BERLIN 2. Zoll 1931 10 Pf. Nr. 304 B152 48. Jahrgang erscheinttiglich außer«»»Utas«. Zugleich Abendautgabe de«„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben SS Pf. proWoche, s.soM. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWes.Lindenstr.S Fernsprecher: Dönhoff CA 7) 292—297 Anzeigeapreit: Die einspaltige Nonpartillezeile Sg Pf., Reklamezeile SM. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vonvärts-Versag G.m. b.H.. Berliu Nr. 37 S36.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Die Welt wartet Llnd der französische Ministerrat prüst noch immer Hoovers Vorschlag Paris, 2. Juli. In dem heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsi» denken der Republik abgehaltenen Ministerrat erstattete Ministerpräsident L a v a l ein Expose über den Stand der sranzösisrh-amerikanischen Verhandlungen. Im An- schlug daran wurde die gestern überreichte Denkschrift der Regierung der Vceinigten Staaten geprüft. England greift ein. Sin Vorschlag zur Erleichterung der Lage. London, 2. Juli. Der Pariser Korrespondent des„Manchester Guardian" meidet, die britische Regierung habe in Paris einen Schritt unter- nommcn, um ein llebereinkommen zu erleichtern. Der Vorschlag solle das Depot Frankreichs bei der VZZ. im Falle eines Mora- lorium» nach Ablauf des hoover-Zahres belressen. Den Informationen des Korrespondenten zufolge soll die englische Regierung be- reit sein, einzuwilligen, dah Frankreich ganz oder teilweise dieser Verpflichtung enthoben werde unter der Bedingung, dah die französische Regierung den Vorschlag des Präsidenten H o o v e r in den übrigen Punkten annehme. Dos würde, so meint der Korrespondent, bedeuten, daß Frank- reich zustimme, datz die bei der BZZ. hinterlegten Beträge aus- schließlich zugunsten Deutschlands verwendet werden. und die Rückzahlung innerhalb von 25 Jahren annehme. Der„Manchester Guardian" stellt fest, daß ossiziell in London nicht zu- gegeben wird, meint aber, es bestehe guter Grund für die Annahme, daß England tatsächlich in Paris, und zwar in seiner Eigenschaft als Unterzeichner des poung-planes. interveniert habe. Amerika schafft Klarheit in Frankreich und macht die Vorzüge des Hoover-Planes Nor. Paris. 2, Juli. Die gestern vom Botschafter Edgc bei der französisch-amerika- Nischen Besprechung überreichte Denkschrift der amerikanischen Re- gierung erklätt: Die ganze Welt habe das amerikanische Änerbie- ten, das sich, wie die�preis- und Kurssteigerung auf allen Weltmärkten beweise, als Belebung des Vertrauens auswirke, angenommen. Nur Frankreich rege gewisse Bedingungen an, die, wenn die amerikanische Regierung sie richtig»erstehe, verhindern sollen, daß die vorgeschlagene chilfe Deutschland allein zugute komme. Der amerikaniche Vorschlag enthalte natürlich als wesent- liche Bedingung, daß die ins Auge gefaßten Zahlungen aller in Frage kommenden Abkommen am Ende des Jahres wieder aufgenommen werden sollen, so daß also das Weiterbestehen dieser Abkommen m keiner Weise eingeschränkt werde. Als einzig wirklich schwerwiegende Meinungsverschiedenheit bezeichnet die Note die Frage des E a r a n t i e f o n d s. Frankreich lege Wert darauf, sich dessen zu versichern, daß die Aussetzung der Zahlun- gen während des kommenden Jahres die französische Regierung nicht oerpslichten werde, den Garantiesonds bei der Internationalen Zohlungsbank einzuzahlen. Die amerikanische Regierung v e r- st ehe die Besorgnisse Frankreichs, wenn man das Problem von dieser Seite ins Auge fasse. Sie glaube aber, daß die französische Befürchtung unbegründet sei. Denn wenn alle Regierungen den amerikanischen Vorschlag annehmen, könne für keine der Gläubigerregierungen die Möglichkeit in Frage kom- men, die Bezahlung ihres Guthobens zu fordern. Wenn Frank- reich indessen in dieser Hinsicht irgendeine Befürchtung hege, müh- ten die andern interessierten Regierungen sich verwenden um Frankreich diese Befürchtung zu nehmen. Frankreich wünsche offen- bar, daß die Stundung der ungeschützten Zahlungen durch eine Entrichtung der fälligen Summe an die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und durch eine darauf erfolgende Anleihe zugunsten Deutschlands zum Ausdruck komme. Das würde natürlich zur Folge haben, daß diese Anleihe zugunsten Deutschlands auf den gleichen Grund- lagen(hinsichtlich Dauerder Stundung usw.) erfolgen müßte wie die entsprechenden Abmachungen für die andern Regierungen. Jedenfalls erscheine es klar, daß dieser Vorschlag eine Abände- rung des Voung-Plans nach sich ziehen würde, was Frankreich doch vor ollem vermeiden zu wünschen scheine. Da die amerikanische Regierung nicht zu den llnterzeichnsrn des Paung-Plans gehöre, könne sie sich natürlich nicht damit befassen, eine Aendcrung dieses Planes hervorzurufen. Aber sie glaube, daß hier vielleicht ein Mißverständnis seitens Frankreichs vorliege hinsichtlich der Pp|«r, die von ihm nach dem Hooserjchen Borschlag erwartet Kommunistische Notlügen Zum Mord an dem Gchupooberwachimeister Kuhfeld Die kommunistische Presse veröffentlicht eine hysterische Not- lüge nach der anderen, um die Schuld der Kommunisten an der Mordtat in der Frankfurter Allee zu verdecken. Von diesen Lügen hebt immer die eine die andere auf! Die„Rote Fahne" hat sich einen sogenannten„Augenzeugen- bcricht" beschafft, in dem behauptet wird, Kuhseld habe„in die Menge auf der gegenüberliegenden Seite ge- schössen". Diese Schüsse in die Menge haben merkwürdiger- weise niemand getroffen! Dieser Augenzeugenbericht wird von der„Roten Fahne" mit einem Kommentor verschen, in dem es heißt: „Geschossen wurde nur von der Polizei. Die Demonstranten waren sämtlich unbcwajsnct. Daß von den De- monstranten 60 bis 79 Schüsse abgegeben wurden, ist eine Un- Wahrheit. Wenn zwei bis drei Schüsse von einer Zivilperson abgegeben wurden, so kann dies« Per- son nur ein Provokateur gewesen sein." Da hebt der dritte Satz den ersten auf! Die„Rote Fahne" behauptet dreist, Kuhfeld sei von seinen Kameraden erschossen wor- den—„Berlin am Morgen" aber, das Münzenberg-Blatt, phantasiert, daß ein Nationalsozialist namens G r a b sch der Mörder sei! Man sieht, die Leute mit dem schlechten Gewisien erfinden Ablenkungslllgen aller Art! Dieser Grabsch hat nämlich in der Dienstagnacht Selbstmord begangen. Die Polizei hat inzwischen festgestellt, daß er sich zur Zeit der Tat nicht in der Gegend der Demonstration aufgehalten hat. Auch diese Lüge der kommunistischen Presse ist inzwischen geplatzt!_ Oie Bombe. Wann schreitet das preußische Kultusministerium ein? In Kiel hat ein nationalsozialistischer Student in eine Ber- sammlung in der Professor Schücking sprach, eine Bombe ge- worsen. Die Bombe enthielt außer Tränengos ätzende Flüssigkeite», die geeignet waren, sofortige Erblindung Getroffener herbeizuführen. Der Täter heißt Hans Joachim E i ch o f f. Er ist Medi- zincr, war sich also über die möglichen Folgen seines Attentats durch- aus im klarem Für die Menschensrcundlichkeit seines Tuns muß er übrigens ein ganz besonderes Organ haben, denn er ist der Sohn eines evangelischen Pfarrers. Die Tot ist nur ein Glied in der Kette der Provokationen, die die Nationalsozialisten systematisch an deutschen Universitäten bc- gehen. Das Treiben dieser Rotten ist ebenso verbrecherisch wie dos Treiben der kommunistischen Provokateure. Diese Bombe von Kiel müßte ein Signal sein für die Reinigung der Universitäten von solchen provokatorischen Burschen. Sollte diese Bonibe nicht endlich die Hochschulabteilung des preußi- schen Kultusmini st eriums veranlassen, ihre milde Duld- samkeit gegenüber dem Treiben der Hakenkreuzgesellen an den Uni- versitäten auszugeben? Kürten hingerichtet. Das Todesurteil heute früh vollstreckt. Köln, 2. Juli. tEigenbericht.j Der Düsseldorfer Massenmörder Kürten, der am Mittwoch unter starker Bedeckung aus der Düsseldorfer Strafanstalt nach Köln transportiert wurde, ist hier heute im Morgengrauen durch Fallbeil hingerichtet wor- den. Die Hinrichtung erfolgte in der Strafanstalt Klingel-Pütz. Die WelWeger in New yorf. In acht Tagen und 45 Stunden um die Welt. New park, 2. Zuli.(Eigenbericht.) Die amerikanischen Flieger p o sl und G a t t y, denen es gelang. in acht Tagen ls Stunden einen Wellflug zu unternehmen und die damit einen preis von 20 000 Dollar gewonnen haben, sind in der Nacht zum Donnerstag um! Uhr 45(mitteleuropäischer Zeit) auf dem Roosevelt-Flugplah gelandet. Die Flieger, die völlig erschöpst waren, wurden von Tausenden und aber Tausenden von wenschen begeistert begrüßt. Es war der stark aufgebotenen Polizei unmöglich. die Absperrungen aufrechtzuerhalten, heule mittag findet zu Ehren der Flieger die übliche Broadway-Parade zum Rathaus statt, wo Bürgermeister Walter die erfolgreichen Flieger beglückwünschen wird. Börse wartet ab. Kurse bei völliger Geschästslosigkeit gehalten. Die unmittelbar bevorstehende Entscheidung bei den pariser Verhandlungen veranlaßte die Börse zu stärkster Zurückhat- l u n g. Bei Neinstem Geschäft waren in den wenigsten Fällen fühlbare Kursveränderungen zu verzeichnen. Im einzelnen wurden I. G. Farben mit 136 gegen 136-,� Prozent gehandelt. Kaliwerke Salzdetfurth, die zunächst von 202 aus 199 Prozent gesunken waren, erholten sich im Verlauf wieder bis zum gestrigen Kursstand. Bei den führenden Montan- papieren tonnten sich Harpener Bergbau von 39'/- auf 61 Prozent und Gelsenkirchen von 71� auf 72 Prorent verbessern. — Am Rcntenmarkt herrschte Angebot vor, ohne daß es zu größeren Knrsveränderungen kam. Am Devisenmarkt lagen noch Anforderungen vor, jedoch ließ sich der Umfang noch nicht fest- stellen. Jedenfalls dürste er nicht über dem Stand der letzten Tage liegen. würden. Es sei angesichts der gegenwärtige» Lage Deutschlands an- zunehmen, daß Deutschland, wenn der amerikanische Vorschlag scheitere, unver- meidlicherweise bekanntgeben werde, daß es die Entrichtung oller geschützten Reparationen ousschiebe, wie dies im psung-plan vorgesehen sei: dieser Teil der Regierungsschulden würde also nicht beglichen werden. Wenn aber der amerikanische Vorschlag scheitere und die geschützten Zahlungen entsprechend den Bestimmungen des Poung-Plans aufgeschoben würden, so würde Frankreich, selbst wenn die ungeschützten Zahlungen aufrechterhalten werden, hiervon nach Berücksichtigung der Prioritätsznhlvngen ungefähr 19S Millionen Dollar erhalten. Frankreich wäre aber verpflichtet, zu bezahlen 1. den Garantiesonds entsprechend dem Voung-Plan in Höh« von 196 Millionen Dollar und 2. etwa 119 Millionen Dollar auf Grund der Schulden- abkommen bei Amerika und England, während die Summen, die es als ungeschützte Reparationen— selbst wen» sie ausrecht- erhalten werden— erhalten würde, um die Hälfte niedriger wären. Wenn also der amerikanische Vorschlag scheitern würde, und wenn sich Deutschland auf die im Poung-Plan vorgesehenen Zahlungsaussetzungen berufen würde. würde Frankreich mehr als 100 Millionen Dollar verlieren. Unmöglich könne man die Tatsache übergehen, daß die Welt aus dem Zustand der gegenwärtigen Depression nicht herauskom»" wenn nicht von allen Seiten zeitweilige Opfer bewilligt werden Amerika hat 903 Millionen Defizit. Washington, Z.Juli. Die Regierung schloß das Etatsjahr 1931 gestern mit cm'■ Defizit von 903 Millionen Dollar ab. Neuer Werbefilm der Partei Oer parieiiag in Leipzig Die Todesstrafe in England. Der Schlußbericht der Prüfungskommission. Am 5. Dezember 1928 wurde im englischen Parlament mit 119 gegen 118 Stimmen die Genehmigung zur Einbringung eines Gesetz- cntwurfs wegen Beseitigung der Todesstrafe abgelehnt. Noch im März d. I. fand in England die Hinrichtung eines zum Tode Ver- urteilten statt. Schon früher im Dezember 1929 hat das Parlament eine Kommission zur Prüfung der Frage der Todesstrafe eingesetzt, der u. a. neun Abgeordnete der Arbeiterpartei angehörten. In der Kommission waren fünf Juristen, zwei Mediziner, ein Geistlicher. In 31 Sitzungstagen hat die Kommission eine große Zahl in- und ausländischer Experten vernommen. Der Schlußbericht der Kommission liegt jetzt vor und der endgültige Vorschlag lautet: 1. Es soll ein Gesetzentwurf von der Regierung vorgelegt wer- den, der die Aufhebung der Todesstrafe für eine Versuchszeit von fünf Jahren in allen von Zivilgerichten in Friedenszeiten abzu- urteilenden Sachen vorsieht. 