Morgenausgabe Nr. 357 A 180 4S.Iahrgang Wöchentlich SV Pf, monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschließlich 6OPf. Postzeitun gs- und 72 Ps. Postbestellgebühren. Auslandsabonnement 6,— M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachen- porto 5,— M. Der„Bormärts* erscheint wochentäg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berttn und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilage„Volt und Zeit". Ferner„Frauenstimme", �Technik".„Blick in die Dücherwelt" .2ugend'Dorwärts"u.„Stadtbeilage� VerUner Voltsblatt Sonntag 2. August 1951 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die«ins palt NonvareMezelle 60 Pf. Retlamezeil« ß.— RM.„Kleine Anzeige«" da» fettgedruckte Wort 25 Pf. jzulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 12 Pf. Rabatt IL Tarif. Stellengesuche das erste Wort IS Pf, jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pf. Familien- anzeigen Zeile 40 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3. wochen- täglich von 8»/, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Jentvalorsan der GozialdemoSvaMchen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 lZernspr.: Dönhols(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlins? 53S.— Bankkonto: Bankder Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 8, Dt. B. u.Disc.-Ges., Depositen!., Jerusalemer Str. KS/KS. Genossinnen und Genossen! In emster Stunde ruft die SPD. die werktätige Bevölkerung Berlins zu einer greften Kundgebung auf: Gegen Krieg und Völkerverhetzung, fllr Frieden und Völkerversöhnung Heute, Sonntag, 14, Uhr auf dem Stadion Neukölln, Oderstraße Alljährlich scharen sich am Tage des Kriegsausbruchs die klassenbewußten Proletarier Berlins um die rote Fahne der Sozialdemokratie, um gegen die Kriegstreiber zu demonstrieren, Unsere diesjährige Antikriegskundgebung steht zugleich im Zeichen des Kampfes gegen die kapitalistischen Bankrotteure, die den Volksentscheid zum Sturz der preußischen Regierung eingeleitet und die willige Hilfe zur Aufrichtung der faschistischen Diktatur durch die Kommunistische Partei erhalten haben. Männer und Frauen I Jungwähler! Protestiert mit uns gegen Krieg und Kriegsgefahr, gegen den Volksbetrug beim Volksentscheld der Nazi, Stahlhelmer, Hugenberg und ihre Steigbügelhalter, die Kommunisten! Programmfolge: Gemischter und Männerchor(Arbeltersängerbund)/ Rezitation(Martha John) Ansprachen: Abgeordneter Grumbach, Paris; Siegfried Aufhäuser, MdR.; Otto Meier, MdL./ Sprechchor/ Volkssport Neukölln-Britz Die Arbeitersportler nehmen U1/. Uhr Aufstellung auf dem Stellplatz hinter der Südkurve. Die Sänger nehmen die Plätze an der Südkurve ein. Die Banner und Fahnen der Partei und der SAJ. nehmen 141/« Uhr Aufstellung vor dem Haupteingang zum Stadion an der Oderstraße. Fahrrerbindungcn: Ringbahn bis Hermannstraße/ Untergrundbahn Leinestraße Sämtliche Straßenbahnlinien, die die Hermannstraße passieren. Der Bezirksvorstand Berlin der SPD. Soz. Arbeiterjugend GroB-Berlin. Rombesuch nächste Woche. Brüning vnd Evrtivs fahren Mittwoch und Donnerstag Die Reise des Reichskanzlers und des Reichsaußenministers nach Rom ist für die zweite chälfte der kommenden Woche vorgesehen. Der Reichskanzler wird am Mittwoch oder Donnerstag von Berlin obreifen. Der Aufenthalt in Rom soll zwei Tage dauern, so daß der Reichskanzler und der Reichsaußenminister am Montag der nächsten Woche wieder nach Berlin zurückkehren. In dem Besuchsprogramm ist ein Empfang des Reichs- tanzler« durch den Papst vorgesehen. Am Dienstag Kanzlerrebe im Zlundsunk. Reichskanzler Dr. Brüning wird am Dienstag eine Rundfunk- rede über alle deutschen Sender halten. Der genaue Zeitpunkt wird noch bekanntgegeben. Der Reichskanzler wird Ausführungen über die gesamte Lage machen. Was zahlen die Sparkassen. Fünfzig Mark in der kommenden Woche. Amtlich wird mitgeteilt: In den Stillhalteverhandlungen über kurzfristige Auslandsverschuldung, die zur Zeit zwischen ausländischen Gläubigern und deutschen Schuldnern schweben, ist der bestimmte Wunsch zu Tage getreten, daß keinesfalls die außerhalb der Berhand- lungsgruppen stehenden ausländischen Gläubiger besser gestellt sein dürften als die Gruppen, die grundsätzlich bereit sind, sich freiwillig Beschränkungen zu unterwerfen. Diese Erwägungen und die Not- wendigkeit, eine sparsame Devisenwirtschaft in Deutschland durchzu- führen, haben angesichts der bevorstehenden Eröffnung der Banten dazu geführt, daß das Reich eine allgemeine Devisenregelung ge- troffen hat. Innerhalb der Verordnung sind nicht nur die selb- ständigen Stillhalteabkommen gesichert, sondern es ist felbstverständ- lich die Bezahlung der Zinsen und Tilgungsquoten zum Fälligkeits- tage keinen Beschränkungen unterworfen. Der Sparkasseaverkehr für die kommende Woche tbird in der Weise geregell, daß ein Auszahtungsbetrag von je 5 9 Mark unter den Bedingungen der bisherigen Verordnungen zur Auszahlung freigegeben wird. Im Laufe der kommenden Woche werden die Vorbereitungen getroffen, um für die Sparkassen eine weitergehende Auslockerung des Zahlungsverkehrs herbeizuführen. Die Ankurbelung des Bankverkehrs. Entsprechend der Ankündigung der Rcichsregierung wird in der komnienden Woche die Aufnahme des normalen Iah- lungsoerkehrs erfolgen. Es wird am Montag der unbe- schränkte Ueberweisungsverkehr innerhalb der zum Ueber- Weisungsverband gehörigen Institute, am Dienstag der unbeschräntte Ueberweisungsverkehr unter Ausschluß der Ueber- Weisungen auf Postscheck- und Reichsbankgirokontcn, im übrigen ganz allgemein aufgenommen werden. Vom Mittwoch ab werden auch die Ueberwcisungen auf Postscheck- und Reichsbankgirokontcn und die Barauszahlungen aus Kontokorrent- und Giroguthaben unbeschränkt zulässig sein. Verschärfte Devisenverordnung Eine Ergänzung der Kapitalfluchtverordnung. Zn später Nachtstunde wurde die Notverordnung über die De- viseabewirlschastung bekanntgegeben. Sic bestimmt, daß der Erwerb von ausländischen Zahlungsmitteln nur über die Reichsbank geschehen darf. Die Verordnung enthält ferner ein INarkausfuhr- verbot, sowie ein verbot des Handels mit a u s l ä n d i. sche» Wertpapieren. Ein Erwerb derartiger Wertpapiere ist nur über die Devisenbewirtschaftungsstclle möglich. Die Stellen für Devisenbewirtschaftung sind die Landessinanz- ämter, die mit dem Reichswirtschasts-, Reichsfinanz- und Reichs- crnährungsminister zusammenarbeiten. Sie erhallen weitgehende Vollmachten. Die Strasbestimmungen für Ueberlretungen sind die gleichen, wie bei der Sapitalsluchloerordnuog. Die Devisenver- ordnuug tritt am 4. August in Kraft.... Oer Sachverständigenaussckuß. Die Londoner Ministerkonferenz hatte die BIZ. aufgefordert, ein Komitee von Fachleuten zu ernennen, um die wei- teren Kreditbedürfnis(e Deutschlands zu prüfen und die Umwandlung der kurzfristigen in langfristige Kredite zu ver- suchen. Dieses Komitee ist gestern in Basel gebildet worden: ihm gehört für D'entschland'Dr. Metchior an. Frieden und Freiheit. Gegen Krieg, Reaktion und Scharfmachertum. Wir stehen siebzehn Jahre hinter dem Ausbruch eines Weltkrieges, den die heutige Jugend nicht bewußt erlebt hat und den die älteren zum großen Teil in seiner Wirklichkeit vergessen haben. Anders ist es nicht erklärlich, daß Mil- lionen aus einem Volk, dem vor dreizehn Jahren die Waffen aus der ermatteten und verstümmelten Hand fielen, heute wieder durch Kriegsmärsche und Galaparaden in tobende Verzückung versetzt werden. Der Gedanke des kurzen er- quickenden Stahlbades, das alle Krankheiten unseres Wirt- schaftskörpers mit einem Schlage auskurieren würde, spukt in Millionen Köpfen. Was aus der Geschichte zu lernen war, daß ein heutiger Krieg selbst für die Sieger ein wirt- schaftliches Unglück ist, das wird über ein paar leichtfertigen Redensarten vergessen. Die Stärke des verlogenen Nationalismus, der dem Volke, das er an die Sckilachtbank führen will, ein Phantom von Glanz und Ruhm vormalt, kennzeichnet zugleich die Stärke der politischen Reaktion in Deutschland. Kriegerischer Nationalismus und rückschrittliche innere Knech- tung des Volkes liegen auf der gleichen Linie, so sehr sich die Feinde der Volksfreiheit mitunter auch als die wahrhaft Fortschrittlichen und Sozialdenkendcn zu maskieren suchen. Aber mögen sie selbst wie die Nazis das Wort Sozialismus und die Bezeichnung Arbeiterpartei in ihren Firmentitel aufnehmen— es bleibt ein Täuschungsmanöver. Nichts ist vielleicht bezeichnender, als daß selbst ein so rechtsgerichteter Verband wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband in seiner offiziellen Zeitschrift gegen die. Anzeichen eines reaktionären Scharfmachertums bei der NSDAP. Stellung nehmen muß, daß feine„Handelswacht" diese' Anzeichen illustrieren muß an Aussprüchen offizieller Persönlichkeiten der NSDAP., die sich gegen den gewerkschaftlichen Znsam- menschluß der Arbeitnehmer, gegen das Tarifvertragswesen, gegen die soziale Versicherung in jeder Form wenden! -i- Goethe bezeichnet im Faust„Krieg, Handel und Piraterei" als„dreieinig, nicht zu trennen". Hundert Jahre später müssen wir diese Dreieinigkeit nennen: Krieg, Reaktion und Scharfmachertum. Diese drei bilden heute eine untrennbare politische Einheit. Um das zu verstehen, braucht man nur den Namen Hugenberg auszusprechen. Sein Programm ist vollkommen klar: nach außen hin Zerreißung der Verträge, d. h. Krieg gegen Frankreich. Nach innen hin Diktatur, d. h. völlige Ausschaltung des Volkswillens. Auf wirtschaftlichem Gebiet durch die Diktatur Senkung der Löhne auf das letzte Existenzminimum, Beseitigung der Sozialpolitik, „Ankurbelung der Wirtschaft" durch einseitige Belastung der Lohnempfänger, Verbraucher und Mieter. Man muß diesem Programm eines lassen: es ist kon- sequent und logisch aufgebaut. Weil es zu klar fein arbeiter- feindliches Gesicht zeigt, ist ihm der Masscnerfolg versagt. Deshalb haben den großen Zulauf die Nazis, die im Grunde ganz das gleiche wie Hugenberg erstreben, aber den reaktiv- nären und scharfmacherischen Teil des Programms besser zu vernebeln verstehen. Aber es ist kein Zweifel, daß hinter dem nationalsozialistischen Geschrei Hitlers sich ebenfalls Reaktion und Scharfmacherei verbirgt. Warum jubelt das Gros der Studenten den Nazis zu? Weil diese genau wie die reaktionärsten ostelbischen Junker, das Alleinrecht der Studierten(d. h. des Bürgertums) auf die leitenden Staats- und Beamtenstellen verkünden, well sie mit genau der gleichen inneren Verachtung des Proletariats wie etwa die „Kreuz-Zeitung" dagegen agitieren,„von Maurern und Schlossern" regiert zu werden. Wer Krieg sagt, der sagt Reaktion und Kapita- lismus. Nur wer Frieden sagt, der kann gleichzeitig Freiheit und Sozialismus sagen. * Mit dem nationalistischen Kriegsgeschrei haben die Reak- tionäre jahrlang gegen die Republik gehetzt. Sic streben zur terrschaft, um das Volk von neuem unterjochen und an die chlachtbank führen zu können. Der V o l k s e n t s ch e i d in Preußen bedeutet für sie eine Etappe aus diesem Wege. Das republikanische Preußen ist nicht nur ein Bollwerk der Freiheit, es ist auch ein Bollwerk des Friedens. Solange Preußen von Republikanern und Sozialisten regiert wird, ist es unmöglich, vom Reich aus nationalistische Abenteurer- Politik zu treiben. Das wissen die Hugenberg und Hitler, und well siie Kriegsabenteurer, mögen deren Aussichten noch so phantastisch sein, weil sie die blutige Auseinander- setzung mit Frankreich suchen, deshalb ihre Parole:„Fort mit Braun und S e v e r i n g!" In diesem Zusammenhang spiegelt sich die ganze Klag- l i ch k c i t d e r k o m m u n ist i s ch e>: Politik. Am gestrigen 1. August haben sie angebliche„Friedensdemonstrationen" veranstaltet. Es mutet fast symbolisch an, daß auch diese Friedensdemonstrationen mit der Erschießung eines republikanischen Schutzpolizisten begonnen haben. Frieden schreien und zum Gaudium der Reaktionäre auf die Republik schießen— das ist in der Tat die kommunistische Taktik! » Am Sonnabend haben die Kommunisten ihren An- Hangern eingeredet,' daß sie gegen die Wilhelm ini- schen Generäle, gegen Stahlhelm- und Nazimilitaristen, für den Frieden demonstrierten. Aber genau acht Tage später, am 9. August, sollen nach dem unerforschlichen Rat- fchluß der kommunistischen Zentrale die gleichen Anhänger den Stahl Helmgenerälen die Bahn für einen neuen Krieg freimachen helfen! Man glaubt, in einem Narrenhaus zu sein: Am 1. August heißt die kam- munistische Parole:„Gegen den Stahlhelm, gegen den Krieg!", am 9. August aber heißt die Parole:„Für den Stahlhelm und f ü r den Krieg!" Der Unterschied ist nur, daß es sich am 1. August um eine rein platonische D e m o n st r a t i o n für den Frieden gehandelt hat, während am 9. August ein hoch st aktives und sehr folgen- schweres Eintreten der kommunistischen Parteigänger für Militarismus und Krieg gefordert wird. Alle Redensarten vom„roten" Volksentscheid können den Schwindel nicht decken. Die Kommunisten wissen sehr genau, daß ein Erfolg des Volksentscheids nicht ihnen, sondern der Reaktion zur Macht verhelfen würde. Aber das ist uns gar nichts Neues, daß die Kommunisten mit vollem Bewußtsein den schlimmsten Feinden der Arbeiterklasse, den Militaristen und Generälen in den Sattel helfen! Es wird nur zu schnell vergessen, was früher gewesen ist. Mit vollem Recht erinnert die Zeitschrift„Das freie Wort" daran, daß am 13. März 1929, am Tage des Kapp- Putfches, als die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften die Parole des Generalstreiks gegen Kapp und Lütt- witz ausgaben, es das kommunistische Zentralkomitee war, das die Beteiligung am Generalstreik strikt ablehnte. In seinem Aufruf befindet sich der lapidare Satz:„Das Proletariat wird keinen Finger rühren für die demokratische Republik." Damals war es das A und O der kommunistischen Politik, für die gefährdete Republik keinen Finger zu rühren. Heute ist man in der KPD. schon darüber hinaus, man unter- stützt bereits aktiv die Feinde der Republik! Man unter- stützt die nationalistischen Kriegstreiber, sucht sie zu Herren des Staates zu machen! Der Volksentscheid hat die Fronten klar enthüllt. Er zeigt, daß reaktionäre Kriegstreiber und Kam- munisten in der gleichen Front des Rückschritts ■Itehen. Wer sich zum Frieden bekennt, der muß sich zur demokratischen Republik bekennen, der muß mit der Partei heute demonstrieren, die Frieden, Freiheit und Republik aus tiefster Ueberzeugung verteidigt, mit der So-zial- d e m o k ra t i e! Das Spiel mit dem Hochverrai. Öine Gpionageanweifung aus dem Braunen Haufe. Wir berichteten gestern über Berichte der nationalsozia- listischcn Gauleiter an das Braune Haus, die Listen der im Sinne Hitlers zuverlässigen Reichswehr- und Polizeioffiziere enthielten. Wie der Sozialdemokratische Pressedienst mitteilt, gehen diese Berichte auf eine Anordnung der na- tionalsozialistischen Reichsleitung zurück. In dieser Anordnung heißt es weiter wörtlich: „Wie ist das Verhältnis und die Stimmung des Bahn, und Po st Personals? Politische Einstellung des Bezirksamts- Vorstandes, der Bürgermeister in den einzelnen De- meindcn, der Provinz- und Lokalpresse, der Pfarrer beider Konscssionen? Vorgänge und Absichten innerhalb der Wehr- verbände(Reichsbanner, Rotfront, Stahlhelm, Oberland), sog. heimatlicher, christlicher und jüdischer Organisationen(Logen, Ge- hcimorden, Heimatschutz)?" Das ist eine Anweisung zur Spionage! Wir erwarten einen Eid Hitlers, daß das alles selbstverständlich alles ganz legal gemeint sei! Hoover bietet an. Deutschland soll billig Baumwolle und Weizen kaufen. Der Reichsregierung ist nach amerikanischen Meldungen durch den Berliner Botschafter Sackett ein Angebot des amerika- nischen Bundesfarm amtes gemacht worden, wonach dieses Amt bereit ist, an Deutschland Weizen und Baumwolle aus amerika- nischen Beständen zu günstigen Kreditbedingungen zu verkaufen. E« wird davon gesprochen, daß der Gegenwert für die Weizen- und Baumwollieferungen aus zwei Jahre gestundet und nur mit 4,6 Proz. verzinst werden soll. Deutsch« Zeitungen bringen die Meldung unter der Bezeichnung„Eine neue Hoover-Aktion". Das Angebot des amerikanischen Bundesfarmamtes wäre be- greiflich. Die Unterstützung der amerikanischen Farmer kostet dem amerstanischen Staat Milliardensummen. Der Verkauf amerika- nischer Bestände an Deutschland wäre unter diesem Gesichtspunkt eine vernünftige amerikanische Regierungsaktion. Auch fiir Deutsch- land wäre der Erwerb von amerikanischem Weizen und amerika- nischer Baumwolle angesichts der vorteilhaften Bedingungen kein unvernünftiges Geschäft. Freilich ist zu fürchten, daß mindestens die Einfuhr von billigerem Weizen von den deutschen Agrariern mit höllischem Geschrei aufgenommen wird, worüber man ja auch bald in der deutschen Agrarierpressc einiges wird lesen können. Ein Fußtritt. Die deutschnationale Fraktion de? Preußischen Land» tags hat dem kommunistischen Antrag auf Einberufung des preußischen Parlaments die fehlende Unter st ützung ner- sagt. Diesen Fußtritt hatten die Lakaien des faschistischen Stahl- Helms nicht erwartet. In dem Haß gegen die Sozialdemokratie werden sie trotzdem weiter die Bundesgenossen der Rechtsputschisten bleiben. Volksenischeid für den Klassenstaat. Wer das große Portemonnaie hat, soll regieren. Die konservative„Kreuzzestung" agitiert für den schwarz- wcißroten Volksentscheid. Sie kitzelt die Klasseninstinkte der Herrschaften mit dem großen Portemonnaie durch die folgende Liste, die sie sinnig überschreibt:„Weg mit dem roten Parteibuch": Es wurde der frühere Maurer L ü b b r i n g Polizeipräsident in Dortmund, Büroschreibe� B a u e r Reichskanzler, Melalldreher G r z e s i n s k i Innenminister und heute Polizei- Präsident von Berlin, Schmied H 8 r f i n g Oberpräsidenl, Bauarbeiter Voigt Polizeipräsident in Breslau,' Maurer Hahn Landrat in Wanzleben, Friseur Stammer Landrol in Bitterfeld, Former Gebhard Landral in Jerichow, Maurer Böttcher Landral in Wolmirstcdt, Maurer Koch Landrat in Eisleben, Schlosser Voß Landral des Kreises Hohenstein, Feilenhauer König Regierungspräsident in Arnsberg, Lithograph Bartels Regierungspräsident in Frankfurt a. d. O., Milchhändler Kürbis Oberpräsident in Schleswig-Holstein, Maschinenschlosser Wissel! Reichsminister, Klaviermacher Schmidt Reichsminister. Angestellter Sollmann Reichsminister. Maschinenschlosser B ü l o w Landral in Stettin, Bäcker Eggerstedt Regierungsrat in Wandsbek, Schriftsetzer G e r l a ch Landesrat in Düsseldorf. Monteur Krüger Polizeipräsident in Weißenfels, Mechaniker Schlicke Reichsarbeilsminister, Goldschläger Stücklcn Reichskommissar. Gärtner Witte Landral in Wiesbaden, Tech». Angestellter Llldemann Preußischer Finaozminlster, jetzt Oberpräsident, Schlosser Severing Reichsminister des Innern, jetzt preußischer Innenminister, Torpcdodreher Schulz Ernährungskommissar in Schlcswig-Holstein, Slcindrucker Braun Ministerpräsideuk in Preußen, Slubcnmaler Leinert Oberbürgermeister in Hannover. Holzarbeiter Roste. Reichswehrminister a. D. und OberprSsideut von Hannover. Dieser Liste hängt das edle Organ die folgende Betrach- tung an: „Diese Liste läßt sich endlos verlängern. Wären nach der Regel „Schuster bleib bei deinen Leisten" glle diese Herren bei ihrem ehrbaren Handwerk geblieben, so stünde es um Preußen und um dos Reich besser, da schließlich doch etwas mehr dazu gehört, ein Reich bzw. einen Staat zu lenken, als beispielsweise Ziegelsteine zusammenzumauern. Freiwillig wollen diese ehemaligen— in ihrem Beruf sicherlich sehr tüchtigen— Handwerker pp. nicht gehen, sie müssen daher am 9. August zum Abgang gezwungen werden, damit endlich Männer die Leitung der Geschicke des deutschen Voltes übernehmen können, die auf Grund ihrer Vorbildung in der Lage sind, Staats- und Verwaltungsgeschäfte zu führen." Beamter in Preußen darf nur werden, wer entweder adlig ist, oder in einem feudalen Corps das Saufen gelernt hat. oder ein Vermögen von mindestens einer halben Million besitzt: das heißt: den Sinn des Volksentscheids auf eine ein- Amtlich wird milgeteill: Um jeden Zweifel zu beheben, daß die Dresdner Bank in der Lage ist. auch nach Wiederaufnahme des vollen Zahlungsverkehrs ihre Zunkkioncn zu erfüllen und ihren Einlegern die höchste bankmäßige Sicherheit zu bieten, beteiligt sich die Reichs- regierung an der Dresdner Bank mit einem voll eingezahlten Kapital von 300 Millionen Mark. Das Reich übernimmt zu diesem Zweck 300 Millionen Reichs- mark v o r z u g s a k k i e n. die mit einer kumulativen Vorzugsdividende von 7 Prozent ausgestaltet sind. Da die Zustimmung des Anfsichisrals zu der Schaffung der Vorzugsaktien heute erfolgt und die Mehrheit für die Durchführung der Beschlüsse durch die Generalversammlung gesichert ist. stellt