Morgenausgabe Nr. 351 A 192 4S.I Personen Raum bietet. Meist kmnmcn nur Männer, da Frauen selten auf der Wanderschaft sind. Die Männer hier werden— vom Gesichtspunkt der Beamten— in zwei Klaffen geteilt, und Zwar in die wirklichen Wanderburschen und in die Kunden.(Hier versteht man unter Kunden einen alten, vielfach auch arbeitsscheuen Daucrwanderer.) Nachdem wir einen Hof überschritten haben, gelangen wir in die Bäckerei, die Aussichtshügel im Garten des Heims. ganz modern eingerichtet ist und mit einer täglichen Leistung von 5000 Broten und 18 000 Brötchen die drei anliegenden Heime und noch andere Anstalten der Stadt Verlin versorgt. An der Maschine steht ein blonder junger Mann, der die Backware prllst. Der In- spektor ruft ihn und stellt ihn uns vor.„Iochum" heißt er und ist seit einigen Tagen hier. Geboren ist er in Kaiserslautern, und von dort ist er über Wiesbaden, Köln, Hannover, Bremen, Hamburg nach Berlin gewandert. Täglich 50 Kilometer und nie fand er Arbeit. Der jung« Mann ist gelernter Bäcker. Sein Vater ist Beamter und muß fünf Kinder ernähren. Nun soll der Einund- zwanzigjährige selbst verdienen und sollt« wandern.„Unterwegs wird sich schon Arbeit finden, und wer sucht, findet auch!" So ähn- lich mag der Papa gesprochen haben, aber soviel der junge Mann auch suchte, er fand aus seinem fast tausend Kilometer langen Weg keine Arbeit und ist jetzt froh, hier untergekommen zu sein. Auf die Frage, was er denn später machen woll, zuckt er die Achseln, und dasselbe wird der Fürsorgcbeamte machen, der ihm eine Stellung besorgen soll. Hier in der Bäckerei arbeiten 19 Wanderarbeiter, die meist jahrelang auf der Landstraße liegen und nur zu gewissen Zeiten in Heime geizen. Oben sind die großen, lustigen Eßräume und Badcräume. Dreißig Jahre auf der Landstraße. Die Menschen, die vielleicht seit dreißig und mehr Jahren immer auf der Landstraße gelebt haben, sind Einzelgänger geworden, die sich einer Gemeinschaft nur schwer einordnen können. Mit sehr viel Liebe und Geduld muß man sie an die menschlichen Sitten wieder gewöhnen und immer wieder mit ihnen von vorne beginnen. In einem anderen Raum steht ein alter Mann, der uns freundlich grüßt.„Na, Papa Endel, wie gehis!" Der alle Maim freut sich, daß man mit ihm spricht. Er ist mit der älteste I n s a s s e. Dreißig Zahre wanderte er. Kreuz und quer durch Deutschland, dann ging es nach Oesterreich und von dort nach Dänemark. Heute weiß er viel zu erzählen, und die Jungen sitzen am Abend um ihn herum und lassen sich berichten. Mehr herumgekommen ist nur ein Insasse, der vor dem Kriege Gewürzhändler war und in fast allen Ländern der Erde einkaufte. Später wurde er�pus der Bahn geworfen und landete schließlich als Tippelbruder hier, bis ihn eines Tages wieder die Wanderlust packt, uni ihn hinaus auf die Landstraße zu treiben. Im Nebe n haus befinden sich die anderen Werkstätten. Schuster, Schneider, Tischler, Korbflechter, Mützenmacher, Buch- bindcr, Klempner und Schlosser. Ueberall sitzen die Genossen der Straße und nähen, schneiden, klopfen, hämmern und sägen mit einem Eifer, der fast erstaunt. Lächelnd meint der Vorsteher, daß gerade diesen Menschen viel Unrecht geschehe, denn sie wären gerade das Gegenteil von Tagedieben oder Nichtstuern. Sic wären flei- ßig, arbeitsam und friedlich und meist sehr freundlich, so daß es fast eine Lust sei, mit ihnen zu schaffen. Und eine Lust ist es auch zu sehen, wie diese Menschen hier leben. Man hört so oft vom häßlichen Ton in Gefängnissen und anderen Anstalten. Mag es nun hier der Fall sein, daß die Fenster weit offen stehen, daß der Blick aus riesengroße Gärten fällt, daß die Sonne in den Raum scheint oder mag es daher kommen, daß eine humane und gerechte Leitung hier waltet— kurz es gibt verhältnismäßig wenig Reibe- reien und sogar alte Kunden schreiben noch Postkarten an die Ver- waltungsbeamten und senden ihnen Grüße von irgendwo aus Europa. Wie gesagt, die Insassen leben wie in einem 5)otel. 8 Stun- den müssen sie arbeiten und in der Mittagszeit haben sie eine längere Spanne Zeit, um im Garten zu sitzen oder Sport zu treiben. Die Schlassäle zwingen sie nicht in Massen zu schlafen. Jeder erhält zwei Hemden pro Woche, zweimal frische Bettwäsche. Das Essen ist reichlich, kräftig und wohlschmeckend. Radio, Spiele, Lektüre stehen den Männern zur Verfügung. Ihre Wäsche und Anzüge bekommen sie außerdem noch im Hause gewaschen, repariert und gebügelt und als Arbeitsentschädigung erholten sie 18 Mark pro Woche. Wenn auch früher diese Heime als vorübergehender Aufenthalt gedacht waren, so haben sich die Zeiten so grundlegend geändert, daß es als Härte empfunden werden mühte, wollte man die Bewohner einfach auf die Straße setzen. Das Haus der Alten. Wir wandern weiter, kommen in den prächtig angelegten Garten. Hier sitzen in der Mittagssonne die alten Männer auf den Bänken. 70- und 80jährige Greise. Ueberhaupt geht hier eines ins andere über. Eine Trennung besteht nicht. Die alten Männer, die mit 65 Jähren ihr Gnadenbrot erhalten, arbeiten noch vielfach mit. um sich ein Taschengeld zu verdienen oder um nicht als Faulenzer auf der Bärenhaut zu liegen. Einige Männer haben auch noch eine Familie in Berlin, die sie von Samstag bis Montag früh besuchen dürfen. Da das Heim offen ist— die Insassen sind alle freiwillig hier— darf sich jeder frei bewegen. Und diese Frei- heit drückt sich auch überall aus. Keine mürrischen Gesichter. Die alten und die jungen Tippelbrüder wissen es, daß sich die Zeiten geändert haben. Es ist keine Lust mehr, ohne Arbeit zu wandern, denn die Gemeinden stellen zunächst ihre arbeitslosen Einwohner ein und dann nehmen sie Ortsfremde. Also warum auch wandern, wenn man im Hotel hier besser, schöner und gesünder wohnen und leben kann, als in einem muffigen Zimmer einer Mietkaserne. Viele sind hier sehr sparsam und sparen bei der Nebenstelle der städtischen Sparkasse im 5zause. Znsassen aus den Zahren 1924 und 1925, die sleihig und nüchtern waren, haben bis zu 500 Mark zurückgelegt, die sie aus Angst in den letzten Tagen abhoben und nun in selbstverfcrtigten Lederbeuteln auf der Brust tragen. Deutschlandflug unterbrochen Neutralisation wegen schlechten Wetters Stuttgart, 15. August. Zn Stuttgart-Böblingen wurde um 1Z.20 Uhr das Deutschlandslugrennen wegen außerordentlich schlechten Wetters in Süddeulschlond, besonders aus der Strecke Duisburg- Böblingen neutralisiert. Als erste Teilnehmer trafen auf dem bei Stuttgart gelegenen Flugplatz Böblingen wieder die bisherigen Spitzenfliegcr P o ß um 12.36 Uhr und D in ort um 12.59 Uhr ein. Beide waren von dem letzten Teil des Fluges so erschöpft, daß sie sich sofort einige Zeit hinlegen mußten. Die nachfolgenden Flieger, für die bis zu ihrer Ankunft in Böblingen die Ncutralisierung natürlich keinen Einfluß hat, werden ebenfalls mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, und es ist zu erwarten, daß besonders von den jungen Fliegern ein größerer Teil nicht ohne weiteres über die Strecke kommt. Die Neutralisation an sich bedeutet, daß der Zwangs- aufenthalt in Stuttgart-Böblingen, der ausschreibungsgemäß eine Stunde betragen würde, soweit verlängert werden kann, bis Luft- Polizei und Meteorologen das Wetter für den Weiterstart für günstig bzw. zulässig halten. Der allgemeine Stand des Rennens ist durch die ausgetretenen Wetterverhältnisse wieder recht offen gc- worden. Der Flieger Croneiß, der bisher recht gut auf seinem in der technischen Prüfung erlittenen schlechten Stand aufholen konnle und vom 12. auf den 7. Platz vorgerückt war, hatte in Duisburg Pech. Er mußte nach dem Start noch einmal umkehren, da fein Motor nicht in Ordnung schien, und verlor dabei bis zum zweiten Start 34 Minuten. DowIm. 140X210... Hand t u Ueberlaken B e t t I« k mit Stlckerei-Elnsatx and Säum-/ 95 cbmn. ca. 150 X 250...... � O b erbettbezug guter Dimiti, xum Knöpfen.«5 75 ca. 130X200......... 0 Klssenbezu g mit Stickerclgarnieruns, Einntz 4 95 — a—« 80X80..•. 1 e n -195 c b Nur obfee Steppdeck« kunstseidener Dmma«, RAcfc- •eice Satin, Ziersticharbelt, �45 Reinleinen, graurot gestreift, OQ q- 45xioo.......... or Pf. Schlafdecke bl,u-«r»u. mit Bordüre 4 45 140X190........... 1 D jyandecke Wlrbel-Plü«*. dtmrm fmrbtm, 4 775 150 X 300.........." 41». Farben. 150 X 200 D a u n e n d ecke kunttielden. Damast, ROckiette-JOJO la DauoensaÜB, 150X 200... Inlett-Reste 80« hrek. Haear 39«. 27 9t 130«brak. Maear 60 91. 4S 9t Artikel Im Saison-Ausverkauf Bettfedern Metall- Garderobens ob ränke Grawe Federn•-.. 65 PC. 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Der Kampf um das Denkmal befindet sich gegenwärtig im Stadium des Stellungskrieges. Auf der«inen Seite die Spandaucr Bezirksvcrordncten, auf der änderet» Seite der cherr Prooinzial- konfervator der Stadigemcinde Berlin und inmitten kämpf- umtost das S p a n d a u e r Bezirksamt. Der belustigende Fall, der allerdings auch einen«rnsten politischen Hintergrund hat, hat folgende Geschichte: In der Kiste. Im Jahre 1926 baute sich Spandau eine neue Charlotten- brücke. Dabei war das Denkmal im Wege, es wurde deshalb abgebrochen und zuerst in einer Ecke des Rathaushofes, später auf einem städtischen Lagerplatz in Kisten verpackt aufbewahrt. Kein Mensch kümmerte sich mehr am das Ding, zumal auch die Span- dauer deutschnationale Bezirksverordnete, das Fräulein Tietze, dieses Denkmal nur als s ch l c ch t e D u tz e n d w a r e bezeichnet hatte. So beschloß im Oktober 1929 die Bezirksverordnetenversammlung von Spandau, das Denkmal zu verschrotten und den Erlös für Wohl- fahrtszwecke zur Verfügung zu stellen. Ein durchaus vernünftiger Beschluß. Run ist aber in Spandau auch noch das Bezirksamt da. Dem war anscheinend bei dem Beschluß der Spandauer Stadtväter nicht ganz wohl: das Bezirksamt wandte sich vielmehr an den Magistrat. Und der Magistrat schrieb dem Spcmdauer Bezirksamt zurück, er wolle sich da nicht einmischen, ivas die Spandauer mit dem alten Denkmal machten, sei ihre eigene Sache. Man möge ober ein Auge zudrücken und die vier am Sockel des Denkmals befindlichen Reliefs dem Heimatmuseum in Spandau überweisen. Außerdem lmbe er, der Magistrat, dem Herrn Oberpräsidcnten über den Fall Bericht erstattet. Das Llrteil des Salomo. Das l)ätte der Magistrat nicht machen sollen, denn der Harr Oberpräsidcnt bemühte jetzt den Herrn Provinzial- konfervator der Stadtgemcinde Berlin. Das ist ein würdiger Professor, vor Zeiten Direktor des Märkischen Museums in Berlin. Dieser Herr Provinzialkonservator tonilte sich nun auch nicht dazu entschließen, das Denkmal etwa als ein Kunstwerk anzuerkemcen, aber die Reliefs, die besäßen einen geschichtlichen und künstlerischen Wert. Und diese wieder dürfe man nicht gesondert in das Heimat- museum stopfen. Bon diesem salomonischen Gutachten machte der Herr Oberpräsident im April 1931 dem Magistrat Mitteilung und fügte hinzu, daß er nichts dagegen hätte, wenn man das Denkmal im Schützenhof aufstellen und der Spandauer Schützengilde zur pfleglichen Behandlung überlassen würde. Also von dem Bc- schluß der Spandauer Bezirksverordnete», das Denkmal zu vcr- schrottcn, war nirgends mehr die Rede, denn der Herr Prooinzial- konfervator hatte Anstoß genommen. Dazwischen saßen die Herren vom Spandauer Bezirksamt, die nicht nach rechts und nicht nach links schauten, sondern immer nur geradeaus auf dos grüne Gras des städtischen Lagerplatzes, ob es denn nicht bald so lang gewachsen wäre, um endlich die Altcisenkistcn zu verdecken. Die Schühengilde rückt an. Dann kamen die Tage des Volksentscheids. Da erfuhren die Spandauer, daß ihr früherer Oberbürgenneister, der Herr Gcheim- rat K o e l tz c, beantragt habe, das Denknial im Spandaucr Schlltzenhaus aufzustellen. Aber nicht etwa auf Kosten des Herrn Koeltze oder auf Kosten der Schützengilde, sondern auf Kosten des Bezirksamts. Dazu kam, daß die Stadt Spandau ihren Lager- platz nicht mehr benötigte und ihn an eine Privatfirma vcr- pachtet hatte. Der neue Pächter verlangte natürlich Fortschaffung des Denkmals, was sollte er auch mit den Kisten anfangen. Je weniger Gras über das Denkmal wuchs, desto mehr wuchsen den Herren vom Spandauer Bezirksamt die grauen Haare. Wie mag das nur noch enden, dachten die Herren wohl, nahinen einen Bleistift und berechneten, daß der Abtransport nicht weniger als 3000 Mark kosten würde. Jetzt schlug nian sich im Spandauer Bezirksamt an die Brust und verlautbarte amtlich,„es war sofort allen beteiligten Verwaltungsstellen ohne weiteres klar, daß in dieser Zeit eine solche Summe für einen solchen Zweck nicht oerausgabt werden könne". Wenn die Schützengilde aber das Denknial gern haben will, dann möge sie von Ruhleben bis Hakenfelde eine Kollekte veranstalten, um die mehreren tausend Mark auszubringen. Oer Tanz der Paragraphen. Run war noch die Rechtslage da. Herr Koeltze, der Mitstifter und Vorsitzende des Denkmalsausschusses, stöberte das Bürgerliche Gesetzbuch durch und fand den Z 525. Der gibt ihm angeblich recht. Und der Herr Oberpräsident fand den§ 56 Ziffer 2 der Städte- ordnung in Verbindung mit dem§ 16 Absatz 1 des Zuständigkeits- gesetzes. Hiernach ist zu einer Veräußerung oder wesentlichen Per- änderung von Sachen, welche einen besonderen wissenschaftlichen, historischen oder Kunstwert haben, die Genehmigung der staatlichen Aufsichtsbehörde erforderlich. Da taucht der Herr Provinzialkonservator wieder auf, und der hat gesagt, es wird nichts verschrottet. Denn da wäre die Sache mit den Reliefs. Jetzt will sich das Bezirksamt noch einmal an die Bezirksver- saminlung wenden. Aber aller Voraussicht nach wird die Bezirks- Versammlung mit Recht auf ihrem Schein bestehen bleiben. Bis dahin muß der Kaiser Friedrich in seiner Kiste bleiben. Oder die Spandauer Schildbürger leiten inzwischen ein Volksbegehren ein. Der Nazi-Gturm 33. „Nun haben wir euch, ihr verfluchten Hunde!" 3m Prozeß gegen den nationalsozialistischen Bandentruppvam SturmZZ.dcrzur Zeit vor dem Schwurgericht in Berlin- Moabit verhandelt wird, ist mit der Vernehmung der Überfallenen Brüder Riemen- s ch n e i d e r. von denen der eine durch die national- sozialistischen Rowdys zum lebenslänglichen Krüppel gestochen wurde, bereits eine gewisse Klärung erreicht. Es ergibt sich, daß der Ueberfall nicht mcr planmäßig in- s z c n i e r t, sondern auch mit beispielloser Rohheit und Feigheit durchgeführt wurde. Di« Nazis bekamen von ihrem berüchtigten Sturmführer Hahn den Auftrag,„sich zu rächen" und legten sich dieserhalb auf die Lauer, um Gegner„abzufangen". Die „Warum hast du gerade jetzt spekuliert?" „Ja", James dehnt unnatürlich das kurze Wort.„Kurs und Angebot waren günstig, außerordentlich günstig." „Aber man steigt nicht mit dem ganzen Geld in ein Ge- schäst ein, wenn man kein Spekulant ist", schneidet Manfred unliebenswürdig in die Rede.„Es können doch bei deinem Getreide Rückschläge kommen. Im Getreidehandel sind Rück- schlage augenblicklich an der Tagesordnung." James tritt ganz dicht an den Schwager heran, den er noch überragt.„Alles oder nichts, sagt Ibsen. Will ich etwas erreichen, muß ich auch viel wagen." Manfred streckt sich auf der Chaiselongue, während James seine Promenaden wieder aufgenommen hat und an der Zi« garre nuckelt. Eine Weile herrscht Schweigen. „Was fehlt Fränze? Ist sie krank? Heute abend, als du dort warft, sah sie erbärmlich aus." Manfred liebt feine Schwester.„Ihr habt mir nie etwas von einer Krankheit oder einem Leiden geschrieben." James bleibt stehen. Er beißt sich aus die Lippen. „Vor sieben Jahren hat Fränze eine schwere Unterleibs- operation durchmachen müssen, kurz nachdem wir uns in Berlin getroffen hatten. Tubalgcaoidüät! Seitdem braucht sie Schonung." Manfred verschränkt die Hände unter dem Kopf und starrt an die Decke. Lange, sehr lange. „Und jetzt soll Harry dein Nachfolger werden?" „Ja." James spricht plötzlich heiser.„Wer denn sonst? Er ist übrigens sehr tüchtig, fast genial in manchen Geschäften. Aber der Junge trinkt zu viel, treibt sich zu viel herum, ist durch und durch krank." „Ich werde schlafen gehen, der Tannhäuser hat mich an- gestrengt." Die Schwager schütteln sich die Hand. An Manfred ist allerdings keine Ermüdung zu merken. James betritt leise auf Zehenspitzen das Schlafzimmer, Brüder Ricinenfchneider, die mit den ganzen Vorfällen nichts zu. wn hatten, sahen sich beim Nachhausegehen von einer Geburtstags- feier plötzlich einem Trupp Nazis.gegenüber, her. sie, wie. der Zeuge Robert Riemenschneider erzählt, unter den Rufen„Nim haben wir euch ja endlich, ihr verfluchten Hunde!" überfiel. Nicht nur, daß die Meute, die von Hahn immer wieder zu Gewalttätigkeiten aus- gestachelt wurde, die Brüder schwer mißhandelte und niederjchlug, sie griff auch zum Messer. Wie der Zeuge angibt, stürzten sich die Angeklagten Becker, Fried« und Ncubcrt auf ihn, wobei Neubert «in M«sser zog und wild auf ihn einstach. Später, als Hahn das Kommando„SA. drauf!" gegeben hatte, erhielt der Ueberfallcne noch mehrere Messerstiche, von denen einer mit voller Wucht ins Rückenmark traf. Der Schwergetroffene schwebte wochenlang in Lebensgefahr und ist jetzt hochprozentig erwerbs« unfähig. Er bewegt sich mühsam an Krücken. Sehr bezeichnend sind die Bekundungen der früheren Freun- dinnen der Angeklagten. Wie sie feststellen, haben die Angeklagten ihnen ohne eine Spur von Reue erzählt, daß sie in der Syjvester- nacht„einen fertiggemacht" hätten. aber Fränze ist noch wach. Die Schmerzen haben nachgelassen, gleich als sie sich hinlegte. Es ging diesmal ohne Morphium. Auf dem Bettrand sitzt James und streichelt Fränzes braunes, krauses Haar. „Ich habe keine Luft, mein ganzes Leben lang so ein sagen wir gutsituierter, eventuell wohlhabender, vielleicht so- gar reicher Kaufmann zu bleiben und ständig um die Getreide- preise zu zittern. Schön, in den Augen der alteingesessenen Kaufmannschaft gilt das etwas, und es ist jck auch ganz an- genehm, aber man sitzt im Grunde tot da!" James ist jetzt im Fluß. Er rechnet gar nicht damit, ob Fränze zuhört. Er hält einen Monolog und will letzte Ord- nung in feine Gedanken bringen. Er will es laut und deut- lich von sich selbst hören, warum er Aktien kauft. Er will wissen, warum er in Effekten spekuliert. „Man muß spekulieren, hörst du!" Er überwindet die Scheu, diesen Ausdruck auf sich selbst anzuwenden. „Wenn ich es tue, spekuliere ich nicht aus unstillbarem Drang, mich in gefährliche Geschäfte einzulassen, oder aus Leidenschaft oder aus solchen Beweggründen. Diese Existenzen, die sich auf der Berg- und Talbahn der Kursschwankungen wohl fühlen, sind mir tief unsympathisch. Mich macht schon das Schwanken des Getreidepreises nervös. Ordnung und Stabilität müssen herrschen." Fränze nickt. Sie ist etwas verwirrt und ein bißchen stolz auf.