BERLIN Sonnabend 25. Zu« 1931 10 Pf. Jfr. 344 B 172 4».Zahrgang Erscheinttäglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. BejugSorei« beide Ausgaben 8i» Pf. proWoche, 3,K0M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68,Lindenstr. 3 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297 Sfiaiaukgaße Jßl> i}Joih&tU4& Anzetgenpret«: Die elnspalttgeVonpareillezeile 80 Pf., Reklameteile S M. Crmäßigunocn nach Tarif. Postscheckkonto: VvrwärtS-Verlag G.m.b.H�. Berlin Nr. 3? S36.— Der Verlag behält sich da« Recht der Ablehnung nicht genehmer Aiijeigen vorl m London verliert Gold Besorgnisse in der Ciiy wegen der französischen Kreditkündigungen 'Der Jtufmarfch der Nationen »er SSegfnn der Arbeller- Olympiade in IVien Paris. 25. Juli. Auf dem Flughafen von Le Vourgel trafen am Freilag wiederum 10 100 Kilogramm Gold aus England ein. Es ist dies die gröhte Goldsendung, die jemals auf dem Luftwege nach Frankreich befördert worden ist. London, 25. Zuli. Die hohen Goldabflüste aus England nach Frankreich stehen zur Zelt im Mittelpunkt des Interesses in London.„Daily Tele- g r a p h" bringt diese Vorgänge in Zusammenhang mit Mitteilungen 5)endersons an die Franzofen über die finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeit Englands, wobei er unverbindlich von der Möglichkeit eines fünfjährigen Moratoriums gesprochen haben soll. Infolgedessen sei eine starke Beunruhigung der französischen Bankkreise eingetreten. Diese Mitteilungen aber hätten auch die Franzosen veranlasit, nach London zu kommen, henderson soll auch schon bereit gewesen sein, alle französischen politischen Forderungen anzunehmen. Er habe auch den Franzosen zugesichert, dah in London weder über die Abrüstung noch über Kriegsschulden und Reparationen gesprochen werden sollte. Anter dem Eindruck der aufsehenerregenden Mitteilungen henderson» hätten dir Franzosen bis kurz vor Schluß der Konserenz geglaubt, daß England gar nicht in der Lage sei, sich an einer Anleihe oder Kreditoktion für Deutschland zu beteiligen. Der Gouverneur der Bank von England, so meldet der„Daily Telegraph', habe schon in der vorigen Woche die englische Regierung von der Notwendigkeit unterrichtet, energische Schritte zu ergreisen. soll» die Goldabzüge andauern sollten. Die höhe der in französischem Besih befindlichen Wechsel hätte sich vor der deutschen Krise aus rund 75 Millionen Pfund(1,5 Milliarden Mark) belousen. hinzu kämen rund weitere 75 Millionen Pfund sonstiger französische Gut- haben, von dieser Gesamtsumme von 150 Millionen Pfund(Z Milliarden Mark) seien bisher rund 40 Millionen Pfund(800 Millionen Mark) abgezogen worden. Der„Daily herald' weist daraus hin, daß durch die Zurückziehung der französischen Guthaben aus London die französischen Banken nunmehr ernstlich den Erfolg der Londoner Konserenzvor- schlüge in Frage stellten. Sollten diese Abzüge andauern, so könnten die Londoner Banken ihre Kredite in Deutschland nur aufrechterhalten, wenn sie das Risiko aus sich nähmen, einen höheren hundertsah ihrer Gesamlfonds festzulegen, als es ihnen eigentlich möglich wäre. Frankreich brauche das Geld nicht, warum es in diesem Augenblick entgegen der Uebereinkunst der Zentralbanken soviel Geld zurückzöge, sei ein Geheimnis, dos man eigentlich nur mit einer übergroßen Nervosität in Frankreich erklären könnte. Der neue Reichsbankausweis. Verbesserte Deckung. Nach dem Ausweis der Reichsbant vom 23. Juli 1931 hat sich in der dritten I u l i w o ch e die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 243,5 Millionen auf 3435,2 Millionen Mark erhöht. Im ein- zelnen haben die Bestände an Handelswechseln und-Schecks um 133,9 Millionen auf 2833,7 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 123,3 auf 202,9 Millionen Mark zugenommen und die Lombardbestände um 89,3 Millionen auf 313,4 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankfcheinen sind 28,1 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 32,8 Millionen Mark auf 4194,3 Millionen Mark erhöht, derjenige an R e» t e n b a n k- scheinen um 4,7 Millionen Mark auf 409,8 Millionen Mark oer- mindert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Renten- bankscheine in höhe von 0,1 Millionen Mark getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbant an Rentenbantscheincn auf 17,9 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 585 Millionen Mark ein« Zunahme um 277,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 21,9 Millionen auf 1512,3 Millionen Mark erhöht. Im cinzelnen haben die Goldbestände um 13,3 Millionen auf 1352,8 Millionen Mark abgenommen und die Bestände an deckungsföhigen Devisen um 35,2 Millionen auf 159,5 Millionen Mark zugenomnien. Die Deckung der Noten durch Gold und'deckungs- fähige Devisen beträgt 38,1 Proz. gegen 35,8 P r o z. in der Bor wo che. Llnsere englischen Gäste. Montag Ankunft in Berlin. Wie jetzt feststeht, trifft der englische Austen- minister. Gen. Arthur Henderson, Montag früh 8.37 Uhr auf dem Bahnhof Fricdrichstraste ein. Der Ministerpräsident, Gen. Ramsay Macdonald, kommt mit dem Flugzeug und wird am Montag- abend, 18 Uhr, im Flughafen Tcmpelhof landen. Die Rückkehr Brünings. Sitzung des Vollkabinetts. Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsaußenminister Dr. Curtius und die deutsche Delegation trafen heute von London kommend um 8.17 Uhr aus Bahnhof Charlottenburg ein, wo sie vom Staats- sekretär in der Reichskanzlei Dr. P ü n d e r empfangen wurden. Einige Stunden nach dem Eintreffen der Londoner Delegation ist das Kabinett zu einer B o l l f i tz u n g zusammengetreten. Wetterumschwung in Gichi. Voraussichtlich aber erst für Sonntag nachmittag. Gerade in den letzten Stunden hat sich»itgcgen der gestrigen Prognose eine so umwälzende Druck Verteilung voll- zogen, daß dem morgigen Sonntag allen Ernstes mit nicht allzu großen Hosfmingen auf einen schönen Tag entgegengesehen werden kann. Eine gestern über Irland lagernde Depression, die keine Gefahr für die Wetterbildung auf dem Kontinent zu bilden schien, hat zu einer starken Teildepression über Süd- e n g l a n d geführt. Das ziemlich kräftige Tief scheint sehr rasch östlich oder ostnordöstlich vorzudringen. Es ist zu erwarten, so er- klären die Meteorologen des Amtlichen Berliner Wetterdienstes, daß durch das heranziehende Tief auch unser Gebiet in Mitleidenschaft gezogen wird. Ob sich die zu erwartende, aber nur von vorübergehender Dauer vollziehende Wetterverschlech- terung in starken Regenfällen oder Gewittern äußern wird, ist noch ungewiß. Für den Sonntagmorgen wird noch mit klarem chimmel gerechnet, später dürste jedoch ständig zunehmende Bewölkung die Situation wesentlich ändern. Auf alle Fälle scheint es ratsam, sich gegen etwaige„Uebcrraschungcn von oben' zu wappnen.. -i- Bukarest, 25. Zuli. Die Moldau ist von einer Sällewelle heimgesucht worden, wobei die Temperatur in der Ebene von 40 auf 4 Grad und im Gebirge unter Null stürzte. Stellenweise schneit es. Brandkatastrophe imAltersheim 30 Insassen einem Klosterbrand zum Opfer gefallen. Pittsburg(Pennsylvanien), 25. Juli. Das Altersheim des Minoritcnklosters ist durch einen furchtbaren Brand vollständig zer- stört worden. 2 2 Personen fielen den Flammen zum Opfer, 200 wurden verletzt. Die Ordensmitgliedrr haben Uebermenschliches geleistet, um im Verein mit der Polizei und der Feuerwehr ihre Pfleglinge aus dem bereits lichterloh brennenden Gebäude zu retten. Das Altersheim war mit SSV Personen belegt. Die hohe Zahl der Verletzten erklärt sich daraus, daß viele bereits die Fluchtwege abgeschnitten fanden und aus dem Fenster springen mußten. Durch die riesig« Rauchentwicklung wurden die Rettungsarbeiten un- gemein erschwert. Bei Abgang dieser Meldung war es noch immer nicht gelungen, den Brand niederzukämpfen. Pittsburg tpennsyloanieo), 25. Juli. Nach den letzten Meldungen über die Brandkatastrophe im katholischen Altersheim sind 30 Personen ums Leben gekommen. 20 Personen werden vermißt. Der Brand brach aus, während die Insassen des Heims schliefen. Die Oberin des Altersheims mußte, als sie zurückkehrte, um bei dem Rettungswcrk in dem brennenden Gebäude zu helfen, mit Gewalt zurückgehalten werden. Zeppelin wieder in Fahrt. Direkter Kurs auf Leningrad. Das Luftschiff„Gros Zeppelin' ist heute morgen kurz vor 5 Ahr von dem Flughasen Verlin- Staaken zu seiner weiterfahrt nach Lenin gr ad gestartet. Die Leitung des Schisses hofft, in den späten Nachmittag- bzw. ersten Abendstunden das russisch« Ziel zu erreichen, von Leningrad aus soll die weiterfahrt nach Franz-Zosephstand am Sonntagmorgen ebenfalls schon in oller Frühe vor sich gehen. Das Schiff wird aller Voraussicht nach bereits am Montag mit dem Eisbrecher„Tltalygin" zusammentreffen.» In der Nacht waren die Landungsmannschasten fieberhaft tätig. um das Lustschifs bis in die letzten Kleinigkeiten für die Arktisfahrt fertigzumachen. Nicht weniger als 13 800 Kubikmeter Gas wurden in das Luftschiff hineingepumpt. Außerdem wurden weit über acht Tonnen Benzin unö Oek geladen. Auch der letzte Proviant wurde schon in Berlin eingenommen. Gegen 4 Uhr morgens er» schien Dr. Cckener, der in einem kleinen Gasthos in Staaken iiber- nachtet hatte, traf die letzten Borbereitimgen und wirkte besonders beim Auswiegen des Luftschiffes mit. Dr. Eckener äußerte sich über die Bcrlin-Staakener Einrichtungen des Flugplatzes sehr günstig. Katholiken und Volksentscheid. Ganz Geheimes aus dem deutschnationalen Parteibüro. Folgendes Schreiben spricht sstr sich selbst: Deutschnationale Volkspartei, geschSftssühcendes Vorstandsmitglied. Berlin NW. 7. den 24. Juli 1331. Frledrich-Ebert-Straße 29. An die Landesverbände! sDem Vorsitzenden der Landes- Kotholiken-Ausschüsse unmittelbar ubersandt.) Der Vorsitzende des Reichskatholikenausschusfes, cherr Dr. jur. Doms-Ratibor, hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt, einen Aufruf an die katholischen Deutschen in Preußen zu dem Volksentscheid herzustellen, der uns aber erst in den nächsten Tagen zugeht. Wir möchten aber unter keinen Umständen die Unterschristensammlung noch länger verzögern. Herr Dr. Doms ist ja allen Mitgliedern des dortigen Katholiken« ausschusses hinreichend bekannt, so daß st« wohl auch, ohne den Auf- ruf gelesen zu haben, sich zu ihm bekennen werden. Ich bitte daher sofort die Unterschriften zu sammeln und hierher zu reichen.— Wir haben diesmal davon Abstand genommen, Einzelpersönlich- leiten von hier aus aufzusordern, damit die Aufnahme von Per- jönlichkeiten, die uns nichts nützen, sondern eher schaden, �er- mieden wird, und andererseits die Landeskatholikenausschüsf« in der Lage sind, noch Persönlichkeiten, deren Name uns nützt und die das letzte Mal nicht erfaßt worden sind, neu hinzuzufügen. Sowie der Aufruf hier eintrifft, wird er selbstverständlich sofort in mehreren Exemplaren nach dort(!) versandt. Herr Dr. Doms schreibt, es sei unbedingt er- forderlich, daßderganzeAufrufbiszuseinemEr- scheinen in den Zeitungen streng vertraulich be- bandeltwird. Dasletztemalkonntedie.Schlesische Volkszeitung" schon vor dem Erscheinen des Auf- rufs eine diese kommende Aktion disqualisr- zierende Bemerkung bringen. Ich bitte daher die Landesverbände und die Landeskatholiken- Ausschüsse, nicht eher diesen Aufruf zu veröffentlichen als bis er durch uns der Presse übergeben ist. Mit deutschem Gruß In Vertretung: Dr. M. Weiß. Selbstmord eines Bankdirektors Im Garten seiner Grunewaldvitla erhängt. Der SZjährige Direkior Wilhelm Tang der Deutsch-Süd. amerikanischen Lank verüble heule früh im Garten seiner Villa in der Grunewaldallee Selbstmord durch Erhängen. Ganz gegen seine sonstige Gewohnheit stand Tang schon um �7 Uhr früh auf und erklärte seiner Frau, daß er sich schlecht fühle und im Garten spazieren gehen wolle. Als Tang IX Stunden später ihn Frühstückstisch nicht erschien und die Kinder im Garten suchten, fanden sie den Vater an einem Baum erhängt auf. Da die Ehe des Bantdirektors durchaus glücklich war, bleibt nur der Schluß, daß geschäftliche Sorgen Ihn zu diesem Schritt veranlaßt haben. Drei schwere Flugzeugunfälle. Absturz über Bulgarien,- Acht Passagiere verbrannt. s o f i a.?Z. Zull. Ein Flugzeug des Eidna-Flugdienftes. der den Flugverkehr zwischen Sonslantinopel und Bukarest durchsührl. sing heute srüh beim Ilebersliegen von bulgarischem Gebiet Feuer und stürzte in der Gegend von Sarnobat ab. Die p a s s a g i e r e kannten nur a l s verkohlte Leichen geborgen werden. Znsgesamt sind acht Personen ums Leben gekommen. Die Personalien der Zufassen konnten bis jetzt nicht festgestellt werde,». Zusammenstoß zweier Militärflugzeuge. Paris, ZS. Juli.