das Reich die für den Bezug der Vorzugsaktien erscrderlichen Mittel der Dresdner Bank schon jetzt zur Verfügung. Die Vorstaadsmitglieder der Dresdner B/nk haben im Hinblick darauf, daß der weitaus größte Aktienbesitz sich beim Reich befinden wird, dem neuen Großaktionär die Bereitwilligkeit erklärt, ihre Aewler zur Verfügung zu stellen. Dos Reich hat sich feine Eni- fcheidnng hierzu vorbehalten. * Das Reich ist feit Beginn der Kredittrsse den Großbanken mit einer Großzügigkeit und Freigebigkeit beigsfprungen, die man bei den übrigen Kreditinstituten, vor allem bei den öffentlichen Banken und Sparkassen, vergeblich gesucht hat. Es hat sofort, als die ersten Schwierigkeiten bei der D a n a t b a n k austauchten, die volle Garantie für ihre Berdilidlichleitcn übernommen— man hat aber nichts davon gehört, daß das Reich der in Schwierigkeiten ge- ratenen Landesbank der Rheinprovinz auch nur halb so großzügig beigesprungen wäre, ob zwar es dort zum Unterschied von der Danatbank kein« Lahusen- und Karftadt-Skandale gegeben Hot. Das Reich hat eigens und ausschließlich fiir die Großbanken als Instrument zur Ueberbriickung der Geldkrise die Akzept- und Garantiebank geschaffen und auch hier die volle Ga- rantie übernommen. Den Höhepunkt erreichte die Großzügigkeit der Rwchshllfe bis- c/ I Jfijr( yar.M hdJff fache Formel bringen. In dieser Offenbarung reaktionärer Borniertheit zeigt sich, daß dieser schwarzweißrote Loltsent- scheid eine einzige große Explosion des Klassenhasses gegen die Arbeiterschaft und gegen ihren A u f st i e g ist. Wie geschmeichelt müssen sich die Kommunisten fühlen, daß sie den Herren aus den feudalen Corps mit dem großen Geldbeutel und dem kleinen Gehirn gegen den Steindruck er OttoBraun und gegen den S ch l o f f e r Severing helfen dürfen! Siahlhelm fälscht eigene Flugblätter. Sie Geschichte einer Beschwerde. Am 30. Juli legte der Stahlhelm dem Berliner Polizeipräsidium ein Flugblatt für den Volksentscheid vor. Das Flugblatt begann mit folgenden Worten: „Jeder, der die Ordnung liebt, der noch denken kann, der nicht plündert, schiebt". Das Flugblatt enthielt demnach die Unterstellung, daß jeder, der nichts vom Stahlhelm-Voltsentjcheid wissen will, ein Schieber oder ein Plünderer sei. Wegen dieser schweren Beschimpfung des überwiegenden Teiles der Bevölkerung hat der Polizeipräsident in Berlin das Flugblatt sofort beschlagnahmt. Am folgenden Tage schickte der Stahlhelm die Herren von Soden st ern und von Stephani zum Reichsminister des Innern. Die Herren beschwerten sich entrüstet über die Beschlagnahme. Im Reichsinnenministerium wunderte man sich darüber, daß das Polizeipräsidium dies Flugblatt beschlagnahmt hatte, man fand es im großen und ganzen harmlos. Das hatte feinen guten Grund, denn die Herren von Sodenstern und von Stephani legten nicht das beim Polizeipräsidium eingereichte Flugblatt vor, sondern ein in der Eile angefertigtes neues Flug- blatt, dessen Eingangszeilen nunmehr lauteten: „Jeder, der die Ordnung liebt, der noch denken kann, der die Heimat liebt". Dar Stahlhelm hatte also die beanstandete Zeile geändert. Er legt« seiner Beschwerde nicht das ursprüngliche, sondern das ge- änderte Flugblatt zugrunde. Es ist kein Zweifel, daß darin der Versuch einer arglistigen Täuschung des Reichs- Ministeriums des Innern liegt. Man könnte auch sagen, daß diese Handlung ein« Fälschung darstellt, nämlich die Fälschung eines Stah l h elmflu gb la ttes durch den Stahl» Helm selbst. Der Schwindel wurde durch eine Rückfrage beim Polizeipräsi- dium in Berlin sofort aufgedeckt, die Beschwerde de» Stahlhelm beim Reichsinnenministerium wurde mit einem mitleidigen Lächeln über diesen Streich, der unreifen Schulbuben würdig gewesen wäre, zu Grabe getragen. Es gibt eine Disziplinarordnung des Stahlhelm. Sie ahndet alle Verstöße, die„die Ehre und das Ansehen des Bundes ge- fährden". Entspricht die Aktion der Herren von Sodenstern und von Stephani mit dem unterschobenen Flugblatt„der Ehre und dem Ansehen des Bundes"? her aber mit der Kapitalzufuhr für Danat- und Dresdner Bank. 300 Millionen für die Dresdner Bank und 43 Millionen für die Danatbank, das ist gewiß bei der würgenden Finanznot des Reiches kein Pappenstiel, und es ist vorläufig nicht zu überblicken, auf welche Weife die Mittel aufge- bracht werden sollen. Run mag es vielleicht sein, daß die akut« Kroditkrife Kapitalzusuhr fiir die Banken von außen her an dieser oder jener Stell« über die Reichsbankhilfe hinaus notwendig macht. Aber die entscheidende Frage ist noch immer, ob der, der das Kapital beisteuert und Risiko übernimmt, auch die entsprechende Kapitalmacht in die Hand bekommt. Wie weit das bei der Dresdner Bank der Fall fein soll, ist noch nicht zu überblicken. Jedenfalls ist schon jetzt zu fordern, daß das Reich den Einfluß, der ihm als den maßgebenden Reaktionär nunmehr ge- bührt, voll und ganz in die Hand bekommt und auch Wieder ein Schupo erschossen. Zusammenstoß in der Franksorter Allee.— Ein Zivilist getötet. In der Frankfurter Allee versuchten gester« nachmittag Kommunisten einen DcmoustrationK- z u g zu bilden. E» kam an der Ecke Mainzer Straße ,u einem Zusammen stoß mit Polizeibeamte«. Die Kommunisten bewarfen die Beamte« mit Steinen und schösse« ans Pistole», wobei der Polizeihauptwacht- meister Fiebig durch eine» RLekeuschnß schwer verleßt wurde. Die Beamten mußten von ihrer Schußwaffe Ge- brauch machen; ein Demonstrant brach, vou einer Kugel getroffen, zusammen. Bor seiner Giulieferung ins Krankenhaus am Friedrichshaiu verstarb er. Seine Personalien konnte« noch nicht festgestellt togfre«, Reichsgeld für Großbanken. Wann kommi die Bankenkonttolle?— Oer Fall Danatbank. 5lr. 357* 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 2. August 4934 Fünf JVodien für 90,— M.? Jeder, der einmal seinen Urlaub an der Ostsee verlebt hat, weiß, daß damit gerade die Wohnungsmiefe bestritten werden kann, wenn man bei sehr bescheidenen Ansprüchen in einem Fisdierhause wohnt. Aber diese 90,— M. gelten hier für volle Verpflegung und für Hin- und Rückfahrt. Der Verfasser hat im vorigen und audi in diesem Jahr fünf JVodien mit seiner Frau an der Ostsee verlebt und während der ganzen Zeil 180,— M., also pro Person 90,— M. v e r b r au dxi. Freilich seine JVoh- nung muß man selbst mitbringen. Aber das ist dem Berliner nidils Neues.„Sddaft in Zellen!" Die Zellkolonien in der Umgebung Berlins gehören sdion zum Landsdiaftsbilde der Mark. Vorläufig sind sie nur an JFasserstraßen und Seen zu finden. Ihre Bewohner sind meistens Besitzer eines Bootes, mit dem sidi das immerhin umfangreiche Zeltgepäck leidit transportieren läßt. Dodi nidil jeder ist ein Freund des engen Zusammenlebens in so einem Z-eltdorf. Die Fradilbeförderung unseres sehr umfangreidien Gepäcks(Zelle, Betten, Küchen- gcsdiirr usw.) kostete einsdiließlidi Transport vom Bahnhof zur Lagerslelle hin und zurück zirka 20,— Mk. Für die Bahnfahrt S.Klasse von Berlin bis zur Küste(etwa von Greifswald bis Kolberg) muß man 10,— M. rechnen, das sind für zwei Personen Hin- und Rückfahrt 40,— M. Gekodit wird auf Spiritus. Das kostet 10,— M. für die ganze Zeit. Wenn man sparen will, können länger kodiende Gerichte natürlich auf Holzfeuer gekodit werden. Es bleiben für die Verpflegung 110,— M. Das sind pro Tag über 3,— M. Dafür können zwei Personen anständig leben, besonders, wenn man einen billigen Ort erwischt. Um den Bauplatz für das Zelt. Aber darf man denn überall ein Zelt aufschlagen? Ohne weitere? wohl nichti ober für Preußen gilt die Bestimmung, daß jede Oberförsterei Ze ltsch e i we, die für ein Jahr und die. betressendc Provinz gelten, ausstellt. Die Gebühr betragt 2 M. In Beetin be- kommt man bei den ForstverwaltunHen Zeltscheine, die für Branden- bürg und Mecklenburg gelten. Schwierigkeiten werden kaum gc- macht, wenn die Persönlichkeit des um einen Zeltschein Nachsuchenden die Gewähr gibt, daß alle Vorsichtsmaßnahmen beim Feuer anmachen usw. gewahrt werden. Wo schlägt man am besten sein Zelt auf? Die Frage ist leicht an Hand der Generalstabskarte, am besten eines Ein- hcitsblattes im Maßstab 1: 100 000, zu lösen. 1 Zentimeter auf der Karte sind gleich 1 Kilometer. Etwa 114 bis 2 Kilometer vom Ort entfernt, möglich st im Walde, scheint der richtige Platz zu sein. Man hat nur einen Weg von IS bis 20 Minuten zum Einkaufen und Trinkwasser holen und ist doch ziemlich ungestört. Es ist nur zu roten, einen möglichst w i n d g e s ch ü tz t e n Platz zu wählen. Gleich hinter der ersten Düne, auch dicht am Steilufer, sind durch Buschwerk geschützte Mulden genug. Die Einrichtung ist schnell geschehen. Die Geschirrkiste dient gleich als Kllchenschrank, der Deckel als Kochplatte für den Spirituskocher. Wenn man ihn hoch auf Pfähle stellt, ist die Bequemlichkeit noch größer. Ueberhaupt wird der geschickte Zeltbauer, wenn er eine längere Urlaubszeit vor sich hat und sie an einem Ort verleben will, so viel Einrichtungen schaffen, daß die„richtige" Wohnung gar nicht vermißt wird. Mit das Wichtigste ist der Keller, der gleich neben der Küche gebuddelt wird. Der schräge Eingang liegt nach Norden. Mit trockenen Zweigen, die in jedem Wald in Mengen herumliegen, und Moos wird er zugedeckt. Alle Lebensmittel halten sich frisch. Auch die Butter behält, ihre Festigkeit und das Trinkwasser bleibt kühl. In zwei Tagen ist alle Arbeit getan und das Leben der Entspannung und Erholung kann beginnen. Wie spielt sich der Tag ab? Morgens ein kurzer Weg über die Düne zum erfrischenden Bad in den See. Das Frühstück in der Morgensonne schnell auf dem Spirituskocher bereitet. Vormittags eine Wanderung am Strand oder durch den Wald. Der eine oder andere wird seinen Miitagstisch bereichern durch selbstgepflückte Blaubeeren oder Walderdbeeren. Der Pilzkenner kann sich manches Gericht selbst suchen. Nachmittags wieder am Strand. Abends ein Spaziergang ins Dorf. Wasserholen, Einholen usw. Der Tag erscheint kurz, und wie schnell verfliegt er. Man kommt kaum dazu, nachmittags in der Hängematte unter schattigen Bäumen ein wenig zu lesen. Kann man denn das Zelt Zeltlager hinter der Düne bei Kolberg. unbewacht lassen? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Der Verfasser hat auf seinen Zcltrcisen oft das Zelt allein gelassen und nie ist etwas entwendet worden; aber„Vorsicht ist besser als Nach- ficht". Ein Ideal wäre, wenn zwei bis drei Familien gemeinsam so eine Zeltreise unternehmen. Dann läßt sich leicht eine Wache stellen, auch wird die Sicherheit erhöht; denn demjenigen, der das Zcltlcbcn nicht gewöhnt ist, werden die ersten Nächte draußen in der Natur ein wenig unheimlich vorkam- men. Das eintönige Räuschen der Wellen, dos Rascheln der Blätter, Tierschrcic, Knacken trockener Aeste ist eine zu ungewohnte Musik und lenkt die Phantasie in«ine Richtung, die einem ruhigen Schlaf nicht gerade zu- träglich ist. Doch schon nach der drit- ten bis vierten Nacht hat man sich daran gewöhnt. Die Geräusche der Umgebung werden vertraut, die Nacht bietet nichts Unheimliches mehr, Sinn sür ihre Schönheit erwacht; denn so eine Nacht im Freien, mitten im Walde in wundervoller Ruhe, wenn Mondlicht durch die Zweige schimmert, wird zu einem Erlebnis, das nie m- gessen wird. Schlechtes Wetter. Und auch der Regen ist kein Un- glück. Jedes einigermaßen gute Zelt ist wasserdicht, wenn es fach- gemäß aufgestellt ist. Selbst die schwersten Gewitterregen machen da nichts aus. Wenn man ober ganz sicher gehen will, kann man noch ein„Ucbcrdach" über das Zelt spannen. Regen bietet wenigstens die Gewähr, daß die mitgcnomme- ncn Bücher auch gelesen werden, man kommt sonst kaum dazu. Man -r.Snr-:--.* Wieder ein Beamter von Kommunisten niedergeknallt. Trotz des polizeilichen Verbots versuchten die Kommunisten gestern nachmittag fast in allen Stadtvierteln Berlins, vornehmlich aber im Osten und in Moabit, zu d e m o n st r i e r e n. Bei der Auflösung eines Demonstrationszuges in der Frankfurter Allee wurde wieder aus der Menge heraus aus die polizeibcamten mit Pistolen geschossen. Ein Schupobcamter, der Hauptmacht- meistcr F i e b i g vom Revier 256, brach mit einem Brustschuß bewußtlos zusammen. Der Beamte wurde sofort in das Lichten- bcrger huberluskrankenhaus gebracht, wo sich die Verletzung leider so gefährlich herausstellte, daß mit einem Aufkommen kaum z u r e ch n e n ist. Gleich nach Bekanntwerden dieses neuesten kommunistischen Meuchelmordes begab sich Polizeipräsident Grzcsinski an das Krankenlager des niedergeschossenen Beamten. Die ersten Ansammlungen bildeten sich schon bald nach IS Uhr. Nach dem bekannten kommunistischen Rezept sammelten sich in den Haustoren kleinere Gruppen, um dann„spontan" einen Zug zu bilden, der grölend und drohend unter Hoch- und Niederrufen durch die Straßen zog. Die Berliner Schutzpolizei hatte mit diesen Demon- strationsversuchen offenbar schon gerechnet, denn überall in den söge- nannten kommunistischen Gefahrenzentren waren stärkere Polizei- Posten aufgestellt. Hauptsächlich zwischen 15 und 16 Uhr spielten sich die inszenierten Denionstrationen ab, die meist schon nach kurzer Zeit a u s g e l ö st werden konnten. Neben Moabit und Lichten- b e r g wurden noch Ansammlungen von kleinen kommunistischen Gruppen aus Neukölln und dem Norden Berlins gemeldet. Während es in den meisten Fällen bei der Auflösung der Ansamm- lungen verhältnismäßig reibungslos zuging, wurde in der Frank- f u r t e r Allee wieder wie vor vier Wochen, als der Parteigenosse Polizeihauptwachtmeister Emil Kuhfeld von kommunistischer Mörderhand fiel, von mehreren Seiten auf die Beamten geschossen. Hauplmachtmcister Fiebig brach mit einem Aufschrei zusammen. Feige war er von einem der Burschen hinterhältig abgeknallt worden. In der Bedrängnis machten die Kameraden des Niedergeschossenen von ihrer Dienstwasfe Gebrauch. Nach einigen Schreckschüssen wurde scharf geschossen, dabei erlitt einer der Demonstranten einen Steckschuß, der aber nicht gefährlich ist. Nur durch energisches Vorgehen gelang es dann, die Straße frei- zumachen. 12 Personen wurden festgenommen und der Ab- teilung IA des Polizeipräsidiums übergeben. Ob sich unter den Vcr- hafteten der Täter befindet, ist allerdings noch fraglich. Die blutigen Vorfälle in der Frankfurter Allee waren für dos Kommando der Berliner Schutzpolizei Veranlassung, in den späten Nachmittagsstunden die Polizeiposten in allen Stadtvierteln noch zu verstärken. Außerdem wurde berittene Schupo und zahlreiche Autos eingesetzt, die unaufhörlich die Straßen abpatrouillierten. In den Abendstunden trat überall wieder Ruhe ein, weitere Zwischen- fälle ereigneten sich nicht mehr. Scheiben im Polizeipräsidium zertrümmert. Von jugendlichen kommunistischen Rowdys, die mit Fahrrädern durch die Gruner st raße fuhren, wurden gestern nachmittag vier Scheiben im Polizeipräsidium durch Stcinwürse zer- trllmmert. Die Täter entkamen. tin ftrnen fertiger i n lette rntt N«ht od. kleinen Fehlern, bis /no/ ln> Pr»l»a W 10 h.rabg.x.tx� Kcum's e b e r I a k e n mit Klöppel- u. Säumchen- 095 garnierunf. ca. 150X250.. � Oberbettbezüge • Wäschestoff, zum Knöpfen,* 05 ca. 120X200....... 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Lleber die Ausrüstung seien demjenigen, der eine Zeltreise unternehmen will, um bei schmälstem Geldbeutel seine Ferien in jedem Jahr außerhalb der Steinmauern Berlins zu verleben, noch einige Winke gegeben. Ein gutes Zelt, möglichst in Hausform und mindestens zwei Meter lang, um genügend Raum für Gepäck zu haben, kostet mit allem Zubehör etwa 60 M. Es wird geraten, dazu ein Vordach zu kaufen, das Schatten spendet, bei leichtem Regen als Unterschlupf dient, bei schweren anhaltenden Regengüssen aber als Ueberdach verwendet wird, um ein Durchsprühen zu verhindern. Der Preis für ein solches Vordach wird sich auf etwa 15 M. stellen. Guten Zeltstosf bekommt man übrigens überall zu kaufen, so daß sich bei Selbstherstellung zum nündesten des Vordaches der Preis verbilligt. Ein doppeltgroßes Vordach, das gleichzeitig Ueberdach ist, wäre natürlich vorzuziehen. Decken, evtl. Betten, sind in jedem Haushalt vorhanden, man soll sehr reichlich davon mitnehmen. Sehr zu empfehlen sind zusammen- legbarc Zeltbettstellen, die in allen möglichen Systemen zu haben sind. Leider stellen sie sich augenblicklich noch teuer, etwa 20 M. das Stück. Notwendig ist noch ein Wassertank zu 10 Liter, zwei Klappstühle, ein Spirituskocher. Die Ausrüstung würoc also etwa 120 bis 130 M. kosten. Für den, der das Zelt eine Reihe von Jahren hindurch aus- nutzen kann, ein« Ausgabe, die sich bezahlt macht. Das ganze Reisegepäck, e, kommen noch hinzu: Küchengeschirr, Hammer, Zange, Nägel, kleines Beil, Handsäge, elektrische Taschen- lampe usw., wird zweckmäßig in zwei bis drei Kisten verpackt, von denen eine als Tisch, eine andere als Wirtschastsschrank usw. dient. Mit übergedecktem billigen Wachstuch hat man gleichzeitig Tischtuch und festen Negenschutz. Wer im Besitz einer Hängematte ist, soll sie nicht vergessen. Ueberhaupt soll man bei der Auswahl des Gepäcks nicht zu ängstlich sein, die Fracht wird nicht viel verteuert und für einen längeren Aufenthalt müsien Bequemlichkeiten vorhanden sein. Ob die Postsachen vom Briefträger bis ans Zelt gebracht werden, erscheint fraglich. Es ist auch nicht zu unbequem, sie als postlagernd ab.zuholen. So bekommt man auch den„Vorwärts".— Und nun viel Glück zur Zeltreise! Der Verfasser liegt bei Erscheinen dieser Zeilen wieder mit seinem Zelt am Strand der Ostsee. Oer Griff in den Kassenschrank. Hauptkassierenn, die es von anderen gelernt hatte. Bei einer größeren Eisenfirma, die im Zentrum der Stadt ihre Büros hat, erlebte man eine peinliche Ueberraschung. Seit geraumer Zeit wurden Diebstähle verübt, die man sich nicht erklären konnte. Aus einem eisernen Ka s s e n s ch r a n k, der unter Verschluß gehalten wurde, kamen immer wieder Geldsummen von 300 M., 500 M. abhanden. Anscheinend war der Schrank mit einem Nachschlüstel geöffnet worden, anders wußte man sich die Diebereien nicht zu erklären. Schon vor einem Jahre waren solche Dinge vorgekommen, und auch damals ungeklärt geblieben. Der Geschäftsmann wandte sich schließlich, als es zu arg wurde, an die Kriminalpolizei. Die Be- amten besahen den Schrank genau und rückten ihn ganz von der Wand ab. Dabei machten sie die seltsame Feststellung, daß sich hinten ein Diebstahl geschah, wurden die Angestellten einer überraschenden Durchsuchung unterzogen. Dabei kam ans Licht, daß die Haupt- k a s s i e r e r i n, die niemand im Verdacht gehabt hätte, d i e Diebin gewesen war. Sic legte auch ein umfassendes G e- si ä n d n i S ab. Im vergangenen Jahre hotte ein Laufjunge das Geheimnis der lockeren Schrauben herausgefunden und Geld stibitzt. Die Kassiererin hatte ihn dabei ertrappt, aber nichts gesagt. Sie hatte statt dessen den Jungen herausgeworfen. In der Zwischenzeit hatte sie für sich und ihren anspruchsvollen Bräutigam mehr Geld gebraucht, als sie verdiente und nun selb st die Geschäfts- lasse geplündert. Bei weiteren Nachforschungen in dem Büro entdeckte man, daß an fast allen Möbeln der ominöse Die$dilief?ung der KranKeididuser. Keine sofortige Räumung in Charlottenburg und Zehlendorf. Wie wir von unterrichteter Seite zur Schließung der Kranken- Häuser in der Kirchstraße in Charlottenburg und des Hindenburg- Krankenhauses in Zehlendorf erfahren, ist eine sofortige Schlie- ßung in diesen Tagen nicht beabsichtigt. Die Maßnahme wird so durchgeführt, daß zurzeit keine Neuaufnahmen erfolgen. Es ist zu erwarten, daß in den nächsten 14 Tagen der größte Teil der Patienten zur Entlassung kommt. Der verbleibende Rest wird dann auf andere Kronkenhäuser übernommen. Die Beratungs- stelle und die Poliklinik, die mit dem Krankenhaus in der Kirchstraße verbunden, aber in Einzelhäusern untergebracht sind, bleiben nach wie vor geöffnet. Die Ausgleichsstellen sind angewiesen worden, die durch die Schließung freiwerdenden Beamten und Angestellten innerhalb der Verwaltung nach Möglichkeit unterzubringen. Bei der gegenwärtigen Finanz- und Kassenlage sieht sich die Stadt Berlin gezwungen, auf allen Verwaltungsgebieten größt- mögliche Einsparungen vorzunehmen. Werden doch auch Bauten, für die Beträge im Haushaltsplan eingesetzt sind, zurzeit nicht begonnen! Ebenso ist die Schließung von Kronkenhäusern, die übrigens nicht als endgültig zu betrachten ist, da man die Wieder- eröffnung im Bedarfsfalls vorsieht, nicht zu vermeiden. Nachdem die Gesundheitsverwaltung aufgefordert worden war. Vorschläge zu machen, war die Frage zu prüfen, auf welchem Ge- biete des gesamten Gesundheitswesens Einsparungen überhaupt möglich sind. Die Schließung einzelner Abteilungen hätte bei weiterer Ausrechterhaltung des übrigen Betriebes nicht die not- wendigen Ersparnisse gebracht. Die Gesundheitsverwaltung mußte deshalb zur Schließung von kleineren Kranken- Häusern kommen, bei denen sich eine solche Maßnahme ant ehesten rechtfertigte. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, daß durch die eintretenden Ersparnisse keine Beeinträchtigung der Säuglings- fürsorge oder der Milchversorgung für die Sinder von Erwerbslosen und Wohlfahrtsunterstühungsempsängern oder der Sozialhygiene eintritt. Die Schließung der beiden Krankenhäuser bringt auch keines- falls eine Benachteiligung der Patienten. Zurück aus der Kinderrepublik. Eine Stunde lang herrschte gestern nachmittag munteres Treiben am Lehrter Bahnhof. Tausend Kinder kehrten mit dem Sonderzug aus der Kinderrepublik in der Lübecker Bucht, wo die Roten Falken sich niedergelassen hatten und aus Blankensee zurück. Man hatte alle Maßnahmen getroffen, damit die Ankunft reibungslos vonstatten gehen konnte. Als der Zug pünktlich 14.57 Uhr einlief, war der Bahnsteig übervoll von Wartenden. Ge- fchwister und Freunde waren in der blauen Falkentracht erschienen und aus den Fenstern des einlaufenden Zuges winkte es blau heraus. Blau wie eine Woge von Kornblumen. Freundschaft, Freundschaft! scholl es durch die Bahnhofshalle.„Es war zu schön!" da draußen. sehnsüchtiges Erinnern stieg auf und dann strahlten sie über die braungebrannten Gesichter. Die älteren packten zu, um das Gepäck mittragen zu helfen. Denn außer dem Handgepäck kam ja auch das Lagergepäck mit zurück. Ein Helfer trug nicht weniger als sechs Eimer auf einmal im Triumph von dannen.„Die müssen gut aufgehoben werden für das nächste Jahr" bemerkte er. „Kuckuck" des Gerichtsvollziehers klebte. Die un- getreue Kassiererin hatte Steuern und andere Abgaben nicht be- zahlt, das Geld für sich verwendet und Mahnungen entweder in den Papierkorb geworfen oder selbst beantwortet. Vier Todesopfer einer Kamilieniragödie Kassel, 1. August. Ja ihrer Wohnung am Kirchweg wurden heule früh der 4Zjährige Prokurist Eckstein, seine 40jährige Ehefrau sowie ihr IZjähriger Sohn und die 7jährige Tochter in ihren Velken liegend erschossen aufgefunden. Aus hinterlafsenen Briefen geht hervor. daß der Ehemann seine Familienangehörigen und dann sich selbst erschossen hat. weil seine Frau unheilbar erkrankt war. Außerdem scheinen wirtschaftliche Sorgen die Familie in den Tod getrieben zu haben. Gchreckenssahri des Auio-Opfers. Vier Monate Gefängnis für einen Chauffeur. Ein furchtbares Erlebnis, von dem ein Radfahrer am 3. Za- nuar dieses Jahres betroffen wurde, bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor der Verkehrskommer des Amtsgerichts Berlin- . iä.ch j a u b.t n l o(t�j; iL JL Leh.4UL.2dt. BeornUa. behielten Witte. Der Eheusseur Heinz P i e t s ch hatte sich«gegen einer seltenen das Geheimnis für sich und beobachteten weiter. üfliT setzt wieder''Anksäge, nämlich wegen v o ryä tzl ich e r K ö r p e n» ctI eh u n g im Beruf, zu oerantworten. Der 24jährige Angeklagte fuhr regen K Uhr morgens über die Berliner Straße in Charlottenburg. An einer Straßenkreuzung stieß er den Radfahrer nieder, den er nicht bemerkt hatte, da seine Aufmerksamkeit durch«inen anderen Gegenstand abgelenkt wurde. Der Radfahrer wurde auf die Motorschraube geschleu- dert und klammerte sich verzweifelt an, um nicht unter die Räder zu geraten. Statt aber stehen zu bleiben, beschleunigte der Chauffeur sein Tempo zur rasenden Geschwindigkeit und fuhr weiter. Zeu» gen hatten den bestimmten Eindruck, daß er sogar absichtlich in Kurven und Jickzackbeweenngen fuhr, um den Mann vom Kühler abzuschütteln. Tatsächlich verließen dem Verunglückten nach einem Stück Weges die Kräfte, er fiel zu Boden und blieb bewußtlos auf der Straße liegen. Der Angeklagte raste weiter und fuhr dann, nachdem er seinen Fahrgast abgesetzt hatte, in die Garage. Dort erzählte er seinem Dienstgeber den Vorfall. Der Autounternehmer veranlaßte den Chauffeur, sich auf dem Polizeirevier zu melden. Dort gab Pietsch an, daß er nur den Unfall bemerkt habe, nicht aber den Mann, der während der Fahrt verzweifelt um sein Leben kämpfte. In seiner Bestürzung sei er fort- gefahren, ohne an eine Hilfeleistung zu denken. Der Radfahrer G r i m k a ist wie durch ein Wunder mit dem Leben davongekommen. Allerdings erlitt er sehr schwere Derletzun- gen, neben einem Unterarmbruch eine Schädelfraktur und Gehirn- erschüttcrung und log mehrere Tage bewußtlos im Krankenhaus. In der heutigen Verhandlung konnte dem Angeklagten der Vorsatz nicht nachgewiesen werden. Er wurde daher nur wegen fahrlässiger Körperverletzung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Shaw besucht Bauausstellung. Sonnabend vormittag hat B e r n a r d S h a w, der sich auf der Rückreise nach England knapp einen Tag in Berlin aushielt, der Bau- ausstellung einen Besuch abgestattet. Shaw, der anfänglich nur eine halbe Stunde für die Besichtigung angesetzt hatte, erklärte im Lause der Führung, daß die Ausstellung ihn ungemein interessiere und daß er somit bis zur Abfahrt seines Zuges bleiben würde. Er äußerte sich eingehend über die verschiedensten Teile der Ausstellung. Sa begrMe...er dasein dx�.Llgllq. � I zutage tukabt.. internationale Ba» streben, 1rl4?i g-r M vtnrir tsg e n�fü?'die'grSßi: Masse zu schaffe» und diese möglichst hygienisch auszugestalten. Auch die in der Halle II befindliche Abteilung„Die Wohnung unserer Zett" wurde eingehend besichtigt. Shaw interessierte sich lebhaft sür Baustil und Baumaterial. Er sprach die Ansicht aus, daß seinem Gefühl nach die Sachlichkeit von der großen Masse nicht aufgenommen werde, sondern daß man vermutlich bald wieder etwas romantischer in bezug auf die Ausstattung und den Bau der Wohnungen werden würde. Billiger Sonnlag im Zoo. Am heutigen Sonntag, 2. August. kostet der Eintritt in den Zoologischen Garten für Erwachsene nur 50 Pf., für Kinder unter 10 Jahren nur 25 Ps.-. dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. Von nachmittag 4 Uhr ab großes Militär- konzert unter Leitung des Obermusikmeisters Verdien. Von I. ILF UND F. PETR0W Emen Moment lang war«r unentschlossen, er wußte nicht, mit welchem Stuhl er beginnen solle. Dann näherte er sich wie«in Mondsüchtiger dem dritten Stuhl und schlug grausam mit der Axt in die Lehne. Der Stuhl fiel, unbeschädigt um. „Aha!" schrie Vater Fedor,„ich werde dir zeigen!" Und er stürzte sich über den Stuhl wie über ein lebendes Wesen. In einem Augenblick war der Stuhl wie Kraut zer- hackt. Vater Fedor hörte nicht die Axtschläge gegen das Holz, den Stoff und die Sprungfedern. Im mächtigen Sturm- gebrüll verloren sich alle Lärmgeräusche, wie in Filz gebettet. „Aha! Aha! Aha!" sagte Vater Fedor und schlug mit seiner ganzen Kraft los. Die Stühle kamen nacheinander an die Reihe. Vater Fedors Wut stieg ins Unermeßliche. Auch der Sturm wurde immer rasender. Zuweilen schlugen die Wellen gegen Vater Fedors Füße. An der Vatumküste stand ein winziger Mensch, schwitzte und schlug mit der Axt in den letzten Stuhl. Eine Minute später war alles zu Ende. Verzweiflung bemächtigte sich Vater Fedors Seele. Er warf einen enttäuschten Blick auf den Berg, der aus Stuhlbeinen, Lehnen und Sprungfedern be- stand, und trat einen Schritt zurück. Eine Woge umspülte seine Füße. Total durchnäßt stürzte er auf die Chaussee. Nun überschwemmte eine Welle das Ufer und trug die in Stücke geschlagenen Möbel der Gcneralsfrau Popows mit sich fort. Vater Fedor hat es nicht mehr gesehen. Er ging gebeugt und eine nasse Faust an die Brust pressend die Chaussee entlang. So kam er, ohne rechts und links zu schauen, nach Batmn. Seme Situation war grauenvoll. Fünftausend Kilometer von seinem Heim entfernt, mit zwanzig Rubel in der Tasche. Es war unmöglich für ihn, nach Hause zu gelangen. Vater Fedor schritt über den Markt, wo man ihm im Flüsterton geschmuggeltes Cotypuder, Seidenstrümpfe und vuchumtabak zum Kauf anbot, ging zum Bahnhof und ver- lor sich in der Menge der Träger. Der traurige Dämon. Drei Tage, nachdem die Konzessionäre das Geschäft mit dem Monteur Metschnikow abgeschlossen hatten, fuhr das Kolumbus-Theater über Machatsch Kala und Baku weiter. Während dieser drei Tage warteten die Konzessionäre, nicht befriedigt von dem Inhalt der beiden von ihnen untersuchten Stühle, auf den dritten Stuhl, den ihnen Metschnikow bringen sollte. Der Monteur aber, deprimiert von dem ewigen Genuß von Mineralwasser, verwendete den ganzen Betrag von zwanzig Rubeln zum Kauf von Wodka und geriet in«inen solchen Zustand, daß man ihn im Requisitenraum abgesperrt halten mußte. „Ein Hundesohn, dieser Monteur", erklärte Ostap, als er erfuhr, daß das Theater fang- und klanglos auf und davon war.„Da soll man noch Vertrauen zu den Theaterarbeitern haben!" Und doch hatten sich die Chancen für das Auffinden des Schatzes maßlos vergrößert. „Nach TiflisI" sagte Ostap.„Wir dürfen uns nicht auf die faule Haut legen. Wir brauchen Geld für die Fahrt nach Wladikawkas. Von dort aus werden wir auf der Grusinischen Straße per Auto nach Tiflis fahren. Wunderbare Ausblicke. Wunderbare Bergluft. Und als Endeffekt hundertfünfzig- tausend Rubel, null, null Kopeken. Es hat einen Sinn, die Sitzung fortzusetzen." Es war aber nicht so einfach, von Pjatigorsk wegzukom- men. Worobjew erwies sich als untalentierter Schwarzfahrer. In Beslan jagte man Ostap, der ohne Fahrkarte fuhr, aus dem Zug hinaus und der große Kombinator lief frech drei Kilometer weit dem Zuge nach und drohte dabei dem völlig unschuldigen Worobjew mit der Faust. Später, als der Zug etwas langsamer fuhr, gelang es Ostap, sich auf eine Waggontreppe zu schwingen. In dieser Stellung verblieb er und betrachtete neugierig das Panorama der kaukasischen Bergkette, das sich vor ihm entfaltete. Es war vier Uhr morgens. Die Berggipfel erstrahlten in dunkelrosafarbencm Sonnenschein. Ostap gefielen die Berge nicht. „Zuviel Luxus!" sagte er.„Eine wilde Schönheit. Er- findung eines Idioten. Eine unnütze Sache. In Wladikawkas waren sie gezwungen, einige Tage zu bleiben. Alle Anstrengungen, Fahrgeld zu beschaffen blieben entweder ganz fruchtlos, oder sie gaben ihnen nur die Mög- lichkeit, die Tagesnahrung zu erschwingen. Die Idee, auch hier Zehnkopekenstücke von der Bürgerschaft einzuheben, war aussichtslos. Die kaukasische Bergkette war so hoch und bot sich von allen Seiten jedem so offenkundig dar, daß man für die Besichtigung kein Geld verlangen konnte. Und anders Naturschönheiten gab es in Wladikawkas nicht. „Genug", sagte Ostap.„Es bleibt uns nur ein einziger Ausweg, und zwar zu Fuß nach Tiflis zu gehen. Wir werden in fünf Tagen zweihundert Werst machen. Tut nichts, Papa- chen. Wundervolle Berglandschaften, frische Luft... Wir brauchen nur etwas Geld für Brot und Touristenwurst. Sie können zu ihrem Wortschatz noch einige italienische Sätze hin- zufügen, machen Sie es, wie Sie wollen, Sie dürfen ober bis zum Abend nicht weniger als zwei Rubel gesammelt haben!.,. Heute haben wir kein Geld für Mittagessen, teurer Genosse. Es tut mir leid. Schlechte Zeiten...!" Früh am anderen Morgen schritten die Konzessionäre über die Terekbrllcke, gingen um die Kasernen herum und be- gannen ihren Marsch auf der Grusinischen Straße. „Wir haben Glück, Kissa", sagte Ostap,„es hat bei Nacht geregnet und wir werden nicht viel Staub schlucken müssen. Vorsitzender, atmen Sie die frische Luft ein. Singen Sie, tragen Sie kaukasische Gedichte vor. Mit einem Wort, be- nehmen Sie sich so, wie es sich in dieser Lage gebührt." Worobjew aber sang nicht und trug keine Gedichte vor. Die Straße stieg. Die Nächte, die er im Freien verbracht hatte, kamen ihm mit Seitenstechen und Fußschmerzen in Er- innerung, die Touristenwurst verursachte ihm ein ständiges quälendes Sodbrennen. Er ging, auf eine Seite geneigt, hielt ein fünf Pfund schweres Brot in der Hand, das in eine Wladikawkaszeitung gewickelt war, und schleppte leicht den linken Fuß nach. Wieder wandern! Diesmal nach Tiflis, diesmal den schönsten Weg der Welt. Für Worobjew aber war dieser Umstand gleichgültig. Er sah sich nicht um wie Ostap. Er bemerkte den Tcrek gar nicht, der in der Talestiefe donnerte. Nur die in der Sonne glänzenden Eisgipsel gemahnten ihn an etwas Fernliegendes— vielleicht an Brillantenschimmer oder aber an die silbernen Paradesärge Meister Bezentschuks. Ein Personenauto fuhr an den Wanderern vorbei, später ein Autobus mit vierzig Touristen und mindestens hundert Kofiern. „Grüßen Sie den Kazbekberg von mir! rief Ostap dem Autobus nach.„Küssen Sie ihn auf den linken Gletscher!" Lange noch roch es in den Bergen nach Autos, nach Benzin und erwärmtem Gummi. Die Fuhrwerke der Berg- bewohner fuhren klirrend an den Wanderern vorbei. Zu- weilen kam ihnen eine Drosäste entgegen. (Fortsetzung folgt.) * * I 4 Nr. 357* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 2. August 4934 Ltnsimv dein Name ist Autarkie. Oer Mißbrauch mit der„nationalen Selbsthilfe". Die nuttonalc Selbsthilfe ist in diesen kritischen Tagen ein gefährliches Schlagwort geworden. Nicht bestritten werden soll, daß in der Forderung ein gewisser berechtigter Kern steckt. Es ist der Gedanke: Die deutsche Geld- und Vertrauenskrise ist augenblicklich noch so heftig, daß das Ausland vorläufig noch zögert, uns jene großzügige chilfe angedeihen zu lassen, auf die ein weltwirtschaftlich so wichtiges Land wie Deutschland Anspruch hat. Nun ist eine Geldkrise eine technische und psychologische Angelegen- heit. mit der ein Land bei geschickter Währungs- und kreditpolitischer Führung selbst fertig werden kann. Deutschland steht heute vor dieser schweren aber lösbaren Aufgabe, und erst wenn es sie grundsätzlich bewältigt haben wird, wird sich jenes Vertrauen wieder einstellen, dos die Voraussetzung für die Wiederherstellung der normalen Kreditbeziehungen mit dem Ausland ist. Der auswärtigen chikfe muß also die nationale Selbsthilfe vorangehen. So weit so gut. Aber das wori..nattcmar hat es nun einmal in sich. daß es mißbraucht wird. So wie sich gerade die reaktionären Parteien gerne national nennen und damit der Oeffentlichkeit vorspiegeln wollen. als hätten sie die Interessenvertretung der Nation gepachtet, so Haben sich dieselben reaktionären Kreise auch sofort des Schlagwortes der„nationalen Selbsthilfe' bemächtigt und es für chre Zwecke mißbraucht. Und diese Zwecke sind dunkler Natur. Nationale Selbsthilfe, so wird gesagt, bedeutet Unabhängigkeit vom Ausland, und zwar nicht bloß Unabhängigkeit vom ausländischen Kopital, sondern auch Unabhängigkeit von den aus- ländi scheu Waren. Wenn das Ausland uns keine Kredite geben will, dann wollen wir ihm auch keine Waren abnehmen. Und dieser Gedanke wird weiter- hin mit der D e v i s e n s p e r r e in Zusammenhang gebracht: Wir müssen die Einfuhr drosseln, so wird gesagt, um die Nachfrage nach Devisen einzuschränken, um auf diesem Weg einer Inflation vor- zubeugen. Der Pferdefuß bei dieser Argumentation ist sehr leicht sichtbar: Jene Kreise in Landwirtschaft und Industrie, denen die deutschen Zölle noch immer nicht hoch genug sind, glauben haute eine willkommene Gelegenheit gefunden zu haben, an der schweren Wirtschasts- und Kreditnot ihr Süppchen zu kochen. Sie wollen sich auf kaltem Wege, ohne besondere zoll- und handelspolitische Maßnahmen die ausländische Konkurrenz vollständig vom Halse schaffen und zwar die agrarischen Preise stärker In die höhe treiben als es durch Zölle überhaupt erreicht werden könnte. Wozu brauchen beispielsweise die Landbundleute noch ihren zähen Kampf um die Erhöhung der Butierzölle fortzuführen? Es braucht bloß dafür gesorgt zu werden, daß für die Buttereinfuhr keine Devisen mehr zur Verfügung gestellt werden, und die Buttersrage ist restlos im Sinne des Landbundes und gegen das Voltsintoresse gelöst. Wieviel außenpolitisches Porzellan würde durch eine solche täppische Politik von neuem zer- schlagen werden! Der außenpolitische Sturm, den schon der Unsinn der 100-Mark-Gebühr für Auslandsreisen heraufbeschworen hat. würde tausendfach verstärkt werden. Denn nun würden nicht bloß, wie bei der Ausreisegebllhr, die Nachbarländer Deutschlands Anlaß zum Protest haben, sondern sämtliche Staaten der Welt. Der Schwindel vom Devisensparen. Aber auch vom Standpunkt der deutschen Wirt- s ch a f t wäre jede in dieser Richtung liegende Maßnahme unnütz und unsinnig. Das läßt sich schon bei der Devisenfrage leicht nachweisen. Seil die deutsche Wirtschaftskrise ausgebrochen ist, ist unsere Handelsbilanz aktiv geworden, und zwar im Zahre 1930 mit rund zwei Milliarden Mark! Das heißt, es stehen uns dauernd bedeutend mehr Devisen aus dem Verkauf unserer waren ans Aus- land zur Verfügung, als wir zur Bezahlung der nach Deutschland eingeführten waren brauchen. Dazu kommt, daß mit der Inkraftsetzung des Hoover-PIanes auch die Devisen, die wir früher zur Bezahlung der Reparationen brauchten, nunmehr nicht benötigt werden. Devisenknappheit kann also für absehbare Zeit nur durch Kapitalslucht und durch Ab- Ziehungen von Auslandskapital aus Deutschland entstehen. Nun ist die große internationale Stillhalteaktion gerade zu dem Zweck in Gang gebracht worden, um weitere Ab- Ziehungen ausländischer Kredite von Deutschland zu unterbinden. Gegen die weitere Kapitalslucht bemühen wir uns durch die Devisen- und Kapitalfluchtverordnungen zu schützen. Würden wir aber noch weitergehen und auch die Einsuhr sperren, um Deoisenabzüge zu verhindern, so würden wir gerade das Gegenteil des be- absichtigten Effekts erreichen. Stärker noch als die Ein- fuhr würden wir nämlich unsere eigene Waren- ausfuhr treffen: das Ausland würde uns keine Waren mehr abnehmen, wenn wir uns gegen die Einfuhr ausländischer Waren abriegeln. Die vom Ausland erzwungene Verringerung der deutschen Aussuhr würde uns mehr Devisen kosten als durch die Verringerung der Einfuhr au Devisen gespart wird. Darüber hinaus würde die ganze Exportindustrie— und das ist ein sehr großer Teil der Gesümtindustrie— in eine furchtbare Krise geraten. Schließlich ist noch ein wichtiger innerwirtschaftlicher Gesichtspunkt zu bedenken: Zur Ueberwindung der heutigen Geldkrise bedarf es nicht bloß geldtechnischer Maßnahmen, sondern mit ihnen ist zwangsläufig auch ein gewisser Verkaufs- druck verbunden, weil die Kreditknappheit die Unternehmungen zum Losschlagen von Waren zwingt. Dieser Vorgang ist nicht bloß notwendig, sondern auch konjunkturell wünschenswert. Er würde aber aufs gefährlichste durchkreuzt werden, wenn durch die Absperrung von der ausländischen Konkurrenz ein neuer Preis- auftrieb entstünde. Nationale Selbschilfe soll gewiß mit aller Energie betrieben werden. Wer nationale Selbschilfe nur im Sinne der inneren Reinigung der deutschen Kredit- und Industrie- Wirtschaft von allen ungesunden und faulen.Elementen, und nationale Selbschilfe schließlich als Voraussetzung für neues Vertrauen und für die Erreichung internationaler Hilfe. Nationale Selbschilfe aber im Sinne der Großagrarier und Schwerindustriellen ist nichts anderes als ein g e- fährlicher reaktionärer Unsinn, und es wäre das größte Unglück, wenn die Regierung dem Druck, der von dieser Seite ausgeübt wird, auch nur im geringsten nachgeben würde. Zur Wirischastslage im Juli. Nach einer auf Grund von Berichten preußischer Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerk»- und Gewerbekammertags zusammengestellten Uebersicht hat sich die außerordentliche Krise im Bank- und Kredit- wesen Deutschlands bisher auf die allgemeine Produktion und Beschäftigung nur teilweise ausgewirkt. Besonders stark fühlbar wurde sie gegen Ende des Monats im Einzelhandel, der zunächst von Angstkäufen Dorteil gezogen hatte. In der Industrie ist es fast ausnahmslos gelungen, die Löhne terminmäßig zur Auszahlung zu bringen. Die Lage fast aller Industrien war aber entsprechend der hauptsächlich infolge der deutschen Krise weiter absteigenden Weltwirtschaftslage außerordentlich gedrückt. Eine Ausnahme machten nur einzelne Industriezweige, wie die Möbel-, Scheide-, Hut- und Margarine-Industrie. Unser Saison- Ausverkauf gewaltig wie noch nfo Einige Beispiele: in verschied Modellen Opanken Damen- Lederschuhe. schwaPZ>schon zu Herren-Halbschuhe, schwarz Rindbox Hausschuhe- mit ledepsohlcn. in vielen Panben Bootsschuhe Tüp Damen..... Damen-Strümpfe aus Kunstseide z.T Bembeng ""qSTrd Socken 345 295 545 98 285 98 58 Ü2L0Cll%& �ünzii igt*?1? Jb HUeiC&tc die Käüf&i Jb wekdeti cuuMfie üJtAüleM. KARSTADT 'TH'Ir&jrrTim Vt/j'J. Kampffront blei Zeder gewonnene Streik in Schanghai Jc mehr sich der Kapitalismus die Welt unterworfen hat, desto enger ist die Schicksalsverbundenheit des internationalen Proletariats geworden. Der Wahn, es könnte in England„sheltcrcd labour", eine von Welteinslüsten unabhängige„geschützte Arbeit" geben, ist ebenso zusammengebrochen, wie in der jetzigen Weltkrise die Monroe- Doktrin der amerikanischer? Gcwcrkschasten: USA. den USA.