Morgenausgabe Srei'tog m««-«♦>§## Ithä«-«" ÄTÄÄ�SL■■ MWs MTrl 1 I W M �. Auswärts 15 Pf. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und W» i i--iW' W W W � W W«N WWW W i 72 Pf. Postbeitellgebühren. Auslands» ��W LfeBH W W W � W W W W W W � W-//!>ie elnspal«. Nonp-e-illez.II. S« abonnement 6,— M. pro Monat; fnr RWSW frWM W W W W W W W W W W) W W Jy Rellnmezeile d.- RM.„Kleine Lünder m,t ermäßigtem Dnnksocheu.«W U»! WW W WWW WW W-�W tWi�� ,«>»->»" da,!.!Ig, druckt. Werl 2S Pi. veno s. M. U'MM I W\ Hft MD BH|H �D kulülsig zwei settgedruckl. Wortes sede, * MD I DB MV DD JEBtL-. JSm�Jmlkx Bai B �Ssr/BH, w.uer« W°ri 12 Roda» lu Tun,. ■U M �H�M> Ä Xl'HS?'T VrMMrr VOWSMÄ« Jentrawsgan der GozialdemoSvatifchen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 kZernspr.: Dönhosf(A T) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Soll und darf die Sanierung der Gemeinden aufKo st ander Arbeiter vorgenommen werden?— Diese Frage stcht unmittel- bar vor«der Entscheidung. Di« Verhandlungen des Gesamt- verbandas mit dem Rcichsverband kommunaler Zlrbcitgcberverbändc, die infolge der Bestimmungen der Notverordnung erforderlich geworden waren» und ain ll. und 12. Zlugust stattfanden, sind gescheitert. Versuche der Gewerkschaften, über den Reichsarbeitsminister eine Einigung herbeizuführen, sind gleichfalls gescheitert. Der Rcichsarbeitgcberverband fordert eine Kürzung der Tariflöhne bis zu 14 Pf. und, cntegen den bestehenden Tarifen, Anwendung des Reichs- arbeiterlohncs bei Rclicinstellungen. Weiterhin fordert er Herabsetzung der Tarif« der Wohlsahrtsfürsorge- arbcitcr auf den Stand der Reichsarbeitcrlöhnc. Diese Mah- nahmen sollten Geltung haben bis zum 1. Oktober. Im Laufe des Monats September sollen neue Verhandlungen geführt werden, uin einen weiteren Zlbbau der Löhne vorzunehmen. Die Reichstarifkommissionen für die Gcmeindebetriebe und -Verwaltungen und für die kommunalen Strahcnbahnen, die gestern gemeinsam tagten, haben die Vorschläge des Reichsarbeitgebcrver- bandes und auch das Aerhandlungsergebnis der Parteien einstimmig a b g e l c h n t. Der Reichsarbeitgebcrvcrband hat erklärt, daß er nunmehr den Hczirksarbeitgcberverbänden und den ange- schlosscncn Stadtverwaltungen empfehlen wird, entsprechende L o h n k ü r zun gen u n v e r z ü g l i ch e i n t r e t e n zu lassen. Die Gcineindearbeiter werden und können sich diese Mahnohmen nicht gefallen lasten. Die von den Gemeinden geforderte Herab- stgung. der Löhne bedeutet für die deutschen Gemeindearbeiter eine Lohneinbuhe von 25 bis 30 proz. ihres Einkommens. Schwere Kämpfe um die Lohn- und Tarifverhältnistc der deutschen Gemcindearbeiter erscheinen somit als Folge dcr Notverord- nung zwangsläufig. Nahezu 6l> Proz. aller deutschen Ge- meindearbcitcr sind in lebenswichtigen Betrieben beschäftigt, in den Gas-, Elektrizität?- und Wasserwerken, der Ernährungs- wiritschaft, Schlacht- und Viehhöfen und Markthallen, der Stadt- cntwästcn.'ng, dem Verkehrswesen, den Hafenanlagen und in vielen anderen Zweigen der Gemeindewirtschast, vor allem auch im öffent- lichen Gesundheitswesen. Der Angriff auf die Lebensmöglichkeit und auf die elementarsten Rechte dieser Arbciterschicht, Der französische Minister präsideul Lavol und Auheninmisler Vriand werden der Einladung der Reichsregierung zum Gegenbesuch in Verlin am 26. und 27. August Folge leisten. Die etwas überraschende Kampagne, die in den letzten Tagen einige französische Blätter gegen diese Reise nach Berlin geführt haben, um einen Druck dahin auszuüben, daß erst nach der Völkerbundstagilng dieser Besuch erfolge, hotte verschieden« Ursachen. Während es sich bei der französischen Rechten vor allem darum handelt«, diese Aussprache nicht zu beschleunigen, hat bei der K i n- k en die Befürchtung eine Rolle gespiell, daß B ria nd infolge seines Gesundheitszustandes nicht werde reisen können. Inzwischen hat sich Briands Gesundheitszustand gebessert. Der Ausgang des Volksentscheids, die Niederlage des Triumvirats Hitler-Hugenberg-Thälmann hat im Lager der fron- zösischen Nationalisten eine tiefe Enttäuschung hervorgerufen, in der französischen Linken aber eine starke Entspannung zur Folge gehabt. Auch in der französischen Regierung hat der Ausgang des 9. August das letzte Hindernis für die Reife nach Berlin behoben. Laval und Briand liaben sich deshalb entschlossen, noch im August zu reisen. Die endgültige Entscheidung darüber wird am Freitag oder Sonnabend im ftanzösstchen Kabinettsrat fallen. Nestätigung. Poris, 13. August. Der deutsche Botschafter v. Hoesch hat heute vormittag im Namen der deutschen' Regierung offiziell Ministerpräsident Lavol und Außenminister Briand eingeladen, nach Berlin zu kommen. Der Ministerpräsident hat Herrn v. Hoesch gedankt und dies« Einladung für ein Datum, dos angesichts der Abwesenheit Briands von Poris noch nicht festgelegt werden kann, angenommen. Au diesem offiziellen Kommunique fügt die Ag«ntur H a v a s hinzu i Wir glaubau zu wih'an, daß der Besuch des Ministerpräji- Borwärts-Verlag G. m.b.H. die Außerkraftsehung verfassungsmäßiger Rechte, bringt die Gefahr großer wirtschaftlicher kämpfe, deren Auswirkungen im Augenblick kein Mensch zu übersehen vcr- mag. Niemand sage, der Konflikt komme überraschend. Der Protest des Gcsamtverbandes gleich nach Erlaß der Notverordnung an die Rcichsregierung und die Oesfentlichkeit sowie der Protest des ADGB. und des AfA-Bundcs sind bis zur Stunde unbeachtet geblieben. Den Gcmeindearbeitern hat man bereits die Löhne gesenkt. Erst zu Anfang dieses Jahres sind Lohnsenkungen bis zu 3 Proz. vorgenommen worden. Es ist bekannt, daß damals mit dem Rcichsverband öffentlicher Arbeitgeber ein Abkommen abgeschlossen wurde, das den Bezirks- arbcitgeberverbänden und den angeschlossenen Gemeinden empfahl, Arbeits; itverkürzungen vorzunehmen zum Zwecke der finanziellen Entlastung der deutschen Kommunen. Die Gewerkschaft war der Anreger. Außer Berlin, Hamburg, Dresden, Leipzig und einigen sächsischen Gemeinden haben die deutschen Gemeinden von dieser Vereinbarung nicht Gebrauch gemacht. Wir haben heute noch Bezirke, in denen die Arbeitszeit wesentlich über 48 Stunden hinausgeht. In den obenbczeichneten Bezirken und Gemeinden arbeiten rund 100 009 Gemeindearbeiter seit Anfang d. I. 44, 40 und noch weniger Wochenstundcn. Gewaltige Opfer haben dadurch die Gemeindearbeiter gebracht, aus Klastensottdarität und im Jntereise der Erhaltung einer geordneten Gemeindewirtschast. Die Lohnctats der Gemeinden sistd im letzten Jahre um Millionen- betröge abgebaut worden. Dieser Abbap ist auf kosten der Lebenshaltung der Gemeindearbeiter gegangen. Denn wo ist der Preisabbau, der'das Lohnopfer auch nur annähernd aufwiegt? Jetzt mutet man den Gcmeindearbeitern «inen vorläufigen zwciten Lohnabbau bis über ein Viertel ihres Einkommens zu. Hier stehen die Gemeindearbeiter aus! Die Durchführung derartiger Lohnkürzungen muh bei aller Würdigung der Finanzlage der Gemeinden zu Arbeitskämpfen führen, über deren Tragweite sich hoffentlich die Regierung keiner Täuschung hingibt. Die Gefahr ist akut. Die Gemeindearbeiter haben ein Recht auf Verteidigung ihres in den letzten Monaten durch Lahn- und Arbeitszeitverkürzungen stark geschwundenen Lebensstandards. dciüen und des Außenministers in Berlin am 2 6. und2 7. August ausgeführt werden wird. Herr Laoal hat dem deutschen Botschafter v. Hoesch mitgeteilt, daß erv in der Loge sein werde, ihn hierüber endgültig morgen am späten Nachmittag zu unterrichten. Aul in den Sportpalast! Heute Freitag 20(Ihr OttoBraun: Der Volksentscheid Otto Wels: Gebt uns die Macht I Postscheckkonto: Berlin 37 526.—Bankkonto: Bankder Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 2, Dt.B.u.DiSc.-Gcs., Depositenk.,JerulaIcmer Str. 62/66. Vom Reich geopfert. Verzweifelte Schritte der Kommunen. Der Deutsche S t ä d t e t a g hat ein„S a n i e- r u n gs p r o g ra m m" aufgestellt, das in Wirklichkeit ein er- schütternder Aufschrei der in Not geratenen deutschen Ge- meinden ist. Es geht davon aus, daß trotz aller Ersparnis- und Abbaumaßnahmen, die die Städte aus eigenem und ge- l zwungen durch die Notverordnung vom S. Juni vorgenom- men haben, für das laufende Rechnungsjahr noch immer mit einem Defizitvon 800 Millionen Mark zu rechnen ist. Entstanden ist dieses Defizit einzig und allein aus dem Anschwellen der Ausgaben für die W o h l f a h r t s- erwerbslosen, die für das laufende Rechnungsjahr auf mehr als eine Milliarde geschätzt werden. Können die Städte dieses riesige Loch aus eigener Kraft stopfen? Können sie noch durch weitere erbarmungslose Ausgabendrosselung und Er- schließung neuer Einnahmequellen diesen für sie gigantischen Betrag innerhalb eines halben Jahres aufbringen? Das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Und trotzdem hat es der Städtetag unternommen, den Kommunen Abbaumaß- nahmen zu empfehlen, durch die wenigstens ein Teil des Defizits aus der Welt geschafft werden soll. Aber was verlangen diese Maßnahmen alles von den Städten, welche Opfer muten sie ihren Bewohnern zu, die ohnehin schon aufs schwerste von der Krisennot bedrängt werden! Der Abbau der Wohlfahrtsausgaben steht an der Spitze. Die allgemeinen Sätze sollen zwar be- stehen bleiben, bis weitere vom Städtetag erhoffte und an- gestrebte Preissenkungen auch ihren Abbau möglich machen. Aber alle Sonderleistungen sollen rücksichtslos abgebaut und die gehobene Fürsorge eingeschränkt werden. Im.Schulwesen sollen schwerwiegende Einschränkungen dprchgeführt-werden, und zwar durch Erhöhung der Klassen- frequenzziffern, Kürzung der Unterrichtsstunden, Erhöhung der Pflichtstundenzahl der Lehrer und ähnliche Maßnahmen. Und dem kulturellen Rückschritt, der dem Volk durch den Schul- abbau auferlegt wird, reiht sich würdig an die Seite der volks- hygienische Rückschritt durch„entscheidende Ein- griffe" in das Gesundheitswesen und in aller- erster Linie durch die fast völlige Preisgabe des öffentlichen Wohnungsbaues.„Die Zweckbcstim- mung beim Wohnungsbalianteil der Hauszinssteuer ist zu be- seitigen", heißt es in dürren Worten im„Sanierrmgs- Programm". Das heißt mit anderen Worten: Aus Haus- zinssteuermitteln sollen im allgemeinen keine Wohnungen mehr gebaut werden. Aber aus welchen Mitteln denn? In diesem Jahr ist schon rund die Hälfte der Bauarbeiter arbeitslos, der wichtigste Zweig der Volkswirtschaft, die Bautätigkeit, fast unterbunden. Wie soll es im nächsten Jahre werden? Und woher sollen die not- wendigen Auftriebskräfte der Wirtschaft kommen, wenn man den Wohnungsbau völlig erdrosselt? Aber olle diese Abbaumaßnahmen zusammengenommciz, die materielle, körperliche und geistige Not über Millionen Volksgenossen bringen werden, könnten nach den Schätzungen des Städtetages nur rund ein Drittel des zu er- wa rste n d en Defizits decken, zwei Drittel des Difizits könnten auch in diesem Falle die Städte aus eigener Kraft nicht mehr decken. Und deshalb muß der Städtetag trotz all seiner Abbauvorschläge an das Reich appellieren Sein wichtigster Vorschlag an die Adresse des Reiches geht dahin, die Beitragszahlung für die Arbeitslosen- Versicherung auf alle Gehalts- und Lohnempfänger auszudehnen, das heißt im wesentlichen auf die höheren An- gestellten, die bisher bcitragsfrei waren oder nur Verhältnis- mäßig geringfügige Beiträge zu zahlen hatten, und auf die Beamten. Hingegen soll ein weiterer Gehaltsabbau den Be- amten nicht zugemutet werden. So also sieht es heute in den Kommunen aus! Kann man ihnen aber daraus einen Vorwurf machen, daß sie zu'olchen Verzweiflungsschritten greifen wollen, nachdem man ihnen olle Einnahmequellen abgesperrt, ja ihnen selbst den Zvgung zu ihren eigenen Kreditinstituten, den Sparkassen, jür die sie die volle Haftung tragen, verwehrt hat. Die Kommunen sind in der Tat in einer fürchterlichen Zwangslage. Sie trogen daran kein« Schuld. Die Schuld trifft voll und ganz das Reich. Das Reich hat die Kommunen geopfert. Dieser schwere Vorwurf kann der Regierung Brüning nicht er- spart werden Ja, die Kommunen wurden sogar planmäßig ge- opfert. Nach einem ganz bewußten Plan har das Reich die Last der Erwerbslosenfürsorge Schritt für Schritt von seinen eigenen Schultern entfernt und den Schultern der finonz- schwachen Kommunen aufgebürdet. Die Etappen dieses Weges Folgen der Notverordnung. 315000 Gemeindearbeiter im Abwehrkampf. Briand und Laval kommen. �eisebeschluß infolge des Faschistenfiaskos. sind bekannt, das Ziel ist erreicht: die Arbeitslosenversicherung ist völlig vom Rxich abgehängt, aber ausschließlich suf Kosten der Kommunen, deren Erwerbslosenlasten von 270 Millionen im Jahre 1929 auf 1 049 Millionen im laufenden Jahre an- geschwollen sind. Ohne diese Lasten ständen die Kommunen heute völlig gesund da. Und während das Reich auf diese Weise Lasten über Lasten auf die Kommunen gehäuft hat, hat es ihnen nur ganz unzulängliche Einnahme- quellen erschlossen, hat also die Kommunen planmäßig in das Defizit hineingetrieben. Und nachdem es die Kommunen so weit gebracht hat, hat es ihnen zum Schluß auch noch ihre Kreditquellen verstopft, so daß die Gemeinden heute buchstäblich wie Bettler dastehen. Wir sind uns dessen bewußt, daß wir mit diesen Aus- führungen sehr schwere Anklagen gegen die Reichsregierung erheben. Aber sie sind leider unwiderlegbar. Und es ist erschütternd zu beobachten, wie selbst in diesem tragischen Augenblick der kommunalen Verzweiflungsaktion noch Be- strebungen im Gange sind, die letzte große Einnahmequelle der Kommunen zu verstopfen: die Hauszins st euer. Es braucht nach allem Gesagten wohl kein Wort weiter darüber verloren werden, daß der Abbau der Hauszinssteuer, den man den Massen gegen das Versprechen einer Mietensenkung schmackhaft zu machen sucht, einfach unerträglich wäre. Eine Mietensenkung, die mit dem Zusammenbruch der kommunalen Finanzen und ihrer sozialen Aufgaben erkauft wäre, wäre ein Danaergeschenk, für das sich die arbeitende Bevölkwung bedanken würde. Es muß aber auch ausgesprochen werden, von welchen Beweggründen sich die Regierung bei ihrer Auszehrungs- Politik gegenüber den Kommunen leiten läßt. Es ill nichts anderes als eine Politik des kalten Sozial- a b b a u e s, die man hier treibt. Die Gemeinden iind die wichtigsten Träger des sozialen Gedankens. Ihre Aufgaben liegen fast ausschließlich auf sozialem Gebiet, besonders wenn man auch ihre Aufgaben auf dem Gebiet des Straßenbaues, des Verkehrswesens, der Kanalisation usw. als soziale Auf- gaben im weiteren Sinne ansieht. Jeder Schlag gegen die Gemeinden ist daher in Wirklichkeit ein Schlag gegen den sozialen Charakter des heutigen Staates. Es muß ganz offen ausgesprochen werden: Die kommunalfeindliche Politik, die heute vom Reich getrieben wird, ist ein Stück sozialer Reaktion. Aber, wird man einwenden, auch das Reich ist in einer Zwangslage, auch das Reich befindet sich in finanzieller Rot, die es teilweise auf die Gemeinden weiterwälzen muß. Ganz so liegen die Dinge aber nicht. Gewiß, es muß zugsgeben wer- den, daß auch die Finanznot des Reiches sehr drückend ist. Aber es müsien folgende Momente berücksichtigt werden: Erstens hat das Reich die Opfer, die seine Finanzlage notwendig gemacht hat, den Gemeinden bereits in voller Höhe aufgebürdet, insbesondere in der Notverordnung vom 5. Juni. Zweitens hat das Reich durch den Hoooer-Plaln eine wesent- lich Entlastung erfahren, und es wäre nur recht und billig, daß es auch die Gemeinden daran teilnehmen läßt. Denn die Entlastung aus dem Hoover-Plan muß dem Gesamtstaat zu- gute kommen und nicht nur einem Glied des Staates, dem Reich. Und schließlich steht dem Reich eine letzte Möglichkest offen, die den Kommunen vollständig verbaut ist: nämlich die Erschließung neuer Einnahmequellen. Aber das«ine muß mit aller Deutlichkeit gesagt werden: das Reich darf die Kom- munen nicht preisgeben, es darf den Weg der sozialen Real- tion nicht beschreiten, es ist seine Pflicht und Schuldigkeit, für die Kommunen genau so zu sorgen, wie es sich in den letzten Monaten um die Gesundung seiner eigenen Finanzen be- müht hat. Die Rot der Kommunen ist die Rot des Volkes. Hugenbergs Antikriegsfilm. Pazifismus wider die Abficht oder aus Gefchästsfinn? Hilfe des Reichs für die Kommunen wahrhaft nationale Selbsthilfel das ist Sie suchen ein Alibi. Oie Hugenberg-presse und ihre Bundesgenossen von gestern. Die Presse des Herrn Hugenberg— voran sein Boulevardblatt, die„Nachtausgabe"— beeifert sich, Sensation mit dem Mord am Bülowplatz zu machen. Sie erfindet eine falsche Nachricht nach der anderen, nur um Gelegenheit zu haben, ihre Entrüstung über die Kommunistische Partei zu zeigen. Dieser Eifer hat seinen Grund. Die Herrschaften brauchen e i n A l i b i. Sie schreien, um mit ihrem Geschrei vergessen zu machen, daß sie eben noch die Bundesgenossen der Kom- munisten gewesen sind, und daß Herr Hugenberg mit seinem Iubelgeschrei„Das ist jetzt anders" die Bundeshilfe der Kom- inunistischen Partei stürmisch begrüßt hat. Die Entrüstung über die Kommunistische Partei steht deshalb der rechtsradikalen Presse besonders gut an! Oer Oank vom Haufe Hitler. Nach der Niederlage vom S. August sprach der„Angriff"- Redakteur Dr. von L e c r s in Zehlendorf: „Unsere Bundesgenossen vom 9. August haben schaurig versagt. Die K o m m u n i st e n stich nie ehrlich gewesen, so auch 'gestern nicht. Das ist auch kein Wunder, denn sie haben die sittlich verkommenen Judenschweine in ihren Rechen. Bei den Deutsch- nationalen hat es zwar noch einigermaßen geklappt, aber die anderen Parteien haben kläglich oersagt. Die nationalen Bür- ger haben sich geschlagen wie die Säue und sind ausgerissen wie Schofleder. Wer- nicht mit abgestimmt hat, ist ein ganz genieiner Lump, den wir persönlich verantwortlich machen werden, wenn wir erst an der Macht sind. Dieses Gesindel muß weg." Das ist der Dank vom Hause Hitler für Dindeldey und Schiele! Das deulschösterreichischc Zlußetiaml beauftragte die österreichische Gesandtschaft in Belgrad, wegen des Zwischenfall« vom 31. Juli an der steierffch-juxoslawffchen Grenze, bei dem ein Gast- wirt aus St. Lorenzen und dessen beide Söhne von fugoslawischen Grenzsoldaten mißhandelt worden waren, sowie wegen anderer die östereichische Grenzbevölkerung beunruhigende Zwischen- solle, bei der jugoslawischen Regierung Vorstellungen zu erheben. Landvolk-parlcikag. Das„Deutsche Landvolt" hat in Berlin seinen Parteitag abgehalten. � An Stelle des verstorbenen Partei- ru... v...._.....- n Walsgang ersitzenden ge- Vorsitzenden Ernst Höfer wurde der von Hauenschild aus Ob mrfyH Bei den ersten Szenen des Films„Douaumont", der am Donnerstag in der Ufa am Kursürstendamm seine Uraufführung er» lebte, hat man den Eindruck, daß hier ein militaristisch-patriotischez Gegengift gegen die Filme„Im Westen nichts Neues" und„Bier von der Infanterie" verabfolgt werden soll. Unter schmetternden Militärmärschen ziehen die Deutschen auf das Schlachtfeld von Verdun, während zwischendurch auf Landkarten eifrig Fähnchen- sirategie getrieben wird. Das verkitschte„schöne Soldatenleben" mit Eulaschkanone, enormem Zigarettenverbrauch, leutseligen Vor- gesetzten und Kasernenhofhumor hebt an. Aber dann kommt die Wirklichkeit des Krieges und— alles ist fortgeblasen! Die ersten Sturmangriffe wirken stellich noch recht zahm. Granateneinschläge werden homöopathisch auf die Fläche verteilt und Verwundete sind selten. Doch je näher es an die Hölle des Douaumont geht, desto unvermeidlicher wird die Realistik. Zwischen Explosionen und von Granaten zersplittertem Gestein geht es mit Gewehren und Maschinengewehren, mit Handgranaten und Spaten Mann gegen Mann. Da versangen die kleinen Mittel der patrio- tischen Reportage nicht mehr. Was nützt es, daß die deutschen Sturmangriffe glücken, die französischen zerschellen, daß die Deut- schen einzeln, die Franzosen reihenweise fallen, daß alle Deutschen brav und heldenmutig bis zum äußersten sind, daß Furcht und Flucht, Entsetzen und Grauen nicht gezeigt werden. Was übrig bleibt, genügt. Wer fragt hier noch nach Deutschen und Franzosen? Uni- formen übersieht man, es bleibt die gehetzte und gejagte Kreatur. Und wenn gegen Schluß die Granate in den Sanitätsunterstand schlägt, die wimmernden Verwundeten in die Tiefe reißend, wenn der Kompagniefeldwebel den Appell der zertrümmerten Kompagnie abhält und jeder Namensaufruf mit dem Bilde eines Gefallenen beantwortet wird, wenn am Ende der Trümmerhaufen vom Fort wieder von den Deutschen geräumt werden muß und ein Häuflein zermürbter Menschen von dem sinnlosen Grab der Hunderttausend abzieht— dann möchte man den sehen, der durch diesen Film noch für den Krieg begeistert wird! Obwohl also in der Wirkung durchaus gegen den Krieg, ist der Film dennoch keine Leistung. Ihm fehlt die Seele. Was man an Worten zu all dem Grauen hört, ist so banal, so platt und dutzendmäßig, daß man nach irgendeinem aus der Tiefe kommenden Ausbruch förmlich schreit. Aber das bleibt aus. Die Offiziere reden kurz und sachlich, die Soldaten meist im Ton der Schlichtschen Militärhumoresken. Ein Sterbender, der einen Brief an seine Mutter diktiert, bildet eine rühmliche Ausnahme. Zu dem Film sind teilweise alte deutsche und französische O r i- ginalaufnahmen aus dem Kriege verwendet, die trotz technischer Mängel und ihres Vsrblassens durch die Zeit das beste sind. Unvergeßlich die Räumung von Verdun durch die Zivilbevölkerung. unvergeßlich die feuernden Ricsengeschütze. Unter den gestellten Szenen manches Wirkungsvolle, manches aber auch unecht, da man sich gescheut hat, Dreck und Läuse der Unterstände zu zeigen. Der Feldsoldat lacht über die propern und sauberen Man- turen der Grabenkämpfer. In der Schlacht schaut der Soldat etwas anders aus als auf dem Exerzierplatz. Ueber die zur Mit- Wirkung gewonnenen„OriginaTerstürmer des Douaumont laßt mich schweigen. Sie waren sicher seinerzeit viel zu tüchtige Offiziere, um jetzt gute Fllmdarstcller zu sein. Der Beifall war sehr dünn. Das Publikum vom Kurfürsten- dämm, das offenbar einen paradcmäßigen Spektakel erwartet hatte, schlich deprimiert und schweigend von bannen. Es hatte einen Hauch der Kriegshölle verspürt. Bleibt die. Frage: Hat sich Hugenbergs Ufa in der Wirkung dieses Films so verkalkuliert oder hat der Hugenbergsche Geschäftssinn die Verdienstmöglichteiten ge- wittert, die in einem zensurreinen Kriegsfilm liegen?! E. K— r. Die Tagung des Zentrums. Der Zweck: Beruhigung der Splitterpartei eu. Dem Sozialdemokratischen Pressedienst wird geschrieben: Der geschäftssührende Vor st and der Zentrumspartei hat feine Berntungen mit einer Beröfsentlichung abgeschlossen, von der man gerade nicht sagen kann, daß sie besonders auffchlußreich ist. Man erfährt aus ihr, daß all« innen- und außen- politischen Probleme besprochen und als einmütige Ueber- zeugung aller festgestellt wurde,„ixiß für die wirksame Durchführung der äußerst schwierigen staatspolitischen Aufgaben im Reich und in Preußen die notwendige sachliche und methodische Hand- lungseinheit sowohl bei den verantwortlichen Instanzen der Partei wie bei ihren Vertretern in den beiden Kabinetten nach jeder Richtung hin gewährleistet sein muß." Bon einer Ergänzung bzw. Umbildung de-s Reichskabinetts wird in der Veröffentlichung ebensowenig gesprochen, wie von einer Aenderung des Kurses der Regierungspolitik im Reiche.