-das entgegengebrachte Vertrauen. James pflegt seine geschäftlichen Transaktionen sonst mit anderen zu be- sprechen.; „Aber als Mittel zum Zweck, soznsogci? als einmalige Multiplikation des Vermögens, ist die Spekulation das Ge- gebene. Anders geht es nicht! Wenn es anders ginge, würde ich nicht spekulieren. Doch", er macht eine Pause,„um von nun an in Spekulationsfieber zu rasen, dazu bin ich nicht der Mann. Das kann ich wirklich mit bestem Gewissen behaupten. Im Gegenteil. Es ist mir schon mieß vor diesem Geschäft. Aber was ist zu machen. Ich muß in den sauren Apfel beißen. Der Marx würde schön grinsen: saurer Apfel, bei der Kon- junktur! Uebrigcns müssen wir Marx mit seiner Tochter noch zu morgen abend einladen." „Ich habe nichts dagegen, aber sage mal, James, kommen wir nicht gut mit unserem Gelde aus?" Fränze weiß wenig von geschäftlichen Manipulationen. Die Grumachers sind eine Gelehrtenfamilie, die einen alten Namen trägt, aber bis zur Die Frau als Mann. 46 jährige Frau lebte in der Nolle ihres Mannes. Mainz, IS. August, k Die Polizei deckte einen Fall auf. in dem eine A r a u seit dcnt Zahrc 1919. olsMannverkleidek. schwerste Arbeit verrichtete. Diese jetzt A6 Jahre alte Frau kam 1919 aus Baden nach Mainz. Da sie als Frau keine Arbeit fand, entschloß sie sich, sich al» Mann auszugeben. Dabei benutzte sie die Papiere ihres von ihr ge-! trennt lebenden Mannes. Sie fand zunächst Anstellung im Automobilpark eines franzö- fischen Truppenteils und danach auf einem Bauplatz. Später wurde sie Wachtmeister bei der Wach- und S ch l i e ß g e s e l l- schuft und ist jetzt seit sieben Jahren Nachtwächter aus verant- wortungsvollcm Posten bei den Erdalwcrken. Von allen Dienst- stellen wurde sie wegen ihrer Tüchtigkeit gelobt und als gewissen- hafter Arbeiter bezeichnet. Auch im Krankenhause, in das sie vor einiger Zeit eingeliefert wurde, merkte man nicht, daß es sich um eine Frau handelte. Die Sache wurde erst dadurch bekannt, daß die Behörde plötzlich auf zwei gleichlautende Invaliden- karten, ausgestellt auf den Namen ihres Mannes stieß, als dieser Rentenansprüche erhob. Die Erdalwerke haben sich bereit erklärt, die Frau sofort wieder in ihren Betrieb auszunehmen, wenn sie die Männerklcidung. die sie jetzt noch trägt, ablegt. Weiter wird be- kannt, daß die Frau seit Iahren mit ihrer Freundin zusammenlebt. Beide hätten sich als Ehepaar ausgegeben. Für zwei Kinder, die die Freundin gebar, trat sie als Vater auf, um die Freundin vor Weiterungen zu schützen._ Brandstiftung aus Rache. Ein entlassener Inspektor überführt und verhastet. 3m kreise pyrih wurden mehrmals hintereinander auf Guts- besitzungen Brände festgestellt, die ohne Zweifel«ms vorsätzliche Brand st iftungen zurückzuführen ivaren. Es brannten Scheunen mit Getreide- und Iutlcrvorräten nieder. Stallungen und andere Wirtschaftsgebäude. Bei den Ermittelungen stellte sich heraus, daß nur ein auf dem Gute tätiger Inspektor Fritz Kühnt, der aus Pendum im Kreise Randow stammt, für die Brandstiftungen als Täter in Betracht kommen konnte. Dem Inspektor war sein Posten gekündigt worden, und aus Roche dafür legte er die Brände an. Bei der Nachprüfung seines Vorlebens hat sich nun ergeben, daß an ollen Orten, an denen Kuhnt seit 1925 in Stellung war, vor und nach seinem Aufenthalt niemals nennenswerte Feuersbrünste vorgekommen sind, daß aber während seines Verwcilens immer wieder Scheunen, Stallungen nnd Lagerräume ausbrannten. Bereits mit 13 Jahren stand K. stark im Verdacht, in seinem Heimatort P e n k u m aus Rache ein Gebäude angezündet zu haben. Vom Februar 1927 bis zum Oktober 1928 war K. auf einer Wirtschaft bei Brüssow in der Uckermark angestellt. Hier kamen während seines Aufenthaltes wiederholt größ« Brände aus. In diesem Falle spielte auch die Eifersucht eine Rolle. K. hatte sich um ein Mädchen bemüht, das aber seine Zuneigung einem anderen schenkte. Der Verschmähte nahm Rache und legte Feuer. Am ärgsten hat er es jedoch in seiner legten Stellung in Blanken- s c e im Kreise Pyritz getrieben. Dein Oberinspektor, den er nicht leiden konnte, beschmierte er wie ein nichtsnutziger Junge des Nachts die. Fensterscheiben mit allerlei Unrat und zerschnitt in seiner Räch- sucht im Pferdestall 11 nagelneue Geschirre, um dem Verhaßten Aergernis zu bereiten. Er hat sich auch nicht gescheut, auf einen mißliebigen Vorgesetzten durch ein offenes Fenster zu schießen. Auf einer seiner Arbeitsstellen brannte eines Nachts ein großer neu- gebauter Getreidespeicher bis auf den Grund nieder. Später stellte sich heraus, daß K. große Mengen Getreide hintenherum verkauft und das Geld eingesteckt hatte. Da er befürchten mußt«, daß diese Schiebungen ans Licht kommen würden, legte er Feuer an den Speicher. Wegen Betruges ist er einmal zu 5 Monaten Ge- sängnis verurteilt worden, hat aber damals Vewährungsfrift er- halten. Der Schaden, den dieser Brandstifter angerichtet hat, wird auf etwa IVt Millionen geschätzt. K. ist verhaftet und als Untersuchungsgefangener nach Stargord gebracht worden. Er bestreitet alles und"sucht andere als Täter hinzustellen. Soweit sich überblicken läßt, hat Kuhnt aus Rachsticht und krankhafter Neigung die Brände gelegt. I Ehe Franzens nnd dein Sicgeszug Manfreds nicht auf Rosen gebettet war. Begriffe wie Spekulation und Konjunktur sind für Fränze noch immer Worte ohne Inhalt. Sie empfindet rein instinftiv Furcht vor ihnen, die Ahnung kommenden Unheils. „Das steht auf einem anderen Blatt!" James ärgert sich über Franzens naive Frage und über sich selbst. Es lohnt sich nicht, Fränze von Geschäften zu erzählen. Sic wird nie vcr- stehen, was er will. Sie begreift nicht. Vilma ist anders. Fränze sieht die Falten über der Nasenwurzel. Sie schmiegt sich an ihn. „Du hast recht. Kauf' doch die Aktien!" Damit wischt sie jede Verärgerung fort. James hält Fränzes schmales, kleines Gesicht in seiner großen Hand. „Gute Nacht!" sagt er. Fränze rutscht artig unter die Decke. » Harry liegt auf dem Fahrdamm. Kein Glied kann er rühren. Jetzt kommt die Straßenbahn. Immer näher und näher. Er sieht deutlich die scharfen Räder, die sich in seine Brust mahlen wollen. Er fühlt einen furchtbaren Druck über dem Herzen. Er will schreien, aufbrüllen, aber eine zähe Masse sitzt ihm im Hals und erstickt jeden Laut. Gurgelnd fährt er hoch. In das Zimmer fallen ein paar verlorene Sonnenstrahlen. Sie umtanzen die auf dem Fußboden verstreuten, nachts acht- los hingeworfenen Kleidungsstücke und sammeln sich in dem dunklen Glas einer halb gefüllten Kvgnokflasche. Harry schiebt sich mit großer Anstrengung aus dem Bett. Schweiß steht ihm auf der Stirn. Tränen steigen in die Augen, und die Backen blähen fick) zum Zerplatzen. Endlich hat er die Waschschüssel erreicht. Auch der kürzeste Weg kann sich ohne absehbares Ende erstrecken. Harry erbricht sich, windet sich hin und her. Brust und Unterleib zerreißen widerliche Stiche. „Mein Gott, hilf mir!" stöhnt er in den Pausen hervor. Nach einer Viertelstunde schleicht eine gebeugte Gestalt zum Nachttisch. Jeden Schritt muß eine starke Willenskraft dem völlig erschöpften Körper abringen. Die zitternden Finger brauchen Minuten, um den Korken aus der Kognakflasche zu entfernen. Beide Hände verkrampfen sich um das Glas und führen es tastend zum Mund.(Kartsetzling folgt.) Nr. 3Ä1• 45. Lahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag. 46. August 4934 Das Rätsel des Arbeitermangels in Gowjetrußland. Oer Schwindel vsn der fehlenden Arbeitslosigkeii.— Behauptungen und Wirklichkeit. .Wahrend in allen anderen Ländern die Armee der Arbeits- losen immer mehr anschwillt, gibt et in der Sowjetunion kein« Arbeitslosen. Ja, Sowjetrußland leidet sogar an einem oußerordent- lichen Arbeitermongel. An die Stelle der Arbeitslosigkeit ibesrsi>otitra) ist die Arbeiterlosigkeit(bksrsbotsctvitrsl getreten." Diese und ähnliche Behauptungen der Kommunistischen Partei dienen dazu. Sowjetrußland als wirtsdiaftlich überlegene? Land zu kennzeichnen und bei den Arbeitslosen die Sehnsucht noch russischen Verhältnissen zu weiten. Die furchtbaren Arbeits- und Lebensverhältnisse hoben wir noch russischen Dokumenten und nach den Erlebnissen deutscher Arbeiter in Rußland hier immer wieder ge- schildert. Obwohl es sehr schwer ist, in deutschen Verhältnissen auf- gewachsenen deutschen Arbeitern die himmelweit verschiedenen Wirt- schaft». und Gesellschastsoerhältnisse in Rußland begreiflich zu machen_ Rußlands Bevölkerung ist noch heute zu Dreiviertel bäuerlich, in Deutschland sind Dreiviertel rein industriell—, sollten heute hier die Hintergründe des Rätsel? de» sogenannten Arbeiter- mangels in Sowjetrußland aufgezeigt werden. Die fehlende Arbeilslofigkell und der Arbeitermangel in Sowjet. ruhland sind nämlich darin begründet, daß aus den Sollektiv- wirtschaften der russischen Landwirtschaft viel« Millionen Menschen heute nicht mehr zur Arbeit gehe«, die sonst al» Arbeltslose auftreten würden. Der Fünfjahresplan hatte damit gerechnet, daß 19ZLM in den Städten noch immer Sil 000 Erwerbslose Arbeit suchen würden. Viele hielten diese Ziffer für reichlich optimistisch. In der Tat sah es noch 1 029 keineswegs so aus, als ob die Arbeitslosigkeit so rasch verschwinden würde. In allen russischen Städten standen vor den Arbeitsbörsen die langen Schlangen der Arbeitsuchenden, im Sommer 1929 warnte die Regierung dringend vor jedem weiteren Zuzug in die Stadt— denn es gab keine Arbeit. Zehntausend« Saisonarbeiter lagerten wochenlang um die Arbeits- börse in Moskau und mußten durch Anwendung von sehr scharfen Mitteln zur Rückkehr ins Dorf, aus dem sie gekommen waren, ge» zwungen werden. Man brauchte sie nicht. Heute überfluten die Werber die Dörfer, um dies« Menschen, die man vor zwei Jahren abgeschoben hatte, wieder in die Stadt zu bringen. Vor zwei Jahren waren mehr als eine Million Menschen an den Arbeitsbörsen als erwerbslos registriert— heut« in der Tot kein einziger mehr; sie sind auf dem Lande. Für unkritische Leute liegt die Erklärung für diesen Ilmschwung auf der Hand: Die ungeheure Erweiterung des industriellen Produktionsopparats durch den Fünfjahrplan hat eben die industrielle Rcservearme zum Verschwinden gebracht. Das klingt sehr einleuchtend. In Wirklichkeit wird dies« Erklärung den wirklichen Vorgingen aber in gor keiner Weis« gerecht. Hierzu genügt eine ein- fache Ueberlegung: Nach dem ursprünglichen Fünfjahrplan sollt« die Bruttoproduktion der planwirtschastlich geleiteten Industrie b«. tragen: 1gZg/Z9 13,2, 1929/80 16, 1932/33 83,4 Milliarden Rubel Selbst bei einer Produktion von 33,4 Milliarden Rubel, also 1932/33, sah der Plan noch mehr al» ein« halbe Million Arbeitslos« vor. Es sei einmal angenommen, et könnt« wirklich gelingen, den Plan in vier Jahren zu erfüllen. Dann müßt« Ende 1932 die Reservearmee auf eine halbe Million reduziert sein. Nun ist aber bereits jetzt, da kein« R«de s«in kann von«iner Erfüllung des Plans für 1932, die industriell« Reservearmee vollständig erschöpft. Dar- aus folgt zwingend, daß sie nicht von dem erweitert«« industriellen Produktionsapparot aufgesogen worden sein kann. Eine nicht unbedeutende Zahl Arbeitsloser hat zweisello» beim Ausbau der Industrie Beschäftigung gefunden, die Hauptmaste aber ist in da, Dorf abgewandert. Di« Arbeitslosenfrage ist„gelöst" worden, wie sie nur in Rußland gelöst werden konnte, in«wem Land, dessen Arbeiter zu einem ganz großen Teil noch gar kein« Jndvstrteproletarier sind, sondern Halb- dauern. Stalin wies in feiner bekannten Rede jüngst darauf hin, daß bis vor kurzem dos Dorf da» nah«zu Unerschöpfliche Menschenreservoir für die Industrie an Arbeitern war. Aus den Millionen Bauernhöfen kamen Jahr für Jahr 5? u n d e r t t a u f e n d e in die Stadt, fei es um dort dauernd zu bleiben, fei es um vorübergehend zu arbeiten. Dieser Zustrom brach anfangs 1930 mit einem Schlag« ab. Er brach ab. als die Bolfchewiki mit der Kollektioisierung der Landwirtschaft begannen. Ja, im Frühling und Sommer 1930 setzte sogar«in Rückstrom aus der Industrie aufs Land ein, der auch heute noch nicht ganz aufgehört hat. Die verelenden Zwergbauern, ruinierten Dorfhandwerkcr. Landarbeiter waren auch in der Fabrik, in der sie jetzt arbeiteten, ihrem Denken und Fühlen nach mit dem heimatlichen Dorf unendlich mehr verbunden als mit der Stadt. Was im Dorf vorging, das ging sie in der Stadt ebenso an wie ihr« Eltern, Brüder. Verwandten, die draußen auf dem Land weiterlebten. F o st die Hälfte der modernsten russischen Arbeiter- kategorie, de r Metallarbeiter, besitzt noch«in Stück Land sDer Schreiber dieser Zeilen hörte 1928 in Moskau in einer Eisenbohnerverfammlunz«in« stundenlang« Debatte über den Unterschied zwistben Bauern und Arbeitern. Di« Mehrheit ent- schied, daß es einen solchen Unterschied nicht gibt.) Al? die Kcllctlivisicrung in der Landwirtschaft begann, die zweite Ag'orrcvclutioN. waren die halbbouern in der Industrie nicht mehr zu halten. Sic waren ebensowenig zuhalten wie 1917 die Bauern in der Armee. Die slammevdsten Reden Kerenstis vermochten damals nickt, sie zum Bleiben zu veranlassen. Si« mußten bei der damaligen Aufteilung des Großgrundbesitze» dabei sein. 1930 mußten die Halbbouern bei der Neugestaltung ihre» Dorfe» genau so dabei sein. Es ging um ihr Stückchen Boden, die Kuh. da» Haus— sie flüchteten aus den Fabriten, heimwärts, in» Dorf. Hier liegt der ein« Grund für da» Verschwinden der Ar- beitslosen und den Arbeiterwangel. Der andere Grund ist in der inneren Struktur d« r K o l l e k t i o e n zu finden Dos russisch« Dorf ist heute übervölkerter denn je. Gewiß, die Anbaufläche ist erweitert, es sind auch neue Kulturen«ingeführt worden. Gleichzeitig hat sich jedoch die Arbeits- Produktivität gehoben. Man braucht eigentlich weniger Menschen. Mag auch die Zahl der landwirtschaftlichen Maschinen noch nicht allzu groß sein, mag auch die Rationalisierung im Gefolge der Zu- samwenlegung der Zwergäcker und was damit olles verbünde» ist, sich nach nicht überall geltend machen, so wird dennoch heute bereits ein« größer« Arbeitsleistung mit einer kleineren Zahl von Menschen erzielt. Mit anderen Worten: die Zahl der überflüssigen Hände ist jetzt größer als je. Man könnte demnach erwarten, daß die Abwan- derung in die Stadt wächst. Sie wächst ober nicht, sie hat aufgehört. Sicherlich spielen dabei die schlechten Ernährungs- und Wohnverhältnisse in den Jndustrieorten eine wichtige Rolle. Entscheidend ist ober nicht das Mehr oder Weniger an Brot, ent- scheidend ist die Wirtschaftsform der Kolchose(Kollektivwirtschaften). „Die Kolchose halten ihre Mitglieder, die iu die Stadt gehen wollen, dort zu arbeiten, zurück oder lasse« sie nur unter solchen Bedingungen ziehen, daß die Leute daraus verzichten." („Isweflija". 