Morgenausgabe Nr. 301 A 152 4S. Jahrgang Wöchentlich 8ö monatlich 3,60 IPl im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf.PostbestellgebShren. Auslands» obonnement 6.— M. pro Monat; für LS» der mit ermäßigtem Druckfachea» porto S.— M. * Der„Vorwärts� erscheint wochentäg' lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im chondel mit dem Titel.De? Abend- Illustrierte Beilage.Boll und Zeit". Ferner„Frauenstimme". »Technik",„Blick in die BücherMelt". .Jugend-Lonvärls-u.»Stadtbeilage" Berliner vol«Sbla« Mittwoch 2. Juli 1931 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. k'le eins palt. Nonparelllezeile SO Pf. Reklamezeile S.— RM.„«leine An- zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pf. (zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 12 Pf. Rabatt lt. Tarif. Stellengesuche das erste Wort 15 Pf, jede» weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien» anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstroße 3, wochentäglich von SVa bis 17 Uhr. De» Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen oorl Zentralorgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW(58, Lindenstr. 3 Fernspr.: Tönhos!(A 7) 292—297. Telegromm-Adr.: Sozialdemokröt Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Pclstschcckkonlo:Bcrlin37öZ6.—Banrronto:BanlderArbelter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. Z, Dt.B.u.Disc.-Gcl., Depositcnk., Jerusalemer Str. Kätvö. „Spartakiade" verboten! Erfolg der neuesten kommunistischen Bluttaten. Der Polizeipräsident tritt mit: Tofort naeh Bckanntwrrden der kommunistischen Ueberfälle hat beim Minister des Innern unter Hinzuziehung deck Polizeivizeprästdenten Dr. Weist, der de« zur Zeit be- urlaubtcn Polizeipräsidenten vertritt, eine B e- s p r c ch u u g stattgesundcn. Als t?rgebnis dieser Pe« sprechung hat der Stellvertretende Polizeipräsident auf Grund der durch den kommunistischen Ueberfall neu ent» standenc« Lage die Spartakiade verboten. Das Verbot wird mit allem Nachdruck durchgeführt werden. Sozialdemokratischer Schutzpolizist von Kommunisten ermordet! Am Dienstagabend haben k o m m u« i st i s ch e D c m o n st r a nt e n in der Frankfurter Allee die Polizei- beamten mit Steinhagel und scharfen Schüssen über- schüttet und dabei einen Lbcrwachtmeister der Schub- Polizei— einen freigcwcrkschaftlich organisierten Be- amtcn— durch Bauchschust ermordet. Sclbstver- ständlich haben sich die Mörder in der Menge verdrückt. Heute schon werden sie wahrscheinlich von der lommu- nistischcn Presse als„Polizeispitzel" beschimpft werden. fci* sie, wie ihre moP�cnoffcH Lrnr-».KöwiaewMv turch Sinstland in Sicherheit gebracht sind. In diesem Veranstalten' angeblicher �„HnngcrdeMon- strationen", die mit' schwerem Blutvergießen enden.- liegt augenscheinlich S y st e in. An? Köln wird uns berichtet, daß dort vor den Arbeitsämtern Zettel mit folgender Aufschrift verteilt wurden: „Nieder mit dem M ö r de r-Baukne eines. Sportfestes kein Interesse zu haben. Deshalb- veranstallen sie. ihre Bürgerkrieg- Übungen, um das zweite Verbot zu erzwingen. Sie arbeiten den Rechtsparteien direkt in die Hände. Schimpfen die letzteren auf Severing. weil er weitsichtig das Sportfest genehmigte, so haben die Kommunisten Gelegenheit, über den „Soziolfaschisten" zu schimpfen, weil er angesichts der neuen Gewalttaten im Interesse der Sicherheit der Berliner Bevölkerung zu einem anderen Entschluß kommen mußte. Es sah so aus, als ob die Kommunisten ein neues Verbot herbeiführen wollten, um die öffentliche Pleite nicht eingestehen zu müssen. Jetzt haben sie ihr Ziel er- reicht und können nun mit dem Brustton der Ueberzeugung von Vergewaltigung schreien. Daß der Weg dazu aber w i e d e r ü b e r Leichen gehen muß, ist ein Zeichen für die Verrohung, die unter der Einwirkung Moskauer Me- thoden bei den deutschen Kommunisten Platz gegriffen hat. Frankreich will politische Garantten Rückfragen Washingtons in Berlin. Der amerikanische Botschafter in Verlin sprach am Dienstag zur Slärung gewisser Rückfragen, dir aus Grund der Pariser Verhandlungen von Washington au» gestellt waren. wieder bei dem Reichskanzler vor. Neuerdings hat die französische Regierung trotz des Widerspruchs der amerikanischen Regierung auch die Frage der politischen Garantien wieder ausgerollt. Man fordert eine Garantie gegen die Verwirklichung der Zollunion und wünscht Garantien dafür. daß Deutschland das Fretjohr nicht zur Verstärkung seiner Marine und der Reichswehr benutzt. Keine Fortschritte in Paris. Paris. 30: Juni.(Eigenbericht.) In den f r a nz ö I if ch-a m e r i t a nifche n Perhand- langen waren auch am Dienstag Fortschritt« nicht zu verzeichnen. Neue Besprechungen haben am Dienstag nicht stattgefunden, da der amerikanische Schatzsekretär zunächst neue Weisungen aus Washington abwartet, bzw. der französische Ministerpräsident und Außenminister Briand durch die Jntcrpellationsdebatt« im Senat in Anspruch genommen wurden. Die Presse fordert die französische Regierung weiter aus. in den drei Fragen, über die bisher kerne Einigung zu erzielen war, Au- geständmsse nicht zu machen. Belgien antwortet anders als Krankreich. Brüssel. 30. Juni, l Eigenbericht> Dre belgische Antwort an den amerikanischen Staat?- Präsidenten Hoover. die am Mstwnch noch' Washingü» üb«' mittelt wurde, knüpft keinerlei Bedingungen an die An- nahm« de? amerikanischen Planes. Sie gibt lediglich der Bitte Ausdruck, die besonderen Rechte Belgiens aus dem shoung- Plan sowie seine schwierige Finanzlage zu berücksichtigen. Sie unterscheidet sich dadurch grundsätzlich von der französischen Ant- wort, wie die beiden Regierungen in dieser Frage überhaupt getrennte Wege gegangen sind. Das ist«in weiterer Schritt in dem Prozeh der L o s l ö s u n g Belgiens von der französischen Politik. Im Verlauf der Berhaiidlungen. die Belgien- zwecks Berück- sichtigung seines Standpunktes bisher geführt hat, ließ es zunächst unterstreichen, daß es nichts verlangt, was das eigenlliche Ziel des Hooverfchen Plaues, nämlich die Erleichterung der sinanziellen und wirtschafllichen Lage Deutschlands irgendwie beeinträchtigen könnte. Belgien fordert also während des Freijahres keine deutschen Zah- lungen. Es ist andererseits aber der Meinung, daß das Mark- abkommen, nach dem Deutschland an Belgien bis auf weiteres einen jährlichen Betrag von 2Vri Millionen Mark zu zahlen hat, außerhalb des Poung-Plancs steht und deshalb auch während des Freijahres durchgeführt werden muß. Außerdem versucht die belgische Regierung, Deutschland zur Fortsetzung wenig- stens eines Teiles seiner Sachleistungen zu bewegen. Ferner verlangt sie von England die Stundung der Iahresttlguug mehrerer kleinerer Wlederaufbauonleihen. Endlich bemüht man sich um die Stundung der Iahrcszahlung der in Amerika aufgenommenen Dank- anleihen. Wenn diese Bemühungen erfolgreich sind, was Zweifel- hast ist. könnt« der fijr Belgien auf Grund des Hoover-Ploncs ein- tretende Eumahme-Zlusfall auf ungefähr die Hälfte— das sind etwa ZS Millionen Mark---- hrwchxesetzt werden. (Weitere Meldung« siehe auch 2. Seite.) Die spanischen Wahlen. Oer sozialistische Sieg.- Oie Partei vor der Entscheidung. {Von unserem Madrider Korrespondenten.) Madrid. 30. Juni.(Durch Telephon.) Genau zweieinhalb Monate Vach dem Sturz der Monarchie hat das spanische Volk die Abgeordneten zu der verfassunggebenden Nationalversammlung seiner zweiten Republik gewählt. In vollster Ruhe und Ordnung sind diese Wahlen vor sich gegangen. Nichts von Volkssturm, von kommunistischen oder syndikalistischen Unruhen. Auch nichts von Gewalttaten der völlig zerschlagenen monarchistischen klerikalen Reaktion. Dafür aber eine Wahlbeteiligung, wie sie Spanien noch niemals gesehen hat. In Madrid 70 bis 80 Prozent. Unter der Monarchie wurden nur selten 70 Prozent erreicht. Es gibt kein besseres Zeichen für das Erwachen des Volkes aus dem langen Schlaf der politischen Uninteressiertheit, in dem es die Narkotika des alten Regimes gehalten hatte. Das kommende Parlament soll die Grundgesetze des neuen Staates festlegen und das aufgeweckte Volt beteiligt sich mit Leidenschaft— wenn auch in vollster Ordnung— an dem geistigen Kampf um diese Fundamente der Zukunft. Spanien beweist, daß es r e i f ist für die Demo- kratie. Hier liegt die weitaus größte Bedeutung der letzten Wahlen. Hinter diese Tatsache tritt die Verteilung der Man- date selbst zurück. Die Erregung der Massen war bei den Kommunalwahlen des April viel stärker. Damals ging es darum, mit dem Stimmzettel die jahrhundertealte Dynastie zu stürzen. Damals ging es um dir negotii. Ziel. Jetzt me.' eine positive Aufgabe zu lösen. Vielleicht entsprach diesem Unterschied die geringere äußere Begeisterung und der dafür zutage tretende größere Ernst. Die Luft war nicht mehr mit so dra- matischer Stimmung geladen wie zweieinhalb Monate zuvor. Weil dem so war, hatten vor allem diejenigen Parteien die Wählermassen auf ihrer Seite, die das Aufbauende in ihrem Programm am stärksten betonten. Die Soziali st en liefen allen den Rang ab. Ihr konstruktives Pro- gramm wies am klarsten den Weg in die Zukunft. Das wurde bis weit in die Kreise des Bürgertums hinein erkannt. Wäre es anders gewesen, dann hätten die sozialistischen Kandidaten nicht eine so ungeheureZahlvonStimmenauf sich vereinigen können. Die sozialistische Partei ist der einzig brauchbare Wall gegen den Radikalismus der stark anarchistisch angekränkelten Syndikalisten. Diese Erkenntnis hat ihr über- all neue Anhänger und Stimmen verschafft. Nicht etwa nur die sozialistische Organisation der Gewerkschaften hat diesmal gesiegt, sondern mindestens ebenso bedeutend für den Erfolg der Partei war das sozialistische Programm und die s o z i a- l ist ische Idee. Auf dem rechten Flügel, oder besser gesagt, in der Mitte der Schlachtreihen der neuen Abgeordneten steht die Gruppe des jetzigen Außenministers Lerroux, die nicht ganz so stark aus den Wahlen hervorgeht wie die Sozialistische Partei. Die Presse feiert Lerroux bereits als den kommenden Ministerpräsidenten, den Mann des Ausgleichs, der in der Loge fein soll, sowohl mit der Rechten Alcala Zamoras und Miguel Mauras zu regieren als auch mit der Linken, mit den Radikalen und den Sozialisten. Vielleicht aber ist diese Rechnung falsch. Noch stehen die Ergebnisse des ersten Wahl- sonntags nicht endgültig fest. Aber es läßt sich schon heute sagen, daß eine Mehrheit der ausgesprochenen Rechten und der Mitte kaum möglich ist. Lerroux' Partei dürfte rund 100 Sitze erhalten. Die Gruppe Alcala Zamoras wird es auf 50 bringen. Ebensoviel werden voraussichtlich alle anderen Rechtsgruppen und Grüppchen auf sich vereinigen. Das er- gibt 200 Abgeordnete. Dem gegenüber steht die Linke mit der gleichen Mandatszahl. Die Sozialisten dürften rund 120 Sitze für sich buchen, die Radikalen unter Alvarez wahrschein- lich 40 bis 50. Rechnet man zu den Mandaten der Sozialisten und Radikalen die der meist sehr links stehenden Lkatalanen hinzu, so ergeben sich für die Linke ebenfalls etwa 200 Sitze. Danach bilden die Anhänger des Kriegsministers A z a n a. die„Republikanische Aktion", die selbst nur mit etwa 30 Mann in das Parlament einziehen wird, aber sicherlich durch andere kleine Gruppen noch is Verstärkung aus 40 bis 50 Mann erhält, das Zünglein an der Waage. Im allgemeinen rechne- man damit, daß diese„Republikanische Aktion" mit Lerrom durch dick und dünn gehen wird. Wir hüben bestimmte Gründe. dos zu bezweifeln. Einer ihrer maßgebenden Männer ner- sichertc uns dieser Tage erst, daß die Aktion niemals bcreit sein würde, Rechtüpo-i'it zu machen. So stellt sich die parlo> ment«ische Lage so dar. daß zwar eine Linksko alirio n mit Lerroux ohne weiteres« e glich, st. Sie»möe sich auf einen gewaltigen Block, fast auf eine Drewiertel-MaZsrität stützen können, wogegen eine Rechtskoalition nur von der Hand in den Mund zu leben oermöchte. Die Sozialisten haben für den 10. Juli einen außer- ordentlichen Parteitag einberufen. Auf diesem wird darüber entschieden werden, ob sich die Partei weiterhin an der Regierung beteiligen oder ob sie bald oder in abseh- barer Zeit ihre Minister aus dem Kabinett zurückziehen soll. Die Meinungen sind getellt, doch dürfte im Augenblick die Ansicht überwiegen, daß es für eine Partei, die einen der- artigen Aufschwung genommen hat wie die spanische Sozial- demokratie, unmöglich ist, sich im Augenblick von der Regierung zurückzuziehen. Eine wichtige Rolle wird bei der Entscheidung die Gegnerschaft einiger Soziali st enführer gegen Lerroux spielen. Man ist in weitesten Kreisen der Sozialisten nicht geneigt, den heute von der ganzen republika- nischen Presse als den guten Staatsmann gepriesenen Lerroux als Chef einer Koalitionsregierung anzuerkennen. Es ist zu hoffen, daß sich durch diese Zwistigkeiten und die Personenfrage keine innenpolitischen Komplikationen ergeben. Der Sieg der Linken ist ganz offenkundig. Man muß Spanien wünschen, daß es nun auch die Früchte seiner disziplinierten Wahlen erntet. Nachwahlen am 5. Juli. Madrid. 30. Juni.(Eigenbericht.) Die Nachwahlen zur spanischen Kammer werden in zwei Etappen vorgenommen werden. Am Sonntag, dem S. Juli, müssen diejenigen Deputiertensitze erstritten werden, die am letzten Sonntag wegen des Fehlens der notwendigen Stimmenzahl von mindestens 20 Proz. der abgegebenen Stimmen den Minderheiten nicht zugesprochen wurden, Die Nachwahl für die durch den Verzicht der doppelt gewählten Abgeordneten freigewordenen Man- date soll kurz nach dem Zusammentritt der National- Versammlung erfolgen. Die Kommunisten haben in ganz Spanien nur 14 000 Stimmen erhallen. Sozialistischer Vormarsch in Ltngarn. Selbst in den Dörfern bei öffentlicher Stimmabgabe! Budapest, 30. Juni.(Eigenbericht.) Die ungarischen Parlamentswahlen wurden am Dienstag in den Bezirken mit öffentlicher Stimmenab- gäbe beendet. Sie hatten folgendes Ergebnis: Einheitspartei(Par- tei der Regierung) 138 Mandate, Christlichsoziale Wirtschaftspartei. die ebenfalls der Regierungskoalition angehört, 21 Mandate, llnab- höngige Landwirte ö Mandat« und Nationalradikale 1 Mandat. Die Parteilosen erhielten 16 Mandate. In 18 Bezirken sind Stichwahlen erforderlich. Da die Parteilosen zum größten Teil ebenfalls regie- rungsfreundlich sind, hat die Regierung durch die öffentliche Abstimmung eine überwiegend« Mehrheit erhallen. Die Zahl der in öffentlicher Wahl für die Sozialdemokraten abgegebenen Stimmen beziffert sich auf rund 8S 000. Ueber den großen moralischen Erfolg der Sozialdemo- kratiejndenDörfern berichtet der rechtsradikal« ,.>l s g> s r- s z a g" wie folgt:„Der Sozialismus hat in den Dörfern tiefe Mur- zelu geschlagen. In den Dörfern, in denen man vor einigen Jahren vom Sozialismus noch nichts wußte, wurde die rote Fahne ge- hißt. Die Sozialdemokraten find die wirklichen Sieger des Wahl. kämpf»." In den Bezirken mit goheimer Wahl dauern die Wahlen noch an. Große Koalition in Baden. Das neue Ministerium. Karlsruhe, 30. Juni.(Eigenbericht.) Der Badische Landtag nahm am Dienstag die Wahl der neuen badischen Regierung vor. Die bisherigen Minister hatten in Anbetracht des Beschlusses der Koalitionsparteien, in das Kabinett die Deutsche Volkspartei einzubeziehen, ihre Aemter nieder- gelegt. Gewählt wurden zum MinisterdesJnnern der sozial- demokratische Abgeordnete Emil M a i e r mit öl von 71 abgegebenen Stimmen, zum Justizminister der bisherige Innenminister Witte- mann, zum Kultusminister der bisherige Finanzminister Dr. Schmitt: zum Finanz mini st erdervolksparteilicheAbgeord- nete Dr. Mattes. Staatsräte wurden der sozialdemokratische Abgeordnete R ü ck e r t und der Zentrumsabgeordnete Henrich. Zum Staatspräsidenten wurde mit 53 Stimmen Justizminister Wittemann, zu seinem Stellvertreter Innenminister M a i e r gewählt. Der bisherige sozialdemokratische Kullusminister Remmele hatte auf die Wiederwahl zum Minister von sich aus ver» z i ch t e t. Er wird schon demnächst eine führende Stellung innerhalb der badischen Sozialdemokratie übernehmen. Preußens Beispiel. Bayrische Gesandtschast in Berlin avfgehoben. ZNünchea. 80. Juni. Amtlich wird gemeldet: AU» Anlaß der Aufhebung der preußischen Gesandt» s ch a f t in München hat nunmehr auch die bayerische Regie» r u n g den außerordenllichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Ritter von Preger von seiner Dienstesaufgab« als bayerischer Gesandter bei Preußen entbunden. An seiner Stellung gegenüber dem Reich und dem Reichsrat, wie auch im übrigen ist eine Aenderung nicht eingetreten. Entzweite Brüder. X Stennes-Mann schießt auf Hitler-Maoa. Der„Angriff", der sonst nicht müde wird, die SA.-Raufbold« als die von„Rotmord" und„Rsichsjämmerlingen" verfolgt« Un- schuld hinzustellen, muß jetzt ein seltsames Ereignis berichten: In Zfrosfen a. d. Oder wurde der SA.-Mann Fiedler von dem Stennes-Mann Getzkow durch einen Revolverschuß niedergestreckt. Der Fall'st für den„Angriff" besonder» peinlich, well Getzkow noch vor kurzem Standartenführer in der Hitlerfchen ® A. gewesen ist. So muß denn der„Angriff" schmerzbewegt über die Wandlung des Getzkow sein Erstaunen ausdrücken, der noch vor kurzem„ein anständiger und ehrlicher Mensch" gewesen sei. Wieviel tausend sonstig« SA.-Leute würde der„Angriff" plötz- lich als Raufbolde erkennen und keineswegs mehr als anständig« Renschen ansehen, wenn sie au- der SSl. austreten würden?! Die braune Selbst das Landvolk von Weimar, 30. Juni.