2. Für die Zwischenzeit ist vom Parlament zu beschließen, daß' die beratenden Minister bei ihrer Mitwirkung an der Ausübung des Gnadenrechts des Königs die Ilmwandlung der Todesstrafe in jedem Fall empfehlen sollen. Für den Fall, daß das Parlament die Beibehaltung der Todesstrafe beschließt, macht die Kommission den Eventual- Vorschlag: 1. Die Rechtsnormen über den Begriff der Geistes- krankheit sind dahin zu erweitern, daß mehr Raum für allgemeine medizinische Erwägungen geschaffen wird und daß der Kreis der strafrechtlichen Unzurechnungsfähigkeit auf die Fälle der geistig Minderwertigen und der Personen ausgedehnt wird, die unter irgend- einer Form von Geisteskrankheit leiden: 2. Die Todesstrafe soll dem Gesetz nach aus Frauen unter den gleichen Boraussetzungen wie aus Männer anwendbar sein: 3. In Anbetracht, daß 21 Jahre das Alter der bürgerlichen Berontwortlichkeit sind, soll es auch das Alter sein, unter dem niemand zum Tode verurteilt wird; 4. Es könnte ein noch weitergehender Gebrauch von dem Gnadenrecht gemacht und dadurch ein neuer Fortschritt auf der Linie erziell werden, in der sich bisher die Anwendung des Rechts bewegt hat: dieser Fortschritt könnte in einem Beschluß des Parlaments herbeigeführt werden. Oie Münchener Siudenienkrawalle. Rettor erstattet dem Kultusministerium Bericht. ZNünchen, 2. Juli. Der Stoatsminister für Unterricht und Kultus hat gestern abend den Rektor der Universität München empfangen, um einen eingehenden Bericht über die Borsälle an der Universität und die inzwischen vom Senat darüber gefaßten Entschlüsse entgegenzu- nehmen. Die noch im Gange befindliche Untersuchung der Borgänge durch einen besonderen Ausschuß des Senats soll mit möglichster Beschleu- nigung zum Abschluß gebracht werden. Der Kultusminister Hot ge- billigt, daß das Hauptgebäude der Universität bis Ende dieser Woche g �s ch l o s s e n bleibt. Llm die Notverordnung. Sehr wesentliche Abänderungen müssen erreicht werden. Der l. Kreis der Berliner Sozialdemokratie tagte am Mittwoch, dem l. Juli, im„Hackeschen Hof", Rosenthaler Straße, unter Borsitz des Genossen Riese. Die Versammlung ehrte zunächst das An- denken des von den Kommunisten erschossenen Schutzpolizei-Genossen durch Erheben von den Sitzen. Alsdann gab Genosse Landtagsabgeordneter K u t t n e r einen Ueberblick über die politische Lage. Er führte aus: Der Hoover- Plön hat die Richtigkeit der sozialdemokratischen Außenpolitik er- wiesen, daß eine Revision der Verträge nur durch Erfüllung er- folgen könne, nicht aber, wie die Einheitsfront Hitler- Hugenberg- Thälmann es will, durch„Zerreißen der Verträge". Erkennt man aber die Notwendigkeit der Erfüllungspolitik an, so muß man auch im Innern die Voraussetzungen schaffen. Das kapitalistisch rechnende Ausland gewährt Deutschland nur dann Erleichterungen, wenn es die ehrliche Bemühung erkennt, die Finanzen in Ordnung zu halten und bis zur äußersten Grenze der Leistungs- fähigkeit zu gehen. Damit hängt zusammen unsere Stellung zur Brüning-Politik: Das Ziel der Notverordnung, die Reichs- finanzsn in Ordnung zu halten, erkennen wir an, wir bekämpfen aber die unsozialen Mittel, mit denen dies geschieht. Der Kampf gegen die unsozialen Bestimmungen der Notverordnung muß mit geeigneten Mitteln geführt werden.(Zuruf: Welche Mittel sind ge- eignet?) Es gibt nur zwei Wege: Entweder man macht, wie es Nazis und Kommunisten wollen, Revolution, oder man geht den Weg parlamentarischer Verhandlungen. Wie sind die Aussichten einer Revolution? Der Sieger eines Putsche? stände am Tage nach seinem Siege infolge eines sicheren Währung?- sturzes und einer stillstehenden Wirtschaft vor der Unmöglichkeit, den Arbeitslosen selbst die jetzige bescheidene Hilfe zu gewähren. Das bedeutet spätestens zwei Wochen nach der Revolution die Gegen- revolution.(Lebhafte Zustimmung.) Damit ist jede Revolution im jetzigen Augenblick zum leichtfertigen Vabanquespiel gestempelt. Es bleibt also nur der Weg der Ve r h a n d l u n g c n. dieser muß aber auch mit aller Energie beschritten werden. Die Sozialdemokratie kann Brüning nur tolerieren, wenn er in wesentlichen Punkten eine Reform der Notverordnung zugesteht.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion sprachen die Genossen Brendel, Li n d e. N e u m a n n, Dr. W o l f f, S i e b e r t und M i ch a e l i s. Alle Redner übten sehr scharfe Kritik an der Notverordnung. Brüderliche Hiebe. Keilerei zwischen SA.- und Stennesleuten. In der Nacht zum Donnerstag, gegen 1 Uhr, kam es in dem Stennes-Lokal in der Tauroggener Straße zu einem Zusammen- stoß zwischen 8�-Leutcn und Stcnnes-Anhängern, bei dem drei Etennesonhänger verletzt wurden. Das herbeigerufene Ueber- fallkommando nahm sechs 8�- und 15 Stennes-Leute fest. O*r Harburger Kommunistenprozeß. Der Harburger Kommuni st enprozeß ist gestern ohne jede Störung zu Ende geführt worden. Von den 64 Ange- klagten wurden vier wegen Vergehens gegen das R e p u b l i k s ch u tz g e s e tz mit je zwei Monaten Gefängnis bestraft, die übrigen 6l> Angeklagten freigesprochen, darunter da? Hamburger Bürgerschastsmitglied Andre. Der Film- und Lichtbilddienst Berlin SW68, Lindenstraße 3, hat einen neuen Werbefilm für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands herausgebracht. Dieser Film, der a u s g e- zeichnete Bilder vom Parteitag in Leipzig bringt, wurde heute, Donnerstag mittag im Parteihause zum ersten Male vor- geführt. Wir sehen eindrucksvoll dargestellt den Aufmarsch der Massen, die den Parteitag freudig begrüßen, wie sehen die Er- ö f f n u n g s s i tzu n g, in der Otto Wels die begeistert aus- genommene Eröffnungsrede hält. In den folgenden Bildern sind die einzelnen Referenten zu sehen, deren Reden in großen Strichen wiedergegeben und mit hervorragendem Material belegt werden. Tornow spricht— er klagt den Kapitalismus an, und wir sehen stillgelegte Fabriken, Arbeitslose, die in Not leben, überfüllte Speicher, die keinen Absatz finden... Tarnow stellt die soziall st ischen Forderungen zur Ueberwindung der Krise auf. B r e i t s ch e i d spricht vom Faschismus und im Film wird seine Rede durch Bilder belegt, die den Wahnsinn des Fll- schismus zeigen. Wir sehen den Aufmarsch der Sozia- l i st e n gegen die Faschisten, wir sehen die wirkende aufbauende Kraft dcsSozialismus in Gemeinden, Ländern und Reich. Wohnungen, die durch sozialistische Arbeit geschaffen wurden, Sport- plätze, die der Jugend dienen, Schöpfungen der Arbeiterwohlsahrt für die arbeitenden Menschen, und vieles andere, das seit der Revolution trotz aller Not geschaffen, ausgebaut und e r- halten wurde. Der Ruf an die Jugend, sich einzureihen und Am 39. Juni und I. Juli 1931 fand in Berlin die regelmäßige Tagung des Verwaltungsrats der Deutschen Reichs- bahn-Gesellschoft statt. Der Generaldirektor wurde ermächtigt, die durch die Not- Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirt- schast und Finanzen bedingte Kürzung der Gehälter der Reichsbahnbeamten nach den für die Reichsbeamtcn maßgebenden Grundsätzen ourchzuführen. Mit der Reichsregierung ist verein- bart, daß die dadurch im laufenden Jahre eingesparten Mittel in Höhe von rund 49 Millionen Mark zusammen mit 69 Millionen Mark aus dem Krisenfonds der Reichsregierung voll zur Entlastung des Arbeitsmarktes Verwendung finden. Durch zusätzliche Erneuerungsar- beiten sollen in den fünf kommenden Monaten 59 999 Ar- b e i t e r Beschäftigung finden, wobei auch Privatunternehmer her- angezogen werden. Ueber die Ausdehnung dieses 199 Millionen Mark umfassenden Arbeitsprogramms auf das in der Notverord- nung vorgesehene Z00.RlillioneN'?Nark'programm schweben noch Verhandlungen. Die Finanzlage der Reichsbahn bleibt trotz der Gehalts- einsparung nach wie vor ernst. Gegenüber dem Jahre 1939 mit 4,57 Milliarden und dem Jahre 1929 mit 5,4 Milliarden Mark Betriebseinnahmen können die Jahreseinnahmen für dos Jahr 1931 nach den bisherigen Ergebnissen nur auf 4,9 Milliarden Mark geschätzt werden. Der Rückgang gegen 1929 beträgt also 1 499 Millionen Mark, d. h. 26 Proz. Dabei ist vorau-gefetzt, daß eine weitere Beeinträchtigung des gegenwärtigen Verkehrsbesitz- standes der Reichsbahn infolge Abwanderung zum Kraftwagen ver- hütet wird. Die Betriebsausgaben find auf allen Go- bieten aufs stärkste gedrosselt, jedoch konnte auf diesem Wege Räuber in der Wohnung. Greisin in Neukölln niedergeschlagen und beraubt. Drei maskierte Räuber drangen in der vergangenen Nacht in die Wohnung der ßbjährigen Hausbesitzerin Therese A e l s k e in der Hermannstraße 44 in Neukölln ein und schlugen die alte Frau nieder. Die Täter raubten etwa Z00 Mark und flüchteten. Frau Felske hat ihre Wohnung im 2. Stockwerk des vorder- Hauses. Am 1. Zuli hatte die alte Frau die Mieten ihrer beiden Wohnhäuser eingezogen, vis auf 300 Mark brachte sie das übrige Geld wie gewöhnlich zur Lank, heute früh gegen VA Uhr, als es schon ziemlich hell war, erwachte Frau F. durch ein Geräusch. Sie sah sich zu ihrem Schrecken drei maskierten Männern gegenüber, die sie ausforderten, ruhig zu sein und das versteck ihres Geldes anzugeben. Als die Greisin dem verlangen der Burschen nicht gleich nachkam, wurde sie von einem der Täter durch. mehrere Schläge mit einem Gummiknüppel zu Boden geschlagen. Die Bewußtlose legten die Räuber aus ein Ruhesosa und durchwühlte» dann sämllia»? Behältnisse in der Woh- nung. 3n einem Schrank entdeckten sie die 300 Mark, einige Schmucksachen ließen die Banditen unberührt. Der Ueberfall wurde von der Psörlnerssrau des Hauses entdeckt, die sich morgens in die Wohnung der Eigentümerin hinaufbegab, um eine Bestellung zu erledigen. Die Frau schlug sofort Lärm und benachrichtigte einen Arzt sowie die Polizei. von der Kriminalpolizei sind für die Ermittlung der Täter 500 Mark Belohnung ausgesetzt worden. Sechs Menschen ohne Obdach. In C ö p e n i ck, Grüne Trift am Walde Nr. 49, hatte der Arbeiter R o j a h n mit Frau und neun Kindern— von denen nur vier zuhause sind, acht Jahre lang ein kleines Grundstück inne. Aber die Zeiten wurden schlecht und schlechter, die Hypothekenzinsen kann- ten nicht mehr aufgebracht werden, der Besitz kam unter den Ham- mer, und das bißchen, was dabei herauskam, das fraßen Schulden und Unkosten auf. Nun stehen sechs Menschen ohne Obdach d a! Da sie eigenen Boden bewohnten, sind sie nirgends wohn- berechtigt, und Wohnungs- sowie Wohlfahrtsamt erklären sich außer- stände, helfen zu können. Durch oll die Aufregungen ist die Frau schwer nervenkrank geworden, aber sie darf gar nicht an sich denken, sie sorgt sich Tag und Nacht um den Mann, der in seiner Verzweif-< mit der Sozialdemokratie zu kämpfen, wird Im Film machtvoll erhoben. Großaufnahmen von den zum Parteitag delegierten Ge- nossinnen und Genossen aus verschiedenen Bezirken machen den Film besonders interessant. Mit Wehmut sehen wir unseren alten Genossen Bock zum letzten Male im Film, der so bald nach dem Parteitag von uns ging. Die Köpfe der Delegierten der ausländischen Bruderparteien erinnern uns daran, daß die internationalen Bande, die uns verbinden, unzerreißbar sind. Am Ende des Films sehen wir den Parteivorsitzenden bei seiner Schlußansprache, in der er alle mahnt, immer darauf zu sinnen und die Forderung zu erfüllen: Wo bleibt der zweite Mann?