Nr. 140. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Arbeiterinnenschuk in der Schweiz. Jmmer mehr bricht sich in weiteren Kreisen die Ueberzeugung Bahn, daß das Zwitterding eidgenössischer Fabrik. inspektion und kantonaler Fabrikpolizei sich überlebt habe. Jmmer lauter werden die Klagen der unteren Behörden wie der Kantonsregierungen, daß es an dem richtigen Kontakt der Behörden mit den Fabrikanten oder haftpflichtigen Unternehmern und den Arbeitern fehle. " " Donnerstag, den 18. Juni 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " aller Arbeiter, welche nicht nnter dem eibgen. Fabrifgesetz stehen,| Arbeitszeitverlängerung bewilligt. Erwähnenswerth erscheint uns wird allgemein zugegeben. Aber man wagt nicht konsequent daran ferner die Festsegung einer Tage für gewährte Arbeitszeitfestzuhalten. In den meisten Fällen muß man zufrieden verlängerungs- Bewilligungen". sein, ein Arbeiterinnenschutz Gesez unter Fach und Dach zu Mit bezug auf die Ueberzeit- Bewilligungen find sich die bringen. Arbeiterinnenschutz- Geseze der verschiedenen Kantone ziemlich gleich, während sie hinsichtlich der grundfäßlichen Regelung des Dienstvertrags, der Arbeitsordnungen, Verhütung des Trudwesens, Anforderungen an die Ärbettsräume 2c. eine reiche Musterkarte darbieten, die hier darzustellen zu weit führen würde Die Arbeiterinnen landwirthschaftlicher Betriebe werden leider von vornherein von den Wohlthaten eines Arbeiterinnenschuh- Gesezes ausgeschlossen. Für das Ladenpersonal wurden den speziellen Unternehmerbedürfnissen entsprechende Ausnahmen und Einschränkungen statuirt, soweit die kaufmännischen Angestellten überhaupt des Schutzes der fantonalen Gesetzgebung theilhaftig wurden. Basel, Zürich und Bern haben das Wirthschaftspersonal durch Erlaß besonderer Verordnungen geholfen, während z. B. St. Gallen und Solothurn sich damit begnügen, ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 8 Stunden und einen freien halben Wochentag zu verlangen. Stirum. Politische Uebersicht. Berlin, 17. Juni. = Schon aus diesem Grunde wäre das selbständige Vorgehen einzelner Kantone auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes lebhaft zu begrüßen; denn daffelbe kommt durch Schaffung und Schulung der für Fabrikaufsicht geeigneten Organe auch dem eidgenössischen Jm Reichstage wurde heute die Jesuiten InterArbeiterschuh indirekt zu gut Dasselbe ist aber auch sonst noch pellation nicht wie angekündigt, vom Grafen Hompesch begründet, sondern Herr Dr. Lieber in eigener Person führte Zuerst machte der Kanton Baselstadt vom Rechte Gebrauch, in der Ausdehnung des Arbeiterschußes über die vom Bunde ge= Am brennendsten ist gegenwärtig auch in der Schweiz die die Sache der Zentrumsschüßlinge. Ihm antwortete Fürst zogenen Grenzen hinauszugehen. Das Gesez, betr. die Arbeits. Frage des Arbeiterschußes in der Hausindustrie. Das Herz des Hohenlohe mit einigen Säßen, aus denen sich ergab, daß zeit weiblicher Arbeiter vom 11. Februar 1884" wurde durch das Gesetzgebers fträubt sich dagegen und sein Mitleid wird die Regierungen zu einer vollständigen Beseitigung des jenige, betr." den Schuß der Arbeiterinnen" und erfekt vervoll- wach mit der in ihrer Lebensader bedrohten Erwerbs Jesuitengesetzes jetzt noch nicht, wohl aber zur Beseitigung ftändigt, während ein Paragraph des Wirthschaftsgesetzes vom 19. De- quelle. Allein der Zug der Zeit und die industrielle des§ 2 desselben zu haben sind. Auf denselben Stands zember 1887 den Versuch macht, das Bedienungspersonal in Gast- Entwickelung schreitet über seine Gefühle zur Tagesordnung. punkt stellten sich Rickert, Bennigsen und der Graf Limburgwirthschaften gegen Ueberanstrengung zu sichern. In dem Kampf Wohl oder übel muß er sich bequemen, in den sauren und Lärm um den Arbeiterschutz erschien der Kanton Glarus Apfel zu beißen, was ihm mit der Zeit immer besser gelingt. Damit wäre die ganze Jnterpellation erledigt gewesen, im Jahre 1892 mit einem Geseß, das alle im Kleingewerbe be- Biehen die Gesetze von Bafel und St. Gallen blos Geschäfte mit schäftigten Arbeiter ohne Unterschied des Geschlechts und ohne Be- über drei bezw. über zwei Arbeiterinnen in ihren Geltungsbereich, so wenn nicht unser Genosse Bebel bei seiner der Interpellation bingung einer bestimmten Arbeiterzahl in einem Geschäfte zu schützen ist in den anderen Gefeßen auch diese Schranke gefallen und ist die zustimmenden Erklärung einige Bemerkungen über die suchte. Dieser Kanton hatte in seinem Arbeiterschutzgesetz ein treffliches Ausrede fleiner Arbeiterinnenzahl vor ihnen ungiltig geworden. Gewaltspolitik Bismarck's eingeflochten hätte, welche den Vorbild gegeben. Der Kanton St. Gallen begnügte sich mit Immerhin darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Kantone Thatsachen zu sehr entsprachen, als daß sie bei den einem„ Gefeß betreffend Schutz der Arbeiterinnen und die Arbeit Basel und St. Gallen Geschäfte mit Arbeiterinnen und Lehr- Bismarckanbetern nicht wie Peitschenhiebe wirken sollten. der Bediensteten in Ladengeschäften und Wirthschaften", das seit töchtern unter 18 Jahren ohne Rücksicht auf die Arbeiterinnen- Die Rechte schickte deshalb ihren Ober- Rüpel LieberOttober 1893 in Anwendung steht. Zwei Jahre später erschien zahl dem Arbeiterinnenschutz- Gesetz unterstellen. der Kanton Zürich mit seinem Arbeiterinnenschuß- Gesez, nachdem Als Maximalarbeitszeit gelten 11 beziehungsweise 10 Stunden mann von Sonnenberg vor, der aber mit seinem Angriff Dort im Jahre 1889 eine Verordnung betreffend das Wirth- an den Tagen vor Sonn- und Feiertagen. Zieht man die schrecks auf das Präsidium so unglücklich operirte, daß seine fchaftsgewerbe" ferlaffen worden war, deffen arbeiterschützende liche Ausdehnung der Arbeitszeit in einer Großzahl der diesen Auftraggeber sich selbst ihres Sachwalters schämten. Bestimmungen im unlängst revibirten Wirthschaftsgesetz Gesetzen unterstellten Betriebe in betracht, tann man sich Gelegentlich der dritten Lesung des Vereinsgesetz noch ergänzt wurden. Der Kanton Waadt gab ungefähr einen Begriff von der Wohlthat dieser Be Entwurfes brachte Genosse Meister die schon oft erörterten fich ein Arbeiterschutz Gefeß, das nach dem Vorbilde Stimmung machen. Allerdings ist damit das Mögliche noch Vorgänge auf dem Gebiete des Vereinswesens in der des Rantons Glarus sämmtliche Arbeiter mit Ausnahme lange nicht erreicht, wie das Beispiel des Kantons Zürich Provinz Hannover zur Sprache, wobei er besonders nachderjenigen landwirthschaftlicher Betriebe und Bureaus umfaßt. zeigt, der die Mazimalarbeitszeit in seinem Arbeiterinnenschuh- wies, daß Herr von Bennigsen an diesen Vorgängen Der Kanton Bern brachte es im vergangenen Jahre zu einer Bor- Gefeß auf 10, bezw. 9 Stunden an den Vorabenden der Sonn- nicht so unschuldig sei, wie er es darzustellen beliebte. Der lage, betr. Erlaß eines Gesetzes zum Schuße von Arbeiterinnen und Feiertage firirt hat. Gleicherweise ist die Festsegung einer und zu einem Defret über die Ruhetage des Dienstpersonals in 1/2 stündigen Mittagspause im zürcherischen Gesetze sehr zu be- Herr Oberpräsident wußte nur ein paar VerlegenheitsWirthschaften." Durch dasselbe wurde dem ausschließlich in Wirth- grüßen. Zu bedauern ist, daß die jüngeren Gefeße von Solo- phrasen vorzubringen und suchte sich damit zu decken, daß schaften beschäftigten Personal ein halber Ruhetag pro Woche zu thurn und Naumburg diesem Vorbilde nicht gefolgt sind. die einzelnen Fälle noch beim Oberverwaltungsgericht antheil. Das Arbeiterinnenschutz Gesetz, das im Kanton Bern in Leider wimmeln alle diese Gesetze von Bestimmungen, welche die hängig sind. Vorbereitung ist, wird hoffentlich mehr bieten. Möglichkeit der Arbeitszeitverlängerung offen halten follen, was um Daß die verbündeten Regierungen es ablehnen werden, Im Kanton Neuenburg ist letthin der Entwurf eines so bedenklichere Folgen zeitigen seitigen muß, als diese Beauf eine Abänderung des Vereinsgesetzes einzugehen, konnten Arbeiterinnenschutz Gesetzes vom Großen Rath und im Kanton Stimmungen zu allem Ueberfluß Imeist recht dehnbar sind wir früher schon berichten. Herr v. Bötticher theilte Solothurn ein solcher vom Volte angenommen worden. Im und dem subjektiven Ermessen der unteren Behörden zu diesen Bundesrathsbeschluß dem Hause mit. Der BundesKanton Luzern bemühte man sich schon längere Zeit mit der weiten Spielraum überlaffen. Allerdings sind Begehren um rath verkennt in seiner Mehrheit die Nothwendigkeit einer Schaffung eines Arbeiterinnenschuß- Gesetzes. Nachdem ein vom länger dauernde Arbeitszeitverlängerung dem Ermessen des Regierungsrath und einer hierfür bestellten Kommission aufge- Regierungsrathes vorbehalten. Allein, auch da mag zuerst eine enderung der Vereinsgesetzgebung nicht, dieselbe soll aber nicht von Reichswegen, sondern auf dem Wege der ftelter Entwurf verworfen war, hat im November vergangenen etwas verschiedene Handhabung sich geltend machen, bis sich ge- nicht von Reichswegen, sondern auf dem Wege der Jahres der Große Rath ein solches Gesetz in zweiter Lesung wiffe leitende Grundfäße aus der Praxis herauskrystallisirt Partikular Gesezgebung durchgeführt werden. Warum durchberathen. haben, besonders wenn nicht ein Maximum gesetzlich firirt ist, dieser Weg gewählt wird, plauderte Herr v. Stumm aus. Dem Gang der Entwickelung entspricht die Tragweite der wie dies z. B. in St. Gallen gefchieht, welches für dasselbe Ge- Da die Umsturzvorlage gefallen und teine Aussicht auf Kantonalen Arbeiterschuß- Geseze. Die Nothwendigkeit des Schußes schäft im Laufe eines Jahres höchstens während drei Monaten ein neues Sozialistengeseh vorhanden ist, muß Ersatz auf # B Sklavenleben im klaffischen Alterthum. = Neben der Kriegsgefangenschaft gab es im Alterthum noch In Athen behandelte man die Stlaven im allgemeinen andere Wege zu stavischer Unfreiheit. Menschenraub, Tausch, menschlich, wie nach Demosthenes selbst die Barbaren rühmten, und Handel waren ganz gewöhnlich, nachdem einmal ihre welche dorthin Kriegsgefangene verkauften. Derselbe große Verwerthbarkeit als Wirthschaftsgut bestand. Freie Eltern selbst Redner sagt, daß die Sklaven in Athen freier sprechen durften, Die Einwirkungen der Sklaverei auf die wirkliche Gitt verkauften ihre Kinder oder setzten sie aus mancherlei Gründen als die Bürger in manchen anderen Staaten. lichkeit waren und sind unter allen Umständen äußerst schädlich. aus. In Sparta wurden Findlinge dem leibeigen, der sie aufIm Stlaven erstarb das Gefühl der Menschenwürde und im 30g. Zahlungsunfähige freie Schuldner konnten, z. B. in Athen Herrn steigerte sich das Machtgefühl und Herrschbegehren zur vor Solon's Sozialreform, die das verbot, Staven ihrer Unfähigkeit der Selbstbeherrschung. Der Philosoph Hume Gläubiger werden; ebenso angesessene Ausländer, wenn sie die macht mit Recht darauf aufmerksam, daß man ,, bei ihnen auferlegten Leistungen nicht erfüllten. Personen, die von Kindheit auf gewohnt sind, über andere eine Weit vor der uns aus Geschichtsquellen bekannten müßte große Gewalt auszuüben und deren Gefühle mit Füßen zu jene Beit gelegen haben, da es nach Heredot weder in Athen treten, in der Regel wenig Menschlichkeit" vorfindet. Die noch in den übrigen griechischen Staaten Sklaven gab. Nach rohen Umgangsformen alter Zeiten( nur dieser???) haben benu Aufhebung des alten harten Schuldrechts nahm der Sklaven auch teine andere Ursache, als den Bestand des Knechtschafts- handel einen hohen Aufschwung. Am letzten Tage jeden Monats wesens, das jeden Mann von Rang zu einem Tyrannen machte wurde Markt gehalten, wobei die Sklaven nackt ausgestellt und feine kleinen Rinder in der Umgebung schmeichelnder, wurden. Fehlerverheimlichung ward am Verkäufer als Betrug niedriger, unterwürfiger Slaven aufwachsen ließ." bestraft. " Der Stlave konnte allerdings nicht rechtlich, aber faktisch durch Zulassung seines Herrn, Besitz und Vermögen erwerben, auch, dieselbe Buftimmung vorausgesetzt, heirathen wie die Arbeiter des Herrn v. Stumm im ausgehenden 19. Jahrhundert; ja, man ließ sie zu dem Geheimgottesdienst der eleusinischen Mysterien zu, begrub sie in den Erbbegräbnissen ihrer Eigner, errichtete ihnen sogar für gute Dienste Denkmäler. Seit Euripides das schöne Wort über den Sklaven gesprochen, intereffirt fich Literatur und Kunst für denselben; an den attischen Reliefs ließe sich vielleicht eine Art Emanzipation nachweisen. Jedenfalls denkt jezt mehr als einer daran, daß der Sklave auch müde werde, und so fauert in ziemlich vielen Bildwerken der eingenickte Page neben seinem Herrn."( Sittl, Archäologie.) Die Nachtheile für die häuslichen Sitten bedürfen keiner Wenig geschickte, nur als Handarbeiter, etwa in den In diesem schönen Wort des Euripides ist so etwas ähn ausführlichen Darlegung; daß die Sklaverei im Alterthum die Mühlen brauchbare Slaven galten eine Mine; mit ihren Fähig- liches gesagt, wie: der Sklave ist auch ein Mensch, Stellung der Frau so tief herabdrücken und auf so tiefem feiten und Geschicklichkeiten stieg der Preis, Zitherspielerinnen ein Wort, das das bei Aleris und nachher bei dem Stand halten half ein zweiter schwarzer Schatten des und Luftmädchen, Freundinnen" galten 20-30 Minen. Nilios, römischen Hofpoeten Horaz sich findet. Euripides hebt die sozialen Lebens, der selbst den sonst so hochgebildeten Hellenen ein zur Zeit des altgriechischen 30jährigen( peloponnesischen) in seinen Dramien auftretenden Sklaven aus der niedrigen Rolle nicht fehlte scheint ohne weiteres einzuleuchten. Im Heldenzeitalter Altgriechenlands, wo noch Könige die rieges hervorragender" Staatsmann, zahlte für einen Bergwerks- bloßer Statiften empor zu handelnden, denkenden, in bie aufseher ein Talent.( Eine Mine attischer Währung ist Handlung überlegend eingreifenden Personen, denen er oft genug Zimmermannsart schwangen und Königinnen woben, spannen 78,60 M., ein Talent= 4715 M. nach unserem Gelde.) sehr verständige Gedanken über die Thorheiten und Verbrechen der politischen Gemeinde gehörige, so z. B. die skythischen Bogner, Weise. Zunächst, falls sie mit Bewilligung ihrer Herren Eigen Neben den Stlaven im Privatbesib gab es auch fistalische, ihrer Herren in den Mund legt. Sklaven fonnten die Freiheit erlangen auf verschiedene die der athenischen Polizei die niedersten Schergendienfte abzu- thum erwarben, durch Loslauf. Ferner auch auf dem Wege der nehmen hatten, in fiskalischen Bergwerken u. s. w. Auch vers Wohlthat als Belohnung für geleistete Dienste, öfter auch durch miethet wurden Stlaven zu zeitweiser Benuzung. legtwillige Verfügung des Herrn. Eine andere Weise war die eines Natürlich litten die armen freien Arbeiter start unter der Scheinvertauses an bestimmte Gottheiten, bei dem der Sklave nicht dem Heiligthum geweiht" ward. Sklaven von Privaten wie Staatsstlaven erhielten mehrfach Freiheit und sogar Bürgerrecht für dem Staat geleistete gute Dienste, so diejenigen, welche in den Schlachten bei den Arginusen und bei Chäronea mitgefochten hatten. 100 und Kleider fertigten, wuschen und flickten, wo Herren und Gtlaven so ziemlich dieselbe Gesittungshöhe einnahmen, ja jedem Rönig die Möglichkeit vorschweben mußte, auch ihm tönne ein mal Stlavenloos beschieden sein, trägt die Sklaverei, wie die homerischen Sänge von des Odysseus' Irrfahrten und vom Kriege vor Troja zeigen, noch nicht die schwarzen Büge späterer Zeit, nur fehr qualifizirte Arten von Arbeit den Freien nicht schändeten. Wir finden unfreien Ronkurrenz. da Sklaven in sehr gemüthlich innigen Beziehungen zu Der Stlavenhandel soll zuerst auf der Insel Chios üblich, ibren Herren, oft betraut mit viel Macht und wichtigen Ge- dann die Insel Delos um seinetwvillen besonders verrufen geschäften. Auch Stlavinnen, namentlich Ammen, nehmen eine wesen sein. allerdings vielleicht ausnahmsweise günftige Stellung ein. Man Die Zahl der Stlaven in Hellas muß ziemlich groß gewesen denke an den göttlichen Sauhirten Gumaios und an Eurykleia, fein, Timäus giebt für Rorinth 460 000, Demetrius Phalereus die Amme des Odysseus, welche förmlich die Rolle von Vertrauten für Attika 400 000, Aristoteles für die Insel Aegina 470 000 des vielduldenden Königs von Jthaka spielen. Röpfe an. So viel über die Sklaven im alten Hellas. Denen der Römer werden wir einen zweiten Aufsatz widmen. Spartacus. genommen. Antwort ein: = Deutsches Reich. " dem Wege der Vereinsgesetzgebung geschaffen werden. Bus sind in den bezüglichen Reichstagsakten niedergelegt. Das fehlte gerade noch, daß uns zu allen den afrikanischen einer solchen Aushilfe eignet sich aber der Dreitlassen- Hier sei nur fonstatirt, daß die Herren Konservativen ge- Sandwüsten und Fiebernestern auch noch die abessynische Landtag natürlich viel besser wie der Reichstag. Zwar legentlich der Stichwahl für Stroh ein Flugblatt mit der Menschenfalle aufgehalft würde. hat sogar die Majorität der Regierungen im Bundes- Unterschrift Das Zentrums- Wahlkomitee" verbreitet haben, rath eingesehen, daß das Verbot des Inverbindungtretens von dem attenmäßig festgestellt ist, daß das Zentrumsunhaltbar sei, trotzdem aber will man auch das Nothgeseh nicht Wahlkomitee nichts damit zu thun hatte. Wer so der- Ein neues Geschäft des Bundes der Lands annehmen, weil nun weil man Angst vor der Sozial- Mogelei überführt ist, sollte sich hüten, den sittlich Ent wirthe. Bekanntlich begnügt sich der Bund der Landwirthe demokratie hat. rüfteten in Fällen zu spielen, die noch durchaus nicht klar nicht blos mit seinen Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen, er sucht seine Finanzen noch auf alle mögliche Weise zu verbessern; Einen größeren Triumph als wie in dieser Frage hat gestellt sind. so läßt er Provisionen von Versicherungsgesellschaften, von unsere Partei noch nie gefeiert. Die bürgerliche GesetzGegen die Oeffentlichkeit der Gerichtsverhand Spiritus Gaslampen Fabriken und dergleichen in seine Rasse gebung erklärt sich für pleite, sie kann die Bedürfnisse der lungen richtet sich ein Erkenntniß, das dieser Tage von fließen. Aber die schlechten Geschäfte bei den Reichstage- Wahlen eigenen Klasse nicht mehr erfüllen, aus Angst vor dem rothen dem Schöffengericht in Köln in einem Prozeß gegen die und bei der Deutschen Tageszeitung" zwangen zu weiterer VerGespenst. Rheinische Zeitung" gefällt wurde. Wie die Redaktion mehrung der Einnahmequellen. Zu diesem Zwecke wurde ein Das den Lesern bekannte Nothgeseh wurde mit allen jeder anderen Zeitung hatten sich die Redakteure unseres Vereinsabzeichen zum Preise von 1 M. geschaffen, dessen Vertrieb Stimmen gegen die der beiden Parteien der Rechten an- rheinischen Parteiorgans dem guten Glauben hingegeben, der Kaffe 10 000 M. einbringen foll. Ein Zirtular an die Vertrauensmänner empfiehlt zu diesem daß der Grundsatz der Deffentlichkeit der Gerichts- Zweck eine Nadel aus legirtem Metall in starter Versilberung, Nachdem die Entscheidung über die Giltigkeit der Wahl verhandlungen nicht nur dem Buchstaben, sondern die ein Bild zeigt, auf dem ein Groß- und Kleingrund= des Abgeordneten Köhler( Antisemit) von der Tagesordnung auch dem Geiste nach in Deutschland anerkannt werde. befizer sich unter der Devise Das ganze abgesetzt war, erfolgte die Schlußabstimmung über die Das Gerichtsverfassungs- Gesetz vom 27. Januar 1877 be- Deutschland soll es sein" die Hand reichen. Gewerbenovelle. Dieselbe war eine namentliche und ergab stimmt nämlich im§ 170: Die Verhandlung vor dem er- Man sieht, daß der Bund der Landwirthe die Täuschung die Anwesenheit von nur 181 Abgeordneten, von denen 48 tennenden Gerichte einschließlich der Verkündung der Ur- der Bauern mit einer einer besseren Sache werthen Konsequenz gegen das Gesetz stimmten. Das Haus war also wieder theile und Beschlüsse desselben erfolgt öffentlich." Das betreibt. beschlußunfähig. Morgen steht an dritter Stelle das Bürger- sollte doch nur so zu verstehen sein, daß nicht nur die- 3ur Handhabung des preußischen Vereinsliche Gesetzbuch und dürfte wohl da schon die Entscheidung zufällig persönlich an der Gerichtsstätte Anwesenden, gesetzes. In Bielefeld war die von einem Festkomitee fallen, ob dasselbe durchgepeitscht werden kann oder ob der sondern alle Leute, die ein Interesse an der Rechtspflege angemeldete Versammlung zur Märzfeier von der PolizeiReichstag vertagt oder geschlossen wird. überhaupt oder an dem besonderen Fall haben, Gelegenheit verwaltung verboten worden. Auf die Beschwerde beim ReIm Reichstag verlautete heute, die Reichsregierung haben müssen, sich über den Verlauf der öffentlichen gierungspräsidenten lief jetzt endlich folgende charakteristische beabsichtige, im den nächsten Tagen den Reichstag zu Gerichtsverhandlung zu unterrichten. Das läßt sich nur er Der Regierungspräfident. schließen, falls die Mehrheit sich weigere, das Bürger- reichen durch eine wahrheitsgetreue Berichterstattung der Journ.