(Eigenbericht.) Ein Flugzeugunfall ereignete sich am Freitag in der Nähe von Ehateauroux. fiier stießen zwei Militärflugzeuge, die Schießübungen nach einem auf dem Exerzierplatz ausgestellten Ziele ausführten, in der Luft zusammen. Ein Flugzeug stürzte ab. Beim Aufschlag auf den Boden wurde der Pilot getötet. Das zweite Flugzeug konnte im Gleitflug niedergehen, fetztr aber sehr hart auf einem Acker auf. Der Führer des Apparates wurde am Unter« leib und Oberschenkel die Steuerstange hatte den Ober- schenke! durchbohrt— so schwer versetzt, haß ex kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Gportflugzeug stürzt in die Ostsee. Königsberg. 2ö. Juli. Am Freitagabend stürzte über dem Ostseebad Kranz ei» Klemm-Sportflugzeug der Königsberger Zlkademischen Flugwissenschastlichen Vereinigung in unmittelbarer Nähe des Kranzer Steges in die Ostsee. Die Maschine ging vollkommen zu Bruch. Die beiden Insassen, zwei Königsbcrger Studenten, wurden verletzt. Einer von ihnen mußte in die chirurgische Klinik ein- geliefert werden, der andere ist mit leichten Kopfverletzungen davon- gekommen. Die Finanzierung der Ernie. Eingreifen der Reichsbank. Amtlich wird mitgeteilt:„Die unter Leitung des Reich-- ernährungsmini st ers mit der Rcichsbank, den zentralen landwirtschaftlichen Kreditinstituten und de» Vertretern der Land- Wirtschaft geführten Verhandlungen haben so'.genaes Ergebnis ge- habt: Die Reichebank hat sich bereit erklärt, den zur Finanzierung der Erntebewegung nötigen Rediskontkradit für di« Mühlen und die Getreidehändlor zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird sie über die Rentenbankkrcditonstalt zusätzlich« Reoiskontierungsmöglichkeiten, insbesondere auch für die Warengenossenschasten, gewähren, um so die F'nanzierung der Gc- treidebewegung sicherzustellen. Dieses Eingreifen der Reichsbonk eröffnet den Weg für eine gj, ordnete Abwicklung des Getreide, und Mohloerkchrs." Invalidenrenten voll bezahlt. Da» Reichspostministerium weist darauf hin, daß an den Post- schaliern Militärversorgungsgebührnisse sowie die Unfall- und Invalidenrenten an den üblichen Zahltagen in voller Höhe zur Auszahlung gelangen. Hier der dokumentarische Beweis für ben grohen Verrat öer'5WD.k 13. Jahrgang/ Nr. 242/*0 Pfennig Berlin. Donnerstag. IS. Oktober lSSS Die Rote Fahne Aentrolorga» de»«««amntftUche» Partei Dentschlaad« iSekttou der«ommmriftische« Znternstiosal«) i en.«uini x«.-. ei �_ u* fktUftio».» m UDt bis IbW U|l arichemt täglich»uze, IU»SU|$a$ gteiu»«g, z» dt» ,v Uhr.__ «eteftto»»■> VeTUi: Bert», SM. SUWi Sfereli«« dilti,«elchällszrn be» p«, VrillU»»»rechltn.b.:>l»»»ug ■ep«eiU»i* vT# B«S« 70«. Uoott.u» S.—. CUrT eiMchllebltch ieT)% i«»tri"■» Cv.n»U«lorstt 8l tuaun®.—••(•■tiellter. »tn>t|U| tnkL®tfl»2iea JJO Merk: etutkdaa» t» Illler» Itett ne» fittmfi». tonn, aujmbvrs.«o**««.»»«r!« Ob Goat&lü 4J0 Stat aa.kM. an rcmri au,«».. 8«ai«. 0««f!.n.:».niKBM»»«-»»w»? 8«li. rwJtUHV.Ü-.SIIlo«»»'. lhnHI«li tot* �----«5:7«j» 8(| IBBbCt»O» Karl Liebknecht ns* Rosa Luxemburg _ 8m»» Uch_ I UaeeiettwMtj:&U iZsetvelttot Scay«vtI»|tUt 7»«.«tb«»«««* • i c«■ I(« 1 1• vn» Q e■ 1 1 1 1 n e n i Hl■: 8"ü«b V «Itlsc»»»»,,»» Ba,»5 er. OeeicfArUtteod 3»k. W«#«» ftotf 60®f BsidUoirtl: L-r, t V. ea*i»weMr,|ns:«aanbtrltr. U hl:(g 1)«tr-K-e f» ttl Set Betrug mit dem yazioollsbegehreu Der Verliaer Aeusterfcheibeuklamauk vor dem Landlag Vrolekarifche Abjuhr für emen feigeu Roziprovokaleur I» der ZNittwvch-SIHvvz de» Landtage, stand der Kam- «»»iltlsche»»trag o-I v-ilöluag de» Landtage, zue »»raloHg. veeduadea damit mar di, Bceatung der kam» »»»ifttsch«» Antrig« aal N i ch t d u- ch I u 1, e u n g der Diklet»rftr»»r»«rard»»»g in Preudc,. Ein» pell a» g der Yaang-Zakilnng«-. Aushebung de. Er- lasse, Uber gcMiedt«Ichtbeslöliz»»» und Maßregelung»,» laanuuaiftilche»«»»muaalbeamten. Die Debatte wiirde mit einer Siede de, Miniiterpräsidenlen Braun eingeleitet. Er lehnt« die Aushebung de» Verbots kommunistischer Besinnung siir Beamte ab. Die Aushebung der preußischen Durchsührungsdeitimmungen zu den Brüning- Rotverardnunga« lönn« er nicht mitmachen. Geuosse Schwenk rechnet« mit Braun In einer scharscn sachlichen Rede gründlich ab. Er schildert« die klawlelu»,«» de« Y-ung.P«»t»s. deren «isrlgster görderer Braun und sein« Parle, sind Zu diesen P-ung-Bogte» gehört seldstverständlich auch di« geick-ölegieeuag i» Ihitriageu. Der Poang-Pla» mir» nicht durch»»nahm« eine» vnirig» l» Parlament deleittgt werde». S«i»««eseitigung ist di« «afgad* du eevalattauäre» B,Ir«iung»ia»»I«, de» Pule- iocials unter Führung der kammuniftilche» Partei, dessen»leg zugleich die Zerreißung de, Piung-PIane» UN» die nationale Bclreiung bedeutet. Der Som->s der Berliner Metall- a rdeitc e ist ein hoiinungeaaller Austatt za dielen Kample». In dem Augenblick, in dem Eozioldsmolraten und Reich,- bannet für Ausrechleiizaltung der„Demolralie" und Herl Brau» mit Brüning und Hiudenburg den Verrat der Arbeiter- tlalie an da, salchistiiche Regime vordereilet und beipiicht, wollen die Nazis ein„Volksbegehren" zurAuflösnttgdcsLandtags durchführen. Wer steht hinter diesem Volksbegehren? Hugenberg und das übrige Großkapital, die ebenfalls das faschistische Regime aufrichten wollen. Dieses Volksbegehren der Nazis hat nur das Ziel, die Vlut- Herrschast der faschistischen Diktatur aufzurichten.(Sehr gut! bei den Kom- munisten.) Wir lehnen es deshalb ab, diesen Volksbetrug miizumacheu. Sm»«flfirt die WS. sich bereit, den LoMbetm« mitzumachku! Der Haß gegen die Arbeiter Den Gewerkschastsseinden ins Giammbuch Der tziiß gegen den organisierten Arbeiter hat bei gewissen Leuten allmählich pathologische Formen angenommen. Für alle- Elend in Deutschland werden die Gewerkschaften verantwort- lich gemacht- Gegen diese Hetze macht der Vorsitzende der Gesellschaft für Eoziolreform, Geheimrat von Nostiz, Front. In der neuen Nummer der„Sozialen Praxi»" stellt er in einem Artikel„Besinnung und Gerechtigkeit" die drei Hauptparolen der Hetze gegen die Gewerkschaften heraus. Die erste lautet:„Ursache und Schuld unserer ungeheuren Not ist, daß wir seit dem Krieg marxistisch regiert werde»." Die zweite lautet:„Die Löhne dürfen nicht„politisch" bestimmt werden" und die dritte: „Die Erreger der Wirtschaftsnot oder doch diejenigen, welche das Herauskommen aus ihr hindern, sind die Gewerkschaften." Zu diesen Lügen bemerkt Nostiz: Das Wesen der marxistischen Wirtschaftsordnung bestehe in einer durchgreifenden V e r g e s e l l- sch a f t u n g der Produktionsmittel, und eine solche habe nirgends stattgefunden. Der einzige Ansatz in dieser Richtung zur Vergesellschaftung der Bergwerke sei>m Land verlausen. Die erste, größte und dauernde Ursache der Wirtschaftsnot sei der v e r- loren-e Weltkrieg mit ollen seinen Folgen: aber diese einfache Wahrheit werde unbcgreiflichcrweisck noch immer nicht allseitig erkannt. Eine„politische" Bestimmung des Lohnes zu beseitigen, sei schon deshalb unmöglich, weil dle Arbeit doch keine bloße W a r e fei. Die Bolksgesamtheit könne sich niemals an dem Lohn, von dem der Arbeiter lebt, desinterefsteren. Im übrigen: gehe nicht durch die gesamte Wirtschaft das Strebe», die Staatsmacht in den Dienst wirtschaftlicher Ziele zu stellen? Jeder Beruf und Stand fordere als etwa» ganz Selbstverständliches, daß der Staat unter Umständen eingreift. Mit Recht: denn die Volks- gcfamthcit fei die Zusammenfassung höherer Ordnung. Nichts anderes sei der Arbeiterschaft billig, da der Lohn hie Lebensgrund- löge für die Mehrzahl der Staatsbürger sei. Und die G e w e r k s ch a s t e n? Sie sind, betont Nostiz. Be- rufsvereine zur Vertretung der Bcrussinteressen der Arbeiterschaft. Heute, wo alles organisiert ist, sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn man auf die angeblich weit überspannten An- s p r ü ch e der Gewerkschaften perweise, dann müsse man demgcgen- über die Frage auswerfen, ob denn nie und nirgend» bei den Berus»- und Interessenvertretungen anderer Voltstelle jemals eine Ueber- spannung irgendeiner Forderung vorgekommen sei. Gleiches Maß müsse darum auch hierin für die Gewerkschaften gefordert werden. Bergessen dürfe man auch nicht die großen Per- bienfte der Gewerkschaften im Weltkrieg, im Ruhrkampf und jetzt während der Krise. Es sei gefährlich, wenn unter dem Ein- fluß von parteimäßig propagierten Schlagwort«» eine Massensuggestion auf weite bürgerliche Kreise ausgeübt werde, die diese ver- hindere, der Arbeiterschaft Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. „Gerode weil unsere Bedrängnis so groß ist," betont Nostiz, „kann die ungeheure Lost unserer Not nur vom ganzen Volk und nicht von einem Teil, geschweige denn von demjenigen getrogen werden, der vo» alters her unter den bescheidensten Verhältnissen gelebt hat. Das ist ein« unbestrittene Selbstverständlichkeit, die nur deshalb Hervorhebung verdient, weil der Stand der Lebenshaltung der Arbeiterschaft oft als viel günstiger angesehen wird, als er zumal nach den jüngsten einschneidenden Senkungen der Löhne und Sozial- lasten ist, welch' letztere nicht selten in phantastischer Unkenntnis über- schätzt werden." Wird diese Mahnung und Warnung aus berufenem Mund be- herzigt werden? Wir haben wenig Hofsnung. Haß macht blind. Exekutivtagung in Wien. Tagesordnung des Kongresses abgeändert. Wien, 2Z. Juli.(Elgenbericht.) Dos Exekutivkomitee der Arbeiter-Jnternationale, da» am Donnerstag und Freitag zur Vorbereitung des heute nachmittag um drei Uhr beginnenden internationalen Sozialiftenkongresses tagte, beschloß u. a., als zweite» Punkt die„Lage der Arbeiterbewegung in Deutschland und Zentraleuropa sowie den Kamps der Arbeiterklasse um die Demokratie" auf die Tagesordnung des Kongresses zu fetzen. Sie beschloß serner, das von Mitgliedern der Exekutiv« mit Vertretern der Gewerkichastsinlernatmnale ge- n, einsam ausgearbeitete Aktionsprogramm für die Abrüstungskonferenz des Völkerbundes zu bestötizen und den Delegationen zur Durchführung zu empfehlen. Eine Schrift von Leon Blum. In deutscher Llebersehimg erschienen. Die Gestalt des französischen Sozialistensührer» Leon Blum trist auch für die politisch interessierten Deutschen m immer Name Erscheinung. Der Chefredakteur der„Populaire" und Vertreter der sozialistischen Fraktion in den großen Kammerdebatten hat sich gerade in Deutschland allgemeine Hochschätzung und Sympathie erworben durch den Mut, mit dem er für da» deutsche Volt. Gerechtigkeit und Freundschaft fordert. Nun erscheint— von Rudolf H i l f e r d i n g eingeleitet--- eine Schrift des französischen Parteiführers in deutscher Sprache.