„Und nun hinaus zu neuen Kämpfen!" Wir sind überzeugt, daß der Film die Werbearbeit der Partei im Lande kräftig unterstützen wird. Er ergänzt das geschriebene und gesprochen- Wort in der Propaganda ganz hervor- ragend und wir hoffen, daß er mit dazu beiträgt, Krach und Willen zum einheitlichen und geschlossenen Kampse, die vom Leipziger Parteitag ausströmten, im Lande zu verbreiten und zu erhalten. So mag der neue Film seinen Weg mit Erfolg an- treten. Im Anschluß an die Vorführung des neuen Films wurde noch einmal der Film von der erschütternden Beisetzung Hermann Müllers vorgesührt. Er rief in Erinnerung, wie ganz Berlin dem toten sozialistischen Führer die letzte Ehre erwies. Beide Filme zusammen sind treffliche Beweise dafür, daß die Idee des Sozialis- mus mächtige Wurzeln geschlagen hat und auch in schwersten Zeiten Bestand hat. der Ausgleich der Windereinnohmen auch nicht annähernd herbeigeführt werden. Der Verwoltungsrat mutzte feststellen, daß selbst bei voller Entlastung der Reichsbahn von der Rcparationsfteucr die Sorge um die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes von Ein- nahmen und Ausgaben keineswegs behoben ist. Auf jeden Fall muß sich die Reichsbahn-Gesellschaft in der Auftragserteilung sürBe- fchaffungcn und bei Anträgen auf Tarifvermäßigung die größte Zurückhaltung auferlegen. Die Mitteilungen der Reichsbahn über dos Arbcitsbeschaffungs- Programm find mehr als dürftig. Bekanntlich waren ins- gesamt für zusätzliche Aufträge 299 Millionen Mark vorgesehen, von denen 199 Millionen der Düsseldorfer Stahlwerksverband aus eigener Kraft fimmzieren wollte. Die Erwartungen der Reichsbahn auf die Entlastung von den Reparationszahlungen erscheinen bei dem gegenwärtigen Stand der Hoover-Verlzandlungen noch reichlich voreilig, ganz abgesehen davon, daß auch bei einem positiven Ergebnis dieser Verhandlurvzn die Frage der Reichsbahneirtlastung von den Entschlüssen der Reichsregicrur.g abhängt. Diese Voreiligkeit der Reichsbahn in der Reparationsfreze hat offenbar den Stohlwerksverband veranlaßt, sich für die Durch- führung der Finanzierung aus eigener Kraft nicht mehr einzusetzen, da man nach Abschluß der Hoover-Verhandlungen damit rechnet, daß die Reichsbahn die Aufträge an die Schwerindustrie selbst finanzieren könne. Wenn die Reichsbahn jetzt aber für die Verzögerung der Arbeitsbeschaffung die Verschleppung der Hoover-Verhandlungen vorschieben will, so wird damit die Frage der Auftragsbeschasfung aus ein falsches Geleise gebrocht. Wir möchten nur daran erinnern, daß in der Notverordnung ein zusätzliches Arbeitsprogramm r» 299 Millionen Mark festgelegt wurde, bevor überhaupt die Hoover- Aktion eingesetzt hatte. lung schon zum Gift gegriffen hatte.„Ich trau' mich nachts gar nicht zu schlafen", meint sie,„immerzu beobachte ich ihn, weil er doch so sehr niedergeschlagen ist und sagt, er will unbedingt Schluß machen. Ja, was soll ich kranke Frau denn dann mit meinen vier Kindern ohne einen Pfennig Geld und einer großen Schuldenlast an- fangen?" Der Kohlenmann und der Kartosfelhändler, der Kauf- mann und das Möbelgeschäft, wo wir unsere paar notwendigen Stücke zur Abzahlung nehmen mußten, sie drohen und drohen... Der Mann läuft, wenn er aus der Arbeit kommt, von Pontius zu Pilatus wegen einer Bleibe, alles umsonst. Die Leute hätten Gelegenheit, sich ein Stückchen kahles Feld, das ihnen ein Bekannter überlassen will, zu bebauen und baten nun den 5)olzhändler um ein paar Bretter für eine Behausung. Der sagte auch zu, dann erkundigte er sich, erfuhr von allem Elend und sagte: nein. Auf dem Grundstück läßt jetzt der neue Besitzer schon olles in � Ordnung machen, Maurer und Zimmerleute sind da, die Frau steht im Wege herum, scheel angesehen von ihren Nachfolgern, ihre paar Habseligkeiten stehen mitten in all dem Schutt und Dreck, und wo soll sie hin damit? Aengstlich lugt sie an der Türe nach ihrem Manne aus. Ob er wohl etwas Neues erfahren hat, wo sie schlafen können, damit sie nicht unter freiem Himmel kampieren müssen. Neuer Direktor bei den Gaswerken. Der Aufsichtsrat der Städtischen Gaswerke wählte in seiner gestrigen Sitzung als Ersatz für den ausgeschiedenen Direktor Lud- wig einen stellvertretenden Direktor. Die Wahl fiel auf den Diploiw ingenieur Genossen Hans Kiesel, bisher Betriebsdirektor der Abteilung„Gasverteilung" bei den Städtischen Gaswerken. Genosse Kiesel, der heute 47 Jahre ist, gehört der Sozialdemokratie seit vielen Jahren an und ist freigcwerkschaftlich beim B u t a b organisiert. 1912 trat er bereits in den Dienst der Gaswerke ein. Das„Oeuvre" teilt mit, daß der Rechtsanwalt Henry Torres vom Lerwaltungsrat zum politischen Direktor des Blattes ernannt worden ist. Weller für Berlin: Wechselnd bewölkt und kühler, strichweise Regen, mäßige westliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden noch meist heiter und warm, in West- und Mitteldeutschland kühler und stellenweise Regen, im Osten im Laufe des Tages Bewölkung?» zunähme, Gewitterregen und Abkühlung. Reichsbahn und Arbeitsmartt Verwaltungsrat berät über Unanzlage s&ieWeUfdwu des Jmpernlism us SEur internationalen iKolonialausUellung in Dincennes Als die französische Kammer 1920 eine Kolonialausstellung beschloß, dachte sie an ein gemeinsames Unternehmen der im Welt- krieg gegen Deutschland verbündeten Mächt-! nun die große Uebcr- seeschau vor den Toren von Paris im Gehölz von Vincennes wirklich eröffnet wurde, ist es eine internationale An- g e l e g e n h e i t. Denn wenn neben Spanien auch das erste Kolonialreich des Erdballs, England, fehlt, so stellt doch Belgien seinen Kongo aus, die Niederlande sind ebenso vertreten wie Portugal, Italien trumpft mit Tripolitanien, Somolilanö und Rhodos auf, die Vereinigten Staaten lassen sich mit Alaska und den Philippinen, mit dein Panamakanal und den Samoa-Jnseln nicht lumpen, und selbst das kleine, bescheidene Dänemark gibt mit einem Grönland gewidmeten Pavillon seine Visitenkarte als Kolonialstaat ab. Gleichwohl vermittelt trotz allen internationalen Gepräges die Exposition Coloniale im Grunde nur eine llebersichl über das„größere Frankreich" in den anderen Weltteilen und verfolgt, ohne es zu hehlen, den Zweck, dem französischen Bürger Kolonialbegeisterung einzutrichtern. Denn bisher stand der Durchschnittsfranzose mit dem Rücken gegen die Kolonien; sein« Losung hieß: Bleibe im Lande und nähre dich reichlich! Gerade die Eigenschaften, die die Briten zum Weltvolt machten, fehlen ihm nicht nur, sondern werden von ihm auch mit Verständnislosigkeit, ja, Abneigung be- trachtet. Da auch das Reisen außerhalb der Grenzpsähle Frankreichs dazu gehört, packle man die Sehenswürdigkeiten des Erdkreises, soweit die Trikolore über ihm flattert, in Kosten und Kisten und schaffte sie nach Paris: Blick hin und staune! Biele dieser Kasten und Kisten waren noch vernagelt, als Präsident Doumergue am 6. Mai die Ausstellung feierlich«röffnete, aber heute hat sich Die höflichen Herren „Wollen Sie nicht nunmehr mit der Revolution be- ginnen?"—„O bitte, nach Ihnen!"—„Aber nein, nach Ihnen!" der Eindruck des Gebotenen gerundet und gestattet die unum- wunden« Anerkennung einer sehr stattlichen Leistung. Schon rein architektonisch überwältigt die Schau, denn ohne Rücksicht auf Arbeit, Material und Kosten wurde jeder Pavillon im Stil der Kolonie aufgeführt, von der er Kunde gibt; Madagaskar, Guyana, Französisch-Indien, Neu-Caledonien, Martinique, Reunion— alles ist in tropischen Bauwerken unter- gebracht, die allerdings der Sonne bedürfen, um zur Geltung zu kommen, und unter einem regnerisch grauen Himmel zu frösteln scheinen. Algerien, Tunesien und Marokko zeigen, was sie zu zeigen haben, in ausgedehnten maurischen Städten und Palästen mit Säulenhallen, weiten Häsen, plätschernden Spring- brunnen, Filigranfenstern und schattigen Händler- und Handwerker- gäßchen, und die Abteilung Französisch-Westasrika, also Senegal, Guinea, Elfenbeinküste, Dahomey, Mauritanien, Sudan und Niger, befindet sich in einer geräumigen, starrenden, hochgemauerten Burg aus getrockneter roter Erde, dem Königssitz von T i m b u t k u, dessen Anblick barbarisch und beängstigend wirkt wie der Klang einer Kriegstrommel vom Aequator. Das Wunder der Wunder aber: der Tempel von Angkor-Vat, Heimstätte der Sektion Jndochma, eigentlich eine Flucht von Tempeln mit Türmen, Toren, Treppen, Terrassen, mit Galerien, Teichen, Gesimsen, Schnitzereien, Reliefs, gigantisch ragendes Bauwert asiatischen Barocks aus dem achten oder neunten Jahrhundert. Probe einer Zivilisation, die vielleicht Jahrtausende vor der unseren erblühte. Doch nichr nur das Auge kommt auf seine Kosten. Welche Skala der Gerüche vom Sandelholz bis zum gegerbten Leo- pardenfell! Welche Folge menschlicher Laute von dem vogelartigen Gezwitscher der M a o r i- M ä d ch e n bis zu den unheimlich rauhen Kehltönen der Tuaregkrieger! Wenn vollends nach Eintritt der Dunkelheit die Scheinwerfer fremde Gebäude und fremde Menschen mit ihren weißen Lichtarmen packen, und farbig funkelnde Leuchtfontänen aufspringen, reißt nicht nur die Epicicrsfamilic aus Amiens oder das Advokatenehepaar aus Tours vor Stunen Mund und Nase auf. Aber es stcht noch dahin, ob die Ausstellung ihre schon nach Millionen zählenden französischen Besucher so entläßt, wie sie entlassen werden sollen, nämlich mit Verständnis und Ehr- furcht für das Frankreich jenseits der Meere, das samt dem Mutter- land elf Millionen Quadratkilometer umfaßt und hundert Millionen Bewohner beherbergt. Auf jeden Fall hat dieser Besucher, wenn er gewissenhaft von Pavillon zu Pavillon gepilgert ist. eine Fülle kolonialer Erzeugnisse zu Gesicht bekommen. Aber der Betrachter erfährt nirgends das Entscheidende, nämlich ob der Verbraucher in Frankreich die Produkte der Uebersee billiger bezieht als der Bürger eines Landes, das der eigenen Kolonien enträt; jedenfalls bietet die Schweiz mit ihrer Schokolade ein Beispiel. daß sich sogar eine nur auf überseeischen Rohstossen aufbauende Industrie ohne Anlehnung an eigen« Kolonien blühend zu ent- wickeln vermag. Wenn deshalb die 2S0 Kinder deutscher Arbeitsloser, die, auf der Rückreise von ihrem Ferienausenthalt auf der Insel Oleron, die Exposition Coloniale gezeigt bekamen, das Bedauern des„Oeuvre" erregten, weil ihnen der Anblick eines deutschen Kolonial- Pavillons versagt blieb, so wird dem Pariser Blatt dafür in Deutschland nur jene imperialistische Propaganda danken, die auf Biersilzen herausschreit: Gedenkt unserer geraubten Kolonien! und eben wieder durch den Kölner Oberbürgermeister Adenauer die Kolonialfrage als„ein Lebensproblem unserer Nation" bezeichnet. Also doch wohl deutsche Kolonien, um den Bevölkerungsübcrschuß loszuwerden und der Arbeitslosigkeit zu steuern? Nun, die überseeischen Be- sitzungen, die geographisch und klimatisch so günstig lieger» wie sür Frankreich Algerien und Tunesien, wo 770 000 Franzosen leben, waren bei Teilung der Erde schon vor Einleitung der deutschen Kolonialpolitik vergeben, und in den tropischen Kolonien auch Frankreichs find die Weißen dünn gesät und müssen es sein: öS 000 Franzosen unter zwanzig Millionen Eingeborenen in Jndo- china, 10 000 unter siebzehn Millionen in West- und Mittelafrika! Als Deutschland noch überseeische Besitzungen sein nannte, hatten sich dort, obwohl jährlich rund SO 000 Deutsche in die weite Welt zogen, gerade einige hundert Familien angesiedelt! Den„engen deutschen Raum" durch Koloniolerwerb erweitern zu wollen, ist ein Traum und nicht einmal ein schöner! Dennoch sehlt Deutschland nicht auf der Kolonialausstellung. Zu ihren anziehendsten Teilen gehört der von Karl Hagenbeck nach dem Mu st er Stellingen eingerichtete Tierpark, be- liebte Zufluchtsstätte derer, die des Trubels und Staubes in den anderen Abteilungen müde find. Auf das Rhinozeros, das sie seit 1892 entbehrt haben, warten die Pariser noch, aber