis, Schach usw. Eine politische Demonstration sei nicht beabsichtigt. Diese Erklärungen sind entscheidend gewesen für die Zulassung. Konfliki in der Volkspariei. ?teichstagsabgeordneter Bellmann legte fein Mandat nieder. Der bisherige Reichstagsabgeoridnete Dr. Georg B e l l m a n n hat, wie wir hören, in einem Schreiben an den Parteiführer Dingeldey, sein Mandat niedergelegt. Dr. Bellmann gehört dem rechten Flügel der Deutschen Bolkspartei an. Er war wegen einer schweren Erkrankung seit längerer Zeit dem politischen Leben fern» Stein-Keier im Zieichstag Ansprache Geverings: Führer sein heißi, der Freiheit eine Gasse bahnen! Der Westfalcnbund Groß-Berlin hatte Donnerstagabend zu einer Stein-Gedächtnisfeier in den Reichstag gerufen, zu der auch der Reichskanzler Dr. Brüning und der preußische Jnnenmintster Carl Severing mit zahlreichen anderen Per- tretcrn der Regierungen erschienen waren. Minister Severing hielt im Laufe des Abends eine Ansprache, die besonders das Führertum in politischen Zeiten in den Vordergrund stellte. Er knüpfte an die Geschichte des Freiherrn vom Stein und seine Beziehungen zu Westfalen an und fuhr dann fort: Stein hat das tragische Schicksal jener großen Menschen gehabt, die mit klaren Blicken in die Zukunft sehen, die zukünftiges Ge- schehen sühlen und verkünden dürfen, denen es aber verwehrt ist. das, was sie ahnen, zu erleben und in der Vollendung zu schauen. Stein war ein Künder kommender Zeit, der in den Anfängen einer Entwicklung tätig mitarbeiten durfte, ohne den Abschluß zu erleben. Stein war ein Kllnder der Zukunft, ein Vorläufer d e s Preußens, das erst ein Jahrhundert nach seinem Leben entstand. Deshalb dürfen die Staatsbürger des heutigen Preußens das Andenken dieses Mannes feiern in dem Bewuhlsein, daß wir die Erfüllung dessen erleben dürfen, was Stein in seinen hochfliegendcn Plänen geträumt und ersehnt hat Aber wir haben auch als Westfalen ollen Grund, dankbar des Mannes zu gedenken, der die Eigenart der Bewohner der„roten Erde", der Eingesessenen seiner Wählheimat, immer richtig gcwür- digt hat. Mit der Ruhe und Ordnungsliebe besonders der West- fälinger begründet er sein Ersuchen an die preußische Regierung, die Ansätze einer Verfassung, die im Westen vorhanden waren, zu belassen. Die von ihm gefchägten und geschützten frei- heitlichen Einrichtungen des Westens führten zu den Bedenken, die der preußische König einer Berufung Steins zum Ministsr entgegenbrachte. Indessen würden wir dem Geiste de» großen Mannes nicht gerecht werden, wenn wir nur seinen Vendiensten um Westfalen und um Preußen das Wort reden wollten. Wichtiger und ungleich größer ist das, was er den Deutschen gab. Und nicht nur den Deutschen seiner Zeit! Ueber Preußen hinaus sah sein geistiges Auge dos geeinte Deutschland, aus dem deutschen Volke wollte er eine Nation machen. Freilich hat er die Erfüllung auch dieses Ideals nicht mehr erlebt. Aber daß er ihm nie untreu wurde, nie an ihm verzweifelte, daß er am festesten zu seinem Lande stand, je wilder die Flammen der Gefahren es umbrandelen, das läßt ihn den Deutschen von heute als ein leuchtendes Vorbild erscheinen. Führer sein heißt, nicht nach der Gunst mächtiger Personen oder Stände schielen, sonde»-« unbeirrt nach eigener lleberzeugung und eigenem Gewissen handeln. Stein war ein solcher Führer. Weder die Ungnade des Königs noch der Haß der Bürokraten oder des östlichen Wels haben ihn in seiner lleberzeugung wankend machen können. Führer fem heißt, Dienst am Volke uneigennützig zu verrichten. Stein war ein solcher Führer Er liebte seine Häus- lichkeit und war auf die Wahrung femes Besitzes bedacht. Aber er war in jedem Augenblick bereit, alles aufs Spiel zu setzen, wenn es der höhere Dienst am Volke verlangte. Führer sein heißt nicht vor jedem Widerstand die Segel streichen, sondern im beharrlichen Kampf gegen feg- liche Unterdrückung der Freiheit«ine Gasse bahnen. Kampf setzt Wunden. Nicht jeder Winkelried stirbt in einer Feldschlacht von«empach, von den Spießen der Feinde durch- bohrt. Stein war ein Wmlelried: die ihn verwundeten aber waren keine Söldner des feindlichen Heerlagers, sondern die glatten Höflinge, die sich zu stellen wußten, während er mutig kämpfte Sie haben seinen Karnpftsmut nicht gelähmt, ihre Wunden waren nicht tödl.ch. Aber als der große Staatemann nach den Bc- sreiungskriegen vom politischen Schauplatz abtrat, da schien es jo� als ob man durch absichtliches Vergessen seine Der- dienste um Deutschland verdunkeln wollte. Um so heller strahlt heute sein Bild. Und wenn alle die Höflinge und Rückwärtser seiner Zeit wirklich vergessen fem werden, wird sein Name ewig leuchten als ein Zeichen dafür, was ein großer Charakter in schein bar verzweifelter Lage des Vaterlandes vermag. Der Abend fand durch eine Ansprache Dr. Brünings feinen Abschluß. Der Kanzler schloß mit den Worten:„Freiheit, w. Freiherr vom Stein sie gemeint hat. Freiheit wie wir sie au:- unserer Heimat kennen, sie ist in erster Linie Gebundenheit, Verpflichtung, Opfersinn. Verantwortlichkem Gemein sinn. Das sind die Dinge die in« bürgerliche Freibat begründen. Das sind die Dinge, die in der bürgerliche Freiheit wieder die national« Freiheit ermöglichen. E kann einem Volke auch in schwerster Lage und schwerster Stunde niemals schlecht ergehen wenn«s dessen eingedenk ist, daß Frei h e it nur durch Opfer, durch Pflichterfüllung, durch Verantwortung erkämpft wird. Und es kann einem Volke der W e r zur Freiheit n' e oerbaut werden, wenn die Männer und Frauen sich bewußt sind, daß Beharrlichkeit und Hofs- n u n g und unablässig zähe Arbeit eines Tages doch zum Ziele führen müssen." Wilhelm Stocks Aufbahrung Der Senior der Partei, Genosse Wilhelm Bock, hat mehr als ein Menschenalter lang in Gotha für die Arbeiterklasse gekämpft und gelitten. Im historischen„Voltshaus zum Mohren" war seine Leiche aufge- bahrt, bevor sie die letzte Fahrt antrat. geblieben und hall sich gegenwärtig im Süden auf. Er hat an den Frattionssitzungen in den letzten Wochen nicht teilnehmen können. In seinem Brief an Dingeldey begründet Dr. Bellmann seine Mandatsniederlegung aber kurz mit der Entwicklung der politischenBerhältnisse. Ueber die Nachfolge Dr. Bellmanns im Reichstage ist noch nicht entschieden. Auf der Liste der Deutschen Volkspartei für den Wahl- kreis Chemnitz-Zwickau folgt ihm der Kaufmann Alfred Baum. Es ist jedoch noch nicht gewiß, ob dieser das Mandat annehmen wird. Sozialistischer Hochschultag. MinisterGrimme gegen die„Eourths-Malerei in der Politik" Braunschwelg. 26. Juni.