BERLIN Dienstag 4. August 1931 10 Pf. Nr. 360 B 180 48. Jahrgang Erscheiut täglich außer S»»«tag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 86 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SWKS.Lindeustr. 2 Fernsprecher: Dönhoff(A 7) 292—297 i,}JoYu>tU46 AuzetgeupreicDie einspaltige Nonpareillezeile 8o N., Reklamezeile 6 M. Ermäßigunaen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwarrs-Verlag G.m. d.H.. Berlin Nr. 37 636.— Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor! Streik gegen den Volksentscheid Hohn und Empörung kommunistischer Arbeiter über die Zentrale Kommt die Bankenkontrolle? Oie Beratungen des Kabinetts/ Gefährliche plane mit der Hauszinssteuer Wen« es nach dem Willen der Niederlagenstrategen im Karl-Liebknecht-Haus ginge, müßten am kommenden Sonntag die kommunistischen Arbeiter die schwarzweiß- rote Reaktion in den Sattel heben. Aber die kommunisti- schen Arbeiter, weder die in der ftPT. organisierten, noch die mit dieser Partei sympathisierenden, denken gar nicht daran. Obwohl die kommunistische Zentrale den größten Druck auf die KPT.-Zellen in den Großbetrieben ausübt, verhalten sich die KPD.-Betriebsarbeiter so, als existiere der Volksentscheid gar nicht. Den Beweis hierfür liefern drastisch genug die nachstehenden Stimmungsbilder aus sechs entscheidenden Berliner Großbetrieben: Siemens. Der wahnwitzige Beschluß der KPD,-Zentrale, am 9. August für Hitler und Hugenberg zu stimmen, hat die Arbeit, der tommu- nistijchcn Siemens-Zelle mit einem Schlage lahmgelegt. In der vorigen Woche, am Mittwoch, noch unternahmen die Kommu- nisten von Siemens den Versuch, eine Massenversammlung auf die Beine zu bringen. Sie mieteten sich den größten Saal von Siemens st adt, die Festsäle„Sternseld" am Nonnendamm. Obwohl die angesetzte Zeit die denkbar günstigste war, nämlich gleich nach Betriebsschluß, kamen von der nach Zehn- lausenden zählenden Belegschaft des Siemens-Konzerns ganze öl Mann! Dazu hatte man die Versammlung noch getarnt und ein Referat über die Sowjetunion angesetzt. Erst in der Ver- sammlung sprach man über den Volksentscheid. Der Besuch der öl Mann genügte nicht einmal, um die hohe Saalmiete zu decken. Das war der einzige Versuch der Siemens-Zelle, für den Volks- entscheid Propaganda zu machen. Man hat sich gehörig die Finger verbrannt. Wenn die Siemens-Kommunisten jetzt schüchterne Versuche machen, bei den mit ihnen Sympathisierenden Propaganda für den Volksentscheid zu machen, werden sie ausgelacht. Die Arbeiter geben den Stahlhelmisten die Antwort: Wir hoben vom 14. September die Aase voll, siegen am S. August Hitler und hugenberg, werden noch mehr Arbeiter entlassen. Inzwischen haben die wenigen linientreuen Kommunisten die Zweck- losigkeit ihrer Agitation eingesehen und rühren keinen Finger mehr für den Volksentscheid. Man mutz hierzu berücksichtigen, daß in den letzten drei Tagen vor der Betriebsratswahl im Werncr-Werk nicht weniger als. S4 verschiedene Flugblätter in den Zehntausenden Auslage an die Siemens-Arbeiter verteilt wurden. Die Siemensstadt schwamm in Papier, heute ist kein Flugblatt für den Volksentscheid zu sehen. Zumal die Siemens-Zelle andere Sorgen hat. Sie hat unlängst erst einen schweren Rüssel von der KPD.-Bezirksleitung erhalten, weil der Vertrieb des RGO.-Organs „Der Metallblock' durchaus nicht klappt und die Auflage ständig zurückgeht. Nicht anders steht es mit der Zellenzeitung, dem „Eiemcns-Lautsprecher'. Die übrigen Zellenzeitungen, wie die „Werner-Werks-Fackel' oder„Sing-Sing', dem Organ für das Schaltwerk und„Kurzschluß'(Kleinbauwerk) sind erst gar nicht erschienen, obwohl sie sonst bei allen möglichen und unmöglichen Ge- legenheiten herauskommen. In der Schaltwerkzelle ist es schon zu schweren Auseinandersetzungen über den Volksentscheid-Unsinn gekommen. Die Kommunisten dieses Werkes veranstalteten in der vorigen Woche eine Betriebsversammlung, in dieser Versammlung waren nicht einmal alle Zellenmitglieder anwesend! Die Sympathi- si e r e n d e n streiften völlig. Es kommt hier hinzu, daß die Schaltwerkkommunisten seit dem letzten Metallarbeiterstreik aufs schwerste vor der Belegschaft diskreditiert sind, man nennt sie nur noch die„Sicherheitskommunisten', weil sich der RGO.-Häuptling am Tage des Streikausbruches von seinem Meister abmeldete und ins Betriebsratszimmer ging, statt mit den Arbeitern auf den Hof. Mstein. In dem großen Ullstein-Betrieb ist ebenfalls nichts von dem Volksentscheid zu merken. Die sonst so radikalen Kommunisten denken gar nicht daran, für Thälmanns Volksentscheid Propaganda zu entfalten. Nur ein paar unentwegte Stalin-Treüe aus der (Fortsetzung auf der 2, Seit«.) Die Beratungen des Reichskabinetts am Rtonlagnachmittag haben, wie bereits offiziös mitgeteilt worden ist, nicht zu irgendwelchen Beschlüssen geführt. Es ist aber anzunehmen, daß einige Ergebnisse der Beratungen einen Riederschlag finden werden in der Rede, die der Reichskanzler Dr. Brüning am heutigen Abend im Rundfunk halten wird. Dabei dürste es sich insbesondere darum handeln, daß die Reichsregierung sich inzwischen überzeugt hat, daß eine volle Wiederherstellung des Vertrauens zum deutschen Geld- und Kreditwesen nicht erreicht wird, wenn nicht ein staatliches Bankenaufsichtsamt eine dauernde Kontrolle ausübt und die Banken an mißbräuchlichen Störungen im Bankoerkehr verhindert. Wie dieses Amt gestaltet sein soll, welch« Befugnisse es erhält und wie es organisiert wird. steht allerdings noch nicht fest. Räch dem starken versagen der Leitung der Reichsbank aber dürste ziemlich sicher sein, daß das Vankenoufsichlsamt nicht in die Reichsbank eingegliedert, sondern als selbständige Behörde errichtet wird. Im Schöße der Reichsregierung aber scheinen auch sehr ge- jährliche Pläne erörtert zu werden. So spricht man davon, das die Reichsregierung die Absicht habe, die Hauszinsstcuer vollständig zu beseitigen. Wie der Ersah, der dadurch den öffentlichen Finanzen und dem Wohnungsbau entgehenden Einnahmen von 1200 Millionen Mark zu beschaffen ist, zeigt gegenüber der von den interessierten Kreisen sehr lebhaft propagierten Fürsorge für die Hausbesitzer stark in den Hintergrund gedrängt zu sein. Ob die angebliche Absicht der Senkung der Mieten mehr als ein Manöver ist, um zunächst die Mieter für solche Pläne zu gewinnen, ist mehr als zweifelhaft. Man wird es deshalb begrüßen dürfen, daß die Länderregierungen, vor allem aber die preußische Regierung, gegen solche, die Finanzkrise und die Krise am Baumarkt nur wesentlich verschärfenden Pläne mit aller Entschiedenheil ankämpfen. Thyssen finanziert Nazi. Stahlgelder für eine Zeitungspleite. Das Essener Raziblatt schuldet seinen Lieferanten zurzeit nicht weniger als 582 000 oder mehr als eine halbe Million Mark. Kein Wunder, daß die Lieferanten Materiallieserungen ohne Barzahlung nicht mehr vornehmen und Ware nur noch gegen Kasse liesern. Aber bei Schulden von mehr als einer halben Million Mark sind schließlich kaum größere Barmittel zu erwarten. Und da es hillers Zentralkasse zurzeit ebenso schlecht geht oder jedenfalls nicht besser, wie es den Kassen seines früheren Gönners Iakob Goldschmidt in den letzten Wochen gegangen ist, so ging man sür das Essener Raziunternehmen auf einen neuen Pump aus. Viel Dumme haben sich dafür nicht gefunden. Allerdings soll einer in die Millionen- pleite mit einem Betrag von über 100 000 Mark eingestiegen sein. und das ist, wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, kein anderer als Herr Thyssen, der Stahlgewoltigc. Fünfzehn gegen Einen. Sozialdemokrat von Kommunisten niedergeschlagen. In Schöneberg ist gestern abend wieder ein Parteigenosse von einer 15 Mann starken kommunistischen Bande überfallen und schwer verletzt worden. Der Genosse wurde in der Monumentenstraße in Schöneberg, wo er Flugblätter oerteilte, von IS kommunistischen Rowdies umringt und zu Boden geschlagen. Die Rohlinge traten mit Stiefelabsätzen auf den Wehrlosen ein. Erst durch die Polizei konnte der Mißhandelte aus den Händen der völlig entmenschten Burschen befreit werden. Drei der Haupttäter wurden festgenom- men und der Politischen Polizei übergeben. Der Überfallene Partei- genösse hat schwere Gesichtsveletzungen erlitten, vier Vorderzähne wurden ihm bei dem Handgemenge ausgeschlagen. Sslrt nicht hin! Niemand geht zum schwarz- weißroten Volksentscheid! Laßt Nazis und Kozis unter sich! Kommunistenkrawalle am Kreuzberg. Die Bergmann st raße war in den gestrigen späten Abendstunden, der Schauplatz inszenierter kommunistischer Tumulte. Es hatte sich gegen 22.1S Uhr eine größere Ansammlung meist halb- wüchsiger Kommunisten gebildet. Als S ch u p o b e a m t e die De- monstranten zerstreuen wollten, wurde ein Kanonenschlag zur Eni- Zündung gebracht. Gleichzeitig setzte auf die Beamten aus Haus- toren und Fenstern ein Steinhagel ein. Die Polizisten mußten zur Waffe greisen und eine Reihe von Schreckschüssen abfeuern. Zwischen der Mariendorfer und Gneisenaustraße hatten die Kom- munisten sämtliche Laternen zerstört, um die polizeiliche Aktion zu erschweren. Erst gegen Mitternacht konnte die Ruhe wieder her- gestellt werden. Ueber 20 Personen wurden festgenommen und der Politischen Polizei übergeben. Neue Bremer Korruption. Direktor der Staatshauptkafse suspendiert. Bremen, 4. August.(Eigenbericht.) Der Direktor der Staakshauptkasse Bremen. Dr. Wehl er. ist vom Amte suspendiert worden. Es hat sich bei der Prüfung der Verhältnisse der Schröder-Bank herausgestellt, daß Dr. Mehler bei der Schröder-Bank ein Spekulationskonto in höhe von 200 000 M. hatte. Diese Summe ist Herrn Mehler sür private Spekulationszwecke zur Verfügung gestellt worden. Nachdem die Ding« bekannt geworden sind, ist sofort eine Unter» suchung«ingeleitet worden. Bereits am Freitag, dem 31. Juli, ist gegen Dr. Mehler das Disziplinarverfahren eröffnet und im weiteren Verlauf die Suspension vom Amte erfolgt. Die Spekulationen des Beamten sind nicht mit bremischen Staatsmitteln gemacht worden. Mit der vorläufigen Leitung der Staatshaupt- fasse ist Herr Theodor Carl, früherer Prokurist der Bremer Bank, Filiale der Dresdner Bank, beauftragt worden. Nie Erpressung zum Volksenischeid. Disziplinaruntersuchung gegen den beschuldigten Postbeamten Gegen den Beamten im Postamt Friedrichshagen, der am vergangenen Freitag bei der Auszahlung der Pensionen die Empfänger durch Drohungen zum Volksentscheid pressen wollt«, ist, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, die Diszi- plinaruntersuchung eingeleitet worden. Brüning heute abend im Rundfunk. Der Reichskanzler spricht heuke abend um 7J0 Uhr bis 8.10 Uhr über alle deutschen Sender über die Lage. Streik gegen Volksentscheid (Fortsetzung von der I.Seite.) Falzerci, die in der vorigen Woche Tagschicht hatten, versuchten für den Volksentscheid zu agitieren. Sic wurden von den Arbeikern ausgelacht. Selbst ihr Stoh- trupp, die Hilfsarbeiter, verkohlte sie: Kinder, seid bloß zu- frieden, daß ihr noch eine Brotstelle habt, wenn Hitler am Sonntag siegt, macht er Ullstein zu. Wie begossene Pudel zogen die Kommunisten ab. Bei Ullstein ist übrigens der erste und der zweite Zellenhäuptling auf Urlaub, jetzt sind die anderen Zellenmitglieder froh, nicht kompetent genug zu sein, um eine Zellensitzling einzuberufen. So kommt kein Flugblatt wie sonst heraus und keine Versammlungen werden einberufen. Im sogenannten„Graphischen Klub" in den früheren Räumen der „Schlaraffia", wo sich die RGO.-Gruppe für das graphische Gewerbe etabliert hat, muß der Beschluß der KPD.-Zentrale, für Hitler zu stimmen, wie eine Bombe eingeschlagen haben. Man hat ganz ver- gessen, das regelmäßig zum Monatsersten erscheinende RGO.