(Eigenbericht.) Der Thüringer Landbund hat an den thüringischen Minister des Innern folgendes Schreiben gerichtet: „Am Sonntag, dem 28. Juni d. I., fand in Vippachedelhausen, Kreis Weimar, ein„Deutscher Tag" der National- s o z i a l i st« n stall, zu dem u. a. auch dadurch eingeladen worden war, daß die Posthilfsstelle in Ballstedt den Landbundzeitungen in unerlaubter Weise entsprechende Flugblätter der Nationalsozialisten beigelegt hatte. Während der öffenttichcn Kundgebung kündigte der nationalsozialistisch« Abgeordnete Wächtler den Redner Jahn in einer Bemerkung an, noch der Jahn früher Mitglied des Hauptvorstandes des Thüringer Landbundes gewesen sei. Diese Behauptung hatte bereits vorher in der nationalsozialistischen Presse gestanden und war von uns, weil sie der Wahrheit widerspricht, am Tage vorher berells richtiggestellt worden. Jahn selbst gab bei Beginn seiner Rede an, daß die Behauptung falsch sei. Auf die wahrhestswidrige Be- hauptung Wächtlers fiel aus einer Gruppe von Iunglandbündlern der Zuruf„Lüge". Wächller unterbrach fein« Ausführungen und antwortete:„Wir werden Ihnen schon die Antwort geben!" Nach Mitteilung unseres Vertrauensmannes Wiegandt sind zwei Zeugen bereit, zu bekunden, daß Wächtler direkt zu Tätlichkeiten aufgefordert hat. Eine größere Anzahl uniformierter Nationalsozialisten stürmte auf die Aufforderung Wächtlers auf die Junglandbündler ein, die auf einem Privatgrundstück des Wiegandt standen. Der Sohn des Wiegandt, auch ein Junglandbündler, rief den Nationalsozialisten zu:„Ihr habt hier nichts zu suchen, das ist unser Grundstück." Nun stürzten sich die Nationalsozialisten auf den jungen Wiegandt, schlugen ihm ein Auge blau, zerrissen ihm den Anzug und warfen ihn in den Schmutz. Wiegandt ist in seiner Gesundheit beeinträchtigt und liegt zu Bett. Die zwei anwesenden Gendarmeriebeamten stellten den Tatbestand fest. Wir geben hiermit dem Herrn Minister von diesem Vorfall Kenntnis und verlangen strengste Blaßnahmen, die etoe Wieder. holuag solcher Vorfälle ausschließen, wir erwarken unverzügliches handeln der Aufsichtsbehörden, da ein derartige« verbrecherisches Treiben nicht länger geduldet werden kann. Der Thüringer Land- bund ist nicht gewillt, solchen Zuständen länger zuzusehen." Aazikrawall in München. Die Llniversität vorläufig gefchlofiea. München. 30. Zuol.(Eigenbericht.) 3 n folge neuer Skandalszenen der Zlazistudenteu, die zu schweren Gewalltätigkeiten und zu Blutvergießen führte. wurde die Münchener Universität am Dienstagmillag vom Rektor bis auf weiteres geschlossen. Die Vorlesung des Professors Nawiasky über Völkerrecht von 12 bis 13 Uhr war wiederum überfüllt, obgleich von den Saal- dienern nur Angehörige der juristischen und staatswifienschaftlichen Fakultät zugelassen waren. Rund 400 Studenjxn empfingen den Professor mtt stürmischem Beifall, und minutenlangem Händeklatschen. Naw�ky dankte mtt den Worten: die Kundgebung be- weise ihm, daß man am deutschen Studenten noch nicht zu ver- zweifeln brauche. Daraufhin forderte er diejenigen, die nicht bei ihm belegt hätten, auf. den Hörsaal zu verlassen. Der Aufforderung wurde ohne Störung Folge geleistet. Inzwischen hotten sich aber auf dem Gang vor dem Hörsaale eine große Zahl von Nazistudenten angesammell, die das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied zu brüllen begannen. Dann setzten sie mit dem Sprechchor ein: Heil Httler, Inda verrecke, haut Nawiasky, Rache! Ein Sieg? Wenn über die Hauptsache nicht entschieden wird... Die kommunistische Presse ist des Jubels voll über den Freispruch der„Welt am Abend" im Prozeß gegen Abramowitsch. Dieser Frei- spruch ist bekanntlich ohne jede Beweisaufnahme aus rein formal-juristifchen Gründen geschehen. Es gehört schon eine große Portion Bescheidenheit dazu, so etwas als„Sieg" auszuposaunen. Es kam hier wirklich nicht darauf an, ob wegen einer Formalbeleidigung wie„niederträchtige und verleumde- rische Ausrede" ein paar Mark Geldstrafe verhängt wurden. Das politische Interesse des Prozesses konzentrierte sich einzig und allein auf folgenden Punkt: Im Moskauer Menschewlsten-Prozeß hatten die Hauptangeklagten bekanntlich„gestanden", in den Sommermonaten Juli und August 1928 mit Abramowitsch, der sich z u d i e s e r Z« i t i l l- g a l in Moskau aufgehalten hätte, konspirativ verhandell zu haben. Der Ankläger Krylenko und das Urteil erklären diese Berhand» langen für eine festgestellte Tatsache, die das Fundament der Ber- urteilung wegen gegenreoolutionärer Verschwörung bildet. Demgegenüber behauptet Genosse Abramowitsch und war bereit, im Prozeh gegen die„Well am Abend" den Beweis dafür zu führen, daßerwährendderganzenkritifchenZettununter- brachen in Deutschland sich aufgehalten hat. Glückte dieser Beweis, so war damit dargetan, d a h d i e„G e st ä n d n i s s e" imMensche wi st en-Prozeß durch Aug st und Folter aus den Angeklagten gerausgepreßte Lügen waren. Di» war der einzige Punkt, in dem der Prozeß gegen die„Well am Abend" Anspruch auf öffentliches Interesse hatte. Wie gestaltet« sich die Verhandlung hierüber? Der Verteidiger des angeklagten Redakteurs der„Well am Abend" gab die Erklärung ab. daß die „Welt am Abend" nicht behauptet habe und nicht habe behaupten wollen, daß Abramowitsch zu der iu dem russischen Urteil angegebenen Zeit sich in Moskau aufgehalten habe! Mlraufhin hak das Gericht eine« Beweis hierüber nickst«ehr zugelassen. Ist das nun ein kommunistischer Sieg? DasBerhatten des angeklagten kommunistischen Redakteurs beweist nur, daß die Kommunisten vor einer Deweisaufuahme über diesen Punkt die größte Angst hatten und zu jedem feigen Rückzug bereit waren, um diese Bewelsanfnahme zu hlntertreibca. Es war ihnen nämlich sehr wohl bekannt, daß Genosse Abrainowttsch durch eine ganze Reih« von einwand- freien Zeugen den lückenlosen Beweis feines Aufent- Halts in Deutschland erbringen kannte. Dckmit die» nicht geschah, damtt der zur Belohnung sein» Landplage. Thüringen ruft um Hilfe. Dutzendweise fielen die Rowdys über cuidersAestnzttc Studenten her und schlugen sie zum Teil blutig. Endlich arschipn der Rektor mit einigen Unioersttätsbcamten, die sich aber nollkjommen passiv verhiellen. Immerhin ließ sich der Rettor bewegüN, die Polizei zu Hilf« zu rufen, die bei ihrem Erscheinen von vielen«m- pörten Studenten mit Händeklatschen begrüßt wurde und sofort mit Gummiknüppel und blanker Waffe die Gänge vor dem Hörsaal räumte und auch auf der Straße versuchte Demonstrationen der Hakenkreuzler auseinandertrieb. Verabredungsgemäß sammelten sich die Nazis dann im Licht- Hof der Universität, wo einer von ihnen eine Ansprache hielt. Von den oberen Stockwerken wurden Handzettel, unterschrieben vom national- sozialistischen Studentenbund, herabgeworfen, die die Aufforderung zu einer Kundgebung gegen den Versailler Vertrag enthielten. Bald räumte die Polizei auch den Lichthos und drängte die Demonstranten auf die Straßen, die vollkoinmen abgeriegelt wurden. Ein formierter Zug der Hakenkreuzler wurde sofort aufgelöst: ein Teil der Stutenten verhaftet. Inzwischen hatte der Rektor die Universität sperren tassen und die Schließung auf unbesttmmte Zeit verfügt. Unter den Verhafteten befinden sich viele Angehörige der von Hitler besonders verseuchten Technischen Hochschule, sowie mehrere Nichtstudeuten. Dies und eine Reche anderer Tatfachen liefern den schlüssigen Beweis, daß der Skandal und die Gewalttätigkeiten planmäßig von nationalsozialistischen Studenten organisiert waren. Diskussion mii„Ltniermenscheu". Verbrüderung und Verprügelung. Uns liegt ein Schreiben der Sektion Wedding der N S D A P., Gau Groß-Berlin, vor, das am 29. Mai an die K P D., Bezirk Berlin-Brandenburg, Berlin C. 2S, Kleine Alexanderftr. 28, gerichtet wurde. Das Schreiben enthätt eine Ein- ladung zu der RSDAP.-Verfammlung am S. Juni im Krieger- vereinshaus. Das Thema dieser Veranstaltung war„Sowjet- Deutschland oder Drittes Reich? Wer rettet den deutschen Arbeiter?" In dem Einladungsschreiben wird dem Diskussionsredner der KPD. eine Stunde Redezest gewährt und die persönliche Sicherheit garantiert. Dann fährt das Schreiben fort: „Nach unserer Ueberzeugung glauben die a k t i v i st i s ch e n deutschen Arbeiter nur noch an eine Rettung aus dem heutigen großen Elend unter Führung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder der KPD. Diesen Arbeitern muß aber die Möglichkett geboten werden, nach Anhören beider Parteien selbst zu entscheiden, welche sie für den wirklichen Retter halten. Denn es ist selbstverständlich nur«ine Idee richtig, unsere oder Ihre. Daher diese Einladung zu einer öffenllichen Diskussion." Stempel und Unterschrift. Am 26. Juni veranstallete die NSDAP, im Restaurant Zahnte in Siemensstodt, Voltastr. 1, einen öffentlichen Sprechabend. Bor Beginn der Versammlung kam es zu einer Schlägereizwischen einigen Kommuni st on und der SA., weil den Kommu- nisten der Zutritt in die Versammlung verwehrt wurde. Der Redner, der Nazi Bernhard Fischer, begann seine Ausführung-", mit einem Hinweis auf den Zusammenstoß Er bezeichnet« die Kommunisten als den„Fünften Stand", den„Stand des Untermenschentums, mit welchem für die NSDAP. nicht mehr zu diskutieren" fei. Da die Braunhäusler vom Wedding in dem zitterten Schreiben on die KPD. als„Retter Deutschlands" die NSDZlP. oder die KPD. bezeichnen, der Nazi Fischer aber von den Kommunisten als dem„Stand des Untermenschentums" spricht, bleibt nur der Schluß übrig, daß die Nazis sich selbst für Untermenschen halten. Folterungssystems zum Iustizminister heraufgerückte Krylenko vor einer unheilbaren Blamage und vor der Entlarvung seiner Henkermethoden verschont blieb, kniff die„Welt am Abend" und erklärte, gar nichts behauptet zu haben. Und der Richter, froh, auf diese Weise einer zeitraubenden Beweisaufnahme enthoben zu fein, verkündete ein formalistisches Urteil. Und so etwas nennt die kommunistische Presse einen— Sieg! Nach Vernunft und Logik wäre sie berechttgt. von einem Sieg zu reden, wenn es ihr gelungen wäre, die Angaben des Genossen Abramowitsch zu widerlegen und seinen Aufenthall in Rußland zu b e w e is e n. Aber„Sieg" zu brüllen, weil infolge einer juristischen Formalie die paraten Zeugen ihre vernichtende Aussagen nicht machen durf ten, dazu gehört schon die ganze kommu- nisttsche Empfindungslosigkeit für Rechts- und Sauberkeitsbegriffe. Rechenfehler des Stahlhelms. Fefifielwngen deck Laadeckwahlleiterck. Amtlich wird mitgeteilt; „Der Landeswahlleiter hat am 29. Juni feine Arbeite« zum Stahlhelmvoltsbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtags abgeschlossen und noch am selben Tage das Ergebnis der amtlichen Zählung dem preußischen Minister des Innern über- mittett. Es ist amtlich festgestellt, daß sich von den 26 368 21Z Stimm» berechttgten in Preußen 5 955 996 Personen in die Listen zum Volksbegehren„Landtagsauflösung" eingettagen haben. Dieses amt- lich festgestellte Ergebnis bleibt somit u m e t w a 75000 Stimmen hinter der Berechnung des Bundesamts des Stahlhelms zurück. Dem Stahlhelm waren eine Reihe von Rechenfehlern unterlaufen, so daß er irrtümlich annahm, daß sich über 6 Millionen Stimmberechttgte eingettagen hätten." Das preußische Staatsministerium hat am Dienstag beschlossen, dem Preußischen Landtag das Ergebnis des Stahl- helmvolksbegehren« sofort zugehen zu lassen und ihm die Ab- lehnung der geforderten Aufläsung des Landtags zu empfehlen. Der Volksentscheid dürste dann Anfang August— wahrscheinlich am 2.— steigen. Im Anschluß an die Kabinettssitzung hiett das preußische Staats- ntintstermm«ine Chefbesprechung ab. deren Ergebnis für streng vertraulich erttärt wurde. Reue Mitglieder de» Sloalsgersthtshof». An der Dienstag- Verhandlung des Staotsgerichtshofes für dos Deutsche Reich wegen der Klage Bayerns gegen das Deutsche Reich um die Zuschuüe zum Bau von Kleinbahnen nahmen zum ersten Maie Reichslagsabgeordneter Dr. Landsberg. Reichstagsab geordneter Cottsried Fader und der württenchergifche Ministerialdirektor Steiger als Beisitzer teil. Nr. 301* 48. Iahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 1. Juli 1031 Wieder Schupo ermordet! Neue Bluttat der Kommunisten/ Schwere Krawalle im Berliner Osten. Abermals haben die Sommuaisten schwere Blutschuld auf sich geladen. Bon sinnlos verhehlen kommunistischen Demo». stranten wurde gestern abend der 2Siährige Polizeioberwachlmeister Emil K u h f c l d durch einen Bauchschuh niedergestreckt. Der Beamte wurde zur Rettungsstelle 9 gebrackzt, wo er unter den Händen des Arztes starb. Die üugel, die offenbar aus eiuer großkalibrigen Waffe stammt, hatte den Körper glatt durch. schlagen. ch Trotz des Demonftrationsvcrbotcs hatten die Konimimisten durch geheime Parolen gestern abend wieder 89(1 Mitglieder and Arbeitslose auf die Beine gebracht, die sich vor dem Hause Frankfurter Allee 332 zu einem Zuge formierten. Zwei Straßcnbcamte des 8L Polizeireviers waren der Menge gegenüber machtlos: sie mußten sich zurückziehen und das lleberfallkommando alarmieren.?» einem Schnellwagen rückte das Kommando Schlesisches Tor unter Führung des Oberwachtmeisters K u h f e l d an. Die Beamten hatte» noch nicht einmal den Wagen verlassen, als ein Steiuhagel aus sie niederprasselle. dem unmittelbar zahlreiche Schüsse aus der Wenge folglen. Oberwachtmcistcr Kuhfeld brach mit einem Bauschuß bewußtlos zu- lammen, die übrigen Beamten mußten Deckung nehmen und eine Reihe von Schreckschüssen abfeuern, um die bewaffnete Menge in Schach zu halten. Die Demonstranten stoben nun nach allen Seiten auseinander, ein großer Teil flüchtete in die umliegenden Hanstore. 17 Personen wurden sestgenommen und der Abteilung l A des Polizeipräsidiums eingeliefert. Ob sich unter den Verhafteten die Rcvoloerschützen be- finden, ist noch zweifelhaft. Wie die Ermittlungen bisher ergeben haben, find auf die Beamten etwa 30 bis 40 Schüsse abgefeuert worden. Es ist geradezu ein Wunder, daß nicht mehr Beamte aus der Strecke blieben. Bon den Demonstranten wurde niemand verletzt. Der ermordete Polizeioberwachtmeister Cmil Kuhseld gehörte zur 2. Bereitschaft der Berliner Schutzpolizei. Vor einigen Wochen wurde er als Führer zum lleberfallkommando Schlesisches Tor kommandiert. Kuhfeld gehörte dem freigewerkschaftlichen Allgemeinen Preußischen Polizcibcamtenverband an. Er war ledig und in Kameraden- kreisen wegen seiner Tüchtigkeit und Kollegialität allgemein beliebt. Hoffentlich gelingt es der Polizei recht bald, den Mörder, der aus dem Hinterhalt feige auf den Beamten schoß, zu ermitteln und festzunehmen. * Zu weiteren De man st rationsoer suchen der Kam- munistcn kam es in der Petersburger Straße und in der Wilmersdorfer Straße im Westen Berlins. Starke Polizeikräfte trieben die Demonstranten an diesen Stellen aber bald auseinander. Ernste Worie an die Siudenten. Aufruf von Llniverfitätsrektor und Senat. Der Rektor der Berliner Uuiversität erließ am Dwustagabcnd an die Studeateu folgeudeu Aufruf: Sommilltoueu! Die Vorfälle des 27. und 29. Juni mit ihren feigen lleberfälleu auf wehrlose kommililouea, verbunden mit tätlicher Vergewaltigung meiner Beamten, rohen Sachbeschädigungen vnd schwerster Störung der arbeitswilligen Studenten zwingen Rektor und Senat dazu, etwaigen Wiederholungen solcher Aus- schreitungen mit dem Einsah aller staatlichen Wacht- mittel unnachsichtlich entgegenzutreten. Unsere Alma water ist eine Stätte geistiger Höchstleistung und darf nicht zum Tummelplatz politischer Leidenschaften erniedrigt werden. 