(Eigenbericht.) Mit einer Massenkundgebung wurde gestern abend der sozial! st ische Hochschultag der deutschen und österreichi- schen Studenten eingeleitet, Der preußische M i n i st e r für Volksbildung, Dr. Grimme, setzte sich in feingeistiger Art mit dem Problem des Akademikers unserer Zeit auseinander. Er warnte vor der Ueberschätzung des Werts der akademischen Bildung, nicht hin- sichtlich ihres wissenschastlichen, sondern des sogenannten gesellschast- lichen Werts. Es käme angesichts der Uebersüllung des akademischen Studiums darauf an, die Volksschulbildung wieder zu heben und ihr Recht auf Anerkennung zu erkämpfen. Eingehend beschäftigte sich Dr. Grimme mit der Radikalisierung der akademischen Jugend. Mit Resignation und bloßer Revoltestimmung sei nichts getan. Die Probleme der Zeit müßten ganz durchdacht werden. Der Denkende käme von selbst zur Einsicht, daß er sich in d i e F r o n t derer einzureihen habe, die aus den Röten heraus. nach einer menschenwürdigen vernünftigen Gesellschaftsordnung strebte. Viele Studenten gebürdeten sich heute radikal, aber im Geistigen sind sie nicht radikal genug. Ein Studierender dürfte nichts ungeprüft und nur auf bloße Autorität hin aufnehmen. Wer Hitlers Buch„Mein Kampf" zur Richtschnur seines Denkens und Handelns nähme, der träte dafür ein, daß die Courths- Malerei in die Politik komme, daß an Stelle wirklicher Erkenntnis und Urteils« fähigkeit die Unwissenheit und Demagogie triumphiere. Die soziali- stischen Studenten sollten Weggenossen der kämpfenden Masse sein. Nach Grimme sprachen noch der Führer der österreichischen Studenten H i tz i n g e r und der Berliner Unioersllätsprosessor Heller. Ein Verleumder verurteilt. Die Beschimpfung in Frageform. Amtsgerichtsrat v. Plathe verkündete heute das Urteil im Beleidigungsprozeß Victor Schiff gegen den Schristleller des „Deutschen Vorwärts", Oskar Krüger. Der Angeklagte wurde wegen öffenUicher Beleidigung zu 4 00 Mark und zu den Kosten des Verfahrens oerurteilt. Im Nichteintreibungsfalle tritt statt je 10 Mark ein Tag Gefängnis. In der Urteilsbegründung heißt es u. a.: Die Zugehörigkeit zu einer Partei(der Beklagte gehört der Deutschnationalcn Partei an) oder der Berus des Redakteure gewährt nicht anderen Staats- bürgern gegenüber irgendeine Sonderstellung. Der Angeklagte hat auch keinen Anspruch auf den§ 193. Er war nicht berechtigt, den Prioatkläger der Identität mit dem Landesverräter Schiff-Balder in der Oefsentlichkeit zu verdächtigen, um ihn oder seine Partei auf diese Weise zu zwingen, sich von dem ausgesprochenen Verdacht zu reinigen. Bei der Strafzumessung war straftverschärsend zu berücksichtigen, daß die politischen Kämpfe in der Ocsseiillichkeit häßliche Formen angenommen haben, und daß sogar vor persönlicher Verunglimpfung der Gegner nicht zurückgeschreckt wird. Strafverschärsend siel auch die Schwere.der durch nichts bewiesenen Be- l e i d i g u n g ins Gewicht, wie auch der Umstand, daß sie durch die Presse einem großen Personenkreis bekannt wurde. Daher war eine empfindliche Straf« am Platze. Das V-Zug-Llnglück im Korridor. Drei Leichtverletzte. Warschau, 25. Juni. Nach den hier bis jetzt vorliegenden Nachrichten au» Posen er- eignete sickz das Zugunglück im Korridor am Donnerstagnachmittag in der Nähe der Eisenbahnstation K o st s ch I n aus der Strecke Wreschen-Posen. Der fahrplanmäßig aus Warschau um g Uhr vor- mittags nach Paris über Posen und Berlin abgehmde iuternallonale D-Zug fuhr kurz nach der Eisenbahnstalwn Hostfchiu aus den letzten wagen eine» Güterzuges auf. Der Güterwagen wurde zum Teil zertrümmert. Drei Passagiere des D-Zuges erlitten infolg« des Zusammenstoßes leichtere Verletzungen, tonnten je- doch nach Anlegung eines Notoerbandes ihre Reise sortsetzen. Dr. Romsay Blacdonald. Die Universität Oxford hckt den eng- tischen Ministerpräsidenten zum Ehrendoktor ernannt. Arbeit an Berlins Etat. Das Defizit auf 20 Millionen herabgedruckt. 3n der Heuligen Sihung des Haushollsausschusses der Sladkverordnelenvcrsommluug legle der Oberbürgermeister einen Uebcrblick über die Veränderungen des Stadlhaushalls- enlwurfs für ISZI seit der Verabschiedung im ZNagislral vor. Der mit einem Fehlbetrage von 92 Millionen Mark ab- schließende Haushaltsentwurf des Magistrats ist seit seiner Berab- schiedung im Magistrat durch verschiedene Umstände verändert worden. Aus nachträglichenAn Meldungen des Magistrats in der Ordentlichen Verwaltung von 14,8 Millionen Mark Einnahme und 16,3 Millionen Mark Ausgabe und in der Außerordentlichen Verwaltung von 19,3. Millionen Mark Einnahme und Ausgabe ergibt sich ein weiterer u n g d e ck t e r Betrag von 1,3 Millionen Mark, zu dem eine Mehrausgabe von 9,4 Millionen Mark als Ergebnis der Beratungen des Haushaltsausschusses der Stadtverord- uetenversammlung hinzukommt. Bedeutend weitergehende Veränderungen werden durch die nnanziellc Auswirkung der Notverordnung vom ö. Juni 19ZZ und die weitere Wirkung der Wirtschaftskrise verursacht. An Entlastungen des Haushalts sind aus Grund der Notverordnung .1.4 Millionen Mark zu buchen, die von Reich und Land zur Er- e i ch t e r u n g der Wohlfahrtslasten als Anteil der Stadt erwartet �crden können, und rund 14,4 Millionen Mark aus der Kürzung der Bezüge der Beamten, Angestellten, Lehrer, Arbeiter und Versor- -ungsempsänger. Andererseits muß entsprechend der Neuschätzung des Reichs über die Kosten der Krisenfürsorge mit einer Mehr- b e l a st u n g der Stadt von 5,8 Millionen Mark gerechnet werden. ,m denen 1 Million Mark Mehrausgabe für Personalmittel zur Ve- «rcuung der Wohlfahrtsunterstützten tritt. Bei einigen Steuern lassen sich die Ansätze des Entwurfs infolge der Neuschätzung des Meiches bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer und der Aus- Wirkungen der Notverordnung auf die Kaufkraft der Bevölkerung nicht halten. Bei der Einkommen- und Körperfchaftssteuer müsien 11,4 Millionen Mark abgesetzt werden: bei der Gewerbeertrags- sleuer muß mit einem Rückgang um 4,16 Millionen Mark und bei der Lohnsummensteuer um 3,1 Millionen Mark gerechnet werden. Bei der Vergnügungssteuer werden, auch infolge ihrer Neuregelung, 2 Millionen Mark ausfallen und bei den Verwaltungskostenzuschüssen Goebbels im„Faust" '"v-- Uhr Die WalKflre (UagekürrteAafföhrung) Endeg. 223/4 Uhr Freitag. 26.6. staut, oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Das Spitzentuch der Königin Enden 23 Uhr staats-oper An Platt der Republik V-B. 20 Uhr Madame BnMerfiy Oeffenfl. Kartenverkauf Ende g. 221/2 Uhr Staatl. Scbausph. (im CeodarmeDmarkti 256. A.-V. 20 Uhr: Premiere Das NDrnbergisdi Ei Ende 22-/- Uhr itaati. J[|)iHati>r, Uaritbg 20 Uhr UeDe auf dem Lande 33 Minuten in Bruneoerg Ende 22s/4 Uhr Margarete walkotte Bln.-Steglitz, Fichtestr. 10. Tel. Stegl. 3684 Lieder zur Laute. Rezitationen I Slolfe, Fabrikabtälie für Leib- und Bebwäsdic Verkaufszeit 8—5 Uhr, Sennabends 8—2 Uhr znaaBeroidenliili billigen Preisen! Kleider und Seidenstoffe aller Art Mechanische Feinweberei Adlershof A.- K.»«-"-rseste» 2» 1 Gegenüber Stadtbahn. Finispr.: Adlerskot 237. 23!. 248 VolKsbUtme Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Lumpazivagabundus Staat!. Sdiiller-Tb. 8 Uhr Liebe an! dem Lande 33 Minuten in Brüneberg Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Madame Butierfly Betten-Fürst Berlin- NeuhOlln Hermannstraße 33 Beriin- Tempelhol Berliner Gegründet 1908 Straße 132 Telephon: F2 Neukölln 1424 Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Zum Schluß „Alles verrückt!" Anfang| H| Uhr Preise 60 Pfennig bis 2 Mark Kartell für Arbeitersport u. Körperpflege Berlin e.V. Geschäftsstelle: Robert Oehlschläger, N 65, NazarethkirchstraBe 46 -— Auskunft Uber alle Sportarten- SOWWTAG, PEW aa.uuwi Reichs Arbeiter Sport STADION GRUNEWALD Aufmarsch der Großmacht Arbeitersport! Beginn mit dem Einmarsch: 14.45 Uhr— Vormittags Vorkämpfe Der eesucn der Ameiierscnali Gr.-Beriins wird eruianet Eintritt auf allen Plätzen 0,50 M., Jugendliche u. Erwerbslose 0,30 M. Musikal. Schwank von Arnold Musik v. Walt. Kollo Sommerpr. 0.60-7.00 Deotsdies Theater 8 Uhr Der Haautmonn von Köpenld« v. Carl Zuckmayei Regie: Heinz Hilpert Die Komödie Täglich 8i/t Uhr Dienst am Kunden von Cuit Bois und Max Hansen Regie: Hans Deppe Kurlörsiendamra Theater Bismarck 449 | 8-/. Uhr| Die schöne Helena von lacques Otlenhaffl ~' UiU! BelnDardi Komische oper Frledrichstr. 