- Nr. 1640 I. P. Minden, 8. Juni 1896. liche Gesetzbuch jetzt noch rasch zur Erledigung zu bringen. Presse. Dieses Recht und diese Pflicht der wahrheits- Die von Ihnen am 21. März d. J. bei der dortigen Die Parteien der Rechten und ein Theil der Linken sind getreuen Wiedergabe öffentlicher Gerichtsverhandlungen wird Polizeiverwaltung angemeldete Versammlung zur Märzfeier der gegen die Berathung in der jetzigen Session überhaupt, nun aber der Presse in dem gegen den Berichterstatter der sozialdemokratischen Partei Bielefelds ist von der Polizeis wohingegen Nationalliberale und Zentrum sich bereit erklärt Rheinischen Zeitung" am Kölnischen Schöffengericht ver- verwaltung mit recht als eine Versammlung des dortigen haben, das Bürgerliche Gesetzbuch, wenn irgend möglich und handelten Prozeß abgesprochen. Das Urtheil erkennt an, bie Einladung zu der Versammlung auch nicht vom Vorstande sozialdemokratischen Vereins angesehen worden. sozialdemokratischen Vereins angesehen worden. Denn wenn in möglichst kurzer Zeit zum Abschluß zu bringen. daß der inkriminirte Artikel, der Bericht über die Gerichts. Die Einladung zu der Versammlung auch nicht vom Vorstande des Bereins, sondern von einem„ sogenannten Festkomitee" ausWir wissen nicht, ob die der Regierung unterstellte Absicht verhandlung in Sachen Grah gegen Debel, im allgemeinen, gegangen ist, so ist nach Lage der Sache die Annahme durchaus des Reichstagsschlusses besteht, falls das Bürger- abgesehen von einigen unwichtigen Sägen oder Wendungen, begründet, daß diefes Fest der sozialdemokratischen Partei, die liche Gesetzbuch nicht noch in dieser Session erledigt wird. richtig wiedergegeben ist". Und dennoch Ver- in Bielefeld ihre Organisation in dem sozialdemokratischen Profitirt würde damit nichts, denn wenn irgendwo die urtheilung wegen Beleidigung, weil der Angetlagte Vereine hat, eine Veranstaltung dieses Vereins ist und daß die Neigung zur Obstruktion vorhanden ist, lassen sich im nächsten unter Angabe des Namens des Grah über Borschiebung des Fesikomitees" nur zu dem Zwecke ftatts Herbst die von der Geschäftsordnung gebotenen Mittel genau so diesen in dem Artikel Ehrenrühriges aus gefunden hat, um dadurch den Anschein zu erwecken, als handele anwenden wie jetzt. Die Stellung unserer Partei zur Frage der Gerichtsverhandlung verbreitet" hat es sich nicht um eine Vereinsversammlung im Sinne des§ 8 des Vereinsgesetzes. der Berathung des Entwurfes ist sehr klar. Wollen die Mehr- und es feinem Zweifel unterliegt, daß er sich des ehrenheitsparteien den Entwurf schon jetzt in zweiter und dritter rührigen Charakters seines Artikels wohl bewußt war". Lesung erledigen, dann mögen sie auch dafür Sorge tragen, Billigt man diesen Standpunkt", bemerkt dazu die daß ihre Leute am Plaze sind. Können sie das nicht erreichen, Rheinische Beitung", so entzieht man der Presse das dann müssen sie darauf gefaßt sein, daß die bekannten Recht, auf Uebelstände hinzuweisen, und man nimmt gleich Mittel, welche die Geschäftsordnung bietet, zur Anwendung zeitig den weitesten Kreisen der Bevölkerung die Gelegen heit, sich über die Pflege des Rechtes zu unterrichten. Unsererseits wird dem Zustandekommen des Gesetzes Abgesehen davon, daß es nach dem Urtheile sehr zweifelnichts in den Weg gelegt werden; aber das Schauspiel haft bleibt, ob nicht schon die Veröffentlichung des entwollen wir der Welt ersparen, daß eines der wichtigsten scheidenden Theiles eines Urtheiles strafbar ist, hat diese Gesetzeswerke, auf das eine fünfundzwanzigjährige Vorarbeit Möglichkeit, selbst wenn sie gegeben bleibt, fein weiterverwendet worden ist, im deutschen Reichstage von dieser gehendes Interesse. Fände das Urtheil die Billigung der An Von einer höheren Instanzen, so wäre dies ein Schlag in das Rechtsbeschlußunfähigen Minderheit votirt wird. Linie werden sich unsere Genossen weder durch Drohungen bewußtsein des Volkes." Herrn H. B. noch Versprechungen abbringen lassen. Noch ist die Möglichkeit vorhanden, daß in höherer Instanz das Urtheil umgestoßen wird. Die Rheinische Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Mitt- Beitung" hebt selbst einen Rechtsirrthum des Erkenntnisses woch den Gesezentwurf betr. die Aufhebung der Syphervor, indem fie schreibt: theten ämter im Geltungsbereich des rheiniin zweiter Berathung. Zu der Denkschrift über Für die Beurtheilung war es vollständig gleichgiltig, ob dem rung bekannt war, es tam lediglich darauf an, ob er selbst die Erhebungen, welche jetzt von den Direktoren des I. und II. VerAbficht hatte, zu beleidigen. Diese Absicht hat der erfennende waltungsbezirks über die Wahl des freitonservativen Abgeord Richter aber selbst nicht angenommen. Außer dem prinzipiellen neten Reichmuth angestellt werden, scheinen doch, wie die Apol Fehler frankt das Urtheil also auch an einem für den konkreten daer Freie Presse" schreibt, derart ausgefallen zu sein, daß die Wahl Reichmuth's vom Reichstage kassirt wird. Auch die amtFall erheblichen Jrrthum." liche Weimarische Zeitung" schreibt, daß eine Neuwahl bevor zustehen scheine und plaidirt jetzt schon für ein Kartell aller vaterländischen Parteien. tommen. " schen Ron Arbeiterwohnungen nahm das Haus Verfasser des Artikels der ehrkränkende Charakter einer Aeuße den Bau eine Resolution an, in welcher beim Bau der Wohnungen auf die besonderen Verhältnisse der Miether Rücksicht genommen werden soll. Schließlich wurde noch nach unerhebliche Debatte die Denkschrift betr. das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt und einige hierzu ge stellte Petitionen der Regierung als Material überwiesen. Am Donnerstag wird sich voraussichtlich im Anschluß an die Mittheilung des Landwirthschaftsministers betr. das Bernsteinregal eine Erörterung über die im Prozeß Stantien u. Becker hervorgetretenen Mißstände anschließen. 3 Wenn die wahrheitsgemäße Wiedergabe von Gerichtsverhandlungen ohne die Absicht des Berichterstatters, damit eine Beleidigung auszusprechen, bereits strafbar sein soll, dann wird in den meisten Fällen die Berichterstattung der Presse über Vorgänge auf dem Gericht überhaupt unmöglich gemacht werden. Mit Recht hat die Polizeiverwaltung sich hierdurch nicht über den Charakter der Veranstaltung täuschen lassen, vielmehrin Uebereinstimmung mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts- die Berjanımlung als eine Vereinsversammlung an gesehen und, da auf den sozialdemokratischen Berein der§ 8 des Bereinsgefeßes Anwendung findet, die Theilnahme der Frauen an der Versammlung verboten. Das Berbot der Versammlung überhaupt war nicht gerechtEs ist infolge eines bedauerlichen Jrrthums des Polizei- Inspektors( von diefem, nicht von der Polizeiverwaltung) ausgesprochen worden. Die Anlagen Ihrer Eingaben erhalten Sie zurück. v. Lüpte. fertigt. Bielefeld. Nach den reichen Erfahrungen, die unsere Partei in bezug hat, braucht auch obige Interpretation nicht besonders zu überauf die Handhabung des Vereinsgesetzes in jüngster Zeit gemacht rafchen." Aus dem 1. Weimarischen Wahlkreis. Die München, 15. Juni.( Eig. Ber.) Anläßlich des zehnjährigen Augsb. Postztg.", das Organ der leitenden Zentrumskreise, einen Bestehens der Regentschaft in Bayern bringt bie Aufsatz, der recht merkwürdige geschichtliche Aufschlüsse giebt. Man liest da: Man denke zurück an die damalige Lage. Das 21° Luz war Die Konservativen können ihren Schmerz über die Niederlage im Wahlkreis Neu Ruppin bei der letzten Hochpolitische Kannegießereien gedeihen auch in Reichstagswahl noch immer nicht beruhigen. Besonders der diesjährigen Sommergluth vortrefflich, und wie früher entrüstet thun die Herren über ein angeblich gefälschtes sind dieses Higeprodukte ohne Werth. Jeder Tag faft Ministerium Lutz war ein Kulturkampf Ministerium gewefen Telegramm, durch welches die Antisemiten zur Stimm bringt uns jetzt Nachrichten über Abmachungen über und hatte sich gegen den Willen des Königs( Ludwig II.) abgabe für den freisinnigen Lessing aufgefordert wurden. afrikanische Gebiete, die zwischen den Regierungen von behauptet, der ein ausgesprochener Gegner des Ministeriums Diese Entrüftung auf seiten der Konservativen wirkt um so Deutschland und England getroffen sein sollen. Bald allein ohne sie durchzusetzen. Noch im Jahre 1875 hatte und mehrmals eine Aenderung versucht hatte, tomischer, als gerade diesen Herren in der Wahl- heißt es, gegen irgend welche Zugeständnisse im Sudan er den Versuch gemacht, allein der damals Berufene Brüfungskommission gelegentlich der Prüfung der Wahl des wolle England die Walfischbai in Südwestafrika abtreten, lehnte ab, weil er aus den Berhandlungen mit Abg. Stroh( Hanau) nachgewiesen wurde, daß sie das bald, Italien wolle sich aus Abessynien ganz zurückziehen dem Könige bie Ueberzeugung gewonnen hatte, Fälschungsmanöver, dessen sie jetzt die Freifinnigen, ohne und seine dortige Erbschaft solle zwischen Deutschland und daß derselbe irrsinnig fei. Aus Wahrnehmungen, die den Wahrheitsbeweis erbringen zu können, beschuldigen, England aufgetheilt werden. Klänge die Sache nicht allerdings erst nach dem Tode des Herrn v. Luz gemacht werden thatsächlich ausgeführt haben. Die näheren Details gar so absurd, so müßte ernstlich dagegen protestirt werden. fonnten, die ihm selbst aber nicht verborgen fein fonnten, muß geschlossen werden, daß die Geistesumnachtung des Königs noch in die 60 er Jahre hineinreicht. Und nun denke man sich dazu ein Ministerium, das gegen das Volk regierte, fortgefekt Vertrauensbeweise der Krone produzirte, in Wirklichkeit aber gar keine Fühlung mit dem Könige hatte und in dem jeder Minister in seinem Reffort das that, was ihm gut. dünkte. = Das Friedrich Wilhelmstädtische Theater ist vom Kunst und Wissenschaft. 1. September ab an Herrn Direktor Sam ft verpachtet, der das National Theater bekanntlich an Herrn Karl Weiß vom Adolf Der Vorstand der Arbeiter- Bildungsschule sendet uns Ernst- Theater abgiebt. Herr Samst will, wie das Berl. Tgbl." den folgenden an die Arbeiter und Arbeiterinnen meldet, das Alexanderplat- Theater behalten und in der ChauffeeBerlins gerichteten Aufruf zur Veröffentlichung zu: Das straße das beffere Volksstück pflegen. Wenn der neue Direktor Sehen wir die Daten etwas genauer:" Der damals Berufene", Bestreben der Arbeiter- Bildungsschule, außer ihrer eigentlichen beffere Geschäfte machen will, als der unglückselige Herr Fritsche, dessen Name hier verschwiegen wird, war Freiherr zu FranckenThätigkeit auch noch dem künstlerischen Bedürfnisse der Arbeiter- dann wird er allerdings seine gewiß achtungswerthe Kraft zur ft ein, der 1890 in Berlin verstorbene bayerische Zentrums. schaft Berlins Rechnung zu tragen, hat in diesen Tagen eine Heranziehung tüchtigerer Kräfte verwenden müssen, als sie ihm führer. Er wußte also schon im Jahre 1875, daß König erfreuliche Förderung erfahren. Während wir bisher vornehmlich im National Theater zur Verfügung standen. Ludwig II. irrsinnig sei. Mit ihm wußte dann zweifellos die musikalische Kunst größeren Voltstreifen zugänglich machten, Fräulein Klara Leno vom Berliner Theater gastirt heute der einflußreiche hohe Klerus, die Zentrumspartei um diesen Zufind wir in Zukunft auch in der Lage, traft eines günftigen im National Theater zum letzten Male und zwar in Charlotte stand. Aber erst im Jahre 1886 erfolgte die Entmündigung des Uebereinkommens mit der Direktion des Schiller Theaters Birch- Pfeiffer's Grille". Morgen geht" Des Meeres und der Irrsinnigen, die dann mit der bekannten Katastrophe endigte. gute Theatervorstellungen zu billigen Preisen Siebe Wellen" in" Szene. Wie kommt das monarchische Zentrum dazu, einen irrfinnigen zu bieten. Das Schiller- Theater giebt uns zu den SonntagNachmittag- Vorstellungen Sommer und Winterspielzeit- Das unter Virchow's Präsidium stehende Reich 3- König elf Jahre lang regieren" zu laffen? Wo bleibt die kamehrere hundert Billets zu so billigen Preifen, daß wir sie an omitee für ben internationalen medizinischen schaft?" Dieses nachträgliche offenherzige Bekenntniß müßte unsere Mitglieder und Freunde zu 60 Pf. weiter verkaufen können. Rongreß in Moskau bat beschlossen, seine Thätigkeit nur auch dem hinterwäldlerischfien Bäuerlein die Augen öffnen Da die Pläge gleichwerthig sind, indem nur 1. Rang, Balton dann aufzunehmen, wenn die Baßangelegenheit für die deutschen über die Struktur der christlich monarchischen Partei, die ihn und 1. Barquet verkauft wird, so erübrigt sich die übliche Wer- Bekanntlich ist es für Juden heute beinahe unmöglich, ohne be- breitung dieser Aufklärung sorgen müssen. Derfelbe Artikel Rongreßbesucher jüdischer Konfession vorher geregelt werde. am Gängelbande führt. Man wird daher für die weiteste Vers loosung der Plätze. Gind wir uns auch vollkommen flar darüber, daß wir durch fondere Hilfsmittel nach Rußland zu gelangen; da aber eine macht auch wieder einen der ergötzlichen Scheinangriffe auf die dieses neue Unternehmen nicht das hohe Ziel, das die leider namhafte Anzahl der bedeutendsten deutschen Aerate jüdischer ministerielle Sechsmänner- Regierung und verlangt ,, eine Regierung aufgelöste„ Freie Voltsbühne" anstrebte, bie, aufgebaut auf der Konfeffion iſt, es ganz ausgeschlossen ist, daß diefe von dem der Konzentration der konservativen Kräfte im katholischen und Bafis vollkommener fünstlerischer Freiheit fo Rongreffe wegbleiben, so wurde oben erwähnter Beschluß gefaßt, protestantischen Lager." Diese auffällige Toleranz gegenüber bent überaus wohlthuende und erzieherische Wirkung ausgeübt hat, ber eine Beseitigung aller Schwierigkeiten für die jüdischen" protestantischen Lager" erklärt sich aus dem einfachen Umstande, so hoffen wir doch andererseits, der arbeitenden Bevölkerung Rongreßmitglieder fordert. Dies kann aber nur durch, besonderen baß man in der Zentrumspartei nicht die nöthigen Kräfte zur Berlins durch die Veranstaltung sowohl guter, als auch Utas des russischen Kaisers geschehen. billiger Theatervorstellungen einen Dienst zu erweisen. Der Berliner Arzt, Sanitätsrath Dr. Oldendorff, verdient Daß uns auf die Festsetzung des Spielplans für um die Medizinalstatistik und bekannt durch Arbeiten über die die Sonntag Nachmittag Borstellungen ein bestimmender Beeinflussung der Sterblichkeit durch den Beruf, der Herausgeber Einfluß zusteht, sei als selbstverständlich nebenbei erber Beitschrift für soziale Medizin", ist am Dienstag in Karlswähnt. Wir bitten unsere zahlreichen Freunde, bad, wo er sich zur Kur aufhielt, gestorben. die unsere sonstigen Veranstaltungen stets in so erfreulicher Weise unterstützt haben, sich auch an diesem neuen Unternehmen recht za hIon berenen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Dies' Verlag) ift foeben bas 37. Seft" bes 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: reich zu betheiligen. Alles nähere über Beginn, SpielDer Sozialismus in Polen. Eine Entgegnung plan, Billetvertrieb ist aus der Annonce in der heutigen Nummer Agrarisches aus England. Bon Eduard Bern zu ersehen. Der Vorstand der Arbeiter Bildungsschule. Vereinsgefez und Verfassungsakte. Bon Dr. Die Tragitomödie der preußischen Lehrer J. A. Heinrich Schulz, SO. 16, Raiser Franz- Grenadierplay 7. A H " Eingelaufene Druckschriften. Er tanzt in Mostau. von S. Häcker( Krakau). ftein. Kleine Briefe. Julius Dfner( Wien). befol dung. Bon Heinrich Schulz( Berlin). Feuilleton: Das Ende vom Liebe. Eine Geschichte von Konrad Zelmann.( Fortsetzung.) er Besetzung eines etwaigen neuen Rabinets hat. Das ist heute so, wie im Jahre 1875. Denn der„ berufene" Frandenstein lehnte damals die Bildung eines Kabinets hauptsächlich aus dem Grunde ab, weil er unter seinen Parteifreunden nicht die geeigneten Personen mit der nöthigen Befähigung fand. Die Thatsache, daß der Monarch, dem dienen mußte, tomplett irrjinnig war, hätte den vollkommenen Christen Franckenstein und seine Freunde nicht einen Augenblick beunruhigt. Man kann das noch nachträglich beweisen. Schließlich räth der Verfasser des zitirten Artikels die Abschaffung der Regentschaft an, und er befindet sich damit im EinKlang mit einer Reihe seiner im Vordergrunde stehenden Parteigenossen. Allein und abgefehen von den finanziellen Hindernissen daraus dürfte wohl nichts werden. Prinzregent Luitpold ist ein sehr frommer fünfundsiebzigjähriger Herr, man weiß, daß er den Königsthron nur besteigt im Glauben, das Gottesgnadenthum in seiner Person für Bayern zu repräsentirem Das geht aber nicht, so lange der legitime König Otto noch lebt. Dieser ist zwar wegen völligen Irrsinns entmündigt, aber er ist verhältnißmäßig gesund und kann nach Ansicht der Aerzte noch manches Jahr leben.— Karlsruhe. 16. Juni.(Eig. Set.) Der badische Landtag, welcher vor der Vertagung steht, hält bei geradezu unheimlicher Temperatur 6— 7stündige Sitzungen täglich ab, um die ver- schiedenen Initiativanträge aus der Mitte des Hauses sowie einzelne Nachtragsforderungen der Regierung noch vor Thores- schluß zu erledigen. Gestern wurde neben der Wahlrechtsfrage auch das neue Gemeindeordnungs-Gesetz zur Abstimmung ge- bracht. Die Abstimmung über die Abänderungsanträge bezüglich des Wahlrechts haben eigentlich zu keinem Resultat geführt. Der reaktionäre Antrag der Nationalliberalen wurde zwar mit 29 gegen 29 Stimmen durch Stimmentscheid des Präsidenten angenommen; allein um eine Ver- fassungsänderung herbeizuführen, ist ein» Zweidrittel-Mchrheit der Kammer erforderlich, welche aber für einen solchen Antrag nie zu finden sein wird. Es bleibt also alles beim alten, sofern man von der kleinen formalen Verbesserung der Einsührung amtlicher Wahlkouverts absieht. Die kirchenpolitischen Anträge. welche gestern cbensalls wieder zur Berathung standen, waren verhältnißmäßig bald erledigt. Die kulturkämpserischen Reden, die man in früheren Jahren regelmäßig zu hören bekam, wurden Heuer uuterlasien. Ter nationalliberale Führer Fieser beschränkte sich auf die Erklärung, daß, wenn die Regierung Klöster und Orden zulasse, zwischen der »ationalliberalen Partei und der Regierung ein unheilbarer Riß eintrete. Man nimmt allenthalben an, daß dieser Zustand für das badische Volk nur vortheilhast sein könnte. Der Antrag des Zentrums auf Zulassung der Orden wurde mit 32 gegen 28 Stimmen abgelehnt. Ein weiterer Antrag, die wissenschaftliche Vorbildung der Geistlichen betreffend, jedoch mit 32 gegen 26 Stimmen angenommen. Karlsruhe, 17. Juni. In der heutigen Sitzung der zweiten K a n> m e r wurde die von der Verfassungskommission beantragte Resolution auf Neu- Eintheilung der Wahl- kreise einstimmig angenommen. Die Resolution ersucht die Regierung, dem Landtag einen Gesetzentwurf zu unterbreiten, wodurch das Gesetz von 1870 betreffend die Wahlkreiseintheilung einer Aenderung unter Berücksichtigung folgender Punkte unter- zogen wird: 1. Die seil 1670 gellenden Städteprivilegien sollen unverändert weiter bestehen bleiben; 2. das übrige Land soll in Wahlkreise eingetheilt werden, für deren Umfang die Einwohner- zahl in der Weise die Grundlage bilden soll, daß der Wahlkreis im Durchschnitt je 25 000 Einwohner zuertheilt erhalte. — Bei den GemeinderathSwahlen in Elsaß, Lothringen hat die Sozialdemokratie bedeutende Erfolge errungen. Selbst die gegnerische Presse muß das zugeben. So entnehmen wir einem Bericht der„Kölnischen Volkszeitung" aus Elsaß- Lothringen: Die GemeinderathSwahlen in den größeren Städten deS Landes haben das Ergebniß gehabt, daß mit Ausnahme von Colmar überall nur Minderheiten gewählt wurden und die Hauptschlacht erst am nächsten Sonntag geschlagen werden muß. Straßburg, welches 1691 gleich im ersten Wahlgang eine» fast vollständigen Rath ergab (nur zwei Nachwahlen waren im sogenannten altdeutschen Viertel nolhwendig) weist diesmal nur 13 Gewählte und 23 Nachwahlen auf; drei volle Wahlbezirke mit 16 Rathssitzen haben als Er- gebniß:„Niemand gewählt!" Unter den 13 Gewählten sind 6 Katholiken. 6 Protestanten und der Sozialdemokrat Bühle. Bürgermeister Back und Beigeordneter Leiber wurden gewählt. Beigeordneter Bergmann dagegen nicht. Besonders bemerkenswerth ist der große Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie. 1891 traten sie nur in drei Wahlbezirken auf, jetzt in allen sechs; mit» im 5. Wahlbezirk (Ruprechtsau), wo sie vor fünf Jahren gar keine Kandidaten auf- gestellt hatten, kam diesmal Bühle als einziger Gewählter durch, freilich nur mit vier Stimmen über die absolute Mehrheil; ein weiterer Sozialdemokral erhielt dort die drittgrößte Anzahl von Stimmen. Im Innern der Stadt erhielt Bühle im 4. Wahlbezirk wiederum die zweitgrößte Stimmenzqhl. und sein Genosse T r a x rangirt gleichfalls unter den höchsten; sie haben dort gegen 1891 um fast 1000 Stimmen zugenommen(damalige Höchstziffer 481, heute 1332). Auch in dem Jndustrieort M a r k i r ch haben die Sozialdemokraten zum ersten Male zwei Kandidaten durchge- bracht. In Mülhausen müssen 31 Nachwahlen stattfinden. Gewählt sind nur die fünf Kandidaten, welche auf den Listen — außer der sozialistischen— gemeinsam standen. Für die Nachwahlen wird eS in den allermeisten Fällen darauf ankommen, ob die Liberalen für die katholische oder die sozialdemokratische Liste eintreten. In Colmar sind gleich 21 Kandidaten der katholischen Liste durchgekommen, und bei den 12 Nachwahlen stehen die Kandidaten dieser Liste gleichfalls bei weitem an erster Stelle. Die vom katholischen Wahlkomitee ausgestellte Einigungsliste erhielt eine Stimmenzahl von 2067 bis 3433: dagegen erhielt der Chef der liberalen Volkspartei, Rechtsanwalt Blumenthal, trotz seiner großartigen Reden nur 1251 Stimmen und der Sozialistenführer Böll 1226. — Diese 1226 Stimmen sind für einen so wenig industriellen Ort doch als ein Erfolg unserer Partei anzusehen.— Metz, 15. Juni.(Eig. Ber.) Die Metzer Genossen haben bei den Gemeinderathswahlen 2136 Stimmen auf ihrer Liste ver- einigt, 1391 erhielten sie bei den Gemeinderathswahlen blos 478 Stimmen; wir gewannen also 1653 Stimmen. Trotz des großen Erfolges gelang es uns nicht, einen Kandidaten durch- zubringen.