- Arbeitern, zusammenbrechen wird. Gerade in den letzten Wochen erschien in England ein Dokument, die Denkschrift der..Britischen Mission nach dem Fernen Osten". das wie kein anderes geeignet ist, selbst den rückständigsten Geistern die absolute Notwendigkeit internationaler Arbeiteraktioncn klar- zuinocheh. Die Beschäftigung der e>? g l i s ch c n Textilindustrie ist nicht erst seit dem Ausbruch der Weltkrise, sondern schon seit einer Reihe von Jahren autzcrordcnllich schlecht. Die Ausfuhr geht ständig zurück. Wenn 1928 immerhin noch 3867 Millionen Quadratyards (1 Pard:= 91 Zentimeter) Baumwollwaren exportiert worden sind — auch schon weit weniger als der Export srüherer Jahre—, so sank die Ausfuhr 1329 auf 3671 Millionen und 1936 auf 2461 Millionen Iards. Daran rrägt nicht, wie man vielleicht verinuten könnte, die Weltwirtschaftskrise allein Schuld. Es sind vor allem ganz bestimmte Länder, die aus England jetzt viel weniger impor- ticrcn. Süd- und Ostasien kauften 1928 2668 Millionen, 1929 1846 Millionen, 1936 986 Millionen; im Laufe von drei Jahren sank der Export nach Indien, China, Japan, Siam, Nicderländisch-Jndien, nach den Malaienstäatcn und den Philippinen auf weniger als die Hälfte. Daß Indien weniger englische Waren kauft, hängt natürlich init den? Boykott zusannneN. Der Sturz der Preise für Reis, Kautschuk, Seide und andere Rohstoffe verkleinerte die Kaufkraft. Dazu kommt noch, datz besonders 1936 der Silberpreis sehr stark gesunken ist und daher China, ein Land mit Silbcrwährung, weniger kauft als früher. Doch zu diesen Ursachen, politischen und mit der internationalen Agrarkrise zusammenhängenden, kommen noch andere. Ueber sie berichtet die Denkschrift, welche die „Britische Mission nach dem Fernen Osten" kürzlich vorgelegt hat. Die Mission besuchte iin Winter 1936 China und. Japan, um zu studieren, wie der englische Export in diese Länder gesteigert werden könnte: Der Krieg hat in allen Ueberseeländern die Entwicklung einer einheimischen Industrie mächtig gefördert. Die Umstellung des kapitalistischen Produktioissapparats auf mili- tärische Zwecke hatte zur Folge, daß die Ueberseemärkte fast fünf Jahre lang ohne die gewohnte Zufuhr europäischer Waren blieben. U- B o o t- 51r i eg und Frachtrauminangel taten noch das ihrige. In Südamerika, in Indien, in Japan, in China wuchsen be- sonders die Textilfabriken förmlich aus dem Boden. In den Jahren 1913 bis 1929 hat sich die' Zahl der Spindeln in der Welt u m 14,5 P r o z, vermehr t. in Japan aber um 184 Proz., in China u m 2 5 7. P r v z. 4929. gibt es in der Welt um 11 Proz. mehr Webstühle als 1913, in Japan aber um 299, i n.Ehr n» gar um 4 6 9 P r o z. mehr! 'Ällbei ist die Zahl der Spindeln und Webstühle allein nicht cnt- scheidend. Die Produktion ist noch viel mehr gestie- g c n. Nur 2.2 Proz. der Spindeln der Welt drehten sich 4929 in den chinesischen Spinnereien, aber sie verspannen 7,6 Proz. der Baumwolle, die überhaupt versponnen wurde. China verspann 1929 bereits drei Viertel dessen, was die alte, große. Textilindustrie Eng- lands verspann. Man zitiert oft einen Ausspruch des chinesischen Politikers Wu-Ting�Fang, um die unbegrenzte Aus- dchnungesähigkeit des Kapitalismus zu beweisen. Wenn jeder Chi- ncse, sagte er, sein Hemd auch nur um einen Zoll verlängert, gibt das der Welt wieder für hundert Jahre zu tun. Die Weit, das war doch selbstverständlich die europäische und amerikanische Welt. Welche Profitmöglichkeiten! Sicherlich mächst der Bedarf Asiens an Industriegütern. Es wächst die Zahl der Fabriken, dke diesen Bedarf decken. Nur stehen schon jetzt viele dieser Fabriken nicht in Manche st er, Roubaix oder Plauen, sondern in Bombay, Osaka, Schanghai. Der wachsende Bedarf verlangt natürlich auch nach dem, was die asiatischen Industrien noch nicht erzeugen und was sie voraus- sichtlich auch noch lang« nicht erzeugen werden. Das ändert aber nichts daran, daß ein immer größerer Teil dessen, was früher, vor der Entstehung einer einheimischen Industrie, aus dem Ausland kam, numnehr im Inland selbst- produziert wird. Für eine Reihe curo- pöischcr Industrien eröffnet sich ein neuer Markt, für andere aber geht ein großer alter Markt verloren. Schon jetzt ist die Konkurrenz bt international! ist ein Sieg in Manchester und Plauen. der europäischen, besonders der englischen Textilindustrie mit den asiatischen Spinnereien und Webereien in gröberen Erzeugnissen ganz hoffnungslos. Es wird nicht lange dauern, bis Japaner und Chinesen auch die feinsten Garne zu spinnen verstehen werden. Der Bericht der Britisch«« Mission gibt sich darüber keiner T ä» s ch u ng hin. Der Teil des Marktes, den jetzt»och die englische Industrie beherrscht, kann, wenn überhaupt, nur init den größten Opfern gehalten werden. Die Gefahr ist aber noch viel größer. Es geht nicht bloß darum, sich dort zu behaupten, wo eine einheimische Industrie entstanden ist, es gilt den Kampf gegen die drohende Konkurrenz auch dort auszunehmen, wohin diese junge» Industrien bereits ihrerseits zu exportiere» beginnen. Schon be- drängt Japa» England ganz stark in Indien. In wenigen Jahren, so befürchtet die Mission, werden japanische und chinc- sische Waren auch in Europa auftauchen. Es ist»nmög- lich, den Käufer englischer Textilien zu zwingen, diese weiter zu kaufen, wenn er japanische oder chinesische Textilien gleicher Qualität billiger kauf«» ka»n. Es gibt kciiK Zollmaucr, die die asiatischen Waren nicht überklettern könnten. Die Rolle der niedrigen Löhne in den neuinduslriali- sierlen Ländern. Nach der Berechnung der Britischen Mission wird in England. d. h. in Lancashire und Uorkshire, ein Stundenlohn bezahlt, der etwa dreimal so hoch ist als der Stui»denlohn in einer japanischen Berliner Zinssätze. Die Sie m Pclvereinigung Berliner Banken und Bankiers hat infolge der Diskontsatzerhöhung ihre Zinssätze mit Wirkung ab 1. August ebenfalls erhöht. Guthaben an täglich fälligen Geldern werden in provisionsfreier Rechnung mit 1 1 Proz., in provisionspflichtiger Rechnung mit 12 Proz. verzinst. Es bestehen keine Unterschiede zwischen„alten" und„neuen" Konten. Spargeldcr werden vorläufig zum alten Satz, d. h. mit 8 Proz.. verzinst. Die Sollzinsen wurden auf 16 Proz. zuzüglich Provision erhöht. Die Stempelvereinigung hat also ihre Sätze nur um 3 Proz. erhöht, während der Reichs- bankdiskont um 5 Proz. erhöht wurde. Man muß aber beachten, daß die Spanne zwischen Haben- und Sollzinsen, die bei der letzten Diskonterhöhung um 1 Proz. erweitert wurde, unver- ändert geblieben ist. Lombardkasse für Privatbanken. Gestern ist das Gegenstück zur Akzept- und G a r a n t i e b a n k, die. in erster Linie den Großbanken zusätz- lichc Reichsbankkredite verschaffen soll, zugunsten der Privat- b a n k e n gegründet worden. Das Aktienkapital von 1 Million Mark wird von Berliner Privatbanken, aber auch von den Groß- danken gezeichnet. Die Reichskrcdit AG. und die Preußische Staats- dank sind ebensalls am Kapstal beteiligt. Der Gedanke ist, Staats- anleihen, Pfandbriefe und Aktien als Pfaudgrundlage zu Nehmen, sie bei der Lombardkasse einzureichen und church dke Lombardkasse auf Wechsclgrundlage bei der Rcichsbank Kredite für jene Banken zu vermitteln, die die Pfänder hinterlegen. Die vermittelten Kredite sollen um 3 Proz. höher als der Reichsbankdiskont oer- zinslich sein, also 18 Proz. kosten. Die BeleiHungsgrenze soll bei Staotspapieren und Pfandbriefen bei 76 und für Aktien bei 56 Proz. des letzten Kurswertes liegen. Die kreditnehmenden Banken werden verpflichtet, über den eigentlichen Kreditbetrag hin- aus sich zur Zahlung von einem Zehntel der Kredit- s» m m e zu verpflichten, womit ein G a r a n t i e f o n d s ge- schassen werden soll. Der Höchstbetrog für den einzelnen Darlehens- nehmer ist 16 666 Mark, die Höchstdauer der Kredite drei Monate; von der Rcichsbank wird ein Kredit bis zu 16 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Warenhausumsähe im Zum. Insgesamt auf der Höhe des Vorjahres. Nach Feststellungen des Instituts für Konjunktur- f o r f ch u n g(mitgeteilt in der Zeitschrift für Waren- und Kauf- Häuser) sind die Umsätze der deutschen Warenhäuser im Juni um 19 Prozent hinter dem Umsatz von Juni vorigen Jahres zurück- geblieben. Die Maiumsätze lagen um 3 Prozent höher als im Mai vorigen Jahres. Diese Unterschiede in der Umsatzcntwicklung sind in der Hauptsache auf die Loge des P f i n g st f e st e s— im vorigen Jahre im Juni; in diesem Jahre im Mai— zurückzuführen. Spinnerei und manchmal fünfmal so hoch wie in den Spinnereien und Webereien in China. Allerdings steht die Leistungsfähigkeit des asiatische» Arbeiters jetzt noch hinter der des ewropäischen zurück. Die asiatische Industrie ist noch jung. Es wird al?er bei der über- wältigenden Rolle der Jnduftrietechnik nicht allzu lange dauern, und die Arbeitsproduktivität des Chinesen und Japamers wird ebcnso groß sein wie die des Europäers oder ihr zumindest sehr nahe- tommen. Selbst wenn die geringere Arbeitsproduktivität einkalku- liert wird, wird der englische Textilarbeiter doppolt und oft dreifach so hoch entlohnt wie der asiatische. Das Ergebnis, zu dem die englischen Industriellen gekommen sind, lautet: Dfx Löhne der eng- tischen Arbeiter müssen ganz energisch gesenkt(!) werden. Offen auszusprechen, daß sie auf das Niveau der japanischen Löhne gesenkt werden sollen, wagten sie noch nicht. Den Lohn des Textilarbeiters und der Textilarbeiterin in Eng- land sollen also heute schon die Löhne im Fernen Osten bestimmen. Dieser aber wird von der Organisation, kier kampfsähig- keit, dem Klassenbewußtsein des asiatischen Proletariats ab- hängen. Zeder gewonnene Streik in Schanghai ist ein Sieg in Manchester, jeder verlorene Streik in Zapan bedeutet weniger Milch sür ein Texlilarbeiterkind in Schottland. Mit der unaufhaltsamen Industrialisierung der Wdt muß sich das Wirtschaftsgefüge der alten Industrieländer von Grund auf ändern. Gewiß werden mit der Jndustrialisicrung der jungen Natur- Völker in Asien deren Bedürfnisse wachsen, aber die alten Werk- stätten der Welt. müssen sich umstellen. Diese Umgruppierung, die Anpassung an den veränderten Markt, die Umschichtung von hundert- taufenden, ja von Millionen Menschen, diese ganz ungeheuren Aus- gaben, vor die die Gesellschaft gestellt wird, sind nur von der G e- sellschast zu bewältigen, können nur von einer sozialistischen Wirtschaft plan- und sinnvoll gelöst werden. dl. Faßt man die Ergebnisse für Mai und Juni zusammen, so sind die Umsätze in diesem Jahre wertmäßig umctwa7Prozent hinter denen des Vorjahres zurückgeblieben. Mengenmäßig dürste kaum ein Rückgang eingetreten sein, da die Preise in der Zwischen- zeit gefallen sind. Im einzelnen— Mai und Juni zusammengenommen— ist zu bemerken, daß die günstigsten Absatzziffern die Abteilung Herrenkonfektion aufzuweisen hatte; in diesem Jahre lagern die Ziffern wertmäßig um mehr als 15 Prozent über den Zahlen für die gleichen Monate des Vorjahres. Eine Steigerung um 6 Prozent war auch für Hcrrenhllte und Schuhwaren festzustellen. In diesen Branchen scheint eine Abwanderung von den Spezialgeschäften zu den Warenhäusern vor sich gegangen zu sein. Stark zurück- geblieben(um 26 Prozent) ist der Absatz von Damenwäsche. Im ersten Halbjahr 1931 sind die Umsätze insgesamt um 11 Prozent(wertmäßig) hinter denen des ersten Halbjahres 1936 zurückgeblieben._ Gegen die Mißhandlung der Sparkassen Oer Llnfug der Goldmarkklaosel. Die Haupt�emeinschaft des deutschen Einzel« h a n d e l- hat sich— mst Recht— dagegen gewendet, daß sehr viel. fach in Deutschland die Rechnungen nicht mehr in Reichs� mark, sondern mit Golddollarklausel ausgestellt werd Professor Bernhard vom Reichsperband der deutschen Warenhäuser fordert«ine Kotv.ervrdu-a.ngge.genZede. Äri der Gold- fa kturicrung, und zwar unier Aufhebung sämtlicher bereits auf Gold lautenden Rechnungen.-Man dürfe vor einer weiteren Golddiskonterhöhung nicht zurückschrecken, da ein zu niedriger Diskont die Gefahr zu großer Wechseleinreichungen mit sich bringe. Die Zurücksehung der Sparkassen im Zahlungsverkehr wird vom Einzel- Handel als sehr lästig empfunden. Es sei offenbar das Bedürfnis ge- wisser Baakkreise, den Sparkassen einen Teil des Geschäfts wegzu- nehmen. Dies« Tendenzen werden vom Einzelhandel auch schon deshalb bekämpft, weil bei den Banken kein Unterschied zwischen Spargelndern und Depositen gemacht werde. Daß Großbanken jetzt dazu übergegangen seien, ihre Schuldner zur Ausstellung von Wechseln über die geschuldeten Beträge zu veranlaffen und gleich- zestig zu erklären, daß daraus keine Verpflichtung zur Zahlung bei der Fälligkeit der Wechsel entstehe, mäste zu einer Gefährdung der Geschäftsmoral führen. Auch solche Mißgriffe müßten beseitigt wcrveu._ Pumpenbauableilung bei Bergmann ausgelöst. Die kürzlich er. folgte Angliederung der Maffei-Schwartzkopff-Werk« G. m. b. H. an die'Bergmann-Elektrizitätswerke, die ja von Siemens und AEG. beherrscht werden, war von uns als Zu- sammenfastunq der Fabrikation von Elektrolokomotiven gekenn zeich- nct worden. Dieses Urteil wird dadurch bestärkt, daß jetzt die mit- übernommene Abtellung Pumpcnbau au die Maschinenbau-A.-G. vormals Ehrhardt u. Sehmer, Saarbrücken, mit allen Konstruktionen und Modellen verkauft worden ist. Die gesamte Fabrikation wird nach Saarbrücken verlegt; in Berlin errichten Ehrhardt n. 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Bon iT/t bis 18H Uhr Ausgabe der Jlugblättc« an die Vczirkefuhrer bti Schibold. Admiralstr. 5. 52. Abt. Ab ITH Uhr Lokal Bade, Kaiserin.AugUsta.Allee 52. Die Bezirk». führet laden ein. 54. Abt. 18 Uhr: 6. un! Müller, ssranklinstr. 1! 5«. Abt. 30 Uhr Juso« strahe 52. Aeferent issrn sind dazu eingeladen. ~|' Lokal 7. Gruppe Jugendheim, Ztdsinenstr. 4; 5. Gruppe aminenrunft der iunarn Parieigenosfen bei Licrsch, stant- �" Lewy: Der Ausbau in 58. 59. Ab 18 Uhr 70. Abt 81. Abt 90. Abi uhland. Auch»ltere Gr- ssrauzen, stalckreuihstr. 5. 20 Uhr Iunkiisniir. 20 Uhr bei Kulka, Lauenburgcr Str. 21, �ahlabrnd. Vortrag de» Genossen Schwor, über: Auhenvoliiische Lage»Nd Derhandliinge» In London. Bon 18 bis 20 llht JlügblStler bei Belger. Solsteinische Str. 9. hüng ebenda. 4. Wtll Bon 18 bis 19 llhr bei Älabe, Handjernstr. 00/01. Be,irksführer holen um 18 Uhr Ilugblattcr ab bei Schadeiio. ' r. 5. n den bekannten Lokale» au». Di« Bezirksführer kitnnen dlc lflugblätter Montagabend vom Lokal Schröder abhole». 95. Abt. Dlc Bezirtsführer laden zur lllugblattverbreitung in den b«kannt«n Stellen«in. 99. Abt. Die Genossen der Bezirke 150, 157, 158 und 159 treffen sich um 18 Uhr bei Tristram zur Klugblativerbreilung. 104. Abt. Ad>8 Uhr von Berliner Sir. 88 aus. 105. Abt. Echmidlbauer, Bisniarckstr. 74, dortfelbst um 20 Uhr Funttionärsitzung. Erscheinen aller sTunktionSrc dringend notwendig. 108. Abt. Slugblattausgabe zwiscktkn 18 bi, 19H Uhr Im Parteiheim. Schloh- strahe 27. Alle Ilugblattvertciler werden gebeten, bi« Flugblätter unbedingt abzuholen. 108», Abt. 19 Uhr Flugdlattausaad«: Dammvorstadt nördlich der Bahn hei «las«. MahI»I>ors«r Str. l! Dam:----"""—-— staiser-Dilhelm-Str. 3, 114. Abt. Ab 17 Uhr bei schwarzer,«adrlll.Mar.Str. 17. 115. Abt. Ab 10 Uhr: 1. und 2. Gruppe bei Stöbcr, Iungstr. 28! 8. und 4. Gruppe in den Iahlabendlokalen. 119. Abt. Die Genossinnen und Genossen deieiligen sich an d,r Motorboolfahrt mvorswdt südlich der Bahn bei Eisner, 17.«reise. Nach«li-Bui. bei Barh. Möllendorff. müssen erscheinen. 119. Ädt. 1)5 Iuzendhenosse 18 Uhr bei Barh. dssen müssen eri 20 Uhr bei Galla»,Vorstand»sihung. Ecke Nilierguistrahe. Auch die Mittwoch. 5. August. 17. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft junger Varieimiiglieder bei Klinge. strahe 14. 25. Abt. 18 Uhr Mugblattverltilung von den btkannien Lokalen. Geller- *• Zusammen kunst aller jungen BarteimitzNeter Glelmstr. 88.«olk». speisestelle. Tagespolitik. Ol. Abt. 19 Uhr Adletlung»«oestand»sihung bei Iamin. Sophic-Ebarlotte- Ztrahe 88. 20 Uhr Tunktionärsihung. 80. Abt. Abieilungsversammiung im Helmholh-GvmnasUnn. Rudcnistrahc. . Atserenl Genosse Georg Wendt: Der Dolk»«ntscheid In Preußen. 82. Abt. ssunktionärsihung bei Schellhale. Ahornstr. 15«. 107. Abt. Mitgliederversammlung bei Zobian. 1. Referat der Volksbühne: Dir Arbeiterschaft und da» Theater. 2. Besprechung zum bevorstehende» Volts- entscheid. 9. Parteiongelegrnhelten und Verschiedene». 140. Abt. Auherordenillche Mitgliederversammlung im Lokal von SBoilschack, Ernstste. 1. Referent Genosse Jach««. M. d. L.: Der Volksdclvug mit dem fommunlsilschen und notlonalen Bosssdegehren. 149. Abt. Auhcrordentlichs Mitgliederversammlung bei Iarius, Itirsi. Bismarck- Etrahc. Bezirksführcr laden ein. -l- 9. Kreis. Voranzeige! Donnerstag, 5. August. 20 Uhr, Vikjoriagarten. Wil- hell»»au« 114, Krci»mitgliedervers»w«lung. Tagk-ordnnnq: Die Wirtschast»- kitaftropb« Drutschl.nd» UN» dt« polltische Log«. Aefirlnt ssrih Raphiali. Buchkontrolle. Ritglied»buch vorzeigen. Frauenveranstaltungen. 4. August. Dampferfahrt nach Klegenhal«. Abfahrt 8 Uhr. ' Harten sind bei den ssunltionärinn: 19 Ltfsingbrücke. Dampferkarten sind bei den ssunslionärinnen und bei der Äreisleiterin noch zu haben. Krei». Dienstag, 4. August. 14 Uhr, kreis-kaffeckochen im Lokal Morien- höhe, Rariendoif, Schönebcrger Str. 98. ssahrverdindung: Linien 90, 00 bis Attila- Ecke Schönederger Strohe. I>. Krei». Dienstag. 4. August, Motorbootsahrt nach Alt-Buchhorst mit an- schiichendrm geselligen Beisommensein und Kafscetoche». Abfahrt 8� uhr punktlich von der Haltestelle der Reederei Lübeck, Ruimnelsdurg, shaupt- strahe 9. ssahrprei» hin und zurück für Erwachsen« 1,90 M., Kinder 06 Pf. 2t. Krei». Das«rcis-Kafseckochen fällt au«. Wir beteiligen uns dafür am Diermtag. 4. August, am Konfum-Kaffeekochen in Tegel. 21. Abt. Mittwoch. 5. August. I0H Uhr, bei Kroll. Utrcchtcr Strohe 21, Seiterer Abend. Vortragende Leoni« Brockmann. 99. Abt. Mittwoch, 5. August, Badefahrt nach Birkenwerder. Treffpunkt 9,45 Uhr bi» 10 Uhr!7ahrkarte»schalter Borortoahnhof Stettlner Bahn. 47. Abt. Der Frauenabcnd im August fällt aus. Dafür Dienstag, 4. August, Kaffeekochen im„Alten Eierhäuschen"', Treptow(Inh. Bielcr). Treffpunkt 14 Uhr an der Lochbahn Schlcsische« Tor. bei Wuhlhcidc, »origplog. Mus Lokal»Wald- seum» für Frauenkundc. 48. Abt. Donnerstag, 0. August. Ausflug»a> schänke" am Bahnhof. Treffpunkt 14 Uhr, 2 94. Abt. DItiistag, 4. August, Vesichligung de« Treffpunkt 17 Uhr U-Bahnhof, Boddinstrahe. 99». Abt. Dienttag, 4. August, Spielen und kaffe,koch«n in ixr Köni9»htide. Treffpunkt 9 Uh« am Buschkrug imit Kindern). 194. Abi. Dienstag, 4, August. Dompiersahrl»ach„Reue Mühle'. Abfahrt 9 Uhr vom koffliäuser. Preis 1 M.. Kinder 50 Pf. Karten sind dei allen Tunktianärinncii. de! der Abteilungöleiterln und beim Genossen Sasowsly, Grünauer Strohe, zu haben. 195«. Abt. Dtensmg. 4. August, gemeinsame» Kaffcekochen im Lokal„Kietemal". Tr«sfpunkt 15 Uhr, Bahnhof Köpenick, 119. Ab«. Montag. 8. August, 17 Uhr, Besschligung dt« Altersheim» Vlt»dorf. Treffpunkt 14 Uhr, U-Bahn Frankfurter Allee Ecke Möllendorssstrahe. An- schliekend Kaffeetochen und gemütliche» Beisammensein im Lokal„Wold- schloh'4 Uhr, Pankow Kirche,»der 14 Uhr, Löffvlbriicke Hintcp dem Bahnhof PanIow.Hciner»dorf. 194. Abt. Miiiwoch, 5. August, 20 Uhr, bei Sonnet, Parkstrahe. Btftrat de» Genossen Kurt Kichmonn, 197. Abt, Dienstag, 4, August, 10H Uhr. Besichtigung des Waisenhauses in der Alien Iatodftrahc 88—35. Treffpunkt 10 Uhr vor dem Waisenhaus. Die Funktionärinen laden ein. Ferner beteiligen sich di« Genossinnen am Konsum-Kaffeekochen am gleichen Tage im Sccpovitlo« Tegel. 198. Abt. Die Dompscrkarlen sind restlos vergriffen. Ohne Karte Hai niemand Futritt auf den Dampfer. 140. Abt. Dienstag, 4. August, Konsum-Kaffeekochen im Seepavillon Tegel. 143. Abt. Dienstag, 4. August, Känsum-Kaffeckochen im Sccpavillon Tegel. j Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. II. Krei». Dienstag. 4. August. 20 Uhr, Zlaihau» Schöneberg. Zimmer 144, Selfersihung der Arbeilerwdhlfahrt. Referat des Genossen Dr. Hönisch über: Die Abänderungen zur FUrsorgepflichtverordnung auf«rund der Zdatverordnun». llt«r>»»b«rl> Marieafelbe, Licht: W>M>WW»»»slttS Gemütlich«, Bcisammenfetn. 19. Krei« Tempelhof, R»ri«»dorl 4. August. 15 Uhr, Frauenau darf.~......"'_ Maricnfelbe, Lichtenrade. Dienstag. ug nach Maricnhöhe, Kühlen Grund In Marien- Arbeitsgemeinschaft der Aindersreunde Graß-Berlin. Krei, Schönebera. Es werden Rote Falken mit Fahrrad benötigt zur Vre- tcilung wichtiger Mitteilungen. Die Falken treffen stch heute, Sonntag, um 10 Uhr, in Friedenau beim Genossen Dioderich, Studenrauchstr. 