11. Iuli 1931.) Di« russisch« Presse ist voll von Meldungen über die „Sabotage" der Kolchose bei der Arbeiterbeschaffung für die Industrie. Die Kolchose zwingen den Mann, der«ine Zeitlang in der Stadt arbeitet, soviel von dem, was er dort verdient hat, a b- zugeben, daß jeder Anreiz zur Abwanderung in die Industrie wegfällt. Oder aber sie verbieten die Abwanderung überhaupt. Erst dieser Tage erließ das„Kolchoszentr"(Zentral- Verwaltung der Kollektivwirtschaften) an alle Kolchose einen B e- fehl, der ihnen kategorisch oerbietet,„Otchodniki"(Leute, die zeit- «eitlig auswärts arbeiten) zurückzuhalten. Die Kolchose verwehren ihren Mitgliedern die Abwanderung au» mehreren Gründe iL Die zurückbleibenden Kolchoemit- glieder müssen dt« Arbeit leisten, die der„Otchodnik" geleistet hätte, haben aber zu fürchten, das dieser, wieder daheim, als Mit- glied seinen Anteil am Ertrag fordert. In den Zeiten besonders angespannter Arbeit fehlt der Otchodnik. Bor allem aber:„einer soll soviel haben wie der ander e". Andererseits zögern die Otchodniki mit dem Weggehen, weil sie nicht wissen, ob man sie nicht während ihrer Abwesenheit benachteiligt. Man hat jetzt be- fohlen, daß den zurückbleibenden Familienmitgliedern der Otchodniki das gleiche zu geben ist wie den oollarbeitenden Kolchos- Mitgliedern, selbst wenn ihre Arbeit nicht vollwertig ist. Der Otchodniki könnte nun in die Stadt gehen, ohne fürchten zu müssen, daß sein« Leute im Kolchos hungern, aber der Widerstand der zurückbleibenden und v o l l arbeitenden Bauern gegen die Ab- Wanderung einzelner wird damit nur noch größer. Die Bolchewiki führen augenblicklich den schärfsten Kampf gegen die„gleichmacherischen" Tendenzen der Kolchosbauern, die nicht dulden wollen, daß einer mehr verdient als der andere. Schon das Angeführte genügt, um zu zeigen, daß der setzige Arbeitermangel aus das allerengste mit der Um- wälzung im russische» Dorf verbünden ist. mik dem Wachstum der Industrie aber nur wenig zu tun hat. Dl« Lehren hieraus: Zeder vergleich Deutschland» mit Ruhland in der Frage der Arbeitslosigkeit ist sinnlos. Zn Deutsch- land kann nicht die Armee der Arbeitslosen in» Dorf getrieben werden wie in Rußland. Z» Deutschland kann nicht der Staat die Erwerbslosenunterstützung dadurch ersparen, daß er die Bauer« zwingt, die Erwerbslosen zu ernähren. Die Arbeitslosen in Deutsch- land müssen in der Stadt leben, in Rußlaad verschwinden die 10 Millionen Menschen, für die e» keine Arbeit gibt— so hoch wird offiziell die Zahl der überflüssigen Menschen im Dors geschätzt— in dem ungeheuren Bauernmeer. Wenn erst die russischen Kollektiv- wirtschaften zu einer rationellen Wirtschaftsführung. übergehen— und das«erden sie sehr bald tun müssen—. dann wird auch dick setzt unsichtbare Armee der Erwerbslosen in Rußland wieder sehr sichtbar in Erscheinung treten. Ick. Kapitaserhöhung beim RWE. Bedeutsame Kämpfe um eine Eohungsonderuug. Die Generalversirmmlung des Rh e i ni s ch- W e st fäl if che n Elektrizitätswerkes beschloß die Echöhung des Namens- a k t! e n- Kapitals um 3 Mill. auf 10,4 Mill. Mark, wodurch sich das Gesamtkapital auf 246 Mill. Mark erhöht. Die 150000 neuen Aktien(und Stimmen) stehen den Kommunalverbänden zur V«r- ftigungi 25 Proz. des Kapitals sind fofort einzuzahlen. Zur U e b e r- tragung dieser Aktien ist die Zustimmung der Gesellschaft er- forderlich. Mit dieser Maßnahme will man bewußt, wie Generaldirektor Dr. Vögler aussührte, die kommunale Mehrheit der Gesellschaft sichern, auch für den Fall, daß einzelne Kam- muiten ihren Aktienbesitz veräußern mußten. lieber eine von der Verwaltung vorgeschlagen« Statuten� änderung kam es zu Differenzen. Di» Aenperung sieht vor. daß in Zukunft für alle Fäll«, in denen nicht dos Handelsgesetzbuch oder die Statuten au»drück- l i ch«ine Dreiviertelmehrheit vorschreiben, die einfache Mehr- heit der Stimmen für einen Generalversammlungsbeschluß genügen soll. Dies« Statutenänderung wurde gegen die Stimmen der Stadt Düsseldorf und der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. (Preag) angenommen. Es muß auffallen, daß die Verwaltung, in der die Schwer- industrie die Führung hat. diese Acnderung hat beschließen lassen im gleichen Augenblick, in dem die kommunale Mehr- heit durch vermehrte Ausgabe von Namensokticn gestärkt wurde. Denn durch diesen Beschluß ist die Macht einer Minderheit, die nach Lage der Ding« immer nur eine kommunale sein könnt« und die— wenn sie nur wenigsten» 26 Proz. der Stimmen umfaßte— entscheidende Beschlüsse oerhindern konnte, beseitigt worden. Die Verwaltung gab keine Erklärung, warum diese Aenderung de» Stimmrechts not- wendig sei. E« ist aber zu bedenken, daß die zur Zeit durch die Namensaktien(d. h. durch Mehrstimmrechtsaktien) gesicherte kommunale Stimmenmehrheit durch ein« Aktienrechts- r« f o r m, die die Mehrstimmrechtsaktien beseitigt, mit einem Schlage in ein« Minderheit oerwandelt wäre. Wenn dann noch entscheidende Beschlüsse(z. B. Kapitalerhöhungen) mit einfacher Mehrheit gefaßt werden können, dann ist der kommunale Einfluß überhaupt beseitigt. E« scheint so, als ob die Schwer- industrie sich durch diese Statutenänderung freie Hand fchaffen wollt« für Zeiten, in denen sie auf die heute so betonte gute Zu- sommenarbeit mit den Kommunen keinen oder wenig Wert zu legen braucht. Diese Entwicklungsmöglichkeiten scheinen vom RWE. zum mindesten vorbedacht zu sein. Wir haben leider ollen Anlaß, noch mißtrauischer zu werdcn als bisher. Maschinenbau und Krediikrise. Beschäftigung noch etwas schlechter geworden. Nach Mitteilung de» Verein« Deutscher Maschinen- b a u- A n st a l t e n hat die Krise im Geld- und Kreditwesen sich auf da» Maschinengcschäft stark ausgewirkt. Die Jnlondsoufträze waren im Juli immer noch so niedrig wie in den Vormonaten. Die Auslandsaufträge hielten sich aus der Höh« des Vormonats: allerdings war im Juni ein« Zunahme gegenüber Mai fest. zustellen gewesen. Die Zahl der A n s r a g e n hat stark ob- genommen. Die Beschäftigung ist noch«in wenig weiter gesunken, von 43 auf 42,8 Proz. der Leistungsfähigkeit. Di« Mafchinenbau-Anstolten erwarten von der vom Reichs- kanzl-r angekündigten Bantenreform ein« stärker«»«rück- sichtigung de» Kredttbedürfniffes der mittleren und kleinen Unternehmen. Im Maschinenbau entfallen auf diefe Betnebs- größen 95 Proz. aller Unternehmungen. Die übermäßige Kon- zentration im Bankwesen nach dem Kriege habe zu einer Bevorzugung des Reolkredits und zu einer(ungerechtfertigten) B e r- nachlässigung des Personalkredits geführt, wodurch eine hinreichende Kreditversorgimg der Klein- und Mittelbetriebe verhtudert wurde. Wirffchastsknse und Staatshaushalt. Die Defizite in den europäischen Staaten Die verminderte Geschäftetätigkeit, die Schrumpfung der Ein- nahmen, die Verkleinerung der Warenausfuhr find allgemein« Aus- Wirkungen der Krise, die sich in fast allen Ländern Europas wiederfinden. Die F o l g«n— verringert« Steuern und Zoll- einnahmen des Staate»— sind daher ebenfalls international« Er- scheinungen. International sind auch die plötzlichen Auswirkungen dieser Entwicklung: die gesteigerte Unzufriedenheit mit der jeweiligen Regierung und das Anwachsen radikaler Parteien. Die folgende Uebersicht entnehmen wir den amtlichen„Tom- merc« Report»", di« als Wochenschrist de» amerikanischen Hondelsamt» erscheinen(Heft vpm 20. Juli 1981). «.ItMUIN'«fWt(—>®«lWt"SfT Iä 0M+>' ää. noTialt) in Mill. AM«u-gad-n Großbritannien.... 12— 475,73— 2,6 .'irischer Freistaat... 12— 18,02— Frankreich....., 12— 362,04— 4—5 Deutschland..... 13— 1249,60— 13 Italien....... 10— 315,25— 8 Spanien...... 12 4* 18,65+ 1 Oesterreich...... 12— 157.79— 11,6 Belgien....... 12— 136,92— 9 Niederlande..... 12+ 33,77+ 3 Schweiz...... 12+ 5,42+ 1,5 Tschechoslowakei.... 12— 84,55— Ungarn....... 10— 110,25— 10—12 Schweden...... 9,— 9,58— 1,5 Dänemark...... 12+ 20,29— tinnlond...... 12— 49,14— 10 ettland...... 12— 4,20— Litauen....... 12+ 11,54+8 Estland....... 12— 6,72— 6 Polen....... 12— 26,21— 2 Rumänien...... 12— 50,00— Jugoslawien,,,,. 9+ 14.32 4» 2 Griechenland..... 12 4- 10,92— Bulgarien...... 10— 28,90— 15 Di« von uns nach den dort gemachten Angaben zusammen- gestellt« Tabelle über die Ergebnisse der Staatshaushalte in fast ollen europäischen Ländern zeigt, daß 15 europäische Staaten einen Fehlbetrag von zusammen über 3 Milliarden Mark verzeichnen. Nur wenige Länder erzielten auch im vergangenen Jahr einen Ucberschuß, und zwar sind es in der Hauptsache Länder, deren Wirt- schast sehr wenig unter der Krise gelitten hat und die au» der Kapitalflucht anderer Staaten Nutzen hoben ziehen können. Die» gilt für die Niederland«, die Schweiz und Dänemark. Aber auch einig« osteuropäische Staaten wie Litauen, Jugoslawien und Griechenland konnten im vergangenen Haushaltsjahr Ueber- schüss« ausweisen. Verbilttgier KalibeZug. Das Deutsche Kalisunditat hat sich veranlaßt gesehen, auck) seinerseits etwas für die Erleichterung der Lage der Landwirtschaft zu tun. Es hat aber nicht die häufig geforderte und sicherlich angebrachte Preissenkung vorgenommen. Vielmehr wird den beziehenden Landwirten ein W e ch s e l k r e d i t auf drei Monate eingeräumt, für den keine Zinsen M zahlen sind. Diese Ver- günstigung wirkt natürlich wie eine(mäßige) Preisherabsetzung. Man will dadurch den Druck aus die Londwirtschost, die Ernte sofort losschlagen zu müssen, um die Herbstbestellung und den Bezug von� Kalidüngemitteln vornehmen zu können, erleichtern. Ob man darüber hinaus geglaubt hat, daß die Zinsfrciheit die Landwirte zu stärkerem Bezüge anreizt als eine einsprechende Preisermäßi- gung? Die Roheisen« und Giahlproduktion im Juli. Im Monat Juli wurden in Deutschland arbeitstäglich 18 361 Tonnen Roheisen erzeugt gegen 19163 Tonnen im Äuni und 24 860 Tonnen im Juli vorigen Jahres. Die Rohstahlerzeugung betrug 29 750 Tonnen gegen 29 959 Tonnen arbeitstäglich im Jmii »nd 33 563 Tonnen im Juli vor igen Jahres. Llm die Gemeindearbeiterlöhne. Morgen Einigungsversuch beim Dfcichsorbeiisminister. Der Reichsarbeilsminisler hat die Parteien im Städtekonslitt zu Ziiontag, vormittags ll Uhr, geladen. Es soll noch einmal der Versuch einer Einigung gemacht werden. Nachdem die Verhandlungen mit dem Reichsarbeitgeberverband der Gemeindeverwaltungen gescheitert waren, ersuchten die Vertreter der Gemcindearbeiter den Reichsarbeitsminister, in den Konflikt ein- zugreifen, doch blieb dieser Versuch ergebnislos. Inzwischen scheint der Reichsarbeitsminister eingesehen zu haben, daß die Ver- antwortung der Reichsregierung für den Konflikt sein Eingreifen erfordert. Die falschen Darstellungen in der bürgerlichen presse aber diesen Konflikt, in den die deutschen Gemeinden gegen ihre Arbeiter gedrängt wurden, inachen einige Klarstellungen notwendig. Dos„Berliner Tageblatt" schrieb z. B. am Sonnabendfrüh, daß von einem ernsten Konflikt kaum gesprochen werden kann, die Interessenten seien nur bestrebt, die Dinge als wichtig hinzustellen. Die Löhne der Gemeindearbeiter seien durch Tarife bis zum Oktober geregelt und im September würden die Parteien sich zusammen- setzen, um über eine Neuregelung zu sprechen. Der springende Punkt wird dabei völlig übersehen. Gewiß bc- stehen zwischen dem„Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffent- lichcn Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs" und den „Arbeitgeberverbänden kommunaler und anderer öffentlicher Be- triebe" Lohnvereinbarungen, die zu einem erheblichen Teil am 30. September 1931 ablaufen. Auf Grund der Notver- ordnung hat jedoch der Reichsarbeitgeberverband unterm 13. August angeordnet, daß mik der Lohnwochc Mitte August die Lohnkürzungen im angekündigten Ausmaße eintreten werden. Dieses einseitige Diktat ruft den entschiedenen Wider- stand der beteiligten Arbeitnehmer wach. Falls in den nächsten Tagen keine Verständigung erfolgt durch tarifliche Vereinbarungen zwischen den Parteien, dann sind die Arbeitnehmer zum Abwehrslreik gezwungen. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" ging in ihrer Sonnabendfrühausgabe ebenfalls auf die kommunale Lohnpolitik ein. Bei der Einstellung dieses Scharfmacherorgans ist es kein Wunder, wenn es die Behauptung als unbestreitbare Tatsache auf- stellt,„daß in der Vergangenheit die kommunalen Arbeiter wesentlich über die entsprechenden Leistungsbezüge der in der Privatwirtschaft beschäftigten Arbeiter entlohnt worden sind". Die Uebersichten über die Tariflöhne männlicher Vollarbeiter am Ende des Monats Juli 1931, festgestellt vom Bundesvorstand des ADGB., erfassen 32 Orte Deutschlands und 24 Berufe. Die Gcmeindearbeiter erscheinen in dieser Statistik mit zwei Gruppen: gelernte und ungelernte Arbeiter. In allen von der Statistik er- faßten Orten rangieren die Gemeindearbeiter, gelernte und ungelernte. mik ihren Löhnen mit an letzter Stelle. In Königsberg stehen bei den gelernten Berufen die Gcmcindearbeiter an 15. Stelle, in Magdeburg an 18. Stelle, in München an 11. Stelle, in Stettin an 18. Stelle, in Stuttgart an 11. Stelle, in Leipzig an 16. Stelle, in Aachen an 14. Stelle, in Berlin an 13. Stell«, in Bremen an 18. Stelle, in Breslau an 16. Stelle und so fort. Von den insgesaint aufgeführten 29 gelernten Berufen stehen in allen 32 Orten die Gemeindearbeiter ganz erheblich unter dem Durchschnitt der dort gezahlten Tariflöhne. Aehnlich verhält es sich mit den Löhnen der ungelernten Arbeiter. Aus der Statistik des ADGB. über tariflich festgesetzte Zeitlöhne für männliche Vollarbeiter Ende 1939 können ähnliche Feststellungen für 42 erfaßte Gruppen gelernter und ungelernter Arbeiter, in 47 deutschen Gemeinden gemacht werden, wobei zu berücksichtigen ist, daß in fast allen Industrien und Berufen Akkordarbeit üblich ist, die tariflich festgesetzten Löhne Mindestlöhnc sind, während in den Gemeindebetrieben die Tariflöhne Maximallöhne sind. Die Behauptung des Unternehmerblattes ist also falsch. Das Blatt macht sich zum Fürsprecher der „Angleichung der Gemeindearbeitcrlöhne an die Reichs- arbciterlöhne", ohne Kenntnis der Umstände, unter denen die Festsetzung der Reichs- arbeiterlöhne erfolgte. Ihm genügt es, daß diese Löhne zmn Teil erheblich niedriger sind als die Gemeindearbetterlöhne. Ein Ver- gleich und Ungleich der Rcichsarbeiter und Gemeindearbeitcr ist unmöglich angesichts der Tatsache, daß z. B. den Betrieben der Gemeinden, wie Gas-, Wasser-, Elektrizitätswerke, Müllabfuhr, Schlachthöfe, Straßenbahnen usw., keine glcichgeartetcn Reichsbetricbc gegenüberstehen. Die Feststellung der Reichsarbetterlöhnc ist, wie schon in der gestrigen Abendausgabe des„Vorwärts" festgestellt wurde, unter ganz anderen Bedingungen erfolgt als es für die Gcmcindebctriebe der Fall war. An einem Beispiel sei dies nachgewiesen. Im Rheinland ist die Regelung der Gcmeindearbeiter- löhne im wesentlichen, wie in allen Bezirken für die Gcmeindearbeiter, nach den Ortsklassen der Beamtenbesoldung erfolgt, während bei der' Regelung der Löhne der Reichsarbeiter dieser fun- damentale Grundsatz für die Regelung öffentlicher Arbeitnehmcrlöhne außer acht gelassen wurde. Dabei ergibt sich folgendes Bild: Die Städte Aachen, Bonn, Cleve, Düren, München-Gladbach, Godesberg, Krefeld, Trier zählen zur Ortsklasse A der Beamtenbesoldung. In allen Orten beträgt der Lohn des gelernten Gemeindearbciters 99 Pf. je Stunde. Der Lohn des gelernten Reichsarbeiters aus Lohnklasse V, der Lohnklasse für qualifizierte Arbeiter, schwankt zwischen 87 und 97 Pf. Wir sehen hier innerhalb einer Ortsklasse Differenzen gegenüber den Gemeindearbeiterlöhnen von 2 bis 12 Pf. pro Stunde. Das Beispiel des Rheinlandes läßt sich für den größten Teil der 26 Arbeitgeberbezirke der Gemeinden beliebig vermehren. Die einheitliche grundsätzliche Regelung der Löhne der Gemeinde- arbeiter soll dieser völlig unmöglichen Lohngestaltung für die Reichs- arbeiter Platz machen. Die Ursachen für diese Unmöglichkeiten sind zu einem Teil darin zu suchen, daß an einzelnen Orten mit starken Gemeindearbeitergruppen nur wenige Reichsarbeiter beschäftigt sind und der gewerkschaftliche Einfluß dort nur schwach sein konnte. Der Kampf der Gemeindearbeitcr geht daher nicht allein um die Er- Haltung ihres Lebensstandards, um die Erhaltung ihrer Tarifverträge, sondern vor allen Dingen auch gegen die hineinpressung in ein Lohnsyftem, das man als systemlos bezeichnen kann. i:i" i | In einer vom Betriebsrat beschlossenen Urabstimmung sprachen sich 2496 Telegraphenbauarbeiter für die Verkürzung der Arbeitszeit aus 45 Stunden wöchentlich aus und 481 dagegen. 1938 Stimmen waren ungültig! Auf Grund dieses Abstimmungsergebnisses haben die Tariforganisationen mit der Oberpostdirektion Berlin vereinbart, daß ab Montag, den 17. August, im Telegraphenbau und den damit zusammenhängenden Werkstätten die Arbettszett vorübergehend auf 45 Stunden herabgesetzt wird. Die Entlassung von 267 Arbeitern ist dadurch ver- mieden. Der KPD. und ihrer RGO. ist also wieder einmal eine „Aktion" vorbeigelungen._ Wieder die Kuhrherreninnung. Das Lohnabkommen zu Ende August gekündigt. Die Spitze der abbauwütigen Unternehmer im Berliner Trans- portgewcrbe führt augenblicklich die Fuhrherreninnung zu Berlin. Im Januar d. I. mußten die Arbeiter des Berliner Schwcrfuhrgcwerbes bereits einen Lohnabbau bis zu 9 P r o z. in Kauf nehmen. Im M a i wollten die Schwerfuhr- Unternehmer schon wieder einen Lohnabbau durch ein Diktat vor- nehmen, und zwar in einer höhe von durchschnittlich 12 Prozent. Dieses Abbaudiktot wurde durch einen Streik abgewehrt. Jetzt hat die Fuhrherreninnung dem Gesamtverband das Lohn- abkommen für ihre Arbetter zum 31. August schon wieder gekündigt, ihre Abbauwünschc jedoch noch nicht bekanntgegeben. Alle Anzeichen deuten darauf hm, daß die Fuhrherren die Absicht haben, mit dem Gesamwerband überhaupt keinen Lohntarisvertrog mehr abzuschließen, sondern die Löhne nach eigenem Ermessen fest- zusetzen. Sic spekulieren bei ihrem Vorgehen offenbar auf die augenblicklich schlechte Beschästigungslage im Fuhrgewerbe. Der Gesamtverband hatte die Fuhrherreninnung aufgefordert. bis zum 15. Juli zu erklären, ob sie bereit sei, das bisherige Lohn- abkommen unverändert zu verlängern. Die Fuhrherreninnung hat keine Antwort gegeben. Die Organisationsleitung ist von den Mitgliedern und der Leitung der Branche aufgesordert worden, den Schlichtungsausschuß anzurufen. Sollte die Fuhrherreninnung wiederum versuchen, die Löhn« mit Hilfe eines Diktats herunterzusetzen, wird sie bestimmt auf den gleichen Widerstand ihrer Arbeiterschaft stoßen wie im Mai. Tag der Textilarbeiter. Ein deutsches und ein internationales Jubiläum. Vor 49 Iahren wurde der Deutsche Textilarbeiter-Verband gegründet. Schon weit früher, am 15. Mai 1869 war in Leipzig die„Internationale Gewerkschaftsgenossenschast der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter" gegründet worden, die ihren Sitz in Crimmitschau hatte. Neun Jahre später, ätn 19. Dezember 1878, wurde diese Organisation polizeilich aufgelöst. Am 21. Oktober war das„Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bcstrebun- gen der Sozialdemokratie" in Kraft getreten. Roch unter diesem lbesetz wurde am 1. Juni 1884 in Gera der„Deutsche Manusaktur- arbeiter- und-arbeiterinncnverein" gegründet.. Diesen„poli- tischen Verein" hob die Polizei im Frühjahr 1887 auf.'.... Als das Ausnahmegesetz förmlich beseitigt war, wurde auf dem..... 1. Deutschen Textilarbeiter- und-arbciterinnenkongreß vom 29. bis 39. März 1891 In P ö ß n-c ck die heutige Organisation geschaffen, die mithin schon im Frühjahr auf ihr 40jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Die Jubiläumsfeier wurde jedoch bis jetzt aufgeschoben, um mit ihr zugleich das 49jährige Jubiläum der Textilarbeiter-Jnternationale zu begehen, die aus dem 1. Internatio- nalen Textilarbeiterkongrcß vom 18. bis 29. August 1891 zu Paris ins Leben gerufen wurde. Die Feier des 49jährigen Bestehens der' deutschen und der internationalen Organisation der Textilarbeiter- schost erhält ihr« besondere Weihe durch den morgen in Berlin beginnenden 13. internationalen Tcxtilarbeitcrkongreß. Dos Berbandsorgan,„Der Texttl-Ärbeiter", hat aus diesem Anlaß eine Fe st nummer herausgebracht, die sowohl textlich wie techmsch aus der Höhe ist. Der Verbandsvorsitzendc Karl Schräder schließt seinen geschichtlichen Rückblick mit der Zuversicht:„Treue und Glauben an den Verband wird uns helfen, auch die gegenwärtige Krise zu bestehen, um dann mit gestähltem Kampfwillen an der Besserung unserer Existenz zu arbeiten." Karl Schönleben zeigt die Entwicklung an den Zahlen aus den Kassenberichten. In den letzten Quartalen wurden je über eine Million Mark als Erwerbslosenunterstützung gezahlt. Hugo Rödel gibt einen Ucberblick über die I n t e r n a t i o n a l e und die Rolle, die der deutsche Verband als zweitgrößte Mitglied- schaft in ihrer Entwicklung gespielt hat. Joses F e i n h a l s schildert die Tarifpolitik in den 49 Jahren, die mit 159 Tarifverträgen für 9226 Betriebe mit 674 913 Beschäfttgten, worunter 494 515 weiblichen, abschließt. Richard Seidel würdigt die Stellung und Leistung der Textilarbeiter in der Gewerkschaftsbewegung, Eugen Prager zeigt das Verhältnis zwischen Gewerkschaft und Partei, Else Nie- wiera behandelt Jugend- und Frauenbewegung in der Text!!