— — Der im Saarburger Gefängniß ver- hungerte Krüppel. Ueber die Verhandlungen wegen dieses scheußlichen Vorkommnisses vor der Strafkammer in Zabern, die wir in unserer vorgestrigen Nummer erwähnte«, sind noch einige weitere Einzelheiten bekannt geworden, die der Er- örterung werth sind. Die Anklage ist gegen die beiden Polizeidiener Gran und H e ck e l in Saarburg wegen fahrlässiger Tödtung erhoben worden. Es waren drei medizinische Sachverständige und 26 Zeugen geladen. Die erster«» gaben, der„Straßburger Post" zufolge ihr Gut- achten dahin ab, daß der Gefangene zweifellos verhungert sei. TaS letzte, was man von dem Krüppel vernommen hatte. war sein Stöhnen und Wimmern am Sonnabend nach O st e r n; zwei auf dem Gefängnißhos spielende Kinder hörten seinen Ruf:„Ihr Kinder, gebt mir ein bischen Kaffee!" Ain gleichen Tage sollte ein anderer Verhafteter in die Zelle, wo Stich lag, gebracht werden, wurde aber dann, da die Zelle besetzt war, weitergeführt. Der ihn geleitende Polizeidiener Grau trat zu Stich heran, konnte aber nur unverständliche Laute vernehmen. Ter Neuverhaflete, Dorie, näherte sich, als Stich aber- mals Laute von sich gab, demselben nochmals und glaute das Flehen nach Speise zu vernehmen. Darauf will der schon unter der Thür stehende Polizeidiener ebenfalls wieder herangetreten sein und nach seinem Begehr ge- fragt haben. Er habe aber nur die Laute„hu, hu, hu!" ver- nommen. Da die Zeugenaussagen, wann der Arrestant in daS Gefängniß gebracht worden war. ein- ander widersprachen, wurden die Angeklagten wegen Mangels genügender Beweise freigesprochen. Sollte denn die sonst so sindige Staatsanwaltschaft garnicht im stände sein, näheres zu ermitteln?— Oesterreich-Ungarn. — Neuwahlen dürsten in diesem Herbste in beiden Reichshälslen stattfinden. In Ungarn läuft die Wahlperiode des Parlaments ab, in Oesterreich soll Graf Badeni wünschen, an stelle des alten Parlamentes ei» neues nach seinem Wahlrechte, hoffentlich aber nicht mit seinen in Galizien so traurig bewährten Wahlpraktiken wählen zu lasten. Das österreichische Abgeordnete»- Haus hat seine Sitzungen geschlossen, in einigen Tagen wird es auch formell vertagt werden. Eine Auflösung des Parlamentes ist aber erst nach Schluß der Delegationen möglich.— — Deutsche Volkspartei, das ist die neue Firma, unter der die deutschnationale Vereinigung in den aller Voraus- ficht in diesem Herbste bevorstehenden Wahlkampf«intreten will. Das neue Programm zeigt eine Entwickelung zum früheren Programm Schönerer's. In erster Linie betont es den nationalen Standpunkt und fordert die Unterordnung aller innerpolitischen Fragen unter das nationale Interesse, dann wird die Aus- dehnung des Wahlrechts, aber nicht das allgemeine und gleiche Wahlrecht, als Forderung aufgestellt. Von den sozialpolitischen Forderungen dieser kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Partei heben wir hervor: Die deutsche Volkspartei verlangt eine rasche und gründliche Gutmachung der schweren Versäumnisse durch eine kräftige Sozialpolitik zum Schutze der Arbeiter. In einer solchen erblicken wir zugleich das wirksamste Mittel, um unsere Arbeiterschaft der sozialdemokratischen Agitalion zu entziehen und sie mit dem Be- wußtsein der nationalen Einheit aller Klassen unseres Volkes zu erfüllen. Auch liegen einige der zunächst erreichbaren Resormen, wie Regelung der Arbeitsvermittlung, Vereinfachung der Kranken- und Unfallversicherung, Einführung der Jnvaliditäts- und illlters-Versorgung nicht nur ini Interesse der Arbeiter, sondern auch der Allgemeinheit und insbesondere der überlasteten Gemeinden.— Budapest, 16. Juni. Die internationale Tele- graphenkonserenz wurde heute vom Handelsminjster Daniel eröffnet.— Frankreich. Paris, 16. Juni. Angesichts der Erhöhung der Zuckerprämien in Deutschland fand heute Abend eine Versammlung von Senatoren und Deputirten statt, die sich über einen Gesetzentwurf einigten, der wahrscheinlich in der Kammer wird eingebracht werden. Aehnlich wie in Deutschland soll danach Frankreich die Ausfuhrprämie auf 4,50 Franks sür raffinirten Zucker und 3,50 Franks für Rohzucker festsetzen. Die gegenwärtig bestehende Zollsreiheit für Zucker, der aus den Kolonien fremder Staaten zum Zwecke der Rasfinirung nach französischen Häfen gebracht wird, soll aufgehoben und für den- selben der gleiche Zollsatz von 1,50 Franks entrichtet werden, der aus Zuckersorten aus dem europäischen Auslande gelegt ist. Durch besondere Bestimmungen sollen den Rasfineuren in den Hasenplätzen bestimmte Vortheile eingeräumt werden. Die Durchführung des Entwurfs würde eine einmalige Ausgabe von 16 Millionen Fr. verursachen. Die Erhöhung der Zuckerprämien in allen Ländern ist, wie wir vorausgesagt, die Folge des jüngsten Zugeständnisses unserer Regierung an die Agrarier gewesen. Eine Depesche vom heutigen Tage meldet: Ministerpräsident Meline empfing heute Vormittag eine An- zahl Senatoren und Depulirte aus den Zuckergegenden, welche seine Aufmerksamkeit aus die Lage lenkten, welche sür die sran- zösische Znckerindustrie durch die vom deutschen Reichstag be- willigte Erhöhung der Ausfuhrvergütung geschaffen sei. Meline sagte zu, daß er eine außerparlamentarische Kommission ernennen werde, welche aus Vertretern des Ackerbauministeriums, des Handels- und des Finanzministeriums bestehen und ohne Verzug die Aussagen der Interessenten entgegennehmen solle behufs Aus- arbeitung eines Gesetzentwurfs, über den die Regierung Beschluß fassen werde.— Belgien. — An geblich um dieTr unksucht zubekämpfen wurden gestern in der belgischen Repräsentantenkammer Zölle und Accise aus Spirituosen erhöht. Große Entrüstung rief es ans der Linken hervor, daß die Vorlage in derselben Sitzung, in der sie eingebracht wurde, von, Parlamente nach einer formellen Be- Handlung in der Kommission zum Beschlüsse erhoben wurde.— Italien. Rom, 16. Juni. D e p u t i r t e n k a m m« r. Sluf eine An- frage des Abgeordneten Rampoldi erklärte der Kriegsminister Ricotti, daß im April und Mai unter den Soldaten in Afrika einige Todessülle an Typhus infolge der anhaltenden Trockenheit und der Truppenansaminlung vorgekommen seien. General Baldissera melde jedoch, daß gegenwärtig der Gesundheitszustand der Truppen ein vorzüglicher(?? Red.) sei. Rom, 16. Juni. Nach Privattelegrammen aus Asmara soll das Urtheil im Prozeß gegen den General Baratieri einen Passus enthalten, welcher besagt, daß die plötzliche Entscheidung des Generals Baratieri, am 29. Februar den Feind a u z n g r e i f e n, sich auch aus den nicht immer maß- voll gehaltenen dringlichen Aufforderungen der Zentralregierung, aus der Unthätigkeit herauszukommen, erklären lasse. Damit wird also indirekt zugestanden, was alle wußten, was aber die deni früheren Ministerpräsidenten nahestehende Presse stets bestritten hat, daß Crispi die moralische Schuld für die fürchterliche Niederlage der Italiener in Abessynien trifft.— Türkei. — Kreten fische s. Aus Athen wird gemeldet: Abdullah Pascha hat das vom Sultan an das Volk von Kreta«rlaffene trade bekannt gegeben. Der Sultan ladet darin die kretensischen eputirien ein. sich zur Tagung in Kanea zu versammeln und erklärt seine Bereitwilligkeit, jede legale Beschwerde in Erwägung zu ziehen, welche die Versammlung vorbringen sollte und welche mit den SouzeränitätSrechten des oltomanisches Reiches in Einklang stehen werde. Der Sultan fordert die Aufständischen auf, die, Waffen niederzulegen und verspricht eine Amnestie, ferner erklärt er daß die türkische Armee nicht die Ofseustve ergreisen werde' außer in Fällen von Störung der öffentlichen Ordnung. Das kretensische Zentralkomitee in Athen hat an die Rc- gierungen der Großmächte telegraphisch das dringende Ersuchen um Einmischung des christlichen Europas gerichtet im Hinblick auf die Lage der Frauen Und Kinder aus Kreta, von denen Taufende dem schlimmsten Elend ausgesetzt sind, nachdem ihre Behausungen Plünderungen und Feuers brünsten zum Opfer sielen. Eine Abschrift dieses Aufrufs wurde auch der griechischen Regierung zugestellt, deren Hilfe gleichfalls vom Komitee zu gunsten des ausschließlich philanthropischen Charakter tragenden Zweckes er- strebt wird.— Amerika. St. LouiS, 16. Juni. In der heutigen Eröffnungssitzung der republikanischen Nationalkonvention erklärte der vorläufige Vorsitzende Fairbanks, die Partei werde dem Versuche der Demokraten, die M ü n z w äh ru u g Amerikas auf die Stufe der Währungen Indiens und Chinas herabzudrücken, Widerstand entgegensetzen. Unter- dem Beifall der Versammelten erklärte er, die Republikaner werde» den p r o t e k t i o» i st i- scheu Tarif wieder herstellen und das höchststeheude Münzsystem aufrechlerhallen. Schließlich gab Fairbanks der Hoffnung Ausdruck, die neue Republik Kuba erstehen zu sehen. Die Konvention wurde alsdann auf morgen vertagt. Foraker aus Ohio wurde gegen die Stimmen der Silber- leute zum Präsidenten des Resolutionskomitees gewählt. N e w- I o r k, 17. Juni. Die demokratische Kon- vention des Staates Delaware nahm eine Resolution zu gunsten des gegenwärtigen Goldstandards an and sprach sich gegen freie Silberprägung in irgend einem Ber- hältniß zur Goldprägung, wie auch gegen den Zwangsankaus von Silberbarren seitens der Regierung aus.— St. LouiS, 17. Juni. Das von dem U n t e r a u S s ch u ß der republikanischen Nationalpartei ausgearbeitete Programm betont aufs neue das Festhalten der Republikaner an der protektiv ni st ischen Politik und bekämpft den gegenwärtigen Zolltarif. Es fordert für fremde Einfuhren. welche den amerikanischen Waaren Konkurrenz machen, einen Tarif, welcher � nicht allein die zur Deckung der nothwendigen Ausgaben der Regierung erforderlichen Einnahmen zu liefern, sondern auch die amerikanische Arbeit gegen dos Herabdrücken auf das Lohnniveau der Arbeiter anderer Länder zu schützen vermag.(Diese Begründung des Schutzzolls kommt uns recht bekannt vor. Damit haben die Schutzzölluer von jeher die Arbeiter für sich zu ködern versucht.) Das Programm sordert ferner die Erneuerung der von der vorigen Regierung getroffenen Reziprozitäls-Bestimmungen, spricht sich zu gunsten des Baues eines Nicaragua-Kanals durch die Vereinigten Staaten aus und hält fest an der M onrose? doktrin. Es verlangt den Schutz der amerikanischen Bürger im Auslande, insbesondere der amerikanischen Missionare in Armenien und bringt die Sympathie für die um ihre Unabhängigkeit kämpfenden Kuban er zum Ausdruck, indem es sich sür die Anerkennung derselben als kriegführende Macht ausspricht.— Washington, 17. Juni. In einem Schreiben an den„New- Jork Herald" erklärt Präsident Cleveland, er könne nicht annehmen, daß das Glaubensbekenntniß der demokratischen Partei die Forderung der freien, unbegrenzten und unabhängigen Silber- ausprägung enthalten werde, da die demokratische Partei weder unpatriotisch noch thöricht sei und es klar scheine, daß ein der» artiges Verfahren die Interessen des Landes sehr schädigen würde.— Afrika. — In Johannesburg(Transvaal) wird ein italienisches Konsulat eingerichtet.— Genosse Liebknecht» der seit gestern abend wieder in Berlin ist, hat aus der Herreise an das Offenbacher Parteiorgan sol- gende Berichtigung geschickt: Ein Telegramm der„Frkf. Ztg." läßt mich ans dem vor- gestrigen Banlet in Paris sagen, meine Reichstagsreden seien so von französischem Geiste erfüllt, daß meine Freunde mich den Fran- zosen nennten. Narürlich habe ich keinen derartigen Blödsinn ge- sagt. Ein französischer Freund— Guesde, wenn ich nicht irre— bemerkle gelegentlich, es ginge uns deutschen Sozialisten genau so wie den französischen, wir würden als Agenten des Auslandes hingestellt— und wie man sie, die französischen Sozia- listen, in der Bourgeoispreffe als Agenlen Deutschlands angreife, so habe man mich in Deuischland als den„Abgeordneten für Frankreich" bezeichnet— welche Bemerkung allerdings der Wahr- heil entspricht. Zeitungskorrespondenlen waren der dem— auf meinen Wunsch stritt privaten— Banket nicht zugegen. Der Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung" hat also nach Hören- sagen telegraphirt. Offenbach, den 15. Juni 1396. W. Liebknecht. Liebknecht's Aufenthalt in Frankreich war rein privater Natur, nur den Freunden gewidmet. Er wohnte bei Lafargue, dessen Frau, eine Tochter von Marx, ihm von ihrer frühesten Kindheit vertraut ist. Natürlich sah Liebknecht auch viele der zahlreichen Freunde, die er in Frankreich hat. Und nachdem er am Dienstag bei seiner Ankunft in Frankreich von dem sozialistischen Maire und dem Stadtrath von Calais, die sämnit- lich ihm von früher bekannt waren, anss herzlichste begrüßt worden war, gaben ihm am Sonnabend vor seiner Rückreise— nachdem er jedes öffentliche Auftreten abgelehnt— die sozialisti- schen Kammerabaeordneten und die sozialistischen Gemeinderälhe von Paris ein Dejeuner, zu dem auch der greise russtsche Sozialist Lawroff, dessen 73. Geburtstag den folgenden Sonntag(den 14. d. M.) war, eingeladen wurde. Keiner der be- kannten Namen hat gefehlt. Und der herzlichst« Ton herrschte— man war„in Familie". Alle Anwesenden ver- sprachen, sich in London auf dem Kongreß wiederzusehen. Die Reden athmeten durchweg den Geist der Brüderlichkeit und der internationalen Solidarität. VArkei-Mmtzviifzten. Nu die Parteigenossen der Provinz Brandenburg! Werthe Genossen! Nachdem der auch gegen uns im No- vember v. I. unternommene sogenannte Köller-Coup unsere Frei- sprechnng und gleichzeitig Aufhebung der über unS verhängten Schließung zeitigte, geben wir Euch hierdurch bekannt, daß wir unsere Thätigkeil nach dieser unfreiwilligen Ruhepause in vollem Umfange wieder aufgenommen haben. Alle Briefe und sonstigen Sendungen(Gesuche um Reserenten, Agitationsmalerial je.) sind deshalb nach wie vor an Carl Dimmick, Berlin 80., Elisabeth-Ufer 55, zu richten. Genoffen! Widmen wir uns nunmehr wieder gemeinsam freudig und mit erneuter Energie unserer Zlufgabe, tragen wir die Ideen der völkerbesreienden Sozialdemokratie in die e»t- lcgeusten Winkel und Hütten unseres Wirkungskreises, damit unsere Arbeit noch ersprießlicher werde wie bisher, den Gegnern zum Trotz. Die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg. I. I.: C a r l D i m m i ck, Berlin 80., Elisabeth-Ufer 55. NE. Die in der Provinz Brandenburg erscheinenden Partei- Organe werden um Slbdruck gebeten. Ans der Parteikonferenz des Wahlkreises Hagen» Schwelm fand eine Resolntio», die sich gegen die v. Wächter- sche Agitation ausspricht, einstimmige Annahme. Ans Bayern. Uebec die parlamentarische Thätigkeit der bayerischen Landtagsfraktion gab Vellmar in einer stark de- suchten Münchener Parteiversammlung Rechenschast. Die Partei- genossen erklärten einstimmig, daß sie mit der Thätigkeit der sozialdemokratischen Abgeordneten einverstanden seien. Auf der Tagesordnung derselben Versammlung stand auch noch die Be- schlußfaffnng zum bayerischen Parteitag. Hierzu wurde zunächst angenommen ein Antrag des Genossen Ad. Müller, ans die Tagesordnung des Parteitages ein Referat über das allgemeine direkte Landtagswahlrecht zu setzen, und damit gleichzeilig die Einleitung zu einer allgemeinen intensiven Agitalion für das allgemeine direkte Landtagswahlrecht während der land- tagsfrcie» Zeit zu geben. Außerdem fanden Annahme einige Anträge betr. Agitation. Gewählt wurden sechs Dclegute, darunier die beiden Abgeordneien Vollmar und Birk.— Dänemark. Die Sozialdemolratie von Dänemark hat folgende Genossen als Abgeordnet» zum internationalen Arbeiterkongreß gewählt: P. Holm. Harald Jensen, I. Jensen, K. M. K I a u s e n, P. K n u d s e n und Sigwald Olsen. Die Gewählten sind auch beauftragt, an der inter- parlamentarischen Konferenz sich zu betheiligen, welche neben dem internationalen Arbeiterkongreß tagen wird. Unter den obengenannten Delegirten sind zwei, I. Jensen und Sigwald Olsen. Verlreter des Fachvereins-Verbandcs („De samwirkonde Fachvoreniger")— des Verbandes der dänischen Gewerkschaften. Polizeiliches, Gerichtliches ,c. — Z u 50 Mark Geldstrafe wurde der veranlwortlickie Redakteur der„Rheluisch-westsälischen Arbeiterzeitung". Genosse " Theiß, wegen Beleidigung des nationalliberalen Redakteurs 1 oder wenn das nicht geht, au einer bestimmten Stunde alle Leute, zugegangen, wonach diejenigen Ansiedler, welche dem Ruf nach Richter verurtheilt. Richter erblickt in einem Artikel der Rhein.- die fich für 50 Pfennige im Park befinden, zur Thür hinaus- Afrika gefolgt waren, in das tiefste Elend gerathen waren. So Weftf. Arbeiterzeitung" den Vorwurf des unfittlichen Lebens- werfen. Will die bürgerliche Presse wirklich eine derartige habe der Lieutenant v. K., welcher nach seiner Rückkehr von der wandels, außerdem fühlte er sich beleidigt durch einen Artikel, Brüstirung des Publikums so ruhig hingehen lassen? Kolonie Windhoek feine Familie nicht in Anspruch nehmen wollte, Was nun in welchem die Arbeiterzeitung" die fürzlich erörterten Vorwürfe Die Spezialkataloge der Berliner Gewerbe- Ausstellung sich eine zeitlang als Omnibustutscher ernährt. Richter's und des Anarchisten Dehmel( der damals auch einen find, 13 an der Zahl, jezt sämmtlich im Berlage von Rudolf den zweiten Punkt der Anklage, die angebliche Beleidigung Tag als verantwortlicher Redakteur des nationalliberalen Blattes Mosse erschienen. Sie umfassen: Textil- und Bekleidungs- der Konsuln Vohsen und Schwabe betreffe, von denen er fage, zeichnete!) gegen den Genossen Lütgenau zurückwies. Die Ver- industrie, Bau- und Ingenieurwesen, wie Holzindustrie, Porzellan-, daß sie neuerdings wieder Leimruthen auswerfen, so verweise er bandlung gestaltete sich, wie auch die Zentrumsblätter anerkennen, Chamotte, Glasindustrie, Kurz- und Galanteriewaaren, Metall auf die daran geknüpfte Anmerkung, welche einer Ehrenerklärung vernichtend für Richter. Von den Behauptungen über Lütgenau industrie, Chemie, wissenschaftliche Instrumente, Photographie, gleichkomme. Er behaupte darin, daß die schwindelhafte Res blieb nichts übrig die von Richter und Dehmel damals be: Nahrungs- und Genußmittel, Fischerei Ausstellung, Maschinen- flame jezt ganz aufgehört habe und daß die über die Kolonie nannten Zeugen ließen sie heute völlig im Stich. Dehmel wurde bau, Schiffsbau, Transportwesen und Elektrizität, Gesundheits- Windhöck veröffentlichten Berichte jetzt der Wahrheit entsprächen, obendrein wegen Ungebühr vor Gericht in eine 24stündige Haftpflege, Wohlfahrtseinrichtung, Unterricht und Erziehung, Garten- er glaube aber faum, daß das Unternehmen sich noch in ver ftrafe genommen. Das Gericht verurtheilte Theiß wegen for bau, Buchgewerbe und Papierindustrie, Kolonial- Ausstellung, nünftige Bahnen werde leiten lassen und halte es deshalb für maler Beleidigung zu 50 M., erklärte aber aus- und schließlich die Sonderausstellung der Stadt Berlin. Der das beste, wenn es nicht zu einer Bildung der Geſellſchaft drücklich, daß verleumderische Beleidigung Preis der Kataloge bewegt sich zwifchen 50 Pf. und 1 M. nicht vorliege, das heißt, daß die von Theiß Staatsanwalt Oppermann verkannte nicht, daß der An Etwa hunderttausend Personen sollen aus Anlaß der geklagte Giesebrecht in Wahrnehmung berechtigter Interessen ges aufgestellten Behauptungen( insbesondere über die Verlogenheit der Angriffe auf Jumination am Dienstag die Ausstellung besucht haben. Lütgenau) als unwahr und wider besseres Rückbeförderung bot die bekannten Schwierigkeiten, obgleich weise alle drei Minuten ein Eisenbahnzug abging. Wissen gemacht nicht anzusehen feien. Genosse John vom Volksblatt für Hessen" hat am 16. Juni eine viermonatliche Strafe wegen Breßvergehen an getreten. Er wird während dieser Zeit vom Genossen Garbe vertreten. Gewerkschaftliches. Der erste Direktor der Packetfahrt- Aktiengesellschaft, Herr Paul Isaac, hat die aufs neue von den Angestellten angerufene Vermittelung des Gewerbegerichts zurückgewiesen. Damit ist allerdings der Beweis geliefert, daß sich die Herren von der Direktion in ihrer Sache nicht ganz ficher fühlen, sonst wäre eine Erklärung, weshalb sie diesen Weg einer von ihren Angestellten gesuchten Verständigung ausschlagen, nicht zu finden. in der Weiter erläßt nunmehr die Gesellschaft eine Bekanntmachung, fie mittheilt, daß die seit 6 Wochen in traft bestehenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse in zwei Punkten unhaltbar feien, und zwar: 1. Die Freigabe der halben und ganzen Tage und die dadurch bedingte Unterhaltung eines großen Reservepersonals. 2. Die unberechtigte und fortgefeßte Einmischung fremder, unserem Betriebe fernstehender Elemente in die innersten Angelegenheiten unseres Betriebes und die dadurch hervorgerufene Lockerung der Disziplin. 0 Die tomme. zeit- handelt und sich im guten Glauben befunden habe. Mit Rücksicht darauf, daß es zweifelhaft sei, ob dem Angeklagten das Bewußtsein innegewohnt habe, daß auch die Strafantragsteller sich durch den Ueber die Spuren eigenthümlicher Gepflogenheiten ersten Theil des Artikels beleidigt finden konnten, stellte der Staatseines Theils der Besucher, die sich vorgestern bei dem theuren anwalt in betreff dieses Punktes die Einstellung des Verfahrens Entree von einer Mart die Illumination ansehen konnten, wird anheim. Die Beleidigung der Konsuln Vohsen und Schwabe von einem Berichterstatter gemeldet: Die Rasenflächen um den durch den Vorwurf der Anwendung von Leimruthen sei dagegen See herum waren zerstört und zertreten worden, Stühle des zweifellos erwiesen und beantrage er hierfür gegen Giesebrecht Stuhlverleih- Instituts zertrümmert und Schilder von den Stühlen 300 M., gegen Dr. Bie 100 m. Geldstrafe. Die Vertheidiger abgerissen. Biele Zuschauer hatten sich aus benachbarten plädirten für Freisprechung. Sie hoben besonders hervor, daß Restaurants Bier geholt und die Gläser dann zerschlagen, so durch die ganze Arbeit das Bestreben hervorleuchte, den Finger waren mehrere hundert Seidel, die der Firma Adlon u. Dressel an eine offene Wunde zu legen und in menschenfreundlicher Absicht thatsächlich vorhandene Schäden aufzu gehörten, zertrümmert worden und von hundert Gläsern aus den Sielaff'schen Bierautomaten waren gestern Morgen nur noch decken. Ein unbefangener Leser müsse auch aus dem Artikel fieben Stück vorhanden. Die übrigen waren von den Gästen herauslesen, daß nur den beiden Syndikat?