3ch weiß mich mit der erdrückenden Mehrheit der Berliner Studenten in dieser akademischen Gesinnung einig. Daher richte ich an Sie alle den vertrauensvollen Appell, mitzuhelfen, daß der letzte und vielen für den Abschluß ihrer Studien so entscheidende Monat des Sommerscmcsters nunmehr völlig ungestört den hohen Aufgaben gewidmet werden kann, deren Erfüllung Volk und Vaterland in horter Zeit von uns erwarten. Wegen der tätlichen Angriffe und Sachbeschädigungen hoben Rektor und Senat strenge Untersuchung eingeleitet. Ob der Aufruf auf die Nazi-Rowdies Eindruck machen wird? Endkampf um Berlins Etat. Sie gestrigen Fraktionssihungen im Nathans. Im Rathaus traten gestern die Stadtverordnetensraktionen zusammen, um über die bevorstehenden, morgen im Plenum der Stadtverordnetenversammlung beginnenden Verhandlungen über den Berliner Etat zu beraten. In der Zraktionssihung der Sozialdemokraten gab der Vorsitzende Genosse Erich A l a t a u einen ausführlichen Bericht über den verlaus der Beratungen des Berliner Etats für 19Z1 im Haushaltsausschuß. Die Fraktion billigte die Haltung ihrer Vertreter im Ausschuß. Die endgültige Stellungnahme der Fraktion zum Etat wird später erfolgen. Aufklärung von Kunstdiebstählen. Ein bekannter Maler und fein Bruder verhaftet. Am 28. Zum wurde der Kunstmaler Franz Hecken- d o r s unter dem Verdacht des gemeinschastlichen schweren Diebstahls von der Kriminalpolizei vorläufig seflgenommen. Seiner Festnahme folgte gestern die Verhaftung seines Brn- dcrs Walter. Beide Brüder sind geständig, im Januar dieses Jahres aus einem zur Villa cine-s Berliner Bankdircktors gehörigen Garten eine von dem Bildhauer Professor 5?olbe geschaffene Bronzefigur gestohlen zu haben. Die Figur wurde später von Franz h. an«inen Berliner Kunstsreund verkauft. Als dieser zufällig er- fuhr, unter welchen Umständen die Figur in den Besitz des h. ge- langt war, hat er sie unverzüglich dem rechtmäßigen Eigentümer znrückgegebcn. Er wurde dadurch uni den Kaufpreis von 2500 M. geschädigt. Die Kriminalpolizei kam auf die Spur dieses Ver- brcchcns bei der Verfolgung eines vor einiger Zeit in Geltow verübten Einbruchs in ein Landhaus, bei dem hauptsächlich T e p- piche und Bilder gestohlen wurden. Es gelang, den Bruder des h. dieses Einbruchs zu überführen. Auch das aus diesen, Ein- bruch stammende Diebesgut ist größtenteils von Franz h. ver- kauft worden. Die roertvollsten und meisten Stücke konnten von der Kriminalpolizei wieder herbeieeschofst werden. Beide Brüder haben Geständnisse abgelegt und werden dem Richter vorgeführt._ 3n neun Tagen um den Erdball. Die beiden Weltflieger Post und Gatty werden bereits für heute abend in New Park erwartet, so daß, wenn auch ihre letzte Flugetappc glückt, die ganze Reise um den Erdball nur neu» Tage gedauert haben wird. «CO»- i �. Um iJl l\v muBi.' ' o O• DIE FIRMA JOSETTI GARANTIERT MIT IHREM NAMEN FÜR UNVERÄNDERTE GÜTE UND GRÖSSE DIESER MEISTGERAUCHTEN DEUTSCHEN CI6ARETTE O/M Oer Kreispruch Hillers. Oiippel-Oreilinden kein schlechtes Geschäft für Berlin. Lsndgerichtsdircktor Dr. T o l k führte zur Begründung des Schwurgerichtsurteils, durch das der Grundftückshändler Karl .fjiller von der Anklage des Meineids und der Bestechung auf Kosten der Staatskasse freigesprochen wurde, u. a. aus: „Es war nicht Aufgabe dieses Schwurgerichts, zu prüfen, ob in dem Dezernat des verstorbenen Stadtrats Busch Korruption geherrscht hat. Das ist von anderer Stelle geprüft und festgestellt worden. Das Schwurgericht hatte lediglich zu prüfen, ob der An- geklagte den verstorbenen Stadtrat Busch b e st o ch e n hat. Es steht fest, daß der Angeklagte Wechsel in �öhe von 100 000 M. diskontiert hat. Daß es sich hierbei um eine Schenkung handelte, steht nicht fest. Wohl hat Busch durck) die Gewährung des Wechselkrcdits einen Vor- teil gehabt. Bei einem Beamten würde das eine Bestechung sein. Bei dem Angeklagten muß aber nachgewiesen werden, daß er den Vorteil gewährt hat in der Absicht, einen Beamten zu einer Pflicht- widrigen Handlung zu bestimmen, denn der Beamte soll sich bei seinen Handlungen lediglich von seinem pflichtgemäßen Ermessen bestimmen lassen. Es läßk sich aber nicht feststellen, daß der Ankauf von Düppel-Dreilinden für die Stadt Berlin ein schlechte« Geschäft war. Man hat immer nur scharf kritisiert, daß der Angeklagte Ver- mittler war und daß er einen hohen Gewinn durch den Verkauf ge- habt hat. Dieser Vorwurf ist aber ungerechtfertigt. Für die Stadt Berlin bestand keine Möglichkeit, ohne den Angeklagten, der einen notariellen Vertrag hatte, das Gut zu kaufen. Der Stadt war der Kauf vorher angeboten worden, sie hatte ihn aber abgelehnt. Die Prinzen hätten wahrscheinlich niemals ohne einen Mittelsmann ver- kaust, da sie einen ungedeckten Kredit von 2 Millionen Mark haben wollten. Der Mord in Nauen. Noch keine Spur von dem Täter. Der nächtliche Mord an dem 18jährigen Herbert Tempel- Hägen, der in der Nacht zum Dienstag, wie bereits ausführlich berichtet, in Nauen erschossen wurde, konnte noch nicht weiter geklärt werden. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft III in Berlin haben sich noch gestern Kriminalrat G e n n a t sowie Kommissar L i s s i g k e i t mit mehreren Beamten der Mordkommission an den Tatort begeben. Der Ermordete ist, wie sich später ergeben hat, kurz vor l Uhr nachts von seinem Vater beauftragt worden, einen in der Scheune stehenden Wagen für den Frühtransport fertig zu machen. In der Nähe des Schuppens muß irgendein Vorfall die Aufmerk- samkeit des jungen Mannes erregt haben, denn er zog feine Pantoffeln aus, legte auch die Handlaterne beiseite und ging barfuß weiter. Dabei muß er den tödlichen Schuß von dem noch unbe- kannten Täter erhalten haben. Vom Regierungspräsidenten in Potsdam sind für die Aufklärung des Verbrechens 1ÖOO M. B e- l o h n u n g ausgesetzt worden. Bisher wird angenommen, daß Tempelhagen vielleicht Diebe beobachtet und bei ihrer Verfolgung niedergeschossen wurde. Neue Mpeliaten der Nazisiudenten. An der Technischen Hochschule verteilten gestern gegen 14 Uhr Studenten der Sozialistischen Studentenschaft Flugblätter, die zur heutigen Protesto er sammln ng> gegen den Naziterror an den Hochschulen missorderten. Plötzlich stürzten aus den Hohnbaracken in der Kurfüistenallee, die der Technischen Hoch- schule gehören und von auswärts zugezogenen Studenten bewohm werden, nationalsozialistische Studenten heraus, entrissen den So- zialisten die Flugblätter und schlugen auf diese ein. Ein hinzueilen- der Polizeibeamter konnte weiteres Unhell verhindern und Zwei der Raufbolde festnehmen. Sic wurden der Abteilung I A zugeführt. „3m Westen nichts Neues." Die Deutsch« Liga für Menschenrechte spielt den Remarque°Film Westen nichts Neues" im Mozartsaal, Nollendorfplatz, vom 1. bis Z. Juli. Karten gegen Ausweis in der Geschäftsstelle, Berlin N. 24, Man- bijouplatz 10, Eingang I, 3 Treppen, und im Mozartsaal zum Preise von 1,50 und 2,40 Mark. Kampf gegen den Hunger! Erwerbslose Artisten geben Gratisvorstellungen Die Not zwingt die Jugend zu verzweifelten Aktionen. Das harmloseste Tun ist es noch, wenn ein Junge sein Rttnzel schnürt und auf gut Glück und seine res u irden Glieder vertrauend das Heil in der weiten Welt sucht. Das Brot wird ihm in der Fremde ebenso karg zugemessen werden wie daheim; aber wenigstens sehen die Angehörigen dann das Elend nicht. Ander« Jugendliche haben sich zu kleinen Sängergescllschaften zusammengeschfossen. Sie ziehen von Haus zu Haus und lassen Wander- und Arbcrterlieder erklingen. Die eigenartigsten Blüten treibt diese genossenschaftliche Ab- wehr des Hungers. In der Gegend des Berliner Aeitungsoiertels kann man täglich„W e l t r e i s e n d e n" begegnen, die auf den sonderbarsten Gefährten durch die Länder rollen. Schnell will man auf den Redaktionen noch ein Bitd oder«inen Artikel verkaufen, denn das Unternehmen braucht ganz notwendig die Retlame, wenn man in die Provinz kommt. Küfer rollen ein Weinfaß, Bergleute zeigen in selbstgefchnitzten mechanischen Schaukästen das Elend ihres Berufs und ihrer Heimat. Zwei haben einen Schicbkarren, in dem sie sich abwechselnd von einem zum andern Ende der Welt fahren wollen. Motorradfahrer, Radfahrer, Schwimmer und Wassersportler sind zum Start zur„Weltreise" angetreten, um einen neuen„Wlt- rekord aufzustellen. Es sind zu viele Attraktionen und kaum eine weist den Reiz der Neuheit auf. Verzweifelt sind auch die Blech- Musikanten, die alljährlich um Pfingsten herum vom Unterharz kommen und ihre Lieder aus den Vorgärten der Wirtshäuser auf die Straßen hinausschmettern. Dagegen hat ein anderes Trio schon mehr Erfolg:«in Har> moniumspicler, eiä Geiger und eine junge Frau, die durch ein Megaphon singt Ihre gut durchgebildete Altstimme klettert in Modulationen an den Häusern hinauf. Ueberall öfsn«n sich die Fenster und man ist erstaunt, daß solche Talente aus der Straße erblühen. Auch die berufsmäßigen Artisten, denen j«de Aus- ficht auf ein Engagement genommen ist, bedienen sich der Straße, um ihren Beruf auszuüben. Ein Artist mit dressierten Tauben wandert von Hos zu Hof und kündet mit westhallender Stimme sein Programm an: die Tauben, die er durch Reifen fliegen, auf einem Karussell drehen läßt, mit denen er auf einer Flasche jongliert. Andere Artisten führen Großleistungen aus ihrer Glanzzest vor; es sind mich genug Zuschauer, aber wenig Spender bei diesem Gratisprogramm. Trotz und Verzweiflung klingt aus den Ansprachen vieler Bettler, die lange Reden zu den Fenstern hinausschicken: sie rechnen der Bewohnerschaft die Unmöglichkeiten vor, mit 80 Pfennig Erwerbslosenunterstützung Frau und Kinder er- nähren zu müssen, was der Haushalt kostet, wieviel Miete sie von diesem Geld bezahlen usw., und wie sie nicht mehr ein und aus wissen. Doch sie sprechen vor toten Häuserfronten, denn jede Frau betet ihre eigene Sorgenrechnung im stillen unzählige Male vor sich hin. Das Leben wird durch das Massenelend bis In seine innersten Fasern bloßgelegt. Kein Mensch schämt sich mehr, die Wunden, die ihm die Wirtschaftsnot schlug, offen zu zeigen. Messerstecher im Auto. Fahrgast von Orofchkenchauffeur niedergestochen. Ein kaum glaublicher Vorfall spielte sich gestern abend auf osfencr Straße im Norden Berlins ob. Ein 4Zjähriger Kaufmann Vlax fi. aus der Alexanderstraße wurde von dem Taxenchauffeur Eugen Urban, mit dem er wegen der höhe des Fahrpreises in Streit geraten war. durch Messerstiche schwer verletzt. Der Kaufmann ließ den Droschkenchauffeur mit seinem Wagen in der Seestrahe halten. Offenbar weil der Chauffeur einen Umweg gemacht hatte, kam es wegen des Fahrpreises zu Differenzen. Kurzer- Hand ergriff der Droschkenchauffeur die Aktentasche des Fahr- gaftes, um sich schadlos zu halten und oersuchte davonzufahren. Der Fahrgast sprang nun auf das Trittbrett des Wagens, und zwischen den beiden Männern entspann sich ein Handgemenge, in dessen Ver- lauf der Ehaulfeur ein Messer zog und auf K. mehrmals e i n st a ch. Mit schweren Brust- und Armverlctzungen brach K. b l u t ü b e r- st r ö m t zusammen. Er muhte in das Birchowkrantenhaus gebracht werden. Auf dem Revier behauptete U., in Notwehr gehandelt zu haben. Die Angaben werden von der Kriminalpolizei nachgeprüft. Neues von Scheuen. Knauch läßt Straube fallen. Lüneburg. 30. 3unl. Der Fortgang de» Scheu euer Fürsorge- Prozesses brachte heule und gestern weitere schwere Vor- würfe und Belastungen für den Angeklagten Straube. Am zehnten Verhandlungstag wurde von einem Teil der Ver. teidigung vorgeschlagen, die Prozeßdauer abzukürzen, da die der Anklage zugrunde liegenden Paragraphen über Landfriedens- bruch, Rädelsführen und unerlaubtes Waffentragen nach der Ver» nehmung der sogenannten Revoltegruppe nicht mehr in Frage kommen und daher auf weitere Beweisführung zur Revolte verzichtet werden könne Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie eine Reihe von Verteidigern der Straube-Gruppe wandten sich entschieden gegen den Vorschlag. Die Stellungnahme des Gerichts steht noch aus. Interessant ward die Verhandlung bei Erörterung der Frage, ob die„Aufrührer" am Abend der Revolte von Baracke zu Baracke „Rache, Rache!" gerufen hätten. Straube bezog diese Rufe auf sich. Nach den Aussagen der Zöglinge wurde aber von ihnen nur ein Lied gesungen, in dem das Wort Rache häufig vorkommt und das in Abwandlung des Heckerliedes mit dem Refrain schließt:„Blut muß fließen knüppelhageldick." Den Anlaß zur Unzufriedenheit gaben die Mißhandlungen Straubes und des nach Amerika ausgewanderten Erziehers Disselhoff. Im Laufe der gestrigen Verhandlung warf auf die erzieherischen Fähigkeiten Straubes eine Frage an Obermagistratsrat Knauth ein besonderes Licht, ob er wisse, daß Straube seine hnnde ans eine Satze gehetzt und diese in Gegenwart der Jungen habe zerreißen lassen. Fünf oder sechs Jungen der Straube-Gruppe erhoben sich spontan, um diesen unglaublichen Vorfall zu bestätigen. Knauth gab eine Beobachtung des Amtsgerichtsrats Blumenthal wieder, nach der Straube in der Tat seine Hunde auf andere Tiere gehetzt hat. Knauth bezeichnete Straube nach seiner jetzigen Kenntnis der Zu- sammenhänge als einen Mann, der ihn und seine Behörde hinter- gangen hätte, weil er aus Angst vor den Folgen seiner Hand- lungen nervös geworden war._ Massenkonzert der Reichswehr im Stadion. Zwanzig Rcichswehrkapellen mit insgesamt 800 Mann auf dem grünen Rasen des Stadions, umsäumt von Zehntausenden militärmusikbegeisterter Berliner war das äußere, eindrucksvolle Bild des alljährlich stattfindenden großen. Skadtonmststärkonzerts des Wehrkreiskommandos III am letzten Sonnabend. Unter Leitung des 5)eerezmusitinspiZlenten Schmidt vereinigten sich chie 800 Musiker und Spieler zu starken, einheitlichen Leistungen. Natürlich darf bei einem Konzert der Reichswehr der deutschen Republik der Fridericus-Rex- Marsch beileibe nicht fehlen! Der Große Zapfenstreich und ein einzigartiges Höhenfeuerwerk schlössen die Veranstaltung, der das prachtvolle Sommerwetter ein ausverkaustes Stadion gebracht hatte._ Ein reoublikanisches Volksfest veranstaltet der Ortsvereia Friedrichshain des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold am Senn- abend, 4 Juli, am Orankese«, Orankestraße. Beginn 16 Uhr. Eintrittspreis 30 Pf. Großes Konzert, Volksbelustigungen, Tombola, Fackelzug. Von I. ILF UND F. PETROW Worobjew setzte sich in eine Droschke. Während er durch das Wagengerüttel zuweilen bis zum lackierten Dach emporschnellte, dachte er nach, wie er den Namen des Un- bekannten erfahren könnte, unter welchem Vorwand er zu ihm eintreten, was«r ihm als ersten Satz sagen sollte und wie er an das eigentliche Ziel gelangen könnte. Beim roten Tor stieg er aus, fand nach Ostaps Angaben das gesuchte Haus und begann davor auf- und abzuspazieren. Er traute sich nicht einzutreten. Es war dies ein vormaliges altes schmutziges Gasthaus, das in ein Wohnhaus umge- wandelt war. Innen liefen einige Zimmer in den Korridor hinaus. Langsam, als wäre es die Schultafel, an der er eine Aufgabe zu lösen hatte, von der er keinen Dunst besaß, nähert« sich Worobjew der Tür Nummer vierzehn. Eine Visiten- karte von der Farbe eines lange getragenen Halskragens hing verkehrt an einen Nagel.„Awessalom Wladimirowitsch Iznurenkow/' Ganz benommen, vergaß Worobjew zu klopfen, machte die Türe auf, wandelte wie ein Mondsüchtiger drei Schritte nach vorne und befand sich mitten im Zimmer. „Entschuldigen Sie", sagte er mit gedäinpster Stimme. „kann ich den Genossen Iznurenkow sprechen?" Awessalom Wladimirowitsch antwortete nicht. Worobjew hob den Kopf uird bemerkte jetzt erst, daß niemand im Zimmer war. Das Aeußere dieses Zimmers gab keinerlei Aufschluß über die Neigungen seines Bewohners. Es war nur eines klar er war unverheiratet und hatte kein Dienstmädchen. Ein Stück Papier mit Wursthäutchen lag auf dem Fenster- brett. An der Wand lehnte ein mit Zeitungen überhäuftes Sofa. Auf einem Regal standen ein paar verstaubte Bücher. An der Wand hingen allerlei Katzenphotographien. Mitten im Zimmer standen neben schmutzigen Stiefeln ein Nutzholz- stuhl. Sluf allen Gegenständen, auch auf dem Stargoroder Stuhl hingen.amtliche Siegel. Worobjew aher beachtete diesen Umstand nicht. Er vergaß in diesem Moment sowohl den Kriminalkodex als auch alle Belehrungen Ostaps und stürzte sich auf den Stuhl. Da aber gerieten plötzlich die Zeitungen auf dem Sofa in Bewegung. Worobjew erschrak. Die Zeitungen glitten hinab und fielen zu Boden. Und mitten hervor kroch still eine Katze. Sie sah Worobjew gleichgültig an und begann sich mit der Pfote gelassen das Ohr, die Wange und den Schnurrbart zu putzen. „Pfui", sagte Worobjew und schleppte den Stuhl zur Tür. Die Tür tat sich auf. Der Hausherr erschien auf der Schwelle— er war es, der meckernde Unbekannte. Er steckte in einem Ueberzieher, unter dem lila Unterhosen hervorsahen. Die Hose hielt er in der Hand. Man konnte von Awessalom Wladimirowitsch Iznurenkow behaupten, daß es einen zweiten derartigen Menschen in ganz Rußland nicht gab. Er war der Republik sehr von Nutzen. Und dabei war er völlig unbekannt geblieben, wiewohl er ein genau so großer Meister in seiner Kunst war wie Schal- japin im Singen, Gorki In der Literatur und Capablanca im Schachspiel. Schaljapiu sang. Gorki schrieb einen großen Roman, Capablanca bereitete sich zu einem Match mit Äljechin vor. Awessalom machte Witze. Er machte diese Witze nicht zur profanen Unterhaltung im Privatleben. Er trug aus seinen Schultern die Last einer ungeheuren Verantwortung. Er lieferte Stoff für Zeichnungen und Feuilletons für die Mehrzahl der Moskauer Zeitschriften. Bedeutende Menschen machen zweimal im Leben Witze. Diese Witze steigern ihren Ruhm und gehen in die Geschichte ein. Iznurenkow machte nichl weniger als sechzig erstklassige Witze im Monat, die von einer großen Anzahl Menschen lächelnd registriert und immer wieder zitiert wurden. Und er blieb doch unbekaimt. Als Awessalom Wladimirowitsch in seinem Zimmer einen Menschen erblickte, der im Begriff war, den amtlich gesiegelten Stuhl wegzutragen, schwenkte er die Hose, die sbsn vom Schneider gebügelt worden war. machte einen Lust- sprung und schrie:.Sind Sie verrückt geworden? Ich pro- testiere! Sie haben lein Recht dazu! Es existiert doch noch ein Gesetz! Wenn auch für die Dummen kein Gesetz geschrieben ist, sind Sie doch vielleicht davon unterrichtet, daß diese Möbel noch zwei Wochen hierbleiben dürfen!... Ich werde Sie bei Gericht verklagen! �., Schließlich werde ich doch be- zahlest" Worobjew war wie angenagelt stehen gebsieben. Jznu- renkow warf den Ueberzieher ab und zog die Hose über die dicken Beine. Iznurenkow war ziemlich voll, hatte aber ein mageres Gesicht. Worobjew zweifelte keinen Moment daran, daß man ihn fassen und zur Miliz schleppen würde. Deshalb war er sehr erstaunt, als der Hausherr, nachdem er mit seiner Toilette fertig war, plötzlich ganz sanft wurde. „Sie müssen doch selbst einsehen", sagte der Hausherr mit friedlicher Stimme,„ich kann das nicht zulassen." Worobjew hätte es an Stelle Jznurenkows auch durchaus nicht zugelassen, daß jemand seine Möbel mitten am hellen Tage wegtrug. Er wußte aber nicht, was er sagen sollte, und darum schwieg er. „Ick bin nicht schuld, daß es so weit gekommen ist. Schuld ist der Direktor des Musikinstituts. Ich gestehe es. Ich habe die Gebühr für das gemietete Klavier feit acht Monaten nicht gezahlt. Ich habe es aber nicht verkauft, ob- wohl ich doch Gelegenheit dazu gehbt hätte. Mein Vorgehen war ehrenhaft, aber man hat mich gemein behandelt. Man hat mir das Klavier weggenommen, die übrigen Möbel be- schlagnahmt und mich bei Gericht angezeigt. Und dabei darf man bei mir eigentlich nichts beschlagnahmen. Diese Möbel sind unentbehrliche Wertzeuge für meinen Beruf. Auch dieser Stuhl ist ein für meine Berufsarbeit unentbehrlicher Gegenstand." Worobjew begann ein Licht aufzugehen. „Lassen Sie den Stuhl los!" kreischte Awessalom Wladi- mirowitsch plötzlich.