-Organ, den„Graphischen Block", diesmal herauszubringen. Täglich fragen die Arbeiter die prominenten Komniunisten:„Nun, was machen eure Koryphäen am Enckeplatz?" Aber die Arbeiter warten ver- geblich auf eine Antwort. Es ist, als schämten sich die Ullstein- Kommunisten ihrer Zentrale. AEG. Die Pleite, die die AEG.-Brunnenstraße-Kommunisten mit ihrer Bolksentscheidsversammlung erlitten haben, ist bekannt. Zum Mittwoch voriger Woche hatte die Zelle ein« Versammlung nach dem Swinemünder Gesellschaftshaus einberufen, wohlweislich aber nicht nach dem großen Saal, sondern nur nach dem Parterrcsaol, der so groß ist wie ein besseres Vercinszimmer. hierhin kamen von der-lblXl Mann starken Belegschaft der AEG.-Brunnenstraße ganze 80 Mann und das, obwohl nicht nur die Bekgschast der Brunnenstraße-AEG., sondern auch der A ck e r st r a ß e und die Kollegen von Schwartzkopsf aus der Scheringstraße einge- laden waren. Die KPD.-Zelle in der AEG.-Brunnenstraße ist 21 Mann stark. Diese 2l Mann sympathisieren so wenig mit dem Beschluß ihrer Zentrale, daß sie sich gehütet haben, in der vorigen Woche die Flugzettel, die zu der BolksentscheidversäminXung aufforderten, selber zu verteilen. Dazu holten sie sich Betriebs» fremde. Von diesen Betriebsfremden, der Zelle Zugeteilten, ist auch der Druck zur Einberusting dieser Versammlung ausgegangen. Natürlich werden die Brunnenstraßen-Kommunisten von den Arbeitern am Arbeitsplatz angezapft, ob sie denn nun wirklich am 9. August für hiller stimmen wollen. Bis auf einen kam- munislen sind die Zellenmitglieder stumm wie die Fische geblieben. Sie antworten auf keine einzige Frage. Der einzige, der Thälmanns Volksentscheid zu verteidigen sucht, ist der kommunistische Arbeiterratsvorsitzende. Soweit aus seinen lendenlahmen Redensarten überhaupt etwas zu entnehmen war, meinte er, man müsse den schwarzweißroten Volksentscheid in einen roten umbiegen. Er ist jetzt immer noch beim Umbiegen und die Arbeiter lachen ihn aus. Die anderen Kommunisten lassen sich erst gor nicht blicken,«in Beweis, wie peinlich ihnen der Beschluß ihrer Zentrale ist. Garbaty. Es interessiert natürlich auch, was die vielen Frauen beifpiels- weis« bei der Zigarettenfabrik Garbaty in Pankow sagen, hier besteht 86 Proz. der Belegschaft aus Frauen. Doch die Frautn kümmern sich überhaupt nicht um den Volksentscheid. Wichtiger ist gegenwärtig die in der heutigen Zeit gerade märchenhafte Konjunktur in der Tabakindustrie. Seitdem die Reichsregierung wieder den Einzelverkauf von Zigaretten gestattet hat, stieg die Belegschaft plötz- lich von 700 Personen auf 1652. Die ganze Zigarettenarbeiterschaft am Orte konnte aufgesogen werden, dazu fanden noch viele Berufs- fremde Arbeit. Jeder ist froh, nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit wieder Geld zu verdienen. 3ehl wird bei Sarbaly Tag und Nacht in drei Schichten gearbeitet, alle Neueingestellten wollen ihre Schulden los werden, die sie während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit gemacht haben. Da kümmert sich niemand um den Volksentscheid. Soweit eine Uebersicht vorliegt, dürfte die KPD.-Zelle bei Garbaty ungefähr 10 Personen stark sein, allerdings sind die Sympathisieren- den hierbei mitgerechnet. Da sich diese meist aktiven Leute so auf- fällig ruhig zu der Parole ihrer Zentrale verhielten, am 9. August für Hitler und hugenberg zu stimmen und auch gar keine Propaganda für den Volksentscheid entfalteten, haben die Arbeiter diese Kommu- nisten natürlich angezapft, warum sie denn die Sprache verloren hätten. Einige erklärten rundweg:„Das ist uns doch über die Hutschnur gegangen" und andere sagten, daß sie mit dieser Parole nichts zu tun haben wollten. Durch den Beschluß ihrer Zentrale sind die Garbaty-Kommunisten in eine unhaltbare Lage geraten, wenn sie für den Volksentscheid agi- ticren würden, würde man sie auslachen. Bis jetzt hat sich bei Garbaty nochkeineinzigerKommunist gefunden, der trotz wiederholter Anzapfungen die neue st e Heldentat seiner Zentrale verteidigt hättet Bergmann. Auch bei Bergmann in Rosenthal kann von einer Propaganda der Kommunisten für den Vplksentscheid keine Rede sein. Es ist auf- fällig, wie sich die unter kommunistischer Führung stehenden Ab- teilungen vollkommen ausschweigen.'E s ist auch unmöglich, mit den Bergman-Kommunisten eine Diskussion über den Volksentscheid zu erzwingen. So kam ein Arbeiter in das Betriebsratszimmer und erzählte, wie sich fein Hauswirt unbändig über die Hilfe der Kommunisten gefreut hat; jetzt siegen wir. meinte der Hauspascha. Bei dieser Erzählung stand der t o m m u n i st i s ch e Arbeiter- ratsvorsitzende dabei und als die Arbeiter ihn nun fragend ansahen, was er denn nun zu der Parole seiner Zentrale sage, nahm er seine Hände undhieltsichdamitdi-Ohrenzul Andere kommunistische Mitglieder des Arbeiterrats haben zu Kollegen glatt- weg erklärt:„Wir halten den Beschluß unserer Zen- trale für verfehlt." Dann sind sie schweigend abgezogen. BVG. Gleich nachdem der Beschluß der KPD.-Zentrale heraus war, für Hitler zu stimmen, wurden zwei Zellen-Sitzungen der BVG.- Zelle einberufen. Die erste tagte am 27. Juli im RGO.-Sekretariat in der Münzstraße 24. Es waren 40 Mann anwesend, ein gewisser O b st referierte. Er hielt eine Brandrede, daß der letzte Mann für den Volksentscheid mobilisiert werden müsse, es gälte» den größten Feind der Arbeiterklasse zu schlagen. Danach wurden Anweisungen Volkspariei in Nöien. Die Stellungnahme von Curtius soll fortgelogen werden. Die„N a t i o n a l l i b e r a l e C o r r e s p o n d e n z", das Blättchen der sterbenden Deutschen Volkspartei, wirft uns„dreiste Fälschung" vor, weil wir festgestellt haben, daß Außenminister Curtius sich vor der Auslandspresse gegen den Erfolg Zweckdienliche Behandlung „Tritt dem Kommunisten ein paar Zahne aus, aber schlag ihn um Gotteswillen nicht ganz tot, er muß nur erst noch am 9. August zum Volksentscheid gehen!* des Volksentscheids ausgesprochen Hab«. Die„NC." faseli etwas von einer„amtlichen Zurückweisung" dieser Meldung. Damit dieser Schwindel sich nicht erst herumspricht, stellen wir nochmals fest, daß Herr Curtius dem Volksentscheid ausdrücklich einen Mißerfolg gewünscht hat. Die„dreiste Fälschung" schenken wir dem Blättchen, das die noch vorhandenen Mitglieder der Volkspartei über die lächerliche Rolle hinwegschwindeln soll, die dieser Parteirest bei dem Volksentscheid der Hitler, hugenberg und Thälmann spielt. Amtliche Propaganda in Werder. Der Magistrat Werder verschickt an alle Stimmberechtigten die folgende Karte: „Sie sind in der Stimmliste zum Volksentscheid unter vor- seitig vermerkter Nummer eingetragen. Sie wollen diese Karte zur Ausübung ihres Stimmrechts mitbringen, um eine schnelle Abwicklung des Wahlgeschäfts zu ermöglichen. Der Magistrat." Selbswerständlich wirkt das als Propaganda sür den schwarzweißroten Volksentscheid— das ist auch die Absicht der reaktionären Stadtverwaltung. Diese Propaganda erfolgt aus öffentlichen Mitteln! Neuer Gprechchor für kommunistische Agitprop.-Truppen. Wer läßt die Fememörder srei? Die Kommuni st ische Parteil Juda verrecke! Wer macht die Bombenleger frei? Die Kommunistische Partei! Tod den Faschisten! Wer zieht sür h i t l e r in den Streit? Die KPD. beim Volksentscheid! heil Hitler! ic.8. Hundert Menschen ertrunken. Staudamm geborsten.— Eine Stadt überschwemmt. London, 4. August. Nmch Meldungen aus Hankau sind dort Hunderte von Personen ertrunken, als der in der Nähe der Stadt de- findliche Staudamm des Jangtse-Flusses brach und die Stadt unmittelbar daraus stellenweise mehrere Meter tief unter Wasser gesetzt wurde. Eine genaue Uebersicht über die entstandenen Verluste ist zur Zeit noch nicht möglich, da vor allen Tingen gerade die dicht bewohnten ärmeren Viertel der Stadt von der Ueberschwemmung betroffen wurden. Wie der„philiberi" gehoben wurde. Oer letzte Akt der Echiffstragödie von Nantes. Paris, 4. August.(Eigenbericht.) Die Hebung des Wracks des vor der Loire-Nlündung untergegangenen Dampfers„Sl. philibert" ist am vl anlag gelungen. Bereits am'Sonnabend war das Wrack von dem deutschen Pontondampfer„Kraft" von der Unglücksstelle 5 Kilometer in Richtung auf die Küste transportiert und auf eine Felsenbank auf- gesetzt worden. Am Sonntag wurde ein zweiter Pontondampfer „Wille" zur Unterstützung herangezogen. Ihm wurde ein Ende der Strahltrossen übergeben, die um den Bug des Schiffes gelegt waren, so daß der gesunkene Dampfer nun zwischen den beiden deutschen Hebedampfern ruhte. Durch die Entleerung der Wassertanks wurde das Wrack dann am Montag soweit gehoben, daß die Kommando- brücke etwa 1 Meter aus dem Wasser ragte. Der Bugsierdampfer „Simson" nahm das Wrack dann ins Schlepptau und brachte es 16 Kilometer bis auf 300 Meter an den Strand heran. Großseuer in Heinersdorf. 1500 Liter Oel in Flammen. In dem Fabrikgebäude der Firma Schmidt in der Rolenbach- straße 46-47 in pankow-heinersdorf brach heule mitlag ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit zu einem Großseuer entwickelte. Etwa 1500 Liter Leinöl gaben den Flammen reiche Nahrung. Das Feuer griff vom Oberstock auf den Dachstuhl über. Bei Schluß des Blattes find noch vier Löschzüge der Berliner Feuerwehr an der Brandstelle tätig. Das Feuer wird aus zahlreichen Schlauchleitungen und Schaumgencratoren bekämpft. Der Maler Anton kerfchbaumer ist gestorben. Er ist 46 Jahr« alt geworden. Er war einer der zukunftsreichsten Maler der jün- geren Generation und hat den Kreisen um Erich heckel nahe- gestanden. Blond Hilst! Hugenberg-Prefse druckt Artikel eines von ihr Geschmähten. Vor einiger Zeit konnte der„Vorwärts" die Meldung von der beabsichtigten Romreise Brünings als erstes Blatt bringen. Dies benutzte die Hugenberg-Presse zu einer ungewöhnlich infamen V«r- dächtigung. Sie behauptete nämlich, daß der als Sekretär an das historisch« Institut zu Rom gesandte Oberregierungsrot Dr. Wer- n e r P e i s e r, der früher einmal Redakteur am„Vorwärts" ge- wesen ist, unter Bruch amtlicher Diskretion dem„Vorwärts" diese Nachricht übermittelt habe. Die hugenberg-Korrespondenz, die diese Lügenmeldung an die deutsche Presse verhökerte, log noch einiges Weitere dazu, um die Verleumdung glaubhafter zu machen. Sie schrieb: Dr. Peiser ist zwar kein Historiker, er ist auch sonst wissenschaftlich ohne Ruf und ohne Belang, er steht aber in enger persönlicher Beziehung zu den einflußreichsten Expo- nenten der Sozialdemokratie in Preußen. Der Verdacht liegt nahe, daß Dr. Peiser auf Staatskosten nur deshalb nach Rom gesandt wurde, um der Sozialdemokratie einen z u o e r l ä s s i- gen Gewährsmann und Berichterstatter in Italien zu sichern.(!) Interessant ist auch, daß Dr. Peiser in Rom blonde haare trägt, während ihn in der Reichshauptstadt jedermann nur als> ch w a r zg e l o ck t e n„Vorwärts"- Redakteur gekannt hat. Die blonden haare, deren sich Dr. Peiser allerdings seit seiner Geburt erfreut, scheinen nun doch eine seltsame Wirkung auf hugen- bergs Blätter ausgeübt zu' haben: In der Unterhaltungs- Rundschau des hugenbergschen„Tag" vom 4. August 1931 sindet sich nämlich solgender Artikel(der einer wissenschaftlichen Korrespon- denz entnommen sein dürfte) abgedruckt: War Michelangelo ein Feigling? Neue Forschungen über die Belagerung von Florenz im Jahre 1529. Von Dr. Werner Peiser(Rom). Danach scheint man wenigstens im Feuilletonteil hugen- bergs den Historiker Dr. Peiser nicht für so„belanglos" zu halten wie im politischen Teil. Nuhiger Zahlungsverkehr. Oie Nun-Stimmung verflogen. Die Banken und Sparkassen wurden am Montag weder in Berlin noch im Reiche bestürmt. In Anbetracht der weiteren Auf- lockerung des Zahlungsverkehrs hat eine weitgehende Beruht- g u n g in der Bevölkerung Platz gegriffen, die wahrscheinlich weiter- hin anhalten wird, so daß bald wieder ein völlig normaler Zahlungsverkehr Platz greisen wird. Aus zahlreichen Groß- und Kleinstädten wird gemeldet, daß dort am Montag die Einzahlungen die Auszahlungen weit überschritten haben. für die Äoltsentscheidpropaganda gegeben; der BVG-Zelle sollte die Aufgabe zufallen, am 9. August alle Mann an die Wahlurne zu bringen. Am darauffolgenden Tag, am 28. Juli, faftd eine erneute Zellensitzung in der Eulerstraßc 4 statt, auf der L i e s e g a n g referierte. Auch hier wurden Anweisungen sür die Volksentscheids- Propaganda gegeben. Nachdem man so vom Karl-Liebknecht-Haus aus die Zelle bearbeitet hatte, berief diese zwei Versammlungen ein. Eine sür den Bahnhof Usedomstraße; hier kamen von 800 Be- schäftigten ganze 19 Mann, die zweite sür den Bahnhof Ba- ruther Straße, hier kamen von 200 Beschäftigten 8 Mann, davon waren aber noch 4 Freigewerkschaster, die sich den Eiertanz der NGO. einmal mit ansehen wollten. In der Usedomstraße referierte der kommunistische Stadtverordnete Wisnewski, dessen Phrasen sich die 19 Mann mit anhörten. Darüber hinaus liegt die Erklärung einer RGO.