-Mitgliedern, Professor theils zerschlagen, theils gestohlen worden. Auch von den Be- Guny und Dr. Bokemeyer, ein Vorwurf gemacht werden solle. leuchtungsgläsern, welche zu Illuminationszwecken benutzt werden, Der erstere, der inzwischen aus dem Syndikat ausgeschieden sei, wurde eine größere Anzahl vermißt. habe feinen Strafantrag gestellt und daß der verstorbene Dr. Bokemeyer sich nicht bewährt habe, gehe daraus hervor, auch seines Postens als Generalsekretär daß derselbe der Deutschen Kolonialgesellschaft" Kolonialgesellschaft" enthoben worden sei. Nach kurzer Berathung verkündete der Vorsitzende das Urtheil: Der Angeklagte habe den Artikel verfaßt, nicht um sich einen Namen zu machen, nicht weil er Reflame suchte oder anderen Personen etwas anhängen wollte, sondern in der allerbesten Absicht. Es sei ihm zu glauben, daß er das Syndikat habe wollen und beleidigen deshalb sei in Freisprechung erfolgt. Db oder wahr seien nicht, Unglücksfälle auf der Ausstellung. Im Hauptrestaurant Rairo verunglückte am Dienstag ein Mann dadurch, daß der Der Mann erlitt morsche Bretterbelag des Lokals brach. Verlegungen an beiden Beinen und mußte die Hilfe der Unfall. Beim Besteigen der Stufenbahn station in Anspruch nehmen. tam eine Frau zu Fall und erlitt einen Bruch des rechten Unterarmes; ihr mußte auf der Unfallstation ein Gipsverband angelegt werden. Die Eingeborenen von Kairo wurden gestern auf höhere Anordnung durch den Kreisphyfitus auf ihren Gesundheitszustand untersucht. " Punkte behaupteten Thatsachen Bei dem Bau des Riesenfernrohres erlitten vorgestern nicht Die Direktion bestätigt also, daß sie ihr Versprechen vor dem Nachmittag die Zimmerleute Schlicht und Schröder durch ein diesem Gewerbegericht betreffend die Gewährung freier Diensttage für herabstürzendes, eisenbeschlagenes Brett so schwere Verlegungen, die die Angestellten nicht einlöst. Was den zweiten Grund, daß beide nach Anlegung von Nothverbänden auf der Unfall- sei von dem Gericht nicht erörtert worden, es verwahre sich der die Erklärung für die erfolgten Entlassungen geben soll, an- station nach Krankenhäusern gebracht werden mußten. aber ausdrücklich gegen die etwaige Unterstellung, als sei durch betrifft, so wird von den Angestellten entschieden bestritten, daß sie die Unterlassung des Antritts des Wahrheitsbeweises angenommen die in einem solchen Betrieb nothwendige Disziplin lockern worden, daß die behaupteten Thatsachen auf Wahrheit be wollten, vielmehr war allgemein über die Verständigung vor ruhten. Auch in dem zweiten Punkt der Anklage sei auf erkannt worden. Freisprechung Die Neue Deutsche dem Gewerbegericht eine zufriedene Stimmung eingekehrt, die in rücksichtsloser Weise jezt von der Direktion gestört wurde. Rundschau" müsse als ein wissenschaftliches Werk angesehen und Von der Einmischung fremder Glemente fann gar deshalb angenommen werden, daß deren Lefer auch die Anteine Rede sein, da die Organisation, der die Angestellten zum Koloniale Spekulationen. Unter diefer Ueberschrift merkungen zu den Artikeln lesen. Durch eine solche sei aber theil angehören, nach Erledigung der Sache vor dem erschien im verflossenen Jahre in der Novembernummer der das beleidigende in dem Ausdruck Leimruthen" aufgehoben Gewerbegericht jede weitere Thätigkeit einstellte. Die Monatsschrift Neue deutsche Rundschau" ein längerer, Aufsehen worden. Gründe find bei Gerichts- Beitung. Grelling. Die beiden den Haaren herbeigezogen und können erregender Artikel, der dem Verfasser, dem auf tolonial- littera- Von dem Armenkommiffions Vorsteher Ludwig nicht dazu beitragen, beitragen, die Direktion in ihren Maßrischem Gebiete bekannten Schriftsteller Franz Giesebrecht, Wienecke, Steinmenstraße 32, berichteten wir am 7. Mai, nahmen zu rechtfertigen. Der wahre Grund dürfte in sowie dem Redakteur der Monatsschrift, dem Privatdozenten daß dieser Herr in einer von ihm gegen eine Arme angestrengten den finanziellen Belastungen der Gesellschaft zu suchen sein. Dr. phil. Oskar Bie eine Anklage wegen Beleidigung zuzog. Beleidigungsklage vor Gericht den denkwürdigen Ausspruch ge Wir meinen aber, daß ein Unternehmen, welches 25 Prozent Die Sache gelangte gestern vor der ersten Strajkammer than hatte, in seinem ihm von der Stadt anvertrauten Ehrenamt Dividende seinen Aktionären gewährt, wenn nur ein wenig des Landgerichts I unter dem Vorsitz des Landgerichts- habe er nur mit Pöbel zu thun. Die mehrfach vorbestrafte AnHumanität bei der Verwaltung obwaltet, eine solche Mehraus derektors Ried zur Verhandlung. Die Anklage vertrat geklagte, die sich in tieffter Noth befand, wollte von dem Armengabe im Interesse der Arbeiter tragen kann. Staatsanwalt Oppermann, die An die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Ver- Rechtsanwälte Nägel II unb Dr. Credigung führten die vorsteher eine Brille bewilligt haben; als per Mann der Armen Der Angeklagte diese Brille abschlug, sollen die infriminirten Aeußerungen ge bandes! Kollegen und Kolleginnen! Bereits sechs Wochen währt Giesebrecht ist derselbe, der seinerzeit durch Veröffentlichung fallen sein. Wie noch erinnerlich, war dem Armenkommissionsdie Aussperrung eines großen Theils unserer Kollegen durch den des Valentin'schen Tagebuches das Verfahren gegen Leist und Worsteher Wienecke die Strafe von einer Woche Gefängniß, auf Ring der Kühnemänner. Wenn nun auch unsere Kollegen einige bl an indirekt veranlaßt hat. In dem Artikel wurde die welche erkannt wurde, anscheinend noch nicht hoch genug, denn find in dem Willen, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis ihre Geschäftsführung der Südwest- Afrikanischen Kolonial- Gesellschaft er erfundigte sich bei dem Vorsitzenden des Gerichtshofs, ob er Forderungen bewilligt sind, so dürfen wir doch nicht vergessen, in äußerst abfälliger Weise beurtheilt. Der Gesellschaft sei von gegen das Urtheil nicht Berufung einlegen tönne. Hoffentlich Stück Land zu daß, Ansiedelungszwecken hat der Erfolg der denn auch wirklich eingelegten Berufung den die Widerstandsfähigkeit der Ausgesperrten zu der Regierung ein um erhalten, die Kollegen unterstützt werden müssen. Es ist auch überlassen worden, welches die Namen Groß- und Klein- Windhoek Armenvorsteher befriedigt, denn die 7. Straffammer am Landnach der Bekanntmachung der Kühnemänner vom 15. Juni nicht erhalten habe. Um nun deutsche Lanbleute zu bewegen, ihre gericht I. hat gestern die Angeklagte Emma 2. zu sech 3 Wochen abzusehen, wann diese Herren zur Einsicht kommen werden. Sie Heimath zu verlassen und sich in Afrika anzusiedeln, würde zu Gefängniß verurtheilt! hoffen, daß durch Drohungen, die freilich den Stempel der den verwerflichsten Mitteln gegriffen. Es würden unwahre Zeitungsredakteure dürfen nicht allzu simperlich sein in größten Verlegenheit tragen, die Ausgesperrten sich zur Aufnahme Berichte über die Kolonie veröffentlicht, welche eine glänzende der Arbeit verleiten lassen. Um das zu verhindern, ist es noth- Schilderung von den dortigen Verhältnissen entwürfen, aber bezug auf vermeintliche Ehrenkränkungen und im allgemeinen wendig, daß die Sammlungen für freiwillge Unterstützungen durchweg unwahr feien. Das den Ansiedlern überlassene Land sei gehört es nicht zu ihren Gepflogenheiten, wegen Beleidigungen eifrig fortgefeht und die auf Listen und Marken gesammelten zur Ürbarmachung nicht geeignet und eine Verwerthung der erzielten zum Radi zu laufen. Anders scheinen hierüber Redakteur und Gelder sofort an die bekannten Stellen abliefert werden, damit Erzeugnisse stoße wegen der weiten Entfernungen auf große Verleger der Harburger Zeitung" zu denken. wir den Ausgesperrten gegenüber unsere Pflicht erfüllen fönne. Schwierigkeiten. Das Leben sei dort ebenso theuer wie in Berlin, Ordnungsstügen waren infolge fortgesetter Anrempelung des Denn die erfolgreiche Zurückweisung der Aussperrung ist auch man habe mit großem Waffermangel zu kämpfen und nur wenigen, dortigen sozialdemokratischen Blattes" Harb. Voltsblatt" von ein Erfolg für die nichausgesperrten und arbeitenden Kollegen.mit besonders großem Vermögen ausgestatteten Ansiedlern gelinge diefem in gebührender Weise auf die Finger geklopft worden. Also auch für Euch fämpfen jene Ausgesperrten. es, dort das Leben zu friften. Das Syndikat nehme sich der Das hatte die Herren so sehr gekränkt, daß sie nach dem Sorgt deshalb für die schnellste Ablieferung der gesammelten jenigen, welche drüben verarmit und zugrunde gegangen seien, Schöffengericht liefen, um ihre zerzauste Ehre wieder flicken zu Gelder und erfüllt in der Aufbringung derselben Gure äußerste feineswegs an, ein früherer Lieutenant und Rittergutsbesitzer, laffen. Genosse Redakteur Thiel wurde wegen formaler BePflicht. Die Agitationstommission des Deutschen der in Klein- Windhoek sein ganzes Vermögen zugesetzt hatte und leidigung des Herausgebers der„ Harb. 3tg.", Goltermann, zu Metallarbeiter Verbandes. J. A.: Hermann wegen Mangels an Reisegeld nicht zurückkehren fonnte, müsse drei Wochen Gefängniß und wegen Beleidigung des Redakteurs drüben als Biehhüter sein Leben fristen. Ein anderer deutscher Thiemann zu vierzehn Tagen Gefängniß verurtheilt. Wegen Faber, Flottwellstr. 15. Karnap, habe die Rück. Beleidigung des Redakteurs Thiel vom„ Volksblatt", der Wider Der Streit der Maurer in Gera Reuß dauert noch Offizier, der Lieutenant von immer fort. Die Meister haben in der lezten Versammlung be- reise, wenn auch unter großen Entbehrungen ermöglicht, derselbe lage erhoben hatte, wurde der Redakteur Thiemann von der schlossen, die noch für die alten Bedingungen Arbeitenden eben habe gegen die Gesellschaft einen Zivilprozeß angestrengt, der Harb. 3tg." zu 50 M. Geldstrafe und wegen Beleidigung des Der Verfasser der Genossen Martens zu 60 m. verurtheilt. Ferner hatten auch falls auszusperren, wenn die Streifenden bis Sonnabend zur Zeit noch nicht endgiltig erledigt sei. vom Syndikat angestellte Redakteur Kauffmann und Verleger Weniger vom Voltsblatt" bie Arbeit nicht wieder aufnehmen. Täglich reisen noch Gesellen Schwindelhaften Berichte sei der ab, da in der Umgegend überall viel Arbeit vorhanden ist. Für Dr. Bokemeyer, ein allerdings tüchtiger und energischer, aber den Thiemann verklagt und erzielten eine Verurtheilung desselben uns steht der Streit sehr günstig, da nur wenig Zuzug zu ver- gewiffenloser Mensch, der viele Menschen durch seine Ver- zu 60 M. bezw. 30 M. Geldstrafe. Ueber einen Anarchistenprozeß wird uns aus Leipzig zeichnen ist. Die Haltung der Streifenden ist eine gute und die der Syndikatsmitglieder, der Geheime Justizrath Professor vom 16. Juni berichtet: In das Untersuchungsgefängniß des die- lockungen und Versprechungen ins Unglück gestürzt habe. Eines felben hoffen auf einen baldigen Sieg. Cuny, habe die Aufgabe gehabt, die von Dr. Bote hiesigen Landgerichtes wurde heute der Buchbinder Jacobi Gera, den 16. Juni 1896. mener erlassenen Rundgebungen gegenzuzeichnen und habe aus Freiburg in Baden eingeliefert, gegen welchen beim Streitkommission der Maurer Gera( Reuß). derselbe ihm viel zu viel Vertrauen geschenft. An Reichsgerichte eine Untersuchung wegen anarchistischer UmAlle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Diese Mittheilungen schlossen sich etwa 20 Zeugnisse von Antriebe und hochverrätherischer Handlungen eingeleitet worden ist. Die Zimmerer von Trebbin haben am 14. Juni eine fieblern, welche in Afrika höchst traurige Erfahrungen Ein Beschluß über die Eröffnung des Hauptverfahrens ist, soviel Die Sache wird aber Bahlstelle des Verbandes deutscher Zimmerer gegründet. gemacht hatten und die Wahrheit der vom Verfasser des Artikels wir erfahren, bis jetzt noch nicht gefaßt. Maurer. Die in Hamburg in der Schäferstraße bei aufgestellten Behauptungen bestätigten. Zum Schluß warnte der voraussichtlich vor Beginn der Gerichtsferien noch erledigt werden. dem Bau der Miethstasernen des Maurermeisters Gerharry be- Angeklagte dringend vor der Auswanderung nach Klein- Windschäftigten Bauarbeiter traten an ihren Arbeitgeber mit dem hoet. Das Syubitat sei jetzt anders zusammengesetzt, neuerdings Gesuch heran, ihren Lohn von 85 auf 40 Pf. zu erhöhen. Das würfen die beiden Mitglieder desselben, die Konsuln Vohsen und Depelthen und lehte Nachrichten. Gesuch wurde abschlägig beschieden, worauf die Arbeiter die Schwabe, wieder Leimruthen aus. Allerdings müsse man anArbeit einstellten. erkennen, daß die früheren schwindelhaften Reklamen und un- Madrid, 17. Juni.( W. T. B.) Der ruffische BotschaftsIn der Metallwaaren- Fabrik von Dürrtopp in wahren Berichte jetzt aufgehört hätten, es sei aber doch zu sekretär trat letzte Nacht aus seiner Wohnung auf die Straße, Sogleich stürzten sich Wien sind, wie uns ein Privat- Telegramm meldet, Differenzen wünschen, daß es nicht zur Bildung der Gesellschaft komme. wobei er feinen kleinen Hund trug. ausgebrochen, weshalb Zuzug von Schleifern zu unterlassen ist. Da in dem Artikel stets nur von dem" Syndikat" der Gesell- städtische Hundefänger auf ihn, um ihm das Thier zu nehmen. Bekanntlich hatten die Bielefelder Arbeiter mit der dortigen fchaft die Rede war, so ftellten sämmtliche 16 Mitglieder des- Troy seines Widerspruches bestanden die Bediensteten auf ihrem Dürrkopp'schen Fahrrad Fabrit einen harten Strauß auszu- selben, an der Spize der Fürst Hohenlange- Langenberg, gegen Verlangen. In dem sich entspinnenden Streit erhielt der Botschaftsden Verfasser und Redakteur des Artikels Strafantrag wegen sekretär leichte Verlegungen an der Hand; er verlangte während tämpfen.Neunkirchen( Niederösterreich). Der Bezirks- Haupt- Beleidigung und die Konsuln Bohse und Schwabe noch besonders deffelben Hilfe von den Munizipalgardisten, welche jeboch ver mann v. Steinbl hat seine Bermittelungs- Verband. wegen des Vorwurfs, daß sie Leimruthen auslegten. Da nach weigert wurde. Der Botschaftssekretär begab sich alsbald aur der in gewissen Fällen geübten Praxis nicht wegen ver- Präfektur und führte Beschwerde. Der Polizeichef ließ sowohl lungen zwischen den hiesigen ausständigen leumderischer, sondern wegen einfacher Beleidigung die Hundefänger als die Gardisten festnehmen; sie wurden in Arbeitern und den Fabrikanten abgebrochen, Anklage erhoben war, so war der Beweis der Wahr Untersuchungshaft gesetzt und die Untersuchung gegen sie sogleich ba die letteren erklärten, sich auf weitere Ber beit, der von den Angeklagten angeboten worden war, handlungen nicht einlassen zu können, solange vom Gerichtshofe nicht für nothwendig erachtet. Die Beweisnicht jeglicher Terrorismus der Arbeiterschaft aufgehört hätte. aufnahme beschränkte sich auf die Verlesung des beanstandeten Gewerbe- Austellung 1896. Artikels. eröffnet. " " London, 17. Juni.( W. T. V.) Der Dampfer Drummond Castle" stieß um Mitternacht bei Dueffant mit einem un bekannten Dampfer zusammen. Der Drummond Castle" Der Angeklagte Giesebrecht ließ sich dahin aus, daß er fant fast augenblicklich. In dem hiesigen Bureau der Castle- Line lediglich die Interessen der geschädigten Ansiedler habe wahr hegt man die bestimmte Hoffnung, daß eine Anzahl Personen Wie der Arbeitsausschuß die Eintrittspreise reformirt. nehmen wollen. Die Strafantragsteller habe er nicht treffen wollen, durch die Boote gerettet ist. Als der Drummond- Castle" Laz Es hat sich als ein da er noch heute die in seinem Auffage fundgegebene Ansicht, Palmas verließ, hatte er 148 Passagiere und 103 Offiziere und Ein Ausstellungsberichterstatter meldet: Uebelstand" herausgestellt, daß an Beleuchtungstagen das erhöhte daß die anständigen Mitglieder des Syndikats von der Geschäfts- Mannschaften an Bord. Entree von einer Mark erst von fünf Uhr an erhoben wird. führung des Dr. Bokemeyer keine Kenntniß gehabt, vertrete. Petersburg, 16. Juni. Verspätet eingetroffen.( W. T. B.) Der Uebelstand bedarf nothwendig einer Abänderung dahingehend, Nur der lettere sollte gefennzeichnet werden, wobei dem Pro- Die Arbeiter zahlreicher erster Fabriketablissements befinden sich daß die Erhöhung des Eintrittspreises bereits zu einer früheren feffor v. Cuny der Vorwurf nicht zu ersparen fei, daß er im Ausstand. Die Arbeiter verlangen Lohnerhöhung, verhalten Stunde, um 1 oder 2, spätestens aber um 3 Uhr nachmittags dem verstorbenen Dr. Bokemeyer fahrlässiger Weise blindes sich jedoch ruhig. Um etwaigen Unruheftiftungen vorzubeugen, stattfindet." Man sollte au Beleuchtungstagen der Vorsicht halber Vertrauen geschenkt habe. Er habe den Aufsatz verfaßt lediglich sind in den Arbeitervierteln Truppendetachements, Gendarmerie, schon morgens in der Frühe den doppelten Eintrittspreis nehmen, aus ethischen Beweggründen, von vielen Seiten sei ihm Material Polizei- und Feuerwehr- Kommandos in Bereitschaft gehalten. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen, 1. Beilage zum„Vowiirts" Berliner Volksblatt. Donnerstag» den 18. Inn: 1896._ 13. Jahrg. Nr. 140. Veichsksg. 107. Sitzung vom 17. Juni 1396, 11 Uhr. Am Tische des Bundesroths: Reichskanzler Fürst Hohen- lohe, von Bötticher, von Marschall. Gras Posa- d o w s k y. Den Vorsitz führt der erste Vizepräsident Schmidt. Ans der Tagesordnung steht zunächst die Jnterpella- tio» der Abgg. Graf v. Hompesch und Genossen: „Am 20. Februar 1895 beschloß der Reichstag mit großer Mehrheit den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Aufhebung des Gesetzes über den Orden den Gesellschaft Jesu vom 4. Juli 1872. Am 7. Dezember 1895 theilte der Stellvertreter deS Reichskanzlers. Herr Staatssekretär und Staatsminister Dr. v. Bötticher. dem neu zusammengetretenen Reichstage amtlich mit, ein Beschluß des Bundesralhs über den obigen Reichstags- Beschluß sei bisher nicht erfolgt. Die Unterzeichneten richten an den Herrn Reichskanzler die Fragen: 1. ist ein Beschluß des Bundesraths in dieser Angelegenheit auch heute noch nicht erfolgt? Und wenn nicht, 2. aus welchen Gründen hat der Bundesrath die Fassung einer Entschließung über den genannten Beschluß des Reichstages biS jetzt verzögert? 3. gedenkt der Herr Reichskanzler eine solche Entschließung nunmehr nach Ablauf von 16 Monaten, und jedenfalls noch vor Beendigung des gegenwärtigen Abschnitts der Reichstags-Arbeiten herbeizuführen?" Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärt sich zur sofortigen Beantwortung bereit. Abg. Gras Hompesch(Z.): Es entspricht nicht den Geboten der Billigkeit, ein Gesetz aufrecht zu erhalten, durch welche- unserer heilige» Kirche jede freie Thätigkeit genommen wird, während der erste beste Anarchismus seine Lehren und Thätigkeil verbreiten kann. Von diesem Standpunkte aus ist es für unsere katholische Bevölkerung von der größten Wichtigkeit zu ersahren, ob noch im Laufe der jetzigen Tagung eine entsprechende Stellungnahme zu unserem Antrag zu erwarten ist. Indem ich nun den Herrn Reichskanzler bitte, unsere Fragen zu beantworten, will ich noch ausdrücklich konstatiren, daß die Antwort, sie möge ausfallen, wie sie wolle, unsere Stellung- nahine zum Bürgerlichen Gesetzbuch in keiner Weise alterirt, daß alle Kombinationen hierüber jeder thatsächlichen Unterlage entbehren und vollständig grundlos sind. (Beifall im Zentrum.) Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Auf die Anfrage der Herren Interpellanten habe ich folgendes zu erwidern: Die Be- schlußfassung des Bundesralhs auf den vom Reichtage am 20. Februar vorige» Jahres in dritter Berathung angenommenen Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung des Gesetzes über den Orden Jesu vom 4. Juli 1872 ist bis heute noch nicht erfolgt. Der Bundesrath hat davon absehen zu können geglaubt, baldigst von neuem zu der Frage der Aufhebung dieses Gesetzes Stellung zu nehme», weil er vor ver- hältnißmäßig kurzer Zeit, am 9. Juli 1894. die Frage einer eingehenden Berathung unterzogen hatte, und zu der auch dem Reichstage mitgetheilten nahezu einmüthigen Ueberzeugung ge- langt war, daß er einer Aufhebung des Gesetzes nicht zustimmen könne. Seit der Zeit sind keinerlei Umstände eingetreten, welche gegen- wärtig eine veränderte Stellungnahme als nothivendig erscheinen lassen. Zugleich aber ist die Verzögerung dadurch hervorgerufen, daß es in der Absicht liegt, in eine weitere Prüfung darüber einzutreten, ob außer den durch den Bundesrathsbeschluß vom 9. Juli 1894 von der A»Wendung des Ge- setzes ausgeschlossenen Kongregationen der Redemptoristen und Priester vom heiligenGeist noch die eine oder andere Genossenschaft, welche bisher denWirkungen desselben unterstellt gewesen ist, von diesen Wirkungen ebenfalls aus- genommen werden kann. Die Prüfung ist noch nicht beendet. Es empfiehlt sich deshalb, den Abschluß der Erörle- rungen abzuwarten, um wenigstens insoweit den auf die Zulassung einer Genossenschast gerichteten Wünschen entgegenkommen zu können, als dies nach der Auffassung der verbündeten Re- gierungen thunlich erscheint. Inzwischen bin ich bereit, auf eine beschleunigte Beschlußsassung des Bundesralhs hinzuivirken. Auf Antrag des Abg. Lieber(Z.) tritt das Haus in die Besprechung der Interpellation ein. Abg. Lieber(Z.): Graf Hompesch hat sich bei seiner Be- gründung jeder Schärfe enthalte»; er hat bescheiden nur vom Zentrum und der katholischen Kirche gesprochen, während es sich eigentlich um eine Geringschätzung des Reichs- tages handelt(Sehr richtig! im Zentrum und links), wenn nach 16 Monaten ein Beschluß des Bundesraths noch nicht er- zielt ist. Es ist schwer, eine Parallele nicht zu ziehen gegenüber anderen Angelegenheiten.