„Hören Sie? Sie Bürokrat!" Worobjew löste die Hände gehorsam vom Stuhl und murmelte:„Verzechung, ein Mißverständnis. So ist eben mein Dienst." Run wurde Iznurenkow sehr lustig. Cr lief im Zimmer umher und trällerte:„Und ein Morgen kam, da lächelte sie wieder." Er wußte nicht, was er mit seinen Händen beginnen sollte. Sie pendelten hin und her. Dann band er seine Ära- matte und ließ es wieder.„Also werden Sie die Möbel heute nicht mitnehmen?... Sehr put!... Ach! Ach!" Worobjew benützte die günstige Gelegenheit und näherte sich der Tür. „Warten Sie!" rief Iznurenkow plötzlich.„Haben Sie je einen solchen Kater gesehen? Sagen Sie, ist er nicht wirk- sich wundervoll flaumig?" Und schon befand sich der Kater in Worobjews zitternden Händen.(Fortsetzung folgt) Ar. 301» 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 1. Juli 1931 Die deutsche Milchwirtschast. Ein neuer Enquetebericht.— Ltm Butterzoll und Milchgeseh. Di« Milchwirtschast, der wichtigste Zweig der deutschen Land- Wirtschaft, steht durch die geforderte Kulturzollcrhöhung wieder ein- mal im Mittelpunkt des agrarpolitischen Kampfes. Die jetzt ver- offentlichten Untersuchungen des Enqueteausschusses über die Lage der deutschen Milchwirtschaft kommen deshalb zur rechten Zeit. Die Bedeutung der INilchwirkschafl zeigt eine einzige Ziffer. Von dem 12 Milliarden betragenden Gesamtproduktionswert der Landwirtschaft kommen 3 bis 4 M i l- l i a r d e n, also ein Viertel bis ein Drittel, auf die Milcherzeugung. Gegenüber der Vorkriegszeit ist der Verbrauch an Milch und Molkereiprodukten etwas gestiegen. Während die Versorgung der Gesamtbevölekrung, also städtische Verbraucher und Landwirtschast, im Jahre 1912 388 Liter je Kopf betrug, stieg der Verbrauch je Kopf im Durchschnitt der Jahre 1926/28 auf 490 Liter. Aber dieser Mehrverbrauch ist auch durch eine Verstärkung der Einfuhr gedeckt worden, die 1912 nur 2216 Millionen Liter, 1926/28 aber 3919 Millionen Liter betrug. 18 Proz. der deutschen Milcherzeugung müssen also eingeführt werden. Um den Anteil der deutschen Milcherzeugung am Gesamtmilch- oerbrauch zu heben, wird von den Agrarinteressenten eine E r- höhung des Butterzolles gefordert. Auf die Verbraucher soll ein Zwang ausgeübt werden, die qualitativ immer noch schlich- teren deutschen Meiereiprodukte zu kaufen. Der Nuhen einer Bullerzollerhöhung ist sehr zweifelhaft. Aus den Untersuchungsergebnissen des Enqueteaus- ichusses kann man jedenfalls eine glatte Verneinung dieser svrage herauslesen. Der Enquetebericht stellt vielmehr fest, daß zu- nächst bei der Milchviehhaltung selber die P r o d u k t i o n s k o st e n durch Steigerung der Milchergiebigkcit erheblich gesenkt werden können. Die M i l ch l e i st u n g je Kuh beträgt im Reichs- durchschnitt 2138 Liter im Jahr. Zwischen den einzelnen Gebieten Deutschlands schwankt die Jahresleistung aber beträchtlich. In der bayerischen Oberpfalz geben die Kühe nur 1436 Liter, während in der fortschrittlicheren rheinischen Landwirtschast, z. B. im Regierungsbezirk Düsseldorf, mehr als das Doppelte, nämlich 3972 Liter Milch je Kuh gewonnen werden. Durch Verbesserung der Rassen und der Fütterung kann also noch viel geschehen, um die Milch- crzeugung in Deutschland zu steigern. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden durch Belehrung der Landwirte, wie sie schon bisher von den sogenannten Milch- kon trollvereinen ausgeübt wurde. Der Durchschnittsertrag der kontrollierten Kühe betrug 1928 3SS9 Liter je Jahr, lag also weit über der Milchleistung selbst im Regierungsbezirk Düffel- dorf. Bis jetzt sind aber nur 11 Proz. des Kuhbestandes durch die Kontrolloereine erfaßt. Namentlich in den bäuerlichen Betrieben, auf die 83 Proz. des gesamten Milchviehbestandes entfallen, werden noch nicht 4 Proz. des Kuhbestandes kontrolliert. Aber auch bei der Verarbeitung und beim Absah muh der Enquele-Bericht Mängel feststellen. Die Qualität der Milch und somit der Butter ist oft un- zureichend und üngleichmähig. Nur 29 Proz. des deutschen Butter- Verbrauchs sind überhaupt Molkercibutter, der Rest besteht aus ein- geführter Butter und sogenannter Bauernbutter, deren Qualität ofi sehr schlecht ist. Aber auch die Molkereibutter hat sehr verschieden« Güte. So gibt es Molkereien, die keinen Unterschied in der Loge zum Marktort aufweisen, trotzdem aber ganz verschiedene Erlöse aus Butterverkäufen erzielen. Die Handelsspannen sind ebenfalls sehr ungleich. In Mainz z. B beträgt der Unterschied zwischen Erzeuger- und Klein- Handelspreis 4 Pf. je Liter Milch, in Berlin 11,5 Pf. Das liegt nicht an der verschiedenen Größe der Städte— in Rostock z. B. be- trägt die Handelsspanne 914 Pf.—, sondern an der verschiedenen Konstruktion des Milchhandels. So ist schon die Zahl der Klein- Händler auf 1999 Einwohner berechnet in den einzelnen Städten ganz verschieden. Sehr bedauerlich ist, was als Lücke in dem Cnquctsbcricht betrachtet werden muh, daß nicht auf die Rentabilität der Molkerei- betriebe eingegangen wird. Anscheinend haben hier Interessenten- gruppen verhindert, daß aufNärendes Material veröffentlicht wird. aus dem ganz klar hervorgehen würde, daß nur Molkereien von einer bestimmten Menge täglich verarbeiteter Milch überhaupt ren- tabel wirtschaften können. Zu den kürzlich erlassenen Ausführungsbestimmungen zum M i l ch g e s e tz vom Juli 1939 wird im Bericht noch nicht Stellung genoinmen. Es muß sehr bezweifelt werden, daß durch das Milchgesetz mit seinen Aussührungsbestimmungcn eine Besserung der Qualität erreicht werden kann, denn man hat wieder ver- säumt, verschiedene Oualitätsstufen von Handclsmilch mit abgestuften Anforderungen an ihre Gewinnung und Behandlung festzusetzen. Es ist den obersten Landesbehörden überlasten, Mindsstanforde- rungen für die einzelnen Verbrauchergebiete aufzustellen. Von einer Milch st andardisierung sind wir also noch weit entfernt. Außer einem Paragraphen, der die Regierung er- mächtigt, Beftiebe der Milchwirtschaft zur Regelung der Verwertung zwangsweise zusammenzuschließen, tritt das Milchgesetz am 1. Januar 1932 in Kraft. Alle Milchhandelsbetriebe müssen dann neu kon- z e s s i o n i e r t werden und alle Milch erzeugenden Landwirte die behördliche Erlaubnis zur Abgabe von Milch nachsuchen. Ob hier- durch und durch die anderen Bestimmungen, aber eine Hebung der Qualität der Milch und Molkereiproduktc und eine Steigerung des Verbrauchs erreicht wird, bleibt abzuwarten. Viel wichtiger ist es, daß die Landwirtschaft selber ihre ganze Kraft einsetzt, um durch intenswere Fütterung, Verbesserung der Milchbearbeitung und durch Rationalisierung des Molkereiwesens gleichzeitig eine Verbesserung und Vcrbilligung der Milch und der Molkereiprodukte zu erreichen, um so der ausländischen Milchwirt- lchaft gegenüber konkurrenzfähiger zu werden. Dann stellt sich eine Zunahme des Verbrauchs von selber ein, und es ist nicht notwendig. daß die deutsche Milcherzeugung in noch größerem Maß als bisher durch Zölle geschützt wird, wodurch lediglich die Preise erhöht werden, der Konsum aber verringert wird. Lebenshaltung wird teurer. Der Index im Juni leicht weiter gestiegen. Da« Slatistifche Reichsamt teilt mit: „Die Reichsindexziffer für die tebenshallungskofien(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf) beläust sich nach den Feststellungen des Statistischen Relchs- amts für den Durchschnitt des Monats Unni aus 137,8 gegenüber 137,3 im Vormonat. Sie ist somit um 9,4 proz. gestiegen. Die Indexziffer für Ernährung hatte sich um 0.8 proz. aus 139,9 erhöht. Die Zndexzisser für Wohnung ist mit 131,6 unverändert geblieben. Zurückgegangen sind die Indexziffern für Heizung und Beleuchtung um 9,3 proz. aus 145,4, für Bekleidung um 9.4 proz. aus 139,9, für sonstigen Bedarf um 9,3 proz. aus 184,4. Innerhalb der Gruppe Ernährung haben hauptsächlich die preise für karlosseln, Gemüse und Zucker an- gezogen; zurückgegangen sind vor allem die preise für Fleisch und Fleischwaren sowie für Milch und Buttert Wer damit gerechnet hatte, daß das Ansteigen des Teuerungs- index im Monat Mai zufällig gewesen sei, ist durch die Steige- rung des Index im Juni enttäuscht. Dazu ergibt sich noch folgender Tatbestand: Die Steigerung macht« im Mai nur 9,1 Proz. aus; sie beträgt im Juni aber 9,4 Proz. Wir sehen also, daß sich zunächst mit Beginn des neuen Jahres das Tempo, mit dem sich der Teuerungsindex verringerte, immer langsamer wurde, bis im Mai die Verminderung in eine Er- höhung umschlug. Das Tempo dieser Erhöhung scheint sich zu st e i g e r n. Es wird sich ganz bestimmt steigern, wenn die Zu- sälligkeiten, die den Index jetzt noch immer nach unten beeinflussen, wegfallen. Das sind z. B die Kosten für Beleuchtung und Heizung. Auf Kohle werden jetzt Rabatte gew�rt. Das verbilligt natürlich für denjenigen, der Kohl« auf Vorrat kaufen kann, die Lebens- Haltung. Die Sommerverbilligung hört aber mit dem Herbst auf. Auf den Teuerungsindex im Juni hat sich auch zum e r st e n Male die Notverordnung mit der Zucker st euer ausgewirkt. Dagegen merkt man nichts von einer Vermi'.Äerung der .Handelsspanne, von der ja auch in der Einleitung zur Rotverord- nung so viel die Rede war. Will die Regierung nicht die Eni- wicklung zum Anlaß nehmen und endlich die in der Notverordnung gegebenen Versprechungen, eine Normalisierung der Handels- spannen durchzuführen, wahrmachen? Jedenfalls ist die Steigerung des Teuerungsindex ein War- nungszeichen, das man rechtzeitig beachten und sehr ernst würdigen sollte. Abgelehnter Verwendungszwang. �Beschlüsse der Arbeitsausschüsse des Zfcichswirtschastsrates. Für eine Menge landwirtschaftlicher Produkte hatte der Reichsernährungsminister vom Reichswirtschaftsrat Gutachten darüber verlängt, ob ein staatlich festzusetzender Ver- wcndungszwang angemessen sei. Die zur Vorbereitung der Gutachten eingesetzten Arbeitsausschüsse haben mit den Aus- nahmen für Holz und Seifentalg vorläufig« Beschlüsse gefaßt, denen der endgültig beschließende wirtschaftspolitische Ausschuß sich an- schließen dürfte. Bei Flachs wird der Verwendungszrvang höchstens als zufätz- liche und durchaus vorübergehende Maßnahme ins Aug« gefaßt. grundsätzlich aber abgelehnt. Der Derwendungszwang für Zichorie wird abgelehnt. Es läge im volkswirtschaftlichen Jntcr- esse, den deutschen Zichorienanbau zu erhalten. Bei Verstärkung der monopolartigen Stellung der wenigen Ääuserfinnen müsse ein Eingreisen mit staatlichen Mitteln erwogen werden..Der Verwen- dungszwang für Kasein wird ebenfalls abgelehnt: die Reichs- rcgierung möge sich für die Förderung der Magcrmilchverwcndung einsetzen, eventuell unter Verwendung öffentlicher Mittel. Bei Gerste- und Malzverbrauchszwecke gelangte der Arbeitsausschuß einstimmig. und zwar mit Rücksicht auf die handelspolitische Lage, zur A b l e h- nung des Verwendungszwanges. Nur durch Zusammenarbeit der beteiligten Wirtschaftstreise, nicht durch Zwangseingriffe seien die Bevhältnisse auf dem deutschen Braugerstenmarkt zu bessern. Auch für Wolle führe ein allgemeiner gesetzlicher Verwen dungs- zwang nicht zur Behebung der Schwierigkeiten. Wenn auch die deutsche Schafhallung bei der bevorstehenden Umstellung minder- weniger Böden eine erhöhte Bedeutung gewinnen könne, so sei doch nur zu erwägen, ob bei der Vergebung öffentlicher Aufträge für di« Verwendung deutscher Schafwolle neue Möglichkeiten zu schas- sen sind. Ein Verwendungszwang für Raps und Rübsen hält der Ausschuß nicht für«in geeignetes Mittel, die Erhaltung des OAfruchtanbaues in Krisenzeiten zu sichern. Der Verwendungs- zwang für deutsche Karpfen wurde vom Arbeitsausschuß abgelehnt, und zwar ohne Angabe einer Begründung. Es ist geradezu verwunderlich, daß der Ernährungsminister nicht auch noch Gutachten über den Verwendungszwang für B o m st e r und Grünberger Trauben, Lübbenauer Gurken und Pasewalker Spritztuchen angefordert hat. Auhrkohlensyndikat erneuert! Eine einzige Zeche hat sich noch nicht erklärt. Gestern endlich ist die freiwillige Verlängerung des Ver- träges über das Rheinisch-Westfälifche Kohlensyndikat zustande gc- kommen. Es zeigt sich also, daß die Herren an der Ruhr nur so lange auf„Zwangseingriffe" schimpfen, so lange es un- gefährlich ist. Jetzt, da die Reichsregierung von sich aus das Ruhr- syndikat nicht mehr verlängert hätte, ist die Einigung erfolgt, aus A n g st vor einem ruinösen Preiskampf um den Kohlenmarkt. Für eine kleine Zeche, die Niederrheinische Bergwerts- A.-G. (8 Will. M. Kapital), ist die Erklärungsftist noch einmal bis zum 2. Juli verlängert worden. Selbst wenn diese Zeche nicht ihren Beitritt erklären sollte, ist die Verlängerung des Syndikats bis 19 4 2 gesichert, da alle anderen Zechen sich auch für den Fall des Nichtbeitritts der Niederrheinischen Bergwerks-A.-G. gebunden haben. Oie Hoover-Hauffe. Äurgstraße.-Internattonale Börsen.— Deutsche Anleihen. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete deutsche Aktienindex(1924/26— 190) ist in der von der Hoover-Aktion so stark beeinflußten Woche vom 22. bis 27. Juni von 73,1 auf 79,1 Proz. gestiegen. Die Gruppe Bergbau und Schwerindustrie zeigte eine durchschnittliche Kurserhöhung von 66,2 auf 74,1, die Gruppe oerarbeitende Industrie von 63,5 auf 69,2 und die Gruppe Handel und Verkehr von 96,1 auf 199,8 Proz. Bei 12 internationalen Börsen werden von dem „American-Economic News Service" für die Woche vom 29. bis 27. Juni(Ende 1927— 190) durchschnittliche Kurssteigerungen von 54,9 auf 62,1 Proz. gemeldet. Davon für Berlin eine Steigerung von 38,7 auf 44,7, für London von 37,6 auf 43,3, für New Dort von 75,9 auf 84,9 Proz. Die st ä r k st e n durchschnittlichen Kurssteigerungen wurden in Paris, Brüssel und Stockholm erzielt, die geringsten (von 45,4 auf 46,9 Proz.) in Wien. Die deutschen Auslandsanleihen konnten ihre Kurse bisher noch weiter erhöhen. Die 7�prozentigen Dollaranleihen stiegen vom 29. bis zum 27. Juni von 86,3 auf 99,8 Proz. in New Bork und von 83,4 auf 88,2 Proz. in Amsterdam. Die 6�prozentigen verbesserten ihre Durchschnittskurse von 72,3 auf 78,0 Proz. in New Bork und von 69.4 auf 76,2 Proz. in Amsterdam. In New Bort ist die B o u n g- A n l e 1 h e von 72 auf 75 Proz. weiter gestiegen, 7O5 in London trat eine Befestigung von 66 auf 7W5 Proz. ein. Im Durchschnitt ist die Ioung-Anleihe in New Bork, London, Paris, Amsterdam, Zürich und Berlin in der Woche vom 29. bis 27. Juni um rund 19,5 Proz., in den vierzehn Tagen bis zum 27. Juni um insgesamt 17 Proz. gestiegen. Belegschastsabbau bei preußengmben. Preisrückgänge.- Käuferstreik.— Syndikatserneuerung. Die Abschlüsse vom 31. Dezember 1939 der dem preußischen* Staat gehörigen Gruben B e r p w e r k s ges e l l s ch a f t H i- b e r n i a(Verlust von 9,47 Millionen Mark) und Bergwerks- A.