„Ohne Zl b r ü st u n g kein Friede" im Verlag von I. H. W. Dietz. Sie bietet dem deutschen Publikum, besondere dem sozialistisch denkenden, ein« begrüßenswerte Gelegenlzeit, sich mit dem geistigen Wesen des Verfassers näher bekannt zu machen. Der niedrige Preis von 1,Z9 M. ermöglicht die weiteste Verbreitung, die im Interesse der Sache dringend zu wünschen ist. Nemokraien für Schuldenrevision. Hoover-Aktion unterstützt und weitergetrieben. New Port, 25. Juli. Die Blätter bringen an auffallender Stelle die Rundfunkreden zweier demokratischer Führer, des Gouverneurs Ritchie von Maryland und des Senators Hull au? Tennesiee, der früher Bor- sitzender des Demokratischen Nationalkomitees war. Beide hohen die grundsätzliche Wandlung der amerikanischen Außen- politik durch den Vorschlag Hoovers hervor und perlangen deren weitere Entwicklung in der kürzlich eingeschlagenen Richtung. Die amerikanische Nation, so sagte Ritchie, Hab« fast einmütig dem Ferienprojett zugestimmt, nachdem Hoover die verhängnisvollen Folgen erkannt hatte, die ein Zusammenbruch Deutschlands zunächst für Europa und dann auch für Amerika haben würde. Er, Ritchie, fei davon überzeugt, das amerikanische Volt sei willens, die Ver- antwortung für diese neue Politik zu übernehmen, die folge- richtig zu einer Verlängerung des Schulde nauHchudei oder zu einer Revision führen müsse. Raubmord in Spandau aufgeklärt Die beiden Täter schon verhafiei Hundstagskomödie der KPD. Sie wagen keine Diskussion mehr. In der Neuen Welt gab es gestern«ine kommunistisch« Funk- tlonärkonserenz. in der als einziger Teddy Thälmann das Wort führte Die Aussprache wurde abgewürgt, richtiger von vornherein erstickt, indem auf Antrag Ulbrichts beschlossen wurde, eine Dis- kussion nicht stattfinden zu lassen. Parteioffiziös wird versichert, dah unter den Funktionären für den Beschluß der Führung, mit Düsterberg und Auwi in den Volksentscheid zu gehen, unbeschreib- liche Begeisterung geherrscht Hobe. Die„Rote Fahne" nennt den Beschluß eine„revolutionäre Tat" und ruft:„Es geht zu neuem Kampf, es geht zum Sieg!" Die Erfolgsaussichien. Die monarchistische„Deutsche Zeitung", Organ des All- deutschen Berbandes, ist mit dem Verlauf der kommunfftifchen Funk- tionärversammlung sehr zufrieden und hält nunmehr den Sieg Hitler, chugenbergs am 9. August für gesichert. Sie macht folgende Rechnung auf: Will man versuchcn, die Erfolgsausstchten zahlenmäßig abzuschätzen, so ist man zunächst auf das Ergebnis der Reichstags- ivohl vom 14. September 1930 angewiesen. Damals konnten im Gebiete Preußens auf sich vereinigen: Nationalsozialisten..... 3 967 379 Stimmen Kommunisten...... 3141547 Deutschnationale..... 1 968 658 Deutsch« Volkspartei.... 1 004 118„ Wirtschaftspartei..... 803 141„ Landvolk........ 579 182 Christlich-Soziale..... 509 328„ Bolkskonfervatio«..... 305 548„ Deutsch-Hannoveraner.... 141 749„ Insgesamt haben also die hinter dem Volksentscheid stehenden Parteien bei der letzten Reichstagswohl in Preußen rund 12421000 Stimmen erhalten. Die' Zahl der Stimmberechtigten b«trug seinerzeit— und heute wird«ine wesentlich« Aenderunq nicht zu verzeichnen sein— 26 368 215. Für einen Erfolg des Volksentscheids wären nach der preußische» Verfassung hiervon eine Stimme mehr alz die Hälfte, also etwa 13 184 000 Ja- Siimmen erforderlich, das sind rund 763 000 Stimmen mehr, als die den Volksentscheid unterstützenden Partei«» bei der Reichs- tagswahl vom 14. September 1930 aufgebracht haben. Die„Deutsche Zeitung" ist in ihrem Vertrauen zu den Kom- munisten so sicher, daß sie an der Ausbringung der fehlenden 763 000 Stimmen nicht zweifelt. Sie ist etxnso siegeszuversichtlich wie die„Rote Fahne" und schreibt: Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände erscheint die Ausbringung der restlichen 763 000 Stimmen und damit der Er- folg des Volksentscheids gesichert, wenn jeder, der sich für die nationale Sache veranlwortlich fühlt, bis zum 9. August— durch Aufrüttelung der Lauen und Unentschlossenen sowi«' insbesondere durch Aufklärung der bisherigen NichtWähler— seine Pflicht kul und am Tage des Volksentscheids selbst zur Stelle ist. Also, tomwunisttschc Arbeiter, seid zur Stell«. Es gibi aber auch Mißvergnügte. Die linkskommunistische„Fahne des Kommunismus" schreibt: „Die Kommunistische Partei kann angesichts des Zusammen- bsvchs des deutschen Kapitalismus kein« Massenaktion zustand» bringen. Sie wird e», nachdem sie die augenblickliche günstige Sil votion verpaßt hat, auf dem Boden de» parlamentarischen Volks- entscheid? noch viel weniger leisten. Sie wird sich dabei um den letzten Rest des Vertrauens der Arbeiter bringen, di« am Rande der Partei stehen oder im Begriff waren, sich der Partei zu nähern. Was bewegt die Zerstörer im ZK. der KPD. zu diesem Schritt? Die Unfähigkeit, eine Massenaktion zu organisier«!,, die Unsähigteit. revolutionär« Politik zu treiben. die Unfähigkeit, eine revolutionäre Situation zu erkennen, die Un- fähiakeit, marxistisch-leninistlsche Grundsätze praktisch zu verwenden, also di: Talsach«, daß sie kein« Kommunisten sind. Zur Verhüllung dieser Tatsache brauchen die.historischen Führer" Ablenkungsmanöver. Und da pcrfallen si«, wie das bei Zentristen, die noch dazu unfähig sind, nicht anders fein kann, tn fchobiosten varlon enkorifch«« Kretinismus. Nach di«s»r Probe„revolutionärer Politik", die man bolsche- mistisch zu nennen wagt, muh festgestellt werden: die Kommnnlstisch« Partei hat ausgehört,«ine solch« zu sein. Es muh di« Konimu, nisiifche Partei, die di« proletarisch« Revolution braucht, geschaffen werden." Wettvevolution Hai Ferien. Die„Fahne des Kommunismus" schreibt: Am Di«nstag, dem 14. Juli(Tag nach dem Bankkrach. Reo. d.„B-").>m Karl-Liebknechl-Haus. Am Telephon nci chemo»der die englische Kommunistische Partei, die sranzöstschc Kommunistische Partei, bürgerliche Zeitungen und Prcsjetorespondenten. Alle er- kundigen sich: Was macht h j e KPD.? Wie beurteilt sie dis Lage? Man merk«: es war am Tage nach dem Ossenbarwerden einer bevorstahenden Katsstroph« d«s deutschen Kapitalismus. Eine Antwort könnt« den Zlnfragendsn nicht gegeben werden, weil keiner von den verantwortlichen„botschewi, tischen Führern" anwesend war. Thälmann und Heckert und andere waren in Urlaub,«in T4? in Moskau, der Rest druckte sich ossenbor, denn in dieser Situation mußten verantwortliche und selbständige Entschlüsse ge- faßt werden, und dabei kann sich selbst ein hundertprozentiger Bolschewik und Stalin-Anbeter des Genick brechen. Daß eine Revolution wegen schlechten Wetter» im Saale statt- findet, ist ein alter Witz. Aber daß«in« Revolution wegen gute» Wetters überhaupt nicht stattfindet, weil nämlich oll« Führer auf Urlaub sind, das ist doch noch nicht dagewes«»! Teilstreik der Buchdrucker in Breslau. vreslau. 25. Juli.(Eigenbericht.) B»i der Buchdruckerei B r e h m e r v. M i n i) l h, Breslau, Tauentzienftraße 29(Inhaber Sleinke) hat das gesamte Personal den Betrieb verlassen, well es sich weigert«, vom Unternehmer ein- (eilig diktatorisch angeordnete Maßnahmen in Kurzarbeit und Arbeitszeit. die dem Tarifvertrag zuwiderlaufen, über sich ergehe» zu lassen. Di« wiederholten Bemühungen der Organisationsleitungen sowie des Tarisschi-dsgsricht, scheiterten an der Hartnäckigkeit des Unternehmer,. Di« Buchdrucker wer"«» gebeten. Solidarität zu üben. Auskunft erteilt der zuständig« Gauvorstand der Buchdrucker, Lr«»lau, Margarethenstraß« 17. Das schwere Perbrechen an der 29 Jahre alten Geselzästsfrau Irma Silberzweig, die, wie berichtet, am Freitagabend in ihrem Laden in der Breiteft r. 49 in Spandau erschlagen aufgefunden wurde, konnte von der Mordkommission Lissigkeit-Lehmann noch im Laufe der Nacht aufgeklärt werden, Tie Frau war im Laufe des Nachmittags von zunächst unbekannten Tätern, die sich für Kunden ausgaben, niedergeschlagen worden. Ein Angestellter des Hauptgeschäftes, der War« überbringen wollte, fand die Ermordete auf. Die Ermittlungsarbeit der Mordkommission wurde von den Beamten des Spandauer Polizeiamtes mit allen Kräften unterstützt. Die gemeinsamen Anstrengungen hatten denn auch den gewünschten Erfolg. Gestern wurde eine Zeugin ermittelt, die nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr einen jungen Mann beobachtet hatte, der die Straßentür des Silberzweigschen Ladens von außen abschloß. Kriminalbczirkssekretär Reschk«, der dem Polizeiamt Spandau seit Jqhren angehört und di« Spandauer Verdächtigen ziemlich genau kennt, konnte der Mordkommission mitteilen, daß nach der B«- schreibung wahrscheinlich der 24 Jahre alte Arbeitsbursche Willy Modert gemeint s«i. Dieser Verdacht sollt« sich auch bestätigen. Möbert, der keine feste Wohnung hat, hielt sich zuletzt bei seiner Braut in der Straße Am Damm 9 auf. Teoh seiner Jugend ist er als gewalttätig bekannt und gefürchtet. Verschiedentlich hat er schon Raubüberfälle und Einbrüche verübt und deswegen vor Gericht gestanden. Durch Nachfragen erfuhr man den Aufenthaltsort seiner neuen Braut. In deren Wohnung wurde sofort eine Durchsuchung vorgenommen. Die Leute im Hause wußten, daß Möbert und das Mädchen am Abend noch ausgegangen und nicht wiedergekommen waren. Sie hatten größeres Gepäck bei sich gehabt, als ob sie«ine Reise antreten wollten. Im Ofen in der Stube lagen noch unverbrannte Reste von Kleidungsstücken und Packpapier. Auch der Freund des Ver- dächtigen wurde ausfindig gemacht. Es ist ein 22 Jahr« alter Arbeitshurfche Paul Licht aus der Neusndorssr Straße 76, der ebenfalls wegen kleinerer Vergehen bereit» vorbestraft ist. Licht wurde ermittelt und festgenommen. Nach kurzem Leugnen legte er ein umfassendes Geständnis ab. Möbert hatte di« Gelegenheit ausgekundschaftet. Als»in- gesessener Spandauer, der täglich durch di« Straßen kam. wußte«r genau, dah seit zwei Tagen der männliche Angestellte des Geschäftes abwesend war und von der Frau vertreten wurde. Mit ihr glaubte er leichtes Spiel zu haben. Er brauchte Geld, um mit seiner Braut eine Vergnügungsreise an die Kee zu machen. Die Bekanntschast mit dem Mädchen war noch ziemlich neu und der Bursche wallte durch große Ausgaben imponieren. Licht schloß sich dem Plan an, in der Erwartung, einen Anteil abzubekommen. Arn Donnerstag schon beobachtete» beide den Laden, kamen aber noch nicht zum Ziel. Am grcitagnachipitlag ging Licht zuerst hinein und spielte den Käufer. Dann folgt« Möbert. Licht veronlaßte die Fsau. sich nach einem Gegenstand zu bücke», der in einem unteren Fach lag und Möbert schlug setz! mit dem Griff»in« Pistole, die er bei sich hott«, der Frau aus den Hinterkopf. Beide würgten Llmwalzung in der Krastübertragung. Die Ueberirggung der elektrischen Kraft crsylgt durch ein Netz von Freileitungen, die sich über das ganze Land erstrecken.