- industrie und Hugo Dressel die Gewerkschaften und ihre Presse. Der Inhalt der mit Illustrationen in Kupfertiefdruck geschmückten Iubiläumsnummer ist mit dieser Aufzählung keineswegs vollständig aufgezählt. Zur weiteren Entwicklung im fünften Jahrzehnt wünschen wir dem Deutschen Textilarbeiter-Verband und der Textilarbeiter-Internationale den besten Erfolg, zugleich auch den Beratungen des Kongresses der Internationale.. er. 45-Giundenwoche im Telegraphenbau. Vereinbarung mit der Oberpostdirektion Berlin. Die Oberpostdirektion Berlin hatte vor kurzem dem Bezirks- betriebsrat den Antrag unterbreitet, einer Verkürzung der Arbeits- zeit der Telcgraphenbauarbeiter auf 45 Stunden wöchentlich zuzu- stimmen, da sie sonst gezwungen sei, 267 Arbeiter zu cnt- lasse n. Da die Verhandlungen keinen Erfolg hatten, beschäftigte sich der Bezirksbetriebsrat, in dem. neben dem Gesamwerband und der Deutschen Postgcwerkschaft auch. RGO.-Anhänger und Nazis ver- treten sind, in einer Sitzung mit dem Antrag der Oberpostdirettion. In dieser Aussprache überschlugen sich die RGO.-Betricbsräte, die in den Verhandlungen mit der Oberpostdirektion stumm wie die Fische geblieben waren, mit ihren„revolutionären" Forderungen. Sie verlangten den Streik aus der ganzen Linie für die Einführung der 49-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich. Die Oberpostdirektion hätte es wahrscheinlich gar nicht ungern gesehen, wenn die Telegraphenbauarbeiter den kommunistischen Phraseuren gefolgt wäre. Sie würde auf diese Weise ihre Personalsorgen auf einmal losgeworden fein. Vernunft und gewerkschaftliche Solidarität siegten jedoch bei der Belegschaft. Kolgen des Nordwollekrachs. Die Sttllegung der ganzen Industrie in Delmenhorst. Delmenhorst. 15. August. Die Hanseatische Jutespinnerei und-Weberei A.-G., Delmenhorst, hat die Stillegung des Werkes beantragt. In dem Werk sind zur Zeit noch rund 1999 Männer und Frauen beschäfttgt. Ferner haben die Rembrandt-Karosserie-Werke die Genehmigung zur Betriebsstillegung gefordert. Sämtlichen Angestellten und Arbeitern ist gekündigt worden: auf dem Werk arbeiten zur Zeit noch etwa 1199 Personen. Waggonbau wird stillgelegi. Linke-Hofmann-Busch-Werke entlassen 1000 Arbeiter. Breslau. 15. August. Da von der Reichsbahn in der letzten Zeit keinerlei Aufträge ein- gegangen sind, haben die Linke-Hofmann-Busch-Werke den Still- lcgungsantrag für ihre Waggonfabrik gestellt. Von der Sttllegung werden etwa 1999 Arbeiter betroffen, während der übrige Teil der Werke mit einer Arbeiterzahl von über 1999 Mann unberührt bleibt. Der Stillegungsantrag ist noch nicht genehmigt. Auf Vermittlung der Stadt Breslau und anderer Stellen find mtt der Reichsbahn Verhandlungen eingeleitet worden. Die Fünftagewoche. Ihre Einführung in den Vereinigten Staaten geplant. New park, 15. August. Regierungs- und Wirtschastskreise bsfchäftigen sich eingehend mit Vorschlägen zur Bekämpfung der zunehmenden Ar- bcitslosigkeit, namentlich mtt dem Plan einer Einführung der Fünftagewoche in den Vereinigten Staaten, der von der Handels- kammer befürwortet wird. Die Verwirklichung dieses Planes würde es ennöglichen, eine bestimmte Anzahl von Arbeitern und Angestellten während des größten Teiles des Jahres in den Haupt- induftrien zu beschäftigen. Präsident H o o v e r prüft eingehend diesen Vorschlag, der einem Antrag auf staatliche Arbeitslosenunterstützung in der nächsten Session des Kongresses.zuvorkommen will. Tariftämpfe in Ostoberschlesien. Lohnabbau wird auch in Polen Mode. Kaltowitz. 15. August. Die Unternehmer der wcitervcrarbeitendcn Industrie hoben den Lohntarif zum 31. August gekündigt- Am 18. August beginnen die Verhandlungen mit den Arbeitern. Es wird von den Unternehmern eine Kürzung der Löhne um 19 Proz. oh 1. September vor- geschlagen. Da im Lohnstreit in der H o l z i n d u st r i e eine Einigung nicht erzielt wurde, wird von dxn Unternehmern ein Schiedsspruch ange- strebt, demzufolge eine 5)erabsctzung der Löhne um 15 Proz. vorgenommen werden soll: zu gleicher Zeit ist allen Arbeitern zum 22. August gekündigt worden. Die Arbeiter haben die Entscheidung des Demobilmachungskommissars angerufen. Sollte dieser nicht zugunsten der Arbeiter entscheiden, so wollen die Arbeiter in den Streik treten. �FISCHER&WOLPFr�J!! Teppiche, Läufer- und Möbelstoffe, Gardinen, Tisch- und Diwandecken, Steppdecken Unser Saison-Ausverkauf übertrifft alles bisher Dagewesene! \Mech. Smyrna Marken fabrikat. per Meter i Velour �50 1 Velour- T eppicke Prima yäär* fabrikat, statt 10.75] reine Wolle, moderne und Perser Muster, er,... C.'etzt%| 300X300 statt 77.— jetst JL• Reste von us Mir. m au*» Abtotiuagu tu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen 30OX30O, feinste Wollqualität statt 145.— jatst „3m Westen nichts Iteues." Der Film„Im Westen nichts Neues" läuft noch vom l l. A u g u st l g 3 1: ,.Bio"-Lichtspiele. Berlin N„ Ackcrstr. 28, Nordische Lichtspiele", Berlin N„ Elsässer Str. 86—88,„Roland- Lichtspiele", Charlottenburg, Pcstalozzistr. 53�: vom 21. August 16 31:.,chollywood"-Lichtspielc, Schöneberg, Lutherstr. 31/32. „Brrtzer Kammerspiele", Britz, Rudower Str. 66: v o m 2 8. A u g u st 1931:„Tempo-Lichtspiele", Berlin, Simon-Dach-Str. 12.— Erwerbslose erhalten gegen Vorzeigung des Mitgliedsausweises und der Stempelkarte Karten zum Vorzugspreise von öl) Pfennige. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund: Ortsausschuß Verlin. Oer norwegische Arbeitskonstiki. Der Verband der norwegischen Gewerkschaften erklärt, daß er die neuen Tarifvorschläge des vom Staate bestellten Schlich- lcrs abgelehnt habe. Der Konflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird sich rammehr weiter ausdehnen. ÖOOO Möbelarbeiter in London ausgesperrt. In London sind 8006 in der Möbelindustrie beschäftigte Arbeiter mit sofortiger Wirkung ausgesperrt. Diese Maßnahme ist die Folge ergebnisloser Loh«Verhandlungen. n-n 83-2? ÄS-22 33- D i e Lvxn�eriki3 anken in. Deutsdnland Itv 0/o der lvin|1en"kran"ken "Mann-er"bzw. Frauen. H.om 'H.is' 25.45 3)0.66 tlllimilllllllllllllllllllllllllllHIIIIIMIilllllllllllllUMIIUIII lllllllllllillllllllltllllllllllllllllüllllllllllllllllllllilllllllllll iiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinuinii >10.16 16.57 ■ 17.59 18-76 6(.55v �.�IpmDS-.os hstkUH�"5' 9 V 2.79 W M a�n n e n I Fr a e n Trotz aller Fortschritte der Medizin und trotz mannigfacher Gegenmaßnahmen erfassen die Lungenkrankheiten in Deutschland alljährlich über 300 000 Personen, darunter etwa zwei Drittel Männer. Dabei muß man leider feststellen, daß die Zahl der Todes» iälle bei den Lungenkranken jetzt noch größer ist als vor dem Kriege. So find im Jahre 1913 in Deutschland insgesamt 132 392 Personen, darunter 70 601 Männer, im Jahre 1929 150141 Per- sonen, darunter 78 981 Männer, gestorben. Nach wie vor sterben also an Lunoenkrankheiten mehr Männer als Frauen. Während 1913 der Anteil der Mflntrc'r 53,3 Proz. betrug, ist dieser AKttik setzt 52,6 Proz. Auf Grund der Angaben der Rcichsversicherungsanstalt für die einzelnen Altersstufen der Lungenkranken geht hervor, wie die Graphik anschaulich zeigt, daß die meisten Lungenkranken im blühendsten Alter heimgesucht werden. Diese Feststellung zeigt, daß stärker« Gegenmaßnahmen zur Bekämpfung der Lungcnkrankheiten getroffen werden müssen. Mit Notverordnungen ist ihnen nicht beizukommcn. Lugendgruppe des �entralverbandes der Angestellten aKocgto, Montag, finden folgende Veranfialtungen statt: Weddiug: Jugendheim Turiner Cdc Eeeslvaße. Bortrog:„Eo war der Krieg". Referent: Benrftein.— Britz: Städtisches Zugcndhcim lRathaus). Vortrag: Arbaitswsigieit und Voltsvermehrunä'. Referent: Rachow.— Brihcnle«: Jugendheim Pifioriusitr. St. Abendspazierganq.— llrba»:, Jugendheim vwbrecht- SA: Sande rftrahe. Wir gehen spazieren.— Spiele im greicn od I!» Uhr aaf dem Daminicus�pielpiatz in Schöneberg.— Meldet euch fitr die Vollsbithnenadteilung für die arbeitende Jugend im Jugendfekretariat. Allgemeine Wetterlage. Das Regcngebiet, das am Freitag im Westen von Deutschland lag, ist nach Osten fortgeschritten und Hot auch unser Gebiet erreicht. Allerdings bracht« es nur wenig Regen. Stärker waren die Nieder- schlüge sedoch im Süden des Reiches: dort fielen meist mehr als 10 Millimeter. Die Tagcstcmpcrawren stiegen allgemein im Reiche aus 20 bis 22 Grad Celsius. Die Niederschläge traten an der Front milder südwestlicher Lufttnassen aus. Dieser Luftsttom wird durch eine ungewöhnliche kräftige Depression bei Irland unterhalten. Morgen wird die Südwcstluft unser Wetter bestimmen. Wetteraussichlen für Berlin. Wolkiges, zeitweise aufheiterndes Wetter, ziemlich warm, nur vereinzelt etwas Regen, mäßige füd- westliche Winde.— Für Deutschland. In den Gebirgen trübe und regnerisch, sonst allgemein wolkiges und ziemlich warmes Wetter ohne stärkere und länger anhaltende Regenfälle. Sozialistische Arbeiterjugend Gros)-Berlin awsendmigeu für diese Riibrif nur a da« ZugeodselretevM. Seeito SW 68- �lobenIiraS» 3 jDee Rote Schüler» 31t. 6 kann von allen SSG.-Leitrrn abgeholt werden. SSS..Oblcutcsitzu»g morgen, Montag. 20 Uhr, im Jugendheim Lindcnstr.«. Abteilungsleiter, rechnet die bisher verkauften Sympathicplakcttcn ab, reicht das Septcmber-Prozramm ein! heule, Sonntag. Köllnifcher Pari: Waifenftr. 18: 13—22 Uhr Heimabend.— Oranienburger Tor: Tieckstr. 8:"13—22 Ubr Heimabend.— Weitend: Waldfest. 13 Uhr Friedrrch. Schönhauser Borstadt: lg>h Uhr Heimabend SchönNießer Str. 7.— Luisenstadt: 91a Uhr Hochbhf. Prinzenstraße. Ausflug mit der Partei. Straßenbahnfahrgeld. Werbcbczirk Teltowkanal: 2g Uhr Heimabend, Wannfcc, Restaurant Lindenhof. Morgen. Montag. 1014 Uhr. Hanf»: Bochumer Str. 8d:.Der Weg aus der Krise".— Roadit I: Waiden- serstraßc 20:„Moderne sozialistische Literatur".— Moabit UI: Lehrter Straße 18—13:„Tagespolitik".— Kachplatz: Schönsted tstr. 1:„Arbeitende Jugend und Rauschgifte".— Arnspialder Platz II: Rastenburger Str. IL:„Er- lebnisse in den Betrieben".— Aalkplatz I: Sonncirburgcr Str. 20:.Hiebe, Freundschaft, Kameradschaft".— Fallplatz II: Eonnenburger Str. 20: I0-Minu. ten-Referate.— Nordosten ll: Donziger Str. 62:.Tagespolitik".— Prenzlauer Porstadt: Sleimstr. 33— 35;„Tagespolitik".— Friedrichs Hain: Diestelmeyer. straßc 3—0:„Berfassungefragcn".— Hallefche» Tor: Porckftr. ll:„Berlonf des Krieges".— Westend: Rostncnstr. 4: Funktionärsitzung.— Treptow: Beteiligung an dem Antikriegsabend der Partei. Wcrbebezirk Mitte: Landsberger Str. ZV: Vorstandssitzung. Agitations- gruppe fällt aus. Werbcbczirt Prenzlauer Berg: Jusiamm-nkunft der Ferienfabrtteilnehmer f Pfalz) 13 Uhr pünktlich Sonnenhurger Str. 20. Anzahlung mitbringen. Teil- nehmer werben noch angenommen. Wcrbebezirk Krcnzberg: Porckstr. 11: Dorstandasitzung. VorirSge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rol-Gold'. SelchSktsstelle: Berlin E 14. Scbasiiansir 37—38 Hol 2. Tr Sauoorstand. Mittwoch, 13. August. 20 Uhr, Sitzung der Berliner Jungbannerfsthrer im Eaubllrv.— Montag, 17. August. Wilmers- borf lOrtsocrein): 20 Uhr Turnhallc Trcitfchtc-Schulc. Prinzregentenstrotze. Reukölln-Britz, 3. Kameradschaft, 1. und 3. Jug: 23 Uhr Mitgliederversammlung bei Schröder, Steinmetzstr..32.— Dienstag, I». August. Prenzlauer Berg lOrtsvercinl: 23 Uhr«ämeradschaftsversgmmlungen in bekannten Lokalen, Die Kameradschaften Balkan und Königstor haben ibrc Monatsversammlung aus- nahensweisc gemeinsam im Restaurant Klug. Tauzigcr Str. 7l. Leitung: Engerer Ortsvereinsvorstand. Schöneberg-Zriedenau, Kameradschaft Rollcndors: 23>,4 Uhr Kameradschaftsvcrsammlima bei Jürgens. Barbaroffaftr. Sa. Aussprache. Neuwahl des Kameradschoftsführers. Alle Kameraden müssen er- scheinen. Funktionäre 1314 Ubr. Neukölln-Britz, Zug Eberl: 20 Uhr Mit- gliederverfaminlung bei Wcsenick, Nogatstr. 33—34. Wastersportabteilung, Fug Obcrspree: 20 Uhr Mitgliederversammlung im Bvotsdaus Wrndenfchloh.— Mittwoch. 1». August. Pankow iOrtsvcrcin): 13>a Uhr Radfahrersttzung bei Reurnann, Pankow. Frei« Arbeiter-Stenograptzen-Bercinigung Sroh-Berlin. Anfängerkurfc in Reichskurzfchrift beginnen: Norden: Säiul« Schulftr. 33, Dienstag, 1. Septwn- derg.— Nordosten: Schule Senefcldcrstr. tz, nur Freitag, 4. September.— Neukölln: Karl-llllarr-Äiuie, Koiscr-Fricdrich-Str. 203—210, Dienstag, 1. Sep- tembcr.— Südwesten: Schule Enciscnaustr. 7. Freitag, 4. September.— Chat- lottenburg: Schule Oranicnstr. 31—32, Donnerstag. 3. September, 20—22 Uhr. — Lichtenberg: Schule Schärnweberstr. 19. Donnerstag, 3.. September.— Süd- ostcn: Schule Reichsnberger Str. 07—70, Freitag, 4. Septeniber.— Beginn aller Der Zauberer! Richi von jenem will ich erzählen, der euch so oft in Er- beträgt einschließlich Lehrmaterial 10 M. Anfragen sind zu richten an Artur Theiscn, Borsitzender, Berlin-Tegel, Brunowstr, 47. Gtenographenbezirk Stolze-Schrep Eroh. Berlin. Täglich an Uebimgsstöttrn in allen Stodtgegenden. Laufende Uebungcn in allen Eeschwindigteiten. An sängerunterricht in Schul- und Redeschrift. Auskunft: F. Löchner, Charlotten- bürg 4. Krunrme Str. 02 N(0 1 Steinplatz 2937). Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Papprlallee IS, Bortrog des Herrn Dr. Fritz Schiff:„Die vorkiblifchen Religionen des ollen Orients". Oer Napftuchen als Auto. Die Firma Oetker, bekannt durch ihre Backmittel, hat ein neues Werbcauto in den Dienst gestellt, das bei seinem ersten Start vor der„Oetkerstubc" in der Potsdamer Straße einiges Aufsehen erregte. Einen riesigen Napfkuchen— aus Blech, versteht sich!— hat man auf ein automobiles Fahrgestell gefetzt, so daß der Wagen schon durch sein Aussehen originell wirkt. Da es aber stets auf den Inhalt des Küchens ankommt, so hat Oetker auch in diesem Falle chcroorrogcndes geleistet: Der Wagen ist mit einem Bor- sührungs- und Ko st räum, mit Küche und Kühl- anlagen, mit Sende st ation und Lautsprecher, mit einem Filmopparat und einer elektrischen Kraftzcntrale ausgerüstet. Ein Adreffenwettbewerb der Leipziger Messe. Tos Leipziger Metzamt bat einen interessanten Adressenwcttbewcrb mit 821 Geldprämien ausgc- schrieben, die sich zwischen 10 und 1500 M. bewegen und im günstigsten Falle 2250 M. erbringen können. Jeder kann sich an ihm beteiligen. Die Aus- gäbe ist denkbar einfach. Man geht in die Waren- und Kaufhäuser, in Basare und in die Spezialgeschäfte, in Großhandlmrgcn und in gewerbliche Betriebe mit maschinellem Antrieb und fragt, od die Geschäftsinhaber oder ihr Eintaussperfonal die Leipziger Herbstmesse 133l, die vom 30. August bis 3. September stattfindet, besuchen, uni dort besonders preiswert cinzukauscn. Einfacher kann eine Aufgabe wohl nicht gestellt werden.?lNe Finnen, die nach Leipzig fahren, schreibt man mit genauer Firmenbezeichnung und Anschrift aus eine Liste, die man kostenfrei bei den durch Plokatausbang gekcun- zeichneten Geschäften und bei den Meßabzeichen-VerkausSstellen des Lcip- ziger Meßamts erhalten kann. Aus diesen Listen sind auch alle Einzelheiten des Adrcsicnwcrttbcwcrbes angegeben. Wir bitten um Beachtung unseres heutigen Inserates. Der Zauberer! Nicht von jenem will ich erzählen, der euch so oft i» Er. staunen gesetzt, w:»it er sein geheimnisvolles Spiel auf der Bühne begann, sondern von dem. dessen Bekanntschaft ich dieser Tag« machte. Ich schlenderte, an meine unbehagliche Wohnung denkend, in mießcr Stimmung die Leipziger Straße entlang. Plötzlich zieht es mich an die Schaufenster eine� großen Hauses. Mit magischer Macht zog es Mich in dieses Riefenchaus mit steinen herrlichen Sachen. Wie im Märchen kam ich mir vor. Die Preise waren sogar für mich zu erschwingen, der ich mit jedem Pfennig rechnen muß. Kaum glaub. hast, für wie wenig Geld man in dem Riesen-Spezialhaus Otag, Leipziger Ecke Älartgrafenftraß«. Qualitätstcppich«, Läuferstvffe, Gardinen und vieles andere erstehen kann. Mit Recht hat die Stög als Symbol für ihren diesjährigen Saifon-Ausverkanf den Zauderer gewählt. Rur noch S Tag- dies- erstaunlich billigen Preise bei Adam, Leipziger Ecke Sciedrichstraße! Wollen Sic sich diese günstige Gelegenheit zum Einkauf von ualikätskkcwnng �""Herren, stlngsre Herren unkt' Knaben nicht entgehen lassen, dann ionmien Sie bald! Sic erhalten mit Ausnahme der unglaublich billigen Sonderangebote 20 Proz. Ermäßigung auf alle fertigen Waren! Bc. achten Sie die zahlreichen Schaufenster des Hauses! Iu Putzmittel» muß mau sich auslenncn! Jedesmal ein neues Scheuer- Pulver auszuprobieren— dabei kommt meistens immer dasselbe heraus: Man wird aufs Glatteis geführt. Am besten läßt man die Finger davon und bleibt beim Bewährten. In die em Satz steckt mehr als ein Körnchen Wahrheit, liebe Hausfrauen. Ata— Henkels Putz, und Scheucrpulver— hat. feine Meister. Prüfung längst bestanden. Es ist und bleibt gut! Au» allcu Stadtteilen Berlin» strömten die Schoren der Käufer. Tausende von Bestellungen auswärtiger Kunden, das war der Erfolg des Saifon-Ausoer. kauf, bei der Firma Teppich-Burfch, Berlin C. 2, Spandauer Str. 32. Es ist erftaimlich und doch ein gutes Zeichen für die Käuferfchar, dast die Höhe der Qualitäten, wie sie während des Saifon-Ausverkaufs bei der Firma Teppich. Burfch gekauft wurden, weit über drm Durchschnitt steht und es liegt darin der Beweis, dast das Leben der Menschen sich perinnerlicht hat. dost alles Ersparte dafür angelegt wird, das eigene Seim wohnlicher zu gestalten unter Berücksichtigung solcher Qualitäteu, die eine lange Lebensdauer gewährleiste». Wenn jedoch diese guten Qualitäten zu so außergewöhnlichen Preisen zu haben sind wie im Saison-Ausverkauf der Firma Teppich-Burüch. fällt weder die Wahl schwer, noch darf mit dem Kauf zurllckgchallen werden. Da nur noch 5 Tage der Sailon-Ausverkauf währt, fo beacktte jeder das Inserat d«s großen Spezialhauses Teppich-Burfch, Berlin E. 2, Spandauer Str. 32.