--.7- Alles das ändert nichts.daran, daß entsprechende Gerüchte in Umlauf gesetzt worden und nicht zuletzt auf die von Herrn Kaas ausgegeben«„Burgfriedensparole" zurückzuführen sind. Tatsächlich hat man sich m der Sitzung de» Vorstandes der Zentrums» Partei in Anbetrocht des bevorstehenden Winters mit der Frag« beschäftigt, inwieweit die Möglichkeit eines Burgfriedens der Parteien unter sich gegeben ist. Ein positives Ergebnis hat diese Erörterung nicht gehabt. Es fei denn, daß man die neuerdings in der Zentrumspresse immer wiederkchrende Aufforderung zur Zusammenarbeit aller aufbau- bereiten Kräfte als ein posttives Ergedms betrachtet. Im Zentrum selbst scheint man das nicht zu tun. Vielmehr soll man sich auch dort von vornherein darüber klar gewesen fein, daß die„Burg- friedeirsparole" vor allem bei den Deutschnationalen auf Widerstand stoßen würde. Wie berechtigt diese Auffassung ist, zeigt ein Blick in die deutschnationale Presse, die höhnisch erklärt, daß es für sie einen„Burgfrieden" mit der Sozialdemokratie n i ch t g i b t. Warum aber überhaupt Burgfrieden? In weiten Kreisen des Zentrums besteht zweifellos der Wunsch, das Zlerhältnis zu den Deuffchnationaeln künftig auf eine mehr sachliche Basis zu stellen. Dieser Wunsch ist zum Teil auf die Erwartung zurückzuführen, daß sich die Deuffchnationaien bald von den Nazis trennen werden, zmn anderen auf den in Aussicht genommenen Bittgang Hugenbergs bei Brüning. Auf dem Wege über einen„Burgfrieden" hoffte man deshalb, die Deutschnationalen unter Verzicht auf ihre bisherig« Hetze gegen die Regierung Brüning zu einer loyaleren Opposition veranlassen zu können. Mehr will das Zentrum nie beabsichtigt haben und über mehr soll auch in der Sitzung des Fraktionsvorftandes des Zentrums nicht gesprochen worden sein. Man denkt im Zentrum, wie es heißt, weder an eine Kursänderung der Reichspolitik noch an eine Umbildung des Kabinefts. Aber auch der Traum, daß Hugenberg sich angesichts der Not de? Volkes in absehbarer Zeit zn einer loyaleren Opposition gegen das Kabinett entschließen könnte, ist im Zevkrum in- zwischen ebenfalls verflogen. Hugenberg selbst hat am Mittwoch einen längeren Erholungsurlaub angetreten. Aus seinem Bittgang zu Brüning ist nichts ge- worden. Wie wir annehmen, weil er es abgelehift hafte, vorher von der hetzerischen Schreibweis« seiner Blätter, wie der„Schlesischen Zeitung", abzurücken. Zwar hat er neuerdings durch eine Notiz seiner Pressestelle den Eindruck erwecken lassen, als ob er nie zu einem Biftgonz zu Brüning ent- schlössen gewesen wäre. Daß dieser Bittgang in Aussicht genommen war. hat er nicht bestritten. Wir. stellen demgegenüber nochmals fest, daß Hugenberg den Reichspräsidenten persönlich gebeten hat, einen Besuch bei Brüning zu vermitteln und der Reichspräsident diesem Ersuchen, nach einigem Zögern, durch feinen Staatssekretär beim Reichskanzler hat entsprechen lasten. So bleibt nur noch festzustellen, daß das positive Ergeb- nis der Borftandssitzung de« Zentrums in der Vereinbarung besteht, künftig zwischen den Zentrumsministern im RÄch und in Preußen eine„Handlungseinheit" herzustellen und an dem Kurs der Brüning-Politik mit dem Brüning-Kabinett, wie es ist, festzuhalten. Es ist bekannt, daß der Aufruf der preußischen Staats- regierung zum Volksentscheid bei den hinter der Reichsregierung stehenden Splittern verschnupft hat und auch der Reichskanzler etwas verschnupft war, weil er weder von der Absicht dieses Aufrufs noch von seiner Wiedergabe unter Bezugnahme auf die Pressenowerord- nuug des Reichspräsidenten gewußt hat. Aehnliche Dinge will min in Zukunft durch die Schaffung einer.Handlungseinheit" zwischen den Reichs- und preußischen Ministern ausschließen, indem man sich regelmäßig über die Absichten der beiden Kabinette genau informiert. Einmal, um die Kontinuität der Zentrumspolitik zu wahren, zum anderen aber mich, um die Splttter, auf die Brüning nun einmal angewiesen ist, nicht ohne besonderen Grund vor den Kops zu stoßen. Das ist alles, was bei der Borstandssitzung des Zentrums herausgekommen sein soll, und das soll Herrn Brüning zugleich als Handhabe zur Beruhigung der Gemüter in den Splittergruppen seiner Regierung dienen. Das war, wie es heißt, überhaupt Sinn und Zweck der ganzen Tagung des Zentrumsoorstandes. Die„Lümmels" von Orielsburg. Blüte deutscher Logend am Hindenborg-Symnasivm. Die Szene ist wert, alz Anekdote in Schullesebücher über- Nammen zu werden: Bei seiner Ostpreußenreise wird der bchährlge Rieichspräsident von Hinbenburg in Rosenberg. dessen Ehrenbürger er ist, von nationalsozialistischen Jung- fingen im Sprechchor angeflegelt. Hindenburg soll darauf die klassischen Worte gesprochen haben:„Heute regieren in Deutschland Männer und keine....." lieber den letzten Ausdruck gehen die Meldungen auseinander. Die Bezeichnung„Lümmels", die zuerst als authentisch galt, wurde später noch als zu milde bezeichnet. In Wirklichkeit habe das Wort noch oid kräftiger, sozusagen militärischer gelautet. Wie dem aber auch sei: die Nazilümmel von Roscnberg haben würdige Mitlümniels im benachbarten Ortelsburg gefunden. Dort besteht«in Hindcnburg-Gymnafium. an dem ver- hakcnkrcuzte Milchgesichter für ihren zukünftigen Beamtenberus vorbereitet werden. Die Haken kreuz-Pennäler haben es nun fertig- gebracht, am 11. August, dem Tag« der Reichsverfassung, auf dem Gebäude ihres Hindenburg-Gymnasiums die rote Hakenkreuzflaggs zu hissen und dazu dem Leiter der Schule als„sehr geehrtem Herrn Studiendirektor" einen frechen Brief zu schreiben, in dem sie di» Histung der„Sturmfahne Adolf Hitlers" formell begründen. Die ganze Geschichte könnte als eine' Lausbubengeschichte an- gesehen und so vergessen werden, wie der Reichspräsident die Lümmeleien von Rosenberg vergessen will. Aber das Blatt des polttischen Schulbuben Goebbels, des Verbündeten von Dingel- dey. meldte und Hugenberg, feiert diese Lausbubengcschichte alz Heldentat in zweispaltigem Fettdruck, zur Nachahmung geradezu anreizend. So entsteht die Frage: Was tut sich m Ostpreußen? Was geschieht mtt der„deuffchbewußtcn Schülerschaft aller Klassen" (von Sexta an), die sich ihrer Ungezogenheft rühmt? Gibt es heute keine Verweisung von preußischen höheren Schulen mehr? Soll der Staat weiter die Kosten für die Fehlerziehung dieser Bürgcrsöhnchen tragen und sich von den Bürschchen und ihren Hintermännern dafür verhöhnen lassen?" Kommunistischer Lehrgang aufgehoben. Eine Polizeiaktion in Thüringen. Gotha, den 13. August. Bon der Kommunlsttschen Partei Deutschlands, Bezirksleitung Groß-Thüringen, ist in der Zeit vom 9. bis IS. August in der Jugendherberge in Finsterbergen ein Kursus zur Ausbildmig von Funktionären abgehalten worden. Da der Verdacht nahelag, daß die cntfallete Tätigkeit wie bei den Kursen, die in der letzten Zeit im Kinderheim in Elgersburg abgehalten worden sind, den Strafgesetzen zuwiderlief, wurde von einem größeren Kommando der Thüringer Polizeidirektion Gotha, bestehend aus Kriminal- und Schutzpolizei- beamten, eine Durchsuchung des Gebäudes und der darin befind- lichen Personen vorgenommen. Die Fortsetzung der Schulung wurde untersagt. * In München und R e ck li n g h a u s en wurden kommu- mstische Versammlungen aufgelöst. Die Durchsuchung der Teil- nehmer erbracht« Totf-Mger, Gmmniknüpel, Dolchmejfer und Re> voloerpatronen. Nr. 327- 48. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag. 44. August 4934 Neuer Vcrkehrsiarif. verbiDiäuag der EhucdaMil dirdi SrnnmelKarteD.- l'nsleider 30 Pfenaige. i Seil längerer Zeit beschästigen sich Vorslnnd und Zlufsichlsrot der Berliner verkehrsgesellschast mit der Umgestaltung dez be- stehe�iden Berkehrstariss, dessen Rückgrat der Einheitssahrschein von 2, Pf. ist. Die steigenden finanziellen Schwierigkeiten, der feste Wille, den durch die katastrophale Wirtschaftslage bedingten starken Verkehrsrückgang aufzuhalten, und nicht zuleht der starke Tili H- brauch des Umsteigefahrscheins führten zu lleberlegungen. eine Tarisbereimgung herbeizuführen, wie der»vorwärts" erfährt. wird der folgende Tarif plan, über dessen endgültige verwirk- lichung heute der Aufsichtsrat der BVG. zu entscheiden hat, voran». sichtlich schon ab t. September in Kraft treten. Durch di« Einführung von neuen Sammeltarten hofft man eine neue Verkehrsbelebung bei der Straßenbahn und bei der U-Bahn zu erzielen. E» werden Sammelkarlen für fünf. Fahrten ohne Umstelgeberechkignng ausgegeben werden, die 1 Ist. kosten sollen. Es läßt sich nicht verkennen, daß für viele Fahr. gaste diese Sammelkarte«ine erfreuliche Berbilligung bedeuten. Für den A u t o b us werden diese Sammeltarten nicht ge» schaffen. Der Einzelfahrschein ohne Umsteigeberechtigung soll bei Straßenbahn, U-Bahn und Omnibus 25 Pf. kosten, dagegen wird der preis für den Umsteiger allgemein auf Z0 pf. erhöht werden. Uns ist bekannt, daß starke Bestrebungen vorhanden waren, den Preis für den Umsteiger auf den Omnibus auf Zs Pf. festzusetzen. Dies« Maßnahme hätte nach dem Urteil führender Sachkenner den Ruin des Omnibusses bedeutet. Es ist erfreulich, daß man von diesem Plan wieder abgekommen ist. Di« Verkehrsgesellschast ist nach wie vor bemüht, das Publikum, das seit jeher den Autobus als Der. kehrsmittel bevorzugt, zu einer stärkeren Benutzung der Unter- grundbahn und der Straßenbahn, des innner noch am billigsten arbeitenden Masienverkehrsmittels. zu veranlassen. Die hierfür not- wendige Differenzierung des Omnibusses von den anderen Verkehrs- Mitteln ist ober schon durch das Fehlen der billigen Sammelkarten und das. Fehlen der Monatskarten gegeben. Die Erhöhung des Preises für den Umsteigefahrschein auf Zll Pf. wird von vielen Arbeitern und Angestellten als eine neu« Belastung empfunden werden. Die Verkehrsgesellschaft glaubte jedoch, den Preis für den Umsteigefahrschein erhöhen zu müssen, weil der 2Z-Pf«nnig-Eir»hests- schein in weit stärkerem Maße als U m st e i g e r ausgenutzt wurde, als man es bei seiner Einführung voraussehen konnte. Man wollte aber auch den starken Mißbrauch, der mit dem Umsteiger durch Weitergeben, Auslesen und Handeln getrieben worden ist, zukünftig unmöglich machen. Zukünftig wird ein Fahrgast«inen Umsteiger nur lösen, wenn er die Anschlußfahrt s e l b st machen muß. Der Umsteigefahrschein zur Reichsbahn wird 4l) Pf. kosten. Die Umsteigezeit beträgt wie bisher eine Stunde; di« zweite Fahrt muß eine unmittelbare Anschlußfahrt sein. Die neuen Sammelkarten sind übertragbar, sie haben eine Geltungsdauer von zwei Monaten. Von einer Erhöhung der Monatskarten» preise hat man im Interesse der Arbeiter und Angestellten in der Zeit des Lohn» und Gehaltsabbau» Abstand genommen. Lediglich die Schülerkarten für die Straßenbahn, die zur Benutzung bis zu drei Linien berechtigen und bisher S Mark kosteten, sind auf S.Sv Mark unter Angleichung an den Preis der Schülerkarten für die U-Bahn erhöht worden. Wie sich dieser neue Tarif, der auf der einen Seit« durch die Einführung der Sammelkarten für die Einzelfahrt eine Der- b i l l i g u n g bringt, der aber andererseits den im Berliner Ber- kehr besonders gefragten Umsteigefahrschein verteuert, aus- wirken wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Raubmord in Hamburg. Ein Greis umgebracht.— llm ein paar lumpige Mark. Hamburg, 13. August. Der 73 Jahre alle Kaufmann Ernst Ritze, der au» Teltow lvlark) stammt, wurde gestern abend in seinem Kontor ermordet ausgefundea. Die Kontoristin fand die Räume unverschlossen uaÄ benachrichtigte die poNzei. die den Ermordelea auf dem Fußboden zwischen Eingangslür und Lürobarriere in Rückenlage in einer Blutlache liegend vorfand. Die Schädeldecke des Ermordekeu mar au mehreren Skelleu zertrümmert. Ritze ist alleiniger Juhaber der Firma Sonrad Scherer u. Co. und handelt mit pharmazeutifcheu Spezialarkikelu. Soweit bisher festgestellt ist, wurde» eine goldene HerrenuHr, ein Mantel, ferner 12 bis IS 31., sowie Kontor-, Geld- schrank- und Lagerschlüssel gestohlen. Deutsches Flugzeug in Metz gelandet. pari». 1Z. August.(Eigenbericht.) Ein deutsches Touristenflugzeug, das von einem Rastatter Piloten gesteuert wurde und in dem sich noch der Besitzer des Apparates, ein Holländer, befand, ist am Mittwoch aus dem Militärslugplatz von Metz gelandet. Die Flieger erklärten, sie hätten sich im Nebel oerirrt und nicht gewußt, daß sie sich schon über französischem Gebiet befinden. Da das lleberf liegen der Milttärzone von Metz verboten ist, wurden die Flieger oorläusig in Haft genommen, ihr Apparat wurde be- schlagnahmt. Todesopfer in Lüierbog? Eine Leiche unter dem Eisenbahnwagen? Im Verlaufe der Untersuchung des Jüterbog«! Eisenbahnattentats meldete sich bei der Unterfuchungstommifsion ein Kriminalassistent Karl Kraft aus Berlin. Karl Kraft erwartete den Besuch seines Onkels Tizian Flaty aus Winterthur in der Schweiz, der am Sonnabendabend mtt dem verunglückten Baseler Schnellzug ein- treffen sollte. Wie von dem Leiter der Aufräumungsarbeiten an der Unfallstelle mttgeteilt wird, ist es nicht ausgeschlossen, daß sich unter einem der noch nicht gehobenen Eisenbahnwagen eine Leiche be- findet. Bisher wurden fünf Wogen wieder aufgestellt. Nach Ein- treffen des zweiten öll-Tonnen-Krans werden die übrigen drei Wagen wahrscheinlich im Laufe des morgigen Tages aufgerichtet werden. Es verlautet, daß sich sämtliche Opfer des Unfall» auf dem Wege der Befferubg befinden. Siebe« Kommunisten verhaftet. In Weißense« wurden sieben Personen verhastet, die im Per- dacht stehen, an den Bedrohungen des Polizeioberleutnants Becker durch Zettel und Aufschriften beteiligt zu fein. Di« Festgenommenen sind Angehörig« des Äampfbundes gegen den Faschismus. Ein weitere, Todesopfer der Unruhen am vülowplatz. Gestern Nacht verstarb der Söjährig« Kaufmann Max Stern aus der Prenz- lauer Straße 18, der bei den Unruhen am Bülowplatz einen Bauch- schuß erhallen hatte und schwerverletzt im Hrdwigkrankenhaus Auf- nähme fand. Äsifehung der GchupooMiere. Obdvktionsergebnis: Beide von hinten erschossen. Nachruf Geverings. Am kommenden vloolag findet die T r a u e r f e i e r für die am Vülowplatz erschossenen polizeiossiziere stall, llm 14.30 llhr wird in der Turnhalle in der Karlstraße eine osfizielle Feier stattfinden, bei der nach den Ansprachen der Geistlichen der preußische Minister des Innern, Severlug, den Rachrus für die Ermordelen halten wird. Der Leichenzug bewegt sich daraus durch die Straßen nach dem Friedhof in Weißensee und macht unterwegs vor den Wohnungen der beiden Erschossenen, am Revier 7 und vor dem Hause Tasdorser Straße 12. halt, wo eine ITlinnle In ernstem Schweigen der Erschosseuea gedacht wird. Die Leiche des Hauptmanns Lenk, die auch im Zuge nach Weißeusee mitgeführt wird, wird dann im Anschluß an die Beerdigung seines toten Kameraden nach dem Bahn- Hof gebracht und von dort nach Stargard i. Pom. übergesührl, wo sie am Dienstag um 14.30 llhr der Erde übergeben wird. Die gerichtliche Obduktton der beiden bei den Unruhen am g. August aus dem Bülowplatz erschossenen Polizeioffizicre hat er- geben, daß beide von hinten erschossen worden sind. Hauptmann Anlauf hat zwei Schüsie erhalten, den einen in den Kopf link- oberhalb des linken Ohrs, den zweiten in die rechte Gesäßhälfte. Hauptmann Lenk hat einen Schuh in das rechte Schulterblatt er- halten. Die Kugel hat die Lunge zerrissen, die Luftröhre durchbohrt und ist links dicht neben der Achsel ausgetreten. Mietkaserne eingestürzt. Drei Arbeiter unier den Trümmern begraben. Paris, 13. August. Zm Osten von Paris stürzte am Donnecsiagvormiltag bei Abbauarbeilen ein dreistöckiges Haus ein, das schon vor mehreren Monaten polizeilich geräumt worden war. Die drei Arbeiter, die sich im ersten Stock befanden, wurden unter den Trümmern begraben. Sie konnten jedoch nach mehrstündigen Bemühungen der Feuerwehr lebend gerettet werden. Zwei von ihnen mußten schwer verletzt in ein Krankenhaus übergeführt werden. Ein anderes, wesentlich schwereres Unglück ereignete sich bei einein Neubau. Zur Beförderung der Mauerstein« und des Znnentes in die oberen Stockwerke hatte man einen Kran auf- gebaut, der aus bisher unbekannter Ursache plötzlich zusammenstürzte. Die schweren Eifenmassen erschlugen zwei Arbeiter, die sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Zug zermalmt Auto. Eine Berlinerin getötet.— Schranken nicht geschlossen. � hersfeld(Röhn). 13. August. Kurz vor dem Bahnhof Hersfeld wurde heute um Mitternacht ein Personenkraftwagen aus Berlin von einem Güterzug über- fahren. Das Unglüch ereignete sich auf einem mtt Schranken versehenen Bahnübergang. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Bon den beiden Jr.sass«n ist Frau lMarion Schmidt. Berlin-Wilmersdorf, aus der Stelle getötet worden. Ihr Begleiter, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten, er- litt schwer«, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen und mutzte nach dem Landeskrankenhaug in Hersfeld übergeführt werden. Die Ursache des schweren Unglücks ist allein Anschein nach darin zu suchen, daß der Schrankenwärter zu spät geschlossen hatte. Als sich di« Katastrophe ereignete, bekam er«inen Tobsuchtsanfall und wurde in Schutzhast genommen. 