Berber- löwen kneifen, in die Sonne blinzelnd, das Auge zu. preußisch ge- streifte Zebras schlagen hinten aus, Elefanten wiegen ihr« Massig- keit bedächtig hin und her, eine Herde flinker Affen turnt an Felsen hoch und schnattert sich höhnische Glossen über die Beschauer zu, und an einem kün-stlichen Teich steht ein Marabu ernst und gravitätisch auf einem Bein und scheint weiser als alle die Menschen, die ihn begaffen.»ermann Wendel. FremWastenwerdenimAchergeschlossen Die Arbeit der Funkamateure In den Nachtstunden, in denen die deutschen Sender schweigen, ist eine besondere Kategorie von Funkbastlern emsig an der Arbeit: die Kurzwellenamoteure, die ihre Morsetelegramme in den Aether senden. Es sind die„Dilettanten" und Wissenschaftler, die die große Entdeckung machten, daß die. kurzen Wellen für die Funkpraxis durchaus verwendbar seien. Diese benötigen ja weit geringere Strahlungsenergie und damit auch geringere Kosten. Die Behörden und Funkbetriebsgesellschaften arbeiten mit den kurzen Wellen im Ueberseeverkehr, wie z. B. die Großfunkstation Nauen im Nach- richtenaustaufch mit Südamerika. Den Kurzwellenamateurcn sind auf der Internationalen Funkkonferenz im Jahre 1926 bestimmte Wellenbereiche zur ungehinderten Ausübung ihres Sports zuge- wiesen worden, um eine Störung des amtlichen Funkverkehrs zu verhindern. Es gibt heute über 20 000 Kurzwellenamateure in der ganzen Welt, und Tausende von Telegrammen gehen zwischen den Funkern aller Länder tagtäglich hin und her. In Deutsch- land gibt es 1500 Amateure, eine Zahl, die gering erscheinen mag, wobei man allerdings berücksichtigen muß, daß das Seirden in Deutschland nicht allgemein freigegeben ist. Auch die Aufstellung von Empfangsapparaten ist an manche Bedingung geknüpft. Der deutsche Amateur-Sende- und Empfangsdienst in Berlin, die an- erkannte Organisation der deutschen Kurzwellenamateure, geht bei der Aufnahme seiner Mitglieder sehr sorgsam vor. Der Kandidat muß erst in einer Ausnahmeprüfung den Beweis erbringen, daß er ein tüchtiger Funker ist. Bor allem, verlangt man von ihm das, was man hier eine„saubere Handschrist" nennt, d. h. er muß mit der Morsetaste umzugehen verstehen. Ein guter Funker braucht gar nicht erst das Rufzeichen eines fernen Senders zu hören: er erkennt schon an der Art der Morsetöne einen alten Bekannten. Erforderlich ist natürlich auch eine völlige Beherrschung des A m o- t e u r- C o d e, der eine Fülle von Abkürzungen für Funktels- gramme enthält. Dieses Funker-Efperanto ist keine Geheimsprache, sondern international üblich. Die dreibuchstabigen Abkürzungen wer- den nach ihrem ersten Buchstaben auch„O-Code" genannt. Sind zwei Amateure zufällig in Funkverbindung gekommen, senden sie sich gewöhnlich folgende Frage zu:„Wie ist der Name ihrer Station (Stadt)?" Noch dem O-Code wird diese Frage in den drei Buch- staben Q R A ausgedrückt. Zum Schluß des Gespräches heißt es dann:„RLS QSL"—„Bitte, geben Sie mir Empfangsbestäti- gung durch Karte." Jede Kurzwellenstation besitzt eine Kennzahl oder ein Rufzeichen, die in Deutschland von dem bereits ge- nannten Amateur-Sende-Dienst den Amateuren zugeteilt werden. Mit der YKT-Karte bestätigen sich die Funkamateure die abge- wickelten Gegenverbindungen. Die Karte enthält verschiedene An- gaben, die Art der Antenne, der Sende- und Empsangsschaltung, die Beobachtung über Lautstärke und Wetterverhältnisse während des drahtlosen Ferngesprächs. Diese YST-Karten gehen über die Kartenvermittlungsstellen der Amateur-Bereinigungen den Ama- teuren zu, die miteinander in Funkverkehr gestanden haben. Der ganze Stolz des Kurzwellenamateurs liegt in dem Besitz recht vieler solcher Quittungen über seine Funkleistungen. Die Wände der„Funkbude", in dem die Sende- und Empfangsapparate des Funkers stehen, sind oft über und über mit den YKR-Karten aus allen Ländern der Erde beklebt. Auf der einen Karte bestätigt ein Japaner, daß er„D 4 ADF" ausgezeichnet verstanden Habs. Der Anfangsbuchstabe I) bedeutet Deutschland, die Zahl dahinter besagt, daß sich in diesem Rufzeichen ein deutscher Amateur verbirgt. Die deutschen Kurzwellenamateurc haben bereits Erstaunliches geleistet— mit ihrem Sender, der oft kaum größer ist als eine Zigarrenkiste! In den Mitteilungen des Deutschen Funktechnischen Verbandes schildert z. B. ein Amateur, A. D i ck f e l d, wie er d e n Nord- und Südpol miteinander verband. Er hatte dos Rufzeichen des russischen Eisbrechers„Krasfin", der im Eismeer nahe bei der Bäreninsel lag, wahrgenommen und war mit diesem in Verbindung getreten. Der„Krasfin" hatte sich fünf Stunden lang vergeblich bemüht, den russischen Dampser„Krasny Prosin- tern" durch Funk zu erreichen. Dieses Schiff befand sich südlich der Südspitze Südamerikas, in den antarktischen Gewässern. Vom „Krasfin" übernahm der deutsche Kurzwellenamoteur das Rufzeiäien des gesuchten Schiffes, dos er einem Kollegen in Südafrika, mit dem er in Verbindung gekommen war, weitergab. Dieser erreichte das in der Südpolarzone kreuzende russische Schiff, und dank den Amateuren in Deutschland und Südafrika wurden zwei russische Dampser an beiden Enden der Welt miteinander verbunden. Der Aether ist die rechte Atmosphäre, in der Freund- s ch a s t e n zwischen den Angehörigen der verschiedenen Länder ge- schlössen werden können. Tief unten liegen die Grenzen und sind unsichtbar, und so schließen Amateur«, die zufällig in Verbindung kommen, oft eine herzliche Gemeinschaft, und es kommt oft genug vor, daß sich Menschen kennenlernen, die sich vor Jahren im Schützen- graben gegenüber lagen. Aber auch große praktische Bedeutung hat dieser Sport: russische Amateure waren es, die als erste die Not- signole des Nobile-Luftschiffes aufnahmen, und ein kanadischer Ama- teurfunker empfing und verbreitete als erster die Kunde, daß Köhls Ozeanflug geglückt und die Flieger auf Greenly Island gelandet Die neue Helena. „Die schöne Helena", die in Reinhordts neuer, olle Theater- künste entsesselnden Inszenierung dem Sommer und den leeren Taschen im Kurfür st endammtheater trotzt, hat eine neue Besetzung erfahren. Statt Iarmila Novotna ist jetzt Margret Pfahl von der Städtischen Oper das Urbild aller verführerischen und verführten Frauen. Sie hat die gut disziplinierte Stimme, deren Wohllaut in Entzücken versetzt, und Charme im Spiel. Frei- lich eine Hortense Schneider, die diese Rolle 1864 in Paris kreierte, scheint nie wieder erstanden zu sein, wenn wir den Zeitberichten glauben dürfen. Ossenbach ist der künstlerischste Exponent des zweiten französischen Kaiserreichs, das den Kult des Genusses bis zum Cancanrausch steigerte. Thermidorstimmung erfüllte Paris aufs neue: der Freudenbecher schien unausfchöpflich, und nichts hemmte mehr den kecksten Witz und die zersetzende Frivolität. Heute tanzen wir auf einem Vulkan und Katerstimmung schleicht vorzeitig in die Festfreude... Aber trotzdem: Reinhardts Zauberstab beschwört alle Hemmungen und Offenbachs göttliche Musik im Verein mit dem Feuerwerk der Farben und der sprühenden und witzigen Dar- stellung(Gerd N i e m a r sPoris�, Friedet Schuster fOrestf, Hans Moser sMenelauss, F r i e d e l l sMerkurs) und die wahrhast bacchantischen Tänze täuschen eine Offenbach-Renaissance vor. Auf wie lange und sür wieviele? r. Klopfers Luli-Gastfpiel. Künstlertheater. Berlins Theatsr wird sommerlich geschlossen. Nur die„Schöne Helena" tanzt weiter durch die Huiülstage, und der„Hauptmann von Köpenick" wird bis in den Winter sein Narrentum spiegeln. Der Fremde, der bildungsbedürftig und zum Vergnügen nach Berlin kommt und vor dem Pergamon-Altar und den Rodauskandalen der Nazistudenten ehrfürchtig zusammengeknickt ist, findet sür abend- liche Unterhaltung nur noch das blühende Rvse-Theater im Osten und im Westen Lunaparkrummel und ähnliche Genüsse. Die meisten Theater sind für den Winter zu vermieten. Die Eigentümer der Häuser, die früher Großpensionäre von mitgist- gesegneten Schwiegersöhnen und sonstigen Rentemnagnaten waren, bieten heute ihre reparaturbedürftigen Schaupaläste in der Haupt- stadt und ihre in fetteren Jahren erworbenen Herrensitze im Gebirge und am Strand verzweifelt aus. Die Schauspieler werden verrückt vor Arbeitslosigkeit und Schulden. Kurz, olle Garantien für eine gedeihliche Verpöbelung des Berliner Kunstlebens sind vorhanden. Das Theater stirbt aus— sagen die Gerichtsvollzieher, die vorzüglich unterrichtet sind. Das Theater mutz leben— sagen die Geldagenten, deren Schuhsohlen täglich dünner werden. Inzwischen versucht Eugen Klöpser es noch einmal mit einer sommerlichen Truppe, mit einer Posse- von Tristan B e r n a r d, betitelt„Abgemacht, Kuß" und mit sich selber als Star, um die Leute anzulocken. Er spielt den derben, hanebüchen witzigen und hanebüchen dämlichen Schwank von dem Parvenü, der dem verrosteten Adelsgesdzlecht den hypothekenschweren Herren- sitz rettet und bei dieser Gelegenheit auch die schon sür die Alt- jungfernschast eingeweckte Marquise wieder aufweckt. Solchen Muskeln- und Banknoten protz, solchen schlauen Idioten und gut- mütigen Esel, solchen pöbelhaften Schwerenöter und Sieger auf der ganzen Linie der Spießerei spielt Klöpser nicht als unser herrlicher Klöpser, sondern als Wandertruppcnhauptling. Er will mit seinem Stück und mit dieser hervorragenden Kulissenreißerei von Berlin aus auf die Dörfer ziehen und Geld verdienen. Wir wünschen, daß es ihm gelingen möge, damit er im Winter wieder unter eine Regie zurückkehrt, die ihn bändigt, und zu guten, alten taktvollen Künstlermanieren zurückbringt. dl. 11. Der iniernalionale Nalurschutzkongrcß, an dem u. a. auch Ver- treter Deutschlands teilnehmen, wurde Mittwoch mit einer Ansprache des Senatspräsidenten Lebrun in Paris eröfsnet. Gedenktafel am Geburtshause Zofeph Joachims. Anläßlich des 100. Geburtstages des berühmten Geigenvirtuosen Joseph Joachim wurde an dessen Geburtshaus in K i t t s e e im Burgenlande eine Gedenktafel enthüllt, die von der Landesregierung des Burgen- landes und den heimischen Vereinen gestistet ist. Di« innere Umorganisation der Volksbühne— die Mitglieder haben fortan die Wahl zwischen 8, 1t, 13 und 15 Vorstellungen jährlich und können auf Wunsch auch ihre Vorstellungen stets am gleichen Abend der Woche erhalten— bat bereits jetzt so zahlreiche Anmeldungen sür die Spiel- zeit bewirkt, daß einzelne„Abteilungen" fast gefüllt sind. Jnteresienten mit besonderen Wünschen hinsichtlich der Eingliederung werden deshalb auf- gefordert, sich möglich bald in einer der 2VÜ Zahlstellen der Volksbühne zu melden. „politischer Massenstreik" 3« der Mittagspause, vor dem Betrieb Das dürftige Ergebnis der kommunistischen Massenstreikporole gegen die Notoerordnung, wonach am 1. Juli während einer halben oder einer Stunde in den Betrieben die Arbeit eingestellt iverden sollte, um die kommunistische Parteiagitation zu beleben, stimmt mit der großen Aufmachung in der„Roten Fahne" schlecht überein. Immerhin hat die RGO. der KPD. es fertig gebracht, daß bei chartung-Lichtenberg die ganze Belegschaft ausgesperrt wurde und bei Sternberg-Borsigwalde die Schmiede. Am gemütlichsten spielte sich die politische Massenstreikaktion bei der O s r a m- B e l e g s ch a s t ab, die„in der Mittagspause mit den Erwerbslosen vor dem Betrieb eine Kundgebung durchführte. Um so radikaler zeigten sich die Leiter der Afü-Arbciteraktion der Baustelle Tempelhof, die alle Arbeiter ausforderten, sich zum General st reik fertig zu machen. Das Moskaublatt be- gnügt sich zunächst mit der Forderung, Streikbeschlüsse in ollen Be- legschaften gegen die Notverordnung zu schaffen. Die arbeitslosen NGO.-Leute sind jederzeit streikbereit. Die gewerkschaftlich organi- sierte Arbeiterschaft gibt sich nicht zum Spielball der KPD. her. In einem Betriebe 400 Angestellten gekündigt. Zweihundert bleiben in Stellung. Wie die Berwoltung der ch c n s ch c l u. Sohn A.