°G. Reckling hausen(4 Proz. Dividend«) wurden von den Generalversammlungen genehmigt. Die Beschäftigung im lausenden Jahre ist nach Maßgabe der Verwaltung noch schlechter geworden, so daß die Belegschaft weiter vermindert wurde. In der Zeit vom 1. Januar 1939 bis 39. Juni 1931 hat der Belegschastsabbau bei Hibernia 21 Proz., bei Recklinehauftn 29 Proz. betragen. Auch die Zahl der eingc- legten Feierschichten ist gestiegen, da in diesem Jahre durch- schnittlich nur 19 Arbeitstage im Monat gearbeitet wurde: das be» deutet also eine Verkürzung der Arbeitszeit und der Verdienste um mehr als 29 Proz. Ferner wurde über den Rückgang der A 0 h 1« n p r e i s« g«. klagt, die im Juni um 12 Proz. unter den Preisen zur gleichen Zeit des Vorjahres gelegen hätten. Die 6prozenttge Lohnsenkung hätte die Einnahmeausfölle nicht ausgleichen können. Stärker noch seien die Preise für die Nebenprodukte und auch für schweielsaures Ammoniak zurückgegangen. Das letztere Produkt spiell ober für die Bilanz und die Erfolgsrechnung der Hibernia seit der Heber- nähme einer Stick st offanlage von der Gewerkschaft Moni Cenis eine groß« Rolle: die Verluste des letzten Jahres sind in erster Pinie auf diese Angliedening zurückzuführen. Die Verwaltung der Preußengruben hofft, daß das Rheinisch- Westsälische Kohlensyndikat von seinen Mitgliedern freiwillig um 191- Jahre verlängert wird. Dadurch würde eine Belebung des Kohlenabsatzes eintreten, da sich die Käuser jetzt in Erwartung eines syndikatlosen Zustandes stark zurückhielten. ltireü Lebensslamiard zu verbessern. Zwar sind die Preise mancher Waren noch nicht auf dem Stand, auf den sie gehören. Hut dem Zigarrenmarkl aber haben wir hervorragende Qualität auf den bittigsten Preis gesetzt. Wenn Sie heule unsere reinen Ubersee- Zigarren für 10 Pfg. kauten kön» ier. und trotzdem mehr ausgeben, gehören Sie zur Klasse der Verschwender. Me anderen aber tauchen; KR ERTER IRD IRRER 1 QIt Rein übersEE-ZigarrE und doch nur Oer LGB in Berlin. Er Hai seinen G.ih gewechselt nichi seine Richtung. Von heute ab hat der International« Gewert- schaftebund seinen Sitz in Berlin. Der Generalsekretär de» ZGB., Schevenels, hat sich in Amsterdam bereits von den Jnter- nationalen Berufssetretariaten, die dort chren Sitz haben, und von der Amsterdamer Arbeiterbewegung verabschiedet und seinen Dank für die dem JGB. zuteilgewordene Gastfreundschaft und Mitarbeit ausgesprochen. Die Sitzverlegung des JGB. nach Deutschland wurde im ver- gangenen Jahre auf dem Internationalen Geweckschaststongreh in Stockholm in geheimer Abstimmung mit SS gegen 30 Stimmen beschlossen, nachdem sich eine Zeitlang gegen Berlin ein starker Wider- stand geltend gemacht hatte. Sicherlich hat Berlin eine etwas unruhi- ger« Atmosphäre als Amsterdam. Es liegt aber auch im Brennpunkt bedeutsamer wirtschaftlicher und politischer Bewegungen. Gewert- schaftspolitisch steht der JGB. in Berlin aus bedeutsamem Posten. Die Durchsetzung der deutschen Gewerkschaftsbewegung bedeutet mehr als nur die Sicherung der unmittelbaren Interessen der deutschen Arbeiter. Sie bedeutet die Rettung Europas vor alten und neuen Ungeheuern: vor Militarismus, Faschismus und Bolschewismus. Im Sturmzentrum Deutschland wird heute um die Existenz Europas gerungen und damit auch um die Existenz der internationalen Arbeiterbewegung. Der Sitz der Internationalen Gewerkschaftsbewegung war von Anfang an Berlin und ihre Leitung lag in den Händen von Carl L e g i e n. Der Krieg füljrt« zunächst dazu, in A m st« r d a m, in den neutralen Niederlanden eine Zweigstelle des Internationalen Gewerkschaftssekretarlats unter der Leitung des Genossen O u d e- geest zu errichten, bis dann nach dem Kriege die international« Gewerkschastsbewegung, enger als vordem, im Jnternatio- nalen Gewerkschaftsbund zusammengefaßt wurde, der Amsterdam als seinen Sitz beibehielt. Die Ausschaltung Berlins als Sitz war weniger aus sachlichen als aus psychologischen Erwägun- gen erfolgt. Im Lause der Nachkriegszeit ergab sich, daß Amsterdam auf die Dauer nicht der geeignete Mittelpunkt der Gewerkschafts- internationale war. Auf dem Internationalen Gewerkschaftskongreß zu Paris trat dies unliebsam in die Erscheinung. Der Sitz der Gewerkschaftsinternational« ist an seinen Ausgangspunkt zurückgekommen. Di- früher« Personalunion ist fortgefallen. Auch die Gegner der Sitz- Verlegung werden ihre Gedanken gegen Berlin fallen lasten, da das nötige Gleichgewicht durch den Vorsitz des englischen Genossen C i t r i n e und des Generalsekretärs Genossen Schevenels ge- wührleistet ist. Für die deutschen und insbesondere auch für die Berliner Gewerkschaften ist diese Sitzverlegung des Internationalen Gewerkschaftsbundes eine verdiente Anerkennung, aber auch eine Ehre, deren Verpflichtungen sie sich bewußt sind. Wahlen im Giemens-Kabelwerk. Im Zeichen der Notverordnung. Am Montag und Dienstag fanden im Siemens-Kabelwerk die Nachwahlen zum Arbeiterrat statt. Es erhielten die freien Gewerkschaften 1063 Stimmen(gegen 1549 im Dezember), die Gelben 346(400) Stimmen, die Nazis 373(390) Stimmen, der Stahlhelm 256(300) Stimmen und die NGO. 1100(1036) Stimmen. Von den 4475 Wahlberechtigten hatten bis Dienstagmittag 3399 abgestimmt, wobei 259 ungültige Stimmzettel abgaben. Mandate erhalten: Freie Gewerkschaften 6 im Be- triebsrat und ein Ergänzungsmitglied im Arbeiterrat(im Dezeniber 7 4- 1), die G e l b e n je ein Mandat im Betriebs- und Arbeiterrat (2 4- 0), die Nazis mir zwei Mandate im Betriebsrat(1 4- 1), der Stahlhelm nur ein Mandat im Betriebsrat(1 4- 0) und die NGO. 6 Mandate im Betriebsrat und«in Ergänzungsmitglied im Arbeiterrat(5 4- 1). Die wenigen noch außenstehenden Stimmen dürften an dem Endergebnis nichts ändern. Die freien Gewerkschaften haben im Siemens-Kabelwerk seit Dezember 1930 nicht weniger als 484 Stimmen verloren. Wer hat diese Stimmen gewonnen? Die Kommuni st«n haben 64 Stimmen mehr bekommen als bei der letzten Wahl: nach dem Siegcsbericht der„Roten Fahne" 62 Stimmen. Die Nazi« haben 17 Stimmen verloren, die Stahlhelmer 44 und die Gelben 54 Stimmen. Rund 600 Stimmen gingen also verloren, wovon die KPD. den zehnten Teil gewonnen hat. Das H»«r der Ntchtwähler hat sich gegen die letzte Dezemberwahl wesentlich verstärkt, um über 500 Stimmen. Der Teil der' Siemens-Arbeiter des Kabelwerks, der im Dezember noch die Liste der freien Gewerkschaften wählt« und setzt riicht mehr für unsere Liste eintrat, hat feine SNmme keiner anderen Richtung gegeben, sondern es vorgezogen, zu resignieren, sich von der Wahl fernzuhalten. Au be- achten Ist, daß ein erheblicher Teil der Belegschaft aus Arbeiterinnen besteht. Doch nicht nur die Mißstimmung, als Hab« ja alles keinen Zweck, trug zur Wahlenthaltung bei, auch das ganze Wahltreiben war nicht dazu angetan, die Arbeiterinnen für die Wahl zu begeistern. Das politische Rowdytum von links und rechts beherrschte in den letzten Tagen vor der Wahl morgens und abends das Straßenbild vor dem Werk. Anpöbelungen und Schlägereien waren an der Tagesordnung. Wirkt schon die Krise an sich auf die Gewerkschaftsbewegung hemmend ein. die Notverordnung hat diese Wirkung noch verschärft, trotzdem gerade die Krise samt der Notverordnung da» Gegenteil bewirten müßten, auch den Unorganisierten gerade jetzt die Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses besonders eindringlich vor Augen zu führen. Immerhin, die Lehre dieser Betriebsratswahl ist nicht zu teuer erkauft: sie wird beherzigt werden. Betriebsratswahl im Versicherungsgewerbe. Erfolg des'Zentralverbandes der Angestellten. Nach einer Meldung des Zentrawerbandes der Angestellten haben die bisherigen Betriebsratswahlen im Versicherungsgewerbe mit einem schönen Erfolg für den Zentralverband der An- gestellten abgeschlossen..In 86 Versicherungsbetrieben mit 448 Betriebsräten stellt der Zentralverband der Angestellten 1 8 9 B e- triebsratsmitglieder. Je 80 Sitze im Durchschnitt sind den drei gegnerischen Angestelltenverbänden(christliche und Hirsch- Dunckersche Richtung) zugefallen, während der Rest aus Listen der Unorganisierten entfällt, wovon drei Sitze von derRGO. und ein Sitz von den Nazis eingenommen werden. In 18 Betrieben besetzt der Zentralverband der Angestellten mit 52 Betriebsratsmitgliedern den Betriebsrat allein. In 17 Betrieben besitzt der Zentralverband der Angestellten die zahlenmäßige Mehr- heit mit 68 von 100 Betriebsratsmitgliedcrn. Bei diesen Zahlen handelt es sich erst um Teilergebnisse, jedoch lassen sie schon erkennen, daß wiederum die frelgewerkschaftliche Angestelllen- bewegung die Sxlßc hält. Wohlfahrt wird plage. Für die Arbeitslosen und die Gemeinden. Das Problem der Wohlfchrtserwerbslosen ist ourch die Not- Verordnung weder organisatorisch noch jinanziell gelöst worden. Das ist bedenklich, denn das Heer der langfristig Erwerbslosen hat rapid zugenommen. Der Deutsche Städtetag schätzt für 1931«inen Zahresdurchschnllt von 1 250 000 wohlsahrleeriverbslosen. Die in der Notoerorvnung vorgesehenen scharfen Einschränkungen der Ar- beitslosenunterstützung muffen sich ebenfalls zuungunsten der Ge- m e i n d e n auswirken. Schon bisher mußte tte Wohlfahrt vielen Arbeitslosen der unteren Unterstützungsgruppen eine Zusatzunter- stützung gewähren. Der Druck auf die Kassen der Wohlfahrt wird bald nach der Durchführung der Notverordnung in verschärstem » Während der Ferien- und Reisezeit ■ kann der„VorwarU" und der„Abend" auf jede Dauer allerorts bezogen werden Touristen und Wanderer ■ fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutsch lands bei den Bahnhofsbuchhandiungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Sommerfrischler lassen sich den„Vorwärts" bei einer Aufenlhaltsreit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden Das Porto beträgt wochentass 10 Pf-, Sonntags 15 Pf.(pro Woche 70 Pf). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts" auf oem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt Indiesem Falle Kommen zu dem Abonnementsbetrage nur die Postbestellgebühren von 72 Pf pro Kalendermonat Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, Ist die In Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„Vorwärts". Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkolonisten wird der„Vorwärts" durch Boten zugestellt. Genaue Bezeichnung der Laube ist erforderlich. Postabonnenften i müssen die Nachsendung unter Beifügung von 50 Pf. in Marken mindestens 2 Tage vor der Abreise schriftlich bei der Zustell- Postanstalt beantragen X/ahImm Berlin SWAS, UndenstroBo 3 V OrWOrTS" VOrlO0 Fornapreeber Dönhoff 292-297 Maß« einsetzen. Man rechnet damit, daß die Wohlfahrtsämter da- durch mit rund 100 bis 150 Millionen Mark mehr belastet werden. Woher die Gemeinden, deren Fehlbeträge infolge der Wirt- schaftsnot für 1931 bereits auf 625 Millidnen geschätzt waren, die Mittel für die alten und neuen Lasten hernehmen sollen, bleibt ein Rätsel. Wohl werden durch die Notverordnung den Gemeinden Mittel zur Bersügung gestellt, allein nur unter bestimmten Voraus- setzungen, die im wesentlichen aus ein Anziehen der Kommunal. steuerschraube und ein« Senkung der Fürsorgelei st un- gen hinauslaufen. Die Gemeinden werden auf der einen Seite zur Durchführung unpopulärer Steuern verpflichtet. Bei den Verhandlungen über die Abänderung der Notverord- nung wird man an dieser unzulänglichen Regelung kaum vorüber- gehen können. Rotschrei der Tabakarbeiter. Durch Eteuergeseh und Notverordnung bedrängt. Di« beiden Tabakarbeiterverbände haben abermalz an die Neichsregierung das Ersuchen gerichtet, den durch das Tabak- steuergefetz geschädigten Arbeitskrästen die Sonderunter- stützung auch über den 1. Juli hinaus bestehen zu lassen. Für den Fall, daß eine Weitergewährung der Sonderunterstützung wirklich nicht mehr möglich sein sollte, wird die Reichsregierung gebeten, wenigstens den Tabakarbeitern, die bis zum 30. Juni Anspruch auf die Tabaksteuerunierstützung hatten, zunächst unter den bisherigen Voraussetzungen Arbeitslosenunterstützung zu geben. Die Verschärfung de? Arbeitslosigkeit unter den Tabokarbeitern ist nicht zuletzt ein« Folge des Tabakstsuergesetzes. Das Reich wärz daher hier zu besonderem Entgegenkommen verpflichtet. Den Ge- meinden fehlen die Mittel zur Hilfe. Was wird aus den Heimarbeiiern? Die Notverordnung macht sie vogelfrei. Durch die Notoerordnung vom S. Juni sind die Heim- a r b« i t e r und Hausgewerbetreibenden grundsätzlich aus der Arbeitslosenversicherung herausgenommen worden. Hunderttausenden in der Heimarbeit Beschäftigten wird durch dies« Maßnahme der Regierung indirekt empfohlen, sich den Unternehmern zu jeder Bedingung als Lohndrücker zur Verfügung zu stellen. Der gesetzliche Schutz der Tarifverträge wird zur Farce, das seit Jahrzehnten mühselig errungene Heimarbeitcrschutzgesetz praktisch außer Krast gesetzt. Aleiben die Heimarbeiter außerhalb der Arbeitslosenversicherung, so wird e» den Unternehmern ein leichtes sein, chr Spiel mit dem Lohirdruck erfolgreicher, als sie es bisher schon taten, fortzusetzen. Der Drang zum Leben wird die jedes Schutzes beraubten Heimarbeiter vielfach zu Schmutzkonkur- renten der Betrirbsarbeiter machen und die Folge ist die völlige Zerstörung eines geordneten Tarifvertrogswescns.' Das ist es, was die Unternehmer so sehnlichst herbeiwünschen. Der Deutsche Bekleidungs-Arbeitcrvcrband hatte schon in einer früheren Eingabe an die Brauns- Kommission vor der Durchführung solcher Gedankengänge gg. warnt, wie sie jetzt in der Notoerordnung zum Ausdruck kommen. All» Mahnungen und Warnungen sind bisher ungehört verhallt. Und doch muß noch vor der Verwirklichung dieser auf die Heim- arbeiter bezugnehmenden Bestimmungen der Nniverordnunz eine Aenderung eintreten, wenn größtes Unrecht und katastrophale Auswirkung in Zehntousenden von Hetmarbettersamilien und dar- über hinaus in tarifpolitffcher Hinsicht verhütet werden soll. Tritt vorerst«in« Aenderung der Notverordnung nicht ein. muß der Der- wallungsrat, dem durch die Notverordnung Vollmacht erteilt ist, über die Dorschläge, bestimmte Sakegoricn der Heimarbeiter in der Arbeitslosenversicherung zu belassen, baldigst entscheiden. In der Gemeinschaft mit den Arbeltnehmerverbänden de» Bekleidungsgewerbes christlicher und Hirsch-Dunckerjcher Richtung unter Einschluß des Rsichsverbandes für das Lohngewerbe(Zwischen- meister) hat der Deutsche Lekleidungs-Arbeiler-Verband bestimmte Vorschläge an den verwallungsrat der Arbeilslofenverstcherung gerichtet. Danach soll der Rahmen der der Versicherung unterstehenden Heimarbeiter mindestens auf den Umfang ausgedehnt werden, wie ihn die Verordnung über die Einschränkung der Arbeitslosenversiche- rung der Heimarbeiter vom 18. Oktober 1930 noch zuließ. �evolutionäre" Irreführung. Keine Erweröslosenverfammlung der Bühnenangestellten. Die Leitung der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen teilt uns mit: Für den 1. Juli ist von einem Erwerblosen-Ausschuß der Revolutionären Gewerkschaftsopposition ein« Erwerbslosen- Versammlung einberufen. Wir stellen dazu folgendes fest: Da es zurzeit keinen legalen Erwerbslosen-Ausfchuß der Genoffenschast Deutscher Bühnenangehörigen gibt, ist auch niemand berechtigt, sich so zu nennen. Es bleibt also als Einberuferin die Revolutionäre Gewerschaftsopposttion, deren Zwecke und Ziele aus ihrem Kampfe gegen die gesamten Geweikschasten deutlich ersichtlich sind. B e- s ch l ü s s e. die in dieser Versamlung gefaßt werden, können für die Leitung der Genossenschast Deutscher Bühnenangehörigen i n keiner Weise bindend sein. Die Entlassungsseuche. Die Friedrich- Alfred-H ütte in Dortmund entläßt zum 15. Juli 200 Arbeiter. Ferner haben 100 Angestellt« der Hütt« die Kündigung erhalten. Das Kaliwerk Aschersleben hat zum 1. August 60 0 Arbeitern der 700 Mann starken Belegschaft und vorsorglich 70 Angestellten zum 1. Januar gekündigt. Die Deschimax- A.-G. Weser sieht sich genötigt, zum 1. Juli 40 0 Angestellte mit längerer Bertragsdauer als 1 Monat vorsorglich zu kündigen. Eine Schließung der Werst kommt jedoch nicht in Frage. Die Medereinstellung der Angestellten bzw. ihr« Mchtentlassung hängt davon ab, ob es der A.-G. Weser gelingt, größere Aufträge hereinzubekommen. Polen baut seine Beamten ab. 15 OOO Staatsbeamte entlassen. Warschau, 30. Juni.(Eigenbericht.) Am Dienstag wurden im Zusammenhang mit der großen Spar- attion der polnischen Regierung etwa 15 000 polnische Staatsbeamte entlassen. Die polnischen Staatsbeamten haben inzwischen beschlossen. gegen die Kürzungs- und Entlaffungspolitik der Regierung„mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln" zu kämpfen und nötigen- falls auch nicht vor einem Streik zurückzuschrecken. In nächster Zeit sollen auch die Ministerien für Post, Agrarreform und öffent- lich« Arbeiten liquidiert werden. , Unternehmer geben noch nicht nach. fleae Derbanölangen im französischen Textilstreik. Pari». 30. Juni.(Eigenbericht.) Am Dienstag begonnen in Pari» unter dem Vorsitz de» Arbeits- Ministers neue Verhandlungen über die Deilegung des Streiks in der nordfranzösischen Textilindustrie. Die sozialistischen Gewerkschaften sind, wie I o u h a u x nach der ersten Unterredung mit dem Arbeitsminister erklärte, bereit, eventuell auf die Weiter- zahlung der Anwesenheitsprämie zu verzichten. Aber sie verlangen als Entgegenkommen eine Lohnerhöhung von etwa 2 Praz. Die Delegation der christlichen Gewerkschaften sprach sich im gleichen Sinne aus. Die Arbeitgeber scheinen aber noch nicht zu einem Eni- gegenkommen bereit, zu sein. Der Führer ihrer Abordnung erklärte. daß sie die Frage des Arbeitsministers, ob sie zu irgendwelchen Zu- geständniffen bereit seien, mit nein beantwortet hätten. Der Schiedsspruch für den Aachener Steinkohlenbergbau ist, wie nach der Verbinolichkeitserklärung des gleichen Schiedsspruches für das Ruhrgebiet vorauszusehen war, trotz des Widerspruchs her Unternehmer nach ergebnislosen Rachverhandliingen ebenfalls für verbinälich erklärt worden. Die Gesamtzahl der Arbelkslosen In Großbrifavnien war am 22. Juni 2 627 386. Dies bedeutet eine Zunahme um 6456 gegen die Vorwoche und«ine solche gegen das Vorjahr um 812044. Freie Gewerk schaftsIugenö Berlin t« um Zinz Uhr lopen die 8 nippen: Baumfchulcnmq,! Iuzenbhnm imfdwlemucg, Srnftftr. 16. Heimbesprochung:.Die'-Htdjtlinien der - REO."— Bicifiettkc: Sruppcnheim äßcitzenfM, Parfstr. 26. Heim- befprednrnfi.— HumBnlW: Iupenbhelm©raun, ffrfc?rrHin>zitrnhr. Heim. nefprcdping.— Rordring! Sihule Conncnbucser Str. 20. Heimbeüprechuna. Tegei: tzugenbbeim Tegel, Echrneberger Str. 4(erst um'20 Uhr). Heim- bf|ptctfmns. Buntes Villerle!.— Südmester.! Kreissvielahenb in Treptnrp. Wirte 6.— Flughafen:©rupoenheint Flnghafenftr. 6« fli- Bahnhof Robdin- Jttohc). Heiinbkspiechunz, Vorlesungen, üRufil unb©esang.— Neufiiilu: Jugendheim ReufBün. Sergftr. 29(Hof) Heimdesprechung, flabatett auf S&aU- Platten.— Schlllerparf: Schule Schiiningstr. 17. Heintbespredrung.— Spandau. Neustadt: Jugendheim Stnicnufec 1. Heimdesprechung.— Schönebeeg: Preis- fpietabcnb in Treptow, ffiirfc 6.— Jnjcnbfltnppc be»©csamtvetdandes, Fachgruppe©ärtnerei; Zugundheim©ewerfichaftsiiaus,„Ernste und heitere Episoden au» meinen Lehr, und©ehilfenjahren". Referent Fritz ftirschc. Iuqendgntppe des'Zentrolverbandes der Angestellten Heute find folgende Veranstaltungen:©csnndbruunen: Jugendheim SchBnstrMstr. 1, Di-enfston rodend:„Theater, Film und Radio",— Schönhnusee Dorstadt: Jugendheim der Schule Aastanienaüee Fl.„S®et Iahte Schünhauser Vorstadt."