- Kanone vom Bahnhof II in der Müllerstraße vor. Hier erklärte das kom- munistische Betriebsratsmitglied Stiehl: Ich für meinen Teil billige den Beschluß unserer Zentrale nicht Aber Parteibeschluß ist Parteibesehl. Allerdings werde ich am g. August mit meiner Familie ins Grüne fahren!" Wenn das am grünen Holz geschieht, was falls am dürren werden Nichts regt sich mehr bei der BVG. für den Volksentscheid. * So ist die Stimmung bei den kommunistischen Ar- beiteru'. Jetzt müssen unsere Genossen in den Betrieben unter de« kommunistischen Arbeitern den Mann werben!»»"-»reu Die Streichung der Kriegsschulden Die politische Entschließung von Wien/ Kredithilfe ohne politische Bedingungen Der internationale Sozialistenkongretz in Wien hat die folgende Entschließung gefaßt: I. Die Krise der kapitalistischen Weltwirtschast hat mit der Er- schiitterung des Kreditsystems in Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, ihren Höhepunkt erreicht. Gelingt es nicht, durch eine schnelle und großzügige Aktion internationaler Solidarität die gegenwärtige Kreditkrise in Deutschland zu überwinden, so wird sie unabwendbar eine ungeheure Steigerung der Arbeitslosigkeit in Deutschland, einen furchtbaren Druck auf die Löhne der deutschen Arbeiter, eine maßlose Verelendung der deutschen Dolksmassen herbeiführen. Eine solche Verschärfung der Krise in einem der größten Industriestaaten würde unvermeidlich Arbeitslosigkeit und Lohndruck in der ganzen Welt katastrophal vergrößern. Zugleich würde die Wirtschaftskatastrophe Deutschlands die Ge- fahr des politischen Zusammenbruchs der deutschen Demokratie ver- vielfachen. Ein Sieg etner nationalistischen Diktatur in Deutschland würde die Demokratie in ganz Europa östlich des Rhein» in grüßte Gefahr bringen. Sie würde den Frieden Europas schwer ge- sährden und alle Hoffnung aus ein Gelingen der internationalen Abrüstungskonferenz begraben. Sie würde Europa einem neuen Krieg entgegenführen. Angesichts dieser ungeheuren Gefahr muß olles darangesetzt werden, den wirtschastlichen Zusauunendruch Deutschlands und die schwerste Erschütterung der deutschen Demokratie zu verhüten. 1. Di« gegenwärtige Lage hat bewiesen, wie sehr das wirt- schaftlichc Wohlergehen eines jeden Landes ablängt von dem der ganzen Welt. Sie hat die dringende Notwendigkeit einer gemein- samen internationalen Aktion bewiesen, um dem Elend ein Ende zu setzen, in das die Weltkrise die Arbeiter oller Länder gestürzt hat. Der Zusammenbruch der deutschen Volkswirtschaft muß durch eine großzügige internationale Kreditaktion verhindert werden. Diese Kredithilse muß ohne Aufschub in einem hinreichend großen Aus- maß gewährt werden, wenn sie wirtsam sein soll. Die internationalen Kredite dürfen nicht an politische Vedin- xungen oder an Bedingungen, die die politische Souveränität Deutschlands beeinträchtigen, geknüpft werden. Jeder Versuch, die deutsch« Not zu politischem Druck zu benützen, würde nur den Nationalismus in Deutschland stärken und damit die Hilfsaktion vollständig entwerten. Andererseits wird die Gewäh- rung der unerläßlichen internationalen Hilfe erleichtert werden, wenn die deutsche Regierung aus eigenem Antrieb den dcmokrati- schen Nationen die Beruhigung zu geben vermag, daß die von ihnen zur Verfügung gestellten Mittel nicht einer Politik des Nationalismus und der Diktatur, sondern einer friedlichen und demokratischen Politik dienstbar sein werden. 2. Der unverzüglich zu gewährenden internationalen Kredit- Hilfe muß dann so schnell wie möglich eine Neuergelung der Repa- rationcn und der Kriegsschulden � folgen. Die bisherige Regelung, schon durch die Steigerung der Kaufkraft des Goldes wesentlich drückender geworden, ist durch die wirtschaftliche Katastrophe in Deutschland schlechthin unhaltbar geworden. Die Internationale hat schon 1922 in Frankfurt gefordert: Streichung aller Kriegsschulden und Beschränkung der Reparationen auf den Ersah der in den Kriegsgebieten Zivilpersonen zugefügten materiellen Schäden. Die vollständige Annullierung der Kriegsschulden ist heute notwendiger denn je. Sie wird es ermöglichen, die Deutschland aufgebürdeten tasten dauernd wesentlich herabzusehen. 3. Der Kampf um die Neuregelung der Kriegsschulden und Reparationen muß auf das engste verbunden bleiben mit dem Kampf um die internationale Abrüstung, die einerseits durch Freisetzung finanzieller Mittel die Lösung der Reparotionsfrage, andererseits die Zustimmung der Dereinigten Staaten zur Streichung der Kriegsschulden erleichtern würde. 4. Der Kongreß verurteilt daher aufs schärfste die gefahrvolle Propaganda' der nationalistischen und faschistischen Parteien in vielen Ländern, die die Leidenschaften der Völker gegen ihre Nach- barn zu entflammen suchen. Ebenso entschieden verurteilt er die Verbreitung von> Gerüchten über Krieg und Konflikte, die, wie er überzeugt ist, skrupellose Agenten der Rüstungskonzerne in Umlauf sehen. Der Kongreß fordert die Regierungen auf, sich bewußt zu werden, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas die dringendste Auf- gäbe der Gegenwart ist. Er verlangt daher von den Regierungen, daß sie alle Anstrengungen auf diese Aufgabe konzentrieren. � Der Kongreß fordert weiter von den Regierungen, daß sie unverzüglich ein Programm einer konstruktiven internationalen Wirtschafts» a k t i o n in Angriff nehmen, die Deutschland sofortige Hilfe bringen und die wirtschaftliche Weltkrist eindämmen soll. II. So unerläßlich die internationale Hilfe für Deutschland ist, so bieibt doch die wichtigste Aufgabe in der Verteidigung der deutschen Demokratie der deutschen Arbeiterklasse gestellt. Der Kongreß hat volles Vertrauen zu den deutschen Arbeitern, daß sie den deutschen Faschismus schllagen werden. Sie werden dadurch mit ihrer eigenen Freiheit die Freiheit in ganz Mitteleuropa und den Frieden der. ganzen Welt retten. Die sozialistischen Arbeiter d«r Welt werden in diesem Kampf mit allen ihren Kräften an der Seite der deutschen Arbeiterklasse stehen. Die junge Demokratie der milleleuropäischen Slaakea kann nur durch die Kraft der Arbeiterklasse verteidigt und behauptet werden. Aber die Demokratie wird den ganzen Enthusiasmus und damit die ganze Kraft der Arbeiterklasse nur dann für sich zu entfesseln ver- mögen, wenn sie die Wirtschaft unter ihre wirksame Kon- trolle zu stellen, wenn sie sich vor den Massen der Arbeiterklosse als ein Instrument sozialer Umgestaltung zu bewähren vermag. Die Verteidigung der Demokratie muß darum auf das engste verknüpft bleiben mit dem Kampf um den Sozialismus. Faschisten und Kommunisten empfehlen den besiegten Völkern die gewaltsame Zerreißung der Friedensverträge. Aber jeder Ver- such, die Vertröge durch einseitigen Bruch oder durch Gewalt zu revidieren, könnte nur die Wirtschaftskrise verschärfen und zum Kriege jähren. Was die Friedensverträge an Unrecht enthalten, kann nicht anders überwunden werden, als mit den Methoden der Demokratie und des internationalen Rechtes. Es wird überwunden werden durch den Aufstieg der Arbeiterklasse. Wie die Sozialistische Arbeiterinternationale schon bisher gegen jede Vergewaltigung der besiegten Nationen gekämpft hat, so werden die sozialistischen Ar- beiterparteien, wenn sie, und in dein Maße, als sie die Macht erobern, schrittweise und friedlich die Verträge revidieren. in dem Sinne, daß sie allen Völkern die volle Gleichberechtigung innerhalb der friedlichen Gemeinschaft der Völker, das Selbstbestim- mungsrecht innerhalb eines befriedeten Europas und Schutz und kulturelle Selbstverwaltung ihrer nationalen Minder- h e i t en sichern werden. III. Die Sozialistische Arbeiterinternationale setzt ihre ganze Kraft daran, der Arbeiterklasse aller Länder die Möglichkeit zu sichern, ihren Kampf auf dem Boden der Demokratie und mit demokratischen Mitteln zu führen und die erkämpfte Macht mit demokratischen Methoden auszuüben. Wenn aber die kapitalistischen Klassen, die heute noch die Demo- kratie beherrschen, trotz allem Druck der sozialistischen Parteien aller Länder und trotz den Anstregungen der britlschen Arbeiterregierung, zu deren Bemühungen um die Sicherung des Friedens und der Demokratie die Internationale das größte Vertrauen hat, die Nuttel- europäische Wirtschaft und die mitteleuropäische Demokratie unter- gehen lassen sollten, wenn im Gefolge einer solchen Katastrophe der deutschen Wirtschaft in ganz Europa östlich vom Rhein faschistische Gewalt der Arbeiterklasse ihren demokratischen Kampfboden entreißt, dann wird der Arbeiterklasse kein anderer Ausweg bleiben, als der Gewalt des Faschismus alle ihre Machtmittel entgegen- zuwerfen. Die Welt hat keine andere Wahl als die: entweder eine sofortige und großzügige iMernationale Aktion zur Rettung der Wirtschaft, der Demokratie und des Friedens, oder die Katastrophe und den Bürgerkrieg. Kommunistische Bilderfälschung? Aber nein, nur nackie Ltnkenntnis! Am Sonntag, 19. Juli 1931, brachte der„Vorwärts' in seiner ersten Beilage einen Artikel„Berlin in der Sorgen- woche". Er schilderte die Nöte und Bedrängnisse der Arbeiter und der Arbeitslosen, der Angestellten und der kleinen Beamten und ver- öffentlichte ein Bild, das wir heute noch einmal wiedergeben. Es trug die Unterschrift„Arbeitslose warten vor einem Krankenhaus auf Mittagessen". Am 21. Juli beschloß die Kommunistische Partei, sich in die Front der Hitler, Hugenberg, Seldte und Düsterberg gegen die Preußenregierung einzureihen und sich an dem Volksentscheid zu beteiligen, den der Stahlhelm in die Wege geleitet hat, um«ine extreme Rechtsregierung in Preußen herbeizuführen. Am 31. Juli ist der kommunistische„Arbeitersender',„Jllu- strierte Funkwochenjchrift" in der Nr. 31 seines 4. Jahrganges herausgekommen. Auf der ersten Seite dieses Organs findet sich ein Artikel mit der Ueberschrift„Vor dem raten Volksent- scheid". Er ist verfaßt von dem kommunistischen Abgeordneten P'a u l Schwenk. Das gleiche Bild, das wir am 19. Juli ver- öffentlicht haben, ist auf dieser Seite zu sehen. Es trägt die Unterschrift:„Volks stürm gegen die Preußenregie- rung. Mann für Mann zeichnet sich ein beim roten Volksentscheid." Wr denken natürlich nicht daran, dem ehrenwerten Blatte eine Bilderfälschung vorzuwerfen. Im Gegenteil: Schon als das Bild am 17. oder 18. Juli aufgenommen wurde, ahnten die abgebildeten Menschen, daß in diesem Krankenhaus einmal ein Stimmlokal für den Volksentscheid der Stahlhelmkommunisten sein würde. Sie ahnten nämlich auch den Verrat der Kommunisten an der Arbeiter- klaffe vom 21. Juli voraus. Seitdem warten sie geduldig bis zum Tage des Volksentscheids, um dann auf Befehl Thälmanns ihre Stimme für Hitler, Hugenberg