„Hych- spannung, Lebensgefahr!" kann man an den Leitungsmasten lesen In der Tat handelt es sich hier um hochgespannten Wechselstrom. Die Fernübertragniig elektrischer Energie ist nämlich nur mit hoch- gespannten Strömen durchführbar. Die rage:„Wechselstrom oder Gleichstrom?" wurde vor 50 Jahren hauptsächlich aus zwei Gründen zugunsten des Wechselstroms entschieden: Gleichstrom ließ sich bisher unter den«xsprderltchen technisch-wirtichastlichen Bedingungen nicht aus die für Fernübertragung notwendigen hohen Spannungen trans- formieren. Ferner war die Umwandlung von Gleichstrom in Wechsel- ström nur mit.Hilfe rotierender Maschinen möglich, was einen Umweg über mechanische Energie, gleichbedeutend mit hohem Ber- tust an Wirkungsgrad, darstellt. In dem gesteuerten Glühkgthoden- glxtchrichter, dem sogenannten Thyraton, hat man jetzt einen ebenso einfachen wie billigen und wirkungsvollen Apparat gesunden, um neben vielen anderen wichtigen Ausgaben der Starkstromtechnik auch diese beiden Fragen grundsätzlich zu lösen. Das Thyraton hat die Möglichkeit geschassrn, hochgespannten Gleichstrom für die Fern- Übertragung zu oerwenden. Für die elektrische Laudesversorgung wie überhaupt für die gesamte Elektrotechnik eröffnen sich damit ganz neue Aussichten. Beispielsweise werden die Freileitungen durch unterirdische Kabelleitungen ersetzt werden können. Eine Melisprache mii 850 Worten. .Länder unp Aölker rücken sich durch die modernen Verkehrs- und Verblndungsmiltel immer näher. Ader di- Sprache richtet »och Grenzen zwischen ihnen aus, und die zwei Milliarden Bewohner dieser Erde, die jetzt telephonisch oder telegraphisch so rasch mit- einander in Beziehung treten können, bedürfen eine» gemeinsamen Verständigungsmittels. Bisher hat man diesem Mangel in erster Linie durch die Schöpfung von Kunft'prachen abhelfen wollen, unter denen das Esperanto die meisten Anhänger gesunden hat. Solche künstlichen Schöpfungen können nieinals die organische Entwicklung zeigen, die jede natürlich gewachsene Sprache besitzt. Es liegt daher nahe, unter den perschiedenen Idiomen der Völker nach einer solchen Weltsprache Ausschau zu halten. Während in früheren Jahrhunder- ten das Französische als die Sprach« der Diplomaten eine Art Wellsprache darstellte und in dieser Eigenschost das dis in die Renaissance übliche Lotein ablöste, hat in neuester Zeit dos Englische ein« gewille Weltgeltung erworben. Mindestens 500 Millionen unter den Einwohnern der Erde haben ein« begrenzte Kenntnis dieser Sprache. Nun ist da» Englische, wie es sich im Lause einer langen Eni- wlcklung und einer reichen Sprachblüte entfaltet Hot. ein recht schwieriges Idiom. Daher ist der englisch« Psychologe C- K. O g d e n. wie im Manchester Guardian berichtet wird, auf den Gedanken gekommen, ein vereinfachtes Englisch zu schassen, da» nur die kleinst« Zahl von Worten benutzt, die zum taglichen Gebrauch notwendig ist, und die Grammatik aus einige wenige unerläßliche ihr Opfer, bis es sich nicht mehr rührte. Nachdem sie der Frau die Füße gefesselt hatten, schleppten sie sie gemeinsam in den dunklen Lagerraum. Daß sie die Frau erschlagen hätten, nahmen sie nicht an; sie glaubten an«ine tief« Ohnmacht. Licht warf die Sack» leimvand über den Körper und beide machten sich auf die Suche nach Beute. Zn der Ladenkasse fanden sie etwa 60 bi» 70 Mark bares Geld. Außerdem nahmen sie noch einen Sack und stopften ihn mit Kleidungsstücken voll. Licht verließ mit dem Sack als erster das Geschäst und bald darauf folgte ihm Möbert, der die Tür ab- schloß. Sie glaubten, auf diese Weise die Entdeckung des Ber- brechen? möglichst lange hinausgeschoben zu haben. Mit den erbeuteten Sachen gingen sie sofort nach der Wohnung der Braut. Hier wurde sortiert. Mit Rücksicht auf seine geplante Sommerreise gab Möbert von dein bar«n Geld« nicht viel her; er entschädigte seinen Freund durch Anzüge. Den Rest behielt Möbert selbst und perkanfte noch im Lause des Nachmittags einige Anzüge an Bekannte. Möbert muß aber damit gerechnet haben, daß man ihm auf die Spur komemn werde, denn er verbrannte in dem Ofen Kleidungsstücke und Papier«, die ihn hätleu belasten können. In den Abendstunden machte er sich dann mit seiner Braut aus den Weg. Ob das Paar den direkten Weg nach Pommern ein- geschlagen hat, kann man noch nicht sagen. Aus feinen Erzählungen und denen seiner Braut ist es wahrscheinlich, daß er dem Wunsche des Mädchens willsahren und ein Ostseebad aussuchen wird. Nach dieser Richtung ist die Fahndung eingeleitet. Möbert ist bewaffnet und wird sich, wenn ihm Verhaftung droht, gewiß nicht scheuen, von seiner Pistole Gebrauch zu machen. Der Verhastet« Licht kann über die Reiserlchtung seine? Komplicen nichts Genaues angeben. Wer hierüber etwas weih und zur Ermittlung des Mörders bestragen kann, wird gebeten, sich b«i der Mordkommission Lissigkeit-Lehmann im Polizeipräsidium Berlin oder bei der Kriminalinspektion Spandau zu melden. Den eifrigen Bemühungen der Spondauer Kriminalpolizei in Verbindung mit der Berliner Mordkommission Ist es, wie uns bei Schluß der Redaktion mitgeteilt wird, gelungen, auch den zweiten Täter, den flüchtig gewesenen Arbeitsbursche» Willy Möbert und seine..Braut", die 23 Jahre alte frühere Haus- angestellte Frieda Richter, auszuspüren und festzunehmen. Streik der Gemeindearbeiter in Apolda. Wegen Maßregelung der Gewerkschaftsfunktionäre. Die Gemelndeorbetter in Apolda haben gestern die Arbeit»- niederlegung beschlossen, per Streik hak heule vormittag be- gönnen. Der Bürgermeister als Staatskommissar hat für Ende de» Monats Juli die hülste der Belegschasl. darunter sämtliche Funktionäre des Gesamtverbandes, gekündigt, Das Angebot der Gewerkfchast. zur Vermeidung der Entlastungen die Arbeitszeil zu verkürzen, wurde schroff abgelehnt. Die Streittowmistmn liegt in den Händen der getperkjchastUch ergauisiertcn Kollegen, Für die Verrichtung der Notstandsorbeilen im Schlachthof und Wasserwerk ist Sorge getragen. Die Stadt- verordnetenversammlung wird sich aus Antrag der sozialdemokrati- schen Fraktion sofort mit der durch den Streik geschaffenen Lage und dem Verhallen de» Bürgcrmestter« beschästlgen. Regeln beschränkt. Dieses„G r u n d- E n g l> f ch", wie es genannt wird, hat sich bereits einige Anhängerschast erworben. Ogden hat die Entdeckung gemacht, daß 8 50 Worte für den praktischen Gebrauch vollkoenmen genügen und daß�sich damit sogar auch dichterisch« Schöpfungen wiedergeben lasten. So wurde z. B. der bekannte Roman„Karl und Anna" von Leonhard Frank'ins„Grund- Englisch" übersetzt, und man konnte ohne allzu großer Lerände- rungen den Inhalt>N etwa» über 700 Worieu ausdrücken. Für bc- sondere Zwecke muh dieses Grund-Cnglisch allerdings erweitert werden. So ist dxr Schöpfer der Ansicht, daß auch wissenschaftliche Diskussionen mit seiner Sprpche möglich sind, wenn den 850 Grund» warten etwa Y0 Fachausdriicke des betreffenden Wissenschaftsgebietes hinzugefügt werden. Lüftung durch die Kleider. Versuche über die Entlüftung des menschlichen Organismus durch die jetzt so vielfach angefeindete Herrenkleidung sind von H. Jlzhöfer angestellt worden, der darüber im„Archiv sllr Hygiene" berichtet. In einem Versuchskasten, der aus zwei Kammern be- stand und luftdicht abgeschlossen war, wurde das Entweichen von Kohlensäure, die longsam der Bauchhaut einer normal bekleideten Person zugeführt wurde, durch di« Kleidung und aus der Kragen- öffnung beobachtet, Es ergab sich, daß beim Schillerkragen ein Drittel der Kohlensäure, beim weichen Umlegekragen nur ein Sechstel au- der Halsöfsm.ng entweicht. Wenn Slermcl- und Hosen- öifnusigen zugebunden wurden, so konnte durch di« Halköffnuno »ur ein Sechstel bzw. ein Zwölftel der Kohlensäure horauetreten. Die Körperlüftung wurde durch das Zubinden der Aermel- und Hpsenssfnunge» aus etwa die Hälft« verringert: in etwas geringerem Maße geschah dies durch ein eng anliegendes Jackett. Noch stärker war die Verhinderung des Abzug, durch Mäntel, besonders durch «ng anliegende Kleppermäntel mit Ventilationsöffnung«». Am günstigsten ist die Liiftting bei einer Tracht, die aus Schillerkragen, weitem Kloiderschnitt und luftdurchläfllgen Stoffen besteht. Wax Taut in Südslawien. Max Taut, der Berliner Architekt, hat der neuen Universität Belgrad«inen Vortrag über die Probleme der heutigen Baukunst gehalten. Der Vortrag fand im Anschluß an die von Taut zusammengestellte Architekturschau der deutschen Kunstausstellung besonderes Interesse. Taut, der auch im Bund der modernen Architekten Belgrads sprach, bereist« dann als Gast der jugoslawischen Regierung das Land. Wettbewerb iür da» deutsche»eichsehrenmal. Das deutsche Reichsehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges ist nunmehr gesichert. Di« seinerzeit dyrch daz Reichsministerium des Innern ins Leben gerufene Stiftung. In der Vertreter des Reichswehr- minister» und aller Verbände der Kriegsteilnehmer Titz und Stimme hoben, hat nunmehr«inen Wettbewerb unter den deutschen Künstlern ausgeschrieben. Für Preise steht eine Gesamtsumme von 30 000 Mark zur Verfügung. Berka in Thüringen ist für den Ort der Ehrengedenkstätt« bestimmt: das Wort hat nun die Künstlerschaft. Dr. Robert Klein übernimmt am 1 September die Direktion de« L e s s i n g- Tb e a I c r s, das einer gründlichen Nenovicrung unterzogen wird. Das Deutsche Künstler-Thcater, das er bi-her innehatte, geht an Barnowski über. Gepäck für die Arktis Was„Gras Zeppelin" alles mitnimmt/ Von Dr. Kohl-Larfen Was der„Graf Zeppelin" an Ausrüstung und Fracht mitnahm, ist das Ergebnis jahrelanger Aufstellungen und Berechnungen für einen polaren Flug mit dem Luft- schiff, der immer wieder durch die Ungunst der Zeit verschoben werden mußte und erst in den letzten Tagen vor dem Abflug eine klare Fassung bekam. Als Dr. V i l l i n g e r, dem bis vor kurzem zusammen mit Nansen, Sverdrup, Samoilowitsch und anderen bis Bearbeitung der Ausrüstung oblag, den Kurs wechselte und sich ent> schloß, an der U-Bootfahrt von Sir W i l k i n s nach dem Nordpol teilzunehmen, bestimmte mich der Zufall dazu, sein Erbe anzutreten und aus den Listen und Ueberlegungen der letzten Jahre die end- gültige Ausrüstung zusammenzustellen wie sie für eine Fahrt in polare Gegenden notwendig erschien. Wozu die vielen Kisten und Ballen? möchte man fragen. Wir selbst, die wir an der Fahrt nach dem Norden der Erde teilnehmen, überblickten ebenfalls die angestauten Bündel und Massen, wobei uns unwillkürlich die bisherigen kühnen Fahrten das Luftschiffes unter Leitung seines Führers Dr. Eckener in den Sinn kommen. Denken wir an die bisherigen großen Leistungen des Luftschiffes� will es uns für Augenblicke scheinen, daß wir besser daran täten, statt Schlitten und Schlafsäcken noch mehr Benzin an Bord zu nehmen. Aber zu einer Fahrt über arktische Meere und Inseln gehört einmal eine arktische Ausrüstung. Dem in polaren Gegenden er- fahrenen Reisenden wird es zuversichtlicher zumute, wenn er alle die Dinge sieht, die für das Leben und Wohlergehen vorgesehen sind. Man ist dankbar, daß alles für den Fall einer Notlage mitkommt und man begrüßt diese Ordnung, der Welt, den Menschen, die mit- fahren, und seinem eigenen Polarfahrergewissen gegenüber. Unsere Notausrüstung enthält alles, was Menschen in den Stand setzt, ihr Leben in unwirt- lichen Gegenden auf längere Zeit zu fristen. Bier geräumige Floßboote und zwei Kajaks sind geeignet, auf See 45 Menschen und die ganze polare Ausrüstung unterzubringen. Jedes der sogenannten Möwenboote hat bei einem Gewicht von 130 Kilo eine Länge von 5X Meter und eine Breite von 1,8S Meter. Ihr Schlauchdurchmesser beträgt 60 Zentimeter. Auch für einen Landaufenthalt oder einen solchen auf dem Eise fehlt nichts, was unsere Existenz auf Monate hinaus sichern könnte. Da sind längliche Bündel, die 12 rote P o l a r z e l t e enthalten. Ihre absichtlich gewählte rote Farbe bietet im Eise eine gute Sicht. Bei einer Höhe von 1,80 Meter und 2,20 Meter im Quadrat gewähren sie bequem je vier Leuten Platz. Man braucht in einem Ernstfalle sich nicht frierend darin herumzudrücken, sondern für jeden Teilnehmer ist neben einer besonders starken Winterkleidung, Troyer, Pelzmütze, Fellhandschuhen ein guter Renntiersack vorgesehen, der selbst wieder durch einen wasserdichten Ueberzug geschützt ist. Jedes Zelt hat seine eigene Kochkiste, eine Küche en miniature, die alles enthält, was zum täglichen Leben notwendig ist: Primus mit Reserveteilen, Kochgeschirr und viele andere Dinge. Einige enthalten noch einen Teil Werkzeuge, selbst Sattlerhandschuhe fehlen nicht, um notwendige Reparaturen an Zelten und Schlafsäcken vorzunehmen. Als Betriebsstoff für einen solchen Zeltaufwand dienen 200 Liter Benzin, da in Behältern zu je 10 Liter mitgeführt wird. Es ist Benzin in den Augen der Mannschaft ein ganz be- sonders angenehmer Ballast, der, wenn es dem Ende der Fahrt zugeht, dem Luftschiff noch eine gute weitere Fahrstunde