- G. Kassel, deren Werkstätten zur Zeit weniger als ein Drittel beschäftigt sino und deren Arbeiterzohl sich heute aus rund stellt, mitteilt, muß sie ihre Angestelltenzahl. die heute noch etwa ßvll beträgt, in ein einigermaßen angemessenes Maß zu dem verringerten Beschäftigungsgrad des Werkes bringen. Um die notwendigen Maßnahmen bis zum Jahresschluß durch- führen zu können, mußten jetzt schon Kündigungen an etwa 400 A n g e st e l l t c ausgesprochen werden, die vorsorglich erfolgt sind. Müssen Vertrauenspersonen häßlich fein? Eine arglistig getauschle Llnternehmerseele. Es ist wohl schon öfter vorgekommen, daß ein Chef, der eine Angestellte schriftlich nach der Photographic engagiert hat, hinterher enttäuscht war, weil die Angestellte auf dem wohlretouschierten Bild vorteilhafter aussah als in Wirklichkeit. Daß aber, wie der ZdA. berichtet, umgekehrt ein Chef von seinem Vertrage zurücktreten will, weil die Engagierte jünger und hübscher aussieht als ihr Photo— dieser erstaunliche Fall mußte kürzlich vor dem B e r- liner Arbeitsgericht verhandelt werden. Die Angestellte hatte sich nämlich in der Zwischenzeit zwischen Bildofferte und Stellungsantritt einer Schönheitsoperation unter» zogen und war durch eine Nasenkorrektur, wie ihr neuer Chef oer- sicherte, so verschönt und um 20 Jahre verjüngt worden, daß er sie aus dem Vertrauensposten einer Respektsperson nicht mehr brauchen könne. Er sähe sich also quasi arglistig getäuscht und habe das Recht, die verjüngte Angestellte gleich wieder zu entlassen. Da diese aber damit nicht einverstanden war, mußte das Arbeftsgericht den Chef belehren, daß eine Schönheitskorrektur kein Grund zum Rücktritt von einem geschlossenen Bertrage sei. Und warum soll sich nicht auch eine junge hübsche Angestellte Respekt verschaffen können? Allein die Unternehmerspekulation geht dahin, daß der geringe wirtschaftliche Gegensatz zwischen schlecht bezahlten Angestellten und nicht viel besser bezahlten Aufseherinnen durch gegenseitige persön- liche Abneigung um so mehr verstärkt wird, je größer der psycho- logische Gegensatz ist. Wird diese Unternehmerlogik überspitzt, dann wird sie zur Quelle betriebsschädlicher Kleinigkeitskrämerei. Aus dem Rücken der Arbeiter. Stillegung als Kampfmittel gegen Regierung. Athen. 2. Juli. Die griechischen Textilindustriellen haben beschlossen, ihre Spinnereien und Webereien stillzulegen. Bon dieser Stillegung würden 25000 Arbeiter betroffen werden. Der Zweck ist, die Regierung unter Druck zu setzen, um eine Ermäßigung gewisser Zölle für Textilwaren und wichtige Rohprodukte zu erreichen. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Wien stieg in der zweiten Junihälfte um 530 auf 85 2 50. Das sind 12488 mehr als im Vorjahr, in dem in der gleichen Jahreszeit die Zahl um 1192 zurückgegangen war. 8.»» S.s» t.tt Die siiVkeiade Rauf kraft in D eutsckland ' 1 9 9.9 ....... 19 3 0 q.. ----- 19 31 ■»o S.,, 9.5» .0.......0. ■ 8.1»»•'»•. r"' O.H IO.io S.tt - � \ 6-1» v.?o D ur cKscKnibtlxeKer WocKenumsati, tei den K o n s um v e n e in. en pro Hit|lied in Marie F M A M J N D Ein gestörtes Bockbiersefi. Trauriger Abschluß einer allzu heftigen Vierreise. wegen versuchten Totschlages hatte sich in vier- tägiger Verhandlung der Isiarmorschleifer August Ireuge vor dem Schwurgericht III zu verantworten. INilangcklagl waren wegen gefährlicher Körperverletzung ein Anstreicher und ein Schlosser. Der Anklage lag eine sehr böse Ausschreitung aus reiner R a u f l u st zugrunde. Die drei Angeklagten hatten mit einem vierten Mann, der bisher nicht ermittelt ist und den sie nur unter dem Namen Kurt kennen wollen, am 1 März eine Bierreise gemocht. In verschiedenen Lokalen hatten sie bereits Streitigkeiten gehabt und sich sehr gewalttätig benommen. Auch auf der Straße wur- den Personen mit Schlagringen zu Boden geschlagen. Kurz vor der Feierstunde zogen die vier Raufbolde in den„Schwarzen Adler" in Weißensee, wo ein Sparvercin ein Bockbierfest hatte. Sie benahmen sich auch hier sehr herausfordernd, schlössen die Ein- gangstür ab und es soll auch der Ruf gehört worden sein: ,D e r Laden wird heute fertig gemacht!" Sie verweigerten dem Kellner die Zahlung der Zeche und singen mit den anwesenden Gästen Streit an, so daß alsbald eine Schlägerei im Gonge war. Mit Fäusten, Stuhlbeinen und Schlagringen schlugen Treuge und „Kurt" auf die Gäste ein. Treuge zog schließlich«ine Pistole und gab zwei Schüsse ab. Ein Gast wurde schwer verletzt. Nun ver- ließen die vier Störenfriede das Lokal, wobei Treuge mit dem Revolver drohte, um eine Verfolgung zu verhindern. Der Schwager des Gastwirts wollte zum Fenster hinausspringen, um chilsc zu holen. Treuge gab aegen ihn einen Schuß ab, die Kugel ging ober dicht an seinem Kopf vorbei. Inzwischen mar dos Uebcrfallkommando herbeigeeilt und konnte die drei An- geklagten festnehmen. In der umfangreichen Beweisaufnahme versuchten die An- geklagten den Beweis zu führen, daß sie zuerst angegriffen worden seien und in Notwehr gehandelt hätten. Dieser Beweis mißlang jedoch. Das Schwurgericht verurteilte Treuge zu zwei Jahren Gefängnis unter Aufrechterhaltung des Ziaftbefehls. Die beiden anderen Angeklagten erhielten wegen gefährlicher Körperverletzung Gefängnisstrafen von zwei bz�v. vier Monaten. Gartenbesitzer schießt auf Schüler. Ein unerhörter Vorfall ereignete sich in der Dormser Straße in Charlotlenburg. Auf dem S ch u l h o f des früheren Mommsen-Gymnasiums, Wormser Straße 11-12, wo sich jetzt eine Berufsschule befindet, spielten mehrere Berufsschüler Handball. Dabei flog der Ball über die Mauer in das benachbarte Gartengrundstück Wormser Straße 8, das einem gewissen Paul Sch. gehört. Als mehrere der Spieler die Mauer überkletterten, um den Ball wiederzuholen, feuerte Sch. aus einem Desching einen Schuß ab, durch den der 18jährig« Harald Limbach aus Charlottenburg, Kirschen-Allee 5, am Ohr ver- letzt wurde. Wie Sch. bei seiner Vernehmung auf dem Polizeibüro aussagte, habe er ständigen Aerger darüber, daß den spielenden Schülern fortwährend der Ball über die Mauer und in seinen Garten fliege. Aus sinnloser Wut habe er einen Schreckschuß abgegeben. Veianlwortl. tllr die Redaktion: Serbert Le»sre, Berlin: Anzeigen: lb. Slocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag D. m. b. s., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Üisatek-, Uciitspisls U5>v. Donnerst, 2.. 7. Staats-Oper Unter d. Linden 304. A.-V. iS'/i Uhr Götter- lliggekünitluftübning) EndetMVaNu staats-oper Pliti der RipeWIk 20 Uhr Beugdm ewil. Pnftt nadame Bnflerfly OiHntl. tartnnrbuf Ende g.221/»Uhr Donnerst.. 2. 7 Stadl Oper Bismarckstr. Geschlossen Staatl Sthaosph. (in hgdnnnnsrtt). 261. A.-V. 20 Uhr Cesdiidite Gottfris- dms von Berlidiingen mit der eisernen Uanil Endeg.23V> Uhr Staat). StliHeater, Oiarlflig 20 Uhr Haus Herxenstod Ende gegen 22'/» Uhr Winter * Qcirren* 18.15 Uhr Flora 3434 Randien erlaubt Ballett Eduardova, 10 Broz, 4 Richys, Mary-Erik-Faid mr. rnoi. � und •i/jO. H. u. H. WILLIAMS LEE KAIL- ENSEMBLE : aWiilrlwIgOtn«. Komiscna oper Frledrldutr. 104 8Vg Uhr Frauen haben das gern... Musikal. Schwank von Arnold Musik v. Walt. Kollo Som me rpr. 0�0- 7.00 Reichshallen'Theater Anfang[»] Uhr Slettiner Sänger Zum SchluS „Alles verrückt!" voiKsbtmne Theater in Btllowplatr. 8 Uhr Lumpazivagabundus RorlBrstendanim- ineater Bismarck 449 | 8Vg Uhr| Die schöne Helena Bsgle lacqnes ORenDaOi lo: Max Belohardt metropoi-Ttieater Täglich 8'U Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen Oeotsdies Ttieater 8 Uhr Der Hanptmaira von KdpenKK r. Carl Zuckmayer Regit: Heim Hilpert Die Komödie Täglich S'k Uhr Dienst am Kunden vou tot Hob lud Mai Hansen Regie: HansDeppe lefonden wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGesamt' auf läge des „Vorwärts" und trotzdem nbiuign «KW» IRedaWit 1 Berlins BETRIEB KEMPIMSKIV' Schwerhörige Mren sofort wieder mildern ärztlich empfohlenen OBiaiHAL• AHUSTUf- APPABAT mit neuestem aueintiörer! — Noch Besseres gibt es nicht!— Deutsdie IM Gesellsdiaft Ell Aelteste u. fuhrende Spezlalfabrik Verkauf u. Vorführung; Benm-wiimorsdort. Motzair.es Bln.. moaterstr. 44. Eing.Sruitaratr. 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Juni in Braunschweig versammelte Sozia- listische Studententag hat zu einem vollen Erfolg geführt. Schon die erste Plenarsitzung, in der der Geschäftsbericht gegeben und die Arbeitsausschüsse besetzt wurden, zeigte, daß die Delegierten zusammengetreten waren, um in ernster Arbeit und Beratung ihre Organisation auszubauen und damit die Stoßkraft des Sozialismus an den Hochschulen zu stärken. Die große öffentliche Kundgebung, die von der Studentenschaft und der Arbeiterschaft gemeinsam durch- geführt wurde, war eine Warnung an die chochschulreat- tion, den Bogen nicht zu überspannen. Die Sozialdemokratie ist nicht gewillt, die Hochschule dem Faschismus zu überlassen. Sie wird mit allen Mitteln und mit aller Energie dem Hochschulfaschismus entgegentreten und dasür kämpfen, daß die Hochschulen zu Hoch- schulen des Volkes werden. Eine wuchtige Demonstration durch das nächtliche Braunschweig rief zum Kampf gegen die Kulturreaktion, die im Braunschweiger Naziminister F r a n z e n ihren wildesten Verfechter hat, auf und betonte so den politischen Willen der ein- mutig marschierenden Arbeiter und Studenten. Die beiden folgenden Tage waren den Beratungen in den Ar- beitsausschüssen gewidmet. Im Organisationsausschuß wurde dem starken Anwachsen der sozialistischen Studentenschaft und den neu hinzugekommenen Aufgaben durch eine neue Satzung Rech- nung getragen. Der Hauptvorstand wurde von 5 aus 7 Mitglieder erweitert, die Stellung der Kreisleiter ausgebaut und die Fach- schaftsgliederung zur Weiterführung der Bildungsarbeit befestigt. � Einmütig wurde beschlossen, die Organisation auch aus die Lehrer- akademien und ähnliche Hochschulen auszudehnen, konnten doch beispielsweise die Hamburger Delegierten von guter Zusammen- arbeit mit der Lehrerakademie berichten. Desgleichen galt die Auf- merksamkeit des Ausschusses den Fragen der Schülerbewe- g u n g und der Schülerarbeit, die planmäßig fortzuführen durch mehrere Einzelbeschlüsse gefordert wurde. In einer Entschließung wird den Studierenden nahegelegt, der für sie zuständigen Gewerk- schaft schon als Student beizutreten, um so auch den Gewerkschaften gegenüber die Zusammengehörigkeit zu betonen. Im Ausschuß für soziale Arbeit gab der Situations- bericht ein erschütterndes Bild von der Not der Arbeiterstudenten. Jahrelanges Studium, erschwert durch Erwerbsarbeit, durch den Druck der Arbeitslosigkeit und durch den Kampf um Gebührenerlaß, Freitisch und Beihilfen sind das Schicksal derjenigen, die nicht auf reichliche Geldmittel ihr Studium aufbauen können. Die jüngst erfolgte Erhöhung der Gebühren trifft mit voller Schärfe gerade die Studenten der Arbeiterschaft. Es ist endlich an der Zeit, die Hochschulgebühren entsprechend der s o z i a l e n L e i st u n g s- fähigkeit zu staffeln, nicht aber den beträchllichen Zuschuß des Staates gleichmäßig an Arme und Reiche, an ernsthaft Arbeitende und an billig Randalierende zu verteilen! Ferner wurde scharfe Kritik an der Arbeit und dem Aufbau des Studentenwertes, der zentralen Wirtschaftshilfe für die Studierenden, geübt. Wenn beispielsweise in der Studienstistung nur etwa 17 Proz. Arbeiter- studenten sind, so zeugt das von einer völlig falschen Einstellung der Leitung zu den Fragen der studentischen Wirtschaftshilfe. Diese falsch« Einstellung wird aber sofort verständlich, wenn man sieht. daß in den verantwortlichen Körperschaften seitens der Studenten- schaft nur Vertreter der rechtsradikalen„Deutschen S tu d e n t« n s ch a s t" sitzen, ober kein Vertreter der rcpublika- nischen oder der sozialistischen