und Seldte abgeben zu können. Wie das geschehen wird, das hat in prophetischer Gabe der Redakteur des „Arbcitersenders" vorausgesehen und deshalb bereits am 31. Juli veröffentlicht. Dem Hern, ist nämlich aus gröbster Unkenntnis noch ein ganz besonderes Versehen passiert. Er schreibt:„Mann für Mann zeichnet sich ein beim roten Volksentscheid." Nach der Ver- fassung ist ein Volkserrtfcheid auf einen bestimmten Tag festgelegt. Das ist in diesem Falle der 9. A u g u st. Vorher kann sich keiner einzeichnen! Beim Volksbegehren aber währt die Frist 14 Tage. Als freilich das Volksbegehren des Stahlhelms stattfand, da erklärte Herr Schwenk noch mit lautem Munde am 15. Oktober 1930 im Landtag:„Wir lehnen es ab, diesen Volksbetrug mit- zumachen." Die Zeit wird bald vorbei sein, in der sich noch ein anständiger Arbeiter findet, der soviel Dummheit, soviel Verrat und soviel Ver- logenheit mitmacht, wie sie ihm von der Kommunistischen Partei geboten werden! Kriegsschuldkämpfer auf dem Kriegspfad Fehlgegangener Angriff auf die Gozialdemokraiie Graf v. d. Goltz, der Vorsitzende des Präsidiums der vereinigten vaterländischen Verbände hat dem Reichskanzler ein. in der Rechts- presse bereits veröffentlichtes, Schreiben gerichtet, in dem er sich bitter über die Wiener Kongrehrede des österreichischen Sozialistenfllhrers Otto Bauer beschwert, der von dem„fürchterlichen Krieg sprach, den Habsburg und Hohenzollern verschuldet haben". Diese Wendung gibt dem vaterländischen Grafen Anlaß, die Reichsregierung anzuklagen, daß sie den„Vorwärts" wegen Wieder- erneuerung der Kriegsschuldlüge nicht verbietet, und behauptet schlank- weg. daß reichsdeutsche Sozialdemokraten nicht zu der Frage Stellung genommen hätten. Was den ersteren Vorwurf anlangt, so sehen wir in der Anklage Otto Bauers über die Kriegsschuld der Habsburg und Hohenzollern keinerlei Erneuerung der e i n s e i t i g e n Kriegsschuldthese von Ver- sailles. Es sollte dem bewährten Kriegsschuldsorscher Graf Goltz viel- mehr bekannt sein, daß die Soziallsten in allen Ländern gegen die Kriegsschuld ihrer eigenen früheren Regierungen kämpften, ohne damit je behauptet zu haben, daß andere Regierungen nicht etwa ebenso und in noch viel höherem Grade an dem Kriegsaus- bruch schuld gewesen sind. Die ungeheure Schuld des zaristischen Militarismus, der mit seine Mobilmachung die letzten Friedensmög- lichkeiten zerschlug, ist vom gesamten Sozialismus immer wieder in den Vordergrund gestellt worden. Dem Grafen Goltz sollte ferner bekannt sein, wie die englischen Sozialisten— unter ihnen der heutige Ministerpräsident— die zum Kriege führende Politik Lord Greys angegriffen haben, ebenso dürste sogar er wissen, daß der französische Sozialistensllhrer I a u r e s seinen Kampf gegen die Kriegspolitit Poincarcs mit Einsatz und Aufopferung seines Lebens geführt hat. Deshalb ist der Vorwurf einer einseitigen Kriegsschuldthese gegenüber dem Sozialismus völlig fehl am Ort: die sozialistisch« Weltanschauung weiß, daß am Ausbruch der Kriege das System internationaler Politik schuld ist, das den Krieg als Mittel der Politik benutzt und durch ständiges Rüsten auf ihn hintreibt. Was den Vorwurf des Grafen Goltz gegen seine sozialdemokra- tischen Volksgenossen im Reich anlangt, so hätte er sich sein Schreiben und seinen Freunden einige Ausregungen erspart, wenn er die Geduld aufgebracht hätte, die Rede Breitscheids vor Absendung seines Brand- briefes zu lesen. Er Hot das inzwischen tun können, aber zu Nutz und Frommen seiner Kreise wollen wir den Wortlaut der auf Ver- sailles bezüglichen Stelle noch einmal wiedergeben. Sie lautete: „Es ist für uns von ungeheurer Bedeutung, daß jetzt in dieser Resolution schärfer, klarer als bisher von der Revision der Friedensverträge gesprochen wird. Es ist uns wertvoll, daß uns die Internationale hier den Rücken stärkt. Und einen besonderen Dank möchte ich dem Genossen Vandervelde aussprechen, der gestern in der Politischen Kommission den Standpunkt oertrat, es gehe nicht an, daß auf Grund des Schuldparagraphen von Versailles die deutsche Zugend, deutsche zukünftige Generationen, auf Tohrzehnte hinaus unter der teilweise» Schuld ihrer Väter zu leiden hätten. sGroßer Beifall.) Wir sind froh, daß wir mit dieser Erklärung des Vorsitzenden der Internationale nach Deutschland zurückkehren können, sie bestätigt nur unsere Meinung, daß es. wie groß oder wie gering die Schuld der alten deutschen Regierung am Kriege gewesen sei, nicht angeht, daß unter dieser Schuld Generationen und Generationen zu büßen haben.(Lebhafte Zustimmung.) Der Briefschreiber und„Vorwärts'-Ankläger Gras Goltz kann aus diesem Zitat also nicht nur entnehmen, wie der sozialdemo- kratische Fraktionssührer B r e i t s ch e i d die Abwälzung einer ein- seitigen Kriegsschuld auf das deutsche Volk ablehnt, sondern, daß das auch der Vorsitzende der Internationale, der belgische Staats- mann Vandervelde tut. Im übrigen erscheint uns wichtiger als der Streit um Ver- gangenes der Kampf um die Zukunft Deutschlands und Europas. Der gleiche Sozialistenkongreß, über den sich die Vater- ländischen so ausregen, brachte die Fo?derung der Kredithilfe für D�cutschland ohne politische Bindungen und auch Streichung der Kriegsschulden— dies übrigens seit 1922 die immer wiederholte Forderung der Internationale. Gegen den Grafen Goltz aber erheben wir die Anklage, daß er die politischen Kampfforderungen der Sozialistischen Internationale im Interesse des Friedens, Europas und nicht zuletzt des deutschen Volkes übergeht, nur um eine neue Hetze gegen die Sozial- demokratie seines eigenen Volkes zu entfesseln. Alle Negierungen waren schuld. Budapest, 3. August. In einer sozialistischen Volksoersammlung am Montagabend er- griffen auch der Präsident der Sozialistischen Internationale, Vandervelde, und Reichstagspräsident Lobe das Wort. Vanderoelde erklärte u. a., der Versailler Vertrag sei von der falschen These ausgegangen, daß die Besiegten gleichzeitig die Schuld an dem Ausbruch des Krieges trügen und daher zur Zahlung von Reparationen verpflichtet seien. An dem Kriege trügen sämtliche imperialistischen Mächte die Schuld. Wenn es aber auch wahr fein würde, daß ausschließlich einzelne Regierungen an dem Ausbruch des Krieges die Schuld trügen, dürfe man keineswegs die von ihnen regierten Völker dafür strafen. Die Reparations- frage müsse daher einer Revision unterworfen werden. Die Re- parationen müßten gelöscht und Entschädigungen nur an die direkt vom Krieg Betroffenen gezahlt werden. Nichi recht zu machen! Warum der Reichskanzler Salonwagen fahren soll. Der Reichskanzler und der Außenminister haben den Entschluß gefaßt, für ihre italienische Besuchsreise auf den üblichen deutschen Salonwagen zu verzichten. Man sollte meinen, daß die Leute aus der Rechten, die zwar nie an Wilhelms Hofzügen und an Wilhelms 20-Millionen-Apanage etwas auszusetzen hatten, aber dauernd über Verschwendung in der Republik jammern, hiervon hoch- defriedigt wären. Aber nein. Die schwerindustrielle„DAZ."' nörgelt: „Die Gesinnung der Bescheidenheit, die aus diesen An- ordnungen spricht, mag in der heutigen Notzeit Beifall finden— wir haben den Mut zu erklären, daß wir sie für eine Sparsamkeit am falschen Ort halten. Will man den Kanzler der Eventualität aussetzen, im Speisewagen von politischen Gegnern,— was heute durchaus nicht ausgeschlossen ist— angepöbeltzu werden? Außerdem ist die effektive Ersparnis, da ja trotz der kleinen Zahl der Reiseteilnehmer immerhin ungefähr sür sie alle ein ganzer Schlafwagen erforderlich ist, nicht sehr groß. Vor allem aber ist im Angesicht eines Landes, das so ausgeprägten Sinn für nationale Repräsentation hat wie das faschistische Italien, ein allzu bescheidenes Auftreten unangebracht, ja vielleicht nicht einmal höfli ch." Wir begreifen zwar die Sorge der„DAZ.* daß der Reichskanzler auf der Fahrt„angepöbelt" werden könne, aber ein derartiges verhalten ist doch nur von ihren eigenen Volksentscheid- freunden zu besorgen! Wenn aber wirklich der Reichskanzler dem Wunsche der„ADZ." entsprechend Salonwagen fährt, will ihn dann die„DAZ." vor jenen noch viel übleren journalistischen Anpöbeleien beschützen, wie wir sie jüngst bei einem der„DAZ." gar nicht so fernstehenden Blatt anprangern mußten? Wir meinen die „Berliner Börsen-Zeitung", die sich über den Pfeifentabak und das Teegebäck unseres Gastes Macdonald erregte, ohne irgend- welchen„Sinn für nationale Repräsentation" zu zeigen. Die »DAZ." soll zunächst einmal dafür sorgen, daß in ihreneigenen Kreisen die ewige Stänkerei aushört, die jede Erfüllung einer Sffentlichen Repräsentationspflicht durch einen Republikaner in persönliche Schwelgerei umlügt. Oer Verfossuugstag im Rundfunk. In Abänderung des für Dienstag/ den 11. August/ um 20 Uhr, vorgeselMen Programms wird die Funkstünde um 20 Uhr die Verfassungsfeier der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin/aus der Staatsoper am Platz der Republik mit folgender Programmfolge übertragen: 1. Ouvertüre zu Iphigenie in Aulis von Ch. W. Gluck; 2. Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Sahm; 3. Concerto grosso G-Moll von G. F. Händel. Musikalische Leitung: Generalmusikdirektor Fritz Busch, Dresden. Anschließend um 21.30 Uhr wird aus New Park die„Deutsche Verfassungsfeier" übertragen. Man hört eine Ansprache des Deutschen Generalkonsuls und Darbietungen deutscher Künstler. Verfassungsfeier der Berliner Schutzpolizei. Am 11. August findet um QU Uhr vormittags vor dem Berliner Schloß auf der Lustgartenseite für die gesamte Polizei Berlins eine Verfassungsfeier statt. Nach einem Vortrag der Musikvereinigung der Schutzpolizei Berlin(Egmont-Ouvertüre von Beethoven) hält Polizeipräsident G r z e s i n s t i die Festrede. Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes findet der Vorbeimarsch der Berliner Schutzpolizeisormationen vor dem Polizeipräsidenten und den ge- ladenen Gästen statt. Im Anschluß an die Feier findet im Kroll- garten ein geselliges Beisammensein statt, wobei die M u s i ko e r- einigung der Schutzpolizei Berlins spielen wird. Vor der offiziellen Feier konzertiert von 8.4S bis 9.1S Uhr die Musik- Vereinigung derKriminalpolizei auf dem Platz nördlich des Schlosses.