— Nordost: Wir besuchen die Bersammtung des Werbe. bezirls.— Reinickendorf: Jugendheim Lindauer Str. 2(Baracke). Liederabend. Leitung: Weihenberger.— Stralau: Jugendheim der Schule Sohlerstr. 61. Wir Üben neue Lieder.— Obersprre: Schul« in Niederichöneweide, Verliner Str.»1, Eingang HasselwerderstroHe. Arbeitsgemeinschaft:„Die Angestelltenbewcgung". Leiter: Hol».—»öpenia; Jugendheim Dahlwttzer 6tc. 15(Eaeansta't, am Bahnhof Äopeuick). Aibeifsgemeinschast:„Wie sollen wir wandern?" Leiter: Echaefrr.— NeilfSfla: Wir desudien die Bersammlung der WerbeoeeirfsP— Süboft: Jugendheim Wrangelstr. lif, Tazeeroirtischk Rundschau.— SBcncbctg: Jugendheim Hanptstr. 13(Hofgebäude, SachAnzimmet).„Ich fallt' in die Weit." Ebarfottenbueg: Wir besuchen die Versammlung des Wetbebesirfs.— Spandau: Wir befuchrn die Versammlung des Werbsbezirls.— Votsdam- Rowawr»: Aussprache:„Was bringt uns die neue Notverordnung?"— Panfaip. RiederfchBnhanse»! Wir besuchen br« Versammlung bes Werbebezirks.— Spott. abteüuug: Uedungsabend 20 Uhr in der städtischen Turnhalle Prinzettsitahe.— Spiele im Freien od 18 Uhr auf dem Sportplatz Friedrlchshatn. Zwisdisn 2 Zigaretten '-Tabletten Nazi-Banditentum. Ehemaliger SA-Mann halb totgeschlagen. Za der wilmersdorfer Straße wurde gestern abend ein ab- trüoniger SA.'Matm von seinen früheren„?g.s' übel zugerichtet. Als der Ueberfallene die Zlucht ergriff, um sich weiteren ZNißhand- lungen zu entziehen, wurden hinter ihm etwa acht Schüsse ab- gefeuert, die jedoch sämtlich ihr Ziel verfehlten. Der Ueberfallene ging gegen Uhr n« dem Verkehrslokal der Hatenkreuzler in der Wilmersdorfer Strohe vorüber, als er früheren„Kampfgenossen" direkt in die Arme lief. Der frühere SA.-Mann wurde sogleich verprügelt. Es gelang ihm, sich von seinen Gegnern zu befreien und davonzulaufen. Als das Ueber- fallllkomando erschien, waren die Täter verschwunden. Eine Waffen- durchsuchung des Nazilokals verlief ergebnislos. Eine Gruppe von etwa 80 Hakentreuzlern marschierte in den gestrigen Abendstunden lärmend und johlend die Hubertusallee in Richtung des Kurfürstendamms entlang. Als ein Polizeibeamter den Zug auflösen wollt«, wurde er von der Goebbelsbande ver- höhnt. Erst als das Fanfarensignal des anrückenden Ueberfall- kommandos ertönte, stoben die„Helden" nach allen Seiten ausein- ander und entkamen in den Seitenstraßen. Neubau der Wuhlebrücke in Köpenick. Die vorhandene hölzerne Wuhlebrücke im Zuge der Bies- dorfer Straße ist so baufällig, daß eine sofortige Erneuerung un- umgänglich ist. Die Brücke ist in einfachster Form hergestellt und mußte bereits, um ehren völligen Zusammenbruch zu verhüten, durch einen auf Pfählen gelagerten Hilfsträgcr provisorisch abgestützt werden. Trotzdem beträgt die Tragfähigkeit nur 3,1 Tonnen. Da die Biesdorfer Straße die einzige Zufahrt zu dem zwischen Wühle und Wuhlheide liegenden Wohnviertel von Köpenick bildet und eine Umleitung des Verkehrs völlig unmöglich ist, soll jetzt ein Neubau errichtet werden. Das neue Bauwerk soll in einer Breite von 12 Meter in Beton mit eingelagerten eisernen Trägern ausgeführt werden. Die Gesamtkosten betragen ISO 000 Mark. Der Magistrat hat dem Neubauprojekt zugestimmt mit der Maßgabe, daß die erforderlichen Mittel aus der von der Reichsbahn für die neue Mornimentenbrücke an die Stadt zu zahlende Ablösungssinmne von ruich 330 000 Mark bereitgestellt werden. Ailgemcine Weiterlage. attJuni Z93Z.abd». fcdg ,»"g f21 '' 0, /o fo« T OKtäüTSft woUanliKO heitET.tJ h»!b bedeckt •wolkig,•bedeekt-R�oc�Graupaki «SrfKi*ts)febe!,TGe�«@Wiid!itille Innerhalb der Kaltluft, die jetzt den größten Teil von Deutsch- land überflutet hat, hat sich über der Nordfee nach kräftigem Druck- anstieg ein Hochdruckgebiet ausgebildet. Das Wetter stand im ganzen Reiche am Dienstag unter feinem Einfluß, und auch am Mittwoch wird voraussichtlich das Hochdruckwetter bestehen bleiben, obwohl das Maximum von der Nordsee rasch ostwärts weiterzuwandern und ihm eine jetzt bei Irland befindliche Störung nachzufolgen scheint. Ivetterausjichten für Verlin: Heiter und wieder etwas wärmer, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche be- ständiges und heiteres Sommerwctter. Sport. Trabrennen zu Ruhleben am Dienslag, 30. Juni. Liudcn-Preis. 1. Pinie(0. Schmidt): 2. Querulant; 3. Huberia; 4. Adclbclm. Toto: 810; 10. Platz: 137, 13, 23 25; 10. F-ril-r liefen: Herz-As, Fustanclla, Ohlendorf, Landstreicher, Humorist, Prior, Gretel, KöniaSborn, Beta Lee. Alpen-Preis. 1. Ovation(F. Schmidt!; 2. Bielgeliebter; 3..derolb. Toto: 56: 10. Platz: 17, 27. 16: 10. Ferner liefen: Putte, Dattel, Cyklame, Turmfalke, Barbar, Ursula, Peter Rurmi. Natrium. Bäder-Preis. 1. Quebeck(Ch. Mills); 2. Charlie M.; 3. Bauco Dufsy. Toto: 24: 10. Play: 10, 10, 10: 10. Ferner liefen: Wilkcs, Harfen- «ädchen, Tolorit. Rubin. � Präsidenten-Preis. 1. Danlwart(ffh. MillS); 2. Adria: 3. Mimi B. Toto: öt: 10. Play: 15, 11: 10. Ferner liefen: Harvest Frisco, Saar Plaid. Ferien-Prei». 1. Litruv lFrömming): 2. Hestia: 3. Landjunker. Toto: 23: 10. Platz: 13, 13, 13: 10. Ferner liefen: Constantin Frisco, Nestor» Dornbusch, Heureka. Mavalene, Schoutmalebo, Orta WattS. Reife-Preis. 1. Arnim(Kruichof jr.); 2. Tizian; 3. Nerv. Toto! 13: 10. Platz: 13 13, 22: 10. Ferner liefen: Mötzlich, Paulinus, Eckstein, Dahlie, Britton. Sommer-Prels. 1. Herbstaster(Höhue); 2. Nordpol; 3. Chainpiquon; i_ Morgan. Toto: 72: 10. Platz: 15, 18, 20, IS: 10. Ferner liefen: Edelvrerster, Guy de Bai, Fahrenheil, Corte«, Satire, Palmetti, Lord Fordes, Mai;.«luter, Bicar, Biedermann so. Ä.), Harsnerin, Siegesabler, FafchinoSmödel, Einsiedler, Lustiges Mädchen. Ultimo-R-nnen. 1. Dialog lP. Finn); 2. Diane: 3. Fasan: 4. Krieger. Toto: 45:10. Platz: 11. 12, 12, 12:. 10. Ferner liefen: Florine, Bcr- schwcndcr, Dominante, Felicitas. Intervall, Witzbold, Margaret«, Quäker, Tonia. Wiederjohen-Rennen. 1. Nörgler SB 63, Sinbenftcatze 3, parieinachrichten für Groß-Berlin fiel«»» bu«e|irt»(efretfltloi t. Hof, 2 Steevem recht», zu richte» Erweiterter Bezirksvorstand. Sitzung des Erweilerken Bezirksvorstandes am Freitag, Z. Zuli, pünktlich IS Uhr. im Sitzungssaal des Bezirksverbandes. Hindensir. Z. 2. hos, 2 Treppen. «- Beginn allen Veranstaltungen 1 914 Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Heule. ZNitkwoch. 1. Juli: t.«reis. H-ckescher Löf, Rosrntholer Str. 4»-4t,«re>«mitglieteroers-mm. l-ug. Seich«uttuee, R. b. S.:.gue politische- tagt". Vtz»e Ritglied». buch keiu Autritt. 13l. Übt. Zusaimnenrunft de« Borstaudez B lächerst r. H denn Genossen Buch. roeiu, zwecks Grttnduug der Arbeitogemeinschost junger Parteigenossen. 14»«. Abt. 20 Uhr bei Heese, Berliner Str. 70, Sitzung oster Funktionäre. Morgen. Donnerstag, 2. Juli: s. Abt. Di- Bezirlsführer müssen bis spätestens Tonnerstoz mit dem Kassierer abrechnen. 20. Abt. 20 Uhr bei Stenzel. Schweden str. IZ, Ausspracheabend:„Faschisnus". 33. Abt. Zsunltionärfltzung bei Roiak, Bepmestr. 8. t>7. Abt. Funkt ionärsttzmu, bei Siewert, Kant. Ecke Echillerstratze. IZS. Abt. 18 Uhr Borstandssitzung, 20 Uhr Fuicktionärfitzung im Türkischen gelt, Pankow, Breite Str. 14. Fraueuveranslallungen. 123. Abt. Heute, Mtttwvch, 1. Juli, im Lokal.Plägerhoim", Kaulsdorf-Süd, Kaffeekochen. Abmarsch IZ Uhr rom Lokal Escherich. 123s. Abt. Heute, Mittwoch. 1. guli, im Lokal„Irigerheiur". Faurilientaffee. kockzen, Kinderspiele. Die Genossen sind ebenfalls eingeladen. 137. Abt. Donnerstag, Z. Juli, 20 Uhr, im Bollohauo, Gcharnwrberftr. 114, wichtige Funktionärinuensitzunz. Bczirksausschusz für Arbeikerwohlfahrt. 13. Krei». Arbeiterwohlfohrt>md Frauenobteilung: Donnerstag, 9. Anli, Dampferfabr: nach Ziegenhals. Abfahrt 0 Uhr Schillingd rücke. Die Karten sind bei allen Funktionären-u haben. Fahrpreis hin und zurück 80 Pk. Erwerbs- lose Genossen frei. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. ZelilagerhelfersiZunq findet nicht heute, siondern moigen, 2« Uhr, im Bor- trag»s aal der Partei statt. Krei» Ritte: Abstrichvoruahme. Treffen Utzj Uhr vor dem Hause Magazin- strasie 0-7. Krei» Friedrich»haia! Wir gaben in Fredersdorf in Prwatguartirr. Krei» Neukölln: Abstrichpornahme. Ab 11 Uhr Ratbaus, Zimmer S0S. Letzter Abrechnungstag heute ob 18 Uhr Baracke«onghoferftrasie. Sonnabend. 4. Juli, Fahrt für Jung, und Rotlalken nach Siangenhagen. Treffen IZ Uhr Bhf. Her. mannstratze. Unkosten 1 M. Sterbetafel der Groß«Berliner Partei« Organisation 42. Abt. Am Montag, 29. Juni, verstarb die Frau unsere» Genossen Paul Löschner. Ehre ihrem Andenken I Einäscherung Freitag, Z. Juli, 18 Uhr, im Krematorium Grrichtstratze. Dir bitten um rege Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendunarn für dixfr Rubrik nur an das Zuarndleirrtari« Ztrrlln HW 08. tilndenttroA.- z Die Eqmpathieplaletten sind sofort nach Berkauf von den Gruppen abzu. rechnen. Ebenso müssen die Sonnenwendkarten abgerechnet werden. GEG.: Heute 20 Uhr Funktionärversamntlung, Heim Lindenstr. 4, vorn 1 Tr. Abteilungsmiigliederversammlungen heule. Miklwoch, IS Uhr: Gesundbrunnen U: Christianliastr. 38.— Ersundbrunucn, R. F.: Eoten» burger Straße.— Lichtenrade: Rvenfiraße.— Adlershos: Bismarckstr. t.-- Bnhnsdsrs: Wochtelstr. 1.— Fallenberg: Gutohof.— Zrirbrickshagen: Friedrich. straße 87.— Friedrichsselde: Euulerstr. 44.— Lichtenberg Mitte: Scharnweber. straße 20.— Pantoni, R. F.: Kissingenstr. 48.— RenlZlln II: Treffpunkt zum Werben 18', i Uhr beim Genossen Itlole. Weste»! Genthiner Str. 17:„Politische Satire".— Falkplatz Ii Treffpunkt zur Demonstration Uhr„Rote Ecke".— Warschauer Piertel, R. F.: Treff. Punkt zur Demonstratien 18' e Uhr Sportpsotz Friedrichshai».— Süden: Porck- straße 11: Funttionärversammlung.— Knrlshnrsi: 18 Uhr Etadtpark Lichten. berg. Besueh des Werveabends der FTGB.— Lichtenberg-Nord: Treffpunkt znr Demonstration 41% Uhr Holteiplatz.— Lichtenberg. Nordwest: Treffpunkt 17 Uhr zur Beteiligung am Sportfest im Sladtpoek. Werbebezir Tiergarten: Gemeinsame Sitzuna der Werbe. Fest, und Franko furtausschüsie 10 Uhr beim Genossen Schlegel, Iagowstr. 4d.— Morgen W.-D.» Borstandssitzung ebendort. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Alle Genossen in Falientracht mit Fahnen und Wimpel I O'ch Uhr Sportplatz Friedrichshain. Werbebezirk Lichtenberg: 17 Uhr Treffen zum Sportkartell-Werbefest vor der Fngendbsthne. Nachzügler Stadtpark an der Parkaue. Die Bildbestellung vom Zeltlager müssen umgehend zurückgegeben werden. Werbebezirk Reukölln: Zusammenkunft der Abteilungsleiter 18 Uhr Gang- Haferstraße. Sprechstunde von 17'ch— IS'O Uhr ebendort.— Eprechchorprobe 1054 Uhr Kanner Straße. Werbebezirke Mitte, Osten, Oderspree und Lichtenberg: Zum Iugendtag am 4.?. Juli in Petershagen müssen alle Burschen Trinkbecher und Decken mit- bringen. Vorträge, Vereins und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelte: Berlin C 14. Eebastianstr 37—38 Hol 2. 5t. Mittwoch, 1. Zuli. Mitte, 1. Kameradschaft: 20 Uhr Antreten bei Spiegel, Ackerstr. 1. Zivil. Pflichtveranstalwng. Fahrt Nack» Eorau oder Berlinchen findet nicht statt. Tiergarten, 1. Kameradschaft: 20 Uhr Mit- gliederversammlung bei Schmidt. Wielefftraße. Friedrichshain sZungbanner): 10 Uhr Pflichtantreten in Bundeskleidung szrünes Hemd, blane Mütze) auf dem Sportplatz Friedrichshain. Ehaelattenbnrg, Kameradschaft Spree: Mitglieder, Versammlung bei Bode. Kaiserin-Augusta-Allee 02. Pankow sOrlsverein): 19 Uhr Sitzung des Nachrichtendienstes und der Radfahrer bei Neumann, Pankow. Mendelftr. 17. A',4 Uhr im gleichen Lokal Zug. und Gruppenfüheer, besprechung. Bernau: 1014 Uhr Antreten im Vereinslokal zum Uebnngsabend. Ausmarfch.— Donnerstag. 2. Juli. Pankow lOrtsverein): 20 Uhr Leseabend für Tlieaterltück zur Bersossungsfeier im Lokal Wolfsschlucht. Rirderschänhaulen, Treskow- Ecke Blücherstraße.— Freitag, z. Juli. Kreuzberg, gua I: 20 Uhr Mit- gliederversarnmlung bej Eeehal. Willibald-Alexis-Elr. 6 Weißensee(Orte- verein): 20 Uhr Mitgliederversammlung im Berliner Hos. technische Fuuk- tionäre 10 Uhr.-Abteilung II: Turnhalle Wörthstroße, Weißensee.— Voranzeige! Tiergarten, 2. Kameradschaft: Sanntag. 12. Juli. Damplerfahrt noch Hohen. neuendorf. Fahrpreis 1 W.> Karten bei den Funktionären erhältlich. G Reichsbnnd der KeiegsbesS>nd!gj»n. Kriegsteiluehwrr und Kricgerhinter, bliebeueu, Gau Berlin, Bezirk Osten V. Mittwoch, 1. Fuli, 20 Uhr, Mitglieder- Versammlung, Schmidts Gesellschastshau», Feuchtste. 36a. Soclallsta Eäp-ranto Afocin, Ni leunvenos nin venontan renckreckon en Meial'arbelter- Verbandsheim, Eingang Elsasser Str., Zimmer i. Temo-. „kial Esperanto". Komencon:>e20 vesp. Dimancon 5 7. veturado al Fänger. See. 1|',7 renkontigo Bhf. Strausberg. [.ongfellnw Englith Dehating Club. Mittwoch, 70 Uhr, 7ahnärrtchaus. Bülowstr 104, Cultmannsaal Mr. J. Bulman Smith, M. A;„The Magic of Memory" Grati«, Sparkassenbücher. Eine höchst willkommen« Einrichtung, besonder» in heuriger Zeit, hat die bestens bekannte Firma H. Joseph u. Co., Zieukölln, Berliner Str. 51— 55, getroffen, indem sie den Kindern ihrer Kunden de: Einkäufen jeweils Mittwochs, am Kiitdertag, kostenlos Sparkassenbücher ein- richtck. An diesem Tage werden auf alle Einkäufe Spargutscheine verabfolgt, welche ran der Sparkaße der Stadt Berlin und ihren sämtlichen Geschäftsstellen zur Einrichtung eines Kindersparbuches in Zahlung genommen werden. Aus- kunft erteilen alle Kassen des Warenhauses H. Joseph u. Co., Neukölln. Hierdurch, erfülle ich die traurige Pfticht, allen Freunden und De- kannten von dem Ableben desst4 Jahre alten Putzer« Augnsl Mannes Dtedenhofener Straße 5 Kenntnis zu geben. v. Hahn Wörther Straße 15. Die Einäscherung findet am Donners- tag, dem i Juli. 19>/- Uhr. Im Krematorium Seeichtstraße statt. Beim Hinscheiden vteinez lieben Maeines mmm Gicsholl find mir von den Genossen und den Freunden de« Verstorbenen so zahl» reiche Beweise der Anteilnahme zu- gegangen, daß ich ntchl jedem per- jönlich zu danken vermag. Ich bitte, aus diesem Wege meinen herzlichen Dank abstatten zu dürfen. Frau Emma Gieshoil. DMnlletaMeltei-VeM kMwoS. BetriebsrSle! Die Beirtedsräte-Zeitschrist Nr. tZ ist erschienen und kann gegen Parzeigung der Legitimalionskarte de» Betriebsrats. Od- Mannes im Verdanvshause, Zimmer j täglich bis« Uhr. Freilag, bi» 7 entnommen werden. Die OrttrerwaUnnS- r Uhr, Schwerhörige Deren solort wiecer mit dem tr tltli c» empfohlenen OBieuui- AUDsra-«ppabat au aeuesicm UlelnUOrert — Noch Besseres gibt es nicht!— Dnisd» Akustik Gesellsdiait ab.B. Aclttste u. führende Speriaifabrlk Verkauf u. Vorführung: Beriin-Wlimersder!, WMistr, 43 Sin.. Kiouerstr. 44. cing. Orur.erstr. Ktin:cHendbOi-ost, Bnenzer str. 4 Verl- Sie Hauptkatalog 16 kostenlos! Auf Wunsch 2ahlungserleichterung KUHDER In fünf Seri Das bedeutet mehr als ein alltäglicher Kleider-Verkauf. Das bedeutet selbst im Rahmen der bei uns gewohnten Preise eine einmalige wirkliche Gelegenheit schönste, modernste Kleider wirklich spottbillig zu kaufen.(Auch zur Reise!) Am I.Juli geht's losl Serie BT 14 Oranienstr.40 Am Oranienplatz Chausseestr. 113 KönigstraBe 33 leim s Ut 1 1»«x Eilmbol Am BttinltAlotneerrH«U C&A brenninkmeyer »toehdniA Wo« oad BU4 Kichoia) dCarl von Jlshmi: f llK i. .Leunst du Polly?" fragt Anno. ..Rein.' „Woher kennst du sie?" „3ch kenne sie nichll' sage ich ihr. „Wer hat sie dir vorgestellt?" „Ich kenne sie nicht!" rufe ich. „Und wie findest du sie?" ..Ich kenne sie nicht", brülle ich wie«in Kessel, während er gerade in die Luft fliegt,— da die Sache schon seit einer vollen Stunde in dieser Weise weitergeht. Anna sieht mich verwundert an. „Warum bist du so nervös?" „Weil du so fürchterlich viele Fragen stellst!" „Ich stelle Fragen? Frage ich denn so viel? Was frage ich denn?" „Nichts!" „Warum bist du dann so nervös?" usw. 2. Zwei Jahre lebten wir glücklich miteinander. Sie fragte, ich antwortete. Sie ist ein schwarzäugiges, biegsames Mädchen.— mehr weiß ich nicht über sie, denn sie ist ja erst feit zwei Jahren meine Frau. Nach zwei Iahren mußten wir einsehen, daß man vom Frage- und Antwortspicl allein nicht leben könne. Ich mußt« mich nach einer Stelle umsehen, und nach langem Suchen fand ich auch einen entsprechenden Posten. Ich erstattete Anna Bericht darüber. Sie hob ihren matten Blick oerträumt zu mir empor. „Wie siebt denn dein neuer Chef aus?" „Ich habe ihn noch nicht gesehen!" „Ist er groß? Klein? Jung? Ali?" „Ich habe ihn noch nicht gesehen!" „War er nett zu dir?" „Ich habe ihn doch noch nicht gesehen!" „Warum bist du denn so nervös?" „Weil du schon wieder so viel fragst. Begreife doch,— ich Hab« ihn doch noch nicht gesehen!" „Wen denn?" „Meinen neuen Chef." „Wie sieht er denn aus?" „Ueberhaupt nicht!" brüllte ich. „chast du ihn denn noch nicht gesehen?" „Ich war doch heute zum ersten Male dort, Schatz. Sieh' doch ein, daß ich ihn noch gar nicht habe sehen können." „Wen denn?!"— usw. 3. Die Sache verhiett sich nämlich so, daß Anna nur ihr« eigenen Fragen hörte. Nur, was sie fragte, hatte für sie Interesie, die Antwort kümmerte sie nicht weiter Infolgedesien war sie unmöglich zu befriedigen. Zum Beispiel: Sie fragte, wie hoch der Eiffelturm sei. Um weiteren Fragen vorzubeugen, erklärte ich ihr ausführlich: er sei so und so hoch, erbaut von dem und dem, wiege so und so viel, so und so viele Aufzüge führten hinauf, wurde in dem und dem Jahre errichtet, beherrscht eine Aussicht von so und so viel Meilen. Sie blickt mich mißvergnügt an und fragt:„Ist er aus Eisen?"—„Ja. aus Eisen."—„Das Ganze?"