31 0 � „Hand aufs Herz, Herr Siloester, ist nicht das ganze Ge- schäst heut Spekulation, in Ihrer Branche sogar verzroeifelt« Spekulation, fast nur noch ein Krampf?" Direktor Marxens Augen blicken so treu und ergeben wie die eines Hundes. James preßt ärgerlich die Lippen aufeinander und mault in sich hinein. Eine neue Flasche Chablis erscheint. Herrn Direktor Marx wird sauer im Magen. Er sehnt sich fetzt entschieden nach Orangeade- Die Ahnung eines Brechreizes steigt in ihm auf. James denkt nach. Was Marx sagt, stimmt! Die Aktien sind bei der steigenden Tendenz billig, ungeahnt billig. Hier ist die ersehnte Gelegenheit, das Vermögen zu verdoppeln, zu verdreifachen, wenn die Konjunktur weiter anzieht, und Ge- fahr existiert kaum. Endlich unabhängig fein von den wilden Preisschwankungen auf dem Getreidemarkt. Nicht mehr die Angst vor einem neuen russischen Dumping. Man kann be- ruhigter in die Zukunft schauen. Warum soll er nicht auf ber Effektenbörse spekulieren? Die Freunde lachen berelts über sein Hamletsches Zögern. Weizen ist das größte Hasardspiel. Alles ist Hasard. Er wird sich an den grünen Tisch setzen und gewinnen. Direktor Marx sieht, wie sich die Starrhett in Silvesters Gesicht löst. Jetzt ist es so weit, jetzt wird sofort das be- freiende Wort fallen. Nur nichts übereilen. Ganz ruhig und unbeteiligt dasitzen. „Also gut, morgen Vormittag bringe ich alles in Orb- uui.g." Die Worte tropfen wie milder Sommerregen auf Direktor Marx herab. James ruft den Kellner und begleicht die Rechnung. Direktor Marx will sich erheben, aber James winkt ihm ab. „Bitte, lassen Sie sich nicht stören." In den Worten liegt Ablehnung. Zwischen Großkauf- mann und einem aus dem beamteten Kleinbürgertum auf- gestiegeneu Filialletter bestehe» gesellschaftliche Unterschiede. Direktor Marx ist durch dieses Verhallen keineswegs ge- kränkt. Er kennt die Merkwürdigkeiten der mehr oder minder vornehmen Kunden, und außerdem hat fein Buckel während der fünfzigjährigen Existenz ganz andere Schläge aushalten müssen. Jeder reitet«in anderes Steckenpferd, liebkost einen anderen Spleen. Mit diesen elementaren Tatsachen hat sich Direktor Marx im Laufe seiner Praxis abgefunden. Er atmet erleichtert auf, als James das Restaurant ver- läßt. Jetzt endlich kann er sich die ersehnte Orangeade be- stellen. Oder wäre stark gezuckerte Zitronenlimonade emp- fehlenswerter? Es ist schön, hier in diesem allen Raum zu sitzen und zu denken. Direktor Marx träumt nicht wachen Auges, dazu verfügt er über zu viel Korrektheit, über z» viel geistige Klarheit. Träume am Tage bedeuten ihm unsittliche Entgleisungen. Denken ist etwas anderes. Das strafft er- lahmend« Energien. Er streckt behaglich die Beine unter den Tisch. Plötzlich fährt er aus. Er muß zurück, zurück ins Theater. Der„Tannhäuser" und der Herr Manfred Grumacher, der bei seiner Begabung und der gesellschaftlichen Stellung auch einen ernsthafteren Beruf hätte ergreifen können, zählen nicht. Aber Nora ist mit Dr. Harry Siwester zusam- wen, und Harry muß als ein verderbenbringendes Individuum bewertet werden, jedenfalls von einem Bater, der über dem sittlichen Wandel seines soeben mannbar gewordenen Töchter- chens wacht. Niemand kann wissen, ob sich dieser reiche Lause-. junge einmal ernstlich erklären wird. James tritt in die kühle, klare Frühlingsnacht. Emen Augenblick denkt er daran, zum Theater zu fahren. Der drille Akt muß eben erst begonnen haben. Die Romerzählung würde er also noch hören. Aber er fände doch keine Ruhe, um auf- merksam zu folgen. Zahlen, nichts als Zahlen schwirren ihm im Kopf herum. Ein Auto schleicht vorbei. James will es anrufen. Er hebt schon die Hand. Dann besinnt er sich. Er ist zu erregt, er kann nicht in dem engen, schlecht ventilierten Wagen sitzen. Ihn stört, ihn quält der Dunst darin, die Erinnerung an Menschen, die vielleicht nicht einmal täglich baden. Er klappt den Mantelkragen hoch. Der Start hat begonnen. James wird zu den Großen ge- hören, die den Kurs machen, die wenigstens auf der Börse den Ton angeben. Warum hatte er eigentlich� immer einen Ab- scheu gegen die Spekulation in Aktien? Schon der Devisen- Handel in der Inflation ärgerte ihn, er gehörte nicht in ein anständiges Geschäft hinein. Ach, es ist blühender Unsinn, sich an eine Tradition zu hallen, die sich selbst überlebt hat. Immer wieder Manitoba- oder Minnesota-Weizen und russisches Ge- treide kaufen und verkaufen und auf eine günstige Differenz hoffen. Alles Spekulation! Bei Baisse einkaufen und im Zenith der Hausse abstoßen, das ist schon die Weisheit der Väter gewesen. Leider richtet sich die Wirtschaft nicht nach dieser Weisheit. Sie macht ihre eigenwilligen Sprünge, sie bockt wie ein Füllen, das noch keine Zügel gespürt hat. Wenn man mit mathematischer Sicherheit eine Hausse erwartet, gibt der amerikanische Markt eine andere Parole aus. Die Preise sinken immer tiefer. Alles Unfug! Die Welt ist verrückt ge- worden. Ein paar Auserwählte diktieren, und die anderen tanzen nach ihrer Pfeife, müssen tanzen, ob sie wollen oder nicht, und winden sich nachts in Angstkrämpfen. Getreide fällt, fällt beinahe ins Bodenlose auf dem Welt- markt. Es wird zu viel Getreide angebaut. Die Preise können kein Rückgrat mehr zeigen. Amerika produziert und produziert, und Rußland betreibt eine Preispolitik, die jedes anständigen kaufmännischen Herkommens spottet. Wann soll man kaufen? Meine ÄPgänger hatten es leicht, grübelt James. Die hingen nur vom Weller ab, und bei einiger Lorsicht konnte man den Laden schmeißen. Wenigstens ist ihm das große Geschäft mit den Randstaaten geglückt. Die Klein-' staaterei in Osteuropa hat doch ihr Gutes. Aber wann wird man wieder einen ähnlichen Schlag führen können? Wann? James ist immer schneller gegangen. Er schwitzt. Zu den Auserwählten gehören! Mitbesllmmcn! Der Welt den eigenen Willen aufzwingen. Nicht länger Marionette sein, die zuckt, wie sie ein Bankkonsortium dirigiert. Diktieren! Diktator wer- den! Beide Worte haben denselben Stamm. Der Diktator diktiert! Und wer ist Diktator? Irgendein bürgerlich be- scheiden aussehender Herr in einem Büro der Wallstreet oder des Ruhrgebiets. Wenn er es wünscht, kann er die Welt ver- Nichten oder in ein Paradies verwandeln. Zu diesen unge- krönten Kaisern gehören! Ist das so schwer? Woraus kommt es an? Den Aktionsradius erweitern. Macht gewinnen. Geld anhäufen. Sehr viel Geld anhäufen. Geld ist die einzig reale Macht über die Menschen. Mtt zerfahrener unsicherer Bewegung streicht sich James über die Stirn. Er hat geträumt, phantasiert wie ein Pri- maner. Aber mit Träumen kann man keine Wirtschafts- Politik treiben. Er ist noch immer ein verspieltes Kind. Es geht aber um Tatsachen, um greifbare Dinge wie Weizen und Westkohle. (Fortsetzung folgte i Bewaffnete Nazi-Stoßtrupps Enthüllungen im Prozeß gegen Sturm 33. Der weitere Verlaus des Prozesses gegen die „ alionalsozialiskische Sondengruppe des S l u r m s 3 Z vor dem Schwurgericht III in Serlin-Moabit ergab ungemein interessante Einzelheiten darüber, was es mit der feierlich beschworenen Legalität Hillers und der Seilten auf sich hat. Der 18jährige, bereits erheblich vorbestrafte Konditor e u b e r t muhte vor Gericht zugestehen, daß er im Besitz einer mit 10 Schuß Munition geladenen Armeepistole, Modell 08, war, die er von irgendeinem geheimnisvollen„Unbekannten" erstanden haben will. Dieser Unbekannte entpuppte sich später als ein organisierter Nationalsozialist, der anscheinend in den Verkehrslokalcn der SA. die Straßenkampfkrieger der NSDAP, mit den„notwendigen Waffen" versieht. Es ist ungeheuerlich, daß auf diese Weise Achtzehnjährige in den Besitz von Waffen gelangen. Ihm genügte anscheinend diese eine Waffe noch nicht, denn er besaß, wie der Staatsanwalt seststeUt, noch eine kleine NG.-Pistole, die er seinem Kameraden P i n t. seinem jetzigen Mitangeklagten, schenkte. Neubert leugnet den Besitz dieser zweiten Wasfe allerdings. Wie sich aus den polizeilichen Protokollen ergibt, hatte Neubert von einem weiteren rätselhaften„Unbekannten" die Aufforderung erhalten, sich„z u seiner eigenen Sicherheit" eine Waffe zu beschaffen. IDenn man diese Stichproben zurückhaltend auf die gesamte SA. ausdehnt, so muß man zu der Jestslellung kommen, daß höchstwahrscheinlich 75 bis 80 Pro;, der SA.-Sürgcrkrieger bewaffnet herumlaufen und so eine ständige Gefahr für die Oeffentlichkeit darstellen. Dem Angeklagten wurden vom Vorsitzenden und auch dem Bei- sitzcr schließlich die Aussagen vor der Polizei vorgehalten, die kraß von den Bekundungen im Gerichtssaal abweichen. Neubcrt versucht sich auf außergewöhnlich plumpe Weise herauszuschwindeln und be- hauptet u. a., der Vorlesung des von ihm später unterzeichneten Protokolls geistig nicht gewachsen gewesen zu sein. Als die Situation für den Angeklagten immer brenzliger wird, da sowohl Staatsanwalt wie Vorsitzender ihm innerhalb zehn Minuten etwa 15 schwere Widersprüche nachweisen, erhebt sich der Hitler- Anwalt K a m e ck e, eine Prominenz aus dem Umkreis des Braunen Palastes, und erklärt zur allgemeinen Belustigung, daß sich dann eben höchstwahrscheinlich die protokollführenden Beamten geirrt und den Zlngcklagten falsch verstanden hätten. Wie kann man auch nur auf den Gedanken kommen, daß ein nationalsozialistischer Tot- schlägcr es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt! Als Neubsrt dann angeben soll, wer ihm die Bekanntschaft des geheimnisvollen Parteigenossen mit der Armecpistole vermittelt habe, verläßt den Angeklagten einen Augenblick die Beherrschung, und er spricht laut und deutlich von einem„Kameraden Gebert". Obwohl Vor- sitzender und Berichterstatter, beides Juristen, die knapp drei Meter von dem Angeklagten entfernt sitzen, diese Bekundung genau gehört haben, bestreitet der Angeklagte plötzlich, von einem„Kameraden Gebert" gesprochen zu haben. Angeblich hat er nicht„Gebert", sondern„jemand" gesagt. Auch die Verteidiger wollen nichts ge- hört haben. Schließlich gehen Vorsitzender und Berichterstatter über den bezeichnenden Zwischenfall hinweg. Der Prozeß wird am Freitag fortgesetzt. Erste Liebe. Die Tragödie eines verführten Jungen. Essen, 13. August. Rudolf war erwerbslos, seit er die Schule verlassen hotte. Mit 19 Jahren konnte er noch immer keine Arbeit finden, und seine Eltern, gute solide Leute, sorgten zwar treu für ihren Jungen und machten ihm seine Arbeitslosigkeit niemals zum Vorwurf. Aber Rudolf litt schwer unter seiner erzwungenen Untätigkeit; er war ein ehrgeiziger unternehmungslustiger Bursche. Eine vierunddreihigjährige lebenslustige Nachbarssrau hatte schon seit langem heimlich ein Auge auf den frischen netten Jungen geworfen. Eines Tages verwickelte sie Rudolf in ein sehr ein- deutiges Gespräch und lud ihn schließlich unter irgendeinem Vor- wand in ihre Wohnung ein. So begann das Liebesverhält- n i s zwischen dem unerfahrenen jungen Mann und der reifen Frau. Rudolf weilte ständig bei seiner Freundin, nahm sie in Wirtschaften und Kinos mit und gab viel mehr Geld aus als fein armseliges monatliches Taschengeld betrug. Cr geriet nach und nach in Schulden. Klagte er einmal der Geliebten sein Leid, so lachte sie ihn aus, strich ihm über das Haar, und Rudolf war in seiner Hörig- kcit glücklich, daß sie ihn überhaupt neben sich duldete. Rudolf konnte von seiner schönen Nachbarin nicht mehr loskommen. Er ließ sich auch dcchurch nicht abschrecken, daß die Frau auch weiterhin skrupel- los ihre Ansprüche stellte und mach wie vor Wert darauf legte, von ihm ausgeführt zu werden. In seiner Verzweiflung tat Rudolf das Dümmste was er machen konnte: er beschloß, sich die Mittel, die er auf ehrlichem Wege unmöglich aufbringen konnte, auf unredliche Weise zu verschossen. Eines Nachts brach er in eine Villa ein, deren Besitzer verreist war. Dort stahl er zwölf Flaschen Sekt, Zigaretten, Delikatessen und eine ganze Handkarre voll seiner Sachen, die er schnurstracks zu seiner Geliebten brachte. Dort wurde nun eifrig pokuliert und gegessen. Nach dieser Feier verlangte die Geliebte, noch ausgeführt zu werden. Rudolf hatte nicht einen Pfennig in der Tasche. Alles hatte er für diese Frau riskiert— noch immer war sie nicht zufrieden! Um sie nicht zu verlieren, glaubte er, ihr jeden Wunsch erfüllen zu müssen. An diesem Abend"beging Rudolf seine zweite große Dummheit: er stahl seiner Freundin aus der Handtasche einen Zehnmarkschein— um mit ihr ausgehen zu können. Zu seinem Unglück bemerkte die Frau kurz darauf den Diebstahl und erstattete gegen Rudolf rücksichtslos die Anzeige. So kam Rudolf ins Untersuchungsgefängnis. Er beichtete alles— und als mau den Haftbefehl gegen ihn aushob, weil kein Flucht- verdacht mehr vorlag, blieb er freiwillig im Gefängnis Aus Angst und Scham vor der Welt und seinen ehrlichen Eltern. Das Gericht verurteilte Rudolf wegen schweren und einfachen Diebstahl zu einem Jahr Gefängnis, wobei es seine Un- reife und seine Hörigkeit der raffinierteren Frau gegenüber als strafmildernd annahm. Motorradfahrer und Fußgänger. Ein Urteil, das Bedenken hervorruft. In einer Verhandlung vor dem verkehrsschäffen. g e r i ch l wurde gesleru der Laoarbeiler V. wegen fahrlässiger Tötung zu4Monalen Gefängnis verurteilt. B. hatte am 15. Mai in der Clbinger Straße einen 62jährigen Schlächtermeister, der schräg über den Fahrdamm kam und trotz aller Signale von seinem Wege nicht abwich, mit seinem Motorrad über- fahren. Bei dem Zusammenstoß, der für den Fußgänger tödlich ver- lief, wurde das Motorrad weit fortgeschleudert und der Fahrer selbst so schwer verletzt, daß er 6 Monate im Krankenhaus liegen inußte. Jetzt wurde er wegen fahrlässiger Tötung des Schlächtermeisters angeklagt. Er verteidigte sich in der Verhandlung damit, daß der Schlächtermeister selbst durch sein allen Verkehrsoor- schriften widersprechendes Verhalten den Zusammenstoß hervor- gerufen habe. Trotzdem der Sachbefund der Darstellung des Motor- radfahrers recht gab, beantragte der Vertreter der Anklagebehörde 3 Monate Gefängnis. Das Gericht ist über diesen Antrag noch hinausgegangen, es Hot auf 4 Monate Gefängnis erkannt und sein Urteil damit bc- gründet, daß jeder Motorradfahrer auf seinem Weg und bei seiner Geschwindigkeit mit verkehrswidrigen Handlungen des Publikums rechnen müsse. Er müsse dies unter allen Umständen tun. Deshalb mußte er äls Motorradfahrer vorzeitig vor dem Fußgänger, den allerdings, wie das Gericht zugäbe, ein großes Verschul- den träfe, bremsen. Wir haben im„Vorwärts" immer wieder mit besonderer Absicht die Ziffern der Unfälle registriert, die nach den Statistiken durch leichtfertiges Fahren mit dem Motorrad hervor- gerufen werden. Ebenso wie die Verkehrsvorschriften nach unsereik Ansicht aber vom Motorradfahrer unter allen Umständen eingehalten werden müssen— und wir stehen aus dem Standpunkt, daß Spiel mit Menschenleben durch leichtsinniges Fahren nicht scharf ge- nug geahndet werden kann—, ebenso muß auch der Fußgänger sich nach den Verkehrsvorschriften richten. Das überaus strenge Urteil des Verkehrsschöffengerichts muß Bedenken hervorrufen, weil klar erwiesen ist, daß sich in diesem Falle der Fußgänger weder noch den Vorschriften gerichtet, noch auch die Signale des Fahrers be- achtet hat. Leichenfund im Fahrländer See. Von Fischern wurde auf dem Fahrländer See bei Pots- dam die Leiche eines etwa 28jährigen Mannes, die nur mit einer Badehose bekleidet war, gesunden. Gleichzeitig fand man an der Mole des Sees ein herrenloses Paddelboot mit zwei Doppelpaddeln, von denen eine zerbrochen war. Papiere oder andere Hinweise über die Person des Toten wurden nicht gefunden. Wochenendfahrt nach Rügen am kommenden Sonnabend/Sonntag ab Berlin und zurück zu dem außergewöhnlich billigen Fahr- preis von 14 Mark(Bahn und Schiff). Teilnehmerkarten bei den bekannten Stellen oder beim Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Flugzeugunglück in der Alb. Zwei Personen schwer verletzt. Göppingen. 13. August. Ein Verkehrsflugzeug INünchcn— Böblingen, das heute auf der Schwäbischen Alb bei A u e n d o r s wegen Regens und Rcbel eine Landung vornehmen wollte, streifte an einen Baum und st ü r z t e. als es den Boden bereits berührt halle, einen Steinbruch hinunter. Verletzt wurden die beiden Piloten, darunter der Flugzeugführer Kraftschwer, von den Fluggästen Direktor Fritz Wied- m e r aus Starnberg bei München schwer und drei weitere Personen leicht. Die beiden Schwerverletzten wurden in das Göppingcr Krankenhaus eingeliefert. Der Flugzeugführer erlitt einen Schädelbruch und Quetschungen. Direktor Wiedmer soll einen Beckenbruch davongetragen haben. Hakenkreuze im Schwurgerichtssaal. Im großen Schwurgerichtssaal in Berlin-Moabit kann man zur Zeit eine merkwürdige Entdeckung machen. In die Tische der Journa- listen sind Hakenkreuze und Wolfsangeln(SA.-Abzeichen) eingeritzt. die wahrscheinlich für das„Dritte Reich" Propaganda machen sollen. Da diese Tische nur den Vertretern der Presse zugänglich sind, muß gefolgert werden, daß die tüchtigen Reporter der Hakenkreuzpubli- zistik mit derart kindlichen Streichen ihre staunenswerte Unkultur und Unreife demonstrieren wollen. Ist man darüber im Bilde, so wundert man sich auch über die stilistischen Exerzitien nicht mehr, den„Angrifs" und„Völkischen Beobachter" zieren. Vielleicht mach-n ober die Moabiter Behörden den Inhabern der gesinnungstüchtigen Narrenhände klar, daß ein Gerichtssaal und eine hakenkreuztragsähig« Abortwand nicht ein und dasselbe sind! Das Unwesen des Generalpächtertums. In eigenartige Zustände der privaten Marktbewirtschastung leuchtete eine Versammlung der Händler des Marktes Travemünder Straße hinein, die sich im Roseiühaler Hof zusammengefunden hatten, um gegen die Praktiken des Markt- inhabers zu protestieren. Da der Pachtvertrag des Marktinhabcrs demnächst abläuft, will ein Herr H. feine alte Händlerschaft auf einen neuen Markt verpflanzen, der unweit des großen städtischen Marktes Boxhagener Platz in der Kopernikusstraße liegt. Eine ganz aussichtslose Geschäftsgegend für die Händler. Er l)at aber 60 Kündigungen ausgesprochen und feinen Händlern geschrieben, daß er sich nur auf dem Markt in der Kopernikusstraße sprechen läßt. Vielfach soll er sich auch schon„Baukostenzuschüsse" für den neuen Marktplatz haben zahlen lassen. Wer nicht so will, der ver- liert seinen alten Stand und ist ohne Erwerb und Brot. Dabei weiß H. sehr anständige Preise für die Stände zu nehmen: bis 35 Mk. für einen Dreimeterstand. Wird ein solcher Stand einmal von dem Besitzer nicht benutzt, so vermietet ihn H. am gleichen Tage als Tagesstand zum Preise bis 5 Mk. pro Tag weiter, läßt sich also zweimal bezahlen. � Dem Händler, dem es nicht gelingt, die teuren Standkosten hereinzubringen, werden rücksichtslos die Waren einbehalten. Mehrfach hat das Publikum gegen diese Praktiken Stellung genommen und die kleinen Händler geschützt. Abfchied von Großmutter. Berlins Ferienkinder kehren heim.— Scheiden tut weh. Sechs Wochen der Erholung, der Freude und Kräftigung im Wald, an der See. oder im Gebirge, die die Stadt Berlin einem leider allzukleinen Teil ihrer erholungsbedürftigen Großstadtjugend während der Schulferien ermöglichen konnte, sind allzubald vorbei! Und der Spruch„nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reih von schönen Tagen" fällt einem unwillkürlich ein, wenn man die merkwürdig einsilbig gewordene kleine llrlauberschar bei ihren Reise- Vorbereitungen beobachtet. In den Ferienheimen, wo vielfach Hunderte kleiner Gäste Auf- nähme fanden, ist schon Tage vorher Hochbetrieb. Schwestern, Hort- nerinnen und auch die kleinen Urlauber selbst haben alle Sjände voll zu tun, um die nötigen Reiscvorbereitungen zu treffen. Hun- derte von Koffern, Rucksäcken, Pappkartons und Taschen zu packen, dabei nichts zu vergessen und nichts zu verwechseln ist gar nicht so einfach; es können natürlich nicht alle gleichzeitig packen, sonst gäbe es einen ganz unheimlichen Wirrwarr. Was alles erobert wurde. Was den vergrößerten Kofferinhalt anbelangt, so leisten darin jene Fcricnkinder, die auf Verwandtenbesuch waren, oft Erstaun- liches. Was Großmutter da an guten und nahrhaften Gaben mit- gibt, das sind gar„schwerwiegende" Dinge. Große Einmachegläscr voll süßer Früchte, wo noch Speckseiten gedeihen, wandern diese nach der mageren Großstadtküche und dann gibt es aber für die kleinen Reisenden selbst noch Freuden ideeller Art. Einer rückt auf dem Bahnhof mit einem Riesenkattus von Manneshöhe an, der andere schleift schwitzend, aber freudestrahlend ein Paar Skier hinter sich her und der dritte schaukelt ein heftig trillerndes Piep- mätzchen im funkelnagelneuen Bauer; von dem mehr als reich- lichen R e i s e p r o v i a n t gar nicht zu sprechen. Braungebrannt sind sie alle und die Augen leuchten, stolz berichten welche von Gewichtszunahme von 4, 5 und auch noch mehr Pfund. Auf das Zuhause, auf Eltern und Geschwister freuen sie sich wohl alle, aber die schöne Gegend samt guter Lust und reichlichem Essen möchten sie doch gar zu gerne mit in den Koffer packen. Sine kurzweilige 3tose. Die kurzweiligste Reise ist unbedingt die Fahrt mit einem Kindersonderzug, weil es da auf jeder, noch so kleinen Station, Betrieb, Leben, Abwechslung gibt. Die Zusammenstellung der Ferien-Kindersondcrzüge ist eine außerordentlich komplizierte Arbeit, mit der beim L a ndes j u g e n da m t Berlin bereits im Oktober begonnen wird. Wenn man bedenkt, daß solch ein Rück- transport mit einer Zahl von hundert kleinen Leuten den Ausgangs- punkt der Reise verläßt und mit 1100 Kindern in Berlin ankommt. dann kann man sich ungefähr ein Bild von dem lebhaften Betrieb machen. Ausgangspunkt der Rückreise ist diesinal ein kleiner Ort in Schlesien. Der allgemein« Reiseverkehr ist hier ein ganz schwacher und der kleine Bahnhof liegt still und friedlich in, morgendlichen Sonnenschein, Ein paar Buhnarbeiter gehen hin und her, ein Mann schultert eine Kiepe mit Kartoffeln, das ist alles. Auf einmal tauchen ein halbes Dutzend armbebtndete Männer und Frauen auf und fassen vor dem Bohnhofseingang Posten; dos sind die vom Berliner Landesjilgendamt entsandten Tranzportbegleiter samt dem Transportlciter, die die ersten hier zu sammelnden kleinen Reisenden in Empfang zu nehmen und„ach Berlin zu bringen haben; eine Krankenschwester ist außerdem mit dabei. Jeder Begleiter hat die Lifte der ihm anvertrauten Kinder in Händen imd wartet nun aus ihr Erscheinen. Hier kommen die Kinder einzeln, da es sich auf dieser Station ausschließlich»m Ferienkinder handelt, die auf Verwandtenbesuch waren. Dreiviertel Stunden vor Abfahrt hoben sich die Kinder aus dem Bahnhof einzufinden: sie kommen aus den. Ort selbst und seiner näheren Umgebung, zu Fuß oder mit der Straßenbahn, in Begleitung von Großmüttern, Onkeln und Tanten, wobei die Großmütter das Hauptkontingent stellen; nun rücken sie nach und nach an, reichlichst mit Gepäckstücken bepackt. Jetzt werden sie namentlich aufgerufen, zu jeder Gruppe gesellt sich der Begleiter, sie werden gezählt und siehe da— es fehlen einige. Das kommt vor, entweder find die Kinder krank, oder, weim sie sich verspätet haben, werden sie mit dem nächsten Zuge nachgesandt. Biete, viele Tränenströme gibt es... Nun geht's rein in den Zug, Plätze werden gesucht, das Gepäch nerstaut und noch die Abschicdswortc mit den Angehörigen gewechselt. Dann folgen die Abschiedsszenen, wobei der großnüitterliche Tränen ström am reichlichsten flleßt; ängstlich besorgt umfassen die Augen der guten Allen noch ein letztes Mal den kleinen Reifenden, fragen und roten und warnen und geben mit dem Abschieds kuß so ein Stückchen Herz mit auf den Weg. Signalpfiff, der Stations- vorstcher hebt den Stock, es wird Ernst; Winken und Tranen, dann macht es sich alles bequem, es ist gesorgt, daß jedes Kind einen richtigen Ätzplatz hat und kaum sitzt mau, dann wird der erste Griff nach oben in den P r o v i a n t b e h ä l t e r getan. Die Resse sst oft lang und so wird auch der reichlichste Vtundvorrat geschafft. Bei der Spessensolge hat der Zugbegleiter— es kommen etwa 15 Kinder auf einen Begleiter— ein wachsames Auge auf die Schar der Esser. damit sie sich nicht durch allzu kunterbunt« Reihenfolg« den Magen verdirbt. Der größeren Sicherheit halber werden die Türen von innen mit Schnüren zugebunden, die Fenster auf