zusichert. Neben Schneeschuhen werden in erster Linie für eventuelle Lager- Verlegungen 23 Langschlitten mitgenommen, sogenannte Nansen- fchlitten mit breiten Hikorykufen, deren Tragfähigkeit 200 Kilo be- trägt. Eine besonders auffallende Last sind IIS Säcke aus wasser- dichtem Stoff, deren Länge S0 Zentimeter bei 40 Zentimeter Breite und 35 Zentimeter Höhe beträgt. Sie haben das handliche Einzel- gewicht von etwa 24 Kilo. In diesen Säcken, deren Format an die Tragfläche der Schlitten angepaßt ist, und die sich gleichen wie ein Ei dem anderen, ist der ganze Notproviant der Expedition verpackt. Es liegt indes in einem solchen Sack nicht alles durcheinander, sondern jedner enthält viele Einzelpackungen, welche die verschiedensten Lebensmittel in genau bestimmten Gewichten enthalten. Das Gesamtgewicht unserer Notproviantausrüstung beträgt 2714 Kilo. Der Notproviant reicht für 46 Menschen auf2Monate, wobei die Rationen so reichlich berechnet sind, daß man im Ernstsalle gut 3 Monate und länger auskommen könnte, ohne dabei die Jagdmöglichkeiten zu berücksichtigen. Eine Tagesportion, die insgesamt aus 856 Gramm konzentrier- ter Nahrung besteht, enchält als Hauptpvsten 150 Gramm Pemmi- can, der in der Hauptsache aus getrocknetem Fleisch und Fett besteht und bei polaren Expeditionen immer eine wichtig« Rolle spielt. Wir haben Pemmican mit einem Zusatz von Spinat herstellen lassen, was ihn in Suppenform nicht nur schmackhafter macht, sondern auch den Bitamingehalt sicherstellt. Der Rest der Tagesration von 856 Gramm wird durch Weißmehl, Butter, getrocknetes Eipulver, Spinatpulvcr, Kartoppelpulver, Erbswurst, Trockenmilch, Schokolade'� Weißbrot,(200 Gramm pro Kops am Tage), Tee, Salz und Pfeffer ergänzt. Abgesehen von diesem Proviant, den wir aus der Heimat mit- nehmen, ist in den Polargegenden für den Jäger fast immer mancherlei zu holen. Wohl sind die Iagdgründe nicht überall ein DoraOo und man wird nicht in einer übertriebenen Borstellung glauben dürfen, daß einem die Eisbären und Robben nur so vor die Büchse laufen, aber man darf doch annehmen, daß im Falle einer Not Bären und Robben eine willkommene Ergänzung des Not- proviants bilden werden. So ist es eine Selbstoerstänölichkeit, daß sich unsere Flugexpedition mit modernen Massen und reichlicher Munition versieht, um für alle Möglichkeiten gesichert zu sein. Für die Jagd auf Seehunde haben wir uns eine eigene Aus- rüftung aus Norwegen beschafft. Es ist bekannt, daß«ine Robbe, wenn sie nicht augenblicklich todlich getroffen ist, sofort im Wasser sinkt und dem Jäger verloren geht. Handharpunen und sogenannte Wurfhoken sichern so in vielen Fällen leichter als der Schuß aus einem Mauser dem Fangmann seine Beute. Selbst eine kleine Fischeveiausrüstung ist an Bord des Luft- fchitfes, da man im Küstengebiet des nordpolarcn Meeres mit guten Fischgründen, besonders im Mündungsgebiet c»er großen sibirischen Ström« wird rechnen dürfen. Meies andere hat das Luftschiff außer der polaren Notausrüstung, von der hier in grober Ueberficht die Rede war, noch mitnehmen müssen. Neben einem möglichst großen Vorrat an Benzinstosf eine ärztliche und«ine umfangreiche Photo- graphische und wissenschaftliche Ausrüstung. Schließlich führt es noch eine Radiokurzwellenstation von 1.5 Watt mit, die uns im Falle eines Mißgeschicks mit der Welt verbinden soll. Sie ist ausge- zeichnet durch Spezialsender und Spezialempfänger, wobei der An- trieb mittels Tretrad bewerkstelligt wird. Heber den Vorbereitungen der Expedition waltete ein guter Stern. Wir dürfen hoffen, ja wir glauben es, daß die seltene polare Fracht des Luftschiffes, die in großer Vorsicht alle Möglichkeiten umfaßt, nach glücklicher Fahrt unberührt zurückgebracht wird. Die Firma Holzkunst bleibt gesperrt! Die Vabeho und ihre einstweilige Verfügung. Vom Holzarbeitcroerbarid wird uns geschrieben: Im„Abend" vom 21. Juli erschien eine Notiz, in der der Wort- laut einer ein st welligen Verfügung besprochen wurde, die die vom Deutschen Holzarbeiterverband bestreikte Firma Holz- k u n st gegen den Holzarbeiterverband und die Betriebsräte erwirkt hatte. Diese einstweilige Verfügung ist uns allerdings nur aus der Arbeitgeberzeitung„Dos deutsche Holzgewerbe" bekannt geworden. Offenbar wagen die Arbeitgeber es nicht, die Zu- stellung dieser Verfügung herbeizuführen. Wahrscheinlich wird man befürchten, daß bei einer mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht die Unterlagen, die zur einstweiligen Verfügung führten, sich als durchaus nicht den Tatsachen entsprechend erweisen werden. So hat also die bestreikte Firma und der Syndikus der Arbeit- geberorganifation das Gericht insofern düpiert, als dem Gericht zunächst eine dringende Notlage vorgespiegelt wurde, womit man die einstweilige Verfügung erzielt«; im übrigen kam es nur auf einen Bluff an, denn die Rechtskraft der Verfügung tritt ja erst dann ein, wenn sie den Antragsgegnern zugestellt ist. Oder sollte es sich überhaupt nur darum gehandelt haben, die Streikenden mit einer solchen Scheinmaßnahme einzuschüchtern? Der Holzarbeiteroerband wird trotzdem Gelegenheit finden, eine öffentliche Gerichtsverhandlung herbeizu- führen, um die Unterlagen der einstweiligen Verfügung kennen- zulernen. Der Text dieser Verfügung war, wie noch erinnerlich, so hanebüchen, daß er das Koalitionsrecht aufhebt und der Reichsverfassung geradezu ins Gesicht schlägt. Die Streikenden stehen nach wie vor fest zusammen. Die skirma Holzkunst ist für Holzarbeiter nach wie vor gesperrt. Rückschau. Ueber die am 17. Juli erlassene Notverordnung für die Zeitungen sprach der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Presse Wilhelm Ackermann. Er betonte, daß die Gefahr sehr nahe liegt, daß sie eine Notverordnung gegen die Presse wird, weniger durch das Eingreifen leitender Stellen als durch eng- herzige Auslegung der Vorschriften durch untergeordnete Instanzen. Um dem drohenden Verbot zu entgehen, haben einige Zeitungen sich darauf beschränkt, alle Mitteilungen der Regierung ihren Lesern nahezu unkommentiert zu bringen. Der Vortragende, der Befreiung der Presse von dieser Notverordnung forderte, betonte, daß jedoch trotz ihres Bestehens jede Zeitung die Pflicht zu der ihr notwendig scheinenden sachlichen Kritik hat und auf diese nicht grundsätzlich ver- zichten dürfe. Auch für die Regierungsmaßnahmen fei eine Oppo- sition, die sich in den selbstverständlichen Grenzen des A n st a n d e s und der Ehrlichkeit hält, nie ohne Nutzen; denn erst ans vent Gegeneinander der Meinungen läßt sich eine Klärung der Lagq schaffen. Kabarcttrevue von Max K o l p e„W i r sind soweit"« Sendung der Funkstunde. Eine Beranstaltung von etwas abg« siandener Aktualität, die eine Zusammenfassung aus guten Kabaretts Programmen des vergangenen Winters darstellte. Immerhin wirkte der Abend noch zeitverbundener als die meisten ähnlichen Charakters� die der Funkhörer sonst vorgesetzt bekommt. Tes. Sonnabend, 23. Juli. Berlin. 16.05 Mandolinenorchester-Konzerl. 17.00 Die Erzählung der Woche(Felix Buttersack). 17.30 1. Bach: Sonate A-Dur für Cembalo und Violine. 2. Mozart: Sonata F-Dur(Alice Ehlers, Cembalo, und Emil Hauser, Violine). 18.00 Programm der Aktuellen Abteilung. 18.20 Unterhaltungsmusik. 19.20 Einführung in die Oper„Der Barbier von Sevilla"(mit Schallplatten). (Am Mikrophon: Hanns Outman.) 20.00 Wien: Salzburger Festspiele.„Der Barbier von Sevilla". Komischq Oper in zwei Akten von Gioaccbino Rossini. 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Wien: Tanzmusik. Königswusterhausen. 16.00 Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.00 Prof. Dr. Manes: Versicherurtgsverbrechen und ihre Bekämpfung. 17.30 Prof. Dr. Citron: Wieso empfiehlt mir mein Zahnarzt einen Kurort? 18.00 Mahrholz; Seemärchen und Aberglauben auf See. 18.30 Dr. Hans Traub: Querschnitt durch deutsche Zeitschriften. 18.55 Wetter für die Landwirtschaft. 15.00 Dr. Edgar Stern-Rubarth; Warum Amerika anders ist. 19.30 Tiere in des Menschen Hand. 20.00 Köln: Lustiger Abend. Sonntag, 26. Juli. Berlin. 6.30 Funkgymnastik. 8.00 Für den Landwirt. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Ernste und heitere Volkslieder. 14.00 Märchen.(Hede Geber.) 14.30 Mandolincnorchester-Konzert. Dir.: Kapellmeister Max Wollheim. 15.30 Heinrich Bachmann liest aus eigenen Dichtungen. 16.00 Blasorchester-Konzert. 17.50 W. Priwin: Ich komme aus dem Orient. 18.15 1. Locatelli: Sonate D-Dur. 2. Breval: Sonate G-Dur.(Maurits Frank, Cello. J. Bürger, Flügel.) 19.45 Sportnachrichten. 20.00 Zwei Operetten-Komponisten: Viktor Holländer— Leon Jesscl. 22.00 Wetter-, Tages-, Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen. 7.00 Hamburg: Hafenkonzert. 11.30 Martha Große:„Mutter erzählt**. 12.00 Leipzig: Mittagskonzert. 15.30 Meta Scheele: Eine Bauernnovelle. 17.50 Emil Bischoff: Aus fernen Zonen. 18.20 Dr. Carl Hagemann; Bernard Shaw. 18.50 Wien: 2. Arbeiter-Olympiade. II. Halbzeit. Theater der Woche. Vom 26. Juli bis 3. August Theater mit festem Spielplan: Deutsches Theater: Der Hauplniann mm Köpenick. Ab 1. 7. geschlossen.— Nursürstenbamm-Theater: Die schöne Helena.— Die Somödi«: Dienst ain Kunben. Ab 81. 7. geschlossen.- komische Oper: Frauen haben das gern... — Deutsche« Sünstiee. Theater: Louisiana. Ab 31. 7. Abgemacht— Kuß.— Theater in der»ehrcnstrasic: Bis 30. 7. Mein Vetter Ebuarb, ab 81. 7. Hut ab vor Dickel ebbte!— Metropol-Theatcr: Die Toni aus Wien.— Rose-Theaier: «dabam- bat Ausgang.— Rose. Theater, Sartenbllhnc: Ms 2. 8. Unters. der blilhenbcn Linde, ab 8. 8. Panne um Pcitternacht.— Reich« haüeu. Theater: Stetttner Sänger. � Nachmittagsveranstaltungen: Rosc-Theater: 2. Madame Hot Ausgong.— Rosc-Theatcr, Garten» b il h n e: Konzert imb Variete. Erstaufführungen der Woche: Freitag. Theater in der Bchrenstrasic:„Hut ab not Onkel ehbic." — Souuabeud. Schloßparf. Theater: heimliche Brautfahr t." Wetter für Berlin. Bei auffrischenden über Süd nach Südwest drehenden Winden Bewölkungszunahme mit aufkommender Regen- und Gewitterneigung.— Zur Deutschland. Im größten Teile des Reiches stärkere Bewölkung und besonders im Südosten und Süden Regenfälle. Bcrantwortl. für dir Ncdaktion: Herbert Lepere, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Bückt» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin 69B 68. Lindensirosie 3. Hierzu 1 Beilage. WM Miel 8 Ufu Der Baoptmann von Röpenilk v. Carl Zuckmayer Regie: Heinz Hiipeit Die Komödie Täglich 8W Uhr Dienst am Kunden Ion tust Bois rniii Max Hansen Regie: Hans Deppe metropoi-Theater Täglich 8'/« Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen H. u. H. WILLIAMS LEE GAIL- ENSEMBLE j BWhirlwlnds nsw, TflOl. 5 u. 815 Stg. 2, 5 u. 615 LEHÄR- OPERETTB Da* Land des Lächelns leine erhnhlnn Prelle Kurfürslenßaram- Theater Bismarck 448/49 JjSWJJhrJ Die schöne Helena von lacques Otlenbod) siegle: Max Belntardl U pllWKN BBüren. Pille ll&sl Ersatxlelie / jj Proisliits»rill müotilanki Co. »(ihren. Fiitei Ersatxlelie. Proisliits oratis MIM» CO. Pumpenfabrik BEium n bs, Reinidieiidorier Str. 9S Relchshallen-Theater „Alles verrückt!" Stettiner Sänger Anfang| h*| Uhr I..W> 1 Balleü Edoardowa, 10 Brox, B 4Ricfays, Mary-Erik- Paul nsw. 8 Soi 8.15 Uhr Sonnabsjä end Soonstg je 2 Vorst-llüngen 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Pr.. MMM« Perpugung* Resfaurant Berlins Achtung! Achtung! Fragen Sie bei Ihren Konsumverkaufsstellen nach Frib©p-SÄ;r Eine ueberrasctiung in Preis und Gute Teani»«BEaoff: S-Zimmer-Hauszinssteuer-Neubauwohnungcn mit Bad und Balkon, Zentralheizung, Warmwasser, ZentralwaschkUche, ca. RM. 60.—, ohne Heizung, zum 1. September 1931 oder später 2-, Th' und 3• Zimmer• Wohnungen, teils mit{ Ofenheizung, ca RM. 63.— bzw. 88.—, 97.