1C4 8-/, Uhr Frauen haben das gern metropoMheater Täglich 8'üUhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen I mm-Ttieatei Täglich SV* Uhr Zum goldenen Anker Valetti, Horner, Elsholtz, Behner, StOssel. Faber, Walter. — Elite-Sänger— Kottbusser Str. 6 Tägl SV* U. Pie gralä Aus- slattong:- tone Potte La8t sdiöna Frauen um midi sein! von HarryWalden cas lührende scmincl'lbsalci'eei'iins Wochent 5.30 U.. Sonnig 5 U Großes Konzert und 8 internationale Varletdnummem 8U Uhr: Operette „Der Hutmacher sr. Durchlaucht" Wochentags Kaffeekochen an gedeckten Tischen Preise 0.60 M bis 2.00 M ROSE THEATER a" Uhr Erstaufführung für Berlin „Derüerrmltdeni Fragezeicnen" Lustspiel von UDIler and Lorenz mit Hermine Slerler. Maria West, Carl de Vogt, Armi Schweizer u. a Regie: Paul Rose Preise: 0.50 M. bis 3,00 M Gr. Fraoiiiuner sir. 132. U-Bahn Strausberger Platz. Sie kaufen am besten im btagigen Vorverkauf II— 1 und 4—9 Uhr Tel Bestellungen ununterbr E 7 Weichsel 3422 BETRIEB KEMPIHSKITJ ROGRAMM für die Zeit vom 26. bis 29. Juni KIMO-TAFEl I PRO G RAM M für die Zeit vom 26. bis 29. Juni CDIOG Potsdamer Strafe 38 W. 5. 7. 9, S. 3, 5, 7. 9 Uhr Harold half didi fest! mit Harold Lloyd Jugendliche haben Zutritt Rhemstra£el4 KifslÄ W. ab 5.15. S. ab 3.15 Uhr Der Haianke mit Adolphe Mcnjoa Sein lefxier Gang mit George Bancrolt 8 Akte OdeOHj Potsdamer Sir. 75 W. 5,7,9, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Da» Gcbeimnl» der roten Katze mit Slegtrled Arno. Hans Janker mann, Ernst Verebes Turmstrafje 12 s�VtJu. Die heilige Flamme mit Gtulav Fröhlich, DUa Parlo Aicxanderstr. 39-40 (Passage) -en ganzen Tag geöffnet, Stgs. ab 3 Uhr O-Zng 13 hat Vercp&lang m. Chart. usa— Der Stumme tob Portici j wasten H rimus-Palast otsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Wochentags 5.15. 7.15, 9.15 Uhr Sonntags 3.15, 5.15, 7.15. 9.15 Uht er Schrecken der Garnison iit Felix Dressart jgendliche haben Zutritt A Friedrichstadt H rranziskaner ifguhkrinvo?m ieorgenstraße(Ecke Friedrichstraße) Tonerfolg: Der wahre lakob mit Fells Dressarl, Ralph Robert Quartier Latin mit Carmen Boni Gnies Beiprogramm Wochen, und Knilnrsdia« Moabit AwSiickesf Film n. W. a. 6.30 Uhr rtTlUSIlOI sahne S. ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 Bühnenichau 100 proz. Tonfilm: Ich geh ans and da bleibst da mit Camilla Horn— Tonwochc Welt- Kino � Mt-Moabit 99 Geschl.Vorstellungen des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes 100 proz, Tonfilm: Im Westen nichts Neues 1»tegllt« B , Titania-Palast sktÄw u. Steglitz, Schloßstr.5. Ecke Qutsmuthsstr. Dritte Woche: Der gewaltige Kriminaltonfilm»M- Regie: Fritz Lang mit der großen Besetzung Daza das tönende Beiprogramm Kant-Lichtspiele Kam sir 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5. 7. 9 Uhr Stg. ab 3 Uhr Wir sdialien am auf Hollywood mit Morgan, Kcaton, Menfon, George, Gilbert, Novarro Spnk um Mitternacht 4 Akte Wilmersdorf Atrium Bcba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7, 9.10 Uhr, Stgs. 5. 7. 9.1- Uhr Neu-Aufführong: Das Lied ist aus. Regie: Geza von Bolvary Musik; Roberl Stolz. Hauptdarsteller: Liane Haid, Willy Forst g S«h6net»erg"k Titania Schönebg. sig.aw Hauptstraße 49 100 proz. Tonlustspicl Wir schalten am nach Hollywood Tonbeiprogramm— Tonwochc G Friedenau> Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 55 Wochentags 7, 9 uhi Sonntags 5, 7. 9 Uhr Wiener Liebschaften mit Georg Alexander. Lotte Loring Reichhaltiges Betprogramm Zell Wochentags 7. 9 Uhr Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 50 Stg. 3 Uhr: Jugendv. D-Zng 15 hat Verspätung mit Chart. 5nsa— Der Stamme von Portici g Marlandorf"fc (Vf Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. 5. So. ab3Uhr lOOproz Tonfilm; Ich glaub' nie mehr an eine Frau (Das Dirnenlied) mit Richard Tauber Gutes Beiprogramm Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. 6J0, 9, Stg. ab 5 U. lOOproz. Tonfilm: Pat und Patachon auf FreiersfGfjcn mit Grete Garbo, Anna Chrlstie Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wo. 6J0, 9 U., Sonnt ab 5 U. Der spannende Expeditions-Tonfilm: Igdembn(Der große Jäger Lastiges Beiprogramm Auf der Bühne: Rath and Wig. das bekannte Tanzpaar prolongiert Montag, Donnerstag Erwerbslosenlag Th. am Moritzplatz Beg.: Wochtg ab 630, 9. Stg. ab 430 U. Tonfilm: T&nzerlnnen für Süd amerika gesucht mit Dita Parlo Ja,|a, so sind die Frau'n mit Hans Albcrs Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W. ab 6l/a U. Stg. ab 5 U Zwei Gro�ionfilme: Schatten der Unterwelt mit Harry Picl— Liebe im Ring mit Max Schmeling Beiprogramm Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. ab 7 U., Sonntags ab 5 Uhr Tonoperette: Ihre Hoheit befiehlt mit Käthe v. Nagy, Willi Fritsch Bühne: 10 Akkor. Harmonlstcrs Jugendliche haben Zutritt Sternwarte- Treptow Beg-: Sonnabend 8. Sonntag 4 6, 8 Uhr; ffoana, der Sohn' der Südsee, Film D Nordosten «FlySium Prenzlauer Allee S6 Wochent. ab 7, Sonnt, ab 5 Uhr: T on Wochenschau Wir schalten um ant Hollywood mit Morgan, Keaton, Menfoo, George- Spuk am Mitternacht Flora-Liditsp. ÄW Tonfilm; Im Werfen Niehl» Nene» Veranstaltung des ADGB. • Osten g Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochemgs. 630 UN Sonntags ab 5 Uhr Der große lustige Tonfilm; Wir schalten um ant Hollywood mit Paul Morgan, Basier Kcaton, Hclnr. George, Adolf Menfon, Nora Gregor, John Gilbert u. a.— Spuk vm Mitternacht mit Dick und Oof Luna-Palast Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm; Der Mann, der den Mord beging mit Conr. Veidt, Heinrich George— Menschen im Bosch (Afrika-Toniilm). Schwarzer Adler Xiimw Woch. 5. 7. ca. 9. Stg. 3, 5. 7. 9 U Tonlustspiel: Er und seine Schwester mit Anny Ondra, Vlasta Bortan, Roda-Roda— Gr. Bcipiogramm Jugendliche haben Zutritt. V. T. Lichtspiele Frankfurter Allee 48 W. 5, Stg. 3 Uhr Tonposse: Ich heirate meinen Mann mii Trade Berliner Gates Beiprogramm Babylon, am ßülowplatz Wochentags 6.30 Uhr Sonnabends u. Sonntags ab 5 Uhr 100 proz. Tonfilm: Die 3-Groscfaenoper mit Carola Ncher, Rudolf Förster Variclösdban g Neu-lichtenberg Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 Wochent. 7, 9 Uhr Sonntags 5, 7. 9 U. Grock In seinem großen Tonfilm mit Liane Haid Tonbeiprogramm Jugendliebe haben Zutritt Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206— 210 Tonfilm; Kinder vor Gerich)(Der Fall August Schulze). Beiprogramm— bühnenschau � Frieciräciisfelde H Kino Busch �,59� Alt-Friedrichsfclde J 100 proz. Tonfilm: Pension Sdiöller mit F. Sdiutz, Trans von Aalfen, I. Tiedtbe Beiprogramm— Wochen» chaa fl worden O Albambra EcükeesecstBrlßt36, Wochent. 5. 7. 9 u.. Sonnt. 3. 5. 7. 9 U. Das Geheimnis der roten Katze m. Siegtricd Arno, Hans Jankermann, Kurt Lilien Beiprogramm— Tonwoche_ Pharus-Lichtspiele Müllerstr. 142 W.5,7,9U, Stg. 3,5,7, 9U lOOpioz Tonfilm: Die heilfgeFIamme (Mutterliebe mit Dita Parlo. Gailav t-röhlich— Der Sdhimmclrciter mit Fred Thomson Panko Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7. � U 100 proz. Tonfilm: Hans in allen Gassen mit Hans Albcrs, Cam. Horn Beiprogramm Teg ei Filmpalast Tegel suaSeT Stgs. 2 U. Jgd.