—„Jawohl, das Lanze."—„Auch unten?"—„Jawohl, auch unten." Oben auch. Links. Rechts. In der Mitte. Nein, Innen. Ja. Außen. Born nein. Hinten ja. Oben unten. „Warium bist du so nervös?" „Well' du so viel?' Fragen stellst." „Macht dich das nervös?"— wundert sie sich. „Jawohl!" „Warum macht dich das nervös?" „Ach, nur so!" „Warum gibst du denn keine ordentliche Antwort?" „Well ich nicht so viel antworten kann, als du fragst." „Soll ich weniger fragen?" „Ja, sei so gut!" Warum denn?— usw.— Macht es dich vielleicht nervös?— und so fort. 4. Was doch unser schönes Winterwochenende für ein böses End« nahm! Wir setzten uns ins Auto, und oben in den Bergen banden wir uns die Skier auf. Mit roten Wangen liefen wir über den Schnee. Zum Schluß aber lag ich da und hatte das Bein gebrochen. Das wäre aber noch kein Malheur gewesen. Nur Annas Mitleid tat sich in einer schrecklichen Form kund. Sie beugte sich über mich: „Tut es weh?" fragte sie.—„Ja", antwortete ich.„Tut es sehr weh?"—„Ja, sehr."—„Wo tut es denn weh?"—„Hier."— „Wie tut es denn weh?"—„Danke, gut."—„Warum bist du denn so nervös?"—„Sonderbar, ich weiß es selbst nicht."—„Was weißt du nicht?—„Ich weih nicht."— Was weiht du nicht, was du nicht weißt?"—„Ja," stöhnte ich vor Schmerzen.,„jawohl. laß es dir gesagt sein, ich weiß nicht, was ich nicht weiß!"—„Ja, was willst du denn damit sagen?!" fragte sie mit ausrichtigem Interesse. Ich blickte sie an. Durchdringend und vorwurfsvoll. Und ich sprach: „Ich antworte nicht." „Du antwortest nicht?! Aber Liebling, habe ich dich denn etwas gefragt?" „Nein! Ach. gewiß hast du nichts gefragt." „Ja warum sagst du denn dann, daß du nicht antwortest?!" „Ich habe doch gar nicht gesagt, dah ich nicht antworte." „Ja, was hast du denn gesagt?" „Nichts!" „Ja, warum sagst du denn nichts? Tut dir etwas weh?" „Ja. Denke dir, ich habe dos Bein gebrochen!"— usw. 5. Die Außenwelt hat für sie kein Interesse. Nur die in ihr gährende, mechanische, foule Neugier. Sie selbst merkt nichts, nur durch die Vermittlung eines anderen. Im Kino fragt sie, wie draußen das Wetter sei, mittags fragt sie, was sie zum Abend kochen solle, abends fragt sie, ob das Mittagessen geschmeckt habe Merkt sie mir aber die prölinnnären Symptome eines Neroenchocks an, kommt sie zur Besinnung. Schließlich und endlich haben wir ja au» Liebe geheiratet. Liebst du mich? Ich liebe dich. Sehr? Sehr. Ewig? Ewig. Hast du mich auch wirklich lieb? Ich habe dich wirklich lieb. Hast du mich auch w. sehr l.? Ich habe dich w. s. l. H. d. m. ewig l.? Ich h. d. e. l Einen Augenblick zaudert sie, dann kommt die Frage: „Warum�" Warum, ja mein Gott, warum? Weil ich ein Mann bin und sie eine Frau Weil mein Naturell zur Lieb« neigt, sie aber liebens- würdig ist. Weil einmal eins eins ist. Weil das erste Menschen- paar Adam und Eva dieß. und weil Vertkold Schmor; mit Fug und Recht so tat, als hätte er das Schießpulocr erfunden. Verstehst du wohl, Schatz? Wie du siehst, lieb« ich dich,— ich liebe dich, ich Heb« dich, ich muß dich lirben, sonst zersxriuge ich mm Wut, Haß. f Anna fragt... Ekel und Abneigung, du elendes Frauenzimmer, ich liebe dich, frag' aber nicht, warum. „Sagtest du etwas?" fragt sie. „Rein!" „Warum nicht?" „Ach. bloß so." „Warum denn bloß so?" usw. «. Die letzten Monate meines Lebens verbrachte ich mit Anna in Italien. Noch einmal loderten in mir Jugend, Liebe, Lebenslust auf. Anna fragte mit erneuter Elastizität. Warum die Grotte zu Capri blau sei und wenn sie aus demselben Grunde blau sei, wie der Himmel, warum dann die Tinte blau sei? Und welche Farbe hatte die Füllfedertint« in Zuzus Feder vergangenes Jahr? Und warum die Füllfedertiute mitunter blau fei? Ich könnt; ihr nicht mehr böse sein. Verschleierten Auges starrte ich auf das Meer, worauf die kleinen, unaufhaltsamen Wellen sich meinen Gedanken gleich kräusettcn,— als Anna sich zu mir wandte: „Sag mal Schatz," sprach sie ernsthaft,„was ist der Sinn des Lebens?" „Ich weiß es nicht, Liebling. Frage nicht noch solchen Dingen." „Aber sieh mal." sagte sie.„ich will heute nichts mehr fragen. Bloß das eine möchte ich wissen. Was ist der Sinn des Lebens? Was ist das Geheimnis, das hinter den Dingen steckt?" „Ja." „Du antwortest nicht?? Du willst nicht antworten?! Du hast Geheimnisie vor mir?" „Nein." „Warum nicht?!" Sie flehte mich an, ihr zu antworten. Die Aermst« stellt« sechzig Fragen, um auf die«ine Antwort zu bekommen. Bloß auf die eine Frage: Was der Sinn des Lebens sei? Bloß die eine Kleinigkeit. Wer ich antwortete nicht. Mir hatte man auch nicht geantwortet, als ich in der Schule danach fragte. 7. Endlich war auch das vorüber. Als ich gestorben war, schrie Anna auf: „Was ist mit dir geschehen?!" Sie warf sich über die Bahre. Und sie schluchzte, schüttelte mich, fragte, schüttelte, fragte, fragte, fragte. Ich gab keine Antwort. Es war ein unerhört angenehmes Ge- fichl, zu wissen, daß man nicht antworten konnte, well man tot war. Schwedifche Marbacka ist ein schwedischer Herrensitz, auf dem vor etlichen Jahrzehnten ein kleines Mädchen aufwuchs, das mit sieben Iahren, als es ein schönes Buch las, den Entschluß faßte, später, wenn es erwachsen sei, selber Bücher zu schreiben. Sie hat das dann wirklich getan und tut es immer noch, und aus der kleinen Selms vom Marbacka-Hof ist die große Selms Lagerlös geworden, die jetzt ihren Fremden in aller Well einen Bericht„51 u s meinen Kindertagen" vorlegt(deutsch bei Albert Langen. München?. Man versteht die. Romane der Lagerlöf bester, wenn man das Buch kennt; man begreift, daß für ein Kind, das in dieser Welt von Marbacka groß wurde, Phantasie und Wirklichkeit eine einheitliche Kraft darstellen, dix das Peben der Menschen gestallet. Marbacka ist schwer'von Erinnerungen. Denn es»st von dem Tag an, wo sich Menschen darauf niedergelassen chaben, nie verkauft, sondern immer nur vererbt worden. Und wenn auch der Leutnant Lagerlöf, der Vater der kleinen Selma, schon manche Veränderung an dem 5)o fe vorgenommen hat, so gibt es im Hause doch einen Raum, von dem alle Leute sagen, daß hier das alte Marbacka noch deutlich wiederzuerkennen sei. Das ist die neben der Küche gelegene Stube von Tante Lovisa. Da steht die große Bettstatt, in der Großvater und Großmutter schliefen und die Tante Lovisa noch ihrem Tode geerbt hat. Hier ist die alte große Standuhr in ihrem hohen Ge- häus«, und hier steht Großmutters schöne Schreibkommod«, die der ausgezeichnete Tischler in Askersby aus dem Holz der alten Apfel- und Fliederbäume zusammengeschreinert hat. Den Ueberzug des Sophas hat Großmutter mit ihren eigenen Händen gewebt, und das merkwürdige Muster hat sie von Tante Werrevit gelernt, die mit Großmutters Bruder verheiratet war. Der Stuhl, auf dem Tante Lovisa sitzt, ist Großvaters eigener Schreibtischstuhl, und Tantes Spiegel, der auf der Kommode steht und mit einem Schleier bedeckt ist, ist auch-in Askersby verfertigt worden. Aber die großen, urnen- förmigen, hölzernen Kruken, die zu beiden Seiten des Spiegels stehen und mit trockncnen Rosenblättern gefüllt sind, hat Tante Lovisa in Valsäter aus einer Auktion erstanden: dort hatte Schwester Anna, die mit Onkel Wachenfeldt oerheiratet war, ihr 5)eim. Bon nichts hier in der Küchenstube würde sich Tante Lovisa lieber trennen, als von dem schwarzen Aufsatz über der Kellertreppe; ober wenn Pater davon redet, daß er ihn wegnehmen lasten wolle, dann sagt Tante Lovisa doch, es sei am besten, er bliebe da, wo er sei, weil er alt sei, und sie würde sich in ihrem eigenen Zimmer nicht mehr auskennen, wenn er nicht mehr da wäre. Drüben am Fenster stehen die drei mit großen rosaroten Blüten übersäten Oleanderbäume, und an der Wand hängt ein kleines Bücherbord, wo nur gerade das Gesangbuch und das neue Testament und„Die christliche Liebe" von Iohan Michael Lindblad Platz haben, sowie auch das dicke Buch, aus dem Lande Lovisa lernte, als sie in Amol in Pension war. Darin ist alles, was man von Französisch und Geographie und schwedischer Geschichte und Weltgeschichte und Naturgeschichte und Hausholtsiihrung zu wissen brauchte, in einem und demselben Bond zusommengesaßt." Tante Lovisa hat unter dem Deckel ihre« Nähkorbes immer einen Roman liegen. Den liest auch die kleine zehnjährig« Selms helmlich mit. wenn man ihn ihr nicht gerade an der spannendsten Stelle weg- nimmt, wie den mit dem schönen Titel„Die weißgekleidete Frau". Aber eines Tages hoben all« diese Bücher vor ihr Ruhe. Selma liest die Bibel. Sie schenkt sich kein Wort, liest oll« Stammbäum« und oll« Gesetze und alles über die Opfer und die Stistshütte und über das Gewand des Hohenpriesters. Selms erfüllt«in Gelübde. Der geliebte Vater ist todkrank, und Selma hat nicht in lautem Gebet mtt den anderen um sein Leben bitten können. Di« Mutter erwartete es von ihr: aber kein Wort kam über die Lippen des Kindes. Und nun fürchtet die Zehnjährige, daß ihr der strafende Gott den Vater nehmen wird, und als die alte Haushälterin sagt, die Bibel sei besser als alle Doktoren und Medikamente der Welt, beschließt das Kind, sie von Anfang bis zu Ende zu lesen, um den Vater zu retten. Sie weiß aus Märchen, daß solche Taten nur wirksam sind, wenn sie in Heimlichkeit vollbracht werden. Nun. liest sie in hellen Sommer- nöchten, am frühen Morgen, oder an Feiertagen, wenn die anderen weite Spaziergänge mqcheu. d'e für ibren labmen Fuß. den auch d'e Heilgymnastik in Stockholm nicht völlig kurieren tonnte, zu an- strengend wären. Eines Tages ab«-> ße ifl jchov bei der Ogentanng Johannis angelangt— hört sie, daß die Eltern über ihr Bkbeklesen fprecheu, und die Mutter, die das Motiv zu dieser settsamen Lektüre ahnt, es auch den Vater verrät. Selma ist traurig: nun hat ihr Gelübde sei« Kraft verloren. Sie rührt die Bibel nicht mehr an. Der Vater war zwar längst wieder vom Krankenbett auf- gestanden; doch ganz gesund wurde er nie wieder. Er bringt nicht mehr die Kräfte zu rechtem Schassen aus; aber noch immer ist Mar- backa ein gastfreies Haus, in dem sich viel« Freunde einfinden, manche, um deren Leben sich sellsame Episoden wie geheimnisvolle Sagen ranken, und die selber sehr gut zum Mittelpunkt solcher phan- tasttschen Geschichten passem Selma wächst in dieser Welt aus. die so durchslochten ist von Unwirklichkeiten, und m der das Leben dabei doch kraftvoll und wirklichkeitsbewuht flutet. Man lacht und liebt und trinkt und trauert, die Kinder gehen auf Bälle, die hübschen amüsieren sich, und die kleine lahm« Selma bleibt Mauerblümchen, und in den herrlichen langen Wintern läuft man Schlittschuhe und rodelt. Einmal sind vierzig Grad Kälte. Das Quecksilber im Thermo- meter ist eingefroren. Auch die Erwachsenen können sich nicht er- innern, je so grimmigen Frost erlebt zu haben. Es gibt kein weiches Brot zum Frühstück und keine Butter; denn alles ist steinhart. Die Zimmer mit ihren großen Kachelösen und den bunten Flickenteppichen auf dem Fußboden, in denen es sonst so behaglich ist, lassen sich nicht erwärmen. Die Kinder möchten gern ins Freie, um zu wissen, wie es bei vierzig Grad Kälte ist; aber sie dürfen nicht heraus. Das eiserne Schloß an der Haustür kann nicht mit der bloßen Hand berührt werden, weil die Kälte sonst die Haut verbrennt. Auf diesem Marbacka-Hof konnte die klein« Selma Welt und Menschen stärker und geheimnisvoller erleben, als es ihr an irgend- einem anderen Orte möglich gewesen wäre. Und ohne diese Jugend in Marbacka wäre Gösta Berling, das Buch, das den Dichterruhm der Lagerlöf zuerst in die Well trug, wohl schwerlich entstanden. Trade E. Schuir. ItithelmXennemann: „Ich lasse den Herrn bitten!" befiehll Exzellenz, der Leiter einez großen vaterländischen Dachoerbanoes. Ein junger Mann tritt in die von dem Diener geöffnete Tür. Verbeugt sich. Steht: schlank und elecant, Bügelfalte an der Schnur gezogen. Exzellenz erhebt sich hinter dem Schreibtisch:„Sie haben sich um die Stelle eines Geschäftsführers beworben. Darf ich um Ihre Papiere bitten!" „Die hatte ich Eurer Exzellenz bereits eingereicht". Exzellenz blättert in einer Mappe:„Ich setze voraus, daß Sie Offizier waren! Auch im Felde gewesen!" „Jawohl, Exzellenz. Feld-Artillerie-Regiment..„ zuletzt Ausbildungskommando in der Etappe!" Exzellenz sucht nervös in einer Mappe. Er klemmt ein Monokel ein...„Wer ich möchte gleich vorausschicken: Große Hoffnungen kann ich Ihnen nicht machen. Außerdem habe ich allein ja auch nicht zu entscheiden. Die Kommission ist bereits ziemlich zwingende Berbindungen mit einem Herrn eingegangen, der über außer- ordenttiche Erfahnrncen auf dem Gebiete der Organisation und, was gerade für uns van sehr großer Bedeutung ist, über weit- gehende politische und gesellschaftliche Verbindungen verfügt!" Exzellenz blättert; das Monokel entfällt dem Auge, Er setzt es wieder ein. „In dem Falle bitte ich Exzellenz, sich nicht weiter zu bemühen. Meine Bewerbung dürste dann hinfällig sein!" Exzellenz hält dos Monokel, das, obwohl«s mit Krücke und Oese vexsehen. ist, dennoch zwischen seinen greisen Muskeln keinen 5)alt mehr findet,.yiit spitzem� Fing?? iest.� Mit. der andern Hand blättert er.„Da habe ich Ihr Gesuch!" Die'Hand läßt das Monokel los, um die Blätter aus der Mappe zu heben.. Da springt dos eigensinniee Glas abermals aus dem Auge auf den Schreibtisch, benutzt den als Sprungbrett und saust auf den Teppich. Sogleich geht aber auch der höfliche junge Mann in Knie- beuge. Dabei greift er in die Westentasche, entninimt ihr ein Etwas und fährt damit ins Auge. Ein Monokel ist's, ein blankes, glattes Monokel! Jetzt hat er auch den Flüchtling auf dem Teppich entdeckt. Er überreicht ihn Exzellenz. Steht. Das Monokel im Auge, als müsse das so sein! Glas sitzt wie eingegossen. Exzellenz schaut auf, hebt sein Glas wie ein« Lorenette vors Auge... Di« beiden Monokel schauen einander an. Aus den Gläsern strahlen Lichtbüschel und ziehen blitzende Bänder von Auge zu Auge. Bilden eine Brück« raschen Verständnisses und Sich-Findens. Alte Bilder tauchen auf... „Sie sind in der Etappe gewesen!" „Jawohl, Exzellenz, seit 15!" Unwillkürlich fahren die Hacken zusammen. Das Glas zittert nicht. Es funkelt hettig. Magische Kräfte gehen von ihm aus. Streicheln die alte Exzellenz wie mit Kinderhänden. Der alte Herr schaut wahlwollend auf das sprühend« Glas.„Tragen Sie stets Monokel?" „Seit lSiä, Exzellenz!" „Auch bei der Arbeit?" „Wenn ich darf: ja!" Exzellenz lächett geheimnisvoll:„Sie dürfen!" Der Besucher, in witternder Freude:„Sie geben mir Hoffnung. Exzellenz?" „Ich habe Ihnen ja bereits gesagt, daß ich allein nicht zu ent- scheiden habe. Was mich selbst anbetrifft... Sie lverden von mir hören!" Noch einmal tauchen die beiden Monokel grüßend ineinander. Nach acht Tagen hält der Bewerber sein Anstellungsschreiben in Händen. Liebkosend und dankbar streicht er über sein Monokel. Giftiges holz. Es ist bekannt, daß verschiedene Metalle bei den Menschen, die mit ihnen herumhantieren müssen, Erkrankungen her- vorrufen können. So kommen z. B. bei den Setzen» in Buchdrucke- reien, die täglich zahllose Bleibuchstaben in die 5)ond nehmen, häusig BUioerc.istunqcn vor. Weniger bekannt ist ober, daß es auch giüigcs 5>olz gibt, z. B. das südafrikanisch« Buchsbaum- und das australische Moah-5)olz. Viele dieser ausländischen 5?nlzarten werden wegen ihrer Schönheit bei uns eingeführt und zu den verschiedensten Zwecken, zu Kirnst möbeln, Täfelungen usw. verwendet. Tischler, die sich mit der Verarbeitung dieser Hölzer beschäftigen, wurden ver- schiedenttich krank, erlitten Lähmungen usw., ohne daß anfangs die Ursache ergründet»erben konnte. Erst die Untersuchung der Holz- arten, mit deren Verarbeitung die Erkrankten sich zuletzt beschäf- tigten, hat ergeben, daß die Erkrankungen auf teilweise recht giftige Alkaloide zurückzuführen waren, die diese Hölzer enthielten. Die wichtigsten Länder sür den Teeanbau sind China, J'pan und Ostindien. China ist sein Ursprungsland. In Japan wurde der Tee im achten Jahrhundert eingejührt uno dann in ganz Asien be° kannt. Nach Europa wurde er durch die Holländer im sechzehnten Jahrhundert gebracht. Vtrant?po?tl'cki für yn'it'f: Victor 3+nf: H. JUij'Qclhcf«'*: V'cv>''rkscbaftsKtw«ttUtt.i Aried». Etztorn: D». Zahn �chilnwskr. totales .' und Eonitigss: Kritt Sarstadt; Ld. Glocke; sämtlich in Berlin. Derlaq: BoLwaets-.Berlag G vu b. H.. Berlin. Druck: Hor«iu:ts.Buck>druckeret nd Sftfoaacntzctt Paul Simn l». Ca.. Berlin SD.«. LmöenUrab»«. Worum der Streit in Paris geht. Hoover wird nicht nachgebe«. Vkaihlugton. 30. 