__ Emil Warburg gestorben. Der Altmeister der deutschen Physik, der vor wenigen Monaten, am 0. März, in völliger geistiger und körperlicher Frische seinen 85. Geburtstag feiern konnte, ist vor wenigen Tagen auf seinem Gute Grünau bei Bayreuth gestorben. In ihm verliert die Wissen- schaft einen Forscher von Weltruf und internationaler Bedeutung. Bereits als Wjähriger wurde Warburg in Berlin Privat- dozent. Im Jahre 1893 wurde er als Nachfolger Kundts auf den Berliner Lehrstuhl und zum Leiter des Berliner Physikalischen In- stituts berufen, welche Stellung er nach 10 Jahren verließ, um als Präsident an die Spitze der Physikalisch-technischen Reichsanstalt zu treten. Erst im hohen Alter von 76 Jahren (1922) trat er in den amtlichen Ruhestand, während er Wissenschaft- lich tätig bis an fein Lebensende blieb. Seine zahlreichen Arbeiten betreffen fast alle Gebiete der Physik, besonders hervorzuheben sind seine bedeutsamen Untersuchungen über die chemischen Wirkungen des Lichtes. Von seinem Lehrbuch der Experimentalphysik, das 1893 zum ersten Male erschien, besorgte er selbst noch vor wenigen Mona- ten die 22. Auflage. Durch dieses hervorragende Werk, das stets devs neuesten Stande der Forschung angepaßt war, hat er die Physikergenerationen in fast 40 Iahren stark beeinflußt. Gegenüber Verfechtern der neueren Atomanschauungen, denen er durchaus nicht ablehnend gegenüberstand, hob er doch scharf das hypothetische der Annahmen hervor, auf denen sie beruhen. Die Berliner Physikalische Gesellschaft dankt ihm in erster Linie ihre Erweiterung zu einer allgemeinen deutschen Physikalischen Ge- sellschaft, wie er auch internationale Beziehungen der Wissenschaftler stets sorgsam pflegte. Bei solcher Gesinnung mußte er selbstverständ- lich auch freibleiben von dem nationalistischen Geschrei, in das so viele deutsche Professoren einstimmten, die dadurch nicht wenig zur allgemeinen Mißachtung deutscher Gelehrter beigetragen haben. In ihm verliert die deutsche Wissenschast einen Mann von vorbildlicher Gesinnung und Wirkung._ 2� jähriger spurlos verschwunden. Vergebliche Suche mit Polizeihunden. Don der 2� Jahre allen Tochter Irmgard des Mechanikers Geyer aus der Anklammer Straß«, die seit dem vergangenen Donnerstag, oermißt wird, ist bisher noch keine Spur gefunden worden. Das Gelände des Sportplatzes in Hönow und die Ufer 'des Mittel- Sees sind genau abgesucht worden, sowohl von den Landjägern, wie" von den Mitgliedern des Vereins und der Kriminalpolizei. Es wurden fünf Suchhundführer mit ihren Tieren hinausgesandt, die systematisch das Seeufer durchforschten, es fand sich aber nichtdiegeringsteSpur. Unmittelbar am Ufer zieht sich eine sehr dichte Brombeerhecke entlang, an die sich nach der Wasserseite zu starker Schilswuchs an- schließt. Das Gestrüpp ist hier so verwachsen, daß nicht einmal die Hunde eindringen können. Es ist kaum anzunehmen, daß die kleine Irmgard, die vor dem Wasser Angst hatte, von selbst in das Schilf hineingekrochen sein sollte. Aber auch am freieren Wasser haben Fischer mit ihren Booten vergeblich nach dem verschwun- denen Kinde gesucht. Nach Angabe von Bekannten hat ein junges Ehepaar das kleine Mädchen zuletzt gesehen und gesprochen. Der junge Mann ist nur mit seinem Vornamen„Alex" bekannt. Er war auf einem Spaziergang am Donnerstagnachmittag gegen 2 Uhr und traf die kleine Irmgard, die allein ging. Er fragte das Kind, wohin es denn wolle und erhielt zur Antwort, es gehe zur Tante. Seit diesem Gespräch hat niemand mehr etwas von dem Kinde gesehen. Selbst, wenn es sich verlaufen hätte und von anderen Personen in Obhut genommen wäre, könnte es jederzeit seinen Namen und seine Wohnung angeben. Das Mädchen ist körperlich wie geistig gut entwickelt und spricht klar und verständlich. Der Vater, der über das Verschwinden des Töchterchens einem Zusam- menbruch nahe ist, hat sich ein Motorrad gemietet und die Gegend abgestreift. Aber auch dieses Bemühen ist erfolglos verlaufen. Man rechnete weiter mit der Möglichkeit, daß das Kind in einem der Getreidefelder sein könne. Diese sind inzwischen aber abgemäht, das Korn steht in Hocken. Alles Suchen, auch mit Hunden, hat zu keinem Ergebnis geführt. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus ab 18 Uhr: 23., 34., 38., 47» und 103. Abteilung. Wetter für verlln und Umgebung: Weiterhin sehr warm, trocken und heiter bei mäßigen östlichen Winden.— Für Deutschland: Im Süden Gewitterneigung, sonst im Reiche Fortdauer des heiteren Hochsommerwetters. Berantwortl. tflr die Redaktion: Serbe et Lrpdre. Berlin: Antigen: Tb.«locke. Berlin. Perlai,: Vorwärts Verlan G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Berlagsanstalt Paul Sinner& Co.. Berlin EW KS. LindenstraKe 3. Sirrin l Beilaae. Klntililtzverdsnil ü.r>zeiidsliner Deulsililands, Ortsgruppe Berlin Wir bringen' der Kollegenschaft das Ableben des Aollegen Karl Mactirahn Pensionär, früher Weichenwärter, 104. Bahnmeisterei, zur Kenntnis. Der Tod erfolgte am l. August 1031. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Mittwoch. den S. August, IK Uhr. auf dem Zwölf» Avostel-Friedhof, Berlin-Schönederg, Sachsendamm 1, statt. Um rege BetNIigung ersucht via OrtoTCTvaltaiiit 9 1.15 Uhr Flora 3434 Raudien erlaubt I Barbette! Hofsänger-Sextett, I Bourlalcoff-Truppe, Syd Fox, �La«Turia«,Conche-Fran«ky«» Reichshallen-Theater „Alles verrückt!" Stettiner Sänger Anfang| dt| Uhr 8'/,vbr CASINO-THEATER uur Loihringer Strafe 37, iiinitttHiiiiiiiiiiiiikiiiiMiiiiiiiiiniMiiinniiiimiiiiiinimimniiut Wiedereröffnung Sonnabend, d. 15. August Modern renoviert! Moderne Darbietungen! Trotzdem zeitgemäBer Preisabbau Barbarossa 92S6 Tägl. 8 u. S-./2 U. Barto&Mann W. Sc Q.Aharn Walter Hilsson South China Weintraube B. weitere NeuheTt. Wiederbeginn der Variete- Spielzeit � mit neuen 1 Preisen| Tlgllch 5 u. SU Sonnig. 2. 5. SU Homiscne oper Friedrichsir. IM 8'/i Uhr Frauen haben das gern... Musikal. Schwank ' von Arnold Musik v. Walt. Kollo Sommerpr. 0.50- 7X0 Bietropoi-ineater Täglich S'i. Uhr Die Toni aus Wien Mady Christians, Michael Bohnen KarlQ-rstendamin Theater Bismarck 448/49 jSVsUhrJ Die schöne Helena von lacqocs Ollenliadi Baal«: HuBeishudt Blumenspenoen Jeder Art liefert preiswert Paul Gollotz vormalt Robert Meyer Mariannenstr. 3 F 8h Oberbaum 1 303 PROGRAMM (ür die Zeit vom 4. bis 6. August K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 4. bis 6. August CDO$ Potsdamer Strafe 35 W. 5. 7, 9, S. 3, 5, 7. 9 Uhr Gasacnhaacr mit den Comedian Harmonisis Rheinstratze 14 W, ab 5.15, S. ab 3.15 Uhr• Der Erzieher meiner Tocfaier mit Harry Lledtke Masken mit Stuart Webbs Odeon, PotsdamerStr.75 W. 5, 7, 9. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Tftier gesucht mit Gerda Maurus. Karl Ludwig Diehl Turmstratze 12 Verlängert! Das Ekel mit Max Adalbert Erstes Tonkabarett Für Jugendliche freigegeben Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet, Stgs. ab 3 Uhr Verlängert! JH', Fritz-Lang-Film > Westen g Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. Wochentags 5.15. 7.15, 9.15 Uhr Sonntags 3.15, 5.15, 7.15. 9.15 Uhi Verlängert:» Der Sdirccken der Garnison mit Felix Bretsarl Für Jugendliche freigegeben �l�riedrichstaU��p Franziskaner Wnv00?m Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) Die Rose des 5 Edens— Tonoperelte: Köeigin einer Nacht— Grones Belpvc�ramna- Wochen- und KuitoroCbaa Moabit Artushof HÖhnr W. 6 30 U. BOhne Sonntag:. 5 U. Perleberger Str. 29 100 proz. Tonposse: Die Firma heiratet mit Oskar Kail- weis, Ida Wüst. A. Roberts— Tonwoche— Bühnenschau W; 6-4S u- 9 05 U " Cll-nmo Sonnt ab 4.45 U. Mt-Moabit 99 100 proz- Tonoperetie: Ihre Mafesili die Liebe mit Käthe v. Nagy- Tonbeiprogramm Tonwochc Kant-Lichtspiele Kamstr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) W. 5, 7. 9 Uhr S. ab 3 Uhr Da« Ekel mit Max Adalbert Atrium Bcba-Polast Kaiseralice, Ecke Berliner Straße W. 7 u. 9.15 Uhr S. 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung des Kriminalionfilms: Der Zinker mach Edgar Wallace) mit Liui Arna, Fritz Raip, Szökc Szakall, Paul HOrbiger, C. L. Diehl PrcUaQMchrciben 1 Wer ist der Zinker? Das Publikum sucht mit Schöneberg Titania Schönebg. Hauptstraße 49 Sonntags 3. 5, 7. 9 Uhr 100 proz. Tonfilme: Das Ekel mit Max Adalbert— Kabarett-Tonfilm mit Otto Wallbnrg, S. Arno u. a m Jugendliche haben Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Wochentags 7, 9 uhr Sonntags 5. 7, 9 Uhr Tonoperette: Licbcsparade n.Maur. Chevalier, Jean. Macdonald Beiprogramm Steg 1 1 1« Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. s. Ecke Gutsmuthsstr. Tonfilm-Urauffühi ung. Elisabeth von Oesterreich(Der Leidensweg eine: Frau) mit Lil Dagover, foul Otto Tonbeiprogr.— Tonwocfaenidtan nr_!• Wochentags 7, 9 Uhr ArCll Sonntags 5, 7, 9 Uhr Potsdamer Str. 40 Stg. 3 Uhr: Jugendv. Tonfilm: Das Geheimnis der roten Katze mit Siegtr. Arno Beiprogramm Hariandorf W |V«_* i Mariendorter Wochentg. IIa- L,1 Toniiehtspiele 6%, 9 Uhr So. ab 5 U Sonnt. 3 U.Jugend-Vorst. Chausseestr. 305 2 Oroßtonfilme: Student sein, wenn die Veilchen bIQh'n mit Franz Bao- - Die Maske fällt IN. L. Arna ■ Tempelhof» TiVOÜ Berliner Str. 97 Beg. 7. 9 U. Stgs. 3 Uhr: Jug.-VorsL 100 proz. Tonfilm: Das Ekel mit Max Adalbert— Der erste Kabarett- Tonfilm mit Wallburgp 5. Arno Jugendliche haben Zutritt Mercedes- Palast Hermannstraße 212, Ecke Jägerstraße Woch. 6V2, 9 Uhr. Stg. 5, 7, 9 Uhr 100 proz. Tonfilm! „M", der große Fritz-Lang-Film Beiprogramm— Tonwochc Bfihncnschaa Montag und Donnerstag: Erwerbslosentage W Südwesten W Lichtspiele Südwest Blücherstr. 12 W. V,7. So. ab 5 Uhr 100 proz. Tonoperette: Der Bettelstudent mit Fritz Schulz, Hans Heinz Bollmann, J. Norotna Lustiges Beiprogramm Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W. 6J0. 9. Stg. ab 5 U. 100 proz Tonfilm: Eine Stunde GIQck ' mit W. Dieferlc, Ev. Holt Zwischen den Seilen Süden Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 W. 6.30, 9 Uhr, So. 5. 7, 9 Uhr Wegen Riesenerfolg verlängert! Fritz Längs großer Tonerfolg:„M." Beiprogramm— Auf der Bühne: Fanta(Der große Zauberer) Montag und Donnerstag Erwerbslosentage Th. am Moritzplatz Beg. Wo. 6.30, 9, Stgs. ab 4.30 Uhr Tonfilm; Die Maske tälii mit Lissi Arna— Heut* tanzt Marieti Luisen-Theater Reichenberger Str. 34 Anf. W. ab 6 30 U. Stg. ab 5 U. Der Fritz-Lang-Tonfilm: -M.- Gnies Beiprogramm Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs. ab 6Vj v., Sonntags ab 4>b U. Liane Haid in dem spannend. Zirkus- Kriminaltonfilm: Schatieh d. Manege Bühncnschan Sternwarte- Treptow Dienstag 8, Mittwoch 8. Donnerstag 8: Die Denan. Vom Schwarzwald bis Schwarzen Meer(Film) „Elysium Prenzlauer Allee 56 Wochent. 5.15, 7. 9 15, Sonnt, ab 3.15 Uhr Tonwochenschan Das Ekel mit Max Adalbert' Erster Kabarett-Tonfilm Bühne: 10 Akkordeon-Harmonlsfs Jugendliche haben Zuirittl Flora-Lichtsp. LAa11?edesb�?r W. Vhr 9 Stg. ab 4 U. Tonfilm:„M" von Fritz Lang Der biiher größte Kriminaltonfilm Beiprogramm— Tonwochc ■ O s*g 11■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochenigs. 5J0 U„ Sonntags ab 5 Uhr Tonlustspiel: Das Ekel mit Max Adalbert Ton-Kabareit Nr.1 mit Otto WaUborg, 5. Arno u. a. m. Tonbeiprogramm— Bühncnschan Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler Xii« 99 Woch. 5, 7. ca. 9, Stg. 3,5, 7. 9 U, Tonoperette: Die Drei von der Tanksfelle mit Ulian Harver. Willy Frltsch Gr. Beiprogramm— Jugend! Zutritt V. T. Lichtspiele vÄorla Frankfurter Allee 48 W. 5, So. 3 Uhr Der große lustige Tonfilm: Gassenhauer Gnies Beiprogramm Babylon, am Bülowplatz Wochentags ab 6.30 U. Sbd., Stg. ab 5, letzte 9.10 U. 100 proz. Tonfilm: Wegen Riesenerfolg verlängert: Wenn die Soldaten... mitVcrcbes, Greil Thelmer Bühne: Tanz-Gesang-Scban W Neu»iichtenberg � Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70 Wochent. 7, 9 Uhr Sonntags 5. 7. 9 U. lOOproz.Tonfilm; Die Dreigrostbenoper mit Carola Neber, Rudolf Förster Tonwochc WeiOensee Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 206— 210 6,30, 9 Uhr Tonfilm; Sonntag des Lebens mit C. Horn Lockrnt der Berge mit C. Coopcr Kino Busch s�s.6?" um: Alt-Friedrichsfelde 3 100 proz. Tonfilm: Kopfüber ins Glück mit Jenny Jugo. Fritz Scfaulz Woche— Beiprogramm Alhambra Wochent. 5, 7. 9 U., Sonnt. 3, 5. 7. 9 U. Tonfilm: Boykott(Primanerehre) mit Lil Dagover— Tonbeiprogr. Pharus-Liditspiele Müllerstr. 142 W.5.7,9U� Stg.3.5f7,9U. 100 proz. Tonfilm: Die Maske fällt mit Lissi Arna Wetilauf um den Mann mit Bebe Daniels Panko ETZ* Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7 u. 9, Stg. 5, 7. � U. Der falsche Feldmarscball mit Roda Roda, Vlasia Bnrian Tönendes Beiprogramm fl Tegel U Filmpalast Tegel W. 6, Stg. 41/4 U- Stgs. 2 U. Jgd.- Vorst 100 proz. Torioperette: Student sein wenn die Veilchen blübn mit Franz Baumann Das rote Schwert W MennigseSorf W Filmpalast Stg. 4?fg�-PVu° Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug-Vorv. Tonoperette: Student sein wenn die Veildsen blöhn mtt kränz Baamann Das rote Schwert SeHfflgc Il0f flbfttft Dienstag. 