- Vorst W. 6. Stg. 41/i U. Tonfilm; Zwei Menschen m. CbarL Susa, Gustav Fi üblich Der Todesritt im wilden Westen mit Ken Maynard W Wep rngsetory M Filmpalast Stg, Berliner Straße 59 Stg. 2 U. fug- Vorst. Tonfilm: Aschermlttvodi mit Evelyn Holt, Hans Stfiwe Gates Bei programm lUelloge Freitag, 26. Juni 1931 SivAbimd ShäJaulCaJZe 4***n Verschalung könnte man Heraklithplatten(oder ähnliches Material) Wochenendhäuschens, dazu kommt noch der Arbeitslohn. Die hier durchgearbeitete Lösung soll keinen Idealtyp vorstellen; häusliche und wirtschaftliche Verhältnisse bestimmen von Fall zu Fall Größe, Qualität und Ausbau des Wochenendhauses. Auch das vorliegende Projekt ist aus einer speziellen Aufgabe heraus entwickelt. Das Wochenendhaus hat eine Grundfläche von 4,73 mal 6, SS Meter, mithin also rund 31,5 Quadratmeter. Die F u n d a- m e n t s sind in Beton oder Ziegelstein in einer Tiefe von 80 Zenti- meter vorgesehen. Die Nordwand und anstoßende Teile, sowie die Zwischenwände werden aus naheliegenden Gründen in Mauer- werk aufgeführt. Auf den übrigen Fundamentsmauern ruht das cholzrahmenge stell auf Pfosten in 12/12 Zentimeter Stärke. Die Pfosten werden beiderseitig verbreitert, außen entweder in hori- zontaler Stulpschalung oder vertikal mit gespundeten Brettern mit Decklatten 2S/60 Millimeter(siehe Details). An Stelle der Holz- Problem hat man sich eingehend befaßt und aus dem Freigelände eine Anzahl von Musterhäusern aufgebaut. Aber diese Wochenendhäuser— wie sag' ich's meinem Kinde— sind doch vielleicht nicht so ganz durchdacht und werden nicht immer den Bedürfnisien und dem Vermögen der interessierten Kreise, die viel größer sind, als man wohl an- genommen hat, gerecht. Es wird mit allem Komfort gerechnet: Gas, Wasser- leitung, elektrisches Licht. Kanalisation. Die dazu nötigen Anschlüsse an das Straßennetz tosten neben der„Schlüssel- sertigkeit", ganz abgesehen vom Grund und Boden, von Strohenabgaben, Steuern usw. noch erhebliche Gelder. Auch scheint allgemein ein allzu großer Platz für die Küche und die Schlaf- gelegenheit eingeräumt worden zu sein, Räume, die für das Wochenende sozusagen unproduktiv sind. Die gezeigten Häuschen bewegen sich in einer Preislage von etwa 8 S l) M a r k für die allerbescheidensten Ansprüche bis zu mehreren tausend Mark Der Kleingärtner, von besten handwerklichen Fertigkeiten wir ge- nügend Proben haben, kann sich aber für 8S0 Mark, um einmal bei dieser Summe zu bleiben, allerlei Träume erfüllen, zumal wenn er in einer Per- son Bauherr und Bauunternehmer spielen kann Vielleicht nennt er das Wochenendhaus bescheidener Wohn» laude sicherlich wird es etwas länger dauern, anstatt Ratenzahlung zieht er ratenweise Bauabschnitte„ vor. Natürlich wird er sich bei den; heutigen Grundstückpreisen sein Ge-; lände schon etwas weiter entfernt von Berlin suchen— es gibt Gegen- den, wo man einen Morgen Land noch für 400 bis 500 Mark haben kann. Freilich findet er dort nicht die Errungenschaften der Zivilisation, aber in der Natur sind sie ganz gut zu ent- behren. Da» elektrische Licht ersetzt die von findigen Köpfen konstruierte Wochen- «ndlampe, ein Spirituskocher tut's auch an Stelle des Gasherdes, die Kanali- sation ist sowieso nicht erwünscht, denn die Fäkalien sollen zur Bodenverbesserung dienen, und die Annehmlichkeiten der Wasserleitung ermöglicht er sich durch den Einbau eines höchsteigenen„Wasser- wertes" 850 Mark, das find rund die Matertalkosten des hier abgebildeten in 2Y: Zentimeter Stärke zur Verkleidung verwenden, die verputzt wird; Die Isolierung entspräche dann einer Mauer von 38 Zenti- meter Stärke. Der Vorteil läge darin, daß keine Unterhaltungskosteii entstehen wie bei Holz, das alljährlich durch Karbolineumanftrich gegen Fäulnis isoliert werden müßte. Die Decke wird mit Balken, ANfiaiT Juden ANJICUT OJTEN CNTVijar UND ZEIWNUNG.: n rn.POIILCNZ 8/12 Zentimeter, gebildet, die unterseits mit Brettern(Nut und Feder oder ebenfalls Heraklichplatten) verschalt werden. Der Zwischenraum kann mit trockener Kestelasche ausgefüllt werden zwecks Wärme- und Kälteisolierung. Das Dachgefälle wird durch Aufbringen von Austchieblingen hergestellt, darauf werden Schalbretter, 20 Milli- meter stark, befestigt und diese mit einer doppelten Lage Dachpappe oder Roberoid überzogeck. Eine Dachrinne ist billigkeitshalber nicht vorgesehen, der Dachüberstand von 50 Zentimeter mit angeschlagenem T r a u s b r e t t weist das Wasser genügend ab. Als Eingangstür verwendet man eventuell eine Stahltür mit Eisenzarge. Die Fenster sollen aus Sparsamkeitsgründen möglichst ohne Sprossen (eventuell verschiebbar) sein; empfehlenswert sind die genormten Fenestra-Fenster(über all diese technischen Einzelheiten infor- micrt man sich ausgezeichnet auf der Bauausstellungi. Das Häuschen besteht aus einem geräumigen Wohnzimmer und Nebengelaß: links vom Eingang ist der Ausguß angebracht. unter demselben, desgleichen unter dem Arbeitstisch, ist ein Schrank kür Kochgeschirr, Vorräte usw eingebaut. Diese Kochecke wird bei Nichtgebrauch durch einen Vorhang verdeckt. Längs der Fenster ist ein breites Blumenbrett montiert, das sich zu einem Schreibtisch verbreitert. Regale oder eingebaute Schränke unter dem Blumenbrett dienen zur Ausnahme von Büchern oder Eßgeschirr, Gläsern und ähnlichem. Die irischen- artig eingebaute Couch(auf gut deutsch S ch l a s s o f a) wird abends zu einem Bett für zwei Personen umgewandelt. In der anstoßenden Kleider- k a m m e r könnte man fernerhin tags- über noch ein bis zwei zusammenklapp- bare Bettstellen aufbewahren. lieber Schlofnische und Kleider- kammer ist das Wasferreser- voir— der Clou des Projekts— eingebaut, welches die Vorzüge des ..fließenden Wasser" ersetzen wird. Der Wasserspeicher saßt V/a Kubikmeter Wasser, das vom Brunnen durch eine Flllgelpumpe hochgepumpt wird. Von dem Reservoir gehen Leitungen zur Brauseoorrichtung(ev. Hand- brause) zum Wasserklosett und zum Ausguß. An Stelle eines WC. kann man auch ein Torfstreuklosett „Metroclo", das kürzlich beschrieben wurde, in Anwendung bringen. Der Ablauf erfolgt in die Fäkaliengrube, in der eine Zwischenwand mit Durch- laß die festen und flüssigen Bestandteils scheidet. Zwischen WC. und Wohn- räum sind zwei Türen als Geruchs- schleuse eingefügt. Auf Ofen und Ka- min kann gegebenenfalls verzichtet werden: Gartengeräte und Holzvorräte usw. werden in einem gesonderten Holzschuppen, der gleichzeitig Klein- tiere, Taubenschlag und Dungsilo de- Herbergen kann, untergestellt. Wie schon eingangs erwähnt, ist dies Häuschen nur eines von den vielen Möglichkeiten und soll lediglich zur Anregung dienen. Bevor man ie- doch zum Bau schreitet, überlege man alle Details gewissenhaft und berechne sich die entstehenden Kosten genau. Wer nicht über eine gewisse Erfahrung verfügt, lasse lieber die Finger davon, es sei denn, er zieht einen Fachmann zu Rate; die kleine Ausgabe rentiert sich ganz sicherlich. Das Sprichwort „Frisch gewagt ist halb gewonnen" paßt jedenfalls diesmal nicht so ohne isii weiteres! H. Fr. Pohlenz. -P-f?* DETAIL J Maus der$kvbeilevfveud.e €>in Hustlug durch ft/alurtreundebeimc Im Hochgebirge. Die Naturfreundebewegung, dieser weltumfassende Bund aller wandernden Arbeiter, nahm ihren Ursprung in den Bergen O e st e r- reiche. Dort ist sie auch heute noch am stärksten. Ein weites Netz von Unterkunftshütten im Gebirge und Ferienheimen im Tale gibt jedem Geschmack etwas, ob nun der Proletarier in seinen kurzen Ferien al» Tolbummler die Schönheit der Alpen genießen will oder sich als HüUenwanze in den Viertausendern einmstet. Da» Idealgebiet für Hochtouren ist und bleibt allerdings die Schweiz. Und gerade dort sind die Naturfreundehäuser doppelt notwendig, weil es kaum einen Arbeiter oder Angestellten gibt, der die unvernünftig hohen Preise des Schweizer Alpenklubs in besten Hütten bezahlen kann. Ein Ausweg sind für den nicht mit Geldmitteln Gesegneten die gaststeundlicheren Heime mit dem symbolischen Zeichen der Brüderhände über den Bergen, von denen ich einiges be- richten will. Mitten in den Zentralalpen, in fast 3000 Meter Höhe, saßen wir an einem späten Augustabend vor dem blankgescheuerten Holz- tisch in einer kleinen Unterkunftshütte der Natur- freunde und tranken den selbstgebrauten, eine verdächtige Farbe zeigenden Tee. Eigentlich hätte unser« Stimmung niedergedrückt sein wüsten, denn ein fürchterlicher Sturm fegte über das niedrige Dach. Als der kleine Züricher aus der Tür schaute, sprühten ihm Schneeflocken ins Gesicht. Schnee im August, im Hochgebirge keine Seltenheit. „Da wird's morge halt nix mit dem Aufsteige", meinte er treu- herzig und setzte sich wieder zu uns, anstatt sich frühzeitig in den