3uuL ?m Staatsdepartement wurde heute erklärt, der Streit mit Zraukreich drehe stchnurum folgende Vuutte: 1. Amerika wolle, dah die deutsche Regierung den uugefchühten Teil alsbald in voller höhe zu Budgetzwecken zurückerhalte: 2. dah die Rückzahlung dieses Kredits in 25 Zähren erfolge. Man deutete zu diesen Punkten an. dag mau e v e n t u e l l aus eine kürzere Zeit, etwa 10 oder 15 Zahre heruntergehen werde, nicht aber auf 5 Zahre: 3. die Zrage des Garantiefond» gehe nicht Amerika an. Diese Angelegenheit müsse Frankreich mit den übrigen Poung-Plan- gläubiger» regeln. Zusammensassend wird erklärt, man sei nicht entmutigt, sondern erhoffe eine baldige Einigung, da ein Z e h l s ch l a g katastrophal wäre. Im Weißen Hause wurde die übliche Pressekonferenz für heute abgesagt. In Regierungskreisen beschränkt man sich auf die Feststellung, daß die Lage zur Zeit ernst und unbestimmt sei, da Frankreich als einziger Gläubigerstaat sich bisher weigere, an einer großzügigen internationalen Zusammenarbeit teilzu- nehmen. Bei allem ehrlichen und ernsten Bemühen, zu einer Ver> ständigung mit Paris zu gelangen, sehe man hier kaum eine Möglichkeit weiteren Nachgebens, ohne den klaren Sinn des Hoooer-Planes preiszugeben. Alan lehnt selbstverständlich eine amerikanische Garantie für die Heiligkeit des Poung-Plans ab, und man erklärt es für widersinnig, von Deutschland, dessen verzweifelte finanzielle Loge überall zugegeben werde, zu erwarten, dah es den in höhe des unaufschiebbaren Teils ihm zu gewährenden Kredit in kurzer Frist zurückzahle. Hoover besprach die Lag« heut« in einer längeren Kabinetts- sigung, an der Castle und Mills teilnahmen, nachdem er vorher er- neut mit Mellon telephoniert hotte. In parlamentarischen Kreisen umgehend« Gerüchte, sür die eine Bestätigung jedoch nicht zu erlangen ist, besagen, daß Hoover nicht nachgeben, aber auch Deutschland nicht im Stich lassen werde, sondern schon seht mit seinen amtlichen und parlameutarischeu Mit- arbcitcro berate, wie man Deutschland nötigenfalls ohne Frank- reich helfen könne. Als haltlos werden die Meldungen bezeichnet, wonach man hier ein« direkte Verständigung zwischen Poris und Berlin wünsch«. Man steht hier aus dem Standpunkt, daß Hoover die Rettungsattion mit dem ganzen Gewicht seiner Stellung«ingeleitet habe und sie auch durchführen werde. In Erinnerung daran, dah Kellogg bei der Unterzeichnung des Kellogg-Paktes im August 1928 Frankreich und Irland, aber nicht London besuchte, wird in parlamentarischen Kreisen die Möglichkeit erwogen, daß im Falle etnes Fehlschlagens der Pariser Verhandlungen Hoover Stimsou anweisen könnte, nicht nach Paris zu gehen. In der hiestgen Press« teilt man die pessimistische Auffassung der Lage nicht in diesem Maße. Die republikanisch«„Washington Post"' und die demokratisch«„Baltimore Sun" vertreten den Standpunkt, daß man Frankreich Zeit geben müsse und eine Einigung sich schließlich doch erzielen lasten werde. Die pariser GenatSdebatie. Pari». 30. Juni.(Eigenbericht.) Im Senat begann gegen 6 Uhr abends die angekündigte Debatte über die Interpellation des Senators L e m e r y betreffend die französische Antwort auf den Dorschlag Hoovers. Der Interpellant führte aus, Frankreich befinde sich heute in einer ahn- lichen Lage wie im Jahre 1929, als es mit derselben Eile das Washingtoner Schuldenabkommen ratifizieren mußte. Der Redner wies dann darauf hin, daß der amerikanische Kongreß noch nicht den Vorschlag Hoovers gebilligt habe, aber selbst wenn man diese Ratifiziening voraussetze, könne niemand glauben, daß sich die Loge Deutschland» in einem Jahre so gebessert habe, daß es seine Zahlungen wieder ausnehmen kann., Der Vorschlag Hoovers sei nvr verffäudlich, wenn er auf längere Zeil als ein Zahr angewandt«erde. Dann sei es aber unmöglich, das französische Budget mit Hilf« von einfachen Buchungsvermerken auszugleichen. Die fehlenden Zwei Milliarden Franken müßten dann durch neue Steuern aufgebracht werden. Auf diese Weise würden schließlich die Franzosen die deutschen Reparationen zahlen. Wenn da» erst vor einem Jahre im Haag feierlich vorgenommene Abkommen annulliert werden sollte, dann gäbe es überhaupt kein Per- trauen mehr zu Unterschriften. Dabei seien die unge- schützten Annuitäten mit äußerster Vorsicht von den Soch- verständigen berechnet worden. Keiner der Signatare der Haager Abkommen habe denken können, daß Deutschland unfähig sein muri», sie zu zahlen. staltete der Stahlhelm Paraden vor dem Kronprin- z s n. Frankreich nehm« jetzt den Hooverschen Dorschlog an, aber die deutsche Presse antworte mit Beleidigungen. Der Fried« sei nicht möglich, wenn Verträge nicht geachtet werden.(Leb- hafter Beifall auf zahlreichen Bänken.) Der nächste Redner, der früher« Ministerpräsident BtiQmnb, erklärte darauf, er werde für dt« Regierung stimmen, denn die Schwierigkeiten Frankreichs seien schon so groß, daß sie nicht noch durch ein« innenpolitisch« Krise kompliziert werden dürften. Frank- reich sei durch zahlreiche Band« an Amerika geknüpst und müsse Wert darauf legen, ein« so kostbar« Freundschaft aufrechtzuerhalten. Aber man müsse Amerika zu oerstehen geben daß diese Freundschaft durch eine neue Kraftprob« wie die jetzige gefährdet werden würde. Millerand sprach dann von dem bevorstehenden Besuch der deutschen Minister und erklärt«, er sei nicht dagegen, denn ein« Unterhaltung mit der Rcichsregietltvg sei not- wendig: aber sie hqtt« nur dann«inen Zweck, wenn dabei Frank- reich die Forderung stell«, daß Deutschland ein Locarnv für den Osten(Anerkennung der jetzigen polnischen Grenze) nicht abschlage und feierlich auf den Anschluß Oesterreichs verzichte. Wenn Deutschland diese beide» Vorschläge ausrichtig an- nehme, dann sei die deutsch-französische Annäherung zur Wirklich- keit geworden.(Beifall rechts.) Der radikale Senator de Zouvenel führte aus, daß die w i r t» schaftliche Krise Deutschlands nicht auf die Zahlung der Reparationen zurückzuführen sei. Eine ähnliche Krise bestehe in Amerika, das keine Reparationen zu zahlen Habs. Im übrigen hätten sich die deutschen Kapitalien in den letzten zehn Jahren um 30 Milliarden Mark erhöht. Die Wahrheit sei, daß die Krise durch die Septem der wählen verschärft worden ist. Nach diesen Wahlen Hobe das Ausland das Der- trauen zu Deutschland verloren und jetzt müsse Deutsch- land die Konsequenzen tragen. Das Vertrauen sei durch das An- schlußprojekt gänzlich untergraben worden. Er sei für einen Zahlungswasfenstillstand, ober unter der Bedin- gung, daß man in Deutschland mit allen Annexions- und Anschlußbestrebungen, sowie ollen Kampagnen für eine Revision der Grenzen und Verträge Schluß mache. Finanzminister Flandin verteidigte dann in ähnlicher Weis« wie in der Kammer den französischen Gegenvorschlag, der einem Transfermoratorium vorzuziehen fei, und betonte vor allem, daß das Prinzip der Zahlung der ungeschützten Annuitäten aufrechterhalten worden sei. Ministerpräsident Laval führte aus, die Lage sei seit dem Kriege niemals so ernst gewesen wie heute. Die Reparationen seien nicht gefährdet. Der Poung-Plan und die Abkommen vom Haag müßten aufrechterhalten bleiben. Er wies daraus hin, daß Frankreich vor allen Mächten von dem Dorschlage Hoovers in Kenntnis gesetzt worden ist. Es sei w ü n s ch e n s w e r t, fügte er hinzu, daß eine deutsch-französische Aussprache stattfinde, und zwar so schnell wie möglich. Der Präsident des Senats verlas darauf die beiden«in- gebrachten Tagesordnungen, von denen die des Senators Victor Bärard der Regierung das Vertrauen ausspricht. Die zweite, die von dem Senator Michel«ingebracht wurde, billigte nur die Erklärung der Regierung und verlangt« zu gleicher Zeit, daß die- Regierung die Gelegenheit de» amerikanischen Vorschlages benutze, um die A b r ü st u n g s f r o g e in wirksamer Weis« zu regeln. Der Ministerpräsident erklärt«, die Regierung nehme die Tages- ordnung Berards an, die schließlich vom Senat mit 197 gegen 5 Stimmen bei 90 Stimmenthaltungen gebilligt wurde. - Hoover-plan und Zollunion. London. 30. Juni. Im„Daily Herald" nimmt W. R. Ewer, der außen- politische Redakteur des Blattes. Stellung zur deutsch-österreichifchen Zollunion unter Berücksichtigung der gegenwärtigen politischen Lag«. Der Verfasser stellt fest, daß Frankreich und Italien von Deutschland gern das Versprechen erlangen würden, du Zoll- nnion mit Oesterreich aufzugeben, zum mindesten aber aufzuschieben. Deutschland würde aber die Forderung auf Abgabe eine» solchen Versprechens ohne Rücksicht auf die Folgen ablehnen. Deutsch- land sei es, so fährt Ewer fort, weniger um du Zollunion selbst zu tun als um das R e ch t auf Abschluß eme» solchen Vertrages, denn die deutsch« Oesfentlichkeit empöre sich, daß es Ding« geben solle, du ollen Ländern erlaubt. Deutschland aber verboten feien. Rur«in« Befreiung Deutschland» von dieser Empfindung könne die gegen» wärtige Lag« in Europa erleichtern. Der Zusammenkunft von Chequer» hätte der Gedanke zu Grunde gelegen, der ganzen Welt zu zeigen, daß für Großbritannien Deutschland mit jedem anderen Lande aufgleicherStuf« stehe und daß die britische Diplomati« i» der Politik keine meistbegünstigte Ration kenne. Dieses Werk Englands werde durch den bevorstehenden Be- such seiner Minister in Berlin fortgesetzt. Ewer schließt seinen Artikel mit dem Wunsche, daß der deutsche Besuch in Pari» zu einer Aenderung der französischen Haltung gegenüber Deutschland führen möchte. Italien verzichtet auf Zahlungen. Washington. 30. Juni. Die italienische Regierung ließ durch chren hiesigen Botschafter dem Staatsdepartement mitteilen, daß Italien vom 1. Juli ob auf die ihm von den Schuldnerländcrn zustehenden Zahlungen vor- läufig verzichten werde. Reaktionäre Hetze. Segen den Reichs-Arbeiter-Sport-Tag. Die„Berliner Börsen-Zeftung" verschwendet in ihrer Morgen- ausgab« vom Montag eine ganze Spalte mft Angriffen gegen den Reichs-Arbeitersporftag und die Arbeitersportorganisation. Das nrftiolislistrsche Hetzblatt spielt sich als Hüter der schwarzrotgoldenen Reichssarben auf. indem es den Veranstaltern des Reichs-Arbeitersporttages den Vorwurf macht, Schwarzratgold nicht gezeigt zu haben. Es fälscht dabei die Be- stimmungen des Ueberlassungsvertrages um und behauptet, der Ber- trag verlange die Hissung der Reichsslagg« an„hervorragendster" Stelle. Tatsächlich grüßten die schwarzrotgoldenen Farben die Be- sucher schon, eh« sie im Stadion selbst waren: Quer über dem großen Brückenbogen war ein schwarzrotgoldenes Tuch in 20 Meter Länge und 3 Meter Breit« gespannt. Derselbe Berichterstatter der „Börsen-Zeitung", der dieses riesengroße schwarzrotgolden« Tuch nicht gesehen hat, hat auch nicht die schwarzrotgoldenen Flaggen entdeckt, die auf der Haupttribüne gesetzt waren. Nicht gesehen hat der Berichterstatter auch die schwarzrotgoldenen Embleme, die beim großen Aufmarsch der Sportler unter anderem von den Reichs- banner-Sportabteilungen und der Havelaktionsgruppe Schw«rz-Rot-Gold— die beide dem Arbeiter-Turn- und Sport- Bund angehören— getragen wurden.� Auf dem Hauptflaggenmast des Stadions war allerdings die Flagge des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege gehißt, die einen roten Grund mit weißer Schrift hat. Es ist bedauerlich, daß man bei so gut unterrichteten Leuten, wie es offenbar die Mit- arbeiter der„Börsen-Zeitung" sind, nicht die Kenntnis voraussetzen darf, daß bei irgendeiner Beranstaltung auf dem H a u p t flaggen- mast die Fahne des Beran st alters gesetzt wird. Vielleicht wendet die so aufmerksame„BBZ." ihr Intereste einmal den Regatten der bürgerlichen Ruderklubs zu. Noch nie ist dabei aus. den Regattatribünen in Grünau die schwarzrotgolden« Flagge gezeigt worden, wohl aber die schwarz- weißrote, die allerdings zu dem auch jetzt noch ausgefahrenen „K a i f e r v i e r e r" bester gepaßt. Das Kartell für Arbeitersport und-Körper- pflege hat, das sei dem Industrie- und Börsenorgan gesagt, aus jeden Fall den Ueberlassungsvertrag voll erfüllt, ohne, wie Goebbels, die Absicht schon vorher zu haben, die Vermieter zu hinter- gehen. Die Arbettersportler haben am Sonntag bei der Benutzung des Stadions keine„bevorzugte Behandlung" erfahren, haben sie selbstverständlich auch nicht gewünscht. Zu den Mitgliedern der modernen Arbeiterbewegung gehört auch der Laienspielerbund, der in einer kleinen Buchausstellung den Text zu dem Theaterstück„Die Matrosen von Cattaro" feilbot. Das sieht die„Börsen-Zeitung" als einen bündigen Beweis für den p o l i- tischen Charakter des Reichs-Arbeitersporttages an, ohne zu wissen, daß das Stück viele Male von der Freien Volts- b ü h n« aufgeführt worden war. Diese Unterstellung kennzeichnet wohl am besten die wahre Tendenz des Angriffs der„Börsenzeitung". Es geht ihr nicht um die Flagge Schwarzrotgold, die dieses rechts- radikale Organ lieber heute als morgen durch die„ruhmreichen kaiserlichen Farben" ersetzt wissen würde, sondern es geht diesen Kreisen einzig und allein darum, bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen die Arbeiterbewegung zu Hetze». Zwei Todesurteile in Agram. Wegen eines politischen Ooppelmordes. Agram. 30. Zun*. heute wurde da» Artail t« Agramer Terrortfieu- prozeß verkündet. Dir zwei haupkangeklagtr« Ma«o Hraanistowitsch und Malheus Soldin wurden wegen Ermordung de» Zeitungsheravsgebers Toni Schlegel und des Dekekttv» Temseq sowie wegen Hochverrats zum Tode durch den Strang vud außerdem zu 20 Jahren Kerker verurteilt. Ferner wurden wegen Hochverrats verurteilt Anton Herceg und Stefan Savor zu je 20 Zähren Kerker, Crlznjac zu IS Jahren und Horvakek sowie«lad zu je 15 Zahreu Kerker. Zwei AngeNagle erhielten Serkerstrafen von 1ZH bis 0 Jahren. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. -i« Hierzu erfahren wir von kroatischer Seile, daß die beiden zum Tode oerurteilten Arbeiter— von Berus Schristjctzer— sind, denen die Mitwirkung von 0«m Attentat gar nicht nachgewiesen werden konnte. Di« H a u p t t ä t« r sind flüchtig, die Verurteil- ten gehören lediglich ihrem Freundeskreise an. In Jugoslawien hat mau sich jüngst mit Recht über die Voll» streckun� der italienisch-faschistischen Todesurteile gegen Slowenen in T r i e n t entrüstet. Wird die jugoslawische Regierung nichts Eiligeres zu tun haben, als ihrerseits einen Justizmord zu ver- antworten? Berliner Nazistudenten. Sa Segen sie„der Wisseuschafi od*. Verhaut»owelt Vorrat! Mengenabgabe vorbehalten I MklMSt-. f DfffO gu,e O aKlUK mod.Musl.,Mtr. Ut 58 MMM- • J Agfa Travls. her- 11 \PlnP v0rr0(3- l- seltne Ei wvlatv Ämmuslerung Meier w$ QJollmusseline 1 neue Druckmuster, paslell- [arblg................ Meter Flominso Wolle mit Kunstseide, gute Qualität, schwarr, marine und viele andere Farben, Meter 3 .901 Douppion reine Seide, neuartige Druck- musler................ Meter 2 .85 Ronan a$ I a 1 1$ eh e Qualität, weiss und viele neue Farben, Meter y Farbige Damen- Batist, nett Kunstseide, rundgcarbellet, qebogt oder qeza(kf,ca.6cm breit,(Qr Kragen und Garnituren, weiss u.diamp., Meter Herren- � M I Taschentüchern schwere Llnonqualltat, weiss, farbige I S. W H Kante, ca. 43 cm gross........ StQds wf�B B MM* K garniert..... Stück I Küchen- Handtücher Reinleinen, gute Qretiqualiial, ca. 46/ 100 cm, abgepasst, gesäumt und gebändert.............. Stück 0. 52! Dechhettbezüse/H: 2.65 3.35 4.35 Slo* Ripshlendo ß �| Linon, Gr. ca. 80/80 cm. Stück für Herren, mit festem Kragen und Krawatte........... Stüde' .901 (OolllllzMIe 7 für Herren, In neuen Formen m. I8! und Farben............ Stüde SB V I Kopfkissenbezüsel 0.85,1.15.1.451 Welte« gW apart parfümiert, 1 Pfund mit 5 oder 4 Stüde QittertQII zur Selbstanferllgung von Vorhang., arabfarb., O-Mtr. 0. i 186 HERMANN TIETZ Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch. 1. 7. Staats-Oper Unter d. Linden 303. A.-V. 20 Uhr Der lipoeibaroD Ende 22>b Uhr Staats-Oper e» Ritt du ümblik 20 Uhr Bisraiiin ubU. Preise Fldcllo Oeitan. Iirtnmiliil Ende e.22>/>Uh t Mittwoch. 1.7. Stadt. Oper Bismarckstr. Geschlossen Staat). Sthausph. (am Gendameomarkt). ?60. A.-V. 20 Uhr Das Uergisdi D Lnde 6.22�/2 Uhr Mi. Schiller-Tlieater, Charlllig 20 Uht Der Richter von Zalamea Ende nach' 22 V. Uhr LICHT Berlin• Gesandbrunnen H lustige Tage Di�nsiao, ZU. Im»» s noimergiac. 2. lall I BOHNE; Udit&arD-Ordiesier. Uliung: Pool Honsel Viktor Ritter, der Tränendiflsen- Stürmer Carla, das Wunder der Rad-Balance Boony o. Freemann, die original Kreolen, Trick- und WirbeTtanr Orenses lustige Hundedressuren Bert und James Komb Reck- und Barren-Akt FILMTEIL Auf vielfachen Wunsch NeuauflQhrung Fefla Bresiart/ Ralph A. Koberls DIE ZÄRTLICHEN VERWANDTEN Heriba B. S. C.— München 1860 Ein Tonfilm vom Spiel-Verlauf Fox iänende Wochen, cbau Beginn der VorsteUnngen: Wochentags S", u. S1-« Uhr, Sonntag 3. S":. S'T Uhr, Preise der Plätze Im Parkett und Rang 0,80 bis 1,80 M. Balkon und Logen 3—, 2 so. Sonntag 3 Uhr ElnheitspreU: Parkett u Rang AÖO M. Balkon und Loge 1.20 M. Btrbaroisa 7256/ 75,1 5 u. Ol/z Uhr Heute Premiere! Herm.no« und Hernunu WILLIAMS Südamerikas berühmteste Varlet6- Oarbietunf LEE GAIL- ENSEMBLE Amerikanische Tanz-Revue Original 3 WHIRLWINDS Senntionellste Temponummer d.Welt BOB RIPA das Jugendliche Jongleur-Wunder aus Amerika zurück und weitere Variete-Darbietungen Nur v. 1. bis IS. Juli Das Brasilianische Kaleidoskop Eine exotische REVUE in noch nie gezeigtem TEMPO Unerhirti! Ausstattung »Artisten aus aller Welt 800 Prunk- Kostilme Sascha Morgowa Die raislge Indlsner-PrlnzeMln Täglich 8 und»l! Uhr SonnUg, 3, 8 und 8xs Uhr M.in Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! Winrer * Garren* 0.15»In Flora 3U4 Bauduo erlaubt I 1 Balleü Edaardowa, 10 Broz« �4 Riday», Mary- Erik- Paul unr. Rose-Garten Wodicnlagt 5,80 Uhr Sonntags 5 Uhr uroBes Konzert und 8 inler- nationale Varietenummern und Operette: „Der Hutmacher sr. Durchlaucht" Vom ü. bis 8. Joll: Das traditionelle Rosenfesi mit tone �erKmeisrer ROSE VolKsbllline rheater am BOiowplati. 8 Uhr Lumpazivagabundus Diüttdies Theater 8 Uhr Der Dauptmann von KOpenidt v. Carl Zuckmayer Regit; Reim Hilpert Die Komödie Täglich 8/> Uhr Frauen haben das gern... Musikal. Sehwank von Arnold Musik v. Walt. Kollo Som me rpr. 0�0• 7.00 Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Zum Schluß „Alles verrückt!" Anfajig[»] Uhr Prefie 60 Pfennig bU 3 Mark HOPPEGARTEN Honte In Jltü S'/jülir Sierstorpff- Rennen totA»*\ Y r.v �* U-SG-ö?'"-