halber Höhe geschlossen und des Begleiters Hauptaugenmerk ist immer darauf gerichtet, die Kinder genau zu beobachten, daß sie sich nicht aus den Fenstern neigen, oder an den Türklinken petern. Der Onkel, oder die Tante, die die kleine Gesellschaft betreut, ist mit dieser bald gut Freund, oft kennt man sich ja auch schon von der Schule, vom Jugendamt oder sonstwie: es finden sich unter den Begleitern ausschließlich Menschen, die, aus der Kinder- oder Jugendpflege hervorgegangen, in engstem Kontakt mit der ihnen anvertrauten Jugend stehen. Im übrigen ist die Reisegesellschaft aber auch wirklich recht brav, so daß hie und da ein kleiner Verweis meist das einzige Merkmal des ihnen übergeordneten Onkels oder der Tante ist. Die Krankenschwester ist Gott lob arbeitslos geblieben und am Bahnhof in Berlin stehen Hunderte und aber Hunderte freudig erregter Eltern und Geschwister, die glückstrahlend ihren kleinen Urlauber in Empfang nehmen. Wenn man all die körperliche und seelische Kräftigung der neuen Generation sieht und miterlebt, dann muß man voll Bedauern derer gedenken, die an der großen Freud« nicht teilnehmen konnten. Vom Schloß zur Schule Wie die Aufhauschule Friedrichshain sich ein Heim eroberte Etwa; südlich von der frankfurter Chaussee, eine halbe -stunde vor Berlin, liegt dos Dorf S ch ö n e i ch e(Stadtbahn ris Friedrichzl)ascn, von dort Straßenbahn bis Schoncichc), Rieselgut der Stadt Berlin. In diesem Dorf, von dem Mühl- fließ und seineu noch kleineren Nebengewässern vielfach durchzogen, gibt es einen richtigen -Kleinen Spreewald", durch dessen dunkle, baumüberhangene Aasserstraßen man halbstunden- lang gondeln kann. Neben die- lcm vergnüglichen Ausflugsziel hat Schöneiche«ine Kirche, deren Anfang« aus dem fünf- zehnten Jahrhundert stamme» dürften, und ein Schloß, das— nicht viel jünger— um 1700 ausgebaut, 1904 renoviert und später mit fließendem warmen und kalten Wasser, Heizung und elektrischem Acht versehe» wurde. In diesem Schloß mit feinen unzähligen Zimmern, seinem M Morgen großen Park und Nutzgarten durfte ruch noch nach dem Verkauf des dazugehörigen Gutes an die Stadt Berlin ein einsamer Schloßhcr mit seiner Schwester bis zu feinem Tode residieren. Nachdem er im Herbst 1930 gestorben war, wurden die Möbel von den Erben abgeholt, Licht und Wasser ab- gestellt, die Fensterläden zugemacht— das Schloß stand leer, blieb schön und prächtig und etwas verwunschen und wartete auf die neuen Herren, für die das Gemüse weiter wuchs und das Obst reiste. Nun gibt es die Aufbauschule Fricdrichshain, die mit guter Witterung dauernd auf Eroberungen ideeller und mate- rieller Art aus ist. Mit den Winkeln, Sackgassen und Schwierig- ketten der Instanzenwege allmählich wohl vertraut, zog sie vor über einem halben Jahre in den sriedliKen Krieg, der eben jejzt zum Siege führte. Es Zeigte sich, daß es an jeder Biegung des langen Weges Berftärckung gab: der Bürgermeister Genosse M i c l i tz war einer der ersten, sozusagen der Schutzherr: dann erwies sich der Stadtrat Genosse W u tz k y als verständnisvoller Freund und Helfer in der Güterverwaltung und im Jugendamt: die Stadtschulräte Ge- nosse Nydahl und Hein gaben wichtige Ratschläge und endlich murde auch der Stadtkämmerer Genosse A s ch mit guten Gründen gewonnen, um die Pacht für das eroberte(und bis dahin nichts ein- bringende) Schloß nicht zu hoch anzusetzen. Mit dieser Aufbauschule Friedrichshain, Deutsche Oberschule für Mädchen, hat es seine eigene Bewank«�is. Sie dürfte die einzige Schule in Berlin fein, deren Elternbeirat: fünf Ver- trauensleute für die einzelnen Klassen und cbenfoviele Ersatzleute, sämtlich Sozialdemokraten sind.(Bei de.� Wahlen gibt es überhaupt nur die Liste.Schulaufbau".) Wenn man die Herkunft der zweihundert Schülerinnen verfolgt, wird das nicht verwundern: die Eltern sind zu 15 Proz. erwerbslos, zu 49 Proz. Arbeiter, zu 14 Proz. Selbständige(Straßenhändler, Flickschuster u. ä.), zu 22 Proz. Beamte und kleine slngestellte. Bei 18 Proz. der Mädel arbeitet auch die Mutter, 22 Proz. der Schülerinnen müssen selbst neben der Schule zum Unterhalt ihrer Familie beitragen. 73 wohnen in Hofwohnungen, bei 74 wohnen zwei bis neun Familienmit. glieder in nur zwei Stuben, bei 51 zwei bis sieben in Stube und Küche. CO Proz. der Schülerinnen sind vom Schulgeld befreit, 33 Proz. zahlen es teilweise und nur 7 Proz. ganz. Di« 40 Schüle- rinnen bekommen warmes Essen, meist für sie die einzige warme Mahlzeit des Tages. Trotz dieser Notlage haben in den bisher stattgefundenen Reifeprüfungen sämtliche 59 Abiwrientinncn be. Das neue heim der Aufbauschule im Schloß Schöneiche standen, und zwar 20 mit„gut" und 6 mit„Auszeichnung", ein Beweis für die besondere Energie dieser Mädel aus allen Prole- tariervierteln von 19 verschiedenen Bezirken. Da die Aufbauschulc Friedrichshain die einzige für Mädchen in Alt-Bcrlin ist, hat es in ihr die vielen verschiedenen Berliner, von den Volks- schulen empfohlen, von der Berufsberatung vorgeschlagen, nach einer prüfenden Besprechung aufgenommen, alle von dem gleichen Lern- und Ausstiegswillen beseelt. KM.. i<*■ i * ä% k-v' jfVs: 1 fc: &■mm. ! I:| Für diese Mädel muß das Beste gerade gut genug sein. In ihren Wohnungen haben sie unter Luft-, Licht- und Raumnot zu leiden. Das Schulhaus in der Frankfurter Allee hat auch gerade keine vorbildlichen Raumverhältnisse. In der Aula zum Beispiel ist ein« Klasse untergebracht, die irgendwohin ausziehen muß, wenn die Aula ihrem dritten Zweck als Musikzimmer dient. So hatte man denn über Sommer Baracken auf dem Spielplatz in Eichkamp requiriert und dort Schul« im Freien abgehalten. Mit der Be- bauung des Geländes hörte aber die„fröhliche Großstadsschule" im Grunewald auf, wie sich Schüler und Lehrer in einem selbstver- fertigten ebenfalls fröhlichen und lehrhaften Film nennen und man suchte nach Neuem. So kam man nach und noch schließlich zu Schöneiche. Im Schloß Schöneiche wohnen dauernd die Waisen unter den Schülerinnen, die bis jetzt privat untergebracht waren. Zwei längere Mitglieder des Lehrerkollegiums und eine Arbeiterfamilie —.Hausvater und Hausmutter— werden gleichfalls dauernd draußen wohnen, um die Kontinuität im ganzen Tagesablauf zu garantieren. 30, später bis 60 Schülerinnen werden vorübergehend wohnen und l dort dann ganz unterrichtet werden, während die übrigen und die Lehrer zu bestimmten Stunden(Naturwissenschaft usw.) und zu ihrer Erholung herausfahren, im übrigen aber in dem Stadtschul- haus bleiben. Sie werden im WcinkcUergewölbe der Herren Bon und Zu ihr« Mahlzeiten einnehmen, im ebenerdigen Rundsaal ihre geineinsamen Stunden verbringen und in den vielen kleineren Zim- mern Klassen-, Wohn- und Schlafräume haben. Kostgeld, Fahrgeld und die Pachtsun»ne werden privat, ohne behördliche Unterstützung, aufgebracht. Man hosst, aus dem Nutzgarten viel molerielle Hilfe zu bekommen. Bon den städtischen Stellen werden nur die Gelder in Anspruch genommen, die für einzelne Kinder(Waisen u. a.) so- wieso gezahlt werden. Da sich das Schloß in einem tadellosen Zu- stände befand, brauchte auch das Bezirksamt Friedrichshain nur verhältnismäßig geringe Mittel für die Erweiterung, der sanitären Anlagen zu bewilligen. Die Möbel standen von den Grunewald- barocken her noch auf dem Speicher— unter Führung ihrer Leiterin, der Genossin Gerhardt, hat sich die Aufbauschule Friedrichshain ein Schloß gewonnen, das fast nichts kostet! Sogar Lehrstoff gibt es in Menge umsonst, die histoiisch und literarisch interessierten Schülerinnen werden die ganz unbekannten Schätze der Kirche und ihrer uralten Bibliotkeh bearbeiten. Die naturwissenschaftlich interessierten Besucher werden im Park und seinen Gewässern, in den Gewächshäusern und der Orangerie genug Gelegenheit zu praktischen Studien haben. Und die letzten blaublütigen Gespenfter des Schlosses werden ihre Winkel verlassen, wenn am 11. August mit einer der für die Aufbauschule Friedrichshain charakteristischen Feste die Schulgemeind« die Verfassung der Deutschen Republik und den Einzug in das Schul. schloß feiern wird und die schwarzrotgoldene Fahne zum«rstcwnal am Mast hochgeht. Oerä» Wey!. Frei Heil, Schupokameraö! Ein„Dorwärts".Leser schreibt uns: Das Herz lachte einem, wenn man am Verfassungstage durch die Ehausseestraße ging! Wie sah denn nur die alte Maikäserkaserne aus? Wohl aus hundert'Fenstcm des grauen Gemäuers der Polizei- Unterkunft wehten große schwarz-rot-goldene Fahnen, die ganze lange Front hinunter. Lebendiges Bekenntnis der Schutzpolizei zur Republik! Stolz meint der Posten:„Aus eigener Tasche!"— Und als dann das Reichsbanner mit klingendem Spiel und bren- »enden Fackeln vorbeimarschierte, da erscholl immer wieder der Ruf: „Unsern braven Kameraden von der Schupo ein dreifaches Frei Heil!" Wir alten Knaben aber sagten:„Das ist Volkspolizei! Bravo, ihr Schupos vom Wcdding!" „Aus niedriger Häuser dampfen Gemächern, Aus dem Druck von Giebeln und Dächern Sind sie alle ans Licht gebracht."(F�ust l.) All Lerlin. Die nächste Führung durch die vergessenen Winkel des ältesten Berlin veranstaltet dos Bezirksamt Schöneberg unter der bewährten Leitung des Schriftstellers Georg Bamberger am Sonntag, dem 16. Aug u st. Treffpunkt: 10.30 Uhr auf dem Spittelmarkt, Ausgang Untergrundbahn. Teilnahme 50 Pf. Tozialistische, efperunto-Sunb. Di« Ortsgruppe Berlin des SEB. ncran- (taltet zum Herbg einig« neue Allfängerkurse zur Erlernung der Welthilf«. sprach« Espcrant«. Die Kurse beginnen in Beinickendors am Montag, Z4. September, 20 Uhr. im Zugeirdheim Lindauer Stroh«: im Osten am lien pro Abend lO Pf.. Lehrbuch SO Pf. Organisationen, welch« fitr ihre Mitglieder eigene Kurse wiinschen, wenden sich an die Geschäftsstelle: Soziali- stifcher Gsperanto-Bund, Berlin R. b8, Ehoriner Str. 4S. iÄ: Wie die Grele madüs die Kät©--- Nach dem Volksbetrug. Etawsse Litte hält scharfe Slbrechtumg. vle Srei» ml ig lleder- Versammlung des ZV. Kreises lm Skraudschloh Tegel, am 12. August 1931. war außerordenillch stark besucht. Zteichstagsabgeordneter Genosse Litke geißelte den Verrat der KPD. Noch Mitte Juli hatte der kommunistische Abgeordnete K a« n e u im Bezirk Halle-Merseburg in schärfster Tonart auf- gerufen, gegen den faschistischen Volksentscheid. Die ganze komniu- ttistische Parteigenossenschaft müsse gegen diesen Schwindel mobiii- siert werden. Einen Tag nach dem Aufruf, am 21. Juli, fiel die Zentrale um und forderte das Eintreten für den nunmehr roten Volksentscheid. Ohne Zweifel hatten alle Linientreuen Angst vor der eigenen Courage. Ein Sieg der Reaktion von links bis rechts hätte ohne weiteres neue Arbeitslosigkeit für breite Massen gebracht. Ein Sturz der Brüning-Regierung hätte auch bei den jetzigen Ver- Hältnissen im Reichstag für eine neue Regierung unter unserer Füh- rung kaum eine andere Zusammensetzung bringen können. Weiter ging Litke auf die Notverordnungen ein, die einen berechtigten Sturm in der gesamten Arbeiterschaft hervorriefen. Kurz vor dem Zusammenbruch der„Danatbank" sei Brüning zu Verhandlungen über Aenderungen der Notverordnungen bereit gewesen. Einem Moratorium nach außen und einem nach dem Wunsche der Bankiers Hab« sich die Partei mit aller Kraft widersetzt, um das Chaos zu oermeiden. Zür alle Verschlechterungen, wie Beseitigung der Schlichtungs- ordnung, Aufhebung der Tarife, fanden sich selbst die„Arbeiter- Vertreter" der KPD. in trauter Einheit mit dem Bürgertum. Die Notverordnung vom 5. Juni 1931 ist eine geradezu schändliche Belastung der Arbeiter allein. Hier muß eine Aenderung eintreten. Der Regierung Brüning gegenüber oerhalten wir uns wie die Stimmenthalter am Volksentscheid am 9. August 1931. Alle diese 16 Millionen tolerierten Preußen. Selbst Otto Bauer sagte in Wien, daß keine Kapitulation vor dem Kapitalismus, sondern eine For- derung an das internationale Kapital durch das deutsche Proletariat gerichtet werde. Es liegen schwere Monate vor dem deutschen Volke. Der Kampf um den Preußischen Landtag sei jetzt schon in aller Schärfe aufzunehmen. Wie lange soll der landfremde Hiller noch für den internatwnalen Faschismus nach Banditenart in Deutschland werben können?(Stürmische Rufe:„fjinaus mit ihm!") Auch seinen Verbündeten von links fei ein erbitterter Kampf anzusagen, denen jetzt die Felle fortgeschwommen sind. Die ganze Kraft der Organi» sation sei jetzt einzusetzen, um den Arbeitern den Weg frei zu machen für kommende Kämpfe. Kämpft und werbt für die Parteil(Stür- Mischer Beifall)._ Garlenkonzert für die Armen. Sonntag, den 16. August, nachmittags 17 Uhr, findet ein großes Gartenkonzert mit Tanz zum Besten der Berliner Armen, in sämtlichen Räumen des Restaurant„Concordia" Treptow. Treptower Park 69, statt. Der Eintrittspreis beträgt mir 36 Pf. Kaffeekochen ist gestattet. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlio «Jlnfrabonarn fit dl-se St-bw nur cm do« 3D«aS(cfrtlaitai Scrtbi SW 64. XiabtnflraSz» VbitHiUttultVitt e6«.-8»R«, ho'r reicht sofort So» September-Progratiu» üal holt den.Roten Schiller-' Ztr. S ib. fällt heuteirk»»a anwesend sei». singen geweinsnm.) Dahnen ötft'bttitgiw* Treffpunkte der Abteilungen und Werbebezirke: Platz IT: 18 Uhr Daiaichir Eck- Droifswalder Straße.— Arnim. Bhf. Norbrinz.— gauplatz I:"------- Gre»s»u>aTder Straße. «: iSli Uhr vor dem Henn. rmannstraße.— Lankwitz! lavj Uhr Bhf. Lankwitz.— ch. lt. Her____ jm 1ÄH Uhr U-Bhf. Onkel-Toms. Hätte, Eingang Zdierneisterstraß«.— und U: ISih Uhr Ms. SchSne-oeide.- Falkenberg: 1844 Uhr Bahnhof.— 1844 Uhr Jahn. Ecke Zwdowcr Straß«.— ttöpenick I: 19 Uhr Bhf. Spindler». few.— Warschauer»iertel: 1844 Uhr Hochbhf. Warschauer Brück«.— Re». kgün ll: 1844 Uhr Passage, Stsinmetzstvaßc.— Friedrichnfeldc: 13 Uhr Lichten. berg.— Karlehorst: Uhr Bhf. Sarl-chorst.—«ottbnfler Tor: 18% Uhr Stotlduffet Tor.— RenkiM» X, Zt. f.: 18 Uhr Karstadt�! eke, bei schlechtem Wetter 1844 Uhr.—«enlSll» VHl: 1844 Uhr«aiser-Friedrich. Eck- Weichselstraß-.— Pank»». R. F.: 1844 Uhr Bhf. Bwetaftraß«.— Serbebezirk Prenzlaner Berg, Tamlonriapel«: 18 Uhr bei Klug, Dangiger Straße.— Werbebezirk Schöneberg: 1» Uhr Kaiser. Wtlhetm�Platz.— verbebezirk Tempelhos: 18>4 Uhr TeurpeThaf, Dorfstraße. Sir laufen.— Sertebezirk Lichtenderg: 18 Uhr Frankfurter Allee Eck» Gürtelstraße. verbebezirk Seddrna: 30 Uhr Hochschurbrauerei, Aarrmuer Ecke Seestraß«. Auftakt für den 8. Reicksiuqendtaz. Streichorchester Groß. Beel, n: Hmin 1,44 Uhr Pflichtprobe. See. Ecke Turiner Straße. Einsendnnae» für diese Slnbrik find »» e r l t» SB 68, Liodenftraße Z, G parieinachn'chien�M fürGroß-Verlin Pete an das Bezirkssekretariat t. Hof, 2 Treppe» r«ht-, z» richten Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes NM Dienstag. 18. August, 19�4 Uhr, km E Bezirksverbaudes, TW. 68, Lindeuftr. 8 Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. Sitzuugssilal des . S. Hof. ll Dr. Zar Sportpalast-Kundgebung sind die Banner und Zahnen der Kreise und Ablellungen sowie der SAZ. mitzubringen. Sammel Punkt: Vorraum des Sportpalastes H Stunde vor Eröfsnong. Heute. Freitag. 14. August: 19. ikrei». Sämtlich« Bezirkofllhrer rechnen big soll testen, Sonnabend abend die starten zur Persailungsfeier mit ihren Abteilungskassterern ab. 1». Abt. Wir fahren zusammen zum Sportpalast. Treffpunkt 1844 Uhr bei Odiglo, Stralsunder Str. 11. 108. Abt. Treffpunkt zur Eportpalasikundgebung 18 Uhr Bhf. Spindlerzfeld. 108». Abt. Abfahrt zur Kundgebung 18.10 Uhr, Fahrt bis Schöneberg, um- steige» Etralau-Rummelshurg. 1Z2. Abt. Treffpunkt zur Zwndgekmng im Sportpalast 17.00 Uhr Bahnhof Blankenburg. 10»». Abt. 30 übr, Saal Schollenkrug, Abteklungsv ersammlung. Senosse Adra- owwidfch:»Deauckratie und Diktatur". Sonukag, 16. August: 23. Abt. Besichtigung der Schule des Baugowerisdundes am Werlsee bei Erkner. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Webding, Eingang Linda wer Straße. Radfahrer 0 Uhr an gleicher Stelle. 10». Abt. Volksfest Im sturpark in Friedrichehagen. Programm: stvnzert, 9c- fang, Ansprache de, Schriftleiter« de»»Spandaner Volk-l-tt-" z. s-ling, Volketänze, turnerisch« und artistisch« Darbietnnge», stinderfackelzng. Ein- tritt fr«!,«egin» 15 Uhr. Vorher lltraua durch den Ort. Treffe» 1044 Uhe »or dem wagner-Ltzzenm, Brnno-Wikle-Straße. Abmarsch»SuktNch 1t Uhr. * 2t. Meie. In der«reimnttgliedervevsanrmjluiig blieb ein Damenschirm liegen. Abzuholen bor Hermann llnger, BerAn-Tegel, Graf-Rödern�iorso 2, 1. Auf. gang 3 Tr. Araueuveraustalluug. 1. Abt. Sonntag, l«. August. Freruenausflug nach Frohnau. Treffpunkt 8 Uhr SleUiner Borartbahnhof. Nachzügler: Frohnau, Waldschänte. Arbeiter-Bildungsschule. Der öffentliche» Sundgebnng wegen fällt die Arbeitsgemeinschaft stnrgaß Freitag, de» 14. August, an». Arbeilsgemeinschafl der Kinderfreuade Groß-Berliu. Die für beut« angesetzte jkreialeiterfitznna findet infolg« der Sportpalast. Kundgebung Montag, 17. Augnst, 1944 Uhr, statt. Die Wiener Stoie» Falken kommen heute vormittag aus gössen zurück, fie treffen sich zur Abfahrt nach Wien um 17 Uhr an den Treffpunkten der streife. Vemrinfames Tresen aller Wiener am Anhalter Bahnhof 18 Uhr. Abfahrt nach Wien 19 Uhr. Wir bitte» die streisletter, dafür zu sorgen, daß die Gäste zum Bahnhof geleitet werden. strei, Fri-drichahain: Heut« 16 Uhr Rote-Falken�Zollpersammlung, Jugend. heim Litauer Str. 18. Nachuntersuchung aller Lagerteilnehmer Mittwoch, 19. August, 1Z44 Uhr, Stadtbad Schillingbrück-.— Gruppe ffreiheitsdra»«: Sonnabend, 10. August, Fahrt zur schwimmenden Zuaendherberge sPeetzseel. Treffen 16 Uhr vor dem Jugendheim. Kosten für Nestsalken 60 Pf., all« anderen 80 Pf. Ausgab« von Keltlagerinaterial Montag von 16—19 Uhr. Alles Material bitte abholen. strei, Renköll». Helferkrei,: Am kommenden Eonnabend und Sonntag um di» lämpfee: Wir find heute ab 17 Uhr auf dem Sonnen. C' tz.— Krupp««turmfalle: Alle Falken sind heute ab 17 Uhr in der starl. rx-Schule. Bericht vom Zelllager. I Sterbetafel der Groß«Berliner Partei- Organisation 20. Abt. Am 1% August verstarb unser Genosse Gustav Denschek, ZZirkeustr. 30. Shce seineui Andenken! Di« Einäscherung findet am Sonnabend, IS. August, 1444 Uhr. im Krematorium Gerichistraße, statt. Um reg« Beteiligung «rtzucht der Borfiaod.__ Voriräge, Dereine undDersammtungen. « Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold*. Gofchäktostell«: Berlin 6. 14. Sebastianür. 87—38. Hol Z. Tr. Sauvorstand, st» der Kundgebung der SPD. am Freitag, 14. August, 20 Uhr, stellt das Reich»ban»«r de» Saalschutz wie folgt: Antreten 19 Uhr: Parkett rechts: Witt«: Parkett links: Fri«driä>sbain! 1. Rang rechts: Eharlottenburg: 1. Rang links: Tiergarten und Sästineberq: 2. Rang recht»: str«uzbeig: 2. Rang links: Neukölln.— Sonntag, 1«. August, findet um 14 Uhr im Polizeistadion, Ehausseestr. 96—07, da» Polizeiverfassungs. sportfest statt. Wir bitten unser««ameraden, zahlreich daran tellzunehmen. Eintritt frei.— Pankow tOrtsverein), Kameradschaft Blankenburq: Sonnabend. 14. August. 20 Uhr, Schilfa und Jungdanner im stonzerthaus Pankow, großer Saal, gioil, und Bundesnadel.(Der Iungbannerabend im Iugendheinl stillt aus.)— Betreffend Berfassungsfeier: seitlich« Uttterkaffierer rechnen Heu!« die Karten mit den Kameradfchafwfichrern ab. vereinigt« verbände heimattr. Oberfchlefler,«. v. Ortsgruppe» Norden I, Norden III, Nordwest und Reinickendorf: Sonntag, 1«. August, Gartenfest in Reimckenborf-Ost. Hauptstr. 81—82, bei Paul Mann. Eröffnung 14 Uhr. An. sang 10 Uhr. Eintritt 00 Pf. Umzug findet nicht statt. Bund Entschiedener Schulreformer. Oeffentlich« Kundgebung Dienstag, 18. August, 1944 Uhr, in der Aula der Hohenzollern-Oberrealsthul«, B-lziger Straße 48(Ecke Eifenacher Straße). Thema:»Das Recht zum Krude und das Recht des Kindes". Redner: Reich�ragsabgeorbn-te Toni Pfülf, AerztlN Dr. med. Ditha Hirschmann. Landgerichtsdirektor a. D. Dr. Zur. Gerhard Danziger, Rektorin Irmgard Bär, Paul Seftreich. stnxlistz coneorrotionol ciud tounäeä 1878. bieeting, erery Friday 8 p. m ' Könitz, I-elprltzer StraBe 117/118. Lecturer: Mr. Ullrich on: ,How Quests, Ladies& Centlemen. are welcome. Catä Könitz, Leipziger StraBe to get on in thts nariT tine?" Sport. Sennen zu Sarlshorsi am 12. August. Preis Vau Stargprdt. 1. Meute(h. Blottmtz): 8. Sirrha; S. Ammoitelle. Toto: 4S: 10. D«i liefen. Maestofo-J agd renne». L Corrida(@. v. Mihla ff): Z. Machete; S. Loh- laud. Toto: 46: 10. Platz: 21, 18: 10. Ferner liefen: NovWero(4.), Printe of Thüle, Muskateller. Sommer-PreiS. l. Pracht iWolff); 2. Fugger; 3. Herdekömgin. Toto: 19: 10. Platz: 13, 15: 10. Ferner liefen; Honestus, Törin, Lria. Stuteu-Fagdr euncn. 1. Gradida(v. Holieh); 2. Rheinart; 3. Marburg. Toto: 22: 10. Platz: 13, 19, 12: 10. Ferner liefen: Eternlunde(4.), Riviera(gif.), Szin-arany, Tauperle fgef.). Verflixi-Hürdeureuuen. 1. Lcdum(Hauser); 2. TM Eulenspiegel: 3. Peeper. Toto: 35: 10. Platz: 18, 33, 33: 10. Ferner liefen: Leuchtturm' (4.), Lichtsttahl II, Spala, Stalliebling, ReuZ, Csarda, Koritza, Princeß Mascha(gef.). Preis von Basedow. 4. Oberstol,. Toto: 107:10.'Platz: 22. 23. 48,'25: 10/ Ferner liefen; Regierungsrat, Adelsschwester, Prinzessin Pumpfia, Lowsblume, Himi fahrt, Dorfschöne, Frevschar, Primnos, Okasaki, Lmjexia, Meifterarbeit. 1. J'y Pens«(Printen); 2. Chikago; 3. Ledina; ' Platz; 22. 23. 48. 25: 10. Ferner liefen; Prinzessin Pumpsia, Lowsblume, Himmel- Allgemeine Weiterlage. 4aAug.4934,abJa. ggfc ® wo(l<8nlos,0 bester.