Schlafsack zu verkriechen. Die beiden Franzosen, die am Nachmittag j mit vollkommen mangelhafter Ausrüstung in kläglichem Zustand hier oben angekommen waren, hatten nun ihren Schmerz vergessen und wurden am lustigsten. Bei den anderen, drei Schweizern und uns zwei Deutschen, mußte erst die Enttäuschung über den vor- lorenen Tourentag überwunden sein. Doch mit dem immer stärker blasenden Wind, der an den Wänden rüttelt«, als wollte er sie wie ein Spselzeug in die Luft heben, wenn sie nicht mit dicken Draht- sellen fest in die Felsen verankert wären, mit dem steigenden Un- weiter gaben wir un« schließlich mit der Lage zufrieden und dankten unserem Schicksal, daß wir nicht irgendwo noch zwischen Felsen oder Gletschern klebten. In einer solchen Situation erhebt sich die Unterhaltung über das Alltägliche. Bald waren wir in einem lebhaften Wortkampf für und gegen den Marxschen Materialismus entbrannt. Mit viel Emphase vertraten die lebhaften Franzosen chre Meinung von der Freiheit des Geistes, während wir mit schwerem, wissens chafllichem Geschütz aufzufahren versuchten. Wir hatten bis um drei in der Frühe das Problem nicht gelöst. Aber mittlerweile war das Feuer ausgegangen, und vereint flüchteten wir vor der anstürmenden Kälte unter die Wolldecken. Auf dem Schwarzwälder Feldberg. Elegante Automobile kriechen von Titisee aus über das Bärental zu dem Feldberg-Hotel hoch, dazwischen Omnibusse und Fahrräder auf der breiten Landstraße. Diese großen Massen der Schwarzwaldbesucher steigen hinauf bis zum Aussichtsturm, haben im Glücksfall eine wirklich schöne Fernsicht bis zu den Alpen, und damit ist ihr Interesse erloschen. Um so dankbarer schlägt der wirklich schauende Wanderer den Seitenweg ein, auf dem das grüne dl mit dem roten Pfeil nach dem Naturfreundehaus deutet. Abgelegen, und doch nahe am Gipfel, liegt das Feldberghaus der Freiburger inmitten hoher Tannenwälder. Gleich in der Nähe stehen noch alte Bauernhäuser, und weites Wiesengelände bietet Platz genug für Spiel und Sport. Die Jugend hat sich diesen wunderschönen Platz erobert. Aber auch einige Familien mit vollem Anhang haben chr Ferienlager hier oben ausgeschlagen. Kein Wunder. Dieses mächtige Haus ist mit den alten Unterkunftshütten nicht mehr zu oergleichen. Wer zu foul ist, sein Essen selbst zu kochen, kann sich auch vom Hütten- � wart bewirten lassen, der aber trotzdem für alle Gäste gleichermaßen j zur Verfügung steht. Hier entscheidet eben nicht der Geldbeutel. sondern die frohe Zugehörigkeit zur Gemeinschaft Noch einladender ist dieser Ort im Winter, wenn volle Ein- samkeit über den weiten Wäldern und Wiesen liegt und die Skier lautlos durch den hohen Schnee bis vor die Tür gleiten. Aber dann ist das Haus schwer zu finden, und man lasse sich genau den Weg sagen, weil man sonst leicht in die Felsen des Seebucks gerät. Bei Bad Harzburg. Aber auch in den deutschen Mittelgebirgen stehen die„Wochen- endhäuser" der Arbeiter. Hier ist noch mehr aus den großen Massenzustrom aus der Großstadt Rücksicht genommen, und gerade diese Zusammenkunst aller Allers- und politischen Schichten der Arbeiterschaft, soweit sie überhaupt den Weg zu ihren eigenen Organisationen gefunden haben, ist ein lebendiges Erziehungsmittel. Am äußersten Ende der lange Reihe von Villen, Sanatorien und Hotels Bad Harzburgs, einem der feudalsten Kurorte im Harz, steht das großartige Haus der N a t u r f r e u n d e. Als ich aus den Bergen herunterkam und auf der Landstraße entlang- tippelnd mißmutig überlegte, wo ich wohl diese Nacht oerbringen könnte, hätte ich niemals in diesem Prachtbau„unser" Heim ver- mutet, wenn nicht die rote Fahne mit dem Abzeichen mich dar- auf aufmerksam gemacht hätte. Und doch sind alle diese Erholungs- stätten aus den mühsam zusammengesparten Groschen und der auf- opfernden Mitarbell aller Mitglieder entstanden. Sie sind der Aus- druck jener Solidarität, die über den Tageskamps hinaus die Arbeiterschaft weiter verbinden wird. Große, gemeinsame, saubere Schlafzimmer, allgemein benutz- bare Küche und Gesellschaftszimmer setzen die freiwillige Einord- nung aller Besucher voraus. Und ich habe oft genug beobachtet, wie ein ganz armer, alleinstehender Arbeitsloser von anderen Gruppen mit durchgefüttert wurde und so einen schönen Tag der Freude, der Hoffnung in seinem grauen �Dasein erleben durfte. Und in Amerika. Ich. habe zu Anfang die Ausbreitung der Naturfreunde- Bewegung über die ganze Well hervorgehoben. Und in der Tat trifft man die Anhänger dieser Arbellerorganisation nicht nur in allen Ländern Europas, sondern auch jenseits des Ozeans, in � Amerika. Die New-Porker und Chikagoer Gruppe haben sogar auch schon ihre eigenen Häuser und Gelände. Natürlich spielt sich hier, den Gewohnheiten des Landes entsprechend, die auf- strebende Wanderbewegung in anderen Formen ab als bei uns. Durchweg kommen die Mitglieder in ihren eigenen Autos an- gefahren und bringen selber ihr Wohnzelt mit. Dann entsteht um das eigentliche Haus noch eine weite Zeltstadt, und viele Amerikaner verbringen hier ihre Ferien mll Gleichgesinnten. Karl Möller. Heraus zum Reichs- Arbeiter-Sport-Tag Sonntag, 14.30 Uhr, triftt sich Berlins Arbeiterschaft im Grunewald-Stadion Die letzten Vorbereitungen zum Rast sind beendet. Die Zahl der Meldungen zu den einzelnen sportlichen Wettkämpfen läht hoffen, dost die im vorigen Jahre erreichte Ziffer der direkt beteiligten Sportler sich verdoppeln wird. Das ist besonders bedeutsam als Machtausdruck der bundestreuen Berliner Arbeiter-Sportbewegung. Wir konnten an dieser Stelle die Reichhaltigkeit der sporllichen Darbietungen bereits ankündigen. Viele Sportbegeisterte werden sich bald nach Itz Uhr einfinden, um auch den Vorkämpfen— so um 13 Uhr dem Hockeywettspiel— beiwohnen zu können. Um 14.30 Uhr steht alles fertig zum Einmarsch. Die Flut der vorangetragenen roten Fahnen, die unabsehbare Menge der ln ihrer abwechslungsreichen farbigen Kleidung einmarschierenden 'portler werden einen gewaltigen Eindruck auf die Zuschauer i lachen. Das ist wichtig, denn das Massenerlebnis stärkt die Ler- bundenheit zwischen Arbeitersportler und der Masse der Klassen- genossen, die nicht-aktio in der Bewegung stehen. Ergänzt wird dieser Eindruck durch den Massensport, der sowohl bei den Läusen, den Radfahrern und dem Turnen zur Geltung kommt, und durch seinen besonderen Ausdruck in den Massenfreiübungen der Kinder, Frauen und Männer, den Massenreigen der Frauen und Radfahrer und schließlich dem Reigen der Motorradfahrer findet. Diese Uebungen— zumeist Vorarbeit für Wien— zeigen das Gemeinschafts st reden im Arbeitersport. Viele. denen unter der heutigen Wirtschaftsnot«ine Fahrt nach Wien nicht ermöglicht wird, bietet sich ein kleines Erlebnis von dem. was die Arbeitersport-Olympiad« im gewaltigem Aufmarsch des sozialistischen Proletariats bringen wird. Nicht vergessen sei, noch einmal auf die A u s st e l l u n g der Lichtbildner und Kulturorganisationen unter dem Motto:„Arbeitersport im Bild" hinzuweisen, denn sie dürfte für viele Erlebnis und Lehrschau zugleich sein. Erwähnt sei dabei, daß die Volksbühne in einer Zwischenpause noch 14 Uhr einen farbenfreudigen Propagandaumzug durchführen wird. Und weiterhin sei nicht vergessen, die Verbundenheit dieser Arbeit mit dem Befreiungstampf der Arbeiterklasse zu betonen und dabei aus die enge Kampfgemeinschaft zur sozialistischen Jugend, zur Sozialdemokratischen Partei und zu den Gewerkschaften hinzu- weisen. Sichtbarer Ausdruck dafür ist die A n s p r a ch« des Partei- Vorsitzenden Otto Wels, die im Mittelpunkt der Veranstaltung steht. Sparten des Arbeitersports marschieren auf für wahre Körper- kultur und Sozialismus. In diesem Sinne