28. Wir be, teilige» uns an der Antikriegokundgebung. Gruppe öchönedera trifft sich 13 it Uhr Bahnhof Schöneberg, Gruppe Linde»Hof 13H Uhr Bahnhof Ptlesterwea. Gruppe Köpenick. Montag. 9. Augirst, tteffcn sich olle Falken um 15 Uhr vor der Lodearfftalt Gartenstrahe. 5 Pf. mildringen. Gruppenabend fällt au«. Dienstag gehen wir zum Kaffeeiochen der Frauen der Abt. 108« nach Nestau. Bahnhof Köpenick. 10 Pf. Treffpunkt 15 Uhr am mit- rant„kiekental" briitaen. Prenzlauer Berg, Gruppe Bicwr Adler. Iungfalkcn haben dereil» am Mo«. tag, 8. August, Bunten Abend. Kreil Reukblln. Zur«ntikriegsfeier treffen sich alle Grtwpen heute. Sann. tag, um 18H Uhr, auf dem Pia» I im Stachion, Clngoim Siegfriedsirah« iSIadtdahn). FaltenIIeidung. Wimpel nritdringen.—«rbeitsstunbe. Morgen, Montag, haben wir wieder in der Baracke Ganghofe rstrahe ab 18 Uhr unsere Arbeitsstunde. Ab 19 Uhr ebenda Borstandssi hung mit den Gruppenführern. Ab Dienstag wird die Gruppenarbeit wieder aufgenommen. Alle Gruppen sind ad 17 Uhr auf dem Sannenpiah. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation � _____ Die Tochter unsere» Genossen Em starben. Ehr« ihrem Andenken. Einäscherung 24. Abt. _______ Gressstr. 18, ist»er- ntag, 17 Uhr, kreinaioriunt Seriäitstrahc. Wir diiten>:m rege Beteiligung. 28. Abt. Am Dienstag ist nach kurzer Krankheit unser lieber Genosse Karl Heimlich. Diedcnhofener Sir. 3, ein langsährigev Parieimilglied. verstorben. Di- Einäscherung hat in aller Stille ftatigefunden. Wir werde» da» Andenken de» Verstorbenen in Ehre» halten. Abt. Unsere Genossin Auguste Richter, Arnnlsstr. Tä�ist Im Alier von c»rn And...... 83 Jahren verstorben. Ehre ihrem Krematorium in Polsdam. ....... ndenken. Sinäschrrung Montag.>58» Uhr, Um Beteiligung wird gebeten. Danksagung Für di* uns anläßlich dos Dnhin- schoidons nnsorot liobon, unvor�eßliohon Kameraden in so reichem Maße bezeugte herzliche Anteilnahme sagen wir allen Freunden, Genossen und Bekannten, da- sonders der Arbeiterjugend, besten Dank. Alfred und Werner Sdiulze» auch im Kamen der Eltern u. Geschwister. Danksagung. Für Mi Vitien 9e»«if« herzlicher Terinohm« bei b«t Einäscherung meines lieben**------------ fimer« Mannes und guten Franz Klöpfer sagen wie allen Berwandlen. Be- unten, dem Baugewerksbund, der >. Abteilung der SPD. und dem P E6i Ibntt de» Deutschen Freidenker- «rbandes herzlichen Dank. stm Namen der trauernden Hinter- blieben en Marie Klöpfer. MMi\ Metallarbeiter-Yerbaoil VerwalhzngstieUc Berlin Tod««ai»«ig«. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Ardeiter Karl Speltacker am 27. Juli gestorben ist. Ehra feinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, dem 3. August, nachm. 5 Uhr. tm Krematorium Boumschuienwez, Kies- holzstroß«, statt Rege Beteiligung wird erwartet. 01« OrttTerwaUnag. ElDheitsverband».Eisenbahner Deutsfliiands.OrtSDrupDe Berlin Wir erfüllen die traurige Pflicht, der Mitgliedschaft den Tod deskollegen Franz Koschitzki Dachdecker, RAW. Berlin, miizuteilen. Er oerstard am Zi. Juli im Alter von 49 Jahren. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet Dienstag, den 4 August, nachmittag» 2 Uhr, im Krematorium Gertchtstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 01« Ortarervallinif Bindfaden Kordel, Packstrldie, Park' n. SeideBpaplere, Papp« Billig« Elckaafaqaelle KarlDaub $14, WolUhraLe 7»/ Telephon i � 5 7, Jannowil» 4814 j L-]uergens Alexenderplatz Neue Könlgitr, Arcona-Räder ' Die Präzision». Darke In bdehater Vollendung!-MS Grosser Preisabbau ffiobt nur der billige Preis, sondern vor sllon Dingen die tioehwertlge chaalltAt. der verblüliend Isichte L»uf, die herrorragende BehOnlirlt«od die enorme Haltbarkeit eind der 6rand der Beliebtheit and der enormen Verbreitung der Areona-RAder und Stern-Rüder. E— gif» m Fahrrad- o. Motorrad-Zn- ■ QVlf S adVl behörteile zu noch nie dagemesenen Preisen. Nene Spezial- Halb. renner und Touren rüder achon tär SS.-, 40.—, 40.— Nene Domontihnlder 45.-. 60.—, 55.— SO.-. Ortg. Brennattor* Rüder 55.. Ballon- Kenner, Ballen-bauieu-. Ballon- Tourenmudeh tuen SO. 55, 50, 55, 75, 50- Original Dreni-abor Ballonrüdor Mh, 55.—. Stern Räder I Rrcona Räder H.Z. Rüder«5- 76-, 85-, Trunsport-Swel rüder 05. 110.-. 130.-. 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Dies wer eine Beruhigung für d■■■■—— a—w— w aen JalersB»«»-» aetfa-aandee die Versicherungspflichtigen und Nichtversicherungspflichtigen ausreichenden Kranken Versicherungsschutz bietet tiaUKDtfwerwwaltund;: Berlin IV 24. Oranienburffter Sil*, e? und SOO Verwaltungsstellen im Reich 7lr. 35?* 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 2. Avgust 1931 Gewerkschaftskongresse. Was sie in der Vorkriegszeii beschaftigie. In der Reihe der Gewerkschaftskongresse(Halberstadt 1892, Berlin 1896, Frankfurt a. M. 1899, Stuttgart 1902, Hamburg 1908, Berlin— außerordentlich— 1910, Dresden 1911, München 1914, Nürnberg 1919, Leipzig 1922, Breslau 1925, Hamburg 1928), ist der bevorstehende Frankfurter Kongreß der 14. Gewerkschaftskongreß feit der Zeit nach dem Ausnahmegesetz. In den 32 Jahren seit der Abhaltung des dritten Kongresses in Frankfurt a. M., im Laufe der fast vier Jahrzehnte seit dem Halber- st ö d t e r Kongreß, hat sich manches geändert auch in der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Vieles ist besser geworden, doch eine Wirtschaftskrise in dem gegenwärtigen Umfange und von so langer Dauer hoben die Gewerkschaften noch nicht durchgemacht. Der langjährige Streit um die lokale oder zentrale Aorm der Organisation, der ssch insbesondere in Berlin abspielte, war nicht angenehm, doch ist er entfernt nicht zu vergleichen mit dem widerlichen Streit, den die KPD. in den Gewerkschaften vom Zaun gebrochen und systema- tisch geschürt hat, bis die Gewerkschaften ihn isolierten, so daß er von den„Massenorganisationen" der„revolutionären Gewerkschaft?- opposition" nur mehr außerhalb der Gewerkschaften weiter be- trieben werden kann. Ohne Agitation können die Gewerkschaften nicht bestehen, sich nicht weiter entwickeln. Allein in ihren Anfängen spielte die Agitation eine weit größere Rolle, sie mußte unter weit schwierigeren Verhältnissen und mit weit dürftigeren Mitteln betrieben werden. Bäcker, Müller, Fleischer, Bierbrauer, Kellner, Bäroangestellte forderten die Unterstützung ihrer Agitation, den Hasenarbeitern, Seeleuten, den Zieglern, den Arbeitern in Ost- und Westpreußcn sollte sie ssch besonders zuwenden, den in Deutschland beschäftigten polnischen Arbeitern, den Friseurgchilfen und schlichlich auch— Den Arbeiterinnen. Den GrenzstreiNgkeilen vorzubeugen hatte schon der Allgemeine Deutsche Arbeitcrkongreß zu Berlin 1868 als notwendig erachtet, indem er eine Einteilung der Gewerkschaften in 33 Gruppen beschloß, in denen Schornsteinfeger, Feuerwehrmänner, Droschkenkutscher und Gärtner noch nicht unter- gebracht waren. Ist dieses Kapitel auch heute noch nicht ganz abgeschlossen, so spielt es doch heute kaum mehr eine Rolle und findet seinen völligen Abschluß durch den Konzentrationsprozeh. Die ersten Gewerkschaftskongresse mußten sich mit Angelegen- Helten befassen, die heute längst überholt sind, Einrichtungen schaffen, die heute selbstverständlich oder bereits überflüssig geworden sind, aber auch Probleme erörtern, die heute noch nicht gelöst sind. Die g e- wcrbsmäßige Stellenvermittlung ist beseitigt, die Arbeitsvermittlung reichsgesetzlich geregelt, wenn auch genau wie auf dem Gebiete der Krankenversicherung noch Jnnungs- arbeitsnachwcise und andere Vermittlungsstellen sich„anpassen" und bestehen können. Die Kämpfe um das KoaNtioosrechl. um die Beseitigung des 8 133 der Gewerbeordnung bilden ein be- fonderes Kapitel. Wir sind darüber hinausgekommen. Doch noch im Jahre 1914, vor Ausbruch des Weltkrieges, suchte der Berliner Polizeipräsident von Iagow die G e w e r k s ch a f t e n a l s p o- litifche Vereine abzustempeln, die ihm ihre Satzungen und das Verzeichnis der Vorstandsmitglieder einreichen sollten. In dieses Kapitel fällt auch der„Arbeitswilligen-", der Streikbrecher- schütz. Mit der Arbeitslosenunterstützung befaßte sich eine ganze Reihe von Kongressen. Die Arbeitslosenversicherung wäre ohne die Vorarbeit, ohne das Drängen der Gewerkschaften toüni geschaffen worden. Trotzdem sie gegenwärtig durch die Rot- Verordnung außerordentlich verschlechtert ist, bekennen die Gc- lverkschasten sich im Prinzip zu dieser mehr denn je notwendigen Versicherung. Wir werden die Arbeitslosen gelegentlich immer wieder daran erinnern, daß die K o m m u n i st e n gegen das Gesetz gestimmt und eine„Fürsorge" für die Arbeitslosen ge- fordert haben, wofür die Gemeinden die Mittel jetzt unmöglich auf- bringen könnten. Das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften, das nicht immer ganz ungetrübt war, ist heute besser denn je. Es waren taktische Fragen der Organksatkonsform, der Maifeier und dergleichen, die verschiedentlich zu Auseinandersetzungen führten, doch niemals grundsätzliche Gegensätze. Auf dem ersten Gcwerkschafts- kongreß erklärte L c g i e n den Kampf auf wirtschaftlichem Gebiet als Aufgabe der Gewerkschaften. Und auf dem dritten Kongreß erklärte er, daß die gewerkschaftlichen Organisationen nicht sozialdemokratisch sind. Wenn die Mitglieder der Gewerk- schaften zum größten Teil zugleich Mitglieder der Sozialdemokrati- sehen Partei seien, so deshalb, weil es keine andere Partei in SPD.» Bstrisdskimfttioiiäi'«! Am Mittwoch, dem 5. August, IS'/s Uhr, in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm-Strabe 31, vichtige Konferenz aller Betrtebsiunlitionire „Die vlrlsdiaftlldie und finanzielle Lage Dentsdiiands." Referent: Dr. Fritz Naphtali. Genossen! Wir bitten euch, alle an diesem Tage geplanten Veranstaltungen zu verfagen und restlos anwesend zu sein. Funktiondr- karie und Parteimitgliedsbuch sind zur Legitimation mitzubringen. Das Betriebssekretariat. Deutschland gibt als die Sozialdemokralische Partei, die das politisch vertritt, was die Gewerkschaften fordern. Der Kost- und Logiszwang ist bis auf einen mehr oder minder unvermeidlichen Rest ausgehoben, als System aber beseitigt. Die Sonntagsruhe ist durchgeführt und nur noch strittig in den Betrieben mit ununterbrochenem Arbeitsgang. Die Frage der K on t r o l l s ch u tz m a r k e, die in den amerikanischen Gewerk- schaften eine gewisse Bedeutung erlangt hat,, ist in Deutschland ohne Nachhall geblieben und hat sich aus die Beachtung der EEG» Marke der Produkte der Großeinkaufsgcsellschaft Deutscher Kon- sumvereine konzentriert. Die vielumstrittene Frage der. Bildung eines zentralen Streikfonds ist von den Gewerkschaften in einer Form gelöst worden, die die Verantwortung den einzelnen Verbänden für ihre Kämpfe zuweist und die Einsetzung der oll- gemeinen Solidarität von bestimmten Voraussetzungen abhängig macht, lieber die prinzipielle Stellung der � Gewerkschaften zu Tarifverträgen ist längst kein Streit mehr. Von den wichtigsten Einrichtungen der Gewerkschaften seien die Arbeitersckretariate erwähnt und die in Verbindung mit den Genossenschaften errichtete Volksfürsorge. In diesem Zusammenhang dcrf auch die U n terstützungsvereinigung genannt werden. Mit der Bekämpfung der Schäden der Heim- arbeit befaßte sich schon der Berliner Kongreß im Jahre 1896. Zehn Jahre später wurde die heimarbeitausstelluna in Berlin KUMHAWt C r t'äg Berlin abgehalten,-Her zun�-Entwurf-zünes-Hausarbeitsgesetzes Stellung nahm., Die Einrichküng' von ll n te r r ich t s k u r s e n wurde bereits 1902 in Stutgart angeregt und im Jahre 1906 ver- wirklicht. Die Bundesschule in Bernau bildet den Beweis für das gewerkschaftliche Wirken auf diesem Gebiet. Die Bildung-- be strebungen und das Bibliothekswesen in den Ge- werkschaften behandelte Genosse S a ss e n b a ch auf dem Dredener Kongreß 1911. Schon vorher, auf dem Hamburger Kongreß 1908, hatte Genosse Robert S ch m i d t den Auflakl für die fZugendbewcgung gegeben. Es kam zur Organisation der A r b e i t c r- I u g e n d, während die eigentliche gewerkschaftliche Jugend- bewegung, durch Erfassung der Lehrlinge insbesondere, erst später einsetzte. Die Frage der internationalen Beziehungen tauchte bereits auf dem ersten Gewerkschaftskongreß auf, wo der- General- kommiffion aufgegeben wurde, internationale Beziehun- g e n zu unterhalten und anzuknüpfen. Diese wenigen Aufzählungen der Aufgaben der Gewerkschasts- kongresse in der Vorkriegszeit, zu den sich in der Nachkriegszeit eine ganze Reihe neuer Probleme gesellte, dürfte die Bedeutung unserer Gewerkschaftskongresse für die deutsche Gewerkschaftsbewegung un- gefähr erkennen lassen.■ Iv E. Von der Bauausfiellung. Auszeichnung des Baugewerksbundes. Das Preisgericht der Deutschen Bauausstellung Berlin 1931 hat der Kollektivausstellung des Deutschen BaugewcrksbunSe- den Preis des Reichsarbeits Ministers zuerkannt, der in einer Preismünz« nebst Urkunde besteht. Uebcr die Ausstellung selbst hat der„Vorwärts" ausführlich berichtet. Dem Baugcwerksbund ging es bei feiner Beteiligung an der Bauausstcllung natürlich nicht darum, einen Preis zu. bekdmmen, er wollte mit der Gegenüberstellung dessen, was früher war und was heute ist, dokumentieren, was er geleistet hat, insbesondere aus dem Gebiete de- Bauarbeiterschutzcs und was auf diesem Gebiete — auf dem es sich um Leben und Gesundheit der Arbeiter handelt— noch geschehen kann und muß. Aber auch seine gewerkschaftlichen Leistungen, darunter auch seine Bildungsarbeit unter den Lehrlingen und jugendlichen Arbeitern, konnten sich sehen lassen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß der Wirksamkeit des Deut- sehen Baugewerksbundcs aud) öffentlich Anerkennung gezollt wurde. Seine Kollektivausstellung war an sick) schon eine mustergültige Leistung. Die Entscheidung des Preisgerichts bezieht sich auch auf die Untcraussteller, die an der Kollektivausstellung beteiligt waren. Cine nachträgliche Entdeckung. Ablenkungsdemagogie bei Hugenberg. „Da steckt noch Geld!" Unter dieser Ucberschrift bringt der„Berliner Lokal-Anzeiger" eine illustrierte Schilderung über „Luxus und Komfort im Vernauer Gewerkschoftspalast". Unwill- kürlich fragt man sich: Was soll denn diese Schilderung jetzt? Die Schule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes in Bernau ist der ei ts ein ganzes Jahr in Betrieb. Bei ihrer Eröffnung hat sich die Rechtspresse nicht so lebhaft für sie inter- essiert als jetzt. Des Rätsels Lösung ist einfach. Die Arbeiterpresse hat im An- schluß an den Zusammenbruch der bankrotten wirtschaftskapitäne auf. deren Verschwendungssucht hingewiesen, die auf Schloß „H o h c h o r st" der Bremer Textilkönige Lahusens förmlich Orgien gefeiert hat. Von diesen Dingen müssen die Mitläufer der Hugenberg und Hitler abgelenkt werden und daher entdecken jetzt auf einmal die rechtsradikalen Zeitungen„Luxus und Komfort im Bernaüer Gewcrksckiaftspalast". Wie i n f a m die Mache ist, zeigt die Wendung, mit Hilfe des Arbcitcrgroschcns sei hier ein Kapital zusammengetragen,„daß nicht etwa für die Milderung der Not der Arbcitslojen, die früher doch immer brav ihre Bci.trägc gezahlt haben", verwandt wurde, sondern vielfach in großartige Prunkbauten hineingesteckt wird. Daß die G e wcrksch asten im vorigen Jahre mehr als 120 Millionen Mark Unterstützungen zehlten, brauchen die.„Lokal- Anzeigcr"-Armen nicht zu wissen. Im übrigen begreifen wir, daß den Leuten um Hugenberg die Gewerkschaftsschule, nicht behagt. Sie schafft Ausklärung, während der ganze 5)ugenberg-Apparat aus Verdummung ein- gestellt ist. Ae C-Vf.-AjT Rühmliche Ausnahme der AEG. Den VBMZ.-Rotrieben zur Nachahmung empfohlen. ' Wie wir erfahren, haben die Verhandlungen mit der Direktion der A. E. G. und einigen Mitgliedern des Gcsamtbetriebsrates das Resultat ergeben, daß die A. E. G. eine weitere Kürzung der Ge- hälter um 5 Prozent für den Monat August nicht vornimmt. Die Arbeitszeit von vierzig Stunden sowie die Im I u l i gc- zahlten Gehält e r gelten auch für den Monat Au g u st. Großangriff im Buchbindergewerbe. Zweiter Lohnabbau soll durchgeführt werden. Wie im Buchdruckgewerbe wurden zu Anfang dieses Jahres auch im Buchbindergewcrbe mit Hilfe der staatlichen Schlichtungs- inftanzen die Löhne um 5 bis 6 Prozent abgebaut. Jetzt treten die Unternehmer schon wieder auf den Plan mit einem neuen Lohnabbau. Dem Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter ist in den letzten Tagen die Kündigung fast aller ausschlaggebenden Reichslohntarife zugegangen. Der Verband deutscher Buchbinderei- besitzer(VDB.) hat das Lohnabkommen vom 6. Februar zum 26. August gekündigt, der Arbcitgeberverband der Papierverarbei- tcnden Industrie(Api) das Lohnabkommen für die Geschäfts- Nie ältesten Leute er, n n e r n sieh nicht, ieinols solche Preise fürwirklich gute Ware erlebt zu firflBfeld-Painenwasthe Hamdbeinkleider • infarbiger oder geblümter Batist, fUh.r 4-bi,|7�i M Nachthemden i.w.iOer Wöidiestoff mit imitur Stidiaroi , farbig* Batirt mit | Haaaarbait od«r mit w.iß.rb.ifidt->90 t.r V.rzi»rung D M 4" 4" 175 Feine seidene und Batist. 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August, der Bund deutscher Buchbinder- innungen das Lohnabkommen vom 4. Februar b. I. sowie den Manteltarif vom 16. Oktober 1930 zum 31. August und schließlich der Zentraloerband deutscher Kartonnagenfabritenten das Lohn- abkommen vom 9. Februar d. I. zum 13. August. Die hauptsächlichsten Reichslohntarife im Buchbindcrgewerbe sind damit aufgekündigt. Ungekündigt ist nur das Lohnabkommen mit dem Deutschen Buchdruckerverein vom 4. Februar für die Buchbinder in den Buchdruckereien, das noch bis zum 12. November läuft Obwohl durch die bisherigen Lohnkürzungen nur noch eine Ver- schlimmerung der Krise und keine Behebung eingetreten ist, jagen auch die Buchbindereiunternehmer dem Phantom nach, durch wei- tcre Lohnsenkungen und weitere Kaufkraftdrosselung die fest- gefahrene Wirtschaft wieder flott zu machen. Es ist selbstverständ- lich, daß sich die Buchbinder mit aller Macht den Forderungen der abbauwlltigen Unternehmer entgegenstemmen werden. Mit allem Nachdruck muß aber gefordert werden, daß das Reichsarbeits- Ministerium dem volkswirtschaftlichen Unfug dcs Lohnabbaus end- lich Einhalt gebietet und die staatlichen Schlichtungsinftanzcn den Unternehmern keine Porspanndienfte mehr leisten. Aus den Berliner Konditoreien. Mißbrauch der Arbeitslosigkeit zu jlohn- und Tarifdruck. Die Arbeitgeber im Konditorcngewerbe Berlins, denen es infolge ihrer bevorzugten Berufslage bei weitem noch nicht schlecht geht, sind durch scharfmacherische Führung schlecht beraten. Ihre erträgliche soziale Einstellung, auf die sie in früheren Jahren etwas hielten, ist ins Gegenteil umgeschlagen. In vielen Fällen wurden Gehilfen entlassen, ohne daß eine dringende Notwendigkeit dazu vorlag. Die Konditormeister schimpfen wohl auch über die all- gemeine Wirtschaftslage und die sinkende Kaufkraft des Publikums, aber in ihrem eigenen Gewerbe unterbinden sie jede Möglichkeit, die zur Belebung der Wirtschast führen könnte. Neuerdings haben sie— wie bereits berichtet— einen Angriff auf die Tariflöhne und die sozialen Errungenschaften des Personals unternommen mit der Begründung, daß bei niedrigeren Löhnen mehr Arbeitskräfte beschäftigt werden könnten. Den Gewerkschaftsvertretern, die sich gegen die Kürzung der an sich nicht allzuhohen Tariflöhne einsetzten, wurde sogar unterstellt, es sei ihnen einerlei, ob noch mehr Gehilfen arbeitslos würden oder nicht. Nach allen bisherigen Erfahrungen ist nicht damit zu rechnen, daß die Konditormeister Berlins die Lohnkürzung zu dem Zweck betreiben, mehr Arbeitskräfte einzustellen. So hat z. B. die Konditorei Gumpert inderKönigstraße die Löhne der Gehilfen wird des übrigen Personals selbstherrlich bis zu 23 Proz. verkürzt und trotzdem noch vier Gehilfen entlasten. Durch Ueberstunden f oll der Ausfall an Arbeitskräften ausgeglichen werden. Bon den in Berlin ansässigen 1 7 00 K o n di.t.o r g.« h i l f en. sind bereits 950 arbeitslos. Unter diesen Umständen ist die lieber- st undcn Wirtschaft besonders verwerflich. Eine Versammlung des gesamten Konditorei Personals am 6. August, abends 714 Uhr, im Palais des Zentrums, Rosenthaler Straße 36, wird zu der ganzen Situation Stellung nehmen. Taubstumme gegen„Volksenischeid". Stellungnahme zur Wirtfchastskrise. In einer stark besuchten Versammlung der Taubstummen, sprach Genosse Schlimme vom ADGB. über die gegenwärtige Wirt- s ch a f t s k r i s e, die sich in Deutschland zur Kredit- und S t a a t s k r i s e entwickelt hat. Mit größter Aufmerksamkeit ver- folgten die Versammelten die Ausführungen des Referenten, die ihnen Eitel Otto in ihre Gebärdensprache verdolmetschte. Die Taubstummen sind leider im besonders hohen Grade von der Arbeits- losigkeit in Mitleidenschaft gezogen. Der Vortrag, in dem Genosse Schlimme auch das„Volks- begehren" der Schwarzweißroten und Kommunisten streifte, wurde mit st ü r m i s ch e in Beifall aufgenommen. In der Diskussion versuchte ein taubstummer K o m m u n i st das Volks- begehren der verbündeten Kozis und Nazis zu verteidigen, fand damit aber keinen Anklang in der Versammlung. Seine Aus- führungcn riefen vielmehr einen wahren Entrüstung? stürm hervor. Internationale der Maschinisten. Kongreß in Kopenhagen. Der Internationale Bund der Maschinisten und Heizer hat dieser Tage in Kopenhagen seinen Kongreß abgehalten. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Wirtschaftskrise und der Angrisf der Unternehmer auf den Lohn. In einer vom Kongreß angenommenen Entschließung wird auf den wirtschaftlichen Schissbruch des Lohn- a b b a u e s mit schärfstem Nachdruck hingewiesen. In Ueber- einstimmung mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund wird die Einführung der �O-Stunden-Woche ohne jede Aende- rung des gegenwärtigen Lohnniveaus gefordert. Nur so könne die Kaufkraft gehoben oder jedenfalls stabilisiert werden. Vom Internationalen Arbeitsamt in Genf müsse erwartet werden, daß den Regierungen baldigst passende Vorschläge zur internationalen Regelung der Arbeitszeit auf der Basis der Anregungen des IGB. unterbreitet werden. Für die Maschinisten und Heizer sei im Hinblick auf die durch die Rationalisierung erzwungenen höheren Arbeitsresultate die Einführung der Sechs st undenschicht pro Tag, und zwar ohne Lohnkürzung, spruchreif. Ebenso sei ein besserer Schutz für Leben und Gesundheit zur Eindämmung der steigenden Unfallzifser geboten. Von Genf erwarte mgn vor allem Vorschläge zwecks gesetzlicher Regelung der Dampskesselkontrolle. Diese Kontrolle müsse vorgenommen werden unter Beteiligung der Angehörigen des Heizerberufs, wie sie bereits in einigen Ländern bestehe. Der bisherige Präsident der Internationale, Klebe- Berlin, und ihr Sekretär, B a l l e n g- Berlin, wurden wiedergewählt. E»o kämpfen Revoluiionäre. Kläglicher Ausgang eines NGO.- Streiks. Bei der Kohlensirma Reinke in Schöneberg wurde kürz- lich ein Kohlenakkordarbeiter entlassen, weil er von den Kohlen, die seine Firma für einen anderen Betrieb abfuhr, ein Quantum einem der sogenannten Kohlensammler auf dem Güter- bahnhof abgegeben hatte. Wegen dieser Entlassung trat die ge- samte in der RGO.„organisierte" Belegschaft in den Streik, um die Wiedcreinstellung der Entlassenen zu erzwingen. „Geführt" wurde dieser Streik von einem aus dem Gcsamtvcr- band ausgeschlossenen Kohlenarbciter, und zwar derart, daß der „Führer" nicht einmal den Versuch machte, mit dem Unternehmer über die Beilegung des Streitfalls zu verhandeln. Die Streikenden boten während dcs Kampfes dem Fuhrunternehmer an, die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn er dem entlassenen Arbeiter bescheinige, daß er„infolge von Arbeitsmangel entlassen" worden sei. Das lehnte der Unternehmer mit dem Hinweis ab. daß er sich durch das Ausstellen einer solchen wahrheitswidrigcn Bescheini- gung strafbar mache. Er wollte den Entlassenen jedoch bei einem anderen Kohlenhändler unterbringen. Dieses Angebot lehnten die Streikenden ob und blieben weiter im Streik. Der„Erfolg" dieses RGO.-Streiks ist, daß van der 16 Köpfe zählenden Belegschaft acht Mann die Arbeit wieder aufgenommen haben. Der zuerst Entlassene ist mit weiteren sieben Mann auf der Strecke geblieben. Dieser Fall zeigt wieder einmal, daß die RGO. ihre Anhänger wohl zu sinnlosen Aktionen zu treiben ver- steht, aber nicht einmal den kleinsten Streik erfolgreich beenden kann. Wie würde das erst bei den„Massenaktionen" werden, mit denen die RGO. so oft droht! Schlichtungsverfahren im Speditionsgewerbe Der Verein Berliner Spediteure hat bekanntlich dem Gesamtver- band einen Manteltarifentwurf eingereicht, der so weitgehende Ab- bauforderungen enthält, daß ihn der Gesamtverband nicht als Ver- Handlungsgrundlage ansehen konnte. Das gleiche haben jetzt die Unternehmer gegenüber dem Vertragsentwurf erklärt, den ihnen der Gesamtverband übermittelt hat und in dem eine Reihe von Ver- besserungen des bisherigen Manteltarifes gefordert wird. Der Verein Berliner Spediteure hat nunmehr den Schlich- tungsausschuß angerufen: ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Deutscher«uugewerkubu»», Aachgnwvr ber KNeseules«. Hienstoo. 4. Aiisruit, 18 Uhr, Vevsamurluiiq in den Ncsidcn��zrstsitleu, Lai�sberqer Str. 31. Vortrog ix 5 Rrichssachgruppcniriters Locher über.Die Lage im spliesenleger. gewerbc in Dcutschlono". Diskussion. In dieser Versanunsung werden die Tarisvcrtroa« ausgegeben. Es ist Pflicht aller«ollegen, bestimmt und piintt- lich zu erscheinen. Die Fachgruppenleitung. I. A.: Karl Oheim. »Freie Gewerkschafts-Lugend Berlin fimWWWWWWWWWVW Morgen, Montag, um 18 Uhr, Eihung des Beirats ftlr gewerkichaftliche Iugendfragen im Saal 2 de» Gewerkschaftshauses. Engelufer 24—25. Vibliothetstommiiflonssihunq um 19 Uhr. Ziinaner 36 de» chewerkschafls. Hauses, Engclufer 24—25, 2 Treppen.— Oftkreis: 1914 Uhr im Jugendheim Litauer Straße. Agitationsleitersihung.— Teilnehmer an der Ostseefahrt! lg>,4 Uhr Ummer 42 de» Seme rkschoftsholises, ssahrtbcsprechung.— Voranzeige! Freitag, 7.'August, 19«. Uhr, im Saal 1 des Seroeckschaftshauses, Engel» Ufer 24— 25, Lichtbildervortrag:.Landsberg a. d. Warchc, Geschichte, Bewohner, Arbeiterbewegung". Referent Karl Ractel, Landsbeng. @Iugendgnippe des Zentralverbandes der Angefiellien Morgen, Montag, finden fvlgeirde Benanstaltungen statt: Weddinq: Jugendheim Turiner Eike Seestraße. Airssprache:..Tagespal i tische Rund schau". Leiter: Bunzel.— Brih: Städtisches Jugendheim. Bunter Abend.- Weißense«: Jugendheim Piftoriwsstr. 34. Lustig« Abend.— Urban: Jugendheim Hobrccht. Ecke Sonde rslraße. Lewe Baebercitung mrm Reichs- jugendtag.— Schöneberg: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks Friedenau.— Nordwest: Wir besuchen die Zevsammluna des Werbebezirk».— Spiele im Freien ab 19 Uhr auf dem Dominicus-Spielplah in Echönoberg. >VocIlenproKrsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 2. August: 6.30: Funksymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.55; Morgenfeier. Anschließend: Glockcnsreläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II; Vom Qcmcindefriedhof Niederhermsdorf: Dcnkmalsein- weihuns: für die bei der Schlazwctterkatastrophc am 29. Juli 1929 cetötcten 33 Bergknappen. 12: Hermann W. Anders liest aus eigenen Arbeiten. 12.15; Mittagskonzert. 14: Jugendstunde. 14.30: Konzert. 15; Aus Magdeburg: Konzert. 15.30: Von der Avus: Autorennen des- Allgemeinen Deutschen Automobilklubs. 15�45; Nachmittag.skon?crt... 17.55: Aus dem Deutschen Stadion:. Ausschnitt aus den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. 19: Aus der Waldoper- in Zoppot: 1. Akt aus„Die Walkürb" von Richard Wagner. 20.10: Tagcsglossen. 20.40: Tages- und Sportnachrichten. 20.50: Orchcstcrkonzcrt. Danach: Tanzmusik. Montag, 3. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Kunst des Lesens, 15.40: Wiener Tanzmusik im Zeitalter des Barock. 16: Konzert. 17: Jugendstunde. 17.20:„Sic brauchen nicht zu altern". 17.45; Unterhaltungsmusik. 18.30: Ein Querschnitt durch die Berliner Verwaltung. 19: Rudolf Wittenberg liest eigene Dichtungen. 19.30: Jazz-Stunde. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Robert Schumann-Konzert. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 4. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die Frau als Förderin der Kunst. 15.40: Jagd auf See-Elefanten am Rande des südlichen Eises. 16.05: Die Biihncndckoration der Gegenwart. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Büchcrstundc. 18.20: Konzert. 18.45; Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land. 19.10: Orchcstcrkonzcrt, 20.50: Tages- und Sportnachrichten. 21:„Tageszeiten der Liebe", Lustspiel von Niccodemi. Mittwoch, 5. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzcrt. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Das Institut für Meereskunde. 15.40; Schicksalsfragen der heutigen Generation. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Rheinlieder und andere lustige Lieder. 16.50: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 18.15: Blasorchester-Konzert. 19: Strafrechtliche Tagesfragen. 19.30: Wovon man spricht. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Tanzabend. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Abendunterhaltung. Donnerstag, 6. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzcrt. 12.30: Die Viertelstunde für. den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Erholungsfürsorge für Kinder. 15.40: Schauspieler als Dichter. 16: Konzert. 17: Betrachtungen zur Reform des Eisenbahnverkehrs. 17.25: Jugendstunde. 17.45: Gerhart Pohl liest eigene Dichtungen. 18.10; Deutschland und die Weltwirtschaft. 18.35; Unterhaltende Musik aus Italien. 19; Politische Zeitungsschau. 19.20: Schallplatten. 20.10: Interview der Woche. 20.30:„Das verwunschene Schloß", Operette von Mlllöcker. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. 0.30: Nachtkonzert. Freitag, 7. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert..15.20: Aus dem Reich der Artistin. 15.40: Die Kulturwerbung des Auslandes als Vorbild und'Warnung. 16.05: Hinter den Kulissen der Tour de France. 16.30: Rosenlieder von Philipp zu Eulenburg. 16.50: Teemusik. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Unterhaltungsmusik. 19; Das Wochenende. 19.25; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30: August Scholtis liest eigene Erzählungen. 20: Aus Breslau: Berühmte Prozesse der Zeitgeschichte. Hörbericht von Friedrich Carl Wcstphal. 21: Tages- und Sportnackfichten. 21.05: Fünf Minuten! Wegweiser ins Wochenende. 21.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 8. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzcrt. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20- Jugendstunde. 15.40: Erinnerungen aus dem Entenpfuhl. 16.06: Die Flucht aus dem Alltag. 16.30: Blasorchester-Konzert. 17; Aus Hamburg: Stimmungsbild von den Internationalen deutschen Tennismeisterschaften. 18; Die natürlichen Bundesgenossen im Kampf gegen die Rundfunkstörnngen. 18.30: Kammenrtusrk. If.lG: Die Errfhlung der Woche. 20: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.30: Irene de Noiret singt. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10;„Berliner Panoptikum". Ein Kabarett von Eugen Tann. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 2. August: Ab*.30: Ucbcrtracuni aas Berlin, il-, Aas fernen Zonen. Mr Menschen im Beruf: Der Amtsrat. 14.30: DicHlerstunde._IS.4S: EUernstonde. 18.30: Nieder- österreichische Bauernmusik. Deutschlandsendcr: I0'i Uebertraeona ans Berlin. 20.50: Aus Könijsben:; Untcrhaltnnitskoitzert. 22: Aus New York: Konzert 23: Wetter-, Daxes- und Sportnachrichten. AnschlieBendr Ocbettratnns aus Berlin. u__ Montag, 3. August: 16: Aus Berlin; Nachrailfacskonzert. 17; Pädasrotlsdier Book. 77-20; Mark Twain, der rroBc amerikanische Humorist. 18: Was muH man von der Vormundschaft wissen? 18.30: Der Mensch als Natnrwcscn, 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Enzlisch für Anfinzer. 19.25: Stunde des Landwirts. Anschließend: Viertelstunde Funktechnik. 20: Bilder vom hcottzcn Rußland. Deutschlandsendcr: 20.30: Ucbertraznnz aus Berlin. 22.40: Aas Bsdapest: Ziscnncrmusik. Anschließend; Ucbcrtrazunt aas Berlin. Dienstag, 4. August: 16: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. IT: Literarische Porträts politischer Köpfe. 17.30; Die Frau auf dem Throne; Maria Theresia. 18: Gläubigernot— Schuldncrschutz. 18.30: Die großen politischen Parteien tn der Karikatur. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Französisch fflr Anfänger. 19.30: Volkswirtschaftsfunk. Deutschlandsendcr: 20? Uebertragung aus Berlin. 22: Politische Zeitungsschau. Anschließend; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Danach: Aus Hamburg: Kleines Konzert Mittwoch, 3. August: 16: Aus Hamburz: Nachmiltazskonzcrt. 17: Pädasozischer Punk. 17.30: Mohammedanisches Fraucnlcbcn. 18: In der Urheimat zweier Wcltrclizionen. 18.30: Der Mensch als Naturwesen. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschatt. 19: Die Rechtsstellunz des Beamten nach der neuen Notvcrordmmz. 19.20: Literarische Gaststätten. 19.40: Die Lultrilstunz der Welt. Anschließend: Ucber- trazunz aus Berlin. Donnerstag, 6. August: 16; Aus Berlin: Nachmittazskonzert. 17: Pädagozischer Punk. 17.30: Mark Twain und sein Verhältnis zu Deutsehtand. 18: Die deutsche Frau in der Volks- tumsdewegunz. 18.30: Große deutsche Publizisten. 18.55: Wellcrbcrfcht für die 1 andwirtschaft. 19; Cnzlisch für Fortgeschrittene. 19.30: Stunde des Landwirts. Deutschlandsendcr; 20; Aus Breslau: Sinfonie-Konzert 21: Aus Breslau: Abendberichte. 21.10: Aus Breslau: Hans Marr spricht 21.40: Aus Breslau: Lieder. 22.15; Wetter-, Tazes- und Sportnachrichten. Anschließend: Ueber- tracung aus Berlin. Freitag, 7. August: 16: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17: Pädagozischer Funk. 17.30: Technische Seifenblasen. 18: Volkswirtschaftsfunk. 18.30: Der Mensch als Gesell- schaftswcscn. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag fflr Aerzlc. 19.30: Die Welt des Arbeiters. Deufschtandscndar: 20.25: Aus Stuttcarl:„D'Erdwcibla". Ein Spiel im Sundgau von Nathan Katz. Anschließend: Ucbcrtrazunz aus Berlin. Sonnabend, 8. August: 16: Aus Hamburg: Nachmiltagskonzcrt 17: Aus Hamburg: Uebertragung der Internationalen deutschen Tennismcisterschaltcn. 17.15: Sommerfrische. 17.35: Viertelstunde für die Gesundheit. 18: Französisch für Fortgcscliriltcne. 18.30; Hausmusik iür Harmonium. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschatt. 19: Das Leben der Naturvölker. 19.30: Heitere Stilblüten vom Katheder und aus Aufsatzheften. Deutschlandsendcr: 20: Aus Köln: Lustiger Abend. 22: Wettar-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. ZigareUen sindjekJ länger und dicker und in Qualftät- noch uerbessert-/» Zum allen PreisOst-.ÄiJfi OOtOeN€ M EOAI SALQIVUKJ imZ&Omi&Ü Nr. 357* 45. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 2. August 4934 Freuden der So Von Alphonse Crosiere Nachdem Herr und Frau Bachrach im Sprelwarenhandel ein ganz hübsches Vermögen erworben hotten, beschlossen sie, sich nichts mehr zu oersägen. Nie zuvor hotten sie den Mut gehobt, einmal acht Tage ganz auszuspannen. Zwei- bis dreimal hatten sie ihr eintöniges Dasein dadurch unterbrochen, daß sie einen Wochenendzug nahmen und den Sonntag am Meeresgestade oerbrachten. Aber wenn sie dann wenige Stunden die salzige Meeresluft geschluckt hatten, kamen sie immer wieder ächzend zurück: „Mein Gott, wie heih ist es im Zug gewesen und was haben wir unter der stickigen Luft leiden müssen!" In diesem Jahre jedoch sind die Bachrachs auf besser« Gedanken gekommen und haben sich gesagt: „Wir werden vierzehn Tage in Prellenkirchen verbringen. Von diesem Orte hat man uns wunder was erzählt." Nach langem chin- und cherschwanken haben sie die Wohnung ihrem Mädchen anvertraut und sind mit drei vollen Koffern abge- dampft. Als sie wie aus einem russisch-römischen Dampfbad heraussteigend in Prellenkirchen, einem flach daliegenden Seebad, an- langten, sind sie gleich auf die Suche nach einem Hotel mit zivilen Preisen gegangen. Aber man weih schon, wie es in unserem mili- tärischen Zeitalter mit den zivilen Preisen bestellt ist! Allein beim Anhören bekam man fast einen Herzschlag. Das Abonnement auf den Kursaal war gleichfalls im Programm inbegriffen, denn man wollte sich nichts versagen. Herr und Frau Bachrach, die von ihrer Tochter Amalie(vierzehn Jahre und große Ansprüche) begleitet sind, haben sich eine ermähigte Familienkarte geben lassen. Aber eins hatten sie nicht vorausgesehen. In dem Augenblick, in dem Herr Bachrach in den Spielsaal eintritt, fällt ihm ein kleiner Groom, der den Auftrag hat, die Tür hinter den Herrschaften zu schließen, die sich dafür vornehm bedanken, um den Hals: „Aber Onkel, wie freue ich mich, dich zu sehen! Und dich erst, Tante! Und dich, Amalie, du kleine Kanaille! Weißt du noch, wie du jedesmal, wenn ich deine Eltern besuchte, deine Spielsachen ver- stecktest? Bist du jetzt nicht mehr so blöd wie früher?" Man kann sich die Verblüffung der Bachrachs über eine der- artige Begegnung leicht ausmalen. Welch eine Wirkung auf die Fremden im Kursaal! Die Leute amüsierten sich köstlich über die Verwirrung des Ehepaars Bachrach gegenüber dem armen kleinen Teufel in der Livree, dessen Lebenserfahrung nicht so weit ging, daß er mit Frau Eitelkeit, dieser schnippischen Person, Bekanntschaft ge- macht bÄlite. Und die schönen Damen, die mebr oder minder bemalt waren, wie glucksten die, als sie sahen, wie sich die stürmische Begeisterung des kleinen Groom in stumme Bestürzung verwandelte.' Der Junge wußte nicht, wie er es deuten sollte, daß seine Verwandten ihm mit so gemessener Kälte begegneten. O, wie tobten sich die Bachrachs aus, als sie wieder im Hotel waren! „Ich werde nicht mehr in» Kurhaus gehen!" kaut« Frau Bachrach immer wieder.„Bin ich denn sicher, daß dieser Lausejunge un» das nächstemal nicht wieder anädet und vielleicht solch eine Nede vom Stapel läßt:„Ja, ja, meine liebe alte Tonte: so leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage... Na ja, wenn man's dazu hat... Und du. mein lieber alter Onkel, du pfeifst auch auf alles, wenn du dir nur den Wanst vollschlagen kannst. Du watschelst ja schon wie eine Fettgans!" Am nächsten Morgen gingen die Bachrachs in die Badeanstalt, wo ihnen eine neue Ueberraschung bevorstand. „Aber sehe ich recht! Ich will Hans heißen, wenn das nicht mein Schwager ist!" rief der Bademeister.„Was machst du denn hier mit deinen Leuten? Das ist aber nett, daß du zu uns gs- kommen bist. Mein Junge hat mir übrigens bereits gesogt, daß ihr in Prellenkirchen gelandet seid." Der Kleine hatte am vorigen Abend nicht mehr Zeit gefunden, um zu erklären, daß sein Vater Bademeister war, seine Schwester die Toiletten und seine Mutter die Bewachung der Kabinen unier sich hatte. Und seine Mutter ist die leibliche Schwester von Frau Bach- räch, eine Schwester, die es zu nichts gebracht hat. Man kann sich vorstellen, daß Frau Bachrach wegen ihrer Juwelen vierzehn Tage lang so manches mitanhören und Predigten dieser Art mehr als einmal über sich ergehen lassen mußte: „Es ist eine Schande, mit so teurem Schmuck herumzustolzieren, wenn man Verwandte hat, denen es dreckig geht!" „Am Abend darauf meinte Frau Bachrach zu ihrem Gatten: „Heute ist Sonntag, da möchte ich mich mal vergewissern, ob das Mädchen auch an seinem Platze ist. Ich bin wirklich neugierig, ob das gnädige Fräulein nicht bummeln gegangen ist. Ich habe ihr so ans Herz gelegt, sich höchstens am Morgen eine Stunde zu ent» fernen, um einzukaufen, und ich habe ihr soviel Wäsche und Strümpfe zum Ausbessern hinterlassen, daß sie selbst beim besten Willen vor Neujahr nicht fertig werden würde." Da hat sich Herr Bachrach gehorsam aufs Postamt begeben und eine Verbindung mit der Hauptstadt verlangt. Er hat zwei Stunden warten müssen. Endlich hat man ihn an den Apparat gerufen. „Hallo, hallo, sind Sie da, Iosephine?" „Nein, verehrter Herr", hat eine Monnesstimme geantwortet. „Iosephine ist geknebelt, und ich freue mich ungemein, daß Sie mir und meinen Kollegen aus der Verlegenheit helfen wollen. Wir haben von dem Mädchen schon recht viel herausholen können, aber das ge- nügt noch nicht. Ich kann Ihnen sagen, wir haben uns mit Ihren Schlössern nicht zu knapp herumgequält, aber schließlich haben wir's doch fertiggebracht." „Ihr Banditen, ihr Banditen! So eine Unverschämtheit! Ich werde euch verhaften lassen!" „Ganz recht, ganz recht, schicken Sie uns nur die Polizei auf den Hals... Hören Sie mal, wir haben uns schon einige Schmuck- stücke und Wertsachen angeeignet, ober wir finden und finden das Silberzeug nicht. Also heraus mit der Sprache, sagen Sie uns, wo das Silberzeug ist, denn sonst wären wir genötigt, das Mädel obzu- killen!" Da hat Herr Backroch, von heftiger Erregung übermannt, den Hörer angehängt. Dann dachte er an das Silberzeug, das sie wohl- weislich in Tücher eingewickelt auf dem Balkon unter den Kisten mit den Blumen versteckt hatten, und meinte bei sich: „Sie werden Iosephine zur Ader lassen, wenn ihnen das Spaß macht, ober das Silberzeug werden sie doch nicht finden, die Ha- lunken!" Aber Iosephine läßt sich keine grauen Haare wachsen. Sie wird nämlich nicht„abgekillt" werden, denn sie steckt mit dem frechen Kerl unter einer Decke. Die Bachrachs werden sich noch lange an ihren Sommer- aufenthalt in Prellenkirchen erinnern. (Berechtigte Uebersktzuna von Dr. Ernst Lern. Pirach der Südfeegefellfchafi Im Jahre 1711 wird in London von dem gerissenen Spekulanten Lord Oxford die„Südseegesellschaft" gegründet, die von der englischen Regierung das Handelsmonopol für alle nicht spanischen Länder Südamerikas und alle Südsceinseln sowie weitgehende Zollbegünsti- gungen erhält und ferner jene Gebiete, die in der noch wenig er- forschten Südsee neu entdeckt werden, als Eigentum übernehmen soll. Südamerika und die Südsee sind zu jener Zeit von einem Sogen- kränz über märchenhafte Schätze umgeben, jeder Tag kann Berichte über ein neuentdecktes Goldland bringen, und mit dem phantastischen Anreiz dieser unbegrenzten Möglichkeiten soll die Südseegesellschast den elenden englischen Finanzen wieder auf die Beine helfen. Der Zeitpunkt, in den diese Gründung fällt, gleicht auffallend den krisenhaften Zuständen der Jetztzeit: Frankreich ist nach Beendi- gung des spanischen Erbfolgekrieges dem wirtschaftlichen Zusammen- bruch nahe, die englische Staatsschuld ist durch Kriege und Mißwirt- schaft auf Sl) Millionen Pfund angeschwollen, ganz Europa leidet unter der Uirsicherheit der Geldverhältnisse, und nur Spanien schwimmt in Geld und pumpt aus seinen amerikanischen Besitzungen die ungeheuren Gold- und Silberschätze, mit denen es seine Welt- macht zu behaupten sucht. Der englische Staat will sich also in diesem kritischen Zeitpunkt durch die Südseegesellschaft teilweise sanieren. Er hat Schulden, für die keine Deckung vorhanden ist, vereinigt nun die Besitzer seiner stark gesunkenen Schuldverschreibungen in der Südseegesellschaft, verleiht ihr die erwähnten Privilegien und wird dadurch mit einem Schlag die zehn Millionen seiner schwebenden Staatsschuld los, auch die Be- sitzer der englischen Renten sind damit zufrieden, denn sie können bei diesem Geschäft nur gewinnen. Da aber die ferne Südsee und ihre Schätze nur als Aushänge- schild dienen, müssen sich Lord Oxford und Mr. Blunt, die Köpfe dieses genialen Schwindels, vorläufig nach einem anderen Wirkung?