® haffabedadet •vrafldg.Obedockt*RqeiiaGrapab eSctiadEfiNatel.siGewatBC�lWiafctJte Das Tiefdruckgebiet, das am Mittwochabend über Dänemark und Südsä�vsden lag, ist. wie erwartet, nach Deutschland gewandert. Hier hat sein Kern eine östliche Dahn«ingeschlagen. Die Depression hat ernut kühl« Luft nach Deutschland verfrachtet. Unter ihrem Ernlfluh fielen allgemein in Deutschland wieder Regenfälle. Jm mittleren Deutschland traten auch Gewüter auf. Das Hochdruck- gebiet, das in der letzten Zeit vom Allantischen Ozean nach West- curopa reichte, ist von einem Tiefdruckgebiet oerdrängt. Das weft- liche und das östliche Tiefdruckgebiet sind jetzt durch ein Zwischenhoch getremtt, das sich langsam nach Mitteldeutschland vorschiebt. Wir haben infolgedesien mü einer Besserung des Wetters zu rechnen. -» welierausfichlen für Berka: Wollig bis heiter mit Wind- abnahm«, tagsüber etwas wärmer, keine nennenswerten Nieder- fchläge.— Für Deutschland: Im Nordosten veränderlich, sonst ziem- lich ruhig, besonders im Süden und Westen wieder wärmer. Verantwortlich für Politik: Tr. cknrt Geqer; Wirtschaft: G. Klingelhöfcr: Gewerkschaftsbewegung: A. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikow-ki: Lokale» und Sonstiges: Fritz Karftödt: Anzeigen: Th.»lock«: sämtlich in Berlin. Verla«: Borwärts-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Acrlagsanstalt Paul Singer». Co.. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierz» 3 Beilagen und.Stabtbeiloge". vurie» ut�o kksi wurst-waren weine, Spirituosen Burma-Reis.............. Pfd. 0.1 6 Siom-Potna-Reis........ Pfd. 0.30 Harfweizongrieß....... Pfd. 0.26 Weizenmehl 000....... Pfd. 0.23 Eierbandnudeln........ Pfd. 0.48 Eierfadennudeln........ Pfd. 0.52 Kaitschalepulver........ Pfd. 0.80 Korinthen................ Pfd. 0.48 Mischobst............. an Pfd. 0.40 Haselnußkerne.......... Pfd. 1.25 Cocotraspel............. Pfd. 0.44 Kaffee................. an Pfd. 1,90 Molkereibutter.......... Pfd. 1,24 Pomm. Meiereibutter..Pfd. 1.49 Bratenschmalz........... Pfd. 0.49 Margarine«•...••*«•. 2 Pfd. 0.75 Cocosfett.............. 2 Pfd. 0*75 Schweizerkäse....... an Pfd. 1.34 Tilsiter vollfett......... an Pfd. 0.78 Limburger vollfett........ Pfd. 0.76 Limburger 20%.......... Pfd. 0.48 Steinbuscher vollfett.. an Pfd. 0.72 Harzerkäse.............. Pfd. 0.35 Eier................. aa 10 Stüde 0.63 KUCHEN U.GEBÄCK KONFITÜREN Obstorten.............. Stüde 1,00 Plundergebäck...-Stüde o.eo, 0,10 Apfeltaschen........... Stüde 0.10 Berliner Pfannkuchen.. Dtz. 1.00 Butterlcuchen......... Sirsifen 0.50 Mohnkuchen......... Streifen 0.50 Wiener Gebäck..... 3 Stüde 0.10 Blätterteig............ 2 Stüde 0.15 Cr.-Sdiodc. m. Fruditgeedun. Z Ift. 0.50 Eissplitteri.Schok.i00gr.-Tfi. 0.25 Erfrischungswaff. Pfd. 0.90, 0.80 Herrenkrinqel........... Pfd. 1.00 Russisches Brot.......... Pfd. 1.25 Vollm. Nufi-BruIID!IlIIIIIMWI!Illlliil!IIIiWiillll!II!IWIilWillUf Cervelatwurst........... Pfd. 1.18 Salami.................... Pfd. 1,18 Wiener Würstchen..... Pfd. 0.93 Dampfwurst............. Pfd. 0.88 Speck mager Pfd. UM, fett. Pfd. 0.80 Sülze...................... Pfd. 0.48 Speckwurst............... Pfd. 0.65 Landleberwurst......... Pfd. 0.78 Braunschweiger...—...Pfd. 0.98 Jagdwurst............... Pfd. 0,98 Leberwurst, feine....—.Pfd. 1.08 Bierwurst............—..Pfd. 1.08 Grobe Holsteiner...... Pfd. 1.48 Schlackwurst i. Fettd...... Pfd. 1.53 Schinkenspeck.......... Pfd. 1,52 Frkf.Apfelwein Itr. o.so, 5 Ltr. 2.75 Laubenheimer ltr. 0.85, 5 ltr. 4.00 Nitteler, Mosel ltr. 1.05, 5 ltr. 5.00 Niersteiner miiditr.iis, 5 Ltr. 6.00 Moselwein mild Ltr. 1.40, 5 Ist. 8.75 Dürkheimer....Ltr. ojo, 3 ist. 4.25 Johannisbeerwein Ltr. 0.75, 5 Ist. 3.60 Tarrag.u.WermutLfr.1.00, 5 Ist. 4.75 Douro Portw. Ist. uw, 3 Ist. 8.75 Samos u.Muikat.Ltr. 1,10, 3 Ist. 5.25 Malaga......... ist. i-M. 3 ist. 6.75 Himb.-o. Kirschsast ist. 1.40, 5 ist. 6.75 Weinbrand-Speiiai, ist. m. Fl. 4.80 Alter Wachholder ist. nu Fl. 4,40 Obstschaumwein■..m. st. Fl. ILg GEFLÜGEL UND WILD FRISCHE FISCHE Wolga-Hühner...... an Pfd. 0.92 Fr. Suppenhühner...an Pfd. 0.95 Fr. Brathähnchen... an Stüde 1.08 Rehblätter............ an Pfd. 0.95 Fr. Hühnerfrikassee....Pfd. 1.00 Goldbars o. K,.......... Pfd. 0.18 Grüne Heringe........ 3 Pfd. 0.42 Makrelen................ Pfd. 0.22 Seelachs o. K. L Gz....an Pfd. 0.14 Lebende Aale....... an Pfd. 0.86 Zur Bowle: 5 Fl. Frankenweiler o. Fi. I Fl. Obstschaumwein 1 Ds. Ananas C 60 zusammen 3 1 40 Zitronenmost Liter, lose..... M. Orangeade»»». Flasche 1.00, Pf. Spinat..................'U v». 0.43 Junge Karotten.......»/t Ds. 0.48 unge Erbsen.......... V Ot. 0.65 Junge Erbsen mittelt. Ds. 0.80 Gemischtes Gemüse.'h Ds. 0.65 Brechspargel o.k.....'/, D«. 1.22 Stangensparg. miste If.«/, Ds. 1,98 Erdbeeren............. ff, Ds. 1.25 Erdb.-Konfit...ca. 2 Pfd.-Eim. 1.30 Himb.-Konflt.-a. 2 Pfd. Elm. 1.20 Aprik.-Konfit...eo.2Pfd.-Eim. 1,10 Kirsch-Konfit...eo. 2 Pfd.-Eim. 1.10 OBST UNO GEMUSE Pfirsiche.................. Pfd. 0.28 Tir. Williams Birnen....Ffd. 0.24 Gravensteiner.......... Pfd. 0.32 Mußäpfe! groß«......... Pfd. 0.1 9 Pflaumen ungarisdia...z Pfd. 0.40 Kochbirnen......... an Pfd. 0.10 Goldwein................ Pfd. 0.32 Blumenkohl.......... an Kopf 0.1 5 Tomaten............. an Pfd. 0.08 Rot-, Weiß-, Wirsingkohl... Pfd. 0.08 Einlegegurken........ 3 Pfd. 0.23 Schmorgurken........ 4 Pfd. 0,15 DEL I K A T E S S E N WOCHENDKONSERVEN Oelsardinen........... 2 Dt. 0.58 Brieslinge!n Tomaten..... Ds. 0,55 Makrelenfllet in Oei..... d«. 0.65 Russ. Sprotten in Tom....Dt. 0,58 Import-Sardellen....... Pfd. 0.68 Fettbücklinge........ an Pfd. 0.28 Seelachs............... Pfd. 0.38 Schellfisch......«.*...... Pfd. 0.32 Kind- o. Sdiweinegoul. 1 Pfd.-Ds. 0.88 Würstchen 3 Paar......... Ds. 0.43 Würstchen 3 Paar......... D$. 0.78 Mixed-Pickles............ Ds. 0.78 Gewürz-Gurken...! Pfd.-Ds. 0.60 Senfgurken....... 10 Pfd.-Ds. 1.90 Italien. SoL, Herings Sal. Pfd. 0.70 Mayonnaise, Remoulade Pfd. 0.73 Utiel Span. Rotwein M JE! 5 Ltr. M. 4 50, Ltr. Pf. V 3 Alter Korn 1 Liter IN. FL... M. 3" Matjesheringe 4% g* neu«, 3 Stuck.. an Pfg. Kartoffeln neue, 10 Pfd.....Pfg 30 "'iiiiiiiintiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiuuiiiiiiiiJiiiiiiiiiniMniiiiiiffiiBiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiyiiaiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiijiiiiiiiiiiHfe Pelms Hitler und der Hahn. Der ,�oie Hahn" vom Siurm ZZ Hai sich de? Gerichtsverhandlung durch die Flucht entzogen Kl«e rt Und als Hilter die Legalitat der SA. beschwor, da krähte der Rote Hahn höhnisch dreimal.. Insel der Ziuhe. Sommerliche Begebenheiten in der Tschechoslowakei. Prag, im August. 'Außenminister.Benesch hat in einem seiner letzten Exposes die Tschechoslomatei eine„Insel der Ruhe" genannt, um die rings- herum die Brandung schlägt. Tatsächlich geht es trotz mancher «Sturmzeichen in der Tschechoslowakei nicht so wild zu, wie in den Nachbarstaaten. Schießereien und Messerstechereien zwischen An- hängern feindlicher Parteien gibt es hier nicht. Hitlers gelehrige Schüler, die teschchischen Faschisten, sind im Vergleich zu den reichs- deutschen Hakenkrcuzlern harmlos« Spießbürger. In Ermanglung einer Zreg kraft gedenken sie sich jetzt als— monarchistische Partei zu etablieren. Inserate in ihrein Blättchen suchen einen edlen, reichen Gönner, der bereit wär«, eine Königspropagando zu finanzieren. Auch während der wirtschaftlichen Höchstspannung in Deutsch- lond war in der Tschechoslowakei eine an Ereignissen arme Zeit. Di« Borgänge In Deutschland wurden nnt höchstem Interesse, sa mit Bangen oerfolgt. Das Krochen im GebgU des deutschen Finanz- kapital? war in Prag deutlich hörbar. Das Gewitter ging diesmal noch an uns vorbei. Nervös war man, als der Alartkurs an der Prager Börse einige Tage geskrichen war: seine dauernde Schwächung hätte den tschechoslowakts6)en Export gefährdet, da Deutschland im tschechoslowakischen Außenhandel den ersten Platz einnimmt. Die Wirtschaftskrise hat sich im Sommer nicht wesentlich ge- bessert. Große Eisenwerke entlassen Tausend« Arbeiter. Textil- fabriken, insoweit sie noch im Gange sind, schränken den Betrieb weitet ein. Mit Besorgnissen sieht man dem kommenden Winter entgegen. Die Wirtschaftskrise erschweren noch die Agrarier durch ihre Forderungen. Wegen agrarischen Widerstandes konnte dos Paralament nur den ganz unzulänglichen Betrag hon 600 Millionen tschechischer Kronen als Staatsgarantie für Exportkredit« be- willigen. Auch die Nationaldemokraten haben dieses Gesetz sabo- tiert, weil es in. erster Reihe Exporte nach S o w j e t r.u h l a n d betrifft. Als das Parlament in die Sommerferien ging, befand sich die Regierungskoalition in einem derart zerrütteten Zustande, daß der Ausbruch einer Krise nur mit großer Mühe verhindert werden konnte. Die Gegensätze zwischen sozialistischen und bürgerlichen Parteien waren so heftig und häufig, daß Gesetzesvorlagen nicht vorwärts kamen. Der agrarische Ministerpräsident U d r z a l kündigte für den Herbst die Bildung einer neuen, kompakteren Regierungsmehrheit an. Dos agrarische Tageblatt, welches diese Aeußerung aufgriff, bemühte sich zu zeigen, daß ein« Regierung ohne Sozialisten möglich wäre. Eine rein bürgerliche Koalition, nach welcher sich der faschistische Flügel der Agrarier und die Nationaldemokraten sehnen, hätte aber im Abgeordnetenhause nur eine Stimme MehrheitI Die Agrarier waren ganz verblüfft, als ihnen die Sozialdemo- traten rechnerisch bewiesen, daß eine viel stärkere und kompaktere Regierungsmehrheit entstände, wenn statt der Agrarier die.jetzt aus- geschalteten deutschen und slowakischen Klerikalen in die Regierung kämen. Um keinen Preis wollen die Agarier sich aus der Regierung herausdrängen lassen, denn sie könnten dann den Staatsapparat nicht mehr für ihre politischen und. materiellen Zwecke verwenden. Die Entscheidung bringen die Gemeinde- wählen im Oktober, die zur Regierungsumbildung führen werden. Die Nationaldemokraten haben mit Freuden die Anregung eines Abgeordneten der Gcwerbepartci begrüßt, wiedev ein« allnatwnale Koalition, das. ist«ine Koalition ohne hie Döfe. fchen, zu bilden. Nicht nur die Sozialisten, auch fortschrittlich. gs- sinnte Bürgerliche lehnen diesen ganz absurden Einfall rundweg ab. Sehr lebhaft ging es im Parlament und in der ganzen tfchechi- fchen Osffentlichkeit zu, als das Abgeordnetenhaus über die Korruptionsaffärs des ehemaligen Ministers und jetzigen Ober- fafchisten Stribrny verhandelte. Der Bericht des sozialdemokratischen Referenten Koudelka, Stribrny habe sein Minifteramt zu seiner Bereicherung mißbraucht, wurde nach langen Debatten ge- nehmigt. Stribrny wird jetzt vor ein Strafgericht gestellt werden. Für seine Unschuld setzt« sich am meisten Kramarsch, der Führer der Nationaldemokraten, ein. Auch die Kommu- n i st e n sprangen im Parlament Stribrny zu Hilfe und erwiesen sich mich hier als Verbündete des Faschismus. Sensation hat in der letzten Zeit ein Kampf des Prager Erz- bifchofs Dr. K o r d a t s ch mit dem Vatikan hervorgerufen. Erzbischaf Kordatsch, dessen sozialrcvolulionäre Hirtenbriefe bekannt sind, wurde Rom unbequem: der päpstliche Nuntius Eiriaci zwang ihn unter Androhung schwerer Strafen(sogar Exkommunikation) zur Unterzeichnung eines Abdankungsbriefcs. In Interviews erklärte aber der Erzbischaf Journalisten, die von ihm erpreßte Resignation sei eigentlich ungültig, doch«olle er sich als guter Katholik dem päpstlichen Befehl fügen. Er fühle sich trotz seiner 80 Jahre weder zu all noch zu schwach für sein Amt- Der Nuntius erteilte ihm sodann öffentlich eine scharfe Rüge und bezeichnete es als unerhört, daß ein Erzbischaf so sprechen konnte. Der Vorfall ist für die tschechischen Klerikalen, die mit dem Nuntius gegen den Erzbischaf sind, ein schwerer Schlag. Die Gläubigen sogen, man würde den Erzbischos Kordatsch, wenn es möglich wäre, wie einst den Magister Johannes Hus, auf dem Scheiterhaufen verbrannt haben. stustohk Illovy. Faschismus in Danzig. Naziregienmg verbietet Arbeiterbewegung! Danzig. 13. August. tEigeuvericht.j Die von den Nazis abhängige Tanziger Regierung bereitet einen neue» Schlag gegen die Werktätigen vor. Sie will ihr in vier Monaten entstandenes Defizit von 12 Millionen Gulden durch neue unerhörte Belastungen und durch Abbau der sozialen Rechte decken. Da die Regierung die Kritik an ihren volksfeindlichen Maß- nahmen fürchtet, hat sie zunächst die sozialdemokratische ..Volksstimme" auf vier Tage verboten. Eine Versamm- lung der Sozialdemokratie wurde ebenfalls untersagt. Jetzt ist die Regierung sogar dazu übergegangen, sozial- demokratische Mitgliederversammlungen zu verbieten. Eine große Mitgliederversammlung, die auf Donnerstag- abend einberufen war, wurde in letzter Minute mit der Begründung untersagt, daß sie„unfriedlichen Zwecken" diene, obwohl der Hanptsprecher Julius Gehl sein sollte. der jahrelang an der Spitze des Freistaates stand. Diese Maßnahmen tragen ausgesprochen faschistischen Eharak- ter; sie möge» überall in Deutschland als Lehre und Warnung dienen! Ein nationaler Held. Sin Vorkämpfer gegen Mißwirtschaft und Korruption. Der Führer des Stahlhelm in Sanger hausen ist ein gewisser Hauptmann a. D. Woge. Er ist Stadt- verordneter und Mitglied des Stadtsparkassenkuratoriums. Er hat sich eifrig beim Voltsbegehren und beim Volksentscheid gegen die Preußenregierung betätigt. Auch auf dem Breslauer Stahlhelmtag spielt« cr als Volksredner eine Rolle. Er verstand es prachtvoll, gegen„die rote Mißwirtschaft und Korrup- tion in Preußen" zu deklamieren und die Beseitigung der Mißwirtschaft zu fordern. Kurzum ein nationaler Held in jeder Faser seines Wesens. Herr Hauptmann a. D. Woge ist Mitinhaber der Getreide- und Futtern, ittelgroßhandlung I. G. Hoeltz u. Söhne in Sangerhausen. Die Firma ist vor kurzem in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Als das Aergleichsversahren eröffnet wurde, wurde von sachverständiger Seite festgestellt, daß die Bilanz schon seit Iahren nicht gestimmt Habel Die Firma strebt nun einen Vergleich mit ihren Gläubigern auf der Grundlage von 30 Proz. an. Herr Wage, der Mitglied des Stadtspartassen- k u r a t o r i u m s ist, verstand es, Wechselkredite von der Stadtsparkasse zu erhallen. Roch 14 Tage vor der Er- äsfnung des Vergleich so erfahr ms hat er einen erneuten Wechsel- kredit von SOOO Mark von der Stadtsparkasse abgehoben, obgleich ihm die Lage seiner Firma selbstverständlich bekannt war. Es wird untersucht werden müssen, ob nicht der Tatbestand des Kredit- b e t r u g s gegenüber der Stadtsparkasse Sangerhausen vorliegt. Sicherlich aber erfüllt es den Tatbestand der Korruption, wenn ein Mitglied des Sparkassenkuratoriums sich von der Spar- kasse für sein bankerottes Geschäft einen Wechjelkredit geben läßt! Die Stadtsparkasse hat serner ihren Wintervorrat von"Koks bei der Firma de» Horm Woge bestellt gehabt. Sie hat ihn bezahlt und vorläufig bei der Firma gelagert. Als die Zahlungsschwierigkeiten bekannt wuvdm und die Sparkasse den Koks Holm lassm wollt«, war er nicht mehr zu finden. Dos ist auch«in Tatbestand, der den Staatsanwall angeht. Die Oesfentlichkeit jedoch fragt: Warum hat der Stahlhelm führer, der Mllglied des Sparkassen- kurawriums ist, ausgerechnet dies« Lieferung erhallen? Rur nebenbei soll erwähnt werden, daß außer der städtischen Sparkasse auch noch die Kreissporkasse nnt 40 000 Mark an dem Zusammenbruch beteiligt ist. Den Aktiven von 126 000 Mark stehen Passiven von 350000 Mark gegenüber. Man versteht jetzt, warum dieser Stahlhelmführer so laut über die„rote Mißwirtschaft und die Korruption in Preußen' geschrien und so sehnsüchtig nach einem Stahlhelm- rcgimcnt in Preußen Ausschau gehalten hat. Er brauchte Kredite und eine Sanierung für sein bankerottes Unternehmen. Staats- geld in die Kassen seinesgleichen— das ist fem politischer Sauberkeitsbegriff, den er in Preußen einführen wollte! Oie Kranzen-Reise. Ratlosigkeit der Draonschweiger Rationalsozialisten. Vraunschweig. 13. August.(Eigenbericht.) Die Rationalsozialisten des Landes Braunschweig haben sich bisher immer noch nicht zum Rücktritt des Ministers Franzen geäußert. Die Deutschnational« Bokkspartei bemüht sich dagegen, den jetzigen unhaltbaren Zustand zu ändern, indem sie vorschlägt, in Zukunft in Braunschweig nur einen Minister amtieren zu lassen. Die Nationalsozialisten scheinen auch bereit zu sein, wenigstens behaupten das die Deutschnationalen, den jetzigen deutschnationalen Finanzminister Dr. Kuechenchal zu stützen. 5tuechenchal hat sich auch schon berell erklärt, die Geschäft« als alleiniger Minister fortzuführen. Die Sozialdemokratie ist bisher aber noch nicht um ihr Einverständnis gefragt worden, obwohl sie darüber ein wichtiges Wort mllzureden hat. Die Verfassung des Landes Braunschweig bestimmt, daß wenigstens zwei Minister das Staatsministerwm bilden. Es ist jedoch nicht anzunehmen, daß die Sozialdemokratie mit der Herabsetzung der Ministerzahl einverstanden sein wird. Eine Aendcrung der Landcsversalsung aber ist nur mit Zweidrittelmehrheit möglich. Auch eine Landtagsneuwahl kann nur mit Zweidrittelmehrheit be- schlössen werden. Irgendwelche Beschlüsse sind bisher von keiner Seite gefaßt worden. Bis jetzt hat man aber den Eindruck, daß die Nationalsozialisten durch den Rücktritt Franzens voll- kommen hilflos geworden sind. Franzen hat sich jedoch bereit erklärt, bis zum Zusammentritt des Landtags im Amte zu bleiben. Er führt immer noch, um mit ihm selbst zu sprechen, die „Notverordnungen der Briming-Dittatur" durch, allerding» als ge- schästsführender Minister. Da die Nationalsozialisten keinen Aus- weg aus der Krise wissen, wäre es sehr wohl möglich, daß sie einen Mann aus dem„stinkenden Misthaufen'(frei nach Goebbels) stützen und tolerieren. Der italienisch« vizekonsul Zurev! in Brüssel ist aus dem Heim- weg« von mehrere» Unbekannten überfallen, schwer mißhandelt und verMvdet aotbmi. Die Täter find i—-»»»�«ntkommeu. Deutschland und Polen. Verständigungsarbeit. Alexander Skrzynski hat als polnischer Ministerpräsident und Außenminister wiederholt seinen aufrichtigen Willen zu freundnachbarlicher Verständigung mtt Deutschland öffentlich kundgegeben. So auch anfangs 1926 einem„Vorwärts'- Redakteur gegenüber, der ihn in Warschau besuchte. Neuerdings hat dieser polnische Staatsmann im Krakauer„Illustr. Curier', dem ver- breitetiten Blatt Polens, in einem Interview wiederum der Ver- ständigung mit Deutschland das Wort geredet. Wir hören aus Polen, daß dort eine weitverbreitete Stimmung sich geltend macht und zwar in der Richtung, daß man mtt der allzugroßen Schwärmerei für Frankreich wenig Nützliches erreicht habe und daß es viel besser wäre, in ein freundschaftliches Lerhältnis sowohl zu Deutschland aus auch zur Sowjetunion zu kommen. Der deutsch-polnischen Verständigung dient auch die S o m m e r- schule, die vom 22. August bis zum S. September in Löwenberg bei Breslau abgehallen wird. Die deutsch-polnisch« Sektton der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit hält dort Kurse über die Probleme der deutsch-polnischen Beziehungen und die Möglichkeiten ihrer sricdltchen Lösung ob. Deutsche, polnische, englische und französische Persönlichkeiten werden als Vortragend« an diesem nützlichen Werk mitwirken. Sozialisten gebieten Ruhe. Waffensuche in Spanien. Madrid, 13. August.(Eigenbericht.) Die Sozialistische Partei veröffentlicht ein äußerst scharfes Moni- fest gegen die syndikalistischen und kommunistischen Attentate der letzten Zeit und droht mit Vergeltungsmaßnahmen, falls die Verbrechen nicht aufhören. In ganz Spanien sind seit Mittwoch, besonder» in den Zlrbeiter- vierteln der Städte, polizeiliche Haussuchungen nach Waffen im Gange. Allein in Asturien wurden 5000 Pistolen ge- siindsn. In Saragossa wurde der Versuch der Syndikalisten, das sozialistische Gerverkschastshaus zu stürmen, durch die Polizei ver-. «itelt. In S«villa-Land nimmt die syndikalistische Agitation zu � Die heiße Grenze. Ungarische Soldaten verhafteten in Hidas- Nemeti den tschechoslowakischen Zollbeamten Stefan, der den zur Zeit beurlaubten Letter des Zollamts oertritt, sowie den zweiten tschechoslowakischen Zollbeamten S l o m i k.. Nach ungarischer Dar- stellung sollen die beiden tschechoslowakischen Zollbeamten in an- geheitertem Zustande in der Hauptstraße des Ortes über Ungarn und die ungarischen Institutionen zu schimpfen begonnen haben. Darauf sei eine Schlägerei entstanden. Eine Gendarmerie-Patrouille habe sowohl die ungarischen als auch die tschechoslowakischen Teil- ushwer an der Schlägerei zum Gendarmeriekommando gebracht. WERTHEIM Zusendung von S M an. Obst, Gemüse u. leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Sotoeit(DdHtati ßebenstnitteJ Frisch. Fleisch Rinderkamm"pfuna 0.82 Querrippe... p"11�118160 Frucht 1.25 Sauerkirschen 1.10 Senfgurken os,a0.30 0.58 Sellerie.......... 0.65 Leipziger Allerlei.. 0.78 Gemüse-Erbsen... 0.55 Speckwurst... Pfund t Landleberwurst' Dampfwurst l Jagdwurst.."und«.»l MeftWUrSf(Braunschw.Arl) I Feine Leberwurst/- Uhr Frauen haben das gern... Musikai. Schwank von Arnold Musik v. Walt. Kollo Sommcrpr 0.50-7.00 Sie ist so nett, die ?Barbette! und kann so viel! WinUir ♦ Garten• auch Fransky muß man sehen! Er ist sehr ulkig und ein Universal-6enie. Man lacht 20 Minuten. Soniubeod und Sonntag je 2 Tonlellungen 4 Uhr u. 813 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Sä Reichshallen-Theater Lachen: „Alles M verrückt r ävS» Stettiner Sänger Anfang| S| Uhr Snfccafe im A Vorwärts lichem Erfolg! mMm WUVMP Restaijmiit Berlins BETRIEB KEMPIHSKlO ROSE-THEATER Wodientags 830 Sonntags 5� u. 9 Uhr Uraufführung für Deutschland: mädchen zum Heiraten Lustspiel v. Zagon. Regie; PAU L ROSE KO!4K- 4-ARTK3» Großes Variete u.a. Paquita v.Olympia- Theater, Paris Willy RoseD. Maria SObner 8.15 Operette: „Panne um Mitternacht" Sonntags 5, Wnibeolags 5"° D. S- rolle Frniiktus'tcr StrnNe 13a Vorverkauf. Täglich II— i und 3—9 U. Am 12. August 1931. nachmittags 1 Uhr, entschlief sanft, allen unerwartet, nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unsc: guter Vater. Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, der Tischler William Kiades im Alter von 69 Jahren. Im Namen aller Hinterbliebenen Fraa Cäcille Klage; Beb. Klos und Klnoer Berlin O 27, den 13. August 1931 Marsiliusstraße 24 Die Trauerfeier findet am Montag, dem 17 August 1931, nachmittags>/-6 Uhr. in der großen Trauerhalle des Krematoriums, Berlin N 65, Ge- richtstraße 37-38, statt. HOPPEGARTEN RENNEN Heute 14. ÄUS'S'/sThr Preisfrage-Rennen Da« Tagewerk der Fliege ist: Krankheiten verbreiten. Die Gefährlichkeit der Fliege kann nicht bestritten werden, denn e» ist nachgewiesen, daß Typhus sich überall da ausbreitet, wo die., Fliegen gedeihen. Die Typhusgefahr verschwindet beim Eintritt kalter Witterung, wenn auch die Fliegen absterben. Fliegen Ubertragen aber noch andere gefährliche Krankheiten, deshalb— vernichtet die Fliegen durch Zerstäuben von Flit. Flit vernichtet Fliegen, Mücken, Schnaken, Flöhe, Ameisen, Motten, Bettwanzen, Schaben und deren Eier. Flit-Zerstäubung ist für Insekten tödlich, für Menschen jedoch unschädlich. Bequem anzuwenden, fleckt nicht. Verwechseln Sie Flit nicht mit anderen Tnsektenvertilgungsmitleln.' Zerstäubt FLIT Nur echt in der lelhau Rackuiue mit sekuiarzem Band., WM Metallarbeiter-VeM VcrwalluDgssiclle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern cur Nachricht, daß unser Kollege, der Ardeiier Paul Adamczik geb. 23. Juni 1835, am II. August gestorben ist. Die Beerdigung findet am So»». abend, dem 15. August. 14': Uhr, von der Leichenhalle des Waldsriedhoss in Oderschöneweide aus statt. Am 11. August starb unser Kollege, brr Dreher �Volf Kieseling geb 3. März 1854. Die Beerbignng finbet am Sonn- abend, dem 15. August. 14». Uhr. von der Leichenhalle des Friedens- Gemeinde-Kitchhases in Nordend aus statt. Ehre ihrem Andenken! Reg« Beteiligung wird erwariel. Di« OrfsverwaUana, kvewnmausjug 5. Äldssc 37. Preubisch-Eüddeuische Etaals-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen l und II chZichungstag 13. August 1931 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über iOO M, gezogen 2»»Winne Jd 50000 M. 61580 8 S-win», ju 10000 931. 58788 69709 281147 349794 10»eminn« ju 5000 M. 38523 103103 1 15771 242712 375541 16«-Winne ,u 3000 M. 12360 104705 161 882 163674 237211 240256 296503 364550 58»-Winne ju 2000 M. 12650 31174 31670 43637 44945 59220 64330 70166 95211 93831 105480 116223 121649 151541 175093 201473 205178 205378 231235 233150 250222 263513 279213321354 331913 349306 356478 37604S«6003 1 1 2»-Winne>u 1 000 M. 3766 5347 10172 12382 18109 20082 40863 42199 63032 73553 74833 75571 97564 100490 101280 102076 104135 107525>06348 108944 118352 119691 145947 149346162563 171011 174966 133293 193496 199234 216044 221793 222458227464 227865 237193 242121 251700 263740 273237 264927 286200 238312 239503 302295 303661 306636 319601 322432 329127 329503 340209 240294372135 379333 336075 202»-Winne ja 500 M. 396 2700 9301 10354 20895 34449 39091 42097 60156 65651 66061 66433 67577 69625 71621 80218 88030 86653 105709 106429 106531 107997 114840 120276 126489 126545 129200 134114 135605 123652 141212 142748 151504 164373167266 168773 173068 179833 1841 13 185148 193074 202286 204666 207965 211247211605 216239 213725 221096 222635 227532 236211 227531 237634 242811 246301 255102 257197 265627 266673 266960269639 270737 272387 273697 275705 275923 277577 273465 276661 284108 296883 297462 299985 302903 303343 317247 321480 322921 325373 331461 331708 333036 333958 346899 349745 353776 354666 355731 356980 359970 366147 366900 372441 373346 381571 382785 385079 389730 392589 393000 In der Heuligen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 400 M, gezogen 8»«Winne JU 10000 M. 273316 334225 348236 369609 10 S-winn- ju 5000 M. 114332 147629 269667 355845 360528 14 Sewinn« ju 3000 M. 3627 49210 58922 134432 295531 30437Z 388090 33»«Winne ju 2000 M. 1200 40448 48028 59153 81374 153906 181119 137602 189109 193200 237314 257419 292335 302968 309561 328114 329746 351833 358173 112».Winne ju 1000 M. 1268 29801 45169 55461 55768 85880 87298 73023 73174 80651 100245 101770 107133 110254 111147 114362 114593 116661 125527 126406 127076 133403 134060141724 148376 151369 153891 162674 178913 180110 182333 191316199485 200499 201393 205781 208305 213006 220320 259334 269251 263360 2841.34 236942 291694 293315 312859 215536 315638 218722 220977 334740 246254 263950 266752 264552 172 S-winn- ju 500 M. 955 18229 23951 25794 27279 29334 29442 30456 51380 53101 54360 63050 68191 70591 70908 75388 76029 79367 94114 97231 101456 106267 106906 112604 113218 116424 119374 121233 134105 134748 136939 140672 147795 159553164195 170630 171409 172788 180501 189002 192909 205819 207076 209058 218565 219215 219412 230756 232956 241415 242145 246068 249692 250094 252009 259827 265839 258876 270851 272693 272712 281592 289482 299559 307093 310726 311896 313187 320834 324273 326154 330194 333470 336435 339365 343251 343741 351775 351968 362753 373700 380895 383714 385769 392855 396512 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinn« zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 760 0. 8 zu je 50000, 26 zu je 25000, 16u zu je 10000, 422 zu je 5000, 852 zu je 3000, 2602 zu je 2000, 5112 zu je 1000, 8464 zu je 500, 25602 zu je 400 Mark. KLEINE ANZEIGEN JeMortIZ Pt. Ffttj«dni4t«s»ort 25 Pf. (nlinig 2 fitt;edniddi Wtrfi).- Sttlliognnd» in I. Wirt(fittiidnidit) 15Pf., jefl« wiittn Wort 10 Pt. Wort» mit mihr ih 15 Bodnttbtrt ritla fir n>»> Worte. Annign,«reim, für dir n&M» Summer bestimmt siod.mdssn bis sfötestons 4"« Uhr rudinittigs in dir Hiugl-Eipedilion des Vorwirts, liudmtnbt Z. ibjegebeo wertkn. Dieselbe ist woi ootegs von morgens IV. Uhr bis nadin. 5 Uhr onunierbrcdreü giiffnet. I uerhauie| Tapete» SziUot, StoIorUc strafte 9. rnODel Küchen! Direkt an Privat! Weift, farbig, na tut. lackiert, von 94,25 an. Ankleide schränke jeder Sröste. Schinke. strafte 8—9 skott busscr Brücke). 3a brikgebäubc. Gcösf nct bis 7 Uhr. Patentmatrahen .Primisstma". Me. iallbcttcn Auflege. mairaften Gbaise- longues Walter Eiargarberstrafte achtzeb». KeinLabeo Bol erie Zimmer 590.—. Die- jeugarnituren Zu,— Niesenauswabl. Teilzahlung. Ka- m-rlina. Kastanien. alle- öS.« HisülungsstucHa. uiasche usut. 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Aber er sah blau- schwarzes, zu einer eigenartigen strengen Frisur zusammengefaßtes Haar, das ein erotisches Gesicht mit hochgewölbten tiesdunklen Augenbrauen und einem kleinen sehr roten Mund umrahmte, nein, krönte! Das genügte, um ihn zu erregen. Ein Name durchzuckte den Italienschwärmer Titus Löwenzahn: Mafalda. Ja, Mafalda, so mußte sie heißen. Und schon fing seine Dichterphantasie an, eine Geschichte zu- rechtzuzimmern. Mafalda war, leider, keine alleinstehende Dame, denn die Wohnungen der Siedlung wurden grundsätzlich nur an Ehepaare vermietet. Titus erinnerte sich auch, an demselben Fenster schon einmal einen sehr wenig exotisch aussehenden Mann gesehen zu haben. Mafalda mußte also wohl die Gattin dieses Mannes sein. Gewiß war er durch Italien gereist und hatte eines Tages Mafalda gesehen, wie sie, graziös an eine römische Säule gelehnt, auf die Rauchfahne des Vesuv schaute. Er hatte sich ihr genähert und ihr eine Blume gereicht— der Dreiste!— und sie hatte ihm — dem Glücklichen!— holdselig zugelächelt. Mit zusammengesuchten Vokabeln und Zeichen hatte er sie um ein Wiedersehen gebeten, und sie war einverstanden gewesen. Am Abend hatten sie sich an der gleichen Stelle getroffen und waren Arm in Arm unter Palmen und Oelbäumen stundenlang auf und ab gegangen. Der blonde Fremdling— damals war er ja wohl noch nicht kahl gewesen— hatte Koseworte geradebrecht und schließlich hatte er es gewagt, feine Lippen auf ihren roten Mund zu pressen. Titus haßte ihn bei diesem Gedanken. Aus einem Abendspaziergang waren viele, aus einem Kuß unzählige geworden, und eines Tages war der Fremdling aus dem Norden vor Mafaldas„babbo" hingetreten und hatte ihn um die Hand seiner schönen Tochter gebeten. Der „babbo", gewiß ein würdiger Mann mit einem prächtigen Römer- köpf, hatte seine Zustimmung gegeben, und der Fremde hatte die Tochter des sonnigen Südens in den kalten Norden geführt. Nun faß sie hier wie ein gefangener Vogel— Titus blickte hinüber: die Wolkengardine verhüllte schon wieder das Fenster— und dachte sehnsüchtig an ihre ferne Heimat zurück. Vielleicht saß sie mit einer Laute in ihrem Zimmer, das Titus sich ganz luxuriös ausmalte, und sang alte italienische Volkslieder. Titus wischte sich eine Träne aus dem Auge und ging ins Zimmer zurück. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und zeichnete mit Kohle— er war kein übler Zeichner— Mafaldas Bild auf ein Blatt Papier, das er mit einem Reißnagel an die Wand heftete. Lange saß er da und schaute es an, spitzte den Mund wie zum Küssen und winkte wie ein Verliebter dem Bilde zu. Ein Gedicht„Mafaldas Heimweh"' floß aus seiner Feder, und in seinem Geiste reifte der Plan zu einem Roman. Titus stand jetzt jeden Morgen früh auf. rasierte sich in flie- gender Hast und eilte auf den Balkon, um Mafalda zu Gesicht zu bekommen. Sie öffnete jeden Tag zur gleichen Zeit ihr Fenster und sah eine halbe Stunde lang hinaus: das hatte Titus sehr schnell festgestellt. Er war meist schon früher draußen. Seinen bequemsten Lehnsessel hatte er auf den Balkon geschleppt, und in dem saß er die halbe Stunde lang, während der Mafalda sich zeigte. Er starrte sie an und notierte ab und zu auf einem Block die Gedanken für seinen Roman, die ihm der Anblick der Schönen eingab. In einer Woche kam er bis auf vierzig Seiten.„Mafalda, die Entwurzelte" sollte der Titel lauten... Stundenlang arbeitete der wackere Titus vor dem Bild, das über seinem Schreibtisch hing. Der Roman gedieh vorzüglich, bald war Seite hundert erreicht. Die Erlebnisse der Heldin bis dahin waren im höchsten Grade aufregend, und wenn sie ihren Geliebten küßte, überlief ein Schauer Titus Löwenzahn. Dieser Roman würde ein großer Erfolg werden, das fühlte er... Da ging Titus, er hatte gerade wieder sechs Seiten des Mafalda- Romans geschrieben, eines Nachmittags zum Bäcker, um sich Brötchen zu holen. In Gedanken arbeitete er noch an einer Szene des Romans, in der Mafalda mit ihren Freundinnen auf dem Blumen- markt steht und ein Gespräch über die Liebe führen sollte. Titus sah nicht auf seinen Weg und stolperte an jeder Bordschwelle. Plötz- lich riß ihn eine fettige Hausfrauenstimme aus seinen Träumen: „Wie machen Sie bloß immer Ihre wunderbaren Heringsklopse, Frau Neubauer?" Titus blickte entrüstet auf und überlegte gerade eine pathetische Beleidigung, die er der Frau an den Kopf werfen wollte. Da fiel sein Blick auf ein Gesicht, mit hochgewölbten Augenbrauen und kirschroten Lippen, das von blauschwarzem Haar in einer strengen Frisur gekrönt wurde. Mafalda! Ja, kein Zweifel, es war Mafalda! Sie stand unter den Frauen, die sich um den Wagen eines fliegenden Gemüsehändlers drängten und über Heringsklopse diskutierten! Wie mußte ihre edle Seele darunter leiden! Titus errötete und starrte die Heldin seines Romans an. Jetzt öffnete sie den Mund, gewiß um gegen die Heringsklops-Megäre aufzubegehren, und sagte: „Mäine Keenichsbarjer Klopse sind äijentlich mäin Iehäimnis, aber wäil Sic's sind, Frau Barch, will ich es Ihnen verraten.. Es gab ein Klirren wie von zerbrochenem Glas, aber es waren keine Scherben auf dem Boden zu sehen: es war Titus Löwenzahns Traum, der in Stücke gegangen war. Mit zusammenknickenden Beinen ergriff der Dichter die Flucht, stürzte in den Bäckerladen, verlangte feine Brötchen und war schon wieder draußen, bevor die Verkäuferin ihm das Kleingeld auf fein Dreimarkstück heraus- gegeben hatte. Vor der Türe ihres Hauses stand„Mafalda" und sah die Straße entlang. Titus bremste seinen Laufschritt, ging aus sie zu und sagte mit zornbebender Stimme:„Meine Dame, wissen Sie nicht, daß so ein Gesicht verpflichtet?" Und schon hatte er ihr den Rücken gewandt.„Wie mäinen Sie das, mäin Harrchen?" rief ihm die erstaunte Ex-Mafalda Frau' Neubauer nach. h.. Jf.-.. Am nächsten Tage sahen We Mülttutscher m einer Gruppe« auf ihrem Wagen und lasen in dem Manuskript, das sie in einem Müllkasten gefunden hatten.„Ein saftiger Roman!" sagten sie,„ein Klasseweib, diese Mafalda! Bloß schade, daß die Geschichte nicht weiter geht..." Wie der Weberkreustflug entstand Srna SSUSing: .Dort ob» bin ich weniger häßlich als hier unten," sagte vor Iahren einmal der Jurist Leotard und er wurde ein berühmter Luft- turn er. Schon damals übte die Luftnummer eine große Anziehungs- traft aus und da» tut pe bis auf den heutigen Tag. Daher ist sie auch aus keinem guten Zirkusprogramm hmwegzudenken. Des- gleichen spielt sie auf dem Variete, das gegenwärtig mehr denn je auf das. rein Artistische eingestellt ist, eine bedeutsame Rolle. Man denke nur an die berühmten Cadonas, die in Europa fast durchweg Variete-Engagements absolvieren. Die drei sind auch die Lust- turner, die in den weltbekannten Filmen„Variete" und„Vier Teufel" auftreten, doch blieben sie bei beiden Filmen ungenannt und den Beifall für ihren Wagemut nahmen ohne weiteres Schauspieler für sich in Anspruch. In ganz Mexiko, der eigentlichen Heimat der Tollkühnen, nehmen im Zirkus die Menschen ohne Murren im Stroh Platz, nur um die Cadonas zu sehen. An einem Gastspielorte ge- wann eine durch Schreck stumm gewordene Frau ihre Sprache wieder, als sie sich über die Saltos Alfred Cadonas erschrak. Alfredo Eadona dreht nämlich den dreifachen Salto und wird dann von seinem Bruder Lalo aufgefangen. Dieser dreifache Salto ist heute cinzigdastehend. Dieser dreifach« Salto ist die Sensation, über diesen dreifachen Salto sind zentnerweise Zeitungsartikel geschrieben, doch als Alfredo Cadona nach dem Todessturz seiner Frau Lilian Leitzel saß und weinte und weinte und begreiflicherweise so schlapp war, daß er bei seiner Arbeit nicht den Dreisachen drehte— da soll das kein Mensch gemerkt haben. Der dreifache Salto ist der Ehrgeiz manches Luftturners, der sogar schon mit dem Tode bezahlt wurde, wie von einem Flieger der Urmann-Truppe. Er versucht bei-einer Probe, freilich ohne seine Kollegen zu be- nachrichtigen, den dreifachen Salto und fällt ins Netz. Er bleibt liegen und als die Kameraden rufen„Steh doch auf", da kommt die Antwort:„Ich kann nicht." Man hebt ihn vorsichtig aus dem Netz und schafft ihn ins Krankenhaus, wo er an einer Wirbelsäulenver- letzung bereits am Abend stirbt. Seit der Zeit hat der Chef der Truppe es verboten, den drei- fachen Salto zu probieren. Einer der Flieger dreht zweincinhalb sicher und das genügt. Er unterdrückte nicht den Ehrgeiz feiner Leute, doch lenkte er ihn vom Nachahmen ab und bewußt in neue Bahnen. Die Nummer— die Urmanns sind ihrer Nationalität nach Deutschrussen— war jahrelang von einem großen amerikanischen Zirkus engagiert gewesen, wo sie gemeinsam mit einer anderen Luft- nummcr arbeitet«. Wieder nach Europa zurückgekehrt, wollten sie mit ganz neuen Tricks herauskommen. Doch wo bekam man einen Raum, um probieren zu können? Man reiste durch ganz Belgien, es war kein Raum aufzutreiben, man trennte sich und fuhr nach Deutschland. Dem einen halte man einen geeigneten Saal in Köln. dem anderen einen in Aachen versprochen, aber weder der eine noch jjer andere tnm ernjthajt m Betracht. Schließlich erhielt wem in einer kleinen Stadt eine Halle für eine Tagesmiete von 10 Mark und dann begann man mit den Proben. Die Originalidee zum Ueber- kreuzflug jedoch kam bei der Arbeit selbst. Der Chef, der zugleich der Fänger ist, sieht seinen Bruder und einen Flieger über Kreuz(gleich einem Malkreuz) vor sich, er wirft seine Schwägerin durch und sie erreicht ihr schwingendes Trapez. Die Schwägerin probiert denselben Trick von der Brücke aus und der Fänger bekommt die Lustturnerin tatsächlich in seine Hände. Da wissen es auf einmal alle acht, daß sie mit einer unerhörten Neuheit herauskommen können. Fürs erste machen sie noch kein vor Freude strahlendes Gesicht. Sie haben kein Herzklopfen, ihnen ist auch nicht schlimm im Magen, das kennen Luftturner nicht, aber sie stehen krumm und zittern und können es selbst noch nicht so recht begreifen. daß sie wieder auf der schmalen Brücke gelandet sind und tatsächlich feststehen. Nun wurden Kreuzflüge und Ueberkreuzflüge in allen möglichen Arten und Abarten probiert. Des öfteren liefen zwei Luftturner im Netz spazieren, oft sogar der eine hinter dem anderen her und sagten nur„ O ooo", dann waren sie nämlich mit den Hinterköpfen zu- sammengestoßcn. Doch die Nummer wurde fertig und jetzt arbeiten die acht mit mathematischer Sicherheit, leicht und elegant, wie es das Publikum liebt: denn das will den Schauer der Gefahr und zugleich ein liebenswürdiges Hinwegtäuschen über diese Gefahr. Trotzdem ist die Gefahr nicht gebannt. Sie lauert oft recht hinterhältig, wie ein Flieger der Truppe es bitterböse erfuhr. Er hängt schon am Trapez, sein Körper gerät aber in eine unvor- hergesehene Schwenkung und mit enormem Schwung stürzt er aus einer Höhe von 10 Meter ausgerechnet zwischen Rahmen und Netz in die Tiefe. Der Fänger hat gerade seinen Bruder in den Händen. Sieht den Sturz und sagt:„Der Jan ist aus dem Netz."„Äirf mich ine Netz," antwortet der Bruder. Der schlägt ins Netz, der Fänger folgt, die anderen Luftturner greifen nach der Strickleiter, die Lust- nummer ist unten, steht neben dem Verunglückten. Der ist mit dem Oberschenkel auf ein Brett gefallen. Das Publikum schreit, man trägt den Abgestürzten raus. Ein Clown reißt irgendwo Bretter ab und sagt:„Die werden jetzt notwendig gebraucht." Und dann schient man das sichtbar beschädigte Glied, gibt eine Morphiumspritze und bringt den Verletzten ins Krankenhaus. Die Aerzte' befürchten eine btiercnzcrreißung und alles mögliche. Die Aerzte wagen kaum eine Operation, die Artisten jammern„Ach, unser armer Jan" und wagen kaum eine Nachstage. Und das Endergebnis des Krankenlagers?— Der Mann lebt noch heute. Er hatte unter dem Trikot eine neue, zu feste Bandage getragen. Sie hatte ihn bei der Arbeit behindert, jedoch beim Sturz geschützt. Abend für Abend arbeiten die Luftturner. Die Gefahr reizt die Artisten. Sie hoben einen stählernen Körper und es ist wirklich noch gar nichts passiert, wenn nach der Vorstellung ein Flieger zum Fänger kommt, mit einem Finger eigenartige Bewegungen macht und sagt:„Du, der geht nicht mehr mit": denn„einen Finger aus- reiben", j)as kommt iu den besten Lustturnerfamilien vor. geheimnisvolle Zeder von uns halte schau„Ahnungen". Ulrich Müller- hannibal hat hier ein paar solcher Fälle gesammelt, berühmte und unbekannte. Die Leser werden aus ihrer eigenen Erfahrung entsprechende Merkwürdigkeiten hinzufügen können. Es mag ein Zufall sein, daß der Wind ausgangs Juli 1014 die letzte der drei mächtigen Friedenspappcln bei Jena umriß. Man braucht darin noch keine okkulten Zusammenhänge zu sehen, dos Ausbrechen des Weltkrieges darin verspüren. Es waren aber woU keine Zufälle, daß Frauen und Mütter von einer inneren großen Unruhe geplagt wurden, zur selben Stunde als ihre Männer und Söhne fern der Heimat im furchtbaren Weltenringen ihr Leben aushauchten. Wie oft tritt etwas in unser Erdendasein, das wir kommen gesehen, das wir geahnt haben. Wie oft erleben wir etwas, was uns als eine Schickung erscheint. Als Goethe am Neujahrstage des Jahres 1803 den für seinen Freund Friedrich von Schiller geschriebenen Neujahrsgruß vor der Abfendung noch einmal durchlas, entdeckte er, daß er statt vom „wiedergekehrten Neujahrstag" vom„letzten Neujahrstag" ge- schrieben hatte. Wuterfüllt, wie ihm eine solche Gedankenlosigkeit habe passieren können, zerriß er den Brief und schrieb einen neuen Neujahsgruß. Aber dabei mußte er sich äußerst scharf zusammen- nehmen, um nicht wieder denselben Fehler zu machen. Das v«r- setzte ihm einen großen Schreck und gab ihm eine t'-efe Ahnung ein, so daß er noch selbigen Tages der Frau von Stein davon er- zählle und dann meinte, er oder Schiller würde den nächsten Neu- jahrstag nicht mehr erleben. Und Schiller weilte bereits nicht mehr unter den Lebenden als der Sommer kam. Als der Dichter Robert Hamerling im Sterben lag, da schüttelte ein Birkenbaum vor dem Arbeitszimmer seines Freundes Peter Rosegger sein Blätterkleid mitten im heißen Sommer von sich, daß die Leute neugierig auf der Straße stehen blieben und das Naturwunder bestaunten. Sinnend stand auch Peter Rosegger am Fenster seines Arbeitszimmers und schaute auf dieses eigenartige Naturspiel. Und als er einige Stunden später die telegraphische Nachricht von dem Tode seines Freundes und Gönners erhielt, der zur selben Stunde sein Leben ausgehaucht hatte, als der schlanke Birkenbaum vor seinem Hause die Blätter von sich geschüttelt hatte, konnte er in diesem Naturwunder nichts anderes sehen als die An- kllndigung des Todes Robert Hamerlings. Als er dann an den Schreibtisch ging, um das letzte Werk des befreundeten Dichters zur Hand zu nehmen, da hatte der Wind in den Blättern des Buches geweht und eine Seite durch das offene Fenster mit gelben Birken- blättern bestreut. Es war jene Seite, wo Robert Hamerling von seinem Siegelring und Talisman erzählte. Nach einigen Tagen erhielt er einen Auszug aus dem Testament