beginnt der Tag! Handball zum Rast Da in den vorhergehenden Iahren stets Fußballspiele auf dem Programm standen, wird diesmal ein Handballspiel steigen. Zu diesem Zweck haben sich die Handballer eine der stärksten Stäote- Mannschaften des Reiches verpflichtet: Leipzig. Schon einmal haben die Leipziger gegen Berlin gespielt, und zwar 1920. Damals war es ihnen ein leichtes, die Berliner mit 8: 3 zu schlagen. In diesem Jahre haben es sich die Berliner vorgenommen, sich für die erlittene Niederlage zu revanchieren: auf keinen Fall werden die Leipziger mit einem derartig hohen Sieg wie 1929 den Platz ver- lassen. Die Berliner verfügen jetzt über eine Spielstärke, die sich mit der im Reiche bestimmt messen kann. Trotz des Sieges der Leipziger über Magdeburg mit 10: 8 sehen die Berliner dem Kamps mit Zu- verficht entgegen. Die Stützen der Mannschaft sind das Verteidiger- trio, die Läufer, insbesondere der Mittelläuser und der rechte An- griffsslügel. Die Mannschaften werden sich in folgender Aufstellung gegenüberstehen: Leipzig:(weiß« Hose, blaue? Hemd) Mehlina KabWch ttbohlis) Sander (Paunodorf) Ringer Rofenihat (Borwärls-EUd) Hoch Blosche (Süden) iWedding) Wenzel (Zsolissport NeuNjllni DrSgestein (Bedding) (Südost) Bobbe «Köhlis) Krejichniar (Paunsdorf) * Butter (Süden) Hoffmann (Wedding) Berlin:(weiße Hose, roles Hemd) Rollte (Osten) (Zritzsche (Vorwärls-Süd) Briickmann (Südwest) Tauchwitz Berthold (Gohlis)(Gohlis) Hoppe Sonnemann (Wedding)(Wedding) Graumann (Schiineberg) Geist (Süden) und Tennis Die Berliner Arbeiter- Tennisspieler werden zum Rast auf den sechs Plätzen des Sportforums mit ihren besten Kräften Serien- und Propagandaspiele zeigen. Um 9.30 Uhr treten zu den Serienspielen sämtliche-V- Mannschaften an. Es spielen bei den Männern: Tennis-Rot Friedrichshain gegen F. T. Spandau Platz 1: Tennis-Rot Lichtenberg gegen Tennis-Rot Neukölln Platz 2; FTEB. gegen Tennis-Rot Gesundbrunnen Platz 3. Frauen: Tennis- Rot Friedrichshain gegen F. T. Spandau Platz 4; Tennis-Rot Köpenick gegen. Tennis-Rot Neukölln Platz 5: FTGB. gegen Tennis- Rot Wedding Platz 6 Alle Berliner Tennisspieler sind verpflichtet, in vorschrifts- mäßiger Vereinskleidung und Schläger sich am Aufmarsch zu be- telligen. Treff: 13 Uhr an der großen Sporthalle im Sportforum. Das Sportforum kann am Sonntag nur durch das Stadion erreicht werden. Tunneleingang zum Sportforum hinter der Schwimmbahn im Stadion. Nach dem Aufmarsch Propagandaspiele bis 19 Uhr. Platz 1 bis 4 Tennis-Rot Grah-Berlin, Platz S bis 6 FTGB. und F. T. WßE/m TUSSEALL Werbespiel Schwarz- Wciij gegen Pankow 3:0 Das, was„Schwarz-Weiß" gestern zum Bezirkswerbe- fest in den Rehbergen zeigte, war alles andere, nur keine Werbe- Veranstaltung. Dabei soll cllier nicht die ganze Mannschaft getroffen werden. Im Gegenteil war der größte Teil bestrebt, ein wirkliches Propagandaspiel vorzuführen. Dem Derein wäre zu raten, sich von denjenigen, die sich nicht den Bestimmungen der Bewegung fügen können oder wollen, zu trennen. Zum Spiel selbst ist nur wenig zu sagen. Die erste Hälfte ver- lief wohl spielerisch ruhig und fair, nur die unsportlichen Reden»- arten einiger Schwarz-Weißer brachte einig« Unruhe iß den Kampf. Die Pankower waren im Angriff ihrem Gegner etwas überlegen. Einen Fehler der Verteidigung machte sich Pankows Mittelläufer zunutz« und sandte unhaltbar zum ersten Tor«in. Ueberhaupt fielen alle drei Tore mehr oder weniger durch Fehler der Schwarz- Weih-Verteidigung. Dann kam die zweite Halbzeit, die allerdings nur 7 Minuten dauerte. Da konnte es sich der Rechtsaußen von Schwarz-Weiß nicht verkneifen, dem Schiedsrichter unsportliche Aeutzerungen nachzarufen. Trotz mehrfacher Aufforderung seiner Kameraden verließ er nicht den Platz, so daß sich der Schiedsrichter genötigt sah, dem Spiel ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Aaswahlmannschaft gegen Weiljensee-Licfatenberg Noch einmal tritt morgen die Auswahlmannschaft der Fußballer vor ihrem Städtespiel gegen Leipzig auf den Plan. Auf dem städtischen Sportplatz in der Kynaststraße steht sie einer kombi- nierten Mannschaft von Weißensee und Lichtenberg I gegenüber. Hier tut sich eine Frage auf: Warum läßt man die Auswahlmann- schaft nicht gegen eine vollständige spielstarke Bereinsmannschaft spielen? Es gibt doch innerhalb Berlins wirklich genug Mann- schaften, die sich zu einem solchen Spiel zur Verfügung stellen könnten. Da ist doch zum Beispiel die augenblicklich spielstärkste Elf von Ein- tracht-Reinickendorf, die sich dazu wohl eignen würde. Zu dem Spiel, das um 18,30 Uhr beginnt, ist folgende Mannschaft aufgestellt: »mdert (ffleißenlcc) SieWbStel (Vorwärts- Wedding) Israel ltlinzer (Eiche)(Ltchlenderg I) Miette Rilster Bartlch (Teltow)(Pantow)(Oderspree) itraklsch (Teltow) Vopel >Schij:>ederg> Weidauer Röh, (Lichtenberg I>(Butad) Auf dem Meteorsportplatz in der Thristianiastraße stehen sich ebenfalls um 18,30 Uhr die beiden ersten Mannschaften von Vor- märtz-Wedding und Hansa 31 gegenüber. Butab spielt mit zwei Männermannschaften gegen den Volkssport Neukölln. Italienische Meister beim Polizei-Sport-vereln. Der Iubi» läumsboxtampfabend' des Polizei-Sport-Vereins, der Dienstag. 30. Juni, im Polizei-Stadion ausgetragen wird, hat noch in seiner Besetzung einig« Aenderungen erfahren. Der Europa- meister im Leichtgewicht, Vianchini, ist bei seinem letzten Kampf in Amerika verletzt worden, so daß er nicht nur den Berliner Sport absagen mußte, sondern auch nicht der italienischen Nationalmann- schaft für den Länderkompf gegen Deutschland in Dortmund zur Verfügung steht. An seiner Stelle wird nun der neu« italienische Leichtgewichtsmeister Roma zum Kampf gegen den jungen deutschen Meister Donner in den Ring gehen. Das Rahmenprogramm sieht ein Weltergewichtsturnier vor, in dem der Berliner Meister Bersirs- meier als Favorit an den Start gehen wird. Berensmeier trifft auf .Henschel(Hermes), Domke und Groß. Weiterhin steht bisher«in Federgewichtstreffen zwischen Gehlhaar(Tennis) und Koprowitz (Polizei) fest. „Oer wertvolle Sport" Es wird ewiges Geheimnis der„Roten Fahne" bleiben, wie sie den neuesten von ihr gefeierten„Sport" in Beziehung zur Körper- kultur bringen will. Die„revolutionären" Sportler haben nämlich 42 Kinder, Jungen und Mädel, einen Gepäckmarsch ausführen lassen, bei dem jedes dieser Kinder aus der staubigen, von zahllosen Autos belebten Chaussee 13Kilomet«rweitmitzwanzia Pfund Gepäck auf dem Rücken rennen mußte. Diese sinnlose Quälerei hatte, wie die„Fahne" vom Mittwoch triumphierend zu melden weiß,„äußerst gute Ergebnisse". Ein Mädel hat für die Kilometerfresserei nur 1 Stunde 23 Minuten gebraucht! Das Moskaublatt hält das ganze für«inen in wehrsportlicher Einsicht „so wertvollen Sport", daß die öffentliche Austragung besondere An- erkennung verdiene. Arbeiterkinder staubige Landstraßen gepäckbe- schwert entlangrennen zu lassen, ist ein« der vielen„revolutionären" Sportmethoden, um die wir die Spaljer nicht beneiden. «rb«iter-SchLKe»bii»d. Treffpunkt der Ortsgruppe tum Rast Sonntag, 13 Übt, an der gadn-Elche Im Stadion.. Are'« Ruderer und Saausahrer, 1. ttrei». Negatta-Plakate stnd der Ernst Haach Brunnenstr. IS«, adjuhslen. T-uristen-erelu.Tie X-turfreunde'.»ruppo Prenzlauer«er«. Sonntag. « Juni, Fahrt in den Grunewald und Betoiligung am Rast. Trofspunit S Uhr Bahnbof Ausstellung. � �... � Xattcllliciin ReukiNln. Freitag, 26. Juni, 19 Uhr, Abrechnung der Pro. -rammhefte von der Werdewoebe bei Lampta, Fuldastr. 14. Mvntag, 20. Sunt, Sitzung im Idcalkastno. Weichr Henkel. Oder. st ratze 18. 3. Zuli Adteilungssttzung bei Henkel. Oderftr. 18.— Abt. Weihen. see: 3. Juli, Zianel, Pistoriusstr. 27.