4. August 1931 x�s � � Nr med. Elisabeth Enke: Charakterum�tfmmimg durch körperliche Behandlung Die Abnahme der seelischen und geistigen Initiative, öfters ver->, Kunden mit Fettsucht, kann ihre Ursachen in einer Störung nicht nur der Schilddruse, sondern in der gleichzeitigen Unterfunktion einer anderen äußerst wichtigen Blutdrüse, der Hypophyse— eines drüsigen Hirnanhanges— haben. Das Bild, das diese Menschen bieten, ähnelt sehr dem unseres im vorigen Artikel geschilderten Patienten: er fühlt sich gehemmt und antriebslos, das Denken fällt ihm schwer, sein Gefühlsleben scheint gehemmt oder verarmt. Hinzu kommt aber häufig eine etwas läppische, der Situation des Kranken gar nicht angepaßte Stimmungs- läge, die sehr unangenehm auf die Umgebung wirken kann. Eine treffende Charakteristik dieses Typs fand sich kürzlich in einer Tageszeitung unter dem Titel:„Existenzen": �,Der Doktor, obgleich Doktor der Rechte, 90 Kilogramm schwer,... war von Prosession Geschehenlasser. Schwäche, Faulheit(die sitzt � im Blute wie der Fleiß), Gutmütigkeit, Hasard und die neunzig Kilogramm zogen ihn tief hinab... Sein Fall ist verzweifelt: er, seltsamerweise, ist es nicht. Trotzdem, trotz dem freundlichen Gesicht, erweckt er... nicht nur Mitleid, sondern auch Furcht... Ist es vielleicht um unserer Tugenden willen, daß wir nicht dort stehen, wo er steht?" Der Arzt beantwortet die Frage des Ber- fassers: nicht um unserer Tugenden, sondern um unserer g e- sünderen Körperanlage willen! Aber der Fall ist nicht so oerzweifelt. Auch diesen Menschen ist ost recht gut zu helfen. Wenn sie nicht gar zu spät zum Arzt kommen, kann die Folge ihrer seelischen Verkümmerung, der oben angedeutete soziale Nieder- gang, zierhindert und der Leidende dem normalen Dasein zurück- gegeben werden. Entsprechend der natürlichen Wechselwirkung der inneren Drllsensäfte wird bei dem einen Patienten, bei dem sowohl Schild- drüse wie Hypophyse erkrankt sind, besser Schilddrüsenersatz, bei dem anderen Hypophysenextrakt günstiger wirken. Niemals gehört also die Behandlung mit Drüsenpräparaten in die Hände von Laien, das heißt niemals kann sie dem Patienten selbst überlassen werden. Sorgfältigste ärztliche Untersuchungen und regelmäßige Beobachtung während der Kur sind dringend notwendig, denn es handelt sich ja um Eingriffe in die feinsten Vorgänge des Körpers, in das wunder- bare Zusammenspiel seiner empfindlichsten Organe. 4- Da ist die tlljährige Frau, bei der die Periodenblutungen un- regelmäßig werden, die„Wechseljahre" einsetzen. Sie leidet unter quälenden Stimmungsschwankungen, wird reizbar und mißtrauisch. Der gleichaltrige Gatte, in voller Lebensblüte, hat kein Verständnis mehr für seine nervöse, empfindliche, weinerliche Frau. Ehekonflikte bringen die Frau zu den schwersten Selbstvorwürfen. Endlich rafft sie sich auf und geht zum Nervenarzt, um sich„analysieren" zu lassen. Die Analyse bleibt erfolglos. Der Arzt entschließt sich A zu einer Behandlung mit Eierstockpräparaten, die die gar zu stürmisch einsetzende Funktionsumwandlung der Keimdrüsen regulieren sollen. Schon-nach verhältnismäßig kurzer Kur werden die Perioden- blutungen wieder regelmäßig, nur an Stärke nehmen sie langsam ab, wie es dem Alter der Frau entspricht. Mit der Regulierung dieser Organtätigkeit tritt eine seelische Beruhigung ein, die Frau wird wieder frisch und selbstsicher, die Ehe ist von nun an ungestört. Da ist der Mann in den fünfziger Iahren, der geistige Arbeiter zum Beispiel, bei dem sich die ersten Altersoeränderungen in einem Mangel an geistiger Spannkraft, in einer schnellen Erschöpfbarkeit und fehlenden Ausdauer kundtun. Sein Lebenswerk ist noch nicht vollendet. Zweifel an dem Wert seiner Leistung plagen ihn, die Arbeit ruht, dadurch sinkt der Mut immer mehr. In seiner tiefen Niedergeschlagenheit wird er der Frau, den Kindern entfremdet, sie glauben, er sei kalt und teilnahmslos geworden. Bei diesen und ähnlichen Erschöpfungszuständen, mögen sie nun auf dem natürlichen Altern des Körpers oder aus seelischer oder körperlicher Ueberanstrengung beruhen, sieht man gute Erfolge mit einer„Reiztherapie". Sie besteht in der Zuführung artfremden Ei- weißes, das vom Blut wie ein Fremdkörper sozusagen bekämpft und überwunden werden muß. An diesem Kampf muh sich der Körper mit all seinen Säften beteiligen, seine Organe werden also zu neuer, gesteigerter Tätigkeit gezwungen, er wird belebt und aufgefrischt, mit ihm die Funktionen der Nerven, des Gehirns, der Seele. Ige« Blum: Naturgemäß kann eine„Umstimmung" der körperlichen und seelischen Anlagen besonders gut beim kindlichen Organismus ge- lingen, bei dem sie ja allenthalben auf Wachstum und Entwicklung und noch nicht auf Abbau trifft. Das„schwer erziehbare", launenhafte, eigensinnige Kind, der kleine Tyrann der Familie, ist häufig durchaus nicht un- beeinflußbar„abnor m". Neben vernünftiger, zielbewußter S Erziehung kann eine körperliche Kräftigung solcher Kinder oft schein- bare Wunder in ihrem Verhalten bewirken. Wechsel des Klimas, viel Luft und Sonne— und wo diese Bedingungen nicht gegeben � sind: Höhensonnebestrahlungen und Gymnastik— befördern die Blutbildung und den Stoffwechsel, stählen den Körper und geben so der heranreifenden Seele die unerläßliche Grundlage für eine gesunde Entwicklung._ Sänglingsgymnastik Detlef Neumann-Neurodes Säuglingsgym- nastik(12. bis 13. Aufl., Berlag Quelle u. Meyer, Leipzig, Preis 1,20 Mark) ist etwas für jede Mutter. Damit hat sie es in der Hand, das Wachstum ihres Kindes zu beeinflussen. Nur 10 Minuten täglich sind nötig. Schnell lernt man an 20 guten Photos die wenigen Griffe, die nicht nur einem berufshinderndem Krüppeltum vorbeugen, sondern die Entwicklung des Säuglings überhaupt best- möglichst begünstigen. Neumann-Neurode hat keine besseren Emp- fehlungen mitzubringen als Prof. Bier und Prof. Langstein. Deshalb ist jedes weitere Wort überflüssig. Mütter, greift zu! Hein? �daw. Paraffin und Krebs Es ist bekannt, daß man bei der Maus durch Pinselung mit flüssigem Paraffin eine bösartige Geschwulst erzielen kann. Um- stritten ist aber die Frage ob reines Paraffin tatsächlich krebs- erzeugend wirkt. In Paraffinfabriken sind bisher nur bei solchen Arbeitern Hauterkrankungen vorgekommen, die mit ungereinigtem Paraffin zu tun hatten. Arbeiter, die das gereinigte Produtt ver- sorgten, blieben von Geschwülsten verschont. Prof. Tcutschländer vom Krebsinstitut Heidelberg hat diese Erkenntnis durch neue Ber- suche erhärtet. Dr. S. Hoderner Kampf g�egpen die Hanttuberkulose Das Krankheitsbild. Lupus ist die bei weitem häufigste Form der Hauttuberkulose. Die soziale Bedeutung und Gefahr dieser Erkrankung liegt nicht so sehr in der Häusigkeit des Vorkommens— der Lupus ist im Vergleich zu der Lugentuberkulose viel seltener— sie liegt vielmehr in dem be- sonderen Verlauf und den Folgen, die sich bei zu später oder unzu- reichender Behandlung einstellen. Der Verlauf des Lupus ist ein äußerst langsamer und langwieriger. Es gibt nur ganz wenige chronische Krankheiten, die den Menschen so entstellen, daß er vom gesellschaftlichen Leben ausgeschaltet und ost arbeitsunfähig wird. Zu diesen ganz wenigen Krankheiten gehört in Europa an erster Stelle der Lupus. Oft jahrzehntelang leidet der unglückliche, an Lupus erkrankte Mensch körperlich und seelisch, gemieden von Mit- menschen und Arbeitskollegen: Ganz langsam und allmählich ent- wickelt sich das Krankheitsbild und beginnt schon oft im frühen Lebensalter. Kleine Knötchen, die sehr langsam wachsen und wuchern, dann kleinere und größere Geschwüre; immer mehr und mehr greift der Krankheitsherd um sich: die nachfolgende oft sehr hochgradige narbige Umwandlung führt zu größten Entstellungen; dazu kommt noch, daß der Lupus sich meist an sichtbarer Stell« lokalisiert, mit Borliebe im Gesicht. Nase, Wangen, Oberlippe wer- den sehr ost befallen. An den bereits abgeheilten Stellen können von neuem Krankheitsherde austreten und so kann sich der Prozeß in ständigem Wechsel jahrzehntelang wiederholen. Eine unmittel- bare Lebensgefahr ist dabei fast nie vorhanden. Auch fehlt fast vollständig die Ansteckungsgefahr. Die Infektion er- folgt entweder von außen, so z. B. vielfach durch den Auswurf des an offener Lungentuberkulose erkrankten Menschen oder von innen aus. In letzterem Fall« hat der betreffende Mensch Tubertclbazillen bereits in seinem Körper: in den Lymphdrüsen, in der Lunge oder in einem anderen Organ; von hier aus gelangen die Bazillen meist auf dem Lymph- oder Blutwege in die Haut. Die Behandlung. Die Methoden der Behandlung und der Bekämpfung der Haut- tuberkulöse haben sich im Laufe der Zelt sehr gewandelt: Während man früher in der Behandlung die radikalen operativen Methoden bevorzugte, sind sie heutzutage fast gänzlich verlassen. Man verzichtet jetzt mit Recht auf diese Behandlung, die den kos- mctischen Enderfolg beeinträchtigt. Denn vom kosmetischen Resultat hängt es zum großen Teil ab, ob man den Patienten später in das soziale Leben und in seinem Beruf wieder einordnen kann. Und dies muß als oberste Richtlinie jeder Lupusbehandlung gelten. Die Eni- Wicklung der Heilmethoden ging von den operativen Maßnahmen über Aetzmittel zur Lichtbehandlung nach Finfen, Sonnen-, Röntgen- und. Radjunibestrahlung und schließlich zur Gerson- Diät. Die Einführung der Gerson-Diät bedeutet einen großen Fortschritt in der Bekämpfung und Behandlung der Hauttubertulose. Es erregte großes Aufsehen, als Professor Hermanns- d o r f e r aus der Sauerbruchschen Klinik über außerordent- lich günstig« Erfolge der Lupusbehandlung mit Gerson-Diät be- richtete. Seitdem wurden die Erfolge aus vielen Heil» st ä t t e n b e st ä t i g t. Worin besteht nun die neue kochsalzfreie Diät? Ihre Haupttennzeichen smd kurz folgende: 1. größtmögliche Beschränkung der Kochsalzaufnahme bis zum konsequent durchgeführten Kochsalzverbot; 2. ausgiebige Venwendung frischer pflanzlicher Nahrungsmittel (zur Vitaminüberschüttung des Körpers und Aufnahme der Mineral- stoss«): 3. starke Beschränkung der Kohlenhydratausnahm«(Mehl, Zucker, Reis u. a.); 4. Einschränkung der tierischen Eiweiße(Fleisch, Eiweiß u. a.). Die biologisch-chemifche Wirkungsweise der Gerson-Sauerbruch- Hermannsdorfer-Diät ist noch nicht ganz geklärt; sie beruht auf einer allgemeinen Umstimmung des Organismus. Diese Umstimmung wird noch schneller erreicht durch Verbindung der diätetischen Maßnahmen mit allgemeiner Freiluft- und Wasserbe-hand- lung. So befinden wir uns heute, wie es Prof. B l u m e n t h a l auf einer Sitzung der Berliner Dermatologischen Gesellschaft ausführte, im Beginn einer neuen Entwicklung der Lupusbehandlung und Lupusbekämpfung, einer Entwicklung, die die Allgemeinbehandlung in den Vordergrund stellt und lokale Therapie nur als Unterstützung heranzieht. Schon von diesem Gesichtspunkt �aus muß der Heil- st ä t t e im Kampfe gegen die Hauttuberkulose eine besondere Be- deutung zufallen. Die long« Dauer der Erkrankung macht die Be- Handlung in einem Kronkenhaus wenig geeignet. Die Heilstätte bietet große Vorteile: hier kann die hervorragende Heilwirkung von Licht und Luft zur Geltung kommen, die großzügige Anwendung der physikalischen Behandlungsmethoden(Gerson-Sauerbruch-Hermanns- dorfer-Diät) voll zur Durchführung gelangen. Gang durch eine Lupus-Heilstätte, Seit nicht langer Zeit besitzen wir in der Nähe von Berlin ein« modern ausgestattete Heilstätte für Lupuskranke. 