—, ohne Heizung, zum 1. Oktober 1931, eventl. auch frUher zu vermieten Mit nnd ohne WohnbcreditigoDgudieln:: Ansknnft erfe'.lf: W Berliner Spar- und Bauverdn e.G. m.b.H. J Charlottenburg 9, Knobelsdorffstr. 96:: Tel.: Westend 3584, 2797[ Für Tcmpelhof: Tempelhof, Tankrrdttr. II, Verixklcfangtbüro Für Sehillcrpark; Berlin N 65, Corkcrsfrahe 9, bei Sdieller (Beilage Sonnabend, 25. Juli 1931 SiVÄbMS SfrnlaulQa&e Je* ibu}t£r& Pioniere der Internationale Zum Kongreß der Sozialistischen Arbeiter-Internationale in Wien Das sozialistische Proletariat hat die Idee der internationalen Vereinigung von seinen Vorgängern im Kampfe gegen die feudal- obsolutistische Reaktion des vormärzlichen Europas, b. h. von den in den ersten Jahrzehnten nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Armee in allen Ländern Europas in großer Anzahl entstandenen nationalrevolutionären Organisationen übernommen. Diese Organisationen, die sich in erster Reihe die Aufgabe der nationalen Befreiung gestellt hatten, bezeigten geringe Neigung zu einem internationalen Zusammenschluß Sie wurden aber dazu durch die allgemeine Situation jener Zeit gezwungen. Nach dem Sieg über Napoleon hat die internationale Reaktion aus dem Kongreß, der 1815 in Wien tagte— in demselben Wien, das jetzt mit so großer Gastsreundlichkeit seine Tore der Sozialistischen Arbeiterinternationale öffnet—, eine Jnternationule der Re a k t i o n, des heiligen Bundes der Könige im Kampf gegen die freiheitlichen Bestrebungen der Völker, gegründet. Die reaktionären Monarchen Europas hatten sich verpflichtet, sich bei jeder Volks- bewegung gegenseitig zu unterstützen und ihre gemeinsamen„Erb- rechte" geschlossen zu verteidigen. Diese Beschlüsse blieben keines- wegs auf dem Papier. Die unzufriedenen Elemente in jedem ein- zelncn Lande mußten es sehr bald merken, daß sie nicht nur den Widerstand ihrer eigenen Regierung zu überwinden hatten. Unter diesen Bedingungen mußte unwillkürlich bei den-evolutionären Massen Europas der Gedanke auftauchen, daß der reaktionären Internationale der Könige, die sich zum Kampf gegen die Völker vereinigt hatten, eine Internationale der Völ- Ter zur Befreiung von der königlichen Tyrannei gegenübergestellt werden müsse. Dieser Gedanke lag damals tatsächlich in der Luft. Man be- gegnet ihm immer wieder bei dem Studium der Geschichte der revo- lutionären Geheimorganisationen in den Iahren 1820 bis 1840. Es wurden schon sehr früh Versuche unternommen, diese Idee zu ver- wirklichen. Aus den Berichten der Polizeiagenten von den Zwan- ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geht hervor, daß die Z c n- träte der Carbonari in der Schweiz einen Mittelpunkt dar- stellte, um den sich nicht nur Schweizer, sondern auch Franzosen, Deutsche, Italiener, Griechen u. a. sammelten. Eine klare Vorstellung von einer derartigen internationalen Vereinigung der Nationaldemo- kratischcn geheimen Verbände gibt das „Junge Europa" von Mazzini. das die nationalen Sektionen der bedeutendsten Völker Europas der „Jungen" Italiens, Deutschlands, Polens, Frank- reichs, der Schweiz, Sp aniens usw. einschließlich des „Jungen Rußland", das zu jener Zeit wohl nur auf dem Papier bestand, vereinigte. Im direkten Zusammenhang mit dieser Vereinigung, d. h. mit der Internationale des„Jungen Europa", stand auch die Organi- sation, die mit Recht als die unmittelbare Vorgängerin der späteren internationalen Vereinigung des sozialistischen Proletariats bezeich- net werden kann. Das ist die Organisation der „Brüderlichen Demokraten" in den Jahren 1844— 48. Diese Organisation ist in England gegründet worden. Die Arbeiterbewegung Englands stand zu jener Zeit auf einer bedeutend höheren Entwicklungsstufe als in den anderen Ländern, hier ge- wann die Arbeiterbewegung zuerst den Charakter einer organisierten Massenbewegunwg. Hier bildeten sich zuerst die wahren proletarischen Massenorganisationen. Hier entstand endlich auch— früher als in allen anderen Ländern— eine selbständige Arbeiterpresse. Die Pioniere der Arbeiterbewegung in allen anderen Ländern be- wunderten und verfolgten mit großem Interesse die englische Ar- beiterbewegung und waren bestrebt, ihrem Beispiel zu folgen. Auch die Führer der englischen Arbeiterbewegung waren sich ihrer Rolle bewußt und waren stets bereit, den anderen Organisationen aus Grund ihrer Erfahrungen mit Rat und Tat beizustehen. So haben sich bereits im Jahre 1830 die Führer der Londoner„A r b e i- t e r- A s s o c i a t i o n" an die Arbeiter Belgiens, wo sich damals eine große Streikbewegung vorbereitete, mit einem besonderen Schreiben gewandt, in dem sie die belgischen Arbeiter auffordern, eine proletarische Klassenorganisation zu gründen. England war bereits damals das Land, das den politischen Emigranten aller Länder als Zufluchtsstätte diente. Diese Flüchtlinge gründeten auch hier ihre Organisationen. Nach der Verbannung Mazzinis aus der Schweiz siedelte auch die Zentrale des„Jungen Italien" nach England über. Auch die Führer des„Jungen Polen" mit Oborsky, Worcel u. a. an der Spitze fanden hier ein Asyl sowie die Ucberbleibsel der revolutionären Organisation Blanquis, die nach dem mißlungenen Ausstande im Jahre 1830 vollständig zertrümmert wurde. Im Jahre 1840 wurde hier auch der Deutsche Arbeiterbildungsverein, der die kommunistisch gesinnten Elemente der deutschen Emigration ver- einigte, ins Leben gerufen. Die Vertreter aller dieser Gruppen standen in engen Beziehungen zu den Führern der englischen Ar- beiterbewegung und informierten sie über die Vorgänge in ihrer Heimat. Dies alles ebnete den Boden für einen engeren und dauernden organisatorischen Zusammenschluß. Den unmittelbaren Anstoß zur Bildung einer gemeinschaftlichen Organisation gab die Ankunft Wilhelm Weitlings in England. Wilhelm Weitling war Anfang der vierziger Jahre eine nicht nur unter den progressiven Elementen Deutschlands angesehene Per- sönlichkeit. Seine Erstlingswerke:„Die Menschheit wie sie ist und sein sollte" und„Garantien der Harmonie und Freiheit" enthielten viele interessante Gedanken voll jugendlicher Frische und sozialer Leidenschaft und erregten grcßes Aufsehen. Als-w in Zürich verhaftet und vor Gericht gestellt wurde. bildete er den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die Presse widmete ihm große Aufmerksamkeit. Seine Auslieferung an Preußen rief einen Sturm der Entrüstung gegen die Rückständigkeit der Schweizer„Republik" hervor. Man verfolgte mit großem Inter- esie alle Mitteilungen über die Schikanen, denen er in seiner Heimat ausgesetzt wurde, wie der Versuch, ihn in den Militärdienst als Ge- meinen einzureihen, ihn unter Polizeiaufsicht zu stellen und schließlich seine lebenslängliche Verbannung aus Preußen. Es ist deshalb durchaus begreiflich, daß er, als er im Herbst 1844 noch London £ übersiedelte, dort nicht nur von den deutschen Emigranten allein als Held und Märtyrer der Arbeiterbewegung gefeiert wurde. Die Volksversammlung am 2 2. September— zu Ehren des Jahrestages der Französischen Revolution— verwandelte sich in eine Huldigung für Weitling. Sämtliche Reden, die von den Ver- tretern verschiedener Nationen gehalten wurden, waren von der Idee der internationalen Solidarität der arbeitenden Massen durch- drungen. Der Vorschlag des Vertreters des Deutschen Arbeiter- bildungsoereins K. S ch a p e r, eine Organisation zur Propaganda der Idee des Zusammenschlusses der Demokratien oller Länder zu bilden, wurde einmütig und mit graßer Begeisterung a.>fgcnowmln. Eine derartige Organisation wurde auch bald darauf unter der Bezeichnung „Bund der Brüderlichen Demokraten" gegründet. Sie entwickelte in den darauffolgenden Iahren eine»echt intensive Tätigkeit, die besonders in der Einberufung von Volksver- sammlungen zur Propaganda der Idee der„Brüderlichkeit der Völker" und des Zusammenschlusses mit den brüderlichen Organi- fationen in den anderen Ländern zum Ausdruck kam. In dieser Organisation spielten eine führende Rolle einerseits die Vertreter des sozialistischen Flügels der englischen Arbeiterbewegung mit I u l. H a r n e y an der Spitze, und andererseits die Vertreter des Deut- schen Arbeiterbildungsvereins in London. Die Propagandatätigkeit dieser Organisationen fand lebhaften Anklang bei den revolutionären sozialistischen Organisationen aller Länder. Von ganz besonderer Bedeutung war die Unterstützung der„Brüderlichen Demokraten" seitens der Führer des deutschen „K o m m u n i st e n b u n d e s"; das geschah, nachdem Marx und Engels nach ihrem Siege über den utopistisch-verschwörerischen Flügel des Bundes eine führende Rolle in diesem zu spielen be- gannen. Im Herbst 1847 wurde ein Manifest aller Nationen veröffentlicht, in dem der Plan der Gründung einer weitverzweigten Organisation der„Internationalen Association entwickelt wurde, die den Angehörigen aller Nationen zugänglich sein und die... inter- nationale Komitees in einer möglichst größeren Anzahl von Städten gründen sollte". Im Zusammenhang damit stand der Plan der Einberufung in möglichst absehbarer Zeit eines allgemeinen Kon- gresses dieser Internationalen Komitees. Als Losung wurde im Programm die Parole der„demokratischen und sozialen Republik" aufgestellt, in der„Reichtum durch Arbeit als Quelle und Garantie der Gesellschaft und ihrer Rechte ersetzt werden soll". Diese Idee fand besonders lebhafte Unterstützung in Belgien, wo dank den Marxschen Bemühungen ein lokales internationales Komitee-nach dem Plan der„Brüderlichen Demokraten" unter dem Namen„Demokratische Gesellschaft zur Vereint- gung aller Völker" gegründet wurde. Marx war Vizepräsi- dent dieser Assoziation und wurde von ihr beauftragt, eine Rede auf dem internationalen Meeting, das in London am 29. November 1847— am Jahrestag der polnischen Revolution— stattfinden sollte, zu halten. Diese Marxsche Reise nach London ist in der Geschichte des So- zialismus wohl bekannt, da er sie zwecks Beteiligung an jenem Kongreß des deutschen„Kommunistenbundes" unternommen hatte, in welchem der Entschluß gefaßt wurde, das berühmte„M a n i f e st der Kommuni st ischen Partei" herauszugeben. Für die Geschichte der Internationale ist dieser Reise Marx' auch noch von einem anderen Standpunkte von großer Bedeutung: während seines Aufenthalts in London machte Marx den„Brüderlichen Demokraten" den Vorschlag, den von ihnen beabsichtigten Plan der Einberufung eines internationalen Kongresses insofern abzuändern, al? man ihn zu einem Kongreß der Arbeiter aller Nationen gestalten sollte. Vom rein organisatorischen Standpunkte betrachtet, stellte dieser Vorschlag eine nur unwesentliche Aenderung dar. Marx hatte keines- wegs die Absicht, irgend jemanden, der an dem Kongreß der „Brüderlichen Demokraten" teilnehmen sollte, zu verdrängen. Das geht deutlich aus den Prinzipien hervor, die Marx der Brüsseler „Demokratischen Association" zugrunde legte. Diese Association ver- einigte Demokraten verschiedenster Richtungen, soweit sie die Parole der Londoner„Brüderlichen Demokraten",„demokratische und so- ziale Republik", anerkannten. Der Vorschlag Marx' war insofern von besonders großer Bedeutung, als er grundsätzlich und entschieden aus die soziale Schicht hingewiesen hatte, die die Haupt st ütze der neuen internationalen Verein!» gung bilden sollte. Marx' Vorschlag fand in London lebhaften Anklang.