des verstorbenen Freundes:„Meinen Freund P. K. Rosegger bitte ich, meinen Siegelring, welcher den mir am Beginne meiner literarischen Lauf- bahn von Graf Prokesch-Osten geschenkten türkischen Talisman ent- hält, und den ich viele Jahre am Finger getragen, als Andenken freundlichst anzunehmen." Ein mir befreundeter Dramatiker kam von einer UrauffühMig Ine» seiner Werke zurück und hatte im«i»em kleinen ostdcutsibcn Städtchen beim Umsteigen einen längeren Aufenthalt. Er gntg in den Wartesaal. An den Tischen an den Wänden saßen einige Reisende. Allein zwei in der Mitte des Warteraumes stehende Tische waren unbesetzt. Auf einem von ihnen stand ein Glas Bier, das nicht ganz geleert worden war. Mein Freund setzte sich an diesen Tisch, rief den Kellner, bat chn, das Glas wegzunehmen und bestellte sich ebenfalls«in Glas Bier. Kaum, daß der Kellner fort- gegangen war, fiel fein Blick auf den leeren Tisch nebenan, und in demselben Augenblick machte er sich scharfe Vorwürfe, warum er sich nicht an den nebenstehenden Tisch gesetzt hatte. Sein Gewissen plagte ihn so stark, daß er tatsächlich wieder aufstand und m, dein anderen Tisch Platz nahm. Wenige Sekunden später, fielen aus der Decke des Warteraumes gerade über seinem ersten Platz einige Mauersteine herab und zertrümmerten krachend den Stuhl, von dem er sich eben erhoben hotte... Vor einigen Jahren hatte ich m einem Zeitungsaufsatz„Die Geschichte eines alten Tisches" geschrieben. Ich hatte erzählt, wie meine Großmutter diesen Tisch in ihren jungen Iahren auf einer Auktion für 50 Pf. erstanden hotte und was er dann bis auf den damaligen Tag, als er meine Junggesellenbude schmückte, alles er- duldet hat. Beim Schreiben des Aufsatzes freute ich mich, meine Arbeit meiner Großmutter gedruckt vorlegen zu können. Als ich den Aussatz jedoch in den Briefumschlag steckte, sagte mir ein« innere Stimme, daß meine Großmutter nicht mehr leben würde, wenn er gedruckt wäre. Ich unterdrückte indes die Ahnung, weil meine Großmutter trotz ihres hohen Alters eine sehr rüstige Frau war. Es gingen einige Wochen ins Land, der Aufsatz war angenommen, aber immer noch nicht gedruckt. Unerwartet kam dann die Nach- richt von dem plötzlichen Tod meiner Großnmtter. Ohne eine Krankheit, ohne einen Schwächeanfall war sie eines Nachts ins Jenseits entschlummert. Nach einer Woche bekam ich dann meinen Aussatz gedruckt vor Augen... SajchiUennundertrerh des lUacUro Slenai Maestro Costanzo Renzi, biederer Uhrmachermeister in Rom, hat in zweijähriger Arbeit ein faschistisches Wunderwerk geschossen, das geeignet sein dürfte, den Neid aller Fachkollegcn hervorzurufen und sicherlich sogar das faschistische Regiment des Herrn Mussolini überdauern wird! Es handelt sich um eine 1 Meter hohe Uhr, die nicht nur Stunden, Minuten und Sekunden, sondern auch Tage. Monate und Jahreszeiten genau ankündigt. Bei dem allstündlichen Glockenschlag springt nicht'etwa ein simpler Kuckuck hervor, sondern ein Fahnenträger, dessen Standarte das Bild des Königs und des Duce zeigt. Gleichzeitig ertönt die Faschistenhymne, die Giovinezza und obendrein setzt sich eine Miniaturkanone in Tätigkeit. Nach dem Schuß wird eine zweite, nämlich die italienische Nationalflagge sichtbar. Mehr„Nationalgefühl" kann man wirklich nicht verlangen: der Fanatiker verdiente in der Tat, zum Ehrenfaschisten ernannt zu werden..! Was die französische Mordskalistik lehrt. Nach der neuesten französischen Kriminalistik fallen in Frankreich jeden Monat 73 Per- sonen einem Mord zum Opfer. In 12 von 100 Fällen ist Eifersucht die Ursache, in 7 handelt es sich um Motive des Eigennutzes und der Habgier, in 70 um die Folge» eines heftigen Streites. Die Opfer verteilen sich zu fast gleichen Teilen aus beide Geschlechter: unter den Tätern sind jedoch die Männer mit 73 Proz. in der Ueberzahl. Man hat die Beobachtung gemacht, daß die Morde aus Eifersucht in den Städten häufiger sind als auf dem Lande: dort werden die Verbrechen Hauptfach lich aus Eigennutz begangen. Verzweifelte Gelbsthilfe der Städte. Abbau öffenilicher Ausgaben.— Ein sogenanntes Ganierungsprogramm.— Opferung von Volksinteressen. Finanziell preisgegeben vom Reich, durch Not- Verordnungen von Kreditquellen abgeschnitten, aus- gepowert durch die Lasten der Wirtschaftskrise sehen die deutsäienStädtc, wenn sie die Arbeitslosen nicht demHunger aus- liefern wollen, keinen Weg mehr, als die Preisgabe wich- tigster öffentlicher Aufgaben und Funktionen. Alle Minister- reden zur Verfassung haben den Freiherrn vom Stein, den Schöpser der Selbstoerwaltungstradition, in den Himmel go- hoben. Wie das� Reich im gleichen Augenblick die Städte preisgibt, ist ein Skandal. Der Städtetag hat ein Programm P der oerzweifelten Selbsthilfe entworfen, über das sein Präsi- dent Dr. Mulert gestern vor der Presse berichtete. Die geplanten Einschränkungen sind ein Alarmsignal, das die Öffentlichkeit für die Städte sich einzusetzen zwingt. Die Wirtschaftskrise nötigt-Reich, Länder und Gemeinden, so führte Dr. Mulert aus, ihre Haushalte schleunigst in Ordnung zu bringen, um für die nächsten Monate bedrohlicher Entwick- lung des Arbeitsmarktes gerüstet zu sein. Als erste Gruppe der öffentlichen Körperschaften unterbreiten die Gemeinden durch den Vorstand des Deutschen Städtetages der Reichs- regierung ihr Sa n i e r u n g s p r o g r a m m. Die Dorschläge des Städtetages sind in Vorbesprechungen mit den maßgebenden Stellen der Reichs- und Staatsregierung erörtert worden. Die Vorschläge gehen bewußt davon aus, daß die Notzeit des kommenden Winters zu Maßnahmen nötig, die angesichts der Not, aber auch nur für die Zeit der Not zu verantworten find. Von 270 Millionen im Jahre 1929 wuchsen die kosten der Ge- mcindcn für die Enverbslosenlastea aus LOS Millionen im Jahre 1939 und aus 1040 Millionen im Jahre 1931 an. Im umgekehrten Verhältnis dazu stand, etwas später einsetzend, zunächst ein langsames, seit 1931 schnelleres Absinken der Einnahmen. Die Gemeinden haben zu ihrem Teil versucht, dieser Entwicklung Herr zu werden. Gewisse Erleichterungen brachten ihnen die beiden ersten Notoerordnungen des Reichs. Darüber hinaus haben sie in immer stärkerem Maße Einsparungen und Abstriche in ihren Haushalten vorgenommen. Vom Vor- stand des Deutschen Städtetages bereits im Dezember 1930 ausgearbeitete Sparvorschläge brachten im Jahre 1930 gegenüber dem Vorjahr etwa 400 Millionen, im Jahre 1931 durch Abstriche von den Haushaltsansätzen gegenüber dem Ist 1930 einschließlich Gehaltskürzungen weiterhin rund 4S0 Millionen, wodurch es gelang, den Fehlbetrag entsprechend zu ver- mindern. Gleichwohl verblieb im Jahre 1930 ein restlicher Fehl- betrag von 420 Millionen für die deutschen Gemeinden und Ge- meindcvcrbände. Für das laufende Jahr muß der Zchlbelrag auf SOO Millionen Mark beziffert werden. Der Fehlbetrag ist allein auf den Mehraufwand für die gemeindliche wohlfahrtserwerbslofen- fürsocge zurückzuführen. Die kommunalen Haushallspläne wären ohne diese Lasten in Ordnung. Drei Viertel der Erwerbslosen- lasten übersteigen die Kräfte der Kommunen. Das Reich hat die Kosten der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge zum größten Teil vom Rcichshaushalt abgehängt. Die Gemeinden müssen bisher die Kosten der Wohlfahrtserwerbs- losen," deren Zahl bekanntlich ununterbrochen steigt, selbst Und ohne Hilfe des Reiches und der Länder tragen. Hier liegt einer der dringendsten Reformpunkte. Immer wieder und jetzt aufs neue erheben die Gemeinden die Forderung auf sofortige und wirksame Hilf« des Reiches und der Länder bei den Lasten der Wohlfahrtserwerbslosigkeit. Die Notwendigkeit, den Fehlbetrag von 800 Millionen unter allen Umständen zu beseitigen, ist um so zwingender, als für den Rest des Haushaltsjahres eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu be- fürchten ist. Es handelt sich heute nicht mehr um Ersparnisse und Abstriche in dem bisherigen Sinne, es muß vielmehr mit ollen» Ernst geprüft werden, welches Maß von Aufgabenbetätigung der öffentlichen Körperschaften angesichts unserer gesamten wirtschaftlichen und finanziellen Lage noch möglich ist. Alle Zweige der Wirtschaft werden durch solche Maßnahmen un- mittelbar und mittelbar schwer betroffen. Der Unterhalt der Bedürftigen und Arbeitslosen kommen in allernächster Zeit in schwerste Gefahr, wenn nicht zugunsten dieser ganz großen Pflichten andere Leistungen zurückgestellt werden. Alle Gebiete des Kommunalwesens werden betroffen werden. Ein Fünftel des gemeindlichen Zuschußbedarfs betrifft Schule und Bildung. Da innerhalb des Schuletats die Personalkosten drei Viertel des Finanzbedarfs ausmachen, seien die Sparmaßnahmen auch auf ein« Absenkung dieser Kosten auszudehnen. In der V o l k s f ch u l e sei eine vorübergehende weitere Erhöhung der Frequenzen unvermeidlich Auch bei den übrigen Schularten sind entsprechende Maßnahmen notwendig: Zusammenlegung gleichartiger An- stalten und Verminderung der bisherigen Schulsysteme. volle Ausnutzung der zulässigen Pflicht st undenzahl, Herabsetzung der Wochenstundenzahl bei den Schülern, Zu- sammen legung von Oberklassen, Fortfall von wähl- freiem Unterricht. Dabei wird besondere Vorsorge dafür zu treffen sein, daß durch eine Herabsetzung der Altersgrenze trotz solcher Em- sparungen die A n st e l l u n g s v e r h ä l t n i s s e der Junglehrer nicht über Gebühr verschlechtert werden. Mit ganz besonderem Nachdruck muß die Uebersteigerung des Berechti» gungswefens bekämpft werden; die in vollem Mißverhältnis zur Wirtschaftslage stehende Ueberfüllung der höheren Schulen mit ihren für olle Beteiligten gleichmäßig nachteiligen Folgen muß zurllckgedämmt werden. Eine scharfe Begabte»auslese ist dringendes Gebot. Auch die im letzten Jahrzehnt besonders ge- pflegte Berufsschule muß für die nächsten Notjahre ein- geschränkt werden. Selbstverständlich müssen die Suchausgoben oller Schularten, die nur irgend vertretbare Senhmg er fahren. Die Zuschüsse für Theater und Orchester müssen herabgemindert werden. Die Bauwirtschaft nimmt einen erheblichen Test der kommunalen Ausgaben ein. Schon jetzt sind weite Gebiete des gemeindlichen Bauwesens stillgelegt. Ein , stärkerer Abbau wird folgen: er betrifft die Unterhaltung im Hoch-, Tief- und Straßenbau. In einem Augen- blick der Konzentrierung aller Kräfte auf die Beseitigung des dring- lichste» Notstandes können für den Wohnungsbau im bisherigen Ausmaß öffentliche IRUtel nicht mehr verantwortet werden. Die Zweckbestimmung bei dem wohnbauanteil der hausziussteuer ist zu befeikigeui Das Wohlfahrtswefen kostet fast 40 Proz. des Zuschußbedarfs der Gemeinden. Hauptaufgabe ist und bleibt die Unterstützung der Bedürftigen und de? Wohlfahrtserwerbslosen: um der A u f r e ch t e r h a l t u n g dieser Leistungen willen müssen ja gerade die einschneidenden Ein- griffe vorgenommen werden. Das gilt auch für die nicht un- mittelbar lebensnotwendigen(?) sozialen Leistungen. Die Conder- stellung einzelner Fürsorgegruppen und verschiedene Conder- leistungen lassen sich nicht mehr aufrechterhalten. Die gehobene Fürsorge wird eingeschränkt werden müssen, die A u f w e r t u n g s- b e z ll g e müssen auf die Fürsorgeunterstützung angerechnet werden, olles Einkommen ist bei der Bemessung der Unter- stützung zu berücksichtigen, einmalige Unterstützungen sind einzuschränken, Anstaltsunterbringung, Arbeitsfürsorge und Notstandsarbeiten werden wesentlich beschränkt werden. Auch im Gesundheikswefen könne man ohne entscheidende Eingriffe nicht auskommen. Die Vorschläge des Städtctages betreffen eine möglichst rationelle Ausnutzung der in der Hand der Gemeinden und privater Organisationen vorhandenen Heilanstalten unter dem Gesichts- punkt erheblicher Ersparnisse— auch bei der Führung des einzelnen Anstaltsbetriebes, ferner einer Einschränkung der offenen Gesundheitsfürsorge und einer möglichst wirtschastlichen Ge- staltung des Badewcsens. Leider werde auch die Jugend- Wohlfahrt in den Gemeinden mit betroffen. Der Städtelag empfiehlt den Städten, soweit nicht schon durchgeführt, eine allgemeine Einstellungs- und Befördmmgsfperre. sowie im übrigen möglichste Sparsamkeit in personelle» Ausgaben. Die Beamtenschaft wird angesichts der Einschränkungen, die euch .auf den übrigen Gebieten unumgänglich sind, hierfür Verständnis haben. Basteren aber müssen diese Mäßnahmen zugleich auf einer Verwaltungsreform, die sowohl die Organisation der Ge- meinden als auch des Reiches und der Ländkr umfassen soll und die Beziehungen und Zuständigkeiten der drei Gruppen öffentlicher Körperschaften ordnet. Auch die Zeit der R e i ch s r e f o r m sei gekommen. Das finanzielle Ergebnis der vorgeschlagenen Abbaumaßnahmen einschließlich der aus der Notverordnung vom 5. Juni noch möglichen Ersparnisse errechnet der Vorstand des Deutschen Städtetages für den Rest des Haus- haltjahres 1931/32 für alle Genreinden ly»d Gemeindeverbände auf 250 bis 3 00 Millionen. Da dieses Ergebnis zur Airs- gleichung des Fehlbetrages innerhalb der öffentlichen Verwaltung nicht ausreicht, sind»»eitere Maßnahmen erforderlich. Hierbei wird es sich vor allem mnMaßnahmendesReiches haitdeln. Angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Tatsache, daß die jetzigen finanziellen Schrine rigkeiten durch die übermäßigen Lasten der Wohl- fahrtserwcrbslosen entstairden sind, Hot der Vorstand die Frag« eines weiteren Abbaues der Gehälter und Löhne geprüft. Er ist zu dem Ergebnis gekomirren, daß den Beamten kein weiteres Sonderopferzugemutetwerden kann, sondern daß alle Gehafts- und Lohnempfänger durch Beiträge die Möglichkeft geben müssen, die erwerbslos gewordenen Volksgenossen in Persiche- rrmg und Fürsorge zu«rhaften. Wenn bei Gehältern und Löhnen noch gespart»»erden solle, müsse mit aller Entschiedenheft gefordert werden, daß das Niveau der Lebenshaltungskosten bedeuteird und ener- gisch gesenkt wird. Ein« Senkung der Preise, die die Gegenstände des täglichen Bedarfs ausinachen, wird in erster Liitie die von der öffcnt- lichen Hand beeinflußbaren Posten, die kartellmäßig gebun- Die Agrarverschuldung. Ostpreußen bleibt der Krisenherb. Ueber den Stand der Verschuldung der deutschen L a n d w i r t s ch a s t am 1. Juli 1930 veröffentlicht die deutsche Rcntenbank-Kreditonstalt in Verbindung mit dem Deutschen Land- wirtschaftsrat Material, das sich auf Angaben von mehr als 3600 Betrieben in ganz Deutschland stützt. Die A u s w a h l bedingt natür» lich gewisse Zufälligkeiten und Einseitigkeiten im Ergebnis, doch wird man sie im allgemeinen als typisch für die ganze Landwirtschaft ansehen dürsen. Was aber mit einigem Befrenrden festzustellen ist, ist die Tatsache, daß die Bearbeiter in einigen Punkten zu Schlüssen kommen, die in den Zahlen keine hinreichende Begrün- d u n g firlden. Brauchbar« Vergleichsziffern erhäll man nur dann, wenn man die Berschuldung in Vergleich zum Werte des Bodens, zu dem für die Besteuerung ermittelten Einheitswert setzt. Die durchschnittliche Verschuldung machte am 1. Juli 1930 in O st- preußen 73 Proz. des Einhsitswertes aus; in Norddeutschland (Ponnnern, Mecklenburg) erreichte sie 62 Proz, in Rheinland-Süd- Westdeutschland Pur 30 Proz. Die durchschnittliche Verschul- dung in Ostdeustchland(östlich der Elbe außer Schleswig-Holstein) beträgt 59 Proz., in Westdeutschland ober nur 35 Proz. des Einheitswertes. Eine Untersuchung nach Betricbs-Größen- k lassen zeigt, daß in ganz Deutschland die Verschuldung in den kleineren Betrieben relativ geringcr als in den größeren Betrieben ist. Dabti ergeben sich große Unterschiede in dc>» verschiedenen Gebieten. Die Zunahme der Verschuldung in der Zeit vom 1. Juli 1929 bis zum I.Juli 1930 machte je Hektar in Ostdeutschland 28 Mark, in Westdeutschland 34 Mark aus: bezogen auf den Einheitswert war die Steigerung aber in Ostdeutschlaird mit 2,6 Prozent des Ein- heftswertes immer noch erheblich höher als in Westdeutschland mit 2,1 Prozent. Es geht nicht an, aus der absoluten Höhe der Zui»ahme eine ausgesprochene Verschärjung der Krise in West- deutschland herauszulesen, wie es die Bearbeiter tun. In West- deutschland ist eben die höchste Grenze der Verschuldung im Ver- gleich zu Ostdeutschland noch nicht erreicht: außerdem fehlt zu solchem Schluß jede Untersuchung des Verwendungszweckes der neu aufgenommenen Kredite. Sehr wichtig ist die Frage, wie hoch die Zinsen in» Derhäll- nis zum Werte des Bodens sind. Es zeigt sich, daß die Belastung durch Zinszahlungen, gemessen in Prozenten des Einhcitswertcs, ansteigt mit zunehmender Betriebsgröße. Wie es nach der Höhe der Verschuldung nicht anders sein kann, ist die durch- schnittliche Belasdmg in Ostdeutschland mit 4,4 Prozent des Einheitsivertes bedeutend höher als in Westdeutschland mll denen Preise und die Lebensmittelpreis« umfassen müsse»». Lohnhöhe und Lebenshaltungsindex bestimmen schließlich die Richtsätze in der Fürsorg«, deren notwendige weiter« Senkung für die Sanierung des Haushalts der Gemeinden unerläßlich sei! Die Gemeinden, die mit diesen Maßnahmen im Wege der Selbsthilfe an die Grenze dessen herangehen, das von ihrer Bevölkerung getragen werden kann, erhoben die dringendste Forderung auf Hilfe des Reiches und der Länder, die den nokleidenden Banken und der Privatwirtschaft nicht versagt worden ist. Reich und Länder müssen sich»»eiter an den Kosten der langfristigen Arbeitslosigkeit, die ungerechterwcise allein den Gemeinden aufgebürdet sind, beteiligen. Reich und Länder müssen im Wege eines gleich rigorosen Abbaus ihrer Haushalte die Möglichkeit und Wege fiirden, sich an den auch nach den bisherigen Vorschlägen noch nicht gedeckten Kosten der Arbeitslosenhilfe zu beteiligen. Die Städte haben einen dringlichen Appell an die Regierungen des ReichesundderLänder gerichtet, ihnen durch vorsorg- liche Maßnahmen und entsprechende Gesetze und Verordnungen den Weg zur Sanierung des Gemeindehaushaltes zu ennöglichen. Dazu gehören insbesondere gewisse Hilfsmaßnahmen für die U e b e r g a n g s z e i t bis z»rr praktischen Durchführung der Abbau- maßnahmen. Eine alsbaldige Reichshilfe von 80 bis 10 0 Millionen ist erforderlich, um für den laufende», Monat die notwendigen Zahlungen, insbesondere die Uifterstüßnngen, für die nächsten Wochen sicherzustellen. Weiteste Kreise des Handels und des Handwerkes sind auf die pünktlichen Zahlungen der Stadtverwaltun- gen angewiesen. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Behandlung der k u r z s r i st, g c n Kredite der Gemeinden. Die bereits 1929 eingeleitete Umschuldungsaktion des Städtetage» hafte aus- gezeichnete Erfolge erzieft. Angesichts der internationalen Verhand- langen, die auf ein Stillhaftekonsortium für die deutsche Wirtschast abzielen, muß das Verlangen auf entsprechende BeHand- lung der kurzfristigen Kommunalkredite gefordert werden. Der Vorstand des Städtetages ist sich darüber klar, daß diese Maßnahmen eine ungeheure Belastung der Bsoölkerung bedeuten und auf die Dauer gesehen schwerste Schädigungen auslösen. * Wir sind der Meinung, daß die Vorschläge des Städtetages weit über das Erträgliche hinausgehen. Der Wille der Städte, durch Verzweiflungsmaßnahmen sich selbst zu Helsen, ist anzuerkennen. Aber die Loge ist heute so, daß die Städte die ihnen vom Reich zugemutete Selbsthilfe gar nicht mehr durch- führen können. Heute herrsch! im Reich die Bürokratie, hinter der Bürokratie stehen nur die privatkapitalistischen Interessenten. Während diese durch Hunderte von Millionen von der Reichsbürotratie sich sanieren lassen, zwingt man die Stadls zu einer Verzweiflungssanierung, die sich nur aus einer aufge- zwungenen finanziellen Aushungerung erklärt. Folgen dem die Städte mft der Bereitwilligkeit, wie sie das Sanierungsproaromm versucht, dann gibt es kein Ende mehr für den Abbau der öffentlichen Aufgaben. Es ist Zeft, daß die Büro- kratie des Reiches und daß die hinter chr stehenden privat- kapitalistischen Interessenten zu der Erkenntnis gezwungen werden, daß sie ein höchst gefährliches Spiel treiben, das sich nieder die Städte noch die Oefsentlichkeit wcfter gefallen lassen dürsen. Für die Sicherheit im R c i äz zu sorgen, ist Sache des Reichs. Dazn gehört auch eine Finanzpolitik, die nicht mit dcn finanziellen Lebensgrundlagen der Kommunen Vabanque spielt. 2,6 Prozent: den höchsten Zinsendienst hat Ostpreußen mit 5,4, den niedrigsten haben Mitteldeutschland und Rheinland-Süd- Westdeutschland mit 2,5 Prozent des Einheitswertes aufzuweisen. Eine Feststellung der an sich dankenswerten Untersuchung aber muß allerstärkstem Zweifel begegnen. Es wird gesagt, daß unter 100 Großbetrieben in Ostdeutschland im Jahre 1924/1925 nur 21, im Jahre 1929/1930 aber 25 Betriebe die Zinsen aus dem Reinertrag zahlen konnten: dieser Besserung in Ostdeutschland steht eine Verschlechterung in We st deutschland gegen. über: von 100 Großbetrieben sollen 1924/1925 41, aber 1929/1930 nur 29 Betriebe die Zinsen aus dem Reinertrag bezahlt hoben. Diese Feststellung widerspricht allen vorhergehenden Angaben: hier sind die Bearbeiter vermutlich ein Opfer ihrer repräsentativen Methode(in diesem Falle sind sogar nur 1000 Betriebe ausgewählt und untersucht ivorden) geworden. Hieraus den Schluß zu ziehen, daß keine Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland mehr bestünden, daß die Lage jetzt überall gleich schlecht sei, ist absolut unzulässig. �eichsgewer auch für Sie Gchroeöer-Werst. Die Reichshilfe für die Bremer Pleiten wird immer um- fassender. Jetzt erfährt man, daß auch die D e s ch i m a g(Deutsche Schiff- und Maschinenbau-AG.), die von der Schrocder-Bank beherrscht und von ihr mit Krediten versorgt wurde, nur noch mit Hilfe von Reichsmitteln Löhn« und Gehälter zahlen kann. Die Deschimag hat dem Reichsfinanzministerium eine Forderung gegen die R e i ch s m a r i n e in Höhe von 417 000 M. zediert und dafür einen Kredit von 370 000 M. erhalten.