48 Kilometer öst- lich von Berlin, auf der Strecke Berlin— Küstrin, liegt inmitten des herrlichen Kiefernwaldes die neuerbaute Lupusheilstätte Müncheberg(Krankenhaus für Hauttuberkulose). Sie ist er- richtet vom„Deutschen Komitee zur Bekämpfung der Tuberkulose" mit finanzieller Unterstützung des Reichsarbeitsministeriums, des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt sowie der Landes- Versicherungsanstalten Berlin, Brandenburg, Grenzmark, Pommern, der Reichsoersicherungsanstalt für Angestellte und des Landeswohl- fahrtsamtes Pommern. Die Anstalt macht einen einzigartigen Eindruck. Ein Flachbau, bestehend aus mehreren Flügeln, die miteinander durch einen Mittel- bau in Verbindung stehen; ganz schlicht, sehr freundlich, sonnig. Die Anstalt besitzt 90 Krankenzimmer: 30 für Frauen, 30 für Männer und 30 für Kinder. Helle, sonnig« Krankenräume sind nach Geschlecht und Alter gegliedert. Es fehlen auch nicht Freilust- räume nach dem Dosquet-Systcm: hier liegen die Kranken im Sommer und im Winter in frischer Luft. Besonderer Wert wurde auf die Ausgestaltung der Speisesäle gelegt: sie sollten nicht anstaltsmäßig sein, sondern recht gemütlich und wohnlich, um bei der anfangs recht widerwillig aufgenommenen kochsalzfreien Diät ge- wissermaßen appetitanregend zu wirken. In allen Krankenräumen herrscht schlichte farbenfreudige Wohnlichkeit, alle Räume liegen nach Süden. Für ansteckende Erkrankungen, die während des Aujent- Haltes unerwartcterweise auftreten, sind isolierte Zimmer vorhanden. Aus Sparsamkeitsgründen wurde jeder Luxus vermieden. Der ganze flache Bau, nur sehr wenig über das Gelände erhoben, geht unmerk- lich in einen großen zur Heilstätte gehörenden Park über. Durch herrlichen Wald gegen Wind und Wetter geschützt, hat der Park eine Ausdehnung von 100 000 Quadratmetern. Welches sind nun die Behandlungsmethoden? Unter den diäteti- schen Maßnahmen steht auch in der Lupusheilstätte Müncheberg die Gerson-Diät im Bordergrund: die Kranken erhalten täglich sieben Mahlzeiten, wobei auf Mannigfaltigkeit der Speise- karte besonderer Wert gelegt wird. Die physikalische Behand- lung, die neben der diätetischen durchgeführt wird, besteht aus Wechselbädern, Freiluftkuren, Gymnastik, Sonnenbädern und künst- lichen Bestrahlungen. Die Erfolge, über die der Chefarzt Dr. Funk berichtete, sind sehr gut. Die Heilstätte steht in Verbindung mit der Berliner Universitäts-Hautklinik und dient auch der wissenschaftlichen Forschung. Vorbeugen! Wenn auch der Heilstätte im Kampfe gegen die Hauttuberkulose eine besondere Bedeutung zugesprochen werden muß, so muß dem- gegenüber ausdrücklich betont werden, daß eine wirksame und erfolg- reiche Bekämpfung der Hauttuberkulose von den Heilstätten allein nicht geleistet werden kann. Der Grundsatz, daß die Borbeu» g u n g wichtiger und besser ist als die Behandlung, gilt auch ganz besonders für die Hauttuberkulose. Die Hauttubertulose stellt eine sekundäre Form der Tuberkuloseinfektion dar. Im Kampf« mit den Tuberkelbazillen erliegt der Mensch, wenn die im Körper nach der ersten Infektion gebildeten Abwehrstoffe nicht imstande sind, den Keimen genügenden Widerstand zu leisten. Und es ist einleuchtend, daß ein erschöpfter untercrnährter Körper diesem Kampf nicht ge» wachsen ist. Daher finden wir beim Lupus das überwiegende Be- fallensein der ärmsten Bevölkerungsschichten. Nach einer neuen Untersuchung über Hauttuberkulose wurde ferner festgestellt, daß bei 40,9 Proz. aller Kranken mit Lupus ein oder mehrere Familienmit- glieder an Lungentuberkulose litten. Hier heißt also die allgemeine Forderung: Kampf um gesunde Wohnung, ausreichende Ernährung, Ausbau der allgemeinen Tuberkulosefürsorge. Eine sehr wichtige Ausgabe der Lupusbekämpfung besteht serner in der frühzeitigen Erfassung der Kranken und der Ueber- wachung der bereits aus der Behandlung Entlassenen, um beim Auf- kommen eines Rezidivs die Patienten sofort wieder der Behandlung zuzuführen. Diese Aufgabe kann nur von der sozialen Für- sorge erfüllt werden. Gerade der Lupus ist eine Erkrankung, die heutzutage bei frühzeitiger Behandlung außerordentlich günstige Heilerfolge verspricht, dagegen bei Vernachlässigung und später In- anjpruchnahme der ärztlichen Hilf« zu größten Entstellungen führt und den Kranken oft gesellschafts- und arbeitsunfähig macht. Ein wirksamer und erfolgreicher Kampf gegen die Hauttuberkulose muß von den Heilstätten und anderen Behandlungsstellen in enger Zu- sammenarbeit mit den Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge ge- führt werden. Körper ks st alt und Psyche Es bedeutet heute keine haltlose Spekulation mehr, wenn man wisienschaftlich begründet, daß eine geseAnäßige biologische Ver- wandtschaft zwischen körperlicher und geistiger Veranlagung besteht. Jahrhundertelang ist die Frage nach der Beziehung zwischen Körper und Seele gefühlsmäßig bejaht worden; teils ist sie auch schon wissen- schaftlich behandelt worden, wie von Lavater, Galt und C a r u s. Aber erst der Psychiater Dr. Ernst Kretschmer hat durch anerkannte Forschungen auf diesem Gebiete eine selbständige Disziplin geschaffen. Seine Forschungsergebnisse sind der Ausgangs- punkt für Dr. med. et pliil. Gerhard Venzmers„Körpergestalt und Seelenanlage". Dieses Werk ist als Fortsetzung und Ausbau der Kretschmerschen Untersuchungen zu werten, die auch in den ersten Kapiteln eingehend behandelt werden. Kretschmer hat das Problem nach der Beziehung zwischen Körpergestalt und Seelenanlage bei Geisteskranken positiv gelöst. Durch Beobachtungen, Messungen und Statistiken hat er festgestellt. daß die beiden Arten von Geisteskrankheiten: Spaltungsirresein oder Schizophrenie und kreisförmiges oder zirkuläres Irresein(die seit Kraepelin anerkannten begrifflichen Bezeichnungen für geistige Er- krantungen) sich gesetzmäßig auf verschiedene Körpertypen verteilen. Die zartgliedrig oder leptosom Gebauten und die Patienten von athletisch-muskulärem Körperbau wiesen fast durchweg eine zerrissene Persönlichkeit und Zerfahrenheit auf, sind also spaltungsirre. Da- gegen wurde der zirkuläre Irrsinn, der sich im steten Wechsel von Hochgefühl und Niedergedrücktheit äußert, nur bei dem zur Fett- leibigkeit neigenden, dem breit-rundwüchsigen oder pyknischen Typ beobachtet. Venzmer führt den Zusammenhang der Körpergestaltung mit der seelischen Eigenart auf innersekretorische Einflüsse zurück. Wenn er sagt, daß innere Drüsen den Körperbau direkt beeinflussen, so ist es auch für den Laien verständlich, daß dadurch eine indirekte Beeinflussung der Psyche gegeben ist. Er behauptet, daß Schizo- phrenie und zirkuläres Irresein lediglich Gipfelungcn normaler see- lischer Eigenschaften sind. Aus seinen Ergebnissen kristallisieren sich drei Typen: Die Leptosomen, die Athletisch-Muskulären, die Rund- wüchsigen oder Pykniker. Der breitgebaute, pyknische Typ verleugnet auch in seiner geistigen Veranlagung nicht die Tendenz zur Ab- rundung. Venzmer bezeichnet diese Seelenanlage kreismütig oder zyklothym. Das Temperament des Pyknikers ist ausgeglichen. Das Gegenteilige läßt sich von dem leptosom oder athletisch-muskulär Gestalteten behaupten. Dieser Typ präsentiert sich, sei es als Ge- danken- oder Tatmensch, oft maßlos, dissonant und als Mensch der Extreme. So sieht Venzmer die Typen in Reinkultur. Don Quichote und Sancho Pansa sind für ihn Schulbeispiele. Es ist nicht zu verkennen, daß der menschliche Erbgang Misch- formen, Uebertreuzungen und Uebergänge in der körperlichen Gestalt geschaffen hat, daß andererseits Erziehung, konventionelle Einstellung und Mode den eigentlichen seelischen Typ auch sehr verdecken. Venz- mer will mit seiner schematischen Einstellung einen Maßstab und damit seiner theoretischen Arbeit praktischen Wert geben. An sich ist das Werk Venzmers außerordentlich wertvoll. Denn, wissenschaftlich sehr exakt, ist es dabei doch für den Laien in einer klaren, logischen und sogar fesselnden Form geschrieben. Eunze. Städte und Sportplatzbau. Gegen die Mär von den Luxusausgaben. Die gegenwärtige Finanznot der Kommunen wird manchen flüchtigen Beobachter oeranlassen, die für die Förderung der Leibes- Übungen ausgeworfenen Mittel der städtischen Etats ganz oder teil- weise als Luxusausgaben zu betrachten. Der Mangel an Verständnis für die sportlichen Aufgaben findet oft darin seine Erklärung, daß die Allgemeinheit und auch die ver- antwortlichen Finanzgewaltigen die Körper und Geist stärkende Wirkung sportlichen Treibens am eigenen Leibe entweder gar nicht oder doch nur in sehr unvollkommenem Maße verspürt haben. Man kann daraus nicht immer einen Vorwurf erheben, denn frühere An- schauungen ließen im allgemeinen den regelmäßig Leibesübungen Treibenden als einen Menschen anderer Art erscheinen. Letzten Endes werden die vielleicht beim Gesundheitsetat eingesparten Mittel doch im Wohlfahrtsetat in dann aber weit größerem Umfange wieder als Ausgabe erscheinen, weil man es unter diesen Um- ständen oersäumt hat, vorzubeugen. Eine genaue Orientierung an chand einwandfreien statistischen Materials wird manche Zweifel und Unklarheiten über die tatsächliche chöhe der Aufkpendungen für die Körperbildung beseitigen. Es wurde und wird noch beispielsweise angenommen, daß in den letzten Jahren die Mittel, die von den Kommunen für den Bau von Stadien aufgewendet wurden, erheblich über dem Notwendigen gelegen hätten und daß vielfach Anleihen unter sehr harten Bedingungen aufgenommen wurden. Zur Beurteilung dieser Frage wird man sich vorerst einmal dar- über klar sein müssen, welche Zwecke überhaupt mit dem Bau einer Großkampfanlage verfolgt werden. Grundlegend ist festzustellen, daß natürlich ohne geeignete Sportplätze eine Uebungs- Möglichkeit ziemlich illusorisch ist. Muß dieser Platz nun ein Stadion fein? Hieraus ist zunächst mit einem klaren Nein zu antworten. Denn in erster Linie soll der Sportplatz zum lieben dienen und in zweiter Linie für große Kämpfe. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß erst, wenn eine genügende Zahl von Uebungsplätzen vorhanden ist, gewissermaßen als Krone die Schaffung eines Stadions erfolgen soll. Die über das Lokale hinausgehenden Großkämpfe wird man ohne große Schwierigkeiten nur auf Großkampsbahnen abwickeln können. In den mittleren und kleineren Städten wird die durch die geographische Loge leichter ermöglichte Zusammengehörigkeit der Sportler oft soweit gediehen sein, daß eher als in der Großstadt durch S e l b st h i l f e oder mit nur geringer Unterstützung aus öffentlichen Mitteln sich die Vereine eigene Uebungsstätten anlegen. Dadurch wird der weniger bewegliche Etat der kleineren Stadt entlastet. Nun wird sich, was durchaus verständlich ist, der Wunsch geltend machen, auch öfter einmal Großveranstaltungen, denen eine für das lokale Sportwesen werbende und anspornende Wirkung nicht zu versagen ist, in die Mauern der Stadt zu ziehen. Natürlich wird dies nur möglich sein, wenn eine Großkampfanlage entweder vorhanden ist oder erstellt werden kann. Der Verwirk- lichung eines solchen Planes stehen im Vergleich zu den Verhältnissen in der Großstadt in den kleineren Städten nicht die Hindernisse ent- gegen, die sich aus der Verkehrslage und Gründen der Zeitersparnis in der Großstadt ergeben. Als wichtiger Punkt muß also angesehen werden, daß der Grohkampfplatz leicht und schnell erreicht werden kann. So ergeben sich also sowohl in der Groß- als auch in der Mittelstadt die Möglichkeiten, jeweils natürlich auf Grund der ört- lichen Bedingtheiten, zum Bau eines Stadions. Wenn die Kampf- bahn auch als Uebungsftätte genügend genutzt werden kann, dürfte der Schaffung solcher Anlagen, soweit die Finanzierung durchführ- bar ist, ein sonstiges Hindernis wohl kaum entgegenstehen. Einige Zahlen mögen im folgenden die kommunale Finanzwirtschaft auf dem Gebiet der Leibes- Übungen näher beleuchten. Die Ergebnisse der Reichs- schulden st ati st ik lassen in ihrer weitgehenden Aufgliederung erkennen, welcher Anteil der Schulden auf das Gebiet der Leibes- Übungen entfällt. In der Zeit feit der Währungsstabilisierung bis zum 31. Märj 1928 haben danach die Gemeinden und Gemeindever- bände insgesamt 4,3 Milliarden Mark an Schulden aufgenommen. Davon entfallen nur 21,9 Millionen Mark oder 0,5 Pro z. auf Schulden, die für Zwecke der Leibesübungen und des Sports, für Sportanlagen, Stadien usw. verwendet