- kreis umsehen und erhalten 1713 im Utrechter Friedensvertrag das Monopol der Sklavenlieferung sowie die Bewilligung eines be- schrankten Handelsverkehrs nach Neu-Spanien. Diese scheinbar ungeheuer aussichtsreichen Geschäfte enden schon nach drei Iahren mit einem MMonenverlust, der aber sorgfältig ver- schwiegen wird. Die Gesellschaft berichtet im Gegenteil über ausgezeichnete Ergebnisse, nimmt eine Erhöhung ihres Kapitals vor und bereitet jetzt dank der kräftigen Unterstützung, die sie bei den Mi- nistern und den Mitgliedern des Königshauses genießt, jenen giganti- schsn Fischzug vor, der in seiner Art in der Finanzgeschichte einzig dasteht: Nach den zehn Millionen Schuldverschreibungen soll jetzt fast die ganze Staatsschuld Englands, an 40 Millionen Pfund, durch eine äußerst geschickte und für die Gesellschaft nutzbringende Konvertierung in Aktien der Südseegesellschaft umgewandelt werden! Das Projekt stößt im Parlament auf heftigen Widerspruch, aber die Gesellschaft besticht Minister, Beamte und vor allem die Um- gebung des Königs und erreicht endlich im April 1720 die Annahme jener verhängnisvollen Südseebill. Ihre Aktien sind schon während der Verhandlungen durch geschickte Manöver um 400 Proz. ge- stiegen, und sie hat jetzt nur dafür zu sorgen, durch weitere Börsen- manöoer den Zusammenbruch dieser waghalsigen Spekulation mög- lichst lange hinauszuschieben. Und das gelingt anfangs ausgezeichnet. Der Zudrang zu der ersten und zu der nach wenigen Wochen folgenden zweiten Sub- skription ist ungeheuer, mit den eingeflossenen Riescnsummen wird die Einziehung eines Teils der Annuitäten vorgenommen, der Kurs der Aktien schnellt auf 600. 700, 800 Pfund hinauf, die dritte Sub- skription ist ebenso maßlos überzeichnet, man glaubt felsenfest an die Weltbedeutung der Südseegesellschaft, denn sowohl die west- indische wie die ostindische Handelsgesellschaft stehen an Kapitalkraft weit hinter ihr zurück, und diesem blinden Glauben, der durch fort- gesetzte Lügenberichte weiter genährt wird, verdankt die Gesellschaft den weiteren Zustrom an Kapital. Die Eingeweihten wissen zwar genau, daß dieses Spiel nur so lange fortgesetzt werden kann, als die Neuemissionen von Aktien durch neue Hochkurse ermöglicht werden, sie wissen genau, daß eines Tages die letzten Zeichner den Gewinn der früheren zu bezahlen haben und daß dann das ganze Kartengebäude in sich zusammen- stürzen muß, aber vorläufig rauft man sich noch um die Aktien, der Kurs klettert auf 1000, 1100 hinauf, denn der König selbst ist ja Gouverneur der Südseegesellschaft! Dieser wüste Spekulationstaumel dauert von April bis Juli 1720, und für das krankhafte Börsenfieber Englands genügen jetzt die teuren Slldseeaktien nicht mehr. Neue Unternehmungen schießen aus dem Boden, die billige Papiere für die kleinen Sparer aus- geben, man braucht nur zeichnen und hat nach einigen Tagen schon ein Vermögen in der Tasche. Da sind die Gesellschaften für den Bau von Kanälen, für Fischerflotten und Wasserleitungen, und sogar für die Erzeugung eines Perpetuum mobile finden sich Tausende von � Zeichnern, die daran ebenso oerdienen wie an den anderen Papieren, bis endlich im Juli die ersten Wolken über diesem wohnwitzigen Treiben aufsteigen. Und zwar ist es die Südseegesellschaft, die diesen Taumel stört. Sie sieht in den vielen Neugründungen eine unwillkommene Kon- kurrenz, die ihr die vierte Ausgabe ihrer Aktien erschwert, und es ist ihr ein Leichtes, das Parlament gegen die kleinen Haifische zu ge- winnen. Durch ein überfallartiges Gesetz ruiniert sie in wenigen Tagen ein halbes Dutzend Gesellschaften, deren Papiere rapid sollen und plötzlich wertlos sind. Aber dieser eiserne Zugriff ist zugleich der Beginn ihres eigenen Niederganges. Trotz aller Bemühungen kann sie nicht verhindern, daß die Panik auch auf ihre Aktien übergreift, sie kündet eine 40prozentige Dividende an, versucht noch eine fünfte und sechste Subskription, aber ihr Schicksal nimmt jetzt unaufhaltsam seinen Lauf. Der Kurs fällt auf 600, 400, 200, erreicht im Oktober den Tiefstand von 110. Die Lawine der bankrotten Banken und Unter- nehmungen schwillt von Tag zu Tag an, das plötzliche Mißtrauen in die englische Währung führt zu einer riesigen Kapitalsflucht, die darauf folgende Geldknappheit würgt Industrie und Handel, Tau- sende von Webern und Tuchscherern werden brotlos, die allgemeine Erbitterung richtet sich jetzt gegen die Direktoren der Südseegesell- schaft und das gleiche Parlament, das ein halbes Jahr zuvor die Südseebill ermöglichte, hält jetzt viel zu spät Gericht. Doch der Selbstmord des Handelsministers, die Bestrafung etlicher hoher Be- amten und die Einziehung des Vermögens der Leiter der Gesellschaft sind nur ein klägliches Nachspiel inmitten des vollkommenen Ruins der englischen Wirtschast, die Jahrzehnte braucht, um sich wieder von diesem größten Börsenschwindel aller Zeiten zu erholen. Dr. Volkmar Iro. VI. Wofyreir: SldCCft Der Generalvirektor einer riesigen Fabrik, dem mehrere Set- tionsleiter und Sekretäre unterstanden, saß in seinem Arbeit--- zimmer und äußerte laut seine Meinung über die Eigenschaften des Personals: „Kann mich über meine Leute nicht beschweren, alle find brav und tüchtig, bloß der Sektionsleiter Tjcherwonzew..." Dieser stand gerade bei der Tür und wurde ganz bleich.„Komm' recht gelegen, um Gagsnerhöhung zu verlangen. Dabei rackere ich mich den ganzen Tag ab, erfülle seinen leisesten Wunsch, ohne die Ueberstunden zu rechnen. Welch' Ungerechtigkeit!" Und der Generaldirektor meinte gereizt: „Ansonsten ist ja Tjcherwonzew ein pflichttreuer Beamter, es fehlt ihm bloß an Ideen. Wenn er nur mehr Initiative hätte! Em einfacher Bürokrat vom alten Schlag. Solche Leute find für mich erledigt, ich brauche ideenreiche Kerle." Traurig wanderte Tscherwonzew in seine Abteilung, wo es von Tippfräuleins, Buchhaltern, Sekretären und sonstigen Gehilfen wimmelt«. Er warf ihnen einen finsteren Blick zu und vertieft« sich in die Geschäftzpapiere. Dann faßte«r entschlossen einen Bericht ab und eilte zum Generaldirektor. „Sie wünschen, Genosse?" sagte dieser eiskalt. „Es ist mir eine glänzende Idee eingefallen, die ganz« Rocht habe ich mich geplagt, bis ich den Bericht über Personalabbau sertigstellte." Der Chef sah ihn wohlwollend an: „Sehr richtig, das nennt man Ersparnismaßregeln. Bestimmen Sie eine Kommission, wir werden«s genau besprechen." Neues Leben wurde den Leuten eingehaucht. Di« Kommission beriet Tage hindurch, Tscherwonzew kritzelt« beständig, die Beamten gerieten in Aufruhr, selbst der Generaldirektor schien sich verjüngt.zu haben. Nach einem Monat wurde die Hälfte der Angestellten entlassen. Tscherwonzew, dem Helden des Tages, konnte e? nicht entgehen, daß die Arbeit nunmehr langsam vonstatten ging. Er begab sich zum Vorstand mit einem neuen Bericht: „Möchte den Vorschlag machen, einig« neu« Beamte als Aus- Hilfe auszunehmen." „Eine glänzende Idee," meinte der Vorstand.„Verfassen Sie diesbezüglich«in Memorial. Ich werde eine Sitzung einberufen, die sich mit Ihrem Projekt beschäftigen wird." Nach heißen Auseinandersetzungen beschloß man: „Die Ausnahme von neuen Zlngesielltcn entspricht den Inter- essen des Unternehmens, daher sehr empfehlenswert." Der Plan Tscherwonzew? wurde angenommen. Nun bemerkte er nach einer Woche, daß diese Zlushilfebeomten sehr emsig ihren Dienst versahen. Ein neuer Einfall durchzuckte sein Gehirn und er eilte zum Generaldirektor: „Die Aushilfe hat sich glänzend bewährt. Ich wäre dafür, sie definitiv anzustellen." „Genial!" rief der Vorstand begeistert.„Morgen werden wir es bei der Versammlung besprechen." Die Sitzung verlief diesmal noch stürmischer, allein Tscherwonzew ging als Sieger hervor. Auf der Suche nach neuen Ideen konnte er bereits nach zw«! Wochen feststellen, daß es in seiner Abteilung, wieder von Leuten wimmelte. „Sollte man etwa das Personal nicht abbauen?" meinte er. Gedacht, getan. Er meldete sich zum Vorstand, der seinen neuen Vorschlag begutachtete. Wieder wurden Leute entlassen. Nach zwei Wochen stockte die Arbeit von neuem. Und der ideenreiche Tscherwonzew eilte kurz entschlossen zum Generaldirektor. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft dieser Vorgang sich wiederholt«. Einst empfing der Vorstand den Verwaltungsrat Kü- lakowitsch in seinem Kabinett. Es handelte sich um die Ernennung eines neuen Direktors und man kam auf die Sektionsleiter zu sprechen. „Ich kann Genossen Tscherwonzew auf das wärmste empfehlen. Das nenn« ich Geist. Nicht genug, daß er den ganzen Tag im Büro schuftet und meine Gedanken wie ein Zauberer abliest, Ideen hat der Kerl wie keiner. Der soll Direktor werden. Mit feiner Initiative könnte man Berge oersetzen." Tscherwonzew, der eben an der Tür stand, platzte pochenden Herzens herein. „Möchte gern«inen neuen Entwurf unterbreiten. Sollen wir etwa das Personal nicht abbauen?" „Na also," meint« der Vorstand,„ist dieser Mann nicht mit Gold aufzuwiegen?" Lstsetrsutzs von bleibendem Wert sind«« früher Leipziger Straße 97 t. Geschält luweien.UhmJoJtaSi'bwwären WCtiarlofteastr.27 KöbMJI Großbank-Schecks werden in Zahlung genommen Ankauf von AR-Goki u. Silbec, datier �tkomafius... ?m Dorstrug eines kleinen Dorfes in Braunschweig war es, wo ich die Bekanntschaft mit Thomasius machte. Hier saß tf vor seinem Glas: nur ab und an zuckte es in seinem zerklüfteten— dem ardreich ahnlichen— Gesicht wie von vcr- haltenem Schmerz und Grimm, bewegten sich die Lippen wie im verbitterten Selbstgespräch. Längst war die Blume seines Bieres verrauscht: er trank nicht. Ich bot ihm die Tageszeit: er dankte nicht. Ja, er merkte nicht einmal, daß ich am Tische Platz nahm und dennoch schien es mir, als ob in ihm das Bedürfnis lodere, sich freizusprechen von der Last, den Sorgen, die ihn zu erdrücken schienen. Nur wußte er scheinbar nicht gegen wen, nicht wie er es beginnen sollte. Mich erschütterte dieses stumme Bild der Ver> zweiflung. Ich wollte ihn aus seiner Lethargie aufrütteln. Aber wie? Ein alter Bauer gleicht einer indischen Buddhastatue. Schweig- sam, verschlossen und unnahbar Während ich noch darüber sann, auf welchem Wege ich ihn locken könnte, erwachte Thomasius aus feiner Erstarrung und fuhr sich mit einer breiten Geste über das runzlige Gesicht, als wollte er alles wegwischen, was ihn gequält und solange in Bann gehalten. Abschätzend flog Blick und Gruß zu mir, wehmütig ein Blitz aus den grauen Augen auf das schale Bier, und die ersten Worte kamen breit, bedächtig wie Ackergäule, auf mich zu. „Fremd hier, Herr? Auf der Durchreise, oder wollen Sie länger bleiben?" Ich lächelte über die Neugier des alten Bauern, doch ich ant- wartete höflich und zuvorkommend. „Eigentlich nicht fremd, denn ich war als Kind hier viele Monate und jetzt gedenke ich einige Tage bei meinem damaligen Ouartierwirt, Herrn Roth, zu verbleiben." „Beim Rothbauern, dem Marxisten?" entfuhr es ihm. Doch als ob er bereue, zu viel gesagt zu haben, trank er hastig sein Bier herunter. „Schärfer als vielleicht notwendig bestätigte ich, ja, beim Roth- bouern, dem Marxisten, wohne ich. Begütigend hob er seine Hand.„Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten, Herr. Auch dem Roth nicht. Er ist ein guter Nachbar. Doch diese bösen Zeiten haben unser Leben hier vergiftet. Die Politik hat uns auseinandergebracht, uns, die wir einst alle eine Familie bildeten. Wir hassen einander, fügen einander Schaden zu, wo wir können--- und brauchten uns so notwendig gegen- scitig. Mit dem Krieg begann's. Jetzt ist's auf der Höhe. Warum nur? Wer hat bloß Schuld daran, wie kam das nur?" Wehmütig zogen sich die Mundwinkel herunter. Er schien wieder oersinken zu wollen. Doch er raffte sich auf, und mit jener breiten Geste fuhr er fort. „Ich grübele. Umsonst. Mein armseliges Baucrngchirn kann die Dinge nicht fassen. Man ist ihr Spielball und will man ein- greifen,— dann macht man es verkehrt." Ich wollte zwischensprechen, ihn mit ein paar Worten trösten und Hoffnung in ihn pflanzen. Doch er wehrte ab. „Weiß schon," sprach er,„was Sic sagen wollen, so oft schon hörte ich die Redensarten van dem„Es wird schon besser werden" und„Wenn meine Partei siegt, dann..." Ich habe immer ge- glaubt, immer gehofft, immer— bis heute. Doch heute hat mir der Exekutor die letzte Kuh aus dem Stall geholt--- die letzte, Herr! Wissen Sie, was das heißt? Das heißt, daß ich ruiniert bin, fertig, Herr! Soll ich selbst vor dem Pflug gehen mit meinen Gichtknochen? Selbst mich milchen— und Butter kaufen?" Das sollte ein Witz sein. Aber das Lachen, das seinen Worten folgte, starb ihm schon in der Kehle. Hastig sprudelte er weiter: „Ein Bauer ohne Vieh und bald auch ein Bauer ohne Land. Dann muß ich mich in meinen alten Tagen womöglich noch oer- dingen gehen. Hinaus aus der Heimat, denn hier braucht niemand einen Knecht. Es geht ja hier niemanden besser als mir. Ich— verwachsen mit meiner Scholle— sollte... Herr, dos kann ich nicht zu Ende denken. Nie haben die Thomasiusleute anderen gedient, und ich, der Letzte der Familie..." Stolz und Schmerz wechselten in rascher Folge auf seinem Gesicht, um dann endgültig dem Ausdruck verzweifelten Zornes Platz zu machen. „Herr, es wäre, als risse man einen Baum aus unserer fetten Erde, um ihn in dem Sand der Mark Brandenburg neu zu pflanzen. Verkrüppeln würde er, eingehen, absterben. So wird es mir gehen, wenn der Exekutor erscheint, um mein Land zu ver- steigern und mich von der Scholle jagt, die Hunderte von Iahren uns Thomasiusleute nährte. Sie nährt nicht mehr Herr. Die Erde trägt umsonst ihre Früchte. Man zahlt uns knapp die Aus- saat zurück für die Ernte und unsere Arbeit, unsere Liebe, unser Leben, das wir in jede Ackerfurche mit hineinlegen? Alles vertan, nutzlos vertan! Was der Auskäufer uns läßt, das holt uns der Staat. Herr, von uns leben sie alle, aber uns gönnen sie das Leben nicht." Schwer wie Keulenschläge stieß er diese Anklage in den Raum. Seine verarbeiteten Hände durchschnitten die Luft, als wollten sie die Worte holten und gleich dem Menetekel in Flommcnschrift an die Wand malen. Einige andere Bauern, die inzwischen den Schankraum betroten, nickten ihm ob der letzten Worte ihren Beifall zu. Er ober tot, als sehe er sie nicht. Heiser vom ungewohnten Sprechen, aufgewühlt, wie ein frischgepflllgter Acker, vom eigenen Leid, sprach er hastig weiter. „Und olle wollen uns angeblich helfen. Dem armen Landmann verkünden sie ihre Heilsbotschaften, wie Christus am Oelberg das Evangelium. Die Regierung stellt Mittel bereit für die not- leidende Landwirtschaft... Ha, ha, bekommen tut der, der sie nicht braucht... der Großgrundbesitzer, die Herren vom Landbund. Wir bekommen nur die schönen Reden und die Hoffnung... es wird schon besser werden. Eine' andere Regierung und ihr sollt sehen, daß... Ja, Herr, wir sind opferfreudige Narren, wenn man uns hoffen läßt aus eine bessere Zukunft. Wir angeblich miß- trauischcn Bauern haben Vertrauen, wenn man uns nur sagt, euer Eigentum bleibt unangetastet, ja ihr bekommt noch etwas dazu. Gierig sind wir dann, hungrig auf einen besonders fetten Happen nud sei es von des Nachbars Sonntagstisch. Während wir dann warten, zieht man uns das Fell über die Ohren und lacht unserer Leichtgläubigkeit. Wir haben aus Befehl der Nazis Steuerstreik gemacht, Finanzämter gestürmt. Wir haben sie gewählt und zu den Herren des Landes gemacht. Auf unseren gebeugten Rücken haben sie die Leiter der Macht erklettert. Wir glaubten ihnen. Es ist ja so einfach, zu zeigen: Seht doch, was ihr für eure Arbeit bekommt und hört am Radio die Tsndenzberichte der Produktenbörse. Ihr bekommt 50 Pf. für den Zentner Kartoffeln und der Jude an der Börse in Berlin 2 Mark und 80 Pf. Er sitzt im Klubsessel und ihr plagt euch im Regen, Sturm und Sonnenschein, bis eure Knochen ausgedörrt sind. Ihr habt Leben und Gesundheit für das Vaterland geopfert, sie aber haben sich inzwischen gemästet, Paläste gebaut aus den Knochen auf den Schlachtfeldern. Thomasius. deine beiden Söhne blieben auf dem Felde der Ehre und derweilen machte der Sohn deines Aufkäufers Schmulewitz seinen Doktor. Ja, so war es, bestätigte ich und glaubte ihren Worten. Sie waren gegen die großen Kapitalisten und für die Stützung unseres kleinen Eigen- tums. Herr, ich habe meinen Acker vernachlässigt, um den falschen Propheten zu folgen. Bon Dorf zu Dorf bin ich gelaufen, um ihnen zu helfen beim Agitieren, beim Stimmenfängen. Wir haben es geschafft, Herr, Nazileute kamen in die Regierung. Vor Jubel hätte ich am liebsten Ihrem Quartierwirt Roth das Doch überm Kopf angezündet, als Freudenfeuer und als Rache, weil er uns die Arbeit so erschwert, weil er uns schon damals die Enttäuschung vorausgesagt hatte. Herr, ich schäme mich heute. Nie hatte man tzamals das Recht, auf einen rhomastusbauern mit Fingern zu zeigen, und heute... da könnte es jeder Rotzbube. Da. da geht der Thomasius, der fein Ansehen unter uns ausnutzte, um den Volks- betrügern zur Macht zu helfen." Schwer sank ihm der Kopf vornüber, als zeigten schon alle mit Fingern aus ihn. und als wage er nicht, dahin zu sehen. Aus dieser Stellung sprach er weiter. „Nichts wurde besser, seit Franzen dos Szepter schwang. Schmu- lcwitz kauft noch immer für die Konservenfabriken bei uns auf, und zahlt, was er will. Die Regicrungsuntcrstützung geht weiter an die Großen und an uns vorüber. Nur die Steuerschraube bohrte sich tiefer in unser Fleisch. Wir müssen Bürgersteuer zahlen, wie die Neger ihren Kopfzoll. Aber--- die Stürme auf die Finanz- ämter blieben weg, wir jagten keinen Exekutor mehr mit Dresch- flegeln aus dem Dorfe... und heute holte man mir die letzte Kuh aus dem Stalle... wird man in den nächsten Tagen meinen Acker pfänden." Er richtete sich hoch. Hart wie Eisen wurde sein Blick, die Backenknochen schienen die Haut durchdringen zu wollen und seine Hand umklammerte, wie um es zu zerdrücken, das Bierglas, während die andere in die Luft hieb, als wollte er einen unsicht- baren Gegner niederschlagen. „Ich will und brauche keinen Trost, Herr," wandte er sich gegen mich.„Wenn es soweit ist, dann wird der Thomasius schon wisse», was er tut. Keinen Strick und keine Kugel in den Kopf... ich habe nicht das Zeug zum Selbstmörder, dazu bin ich zu sehr Bauer. Aber durch die Dörfer werde ich gehen:„Hier seht ihr mich, den Thomasiusbauer, der euch belügen half, als lebendiges Beispiel für die Segnungen des Dritten Reiches... ha.. ha... schützt euch vor dem Dritten Reich, wo es euch ergehen wird wie mir." Er sprang auf und warf den Stuhl hinter sich. Ein Feuer glomm auf in seinen Augen voll gläubiger Zuversicht, daß diese Aufgabe ihn entsühne vor seinen Dorfgenossen. „Grüßen sie den Rothbauern von mir... sogen Sie ihin, daß er recht hatte damals..." Und mit dieser Selbstdemütigung schritt der Thomasiusbauer zur Tür. kstKI-,. IVaUher Tidor: Wie Sngels heiratete Die Schwestern Mary und Lizzie Bums, irische proletarierinnen. waren die Lebensgefährten Friedrich Engels. Zn einem demnächst erscheinenden Buche„General und die Frauen"— General wurde Engels seiner kriegstechnischen Kenntnisse wegen genannt!