BERLIN Soimerstag 16. Zuli I9ZI 10 Pf. Nr.32S B 164 48. Lahrgang ErsKtinttSglich avßerEonntag«. Zugleich Abendausgabe de«„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche, s.KvM. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWK8, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoffs 7) 292—297 „l/hwa/fa Anzeigenpreis: Die einspaltigeNonparMtieile 8y Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Derlag G. m. b.H.. Berlin Nr. 87 636.— Der Verlag behält fich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vorl Brüning nach Paris! Englischer Besuch in Berlin vertagt Der„Vorwäris" konnte heule morgen melden, daß für den nächsten Monlag eine ZNinisterpräsidentenkonfrenz in London geplani fei, an der auch Brüning und der Ameri- kaner S i i m s o n teilnehmen fallen. Diese Meldung ist in- zwischen bestäligk. Die deutsche Regierung hat die Einladung nach London angenommen. Mittlerweile ist aber auch der Plan einer sofortigen Reise von Brüning und E u r t i u s nach Paris aktuell geworden. Die Reichsregierung wollte mittags 1 Uhr von einem solchen Plan offiziell noch nichts wissen. Das war um so erstaunlicher als— nach unseren Informationen— eine Einladung nach Paris vorlag, die sogar auf einen deutschen Fühler zurückzuführen war. wenn der Reichskanzler und der Außenminister heule nach Paris fahren, und wenn sie am Montag zur Ronscren; in London sein sollen, dann wird natürlich nichts anderes übrig bleiben, als den englischen Mini st erbe suchin Berlin auf unbekannte Zeit zu vertagen. Zur Zeit werden noch wegen der endgültigen Gestaltung der Reisedisposition noch Verhandlungen zwischen Berlin, London und Paris geführt. Das Reichskabinett ist zu einer Sitzung zusammengetreten, in der es sich mit den schwebenden Reiseplänen beschäftigt. Lei Schluß des Blattes war schließlich die Reise nach Paris am heuligen Abend so gut wie beschlosten. Frankreichs Llnverfönlichkeit. Englische Mahnung. London, 16. Juli. In einem„Ein kritischer Tag" überschriebenen Leitartikel sagt „Times" u. a.: Wären die amerikanischen Vorschläge sofort und einstimmig angenommen worden, so hätte ihre belebende Wirkung Deutschland wahrscheinlich in die Loge versetzt, über die Schwierig- keiten hinwegzukommen. Aber die von Frankreich verur- sachte Verzögerung veranlaßte eine Verdoppelung der Nervosität mit dem Ergebnis, daß neben den auswärtigen Abzügen in Deutschland selbst die Flucht vor der Mark begann. Glücklicherweise hat die deutsche Regierung Schritte getan, um das Loch zu verstopfen. Aber die Weigerung Frankreichs, an einem internationalen Kredit für Deutschland teilzunehmen, außer unter Bedingungen, die Dr. Brüning anzunehmen nicht in der Lag« ist, hat einen Zustand geschaffen, der die finanzielle Stobililät beinahe jedes europäischen Lande« bedroht. Die Hauptsache ist jetzt, daß Finanzbehörden und Publikum:n Frankreich ebenso wie in Deutschland kaltes Blut bewahren, wenn nicht unsagbarer Schaden entstehen soll. Vor allem muh das Ver- trauen wiederhergestellt werden. Dies ist noch immer möglich, sogar jetzt, wo der Sturm schon losgebrochen ist. Aber nur unter einer Bedingung: daß nämlich die französische Regierung bereit ist. alle kurzsichtigen politischen Erwägungen beiseite zu lassen und von Herzen mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten bei den Maßnahmen mitzuwirken, die zum Schutz der deutschen Währung notwendig sind. Deutschland ist für den Augenblick von allen Reparationszahlungen befreit worden, und im Grunde sind die Verhältnisse in Deutschland viel gesünder, als sie zur Zeit der Inflation waren. Die Industrie leidet schwer unter der De- pression, genau wie die Industrien aller anderen Länder, aber ihre Grundlage ist gesünder, die Handelsbilanz ist positiv, und dank der mutigen Politik von Dr. Brüning ist das Budget des Deutschen Reiches ausgeglichen. Das einzige Hindernis ist, wie die Sitzung der BIZ. neulich deutlich gezeigt hat. die politische llnversöhnlichkeit der französischen Regierung. die verantwortlich ist für das Wachsen und die Ausbreitung der gegenwärtigen Krise. Frankreich täte wirklich gut, darüber nachzu- denken, ob es nicht durch die Förderung eines Zusammenbruchs in Deutschland die Sicherheit einiger seiner eigenen zentraleuropäischen Alliierten ernstlich gefährden würde. Es muß auch Laval und seinen weiterblickenden Kollegen klar sein, daß die Gefahren für sie unendlich größer sind als der Gewinn, um den es geht. Die Erpressung politischer Garantien von Dr. Brüning würde, selbst wenn er bereit wäre, sie zu geben, wertlos sein, denn sie würde so gut wie gewiß zum Sturze seiner Regierung führen. Welche politische Färbung auch die folgende Regierung hätte, auf jeden Fall wäre sie sicherlich den französischen Interessen feindlich gesinnt. Ist dieses Spiel des Einsatzes wert? Worüber sie schweigen Landsknechte des Kapitals in Verlegenheit/ Lahusen-Goldschmidt— Hugenberg Sie schweigen! Sie schweigen! Die Presse des Herrn Hitler und die Zeitungen des Herrn Hugenberg üben sich um die Wette, ihren Lesern die markantesten Erscheinungen der gegen- wärtigen Krise zu verheimlichen. Wer in den nationalsozialistischen Zeitungen den Namen La Husen sucht, der wird vergebens suchen! Dieser Name ist in der Presse des Herrn Hitler verpönt, er darf nicht genannt werden. Auch der Name„N o r d w o l l e" war bis- her verboten— das Berliner nationalsozialistische Organ hat jetzt erst in einem nichtssagenden Artikel seinen Lesern mitgeteilt, daß l es so etwas wie einen Fall Nordwolle gibt. Aber diese Form der Mitteilung war eine einzige Lüge, ein großer Versuch, die Wahr- heit zu verschleiern und zu verdunkeln. Nun gar erst die nationalsozialistische Presse in Bremen und Oldenburg! Für sie existiert der Nordwolle-Konzern nicht. Kein Wort, kein Name, keine Zeile über den ungeheuerlichsten aller deutschen Wirtschostsskandalc! Die Macher des Herrn Hitler fürchten, daß namentlich über die oldenburgische Bevölkerung nach den letzten Wahlen ein großes Erwachen kommen wird, wenn sie erfahren, wem sie in Wahrheit ihre Stimme gegeben haben, und mit wessen Geld diese Hakenkreuzwohlen bezahlt worden sind. Die Mitläuser der Nationalsozialisten sollen nicht erfahren, daß der Wirtschaftsführer Lahusen verbrecherisch den Wollkonzern in eine 200-Millionen-Pleite geführt hat. Sie dürfen nichts darüber er- fahren, daß die kriminellen Handlungen des Lahusen die Einleitung zu der gegenwärtigen schweren Krise waren. Aus diesem Schweigen spricht das schlechte Gewissen! Die Leute des Herrn Hitler haben sich als „Sozialisten", als Gegner des Kapitalismus aufgespielt! Jetzt wäre es an der Zeit, die Vertreter des Kapitalismus gleichzeitig mit den Vertretern führender Kapitalisten anzuprangern. Der Fall Lahusen ist eine der schlimmsten kapitalistischen Gistblüten, er zeigt, wie ein gewissenloser Rasser um seines eigenen Vorteils willen große Produktionsbetriebe zerstört. Aber die Hakenkreuzpresse schweigt! Sie begünstigt das kapitalistische Verbrechen, sie begünstigt die Schuldigen! Denn die Schuldigen, das sind die Auftraggeber und Geldgeber der Nationalsozialisten. Die Rolle Hitlers und seiner Leute ist ent- hüllt. Sie sind die Landsknechte eines verbrecherischen Kapitalismus. Auch die Presse des Herrn Hugenberg hat das Schweigen ge- lernt. Sie schweigt über die interessantesten Zusammenhänge. Mit keinem Wort ist sie bisher auf die Behauptung der„Täglichen Rundschau" eingegangen, daß der Scherl-Verlag bei der Danat-Bank mit 23 Millionen Mark verschuldet sei. Keine Berichtigung, kein Dementi ist dieser Behauptung eines rechtsstehen- den Blattes entgegengesetzt worden. Hugenberg bei Gold- s ch m i d t mit 23 Millionen verschuldet— wo bleibt das Geschrei jener rechtsradikalen Blätter, die die gerichtsnotorische Lüge von Be- Ziehungen des„V o r w ä r t s" zu Jakob Goldschmidt in verleum- derischer Absicht immer wieder in die Welt gesetzt haben? Sie schweigen, weil das schlechte Gewissen ihnen den Mund »geschlossen hält. Das Schuldbewußtsein der Kapitalisten tritt in der Verlegenheit der kapitalistischen Presse am deutlichsten zutage! Direkte Aussprache! Paris, 16. Juli.(Eigenbericht.) Am heutigen Vormittag um 11 Uhr findet im Innen- Ministerium unter dem Vorsitz Lavals die angekündigte Beratung zwischen den französischen Ministern, dem englischen Außenminister Henderson und dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s o n statt. Stimson hat Briand bereits am Mittwochnach- mittag einen kurzen Höflichkeitsbesuch gemacht. Später hatte er in der amerikanischen Botschaft eine längere Unterhaltung mit Henderson. Ueber die gestern stattgefundene Konferenz der französischen Ms- nister mit Henderson schreibt der offiziöse„Petit Parisien":„Die Beratung am Quai d'Orsay hat, soviel wir wissen, in einem all- gemeinen Meinungsaustausch über die Notwendigkeit bestanden, Deutschland zu helfen, falls es einen solchen Wunsch formell zum Ausdruck bringt und zu diesem Zweck eine günstige politische Atmosphäre schaffen würde, ohne die das für den deutschen Kredit so notwendige Ver- trauenswundcr sich nicht vollziehen kann. Der französische und der englische Standpunkt stimmen darin vollkommen überein. Höchstens könnte man eine geringe Meinungsverschiedenheit feststellen, die darin besteht, daß die englische Regierung ebenso wie die amerika- nische die Frage des finanziellen Beistandes mit dcni Problem der Abrüstung verknüpfen und damit die Vorbereitung der allge- meinen Abrüstungskonferenz erleichtern möchte. Henderson wird sich sicherlich mit Macdonald in Berlin dafür einsetzen, den deutschen Mi- nistern verständlich zu machen, daß sie ein wirkliches Interesse daran haben, daß die P r e st i g e p o l i t i k, die seit den Septemberwahlen in Deutschland getrieben wird und die Deutschland selbst nur Schaden zugefügt und das moralische Klima Europas vergiftet hat, durch eine versöhnliche Haltung zu ersetzen, die das internationale Vertrauen wiedererwecken und fruchtbare Zusammenarbeit möglich machen könnte." Sehr viel schärfer als dieses von der Regierung inspirierte Organ drücken sich andere Zeitungen aus. Das radikale„Oeuvre" erklärt, daß Henderson den französischen Ministern gegenüber den englischen Vorschlag erneuert habe, noch der Sachverstäpdigenkonfe- renz in London eine Ministerbesprechung einzuberufen. Mi- nisterpräsidcnt Laval habe diese Einladung diesmal abgelehnt und hinzugefügt, daß ihm sogar die Sachverständigenkonferenz als überflüssig erscheine, und daß sie nach seiner Meinung ohne Nach- teile vertagt werden könnte. Henderson habe daraus geantwortet, daß es zu spät sei, die Konferenz abzusagen und daß sie am Frei- tag zusammentreten werde. Nach dem„Journal" hat Henderson mitgeteilt, daß der hauptsächlichste Zweck des englischen Minister- besuches in Berlin darin bestehe, fürdieWiederannäherung zwischen Frankreich und Deutschland zu arbeiten. Die Zeitung lehnt dieses Ansinnen unter Hinweis auf die gescheiterte Ver- m i t t l u n g zwischen Frankreich und Italien in der Abrllstungsfrage rundweg ab. Frankreich und Deutschland seien groß genug, um ihre Geschäfte selbst beginnen zu können. Frankreich habe es-nicht nötig, sich sagen zu lassen, was es tun solle. Der französische Ministerpräsident habe, so erklärt das„Journal" weiter, Henderson sicherlich zu verstehen gegeben, daß der Augen- blick zum Handeln gekommen sei, und daß Frankreich eine klare Sprache zu führen oerstehen werde, die eine vernünftige Lösung erlaube und die jeder politischen und finanziellen Betrügerei em Ende mache. Ebenso wendet sich das„Echo de Paris" gegen jede Dermittlungslätigkeit hcndersons. Die klare Absicht des englischen Ministers, so schreibt die Zc' sei, Deutschland den französischen Standpunkt mitzuteile» und>...e Einigung zwischen den beiden Regierungen in die Wege zu leite», die eine finanzielle Aktion vor dem endgültigen Abschluß eines po- litischen Abkommens möglich macht. Nur eine aufrichtige Einigung zwischen Frankreich und Deutschland, die das Vertrauen wiederherstellt, könne die Interventionen mit ausländischen Krediten wirksam machen. Henderson könne am Donnerstag seine Verhandlungen mit den französischen Ministern fortsetzen und auch Stimson könne daran teilnehmen. Die Dinge würden deswegen aber nicht besser gehen. Wenn Brüning und Curtius noch Paris kämen, dann würde im Gegenteil die öffentliche Meinung in' der Welt wieder Vertrauen bekommen, und wenn die deutschen Mi- nister den aufrichtigen Willen zur Verständigung mitbrächten, dann könnte man das Ende der gegenwärtigen tragischen Stunden erhoffen. Im„Populairc" tritt Leon Blum von neuem dafür ein, daß die französische Regierung vor der notwendigen Unterstützung Deutschland» nicht zurückschreckt und diese von keiner ausdrücklich a Vorbedingung abhängig macht. Staatsaufsicht Mer Privatwittschaff. Sozialdemokratische Forderungen. Wie wir hören, hat sich die sNeichsregierung als Anregung des Reichsfinanzministers mit dem Plan be- schaftigt, die monopolartigcn Unternehmungen der Privatwirtschaft der Aufsicht deS Reichs zu unterstellen. Man denkt dabei in erster Linie an die großen Geldin st itute, für die eine Staatskontrolle nach dem Vorbilde der ReichSaufsicht für das Versiche- rungSgewerbe eingeführt werden soll. Den Anlaß zu der Erörterung dieses Planes hat die Tatsache gegeben, daß durch die fahrlässige Handhabung der Geschäfte bei der Danatbank die deutsche Wirtschft an den Rand deS Ab- grundes geführt worden ist. Eine wichtige Rolle bei diesen Erörterungen spielt dabei aber auch das Ver- halten der anderen Großbanken, die sich geweigert hatten, rechtzeitig durch eine Solidaraktion den Zusammenbruch deS zweitgrößten Bankinstituts in Teutschland zu ver- hindern. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat schon seit Jahren die Forderung nach einer verschärften Kon- trolle der Kartelle sowie der monopolistischen Kon- zerne und Einzelunternehmungen gestellt. Sie begnügt sich nicht mit theoretischen Anregungen, sondern arbeitete genau formulierte Gesetzentwürfe aus, die sofort hätten ver- wirklicht werden können, wenn die bürgerliche Mehrheit des Reichs- tags und die Reichsregierung den Willen gezeigt hätten, den schon seit langem offenkundigen Mißständen in der deutschen Wirtschafts- führung zu Leibe zu gehen. Zuletzt hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion am lS. Dezember v. I. einen solchen Gesetzentwurf eingebracht, durch den eine Aufsicht über die Kartelle und Monopolbetriebe geschaffen werden sollte. Zu ihnen sollten nicht nur die Erzeugung und Abwehrkartelle gezählt werden, son- dern auch die Banken und K r e d it i n st i t u t e, zu denen das Reich die beginnenden für die Gewährung Kontribute sowie für den Abschluß von Bank- und Börsengeschäften kontrollieren sollte. Dieser Antrag ist dem volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstags überwiesen worden. Es genügt aber nicht, daß die Reichsregierung jetzt endlich. nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, eine Aufsicht nur für das Bankgewerbe und nur im Rahmen der Reichsaufsicht für das Versicherungswesen schaffen will. Bei dem Zusammenbruch des Frankfurter Versicherungskonzerns hat sich er- wiesen, daß die Vorschriften über die Beaufsichtigung des Ver- sicherungsgewcrbes unzulänglich sind. Es muß viel schärfer und weit über das Bankgewerbe hinaus durch- gegriffen werden. Es bedarf dazu keiner umständlichen Er- wägungen der Sachverständigen, die Sozialdemokratie hat die Re- gierung in ihrem Antrag zur Schaffung eines Kartells und Mono- Polgesetzes den Weg gewiesen, der jetzt unbedingt beschritten werden muß. Die Fahrt mit dem Tode. Fünf Todesopfer des Autounglücks bei Burgsolms. Wetzlar, tS. Zu«. � lieber den Hergang des surchtbmen Autounglück» bei Burgsolms, Üh?r das bereits berichtet wurde, werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der mit fünf Personen besehte Kraftwagen hatte bereits den ungeschützten Bahnübergang teils pastiert, als er v o n der Lokomotive des von rechts herannahenden Güterzuges ersaßt und vor sich hergeschoben wurde. Die Znsassen versuchten schreiend, sich dem waschinenpersonal verständlich zu machen. Es gelang Zurück nach Braunschweig „Tröstet euch, liebe pg. pg., ich habe in Berlin nur moralische Ohrfeigen erhalten, juristisch bin ich nochmal gerade durchgerutscht!" ihnen aber ebensowenig, wie einem aus dem Aelde arbeilenden jungen wann, der den Borsall von Anbeginn beobachtet hatte. Er lief mit Warnungszeichen an den Bahndamm heran, wurde auch bemerkt, doch vermutete das Personal nicht entfernt die schreckliche Ursache seiner Rufe. Etwa zehn Meter hinter der llnglücksstelle wurde ein Scheinwerfer der Lokomotive aus den Bahndamm geschleudert. Kurz daraus wurde die Leiche eines Kindes aus dem Auto herausgeschleudert. Aus eine Strecke von rund 100 Metern wurde der Wagen bis an die Eisenbahn- brücke über den Solmsbach hergeschoben, und erst dann vollendete sich das entsetzliche Schicksal seiner Znsassen. Das Auto wurde infolge der Raumverengung zwischen Gleis und Brückengeländer vollkommen zertrümmert und die Znsassen buchstäblich zu Tode gequetscht. Teile des Autos wurden noch über die Brücke geschoben, wo der Zug erst zum Stehen kam. Er wurde dann zurückgenommen, und erst jetzt konnte man die Leichen au» ihrer Lage befreien. Ein Kind gab noch Lebenszeichen von sich, ol» es befreit wurde, und verschied dann kurz darauf, ein weisere» Kind wurde mit Quetschungen in da» wehlarer Krankenhau» ein- geliesert. Die Bevölkerung befindet sich in großer Erregung, da sich bereit« mehrfach an dieser Stelle schwere Unglücksfälle ereignet haben. Vor der berliner Sparkaff e Aufnahme von heute morgen Schlangen vor den Sparkassen Auszahlungen wie bei den Banken Bor der Hauptkasse wie vor den einzelnen Filialen der Städtischen Sparkasse kam es in den Vormittags- st u n d e n zu großen Ansammlungen von Sparkonten- inhabern und Reugierigen. Zu nennenswerten Zwischenfällen ist es nirgends gekommen. In verschiedenen Außenbezirken der Stadt, insbesondere in den östlichen, hatten sich verängstigte Sparkonteninhaber schon in den frühen Morgenstunden vor den Sparkassensilialen angestellt, um ihre Einlagen abzuheben. Ihre Enttäuschung war aber groß, als um 9 Uhr früh die städtischen Sparkassen Anschläge tushängten, wonach auch dieses Institut nur Gelder für Löhne, Ge- hälter, Renten und ähnliche Bezüge auszahlen darf. Diese Ansammlungen, die schon vor Kassenöffnung der Filialen zu recht ansehnlichen„Schlangen" angewachsen waren, wurden im Laufe des Vormittags erheblich verstärkt durch Neugierige. Diese mischten sich unter die Sparer, so daß,, wie zum Beispiel vor der Hauptkasse am Mühlendamm, in breiter Front die Bürgersteige versperrt waren. Zahlreiche Doppelposten der Schutz- Polizei, verstärkt durch Bereitschastskommandos, tonnten diese An- sammlungen, wenn nötig, jedoch mühelos durch einfaches Auffordern zum Weitergehen zerstreuen. Reben der Polizei stehen Angestellte der Sparkassen von den Kassentüren und suchen, soweit sich übersehen läßt, erfolgreich, be- ruhigend auf die Einlaß Begehrenden einzuwirken. Trotzdem fehlt es nicht an r'äch� k'a l e n Tktz ikät o r e n> die die Menge auszu- wiegeln versuchen." Daneben weiden tinberdniwortliche Gerüchte kolportiert. Au bemerken ist noch, daß im Verhältnis zu den Tausenden von Kunden der städtischen Sparkassen nur ein verschwin- dender Bruchteil heute früh einen Run auf dieses Geldinstitut ver- sucht hat. Die weitaus oberwiegende Mehrzahl der Sparer bewies die jetzt so nötige Disziplin und wartete die weitere Entwicklung der Dinge ab, ohne sinnlose Abhebungen zu machen. Die Gerüchte über Zusammenstöße vor den Sparkassensilialen in der Boxhagener und Warschauer Straße bewahrheiteten sich erfreu- licherweise nicht. Angst um das Ersparte. Gerüchte und Psychosen. Ein Leser schreibt uns aus seinen Beobachtungen: Die Banken haben wieder ihre Schalter geöffnet. Gestern noch wollten es ängstliche Gemüter nicht wahr haben. In den Kneipen, beim Friseur, im Krämerladen und auf der Straße, überall ging die Diskussion: Wird morgen ausgezahlt werden und bekommen wir am Freitag unsere Löhne? Die neuesten Nachrichten in den Zeitungen wurden verschlungen und danach neu beraten. Begabte Phantasten und Schönredner, die sich gerne im Mittelpunkt sehen, nützen die allgemeine Wirrnis in den Köpfen der Menschen aus, um ihre Weisheit an den Mann zu bringen. Nun ist der erwartete Augenblick da. Zugleich mit der Oesfnung der Bankgeschäsle aber ist eine neue Notverordnung herausgekommen, die bestimmt, daß nur' Gelder für amtlich beglaubigte Lohn- und Unterstützungs- auszohlungen abgegeben werden. Während sich in den Depositenstellen der großen Prwatbanken der Verkehr ziemlich ruhig abspielt, hoben sich an den Spar- kas.sen trotzdem größere Ansammlungen gebildet, die in langen Schlangen vor den Türen stehen. Nahe meiner Wohnung in einem Proletarierviertel habe ich einen solchen Andrang bei der Berliner Stadtbonk beobachtet. Die Frauen überwiegen bei den Wartenden, unter ihnen noch viele sehr junge, die vielleicht erst kürzlich geheiratet haben und um ihr Geld fürchten, das sie für Ratenabzahlungen benötigen. Vor dem Eingang steht ein Schupo, der sich vergeblich bemüht, einen auf- geregten, älteren Herrn zu beruhigen. Eine unheimliche Angst prägt sich in den Gesichtern der Menschen, Angst vor einem Zu- stand, der entsetzlich genug war, daß nur die Vorstellung von einer Wiederkehr Grauen erregt: die Inflation. Und dieses Märchen von einer neuen Geldentwertung findet willige Ohren. Alle noch so vernünftigen Gegenargumente prallen wie an einer ehernen Mauer ab. Schön, wenn es nicht kommt, desto besser, aber auf alle Fälle wollen wir uns sichern. Keiner will oder kann begreifen, daß heute gerade das Gegenteil einer sprunghaften Geldentwertung da ist, nämlich der Notenmangel. Man munkelt, in allen Ecken wird getuschelt, und sofort ist eine allgemeine Angstpsychose in den leicht erregten Fraucnherzen. Abseits von der wartenden Menge aber stehen drei ärmlich gekleidete Gestalten. In den Marktkörben liegen ein paar Kartoffeln und wenig Gemüse. „Ja", sagt die eine,„die, hier machen das alles erst schlimm. Die konnten noch sparen. Sie sollten erst mal ein paar Jahre mit 32 Mark Unterstützung Mann und vier Kinder ernähren. Jetzt haben sie Angst um ihre paar Kröten. Gar nichts sollten sie kriegen, sondern mal ebenso Not leiden wie wir." Diese Worte-aus dem Munde einer gepeinigten Frau zeigen die wirklichen Schwierigkeiten unserer Situation. Wir gehen nicht einer äußerlich glanzvollen Inflationsperiode entgegen, sondern die. Gefahr ist da, daß neue Zusammenbrüche und Arbeiterentlassungen kommen werden. Zdicht Angst um das Geld, sondern die Furcht, erwerbslos zu werden, steckt in den Herzen der Arbeiter. Keine Prüfung der Lohnlisten. Die Banken auf dem Bückzug. wie WIB.