(Sehr richtig! im Zentrum und links.) Die verbündeten Regierunge» sind bei ihren Vorlagen, wenn sie abgelehnt werden, schnell bei der Hand, eine neue Vorlage zu machen. Es ist in hohem Maße befremdend, wie Anträge der verbündeten Regierungen mit Hochdruck zur Verabschiedung ge- bracht werde», während man auf der anderen Seile wahrnehmen muß, mit welcher Langsanikeil und Bedächtigkeit der hohe Bundesrath längst spruchreife Entscheidungen des Reichstages erwägt. Der Gegensatz, daß der Anarchist frei umherziehen kann, während der Jesuit bei Gefahr der Ausiveisung sich aller geistlichen Amtshandlungen enthalten muß. ist krasser, als Graf Hompesch dargestellt hat. Es ist ja die tröstliche Aussicht eröffnet worden, daß einige Ausnahmen gemacht iverden sollen. Ich hoffe, daß die Frauen vom heiligen Herzen Jesu zu diese» Ausnahmen gehören. Ich halte es für eine Schmach für Deutschland(lebhafte Zustimmung), daß diese Frauen nur des- halb ans Deutschland verwiesen sind, weil der hohe Bundesrath sie für de» Jesuiten verwandt hält. Aber in dem Augenblick, wo wir die Hand bieten, das Bürgerliche Gesetzbuch bald zu ver« abschieden, um endlich die ersehnte Rechtsgleichheit einzusühren, müssen wir klagend vor die Gesetzgebung des Deutschen Reiches treten, weil immer noch die politische und verletzende Rechtsungleichheit ausrecht erhalten wird vom Bundesrath. Der Reichstag hat das seinige gethan. Es wird nunmehr Sache der verbündeten Regierungen sein, auch das ihrige zu thun.(Lebhafter Beifall im Zentrum und bei de» Polen.) Abg. Graf Limbnrg-Stirum(k.): Ich bin nicht der Mei- nung daß nian das Jesuitengesetz in seiner Gesammtheit a»f- heben kann, daß die verbündeten Regierunge» in der Lage sein werden im Interesse des religiös-politischen Friedens dasselbe zu be- seitigen(Widerspruch im Zentrum.) Da der Antrag seinerzeit so gestellt war ist es für die Regierung unmöglich, ihm beizutreten. Ein Theil meiner Freunde, nicht alle, würden geneigt sein, den § 2 aufzuheben Ich möchte den Herren daher vorschlagen, zwei Anträge zu stellen: Das ganze Gesetz aufzuheben oder den zweiten Paragraphen; die verbündeten Regierungen können dann das eine oder das andere annehme». Abg. Schall(k.): Es ist aus unserem Schweigen der Schluß gezogen worden, daß die evangelische Geistlichkeit ihre Pflicht verletzt hätte, aus Konnivenz gegen die Kathollken oder aus Ver- kennung der Wichtigkeit der Sache. Der Jesuitenorden ist nach feiner Begründung, Geschichte und Praxis ein Kampforden (Widerspruch im Zentrum) zur Bekämpfung der evangelischen Kirche(Widerspruch im Zentrum). Die evangelische Kirche trägt die Malzeichen dieses Kampfes noch zu sehr an ihrem eigenen Leibe, als daß sie sich dazu verstehen könnte, ihre Gegner zu stärke». Deswegen bleibt es bei uns dabei bezüglich der Jesuiten: sind. ubi sunt(sie mögen sein, wo sie sind), aber bei uns von sivt (mögen sie nicht sein). Abg. Richert(srf. Vg.) weist darauf hin, daß er die un- billige Bestimmung des§ 2 des Jesuitengesetzes zu beseitigen beantragt habe; der Bundesrath sollte diese Frage von neuem erwägen und eine dahingehende Vorlage einbringen; der Reichstag würde sie einstimmig annehmen. Abg. Bebel(Soz.): Wir sind Feinde jeder Ausnahmegesetz- gebung, gleichviel ob sich dieselbe gegen eine Rasse oder gegen eine Klasse, gegen ein Geschlecht oder gegen eine politische Partei richtet. Dieses traurige Ueberbleibsel aus der Zeit des Kulturkampfes muß daher schleunigst beseitigt iverden. Wir wissen, daß wir eintreten für die Zulassung von Männern, die zu unseren geschworenen Feinden gehören(Beifall im Zentrum); aber mir fürchten uns vor ihnen nicht; wir vertrauen der Güte unserer Sache und werden den Kamps mit ihnen wagen, obgleich die Ordnungsparteien an diesen Männern einen sehr bedeutenden Zuwachs an Intelligenz und Macht gewinnen.(Sehr richtig! ,m Zentrum.) Es ist ein merkwürdiges Ding, daß ein Jahr nach Gründung des Deutschen Reiches sofort mit der Ausnahmcgesetzbuug vor- gegangen wurde, daß während der 25 Jahre seines Bestehens alle möglichen Ausnahmegesetze gemacht sind, bald gegen eine Konfession, bald gegen einen Volksstamm in Polen oder in Elsaß- Lothringen, bald gegen eine politische Partei. An der Spitze der- jenigen, welche diese Ausnahmemaßregeln besürworteten, stand die Partei, welche sich national und liberal nannte, aber beides nicht war.(Zustimmung links und im Zentrum.) Es kam schließlich so weit. daß beinahe die Mehrheit der Deutschen als Reichsfeinde bezeichnet wurde.(Sehr wahr! links und im Zentrum.) Als Gegner des ganze» Ausnahmegesetzes bedanke ich mich für das Zugeständniß der Entbehrlichkeit der einen Hälfte desselben; die Beseitigung dieser einen Hälfte mögen die Freunde des Ausnahmegesetzes selbst beantragen.(Sehr richtig! im Zentrum.) Wenn auch seitens der Regierung die Beseitigung des Z 2 vorgeschlagen würde, so müßte ich doch die Herren vom Zentrum schlecht kennen, wenn sie nicht trotzdem auf Beseitigung des ganzen Gesetzes be- ständen(Sehr richtig! im Zentrum) und ich werde sie dabei unterstützen. Grai Limburg will die Jesuiten fern halten wegen des religiös- politischen Friedens. Haben wir seit der Ausweisung der Jesuiten denn Frieden gehabt? Fürst Bismarck hat keinen größere» Fehler gemacht als da- inals, als er den Kulturkampf in Szene setzte.(Sehr richtig! im Zentrum.) In der Beurtheilung der großen Strömungen des geistigen und öffentlichen Lebens war der große Staatsmann ein jamniervoller Stümper.(Gelächter rechts, Zustimmung links.) Den Frieden werden wir nicht haben, wenn die Jesuiten zurück- kehren, obgleich die Jesuiten eine Kampfgenossenschaft sind, die namentlich bei der Unfähigkeit der Rechten von nicht zu unterschätzendem Nutzen sein kann.(Zustimmung.) Mit Leuten, die keiner Logik fähig sind, wird man sich ver- geblich cstreiten. Daß Herr Schall Sorge hat, daß die resormatorischen Errungenschaften gefährdet sind, ist ja anzu- nehmen. Aber der Kamps wird ja von der katholischen Kirche schon geführt und wenn er mit Erfolg geführt werden konnte, dann ist daran schuld, daß die Träger des Protestantismus in den sozialen Fragen eine so traurige Rolle spielen, wie z. B. Herr Schall in der Bäckerfrage. Die Arbeiter haben allerdings kein Zutrauen mehr zur evangelischen Geistlichkeit und Kirche. Soll jeder Deutsche sich wohl fühlen, dann muß die Ungerechtig- keil der Ansnnhinegesetze entfernt werden und dazu gehört das Sozialistengesetz(Heiterkeit), ich meine das Jesuitengesetz.(Beifall im Zentrum und links.) Abg. Fürst Radziwill spricht namens der Polen die volle Zustimmung zur Interpellation des Zentrums aus. Alle Parteien des Hauses sollten sich darauf besinnen, daß die Gleichheit vor dem Gesetz die Grundlage aller bürgerlichen Ordnung ist, daß die Ausrechterhaliung des Jesuitengesetzes dieser Gleichheit widerspricht.(Beifall im Zentrum.) Abg. v. Bennigsen(natl): Die Stellung, welche Fürst Bismarck als großer und schöpferischer Staatsmann in der Weltgeschichte und der deutschen Geschichte einnimmt, ist vollständig unabhängig von der Beurtheilung des Abg. Bebel.(Beifall.) Es handelt sich nicht um einen Antrag; ich möchte es mir daher versagen, auf die Sache selbst einzugehen. Die Stellung unserer Partei ist bekannt genug. Ich möchte nur aussprechen im Anschluß an die Aeußcrungen der Abgg. Rickert und Graf Limburg, daß es sich bisher ge- handelt hätte um die Aufrechterhalinng der Beseitigung des ganzen Gesetzes. Namens meiner Freunde glaube ich sagen zu können, daß Vorschriften gegenüber, welche seit mehr als zwanzig Jahren gar nicht praktisch geworden sind und welche ihrem In- halte nach etwas Verletzendes haben, wir einer Anregung auf Prüfung dieser Bestimmungen nachgebe» werden. Es wird sehr wohl möglich sein, in bezug darauf eine Verständigung zwischen dem Reichstage und den verbündeten Regierungen zu erreiche». (Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. v. Hodcnbcrg: Wir Deutsch- Hannoveraner als evangelische Christen und Anhänger der Rechtspartei unterstützen die Interpellation aufrichtig; was meine Person betrifft, so kann ich jedes Wort des Herrn Bebel unterschreiben.(Hört, hört! rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Ueber die Geschichte hat die Zukunft zu entscheiden. Heute sind es die Geschichlsmacher und Geschichts- fälscher, von denen die öffentliche Meinung abhängt. Das Ur« theil der Zukunft wird wahrscheinlich mehr in meinem Sinne als in dem des Herrn v. Bennigsen ausfallen.(Beifall links.) Abg. Graf Limburg- Stirnm: Herr Bebel hat uns Un- fähigkeil im Kampfe gegen die Sozialdemokratie vorgeworfen. (Sehr richtig! links.) Darauf will ich nicht antworten.(Heiter- keit. Zuruf B e b e I' s: Sie können nicht!) Wir können doch nicht unsere Befähigung nachweisen.(Große Heiterkeit links.) Herr Bebel hat bezüglich des Fürsten Bismarck � behauptet, daß das Urtheil der Geschichte in seinem Sinne ausfallen werde. Es liegt in dem Wesen der Menschheit, daß die Grundsätze des Fürsten Bismarck in der lebendigen Geschichte der Zukunft immer noch wirksam sein werden. Tie Sozialdemokraten sind eine temporäre(zeitweise) und ephemere(vorüber- gehende, bald verschwindende) Erscheinung— die Grundsätze des preußischen Staates und des Reiches werden bleiben. Wenn es auch die gegenwärtigen Leute nicht sein werden, aber Leute aus der konservativen Partei werden eine große Rolle spielen in dem Kampfe, in welchem über Sie(zu den Sozialdemokraten) zur Tagesordnung übergegangen werden wird.(Beifall rechts.) Abg. Licbermaun v. Sonnenbcrg: Die deutsch-soziale Reformpartei läßt ihren Mitgliedern freie Hand in dieser §rage. Ich selbst hätte nichts gegen die Aufhebung des esuitengesetzes; ich würde dadurch nicht in Widerspruch mit meinen Wählern kommen. Wenn Herr Bebel den Fürsten Bis- marck einen jammervollen Stümper genannt hat, so befindet sich dieser in der Rolle des Mondes gegenüber einem bekannten Hausthiere. Fürst Bismarck wird das ertragen, daß aber solche Ausführungen hier gemacht werden konnten, das fällt nicht aus den Fürsten Bismarck, sondern darauf, daß im Reichstag e i n s o j a m m e r v o l l e s, stümperhaftes und takt- loses Präsidium vorhanden ist.(Große Unruhe links und im Zentrum.) � Vizepräsident Schmidt-Elberfeld: Der Herr Abg. Lieber- mann v. Sonnenberg hat die Würde dieses Hauses in einer Weise verletzt, wie dies wohl noch niemals vorgekommen ist; ich rufe ihn daher zur Ordnung!(Lebhaste Zustimmung� links und im Zentrum.) Abg. Bebel(Soz.): Fürst Bismarck hat mich und die Sozial- demokraten im Reichstage, ohne vom Präsidium gehindert zu sein, aufs ärgste geschmäht. Ich wurde daran verhindert, ihm zu antworten, und als ich ihm draußen antwortete, da wurde ich angeklagt vom Fürsten Bismarck. Wenn wir eine ephemere Erscheinung wären, dann brauchte man nicht den ganzen Apparat der Gesetzgebung gegen uns in Thätigkeit zu setzen; gegen eine solche Erscheinung macht man keine Aus- nahmegesetze. kein Umsturzgesetz, dagegen führt man nicht Tag für Tag einen Krieg in der Presse. Der preußische Staat ist nicht von Ewigkeit an gewesen. er wird einmal aufhören. Es giebt nichts Beständiges in der Welt als den Wechsel, dem auch der prenßische Staat unter- worfen ist. Beginnen Sie den Kampf gegen uns, wir werden unseren Mann stellen. Abg. Liebermann d. Sonnenberg: Ich habe nicht die Sozialdemokratie mit einem Hausthier verglichen; ich habe nur die persönlichen Beziehungen zwischen dem Fürsten Bismarck und Herrn Bebel in diesem Bilde dargestellt. Fürst Bismarck hat in seiner Bekämpfung der Sozialdemokratie vielleicht nicht überall das richtige getroffen, er hat aber ihre Gefährlichkeit richtig erkannt. Herr Bebel hätte richtiger ge- handelt, wenn er seine Kritik nicht in so scharfe Formen ge- kleidet hätte. Deshalb war meine Abwehr so scharf in ihren Worten. Daß wir der Sozialdemokratie die unbequemste Partei sind, das haben wir aus der Beschimpfung ihrer Presse ersehen. Vizepräsident Schmidt: DaS letzte war nicht mehr zur Interpellation. Abg. Bebel: Eine Unterweisung in bezug auf den guten Ton zu geben, dazu erkenne ich dem Vorredner am allerwenigsten eine Berechtigung zu. Abg. Lieber: Es lag nicht in der Absicht meiner politischen Freunde, eine Würdigung der Thätigkeil des Fürsten Bismarck herbeizuführen. Wenn seitens eines Herrn der anderen Par- teien die Aufhebung des 8 2 des Jesuitengesetzes beantragt wird. oder wenn seitens der verbündeten Regierungen eine solche Vor- läge gemacht wird, so werden wir dabei mitwirken, aber ohne damit aus die Beseitigung des§ 1 Verzicht zu leisten. Damit schließt die Besprechung. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Berathung des Antrages betreffend das Vereins- und Versammlungsgesetz. Einem Antrage des Abg. v. Mantenffel(k.). diesen Gegen- stand abzusetzen bis zur Erledigung des Nachtragsetats, wider- spricht Abg. Singer(Soz.), während Abg. Lieber(Z.) ihn unterstützt, da die Nachtragsetats leine lange Diskussion hervor- rufen werden. Abg. v. Levctzow meint, daß bei diesem Antrag wegen deS Vereinsrechts die Verhandlungen leicht einen jähen Abschluß finden könnten. Abg. Singer: Wenn das HauS durch Mehrheitsbeschluß eine Aenderung der Tagesordnung herbeiführen sollte, so würden wir der den Nachtragsetals von allen Mitteln der Geschäfts- ordnung Gebrauch machen. Gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Zentrumsmitglieder wird die Aenderung der Tagesordnung ab- gelehnt. Abg. Graf Mirbach bezweifelt die Beschlußfähigkeit deS Hauses, worauf Vicepräsident Schmidt ihm bemerkt, daß dies nur möglich sei, wenn eine Abstimmung bevorsteht. Es folgt die dritte Berathung des Antrages wegen des Vereins- und Versammlungsrechts. Zu den Beschlüssen zweiter Lesung liegt ein Antrag Bassermann und Genossen, unterstützt von allen Parteien mit Ausnahme der Konservativen, vor, als einzigen Artikel an stelle der 18 Paragraphen des Beschlusses zweiter Lesung an- zunehmen: „Inländische Vereine jeder Art dürfen niit einander in Ver- bindung treten. Entgegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen sind aufgehoben." Abg. Meister(Soz.) verweist darauf, daß in Hannover die Gewerkschaften verhindert worden sind, mit einander in Verbindung zu treten, weil man sie als politische Vereine betrachtet. Dadurch werde das Koalitionsrecht der Arbeiter ganz illusorisch gemacht. Das Reichsgericht habe durch ein Erkenutniß allerdings Remedur geschaffen; aber diese Erkenntnisse scheinen für die Behörden der Provinz Hannover nicht vorhanden zu sein; es scheint von den llnlerbehörden nach einer generellen Verfügung der Oberbehörden verfahren zu werden. Redner verliest längere Stellen aus mehreren reichsgerichtlichen Urtheilen, aus denen hervorgeht, daß die Arbeitervereine lediglich dem Privatrecht an- gehören»nd daher nicht unter§ 8 des Vereinsgesetzes fallen können. Trotzdem verbieten die Polizeibehörden, die Regierungs- Präsidenten und auch der Oberpräsident von Hannover oder dessen Stellvertreter die Gewerkschaftsvereine; sie schließen die Frauen aus aus diesen Vereinen, obgleich diese sich doch mit den männlichen Arbeitern ihrer Branche vereinigen müssen, wenn sie bessere Lohnbedingunge» erreichen wollen. Früher betrachtete man die Gewerkschaften sogar als Ver- sichernngsgesellschaften und unterstellte sie der Aufsicht der Polizei. Jetzt werden sie als politische Vereine betrachtet und ihre Ver- sammlungen sowie die Gesangvereine von der Polizei überwacht. Ich möchte den Abg. v. Bennigsen bitten, bei dem Ober- Präsidenten v. Bennigsen dahin zu wirken, oaß die Polizei- beamten von dieser langweiligen Ueberwachnng entbunden werden. zumal ja den Polizeibeamten jetzt auch der Nachtwachdienst übertragen ist und durch die Anstrengung der Polizei bei der Ueberwachnng der Vereine die Sicherheit des Publikums gefährdet werden könnte. Die Gesangvereine der Arbeiter werden als politische Vereine betrachtet, die Gesangvereine der Krieger- vereine aber bleiben unbehelligt, trotzdem sie auch politische Lieder singen. Solche Verfügungen gegen die Arbeitervereine müssen dazu dienen, die Autorität des Staates zu untergraben. Redner führt weiter aus, daß die Polizei die Feste der als politisch erklärten Vereine untersagt, weil sie als politische Ver, fammlungen betrachtet werden, an denen sich Frauen nicht be- theiligen sollen. Durch dieses Verbot von Vereinslustbarkeiten werden die Gastwirthe geschädigt. Sie veranstalten mehr öffent- liche Tanzlustbarkeiten, bei denen fast immer Schlägereien ent- stehen, welche die Passage in de» Straßen nicht erfreulich machen. Wenn man die Festlichkeiten für die Arbeiter von der Bedürfniß- frage abhängig machen will, dann sollte man diese Bedürfniß- frage auch ausdehnen auf die sogenannten besseren Gesellschaftskreise. Redner empfiehlt im Interesse einer einheitlichen Rechtsauffassung und Rechtsanschauung, wie die Sachen nun einmal liegen, de» Antrag Bassermann anzunehmen. Stbg. v. Beunigse»(natl.): Ich empfehle den Antrag Vasiernian», der von mir angeregt ist, weil ich es für wünschens- iverth halte, dast ein Gesetz erlassen wird, in welchem einer der- artigen Anregung Folge gegeben wird. In bezug auf das wirthschaftliche Koalitionsrecht hat der Abg. Auer einen Angriff gegen mich gerichtet, auf den ich nachher zurück- kommen iverde. Ueber die Handhabung des Vereins- und Versammlungsrechts hat zunächst die Polizeibehörde die Aufsicht zu führen. Gegen die Entscheidungen der Polizei steht den Be- rroffenen die Beschwerde beim Regierungspräsidenten, Ober- Präsidenten und unter Umständen beim Ober-Verwaltungsgericht zu. Ich kann also den Parteigenossen des Vorredners nur rathen, wenn sie sich in einzelnen Fällen, die hier zu untersuchen nicht möglich ist. beschwert erachten, diesen Weg einzuschlagen, sie können versichert sein, daß eine sorgfältige Prüfung stattfinden wird.� Der Vorredner hat selbst angeführt, daß ein großer Theil derFälle sich sozusagen in den unteren Verwaltnngsrcgionen abgespielt und den Oberpräsidenten von Hannover gar nicht beschäftigt hat. Allgemeine Verfügungen sind von mir in dieser Beziehung nicht vorhanden, sondern der Oberpräsident entscheidet in den ein- zelnen Fällen, die an ihn herantreten. Was nun die Anwendung des Koalitionsrechls speziell in Hildesheim betrifft, so habe ich bereits damals, als der Abg. Auer den Fall hier zur Sprache brachte, erklärt, daß ich später nach Einsicht in die Akten darauf zurückkommen würde. Ich habe die Akren inzwischen eingesehen. Der Polizeidirektor in Hildesheim hat in einem sozialdemolra- tischen Blatt eine Verfügung, nicht von mir persönlich, sondern vom Oberpräsidinm in Hannover, abgedruckt gefunden, durch welche der Verband der Holzarbeiter, speziell die Zahlstelle in Hannover, wie es schon durch den Regierungspräsidenten ge- schehen, für einen politischen Verein erklärt worden ist und darauf hin eine allgemeine Verfügung gegen 16 solcher Vereine erlassen, die er alle generell für politische erklärt hat. Es handelte sich aber nur darum, ob ein ganz bestimmter Holzarbeiter-Verband Zahlstelle in Hannnver, einen politische» Charakter hatte oder nicht. Mein Vertreter im Oberpräsidiuin, der Oberpräsidialrath, hat «ine Entscheidung dahin getroffen, daß die Verfügung des Regierungspräsidenten gegen den Verein aufrecht zu erhalten sei. Die Gründe, welche neben denjenigen des Regierungspräsidenten angeführt sind, haben von mir aus den Akten in Hannover nicht nachgelesen werden könne», weil Klage gegen mich erhoben ist und die Akten beim Oberverwaltnngsgericht liegen. Zweck deS Verbandes war eS, möglichst günstige Lohn» und Arbeitsbedingungen seinen Mitgliedern zu verschaffen. Das ist aber nicht der einzige Grund gewesen, weder für den Regierungs- Präsidenten noch für das Oberpräsidium, diesen Verein in Hannover für einen politischen zu erklären. Die Sache hat, wenn sie zu einem Angriff gegen nnch benutzt werden sollte, keine Unterlage. Ich bin gar nicht in Hannover gewesen, als diese Verfügung und ihre Motivirung ergangen ist. Abg. Rickert(frf. Vg.): Das vom Abg. Meister entworfene Bild von der Handhabung des Vereinsrechts hätte doch von einem Herrn betrachtet werden müssen, dessen Abwesenheit ich heute bedaure, nämlich von dem preußischen Minister des Innern. Man muß fast glauben, daß es in Preußen fast gar kein Rechtsmittel mehr giebt, so verbietet man die Vereine ohne jeden Grund. Ich habe auf die drei Zuckerfabrikanten-Vereine hingewiesen, welche sich zu einer Petition an den Reichstag ver- einigt haben. Das Organ der Zuckerindustrie bezeichnet das als albern, weil keine Politik getrieben würde. Die Herren kennen eben das Urtheil des Reichsgerichts nicht, welches alle Tinge, welche die Gesetzgebung beschäftigen, als poli- tische bezeichnet. Die Zustände sind in der That unhaltbar. DaS müssen auch die Herren von den verbündeten Regierungen anerkennen. Der Antrag, welcher vorliegt, ist ein Beweis der enormen Mäßigung, namentlich seitens der Linken; nanientlich ist es anzuerkennen, daß die Herren Sozialdemokraten sich dazu verstanden haben, alles andere fallen zu lassen. Redner bittet den Staatssekretär von Böttrcher, dahin zu wirken, daß dieser harmlose Antrag Annahme findet. Sollten wir vom Bundesrath die Antwort bekommen, daß wegen des Widerspruchs der preußischen Regierung der Antrag nicht angenommen wird, so würde ich das lebhast bedauern. Art. 4 der Reichsverfassung giebt dem Reichstag ein Anrecht auf reichs- gesetzliche Regelung des Vereinswesens und eS würde der preußischen Regierung nicht anstehen, der reichsgesctzlichen Regelung zu widersprechen, um im preußischen Landtage ein reaktionäres Vereinsgesetz zu stände zu bringen. Dann würden die partikula- ristischen Strömungen, welche in Süddeutschland vorhanden sind, noch mehr Nahrung erhalten. Staatssekretär v. Bötticher: Ich habe dem Bedauern meines preußischen Kollegen vom Ministerium des Innern Aus- druck zu geben, daß er dienstlich behindert ist, hier zu erscheinen. Bei der zweiten Berathung dieses Gesetzentwurfs habe ich meine Bereitwilligkeit erklärt, unmittelbar nachdem aus dieser zweiten Berathung ein Beschluß des Reichstages herrorgegangen sein würde, einen Meinungsaustausch der verbündeten Regierungen herbeizuführen. Ich habe die Frage auf die Tagesordnung des Bundesrathes gesetzt und ich habe als Ergebniß dem Reichstage mitzutheilen, was der Vorredner und mehrere andere mit ihm vorausgesetzt zu haben scheinen, daß der Bundes- rath den Beschlüssen der zweiten Lesung die Genehmigung zu ertheilen nicht bereit ist. Ich nehme an, daß diese Antwort nicht überraschend ist.