— hat Walther Bictor versucht, ein Bild dieses inhaltsreichen Lebens nachzugestalten. Dos folgende Kapitel berichtet, wie General feine Ehe mit Lizzie Burns an ihrem Sterbebett legalisiert. In London lebte man gut zusammen. Nie wieder ward General vom Freund so mißverstanden, wie in mancher Stunde und Briefstelle zu Marys Zeiten. Jenny und Mohr waren überzeugt. Das Leben hatte recht behalten. Auch für General gegen Lizzie. Sah man, hörte man von den zerbrochenen, gesprengten, inner- lich morschen Ehen, gab es da Männer, die durchgingen, Frauen, die der Brutalstät zu den Eltern entflohen, stadtbekannte Hörner für einen Trottes oder ähnliches in der cbronique scsmislcusc der Stadt, dann triumphierte General spaßend: Na und du? Du bist nicht verheiratet und bist glücklich? Oder nicht? Doch—. Lizzie konnte nicht widersprechen. Aber überzeugt war sie nicht. Ihr Friede blieb in Gott. General sollte es merken. * Das Leben selbst aber hatte seinen friedlichen Weg schon ge- nommen. Lizzie, die alternde, hatte ihr Reich für sich. Wo man sie verstand und ihre Gefühle achtete, kam sie. Mit lebhaften Augen und stiller Freundlichkeit begegnet sie den Menschen, die General etwas bedeuten und von denen keine Verletzung zu fürchten ist. Aber lieber kommt sie nicht. Vielleicht ist es doch besser. Und bestimmt bleibt sie unsichtbar, wenn jemand von Generals Familie erscheint, oder die Mohrtöchter da sind, für die alles, was bei Genera!-nicht Arbeit für Mohr heißt, überflüssig und störend ist. In solchen Stunden geht Lizzie zum Volk, unters Volk. Da fühlt sie sich wohl. Die Straßenmärkte durchwandert sie, spricht hier und da ein Wort und betrachtet olles Treiben mit lebendiger Teilnahme. Dann nimmt sie ihren Markttrunk in einer Saloonbar und fährt mit einem Hansom durch den Park wieder heim. Ein kleines, ruhiges Dasein, voll unsichtbarer Sorge für einen Menschen, dem man nicht folgen kann, dessen Herz aber man kennt. Eine Frau aus dem Volke, Lizzie Bums. Ein Leben für andere: für Mary und ihn. Der Weg in den Frieden. Erst als sie kränkelt und merkt, daß es zu Ende geht, gewinnen die Skrupel wieder Oberhand in Lizzie. Keine Erinnerung an schöne Stunden hilft, und auch in den Gedichten des Robert Burns ist keine Ruhe. John Anderson, mein Lieb, John, Als ich zuerst dich sah, Wie dunkel war dein Haar, und Wie glatt dein Antlitz da! Doch jetzt ist kahl dein Haupt, John, Schneeweiß dein Haar und trüb Dein Aug': doch Heil und Segen dir, John Anderson, mein Lieb! John Anderson, mein Lieb, John, Bergauf stiegst du mit mir; Und manchen lust'gen Tag, John, Zusammen hatten wir. Nun geht's den Berg hinab, John, Doch Hand in Hand, komm, gib Sie mir! in einem Grab ruhn wir, John Anderson, mein Lieb! In einem Grab?— Ohne Segen?— Ohne Ehe?— Lizzie wirft sich auf ihrem Lager in Tränen umher. Keinen Zuspruch nimmt sie an, und niemand oermag ihr zu helfen. General aber kennt nur ein Gebot, und das ist das Wort des Arztes. Jetzt helfen keine Diskussionen mehr. Jetzt geht es nur noch um Lizzies Frieden. Und stumm geht er hinaus und ordnet alles an, als ihm der Arzt es sagt: sie wird dann ruhig sein und leichter sterben. Lizzie Burns, Schwester der Mary, eine Frau aus Irland, gelebt und geliebt und gelitten, wird auf dem Sterbebette Frau Engels.-- Und nun vergiß der Schmerzen... General hat Lizzie zur letzten Ruhe gebrocht. Auch in sein Herz zieht der Friede ein. D.r Friede mit sich selbst. Er hat es getan. Er hat sich überwunden. Er ist zufrieden. Dankbarkeit erfüllt ihn gegen die beiden Menschen, die er am meisten geliebt. Was wäre er geworden ohne Mary? Was gewesen ohne Lizzie Burns? General schüttelt den Kopf, als wollte er die Vergangenheit vertreiben, die doch immer wieder in ihm leben wird. Keine Tränen! Es gibt viel zu viel Arbeit. Und kein Pfaffensegen ist Ersatz dafür. „Trägst du nicht allerwegen Den Gott im Busen dein? So laß ihn frei sich regen Und seiner würdig sein!" lelephonverbindung London— Neuseeland. Das erste drahtlose Telephongespräch zwischen England und Neuseeland ist von der Re- daktinn der Londoner„Daily Mail" geführt worden. Nach wenigen Augenblicken war die Verbindung mit Wellington hergestellt, und die Verständigung war ausgezeichnet. Die Entfernung, über die man sich zwanglos unterhielt, beträgt mehr als 22 1300 Kilometer. Vom Sonnabend/ dem 1. August ab großer INVENTUR-VERKAUF In allen Abteilungen unübertroffen billige Preise KONSUM- WARENHÄUSER S: Oranienstr. 164-65/ N: Reinickendorfer Str. 21/ N: Brunnenstr. 188-90, Spezialhaus für Herrenbekleidung/ Frankfurter Allee 60 Allgemeine Wetterlage. lAug. 4934 abds ® woUfenlos.3 hefrer.Ohalhkedackt 9woflog.#bfldecktsRegsn�GraupeIn "Sehnst=Nebel,llGewfffei;®Wn«lsfill9 Die Wetterlage hat eine grundsätzliche Umgestaltung ersahren� Dadurch, daß ein Hochdruckgebiet, das zuerst südlich von uns lag, zur mittleren Ostsee wanderte, sind wir aus der vorher herrschende!? westlichen in eine östliche Luftströmung gelangt. Das Wetter heiterte dabei im ganzen Reiche auf und es erfolgte ein nicht un- erheblicher Temperaturanstieg! am Sonnabend wurden mittags im Reiche überall 25 Grad, im Südwesten sogar 29 Grad erreicht. Von der Biskaya ist nun ein Tief schnell nach Mittelsrankreich gc- langt.(!s scheint seine rasche Bewegung nach Osten beizubehalten, wobei bei dem großen Tcmperaturgegcüsatz zwischen Vorder- und Rückseite nicht ausgeschlossen ist, daß sich das Minimum noch, vertieft. -i- wctteraussichtcn für Berlin: Bei auffrischenden südöstlichen bis östlichen Winden Bewölkungszunahme und aufkommende Gewitterneigung.— Zur Deutschland. Im Osten und Nordasten viel- fach heiter, im übrigen Reiche von West nach Ost fortschreitende Bewölkungszunahme und steigende Gewitterneigung. Mm itillaHi-lleM Adtlang, Funhtlondre! SU tUrltaaeasmdaatr'Saafercii) De» U.ScjUta(äBf am Mittwoch, dem 4. August 1S31, aus. Adüuiut! Aasitcsteoerie and nidit bezodsberediüdle Mitglieder! SUnatag, den 4. Uagaff, Mittwoch, den 5. Augui», Donnerotog. den 6. Angnst, sindcu In dcr zeit non 10 bi» 1 Ahr zwecks Einteilung der Wohltörper im varterresaal des verbandshanses, Schalter 45, die Eintiagungen statt. Dienstag, den 4. Vngnf», odd». 7 Ahr. im SItznngssaal ll»es Aerdandshanse». Dinienftr.«Z-d», «ingang v, SlsSster Str.«S,»« «randien-Verzsmmlnnü der klebtromonlearc and Seiler Tagesordnung: 1. Vortrag:, Unser-zukunftalsMonieur, -Helfer und Lehrling in der Elektro. induftrte." Referent: Aollege Alfred Schulz, Berufsberater. Ohne Zliitgliedsbuch keinen Zutritt. Es ist Pflicht aller Kollegen, an dieser Versammlung ieilzunehmcn. Spielplan unserer,«ulturabteitnng Zn der Woche vom z. bis 9. Avgnst: I. Maha«Auf den Inseln der tausend Wunder). 1 2. Technischer Film In der Wache vom I«. di« t«. August: l. Schatten über der Liebe(Aus der Sprechstunde eines Facharztes). Z. Technischer Film. In der Woche vom 17. di» ZZ. Augnst l. Italien I.(Don den Alpen dl» vor die Tore Rom»). 2. Tcchnilcher Film. Anfragrn wegen Besuch und lieber. lassuna der Abteilung sind ftclcphonisch oder schriftlich) an die Kulturabteilun Büro Elsasfcr Straße bS/L», Zimmer S zu richten. Sie ftnlfncabUUting ist ad 3. Augnst wieder geöstnet. Ser«ulkurdeitrag bcktdgf 20 Pf Am 13. August, abend« B/« Uhr, spricht Herr Dr. Ulrich Loalseld in der Kulwradteilung«um Film„Schotten über der Liebe". vir Oriorenrolinng. ..Stlttcip«.«rxstnloa:. w rt. r* ,, Mifl0* » bte"' . schon \9& .. s* iV»reS n-' ©\n- L NM» tm-umm »ei j( ku CO., -und wieder Wki IS un�rm SAISONiAUSVERKAU Bei der Vielseüiqkeil' der es handelt sich nur um beste haben wir nicht die einzel sondern bringen nur eine Teppich-Qualitäten, Marken-Qualitätsware- nen Harken aufgeführt, Gegenüberstellung der bisher gültigen Ver=] kaufspreise und der jetzig e n Au s v e p kaufspreise Sfokk 5k.- 58-"* 78?°• kF 122-• 79.- CO. Stoff 200 300 8q-m«' 39.5 130.-* 65. 230-• M Sbis 9?- jetik 164-• 98. 150*360 69,- i"" 375 «KG 76? *198.--108, * 334.-* 167. 300*400 126.- i«!' 64.- 160-• 98 «300;• 149- 460.-• 229.- CO statt statt ca. statt 350*460 224:�179.- 455.-' 298.- Bemusfe'l runqen u.I Auswahl'. Sendungen 1 können nicht] ausqefühpt< werden. Versand nach Auswflrtj nur qeqen vorherige Einsendung des Betrogesf oder gegen, Nachnahme. Eingehende Bestellungen können nur derDeihenfoiqeJ nach erledigt/� werden. sufer r Stoffe fBouClei, reines I Hoorqorn.mod. Schattenstreifen rco.dScm �IQ C br». Mtr,_rl7j CO.HOcn. brt. Mtr itvt* ea.WOcm 095 � MfCiefit 'Jocauard-Boucle', reines Haargarn 'ca.68cm coCOcm#AC ort. Mtr. XCJ ort. Mtr. /»"U jetzt jew' co 120 cm. brt Mtr. Jetzt Ausleqewa re. , Pa. Velour, Boucle. � .einfartiunieJIert.her«» elnforbiq, reines _ ragende Maikerauolimen Hoo rgo.m«bware fcatOcm brt.„jrgo �ol'rvt U,.,.�YC Diwan d e cken schweres Gewebe, moderne jfk cr\ Muster CO. 150' 300 O/;- requl. 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JJ, u2 8envorioqen statt 57" lioufer ca 70*350 u.2 Behvorlaqen ca.?0»(50. ,,gg. \50 statt t 1 Läufer cago» 350 u5 Bettvorlagen co, 70*150 statt I 1läuferco,70»3«0 ul Bettvorlagen ca 70*160, Vahl. 1250- 4» f S. i?5 Diwan rückwände waiimokeh u.Moketf m.Seidenqlanz, Perser* u. modern gemustert m. Franse\] jetzt co.?5*150, requl. Wert bis Tischdecken Prima Make ttm Seiden* glänz ca. 150* T 95 requl. Wert bis 25."Jet2r 0? R Daunendecken Steppdecken Schlafdecken Reisedecken vorzügliche Qualitäten lu ganz außergewöhnlich billigen Preisen Mandarbeits Tischdecken Filet Macrame, gehäkelt rund /VZC / o jefztl l'U 4o- u eckig requl. Wert bis Fuß kissen requI.Weri A1C. bis Die Wissen sind rückseitig mit unserer Firma verv tieft Bettdecken Moderne Grundstoffe m. Hondarbeitsdurehzuq u. schönen Motiven zwei- requl 0C- Al� Wert bis[(j. Während der Dauer des Ausverkaufs qe währen wir auf alle regulären Waren einen Preisnachlass von tipKMridh \ VorlsAuf nur* Rorh Verkauf nur Berlin C2, SpandduerSir. 32 Beginnt i AUGUST Planetarium amZoo Vcrlingcrie Joacfaimsihaler Str. Täglich(außer Montag) 4 Uhr:„Der Sternenhimmel fm Sommer" (50 Pf.) Vortrag mit Zeiß-Instrument � y, � B '�njerZ'>VA. � L Uf/,/ Dr r£''0\yer Jw&C*r3P''l, Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen _ /«MW$_ OunpiaiH-JapuiH uoijqajuoNuaiiaH'nuauieou! uajejiieng ahipaxipo« uil Ii; uumuia uiwiitio uuugift uao nm twjO LUNAi Ab 3 Uhr gr. Sonnlags-Betrieb FEUERWERK Anschliessend Internat. Klnekampff Es riBiei; mtitltr kaoul I Scholz Wallmaittar Fritz Kta, gegen Europa- iohI Favre Paria. Piatra gagen Reinhald Phillipp Heute billiger Sonntag! Ab nadimitiaps 4 Uhr Or. Konzert Tanz im Freien Auf dem Schaustellungsplatz: Tier-Kindergarten und Tier-Schule Terrarium- Aquarium- Insektarium. Hund n. 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Rattenbur�r Str. 18.— Zalkelatz T: Sonirenburarr Sit. an.— Zalttzlatz II: er»,n«»bu>g«r Str. 20.— Schönhanser Lorstodt: Soniirnburtztr Str. 20.— Katzrsche» Tor: Parckstr. 11. V Hansa: Bochumer Str. Sd:»Die international« Zribdrnssscheiung".— Moabit II: Urhrtrr Sir. IS:„Inlernattonal« des Zrirbeno".—«oadit III: Lehrter Str. 1»:»Die Wirlschaslotrije''.— KochAl-tz! Schdnstkbrstr. 1: Antikricgo. abend.- chnmannplatz: ZunItlonürstssuNa bei ZUikt«ottrr.— Narhostcn Ii! Dairziger Sir.«2. Barocke III: Aiilikriegsobenh.— Pren.t,»«» Borstabl: WlrlM, stnahe SS: Aniilrirz-ahcNd.— Kottbusscr Dorstadt:«riher Str. So: Zunttivnhr. schung.— Siibk»: Borckstr. 11: Zunkiianhrlljinng. Schbn,b««a IX: So»?!- siratz« IZ: ZunktionärsitzllNh.— Sirwenostadi: 11. PhrtsschuK: Zuntliolihrsihung. Werbe b««irt fttcnjbetg: Sewerischafieohlruir: 19H Uhr Hann Dasseriorstr.».. Werbt»«t>>?k Wedding, Tambonrtobrll«: Sßi«r»in), Kameradfchast Pitschina: ISItz Uhr Komeradschoftsveriamm. lang h,i Ballschm'dt. Zriedenstr. X. Karnerabschaft Remvl: 20 Uhr Kamcrab- schaftaocrsammlung der Zlcumann. Gubener Str. 4S. Kreutberg lOrtaverein): 20 Uhr Riroslieberrertzomrnlungen: Kug 1 hei Drllndler. Zimmerstr. 30: Ana® bei Tetzlass. Aiitrrflr 35;?vg 6 bei Vokft. Sraeststr. 28. Eh-rlottcnbneg sOrt». rercin): 20 Uhr Kalneradichafti-oeriamminna.Sturtgari" tn-i Beutel. Kaiser- Zriebrich.Str. 83. Panlow lSrioverein): 20 Uhr KaMirabfchaftbfltznngen: Käme. rohichaft Pontaw.Rord bei Meier, Diirtifche, ftelt; Kameradso»«r ttb«»- 5."— Kr«n«beeg(OrtetteteinV; 20 Uhr Mit»lleher»«rsam.miun«en: Aug 2 bei d. Planuftr 73—78: Kug 5 bei Wartenburgftr. II: Au« 7 im enberger Hos, Rctlh«n.b«r,er Str. 147: Aug 8 b»i Sied-niopf. Muckautr »beb der KoieaoHtlchadiate», , vrtoaeuxoc Oberspree. Berta m Krilgrr J«Nin.Ni«beri'chd» ,«riegateN-chlner und Kriogerhinter. erlammlung am 4. Auaust, 20 Uhr. Rksbau. ' ewrid«,»«rlintr Str. 110, Ecke Ftnn. Reich» kn nb der blieb«,«» ran:„Zum stratz«, Frei« Arb»it«r.St°n»g,«pbr».Perci»ignng Grotz.Perli». 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Dyckhoss, Gcrtraudtenstraße. in eigen- artiger Weis« gelöst. Wenn man vor einem ihrer Schaufenster steht und seine heimlichen Wünsche spaiiereni führt, dann passiert etwas, was man noch nicht kennt: Do? Schaufenster bewegt sich, verschwindet und macht einem anderen Fenster Platz, dos wiederum kurze Zeit all seine Herrlichkeiten offenbart, uiii schließlich dem Dritten im Bunde das Feld zu räumen. Dieses perpftuum mobil«— nüchtern gesprochen nichts weiter als ein Fahrstuhlsystem— ist die Erfindung eines Franzosen, die bisher nur in Rem Port und Buenos-Aires praktisch« Verwendung fand. Ein Gkschstrommotor treibt die WivOe, über die die schoufenstcrartig dekorierten Wagen laufen, automatisch ununterbochen vom Einschalten bis zum Aus- schalten. So kommt in das starre, tote Bild des Schaufensters Leben, modisch gekleidet« Herren und Damen spazieren vor unseren Augen aufwärts und abwärts und man steht in ganz kurser Zeit eine Menge schöner �Sachen, ohne das Haus betreten zu müssen. Der Saisonausverkauf bei 7t. Israel geht überraschend gut. besser als man erwarten durste. Sehr stark werden Stoffe gekauft, auch gute Qualitäten. Konfektion. Wäsche. Schuhwaren sind stark nach- Besonders auffallend ist da« Interesse an Herrenartikeln. luch"die Abteilungen für Gardinen und Teppiche haben sehr gut zu tun. Er werden viel gute Teppiche gekauft. Besonders bemerken«- wert ist, daß den ganzen Tag das Geschäft gleichmäßig stark bleibt und nicht ein ruckweises Anschwellen und Abslauen zeigt. Da» Publikum ist übervorsichtig und entschließt sich meist für die Qualität»- waren. «» gibt leinen tzinstitzewn Zeitp»»«, Mit« und»»i ei»,»k»»se». sei e» fllr den persSnliche» ober fiir ben Housdebars. als setzt,«o die Saifon-AiisverkSuft beginnen, rnib lebet«auftnonn bestrebt fein mutz, seine Sonimeroorritte schnell unt, gründlich»n räumen. So h ringt die Firma Wertheim auch jetzt wieber alle ihr« Sommerartikel st» billig»um»erkauf. Satz nicht mit m« Damen, stmbern auch he Herren et nicht versäumen follftn, einr» her vier Häufer dieser Finna zu besuchen. Ale«e»«ete« mit»#I«t Spann»», den grotzen Ealfon.Ausverkous de» de. kannten kvarenhauses H. Joseph u. So., NeulSll»,«erliner Str. 51—56, gegen« übet dem kathous, denn im hächstrn Matz« verblilsfenb sind die in fast allen Ab. testungen enorm, teilweise bl« zur Hälfte»nd darunter, herabgesetzten Preise. Für viele ist und bleibt ber Saison.Aubverkaus eine aan, varBgliche chelt zum Einkauf der nätigen Anschaffungen und Ergänzungen. Es ist für Sie autzerordentlich naheliegend, sich persönlich von den unermefjlichen Borteilen zu überzeugen. chescheale»on bleibendem Wert stnd Juwelen, Do Id. und Silbetwar«n,,ln«. besondere Uhren. Eine«irklich gute Uhr ist in unserer hastenden gelt ein«Vit kastbarere» Nu! als früher. Wer diese Artikel vreiswert und gut kaufen will, «ende[ich vertrauensvoll an die altbekannte Firma Bdlmanie u. Co., Perlin, letzt EhoMbrtenfit. 27, zwischen Leipziger und Kronenstratz«: 2.»eschäsi nach wie rar Kbnigstr. SO, Eck« Neu« Frirdrichstratze. Nie wnebe ei» Au»»eekaus mit solcher«»»NN»»«»am kausenden Publikum erwartet, wie in diesem Jahr. In einer geil, in welcher Sparsameelt die vor. nehmste Pflicht eines lebe» ist, können Anschaffungen nur dann gemacht werden, wenn für Qualitittswaren der Preis ein tthrdlich günstigerer ist. Das bekannte grvtz« Speziolbaus, die Firma Seppich, Burfch, Berlin D. 2, Cpandoner Str. 33, deren Ausverkäufe feit lange» Jahren eine Sensation bildeten, bat für den biessährlgrn Ausverkauf die bekannten vualilälsfabtilot« zu solch niedrigen etausgrbracht, Hätz zu'omme» fassend von dem Ausverkauf der Firma 'ch gesagt«erden kann:„es hondrlt sich imt Wunderdinge!" Der Preisen »epvtchDWWWWMWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWW Ausverbauf beginnt",« i. August. Es dürft« ratsam bei dem zu erwartenden grosten Andrang frln, den Einkauf bei dieser Firma so schnell wie möglich aus- zuführen. Ungeahnte Parteile blrtet Ihnen der dlechährige Soison, Ausverkauf dsr Firma®. Adam. Leipziger Ecke Fried ei chstrotze. In allen Abteilungen de, Hauses Eonberangeboie mit unerhört niedrigen Prei-ien kür Adam. Qualitäten und autzerhem SO Pvo». Ermäßigung auf alle fertigen Waren mit Ausnahm« der Sonderangedot«. Beachten Sie die zahlreickxn Schaufenster de» Haufe» und falgen Sir der Aufforderung:„Kaufen, da solch« Preis« bei Adam!" «ine besonder« Ptellnng Im Pallon-Anoaerlanf nimmt da» neu« Speziat- geschält Sutnianns Etage ein, das dekanntllch erst Im Mär, diese» Jahres er» öffnet wurde und stch bueeli feine auirn Qualitäten und billigeren Preise bereit« ' WWWWWWWWWMW» fti t>'.«ItH ■fem Jahr rwen erhebliche» Kund.'nstomrn stäRrn lonnit. Da sämtzlb.......... eingetvickte»«rstklasstgcn Wov- und Seidenstofse dem Ausoerkauf unteskiegen, ist die Auoveriaufazeit aus 8 Tag« beschränkt. Sibt'o»och Sander? Der aufgeklärte Rens» von heute verneint nalür. lich diest! Fvag«. Und doch stutzt er, wenn or an stch ober einam anderen hi« Tatsache einer Persüngung feststellt, vollbracht durch kurzen chehrduch von Sckicrk�hesichtswosser". Ein Wunder? Q, nein. Die moderne Kdaenriik hat nur nackt jahrelangen Versuchen endlich da» Mittel gefunden, da« auf»infachste Weif, Pickel, Rilesfee und andere Hanischäden befeitiat, di« Haut strafft und glättet, kurz, all««»a», was«den den Sindruck des Altern» hervorruft, vor. schwinden läßt. Da auch Herren, um dos lästige Brennen na» dem Rasieren loszuwerden, mit Borliede.Scherk�Sesichiswasser" verwenden, sollt« diese« au»- gezeichnete Koeanetikum auf jedem Toileitetifch Heimrecht haben. „Fader kann'» zahlenl-' Da» Ist da» Matta Mr den Saison-Aumerkauf bat Betts«der». tnsttg. Di« Finna hat ihre Preise diesmal so niedrig««stellt, datz e» wirklich jedem möglich ist. sein Bett für den Winter zu ergänzen oder»u erneuern. Bettwamn aller Art, wir Bettinlettr. Bettwäsche, Handtücher, Frotrienwäfche, Daunendecken, Steppdecken, Schlaf, und Diwandecken. Pett. ........_____£«J(mngd(»bifft»it 1............_____________ Deutschlande beweisen. In allen drei Geschäften! Berlin S. 14, Pvinzen. Ecke SehostiavsMitze: Eharlottenbura 1. Wilmer-borter Ecke Bl-miarckstratze, und Berlin Q. 112. Frankfurior Aller 30«, die gleichgrotzc Auswahl und fachver. ständig« Bedienung. + IJnsPrew«rt«n L«8er und Freunde werden g«bet«n, in ¥ * � allen Gaststätten, Kaffeehäueern, Zeitungeverkaufe- � ❖ stellen usw., sowohl In Groß-Berlin als auch im Reich<' i und im Ausland, ausdrücklich den � j„VORWÄRTS" j * und den 4* I„ABEND" I 4. zu verlangen. Das Parteiinteresse fordert, Uberall für$ � die Parteipresse zu werben und das Auslegen des j; * Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrastätten zu J. t veranlassen. Sollte der„Vorwärts" an Kiosken, Bahn- j f hofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so 4. J wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar+ „VORWÄRTS"-VERLAG| Berlin SW 68, Lindenstr. 3/ Fernspr. Dönhoff 292-297+ 1«t, a. A, r, A, t. ,f,tt,t|.AAAA-A Arft»*««*?«*♦ Arft«It t*«+te r v v v ♦ v v v vvv v*2*v V*rv"vvvvvv vvv jder I «64k 1.-7,1. Auq. SoUcit Auweduuil Lti VieleTausend hochwertiger Resf-und Einzelpaare in allen Schuhqrössenzu gewaltig herabgesetzten Preisen auf Extra tischen bisher A95 Schwarze Damen Soonqcn gutes Fabrikat halb geschenkt bisher 790 heute Opanken mit Stcgsponqen gewaltige Preisherabsetzung Herren Lack Halbschuhe ei n m o I iger Sonderpreis SCHUH HOP v���e�)?nt,» IrÄÄr.«aft o- HaargamlSufer la,80embrt,8trapazlertth.«y- 1.« 80 M�rS! 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