-Handelsdiensl erfährt, hoben die Banken wegen der sich ergebenden Schwierigkeiten daraus verzichtet, die Lohn- listen erst nachprüfen zu lassen, die Auszahlungen der Löhne erfolgen demgemäß ohne besondere Prüfung. der Listen. Zahlt für die Arbeitslofen! Beiträge für die Arbeitslosenversicherung müssen eingezahlt werden. Die regelmäßige und reibungslose Auszahlung der Arbeits- losenunterstützungen muß gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen unter allen Umständen wie bisher sichergestellt bleiben. Dies ist jedoch nur möglich bei ungestörtem ! qu senden Eingang der Beitragszahlungen. Auf pünktliche Einzahlung der fälligen Beiträge zur Arbeit:- losenversicherung muß daher nach wie vor größter Wert gelect werden. Die Erfüllung dieser Pflicht ist durch die Durchsührungs- Verordnungen über die Wiederousnahme des Zahlungs- und Ueber- Weisungsverkehrs ausdrücklich ermöglicht worden. Zusammenstöße mii der Polizei. Kommunistische Gewissenlosigkeit. Am Mittwoch haben kommunistische Provokationen aus Anlaß des soegnannten„Erwerbslojentages" in mehreren deutschen Städteu zu Zusammenstößen mit der Polizei geführt. An mehreren Orten wurde auf die Polizeibeamten geschossen, die Polizisten haben das Feuer erwidert. Es wurden überall Verhastungen vorgenommen. Oer Bundesausschuß des AOGB. tagi. Stellungnahme zu der gegenwärtigen Situation. heute vormittag trat der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes im Haus des Reichswirtfchastsrats zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um zu der augenblick- lichen Situation Stellung zu nehmen. Die Beratungen sind bei Redaktionsschluß noch nicht beendet und irgendwelche Beschlüsse noch nicht gefaßt worden. Selbverständtich sind die freien Gewerkfchasten noch den verschiedensten Richtungen hin an den Ereignissen außerordentlich stark interessier». Ueber dos Ergebnis der Verhandlungen wird morgen im„vor- wärts" berichtet werden. Lieber 40 Millionen Mark. Unterstützung des OMD. im Jahre 19.30. De? Deutsche Metallarbeiterverbond hatte im letzten Jahre eine Emnahme von 56,6 Millionen Mark— ohne den Kassenbestand aus 'dem Jahre 1929. Von diesen Einnahmen sind über 49 Millionen Mark an die Mitglieder zurückgezahlt worden. Davon allein an Erwerbslosenunterslützung 35,7 Millionen Mark und für Streiks 3,3 Millionen. An Gemahregelte wurden 212 972 Mark gezahlt, in Notfällen 136 469 Mark, an Invaliden 166 261 Mark, an Sterbegeld 414 972 Mark und für Rechtsschutz 87 221 Mark. Außer den Aufwendungen der Hauptkasse für Unterstützungen haben die Lokal lassen an durchreisende Kollegen 116 369 Mark gezahlt— die Hauptkasse zahlte 191 921 Mark Reisegelder—, an kranke Mitglieder 117 759 Mark und an arbeitslose Mitglieder 2 979 983 Mark und in besonderen Notfällen 639 576 Mark,--ußer- dem in Sterbefällen 295 783 Mark. Znsgesamt zahlten die Hauptkasse 40115 256,12 Mark an Unter- stühungen und die Lokalkassen 3 697 443,72 Mark, zusammen 43 812 699,34 Mark. Darunter sind 4975 753,62 Mark an Streik- und Gemaßregeltenunterstützung, wovon 546 989,62 Mark aus den Lokalkassen. Solchen Leistungen gegenüber wirkt die Maulaufreigerei der RGO.-Leute um so lächerlicher. Die bodische Regierung beabsichtigt auf Grund des in der badischen Verfassung vorgesehenen Notverordmingsrechts eine Aenderung de? badischen Besoldungsgesetzes. Die Aenderung wird mit der finanziellen Notlage Badens begründet. nglands Freundschaft für Deutschland Chequers und Hubertusstock/ Von w.K.Lwer Wir erhallen soeben von dem Auslandsredakkeur des /vaily herald". Ewer, folgenden Aussah zu dem geplanten Besuch des englischen Minislerpräsidenten, Genossen Macdonald. und des englischen Auhenministers, Genossen hender- son, in Berlin. Wenn auch durch die überstürzte Entwicklung der kapitalistischen Srisis der Besuch in hubertusslock im Augenblick aufgeschoben ist. so behalten die grundsählichen Ausführungen über die deulsch-englische Freundschaft des Zusammenarbeitens dennoch diesen wert. Mocdonal und 5)enderson kommen in dem Augenblick der Krisis noch Deutschland Aber es ist festgestellt, daß sie n i ch t wegen der Krisis kommen. Der Besuch in hubertusstock ist der Gegenbesuch für C h e q u e r s. Als die Einladung nach Chequers uusgegeben wurde, gab es noch keine Reparationstrisis: damals glaubte man noch, daß Deutschland über seine Budgetschwierigteiten hinwegkommen und der Etat ausgeglichen sein würde. Der heutige Besuch ist die Folge einer Tat, die unmittelbar nichts mit Finanzen, dem Doung-Plan und der Reparation zu tun hat: die damalige Ein- ladung nach Chequers war gedacht als ein besonderer Beweis der Arbeilerregicrung für ihre Freundschaft mit dem deutschen Volke. Eigentlich hätte gor keine Notwendigkeit für eine solche Geste bestehen sollen, denn hendersons Haltung und Hanoi mgen waren Beweis genug für diese Freundschaft schon seit Beginn seiner Tätig- keit als Außenminister. Die Arbeiterregierung von 1923 machte es SCenderions Jlnknnfi in tfaris zu ihrer ersten Aufgabe, das Werk der Arbeiterregierung von 1924 fortzusetzen: die Beseitigung der schlimmste» Erb- schaften des Krieges, haben die deutschen Rationalisten, die heute über eine französisch-britische Allianz gegen Deutschlond toben, vergessen, daß 1324 die Franzosen an der Ruhr waren und daß sie 1329 noch im Rheinland waren? Es war die erste außenpolitische Leistung der Arbeiterregierung, sie da herauszubekommen. der Provokation der militärischen Besetzung ein Ende zu niachen und die Beziehungen zwischen Berlin und Paris zu entspannen. i92i erreichte Mocdonald die Räumung des Ruhrgebietes. lSZo erreichte hendersen die Räumung des Rheinlandes. hhre Freundschaft für Deutschland kann von keinem vernünftigen Menschen in Frage gestellt werden, der sich an diese beiden Jahre erinnert. Dennoch war es wichtig, trotz der Torheiten mancher Po- litiker, die Welt daran zu erinnern, daß England heute gegenüber Deutschland keine Spur weniger freundlich ist als vorher. Keine Spur weniger herzlich als gegenüber Frankreich oder Amerika oder gegenüber einem anderen Staat, Es war wieder wichtig, die voll- kommen? Gleichheit der Beziehungen, die vollkommene Gleichstellung, die Deutschlond seht nunmehr in englischen Augen hat, noch außen hin zu unterstreichen und zu betonen: Die vollständige Ueberwindung der alten Vorurteile und der alten Abneigung, die in den Kriegs- jähren entstanden waren. Das war das wichtige, was der Welt klar- zumachen war. Es wurde ihr klargemacht durch die Einladung nach Chequers, und es wird ihr zum zweitenmal klargemacht durch den Besuch nach hubertusstock, Es darf kein Mißverständnis über den Sinn dieses Besuches geben. Er bedeutet, daß es keinen anglosranzösischen Block gegen Deutschland gibt. Ebensowenig bedeutet er, daß es einen anglodeutschen Block gegen Frankreich gibt. Er bedeutet ebensowenig, daß ein w e st l i ch e r Block gegen die Eowjewnion in Frage kommt. Nicht nur ist die Arbeiterregierung auf das entschiedenste Gegnerin solcher Intrigen. Das ganze Gewicht der Liberalen und Urbeitermeinung, in England(dazu ein großer Teil der konserva- tiven öffentlichen Meinung) ist kontinentalen Kombinationen, Per- einbarungen gegen irgend jemand anders, ist jeder Bündnis- oder iZntentepolitik auf das schärfste entgegengesetzt. Der allgemeine Friede und die Wohlfahrt Europas(einschließ- lich Rußland) ist im höchsten Grade ein britisches Interesse. Die Unterstützung irgendeines Staates oder einer Staatengruppe gegen irgendeinen anderen Staat oder eine Staatengruppe ist unseren Interessen absolut entgegengesetzt. Vielleicht gerade deswegen, weil wir— wie Coudenhove-Kalergi— nur„h a l b e u r o p ä e r" sind, ist es für uns leichter, wirklich„gute Europäer" zu sein. „Britische Heuchelei!" höre ich einen kritischen Leser sagen,„hat nicht henderson gerade in diesen letzten Tagen Frankreich in seinen Forderungen erst die Aufgabe des Schlachtschiffprogramms, erst Aufgabe der Zollunion stark unterstützt?" Die Antwort darauf lautet, daß er nichts dergleichen getan hat. Erinnert euch gefälligst, daß wir mit Paris so sehr wie mit Berlin gesprochen haben. Erinnert euch, daß wir auf das schärfste jede politischen Bedingungen mißbilligt haben, die als Preis für die Zustimmung zu dem Hoover-Plan oder zur Bereitschaft für finanzielle Hilfe gefordert werden sollten." „Aber trotzdem habt ihr uns aufgefordert, die Zollunion und den Panzerschiffbau zurückzustellen!" Sicherlich, und warum? Wir stellen— wenn der haager Gerichtshof die Rechtsfrage entsprechend entscheidet— Deutschland- Recht nicht in Frage, eine Zollunion mit Oesterreich abzuschließen. Wir stellen Deutschlands Recht, sein Geschwader von Taschenschlacht- schissen zu bauen, nicht in Frage, Aber wir bezweifeln die Zweckmäßigkeit, beides im gegenwärtigen Augenblick anzu- führen. Entweder in seinem eigenen Interesse oder im allgemeinen Interesse Europas. Und wir sind uns bewußt, daß wir wie Freunde Deutschland ermahnt haben, diese beiden Fragen von neuem zu überlegen und sie aus freien Stücken und aus eigener Initiative zu vertagen und dadurch zu der Ueberwindung der europäischen Schwierigkeiten beizutragen, wir haben diesen Rat gegeben, schon bevor Verhandlungen über den Hoover-Plan oder eine Anleihe, bevor irgendweiche sranzö- sische Forderungen entstanden. Wir rieten dazu, weil das uns der rechte, einem Freund zu gebende Rat erschien. ' Daß die britische Regierung derartig freimütig mit der deut- schen Regierung gesprochen hat, ist keine Erklärung der Gegner- schaft. Vielmehr ist das eine Erklärung der Freund- s ch a f t, Freimut ist nicht nur eins der Vorrechte, sondern ist eins der wesentlichen Merkmale einer wirklichen Freundschaft zwischen Gleichen, Der andere hat sich nicht durch freimütige Offen- heit beleidigt zu fühlen oder Motive zu verdächtigen, Wenn die Freundschaft von Chequers und hubertusstock auf beiden Seiten eine wirkliche Bedeutung hat, so soll es die einer wirk- lichen Freundschaft sein, in der wir freimütig und ohne Furcht vor Mißverständnis uns aussprechen, in der wir mit Verständnis und ohne Mißtrauen uns gegenseitig anhören können. Wir haben unsere Freundschaft erklärt. Also gut, handeln wir wie Freunde, die weder die Ehrlichkeit des andern in Frage stellen, noch die Motive des andern eifersüchtig bezweifeln. Sonst werden wir uns gegenseitig ins Unglück bringen. Oeutsch-französische Lugend Mehr proletanerkinder für den Gchülerausiausch Wer die Anstrengungen und Methoden sieht, mit denen natio- nalistische Kreise in Deutschland gegen eine kulturelle und politische Verständigung mit Frankreich Hetzen und die Erfolge bemerkt, die diese gewissenlosen Freibeuter bei der unaufgeklärten Masse haben, der möchte manchmal meinen, daß die Stimme der Vernunft und der Menschlichkeit nie mehr durchdringen wird. Der haarsträubendste Unsinn über unser Nachbarland wird systematisch verbreitet und ge- glaubt. Dummheit und Heuchelei wollen daran hindern, sich mit einem so eigenartigen und lebendigen Land wie Frankreich es ist, und einer so liebenswürdigen und klugen Bevölkerung, wie sie die Franzosen darstellen, zu beschäftigen. Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß auf der anderen Seite im Lager der fronzöstschen Nationalisten das gleiche getan wird, um eine Annäherung an Deutschland, auch kulturell, zu verhindern. In vielen Köpfen aus beiden Seiten spukt auch noch der künstlich genährte haß und die widerlich aufgetriebene Abneigung herum, die während des Krieges gezüchtet wurde Wie blind dieser haß zuweilen sein kann, zeigt z. B. eine kürzlich in der„Deutschen Corps-Zeitung" erschienene Anzeige, in der das frühere Mitglied eines Jcnenser Corps die Geburt seines siebenten Kindes und vierten Sohnes bekannt gibt. Er versieht diese Anzeige mit dem fettgedruckten Satz:„Siegreich wollen wir Frankreich schlagen!" Abgesehen von der Roheit, mit der der Vater von sieben Kindern durch diese Bemerkung einen eben gc- borenen Säugling dazu bestimmt, später Kanonenfutter zu sein, ist man über den Horizont und den geistigen Zustand dieses Akade- mikers nur fassungslos. Leider kann man sich nicht damit trösten, daß hier eigentlich der Nervenarzt in Funktion treten müßte, denn so wie er, denkt die große Masse seiner Gesinnungsgenossen ebenfalls und sie bilden damit eine Gefahr für Deutschland. Mit solchen Gespenstern aufzuräumen, ist die Jugend beider Länder in erster Linie berufen. Nicht die, die sich an Sonntagen den Assen auf den Buckel schnallt, um sich unter der Dressur ewiger Feldwebel für einen künftigen Gastod im Schützengraben vorzu- bereiten, sondern die, die den brennenden Wunsch hat, ihr Wissen um die Existenz eines fremden Volkes zu vergrößern und den ab- gestandenen Begriff vom Erbfeind in persönlicher Fühlungnahme mit den Angehörigen dieses„feindlichen" Lande» auszuradieren, Daß es bei solchen Versuchen nicht an wüsten Beschimpfungen und Verdächtigungen der Herrschaften von rechts fehlt, ist nur zu selbst- verständlich. Wenn dagegen ein deutscher und ein englischer Ad- miral, die im Krieg ihre Kanonen einmal gegeneinander gerichtet haben, sich in der Oesfentlichkeit wieder um den hals fallen, ist diese selbe Presse, die den Versöhnungswillen der Jugend begeifert, des Lobes voll. Sie ist nämlich der Ansicht, daß man