wurden. Die hier bei- gegebene Uebersicht, die sich auf die Angaben der kommunalen Sport- statistik bzw. der Finanzllbersicht im Statistischen Jahrbuch Deutscher Städte stützt, gibt einige Einzelbeispiele aus dem Kreis der Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern. Und zwar sind hier die Zahlen für je zehn Städte gegenübergestellt, die einmal über Stadien ver- fügen, im anderen Falle sich jedoch mit einer Zahl kleinerer Plätze begnügen. Bei dieser Gelegenheit sei noch einmal die Frage der Ein- nahmen im Etat für Leibesübngen kurz gestreift. Diese setzen sich im wesentlichen aus der Erhebung von Benutzungsgebühren für die städtischen Anlagen zusammen. Einzelne Städte haben hier, um ihr Stadion möglichst als eine recht wirtschaftliche Einrichtung erscheinen zu lassen, recht hohe und für die Sporttreibenden kaum tragbare Sätze zur Anwendung gebracht. Diesem Umstand sind manche Verbände dadurch begegnet, daß sie mit einer kommunalen Spitzenorganisation umfassende Verträge über die Ueberlassung der städtischen Sportübungsstätten einschließlich der Stadien an Ver- eine abgeschlossen haben, welche Maßnahme weiterhin nur empfohlen werden kann. Finnische Arbeitersportler in Berlin 3)lc Itteiflerleifiungen der finnlfchen Spitzen kämpfe auf der Olympiade im Speerwerfen,'.Kugel' flößen und imffloehfprung Am 6. September; Fürst enwalde Fahrt der Alien im 1. Kreis Wen» sich der Sommer seinem Ende nähert und die Saison des sommerlichen Arbeitersports abflaut, dann ist nach jahrzehntelangem Brauch die Zeit, daß auch die„Alten" sich zu ihrer gemeinsamen Herbstfahrt versammeln. Im Laufe der letzten Jahre hat sich unsere „Fahrt der Alten" auch in den übrigen Kreisen des ATuSB. populär gemacht. Nunmehr ist vom Bundestechnischen Ausschuß der erste Sonntag im September jedes Jahres für diese Veranstal- tungen eingesetzt worden. Also dieses Jahr geht's im gesamten Reichsgebiet auf Fahrt, ähnlich wie der Weltkindertag— der RAST., haben wir alle gemeinsame Gymnastikübungen zu vollbringe!,. Hebungen, an denen sich jeder Teilnehmer beteiligen kann und muß. Dem Mitglied zur Freude und dem, der erst Mitglied werden soll— also unsere Gäste zu zeigen: seht, das ist Arbeit am eigenen Ich, und treibt Arbeitersport! Außer diesen Uebungen finden am Ziele auf einer über 1 Kilometer langen und über 50 Meter breiten Spielwiese Spiele und dergleichen statt. Erstmalig wird im ersten Kreis die Meisterschaft im F a u st b a l l für Frauen und Männer ausgetragen werden Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung, für den. der sich auf diesem Gebiet betätigen will. Baden und Schwim- men. ebenfalls ein Zweig unserer Leibesübungen, hat ein gutes Be- tätigungsfeld. Es heißt nun, diese„Treffahrt der Alten" auch wer- bend für den ATuSB. auszunutzen. Der Sammelpunkt am Schle- fischen Bahnhof, von wo die Abfahrt um 7 Uhr vor sich geht, muh der Berliner Bevölkerung zeigen, daß die Pflege der Leibesübungen bis ins hohe Alter unser eigenstes Gebiet ist. In Fürstenwalde wird ein Marsch durch die Stadt erfolgen mit kurzer Ansprache, und dann geht's nach den Spreewiesen. Für einen reichhaltigen Mittagstisch ist in drei Lokalen Vorsorge getrosfen. Dort findet auch das ge- mütliche Beisammensein statt bis zum Abmarsch, und mittels unseres Sonderzuges treffen wir gegen 10 Uhr abends wieder in Berlin Schlesischer Bahnhof) ein. Die Fahrtkosten(einschließlich Essen usw.) betragen 3,70 Mark. Teilnehmerkarten sind an der Sportzentrale des ATuSB., O34, Königsbergcr Straße 0(an der Plaza), in der Geschäftsstelle des FTGB., NO. 18, Lichtenberger Straße 3, beim Bdg. Otto Dogler, SO. 10, Köpenicker Straße 55a. v. I zu haben. Ist das Sport? Die Organisierung und Finanzierung von Berufs-Box- kämpfen ist ein ganz besonderes Kapitel unseres Sports. Ge- schäst und Sport sind untrennbar verbunden; viele versuchten mit Boxen ihr Schäfchen ins trockene zu bringen, und beinahe ebenso viel erlebten eine große Pleite. Immer noch werden aber Finanz- leute gesucht, denen 50 Proz. Gewinnanteil geboten wird. Aus- gerechnet in einem Scherl-Blatt finden wir folgendes Inserat: „Teilhaber sofort gesucht, erforderlich 10 000 Mark, laufende Veranstaltungen, sensationelle Europa-Meisterschasts-Boxkämpse. Leitung Verband Deutscher Faustkämpser. Gewinnanteil 50 Pro;., Sicherheit geboten. Vermittler, Horcher verbeten. Nur seriöser Selbstgeber, Kenntnisse nicht erforderlich. M. 3333, Scherlhaus, Zimmerstraße 35-41." Nach diesem Inserat ist der Berbai,d Deutscher Faustkämpfer nicht ganz unbeteiligt an diesem„Geschäft". Kastor Sabath. Verfassungsturnier des Reichsbanners Der Berliner Tennis- und Wintersportklub „Schwarz-Rot-Gold", der sein Turnier entgegen den Ab- sagen anderer Klubs in Berlin und im Reich auf der Platzanlage am Avuseingang durchführt, hat ein unerwartet st a r k e s Melde-' ergebnis zu verzeichnen. Die Verteidiger der Ehrenpreise, die von Behörden, Verlagehäusern und PrGektoren gestiftet wurden, haben alle gemeldet, so daß die einzelnen Konkurrenzen stark um- stritten sind. Da- Turnier, in dessen Ehrenausschuß u. a. Reichs- minister Dr. W i r t h, Staatsminister Dr. Grimme, Staats- minister Dr. Severing, Reichstagspräsident Löbe, Oberpräsi- dent z. D. Hörjing, Staatsmedizinalrat Dr. v. Drigaiski vertreten sind, beginnt Dienstag, den 4. August. Die Endkämpfe werden am Versassungstage ausgetragen. Arbeiterschach Arbeiterschachspieler und alle Partei-, Gewerkschasts- und Reichsbannermitglieder, alt und jung, die Interesse für dieses geist- reichste und unterhaltendste aller Brettspiele haben, finden Spiel- gelegenhcit und kostenhosen Unterricht bei den nachstehend aufge- führten Abteilungen der Freien Arbeiter-Schachvereinigung Groß- Brlin. Gespielt wird ab 8 Uhr abends. Montag und Mittwoch: Abt. Friedrichshain: Albrecht, Straß- mannstr. 42. Dienstag: Abt. Humboldthain: Brauerei Berliner. Brunnenstr. 140; Abt. Pankow: Fulde, Berliner Str. 97; Abt. Moabit: Cafö Streng, Alt-Moabit 13; Abt. Friedrichsfelde: Tempel, Gudrunstr. 7; Donnerstag: Abt. Kreuzberg: Krepp, Planufer 75/76; Abt. Treptow: Röhling, Elsenstr. 100; Abt. Grünau-Falkenberg: Gemeinschaftshaus, Gutshof Falkenberg; Westend: Iamin, Sophie- Charlotte-Str. 88: Abt. Prenzlauer Berg: Pohst, Stargarder Str. 19. Freitag: Abt. Mitte: Plasinsti. Kastanienallee 54; Abt. Neukölln: Grimm, Boddinstr. 10; Abt. Wedding: Herms, Müller- straße 26; Abt. Lichtenberg: Sanier, Gärtnerstr. 33; Abt. Weißen- see: Gallas, Lehderstr. 22._ Wer fährt mit den Naturfreunden? Für die Gesellschafts. fahrten, die am 2 2. August beginnen, können sich noch Fahrt- testnehmer melden. Hinfahrt am 22. August nach Mittenwald und Innsbruck. Rückfahrt erfolgt am 6. September von Kufstein. Meldungen und Auskunft durch das Reisebüro des Touristenoereins „Die Naturfreunde", Berlin N. 24, Johannisstr. 14— 15. Gäste herzlich willkommen.__ Freie Ruderer und Kauusahrer, Einzelmitglieder im N.-T.� u. Sp.-B. 1. Kreis. Nächste Mitgliederversammlung findet am 13. August und ntcht am 6. August statt. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Freie Sport- und Schützenvercinigung, Abt. Prenzlauer Berg. Diens- tag, 4. August, Turnen in der Schule Lychener Str. 37 von 13.30 bis 2- Uhr. Gäste willkommen..' Altersrieaen 1. Kreis. Tie Billetts zur AltcrSriegcnsahrt am 6. September nach ,rürstenwaldc niüsscn sofort bei de» bekannten Geschäftsstellen, resp. Funktionären cntnontmen werden. Ter nächste Faustballspiellag findet am Sonnabend, 22. August, in Mahlsdorf, Hönower Straße, statt. Spielbeginn um 17 Uhr. Freie Sportvereinigung Niederschönhansen, Abt. Pankow. Am Tonnerstag, 6. August, 20 Uhr, Funktionärsitzung bei Lehmann. Tic an- gesetzte Hockevsivung findet TonncrStag, 13. August, statt. Ab 7. August beginnt der Hallenbetrieb an den bekannten Tagen. Die Ausführung zur Berfasiungsfeier wird am Montag bei den Frauen geübt. Rückschau. i Im Pogramm der Deutschen Welle sprach Alfred Müht über„Eine Fahrt mit der Filmkamera durch S o w j e t r u ß l a n d". Das war keine offizielle FUmrcise, die dekorative Ausnahmen sammeln sollte, sondern eine Reise in rufst,- sche Wirklichkeit. Nach dem, was Mühr in einem kurzen Vortrog andeutete, muß man auf die Filmdokumcnte sehr gespannt sein, die er auf irgendeine geheimnisvolle Weise unzensiert über die Grenze bringen konnte. Die Speisekarte aus dem Grandhotel in Moskau, datiert vom 1. Mai, hat Mühr als Originaldokument mitgenommen. Einiges las er daraus vor: Klare Brühe kostet 1 Rubel 16 oo: 2,30 M.. Stör 2 Rubel 50-o 5,00 M.. Gulasch 2 Rubel 25 � 4,70 M.. Nachtisch 1 Rubel 50 � 3,00 M. In den Fabrikarbeiter- küchen sieht das Menü so aus: Wcißkohlfuppe, die an die schlimmste Kriegskost erinnert, Grütze mit Pflaumen, Tee und trockenes Schwarzbrot: der Preis dafür beträgt 1,00 M.(50 Kopeken). Mühr warnt davor, ohne festen Arbeitsvertrag nach Rußland zu gehen. da die russischen Gesetze für Arbeiter die der Fremdenlegion sind. Man muß sich auf Jahre binden, könnte aber auch nicht eher in die Heimat zurück, da man nur unter Entbehrungen im Laufe langer Zeit soviel zurücklegen kann, um überhaupt die Heimreise zu bezahlen. Die Wohnverhältnisse sind unbeschreiblich schlecht. Nach monatelangem Warten gelingt es dem Arbeiter überhaupt erst, eine Schlafstätte in einem Zimmer zu finden, das er mit einem halben Dutzend Menschen teilen muß. In Moskau werden zwei oder drei Bezirke für die Arbeiter neu aufgebaut: das bedeutet aber weniger als nichts, da gleichzeitig ganze Stadtteile dem Verfall preisgegeben werden und überhaupt keine Mittel vorhanden sind, den Verfall dieser riesigen Wohnkomplexe aufzuhalten. Die Lebensmittel sind unbeschreiblich schmutzig: selbst in den großen Städten sind die Hotels verwanzt. In den Hauptstraßen liegen halbverhungerte Bettler und Kinder herum, um die sich niemand kümmert. Die Militarisierung der Jugend ist auf das gründlichste organisiert. Knaben und Mädchen sind davon erfaßt: achtjährige Mädchen wer- den als Rote-Kreuz-Schwestern ausgebildet: Burschen von 14 bis 10 Jahren sieht man in Scharen mit geschulterten Gewehren, oft mit aufgepflanzten Bajonetten. An ollen Verkehrsmitteln steht das Publikum Schlange: an den Straßenbahnhaltestellen wartet man oft stundenlang, an den Bahnstationen oft sogar viele Tage, bis man einen Platz bekommt. Des. Dienstag, i. August. Berlin. 16.05 Prof. Ewald Dülbcre, Arosa: Die Bühnendekoration der Gegenwart. 16.50 Unterhaltungsmusik. 17.30 Sportanckdoten(Hans Höfels). 17.50 Bücherstundc. Siedeln und Bauen.(Mikrofon: Walter Rclnhold.) 18.20 Mussorgsky. Ein!. Worte: Heinrich Burkard. 1. Arie des Schaklovity aus..Kowantschina". 2. Uuckkasten. 3. Der Floh(Iso Golland, Bariton: Flügel: Julius Bürger). 18.45 Staatssekretär Hans Krüger: Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land. 19.10 Orchesterkonzert. Dir.: Joe Balay. 1. Rieh. Strauß: Der Bürger als Edelmann, Orchestcrsuite, op. 60. 2. Tschaikowsky: Andante cantabile op. 11. 3. B6Ia Bartök: Sechs rumänische Volkstänze(Berliner Tonkünstler-Orchester). Tages- und Sportnachrichten. ,.Tageszeiten der Liebe", Lustspiel von Dario Niccodemi. Deutsch von Harry Kahn. Musik von Allan Gray. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Königswusterhansen. Leipzig: Konzert. Dr. Karl Würzburger: Literarische Porträts politischer Köpfe Dr. Mario Krammet: Marii Theresia. Dr. Edith Hegemann-Springcr; Qläubigernot— Schuldnerschutz Dr. Leo Schwerins:, M. d. L.: Die sroBen politischen Parteien in der Karikatur.# Wetter lür die Landwirtschaft. Französisch für Anfänger. Prof. Dr. A. Müller; Wie kam es zur Finanz- und Wirtschaftskrise Räuscher: Politische Zeitunjsschau. Wetter-, Tage..„d SPO�ch- nenten. Konzert. 20.50 21.00 22.00 16.00 17.00 17.30 18.00 18.30 18.55 19.00 19.30 22.00