„nur noch 3 Tage diese Wunderdinge". Nur noch S Schlufzlage! GADIELS Saison-Ausverkauf gibt in diesen S Tagen nochmals Gelegenheit, die großen Vorteile dieser ganz ungewöhnlichen Veranstalhmg autsnnuteen Vortreffliche Qualitätswaren werden zu fabelhaft niedrigen Preisen abgegeben. Folgen Sie zu Ihrem eigenen Nutzen der vieltausendfach befolgten Parole: AufzuGadiel! Beginn I. August. Ein groOcr Posten Damenifleider in buntbeelruck- tem Charmeuse. mit langen und kurzen Aermeln, jetzt nur 12: Ein groß. Pasten entzück. 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Ich begab mich also am angegebenen Tag, pünktlich zur festgesetzten Zeit, zur Zahlstelle und wartete dort— der Schalter, an dem der Buchstabe II für Charlottenburg abgefertigt wird, ist immer mindestens zwei- bis dreimal so stark belagert wie die anderen. Nach einer halben Stunde war ich dran. Der Beamte suchte:„Ihr Zahl- bogen ist nicht dabei."„Ich habe mich vor acht Tagen von Steglitz noch Charlottenburg umgemeldct, es ist alles in Ordnung, der Bogen muß dabei sein."„Dann haben Sie eine falsche Nummer— ihre Nummer habe ich nicht."„Was soll ich denn da machen? Ich muß doch heute Geld haben."„Gehen Sie nach oben, Zimmer Nr. 3, und fragen Sie, ob die Nummer stimmt." In Zimmer Nr. 3 warte ich fünf Minuten:„Ich habe mich vor acht Tagen von Steglitz nach Charlottenburg umgemeldet. Es ist olles in Ordnung. Der Beamte unten sagt, meine Nummer stimmt nicht." Der Beamte in Zimmer 3 wälzt Listen, sucht und stöhnt. „Hier steht es. Natürlich stimmt die Nummer. Gehen Sie nur wieder nach unten.". � Unten gehe ich von vorn an den Schalter heran und halte dem Beamten meine Stempelkarte unter die Nase:„Der Herr in Zimmer 3 hat gesagt, die Nummer stimmt."„Ich habe aber den Zahlbogcn noch nicht da."„Ja, Herr Gott, was mache ich denn da?"„Gehen Sie mal an den letzten Schalter zum Vorstand." Am letzten Schalter beim Vorstand brauchte ich auch nur sünf Minuten zu warten.„Hier ist meine Stempelkarte. Ich habe mich vor acht Tagen usw. usw. Der Herr in Zimmer 3 sagt, die Nummer stimmt. Aber der Zahlbogen ist nicht unten."„Ich werde nml nach- sehen." Nach fünf Minuten kommt er wieder:„Nein, der Zahl- Gesunde Zähne sind heute eine Seltenheit, dies macht sich vor- nehmlich bei der neuen Generation unangenehmst bemerkbar; von den regelmäßig untersuchten Berliner Schulkinder kamen rund 100000 in ärztliche Behandlung, was bei rund 400 000 Kindern bedeutet, daß j e d e s v i.c r t e B c �l.t n e r. Schulkind zahntrank.ist. Der tiefere Grund für diese katastrophale Erscheinung liegt in unserer heutigen Ernährung. Die einfache, natürliche Nahrung unserer Vorfahren machte diese zu ge- sundcn, kräftigen Menschen, während wir heute bei aller Kultur- und Geschmacksverfeinerung noch hilfespendendcn Arzneimitteln greisen müssen, um unseren Körper einigermaßen widerstandsfähig zu machen. Man legt heute entschieden mehr Wert auf schönes Aus- sehen der Speisen als auf ihren Nährwert. Die lebensnotwendigen Stoffe aber finden sich hauptsächlich in den natürlichen, täglichen Gc- nuhmitteln, vorausgesetzt, daß sie in richtiger, zweckentsprechender Forni zubereitet werden. Leider aber liegt die Rückkehr zur ein- fachen, kräftigen Lebensweise nicht auf dem Entwicklungsgang unseres heutigen Geschmacks. Alles ist verfeinert und für den verwöhnten Gaumen präpariert. Der Küchenzettel unserer Großmutter gilt als überholt und abgetan und die 5iast des Erwerbslebens mit seiner unregelmäßigen Lebensweise tut noch das übrige dazu, viele Menschen zu chronisch Magenkranken zu machen. Wir sterben an unserer eigenen Kultur, entwöhnen uns der gesunden Nahrung, vcr- seinern die Nährmittel in der Ausmachung auf Kosten ihres wertvollen Gehalts und schließlich wundern wir uns, wenn unsere Kinder schon Verfallserscheinungen zeigen. In diesen höchst bedauerlichen und gefährlichen Verfcinerungs- prozeß greift die Stiftung einer Zahnklinik für Berliner Kinder des amerikanischen Philantropen Rosenwald zur rechten Zeit ein: diese zeitgemäße und aus der Zeitnot geborene Stiftung will in Erkenntnis der notwendigen Bekämpfung der Zahnleiden im Kindesalter den weiteren Verfall der geschwächten Organe durch fachärztliche Hilfe bogen ist noch nicht unten."„Mein Gott, ich muß doch Geld haben nach vierzehn Tagen. Was soll ich denn anfangen?"„Gehen Sic nach oben, Zimmer Nr. 3, da sagt man Ihnen Bescheid." In Zimmer 3 dauert es nur zwei Minuten bis ich rankomme. Ich bete mein Sprüchlein her.„Ich werde nachsehen. Sie werden dann aufgerufen." Aufgerufen werde ich nach einer guten Stunde.„Ja. es ist alles in Ordnung. Ich weiß nicht, warum ihr Bogen nicht runter- gekommen ist. Haben Sie regelmäßig gestempelt?"„Bitte, über- zeugen Sie sich."„Ja, es stimmt. Gehen Sie jetzt nach unten, Sie werden aufgerufen." Zwanzig Minuten warte ich unten, da ertönt mein Name. Ich stürze erfreut an den Schalter, unterschreibe meinen Zahlbogen und harre des Geldes. Der Kasienbeamte sieht den Bogen an, stutzt— ergreift ihn und trägt ihn zu einem im Hintergrunde sitzenden Herrn. „Was ist denn nun los?"„Sie haben oerkehrt unterschrieben. Sie kriegen ja für zwei Wochen Unterstützung, das Geld ist noch nicht zusammengerechnet." Ich harre fest an den Schalter gepreßt zehn Minuten, sehe, wie meine glücklichen Hintermänner abgefertigt werden und stelle dann erleichert fest, daß das Herr, der noch anderes zu erledigen hat, eine Anzahl von Zahlbogen an den verschiedenen Schaltern verteilt. Plötz- lich ertönt mein Name von einem anderen Schalter. Ich bahne mir einen Weg durch die Menschenmenge, unterschreibe wieder und sehe mit gesträubten Haaren, wie der überprüfende Beamte, der die Bogen dem Kasscnbeamten gibt, wieder beim Anblick meines Bogens stutzt, um sich dann mit ihm auf den Weg zu machen.„Wo wollen Sie hin? Das ist mein Bogen!" Er reagiert nicht, trägt den Bogen an den Nebenschaltcr, wo ich zuerst wartete und kehrt voll Ruhe zurück.„Der war falsch hier— nebenan kriegen Sie das Geld." Und wirklich— nebenan bekam ich das Geld, wobei ich voll Wehmut feststellte, daß mir die Notverordnung ungefähr 3 M. die Woche gekürzt hat. Neben mir wurde einem junger Mann aus- gezahlt, dem ich schon mehrfach bei meinen Irrfahrten durch das Haus begegnet war. Er hatte wirklich eine falsche Nummer be- lommen, d. h. seine Nummer war doppelt ausge- fertigt worden und er wartete seit Vi9 Uhr. Ich erst seit 11 Uhr— jetzt war es 13?L Uhr. auf breitester Grundlage bekämpfen. Zugleich mit diesem menschlich schönen Hilfswerk aber müßte eine planmäßige Aufklä- rungsarbeit betrieben werden, um die Massen von den Irr- wegen ihrer Ernährung zurückzuführen. Wenn jedes vierte Schul- lind in Berlin bereits zahnkrank ist, so muß dieser für den Gesund- heitszustand der kommenden Generation entscheidende Mißstand wichtige und tiefe Ursachen haben, die man nicht mehr mit Pillen und Mixturen kurieren kann. Eine Radikalkur ist unerläßlich zur Ge- sundung. Die Umkehr von einer verfeinerten, aber falschen Lebens- weise muß schon im Kindesalter einsetzen. Wenn hierbei die neue Stiftung vorbeugend wirken und neben den akuten Zahnkrankheiten auch deren innere Ursachen bekämpfen wird, dann wird sie sich bqld als ein Faktor von unschätzbarem Werte für die Gesundung und Kräftigung einer Millionenbevölkerung erweisen. Neben der richtigen Nahrung spielt aber auch d i c Zahnpflege zur Kräftigung und Erhaltung gesunder Zähne eine wichtige Rolle: es muß von feiten der Eltern viel mehr darauf gefehest werden, daß das Schulkind bei seiner morgendlichen Wäsche auch feinem Mund die richtige Reinigung angedeihen läßt. Es ist bei- spiclsweise eine bekannte Tatsache, daß Schulfürsorgerinncn, denen das körperliche und seelische Wohl ihrer kleinen Schützlinge anvertraut ist, bei Stichproben auf dem Gebiet der Körperpflege oftmals zu hören kriegen, daß die Zahnbürste nicht zum Reinigungsinventar gehört. Wo der reinigende Behelf als solcher überhaupt nicht vor- Händen ist, kann ja naturgemäß auch von einer Reinigung keine Rede sein: das Kind hat weder die Erfahrung, noch den nötigen Verstand, die hieraus erwachsende körperliche Schädigung ermessen zu können, es ist im Gegenteil heilfroh, den langweiligen morgend- lichen Reinigungsatt so rasch wie möglich beenden zu können. Daß die Zahnpflege der Grundbegriff gesunder Zähne darstellt, ist wohl jedem klar: wer die richtige Zahnpflege betreibt und sich auf diese Weise überhaupt mit seinem Gebiß regelmäßig beschäftigt, wird auch krankhafte Erscheinungen rechtzeitig feststellen und ihre Behebung betreiben können. Auch dadurch könnte also viel organischer Schaden oerhütet, und dem durch die kulturelle Verfeinerung unserer Er- nährungswcise eingeschlagenen falschen Weg ein energisches Halt geboten werden. Die kommunistische Hetze. Fünf Hastbefehle erlassen. Wie wir mitkeilten, sind im verlauf der Untersuchung wegen der Ermordung der zwei Polizeioffizicre am Bülowplatz, gestern 2S Personen der Abteilung 1» zugeleitet worden. Gegen fünf Personen wurde Haftbefehl erlassen, weil sie dringend verdächtig sind, durch Bemalung von Wänden und Mauern zur Ermordung von polizciossiziere« aufgefordert zu haben. Zehn Personen werden dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden, fünf sind noch in Untersuchungshaft, acht sind entlassen worden. Bei einer kommunistischen Demonstration, die durch die Schutz- Polizei unter Anwendung des Gummiknüppels zerstreut wurde, hat man gestern in der G r o ß g ö r s ch e n st r a ß e zwei Zivangsgestcl- lungen vorgenommen. In der G ö b c n st r a ß e wurde ein Polizei- beamter durch Steinwurf in den Rücken verletzt. Trauermusik aus dem Grammophon. Man schreibt uns aus Leserkreisen: Brutal und rücksichtslos wie unsere Zeit ist, drückt sie allem Geschehen ihren ehernen Stempel auf. Einen kleinen Beitrag hierzu, bekam ich vor einigen Wochen im Krematorium in Wilmersdorf. Bei euer Feier des Volksfeucr- bcstattungsvcreins für den verunglückten Rennfahrer W. K. fand eine Aufbahrung vor der Halle statt, weil wohl eine große Trauer- gemeinde erwartet wurde. Die Einleitung der Feier, gab ein Trio, Orgel, Violine und Cello. Dann folgte ein Grammophon- Vortrag mit einem Gesangsstück und nach den Rednern und einem Gesangsquartett wieder Grammophon, diesesmal instrumental. Bei dem letzten Vortrag ging es der Trauergcmeinde wie dem armen Blinden, der mit seinem Freund im Konzertsaal sitzt uad nun fragt: „Geigt er oder bläst er." Abgesehen von der iiinstteristhen Seite, muß es unser ethisches Gefühl doch verletzen, wenn wir an solchem Ort, wie es das Krematorium ist, das Kratzen eines Grammophons vernehmen. Die Pflege der Pietät bei den Trauerfeiern muß höchstes Gesetz sein für die Verwaltung eines Krenratoriums. Ueber Art und Wesen der Pietät scheint man sich in Wilmersdorf nicht ganz klar zu sein, denn sonst könnte ein solcher Mißgriff, wie die Ein- führung des Grammophons, nicht vorkommen. Warum nehmen Angehörige lebende, frische Blumen? Weil hierin das Verbundenscin mit dem Taten den besten Ausdruck erhält. Es liegt begründet in dem großen Prozeß der Natur vom Werden und Vergehen: An der Wiege steht der Tod, an der Bahre wartet Ilmformung in Krast und Stoff, also neues Leben. Wer von diesem Gesichtspunkt eine Totenfeier betrachtet, wird empfinden, wie absurd der Gedanke ist, solch« Instrumente für das Krematorium z» verwenden. Oder sollte hier nur der Geschäftssinn vorherrschen? Der Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen ist sehr gering. Daher ist Vorsicht geboten. Die Befürworter dieser Anlage aber, die Verwaltung des Krematoriums und die Grammophongesellschaft, werden trotz alledem sagen: Zeitgemäß! Vier Monate Gefängnis für einen Nazihclde». Wir berichteten vor einiger Zeit über einen Ueberfall, den Nationalsoziali st cn in Neukölln auf Mitglieder der S o z i a- listischen Arbeitcr-Jugcnd verübt hatten. Einen der Täter konnte die Schupo festnehmen. Es handelte sich um den Buch- drucker Otto S t o e ß, der in einer späteren Gerichtsverhandlung dann zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt wurde. Der Rohling hatte noch den Mut, Berufung einzulegen. Die Be- rufungsverhandlung vor dem Amtsgericht Neukölln ergab klar, daß sich der viermal wegen Unterschlagung vorbestrafte Bursche des Land- friedensbruchs schuldig gemacht hatte. Er wurde wegen der be- sonderen Roheit des Ueberfalls zu4Monatcn Gefängnis ver- urteilt. Die Arktis aus dem Zeppelinsenstcr. Der Lichtbildervortrag von Arthur Koestler, der als Presscberichterslatter die Polarfahrt des„Graf Zeppelin" mitgemacht hat, ist um eine Woche verlängert worden. Der Vortrag findet bis einschließlich Mittwoch, den IS. August, mit Ausnahme de? Montag, täglich um 19 Uhr, im Planetarium am Zoo statt. Im Vorprogramm:„Unter arktischer Sonne" und Filmzusammenstellung von Palarfahrten. Um 17 und 20 Uhr wird bis zum 30. August, mit Ausnahme des Montag, der Film„Chang" gezeigt. Stuhlverstopfung. Nach de» an den Kliniken für innere Krank- heitcn gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz-Josef"- Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. In Apoth. erh. �" Jedes vierte Kind zahnkrank Kulturschäden des Organismus Zum Aufwaschen, Spülen und Reinigen• für Geschirr und alles Hausgerät machts Kate WERTHEIM S««-LS- Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Außerordentliche Preisermäßigung Sensationell billige Geiegenheitsposten W® >CM*f ■•Sinn 1. August Aus der großen Menge der billigen Artikel empfehlen wir heute: ifClaiJef-, Seiden stoffe Kleidßr-Tweed modern« Meter 0.68 Bedruckt Vollvoile doppe»br, M»r. 0.70 Kunstseide, entzückende Musler, � OA ivictruuctin doppeltbr., früh, bis 4.S0, lelzl Mir. 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Um recht rege Beteiligung bittet die Abtcilungs- leitung. 4». Abt. Montag, 17. August, 20 Uhr, bei Förster, Drcibundstr. 11,„Die Frau in Wirtschaft und Politik". Referentin Nora Henke. 43. und 48. Abt. Mittwoch. 19. August, Besichtigung des Altersheims Bios, dorf. Treffpunkt 13'/- Uhr vor dem Stadtbahnhof Warschauer Brücke. Wir fahren bis Wuhlheide.» 47. Abt. Donnerstag, 29. August, Kaffcekochen im Alten Eicrhäuschen£ Uhr, Eltcrnversammlunq, Kaifer- Friedrich-Str. 4.— Fallenrat: Morgen, Montag, tagt der Fallenrot um 18 Uhr in der Baracke Eanghofcrstroße.— Volloersämmlung: Auf dem Sonnen. platz findet am Dienstag unsere Bollversammlung der Jung, und Roten Fallen um 18 Uhr statt. Alle Gruppen sind pünktlich zur Stelle.— Singekreiz: Wir üben wieder jeden Mittwoch ab 17 Uhr in der Schule Douauftr, 128. Krei» Köpenick, Gruppe Bohnsborf: Beteitiguna am Batbfcst Friedrichs» Hagen. Trefsrn 12.45 Uhr Bahnhof Grünau. Fahrgeld 30 Pf. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 4. Abt. Unser alter Genosse und Mitkämpfer William Klage» ist am 12, August verstorben. Ehre seinem Andenken! Tronerseirr Montag, 17. August, i7>Z. Uhr, in der großen Lalle des Krematoriums Gcrichtstrgßc. Um reg- Beteiligung bittet die Abteitungsleitnng. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Brranlworilich kür Politik: Dr. Enrt Geyer; Wirtschasls S. Klingelhöfcr! Gewcrkschaftsdewcgung: I. Steiner; Feuilleton: Dr. John Senkowsii: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt: Anzeigen: Tb. Glocke: lömlliäi in Berlin. Verlag: Vorwärts-Vcrtaa G.m.b.H., Berlin. Druck: Borwäi/s-Buchdruckerci und Verlaasanstatt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 88. Lindenstroße Z. Hierzu 4 Beilagen. Sensat3ons*3re?£@ für WärtscE-jafksariike! 