sich erst einmal geprügelt haben muß, ehe man sich vertragen darf, Die Mittel, die in beiden Ländern zur Verfügung stehen, um Schülern, Studenten und Lehrern in den großen Ferien eine Reise zum Nachbarn zu ermöglichen, sind leider sehr beschränkt. Trotz- dem machten sich auch in diesem Jahre Jugcndobordnungen der bei- den Völker wieder Besuche. So trafen in diesen Tagen 73 fron- zösische Gymnasiasten und Gymnasiastinnen in Berlin ein, die die unter dem Protektorat der Berliner Schulverwaltung stehenden deutsch-ftanzösifchen Ferienschulen in herttisdorf und in hohen- Lychen besuchen werden. Sie setzen nur den dcutsch-französischen Schüleraustausch sort, der schon seit einigen Iahren von der deut- schen Zentralstelle in Heidelberg organisiert wird. Im übrigen sind dieselben Versuche mit Erfolg auch zwischen Deutschland und Eng- land gemacht worden: so befinden sich im Augenblick deutsche Schüler in London, um Land und Leute Großbritanniens kennenzulernen. Der beiderseitige Schüleraustausch hat leider einen großen Fehler, und das ist die durch die Verhältnisse bestehende Bevorzugung von Schülern aus bemittelten Familien, die sich naturgemäß eher eine Ferienreise in diesem Umfang erlauben können, als Schüler, die aus dem Proletariat stammen. So ist festgestellt worden, daß die weitaus größte Gruppe unter den deutschen Austauschschülern die Kinder von selbständig in Handel und Industrie tätigen Vätern dar- stellen. Ungefähr in gleicher Anzahl sind die Kinder von Beamten, Lehrern und Prtvatangestellten vertreten. Am zurückhaltendsten verhalten sich diesem Schüleraustausch gegenüber die landwirtschaft- lichen Kreise. Diesem Mangel suchen die Arbeiterorganisationen, so gut es geht, durch die Veranstaltung von Auslandsreisen abzu- Helsen. Wünschenswert wäre, wenn die zuständigen staatlichen Stellen in noch weit größerem Umfang als bisher Mittel flüssig machen könnten, um den Austausch auch minderbemittelten Schü- lern zu ermöglichen. Dieser Wunsch wird allerdings gerade jetzt in der Zeit der Etat-Kürzungen schwer erfüllbar sein. Das entlarvte Medium. Eine der rasfiniertesten Betrügereien in der an Schwindeltaten so reichen Geschichte des Spiritismus ist von einem Londoner Me- dium durchgeführt worden, das durch die Mitarbeiter des Labo- ratoriums für psychische Forschung jetzt entlarvt wurde. Die Mit- glieder des Londoner Spiritistenbundes sind lange Zeit durch die Künste einer Frau getäuscht worden, die mit ihrem Gatten im herbst vorigen Jahres noch London kam, um ihre medialen Eigenschaften der Vereinigung zur Verfügung zu stellen. Nicht weniger als 43 Sitzungen wurden mit einem Kostenaufwand von vielen tausend Mark vom November bis zum März dieses Jahres veranstaltet, und zwar leistete das Medium besonders Großartiges in der Erzeugung von„T e l e p l a s m a", jenem geheimnisvollen Stoffe, der von Medien im Trancezustand hervorgebracht wird und sich zu mensch- lichen Gliedern, ja ganzen Körpern formt. Die Tatsache, daß die Sitzungen bei vollem Licht veranstaltet wurden, trug noch zu dem großen Ruf des Mediums bei. Nach langem Drängen erreichte das Laboratorium für psychische Forschung die Erlaubnis, eine Anzahl wissenschaftlicher Versuche mit dem Medium vorzunehmen. Nach einer genauen äußeren Prü- fung des Körpers und der Kleider fand die Sitzung statt, der mehrere Heroorragende Psychologen beiwohnten. Einige der Anwesenden durften das Medium auf dem Stuhl, auf dem es faß, festbinden und das von ihr erzeugte Teleplasma berühren. Dieses trat vielfach und in verschiedenen Gestalten hervor. Bald siel es in langen Bän- dern aus dem Munde und den Nasenlöchern des Mediums, bald ringelte es sich auf dem Boden und schlang sich um den Stuhl und hüllte auch das Medium ein. Zum Schluß verschwand es wieder. Die' Aufnahmen, die in verschiedenen Sitzungen gemocht wurden, erregten aber Verdacht über die„übernatürliche" Herkunft des Tele- Plasmas. Ein« Untersuchung ergab, daß es zum Teil aus Holzwolle und Eiweiß zusammengesetzt war; andere Teile wurden nach den Photo- graphien als Gummihandfchuh und Siselappen erkannt. Eine Röntgenuntersuchung des Mediums brachte die Lösung des Rätsels. Es ergab sich, daß die Frau über eine ungewöhnlich bewegliche Gurgel verfügte und eine Fähigkeit des Einfchluckens und Wieder- vonsichgebens von Gegenständen besaß, wie sie sich kaum einmal unter Millionen Fällen findet. Die Stosse, darunter auch die Käselappen, waren von ihr vor der Sitzung verschluckt worden, wurden dann als Teleplasma wieder herausgebracht und verschwanden aus dem Wege. aus dem sie gekommen. Man wollte noch weitere Sitzungen mit dem Medium vornehmen, aber dieses gab feine Sache verloren und ver- schwand plötzlich mit ihrem Manne. Pros. v. Borttiewicz. der Vertreter mathematischer Statistik und theoretischer Nationalökonomie an der Berliner Universität, ist gc- starben. Er war l8W in Petersburg geboren und ist seit 1931 in Berlin tätig. Von seinen Schriften sind die über„Die mittlere Lebensdauer",„Das Gesetz der kleinen Zahlen" zu nennen. Der Schutzverband deutscher Schriftsteller ist, wie wir hören, beim Finanzminister vorstellig geworden, daß Schriftsteller- Honorare den Gehalt- und Lohnforderungen im Sinne der letzten Notverordnung gleichgestellt werden. Die russische Orthographie wird reformiert. Nachdem die erste weitgehende Vereinfachung der russischen Rechtschreibung bereits im Jahre 1917 durchgeführt worden ist. ist jetzt eine neue Form der russischen Orthographie, Interpunktion und Rechtschreibung der Fremdwörter ausgearbeitet worden, deren Hauptprinzip die An- Näherung der Schriftsprache an die mündliche Sprache ist. An Stelle der bis jetzt vorhandenen zwei verschiedenen„e" wird nunmehr eins geschrieben werden. Ein neuer Buchstabe, dos„j", wird in das Alphabet eingeführt, was eine Annäherung an die lateinische Orthographie bedeutet. Doneben werden gewisse eigentümliche Fälle völligen Auseinandergehens von Orthographie und Aussprache be- seitigt. Li« Berliner vrlvaljaannlunz H., die u. o. Werke von Greco, Regier van der Weyden, Rubens. Daumier, Renoir, Cözanne, Münch sowie der- vorragende moderne Plastik enthält, wird, bevor fie nach Luzern zur Per- fteiaerung geht, zur Vorbefichtigung vom 23. bis 25. Juli bei Paul Caffirer, Littoriaftr. 25,«uSgefteM. Sewerlschaften auf der Savavsflellmg Sie zeigen, was sie geleistet haben ..ijßer dem Baugewerksbund, von dessen Darstellungen .-ir berichteten, sind noch verschiedene andere freigewerkschaftliche Verbände vertreten. So der B u t a b Der Bund technischer An- gestellten gibt einen Einblick in seine Organisation. Er gewährt seinen Mitgliedern Rechtsschutz, Krankenunterstützung und Nothrlse. Bor allem zeigt er, was er durch Abschluß der Tarifver- träge erreicht hat. Die Gehaltsentwicklung, von der ebenfalls berichtet wird, ist ein guter Erfolg des Bundes. 1923 wur- den in Gruppe l Gehälter von 99,68 Mark gezahlt, in Gruppe IV: 221,75. Im Jahre 1939 hatte der Bund erreicht, daß in Gruppe l: 145,58 und in Gruppe IV: 439,49 Mark an Gehältern gezahlt werden mußten In 19 999 Prozessen erstritt der Bund 5 Millionen Mark an Gehaltsnachzahlungen und 599 Zeugnisse. Die Literatur des Bundes ist vorzügliches geistiges Rüstzeug. Der Deutsche Werkmeistcrocrband ist mit einem Modell seines Verbandshauses in D Ü s l e l d o r s vertreten. Er verfügt heute über 1644 Ortsvereine mit 129 999 Mitgliedern. Im Jahre 1999 waren es 635 Ortsvereine mit 37 999 Mitgliedern. An Unterstützungen aller Art zahlte der Werkmeistcrverband im Jahre 1939: 3,7 Millionen Mark. An gewerkschaftlichen S e l b st h i l s e- Einrichtungen zählt der Verband auf: Stellenlosen-, Streik-, Gemaßregelten- und Jnvalidenunterstützungen, er gewährt Rechts- schütz und Rechtshilfe, er hat einen Stellennachweis, Erholung?- Heime, verschiedene Versicherungseinrichtungen und das Verbands- organ, das zwischen den Mitgliedern das geistige Bindeglied darstellt. Die Gruppe Grob-Keramik im Verbände der Fa- brikarbeiter Deutschlands berichtet in besonders künst- lerischer Weise über ihr Werden. Eindrucksvolle Bilder zeigen d i e Anfänge des Kampfes:„Warum gibt es für uns keine Er- holung, müssen wir denn immer nur arbeiten?" Jetzt können die organisierten Arbeiter, die teilweise Erfolge errungen haben, schon sagen:„Siehste, Mutter, so sorgt der Verband für uns, jetzt haben wir auch Urlaub!" Und frei und froh zieht der Arbeiter hinaus ins Weite! Mit der Arbeitsvermittlung stand es früher so, daß es zum Beispiel für die Ziegler einen sogenannten„L i p p i- schen Fleischmarkt" gab. Da wurde Arbeit nach W i l l t ü r und bei n i e d r i g st e m Lohn vergeben. Vor 1919 gab es u n b e- grenzte Arbeitszeit. Von Sonnenaufgang bis Sonnen- Untergang Erst die Kraft des Verbandes Hot Aenderungen herbeigeführt: Es wurde die begrenzte Arbeitszeit von 12 bis 14 Stunden eingeführt, �eute� 1939, gibt es den A ch t st u n d e n- tag, früher gab es k« i n e n T a r i j, die Willkür des Lohndiktates herrschte. Für 184 999 Grobkeramiker gibt es heute 882 Lohntarife. In der Z i e g« l i n d u st r i e zahlte man 1919 einen Tagelohn von 1,85 Mark, 1939 müssen 5,96 Mark gezahlt werden: in der Z e« mentindustrie war der Satz 2,32 Mark, heute ist er 5,95 Mark täglich. Im Jähre 1999 hotte die Abteilung der Grobkeramik des deutschen Fabrikarbeiter-Verbandes 4999 Mitglieder, heute zähst sie 96999 Mitglieder. Insgesamt zahlte der Verband fast 11 Millionen Mark Unterstützungen aller Art. Volksfürsorge und Arbeiterbonk zeigen im Rahmen der Ausstellung übrigens auch, was sie finan ziell leisten, um den Kleinwohnungsbau zu fördern. Beide Institute stellen sich getreu ihrer Aufgaben und Ziele zur Verfügung, wenn es gilt, die soziale Tat praktisch zu vollziehen. Aus Mitteln der Volksfürsorge wurden zur Finanzierung des Woh nungsboues 49 Millionen Mark Kredite zur Verfügung gestellt. Die Arbeiterbank stellte durch ihr Tochterunternehmen, Hannover sche Kredstbank, allein im ersten Vierteljahr 1931 fast fünf M i l- lionen Mark für Hypotheken zur Verfügung. Die Entwicklung der Arbeiterbant zeigt die Ausstellung wie folgt: 1924 betrugen ihre Einlagen 9,4 Millionen Mark. 1939 betrugen sie 168 Millionen! Es ist eine einzigartige Entwicklung. Ihre Kredite, die die Arbeiterbonk 1929 gab, verteilten sich mit 56,69 Prozent auf öffent- liche Verwaltungen, 39,33 Prozent auf Arbeiterbetriebe und 4,97 Prozent auf Sonstige. 1939: 39.26 Prozent öffentliche Vcrwaltun- gen, 55.76 Prozent auf Arbeiterbetriebe und 4,98 Prozent auf Sonstige. Alles in allem zeigen auch diese Abteilungen der Ausstellung ein sehr befriedigendes Bild. Im Rahmen der ganzen Aus- stellung sind die Gewerkschaften und ihre Betriebe würdig ver- treten. Bor allem dürfen wir alle stolz sein— gerade in dieser j ch w e r e n Z e i t!—, daß zahllose Betriebe und Dinge da sind, die beweisen, daß die Idee, die sozialistische Zdee, die Zdee der Gemeinschaft, getragen von den freien Gewerkschaften, lebt! Das pommersche Panama. Ergebnis der Besichtigung der Sundischen Wiese. Stralsund, 16. Juli.(Eigenbericht.) Die Teilnehmer der Besichtigungsreise nach der Sundischen Wiese durch den Siedlungsausschuß des Preußischen Landtags kehrten im Laufe des Nachmittags nach Stralsund zurück. Der Ausschuß hatte insbesondere die Frage zu klären, ob weitere erhebliche Staats- mittel für die Siedlung zur Verfügung gestellt werden sollen. Man kam zu der Ansicht, daß die Ansiedlung weiterer Landwirte unterbleiben muß. Allgemein wurde sest- gestellt, daß die Gesamtbelastung trotz der Größe der Besitzungen und der ben Siedlern zugeflossenen StaatsunterstützuNgcn verhältnismäßig hoch ist, weil der dritte Teil der Ländereiev als Ackerland, Wiese oder Weide in absehbarer Zeit nicht verwendbar ist. Die Frage, wofür die Mittel der Neuland A.