(Zuruf links: Nee! Heiterkeit.) Daraus ist ja wohl auch der Antrag zu erklären, der vorliegt. Man hat sich gesagt, daß etwas ge- schaffen werden müsse, waS die größere Zustimmung der Parteien erhält. Ich bedauere, daß der Antrag damals nicht vorgelegen hat; wenn er mir vorgelegen hätte, würde ich kaum haben er- warten können, daß die Bevollmächtigten über die Stellung- nähme ihrer Regierungen instrnirt gewesen wären. Ich kann daher auch heute noch nicht sagen, was das Schicksal dieses An- träges sein würde. Wenn es zur Beruhigung der Herren ge- reickt, kann ich aber wenig st ens sagen, daß das Bedürfniß einer Reform des Vereinsgesetzes bezüglich deS Verkehrs der Vereine unter- einander von der Mehrzahl der Regierungen anerkannt wird. Es handelt sich hier in der That um ein Partikularrecht, und der nächste Ge- danke, der auskommen kann, ist doch naturgemäß der, daß man die Korrektur auf dem Wege des Partikular- rechts sucht.(Widerspruch Rickert's.) Ich gebe Herrn Rickert zu, daß man auch aus den Reichsweg gerathen kann; aber man wird es den einzelnen Regierungen nicht verdenken, wenn sie in er st er Linie die Sache partikular regeln wollen. Abg. Bachem(Z.): Die Erklärung des Staatssekretär» läßt ja eine Hoffnung, aber es liegt die Gefahr vor, daß in jedem der 22 Vaterländer die Reform versucht wird und ob sie überall ge- lingen wird, ist doch sehr zweifelhaft. Da möchte ich doch lieber den Bundesrath bitten, ein einheitliches Vereinsrecht zu schaffen. Staatssekretär b. Bötticher: Ich habe durchaus nicht ge- sagt, daß der Bundesrath sich weigert, eine solche Korrektur des Vereinsrechtes vorzunehmen. Für ihn ist noch vollständig freie Hand. Abg. v. Stumm(Rp.) erklärt sich gegen den An- trag Basser mann, nicht als ob er verkenne, daß das Verbot des Jnverbindungtretens für die Vereine mit den heutigen Verkehrsverhält- nissen nicht mehr vereinbar sei, aber er halte es für bedenklich,«inen einzelnen Punkt hervorzuheben. Eine Reform des Vereinsrechtes ist nothwendig. aber sie muß auch die Garantie bringen, daß die um- f ürzendenBe strebungen besser bekämpft werden önnen, als jdies ,etzt der Fall ist. etwa nach Analogie der bayerischen Gesetzgebung. Ob die Reform im Reiche oder in de» Einzelstaaten erfolgt, ist dabei gleichgiltig. Zu fürchten ist nur, daß die Reform im Reich nicht erreicht werden wird. Ich würde es als eine Schwäche des Bundes- raths ansehen, wenn er einfach diesem Antrage zustimmen würde, ohne eine Garantie durch eine umfassende Reform. Damit schließt die Generaldiskussion. Eine Spezialdiskussion findet nicht statt; der Gesetzentwurf wird nach dem Antrage Bassermann gegen die Stimmen der beiden konservativen Gruppen a n g e n o in m e n. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfes wegen Abänderung der Gesetze über die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika, in Südwestafrika und in Kamerun. Der Berichterstatter Prinz Urenberg berichtet über die Kom- missionsverhandluugen. Beim Artikel II bedauert Abg. Graf Arnim(Rp.), daß die Offiziere der Schutztruppe aus der Armee ausscheiden sollen, wenn auch ihr Vorlrittsrecht gewahrt bleiben soll. Die Schutz- truppen werden jetzt lediglich einem Zivilbeamten unterstellt, wenn sie auch nicht direkt ein Parlamentsheer werde. Anders wäre die Sache, wenn ein selbständiges Kolonialamt vorhanden wäre, unter dessen Oberleitung man eine solche Organisation eher stellen könne. Direktor Kayscr bestreitet, daß der Charakter der Schutztruppe sich irgendwie verändert habe; sie sei eine kaiserliche Schutztruppe geblieben wie vorher. Art. U wird genehmigt. Art. III betrifft die Wehrpflicht. Abg. Hasse(natl.) erklärt seine Befriedigung darüber, daß die Deutschen in den Kolonien direkt dienen können; dieser Theil der Vorlage sei der beste. Abg. Graf Arnim(Rp.) tritt für die Wehrsteuer ein, welche Ausländer entrichten sollen, da sie selbst nicht dienen, aber des Schutzes der Schutztruppe theilhastig werden. Er be- fürchtet nicht, daß andere Länder deswegen Repressalien üben werden. Art. III und der Rest der Vorlage wird ohne weitere Debatte angenommen. Die Kommission hat auf Antrag deS Grafen Arnim folgende Resolution vorgeschlagen:.Den Reichskanzler zu ersuchen, eine Uebersicht der in der südwest-afrikanischen Kolonie thätigen Gesellschaften unter Beifügung der betreffenden Verträge dem Reichstage vorzulegen." Abg. Graf Arnim(Rp.) hält eine solche Zusammenstellung für nothwendig als Grundlage der Beurtheilung der Thätigkett der Gesellschaften; es müßte auch mitgetheilt werden, was die Direktoren und Aufsichtsräthe der Gesellschaften sind. Eine eng- lische Gesellschaft kommt jetzt mit dem Auerbieten, den Hafen in Swakopmund auszubauen; nachdem schon die Walfischbay und die Lüderitz-Bucht in fremde Hände gekommen sei, wäre das ein Unglück. Direktor Kayser bestreitet, daß der Hafen in die Hand der Gesellschaft geliefert werden solle. Die Resolution wird nach kurzer weiterer Debatte an- genommen. Damit ist die zweite Lesung deS Entwurfes, betr. die Schutz- truppe beendet. Auf Antrag des Abg. Gröber(Z.) tritt das Haus sofort in die dritte Berathung ein und genehmigt die Vorlage ohne weiteres endgiltig. Ebenso werden ohne Debatte die beiden Nachtrags- e t a t s in dritter Lesung genehmigt. Es solgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfes betreffend die Pflichten der Kaufleute bei Aufbewahrung fremder Werthpapiere auf grund des Berichts der Kom- Mission, welche nur wenige Aenderungen vorgenommen hat. Die Vorlage wird ohne erhebliche Debatte, unter Ablehnung eines Antrages des Grafen Arnim zu§3, welcher die Regierungsvorlage wieder herstellen will, in allen einzelnen Tbeileu genehmigt, ebenso die von der Kommission vorgeschlagene Resolution über Sicherheitsmaßregeln bezüglich der gewerbsmäßigen'Verwendung fremder Gelder seitens der Banken und Kaufleute. Auch bezüglich dieser Vorlage wird, da ein Widerspruch nicht erfolgt, sofort die dritte Lesung vorgenommen und ohne Debatte erledigt. In der Gesammtabstimmung wird die Vorlage ein- stimmig endgiltig genehmigt. Die Wahl des Abg. C o l b u s(Elsaß-Lothringer) wird für giltig erklärt. Die Geschäftsordnungs-Kommission beantragt, das Mandat des Abg. Köhler infolge seiner Annahme als Postagent als erloschen zu erklären. Nachdem Abg. Bassermau» den Antrag der Kommission be- gründet, beantragt Abg. Liebermann von Sonnenberg die Zurückverweisung der Vorlage an die Kommission, zieht aber diesen Antrag zu gunsten des Antrages Spahn zurück, welcher die Sache von der Tagesordnung absetzen will. Das Haus beschließt diesem Antrage gemäß. Es folgt die G e s a m m t a b st i ni m u n g über den Ent- wurf eines Gesetzes betr. die Abänderung der Gewerbe- Ordnung; dieselbe ist eine namentliche. An derselben be- theiligen sich nur ISl Mitglieder; das Haus ist also beschluß- unfähig. Abg. Rintelen(Z.) bittet den Präsidenten um Auskunft über die Verhandlungen der Novelle zum Justizgesetze; die Re- gierung wird darüber vielleicht Erklärungen abgeben wollen. Vizepräsident Schmidt: Bei Beschlußunfähigkeit des Hauses kann ich keine Verhandlungen zulassen. Schluß 4�/e Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. (Interpellation betr. den Fail Bashford; Antrag des Grafen Arnim wegen der Lombardirung der Pfandbriefe und zweite Lesung des Bürgerlichen Gesetzbuches.) LaKsles« Zweiter Wahlkreis! Die am letzten Mittwoch in der Ver- sammlung aus dem Bock zwecks Ausarbeitung eines Statuts für den neu zu gründenden Wahlverein gewählte neungliedrige Kommission tritt morgen, Freitag, abends 9 Uhr, bei Zubeil in der Lindenstraße zusammen. Den Parteigenossen deS dritten ReichStagS-Wahlkreises zur Nachricht, daß am Dienstag, den 23. Juni, eine öffentliche Parteiversammlung im Lokale des Herrn Möhring, Admiral- straße 18 o, staltfindet. Alles nähere darüber wird alsbald im Jnseratentheil bekannt gegeben. Wilh. Börner, Vertrauens- person des 8. Wahlkreises. Der Wahlverein deS dritten ReichStagSwahlkrciseö veranstaltet am Sonntag, den 21. Juni, vormittags 10 Uhr, einen Familienausflug nach Restaurant Sanssouci in Schmargen- dorf. Zahlreiche Betheiligung ist erwünscht. Achtung, sechster Wahlkreis! Parteigenossen, welche gewillt sind, sich bei der am Freitag, den 19. d.M., stattfindenden Flugblattvertheilung zu den„Gewerbegerichts-Wahlen" zu bethei- ligen, werden ersucht, sich Freitag, abends 3 Uhr, in nachfolgenden Lokalen einzufinden: I. Pfarr, Puttlitzstr. 10. Gieshoil, Boyen- straße 4V. F. Gleinerr, Müllerstr. 7. Schröder. Wiesenstr. 39. Hilgenfeld, Bergstr. 60. R. Augustin, Kastanien- Allee II. Schmidt, Tresckow- und Diedenhosenerstraßen- Ecke. Natuschke, Angermünderstr. 12. Witzel, Ackerstr. 14S. Bachgänger, Swinemünderstraße 120. Haferland. Bellermannstr. 88. Tausche!, Grenzstr. 4, Zahlreiche Betheiligung ist Ehrenpflicht! Wenn zwei dasselbe thun. Ein Monat ist jetzt verflossen seit jenem Tage, an dem der Vereinsprozeß gegen Auer und Genossen zum unbestrittenen Ruhme der Sozialdemokratie zu Ende geführt wurde. Einen Monat ist es her, daß der Staats- anwalt vom amtlichen Platze aus versicherte, seine Behörde sei streng objektiv beflissen, dem Gesetz« genüg« zu verschaffen, und sie werde gegen andere Parteien ebenso ein« schreiten, wenn sie in die Lage komme.sich amtlich mit der Frage zu beschästigen. Seit jener Schuldigsprechung des wesentlichen Theils der Angeklagten, die einen Triumph für unsere Partei bedeutete, ist die Staatsanwaltschaft nicht allein von sozialdemokratischer, sondern auch von bürgerlicher Seite auf die offenkundigsten Verfehlungen gegen das Vereinsgesetz auf- merksam gemacht worden, welche Leiter staalserhaltender Parteien und Interessengruppen, Männer, welche die Regierung theilweise auf das Genaueste kennt, nach bestehender Judikatur ganz unzweifelhaft begangen haben. Obgleich seit Beendigung des Prozesses ein voller Monat ver- flössen, ist aber nicht das geringste bekannt geworden, daß die Staatsanwaltschaft in die Lage gekommen fei, die gegen das Gesetz verstoßenden bürgerliche» Parteien mit demselben Maße zu messen, wie die Sozialdemokraten. Und die Führer dieser Parteien können nach allen bisherigen Erfahrungen sicher sein, daß die Staatsanwaltschaft nicht„in die Lage" kommen wird, sich„amtlich mit der Frage zu beschäftigen", ob das gleiche Recht für alle auf ihre Gesetzesverletznugen Anwendung finden soll. Denn, wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe. Mag die sozialdemokratische Presse auch noch so oft auf die unzweifelhaftesten Vergehen der Konser- vativen und ähnlicher Leute hinweisen; die Welt müßte sich um- kehren, wenn sie nicht nach wie vor ungeschoren bleiben würden.— Ein anderer Fall, der zwar in keinerlei Zusammen- hang mit dem Vereinsprozeß steht, aber in seiner Art gleichfalls überaus charakteristisch ist, möge ebenfalls erwähnt werden. Die ganze Berliner Presse nahm Mitte April von einer Versamm- lung des Vereins Berliner Engros-Schlächtermeister Kenntniß, in welcher beschlossen wurde, bei der Staatsanwaltschaft Anzeige zu erstatten, weil ein Herr von Waldow der Menagekommiffion des Kaiser Franz-Garde-Vrenadier-Regiments ununtersuchieS Fleisch verkauft hätte. Auch der„Vorwärts" brachte nach der„Allg. Fleischer-Ztg." den betreffenden Bericht ohne jeglichen Kommentar. Man sollte denken, daß in dieser unbedeutenden Sache das gleiche Recht für alle vollauf zur Geltung käme. Von den Folgen der Anzeigej bei der Staats- anwaltschaft ist nun bislang nichts bekannt geworden, wobl aber konnten wir am vergangenen Freitag mittheilen, daß die Anklagebehörde aus diesem Falle heraus gegen den„Vorwärts" einen Beleidigungsprozeß anstrengen will. Wird dieS- mal nicht nach dem Ausspruch des berühmten römischen Rechts- lehrers Terenz gehandelt, so muß die Staatsanwallschaft wegen der Notiz über die Fleischlieferungen fast gegen die gesammle Berliner und auswärtige Presse einen Monstreprozeß anstrengen, mit welchem verglichen der berühmte Gummischlauch-Prozeß zum wesenlosen Schemen zusammenschrumpft. Mit der stillen Be- sriedigung, di« uns stets erfüllt hat, wenn wir die Wirkung der heutigen Justizpflege auf das Volksgemüth beobachtet haben, sehen wir auch diesen kommenden Dingen entgegen. Bislang hat, so weit wir unterrichtet sind, außer uns noch kein einziges Blatt von der Einleitung eines Preßprozeffes auS Anlaß der Angelegenheit Waldow berichtet. Das prensiischc Eisenbahn- Elend. Die„Berliner Neuesten Nachrichten" berichten: Ter Aufenrhalt aus der Platt- form ist wegen der damit verbundenen Lebensgefahr verboten. Diese schönen Worte sind bekanntlich an jedem Ende eines der sogenannten Durchgangswagen unserer Eisenbahnen angebracht. Am Sonntag Abend wurden, obwohl der Nordbahn-Vorortzug, welcher 10*> Oranienburg verläßt, schon auf der dritten Station, Stolpe, vollbesetzt ankam, noch hunderte von Personen in die Wagen eingepfercht. Die Luft in deren Innern, wo sich mindestens die dreifache Anzahl der zulässigen Passagiere befand, war, trotz der � auf allen Seiten geöffneten Fenster, entsetzlich. Auf der Plattform eines Wagens dritter Klasse standen eng aneinandergepreßl zehn Personen und— auf dem Trittbrett saß noch ein Mann mit einem Kinde im Arm. Der überladene Zug keuchte mühsam vorwärts, in den Wagen war jeder Stoß zu spüren, da die von der Last zusammengepreßten Federn nicht mehr funktioniren konnten. Wie leicht kann bei einer solchen sinnlosen Ueberlastung eines Zuges ein Unglück eintreten und wie entsetzlich muß dieS dann in seinen Folgen sein. Ter Finowkanal ist jetzt I&0 Jahre alt. Am 16. Juni 1746 wurde die Einweihung des Kanals vollzogen. Der Finowkanal verbindet bekanntlich die alte Oder bei Liepe mit der Havel bei Liebenwalde. In feiner östlichen Hälfte benutzt er das Bett der Finow. Der Plan zur Anlegung dieser Schifffahrtstraße stammt schon aus dem Jahre 1S40, aber erst 1605—20 kam der Bau zur Ausführung, und zwar wurden 11 hölzerne Schleusen ver- wandt. Der 30 jährige Krieg ließ auch dieses Kulturwerk zer- fallen. Erst unter Friedrich II. wurde dieses Werk wieder auf- genommen; vollendet wurde es in den Jahren 1744—1746. Welche Bedeutung der Finowkanal, der bis Hohensaaten 70 Kilo- mejer lang ist, für die Binnenfchifffahrt hat. geht daraus hervor, daß 1873 bis 1875 im Durchschnitt 8308 Fahrzeuge bei Eberswalde zur Havel gingen, 1890 dagegen schon 13 300 mit 1 791 000 Tonnen Gütern. Ahlwardt befindet sich noch immer in New-Iork, ohne an die Heimkehr oder an die Niederlegung seines Mandats zu denken. Nach den Berichten amerikanischer Zeitungen scheint eS ihm nicht gut zu gehen. Wie die„New-Dorker Staaiszeitung" berichtet, fand vor kurzem in Brooklyn eine öffentliche Versamm- lung statt, in der dem nicht anwesenden Ahlwardt der Vorwurf gemacht wurde, er versetze seine Werthsachen bei jüdischen Pfand- leihern. Die Versammlung nahm, da auch Freunde für Ahtwardt eintraten, einen so stürmischen Verlauf, daß der Vorsitzende sie schloß und Polizeibeamte das Lokal räumten. Der Berliner Anwaltverein hat zum kommendenDonnerstag eine Versammlung anberaumt, in der namentlich die Verhältnisse der Bureaubeamten und das Programm für de» im September d. I. hier stattfindenden deutschen Anwaltstag den Gegenstand der Be« ralhungen bilden werden. Der Bau des neuen Feucrwehr-TepotS in der WilmS- straße hat endlich am Dienstag, also 2H- Monate nach der Räumung des Grundstückes seitens der früheren Pächter, be- gönnen, doch ist die Zahl der beschäftigten Arbeiter keineswegs eine sehr große. Vom Viehstand in der Provinz. Das Ergebniß der letzten Viehzählung am 1. November 1895 ist jetzt festgestellt und entfallen danach auf die Provinz Brandenburg insgesammt 259 231 Pferde und 754 672 Stück Rindvieh. An Entschädigungen für Viehverluste sind im Jahre 1395 in der Provinz gezahlt: für rotzkranke Pferde 10 167 M., für durch Milzbrand gefallene Pferde 20 306 M. und für Rinder 90 316 M. Tie unangebrachte„Schneidiakcit" des Führers eine» Dampfbootes der Motorgesellschafr(Tismer u. Co.). das, von Neptunshain kommend, abends 9 Uhr an der Spreeterrasse an- langte, verletzte, wie uns gemeldet wird, das Gesühl der Passagiere des Schiffes in erheblicher Weise. In befehls- haberischem Tone donnerte der Mann das Publikum an, von dem er verlangte, daß es ihm unbedingt zu pariren und sich jeder lauten A-ußerung zu enthalten habe. Der barsche Ton des Schiffsführers beunruhigte die Passagiere außerordentlich. Eine Frau bekam Schreikrämpfe; eine andere fiel in Ohnmacht. In herben Worten gaben die erbitterten Fahrgäste ihre Meinung über das sonderbare Benehmen des Schrffsführers kund. Von der hypnotisirende» Wirkung des Militarismus auf die— Stubcnvögcl weiß die„Staatsbürger-Zeitung" ihren Lesern in diesen heißen Tagen folgende Geschichte zu erzählen: „Eine merkwürdige Naturerscheinung können die Besitzer von Stubenvögeln in West und Südwest beobachten, wenn der auf dem Tempelhofer Felde aufsteigende Luftballon der Militär- Luftschiffer-Abtheilung den Thierchen in Sicht kommt. Er hat auf die Vögel ein« beinah« hypnotisirende Wirkung. Di« Staar« Eniden auf ihren Sißstangen förmlich zusammen und fitzen dann werden. In welcher Weise die armen Thiere durch die riesige trifft den Kutscher die Schuld, da er es unterlassen hätte, das regungslos in hockender Stellung, die Augen starr auf den Temperaturhöhe zu leiden haben, zeigt die Thatsache, daß selbst Kind anzurufen. Auf eine noch nicht aufgeklärte Weise wurde Ballon geheftet. Die Kohlmeise läßt ein schmetterndes Getreisch fräftige Thiere, besonders bei den Omnibusgesellschaften, tagelang nachmittags der 40jährige Kutscher Johann Martin am Rottbuser ertönen, ihre Ropffedern sträuben sich hoch, dann fißt sie ebenfalls teine Nahrung nehmen und vollständig abmagern. Von den Damm 23 von seinem mit Balfen beladenen Arbeitswagen überregungslos. Die Blaumeise verkriecht sich in eine Ecke und Qualen, welche die Menschen leiden, welche im öffentlichen Ver- fahren und am linken Unterschenkel sehr schwer verletzt. Er wurde tommt überhaupt auf Stunden nicht wieder zum Vorschein. Nur tehrswesen beschäftigt sind, ist natürlich feine Rede, da dies nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Vor dem Hause der Beisig bleibt ungerührt. Vermuthlich scheint der Ballon den Material ohne Kosten und Umstände jederzeit zu ersetzen ist. Thierchen irgend ein Ungeheuer zu sein." Bei„ die Hize" ist es, Friesenstr. 19 fiel abends der 9jährige Sohn des Schlossers Misch wie man sieht, wirklich gefährlich, einen Vogel zu haben. Durch Kentern eines Bootes ist der Dr. med. Wagner, fowisti beim Besteigen eines in der Fahrt befindlichen Handder als Mitglied des akademischen Rudervereins eine Fahrt auf wagens hin, gerieth unter die Räder und erlitt eine bedeutende der Spree unternahm, am Sonntag in der Gegend von Stralau Verlegung am rechten Fuße. Nachmittags stürzte sich der aus ertrunken. der Jrrenanstalt H. beurlaubte Arbeiter Karl H. aus dem Ertrunken ist am Sonntag Nachmittag im Seebad Marien- Fenster seiner in dem fünften Stocke befindlichen Wohnung in 10. Wahlbezirk II. Abtheilung wurde der liberale Rentner brett ins Wasser gesprungen und sofort in der Tiefe verschwunden, Verlegungen, daß er auf dem Wege nach dem Krankenhause starb. der der Naunynstraße auf die Straße herab und erlitt so schwere liberalen Fabrikanten Gustav Kapphuhn, der 115 Stimmen maligem Tauchen wurde die Leiche vom Bademeister aufgefunden wirth Wilhelm F. auf dem Hofe des Grundstücks Dorotheenstr. 16 Bei der geftrigen Stadtverordneten Ersatzwahl im 1. Gemeindewahlbezirk I. Abtheilung für den verstorbenen Stadt verordneten Baute wurde der Fabrikant und Bezirksvorsteher In der gestrigen Mittheilung über die Firigkeit der Privatpost muß es Schillstraße statt Schillerstraße heißen. dem, was vorgefallen ist. Schlimmer weggekommen als fie aber sind die Eltern; doch glaubt man, daß auch die Frau am Leben erhalten werden tann, was bei dem Manne noch sehr zweifelhaft ist. Fräulein Steigerwald aber ist bereits gestorben. Der Grund zu der furchtbaren That ist in den schlechten Vermögensverhältnissen Baumbach's zu suchen, der bereits vor etwa einem halben Jahre den Krystallpalast aufgeben mußte und vor etwa vierzehn Tagen auch das Haus, das ihm gehörte, im Zwangswege verlor. Er sah fein Mittel, sich wieder aufzuhelfen, verzweifelte und wollte seine ganze Familie vor Sorgen bewahren. Baumbach und Frau liegen noch im Krantenhause am Urban. vermuthet, daß der saubere Landsmann nach Brüssel geflohen ist, wo er Verwandte hat. Den Lohn für einen Banwächter suchte der Besitzer eines Neubaues in der Augsburgerstraße zu sparen. Dies ist ihm theuer zu stehen gekommen. In den Neubau drangen fremde Personen ein und zertrümmerten Defen und Fensterscheiben, deren Wiederherstellung einen Kostenaufwand von 185 Mart er forderte. Universitätsklinik gebracht. Er wurde nach der etwas Gewitterneigung und mäßigen südlichen Winden. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 18. Juni 1896. Vielfach heiteres, zeitweise wolfiges, sehr warmes Wetter mit Berliner Wetterbureau. Vermischtes. und dann in das Tempelhofer Garnison- Lazareth gebracht. Gesucht werden von der Kriminalpolizei zwei Unholde, die sich vor ungefähr vierzehn Tagen an einem kleinen Kinde schwer In Düsseldorf wurde ein Berliner Durchgänger, der neun- vergriffen haben. Das 6 Jahre alte Töchterchen des Arbeiters zehnjährige Buchhalter R., verhaftet, der seit sechs Wochen steck- R. aus der Scharnhorststraße, das abends gegen 8 Uhr auf der brieflich verfolgt wurde. Der Bursche hatte, wie seinerzeit ge- Straße spielte, wurde von zwei Männern, die ihm Bonbons vermeldet, seine innegehabte Vertrauensstellung in einem Engros- sprachen, angelockt, durch den sogenannten Floraeingang zum geschäft dazu mißbraucht, 2000 M. zu unterschlagen. Invalidenhaus verschleppt und auf einem versteckten Blaze hinter Eine Familienkatastrophe. Am Mittwoch Morgen hat der katholischen Invalidenhauskirche vergewaltigt. Die Kleine ist im Hause Prinzenftr. 94 der Gastwirth Baumbach sich und feine jetzt an einer ansteckenden Krankheit, an der eines der Scheusale einem am Dienstag in der, der Norddeutschen Bank gehörigen, Aus Hamburg wird über ein Großfeuer gemeldet: Bei Familie durch Leuchtgas zu vergiften gesucht und hat sich dann gelitten bat, ebenfalls erkrankt. Den einen Mann vermag fie Sammonia- Stearinfabrit ausgebrochenen Schabenfeuer brannte die Pulsadern geöffnet. Man berichtet darüber: Die Familie leider nicht zu beschreiben; der andere hatte ein rothes auf der Füllraum aus. Die übrigen Baulichkeiten und die Maschinen des Gastwirths Ernst Baumbach, des früheren Juhabers gedunfenes Gesicht, eine rothe Nase, dunkles Haar und einen tonnten gerettet werden. Der Betrieb ist nur auf einige Tage des Krystallpalastes", besteht aus seiner( zweiten) Frau, duntelen Schnurrbart; er trug einen schwarzen abgefchabten den drei Kindern Else, Karoline und Julius im Alter Rock mit zerrissenem Aermet und einem grauen Filzhut. geftört. von 8, 4 und 8 Jahren, sowie seiner Schwägerin Aus Görlitz wird berichtet: Dienstag Nacht sind das fünfFräulein Steigerwald. Das Dienstmädchen merkte gestern Bor- Raufmann Heinrich Motte, der vor einiger Zeit aus seiner der Aktiengesellschaft für Mühlen- und Holzstofffabrikate in Einen groben Vertrauensbruch beging der 26 Jahre alte stöckige Mühlengebäude, die Holzschleiferei und die Pappenfabrik mittag um 11 Uhr, daß von der Familie niemand zum Vorschein Baterstadt Nachen nach Berlin gekommen war, hier bald in Noth Groß Särchen vollständig niedergebrannt. tam, und benachrichtigte die Polizei. Polizeilieutenant Wofsiblo mit mehreren Beamten stellten fest, daß Baumbach wahrscheinlich gerieth und an einem Landsmann, dem Kaufmann E. G. in der auf etwa eine Million Mart geschätzt. Man vermuthet Brandschon in der Nacht oder in aller Frühe die Gasleitung in seiner ben jungen Mann als Reifenden für seine Bigarren und Münzstraße, einen uneigennützigen Helfer fand. Herr G. stellte stiftung. im ersten Stock gelegenen Wohnung aufgedreht hatte, um den Weinhandlung an und rettete ihn so vor dem Untergang. vom Hohenstaufen her über den Welzheimer Wald und ben Unwetter in Württemberg. Dienstag Abend 51/4 Uhr zog Familienmord auszuführen. Ein Arzt wurde fofort hinzugezogen. Vor einigen Tagen kam Motte nicht nach dem Geschäft Meinhardter Wald ein schweres mit Wolkenbruch und Hagel Die drei Kinder sind außer Gefahr, man hat sie vorläufig bei und eingezogene Erkundigungen ergaben, daß er heimlich ver- verbundenes Gewitter hin. Die Hagelschlossen erreichten theilHausbewohnern untergebracht, bis sie dem Waisenhause zu schwunden ist und dabei 900 m., sowie Wäsche, Kleiber weise die Größe eines Gänseeies. Die Feuerwehr mußte herbei. geführt werden können. Alle drei haben Teine Ahnung von ist babet 800 wel herben zur Rettung des Biches aus den Ställen, in welche die Wassermassen eindrangen. Der Lorcher Bahndamm war hoch überfluthet, ist aber nicht beschädigt. Der an den Häusern und auf den Feldern angerichtete Schaden ist bedeutend. Duellrüpelei. Es wird berichtet: Während einer kürzlich auf dem Schloßteich zu Königsberg i. Pr. veranstalteten tas lienischen Nacht" tam es in dem Börsengarten daselbst zwischen einem Vorstandsmitgliede und einem Gast zu einem Wortwechsel. Der übrigens ohne Eintrittskarte erschienene Gast, ein bei der Gerüfteinsturz. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich Provinzialverwaltung beschäftigter Regierungsaffessor U., ließ Mittwoch Nachmittag gegen 2/2 Uhr vor dem Hause Choriners nun am folgenden Tage das Vorstandsmitglied, den Amtsftraße 54. Das Grundstück wird gegenwärtig einer Reno gerichtsrath A.( einen schon bejahrten Herrn) durch seinen KartellVon einem Bewohner des Hauses Prinzenstr. 94 wird uns virung unterworfen; eine Anzahl Maler ist mit dem Streichen fräger, einen Referendar v. V., zum Duell auf Pistolen fordern. in der Angelegenheit der folgende, in manchen Einzelheiten von der Façade beschäftigt. Bur genannten Zeit des geftrigen Der Amtsgerichtsrath lehnte jedoch die Forderung ab den vorstehenden Angaben abweichende Bericht zugestellt: Tages befanden sich auf dem in Höhe des zweiten und erstattete wegen derselben der Staatsanwaltschaft Ich war erster Augenzeuge, als die Polizei vormittags gegen Stockes schwebenden Hängegerüst drei Anstreicher, als plög- Anzeige. 91/2 Uhr in die Wohnung eindrang. Der Anblick, der sich bot, lich einer der das Gerüst haltenden Böcke brach und ein Abstehende Ohren. Aus Wien berichtet das war ein furchtbarer. Während Baumbach mit geöffneten Puls Theil in die Tiefe stürzte. Das Unglück geschah so plöglich, daß Wiener Tageblatt": Gine interessante Operation hat türzlich adern bewußtlos im Bett lag, saßen die drei Kinder jammernd sich die Arbeiter nicht zu halten vermochten und auf das Prof. Dr. Weinlechner im Allgemeinen Krankenhause ausgeführt. bei der Mutter an deren Bett; eine Frau G. nahm dieselben Straßenpflafter fielen. Die Berunglückten wurden sofort mittels Es handelte sich um den 38 jährigen Schlossergehilfen R. P., der in ihre vier Treppen hoch belegene Wohnung. Frau Baumbach zwei Lüd'scher Krankenwagen nach der Charitee geschafft, wo bei beim Profeffor erschienen war und erklärte, daß ihn seine feit der rief fofort: Frau G., laffen Sie mir meine Kinder". Sie wie allen breien schwere Berlegungen fonstatirt wurden. Der Maler Geburt start- abstehenden Ohren jezt sehr geniren. Er sei so„ verdie Kleinen waren also, entgegen der Berichterstattermeldung, bei Otte Draeger hat eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, die schandelt", daß er sogar wegen seiner Ohren bei Besezung vollem Bewußtsein. Nach sicheren Informationen hat B. am beiden anderen Arbeiter famen mit Knochenbrüchen davon und eines besseren Postens übergangen wurde, mit der Begründung, Abend vorher von den Kindern Abschied genommen, worauf er befinden sich außer Lebensgefahr. alle daß sich seine Untergebenen über ihn luftig machen würden. zu Bett ging und sich die Pulsadern aufschnitt, während sich Im Ballsaale gestorben ist in der Nacht zum Mittwoch Bur Befreiung von diesem Uebel fei er im Spital erschienen; er Frl. S. aller Wahrscheinlichkeit nach vergiftet hat. Als die ein Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht mit Bestimmtbeit fest babe sogar schon ein eigenes Instrument erfonnen und verfertigt, um ein Stück des Ohrentnorpels zu entfernen. Der Professor zog Rinder infolge des Röchelns erwachten, rief die älteste Tochter gestellt werden konnte. Jm Ballhaus in der Joachimstraße brach die Borderstube zu den Eltern, wo sie hörte, wie die Mutter Nach Papieren, die man bei ihm sand, scheint der Verstorbene Dhre, an der Rückseite an Stelle der stärksten Wölbung, nach einfacher nach der Tante, ohne Antwort zu erhalten. Sie ging sofort in er plöglich, vom Schlage gerührt, zu Boden und war eine Leiche. es vor, sich bei der Operation, die er thatsächlich vornahm, seiner eigenen Instrumente zu bedienen. Es wurde zuerst an dem rechten fortwährend rief: Ernst, was hast Du gemacht?" während ein Künstler mit Namen Ludwig Ferrer zu sein. B. antwortete: Nichts, nichts mein Kind, es ist bald Incision der Haut ein fünf Zentimeter langes und acht Millimeter breites, spindelförmiges Knorpelstück herausgeschnitten und zu Ende!" Erst von diesem Augenblick ab hat B. den sodann der Knorpel mit Catgut, die Haut mit Seide, vernäht, Gashahn aufgedreht, wodurch Frau und Kinder nur schwindlig. worauf bald die Heilung erfolgte. Die gleiche Operation wurde aber nicht bewußtlos geworden. Baumbach selbst soll nicht nur verschwenderisch gelebt, sondern eine Menge Betrügereien besodann am linken Ohre mit gleichem Erfolge ausgeführt und R. P. gangen haben, wegen deren er eine längere Strafe zu gewärtigen in der Spree hinter dem Hause Kl. Stralauerstr. 4/5 die Leiche Polizeibericht vom 17. Juni. Am Dienstag früh wurde ist jetzt mit seinen Ohren überaus zufrieden. hatte. Bor etwa vier Wochen erschoß sich in einem Hotel in bes am 14. d. M. vom Dampfer ins Waffer gefallenen und er- bretfos bei Modum ist am Dienstag niedergebrannt. Der Schaden Aus Chriftiania wird berichtet: Die Holzschleiferei Emder Invalidenstraße ein Sohn des Baumbach; der junge Mann trunkenen 14 jährigen Schiffsjungen Hellmuth Maibaum an- wird auf 450 000 kronen geschätzt. Dem Bernehmen nach sollen war Agent einer Gasglühlicht- Gesellschaft. In diesem Falle lag geschwemmt. In der Großen Frankfurterstraße überfuhr vor auch zwei deutsche Versicherungs- Gesellschaften, die Magdeburger der Grund zum Selbstmord gleichfalls in Geschäftsnöthen. mittags der 33 jährige Artist Jonas Levy mit seinem Zweirad und die Preußische National Versicherungs- Gesellschaft, an dem Der Handlehrer Reinhold Schlief, über dessen Flucht die 71 Jahre alte Wittwe Luise Hambach geb. Winkler, und Schaden betheiligt sein. und Abenteuer mit der Mörderin Jda Braune wir vor einiger verletzte sie so bedeutend am Arme, daß sie in das Ueber ein furchtbares Naturereigniß wird aus Yokohama Beit berichteten, ist auf Veranlassung des Gerichtsphyfikus Krankenhaus Am Urban gebracht werden mußte. Mittags vom 17. Juni gemeldet: Die Nordproving wurde von einem Dr. Straßmann zur Beobachtung seines Geisteszustandes am fiel der Kutscher Wilhelm Serländer in der Schönhauser heftigen Erdbeben und einer mächtigen Fluthwelle Mittwoch Morgen in die Charitee gebracht worden. Der Allee von seinem Arbeitswagen, gerieth unter die Räder und heimgesucht. Fast die ganze Stadt Kamaishi ist zerstört. An 31 Jahre alte Mann befand sich dort schon früher in der Jrren erlitt anscheinend schwere innere Verlegungen. Er wurde in tausend Menschen sind umgekommen. Innerhalb 20 Stunden abtheilung und lernte da die Braune kennen. Bur gericht einem Krantenwagen nach der Charitee gebracht. Auf dem erfolgten 125 Erdstöße. lichen Erörterung steht augenblicklich nicht seine Beihilfe zur Nangir- Bahnhofe an der Perlebergerstraße wurden mittags die Flucht der Braune, sondern ein Diebstahl, deffen Schlief be- Pferde eines dem Fuhrherrn Tabbert gehörenden Arbeitswagens schuldigt wird. durch eine Lokomotive überfahren und schwer verletzt. Der Infolge der Site trepirten, wie berichtet wird, der Großen Rutscher blieb unversehrt.-- Beim Spielen gerieth der 4 jährige W. Börner. Wir bestätigen Ihnen gerne, daß der UeberBerliner Omnibusgesellschaft an einem Tage zwei Pferde am Knabe Willy Katzte vor dem Hause Bernauerstr. 48 unter die Räder bringer der Notiz das Vertrauen, das wir in ihn seßten, gemiẞ= Sigschlage, während drei Pferde an demselben Leiden erkrankten. eines von dem Kutscher Karl Bostrom geführten leeren Steinwagens braucht hat. Es versteht sich wohl, daß von dem Mann zum Am geftrigen Tage mußten zwölf Roffe, die auf der Straße und erlitt so bedeutende Verlegungen am Fuße, daß er nach der zweiten Mal teine Mittheilungen dieser Art entgegengenommen infolge der Hiße zusammenbrachen, der Abdeckerei überwiesen Charitee gebracht werden mußte. Nach der Ansicht der Zeugen werden. " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. = Donnerstag, den 18. Juni. Opernhaus. Der Freischütz. Neues Opern Theater.( Kroll.) Der Trompeter von Sättingen. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Theater. Jugend. Leffing Theater. Walomeister. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Zata- Toto. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Theater Unter den Linden. Das Sonntagskind. Schiller- Theater. Vergnügte Flitterwochen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Belle- Alliance- Theater. Der Fall Clémenceau. 191 Der Restaurateur Franz Schmidt, Ramlerstraße 28 wohnhaft, theilt uns mit, daß er mit dem Restaurateur Schmidt, Ramlerftr. 25, seinerzeit bekannt geworden durch die Rixdorfer Säbelaffäre, nichts gemein hat. = Briefkasten der Redaktion. " Neue Im prachtTheater Alt- Berlin.| National- Theater. Schiller- Theater. Reichshallen vollen Abends Uhr. Die Büherin. Unsere Viktoria. Märkisches Ringelstedhjen. Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 4 Uhr und 6 Uhr: Aufzug zum Ringelstechen. Zwei Musikkorps. Süddeutsches Doppel Quartett " Alemania" in schwarzwälder Bolts tracht. Hoffänger Sr. tönigl. Hoheit des Großherzogs von Baden. Eintritt: 25 Pfg. Donnerstag bis 6 Uhr- 50 Pf., später 25 Pf. Passepartouts à 4 Mk. 1 Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt, ab. Eintritt 50 Pf. National- Theater. Die Grille. Friedrich- Wilhelmstädt. Eongert- Wissenschaftl. Theater park. Spezialitäten- Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung. abends 8 Uhr. Invalidenstr. 57/62, Lehrt. Stadtbahnh. Sternwarte täglich geöffnet v. 7 Uhr abends ab. Gintritt 50 Pf. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermässigten Preisen. Letztes Gastspiel des Fräulein Clara Leno vom Berliner Theater: Die Grille. Schauspiel in 5 Atten von Charlotte od Birch- Pfeiffer. Regie: Frik Schäfer. Morgen: Des Meeres und der Liebe Wellen, oder: Hero und Leander. National- Theatergarten. Heute: Großes Konzert. Spezialitäten ersten Ranges. Theaterstücke. Sonnabend: Großer Ringkampf. Adolph Ernst- Theater. Anfang 8 Uhr. Charley's Tante. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirestick des GlobeTheaters in London. Vorher( Anfang 71/2 Uhr): Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gefang in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Morgen: Dieselbe Borstellung. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. Freitag, abends 8 Uhr: Vergnügte Flitterwochen. W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag: Saal: 3m Gr. Ball. Operette in 3 Bildern von Millöcker. Das Königreich der Weiber. Julius Ernest, Liedersänger. Franziska Wünsch, Rostüm- Soubrette. Willi Reuschel, Gesangs Humorist. Janka Ros'l, Opernsängerin. Geschw. Romany, Gesangs- Duettisten. Empfehle allen Freunden und Betannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. Speisegeschäft. Neichhalt. Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. 4977L* H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 128 Täglich: Garten, Norddeutsche Sänger Ganz neu! La puce( Der Floh). Alle fünf Barrisons Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf., referv. 50 Pf. Borzugsbillets haben Giltigkeit. Avis! Sonnabend, den 20. Juni: Zum 50, Male Alle fünf Barrisons. Sommerfest. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Passage- Panopticum. 42 wilde Weiber aus Dahomey. Apollo- Theater Apollo Theater KAIRO und Konzert- Garten Friedrichstraße 218. Dir. J. Glück. Die Spree- Amazone KAIRO Posse mit Gesang und Tanz in 1 Att| KAIRO v. A. Sennfeld. Musik v. Paul Limeke. Anton Emil Pummel Henry Bender. Wanda Kiesel Else Linda. Carl Schwemmte.. Fedor Markow. Tilli Clara Antonie. • • Clemens Stempel Robert Steidl. Guido Sturm · Hedw. Döring. Hellmuth Wirbillini. Josef Armin. Zum Schluß: von 7 Uhr abends ohne Gewerbeausstellungs- Billet zugänglich. von 10 Uhr vorm. geöffnet. 1. Eingang: Ausst.- Bahnh, II. Eing.: Köpnick, Landstr. Waffensamml. d. Chediwe; Samml. d. egypt. Behörden, Salon bedeutender Achtung! Maurer. Achtung! Freitag, den 19. Juni, abends 8 hr: Drei große öffentliche Versammlungen der Maurer Berlins und Umgegend. Schwert des Mehomet- Ali. 1. Joël's Festsäle, Andreasstraße 21. 2. Gründel's Salon, Brunnenstraße 188. 3. Zühicke's Salon( früher Rennefahrt), Dennewihstraße 13. Tagesordnung: Die Errungenschaften unseres Streiks. KAIRO Orientmaler. KAIRO Große Ausstellungs- Apothecoje. KAIRO Ferner Auftreten von 20 Kunstkräften 1. Ranges. Raffeneröffnung 612 Uhr. Konzert 7 Uhr. Anf. der Vorstellung 8 Uhr. KAIRO Riesen- Arena mit MonstreAufführungen v. 500 Pers. m. Pferd., Dromedaren etc. Leibkapelle d. Chediwe 60 Mann in Uniform, 3 Hauskapellen, Arena: Beduinenkämpfe und Reiter- Fantasias um 5 und 82 Uhr nachm. Castan's Panopticum. KAIRO Cheops- Pyramide 165 Friedrichstrasse 165. mit Königsgräbern. 140/12 Die Lohnkommission. J. A.: Fr. Kater. 8 grosse öffentliche Gewerkschafts- Versammlungen aller Gewerkschaften Berlins Das Bärenweib KAIRO Entree 50 Pf. am Donnerstag, den 18. Juni, abends 8, Uhr, phänomenales Naturspiel aus den Felsenbergen New- Mexico's! Illusionen Kasperle- Theater Damen- Kapelle- Irrgarten. KAIRO Elitetag( Dienstag) 1 Mk. Dauerkarten: Erwachsene 15 Mark, Kinder 8 Mark, im Bureau Kairo und bei C. Stangen, Mohrenstrasse 10. Bellealliance- Theater Bellealliancestr. 78. Sonntag, den 21. Juni 1896, nachmittags 3 Uhr: Volks- Vorstellung unter Regie von Julius Türk. Auf vielfaches Verlangen von proletarischen Frauen Berlins. Mora Schauspiel in drei Akten von Henrik Ibsen. Eintrittskarten an der Kasse 75 Pf., im Vorverkauf 60 Pf. Eintrittskarten find zu haben bei: Alb. Böttger, 3offenerstraße 31. Gottfried Schulz, Admiralstraße 40 a. Wilh. Börner, Hitterstr. 15. Reddemann, Britwalkerstr. 3. Aug. Hintze, in folgenden Lokalen: 2 1. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. 2. Keller's Festfäle( großer Saal), Koppenstr. 29. 3. Henke's Salon, Naunynstr. 27. 4. Feenpalast, Vurg- und Wolfgangstraßen- Ede. 5. Marten's Salon, Friedrichstr. 236. 6. Ahrens' Brauerei- Moabit, Thurmtr. 26. 7. Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. 8. Königshof, Bilewir. 37. Tagesordnung in allen Versammlungen: 2236b 1. Der Hutmacherstreik ein Klassenkampf. 2. Der Boykott der Privatpost. Banfftr. 14 a. Winkelmann, Acferftr. 153. Vogel, Demminerftr. 62. Beyer, 3. Stellungnahme zu den Gewerbegerichts- Wahlen. 4. Verschiedenes. Veteranenstr. 13. 296/2 Den Besuchern dieser Vorstellung steht das Recht zu, abends der Vorstellung im Garten ohne Nachzahlung beizuwohnen. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Park. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Garten- Konzert von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn P. Nimscheck. Kaffeeküche 3-5 Uhr.- Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier gratis. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Regelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. Sonntags Entree 20 Pf., Kinder 10 Pf. H. Jmbs. Grösstes Schaustück der Welt. Ca. 0001 Mitwirkende, 2 Sensationelloter Erfolg der Saison. Vorstellungen täglich Bolossy Kiralfy's„, Orient" im OlympiaRiesentheater. Alexanderstr., Ecke Magazinstr. Nachmittags 5-7 Uhr, Abends 9-11 Uhr. Uebertrifft alles bisher Dagewesene. Mal im 500 Unterbrechung gegeben. zu London ohne Olympia- Theater Von Publikum u. Presse einstimmig anerkannt. Schweizer Garten Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Die Gewerkschaften werden ersucht, zahlreich und pünktlich in den Versammlungen zu erscheinen. Die Berliner Gewerkschaftskommission. J. A.: R. Millarg. Für die aufrichtige Theilnahme bei Achtung! dem Begräbniß meines lieben Mannes fagen wir allen, insbesondere dem ,, Beerbigungsverein Berliner Zimmerleute", unferen herzlichsten Dant. Achtung! Handlungsgehilfen und Gehilfinnen! 22876 Donnerstag, den 18. Juni, abends 9 Uhr, in Cohn's Fettsälen, Die trauernde Wittwe Schlie nebst Kindern. Möbel, gebrauchte, tauft Burow, Rosenthalerstr. 18. Feldschlößchen Beuthstraße 20-22: Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: 1. Die Handlungsgehilfen und die neueste Gesetzgebung. Referent: Reichstags- Abgeordneter Vogtherr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vertrauensmann der Berliner Handlungsgehilfen. Albert Wilde, Linienstraße 2. 298/12 142 Müllerstraße 142. Arbeiter- Bildungs- Schule. Telephon: Amt Moabit 1213. Täglich: Konzert, Theater. Spezialitäten Borstellung. Robert u. Bertram. Posse m. Gesang. Sonntags: Großer Ball. Mittwochs: Tanskränzchen. Theodor Boltz, Dekonom. Viktoria- Brauerei S Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer Play). Heute sowie täglich( außer Sonnabends): Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader). Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Jm Vorverkauf sind Billets à 40 Pf. und Familienbillets à 1 M. ( für 3 Personen giltig) zu haben. Siche Plakate! Bei schönem Wetter im herrlichen Ronzertgarten, bei schlechtem Wetter Konzert. Theatervorstellung. im großen Konzertsaal. Spezialitäten- Revue. Jm großen Saale während und nach der Vorstellung Billets à 25 Pf. sind vorher in den zu haben. Volksbelustigungen. Ball. Freier Damentanz. Handlungen Entree 30 Pf. Stuckateure. Nochmals fordern wir die Kollegen, namentlich die Delegirten, welche noch nicht mit ihren Marken abgerechnet haben, auf, dieses spätestens bis Sonnabend, den 20. d. M., zu thun, da am Sonntag die Revision stattfindet. 22326 Die Lohnkommission. J. A.: M. Müller. Heute nach der Soiree: Tanzkränzchen. Vorstellungen im Schiller- Theater. Durch ein Uebereinkommen mit der Direktion des Schiller- Theaters sind wir in der Lage, vom Sonntag, den 28. Juni d. J. an sowohl während der Sommerals auch der Winter- Spielzeit im Schiller- Theater Sonntag-Nachmittags- Vorstellungen zu billigen Preisen veranstalten zu können. 