„Wir wissen recht gut"— schreiben die„Brüderlichen Demokraten" in ihrer Antwort—,„daß wir uns nur an das wirkliche Volk, die Proletarier, wenden müssen— an die Männer, deren Schweiß und Blut täglich fließen unter der Sklaverei, die ihnen durch das heutige Gesellschaftssystem auserlegt wird: wir wissen recht gut. daß nur diese Männer es sind, welche die allgemeine Verbrüderung her- stellen werden. Es ist das Interesse der Land- und Geldaristokraten, die Nationen zu teilen: aber es ist das Interesse der Proletarier, die überall durch denselben Zuchtmeister, die Bourgeoisie, unter- drückt, die überall durch dasselbe Räuberzeschlecht um die Früchte ihres Fleißes gebracht werden, es ist ihr Interesse, sich zu vereinigen." In den Konferenzen, die damals stattgefunden hatten, wurde auch der Zeitpunkt der Einberufung des ersten internationalen Ar- beiterkongresses festgesetzt. Er sollte in London am 25. Oktober 1S4S stattfinden. Die Vorbereitungen zum Kongreß wurden mit großer Energie betrieben. Auch der„Kommunistenbund" stellte zu diesem Zweck seinen Organisationsapparat zur Verfügung. Aber es gelang nicht, den Plan der Einberufung des Kongresses zu verwirklichen: es brach die Revolution von 1848 aus. Diese Revolution trug im großen Maße zur Entwicklung der Arbeiterbewegung in verschie- denen Ländern bei. Es entstanden überall neue proletarische Orga- nisationen, die immer größere Arbeiterkreise erfaßten. In der Ar- beiterpresse sowie in den Arbeiterversammlungcn wurde lebhaste Propaganda für die Idee der internationalen Solidarität der werk- tätigen Demokratie gemacht. Es gelang aber nicht, den Plan der Einberufung des internationalen Arbeiterkongrcsses organisatorisch zu verwirklichen, da die Reaktion in den Großstaaten Europas sich inzwischen derart verstärkt hatte, daß der Kamps gegen sie alle Kräfte in Anspruch nahm, so daß alle anderen Fragen in den Hintergrund treten mußten. Damals gelang es also nicht, die Idee des internationalen Ar- beiterkongresses zur Ausführung zu bringen. Aber trotzdem ist ihre Rolle nicht zu unterschätzen, denn sie war es, die den Boden für die späteren Pioniere des internationalen Zusammenschlusses ebnete. Indem die Sozialistische Arbeiterinternationale zum bevorstehenden Wiener Kongreß einen Rückblick auf die Vergangenheit wirft, muß sie auch derer eingedenk sein, die vor fast einem Jahrhundert als erste sich die Schaffung einer internationalen Vereinigung zur Auf- gäbe gemacht hatten. B. Nikolajewsky. Ein unbekannterBrief vonFriedrichEngels Bruno Sch ö n la n k j u n. hat uns aus dem Nachlaß seines Vaters den nachstehenden Brief von Friedrich Engels zum llrstabdruck freundlichst zur Verfügung gestellt. Bruno Schönlank, der einige Jahre auch„Vorwärts"-Redakteur war und schon 1901 — zweiundvierzigjährig— als Chefredakteur, der von ihm so glän- zcnd geleiteten„Leipziger Volkszeitung" starb, hatte sich 1887 an Engels gewandt mit der Bitte, ihm sein Buch„Die Fürther Ouecksilberbelegen und ihre Zsrbeiter" widmen zu dürfen, aus dem vorher schon Auszüge in der„Neuen Zeit" erschienen waren. Für den bedeutenden Geist des Schönlankschcn Buches mögen folgende Sätze aus dem„Vorwort" sprechen: „Ein Beitrag zur Naturgeschichte des Kapitalismus soll diese Schrift sein. Die Wirtschaftliche Detailuntersuchung hat die Be- wegungsgesetze der modernen Produktionsweise an konkreten Fällen auf enger abgegrenztem Beobachtungsfelde zu erforschen. Wenn sie ins Einzelne geht, so tut sie es nicht aus Lust an der Kleinmalerei: getreu ihrer Aufgabe wendet sie die mikroskopische Methode an, um in der bunten Mannigfaltigkeit des ökonomischen Getriebes den treibenden Kräften nachzuspüren. Es gilt, mit rücksichts- loser Offenheit die Zustände zu schildern, wie sie sind, nichts zu ver- tuschen, selbst zu beobachten und aus den Quellen zu schöpfen____ La Rochefoucauld hat einst gesagt, zwei Dingen könne man nicht ins Gesicht sehen, der Ehe und dem Tode: lebte er heute, so würde er als drittes hinzufügen die soziale Frage. Die Bourgeoisie weicht jeder ernsthaften Erörterung des wichtigsten aller Probleme aus, sie wird empfindsam wie eine Mimose bei ungeschminkten Be- richten über die Lage des werktätigen Volkes. Das Unternehmer- tum liebt es nicht, daß man ihm einen Spiegel vorhält, auch das Spiegel fabrizierende Unternehmertum nicht. Sein bürgerlicher In- stinkt sagt ihm, daß wachsende Erkenntnis der gesellschaftlichen Miß- stände die fortschreitende Emanzipation der Ar- beiterklosse bedeutet____ Was ich Marx, was ich Engels, den genialen Bahnbrechern der niodernen Wirtschaftsgeschichte, in theo- retischer Beziehung verdanke, das sagt jede Seite dieses Buches____* Das Buch Bruno Schönlanks erregte bei seinem Erscheinen im Jahre 1887 großes Aufsehen. Es spielte auch eine Rolle in den Reichstagsverhandlungen und hat sogar, wie Mehring in seinem Nachruf für Bruno Schönlank schreibt,„die gemächlichen Geflogen- heiten der deutschen Bürokratie so weit angespornt, daß der Bundes- rat eine Verordnung zum Schutze der Quecksiiberarbeiter erließ". Auch heute noch zählt Schönlanks Buch zu den besten Arbeiten der „deskriptiven(beschreibenden) Nationalökonomie". Engels' Brief an Bruno Schönlank(Schönlanks Brief an Engels hat Genosse K a m p s s m e y e r ani 30. April 1926 gelegentlich des 25. Todes- tages von Bruno Schönlank in der Abendausgabe des„Vorwärts" mitgeteilt.), den wir jetzt folgen lassen, spricht für sich selbst. j. B. Mayer. Eeastbourne, 29. August 1887. Werter Herr Schönlank. Ihr Brief, den Kautsky mir hierher nachgesandt, setzt mich in einige Verlegenheit. Ich habe die in der N.(suen) Z.(eit) abgedruckten Auszüge Ihrer verdienstvollen Arbeit über die Spiegelindustrie mit Interesse gelesen und würde der Sache nach nichts dagegen haben, daß Sie mir die Ehre antun, mir das Buch zu widmen. Aber erstens ist das Widmen doch ziemlich aus der Mode gekommen, und zweitens haben Marx und ich von jeher eine gewisse Scheu vor solchen, mehr oder weniger vom Zaun gebrochenen Ehrenbezeugun- gen gehabt. Und gerade jetzt bin ich in derselben Stimmung, wo es mir scheint, als ob meine Verdienste von mancher Seite stark überschätzt würden. Wenn man so glücklich war, vierzig Jahre lang mit einem Größeren zusammenzuarbeiten und sich täglich an ihm messen zu können, hat man Gelegenheit, die eigenen Leistungen auf das richtige Maß abschätzen zu lernen. Und jede übermäßige Her- vorHebung meiner Tätigkeit erscheint mir unwillkürlich als ein un- freiwilliger Abzug an dem, was wir alle Marx schulden. Auch kann ich Ihnen nicht beistimmen, wenn Sie mich den Be- gründer der deskriptiven Oetonomie nennen. Deskriptive Oekonomie finden Sie bei Petty, Boisguillebert, Vauban, A. Smith und vielen anderen. Schilderungen, speziell der Proletaricrverhältnisse, sind von Franzosen und Engländern, von mir gemacht. Ich hatte nur das Glück, ans Zentrum der modernen Großindustrie geworfen zu werden und der erste zu sein, der dort offne Augen kür die Zu- sammenhänge— wenigstens die oberflächlichsten— hatte. Also: persönlich lieber wäre es mir, wenn Sie von Ihrem Vorhaben abstünden, und zwar einzig aus den oben angeführten Gründen. Wenn Sie aber dadurch nicht überzeugt find, so will ich Ihnen keine Vorschriften machen. Hochachtungsvoll und ergebenst F. Engels. Der 5. Tag der Olympiade Die Aussdieidungskämpfe für die Meisterschaffen in vollem Gange M. J. Wien, 25. Juli.(Eigenbericht.) Jlun ist die 2. Arbeiter-Olympiade, was die sportliche �-cite betrifft, in vollem Gange. In„vollem Gange" sind aber auch die Hunderttausend, die als Schlachtenbumler die Olympiade, Oester- reich, Wien und alles was mit diesem„Ausland" zusammenhängt, besuchen. Das alte Wien steht im Zeichen der sozial! st ischen Arbeitersportler: wo der Blick sich hinwendet, sieht man Frauen und Mädchen, Männer und Jünglinge der 22 an dem Weltfest teilnehmenden Nationen, ihre Landes- und Vereinsabzeichen an der Brust, die Olympiadenadel am Rock- aufschlag. Und mit diesen Hunderttausend fremder und doch so be- kannter Gäste feiern die Hunderttausende Bewohner des roten Wien, die sich zur sozialistischen Idee bekennen. Das vorbereitende Komitee konnte schlecht einen besseren, würdigeren Platz für das Sportfest der Arbeiter finden, als die Stadt an der Donau, die so günstig alle Vorbedingungen erfüllt. Die Wettkämpfer sind auf den 33 Plätzen tüchtig an der ?lrbait, um die Vorentscheidungskämpfe abzuwickeln, die zur Be- tetligung an den Endläufen und— in den meisten Konkurrenzen— zu den internationalen Meisterschaften führen sollen. Es ist eine unübersehbare Fülle von Darbietungen, ein Heer von Berichterstattern ist unterwegs, um von überall her die Resultats zusammenzutragen. In einer Zentralstelle wird dann alles ge- sammelt und an die stOl) Pressevertreter verteilt, die vom Komitee zur Olympiade eingeladen wurden. Das W e t t e r hat sich vollkommen geändert: in Wien, wo noch bis Dienstag trüber Wolkenhanss und Regen"herrschten, ist jetzt herrlichster Sonnenschein und, ein Glück für die Wettkämpfer, mäßig warme Temperatur. In der Leichtathletik, in der Schwerathletik sowie im Schwimmen wurden mehrere internationale Rekorde erzielt. Beweis« der glänzenden Verfassung der Sportler und des vortreff- wichen Zustande» sämtlicher Sportanlagen. Die Kämpfer werden nicht nur von ihren Landsleuten bejubelt, sondern von der ganzen Masse der Gäste. Die Wettkämpfe Hohe Sporlform bringt Glanzleistungen Bereits im gestrigen„Abend" hatten wir über neue i n t e r- nationale Höchstleistungen berichten können. Aus den leichtathletischen Wettkämpfen des Donnerstag tragen wir heute noch nach: loo-Meter-Lausen der Männer. Sieger wurden: Etholen(Finnland) 11,5 Sekunden: Bainio (Finnland) 11,5: Misol(Deutschland) 11,5: Awbery(England) 11.2: Nansen(Norwegen) 11: Kock(Deutschland) 11,1: Hoch(Oesterreich) 11,2: Hallosan(Oesterreich) 11,5.— Hochspringen für Männer(Sportler-Vorkampf): Lehtinen(Finnland) 1,80 Meter: Heinrich(Oesterreich) 1,75 Meter(österreichischer Rekord).— Schleuderball« eefen für Frauen(Entscheidung): Biegler (Oesterreich) 37,57 Meter(neuer österreichischer Rekord): Zaein «Deutschland) 35,54 Meter: Hahnert(Deutschland) 34,55 Meter: Grösch(Deutschland) 34,17 Meter.— Kugelstoßen für Frauen (Entscheidung): Hähnert(Deutschland) 9,24 Meter: Dank(Deutsch- land) 8.97 Meter: Kehrt(Deutschland) 8,57 Meter.— Drei- sprung für Männer(Entscheidung): Takkinen(Finnland) 13,95 Meter: Riihelä(Finnland) 13,68 Meter: Herrmann(Deutschland) 13,13 Meter; Flachberger(Oesterreich) 12,94 Meter.— Hammer- werfen für Männer(Entscheidung): Pärni(Finnland) 44,93 Meter: Küfner(Deutschland) 35,38 Meter:' Stopper(Oefterreich) 28,29 Meter: Bakule(Oesterreich) 27,87 Meter. kuhball Die Vorspiele um die Fußballmeisterschaft der Sozialistischen Arbeiter-Sport-International« brachten bisher folgende Ergebnisse: Oe st erreich— Finnland 5:1(2:1). Die Oesterrcicher waren den Finnen vor allem technisch überlegen. Daß es erst in der zweiten Hülste des Spieles zur Mehrzahl der zählbaren Erfolge kam, ist vor allem der robusten Spielweife der Finnen zuzuschreiben, die den Oesterreichern in der ersten Halbzeit viel zu schassen machte. Mit dem Wnehmen der Kräfte setzte sich die bessere Technik der Oesterreicher durch und verhalf ihnen zu einem verdienten Sieg. Ausgezeichnet als Schiedsrichter war Fränkel(Deutschland). Polen— Estland 1:0(0:0). Die Entscheidung fällt in letzter Minute durch einen Elfmeter. Ein hübsches und spannendes Spiel, das die in jeder Hinsicht bester« Mannschaft der Polen verdient gewonnen hit. In der ersten Halbzeit belagern die Polen ständig da« feindliche Tor. Trotzdem bleibt die Halbzeit torlos. Am Beginn der zweiten Spielzeit kommen die Estländer ein wenig auf und greifen einige Male sehr hübsch an. Bald zeigt aber Polen wieder seine Ueberlegenheit. Das Spiel bleibt aber weiter erfolglos. Gegen Schluß wird der Kampf etwas schärfer und in der 44. Minute bringt ein Verstoß gegen die Regel, der von den Estländern oerschuldet wurde, das einzige Tor für die Polen(Torschütze: Rapiorkowski). Schiedsrichter war Grimme(Aussiger Verband). Aussig— Holland 3: 3. Nachmittags wurde am WAE.