-G. verwendet worden sind— angeblich 2 Millionen Mark— wird erst bei späteren Verhandlungen im Landtag geklärt werden können. Die Mitglieder des Ausschusses tonnten bei der Inaugenscheinnahme der Objekte keine wesent- lichen Verbesserungen durch diese Mittel feststellen. Es wird nötig sein, die vorhandenen Entwässerungsmöglichkeiten zu verbessern. Im übrigen wird man sich daraus beschränken müssen, vom Staat aus auf die Siedlungsgesellschast einzuwirken, daß die Gesamtrente der Siedler eine gewisse Senkung erfährt, so daß es ihnen möglich ist, ihre Betriebe leistungsfähig zu erhalten. Von besonderer Wichtigkeit war auch die Frage der Beschaffung des Trinkwassers. Es mußte festgestellt werden, daß das vorhandene Trinkwasser nicht als vollständig einwandfrei bezeichnet werden kann, so daß eine Unterbringung von Badegästen bei den Siedlern zunächst ausgeschlossen ist. Der Siedlungsausschuß war sich darüber klar, daß, soweit die einzelnen Siedlungen nicht vergeben sind, diese nicht mehr vergeben werden sollen. Siedler, die anderswo angesiedelt werden wollen, werden diese Möglichkeit in weitgehendem Maße erhalten. Scheckproieste bei der Nanai. Eine Erklärung der Bank. Die Darmstädter- und Nationalbank teilt zur Vermeidung unnötiger Scheckproteste und der dadurch entstehenden Kasten mit, daß sie bei allen ihren Stellen angeordnet hat, daß den Vor- legern von Schecks auf Wunsch der Vermerk„vorgelegt und nicht bezahlt" erteilt werden soll. Die Bank weist serner daraus hin, daß in einer für diese Nacht voraussichtlich zu erwartenden weiteren Durchführungsverordnung die Vorlegungsfrist für Schecks auf die Danatbank bis zum 6. August verlängert werden soll, so daß dann zur Erhaltung der Scheck- Regreßrechte die Vorlegung vor diesem Tage nicht erforderlich, sein würde. Zweite Durchführungsverordnung. Zur Durchführung der Verordnung über die Darmstädter- und Nationalbank wird auf Grund der Verordnung des Reichspräsiden- ten vom 13. Juli 1931 verordnet: Artikel 1: Der Artikel 7 Satz 3 der Durchführungsverordnung über die Darmstädter- und Nationalbank vom 13. Juli 1931 erhält folgende Fassung: Satz 2 gilt entsprechend für die Ausübung oder Erhaltung des Regreßrechts aus einem Scheck. 'Artikel 2: Diese Verordnung tritt am 16. Juli 1931 in Kraft. Erleichterung für Lleberweisungen. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 15. Juli 1931 wird verordnet: 8 1. Die Reichsbank, die Privatnotenbanken und die Deutsche Gold- diskontbant unterliegen hinsichtlich des Zahlungs- und Ueber- "'eisungsverkehrs keinen Beschränkungen. 8 2. Außer den in 1 Abs. 3 der Verordnung über die Wieder- aufnähme des Zahlungsverkehrs nach den Bankfeiertagen vom 15. Juli 1931 für unbeschränkt zulässig erklärten lleberweisungen sind lleberweisungen zulässig zwischen den von den Bank- feiertagen betroffenen Geldinstituten, jedoch nur insgesamt b i s zur Höhe der Hälfte des Guthabens des Auftrag- gebers und höchstens bis insgesamt 19 999 Mark und nur auf ein bereits bestehendes Konto eines Dritten bei einem von den Dankfeiertagen betroffenen Institut. provozierende Gemüisroheii. Was sich ein Gemeindevorsteher leistet. In einer im Preußischen Landtag eingebrachten Kleinen An- frage hatte der Abg. E b e r l e- G ö r l i tz(S o z.) folgenden un- erhörten Fall mitgeteilt: In Machenau in Schlesien verstarb vor kurzem durch einen Unglücksfall das Gemeindcmitglied O. Heinrich. Die Ehefrau, die in ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, bat beim Gemeindevorsteher um eine Beihilfe zu den Be- st a t t u n g s k o st e n. Der Gemeindevorsteher Bcißwcngcr soll die Antragstellerin mit folgenden Worten abgefertigt haben:„Der- kaufen Sie doch die Leiche an dos anatomische Institut nach Breslau, dann bekommen Sie ja Geld dafür." Der Fragesteller bezeichnete diese Bemerkung als so gcfühlsroh, daß sie scharf Zurück- gewiesen werden müsse. Das Staatsministerium wurde gefragt, was es gegen den Ge- meindevorsteher zu veranlassen gedenke.— Der Preußische Innenminister Hot jetzt folgende Antwort ertcist. Der Gemeindevorsteher in Machenau hat zugegeben, eine Aeiiße- rung getan zu haben, die sich von der in der Anfrage geschilderten nur unwesentlich unterscheidet. Er habe aber auf Grund der ganz besonderen Umstände des in der Anfrage behandelten Todesfalles geglaubt, daß seine Bemerkung keine Verletzung der Gefühle der Angehörigen des Verstorbenen hervorrufen werde. Auch unter Be- rücksichtigung dieser Entschuldigungsgründe mißbillige ich das Verhalten des Gemeindevorstehers durchaus. Ihm wird durch den zuständigen Landrat das Erforderliche eröffnet werden. Blutspur des Hakenkreuzes. Heimtückischer Zeuerüberfall auf Arbeitersänger. Vraunschweig, 16. Zuli.(Eigenbericht.) Einem heimtückischen llebersall auf Arbeitersängcr und-sänge- rinnen verübten am ZNittwvchabend Parteifreunde des polizeimini st ers Franzen in Seesen. Sie lauerten den ahnungslos heimkehrenden auf und beschossen sie. Ein Parteigenosse erhielt einen Leberichuh und mußte, mit dem Tode ringend, dem Krankenhaus zugeführt werden. Ein Jungarbeiter erhielt eine schwere Kopfverletzung. Die feige Bluttat der Nazis hat unter der Arbeiterschaft erneut größte Empörung ausgelöst. (Staatskommissare sür Kommunen. Bier Kommissare für Braunschweig bestellt. Vraunschweig, 16. Juli. Die Gemeindekammer des Landes Brounschweig beschloß, den Anträgen der Kreisdirektionen auf Bestellung von Staats- beauftragten in den Städten Schöningcn, Gandersheim, Königslutter und Helmstedt stattzugeben. Die betresfenden Stadt- vcrordnetenvcrsammlungen hatten teils im Wiederholungsfall die zum Haushaltsausgleich notwendigen Steuererhöhungen abgelehnt. Am katastrophalsten ist die Finanzlage der Stadt Schöningen. Der ungedeckte Fehlbetrag beträgt 163 678 Mark. In Gandersheim be- tragen die Schulden 86 299, in Hesimstedt 41 525 und in Königslutter 4732 Mark. Die Gemeindekammer hat den Anträgen auf Be- stellung von Staatskommisiaren in allen Fällen zugestimmt. Kursabtommen für Kerienreisende. Zwischen der Deutschen Reichsbank und der O« st e r- reichischen Nationalbank ist ein Abkommen zustande ge- kommen, das die in Oesterreich weilenden reichsdeutschen S o m m e r g ä st e vor Schädigungen infolge Kursschwankungen der Mark bewahren soll. Die Oesterreichische Nationalbank verpflichtet sich, in ihren Einwechselungs stellen die Mark zu einem festen Kurse zu übernehmen, und die gleichen Kurse sür die an sie weitergegebenen Markbeträge Schilling zurück» zuzahlen. Eine gleiche Abmachung hat die Reichsbank auch mit den d ä n i» schen Banken getroffen._ Gefährliches Hackfleisch. 14 Personen an Fleischvergistung erkrankt. Köln. 1«. lull. Zn Drück bei Köln erkrankten am Mittwoch noch dem Genuß von Hackfleisch 14 Personen. Die Polizei läßt das in dem Lokal übriggebliebene Fleisch bakteriologisch untersuchen. Alle Erkrankten sind dem Krankenhaus zugeführt worden. Todesfprung aus dem Treppenfenfier. Im Hause Martin-Luther-Straß« 95 spielte sich heut« früh eine Schreckensszene ab. Aus dem Treppenfenster des vierten Stockwerkes stürzte sich die 61jährige Witwe Hedwig Alexander auf den Hof hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Wirtschaftliche N o t soll das M o t i v zu dem Berzweisiungs- schritt sein._ Llngarische Ozeanflieger unterwegs. New park, 16. Juli. Die beiden ungarischen Flieger E n d r e s z und Magyar sind am Mittwoch nachmittag mit ihrem Flugzeug„Gerechtigkest für Ungarn" von Harbour Grace aus zu ihrem Transatlantikflug nach Budapest ausgestiegen. Die Flugbedingungen über den Ozean sind nach den Berichten der amerikanischen Wetterwarte nicht sehr g ü n st i g, da Ncbclwolken fast über der ganzen Flugstrecke liegen. Die Flieger hoffen, Budapest in 26 Stunden erreichen zu können und den von Lord Rothermere ausgesetzten Preis von 2999 Pfund für den Flug New Park— Budapest zu gewinnen. Sozialismus in Aegypten. Großer Zuwachs der Arbeiterpartei. London. 16. Juli.(Eigenbericht.) Die von dem Ex-Prinzen Abba» Halim gegründet« Aegy�, tische Arbtiterpartei Hot trotz der Kürze ihre»»e- stehens einen unerwartet großen Zulauf und zählt bereits mehr als 49 999 Mitglieder. Die Führer der jungen Partei bemühen sich«iftig um die An- knüpfung von Beziehungen zur Sozialistischen Arbeiters Internationale sowie um das Zustandekommen der Aegypten- reise einer offiziellen Delegation der British Labour Party zum Studium der ägyptischen Arbeiteroerhältnisse an Ort und Stelle. In L o n d o n wird die Entwicklung der Bewegung mit großer Auf- merksamkeit verfolgt und man mißt dem Auftauchen eines sozialistisch orientierten Parteigebildes für die künstige Entwicklung der anglo, ägyptischen Beziehungen auf der Grundlage internationaler sozias listischer Solidarität außerordentliche Bedeutung bei. Die Auseinandersetzungen in der wirtschastsparlei. Bon der Wirtschastspartci wird mitgeteilt:„Die in der O«sfentlichkeit ver. breiteten Meldungen, noch welchen der Wahlkreis Hessen- Nassau aus der Wirtschastspartei ausgetreten ist, entsprechen nicht denTatsache n." Wetter sür Berlin: Wechselnd bewölkt und noch einzeln« Schauer. ziemlich kühl bei mäßigen Westwinden. Für Deutschland: Im Süden und Südwesten Deutschlands meist trocken, zeitweise heiter und ziemlich warm, im übrigen Reiche noch kühl und veränderlich mit einzelnen Schauern._ zz-rantwortl. wr die Rcdaktion: Serbert Berlin:«>>,-ig«n:«».»Me. Berlin. Verlag! Borwitrt, Verlag®. m. t>. L.. Berlin. Druck: Varwärt« Bu». druckerci und Verlagsanstalt Vaul Singer& Co.. Berlm SW 68. Lindenstraße 8. Hier»» 1 Bei läge. vvuuv«i»ne kliutn m BOlovplth. 8Vj Uhr Der Mann de» Sdtlcktalt Die Komödie der Irrnntzen Deotsdies Tfteatei « Uhr Der flaupimana von KOpenldt e. Carl Zuckmayei Rijis: flltn Hilpert Die Komödie Taglich»«* Uhi Oiensi m Kunden «od lliit So» tum Mix Hioua Regie: HansDeppe Homisena Oper Frlcdrlchttr. 104 «>., Uhr Frauen haben das gern... Musikal. Schwank von Aroald Musik t. Wtlt. Kollo Sommerpr.0JS0-7�0 ffletropoi-Theatsr Täglich»"« Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians. 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Wenn wir hier '-vom„geistigen Menschen* und dessen besonderer Beziehung zur choch- schule sprechen, so meinen wir zunächst jenes bürgerliche Einzelschick- sal, dessen Besonderheit darin zu suchen ist, daß es sich ständig aus dem Wege zur Selbstbesinnung, zur Sinngebung des Lebens und feiner Mannigfaltigkeit befand. Getrogen von einer sich mit ruhiger Stetigkeit vorwärts entwickelnden, selbstbewußten Klasse, erfüllt von dem Bildung?- und Kulturideal dieser Klasse, so stellte diese im wahrsten Sinne des Wortes edelste Schicht des deutschen Bürgertums den geistigen Mittelpunkt der Wertskola dar, die wir heute noch als „bürgerliche Kultur* bezeichnen. Die Entwicklung vor dem Kriege. Schon Marx und Engels bezeichneten sich als die„Erben der klassischen deutschen Philosophie". Es war im wesentlichen ein philo- sophischer Typus, der uns in der deutschen Geschichte gleichsam als ein besonderer, national begrenzter Menschenschlag ausbewahrt ge- blieben ist. Er war der Träger der modernen weltlich-bürgerlichcn Hochschule. In der verwirrenden stofflichen Fülle des Wissenschaft- ' lichen Materials ging es darum, einheitliche Leitlinien aufzufinden, eine geistige Durchsicht durch die Einzeldisziplinen zu ermöglichen, gemeinsame Orientierungs- und Wertmaßstäbe festzu- stellen. Noch konnte das Bürgertum sich den Luxus großer Gesichts- punkte leisten, die alle gesellschaftliche Tätigkeit in eine Gcncralper- spcktive einzuordnen versuchten. Doch inimer waren auch die entgegengesetzten Energien in der Entwicklungsgeschichte des Bürgertums wirksam, deren Resultat auch die spezielle Begriffsbestimmung des„geistigen Menschen" war: denn der geistige Mensch konnte naturgemäß nur als Gegensatz zu einem anderen Typus gedacht werden. Dieser Gegensatz trat in der Hoch- schule als Unterscheidung Zwischen Geistes- und Naturwissenschaften auf. Ihm lag die allgemeine Gesetzmäßigkeit der kapitalistisckien Arbeitsteilung zugrunde. Wie in der Produktion die entwickelte Trennung der Arbeitsfunktionen, so herrschte in der Wissenschaft die fachliche Differenzierung. Die„exakten" Naturwissen- f(basten beschäftigten sich mit den realen Erfordernissen des materiellen Gesellschastsprozcsscs und die Geisteswissenschaften mit der Deutung und geistigen Durchdringung der bürgerlichen Gesell- fchast. Aber diese beiden Elemente des akademischen Lebens konnten nebeneinander existieren und sich sogar zeitweise ergänzen, weil sie den«inenden Prinzipien der humanistischen Bildung und Welt- onschauung unterstanden. Erst der sozial entwickelte Liberalismus, der alle kulturellen Traditionen abschwor, ging dem geistigen Gleichgewichts- Verhältnis im Bildungssystem und seinem Exponenten, dem „geistigen Menschen", an den Kragen. In dem Zweifrontenkampf mit staatlich-feudal-bürokratischcr Bevormundung und der herauf- steigenden Arbeiterbewegung wurde das Freiheitsprinzip des Liberalismus zur Widerspiegelung der chaotischen, plan- und rück- sichtslosen„Freiheit" der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.