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August 1931 Hinter den Kulissen der Wintersaison Konfektionsnäherinnen haben Arbeit „Sk kommt zwar arg verspätet, die Saison, aber sie kommt", meint die Leiterin dez Nachweises für Facharbeiterinnen. Es hat sich durch Wirtschaftskrise, Kapitalslucht, Geldknappheit und Arbeits- lofigkeit der traditionelle Saisontermin verschoben. Während bei- spiclsweise die Pelzsaison nonnalerweise zu Pfingsten einsetzte, lag sie in diesem Jahre bis vor etwa 8 Tagen ganz still und hat jetzt erst, also mit zwei Monaten Verspätung eingesetzt: allerdings sind die Anforderungen in der Pelzmäntelindustrie noch sehr zurück- hchtcnd, dagegen haben Näherinnen für Pelzbesätze ganz gute Beschästigunesmöglichkeit. Auch die Mäntel-Branche läht sich gut an, wenn hier auch die Herbst- und Wintersaison gegenüber der Frühjahrssaison stark im Hintertreffen ist. In der Mäntel- konfektionsarbeit finden die älteren Näherinnen— im gesamten Berufsleben ist dies eine große Seltenheit— Vsrdienstmöglichkeit: man findet hier Arbeiterinnen, die die Sechzig bereits überschritten, ja sogar manchmal die Siebzig schon erreicht haben, als begehrtes Stammpersonal der Zwischenmeister, die die Tüchtigkeit und Zu- verlässigkeit der eingefuchsten Arbeiterin zu schätzen wissen. In der Kleiderkonfektiou ist ebenfalls leidlich zu tun, wenn es auch hier vielfach an Spezial- kräften fehlt, so an Musternäherinnen, die auch gut zuschneiden können: zu der fehlenden Vielseitigkeit der Arbeiterin— dies trifft neben der Konfektionsnäherin auch für die Wäschenäherin zu— sei beincrkt, daß bei der Ausbildung der jungen Arbeiterin lange nicht das Gewicht und das Augenmerk auf die gewünschte vielfache Verwendbarkeit gelegt wird, wie bei der späteren Anforoerung der Facharbeiterin. Eine gesuchte Wäschenäherin ist beispielsweise jene, die neben der perfekten allgemeinen Wäschenäherei auch noch die Zickzack-, Hohlsaum- und Knopflocharbeit au- dem ff beherrscht. In der Wäschebranche liegen die Verhältnisse recht ungünstig: 5)eimarbeit ist so gut wie gar keine vorhanden, es werden ausschließlich junge, billige Kräfte für Sen Werkstattbetrieb verlangt, weil ja auch schließlich nur billigste konfektionierte Wäsche Umsatzmöglichkeit hat. Farbige kunstseidene Wäschestücke, oben und unten ein Spitzchen, repräsen- tieren den modischen Wäschemarkt. Handgearbeitete, handgestickte Wäsche kennt man nur mehr vom Hörensagen. Die Damen-Maß- konfektion ist immer mehr im Rückgang begriffen und hat der Modellkleidcr-Konfcktion, die wieverum sehr starken Aufschwung nahm, fast ganz das Felo gerämnt. So muß die gelernte Maß- schncidcrin, will sie aus dem Produktionsprozeß nicht gänzlich ausgeschaltet werden, sich ebenfalls auf die Modellkonfektion umstellen. In der puhbranche, die mit am stärksten vom Wetter abhängig ist, hat, infolge der miserablen augenblicklichen Wetterlaee, die Saison noch gar nicht eingesetzt: man hofft auf Anfang, spätestens Mitte September. In der Putzbranche wurde ein jahrelang im Dornröschenschlaf ruhender Arbeit-zweig, die Hutfeder, zu neuem Leben erweckt; man konnte alle Facharbeiterinnen auf Grund der noch vorhandenen Kartothek vermitteln und auf diese Weise den älteren Frauen, die der Wohlfahrt zur Last fielen, wie auch den jüngeren Kräften, die teils uugeschult, zum Teil unter die ungelernten Arbeiterinnen ein- geordnet wurden, wieber Verdienst verschaffen. Bei den künstlichen Blumen fehlt leider die Ouantitätsarbeit, es werden lediglich quali- fizierte Kräfte für Ansteckblumen, aber auch sie nur in ge- ringem Maße, angefordert: man hofft noch auf etwas Verdienst- Möglichkeit zur Ballsaison und dann auf den Blütenschmuck oer kom- Menden Frühjahrshüte. Ganz allgemein beurteilt, enfpricht das Bild des Arbeitsmarktes 1931 dem der Jahre 192S/26: also weitab von einer gesunden Wirt- schaftslage. Wie lange die Saison dauern, ob sie gut oder schlecht sein wird, das weiß niemand. Man ist heute nicht in der Lage, auch nur auf 4 Wochen im voraus zu prophezeien: und hätte nicht die Notverordnung die Reihen der Arbeitsuchenden insofern gelichtet, als die verheiratete Frau als Doppelverdienerin in Fortfall kommt und die Jugendlichen unter 21 Jahren infolge Entziehung der Unterstützung einfach nicht mehr das Fahrgeld für Nochweis und Stellensuche aufbringen können, dann wäre es ihrer eine Legion. Das Fehlen der jugendlichen Arbeitskräfte, deren Arbeitswille durch das Fernbleiben vom Nachweis unwillkürlich erlahmt, wird sich nach Aussage der Vermittler erst in der Hochsaison unangenehmst auswirken, wo jugendliche Kräfte nebn der qualifizierten Arbeiterin verlangt werden und dann nickst in genügendem Maße vorhanden sind. Die Heirat vor dem Kalifen. Oer Mann, der seinen Namen nicht kennt. Durch die verworrenen Lebensumstände seiner Mutter wußte der 28jährige Angeklagte, der sich bis zu diesem Prozeß Mario von D i p p e l genannt hatte, weder jeinen gesetzlichen Namen, noch seine Staatszugehörigkeit. Seine.Buchhalterin Les- poldine C., die jetzt 17 Jahre alt ist und die er vor einem Jahr nach türkischem Recht geheiratet haben will, bezeichnet sich daher als Frau o. D. Die Staatsanwaltschaft, die das Paar wegen Pro- visions- und Versandschwindeleien angeklagt hatte, erblickte in der Zulegung dieses adligen Namens nun eine Hoch- stapclei und hatte umfangreiche Ermittlungen nach der Herkunft des Angeklagten angestellt. Aus griechisch-orthodoxen Kirchenakten der Stadt Wien wurde festgestellt, daß der Angeklagte nach der Scheidung seiner aus Serbien stammenden Mutter, die von ihrem Wiener Ehemann mit einem Oberleutnant nach Deutschland gereist war, als u n e h e- liches Kind geboren war und somit den Mädchennamen seiner Mutter Pachany und ihre Staatsangehörigkeit führen mußte. v. D. war ein späterer Freund seiner Mutter, den der Angeklagte als seinen Stiefvater ansah und dessen Namen er zu Recht zu tragen glaubte. Tatsächlich war der Angeklagte im vorigen Jahr in der bayerischen Heimatstadt seines angeblichen Sticf- vaters erschienen und hatte dort behauptet, er sei der eheliche Sohn des dort beheimateten Ritter Edler o. D. und brauche einen Heimatschein. Ohne Prüfung seiner Angaben gab ihm die zuständige Behörde die gewünschten Papiere, mit denen sich Pachany dann weiter unangefochten in Deutschland aufhielt. Vorher hatte er in Zagred geheiratet und ein Versandgeschäft für Grammophone ge- gründet. Nachdem er ohne Lieferung der Ware zirka 100 000 Mark vereinnahmt hatte, floh er eines Tages mit seiner IKjährigen Angestellten Leopoldine C. über die Grenze nach. Bosnien und heiratete sie dort angeblich vor einem„türkischen Kalifen" als seine zweite Frau. Darauf kam das junge Paar nach Deutschland und betrieb in Berlin dieselben schwindelhaften Geschäfte wie in Zagred. Sie ließen sich Prospekte herstellen, in denen gegen Voreinsendung pon.5.Mark wertvolle Photo-Apparate angeboten wurden. Nachdem rPachany, der hier nur unter dem Nainen Ritter v. D. auftrat, einen Verlag durch gefälschte Bestellscheine und andere Firmen durch Abzahlungs- geschäfte geschädigt hatte, wurde er festgenommen. Außer diesen Betrügereien wurde ihm auch noch vorgeworfen, daß er, der im letzten Jahr schon mehrfach abgeurteilt wurde, sich immer in die Polizei- und Gefängnisurkundcn als Mario v. D. eingetragen hatte. In diesen Punkten erkannte aber das Schöffengericht Charlottenburg unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmitz auf Freisprechung, da der Angeklagte glaubhaft anführte, daß er nach seiner Zlnsicht Mario v. D. sei. -Wegen fortgesetzten Betruges wurde er zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Bei seiner 17jährigen Mitangeklagten wandte das Schöffengericht das- Jugendgerichtsgesetz an und sprach sie von der Anklage des Betruges frei, da sie nicht die notwendige Einsicht für die Strasbarkeit ihrer Vergehen besessen habe. Aller- dings w«rde sie wegen Führung eines falschen Namens mit 10 M. Geldstrafe belegt, da das Gericht doch nicht annahm, daß sie sich selbst als rechtsgültig verheiratet gehalten habe. Das Sinotheater Babylon am Vülowplatz bittet uns um Auf- nähme der Mitteilung, daß am B ü l o w p l a tz die Ruhe und Ord- nung vollkommen wieder hergestellt sind, und daß ab Dienstag, den 18. August, der Felix-Breesart-Film„Schrecken der Garnison" zur Vorführung gelangt. Sie läßt das Mausen nicht. Eine langgesuchte Diebin verhastet. Eine„holländische Großgrundbesitzer i n". die in einem teuren Hotel am Anhalter Bahnhof wohnte, wurde gestern in der Warschauer Straße, als sie aus Diebstahl ausging, festgenommen. Im Februar unterhielt sich am Anhalter Bahnhof eine Reisende mit ihren Angehörigen. Als sie sich umsah, bemerkte sie plötzlich. daß ihr Koffer aus dem Gepäcknetz verschwunden war. Sic erinnerte sich aber, daß vorher ihr gegenüber eine elegante Dame Platz genommen hatte, die jetzt nicht mehr zu sehen war. Sie wandte sich an den lleberwachnngsdienst, und am Ausgang wurde die „Dame" mit dem gestohlenen Koffer von einem Kriminalbeamten erwischt. Es war die 37 Jahre alte Emmi Hurdler, eine aste Bekannte der Polizei. Man bestrafte sie init Gefängnis, brachte sie aber wegen eines Leidens ins Krankenhaus. Dort stahl sie den Wohnungsschlüssel einer anderen Patientin und entschlüpfte. Das erste, was sie tat, war, daß sie in der Wohnung der Bestohlenen in der Warschauer Straße einen heimlichen Besuch machte und Betten und Bettwäsche stahl, die sie sofort in Geld umsetzte. Gestern wollte sie das gelungene Experiment wiederholen, wurde aber von der Wohnungsinhaberin, die inzwischen gesund geworden war, er- tappt und der Polizei überliefert. Emmi logierte in einem Hotel am Anhalter Bahnhof, und um andere Gäste mit Erfolg anborgen zu können, hatte sie sich als Großgrundbesitzerin aus Holland ausgegeben. Diese Großgrundbesitzerin wird dem Untersuchungs- richter vorgeführt werden. parieijubiläum in Potsdam. Die Sdzialdcinokratifche Partei feiert am 29. und 30. August die 40-Jahr-Feier der SPD. Potsdam und Nowawes, die 2S-Jahr-Feicr der SPD. Caputh und Saar m und und die 10-Jlchr-Feier des Bestehens des„Potsdamer Volks- blattes". Die Jubelfeier wird in einem Festakt im Potsdamer Schauspielhaus, der am Sonntag, dem 30. August, um 10 Uhr, bc- ginnt, gipfeln. Bei diesem Festakt wird der preußische Staatsminister Grimme den Feftoortrag halten. Am Sonnabend findet ein Fackelzug statt, an den sich um 20.30 Uhr eine Feier im Gesellschafts- Haus„Turnhalle" anschließt. Reichstagsabgcordneter Kurt H e i n i g wird sprechen. Austauschschülerinnen als Gäste der Arbeiterschaft. 25 französische Schülerinnen, die überwiegend aus dem- ehemaligen Kriegsgebiet als Austauschschülerinnen nach Deutsch- land kamen, statteten gestern der Konsum-Genossenschaft Berlin einen Besuch ab. Die Lichtenherger Anlagen, erweckten durch ihre Ausmaße und ihren technisch vollendeten Ausbau Er- staunen und Bewunderung. Im Anschluß an die Besichtigung bot sich Gelegenheit zu einer kurzen Aussprache. Genosse Dr. Schwarz wies darauf hin, daß der deutsche Arbeiter trotz der wirtschastlichon Depression den Sinn für die genossenschaftliche Arbeit nicht verloren hätte. Größte Anerkennung verdiene die Berliner Genossenschaft, deren Mitglieder hauptsächlich den wirtschaftlich schwachen Kreisen angehören. In einer Begrüßungsansprache betonte Genosse G ü t t- l e r die Bedeutung der genossenschaftlichen Arbeit für Völkerfricden und Völkerverständigung und beleuchtete die geschichtliche Entwick- lung der Berliner Genossenschaft. Besonders wurde betont, daß der zerrüttende Weltkrieg nicht vermocht hätte, das einigende Band inter- nationaler genossenschaftlicher Betätigung zu lockern. Dann gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, die jungen französischen Gäste möchten zu tatkräftigen Mitarbeitern am Genossenschastswerk heran- wachsen und damit dem Völkerfrieden den besten Dienst erweisen. Im Anschluß hieran besuchten die Schülerinnen eine Siedlung der„Stadt und Land Wohnungsbau Gesellschaft" in Lichtenberg. Unter Führung des Direktors dieser Gesellschaft, unseres Genossen Schadewald, sah man ein Kinderheim, in welchem diejenigen Kinder des Wohnblocks betreut werden, deren Mütter außer dem Hause ihrer Arbeit nachgehen müssen. Mondschein über Alt-Berlin. Die nächste Wanderung zu den vergesse- neu Winkeln Alt-Berlins, die besonders im milden Lichte des Mondes ihre stillen Reize offenbaren, findet auf Veranlassung des Bezirksamts Schöne- berg am Mittwoch, dem 19. August, statt. Schriftsteller Georg Bamberger hat wiederum die Führung. Treffpunkt: 20 Uhr, Molken- markt, am alten Krögel. Unkostenbeitrag 1 M. 90 ECKE MAR K<3 RAF EN*" ST R Montag und Dienstag Der Saison- Ausverkauf dauert auch in meinem Hause Kurf u rsten- dämm 227 nur noch Tagel _____ auf Ratta von all»» Stoffen wie l WeißeLeinenu.Baumwollstoffe,|FarbigeWasch»tofFe f. 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Technischer Film Anfragen wegen Besuch und Ueberlossung der Abteilung sind teiephonisch oder ichrist- Itch on dt« jfulturadteiiung lBUro Klsäffer Stroh« dS/ZS. Zimmer 2ll) zu richten. Oer Auifurbeifrag butedgf 20 Pf. Mittwochs ist um 8.15 Uhr Vorstellung. Zu der Boche»om 12. bis 23. August spricht Herr Dr. Patschte zum Film J3t«l<*n 1"(von den Alpen bis vor bic Tore Rom»). Die OrtsTerwaltang. Am 18. August d. 3«. beginnt, ■Die ollsöhrlich, der Obst-, Gemüse- unb ttartosteloertauf aus dem Guts Hase iu Berlin-Zlaseulhal. Vcrfausszeit 8—12 und 2—6 Uhr. Berliner Stadtitater v.m.b. fl. Guisverwaitnnt) Biankenleide. IL, inier 48$�rreisaiii)8o! Billig wie noch nie I Inletief Oberbett,. Mk. 9.80, 10.-, 12.- Kissen____„ 2.5«. 2.85. 5.50 rot, I OrkUcfa, Makko. Steppdecken..... Mk. 19.50 Daunendecken...._ 52,— Wander-, Wochenend. Decken In ollen Preislagen) Bettfedern and Daunen zu den bekannten billigen Preisen. Bei Einkauf GreHsrelnlitonU! Bflöm. Beitfedern- spenaihaDS Sachse!« Stadler Berlin G.. Landsbereer Str. 43-47 NÄhc Alexanderplaiz Deotsdier Metaiiarlisiter-ysrliaDEl Verwaltnn�sslelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Invalide Max Kramer geb. 11. April 1858, am 13. August gestorben ist. Ehre seine« Andenken!. Die Einäscherung findet Montag, den 17. August,!«>/- Uhr, im Kre- matorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsvernraltung. Zurück von der Reiset Pro(.Dr.A$diiieiin Zurück or. H. Bernhardt Halt— Nasen— Ohrenarzt Erfinder- Vorwärtsstrebende 10 000?fh. Belohnung Näheres kostenlos durch f. Erdmann& Co,, Berlin SW Ii. jeder Art liefert preiswert Paul Golletz vormals Robert Mayer Maiiannonatr. 3 F8, Oborbaum 1303 ¥ollcsf«irsor�|e Gc werks chafHich-Genosscnschafili che Ver- sidsemogs-Akiicngesellschafi, Hambarg 5 Größte msuersichsrungs- gesellschaft Deutschlands Gegenwärtig rund 2,2 Millionen Versicherte mit 900 Millionen RM. Versicherungssumme, 150 Millionen RMark Vermögen, davon Eigentum der Versicherten: Prämienreserve; Ober 100 Millionen RMark Gewinnanteile; 32 Millionen RMark zusammen Uber 132 Millionen RMark. Versicherungsleistungen: rund 12 Mlll. RMark seit November 1923(Ende der Inflation) NAhere ADSKonlt erleilen die Redmungssteilen: Berlin s 4?. Ritterstraße m- Berlin-Maricndori, Rathausstraße 93, pt.; Berlin-Köpenick, Bahnhofstraße 34; Berlin-Lichtenberg, Frankfurter Allee 122; Beriin-Reinickendorf-Ost, Schönholzer Weg 39; Berlin-Pankow, Oaillardstraße 26; Berlin-Spandau. Götelstraße 5,............. in Hamburg 5. An der Alster 57—61 pt, oder der Vorstand der Volksfürsorge Unsew Schaufensteii anschetisi und OSfirend der Oauer dcsJ Ausverkaufs auf alle fertigen Waren eine weitere Ermo6fgurg>on jpfAMsnot.me ierSonderAngi cix 'PaLvzellen und. Wohnungen V--- � Gewinoauszug 5. ÄlaJJc 37. Preubisch-Süddeuische Slaals-Lottene. 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Wasserleitung, Elektrisch und Straßen im Bau. Unsere gOntttgen Zabluagsbedhigangen sind bekannt. VerkÄofcr Sonntag* auf allen Bahnhöfen nnd Gelinden an grüner Armbinde kennllitb. Sparbfldier werden in zahinng genommen> Auskunft und Prospekte auch im Hauptbüro. CHeinzel&Co . AI. Jager 0513 lur eine SchlQter-Parzelle 6. Ziehungstag 15. August 1931 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 490 M. gezogen B Sewian» m 5000 M. 19266 86806'160353 304340 22».«ins- tu 3000 M. 607 104519 110939 151429 243031 245529 283968 287492 308094 315145 343890 68»tBünat m 2000 M. 1841 4210 28227 48393 53412 60689 62493 86103 73907 74477 96330 104097 107486 140707 142988 164172 170990 198354 214286 221483 223456 248339 253842 259776 270805 271544 277862 288960 301473 324169 337468 364233 367000 372478 96«ewinne>u 1 000 M. 3125 10531 13238 20282 29835 32117 88450 81133 62785 77647 80712 94317 101634 102560 105601 1031 15 148231 168929 170783 175572 185869 187703 199976 203130208809 214829 215653 227134 231618 235689 239465 241838 248371 249507 264111 283255 294823 306444 323817 336264 362578 373878 382095 384850 387791 390923 391008 394430 1 92 Bcttlnn««u 500 an. 188 2356 10544 17755 17958 21558 21819 23320 24277 42714 45434 46199 46957 47771 54764 56936 57478 53031 59497 61430 62622 65265 65317 67127 70217 79820 82521 83963 86418 93474 101057 107269 107893 121832 129022 136730 143454 154005 154800 1B59I8 160961 161966 190457 191317206768 212529 818012 222532 223344 234533 236968 240661 244375 247769 256732 256875 257421 258195 262809 269319 275995 278312 286679 287723 294031 298661 300366 305129 317915 318725 319698 322842 323450 329728 333870 334831 335005 335785 340259 341680 357998 359986 362723 363188 366847 370780 371127 373978 375654 380388 380979 384590 385272 386444 387514 392644 In der heuügea Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen 2 Ostoioa« zu 10000 W. 373613 4 Sswivne gu 5000 M. 224861 309310 16 Gswinn» ,» 3000 W. 104979 160050 163467 210511 272862 284983 334669 366800 368403 56 eewiim« w 2000 an. 11337 24202 61487 69100 72590 101383 104513 127876 130452 139008 150777 159993 196952 1 97449 1 9995-1 235418 240226 248820 269525 281443 292151 300132 300425 329781 356388 387278 381438 394214 112 estDlmw zu 1000 M. 839 5165 9715 18226 23327 32596 34531 36268 61061 52860 68070 62788 64302 80137 87858 107601 125884 128170 141844 145797 163617 167056 169473 187111 193618199969 202695 206132 224491 231206 244339 249742 268610 275214 279470 293966 298069 300839 307623 308896 315560 320216 327450 332728 341011 344743 356167 356450 363314 364411 366621 376678 387627 387867 394653 399532 200 Eewim,,«u 600 M. 3076 5227 10476 13368 17018 18424 25242 26481 42419 42511 44977 47901 49608 51253 52174 65342 58715 66010 76063 81942 82045 84698 90264 92858 95296 97383 107457 107981 110591 111085 111267 140257 145428 166396 166842 171416 172208 175510 176277 180137 185357 185504 189897 195738216665 218140 218206 219462 221860 222554 223815 226930 230476 231026 231633 232251 236075 256545 262207 263058 266936 267948 267968 271 168 272903 276758 282949 285163 288909 294890 295283 298492 302752 308874 316297 319712 320340 320471 921149 321518 327517 328980 330374 334379 338448 343997 354135 365411 366019367112 372330 372722 377808 379237 379331 333428 384890 386553 389023 389106 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000. 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, S zu je 7S000, 6 zu je 60000, 28 zu je 25000, 150 zu je 10000, 390 zu je 5000, 770 zu je 3000, 2374 jn je 200Q, 4844 zu je MOC� WM**50�28884,* 400 r 1 SBOSSEAUSflMUfASSE DEUTSCHE BAU-GEMEmSOWI E&Miucsrrz leipzis m u Zinsfrei« Darlehen auf der Grundlage echfer Gesonseftigkeii* HAUSBAU I Allerbester Kultnrboden. 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II, Venslehwgtböro{ Für Sebillerpzrkt Berlin N 05, Corkerstrntze 9, bei Sdheller Nr. 381 ♦ 48. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 16. August 1931 ffiichard ffluelfenbeck: SBucherphatüaSien 2ll>el Mendoza war der Sohn eines Kleinwarcnhändlers, der erfolgreiche Anstrengungen machte, ein Großwarenhändler zu werden. Er hatte feine im spanischen Stil erbaute Budike mit allen Dingen ausgeschmückt, die die Schiffe der großen Welt im Hafen von Havanna absetzten. Wollstoffe aus den Vereinigten Staaten, Teebüchsen aus Ceylon und China, Kimonos aus Dokohama, ein mit Grünspan überzogenes Fernrohr aus Deutschland, Ananas- konserven aus Jamaika und ein angebrochener Sack mit Haitikaffee lagerten malerisch ungeordnet in halbduntlen Räumen, in denen sich die kausenden Kubanerinnen sehr wohl fühlten. Im Verkaufs- laden seines strebsamen Vaters spielte der kleine Abel täglich mit einer Mausefalle, die durch irgendeinen unerfindlichen Zufall ihren Weg zu des alten Mendoza Behausung gefunden hatte. Dabei wurde ihm im Alter von fünf Iahren, am Sonntag Cantate, als Vater und Mutter im Feiertagsstaat die Kirche besuchten, der kleine Finger der rechten Hand zerquetscht. In der Natur Abels wurden bald die Hauptrichtungen sichtbar, � das Streben des Vaters, es vom Kleinkramhändler zu einem an- gesehenen Spekulanten und Mitglied eines feudalen Klubs des Prado zu bringen, und die hoffnungslos orientalische Faulheit und Genußsucht der Mutter, die erschöpft ihr Ruhebett aufsuchte, wenn sie sich eine halbe Stunde am Gitter des Ladens mit einer Nachbarin über das Wetter und die Sittenverderbnis der jungen Mädchen unterhalten hatte. Da der alte Mendoza niemals erkannte, daß sein Sohn Abel ein Geschöpf der Umgebung war, vielmehr glaubte, er sei ein junger Königssohn, der berufen sei. Kuba von allen wirtschaftlichen und politischen Schmerzen zu befreien, nahm er die sich mächtig äußernde Faulheit und Genußsucht krumm. Im Ge- danken an die Aufforderung der Priester, das böse und taube Fleisch abzutöten, prügelte er zum Entsetzen der Mutter den kleinen Wel systematisch mit einem elastischen Zuckerrohr. Das war die erste ernsthafte Bekanntschast, die Abel Mendoza mit der Zucker- Produktion seines Landes machte. In der Schule taugte Abel Mendoza nicht das geringste. Er war ein langer, schwarz- und glatthaariger Bengel, der frühzeitig den Mädchen nachlief und unverständliche Rückfälle in die Klein- kinderzeit hatte, indem er plötzlich seine Schulsachen fortwerfen und in die Gosse knien konnte, um Murmeln zu spielen. Als er fünf- zahn Jahre alt war, lief er seinen Eltern fort, um sich in der Nähe der Luxushotels und bei Sloppy Joes Bar herumzutreiben und die amerikanischen Millionäre zu beneiden. Der Vater holte ihn zurück und wollte ihn nach seiner alten Methode mit dem Zuckerrohr be- arbeiten. Dies aber mißglückte: denn er bekam durch die Auf- regung einen Schlaganfall, fiel auf den mit Gemüseresten bedeckten Boden, verdrehte die Augen und starb. Mit dem Onkel Fernando, der nun die Leitung über das Geschäft und die Familie Mendoza übernahm, konnte Abel es ganz und gar nicht. Zum größten Ver- gnügcn Abels war Fernando ein Mann, den man mit geringen Mitteln zum besten halten konnte. Man konnte ihm tote Ratten ins Bett legen, ohne daß er den Urheber ahnte: und man konnte ihm die Büchsen mit eingemachten Früchten auslaufen lassen und mit Heringslake füllen, und er war geneigt, dies sür ein Wunder des Himmels zu Halten. Zu dieser Zeit, als Abel Mannesgröße und einen Kindcrverstand hatte und als der erste Bart mit der Glattheit einer unreifen Zwiebel an seiner Oberlippe zu wachsen begann, ging mit der Mutter eine merkwürdige Veränderung vor. Obwohl sie ungewöhnlich dick und unschön war, lief sie tagaus, tagein in Mode- geschäfte, um Kleider anzuprobieren und zu kaufen. Sie begann die Rennen und das Kasino zu besuchen, sie kauste sich ein Diadem aus falschen Brillanten und eine riesengroße Flasche st'orsav russe und gewöhnte sich daran, zu behaupten, sie habe es bisher versäumt, ihr Leben zu genießen. Als der Krieg ausbrach, war Abel Mendoza zweiundzwanzig Jahre alt, groß, mit versinntem Gesicht, elegant gekleidet, mit weißen Segeltuchgamaschen, Lackschuhen und einem Bambusspazier- stock, der oben einen geschnitzten kleinen Löwenkopf trug. Er war bei einem Schneider abonniert, der sich bemühte, den jungen Mann, der es erstrebte mit dem lachenden Gesicht eines Filmstars auf der Titelseite eines Modeblattes abgedruckt zu werden, auf der Höhe der neuesten Mode zu halten. Seinen Unterhalt verdiente er als Angestellter einer Zuckeragentur, die überall in dem riesigen Lande ihre Plantagen besaß. Seine ständig wachsende Genußsucht ließ ihn darüber nachdenken, wie man sein Gehalt vergrößern könnte. Bei diesen Ueberlegungen fand Abel heraus, daß der Zucker, das Gold Kubas, seit Kriegsbeginn in ständiger Wertsteigerung bc- griffen war. Sein Plan war gefaßt: er überlegte richtig, daß, so lange der Krieg dauern würde und auch noch nach Friedensschluß, wo es galt, die Bedarfslücken auszufüllen, ein Rückschlag in den Zuckerpreisen nicht eintreten könnte. Abel begann zu spekulieren, zuerst im kleinen in Havanna, dann größer und kühner und.schließ- lich durch telegraphische Anweisung an eine New-Jorker Makler- sirma an der Zuckerbörse der Welt. Kurz vor Friedensschluß war Abel Mendoza, der Damenheld des Prado und der Liebling des Fünsuhrtees im Sevillahotel, so weit, daß er sich eine Plantage kaufen konnte. Er leitete seine Produktion nach modernen amerikanischen Mechoden, indem er die Arbeiter möglichst um ihre Löhne prellte und rückftchtslos für seinen eigenen Beutel herausholte, was immer herauszuholen war. Es zeigte sich, daß er wie Napoleon sein konnte, wenn er seinem direkten Vorteil nachging. Die kostbaren Geliebten, die er zu unter- halten hatt� und die Spielverluste am Baccarattisch des Kasinos trieben ihn zu so anstrengender Arbeit an, daß er begann, Achtung vor sich selbst zu bekommen. Abel Mendoza wurde ein Industriekapitän, der es für selbst- verständlich hielt, einer wohlhabenden Menschcnklasi« anzugehören. Er vergaß seine Jugendstreiche, seine Schulduminhcit und mit ihnen die Herkunft aus der Budike seines Vaters. Umnerklich ging in seinem Kopf eine Wandlung vor�das, was die Verhältnisse ihm eingebracht hatten, hielt er für die Folgen eigener Tüchtigkeit. Er wurde mächtig moralisch und teilte seine Geliebten in fast legitime und illegitime ein: er ließ sogar durchblicken, daß er nicht abgeneigt sei, eine der Töchter des Zuckerkönigs Terifa zu heiraten. Er baute sich eine Villa am Meer in der Nähe Havannas und veranstaltete Feste unter Königspalmen und zwischen den roten giftigen Blüten der Bäuine, die man Flamboyer nennt. Er war freigebig, solange er selbst genug hatte, und der Ruf, daß man bei Abel Mendoza gut essen konnte, verschaffte ihm die Bekanntschaft der sogenannten geistigen Elite, die überall da eintraf, wo Abfälle von den Tischen der Reichen erwartet wurden. Eine Horde gewohnheitsmäßiger Schmeichler lobte Mendozas Anzüge, Hemden und Schuhs, man machte Gedichte auf ihn und widmete sie ihm in den Tageszeitungen. Unterdessen stieg der Zuckerpreis Stunde um Stunde, und— ganz wie Abel es richtig vorausgesehen hatte— begann nach dem Friedensschluß ein« Hausse einzusetzen, die das ganze Land in Taumel versetzte. Es schien nun fast leicht, ein Millionär zu werden. Der Zucker wuchs von selbst, billige Arbeiter schnitten ihn, und täglich tasteten sich überladene Frachtdampser aus dem Hafen Ha- vannas. Es war ganz gleich, ob man Produzent war oder Händler oder beides wie Abel Mendoza: da die Preise immer weiter stiegen, war es unmöglich arm zu bleiben. Abel war eine überirdische Gestalt geworden, er verrichtete seine Arbeit— das Unterzeichnen von Schecks— mit der Würde eines Mannes, über dessen ersolgreichen Lebenslauf die Kinder in den Schulen unterrichtet werden. Er schaffte sich die letzten Feinheiten der Zivilisation an, einen goldenen Füllfederhalter und Unterhosen, die der Prince of Wales einen Tag getragen hatte. Wenn er in seinem Pierce Arrow Compressor cinhergefahren kam, blieben die Leute stehen— sie empfanden Abel als ein glückhaftes Symbol der kubanischen Nation— und eine höhere Gewalt zwang sie, den Hut abzunehmen. Da geschah etwas AußerordeMiches: der Zucker sank. Zuerst ganz langsam, so daß niemand die Sache wichtig nahm. Als aber eines Tages die New-Porker Zuckerbörse mit weithallendem Krach zusammenbrach, war die Kopflosigkeit groß. Die Kraft Mendozas war einer Gefahr nicht gewachsen. Alles konnte man von diesem Mann verlangen, nur keine Umsicht, die aus einer wirklichen Hal- tung kommt. Er begann sogleich Dummheiten zu machen: er pro- phezcite das baldige Ende der Krise und kauste ungeheure Mengen Zucker zu dem niedrigsten Preise auf. Der Zucker fiel weiter und hatte nach zwei Iahren nur noch ein Zehntel des Wertes, den er in der Zeit der Hausse gehabt hatte. Abel Mendoza war nicht nur pleite, er schuldete nach allen Seiten, die Blätter, die ihn noch vor kurzein einen kubanischen Stinncs genannt hatten, verlangten jetzt seine Verhaftung. Man verkaufte ihm die Villen und setzte rücksichtslos die legitimen und die illegi- timen Damen auf die Straße. Die geistige Elite tat, als habe sie einen Mann namens Abel Mendoza nie gekannt. Abels Zucker- träum war ausgeträumt. Heute kann man in der Nähe der Renn- bahn in Havanna einen jungen Bettler sehen, dem der kleine Finger der rechten Hand fehlt. Er ist mit einem Nickel zufrieden und kaut an einem Stück Zuckerrohr. Es ist das Schattenbild des Millionärs Abel Mendoza. Jüfred Mein: dlbjjclftlCd Georg West hatte weder Land noch Leute geliebt, die er nun oerließ. Er war Staatsbeamter, vor zehn Jahren war er wider Willen in diesen östlichen Winkel des Reichs versetzt worden: immer nannte er sich hier eine Fliege in der Käseglocke, und täglich wenigstens einmal hatte er dies„Sibirien" verflucht. Die Kindheit am Rhein, die Studienzeit in Marburg entwichen ihm traum-un- wirklich wie einem Zuchthäusler. Grimmig äußerte er oft zu seinen Kollegen, wenn er die letzte Station der Provinz mit dem Zuge, der ihn endlich für immer davon tragen sollte, passierte— dann würde er noch einmal all den jahrelang ertragenen Mißmut über seine Verbannung in hohem Bogen so recht aus befreiten Leibes- kräften ausspucken. Er haßte das graue Meer, er haßte die Ebene, er haßte die melancholische, harte, mißtrauische Art der Bewohner hierzulande. Er war gerecht genug, um nicht anzuerkennen, daß nicht nur die von ihm geliebten Gipfel, nicht nur der weinbergfröh- liche Strom da fern im Westen, daß auch das brandende Meer, die weltverlorenen Wälder und Seen Zauber und Schönheit besitzen, aber immer lag ein Schatten der Gefangenschaft für ihn über der Landschaft. Er wußte, daß auf die östlichen Menschen, wenn man sie für sich gewonnen hatte, mehr Verlaß war als auf die leichteren Landsleute, er verspürte oft die suchende Hand eine», der gern sein Freund werden wollte, in der seinen— immer aber überwältigte ihn eine mit dem Schicksal hadernde Wut, das ihn hierher verbannt hatte, und er blieb lieber einsam. All die Jahre voll Alltagsfron in der für ihn ungeliebten Oede waren ein einziges Warten auf den Urlaub, dann sauste er mit dem ersten Zuge gegen Westen, und mit Frohlocken fand er die stolze schöne Heimat in unverwelktem Glänze. Jahr für Jahr bewarb er sich bei seiner vorgesetzten Behörde um Versetzung, er wurde schon damit als lästig empfunden, und immer ward ihm die Bitte abgeschlagen. Als er sich schon dareinfand,„lebenslänglich verurteilt" zu sein, als er sich mit den rauhen gutherzigen Kumpanen mit innerem Hohn anbiederte und sich, dem alles Rohe zuwider war, wie sie manchmal sogar dem Suff ergab, da lag eines Tages unter den langweiligen Dienstbriefen ein an ihn persönlich gerichtetes Schreiben: er war an den Rhein versetzt, in die Heimat. Im ersten Augenblick sprang er mit einem Jauchzer auf und die unerwartete plötzliche Freude nahm ihm alle klaren Gedanken. Die Kollegen beglückwünschten ihn, sie hatten es ihm nie nachge- tragen, daß er auf ihre Heimat verächtlich herabsah— es waren meist Menschen, die all diesen nach ihrer Meinung sentimentalen Gefühlen abhold waren, für die ein gutes Auskommen und eine gewisse Gemütlichkeit, ebenso östlich gelassen wie sie es gewohnt, das Leben erträglich machten. Doch schon als er abends in sein möbliertes Zimmer trat(er war manchem hübschen Mädchen zum Leid in seinem hassenden Trotz Junggeselle geblieben) und die Wirtin ihm entgegenkam mit ihrem ewigen„Guten Abend, Herr Rat", dos ihm schon zum Er- brechen über war, so daß er oft grußlos knurrig an ihr vorüber- ging,— heute erwiderte er zum eigenen Erstaunen freundlich den Gruß. Und er merkte, wie Wehmut sich in seine Stimme schlich. Er blieb stehen und sah in das alte karge Gesicht, er nahm ihre 5)and und sagte:„Denken Sie, Frau Dolligkeit, ich muß Ihnen kündigen. Ich bin versetzt." Die alte Frau sah ihn stumm an, dann streichelte sie seine Hand, und zwei Tränen rollten ihr herunter. „Haben Sie es denn hier so schlecht gehabt?" fragte sie leise. Er antwiytete nicht. Wie kam die Frau zu dieser Frage? Immer hatte er sie bloß über das Notwendigste unterrichtet, aber sie schien alle Jahre gemerkt zu haben, was in ihm vorging, ohne je ein Wort darüber zu verlieren. Er ließ verlegen die Hand los, verkroch sich in seine alte un- wirsche Knurrigkeit:„Das Abendbrot." „Ja, ja— Herr Rat— ober gewiß doch." Er oft fast nichts, rannte bald wieder hinaus— Tisch, Bett, Schrank und Bilder an der Wand sahen ihn alle so zärtlich an— er wanderte planlos durch die Straßen der alten, düsteren Stadt, in denen er jeden Laden und jeden Giebel bis zum Ucbcrdruh ge- nau kannte— aber die grimmige Verachtung war fort, sein Blick streichelte die stummen Gefährten seiner jahrelangen Qual voll Liebe: ja, voll Liebe. An einer Straßenecke stieß er mit 5)ilde Masuhr zusammen. Wie alt sie geworden ist, dachte er, wie vergrämt. Einmal— vor zehn Iahren— hatte es einen Flirt zwischen ihnen gegeben, sie hotte auf das entscheidende Wort aus seinem Munde gewartet, er sprach es nicht aus, sondern ließ sie bald wieder allein. Jahrelang grüßten sie sich nur stumm. Heute ergriff er ihre Hand:„Ich werde Sie verlassen." Und wieder traf ihn kein empörter Blick, sie drückte seine Hand und sah beiseite. „Verzeihen Sie mir." Was waren das nur für Worte, die da aus ihm sprachen? Sie lächelte:„Was soll ich denn verzeihen, Herr West? Daß Sie endlich glücklich werden? Ich freue mich, Sie taten mir oft so leid. Lassen Sie sich's recht gut gehen." Sie schritt schon weiter. Ihr Gang war ein wenig unsicher. Aber sie sah sich nicht mehr um. Heut liebte er sie. Wenn das olles so ginge im nüchternen Leben, er hätte sie hier auf der Straße in die Arme geschlossen: komm mit, du liebes Kleinod, diese letzten zehn Jahre. Unklar und in tiefster Seele zerrissen floh er die. Stadt tstid kam an den Waldsee vor den Toren. Immer hatte er für die Natur- schönheit dieses„Tümpels" nur einen geringschätzigen Blick gehabt. Heut bestieg er zum ersten und letzten Male in den zehn Jahren einen Kahn und fuhr in den mondlichtstillen See hinaus. Sein Herz erfüllte eine unbeschreibliche Sanftmut und Hingabe. Das Glucksen der Wellen gegen den dahingleitenden Kahn war wie ein Schluchzen. Und er mußte weinen. Nachts, als er schlaflos im Bett lag, wollte er sich die ihn er- wartenden Schönheiten der Heimat vorstellen, aber mächtiger umfing ihn das stille armselige Land, das er verlassen sollte, und das all seiner Verachtung zum Trotz dennoch von seiner Seele Besitz ge- nommen hatte. Die Kollegen forderten ihn auf, am Tage vor seiner Abfahrt ein„kreuzfideles" Abschiedsfest zu geben, und olle waren kreuzfidel bei dieser Feier, nur er lächelte wehmütig: nach Mitternacht, als der Wein in ihm wirkte, lag er einem der rauhen guten Gesellen, die er doch„nie recht leiden mochte", in den Armen und sagte immer- fort:„Mein lieber, lieber Petruschinski, warum muß ich dich ver- lassen?" Sie versprachen alle, ihn am anderen Tag zur Bahn zu bringen, doch als sie ihn abholen wollten, war er bereits mit einem früheren Zuge heimlich wie ein Dieb abgereist. Zu den berühmtesten Wunderkindern der Geschichte gehört Christian Heinrich Heineckcn, der 1721 in Lübeck geboren wurde. Schon mit zehn Monaten konnte er geläufig sprechen. In seinem zweiten Lebensjahr beherrschte er bereits die ganze biblische Ge- schichte, im dritten sprach er fließend Latein und Französisch und kannte sich in Geographie und Geschichte gut aus. In Schavabach in Mittelfranken lebte ein anderes Wunderkind, das in: sechsten Lebensjahr schon Griechisch und Hebräisch konnte und mit vierzehn Iahren Magister wurde. Dieser Johann Philipp Baraticr wurde aber nur neunzehn Jahre alt— er starb im Jahr« 1740. Ein tandwirbeltier ohne Lungen. Wie es Fische gibt, die im Wasser leben und dennoch nicht durch Kiemen atmen, so gibt es auch Wirbeltiere, die ständig auf dem Lande leben, jedoch keine Lungen besitzen. An der italienischen Riviera lebt ein braun gefärbter Höhlen- salainander, in dessen Körper weder Lungen noch Kiemen entwickelt sind. Dafür münden die den Luftaustausch besorgenden und auck» über den ganzen Körper reich verzweigten Blutgefäße unmittelbar in die Mundhöhle, durch die nunmehr die sonst in den Lungen stattfindende Atmung erfolgt. Diese Atimmgsart erinnert bereits in vieler Hfnsicht an die Atmung der Insekten, bei denen bekanntlich der Gasaustausch gleichfalls mit Hilfe der unmittelbar an der Körperoberslächc* nach außen endigenden Luftröhren stattfindet., . s V l?v kostet die neue Enver Bey � EJo-/MUNDCT. dieirotz Billigbeii- Jeden anspruchsvollen Raucher befriedigen wirdl IValler Appell: Llrlaub. Sächfiiche&eriengefpräche Diihch i)cns, willst wohl baden geh»? — Ja, ich habb mir mal baar Dahchc Urlaub genoinm. Awr so allcene. Sonst hast du doch immer ä Bübbchen mid- gehabbt. So zum bisscl Schbast machen, in de Beene zwicken, unn ossn Hindern klobben.... Oder willst du filleicht de erschdcn besden fremden Driklohjumfern mit dein Zärdlichkecdcn beelicken? Du, da sich sich bloß for, daß de nich mal an«nne ferheirahdc gcrädst. Da gibbda nämlich ooch welche, den is das nich ohne weiteres er- winscht. — Dason schbricht doch kcc Mensch. Ick) habb doch mei Bubb- chen mit. Wo denn? — Hier, in dr Akdenmabbe. Was host du da drinne? Dci Bübbchen? — Jawohl. Was, da schdounsde! Ich habb mir nämlich enne Gummibubbe qckooft. Zum Offblascn. In nadierlicher Grceße. Wenn die richdj brall offgcblasen is, oa kannsde die gans schcen offn Hindern klidschen, unn wozu de sonst noch Lust hast. Unn die kann sich nich mal rewangschiern, indem se mit Wasser schbritzt. Unn dass« mit andern bussiert, brauchsde ooch kcene Angst zu Hamm, oder dosse eifersichdj werd, roenn de filleichd mal nach ner Insel schwimmst, unn zufällig is dort schon jemand, die off dich wardet. Awr nachn Baden, da sitzt mr doch immer noch n bisset in Resdorang, unn macht ä Blauderschdindchen, zu zwcet. — Das kannsde mit so ner Gummibubbe ooch. Da brauchsde bloß de Luft noch drinne zu lassen, unn forher legsde se Vissel in de Sonn«, dasse ürocknet. Awr underhalden kannsSe dich doch nich midr. — Godd sei Dank. Was ißn das schon geweehnlich fr ne Undcr- haldung? Unscreener redt unn redt, unn das Bübbchen, ich mcsne das lcwendje, das bläddert in enn Schurnahl, ruft in eencr Duhr nachn Ohwer, unn wenn de se mal fragst: Nu, isses nich wahr?