— Neukölln: 2. Zuli,«aiser.Friebrich. Stratze 171.— Moabit: 2. Zult, Schmidt, Wielefftr. 17.— Eharlottenburg: 3. Zuli, Reimer, Wilmeredorser Str. Tl.— Schiineberg: l. Juli, Ederestr. 18,— Reinickendorf: 1. Zuli. Neumann, Pankow, Prooinzstr. 108.— Alt.Glienicke: 3. Zuli, gobian, stSvenicke.r Str. 38.— Köpenick: 2. Juli, Stippeiohl. Schoner. linder Str. 5.— Oderfchonemeid«: 3. Zult, Emmerich. Wilhelminenhoffrr,«4.— Saulsdorf: 4. Zuli. Sscherich, Aft.staulsdorf, Ecke Dorfstratze.— Tempelhof» Mariendorf: 3. Zuli, LindifUi. stiinigstr, 44. Wonnsee: 4. Zuli. Reichsadler, Sdnigstr. 27.— Rennfahrer Mitte: 3. Zirli, Brüu.Quelle, Setdelstr. 21. »aetellbezirk Schilnebeeg.Friedenan. Sitzung Tonnabend, 27. Zun!, 19 Uhr, Dominieus-Spielplatz. Zimmer 30. Abendsportfest, Ausgabe der Eintrtttskarlen und Abrechnung der Rastkarten Svoetkartell leeptotn. Alle Bereine rechnen Raftkarten bis 27. Juni, 18 Uhr. ad. Zarten, dte bis dahin nicht abgerechnet stnd. werden als oerkauft ver. rechnet und nicht mehr Kommunistischer Auffichisrai. Unfähig, aber großes Maul. Genosse Flieger, Vorsitzender des Betriebsrates der BVG. schreibt uns: Die„Rote Fahne" vom 2S. Juni bringt«inen„Bericht" über die A u s f i ch t s r a t s s i tz u n g der BBG. vom 24. Juni mit der Balkenüberschrift:„Lohnabbau und Tariferhöhung". Wie immer, wird auch in diesem Artikel gelogen, in der Hoffnung, durch radikale Redensarten bei der Belegschaft der BBG. Anklang zu finden. So soll u. a. der Beweis erbracht werden, wie die BVG.-Arbeiter ausgebeutet werden, weil in dem Geschäftsbericht mitgeteilt wird, daß die Betriebsleistungen um 10,6 Proz. zurückgegangen sind, dagegen der Personalbestand um 12,3 Proz. Jeder im Betriebe der BVG. beschäftigte Arbeiter wird wissen, daß unter Betriebs- leistungen selbstverständlich nur die Einschränkungen im Berkehr gemeint sind, während der Personalabbau die g e s a m t« Belegschaft betrifft. Auch wird jeder Arbeiter der BVG. wissen, daß, insbeson- dere in der Unterhaltung in allen drei Betrieben— Straßenbahn, U-Bahn, Omnibus— ganz erhebliche Einschränkungen vor- genommen worden sind, wodurch die Einschränkung des Personal- bestand«? höher ist, als die der Betriebsleistungen. Inwieweit «in neuer Lohnabbau erfolgen soll, steht nicht im G e- s ch ä f t s b e r i ch t, ist aber durch die Notverordnung zur Genüge bekannt. Die Berliner Verkehrsarbeiter bedürfen weder der Weisheit der„Roten Fahne" noch der Unterstützung des kom- munistifchen Maulhelden W i s n e w s k i, der die Interessen der BBG.-Arbeiter wie folgt vertritt: In der Aufsichtsratssitzung vom 6. Juni wurde vom Vorstand der BBG. der Antrag gestellt, für die Berechnung des Einkommens zur Ruhegcldeinrichtung beim gesamten technischen Per- sonal das Einkommen der 44-Stunden-Woche zur Anrechnung zu bringen. Zwischen Betriebsrat und Personalabteilung war aber vorher vereinbart worden, daß beim technischen Personal, wie beim Pertehrspersonal, das Einkommen von 208 Lohnstunden zu den um 6 Proz. gekürzten Lohnsätzen berechnet wird, damit die Einheit- lichkeit bei der Zahlung von Beiträgen und bei der Gewährung von Pension zwischen beiden Gruppen, Verkehr und Technik, aufrecht- erhalten bleibt. Wisnewski erklärte sich dagegen sofort mit dem Vorschlage des Vorstandes der BVG. einverstanden. Was braucht dieser stramme Kommunist auch zu wissen, daß bei der vorgeschla- genen Regelung des Vorstandes sämtliche Pensionen der Pensionäre gekürzt werden, und daß die BVG. dadurch einen Betrag von 60000 M. an Beiträgen zur Ruhegehaltskasse sparen würde! In der Sitzung vom 24. Juni erlaubt« sich dieser saubere Ver- treter der Arbeiter bei der Aussprache über den Geschäftsbericht die Frage, ob nicht die Fahrzeiten, zumindest in den Außen- bezirken, weiter gekürzt werden könnten. Vom Vorstand der BBG. wurde daraufhin erklärt, daß«ine weitere Verkürzung der Fahrzeiten ganz unmöglich sei. Wisnewski wünscht also eine weitere Verkürzung der Fahrzeiten, was einen Personalüberfluß und C n l- l a s s u n g e n zur Folge haben würde. Derselbe Wisnewski besitzt aber die Frechheit, in dem Artikel zu schreiben, daß der Betriebrats- versitzende Flieger während der dreistündigen Beratung nicht das Wort genommen habe, um gegen die neuen Anträge der Direktion zu protestieren. Dazu habe ich zu bemerken: Was ich zu einem Geschäftsbericht zu sagen Hab«, oder wann ich in einer Aussichtsratssitzung das Wort nehme, lasse ich mir weder von Wisnewski noch von sonst einem Maulhelden der RGO. vorschreiben. Jedenfalls steht fest, daß Wis- newski sich in jede Kommisston wählen läht, um sein Einkommen erheblich zu steigern, ohne nützliche Arbeit zu leisten. Das Gespenst der Tariferhöhung sehen die Kommunisten jetzt schon seit einem Jahr. Offenbar möchten sie gerne selbst die Tariferhöhung, damit sie dadurch wieder unter der Bevölkerung mehr Propaganda haben. Tatsache ist, daß nicht eine Tariferhöhung, sondern eine Tarisänderung zugunsten der Bevölke- r u n g geplant ist. Ich warne die Berliner Berkehrsarbeiter vor solchen Arbeiter- Vertretern, die durch ihr Verhalten der Belegschaft bisher schon sehr viel Schaden zugefügt haben. Verbandsiag der Maler. Breslau, 26. Juni.(Eigenbericht.) Der Berbandstag der Maler in Breslau erörterte im weiteren Berlauf seiner Verhandlungen besonder»«ingehend die Krise des Malerhandwerts, den Lohnabbau, die Frage der 40-Stund«N'Woche und die Lehrlingsaus- b e u t u n g. Das Malerhandwerk steckt, wie Tonn- Haniburg überzeugend schildert«, nicht nur in einer konjunkturellen Krise, sondern es bewegt sich leider auf einer absteigenden Linie. Der neue Ge- schmack im Hausbau und Wohnungseinrichtung mache Malerarbeiten tn weitem Umfang überflüssig. Das gelte sowohl für das Einzel- stcdlungshaus als auch für den Reihenbau. Die Not im Maler- gcwcrbs fei eine allgemeine und treffe Unternehmer wie Arbeiter. Angesichts dieser Entwicklung und des Umstandes, daß die einzelnen Arbeiten meistens in rasendem Tempo ausgeführt würden, sei ein Uebergang vom Zeitlohn zum Stücklohn begreiflich. Die Arbeitszeit müsse im Malergewerbe selbstverständlich verkürzt werden. Eine ganze Reihe von Rednern setzten sich für die Durchführung der 40>Stunden-Woche natürlich m i t Lohnausgleich ein. Die Lehr- lingszüchterei wurde vor ollem von süddeutschen Delegierten scharf kritisiert. Im Lohnabbau tonnte, wie der Vorsitzende B a tz- Hamburg in einer genauen Darstellung der Kämpfe um Tarif und Lohn aus- führte, die Welle auf der ganzen Linie bei 10 Proz. zum Stoppen gebracht werden. 10 Proz. hätten in Kauf genommen werden müssen. Erfreulicherweise seien die überall viel weitergehenden Forderunge» der Unternehmer— in Rheinland-Westfalen bis zu 30 Proz.— a b- gewehrt worden. Die Schiedssprüche im Baugewerbe hätten die Abwehr naturgemäß erschwert. Ohne die Gegenwehr des Ver- band«»— da» sei hoffentlich inzwischen jedem Mitglied klar ge- worden— hätte die Lohnabbauwelle einen viel größeren Schaden angerichtet. Die kommunistische Opposition fiel auf dem Ver- bandstag glatt ab. Auch die Leipziger Oppositionellen hatten im Grund« genommen nur wenig Kritik am Hauptoorftand zu üben. Die kommunistische Presse hatte wochenlang von einer E i n s a ck u n g der Dresdener Filiale durch die RKO. gesprochen. Wie Schulz» Dresden mitteilte, ist da» Gegenteil«ingetreten. Denn in Dresden wurden vier Anhänger der RGO. ausgeschlossen. Selbst die Delegierten, denen durch die Oppositionellen die Marschroute vor- geschrieben war, rückten auf dem Verband, tag von den„revolutio- nären" Phrasen ob. So erklärte Düster» Münster, sein Vertrauen zur NGO. sei nicht mehr groß, nachdem er erlebt habe, daß die Kommunisten vor dem Schlichter mit Vorliebe umkippen. H e 1 d e r- Stuttgart unterstrich, daß auf den Kommunisten«in großer Teil der Verantwortung dafür laste, daß die Sanierung der Arbeitslosenoer- sicherung nicht im Sinn« der Arbeiterschaft geglückt sei. In den Abstimmungen fielen die Wünsche der Leipziger Oppositionellen unter den Tisch. Nur eine tlSgliche Minderheit setzte sich für die Forderungen der Opposition ein, und einer der Anträge— ausgerechnet die Kampfansage gegen Brüning!