„F r e i- heit der Wissenschaft", ursprünglich gedacht als Parole wider die feudal-klerikale Monopolisierung der Bildung, wurde jetzt � zur Befreiung der Forderung von jedem übergeordneten Gesichts- punkt» Abschaffung jeglicher geistigen Norm wurde angestrebt. Philosophie und Geisteswissenschaften wurden als Berufskategorien auf eine Insel zurückgedrängt. Als Folge dieser Entwicklung mußte der Wert der Hochschule als Monopol geistiger Meinungsbildung in Frage gestellt werden. Nicht nur die erwachende Arbeiterklasse vollzog ihre geistige Entwicklung zur Selbständigkeit außerhalb der Universität, von der sie ausgeschlossen war. Auch im Bürgertum tat sich eine Kluft auf zwischen akademischem und geistigem Leben, eine Kluft, die der Mechanisierung des Produktionsprozesses auf der einen und der Entfernung der Wissenschaft vom Leben auf der anderen Seite entsprach. Schon lange vorher war die Gegensätzlich- kcit in der Ebene der künstlerischen Produktion zutage getreten. Jetzt gewannen allmählich die Spannungen zwischen„freier" und „akademischer" Kunst einen aktuell zugespitzten Charakter. Eine Per- breitcrung der Spannungsebene wurde durch die Jugendbewegung vollzogen, die ihre Rebellion gegen Elternhaus und Schule auf die Hochschule übertrug und eine neue Gesamtlebensorientierung außer- halb des Konventionalbildungssystems suchte. Dem„mechanischen Zeltalter" entgegen. . In der überreizten, mit Konfliktstoffen überladenen Atmosphäre der Vorkriegszeit wurde die geistige Auseinandersetzung von der lauten Offensive des militanten Bürgertums übertönt. Es war sehr bezeichnend, wie impulsiv die bürgerliche Jugend ihre geistigen Aus- bildungsstätten verließ, als der Krieg ihrer Aktivität ein Ventil öffnete. Schon wurde der Wissensstoff als Belastung empfunden. Bildung war nicht mehr Befreiung, sondern notwendiges Uebel. Liese Stimmungen haben sich nach demKriege fortgesetzt, aber sie haben auch eine qualitative Bewußtseinsunterloge erhalten, als das.mechanische Zeitalter" als neuer gesellschaftlicher und psychologischer Begriff eingeführt wurde. Das mechanische Zeitalter ist zunächst wohl nichts anderes als ein Sammelname für die Durchrationalisierung und Technisierung des gesellschaftlichen Lebensprozesses..„Wie der Mensch", heißt es im * Kapital von Marx",„in der Religion vom Machwerk seines eigenen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eigenen Hand beherrscht". Von dieser Automatisierung der Arbeit wird doch aber nur der Arbeiter betroffen, wie kommt es. daß ihre negative Wirkung auch so stark in das Bewußtsem breiter bürgerlicher Schichten getreten ist? Ja, es ist geradezu das Bürgertum, welches so heftig der rational-technischen Gestaltung seines Lebens widerstrebt. Die Grundtendenz der kapitalistischen Rationalisierung geht da- hin, alle Lebensbezirke dem Produktionsprozeß anzupassen, dem Profitstreben zu unterstellen. Sozial bedeutet dies für die Lebens- gestaltung eine Technisierung ohne Beziehung zu einem geistigen „Sinn". So ist die amerikanische Universität durchschnittlich derart organisiert, daß sie direkt von den Erfordernissen des Produktions- Prozesses aus funktioniert und die Funktionäre für ihn ausbildet. Tatsächlich kann die Universität vom entwickelten kapitalistischen Standpunkt auch nichts anderes sein. Die g e i st i g e n Substanzen sind aufgelockert, die Meinung?- und Willensbildung vollzieht sich im sozialen Kampf— die Hochschule muß immer entschiedener in die Rolle einer technischen Ausbildungsanstalt für die Verwaltungs- und Wirtschaftsfunktionäre hineingedrängt werden. Während das Proletariat auf Grund seiner Klasien!age zu er- kennen vermag, daß hinter Technisierung und Rationalisierung ein ökonomisches System steht, daß nicht die Technik an sich be- kämpfcnswert ist. sondern nur die kapitalistische Form ihrer A n- wcndung— so muß das Gros des Bürgertums der Täuschung erliegen, daß es die Rationalisierung als solche sei, die sein« gesell- schaftliche Stellung herabmindere. Denn das Bürgertum ist nicht nur Materiell durch Inflation, Niederkonkurrierung usw. der Rationalisierung zum Opfer gefallen: fast schwerer noch wiegt die Liquidierung des kulturellen Besitzstandes, der -Einbruch in das Bildungsmonopol und in die Bürokratie, soziale und seelische Unsicherheit laufen miteinander parallel. In dieser Zeit schonungsloser Wertvernichtung im Spät- kapitalismus besinnt sich da? Bürgertum erneut auf sein«„kulturelle Mission". Man sucht ein Bezugssystem, das dem Leben Sinn und Halt geben soll. Die Funktion des geistigen Menschen von ehedem erscheint in einer neuen kollektivierten Ausformung. Aber aus seiner gesellschaftlichen Lage vermag das Bürgertum kein Ihm angepaßtes fortschrittliches System mehr zu finden. Es greift deshalb zum Mystizismus oder— zum Faschismus. Die national- sozialistische Verseuchung unserer Hochschulen ist ein deutliches Symptom dafür, das aber auch das geistige Niveau dieser letzten großen Renaissancebewegung des deutschen Bürgertums kennzeichnet. Nicht aus geistiger Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Material, nicht aus einer wirklichen Durchdringung des Stoff- komplexes heraus kommt man zu den großen Vereinfachungen des Faschismus. Nein! Die Vereinfachung ist willkürlich, ungeistig, der „geistige" Faschismus ist ein geistloser Tobsuchtsanfoll engstirniger, enttäuschter, gesellschaftlich hoffnungsloser Armeen junger Spießer. Das Ziel neuer Sinngebung. Die Universität aber kann heute nicht mehr die auseinander- strebenden Kräfte auffangen und sie in eine große geistige Einheit einmünden lassen, ja, sie vermag es nicht einmal, einige übergeordnete Prinzipien herauszustellen. Der Klassen kämpf ist in seiner politischen Gestalt in die Hochschule eingezogen. Wir Sozialisten haben keine Ursache, diesen Prozeß, soweit er von einem geistigen Radikalismus getragen ist, zu bedauern. Dem bürgerlichen Rahmen der Hochschule konnten wir uns nicht einordnen. Heute aber benutzen wir die Hochschule als technisches Mittel zur Aneignung der Kennt- niste, die für den Aufbau einer neuen Gesellschaft und für unsere sozialistisch« Funktion in dieser Gesellschaft notwendig sind. Alles kommt darauf an, daß unser Einfluß in der Hochschule unterbaut ist von den geistigen Elementen, die außerhalb der Hochschule, in der lebendigen sozialistischen Arbeiterbewegung, erzeugt werden. Diese Kraftquelle muß die sozialistischen Studierenden— und hier besonders die Arbeiterstudenten— davor bewahren, in der tech- Nischen Betriebsamkeit und Gelehrsamkeit der Universitäten zu ver- sinken. Nur im Sozialismus vermag ein Geschlecht„geistiger Menschen" neu zu erstehen, deren Bezugssystem die Kenntnis der Gesellschaft in ihren technischen und sozialen Bewegungsgesetzen vor- aussetzt, das aber erfüllt ist von der Leidenschaft des Kampfes um eine neue Sinngebung der menschlichen Entwick- lung. Wer schützt öie Vottzsschate? Ein paar Worte Zur Aufklärung Wer die Presseberichte über die Etatsberatungen in den»er- schiedcnsten Gemeinden verfolgt, der erkennt in illlcn schweren Spar- maßnahmen einen gerade für uns sehr unangenehmen Faden: A b- bau am Schulwesen. Es ist immer die gleiche Sache. Um das Chaos, um größere Rot der Masten zu verhindern, müssen uujcre Miujstcx und die Gcmcindcvcrtretcr_ der Pqrfei. Sparmaß- nahmen unterstützen, die wahrhaftig nicht noch dein Herzen eines Sozialisten gezimmert wurden. Dadurch, daß immer größer« Lasten den an und für sich schon finanzschwachen Gemeinden auferlegt werden— und die ärmsten wenden durch die Arbeitslosigkeit ja am stärksten betroffen—, entsteht natürlich überall ein Konflikt zwischen den Wohl fahrt;» und den Schullasten der Gemeinden. Will mon Menschen nicht irnttlütig verhungern lasten, so kann man an den lozialen Lasten nicht sparen, und deshalb ist zu unlerem größten Schmerz die Schule nicht selten verurteilt, sich Abstriche gefallen zu lassen. Niemand kann diese Abstriche bitterer empfinden als'ein Sozialdemokrat, und es ist daher erklärlich, daß gerade sozialdemokratische Berwaltungsbeamto aus den eigenen Reihen recht geharnischte Proteste erhalten. Wir freuen uns über diese Notschreie um der Schule willen ganz außerordentlich, und die Genossen Grimme und S e v e r i n g werden das mit uns tun, weil wir alle stolz auf eine Parteibcwegung sind, deren Mitglieder noch hungernd und darbend kulturelle Belange hochhalten. Gegenüber dieser Tatsache müßte eigentlich alle Demagogie der Leute vom Hakenkreuz und Sowjetstern wirkungslos zerjlattern, wenn das politische Analphabetentum in Deutschland nicht so groß wäre. So aber müssen wir es täglich erleben, daß nicht nur die, welche Deutschland durch ihre Zustimmung für Hitler und ThAman» an den Rand des Verderbens gebracht haben, Ursache und Wirkung nicht erkennen können, sondern auch weite andere Kreis«, die in- zwischen einen schulpolitischcn Blick gewonnen haben müßten. Bor allem von der N o l k s s ch u l l e h r c r s ch a f t dürfen wir die Er- kennlnis verlangen, daß gerade die Sozicrldeinokratio die Volksschule aus der Rolle der Armeleuteschulc befreit und zu einer wirklichen Aolkejäpile in schwerster Zeit entwickelt hat. Ist es doch bezeichnend, daß in einem Berlin benachbarten Ort die Rechtstreisc der Gemeinde sür 189 Kinder nur drei Lehrer behalten möchten, wobei Klassen mit 80 Schülern enlstchen, da es unmöglich ist, einfach schenuitisch zu teilen. Das hindert dann allerdings dieselben Kreise nicht, aus demagogischen Gründen über die Sparerlaste unserer Mi- nister zu zetern, obwohl die Erlasse nur unter dem Druck der finan- ziellen Notlage der Gemeinden gegeben wurden und in ihrer Art allein schon die Vorzüge des modernen Preußen aufweisen. Kein Lehrerabbau ist verfügt worden, sondern ein Einsparen von Stellen, genau so, wie die Sozialdemokraten Berlins dafür sorgen, daß die I u n g l e h r e r nicht entlasten werden. Es ist schon ein Unterschied, ob Menschen aufs Straßenpflaster geworfen oder ob vorübergehend keine neuen Kräfte eingestellt werden. Gewiß find andere uns in demagogischen Forderungen, auf die wir ganz ver- zichten, über, ober im Einzelfall hofft man dann wieder auf uns. Deshalb waren auch die heftigen Ausfälle ungehörig, die ein Ver- tretcr auf der Tagung des Deutschen Lehrervereins in Frankfurt a. M. gegen den Genosten Grimme führte. Der De- nasse Menzel, selbst einst lange Führer Im Lehrerverein und wohl unser ältester Ministerialrat in der Partei, fuhr dem Vertreter gehörig in die Parade. Er hatte ein besondere? Recht dazu, weil er seit 1918 unsere sozialdemokratische Aufbauarbsit für die Volksschule an vorderster Front mitgemacht hat und einst von Konrad Hönisch als Vertrauensmann der Lehrerschaft berufen wurde. Wir stellen mit Genugtuung fest, daß die„Preußische Lehrerzeitung" sich ziemlich eindeutig auf die Saite Menzels gestellt hat. Immer- hin haben wir das Zeichen zu beachten und zu erkennen, daß mon die Leistungen unserer Partei sür die Bolksfchule nur zu gern ver- gißt. Aufgabe der Lehrer- und Elterngenosten wird es fein, durch Aufklärung zum Angrist überzugehen, Wir wollen doch einmal die Partei sahen, die ähnliche Lesttun- gen für die einheitliche Volksschule auszuweisen Hai! Die Führer der Lehrerschaft werden wissen, daß