Studierenden zugelassen ist. Der Ausschuß für soziale Arbeit legte dem Plenum eine diesbezügliche Entschließung sowie eine Reihe wichtiger Beschlüsse zur Kranken- lasse, zur Wirtschaftshilfe, zur Arbeitsvermittlung usw. vor. Eine eingehende Aussprache entspann sich im Ausschuß für Schrifttum und Presse um das Zentralorgan, dem„Sozia- listischen Willen". Es wurde der einmütige Wille ausgesprochen, durch Beiträge aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschast die aktuellen Probleme des Sozialisnius fortzuentwickeln. Für diese schwere Aufgabe ist dem Schriftleiter eine Pressekommission bei- geordnet, die vor allem die Mitarbeit der Professoren, der Genossen im öffentlichen Leben und der Mitglieder gewinnen soll. Eine Ent- schließung sagt der Partei- und Gewerkschaftspresse Dank für die bisher ongediehene Unterstützung und bittet, fernerhin in verstärktem Maße den auch für die Gesamtpolitik wichtigen Vorgängen an den Hochschulen ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und dadurch den Hochschulkampf der Sozialistischen Studentenschaft wirksam zu unter- stützen. Zahlreiches weiteres Schrifttum konnte vorgelegt werden und kündete von der Lebendigkeit und der Vielseitigkeit der Bewe- gung. Eine große Ausstellung über Schrifttum gab einen will- kommenen Ueberblick über die Reichweite der Organisation wie über die schwere Stellung der Sozialisten inmitten einer reaktionären Hochschule. Nirgends zeigte sich aber die Kampfkraft und der Wille zum Sieg stärker als im Hochschulpolitischen Ausschuh. In Fragen der Hochschulreform und des Studentenrechtes wurden be« deutsame Beschlüsse gefaßt. Nachdem der österreichische Verfassungs- gerichtshof das vom Grafen Gleispoch verordnete Studentenrecht mit seiner Bevorzugung der Rechtsradikalen und seiner Ausschaltung „ der Juden als gesetzwidrig ausgehoben hat, ist den Rechtsradikalen jede Möglichkeit staatlicher Zwangsmaßnahmen gegen die linke Minderheit genommen. Damit ist auch der Kampf um das S t u- dentcnrecht in Preußen entschieden. Es gibt für uns keine andere Basis für eine Selbstverwaltung als den Beckerfchen � Entwurf. Solange aber noch Exzesse und ständige Schlägereien wie in Wien, München und Berlin jede sachliche Arbeit unmöglich machen, ist für eine Wiedereinführung des Studenten- rechtes und der studentischen Selbstverwaltung die Zeit verfrüht. Die Versammlung war sich darüber klar, daß diesen Exzessen und ihren Urhebern, dem Hochschulfaschismus, der schärfste Kamps gelte. Desgleichen ist es notwendig, ständig auf die Wehrsport- Übungen der Rechtsradikalen und auf die Propaganda und Vorarbeit für die allgemeine Arbeitsdien st pflicht hin- zuweisen. Beide Einrichtungen der rechtsradikalen Studenten, ins- besondere der„Deutschen Studentenschaft" und der Nationalsozialisten. sind nur geeignet, die Sicherheit des Staates zu gefährden und breite Massen in ihrem Recht zu beeinträchtigen und sie zu beun- ruhigen. Daß hierzu die Notverordnung mit ihren Bestimmungen zum Arbeitsdienst erneut beiträgt, muß den Kamps um eine gründ- liche Umänderung nur stärken. Eine Fülle weiterer Aufgaben zu den verschiedensten Gebieten der Hochschul- und Kulturpolitik war zu erledigen. Im Fach- schaftsausschuß standen die Fragen zur theoretischen Schu- lang und zur marxistischen Ausbildung zur Aussprache und im Aus- fchuß für internationale Arbeit wurde über die Verbindung zu den ausländischen Bruderorganisationen, über internationale Treffen und Kampf trotz der Not! Solidarität mit den Erwerbslose«; Am vorigen Donnerstag schilderte an dieser Stelle Genosse A. Jabczinski. Obmann des Kreisbildungsausschusses Friedrichshain, beispiel» gebend die Erwerbslosenveranstaltungen, die er für seine« Kreis eingerichtet hat. Wir erhalten dazu folgende Zuschrift eines langjährigen Erwerbslose«: Zu dem Artikel Erwerbslosenveranstaltungen im„Abend" vom 2Z. Juni erlaube ich mir einiges zu bemerken. Vorausschicken möchte ich dabei, daß ich, seit 20 Monaten arbeitslos, zur Zeit mit 90 Pf. pro Tag haushalten soll, ledig bin, aber keine Hilfsquellen noch Vermögen besitze. Da ich nun auf der Stempelstelle, wie im Kreise der erwerbslosen Parteigenossen sehe, welche Verheerungen physischer und psychischer Art die Not hervor- ruft, so muß hier aus vielerlei Gründen sofort großzügig eingegriffen werden. Di« Krise der Wirtschaft wird nicht so schnell vorbeigehen — Millionen kommen im Gegenteil noch hinzu— Millionen aber bleiben ewig draußen. Da heißt es vorbeugen und ideell und materiell diesen Parteigenossen die Solidarität zeigen. Deshalb ist der Versuch des Kreises Friedrichshain mir zu begrüßen und zu hoffen, daß er bald von allen Kreisen nachgeahmt wird. Aber in einigen Punkten müßte er noch erweitert werden. Also es müßten zuerst alle erwerbslosen Parteigenossen durch die Abteilung erfaßt werden, und im Kreis zusammengefaßt, dann ein Erwerbs- losenausschuß gebildet werden, dessen Obmann mit dem Kreisvorstand zusomnienarbeitet. Ferner muß in geeigneter Form eine Rechts- beratung jeder Art und Hilfeleistung bei allen Sor- gen geschaffen werden. Mit der Arbeiterwohlfahrt zusam- men sind die Unterlagen zu schaffen um Schwierigkeiten des Familien- und Wohnlebens zu inhibieren. Die Frage der Beiträg«, Ver- sicherungen, Zeitungsbezug bedarf einer großzügigen Regelung. Aber das Wichtigste— ob jung, ob alt— sie wollen sich betätigen. Schafft ihnen vor allen Dingen eine geistige Regsamkeit. Durch Kurse, Arbeitsgemeinschaften, Vorträge, Ausflüge usw. Geld müßte dafür der Partei nicht zu schade sein, eventuell müßte gesam- melt werden. Bedenkt, daß kein Informationsblatt für die Erwerbslosen erscheint, der Nachweis den Radikalinskis allein überlassen bleibt. Wollen wir nicht auch, dort versuchen, für die Partei zu werben? Hot man erst einen Stamm geschulter Genossen, dann kann es nicht fehlen. Statt Verbitterung und be- ginnendem Indifferentismus muß aus der Not der verschärfte K a m p f wz l l c n erwachsen! Vor ollem keine Zeit verlieren.— Wissen ist Macht, und Aufgabe aller noch in Arbeit Stehenden ist es. dafür zu sorgen, daß keiner der Fahne untreu wird. Freundschaft! F. Frey Parole: Alle für alle Nur Eröffnung öer ömtschen Kinöempubtike« Anfang Juli werden an der Lübecker Bucht, auf der Halbinsel Namedy, im Harz, m Taunus und in Sachsen die diesjährigen Zeltlager der sozialistischen Kinderrepubliken eröffnet. Nahezu 7090 Kinder des Proletorias im Alter von 19 bis 14 Iahren(Jungfalten und Rote Falten) werden in diesen Zelt- republiken zusammengeführt. Ihrer ganzen organisatorischen und geistigen Anlage nach könnte man in diesen: Aufbau der Zeltrepu- bliken den Versuch einer Verwirklichung der ersten sozialsstisch ge- führten und gelebten Staaten der Erde sehen. Denn was heute noch ein Traum der erwachsenen Arbeiterschaft ist, wird hier wenig» stens für vier freie Ferienwochen Tausenden von Arbeiterkindern ermöglicht. Da- Hoffnungsvolle daran ist, daß es i h r Staat ist, den sie sich selbst aufbauen und sich bemühen, aus ihm die glück- lichst« Form eines Gemeinwesens zu machen, dos in den Auszeich- nungen: inner« und äußere Ordnung, gelebte Freundschaft und Soli- dorität von zeugender und erneuernder Kraft ist. Auch wir be» grüßen diese Kinderrepubliken auf dos Lebendigste und sind stolz auf sie. Wir sagten, daß mit der Eröffnung der Zeltlager der Versuch gemacht wird(der sich schon die Jahre hindurch erprobt hat), So- zialismus heut« und in dieser Zeit zu verwirklichen. Selbst- verständlich Hot das in erster Linie mehr symbolischen Charak- tcr, denn der herrschende Kapitalismus wird nicht gleich damit über- rannt werden können. Aber die unter Anleitung der ehrenamtlich tätigen erwachsenen Helfer geübte pädagogische und selbsterzieherischc Aufgabe wird hier durch einen sozialen Aktivismus zu lösen unternoinnien, der beispielhaft wirken kann. Außerhalb seiner Gemeinschaft ist das proletarische Kind ebenso wie die Erwachsenen der berufsmäßigen Brutalität des Kapitalismus der bürgerlichen Gesellschaft ausgeliefert. Täglich begegnet ihnen Elend, Herrsch- sucht, Krankheit. Innerhalb der sozialistischen Bewegung zeigt sich, daß der soziale Aufbau erst durch die gesinnungsmätzige Verwurze- lung und geistig« und technische Durchbildung der Baukräste be- gönnen werden kann. Technische und praktische Vorbereitungen sind alles und schon ein Garantieschein auf die Zukunft. Man kann den Sozialismus erst verwirklichen, wenn die Menschen, die ihn tragen und erfüllen sollen, dazu bereit und innerlich pröduk- tiv gemacht worden sind. Das ist ja auch der Ausgangspunkt aller modernen Arbeiterbildung. Diese Erzichung zum Sozialismus hat in den Zeltlagerrepubliken der Kinderfreunde ihre Praxis gefunden Alle für alle ist die Parole. Sozialaktive Schulung-- und Erziehungsarbeit wird von allen sozialistischen Organisationen geleistet. Aber der Unterschied besteht wohl darin, daß diesen Kinderrepubliken die Möglichkeit gegeben wird, auch selbsttätig dazu beizutragen, daß die Lebensform, d i« sie sich selb st geschaffen haben, von äußeren Einflüssen im großen und ganzen unberührt bleibt. Das ist in dem Sinne ein Vorzug, als ja ein vierwöchiges ständiges Zusammenleben zur Lösung der nicht zu umgehenden Problem« und Konflikte zwingt. Daraus kann viel gelernt werden. Erst die Erziehung zur Ver- antwortung aller sür alle, soweit sie kindsgemäß ist, hilft das Selbst- bewußtsein und oen Stolz für dos eigene Werk festigen. Ferner müssen sich die Kinderrepubliken auch da- Verständnis und die An- teilnähme der Bevölkerung erobern. Sie tun dies durch Leistung. Sie sind sich bewußt, daß ihr Gemeinwesen, wenn es sich durch Sauberkeit, Ordnung, Lebendigkeit auszeichnet, auf Außenstehende und Gegner nicht ohne Wirkung bleiben kann. Ihre Staaten, die mit den technischen Reglements einer lebendigen Demo. k r a t i« und eines lebendigen Parlamentarismus von ihnen selbst verwaltet werden, sollen Zeugnis von der ungeheuren Kraft des sozialistischen Willen- geben, Beispiel sein für die sozialkonstruktive Möglichkeit des Sozialismus. Sauberteit, Verantwortlichkeit, freiwillige Einordnung und fröhliche Hilfsbereit- schaft sind im Zusammenspiel aller Kräfte die wesentlichsten Materialien. Es ist auch unser« Ausgabe, den jüngsten Mitarbeitern der freien Arbeiterbewegung, den Kindersreunden, Vertrauen und Anteilnahme zu schenken. 899 Ortsgruppen mit 199 999 Kindern, 19 999 Helfern und 69 999 Mitgliedern in den Erzishungsvereinen sind Beweis einer soziolpädagogischen Kraft, die die organisatorische, agitatorische und geistige Macht der gesamten sozialistsschen Arbeiterschaft ver- mehren hilft. W. G. Oschilewski. internationale Kleinarbeit berichtet. Ueberall zeigte sich eine solche Fülle wichtiger Aufgaben und eine Entschlossenheit, sie in Angriff zu nehmen, daß die Zeit kaum ausreichte, die Arbeit durchzuführen. Aber dank der Vorarbeit in den Ausschüssen konnte die letzte Plenar- sitzung ihre Tagesordnung erschöpfen. Die eingeschaltete Gründungs- sitzung der Soziali st ischen Hochschulgcmein schaft voll- endete den Erfolg der Tagung. Damit ist ein weiterer Zusammen- schluß der Kräfte vollzogen, der Kampf um die Hochschulen mit verstärkter Front aufgenommen, zugleich aber auch dos Band zwischen Arbeiter und Akademiker, zwischen Sozialismus und Wissenschaft aufs neue eng geknüpft. W. T. Studenten in England und«SÄ. Das Gesamteinkommen der englischen Universitäten be- trägt 19Z Millionen Mark. Von dieser Summe werden 46 Proz. durch das Parlament oder lokale Körperschaften aufgebracht, 14 Proz. stammen aus Stiftungen und nur 23 Proz. sind Beiträge der Studenten. Fast die Hälfte sämtlicher Studierenden wird durch Stipendien aller Art unterstützt. Das Durchschnittsgehalt eines Professors beträgt 22 999 M. 747 Professoren(etwas mehr als die Hälfte haben weniger als 11 999 M. Jahreseinkommen). Be- sonders schlecht gestellt sind die außerordentlichen Professoren und die Privatdozenten. Die Zahl der Studierenden in England beträgt zur Zeit 45 999. Auch in England ist eine st orte Zunahme zu beobachten, aber die Zunahme betrifft ausschließlich Männer. Infolge der schlechten Wirtschaftslage sind die meisten Familien nicht imstande, außer den Söhnen auch noch die Töchter auf die Universität zu geben. Besonders stark macht sich die Abnahme der Medizin- studierenden bemerkbar. Die Zahl der männlichen zahnärztlichen Studenten fiel von 1918 aus 639. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika betrug am 39. Juni 1939 die Zahl der Medizinstudenten 21597, zeigte so- mit gegen das Vorjahr eine Zunahme von 719. 4565 Studenten erhielten ihr Diplom als Arzt(gegen das Vorjahr ein Mehr von 119). 4,42 Proz. der Studenten sind Frauen. Ihre Zahl nahm um 32 zu. Diplomiert wurden 294 Frauen, somit 19 weniger als im Vorjahre. Aus 199 999 Einwohner der Vereinigten Staaten kommen 1266 A e r z t e, also viel mehr als in irgendeinem Lande Europas! In Amerika wird in steigendem Maße die zunehmende Unsitte der Dichotomie bekämpft, es ist nämlich durchaus üblich, daß der überweisende Hausarzt das Operationshonorar mit dem Chirurgen teilt, und daß für jede vom Arzt verlangte Laboratoriums- Untersuchung 39 bis 59 Proz. des vom Kranken geforderten Honorars gezahlt wird. Den Kampf gegen die Dichotomie hat in allerjüngster Zeit auch Brasilien aufgenommen. Äe�praxisl in C�inc Voraussetzung ist eine vom Gesundheitsministerium ausgestellte Lizenz. Der Bewerber muß wenigstens 29 Jahre alt sein und ein ärztliches Diplom seiner Heimatsuniversität vorlegen. Er muß unbestraft sein und nicht unter Vormundschaft stehen. Außer- dem sind der Ortsbehörde des Niederlassungsortes 7 Dollar zu zahlen und zwei Photographien zu übergeben. Zeugnisse, Rezepte und Totenscheine darf ein chinesischer Arzt nur noch persön- licher Untersuchung des Falles ausstellen. Er muß alle untersuchten Fälle mit kurzer Krankengeschichte registrieren. Die benutzten Journale müssen fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Jedes Rezept muß vom Arzt gestempest sein, die Lizenznummer tragen und einen Vermerk über das Alter des Kranken. Dem Arzt ist jegliche Reklame untersagt, und das Annoncieren ist nicht ge- stattet. Wer gegen die letzteren Bestimmungen verstößt, wird dem lokalen Aerzteverein gemeldet, der als ehrengerichtliche Instanz Geldstrafen bis zu 399 Dollar verhängen und die Ausübung der Praxis vorübergehend verbieten kann. Vor jeder Operation muß der Kranke oder im Verhinderungsfalle seine Angehörigen die schriftliche Einwilligung zu dem Eingriff geben.� Der„Sturmvogel" baut Das billigste Kleinflugzeug der Welt Die vornehmste Aufgabe des„Sturmvogel", Flugoerband der Werktätigen, ist, aus dem Fliegen einen Volkssport werden zu lassen. In einer Zeit wirtschaftlichen Niederganges gegründet, hat er ziel- klar und beharrlich sein Programm erfüllt. Heute zählt der Verband 193 Ortsgruppen, die, gegliedert in Modellbau-, Gleit- und Segel- flug- sowie Motorfluggruppen, daran arbeiten, daß der Werktätige mit dem Flugwesen die Verbindung findet, die ein jeder, der Inter- esse an der Förderung der Lustsahrt hat, wünschen muß. Auf etwa 219 Gleit- und Segelflugzeugen wird verbillig st eFlugsport gepflegt. Alle selbstgebauten Segelflugzeuge wurden unter größten Entbehrungen und Opfern geschaffen und wenn man von einem Rekord sprechen will, dann möchten wir behaupten, daß auf flug- sportlichem Gebiet in den Sturmvogel-Gruppen ein Rekord in freiwilliger Arbeitslei st ung aufgestellt worden ist. Der Gleit- und Segelslugsport Hot aber trotz oller Freude an den ersten Flügen auf die Dauer gerade diejenigen Gruppen nicht befriedigt, deren Mitglieder in einer Gegend unseres Landes wohnen, in der es kaum Hügel, geschweige denn Berge gibt. Nach einigen Monaten intensiven Schulens stellte sich bei solchen Gruppen das dringende Verlangen ein, durch andere Lösungen zu fliegerischen Leistungen zu kommen. Die Sturmvogel-Ortsgruppe Berlin- Friedrichshain war die erste, die unter der Führung ihres ersten Vorsitzenden, Jng. Hermann Erbrecht, und ihres technischen Leiters, des Flugkonstrukteurs und Piloten, Jng. Friedrich Koch, an den Bau eines einsitzigen Motor-Leichtflugzeuges heranging. Trotzdem die Arbeitslosigkeit zeitweise 69 Proz. der Mitglieder dieser Gruppe ohne berufliches Einkommen beließ, wurde Tag für Tag unermüdlich nach Zeichnungen unter stetiger, freiwillig gewählter Kontrolle gearbeitet. Bei der Entwicklung der Konstruk- tion ist man davon ausgegangen, ein Flugzeug herauszubilden, das sowohl in der Herstellung wie in seinem Betrieb äußerst billig i st. Diese beiden Forderungen konnten erfüllt werden, da auf keinen Fall eine Maschine gebaut werden sollte, die bei jedem Wetter und bei Wettbewerben zu starten hat. Mit anderen Worten, es soll sich um eine Schönwettermaschine handeln, mit der es den Mitglie- dern möglich ist, soweit sie genügend vorgeschult sind, Flüge inner- halb der Flughasenzone auszuführen. Die Baukosten ein- schließlich des Motors stellten sich auf 9S9 M. Die laufenden Ausgaben werden etwa S M. pro Flugstunde betragen. Einige technische Zahlen über die Maschine: Spannweite: 8,69 Meter, Länge: 5,50 Meter, Flächeninhalt: 12 Ouadratmeter, Rumpf: Stahlrohr geschweißt, Flächen, Spieren und Holme: Holz, Tragflächen sind verspannt, Motor: Blackburne 14 LS, Stundengeschwindigkeit: 8S— 99 Kilometer, Landegeschwindigkeit: 35 Kilometer, Steigleistung: 1099 Meter. Geschult werden soll mit der Maschine nach dem sogenannten Rollsystcm, wobei vorausgesetzt wird, daß die Schüler sich bereits als Gleit- und Segelflieger betätigt haben. Ein gut ausgebildeter Segelflieger wird bestimmt nach einstündiger Ausbildung die Maschine fliegen können. Im Augenblick sind weitere Gruppen dabei, ein gleiches Flugzeug zu bauen. Es ist geplant, falls die Zulassung gegeben wird, die Einzelteile dieses Flugzeuges auf den Bauabenden der Verbandsortsgruppen herstellen zu lassen, die eigentliche Zusammensetzung des Flugzeuges soll aber in einer zu diesem Zweck besonders herzurichtenden Ver- bandswerst erfolgen. Es wird damit gerechnet, daß im Lause der nächsten Monate eine große Anzahl der Sturmoogel-Ortsgruppen über selbstgebaute Kleinflugzeuge verfügen. �.rdeiter-kußbsU Hansa 31 gegen Pankow 0: 4 Die Hanseaten hatten sich gestern etwas viel vorgenommen: Sie hatten sich Pankow verpflichtet. Hansa enttäuschte sehr, dagegen zeigten die Pankower innerhalb des Sturms sehr gute Leistungen. Ein Versagen der Hansa-Hintermannschast brachte durch den Rechts- außen den ersten Treffer für Pankow. Nach der Pause waren zunächst die Gastgeber überlegen. Erst nachdem der Mittelläufer Pankow- durch einen Alleingaizg den zweiten Treffer schießen konnte, lag das Spie! vollkommen in der Hand der Pankower. Trotz Umstellung war es den Hanseaten nicht vergönnt, die Pan- komer Hintermannschaft zu überwinden: spielte doch der Sturm zu engmaschig, so de» Pankowern jederzeit Gelegenheit gebend, eingreifen zu können. Einen Fehler der Hintermannschaft Hanfas konnte Pankow zu einem billigen 3: 9 ausnutzen. Die Hanseaten fielen dann dem schnellen Tempo der Pankower zum Opfer. Kurz vor Schluß konnten die Pankowcr dann noch das Resultat aui 4: 9 stellen Ein wenig schönes Spiel zeigten Pankows zweite Mannschaft und Friedenau, da- die Friedenauer mit 3: 1 gewinnen konnten. Es liegt doch bestimmt nicht im Interesse der Arbeitersportbemcguim, wenn sich zwei Spieler mitten im Spiel„tätlich berühren". Lcegen die Benzinverteuerung Die Notverordnung hat den Brennstoff für Automobile abermals um 6,75 Pf. für den Liter verteuert. Zu dem Preis von 6,37 Pf., den bestes Benzin frei Hamburg kostet, kommen das Dreifache (18,8 Pf.) an steuern und der Rest bis zu rund 37 Pf.— soviel kostet nun glücklich das Liter an der Tankstell«— sind Transportkosten und Händlergewinn. Das alles setzten die Redner aus einer Protestversommlung des ADAC, auseinander. Man war aber auch freimütig genug mitzuteilen, daß die heimische Brenn st ofs- industric die Preiserhöhung mitgemacht hat, obwohl auf ihren Produkten kein Zoll liegt. 39 bis 49 Millionen zahlen so die Brcnnstoffoerbraucher an die deutsche Industrie, weil es die Regierung nicht wagt, gegen die Preisverabredungcn vorzugehen. Wieviel Millionen Liter Benzin jetzt weniger gefahren werden, wird die Regierung an dem Steuerminderaufkommen bald errechnen können, denn schließlich ist es ein Unterschied, ob die kleinen Kraftwagen- nnd Motorradbesitzer 24 Pf. wie im April oder wie im Juni 37 Pf. bezahlen müssen. Schade, daß Berlin nicht am Unter- rhein liegt: dort fährt man mit ein paar Litern Benzin nach Holland, füllt sich seinen Tank mit holländischem Beizzin, das ganze 15 Pj. kostet, tüchtig voll und lebt von dem Unterschied den ganzen Tag über herrlich und in Freuden. Und Deutschland hat mit seinem Benzin- zoll das Nachsehen und die Verpflegungsindustrie auch. Wirkungs- voller wäre der Protest des ADAC, allerdings gewesen, wenn alle Automobil- und Motorsporwerbände gemeinsam protestiert hätten. „§o!idcirität" auf der Strafe Am Sonntag, 5. Juli, früh 7 Uhr, haben die Berliner Renn- fahrer des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbundes„Solidarität" e>n Straßenrennen auf der Streck« Köpenick— Müggelheim— Gosen— Neuzittau— Friedersdorf und zurück über 59 Kilometer an- gesetzt. Der Start ist in A, B, C-Klassen eingeteilt. Da die Strecke gut ist und gute Fahrer wie Unger, Sachtleben, Herzog, Hoffmann, Balke am Start sind, dürften auch d!« Kämpf« hart werden. Auch die Jugend wird über 3 Kilonieter starten. Hier wird Schulze mit Gliesche, der am letzten Rast ein blendendes Rennen suhr, einen schweren Kampf haben. Der Start ist in Berlin, früh 5 Uhr, am Bahnhos Treptow. Das Umklcidelokal befindet sich in Köpenick, Müggelheimer Straße 29, Ecke Dorotheenstraße(Zur grünen Trist). Gäste sind herzlich willkommen. Fdmimmende Polizei Das Volkssdi wimmtest in Spandau Die Berliner Schutzpolizei hatte für gestern in ihre Badeanstalt in Spandau eingeladen, wo auf einem großen S ch w i m m f e st die Berliner Polizeimeisterschaften und die Ausscheidungen für die deutschen Polizeimeisterschaften aus- getragen werden sollten. Für die Organisation und die Abwickelung des umfangreichen Programms kann man den verantwortlichen Stellen nur Anerkennung zollen. Daß man darüber hinaus das Schwimmfest zu einem wahren Volksfest machte, in dem man kein Eintrittsgeld erhob und hereinließ, wer guten Willens war, kenn- zeichnet das Bestreben, unsere Schutzpolizei zu einer wahren Volkspolizei zu machen. Knüppeldick voll war die Bade- onstalt: unter den Ehrengästen sah man Minister Severin g, Vizepräsident Dr. Weiß, Kommandeur Heimannsberg, Ministerialrat Klausner und viele andere Einige besonders interessante Kämpfe seien kurz besprochen. Beim 499-Meter-Schwimm«n in beliebiger Schwimmart wollte Polizeiwachtmeister Buchholz die Polizeihöchstleistung mit 6 Minuten drücken, er wurde aber bis zur zweiten Bahnlänge von feinem Nebenmann sehr stark bedrängt, der denn auch nach vier Längen einen Meter Vorsprung vor Buchholz hatte. Nach der sechsten Bahn- länge vergrößerte sich dieser Vorsprung auf zwei Meter, doch konnte Buchholz in einem glänzenden Schlußspurt seinen Widersacher ab- schütteln und zwei Meter vor ihm anschlagen. Für eine neue Höchst- leistung reichte die Zeit allerdings nicht. In der 15XS9-Meter- Bruftstafsel für Offizierr ergab sich ein abwechslungsreicher Kampf zwischen zwei nebeneinanderliegenden Konkurrenten. Den Schwim- mern der Polizeigruppe West gelang es immer wieder, ihre Kon- kurrenten abzuschütteln, obwohl mancher Ablöser das wieder ver- patzte, was sein Vorgänger herausgeholt hatte. Der Sieger von der Polizeigruppe Süd konnte jedenfalls nur nach härtestem Kampf gegen die Gruppe West das Rennen beenden. Der Schwimmstil vieler Teilnehmer an diesem Schwimmen ließ allerdings sehr zu wünschen übrig, so daß den Offizieren im Interesse des guten Sportes nur empfohlen werden kann, bis zum nächsten Schwimm- fest Stil- und Schnellschwimmen zu üben. Vielleicht lag es auch daran, daß für diese Staffel die Schulschwimmart des Brust- schwimmcns vorgeschrieben war, die sich nun mal heutzutag« für den Kampf nicht mehr recht eignet. Ergebnisse: Dienstzradstasscl für Pol.