— Da faedse: Ach, ich habb jetzt gar nich drofsgehorcht, sagen ses noch- mal! Das fcrichdct so ne doobschduinme Gummibubbe ooch. Das jchdimmt schon. Awr schließlich hajde doch ooch mal das Bedirfnis unn mechdest... na, ich meene, wnd hadn zum Beischbiel so ä rohdes weibliches Libbenbaar in dr Welt fr ne Bcschdimmung? — Ach, wenn des nich zu schdürmisch machst, kannsde das mit so ner Gumniibubbc ooch. Awr nadicrlich forsichdj, dasse nich blatzt. Na, ich wccß nick). Nach was soll dn so ä Kuß schmecken? — Genau nach was ä richdjcr schmeckt: nach Farroe. Mcind» wegen kannsdes ja mal browiern, da werschde nichn gcringsdcn Underschied merken. Danke. Fcrzichde. Awr... schließlich gibbds dach ooch nach andre Sachen. Ich wecs nich, ob du mich scrschdehst, ich kann das nich so sagen. Awr ich meene— mier sinn doch Männer. Unn micr walln doch abb unn zu mal son Lieme schbrechen mit so enn Bübbchen. Unn hin unn wieder solls doch ooch nich bloß bei den Schbrechen bleim. Dr aide Blahdo is doch schon so lange dohd. Ferschdehsde mich denn immer noch nich? — Gans genau. Na und? — Ja, wceßdc denn nich mehr, was ich forhin gesagt habe? Was dn?. — Daß ickz mir mal— Urlaub genomm habb.... Am Strand. Ich hsbbs ja gesagt, mier wolldcn liewr an de Nordsee fahrn. — Awr Frcku, de Osdsco is doch ooch gans scheen. Bis doch froh, daß mier uns das leisden kenn! Ob mier son gebumbdn Gelde hierhin fahrn oder dordhin, das is doch dasselive. — Na also. Was rägsde dich denn da off, wcnn's dasselwe is. KifS« is Kisde. Awr de Nordseekisde is romandischer. — Da beschdehds Meer ooch aus Wasser, un dr Selchrand noch au? Schdrandsand,— in Gegendeil: an dr Osdsce gibbds Bernschdein, an dr Nordsee nich. Erschdcns hammier ja doch noch keen gefunden, un zweedens is Bernschdein gar nich mehr Made. Un driodens sinn mier doch kern- Kinder mehr, daß mier an de See fahrn un dn gansen Dahch bloß in Dreck rumwiehln wolln. — Na, was mechdsdc denn da an dr Nordsee machen? Denksde fielleicht, da is mehr los? Da fchbielt de Schdrandkabelle genau dieselm Schlager wie hier, un i Bublikum is ooch genau so bleede. Oder gloobste«dwa, daß dort de Schdrandgeschbräche son was andern handeln als wie son dr bollidschcn Lage, un son dr großen Bleide in Deidschland? Un de Schcenheetskeeniginnen sin ooch nich hibb- scher wie hier. Allerdings ooch nich häßlicher, wenn de cdwa ge- dacht Hamm salldest, da häddfde Schangfcn gehabbt.... — Nu, ich hädde dir jedenfalls meine Schdimme ooch an dr Nordsee nich gegähm. Off die häddich ooch dankend ferzichdct. Awr abgeschn dason: liest denn du gar kcene Zeidung'? — Nadicrlich. Awr was had» das mit»nsern Gcschbräch zu duhn? Garten am Fenstersims. SÖlargarlncfijtcn voll Erde gefüllt und dann für rveuige Groschen Blurnenscrrnen hineingesteckt-- denn die Sehnsucht ist nirnmer erloschen, die Sehnsucht nach Blumen und Blütendust, nach zartem knospenden �Wunder, trotz Elend und �Tot und allem Älltagsgrplunder. Du winziger Garten am Fenstersims, mit Ziehe und Ängst gehütet, du Blüteninsel im Barksteinweer, das heiß und trostlos brütet— was haben dir dürstende Äugen nicht schon dankbar und glücklich geschienen, und was für Sonne brachtest dn schon in sorgengrane fQIienen 1 Ha«s SmoUt Da mußdc doch ooch wissen, daß an dr Nordsee fiel mehr los is. Das hat dock; erfcht gcjdcrn drinne xcschdandcn. — Wasdn? Daß da bis jetzt in dr heiligen Säsiong schonsibbzn Bprsohn erdrunken sin. Lauder Badegäsde. — Awr erlauwe mal. Das nennst du, was los sinn? Das find ich saddisdisch. Kwadsch! Awr schdcll dr doch mal for, wie een de Leide da «hrfurchdsfoll angucken dähden, wemnir da wieder hcem käm. Was die da dächdsn, was mier filleicht fr lähmsgefährliche Ahmd.'ier iewrschdanden hädden. Awr ähmsoguhd kennde doch das uns selwer bedresscn, wenn mier in so ne Sehdurmslut neingeriedcn un s wär grade kcene Ncd- dungsschdazjohn in dr Näh«. — Ich bade doch bloß in seichdcn Wasser, Awr ich! Du kannst doch nich lcignen, daß ich ä ferhäldnis- mähig tiehncr Schwimmer bin..... — Nu, wenn schon.- y Was willfdn du da drmit sagen? Bezieht sich das cdwa ooch off die Mecglichkect, daß filleicht ich ä Obfcr son'so ner Schd'urm- flut wern kennde? — Nu Godd... Wie mecndsdn du das? — Wie ich das mcen? Daß ich jo een wie dich allemal wieder krieg.... In Oberbayern. Dahch, Frau Schdrohwcl, n», Hamm Se sich guhd erholt in dr Sommerfrische? — Nee, gar nich. In Gegcndeil. Sie hadden wohl schlcchdes Wcdder erwischt? — S ging. Awr schlcchde Menschen. Die Hamm Sie wohl bemaust? Awr warn Sie denn in so ner nnkuldiwierden Gegend? Sie wollden doch nach Bardenkirchcn? — Da warn mier ooch. Awr das schboddet jeder Beschrciwung. wie se uns da midgejchbielt Hamm. Midn Breisen oder midr Underkunft oder mit was dn? — Mit unsrer Nazzjonalidät. Ach so. Da warn wohl recht fiel Ausländer, mrn die Hamm! mit ihrn Dchwiesen unn mit ihrer Walluhda recht de große Klabbe gehabbt? — Nee, ich meene das Bersonahl in den Hodells, wo mier Kwardier genomm hadden. Was glaum Se denn, wo mier unscrn bollizeilichen Anmeldezeddel auseefillt Hamm, da hodr Bordjeh ge- jagt, das merkt mr, daß Sie aus Sachsen sinn, das hädden Se gar nich Hinzuschreim brauchen. So eine Gemeinheit! Denkt der sil- leicht, mier butzen uns ooch so bayrisch an niit solchen Diroler- kosdiem', dasse uns nich son sich selwer undcrscheiden kenn? Unn so ging das enne ganse Woche weider. Die andern Gäsde, unn de Werdslcide, die sagdcn allemal, wenn mier von enner Bardie hcem- kam oder von enn Schaziergang: Ach, jetzt komm de gemiedlichen Sachsen, das merkt mr schon son weiden. Also sagen Se selwer: gehcert sich denn das? Mier Hamm doch den andern ooch keen For- wurf draus gemacht, dasse meindwcgen aus Libbe-Dedmold schtomm- den oder aus Ojbreißen. Nach ä baar Dahchen hadden mier das nadierlich sadd, unn Hamm unfre Koffer gebockt unn sinn fort. Unn weil die uns so midgeschbield hadden in den Hodell, da hairnn mier gedacht, mier zähm ahm nich so siel Drinkgelder, wie die sich cingcbildt Hamm« Awr nu kommt erscht s allerscheensde, das heeßt, s allergemeensde. Fon Bardenkirchcn sinn mier dann de zwceoe Urloobswochc nach Fissen. Unn dort hammier die Sache gejcheider ansang wolln, unn Hamm einfach off den Zeddel geschriem: aus Lieweck. Awr was glaunr Se oenn, wasse da gesagt Hamm? Sie, awr lange wohn Sie noch nich in Lieweck? Warum dn, Hamm mier gefragt. Nu, weil mier schweern mechden, daß Sie nach Sachsen zuschdändig sinn. Hamm Se da Wörde? Da missen die doch gladd aus Bardenkirchcn iewrall hindelesoniert Hamm in gans Ohwerbayern, wer mier sinn— wahrscheinlich wegen den Drink» geldern. Aus Wuhd. Nu, die kenn Sie doch cmend« ooch ärgendwie als Sachsen er- kannt Hamm. — Ich mcchde wissen, an was. Hamm denn filleicht mier Sach- sen enne andre Haudfarwe wie die andern oder enne andre Schda- duhr? Nee. Awr filleicht Hamm se Sie an ihrer Schbrachc erkannt. — An unsrer Schrache? Wie meen Sie dn das? Denken Sie denn, mier Hamm da unden nich genau so deidsch geredt wie drhecme? Was andres kenn mier doch gar nich. Oder is das filleicht nich deidsch, was ich jetzt mit Ihn rede?... Wie die Tlawen der bekanntesten Währungen entstanden. Der Frank verdankt seinen Namen der lateinischen Inschrift„I�runcorum rex" (König der Franken), die auf den goldenen Denaren stand, welche die ersten Frankcnkänige prägen ließen. Das Pfund leitet seine Bezeichnung von dem Wert seines Silbergewichtes ab. Sic ist in England, Italien(Lira ist gleichbedeutend mit Livre), in der Türkei und in Aegypten gebräuchlich. Das spanische Wort Peseta bedeutet ..kleines Stück". Die deutsche Mark ist mit dem französischen Wort Marc verwandt, das früher ein Gold- oder Silberstück bezeichnete. Der Florin oder Gulden stammt aus Florenz, von dort auch sein Name. Rubel kommt von dem slawischen rubbli, das„Auszackung" bedeutet-, die ersten in Rußland gepreßten Geldmünzen waren tat- sächlich gezackt. Der portugiesische Escudo ist die Abwandlung des sranzäsischen Wortes 6cu, d. h. Wappenschild, Taler. Dollar eine Amerikanisierung des deutschzn Wortes Taler. Früher gab es in Ioachimsthal große Silberminen, und die dort geprägten Münzen wurden Joachimsthaler. dann einfach Thaler genannt. Das standi- navische rixdak ist die llebersetzung des Wortes Reichstaler. Rupie kommt aus dem Sanskrit: dort bedeutet rupa Vieh. Früher war ja in Indien Vieh das gebräuchliche Tauschmittel. Die Bezeichnung Piaster kommt von piastra, das im Spanischen und im Italienischen dünne Mctallplatte bezeichnet. Das griechische TLort Drachme ist von dem Verbum drassein, greifen, abgeleitet. Die Insel der Sklaven. Gegenüber der abcssinischen Küste liegt im Roten Meer eine kleine Insel, die mit vulkanischen Kratern erfüllt ist. Auf viele Meilen im Umkreise ist keine Spur von mensch- lichem Leben zu spüren, und doch spielt diese wüste Insel eine große Rolle in dem auch heute noch in diesen Gebieten blühenden Sklavenhandel, denn dieses Eiland ist die Zentralsammelstelle für die Sklaventransporte, und von hier aus werden sie mit den Sklaven- Handelsschiffen auf die Märkte gebracht. Die unglücklichen Ge- fangcnen werden zumeist in Nachtmärschen, oftmals ohne Wasser und ausreichende Nahrung, bis an die Küste gebracht, von der sie dann auf die Sklaveninsel übergesetzt werden. Auf dieser Insel werden sie in an versteckten Stellen angebrachten Lagern gehalten, die rings von Stacheldraht eingefchlocn sind, und die ständig von Bewaffneten unter Aufsicht gehalten werden, bis das Sklavenschiff sie den Märkten zuführt. Gepslasterle Straßen kommen erst im 13. Jahrhundert aus, und Paris ging hierin mit gutem Beispiel voran. cföe«el4fu 430.200 sto1t3tslVhi15tM • 8?-• 56.- »1RZ»240 statt 54.- ietzl-25.5� • 78.50. iffso '122.-- 79r „200.300 statt 80." Jet:r|59� ' 180.-• 59.' •190- co2SOx33Q Bettvorlagen| laufe rsFoffe �164-jetzt�a- je« W0 198-'lOSr 334-- 167- CO 300*4001 Stast128.- jetzt 64? s4oa--illi ca 60*120 ßouCleyvQC| .ungesäumt- Jett i 'ta 57x120 F nr statt 8.15 jetit if 33 co?0*160 m li-onsej� CA fegui.VertbisJJietzt'j Jr* Brücken CO 90*190 1790 statt Meto ca90x-!80. Statt bis jetzt1 Boucle, reines Haarqam moderne Schattenstreffen ca65OTibrt40ß ca90cm hr\0%tlC Ktr jetzt J/3 Mtr. 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Abendprogramm „Tönende Marionetten", Phono-Marionetten- Theater täglich ab Tl'/i, Sonntags ab 10'/, Uhrl Tonfilm-Theater bringt u. a. Ausschnitte aus kommenden Tonfilmen und Jahresruekblick, tägl. nachmittags fortlaufende Vorstellungen Werdegang der Schallplotte Neue elektr. Musik(Heinrich Hertx-Institut) Werdet ipl Dialekf- schallplatten Im Deutschen Dorf Gymnastik und Schallplatte Das Neueste vom Fernsehen Di« Hollen sind täglich geöffnet von?'/, vormittags bis 8 Uhr abends, Funlcfurmgarten und„Deutsches Dorf" bis Mitternadit. Eintrittskarte RM 1,50 Beim Kauf von Eintrittskorten an den Schaltern der Berliner U-Bahn, der Stadl- und Ringbahn(Nahzone), bei den Schaffnern der Straßenbahnlinien 58, 72, 75 und 93 sowie des Autobus A7 wird freie Hinfahrt gewährt U»M '21.-30, AUGUST GROSSE DEUTSCHE FUNKAUSSTELLUNG UND PHONOSCHAU Staatstheater Geschlossen. Abonnements-Einladung für die Spielzeit 1931/32 Großer Preisabbau, wesentliche Verbesserung einzelner Platzgruppcn durch Vorverlegung, sehr bequeme Zahlungsbedingungen. Anmeldungen nehmen in der Zeit von 10 bis 2 Uhr entgegen: für die ftaalscper und das staalUdie SAansstelliant: Abonnem.-Bflro OberwaIl5tr.22, Fernsprecher; Merkur 9024, für das staatl. Sdiiliertheater: Abonnem.-Büro: Charlollenbg., GrolmanstraBe 70, Fernsprecher: Steinplatz 6715. j Barbarossa 9266. Tägl. 5 u.81/, U.( BARTO& MANN Amerlk» ulkigste Eizentiiktr TINA MELLEN Welntraub»— Dack Shlng | Walter Nilason u wettere Neuheiten 9 Heute Premiere! qim 9 Ahr muß ■•(fyindiiKase'ne Dt« tolle Burleeke mit rRITZ SERVOS aonna, tymg�a )RESSLbR& ERA Die Tanz- Attraktion von London und Paris Alf. Loyal's Dogs >1« eigenartig« Hunde• Dressur and das weitere Programm TAffllch 5 und 8U übr Sonntag-« 2, 5 und 8" WWW �yWWW V Strü�enbiihfi U. 57, 88,119 vS�Vomrtliiih". Sdörth.-Reinickefitff Berliner VVlk'TriO N« a k 0 1 i B. Lohnutr. 7i/7U Montag, den 17. Aagnst nachmittags 6 Uhr Hennen zu Karlshorst Sonntag, den 16. August, nachmittags 3 Uhr BEROLIN A. B.15 Uhr F1on 3434 Riodten erlaoht Barbette! Hofefingor-Sextott, Bourlakoff- Truppe, Syd-Fox, LasTurias,Conche-Frenakyasw. SodoM md Srartig ji 2 forstiltaitgi» 4 und 818 Uhr. 4 Uhr kleine Pr. Ab 3 Chr voller Betrieb GR. FEUERWERK Genossen! SportiBr— SAJ.— Reichsbannerkameraden Heute, Sonntagfdenld. August 1931,alles nach Pankow, Breitestr. 34(Konzerthaus) zur Verfassungsfeier der Kreise Prenzlauer BergjWeißensee, Pankow 13.30 Platzkonzert Marktplatz Pankow 14.45 Ummarsch durch Pankow Antreten Sdionensche Straße 15.30 Feier im Konzerthaus Beweist den Erfolg des 9. August ■iwiiiiiilm— .„wtissi DU, wec osfo £äfm$u fHctM fäUd? Ad ressen Wettbewerb 5 DeutschUndprimien von RM 1500.— bis RM 300.— 819 Linder- und Städteprlmien von RM 600.— bis RM 10.— Hochstbetrag im günstigsten Falle für Teilnehmer in Groß Berlin RM 2100.— Jeder soll teilnehmen I Frage die Geschäftsinhaber, absiedle Leipziger Herbstmesse besuchen. Schreibe die Namen der Firmen, die zur Messe fahren, auf ein Formular, das kostenlos bei den durch Plakataushang bezeichneten Geschäften und bei den unten genannten Vorverkaufsstellen erhältlich ist. Wer die meisten Adressen bringt, erhält die Prämien. Jteipzigu Uufabuetsc 1931: vou* 30. August Us 3.$ef*Uu*Uc Auskünfte über Vergünstigungen und vorteilhafte Verpflegun gs-Gutscheinhefte sowie Bezug d. Messabzeichen durch das Leipziger Messamt, Leipzig Ferner durch die Berliner Gesehäftsstelle des Leipziger Messomfs, Berlin W. 57, Kurfürstenstraße 23, Tel. Lützow 1799 Herrn Direktor G.Bach, Berlin W.35, Schöneberger Ufer 35/111, Telephon Lützow 3365/66 Norddeutscher Lloyd Agentur Berlin G.m.b.H., Kajütenbüro, Berlin W. 8, Unter den Linden 1(Hotel Adlon), Tel. Flora 6601(Filiale Kurfürstendamm 17, Tel. Bismarck 2284) Norddeutscher Lloyd, Generalvertretung Kurt Montanus, G.m.b.H., Berlin NW.40, Invalidenstraße 93, Tel. D 2 Weidendamm 2241 und 7966 Deutsche Luft-Hansa A.-G., Berlin SW. 68., Lindenstr. 35,Tel. A7,Dönhoff 8630 Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, Berlin C.2, Klosterstr. 41, Tel. Berolina 5691 Verein Berliner Handelsvertreter e. V., Berlin NW. 7, Georgenstraße 47, Tel. Merkur 587 Nord und Süd Einkaufsgenossenschaft E.G. m.b.H, Berlin SW. 68, Ritterstraße 73/74, Tel. Dönhoff 10 Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr, Auskunftsstelle, Berlin W.9, Potsdamer Bahnhof, Tel. Kurfürst 3375 Verband der Bestandteilfabrikanten der Musikinstrumenten-Industfio e V., Berlin-Lichterfelde-West, Karlstraße 103, Tel. Lichterfelde 7927 „E.G.V." Elektro-Großhändler- u. Exporteur-Vereinigung Deutschland» e. V, Berlin SW. 48, Friedrichstr, 234, Tel. Bergmann 6597 In Verbindung mit der Veranstaltung von Gemeinschaftsfahrten werden auch Messabzeichen verkauft von den Reisebüros: Hermann Tietz, Leipziger Straße Kaufhaus des Westens, Wittenbergplatz A. Wertheim, Leipziger Platz Ullstein-Reisebüro, SW. 68, Kochstraße 22/26, Ullstcinhaus Scherl s Reisebüro, Dönhoffplatz Das Amtliche Leipziger Messadressbuch ist ab 20. August im Vorverkauf erhöltlicn bei: Berliner Geschäftsstelle de» Leipziger Messamts, Adresse siehe oben Deutsche Luft-Hansa A.-G., SW. 68, Lindenstraße 35 Verkehrsbüro der Industrie- und Handelskammer, C.2, Klosterstroße 41 „Nord und Süd' Einkaufsgenossenschaft E.G. m.b.H, Adresse siehe oben Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr, Adresse siehe oben Firma Georg Stilk«, Buchhandlungen in den Fembahnhöfen und Berlin NW.7, Dorotheenstrofle 65 siam. Oper Charlottenburg BismarckstraSe 34. Spielzeit beginnt 17. Ang. mit Fidelio Kuriürstenaamm- TBeater Bismarck 448/49 |»>/. Uhr| Die schöne Helena ran lacaBas GnenöBfl) bbcIp: Max Heinnami Theater desWestens Tägl. 5 u. 8'/. Volksvorstellungen Viktoria und ihr Husar Billigster PI. 050 M. Teuerster PI. 2.— M. Theater in AdmlralSDalasl Montag, 17. August ?V« Uhr- Premier« Rotter-Gastspiel Die Diibarry mit Ciliar Aipar Preise: 0,50 bis 12,50 sv: uhr CASINO-THEATERsv. w« Lothringer Strafe 37. iiiitniimimitfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiniiiniiuiiiiniiiiiiifiiiiiiiiiiiiiii Oer neue Eröffnungs-Schlager Das Parfüm meiner Frau dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für die Leser; Gntscheln 1-4 Per*. Fauteuil 1,25 M.. Sessel 1,50 M. Sonstige Pr.: Rang Mitte 1 Parkett 75 Pf.. Rang 60 Pf. I< 1 T Ab nachmittags 4 Uhr Gr. Konzert Täglich: Tanz im Freien Auf dem Scbaustellungsplatz: Tier-Kindergarten und Tier-Schule Terrarium- Aquarium- Insckfarium. Hnnd n. 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