sie oft nichts erreicht hätten, wenn ihnen unsere Genossen im Reichs- und Landtag nicht helfend zur Seite gestanden hätten. Vor der letzten Gemeindevertreterwah! sprachen auch auf den Dörfern s e l b st r e ch t s st e h e n d e L e h r e r uns gegenüber die Hoffnung auf Verstärkung der SPD. aus, weil sie, die sich gefühlsmäßig noch immer nicht von der RechtseinstellurtlV der Perwandlschaft trennen können, doch erkannten, daß der sozial-- demokratische Tagelöhner für die Volksschule mehr übrig haben muß als der Gutsbesitzer, der feine Kinder in die höhere Schule schickt Damit wird eine Leistung der Sozialdemokratie berührt, die der schul« sehr geholfen hat: die Eingemeindung der Guts- bezirke. Die Genossen außerhalb der Städte wissen, wie nach dieser Maßnahme die Gutslehrer aufatmen tonnten. Und haben nicht viele Lehrer und Eltern unsere Genossen im Landtag erfolgreich aufgesucht, wenn sie von reaktionären Beoölksrungskrcisen bedrängt wurden? Hat nicht die Preußenregierung unter sozialdemokratischer Führung«ine personelle Verwaltungsreform durch- geführt, die sich zum Besten einer freieren Betätigung der Lehrer auswirkt? Hätte je eine Dorkriegsregierung Vertrauensleute der Lehrerschaft berufen? Konrad Hönisch und Adolph Hossmann waren kaum zwei Tage im Amt, als sie sich durch ihren Unterstaatssekretär auch schon mit dem Deutschen Lehrerverein in Verbindung setzten. Muß man an denselben Konrad Hönisch erinnern, der zurücktreten wollt«, wenn man die Lehrer schlechter einstufte? Natürlich hatte er dabei kein Berufsintcrcsse vor Augen, sondern die Wertschätzung der bisher verachteten Volksschule. Sozialdemokraten haben die geistliche Schulaufsicht beseitigt, eine Tatsache, die junge Lehrer heute leider nicht mehr zu wissen brauchen, Sozialdemokraten haben in vorderster Front für die Beseitigung der Vorschulen und Festigung der Grundschule gekämpft und wohl allein ein ungünstiges Schulgesetz bishcr verhinder!. Und unter dem Genossen Grimme hat besonders stark der Kampf gegen den Unfug des B e- rechtigungswefens eingesetzt und die sozialdemokratische Aktivität sür die Verlängerung der Schulzeit. Wir wissen, daß unsere Vertrauensleute im Landtag und Mini- sterium ständig prüfen, ob die den Kommunaldezerncnten der Re- gierungen gegebenen Vollmachten nicht etwa zu groß sind und daß man über kurz oder lang den Rat der Schulleute mehr berücksichtigen wind. Auch Sparerlasse müssen sich einspielen. Wir müssen auch prüfen, ob es richtig ist, Gemeinden gegen ihre Leistungssähigkeit und ihren klaren Willen Mehrstellen abzubauen. Sozialdemokratische Regierungsstellen sollten rechtsstehende und oft r e p u- blitfelindliche Stadtverwaltungen nicht zu sehr von der Verantwortung entbinden. Auch der Planwirstchaft im höheren Schulwesen werden alle beteiligten Kreise größte Aufmerksamkeit schenken müssen. In Berlin ziehen viele Leute schon nicht um, weil für ihr Kind dann eine ge- eignete höher« Schule fehlt, da man mit ganz verschiedenen Sprachen beginnt. Unerträglich aber find in der Provinz die höheren Zwerg- schulen auf Kosten der Volksschule. Kein Sozialdemokrat wird eine wesentliche und notwendig« Schule beseitigen wollen, aber für Schu- len, die man nur aus Prestigegründen hält, ist kein Platz in einer Zeit, In der die Volksschule Not leidet. So soll in einer Ge- meinde, deren Kinder bequem die höheren Schulen der Nachbarstadt besuchen können, jetzt schon die 4. Volksschulstelle abgebaut werden. während man die höhere Schule nicht abbauen kann, da die Lehrer von der Stadt angestellt sind. Hier sollte der Landtag ein entscheiden- des Wort sprechen. Damit sind Punkte berührt, die von der Sozialdemokratie schon immer zum Anlaß der Kritik genommen wurden. Noch auf ein« Tatsache soll man olle verweisen, die der oberflächlichen Propn- ganda gegen uns zum Opfer fallen: Hätten wir am 14. September 193» die Stimmen der Nazinachläufer und der von Moskau irre- geführten Arbeiterschaft erhalten, dann würden wir uns unsere Steuern anderswo holen als in der Schul« und im Haushalt der Aermsten. Ernst Schultz. Generalprobe für Wien Letzte Rüstungen der FTGB. zur Arbeiter-Olympiade ön den nächsten Tagen fahren in drei Sonderzügen die Berliner Teilnehmer an der Arbeiter-Olympiads nach Wien. Darunter S3l1 der Freien Turnerschaft Groh-Berlin angeschlossene Arbeiterjungen und-mädel. Gestern abend war in der Prinzenhalle Generalprobe dieser S3g für Wien. Die FTGB. wird auf der Olympiade mit einer großen gymnastischen Sonderaufführung aufwarten. Gestern abend erhielten die Uebungen unter den Klängen des FTGB.-Blas- orchefters ihren letzten Schliff. Besonders eindrucksvoll waren die schönen, ausgelassenen Volkstänze, deren Anblick für zwei knappe Stunden die schwere Not der Zeit vergessen ließ. Das empfanden wohl auch die zahlreichen Zuschauer auf den dichtgesüllten Tribünen, die nicht mit nach Wien fahren können, sondern sich mit dem Be- such der gelungenen Generalprobe begnügen muhten. Schwere Opfer an Zeit und Geld hatten diese jungen Sportler und Sportlerinnen auf sich genommen, um überhaupt eine derartige Massenausführung einstudieren zu können. Seit Ende März wurde wöchentlich einmal zentral geübt, das bedeutete für jeden Teilnehmer in der Woche einen für die große Sache geopferten Abend nach ermüdender Arbeitsfron und das Opfer des Fahrgeldes noch dazu. Und wie paradox unsere Zeiten sind, erzählt der Genosse von der Geschäftsleitung: Da ruft ganz traurig ein Sportgcnofse an, er könne nicht mitfahren nach Wien, er hat Arbeit bekommen. Vor der Sehnsucht in die Ferne geht das Verdienen des täglichen Brotes. Und ein anderer muß absagen, weil er keinen Urlaub bekommen kann. Eine zwei lange Jahre gehegte Hoffnung zerrinnt im Augen- blick, wo irgendein Unternehmer ein kaltes„Nein" ausspricht. Denn so war es doch, wer so arm ist, daß er keinen Pfennig übrig hat, der lieh sich trotz alledem eine Sparbüchse geben und sparte sich zwei Jahre lang die achtzig Mark für Wien zusammen. Eine Frau, der noch immer ein paar Mark fehlen, erzählt:„Jede Gelegenheit, auch die kleinste, habe ich ausgenutzt, um das Geld zu- sammenzubringen. Wenn wir mal zu einer Geburtstagsfeier zu- fammenfaßen, dann ging ich einfach mit dem Klingelbeutel herum und als ich nachher die Pfennige zählte, war eine Mark zusammen- gekommen. Oder man machte nicht allzu lange Wege auf Schusters Rappen. Immer wurde der dadurch ersparte Fünfziger in die Büchse getan. Einmal machte ich einen ganz großen Schlag, da habe ich für jemand ein Kleid genäht; der Lohn dafür kam dann auf die hohe Kante." Im ganzen müssen die Fahrtteilnehmer zweimal 17 Mark für die Hin- und Rückfahrt aufbringen, dazu kommen 4,20 Mark Teilnehmergebühr und für die acht Tage Wien wollen sich die Jungen und Mädel dreißig bis vierzig Mark Zehrgeld einstecken.„Wir können den 21. Juli gar nicht mehr erwarten", sagt eine achtzehn- jährige Genossin.„Diesen Januar habe ich angefangen mit Sparen, immer SO Pfennige, und habe es glücklich geschafft, trotzdem ich als Wäfchelegerin nur 14,65 Mark in der Woche verdiene, wovon ich nur 13 Mark ausbezahlt erholte. Leider ist mein Vater arbeitslos, ober meine Mutter hat trotzdem ein Auge zugedrückt, und da brauchte ich öfter nicht so viel Kostgeld als sonst abgeben." Gleich meldet sich eine auch nicht ältere Packerin aus einer Zuckerwarenfabrik. Beinahe hätte sie das Fahr- und das Zehrgeld nicht zusammen be- kommen, ober da sie 30 Mark in der Woche verdiente, hat sie gleich vom Beginn des Jahres an wöchentlich 5 Mark zurückgelegt und so fehlte ihr nicht mehr viel, als sie in den ersten Julitagen arbeits- los wurde.„Vor zwei Iahren war ich mit nach Nürnberg", sagt sie,„und das war so schön, da fahre ich auch mit nach Wien, wenn ich auch jetzt arbeitslos geworden bin." Und wenn es schließlich bei dem einen oder anderen jungen Genossen durchaus nicht reichen wollte, dann griffen entweder die Abteilungen in ihr« Kassen oder es fand sich da und dort ein Gönner, der noch Arbeit hat und der stiftete eben mal für einen arbeitslosen Kameraden einen etwas größeren Schein. Aber das sei auch m den Wiener Festtagen nicht vergessen, wie die deutschen Teilnehmer, arm wie Hiob, sich die Pfennige am Munde abgespart haben, um ein einziges Mal Wien zu sehen. Solcher Wille kann nur gedeihen auf dem Grunde einer tiefempfundenen Idee! Heraus zum Weltkindertag! Zum ersten Male werden am kommenden Sonntag, dem 19. Juli, die Arteiterkinder der Welt zur gleichen Stund« in allen Ländern der Sozialistischen Arbeiter-Sportinternationale zur Feier eines Weltkindertages zusammenkommen. Allein der deutsche Ar- beitersport wird 200 00 0 Kinder aui die Beine bringen, die in etwa 20 Festorten ihr Olympia feiern, gleichzeitg mit den Arbeiter- kindern Oesterreichs in Wien, die zur selben Zeit das dort statt- findende 2. große niternationäle Arbeiterolympia eröffnen. Und mit den Kindern Deutschlands und Oesterreichs werden zu Spiel und Sport und Feierstunde in ihren Ländern das gleiche tun, die Arbeiterkinder der Schweiz, Frankreichs, Belgiens, Englands, Däne- marks, Norwegens, Finnlands. Lettlands, Polens, der Tschecho- slowakei, Palästina und Amerikas. Ueberall werden die zu ihrer Feierstunde versammelten Kinder Grüße tauschen mit ollen Arbeiter- kindern der Welt und der groß: Gedanke, der ylle Landesgrenzen liberspannenden Idee des Arbeitersports wird in den jungen Herzen lebendig werden. Die-I�Ltappe in Frankreich �ieue Zeitverluste der Deutschen Die am Mittwoch ausgefahrene 14. Etappe der Tour de France war mit ihren 132 Kilometern zwar eine der kürzesten der ganzen Rundfahrt, dafür hatte es aber die Schleife durch die Berge der Secalpen bei Nizza in sich. Zunächst ging es von Cannes auf der herrlichen Rioierastraße über Juan-les-Pins und Cap Antibes nach Nizza(33 Kilometer), wo die eigentlichen Schwierigkeiten dieser Etappe begannen. Der acht- ppozentige. Anstieg zum 385 Meter hohen Col de Rice war erst das Vorspiel, denn IS Kilometer weiter kam der gefürchtete Col du Braus (999 Meter); der Weg zur Höhe wies stellenweise Steigungen bis zu zwölf Prozent auf. Hinter der Kontrolle Sospel(74 Kilometer) folgten noch einige weniger schwierige Steigungen, dann ging es hinab nach Mentone und weiter nach Monaco. Auf den letzten 2S Kilometern von Monaco zurück noch Nizza muhte noch die be- rühmte La Turbie, wo die großen Automobil-Bergrennen ftattzu- finden pflegen, genommen werden. Ganz überraschend spielten auf dieser fast reinen Bergetappe die Italiener die erste Rolle. Sie besetzten mit Gestri, Pesenti und Gremo die drei ersten Plätze in der Etappe und arbeiteten sich dadurch im Länderklassement auf den dritten Platz vor. Die Deutschen dagegen hatten neuerliche Zeitverluste zu beklagen; sie wurden auch noch von der australisch-schweizerischcn Mannschaft überflügelt und liegen jetzt an letzter Stelle der Länderwertung. Unter bester Mann auf der 14. Etappe war Hermann Buse, der sich 13 Minuten hinter dem Sieger Gestri als Dreizehnter placierte. Eine halbe Minute später kam Sieronski als 17., die übrigen Deutschen folgten weit zurück, so Stöpel als 29.. Metze als 30., Thierbach als 34.. Usfat als 3Z.. Geyer als 39. und Siegel als 46. Der deutsche Tourensahrer Nitzschke konnte die Strecke nicht innerhalb der Moximalzeit be- wältigen und schied ebenso wie der Belgier van Tricht aus, so daß jetzt insgesamt nur noch SO Teilnehmer im Wettbewerb sind. Auch in der Einzelwertung, die der Franzose A. Magne nur noch mit fünf Minuten Vorsprung vor dem Italiener Pesenti an- führt, sind die Deutschen fast durchweg einige Plätze zurückgefallen. Olympiade-Photowettbcwerb Der Arbeiter-Lichtbild-Bund veranstaltet anläßlich der Olympiade in Wien einen Photowettbewerb, zu dem drei ver- schieden- Themen gestellt werden. Jeder bundestreue Amateur- photograph kann dazu beliebig viel Photos einsenden, die ein Mindestformat von 6X9 Zentimeter haben müssen. Auf der Rückseite sind technische Angaben über Bslichtungszeit usw sowie über den Gegenstand der Aufnahme zu vermerken, jedoch kein Name, sondern nur ein Motto. Ein verschlossener Brief- Umschlag, der außen mit dem gleichen Motto versehen ist, soll Namen und Adresse des Wettbewerbteilnehmer- enthalten. Der Zweck dieser Bedingung ist, daß die Photos ohne jede Rücksicht auf den Her- steller nach ihrer Güte geordnet werden können. Bewertet wird neben der technischen Qualität vor allem die bildmäßige Aufmachung und die Erfassung des Wesentlichen. Folgende Themen sind photo- graphisch darzustellen:„Wien im Zeichen der Olympiade." „Spannende Momente von der Olympiade."