1. Vorstellung: Sonntag, den 28. Juni, nachm. 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft, Schauspiel in 4 Akten von H. Ibsen. 2. Vorstellung: Sonntag, den 5. Juli, nachm. 3 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung, Lustspiel in 5 Aufzügen von W. Shakespeare. 3. Vorstellung: Sonntag, den 12. Juli, nachm. 3 Uhr: Ohne Geläut, Schauspiel in 5 Aufzügen von Fedor von Zobeltitz. Eintrittskarten zu diesen Vorstellungen sind von heute ab bei unseren Mitgliedern sowie in den Zahlstellen und in den durch Plakate bezeichneten Handlungen zu haben. Die Zahlstellen befinden sich: S. Buchhandlung von Hans Baake, CityPassage; Schöning, Köpnickerstr. 68; SO. Südost- Schule, Waldemarstr. 14; Schulz, Admiralstr. 40a; SW. Grube, Mariendorferstr. 5; Windthorst, Junkerstrasse 1; 0. Moritz, Langestr. 65; N. Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Babiel, Rosenthalerstr. 57; NO. Reul, Barnimstr. 42; NW. Löffler, Stendalerstrasse 12; W. Werner, Bülowstr. 59. Preis des Platzes( es kommen nur I. Rang- Balkon und I. Parquet zum Verkauf) 60 Pf. Der grosse Theatergarten ist den Besuchern der obigen Vorstellungen von 2 Uhr nachmittags an geöffnet. 6/6 Der Vorstand der Arbeiter- Bildungs- Schule. I. A. Heinrich Schulz, Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 7. Deutsches Clubhaus 0. Zimmermann -O Bad- Straße 58. Sonnabend, den 20. Juni: Louis Keller's Festsäle Bum Betten einer unterstützungsbedürftigen Wittwe nebst Waisen! Koppenstr. 29. [ 5834L Jeden Dienstag und Donnerstag im prachtvollen Sommergarten Norddeutsche Quartett- u. Koupletsänger. Entree frei. Anfang 8 Uhr. Wohlthätigkeits- Vorstellung verbunden mit großem Sommernachts- Ball, veranstaltet vom Gesangverein Zündholz, Familien können Kaffee kodjen. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Borstellung 7, Uhr. Sonnabend, den 29. August: Erstes Stiftungsfest des Gesangvereins Bei ungünstiger Witterung im Saale. Bündhols im Deutschen Clubhaus. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 140. Donnerstag, den 18. Juni 1896. Achtung! Gewerbegerichts- Wahlen! 13. Jahrg. Am Donnerstag, den 24. September d. J., finden in Berlin die Gewerbegerichts- Wahlen statt und nimmt der Magistrat zu diesem Zwecke die Neuaufstellung der Wählerlisten vor. Zur Theilnahme an den Wahlen sind nur berechtigt: a) solche Arbeitgeber, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und seit mindestens einem Jahre im Gemeindebezirt Berlin Wohnung oder eine gewerbliche Niederlassung haben, b) solche Arbeiter, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr voll: endet haben und seit mindestens einem Jahre im Gemeindebezirk Berlin wohnen oder, falls fie außerhalb wohnen, hier be= schäftigt sind. Den Arbeitgebern stehen die mit der Leitung eines Gewerbebetriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauten Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden gleich, fofern ihr Jahres- Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 2000 M. übersteigt. Die der Zuständig feit des Gewerbegerichts unterstellten Hausgewerbetreibenden sind, sofern sie gemäß§ 14 der Gewerbe- Ordnung den selbständigen Gewerbebetrieb angemeldet haben, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt. Zum Zwecke der Aufstellung der Wählerlisten werden die zur Theilnahme an der Wahl berechtigten Personen der in Nr. 131 erwähnten Wahlbezirke aufgefordert, ihre Stimm berechtigung unter Vorlegung der erforderlichen Bescheinigungen innerhalb der nach§ 13 des Ortsstatuts vorgeschriebenen zweiwöchigen Frist d. i. vom 16. bis ein b. i. vom 16. bis ein schließlich 29. Juni d. J. und zwar an den Wochentagen von 5 bis 8 1hr abends, an den Sonntagen von 12 bis 3 Uhr nachmittags in den nachstehend genannten Anmeldestellen mündlich oder schriftlich anzumelden. Die Anmeldungen werden entgegengenommen: 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Treppen; 2. in der Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 2; 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Staligerstr. 55/56; 5. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstr. 9; 6. in der Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gipsste. 23A; Abgeordnetenhaus. nommen werden. Flären. W " 7. in der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, Kaftanien- Allee 82; 8. in der Turnhalle der 118. Gemeindeschule, Pankstr. 8; 9. in der Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurmstr. 86. Als Ausweis genügen für den Arbeitgeber die Bescheinigung über die erfolgte An meldung des Gewerbebetriebes oder die legte Quittung über Bahlung der Gewerbesteuer; für den Arbeitnehmer ein Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, fowie Steuer quittungen 2c., daß er seit mindestens einem Jahre innerhalb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Es wird ganz besonders darauf aufmertjam gemacht, daß bei unterlassener recht zeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht; die Ausstellung der Wählerlisten erfolgt nur auf grund der jezigen Anmeldungen, die aus früheren Jahren werden nicht berücksichtigt. Formulare zur schriftlichen Anmeldung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber können im Gewerkschaftsbureau, Berlin S., Annenstraße 16, v. part., in der Zeit von 9-1 Uhr und von 6-8 Uhr in Empfang genommen werden. Die Arbeitnehmer wählen in folgenden Kommunal- Wahlbezirken nicht: 6., 15., 18., 20., 29., 32., 38., sonst in allen Wahlbezirken. Die Arbeitgeber wählen in folgenden Stommunal Wahlbezirken nicht: 1., 2., 10., 15., 26., 37., fonst in allen Wahlbezirken. Die Wahl ist geheim und erfolgt durch Stimmzettel. Wir dürfen erwarten, daß in anbetracht der Bedeutung des Gewerbegerichts die Gin zeichnung zu den Wählerlisten von den Gewerkschaften und Arbeitgebern eifrig befürwortet und die Arbeiter der Aufforderung mit gewohntem Eifer Folge leisten werden. # und folgendermaßen: Vom Verband an Streitunterstützung sind mancherlei Schwierigkeiten ergeben hätten, habe sich die Direktion gegabit 2750 M.; die Bodenleger felbst brachten sirta 800 M. genöthigt gefeben, ihre alten zuverlässigen Leute mehr in An auf. Von letzterer Summe ist der Betrag von 50 W., die von spruch zu nehmen( Buruf: die sind ja entlassen!) und diesen den 82. Sigung vom 17. Juni. 12 Uhr. Hannover überfandt wurde, der Ortsverwaltung überwiesen. freien Tag zu entziehen. Weiter sucht Redner den Vorwurf zut Am Ministertische: Dr. Miquel, Schönstedt und Von allen Rednern wurden befürwortet, die Sammlungen zum entträften, daß Direktionsmitglieder ihr Ehrenwort gebrochen hätten. Kommissarien. Streiffonds emsig weiter zu betreiben. Seien auch die zur Ver- Disziplin und Gehorsam müsse in einem Betriebe herrschen. Das Der Gefeßentwurf betr. die Aufhebung der rheifügung stehenden Fonds bei weitem noch nicht erschöpft, so mififfe Brot, welches die Angestellten bei der Packetfahrt gegessen, wäre nischen Hypotheten ämter steht zur zweiten Lesung. es jeder Bodenleger als Ghrenfache ansehen, die beschlossene lange nicht das schlechteste. Staßler bemerkte hierauf, daß der Der Gesetzentwurf wird mit einem Antrage Jerusalem Summe dem Streitfonds zuzuführen. Borredner sich über das unberechtigte Vorgehen der Angestellten ( 3tr.) angenommen, wonach die gesetzliche Pension der nach fünf Die Lackirer hatten sich zu der am 15. Juni stattgehabten beflagt habe. Gerade bei den Verhandlungen mit der Direktion Jahren in den Ruhestand tretenden Beamten auf den Mindest öffentlichen Versammlung in nur mäßiger Bahl eingefunden. sei ihm klar geworden, daß der Arbeiter nur etwas erreichen betrag von 4000 M. festgesezt wird, alle weitergehenden Anträge Von dem einleitenden Vortrage Millarg's wurde Abstand ge- tönne, wenn er dem Unternehmer die Pistole auf die Brust Jezze, werden abgelehnt. nommen und nur der geschäftliche Theil erledigt. Der speziali- das heißt energisch gegenübertritt. Die Direktion habe sich bei Es folgt der Bericht der Budgetkommission über die Dent- fiute Nechenschaftsbericht der Agitationskommission wies eine Ge- den Verhandlungen so hartleibig gezeigt, als wenn fie Kommißschrift betr. die Ausführung des Gesetzes zur Verbesserung der fammteinnahme von 100,86 m. auf, der eine Ausgabe von brote im Leibe hätte, bei diesen Wortent erhob sich der Arbeiter Wohnungsverhältnisse mit staatlichen Mitteln. 72,65 M. gegenüberstand, so daß ein Bestand von 28,21 m. ver- überwachende Beamte und erklärte die Versammlung für aufAbg. Möller( natl.) befürwortet als Berichterstatter der blieb. Betreffend den Abrechnungsbericht der Lohnkommission gelöst. Die Anwesenden wurden noch ersucht, die AnschlagKommission den Antrag derselben: Die Denkschrift durch wurden die Anwesenden auf die Bekanntgabe im säulen zu beachten, da in den nächsten Tagen eine Bersammlung einKenntnißnahme erledigt zu erklären und einer Resolution zu Vorwärts" vom letzten Sonntag verwiesen. Zur weiberufen wird, um Beschluß über den eventuellen Streit zu faffen. zustimmen: Bei Ausführung von Wohnungen follte auf die ört- teren Agitation wurde eine dreigliedrige Agitations. Ju eitter öffentlichen Verfammlung der Metallbrücker, lichen Verhältnisse, die Lebenshaltung der Miether und die kommission, bestehend aus Semisch, Wallström und Rautenbaus die am 16. Juni bei Hente. Naunynstraße, tagte, referirte der Lebensgewohnheiten der betreffenden Gegenden Nücksicht ge- ernannt. Zu Revisoren wurden Kießling und Schimaneck ge- Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter O. Nät her über wählt. Dem Delegirten der Gewerkschaftskommission gewährte die gegenwärtige Lage der Metallarbeiter. In seinen Ausfüh Minister Dr. Miquel erklärt sich mit der Resolution ein die Versammlung für jede Sigung der Kommission 1 Mark Ent- rungen schilderte der Redner den Verlauf des Ausstandes bei der verstanden; die dret ausgesprochenen Grundsäze würden jetzt schädigung. Als Delegirter wurde Nautenhaus, zu dessen Stelle Firma R. Frifter, wo ganz besonders die von Wien heranschon befolgt; der nächstjährige Bericht werde nähere Angaben vertreter Girth ernannt. Betreffs Sammlung von Agitations- gezogenen Kollegen ihre Solidarität bewiesen, indem sie es ab hierüber erhalten. Abg. v. Niepenhausen- Krangen( f.) glaubt, daß troß dieser geldern wurde beschlossen, neben der 25 Pfennig- Marte noch eine gelehnt hatten, nachdem sie von dem Sachverhalt unterrichtet 10 Pfennig Marte einzuführen. Weiter wurde es beflagt, varen, die Arbeit unter solchen Umständen aufzunehmen. Erklärung des Finanzministers die Resolution nicht entbehrlich daß nach der ersten Auslorsung der Gewerbegerichts- Beisiger Der Redner beleuchtete das neuefte Borgehen fei und empfiehlt deren Annahme. den Lackirern fein eigener Kandidat zuerkannt wurde. Seit zwei des Verbandes der Berliner Metall Judustriellen Das Haus beschließt nach den Kommissionsanträgen. Jahren seien daher die Lackirer ohne eigenen Beisiger; auch bei forderte die Anwesenden zur regen Agitation und Es folgt der Bericht der Gemeindekommission über die der jetzt bevorstehenden Wahl wäre ihnen ein Kandidat nicht zu- zum festen Zusammenschluß auf, um für alle Fälle den UnterDenkschrift betr. das Kommunalabgaben Gesetz und gestanden, mit der Motivirung, daß die Maler zwei Beisiger nehmern gegenüber gerfiftet zu sein. In der hierauffolgenden dazu vorliegende Betitionen. Die Kommission beantragt, eine hätten. Die Versammlung beschloß danach, Rautenhaus als Diskussion, an der sich Richter, Beter, Kluge, Rolad Anzahl von Petitionen der Regierung als Material zu über eigenen Kandidaten ihrer Gewerkschaft aufzustellen. Ein Unter- u. a. betheiligten, wurde das Verhalten der Streifbrecher fritifirt weisen und die Denkschrift durch Kenntnißnahme erledigt zu erstützungsgesuch der Hutmacher und der Packetfahrt- Angestellten und auf das Entgegenkommen hingewiesen, welches diesen Perwurde der Kommission zur Erledigung überwiesen. onen seitens der Unternehmer in jeder Weise gewährt wird. Abg. Weherbusch( frt.) bittet den Minister Wandel darin Zum Schluß wurde zum Besuch der von der Gewert. zu schaffen, daß die Gemeinde Einkommensteuer in höherem Die Angestellten der Packetfahrt- Gesellschaft hielten am fchaftskommission einberufenen Bersammlung aufgefordert und Betrage erhoben werden darf, denn der jetzige Zustand sei für Dienstag eine gut besuchte Versammlung ab, uni Stellung zu die Mitarbeiter des Gesetzes gefährlich. In seiner Heimathstadt nehmen gegen das Vorgehen der Direktion, die neuerdings die auf die am 22. Juni im Feenpalast stattfindende allgemeine ( Elberfeld) habe man ihm( dem Redner) gedroht, ihn deswegen durch Einigungsverfahren vor dem Gewerbegericht den Un- Metallarbeiter- Versammlung aufmerksam gemacht. hängen zu lassen. Spreche also der Minister das erlösende Wort gestellten zugebilligten Ausbesserungen zum theil rückgängig ge- Charlottenburg. Am 10. Juni tagte hier eine Versamm und er( Redner) sei gerettet.( Heiterkeit.) macht hat. Wie Schumann berichtete, wurde den Angestellten, lung der Maurer, in der Schigolsky über den Stand der Minister Miquel: Der Geist des Gesetzes geht dahin, daß als sie am Montag zur Arbeit antraten, mitgetheilt, daß die Lohubewegung referirte. Von den Verhältnissen am Ort konnte Schulz für die Gemeindelasten die Realsteuern herangezogen werden Direktion die freien Tage ferner nicht mehr bewilligen könne, ein befriedigendes Resultat bekannt gegeben werden. sollen. Wenn davon die Gemeinden schwer betroffen werden, wenn sie sich nicht ruiniren wolle; auch stellte man an die Antheilte mit, daß auf 43 Bauten neun Stunden gearbeitet wird, welche ihre Realsteuern start vernachlässigten und 300 bis geftellten das Verlangen, aus dem Verbande der Handels- während nur auf 6 Bauten noch zehn Stunden üblich sind. Zum 400 pet. Buschlag zur Einkommensteuer erheben, so ist das gerade Hilfearbeiter auszutreten, oder ihre Stellung aufzugeben, denn es Schluß gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die Auder Zweck des Gesetzes. Es ist sehr turzsichtig von den Grund- feien eine ganze Anzahl Austrittserklärungen erfolgt. Trotzdem wesenden sich verpflichten, für die Innehaltung der neunstündigen und Hausbesitzern, die Gemeindesteuern auf das Einkommen zu der Direktor von Lindheim sowohl in privater Unterhandlung, als Arbeitszeit entschieden einzutreten. basiren; das hat oft zur Folge, daß der Tod eines reichen auch vor dem Gewerbegericht sein Ehrenwort gegeben, Charlottenburg. Am 12. Juni fand auf Bismarckshöhe" Mannes die Gemeindesteuer um 10 bis 15 pet. erhöht. Daß daß aus. Anlaß der Bewegung keine Maßregelungen eine öffentliche Versammlung der Delegirten vom Gewerkschaftsden Gemeinden zu wenig Freiheit bliebe, ist unrichtig; in Eng stattfinden sollten, wären doch mehr als 60 Personen entlassen tariell statt. Zunächst gab Flemming eine Uebersicht der land, in Frankreich sind die Gemeinden weit mehr beengt als bei worden. Gs frage sich nun, was angesichts dieser Sachlage zu beendeten Lohntampfe. Menge berichtete über den gegenwärtigen une. Die Petitionen der Hausbesitzer sind unbegründet und es thun fei. Der Besuch der Versammlung, der nicht so start jei Stand der ausgesperrten Metallarbeiter. Der Kampf bedeute wäre besser, dieselben zur Tagesordnung zu erledigen, weil die wie früher, laffe darauf schließen, daß es der Geſellſchaft ge- hier eine Machtfrage und werde von beiden Seiten mit großer Ueberweisung als Material dem Sekretär und den Agitatoren lungen ist, einen Theil ihrer Angestellten zu gefügigen Elementen Energie geführt. Sodann schilderte Gericke den gegenwärtigen als Erfolg erscheinen könnte. Das Zahlenmaterial der Petitionen 8 machen. Diese möchten jedoch bedenken, daß, wenn der Stand des Maurerftreits, beffen Verlauf als günstig bezeichnet ist falsch und hat für die Regierung feinen Werth. Direktion dieser Streich gelungen sei, noch weitere Abzüge ge- werden darf. Ein Beschluß, ein Flugblatt in größerer Auflage Das Haus beschließt nach weiterer Debatte entsprechend den macht werden würden. Redner könne unter den gegenwärtigen herauszugeben, wurde Flemming, Pfeffertorn und Menge zur Kommissionsanträgen. Verhältnissen nicht zu einem Streit rathen, der momentan keine Ausführung übertragen. Nach einem Bericht über die Vorgänge Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Morgen, Donnerstag, Aussicht auf Erfolg habe; dagegen sei ein Boykott der Badet bei der Berliner Privatpost empfiehlt die Versammlung den Ge11 Uhr: Rheinische Hypothekenämter, Bernstein- Regal- Dent- fahrt zu empfehlen. Den Angestellten müsse jedoch der Anschluß werkschaften, über dieses Institut den Boykott zu verhängen. an die Organisation empfohlen werden, damit sie zu geeigneter Das Kartell beabsichtigt in türzester Frist eine GewerkschaftsZeit einen neuen wirksamen Vorstoß wagen könnten. Versammlung abzuhalten, desgleichen eine Versammlung der Nachdem ein Redner gegen, zwei der Gemaßregelten aber Bureau- Angestellten. für den Streit gesprochen hatten, erhielt der Genosse Robert Charlottenburg. Am 15. d. M. sprach hier in einer öffent Der sozialdemokratische Verein„ Vorwärtz hatte am Schmidt das Wort. Obgleich er der Meinung sei, daß sich lichen Versammlung der Holzarbeiter Genosse Bleet über die Verein ,, Vorwärts" ein Unbetheiligter nicht in die inneren Angelegenheiten einer Dienstag im Marienbad für den Gesundbrunnen eine Versamm Gewerkschaft einmischen solle, so mache er doch diesmal eine Bedeutung des internationalen Kongresses und wählte die Verlung, in der Genosse Dr. Pinn einen von der Versammlung mit Ausnahme von seiner Gewohnheit, weil er an dieser Bewegung Den Streifenden in Lauterberg bewilligte die Versammlung fammlung im Anschluß daran Kloß- Stuttgart zum Delegirten. lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über„ Berdummung ein lebhaftes Interesse habe. So bedauerlich es auch sei, in 100 M. Am Sonntag, den 21. Juni, ist ein Familienausflug Eine Diskussion schloß sich dem Vortrage nicht einer so durchaus berechtigten Sache, wie der vorliegenden, nicht nach Pichelsdorf arrangirt. Abfahrt früh 8 Uhr Bahnhof Zum dritten Punkt Verschiedenes" theilte der Vorsitzende mit, daß der Vorstand während der Sommermonate nur alle bringen, entschiedenste die Rechte der Arbeiter zur Geltung zu Charlottenburg. 4 Wochen eine Versammlung veranstalten wolle, wozu die Ver- müsse man sich dech sagen, daß unter den gegebenen Umständen bei einem Streit nichts erreicht werden könne. Ein Arbeiter- Bildungsfdule. Tonnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süd sammlung ihre Zustimmung ertheilt. Entgegen den Ausführungen Streif fei so gut wie aussichtslos. Wohl aber fei zu erhoffen, Muffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. des Vorstandes, welcher nur eine Generalversammlung hierfür daß sich die öffentliche Meinung und einige anständige Berliner Nordschule, für kompetent hält, beauftragte die Versammlung den Borstand, Blätter entschieden auf feiten der Angestellten stellen den streifenden Hutmachern 100 M. zu überiveisen. schrift und Petitionen. theorien" hielt. an. Versammlungen. 1 mann, Bajewalterfir. 3. Aue Aenderungen im Bereinskalender find zu richten ricerich Kortum, Manteuffelfrr. 49, v. 2 Tr. Jahrhunderts. oftichule, Waldemarstr. 14: Deutsch.( Literatur des neunzehnten Mullerstr. 179a: Geschichte( Neuere Geschichte von der Reformation bis zur Gegenwart mit befonderer Berücksichtigung der Entwickelung des Cozialismus und der politischen Parteien Deutschlands.) Herr Dr. G. Pinn. werden, denn den schnöden Wortbruch der Direktions. Die Echulräume find zur Benuzung der Bibliothet und des reichhaltigen Von Zeitschriftenmaterials fchon von 8 Uhr an geöffnet. Deutscher Holzarbeiter Verband. Eine Branchen- Ver- mitglieder müsse jeder ehrliche Wiensch verurtheilen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Ümgegend. Borsigender No. Neuſammlung der Parquetbodenleger fand am Sonntag bei Zubeil, dem Boykott wolle Redner nicht abrathen, obgleich er auch Lindenstr. 106, statt. Heß gab den Bericht der Kommission über diesen nicht für wirksam halte. Nachdem einige Redner gleich den weiteren Verlauf der Lohnbewegung. Nach Beendigung des falls gegen den Streit gesprochen hatten, suchte ein BureauStreits haben die Herren Mittag und Eschert den Tarif an- vorsteher der Gesellschaft das Verhalten der Direktion zu recht erkanut; jedoch sei es Pflicht jedes Kollegen, auf die Firma fertigen. Die Bewilligung der freien Tage fei seinerzeit umier Mittag ein wachfames Auge zu haben, da es den Anschein dem Druck der Verhältnisse erfolgt. Die Direktion habe zwar habe, als suche der Firmeninhaber Reduzirungen an der Grund- einen freien Tag, aber feinen bestimmten Tag bewilligt. Nach tage vorzunehmen. Die Abrechnung vom Streit stellt sich dem sich aber mit den Reserveleuten bezüglich der Briefbestellung an im Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und mererna De Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Hermann Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. Bereinstalender sind zu richten an Otto Schulz, Kottbuferdamm 72. Jahn, Echönhauser Allee 177 c. Zweigverein Berlin. Heute, Donnerstag, den 18. Juni, abends 10k upe: Mitglieder- Bersammlung bei Nöllig, Neue Fiedrichstr. 44. hochelegante reizende, erike Waschblousen, hente Seidenblousen, eine Wollblousen Entzückende sehr fescha sehr Grosse enorme Auswahl, guter Sitz, Maassbestellungen prompt. Waschblousen schon von 90 Pf. an, Wasch- Costumes in eleganter Ausführung. 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