- Platz das Spiel Aussig— Holland ausgetragen. Das Resultat ent- spricht vollkommen dem Kräfteverhältnis. Beide Mannschaften zeigten ein sehr schönes Spiel, das die Zuschauer vollkommen be- friedigt». Deutschland— Dänemark 8:1(4:1). Die Deutschen überraschten durch ihr flaches Kombinationsspiel, dem die dänisch« Läuferreihe nicht gewachsen war. Die Sieger hatten dos Spiel jederzeit sicher in der Hand und spielten nach der Pause zurückhaltend. Ausgezeichnet waren die Innenstürmer. Die Dänen sind sym- pachischc und flinke Spieler. Einigck von ihnen haben eine gute Ballbehandlung. Gut war trotz der erhaltenen 8 Tore der Tormann, der einige Male schön abwehrte. Für die Deutschen erzi»lten Tore: Seeler(4), Schmidt(3) und Schneider. Das Tor der Dänen schoß Ryle. Schweiz— Lettland 3-0(1:9). Die hart und rasch spielenden Schweizer erzielten gegen die zerfahrenen Lotten einen unerwarteten sicheren Sieg. Besonders gut waren bei den Schwei- zern Mittelläufer, Mittelstürmer und Rechtsaußen, bei den Letten der Tormann. Die Letten hielten das Tempo, das die Schweizer einschlugen, nicht durch und sielen in der zweiten Halbzeit stark ab. Das erste und schönste Tor erzielte der Schweizer Mittelstürmer in einer Soloaktion, das zweite der Rechtsverbinder und das letzte der Linksaußen. Tschechische Union— Belgien 3:0(1:0). Die Belgier waren nicht in guter Verfassung und mußten durch Ersatz eine Niederlage in Kauf nehmen. Ihr linker Verteidiger Van Genechte erlitt eine Verletzung. Das Spiel oerlief in der ersten Halbzeit gleich- wertig. Das Tor der ersten Halbzeit konnte Bauer in der 35. Minute nach einem Zuspiel des Linksaußen erzielen. Die zwei Tore noch Seitenwechsel schössen Ribar und Holy. Dieser erzielte mit einem schönen Schrägschuß das Endergebnis. Bei dem Spiel Ungarn gegen Palästina gewannen die Ungarn verdient 3:1(1:1). In drei Fußball-Freundschaftsspielen siegten die Wiener Mannschaften von Postgewerkschaft, Rudolfshügei und Sozialistische Studenten über deutsche und österreichische Team. Post- gewerkschaft schlug die Kreismannschast von g r a n k f u r t 5: 0, die Studenten siegten über Tirol 5: 3. Rudolfshügel fertigte das Team von O f f e n b a ch 13: 0 ab. Württemberg spielte gegen Neu- bau 2: 2. Schwimmen und Springen. Im Schwimmstadion, das bis auf das letzte Plätzchen besetzt war, zeitweise sogar gesperrt werden mußte, wurden die ersten zur Olympiameisterschaft gehörigen Wettkämpfe ausgetragen. Der Wafserball-Länderkampf Oesterreich gegen Belgien endete mit einem zahlenmäßigen überlegenen Erfolg der Oesterrcicher, die mit 10: 2(7:0) Toren siegten. Für die Sieger waren erfolgreich: Dornstauder(5), Beran(2), Havlik, Hummel und Capek. Deutsch. land spielte gegen Frankreich 14:1(5:0). Den Franzosen fehlte jedes technische Können. In die Endkämpfe um die Meisterschaft im Turm- springen kommen von Deutschland Nachtigall und G r a u s i n g- Berlin, der Finne Tekkanen und die Oesterreicher Dirmhirn und Stadlmayer. Einige Resultate aus den Schwimm- Wettbewerben: 400-Meter-Bru st schwimmen für Männer: Paanano(Finnland) 6:27,2 Minuten: Sprokaty(Oesterreich) 5: 40,6 Minuten. Der Favorit, der Wiener Wimmer, wurde wegen zweimaligen Fehlstort ausgeschlossen. 20V.Meter-Freistil- schwimmen für Männer: Hawlik(Oesterreich) 2:35 Minuten: G r ü h n(Deutschland) 2: 36,8 Minuten. IVO-Meter-Rücken- schwimmen für Männer: Scherrbarth(Deutschland) 3: 41,4 Minuten: F r o h n(Deutschland) 1: 21,2 Minuten. Die Boxkämpfe. Der erste Tag der Boxkämpfe brachte folgende Ergebnisse: Fliegengewicht: Weigl(Oesterreich), Schubert(Deutschland), Sieger: Schubert. Scherf(Deutschland), Henkert(Deutschland), Sieger: S ch e r f. Tuovinen(Finnland) siegt gegen Wünsch(Deutschland). Dolgicers(Lettland) siegt gegen List(Deutschland). Bantam- Gewicht: Sandström(Finnland) siegt gegen Gulbronson(Norwegen). Bartoschek(Oesterreich) siegt gegen Olschewski(Polen). S ch a p p e r (Deutschland) siegt gegen Kunz(Schweiz). Färber(Deutslhland) siegt gegen Liwojky(Deutschland). Lindgren(Finnland) siegt gegen Dehof(Deutschland). Federgewicht: Kutanen(Finnland) siegt gegen Mutig(Estland). Weineck(Oesterreich) schlägt Grettler(Oesterreich). T a o e n i e r(Deutschland) schlägt Despaud(Deutschland). Richter (Deutschland) schlägt Preisecke(Deutschland). K r a a g(Deutschland) schlägt Biakowsky(Oesterreich). Diu Zitsu. Bantack-Gcwicht: Papesch(Oesterreich) schlägt Hammerstigl (Deutschland). Federgewicht: Nimmführ(Oesterreich) gegen Gogela (Oesterreich) unentschieden. Leichtgewicht: P ä g e l o f(Deutschland) schlägt Buchele(Oesterreich). Weltergewicht: Dworak(Oesterreich) schlägt Kandier(Oesterreich). Hufnagel(Deutschland) gegen Beacco(Oesterreich) unentschieden. Mittelgewicht: Sinn(Oesterreich) schlägt Janu(Oesterreich). Oesterreich und Deutschland Favoriten im Handball. Die erste Runde der Olympiameisterschaft der Handballer brachte überlegene Erfolg« der Oesterreicher und Deutschen. Nach- stehend die Ergebniste: Deutschland gegen Polen 19:1 (1V: 0). Die Deutschen waren um Klassen überlegen. Sie spielten, während ihre Gegner mit ganzer Kraft kämpften. Oe st erreich gegen Ungarn 18:2(11:1). Das Ergebnis entspricht nicht dem tatsächlichen Können der Ungarn, die wirklich ausgesprochenes Schußpech hatten. Es war ihr erstes internationales Matche Schweiz gegen Belgien 15:1(5:0). Ein flottes Spiel, in dem die Eidgenosten ein klares Uebergewicht an den Tag legten. Rad- und Motorradfahren. Auf der Brucker Bundesstraß«, nächst Schwcchat bei Wien. wurden die Radrennen über 50 und 20 Kilometer und da» Tempofahren der Motorradfahrer ausgetragen. Beide Radwettkämpf» sielen an Ausländer, an Franzosen und Engländer, die sich allen übrigen Teilnehmern an Routin« überlegen zeigten. Die Rennen wurden nicht durch Geschwindigkeit entschieden, sondern erst im Endspurt. Beim Ziel hatten sich einig« tausend Zuschauer «ingefunden. Die Ergebnisse waren: Stroßenfayren über 5 0 Kilometer: 1. Henry(Frankreich) 1:32:00; 2. Hönning(Deutschland) dichtauf: 3. Hanredl(Oesterreich) dichtauf: auf den vierten Platz wurden folgende Fahrer gesetzt: Sachtlcben(Deutschland). Richter(Deutschland) und andere. Straßenfahren über 20 Kilometer: 1. Eopeland(England) 34:59: 2. Pampl(Oesterreich) dichtauf: 3. Döller(Oesterreich) dichtauf: 4. Meister(Oesterreich) dichtauf: 5. Ranta(Finnland) dichtauf: weiter liefen noch ein: Jachem(Deutschland), Stehler(Deutschland) und andere. Das Tempofahren der Motorradfahrer übet 20 Kilometer brachte folgendes Ergebnis: Bis 300 ccm: Koller (Oesterreich) 16 Punkte: Bodental(Deutschland) 82: Peter» s e n(Deutschland) 123. Heber 300 ccm: Freitag(Deutschland) 102 Punkte: Bräutigam(Deutschland) 158: Fiedler(Oester- reich) 194. Ueber 300 ccm, Beiwagen: Lassen(Oesterreich) 62 Punkte; Jäger(Oesterreich) 74; Kirsch(Deutschland) 241. 150 deutsche Spielleule in Wien. Unter der Leitung von Oehlschläger- Berlin hielten 150 in Wien besindliche deutsche Spielleute am Freitagvormittag eine Uebungsstunde ab. Sie werden an der Spitze der deutschen Sportler am Sonntag in dem großen Festzug mitmarschieren, den ebenfalls Bundesstabführer Oehlschläger anführt. Zporf-krauen und Arbeiter'Internationale Die Vertreterinnen von 14 Kreisen des Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportbundes fanden sich im Landhaus in der Herrengaste zu einer Tagung zusammen. Es wurde folgende Resolution gefaßt: „Wir Frauen, die wir aus 14 Kreisen anläßlich der 2. Ar- beiterolympiade versammelt sind, wollen uns zu dieser Stunde. in der gleichzeitig auch der international« sozial! st ische Irauenkongreß eröffnet wird, geloben, den Arbeitersport auch für die Frauen als Grundlage jeder sozialistischen Kultur und des Aufstieges der Menschheit anzusehen. Wir erachten es als unser« Pflicht, tatkräftig mitzuarbeiten, damit Völleroer- söhnung, Weltfriede und Sozialismus zur Wirk- lichkeit werden. Wir gedenken auch aller der Genossinnen in den Ländern der Diktatur, die an diesem großen Fest der Arbeitersport- internationale nicht teilnehmen tonnen und versprechen ihnen, gleichzeitig so lange zu kämpfen, bis alle Frauen der Welt geistig und körperlich frei geworden sind. Möge dies Gelöbnis von uns bald feine Früchte sehen lassen, damit wir Frauen beitragen zum rascheren Siege des Sozialismus." Wie wir erfahren, werden auf der am Sonntag beginnenden Tagung der Sozialistischen Arbeiter-Jnternational« in Wien zum ersten Male auch die Vertreterinnen der Sportlerinnen teilnehmen. Das Schwimmen«Quer durch Wien" Eine groß angelegte, volkstümliche Veranstaltung hielt gestern nachmittag von 5 bis 7 Uhr im Donaukanal an der Rotundenbrücke 20 000 Zuschauer in Erwartung. Die 7 Kilometer lange Strecke wurde von dem Sieger, dem Wiener Wimmer, in etwa 45 Minuten durchschwömmen, eine Leistung, die nur bei dem großen Stromgesälle zu vollbringen ist. Der Sieger, dem die beiden nächsten, Hummel-Wien und Werner-Breslau, dichtauf folgten, war etwa eineinhalbmal so schnell als ein guter Fußgänger, der zu den 7 Kilometern etwa IK Stunden gebraucht hätte. Ueber'- Haupt lasten die reißenden Stromverhältniste im Donaukanal eine Bewertung der Leistungen nach unserem Begrisf gar nicht zu: das mußten auch die Paddler erfahren, die eine Auffahrt mit etwa 150 Booten veranstalteten und dabei mit der Strömung stark zu tun hatten. Kunstspringen von der 20 Meter hohen Brücke, Eskimokentern, bei dem sich ein zwölfjähriger Wiener Bub auszeichnete, und humoristische Vorführungen der Paddler unterhielten die.Zuschauer auf das beste. Eine Schutzbundkapclle spielte dazu aus. � Massenankunft in Charleville Driftletzte Etappe der Tour de France Einen monotonen Verlauf nahm die 22. Etappe der Tour de France, die am Freitag die Teilnehmer von Metz über L o n- g u y o n und S e d a n nach dem 159 Kilometer entfernten E h a r l e v i l l e führte. Die Fahrer beschränkten sich darauf, die vorgeschriebene Fahrzeit einzuhalten, die schließlich sogar noch um etwas mehr als eine Viertelstunde unterboten wurde. In der 29 Mann starten Spitzengruppe befanden sich alle sieben Deutschen, doch war ihnen auch diesmal kein Etappensieg bcschieden. Der Spurt- schnellste war einmal mehr Charles P6lissier, der nach einer Fahrzelt von 5: 01: 44 als erster vor dem Italiener Di Pecco über das Zielband ging. Den dritten Platz in der Etappe sicherte sich S t ö p e l. als nächste wurden noch Devaele, Leducq und der Dresdener Thierbach placiert, alle übrigen, darunter auch Sicg-l, Metze, Geyer, Bus« und Sicronski besetzten gemeinsam den siebenten Platz. Ausgeschieden ist auf dieser drittletzten Etappe der Italiener G r e in o, so daß sich von den am 30. Juni in Pari« gestarteten 8V Bewerbern setzt nur noch 41, und zwar 27 Aste und 14 Tourenfahrer, im Rennen befinden. Durch den karlshorster See. Die Ereignisse in Karlehorst folgen sich jetzt Schlag auf Schlag. Auf den letzten großen Tag in der Wuhlheide folgt am Sonntag, 25. Juli, eine nicht minder inleressanl« Veranstaltung mit einem vielversprechenden und durchweg stark bc- setzten Programm. Eine sportliche Schaunummer, die als lustige Wasterpantomime beim Publikum stets viel Anklang findet, wird im Seejagdrennen gelaufen. Der Kurs führt durch den Karlshorster See. Sportlich wertvoller ist der Mittelpunkt des Nachmittags, der Große Kailshorstcr Hiirdenausgleich. Dies« iib«r 3500 Meter sllhrendc Konkurrenz bringt ein« Reihe besserer Hürdlrr, wie He- luan, Araber, Mißgriff, Mariza, Metrodorus, Sterireck, Iffezheim, Aquilon III, P-cper und Silvu» an d«n Start>>nd verspricht eine spannend« Entscheidung zu werden. Ein Riesenfalo wird den Preis von Bärfelde, das Flachrennen des Tages, bestreiten. Die Rennen beginnen wieder um 3 Uhr. 7 Landre-Breithaupt E D E LW E I S S E