„Momente vom Kongreß der Sozialistischen Internationale." Welches Thema gewählt wird, ist gleichgültig, entscheidend für die Bewertung ist allein die Güte der photographischen Wiedergabe. An Preisen ist vom Arbeiter-Lichtbild-Bund insgesamt ein Be- trag von S00 Schilling bereitgestellt worden, 50 Schilling werden als 1. Preis für das best« Bild ausgesetzt. Für weitere 27 Geld- preise sind SSO Schilling ausgesetzt, und für 20 Trostpreise stehen Photomaterialien, photographische Zeitschristen-Abonnements usw. zur Verfügung. Di« Wettbewerbskommission wertet nur Photos, die den gestellten Bsdingungen entsprechen, Die Wettbewerbs- photo» müssen spätestens am 2. August bei der Redaktion d«? Zeitschrift des Arbeiter-Lichtbild-Bunde»,„Pap neue Bild", Berlin S. 42. Alexandrinenstr. 37, eingegangen fein. Die Ver- öffenttichung der Preisträger geschieht im„Neuen Bild", nähere Auskunft erteilt die Redaktion oder in Wen der Vertreter des Arbeiter-Lichtbild-Bundes, Dr. Otto Ehrlich, Wien XVIII, Pötz- leinsdodfcr Str. 44. Die preisgekrönten Photos werden im„Neuen Blld" bzw. in„Vo-lk und Zeit" bzw. in Arbeitersport- organen veröffentlicht. Die Entscheidung der Wett- bewerbskommission ist endgültig, ein rechtlicher Anspruch kann aus der Teilnahme am Wettbewerb nicht geltend gemacht werden. Nähere Einzelheiten bringt„Das neue Bild". Amateure, an die Arbeit! Die Ausgabe ist nicht allzu schwer, lösen kann sie jeder! Abwehr ist Pflicht! Gerade nach der Reichstagswahl hat dieser Ruf starken Wider. hall gefunden. Aber tausende Arbeiter stehen noch zögernd am Rande der politischen Geschehnisse, sie sind vom Abwchrwillen noch nicht erfaßt, kritisieren vielleicht oft. aber sie leisten keine positive politische Arbeit, wer angesichts der täglichen Uebersälle der Faschisten noch nicht begriffen hat, daß die Arbeiterschaft und ihre Kultur in ständiger Gesahr sind, der hat nicht das geringste Klassen- bewußlsein. Arbeitersportler, hinein in die Abwehr- sormationen! Entweder in das Reichsbanner oder in die Abwehrkartelle, gleichgültig, wo einer seine Pflicht tut. In dieser schweren Zeit darf sich die Arbeiterschaft nicht in Grenzstreitigkeiten und organisatorische Meinungsverschiedenheiten einlassen, alle ver- sügbaren Kräfte müssen zusammengefaßt werden. Rieder mit dem Faschismus! „Rund um Berlin" bei Rütt Walter Rütt läßt an seinem nächsten Renntag, Freitag, dem 17. Juli, 18.4S Uhr, ein 2-Stundcn-Einzelfahren in Form eines Straßenrennens ausfahren. Diese neuartige Aus- tragung eines Einzelrcnnens wird viele interessante Moment« bieten, denn es sind neben den üblichen Kontrollen auch Wertungen eingelegt. Die Wertungen werden alle 20 Minuten ausgefahren, die placierten Fahrer erhalten 5, 3, 2, 1 Punkt. Letzte Wertung doppelte Punktzahl. 26 Fahrer bestreiten das Rennen, u. a. M a i d o r n(Dresden), Ehmer, O. Nickel, Petri, Dorn, Lehmann, Wissel Schenk(Dortmund), Mandelkow, Wolke, Funda, Maczynski, Engelmann, W. Nickel. Auch der alte Straßenfahrer Richard Huschke wird sich am Start einfinden. Ris»— Berlin— W icn Dieser Tage besuchten uns acht Arbeitersportler aus Riga. Sie kamen mit ihren Motorrädern über Königsberg, den polnischen Korridor— Küstrin nach Berlin. Nach zweitägigem Aufent- halt in der Hauptstadt, wo sie recht viel sehen wollen, beabsichtigen sie Uber Leipzig nach Wien zur Arbeiter-Olympiade zu fahren. Die ganze Strecke, die sie durchfahren, beträgt fast 3000 Kilometer. Touristen. Bcrcin„Die Ratursrcunde", Zentral« Wien, n. Juli, 23 Uhr: Abt. Chorlottenburg, Sprccstr. Z0: Zrihrten-rlebnissc, Lichldiidrr. Foltbool-Abt.: Bodeabei'd Kliun-nbcrg llS Uhr Eingang). Abt. Brig: Abenb. spazicrgang. Treff: 20 Uhr um Seim Ehaulsccstr. 4». Iugenbgrupvc Sumdolbt. Hain, Schbnstediilr. l: Po» allem ein wenig. Abi. Trepiow, Elsenstr. Z: Literarisches. Abl. Lichtenrade: Badcabcnd in Mahlow. Bei ungllnstigem Abt. Binciaplati, Lortzing, Ecke Sraunstroßc. Abt. EiUrost, Britzce£tt. 27; Literarischer Abend. Jo'o Listen, zrankfurtcr Allee ZM. goto Neukölln, Berg. straße äü. Abt. Echb.ihanser Vorstadt. Rastenburgcr Etr. l«: Nadioobend'.- Moniag. 20. Juli, 23 Uhr: go'ogemeinschast. Iohanniostr. lö: BUd-rlritik (Sportaufnahmen). Malgcmeinsilafi, Wroi'gclstr. 128. Abt. Rculölln: Fahrt am Soanläg. 19. Juli, nach Erkner— Stilritzsee. Treff: 8 Uhr, Ziingbahnhof Neukölln. FUHrer: löautzncr. Fuhballvcrein Eintracht-RciniEendors sucht spielstarten Gegner ,um Sonn. tag, 1?. guli, auf eigenem oder Gegner, Platz. Anfragen: Rciiuckendorf UMll. Wirnsahrer oon Pankow. Heute, Donner»taz, lg Uhr, in» Vereinslota! Fcstmaterial und Fahrkarten abholen. Wienfahrer„Freie Schwimmer". Absahrt de, guge» ,ur Olhmpiat-: 7len»tag, gg. Zuli, 28.24 Uhr, Anhalter Bahndaf. Teilnchmer tieften sich eine Stunde vor Abgang de, Zuge, im Warlesaal Z. Klasse. Freie Sport- itvd S-bütze-oereinigung. Abt. Prenzlauer Berg! D»nnkr»laz von 20—22 Uhr: Kleinkaliberhchiesten bei Rech«, Metzer Sir. 28. Freitag. 20—22 Uhr, Schule Lhchcner Str. g7: Turnen. Sonnabend, 20—22 Uhr, bei Reche, Metzer Str. Ztz; Gästcschießen. -ARBEiTEH TUSSEtiLL Wilmersdorf schlägt Pankow 4; 3 Ein Fußballspiel oon großem propagandistischem Wert wurde den zahlreichen Zuschauern gestern abend am Fehrbelliner Platz gezeigt. Den Pankowern, die nur mit zehn Mann antraten, gehörten die ersten 30 Minuten vollkommen, ständig waren sie im Angriff. In der 12. Minute kam Pankows Mittelläufer aus einem Gedränge heraus zum ersten Torerfolg. Er sandte den Ball an dem sich zu früh werfenden Torwart vorbei ins Netz. Dann versuchten die Wilmersdyrfer mit einigen Durchbrüchen ihr Glück. Die überaus ballsichere Verteidigung, von der Läuferreihe bestens unterstützt, brachte aber alle Angrifse zum Scheitern. Dagegen kamen die Pan- kower in der 26. Minute durch allzu große Unachtsamkeit des Wil- mersdorfer Torwarts zum billigen zweiten Erfolg. Einen hohen Ball des Blauweißen Rechtsaußen ließ er fallen, schnell war der Mittel- stürmer zur Stelle und bevor der Torwart wieder eingreifen konnte, landete der Ball im Netz. Das war für die Wilmersdorfer das Signal zur Selbstbesinnung. Mehr und mehr bekamen sie die Ober- Hand; bald lautete das Resultat 1: 2 und wenige Minuten vor der Pause gelang dem Mittelstürmer der Ausgleich. Nach dem Wiederangriff mußte Pankows Torwart einen scharfen Ball des Rechtsaußen passieren lassen. Die Pankower verlegten sich jetzt immer mehr auf die Verteidigung. Trotzdem tonnten sie es nicht oerhindern, daß Wilmersdorf in der 18. Minute ein 4: 2-Re- fultat herstellte. Erst fünf Minuten vor dem Ende des Spiels war es wieder der Pankower Mittelläufer, der den dritten Treffer für Pankow buchen konnte. Trotz aller Anstrengungen beider Mann- schaften blieb es bei diesem Resultat bis zum Schluß. Weitere Resultate: Pankow 2 gegen Blankenburg 3:6(3:1). Eintracht-Spandau 2 gegen Osten 2 11:0. Butab 2 gegen Wilmers- dorf 2 4:2. Wilmersdorf 1 gegen Staaken 15:1. Wilmersdorf 2 gegen Friedenau 6: 4. «�dler 08" gegen„Eiche"- Köpenick Heute abend spielen auf dem Kissingen-Sportplatz m Pankow die zweiten Mannschaften des neuen Bundesvereins „Adler 08" und„E i ch e- K ö p c n i ck". Beginn 18.30 Uhr. Der Deutsche Arbeiter-Kegler-Lund e. D. ersucht uns mitzu- teilen, daß der Frei« Keglerbuno nicht der Zentralkommisston für Arbeitersport und Körperpfleqe E. B. angehört und eine rein bürgerliche Oc-rge.nisation ist. Alle Kegelsport treibenden Genossen gehören in den Deutschen Arbeiter-Keglcr-Bund, der der Zentral- kommission angeschlossen ist, und die Interessen aller Arbeiterkegler vertritt. Auskunft erteilt die Gaugeschäftsstelle, Siegfried Zoellner, Bln.-Pankow, Schonenschestr. 23. ü>8, Pankow 5728. Dasieilv«»t»«rein.Fraternita«"(Ausacschich-ne(Srvppc des kommunistischen BRD..Freiheit"). Bootshaus: Erkner, Eeestr. 7—14. Sitzunzen: 1. u. 8. Don- nrrstaz im Monat. Näckstr Sitzunz: Tonncrstaz. 16. Juli, im..FalkenstelN, Obcrbaumdritckr. Neuaufnahmen finden noch statt, da noch einige Bootsstairde frei sind. Beginn 20 Uhr. Rückschau. In der Tonhalle Düsseldorf fand ein öffentliches Militärkonzert statt zum Besten der Ausschmückung des Friedhofes der 50. Division in Veslud(Nordfrankreich). Das Konzert wurde übertragen von den Sondergruppen Frankfurt, Langenberg, Mühlacker, Königs- Wusterhausen. Berlin setzte in allerletzter Stunde die angekündigte Sendung aus Budapest ab und übernahm das Konzert ebenfalls. Daß ehemalige Kriegskameraden ihrer toten Brüder gedenken, ist schön; wenn einzelne Sender dazu beigetragen hätten, die Ein- nahmen aus diesem Konzert zu erhöhen, so wäre das durchaus ver- ständlich gewesen. In dieser Zeit aber, wo so viele Lebende Not leiden, wo so viele bewährte Musiker hungern, berührt es eigen- artig, wenn die Hülste der deutschen Sender ihre Pflicht zur Wohl- tätigkeit ausgerechnet den Toten gegenüber entdeckt. Künstlerische Gründe konnten in vielen Fällen nicht die Ursache sür die Tleber- nähme der Darbietung sein. Dabei soll nichts gegen die Leistungen der Militärmusiker gesagt werden; aber die Berliner Hörer z. D. wurden einfach gezwungen, das Konzert abzuhören oder auf Rund- funkdarbictungen überhaupt zu verzichten. Der Programmzusammen- schluß oon Berlin und Königswusterhausen war höchstens als Wohl- tätigkeitsmaßnahme überhaupt zu erklären. Eine Veranstaltung„R e i s e n S i e i n B c r l i n" brachte nicht. was ihr Titel zu verheißen schien, nämlich praktische Anregungen für jene, die sich keine Ferienreise leisten können. Denn diese Menschen, nicht wahr, müssen sich nicht, wie der Vortragende meinte, „schämen", falls sie noch nicht in der Großen Bauausstellung waren. Nicht jeder hat die Mittel, um einen Eintrittspreis von 1,50 Mark und 50 Pfennig Fahrgeld zahlen zu können oder gar im„Deutschen Dorf", dieser Wirtshaussammlung, dem sich der Vortrag sehr an- gelegentlich widmete, die reichlich hohen Preise. Der Anfang der Sendung, eine Wanderung durch einige Straßen Alt-Berlins, und die Führung in das stimmungsvolle Vorftadtthcater der Roses ver- suchten wenigstens, dem Titel der Veranstaltung gerecht zu werden. Tos. vonnerstsß, 16..Juli. Berlin 16.00 1. Hanns Voigt: Kinderlieder, op. 15(Lucie Ritter. Sopran). 2. a) Liszt- Busoni: Campanella; b) Liszt: Gnomenreigen; c) Waldesrauschen(Pan! . Eggert, Flügel). 3. a) Weinberger: 4. und 6. Tanz; b) Weill: Drei Stücke aus„Die Dreigroschenoper"; c) Jirak: Siciliano und Burlesca (Marianne Theiner, Violine; Flügel; Julius Börger). 17.00 Dr.-Ing. A. Gellhorn: Das Wohnproblem- auf der Deutschen Bau-Ausstellung. 17.25 Barbaren und Kulturvölker(Dr. Wolf Zucker). 17.50 Musik des Orients(Vortrag mit Schallplatten: Ludwig Koch). 18.20 Thesen-Diskussion. Gibt es eine„kalte" Sozialisierung?(Dr. Hanns Bundschuh und Dr. Lorenz Fischer.) 19.00 Wovon man spricht. 19.30 30 Minuten Martin Knopf. Lieder und Duette aus seinen Operetten. 20.00 Halberstadt. Querschnitt durch eine Stadt. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Langenberg: Einführung in das Hörspiel„Straßenmann". 21.20 Langenberg:„Straßenmann".. Hörspiel von Hermann Kesser. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen. 17.00 Hans Reimann: Heitere Bildung. 17.30 Mersmann: Hausmusik. 18.00 Df. Ludwig Herz: Wie man vor 40 Jahren reiste. 18.30 Beim Störschutzarzt(G, Engel, G. Keilbauer). 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 19.00 Ob.-Stud.*Dlr. Bockelmann: Spaßmacher Narren, Humoristen bei Shakespeare. 19.30 G. Löwenkamp: Die wirtschaftliche Bedeutung der Bauernschulung. 21.00 Breslau: Konzert. 21.30 Leipzig; Bandonioakonzert. /