• Da» weiter« Schicksal der Deschimag und damit der 1700 Arbeiter bei der AG. Weser und der 800 Arbeiter des Werkes See- beck ist ungewiß. Von der Marine hat die Deschimag eine»» Auftrag von 1,5 Millionen Mark erhalten: man hofft auf neue Russen- auftrage. Wahrscheirllich aber ist eine frühere oder spätere Fusion mft der vom Thyssen-Konzern beherrschten Bremer Vulkan-Wersl. Gchuhabsah im Juli gestisgen. Örn Juli waren die Umsätze des Schuheinzelhandels etlvas höher als im Juni. Als Hauptursache für die Steigerung wird das schöne Sommerwetter angegeben, während Käufe aus Angst vor Inflation sich nur vorübergehend in der zweiten Hälfte des Monats an einigen Orten Ostpreußens und Mittel- dcutschlands bemerkbar machten. Im Vergleich zum Juli vorigen Jahres war die Entwicklung imemheftlich. Im Durchschnitt wurde ein— verhältnismäßig niedriger— Rückgang der Umsätze rnn 5 Proz. festgestellt. Gefahr im Verzug! Die Reichsregierung muß sich endlich entscheiden. Es ist grotesk und beschämend, heute, noch einer nunmehr bald zwei Jahre dauernden akuten Wirtschaftskrise nochmals die Binsen- Wahrheit aussprechen zu müssen, daß diezu niedrigenLöhnc die Wurzel der Krise sind. Entgegen allen Erfahrungen, den handgreiflichsten Tatsachen ins Gesicht schlagend, hat die Reichs- regicrung vor mehr als Jahresfrist ihre Politik des Lohn- und Preisabbaus inauguriert. Der Erfolg ist bekannt. Der wirtschaftliche Trümmerhaufen scheint aber noch nicht groß genug. Und so hat man in die Notverordnung vom 5. Juni Be- stimmungen hineingearbeitet, die zwangsläufig zu einer riesigen Lohnobbauwelle führen müssen. Da die Arbeiterschaft einen noch- maligen Lohnabbau nicht ertragen kann, im Interesse der Gesamt- Wirtschaft auch nicht ertragen darf, muß es zu den schwersten Wirtschaftskämpfen kommen. Ist es noch notwendig zu sagen, daß derartige Kämpfe nicht auf das wirtschaftliche Gebiet begrenzt werden können? Die Wirtschaftskrise ist kein« spezifisch deutsche Erscheinung. Sie hat die gesamte kapitalistische Kullurwelt erfaßt. Aber eine spezisisch deutsche Erscheinung ist es, daß die Regierung zur Heilung der Krise den Lohnabbau nicht nur empfiehlt, sondern ihn zwingend vor- schreibt. In dem Lande, das unseren Unternehmern als Mufterland der Rationalisierung und der kapitalistischen Wirtschaft gilt, in den Bereinigten Staaten von Nordamerika, haben alle Regierungsstellen, vom Präsidenten Hoooer abwärts, sich stets mit aller Energie gegen den Lohnabbau gewandt und erklärt, daß man der Wirtschaftskrise nur durch«ine Steigerung der Kaufkraft beikommen könne. Die deutschen Unternehmer haben ihre Produttionsanlagen ungeheuer ausgebaut, sie haben aus Pump die modernsten Fabrik- anlagen errichtet und versucht— und sie versuchen es noch—, ihren Verpflichtungen durch den Abbau der Löhne und Gehälter nachzu- kommen. Sie können und wollen nicht begreifen, daß sie mit einer derartigen Politik den Ast absögen, auf dem sie sitzen. Die Folg« dieser Politik war die Schrumpfung unserer Wirtschaftstätigkeit, die zu den bekannt«» Zusammenbrüchen geführt hat. Machtpolitisch kann man durchaus verstehen, wenn die Unternehmer als Klasse den Versuch machen, die Lasten der Wirt- fchaftskrise auf die Arbeiterklasse abzuwälzen. Wirtschafts- p'olitisch bedeutet ein derartiger Versuch jedoch Selbstmord. Statt diesen Bestrebungen entgegenzuarbeiten, die uns wirt- schostlich und politisch in ein« unhaltbar« Situation gebracht haben, fördert die Reichsregierung diese Bestrebungen. Wohl hat der Reichsarbeitsminister erklärt, er werde eine zweite Lohnabbauwelle nickst mitniachen. Was die Reichsrcgierung aber mit ihrer Notverordnung gegen die G e m e i n d c a r.b e i t e r unternimmt, steht im schrofssten Widerspruch zu dieser Erklärung des Reichsarbeits- minister». Wohl hat die Reichsregierung seinerzeit erklärt, daß die Not- Verordnung in diesem und in anderen Punkten korrigiert werden würde, wohl verhandelt man darüber. Diese VerhoMuirgc» aber werden sabotiert, wenn man gleichzeitig den Gemeinden auf- gibt, die Löhne der Gemeindearbeiter mit sofortiger Wirkung herab- zusetzen, ohne das Ergebnis dieser Verhandlungen abzuwarten. Die Reichsregierung muß sich entscheiden! Hat sie ernsthaft die Absicht, die unerträglichen Bestimmungen der Notverordnung ab- zuändern, dann muß sie den Gemeinden ausgeben, mit der Neu- regelung der Löhn« bis zur notwendigen Korrektur der Notverordnung vom 5. Juni zu warten. Wenn sie das nicht tut, dann gibt sie damit klar zu erkennen, daß sie das Versprechen der Ab- änderung der Notverordnung nicht halten will. Eine Abänderung der Nowerordming, nachdem das Tarif- recht der Gemeindearbeiter beseitigt ist und di« Löhne diktatorisch herabgesetzt worden sind, wäre ein wertloses Stüch Papier und müßte als eine direkte Verhöhnung empfunden werden� Es ist not- wendig, die Ding« beim rechten Namen zu nennen. Die Gefahr ist zu groß und zu unmittelbar. Di« Reichsregierung muß sich endlich darüber klar sein, daß eine Sanierung der öffentlichen Wirtschast auf Kosten der Arbeiter nicht möglich ist. Diese Unmöglichkeit ist eine zwiefache: wirt- schaftlich und politisch. Wirtschaftlich leiden wir an einer völlig ungenügenden Kaufkraft der großen Käufermassen. Ein weiterer Abbau dieser Kaufkraft muß zu ungeheuren wirtschaftlichen Zu- sammenbrüchen führen. Politisch leiden wir an der Verzweiflungs- st immun g, die sich der großen Masse der Arbeiter, Angestellten und Beamten bemächtigt hat. Dagegen helfen nicht Rundfunkreden, da- gegen stüd auf die Dauer alle Machtmittel des Staates unzulänglich. Der ungeheure Druck, der feit Jahr und Tag auf die Existenz- bedingungen der großen Masse ausgeübt wird, muß endlich auf- hören. Nur so können wir politisch und wirtschaftlich wieder zu ausgeglichenen Verhältnissen kommen. „Kulturträger." Die hohe Bürokratie demaskiert sich. Die„Deutsche Technikerzeitun g", das Organ des ftei- gewerkschaftlichen Bundes der Technischen Angestellten und Be- amten, veröffentlicht in seiner neuesten Nummer ein Rundschreiben des Reichsbundes der höheren Beamten über eine vertrauliche Aussprache zwischen dem Reichsbund und dem Reichs- verband der deutschen Industrie, aus der die große Masse der Be» amtenschaft erkennen kann, was die hohe Bürokratie und das Schwerkapital für sie übrig haben. Von den Vertretern des Rcichsbundes wurde in der Besprechung ausgeführt, daß die höhere Beamtenschast vor allem folgende Fragen bofchäftigen: Erhaltung des Berufsbeamtentums, ordnungsmäßige akademische Vorbildung gegenüber der Tendenz, unvor- gebildete Personen auf Grund ihrer Parteizugehörigkeit in leitende Stellungen zu bringen(Partcibuchbeanücn) und die Aufrecht- erhaltung eines angemessenen Unterschiedes zwischen der Stellung der höheren Beamten einerseits und den mittleren und unteren Beamten auf der anderen Seite auch in bezug auf die Besoldung. Die Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Industrie er- widerten auf diese Forderungen, daß sie volles Berständnis für den Standpunkt der höheren Beamten hätten. Die höheren Beamten— darin stimmten sie dem Reichsbund durchaus zu— müßten unbedingt eine ihrer Stellung entsprechende Bezahlung erhalten, die in ausreichendem Maße ihrer Borbildung Rechnung trage, Abstand von den Gehältern der mittleren und untere» Beamten halte und nicht nur die Unabhängigkeit und Integrität der höheren Beamten sicherstelle, sondern es ihnen auch ermögliche, ihre Stellung als Kulturträger aufrechtzuerhalten. Die unteren und mittleren Beamten können hier mit voller Deutlichkeit erkennen, daß sie von der hohen Bürokratie wirklich nichts zu erhoffen haben. Wenn sie ihre Existenz retten wollen, dann nur durch die Hilfe einer geschlossenen«inheit- lichen Arbeiterfront. Für die Führung des Arbeitgcbertums ist die große Masse der Beamtenschast nicht Kulturträger und also auch nickst berechtigt, mehr zu beziehen als ein Gehalt, das gerade zur Stillung des Hungers ausreicht. Mißstände in Gowjetrußland. Lleberarbeit und ungenügende Ernährung. Der Rückgang der Kohlenförderung im Bergwerks- gebiet des Donezbeckens macht der Sowjetregierung große Sorge. Sie versucht, im Lande Arbeitskräfte für das Revier zu bekommen, um die durch Abwanderung von Arbeitern entstandenen Lücken aus- zufüllen. Die Abwanderung ist eine Folge der schlechten Lebensverhältnisse. Aehnlich liegen die Dinge in den großen Metallwerten und in der Traktorensabrik in Stalingrad. Ueberall bestehen große Schwierigkeiten, die qualifizierten Arbeitskräfte an die ein- zelnen Betriebe zu fesseln. Die Folge der ständig neu entstehenden Lücken in den Belegschaften ist eiye starke Ueberschreitung der Arbeitszeit. Viele Betriebe legen sogar Nachtarbeit ein, ja in Minsk sollen ganze Belegschaften zwei Schichten hintereinander durchgearbeitet haben. Die Behörden und die Gewerkschaften drücken beide Augen zu. Die Arbeiterschaft fordert jedoch mit aller Entschiedenheit, daß die immer häusiger auftretenden, schweren Verletzungen der wichtigsten Arbeitsgesctze endlich abgestellt werden. Die Regierung redet sich in ihren Entschuldigungsversuchen auf die Genossenschaften hinaus. In Moskau hat man daher eine große Reinigung und eine Um- organifierung der Konsumgenossenschaften angekündigt.(Natürlich ist nicht die Politik der herrschenden Clique schuld, sondern die armen Teufel, die diese Politik ausführen sollen.) Die Arbeiislosigkeji der Buchbinder. Rückblick auf das zweite Quartal. Ueber eine so trostlose Lage im Berliner Buchbindcrxerverbe ist noch niemals berichtet worden wie am Donnerstag abend in a?r Quartalsgeneralversammlung des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter durch den Bevollmächtigten Genossen I m h o f. Während im ersten Quartal die Zahl der arbeitslosen Berufsangc- hörigen in Verlin um rund 400 gegen Ende Januar zurückgegangen war, ist die Arbeitslosigkeit im zweiten Quartal wieder von insge- samt 5132 Frauen und Männern auf 5705 bis zum Schluß des große Mengen enorm billiger Beginn am 1. Augusl WIRTSCHAFTSARTIKEL Porzellan Glaswaren g Teller fd g lief oder flach, weiB... E Abendbrotteller =£ weiS.......... fK . StSck lehrt . Stflck lehrt = Tassen mit virtert,—» ==; Goldrand Stück Jatot 1 Tassen alt Dntertnaee s bunte Dekore....... Stück Jetzt H Kaffeeservice für 6 Personen g Blomendekore.......•• Jetzt i Tafelservice m e Penon« H Streublumen.......... I Küchengarnituren ateUi« r" venetaiedene Dekore....... 025 020 022 02- 295 ..IS50 OSO .. letal � .Sffick Jetzt 015 ».Stflck lebt .. Stflck Jehl 09' ..Stflck letzt 095 Kompottschalen 005 geschlillen...... 1.08 1.78 1.85 W Bierbecher gesebliflen..... 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Quartals 3811 in Berlin gezählt� also rund ein Drittel der gesamten Mitgliedschaft der Berliner Ortsverwaltung Hierzu kamen am Schluß des Berichtsquartals noch mehr als 2<1l)(> Kurzarbeiter. Etwa 40 bis 45 Buchbindereibetriebe sind während der Berichtszeit entweder teilweise oder gänzlich stillgelegt worden. An den Lohn- und Arbeitsbedingungen ist im 2. Quartal im alleemeinen nichts geändert worden. Genosse Imhof ging bei seinem Bericht über die Lohn- und Tarifbewegungcn im 2. Quartal besonders auf einen sechswöchigen Abwehr- st r e i k in der Briefumschlagsabrit von Schneidewind ein und die Rolle, die die RGO.-Anhängcr in diesein Kampf gespielt haben. Unter den Streikbrechern, die sich der Firma zur Verfügung stellten, war eine nicht unerhebliche Zahl von RGO.-Leuten. Troß dieses„revolutionären" Heldenmutes konnte der Kampf infolge der mustergültigen Disziplin der freigewerkschaftlich organisierten Strei- kcnden doch noch mit einem annehmbaren Erfolg beendet werden Die schlechte Konjunktur wirkte sich naturgemäß auch in einer starken Inanspruchnahine der Rechts schutzabteilung aus, mit deren Hilfe im Berichtsquartal mehr als 10 000 M. erstritten wur- den. Der Mitgliederbestand ist mit rund 11000 Mitglie- dern stabil geblieben. Der Kassenbericht des Genossen B y t o m s t i war gleichfalls nicht rosig. Die starke finanzielle Belastung der Organisation durch die Unterstützung der Arbeitslosen in Verbindung mit der geringen Beitragseinnahni« infolge der Arbeitslosigkeit hatte einen Rückgang des Lohnkassenbestandes um rund 12 000 M. auf 46 266 M. zur Folge. Außerdem war«in Zuschuß aus der Hauptkasse von 10 000 Mark notwendig. Auf eine längere Debatte über den Geschäftsbericht verzichtete die Versammlung. Ein Antrag der Arbeitslosen, den ausgesteuerten erwerbslosen Mitgliedern zu Weihnachten wieder eine Sonderunter- stötzung zu gewähren, wozu die Mittel durch Extrabeiträge aufg.-- bracht werden sollen, wurde fast einstimmig angenommen. Ebenso auch ein Deckungsantrag der Ortsoerwaltung, der die Höhe der Kxtrabeiträge je nach der Höhe des Wocheuverdienstes festsetzt. Ltniernehmermentaliiäi. In der Frage der Arbeitszeitoerkürzung zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit gehen auch die hessischen Ziegeleibesitzer mit— schlechtem Beispiel voran. Sie haben nur ein Ideal: Freiheit von jeder tariflichen Bindung, um in Ar- beitsfragen nach Gutdünken schalten und walten zu können. Kein Wunder, wenn die Verhandlungen über einen Neuabschluß des Manteltarifs gescheitert sind. Bei den Verhandlungen spielte naturgemäß die Arbeitszeitoerkürzung die Hauptrolle. Auf die Forderung der Gewerkschaften, die Vierzigstundenwoche ein- zuführen, erklärte der Syndikus des Unternehnieroerbandes wökt- iich: Wir werden bei vierzigstündiger Arbeitszeit keinen Mann mehr einstellen." �. Es ist nicht das erstemal, daß eine solche Erklärung von einem Syndikus abgegeben worden ist. Vielfach stimmen die Ablehnungen im Wortlaut fast völlig überein. Allem Anschein nach ist von den Spitzenvcrbänden der Unternehmer bereits die Parole aasgegeben worden, die volkswirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch so überaus bedeutsame Arbeitszeitverkürzung unmöglich zu machen. Hat es einen Zweck, Leute zu warnen, die sich partout umbringen wollen? Nie KPN. rüstet. Natürlich gegen die Gewerkschaften. Mit dem kommunistischen sogenannten Einheitsverband der Bergarbeiter geht es rapid bergab. Ein Teil seiner Anhänger hat, wie der Bergbauindustrieardeiterverband mitteilt, schon wieder seinen Austritt erklärt. Das Verbandsorgan der kommunistischen Organisation kann nicht mehr herausgegeben werden, weil die Schulden beim Verlag zu groß geworden sind. Jetzt will die RGO.„Betriebswehren" bilden. Der„Kampf- bund gegen den Faschismus" soll die Betriebe„mobilisieren" und „streikreif" machen.— Also neuer Unfug, der Zeit, Arbeitergroschen und sogar Arbeiterblut kostet. Berusskrank, aber nicht entschädigt. Nach vier Iahren abgewiesen.-)uz geht vor Necht. Eine Krankenschwester hatte sich im Oktober 1927 durch eine Handwunde mit Syphilis infiziert. Der Fall erregte seinerzeit sehr viel Aufsehen, weil die Infektion nur durch die Auheracht- lassung sämtlicher Gefahrenschutzvorschriften durch das Mutterhaus möglich mar und weil die ärztliche BeHand- lung durch Nichterkennen der Krankheit fahrlässigerweise erst im April 1928 einsetzte, als es zu wirklicher Heilung bereits viel zu spät war. Nach langwierigen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten verpflichtete sich der zuständige Arbeitgeber, die Krankheit als Berufskrank- h e i t der Unfallgenossenschaft zu melden, und im Hinblick auf eine wahrscheinliche Rente durch die Berufsgenosienschaft wurde damals ein Vergleich vor dem Arbeitsgericht abgeschlossen. Eine Rente wird jedoch die Schwester nach dem Gesetz über Entschädigung bei Berufskrankheiten nicht beziehen können. Sie ist jetzt endgültig vom Spruchsenat für Berufskrankheiten beim Reich» versicherungsamt abgewiesen worden, und zwar mit folgender Begründung: „Die Jnfektionskraukheit,, die sich die Klägerin bei ihrer beruflichen Beschäftigung im Krankenhaus zugezogen hat. ist bereits im Oktober 1927 erkennbar hervorgetreten. Die Klägerin hat sich daher die Erkrankung schon zu einem Zeitpunkt zugezogen, wo der Betrieb der Krankenhäuser überhaupt noch nicht dem Schutze der Unfalloersicherung unterstellt war. Denn diese Betriebe sind erst mit Wirkung vom 1. Juli 1928 an der Unfallversicherung unterstellt worden. Vor diesem Zeitpunkt erworbene Berufs- krankheiten, die durch die Beschäftigung im Betriebe verursacht sind, können daher nicht entschädigt werden. Demgemäß kann auch die R ü ck w i r k u n g s v o r s ch r i f t des§ 12 der 2. Ver- ordnung über Ausdehnung der Unfallversicherung auf Berufs- krankheiten nur insofern Bedeutung haben, als es sich um eine nach dem 30. Juni 1928 liegende berufliche Beschäftigung handelt. Eine berusliche Beschäftigung nach dem 30. Juni 1928 ist aber nach den eigenen Angaben der Klägerin nicht die Ursache ihrer Erkrankung gewesen. Dies ist auch aus dem Grunde unmöglich, weil die Ertrankung bereits im Oktober 1927 begonnen hat. Da der Beklagte hiernach nicht entschädigungspflichtig ist, war das Rechtsmittel zurückzuweisen." Die Auslegungen der gesetzlichen Vorschriften durch den Spruch- scnat mögen sormal-juristisch einwandfrei sein. Ob der Gesetz- g e b e r aber gewollt hat, daß alle diejenigen, die das Pech haben, sich vor dem 1. Juli 1928 zu infizieren, von einer Entschädigung a u s g e s ch l o s s en werden und min ihrem furchtbaren Schicksal überlassen bleiben, scheint mehr als fraglich. t iR�rcic Gewerkfchafts-Iugend Berlin Heute inn IS1- Uhr tagen die Gruppen: Adlershot: Gruppenheim Adiershok, Bisinor-kstr. 1.„Müssen die Gewerkschaften parkeipolitnch neutral sein?"— Sorpting: Iugendheiin Schule Sonnenburger Str. 20. „Der Hvovcr.Plan."— Reinick-nd-ef-Ost! Zugendcheim Lindaucr Strasse (Baracken).»Erknrfion nach Zivfenthal."— Süden: Jugendheim Wasserwr- strasse 9...Gsmeinschaitsleden in der Gruppe."— e Harle, tcnbnrg: Zugeirdhenn Sprecstr. 30.„Gin Tag Gefängnis."— geppelinplati: Jugendheim Türmer Ecke Seestrassc.„Meine Erlebnisse als Betriebsrat."— Spandau-Wilhelmstadt: Jugendheim Sportplot, Seeburger Strasse.„Das Bctricbsrätegesetz."— Arn«- walder Plass: Pastcurstr. 44— 16(Obcrrcalschulc).„Die gegenwärtige Wirt- sckiaftslage".— Herwannplass: Jugendheim Sonderstr. 11, Ecke Hobrechtstrossc. „Freikörperkultur."— Iugendgrupp« de, Sesamtnerbandc,: Jugendheim Engel. irfer 21— 2S, Aufgang B, pari.„Den Barhang ans"(brauchen wir ein politisches Zeittcheater?). Iuaendgmppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Borden: Zugend. heim Lortzingstr. lg. Bar, rag:„Nie wieder Ztrieg". Slefercnt: Bernstein. — Südwest: Zugendheim Porckftr. 11(2. Hof. Quergebäude 1 Treppe, Zimmer Z>. Bunter Abend.— Berliner Druckerei, und Berlag�esegschafi m. b. H.. Ge. schästsswnden von 20—22 Uhr im Jugendheim Ebertystr. 12.— Spiele im Freien ab 1« Uhr auf dem Sperr tplass„Einiiame Pappel"(Borden), Spartplass Pankow, Aifsingenftrasse, und Volkspori Neukölln, klein« Spielwiese(an der Rodelbahn). Molkereibutter 1.24 PM. NeueMaljesheringe 0.28 1"Mfe. t Stftck Dunge Gänse BOTi von 0.88 Schweimkopfsülze nach Prager Art Pfd. 0.78 Fetter Speck Pfd. 0a80 Suppenhühner 0.95 krisch. Ptd. r. ä ihohner o.92 raür Hirschbraten 0.95 Pfd. v. Hirschblätter 0.70 Pfd. ft Teewurst........... pm.1,40 Filetwurst....�.....�. Pfd. 1,45 ZervelatimPettdaTm...Pfd. i, 55 Schinkenspeck....... pü 1,52 Nußschinken.......... Pid. 1,60 Magerer Speck.TT.�m 0,98 (■».W , Wurstwaren, stWrnbg. Rot-od. Leberw._ ZervelatoderSalarai Pfd. 1.35 Don cur. 400 g_______ 2 Dosen 0,85 Narnbg.BratwOrstelOose 0,85 Gekocht Schinken y.Pkck. 0,40 Hausm.-Leberwurst Pfd. 0,85 Dampfwurst........... Pfd. 0,88 Mettwurst Brsclur. 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PH- 0,78 Schweineleber Pfd. 0,93 Gefrierfleisch H am m el- Vorderfiaiteii, Pfd. t.0,70| Suppenfleisch.... Pfd. von 0,64 Hammelrücken....... Pfd. 0,80! Schmorfleisch o. Kn, Pfd. v.l ,04 Hammelkeule..-"'..Pfd. 0,88 I Rinderleber.......... Pfd. 0,98 Käse und Fette Harzer.WTD-.t,..... Pfd. 0,35 Edamer 401............ Pfd. 0,82 Briekäse voiifett....... Pfd. 0,68 Schweizer voiifett, ph. von 1,34 Tilsiter voUfeu..... Pfd. von 0,78 Markenbutter aUert, Pfd. 1,56 Holländer 40%______ Pfd. 0,82 Margarine........... 2 Pfd. 0,75 Konserven'u D»-» Junge Erbsen fein........ 1,10 Junge Karotten.......... 0,65 Junge Erbsen mittelfein.. 0,80 Karotten geschnitten....... 0,40 Gemüseerbsen........... 0,55 Stangenbrechbohnen 0,60 Gem. Gemüse mitteif ein.. 1,00 Junge Schnittbohnen I. 0,55 Berliner Allerlei........ 0,65 Sellerie.................... 0,65 Kolonialwaren Bruchreis.............Pid. 0,13 Bandnudeln.....„...Pfd. 0,46 Tafelreis..... Pfd. 0,16 Sago•......••p,d'0'?2 Moulmain-Reis______ Pfd. 0,26 K�°�e........ Pf« 0,18 Hartgriess........„..Pfd. 0,26 Schokoladenpulver.Pfd. 0,85 Weizengriess........ Pfd. 0,28 Kaffee frisch gebrannt, Pfd.v. 1,90 Bruchmakkaroni..... Pfd. 0,44 Kakao stark entölt, Pfd. von 0,60 Bowlen« und Tischweine Preise ohne Piasohe 1930 er Edenkobener"t Bowle.......... A Fi. 0,68 iofl 6,50 1930er Kreuznacher znr Bowle.........."/tPL 0,78 iofi. 7,50 1929er Siefersheimer Horn Natnrwein, Htri 1,25 10 Fi. 12,00 1929er Niersteiner Ratsherrnwein...»llFL 2,25 iofl 21,00 Bo'vrlen-SortiDient 20«., o.FI. lOFl.EdBnkobener.lFl.Fredit a nc icbaomweln. 1 Dose Amnas Vom Foss: 1 Ltr. 5 Llr. Boter Tarratooai.QnaL 1.10 5.00 Insel Samos i. Qnaiitat 1.60 7.50 Enorm billig I Aus unserem grossen Besinn 1. 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