-Kruppen u»d Pel.-Schule kür LeibeeSbvuge«. Tpardau. i. Pr. HoUTiin»? für LeibcsüdunHen. Spandau 4; 2B.3; 2. Nord 5; 08.2; 3. West 3: 06. 4l>i>.N-tcr.Schwimmrn, beliebig. 1. BuchstoU 6; 02; 2. Senke 6; 07; 3. Kehrmann 6; 18.2. 4 x-O-Meter-Brnststafsel für Polizei. Reniere. 1. S. Sus-Spaudau 2: 48.7; 2. 87. Neoier 2: 58.2; z. S. Hus-Bamn. fchulenweg 3:01.1. loo Meter-Schwimmen, beliebig. 1. MSllcr 1:08.7; 2. Marszallok 1: 10.2; 3. Herbst I: 13.1 lOXSO-äRetet.Snjftftoffel für Pol.. Offiziere einer Pol.>>Kru?pe. 1. Sstd 8; 04.0; 2. West 8: 06.3: Z. Mitte 8: 16.5. 2«0.Meter.Brust,chwimmen. 1. Busse 3:07.4; 2. Krause 3:19.3: 3. Webr 3:19.3. loa-SRetct.Südtnfdimiatinen. 1. Hofmann 1:22.6; 2. Mcdemaun 1: 24.9; 3. Heiitfdilc 1: 27.5. öO-Meter-Schwimnien, beliebig, für Pol.- Beamte über 40 Jahre, i. Hoboff 38.4; 2. Lauge 42.1: 3. Michel 45. 5X56- Meter-Bruftfwffcl für Zahrbereitfcholten einer Pol.-Brnppe. 1. Nord 3: 44.5; 2. De st 3: 57.6; 3. Mite 4: 00.7. Schwell stafsel(56. 100, 200, 100, 50 Meters. 1. West 6: 28: 2. Süd 6: 34.8; 3. Nord 6: 37.3. 100. Meter. Schwimmen, beliebig. für Pol.-Vcamte über 33 daher. 1. Peschel 5:24,1; 2, Mchel 5:58.6; 3, Hllbuer 6:01. OOO-Metee-Schwimmrn, beliebig, für Pod-Beamt« über 45 Zahre. 1. Major gupti 46.9; 2. Hpim. Seele 49; 3. Schede! 53.1. 10X50- Meter-tlraulstasfel für Polijei.ftrnnW». 1. Mitte 5: 29; 2. Süd 5:35.9; 3. Nord 5: 46.3. Springen vom Federbrett. 1. lfiering 104.07; 2, Sommer 95.99; 3. Herbst 85.» Punkte. 35X50.Reter.Bruststaff«l für Polizei. Kruppen. 1. Mitte 25: 08; 2. Süd 25: 10.2; 3. Nord 25: 10.6. Wasteeboll spiel(1. Halbzeit). Pol.-Sruppe West gegen Pol.-Km-pve Süd. Srgebnio der 1. Haldzeit 6: 2 Toren für Pol. Gruppe West. Turmspringen. 1. Fiering. Wofferbal- spiel(2. Halbzeit). Pol.-Gruppe West gegen Pol.-Gruppc Süd, Sieger; Pol.- Gruppe West mit 6:5 Toren._ ch Wir senden aus Wien: Das Radioprogramm vom 2. Arbeiter- Olympia „Radio Wien" sendet vom Olympia: Freitag, 17. Juli, 18,39 Uhr, Bortrag über das Olympia. Bon Samstag, 18., bis Montag, 27. Juli, täglich um zirka 19.39 Uhr, im Anschluß an das abendliche Zeitzeichen von Radio Wien fünf bis zehn Minuten Bericht über die Vorgänge nnd Wettkämpfe beim Arbciter-Olympia. Sonntag, 19. Juli, von 9— 1419 Uhr: Eröffnung des Weltkindertagcs. Fanfaren vom Rat- hausturm, Kinderchöre. Von 15.39 Uhr bis 15.59 Uhr: Ueber- tragung von den Massenübungen der Kinder vom Wiener Trabrenn- platz. Donnerstag, 23. Juli, von 18.45 bis 19.15 Uhr: Reportage vom Besuch der Sport- und Kampfplätze und Schilderung des Auf- morsche» der Nationen im Stadion. Freitag, 24. Juli, von 17.59 bis 18.95 Uhr: Schilderung vom Startplatz und Start des Schwimmens „Quer durch Wien". Von 18.25 bis 18.49 Uhr: Uebertragung vom Ziel des Schwimmens und Mitteilungen über den Verlaus des 25-Kilometer-Lauses. Samstag. 25. Juli, von 17.59 bis 18 Uhr: Uebertragung vom Motorradrennen ans dem Trabrennplatz. Sonn- tag, 26. Juli, von 15.19 bis 15.29 Uhr und van 15.49 bis 1559 Uhr: Uebertragung van den Masienübungen der Frauen und Männer. 16,55 bis 17.19 Uhr: Uebertragung vom Schlußspiel um die Olympia- Handballmeisterschast. Von 18.59 bis 19.59 Uhr: Uebertragung der zweiten Halbzeit des Schlußspicles um die olympische Fußballmeister- schoft. Adtakrbceitep nadi Wien Jni folgenden teilen wir die Abfahrtzeiten der Sondcrzüge nach Wien mit: Am 18. Juli verläßt der Zug Beilin um 21.39 Uhr. Die Züge am 21. Juli fahren ab Berlin 21.39 und 23.24 Uhr. Rückfahrt am 27. Juli ab Wien mit Sonderzug 17.19 und 29.45 Uhr. Ferner bestehen noch Rückfahrmöglichkeiten am 1. August von Salzburg. Abfahrt 29 Uhr. Fahrpreis 22,89 M; Kufstein ab 18.25 Uhr, Fahrpreis 26,99 M.; ab Mittenwald 18.29 Uhr, Fahrpreis 27,59 M. Am 8. August bestehen ebenfalls Rllckfahrmöglichkeiten und zwar ab Kufstein: Fahrpreis und Ab- fahrtzeit siehe oben; ab München 21.29 Uhr, Fahrpreis 23.99 M. Am 11. Juli wird noch ein Gesellschaftsfahrschein nach Innsbruck zu- sommengestellt und zwar ab Berlin 22.92 Uhr. Fahrpreis 39,79 M. Interessenten können sich nur in der Geschäftsstelle des Touristen- vereine-„Die Natursreunde"(Sonderzugausschuß), N. 24, Johannis- straße 15, melden. Anmeldungen für diese Gesellschaftsfahrten nicht nach Nürnberg senden! * Betrifft IJiifnahmc von Pholoartikeln und Apparaten. Für Apparate und Platten zum eigenen Gebrauch bestehen in vielen Ländern Sondervorschriften, die manchmal recht beträchtlich von- einander abweichen. Ferner gibt es in einzelnen Ländern Sonder- Vorschriften über das Photographieren auf offenen Plätzen und Straßen. Oesterreich läßt ohne weiteres eine evtl. zwei Kameras für den eigenen Gebrauch mit einführen. Ebenso können bis zu 2 Dutzend Platten oder Filmpocks mitgenommen werden. Die Tschechoslowakei gestattet hingegen einen Apparat und ein Dutzend Platten und nur ein Filmpack. Alles übrige muß verzollt«erden. Milttärffch« und Verkehrsanlagen dürfen nicht photographiert werden. Mitnahme von Gepäck in den Sonderzügen nach Wien. Die Mitnahme von Fahrrädern, Faltbooten, Turn- und sonstigen Ge- röten für die Sonderzüge muß bis zum 7. Juli dem Sonderzuz- ausschuß Berlin, Geschäftsstelle des Touristenvereins„Die Natur- freunde", N 24, Iohannisstraße 15, gemeldet sein, damit die MU- »ahme von Gepäckwagen sichergestellt werden kann. �bend-5portkest in Sdidneber� Zlm So-nnabeno, 4. Juli, 18 Uhr beginnt auf dem Dominicu-Z. sportpplatz in Schöneberg(Sachsendamm Eck« Priesterweg) das Abendsportfest des Arbeiterfportkartells Schöneberg-Frie- denau. Ein reichhaitio«? sportliches Programm wird sich vor dem Zuschauer abrollen. Große Staffeln und Emzelkämps« werden einander ablösen. Unter letzteren seien besonders die 69-Meter- Hürden der Männer hervorgehoben. Di« Arbeiterradfahrer sind mit einem Dreier-Radballspiel vertreten. Ferner wirken mit: der Schöneberger Männerchor„Freundschaft", die SAJ. und die Natur- freund«. Auch di« alten Herren de- ASV. Schöneberg werden mit einigen Faustballspielen zur Vervollständigung des Programms bei- tragen. Das Arbeiterlportkartell Schöneberg-Friedenau bittet um weitestgehende Unterstützung dieser Veranstaltung, deren Reinertrag der Jueendpflege zufließt._ Du kriegst die Motten 1 Aus Amerika kommt folgende Reklamemeldung für den W e l t» m e i st« r s ch a f t s» B o x k a m p f: In den Abendstunden des Elevelander Stadion, in dem der Weltmeisterschafts-Voxkampf zwischen Schmeling und Striblmg stastttfindet, von Ries« nschwärmsn grohg«flügelter Insekten, die im Volksmunde.kanadische Soldaten" genannt werden und in den Sommermonat«» häufig an den Ufern des Eriesee- anzutreffen sind, überfallen und vollkommen zugedeckt. In wenigen Minuten war der Boxring fingerbreithoch mit toten Insekten bedeckt. Arbeiter, di« m dem Augenblick mit der Prüfung der Beleuchtunesanlage beschäftigt waren, konnten sich nur mit Mühe in Sicherheit bringen. Die Veranstalter des Bor- kampfs haben daraufhin bereits starke Ventilatoren bestellt, um unangenehmen Ueberrafchungen am Kampfabend vorzubeugen. Hoffentlich hatten es die niederträchtigen Insekten nicht auf die Kampfbörsen abgesehen! Schmeling-Slribling im Rundfunk. Die Funk- Stund« wird ver- suchen, den Kamps um die Box-Weltmeisterschaft zwischen dem Welt meister Max Schmeling und dem Herausforderer Stribling in Cleve- land in der Nacht vom Freitag 3. Juli zum Sonnobeitd 4. Juli gegen 3,99 Uhr zu übertragen. Nach Schluß des Abendprogramms wird bis zu Beginn der Uebertragung aus Amerika Tanzmusik gesendet. In einer Pause gegen 2,99 Uhr unterhalten sich Chef- redakteur Dr. Willy Meisl und der Boxtrainer Sabri Mahir. FKi««jtnetbUtnrtKis«reuzbcrg! Heute, D-mierstag, 18 Uhr. Spiel und Sport auf Wiese 5 in Trepww. Sonnabend, 4. JuS, 23 Uhr. Sonnen. neendleiee am Ton(ee bei Motzen._ Rinbcrlcitet de» 4. RteUbejitle«! Betr. WeMlndertaa tn Kosten! Mel- düngen sofort einflenden an Bezirks-Kiirderletter Otts Schistan, VorllN.Brltz. Nungiusstraße 32. Wer nicht meldet, erhält keine wetteren Iurform-titmen (Nvrdgruppen.Ver«n«?>.,. t VoUofport Nenkölln-Britz. Iuli.Mitteilungsblatt.Auagade: Soitnenplotz N«U7blln; ewttpla* Trefednrger User. Btt»; Idecrl-Spielplad Hannemann- strafte, Britz. Heute, Tonnerstag, 2. Puli: Melbestbluft gar 1. Ferien-fahrt der 2. Mädchem-bt-iluna. Ideat�Spielplatz, Hannrmonnstoo-tze, ad 17V4 Uhr! Frei Schwimmer Sharlottenvnrg, Rannabteilung. Donnerstag, 2. I-uli 18 Uhr Training; uyi 20 Uhr Abteilungsversammlung im Bootshaus.— An- Meldung neuer Mitglieder. �.. Fiele«asterfahrer«öpeuick 1924. Monatssitzung: Freitag, 8. Aul!, 30 Uhr, bei Heene, Rbpenick,©otlettsttoht 65.— Mitglttder, auch Jugendlich«, werden dort aufgenommen. Rückschau. Frankfurt brachte eine Sendung, die den Titel führte, „F r e ch w i r d d e r I u n g e a u ch n o ch". Sie wurde im Pro- gramm der Funkstunde an die Berliner Hörer weitergeleitet. Die Veranstaltung war nicht, wie die Ankündigung vermuten ließ, eine Unterhaltungsdarbietung, sondern sie bemühte sich, Erziehungssragen zu klären. Trotz ihrer etwas schwerfälligen Einleitung, die zuviel Theorie vor die Praxis der Hörbilder stellte, wurde die Sendung sehr lebendig, und man darf wohl annehmen, daß auch manche Hörer, die zu später Abendstunde der Erörterung von Problemen sonst abgeneigt sind, dieser Darbietung mit gespanntem Interesse folgten. Das Verhältnis zwischen Erzieher und Kind wurde in einem Doppclbild gezeigt, über das anschließend einige sachkundige Personen vor dem Mikrophon diskutierten, nicht, um die behandelten Fragen zu einem unumstößlich richtigen Abschluß zu bringen, son- dern um ihre Vielfältigkeit zu zeigen. Die Veranstaltung, die von Walter Benjamin und Wolf Zucker geschaffen war, be- deutete jedenfalls in ihrem Stil eine Erweiterung der rundfunk- möglichen Bortragsformen. die jeder Hörer begrüßen wird. Tes. I)onner8taA, 2..Juli. Berlin. 16.0C 1 Chopin: a) Scherzo E-Dur; b) Walzer As.-Dur(Bernhard Abramo- witsch, Klavier). 2. Schubert: Lieder(Roland Hell, Tenor). 3. Pon- chiclli, Verdi: Arien(Ilonka von Ferenczj', Sopran). 4. Liszt: Ricor- danza(Bernhard Abramowitsch). 5 Brahms: Lieder(Roland Hell). 6. Dohnanyi-Delibes: Naila-Walzer(Bernhard Abramowitsch; am Elüxcl: Edgar Weinkauf). 17.00 Dr. Max Hochdorf: Seine Majestät der Patient. 17.30 Zu Besuch im Ostschwabenland. 18.00 Joachim Schwarz liest eigene Dichtungen. lc.15 Der Kunstwert der Konzertzither. 18.50* Dr. Emil Leimdörfer: Wirtschaftsrundschau. 19.15 Chorgesänge. 19.35 Willi Basmer: Der StraGenhändler. 20.00 Breslau: Wenn ich in mein Gärlchcn geh. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Wochenend-Ratschläge. 21.05 Führung durch die Schreckenskammer. Manuskript: Karl Schnog. Ltg.: Walter Gronostay. 22.15* Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Abcndunterhaltung. Königs Wusterhausen. 17.00 Max Hochstetten Matkowsky, Challapinc und Niemann. 17.30 Mersmann; Hausmusik. 18.00 Prof. Dr. Mildbracd: Botanisches im Hochgebirge. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Jens Lützen: Ratschläge für Amateurphotographen. 19.30 Oberförster Frh. von Plettenburg: Die Krise der Holzverwertung. 20.00 Maximilian Müller-Jabusch; Weltpolitische Stunde. 20.25 Hamburg:„Der Wasserträger". Oper von CherubinL 21.35 Hamburg: Ludwig Stembcrg spricht Fritz Reuter.