— verschwand sogar unter ein st immiger Ablehnung in die Versenkung. Die biederen Stalinisten träumten nämlich gerade von den Herrlichkeiten Sowjetdeutschlands, als der Antrag zur Abstimmung kam. Lst das freiwilliger Arbeitsdienst? Von Eindämmung der Arbeitslosigkeil ist keine Rede. � Die Telegraphenunion meldet aus Leipzig unter der Ueberschrist .Freiwilliger Arbeitsdienst der Leipziger Stu- d e n t e n s ch a f t": In der Asta-Sitzung am Mittwoch beschloß die Leipziger Studentenschaft mit überwiegender Mehrheit die Errichtung eines studentischen Arbeitslagers in Iakobsdorf in Oberschlesien. Dort soll ein Fluß reguliert werden, der bei jedem Hochwasser drei Dörfer bedroht und die umliegenden Felder über» schwemmt. Da dieses Projekt mit 145 000 M. veranschlagt ist, war bisher an eine Durchführung nicht zu denken.(?) ISü Studen- ten und 8 bis 12 Arbeitslose aus den drei Dörfern sollen nun in der Zeit von fünf Wochen während der Sommerferien die Hauptarbeit, die Vertiefung und Verbreiterung des Flußbettes vor- nehmen, während von den dortigen Bauern die Drainage der um- liegenden Felder lm Winter nachgeholt werden soll. Unter diesen Umständen kostet das Unternehmen 27 500 M. Die Reichswehr stellt Werkzeuge, Instrumente, Küchen usw. zur Verfügung. Das Arbeitslager soll in einer Gegend aufgeschlagen werden, die 20 Kilo- meter von der polnischen und 15 Kilometer von der t s ch e ch i- scheu Grenze entfernt liegt. Da die dortigen Deutschen schwer um die Erhaltung ihres Deutschtums zu ringen haben(?), handelt es fich bei diesem Unternehmen der Leipziger Studentenschaft nicht nur um eine wirtschaftlich« Hilfe, sondern um eine nationale Aufgabe, denn es besteht die Gefahr, daß sich die landwirtschaft- sichen Betriebe in diesem Grenzgebiet ohne diese Melioration nicht halten können und den polnischen Aufkäufern zum Opfer fallen. * Also so sieht der»freiwillige Arbeitsdienst* aus: 150 Studenten und 8— 12 Arbeitslose begeben sich an die polnisch-tschechische Grenze, um dort mit Unterstützung der Reichswehr eine»nationale Aufgabe* zu erfüllen. Einige Fragen sind hier wohl am Platze: Von wem geht die Initiative zu dieser angeblich nationalen Auf- gäbe aus? Das zuständig« Lanoesarbeitsamt kann es wohjl doch nicht sein, da die Ausführungsbestimmungen zur Notverordnung noch nicht erlassen sind, die Bestimmungen der Notverordnung jedoch im W i d e rs p r u ch zu dem Unternehmen stehen. Da heißt es näm> lich im§ 139a, daß die Reichsanstalt Mittel für den freiwilligen Arbeitsdienst einsetzen darf,»insoweit...als es mit Rücksicht auf die Beteiligung unterstützter Arbeitsloser ange. messen ist*. Daß«ine Ausgabe von 27 500 M. bei einer Beteili- gung von 8 bis 12 Arbeitslosen angemessen ist, wird wohl niemand behaupten. Wer also gibt das Geld und wer leitet das Unternehmen? Wir haben kürzlich einen ähnlichen Fall aus Württemberg gemeldet. Dort setzte sich der Präsident des Lairdesarbeitsamts für die Unterstützung gleicher Unternehmungen nationalistischer Stu- dentenoerbindungen ein. Uns ist nicht bekannt geworden, daß die Reichsanstalt diesen Beamten zur Ordnung gerufen hätte. Wir fragen deshalb öffentlich den Vorstand der Reichsanstalt, ob er es dulden will, daß die Gelder, die die Arbeiterschaft aufbringt, g e s e tz- widrig verwendet werden, um nationali st ische Politik zu treiben? OieWiderstandskrastderGewerkschasten Troh Krise und Spaltung kein Verlust bei den Rohrlegern Die Branche der Rohrleger und Helfer im Deutschen Metall- arbeiter-Verband hat nicht nur unter der allgemeinen Krise, sondern auch unter der besonders harten Krise im Baugewerbe schwer zu leiden. Wie der Leiter dieser Branche, Genosse Friedrich, in seinem Tätigkeitsbericht in der Branchcnversammlung am Donners- tag mitteilte, sind in Berlin immer noch fast 3000 Rohrleger und Helfer arbeitslos, während es früher um diese Jahres- zeit keinen einzigen arbeitslosen Rohrleger gab. Diese ungeheure Arbeitslosigkeit war ein sehr großes Hindernis bei der Lohnbewegung im Frühjahr, die bestimmt einen anderen Abschluß gefunden hätte, wenn die Konjunktur im Bau- gewerbe und damit auch im Rohrlegergewerbe besser gewesen wäre. Erfreulich ist die Tatsache, daß die Branche trotz der schweren Krise keine Mitglieder verloren hat. Sie zählte Ende Mai d. I. immer noch fast 3800 Mitglieder. Diese Stetigkeit in der Mitglieder» bewegung zeigt aber auch, wie nutzlos alle Versuche der kommu- nistischen Spalter dieser Branche sind, eine nennenswerte Zahl von Rohrlegern und Helfern aus dem Metallarbeiterverband zu ihrer kommunistischen Splitterorganisation herüberzuziehen. Dos Ber» trauen der Branche zu ihrer.reformistischen" Führung ist in der letzten Funktionärocrsammlung zum Ausdruck gekommen, die mit ganz unwesentlichen Aenderungen die alte Branchenleitung mit dem Genossen Friedrich an der Spitze wiederwählte. tlnsall der RGO. bei pmtsch. Sie kommunistischen Richtskönner blamieren sich. Welche unfähigen Elemente sich zu Führern in der Arbeiter- bewegung berufen fühlen, dafür lieferte die Betriebsratswahl bei Pintsch ein lehrreiches Beispiel. Nachdem die Belegschaft durch Flug- blätter und„Pintsch-Alarme" übelster Sorte genügend beackert war. holte die RGO. zum„entscheidenden Schlage" aus. Es galt, die absolute Mehrheit im Arbeiterrat zu erobern. Bisher stand es vier zu vier. Die niedrigsten Verleumdungen gegen die frei- gewerkschaftlichen Funktionäre waren dazu gerade gut genug. Doch manchmal kommt es anders— sagt schon Wilhelm Busch. So auch hier. Die„Strategen hatten bei der Aufstellung ihres Schlachtplanes nur eine winzige Kleinigkeit vergessen: nämlich, daß sie selber aufgefressen werden könnten. Und so kam es. Bei den Wahlen zumjtl r b e i t e r r a t erhielten die freien Gewerkschaften 259 Stimmen und 6 Mandate, die„Rote Einheitsliste* 127 Stimmen und 2 Mandate. Die freien Gewerkschaften haben also der RGO. zwei Mandate abge- n o m m e n. Mit diesem Durchfall hatten die getreuen Moskowiter ober noch nicht genug. Sie wollten sich auch noch eine Blamage holen. Als die drei Spitzenkandidaten der„Roten Einheitsliste" vor der Wahl- urne erschienen, um ihr Wohlrecht auszuüben, stellte sich heraus. daß sie gar nicht in der Wählerliste verzeichnet waren. Sie hatten die Wählerliste einfach nicht eingesehen. Noch nie ist in den Werkstätten des Pintsch-Betriebes herzhafter gelacht worden, als am Tage der Wahl. Anstatt sich nun ins stille Kämmerlein zurückzuziehen und sich dieser blamablen Angelegenheit zu schämen, liefen sie zum Kadi. Vom Gericht mußten sie sich nun bescheinigen lassen, daß sie nicht fähig sind, den geringsten Wählerpflichten zu genügen. Das Arbeits- gericht hat die Klage abgewiesen. � dkfchäfie-Jbtfeigur � (Sezirft Jlotden-Cften Konkurrenilosl Zahlung*- erlelchterung Rollfilm-Klappkamera, 6X9, Lederbezug mit Aplanat 1:8 in Vario nur 20.00; dito mit Anastigmat 6,3 nur 27.50; 9X12 Kamera, Triebeinstellung, Rahmensucher mit Anastigmat 6,3 in Vario nur 33.00; dito mit Anast 4,5 nur 44.00; Metallmessingstativ, 4-teilig, nur 5.60; dito, 5-teilig, nur 7.20; Metallkassette 9X12 0.65; Filmpackkassette 9X12 nur 2.40; 1 Rollfilm 6X9 nur 0.75; Filmpack 6X9 nur 2 10, 9X12 nur 3.10; 1 Dtzd. Extra-Spezial-Platten 9X12 nur 1.60; 1 Dtzd. 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